Gb 4779 Zur Eönerung ли митти liebe Mutter 1908. Jujo, Verbessertes Gesangbuch zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste sowohl als zur Privat- Erbauung. DO Caffel, 1880. Druck und Berlag des reformirten Waisenhauses. 96 4779 Univ.- Bibl. Giessen Inhalt. Erste Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Vom Worte Gottes, Nr. 1-13. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten, Nr. 14-41. 3) Von der Schöpfung, Nr. 42-48. 4) Von der Vorsehung Gottes, Nr. 49-69. 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung, Nr. 70-77. 6) Bom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens, Nr. 78-88. 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt, Nr. 89-98. 8) Von der Geburt Jesu Christi, Nr. 99-119. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden, Nr. 120-123. 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu, Nr. 124-152. Von dem Begräbniß Jesu, Nr. 153-155. 1* 4 Inhalt. 11) Von der Auferstehung Jesu, Nr. 150-172. 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sizen zur Rechten Gottes, Nr. 173-189. 13) Von der Wiederkunft Jesu zum Gericht, Nr. 190-196. 14) Von dem heiligen Geist und dessen Gaben, Nr. 197-207. 15) Bon der christlichen Kirche, Nr. 208-217. 16) Von der heiligen Taufe, Nr. 218-221. 17) Von dem heiligen Abendmahl, Nr. 222-234. 18) Von der Vergebung der Sünden, Nr. 235-241. 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen und ihrem Troft bei der Unvollkommenheit dieses Lebens, Nr. 242 bis 259. 20) Vom Tode der Gläubigen und der Auferstehung der Todten, Nr. 260-272. 21) Von dem ewigen Leben, Nr. 273-280. Zweite Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung, Nr. 281-302. 23) Vom Glauben, Nr. 303-322. 24) Von der Heiligung oder dem christlichen Wandel übers haupt, Nr. 323-352. Inhalt. 25) Von der Erkenntniß Gottes, Nr. 353-356. 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott, Nr. 357 bis 367. 27) Von der Furcht Gottes, Nr. 368-371. 28) Von dem Vertrauen auf Gott und der Ergebung in seinen Willen, Nr. 372-397. 29) Vom Gebet, Nr. 398-405. 30) Gebetlieder: 5 1. Allgemeine, Nr. 406-415. 2. Besondere, in geistlichen Anfechtungen, Nr. 416 bis 418. In allgemeinen Nöthen und Landplagen, Nr. 419. Im Kriege, Nr. 420-421. In Theuerung, Nr. 422. In Seuchen, Nr. 423. In Krankheiten, Nr. 424. Auf der Reise, Nr. 425. Bei Gewittern, Nr. 426-428. Fürbitten: für die Obrigkeit, Nr. 429; für die Prediger, Nr. 430; bei Einsegnung der Eheleute, Nr. 431-432; der Aeltern für ihre Kinder und der Kinder für ihre Aeltern, Nr. 433-434; einer Waise, Nr. 435. 31) Vom Lobe Gottes, Nr. 436-437. Loblieder: 1. Allgemeine, Nr. 438-458. 2. Besondere, Nr. 459-463. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfange des Jahres, Nr. 464-469. 33) Morgenlieder, Nr. 470-479. 34) Abendlieder, Nr. 480-489. 35) Vom öffentlichen Gottesdienste, Nr. 490-494. 36) Von der Selbstliebe, Nr. 495. 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Nr. 496-498. 6 Inhalt. 38) Von der Sorge für die Seele, Nr. 499-507. 39) Von der Sorge für den Leib, Nr. 508-511. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauche der zeitlichen Güter, und wider den Geiz, Nr. 512-514. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf, Nr. 515-517. 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden, Nr. 518 bis 531. 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens und der Zubereitung zum Tode, Nr. 532-542. 44) Von der Liebe des Nächsten, Nr. 543-547. 45) Von der Gerechtigkeit, Nr. 548. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Nr. 549-552. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit, Nr. 553 bis 555. 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge, Nr. 556-558. Erster Theil Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Vom Worte Gottes. Bitte um Segen zu Anhörung des göttlichen Wortes. 1. St omm heil ger Geist, H erfüll die Herzen deiner Gläubigen, und entzünde in ihnen das Feur deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt haft, in Einigkeit des Glaubens. Al- lelu- ja, Al- lelu- ja, All- lelu- ja. Anmerkung. Bei dem ersten und zweiten Alleluja fingt nur das weibliche Geschlecht und die Jugend, bei dem dritten die ganze Gemeinde. Mel. O Gott, du unser Vater. 2. 6 ott, der du unser Vater bift, durch Jesum Christ, gib, daß dein Geist jetzt mit uns sei, und uns zur Wahrheit leite. Geheiligt sei dir diese Stund! Deffne den Mund des Lehrers, daß er rein und frei bei uns dein Wort verbreite. Hilf du selbst unsrer Schwachheit fort, laß nichts die Andacht stören! Du lehrest uns in deinem Wort, wirk auch, daß wirs so hören, daß wir dich hier, und ewig dort, in Heiligkeit verehren! 8 Erster Theil. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu. 14 Vom Worte Gottes. Himmels Erben, lehr uns leben, lehr uns sterben. 3. SEE err Jesu! send uns deinen Geist, den Geist, der, wie dein Wort verheißt, mit feiner 5. Guade uns regiert, und auf den Nach dem öffentlichen Gottesdienste. Mel. Liebster Jesu, wir find hier- 4. Höchster Gott! wir danken dir, du uns dein Wort gegeben! Hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben. Gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke. 2. Unser Gott und Bater! du, der du lehrst uns, was wir sollen, schent uns deine Kraft dazu; gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen! so wird alles wohl gelingen. Weg der Wahrheit führt. 2. Deffn uns zu deinem Lob den Mund, und mach uns deinen Willen tund; rühr unser Herz, stärk den Verstand, so wird dein Nam uns recht bekannt. 3. Bis wir einft, deinen Engeln gleich, dich preisen, Herr, in deinem Reich, und schauen dich von Angesichtin Freud selgem Mel. Es ist das Heil uns kommen ic. engrott, den Grd und Him- 6. Wir Menschen sind von mel preift, dir Bater, Sohn und heilgem Geift, bir heilige Dreieinigfeit, sei Lob und Preis in Ewigkeit! selbst, o Gott, zum Geistlichen 4.2 iebster Jesu! wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier zu des Himmels süßen Lehren, daß die Herzen von der Erden untüchtig; dein göttlich Wesen, dein Gebot, sind viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, wo uns, Herr, deines Wortes Licht den Weg zu dir nicht zei- get. ganz zu dir gezogen werden. 2. Drum sind vor Zeiten ausges 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt sandt Propheten, deine Knechte; so mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht wurden damals schon bekannt den beines Geistes Kraft uns mit Licht Menschen deine Rechte. Zuletzt ist bou Gott erfüllet. Glaubend lehr noch dein lieber Sohn, o Vater, bon aufs Wort uns merken; laß es uns des Himmels Thron selbst kommen zum Leben stärken! uns zu lehren. 3. D du Glanz der Herrlichkeit, Acht von Licht aus Gott geboren! Heiligster! von Ewigkeit hast du dir uns auserforen; lehre deines 3. Mit Lob und Preis, o höchster Hort, muß Herz und Mand dich ehren; da wir in deinem thenern Wort dich zu uns reden hören. Mach Erster Theil. Vom - uns durch deinen Geist bereit zu dem, was uns dies Wort gebeut; hier redest du, nicht Menschen. 4. Hilf, daß der frechen Spötter Schaar uns nicht vom Wort abwende; ihr Spott bringt tödtende Gefahr, und nimmt ein schrecklich Ende. O laß dagegen immer mehr dein Wort zu deines Namens Ehr an uns sich träftig zeigen. 5. Herr, öffne du uns selbst das Herz, daß wir dein Wort recht fassen; gib, daß wir es bei Freud und Schmerz nie aus den Augen laffen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein, Bater, laß uns Thäter sein, und uns nicht selbst betrügen. 6. Der Same wird am Weg fofort vom Teufel weggenommen; in Fels und Steinen kann das Wort zu feiner Wurzel kommen. Der Same, der in Dornen fällt, wird von der Sorg und Lust der Welt verderbet und ersticket. Worte Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. D ein Wort, o Höchster, ist vollkommen. Es lehrt uns unfre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. Oselig! wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unferu Wegen, vertreibt des Irrthums Finsterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, was theur in deinen Augen iſt. 7. Mach uns durch deine Gnade gleich, Herr, einem guten Lande. Mach uns an guten Werken reich in unserm Umt und Stande: daß mit beharrlicher Geduld, gerührt von deiner Lieb und Huld, wir reichlich Früchte bringen. 8. Laß uns auf unsrer Pilgrim- gest nicht. schaft den Weg der Sünder meiden. 4. Gott, deine Zeugniffe find beffer, Gib uns ein Herz, das an dir haft und mehr der Sehnsucht werth, als auch in den schwersten Leiden. Herr! Gold. Ihr Werth ist köstlicher und unser Herz ist vor dir bloß; mach größer, als alles, was die Erde zollt. uns von eitlen Sorgen los, und Wer das thut, was dein Wort gebeut, allen bösen Lüften. dem ist dein Segen stets bereit. 9 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben; lehrt, wie viel Gut's du denen gibft, die freudig dein Gebot ausüben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr; du lii9. Laß uns dein Wort beständig 5. Drum laß auch mich mit Luft fein ein Licht auf dunkeln Wegen. betrachten, was mich dein Wort, o Erhalt es bei uns hell und rein, Höchster, lehrt, und mit Gehorsam und laß uns seinen Segen, Kraft, auf das achten, was von mir zu Rath und Troft in aller Noth, im thun begehrt; so fließen Troft und Leben und noch mehr im Tod, mit Seelenruh auch mir aus deinem frohem Herzen spüren. Worte zu. 10. Laß dies dein Wort zu deiner Ehr, o Gott, sich weit verbreiten. O möchte deine Gnadenlehr, Herr Jesu, jeden leiten! Dheilger Geift, 8. setz durch dein Wort dein Werk bei uns beständig fort; stärt Hoffnung, Glaub und Liebe. Mel. D Gott du frommer Gott. DE u willst, Gott, daß mein Herz zur Heiligkeit gene- se; Vom Worte Gottes. und die Vernunft alsdann gefangen drum gib, daß ich dein Wort, oft nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise spricht. Demuth ists, zu glauben, was Gott und mit Andacht lese: das Wort, das deinen Rath von unserm Heil enthält. Dank sei dir für dies 10 Erster Theil. - Wort, den größten Schatz der Welt. 2. Erfülle mein Gemüth mit Ehrfurcht und Vertrauen, mit Luft und frommem Ernst dadurch mich zu erbauen. Du bists, der in der Schrift zu meiner Seele spricht; o segne doch an mir, Herr, deinen Unterricht. 3. Mein Gott, vor welchem ich jest meine Hände falte, gib, daß ich allezeit dein Wort für Wahrheit halte; und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder Gesetz, am Wort vom Kreuze sehn! am 5. Gib, daß dein kräftig Wort, o Gott, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt. D stärke mich durch ihn mit Ernst und Munterkeit, das Gute zu vollziehn. 6. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den läff'st du inne werden, die Lehre sei von dir, die uns die Bibel gibt! man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. 4. Du, aller Wahrheit Gott, kannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein o mich daraus so viel mein Heil verlangt. Du bists, 9. G der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 7. Spricht sie geheimnißvoll, so laß mich dies nicht schrecken. Kein endlicher Verstand kann dich, Gott, ganz entdecken. Du bleibst unendlich hoch. Was mir dein Wort erklärt, nicht was mein Witz verlangt, ist meines Glaubens werth. 9. Erinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel kränken, und lehre mich dabei zu meinem Heil bedenken, dort sei die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit. 8. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, manche Dunkelheiten, so laß mich 10. Find ich in deinem Wort noch einen Freund, der mehr, als ich sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein ange fochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. Es ist mein Glück auf Erden, und 11. Stets sei dein Wort mir werty! wird es einst noch mehr in jenem Leben werden. Nie irre mein Gemüth der Bibelfeinde Spott! die Lehre, die sie schmähn, bleibt doch dein Wort, o Gott! Mel. Nun danfet alle Gott. elobt seist du, o Gott, für deines Wortes Lehre! Gib, Bater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre. O, mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen. OHöchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. andern Menschen glauben! Das heißt, 3. Wie thöricht ist es doch, bloß Erster Theil. fich selbst den Grund zur ewgen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. Vom Worte Gottes. 11 Es sei mein Theil; es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben chre! Gib deinen Geist ins Herz, der Lust und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit lernt, prift, glaubt, erfährt und übt. Mel. Ach Gott und Herr. 10. ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir, im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr, laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß teinen Spott, o Herr, mein Gott! mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne site verstünd ich nie, wie ach dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rath, die Miffethat der Sünder zu verfühnen, den fennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu veihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie! dein Wort gibt neue Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort! denn du hasts uns gegeben. Mel. Wer nur den lieben Gott.- - 7. er du das Dasein mir 11. Der gegeben, wie preis ich dich, o Gott, dafür! Nie kann mein Dank dich gnug erheben! durch Chriftum schenktest du es mir. Kein Licht, tein Troft erfreute mich, fennt ich nicht, Jesu Christe, dich. 2. Auf ungewissen finstern Pfaden würd ich ein Raub des Irrthums sein; mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt ich des Nichters Rache scheun; ich fände keinen Trost i Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. 3. Wozu hat mich mein Gott erschaffen? was ist auf Erden meine Pflicht? wird auch mein Geist im Tod entschlafen? und, hält Gott künftig ein Gericht, wie werd ich im Gericht bestehn? wie der verdienten Straf entgehn? 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihrer Einsicht schwaches Licht? Hebt sie die Zweifel, die mich plagen? und bleibt der Trost, den fie verspricht? Ach! ohne Christi Licht und Heil wär Finsterniß und Tod mein Theil. 5. Ja, du haft mich den Finsterniffen des Irrthums, und der Sünde Macht durch deine Lehre, Herr, entrissen; ihr Licht zerstreut des Zweifels Nächt. Du zeigest mir des Höchsten Rath, und führst mich auf der Wahrheit Pfad. 6. Sch weiß, wozu mich Gott erschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht Mein Geist wird nicht im Tod entschlafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, und dann verklärt dich selber sehn. 7. O Jesu, laß mich ter Lehre gehorchen mit ftets größrer Lust, und feines Spötters Wahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil erfreu im Tode mich! IZ Erster Theil. Mel. Liebster Jefu, wir sind hier.- 4. 12. Herr, mein Licht! erleuchte mich, daß ich mich und 13. dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf felbft meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. uns, Bater, dein im Leben und im Tode freun. 3. Aber laß mich nicht allein richtig feinen Simm verstehen, laß mein Herz auch folgsam sein, den erkannten Gott, 2. Ein Haufe Läftrer wagts, o mit wildem ausgelaßnem Weg zu gehen. Denn sonst würd Spott, den Heiland, deinen Sohn, ich bei dem Wissen doppelt Streiche zu schmähn, durch den die Himmel leiden müissen. einst vergehn. - 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre; daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbft erfahre. Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Troft und Freuden. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren; laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet und die Luft der Welt verachtet. 7. O, verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor bir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. Vom Wesen Gottes 1 Mel. des 100. Psalms. er Spotter Strom reißt viele fort. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort! So können wir 3. Ach, ihrer Lehre Best, o Herr, schleicht jetzo nicht im Finstern mehr; am Mittag, Herr, bricht sie hervor, und hebt ihr tödtend Haupt empor. 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht hält, so reißt sie uns zum Tod auch fort. Gib Sieg und Leben durch dein Wort! 5. Beschütze uns, Herr Jefu Chrift, der du zur Rechten Gottes bift. Sei unser Schild und starke Wehr! Staub ist vor dir der Spötter Heer. 6. Du haft von Ewigkeit gefehn, wie lange noch ihr Trotz bestehn, und wider dich hier schnauben soll. Vielleicht ist nun ihr Maaß bald voll. 7. Ach, wären sie dir, Herr, versöhnt! sie, deren Spott dich so verhöhnt! Ach gib, daß vor der Todesnacht zur ernsten Neu ihr Geift erwacht. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. Mel. O Gott du frommer Gott. 14. Anbetungswürdger Gott! tung sein. mit Ehrfurcht stets zu 2. Du bist das höchste Gut; du nennen, du bist unendlich mehr, als weißt von teinem Leide; stets ruhig wir begreifen können. Oflöße mei in dir selbst schmeckst du vollkommne nem Geist die tiefste Demuth ein, und Freude. Dein ist die Herrlichkeit. 8. laß mich stets vor dir voll Ehrerbie und seinen Vollkommenheiten. 13 Auch ohne Kreatur bist du dir selbst Mel. Allein Gott in der Höb sei Chr. genug, du Schöpfer der Natur. er Herr ist Gott 3. Du riefft dem, das nicht war, 15. um Luft und Seligkeiten aufs Mannigfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst; Verstand und Rath ist dein; und du gebrauchft fie gern zu segnen, zu erfreun. und keiner mehr. Frohlockt ihm alle From- men! Wer ist ihm gleich? wer ist wie Er, so herrlich, so vollkom- men? Der Herr ist groß! sein Nam ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos in 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr. Der Erde Majestäten find, Höchfter, vor dir Staub. Auch Geifter fannst du tödten. Wen du erniedrigeft, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, des Hoheit muß bestehn. seinem ganzen We- sen. 2. Ihn trifft kein Wechsel flüchtger 6. Du bist es, der allein Unsterb- 3eit. Nie größer oder kleiner wird lichkeit befizet, der Leben gibt und seines Wesens Herrlichkeit. Der Erft nimmt, der unsern Odem schüßzet. ift er, sonst keiner! Wir Menschen Den Geift, der in uns lebt, den haben sind von gestern her; eh noch die wir von dir. Willst du, so wird er Erde war, war Er; noch eher, als Nichts. Du bleibest für und für. die Himmel. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein fterblich Auge reicht bis zu den Lichteshöhen, wo du voll Majestät auf deinem Stuhle thronft, und unterm frohen Lob der Himmelsheere wohnft. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn faffen alle Himmel nicht, wie wie er war, verborgen und nur offenweit er fie erfüllet! Er bleibet ewig, bar in seiner Werke Wundern. 8. Was wir, Unendlicher! von dei4. Was wären wir, wenn seine nem Wesen wiffen, das hast du selbst zubor uns offenbaren müssen. Die Kraft uns nicht gebildet hätte? Er Schöpfung zeugt von dir, und deines fennet uns, und was er schafft, der Bei ihm ist Sohnes Mund macht uns noch deut- Wesen ganze Kette. licher, Gott, deinen Namen fund. Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet. Erd und Himmel. 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber der maleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Heiligste noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indes sei auch schon jett dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von fallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im häbern Chor dich, großer Gott, erhöh 5. Ift er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn. ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht! Gedan fen selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten Bildung. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet fich dein Fittig über alle! Du bist voll Freundlichkeit Erster Theil.- Vom Wesen Gottes 14 und Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne! du haft Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, haft Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du mr bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Mel. bes 8. Pfalms. 16. reicht an deine Größe? Denk ich rhabner Gott! was es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich Wesen nicht, fo gnüge mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir find alle Dinge. Gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst; so fei mirs gnug, daß du mich selig führst. offenbaren. Einst werd ich mehr von 7. Einst wirst du dich mir näher deinem Rath erfahren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden ſei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich in hellerm Lichte sehen, und froh in dir, dein und zeigst es mit der That, unendlich ewig Lob erhöhen. Herr, du bist groß groß an Huld, an Macht und Rath. an dich, so fühl ich meine Blöße, ich fühle, Herr, daß du unendlich 17. G ott mache du mich bist, und daß umschränkt mein selbst bereit, vor deinen Thron zu forschend Denken ist. treten, und deine große Herrlichkeit voll Ehrfurcht anzubeten. 2. Du wohnst im Licht, dazu kein Mensch kann kommen. Was ists, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach! nur ein Theil von jener Majestät, die über alles dich, o Gott, erhöht. Laß, Herr, vor deinem Angesicht mein Herz sich deiner freuen, und 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen, das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand; von Engeln selbst wirst du nie gang erkannt. einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? D, mache mich von solchem Dünkel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Richtschnur sei. hier noch umgibet. 2. Du bist der Herr, und keiner mehr, nichts sind der Heiden Götter; 5. Mein eigner Geist kann sich leicht nur dir gebühret Preis und Ehr; hintergehen. Dein Wort ist wahr; tein Helfer, noch Erretter ift außer und seinen Vollkommenheiten. dir: laß mich allein auf dich, o Herr, vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weihn, mein Glück bloß auf dich bauen, und dich niemals verläugnen. 3. Du bist der höchst vollkommne Geift, der Vater aller Geister, dich preiset, was vernünftig heißt, als seinen Herrn und Meister! Laß meiner Seele hohen Werth mich reine Tugend lehren, und so, wie es dein Wort begehrt, dich ungeheuchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. 15 tigkeit, und deine Wege preise, so wunderbar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, vergibst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Trost von deiner Gnad auf meine Seele kommen. Von mir sei meine Missethat so fern hinweggenommen, als Morgen ist vom Abend. 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, und wirst allzeit bestehen; es bleibet deine Herrlichkeit, wenn Himmel selbst vergehen. Laß von der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren Vaterland, und nur nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. 5. O Gott, was sein wird, ist und ehr, dein Wort zum Grunde 11. Gott, wenn ich dich so kenn und war, und was wir thun und setze, erfreu ich mich darüber mehr, dichten, das ist dir alles offenbar; du als über alle Schäße, bis ich dort, wirft einst alles richten. Laß mich dein helles Auge scheun, aufrichtig vor dir wandeln, und, deines Beifalls mich zu freun, auch dann rechtschaffen handeln, wenn Finsterniß mich decket. o mein Heil und Licht, dich ohne Lallen nenne, von Angesicht zu Angesicht dich schaue, dich erkenne und unaufhörlich lobe. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott! kein Mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben Noth, du, Herr, weißt Rath zu finden. Gib, raß ich dir stets traue zu, du werdest für mich sorgen, auch liebels weder denk noch thu, denn dir ist nichts verborgen; du prüfeft Herz und Nieren. 10. Gott, deffen Wahrheit stets besteht! wohl denen, die dir gläubend Wenn Erd und Himmel einst vergeht, wird dein Wort ewig bleiben. Gib, daß ich fürchte dein Gericht, und alles, was du dräneft; auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mirs gern verleiheft; wer hofft, wird nicht zu Schanden. 6. Unendlich ist, Herr, deine Macht, zu retten, die dich lieben, und wenn der Frevler dich verlacht, auch Rach 18. an ihm zu üben. Gib, daß mich deiner Allmacht Schutz stets als ein Schild bedecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Trut, nur deine Strafe schrecke; du tödtest Leib und Seele. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, fannst keine Sünden dulden, wer sagen will, er sei dein Knecht, der meide Sündenschulden. Gib, daß ich mich der Heiligkeit mit rechtem Eraft befleiße, nachjage der GerechMel. des 27. Pfalms. uf! auf! mein Geist, auf! auf! den Herrn zu loben, auf! auf! erwecke dich und säume nicht; was in dir ist, werd still und sanft erhoben zu Gott Jehova unserm Schild und Licht: nur er ist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Erheb ihn dann mit 16 Erster Theil. Vom Wesen Gottes --frohem Jubelschall, und geh in die Lieb in alle Ewigkeit. er Sünder strafen soll, und bleibt 7. Wie selig ist doch, der ihn also fennet, und zu ihm: lieber Vater! fein erhabnes Heiligthum. sagen tann. Er, er ist es, den Gott 2. Er ist das große Wesen aller den Seinen nennet! Gott sieht ihn Wesen, Gott von unendlicher Voll- als sein Kind recht zärtlich an! lommenheit: von ihm, zu ihm, durch Nichts ist so hoch, nichts kann so ihn ist, was gewesen, und ist, und sein herrlich sein! der höchsten Fürsten wird bis in Ewigkeit. Ein Gott, wie hocherhabner Stand ist, gegen dies Er, hat seines Gleichen nicht: ein Gott, zu rechnen, lauter Tand; es ist zu vor desfen höchsten Majestät der Engel schlecht, es bleibt ein leerer Schein. felbft gebückt und zitternd steht! Sein 8. D Herrscher, wie soll ich dich Thron ist Licht, ein unzugänglich licht. gnug erheben! Auch mich haft du 3. Man sieht ihn nicht, und ist doch den Deinen zugezählt, in Chrifto wohl zu sehen, man gebe nur auf brachtest du mich schon zum Leben, seine Werke Acht; da sehn wir ihn in ihm hast du zur Kindschaft mich gleich als vor Augen stehen in seiner erwählt. Zwar seh ich dich jetzt nur ewgen Kraft und Gottheit Pracht. bei schwachem Licht; jedoch es fommt, Die Himmel rühmen ihres Schöpfers es kommt der frohe Tag, da ich dich Ehr; Luft, Erde, Meer, was lebt ohne Decke schauen mag, vertraut, von und sich bewegt, ist das, was ihn zu Angesicht zu Angesicht. zeigen stets sich regt, und spricht: Er ist der Herr und feiner mehr. 9. Indes, mein Geift, auf! auf! ihn stets zu loben. Auf! auf! erwecke 4. Was gut und fein nur kann dich und säume nicht! Was in dir genennet werden, was uns mit Luft ist, werd sanft und still erhoben zu und Lieblichkeit anlacht, was in sich Gott, Jehovah, unserm Schild und faßt der Himmel fammt der Erden, Licht! Herr! du bist würdig, Ehre, der große Bau, voll Schönheit und Preis und Ruhm zu nehmen allezeit voll Fracht, und was dies Rund nur und überall. Lob ihn im Vorhof schon Köstlichs in sich schließt, das kommt mit frohem Schall, einst öffnet sich aus diesem unerschöpften Meer und dir selbst das Heiligthum. deffen unerforschten Fülle her; Er ist der Quell, der immer überfließt. 5. Bon Ewigkeit, ohn Anfang und ohn Ende ist Er, und wird auch stets derselbe sein. Er ift zu spüren, wo man sich hinwende, das Heimlichste wird Har in seinem Schein. Sein Licht ist nicht vermischt mit Dunkelheit. Die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer schwach. Höchst selig, tennet er fein Ungemach; Er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. 6. Was er verspricht, dem kann man freudig trauen, die That stimmt mit den Worten überein. Auf Men schen kann man niemals sicher bauen; doch Gottes Ja ist ja, sein Nein ist nein. Boll Billigkeit ift sein Gericht allzeit, groß von Geduld ist er und Mitleids voll, nur langsam, wenn 19. G ott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß sein Nam und groß sind seine Werte, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts: so find und leben Welten. Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl die beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Beste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. und seinen Bollkommenheiten. 17 4. Unendlich reich, ein Meer von Von der Ewigkeit und UnderSeligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? änderlichkeit Gottes. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, 20. Gott, du bist von Ewigund seiner Werke Heere find ewig vor ihm offenbar. feit! und dein herrlich großes Wesen ändert sich zu feiner sen. Laß dies meinen Geist beleben, Zeit; du bleibst stets, was du geweehrfurchtsvoll dich zu erheben. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder geheft. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheft: so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerdar foll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, verfündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pfalm! 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. - 14. Rein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen. Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen; laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Immer bleibst du gleich gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Stets ist Wohlthun deine Luft; ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn auch ich mit Luft mich in deiwirds meiner Seelen nie an wahrem nem Willen übe! Dann, o Herr, Wohlfein fehlen. 7. Erd und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlaffen. Nur du bleibst mir ewig stehn; deine Hand wird mich umfassen, wenn ich nun von hinnen scheide. Ewig bift du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, 15. Sft Gott mein Schutz, will Herr des Himmels und der Erden, Gott mein Retter werden, so frag diese deine Ewigkeit einen starten ich nichts nach Himmel und nach Antrieb werden, dich zu lieben, dir Erden, und biete selbst der Hölle zu trauen, und auf deinen Troft zu Truß. bauen. 2 4. Immer bleibst du, Gott! ein Feind derer, die das Unrecht üben. Immer bleibst du, Gott! ein Freund derer, die das Gute lieben. Laß uns darum schon auf Erden, deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht! Du bist ewig der Getrene, der das hält, was er verspricht. D, daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getren zu bleiben. 18 Erster Theil.- Aus dem 102. Pfalm. Mel. von Nr. 16. 21. Her err Gott, du bist die Zuflucht aller Zeiten, denn du bist Gott in alle Ewigkeiten. Du warft es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. Vom Wesen Gottes auf dein Geheiß, da stand, deiner Weisheit Preis. 4. Wie gegoßne Spiegel stehn deine Himmel; doch vergehn deine Himmel, und die Welt sinkt, wenn sie dein Arm nicht hält. Mel. Gott sei Dank in aller Welt. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell enteilt das Leben doch von mir! Du Höchster, du mur bleibeft für und für. 3. Du haft vorhin die Erde zube7. Was du zusagst, ift gewiß. reitet; dein Arm hat, Gott, den Zwischen Licht und Finsterniß tappt Himmel ausgebreitet. Doch sie verder Mensch hin, wählt, bereut plößgehn, veralten, wie ein Kleid; du lich wieder, was ihn freut. aber bleibst in alle Ewigkeit. 6. Du bist nicht ein Menschenkind, daß du lügeft! nicht gesinnt, wie der Mensch, der wandelbar nimmer bleibet, was er war. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand von dir verwandelt werden. Du bleibeft, wie du bist; denn feine Zeit umgrenzet doch je die Unendlichkeit. 8. Sollt ich denn auf Fleisch vertraun? nicht, mein Heil, auf dich nur baun? ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? 5. Das ist der Troft, die Hoffnung deiner Knechte; du schützeft fie mit deiner starken Rechte, du läff'ft ihr Herz fich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode felbft bleibt er unilberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! 22. 11 nermeßlich, ewig ist Gott, der Höchste. Herr, du bist, wie du dich uns offenbarst, nun und ewig, der du warst. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weis allein und gnadenreich, ewig mächtig und voll Kraft, heilig und untabelhaft. 5. Du nur bleibeft, wie du bist, was dein weiser Rath beschließt, ist unwandelbar, wie du, gut und heilig stets, wie du. 3. Alle Werke deiner Hand waren dir, e Gott, bekannt, eh die Welt 9. Nein, Unwandelbarer, dein for fich meine Seele freun. Sei mein Fels, Gott, sei mein Licht, ewig meine Zuversicht! 10. Und in allgemeine Nacht finke dann mit seiner Pracht jeder Himmel, und die Welt stürze hin, wenn Gott mich hält! Von der Allwissenheit Gottes. Der 139. Pfalm. 8. 23. Her Du Mel. O Gott du frommer Gott. unverborgen. Herr, du erforscheft mich; dir kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wisseft. Du schaffeft, was ich thu, du ordnest, du bes schließest, was mir begegnen soll. Erftaunt seh ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bift du, Höchfter, da; führ ich zur Lief hinab, auch hier bist du mir nah. und seinen Vollkommenheiten. 4. Nähn ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bift liberall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu versteden. Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 19 du klar, du prüfeft Herz und Nieren, und nichts bleibt dir verborgen. 3. Was deiner Freunde Herz be gehrt, das weißt du, eh sie beten. Ihr Seufzen wird von dir gehört, eh sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Herz beschließt, ist auch dir unverborgen; dir, der du ihren Anschlag siehst, so heiter als den Morgen, den Wolken nicht verdunkeln. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildeteft mein Herz, Gott, des ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit noch fünftig wird geschehen, siehst du schon in Allwiffenheit als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen Knechten fund, es weiter auszubreiten, und läsf'st durch ihren schwachen Mund die größten Heimlichkeiten der ganzen Welt entdecken. 7. Du kanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Lage Lauf war dir schon offenbar. 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch in dieser Welt verschwiegen, so wird vor ihrem Auge doch einst alles offen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, wird alles offenbaren. Was noch fo heimlich jetzt geschieht, wird alle Welt erfahren, und laut alsdann erzählen. 8. Was für Erkenntnisse! für köftfiche Gedanken! unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 6. Laß mich, o höchste Majestät, dein helles Ange schenen. Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Heuche Leien? Laß mich auch in der Einsame 9. Erforsche mich, mein Gott, und feit dich gegenwärtig denken! Laß priife, wie ichs meine; ob ich recht- Wahrheit und Rechtschaffenheit bei schaffen bin, wie ichs von außen scheine. allem Thun mich lenken, und stets Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf fal- mein Herz behüten. schem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. Von der Weisheit Gottes. Mel. von Nr. 17. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Schöpfer aller 24. uriffender, vollkommmer 25. D Dinge, der alles ganz Geist! des Auge alles siehet, was Nacht und Abgrund in sich schleußt und unserm Blick entfliehet. Es kann vor deinem hellen Licht fich kein Geschöpf verstecken. Auch Finsterniß verbirgt es nicht; du weißt sie aufzudecken und Tag daraus zu machen. genau versteht! nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht; du schreibest der Geschöpfe Chor Zweck, Maaß, Gewicht und Regeln vor. 2. Selbst die Gedanken sind dir tund, die unsre Seele heget, eh sie noch der verschloßzne Mund durch Worte dargeleget. Dir sind die Her- 3. Mit eben der allweisen Stärke, zen offenbar; du kannst ihr Dichten mit welcher du die Welt gemacht, spüren. Den Rath der Seele siehst regierst du alle deine Werte, die 2* 2. Die wundervollen prächtgen Werke, die unserm Auge fern und nah, die stehn sowohl durch deine Stärke, als auch durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand; der ganze Weltbau machts bekannt. 20 Erster Theil.- Vom Wesen Gottes dein Verstand hervorgebracht. Du stehet eilend da, was noch zuvor fein brauchst, o unerschaffnes Licht, der Auge sah. Menschen Rath und Beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, das kommt unfehlbar auch zur That. Wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Du kennst und wählst zu deinem Zwed beständig, Gott, den besten Weg. 3. Du haft dein großes Schöpfungswert allmächtig ausgeführet. Es bleis bet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die Welt, weil dein allmächtig Wort sie hält. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schlußß erfüllen, den sich dein Wille vorbehält, der aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. 6. Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit fie dich zum Leitstern wähle in ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht; o gönne mir dein sichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem klugen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs befte mich regiert. Leit ferner mich durch Welt und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit. Von der Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir Gott nach. 26. H err, deine Allmacht reicht so weit, als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Es ist kein Ding so groß und schwer, das dir zu thun 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Gesetze steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weiser Willkür auf. 5. Wer deiner Gnade folgsam wird, sein Herz zum Guten neiget, und wenn er sich von dir verirrt, vor dir fich innig beuget: o, dem vergibst du Sünd und Schuld, mit allmachtsvoller Gnad und Huld! 6. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läff'ft. 7. Allmächt'ger, mein erstaunter Geist, wirft sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgibet meine Glieder. Mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 8. O zünd in mir den Glauben an, der deine Macht ergreifet, der ftark und mächtig werden kann, wenn er auf dich sich steifet. Gib, daß ich traue deiner Kraft, die alles kann und alles schafft. Von der Allgegenwart Gottes. Mel. von Nr. 16. 27. großer Gott! der alle Ding erfüllet, vor desfen Blick fein Dunkel uns umhüllet, wohin soll ich vor deiner Allmacht gehn? und wohin fliehn, vor dir, Herr, ungesehn? unmöglich wär. 2. Könnt ich auch schnell mich zu den 2. Du sprichst, und auf dein mäch- Wolken schwingen, und wieder schnell tigs Wort fällt alles dir zu Füßen. bis in die Tiefe dringen: so hielte mich Du führeft deinen Anschlag fort bei doch deine Hand auch da; denn wo allen Hindernissen. Du winkst, so ich bin, da bist du, Herr, mir nah. und seinen Vollkommenheiten. 3. Dein Auge sieht, was Nacht und Abgrund decken, es kann sich nichts vor deinem Licht verstecken; du kennst genau das Innre der Natur, der ganzen Welt und jeder Kreatur. 4. Kein falscher Gott, aus falschem Wahn verehret, hat je sein Volk das Künftige gelehret; du aber weißt, was fünftig wird geschehn, und läsf'st auch uns in deinem Wort es sehn. 5. Du weißt und hörst, was deine 6. Obrück, Allgegenwärtiger! dies Kinder beten, und siehst, wenn sie im tief in meine Seele! daß, wo ich bin, Stillen vor dich treten; noch eh ihr nur dich, o Herr, mein Herz zur Mund dir ihren Kummer sagt, ver- Zuflucht wähle; daß ich dein heilig nimmst du schon, was dir ihr Seuf- Auge scheu, und dir zu dienen eifrig sei. zen klagt. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, das tröst und beßre meinen Geist. 6. Bor Menschen bleibt hier manche That verborgen, dir aber ist die Nacht ein heller Morgen, und was hier noch in Finsternis geschieht, entdeckt einst dein Gericht, dem nichts entflieht. 7. Wohl dem, der hier vor deinem Antlitz wandelt, und der vor dir und Menschen redlich handelt; der steht alsdann, als ein bewährter Freund, getroft vor dir, wenn nun dein Tag erscheint. 8. O prüfe selbst die innersten Gedanken, ob sie vielleicht von deiner Richtschnur wanken. Bin ich, o Gott, noch auf verkehrtem Steg, so führe du mich auf der Wahrheit Weg. 21 und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet: so weißt du fie, und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du höreft meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mitleid, Vater, zählest du die Thränen, die ich meine. Du siehst und wägeft meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. Mel. Machs mit mir, Gott, nach- 26. 28. Nie ie bist du, Höchster! von uns fern; du wirkft an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weisfest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu, du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn, und nichts mich dei ner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Nath verkehrte Wege wählet; Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- Pf. 42. 29. ott, vor dessen Angefichte nur ein reiner Wandel gilt! Ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt! Deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß fie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, denn kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was deine Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 22 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 3. Herr, du willst, daß deine stimmest jedem seinen Lohn, dem Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Frommen und dem Sünder. Nie Nie besteht vor dir der Sünder, siehst du die Personen an; allein auf denn du bist vollkommen rein. Du das, was wir gethan, siehst du als bist nur der Frommen Freund. Uebel- rechter Richter. thätern bist du feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit gibst du schon hier den Frommen; du schützest sie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. - 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tödt in uns der Sünden Macht! Denn was find mir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O, so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gib uns, wie du felbft verheiff'st, gib uns deinen guten Geift, daß er unfern Geift regiere, und zu allem Guten führe. 6. Keiner fündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unfres Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligfeit. Mach uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirft n, Herr, mur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Es ift gewißlich an der Zeit. 30. S erechter Gott, vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen. Du wirst in ihrem Angeficht auch mir mein Urtheil fällen. D, laß mich dein Gericht stets scheun, und hier mit Ernst befliffen sein, bor dir einst zu beftehen. 2. Du siehst von deinem festen Thron auf alle Menschenkinder, beJa, Herr, du liebst, was recht und gut, und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienft gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, brecher, der dein Gesetz und Recht nicht scheut, dem frebelnden Berentweiht, bist du ein strenger Rächer. Ihn strafend machst du offenbar, daß der dir nie gefällig war, der hier der Sünde dienet. 6. Der Untergang der ersten Welt, die aus der Art geschlagen, das Feuer, das auf Sodom fällt, Aegyptens lange Plagen, und andre Wunder deiner Macht sind Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, wie du den Sündern lohnest. 7. Bleibt hier viel Böses unbe straft, viel Gutes unbelohnet, fo kommt ein Tag der Rechenschaft der feines Sünders schonet; da ftellft du, Herr, ins hellste Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. 8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gib selber mir die Kraft dazu! Wirkt inniges Betrütben, wenn sich die Sünd in mir noch regt! Dein Herz, das lauter Gutes hegt, sei meines Herzens Muster. 9. Und weil vor dir, Herr Zebaoth, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bei ihrer Rene sehen: fo laß mich die Gerechtigkeit, die mich von Straf und Schuld befreit, im Glauben eifrig suchen. und seinen Vollkommenheites. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. 31. Noch Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. och nie haft du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verletzt. Du hältst getren, was du versprochen, vollfithrst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd und Himmel auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheiBen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du das alles stets zur That. Scheint die ErfülLung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar gibest, was deine Lieb uns zugedacht, so wird, wenn du Vergeltung übeft, dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, fühlt deiner Strafe schwere Laft. Mel. Gott des Himmels ad der. 32. M 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Troft uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? du bist ein Fels, dein Bund steht feft. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! eicht ihr Berge, fallt ihr Hügel! Berg und Felsen stürzet ein! Gottes Treu hat dieses Siegel: fie soll fest und ewig sein. Laßt den Weltkreis untergehn; Gottes Gnade muß bestehn. sprochen, seinen Bund mit mir ge 2. Gott hat mir ein Wort berbrochen, bis er alles hat vollbracht. macht, der wird nimmermehr ges Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er faget, das geschicht. 4. O drücke dies tief in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut. Gib, daß ich nie leichtsinnig scherze und getreu. mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, dein Befehl mir untersagt. 23 wenn gleich alles bricht und fällt. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, Sie soll ihren Zwed erreichen, den fie ewig fich gestellt. Ist die Welt voll Heuchelei: Gott ist fromm, gut waschen, hat sie Krieg und Streit im 4. Will die Welt den Frieden bre Sinn: Gott hält immer sein Bersprechen. Ihm vertraun ist stets Gewinn; denn was er ist, und was er war. er bleibet immerdar, ist sein Herz doch treu gesinnt, und 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen; bezeugt in allen Fällen, ich sei sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch alle Hoffnung 6. Wie stark find unfers Glaubens Gründe! hier ist dein Wort, weicht. das niemals trigt. Und daß dies allen Beifall finde, hast du den Eid hinzugefügt. Wahrhaftger, was dein Mund beschwört, ist völlig unsers Glaubens werth. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn sich schon die Welt empört. Ihre Liebe mag erkalten; ich bin seinem Herzen werth. Höll und Abgrund brüllt, bleibt doch er mir Sonn und Schild. Und wenn 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; so hat er fich selbst genennt; 7. Laß, Seele, laß dich dies beschämen! O traue Gott, der treu es meint. Such ihn zum Muster anzunehmen, und sei auch aller Lügen welch ein Troft! nun werd ich ArFeind. Beweise dich als Gottes mer nimmermehr von ihm getrennt. Kind, bei dem man Treu und Wahr- Sein Erbarmen läßt nicht ihn sich heit findt. mir jemals ganz entziehn. 24 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 8. Nun, so soll mein ganz Ver- 4. Und diesen Gott sollt ich nicht trauen unbeweglich auf ihm ruhn! ehren? Und seine Güte nicht verFelsen will ich auf ihn bauen; was stehn? Er sollte rufen, ich nicht höer sagt, das wird er thun. Erd und ren? Den Weg, den er mir zeigt, Himmel kann vergehn, doch sein nicht gehn? Sein Will ist mir ins Bund bleibt ewig stehn. Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. - Von der Liebe und Güte Gottes. Mel. des 66. Psalms. 33. mächtgen Güte! Ist der ein Mensch, nicht. ie groß ist des All5. Dies ist mein Dank; dies ist sein Wille. Ich soll vollkommen sein, wie Er. So lang ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde 6. Gott, laß deine Güt und den sie nicht rührt? der mit ver- Liebe mir immerdar vor Augen sein! fie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; fie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 34. 星 車 härtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ifts nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben; Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du haft ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. Gott, du bist die Liebe! Allein zum Wohlthun haft du Luft. Der Quälsucht harte Triebe sind deinem Herzen unbewußt. Ganz ohne alle Gränzen ist deine Gütigteit. So weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du, Herr, haft Wohlgefallen an dem, was du gemacht, und hast uns Sündern allen noch Leben zugedacht. und seinen Vollkommenheiten. 2. Als du uns hießzest werden, da schufst du uns zum ewgen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles 35. D deiner Güte voll; auch in dem Himmel droben hat deine Vaterhand uns Güter aufgehoben, die noch kein Aug srkannt. Dorthin uns zu erheben, ist, Gott! mit uns dein Sinn. Drum gab für uns sein Leben dein ewger Sohn dahin. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße; und wenn, zur Neu bewegt, der Sünder sich zu Fuße vor dir in Demuth legt, so stehst du auf ihn Armen mit väterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns dein Wohlthun neu; du tommest unsern Sorgen zuvor mit deiner Vatertreu. Du, Ursprung aller Gaben! Du weißt, was uns gebricht, und, was wir nöthig haben, verfagst du, Gott, uns nicht. Vom Wohl thun, das du übest, sind unsre Tage voll; auch wenn du uns betrübest, geschichts zu unserm Wohl. Mel. Wie schön leuchtet der. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu verblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu fegnen, ist ewig deine Luft. Mit Dank dir zu begegnen, sei, Herr, auch unsre Luft. Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruhn. Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Vater, thun? 25 Gott, des starte Hand die Welt erschaffen hat, und noch erhält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft tir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbarmen, und voll Wohlthun nach mir Armen. 2. Seh ich den weiten Himmel an, so viel ich davon sehen kann, so seh ich deine Güte. Der Himmelskörper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mächtig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke! 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Die Erd ist deiner Gitte voll! In allem, was mich nähren soll, schmeck ich, Gott, deine Güte. Ich 6. Wer hier auf deinen Wegen seh und hör und fühle sie in Feld sich willig deinem Dienste weiht, den und Wald, an Chier und Vieh. Dies setzest du zum Segen schon hier, noch dringet mein Gemüthe, Herr, dich innig mehr in Ewigkeit. Du kröneft seine ohn Aufhören zu verehren. Hoch zu Leiden mit herrlichem Gewinn, und loben sind ja deiner Güte Proben! führeft ihn zu Freuden, zu ewgen 5. Schau ich mich selber achtsam Freuden hin. Wie theur ist deine an, so viel ich mich beschauen kann, Güte! Gott, laß mich ihrer freun, so seh ich deine Güte. Die zeiget und stets mein ganz Gemüthe voll mir ein jedes Glied, ein jeder Sinn, ihres Ruhmes sein. ein jeder Tritt, mein Geist und ganz 26 Gemüthe. Billig muß ich dir hinwieder meine Glieder ganz ergeben, und mur dir zu Ehren leben. Erster Theil.- Vom Wesen Gottes 6. Herr! dazu, bitt ich, hilf du mir! Bench immer näher mich zu dir durch deine große Güte! O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undant hüte. Laß mich, was ich bitt, erlangen, bir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. Der 36. Psalm. Mel. des Psalms. 36. 8 wer kann sie, Gott, so wie dn, mit voller Freud erquicken? Wer kann der Deinen reine Bruft mit Strömen nie gefühlter Luft, wer will sie so entzücken? 3. Fließt, fließt nicht alle Seligkeit, o Gott, aus deiner Gütigkeit? quillt nicht von dir das Leben? Auch kennten wir dich, Höchster, nicht, hätt'st du uns des Verstandes Licht, dein Wort, Herr, nicht gegeben! Wer diesem Lichte folgt, der wird zum höhern Licht, zu dir, geführt! Den wirst du nicht verlassen! Geuß deinen Segen über die, die dich verehren! schüße sie, die alle Falschheit haffen! ott, deine Huld und Gültigkeit erfüllet alles, reicht so weit, als deine Himmel reichen! 37. ST Und alles fagt: daß deine Treu, wie du, unendlich, ewig sei! Eh werden Berge weichen, eh uns des Herren Huld verläßt! Nein, nein! sein Wort steht ewig feft auf nie bewegten Gründen! Du, Gott, von dem mur Gutes fließt, du läsfest uns, so lang du bist, viel Geduld beweiseft du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld, du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, und deinem Wink entgegen. Und gleichwohl, Bater, suchst du ihn langmüthig davon abzuziehn, zur Beßrung zu bewegen. Erbarmung vor dir finden. 2. Dein sind die Menschen, dein 2. Der Menschen Elend jammert das Bieh! du, Gott, erhältst, er- dich. Wenn sie sich gleich verstoden, nähreft sie, wer kann dich gnug er- so suchst du fie doch väterlich durch heben! Du Gott voll Gnaden, voll Huld zu dir zu locken. Wie lange Geduld, stets fühlen deine Vaterhuld, sahst und riefest du nicht ehmals die hier auf Erden leben. Wer gibt deinem Volke zu, daß fich ihr Herz dem Menschen sichre Ruh? Wer, bekehrte! wie trugst du nicht mit Von der Geduld und Langmuth Gottes. Univ.- Bibl. Giessen etreuer Gott! Wie und seinen Vollkommenheiten. Gültigkeit die erste Welt so lange Zeit, eh fie die Fluth verheerte! 3. Noch immer gibst du Sündern Raum, der Strafe zu entgehen. Du läff'st den unfruchbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. Du warteft sein mit großer Treu, und hörft, damit er fruchtbar fei, nicht auf, an ihm zu bauen. 4. Langmüthigster! so große Huld bezeigst du frechen Sündern, und o, nicht weniger Geduld hast du mit deinen Kindern. Sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Netze stellt, oft ficher, matt und träge. Sie straucheln, fie vergehen fich, und fehlen oftmals wider dich auf falsch gewähltem Wege. 5. Du rufeft ihnen in Gefahr, so oft fie irre gehen; reichst ihnen Hand Herr, wer kann das faffen? und Stärke dar, von Sünden aufzuSünder Flehen, wenn sie weinend 4. Du vergibest Sünde, hörft der stehen. Du trägeft sie mit Vaterhuld, bift willig, ihre Sündenschuld durch vor dir stehen. Deine Rechte dräuet, Chriftum zu vergeben; gibst ihnen und erbarmt sich wieder, legt die neue Glaubenskraft und nach voll- Pfeile gerne nieder, da man doch, brachter Pilgrimschaft ein ewig Freu- wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. denleben. 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unfre Herzen rühren! Nie müsse deine Baterhuld zur Sicherheit uus führen! Trag uns erbarmend fernerhin; doch gib uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde haffen, und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum deiner Gültigkeit zur Buße Leiten Laffen. Mel. Wunderbarer König. 38. 11 mumschränkte Liebe, gönne, blöden Augen, die zum Srdiſchen kaum tangen, daß fie in die 27 Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken, und zugleich frendenreich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne scheinen. Ehre 2. Waffer, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmuth wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden, so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben, die dich haffen: dir gegangen, statt der Gnade Recht 5. Herr, es hat noch keiner, der zu mit Thränen senket, dem wird Straf empfangen; wer zu deinen Füßen sich und Schuld geschentet. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. Höchster, fei gepriesen, daß du so verschoneft, und uns nicht nach Werken lohneft. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. Lob der heiligen Dreieinigkeit. 39. Gott er um ei Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. unserm Gott allein sei Ehr! Ihm Dank für seine Gnade! Uns drücket mun fein Zorn nicht mehr! geheilt ist unser Schade. Er, der uns seinen Frieden gab, schaut auf die Erde nun herab mit Lieb und Wohlgefallen. 28 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 2. Gott Bater, wir verehren dich, Pilgerschaft im Glauben selig schliemit Loben und mit Danken; denn sen. Wir wollen dir gern folgen. du regierest ewiglich, dein Thron kann niemals wanken. Herr, alles, was du sprichst, geschieht, so wie dein Aug auf alles sieht. Wohl uns, daß du regierest! 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon als unsers Gottes freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. - 3. Christe, Gottes einger Sohn! für uns ins Fleisch geboren! Ramst du nicht von des Himmels Thron, so waren wir verloren. Sei uns mit deinem Heile nah! Ach, für uns Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. alle starbst du ja! Erbarm dich un41. O heiligste Dreieinigkeit! fer aller! nach Würden dich zu 4. O heilger Geist! du theures ehren, bemüht sich deine Christenheit; Pfand, du Tröster der Erlösten! Er- dein Lob läßt sich stets hören. Wie leucht mit Weisheit den Verstand, hoch bist du, wie wundersam! Anund komm, das Herz zu trösten. Sei, betungswürdig ist dein Nam, dein wo wir wandeln, unser Licht! Ver- Wesen unerforschlich. laß uns auch im Tode nicht! Wir traun auf deine Treue! 2. Es zeigt die herrliche Natur, und zwar an jedem Orte, des Allerhöchsten Segensspur; doch Dank sei seinem Worte! es zeigt uns ihn erst 40. das der des arerr, unser Gott, wer ist recht, er heißt: Gott Vater, Sohn Mel. von Nr. 17. men Sünders. höchste Wesen. Und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 3. Nun weicht die Nacht, nun wird es hell, laßt Lobgesänge fließen! Du Vater, aller Wesen Quell und Ursprung, sei gepriesen! Du Vater, haft von aller Zeit in grenzenloser Ewig2. Wir beten dich, o Vater, an. keit den Sohn, dein Bild, gezeuget. Sind wir gleich vor dir Sünder, so 4. Du schufft den weiten Erdenkreis nimmst du dich doch unser an, wie mit gnädgem Wohlgefallen. Du Väter ihrer Kinder. Du haft für uns schufft den Menschen; Dank und Preis aus großer Huld selbst deinen Sohn foll erst durch ihn erschallen. Du gegeben. Dein Herz voll Güte und trägest durch dein mächtig Wort, was Geduld verleih uns Trost und Leben, du erschaffen, immerfort, und herrsch'st daß wir dich findlich fürchten. mit weiser Güte. 3. Jesu, ewger Gottessohn! Du 5. O bester Vater, steh uns bei, Heil, darauf wir hoffen! Durch dich uns, deinen armen Kindern! wir fehsteht zu des Vaters Thron der Weg len oft noch, ach verzeih, verzeih uns wieder offen. Uns zu befrein uns armen Sündern. O, unsre Noth von Sünd und Tod, kamst du zu ist mannigfalt; errett uns, Herr, und uns auf Erden. Olaß uns, unfer hilf uns bald, zeig dich an uns als Herr und Gott, froh deines Segens Vater! werden, und dir im Glauben dienen. 6. Herr Jesu Christ, des Ewgen 4. O heilger Geist, du Geist von Sohn, von Ewigkeit geboren! Du Gott! Wehr in uns dem Verderben! herrsch'st auf deines Baters Thron, Im Glauben an des Mittlers Tod zu unserm Heil erforen. Durch dich hilf uns der Sünde sterben! Du gibst erschus er diese Welt, du bists, durch zum Guten Lust und Kraft. Laß uns den er sie erhält, o Gott, aus Gott des auch genießen! damit wir unsre geboren. und seinen Vollkommenheiten. 7. Du bist des Höchsten Ebenbild, 10. wer dich sieht, sieht den Vater; ein Mensch, nachdem die Zeit erfüllt, ein Helfer, ein Berather des Menschen. Du erwarbst ihm Huld, bezahltest seine schwere Schuld durch dein unschuldig Leiden. 8. Nun sitzest du zur rechten Hand des Vaters hoch erhoben, beherrsch'st allmächtig jedes Land, und dämpfst der Feinde Toben. Hilf, unser Bruder, unser Gott! du bists, auf den in Noth und Tod wir uns allein verlassen. 9. Von Ewigkeit warst du auch schon, o Geist, Quell aller Wahrheit, Gott mit dem Vater und dem Sohn, erfüllt mit höchster Klarheit. Bom Vater und vom Sohn gesandt, mach uns die Gottheit recht bekannt und ihr zu dienen willig. 42. D 29 heilger Geift, du Seift des Herrn, durch den wir Abba schreien, nur du kannst uns, und thust es gern, zu seinem Bild erneuen. Durch dich wird unsre Hoffnung feft, und wenn uns alle Welt verläßt, so bleibt dein Trost noch kräftig. Der 19. Pfalm. 11. Geift des Gebetes, fteh uns bei, daß wir in allen Nöthen voll Dankbarkeit, mit wahrer Reu zu Gott im Glauben beten. Wenn unsre Stunde kommen ist, so hilf, daß wir auf Jesum Christ getroft und selig sterben. 3) Von der Schöpfung. 3. Die Ordnung kunsterfüllter Freise verherrlicht Gott durch jedes Land 12. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, wie groß ist deine Güte! sei ewiglich dafür gepreift, mit freudigem Gemüthe! Wenn dich der Engel Chor befingt, wo heilig, heilig, heilig klingt, so hör hier unser Lallen! und macht, damit der Mensch ihn preise, sein Lob der fernsten Welt bekannt; denn wer steht ihre Wunderbahn, und betet nicht den Schöpfer an? ie Himmel rufen, jeder ehret die Größe Gottes, seine Pracht; die ausgespannte Veste lehret die Werke, die sein Arm gemacht; und aller Welten Harmo- gen, nie verkündigt und besinget sie. 2. Es strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr gedankenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht; doch wer hört ihre Stimme nicht? erwache, der Sonne strahlend Zelt, 4. Wer schuf, daß uns der Tag als Er? Sie kommt; so geht vom Brautgemache der heitre Bräutigam daher; sie eilet, wie ein Held zum Streit erwachet und des Kampfs sich freut. 5. Ihr hoher Aufgang ist im Morbis in den fernsten West ihr Lauf. Nichts bleibt vor ihrer Gluth verborgen; sie gehet allen segnend auf. Ihr Glanz zerstreut das Graun der Nacht, beseelt die Welt und gibt ihr Pracht. 6. Das Recht, das uns der Herr gegeben, ist heilig und untadelhaft. Es stärkt die Seelen, daß sie leben, und gibt dem franken Herzen Kraft. Sein Wort ist ohne Falsch und Trug, erhellt und macht die Einfalt flug. 30 Erster Theil. Von der Schöpfung. 7. Aus seinen richtigen Gesetzen 3. Daß Kraut und Pflanzen sich quillt Freude für die Traurigkeit. verjüngen, und alles neues Leben Sie heiligen, wenn sie ergößen. Wie fühlt, daß alle Bäume Blüthen brinlauter ist, was Gott gebeut! Herr, gen, das Feld mit tausend Farben deines Wortes reines Licht erleuchtet spielt, das fließt allein aus deiner jedes Angesicht. Gnad, die unsre Welt gezieret hat. 8. Die Furcht des Herrn erhebt und 4. Wie viel vermag dein mächtig: fchmücktet ein folgsam Herz, und macht Werde! erhabenster Herr Zebaoth! es rein, und ewig bleiben die beglük- Dein Lob verkündigt zwar die Erde, tet, die sich dem Dienste Gottes weihn. doch herrlicher noch, reicher Gott, Denn alles, was der Herr gebeut, ist verfündiget der Himmel Pracht die Wahrheit und Gerechtigkeit. Größe deiner Schöpfermacht. 9. Die Zeugnisse des Herrn find 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes, beffer und mehr der Sehnsucht werth, fließt auch der Sonne feurig Meer. als Gold. Ihr Werth ist köstlicher Ja, großer Schöpfer des Gesichtes, und größer, als alles noch so feine von dir kommt auch das Wunder her, Gold. Süß sind sie, wie der Honig ist, daß mir die Schönheit dieser Welt und mehr, als der vom Stocke fließt. so strahlend in die Augen fällt. 10. Wie warnen sie nicht deine 6. Was zeugt das Heer von tanKnechte! Der hat viel Segen, der send Sternen, das selbst die Nächte fie hält! Doch oft vergißt man deine reizend macht? Von ihnen soll ich hier Rechte. Wer merkt, o Gott, wie schon lernen, wie groß, o Schöpfer, oft er fällt? Vergib, das bitt ich, deine Pracht! Gott, du bist nichts, Gott, von dir, auch die verborgnen als Heiterkeit; nur Licht und StrahSünden mir! len sind dein Kleid. 7. Ach Schöpfer! heilge mein Gesichte, wenn ich so voll Verwundrung steh, daß ich in deines Geistes Lichte allein auf dich, den Ursprung, feh. Ach! reinige selbst meine Brust von jeder schnöden Erdenluft. 11. Enthalte mich von frechen Sitnden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Soch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Uebertretung sei! 12. Vernimm, voll Huld, aus meinem Munde die Reden, die sich deifreun, Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. edir mein Gebet gefeufzet 44. W beine Macht, die WeisStunde, fein! Ich habe ia dein gnädig heit deiner Wege, die Liebe, die für Wort, Herr, mein Erlöser! Gott, alle wacht, mein Hort! anbetend überlege: ss Mel. von Nr. 42. weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 43. Gott! den alle Himmel ehren, von dir kommt 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, aller Himmel Pracht. Was wir nur die Wunder deiner Werke. Der HimSchönes sehn und hören, hat deine mel, prächtig ausgeschmückt, preift Hand allein gemacht. An deine Weisheit, an dein Licht, reicht keines Menschen Denken nicht. dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 2. Du bists, der die Geschöpfe weidet, der ihnen ihre Zierde schenkt. 3. Wer mißt dem Winde feinen Du bist es, der die Erde kleidet, und Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? fie mit grünem Schmuck behängt. Wer schließt den Schooß der Erde Du bist es, der durch seine Kraft auf, mit Vorrath uns zu segnen? dem Frühling neue Anmuth schafft. O Gott der Macht und Herrlichkeit, Erster Theil. Gott, deine Güte reicht so weit, als mur die Wolken gehen! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preift der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt meinem, mache du mich flug un Schöpfer Ehre! - Von der Schöpfung. 31 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrickt werden, der statt des Nußens Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne sein! Mein Schatz und Ziel sei du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise; hier geht mein Weg zur andern Welt. weise, 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Gült und Größe. - 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist! erhebe seinen Namen! Gott, unser Bater, sei gepreist, und alle Welt fag: Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff auf ihn, und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Wer nur den lieben Gott. 45. Gott des Himmels und der der du allgegenwärtig bist, und nimmer kannst begriffen werden, vor dem kein Ding verborgen ist: Ach ziehe mich, mein Gott, zu dir, und offenbare dich in mir! - 7. Mel. des 140. Psalms. 46. SE D OF te Himmel rühmen Gottes Chre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, 0 Mensch, ihr göttlich 2. Wohin ich Herz und Augen lente, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke die wundervolle Kreatur, so ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du. daß ich hier thu, was dir gefällt. Nimm endlich nach vollbrachtem Lauf mich, Gott, in deinen Himmel auf. 3. Es zeigen alle Elemente, wie weis, und gut der Schöpfer sei. O, wenn das Stumme reden könnte, so stimmt es der Ermuntrung bei: Ihr Menschen! ehrt des Schöpfers Pracht, auch euch zu gut sind wir gemacht. Wort. 2. Wer trägt die unzählbaren Sterne? wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimms und sich die Wunderwerke, die die Natur dir aufgestellt. Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschaun? Durch wen ist alles? gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich werde sein, der ich sein 4. Herr Gott! wie groß ist deine werde, dein Gott und Vater ewiglich. Liebe! die Erd ist deiner Gülte voll. 6. Ich bin dein Schöpfer, WeißD, gib mir deines Geiftes Triebe, heit, Güte, ein Gott der Ordnung daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, und dein Heil; ich bins, mich liebe was ich kann, und hab, und bin, zu dein Gemüthe, und nehm an meiner deinem Dienst auf ewig hin! Gnade Theil! 32 Erster Theil. Von der Schöpfung. - Von den Engeln. Mel. Jejus, meine Zuversicht. 47. S err, du hast in deinem Reich große Schaaren heilger Engel. Shnen bin ich noch nicht gleich, denn ich bin noch voller Mängel. Ach wann werd ich auch so rein, als die guten Geister sein? 2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; stärke mich bei der Beschwerde! Stärte mich mit Kraft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde als dein Erbe und dein Kind immer himmlisch sei gesinnt. Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. u Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn! du herrlich großer Meister des ganzen Reichs der Geister! mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Herr, deine Himmelsheere, die Zeugen deiner Ehre, gibst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Angesichte im höchstvollkommnen Lichte, und haben dennoch auf mich Acht. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüthe für diese WunderSchaar. Ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, durch deren Schutz ich sicher war. 3. Gib mir Weisheit, gib mir Fleiß, dich, o Gott! recht zu erkennen. Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt bekennen; daß ich darin auf der Erd deinen Engeln ähnlich werd. 4. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, so auf Erden. Laß uns doch stets darauf sehn, daß wir ich manches Fehltritts frei. dir gehorsam werden, so in deinem Wil- 5. Doch sollen sie nicht weichen, len ruhn, wie die reinen Geister thun. so laß mich ihnen gleichen an wahrer 5. Unsre Welt ist voll Gefahr; voll Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben, Gefahr ist unser Leben. Sende deiner und wahre Demuth üben, so mach Engel Schaar, daß sie schützend uns auch mich dazu bereit. umgeben. Wo wir gehen aus und ein, laß fie unsre Wächter sein. 6. Sie thun ja deinen Willen laß mich den auch erfüllen. Sie 6. Mach es, wie mit Lazaro, wenn leben völlig rein; laß mich, nach ich fünftig werde sterben. Laß mich deinen Worten, o Herr, an dann auch eben so deines Himmels Freuden erben. Bringe durch der Engel Hand mich hin in mein Baallen Orten auch so, wie sie, die Sünde scheun. terland. 4. Gib, Geber aller Güter, gib ferner diese Hüter zu meinem Schirm mir bei. Es sei mein ganzes Leben mit ihnen stets umgeben, so bleib 7. Wenn ich denn endlich scheide, 7. Laß mich dann vor deinem Stuhl so führe mich zur Freude, auf ihren bei den Auserwählten stehen, wenn die Händen ein. Bei dir, o Höchster, Bösen in den Pfuhl der Verdammniß droben will ich dich ewig loben, zitternd gehen. Mache mich in deinem wenn ich den Engeln gleich werd Reich völlig deinen Engeln gleich. fein. 4) Von der Vorsehung Gottes. Der 33. Pfalm. Mel. des Pfalms. 49. hr Frommen, auf! die ihr die Ehren des Gottes aller Ehren fingt; dieweil sein Lob von Zions Chören noch eins so angenehm erklingt! Spielt ihm streng und schöne! Mischt der Orgeln Töne in den Jubelfang! Lobet ihn auf Saiten, laßt ihm sich bereiten eurer Flöten Klang. 2. Verherrlicht ihn mit neuen Weisen! Erhebt ihn durch ein ewig Lied! Und seid, ihn würdiglich zu preisen, mit allgemeinem Fleiß bemüht! Was sein Wort uns lehret, was sein Mund uns schwöret, ist vollkommen wahr. Jedes seiner Werke leget, daß mans merke, seine Wahrheit dar. 33 5. Er spricht, um etwas zu vollbringen: so ists im Augenblick geschehn. Er rufet unerschaffnen Dingen: so find sie wirklich schon z sehn. Men Rath der Großen weiß er umzustoßen, wie es immer geh. Alle List der Erden muß zu Schanden werden, daß sein Rath besteh. 6. Er wechselt niemals in Gedanken. Kein Fall der Zeiten schwächt sein Reich. Er kann nicht, wie die Menschen, wanken, und ist sich selbsten ewig gleich. Wohl denn dem Geschlechte, welches sich mit Rechte zu den Seinen zählt! Wohl euch, Zions Kindern, die er aus den Sündern, als sein Erb, erwählt! 7. Er sieht von seiner Sterne Bühnen das Thun der Erdenkinder ein. Er unterscheidet, die ihm dienen und die vor ihm nicht lauter sein. Gott, der Weltberather, nimmt, als Herr und Vater, aller Menschen wahr; seiner Fürsicht Proben werden uns von oben stündlich offenbar. 8. Er hat das Herz in uns geleget; drum kennt er dessen Haß und Luft, und was sich da Geheimes reget, ift eher ihm als uns bewußt. Nicht die vielen Machten siegen in den Schlachten, sondern Gottes Arm. Dieser ist bewährter, als der Helden Schwerter und der Riesen Schwarm. 3. Gerecht und heilig ist sein Wille 9. Ein feurig Pferd, mit dem ein und jeder Ausspruch, den er fällt. Sieger oft glücklich durch die Feinde Der Ausfluß seiner Segensfülle er- riß, ist keinem Flüchtling, feinem geußt sich durch die ganze Welt. Krieger mit aller seiner Kraft gewiß. Die gewölbten Lüfte und der Him- Die sich Gott ergeben, deren Gut mel Klüfte hieß sein Machtwort und Leben nimmt sein Aug in Acht.. seyn. Aller Sternen Kreise, Wechsel, Ihre Seele trauet, wenn dem Böfen Licht und Weise schuf sein Hauch grauet, seiner Huld und Macht. allein. 4. Er hält die Meer und Wasserschätze in ihrem sichern Abgrund auf. Er schreibt der Ebb und Fluth Gesebe, und ordnet aller Flüffe Lauf. Adams ganz Geschlechte fürchte Gottes Rechte, die dies wirken kann! Betet, freche Geifter, Gott, des Donners Meister, mit Erstaunung an! schafft. 10. Der Flügel Gottes deckt die Seinen vor allen Todsgefahren zu Wenn andre lang nach Brode wetnen, so speift er uns in milder Ruh. Darum, fromme Herzen, harrt in allen Schmerzen seiner Hülf und Kraft, die euch fest umringet, alle Noth verdringet, und euch Heil ver3 34 Erster Theil. 11. In dir, o Herr, in dir alleine erfreuen wir uns jederzeit. Der Troft für Ifraels Gemeine ist deine Treu und Heiligkeit. Uebe dein Erbarmen ferner an uns Armen, du, o höchstes Gut! Gib uns einst zum Lohne unsers Glaubens Krone, der auf dich beruht. - Von der Vorsehung Gottes. Der 65. Psalm. Mel. des Pfalms. 50. M an betet, Herr, in Zions Stille zu deiner Macht und Huld. Da zahlt man dir 5. Dein Wink gebeut den wilden Meeren, und stillet Wind und Fluth. Wenn Welt und Hölle sich empören, so dämpfst du ihre Wuth. So weit der Erde Theile reichen, erschrickt die Heidenschaft vor deiner wahren Gottheit Zeichen und deiner höchften Kraft. 6. Du machest fröhlich, was da webet, fo bald der Tag erwacht; und Abends danket, was da lebet, dem Schutze deiner Macht. Wenn du erquickft mit Thau und Regen der Erde heißen Schooß, so wird durch deinen milden Segen der Felder Reichthum groß. 7. Dein Brunn, der nimmermehr verseiget, erquickt sie früh und spät, bis Keim und Nehre treibt und steiget, und alle Frucht geräth. Wenn Furch und Fluren sich verneuen, o Herr, so tränkst du sie, und thaueft Wachsthum und Gedeihen auf unsre Saat und Müh. der Opfer Fülle und der Gelübde Schuld: da merkest du auf unsre Lieder und Bitten für und für, 8. Du krönest alle Jahreszeiten mit segensvoller Hand, und träufelft eitel Fettigkeiten auf unser ganzes Land. Es triefen Wüsten, Haid und Weiden von ihrem fruchtbarn Guß. Die Hügel schmücken sich mit Freuden und Holdem Ueberfluß. und sammelst deiner Kirche Glieder aus aller Welt zu dir. 9. Es wimmeln von dem Schaaf gedränge die Anger rings umher. Es stehen von des Kornes Menge 2. Daß uns der Sünden Last nicht schade, wie schwer sie immer sei, so spricht uns Arme deine Gnade von die Auen dick und schwer. Da schallt Fluch und Schulden frei. Wohl der Dank von tausend Chören: der denen, die sie aus den Sündern zu frohe Landmann singt des Allerhalters deinem Dienste wählt, und hier und Macht und Ehren, daß Berg und dort zu deinen Kindern und Haus- Thal erklingt. genoffen zählt! 3. Du gießest nach den bangen Zeis ten den Trost auf Jakobs Haus, vom Sitze deiner Seligkeiten, an allen können Enden aus. Wir förmen deiner Liebe 51. Proben in tausend Wundern sehn, Der 104. Pfalm. Mel von Nr. 33. Sei feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jeund dich als unsern Heiland loben, hovah Zebaoth! Sehr herrlich bist du, sobald wir zu dir flehn. 4. Die Hoffnung aller Menschen Schaaren ist nur auf dich gestellt: Denn du allein nur mußt bewahren, was See und Land enthält. Du bist es, dessen sichre Stärke die Berge gründen kann, und warest zu dem Schöpfungswerte mit Allmacht angethan. sehr erhoben, geschmückt mit Majeſtät, mein Gott! Licht, das auch Seraphinen schrecket, Licht ist dein strahlenvoll Gewand! den grenzenlosen Himmel strecket zum Vorhang aus, Herr, deine Hand. 2. Du baust in unermeßne Höhen, Allgegenwärtiger, dein Haus: und Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 35 wölbst mit dichten Wafferfeen die| gen die Bäume uns so manche Frucht; glanzesvolle Wohnung aus. Du fährst die Cedern Libanons, Herr, steigen auf Wolken, deinem Wagen, Hahst empor, gepflanzt durch deine Zucht. dich in Wettern fürchterlich; dein 9. Die Vögel baun in ihre Wipfel, Wagen donnert; willig tragen die die Störch in Tannen sich ihr Neft. Fittige des Sturmes dich! Die Gemfe liebt der Berge Gipfel, die sich auf fteile Höhn verläßt. In Klüften, in der Felsen Höhlen verbergen die Kaninchen sich. Die Zeit zu ordnen, sie zu zählen, theilt fie der Mond, o Gott, durch dich! 3. Die Engel fliegen, gleich den Winden, vor dir voran, Herr Zebaoth; wie Flammen, die sich schnell entzünden, sind deiner Allmacht Die ner, Gott. Du haft der Erde Grund bereitet, fie steht und wanket nimmer- 10. Die Sonn eilt, ohne zu ermehr. Einst war sie mit der Tief um- matten, zum Abzug, ihn versäumt kleidet, und über Berge floß ein Meer. sie nie; dann herrscht die Nacht, 4. Du schaltst die Wasser, und sie und finstre Schatten umziehn die flohen vor deinem Schelten schnell Erde, decken sie. Dann geht das vorbei. Sie hörten deinen Donner Wild aus seinen Wäldern, was in drohen, enteilten, und das Land ward den Wüsten wohnet, wacht, und suchet frei. Der Berge Gipfel, Herr, er- auf bethauten Feldern sich seine Nahschienen, erhoben durch dein mächtig rung in der Nacht. Wort; die Thäler sanken unter ihnen an den für sie bestimmten Ort. 5. Du haft dem Meer ein Ziel gestecket, daß es nicht überschreiten kann; die Erde wird nicht mehr bedecket, es findet nie der Rückkehr Bahn. Von dir wird aus der Berge Höhlen mit Quellen jedes Thal erfüllt; da trinkt, wenn Hißz und Durft fie quälen, der Felder Volk, des Waldes Wild. 11. Der jungen Löwen laut Ge brülle begehret seinen Raub von dir; du nährst sie, Gott, aus deiner Fülle, und sättigst jedes wilde Thier. Doch melden kaum die hellren Lüfte des neuen Tages Ankunft an, so fliehen sie in ihre Klüfte, die nie der Sonne Strahlen sahn. - 6. Und an der Bäche Ufer steigen viel schattenvolle Bäum empor; zu frieden wohnt auf ihren Zweigen und fingt voll Luft der Vögel Chor. Aus deinen Höhen wird mit Thaue und Regen jeder Berg erquict. Dann grünen fröhlich Feld und Aue, mit deinen Früchten, Gott, geschmückt. 7. Du nährst mit Gras der Thiere Heerden, wie schön bekleidet es das Land! es wachsen Kräuter, und es werden die Saaten reif durch deine Hand. Brod gibst du für des Men schen Leben, und, unsre Herzen zu erfreun, schenkst du aus traubenvollen Reben mit milder Hand uns, Herr, den Wein. 8. Wie heiter glänzt von deinem Dele des Menschen frohes Angesicht! Du machst, daß uns das Brod nie fehle; wen sättiget, men stärkt es nicht? Von deinem Saft ernähret zeu12. Der Mensch erwacht; mit neuen Kräften geht er zur Arbeit, baut das Feld, wirkt bis zum Abend in Geschäften, zu denen ihn dein Ruf bestellt. Wie zahllos, Gott, sind deine Werke! die Welt ist deiner Güte voll; du gibst sie, daß man deine Stärke und Huld und Weisheit preisen soll. 13. Wie wimmelts in den weiten Meeren von Chieren, die du, Herr, nur zählft, von größern und von klei nern Heeren, die du ernähreft und befeelft. Die Schiffe finden sichre Bah nen, du führeft sie bewahret hin, hin auf den wilden Oceanen, dein Leviathan spielt darin. 14. Herr, alles wartet auf der Erde, im Meer und in der Luft auf dich, daß es von dir gesättigt werde! Du segneft; fie erquicken fich. Da gibst; fie sammeln. Deine Hände eröffneft du; sie werden satt. Wie schrecket sie ihr nahes Ende, wen fich dein Blick verborgen hat! 3* 36 Erster Theil. Von 15. Du nimmst, Herr, deinen Odem wieder; so muß, was lebet, schnell vergehn; Staub werden der Geschöpfe Glieder; du sendest ihn, und sie enttehn. Wie oft erneut dein Hauch der Erde Gestalt, und was auf ihr sich regt; daß ewig Gott verherrlicht werde, der Luft zu seinen Werken trägt. 16. Er schaut die Erd an; fie er zittert. Er tastet an der Berge Höhn; und Berg und Fels, durch ihn zersplittert, find Flammen, dampfen und vergehn. Gott, meinem Guit, will ich lobsingen! ihm, weil ich lebe, Lieder weihn! ihm soll voll Ruhms die Harf erflingen, sein Lob mein letztes Stammeln sein! - 17. Und süß ertönen meine Lied: r dir, der du meine Freude bist! Bald reinigst du den Erdkreis wieder, der jetzt voll von Verbrechern ist. Sei feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Er werd in aller Welt erhoben, und Hallelujah fing fie Gott! der Vorsehung Gottes. 5. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über alles führest. Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regiereft! Ich, dein geringster Un terthan, Herr, bete dich in Demuth an; o sich auf mich in Gnaden! 6. Ich bin verderbt und schuldenvoll, und auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, als ich soll; bin oft zum Guten träge! doch du bift gnädig, und voll Huld vergibst du Reuenden die Schuld; drum boff im auch Vergebung. 4. Wie recht ist, Höchster, dein Gericht, der du die Wahrheit liebeft! Wie richtig ist nicht dein Gewicht, wenn du Vergeltung übeft. Du handelft stets nach Billigkeit in dieser und der fünftgen Zeit, beim Strafen und Belohnen. 7. Ich hoff es, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht und Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er versöhnet. 8. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Luft will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. 1 Mel. Wer nur den lieben Gott. 1 7 Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. ir, unser Gott! ift nie52. D mand gleich im Him- 53. Firwahr, du bist, o Gott, verborgen! Dein Rath mel und auf Erden. Du bist der bleibt für uns wunderbar. Umsonst Höchste, und dein Reich kann nie be- sind alle unsre Sorgen; du sorgtest, griffen werden. Unendlich ist die Ma- eh die Welt noch war, für unser jestät, die über alle dich erhöht, die Wohl schon väterlich; dies sei genug Kron und Zepter tragen. zum Troft für mich. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es meffe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit; du herrscheft über alles. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen für unsre Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Du herrscheft weislich, recht und 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen. gut nach heiligen Gefeßen. Du pflegst von deiner Weisheit, Macht und Güt. nach deiner treuen Hut das Kleine Du kannst viel tausend Wege finden, werth zu schäßen. Auf Alles geht dein wo die Vernunft nicht einen sieht. Augenmert, und immer ists dein lieb- Aus Finsterniß bringst du das Licht. ftes Werk zu segnen, zu beglücken. Du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche Gedanken! Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele, in der Demuth Schranken; die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst: den, der dich liebt, und deiner Füh rung fich ergib Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 37 5. Drum will ich mich dir überlassen| du bleibft mein höchstes Gut. Was mit allem, was ich hab und bin. Ich frag ich nach der Feinde Wuth! Nichts werfe, was ich nicht kann fassen, auf tann ja ohne dich geschehen. deine Macht und Weisheit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Güte war. Der 145. Pfalm. 55. J ch will, mein Gott, 55. du könig, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen! Sei täglich, ewig fei von mir erhoben! dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß! Wer kann seinem feurigsten Bestreben, wie groß ihn gnug erheben? wer kann mit er ist begreifen und empfinden, wer Gott ergründen? 3. Von unsern Vätern wurdest du Kinder loben und erhoben; dich werden unsrer Kinder deine Macht befingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie Wundern, Herr, wie mächtig! das schön und prächtig! wie groß in deinen preif' ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten widerhalle, und deine Wahrheit, deine Huld befinge, und Preis dir bringe. 3. Die Erde starrt auf dein Geheiß vor Frost, und Herr, zu deinem Preis 6. Der Herr ist mild, von duldenbelebt der Frühling unsre Fluren. dem Gemüthe, barmherzig, gnädig, Wenn uns ein Glücke wird gewährt, und von großer Güte; erbarmt sich wenn uns ein Unglück widerfährt, so seiner Werke, hat an allen sein Wohlsehn wir deiner Almacht Spuren. gefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke follen dir jauchzend danken. Deine Frommen wollen aus allen ihren Kräften fich bestreben, dich zu erheben! 8. Sie breiten aus den Ruhm von deinem Reiche, daß keine Macht, Jehovah, deiner gleiche, das rühmen ste, damit sie auf der Erde bewun- 6. Gib, daß dies mein Vertrauen mehre in Glück und Unglitch, Freud und Leid. Schick alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seelen Seligfeit! So preis ich einst vollkommen dich, so freu ich dein auf ewig mich. Mel. des 62. Psalms. 54. D Wunder- Gott, der alles schafft, wie groß bist du von Rath und Kraft! Den hohen Himmel fammt der Erden, und was man überall erblickt, hat deine Hand, dein Rath beschickt, des gleichen was noch erst soll werden. 2. Man spürt dich kräftig überall und groß ist deiner Werke Zahl; du ordneft Sonnenschein und Regen; du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbarkeit beruht auf deinem Wort und Segen. 4. Laß denn, o Schöpfer, der die Welt so fest in ihrer Ordnung hält, auch mich dein göttlich Auge leiten! Gib, daß mein Herz geduldig trägt, was du mir, Herr, haft auferlegt; hilf dankbar sein in Gegenszeiten. 5. Auch stärke meine Zuversicht, so quälet mich die Sorge nicht, wie mire noch künftig möchte gehen. Du bist, dert werde. 38 Erster Theil. 9. Dein Reich, o Gott, ift herrlich; ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren, und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob befungen. 10. Der Herr bewahret alle, welche fallen; Jehovah hilft den Unterdrückten allen, und eilt, mit Heil die, die um Heil ihn bitten, zu überschütten. - Von der Vorsehung Gottes. 11. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, daß deine Hand sie väterlich erquicke; du gibst auch einem jeden seine Speise, daß er dich preise. 12. Herr, du erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt, thuft deine Hand auf und gibst allen, was sie bedürfen; keiner sucht vergebens dich, Quell des Lebens! 13. In allen Wegen Gottes ftrahlet Guade; untadelhaft sind alle seine Pfade, und was er thut, gereicht zu seinem Preise, ist gut und weise. 14. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten, die ernstlich ihn um seine Hülfe bitten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. 15. Der Herr behütet alle, die ihn lieben; die aber, die Gewalt und Frebel üben, verfolgt er, daß er sie zum Fluche mache mit seiner Rache. 16. Ja, ewig will ich seinen Namen loben! von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, da wachte schon dein Sorgen für mich; und wie vermag mein endlicher Verstand die Wohlthat zu erheben, die du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 3. Du fängst an uns zu lieben noch eh wir sind, und hast nie Luft uns zu betrüben; doch müßt uns eine Laft, so bleibst du mitleidsvoll, bist sorgsam, deinen Kindern die Bürde sanft zu lindern, die sie mun treffen soll. dein Wort, Herr, tröstet mich. Durch 4. Läsf'st du mich Noth empfinden; ich stets auf dich mit kindlich treuem dich muß sie verschwinden! drum hoff Sinn. Drum werf ich, was zu tragen mir schwer deucht, ohne Zagen, noch täglich auf dich hin. 5. Noch immer ist mein Hoffen, das sich auf dich verließ, so sicher eingetroffen, wie mirs dein Wort verhieß. Du hast mir wohlgethan; denn deine Gnad ist größer, und machts mit mir viel besser als ichs erfinnen kann. 6. Dein Name fet gepriesen, der fich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, und deiner Güte singen jetzt und auch immerdar. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 7. Du haft mir wohlgerathen und lauter Guts gethan, daß deine Liebesthaten ich nicht gnug rühmen kann. daß ich dort ver 56. Gft, der an allen flärt und ganz vollkommen, mit aller deinen Frommen dich preise, Herr, mein Hort. Enden viel große Wunder thut, in dessen treuen Händen mein ganzes Leben ruht: Du zählst die Zahl mir zu von meinen Lebens- 57. tagen mit ihrem Glück und Plagen, mit Unruh und mit Ruh. Aus dem 9. Psalm. Mel. Valet will ich dir geben S ott! meine ganze Seele macht deinen Ruhm bekannt. Dir dank ich und erzähle die Wunder Erster Theil. - Von der Vorsehung Gottes. Der 121. Pfalm. Mel. von Nr. 13. Mein Ange fieht, o Gott, zu dir! Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. deiner Hand. Mein Geist ist froh. Ich finge: Herr meine Luft bist du. 58. Dir, dem ich Lieder bringe, dir, Höchster, jauchz ich zu. 2. Du sigeft auf dem Throne als Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, dann rächst du ihren Spott. Du schiltst: und sie vergehen vor deinem Zorn, o Gott. 3. Der Herr hat zum Gerichte fich seinen Thron erhöht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, der widersteht. Ihr fühnen Sünder zittert! bereut noch euren Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; der Herr bleibt ewig Gott. 4. Der Herr regiert und liebet, was ungerecht ist, nicht. Er wägt die Welt und übet parteilos sein Gericht. Die Wage finkt und steiget, wie sein Gesetz gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 5. Gott ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie traun auf sein Erbarmen, wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die sie weinen, sind dir bekannt und werth; du, Gott, versäumeft keinen, der deinen Schutz begehrt. 6. Ihr Bürger Zions! preiset, verkündet in der Welt, wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er klaget, und stillt der Wetter Wuth. 7. Herr! sei mir gnädig! Schaue voll Huld auf meine Noth! Du bists, dem ich vertraue, du hilfft auch selbst vom Tod. Nach überwundnem Leiden geh ich ins Heiligthum, und, über dich voll Freuden, erheb ich deinen Ruhm. 39 2. Getroft mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht. In Finsterniß ist er dein Licht. Kein Uebel sei dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schützet dich. Durch seine treue Vaterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 3. 4. Sein Schuß gewährt dir Sicherheit, sein Troft füllt dich mit Freuund nimmt dich einst mit Chren an. digkeit. Er leitet dich auf ebner Bahn. Du bist mein Heil, ich hoff auf dich. 5. Herr, segne und behüte mich! Dein Segen folg aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe dir. 59. N och immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab. Dein Regen, Gott, ergießet fich noch auf die Erd herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohl zu thun, und läff'st noch immer jedes Land in deinem Segen ruhn. 3. Von deinem Himmel, Höchfter, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf, und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, gibt der Baum den Schatten, den man sucht und unter seiner Zweige Raum Er frischung und auch Frucht. 5. Du nähreft jede Kreatur. O Herr, wer ist dir gleich? Dein Vorrathshaus, Gott, die Natur, ist un erschöpflich reich. 40 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 6. Wem strömt sie nicht, von dir| Leben schufft, wo uns vollkommne erfüllt, Luft und Vergnügen zu? Wer Freuden fehlen, nein, sie zum bessern ift so gut, so treu, fo mild, so väter- Erbtheil rufft: dein Sohn gieng auf lich, wie du? der Leidensbahn uns zum Erempel selbst voran. 5. Du zählst und segnest unsre Tage, und dieses Lebens ungemach ist uns zum Heil gewählte Plage. Ein ewig Wohlfein folgt ihr nach. Du führst die Deinen in der Zeit durch Leiden zu der Herrlichkeit. - 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdientens auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 9. O, betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägts und dankt ihm nun! Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Nicht bloß für diese turze Zeit, Herr, hießest du uns sein. Du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freun. 11. Läff'st du uns deine Freundlichkeit schon hier so herrlich sehn: was wird in der Vollkommenheit der fünftgen Welt geschehn? 6. Wenn dein Geschöpf, liebreicher Vater, zu dir um Hülf und Nahrung schreit, so bist du immer der Berather, der es zu rechter Zeit erfreut. Du, den der Engel froh erhebt, du sorgft für alles, was da lebt. 12. Noch tiefer dringt alsdann mein Blick in deine Wunder ein. D Herr, laß dies erhabne Glück mir stets vor 61. S2-24 Augen Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 60. Herr Lebens, du hegst ein wahres Baterherz. Kein Mensch hofft je auf dich vergebens, du siehst und linderst gern den Schmerz, wenn wir als Kinder auf dich sehn, und dich um deine Hülfe flehn. 7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, und fern von aller eignen Wahl nach deinem Rath die Welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern Thal. Ja, Herr, mein Glaube traut auf dich. Du leitest mich recht väterlich. FE ei zufrieden mein Gemüthe, Gott ist gut! was er thut, ist voll Lieb und Güte. Schaue seine große Thaten! was die Welt in sich hält, ist ihm wohlgerathen. 2. Dem Fluche, der die Welt noch dricket, die ganz im Argen ficher liegt, haft du zwar schon dein Volk entrücket, das durch den Glauben an dich siegt. Es wird vom Heiligthum bedeckt, wenn dein Gericht die Sünder schreckt. seine Macht, Tag und Nacht müssen es 2. Beides, Erd und Himmel, preisen beweisen. Sonn und Mond find laute 3. Allein des Lebens bange Sor- Beugen; was sich regt und bewegt, fann es nicht verschweigen. gen beschweren hier noch oft ihr Herz. Oft hältst du, Retter, dich berborgen, als fenntest du nicht ihren Schmerz. Der Stolze wühlt im Ueberfluß oft, wenn der Fromme barben muß. 4. Doch, Herr, der du der Menschen Seelen nicht bloß für diefes 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub gibt thn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See, oder Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. 41 sonst zu finden, rühmt die Weisheit seinen Willen gehorsam zu erfüllen, seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. so nimmt er selbst sich meiner an. 5. Er laffe meine Sünden vor ihm Vergebung finden, durchstreiche meine Schuld, und wenn ich zu ihm schreie, so schenk er mir aufs neue in Christo seine Baterhuld. 6. Leg ich zum Schlaf mich nieder, meines Lebens Pflicht, irr ich auf weckt mich der Morgen wieder zu finstern Wegen, eil ich dem Kreuz entgegen, so sei sein Wort mein Troft und Licht. 7. Schein ich von ihm verlassen, so will ich mich doch fassen, und seiner 7. Drückten mich des Kreuzes Pla- Hülfe traun! und wenn ich auf der gen; wenn die Last kaum gefaßt, Erde nicht groß und glücklich werde, Half Gott felber tragen. War nicht voll Glauben in die Zukunft schaun. mehr Geduld vorhanden; seine Kraft hat geschafft, daß ichs überstanden. 5. Wie muß ich sein Lob erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben? Seel und Leib ist sein Geschenke, bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedenke? 6. Wie mich fein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank verbindet. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan, denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz berlassen; es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht haffen. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen; denn er ist in allen Gachen groß von Rath, stark von That; er, er wirds wohl machen! 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie und wann er gebeut; ich lebe oder sterbe, fo bleibt mein Theil und Erbe des Himmels ganze Seligkeit. Der 93. Pfalm. Mel. von Nr. 18. ehovah herrscht mit Ma jestät bekleidet, er gürtete rathen, der alles kann und hat! Er sich selbst mit Allmacht an, und hat muß in allen Dingen, solls anders sich in der Welt ein Reich bereitet, wohl gelingen, der Helfer sein durch so fest, daß nichts es je erschüttern Rath und That. kann. Von dem an steht dein Thron in Ewigkeit, denn ewig bist du, schaust Ströme schwellend blähn, siehst ihre von deinen Höhn, wie sich empörte Wuth, die weit Verderben dräut. 2. Das Weltmeer tobt; der starken Wogen Stimme braust donnernd aus den Tiefen fürchterlich; du Stärkerer fiehst ruhig ihrem Grimme vom Himmel zu; du winkst: die Wuth legt sich. Wahrhaftig ist, was, Hert, dein Wort uns lehrt, gewiß, was du versprichst. Zu jeder Zeit ist deines Hauses Zierde Heiligkeit, sie nur, die 2. Was nützen uns vom Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedeihn uns fehlt? Er hat uns Glück und Plage, und bös und gute Tage, eh wir noch waren, zugezählt. 9. So sei nun, Seele, stille, dein Ruhm sei dessen Wille, der dich er schaffen hat. Es gehe, wie es gehe! dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. Mel. O Welt ich muß dich laffen.- 48. 62. In allen meinen Thaten 63. Jehe Höchsten 3. Was Gott für mich ersehen, das soll und muß geschehen, ist mein beschieden Theil. Drum laß ich mir in allem, was er mir gibt, gefallen, und halt es für mein wahres Heil. 4. Ihm trau ich in Gefahren; Er wird mich wohl bewahren, er, der da will und kann. Such ich nur dir gefällt und ewig währt. 42 Erster Theil. Der 96. Pfalm. Mel. von Nr. 33. er König aller Welt 64. Erhebet Gott durch neue Lieder, voll nie gehörter 65. Harmonie! Stimmt ein, ihr Welten, schallt sie wieder, bis an die Himmel fchallet sie! Befingt den Herrn und seine Werke, lobt seinen Namen! Tag auf Tag erzählet froh, was seine Stärkesammt den Meeren, frohlockt zu deffen und Huld zu unserm Heil vermag! ist Gott, der sie erhält. Ihr Länder Ehren, der in den Himmeln thront, und in dem Dunkeln wohnt, allwo sein Stuhl besteht, und sein Gericht Von der Vorsehung Gottes. Der 97. Pfalm. Mel. des Psalms. 2. Groß ist dies Heil! D, fagt mit Freuden sein Lob der Erde Völkern an! Verkündigt unter allen Heiden die Wunder, die sein Arm gethan! Der Herr ist groß und hoch zu loben; erbebt vor seinem Angesicht! bewährt ihm eurer Treue Proben! mur vor den Göttern zittert nicht! 3. Die Götter, die die Völker ehren, find Göten ohne Sein und Kraft. Gott aber, dem wir angehören, Gott ist es, der den Himmel schafft. Vor ihm ist Majestät und Ehre, voll Stärke glänzt sein Heiligthum. Bringt her, bringt, aller Völker Chöre, dem Herrn und seinem Namen Ruhm! 4. Bringt Opfer, welche Gott gefallen, im Schmucke, der ihm wohl gefällt! fallt hin in seines Tempels Sallen! ihn fürchte heilig alle Welt! Der Herr ist König! sagt der Erde: sein Reich wird ewig feft beftehn! Sagt: über alle Völker werde sein billiges Gericht ergehn! ergeht, das keinen Sünder schont. 2. Um seinen Wolkensitz erscheinet Blizz auf Blitz, die Bösen zu verzehren, wenn sie sich nicht bekehren. Es brüllet Berg und Kluft, es glühet Erd und Luft! und alles zagt und bebt, was immer lebt und webt, wenn er den Wettern ruft. 6. Bor unsers Gottes Angesichte geht Freude, Lob und Jubel her. Der Herr erscheinet, daß er richte, den ganzen Erdkreis richtet er. Er wägt dem menschlichen Geschlechte sein Urtheil, Fromme, freuet euch! nach seiner Wahrheit, seinem Rechte, Verdienste und Vergeltung gleich! so schmelzen auch geschwind vor seiner 3. Wie Wachs beim Feuer rimmt, Allmacht Flammen die Berge selbst zusammen. Verschweigt, ihr Himmel, nicht sein heiligstes Gericht; und zeugt der Heidenschaft von seiner Gottheit Kraft, die aus den Wolken bricht!" 5. Es jauchze dir, Herr, Herr, dein 4. O schämet euch forthin, und Himmel! die Erde dank und freue brauchet Aug und Sinn, die ihr mit fich! des großen Weltmeers froh Ge- Gözen prahlet, und ihnen Opfer zahtümmel und sein Bewohner preise let! Berehrt den höchsten Geift, der dich! Laßt alle Felder, laßt die Heer- sich als Gott erweist, und welchen den aufhüpfen! laffet jeden Hain und immerdar die demuthsvolle Schaar jeden Baum voll Jauchzens werden, der Engel selbsten preift. fein Lob ertönen, sein sich freun! 5. Bekehrt, bekehret euch, damit sich Zions Reich auch über eurer Reue und eurem Heil erfreue! Wenn Gott, der uns regiert, auch eure Herzen rührt, jo ftimmet mit uns ein, daß ihm doch ganz allein der Gottheit Ruhm gebührt. 6. Shr, die ihr ihn nur liebt, und ihn nicht gern betrübt, vermeidet alles Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. - Böse, damit er euch erlöfe. Er nimmt der Seinen wahr und schüßt sie wunderbar. Verfolgt sie Satans Macht, so hält er treue Wacht und zeucht fie aus Gefahr. 7. Erscheint sein Freudenlicht dem Frommen heute nicht, so scheinet es doch morgen, und endigt ihre Sorgen. So stärke seinen Muth in Gott, dem höchsten Gut, so danke jederzeit dem Gott der Heiligkeit, wer seinen Willen thut. Aus dem 127. Psalm. Mel. des 130. Pfalms. 66. N immt Gott, dem wir vertrauen, nicht unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bauen, vergebens baun wir dann! Will er die Stadt nicht schützen, er, groß durch Rath und Macht, was wird der Wächter nüßen? Umsonst ifts, daß er wacht. 2. Ihr wachet spät und frühe, und eßt voll Traurigkeit das Brod der Sorg und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nützt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt was er bedarf, im Schlummer. rad unerwartet gibt? Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. B 2 efiehl du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der treuen Vaterpflege des, der den 43 Weltkreis lenkt! er zeichnet Stern und Winden die abgemeßne Bahn; sollt er nicht Wege finden, wo dein Fuß wandeln kann? 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dirs soll wohlergehn, und dein Werk auf ihn bauen, soll es vor ihm beftehn. Gott läßt durch Sorg und Grämen und durch selbsteigne Pein fich keine Wohlthat nehmen, sie muß erbeten sein. 3. Dein Aug, o Gott der Gnade, sieht immer ungeschwächt, was gut sei oder schade dem sterblichen Geschlecht. Und was du dann erlesen, dein Rath fürs befte hält, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. 4. An wunderbaren Wegen fehlt dirs, Allweiser! nicht. Dein Thun ist Gnad und Segen, dein Gang ist Kindern ein Glück haft zugedacht, fo Recht und Licht; und wenn du deinen kann dein Werk nichts hindern: du willst, es ist vollbracht. 5. Hoff, o bedrängte Seele! Hoff und sei unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, den Kummer, der dich nagt, er wird dich ihm entrücken, erwarte nur die Zeit, bis dich mit holden Blicken sein Angesicht erfreut. 6. Auf, wehre deinem Schmerze, der Sorgen bange Nacht verfinstre nicht dein Herze! Auf! brich der Schwermath macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll! Gott fizt im Regimente und führet alles wohl. 7. Drum, Seele, laß ihn walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dich aufrecht halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach seiner Weisheit Rath das Werk hinausgeführet, das dich geängstet hat. 8. Und blieb der Troft auch lange, den du von ihm begehrt, und würde dir oft bange, daß er dich nicht ges 44 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. hört: Er wird dir Hülfe fenden, wenn| gesättigt werde. Thau, Regen, Son dus am mindsten gläubst, und all nenschein und Wind, die deiner Allmacht dein Unglück wenden, so du ihm treu Diener sind, erzählen deine Güte. verbleibst. 9. Wohl endlich deiner Treue! du trägst den Sieg davon. Auf! daß dein Herz sich freue, schau nur den reichen Lohn! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singft Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. - 8. Von dir kommt, was uns hier 10. D, ende, Herr, o ende, hier alle unsre Noth, und reich uns deine erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Hände im Leben und im Tod! Stets Dort wirst du uns mit Seligkeit in laß uns deiner Pflege und Treu reichen Strömen laben. Dein freun empfohlen sein; so gehen unsre Wege des Himmels Heere sich; auch wir, gewiß zum Himmel ein. o Gott, wir loben dich, und sind, wie fie, unsterblich. dräut, wenn Berg und Thal erzit7. Es strömen, wenn dein Donner tern, Gesundheit, Stärkung, Fruchtbarkeit selbst aus den Ungewittern! Dann bricht die Sonne neu hervor, und aller Kreaturen Chor jauchzt und erfreut sich wieder. 1 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. - 30. 68. Lobt Gott, der uns den Frühling schafft, Gott der den Erdkreis schmücket! der mit allmächtig reicher Kraft das, was er schafft, erquicket! Der Herr erschafft, der Herr erhält! er liebt und fegnet seine Welt: Lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht, und lebt nun wieder. Es strömet jeden neuen Tag sein Segen nen hernieder. Der Wurm, der in dem 69. Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt und heiter glänzt der Himmel. Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel, und gnädig schauet Gott herab, der allen Sein und Leben gab, auf seiner Hände Werke. 4. Doch fühllos nur und unbeseelt find Auen und Gefilde; auch haft du nicht die Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, kennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ewig Leben. 5. Lobsinget ihm! er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd und Meere. Ich lob, o Gott, ich preise dich! Wo ich nur bin, bist du um mich, und bist mir Lieb und Gnade. 6. Du rufft die Wolken übers Land und tränkeft mild die Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch 9. Doch schwach ist, Vater, unser Dank, den wir dir findlich bringen. Wir wollen unsern Lobgesang einst würdiger dir singen. Dir weihn wir unsre Lebenszeit, und sehn das Heil der Ewigkeit im Geiste schon von ferne. Der 73. Pfalm. Mel. des 89. Pfalms. urch so viel Schein gestärkt, fämpft Zweifel, wie ihr wollt; Gott ist doch Israel, doch reinen Herzen hold. Allein wie hatte nicht mein Herz mit sich zu streiten! Mein Gang war ungewiß, mein Fuß fing an zu gleiten. Ich hörte eifersvoll das Jauchzen stolzer Thoren, sah Frevler mit Verdruß zum Glück allein geboren. Erster Theil. Von dem Menschen, seiner Natur zc. 45 2. Des Todes ernster Blick, sein Schmerz erschreckt sie nie; in immer frischer Kraft des Wohlseins blühen fie, von aller Müthe frei, worunter Menschen zagen, von Andrer Sorgen frei, und frei von ihren Plagen. Stolz ist des Halfes Schmuck, den sie sich umgehangen, und Frevel ist das Kleid, darin sie festlich prangen. - 3. Der Körper nimmt an Fett, der Geift an Kühnheit zu, schweist in Entwürfen aus, kennt weder Maaß noch Ruh; droht alles um sich her zu drücken, zu vernichten, und will auf Andrer Noth sich seine Höh errichten; und spricht von ihr herab, und will bewundert werden; dem Himmel trott ihr Mund, die Zunge herrscht auf Erden. 4. Der Pöbel sieht ihr Glück; sucht Theil an ihrer Ruh; drängt ihnen, gleich dem Strom, der überläuft, sich zu. Sie sprechen; sollte Gott herab auf Erden sehen? in seiner Höhe wohl er wissen, was geschehen? Seht diese Frevler an! Ihr Spott sind die Gesebe; doch blühn sie ruhig hier, und häufen Schätz auf Schätze. 5. So hab ich denn umsonst gesucht, im Herzen rein, im Wandel ohne Schuld der Tugend treu zu sein! So ist des Kampfes Lohn, daß ich hier meine Tage in Angst verseufzen muß, in mehr als einer Plage! Gezüchtigt werd ich stets, mir bringet jeder Morgen statt Lichtes Finsterniß, statt Trostes neue Sorgen! 6. Schweig, schweig, empörtes Herz! fall nicht den Freblern zu! Denn schlöffest du, wie sie, wie treulos würdest du an aller Heilgen Schaar, an Gottes Kindern werden? Und gleichwohl fann ich nach, den Weg des Herrn auf Erden und seiner Vorsicht Gang und ihren Grund zu wissen. Umsonft! Mein Aug sah nichts in ihren Finsternissen. 7. Bis ich ins Heiligthum des höchsten Lehrers ging, und da mein blödes Aug ein göttlich Licht empfing. Da ließest du mich, Gott, der Frevler Ende sehen! ich sah im Schlüpfrigen den Fuß am Abgrund stehen, sah schnell sie hingestürzt, sie schnell von dir gerichtet, und schreckenvoll ihr End, und all ihr Glück zernichtet. 8. Wie das Erwachen bald des Traums Betrug vertreibt, der Bettlern Schäße schenkt, so wird ihr Glück zerstäubt. Vom Pöbel kurz vorher verehrt, gleich einem Gotte, dient dann des Frevlers Bild, Herr, deiner Stadt zum Spotte. Den Abweg sah ich jetzt, worauf ich schier gerathen, als Schmerz und Eifersucht mein Herz bestürmet hatten. 9. Doch hatte der Verdruß fast die Vernunft verdrängt; ich war ein Vieh vor dir, das nur am Anschein hängt! Nun bleib ich stets bei dir! du fassest meine Hände, führst mich nach deinem Rath zu der Verklärten Ende! Was würde ohne dich mir selbst der Himmel werden? Nichts, nichts gelüftet mich, Gott, außer dir, auf Erden! 10. Verschmachteten auch, Herr, mein Fleisch, mein Herz vor Leid; doch bleibst du hier mein Fels, mein Theil in Ewigkeit! Die treulos von dir fliehn, nach andern Göttern sehen, den falschen Buhlern gleich, wie werden sie vergehen! Zu dir halt ich mich, Gott, das soll mein bestes heißen, nur dir will ich vertraun, und deinen Namen preifen! 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 70. Bater, riefst mich aus dem Nichts ein bin ich, Gott, dein zum frohen Anschaun deines Lichts. ist mein Leben! Wie 2. Wie viel hab ich dir zu verdantröstlich ist mein Ursprung mir! Du ken, Herr, der du mich bereitet haft! haft den Odem mir gegeben, mein Als mich die engen finstern Schranganaes Weien kommt von dir. Du, ten des ersten Daseins noch umfaßt, 46 Erster Theil. da war dein Auge über mir, da lebt ich, Höchster, nur in dir. - Von dem Menschen, zer Leib, erbaut von dir, sammt einem jeden Sinn an mir, beweiset deine Größe. 3. Du gabft mir die vernünftge Seele, die nur so lang im Fteische lebt, bis fie, daß ihr kein Wohlfein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du haft mir Sinnen und Verstand, Begierd und Wollen zugewandt. 3. Wie biegsam, wie gelentvoll 4. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so tunstvoll ausgebildt, so wird, o Bater in der Höhe! mein Herz mit Ehrfurcht ganz erfüllt. Ein schließt, den Thoren zu verdammen. jedes Glied, ein jeder Sinn reißt ders läugnet, daß ein Schöpfer ist sich Glied an Glied zusammen! Wie mich zu deinem Lobe hin. 5. Durch deiner Versicht gnädigs meine Seele spät und früh des Leibes willig, Herr, gehorchen sie, wenn Walten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich bis hierher noch erhal- Dienft verlanget. ten, so daß der Tod vorüber ging. 4. Ach, hätteft du mein Auge nicht Ich stehe noch und preise dich. Herr, so meisterlich bereitet: was nützte deine Rechte schützet mich. mir der Sonnen Licht, ihr Glanz, 6. Ich bin nicht werth der großen vor mir verbreitet? Dann säh ich Güte, die du, mein Gott, an mir nicht, mit welcher Pracht du, Herr, gethan. Beschämt empfindet mein durch deine weife Macht, was du Gemüthe die Schuld, die ich nicht erschaffen, schmückeft. läugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, vielfältig Leib und Seel beflect. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 71. Dir ir, Gott, sei Preis 2. Haupt, Aug und Ohr, und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so fünftlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe und alle Glieder sagen mir, ich sei, o Gott, ein Werk von dir, ein Wert von deiner Weisheit. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören, und empfinden, und reden. Beten will ich an, Gott sehen und 7. Ja, Herr, ich habe meine Glie- empfinden. Mein Mund sei voll von der zu Sündengliedern oft gemacht. deinem Dank! Mein Herz vernimm Vor dir fall ich in Demuth nieder; den Lobgesang der ganzen weiten vergib, was ich nicht recht bedacht! Schöpfung. Verwirf mich, Vater, nicht vor dir! Schaff selbst ein reines Herz in mir! 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir tren, und stets ein Freund der Tugend sei. 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder; vollend ich dieses Lebens Lauf: 0 Gott, so richte du mich wieder verherrlicht aus dem Staube auf. Dein ewges Leben sei mein Theil, so preif ich ewig dich, mein Heil! rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Mein gan6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt sie auf, damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag, Herz! Entflamme mich, o Blut! daß ich den Höchften preise. 7. O, pries ich, Höchfter, immer dich, wenn ich die Sinne brauche, geh, lieg und ausruh, oder mich bewege, athme, hauche! Gib, daß mein Leib ein Tempel sei, worin dein ich ewig dein mich freu! und daß Geist stets wohne und Dant gebracht! Dich 72. SE ott werde stets von dir erhoben, du, deines Schöpfers feiner Natur und Bestimmung. Bild, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preift? Er schuf mich ja, sein Bild zu sein, ihn einft zu 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken, ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmückfen? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 47 erwägen, mit welcher Güte du mich liebst! Möcht ich mit allen Kräften dein, dein mit Verstand und Willen sein. schaun, mich sein zu freun. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1 7. 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch 73. Was ist vor deinem Anist der sonnenreiche Himmel gedanken- Gott, daß du sein gedenkst, und einen gesichte der Mensch, los und unbeseelt; und mir, dem Thone seiner Hand, gibt er Empfin- Strahl von deinem Lichte auf ihn, dung und Verstand. den Staub, hernieder senkst! Was ist er, wär er noch so groß? Ein bald zerfallner Erdenkloß. 4. Für Geister nur und nur für Seelen, die zu den Geistern Gott erhob, sind sie so herrlich! Sie erzäh len nur ihnen meines Schöpfers Lob. D Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. 5. Gott, ich kann denken! Ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Art; groß, mannigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr. 6. Ich kann sie sammeln und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich empfinden, weit unterschieden von der Welt! Zu tausend Thaten hab ich Kraft; wer gibt sie? Gott, der alles schafft! 7. Wie feurig dürstet meine Seele nach Glück und Luft und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch, das ist, Vater, meine Schuld, vergib fie mir nach deiner Huld." 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich Urquell der Vollkommenheit! von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Seligkeit. Bin ich vereinigt, Herr, mit dir, was brauch ich noch? was feh let mir? 2. Du sahest an den Menschenkindern den schweren Fall schon vor der Zeit; und dennoch hast du diesen Sündern aus göttlicher Barmherzigkeit unzählig viel zu gut gethan, ja mehr, als jemand faffen kann. 3. Du haft den Leib, obschon aus Erde, doch wunderbar und schön gebaut, daß er der Seele würdig werde, ihm Sprach und Sinnen anvertraut. Du hast ihn selbft zum Herrn der Welt, dem alles dienen soll, bestellt. 4. Du haft ihm noch viel mehr geschenket, du gabeft ihm zum beffern Theil die Seele, welche will und denket, und ihr hafst du ein ewges Heil, noch ehe sie nach dir gefragt, in deinem Worte zugesagt. 5. Drum laß es mich stets wohl bedenken, was du, o Gott, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schenten kann, damit sie beide nach der Zeit dich preisen in der Ewigkeit. 6. Und nimm indeß sie alle beide, Allmächtiger, in deinen Schuß, so bieten wir in allem Leide, mit dir auch Welt und Satan Truß. Wenn wir in deiner Gnade stehn, so muß es uns stets wohlergehn. 8. Wie wundervoll ist das Vermögen, Gott, das du meinem Willen gibst. O, möcht ich es doch stets Stadt, dich Leib und Seele schauer 7. Doch Erden, im wenn erhöhet von der Himmel, deiner ewgen Erster Theil. Von dem Menschen, 48 Mel. Nun dantet alle Gott.- 9. werden, von deinem Licht stets froh und fatt: so follen ſie auch beide dich 75. Almächtig großer Gott! ewiglich. Wer dich gnug erheben? Du gabst der ganzen Welt ihr Dasein, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd deine Hand gebaut, die jetzt noch alles trägt. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre, und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bildniß wäre; drum hast du auch den Geift, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich sein, ist unser größtes Glück. O, wohl mir, wenn ichs bin! Hilf mir zu diesem Glück. Der 8. Pfalm. Mel. von Nr. 16. - 74. voll ist deiner Ehren, was lebt und webt in allen Land und Meeren. Es reichen selbst die Himmel nicht so weit und nicht so hoch, als deine Herrlichkeit. 2. Der Säugling muß schon deine Fürsicht preifen. Ein schwaches Kind fann deine Kraft erweisen. Sein zarter Mund bezähmt den frechsten Feind, der deiner Macht noch trotzet und verneint. 3. Ich seh erstaunt die Größe deiner Werke, die ich zur Nacht am Himmelsbau bemerke, wo du des Monds und aller Sterne Licht sammt ihrem Lauf so weislich eingericht't. 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigftes Bestreben in allem meinem Thun, sei dies, o Gott, allein, daß ich auch so, wie du, gesinnet möge sein! 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüfte zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, ders üben will, auch gern behülflich sein. 4. Was ist der Mensch, daß du noch sein gedenkest; daß du ihn suchst und als dein Kind beschenkest; daß er so theur in deinen Augen ist, und daß du selbst sein wahrer Vater bist! 5. Wie heilig ist der Schmuck, der ihn bekrönet! Wie hoch die Macht, womit du ihn belehnet! vermißt er gleich für eine kurze Zeit auf dieser Welt der Engel Herrlichkeit. 6. Du schaffeft nichts, das ihm nicht dienstbar werde. Er ist dein Bild und König auf der Erde. Und was ihr Schooß nur immer zeugt und trägt, das hast du, Herr, ihm untern Fuß gelegt. 7. Das zahme Bich in Triften und in Feldern, das freie Wild, das in Gesträuch und Wäldern durch Thäler irrt und auf Gebirgen flimmt, ist alles ihm zum Eigenthum bestimmt. 7. Gib, daß ich so, wie du, ein 8. Der Vögel Schaar, der Sänger Freund der Menschen werde, dem Chor in Lüften, der Fische Heer in Wohlthun Freude macht, der KumFluß- und Wasserklüften und was mer und Beschwerde dem Nächsten sich nur im Meere nähren kann, ist gern erspart, dem Nächsten gern verinsgesammt den Menschen unterthan. füßt, und wo er helfen kann, zum 9. O unser Gott! Beherrscher aller Helfen willig ist. Machten! wie herrlich ist dein Name doch zu achten! Wie heiliglich wird deine Majestät so weit verehrt, als Erb und Himmel geht. 8. Wie weit bin ich noch fern, o Gott, von diesem Ziele! Du weißt, mas mir noch fehlt, und ich, ich selber füthle, wie wenig ich dir nech seiner Natur und Bestimmung. 49 im Guten ähnlich bin. O, bilde du Mel. Es ift das Heil uns kommen.-6 mich ganz nach dir und deinem Sinn. 9. Beglückt ist nur alsbarn mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. 77. Wie wichtig ist doch der Herr gegeben; Gott, als uns deine Beruf, den ung der Liebe schuf, da schuf fie uns zum Leben. Dann werd ich ewig auch Zum Leben, welches ewig währt, das mit dir vereinigt sein, und mich ohn| weder Leid, noch Unterlaß, Gott, deiner Güte freun!" Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Baterland; allein bei dir, Gott, droben, da ift der Ort, wo deine Hand das Glütd Ende nimmt. Hier sind wir nur von uns ein traurig dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. D, laß mir doch dies große Ziel hilfts, wenn ich auch noch so biel durch nichts verrücket werden! was Geld und Luft gewinn', wenn ich von Gütern dieser Erden, von Ehre, reich zu erben? dabei nicht tüchtig bin, dein HimmelMel. Mein Gott, das Herz ich bringe- 59. 76. Ich bin, o Gott, dein Eigenthum. Du schufft mich, dein zu sein; mein ganzes Leben dir zum Nuhm und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabft mir den vernünftgen Geift, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preift, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit. Zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. hier. Laß mich dies nie vergessen! 4. Dein Bilgrim bin ich ja nur 4. Und ich, ich sollte fühllos sein? zur Wallfahrt zugemessen? Nur we Wie viel an Zeit, Herr, hast du mir Ich rühmte dich, Herr, nicht? Einnig Zeit. Ist die vollbracht, so wird Herold deines Ruhms zu sein, bleibt der Erde Gut und Pracht auf ewig meine größte Pflicht. mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene beßren Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einft darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Vater! liebt, und deines Sohns sich freuet; das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein folches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun, und einst dein Antlitz schauen. 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich könne auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind; bis ich als dein be währtes Kind zu deiner Freude gehel 5. O, mache dieser Pflicht mich treu, so tren, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei ftets deiner Ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot. Shm ists nicht last, nicht Bein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut, Du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bift sein Troft und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. 4 50 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen Flüchtigkeit des Lebens. und der daher rührenden Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. D u, der kein Böses thut, du schufft den Menschen gut. Du, Höchster, gabst ihm Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligfeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir dein Eigenthum, wie tief find wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, fieht auf alle Menschenkinder, und sie sind alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner unschulbig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren follte, nur was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Fleisch sind wir von Natur. Uns rithren, leider! nur die Güter dieser Erden, die nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. 6. Dir folgen, dünft uns 3wang. Des bösen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? du uns doch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wiederum auf Erden dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. 79. Mel. des 38. Psalms. esu, Arzt todtkranter Seelen! Wills uns fehlen an Erfenntniß eigner Noth, so daß wir die Laft der Sünden nicht empfinP den, ruhig bei dem nahen Tod: 2. Ach, so gib Gefühl von innen, mach die Sinnen lebendig und auf geweckt; bis die gräuelvolle Höhle unsrer Seele sich bei deinem Licht entdeckt. 3. Unsrer Sünden Meng und Größe, unfre Blöße, zeiget dein Gesetz uns an; so daß wir nach dir uns sehnen, und mit Thränen zu dir, Arzt der Seele, nahn. 4. Dein Gesetz spricht: heilge Triebe, eine Liebe, welcher nichts an Stärke gleich, widmet Gott dem Allerhöchsten, euren Sächsten sollt ihr lieben, so wie euch. 5. Aber, ach! wer fanns verhehlen? Hier wills fehlen, ach, das Herz ift Haffes voll, und wie die Erfahrung zeiget, abgeneiget von dem, was es lieben soll. 7. O Herr, was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Bejrung nachzujagen. 6. Jesu, ach, ach trag Erbarmen mit uns Armen, Seelen- Arzt, der heilen kann. Zünde bei uns allzu8. Wohl dem, der sie gewinnt. sammen reine Flammen deiner Lieb Gott, so verderbt wir sind, so willst im Herzen an. Erster Theil. Vom Fall und von der Berdorbenheit 2c. 51 Mel. von Nr. 79. 3. Hilf mir durch den Geift der 80. Erretter und Vertreter, Heile meiner Seele Schaden durch bei dem unsichtbaren Licht! Sieh, ich lieg in meinem Blute, ja das Gute, so ich will, das thu ich nicht. des Mittlers Kreuzestod! Tilge alle meine Sünden! Laß mich vor dir Gnade finden! 2. Ach! was bin ich, mein Erlöser! täglich böser find ich meiner Seelen Stand! Drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu eile, komm und reiche mir die Hand. - 3. Von Geburt bin ich ein Sinder und nicht minder sträflich durch ge= häufte Schuld. Doch ich kenne dein Erbarmen, hilf mir Armen, groß ist deine Gnad und Huld. 4. Ach! wann wirst du mich erheben zu dem Leben, das erst recht ein Leben ist! Demuth kann dich bald bewegen, daß dein Segen sich zu meinem Heil ergießt. 5. Zuflucht der betrübten Herzen! Angst und Schmerzen setzen meiner Seele zu. Sieh, wie mich die Sünden quälen, Arzt der Seelen, schaffe meinem Herzen Ruh. 6. Herr, errettemich vom Fluche, sieh, ich suche dich von nun an demuthsvoll. Sprich zu mir, daß ich im Sterben nicht verderben, sondern ewig leben soll. 81. Mel. Beuch mich, zeuch mich. Shee err! du kennest mein Verderben. Ach! es regt in meiner Brust, wie bei allen Adamserben P sich noch immer böse Luft, die mein Herz, Herr, von dir neiget, und viel böse Thaten zeuget. 2. Wie verderbt sind meine Wege! Wie verkehrt mein eigner Sinn! Ich empfind es, Gott, wie träge ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom Hang zum Bösen mich doch wiederum erlösen? 4. Deinen Willen hier auf Erden ich dazu füchtig werden, mußt du zu vollbringen wird mir schwer. Soll selbst von oben her mir dazu die Herz erneuen. Kraft verleihen, und mein sündhaft 5. Schaffe denn ein reines Herze Herr, durch deinen Geist in mir, daß ich nicht mein Heil verscherze. Laß drud widerstehen, und auf deine der fündlichen Begier mich mit NachHülfe sehen. 6. Unter Wachen, Beten, Ringen, hiff mir selbst mein Fleisch und Blut unter deinen Willen zwingen; denn dein Wille, Gott, ift gut. Was nicht kann dein Reich ererben, laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sünd in mir sich regt. Hilf mir selber muthig kämpfen, alle böse Lüfte dämpfen. 8. Sollt ich etwa unterliegen, 0 so hilf mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich siegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Händen gut und selig möge enden. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. G roßer Gott! Erhabues Wesen, das, voll fegnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen, ach! was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ erwäge, und was ich bin, überlege: O wie 4* 52 Erster Theil.- Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. du aus Gnaden der Seele tiefen Schaden. 2. Des bösen Herzens Grund wird oft durch Thaten fund, die mich vor dir verklagen, und mein Gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, wer wird mir Rettung schaffen? 3. Ich habe wider dich, den Nächften, und auch mich vielfältig, Herr, gehandelt; ich bin den Weg gewandelt, der Menschen von dir wendet, und sich mit Schrecken endet. dürftig und wie klein muß ich mir nicht selber sein? 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde drücken, leider! mein Gemüth; machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Bater flieht. Tausend Mängel, tausend Flecken schänden mich zu meinem Schrecken, und in der verderbten Brust regt sich täglich böse Luft. 3. Was ich Gutes an mir habe, ift von deiner Baterhand. O, wie manche gute Gabe haft du, Herr, mir zuge wandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein, ach, was würd mir übrig sein? 4. Doch die Menge deiner Gaben flagt nur meinen Undank an; weil ich fie oft ganz vergraben, oft damit nur groß gethan; oft voll Leichtsinn sie verschwendet, und zu Sünden angewendet. O, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Verwirf mich nicht von dir. Hilf, Herr, erbarmend mir! Erneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du, o Herr, erlösen? 6. Drückt mich der Sünde Joch gleich mächtig, fo bleibt doch weit mächtger deine Gnade. Wie groß auch nur mein Schade, so kannst du ihn 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt; doch heilen, und Leben mir ertheilen. doch mein demuthsvoller Glaube, der 7. Hat sonst des Fleisches Macht auf meinen Heiland blickt, hofft auf in mir ihr Werk vollbracht: so gib deine Batergüte, und mein tief be- mir Lust und Stärke, daß ich nur schämt, Gemüthe, das den Muth fast gute Werke beschließe und vollbringe, ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. und ewig dir lobsinge. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach! erhalte selbst die Triebe treuer DankMel. des 51. Psalms. barkeit in mir. Bater! laß das 84. D schwache Kallen meines Lobes dir gefallen. Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder find zu deinem Dienft bereit! Herr! ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, sei der Gipfel meiner Freuden! Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. 4. Ein jegliches Gebot zeugt wider mich und droht, weil ich, dies schlägt mich nieder, nur gar zu oft dawider gedacht, gethan, gesprochen, und deinen Bund gebrochen. Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. 83. Mein Gott, bir ift bewußt die innre böse Lust, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht ergründen. O heile - ie Quell, woraus der Mensch ursprünglich ist, der ewgen Gottheit Kraft und heilger Wille, die Allgenugsamkeit und Gottesfülle, die immerfort mit reinen Strömen fließt, die anders nichts, als was sehr gut, gemacht, Erster Theil. Vom Fall und von der Verborbenheit zc. 53 3. Da wall ich hin, da wartet hat auch den Menschen gar nicht mein das Anschaun Gottes, oder Pein. Ach Gott, mein Heil und Antlig schaun. mein Vertraun, laß mich dein felig bös erschaffen; nein, ihn zu Gottes - 4. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir, wie Gras, so blühn und welfen wir: das machet unsre Missethat, die deinen Zorn entzündet hat. 5. Ich zittre, Herr, und mein Gebein durchängstigt dein gewaltig Dräun! Denn denkst du ins Gericht zu gehn, wer kann, wer kann vor dir beftehn? Bild hervorgebracht. Wie könnte sonst der Herr das Böse strafen? 2. Gerechtigkeit und wahre Heiligfeit, das war die Zier von Gottes Ebenbilde, der schöne Glanz, womit er gut und milde die Seele schmückte, die er sich geweiht. Es sollt der Mensch im Licht den Schöpfer sehn, das ganze Herz in Liebe zu ihm neigen, mit ihm vereint in ewger Wonne stehn, und so an sich den Ruhm der Gottheit zeigen. 7. Auf daß ich klug sei, lehre mich der Tod, daß ich nichts fürcht, als dich. Dann leb und sterb ich dir allein, 3. Ach! aber ach! ein unglückselger Fall, durch Satans Lift und Bosheit angerichtet, hat gar zu bald dies große im Leben, Gott, im Tode dein. Gut zernichtet, und Sünd und Tod herrscht jegund überall. Es ist das Gift der Wurzel zugeflößt: Drum 86. M der Stamm mit allen seinen Zweigen, nun ganz verderbt, von innrer Kraft entblößt, auch weiter nichts als bittre Früchte zeigen. 4. Wo find ich Heil? Hier ist kein Gutes mehr. Denn ich vermag mit allem meinem Dichten jetzt von Natur nur Böses auszurichten, bin unbequem zu meines Schöpfers Ehr. Ach hilf, mein Gott, und mach mich wieder neu, durch deinen Geist, durch Licht und Kraft von oben: daß ich mit deinem Bild gezieret sei, und dich, o Lebensquell, mög ewig loben. Aus dem 90. Pfalm. Mel. von Nr. 13 85. Wie ein Geschwätz des Tags verfließt die Zeit, die mir geliehen ist. So rauscht vorbei ein schneller Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach burchlebter Zeit: ich, wenn sie kömmt, sei was ich sei, ein Sünder, oder Gott getreu. 6. Ach zürne nicht auf deinen Knecht, und Gnade, Gnad ergeh für Recht! Versöhner, Gottes Sohn, mein Heil, sei meine Zuflucht, sei mein Theil. ie fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit: wer dentt doch wohl an jene Stund von Herzensgrund? Kaum spricht davon der träge Mund. 2. Das Leben ist ein eitler Traum; so nichtig, als ein Wasserschaum, der, wenn er sich jetzt stolz erhöht, gar nicht besteht, und eh man es noch denkt vergeht. 3 Nur du, mein Gott, du bleibeft mir das, was du bist, ich traue dir; und fallen Berg und Hügel hin, so bleibt mein Sinn getroft, wenn ich bei Jefu bin. 4. Du kommst, Weltrichter, Gottes Sohn! Bald kommst du und mit dir dein Lohu. Ach! gib, daß ich mich 54 Erster Theil. Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. jeden Tag bereiten mag auf jenen| mein! das soll allein mein Troft im letzten Glockenschlag. Tod und Leben sein. 5. Was hilft die Welt in jener Noth, Luft, Ehre, Reichthum in dem Tod? O Mensch! das alles merkest du, fieh dann wohl zu, sonst kommst du nicht zur wahren Ruh. - 6. Weg, Eitelkeit! der Thoren 9. Ich werde dann von Angesicht Spiel! Das höchste Gut sei stets Gott schaun in jenem sel'gen Licht. mein Ziel! Was ewig bleibet, finden Welch unaussprechlich große Freud wir gewiß nicht hier, wir findens, Jefu, nur bei dir. 7. Damit ich dich verklärt einst seh, und froh vor deinem Throne steh, fo lehre du, mein Heiland, mich und Mel. O Welt ich muß dich laffen. 48. gib, daß ich nichts so begierig such, 88. Die Herrlichkeit der Erden als dich. Staub Asche werden und nichts bleibt ewig stehn! das, was uns hier ergeßzet, was man für ewig schätzet, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen, als Tand und Eitelkeit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 3. Was hilft uns unser Wiffen? Wirds, wenn wir sterben müssen, ein großer Vorzug sein? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend fie auch wäre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh gewinnen, was unser Fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besitzen, uns vor dem Tode schützen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? 5. Was sind die Lebensfreuden? Wie bald folgt Angst und Leiden und Reu auf den Genuß? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht zuletzt verschwinden muß? 6. Was sind selbst alle Thronen? Gibt es wohl irdsche Kronen, die unverwelklich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur dich bedecken? die Krone dich dem Tod entziehn? Mel. von Nr. 86. 87. Sott ott hab ich alles heimgestellt. Er thue, was ihm wohlgefällt, zum Tod und Leben gleich bereit, wie er gebeut, vertrau ich feiner Gültigkeit. 2. Auch meine Zeit kommt, wenn Gott will, ich warte drauf und bleibe ftill. Gut ist mir, was sein Rath erwählt, der nimmer fehlt. Er hat auch meine Haar gezählt. 3. Was ist die Welt? ein Jammerthal. Es wartet auf uns überall in unsrer kurzen Lebenszeit manch Herzeleid. Der Mensch lebt immer dar im Streit. 8. Der schon in dieser Prüfungszeit so oft mein schmachtend Herz erfreut, gönnt meinem Leib auch einen Blick, und ruft zum Glück, zum Leben meinen Leib zurück. 4. Zulett ruft dann doch Gott dem Tod. Er kommt und endigt unsre Noth. Sint du, o müder Leib, hinab, ins stille Grab, dort wischt mir Gott die Thränen ab. 5. Wenn mich die Sünde schon anficht, o so verzag ich dennoch nicht; es gab ja mein getreuer Gott bei meiner Noth den Sohn selbft für mich in den Tod. ist mir bereit't! Gott sei gedankt in Ewigkeit! 6. Heil mir! daß mein Herr Jesus Chrift für meine Schuld gestorben ist; nun lebt und herscht er mir zu gut; der Höllen Glut löscht sein vergoßnes theures Blut. 7. Dem sterb und leb ich allezeit, 7. Wie, wenn die Sonn aufgehet, von dem mich auch der Tod nicht die Rose blühend stehet in ihrer scheid't. O, sein bin ich, und er ist schönsten Zier, und doch verwellt sich Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen 2c. neiget; so - beuget, eh sich der Abend blühen und verwelfen wir. 8. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, noch eh wir Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre, inzwischen wird die Bahre vor unser 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt. Mel. Jesu, meine Freude. 89. R 运 维 ort aus Gottes Munde! Wort vom Friedens55 Haus gebracht. Man scheidet von den Seinen, die hülflos uns beweinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 16. Dies laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenken, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, da sie mit ihrer Luft vergeht. 3. Alles ist vollendet, Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus, der sein Leben wollte für uns geben, stellt sich wirklich dar, ja er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht, und lebt in Ehre; ach erwünschte Lehre! Bunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, ließ dich Gott erschallen! du bist unser Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! gute Botschaft, uns zum Leben von Gott selbst gegeben! 2. Was dein Wohlgefallen vor der Beit uns allen, Gott, beftimmet hat: 90. D was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Rath. Daß dein Eid dich nicht gereut, aeigst du mun; in Jesu Namen wird Ja und Amen. 4. Da uns Strafen drohten; was tir frohe Boten! trostreich ist ihr Mund, lieblich ihre Füße, ihre Leh ren süße. Welch ein theurer Bund! Gottes Huld trägt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erhöret. 5. Auf! und wehrt den Schmerzen! kommt, ihr, deren Herzen das Gesetz zerschlung; fommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Tod versöhnt euch Gott! Gott, der euch als Vater liebet, und die Schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Chrifto mich vertrauen, und in ihm mich freun. Ihm nur will ich leben, ihm mich ganz ergeben, ewig treu ihm sein. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. urch Adams Fall ist erst verderbt der Menschen Thun und Wesen. Dies Gift ist auf uns fortgeerbt. Wir wären nie genesen; wär Jesu Heil nicht unser Theil. Denn wie so tiefe Wunden! Ach, 56 Erster Theil. - Von der Erlösung der Menschen - jeder hat in Adams That des Satans Neid empfunden. 8. Du wollest, Herr, von meinem Mund dein heilges Wort nicht neh men; so weiß ich, läßt dein theurer Bund mich, Sünder, nicht beschämen. Der Sünden Schuld deckt deine Huld! 2. Seit Satan ihn dahin gebracht, nur ihr will ich vertrauen. Wer ihr daß er frech abgefallen: so herrschet vertraut, auf fie fest baut, der wird mit tyrannscher Macht die Sünde in uns allen. Uns drückt der Tod. In solcher Noth beschloß Gott, uns zu geben den eignen Sohn zum Gnadenthron, damit wir möchten leben. den Tod nicht schauen. 9. Mir zeigt schon jetzt dein heilges Wort den Himmel aus der Ferne, denn dies Licht führt zu Chrifto fort, dem hellen Morgensterne. Bricht der mun an, so faffet man alsbald die hohen Gaben, die Gottes Geift auch uns verheißt, so wir mur Glauben haben. 3. Warf uns denn eine fremde Schuld in Adam alle nieder: so bringt uns eine fremde Huld in Chrifto alle wieder. Und wie wir all in Adams Fall des ewgen Todes starben, so rettet Gott durch Chrifti Tod, die 91. sonder ihn verdarben. Mel. Freu dich sehr, o meine. - 29. wge Liebe, mein Gemüthe waget einen fühnen Blick 4. Gott hat uns seinen Sohn ge- in den Abgrund deiner Güte; send schenkt, da wir noch Feinde waren, ihm einen Blick zurück, einen Blick der ist für uns ans Kreuz gehenkt, voll Heiterkeit, der die Finsterniß zererstanden, aufgefahren. Tod und Ge- streut, die mein blödes Auge drücket, richt trifft uns nun nicht, so wir wenn es nach dem Lichte blicket. ihm nur vertrauen. Fest steht dies Wort! Wem mag hinfort noch vor dem Tode grauen! 2. Ich verehre dich, o Liebe! daß du dich erbarmet haft, und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rath gefaßt, 5. Er ist das Licht, der Weg, die der verdammnißwerthen Welt durch Pfort, die Wahrheit und das Leben, Sohnes Sterben Gnad und Freiheit ein theures Lösegeld, durch des eignen des Vaters Kraft, sein ewges Wort, Heiland uns gegeben. Dem zu erwerben. zum Feind zum Truß umgibt sein Schutz voller Huld und Freundlichkeit! welcher 3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen, uns alle, die wir glauben. Er ist uns hülflosen Armen Gnade, Troft der Hirt, die Seinen wird aus seiner Hand nichts rauben. und Hülfe beut. Liebe, die des Sohns nicht schont, der in ihrem Schooße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 6. Der Mensch ist gottlos und ver flucht, und wird zuletzt zum Spotte, der solchen Troft bei Menschen sucht, und nicht bei seinem Gotte. Denn wwer sich will ein andres Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Feinds Gewalt und arge Lift erschrecken. 1 4. Doch du haft, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich jeder darin übe, der am Segen Antheil nimmt; wer nur an den Mittler gläubt, und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, kann nie zu Schanden 5. Da du feinen zum Verderben werden. Wcht, wer auf diesen Fel- ohne Grund verbannet hast, tragen sen baut, trifft ihn schon hier auf Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Erden viel Angst und Müh; hab Bosheit Laft. Wer nicht glaubt an deis ich doch nie den Menschen sehen fal- nen Sohn, der hat Fluch und Tod zum len, der sich nur fest auf Gott ver- Lohn, sein muthwillig Widerstreben läßt. Gott hilft den Seinen allen. schließt ihn aus vom Heil und Leben. und dem Erlöser überhaupt. 57 6. Ewig sei mit Dank besungen, zen schaum; da findet sich zu aller was dein Rath beschlossen hat. Mit Zeit unendliche Barmherzigkeit. uns preisen Engelzungen diesen weisen heilgen Rath, den der Glaub in De muth ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein. Richte felbft mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen möge: ich sei auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hier schon mit Vertrauen meinem Heil entgegen sehn; alsdann werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn; keine Creatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 92. Ich habe nun den Grund 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt: Es sind die offnen Liebesarmen, des, der sich zu dem Sünder neigt; er geht nicht mit uns ins Gericht, und will den Tod des Sünders nicht. Hoffnung ewig hält: Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt: Ein Grund, der unbeMel. Es ist gewißlich an der Zeit. weglich steht, wenn Erd und Himmel 93. Nun, Chriften, laßt uns fröhlich Gott Dank und Ehre bringen, von Herzen seines Heils uns freun, mit Lieb und Luft ihm singen. Wer faßt die große Wunderthat, was Gott an uns gewendet hat, wie theur er uns erworben! 2. Vom Teufel hart verstrickt war ich todt, elend und verloren. Stets quälte meine Sünde mich; verderbt war ich geboren. Ich sant auch immer tiefer drein, that niemals Gutes, war allein von Sünde ganz beseffen. 3. Gott jammerte von Ewigkeit mein Elend ohne Maaßen. Er dachte der Barmherzigkeit, mir wollt er helfen laffen! zu mir wandt er fein Vaterherz, zu heilen meiner Wunden Schmerz, ließ ers sein Bestes koften. 4. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit tommt, zu erbarmen! Eil, 5. Darein will ich mich gläubig sen- meines Herzens werthe Kron! sei du ten, dem will ich mich getroft ver- das Heil der Armen! Hilf ihnen aus traun, und wenn mich meine Sünden der tiefen Noth! für sie entwaffne du tränken, nur bald nach Gottes Her- den Tod, und laß fie mit dir leben. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein! deßwegen tam sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel siegreich ein. Nun ruft sein Wort und Geift uns zu: Kommt her zu mir, bei mir ift Ruh. 6. Wird alles andre mir entriffen, was Leib und Seel erquicken fann; muß ich des Lebens Freuden miffen, und nimmt kein Freund sich meiner an; scheint die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Ich kann in meinen besten Werten, wenn ich noch so behutsam bin, gar manchen, manchen Fehler merten; o, wie fällt aller Ruhm dahin! doch bleibt mir noch der Troft bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; Er wird gewiß sein Wort erfüllen, er, der die Seinen nicht vergißt; fie währet ja in Ewigkeit, die göttliche Barmherzigkeit. 4. Abgrund, welcher unfre Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, da findet kein Verdammen statt; weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang ich hier auf Erden bin; der Gnade Gottes will ich trauen; fällt alles andre gleich dahin, so sing der Barmherzigkeit. - 30. - 58 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen 5. Der Sohn, der ihm gehorsam 2. Für uns ein Mensch geboren, war, erschien nunmehr auf Erden, der keuschen Jungfrau Sohn, wie als eine Jungfrau ihn gebar. Mein Gottes Eid geschworen, erlittst du Bruder wollt er werden, hielt heim- Qual und Hohn; starbst, daß wir lich seines Arms Gewalt, und ging einher in Knechtsgeftalt, des Satans Reich zu stürzen. leben möchten, erhubst uns zu Gerechten und Erben deines Reichs. 3. Gib stets in reicherm Maaße Erkenntniß deines Heils, daß keiner je verlaffe die Wahl des besten Theils. Laß uns im Glauben bleiben, durch ihn zur Lieb uns treiben, und zu der Luft an dir. - 6. Er sprach zu mir: Halt dich an mich! Es soll dir jetzt gelingen. Mich selber geb ich ganz für dich, will mächtig für dich ringen. Denn ich bin dein und du bist mein. Auch bu sollst, wo ich bleibe, sein. soll der Tod nicht scheiden. Uns 7. Bergießen wird man mir mein Blut, voll Grimms mein Leben rauben. Gern leid ich alles dir zu gut. Das halt mit feftem Glauben. Dein Leben, Sterblicher, ist mein, und mein Verdienst ist, Sünder, dein. So bist du selig worden. 8. Den Himmel nehm ich wieder ein, und scheid aus diesem Leben. Da will ich stets dein Meister sein, und meinen Geift dir geben, der dir in Tribsal Troft gewährt, dich, wenn er mich in dir verklärt, in alle Wahrheit leitet. 9. Was ich gethan, was ich gelehrt, das sollst du thun und lehren; daß Gottes Reich sich stets vermehrt Schatz leicht rauben kann, dies sei mein Abschiedssegen. Mel. Herr Chrift, der ein'ge Gottes. 94. 国 空 Mel. O Troftwort, das uns Leben gibt. zu seines Namens Ehren. Nur hüte dich vor Menschenwahn, der dir den 95. GE S edanke, der uns Leben gibt, welch Herz vermag dich auszudenken! Also hat Gott die Welt 4. Der du trägst alle Dinge, des Baters enge Kraft! ohn den ich nichts vollbringe! der alles Gute schafft! Hilf, daß mich nichts verblendet, mein Herz nichts von dir mendet, nichts meine Liebe schwächt. ner, von Ewigkeit gezeugt! Des Baters Auserforner, zu dem sein 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch auferstehn; mit dir zur Höh erhaben, nicht auf das Eitle sehn; dich wissen und dich hören, nach dir allein begehren, dein todt und lebend sein. Herz sich neigt! Mit ihm von einem Wesen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. 6. Dank, Lob und Preis und Ehre sei Gott in Ewigkeit für solche füße Lehre, mit der er uns erfreut. Sie tröst uns, wenn wir leiden; sie stärk uns, wenn wir scheiden; sie schütz uns im Gericht. Christe, Eingeborgeliebt, uns feinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit heilgen Finsterniffen, füllst du mein Herz mit Majestät, und stilleft mein Gewiffen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. Rath des Opfers Jesu nicht ergrün4. So tann mein Geist den hohen den; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. und dem Erlöser überhaupt. 59 5. Nimm mir den Troft, daß Jesus Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Christ am Kreuz nicht meine Schuld 96. Heil uns! Aus unfrer Singetragen, nicht ist: so werd ich angstvoll zagen. Erlöser 6. 3ft Chrifti Wort nicht Gottes Sinn: so werd ich ewig irren müffen, und wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wiffen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein frecher Spötter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des ewgen Lebens Erbe, dies bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. 9. Er gibt mir seinen Geist, das Pfand, daran wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue: so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde fränkt, und ich zu seinem Kreuze trete: so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Sch weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schauen werde. 13. Kann unsre Lieb im Glauben hier für den, der uns geliebt, erkalten? Dies ist die Lieb, o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll mein Herz mit Dank barkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 15. Sollt ich dereinst noch witrdig sein, um deinetwillen Schmach zu leiden: so laß mich keine Schmach noch Bein von deiner Liebe scheiden. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freudigkeit empfinden: so wirk er doch sein Werk in mir, und reinge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, so laß mich noch im Tode denken: Wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken. erworben. Der Herr will nicht des Sünders Tod. Was Adams Fall verdorben, hat er aus Gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein Erbarmen! fandt er zu uns auf Erden, von dem 2. Selbst seinen eingebornen Sohn verdienten Sündenlohn ein Retter uns Er kam und mit ihm zu werden. unser Heil; er kam, am ewgen Leben Theil uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o Tod, dein Stachel nun? Hier ist dein Ueberwinder. Für unsre Schuld genug zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Wo ist nun, Sünde, deine Kraft? Hier ist der, der uns Kräfte schafft, dein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Sohn, der Retter unsrer Seelen! nun kann uns auch auf Erden schon das wahre Glück nicht fehlen, getroft und froh in Gott zu sein, wenn wir Gott für uns verordnet. uns nur dem Heiland weihn, den 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 6. O, laßt uns ihm uns anvertraun, und niemals sein uns schämen! Auf seine Mittlershülfe baun, ist der Weg zum ewgen Wohl, der und sein Joch auf sich nehmen, das Weg, auf den man friedenvoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, laß uns diese Seligkeit doch über alles schätzen. Nie können Güter dieser Zeit den Mangel uns ersetzen, wenn uns das größte Gut gebricht: ein reines Herz voll Zuverficht zu dir, Gott, unser Vater! 8. D lent auf dies erhabne Glück der Seele stärffte Triebe! Zeuch mächtig 60 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen unser Herz zurück von schnöder Sün-| suchft liebreich von der Sünde Joch denliebe! An dem uns theur erworb- und ihrem schnöden Lohne, die thr nen Heil laß uns, im wahren Glauben, noch dienen, zu befrein. Beschwerter Theil stets suchen und gewinnen. Herzen Troft zu sein, ist deines Herzens Freude. Du gibst den müden Seelen Ruh; und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts ihn von dir scheide. - Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97. ob, Ehre, Preis und Dank sei dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich gnug erheben? Noch war die Welt ein Nichts, und schon warst du groß, herrlich, Gottes Sohn! gekrönt mit Schmuck und Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrscheft weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie, denn durch weffen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: Werde! Du bist es, deffen Allmachtsruf die ganze Welt aus nichts erschuf. Du bists, der alles träget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd und Himmel in sich schließt, und was im Meer fich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen! haft willig unser Fleisch und Blut, o Herr, an dich genommen. Aus der erschrecklichsten Gefahr zu retten, was verloren war, warst du ein Fluch auf Erden. O Huld, die sonst nichts gleiches hat! du starbft für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns und bift es noch jetzt auf der Himmel Throne; 5. Du hörft der Deinigen Gebet und endeft ihre Plage. Du bleibst, noch alle Tage. bis Zeit und Welt vergeht, bei uns Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und Marterthum, für alle deine Liebe! Dir geb ich mich zu eigen hin, gib deinem Lobe übe. daß ich mich, so lang ich bin, in Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 98. Liebesglut, wie kann ich dich nach Würdigteit besingen! Wie wagts ein schwacher Geist jetzt, sich so hoch hinauf zu schwingen. Es glänzet Gottes Herrbleibt noch mein Herz erkaltet? lichkeit in lauter Lieb von Ewigkeit; 2. Gott, der in sich ganz selig war, das allerreinste Wesen, hat sich der schnödsten Sünder Schaar zu lieben auserlesen. Du staunft, Verwollt unendlich lieben mehr, als da munft? gib Gott die Ehr! Gott begreifen solltest. 3. Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schooß genommen! Er ift von seines Vaters Thron zu uns herabgekommen. Sein Mangel, Knechtsstand, Kreuz und Grab malt uns mit starken Farben ab, wie sehr Gott lieben könne. 4. Was ist die Welt, die arge Welt? was find doch Adams Kinder? daß fie dein Sohn so theuer hält. Er rettet diese Sünder; da du, im Zorne, Belial mit seinen Engeln allzumal zum finstern Abgrund stießeft. 5. O, welche Tiefen seh ich hier! nie werd ich sie ergründen; doch seh ich gnug, um, Gott, mich dir aufs stärkste zu verbinden. Herr, dir sei ganz mein Herz gewährt, ein Herz, und dem Erlöser überhaupt. 61 das dir allein gehört, als Schöpfer| gut ich immer kann, dich recht inbrünund Erbarmer. ftig liebe. Die Welt nicht, Gott sei 6. O liebster Vater, nimm es an, meine Luft; laß ewig nichts in meiund reinge seine Triebe, daß ich, so ner Brust, als deine Liebe bleiben. 8) Von der Geburt Jesu Christi. Mel. Nun danket alle Gott. 9. 99. lag die ganze Welt mit Born und Fluch beladen; da öffnetest du, Gott! die Fülle deiner Gnaden. Dein Sohn erscheint; du schickft den, dessen Dienst die Bahn dem Herrn bereiten soll, als seinen Knecht voran. - 2. Gott, wer kann thun wie du? 9. Das werd auch unser Theil; Schon wohlbetagt an Jahren gebiert noch stets, Gott, deines Namens Ehre. Johannis Amt und Lehre verherrliche Elisabeth. Der Sohn der Unfrucht- Wer Buße thut und glaubt, hat Troft baren, den jenes Engels Mund verheißen, sollt allein der keuschen Jungfrau Sohn ein würdger Herold sein. auf alle Zeit. Wer Buße thut und glaubt, der bleibt in Ewigkeit. 3. Du willst durch ihn die Welt von deinem Heil belehren; und ihn auch ehreft du, um deinen Sohn zu ehren. Sein Bater wird erst stumm; der Stumme schnell beredt und weisfagt, da auf ihn der Geist des Herrn geräth. 4. Das Kind wird stark am Geist, der Gnade treuer Lehrer, ein brennend, scheinend Licht, ein mächtiger Belehrer, ein heilger Eiferer, der ohne Schonen straft. Auf seiner Seele ruht Eliä Geist und Kraft. 5. O welch ein Gnadenwert! welche füße Stimme, die in der Wüft erschallt! Gott straft nun nicht im Grimme die sindenvolle Welt. Sein Himmelreich ist nah! denn der die Welt mit Gott versöhnen soll, ist da. 6. Euch ist solch Heil bereit! Ihr Sünder, nehmts zu Ohren! Freut mit Johannes euch! wie er, noch ungeboren, des Heilands sich erfreut, so freut er sich auch nun, durch Tauf und Predigten ihn allen fund zu thun. belegt, für uns geschlachtet ward, und alle Sünden trägt. 8. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, mit festem Glauben faßt, und auch im Leben preiset. Wer, seinem Taufbund treu, sich Jesu ganz ergibt, der ist in ihm von Gott begnadigt und geliebt. 7. Allein zu Jefu hin verweist er seine Jünger; allein auf Jefum jeigt sein ausgestreckter Finger. Seht, das ist Gottes Lamm, das mit dem Fluch Mel. Von Gott will ich nicht lassen.-56. 100. Mit Ernst, o Menschen. euch bestellt! damit das Heil der Sünder bei euch den Einzug hält. O, hemmt nicht seinen Lauf! Gott hat den Sohn gegeben, und mit ihm Heil und Leben, nehmt ihn mit Freuden auf. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gaft; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haft; werdet eben, wenn Chale fich erheihre Berge senket euch; senkt euch, und ben; ihr Krümmen, werdet gleich. bei Gott am höchsten steht; ein Herz, 3. Ein Herz, das Demuth übet, Grunde geht. Ein Herz, das richtig das Hochmuth liebet, mit Angst zu ist, und folget Gottes Leiten, das tann fich recht bereiten; zu dem kommt Jefus Chrift. 4. Ach, mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit, aus Glite und Erbarmen, Herr Jesn, selbft bereit! 3euch in mein Herz hinein; dies sei ftatt jener Krippen! so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. 62 101. Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Christi. 102. rhebt den Herrn, thr Frommen; er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zu unserm Leben selbst seinen Sohn gegeben. Durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! O, welche Gnade hat uns der Herr erzeigt! der uns betroffne Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Rettung zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt. Voll Mühe und Beschwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durch Tod und Leiden sein großes Werk vollbracht. lso hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland gibt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an. 4. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir uun? ist Gott mit mir wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, so wie das Heil der Welt. 6. Was mir zum Seligsein ge bricht, das, Herr, erwarbst du mir. Bersöhnung, Leben, Troft und Licht, das hab ich nur an dir. 7. Dein Mangel ist mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. 4. Er hats vollbracht! D, bringet 8. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Gott euren Lobgefang! Erlöfte Men- Sohn! durch den er Gnad erweist! schen! singet dem Mittler ewig Dant. Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Wo niemand helfen kann, da hilft er Erheb ihn auch, mein Geist. gern aus Gnaden, heilt unsrer Seelen Schaden. D, nehmt ihn gläubig an! Mel. von Nr. 61. 5. Du Freund der Menschenfinder! 103. Laßt uns unſerm Gott Lobfingen! ers Name, Heil der Sünder, ist unsre freut laßt uns heut ihm Verehrung Zuversicht. Drum kommen wir zu bringen! In des Himmels hohe Chöre dir. Hilf uns die Macht der Sünden stimmet ein! Gott allein, unserm doch glücklich überwinden! Denn dein, Gott sei Ehre! o Herr, sind wir. 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich! Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt herab, bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ewgen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgsam sein! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden 3. Wer tann Gottes Rathschluß amfre Seelen sich Gottes ewig freun. faffen? Aber dies ist gewiß: Gott Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. - fann uns nicht haffen! Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her: wie sollt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm er dann Menschheit an? Er ſpricht: Ich errette. Deß soll sich der 104. G zum Gericht er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geift nach Bethlems Hütten, feht, was dort euer Hort schon für euch erlitten. Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! Er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen, gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann! betet an! opfert Freudenthränen! Liebt ihn, der von Liebe brennet, traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden kränken, eilt herzu, suchet Ruh! Er will fie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Zittert nicht! denn er spricht: ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt mein Herz! Kein Erlöfter zage! Bringet ihm an seinem Fefte Zutraun her, wisset, er wählt für euch das Befte. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh, was ift fie gegen ewge Freuden? 11. Gottmensch! du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig wirde. Wer kann deine Lieb ergründen? Ewig soll freubenvoll sie mein Herz empfinden. 63 13. Du kommst einst zum Weltge richte! dann werd ich, Richter, dich schaun von Angesichte. Gott, wie wird dein Hasser beben! Dann werd ich deiner mich freun und ewig leben. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer. Keine Kreatur, tein Leiden, keine Noth und kein Tod foll von dir mich scheiden. elobet feist du, Jesus Christ, daß du Mensch geworden bist! Da eine Jungfrau dich gebar, frohlockte selbst der Engel Schar. Hallelujah! 2. Dich sahn die Väter schon von fern, Davids Sohn und Davids Herrn; ihr Heil und ihre Zuversicht, und aller Völker Trost und Licht. Hallelujah! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn; auf die, fo Finfterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit mun herab. Hallelujah! 4. Durch den die Welt einft worder Schöpfung Herr kommt in sein den ist, der einst richtet, Jesus Chrift, Reich, erniedrigt sich und wird une gleich. Hallelujah! 5. Jauchzt Himmel, Erde freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich! Uns, Adams sündiges Geschlecht entfündigt Er, macht uns gerecht. Hallelujah! 6. Gelobet feift du Jesus Chrift, daß du Mensch geboren bist. Dir ift der Erdkreis unterthan! dich beten alle Himmel an. Hallelujah! Mel. Wie schön leuchtet der. 35. Friedensfürst aus Da105. ner Seelen Bräutigam! mein Trost, Stamm! o meimein Heil, mein Leben! Dank sei dir o Immanuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden, singt mit Freuden, Hofianna! seht er fommt jekt: Hofianna! 64 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 2. Ich selbst bin nun von Freuden 5. Mein Blutsfreund, mein Imvoll, und weiß nicht, was ich schenken manuel! was konnte dich bewegen, soll dem auserwählten König! mein Goel, meine Lebensquell! den theurer Jesu, nimm doch hin mich Zepter hinzulegen, zu kommen in selbst und was ich hab und bin, ach dies Jammerthal, um dich mir selbft freilich ist es wenig. Schließ mich zu schenken? Ich wende mich hin in dich. Nichts auf Erden, nicht überall, ob etwas auszudenken, die Beschwerden, keine Leiden sollen mich Gabe zu vergelten. je von dir scheiden. bei mir! 3. Bleib, höchstes Gut, du Himmelszier! mein Leitstern stets, o bleib Du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell, erquicke mich, du süßzes Manna schenke dich zum Trofte den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden! Laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. 6. Wär nicht der ganze Himmel bein, und könnt ich ihn dir geben, so wird es doch zu wenig sein! Könnt ich mein Blut und Leben zu tausend mal hingeben dir, so blieb ich doch in Schulden; weil, was du haft gethan an mir, und für mich wollen dulden, unendlich mehr verdienet. Mel, von Nr. 17. 1 Gottessohn und Menschenkind! Mein Bru7. Doch sieh, mein Herz, o welche Lieb! der Herr will keine Gaben; komm nur, und dich ihm selbst ergib, das ists, was er will haben. Der fich dir schenket, will allein mit Glaub und Liebesarmen in Dankbarkeit um106. der, Gott und König! Mein Stam- faffet sein. Aus ewigem Erbarmen meln, meine Lieder sind vor deinem bist du von ihm erkaufet. Glanz zu wenig. Wo Menschenweisheit sich kehrt um, wo Engelzungen lallen, da bliebe man wohl ewig Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. was fumm, wenn dir es wird mißfallen, 107. Gottes und Marien Sohn! Liebster Jesu! Sei Kinder stammelnd bringen. willkommen! der da Armuth, Spott 2. Was alles Denken übertrifft, und Hohn mit der Menschheit angewas Witz unmöglich nennet, hat deine nommen. Rette mich aus aller Noth, Wunderhand gestift't, die keine Schran- welche meiner Seele droht! ten kennet; Gott wird ein Mensch, der Herr ein Knecht, und Menschenarme tragen den, der den ganzen Weittreis trägt. Was kann ein Klügling sagen, dies Räthsel aufzulösen? 3. Du bauteft aus Maria dir, o großer Erzgesandte, die Hütte, da dein Herz zu mir in Liebesflammen brannte. Du kamst ins Elend nackt und bloß, zu kleiden mich mit Segen; verließeft deines Vaters Schooß, um mich darein zu legen, und ewig zu erquiden. - 2. Wir empfinden alle noch, was uns Adam einst verloren: und auch ich bin in dem Joch seiner Missethat geboren. Doch ich hoffe jetzt auf dich. Andrer Adam, ändre mich! 3. Du bist worden, was ich bin: laß mich auch, was du bist, werden; nimm mein Sündenelend hin. Mache mich dir gleich auf Erden; und verleih von deinem Heil mir, o Jesu, auch mein Theil! 4. Aus dem Himmel kamst du her, hilf mir Armen aus der Hölle: Nur 4. Was aller heilgen Väter Schar ein Stall war dir noch leer; aber verlangte zu erblicken; was Adam gib mir eine Stelle unter denen, die schon verheißen war; was Lamech bei dir wohnen werden für und für. fonnt erquicken; was Jacob sah; 5. Steckt mein Herz in böser Luft, was er besang; was Hiobs Troft ges laffe du es nicht so bleiben! Wohne wesen; und was durch Davids Harf selbft in meiner Bruft, alles Böse zu erflang: das alles ist zu lesen in mei- vertreiben, bis ich, ganz mit dir nes Heilands Krippe. erfüllt, habe Gottes Ebenbild. Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 65 6. Wurdest du ein Menschensohn:| und wir können deinetwegen nun auch mache mich zu Gottes Kinde, daß ich ftets vor seinem Thron einen Vater an ihm finde! Er ist ja nicht mehr mein Feind, denn ich bin dein wahrer Freund. Kinder Gottes sein. Hat die Sünd uns gleich verdorben: oso hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und die Tüchtigkeit erworben, einst, von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu sein. 7. Wenn der Teufel fich erbost auf uns schwache Menschenkinder, fo 4. Du bist Mittler! Heil uns Siinhab ich den großen Troft: daß du dern! huldreich gab der Vater ihn! da bist, Heil der Sünder! Dir ergeb ich Leib und Seel, hilf mir, mein Immanuel! Du haft armen Adamskindern nun sogar das Recht verliehn, in den Himmel einzugehen und des Herren Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Nuv hat meine Zuversicht einen Anker, der nicht bricht. er du uns das Heil errungen, Mensch gewordner 5. Sollte Gott mich nun wohl hassen? Hier ist ja Smmanuel. Sollt er mich wohl hülflos laffen? Hier ist ja der Hülfe Quell. Was vermag mich Gottes Sohn! ewig sei dir Lobanzufechten? Er, der meinen Jammer kennt und mich seinen Bruder nennt, sitt als Herr zu Gottes Rechten. gesungen, daß du von des Him- Durch ihn bin ich Gott vereint. mels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen. Der du voller Freundlichkeit, längstens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner angenommen, und mein Bruder worden bist: sei gelobt, Herr Jefu Chrift! 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O, wie hoch haft du geehret unser sterbliches Geschlecht! Herr, du haft es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zur Luft dir auserwählet. Ja, in dir, du Gottes Sohn, sitzt der Mensch auf Gottes Thron. 108. D - 3. Du, du bist der Völker Segen, tamst, vom Fluch uns zu befrein, Gott ist mein versöhnter Freund. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch ftets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme fein. Nimmer will ich dein vergessen, dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist unermesfen. Gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar sei. Mel. Vom Himmel hoch da tomm ich her. 109. D ies ist der Tag, den Gott gemacht. Sein werd in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Chrift im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt. Doch, als die Zeit erfüllet ward, da fandte Gott von seinem Thron dich, Heil der Welt! dich, seinen Sohn! 5 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 66 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist voll Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion! kommt zu dir; er kommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun; er hilft dir gern. Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst! Immanuel und Friedefürst! auf den die Bäter hoffend sahn; dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 7. Du, unser Troft und höchstes Gut, vereineft dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zag ich nun, wenn der mich schüßt, der in des Vaters Schoose fitt! 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt! und Erde, die ihn heute steht, fing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Herr, der du uns den Tag gemacht, der uns solch großes Heil gebracht, dich preise, was durch Jefum Chrift im Himmel und auf Erden ist. 110. G ott! deine Gnade sei gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich, mein träger Geift, ibr Wohlthun zu erheben. Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich eingestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! Erwünschte Nacht! von Engeln selbst besungen; Du haft den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der alles schuf und alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kameft, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest! Sohn Gottes! o wie haft du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um meinem Heil 311 dienen. 4. D, lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht faffen! Was reizte dich auf dieser Erd, dich so herab zu laffen? Hier warteten dein nichts als Noth, Berachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch famst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Noch stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du sahest unsre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du stimmtest, unser Heil zu sein, in deines Vaters Rathschluß ein, wardft Mensch, und famft mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. Immanuel! dein freu ich mich. Du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Trofte sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Christi. - 112. bifts, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Serr! was ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Seel verehren. 8. 3war seh ich dich im Fleisch noch nicht; doch du wirst wiederkommen, und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd ich auch, Herr Jesu Chrift! dich schaun so herrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. Mel. Valet will ich dir geben.- 57. hr, die ihr wart ver111. trösten kann! Der Heiland ist geboren und nimmt sich eurer an. Deß freuet sich dort oben der Engel heilge Schar, und ihre Chöre loben Gott darum immerdar. 2. Sie wissen nichts vom Neide, freun sich mit uns zugleich und singen: große Freude verkündigen wir euch! Euch ist dies Kind gegeben! Euch solches Heil bereit, bei Gott dereinst zu leben in fteter Seligkeit. 3. Daß sich kein Mensch betrübe! dies Kind zerbricht das Joch; bringt euch des Baters Liebe; was trauert ihr nun noch? Er schenkt ein himmlisch Erbe! Wohl dem, der an ihn gläubt! daß jeder fröhlich sterbe, da folch ein Schaß ihm bleibt! 4. Tod, Sünde, Teufel, Hölle, was wider Euch gekämpft, hat er an eurer Stelle bestritten und gedämpft. Dies Kind tritt ste, darnieder. Nun seid ihr wohl gerächt, und Gott erhöht nun wieder das sterbliche Geschlecht. dir geloben wir: uns trennen weder Schmerzen, noch Freud und Glüc err! doch recht feierlich des Heilands Feft mit Lob und Dank begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir dich, du Gott der Lieb, erhöhen! 2. Wie bin ich froh, daß du also, o Gott, die Welt in deinem Sohn geliebet! D, wer bin ich, daß du 5. So rühmen fie; mit ihnen frohlocket jeder Christ, daß Gott im Fleisch erschienen, der Herr ſein Bruder ift. 113. nun 67 ich war, geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um, Gott, dein Reich und deine Lieb im Fleisch zu offenbaren. laß mich Theil! Hilf, daß ich redlich glaub an 4. An seinem Heil gib mir auch) seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troft erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! die Christenheit preift gebeuget werden. dich erfreut, und aller Knie soll dir 7. Erhebt den Herrn! er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Hallelujah! Hallelujah! Freut euch des Herrn and jauchzt ihm, ihr Erlöften! Univ.- Bibl. Giessen Mel. von Nr. 112. Christenheit, fet hoch erfreut! Heil der Welt, der Mittler, ift geboren, der uns erlöft und ewig tröff't. Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 5* Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 2. große That! nach Gottes Mel. Ach Herr, mich armen S. 67. Rath hat fich fein ewger Sohn für 115. Wie soll ich dich empfan gegeben. doch ohne Sünd, ward er für uns, und bracht uns Heil und Leben. gen, o Zier! o aller Welt Verlangen, wie gerne will ich dir mein Herz zum Tempel weihen! Nur zeige du mir an, womit ich dich erfreuen, wie ich dir dienen kann. 2. Dort streut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz gerührt? Es 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt zeigt durch frohe Psalmen, was es dir Dank. Du wurdeft Mensch, damit für Regung spürt. Dich, Herr, foll wir selig würden. Du machst uns es erheben, denn dir gebühret Ruhm, groß, und völlig los vom Fluch der dir soll es Ehre geben, dies Herz, dein Sünd und ihren schweren Bürden. Eigenthum. 5. Gelobt sei Gott! Auf unfre Noth sah er als Vater mitleidsvoll hernieder. Christenheit! preis ihn erfreut. Denn Gottes Sohn bringt das Verlorne wieder. 68 - 3. D Seligkeit! er hebt das Leid, das durch den Sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. O jauchzt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! Mel. von Nr. 112. 114. Miri, blöder Sinn, den für dich, was will dich ferner tränten? Hallelujah! Sein Sohn ist da, wie sollt er uns mit ihm nicht alles schenken? 2. Schlägt dir das Herz vor Angft und Schmerz, empfindest du, wie sehr die Sünden fränken? dein Heil ist hier; wie? sollte dir nicht Gott mit ihm auch Gnad und Friede schenken? 3. Sft deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an deine Schwäche denken? er, der dir gibt, das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit schlauen Ränken? Erschrick nur nicht! Gott ist dein Licht. Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 5. Gebricht es dir bald da, bald hier, sorgft du, wer dich noch speisen wird und tränken? O, faffe Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigteit versenken. Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie sollt uns Gott mit ihm nicht alles schenken. 1 3. Nichts hast du unterlaffen zu unsrer Seligkeit, als wir im Staube saßen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Fried und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen, und hast mich froh gemacht. 4. Sch lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichthum thut. 5. Was hat dich, Herr, getrieben, dich, den fein Himmel hält, als nur dein theures Lieben, womit du diese Welt bei ihren lauten Klagen, bei ihrer Jammerlast, bei ihren tausend Plagen so fest umfangen haft. 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbetrübtes Heer! Bei denen Gram und Schmerzen sich häufen immer mehr, seid unverzagt, erblicket die Hülfe vor der Thür; der euer Herz erquicket und tröftet, ftehet hier. 7. Sollt euch nun noch erschrecken der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil, macht sie zu Gottes Kindern, und Gott zu ihrem Theil.. 8. Laßt eure Feinde dränen, weicht darum nicht zurück, der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er fommt, der große König! der Rächer eilt geschwind! stürzt, Feinde! die zu wenig zum Widerstande sind. Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 69 9. Du kommst zum Weltgerichte, 5. Wo ist etwas, das nicht nichtig, serklärter Menschensohn, in maje- dürftig und voll Mühe wär? Hab stätschem Lichte! und mit dir kommt ich Hoheit, die ist flüchtig. Hab ich dein Lohn. Geh auf, o wahre Sonne! Reichthum, was ists mehr, als ein und leucht in vollem Glanz, erfüll wenig schnöder Erd? Hab ich Luft, mit ewger Wonne das Herz der was ist sie werth? Was ist, das mich Deinen ganz. heut erfreuet, und nicht morgen schon gereuet? - Mel. Werde munter, mein Gemüthe. W 116. ie lang soll ich traurig stehen, du Gesegneter des Herrn? Solltest du vorüber gehen? Tritt doch nicht von mir so fern! Helfer in der rechten Zeit, der mit ewgem Troft erfreut! Hilf, o Jesu, meinem Herzen von den. Wunden, die mich schmerzen. 2. Schau auf meinen großen Jammer; stille des Gesetzes Dräun! Denn dies Wort ist als ein Hammer, und zermalmt mir mein Gebein. Es verfündigt Fluch und Tod. Ach, wie schrecklich wird mir Gott! Komm, von des Allmächt'gen Pfeilen mein verwundet Herz zu heilen. 3. Sieh, wie Satan seine Lügen noch in diese Schrecken mischt; als müßt ich, gleich ihm, mun liegen in der Glut, die nie verlischt. Weh mir, zu noch größerm Schmerz wird mein schon zerrißnes Herz durch das folternde Gewissen immer heftiger zerriffen. 4. Flieh ich dann, die Angst zu linso dern, da ich fo beängſtigt bin, zu der Welt und Kindern, fall ich vollends ganz dahin. Da ist Freude, die betrübt; Troft, der nicht Erquitfung gibt; Helfer, die mir Unluft machen; Freunde, die wohl meiner lachen. 6. Aller wahre Troft im Leide ruht in dir, o Jesu Chrift; und auch du allein gibst Freude, die ganz rein und lauter ist. Ach, wie sehn ich mich nach dir! Eile, Jesu! komm zu mir, daß ich deine Hülfe sehe, eh ich in der Angst vergehe. Jetzo zeucht er bei dir ein. Sein 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret. Gang ist zu dir gekehret. Auf! heiß ihn willkommen sein! Er verspricht dir Heil und Ruh. Auf! bereite dich wählet, und da flag ihm, was dich ihm zu, daß er dich zur Wohnung quälet. 8. Wohl dir, daß dich Jesus liebet! Wo ist, was dir schaden kann? Was Gott nun nicht mehr an. Auch wird, du Böses selbst verübet, das fieht was sich in der Welt Böses dir entgegen stellt, ftatt dich in den Staub zu legen, dir mur lauter Glück und Segen. 9. Dir dient selber das zum Heile, was die Sünder schreckt und quält; denn du haft zum besten Theile deinen Jesum dir erwählt. Sei ihm, wie er dir ist, treu, und es bleibet feft ihn dort ewig werdeft loben. dabei, daß du mit den Engeln droben Von der Erscheinung der Weisen. Mel. Gott des Himmels und der. 32. 117. Gott der Juden, Gott Heiden! Aller Völker Heil und Licht! Saba fieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht. Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, du Jacobsstern. - 70 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 2. Wir gesellen uns zu denen, die König thront, die fisch- und insel aus Morgenlande sind; unser Fragen, reichen Meere, der Erdkreis, und unser Sehnen ist nach dir, du großes was drinnen wohnt. Kind! Unsre Knie beugen sich, unser Arm umfaffet dich. 4. Die an der Ströme Ufern pfliigen, befingen ihn, und freuen sich, und die, so auf den Bergen liegen, frohlocken vor ihm inniglich! Es fommt, es eilt mit hoher Stärke der Richter aller Welt herbei. Er stürzet Satans Reich und Werke, und schaffet alle Dinge neu. - 3. D, mit welchen irdschen Schäzzen nag ein armer Sterblicher dich erquicken und ergößen? Du bist über alles Herr. Ein Geschenk, das dich erfrent, ist ein Herz voll Dankbarkeit. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoffnung an. Was wir sind und was wir haben, sei dir gänzlich unterthan. Hier ist mehr, denn Salomon. Dein sind wir, o Gottes Sohn! 5. Nimm dies Opfer in Genaden von getreuen Herzen an. Sucht uns 119. M mancher Feind zu schaden, der dich nicht vertragen kann, so nimm ung bei seiner Wuth, starter Gott! in deine Hut. 6. Heilig führest du die Deinen; ficher machst du ihre Bahn. Laß uns gleichen Troft erscheinen, nimm dich unser mächtig an. Führe du uns bei der Hand in das wahre Vaterland. Der 98. Pfalm. Mel. von Nr. 33. 118. r Bölker, flimmet nun manch Wunderwerk gethan, dem Sieger über Feind und Leiden, dem Herrn, ein neues Loblied an! Denn euch, die ihr im Finstern waret, erscheinet Licht und Heil jekund! sein starker Arm ist offenbaret; sein Recht wird allen VölVon dem Namen Jesu. Mel. Aus tiefer Noth schrei. fern fund. 2. Er denkt daran, was er vor Zeiten dem Hause Ifrael verhieß. Die Huld, das Heil, die Seligkeiten, die feine Wahrheit hoffen ließ, die fallen tedem ins Gesichte, die zeigen sich jetzt offenbar. Es wird sein Heil in vollem Lichte auch den entferntsten Ländern Har. ein Jesu, du haft unsre Schuld mit ihrer Strafe E Plagen, o unerhörte Lieb und Huld, freiwillig wollen tragen. Du, der Gerechte, ließest dich zur SE Sünde machen, daß ich mich in dir gerecht kann nen- nen. 2. So heißest du nicht Jesus nur, du bist auch, was du heißest; da du die menschliche Natur aus allem Jammer reißest. Die That stimmt mit dem Namen ein; du wollteft, was du heißest, sein, mein Heil, mein Seligmacher. 3. In keinem andern ist ja Heil; kein Nam ist uns gegeben, darin wir könnten nehmen Theil an Seligkeit und Lebent; du bists allein, der jedermann ein ewges Leben geben kann. Gelobet sei dein Name! 3. Drum jauchzet, finget, lobet alle! preift Gott mit Saiten und Gefang! der Harfen sanfter Con erschalle, und der Posaunen heller Klang! Es lobe begreift es nicht, ohn deines Geiftes alles beffen Ehre, der als der größte Gnadenlicht blieb es unaufgeschlossen. 4. O Name! werde doch in mir durch Gottes Geist verkläret; da, was verborgen ist in dir, kein fleischlich Herz erfähret. Denn die Vernunft Erster Theil. Vom Wandel Jeju auf Erden. 71 5. Laß mich empfinden deine Kraft, rung kennen. So wird der Sündennoth von heißer Liebe brennen, und deines gewehrt, in Hoffnung meine Furcht Namens Eigenschaft stets aus Erfah- verkehrt, und Seligkeit mein Erbe. - 120. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden. Mel. Vater unser im Himmelreich. ein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der schwachen Men schen sichrer Rath. Es freut mein Geift im Glauben sich, Herr Jeſu, dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gefandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden deiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 3. Du saheft in der Gottheit Licht, mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat; du machtest felbft durch deinen Mund das Künf- 1 tige den Menschen kund. 4. Dies, und die Wunder deiner Hand, sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 5. Du lehreteft durch Wort und That. Man trifft der reinften Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit fefter Treu dir nachzufolgen eifrig sei. Amt, das die Versöhnung predigt, 6. Du bist es, Herr, von dem das stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit Nutzen schafft! deiner Kraft ihr Amt, damit es 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland! send ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ, vom Eigendünkel mich befrei, damit ich dir gehorsam sei; bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres Licht dereinst erfrent. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 121. HE F eiland! deine Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. O, wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 72 Erster Theil. Vom Wandel Jesu auf Erden. Mel. Machs mit mir, Gott nach. wesentliches Eben2. Ueber seine Feinde weinen, jemit erscheinen, 26. der Blinden, Lahmen, Armen, mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klage hören, sich in andrer Dienst verzehren, das sind Proben wahrer Güte: und so, Herr, war dein Gemüthe. 122. Dubito fent cherchen Liebe! Du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit Gott geweihtem Triebe. Gott war dein Zweck, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, 3. O du Zuflucht der Elenden! ein Herz. Sein Wille war dein Wille. Wer hat nicht von deinen Händen Du ehrtest ihn auch unter Schmerz Segen, Troft und Heil genommen, stets mit zufriedner Stille. Auch auf der gebeugt zu dir gekommen? Wie der allerrauhsten Bahn sahst du ihn ist dir dein Herz gebrochen, wenn noch als Vater an. dich Kranke angesprochen! und wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! — 4. Die Betrübten zu erquicken, fie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren; Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, selbst mit Aufwand deiner Kräfte. 5. O, wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen! dich von Sündern ließ'st verhöhnen und zum Schimpf mit Dornen krönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben! - 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wandel oft erwägen! und bei des Gewissens Schmerze tröste mich dein huldreich Herze! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Men schenliebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! 3. Du suchteft nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, ein Herold seines Ruhms zu sein. 4. Du gingst verstummt zur Schlachtbank hin, Gehorsam zu bezeigen. Man sah dich mit gelaßnem Sinn zur Schädelstätte steigen. Du warst zur tiefsten Schmach gefaßt, und trugft die schwere Kreuzeslaft. 5. Heiland, der du mich versöhnt, laß dein Verdienst mich decken, wenn mich, der ich Gott oft verhöhnt, verdiente Strafen schrecken! Hilf mir, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drohen, Klagen, andrer Mel. von Nr. 72. Schmach und Last zu tragen; allen 123. Wie göttlich find doch freundlich zu begegnen, für die Läfte- überzeuget seine Macht! Wenn wir rung zu segnen, deine Feinde zu vertreten und für Mörder selbst zu beten. nur von den Thaten hören, die er noch in dem Fleisch vollbracht: so stimmet ihm der Glaube bei, daß er der Welt Erlöser sei. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten! o wie wenig haft du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet. Willig littst du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sei dir dafür gesungen. 2. Die Herrlichkeit war voller Gnaden, die man aus seinen Zeichen sah. Er wirkte nie zu Jemands Schaden, wie von Propheten sonst geschah; und raffete die Sünder nicht durch Tod und Plagen vors Gericht. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Aussatz mußte vor ihm schwinden, der Stumme sang ihm Dank und Ehr. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. Erster Theil. Von dem 4. Er schalt des Satans Legionen, die Legionen scheuten ihn: so mußten sie die Menschen schonen, und plötzlich in den Abgrund fliehn! Berief er seiner Engel Schar, so stellten sie fich dienstbar dar. 5. Sein Segen speifte ganze Heere, da, wo es doch an Brod gebrach: und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sahe man in allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn! - Mel. Zeuch mich, zeuch mich. 81. 124. Gott! was muß dein Sohn ertragen! welche ter! welchen Tod! Allem Troft muß er entsagen! Ronnt ich denn in meiner Noth bei dem Schreien meiner Sünden sonst nicht Troft und Rettung finden? Leiden und Sterben Jefu. 73 6. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich bewährt! Wir nehmen solchen gläubig an, und sind ihm willig unterthan. 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu. 7. Erfüll, o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehr und Göttlichkeit! damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht: und schaffe, daß ihm unfre Treu bis in den Tod beständig sei! 2. Schöpfer! käme denn uns Armen ohne sein Versöhnungsblut nicht dein väterlich Erbarmen, deine Gnade du, und ein Rächer, und doch schonft du der Verbrecher. Mar- 7. O, Geheimniß wetser Güte, das kein Engel ganz durchschaut: rühre kräftig mein Gemüthe! wie mein Herz auf dich vertraut, Gottmensch! so laß auch mein Leben dir Lob, Preis und Ehre geben! Vom Seelenleiden. Mel. von Nr. 49. Sefu, Brumquell aller dir schreien? Freuden! wirst du mit Traurigkeit erfüllt? Mußt du in dei3. Und mußt du versöhnet werden?| ner Unschuld leiden, daß Schrecken aus muß bei dir ein Mittler sein? war dem Herzen quillt? So viel theure denn keiner hier auf Erden, war kein Streiter sah man auf die Scheiter und Engel selbst so rein, der uns, Gott, zur Feucrsglut steigen, ohn Entfärben mit dir versöhnte, und mit Heil und in der Marter sterben, mit getroftem Segen frönte? Muth. 4. Gnade willst du zwar erweisen, doch soll die Gerechtigkeit auch der Sünder zitternd preisen, wenn ihn seine Schuld bedräut. Keiner kann bei seinen Sünden ohne Mittler Gnade finden. 2. Wie kommts, daß deine Glieder zittern? Unüberwindlich großer Held! daßß Schmerzen deinen Leib erschüttern, daß dich ein Grauen überfällt? Kann der Tod ein Schrecken dir vielmehr erwecken, als er jenen thut, wenn sie ohn zu beugen von der Wahrheit zeugen, selbst mit ihrem Blut? 5. Niemand aus der Engel Orden, niemand aus der Menschen Schar ist dazu ersehen worden, weil doch teiner tüchtig war; Gott nur konnte Gott versöhnen, mich mit Heil und Segen krönen. 3. Ach ja, der Tod, der dich umgibet, ist gar von einer andern Art; der Grimm, den er an dir verübet, ist mit des Himmels Zorn gepaart: 6. Darum fam sein Sohn hernie- denn du fühlst die Pfeile, und des der, nun zugleich ein Mensch, wie Fluches Keile; jene fühlens nicht; wir, und versöhnte seine Brüder, Herr, weil du dich mußt quälen, hatten durch seinen Tod mit dir. Heilig bift ihre Seelen deiner Freuden Licht. nicht zu gut, wenn wir gleich die 125. bereuen, und um zu 74 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jeſu. 4. Du bist das Lamm, das Schuld| du von solcher Angst, o Herr, bes und Strafe auf seinen Schultern wil- stürmet werden? fig trägt; der gute Hirt, der für die 4. Ach, Herr, der Sündenknecht Schaafe sein sheures Leben niederlegt. war ich. Du bezahltest Schulden, und willst schwitzen. das erdulden, was wir all verdient; auf dir liegts alleine, daß wir würden reine, und mit Gott verfüthnt. Ich sollte Blutschweiß Es sollten billig nur auf mich der Rache Wetter blizen. Ich Armer, wie entrinn ich da! vor Gottes Zorne müßt ich ja ohn allen Troft versinken. Und da kömmst du, daß du ihn stillft. Sohn Gottes du, du selber willst den ganzen Zornfelch trinken. 5. Dies ist die Ursach deiner Klagen; das Herz fließt über durch den Mund, und macht sein schreckenvolles Zagen durch schreckenvolle Worte fund: da du selbst bezeuget, daß dein Geift 5. Heil mir, der Sohn des Höchgebeuget jei bis in den Tod. Dieses ften hat für mich sich richten laffen. ist die Quelle, da die müde Seele Gott, welch ein wundervoller Rath! sich erfreut in Gott. wer kann dein Thun noch faffen? 6. Ich will für solche Liebespro- Ach, da uns Fluch und Strafe drohn, ben, dergleichen man noch nie gesehn, so trägt er sie für uns, der Sohn, dich, mein Erlöser, ewig loben, werd den Gott uns selbst gegeben. Nun ich vor deinem Throne stehn. Laß jauchze, Seele! du kommst richt in dein traurig Ringen mir indeffen brin- Gottes schreckliches Gericht; du dringst gen wahre Glaubensfrücht; daß ich hindurch ins Leben. mich verschreibe, und dir treu verbleibe, o mein Lebenslicht! 6. Doch denk, um welchen theuren Preis dein Heiland dich erkaufet! für dich rang er im Todesschweiß, für dich mit Blut getaufet! ach Seele, sorge, daß dich nie die Sünd in ihre Nebe zieh, nichts deine Treu erschüttre! Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht! für mich zu kämpfen und zu beten. schau hin ins furchtbare Gericht, Du, der du nichts verbrochen haft, das Jesum traf, und zittre! Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. 126. ( o gehst du, Jesu, williglich, dein Leiden anzutreten, mit heißen Thränen auch geht hin, um aller Sündenlaft auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezücket war, stellst du dich seinen Streichen dar, damit sie uns nicht schaden. 2. Du Held, der andern Stärke 127. gibt, was kann dich so erschüttern? Ach, seine Seele wird betrübt, des Helden Glieder zittern. Ach, hingefunten auf die Knie, arbeitet er in schwerer Müth, und kämpfet im Gebete. Er wünscht den bangen Kampf vertürzt. Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt? D schauervolle Stätte! 2. Mehr, als zwölf der Legionen, welche dort um jenen Thron deines großen Baters wohnen, stehn bereit, o Menschensohn! deine Ketten zu zer3. Gott, wie bist du so wunderbar in allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel, muß sogar den Herrn schlagen, deine Feinde zu verjagen: vom Himmel stärken. Er ringt. Von aber du verlangst es nicht, daß man feinem Angesicht träuft Schweiß, ach, deine Bande bricht. wer entsetzt sich nicht? Für Schweiß 3. Du bist selber reich an Stärke, träuft Blut zur Erden. Der du in die sich jetzt auch nicht verlor; aber reiner Unschuld prangst, wie konntest hier in diesem Werke geht Geduld Sº Von den Banden Jesu. Gotte Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. ottes Lamm, durch dessen Wunden unser Heil wird festgesetzt! Ach, wie hart wirst du gebunden, und dein heilger Leib verlegt! Deiner Feinde ftrenge Hände wissen ihrer Wuth kein Ende! und du gibst mit stillem Sinn dich in ihre Feffeln hin. - Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 75 - der Allmacht vor. Denn sonst müß-| er anders nichts verlanget, als uns in ten Band und Schlingen wie des des Vaters Schooß dermaleins zu Simsons Strice springen; und der führen ein, laffen wir von eitlem Feinde große Zahl stürzte deiner Gott- Schein lieber, als von seinen Schläheit Strahl. gen unsern schnöden Sinn bewegen. 3. Lehre mich, o Heil der Armen! deiner Streiche hohen Werth, was dadurch für ein Erbarmen und für Troft mir widerfährt; da dein Blut, das von dir fließt, ein bewährter Balsam ist von dem Gift der Sündenbeulen mich zu reingen und zu heilen. 4. Willst du, daß ich mitempfinde, wie dich deine Geisel schmerzt, wenn mein Herz durch Schuld und Sünde, Jesu, deine Gunst verscherzt: ach, Herr, so verbirg nur nicht dein genädig Angesicht, laß von deiner Strafe Ruthen nicht so sehr die Wunden bluten. 4. Starker Held, um meinetwillen streckft du deine Hände dar, um die Schriften zu erfüllen, schoneft du der frechen Schar, wehrst dem Schwerte deines Freundes, heilft die Wunden deines Feindes, und dein Arm nimmt Feffeln an, die er doch vermeiden kann. 5. Alles, was du ausgestanden, ist zu meinem Heil geschehn, und die Schmach von deinen Banden macht, daß ich kann ledig gehn. Weil man dich gefangen führet, bleib ich frei und unberühret; weil du deiner Ketten Last mir zu gut getragen haft. 6. Heiland, wie ist deine Güte für mich Sündenknecht so groß! mache denn auch mein Gemüthe immer mehr vom Eitlen los. Laffe mich mit ihren Stricken Welt und Lüfte nicht berütken, daß ich von der Sünde frei, dir mun ganz ergeben sei! 7. Laß in diesen Prüfungstagen den durch dich erlösten Geist keine andre Bande tragen, als die du mich tragen heiß'st: Bande deiner Furcht und Liebe. Lege meines Fleisches Triebe solche Strick und Feffeln an, die es nicht zerreißen fann. 5. Herr, du litteft nicht vergebens. Wenn ich dann nach Gottes Schluß, an dem Ende meines Lebens mit dem Tode ringen muß: ach, so zeige dich nur bald in der tröftlichen Gestalt, da vom Scheitel bis zu'n Füßen des Versöhnbluts Ströme fließzen. 6. Was mußt du, mein Heiland, leiden, welche Schmach und welche Pein! doch du siehst auf jene Frenden und erduldest Schmach und Bein. Laß mich auch voll Zuversicht, wenn dereinst das Herz mir bricht, meiner Leiden Ausgang schauen; fest will ich auf dich vertrauen. 8. Soll ich einst die Ehr erlangen, daß ich deines Geistes voll, auch in andern Feffeln prangen und für dich Mel. O Gott, du frommer Gott. was leiden ſoll: ach, so laß mich in 129. Seht, welch ein Mensch! ach seht! Schand Banden, in Gefängniß, und Schanden, ja in aller Todespein dir, mein Heiland! ähnlich sein. ist er bedecket, der Glanz der Herre lichkeit! Schaut Menschen, und er= schrecket! Des Höchften Sohn habt ihr so tief herab gebracht! so schwere Müh hat ihm nur eure Schuld gemacht! Von der Geißelung Jesu. Mel. Freu dich sehr, o meine.. - 29. 128. Unser Heiland steht gebunden, voller Striemen, voller Blut, und fühlt so viel 2. Seht, welch ein Mensch! vch euch, wenn hier noch vor den Sünden nicht eure Seele graut! Sein neue Wunden, als der Kriegsknecht Zorn wird sich entzünden! Dann Streiche thut. Seht, was seine Liebe fordert er die Schmach, die er für tann! und wir denken kaum daran, euch empfand, so ihr euch nicht be daß er wegen unsrer Schulden dieses kehrt, im Zorn von eurer Hand. alles muß erdulden. 3. Seht, welch ein Mensch! die 2. Da die Welt in Seide pranget, ihr in Heiligkeit ihm dienet, schaut, Beht ihr König nackt und bloß; da wie er Sünden büßt! schaut, wie 76 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. er uns verfühnet! Wohl euch, daß seine Schmach euch schmerzet und betrübt. Erfreuet euch des Heils, das diese Schmach euch gibt. ganz entzündet für mein Heil! Nichts scheueft du, nicht Marter, Schmach und Hohn, um aus der Noth mich ganz herauszuziehen, mich Sohn des Staubs, o du, des Höchsten Sohn! wie kann ich gnug von Dankbegierde glühen! 4. Seht, welch ein Mensch! hier fteht, Verbrechern gleich, gebunden, an dem sein Richter selbst gar keine Schuld gefunden! Dies Zeugniß ist mir werth! Denn wär er nicht ganz rein, wie könnt er dann für uns ein gültges Opfer sein? 2. Am Delberg wartet auf dich Angst und Qual; die Stund ist da, nun willst du nicht verweilen; ich sehe dich aus Salems Pforten eilen. 5. Seht, welch ein Mensch! ach Du wallft dahin durch Kidrons schwarseht! wie ist sein Leib zerrissen! Seht, zes Thal, und Todesschrecken folgen was für Ströme Bluts aus seinen dir dahin. Nichts kann indeß den Wunden fließen. Heilsame theure großen Vorsatz hindern; des Menschen Fluth! aus diesen Wunden quillt, Rettung lag dir längst im Sinn. was unfre Schaden heilt und das Ganz weihst du dich verlornen AdamsGewissen stillt. kindern. 6. Seht, welch ein Mensch! ach feht! schmerzhafte Dornen krönen fein majestätisch Haupt! doch mag die Welt dich höhnen! Mein Jesu, mir bleibst du ein König auch noch hier! Voll Ehrerbietigkeit beug ich die Knie vor dir. 7. Seht, welch ein Mensch! Er muß, vom Rohrstab frech zerschlagen, noch in der eignen Hand des Frevels Werkzeug tragen! Ach wißt, daß diese Hand ein eisern Zepter trägt! Sorgt, Frevler, daß sie euch nicht einst im Zorn zerschlägt! 8. Seht, welch ein Mensch! schaut hin, o Sünder, und erschrecket! da so viel Speichel ihm sein Antlitz über decket. Gott, wie viel schnöde Schmach trifft deinen Sohn um mich! Mein Dank ergießt vor dir in heißen Thränen sich. 9. Seht, welch ein Mensch! mein Herz im Leibe will mir brechen! Ob diese Leiden schon mir ewgen Troft verspre en: Herr, ich kann ihrer nie mich ohne Wehmuth freun! Herr, laß mich ja für dich nie Spott und Schande scheun! Mel. von Nr. 84. Mein ein Lebensfürft! mun 130. kann ich dich mein Theil und meinen Trost, und meinen Retter nennen. Wie loderst du, nie werd ichs gnug erkennen, von Eifer 3. Nunmehr kommst du in jenem Garten an, wo dich, o du mein einziger Berather! so oft mit Ernst zu deinem großen Vater für unser Heil die Engel beten sahn. Jetzt wurdest du in Traurigkeit versenkt, mit Todesangst und Schrecken ganz befangen, daß ich von allem, was mich nagt und kränkt, bei deiner Angst Befreiung möcht erlangen. 4. Dein blutger Schweiß zeigt, wie dich Gott jetzt schreckt. Wie beben dir, o Held, vor Furcht die Glieder! Du finkst vom Zorn des höchsten Richters nieder, wirst als ein Würm mit Blut und Staub bedeckt. Hör seine Stimm, o Sünder, höre fiel Dir ruft er zu, in diese Noth gerathen: mit deiner Schuld machst du mir diese Müh, und diese Qual mit deinen Missethaten. 5. Ganz sollst du nun ein Mann des Schmerzes sein. Dich, Heiliger! Verbrechern gleich zu fangen, dringt jetzt auf dich mit Fackeln, Schwert und Stangen, von Wuth beseelt, die Schar der Sünder ein. Du stellft dich dar; doch ihren harten Sinn kann weder deine Macht noch Unschuld rühren; gefesselt führen dich die Frevler hin, die bei dir nichts als Willigkeit verspüren. 6. Mit größter Wuth greift dich der Feind nun an, als wäreft du der größte Mifsethäter. Was thut der $ Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 77 Freund? Ach, er wird ein Verräther!| zürn ich mit der Juden Wuth? Ach, Mit Abschen seh ich seine Bosheit hier kann ich des Menschen Thorheit an. Doch Judas schmerzt dich jetzo lesen; Tand wählet er, der Thor, nicht allein; bei deiner Noth siehst du fürs höchste Gut: wie oft bin ich ein die Jünger fliehen; jetzt bleibest du solcher Thor gewesen. ganz hülflos und allein, du siehst sie all und selbst auch Petrum fliehen. 12. Das Mordgeschrei, das an den Himmel stieß, schallt nicht so laut, als meine Sünden riefen. Die Ströme, die aus so viel Wunden liefen, als, Jesu, dich Pilatus geiffeln ließ, entdeckten mir gar merklich meine Schuld; verdient hatt ich des Satans Wuth und Morden.! o! Dank sei dir! mich rettet deine Huld, heil bin ich nun durch deine Wunden worden. - 7. Der Richter seines Volks steht vor Gericht, vor Caiphas läßt er sich laut verklagen, und schweigt, was auch die falschen Zeugen sagen; gescholten, schilt der heilge Gottmensch nicht. Er kommt noch einft und mit ihm kommt sein Lohn, und alle Bosheit wird gewiß gerochen. Gleichwohl wird ihm, des Allerhöchsten Sohn, als einem Lästerer der Stab gebrochen. 8. Mein Jesu! bricht dir nicht die Schmach das Herz? Verspeit wirst du, geschlagen und verhöhnet. Wie ist dir, da der Lästrung Stimm ertönet? Wie weit treibt man den pöbelhaften Scherz? Du, der Propheten Größter, wirft ein Spott. Wie darf dein eignes Volk dich so entehren! Ach, theuer sei du mir! Von dir spricht Gott: das ist mein lieber Sohn, den follt ihr hören. 9. Hat Petrus dreimal dich aus Furchtsamkeit verläugnet, und damit dein Herz durchstochen, ach! wie viel öfters hab ich Treu gebrochen! Doch ist es mir, o Herr, wie Petro, leid. Und darum hast du den treulofen Knecht beständig noch zu lieben fortgefahren. Ach, bring mich auch, wenn ich verirrt, zurecht, laß deinen Geist dies schwache Rohr bewahren. 13. Welch Schauspiel stellt sich meinen Augen dar: mit Dornen frönet man dich, o mein König! dem Frevler ist die Schmach noch allzuwenig, ein Rohr reicht man dir als ein Zepter dar! der Purpur höhnet dich, man beugt die Knie und spottet dich mit Worten und Geberden. Ach, meine Schuld! wie groß, wie groß ist sie! so tief mußt du für mich erniedrigt werden. 14. Ganz matt schleppst du dein Kreuz nach Golgatha, noch mehr vom Fluch, der auf dir lag, gedrücket. Was ists, das mun mein schüchtern Aug erblicket? Wie schauervoll wirst du mir, Golgatha! Da hänget er, ein Scheusal, nackt und bloß; sollt er denn nicht mein Mitleid ganz erwecken? Ach, ihn drückt unsre Schuld! ein Berg! wie groß! und er verlangt nicht Mitleid, sondern Schrecken. 15. Du bist, o schreckenvolles Golgatha, die Trauerbühne, da mein Heiland litte; der Kampfplatz, wo des Weibes Saame stritte, der Ort, wo man das höchste Wunder sah. Hier hänget Er, der Opfer Gegenbild, der Gottes Zorn in vollem Maaße fühlte! Hier trifft der Pfeil dich, meines Glaubens Schild, der längst auf mich, 10. Folg ihm, mein Geist, bestürzt ins Richthaus nach: D, welch ein Schauplaß nie erhörter Leiden! wie duldet er von Juden und von Heiden, Er, beider Heil, ganz unverdiente Schmach! Den Aufruhrstifter sieht Pilatus nicht; o, wie empöret sich jetzt mein Gewissen, da, Jesu, dir sein Mund das Urtheil spricht! bedroht, mich großen Sünder, zielte. geschreckt, wird Er dahin geriffen. 16. Mein Heiland hängt dort zwi11. Dir durfte man den Mörderschen Mördern. Mich wollt er der Barrabas, o Theuerster! gar an die Schar der Seelgen zugesellen; hier Seite setzen, und, was entsetzlich ist! will ich dann zu seinem Kreuz mich dich schlimmer schätzen. Raserei! stellen, der Deinen Tren und WehO, mehr, als Cains- Haß! Doch warum muth rühret dich. Der Kriegsknecht 78 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. nimmt zwar deine Kleider hin, doch Wasser fleußt! Vergebung schafft mir mir verläsfest du den besten Segen. sein vergoßnes Blut, sein Geift stärkt Dein bin ich ganz, und was ich hab mich zu jedem guten Werke; ein offner und bin, will ich auch gern zu deinen Born, wie fließt er mir zu gut! Ich bin Füßen legen. im Herrn Gerechtigkeit und Stärke. 17. Das Bundesblut erwies die 22. Kommst du mit Blut und Waserste Kraft am Schächer, der noch in ser nun zu mir, so will ich, Herr! der letzten Stunde durch wahre Buß dir mich zum Opfer bringen! beim und Glauben Gnade funde. Für alle offnen Borhang wird es mir gelingen; Sünden war nun Rath geschafft. Doch freimüthig nah ich mich nunmehr zu ist aus tausend einem dies geschehn: dir. Muth mache mir im letzten Kampf so ist dem sichern Fleisch nichts ein- dein Blut; gestärkt durch deinen Geist geräumet; der andre Schächer mußt laß mich dann scheiden. Dein Blut zu Grunde gehn, weil er die rechte lösch aus für mich der Höllen Glut, Gnadenzeit versäumet. dein Geist führ mich zu deines Himmels Freuden. 18. Der Mittag fommt. Der Sonne Schein hört auf; dir, ihrem Schöpfer, will kein Licht mehr scheinen. Du, Helfer, mußt als ein Verlaßner weinen. Dein Angstgeschrei stört jetzt der Schöpfung Lauf. Wer zittert nicht? der Löw aus Juda brüllt; den Sohn der Liebe trifft des Vaters Ruthe. Was Wunder, daß sich die Vernunft verhüllt! O, du mein Troft! Was schmeckst du mir zu gute. 23. So lang ich aber noch ein Pilgrim bin, soll in mein Herz dein sterbend Bild sich schließen; mein Mund soll sich in Lob und Dank ergießen; ganz geb ich mich zu deinem Opfer hin. Die Sünde, die dich mit so schwerer Laft für mich gedrückt, will ich mit Ernst verfluchen; ich will, was du für mich geleistet hast, mit Lieb und Treu dir zu vergelten suchen. 19. Nun weiß ich, daß die Nacht der Finsterniß zerstöret ift. Sollt ich noch rathlos fiehen, und schmachtend 131. 1 hin durch dunkle Thäler gehen, so bleibt mir, Jesu, doch dein Troft gewiß. O, sollt ich je von dir geschieden sein! D, solltest du je meiner nicht gedenken! Eh wird die Sonne sich, von Licht und Schein beraubet, in des Abgrunds Kluft versenken. 21. Mert auf, o du in mir er schrockner Geift! Schau Jesu Seite noch zuletzt durchstochen, nachdem der Tod ihm schon das Herz gebrochen; schan, wie sein Blut vereint mit Mel. Herzliebster Jefu, was hast. nschuldger Jefu, was hast du verbro-chen? Dein Todesurtheil haben sie gesprochen. Ein Fluch gemacht, sollst du am 20. Von heißem Durft wirst du zuletzt gequält; und welch ein Labsal wird für dich gefunden! Ach, wie betrübt find deine letzten Stunden! damit ja nichts an deinem Leiden fehlt. Es ist vollbracht! rufst du dann aus und stirbst, und übergibst den Geist schlagen und verhöhnet! mit Finsterdes Vaters Händen. Welch Heil! das niß des Todes schon umschattet, gehst du so sterbend mir erwirbft! getroft kann ich nun meinen Lauf vollenden. Kreuze sterben, wie Sünder sterben. Schmach gefrönet, ins Angesicht ge 2. Gegeiffelt wirst du und zur du ermattet. 3. Du trägst dein Kreuz, du eifft auf blutgen Wegen voll Zuversicht, voll Muth dem Tod entgegen! Ich sehe dich gekreuzigt, dich entfärbend, voll Wunden sterbend. 4. Was ist die Ursach dieser deiner Plagen? Ach, unsre Sünden haben Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 79 dich geschlagen! Wir, großer Mittler,| Ueberwinder Krone, dein großes Lob haben das verschuldet, was du erduldet! viel würdiger besingen, stets Dank 5. Wie wunderbar ist, Richter, deine dir bringen! Strafe! der gute Hirte leidet für die Schaafe! bezahlt der MittMel. Herzliebster Jefu, was. 131. err! mich, dein her Gerechte, für ſeine Knechte! 132. Heiben zu bedenken, Herr! ler, 6. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt! der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt! die Unschuld stirbt! der das Gesetz gebrochen, wird losgesprochen! mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Bereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte. Mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen. Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geift mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. - 7. Ach, unsre Seele war entstellt von Sünden! an uns Verbrechern war nichts Guts zu finden! das hätten wir, von Gott verworfen, müssen auf ewig büßen! 8. Liebe! Liebe niemals auszusprechen! du willsts! an dir soll es der Nächer rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willst leiden! 9. Wer kann, o Herr, die großen Seligkeiten, die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 10. Doch du sagst selbst: Eins werde dir gefallen, wenn wir vor dir mit Buße niederfallen, und unser Herz von neuem nicht entzünden mit alten Sünden! 11. Es ist, Versöhner, nicht in unsern Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften! D send uns deinen Geift, der uns regiere, zum Himmel führe! 12. Dann wollen wir mit vollem Dank betrachten, was du gethan haft, diese Welt nicht achten. Wir wollen wachen, beten, deinen Willen mit Freud erfüllen. 13. Dann wollen wir für dich, Herr, alles wagen; tein Kreuz nicht fürchten, keine Schmach und Plagen; uns follen Spott, Verfolgung, Tod und Leiden nie von dir scheiden. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an deffen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güte! 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen; uns kommt es zu, ste demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du fiebteft mich, ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben; o gib zu diesem heiligen Geschäfte, Herr, selbft mir 14. Dies alles ist zwar nur für schlecht zu achten, weil wir noch sterblich sind, im Staube schmachten! doch nimmst du's an! du wirst uns dennoch geben ein ewig's Leben! 15. Dort werden wir, o Herr, vor deinem Throne, geschmücket mit der Kräfte. 80 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. Mel. Ach Herr, mich armen S.- 67. zu dir und deiner Treu, und bis ich er du voll Blut und einst erkalte, ganz nur der Deine feil 133. De Dwunden für uns am 9. Wenn ich denn einst soll scheiden, ach! dann verlaß mich nicht! sei auch in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, dann reiß mich aus den lengsten kraft deiner Angst und Pein. Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den größten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil! wie dank ich dir? 2. Wie viel hast du erlitten, erhabner Menschensohn! als du den Tod beftritten, den Tod, der Sünde Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herze brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst der Leute Spott; dich höhnten 134. deine Gott? Feinde: wo dein 4. O schreckliches Empfinden! du fühlteft das Gewicht vom Fluche unsrer Sünden und Lindrung ward dir nicht. Stets wuchsen deine Plagen; kein Helfer am für dich. Man hörte dich felbft tlagen: Gott! wie verläss'st du mich! 5. Mein Heil! was du erduldet, das ist auch meine Last. Ich habe mit verschuldet, was du getragen haft. Sieh gnädig auf mich Armen, der Born verdienet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr! nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? 10. Erhebe dann mein Hoffen, zue beffern Welt zu gehn, und laß im Geist mich offen, Herr! deinen Himmel sehn. Dahin laß mit Entzücken alsdann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. 7. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung, Beßrungskraft, in Trübfal Troft und Freuden, die ewig find, verschafft. D, gib an dieser Gnade auch mir im Glauben Theil; so wird mein Seelenschade durch dich, Erlöser! heil. Mel. Liebster Jesu, wir find hier. 4. Mei eine Seel, ermuntre dich, Jesu Liebe zu bedenken! Auf sein Kreuz hin müffe sich jetzt dein Blick voll Andacht lenken, daß dein Herz der großen Treue deines Jesu sich erfreue. 2. Sieh! der wahre Gottessohn ist für dich ans Holz geheftet! Hier hängt er voll Schmach und Hohn, blutig, schmerzenvoll, entkräftet! Ach für mich mit Fluch beschweret! wo ift größre Lieb erhöret? 3. Du, du solltest große Pein ewig in der Hölle leiden, und von Gott verstoßen sein, ewig fern von allen Freuden. Da trägt Jesus deine Sünden, daß du könntest Gnade finden. 4. Sein verdienstlich Leiden stillt deines Richters Zorn und Rache. Er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache; Sünde, Teufel, Tod bezwungen, und das Leben dir errungen. 5. Nun, was liegt dir ob, mein Herz? Dem dich dankbar zu beweisen, der sogar durch Blut und Schmerz seine Lieb an dir will preisen. Kannft du wohl in schwachen Liedern ihm so große Lieb erwiedern? 6. Ach, ich kann ja nimmermehr das Geringste nur vergelten! Er verbind't uns ihm zu sehr. Meine Träg heit muß ich schelten, daß ich ihn so lau geliebet, ja durch Sünden oft 8. Ich danke dir von Herzen, o du, mein größter Freund, für deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeint! Ach! gib, daß ich mich halte betrübet. S Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 81 7. Was geschehen ist, das soll Mel. von Nr. 37. ferner nicht von mir geschehen. Fest 135. Forfülle, Herr! doch felbft entschlossen, eifersvoll, einen andern Weg zu gehen, will ich nun nur Jefum suchen, und, was ihn betrübt, verfluchen. mein mit reinem Andachtstriebe. Ich denk an deines Leidens Schmerz, die Wirkung deiner Liebe. Dein Kreuz sei mir gebenedeit; welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wann 8. Weg ihr Sünden, fern von mir! euch kann ich an mir nicht leiden! Welch ein schnöder Gräul seid ihr! hab ich dies doch recht bedacht, und Ach, von dem wollt ihr mich schei- dich aus aller meiner Macht genug den, ohne welchen ist kein Leben, keine dafür gepriesen? Gnade, kein Vergeben. 9. Dir, mein Jefu, dir mein Heil, will ich ganz mich übergeben; als dein Eigenthum und Theil, dir zu sterben, dir zu leben, dir zu reden, dir zu leiden, dir zu schweigen, dir zu meiden. 2. Rath, Kraft und Friedefürft, und Held, in Fleisch und Blut gefleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet? Du ringft mit Angst und Todesnoth und gehst doch willig in den Tod: O Liebe sonder Ende! du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und gibst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, auf den stets mein Auge blicet. Wie du mein bist, bleib ich dein, immer ganz und unverrücket; was du liebst, will ich auch lieben; was dich kränkt, soll mich betrüben. - 11. Drohten mir sogar um dich Tod und Martern, Schmach und Bande, mich schreckt nichts; von dir hab ich deinen Geist zum theuren Pfande, daß ich soll den Himmel erben; darauf kann ich fröhlich sterben. 12. Nun dann, nimm mich ganz dahin! Jesu will ich sein und bleiben, dem ich lebe, des ich bin. Nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirft, Sefu, mich nicht laffen. Ewig will ich dich umfaffen. 4. Erniedrigt bis zur knechtsgeftalt, und doch der Größt im Herzen, erträgst du Spott, Schmach, und Gewalt, voll Krankheit und voll Schmerzen. Man sah dich, der Verheißung Ziel; doch an dir war nichts, das gefiel, und nicht Gestalt und Schöne. Vor dir, Herr, unsre Zuverficht, berbarg man selbst das Angesicht, dich schmähten Bundessöhne. 5. Ein Opfer nach dem ewgen Rath, belegt mit unsern Plagen, um deines Volkes Missethat gemartert und zerschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachtbank führet. Freiwillig, als der Hel den Held, trägst du aus Liebe für die Welt den Tod, der uns gebühret. 15. Täglich, täglich freu ich mich auf dies freudenvolle Leben! Heiland, 6. Du neigst dein Haupt. Es ist volls dir sei Dank! durch dich wird es mir bracht. Du ftirbft, die Erd' erschüt bereinst gegeben! Laß, im Glauben tert. Die Arbeit hab ich dir gemacht; mich zu halten, deine Kraft in mir Herr, meine Seele zittert. fiets walten. der Mensch, den du befreit? 6 13. Sft schon jezo, ist schon hier solche Freud und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein Jesu, recht verbinden, schenkst du schon so viel auf Erden: ei, was will im Himmel werden! 3. Du trägft der Missethäter Lohn, und hatteft nie gesündigt; du, der Gerechte, Gottes Sohn! so wars vorher verkündigt. Der Frechen Schar begehrt dein Blut; du duldest göttlich groß die Wuth, um Seelen zu erret ten. Dein Mörder, Jesu, war auch ich, denn Gott warf alle Sünd auf dich, damit wir Friede hätten. 14. Was für Wollust nach dem Leid! nach dem Elend was für Ehre! was für Ruhe nach dem Streit! was für frohe Jubelchöre! Ewig werd ich Gott dort loben, wenn er mich zu fich erhoben. Was ift O wär 82 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnaden Stärke. ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden; und deine Liebe bringe mich, daß ich dich wieder lieb und dich nie kreuzige mit Sünden. 2. Dein ewger Sohn selbft stirbt für Menschenkinder. Der Heiligste tritt an die Statt der Sünder! der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. - 7. Welch Warten einer ewgen Pein, für die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu sein, nicht nach dem Glauben trachten; für die, die dein Berdienst gestehn, und dich durch ihre Lafter schmähn, als wirkliche Verhöhner. Wer dich nicht liebt, kommt ins Gericht, wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm bist du kein Versöhner. 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürfteft ftrafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Versöhner schenkeft? Was findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? 8. Du hafts gesagt; du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ists, das mir Troft verschafft, wenn mich die Sünden kränken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß 5. Verdient Verachtung göttlicher mich in Lieb und Demuth stets vor Gesetze, verdient Verschwendung undir erfunden werden! dein Heil sei schätzbarer Schäßze, verdient ein felbft mir der Schirm in Noth, mein Stab gemachter böser Schade des Richters im Glück, mein Schild im Tod, mein Gnade? letter Troft auf Erden. Mel. D Lamm Gottes, unschuldig. 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thuft noch mehr zu unferm Wohlergehen, als wir verstehen. Gottes Lamm, 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Bater nennen, und zum Gehorsam dir unschuldig am Kreuz für uns gesmein ganzes Leben willig ergeben. 8. Was mir dein Sohn, da er für schlachtet, befunden stets geduldig, mich gestorben, aus deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir wiewohl du wurdft verachtet; die zu meinem ewgen Heile nun auch zu Theile! Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verza- gen. dich unser, o Jesu, Jesu. 2. O Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden flets geduldig, wiewohl du wurdt 138. M berachtet! Die Sünd hast du getragen; sonst müßt auch ich verzagen. Lob sei dir ewig, o Jesu, Jesu! 136. D Mel. von Nr. 55. Erbarm 137. Gbeinen Sohn gegeott, der du für uns ben, wer kann doch gnugsam deine 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröfte mich bei des Gewiffens Schmerzen. Dein Geist se mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. Mel. Christus, der uns selig macht. ein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest! und auch auf der Himmel Thron jett noch für mich bitteft, Erster Theil.- - Von dem welche Wohlthat ift für mich dein verföhnend Leiden; D, wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Leiden und Sterben Jefu. 83 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden: ol fo hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. Mel. O Welt, ich muß dich laffen. 48. 139. Welt! fich hier dein Freuden. Leben am Stamm des Kreuzes schweben! dein Heil fintt in den Lod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Ban2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr! gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, oden, Schlägen, Hohn und Spott. der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 2. Tritt her und schau mit Fleiße! mit Blut und Todesschweiße ist ganz sein Leib bedeckt; und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Zornes schmeckt. 3. Wer hat dich so geschlagen, und dieses Heer von Plagen, Herr, wider dich erregt? du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder: wie sind dir Strafen auferlegt? 3. Nun kann meine Misfethat noch Vergebung finden; denn du starbft nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unfre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu haft du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, haft aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestob meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen! Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, du haft sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. 4. Sch, ich und meine Sünden, der sich so viele finden, als Sandes an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten diese Plagen auf dich, und dieses Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen in ewgen Finsternissen, was nun dein Tod verfühnt: die Geißel und die Banden, und was du ausgestanden, das alles, Herr, hab ich verdient. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken, wie ein Gebirge schwer! du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen und o wie gnadenreich ist er! 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja lässeft dich selbst würgen für mich und meine Schuld; für mich läff'st du dich frönen mit Dornen, die dich höhnen, und leideft alles mit Geduld. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben. Treib mich mächtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen; was ich Unrecht je gethan, innig zu bereuen. 8. Für mich ihn zu erlegen, eilft du dem Tod entgegen mit großem Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht fterbe, noch ewiglich verderbe; o unerhörte Liebesglut! 8. Drüct mich meine Sündennoth, ftraft mich mein Gewiffen: o! dann 9. Wie bin ich dir verbunden, durch laß aus deinem Tod mich den Troft den ich Heil gefunden! ich bin dein genießen, daß du auch für meine Schuld Eigenthum. Mich dankbar zu erweisen, büßend bist gestorben, und Vergebung, soll Seel und Leib dich preisen, und Gnad und Huld mir bei Gott erworben. bir gehorchen sei mein Ruhm! 6* 84 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 10. Es soll dein Tod und Leiden,| mir zum Segen. In ihm wird, statt bis Leib und Seele scheiden, mich trö- Fluches, Heil, jedem, der da glaubt, zu sen und erfreun. Es soll von meinen Theil. Pflichten mich täglich unterrichten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. 4. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Hier will ich ihn fest umfaffen, ihn nicht laffen, ihn, der mich am Kreuz vertrat, bis er mich gesegnet hat. 5. Mein Erlöser hängt am Trem. Auch für mich hat er sein Leben hingegeben. Brenne, Herz, in heißer Glut gegen ihn, dein höchstes Gut. 6. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte nun an Sünden Luft noch finden? Sie will ich voll Abscheus fliehn; meine Sünden kreuzgen ihn. 7. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in rohen Freuden mich noch weiden? Das sei fern! Die Welt sei mir mun gekreuzigt, und ich ihr. 8. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte seinen Willen nicht er füllen? Theuer hat er mich erkauft, und auf ihn bin ich getauft. 9. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Sollt ich nun im Hohn mich grämen? Sein mich schämen? Froh rühm ich mich seiner Schmach, trage gern sein Kreuz ihm nach. - 11. Wie firenge Gott Verbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie schwer sie ihrer Sünden Vergeltung werden finden, will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, und thun, was er gebeut. Nicht meinen eignen Willen, nur seinen zu erfüllen, ift meine Pflicht und Seligkeit. 13. Nach dir will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, nach dir, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getroft und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 14. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, dräun; wie du gelaffen dulden; dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeihn. 15. Ich will ans Kreuze schlagen mein Fleisch, und dem entsagen, was dir, Herr, nicht gefällt; was deine Augen haffen, das will ich fliehn und laffen, gefiel es auch der ganzen Welt. Mel. Meine Liebe hängt am Kreuz. 140. M M ein Erlöser hängt am Kreuz und ist hier ein Ziel des Spottes; ach Sohn Gottes! Wo ist deines Arms Gewalt? Wo die göttliche Gestalt? 2. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Größ und Hoheit sind verschwunden. Nichts, als Wunden! Nichts, als Blut, und Qual auf Qual! nichts, als Leiden ohne Zahl. 3. Mein Erlöser hängt am Kreuz, und hängt hier auch meinetwegen; 10. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in trüben Tagen troftlos zagen? Auch die schwerste Bürde deucht, gegen seine Laft, mir leicht. 11. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Herr, ich bleib im Tod und Leben dir ergeben. Als du starbest, starbst du mir; wenn ich sterbe, sterb ich dir. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 141. 1 m Gnade für die Sünderwelt rufst du mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei deinem herben Schmerz die Böse S Von dem Leiden und Sterben Jefu. 85 Kraft. Herr Jefu Chrift! der legte Kampf wird mir verfüßt, wenn du mein Troft im Tode bist. 5. Den sanften liebesvollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele! Gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Zornes wilde Glut mein Herz zur Nachbegierde an: o, so erinnre mich daran, Herr Jesu Chrift! wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad erfleht. verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Shr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget. 6. Mich tröfte dein Verföhnungstod! es bilde mich dein Geift, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! D, zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schutzpanier. Zeuch dir mus nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürsprach ewig freun. Herr Jesu Chrift! wie Er hat durch segnendes Gebet auch selig ist, wie selig ist der Mensch, uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt dem du ein Heiland bist! auch uns zu unsrer Ruh Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Chrift, Erster Theil. - wichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schar in dir entehrt; rufft, daß es Erd und Himmel hört: vergib o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; das, was sie thun, Mel. Jefus, meine Zuversicht.- 47. gelobt seit du für deinen Tod! Gott 142. Swing dich auf gen unser Gott. Golgatha! schau den Herzen, daß dich ja seine Bein zur Heiland hier am Kreuze; nimm zu Buße reize. Härter bist du noch, ale Stein, so du hier kannst fühllos sein. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel hangen: wie das Blut in Strömen quillt, daß ihm alle Kraft entgangen! schaue! ach, erschrickst du nicht, da sein sterbend Herze bricht? alles das hätt ich verschuldet, und 3. O Lamm Gottes ohne Schuld¹ da haft aus freier Huld Pein und Schmach für mich erduldet. Aus des ewgen Feuers Glut mich zu retten, fließt dein Blut. 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frift zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an! haft du durch deiner Fürsprach Kraft, mein treuer Heiland mir verschafft. D Jefu Chrift! mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis in den Tod. 4. Wird wo mein Herz vom Trofte leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o, dann versichre mich aufs neu, du steheft 4. Du für uns erwürgtes Lamm! mir als Mittler bei, der meine Schuld groß, ja groß ist deine Liebe! schau bedecket. Mein Geist blickt glaubens- von deines Kreuzes Stamm, wie ich voll auf dich. Sei du mir nur nicht mich um dich betrübe! Ich bin schulfürchterlich! und schließt sich meine dig; aller Schmerz, der dich trifft Pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer durchbohrt mein Herz! 86 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 5. Herr, was kann ich dir dafür, daß du mich so liebeft, geben? Nimm, was ich vermag, von mir! dir, nur bir gehört mein Leben! wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen dich nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! du littest uns 6. Nur bei dir allein such ich Hülf zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem in meinen bängsten Stunden! schmach- theuren Blute. Du hast mir Heil, tend, lechzend sehn ich mich nach dem da du für mich gestorben, am Kreuz Troft aus deinen Wunden, wie ein erworben. Hirsch nach Waffer schreit, bis er meine Seel erfreut. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut! lehre mich die Welt verschmähen! laß auf dich, du höchstes Gut, immer unverwandt mich sehen, und im Kreuze führe mich selig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich laß mich alle Noth freudig sterbend überwinden. Nirgends müsse mich der Tod, als bei dir, mein Heiland, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, spricht getroft: Es ist vollbracht! Mel. von Nr. 55. 143. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Bose mir erlauben und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für uns dahingegeben, wie fönnt ich noch nach meinem Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden; da du so viel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben felbft gelaffen, wie könnt ich sie, sie meine Brüder haffen; und nicht, wie du, wenn fie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiligster! Du Herr und Haupt der Glieder, schaltft auch nicht wieder. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben? so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben? so werd ich dort von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben? 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke! 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Nergerniß und eine Thorheit werden: so seis doch mir, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 13. Gott! eile nicht, sie rächend zu zerschmettern! erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. 14. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken! dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einft leide, mir Fried und Freude. Mel. von Nr. 55. für deine Liebe! fie 144. Sei hochgepriesen, Herr, drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugeft unsrer Siinden Schmerzen. D, welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen? du ließeft unsre Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu schaffen. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 87 8. O laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! was hab ich sonst für Fichern Troft auf Erden? was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? - 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das haft du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 5. O ftärke selbft mein Herz in diesem Glauben. Kein banger Zweifel müffe ihn mir rauben! Er müffe mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Soll ich mich nun noch frevelhaft erfühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen? so wär ich ja, o Herr, nicht sein Erlöster, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. Die letzten Worte Jesu. 145. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an; 8. Nichts soll mich je von deiner Er ruft mit sanftmuthvollem Herzen: Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis sie wissen nicht, was ste gethan. du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird befungen. Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Miffethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach! O Mensch, den Rach und Zorn berführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach! egleite mich, o Chrift! wir gehen zum schmerzenvollen Golgatha, auf deffen fürchterlichen Höhen, was nie ein Gott um Glauben an! Sie Engel faßt, geschah! Erwäg 17 an diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte, und rufe können dir den Troft im Leben, und einst den Troft im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr tröften kann. 2. Schon zeigt der Blutberg sich von weiten! erschrid und zittre, frommes Herz! Sieh deinen Retter, sieh ihn streiten, und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz. Hier hieng, den Mördern übergeben, am Holze, Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht uns wieder Gottes Huld. 4. Welch Beispiel findlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl. Ach, wird mein Aug einst um die Meinen in seiner letzten Stunde weinen, fo soll dies Wort mir Troft verleihn! die Seinen noch zu schüßen strebte, der, als der Tod schon um ihn schwebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 5. Frohlodt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese sein. Herr! laß an des Todes Pforte einst diese 88 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. Der Tod Jesu. troftesvollen Worte auch meiner Seele Troft verleihn! 6. Wer kann die hohen Leiden faffen, als Chriftus an dem Kreuze rief: 146. G eht den leidenden Gerechten, so entehrt von LasterMein Gott, wie hast du mich verlaffen? wie beuget ihn die Laft so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten!! vor Angst und Bein müßt er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! fnechten! Er, der Herr, gekrönt zum Hohne, träget seine Dornenfrone, und büßet unsern Frevelmuth. 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von Allem, was erquickt, entblößt, wünscht, daß sein Durst geftillet werde! Mensch, der dich so theur erlöst, der Heiland rufet dir 2. Unser göttlicher Vertreter wird noch heute aus tausend Armen, dir geführt, wie Uebelthäter. Wer kann zur Seite, die Hunger, Durst und seine Leiden zählen? Eine Welt verMangel drückt: Oselig, wer den forner Seelen erkauft er sich um dieRuf erfüllet! denn wer den Durft sen Preis. des Armen stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 3. Seht den Schönsten unter Allen 8. Nun enden sich die schweren Lei- bleich, entstellet und verfallen! Seiner den; der Heiland spricht: es ist voll- Hoheit Glanz vergangen! Schmach bracht! Wort des Sieges! Wort entweihte seine Wangen, und seine Richterstimme schwieg. der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! Wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen, da er für uns genug gethan? Gib, daß am Ende meiner Lage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: vollbracht ist nun des Leidens Bahn. 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sei auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! du rufeft: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb! Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. 10. Bewein ihn fromm mit stillen Zähren, o Christ, du hast ihn sterben sehn. Bald wirst du ihn durch Freu7. Herr, dein Leiden zu bedenken, wollest du mir Weisheit schenken. Mich vom Laster abzuschrecken, mich den ehren, und jauchzend seinen Ruhm zur Tugend zu erwecken, laß mir es erhöhn! Den deine Seufzer jetzt be- stets vor Augen sein. flagen, der wird als Held nach dreien Tagen vom Grabe siegreich auferstehn! den freche Rotten hier entehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Vaters sehn. 4. Ja, mit sanftem Edelmuthe litt er alles, uns zu Gute! daß der Sünder leben möge, wandelt auf dem Todeswege der Gottversöhner willig fort. 5. Keine Lindrung stärkt den Mitden, auf ihm liegt zu unserm Frieden Fluch und Straf! er trägts gelassen! seine Kraft hat ihn verlassen; er sintet wieder in den Staub. 6. Seht ihn auf der Schädelstätte mit zerschlagnem Herzen hin auf ihn, für uns ringen im Gebete. Schauet Er hats vollbracht und stirbt. den Mann der Schmerzen, am Kreuz! 8. Daß ich dir mich ganz ergebe, niemals deiner unwerth lebe, nicht vor dir zu schanden werde, wenn du kommst, den Kreis der Erde zu richten mit Gerechtigkeit. Erster Theil.- Von dem Leiben und Sterben Jesu. 89 Mel. Werde munter, mein.- 116. 147. eute, sprach mein Heiland, heute, an sein blutges Kreuz erhöht, als ein Sünder, ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht; heute, so betheu'r ich dir, heute noch sollst du mit mir in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben. 8. Ja, noch an demselben Tage geh ich in den Himmel ein, los von aller Furcht und Plage, Herr, bei dir daheim zu sein. Hier genieß ich deines Lichts, bis der Tag des Weltgerichts auch dem Grab die Macht entwendet, ganz die Seligkeit vollendet. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 2. Theures Wort aus Jefu Munde! 148. Es ist vollbracht! so rust durch Blut! In am Kreuze des sterbender finstern Todesstunde gibst du den Erlösers Mund. Ď, Wort voll Freudigkeit und Muth. Wenn der Trost und Leben, reize zur Freude Christ nun scheiden foll, bleibt er meines Herzens Grund. Das große fefter Hoffnung voll, fieht die Nacht Opfer ist geschehn, das Gott auch in Licht verwandelt, weiß gewiß, mir zum Heil ersehn. wohin er wandelt. 3. Ohne Zagen fann er sterben. Seine Seel erftirbt ja nie. Ihr droht nicht nur kein Verderben, auch fein Schlaf betäubet sie, wo sie erft aus langer Nacht nach Jahrhunder ten erwacht. Nein, sie soll zu neuem Leben scheidend noch empor sich heben. 4. Theures Wort des ewgen Le bens! tröste du mein brechend Herz; und dann ängstet nur vergebens meinen Geist der Trennung Schmerz. Er finkt nicht in Finsterniß! denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort des treuen Zeugen. Hier muß jeder Zweifel schweigen. 5. Herr! nun fühl ich abzuscheiden eine heilge Luft in mir. Dort find unbefleckte Freuden, aber Müh und Sünden hier. Kein auch noch so frühes Grab türzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. 6. Selig, furchtlos, rein von Mängeln, ja von nun an selig ist, brüderlich begrüßt von Engeln, der im Herrn entschlafne Christ. Was sein Glaube je gethan, jedes gute Wert folgt dann seiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 7. Nun auch ich, o Herr, befehle, wenn ich kaum noch lallen kann, die durch dich erlöfte Seele deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stärfest mich; rufest mir auch zu, daß ich noch am Tage, da ich sterbe, deine Herrlichkeit ererbe. 1 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Erde kracht; und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, haft da vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du haft den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan; Gott nimmt uns nun genädig an. 4. Dankvolle Thränen! neßt die Wangen. Mein Glaube fieht nun offenbar die Handschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist vollbracht! 5. D Herr! laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft ge währt. O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ganz vollbracht. 6. Du littft so viel zu meinem Leben: drum laß mich stets voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben, und keine Schmach dabei zu scheun. Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung ausersehn; so laß auch mich den Trost erfreun: es fommt das Ende meiner Pein. 90 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes| auf der fündgen Welt; doch er kam Schrecken, so stärke mich in solcher uns zu gute, und gab mit seinem Last. Laß mich den Troft auch ster- Blute für uns ein ewges Lösegeld. bend schmecken, daß du ihn überwun- 4. Kein Freund meint es mit den haft; so tret auch ich ins Todes Freunden so treu, als es mit Feinden Nacht mit dem Triumph: Es ist Er, unser Mittler, meint. Preis ihm, vollbracht! dem Ueberwinder! Nun sind wir Gottes Kinder, mit Gott versöhnt durch unsern Freund. - Mel. An Wasserflüsfen Babylons.— 97. 149. Erhebe vom Geräuſch der Mel. von Nr. 86. Welt, o Seele, deine Flügel. Hin, wo die Wuth ihr Opfer 151. Nun ist es alles wohl hält, zu jenem Leidenshügel! ihr Him- sus ruft: Es ist vollbracht! der neigt gemacht! mein mel! welch ein Mensch ist das! wie drückt ihn seiner Feinde Haß mit höllisch sein Haupt, o Mensch, und stirbt, wilden Freuden! Er, der die Todten der dir erwirbt das Erbe, welches auferweckt, er muß, mit Wunden überdeckt, den Tod der Mörder leiden. nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit keiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit er 2. Geduldig fiehet er sein Blut in vollen Strömen fließen! fleht für bleicht. Was Wunder, daß die Erde die Haffer, die voll Wuth es im fracht, die Welt deckt Nacht! Gottes Sohn wird umgebracht. Triumph vergießen. Schau, jetzt umhüllt ihn finstre Nacht; er ruft, er ruft: es ist vollbracht! Nun senkt sein Haupt sich nieder. D, meine Seele! freue dich! dir gab, der hier am Kreuz verblich, das Recht zum Himmel wieder. denn die Felsen bersten, Alles schreckt. Die 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt, freudenlose Kreatur flagt jetzo mur den Tod des Herrschers der Natur. so werd auch du, o Mensch, bewegt! 4. Weil denn die Kreatur fich regt; 3. Er, er hat deine Misfethat, Der Fels zerreißt, und du wirst nicht den Fluch für dich getragen. Seele, durch dies Gericht beweget, daß dein deine Sünde hat den Frommen so Herz dir bricht? zerschlagen. Durch ihn nimmt dich bedacht? Du haft den Herrn ans 5. Du selbst, haft du es gnug der Vater an. Die Wunder seiner Güte tann kein sterblich Lied erheben. Kreuz gebracht. Shm, der für dich Doch hört er unsre Lieder gern. Drum sein Leben gab, folg in sein Grab, bringet Preis und Ruhm dem Herrn, und stirb dem Sündengräuel ab. der uns sein Heil gegeben. 6. Ach, Vater! ach, in Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ift tein Zweifel; deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. 7. Ich will mit ihm zum Grabe m deinem Heiland an. Was selbst gehn, und wo die Unschuld bleibet der Engel Scharen zu thun nicht sehn. Sein Tod soll meine Zuflucht fähig waren, das hat des Menschen sein; auf ihn allein schlaf ich einst Sohn gethan. sanft und selig ein. 2. Schau hin, wie der Gerechte 8. Und nun dient ich der Sünde für uns, der Sünden Knechte, den noch? Wie drücket mich ihr schweres bittern Zornkelch trinkt; wie er für Joch! auf, Seele, daß du dich erFrevler bittet! wie Wasser ausgeschüt- hebft, nur Jesu lebst, nur Jesn zu tet hängt er, da er in Tod hinsinkt. gefallen strebft! 3. Wir Sünder sollten sterben; Fluch lag auf Adams Erben, Fluch 9. Tödt, Jesu, selbst in meiner Brust, was sich noch find't von böser Mel. D Welt ich muß dich laffen. 48. 150. rohlode, mein Gemilthe, und bete Gottes Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 91 Luft! dein Tod, der mir das Leben Müh! durch dein Kreuz verschwindet schafft, gibt mir auch Kraft und sie; denn es führt durch kurze Leiden Muth auf meiner Pilgrimschaft. zum Genuß von ewgen Freuden. 10. Ja, Herr, mein Heiland, kräftiglich stärkst du in meinem Vorsatz mich! ich setze freudig auf dein Wort den Kampf stets fort. Der reiche Lohn erfolget dort. 6. Ueber Alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt, wird mit starker Kraft mein Glaube durch dein Leiden hingerückt. Deines Trostes Freudigkeit reißt mich fort zur Ewigkeit, die du, Herr, als du gestorben, mir, auch mir am Kreuz erworben. 11. Wie dant ich gmug dir Jesu Chrift, daß du für mich gestorben bist! dich preis ich auch in Angst und Leid; schon in der Zeit, noch würdger in der Ewigkeit. 7. Hab ich dich in einem Herzen, Ursprung aller Seligkeit, so besteg ich alle Schmerzen, auch sogar im letzten Streit. Rufft du, und ich habe Kraft und Trost des Leidens Jesu. nun gnug gefämpfet, um zu ruhn, Herr, so dank ichs deinen Wunden, 152. Jeu, munden, deinen tranen; du bist meine Zuversicht. Du Mel. Freu dich sehr, o meine S. durch auf mein Verbesiegst des Codes Grauen, rettest mich aus dem Gericht. Durch dein mir erworbnes Heil hab ich an dem Himmel Theil. Wahrlich, Herr, ein ewigs Leben wird dereinst dein Tod mir geben. - - 29. 1 martervollen Tod, hab ich Heil bei Gott gefunden, Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Mich sollt ich durch Sünd entweihn? Nein, ich denk an deine Pein. Ach, den ganzen Gräul der Sünden läßt mich die mit Graun empfinden. daß ich steghaft überwunden. 2. Schmachtet nach der Wollust Freuden mein verderbtes Fleisch und Blut, o, so blick ich auf dein Leiden! schnell verlischt die wilde Glut. Tracht ich eitler Ehre nach, und ich blick auf deine Schmach; schnell schlägt die den 153. Stolz gibt der Demuth wieder. 3. Scheint beim öden Weg zum Leben mir der Welt betretne Bahn luftig, breit, gemächlich, eben; Jesu, dich schau ich dann an. Da warnt mich des Bornes Laft, welche du getragen haft, nicht mit dem verblend'ten Haufen ins Verderben hinzulaufen. Von dem Begräbniß Jesu. Mel. Der Tag ist hin, mein Geift. o schlummerst du in stiller Ruh, der du für uns gestorben, und am Kreuz in schwerer Müh, ewigs Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und haft doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hat dich nun ein Grab umgeben. 4. Hält mein schreckendes Gewissen mir der Sünde Menge vor: o, in meinen Kümmernissen schau ich nach dem Kreuz empor. Bald verschwindet alles Weh! In den Wunden, die ich seh, find ich Sicherheit und Leben, und den Trost: Sie sind vergeben. 5. Hier such ich in Unruh Friede; 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensin der Angst Beruhigung; neue Kraft, fürst, wie dich auch mich erwecken.. wenn ich ermüde, und in Qualen Sollte denn mein gläubig Herz vor Linderung. Schwer sei dieses Lebens der Gruft erschrecken? 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 92 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu 5. Hier werd ich einft, bis du erscheinst, in fanftem Frieden liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Jhr, die die Welt gefesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! ich, ich hoff in Chrifto einst meines Leibs Erlösung. Mel. Der Tag ist hin. 153. 7. Nein, nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, 155. Am Kreuz erblaßt, der und zum Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. Marterlaft, der Todes qualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 8. So fint ins Grab mein Leib hinab! ich will mich drum nicht fränten; theurer Heiland, mir zum Troft an dein Grab gedenken. Mel. von Nr. 16. 154. Freund, der meine Schuldenlaft getragen, und als ein Fluch ist an das Kreuz geschlagen! nun nimmt man noch vor Abends dich herab, und trägt dich hin in Josephs neues Grab. 2. O tröstlich Bild, o gnadenvolles Zeichen, das aber nur der Glaube fann erreichen! Nun ist vom Fluch die Erde frei und rein; zum Zeugniß des mußt du begraben sein. 3. Nun weiß und glaub ich, daß du bist gestorben, daß du den Tod geschmeckt und mir erworben Gerechtigkeit, daß ich bestehen kann vor Gott und daß die Schuld ist abgethan. 4. Des Höchften Wort kann nicht gebrochen werden; drum muß dein Leib auch ruhen in der Erden. Was Jonas Beispiel lehrreich vorgebild't, seh ich hierin, mein Heil, an dir erfüllt. 5. Du bist das Waizenkorn, das man verscharret; doch wenn man nur des dritten Tages harret, wird man dich aus dem Grabe auferstehn, und tausendfache Früchte bringen sehn. 7. Ich darf nun nicht vor meiner Grust erschrecken, da du, mein Heil, ein Grab dich läffeft decken. Dein Grab macht meins zum stillen Schlafgemach; da ruh ich einft bis an den letzten Tag. 6. Indeß ist dein Begräbniß selbst ein Siegel der Unschuld, und der ganzen Welt ein Spiegel, in welchem mit Verwundrung jedermann ein Borspiel der Erhöhung sehen kann. 1 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schüteft mich, und über dich gehn aller Tribal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hafts gethan. Dich bet ich an, du König der Erlöften! dein will ich im Tode mich, glaubensvoll getröften. macht. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Leben, mein Versöhner, göttlich frei Du zeigst, daß du dein habeft hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren. Der Erfinder meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief Er, der entschlief, den Todten; fie erstanden! Leicht entriß der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen! denn durch dich, Erlöser, ifts mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich! Erforsche mich, und siehe, wie ichs meine: ja, du fiehest, wenn ich still meinen Dant dir weine. 10. Vergeß ich dein so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. Rel. Dennoch bleib ich stets an dir. *** 156. 11) Von der Auferstehung Jesu. uf mein Herz! ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. D, wie hoch find wir getröst't! Jesus hat die Welt erlöst. 2. Er ist Gottes ewger Sohn. Ewig sei er auch gepriesen! seiner Feinde Schar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unsre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt unsern Bürgen los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gefrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; mun ift Chriftus unser Leben, der für unsre Schuld nicht Gold, nein, fich felber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo find nun deine Ketten? Hier ift Gott, der Hülfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt sein. 6. Herr, dies glaub ich dir zum Ruhm, und mein Troft ist nicht vergebens, denn ich bin dein Eigenthum, du die Quelle meines Lebens. Hoch erfreuet fing ich dir jetzt und ewig Dank dafür. Mel. Chrift lag in Zobesbanden. 157.2 er Herr lag in das geben. Nun, da ihn Gott hat auferweckt, bringt er uns Sieg und Leben. Lasset drum uns fröhlich sein, vor Gott von Herzen uns erfreun, Halleluja ihm fin- gen. Halleluja! 2. Der Tod, da nichts ihm Einhalt that, würgt alle Menschenkinder. Hier wußte niemand Troft und Nath, denn alle waren Sünder. Drum fället uns der Tod so bald. Von seiner furchtbaren Gewalt sind wir doch nun gerettet. Halleluja! 93 3. Der einige Sohn Gottes ist zu uns ins Fleisch gekommen, hat unfre Sündenschuld gebüßt, dem Tod die Macht genommen. Jesus macht uns frei und los. Vom Tode blieb ein Schatten bloß, sein Stachel liegt zerbrochen. Halleluja! 4. Es war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen. Dem Leben blieb zuletzt der Sieg, es hat den Tod verschlungen. Längst verkündigt es die Schrift. Ein Tod war hier des andern Gift. Nun kann fein Tod uns schaden. Halleluja! das unsre Schuld getragen. Am mar5. Hier ist das rechte Ofterlamm, uns zerschlagen. Nun bezeichnet uns tervollen Kreuzesstamm ward es für sein Blut. Dies gibt dem Glauben Stärk und Muth. Der Würger geht vorüber. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Feft in großer Freud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt. selber ist die Sonne! Mächtig strahlt sein Glanz daher! Das finstre Hers erleuchtet er! Es flieht die Nacht der Grab geftredt, für uns dahin ge- Sünden. Halleluja! Univ.- Bibl. Giessen Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 94 7. Wir heiligen uns ganz dem Herrn, der uns zum Heil geladen. Der alte Sauerteig sei fern vom theuern Wort der Gnaden! Christus selber will allein der Seele Speis und Nahrung sein! der Glaube lebt blos seiner. Halleluja! 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, als Christus mit ihr kämpfte, und, wie ergrimmt sie auf ihn drang, doch ihren Grimm bald dämpfte? ob fie ihn in die Fersen sticht, so stegt sie darum dennoch nicht, der Kopf ist ihr zertreten. Mel. Herr Chrift, der einge Gottessohn.- 94. er Held hat überwun3. Lebendig geht der Herr hervor, und nimmt den Feind gefangen; zerbricht der Hölle Schloß und Thor, trägt weg den Raub mit Prangen. Heer; der Drache liegt gebunden; die Nichts hält in seinem Siegeslauf den Sünde kann nicht mehr mich durchs Gesetz verdammen, denn alle Bornesflammen hat Jesus ausgelöscht. 158. Det den der Höllen ganzes starken Held aus Juda auf. Er überwindet alles. 4. Des Herrn streitbarer Arm behält den Sieg, und ist erhöhet. Des Herrn erhabne Rechte fällt, was stolz 2. Auf denn, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank davor; vertreib die Furcht und schwinge im Glauben ihr widerstehet. Bestegt ist alles, was dich empor! wirf des Gewissens Na- uns droht: besiegt ist Teufel, Höll gen, dein Sorgen und dein Zagen und Tod, ihr Zorn ist kraftlos worden. in Christi leeres Grab. 5. Es ward getödtet Jesus Chrift, und sieh er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. Wir wissen, daß, wer Christo gläubt, nicht in der Nacht des Todes bleibt: er lebt, ob er gleich stirbet. 3. Ist Christus auferstanden mit Herrlichkeit geschmückt, so bist du ja den Banden des Todes mit entrückt. Ift er dem Tod entriffen, so lässet Gott dich wissen, daß er versöhnet ist. 4. Gib meinem Glauben Klarheit, zu sehn, Herr Jesu Christ! daß du Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir alles bift. Laß nicht mehr die Gedanken in bangen 3weifeln wanken, und mache mich gewiß. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, dem keiner sonst entgehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wieder5. Hast du den Tod bezwungen, bracht und unvergänglich Wesen. bezwing ihn auch in mir; du bist 7. Dies ist die große Seligkeit, der hindurch gedrungen! zeuch mich, ich wir theilhaftig werden, Fried, Freude, folge dir; laß Teufel, Höll und Sün- Heil, Gerechtigkeit im Himmel und den mich auch nun überwinden, wie auf Erden. Hier sind wir still und du für mich gethan. hoffnungsvoll, daß unser Leib dort gleichen soll des Herrn verklärtem Leibe. 6. Welch Aussicht gibt dein Leben, dein neues Leben mir! Ich sollt am Eiteln fleben? o, neige mich zu dir! daß ich die Welt verachte, und nach dem Himmel trachte, wo du, mein Heiland, bist. 8. Tod! wo ist dein Stachel det; was kann forthin uns Schaden nun; dein Sieg, o Grab, verschwinthun, da Jesus überwindet? Gott sei gedankt, der schwere Krieg ift nun geendigt, und der Sieg durch Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 159. Tod, wo ist dein Christum uns gegeben. D Stachel nun? dein Sieg, o Grab, verschwindet; was kann uns da Jefus 160. B überwindet! Geendigt ist der schwere Krieg! Gott sei gedankt, daß er den Sieg durch Christum uns gegeben. ringt Preis und Ruhm dem Heiland dar; frohlockt Erster Theil. Von - ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auf3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Werth hat er aufs Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Halleluja! erstanden! Halleluja! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, Mel. des 32. Psalms. da dich dein Gott erhöht, uns nun den Proftgrund rauben, baß du für 161. 3 weiß gewiß, bag daß uns genug gethan, uns Sündern eine neue Bahn zum ergen Heil eröffnet? Halleluja! mein Erlöser lebet, Sünd, Teufel, Tod und was ihm widerstrebet, hat er erlegt; er stehet auf dem Staub der allerletzte und vertheilt den Raub. Die Erde bebt, da 4. Erstandner! ich frohlocke dir, daß du nun ewig lebest. Du lebst und stegst, daß du auch mir das ewge Leben gebeft, daß du mein Erretter seift, und neue Kräfte mir verleihft, mit Freuden Gott zu dienen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu! Befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh im Frie den mit Gott finden! pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöfter wandle. Halleluja! der Auferstehung Jesu. 95 7. D, laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen sein und handeln! daß ich, wenn ich aufersteh, und dich, des Todes Sieger seh, vor dir dann nicht erschrecke. Halleluja! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Tobte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bift, so werd auch ich, Herr Jefu Chrift, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirft ihn, wenn du nun erscheinst, zu deiner Freud erheben. Laß dies auch mein Erbtheil sein, so werd ich ewig des mich freun, daß du vom Tod erstanden. Halleluja! er den Fuß aufsetzet, troß, daß ihn mehr ein Fersenstich verletzet, es blitt um ihn, wenn er vom Grab auffährt: er ist der Herr, dem alle Macht gehört. 2. Er hatte zwar vom Bach am Weg getrunken, doch ist sein Muth ihm feineswegs gefunten, er hebt das Haupt mun steghaft in die Höh, tein Feind ist mehr, der gegen ihn besteh. Dein Ehr und Ruhm, da es dir so gelungen, sei ewiglich, o Siegesfürft, besungen: die Schlüssel find bei dir 96 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. zu Höll und Tod, es trifft dein Volk un ewig teine Noth. 3. Herr! laß auch uns vom Tod ins Leben dringen; hilf, wenn es kommt zum Todeskampf, vollbringen, dem zweiten Tod laß an uns keinen Theil; erwed uns hier, reiß ab die starken 163. Kften Lauf die Sonn in Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. Daum steigt ihrem Seil, die Leib und Seel an diese Erde heften. Erfüll uns jetzt mit voller Pracht herauf; seht! so verneuen Lebenskräften, und ruf einmal läßt der Herr sein Grab, der erft für die Leiber aus dem Grab, daß Leib uns sein Leben gab. und Seel in dir das Leben hab. 2. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Er, der uns Ehr und Sieg erftritt, der bringt uns seinen Frieden mit. 3. Zwar hier ist nicht ganz kund gemacht, was er uns aus dem Grab gebracht; der edle Schatz, die reiche Beut, der sich sein Volk vor ihm erfreut. 4. Uns lehrt es einft sein großer Tag, wie viel sein starker Arm vermag, und was er da für Thaten that, als er der Schlange Kopf zertrat. 5. O edler Sieg, o starker Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt? wo eine Plage, so ergrimmt, der Christi Sieg die Macht nicht nimmt? 6. Und daß der Herr erstanden sei, das ist von allem Zweifel frei. Ja, es ist je gewißlich wahr, das leere Grab machts offenbar. - Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 162. Dich bet ich an, erstandner Held! Erretter einer Sünderwelt, du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! - 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät; ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfft mich nicht. 3. Herr, meine Seele preiset dich. Erlöft auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmſt. 4. Wer ists, der mich verdammen tann? ich glaub an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Himmel find, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein fegenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, fei der Schauplatz meiner Huld und Treu! wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. 10. Der du für unsre Seelen wachst, sie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun! 7. Die Erd erbebt; es wälzt vom Grab den Stein ein Engel Gottes ab, und fündiget den Siegsheld an, den bald auch seine Jünger sahn. 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn, und die Verzagten sind nun fühn. In vieler Schmach mit ihrem Blut versiegelt es ihr Heldenmuth. 9. Lebt Christus, was bin ich be trübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt! und stürb auch alle Welt mir ab, gnug, daß ich Chrifti Liebe hab. 10. Er nährt, er schützt, er tröftet Sterb ich, nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, fomm ich auch hin! weil ich sein Theil und Gliedmaß bin. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer, fterben wir! doch du regierst! und wir sind dein! und ewig werden wir es sein! mich. 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! du Troft, der meinen Geift erhebt, ich seh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 9. Welch neue Welt voll Selig- versöhnt; durch teit erwartet mich nach dieser Zeit! Heil gekrönt. da findet der verklärte Chrift das ermanne sich! Heil, das unaussprechlich ist. lieben mich. 11. Durch ihn bin ich mit Gott ihn mit Gnad und Mein banges Herz Gott und die Engel (. Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 97 12. Durch seiner Auferstehung Kraft| 4. Laß schon jetzt an mir erscheinen, vollend ich meine Pilgerschaft, freu seiner mich in seinem Reich, und bin dort seinen Engeln gleich. 13. Für solchen Trost, du starker Held, mein Sesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Antlitz sehn, soll dich ein würdges Lied erhöhn. 164. - esus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd führt er gefangen. Erbarm dich un- ser. 2. Der ohne Sünde war geborn, trug für uns Gottes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns Gott seine Huld gönnet. Erbarm dich unser! 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, alles in Händen er hat: Er fann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm dich unser! Mel. von Nr. 34. 166. Lobfinge, meine Seele, dem Welterlöser, bet ihn an! Lobsing ihm, und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen. Durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Höllen Heer. Nun liegt ihr Trotz darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns frönet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner auf. Gedanke, der 165. Preifet Gott in allen zu Freuden des Himmels mich erhebt! Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- 29. - daß du auferstanden bist. Neige du mich zu dem Einen, das des Lebens Endzweck ist; daß zu jener selgen Ruh einzugehn, ich alles thu, daß ich diese Welt verachte, und nach deinem Himmel trachte. erlöfte Schaar! denn der Herr ist auferstanden, der für uns gestorben war. Seht, wie Gott sein Leiden frönt: nun sind wir mit ihm verföhnt; er heilt, aller Noth entriffen, unser schüchternes Gewiffen. 2. Jesus ruht den Sabbat über, nach dem Sabbat steht er auf. Einst komm ich zu ihm hinüber, ruhe nach vollbrachtem Lauf. Tod, du bist mir feine Straf; einst erwach ich von dem Schlaf; dann werd ich mit seinen Theuern jenen ewgen Sabbat feiern. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet. Heil mir, daß ich dieses weiß! nun denn, ihr Erlöften, gebet feinem Namen Dank und Preis; kommt zu seiner leeren Gruft, hört die Stimme, welche ruft: Jesus, euer Haupt, lebt wieder, durch ihn leben seine Glieder. Troft belebt! Des höhern Lebens Quelle! mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, steh, er lebet! er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken, er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun fich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freu den hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. 3. Muß ich dann von hinnen fahren, so schreckt mich doch kaum der Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von Mächtig wirst du mich bewahren, dir und deinem Geift gelehrt. Die Heiland, in der letzten Noth. Meinen Gößentempel liegen, der Erdkreis wird Geift, welch ein Gewinn! bringet er zu Gott bekehrt. SIch weiß, an wen ja zu dir hin. Ruht indeß, entseelte ich glaube, bin freudenvoll ein Chrift. Glieder! einst belebt euch Jesus wieder. Ihn bet ich an im Staube, ihn, 7 98 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. der mein Netter ist. Ich werd ihn die Stimm erhebst, so wird dies mein ewig schauen, wenn er auch mich er- Fleisch erwachen, denn du wirst es hebt. Der Herr ist mein Vertrauen; lebend machen, und mich bringen, wo er starb für mich und lebt. bu lebft. - Mel. Hofianna, Davids Sohn. 167. J esus, meine Liebe, lebt, dem es ist so wohl gelun6. Komm, mein Hirte! führe mich! Liebe! gib, daß ich dich schmecke; Sonne! laß mich sehen dich, daß der Tod mich nicht erschrecke; führst du mich zum Leben hin: gib, daß ich dir folgen möge, durch die dir beliebten Wege, bis ich ewig bei dir bin. Mel. Allein Gott in der Höh.— 15. gen, daß der Feind nun vor ihm 168. Wach auf, mein Herz, Edie Sonn ist aufgegangen; wirf dich bebt, und der Tod im Sieg ver- zu Jesu Füßen hin, den Heiland zu umfangen. Siegreich hebt er sein schlungen: Er, mein Heil, ist Haupt empor; er geht aus seinem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. wieder Licht, der im Grabe lag erbleichet, aber jetzt der Sonnen gleichet, mit verklärtem Angesicht. 2. Einen hoffnungsvollen Blick und ein unvergänglich Besen bringt mir diese Sonn zurück, und gibt mir im Wort zu lesen: daß die Glieder ihrem Haupt gleich im Leben, gleich im Sterben, gleiches Leben sollen erben, deffen sie zuvor beraubt. 3. Liebe, stärker als der Tod! Du gibst flare Siegeszeichen, machst den Feind zum Friedensbot, läff'ft den Tod zum Heil gereichen; denn wie follt zur Sterbenszeit mich die Botschaft können schrecken, die mir sagt von Auferwecken, nichts von Todes Bitterfeit? 2. Steh von dem Tod der Sünden auf, beginn ein neues Leben! Vollführe deines Glaubens Lauf, mun mußt du dich erheben gen Himmel, wo dein Jesus ist, such nun, was droben, als ein Chrift, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist! mit unverwandten Blicken schau, weil du noch auf Erden bift, auf Jefum, soll dirs glücken. Verlaß die Welt und ihren Schein! bei Jesu kannst du mur allein Ruh und Erquichung finden. 4. Bald reizt dich freilich noch die Welt, bald sucht sie dich zu schrecken. Doch wer sich fest an Jesum hält, dem kann nichts Furcht erwecken. Wirf deine Sorgen auf den Herrn; er sorgt für dich, und thut es gern, drum ist er auferstanden. 4. Sehet nicht auf die Seftalt! 5. Der Löw aus Juda hat nundieser Tod ist nur ein Schlafen mehr vollkommen überwunden. Auch Nunmehr hat kein Feind Gewalt angegen aller Feinde Heer wird bei ihm den wiederfundnen Schafen! denn der Schutz gefunden. Durch ihn gestärkt, auferstandne Hirt, der sich selbst für sie durch ihn belebt, wirst du, was dir gegeben, führt fie durch den Tod zum noch widerstrebt, auch siegreich überLeben, wo er ewig triumphirt. winden. 5. Bringt man mich dem Grabe zu, 6. Du warest todt, Herr Jesu Christ! das du, Lebenssonn! durchscheinest; nun bist du auferstanden. Du kennst so komm ich zur süßzen Ruh, da du des Satans Macht und lift, o, mache mich mit dir vereineft. Wenn du einst fie zu Schanden! daß wir in dieser Erster Theil. Prüfungszeit, mit ihm und mit der Welt im Streit, zuletzt das Feld behalten. 7. Kommt dann der Tod, der letzte Feind, so stärk uns, Herr! im Glauben. Erzeige dich als unsern Freund, und was wird er uns rauben? Dort wischst du uns die Thränen ab; auf Hoffnung ruht der Leib im Grab, einft wird er herrlich glänzen. Mel. Vom Himmel hoch, da. - 1 Von der Auferstehung Jesu. 109 169. erfreut, des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. 99 bim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 3. Schau über dich, und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar, dem, der da ist, und der da war! sein Name sei gebenedeit, von mun an bis in Ewigkeit. 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Chriftenthum! mit dir gefreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, 170. Freiwillig haft du dar gebracht für uns, o als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit dir! to freue dich, mein Geist, in mir. Herr, dein Leben. Du hattest, es zu laffen, Macht; Macht, wieder dire zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du, gehorsam bis zum Tod, dich haft für uns erniedrigt. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen. Er frönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht faffen. Dein Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestät, denn du giengft aus dem Grabe. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe tren, zu deinem Bilde stets erneu. 13. Er ifts, der alles in uns schafft, die Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstand n ist. 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in den Himmeln thronft, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürft, in Wolken göttlich kommen wirft, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cheru3. Gehaßt in deiner Niedrigkeit, warst du ein Ziel des Spottes, und zeigteft doch zu gleicher Zeit an dir die Hoheit Gottes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Gräul; doch sterben für der Feinde Heil, dies ist die höchste Tugend. 4. Dein Reich war nicht von dieser Welt, dein Ruhm nicht Menschenehre. An Demuth groß, an Lieb ein Held, und göttlich in der Lehre, geduldig und von Sünden rein, gehorsam bis zum Kreuze sein: dies war, Herr, deine Größe. 5. Du starbst am Kreuz, doch war dir ja die Kraft des Herrn gegeben. Du schafftest, daß der Blinde sah; du gabst den Todten Leben. Du sprachst: es schwiegen Wind und Meer! und selbst der Bösen Geister Heer gehorchte deiner Stimme. 6. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schan7* Von der Auferstehung Jesu. 100 Erster Theil. den. Du bist mein Herr, du bist mein Gott! denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen mächtig Wort auch ich einst ewig tebe. 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Chrift! durch dich einst auferstehen. Mel Machet auf! ruft uns die Stimme. 171. H lebet. Erlöfte Menschen, o erhebet des Gottversöhners Majestät! Hörts, betrübte Sünder! gebet der Freude Raum! denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. D Seele! dein Gesang erschalle ihm zum Dank! Hallelujah! dich, großer Held, erheb die Welt weil deine Hand den 3. Nun verzagt auch nicht, Ber brecher! Gott ist euch nun kein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld vor ihm bereut. Durch des Todes Ueberwinder ift er versöhnt, und gegen Sünder ein Bater der Barmherzigkeit. Er ruft sein Volk hinauf; schließt seinen Himmel auf, sie zu segnen. Der Himmel tönt: Gott ist versöhnt! weil Jesus lebt, ist Gott versöhnt! ten? nicht ewig wird das Grab uns 4. Tod, wo sind nun deine Schrekdecken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum beffern Leben sich aus des Todes Strub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird das todte Feld zu verneut zur Frühlingszeit das Pflanzenreich die Erde kleid't. 5. O Erstandner! welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat. Unnennbare Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind Heil deines Lebens. Halleluja! der sie unser Theil. Bald krönet uns das Herr ist nah. Bald ist der Tag des Sieges da! Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. 172. Jes Sesus lebt, mit ihm auch ich. Tod! wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dies ist meine Zuversicht. Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, lobfinget ihm, und nehmt voll Freude lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade am Siege Theil, den er errung. hat er zugesagt, daß der Sünder sich Seht, der Tod ift überwunden! die bekehre. Gott verstößt in Chrifto nicht; ganze Hölle ist gebunden; für eure dies ist meine Zuversicht. Schuld that er genung. Laßt eure Feinde dräun; ihr könnt getroft euch freun; Jefus lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit, derselbe gestern und auch heut. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein, und den Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu zc. — 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts oll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sigen zur Rechten Gottes. Mel. Auf diesen Tag gedenken wir. zusammen kommen. Allelujah, AlleAllelujah! 173. 101 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! 5. O großer Tag! an Freuden n diesem Tag froh- reich, wenn wir mit allen Frommen nun unserm großen Heiland gleich zum selgen Schauen kommen. Wie wohl, wie wohl ist uns zu Muth in Ewigkeit beim Höchsten Gut! mehr können wir nichts wünschen. Allelujah, Alle- Allelujah! locken wir! Herr! du bist aufgefah- ren! Des Himmels Chöre jauchzen dir; o laß auch uns erfah持 ren: daß wie vol Müh das Leben ist, doch da du hingegangen bist, die Hoffnung es versüßet. Allelujah, Alle- Allelujah! 2. Gottlob! der Weg ist nun bereit't: uns steht der Himmel offen. Der Christ kann seine Herrlichkeit aus starten Gründen hoffen, wenn er im Glauben freudenvoll sich emsig rüftet, wie er soll, dem Herren nachzufahren. Allelujah, Alle- Allelujah! Mel. von Nr. 101. 3. Wer nicht nach seinem Willen thut, verlangt nicht nach dem Herren. Er wird dem trägen Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Ist unser Glaube rechter Art, so läßt uns Christi Himmelfahrt nicht an der Erde kleben. Allelujah, Alle- Allelujah! er Herr fährt auf gen 2. Der Herr wird aufgenommen in königlicher Pracht. Des freun fich alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein des Himmels laute Heere, die seiner Pracht und Ehre sich, gleich als wir, erfreun. 3. Mit freudigem Gebete wird er von uns erhöht! wir wissen nun die Stätte, die uns bereitet steht. Der Heiland geht voran, läßt uns nicht von ihm trennen, macht, daß wir folgen können, uns freie sichre Bahn. 4. Wir Pilgrime der Erden die hier das Elend baun; wir sollen himmlisch werden, und Jesum ewig schaun. Auf, Kinder Gottes, auf! wo Jesus hingegangen, dahin steh eur Verlangen! dahin kehrt euren Lauf! 4. Beuch uns dir nach, Herr Jesu Chrift, daß wir, so lang wir leben, zu dir, der du nun droben bist, uns 5. Gen Himmel laßt uns dringen immerdar erheben. Wir sehn hin- mit herzlicher Begier! mit Inbrunft auf, du siehst herab, an Treu und laßt uns singen: dich, Jesu, suchen Lieb geht uns nichts ab, bis wir wir! zu dir, o Gottes Sohn, soll sich 174. Jubelschall, mit jauchzendem Getümmel und mit Posaunenhall. Lobfingt, lobsinget Gott! lobfingt, lobfingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Bebaoth. 102 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu der Geift erheben. Du bist uns licht| den Lohn, den du uns zugesagt, und Leben, und unser großer Lohn. 6. Hinweg mit deinen Schäßen, du gleisnerische Welt! sollt uns denn Nichts ergößzen? dort ist, was uns gefällt! er, unser Fleisch und Blut, prangt auf der Gottheit Throne, gibt uns sich selbst zum Lohne, ist unser höchstes Gut. 7. Wann wird es doch geschehen; wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichfeit? du Tag, wann wirst du sein, da wir ihn mit Entzücken zum mal erblicken? Tag, brich bald herein! - 1 erwartet unser Geist erst dort. 10. Ja, aufgefahrner Jefu Chrift, auf dich nur schaun und hoffen wir. Wir suchen nur, was droben ist, und unser Herz ist schon bei dir. 5. Schau, Herr, aus deiner heilgen Höh auf uns, die Deinen, die du tennst; daß alle Welt erkenn und seh, daß du uns deine Brüder nennst. 6. Du bist in deine Herrlichkeit schon eingegangen; aber wir, wir sind noch immerdar im Streit, und feufzen noch im Elend hier. 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns hält und schützt. Du, unsre Kraft und unser Licht, bist mitten unter uns auch izt. 8. Von deinen Brüdern sei gelobt, Held, der du uns den Sieg erftrittst! daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unsre Füße trittst. 9. So setzen wir denn unverzagt, and freudig unsre Wallfahrt fort, 11. Vollenden wir dann unsern Lauf; so eil, uns mächtig beizustehn! nimm unfre Seelen zu dir auf, laß deine Herrlichkeit uns sehn! Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 176. Auf! Jefu Jünger, frenet euch, Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm! Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 2. Sein Wert auf Erden ist voll175. Sau, großer Herr der bracht. Zerstört hat er des Todes Welt mit Gott vom Thron der Majestät, um den, versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis auf deinen Wint bereit, die Schaar gekrönt. der starken Helden steht. 2. Denn als du ganz dein Wert vollbracht, beschloffest du den edlen Lauf, und fuhrst in königlicher Pracht zu deinem Vater wieder auf. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 3. Ein ewigs Heil hast du geschafft, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Nun fizest du in großer Kraft, als unser Haupt, auf Gottes Thron. 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohnter Held! er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 4. Dein Arm, du Gottmensch, herrscht und siegt, du bist uns allenthalben nah! und selber das Verborgne liegt vor deinen Augen offen da. 5. Er schützet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! lobfinget ihm mit hoher Stimm! - 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem gibst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst. 9. Du hast die Stätte uns bereit't, bei dir zu sein in Ewigkeit. Nach tren vollbrachtem Glaubenslauf, nimmst du uns in den Himmel auf. 10. Ozeuch uns immer mehr zuz dir. Hilf uns mit eifriger Begier nach und seinem Siken zur Rechten Gottes. bem mur trachten, was da ist, wo du, berflärter Heiland, bist. 11. Dein Eingang in die Herrlichfeit, stärk uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. 12. Dann wird sich völlig unsre Seel in dir erfreun, Immanuel! dann fingen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. 82. 103 finden, und einft ewig bei dir sein, ewig deiner sich zu freun. 2. Dein Geschäft auf dieser Erden ift aufs Herrlichste vollbracht. Der Verlornen Heil zu werden, giengst du in die Todesnacht. Aus dem Tod tratst du ins Leben. Welch ein Trost ist uns gegeben! ewig unser Haupt zu fein, giengst du in den Himmel ein. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte in des Himmels Heiligthum, die erworbnen Lebenskräfte durch dein Evangelium den Erlösten mitzutheilen, und von Sünden sie zu heilen. O wohl allen, die dir traun, und auf deine Hülfe baun. 7. D, was sind wir Menschenkinder, daß du unser so gedenkst, und so hülfreich auf uns Sünder immer noch dein Auge lenkst? Hilf, daß wir dich gläubig ehren, und auf deine Stimme hören; nur bei dir steht unser Heil. Gib uns ewig daran Theil. 8. Wenn wir zu dem Vater beten, und uns unsre Sünde schreckt: laß uns dein Verdienst vertreten, welches Fleiß bedeckt. in guten Werken deines Geistes Kraft uns stärken. Hilf uns durch die Prü fungszeit, Herr, zu deiner Herrlichkeit. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 177. Rechten seines großen Vaters sitzt, und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schüßt; dem auch selbst die Seraphinen mit verhülltem Antlitz dienen; Mel. von Nr. 101. deffen Reich und Majestät fiber alle 178. Mein Jefus triumphiret, Dinge geht. mel ein. Er hat sein Werk vollführet, vom Fluch uns zu befrein. Die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden nach überstandnen Leiden. Lobsingt, lobsinget ihm! 2. Wohl uns! die wir noch hoffen. Nun Jesus triumphirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nur an ihn gläubet, ihm folgt und treu verbleibet, der wandelt himmelan. 3. Nur dort, nicht auf der Erden, ist unser bestes Theil. Um himmlisch 4. Herr, du schaueft voll Erbarmen einst zu werden, erwarb der Herr uns ftets auf diese Welt herab. Liebreich Heil. Erlöfte! macht euch auf! wo fuchst du jeden Armen, der sein Herz Jesus hingegangen, dahin schickt das der Welt ergab, von der Thorheit abzuschrecken und zur Buße zu er= weden. Selig, wer, o guter Hirt! deiner Stimme folgsam wird. Verlangen! dahin geh euer Lauf! 4. Herr! hilf uns darnach ringen mit eifrigster Begier. Laß unsern Fleiß gelingen; den Himmel suchen wir. Laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so handeln, wie es dir wohlgefällt. 5. Keiner, feiner wird zu Schanden, der, o Heiland! dein begehrt. Rettung ans der Sünde Banden wird dem stets von dir gewährt, der von dir die Rettung suchet und den Sündendienst verfluchet. Seiner Seele schenkest du Leben und Gewissensruh. 5. Was sind der Erde Freuden? wie bald sind sie dahin! o, hilf uns alles meiden, was hier noch unsern Sinn vereitelt und uns stört, das beste Theil zu achten, und nur nach dem zu trachten, was ewig Heil gewährt. 6. Du vertrittst, die an dich glänben; du bewahrst und stärkest fie, daß fie dir vereinigt bleiben; daß sie die fes Lebens Müh standhaft durch dich überwinden, ihres Glaubens Ende 6. Sei du selbst unser Leiter in unsrer Prüfungszeit, und bring uns immer weiter zu deiner Herrlichkeit! Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu 104 bis diese Zeit vorbei, bis wir dich, Heiland! sehen, und freudig vor dir steken, bis Erd und Himmel neu. - Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 179. Wir freuen uns, Herr Jefu Chrift, daß du zur Rechten Gottes bist. Du starker Herr, Immanuel! o stärk im Glauben unsre Seel. 2. Du fizest auf des Himmels Thron als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht! drum bleibst du unsre Zuversicht. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur! 1 4. Umsonst, umsonst empöret sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt, durch deine Macht ist er besiegt. 5. Du, unser triumphirend Haupt! bie selig ist, wer an dich glaubt! du bift sein Licht, sein Troft, sein Theil, sein starker Schuß, sein ewges Heil. 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich. Dein freuet unfre Seele sich. Du Held von unserm Fleisch und Blut, bist unser Troft und höchstes Gut. 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. Der Segen ist in deiner Hand. Von teiner Seele bifst du fern; du siehst auf sie, und hilfft ihr gern. 8. Sieh auf uns gnädig allezeit vom Throne deiner Herrlichkeit! hilf unserm schwachen Glauben auf, und segne unsern Lebenslauf. bin, wo alle Engel Gottes ihn als ihren König ehren. 2. Denn über jedes Fürstenthum hat er sich nun erhoben, und über aller Engel Ruhm ist er sehr hoch zu loben. Ihm jauchzt der Seraphinen Stimm, die Cherubinen fingen ihm das: Heilig! ohne Ende. 3. Shm dient in seiner Herrlichkeit der Himmel sammt der Erden, und was sowohl in dieser Zeit, als dort genannt mag werden; was Kraft und Macht nur heißen kann, das ist ihm alles unterthan! er herrschet über alles. 4. Du mustest Hoherpriester sein; dein Opferblut, dein Beten, dein Segen konnte ganz allein uns helfen und vertreten. Und dir gebührt auch nur der Ruhm, daß dies dein Hohespriesterthum in Ewigkeiten währet. 5. Nun hörst du unser Flehen gern; wir sind dir unterthänig; mun walteft du als Herr der Herrn und der Monarchen König. Herr über Ewigkeit und Zeit, du Herrscher in Gerechtigkeit, Herr über Tod und Leben! - 6. Immanuel! du bist bei uns bis an der Zeiten Ende! und die Beforgung unsers Thuns gab Gott in deine Hände. Du stehst uns bei in aller Noth; du streitst, du fiegst, und hilfft im Tod durch Glauben überwinden. 7. Du sprichst: dem, welcher überwind't, will ich zu sitzen geben, auf meinem Stuhl, als Gottes Kind, und er soll ewig leben, wie ich gesiegt, als Gottes Sohn, und bin auf meines Vaters Thron voll Herrlichkeit geseffen! 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt wird dich Mel. von Nr. 34. Laß uns dann freudig vor dir stehn. 181. Mein Heiland, deine Größe geht über alle Himmel 10. Dann triumphirt der Glaub an weit. Wer ist, der sie ermesse? Du dich. Dann jauchzen wir dir ewiglich. warft bei Gott von Ewigkeit. Du Hilf uns dazu, Herr Jesu Chrift! bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; der du zur Rechten Gottes bist. kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit. Mel. Allein Gott in der Höh. 15 180. Mein Jesus sitzt zur Eh noch die Welt geworden, Hattst rechten Hand des du schon Herrlichkeit. Baters in der Höhe; er herrscht in 2. Der Himmel und die Erde find meinem Vaterland, das ich von ferne durch dein kräftges Wort gemacht. sehe, und wo ich mit dem Herzen Auf dein allmächtig: Werde! entstand und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch eh'r erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein ewger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort; das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes! du regiereft den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führeft, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben. Drum wird einst jede Gruft die Todten wiedergeben, wenn deine Stimme ruft. 4. Gott läßt dir Ehr erzeigen, die keinem andern widerfährt. Dir soll sich alles beugen! denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden. Wer aber dich verehrt, dem hilfft du vom Verderben, schaffft ihm Bufriedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 105 erhört und der des Glaubens Wunsch gewährt, sobald wir zu dir kommen. 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt der Himmel offen stehen. Du haft den Weg geoffenbart, wie wir zum Vater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, du habest uns im Paradies die Stätte zubereitet. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht ausgeschlossen sein; du bringst sie alle wieder; sie werden da sein, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Chrift, dir ähnlich, ewig schauen. 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir; laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jegund an erlesen; zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schatz und Ruh nur sei bei dir dort oben! 5. Was droben ist, laß fünftighin uns unablässig suchen; was eitel ift, das laß uns fliehn, was fündlich ist, verfluchen. Weg Welt! dein Luft- und Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein für himmlische Gemüther. 6. Kleinod, das im Himmel 5. Wie herrlich ist dein Name schon strahlt, ich will nach dir nur laufen! jetzt, o Herr, in aller Welt. Dicho Perle, die die Welt nicht zahlt, preift der Frommen Saame, der gläu- dich will ich an mich kaufen! o Erbtheil big dir zu Füßen fällt. Dich preisen voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seraphinen, erhabner Menschensohn! Seligkeit, sei mein, aus Jesu Gnaden! mit Freuden dir zu dienen, stehn fie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? werth bist du Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes! ich verehre und bete dich in Demuth an. Beschäme und betehre die, die dir noch nicht zugethan; 7. Wann fahr ich auf aus dieser Noth? wann komm ich, Heilserstatter, zu deinem und zu meinem Gott, zu dein- und meinem Vater? wann komm ich zu dir, höchstes Licht? wann seh ich einst dein Angesicht? komm bald, o Jesu! Amen! deinem Wort nicht glauben, und dir, Mel. Hofianna, Davids Sohn.- 167. der für uns litt, die schuldge Ehre 183. Hoter in seines Vaters rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! Namen sich erhebet auf den Thron über Jacobs Haus und Samen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müssen dienstbar werden, und das 1 Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 182. Herr Sesu, deiner Glie- selbst kein Ende nimmt! du star- 2. Sei gesegnet, theures Reich, das tes Haupt der Schwachen! du haft ein solcher Herr befizet, dem kein Herr ein ewigs Priefterthum, kannst allzeit auf Erden gleich, der das Recht mit selig machen; du bift, der das Gebet Nachdruck schüßet! Schwinge dich in 106 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu fletem Flor, groß durch Frieden, reich| Thron; der Höllen Heere sehn den an Freuden, unter Juden, unter Hei- Sohn, und fliehn vor seinem Schelten. den mit vermehrtem Glanz empor! 5. Es werden selbst die Herrn der 3. Deines Königs Majestät müsse Welt zu seiner Fahne schwören, und jedes Volk verehren, und so weit die sich, bestegt durch diesen Held, zu ihm Sonne geht, müsse sich sein Ruhm ver- als Gott bekehren. Es beugen sich mehren! selbst der kleinen Kinder Mund mit Jacobs Stamm dir, Herscher, madhe, zum Berdruß der Feinde, und Gott von Abraham, die Mächtigen zur Frende deiner Freunde, deinen der Erde. großen Namen kund! Aus dem 72. Pfalm. 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen! ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. die dein Hoftanna schreien, wo man dich willkommen heißt. die Wege bahnen. Ich gefelle mich im 185. Gott! gib dein Ge D richt Könige der Erden, laß die Gerechtigkeit durch ihn verschaffet werden! durch ihn, den 5. Jauchzt, ihr Kräfte! freuet euch; Königssohn, sei, Herr, dein Volk feid ermuntert, meine Sinnen! Jesus befreit, und wer die Sünde fühlt zu und sein Gnadenreich wird bei euch deinem Bild erneut. auch Raum gewinnen. Kommt, und schwört den Huldgungseid! kommt und füßt den Sohn der Liebe! Ach, daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist Seligkeit. 2. Von nun an müssen sich auf Zions Berg und Hügeln Fried und Gerechtigkeit in vollem Glanze spiegeln; der Held aus Juda nimmt des armen Volks sich an, er, deffen strengen Zorn kein Frevler tragen kann. - Aus dem 47. Psalm. 3. Dir, Heil der ganzen Welt, wird man mit Ehrfurcht dienen, so lange Sonn und Mond an den geMel. Allein Gott in der Höh.- 15. 184. helt frohlockt mit Herz stehn. hr Völker in der ganzen wölbten Bühnen im alten Prachte Von Kind und Kindeskind und Händen! jauchzt unserm Gott! erschallt, wie groß und schön, Herr, erhebt den Held, der sich an allen deine Werke find. Enden stets als den größten König zeigt, an Hoheit alles übersteigt, und Feinden schrecklich bleibet! 4. So sehr ein sanfter Guß das dürre Land erquicket, so mild und ftärkend wird auch Zions Gott er2. Ihr, die ihr seinen Zepter ehrt, blicket; er kommt, und seht, durch ihr werdet einst regieren; ihr werdet ihn wird der Gerechte blühn, mit diese Welt zerstört zu euren Füßen ihm wird Fried und Ruh in alle spüren. Zu seinem Erbtheil wählt Gränzen ziehn. er euch; euch ist ein ewig Königreich, ein ewigs Heil beschieden. 3. Den Himmel nahm er jauchzend ein, ihm sangen Cherubinen. Wie? wollt ihr länger träge fein, lobfingend ihm zu dienen? Nein, auf! Lobfingt, lobfingt dem Herrn; denn er ift Gott und Jacobs Stern, ein König aller Menschen. 5. Als König herschet er von einem Meer zum andern, ihm unterwerfen sich, die in der Wüste wandern; er wirft mit mächtger Hand die Feinde in den Staub, und macht, des Siegs gewohnt, aus ihnen einen Raub. 6. Bis an das fernste Meer wird sich sein Zepter schwingen, ihm werden Könige Geschent und Gaben bringen, ihm dient, was in der Welt nur groß und mächtig heißt, von Heiden selbst wird auch sein hoher Ruhm 4. Mit flugem Lob erhöhet ihn, den König aller Heiden! für ihn laßt euren Eifer glithn, und dienet ihm mit Freuden! der Abgrund bebt vor feinem gepreift. und seinem Sizen zur Rechten Gottes. 7. Warum? sein starker Arm wird die Elenden retten, sein mild und hülfreich Herz bricht ihre schweren Ketten; von Trug und Frevel macht fie sein Erbarmen frei, und zeigt, wie werth vor ihm sein Blut geachtet sei. 8. Er lebt; und seine Macht weiß nicht von Ziel und Grenzen. Sein unermeßnes Reich wird jetzt und ewig glänzen. Ihm bringt man alle Zeit Gebet und Opfer dar, und dränget sich mit Luft an seinem Lobaltar. 9. Wie, wenn ein gutes Land die reichsten Saaten decken, so reichlich wird sich auch der Segen einst erstrecken, der auf die Sterblichen aus seiner Fülle fleußt; und ewig wird dafür sein Nam und Thron gepreist. 107 5. Ja, Segen und Gerechtigkeit theilt Gott, die Quell der Seligteit, dem, welcher vor sein Antlitz tritt, recht überschwenglich gnädig mit. 6. Verlorne Sünder, machet doch die Thore weit, die Thüren hoch! und soll euch recht geholfen sein, so nehmt den Ehrenkönig ein. 7. Ihr fragt: wer dieser König sei? Nichts, nichts kommt seiner Er ist der Herr von Größe bei. ewger Kraft, der statt des Streits bald Frieden schafft. 8. Eröffnet fröhlich Thür und Thor! geht aus der Finsterniß hervor! er kommt, der Herrscher Zebaoth! bor ihm fleucht Sünde, Höll und Tod! Nachahmung des 21. Psalms. 10. So lange Sonn und Mond im alten Glanze blißen, wird sich der Nachwelt seinen Namen Mel. Wie schön leuchtet der. 35. fügen, durch ihn geſegnet, fniet der 187. Herr, en Sohn mit Hülf der du then Heiden große Schar mit Ehrfurcht, Dank und Ruhm vor seinem Sühnaltar. und Kraft vor deinem Thron zum Mittleramte schmücktest! Gott, der du auch, da Höll und Tod ihn schon mit Untergang bedroht, doch gnädic nach ihm blicktest! Siehe! Mithe, Schmerz und Wunden sind verschwunden. Nach dem Leiden lebt er nun in ewgen Freuden. 2. In jenen Wohnungen des Lichts, im Glanze deines Angesichts erhebt er deine Güte. Da rühmt die Wunder deiner Huld nach unsrer ausgeföhnten Schuld fein göttliches Gemüthe. Nun starke Triebe, die ihn hielten, als die Wetter auf ihn zielten. 11. Gelobet sei der Herr, den Ifrael verehret, der einzig Wunder thut und Feind und Lift zerstöret! gelobet sei sein Nam! bis in das fernste Land werd seine Herrlichkeit je mehr und mehr bekannt. - Aus dem 24. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da. ie Erd und was dar109. 186. so weit es schäumend fließt, die Welt mit Sonne, Mond und Stern, dies Alles, Alles ist des Herrn. 2. Des Herrn, der seine heilge Stadt fo felfenfest gegründet hat, daß sie, wenn alles untergeht, gleichwohl wie Berge Gottes steht. 3. Ja, Herr, was nur sein Herz begehrt, wonach sich nur sein Wunsch gekehrt, das hast du ihm geschenket: Denn nur auf unsre Seligkeit, auf deinen Ruhm und Herrlichkeit war 3. Wer darf sich dieser Stätte stets sein Sinn gelentet. Kronen, nahn? wen nimmt er zum Bewohner Thronen und ein Regen deiner Segen an? nur den, der durchs Versöh- muß ihm werden. Selger Wechsel. mungsblut die schweren Sünden von der Beschwerden! fich thut. 4. Nur dem, der reines Herzens bleibt und teine falsche Lehre treibt, des Meineids sich nicht schuldig macht, mur dem ift Segen zugedacht. 4. Ums Leben bat er, Vater, dich, da Troft und Vater von ihm wich, du gabst ihm langes Leben. Wer mißt jetzt seiner Tage Lauf? das Lob, den Schmuck, den du ihm drauf in 108 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu deinem Schooß gegeben? Freunde, Feinde, alle müssen zu den Füßen Jesu fallen, durch sie muß dein Ruhm erschallen. 5. Du, den mein Glaube zärtlich spürt, da haft es glücklich ausgeführt, was ich zum Leben brauchte. Des Baters Rechte hielt dich feft, als von des ärgsten Grimmes Pest der Feinde Rachen rauchte. Schnöde, spröde, und mit Spotte sucht die Rotte dich zu tödten: Gott sieht drein, und sie erröthen. 6. Sein Zorn, gleich einem Feuer, frißt das Volk, das seinen Bund vergißt, die mörderische Bande. Noch trägt ihr Same diesen Fluch, und ist( welch harter Richterspruch!) ein Scheusal aller Lande. Erde, werde, bei der Sache dieser Rache, die noch brüllet, werde doch mit Furcht erfüllet. 7. Man dachte, Böses dir zu thun, Lamm Gottes! und dann erst zu ruhn, wann du vertilget wäreft. O Weisheit! die du Macht und List, wie groß und fein sie immer ist, zu ihrem Schaden tehrest. Freunde! Feinde! hört: es flogen von dem Bogen seines Köchers Pfeile des erzürnten Nächers. 8. Erhebe dich in deiner Kraft, und dämpfe, was uns Schaden schafft, und die dein Zion stören! so soll auch - deinen Gnadenbund in lauten Liedern ehren. Rühre, führe selbst die Heiden zu den Freuden, zu den Kränzen, die so schön in Zion glänzen. zu Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- 29. 188. Herr! du fährst mit Glanz deiner Herrlichkeit! doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit! Gib mir, Jesu! Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen Geist zurücke, aber zeuch mein Herz nach dir; wenn ich nach dem Himmel blicke, o, so öffn ihn gnädig mir! neige meinem Flehn dein Ohr, trag es deinem Vater vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß ich mich bekehr und lebe. 3. Lehre mich, die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist! und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bift. Wollust, Ehrsucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe? 4. Diese müffe mir nichts rauben, du erwarbst sie theuer mir; jegund seh ich sie im Glauben, dorten find ich sie bei dir. Dort belohnst du das Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun, und verwandelft ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu. Rufft du frühe oder späte mich zu meines Gras bes Ruh: leucht auch mir in dieser Nacht, durch die Stärke deiner Macht, die des Todes Macht bezwungen und für uns den Sieg errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wie der an dem Ende dieser Zeit, o, fo sammle meine Glieder, die Verwesung jetzt zerstreut! heilge und verklär fte ganz, daß der Leib im Himmelsglanz dann nicht mehr von Staub und Erde ähnlich deinem Leibe werde. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.- 121. 189. König kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes gleichet, deffen Ruhm Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt offenbaren als das Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere müssen stets zu deiner Ehre dir, Herr, zu Gebote stehen, und dein Wille muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und vor deinem mächtgen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Gränzen sieht man deine Wunder glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen: die nach deiner Vorschrift leben, dir nur zu gefallen streben, alles gern für dich verlaffen, und, wie du, das Unrecht haffen. und seinem Siken zur Rechten Gottes. 109 digung der Freunde, und an Siegen über Feinde. 4. In dem Reiche deiner Ehren hört an des Regimentes Länge, an Begnaman stets dein Lob vermehren von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen, und dir Ehr und Dienst erweisen. 6. Nun herrsch auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Luft und Schmerzen. Laß mich deinen Schutz genießen, auf mich deine Gnade fließen; dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, ftreiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten. 5. Herr, in allen iesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schätze, an der Ordnung der Gefeßze, an der Unterthanen Menge, 13) Von der Wiederkunft Jesu Christi zum Gericht. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neubeseelt, nun alle auf, und feiner fehlt. 190. rhöhter Jesu, Gottes Sohn! der du schon längst der Himmel Thron als Herscher eingenommen. Du wirst dereinst zu rechter Zeit, in großer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland! jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jett schon dir sich beugen. Dann sieht die Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. Welt die Majestät, dazu dich Gott, 191. Er kommt, For Gott, erhöht. 4. Du sammelft fie vor deinem Thron, um jedem den verdienten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer läugnet dann noch, Jefu Chrift! daß du der Erden Richter bist? 5. O gib, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh, und mit dir in den Himmel geh, ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein, und auch die kleinste Sünde scheun. 6. Dein Name sei mir ewig werth! und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preift, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Seligkeit. - - 119. kommt, er kommt zum Weltgericht, der 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Heiland, den wir ehren. O weigert Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, euch, Erlöfte, nicht, jetzt auf sein und schafft ein neues Leben. Auf dei- Wort zu hören. Wer hier nicht seine nen Wink muß Erd und Meer das Stimme hört, und sie nicht mit Gehorunzählbare große Heer der Todten fam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. 110 Erster Theil. Von der Wiederkunst Jesu Christi 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Freude dienen! Wie herrlich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen; doch was uns hier verborgen war, das wird dereinst uns offenbar, wann du wirst wiederkommen. 3. Wenn vor dir die Natur dann bebt und unter deinen Füßen sich alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müssen, wenn alle Engel vor dir stehn: dann werden aller Augen sehn, wie hoch dich Gott erhoben. 4. Wenn dann, o Herr! auf dein Geheiß die Todten wieder leben, dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab erheben, wer wird dann noch, Herr Jesu Chrift! daß du die Auferstehung bist, mit Frechheit läugnen können? - 2. Warum verzeucht der Richter, Gott? wo bleibt der Rächer? fragt der Spott. Hört, Sünder! hörts mit Beben! euch, die ihr frevelnd widerstrebt, und in der Bosheit sicher lebt, zur Beßrung Frist zu geben. Doch bald ist euer Maaß erfüllt, bald kommt der Richter, und vergilt. 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird, wenn Gottes Fluch euch droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Zorn euch decken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchterlich! 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wenn du, die dich hier fliehen, für ihre Schuld zur Rechenschaft mit Majeftät wirft ziehen? wenn nun ih Auge dich erblickt, und sie dein Strafgerichte drückt, dann werden sie verstummen. 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall, und der Posaunen Wiederhall der Erde Grund erschüttern; und plößlich nun der Bau der Welt mit Krachen stürzt, in Trümmer fällt; wenn alle Menschen zittern, und vor den Richter hingerückt, der Spötter glaubet und erschricht: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße 6. Und wenn du dann die Deinen nun Zeit! wo werdet ihr Barmherzigkeit, mit Preis und Ehre zierest, und, ihnen und Gnad und Rettung finden? die ewig wohlzuthun, sie zu dem Himmel ihr der Sünde Maaß noch häuft, fübrest, dann, Herr, wird völlig fühlt, eh euch dieser Tag ergreift, offenbar, daß dein die Macht und die Lasten eurer Sünden! daß ihr Gnade war, die Deinen zu beglücken. euch einst nicht selbst verflucht, und ohne Hoffnung Lindrung sucht. 7. Dlaß mich dann, Herr Jesu Chrift, mit Freuden vor dir stehen, und dir, jo herrlich du auch bist, getroft entgegen sehen. Wenn deiner Feinde Rotte zagt, von Reu und Angst und Furcht geplagt, dann jauchze meine Seele. 6. Mein Herz erschrickt, es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir! ich bin ein Misjethäter. Begnadige, wann dein Gericht auch mir mein ewigs Urtheil spricht, Herr, mich, den Uebertreter! du, der die Sünder nicht verstößt, du hast auch, Jesu, mich erlöst. 8. Daß ich dies Glück erleben mag, so laß in diesem Leben, o Heiland, deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, in deinem Dienste treu zu fein, and nie dich zu verläugnen. 7. Tag Gottes! Tag der Ewigkeit! du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Reizt, Christen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht bald ergrimme. Denn ewig wird der Sünder Pein, sowie der 190. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. er unsre Menschheit an 192. - zu versöhnen, tam, kommt zum Gerichte wieder. Nicht fern ist seiner ZuMel. Ach Herr, mich armen Sünder.-67. kunft Zeit! in aller seiner Herrlichkeit 193. Bedente, Menſch, bas steigt bedente deirer Erbfreis beßre dich! der Tag neu Tod. Der Tod kommt oft behende; bes Schreckens nahet sich. der heute frisch und roth, kann mor zum Gericht. 111 gen, und geschwinder, hinweggestorben| Sündern und den Deinen gibft du sein. Drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. gerechten Lohn. 2. Bedente, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; es wird dort jedermann den Lohn von ihm bekommen, nachdem er hier gethan. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht. Schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen! erlöft von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segneft sie. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein fläglich Schmerzensschreien; ach, Sünder, hüte dich. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz ver wöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ewger Bein; und führeft die Gerechten zu deiner Freude ein. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne ein müder Streiter prangt, der nach dem Kampf die Krone in Gottes Reich erlangt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Beiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu Tenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl; laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfuhl. 6. Laß, Jesu! dein Gerichte mir stets vor Augen sein, und drücke sein Ges wichte in mein Gewiffen ein! laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergehn, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag. 3m 195. Tod und vor Gerichte steh mir, o Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. chon ist der Tag von Gott bestimmt, da, Jesu! bei; daß ich im Himmelslichte wer auf Erden wandelt, sein Loos zu wohnen würdig sei. aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn, er kommt, und Woiten sind sein Thron, der Erden Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Richter. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 67. sch denk an dein Ge194. richte, du Richter aller Welt; der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht, und mein Gewissen lehren: du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um ben die heilge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Gepränge, welch hohe Majeſtät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird teine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Zeuge. ziehn. Du rufft, und sie erschei 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwar nen vor deinem Richterthron. Den tungsvoll und tief gebeugt Rommt 112 Erster Theil. Von dem heiligen Geiste 171. erbt das Reich der Ehren! so spricht Mel. Wachet auf! ruft uns die. er zu der Frommen Schar, doch die, 196. Machet auf vom Schlafe ihr erwacht! denn euch, o Menschenkinder, erwar ten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben, hat Gott in eure Hand gegeben: erwacht! noch ist zur Buße Zeit! gerecht, gerecht ist Gott, er hört der Frevler Spott! Frevler zittert! wißt, was er spricht, gereut ihn nicht, er kommt gewiß, und hält Gericht. - die er von sich weichen. 5. O Herr! mit welcher Majestät wirst du dies Urtheil fällen! die Sünder, die dich hier verschmäht, gehn dann gewiß zur Höllen. Hier trifft fie unerforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Retter sein? ihr Warten ist verloren. 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann so wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst fie zu Ehren an. Dwelch ein froh Getümmel! nun fehn sie mit erstauntem Blick, daß Glaub und Lieb das höchste Glück, uns Gottes Gnad erworben. 7. Sie gehn nun in das selge Reich, das Gott für sie bereitet, und sehn, auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlsein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit! kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre ewge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! es stärke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden kränken. Es reize mich gewissenhaft, und, eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. 14) Von dem heiligen 197. omm, o Gott, Schöpfer, heilger Geist, kehr in das Herz der Menschen ein, und bilde fie so wie du weißt, daß dein Geschöpf vor dir muß sein. 2. Mach du als Tröster dich bekannt. Gott ist für uns nun nichts zu theur; er hat uns seinen Sohn gesandt, und gönnt uns auch dein göttlich Feur. brennen; dann wird der Spötter ihn 2. Schrecklich wird sein Zorn enterkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet! jauchzt, ihr seine Frommen! kommt er und mit ihm sein Lohn! euch er wird zu eurem Heile kommen! bald richtet Christus nicht! Er selbst gieng ins Gericht für die Sünder: Gott ist versöhnt! mit uns versöhnt, wer überwindet, wird gefrönt! 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen, denn plößlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen sein Reich, die Erde, ganz erlösen, von Sünd und Tode sie befrein. Heil, Wonne, Seligkeit ist ewig uns bereit! Amen! Amen! die Zeit ist nah! bald ist sie dal gelobt sei Gottl Hallelujah! Geiste und dessen Gaben. 3. Verstand und Herz erfülle ganz mit deinem Licht, mit deiner Kraft. Es spiegle sich in uns der Glanz, o Geift, der alles Gute schafft. 4. In Wundergaben zeigst du dort den Finger Gottes, und wie schnell verbreitet sich darauf das Wort; du sprachft: auch bei uns ward es hell. 5. D, mach es kräftig, treibe fern des Feindes List. Dein Friede sei mit uns, daß wir dir folgen gern, und steh uns in Versuchung bei. 6. Stärt uns im Glauben an den Sohn und Vater, bis das Schaun ihn krönt und dann durch uns vor jenem Thron dein und ihr hohes Lob ertönt. und dessen Gaben. Mel. von Nr. 33. rühmt, Thr erhebt und preiſet, 198. erhebet froh mit Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er segnet reichlich und wir nehmen den Geift der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen: er schreibt sein Wort in unsern Sinn. 2. Gefalbet mit dem Del der Frenden vollendet Jesus seinen Lauf. Nun Herschet er nach seinem Leiden, und thut uns seine Schätze auf. Sein Geift, in den Aposteln fräftig, schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das nun, in seinem Dienft geschäftig, ihm dantet als sein Eigenthum. 3. Auf! auf ihr Herzen! auf ihr Zungen! verkündigt Gottes hohen Ruhm; sein Name werde stets besungen von seinem heilgen Eigenthum. Ď, daß ein Geift des Lebens wehe, und was nur Odem hat, erfüll; daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Chrifto schaffen will! 4. So laßt uns denn die Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischesfinn. Verbleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müffen nen geboren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt, und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Ach, Jesu! schenk uns armen Sündern durch deinen Geist Genad und Kraft. Mach uns zu Gottes ächten Kindern, theilhaftig deiner Eigenschaft! ach zünde deine reine Liebe in unfrer aller Seelen an, und schaffe, daß mit heilgem Triebe, was lebt, dich ewig loben fann. Mel. Vater aller Gnade. 199. G 113 deinem Throne, schau in deinem Sohne auf mich Wurm herab. Ich bin ein unwürdger Beter, doch dein Sohn ist mein Vertreter. 2. Nicht die Luft zu Schätzen, Würden und Ergößzen, treibt mich, Herr! zu dir; deines Geistes Gaben wünsch ich nur zu haben, so genüget mir; und die willst du gern verleihen, wenn wir brünstig zu dir schreien. 3. Mußt dein Sohn nicht sterben, um mir zu erwerben diesen guten Geift? Sollte meiner Seelen dieser Beistand fehlen, den dein Wort verheißt? Soll ich Lob und Preis dir geben, so muß mich dein Geist beleben. 4. Arge Väter haben Kindern gute Gaben immer noch gewährt; thäteft du wohl minder? werden deine Kinder von dir nicht erhört, wenn um deinen Geist sie flehen? das wird ewig nicht geschehen. 5. 3war ich hab in Sünden sicher, ohn Empfinden, lange fortgelebt; deines Geistes Regung selbst mit Ueberlegung gar oft widerstrebt, ja, ich bin ein Kind der Höllen, doch verzeiheft du Rebellen. 6. Komm denn, mein Berather! Komm, du Geist vom Vater! Komm, du Geist des Herrn! du kannst Herzen zwingen, du kannst Ruhe bringen, Fördre du und du thuft es gern. durch mächtge Triebe in mir Glanben, Hoffnung, Liebe! 7. Deffne mein Verständniß! Weisheit und Erkenntniß stammt von dir allein. Laß bei meiner Blöße mir der Gottheit Größe stets vor Augen sein, und dann zeige du mir Armen Jesu göttliches Erbarmen. 8. Quelle brünstger Triebe, Feuer feufcher Liebe, Laffe deine Glut auch mein Herz durchdringen und in Flam men bringen, Gott, mein höchftes Gut! laffe mich gleich Seraphinen dir mit Lieb und Eifer dienen. 8 ott, groß von Erbarmen! weise nicht mich Armen, nicht mein Flehen ab. Schau von 114 Erster Theil. Von dem heiligen Geist 9. Ist bei schweren Plagen ganz rechne zum Gewinn, wenn ich je ein mein Geist zerschlagen, so hilf gnä- Friedensband knüpfen kann, wenn diglich. Macht die Prüfungshitze, daß meine Hand, zur Erleichtrung der ich schmachtend size, so erquicke mich. Beschwerden, kann dem Nächsten nützLaß des Trostes Ströme fließen, und lich werden. sich in mein Herz ergießen. 10. Ich kann alles tragen, ich darf alles wagen; du bist mir ein Pfand, das im tiefsten Leide mir des Himmels Freude und mein Vaterland auf das tröstlichste gewähret, und mich seufzend danken lehret. - Mel. Werde munter, mein. 116. er du uns als Bater 7. Gib mir wahre Selbsterkenntniß, daß ich meine Fehler seh, und durch demuthsvoll Bekenntniß Gott um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu beffern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn 200. und deinen Geist denen, die dich bit ten, gibeft, ja, um ihn uns bitten heiß'st: demuthsvoll fleh ich vor dir; Vater! send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entriffen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O, so sebze durch dein Wort deine Gnadenwirer nicht durch seine Kraft die Gesinnung tung fort, bis sie durch ein selig Ende in mir schafft, daß ich dir mich ganz herrlich sich an mir vollende. ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen Jesu! noch mit ächter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet 201. H mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottes- Geist! der du menschliche Gemüther befferst, und mit Troft erfreuft! nach dir, Herr, verlangt auch mich! ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preise, heilig, und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getroftem Muth seiner Vaterhuld mich freu, und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Troft und Stärkung fehlen. 6. Geift des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe, und mirs Mel. des 77. Psalms. eilger Geist, du Himmelslehrer! starker Tröster und Bekehrer! fehre bei mir Sünder ein, laß mich deine Wohnung sein. Gib, daß stets durch heilges Denten sich mein Herz zu Gott mag lenken; klopf an meinem Herzen an, wenn ich geh auf falscher Bahn. und dessen Gaben. 115 2. Treibe, leite und regiere, mich| betrübten Stunden tröfte mich durch zum Guten stetig führe, gib selbst Jesu Wunden. Luft und Kraft dazu, daß ich Gottes Willen thu. Gib mir stetiges Verlangen, Jesu fester anzuhangen, immer mehr von Sünden rein, heilig, unbefleckt zu sein. 3. Hilf, daß ich mich bald betrübe, wenn was Böses ich verübe; gib, daß bei mir wahre Reu über mein Vergehen sei. Laß mich allezeit erwägen, daß Gott sei bei mir zugegen, der auf jedes Wort und That sehr genaue Achtung hat. 4. Laß mich, weil ich leb auf Erden, wachsam stets erfunden werden, und nach göttlichem Geheiß thun mein Amt mit allem Fleiß. So werd ich durch dieses Führen auch in meinem Herzen spüren, daß du, werther Gottesgeift, in mir wohnst und träftig seist. 5. Komm! erfülle, komm! bewohne, mit dem Vater und dem Sohne, Geist der Liebe, lieber Gast, was du so geheiligt haft; so will ich von ganzer Seelen deinen Gottesruhm erwählen, preisen dich, Dreieinigkeit, hier und dort in Ewigkeit. Mel. Liebster Jesu, wir find hier. ott! du hast in deinem 202. Gott! Sohn mich von Ewigkeit erwählet; Sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile fehlet, und gib mir des Geistes Gaben, durch sie werd ich alles haben. 2. Bin ich noch in Sünden todt, und zum Guten ganz verloren: heilger Geist, mein Herr und Gott! mache du mich neu geboren; rette mich von dem Verderben; laß mich nicht in Sünden sterben! 3. Treibe weg die finstre Nacht falscher, zweifelnder Gedanken; wenn die Welt mich irre macht, halte die Vernunft in Schranken! wenn ich mich von dir entferne, wo ists, daß ich Weisheit lerne? 5. Pflanze du mich selbst in ihn, als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, und als eine gute Rebe Früchte bring und in ihm lebe. 6. Glaube, Lieb und Hoffnung sei stets die Zierde meiner Seele; in Versuchung steh mir bei, daß ich stets das Beste wähle. Gib mir Demuth in den Freuden, und Geduld und Muth im Leiden. 7. Hilf mir reden recht und wohl, und des Gottesdienstes Pflichten, wie du forderst, wie ich soll, ohne Heuchelei verrichten, christlich leben, felig sterben, und dein himmlisch Reich einft erben. Mel. von Nr. 37. 203. Dir ir, Vater! dankt mein Herz und singt, daß du den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil den Sündern bringt, und unvergänglichs Leben! ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wunder preift, zur Erde haft gesendet! der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Knechten Stärke gab, daß fie dein Werk vollendet. 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, gehn sie, die Welt zu lehren; der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren; der ganze Erdkreis hört erfreut die Botschaft unsrer Seligkeit, Vernunft und Wahrheit stegen; das Laster und die Blindheit flieht! wo man den Finger Gottes sieht, muß Satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der Name Jesu wird gelobt, sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schreckt nicht Pein noch Müh; der Geist der Stärke stärkte fie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König treu, be tannten seinen Namen frei, und lob. ten ihn im Tode. 4. Schaffe mir ein reines Herz, 4. Noch jetzt bist du der Geift der daß ich stets an Gott gedenke, und Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer, mich oft mit Ren und Schmerz über der Jesu neue Jünger schafft, des meine Sünden fränke; doch nach den Höllenreichs Zerstörer. In Sündern 8* 116 Erster Theil. Von dem heiligen Geist wirkst du Buß und Leid, in frommen| heißt! schenk uns Muth und Kraft im Seelen Trost und Freud, und Muth Krieg, und verleih uns dann den Sieg! im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, Seelenruh, daß sie dich froh empfinden. 5. Des Vaters und des Sohnes Geift, du Quell des Lichts, der Liebe, ben Gott den Betenden verheißt, ach, heilge meine Triebe! schaff du in mir ein neues Herz, gib wahre Buß und Sündenschmerz, hilf mir im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen! 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben! du bist unser Schutz und Gott! sagt das Fleisch gleich immer: Nein! Laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns jemehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt. Mel. Nun bitten wir den h. 6. Mel. Gott des Himmels und der.. 32. 1 204. Somm, o komm, du Geift 205. Des Baters und des des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens; sie erfüll uns jederzeit! so wird Geist, und Licht, und Schein in den dunkeln Herzen sein. Sohnes Geist, du, der uns den Weg zum Heile weist, gnadenvoller Tröster! Las, wenn wir sterben, 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht! dein Erfenntniß werde groß, und mach uns vom Irrthum los. uns das ewige Leben ererben, gib uns Jesu Frieden. 2. Es leucht uns, Licht des Herrn, dein Schein, wenn schon Tod und Verwesung uns dräun; lehr uns Jes sum Christum, den Sohn, erkennen, und in der Liebe des Sohnes brennen, lebend und im Tode. 3. O du, der Liebe Geift! erhöh unsre Seele, daß sie schmeck und seh, wie der Herr uns liebte, laß in den Brüdern, als in seinen geheiligtes Gliedern, Jesum stets uns lieben. 4. Du höchster Troft in aller Noth! hilf getreu uns sein bis in den Tod Heilig laß uns leben, und nicht verzagen, wenn uns unsre Sünden verklagen vor der Welten Richter! 3. Beige, Herr, die Wohlfahrtsstege! das, was dich betrüben kann, räume ferner aus dem Wege! führ uns zu dem Guten an; wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind; stärk uns dann mit deinen Gaben, wenn kich Noth und Drangsal findt; zeige, daß des Vaters Zucht einzig unfer Bestes sucht! 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten gläubig und mit Freudigkeit; mach uns tüchtig, recht zu beten, und vertritt uns allezeit! so wird unsre Bitt erhört, und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! o so mache den Beschluß; sprich der Mel. Freu dich sehr, e meine.- 29. Seele tröstlich zu, und gib Muth, 206. Edler Geist im Himmels und Ruh. throne, Wesens, einer Kraft mit dem Vater und dem Sohne! Geift, der neues Leben schafft! Flöße du die wahre Reu in mein Herz 7. O du Geist der Kraft und Stärke, bu gewisser neuer Geift, fördre in uns beine Werke, wenn uns Satan wanten und dessen Gaben. 117 und mach es neu, daß Gott selbst mit Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. ſeiner Gabe Luft in mir zu wohnen habe. 207. Geist vom Bater und der Tugend vom machst es in dem Herzen licht; du unser Tröster bist, und von unsers gibst, mächtiger Bezwinger, daß der Gottes Throne hülfreich auf uns Sünde Macht zerbricht. Kehrest du Schwache stehst. Stehe du mir mächnur bei mir ein: so wird meine Seele tig bei, daß ich Gott ergeben sei; rein, und auch schon auf dieser Erden o, so wird mein Herz auf Erden schon eine Wohnung Gottes werden. ein Tempel Gottes werden. 3. Geist der Wahrheit! komm und führe mich zur wahren Weisheit an; daß des Höchsten Wort mich rühre, und ich willig folgen kann. Deffne du mir jene Schrift, die mein ewig Heil betrifft; laß mich hier zum Theil verstehen, was ich dort soll völlig sehen. 4. Geist des Trostes! in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bei! wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu! gib mir ein gelaßnes Herz, daß ich in dem größten Schmerz Troft der Seele bei dir finde, und den Unmuth überwinde. 5. Geist des Raths! wenn mir verschwindet aller Rath in Angst und Noth, wenn sich nirgends Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod mir fast un vermeidlich scheint, und mein trübes Auge weint: so gib, daß es meiner Seele nicht an Nath und Hülfe fehle. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe sucht an dir nur seine Luft. Schmed ich deine große Güte, so verachtet meine Brust, was die Welt für Lust erdenkt, welche nur die Seele kränkt. Rechte Freude muß den Frommen einzig von Gott selber kommen. 7. Geist des Betens! lehr mich beten: Abba, Vater in der Höh! Treibe mich, vor Gott zu treten, und gib, wenn ich vor ihm steh, daß mein Bitten träftig sei; ftehe meinem Seufzen bei; sprich in mir, in Gottes Namen, nach dem Flehn ein kräftigs Amen! Aus dem 46. Pfalm. Mel. Ein fefte Burg ist unser Gott. 208. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wenn ich bange 3weifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlfein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe! daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu ftehn. Seinen Namen zu erhöhn, feinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde, mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o, so strafe selbft mein Herz, daß ich, unter Reu und Schmerz, mich vor Gott darnieder beuge, und mein Herz zur Beßrung neige. 15) Von der christlichen Kirche. in starker Schutz ist 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf meinen Mittler, schau und auf ihn die Hoffnung ban, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Bater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Trofte bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden deines Troftes Kraft empfinden. unser Gott! auf ihn steht unser Hof- fen. Er hilft uns treu aus aller 118 Erster Theil. Von - der christlichen Kirche. 4. Steure, Erbarmer! deiner Feinde Grimme. Warne die Deinen vor des Irrthums Stimme. Lehre sie prüfen, daß fie falsche Freuden flüglich vers meiden. 5. Sei du ihr Licht in ihren Finsternissen, heile selbst ihr verwundetes Gewissen. Schlägt oft ein Kummer ihre Herzen nieder: stärke sie wieder. Noth, so viel uns der betrof- fen. Satan, unser Feind, der mit Ernst es meint, rüstet sich mit List, trotzt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht tein Feind auf Er- den. 6. Schütze uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz 2. Nicht unsre Macht ists, die ihn uns wirft erlösen, bis wir zum Umfällt. Wir wären bald verloren. Es gang der verklärten Frommen frohkämpft für uns der rechte Held, den lockend kommen. uns Gott selbst erforen. Fragst du, wer er ist? er heißt Jesus Chrift, der Herr Zebaoth. Er, unser Herr und Gott, er muß den Sieg behalten. Der 67. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 3. Die ganze Hölle schäume Wuth, 210. Gott! der uns immer Gutes gab, schan und droh uns zu verschlingen. Trots gnädig stets auf uns herab, entzieh ihr! uns rüstet Gott mit Muth. dein freundlich Angesicht, Herr, deiEs soll uns doch gelingen. Wenn der nen Auserwählten nicht! Fürst der Welt sich schon grimmig stellt, schreckt er uns doch nicht. Er ift ja längst gericht't. Ein Wort kann ihn schon fällen. 2. O Gott, Jehovah, zeige dich der Welt! der Weltkreis freue sich, wird dein Erkenntniß ihm zu Theil, in dir, o Gott, und deinem Heil. L 4. Das Wort steht fest! die stolze 3. Es mache aller Völker Mund, Welt mag noch so heftig toben! der Gott, deine Macht und Weisheit Herr mit uns! der starke Held! der fund! kein Bolk sei auf der weiten gibt uns Sieg von oben. Tödten Welt, das deine Güte nicht erzählt! fie den Leib, nehmen Kind und Weib, rauben Gut und Ehr: fie nehmens! was ifts mehr? Uns muß der Himmel bleiben. 4. Ja, jedes Volk, das dich erkennt, das wird von deinem Lob entbrennt, wer dich anbetet, Gott, der freut sich deiner großen Gütigkeit. 5. Lob, Erdenkönig, dir! du bif ein Führer, der allmächtig ist! wer nimmt sich unsrer treuer an, wer ist, 209. La boch, o Jesu, laß der so beschützen kann? Mel. von Nr. 55. aß dein Reich auf Erden unter den Sündern ausgebreitet wer- Gott, den! Schenke doch ihnen, deiner Leiden wegen, Leben und Segen. 2. Gib ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich gläubig ihren Herren nennen; gib ihnen Eifer, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 3. Mit heilger Achtung laß die Schrift sie ehren, denn sie verfünbigt deines Mundes Lehren. Außer ihr suchen Sterbliche vergebens Worte des Lebens. 6. Es mache aller Völker Mund, deine Macht und Weisheit fund! kein Volk sei auf der weite Welt, das deine Güte nicht erzählt. 7. Die Erde ist nicht mehr vers flucht, sie bringt uns segensvolle Frucht, wir wissen nichts von Hungersnoth; stets segne uns Gott, unser Gott! 8. Ja, my Jehovah, deine Treu an uns mit jedem Morgen neu! dir diene deine ganze Welt mit einem Dienst, der dir gefällt. Erster Theil. Von der christlichen Kirche. - 119 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beherscher deiner schwachen Heerde! Himmel und Erde. Der 46. Psalm. Mel. von Nr. 50. 211. rhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Chriist uns und ftum, deinen Sohn, vom Throne 213. Gott Schutz in Nöthen, und unsre Zuversicht. Er weigert, wenn wir zu ihm beten, uns seine Hülfe nicht. Und follte gleich der Erdkreis zittern, und stürzt er auf uns her: uns würde keine Furcht erschüttern, und sänken Berg ins Meer. frech zu stürzen drohn. 2. Zeig deine Macht, Herr Jesu Chrift! der du Herr aller Herren bift; beschirme deine Christenheit, daß fie dich lob in Ewigkeit. 2. Sollt auch das Meer so heftig toben, und stürzten vor der Wuth Gebirge, ihrem Grund enthoben, 3. Gib, heilger Geist, uns einen Sinn, nimm alle Zwietracht von uns hin. Vor deines Wortes Licht und hinab in seine Fluth: fie bleibet doch mit ihren Bächen die Stadt des Macht entflieh des Wahns und Irr- Herrn, in ihr wohnt Gott, der wird thums Nacht. 4. Herr! laß uns dir befohlen sein. Schau unsre Noth; wir find ja dein. Erhalt im Glauben uns die Wogen brechen, sie jauchzet: Gott ift hier! 3. Gott wohnet selbst in ihren Mauern, der Herr beschützet sie, fie getreu, und mach uns von den Fein- wankt nicht, ewig wird fie dauern, den frei. Sie dichten, Herr! ein Frevel- der Höchste hilft ihr früh. Die Völker 5. fück! fie graben Gruben mit viel Müh; in ihre Gruben stürze sie! es fall auf ihren Kopf zurück! tobten, und im Grimme empörten Reiche fich! er sprach, vor seines Donners Stimme zertheilten Welten sich. 4. Wer ist der Feind, der uns zerstöre? er, der uns hilft, ist Gott! Gott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schüßzet Jacobs Gott! kommt her, und merkt auf Gottes Werke und lernet seine Kraft. Er ist es, es ist seine Stärke, die solch 6. So werden sie erkennen doch du, unser Herr- Gott, lebeft noch, du stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. Mel. von Nr. 55. 212. Süße die Deinen, die Zerstören schafft. nach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbft verheißen, nichts sie entreißen. 5. Er macht sich auf, dem Krieg zu steuern, der so viel Blut vergoß, und er zerbricht, daß Länder feiern, Schwert, Bogen und Geschoß. Den Spieß hat seine Hand zerschlagen, daß er nicht tödten kann. Er zündet des Verheerers Wagen mit seinem Feuer an. 6. Laßt ab, und wißt, und lernt mit Freuden, ich sei Gott, Herr der Welt! groß will ich werden vor 3. Du haft noch niemals, Herr, den Heiden, und herrlich vor der dein Wort gebrochen. Führe die Welt! Gebt alle unserm Gott die Deinen, wie du selbst versprochen, Ehre! er, der uns hilft, ist Gott! führe ste endlich aus dem Kampf Gott ist mit uns, der Herr der hienieden zum ewgen Frieden. Heere, uns schüßzet Jacobs Gott! 2. Laß deine Wahrheit rein verfündigt werden. Mach ihre Siege Herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 120 214. Erster Theil. ME - Von der christlichen Kirche. enn Christus seine Kirche schützt: fo mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten GotP tes sitzt, hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schützt zu seinem Ruhm mit Macht das Christenthum. Mag doch die Hölle erbar- men! wie wenig Herzen sind noch dein; entzieh dich nicht uns Ar- men! dein theures Wort hält man für Spott; empört sich wider dich, o Gott! will deinen Sohn nicht kennen. 2. Sie lehren eitel Träumerei, was Eigenwitz erfindet. In keiner Wahrheit ist dabei ihr unstät Herz gegründet. Der wählet dies, der andre das, es trennen sich ohn Unterlaß, die mit Vernunft fich brüsten. 215. ch Gott vom Himmel sieh darein, und laß es dich wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron fich wider ihn empören; denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet Gctt. Sie mögen fich empören. 4. Gott siehts und spricht: bald kommt die Zeit, daß ich dem Frevel 3. Der Frebler mag die Wahrheit steure, damit sich in der Christenheit schmähn; uns kann er fie nicht rauben. kein Heidenthum erneure. Indeffen Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir greif den schnöden Wahn mein Wort halten fest am Glauben. Gelobt sei mit starken Waffen an, und bleib Jesus Chrift; wer hier sein Jünger unüberwindlich. ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 3. Ach Herr, mein Gott, vertilge doch des Irrthums freche Lehren. Wie lange sprechen Frevler noch die Menschheit zu entehren: tief schann wir in die Wahrheit ein; uns täuscht kein gleisnerischer Schein; mur blinde Herzen glauben! 5. In Feuer siebenmal bewährt, glänzt edles Silber heller; und, durch Verspottungen bewährt, strahlt GotAuf, Chriften! die ihr ihm ver- tes Wort auch heller. Der Strahtrant, laßt euch kein Drohn erschrecken. len fiegende Gewalt durchbricht der Der Gott, der von dem Himmel Zweifel Nebel bald, und blendet selbst schaut, wird uns gewiß bedecken. die Feinde. Der Herr, Herr Zebaoth hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns dann erschrecken? 6. Sein Licht beschütz uns, daß uns nie das frevelnde Geschlechte in seine schlauen Netze zieh, nie unter uns sich flechte; denn alle Bosheit wächst geschwind, wo frecher Spott erft Kraft gewinnt, sein Gift ertödtet Seelen. 7. D dämpfe selbst, du starker Gott, die dir die Ehre rauben. D Jesus Christ, bei ihrem Spott stärk Erster Theil. Von der christlichen Kirche. 29. träftig unsern Glauben. Oheilger uns wir Mel. Freu dich sehr, o meine. reuer Hirte deiner Heerde, vor Abfall und Verrath mit ganzem 217. T du, der Deinen starter Ernst uns hütten. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 216. zigkeit, bei allen ZeitSchutz! siehe doch, wie Staub und Erde wider dich mit frechem Trup tobt, und in den Waffen ist, und sich freventlich vermißt, deine Kirche zu Bater der Barmherzerstören und dein Erbe zu verheeren. 2. Du, Herr! bist ja unser König; verwandten doch nun seit der Apostel- dein sind wir nach Leib und Seel. zeit recht groß in allen Landen; du Menschenhülfe ist zu wenig, wo du haft durch deines Geistes Kraft die nicht, Immanuel, zu der deinen Netgroße Schar der Heidenschaft zu tung wachst, und den Feind zu Schandeinem Reich berufen. den machst, wo du nicht sein Wüthen dämpfest, und für deine Wahrheit kämpfest. 3. Es betrifft ja deine Ehre, es betrifft dein Heiligthum; deine theure Gnadenlehre, deines Todes Kraft und Ruhm, und den Dienst, der dir allein von uns muß geheiligt sein; o, wie solltest du denn schweigen, und dich nicht als Retter zeigen! 4. Du bedrohest Wind und Wetter, und es schweigt ihr Ungestüm. Steure denn, Herr, unser Retter, auch der Feinde Wuth und Grimm. Saul befehrst du, wenn er schnaubt, und dir Ruhm und Ehre raubt, ach, bekehre die durch Lügen sich selbst um ihr Glück betrügen. 5. Doch nicht nur der Feinde Dräuen, die Verführung müssen wir auch bei unsrer Schwachheit scheuen, unsre Hülfe steht bei dir. Käm es auf uns selbst nur an, ach, wie leicht wär es gethan. Satan würde bald den Glauben uns aus unserm Herzen rauben. 6. Laß uns denn vorsichtig wandeln, und mit Tauben- Einfalt zwar, doch auch klug, wie Schlangen, handeln. Zeig uns selbst bald die Gefahr.. Schickt euch, es ist böse Zeit, spricht du; mach uns selbst bereit, daß wir machen, beten, kämpfen, und so die Versuchung dämpfen. - 119. - 2. Getrennt durch Mannigfaltigteit des Glaubens und der Zungen, auf dieser ganzen Welt zerstreut, hat fie dein Wort durchdrungen! hat sie dein starker Geist gerührt und nun zu einem Zweck geführt in Einigkeit des Glaubens. 3. Ach, sei doch auch in dieser Zeit uns, Bater, wieder gnädig! und mach uns von uneinigkeit des Glaubens los und ledig! gib, daß vereint auf einen Grund wir dir zugleich mit Herz und Mund im Geist der Liebe dienen. 4. Ach, schaue, wie des Satans Lift vereinte Brüder trennet, wie man der Liebe ganz vergißt, von blindem Eifer brennet, und dann, von Wissen aufgebläht, um Dinge, die man nicht oersteht, sich ohne Grund entzweiet. 5. Herr! hilf diesem Uebel ab und gib, daß deine Heerde bald unter ihres Hirten Stab genau verbunden werde: im Wesentlichen einerlei; in Nebendingen aber frei, in allem lieb reich denke. 6. Wenn Brüder, Herr, auf dein Geheiß vertraut beisammen wohnen, und ihrer Schwachheit wechselweis mit zärtlichkeit verschonen: o, was fann angenehmer sein! du selbst, Herr! wirst dich ihrer freun, und sie mit Segen trönen. 121 - 122 heiligen Taufe. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. D, laß mich nie die Pflicht vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als ie Christus selbst mir mit Heil entgegen famst. du in deinen Bund mich nahmst, und 16) Von der Einsetzung der Taufe. Mel. Chrift, unser Herr, zum Jordan. 218. We Christus ſelbſt 4. Du bist getren. Auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste ftehn. Sa felbst, wenn ich ihn überschreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn! du klopfft an mein Gewiffen an, und lockst mich auf die rechte Bahn. zum Jordan kam, und nach des Baters Willen die Taufe von Johannes nahm, um alles zu erfüll- len, was Gott heischt: so muß auch das Bad, das er, um uns von Sünden zu waschen, angeordnet hat, vielmehr uns willig finden. Es bringt uns Heil und Leben. 2. Hört, wie es zu den Jüngern heißt: geht, spricht er, lehrt die Völter, und auf den Bater, Sohn und 220. M mich dir zum EiGeift Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. ein der du Wer glaubet, und die Tauf empfängt, genthum erkaufet, als dein Jünger wird selig, wer hingegen ungläubig bin auch ich vormals auf dein Wort fest am Irrthum hängt, der fliehet getaufet. erwecke mich zum Fleiße, vor dem Segen, und muß verloren recht zu sein das, was ich heiße. gehen. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Trene, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt! o Sünde weich! Gott hört es! jetzt entfag ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater! und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils! sei ewig mein, und laß mich stets den Deinen sein! - 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlfein achten, daß ich, Jesu! deinen Willen treulich suche zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ewgen Glücke. Davon ist auch nach dem Sterben ewig Segen zu ererben. Mel. von Nr. 72. 219. ch bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Bolt, das dir geheiligt heißt. D, welch ein Glück wird dadurch mein! Laß, Herr, mich des auf ewig freun. 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater! und ein selig 4. Laß mich drum, wie dirs geTheil haft du, Sohn Gottes, mir fällt, deinem Dienst, Herr, ganz gewähret an dem von dir erworbnen ergeben, und, entfernt vom Sinn der Heil. Du willst, mein Leben Gott Welt, als dein treuer Jünger leben; zu weihn, Geift Gottes, selbst mein daß ich einst auch, wenn ich sterbe, Beistand sein. das verheißne Leben erbe. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 123 Mel. Liebster Jefu, wir find hier. 4. 3. Hirte! nimm dies Schäflein an! 221. Herr! wir stehen hier Haupt! mach es zu deinem Gliebe! vor dir: laß dies Kind Lehrer! zeig ihm deine Bahn! Frieauf unsern Armen dir gefallen, bitten defürft! sei du sein Friede! König! wir, und erzeige dein Erbarmen, daß laß es deinen Willen künftig immer es dein Kind hier auf Erden, und treu erfüllen! im Himmel möge werden. 2. Wasch es, o Herr Jesu! rein durch dein Blut von seinen Sünden; laß es deinen Geist erneun und mit dir genau verbin! da wir ihm den Namen geben hreib es in dein Buch zum Leben! - 17) Von dem Einsegung des heiligen Abendmahls. Mel. des 91. Pfalms. heiligen Abendmahle. | jetzt wird für euch gebrochen, daß eure Schuld und Adams Fall nicht werd an euch gerochen. 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaffne Christen leben! endlich auch, wenn dirs gefällt, chriftlich unsern Geist aufgeben, und im Himmel zu den Frommen, zu den wahren Christen kommen. 4. Den Dankkelch nahm er auch hierauf; er that mit Wohlgefallen den 222.[ 18 Jeſus ſegund zum auf, und sprach zu ihnen allen: nehmt hin und trinkt, das ist mein Blut, das ich für euch vergieße, euch droht umsonst der Höllen Glut, indem ich für euch büße. 5. Das Blut, das an dem Altar dort in Opfern ward vergoffen, tilgt nicht die Schuld, schafft sie nicht fort, drum sollt, wie Gott beschloffen, jetzt zur Vertilgung dieser Schuld mein Blut, mein Söhnblut fließen; nun denkt an Gottes Gnad und Huld mit freudigem Gewiffen. sterben wollt für unsre Missetha- ten, in jener Nacht um schnöden Sold aufs schändlichste verrathen: hielt er in dem bestimmten Saal, von Gottes Hand geleitet, mit seinen Jüngern noch das 6. Halt't oft den Brauch mit Brot und Wein, auf daß ihr mein gedenket; laßt euch mein Leiden theuer sein; gespeiset und getränket, sagt laut: of wenn dein Tod nicht wär, wir müßten ewig sterben. Und lebt hinfort, zu meiner Ehr, als würdge Himmelserben Mahl, das längst auf ihn gedeutet. 2. Hier sprach er: mich verlanget sehr, dies Paschah zu begehen; nun feir ich keinen Festtag mehr, bis Gott mich wird erhöhen auf meinem Stuhl in meinem Reich, das mir der Bater gibet, und dem, der hier mit mir zugleich in seiner Lieb sich übet. 7. Kein Tropfen labt den reichen Mann in seinen schweren Leiden, schaut mich dagegen gläubig an, sein Schicksal zu vermeiden. Wer mir vertraut, und Buße thut, der ist durch mich verföhnet, doch weh den Falschen, der mein Blut mit frechen Lastern höhnet. 3. Drauf nahm er Brot, und brachs, und dankt, und sprach: nehmt hin 8. Die Welt, die nicht ihr Heil und effet, damit ihr nicht im Glau- versteht, bleibt an dem Neußern hanben manft, und meiner nicht vergesset; gen, und meint damit, wenns übel das ist mein Leib, der durch viel Qual geht, Genade zu erlangen! doch dich 124 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. entzeucht nicht Brot und Wein dem| 5. Mein Heiland, den der Himmel ernstlichen Gerichte; soll dies dein preift, dich will ich ewig loben. O, Trost, o Sünder, sein, so wird dein stärke dazu meinen Geist mit neuer Troft zu nichte. Kraft von oben. Dein Abendmahl vermehr in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit neuer Treue diene. 3 9. Der rechte Labtrant ist mein Blut, mein Fleisch die rechte Speise; o, iß und trinke dir zu gut, und auf die rechte Weise. Erkenn, daß Mel. Herzlich lieb hab ich dich.- 141. ich mich in den Tod für dich dahin 224. Gelobe feißt du, Herr und HunBebaoth! gelobt für gersnoth, so hast du Heil und Leben. unsers Mittlers Tod, der uns das 10. Ich bleib in dir und du in Heil erworben! wie haft du, Gott, mir, damit von meinem Geiste dein auch mich geliebt! er, der uns ewig Geift getrieben für und für Gott Leben gibt, ist auch für mich geftorDank und Ehr erweise. Du bist nun ben. Mein ganzes Herz frohlockt in ganz mein Eigenthum, ich kann dich mir. O Vater, ich lobsinge dir. Gib, nicht verlaffen. Ich will dich einst daß ich jeden Tag aufs neu mich deizu meinem Ruhm mit ewger Treu ner Baterhuld erfreu. Gott meines umfaffen. Heils! sei ewig mein, sei ewig mein, und laß mich dir recht dankbar sein. 11. Dein Wort, o Sesu! fehlet nicht, das glauben wir von Herzen; nur gib, daß wir nach unsrer Pflicht an deine Todesschmerzen stets denken, und auf ebner Bahn nach deinem Willen wandeln, und also, wie du uns gethan, mit unsern Brüdern handeln. Mel. Allein Gott in der Höh. 15. 223. Halt im Gedächtniß Je- der auf Erden vom Himmelsthron liebst du mich! wie liebst du mich! gekommen ist, ein Heiland dir zu gib, daß ich ewig liebe dich! werden. Vergiß sein nicht, denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 3. Mit Inbrunst fleh ich, Herr, zu dir! befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüthe! mich dürftet, gleich dem dürren Land, bei deiner Liebe Unterpfand, nach deiner großen Güte. Ich fühle, Herr, was mir ge bricht. O stärke meine Zuversicht, daß du auch mein Versöhner seist, und mich vom ewgen Tod befreist. Herr, dieser Troft sei fest in mir, sei fest in mir, so dien ich voller Freuden dir. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir ausersehen. Auch mir zum Herrlichsten Gewinn gabst du dein Leben willig hin, drum hör auch jetzt mein Flehen. Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja, durch den Glauben wohn in mir; so nimmt in mir die Seelenruh, und meines Herzens Beßrung zu. Mein Herr und Gott! vere 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten. Da er am Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil erftritten. Errettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für diese Liebe! 2. Boll hoher Ehrfurcht beug ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich dahin gegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin. Dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ewge Kraft haft du, o Herr, auch mir verschafft, was mich vor dem Verderben schützt, was meinem Geifte 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden, und jetzt zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden auch dir Befreiung aus gemacht, und ewges Leben wiederbracht. Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann beftehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken." Von dem heiligen Abendmahle. Erster Theil. 125 laß mich nicht, verlaß mich nicht, so komm ich einst nicht ins Gericht. 5. Zu deinem Himmel hilf du mir. Der Freuden Fülle ist bei dir; laß sie mich einst genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen und zu schliesen, daß mir dein Wort stets heilig sei, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Frenden thu, was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. O 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen. D, gib mir selbst durch deinen Tod die Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an tüchtig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Beffe rung mir und der Welt beweisen. Mel. von Nr. 84. Herr, mein Heil, sei stets mit mir, 226. Menschenfreund, o D mit mir, gewiß zu dir. der Schwachen Kraft und mächtiger Vertreter! erbarme dich, du Hörer der Gebeter! gedenk an mich, o mein Immanuel! ich stehe hier mit Furcht - Mel. An Wasserflüffen Babylons.- 97. 225. Ich fuche dich, mühselig und beladen. Herr! mein Heiland, segne mich mit den erworbnen Gnaden! ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh! ich suche Ruh und finde fie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder. Du haft die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht, und an dein Wort: es ist vollbracht! du haft mir Heil erworben. Für mich haft du dich dargestellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. 3. O freue dich, mein Herz, in mir! er tilget deine Sünden, er nahet sich mit Troft zu dir, und läßt dich Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getroft, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft. Vergiß nicht, dem, der dich erkauft, zur Ehre stets zu leben. 4. Dein, spricht er, ist die Seligteit, bewahre sie im Glauben; und Laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstoc; bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich Nird dir der Sieg gelingen. Prüfer meiner Nieren; du bist ein Arzt, der kranker Seelen pflegt, du bist der Hirt, der selbst sein Schaf will führen. 2. Ich bin betrübt; ich fühle, was mich plagt; mein Auge darf ich kaum. zu dir erheben, von ferne steh und seh ich nach dem Leben, wohin mein Geist nur seinen Wunsch noch wagt. Aus Demuth schlag ich an die bange Brust, der Sünden Siz, die mich von dir geschieden. Ich schäme mich auch der verborgnen Lust, in welcher oft die Herzen heimlich steden. 3. Wo soll ich hin? Ich will zum Lebens- Gott. És soll mich nichts von meinem Felsen treiben; dir, Jesu, will Tod! ich mich allein verschreiben. Höll! dein Sieg und Stachel ist ein Spott. Der Ueberwinder, Jesus, is mein Haupt, der Hölle, Tod und Teufel hat bezwungen; ich bin durch ihn der Sündenmacht entraubt, es ist dem Held aus Davids Stamm gelungen. 4. So tret ich denn, mein Jesu. jetzt vor dich, ich komm zu deinem Mahl nach deinem Willen. Ach laß mich da den Durst und Hunger stillen; mein Heiland, dein Verdienst erquicke mich! wird mun mir so des Glaubens Kraft vermehrt, dann soll er sich in Werken thätig weisen; dann werd ich dich, der du mein Flehn erhört, mit Herz und Mund hier und dort ewig. preisen. 126 Erster Theil. 227. M - - Von dem heiligen Abendmahle. ie groß ist deine Menschenliebe, mein theurer Heiland, Jefu Chrift, der du für mich gestorben bist! o, daß ich nur mit reinem Triebe dir treu verbliebe. 2. Dein Mahl, bei welchem du mich speisest mit deinem heilgen Brot und Wein, muß mir ein göttlich Denkmal sein, daß du mich auf dein Opfer weiseft, mich glauben heißest. 5. Ach Jesu! laß mich doch erscheinen voll Sehnsucht nach Gerechtigfeit! ach, mach uns allesamt bereit, und laß in einem Geist die Deinen fich fest vereinen! 6. Du bist das Haupt, wir sind die Glieder, die eines Brots theilhaftig find. Ach, daß uns deine Lieb entzünd't! so finden wir uns einst als Brüder im Himmel wieder. 3. Auch ist mir das ein Pfand und wenn zu deiner TaMel. An Wasserflüssen Babylons. fel geh, und Brot und Wein mir 229. D'Barmherzigkeit zum 97. aus geben jeh, du werdest meiner Seel imgleichen dich selber reichen. Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du rufft: Mühselge, kommt 4. Ach laß mich nur recht gläubig was uns dein Opfertod verschafft! zu mir. effen, und schenke mir in voller Kraft, Du Weltversöhner! ja zu dir komm ich auch heut, ein Sünder. all meiner Sünden werd indessen vor Verstoß von deinem Angesicht, ver Gott vergessen. stoß mich, o mein Heiland! nicht, vom Erbtheil deiner Kinder. 2. 3war meine Missethat ist mehr, mehr als ich könnte zählen. Sie drückt mich, Herr, ich zittre sehr, vor Unruh meiner Seelen. Weltrichter, ach! im 3orne nicht, im Zorne geh nicht ins Gericht mit mir, Gott, reich an Güte! du kennst, was ich nicht recht gethan. Erbarmer! sieh mein Herz auch an, mein reuiges Gemütthe. 3. Es seufzt um Trost und ängftigt sich, gebückt vor dir im Staube. Auf mein Verdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst den Schwachen beizustehn, die nach Errettung schmachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirst ein gläubig Herz voll Ren, auch meines nicht verachten. Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. 1 treu geliebet; bin gewichen von dem Pfad, den sein Wort gezeichnet hat. 3. Der ich fühn sein Recht entehrt, der ich seine Macht verkennet, ach ich bin es nicht mehr werth, daß er noch sein Kind mich nennet. Ich verdiene Fluch und Tod, die sein Wort den Sündern droht. 228. Tag, den mir der Herr gemacht! Sei gesegnet, Tag der Freude! du erhellst des Kummers Nacht, und erquickest mich im Leide. Heil und Leben schenkst du mir. Gott, wie dank ich dir dafür! 4. Dennoch nimmt der Güt'ge mich wieder auf zu seinem Kinde. Heut vergißt er väterlich seines Borns und meiner Sünde; gibt durch seiner Boten Hand mir der Gnade süßes Pfand. 5. Tag der Wonne, heilges Mahl, ewig will ich dein gedenken. Meines Jesu Todesqual soll mir Trost im Leiden schenken, und mein Leben soll allein seinem Ruhm gewidmet sein. 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab 4. Mein Gott! regiere fünftig mich, ich meinen Gott betrübet, ihn, der daß ich vorsichtig handle, und heilig, mich zum Glück erschuf, und mich stets so voll Vertraun auf dich, nach einem Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahte. 127 Rathe wandle. Gib, daß aus Dank geladen. Deinen Bund sollst du erfür deine Huld, in Lieb, im Glauben, neuen, und dich seines Todes freuen. in Geduld ich dir auf Erden lebe, 2. Eil, wie wahre Christen pflegen, Herrn entgegen, bis ich dereinst in deinem Reich, verglaubensvoll dem klärt, unsterblich, Engeln gleich dich komm, der gnadenvollen Willen deines ewig rein erhebe. Heilands zu erfüllen! komm mit brünstigem Verlangen, seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd entlade, gibt er heute Gnad um Gnade. 3. Herr! ich freue mich mit Beben. Laß mich Gnad empfahn und Leben. Du willst dich hier mit den Deinen durch des Glaubens Band vereinen; du willst sie mit Segen tränken, und dich ihnen selber schenken. O, wer darf sich unterwinden, deine Liebe zu ergrüinden! 4. Herr, ach laß mich würdig nahen, Heil und Leben zu empfahen. Ach! ich suche dich mit Thränen; sollt ich mich vergeblich sehnen, meiner groß und schweren Sünden Tilgung, Herr, bei dir zu finden? laß, Erlöser! laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. 5. Du, dem unsrer Väter Schaaren, die, wie wir, auch Sünder waren, Dank und Preis und Jubel singen, daß sie hier dein Mahl empfingen! Sohn des Baters! Licht vom Lichte! laß von deinem Angesichte uns, die deinem Ruhm sich weihen, Licht und Leben jetzt erfreuen. - Mel. Dennoch bleib ich stets an dir.- 156. mein Jesu, laß 230. ich nicht; du kannst Seelen recht erquicken! du bist meine Zuversicht, du allein fannst mich beglücken! du, mein Jesus, sollft allein meines Herzens Freude sein. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und verfluchen! weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen! Jesus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. 3. Ach, was hab ich für ein Gut! was für Schätze kann ich zeigen! meines Jesu Fleisch und Blut ist und bleibet mun mein eigen; Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehn? Läßt sie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn, oder näher sich verbinden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande gibt? 5. Brenne, Seel und Geist, in mir! lodre, Herz, in vollen Flammen; halt mit feuriger Begier mich und Jesum ftets zusammen; daß ich ewig gegen ihn mög in heißer Liebe glühn. 6. Erd und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten! kein Verlust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt, und mich seine Liebe treibt. 7. Jesus ist des Herzens Theil; Jesus ist mir Trost und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das geben. Drum, was in mir lebt, das spricht: Dich, mein Jesu! laß ich nicht. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.- 121: 231. den Tod 6. König! Hoherpriester! Lehrer! du mein göttlicher Bekehrer! du, der selbst dein eignes Leben für mich gegeben, hier fall ich zu deinen Füßen; ach, laß würdig mich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Zum Gedächtniß deiner Leiden, und zum Vorschmack jener Freuden, die du, Heiland, mir erstrittest, als du unschweiße deckten, und die Schreden Got aussprechlich littest, als dich Todestes schreckten, als du selbst für mich ge storben, mir des Baters Huld erworben. 8. Deines Heils will ich mich freuen, eele, willst du Ruhe dir will ich mich ewig weihen. Hier finden, drücket dich will ich mich fleißig üben, dich zu die Laft der Sünden, komm, Verge kennen, dich zu lieben! einst werd ich bung zu empfangen, denn dein Licht dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe ift aufgegangen, und der Herr voll brennen. Laß sie mich auch hier empfin Heil und Gnaden hat zu sich dich ein- den; hilf mir, hilf mir überwinden. 128 Erster Theil.- Von dem heiligen Abendmahle. - Mel. von Nr. 72. 232. Jch preise dich, See 233. erfüllen, was du in bin Hier Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. o Herr, Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Frenden? Du wardst ein Opfer auch für mich. O gib, daß meine Seele fich des ewig freuen möge! deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geiftes Kraft und Licht. 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze ftarbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von dieser großen Güte. Wie viel haft du an mich gewandt! o stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz, die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du, aus Gottes Vaterhuld, auch mir Bergebung meiner Schuld auf Buße haft erworben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, 6. Nie will ich mich vor Spöttern was dir gefällt, und alle Furcht und schämen des Dienstes, den man dir Luft der Welt standhaft zu überwinden. erweist; mich nie zu einem Schritt 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, bequemen, den mein Gewissen sündlich ift gar nicht zu ermeffen. O, mache heißt. O flöße mir den Eifer ein, felbft mein Herz geneigt, sie nimmer wie du, o Herr, gesinnt zu sein. zu vergessen! daß ich aus ächter Gegentren dir bis zum Tod ergeben sei, und dir zur Ehre lebe. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was verfieht, Versöhnlichkeit und Sanft muth üben. Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlaffen haft. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürft! den Völkern sichtbar zeigen wirst. 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen. Räum alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist, und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet. 8. 3um ewgen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst dar nach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. 2. Es werde, Herr! für mein Ge wissen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sei an dein versöhnend Büßen ein selig Antheil zuerkannt! so freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie stark find deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! o gib von deinem Todesschmerz heut neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst! durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir er warbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Troft, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott! an dich. Ich schwöre dir beständge Treue bor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbft für mich, drum bin ich dein. Nach der Communion. 9. Hier liege ich zu deinen Füßen mit Dank und Leb, Gebet und Flehn, Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 129 4. Laß stets mich dankbar, Herr, ermessen, was du für mich gelitten haft, und deine Liebe nie vergeffen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein, und mir zum Guten Kraft verleihn. - Laß neue Gnade auf mich fließen! mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sei. 234. N un, habe Dank für deine Liebe, du großer Mittler Jesu Christ! gib, daß ich dich nicht mehr betritbe, der du für mich gestorben bist. Laß deines Leidens Angst und Pein mir im 5. Im Streite hilf mir überwinden und stärke mich zu meiner Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schenk mir im Todeskampfe Muth. merdar vor Augen sein. 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, der ich Fluch und Tod verdient, ich soll nicht sterben, sondern leben, weil du mich selbst mit Gott versühnt. Ach! du, sein Sohn, du starbst für mich! Wie preis ich, Herr, wie preis ich dich? 6. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, die Jesu Heil wie mich erfreut, euch lieb ich stets als seine Brüder, als Erben feiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott; uns speift und tränkt ein Wein, ein Brot. 7. Wie jetzt in unsres Heilands Namen sein Bolt vor ihm versammelt war, so kommen wir noch einst zusammen vor ihm mit seiner Engel Schar, und preisen, als sein Eigen thum, dann ewig seines Namens Ruhm. 8. Hier will ich mich mit euch vereinen, die ihr ihn ewiglich erhöht, und, wenn er einst uns wird erscheinen im Glanze seiner Majestät, dann geh ich im Triumph mit euch, ihr Auserwählten, in sein Reich. 3. Heil mir! mir ward das Brot gebrochen, ich trank, Herr, deines 9. So soll denn weder Spott noch Bundes Wein! voll Freude hab ich Leiden, noch Ehre, Freud und Luft dir versprochen, dir, treuster Jesu, der Welt mich, Herr, von deiner treu zu sein. Ich schwör es nun noch Liebe scheiden, die selbst im Tode mich einmal dir; schenk du nur eine erhält. Du bist und bleibeft ewig mein, Gnade mir! o laß mich deiner würdig sein. 18) Von der Vergebung der Sünden. Mel. von Nr. 72. Er litt, damit wir Friede hätten, 235. Gott, ott, deine Gnad ist für uns den Tod, der Sünde Lohn. unser Leben! sie Gott, wie haft du uns geliebt! schafft uns Heil und Seelenruh. welch ein Erbarmen ausgeübt! Dein ists, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Dem dir verschuldeten Geschlecht schenkst du zum Leben neues Recht. 3. Dank! ewig Dank sei deiner Treue, die niemand gnug erheben kann! nun nimmst du jede wahre Reue mit Baterhuld noch gnädig an. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, gabft du für uns selbst deinen Sohn. und gläubig seinen Mittler ehrt! 9 130 Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 4. Den, Herr, befreift du von den zu dir! Gott, du siehest mein VerPlagen, die dem Gewissen furchtbar trauen. Sicher kann ich auf dich find; der kann getroft und freudig bauen. Deine Batertreue ist ewig, fagen: Gott ist für mich, ich bin sein wie du selber bist. Kind; hier ist der, welcher für mich litt, und mich noch jetzt bei Gott vertritt. 3. Ach! gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Bater! ja verzeihen. O so höre denn auch mich. Meine Seele hofft auf dich. 5. D Herr! wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut! Sie tlagt nicht, daß ein Glück ihr fehle, ihr Loos ist die Zufriedenheit. Und, Gott, dein Fried ist weit mehr werth, als alles, was die Welt gewährt. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth. Gnä6. Dein Friede stärkt zum frohen dig willst du ihm vergeben, wenn er Muthe das Herz, auch in der größ- sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem ten Noth; gibt Hoffnung zu dem Sündenwege machst du sein Gewissen ewgen Gute, und macht getroft selbst rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht auf den Tod. Wer diesen Frieden umfehrt, den verwirfst du nicht. hat, genießt Luft, die des Himmels Anfang ist. 7. Laß, Bater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies Glück beschieden; denn auch für mich genug zu thun, ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlaft licbreich abgenommen haft. 8. O laß mich dies im Glauben faffen, und mich mit starker Zuversicht auf deine Bundestreu verlassen. Wenn alles wantt, so wanft sie nicht. Mit Reu und Demuth such ich dich; gib mir den Troft: Gott ist für mich. 9. Lobfingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in findlichem Gehorsam weihn. Daß, Herr, bei dir Vergebung sei, das mach in deiner Furcht mich treu. 6. Herr! zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen; deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach! bewahr, ich bitte dich, meinen Geist, und stärke mich! Der 25. Psalm. Der 130. Psalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 67. 236. Ich erhebe mein Gemüthe 237. Ich fleh in tiefster Neue mein zu deiner Gnad und Gott, zu dir, denn ich kenne deine Huld. Du, milder Gott, verzeihe Güte. Dwie theuer ist sie mir! mir Armen meine Schuld! eröffne Gott der Liebe und des Lebens! tei meinem Sehnen, o Bater! Herz und ner harrt auf dich vergebens. Nur Ohr, und lasse meine Thränen und Verächter deiner Huld stürzet ihre meine Seufzer vor! eigne Schuld. 2. Ach! sollte, wenn wir fallen, 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, für Gnade Recht ergehn, so wirde zeige deinen Willen mir! daß ich nicht von uns allen der Frömmste nicht verirren möge, führe du mich selbst beftehn. Du aber heilest gerne zer Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 131 die Fluth, die aus den Ufern bricht, mag noch so mächtig toben. 5. Mein Schirm bist du; zu dir flieh ich, wenn drohende Gefahren mich mit Schrecken überfallen. Du machst dich mir in der Gefahr als meinen Retter offenbar, und läß'ft mich sicher wallen. 6. Ich zeige, sprichst du selbst zu mir, den rechten Weg zum Heile dir; dich soll mein Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht des ewgen Baters Unterricht. Er führt zu Ses ligkeiten. 7. Wer nicht von Gott die Weisheit lernt, der ist verblendet und entfernt sich von den wahren Freuden. Wer aber sich auf Gott verläßt, hält seine Gnade ewig fest, auch in den schwersten Leiden. 8. Stimmt Gottes Lob, ihr Frommen, an! euch wird des Höchsten Güt umfahn. Von allen seinen Knechten bleibt Gott der Troft, die Zuversicht. Er rächet ihre Sünden nicht. Frohlockt ihm, ihr Gerechten! - thirschter Seelen Pein, daß man in Ehrfurcht lerne, dir treu und dankbar fein. 3. Ich trau von ganzer Seelen auf dich, du höchster Hort! wenn mich die Sünden quälen, so tröstet mich dein Wort. Nach dir nur schau ich immer, wenn mich ein Schmerze drückt, wie nach des Morgens Schimmer der müde Wächter blickt. 4. Der Same Jacobs gründe sein Heil allein auf dich! denn, Herr, du bist gelinde, und schonst uns väterlich. Du trägst die schwachen Sünder in deiner Liebe Schooß, und machest Zions Kinder von allem Bösen los. Der 32. Pfalm. Mel. Kommt her zu mir, spricht. Mi 238. ie felig, Gott! wie selig ist der Sünder, dem du gnädig bist, den Todesfurcht nicht schrecket! dem, weil ihn seine Schuld betrübt, dein Herz die Missethat vergibt, den dein Erbarmen decket! 2. Wer seine Sünden dir verhehlt, des Seele wird mit Angst gequält vom strafenden Gewissen. Die Angst verzehret feine Kraft. Der Trost, den deine Gnade schafft, wird ihm dadurch entriffen. 3. Darum, mein Gott, bekenn ich dir, was deine Huld entfernt von mir, die mir bewußten Sünden. Dann, dann, mein Gott, verzeihest du, und läß'ft die müde Seele Ruh in deinem Frieden finden. 4. Die Frommen werden deine Huld und deine schonende Geduld, o Bater! ewig loben. Du bleibeft ihre Zuversicht; Mel. von Nr. 16. fhfhone doch, o großer 239. Menschenhüter! ach strafe nicht, barmherziger Gebieter! ach rechne nicht! wer kann vor dir bestehn? Mich schreckt dein Zorn! doch will ich zu dir gehn. 2. Ach zürne nicht! in Jesu will ich kommen. Hat er nicht, Herr, die Strafe weggenommen? Er ist am Kreuz ein Fluch für mich gemacht; zu meinem Heil rief er: Es ist vollbracht! 3. Ach rechne nicht! auf tausend muß ich schweigen. Ich will mich vor dem Gnadenzepter beugen, laß Gnad, o Herr, anstatt des Rechts ergehn, sonst kann ich nicht vor deinem Thron beftehn! 4. Ach strafe nicht, du aller Bosheit Rächer! wo blieb ich sonst, ich schuldiger Verbrecher! sich an den Sohn, der unsre Schulden trug, und den dein Zorn, als unsern Bürgen, schlug. 5. Ach schone doch! ich bin zwar Asch und Erden, ein leichtes Blatt 9* 132 Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. das bald zu Staub wird werden: doch spricht zu mir: du sollst leben! deine will ich sein, o Herr, dein Eigen- Schuld ist dir vergeben; sei getroft, thum; ach nimm mich auf! gedenk mein lieber Sohn! komm zu meinem an deinen Ruhm! Gnadenthron. 6. Nun, Herr! ich weiß, du wirft mich nicht verlassen; du wirst mich doch mit Lieb und Huld umfaffen. Drum tröst ich mich und fasse guten Muth: es ift bezahlt, die Schuld macht Jesus gut. - 7. Seht, wie sich der Abgrund schließet! seht, wie sich der Himmel freut! da das Blut des Lammes fließet, da mich die Gerechtigkeit des vollkommmen Mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, und ein Him82. melstind verklagt? Mel. Alle Menschen müssen sterben. 240. Schöpfer aller Menschenfinder, großer Richter aller Welt! fieh, hier wird ein armer Sünder, Herr, vor dein Gericht gestellt, der in Sünden ist geboren, der dein Ebenbild verloren, der mit Lastern sich beflect, der in tiefen Schulden steckt. - 8. Richter, der mich losgesprochen; Bater, der mich zärtlich liebt! Mittfer, der, was ich verbrochen und geraubt, Gott wieder gibt! Geift, der mir den Glauben schenket, der mich in den Mittler senket! Gott der Gnaden! dir sei Ruhm, und mein Herz dein Eigenthum. 9. Laß mich nun die Sünde hassen, die das Herz mit Angst beschwert! laß mich alles unterlassen, was den neuen Frieden stört! reinge täglich mein Gewissen, laß mich eifrig sein beflissen, mit Verläugnung dieser Welt das zu thun, was dir gefällt! 2. Mein erwachendes Gewissen, deine Strafgerechtigkeit, dein Gesets, das ich zerriffen, nebst dem Satan, flehn bereit, meine Seele zu verklagen. Ich weiß nichts darauf zu sagen; denn der Zeuge gibt sich an, der gefehn, was ich gethan. 3. Wehe mir, ich muß verderben! ich seh nichts, als Höllenpein. Fre cher Sünder, du mußt sterben! wird Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. mein strenges Urtheil sein. Es erzite 241. Mie theuer, Gott! ift deine Güte, die alle tert meine Seele vor des offnen Ab- Missethat vergibt, sobald ein reuengrunds Höhle; es erstarret Geist und des Gemüthe die Sünden, die es sonst Blut vor der ewgen Flammen Glut. geliebt, erkennt, verdammt, und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt! 4. Doch, Gottlob! die Furcht verschwindet, weil ein Bürg ins Mittel tritt, weil sich ein Bertreter findet, der für den Verklagten bitt't. O, beglückte theure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden und sein blutges Lösegeld meinem Richter dargestellt. 5. Richter, siehe meinen Bürgen, siehe die Bezahlung an! dieser ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan! der hat dein Gesetz erfüllet, der hat deinen Zorn gestillet. Herr! ich glaube! steh mir bei; sprich von Straf und Schuld mich frei! 4. Nie kannst du dem die Schuld 6. Siehe mich im Staube liegen. erlaffen, der frevelnd Schuld auf Dwie drückt mich meine Schuld! Schulden häuft. Der kann kein Herz doch dein Wort kann ja nicht trügen, zu Jesu fassen, der zwar auf sein Sündern gönnst du deine Huld. Du Verdienst sich steift, doch in der Sünde 2. D! laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bift. Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegebne Frist! gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih! 3. Zwar deine Gnade zu verdienen, find Reu und Beßrung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 133 noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer will ich durch Uebung guter Werte beweis.n. Mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! fie dränge stets und leite mich! ward. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwund't Gewissen mit Trost an deiner Vaterhuld." Ich will mit Ernst die Sünden scheun, und willig dir gehorsam sein. 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst! das haffen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß, 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke Vater, mein Gewissen rein, und heidurch Christum mir geschenket sei, lig meinen Wandel sein! 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens. Der 1. Pfalm. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. 242. wohl dem Menschen, der dem Rath der Frevler sich entzieht; dem Menschen, der den trummen Pfad der Uebertreter flieht. 2. Der, wo der Gottheit Spötter lacht, die fromme Seel entfernt; sich Z Gottes Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt. 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, sich Hebt, und einen weiten Raum mit feinem Gipfel füllt; 4. Er trägt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, stets unentlaubt und grün; er tröstet den, der Schatten sucht, der Wandrer segnet ihn. 5. Das ist der Fromme! was er macht, geräth ihm und gedeiht; Staub ist der Sünder, der sein lacht, Spreu, die der Wind zerstreut. 6. Der, der sich gegen Gott empört, besteht nicht im Gericht, in der Gemeinde, die Gott ehrt, bleibt der Verbrecher nicht. 7. Dir, Höchster, dir gefällt die Bahn, die der Gerechte geht; du schauft im Zorn den Sünder an, des Sanders Weg vergeht. Mel. des 1. Psalms. 243. D er Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn; wenn wir nur tren auf seinen Wegen gehn, so dürfen wir ihn unsern Vater nennen, und er will uns für Kinder auch erkennen. Bedürfen wir im Kampfe Troft und Muth, so gibt ihn uns dies Wort: der Herr ist gut. 2. Der Herr ist gut und hat mit uns Geduld; ist reich an Gnad und will der Sünder Schuld nicht, wie er könnt, nach höchster Strenge rächen; er übersieht der Irrenden Verbrechen; er ist versöhnt durch seines Sohnes Blut. Was will ich mehr zum Troft? der Herr ist gut! 3. Der Herr ist gut und theilt fich willig mit. Er geht uns nach und merkt auf jeden Schritt, und gibt uns gern, was wir vonnöthen haben; er schenket uns den Reichthum seiner Gaben. Wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Ja wohl ist dies gewiß: der Herr ist gut! 4. Der Herr ist gut! in seiner Liebe Schooß trägt er uns ftets, und ist das Élend groß, so hat er Kraft 134 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. und Neigung, uns zu schützen; es kann| bekehrt, der wird nicht, wenn er der Geist in stillem Frieden sigen, fleht, erhört. weil unter seinem Schuß man sicher ruht, und sich an ihm ergötzt. Der Herr ist gut! 4. Die Frevler mögen nicht bestehen; du hafsest jeden falschen Geist, der sich aus deinem Joche reißt, und sich erfrecht, dich, Gott, zu schmähen; dein strenges heiliges Gericht verschont der frechen Lügner nicht. 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmeckt, dem wird erst recht, was Freiheit sei, entdeckt; er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, vielmehr darin mit Lust und Freude stehen; nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer beffer fieht: der Herr ist gut! 5. Ich aber, Gott, durch deine Güte erquickt, ich aber lobe dich! in deinen Tempel eile ich, o Gott, mit dankendem Gemüthe! anbetend fall ich vor dir hin, ich, der ich durch dich selig bin. 6. Der Herr ist gut! er siehet huldreich an den schwachen Dienst, den 6. Du kannst, du wirst mich ferner man ihm leisten kann, gibt Gnaden- leiten nach deiner großen Gütigkeit, Lohn den Knechten, die ihn lieben; die gern erlöft, und gern erfreut. Du kein Waffertrunk ist unvergolten blie- wirft mir meinen Weg bereiten; und ben! er gibt dafür die ganze Se- wer, wenn du, Herr, bei mir bist, gensfluth; und so bleibt ewig wahr: wer ist, der meiner mächtig ist? der Herr ist gut! Der 5. Pfalm. 7. Wenn meine Feinde vor mir heucheln, wenn sie nach meinem Unfall sehn, und immer meine Tugend schmähn, und mir mit Schlangenzungen schmeicheln: so bin ich doch nicht ganz berzagt; noch hörst du's, wenn mein Herz dirs flagt. 8. Erfreue, Gott! die dir bertrauen, und eile, wenn sie zu dir schrein, mit deiner Hülfe zu erfreun, die, die auf deinen Namen bauen; sei ihren Feinden, Herr, zum Trußz, stets der verlaßnen Frommen Schuß. 244. ernimm, o Gott! vernimm mein Flehen, verachte meine Bitte nicht! laß, laß mich, Herr, dein Angesicht, mein König, deine Hülfe sehen! Ich flehe Tag und Nacht zu dir, mein Gott, hilf und sei gnädig mir! 2. Ich will auf dein Gebot aufmerten; ganz heilig will ich vor dir sein! ach mach, mein Gott, mich selber rein! du haft an allen guten Werken ein innig Wohlgefallen, Herr, drum heilige mich, Heiligster! 3. Gott, dir mißfällt der Gräul der Sünden! wer bös ift, bleibet nicht vor dir! wer dich beleidigt für und für, der kann vor dir nicht Önade finden; wer sich zu dir, Herr, nicht Mel. des 90. Psalms. 245. M ein Salome! dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geißt beschweret; wenn sich zu dir mein blödes Herze kehret, so kann ich bald von dir Erquicung spüren. Dein Gnadenblick ermuntert meinen Sinn, und Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 135 Herzen durch den Glauben rein, dich nimmt die Furcht und Unruh von lieben und versichert sein von deines Geiftes Gaben! - mir hin. 2. Gewiß, mein Freund gibt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen konnte! was ists, womit fie ihre Diener lohnte? Es fann ja nicht die müden Seelen laben. Mein Jefus kanns, er thuts im Ueberfluß, wenn alle Welt zurückeftehen muß. 3. O befter Freund, du trösteft ein Gemüthe, das Gutes will und Böses in fich findet, und betend deine Kraft gar bald empfindet! es schmecket deine wunderbare Güte, die alle Angst, die 3. Dein Wort, das Wort der Selichkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. spricht uns Trost im Elend zu, ver-. süßet uns des Lebens Ruh, und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Troft erfüllen! 35. Mel. Wie schön leuchtet der. alle Noth verschlingt und unsern Geist 247, Mie groß ist unfre SeGott! zur - in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt, und treu in SJesu Dienst sich übt! wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden! 4. Es müsse dann mein Herz nur Chriftum schauen. Schein unverhüllt, 0 Sonn, aus jener Höhe! daß ich das Licht deinem Lichte sehe, und könne schlechterdings der Gnade trauen. Kein Fehler sei so groß, so schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ'. 2. D, wie erhaben ist das Recht, das du uns gibest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bei dir 5. Wenn meine Schwachheit mich darnieder schläget, und fast den Geist der Kindschaft in mir dämpfet, so daß mit Zweifel noch mein Glaube ist unser Vaterland, und wer will tämpfet, und dieser Streit mir neue Angst erreget, so laß mich bald dein huldreich Antlitz sehn, und neue Kraft und Zuversicht entstehn. 6. So ruh ich nun, mein Freund, in deinen Armen; du läffest deine Huld mich tröstlich schmecken. Von dir geschüßt, kann mich nichts mehr erschrecken, mein Zoar ist dein ewiges Erbarmen. Mein Geist ist still, da du ihm alles bist, und deine Gunft mein frohes Herz genießt. deiner starken Hand, Allmächtger! uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenfft unsern Seelen wahre Ruh und stärkest uns mit Frende. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum, und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? Sant Mel. Kommt ber zu mir, spricht. 238. o 246. h hoff, Gott! mit festem Muth auf deine Gnad und Christi Blut, ich hoff ein ewig Leben. Du bist ein Vater, der verzeiht, haft mir das Recht zur Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns wiederfährt, verborgen hier auf Erden. Doch, wenn dereinst vor aller Welt, Er, unſer Haupt, Gerichtstag hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht 2. Herr! welch ein unaussprechlich man ihn mit Kronen uns belohnen, Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, und mit Ehren für sein treues Volt Theil an dem Himmel haben! im erklären. 136 Erster Theil.- Bon der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 5. Wie glücklich, Gott, find Christen dann! wie viel hast du an uns gethan! o laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit! so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und das Leben ganz zu Jesu Dienst zu geben. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichneft mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfinde sie, o Seele! vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.. 119. 248. Ich weiß, an wen mein Seele! der Erde glänzend Nichts verFeind soll ihn mir rauben! Als Bür- steht durch alle Ewigkeiten. ger einer bessern Welt, leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein turzer Streit. 249. Lang ist der Tag des Sieges. Ich tämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. D Herr! du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du haft dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine Krone. Der 112. Psalm. Mel. von Nr. 55. und Segen sei dem, der Gott ehrt und auf seinen Wegen einhergeht und sich freuet, seinen Willen stets zu erfüllen! 2. Er ist beglückt, und mächtig wird auf Erden der Same derer, die Gott fürchten, werden. Der Herr lässt ihr Geschlecht, sie zu belohnen, im Guten wohnen. 3. Mit Reichthum wird der Herr sie überschütten; sein Ueberfluß erfüllet ihre Hütten; die fernste Nachwelt wird ihr frommes Leben mit Lust erheben. 4. In grauenvollen lichtberaubten Nächten umstrahlet Gottes Schimmer den Gerechten, den Milden! den, deß sich die Armen freuen, und den Getreuen! 5. Beglüct ist, wer Bedrängte 5. Jetzt, da mich dieser Leib be- gern erfreuet; wer seinem Nächsten schwert, ist mir noch nicht erschienen, willig hilft und leihet; gerecht und was jene begre Welt gewährt, wo wir eifrig, der verfolgten Ärmen sich zu Gott heilig dienen. Dann, wenn mein erbarmen. Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil; dort ist mein Antlig heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 4. Herr! lente meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt nur furze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel! Preis, Preis sei Gott! 6. Heil ihm, daß er sie zu vertreten eilet, und seinen Ueberfluß mit ihnen theilet! sein Heil ist ewig; sein wird nie auf Erden vergessen werden. 7. Es mögen Boten des Verderbens kommen, und doch verzaget nicht das Herz des Frommen. Er hofft und traut mit freudigem Gemüthe auf Gottes Güte. Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 137 8. Er ist getroft, und seine Seele zittert vor keinen Plagen, ruhig, unerschüttert; mit Luft wird er an denen, die ihn schmähen, gerächt sich sehen. Liebe, stärker als der Tod! Herr! und ich, ich sollte mich demer Huld nicht dankbar freuen? dir mein Herz nicht weihen? 9. Er streuet aus, erquicket voll Erbarmen die Hungrigen, und tröstet gern die Armen! die fernste Nachwelt wird sein edles Leben mit Lust erheben. 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab ich dich: wie gern will ich, das, wonach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! 10. Der Frevler wird sein Horn erhöhet sehen, unmuthig zürnen, knirschen und vergehen; denn was der Frevler Wünsche sich erkoren, das ist verloren. 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und EitelDu erfreust des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden. Und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getren im Glauben, wer fann sie mir rauben? - Mel. Jesu, meine Freude. 89. 250. ie getroft und heiter, du Gebenedeiter, machst du meinen Geist! der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, und so gern erfreust! niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen. feit? Mie 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrekken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern: was 251. Wenn ich ein gut GeMel. von Nr. 42. zu hab 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich große Seligkeit; es ist des Himich überwinde sie, mein Hort, durch mels beste Gabe, das höchste Glück dich. Sink ich oft noch nieder: du in dieser Zeit. In Freud und Leiden erhebst mich wieder, du begnadigst gibt es hier die wahre Ruh der Seele mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, mir. nie entziehst zu deinem Knechte der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Bater nenne, und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und mich gegeben, daß in ich nicht hülffos bliebe: 10. Voll von deiner Güte frohlockt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getroft wag ichs, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, Leben hin für der, was ich habe, mir verleiht, und meiner Noth jedem Heil und Segen gibt, der ihn groß ist deine von Grund des Herzens liebt. 138 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 4. Mit Muth trag ich des Le- 4. In stiller Nacht wein ich oft, Herr, bens Leiden, Verfolgung, Lästrung, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Schmach und Hohn; denn des Ge- Herz seufzt freudenleer, wenn ich den wiffens innre Freuden sind füßer, als Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel der Welt ihr Lohn; und was kann tröstet mich, und meine Thränen stillen höhern Troft verleihn, als ohne Schuld sich cinst ganz in jenem Leben. im Leiden sein? 5. Wenn mich der Zukunft Schickfal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 6. Wenn einst, der jetzt von ferne 6. Sch eile mit gesetztem Schritte dräut, der Tod mir näher winket; des Lebens letzter Stunde zu; denn wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, der verfallnen Leibeshütte zeigt sich mein Haupt zum Schlummer sintet: im Grabe fanfte Ruh, indem mein so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt Geist, der Gott gelebt, zu seinem mir des Himmels Herrlichkeit, die Ursprung sich erhebt. alles übersteiget. 5. Die Fröhlichkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; fie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 7. Und droht mir ja noch einge Sünde: mein Heiland gibt mir Troft und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut! er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele! darum sei beflissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! denn of was 253. o! könnt ich ohne dich? Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. 252, in in Pilger bin ich in der Welt, und kurz find meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, deine Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dies tröstet meine Seele. 3. Vor meinen Augen wandeln die, die dich, o Jesu, schmähen; ihr freches Herz bethöret sie, daß fie dein Heil nicht fehen. Einst bebt der Spötter, Herr, vor dir, wenn du als Richter kommst, und wir frohlockend dich erheben. 7. Herr! diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen. Mich stärke deine Ewigkeit bei meiner Wallfahrt Schmerzen. Sie sei in meinem Tod mein Heil, und einst mein längft gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod erwache! Mel. des 4. Pfalms. ME ie wohl ist, Jesu, meiner Seelen! In deiner Liebe find ich Ruh. Nichts läß'ft du deinem Freunde fehlen. Will irgend eine Noth mich quälen, so eil ich deinen Armen zu. Mein Herz muß mir bald leichter wer den, erquickt an deiner treuen Bruft. Es weichen Sorgen und Beschwerden, den Himmel hab Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 139 mich dich selbst erwählen, du selbft, ich schon auf Erden; hier such mein Gott, vergnügest mich! zu deinem Wort gib dein Gedeihen, laß mirs des Himmels Vorschmack sein! weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost! mein Freund ist mein! und find ich Ruh und Lust. 2. Die Welt mag ihre Freundschaft preisen, und mir mit lächelndem Gesicht, so wie sie kann, viel Guts erweisen, sie mag selbst meine Feindin heißen: o Theuerster! das irrt mich nicht. Ich will mich ganz zu 254. B dir gesellen; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht und Feinde mich zu Boden fällen. Truß sei den stärfsten Unglückswellen, wenn Jesus mir die Hände reicht! eglückter Stand getreuer Seelen, die Gott, den Höchsten, sich erwählen zu ihrem Zweck, zu ihrem Theil, und suchen nur in Jesu Heil! glückselig, wer aus reiner Liebe und ungefälschtem Glaubenstriebe nach seines treuen Heilands Rath die Welt und sich verläugnet hat. 2. Wer Gott hat, was wird der verlieren? Nichts, Seele, nichts! du wirst verspüren, daß er den Seinen alles ist. Wenn du nur deiner erst vergiff'st, dich ihm mit Leib und Seel ergibest, in seiner Liebe dich nur übest, so ist und wird dir Gott allein Gut, Ehre, Lust und Leben sein. 3. Betrogne Welt! bethörte Sünder, die ihr euch selbst, nach Art der Kinder, betrügt und eilt dem Schatten nach! wie stürzt ihr euch in Weh und Ach! Was hat die Welt, das recht vergnüget, das nicht durch leeren Schein betrüget? Ihr tappt im Finstern ohne Licht, ihr sorgt, ihr sucht, und findet nicht. 6. Wie wohl ist, Jesu! meiner 4. O füße Luft, die der empfindet, Seelen, weil du mich liebst; ich trau der sich im Glauben dem verbindet, auf dich! mich kann Welt, Noth und nur zu dem das Herze lentt, und Tod nicht quälen, du heißest der sich uns selbst zu eigen schenkt! 3. Droht Moses mit erzürnten Blicken mir großem Sünder Angst und Weh; muß ich bei meines Herzens Tücken mich selbst anklagen, schüchtern blicken: so faß ich, wenn ich dich nur seh, doch Muth; du lösch'st des Zornes Flammen, du hast für mich genug gethan. Tritt alles wider mich zusammen: du bist mein Heil! wer will verdammen? du nimmst dich meiner träftig an! 4. Führst du mich selbst auf rauhen Wegen, ich folg und lehne mich auf dich; sie enden sich in lauter Segen, du kommst mit Troste mir entgegen, mit deiner Liebe labst du mich. Ja, follt ich dich nicht gleich verspüren, so wart ich deine Stunde ab; wen bu, mit dir zu triumphiren, willst über Sonn und Sterne führen, den führst du erst recht tief hinab. Mel. des 46. Psalms, 5. Der Tod mag andern schrecklich scheinen, er schwächet doch nicht mei= nen Muth. Am Abend bleibst du bei den Deinen; in jener Nacht verlässt du feinen, des Zuversicht auf dir beruht. Mich bringt der Tod nach allen Leiden an jenen Ort der Sicherheit. Du rufft, wie sollt ich nicht mit Freuden aus einer Welt voll Sammer scheiden! du rufft zur frohen Ewigkeit! 140 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. Wie leicht wird ihm sein kurzes Lei- als hier, Herr, bleiben wir in Liebe den! er hat den Vorschmack jener Freuden; er schaut darauf, er denkt dahin, vergiffet allen Weltgewinn. ungeschieden. 5. Laß, Jesu, mich den Vorsatz faffen, die Welt und alles das zu haffen, was mich von dir nur trennen kann! Zeuch mich dir nach auf deiner Bahn! laß deinen Geist mich stets regieren, und hier durch Welt und Prüfung führen zum Himmel, wo man dein genießt, und du in allem alles bist. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß all. 255. ch freue mich, mein Gott, in dir. Du bist mein Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. Trost, und was kann mir in deiner 256. M ein treuer Gott! Liebe fehlen? du, Herr, bist mein, und ich bin dein: was mangelt dein gutes Werk, das in mir angefangen, muß ganz allein durch deine Stärk zu seinem Ziel gelangen. Soll ich, bis in den Tod getreu, in deinem Dienste If bleiben, und fest bleiben: so stehe du mir bei, im Glauben Frucht meiner Seelen? 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt. mag mich die Welt doch haffen. Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil. Dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint. Wo find ich Deinesgleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 7. Du segneft mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich fann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! an dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr! weiden. 9. Noch hats fein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil. Das wird mir niemand rauben! zu treiben. 2. Herr! wie genau ist dein Gebot, wie groß ist meine Schwäche! der ich, verführt von Luft und Noth, manch guten Vorsatz breche. Ich bin nicht gnug auf meiner Hut, wenn mit geheimen Tücken mich berücken die Welt und Fleisch und Blut; wer hilft aus so viel Stricken? 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht, 3. Doch, Vater! deine Treu und in die leb ich zufrieden. So dort, Macht, doch, Mittler! dein Ver5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 141 treten, doch, Geist der Gnaden, deine 3. Der Gott ist unveränderlich, der Wacht, dein Trieb zum Kampf und mich zum Heil ersehen. Er fennet Beten, wird alles, was mir Schaden mich, er liebet mich, wer will sich bringt, ja selbst den weiten Rachen unterstehen, mich zu verderben? feine jenes Drachen, der sonst so viel ver- Hand wird mich und meinen Gnadenschlingt, bei mir zu Schanden machen. stand beständiglich bewahren. 4. Die in der Liebe redlich sind, läßt sich der Herr nicht nehmen. Mein Vater wird sein armes Kind im Hoffen nicht beschämen. Das allerkleinste Lamm läßt nicht mein treuer Hirt verschmachten; er wird achten, was mir annoch gebricht, und mir zu helfen trachten. 4. An meiner Statt hat Jesus sich zum Bürgen hingegeben; und nicht umsonst; er hat für mich erworben Heil und Leben. Die Sündenschuld ist abgethan, wer flaget mich nun weiter an? wer kann mich nun verdammen? 5. Den Glauben, den er mir geschenkt, den wird er mächtig stärken. Die Kraft, die er in mich gesenkt, wird keinen Abgang merken. Er wird durch seines Geistes Trieb mich Schwachen vollbereiten, gründen, lei ten. Er hat mich zärtlich lieb, drum wird mein Fuß nicht gleiten. 5. Mit dem mein Glaube sich verband, mein treuer Seelenretter, mein Jesus ist zur rechten Hand des Vaters mein Vertreter. Shn aber hört Gott allezeit; wie könnt er nach Gerechtigkeit mich denn verderben laffen? 6. Führt er mich selbst in Kampf und Streit, so wird er mich auch schützen, und durch Gebet und Wachsamkeit mich mächtig unterstützen. Fall ich, so wird er mich, sein Kind, nicht hilflos liegen lassen, noch mich hassen. Ach nein, er kommt geschwind, mich bei der Hand zu fassen. 6. Ich bins, auf den sein Auge steht: sollt er mich nicht regieren? Er ist mein Haupt, ich bin sein Glied: sollt er mich denn verlieren? ich bin das Schaf, er ist der Hirt, der mich allmächtig schützen wird: wer will mich ihm denn rauben? 7. Er bleibet mir, ich ihm getren! kein Tod, kein Schmerz, kein Leiden, nicht Furcht, nicht Lust, nicht Schmei chelei soll uns Verbundne scheiden! Was er zusammen hat gefügt, wird kein Geschöpfe können jemals trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! ich darf mich selig nennen. - 30. 7. Mein Erbtheil ist die Seligkeit, die Jesus mir verheißen, die er verdient, die er bereit't: wer will sie mir entreißen? Dazu hat er mir seinen Geist, der Lehrer und auch Beisland heißt, zum Unterpfand gegeben. 8. Und dieser Geist soll ewiglich, sagt Christus, bei mir bleiben. stärket und versiegelt mich, nichts kann ihn von mir treiben. Durch ihn genieß ich allbereit den Vorschmack jener Seligkeit, die ich ererben werde. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 257. Get etroft, mein Herz, und zage nicht! laß allen Kummer fahren! weil mir mein Bundesgott verspricht, daß er mich will bewahren in aller Trübfal, Angst und Noth, ja felbst auch endlich in dem Tod. Er kann und will mich schützen. 2. Er hat mich schon von Ewigkeit Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. zum Eigenthum erforen; er hat mich 258. Ich bin ein Chrift! Gott Freund! in in der Gnadenzeit durch Wort und Geist geboren. Der Gnadenrath, der starke Grund, der ewig feste Friedensbund wird nimmermehr gebrochen. 1 9. Laß mich doch diesen Geist mur nicht durch Sünd, o Herr, betrüben! gib, daß ich mög bei seinem Licht mich stets im Glauben üben! ach, mache mich je mehr und mehr bequem zu deines Namens Ehr, bis ich dich borten lobe! dieser hohen Würde steh ich und fürchte keinen Feind, und lache jeder Bürde. Der Rang erfüllt mit Muth und Erster Theil. Vom Tode der Glaubigen, 142 Kraft mein Herz in dieser Pilgrimschaft des Lebens und der Leiden. 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; er ist zu fest gegründet. ftiget sich voll Zuversicht auf Jesum Chrift, und findet bei ihm allzeit Troft, Heil und Ruh; er eignet sein Verdienst sich zu und trotzet Welt und Hölle. - 3. Sollt ich um Hoffart, Eitelkeit und Güter dieser Erden, aus Wolluft oder Sicherheit der Tugend untren werden? Nein, auf die Sünde folgt der Tod; allein die Tugend segnet Gott mit Leben und mit Friede. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit mir gegen jene Kronen, womit Gott in der Herrlichkeit die Frommen will belohnen? was dieses Lebens kurze Frist, Gott, gegen das, was ewig ist? sollt ich nicht muthig kämpfen? 5. Ich fürchte nicht des Todes Macht mit allen seinen Schrecken. Gott will mich aus des Grabes Nacht zum grosen Tag erwecken; ich fürchte nicht der Höllen Glut, erkauft durch des Erlöfers Blut zum Eigenthum und Erbe. Der 23. Pfalm. 259. D er Herr, mein mir mangelt nichts, und niemand darf mir schaden. Er weidet mich, wo sanfte Wasser fließen, und läffet mich der stillen Ruh genießen. Wie wohl ist mir bei seiner treuen Pflege! er führet mich stets auf die besten Wege. 2. Drum, sollt ich gleich in finstern Tiefen wallen, so würde mich kein Grauen doch befallen; du, Höchster, bist mit deinem Stab und Stecken mein sichrer Trost vor allen Todesschrecken. Noch mehr, du willst, daß ich an deinem Tische im Angesicht der Feinde mich erfrische. 3. Du falbst mein Haupt mit deinem Freudenöle; dein voller Kelch erquicket meine Seele. Mir folgt dein Heil auf meinem Lebenspfade zu jeder Zeit, mir folget deine Gnade. Ich werde stets, Gott wird es mir vergönnen! in seinem Heiligthume bleiHirt, behütet mich in Gnaden! ben können. 20) Vom Tode der Glaubigen, und der Auferstehung der Todten. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 67. in meiner letzten Stunde mir Geist 260. Gern will ich mich ergeund Leben sein. ben, zu Welt! Ich geh zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was wärs, das mich betrübte? dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gefehn. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 2. Er ruft zur Zeit der Schmer- 4. Der frohe Siegsgedanke: wo zen uns voll Erbarmen zu: kommt ist dein Stachel, Tod? stärk mich, her, beladne Herzen, zu mir, und daß ich nicht wante in meiner Tofindet Ruh. Dies Wort aus deinem desnoth. So ist, obgleich ich sterbe, Munde laß, Herr, mich zu erfreun, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin und der Auferstehung der Todten. 82. des Himmels Erbe; dein Wort sagt, Mel. Alle Menschen müssen sterben. daß ichs bin. bin ich dein 262. N Erde! Gott mehrt meiner Tage Zahl! daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich, läßt mir die Wahl, Böses oder Guts zu wählen. Doch werd ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnoth? 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut fann nicht vergebens für mich vergoffen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele! der du die Liebe bist. Mel. von Nr. 86. 261. Dein find wir, Gott, in Ewigkeit. In deiner Hand steht unsre Zeit. Du haft der ganzen Menschenschar ihr Todesjahr bestimmt, als feine Zeit noch war. 2. Wenn nun auch unser Ende kömmt, und deine Hand das Leben hemmt, dann hilf uns in der Todesnoth, Herr, unser Gott! ein sanfter Schlaf werd uns der Tod. 3. Nimm nach vollbrochtem lebenslauf in deine ewge Ruh uns auf. Berwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, Herr, Herr, von deinem Angesicht! 5. Gib Hoffnung zu der ewgen Ruh! in unsern Herzen wirke du, Geift Gottes, daß wir glaubend traun, und ohne Graun hin in die Nacht des Todes schaun. 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, wird mein reger Leib zu Staub, und das Feur, das in mir lodert, wird des falten Todes Raub. So, wie Frühlingsblumen welken, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und Odem nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab; verwandle ihn in Erd. Dennoch triumphirt mein Glaube, denn Des 4. Drückt uns dann noch der Krank- mein Leib wird einst verklärt. heit Schmerz, so stärke das beklemmte verwesten Körpers Trümmer bleiben Herz, daß es, auch in der Schmer- wahrlich nicht auf immer der VerNeu bezenswuth, mit starkem Muth in dei- modrung schnöder Raub. ner weisen Fügung ruht. seelt wird einst mein Staub. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geist des Herrn! Zeig uns den Himmel dann von fern; laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröstet sehn, wie ber uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach, Gnad ergehe dann für Recht, denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade sein? 143 8. D sei uns dann nicht fürchterlich! erbarme, Bater, unser dich! Wenn unser Ange sterbend bricht, leit uns dein Licht! so fehlt uns Troft im Tode nicht. - 2. Herr, du weißt's! Du haft die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre Freuden, ihre Plage sah dein Auge, das nie fehlt, früher noch als du auf Erden mich ließ'st einen Pilgrim werDa schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser Gott. 5. Durch dein schöpfrisch Wort: Es werde! rufst du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde wird alsdann mein Körper sein. Zu den himmlischen Geschäften schmückst du ihn mit neuen Kräften; und von Schwäch und Sterblichkeit wird er ewig dann befreit. 6. Hör, o Seele, einst mit Freuden jenen Ruf: das Grab ist da! denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah. Der, der deinen Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 7. Stärkemich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst, und an Gottes Gnadenbunde ewig Antheil mir er warbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen; laß vielmehr mich darauf freuen. Denn nach treu vollbrachtem Lauf nimmst du mich zum Himmel auf Erster Theil. Vom Tode der Glaubigen, 144 Mel. Jesus, meine Zuversicht.— 47. 1 - der Fluch der Sünde nieder. Doch 263. Selig, Gott, sind die, du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; schon mein in glaubt friedenvollen Grabe von des Lebens und erhebt sich wieder. Jesus ChriArbeit ruhn, und sich deiner größten stus, laß mich streben, dir zu leben, Gabe, eines ewgen Lebens, freun. Möchten wir es auch schon sein! dir zu sterben, und dein Himmelreich zu erben. 2. Doch du willsts, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, die des Lebens Kron erftritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 3. Sesus selber lebte hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Erd erlitten. Laßt uns gläubig auf ihn sehn, und durch ihn im Kampf bestehn. 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde, gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott noch verkürzen kann, unser ewges Schicksal an. 5. Gib uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu müßzen, und beim Schluß der Pilgrimschaft wolleft du uns unterstützen, daß wir freudig auf dich sehn, und getroft zum Tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der ich von meinem Ziel noch weit, so Welt, daß du uns wirst auferwecken, sei mein Leben dir geweiht, bis einst diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! flöß uns Muth und Ruhe ein, selbst im Tode froh zu sein. mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu ergeben, daß ich droben dich unendlich könne loben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun in jenem bessern Leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thränen, nach dem Sehnen, dich Erlöften völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn mun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! ich befehle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen, wollft du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: es ist vollbracht! - 6. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, wenn ich mich deiner ganz erfreun, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sünd und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leiden Mel. Wie schön leuchtet der. jene Freuden offen stehen. Ewig will ie wird mir dann, mein ich dich erhöhen! 35. 264. Weiland, sein, wenn Mel. des 103. Psalms. ich, mich deiner ganz zu freun, in dir werde? Dann, bu, ganz befreit von Stinde und von 265. Wie komm ich doch te Sterblichkeit, entfliehen dieser Erde. Fren dich innig! stärfe, tröfte dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. mein Heil, zu dir hinüber? Du 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, bist mir ja, mein höchstes Gut! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin und der Auferstehung der Todten. viel lieber, als diese Welt, woher kommt denn die Qual, daß mich des Tods Erinnerung erschrecket? 266. B Wie kommts, daß dem, den deine Huld bedecket, doch grauet vor dem finstern Todesthal? 2. Mit Dank muß ich von deiner Güte fagen, wie du mich durch die Wüste durchgetragen, und meine Seel mit vielem Trost erquickt; ich weiß, wie manche Noth mir kam zu Handen, doch weiß ich auch, wie du mir beigestanden, daß mich die Last der Trübsal nicht erdrückt. 3. Nun aber will die Furcht den Glauben schwächen in mir, da ich durch diesen Jordan brechen, und durch den Tod in Canan gehen soll. Ach, führe mich hindurch, o mein Erretter! mit starker Hand reiß mich aus Sturm und Wetter, das auf mich fällt, und macht mich schreckensvoll. 145 gib mir hier die Lebensfrucht zu schmecken, damit ich kann in deiner Liebe ruhn. 4. Dein Licht und Wahrheit, so mich durchgeführet durch diese Wüft, und nie den Glanz verlieret, das bleibe mir in Todesfinsterniß! geh auf, o Sonn, mit deiner Kraft zu heilen, laß deinen Troft die finstre Wolf vertheilen, und mache mich doch deiner Huld gewiß. 5. Du bist mein Fels; die Wunden find die Höhlen, dahin ich flieh, was kann ich sonst erwählen, wenn mir der Tod das matte Herz zerbricht? Muß ich allhier im finstern Thale wandern, treibt Todesnoth von einem Ort zum andern, so komm ich doch aus deinen Wunden nicht. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. egrabt den Leib in seine Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft! wir säen ihn; einst blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub, und wirds nur mehr; er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft ges drückt: nun wird er, Gott, von dir erquickt; hier wandelt er im finstern Thal: nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab: nun wischt Gott seine Thränen ab; was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! wir gehn nach unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud und Zittern uns bereit. 7. Ach, Jesu Chrift, dein bittrer Tod stärk uns in unsrer letzten Noth! laß unsre ganze Seele dein, und freudig unser Ende sein. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Jh freue mich der 6. Gott! du der aus dem Tob erhebet, du hilfseft dem, der nur 267. an dir fest klebet; ich bins, ich hoff, du wirst es ferner thun. Zum Leben wirst du mich hiernach erwecken, o frohen Zeit, da ich werd aufer 10 146 Erster Theil. - Vom Tode der Gläubigen, stehen. Dann werd ich in der 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben, wenn du, großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben aufzuwachen. Herrlichkeit, dich, Gott, mein Hei- o land, sehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich, ins Reich verklärter Frommen als Mitglied 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. D, hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigfeiten mich würdig zu bereiten. 4. Wie froh und herrlich werd ia, dann vor dir, mein Heiland, stehen! dann nimmst du mich mit Ehren an; läff'st in dein Reich mich gehen. Forthin von feiner Kaft beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei aufgenommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen kann, Trost, Freiheit und Genesung; da, Engeln gleich, im Himmelreich mich Ruhe, Luft und Leben in Ewigkeit umgeben. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligkeit umgeben, genießen deiner Herrlichkeit. D, was sind Leiden 3. Der du die Auferstehung bist, du bifts, an den ich gläube! Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht verbleibe. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit dieser Zeit, Herr, gegen jene Frenden? 7. Laß die zukünftge Herrlichkeit Trübfal, Angst und Schrecen, so, mir stets vor Augen schweben, und wie die Heuchler, decken. mich in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. dir dann ewig. 5. O, welch ein selges Theil ist mir auf jene Welt bereitet! der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmelreich unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste selbst Mel. Allein Gott in der Höh- 15. 268. Mein Heiland lebt! Er damit mein Herz: es kommt ein beßres Leben. hat des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott fich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein, und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, felbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getroft und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb, und ihr follt leben. Mel. Herzlich lieb hab ich dich.- 141. 269. Me mein Geift erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ewgen Erbtheils blicket, das du für mich bereitet hast: wie leicht dünft mir dann alle Last, die mich hienieden drücket! Dann wird der Eitelkeiten Tand in meinen Augen schlecht, als Sand. Der Erde Pracht ist mir wie nichts, beim Anblick jenes ewgen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr und der Auferstehung der Todten. 147 and Gott, mein Herr und Gott! dies Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. Heil verdank ich deinem Tod. 2. Wenn einst auf deinen Wint 270. Jefus, meine Zuversicht mein Geist des Körpers Banden sich entreißt, dann stärk ihn aus der Höhe; daß ich, durch deinen mächtgen Stab beschützt, ins Todesthal hinab getroft und freudig gehe. Die Klarheit jener beffern Welt schaff, wenn mich Dunfelheit befällt, in meinem finstern Herzen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dann wird zum Schlummer mir der Tod. 3. Ich bin durch der Hoffnung 3. Und wenn mein Geist aus Band zu genau mit ihm verbunden; Schüchternheit sich dennoch vor dem er hält mich bei meiner Hand in den Tode scheut, weil ihn die Sünden dunkeln Todesstunden, er führt mich fränken; dann laß mich, Herr, auf auf rechter Bahn und nimmt mich deinen Tod die Hoffnung baun, es zu Ehren an. werde Gott der Sünden nicht gedenken. Der Trost, den du auch mir erwarbst, als du zum Heil der Sün4. Fleisch bin ich, und muß daher auch einmal zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch wird er mich der starbst, und fühltest, wie dich erwecken aus der Erden, daß ich in Gott verließ, der mache mir das der Herrlichkeit bei ihm sei in EwigSterben süß. O Jesu Chrift, mein feit. Herr und Gott, mein Herr und Gott! verlaß mich nicht in meinem Tod. im Leben! dieses weiß ich, sollt ich nicht auch zu sterben, mich ergeben? was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht! 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! ich werd auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Ge meinde Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt. 5. Dann umgibt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich fest glaube; Gott wird dann von mir geschaut, wenn ich aufsteh aus dem Staube. Ja, in diesem Fleisch werd ich sehen, mein Erlöser, dich. 6. Ob dies Aug im Tode bricht, wirds doch meinen Retter kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig untergehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen. Zu verwesen, sink ich ein; dann werd ich unsterblich sein. 4. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh mein thränenvelles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Grabe ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet, und ich werd durch ihn der Grabesnacht gewiß entfliehn. Mein Geist und mein verklärt Gebein wird sich des Herrn, des Mittlers, freun. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! zum Leben schaffst du nun den Tod. 5. Du bleibest meine Zuversicht, mein Trost, wenn einst das Weltgericht die Engel ausposaunen. Vor deinem Thron werd ich dann stehu, 8. Freudig bin ich und getroft! dann dich, Richter aller Völker, sehn, dich steigt mein Versöhner nieder. Wann sehn und froh erstaunen. Auch mir ich sterb, ist er mein Troft, und den schenkst du dann jenes Heil, der Aus- Todten rust er wieder, wenn einst erwählten selges Theil. Ich soll, die Posaune klingt, die durch alle dein Mund schwur es mir zu, ich Gräber dringt. soll lebendig sein, wie du. Herr Jefu Chrift, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! stärt diesen Glauben einst im Tod. 9. Und mich schreckte noch der Tod? mich die Gräber und ihr Grauen? meinen Mittler, meinen Gott, Jefunt Chriftum, werd ich schauen! Danz 10* 148 Erster Theil. Vom Tode der Glaubigen 2c. wird Leben, Sieg und Heil ewig, 6. In diesem Glauben stärke mich. ewig sein mein Theil. Laß mich den Trost empfinden, den 10. Nur daß du dich, Seel, er- großen Trost, daß ich durch dich den Grab und hebft von den Lüften dieser Erden, Tod kann überwinden. und schon hier dem Gotte lebst, mit Verwesung schreckt mich nicht; denn dem du vereint sollst werden! Willst du bleibst meine Zuversicht. du seines Heils dich freun; mußt du Seele, heilig sein! - Mel. Wachet auf! ruft uns die. 171. Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- 26. 272. Machet auf! so ruft die 271. He! err! du bist meine Zu- der Zeit, der Engel Stimme, ver= Stimme einst nach versicht. Du lebst, ich laßt das Grab, werd auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit wachet auf, erlöste verlaßt die Gruft! Sünder! vereinft geben. Dein Jünger kommt jammelt euch, ihr Gotteskinder! der Welten Herr ists, der euch ruft. nicht ins Gericht: dies stärket meine Des Todes stille Nacht ist nun vorZuversicht. bei! erwacht! Halleluja! macht euch bereit zur Ewigkeit! sein Tag, sein großer Tag ist da! 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Samen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide, und verzage nicht, denn du bist meine zuversicht. 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nennts fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Spötter dein Gericht, und dann fiegt meine Zuversicht. 2. Erd und Meer und Hölle beben, die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf; ihr Versöhner kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu und Wahrheit; der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, dir, dir folgen wir zu deines Baters Herrlichkeit. 4. Sint immerhin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub, dort werd ich ewig leben. Wie start ist dieses Trops Gewicht; wie sicher meine Zuversicht. 5. Herr, diesen Segen dank ich dir! Mich aus der Gruft zu heben, giengst du aus deinem Grab herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. 273. M Mel. des 84. Pfalms. 21) Vom ewigen Leben. ein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland! ich finde keine - 3. Ewges Lob sei dir gesungen! wir sind zum Leben durchgedrungen, am Ziel sind wir, beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schaun ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge sahe sie, dem Ohr erscholl sie nie, diese Wonne; in Ewigkeit sei dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr und Preis. Ruh auf Erden; ich suche die zukünftge Stadt, die Gott selbst feft begründet hat, da werd ich Erster Theil. - Vom ewigen Leben. erst recht glücklich werden! mein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so flieht mein Leben schnell dahin. Dies ist der Ort nicht, den ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit! Herr, mache mich dazu bereit! erleuchte du felbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irdisch ist, verachte als ein wahrer Christ. 3. Man trifft auch auf der Lebensbahn sehr viele Hindernisse an; es ist nicht leicht, sie zu bestreiten. Der Weg ist schmal, der Feinde viel, und weit entfernt ist noch das Ziel, ftets sucht die Welt mich zu verleiten; ich muß durch dürre Wüsten gehn, und kann oft keinen Ausweg sehn. 4. Oft feh ich zwar die Sonne nicht, die Sonne, die mit Heil und Licht und Trost des Frommen Herz erfüllet; der Trübfal Sturm dringt auf mich zu, mein müder Geist find't nirgends Ruh; doch weicht die Nacht, die mich umhüllet, betracht ich nur der Treue Lohn und jener Ueberwinder Kron. 5. Hilf du mir selbst, Herr Jesu Chrift, der du ein Pilgrim worden bift, da du mein Fleisch haft angenommen, laß mich auf der Verläug nung Pfad, den mir dein Fuß ge zeichnet hat, dem Ziele täglich näher kommen. Gib, daß ich standhaft streite hier und ewig herrsche dann mit dir. Mel. des 16. Psalms. 149 274. uf, träger Geift! laß das, was sichtbar ist, nicht länger dich als angefeffelt halten. Gedenke, daß du selbst ein Wesen bist, das, wann der Himmel als ein Kleid veralten, und wann die Erde brennend wird vergehen, in Ewigfeit wird dauern und bestehen. 2. Ja, hast du nicht im Glauben schon gesehn, daß, was dein Herz wahrhaftig kann ergößzen, nur droben sei? ist nicht der Schluß geschehn, du wolltest Jesum über alles schätzen, du wolltest dich und Alles gern drum geben, möchtst du in ihm, möcht er in dir mur leben? 3. Israels Arzt! vertreibe durch die Macht, die so viel Blinden das Geficht gegeben, in mir der Seelen fluftre Blindheitsnacht. Die Augen werd ich dann zu dir erheben, um so mit aufgedecktem Angesichte dein ewges Licht zu sehn in deinem Lichte. 4. Schenk Augensalbe für die Blödigkeit, die mich verhindert, flüglich zu vergleichen des Himmels Schäße mit dem Dampf der Zeit; laß nie das Kleinod aus den Augen weichen, das du mit theuerm Blut haft wollen kaufen, für alle, die in Lebensschranten laufen. 5. D felges Volk! das du aus freier Gnad zum Licht berufen, und Jehovah kennet; das Augen, um zu 6. Verleihe mir Beständigkeit, und laß mich stets mit Freudigkeit und Muth auf deinen Wegen gehen. Fall ich noch oft, so hilf mir auf, daß sehn, empfangen hat, das in verich vollende meinen Lauf. Laß in der Noth mich feste ftehen, getroft auf deine Hülfe traun: so werd ich einst das Leben schaun! borgner Herzens- Andacht brennet, um über Sonn und Sterne fich zu schwingen, und bis ins innerst Heiligthum zu bringen. 150 Erster Theil. Vom ewigen Leben. 6. Erwünschter Tag! der diese 7. 3ch entbrenne vor Verlangen, Scheidewand, den Sündenleib, der dies verheißne Land zu sehn, jene meine Freiheit störet, zerbrechen wird! o lang gehoffter Stand! wenn ich, mein Heiland, dich nun selbst vertläret in Klarheit seh! o, dich will ich dort oben mit reinem Geist und reinem Munde loben. - 1 Krone zu empfangen; bald erhöret Gott mein Flehn. Diese Hütte, fie verstäube, ich, ich weiß, an wen ich gläube. Mir ist Sterben ein Gewinn, denn zum Vater geh ich hin. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 275. Menschen ists gesetzt, zu sterben, ihre HerrWelcher von den Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, lichkeit verblüht. Himmelserben lebet, der den Tod bis Gott spricht: es ist genug. nicht sieht? Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himmlisch Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. werde, wird er einst von Gott erneut, 276. Es ist noch eine Nu an vorhanden jeden 8. Welche Tröstung, das zu wissen! dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz ſind 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, selig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihm zu singen. Preis zu nehmen würdig ist der Erbarmer, Jesus Chrift! 1 2. Wollt ich länger hier verweilen, Gott ergebnen Geist, wenn er sich als es meinem Gott gefällt? seinem dieses Körpers Banden nach Gottes Reiche zuzueilen, laß ich gern die Willen einst entreißt und nun nicht Prüfungswelt. Jesus tilget meine mehr so eingeschränkt, als hier auf Sünden, stärkt mich, hilft mir über- Erden, lebt und denkt. winden, auch in meiner letzten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein soll ich mich ewig freun. Ja, mir folle durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinem Heiland, ihn zu sehn! 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kom men, wie selig sind doch alle die! in deinen Himmel aufgenommen, ruhn sie von dieses Lebens Müh. Nach aller Laft, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so segnet mit Zufriedenheit auch deine Gnade die Erlösten, nach überstandner Prüfungszeit. Du selbst machst ihnen offenbar, wie gut stets deine Führung war. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt, mit frohem Lobgefang, selbst für die ausgestandnen Plagen dir ihre Seele Preis und Dant; nun jauchzen sie: es ist vollbracht! der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Alle, die ihm nachgewandelt, fehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und 5. Wie Gott von seinen Werken in Wonne jedes Leid; weihen ihm ruhte, als er die Welt hervorgebracht, die neuen Lieder, werfen ihre Kronen so sehn auch mit zufriednem Muthe nieder vor dem Herrn und opfern vom Herren selbst gerecht gemacht, Dank ihr unendlich Leben lang. die Frommen, bei dem eigen Glück, auf ihr vollend'tes Werk zurück. 6. Baterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh, was 6. Forthin erwartet sie kein Leiden, tein Sterblicher vernommen, Gottes kein Schmerz und keine Schwachheit Heil gewähreft du. Freudenernten mehr. Gott führt sie zu vollkommnen schenkt er denen, die erst hier gesät Freuden und frönet sie mit Preis und mit Thränen. Alle Thränen trocknet Ehr. Ounaussprechlich süße Ruh, er, Sind und Elend sind nicht mehr. wie herrlich, Höchster, segneft dul Erster Theil. Vom ewigen Leben. 151 7. Wer kann hier deine Gnade 5. Vor seinem Antlitz wandeln fie faffen? Du willst den, der dich redlich fiebt, nicht ewig in der Unruh las fen, die dieses Leben noch umgibt. O mache mich doch in der Zeit geschickt zu dieser Seligkeit. - 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Last, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gib, daß ta Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Volk verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist! so ernt ich von der Last der Zeit einst völlige Bufriedenheit. Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 277. Mein ganzer G1, Gott, er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. auf ewig frei von aller Müh, und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust, und ihre tausendfache Lust tein feindliches Gemüthe. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinführo nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich frei von Mängeln, selbst mit Engeln, Freundschaft pflegen: O, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchften Sohn, der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen. Da werd ich dich, Herr Jesu Christ, du auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! kein Mensch kann sie erwerben. Sesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stätt auch mir bereit't, hilf fie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden: doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort mur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und fein 278. Grab. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird fte ganz besungen. Völlig gibt sich den Erlösten, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. Mel. von Nr. 234. zer Tage führst du Nach einer Prüfung turuns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage in himmlische Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und dort reichst du ihr selbst den Preis. 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch kein vollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Erster Theil. Vom ewigen Leben. 152 Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt. Bald finkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. den Bekümmerten vergißt; hier kann 279. Dieses Leben nicht für gabft mir, der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth. Dich, Gott der Liebe, werd ich sehn, dich lieben, ewig dich erhöhn. den Augenblick der Zeit; nein, was du mir davon gegeben, gabst du mir für die Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort, Bestrafung und Belohnung dort. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, 6. Da wird, o Herr, dein heilger Licht; Kraft, deine Vorschrift zu Wille mein Will und meine Wohlfahrt erfüllen, und eine Richtschnur meiner sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle an deinem Throne mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. Pflicht; der Tugend inneres Gefühl, und Freiheit, wie ich wählen will. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig singen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß und ihn zu Millionen Malen noch fegnen, daß er mir ihn wies. Da find ich, Herr, in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. - die an uns offenbart foll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! 3. Du schmücktest durch dein mächtig: Werde! mit Reiz und Pracht mein irdisch Haus, und goffest über diese Erde die Wunder aller Schönheit aus, und schufft mir feine Sinnen an, daß ich sie auch empfinden kann. 4. Und dennoch läsfest du mich wissen, daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht; ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält; nach Wollust, Ehr und Gold nicht trachten, das meinem Wahn so wohl gefällt; was Fleisch und Blut oft wehe thut, das soll ich wählen als ein Gut. 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens, du wollteft sehn, ob ich dir treu, in der Gemeinschaft jenes Lebens mit dir zu wohnen würdig sei? Ob ich vom Land des Eiteln leer, einst höhrer Freuden fähig wär? 7. Denn du willst eine neue Erde und einen neuen Himmel baun, und daß ich hier geheiligt werde, soll ich aufs Unsichtbare schaun, dem Reiz der Lüfte widerstehn, und stets auf deinen Wegen gehn. 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu 12. Was seid ihr, Leiden dieser sein, und diese kurzen Prüfungstage Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, Gott und der Tugend blos zu weihn. 11. Da ruft, o möchtest du es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! o Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! ewigen Leben. 153 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine 9. Wohl mir, wenn ich den Hang Luft wird da uns fehlen, wo das zur Sünde, die Luft des Fleisches Land der Wonne ist. Zu vollkommund der Welt, und jede Lockung über- nen Seligkeiten wird uns dort der winde, die noch mein Herz gefesselt Mittler leiten, der uns dieses Glück hält, und, o welch glänzender Gewinn, erwarb, als am Kreuz er für uns hier Sieger, dort gekrönet bin! starb. Erster Theil. Vom - wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. 10. Gott, gib deines Geistes 5. Da wird deiner Frommen Menge Stärke, der du in Schwachen mäch- ein Herz, eine Seele sein, Dienst tig bift, dem, der zu diesem großen und Dank und Lobgesänge dir, erWerke zu klein, zu schwach, zu sinn- habner Gott! zu weihn, dir und lich ist; lehr mich das Irdische ver- dem, der selbst sein Leben willig für schmähn, und stets nach meinem Ziele uns hingegeben. Mit ihm, unserm jehn. 11. Laß mich oft in gefunden Tagen größten Freund, sind wir ewig dann vereint. mein Grab mir in Gedanken baun, und bei des Lebens Freud und Plagen auf dich und auf das Künftge schaun; damit ich, meiner Pflicht getreu, des höhern Lebens fähig sei. pidum da bi misul * Prison grunfed ggig sale inspu 280. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. wie unaussprechlich selig werden wir im Himmel sein! da, da ernten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott! zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet haft, noch in keines Herz gekommen. Wel cher Mensch auf Erden faßt deines Himmels Herrlichkeiten? Doch beim Anbruch jener Zeiten werden alle, die dir traun, noch mehr, als sie hofften, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte wer- 9. Ohne Heiligung wird feiner, den da ihr Glück erhöhn. Mit erstau- Herr, in deinen Himmel gehn. O, fo nendem Gemüthe wird dann unser mache immer reiner hier mein Herz, Ange sehn, deine Huld sei über- dich einst zu sehn! hilf du selber meischwenglich, und die Wohlfahrt un- ner Seele, daß sie nicht den Weg bergänglich, die dem, der dich redlich verfehle, der mich sicher dahin bringt, liebt, deine Baterhand dort gibt. wo man ewig dir labsingt. Jou Soof dats 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu sein, wo nach viel vergoßnen Thränen ewge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört. - 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ists doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen. Dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hocherfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet; richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin zu komTrachte, weil du hier noch men. bist, nur nach dem, was droben ist. 136-30 154 3weiter Theil. Lieder, welche zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung. Der 51. Psalm. Mel. von Nr. 84. 281. ei gnädig, Herr, nach deiner großen Huld, und tilge durch dein göttliches Erbarmen die Sünden eines tiefgebeugten Armen; wie schwer sind sie! ach tilge meine Schuld! Gott, wasche mich von meiner Miffethat, und reinge mich vom Unflath meiner Sünden, du siehst, wie fehr er mich beflecket hat, ach, laß mich Reinigung und Gnade finden. Sünden, so werd ich weiß wie Schnee und Wolle sein. Laß aber auch des Glaubens Freudigkeit mich, wie zuvor, im innern Grunde hören; es müffe mun kein Schrecken, Furcht und Leid der Seelen Ruh und Wonne nicht mehr stören. 5. Sich meine Sünd, o Herr, nicht weiter an! Ach, streiche ste ganz aus in deinem Buche, und züchtige mich, der ich Gnade suche, nicht mehr, als es dein Knecht ertragen kann. Schaff aber auch ein reines Herz in 2. Sch fühle, Herr, mit Scham, mir! gib mir den neuen Geist, der mit Neu und Weh die Missethat dich erwählet, und mach ihn feft, und ihre ganze Größe; denn, ach, damit dein Knecht vor dir nie wiedein Geist hält meine Schand und Blöße mir immer vor, wo ich nur geh und steh; an dir allein, o Gott, vergriff ich mich, du sahest es, und solltest du es rächen, so müßte man, so müßt ich selber dich ganz frei und los von allem Unrecht sprechen. derum der rechten Bahn verfehlet. 6. Verwirf mich doch von deinem Antlitz nicht! entreiß mir nicht das Siegel deiner Guade, den heilgen Geift! laß ihn auf deinem Pfade mich leiten, nie verlösche mir sein Licht! erweck in meinem Herzen Fröhlichkeit durch deine Hülfe, gib den Geist der Freuden, der unterstüt und mache mich bereit, was dir mißfällt, mit allem Ernst zu meiden. 3. Von Jugend auf bin ich durchaus verderbt; mir war bereits, da ich unwissend lebte und annoch kaum in Mutterleibe webte, der Sünden Gift und Krankheit angeerbt. Du aber liebst des Herzens Reinigkeit; ach, gib sie, laß in meinen Finsternissen das Licht mich sehn, das sie allein zerstreut: laß mich die Weisheit im Verborgnen wissen! 7. Alsdann wird sich noch mancher Sündenknecht, wenn er mich sieht, zu dir, o Gott, bekehren; mein Beispiel wird ihn deine Wege lehren, nur mache du mich Sünder erst gerecht. Ach siehe, wie mich meine Sünde 4. Ich bin Aussätzgen gleich, ein drückt! doch wirst du sie, mein Heiland, Gräul, unrein! Laß des Versöhnbluts mir vergeben, so werd ich ganz durch Kraft mich, Herr, empfinden! ver- deine Huld beglückt, dein Recht und zeih und wasche mich von meinen Heil vor aller Welt erheben. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 155 8. Eröffne meine Lippen, daß ich| derlich. Dein will ich ewig sein. D kann, Herr, deiner Gnade Ruhm mit Gott, erhöre mich. Dank erheben! dir wollt ich Opfer — und Brandopfer geben, jedoch dein Auge hat nicht Lust daran. Ein Herz, zermalt durch Neue, und ein Geist, zerknirscht durch Kummer fiber seine 283. G Sünden, und der mit Macht sich eitler Lust entreißt, find Opfer, die dein gnädig Auge finden. 9. Nach deiner Huld befördre Zions Wohl! sei ihm geneigt, und baue Salems Mauern! den Frieden deiner Stadt laß ewig dauern, und mache fie stets deines Segens voll. Erhalte deine Kirche selber rein; laß deinen Geist sie immerhin beleben. Laß, Heiligster, uns vor dir heilig sein, und alles dich mit frohem Muth erheben! Aus dem 143. Pfalm. Mel. D Gott, du frommer Gott. err! höre mein Gebet 8. 282. willen! du bist an Gnade reich und wirst mein Seufzen stillen. Ach, gehe ins Gericht doch nicht mit deinem Knecht! vor dir, o Herr, ist ja kein Sterblicher gerecht. 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind ich sie; o tröste du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir, mir wahren Trost gewährt? 3. 3u dir, o treuer Gott, erheb ich Herz und Hände. Mein Heil steht nur bei dir! o, daß ich Hülfe fände! für Recht laß Gnad ergehn! ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig mir den rechten Weg; denn nach dir sehn ich mich. Der 95. Pfalm. rhebt, erhebet Gottes Ruhm! frohlockt in seinem Heiligthum mit allgemeinem Jubeltone! befinge du, erwählte Schar, wie herrlich und wie offenbar sein Schutz und Segen bei uns wohne. 2. Nur unser Gott ist groß von und über alle Götter fizet. Er ists, der alles sicht und trägt, was je der Erden Abgrund hegt, und der den Bau der Berge stützet. 3. Das weite Meer und trockne Land sind Werke seiner Allmachtshand, die uns auch, was wir sind, verliehen. So heiligt ihm denn, was ihr seid, und danket voller Brünftigfeit dem großen Schöpfer auf den Knieen! 4. Denn er ist unser Gott und Heil, wir sein erkauftes Volk und Theil, und Schafe seiner Weid und Pflege. Drum, wenn ihr seine Stimme hört, wenn sie euch heute lockt und lehrt: so seid doch nicht verstockt und träge! 4. Sch will, o stärke mich! ich will die Sünde haffen. Auf deine Hülfe 5. O merkt, was sein Erbarmen nur will ich mich, Gott, verlassen. spricht: verhärtet eure Herzen nicht, Nur das, was dir gefällt, werd auch von mir gethan. Führ mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn. wie eure Väter in der Wüsten. Sie schauten, was mein Arm vollbracht, versuchten dennoch meine Macht, und reizten mich mit ihren Lüften. 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers Willen. Laß seines Opfers Troft auch mein Gewissen stillen. Du bift die Liebe selbst, ganz unverän- Zucht wohl vierzig Jahr umsonst be6. Ihr rohes Herz blieb doch verrucht, und war mit ihnen meine 156 Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. - mithet. So fahrt denn, sprach ich,| und vor deinem Heiland flieheft, desto mur dahin in euerm blind' und tollen mehr wächst dein Gericht. D, wie Sinn, weil ihr doch meine Wege fliehet! wohl ist dem gerathen, der selbst. richtet seine Thaten! 7. War sonsten meine Langmuth groß, so brach mein Zorn doch endlich los, weil fie sich nicht bekehren wollten. Da schwur ich einen theuern Eid: daß sie zu meiner Herrlichkeit und Ruhe nicht gelangen sollten. 5. Drum ergib dich seiner Güte mit demüthigstem Gemüthe. Christus nimmt die Sünder an; ehre ihn als deinen Meister, fliehe alle blinde Geifter und erwähl die rechte Bahn; so wirst du den Heiland finden, der dich frei macht von den Sünden. Mel. Liebster Jesu, Troft der Herzen. 284. 6. Komm, bei ihm hinfort zu bleiben, laß dich nichts zurücke treiben, wenn dich lockt die arge Welt! bleibe, wenn du bist gekommen, danke, wenn du aufgenommen, thue, was ihm wohlgefällt. Der hat seiner Gnaden Pfände, wer beharret bis ans Ende. 7. Willst du nur am Hören hangen? Nein, du mußt weit mehr erlangen, dem durch den Geist, der alles schafft. Ruf Fazu dem, der ihn will geben, daß du könneft christlich leben, angethan mit Glaubenskraft; noch scheint dir die Gnadensonne, und verspricht dir Heil und Wonne. 8. Ach! so öffne mir das Herze, daß ich nicht mein Heil verscherze! Jesu! gib mir deinen Sinn! pflanz in meinen Geist dein Leben; mache mich zur wahren Reben, Frucht zu bringen immerhin; daß ich dieser Frucht genieße, wenn ich meinen Lauf beschließze. uf, o Sünder! laß dich lehren, komm, den großen Gott zu hören, säume keinen Augenblick! komm bald, an frühen Morgen, komm nur ohne Furcht und Sorgen, halte dich nicht selbst zurück! Gott hat lauter Heil und Segen dir, dem Sünder, vorzulegen. 2. O, das wäre großer Schade, so du wartest, bis die Gnade, als die Sonne untergeht! komm am Tage 285. dieses Lebens, hör die Warnung nicht vergebens, da dir noch zu rathen steht! komm, weil du sie heut noch hörest, daß du die Gefahr nicht mehrest. 3. Scheu dich nicht, wenns andre merken; Gott ist's, der nach deinen Werken, nicht nach andrer Urtheil fragt. Lerne, will man dich verleiten, alle Menschenfurcht bestreiten; fei getroft und unverzagt! sich der bösen Welt entfernen, heißt, die wahre Weisheit lernen. - 29. Mel. Freu dich sehr, o meine. chaffet, schaffet, Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewiffe Zeit; unverweilt bekehret euch! ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch, hier auf Erden heilig, selig dort zu werden. 2. Doch soll dieses recht geschehen, o, so müßt ihr Fleisch und Blut, Welt und Satan widerstehen. Nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. ad do 4. Schrecket dich die Macht der Sünden? Ei, du kannst noch Gnade 3. Selig, wer im Glauben kämfinden; er, dein Gott, verstößt dich pfet, selig, wer im Kampf besteht, nicht. Doch je länger du berzieheft, wer des Fleisches Lüfte dämpfet und Von der Buße und Bekehrung. Zweiter Theil. 157 Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. - den Reiz der Welt verschmäht! unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel 286. Bott! hilf mir, daß ich Buße thue, weil mich will ererben, muß erst seinen Sün- noch deine Stimme lockt. Bewahre den sterben. mich vor falscher Ruhe, dabei das Gefühl der Sünden führst. 4. Werdet ihr nicht standhaft rin- Herz sich leicht verstockt, wenn du gen, sondern träg und lässig sein, selbst das Gewissen rührst, und zum eure Neigung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreun? ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg! nur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelkt des Himmels Krone. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einzgen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt. 3. Den rettest du von dem Verdernimmst seine Buße gnädig an; machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Baterhuld, er tilget meine Sündenschuld. 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Troste leer, muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft gering ste schätzt. 5. Sich voll Leichtsinn stets zer= ftreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf des Glauben; bens scheuen, ist der Welt, nicht Chrifti Geist. Wer ihn wünscht zu haben, fann auf der Tugend rauher Bahn nicht in sicherm Stolze leben, und den Lüften sich ergeben. 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieses wollen und vollbringen, heißet nach dem Himmel ringen. 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen fei! damit mich ja nicht die Verstoktung, wenn ich mein Leben ohne Reu im Sündendienste zugebracht, zu dei7. Drum entreißet euch den Lüften, die ihr noch gefesselt seid, und beweifet euch als Christen, muthig, stand- nem Zorngefäße macht. haft in dem Streit. Schont der lieb- 6. Sich bessern, ist der Weg zum ften Neigung nicht, wär' es auch die schwerste Pflicht; und denkt oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte. Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sündendienst befreit, 8. Bittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jesum hn, daß ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ja, mein Heiland, ach! und leite mich selbst auf dem Pfade geh nicht mit mir Armen ins Gericht! der christlichen Rechtschaffenheit! wie gib mir deines Geiftes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. glücklich einft, mein Gott, bei dir! bin ich dann hier! wie 9. Gib mir Wollen und VollbrinMel. Beuch mich, zeuch mich. 81. gen, Muth und Kräfte zu dem Streit, 287. Dir allein hab ich gefilm. und verleih Beständigkeit. Zeige mir ich Gnade fuch! ein gerecht Gesetz von deinem Thron den verheißnen verkündigt jedem Uebertreter Fluch. Gnadenlohn, daß ich wache, bete, Und was kann vor seinem Schrecken, ringe, und also zum Himmel dringe. Richter aller Welt, mich decken? 158 3weiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 2. Kann ich deinem Arm entfliehen?| manchen schweren Sorgen machteft Du bist allenthalben nah. Flöh ich, du mein Herze frei! was mir müßte, dir mich zu entziehen, himmelan: so gabst du mir. Aber ach, wie dankt bist du da. Stürzt ich in die Tiefe ich dir? O, wie hab ich so vermessen nieder, deine Rechte hält mich wieder. deines Wohlthuns Zweck vergessen! 3. Herr, ich flich in deine Hände! außer dir ist keine Ruh. Dein Erbarmen hat fein Ende; wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott und kannst vergeben; ach, vergib und laß mich leben! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh bor ihrem sansten Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 4. Groß sind meiner Sünde Schulden, ihre Last ist mir zu schwer. Ja, 5. Ach! an dir hab ich gesündigt, wenn länger mich zu dulden, deine Gott, mein Bater! zürne nicht! dir Langmuth müde wär: müßt ich, wür- hab ich oft aufgekündigt meine dest du nur winken, in des Todes schuldge Kindespflicht. Ach vergib, Nacht versinken. was ich gethan! nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündepfade schnell zurück durch deine Gnade! 5. Mich für straffos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zerflöß mein Herz in Zähren, fänd ich darum doch nicht Ruh. Können eines Sünders Thränen, dich, o Heiliger, versöhnen? 6. Dir ergeb ich mich aufs neue! gib, daß mein beschwerter Geist deiner Vaterhuld fich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünde starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß feine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei! mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. 6. Gottversöhnter, dein Erbarmen, dein für mich vergoßnes Blut und dein Tod erlöst mich Armen, heilet mich und gibt mir Muth. Dein Verdienst ists, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Sünden; schaff ein reines Herz in mir! laß bei dir mich Ruhe finden; zieh mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben! Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 29. 288. Höchster! denk ich an die bisher erzeigt: o, so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, dein Gebot hintangesetzt, und dich, der du mich geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenfräfte, meine Glieder find ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. O, wie hab ich sie entweiht! ach! zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, neu. Von wie 284. Mel. Liebster Jesu, Troft der. iebster Jesu, Trost der 289. banger Sündenschmerzen! einzig wahres Heil der Welt! wenn ich bei mir überschlage, was für Sündenschuld ich trage, die des Höchsten Buch enthält: ach! so fann ich nicht ersehen, wie ich fünftig soll bestehen. 1 2. Von Geburt bin ich ein Sünder, und nach meinem Thun nicht minder; meiner Seele wahre Zier, Gottes Bild, hab ich verloren, ich bin Fleisch von Fleisch geboren, und nichts Gutes wohnt in mir; was ich in dem Herzen finde, was ich thu, ist lauter Sünde. der Buße und Bekehrung. 159 se fahr hier fort, nur schone dort, muß ich auch hier viel büßen. Zweiter Theil.- Von 3. Herr, wohin soll ich mich wen den? Was kann meinen Jammer enden? In mir find ich nichts, als Noth; teinen Trost im Weltgetimmel; oben schrecket mich der Himmel; Satan spricht von Fluch und Tod; und mich dünft, daß selbst die Erde über mir zum Kläger werde. 4. Ach! dein ängstlich Sündenbüßen, und dein theures Blutvergießen, Jefu, komme mir zu statt! sei mein Helfer und Berather; sprich für mich vor deinem Vater; tilge meine Mifsethat! wolltest du für Menschen dulden, ach, fo tilg auch meine Schulden! 5. Zwar ich muß vor Gott geste hen, daß ich gröblich mich versehen, und verdient der Sünder Lohn. Aber, Herr, ich fomme wieder, fall in tiefster Demuth nieder, so wie der verlorne Sohn; bitte, seufze, fleh mit Thränen: Bater, ach, laß dich versöhnen! 6. Ist im Himmel größre Freude, wenn ein Sünder kehrt mit Leide wieder zu der rechten Bahn, als um neun und neunzig Fromme: ach, so werde, wenn ich komme, mir auch gnädig aufgethan! ich will mich forthin be5. Vergiß die Schuld! Gib mir Geduld, und ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr mit mir, mies dünket dir: du stärkst mich, es zu leiden! nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Guade scheiden. 7. Das thust du nicht, mit Zuversicht kann es mein Glaube hoffen! durch Christi Tod, steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 8. Herr Jesu Christ, mein Zuflucht ist das Kreuz, an dem du starbest, und mir zu gut mit deinem Blut die Seligkeit erwarbest. 9. Dies tröstet mich, und ob auch sich mein Leib und Seele scheiden, so werd ich dort, bei dir, mein Hort, ererben ewge Freuden. 10. Gott Ehr und Ruhm! sein Eigenthum bleib ich in Jesu Namen. Sch zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, wird selig. Amen. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. fireben, beffer, als bisher, zu leben. 291. Herr Jefu Chrift, du höch7. du weg, o Welt, mit deiner Liebe! Jesus ist nun alles mir. Ohn ihn war ich ganz verloren, durch ihn bin ich neu geboren, in ihm leb ich für' und für, in ihm will ich selig sterben, durch ihn auch den Himmel erben. quell aller Gnaden! ich komme mit gebeugtem Muth, mühselig und beden; da das Gesetz, das mich ver flagt, und das Gewissen, das mich nagt, mich armen Sünder schrecken. 2. Mich drücket eine schwere Laft; nimm sie von meinem Herzen, du, der du mich versöhnet haft am Kreuz Mel. Ach Gott und Herr.- 10. 290. Nh Gott und Herr, wie mit Angst und Schmerzen, damit ich groß und schwer sind meine vielen Sünden! wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? nicht mit Leid und Weh in meinem Elend untergeh und ewiglich verzage. 3. Ja, Herr, wenn mein erwedter Sinn an mein Betragen denket, 2. Flöh ich gleich weit vor Ban- so sink ich fast vor Angst dahin; gigkeit hin an des Erdreichs Enden, die Sünde drückt und fränket und der Angst und Pein befreit zu sein: schrecket mich. In dieser Pein würd würd ich sie doch nicht wenden. ich gewiß verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 3. Zu dir fleh ich, verstoß nicht mich, der ichs so sehr verdienet. Ach 4. Weil aber dies dein Wort mir geh doch nicht, Gott, ins Gericht! sagt: auch, Sünder du sollst leben, dein Sohn hat mich verfühnet. wer weinend seine Schuld beklagt, 4. Solls ja so sein, daß Straf dem will ich sie vergeben; ja, weil und Pein auf Sünde folgen müssen: du alle Huld verheiß'st dem, der sich 160 Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. mit zerknirschtem Geist im Glauben dich von Jugend auf gefränkt: so zu dir nahet: kann es sich nicht rathen. Ich fündigte voll Unverstand; dein Wille war mir unbekannt; das Böse wußt ich allzuwohl; wie blind und toll macht ich das Maaß der Sünden voll! 5. So komm ich, Herr, denn auch zu dir in meiner Noth mit Thränen, du kennst mein Leid, ach hilf du mir, verschmähe nicht mein Sehnen! vergib mir, Herr, genädiglich, was ich, ich Frevler, wider dich von Jugend auf begangen. 3. Trieb mich die Zucht zum Guten an, hab ichs doch wider Willen aus Furcht der Strafe nur gethan, 6. Ach Herr! erbarm dich meiner zum Schein es zu erfüllen. So gieng doch um deines Namens willen. ich hin, so wuchs ich auf; so nahm ich Mich ängstigt mein Gewissen noch, in dem Lebenslauf an Alter, nicht du kannst sein Zagen stillen. Laß an Gnade zu; die Seelenruh vermich, von allen Sünden rein, nun schwand; dies alles sahest du. gänzlich dir ergeben sein, in findlichem Gehorsam. 7. Dein freudger Geift stärk mich im Fleiß! heil mich durch deine Wunden! mich tröste noch dein Todesschweiß in meinen letzten Stunden, und führe mich, wenn dirs gefällt, mein Heiland, felig aus der Welt, zu jenen Auserwählten. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 292. J ch schäme mich - 308. 4. Mit Trug und Lügen deckte ich des Herzens böse Tücke. Kein ernftlich Dräuen schreckte mich; es zog mich nichts zurücke. Mein Tichten, Herr, verführte mich; in deinem Worte hörte ich dich, und achtete jedoch nicht drauf; mein Lebenslauf war ganz verderbt von Jugend auf. 5. Die Schuld ward mit den Jahren groß, brach aus zu wildem Wefen; gleichwie ein Roß, das zügellos, lief ich zu allem Bösen. Ich wuchs an Hoffart, Uleppigkeit, an Frechheit, Wollust, Trotz und Neid, und meine schändliche Begier zog mich von dir. vor deinem Thron, o Prüfer aller Ach Jesu! ach, vergib es mir. 6. Gedente nicht der Jugend Schuld; Her- zen! verschone doch, o Gottes- vergib mein Uebertreten! trag ferner noch mit mir Geduld! erhör mein ängstlich Beten! lösch aus, Herr Sünden- Jesu, durch dein Blut, und mach mein Schuldregister gut! viel mächti ger ist deine Gnad, als meine That, die dich so oft beleidigt hat. sohn! ich bin voll schmerzen. Erbarme dich und nimm mich an; du bists allein, der helsen kann. Geh ja nicht mit mir ins Gericht, verstoß mich nicht, indem mein Herz vor Angst zerbricht. 2. Ach, wenn mein Herz zurückges benft, mit wie viel Missethaten ich 7. Hilf mir, von Sünden abzustehn, und durch ein heilig Leben den wahren Tugendweg zu gehn; dir will ich mich ergeben. Ich will durch deines Geiftes Kraft, die Wollen und Vollmich dir allein zum Dienste weihn. bringen schafft, voll Reu und Leid Ach, laß es Ja und Amen sein! Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. 293. König, deffen Majeftät fich über alles hebet, dem Erd und Meer zu Dienfte Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 161 steht, vor dem der Erdkreis bebet.| sprechen kann, so nimm den letzten Der Himmel ist dein helles Kleid, du Seufzer an: Gott sei mir Sünder bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr gnädig. groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! Mel. von Nr. 201. hat 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne; ich suche deinen Trost und Rath, mein 294. W mishandelt und den breiten Weg gewandelt, welcher zum verderben führt: so er sich bekehren Gott! du hilfft ja gerne. Doch mei- wird, steht der Himmel wieder offen; ner Fehler große Zahl schreckt und Friede wird mit Gott getroffen, Buß verfolgt mich überall, mein Glaube und Glaub an Christi Blut machet ist nicht thätig; drum schlag ich nie alles neu und gut. der mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht! Gott sei mir Sünder gnädig! 2. Bei stets fortgesetzten Sünden magst du keine Gnade finden, und kannst nicht vor Gott beftehn; tief muß dir zu Herzen gehn, was du Böses je begangen; um dem Guten anzuhangen, mußt du dich der Sünd entziehn, sie wie Gift und Schlangen fliehn. 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, beschweren mein Gewiffen; drum schlag ich reuend an die Brust, die Schmerz und Leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gekehrt, ich bin des Lebens gar nicht werth; doch weil du winfft, so bet ich mit ganz zerknirschtem bangen Geist, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott fei mir Sünder gnädig! 3. Seine Sünden stets bereuen, sich in Gott durch Christum freuen, ohne Zwang und Heuchelei, was der Wille Gottes sei, täglich prüfen, fröhlich üben, Gott und seinen Nächsten lieben, und im Guten niemals ruhn, ist des neuen Menschen Thun. - 4. Mein Vater! schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder und Erben der Verheißung find; der ists, bei dem ich Ruhe find, er ist ja stets gutthätig. Drum faß ich ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott fei mir Sinder gnädig. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, mach meinen Glauben immerdar durch wahre Liebe thätig. Läßt sich dann noch viel Schwachheit sehn, so soll mein Herz mit Wehmuth flehn: Gott sei mir Sünder gnädig! 4. Dich zu diesem Stand der Gnaden sehr nachdrücklich einzuladen, brauchet Gott der Stimmen viel, hast du davon kein Gefühl? Siehst du nicht, o Mensch, die Werke seiner Langmuth, Gült und Stärke? Beigt nicht jede Kreatur ihres gütgen Schöpfers Spur? 5. Doch viel heller ist die Klarheit, die sich zeigt im Wort der Wahrheit; komm, o Sünder, und vernimm Jesu, des Versöhners, Stimm; komm zu dieser Quell der Gnaden, komm mühselig und beladen; er sagt deiner Seele Ruh, er sagt dir Erquichung zu. 6. Jesu, Troft der müden Seelen! 6. Mein Leben und mein Sterben du kannst uns nicht nur befehlen, ruht allein auf deiner Gnade. Mir du schaffft selbst durch deinen Geift geh es übel oder gut, gib, daß es in uns, was dein Wort uns heißt. mir nicht schade. Und kommt mein Sei zu meinem Heil geschäftig; mache Ende nun heran, so stärt mich auf selbst dein Wort so träftig, daß mein der Todesbahn, mach mich von Sütn- Herz, dadurch gerührt, endlich wahre den ledig; und wenn ich nicht mehr Buße spürt. 11 162 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 295. - n dir allein hab ich gesündigt, und übel oft vor dir gethan. Du siehst, was mir der Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott! wie lange soll ich sorgen? wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dich finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit Gnade füllen, Gott, Bater der Barmherzigteit. Tröst mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 6. Was du Böses an dir haft, wird sonst wie ein alter Aft; deffen Krütmmen gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der Tod, 5. Laß deinen Weg mich freudig und wie groß wird dann die Noth, wallen, und lehre mich dein heilig wenn man aus der Welt soll gehen, Recht, mich thun nach deinem Wohl- und vor Gott nicht kann bestehen! gefallen; du bist mein Gott, ich bin Auf! Gott ruft dich noch zu sich: dein Knecht. eile, und errette dich! 6. Herr, eile du mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn. Gott hört mein Schrein, er hört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Mel. Meine Seele willst du ruhn. 296. S ünder, willst du 2. Eile! Sodom lehret dich, wie der Herr so fürchterlich auf verstockte Sünder blitzet; such ein Zoar, das dich schüßet! Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Luft zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh, deine Sünden nehmen zu. Dein Gewiffen wird beschweret, und der Strafe Maaß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 5. Deines Herzens Härtigkeit steigt und wächst von Zeit zu Zeit. Sünden, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Luft vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! ficher sein, und befreit von Furcht und Pein: schaffe, daß du dich bekehrest, da du Gottes Stimme höreft! Auf! Gott rufet dich zu fich; eile, und errette dich. 8. Brauch, ach brauch die Gnadenzeit! denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom gefloffen, der durch Damm und Deich geschoffen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen, und ihit Eifer durchzu dringen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich! eile, und errette dich! 10. Vater der Barmherzigkeit! Gib doch, daß die Gnadenzeit nicht von mir versäumet werde; führ mich selbst zu deiner Heerde! Bater! ad ich bitte dich: eile, und errette mich! Mel. von Nr. 79. ütter! wird die Nacht 297. Hüter! der Sünden, bald verschwinden? Hüter! ist die Nacht Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 163 bald hin? wird die Finsterniß der widerstehn, und seine Lüfte dämpfen? Sinnen bald zerrinnen, womit ich Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu umgeben bin? deiner Ruh ist dies der einz'ge Weg. Und dem entsagest du? — 2. Seh ich nicht das Rund der Erden helle werden, bei der Sonne neuem Lauf? so geh doch zu meiner Wonne, wahre Sonne! auch in meinem Herzen auf! 3. Sind wir nicht im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist? Und ich soll noch länger harren und erstarren, weil du mir so ferne bist? 4. Du haft ja, da du bist kommen, weggenommen alle Finsterniß und Nacht; willst du denn nicht mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach deinem Lichte tracht't. 5. Zeige mir in reiner Klarheit deine Wahrheit; laß die Wolken sich verziehn; so werd ich das Gute lieben, Demuth üben, und der Nacht Ge schäfte fliehn. 6. Herr! du minkst, und auf der Stelle wird es helle, sprich auch zu mir: werde Licht! und mein Licht soll vor den Leuten sich verbreiten. Dir ists Ruhm, versag mirs nicht! 7. Des Vernunftlichts schwacher Schimmer zeigt zwar immer unsers großen Schöpfers Spur; aber es kann Troft und Leben mir nicht geben, dein Licht, Jesu, thut es nur. 8. Nur die Decke vor den Augen fann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wo sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß ein freies Auge sein. 9. Jesu! sollen meine Augen etwas taugen, o so rühre du sie an. Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften felbst hat er fie abgemeffen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm findlich diene, und, seiner werth zu sein, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übft, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 298. Wi illst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben: so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. If deine Besserung nicht deiner Seele Glück? und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein, wie schwer ists nicht, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden - 5. Was weigerst du dich noch, das Lafter zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen; follt er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft, und du verläugneft fie? Er sendet dir sein Wort, und du gehorchft ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott tennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Lafter loszureißen; jetzt ist das Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst fie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ift denn die Buß ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Miffethat, die wahre Heiligung? 10. Ifts gnug zur Seligkeit, des Glückes der Erlöften, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getröften; ist das Bekenntniß gung, daß uns 11* Von der Buße und Bekehrung. 164 Zweiter Theil.- die Sünde reut: so ist tein leichter Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen, ist keine Seele rein, der Glaub und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst: so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 12. Der Glaube heiligt dich. 3 299. Laß mich doch, o mein Mensch! und du verschmähst des Geiftes Got tes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt im verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dahin? Buße nicht verschieben, die mir dein Wort gebeut! wie könnt ich sonst mich lieben? Ist wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? O wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Du, Gott, gewinneft nichts, wenn ich dir kindlich diene und, deiner werth zu sein, im Glauben mich erfühne. Wenn ich das Gute thu, das mir dein Wort gebeut, wem dien ich? nur mir selbst und meiner Seligkeit. 3. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hast du dies Glück beschieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwählt das beste Theil; wer dich, o Gott, verläßt, verläßt sein eigen Heil. 13. Hat Christus uns erlöft, damit wir Sünder bleiben, und sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Chrifti Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von Gott; Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und feine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du, zu deiner Pein, dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun. 19. Sprich selbst, ist dies kein Glüd, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusfe sein, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ift, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort: sei wacker, Gott ist nah, und stärkt dich durch fein Wort. - 4. Was weigre ich mich denn, das Lafter zu verlassen? Weil es mein Unglück ift, befiehlst du es zu haffen. Was weigre ich mich denn, der Tugend Freund zu sein? Weil sie mich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 16. Ruf ihn in Demuth an, er tilget deine Sünden; und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Neu in dir, die niemals dich gereut. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leiden, sie führet mich vielmehr, o Gott, zu deinen Freuden, macht meine Seele rein, füllt mich mit. Zuversicht, gibt Weisheit und Vers stand, und Muth zu meiner Pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, sein 17. So füß ein Lafter ist, so gibts eigen Herz bekämpfen, Begierden wi doch keinen Frieden; der Tugend murderstehn, und seine Lüfte dämpfen. allein hat Gott dies Glück beschieden. Doch bleibts ja meine Pflicht, und Ein Mensch, der Gott gehorcht, er- diese Schwierigkeit, die heute mich erwählt das beste Theil; ein Mensch, der schreckt, wird schwerer durch die Zeit. Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 7. Je öfter ich vollbring, was Fleisch 18. Die Buße führt dich nicht in und Blut befohlen, je stärker wird der eine Welt voll Leiden; Gott tennt Hang, die That zu wiederholen. Scheu und liebt dein Glück, fie führt zu ich mich heute nicht, o Herr, dein deinen Freuden, macht deine Seele Feind zu sein, um wie viel weniger rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt werd ich mich morgen scheun. Weisheit und Verstand und Muth zu beiner Pflicht. 8. Du reichst ja Kräfte dar, uns felber zu besiegen. Der Sieg, so schwer Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 165 er ift, bringt göttliches Vergnügen; 6. Heut lebst du, heut bekehre geht er im Anfang gleich nur noch sehr dich; eh morgen kommt, tamme langsam fort, so bist du, Gott, mir ändern sich. Wer heut ist start, genah, und stärkst mich durch dein Wort. sund und schön, kann morgen an dem Grabe stehn. Stirbst du nun ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn? 7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir, daß ich mich gläubig nahe dir, und mich bekehre unverweilt, eh mich mein Ende übereilt, damit ich heut jederzeit zum letzten Abschied - 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! und Buß ist ja kein Werk von wenig Augenblicken. Ein Seufzer zu dir, Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst auf Misfethat, ist noch nicht Heiligung. 10. So gib denn, weil ich noch, Herr, deine Stimme höre, daß ich mich ungesäumt von allem Bösen tehre; so darf ich nicht dereinst zu meiner größten Pein mein hier versäumtes Glück, wiewohl zu spät, bereun. Mel. Vater unser im Himmelreich. 120. ( o wahr ich lebe, spricht 300. bein Gott, mir ift nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich bekehr, sich befre in der Gnadenzeit, und mit mir leb in Ewigkeit. - 4. Wahr ist es: Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barmherzigkeit; doch, wer auf Gnade Böses thut, und der Versöhnung theures Blut verachtet, feiner selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. und sei bereit. ie treu, mein guter Hirte, gehst du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der elend, krank und schwach, in sein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen, nicht selber aus 2. Dies Wort bedent, o Sünder, wohl! verzage nicht verzweiflungsvolli du nimmst an der Erlösung Theil; hier findest du Troft, Gnad und Heil, und Gott bestegelts mit dem Eid; o selig, wem die Sünd ist leid! Erbarmen, eh er versinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die alle Sünder lockt! Ach, sprächest du 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; im Grimme: weicht, die ihr euch verdenk nicht, zur Buß ists immer Zeit, ich will mich meines Lebens stockt! weicht, Sünder, weicht von mir, sein, alsdann will ich bekehren mich, Wer sind wir? freun, und werd ich dessen müde ich will euch nicht erkennen! wer wollt es unrecht nennen? Wer bist du? Gott wird wohl mein erbarmen sich. 3. Doch heißt dein Ruf uns kom men; und merken mir nicht drauf, ob wir ihn schon vernommen, so suchft du selbst uns auf. Dein Herz, o Heis land, brennt, daß doch das Schaf zur Heerde zurücfgeführet werde, davon es fich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an, so bist du viel gelinder, als man es denten kann. Sein Ziel verlängerst du, er tann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 5. In seinem Sohne will dir Gott das Leben schenken für den Tod; allein, entdeckt sein Wort dir wohl, wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir tund; verborgen ist die Todesstund Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. W 301. M 166 3weiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. Bußlied eines schwermüthigen Christen. 5. Liebhaber unsrer Seelen! mein Hirt! mein treuster Freund! was sollt ich es verhehlen, wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnödsten Lüste; doch du haft in der Wüste mich huldreich aufgesucht. Aus dem 6. Pfalm. Mel. Straf mich nicht in deinem Born. 302. Z trafe nicht, o Heis ligster, mich in deinem Grimme. Höre, Herzenskündiger, meines Flehens Stimme! sende du Trost mir zu reiß mich aus den Nöthen, ehe sie mich tödten. 2. Wird dies Herz im Grabe fich 8. Nun, Jesu! ich beklage den deiner Güte freuen? Gott des Leblöden Unverstand, und daß ich meine bens! todt kann ich dir kein DankTage so übel angewandt. Verstoß lied weihen. Rette mich, daß ich den Sünder nicht! mich reut und schmerzt mein Schade, verwandle dich, weil ich hier noch lebe, dankbar froh erhebe. beine Gnade nicht in ein Zorngericht. 3. Nichts, als deine Vaterhuld kann 9. Für uns gemacht zum Fluche, mich glütlich machen. Ach, gedenk gabst du dein Leben dar, daß so dein nicht meiner Schuld! stärke du mich Eifer fuche, was ganz verloren war. Schwachen. Heile mich, zeige dich Ja, Nam und That erweist, daß du, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder Heiland seift. mir in deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade! 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt! ich preise dich. 7. Ach! daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär, nicht oft zuücke bliebe, an Lieb und Eifer leer; nicht, wie viel du gethan, mir oft entfallen ließze, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken kann. 4. Wann wirst du mich doch erfreun? wann mir Trost gewähren? Täglich, Helfer, harr ich dein, und ich hab' in Zähren meine Nacht oft durchwacht. Eil, Erbarmer, eile deinem Knecht zum Heile! 5. Elend, tiefgebeugt bin ich und von Seufzen müde. Meine Seele sehnet sich nur umsonst nach Friede. Ach! wie lang soll ich bang, Heiland 11. Doch sollt ich mich aufs neue, müder Seelen, trübe Stunden zählen? ich schwach Geschöpf, vergehn, so laß 6. Doch, o Seele, zage nicht! mir deine Treue, mein Hirte! nie entstehn; erweckt und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis ich sonder Ende, als meinen Hirten, dich. Gott verstößet keinen, der ihn fleht mit Zuversicht, er vernimmt mein Weinen. Nie vergißt Jesus Chrift seiner theur Erlöften, des will ich mich trösten! 10. Das laß mich herzlich gläuben, doch gib mir selber Kraft, dem Heile tren zu bleiben, das mir dein Tod geschafft; und wie ich glaubensvoll aus deinem Ueberflusse, zum wirklichen Genusse, stets Gnade schöpfen soll. 23) Vom Das Apostolische Glaubensbekenntniß. Mel. von Nr. 46. 303. T glaub an Gott! hoch Schar. sei verehret, er, der der rechte Vater heißt; des Dasein die Natur mich lehret, und den die weite Schöpfung preist. 2. Der in sich Selge sprach: es werde! und seiner Weisheit, Güt und macht frohlockt der Himmel und die Erde, von ihm aus Nichts hervorgebracht. 3. An Jesum Chrift, den Eingebornen des ewgen Vaters, unsern Herrn, glaub ich. Gott sprach: hilf den Verlornen, er kam, und half, und that es gern. 4. Er kam, und durch die Kraft des Höchften gebar ihn einer Jungfran Schooß. Er kam zu uns, als seinen Nächsten, und stellt sich unserm Elend bloß. 167 Glauben. 11. Auch an dem Geift, der ehmals mächtig in Chrifti ersten Zeugen war, glaub ich; noch stets ift er geschäftig, und mehrt der frommen Christen 12. Die Kirche glänzt durch ihn auf Erden, in Glaub und Liebe feft vereint, wie glänzend wird sie einft noch werden, wenn jene Klarheit ihr erscheint! 13. Glückselig, wer im Tod und Leben bußfertig Jesu fich ergibt! ihm sind die Sünden all vergeben, wie viel er ihrer auch verübt. 14. Laßt seinen Leib in Staub verwesen, er wird doch wieder auferstehn, vom Sündenschaden nun genesen, wie glänzend, wie unsterblich schön! 15. Den Herrn erblickt er mit Bertrauen, und geht zu seinen Freuden ein, sein Antlitz wird er ewig schauen und ewig voll des Lobes sein. 16. heilger Gott, dein Wort ift Wahrheit, es ist allein die rechte Lehr. Erleuchte mich durch deine Klarheit, und heilge mich je mehr und mehr! 5. O, was läßt ihn Pilatus leiden! wo ist ein Schmerz wohl, wie sein Schmerz! am Kreuze selbft mußt er verscheiden, wie bricht ihm Pein und Schmach das Herz! Mel. Es ist das Heil uns tommen. 6. 6. So stirbt der Gottmensch und bekämpfet im Tod das Reich der 304. Es ist das Heil uns komFinsterniß. Des Teufels nun gedämpfet; dein Heil ist nun, o Mensch, gewiß. 7. Sein Leib wird zwar des Grabes Höhle, als ein erhaschter Raub, zu Theil; doch Jesu abgeschiedne Seele bedenkt noch stets der Menschen Heil. men aus Gottes freien Gnaden. Die Werke helfen nimmermehr, der Bürd uns zu entladen. Der Glaube sieht auf Jefum Chrift, der unser Mittler worden ist; der hat uns Heil erworben. 8. Bald steht er auf! Sein Haupt erhebet er fiegreich über Tod und Grab. Nun weiß ich, daß mein Heiland lebet, und trotze siegreich Tod und Grab. 2. Da man, was das Gesetz gebot, nicht völlig konnt erfüllen, erschreckt uns Zorn und große Noth, die NieDer Sünde mand mochte stillen. Macht nahm immer zu, nichts gab uns Sündern Troft und Ruh beim Fluche des Gesetzes. 9. Er fährt gen Himmel, um zur Rechten des Vaters aller Herr zu sein. Hier wacht er über seinen Knechten, daß hier fie einst mit ihm sich freun. 3. Und doch mußt es erfüllet sein, sonft mußten wir verderben. Drum 10. Als Richter kommt er endlich stellt vor Gott sein Sohn sich ein, wieder. Erschredt, ihr Sünder! freuet als Mensch für uns zu sterben. Der euch, ihr Frommen! er führt euch hat es ganz für uns erfüllt, damit als Brüder nun mit sich in sein ewig den schweren Zorn gestillt, des Laft Reich. uns alle drückte. L 168 Zweiter Theil. Vom Glauben. ängstigt dich des Zweifels Pein, so laß dir noch nicht grauen. 4. Da es durch den erfüllet ist, durch welchen wir genesen, so lern und fasse wohl, o Christ, des Glaubens rechtes Wesen. Der Glaube spricht: du, Herr, bist mein, dein Tod muß mir das Leben sein, du haft für mich gebüßet. 12. Von allen Zungen sei gepreift, um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! du selber wollft erfüllen dein in uns angefangnes Werk zu Ehren deiner Größß und Stärk! dein Name werde heilig! 5. So glaub ich fest und zweifle nicht; dein Wort wirst du nicht 13. Dein Reich komm, daß dein brechen. Wenn alle Welt die Treue Wille mag, wie droben, hier gesche bricht, hältst du doch dein Versprechen. hen! Gib unser Brod uns jeden Tag! Wer glaubt an dich und wird ge- Verzeih, was wir versehen, als wir tauft, dem ist die Seligkeit erkauft, den Schuldigern verzeihn! Bersuchung der gehet nicht verloren. laß fern von uns sein! Hilf uns vom Bösen! Amen. 6. Vor Gott gerecht sind die allein, die dies von Herzen gläuben. Die Werke find des Glaubens Schein; Mel. O Gott du frommer Gott. 8. ohn den wird er nie bleiben. Er 305. Herr! ohne Glauben kann lehrt, in Willen er lehrt, vor dir dem Nächsten Gutes thun, Geduld bestehen. Drum wend ich mich zu und Sanftmuth üben. dir mit demuthsvollem Flehen. D 7. Wer bei Gott Gnad erlanget zünde selbst in mir den wahren Glanhat, muß ihn vor Augen haben, daß ben an, weil ich durch meine Kraft er bei ihm sucht Hülf und Rath, ihn mir nicht geben kann. ihm dankt für alle Gaben, in seiner Furcht freiwillig lebt, des Fleisches Lüften widerstrebt. Dies ist der Weg zum Leben. 2. Dein Dasein laß mich, Gott, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müffe mir das Wort aus meinem Herzen rauben, daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seist, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreuft. 8. Wer aber sicher gehet hin, thut, was ihm nur beliebet, lebt fort nach seines Herzens Sinn, den Lüften sich 3. Wahrhaftig ist dein Wort; laß ergiebet, ruft Gott nicht an, daß er mich ihm völlig trauen. Nie wanket ihn führ, mit seinem Geist ihn stets deine Treu; laß mich darauf stets regier, der läuft den Weg zur Hölle. bauen. Gib, daß ich dir in Glück 9. Den meidet jeder, der recht und Unglück stets getreu, und dem, gläubt, bewahrt, was ihm gegeben; was du gebeutst, von Herzen folgsieht zu, daß er das Fleisch betäubt; sam sei. sehnt sich nach jenem Leben; dient seinem Nächsten, ehrt und preist in Christo Gott mit stillem Geist, es geh ihm, wie es wolle. - - 4. Laß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen, dich, meinen Herrn und Gott, in Geift und Wahrheit nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That, als 10. Die Hoffnung wartet still der Zeit nach göttlicher Zusage, bestimmt zur Hülf in unserm Leid dem Höch- meinen Heiland ehrt. ften nicht die Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, er, der der Seinen nie vergißt, und will, daß wir ihm trauen. 5. Dein göttliches Verdienst sei mir, o Herr, stets theuer. Es fülle mich mit Trost; es mache mich stets freier vom schnöden Lasterdienst. Es stärke mich mit Kraft, zu deines Namens Ruhm, in meiner Pilgerschaft. 11. Verbirgt er je sein Angesicht, das laß dich nicht erschrecken. Selbst wenn er schon dein Joch zerbricht, 6. Wie selig leb ich dann im Glanwill ers oft nicht entdecken. Sein ben schon auf Erden! wie herrlich Wort laß dir gewisser sein, und wird mein Theil dereinst im Himmel S Zweiter Theil. Vom Glauben. 169 werden! dann schau ich, was ich laß mich allezeit des Glaubens Kraft hier geglaubt, in ewger Ruh. Obeweisen. ftärt im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu! — Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 306. Gottes Sohn, Herr D Jefu Chrift, an wen soll ich mich wenden? daß man recht Nächsten diene. glaubt und standhaft ist, steht nicht in unsern Händen. hilf du mir von oben her, daß ich gestärkt je mehr und mehr, recht und beharrlich glaube. 2. Komm dann und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich mit freudger Ehrfurcht dich den Sohn des Höchsten nenne; daß ich zugleich den heilgen Geift, den mir dein theures Wort verheißt, von ganzem Herzen ehre. 8. Wohn in mir durch den Glauben so, o du, der Deinen Stärke, daß ich, als dein Erlöster, froh auch auf dein Beispiel merke, und eifrig, gleich wie du gethan, auf der mir abgemeßnen Bahn, Gott und dem 5. Doch laß auch meinen Glauben fich des Bluts, das du vergoffen, nicht anders tröften, als daß ich, zu deinem Dienst entschlossen, durch seine Kraft die arge Welt, und was sich dir entgegen stellt, für Koth und Schaden achte. 3. Laß mich dein großes Gnadenheil im rechten Licht erblicken, und mich dazu an meinem Theil mit allem Eifer Mel. Herzlich lieb hab ich dich. 141. schicken. Nur in dir find ich Troft 307. Ich komme, Friedens. und Ruh und ewges der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. 4. O gib, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen faffe; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlasse; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mittler, hoffe. fürst! zu Erbarmend rufft du ja auch mir, den Fries den zu empfangen. Der Sünden Laft ist mir zu schwer. O laß mein Herz von Trost nicht leer! laß es die Ruh erlangen, die du dem tiefgebeugten Geist, der zu dir fliehet, selbst verheiß'st. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Troft und Licht! mein Trost und Licht! verwirf, verwirf du mich doch nicht. 2. Anbetend steh ich, Herr, bor dir. Dein Antlitz neige du zu mir, und sei mir Sünder gnädig. Wenn mein Vergehn um Rache schreit, so mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten haft, du trugest ja auch meine Last, als du zum Heil der Sünder starbst, und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! erlöse mich durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuversicht; durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn, und 6. Noch ist mein Glaube schwach und klein, oft kann ich ihn kaum merken. Wer hilfet mir? nur du allein! du kannst mich mächtig stärten; der nicht ein schwaches Rohr zerbricht, der nicht ein nur noch glimmend Licht auslöscht, wird sich erbarmen. 7. Gib, daß ich Schwacher Lediglich auf deinen Beistand sehe, und dann, mit Macht gestärkt durch dich, fest in dem Glauben stehe. Mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß ich an meinem Ende des Glaubens voll die Pilgrimschaft mit Freudigkeit vollende. Steh dann zu meinem Troft bereit, daß ich der Seelen Seligkeit, des Glaubens End erlange. 10. Dein ists, was Guts sich in mir find't; mit dir wirds mir gelingen; du wollst, was du hast angezünd't, zu vollen Flammen bringen. Dies fordert deines Namens Ehr, stärk meinen Glauben immer mehr, und krön ihn durch das Schauen! - 170 Zweiter Theil. mich mit Gott vereinigt sehn, und ewges Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil. Gib mir an seinem Segen Theil. Er sei auch mir Beruhigung und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ! ich hoff auf dich, ich hoff auf dich! in dieser Hoffnung stärke mich. 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts; nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! ein Leben sei mir einst der Tod. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu.- 1 308. 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort Aufb Quf dich allein, Herr Jefu mich trösten kann: Jesus nimmt die 292. Vertraun sich gründen, auf dich, der du 6. Nun, so hab ich guten Muth. mein Heiland bist, sonst ist kein Heil Sind schon meiner Sünden viele, zu finden. Es ist kein Retter außer macht doch dein Versöhnungsblut, dir, kein Mensch, kein Engel, welcher daß ich ihre Last nicht fühle, und vermir aus meinen Nöthen helfen kann; sichert sprechen kann: Sesus nimmt dich ruf ich an, du bists, der helfen die Sünder an! will und kann. 7. Nun verdammt mein Herz mich 2. Erlöser! meine Schuld ist groß, nicht. Will mich das Gesetz verklafie reuet mich von Herzen. Erbarme gen? Der mir einst das Urtheil spricht, dich und sprich mich los! durch deines hat die Schulden abgetragen, daß Todes Schmerzen, weil du für mich mich nichts verdammen kann. Jefus genug gethan, nimmt Gott auch mich nimmt die Sünder an! zu Gnaden an. So bin ich los der Sündenlast! mein Glaub umfaßt dich, der du sie getragen haft. 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenommen, und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und auch sterbend rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb erweise. Ja, mache du mich tugendhaft zu deines Namens Preise. Sei mir in meiner Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. - Vom Glauben. hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des ewgen Lebens Pforte durch sein Blut selbst aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Auf! und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. Prüfungszeit ein Helfer voll Barm- 310. Jeful daß du meine Seele bit herzigkeit, die Stunde fich, dann zeige dich in deiner Gnad und rette mich. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. tern Tod aus des Abgrunds tiefster Höhle, aus der allergrößten Noth, siegreich haft herausgerissen, läß'st du mich Berzagten wissen; dieses predi Jefus nimmt die Sünder get dein Wort, uns zum Troft noch 309. Jefus an! fagt dieses Troftwort allen, welche von der rechten 2. Blindlings, als verirrte Schafe, Bahn auf verkehrten Wegen wallen! eilten wir der Hölle zu; aber unfre Vom Glauben. 171 der Drangsal mir erwecken. Welch ein hart und banger Streit! Herr, laß da mich nicht erliegen. Hilf mir siegen! hilf mir siegen! wenn mein Fleisch mich selbst verklagt, hilf mir, daß es nicht verzagt. 10. Hilf durch deine blutgen Wunden, denn durch diese werd ich heil. Durch die Qual, die du empfunden, ist nun Seligkeit mein Theil. Deine Schmach und Dornenkrone stärke mich in Schmach und Hohne, und dein Blutschweiß, Schmerz und Tod tröste mich in jeder Noth. 11. Wie du mit dem Tod gerungen, Du steh im letzten Kampf mir bei. hast ja den Tod bezwungen, daß auch ich sein Sieger sei. Dir, Herr! will ich fest vertrauen. Ich soll dort dein Antlitz schauen. Muthig kämpf ich. Auf den Streit folgt, das weiß ich, Seligkeit. — Zweiter Theil. Schuld und Strafe, treuer Hirte, trugeft du; und nun rufft du allen Sündern: fommt! laßt euch die Welt nicht hindern! Euch heilt niemand, als nur ich. Herr, hier bin ich, heile mich. 3. Ich bekenne meine Sünden. Ach! ich irre weit und breit. Es ist nichts bei mir zu finden, als nur Ungerechtigkeit. Beßrung hab ich oft ver sprochen, und wie bald mein Wort gebrochen. Kaum erschreckt mich die Gefahr, die mir oft so nahe war. 4. Ach! ich müßte ganz verzagen, da die Sünden, welch ein Heer! mich vor Gott so laut verklagen, wenn dein theures Blut nicht wär! doch im Bund, den du beschworen, heißt's: wer glaubt, geht nicht verloren. Ewig lebt er; ins Gericht kommt nun der Versöhnte nicht. 5. Herr, ich glaube. Rette, rette! denn mich schrecket dein Gericht. Du starbst, daß ich Friede hätte. Hör mein Schrein! verlaß mich nicht; ach, gib Trost, die Angst zu lindern. 311. Jeunaben! fich mein Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. sieh in Furchtbar donnert zu den Sündern dort dein Fluch vom Richterstuhl, bis hinab zum Feuerpfuhl. Elend, meine Noth; laß dichs jammern, hilf dem Schaden! achi er 6. Herr, durch deine Todesschmer- bringt mir sonst den Tod. Sollteft zen heile meiner Seele Schmerz. Du, du Erlöser heißen, und mich nicht du Kündiger der Herzen, kennst ja dem Tod entreißen? Wie dein Nam, mein zerbrochnes Herz. Dies mein ist auch dein Ruhm! das erfährt Herz, von Angst bedränget, doch auch dein Eigenthum. durch dein Blut besprenget, übergeb ich, Jesu, dir. Nimm es gnädig an von mir. 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in die sich zu uns lenkt, hat dich eingen Sohn den Armen und auch mir 7. Mach es selber rein. Ich fühle, zum Troft geschenkt. Ach, wie hoch daß nichts Gutes in mir wohnt. bedarf ich deiner! Jesu! so gedent Gutes sebz ich mir zum Ziele, Böses auch meiner; denk an mich, sprich bin ich stets gewohnt. Nun kann nur ein Wort, o so weicht mein ich mein Fleisch nicht zwingen, und Jammer fort. das Gute zu vollbringen, hindert mich der Sünde Joch. Was ich nicht will, thu ich doch. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Delberg band; dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich's Scheiden ist, so hat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wenn die Hände sich nur regten, war die Hülfe schon bereit, wenn die Lippen sich bewegten, schallte lauter Seligkeit; ach, sie hießen zu dir fommen nicht die Heilgen, Starten, 8. Brich des Fleisches starren Willen, wenn es fühn den Aufruhr wagt. Auch an mir wirst du erfüllen, was du allen zugesagt. Du willst selber in uns leben, Kraft zu jeder Tugend geben, daß nun, von der Sünde frei, ganz das Herz dir eigen sei. 9. Oft wird auch der Hölle Schrekten neue Furcht und Bangigkeit in 172 Zweiter Theil. Vom Glauben. Frommen; nur den Sündern riefen| 5. Dies müsse mein Vertraun zu fie, die voll Arbeit, Angst und Müh. dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, 5. Jesus, sollt ichs denn nicht der Gottheit Rath vom Menschen zu wagen? sollt ich denn zu dir nicht entdecken, bet ich der Liebe Macht, fliehn? Sollt ich darum ganz ver- die ich nicht fassen kann, mit froher zagen, weil ich so verdorben bin? Nie Zuversicht, doch auch in Demuth an. verstießest du den Armen; meiner wirft du dich erbarmen, weil doch deine Gnad und Huld größer ist als meine Schuld. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren, und deine große Lieb im Schauen mir erklären. Unendli mein Heil! o Glaube, der erfreut! gelobet sei der Herr, gelobt in Ewigkeit. 6. Wo die Sünde mit Beschwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch fundbar werden, wozu du gelos aus SaMel. O Gott du frommer Gott. 8. tans Striden, brich der Hölle Band 313. Herrei dem wir alle GaGott, in Stücken! nimm mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel und alles hin! ben, und was uns nützlich ist, allein zu suchen haben; o, sieh erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich, so wie ich will, dir nicht vers trauen kann. - 7. Mach mich dir auf ewig eigen, führ mich, wie es dir beliebt! lehr mich meiden, leiden, schweigen, folgen, wie dein Rath mich übt! Ach! so still mein ängstlich Quälen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. - Mel. D Gott bu frommer Gott. 8. 312. Mag Mag doch der Spötter Heer Jesu spotten. Dich, Heiland, bet ich an; du kommst, sie auszurotten. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der verloren geht; uns, die der Glaube stärkt, ists Heil und Majestät. 2. Nur du, des Höchsten Sohn, konnt'st uns mit Gott versöhnen, und uns mit neuem Recht zum ewgen Glück belehnen. D! beides ist gleich groß, der Welt ein Schöpfer sein, und eine Welt, die fiel, von ihrem Fall befrein! 3. Wer kann die Majestät der Lieb und Großmuth fassen? als Sohn des Ewigen der Himmel Chron verlassen, fich selbst erniedrigen, einher in Demuth gehn, der Wahrheit Herold sein, und sich verspottet sehn. 4. Die Wunder Gottes thun, und, an das Kreuz geschlagen, mit himmlischer Geduld der Menschen Schulden tragen, um der zu sein, der uns ein ewges Heil erwirbt; deß Herz ist göttlich groß, der selbst für Feinde ftirbt. - 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die 3weifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne ſein! 3. reiche du mir aus deine Hände; hilf meiner Schwachheit auf, daß fich mein Kummer ende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir im steten Wachsthum sein. mei4. Gib, daß die Zuversicht nem Geist sich mehre, daß du mein Bater seift, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sei; damit mein Herz sich dein, als seines Gottes, freu. 5. Mach diese Zuversicht in mir, o Gott! so kräftig, daß ich mein Lebenlang in deinem Dienst geschäftig, und stets befliffen sei, zu thun, was dir gefällt; so hab ich, Gott, in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einft für deine Jünger batest, und, wenn fie wanketen, beim Bater sie vertrateft; o unterstütz auch jetzt mein sehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstütze Zweiter Theil. mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit erlange, und dich preis in alle Ewigkeit. — Mel. Mache mit mir Gott nach.- 26. er, Gott, dein Wort 314. ich kenne Gott, der lüget! in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben steget. Wer aber dein Wort glaubt und hält, der ist von dir, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den dein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher mein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. Vom Glauben. 173 matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht. 4. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh leuchtet dort, mich zu erquicken, ewig mir sein An5. Weder Welt noch Himmel ists, was mein sehnlich Herz begehret. Du allein, mein Jesu, bists! denn für mich mit Fluch beschweret, wandteft du Zorn und Gericht. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 6. Dich, mein Jesu, halt ich fest, laffe nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr sein vergeßt! ihr beraubt euch ewger Freuden! selig aber, der da spricht: meinen Jesum laß ich nicht. Mel. Herr Hör, ach höre mein. 3. Durch Jesum rein von Missethat, find wir, Gott, deine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, der flieht den Rath der Sünder, folgt 316. Chrifti Beispiel, als ein Chrift, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Denn ich bin dir, Gott, angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, in dem ist wahrlich deine Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, der in der Liebe bleibet. Die Lieb ist's, die die Seraphim, dir, Herr, zu folgen treibet. Du bift die Lieb! an deinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. 1 315. einen Sesum laß ich Me nicht. Da er fich für mich gegeben, sollt ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm hangen, in ihm leben? Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Shm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Buversicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Wenn mein Auge schon vers lischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich fein Labsal mehr erfrischt, alle Sinnen mir ersterben, und das ucht man die Freundschaft in der Welt nur unter solchen, die sich gleichen: weiß ich doch, daß sich Gott gesellt zu denen, die ihn nicht erreichen. Ist Gott schon alles, und ich nichts; ich Schatten, er die Quell des Lichts; er noch so stark, ich noch so blöde; er noch so rein, ich noch so schnöde; er noch so groß, ich noch so klein: ist er doch mein, und ich bin sein. 174 Zweiter Theil. 2. Mein gütiger Immanuel, mein Mittler wußte Rath zu finden, mit meiner ihm entrißnen Seel sich dennoch wieder zu verbinden. Mein treufter Freund, mein Jonathan, sieht meinen großen Jammer an. Er kommt, daß er mein Bruder werde, herab bom Himmel auf die Erde, mit mir ein Leib, ein Fleisch, ein Bein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. Vom Glauben. 7. Auch wenn man, was ich habe, nimmt, was ich bedarf, mir nicht gewähret; wenn alles, wider mich ergrimmt, mich drückt, verfolgt, be raubt, entehret, gleich jenen Märtyrern mich quält, zerfleischt, zerstümmelt und entseelt. Die Welt raub alles! meinen Glauben kann ihre Wuth mir doch nicht rauben. So bleibet ja das Beste mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne, nicht nur sein Kreuz, nicht 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Geift, die er erschuf und auch erlöfte, nur sein Grab, auch seine Herrlichkeit hier beide schützet, pfleget, speist, bis und Krone. Was er geredet und gedacht, was er gebetet und gewacht, was er gehorchet und gelitten, was er empfangen und erstritten, auch selbst sein Fleisch und Blut ist mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. - 4. Wie sta jein ug an mir ver9. Sein ist mein Bürgerrecht und gnügt, so bin auch ich in ihm zrie- Ruhm. Er kam, von Sünden mich den. Welch Band, das uns zusamzu reten. Ich hatte für mein Eigen menfügt! von ihm auf ewia unge- sonst, leider! nichts, als Schand schieden, hat nun die Seele, wo ste und Ketten. Doch er hat alle meine ruht. Auch darf sie um dies höchste Laft in seinem Kreuz auf sich gefaßt. Gut nicht eifern, hadern, haffen, Er gab mir Freiheit für die Bande; neiden; er nährt uns allesammt mit er selbst trug meines Frebels Schande, Freuden. Die Welt nur kann der und seiner Unschuld Ruhm ward mein. Neid entzwein. Mein Freund ist mein Mein Freund ist mein und ich bin sein. und ich bin sein. 10. Nun zürn und stürme jeder Feind! er soll mir doch nicht Angst erwecken. Und ist der Richter selbst mein Freund, wie kann das Weltgericht mich schrecken? Ob Erd und Himmel bricht und kracht; ob Leib und Seele gleich verschmacht't; ob meine Glieder gleich verwesen: durch ihn bin ich vom Tod genesen. Was sollt ich Tod und Grab noch scheun? Mein Freund ist mein und ich bin sein. 5. Er, er ists, den ich mir erwählt! nur er ist meiner Seele Leben. Da er mich zu den Seinen zählt, so soll auch ich nach ihm nur streben. Ist ers nicht, der mich herzlich liebt? Oft ers nicht, der sich ganz mir gibt? Was kann ich mehr von ihm begehren? Was kann er Beffers mir gewähren? Nun blendet ferner mich fein Schein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 6. Ohn ihn ist mir das Leben Last, ohn ihn der Himmel selbst kein Himmel. Durch ihn find ich in Arbeit und er dort beide ewig tröste. Gesundheit, Stärke, Munterkeit, Witz, Scharfsinn, Muth, Entschloffenheit, selbst daß ich, was ich von ihm habe, erkenn und weiß, ist seine Gabe. Vom Undank hält er selbst mich rein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. mel. So viel Geräusch auch um mich sei, ohn ihn ists öde Wüstenei. Doch bin ich, wenn mich alle fliehen, wenn sich auch Brüder mir entziehen, zwar einsam, aber nicht allein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 82. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 317. Eins ist Noth! ach Here, dies meine Seele doch! Auch beim schimmerreichsten Scheine ist sonst alles nur ein Soch, unter dem das Herz sich plaget und doch keine Ruh erjaget. Alles aber wird ersetzt, wenn dies Eine mich ergetzt. — Zweiter Theil. 2. Seele, willst du dieses finden: fuchs bei teiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten; schwing dich über die Natur, wo der Gottheit Füll erscheinet, mit der Menschheit fest bereinet. Da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. 3. So wollt einst Maria wissen, was dies Einzige verhieß, als sie sich zu Jesu Füßzen lehrbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! fie vergißt die Welt und sich, sieht und hört nur, Jesu, dich. - Vom Glauben. 175 dein Schaf, versetzt. Jesu! soll ich dich nur haben, was kann mich wohl Süßers laben? Wo ist, was mich mehr erquickt, als wenn dich mein Glaub erblickt? 10. Drum sollst du mir nur das Eine, du nur sollst mein Alles sein. Prüf und forsche, wie ichs meine, und tilg allen Heuchelschein. Wenn die Welt bald Lockt, bald höhnet, sich das Fleisch nach Eitlem sehnet, auch die Hölle stürmt und droht, wähl ich dich: denn Eins ist Noth." - 4. So steht, Jefu, mein Verlangen Mel. Wie schön leuchtet der. 35. ganz und einzig nur nach dir. Ach, 318. Wie herrlich strahlt der Morgenstern! o welch ich an zu neige du dein Herz zu mir! Wenn auch viele träg verweilen, brenn ich doch, dir nachzueilen. Sesu, Geist und Leben ist, was von deinen Lippen fließt. 5. Ja, mich reizt der Weisheit Fülle, die in dir verborgen liegt. Hilf mir nur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt, daß die Demuth mich regieret, und zur rechten Weisheit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, tenn ich dich, mein Jesu, nur. ein Glanz geht auf im Herrn! wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Stern Jacobs! sich nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmachten. Jefu! Jesu! schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben! 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig köstlich Blut. Mir auch haft du, Herr, erworben, als du an dem Kreuz, gestorben, meinen Schmuck, das reine Kleid gültiger Gerechtigkeit. 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn! des Himmels großer König! aus vollem Herzen preis ich dich! hab ich nur dich, so rühret mich, was alle Welt reizt, wenig. Komm doch, komm doch! wahrlich feiner tröstet deiner, Brot des Lebens! wenn ihn hungert, sich vergebens. Mir 3. In dir nur kann ich selig sein. Seuß tief, tief in mein Herz hinein, 7. Nun so gib, daß meine Seele, die Flamme deiner Liebe! daß in mir Herr, zu deinem Bild erwacht. nichts als Inbrunft fei, tein Weltbist du, den ich erwähle, auch zur sinn deine Leiden schen, kein Undank Nach dir, nach dir, Heiligung gemacht. Was nur dient dich betrübe. zum wahren Leben, das ist mir in den ich faffe, und nicht lasse, ewig bir gegeben. Ach! entreiß mich ganz wähle, dürftet meine ganze Seele. der Welt, daß ich thu, was dir gefällt. 4. Von Gott strahlt mir ein Freu8. Herr, was soll ich mehr verlan- denlicht, so oft dein lieblich Angesicht gen, da in dir mein Herz nur ruht? sich neigt, mich anzublicken. Mein Du bist einmal eingegangen in das Jesu, du mein höchstes Gut! dein Heilge durch dein Blut; haft mich Wort, dein Geift, dein Leib und Blut, meiner Band entbunden, ewige Erlö- tann Seelen recht erquicken. Speis fung funden, daß ich mich Gott freudig mich, tränt mich, Seligmacher! daß nahn, findlich Abba rufen kann. ich Schwacher, daß ich Erde Him melsfreuden inne werde. 9. Bolle Gnüge, Fried und Freude ifts, was meine Seel ergeßt. Hirt, 5. Und wie, Gott Vater, preis auf wie so gute Weide haft du mich, ich dich? Gott, ewig, ewig haft du Zweiter Theil. Vom Glauben. 176 mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm fest vereint. Er selbst, mein König, ist mein Freund. Trop dem nun, was betrübet! Seele! Seele! ihn, den Sieger stolzer Krieger, wähl zum Freundel und dann fürchte teine Feinde. 6. Ihm, welcher Höll und Tod bezwang, ihm, ihm müß unser Lobgefang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet! tönet! Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde ganz voll seines Lobes werde. 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Chrift, daß du der Erst' und Letzte bift, der Anfang und das Ende. Du fchließeft selig meinen Lauf, du weckft mich auch von Todten auf; des Klopf ich in die Hände. Amen! Amen! ja wir müssen, denn wir wissen, wem wir trauen, noch dereinst dein Antlitz schauen. - kann selbst der Hölle Wüthen Ruh in Eil gebieten. 5. Lockt nur, Gold und Schätze! Ehre, sei der Götze der betrognen Welt! Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Weich, des Eiteln Liebel weicht des Fleisches Triebe! Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden. Fliehet weit von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid! ihr beschweret das Gewissen. Euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg und Zagen! schweiget, bange Klagen! Jesus ift ja mein! jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zuletzt erfreun. Hab' ich hie viel Angst und Müh', Jesu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. Mel. des 25. Psalms. Mel Jesu, meine Freude.- 89. 319. eu, meine Frende, befter 320. HE öchst erwünschtes Seelenleben, ach wie unbekannt bift Troft im Leide! bestes Gut im Glück! du hast meine Liebe, du füllst meine Triebe, an dir hängt mein Blick. Hab ich dich, wie reich bin ich! doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden. du, wo man sich nicht will bestreben, nach der ewgen Himmelsruh. Ach, 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich sein. Laßt auch Felsen splittern! Laßt den Erdkreis zittern, und den Einsturz bräun! was ift's mehr? Rings um mich her mag es donnern, frachen, bligen! Jesus will mich schützen. wie eitel ist der Wahn, der des Fleisches Sinn verblendet, wenn er flebt der Erden an, sich zum 3. Donnert auch im Grimme des Gefeßes Stimme, Jesus stillet fie. Mag der Tod fich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht. Freudig, daß ich Jesum sehe, blick ich auf zur Höhe. Rauch und Schatten wendet. 2. Ach, wie oft bin ich gerathen in dieselbe Blindheitsnacht, wenn ich 4. Wer ists, der den Glauben mei- über Herz und Thaten nicht sorgfältig nem Herzen rauben, ihn erschüttern hab gemacht. Wie hat die Erfah kann? Bei der Hölle Toben stimm rung mich meine Thorheit oft gelehret, ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. wenn mit eiteln Sorgen sich mein bes Jesu Macht hält mich in Acht, die trognes Herz verzehret. Zweiter Theil.- Vom Glauben. 177 drum ist mein Herz auf dich gericht't. Du kannst mir alles geben. Im Tode fannst du bei mir stehn; in Noth als Herzog vor mir gehn. Hilf, Sefu, dem Zerknirschten! 3. Zwar der Schluß ward oft genommen, ich riß mich im Geiste los; doch wenn es zur That sollt kommen, fand ich mich von Kräften bloß; ich Gefangner, Armer, ich! wer zerschlägt mir diese Ketten! Jesu, Held, erbarme dich! Mächtiger! du kannst mich retten. 4. Jesu! Stärke der Verzagten, der du gibst den Matten Ruh; wahre Zuflucht der Geplagten, rühr' mein Herz und brings dazu, daß die ganze Kreatur nichts in meinen Augen scheine, und ich darauf denke nur, wie ich ewig sei der Deine. 5. Ach, vertilge das Verlangen, das noch etwas Frdsches will. Nimm den böfen Sinn gefangen, der nicht hält in allem still. Gib, daß ich in dieser Welt nichts der Sorge werth mag achten, weil du mich darein gestellt, um nach befferm Gut zu trachten. 6. Gib mir Augen, um zu sehen Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. deines Reiches Gnadenschein. Gib 322. Jo flich ich Sünder mir um ins Wº Heiligthum hinein. Mache mich mit bar bin? dir bekannt, laß in deinen Liebesflam- den? hin, der Wo kann ich Rettung finMich schrecken schwere Sünmen Herz und Seele sein entbrannt, Iden; mit Angst bin ich umfangen, halte dich und mich zusammen. wo soll ich Trost erlangen? 7. Weicht, ihr eitelen Gedanken, 2. O Jesu voller Gnad! auf dein stört nicht ferner meine Ruh. Ich Gebot und Rath kommt mein betrübt will in den Lebensschranken eilen mei- Gemüthe zu deiner großen Güte; laß nem Jefu zu. Sefu will ich geben du auf mein Gewissen ein GnadenEhr, in ihn will ich mich versenken, tröpflein fließen. und forthin mich um nichts mehr, als um seine Liebe fränken. 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken, und mich so heftig schrecken, in deine tiefe Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut mach meine Schulden gnt; wasch mich da mit von Sünden, und laß mich Ret tung finden; ins Meer fie tief versenke, und ihrer nicht gedenke. 5. Du bist es, der mich tröft't, 2. Herr, meine Sünden ängsten denn du haft mich erlöft; was ich mich, der Todesleib mich plaget. Dgefündigt habe, verscharrtest du im Lebens- Gott erbarme dich! vergib Grabe, da wird es bleiben müssen! mir, was mich naget! du weißt es du heileft mein Gewiffen. wohl, was mir gebricht! ich weiß es auch, doch völlig nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 321. Wº o soll ich hin? wer hilfet mir? Wer führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir, will ich mich frei begeben. Du bists, der das Ver lorne sucht; du segneft das, so war verflucht. Hilf, Jefu, dem Elenden! - 4. Bist du der Hirt, der Schwache trägt: auf dich will ich mich legen. Bist du der Arzt, der Kranke pflegt: erquicke mich mit Segen! ich bin ge fährlich krank und schwach, heil und verbind, hör' an die Klag. Hilf, Jesu, dem Zerschlagnen! 5. Ich thue nicht, Herr, was ich ſoll; wie kann ich doch bestehen? Dies ängstigt mich, das weißt du wohl. ch, wann wirds doch geschehen, daß ich Elender endlich, frei vom Leib des Todes, bei dir seil ich danke Gott durch Chriftum. 6. 3war meine Schuld ist groß, doch werd ich ihrer los, wenn ich dein Blut auffaffe, und nun die Sünde 3. Du sprichst zu mir: verzage haffe. Wer so fich zu dir wendet, nicht! du rufft: ich bin das Lebent keht b sein Leid geendet. 12 3weiter Theil. Von der Heiligung, 178 7. Sehr vieles fehlet mir, doch find ich es bei dir. Dein Blut verföhnt mich Sünder; es stärket mich nicht minder, daß ich Tod, Teufel, Sünde, und alles überwinde. - 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich es schlagen; dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trot bald schweigen. 9. Darum allein auf dich, Herr, Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben; dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 24) Von der Heiligung, oder dem christlichen Wandel überhaupt. Die heiligen zehn Gebote. Mel, von Nr. 46. 323. reb Corheb dein Herz, thu auf du Voll, das du verstocket bist, und Gott sich doch zum Volk erkoren! vernimm, was Gottes Wille ist: 2. Ich bin der Herr, dein Gott und Retter; aus jenem Diensthaus führt ich dich. Berehre teine fremden Götter; du haft ja keinen Gott, als mich. 10. Ach, bringe meinen Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mag alles meiden, was dich und mich kann scheiden; daß ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. 9. Vergreif dich nicht an jemands Gute; erwuchre nicht der Armen Schweiß, und lebe mit vergnügtem Muthe von deiner eignen Hände Fleiß. dein Zeugniß, wo es nöthig ist. Be schäm und fleuch die Ehrendiebe, und rede nicht mit arger List. 11. Verdamm, als Sünden, die Be gierden nach jemands Weibe, Hab und Haus, und wenn sie in die rege 3. Du sollst den Dienst der Bilder würden, so tilge sie bei Zeiten aus. 12. Zehn Worte sind dir vorgefliehen; mach teins, es sei, wovon schrieben, doch eins faßt alles unter es woll, fußfällig vor ihm hinzuknien: fich: Gott sollft du über alles lieben, denn ich, dein Gott, bin Eifers voll. und deinen Nächsten, so wie dich. 4. Den Namen Gottes zu entehren, 13. Mein Mittler! ich erschrecke fchen, liebst du deine Seligkeit; wagft heftig, da Gott mit mir im Donner du es, falsch und leicht zu schwören, spricht. Durch deinen Geist wirt auf so ist die Strafe schon bereit. mich fräftig; vertritt du selbst mich im Gericht. 5. Sechs Tage widme den Geschäften, der siebente gehört dem Herrn; dien ihm daran aus allen Kräften, dem großen Gott, und dien ihm gern. 6. Erweis den Eltern bis zur Bahre Gehorsam, Ehre, Lieb und Treu, daß Gott dir lange Lebensjahre, und hier und dorten Heil verleih. 7. Enthalte dich von eigner Rache, und schone deines Nächsten Blut. Befiehl dem Höchften deine Sache, wenn dir schon jemand Unrecht thut. 8. Entweih die Ch' nicht und verbleibe von Ueppigkeit und Unzucht frei, daß deine Seele sammt dem Leibe ein reiner Tempel Gottes sei. Gebet über die zehn Gebote. Mel. des 116. Pfalms. 324. M ein Bundes- Gott! ach, unterweise mich, daß ich in Furcht, Bertrauen, Demuth, Liebe, dich ehr, und stets Geduld und S oder dem christlichen Wandel überhaupt. Hoffnung übe, und lieber alles Mel. von Nr. 79. fahren laß, als dich. 2. Gib, daß ich, o du höchftvollott! wie rein deine 325. Gehre. Wenn ich höre, kommner Geist, auch dir im Geist und wie wir vor dir sollen sein: of so in der Wahrheit diene, und keinen Dienft zu leisten mich erkühne, wor- dringen die Befehle in die Seele, wie ein scharfes Schwert hinein. auf mich nicht dein heilges Wort verweist. 3. Es nenne deinen Namen nie mein Mund vergeblich; falsches und unnützes Schwören sei von mir fern; voll Demuth dich zu ehren, so gut ich kann, erheischt von mir dein Bund. 4. Die ganze Zeit ist dein, voraus der Tag von dir bestimmt, in Ruhe dich zu loben. Laß mich so leben hier, daß ich dort oben in süßer Ruh dich ewig loben mag. 5. Der Unterschied des Standes ist von dir, die Menschen soll er manche Tugend lehren! laß mich in meinem Stand die Obern ehren, und segne mich, o Höchster, dort und hier. 6. Liebreicher Gott, laß mich recht fiebreich sein, ein Menschenfreund, ein Helfer und Erbarmer, des Feindes Freund; wie könnte sonst ich Armer, der dich erzürnt, mich deiner Huld erfreun? 7. Laß mich, mein Gott! der Zucht ergeben sein; treu deinem Ruf, der Wollust falsche Freuden sammt ihrem Reiz mit aller Sorgfalt meiden, und meinen Leib zu deinem Tempel weihn. 179 Von der Beschaffenheit der wahren Heiligung. 8. Bor ungerechtem Gut behüte mich, daß ohne Geiz ich meinen Wandel führe; auch jedem geb und laff, was ihm gebühre, mein Werk verricht bergnügt und emsiglich. 10. Verleih, daß ich auch die geringste Luft, die dir entgegen ist, von Herzen meide; was dir gefällt, das sei auch meine Freude, mit Luft zu bir erfülle meine Brust. 2. Was ist an den äußern Werken mehr zu merken, als der wahren Tugend Schein? Doch, o Höchster! deinen Willen zu erfüllen, muß das Herz geschäftig sein. 3. Ich soll selbst sein innres Dichten also richten, wie es dein Gesetz beftehlt. Deine hellen Augen finden da schon Sünden, wo das Herz in Lüften spielt. 4. Böses soll ich nicht nur laffen, sondern haffen, ich soll, Herr, auf dein Geheiß, allem Guten nachzuleben mich bestreben, unverrückt, mit Luft und Fleiß. 5. Können wir denn deinen Willen ganz erfüllen? Sünde schleicht sich doch mit ein, wenn wir noch so eifrig wollen, wie wir sollen, dir, o Gott, gehorsam sein. 6. Dein Gesetz ist, unsre Flecken zu entdecken, uns zum Spiegel vorgestellt. Ach, ich sehe sie und eile, ohne Weile, zu dir, Jesu, Heil der Welt! 7. Doch soll der versöhnte Sünder nun nicht minder auch den Weg der Sünde fliehn, und im Wege des Gebotes feines Gottes sich mit allem Ernst bemühn. 8. Dazu wolleft du mich Schwachen tüchtig machen; gib mir deinen guten Geist; alsdann will ich flüglich han deln, und so wandeln, wie dein Wort 9. O treuer Gott! regiere Herz und Mund, daß ich, wie du, Betrug mich wandeln heißt. und Lügen haffe, und jedermann in ſeinen Würden laffe, der Wahrheit 326. M stets getreu von Herzensgrund. enn zur Vollfüthrung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet: so rühme dich 12* 180 Zweiter Theil. der Tugend nicht, und wisse, daß dir alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute rathen: so thue noch so gute Thaten, du haft vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. Von der Heiligung, das ists, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besitzen, so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sich nicht auf deine Werk allein; sieh auf die Quell, aus der sie kamen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Lifst und Tücke; beneidet nicht des Nächsten Glücke; sie bläht sich nicht; ist langmuthsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, und freut sich niemals feines Falles. Sie suchet nicht bloß ihre Ruh; sie hofft, und glaubt und duldet alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. 3. Bau Häuser auf und brich dein Brot, das Volt der Armen zu verpflegen; entreiß die Witwen ihrer Noth, und sei der Waisen Schutz und Segen; gib alle deine Habe hin noch hast du nichts für Gott gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben: so ist dir alles kein Gewinn. 29. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 327. Pommt, laßt euch den 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth und Lernet allzumal, welche die sind, noch niemals hat verrichten können; die gehören zu der rechten vergieß fürs Vaterland dein Blut, Christenlaß deinen Leib für andre brennení zahl: die im Glauben fest bestehn, beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, Heiland frei bekennen, dürfen sich die freudig Gottes Wege gehn, und den bist du die Absicht deiner Thaten: so Seinen nennen. schütz und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seine Schwachheit nie vergißt, Gott 5. Läg ihm an unsern Werken nur: allein, sich nie erhebet, wenn er groß so könnt er uns, sie zu vollbringen, und glücklich ist: Gottes Huld wird sehr leicht durch Feffel der Natur, ihn erfreun, und das Himmelreich ist durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. sein; Gott wird dort zu Ehren setzen, Vor ihm, der alles schafft und gibt, die sich hier geringe schätzen. gilt Weisheit nichts, nicht Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, Schuld verzeihn, Kraft zum Guten ern von des Stolzes eitlem Triebe, ihm verleihn, und er soll schon hier geheiligt durch die Furcht des Herrn, auf Erden, und auch dort getröstet erneut durch Glauben zu der Liebe: werden. oder bem christlichen Wandel überhaupt. 181 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet,| in Freud und Schmerz. Bater! hilf seinem Feinde niemals flucht, seine von deinem Thron, daß ich glaub an Fehler ihm vergibet; nie sich selbst zu deinen Sohn, und durch deines Geiftes rächen sucht; ruhig seine Pflicht voll- Stärke mich befleiße guter Werte!" bringt, und sein eigen Herz bezwingt. Gott wird selber ihn beschützen, und er wird das Land besitzen. Mel. Nun dantet alle Gott. 9. 5. Selig, bie nichts mehr verlangen, 328. ch danke meinem Gott, als gerecht, wie Gott, zu sein; die fest an dem Guten hangen, und sich ganz der Tugend weihn; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes Ruhm vermehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, und den frommen Wunsch erfüllen. 6. Selig, wer der Noth des Armen niemals fühllos sich entzieht, ihm aus zärtlichem Erbarmen wohlzuthun sich froh bemüht, und wenn er um Hülfe weint, ihm mit Trost und Hülf erscheint; dieser wird auch Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, züchtig, keusch und rein zu sein; die der Wollust Stricke fliehen und der Heiligkeit sich weihn. Die der Lockung dieser Welt, und was Fleisch und Blut gefällt, allzeit standhaft widerstehen, werden Gottes Antlitz sehen. - gegeben, so gut ich immer kann, zu seinem Preis zu leben. Du weißt, Gott, wie viel Kraft dein Knecht noch nöthig hat! verleihe du sie mir; bei dir ist Rath und That. 2. In allem meinem Thun laß mich auf dich nur sehen, und, untreu meiner Pflicht, nie eigne Wege gehen. Laß diese Wahrheit mir allzeit vor Augen stehn: Gott stehts, Gott hörts, Gott straft, du kannst ihm nicht entgehn. 3. Gedanke, leite du mich stets in allen Sachen: ists denn auch recht, wenn ichs der Welt gleich wollte machen? und siehet jetzund mich des Menschen Auge nicht: ists recht vor Gott? ists recht vor seinem Angesicht? 11. Daß ich Armen helf und diene; immer hab ein reines Herz; die in Feindschaft stehn, verfühne; dir anhang 4. Ach führe mich, mein Gott! wie kann ich sonst bestehen! und laß mich ohne dich nie einen Schritt nur gehen. Mir überlassen, stürz ich mich nur in den Tod; wenn du mich aber führst, so hat es teine Noth. 5. Die Gnade winket mir! nie sei es, Herr, vergebens; dein Wort jei jederzeit die Richtschnur meines Lebens; daß ich, wie dirs gefällt, geh, fitze, liege, steh, und nur in meinem Thun auf deine Ehre seh. 8. Selig, wer im Frieden lebet; wer die Ruh und Einigkeit zu erhalten fich bestrebet, und wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt. Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißzen. 9. Selig, die um Christi willen leiden und sich deffen freun, standhaft ihre Pflicht erfüllen und den Marter- Von der Nothwendigkeit eines tod nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, und will sie für ihre Treu einst mit unverwelften Kronen auf das herrlichste belohnen. heiligen Lebens. Der 15. Pfalm. 10. Herr! du wollst mich selber Mel. von Nr. 46. leiten auf der wahren Tugend Bahn, 329. daß ich dieser Seligkeiten hier und Mer darf in deine Hütte dort mich freuen kann. Gib, daß hier seinen Wohnplatz ein? Wer wird ich demüthig sei, meine Schuld vor auf jenen heilgen Höhen, o Herr, dir bereu, die Gerechtigkeit stets liebe, beständig vor dir sein? auch an Feinden Sanftmuth übe. 2. Der, der vor dir unsträflich wan delt, nie ungehorsam seiner Pflicht, der heilig denkt und heilig handelt, und gern die Wahrheit sucht und spricht. Zweiter Theil. Von der Heiligung, 182 3. Der nie mit seiner Zunge schmähet, und großß durch seine Redlichkeit, nie seinen Nächsten hintergehet, und Arges ihm zu thun sich scheut: 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit Verläumdungen verletzt; der Gottes frevelvolle Feinde nie seiner Achtung würdig schätzt: 5. Der die Verehrer Gottes ehret; dem nur der Redliche gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er sich zum Schaden, hält: Mel. von Nr. 17. der Wahn nie mein 6. Der nie, zum Trotze der Gesetze, 331. Bewahre mich, Herr, daß Gemüth bethöre, als wär es schon genug gethan, wenn dir nur äußre Ehre der Mensch, dein Unterthan, 7. Der nie, Unschuldigen entgegen, erweist. Erinnre mein Gewissen, wie Geschenke von Verbrechern nimmt; in der Wahrheit und im Geift die dem, dem ist seiner Tugend wegen ein unvergänglich Heil bestimmt! auf ungerechten Wucher leiht; und durch gerecht erworbne Schätze die, die Gott darben läßt, erfreut: dich verehren müssen, die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht ins Himmels reich, die, Herr! zu Jesu sagen, und nicht dabei mit Ernst zugleich der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du, als deine Kinder, o Gott, in ewgen Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. - Mel. von Nr. 324. 330. Ich ch weiß es wohl, ich felbft verdient es nicht, daß du, o Herr, mich vom Verderben rissest, ja, wenn du mir nach meinen Werken missest, so ist der Tod mein Urtheil im Gericht. 2. Die Gnade nur in Chrifto macht mich frei; doch soll ich dich in guten Werken preisen, und durch den Fleiß der Heiligung beweisen, wie sehr ich dir, mein Gott, verbunden sei. 3. Dein Sohn hat mich mit seinem Blut erkauft, nicht, daß ich nur der Hölle möcht entgehen, dein Ebenbild follt nun in mir entstehen; drum bin ich auch mit deinem Geift getauft. 4. Mein Leib und Seel soll, als dein Eigenthum, von dir, o Gott! und deiner Gnade zeugen; nicht nur der Mund soll niemals hiervon schweigen, der Thaten Stimm erhöhe deinen Ruhm. sanftes Joch und seine Laft zu tragen, mach mich bereit und seinem Vorbild gleich. 7. Nimm weg von mir, was dir, mein Gott! mißfällt, und was mich kann aus deinem Himmel schließen, um auch durch dich der Güter zu genießen, die der genießt, der an dein Wort sich hält. 6. Ach, nimm mich auf in deines Sohnes Reich, o Gott, laß mich nicht mur Herr! Herr! ihm sagen; sein 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie bloß äußerlich bekennen. Gib, daß mein Glaube thätig sei, und Tugendfrüchte bringe; daß ich, vom Sündendienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, und liebst, die redlich handeln. O laß in Frende und in Schmerz mich richtig vor dir wandeln. Dein Wille jei mein Augenmerk. Hilf mir selbst ihn vollbringen; durch dich muß jedes gute Werk dem glücklich noch gelingen, der deine Hülfe suchet. 5. Des Glaubens Kraft kann ich ja anders nicht zu meinem Troft, als 5. Doch wenn ich aus Unwissenaus den Früchten merken! den Näch- heit und Uebereilung fehle: so thu sten reiz ich auch zu guten Werken an mir Barmherzigkeit, und richte nicht anders, als durch meiner Werke meine Seele durch deine Gnade auf Licht! vom Fall. Erhalt mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst mit den Deinen dir ohne Fehltritt diene! oder dem christlichen Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 332. Dein bin ich, Herr, dir Opfer ganz ergeben; rechtschaffen, fromm und rein will ich vor deinen Augen leben. Wie könnt ich eines andern sein? Ich bin ja durch die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung. 2. Ich fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandteft du dich, Gott, zu mir mit deinem Angesichte. Erbarmen war dein Angesicht, mich von der Finsterniß zum Licht, zu dir zurück zu rufen. 3. Dein, Herr, dein ist Barmhergigkeit; du liebest selbst die Sünder. Seid, rufft du, geistlich mir geweiht, und meiner Gnade Kinder! ihr irrt und fündigt; faffet Muth; dort fließet der Versöhnung Blut, von Sünden euch zu waschen. 4. Dein Sohn erniedrigt sich, und firbt zur Tilgung unsrer Strafen, büßt für die Lafter und erwirbt Befreiung ihren Sclaven. Wie vielfach, Höchster, bin ich dein! o laß mich teines andern sein. Dein Sohn ist ah mein Heiland. Wandel überhaupt. 183 Dank und Ruhm gebracht! fallt nieder, Menschen, betet an! 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Kuhm erkauft mit seinem Leiden, will ich mich, Gott, dein Eigenthum, von dir nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die Welt! getödtet, was dir nicht gefällt, damit ich dir mur lebe! 6. Dies wirke, Gott, dein Geift in mir! ich habe kein Vermögen, die Sünd und alles, Gott, was dir verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm ganz mich hin, und gib mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. 7. So werd ich, der ich finster war, ein Licht in deinem Lichte! besteh einst mit der kleinen Schar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und tobe dich, daß deine Gnad und Treue mich gerecht und selig machte. - 2. Dich preiset jede Kreatur, der höchste Engel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur; dein Wint erregt und stillt den Sturm. 3. Wohin mein Auge, Gott, mur blickt, ist Ordnung, Eintracht, Har monie; und ich, mit deinem Bild geschmückt, emp mich und störe fie. 4. Du schufst das menschliche Ge schlecht; durch dich, Gott, sind wir, was wir sind; du bist mein Herr, ich bin dein Knecht; du bist mein Vater, ich dein Kind. 5. Wie darf, wer, Vater, dich nicht ehrt, des Glücks, dein Kind zu sein, sich freun? Nur die find dieser Ehre werth, die ganz sich deinem Dienste weihn. 6. Wie billig, wie gerecht und gut ist alles, was uns Gott gebeut! wohl dem, der seinen Willen thut! ihn thun, ist Freud und Seligkeit. 197. 333. Rel. Komm, o Gott, Schöpfer.. ein, Gott, ift Majestät und Macht, und alles ist dir unterthan. Dir werde 7. Nur das, was bös und schädlich ist, und uns entehrt, verbeut uns Gott. Weh dem, der seine Pflicht vergißt! er flürzet sich in Schand und Noth. 8. Gott ist, wenn er Gesetze gibt, tein menschenfeindlicher Tyrann; bloß weil er unsre Wohlfahrt liebt, treibt er uns zum Gehorsam an. 9. Leicht ist die Laft und sanft sein Joch. Wers willig trägt, setzt seinen Lauf stets freudig fort, und fällt er noch, so hilft ihm Gott felbft wieder auf. 10. Bald heißt uns seine Lieb und Huld gehorsam sein aus Dankbarfeit; bald warnt er uns vor neuer Schuld, und übet uns durch Kreuz und Leid. 11. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt, und hält uns Lod und Leben vor; uns rühret und erweckt sein Geist: und ich verschlöffe Herz und Ohr? 12. Nein! Gott dir sei mein Herz geweiht, Gehorsam fei mein größter Ruhm. Verleihe mir Beständigkeit, und heilge mich, dein Eigenthum. 184 Von der Heiligung, Nein mir heilig sein; laß mich nicht lieblos richten, und Zank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb und mein Gott! Sanftmuth schlichten. 90. 8. Herr! lehre mich Enthaltsamkfeit, gib mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Luft mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem Nächsten handeln. Zweiter Theil. Bitten um Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. ilf mir, - Hilverleihe mir, daß 334. ich nur dich begehre; mein ganzes Glück nur such in dir, und dich allein berehre; daß ich in Noth dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß weder Leid, noch Glück und Freud mich jemals von dir trenne. 9. Gib, daß ich stets den Müßiggang fammt aller Trägheit fliehe! daß ich der Welt mein Lebelang zu dienen mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott! mir wohlgelingen, und segnest du das, was ich thu, dir dafür Ehre bringen. 10. Ach, gib mir deinen guten Geift, der selbst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe. So wird mein Herz in Frend und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirft mir, Gott, einft bei dir, den Lohn der Treue geben. 2. Erfülle mich mit wahrer Reu, wenn ich dich, Gott, betrübe, gib, daß ich alles Böse scheu, und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Borsaz je verleben. Der Seele Heil, mein ewges Theil, laß mich recht theuer schätzen. 3. Mein Gott! ich bitte dich, verleih mir einen festen Glauben, der standhaft, treu und thätig sei, und laß mir den nichts rauben. Gib, daß ich mich allzeit auf dich und auf dein Wort verlaffe, und in der Noth, ja selbst im Tod dein Heil getrost imtfaffe. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Heiland liebe, und bilde mich seinem Mel. von Nr. 55. ich mich stets übe, auf ihn zu sehn, 335. Ich habe, Gott! mir ihm nachzugehn, mich seiner nicht zu men, nie auf der Uebertreter Pfad schämen, und stets bereit mit Freudig- zu kommen, vor dir zu wandeln, dir teit sein Kreuz auf mich zu nehmen. mich und mein Leben zu übergeben. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterfeit zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, verdammt der Rachsucht Triebe; gib, daß den Feind so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe. 2. Erforsche mich, sieh, ob ich's redlich mene! gib, daß ich nicht bloß, was ich sein soll, scheine, mit allen Kräften strebe, deinen Willen ganz zu erfüllen! 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und großem Namen streben; laß mich vielmehr nach deiner Lehr in wahrer Demuth leben. 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu 7. Die Falschheit, Lift und Heuche- meinen Pflichten, so mag die Welt, lei hilf mir sorgfältig fliehen; nie wie ihrs gefällt, mich richten; ich, müß ich mich durch Gleisnerei um hab ich deinen Beifall, kann mit Menschengunft bemüthen. Laß Ja und Freuden Berachtung leiden. 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wenn mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd ich deine Wege wandeln! wie richtig handeln! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen! verschleuß mein Ohr der Sünde Schmeicheleien! stets werde mir das Gleissende der Lafter nur mehr verhaßter. oder dem christlichen 6. Du achteft nicht das Ansehn der Personen, wirft billig alles richten und belohnen, mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. Wandel überhaupt. 185 8. Ich lebe deiner Gnaden, mich stüzet deine Treu; dir zeig ich meis nen Schaden, die Gnade macht mich frei. Damit ich deinen Willen beständig mög erfüllen, so steh mir träftig bei! 7. Bald, bald vollend ich meiner Prüfung Stunden. Werd ich im Tode nur bewährt erfunden: wie Mel. von Nr. 17. ſchön verwandeln ſich dann meine 337. D Eugend schenkst, Gott, er Verstand und Leiden, und werden Freuden! Vater meines Lebens! wo du nicht Thun und Lassen lenkft, so leb ich hier vergebens. Denn, wen dein Geist nicht neu gebiert, der bleibt der Sünd ergeben; und, wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurchgedrungen. Mel. Herr Chrift, der einge Bottessohn.-94. 336. Her err Jesu, Gnadensonne! wenn dein erquickend Licht bei uns mit Kraft und Wonne, durch Frost und Schatten bricht; so wird das Herz erfreuet, so wird der Geist erneuet; versag dies Glück mir nicht! 2. Mit vielen großen Sünden reiz 2. Drum, Vater, neig dich väterlich zu deinem schwachen Kinde. Gib ich dich wider mich; doch laß den mir ein frommes Herz, daß ich mich Bewahre Zorn verschwinden, vergib genädig- schen vor jeder Sünde. lich. Du pflegst dich ja der Armen meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig mitleidigst zu erbarmen; ach, Herr, Wort entfalle, vielmehr von meinen erhöre mich! Lippen dir manch freudig Lob erschalle, den Nächsten zu erbauen. 3. Vertreib aus meiner Seelen des alten Menschen Sinn. Weg Sünden, die mich quälen! Herr! lasse mich forthin mit einem heilgen Leben mir felbst das Zeugniß geben, daß ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, Herr! durch dein Wort. Wie blöd ist mein Verständniß, und welch ein finstrer Ort! doch sprich: und es wird helle, es weichen auf der Stelle die düstren Schatten fort. 5. Ach, Herr, wie gar geschäftig ist Fleisch und Blut in mir! erzeig dich in mir kräftig, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen anf rechter Lebensbahn. 7. Schwach bin ich, gib mir Stärke; der Feind schreckt, gib mir Muth. Weg, Ruhm der eignen Werke! Herr! was dein Geist nicht thut, was ich aus eignem Triebe bald laffe, hald verübe, ist böse und nicht gut. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spötter höre, damit in meinem Glauben mich kein frecher Thor bethöre. Hilf, daß kein Witz der Lästersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tückisch sucht durch mich dann Zwietracht stifte, nie mich zur Schmähsucht reize. 4. Die Augen, Gott, bewahre mir, vor unverschämten Blicken, und vor unzüchtiger Begier, die Unschuld zu verstricken. Laß sie den Schmuck der Sittsamkeit weit über alles schätzen; was reiner Engel Aug erfreut, das sei auch mein Ergeßen; was du liebst, ihr Bestreben. 5. Behüte mich vor Schwelgerei, die leicht das Herz beschweret; vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Luft, die bloß den Leib ergetzt, verderbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freude schäßt, bringt Nachreu, Elend, Schmerzen, und stürzt zuletzt zur Hölle. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, nichts lieber spricht und 186 Zweiter Theil. Von der Heiligung, dentet, als was den Glauben stärkt| Rohr, vom Wind regiert, so trrt, und nährt, und Luft zum Guten von Leidenschaft verführt, auch oft schenket; was mich zu jenem Leben mals meine Seele. Herr, hilf mir, bringt, wo man bei dir stets lebet, daß ich als ein Christ das flich, was dein Lob mit allen Engeln singt, den vor dir strafbar ist, und nur das Heiland fieht, erhebet, und ihm sich Gute wähle. ähnlich schauet. - Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 338. Gott! ott! dir gefällt tein 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanken. Erhebe den verirrten Sinn zu himmlischen Gedanken! wenn von dem Dienst gottlos Wesen. Wer der Eitelkeit mich deines Geistes Kraft böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum befreit, so wird es mir gelingen. Ich laß von Sünden mich genesen, und halte deinem Willen still. Ich will schaff ein reines Herz in mir; ein mich ändern, Herr, ich will. Herz, das sich vom Sinn der Welt selber das Vollbringen. entfernt und unbefleckt erhält. Gib 2. Laß mich auf die begangnen Bahn, wenn du mich nicht begleitest, 3. Umsonst such ich der Tugend Sünden mit inniger Beschämung sehn; und nicht, befreit von Menschenwahn, durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. zu deiner Wahrheit leitest. Du haffest du verehret sein. Herr, hilf um Jesu jeden falschen Schein. Mit Ernst willst willen! Erhebe den gebeugten Muth! Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! 3. O stärkte mich in dem Gedanken! gib meinem Borsatz Feftigkeit, und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Mein Gott! mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe wie rauh die Bahn der Tugend! Jeleiste, und Muth und Kräfte mir doch du trugft mit mir Geduld. Laß, verleih, daß ich mit kindlich treuem Bater! laß mich diese Huld nicht Geiste dir bis zum Tod ergeben sei! undankbar verachten. Dir folgen, ist so fieg ich über Fleisch und Welt, mein wahres Heil. Olaß michs und thue, was dir wohlgefällt. als mein bestes Theil auch immerfort betrachten. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht, und mache in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden, schaff ein getroftes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden. So halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. 5. Ich bin ein Mensch. Du kenneft mich. Wie schwach sind meine Kräfte! doch meine Seele hofft auf dich. Du wirft zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleihn, und mich mit deiner Hülf erfreun, vor dir gerecht zu leben. Ich, dein erkauftes Eigenthum, will dafür deines Namens Ruhm in Ewigkeit erheben. 8. Mel. O Gott, du frommer Gott. Vater und mein 340. Mein Gott, der du in meinem - Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. 339. Crbar kennst mein Herz. Ge- dein heilges Wort gegeben: regiere neigt zu Eitelkeiten, läßt sichs durch doch mein Herz durch deinen guten Freude und durch Schmerz oft auf Geist, daß ich dem folgsam sei, was, den Irrweg leiten. So wanft ein Gott, dein Wort mich heißt. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 187 in mir, Herr, alles neu. 2. Verleih, daß ich zuerst nach mir sterben, dir zu leben, und mach deinem Reiche trachte, und kein vergänglich Gut zu übermäßig achte. Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. Ach, wirt in mir zu deinem Ruhm, mein Gott' das wahre Christenthum! 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffmung stark und fest gegründet sei. 3. Reiß los mein Herze von der Erden; laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert wers den, und gib mir meines Heilands Sinn. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 4. Gib, daß ich als ein Christ, mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich, und nicht der Geift der Welt, so geh ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe. Laß ohne Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und ohne Ungeduld in trüben Tagen sein. 6. Nie müffe sich mein Herz der Fleischesluft ergeben, und nie dem schnöden Geiz! mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten: so unterstüße mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wenn sie verzeucht, dir noch getroft vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach, und stets den schmalen Weg erwähle, ja Ehre such in Christo Schmach. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte! hilf, daß ich dir verbleibe tren! daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gefreuzigt sei. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, fest und thätig sein, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heuchelschein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut; wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! Mel. Nun danket alle Gott.- 9. - da, aus dieser Welt zu scheiden: o342. Du fagft: ich bin ein Bater! wenn Christ. bricht, mich Sterbenden mit Trost wenn Werk und Leben dir deffen, und froher Hoffnung nicht. was du sagst, Beweis und Zeugnis geben, und wenn dein ganzes Thun, durch Gottes Kraft und Geist, von ein Gott! ach, lehre deinem Christenthum die ächten ProMel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 341. Min erfennen den ben weift. Selbstbetrug und Heuchelschein, daß' 2. Du sagst: ich bin ein Chrift. tausend, die sich Christen nennen, mit Der ists, der Jesum kennet, der nichten Chrifti Glieder sein. Ach, seinen Gott und Herrn ihn vor den wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Menschen nennet, und thut dann Gott! das wahre Christenthum! auch dabei, was Chriftus ihm gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgeftorben sei; laß mich nur Eitelkeit. Zweiter Theil.- Von der Heiligung, 188 3. Du sagst: ich bin ein Christ. zeigt Zorn und Haß und Neid, so Wer sichs will nennen lassen, muß bist du ja gewiß vom Christenthum leben, wie er glaubt, und alles Böse noch weit. haffen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch kein Chrift, ob er sich gleich den Namen gibt. 4. Du sagst: ich bin ein Chrift, denn ich bin ja getaufet auf Christi Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet. Sa wohl! doch prüfe dich, wie stehts um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund? - 13. Sag nicht: ich bin ein Chrift, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was du sagst, Beweis und 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar Zeugniß geben. Der Name machts oft und viel gebrochen? Hast du als nicht aus; ein Christ muß, ohne Gottes Kind dich, wie du ihm ver- Schein, das, was er heißen will, sprochen, in allem Thun erzeigt? dem im Wesen selber sein. Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 14. Gott, schenke mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wah6. Du fagft: ich bin ein Chrift, rer Chrift zu sein, und nicht nur so weil ich die Gnadenlehre zu Haus und zu heißen! denn wer den Namen öffentlich beständig les' und höre. Ja, hat und nicht die That zugleich, geLieber, thust du auch, was Gottes langet nimmermehr zu dir ins HimWort dich lehrt? Nur wer es hört melreich. und thut, der ist dem Höchsten werth. 7. Du sagst: ich bin ein Chriſt; ich laß mich öfters finden bei Jesu Bundesmahl, mit Gott mich zu ver12. Du sagst: ich bin ein Chrift, und rühmst dich des mit Freuden. Doch thuft du auch wohl mehr, als manche kluge Heiden? Ach, ich befürchte sehr, sie klagen einst dich an, weil du vielleicht noch nicht so viel, als sie, gethan. Kampf der Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. binden. Doch zeiget sich bei dir in 343. Oft denkt mein Herz wie es fet, Herr, deinen Weg zu wandeln, und täglich deinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh, sie ist der Sieg der Lüfte! jedoch, mein Gott, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Lafter freun, trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken, doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich rung nach solchem heilgen Brauch? 8. Du sagst: ich bin ein Chrift! ich bete, les' und singe; ich geh ins Gotteshaus. O lauter gute Dinge, wenn du von Heuchelei dabei entfernet bist, und deiner Andacht Zweck die Ehre Gottes ist. 9. Du sagst: ich bin ein Chrift! Wer kann es dir gestehen, er könne solches denn aus deinem Wandel sehen? Rührt nicht dein ganzer Ruhm aus falschem Grunde her? Wer Chrifti Jünger ist, der wandelt so, wie er. 10. Bist du ein wahrer Chrift, so müssen Sinn und Triebe nach Christi Vorbild sein. Wenn unverfälschte Liebe dein ganzes Herz erfüllt; wenn du voll Sanftmuth bist, voll Demuth, wie der Herr; so sag: ich bin ein Christ. 11. Doch wenn man noch an dir das Gegentheil verspüret; wenn Stolz und Uebermuth dein eitles Herz regie ret, wenn statt der Sanftmuth sich zum Entzücken. - - 90.' oder dem christlichen Wandel überhaupt. 189 Bitten um Beständigkeit und Wachsthum in der Heiligung. 4. Gott, hättest du es uns vergönnt nach unsers Fleisches Willen, wenn Wolluft, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier, aus Bosheit uns zu fränken: was müßten 344. wir doch dann von dir, du weiser Vater, denken? 5. Du willst, wir sollen glücklich sein, brum gabst du uns Geseße. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schäße. Du sprichst in uns durch den Verstand, du sprichst durch das Gewiffen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit mur, und Freiheit ist's, fie wählen; ein Thier folgt Trieben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geiftes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Höchster, ähnlich werden. 7. O stärke mich dazu mit Kraft, so wird es mir gelingen. Du bist es, Gott, der beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von dir noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 4. Ich Armer! darum kommt kein bein! wie bin ich dieses Wechsels Friede in mein verschmachtetes Gemüde! wann werd ich fest im Guten sein? Wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 8. Mich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geifter. 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Ihn zeigte mir, und ihn betrat ja err, aller guten Gaben Quell. Sie selbst mein Herr und Meister.leuchte mir in voller Klarheit bestänlaß mich nie des Frechen Spott auf dig unbefleckt und hell, daß nie der diesem Pfade hindern. Mein wahrer Sünde Täuscherei gefährlich deinem Ruhm ist bei dir, Gott, und nicht Kinde sei. bei Menschenkindern. hält, und oft im Geist erheben. Mel. von Nr. 72. chön ift die Tugend, 9. Gib, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre vergleich, 6. O bilde, Vater, meine Seele! in deiner Liebe mache mich, weil ich und ernstlich allezeit gedent an meine zu meinem Troft dich wähle, getroft Bahre. Das Kleinod, das der Glaube laß neuen Muth mir geben, und unveränderlich. Denn bin ich erst dein Eigenthum, so bin ich ewig auch dein Ruhm. zu den Freuden jener Welt mich und meiner ganzen Liebe werth. Mit Geel anch oft begehrt. Ach könnt aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine ichs, wie würd ich mich freun! wer heilig isft, muß selig sein. 2. Gott ist der Seligkeiten Fille von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit! Bon Ewigfeit her war er gut; er bleibts, und recht ist, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann fliehn die heiligsten Entdahin. Bald wähl ich, was dem schlüffe, den Morgennebeln gleich, Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! 10. Erhalte mich stets unverzagt, Mel. von Nr. 234. wenn mirs wenn mich, so viel mein Herz auch 345. Mie felig, Herr! ift der Gerechte, du wagt, stets neue Schwachheit drücket. bift sein Schild und großer Lohn. Du siehst nicht auf die That allein, D, daß ich ganz gerecht sein möchte! du fichft auf meinen Willen; ein doch ach, wie wenig bin ichs schon. göttliches Verdienst ist mein! dies Du weißt es, Gott, ich bin noch weit laß mein Herze ftillen. entfernt von der Vollkommenheit. Zweiter Theil.- Von der Heiligung, 190 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, das nicht mit deiner Vorschrift ftimmt! oft übereilen mich noch Sünden, wenns Herz gleich bessern Borsatz nimmt. Ja, oft verletz ich meine Pflicht, mein Gott, und weiß es felber nicht. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur du kannst mich im Guten stärken; drum fall ich, Bater, vor dir hin. O mach, um heilig ganz zu sein, mich von verborgnen Fehlern rein. 4. Von aller eitlen Eigenliebe befreie mich durch deine Kraft. Erweck und mehr in mir die Triebe zu dem, 4. Gib, daß mit brünstiger Be gier ich fest stets an dir klebe, zeuch mich dir nach, daß ich zu dir mich vor der Welt erhebe! ja laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort wonnevoll dein Antlig ewig schauen! 5. Ich kämpf, ermatt und strauchle oft. Hilf, Herr, mein Hort, dem Schwachen, der nur auf dich in Demuth hofft. Du kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennoth las mich bei dir Erbarmung finden, Troft empfinden, und endlich, Herr, durch dich in allem überwinden. 1 Mel. Alle. Menschen müssen sterben. 82. was meinen Fleiß gesegnet sein, und meine 347. u, der Herz und NieD¹, ren kennet, Ewiger, Heiligkeit gedeihn. erforsche mich! ach ich war von dir 5. Du wirst das demuthsvolle getrennet, aber du erbarmtest dich, Flehen des Sünders, der dich scheut hörtest mein Gebet, mein Sehnen, und ehrt, o Gott der Gnade, nicht sahst die Inbrunst meiner Thränen, verschmähen. Du bist es, der Gebet schenktest mir selbst deine Huld, und erhört. Mein Fels, mein Heil, ich bergabst mir alle Schuld. trane bir. Das, was ich bitte, gibst du mir. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu.. 256. 2. Ach! erforsche selbst mein Herze! fieh, es irrt und fehlet noch, und mit unruhvollem Schmerze fühlt es oft der Sünde Joch; wankend, ungewiß und träge geht mein Fuß der Tugend Wege, und zu oft noch sieht mein Blick auf der Laster Bahn zurück. 346. Herr err, mein Erlöser! nur von dir kann ich mir Hülf erflehen; vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beizustehen. Des wahren Gaubens Kraft und Licht, das felige Bestreben, dir zu leben, und Muth zu dieser Pflicht, das mollest du mir geben. 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Verblendung Nacht verschwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Antliß wieder fand: wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht 2. Du hast dein königlich Gebot zu überwinden! ihre Schrecken sah mir tief ins Herz geschrieben: von ich nur, aber keiner Anmuth Spur. ganzer Seele soll ich Gott, wie mich 4. Wenn, von Andacht hingeriffen, den Nächsten lieben! wenn ich nach ta den Himmel offen sah, lag die deinem Worte thu: 59 bab ich schon| Welt zu meinen Füßen und, Gott, hienieden großen Frieden, und welches deinem Throne nah, mischt ich in Heil hast du den Frommen dort be- der Engel Chöre den Gesang von schieden. deiner Ehre, von oer Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergibt. 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, kein Weltglück dir entreißen. Denn du hast deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Wie könnten wohl durch ihre Müh fie, solche zu verdienen, sich erkühnen? Aus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst fie ihnen. 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelkeit, dein war ich müde! Welt, ich fluchte deiner Luft! ich verschmähte deine Gaben, mir war, Gottes Huld zu haben, und ein Herz, das ihn verehrt, mehr als Erd und Himmel werth. - oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Ihr dem Beten heilge Stunden, voller Ruhe, voll Gewinn, ach wohin seid ihr verschwunden, Gluth der Andacht, ach wohin? Oft noch such ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu ehren; doch der Welt Geräusch zerstreut des Gebetes Brünstigkeit. Verdiensten lohnst. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, gibt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf, o Bater, nicht genung den Kampf der ernsten Heiligung. 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! wie schnell! mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt! wie nahe gränzt die Missethat an unsers Herzens bösen Rath! wie bald wird Frevel selbst verübt, wenn man erst Schwachheitsfehler liebt! 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht: hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. Bater, bis ans Ende sei dir mein ganzes Herz getreu. 3. Vertreib, o Gott, des Irrthums Nacht! entreiße mich der Sünde Macht! wie glänzet deiner Streiter Schar, die einst, wie ich, auf Erden war, und die nun, weil sie überwand, den Lohn empfängt aus deiner Hand! sie sind gekrönt! ich noch im Streit: o gib auch mir Beständigkeit! 4. Schmal ist der Weg zu Gottes 10. Wer getreu bleibt bis ans Höhn, und wenige sind, die ihn gehn! Ende, und nicht achtet Spott und die Pfort ist eng und der nur bringt Hohn, dem bereiten Gottes Hände durch sie zu Gott empor, der ringt. eine ewge Siegeskron. Kampf und Sch lieg auf meinem Angesicht, und Muth war nicht vergebens, Gottfleh und weine, laß dein Licht mir gibt ihm vom Baum des Lebens, leuchten, Vater, laß mich dein im und er kommt nicht ins Gericht, Leben und im Tode jein. stirbt des Tods der Seele nicht. 5. Der mir in Christo alles gab, Gott! schaue doch auf mich herab! auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben und den Staub! erbarm dich mein, und steh mir bei, daß ich des Kleinods würdig fei, das Christus mir so theur erwarb, als er für mich am Kreuze starb. 6. Ja, du erbarmteft über mich, versöhnter Gott und Vater, dich. Vom Leibe dieses Tods befreit, führst du mich einst zur Herrlichkeit, wo meine Gott, ewig dafür dankt, daß fie dein Tugend nicht mehr wankt, und dir, Gnadenlohn beglückt, und deiner Sie ger Krone schmückt. 7. Wenn die Menge der Verächter meines frommen Wandels lacht, aus der Andacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht; wenn sie spöttisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen: dann vergeß ich meine Pflicht, ich bekenne Jesum nicht. 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Gottes Märtrer nie, seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Drohn, nicht Folter sie. Auf des härtsten Todes Wegen gingen sie dem Lohn entgegen, sahn den Himmel offen stehn, founten so den Tod verschmähn. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. ( Sm Choral und im Melodienbuch für Kurhessen ist zu diesem Liede die achte Zeile wegzulaffen, die vorlegte Note e in der sechsten Beile aber zweimal zu singen.) 348. J 191 charmer Sünder, wer bin ich, daß du, o Gott, stets meiner dich erbarmst, daß du noch meiner schonst, und mir nicht nach Zweiter Theil.- Von der Heiligung, nicht Schmach, nicht Tod noch Leiden. 349. Tod Ich bin durch Jesu Blut erkauft; 10. Der uns in Christo alles gibt, Gott, wird mich nicht vernichten! der uns bis in den Tod geliebt, der wird mich einst nicht richten! wenn Erd und Himmel untergehn, werd ich zum Leben auferstehn. 192 Mel. Machs mit mir, Gott, nach.. 26. ald oder spät des - 4 ich noch hier auf Erden, ich Sterblicher, doch dieser Staub soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Thrift nach seinem Heile ringen; verachten, was auf Erden ist, hinauf zu Gott sich schwingen; getroft den Pfad der Trübsal gehn, und stand haft in Versuchung stehn. 11. Nicht Trübsal mehr, nicht Leid noch Schmerz betrübet dort die Seinen, nicht klagen mehr wird unser Herz, nur Freudenthränen weinen; er, der für uns sein Leben gab, er trocknet unsre Thränen ab. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, noch bin ich in den Schranken; noch nicht am Ziele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser turzen Pilgerschaft. 12. Dort schauen wir, und beten an vor seinem Angesichte, und die wir hier im Dunkeln sahn, wir werden dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege ganz verstehn. 4. So lang ich noch ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle: so schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn, durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu 14. Du, der uns dieses Heil er freun, von Herzen dich zu lieben; warb, laß, Jesu, michs ererben! mein Trost, auf deinen Schutz zu du, der für seine Menschen starb, traun, und meine Hoffnung, dich zu laß, Jesu, dir mich sterben! gib, schaun. daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sei. 13. Shr, die ihr ihn erhabner preist, ihr Engel, meine Brüder, dann singet mein verklärter Geift in eure Subellieder; und eurer hohen Harfen Klang ertönt in meinen Lobgesang. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den füßen Troft der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was verfüßt mir einst den Tod? 26. 7. und sind Fleisch und Blut, und eitel unsre Werte. 350. Welch hohes Beispiel gabst du mir, mein Der Glaub allein gibt Kraft und Heiland, durch dein Leben! sollt ich Muth, und nur durch Christi Stärke nicht gern und mit Begier dir nachfind wir, in Angst und Traurigkeit, zuahmen streben? und nicht den Weg, getroft, und überwinden weit. den du betratst, auch gehn, und das thun, was du thatst? 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, die fund an uns soll werden? Wie schnell flieht dies mein Leben hin! hin, wo ich ewig selig bin! 2. Dein Herz war voller Heiligfeit, so rein, wie deine Lehre; dein Thun Lieb und Rechtschaffenheit, dein Endzweck Gottes Ehre; hier schaffft du mir Zufriedenheit, und dort einft ewge Seligkeit. 9. Heil mir! ich bin sein Eigenthum! nichts soll mich von ihm schei- 3. Darum entäußertest du dich, und den! nicht Wollust, Güter oder Ruhm; ftiegst vom Himmel nieder, wardf Von der Nachahmung des Erlösers. Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- 1 S oder dem christlichen Wandel überhaupt. 193 4. Das Böse sucht er alsobald mit Gutem zu vergelten; man hörte, wenn die Welt ihn schalt, ihn niemals wieder schelten; man hört ihn nicht um Rache schrein; er übergab es Gott allein. So sei auch du gesinnet! 5. Wenn Stolz und Eigenliebe sich, o Seele, bei dir reget: so stärke Sesu Beispiel dich, dann wirst du nicht beweget. Ach, nimm doch dessen Wort in Acht, und denke, wie ers hat gemacht. So sei auch du geſinnet! 5. Du starbft für unsre Missethat. Wer liebt so seine Freunde! erfüllst für uns des Vaters Rath, und bitFeinde. Du gehorsam bis zum Tod, und ehrtest 352. RTommt zu mir, spricht Mel. Kommt her zu mir, spricht. 238. her, auch im Tode Gott. Gottes Sohn, o kommt, seid ihr mit Sünden gleich beladen. Wo sucht ihr Trost? Nur Troft und Heil, wird dem, der zu mir kommt, zu Theil, ich heile euern Schaden. Mensch, ein armer Mensch, wie ich; uns Schwache nennst du Brüder, der Bosheit Raub, der Leute Spott, in deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschienest du, um uns zu Herrn zu machen; den Kranken gabst du Trost und Ruh, und warst start in den Schwachen; du trugst die Leiden mit Geduld, und trugft sie sonder eigne Schuld. 6. Dies große Beispiel hast du mir zur Nichtschnur hinterlaffen, daß ich gesinnet jei gleich dir in meinem Thun und Laffen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, komm, folge mir, und thu, wie ich. 7. Ich komme, Herr, gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei, und nicht mich fälschlich nur so nenne: damit ich deinem Beispiel treu, auch andern selbst ein Beispiel sei. 2. Wie lange säumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch, und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, so sanft und so demüthig bin; mich müßt ihr billig hören! 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Last. O! wer sein wahres Glück nicht haßt, wird sich darunter beugen. Ruh und Erquickung findet sich bei Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. 351. D Seele, schaue Jeſum mir, und troſtreich werd ich mich gean bezeigen. an! hier du recht erkennen, was wahre Demuth heißen kann, und was wir Sanstmuth nennen. Er stellt sich dir zum Muster dar; wie Jesu Christ gesinnet war. So sei auch du gesinnet. - 2. Er war der große Gottessohn, ihn ehrten Cherubinen; doch ließ er seinen Himmelsthron, und kam, um uns zu dienen. Er selbst, der Herr der Herrlichkeit, war Menschen wohlzuthun bereit. So sei auch dn gefinnet! 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf seines Vaters Willen, durch Thun und Leiden stets bereit, ihn treulich zu erfüllen. In allem, was er dacht und that, verehrt er seines Vaters Rath. So sei auch du gefinnet! 1 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach dir, zeuch mich dir nach, so laufen wir, dir will ich mich ergeben. Ich weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir kein Retter ist, bei dir ift Heil und Leben. 5. Laß mich nun, so wie du gethan, aus wahrer Demuth jedermann zu dienen fertig stehen. Laß mich, wie du, sanftmüthig sein, Beleidigungen gern verzeihn, und Fehler übersehen. 6. Ach, bilde mich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich meiner Seele tröftlich zu, und bringe mich zur wahren Ruh am Ende meiner Tage. 13 194 25) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. von Nr. 55. 11. Dann werd ich immer Heller 353. Soll ich mein Geift, o dich erkennen, und täglich mehr von Gott, zu dir gern ben, und dich zu kennen glücklich sich gehorchen, fröhlich dich erheben, dir, bestreben, so mußt du selbst, um Gott, nur leben! groß von dir zu denken, die Kraft mir schenken. 2. Laß doch, o Herr, dein Licht 354. mich stets erfreuen, und meiner Seele Finsterniß zerstreuen; erleuchte mich, daß mich zu deiner Ehre, dein Glanz verkläre. 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, das so, wie du, verdien' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen. Zwar bist du unerforschlich und verborgen; doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht haffen, dich finden laffen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt und Stärke; auch haft du selbst, fei hoch dafür gepriesen! uns unterwiesen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, mas du uns lehrst, bewahren, wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, uns beffern wollen. 7. Ach, möcht ich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruhn von Sorgen und Geschäften, und mein Gemüth, um mich zu dir zu schwingen, zur Stille bringen! 8. Doch mein Verstand ist unftät, träg, er scheuet der Ueberlegung Müh, und, schnell zerstreuet, finkt er, wenn ich zu dir gezogen werde, zurück zur Erde. 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermeffen, verführt ihn, seine Grenzen zu vergeffen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von dir erkennen! Mel. von Nr. 72. Mo find ich Gott, den Wº meine Seele ver allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Troft erwähle, schweig, Herr, zu meinem Wunsch nicht still! wann werd ich mit dir, größter Freund, noch völliger, als hier vereint? 10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle, gewähre mir, damit sie nicht ermüde, Ernst, Luft d Friede! 2. Wie wollt ich dich, mein Gott, nicht preisen, wenn ich dich sehe, wie du bist! zwar deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich gut du bist. Wie schimmern sie, doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlichkeit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im Spiegel, und bete dich in Schwachheit an. Ach, hätte meine Seele Flügel, sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn! wie würde sie sich deiner freun! wie felig, wie verherrlicht sein! 4. Dürft ich, am Fuße deines Thrones, mit deinen Engeln dich erhöhn; könnt ich im Antlitz deines Sohnes, wie deine Seligen dich sehn: ich, der ich hier kaum stammeln kann, lob sänge dir dann, wie ein Mann. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werte mehr, als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir deiner Allmacht Stärke, und deinen weiseften Verstand, und deine Huld, die selbst das Lob des Davids noch zu schwach erhob. 6. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o Gott, mit mir. Wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir dies Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unter weift? 7. Doch, wenn in meinen Finsternissen er auch mein blödes Aug er hellt: was lern ich, Gott, von dir? Mein Wissen bleibt immer Stüdwerk in der Welt. Ich suche dich, und Von Zweiter Theil. forsche nach, und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. Und hört ich nur auf deine Stimme in deinem Worte, hört ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme der dir lobsingenden Natur: so lernt ich hier schon, mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit zu freun. 9. Wie brünstig würd ich dann dich lieben! mit welchem Eifer würd ich mich dir, Bater, zu gefallen üben, wie selig wär ich blos durch dich! nun aber täuschet meinen Geist, gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch Elend! Bater, ich empfinde mein Elend! Zeuch mich selbst zu dir! Entkräfte selbst die Macht der Sünde! Dein Geist der Weisheit wohn in mir! damit ich vor der Täuscherei der Sinnlichkeit gesichert sei. 11. Gib, daß der Strahl von deiner Wahrheit mein Leben leite, bis ich dort dich näher seh, und mit mehr Klarheit, als hier, an diesem Prüfungsort. Ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobsinge dir dann, wie ein Mann. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 355. Mei ein Gott, du wohneft zwar im Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt! doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck iſt. 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forfchen fort; laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz ftets offen sein. 3. Dein Wort fei mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren Weisheit führt. Laß mir doch keinen Irrthum rauben, was mir ein ewig Heil gebiert. Kein Spöttergeift verführe mich; kein Zweifel sei mir hinderlich. 4. Dich kennen ist das ewge Leben. Drum hilf mir, Vater, daß ich dich der Erkenntniß Gottes. 195 und den, den du für uns gegeben, hier so erkenne, wie du mich in deinem Wort es selbst gelehrt, bis einst sich meine Einsicht mehrt. 5. Vor allem laß bei mir lebendig, o Höchster, dein Erkenntniß sein; laß mich darnach dir auch beständig die größte Lieb und Ehrfurcht weihn. Gib, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Erkennt niß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nützt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum lenke, Herr, auch meinen Sinn durch Wahrheit dir zum Dienste hin. 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden ein Brunnquell wahres Trotes sein. Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, dann noch im Glanben deiner freun. Dort seh ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. 356. Mie felig bin ich, wenn mein Geift hinauf zu Gott sich schwingt, und, wenn er seinen Schöpfer preift, der Engel Werk vollbringt? 2. Wer gleicht Gott? wer ist so geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? Ihr Seraphim! ihr seht entzückt sein göttlich Angesicht. 3. Ein voller Strom von Wolluft quillt aus seiner Wissenschaft. Denn er ist selig und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seligen ein Heer, das selig ist, und ihm lobfingt, das niemand zählt, als er. 5. Auch ich entstand, weil er mich schuf, um ewig froh zu sein. Heil, Seele, dir! denn dein Beruf ist, Gottes dich zu freun. 6. Schon siehst du durch ein dämmernd Licht den Unaussprechlichen! dort wirst du ihn von Angesicht in größrer Klarheit fehn. 13* 196 26) Von der Liebe und Mel. von Nr. 234. 357. Wie follt ich dich, mein Dankbarkeit gegen Gott. dräut, ist sie mein Sonnenschein. Mich können keine Leiden von deiner Liebe Gott, scheiden, so groß sie immer sein. 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk ich an deine Treu, denn Vater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf dich, wird mir die Arbeit süße, in der ich Schweiß vergieße; du unterstützest mich. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und großmuthsvoll mir Armen dein Kindschaftsrecht erwarb. In ihm, Gott, bist du mein. Drum kann ich Hoffnung faffen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer sein. 5. Wie gut ifts, dein gedenken! die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken. Wie schlecht ist ihr Gewinn! zu dir halt ich mich, Gott! dies bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Freude; dies stärkt mich einst im Tod. Du hast mich ja zuerst geliebt, und, von Erbarmen angetrieben, den Sohn geschenkt, der Leben gibt. Herr, dies Geschenk zeigt rührend an, wie huldreich du mir zugethan. 2. Von Ewigkeit hast du beschlossen, ich soll dein Kind und Erbe sein. Und wann ist eine Zeit verfloffen, da du, mein Gott, mich zu erfreun, mir nicht noch weit mehr Guts gethan, als ich jemals aussprechen kann? 3. Wie sehr, Herr, bist du mir gewogen! du liebteft mich von Anbeginn, und hast mein Herz zu dir gezogen. Bewahre selbst in mir den Sinn, daß dir, voll brünstger Dankbarkeit, mein ganzes Leben sei geweiht. 4. D welch ein seliges Geschäfte, Herr, deinem Dienst sein Leben weihn! gib du mir selber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß gesegnet sein. Sft deine Gnade nur mit mir, so bleib ich stets, mein Gott, an dir. 6. Drum will ich an dich denken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so geh ich 5. Führst du mich gleich auf rau- zwar die Bahn, da mein die Welt hen Wegen, so thust du es zu mei- vergißt; doch du, Herr, denkst noch nem Heil. Auch unter harten Kreu- meiner, wenn auch auf Erden keiner zesschlägen hab ich an deiner Huld doch mein eingedent mehr ist. Theil, und nach vollend'ter Leidensbahn nimmst du mich einst mit Ehren an. Mel. Herzlich lieb hab ich dich.. 141. 6. Dreiche mir, auch wenn ich 359. Der du mich als ein sterbe, Herr, deine Baterhände zu. Dann tröste mich mein künstges Erbe! mich mit Wohlthun ganz umgibt dann führe mich in deine Ruh. Mit bölliger Zufriedenheit lieb ich dich dann in Ewigkeit. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 301. Gott, meiner Seelen Freude! ich bleibe dennoch stets an dir. Was ist, mein Gott, das je mich hier von deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bet meiner rechten Hand, regiereft meinen gedenken, ist Pflicht Lebenslauf, und hilfest meiner Schwach und Troft für mich. Wenn Sorg heit auf. Herr, mein Gott! du und Gram mich kränken, so sieht mein bist mein Licht, du bist mein Licht! Aug auf dich. Dann mindert sich ich folge dir, so irr' ich nicht. mein Schmerz; dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 358. A' n dich, mein Gott, 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschloffen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich 2. Denk ich an deine Liebe, wie zu Zeiten wunderlich, so weiß ich werd ich dann erfreut! wenn alles dennoch, daß durch dich der Ausgang um mich trübe, und mir ein Wetter wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf 1 Zweiter Theil.- Von der Liebe und Dankbarkeit zc. 197 auher Bahn nimmst du mich dort| warte drauf, ich warte drauf; nimm mit Ehren an, wo mich vor deinem mich in deinen Himmel auf. Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein Herr! mein Gott! ach voll Begier, ach voll Begier wünsch ich zu sein, mein Heil, bei dir. 3. Mein Sinn ist ganz auf dich gericht't. Hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne könnte keine Lust für mich auch felbft im Himmel werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, so möcht ich nicht auf Erden sein. Denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so sehr, wie du, gefällt. Mein Herr und Gott! wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. Mel. D Gott, Bater, ich glaub an dich. 360. Wire ohlan, mein Herz, sei stets bereit, und zeige deine Dankbarkeit dem Gott, dem du ganz eigen bist; des liebstes Wert das Wohlthun ist; des Heil uns überall begegnet; der den vers fluchten Sünder segnet. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten: dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibeft doch mein Heil, und meines Herzens Troft und Theil. Denn wahrlich nur durch dich allein kann Leib und Seele selig sein. Herr, meine Burg! ich hoffe feft, ich hoffe feft, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 2. Er denkt bei jedem Augenblic, bei jedem Pulsschlag an mein Glüd. Er ists, in dem ich leb und bin; durch den ich der Gefahr entrinn. Ach, dankend muß ich, Herr, verstummen; wie viel sind deiner Gnade Summen! 3. Dort zeigt sich mir erst eine See, vor der ich ganz erstaunend steh! 5. Wer von dir weicht, und auf ich Erdenklos, ich schnöder Staub! der Welt dir nicht beharrlich Glauben ich Sünder! ich, der Höllen Raub, hält, muß freilich wohl verderben. erfahr in seinen Liebesarmen feix Er weil er die Luft und Pracht groß, sein göttliches Erbarmen. der Erden sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht, sein Herz dir weiht, nur den führst du zur Herrlichkeit. 4. O Sünden, die ich je verübt, und er mir väterlich vergibt: wer zählt euch? seines Geistes Macht hat mich so oft zurecht gebracht, so oft mit mildem Troft erfreuet; sein Wohlthun wird noch stets erneuet. 5. Auch seine Züchtigungen find für mich oft pflichtvergeßnes Kind Wohlthaten, alles Dankes werth. So wird des Fleisches Kraft verzehrt, der Schlaf verjagt, der Geift ent zündet, und Glaub und Hoffnung fest gegründet. 6. Drum halt ich mich getroft zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, and zage nicht, auch selbst im tiefsten 6. Ich zähle leichter Stern und Leide. Dein Wort, o Höchster, soll Sand, als alle Güter deiner Hand. allein mein Trost und meine Richt- Der selgen Engel hohe Sprach ift schnur sein, bis sich einst in der selbst für deinen Ruhm zu schwach. Ewigkeit mein Herz vollkommen dei- Wie kann es dann mir Wurm gelinner freut. Gott meines Heils! ich gen, dein Hallelujah recht zu singen? 198 Zweiter Theil. 7. Doch will ich bringen, was ich tann. Nimm mich dir ganz zum Opfer an. Herz, Muth, Mund, Leib sei dir geweiht zu deiner Ehr in Ewigkeit. Ich will mich ewig dir verschreiben; du sollst mein, ich will dein verbleiben. - Von der Liebe 9. Wie köstlich ist vor Gott der Frommen Tod! o Herr, ich bin dein Knecht, von dir erforen, von deiner Magd zum Knechte dir geboren! aus Banden riffest du mich, Herr, mein Gott! Der 116. Pfalm. Mel. von Nr. 324. Die lieb ist mirs, daß 361. Mie Gott zu meinem 11. In Salem, Herr, in deinem Schrein sein Ohr herab neigt, daß Heiligthum, will ich dich loben! durch er meine Klagen im Himmel hört; des Tempels Hallen soll mein Gesang, in allen meinen Tagen soll mein soll, Gott, mein Dank erschallen, Gebet nur ihm geweihet sein! da sing ich: Hallelujah! dir sei 10. Dir opfr' ich Dank, dich will ich stets erhöhn, und preisen, was für Gutes mir geschehen, bezahlen will ich dir, dein Volt solls sehen, was dir mein Herz gelobte bei dem Flehn. 2. Schon überall um mich war Ruhm! nichts als Tod, schon hatte mich des Grabes Angst umgeben, kaum schien 4. Er schützt die Frommen, und er hilft auch mir, wenn ich voll Angst und faft verzehrt, mich quäle; zu deiner Ruhe kehre wieder, Seele, denn wie viel Gutes thut der Herr an dir! Mel. von Nr. 42. ein Hoffnungsstrahl noch meinem Le- 362. Du Bater deiner Mendu tief ich in und Noth: 3. Da rief ich Gottes heilgen Namen an: ach, Herr, mein Gott, errette und behüte mich doch! gerecht ist Gott, er ist voll Güte, barmherzig, und ein Gott, der helfen kann. 5. Du machtest mich vom nahen Tode frei, mein Aug von Thränen, meinen Fuß vom Fallen! ich will vor dir im Land des Lebens wallen, ein Herold deiner Huld und deiner Treu! die Liebe selber bist, und deffen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist! laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir dazu Vorschrift gibſt. Was dir gefällt, gefall auch mir. Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Vertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 6. Mein Mund bekennet, weil mein Glaube siegt! zwar litt ich sehr, viel 4. Laß mich, um deines Namens waren meiner Plagen; doch sprach ich willen, gern thun, was mir dein auch in meinem größten Zagen: Gott Wort gebeut. Kann ich nicht, wie ist wahrhaftig, jeder Mensch betrügt. ich soll, erfüllen, so sieh auf meine 7. Wie kann ich Gott vergelten, Willigkeit, und rechne mir, nach deiwas er that? Unzählig ist die Wohl- ner Huld, die Schwachheit, Bater! that seiner Güte! was bringt ihm nicht zur Schuld. mun mein dankerfüllt Gemüthe, ihm der so gnädig mich errettet hat? 8. Ich will den Heilskelch nehmen, ihn erhöhn, die Wunder rühmen, die an mir geschehen, bezahlen will ich ihm, sein Bolt solls sehen, was ihm mein Herz gelobte bei dem Flehn! 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, miffällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, geftel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Bater, mich behutsam sein. S und Dankbarkeit gegen Gott. 199 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, Stärk und mehre selbst die Triebe was mir dein weiser Rath bestimmt. wahrer Dankbarkeit in mir. Laß Auch Trübfal führt zu ewgen Freu- mich ganz dein eigen sein, so mich den. Wer ihre Laft gern übernimmt, deines Wohlthuns freun, daß auch geduldig trägt, und weislich nützt, mir auf dieser Erde Wohlthun wahre wird mächtig von dir unterstützt. Freude werde. 7. In deiner Liebe laß mich sterben. Dann wird der Tod selbst mein Gewinn, dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. 7. Ja, laß jede deiner Gaben recht zu brauchen mich bemühn; stets den Zweck vor Augen haben, dazu du sie mir verliehn. Deine Güte reize mich, daß ich immer brünstger dich lieb, und deinen heilgen Willen freudig suche zu erfüllen. Mel. Werde munter, mein. 116. 1 Mel, von Nr. 42. 363. Gott, mein Bater, deine der Himmel ist. Deines Wohlthuns 364. Mein Herz, ermuntre dich zum Preiſe starke Triebe find so ewig, als du bist. Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, erschöpfet feine Zeit; und wer kann die vielen Proben deiner Güte würdig loben? 2. Als ich noch der Welt verborgen, in dem Schooß der Mutter lag, wachtest du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beistand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedenket mein Gemüthe, ohne brünftge Dankbegier, jener unverdienten Güte, da du durch die Taufe mir das erhabne Recht gewährt, daß ich für dein Kind erklärt, mich des Segens der Erlösten voller Zuversicht darf trösten. des Gottes, der dein Vater ift! bedente, auf wie viele Weise dit ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nützlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott! wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe wiederfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Troft und Hülfe bei. 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lebens Stab, mein Beschirmer in Gefahren. An dir hab ich bis ins Grab einen Vater, der mich liebt, einen Vater, der mir gibt, was zum wahren Wohl mir müket, einen Vater, der mich schützet. 4. Du bist es, der in meinen Sore gen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ichs mich versehn, mich aus dem Kummer zu erhöhn. 5. Du wählst und wirkest stets das 5. Gott, du machst's mit uns stets Beste, und wenn auch meine Noth beffer, als wir wünschen und ver- sich häuft, so steht durch dich mein stehn. Deine Güte ist viel größer, als Wohl doch feste. Wenn Fluth von die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte Elend auf mich träuft, so siehst du gleich so hoch mein Dank, wie der mit Erbarmen drauf, und hemmst Seraphim Gefang: dennoch würde allmächtig ihren Lauf. durch mein Loben deine Huld nicht gmug erhoben. 6. Du bist mein Heil. Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein 6. O, so zeuch durch deine Liebe, Netter, voll. O, könnt ich deine Herr, mein ganzes Herz zu dir. große Güte doch so erheben, wie ich 200 Zweiter Theil. Von der Liebe foll! doch meine Kraft reicht nicht mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59 dahin. Du weißt es, Gott, wie 366. Mein Geift erſtaunt, Allschwach ich bin. wenn er - 7. Und hätt ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir besungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit, und höreft selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörft es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. 1 die Gnaden denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmtest du für mich das L008, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh er geboren ist. Und so ward ich, o welch ein Glück! schon als ein Kind ein Christ. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat 156. mich höchst liebreich, Herr, dein Nath Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 365. Habe deine Luft am Herrn, darauf zurückgeführt. dem Herrn und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Lafter, das noch mehr, als sie zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, 2. Laß der Welt die eitle Luft, die durch dich mein Leben mir geschenkt; in Weinen sich verkehret! Glaube, und deine Gnad erquickte mich, wenn wer in seiner Brust Gottes Liebe Sünden mich gefränkt. fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freundschaft Glück des Lebens Trost mir gibst. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte fennet. Luft an Gott stärkt uns zur Pflicht, man in der Liebe brennet. Solche Luft beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dies Herz, das fühlen kann; dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. wenn 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdroffen zu erfüllen; und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 11. Kein Tag soll froher mir bergehn, als, Höchster, dir zum Preis. Ich will dein hohes Lob erhöhn, fo gut ich kann und weiß. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Freude werden, und du triffft im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn krachend einst der Ban der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich den preisen, der mich hält, dich, der mich leben heißt. und Dankbarkeit gegen Gott. 201 14. Dich, der mich bei der Welten| bereitet war; eh ich zu sein begonnte, Sturz mit starkem Arm erhob! selbst und zu dir rufen konnte, da mogst Ewigkeiten sind zu kurz. o Höchster, du schon mein Theil mir dar. für dein Lob! 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. O Höchster! welch ÉrMel. O Welt, ich muß dich zassen.- 48. 367. Dir bank ich für mein barmen! du sorgteft für mich Armen, ein Bater, der mirs gegeben, ich danke dir dafür! Du haft, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier! 6. Für alle deine Treue, für das, deß ich mich freue, lobsinget dir mein Geist. Er ist dein größt Geschenke; 2. Du, Herr, haft mich bereitet, daß ich durch ihn dich denke, ist dein; mich väterlich geleitet bis diesen Au- dein ists, daß er dich preist. genblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausrüstest, dies, Vater, dank ich dir; daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regiereft, dies alles, Vater, dank ich dir. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, haft du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich Mel. O großer Gott von Macht. 368. D 8. Was mir in diesem Leben noch nützt, wirst du mir geben; du gibsts, ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segne und behüte mich 1 27) Von der Furcht Gottes. Dein Wort bewegt der Berge Grund, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Du sprichst: so fliehn selbst Welten, o Herr, vor deinem Schelten. du erhabner Gott, an Macht unendlich reich! wer ist dir auf der Erd und wer im Himmel gleich? Bor dir erbebt die Geisterwelt; und was der Himmel in sich hält, muß sich mit tiefem Schweigen vor deinem Throne beugen. 2. Du hast durch deine Kraft den Himmel ausgestreckt; die Erde fest gegründ't, dem Meer sein Ziel gestedt. will verleiten. 3. In deiner Hand sind wir, wie Thon in Töpfers Hand. Was an uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht durch die Bernunft und Schrift dein Recht, willst, daß wir Thun und Denken nach deiner Vorschrift lenken. 4. Erleuchte meinen Geist, o Gott, mit deinem Licht. Dich fürchten, sei mir stets so Seligkeit, als Pflicht. Hilf, daß ich, als dein Unterthan, der niemals dein entbehren kann, bemüht sei, deinen Willen gehorsam zu erfüllen. 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen sein, und auch im Dunfeln mich dein helles Antlitz scheun. Erinnre mich an dein Gericht, wenn zur Verletzung meiner Pflicht die Luft der Welt zu Zeiten mich Schwachen 202 Zweiter Theil. 6. Doch zünde auch in mir das Licht des Glaubens an, daß ich in Christo dich als Vater lieben kann. Gib, daß ich, frei vom knechtschen Geist, mit Freuden dir Gehorsam leist, und mich aus reiner Liebe in deinen Wegen übe. 7. Laß, Vater, deine Furcht des Lebens Leitstern sein, so nimmt kein Irrthum mich zu meinem Schaden ein. Sie mache mich von Heuchelei, von Menschenfurcht und Trägheit frei; so werd ich im Gewissen die süße Ruh genießen. - Von der Furcht Gottes. Mel. bes 26. Psalms. 369. O Gott, wer ist dir gleich, wie mächtig ist dein Reich dein Dräun bewegt der Erde Grund. Willst du zur Strafe ziehen, wer kann vor dir entfliehen? Dein Arm wird allenthalben kund. 2. Wo ist der Ort der Welt, der mich verborgen hält? Vor dir liegt alles aufgedeckt. Wie sollt ich dann noch wagen, Gehorsam zu versagen, da deine Gegenwart mich schreckt? 3. Dem, was ich laff und thu, siehst du aufmerksam zu, und bringst es einst vor dein Gericht. Wie sollt ich dann nicht beben? auch bei dem beften Leben bestehen Adams Kinder nicht. 4. Doch mach von Heuchelei und Knechtesfurcht mich frei, daß ich dich fürchte als dein Kind, und in der reinen Liebe mich durch den Glauben übe, wozu mich deine Huld verbind't. 5. Ach lenkte bloßer Zwang den ungewissen Gang, wie könnt ich mich in dir erfreun? Nein, laß mich dir, o Bater, mein Helfer und Berather, mit Willigkeit ergeben sein. 6. Wer als ein Knecht ihn scheut, und thut, was er gebeut, jedoch von seiner Liebe bloß, der kann ihm nicht gefallen! die Liebe macht bei allen, und auch bei Gott, den Menschen groß. 7. Was noch so schwer uns deucht, macht uns die Liebe leicht; sie machet uns dir, Höchster, gleich; sie stillet unsre Herzen, versüßet unsre Schmerzen, und bringt uns in dein ewig Reich. 8. Entzünd den Trieb in mir, mit Lust zu thun, was dir gefällt, o Gott, mein ewig Heil! dir will ich mich ergeben, dir sterben und dir leben; dir, meines Herzens Troft und Theil. Mel. Wer nur den lieben Gott. - 7. 370. Vor or dir, o Gott, fich findlich scheuen, ift unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist, die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In allem, was ich thu und denke, laß Herr, das meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Luft zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bift, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ift; der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich von dem verdienten Fluch befreit, und stets noch liebreich trug. 5. Ja, Bater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, und nur um deine Gunft bemühn. 6. Gib, daß ich stets ein gut Ges wissen vor dir zu haben sorgfam sei; und mache von den Hindernissen der Zweiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott 2c. 203 wahren Tugend selbst mich frei. Nie Gott als Zeugen vor sich hat, der före Furcht und Luft der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk nur, vor seinem Angeficht ist Finsterniß, wie Mittagslicht. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich bin, nach deiner Vorschrift redlich handeln. Du haffest heuchlerischen Sinn. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, dir, o Vater, werth. nur der 5. Den Herren öffentlich verehren sowohl, als in der Einsamkeit; auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Herren wird dich stärken, daß du die Welt Wer Gott, dem verachten lernst. Wi 371. Quelle tennen? Es Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. illst du der Weisheit ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen, gibt Heldenmuth und Tapferkeit, wenn uns der Menschen stolzes Dräuen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. 3ft Gott mein Schutz, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit! so wirst du nie dich unterwinden mit thörichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, sehn! laß sie mich zu der 3. Wirst du den Höchsten kindlich Weisheit führen, so werd ich niemals scheuen, so wird dir keine Pflicht zur irre gehn. Wohl dem, der sich stets Last; nur das wirst du vor ihm bereuen, findlich scheut; dich fürchten, Gott, daß du sie oft versäumet haft. Wer ist Seligkeit. 8. In deiner Furcht laß mich einfst sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott! deine Furcht bringt Segen ein. Ihr Lohn wird groß im Himmel sein. Mel. von Nr. 72. 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung in seinen Willen. Der 11. Pfalm. Mel. von Nr. 46. 372. Von oll Glauben will ich zu dir beten, o Gott, vor deinem Angesicht! dann kann kein Feind mich untertreten, dann beb ich, Gott, vor Menschen nicht! 2. Und wenn sie mir, um mich zu fällen, und meines Falles sich zu freun, noch so verborgne Netze stellen, so will ich doch nicht zaghaft sein. 3. Wenn meiner Wohlfahrt Feinde sagen: mun, mun ist er zu Fall gebracht! so werd ich dennoch nicht verzagen, denn Gott lebt noch mit seiner Macht! 4. Gott ist im Himmel, doch auf Erde schaust du herab vom Himmel, Gott! und siehst, wenn ich gedränget werde, siehst meinen Jammer, meine Noth. 5. Du kennst und liebest den Gerechten, befreift ihn gern von jeder Laft; 204 3weiter Theil. hilfft, wenn sie flehen, deinen Knechten, und haffest jeden, der sie haßt. 6. Weh dem, der den Gerechten fpottet! Gott schaut im Zorn den Frevler an! er wird mit Wettern ausgerottet von dem, der ewig tödten kann! - Von dem Vertrauen auf Gott, Mel. von Nr. 72. 374. Mei ein Hort ist Gott, ihn laß ich walten. Ich hoff auf ihn! er kennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 7. Denn der gerechte Richter liebet der Heiligen Gerechtigkeit, und hilft dem, der, was recht ist, übet, wenn auch die ganze Welt ihm dräut! - 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoff nung ist? Herr, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, 373. uf dich, Herr, nicht auf stärke mich, denn nichts vermag ich Mel. Was Gott thut, das ist. 267. ohne meinen Rath, meine Glücke bauen, und dir, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Du, der die Welt allmächtig hält, wirst mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Du sahest schon von Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, bestimmteſt meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Du Herr, weißt, was mein Herz begehrt, und hättest, was ich bitte, mir gnädig, eh ich bat, gewährt, wenns deine Weisheit litte. Du forgst für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille, Herr, geschehe. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, and hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; wir flehn, ihm bricht sein Vaterherz. 4. Die lieb ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ift? Erhabner Troft, der nimmer trügt, und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugefaget hat! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück er Herr ist meine Zuweit schwerer oft zu tragen, als selbst Mel. Was Gott thut, das tft.- 267. das widrige Geschick, bei deffen Laft 375. wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läß'st du es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht find nicht das Glück der Seelen. Wer deinen Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist fie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hoff auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Troft und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Seele stille. Ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? du bist des Schwachen Stärke. Die Angen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läß'st ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des From und der Ergebung in seinen Willen. 205 men Herz wird frei von Schmerz.| hab ich nicht auf dich gehofft, als Der Sünder eitles Dichten, pflegst ich wohl hoffen sollen. Mein Gott, du, Herr, zu zernichten. wie groß ist meine Schuld! an dir hab ich durch Ungeduld vielfältig mich verfündigt. 4. Drum Hoff, o Seele, hoff auf Gott. Der Thoren Troft verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen fliehn, verflucht, wer von Gott weichet! dein Heiland starb; er, er erwarb, auf seinem Todeshügel, dir deines Glaubens Siegel. S 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer faffen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. 4. Erbarmender! vergib es mir, nach deiner großen Güte! und stärke zum Bertraun zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gib, daß ich freudig hoff auf dich, du werdest nie, als Vater, mich verlassen, noch versäumen. 5. Seh ich auch gleich nicht immerfort zur Hülfe Wege offen; so laß mich dennoch, Herr, mein Hort, auf Du bleibst deine Rettung hoffen. doch immer groß an Rath, und immer mächtig auch an That, mein Bestes zu besorgen. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 376. Du u haft, mein Vater und mein Gott, mich durch bein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth in Freude einst verkehret, und daß ich alles, was mich tränkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen. 6. Dies sei mein Troft, dies sei mein Licht, wenn mich die Sorgen fränken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich gläubig denken, daß mirs nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir aufs Reichlichste ersetzen, wenn ewge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergötzen. Da ist mein Erb und höchstes Gut. O stärke mir dadurch den Muth kis an mein selig Ende. Der 62. Psalm. Mel. von Nr. 54. 377. ein Geift soll nun in Mein Gott allein, als seinem Schußze, ruhig sein. Ich stehe ia bei ihm in Gnaden. Genug: ift dieser Gott mein Held, so tob und stürme nur die Welt; ihr Anfall foll mir doch nichts schaden. 2. Wie lange beutst du, roher Hauf, Verläumdung, Lift und Bos2. So will ich denn auch auf dein heit auf, um einen Mann zu überWort der Sorgen mich entschütten. mögen? ihr Frevler eilt mit aller Erhöre du, mein Fels, mein Hort, Macht, wie eine Wand, die hängt mein kindlich Flehn und Bitten. Gib meiner Seele wahre Ruh. Was mich betimmert, lenke du zu meinem ewgen Besten. und kracht, nur eurem Fall und Tod entgegen. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich übermeistern wollen. So 3. Umsonst sucht dem, den Gottes Hand zu einem hohen Ehrenstand bestimmt, der Neider nachzustellen. Da spart ihr keine Tücke nicht. Ihr 206 Zweiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott, fegnet mich ins Angesicht, und flucht| den dich um mich zur Mauer machst. mir gleichwohl in der Seelen. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebant. 4. Da ruht mein Herz in Gott das noch immer eingetroffen. allein; der wird schon mein Erlöser sein, und meine Sehnsucht bald vergnügen. Er ist der eine, der mich ftützt, und wider alle Feinde schützt. Wie sollt ich stets darnieder liegen? 5. Mein Schutz und Sieg in aller Noth, mein Trutz und Ruhm bis in den Tod, der Herr erquicket mein Gemüthe. Drum schütte vor ihm Jacobs Haus das Herz nur immer gläubig aus, und gründe sich auf seine Güte. 4. Laß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort wahrhaftig sei: o, so werd ich hier auf Erden von so mancher Unruh frei. Dann werd ich, mein Gott, mit Flehen, stets auf deine Hülfe sehen; dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Bater, meine Hoffnung gründet 6. Wer auf der Menschen Hülfe baut, sich auf deines Sohnes Tod. Meine und auf der Großen Schutz vertraut, Seele sucht und findet darin großen der wird in seinem Wahn betrogen. Trost in Noth. Ja, sein fiegreich Ihr ganzes Wesen weit und breit ist Auferstehen läßt mich zu dem Leben eitler noch, als Eitelkeit, und wird gehen, das kein traurig Ende nimmt, von nichts auch überwogen. wo mir ewges Heil bestimmt. 7. Berlaffet euch auf Frebel nicht, 6. Muß ich gleich noch hier auf und seid auf keinen Raub erpicht! Erden, Gott, vor dir ein Pilgrim vergeht euch nicht nach Eitelkeiten! sein: wirst du doch von den Beschwer und kommet ihr zu Geld und Gut, den dieser Zeit mich einft befrein. fo laßt euch nicht zu lebermuth, noch D, erwünschte selge Stunden! ewig schnödem Geize je verleiten. aller Noth entbunden, werd ich dich, mein Heiland, sehn, und zu deiner Freude gehn. 8. Mich lehrte Gott einmal ein Wort, das hör ich, deucht mich immerfort: er sei der Herr im höch- 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, ften Throne, der Richter, dessen Macht Herr, Herr, meine Zuversicht! bis und Treu der Unschuld Hülf und das alles eingetroffen, was auch Rath verleih, und jedem nach Ver- mir dein Wort verspricht. Auf dich, dienste lohne. Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 378. Greue unfre Hoffnung Gott der Wahrheit! deffen bei dir. und erkenn es voller Reut, daß mich Kleinmuth oft befällt. 379. Ach, mein Herz hängt noch an Dingen, die doch keinen Troft mir bringen. Dwie oft vergeh ich mich, ängstlich zweifelnd, wider dich. - Mel. von Rr. 33. De höchste Bater von er ewge und allem, was da Kinder heißt, die Lebensquell, der Weltberather, den unser Glaub als Schöpfer preift, der diese 2. Gott, vergib mir diese Sünde! Welt aus seinen Schätzen blos durch nimm die Strafe von mir hin. Schenke, sein Wort hat aufgestellt, und der Bater, deinem Kinde einen dir ergebnen nach seinen weisen Sätzen Zeit, Maas, Sinn, der von dir nur Hülfe Heischet, Gewicht und Ordnung hält: den nicht falsche Hoffnung täuschet, die das Herz aufs Eitle zieht, und wie leichter Rauch entflieht. 2. Der hat sein Herz zu mir ge neiget in seinem vielgeliebten Sohn, den er von Ewigkeit gezeuget, und 3. Laß mich Gram und Sorgen der mun herrscht auf Gottes Chron, meiden, weil du für mich sorgft und um dessen Willen will er heißen mein wacht, und bei allem Druck der Lei- Bater und mein Bundesgott, auch und der Ergebung in seinen Willen. väterlich sich mir erweisen in aller Leibs- und Seelennoth. 207 ist; die Zukunft ändert oft sehr viel, und setzet jeglichem sein Ziel. 3. Sollt ich mun nicht dem Vater trauen? sollt ich nicht, wann mich Unglüc trifft, voll Zuversicht aufs Ende schauen, da seine Zucht viel Gutes stift't? ich will es thun von ganzer Seelen, mein Herz sei ganz auf ihn gericht't, so kann mein Hoffen mir nicht fehlen, denn ihm fehlt Macht und Wille nicht. 4. O wie so wohl geschieht der Seelen in dieses ewgen Vaters Schooß! ach laß mich dich allein erwählen, setzt, den verläßt er nicht. 6. Was sind vor Gott der Menschen Sachen? sein starker Arm vermag sogleich den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; wie leicht ist es bei dem gethan, der bald erhöhn bald stürzen kann. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. er 380. nur den lieben Gott läßt walten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit; wer Gott dem Allerhöchften traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halt in frommer Ehrfurcht stille, und warte, bei sich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad und heilger Wille und fein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was ans fehlt. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verrichte deine Pflicht getreu, trau ihm und seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu; denn wer nur seine Zuversicht auf Gott reiß mich von allen andern los; laß mich mit starken Liebesseilen zu dir flets angezogen sein: so stellt dein 381. Me Kind sich ohn Verweilen, bei dir, mein Gott und Vater, ein. 4. Er kennt die wahren Freuden ftunden, weiß, wenn ein Glück uns nützlich sei; und wenn, er uns bewährt erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei: so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und läffet uns viel Guts geschehn. 5. Dent nicht in deiner Drangfalshize, daß dich dein treuer Gott vergißt, und daß der ihm im Schooße Fige, der reich und groß und mächtig ohl dem Menschen, der von Herzen, alles, was ihn überfällt, in des Höchsten Hände stellt, der nicht mit vergebnen Schmerzen seines Unglücks trübe Nacht trüber macht. 2. Denn es ist doch nur vergebens, daß ein Mensch, der sterblich ist, immer sich mit Sorgen frißt; weil der Stifter unsers Lebens, alles, wie es muß geschehn, vorgesehn. 3. Wenn der Himmel dich will segnen, so empört die Erde sich nur vergeblich wider dich; soll was Wibrigs dir begegnen, wirst du ihm, durch Widerstehn, nicht entgehn. 4. Geht dein zeitlich Heil zurücke, werde nicht so sehr bewegt; der für alles Sorge trägt, dieser sorgt auch für dein Glücke; deine Stunde kommt ja wohl, wenn sie soll. 5. Ist dir mancher überlegen, der es nicht verdienet hat: glaube, Gottes dunkler Pfad ist gar weit von unsern Wegen, und es ist doch alles gut, was er thut. 6. Haft du Angft vor bösen Leuten: ihre Bosheit, die dich fränkt, ist mit Gottes Macht umschränkt; will dich 208 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, Noth und Tod bestreiten; waffnet| lentet, ist auch von dir nicht fern. Erd und Hölle sich wider dich: Erwach aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! er siehet deiner Kummer, und liebt noch väterlich. - 7. Wisse, wen die Allmacht schüßet, den erschlägt kein Donnerknall, ob der dicken Wolken Fall gleich mit Flamm 2. Sinds Sünden, die dich schmerund Keilen blitet; ja ob gleich die zen? ja, fühle deine Schuld, dochy ganze Welt bricht und fällt. trau mit ganzem Herzen auf deines 8. Führ dein Leben nur mit Freu- Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe den, warte von des Höchsten Hand, führet die Neu, die Gott gefällt. was er dir hat zuerkannt, schicke dich, Allein den Tod gebieret die Traurigauch das zu leiden; schweige gern zu keit der Welt. allem still, was Gott will. 3. Trau Gott, nicht deinen Schlüs 9. Gott weiß alles wohl zu machen! sen, die Wahl des Besten zu. Sprich, darum wer sich steif und fest auf des wer wirds beffer wissen, dein SchöHöchsten Huld verläßt, und sich gern pfer, oder du? Er weiß ja, was die in allen Sachen unter seinen Willen fehlet, in jedem Augenblick. Was biegt, lebt vergnügt. er, dein Vater, wählet, das dient zu deinem Glück! Der 138. Pfalm. 4. Der Gott, auf deffen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in Mel. von Nr. 42. 382. h danke dir von ganzem ſeinen Wegen hochheilig, weif und Herr, vor aller Welt. Dein Name lindert meine Schmerzen; wenn mich dein Tempel in sich hält, so preis ich deine Güt und Treu, und wie dein Name herrlich sei! 2. Ruf ich dich an, so wollst du hören, und neue Kräfte mir verleihn! dich müssen alle Fürsten ehren, und deinem Wort gehorsam sein! und allenthalben mach ihr Mund die Größe deiner Ehre fund. 3. Der Herr ist hoch; allein er fiehet aufs Niedrige, und hälts in Hut. Nichts ist, das seinem Blick entfliehet! auch nicht des Stolzen Uebermuth. Wenn mich die Angst mit Haufen drückt, so werd ich doch durch ihn erquickt. ihrem Heil erfah, kann kein Erschaffner hindern. Wenn er gebeut, stehts da. 5. Es mag die Hölle wüthen! um sonst empört sie sich, wenn er dich will behüten; und er behütet dich! wer gleicht ihm? seinen Winken gehorchen Erd und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken, dein Schirm und Schild ist er. 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinem Wunsch gewähren. Sei stille vor dem Herrn! er ist ein Hort der Frommen, hoff unverzagt auf ihn, denn seine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blühn. 7. Ergib dich ihm mit Freuden, sei start in seiner Kraft. Sei auch zur Zeit der Leiden ein Chrift und tugendhaft. Und dann ergreif im Glauben den Trost der Ewigkeit! wer kann dir diesen rauben, der allen Gram zerstreut? 8. Sei froh; dein Gott regieret! sein Rath ift wunderbar. Einst wirft Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 67. du überführet, daß er der beste war. 383. Chrift, alles was dich Du denkst wohl unterdessen: der Herr tränket, befiehl ge- erbarmt sich nicht; der Herr hat mein troft dem Herrn. Er, der die Himmel( vergeffen! doch höre, was er spricht: 4. Es mag der Zorn der Feinde müthen: doch reicht der Herr mir seine Hand; sein rechter Arm wird mich behüten, und enden meinen Jammerstand. Herr, deine Huld bleibt für und für! vollende nur dein Werk in mir! 9. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? denk an dies Wort und weine die Freudenthrän, o Chrift! und könnt sie ihn vergessen, will ich doch deiner nicht, ich deiner nie vergeffen; der Herr ists, der es spricht. 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiß, daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. will nach einer Weile dich destomehr erfreun. Zu deinem größern Heile verzieht er; harre sein. Er 11. Wohl dir alsdann, du Treuer! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein Befreier reicht dir die Siegestron; auf turze Prüfungstage folgt ewger Preis und Dant. Dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. und der Ergebung in seinen Willen. S 209 noch mit der Gelaffenheit. Was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut, denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufriedenheit. Und dann wird jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird von allen meinen Plagen der ewge Nutzen mich erfreun; dann wird mein Herz statt aller Klagen, voll von dem Dank und Lobe sein: der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles wohl mit mir gemacht! den, das ist alles gut; treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, faffe frischen Muth. Ist die Noth dein täglich Brot, mußt du weinen mehr Mel. von Nr. 72. 384. Herr, mache meine Seele als lachen: Gott wirds doch wohl stille! bei was mich fränkt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bists, der alles ändern kann! und was du thuft, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen führst du uns zur Glückseligkeit. Selbst Tribsal bringt dem ewgen Segen, der dir sein ganzes Herze weiht. Ihr Ausgang wird doch herrlich sein, stehts gleich der blöde Geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfungen bestimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nützt, verborgen. Wer hats je ganz genau erkannt? Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand! wer fann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? Mel. Jesu, meine Freude. 89. 385. Seele, sei zufrieden! was dir Gott beschie 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben, sei drum unbetrübt! stellt man dir viel Elend für, drohen der Verfolger Rachen: Gott wirds doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe, fällt der Menschen Liebe immer mehr dahin; droht ein hart Geschicke alle Augenblicke dem erschrocknen Sinn; mur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Ungeduld und Grämen kann von uns nichts nehmen, macht nur größern Schmerz; wer sich widersetzet wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Laft dich Schwachen: Gott wirds doch wohl machen. 5. Wer ein Chrift will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszuftehn. Mag bei Ungewittern Erd und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn: der steht feft, den Gott nicht läßt. Drum laß alle Wetter krachen: Gott wirds doch 14 5. Nur du, du kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste, so thr ich auch im größten Schmerz dich wohl machen. 210 Zweiter Theil. - Von dem Vertrauen auf Gott, 6. Kronen soll der tragen, der des 7. Liebt den Herrn, ihr seine Kin Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. der! die ihm traun, bewahret Gott, Fröhlich ausgehalten, und Gott laffen schrecklich rächt er stolzer Sünder walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele! für, alles Unglück zu verlachen: Gott wirds doch wohl machen. frechen Uebermuth und Spott. Keis nem, der ihn liebt, wirds fehlen, darum stärket eure Seelen, und die ihr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! Der 31. Psalm. Aus dem 27. Psalm. Mel. Alle Menschen müsfen sterben. 82. err! dir trau ich; auf der Erde weiß ich keiMel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 386. nen Freund, als dich. Damit ich nie 387. Der Herr ist meines Le schamroth werde, rette, du Gerechter, vor Unglück grauen? mich! neige mir dein Ohr und eile Rath und Hülfe schafft, schnell daher zu meinem Heile, sei mir, wenn das Unglück dräut, Fels und Burg und Sicherheit. Er ists, der ihm soll mein Herz vertrauen. Er schüßt mich! Meiner Feinde Heer, ihr stolzer Trotz, nichts schreckt mich mehr, hab ich ihn nur zum Freunde. 2. Ja, du bist mein Fels, Erretter! meine feste fichre Stadt, welche mich in jedem Wetter liebreich auf genommen hat. Eile, deines Namens wegen, mich zu führen, mir entgegen; reiß der Feinde Netz entzwei! steh mir, meine Stärke, bei! 3. Meine Stärke, dir befehle, dir in deine Baterhand übergeb ich meine Seele, zu bewahren, wie ein Pfand. Du beschirmst mich, Gott der Treue, und ich hasse, Herr, und scheue jeden, der die Lügen liebt, Eitelkeit und Frebel übt. 4. Dir vertrauet mein Gemülthe, fröhlich sing ich und entzüct jauchz' ich über deine Güte, daß auf mich dein Auge blickt; daß, wenn alle mich verlassen, wenn mich tausend Feinde haffen, du auf meine Schmerzen stehft, du mich nicht verkennst, noch fliehst; 5. Daß du, standhaft deinem Freunde, wenn du, Prüfer, mich betrübst, nicht gefesselt in der Feinde bosheitsvolle Hand mich gibst; daß für meine müden Füße, damit ich nicht straucheln müsse, deine wundervolle Kraft einen weiten Raum verschafft. 6. Preis sei deiner Huld und Liebe, die in einer festen Stadt, damit ich beschirmet bliebe, treu sich mir erwieMel. O Gott, du frommer Gott. 8. sen hat! angstvoll nannt ich mich 388. Cer höret unser Flehen; verstoßen, und dein Auge mir verschloffen; doch, als meine Stimme schrie und dir rief, vernahmst du sie. wir dürfen stets getroft zu seinem Throne gehen. Wenn wir in Demuth ihm nur - mein Geist wird nicht erschrecken. 2. Empöre dich, ohnmächtge Welt, Gott wird in seinem heilgen Zelt, zur bösen Zeit mich decken. Sein Rath für mich ist Wohlergehn. Er wird mit Segen mich erhöhn zum Heile der Erlösten. 3. Ja, Vater! neige mir dein Ohr, wenn Höll und Welt mir fluchen. Mein Herz hält dein Gebot mir vor: ihr sollt mein Antlitz fuchen. Ich eile, Herr, getroft zu dir. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. 4. Berlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen. Nimm du mich auf, und sei mein Theil, und beßre, die mich hassen. Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich, auf richtger Bahn in deiner Furcht zu wandeln. 5. Den Feinden übergib mich nicht, die mich voll Frebel schmähen; so werd ich einst dein Angesicht im Land des Lebens sehen. Sei froh! harr unverzagt des Herrn, mein Herz! denn er, der Herr, hilft gern. Er ist der Arm des Schwachen. - und der Ergebung in seinen Willen. 211 Elagen unsre Noth: so werden wir| nung blidt? ein Herz, das ihm vers erhört, so hilft uns unser Gott. trauet, und gläubig auf ihn bauet, wird doch zuletzt erquickt. 2. Es hilft uns unser Gott, der alles weiß und siehet; dem auch das Innerste des Herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was uns fehlt, und unser sehnlichs Flehn, das hat der Höchste schon von Ewigkeit gesehn. 5. Ach, wenn wir nur bedächten, wie treulich er es meint! er forgt für die Gerechten, und bleibet stets ihr Freund. Siehts gleich gefährlich aus, kann er sie doch nicht haffen, noch in der Unruh laffen; er reißt sie endlich draus. 3. Es hilft uns unser Gott, der alles wohl vollführet, und auf das weisefte zu aller Zeit regieret; sein herrlicher Verstand sieht es am besten ein, was uns wahrhaftig kann gut oder schädlich sein. 4. És hilft uns unser Gott, der alle Macht besitzet, dem nichts unmöglich ist. Wohl uns, daß er uns schüket! ist unser Leiden gleich sehr groß und mancherlei: getroft und unverzagt! die Allmacht steht uns bei. Mel. von Str. 16. 390. Herr, mein Gott, durch den ich bin 5. Es hilft uns unser Goden unser Jammer kränket; der sein erbar- und lebe, gib, daß ich mich in deimend Herz auf unsre Bitte lenket; nen Rath ergebe; laß ewig deinen der aller Güte voll, die Liebe selber heilgen Willen mein, und was bu ift, und von dem alles Heil auf uns thust, mir eine Freude sein! durch Chriftum fließt. 2. Du, du regierft, bist Weisheit, Lieb und Stärke! Du, Herr, erbarmf dich aller deiner Werke! was zag ich denn noch einen Augenblick? Du bist 1 Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren.- 301. as hilfts, daß ich mich 389. mich ein Leid? Entreiß dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl; er wirds auch ferner fügen, wie dir es zum Vergnügen und Besten dienen soll. 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Nacht und Tag mit Furcht und Sorgen sinnen, wie dirs noch gehen mag. Bei Gott bestehts allein; laß seine Hand dich führen; die wird dich so regieren, wie dirs wird müßlich sein. 3. Was dich will niederschlagen, was dich zur Erde biegt, was dir mit Angst und Klagen in den Gedanten liegt, das wirf in seinen Schooß; vertrau auf seine Güte, und mach dich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. 6. So fall ich denn mit Freuden in Gottes Arme hin. Nichts kann mich von ihm scheiden, weil ich sein eigen bin. Er bleibt auf ewig mein, und wird mir alles geben, was meinem Stand und Leben wird gut und selig sein. 4. Er wird mich wohl versorgen, und beffer, als man denkt. Wer weiß, wie nah der Morgen, der mir den Segen schenkt, auf den die Hoff3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogft mein Wohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du schickft, ist meine Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müffe teine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehret es mein ewig Heil: so bleibe du nur selbft mein Trost, mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist mur mein Beh nicht meine eigne Schuld so zag ich nicht. Du gibst dabei Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirft du, denn du hörst mein findlich Flehn, mir dennoch bald und mächtig Sülk ersehn. 14* 212 3weiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott, - 7. Vielleicht muß ich nach wenig| Muthe singen: o Herr, durch den ich Tagen sterben. Herr, wie du willst! immerfort vollkommen überwinde, du foll ich den Himmel erben, und dieser bist mein Heiland und mein Hort, ist im wahren Glauben mein, wie kann auf welchen ich mich gründe. der Tod mir alsdann schrecklich sein? 2. Du machest meinen Gang gewiß vor des Verfolgers Stricke, und treibst die Macht der Finsterniß beschämt von mir zurücke. Ich biete Trots mit deinem Wort den stärksten Feindesscharen; denn mich bedeckt an jedem Ort dein Flügel vor Gefahren. 3. Durch dich kann ich mit Zubersicht das Graun der Nacht bestegen. Mir drohn die Pfeil und schaden nicht, die an dem Lage fliegen. Die Seuche, die am Mittag würgt, kann ich unschädlich nennen; die sich zur Mitternacht verbirgt, wird mich nicht tödten können. 4. Wenn mir zur Linken tausend, so wird ihr gifterfüllter Hauch mich auch noch mehr zur Rechten sterben, dennoch nicht verderben. Ich seh nur, wie die Sünder mir zur Lehre dienen müssen, wenn sie für ihre Bosheit hier schon so erschrecklich büßen. Mel. von Nr. 54. 391. Was grämst du dich, mein blödes Herz? Verbanne Sorgen, Furcht und Schmerz! befiehl dich Gott! der wirds wohl fügen. Er wird dir zeigen in der That, wie er dich führt nach seinem Rath, durch dunkle Wege zum Vergnügen. 2. Gedenke, daß er alles weiß! was nur geschieht, ift sein Geheiß; wer kann doch seinen Willen hindern? Rein Engel, Fürstenthum, noch Tod, tein Hohes, Tiefes, teine Noth kann in dem Rath nur etwas mindern. 3. Die Gnade Gottes wird beftehn! sein Bund wird nimmermehr vergehn; auf Jesu Tod ist er errichtet. Benn schon ein Menschenkind betrügt; so denke doch, daß Gott nicht lügt, der fich durch einen Eid verpflichtet. 4. Wohl dem, der in den Gnadenbund, als Bundsgenoß, mit Herz und Mund den großen Herrn aufrichtig ehret; und wohlthut nur aus Dank barkeit, als Glied an Jesu fich erfreut, wenn auch der Nächste sich bekehret! 5. Wohl dir, o Chrift, du hast es gut! wer, Gott ergeben, willig thut, was Glaub und Liebesregel wollen, dem schadet weder Feind noch Leid; weil ihm zum Heil der Ewigkeit auch Leid und Feinde dienen sollen. 5. Sch fliehe dir alleine zu; wenn alle Teufel toben, so bin ich in getrofter Ruh, o Höchster, aufgehoben. So darf kein Uebel und kein Neid mich jemals überziehen, und alle Plagen müssen weit von meiner Hütte fliehen. 6. Du ordnest deiner Engel Wacht zu meinen beiden Seiten, daß sie mich sorgsam Tag und Nacht behüten und begleiten. Sie tragen mich, sie stehn mir bei, und bieten mir die Hände, daß ja mir nichts im Wege sei, wos hin ich mich nur wende. 6. Nun denn! ift dir der Weg bewußt, so hab am Herren deine Luft; du magst dich ihm wohl frei ergeben. Sei gutes Muths! er lebt in dir. Ein solch Gewissen ist schon hier, im Borschmack, jenes Freudenleben. 7. Auch Löwen tret ich unter mich auf meinen sichern Pfaden; zertretne Nattern krümmen sich und können mir nicht schaden. Der junge Löwe brüllt nach Raub; sollt er mich furchtsam machen? O nein, ich tret ihn in den Staub, tret auf den Kopf des Drachen. Der 91. Psalm. 8. Du läffest mich, sobald ich fleh, dein träftges a verspüren. Du bist mit mir in Noth und Weh, und hilfft Mel. von Nr. 222. 392. Wer unter Gottes Schat- mir triumphiren, und wirft mir, bin ten ruht, den mag ich einstens satt des Lebens und der tein Feind bezwingen. Er kann, bei Ehren, wie mir dein Wort verheißen seiner Allmacht Sut, mit frohem hat, die Seligkeit bescheeren. und der Ergebung Aus dem 146. Pfalm. Mel. Gott des Himmels und der. 32. 393. Nuf, mein Geift, dem Herrn zu singen, der uns alles Gutes gibt! ihm will ich ein Danklied bringen; er hilft jedem, der ihn liebt, und wer sich auf ihn verläßt, dessen Hoffnung stehet fest. 2. Menschen! rust die Menschen finder nicht um Hülf und Beistand an! trotzt nicht auf die Macht der Sünder, die sich selbst nicht helfen kann. Fürsten sind nur Asch und Staub, und, wie wir, des Todes Raub. 3. Oso lehnt euch nicht auf Stützen, die der Tod so bald zerbricht. Gott allein kann euch beschützen, er hält ftets, was er verspricht. Wohl dem, der auf ihn nur schaut, und sich ihm ganz anvertraut. Unsers Gottes Macht und Güte währet bis in Ewigkeit, und sein väterlich Gemüthe ist zur Hülfe ftets bereit. Suchet nur sein Angesicht; es verläßt die Seinen nicht. in seinen Willen. 213 Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. Mel. D Welt ich muß dich lassen. 48. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so flag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele. Du hörft, du hilfft, du segneft gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt: du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen, nein, mur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. 10. Dort, bei der Frommen Scharen, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing ich dir mit Freuden, nach überstandnen as soll ich ängftlich Leiden, den Dank, der deiner Huld 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan: kann ich doch des mich trösten, du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 394. W flagen, und in der gebührt. Noth verzagen? der Höchste sorgt für 56. mich. Er sorgt, daß meiner Seele Mel. Von Gott will ich nicht lassen. kein wahres Wohlfein fehle. Genug 395. Non Gott will ich nicht zam 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will fie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du verläßt die Deinen nicht. 2. Was nüßt es, heidnisch sorgen, mir zuvor, da auf unsichern Straßen und jeden neuen Morgen mit neuem ich irrend mich verlor. Wie hülfreich Kummer sehn? du, Vater meiner fand ich ihn! am Abend, wie am Tage, weißt, eh ich dirs noch sage, Morgen mich huldreich zu versorgen, mein Leid und auch mein Wohlergehn. ist nun sein ganz Bemühn. 2. Der Menschen Gunst verkehret fich wohl in Haß und Neid; des Höchften Freundschaft währet in alle Ewigkeit. Er hilft aus aller Noth; in Ketten und in Banden wird nicht sein Freund zu Schanden; er hilft selbft aus dem Tod. 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 1 3. Auf ihn will ich vertrauen auch in dem schwersten Leid! stets will ich auf ihn schauen; er hilft zur rechten Zeit. Dem Herrscher aller Welt will 5. Herr, alle meine Sorgen, die ich in meinem Leben mich ganz zum Noth, die mich verborgen in meinem Schuß ergeben; er thu, was ihm Geiste nagt, werf ich auf dich, den gefällt. 214 Zweiter Theil. 4. Und ihm kann nichts gefallen, als was mir nützlich ist. Gut meint ers mit uns allen. Und du, Herr Jesu Chrift! wie laut spricht nicht dein Blut, daß er mein Heil bedenket! der uns den Sohn geschenket, verfaget uns fein Gut. - Von dem Vertrauen auf Gott, 5. Lobt den mit Herz und Munde, der alles mit ihm schenkt. O selig ist die Stunde, darin man sein gedenkt! ihr habt, dazu gewöhnt, den Himmel schon auf Erden! wie froh müßt ihr einft werden, wenn dort sein Lob ertönt. 6. Die Welt wird zwar vergehen mit ihrer Herrlichkeit; doch uns wird Gott erhöhen, uns, die sein Lob erfreut. Wird gleich den Leib der Tod im Grabe tief verscharren: er steht nach kurzem Harren bald auf, und jauchzet Gott. 7. So schweig ich denn und dulde das mir bestimmte Leid, das ich so oft verschulde. O jene Seligkeit macht mich schon freudenvoll! o Heil, das sonder Ende, weil ich zu Gott mich wende, mir wiederfahren soll! nie fehlet mir mein täglich Brot. 3fts gleich nicht viel, doch danke ich; er jegnet es, und sorgt für mich. 1 5. Gott forgt für mich und für die Meinen, wie sehr wir auch verlaffen sind. Er läßt uns seinen Trost erscheinen, wenn mancher Anschlag uns zerrinnt. Geht es den Meinen kümmerlich und mir auch selbst: Gott sorgt für mich. 6. Gott forgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auferlegt, verwechselt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich, zu unserm Wohl, und sorgt für mich. 7. Gott forgt für mich in meinem Alter; da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Erhalter, der mir in Schwachheit Stärke gibt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich. 8. Gott forgt für mich auch in dem Sterben; der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Christo setzt er mich zum Erben, da mich sonst Fluch und Rache traf. Drum nimmt er meinen Geist zu sich in seine Ruh: Gott Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 396. Gott forgt für mich, was sorgt für mich. will ich ist mein Vater, ich sein Kind. Er forgt für heut, er sorgt für morgen, so, daß ich täglich Spuren find, wie Gott die Seinen väterlich versorgt und schützt. Gott sorgt für mich. Er 9. Gott forget für mich selbst im Grabe, dem Leibe gönnt er da die Nuh, und wenn ich ausgeschlafen habe, so führt er mich dem Himmel zu, und Leib und Seel vereingen sich, und fingen froh: Gott sorgt für mich. 2. Gott sorgt für mich, ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir gebricht, werd ich in meinen Händen schauen, so bald er nur sein bin ich eine Stimme ruft zur jetzt und ewiglich gar wohl versorgt. 397. Mehe, wo er Gott sorgt für mich. 3. Gott forgt für mich, nach Seel und Leibe. Sein Wort ists, das die Seele nährt, und wenn ich mein Berufswert treibe, wird für den Leib mir Brot gewährt. Wohl dem, der ihm nur feftiglich vertraut, und glaubt: Gott sorgt für mich. ter wohnt; ich flehe in der Angstzeit, Gott, zu dir! und du neigst dein Ohr zu mir. Sehnlich streckt sich meine Rechte unermüdet durch die Nächte, Herr, zu dir im Flehn empor, hält mein Leid dir ringend vor! 4. Gott jorgt für mich bei theuern Beiten; auch in der größten Hungers noth fann er mir einen Tisch bereiten, Seele Selbstgespräche stürzten fie in 2. Mein Geist, fühllos Troft zu faffen, wollte sich nicht trösten lassen. Ein Gedanke, Gott, an dich, sonst mein Leben, schreckte mich! meiner Aus dem 77. Pfalm. Mel. von Nr. 201. S 215 Sebaoth? Er nur zeigt durch Wunderwerke allen Völkern feine Stärke. Mächtig machte seine Treu Jacobs, Josephs Kinder frei. 7. Als du wider ihre Haffer anzogst, sahn dich, Gott, die Wasser; ängstlich sahn die Wasser dich, und die Tief entsetzte sich. Dide, bolle Wolken gossen Fluthen, und die Donner schoffen deine Flammenpfeil umher, und dein Himmel zürnte sehr! 8. Um und um aus deinem Site brüllten Donner, strahlten Blike furchtbar und verschlangen ganz die bestürzte Welt im Glanz. In der Wetter Ungestüme wurde deiner Donner Stimme tief der Erde Innerm kund, und es bebte selbst ihr Grund. und der Ergebung in seinen Willen. größre Schwäche. Und die Augen hieltest du, daß sie wachten ohne Ruh! 3. Ich war ohne Maaß zerschlagen! mir gebrach auch Kraft, zu klagen. Endlich lenkt ich meinen Sinn auf entflohne Zeiten hin; mein Geist senkte seine Blicke in Jahrhunderte zurücke. Meinen Liedern fann ich nach nächtlich, forschte, dacht und sprach: 4. Kann Gott ewig mich verstoßen? bleibt mir seine Gunft verschlossen? hört denn der wohlthätge Lauf seiner Güte gänzlich auf? ist, was er versprach, vollendet? hat sein Herz sich so gewendet, daß sein Mitleid Gott vergißt, daß sein Zorn es ganz verschließt? 5. Doch ich sprach: ich muß das leiden, Gottes Rechte wirds entscheiden! schau, mein Herz, die Wunder an, die vor Alters Gott gethan! ja, ich denk an deine Werke, die Beweise deiner Stärke, ich betrachte deine Macht, alles, was sie schon vollbracht. 9. Dein Weg war in Oceanen, in den Meeren schufst du Bahnen; doch dein Tritt ward nicht erkannt, und du führtest durch die Hand Mosts, Arons, deiner Knechte, dein Volf, Ifraels Geschlechte, einer Heerde Schafe gleich, hin in dein verheißnes 6. Heilig sind, Gott, deine Wege; wer ist, der sie tadeln möge? wer ist groß, wie unser Gott, wie Jehovah Reich. 29) Vom Gebet. Mel. von Nr. 72. 398. Dein nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet. Ein findlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein in Demuth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem Herrn. 4. Sein Heil von dir, o Gott, ein Heil, mein Geift, begehren, ist wahrlich keine schwere Pflicht. Des Herzens Wünsche dir erflären, wie stärkt das unsre Seele nicht zu dem Vertraun, daß du uns liebst und uns gern, was uns nüket, gibst! 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns kräftiger den Muth erhöhn, was mehr in Leidensstunden stärken, als wenn wir flehend auf dich sehn? o Bater, unsre Seelenruh nimmt durch Gebet beständig zu. 6. Sein Wort ist immer Ja unt Amen. Wer gläubig bittet, der empfäht. Drum laß auch mich in Jesu Namen oft vor dich kommen mit Gebet. Nie sei mir diese Pflicht zur Laft, die du zum Heil geboten haft. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehul du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich keines Menschen Flehn. Du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh noch unser Herz dirs flagt. 3. Doch sprichst du: bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gott, dein Mel. Wer nur den lieben Gott.. 7. Freund zu ſein, und flößt das ange- 399. Komm betend oft und mit muthwillig von zurück. vor Gottes Angesicht! nie müsse Träg 216 Zweiter Theil.- Vom Gjebci. geit dich besiegen im Abtrag dieser| dein Feind. Solch Sitten, das aus fel'gen Pflicht. O übe sie zu Gottes Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Preis, und deinem Heil mit treuem Liebe ift. Fleiß. 10. Bet ft, so wirst du Glauben 2. Bet oft, doch mit aufrichtger halten, dich prüfen und das Böse Seelen. Gott sieht aufs Herz; Gott scheun, an Lieb und Eifer nicht er ist ein Geist. Wie können dir die kalten, und reich an guten Werken Worte fehlen, wofern das Herz dich sein. Denn Muth und Kraft und beten heißt? Der Glaub an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. Seelenruh sagst du, Gott, dem, der bittet, zu. 11. Dies reize mich, vor dich zu 3. Wer das, was uns zum Frieden treten mit Lob und Dank, mit Wunsch dienet, von Herzen sucht, der ehret und Flehn. Doch meine Fehler bei Gott. Wer das zu bitten sich erfüh- dem Beten wollst du, mein Vater, net, was er nicht wünscht, entehret übersehn; weil mich, der dir zur Gott. Wer schnell die Treu, die er Rechten sitzt, durch seine Fürsprach Gott schwur, vergißt, der spottet unterstützt. seiner nur. Mel. von Nr. 234. 4. Bet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein 400. Von dir kommt jede gute mein fühl im Leiden, wie göttlich er ein Leid versüßt. Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er gibt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt. Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat. Er trägt dich lieblich mit Geduld; erkenn und preise seine Huld. 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe die herzliche Barmherzigkeit des, der mit seinem theuern Blute die Sünderwelt vom Fluch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zu. 7. Bet oft, Gott wohnt an jeder Stätte, in feiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit Vielen bete, so find ich ehr bei Gott Gehör. Ift nur dein Wunsch gerecht und gut, so sei gewiß, daß Gott ihn thut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn. Wie eifrig war mein Heiland nicht in Uebung dieser sel'gen Pflicht. 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch Gott, fannst mich allein mit allem, was ich nöthig habe, zu meinem wahren Wohl, erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auf dich, du höchstes Gut. 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, Herr, nicht krönt. Was ich auch noch so ängstlich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, dein mächtger Schußz mich nicht bedeckt. 3. Wie sollt ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftigt unsrer Seele Schmerz, und öffnet deinem Trost mein Herz. 4. Sollt ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? dir, Allerhöchster, dir Lobsingen, ist gut, ist für uns Seligkeit, und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu sein. 5. Du hörst es, Gott, mit Wohlgefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn, verschmähest nicht ihr schwaches Lallen, wenn sie lobsingend dich erhöhn. Du ehrst den wieder, der dich ehrt, und höreft den, der dich, Gott, hört. S Zweiter Theil. 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Bater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, gibst du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem ftrömest du beständig neuen Segen zu. ― 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich findlich nahn. Nimm, Bater, nimm in deinem Sohne Mel. Nun danket alle Gott. 9. der Andacht Opfer gnädig an. Dein 402. Wohl auf, mein Herz! er dich, betend, würdig preift. Opfer Gott zu bringen! Laß Seufzer und Gebet zu ihm gen Himmel dringen, weil Gott dich beten heißt, und du durch seinen Sohn ganz freudig treten kannst vor seinen Gnadenthron. Mel. von Nr. 320. 401. esu, meiner Seelen Retter! sei bei dein und meinem Gott mein versöhnender Vertreter! wie kann ich sonst meine Noth vor sein heilig Angesicht mit Gebet und Flehen bringen? wenn mich nicht dein Blut beschützt, wird mir kein Gebet gelingen. Vom Gebet. 217 6. Herr, wenn mich nach Leib und Seele mancherlei Bedürfniß drückt, und ichs betend dir befehle, so laß mich, der Noth entrückt, Hülfe, Rettung, Troft und Rath bald erfahren und nie wanken, und wenn Gott erhöret hat, ihm mit frohem Herzen danken. 5. Wirk selbst in uns das Vertrauen, daß des Vaters Ohr uns hört, und, ohn auf Verdienst zu schauen, unser Bitten uns gewährt. Du hast unsre Schuld verfühnt, und Gott will, um deinetwillen, so, wie du es uns verdient, frommer Beter Wunsch erfüllen. - 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat, zu beten; dein Heiland ifts, der dir versprach, dich zu vertreten; der werthe Tröster flößt den Trieb zum Beten ein; drum muß dein Seufzen auch gewiß erhöret sein. 2. Gottes Gnade, Gottes Gaben find wohl unsers Dankes werth. Was wir schon empfangen haben, was noch unser Herz begehrt, alles heißet uns zu Gott mit gebeugtem Herzen treten; beider, Seel und Leibesnoth, lehrt uns seufzen, flehn und beten. 3. Doch nicht gnug ists, daß wir beten, Gott schenkt denen seine Gunst, die nach rechter Weise beten. Jesu! leht uns diese Kunst, daß wir vor dem Gnadenthron zu dem wahren Gott mur flehen, und auf dich, o Gottessohn, wenn wir beten, gläubig sehen. 4. Herr, wenn wir jetzt beten wol- 403. Gott!' daß mir, wie O Mel. von Nr. 17. Vater, len, wissen wir gar oftmals nicht, was und wie wir beten sollen. Doch, einem Kinde, verstattet wird, in aller du weißt, was uns gebricht! Wenn Noth, wie groß auch meine Sünde, der Mund nicht sprechen kann, wenn mein Herz vor deinem Gnadenthron wir nicht mehr können beten, so laß in Einfalt auszuschütten; das machet deinen Geist alsdann uns mit Seuf- dein geliebter Sohn, der heißt mich freuzern noch vertreten. dig bitten, und kindlich zu dir nahen. 2. O Liebe, weil an meiner Statt dein Sohn für meine Sünden gebüßet und bezahlet hat, so kann ich Gnade finden. Dein Sohn bezeugt, es stehe mir dein Herz und Himmel offen; ich könne rufend, Herr, zu dir getroft Erhörung hoffen, du seift mein treuer Vater! 3. Da siehst du Gottes Herz; das kann dir nichts versagen. Sein Wort, sein treues Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich dünkt, kann seine Vaterhand noch geben, die von dir schon so viel Noth gewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen! sprich: lieber Vater, hilf! ich bin dein Kind; sprich Amen! ich weiß, es wird geschehn; dein Herz verläßt mich nicht; du weißt, du willst, du kannst! thu, was dein Wort verspricht. 218 Zweiter Theil. Vom Gebet. 3.Dangenehmer Vaternam! jetzt| fallen hat, weil sich auch unser Herz tomm ich armer Sünder, der sonst dir naht, und nicht blos unsre Lippen. voll Zweifel zu dir tam, getrost, wie liebe Kinder. Ich weiß, mein Flehen rühret dich, weil du mich zärtlich liebest. Du wirst, weil du den Sohn für mich, und mir zum Heiland gibest, mit ihm mir alles schenken. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns gläubig richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Thun und Dichten. Gib uns des Glaubens Zuversicht, so zweifeln wir in Christo nicht, die Bitte zu erhalten. 4. O fester Grund Freudigkeit! in meinen Miffethaten kommt mir der 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Unschuld reines Kleid, das Jesus Maaß im Beten dir vorschreiben, anschenkt, zu statten. Er spricht: ich halten ohne Unterlaß, bei dem allein bete selbst mit dir; mein Geift soll auch bleiben, was uns dein Wille dich vertreten; mein redend Blut soll bitten lehrt, was deinen großen Nafür und für dem Klopfen, Suchen, men ehrt, und unser Wohl befördert. Beten, Gewicht und Nachdruck geben. 6. Laß uns im Herzen und Gemüth auf unser Wert nicht bauen; auf deine nie erschöpfte Güt laß einzig uns vertrauen. Und sind wir auch nicht dessen werth, so sei doch unser Flehn erhört von dir, aus lauter Gnade. 5. So faffe dich, mein blöder Geist! ich hab in Jesu Wunden zu Gott, der nun mein Vater heißt, den offnen Weg gefunden. Es dringet, durch den Geist, mein Ach! hin durch Himmels Pforte; ihm fall ich: Abba, Bater! nach, er lehret mich die Worte, er heiligt die Gedanken. 6. reicher Trost! Gott kann und will mein Antlitz nicht beschämen. Ich darf aus Jesu Gnadenfüll im Glauben alles nehmen. Mein frohes Beten ftüzet sich auf drei sehr feste Gründe: der Vater droben liebet mich; sein Sohn tilgt meine Sünde; sein Geist wohnt mir im Herzen. 7. Du, Vater! weißt, was uns gebricht, so lange wir hier leben. Verborgen ist dir gleichfalls nicht, wenn wir in Nöthen schweben. Wir, deine Kinder, flehn dich an; wir sind gewiß, daß uns nicht kann dein Baterherz verlaffen. 8. Wir haben ja die Freudigkeit in Jesu Christ empfangen: der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlangen. Laß heilge Händ uns immer. hier aufheben, Vater, und zu dir in wahrer Inbrunst schreien. 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt werd; dein Reich laß uns erfreuen; dein Will gescheh auch hier auf Erd; gib Frieden, Brot, Gedeihen; all unsre Sünden uns verzeih; steh uns in der Versuchung bei; erlös uns von dem Bösen. 10. Dies alles, Bater, werde wahr, 2. Der nehm sich unsrer Schwach- du wollest es erfüllen, erhör und hilf heit an, uns kräftig zu vertreten, uns immerdar um Jesu Chrifti willen: so oft wir deinem Thron uns nahn, denn dein, o Herr, ist allezeit von zu danken und zu beten; und unser Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Flehn zu dir, o Herr, sei nie ein Macht und Ehre. frostiges Geplärr; es sei ein Flehn des Herzens. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 404. Gott, es fehlt uns Kraft und Licht, dich würdig zu verehren. Wir wissen so zu beten nicht, daß du uns kannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes. - 1 215. Mel. Ach Gott, vom Himmel. it Seufzen flag ich 405. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf im Beten und im Singen; und thu uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, daran dein Herz Ge- mich meiner Sünden Noth, voll Glaudir, mein Gott! gern wollt ich eifrig beten, und, drückt - 219 Herzen, das dich so oft beleidigt hat; weil Lust und Andacht keine Statt in meiner Seele findet. Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. ben zu dir treten; gern brächt ich, lieber Bater! dir im Geist und Wahrheit mit Begier die Opfer meiner Lippen. 2. Allein mein Herz, ach Gott und Herr! kann sich nicht recht erheben. Zum Guten oft zu kalt und schwer, bleibt es am Eiteln kleben. Träg ift oft, leider, Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Andacht mühsam zwingen. 3. Umsonst faß ich oft den Entschluß. Die Welt sammt ihren Kindern fucht, meinem Herzen zum Verdruß, am Beten mich zu hindern. Und fleht mein seufzend Herz zu dir, bringt sie, zu meiner Kränkung, mir viel Eitles ins Gemüthe. 5. Ach, leider! Bater, hab ich dich nicht allezeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone, handle nicht mit mir, wehmüthig fleh ich, Gott, zu dir, wie ich verdienet habe. 6. Ich will hinfort Nachlässigkeit und alle Trägheit meiden. D mache du mein Herz bereit, vom Eiteln mich zu scheiden. Laß es dich hören und allein aufs Himmlische gerichtet sein. Gib du mir Kraft und Stärke. 7. Gott, laß den Eifer des Gebets ja nie in mir erkalten! der Andacht 4. Dies, Herr mein Gott, dies Feuer wollst du stets durch deine Kraft fränkt mich sehr, und ich denk oft erhalten. Den Hindernissen wehre du, mit Schmerzen, als wär dein guter und setze meine Seel in Ruh, fich frei Geist nicht mehr in meinem trägen empor zu schwingen. 30) Gebetlieder. a. Allgemeine Das Gebet des Herrn. Mel. Vater unfer im Himmelreich.- 120. 1 406. Vater! groß im Himmelreich; wir stehen jetzt vor dir zugleich, vereint durch deinen lieben Sohn, auf sein Geheiß vor deinem Thron; laut singet vor dir unser Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. Gebetlieder. Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot; du kennst am besten unsre Noth. Hilf uns! entferne Krieg und Streit, Best, Seuchen, Dürr und theure Zeit. Laß bei uns Heil und Frieden blühn und laß uns Geiz und Sorgen fliehn. 2. Dein Name müß uns heilig 6. Vergib uns gnädig unsre Schuld, und trage, Herr, mit uns Geduld; sein; erhalte dein Wort bei uns rein, durch dich erweckt, verzeihn wir gern damit, wie du selbst heilig bift, auch unser Wandel heilig ist. Bewahr, was deinen Namen nennt; bekehre, was ihn noch nicht kennt. auch allen unsern Schuldigern, und sollten wir nicht gern verzeihn, um deiner Huld uns zu erfreun? 3. Dein Reich erschein in dieser Zeit, und vollends in der Ewigkeit. Steh uns mit deinem Geiste bei, mach uns von fremder Knechtschaft frei; zerbrich des Satans Macht und Wuth; nimm deine Kirch in deine Hut. 7. Führ uns nicht in Versuchung. Sei, Herr, unser Schild, und steh uns bei, und hilf mit deiner starken Hand; durch dich nur thun wir Widerstand; laß uns zuletzt als Sieger stehn, und deiner Gnade Ruhm erhöhn. 8. Mach uns von allem Uebel los. 4. Dein Will gescheh auf Erden Ach, unsre Schwachheit ist sehr groß! schon, wie er geschieht vor deinem o tröste du uns in der Noth; verThron. Mach uns, o Gott, in leih uns einen selgen Tod. Herr, Freud und Leid zu dem, was dir ende glücklich unsern Lauf; nimm gefällt, bereit, und wehre allem uns in deinen Himmel auf. 220 Zweiter Theil. 9. Das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit ist dein, o Bater, allezeit, bleibt ewiglich dein Eigenthum; erhör uns, Herr, es ist dein Ruhm; im Namen Jesu flehn wir nun; du kannst, du willst, du wirst es thun! 10. So sei es: Amen! Herr, erhör! Stärk unsern Glauben immer mehr; und unser Flehn ist Zuversicht! wir bitten dich und zweifeln nicht. So sing das Amen unser Mund, und es erschall aus Herzensgrund. Der 86. Pfalm. Mel. von Nr. 201. Allgemeine Gebetlieder. 6. Stolze haben mich umgeben und Tyrannen; meinem Leben drohen sie, und scheuen nicht dein allsehend Angesicht; aber du bist ganz Erbarmen, ein Verschoner, mild den Armen, treu den Frommen, voll Geduld, groß durch Wahrheit und durch Huld. 407. He 7. Wende dich zu deinem Knechte, deiner Magd Sohn; deine Rechte stärk ihn, sei ihm gnädig, Gott, hilf ihm mächtig aus der Noth! wirke, mir zum Heil, ein Zeichen, daß die Feinde schamroth weichen, wenn sie sehn, daß du mich liebst, und mit deinem Schuß umgibst! Mel. Aus tiefer Roth schrei ich.- 119. err, erhöre meine Klaher auf meine Plagen, elend bin ich, arm bin 408. Gott, deine Güte reicht ich, und vertraue nur auf dich. Rette Wolken gehen. Du frönst uns mit deines Knechtes Leben, der sich heilig Barmherzigkeit, und eilft, uns beizudir ergeben; ach! mir leucht't ein stehen. Herr, meine Burg, mein Fels, Strahl des Lichts deines Vaterange- mein Hort, vernimm mein Flehn, sichts. merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Zu dir ruf ich alle Tage: Herr, sei gnädig meiner Klage! schenke neue Freude mir, denn mein Herz verlangt nach dir! du bist gütig, zeigst an allen, die dir flehn, dein Wohlgefallen; ach vernimm auch mein Gebet, höre, wie mein Herz dir fleht. 3. In des Leidens bangen Tagen, wenn mich Feind und Elend plagen, ruf ich nur zu dir, mein Gott! fleuch, sprichst du, zu meiner Noth! eitel ist die Macht der Götter, du allein bist mein Erretter; Herr, wie wirkst du wunderreich! wo sind Werke, deinen gleich? 4. Herr, es werden alle Heiden, die du schufest, einst mit Freuden zu dir nahn, und sich allein deinem Dienst und Ruhme weihn. Dir ist Niemand zu vergleichen; du bist groß und du thuft Zeichen; du bist Gott und keiner mehr; dir gebühret Preis und Ehr. Mel. von Nr. 13. 5. Sehre, Herr, mich deine Wege 409. Ich komme vor dein Andaß ich richtig wandeln zu deiner Furcht allein alles in mir einig sein! ewig dankt dir mein Gemüthe; herzlich rühm ich deine Güte, die mich hold aus Finsterniß, aus dem tiefsten Grabe riß. gesicht; o Gott, mein Flehen nicht: vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld! 2. Sch bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gefandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wolleft du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. 2. Schaff du in mir ein reines Herz, ein Herz, das dir in Freud und Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 22 Schmerz voll Dank und Demuth sich er-| mer groß an Rath und That. Du gibt, dich fürchtet und inbrünstig liebt. willst, daß mit Gebet und Flehn wir 3. Sei mein Beschützer in Gefahr. stets auf deine Hülfe fehn. Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand. Erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrft. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht, und treu in allen meinen Pflichten sei. 2. Drum komm ich auch mit meinem Beten, o Gott, vor deinen heilgen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! denn mich vertritt bei dir dein Sohn. In ihm hab ich die Zuversicht, mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. 3. So gib mir denn nach deinem Willen, was deinem Kinde heilsam ist. Du nur fannst meinen Mangel ftillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Ruh. 7. Bekämpf ich gleich aus eigner Kraft zu schwach, Herr, meine Leidenschaft, so ziehest du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 4. Gib mir Beständigkeit im Glauben; laß meine Liebe brünstig ſein. Will etwas mir dies Kleinod rauben, so schränke die Versuchung ein, und stärke mich mit heilgem Muth; so sieg ich über Fleisch und Blut. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gib deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 5. Bewahr in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, aufs Gute stets beslissen, das sich vor deinem Auge scheut. Und fehl ich, Gott, so strafe mich zu meiner Beßrung väterlich. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß, und, dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüß und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Bater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Noth und Plagen vor dir still und demüthig ift; ein Herz voll Zuversicht zu dir und voll Geduld, verleihe mir. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Troft und Beispiel gibi. 7. Das andre wird sich alle fügen. Du weißt am besten, was mir nützt. An deiner Huld laß ich mir gnügen, die Schwache mächtig unterstützt. Zus frieden, Vater, folg ich dir, befestge diesen Sinn in mir. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel: so bleib, Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 8. Soll ich auf Erden länger leben, so gib, daß ich dir leben mag. Laß 13. Und wird sich einst mein Ende mir den Tod vor Augen schweben; nahn, so nimm dich meiner herzlich und kommt dereinst mein Sterbetag, an, und sei durch Christum, deinen so sei mein Hingang aus der Zeit Sohn, mein Schirm, mein Schild ein Eingang in die Herrlichkeit. und großer Lohn. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. Mel. von Nr. 234. kann, Gott, du Brunn411. Gott, du frommer 410. Wer es haben, das quell aller Gaben, ohn den nichts ist, nicht von dir den Ursprung hat; du bift der Geber aller Gaben, und imwas ist, von dem wir alles habent: gesunden Leib gib mir, und daß in 1 222 Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. solchem Leib ein unverletzte Seel und Lebenslauf, alle deine. Wohlthat zährein Gewiffen bleib. len, würden Zeit und Worte fehlen. 3. Alles, was ich bin und habe, Leib und Seele, Gut und Stand, kommt, als dein Geschenk und Gabe, blos von deiner Baterhand. Habe Dank für deine Treu! fie ist alle Morgen neu. Habe Dank für deinen Segen! alles ist daran gelegen. - 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen. Gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gib, daß ich meinen Feind mit Sanft muth überwind, und zur Versöhnlichteit bereit sei, als dein Kind. 5. Segne alle meine Thaten durch den werthen Segensgeist! laß sie täg lich so gerathen, daß mein Herz dich täglich preist; es ist dein, und nicht mein Werk, drum verleih mir Muth und Stärk, stets gerade durchzugehen, nicht auf Menschengunft zu sehen. 6. Trener Gott! du wirst mich lehren, wie ich flüglich handeln soll, daß mein Thun zu deinen Ehren und des Vaterlandes Wohl immer eingerichtet sei; höre mich und steh mir bei, daß der Feind durch Lift und Tücke mir nicht dieses Ziel verrücke. 7. Hilf mir meine Noth und Pla gen, meines Amtes Bürd und Laft und sonst alles freudig tragen, was du auferleget haft. Findet sich Ge fährlichkeit, Hinderniß, Verdruß und Neid: laß mein Herz sich ja nicht quälen, sondern alles dir befehlen. 8. Dir befehl ich meine Sachen! dir sei alles heimgestellt. Herr! du wirft es also machen, wie es deinem Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. 412. Lie iebster Sesu! Gnaden- Rath gefällt. Bricht auch Kreuz und sonne, meines Her- Noth herein, scheinet es gar aus zu zens Zuversicht, meine Freude, meine fein: laß mich ruhn in deinem Wonne! ich komm vor dein Ange- Willen, und damit den Kummer. sicht. Ob ich schon ein Sünder bin, stillen. werf ich doch den Muth nicht hin, 9. Muß ich auch Berspottung höweil ich, auch als Asch und Erde, ren, werd ich hier und da verlacht: nicht von dir verstoßen werde. laß dies meine Ruh nicht stören. 2. Herr! ich muß vor allen Dingen, Bin ich, Welt! von dir veracht't! ob ich schon nicht völlig kann, dir wohl! mach immer was du willt, ein schwaches Danklied bringen, daß Gott ist mir doch Senn und Schild, du mir viel Guts gethan. Wollte wider den will ich nicht sprechen, ich von Jugend auf, durch den ganzen| noch mich an den Feinden rächen. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es chriftlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück, so gib auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, und unter mancher Last hindurch ins Alter dringen: So gib Geduld; laß mich auf deinen Wegen gehn, und auch im Alter noch, Herr, deinen Ruhm erhöhn. 4. Stärke mich mit deiner Güte, Heiland, ferner Tag und Nacht. Führ mich selber, und behüte mich durch deiner Engel Wacht; laß diefelben bei mir stehn, wenn ich ein und aus muß gehn, wenn ich reise, schlafe, wache und in jeder guten Sache. 7. Laß mich an meinem End auf Chrifti Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; der Leib, Herr, ruhe sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort verklärt ins Leben ruft. Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 223 10. Soll ich hier noch länger leben, 6. Drum, lieber Bater! der du nehm ichs gern und willig an. Ich dich so hoch gesetzt, und fürchterlich will Gott nicht widerstreben, wenn aus schwarzen Wolken blitzest; schrei ich ihm nur dienen tann. Drum, ich im Staub, hör von dem Thron, Herr, mach mich dir getreu, gib wo du, Weltherscher, sizest. gefunden Leib dabei, und laß mich an deinem Fügen und an deiner Huld begnitgen. 7. Verleihe mir, o Gott, das Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen senfet. Wo kommt 11. Soll ich bald von hinnen schei- mir wahre Weisheit her, wenn sie den, bin ich auch dazu bereit. Bringe mir Gott nicht schenket? mich nach kurzem Leiden an den Ort der Seligkeit. Nimm, nach hier vollbrachtem Lauf, meinen Geift zu dir hinauf. Ruht im Grabe, müden Glieder, Jesus kommt und weckt euch wieder. - Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr 2c. 413. d weiß es, Gott! mein ganzes Thun, mein Glück mag nicht auf mir beruhn, von dir kommt Heil und Se- gen; ich kann mich, Höchster, ohne dich, nicht regen noch bewegent. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß er thut, was er ausgedacht, und seines Gangs sich freuet. Der Allmacht Rath wirkt es allein, wenn unser Rath gedeihet. 3. Oft denkt der Mensch mit stolzem Muth: dies macht mein Glück, dies ist mir gut! und ist doch weit gefehlet; oft steht er auch für schädlich an, . was Gott zu gut ihm wählet. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann sein Werk mit vieler Klugheit an, und bringts doch nicht zu Stande. Er meint, er bau ein festes Haus, und bauet auf dem Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn schon über alle Berge hin, und wenn er um sich siehet, so hält ihn noch das niedre Thal; umsonst war er bemülhet. 8. Erleuchte mich von deiner Höh; gib Weisheit, daß ich nie besteh auf meinem eignen Willen. Hilf mir, mein Gott, mit Rath und That, das, was du willst, erfüllen. 9. Laß mich stets prüfen, und was gut, behalten; laß durch Fleisch und Blut mich nie verleitet werden. Dein mein beste Theil, fet auch mein Theil auf Erden, 10. Was, weises, bestes Wesen! dir gefället, das gefall auch mir; ift etwas dir entgegen, so laß davor auch deinem Knecht den größten. Abscheu hegen. 11. Ein Werk von dir begleite Glück; ists nicht von dir, so treibs zurück, und ändre Herz und Sinnen. Was deinem Rathschluß widerspricht, das muß von selbst zerrinnen. 12. Umsonst bemüthet sich die Welt, ein Werk, das, Höchster, bir gefällt, mit Stolz zu hintertreiben; was Gott thut und beschlossen hat, das muß wohl stehen bleiben. 13. Beut mir die Hand, und es wird leicht, was mir sogar unmöglich deucht. Die Werke deiner Hände gelangen allzeit, weiser Gott! zu einem guten Ende. 14. 3war wird mir oft der Anfang schwer; hier braust die Luft, dort tobt das Meer; zurücke möcht ich treten; doch alle Schwierigkeit und Noth heißt mich nur brünstger beten. 15. Wer betet, wirft, und Gott vertraut, wird, wenn ihm schon zuweilen graut, zu seinem Zwecke kommen. Er spricht: wer wälzt den Stein uns weg? und er ist weggenommen. 16. Der Tugend Pfad scheint rauh und wild, er hat, mit Dornen ange füllt, nichts, was die Sinnen rühret. 224 Zweiter Theil. Er ist indeß der sichre Pfad, der dich zur Freude führet. 17. Du weißt, mein Gott, was mir gebricht; an Macht zu helfen fehlt dirs nicht, du stärkst die müde Seele. Gib, daß ich, deinem Wink getreu, des Weges nicht verfehle. 18. Dir, Herr, gebühret Ruhm und Ehr; ich will dein Thun je mehr und mehr von Grunde meiner Seelen, vor deinem Volk, vor aller Welt mein Lebelang erzählen. - Besondere Gebetlieder. 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft; bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weislich zu regieren. Drum bitt ich dich, laß, Höchster, mich selbst deine Weisheit führen. 7. Gib, daß ich meine Lebenszeit, nur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe, bis ich Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. 414. Von ganzer Seele preis einst dir dort für und für Lob, Preis und ich dich, Herr, der du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laß für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. 415. erleih uns Frieden 2. Wer schenkt uns Leben, Glück and Ruh? Wer gibt uns Kraft zur Pflicht? mur du schaffst Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn nicht uns erfreun, so kann uns nichts gelingen. gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja tein andrer nicht, der für uns könnte streiten, 3. Du schufft und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dirs gefällt. Du lenkst der Menschen Herzen. Sei auch mein Licht und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. denn du unser Gott alleine. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens 2. Gib Gnade unsrer Obrigkeit, Pflicht; doch fühl ich auch, was mir Licht, Heil und vielen Segen, daß gebricht, die Blindheit meiner Seele. wir gottselig allezeit, gerecht und zütchAch, Gott der Huld, vergieb die Schuld, tig mögen ein ruhigs Leben führn. wenn ich aus Schwachheit fehle. Amen. b. Besondere In geistlichen Anfechtungen. Mel. von Nr. 33. 6. Herr, dessen Huld uns ewig liebt, laß mich beim Segen, den sie gibt, auf dich, den Geber, schauen. Selbst wenn du schlägst, und Kreuz auflegst, so laß mich dir vertrauen. 416. Du u bist ja, Jesu! meine Freude! warum ist denn mein Geift betrübt? kann denn die Freud auch bei dem Leide sein in dem Herzen, das dich liebt? ach ja, mein Jesu! deine Liebe füllt meinen Geist mit Freuden an, daß, wenn ich mich darinnen übe, fie keine Zung aussprechen kann. 2. Weil aber noch nicht ganz ge dämpfet in mir mein böses Fleisch RE Gebetlieder. und Blut, und noch der Geist dar wider kämpfet, wird oft dadurch ges kränkt der Muth: drum leg ich mich vor dir mit Flehen, ach flärte mich in diesem Streit! laß Hülfe mir, mein Heil, geschehen, daß ich mög überwinden weit. 3. Du hast, o Held! ja überwun den, gib mir auch Ueberwindungsfraft, und laß mich in den Kampfesstunden erfahren, was dein Leiden schafft, dadurch ich kann den Feind besiegen, da Sünde, Teufel, Höll und Tod nun unter deinen Zweiter Theil. Füßen liegen, so mach sie auch an mir zu Spott. - Besondere Gebetlieder. 225 mein Herz nun also ruhn? bin ich nicht ein schnöder Sünder? ach, die Sorge nimmt mich ein: wie kann Gott dein Vater sein? 4. Ich trau allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verspricht. Es fagt, daß nichts den Deinen schade, weils nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ja angenommen, wie es mein Herze wohl verspürt; da ich bin flehend zu dir kommen, hat mich dein Gnadenblick gerührt. 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwürdig, bin, so gib, daß ich stets an dir bleibe, und in mir habe deinen Sinn. mich nicht andre Helfer suchen. Besitze du mein Herz allein. Laß falsche Lüfte mich verfluchen; dein Leben laß mein Leben sein. Laß 6. Bib, daß ich mich in dir er freue, weil mich dein Herz beständig liebt, doch auch dabei kein Leiden scheue, weil solches meinen Glauben übt. Gib, daß ich immer stärker ringe, und in Besiegung aller Pein ich immer näher zu dir dringe; da wird die Freude ewig sein. Mel. Ach, mein Jesu, fieh, ich trete. 417. Hal und Angst muß ich empfinden, ob ich Gottes Kind auch sei; denn der Kindschaft Pflicht und Treu brach ich oft durch schwere Sünden, die ich wider Gott verübt, und wodurch ich ihn betrübt. 2. Ach! der Bund ist übertreten, welchen Gott mit mir gemacht. Ach! ich hab ihn nicht bedacht. Will ich nun zum Höchsten beten, fällt mir oft der Zweifel bei: ob ich Gottes Kind auch sei? 3. Gott erhört nur seine Kinder, welche seinen Willen thun. Kann 4. Stürmen auf mich Trübfalswinde, wird mein Glaube vollends klein; und ich schließe mir zur Pein: Gott verfährt mit seinem Kinde nicht so scharf; wärst du sein Kind, wär er nicht so hart gesinnt. 5. Darum fleh ich: hilf mir Armen, Vater der Barmherzigkeit! tilge dieses herbe Leid durch dein väterlich Erbarmen; und verwirf mich Armen nicht ganz von deinem Angesicht. Vater! laß mich Gnade finden; sprich mich, den verlornen Sohn, 6. wieder frei vor deinem Thron. Ich will mich auf Christum gründen. Darum schenke mir die Schuld, und ertrag mich mit Geduld. 7. Dein Kind fernerhin zu heißen bin ich freilich nicht mehr werth. Doch, da mich dein Geist bekehrt, kann dein Bund auch nicht zerreißen. Schau, ich kehr zu meiner Pflicht; Herr, darum verstoß mich nicht! 8. Herr! ich sage dir aufs neue wieder Pflicht und Liebe zu, die du Batertrene, den mit Gnadenaugen an, blicke du nach deiner für den Sesus gnug gethan. 9. Du sollst doch mein Vater blei ben, wenn gleich deine Zucht mich erwedt. Dir will ich mich ganz verschreckt, und mir Schmerz und Angst schreiben. Herr, dir leist ich Treu und Pflicht, bis mein Herz im Sterben bricht! Mel. Entbinde mich, mein Gott. 418. B efreie meinen Geift, o Gott, von schnöden Banden. Du fiehst, wie willig er, wie schwach mein Fleisch noch ist. Mach des 15 226 Zweiter Theil. Versuchers List durch deine Kraft zu Schanden, der du der Sünder Trost, der Schwachen Beistand bist. Noch streit ich, schau herab von deinem Gnadenthron! gib mir zum Kampfe Kraft, und hilf durch deinen Sohn. 7. Ich trau auf Gott: was kann dann meine Ruhe stören? doch bringt 2. Ein Sclav, den jeder Reiz der die Phantasie mir manchen Schrecken Sünde leicht entzündet, war ich; bei. Der Sorgen kann ich mich nicht Dank sei dir, Gott! du hast mich immerhin erwehren; die Schwermuth, frei gemacht. Doch laß mich, da sich die mich drückt, läßt meinen Geift noch so mancher Fallstrick findet, der nicht frei. Ich seh den stärksten Trost, meiner Freiheit droht, mein Gott, und merke seine Kraft, und seufze, nie aus der Acht! mir überlassen, daß kein Troft in meinem Herzen bin ich ohne Hülf und Rath! doch durch dich bin ich stark; bei dir ift Rath und That. haft't. 2 1 Besondere Gebetlieder. außer dir, ist Eitelkeit und Bein. O, möcht ich ungestört mit dir vereinigt sein. meinem Blick den Himmel. Des Bei6. Der Umgang mit der Welt raubt spiels Reiz ist stark, mein Widerstand oft schwach. Ich meide dann die Welt und ihr verwirrt Getümmel, doch in der Wüste eilt mir meine Schwäche nach! hier, wie in dem Gedräng, merk ich, was Fleisch und Blut, wenn du nicht bei mir bist, beim besten Vorsatz thut. 8. Oft schleicht das Ich, der Feind der hohen Menschenliebe, ins unbe 3. Ach! ich sollt himmelwärts, und störet meine Ruh durch seine wachte Herz von neuem wieder ein, gleich fühnen Adlern fliegen; der Hang zum Irdischen läßt mich noch lieb, und ich bin noch so klein! so niedern Triebe; mich dringet Jesu nicht hinauf! du läß'st, die auf dich wechselt stets bei mir das Licht jehn, stets neue Stärke kriegen; du gibt den Mülden Kraft und förderst gibt den Mülden Kraft und förderst ihren Lauf! laß mich, der Welt entwöhnt, starr nach dem Himmel fehn, und zu dir immer mehr mich aus dem Staub erhöhn. mit Finsterniß. Wann kömmst du, starter Gott, und machst mein Herz gewiß? 9. Befreie mich, mein Gott, von allen diesen Banden! du siehst, was meinen Geist im Fleisch gefangen hält. Ich hoff auf dich, mein Heil! wie 4. O, dieser Leib des Tods be- würd ich denn zu Schanden im Streit schwert die arme Seele; der Sinnen mit Fleisch und Blut, mit Satan Zauberkraft entrückt dem Geift sein und der Welt? die Fessel, die mein Ziel, daß ich, vom Sinnlichen gelenkt, Herz mit Freuden trägt und küßt, des Wegs verfehle, der Vorurtheile reicht deine Liebe mir, die unausRaub, der Leidenschaften Spiel, oft sprechlich ist. thu, was ich nicht will, und, was ich will, nicht thu. Ach, siehe meinem Kampf nicht ohne Mitleid zu. 10. Wen diese Liebe bind't, ist nicht ein Knecht der Sünden; in diesen Banden bleibt er ein recht freier Mann. 5. Ich weiß, ich liebe dich, doch, Wie willig laß ich mich mit Liebeses sei dir geflaget! noch lange nicht seilen binden! ich folge dir mit Luft so sehr, als selbst mein Herz begehrt, auf der bestimmten Bahn. Befreie das oft noch in die Welt verstohlne du mich nur von mir und von der Blicke waget, und damit seine Ruh Welt, damit mein edler Geift sein und deine Liebe stört. Doch alles, Freiheitsrecht behält! Zweiter Theil. In allgemeinen Nöthen und Landplagen. Der 85. Psalm. Mel. D Gott, du frommer Gott.- 8. 419. Nie gnädig warst du, deinem Lande! wie halfft du ihm! 420. Alters Ss zieht, o Gott! ein Kriegeswetter jetzt einher. Bist du, wie oft zerbrachst du Jakobs Bande! über unser Haupt und schonteft deines Volks mit väter- Herr, hier nicht unser Retter, so licher Huld, vergabft die Missethat, ists für unser Land zu schwer. Sich! bedecktest seine Schuld. wie die Fürften sich entzwein, und sich zu unterdrücken dräun. 2. Dein strenger Zorn erlosch mit allen seinen Flammen, sobald es sich entschloß, die Sünde zu verdammen. Die Menschen fündigen; du bleibst dir immer gleich, gerecht und heilig stets, und stets an Gnade reich. 2. O laß mich hier allein, o Bater, auf dich und deine Vorsicht schaun; auf dich, den mächtigsten Berather, und nicht auf Menschenhülfe baun, die ohne dich uns gar nichts nützt, 3. Hilf, hilf uns, unser Gott! laß die nur durch dich uns träftig schützt. wegen unsrer Sünden uns deine Rache 3. Kein blinder Zufall herrscht auf nicht, Herr, unser Heil, empfinden! wie schrecklich ist dein Grimm! ach, Erden; du bist es, der die Welt soll er ewig glühn? und willst du beine Huld auf ewig uns entziehn? regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, die Stolz und Neid zu uns geführt. Seid böfe, Bölfer, rüstet euch! sei du für uns, so fehlt der Streich. 4. Wann kehrt zu uns zurüd dein Troft, o Gott, dein Segen, daß wir, dein Erbtheil, uns in dir erfreuen mögen? o laß uns leben, Gott! laß uns dein Antlitz sehn; sei gnädig, hilf uns aus! hilf, ehe wir vergehn! 5. Jeboch, ich hör uns schon den Gott des Trostes trösten! Heil gibt er seinem Volk und Ruhe den Erlöften, die er erwählet hat, wenn wir nur heilig sind, und unsre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt! 5. Je weniger fich öfters zeiget, woher die Hülfe kommen soll, je mehr Gefahr und Plage fleiget, und alles an Verwirrung voll: je größer mache mein Vertraun, o Gott, auf dich allein zu schaun. 6. Geflügelt naht sein Heil sich seinen frommen Knechten; und Gottes Ehre wohnt im Lande der Gerechten. Barmherzigkeit und Treu umfahn sich schwesterlich, Gerechtigkeit und Fried umfahn und küssen sich! 7. Der Glaube kommt zurück und blitht auf Erden wieder; die Gnade fieht mit Luft von ihrem Himmel nieder, und segnet Gottes Bolt, das feinem Dienst geweiht, thut, was ihm wohlgefällt, und seines Heils sich freut! 6. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Kraft? Der Roff' und Wagen stark Gedränge ists nicht, was Feinden Sieg verschafft. Der Mensch vertraut darauf zwar gern; jedoch der Sieg kömmt nur vom Herrn. 7. Drum werf ich mich in deine Arme, du Vater der Barmherzigkeit! und flehe voll Vertraun: erbarme 8. Der Herr begnadigt uns; das dich über uns zur schweren Zeit. Land bringt seine Früchte, und seine Laß Gnade nur für Recht ergehn: Huld geht her vor seinem Angesichte, so bleiben wir doch aufrecht stehn. 15* S Besondere Gebetlieder. 227 verbreitet Glück und Heil auf Gottes Eigenthum, und Israel frohlockt, und bringt ihm Preis und Ruhm. - Im Kriege. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 4. Die allerfeinsten Kriegesliften vereitelt leicht dein weiser Rath. Nie wird der Feind das Land verwüsten, das dich, Gott, zum Beschützer hat. Durch dich hat oft die kleinste Macht ein großes Heer zur Flucht gebracht. 228 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 8. Doch findet, Herr, dein weifer 5. Um seinetwillen schone du; erhöre Wille noch ferner Züchtigungen gut: unsre Klagen. Verleih uns wieder wohlan, so schweig ich und bin stille Fried und Ruh, und wehre allen bei dem, was deine Vorsicht thut. Plagen. Erbarm, o Herr, erbarme Ich, dein Geschöpf und auch dein dich, und rett uns alle gnädiglich Kind, weiß, daß es Vaterschläge sind. von Krieg und Kriegsbeschwerden! 9. Die kleine Einsicht meiner Seelen, Herr, schreibe niemals dir was bor. So grob laß du mich niemals fehlen; so hart und grob fehlt nur ein Thor. Sft gleich, was deine Weisheit thut, mir oft ein Räthsel, ifts doch gut. 6. Gott! du kannst der Fürsten Herz wie Wafferbäche lenken. Ach! laß sie einst der Völker Schmerz recht väterlich bedenken! sprich du selbst ihnen mächtig zu, daß sie auf ihrer Länder Ruh und Wohlfahrt ernstlich denken. - 10. Nie grimmig, sondern nur mit Maaßen sind deine Strafen eingericht't. Du wirst uns nicht zerstören laffen. Nein, Vater, nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch Angst und Bein geläutert und gereinigt sein. 7. O Herr! wir fallen dir zu Fuß, du wollest uns erhören! gib, daß wir uns mit wahrer Buß in Ernst zu dir bekehren, damit wir nicht an unserm Theil felbst unser eignes Glück und Heil, den theuren Frieden, stören. 11. Zuletzt wird jeder sagen müssen, 8. Breit wieder aus um unser Land das hat Gott, unser Gott, gethan! so die Flügel deiner Gnaden. Beschütz brach er, nach verborgnen Schlüssen, und segne jeden Stand. Laß nichts zum bessern Endzweck leicht die Bahn! uns weiter schaden. Wir wollen solche zulegt errettet deine Hand, barm- Gütigkeit und Vatertreu zu jeder Zeit Herzger Gott! das Vaterland. mit Dankbarkeit erheben. 9. Dies alles, Vater, werde wahr; du wollest es erfüllen. Erhör und Mel. Ach Gott, vom Himmel.- 215. Gott! wir treten hier vor dich mit traurigem 421. Gemüthe: wir bitten dich demüthig- von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, lich, rett uns durch deine Güte. die Macht und Ehre! hilf uns immerdar um Jefu Chrifti willen! denn dein, o Herr, ist allezeit, Schau, wie die große Kriegsgefahr fich zu uns naht, und wie sie gar uns zu verderben dräuet. In Theuerung. 2. Gedenke, Vater, jetzt nicht mehr, Mel. Von Gott will ich nicht lassen.-56. daß wirs verdienet haben. Gedenke reicher Gott der nicht, daß wir so sehr die uns ver422. Darmen, du Schöpfer der ewig Glauben hält! weil du Gebet erhörst, so kommt in seinen Nöthen auch alles Fleisch mit Beten zu dir, der du uns nährst. lichnen Gaben geschändet, und so aller Welt, du Vater voll Erbarmen, lange Zeit zur Wollust, Pracht und Ueppigkeit undankbarlich mißbrauchet. 3. Wie öfters ist der Nebenchrift gedrücket und betrogen, durch Schein Ses Rechts, Gewalt und Lift das Seine ihm entzogen! darum ist nun dein Zorn entbrannt, die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffentlich vergolten. 4. Verzeih uns solche Missethat um Jesu Christi willen! o, der für uns gelitten hat, kann deinen Zorn 3. Ach, unser boshaft Leben drückt nur stillen. Das Lamm, das unsre uns mit Recht zwar hart; doch wollst Sünde trägt, die du ihm selbst hast du uns vergeben nach treuer Vateraufgelegt, hat sie ja, Gott, verföhnet. art. Die Sünde trägt zwar Frucht; 2. Herr, unsre großen Sünden verdienen diese Noth; daß wir mit Recht empfinden, was uns dein Wort gedroht: Ein fruchtbar Erdreich soll um seiner Bürger willen nichts tragen, sie nicht füllen. Ach, unser Maaß ist voll. S Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 229 doch diese Frucht bringt Schaden. 4. Zwar könntest du, o treuer Hort, Ach, Herr, vergib aus Gnaden dem, auch unser Land und diesen Ort durch der dein Antlitz sucht. Seuch und Pest verheeren, und ganz und gar uns sündge Schaar in deinem Zorn verzehren; 4. Ertrag uns mit Erbarmen; wir tragen herzlich Neu. Erhöre doch uns Armen, nach deiner Wundertreu. Du bist die Zuversicht, zu der wir alle flehen, nach der wir alle sehen, darum verlaß uns nicht. 5. Wir haben dir oft widerstrebt, nach deiner Vorschrift nicht gelebt, was dir mißfällt, verübet; wir haben dich oft freventlich mit Uebelthun betrübet. 5. Gott, unser Heil, ach wende der Zeiten schweren Lauf! thu deine milden Hände, den Schatz der Allmacht auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen; drum auf! und schaff uns allen bei unserm Mangel Rath. 6. Doch handle nicht, liebreicher Gott, ach handle nicht, Herr Be baoth! mit uns nach unsern Sünden! nein, Vater, nein, laß uns allein für Recht jetzt Gnade finden. 6. Du rufft dem Nichts, o Vater, damit es etwas fei. Sei jetzt auch, Gott! Berather, und hör das Angstgeschrei, da uns der Mangel quält. Ja, hilf uns und erhöre auch nun zu deiner Ehre; ersetze, was uns fehlt. 7. Laß alle Frucht gerathen, bereichre du das Land; erquicke seine Saaten mit deiner Gnadenhand; ja segne, was man pflügt, und tränks mit Thau und Regen, daß sein Gewächs und Segen uns wiederum vergnügt. - 8. Dein Gutes überschütte und kröne Jahr und Zeit; es triefen deine Tritte von lauter Fettigkeit; laß alles, was nur webt, am morgen wohl gedeihen, am Abend sich erfreuen, mach fröhlich, was da lebt! In Seuchen. Mel. In dich hab ich gehoffet. 413. 423. Nh Gott, du unser Lebenslicht, Herr, unsre Burg und Zuversicht, du Trost und Heil der Armen! wir bitten dich demüthiglich, erzeig uns doch Erbarmen. 1 2. Wir spüren, daß der Seuche Gift schon hin und wieder Manchen trifft; es fänget an zu wüthen; drum flehen wir und schrein zu dir, du wollest uns behüten. 7. Ach, schenk uns doch aus Gütigfeit die Schuld, die uns von Herzen reut, und laß uns nicht verderben. Ach, laß uns nicht durch dein Gericht in Sünden plötzlich sterben. 8. Beschütz uns, Herr, mit deiner Hand; schütz unsre Stadt und unser Land, sammt allem, was wir haben. Verlaß uns nie; erfüll uns früh mit deinen Gnadengaben. 9. So wollen wir voll Dankbarkeit dich, höchster Vater, jeder Zeit von Herzen ehren, preisen; und dann auch dort, o werther Hort, dir ewig Lob erweisen. 3. Wir beben, Herr, bei deiner Stimm. Ach, straf uns nicht in deinem Grimm mit dieser bösen Seuche. Hilf uns, o Gott, wend ab Noth, daß sie uns nicht erreiche. 3n besonders schmerzhaften langwierigen Frankheiten und Verfolgungen. Der 38. Pfalm. Mel. von Nr. 79. 424. Straf, o Herr! mich nicht im Grimme, und beflimme über mich kein Rachgericht! rüge meiner Sünden Menge nicht mit Strenge, und verstoß mich Armen nicht! 2. Alles Fleisch ist mir verschwunden von den Wunden, die dein Born geschlagen hat. Mein Gebein erquickt kein Friede, siech und müde macht es meine Missethat. 3. Meine Schuld, wie hoch fie stei get, drückt und beuget mich bis in den Abgrund fast. Stinkend eitern die mir die Wunden. Bange Stunden machen mich mir selbst zur Laft. 230 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. Herz zerbricht.) 4. O, wie trübet meine Tage manche Höhe auf das Wehe, wovon fast mein Plage! trumm gebüdt geh ich ein her; schon verdorrt mein Eingeweide; Troft und Freude fennt mein banges Herz nicht mehr. 15. Komme denn, erzeig mir Armen dein Erbarmen! eile, mir in meiner Noth bald mit Beistand zu erscheinen, mir, dem Deinen, eile, hilf mir, Herr, mein Gott! 5. Mir vertrocknen alle Säfte. Meine Kräfte find dahin! ich seh tein Licht. Es umziehen schon mich Matten schwarze Schatten; mein umwölfet Auge bricht. Auf der Reise. flichn als Feinde meine Qual und 425. J Herr Christ! will ich 6.( Meine sonst geliebten Freunde Mel. Ach Gott, vom Himmel. 215. deinem scheuen mich. Alle meine Anverwandten und Bekannten fliehen und entfernen sich. 7. Die mein Tod ergegzet, stellen, mich zu fällen, Netze; falsch ist Wort und That. Die mir Uebels wollen, denken, mich zu kränken, auf Betrug und auf Verrath. nun weiter( zur Reise) gehen; du, der du mein Begleiter bist, wirft mir zur Seite stehen. Herr, Leib und Seel befehl ich dir, nebst Ehr und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheeret. 2. Ich weiß, ich bin in dieser Zeit 8. Ich soll taub sein und nicht stets mit Gefahr umfangen; auch werd hören, noch sie stören, wenn die ich in der Sterblichkeit nie völlig Ruh Samach das Herz mir bricht. Taub erlangen. Ich bin ein Pilger, der soll ich ihr Lästern tragen, und nichts den Fuß und Stab stets weiter setzen fagen, wenn die giftge Zunge sticht. muß, und hier kein Bleiben findet. 9. Doch ich harre dein, du höreft und gewähreft meine Bitte, Herr, mein Gott! übergib mich ihrer Rotte nicht zum Spotte; rette mich aus meiner Noth!) 3. Doch hilf du, daß ich auch wie du, in allem überwinde, bis daß ich dort die wahre Ruh, die rechte Heimath finde. Da sind dann Müth und Sorgen aus, da bin ich eigentlich zu Haus, die Unruh hat ein Ende. 1 10. 3war verdien ich, daß die Freude von mir scheide; ich verscherzte deine Huld. Ach, ich möchte wohl verzagen! meine Plagen sind ja meiner Sünden Schuld. 11. Doch schau, groß von Gnad und Treue, meine Reue! ich verdamme mich vor dir. Ach, wie martert das Empfinden meiner Sünden! und wie schäm ich mich vor mir! 12.( Aber sollen die sich blähen, die mich schmähen, und mir täglich Unrecht thun? weil das Glück sie hat erhoben, will ihr Toben wider deinen Knecht nicht ruhn. 13. Wie lang sollen sie mich schelten? fie vergelten meine Redlichkeit mit Hohn. Weil ich mich für dich bemithe, Böses fliehe, trag ich haß und Schmach davon. 14. Doch will alle Welt zusammen mich verdammen, so berwirf nur du mich nicht. Blicke, Herr, von deiner 1 4. An diese Ruhstatt denk ich nun anjetzt bei meinem Wallen. Herr! hilf und lehre mich hier thun nach deinem Wohlgefallen. Leit mich allzeit auf rechter Bahn; und fang ich etwas Gutes an, so führ es wohl zum Ende. 5. Dir, Herr, ist mein Beruf bes fannt, er fordert diese Reise. O führe du mich bei der Hand, damit, zu dei nem Preise, ich redlich thue, was ich soll. Mein Herz soll dich, des Dankes voll für deine Führung loben. 6. Nur bitt ich, o mein Gott, ver leih, daß ich behutsam wandle, und immerdar vorsichtig sei, nie frech und strafbar handle. Durch deines Geiftes Gütigkeit gib Rath, Verstand und rechte Zeit zu meinem Thun und Laffen. 7. Nimm dich, o Herr, der Meinen an, die ich zurück gelaffen. Du wolleft sie, mehr als ich kann, mit treuer Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 231 Huld umfaffen. O, laß fie dir em- fie hin! durch Gottes Stimme wird pfohlen sein, und uns bald mit einan- erschüttert die wundervolle Wüste Sin. der freun, wenn wir uns wieder sehen. 9. Erschreckt von dieser mächtgen Stimme, gebären Hindinnen zu früh. Und schnell entblößet sie im Grimme die Wälder und entwurzelt fie. 8. Auf seinem Weg sieht Jacob dort von Engeln ganze Schaaren. Nun reift er froh und muthig fort. Auch mich wird Gott bewahren. O nimm mich, Herr, in deinen Schutz; und weffen Lift, Gewalt und Truß kann mir alsdann wohl schaden? - 10. Gott spricht, daß er verherrs licht werde; sagt ihm im Tempel Lob und Dank! er sprach und richtete der Erde die Sündfluth zu zum Untergang. 11. Und fie vertilgte die Verbrecher, die seines Namens Ehr entweiht. Da 9. Nun, Vater! dir ergeb ich mich. Ich bin in deinen Händen. Du wirst, ich hoff es, gnädiglich hier meine Wall- war er König, Richter, Nächer, und fahrt enden. Dann laß mich, wenn es das ist Gott von Ewigkeit. dir gefällt, nach aller Unruh dieser Welt dort ewig bei dir wohnen. 12. Gott wird in aller Feinde Stütrmen den Kindern Jacobs Kraft vers leihn. Er wird sie segnen, sie beschirmen, um sie wird großer Friede sein. Bei Gewittern. Der 29. Pfalm. Mel. von Nr. 46. ringt her, ihr mäch- 427. Och beffene Sraft 426. B tigen der Erde, bringt träget, der Erde, Luft und Meer Mel. Nun dantet alle Gott. 9. Höchster, Luft, Meer und Erde Her dem Herrscher Lob und Macht! der Ehre seines Namens werde von euch der Dank und Ruhm gebracht! durch einen Wink beweget: ich lobe deine Güt, ich preise deine Macht, auch da bei deinem Blitz der Donner schreckend kracht. 2. Im heilgen Schmuck fallt vor ihm nieder, mit reiner Unschuld angethan, mit hingeworfnen Leibern nieder, und betet den Weltherrscher an! 3. Die Stimme Gottes wälzt im Meere gethürmte Wogen vor sich her. Er donnert laut, der Gott der Ehre, auf großen Waffern donnert er. 2. Dräut gleich der Grund der Welt zu wanken, zu vergehen; läßt die geborstne Luft gleich nichts als Flammen sehen; heult gleich mit Ungestüm empörter Winde Wuth; droht dem erschrocknen Land gleich eine Wafferfluth: 4. Gott spricht. Voll Kraft ist seine Stimme; er spricht: so steht da, was er schafft. Gott spricht, und herrlich ist die Stimme, in ihr ist Majestät und Kraft. 5. Die Stimme Gottes schilt die Cedern; schnell, wie der Strahl zersplittern sie. Die Stimme Gottes ruft den Cedern, dem Libanon entstürzen fie. 6. Sie macht sie hüpfend, wie die Kälber, fie stürmet, daß der Libanus, daß der erhabne Hermon selber wie ein jung Eichhorn hüpfen muß. 1 3. So zittert, blitt und rauscht doch alles Gott zu Ehren. Er läffet seine Stimm im Donner prächtig hören; er zeiget seine Kraft und seine Lieb, es bricht selbst durch der Wolken Nacht des Schöpfers Weisheitslicht. 4. Gott führet väterlich, zum Nutzen und zum Segen, der Wolken feuchte Frucht, den oft erbetnen Regen, durch Wind und Wetter her; macht durch der Blizze Brand nicht nur die Lüfte rein, tränkt auch das dürre Land. 7. Gebirge stürzet sie zusammen, der Erdkreis bebt, da er sie hört. Des Höchsten Stimme haut wie Flammen, sie hauet um sich und zerstört. 8. Die Stimme spricht; die Wüste 6. Denn ob darüber gleich Luft, zittert, welch Schrecken brauset durch Meer und Erd erschüttern, so darf 5. Weisheit sonder Ziel! o Almacht sonder gleichen! o wahrer Va terlieb untrüglich helles Zeichen! ach möchten wir es doch in froher Ehrfurcht sehn, und auch im Wetter selbft der Gottheit Huld verstehn! Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. Mel. von Nr. 42. es 232 ein frommes Herz doch darum nicht Gebrülle wird schwäerzittern! schredt dich des Schöpfers 428. Macht, so denke doch dabei, daß er zu deinem Schut nicht minder mächtig sei. cher, und 7. Gewiß, du ehrst ihn nicht, wenn du zu knechtisch bebeft, und unter Blitz und Knall in lauter Wengsten schwebest. Sieh deinen starken Gott doch nicht so machtlos an, daß er im Wetter dich nicht auch beschirmen kann. die Blizze fliehn; bald schmückt, bei angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Herz! heischet dies nicht deinen Dank? heischt dies nicht einen Lobgesang? 2. Die frohe Heerde blöckt schon wieder; ein Chor der Vögel schwirrt 8. Es wirket seine Macht ein ehr- und fingt nur von dem Herrn verfurchtvolles Grauen, doch auch nicht standne Lieder. Ihr munterer Gesang weniger ein kindliches Vertrauen. An durchdringt der ungemeßnen Lüfte uns liebt unser Gott zwar Ehrerbie- Kreis, dem Segensgott zum Ruhm tigkeit, doch mehr noch Zuversicht, und Preis. noch mehr Gelaffenheit. 9. Und sollte, was er thut, dir etwa Schaden bringen, so suche christlich stark den Unmuth zu bezwingen. Ohn ihn kann nichts geschehn, und was durch ihn geschicht, ist alles nütz und gut, begreift man es gleich nicht. 10. Weil aber dieses nicht in unsern Händen stehet, und man sich bloß, o Herr, durch dich zu dir erhöhet, so fleh ich inmiglich: gib mir die Eigenschaft, die dir gefällig ist, und des Vertrauens Kraft. - 3. O Seele, preise den Erretter, der seine große Kraft bewies; den starken Gott, der sich im Wetter fo majestätisch hören ließ, der selbst des Blizzes Strahlen lenkt, und auch im Zorn der Gnade denkt. 4. Nimm auch des Höchsten theure Güte in Bliz und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe stellt sich ein großer Schauplatz dar von ungezählter Segensspur, zum Labsal aller Kreatur. 5. Wenn bei erhitzter Dünste Glühen sowohl die Menschen als das Bieh den Odem matt und keuchend ziehen: wie froh, wie munter werden sie, wenn in die ängstlich schwüle Luft der Donner kühle Winde ruft. 12. Von unserm Nichts kann nichts so klar uns überführen, als wenn wir die Gewalt der Elemente spüren. Die ungeheure Macht erweiset, wie so klein, so elend, so gering und schwach wir Menschen sein. 6. Wie lieblich hebt sich das Getraide, getränket durch den Regenguß, und wie bergnügt betritt die Weide der neubelebten Thiere Fuß! der muntern Vögel frohes Heer verkündigt des Erhalters Ehr. 13. Drum, Herr, erbarme dich! erbarme dich aus Gnaden! laß dies Gewitter doch den Unsrigen nicht schaden. 7. O Gott! wie viele Segensproben verbreitest du auch durch den Blizz; dich muß man auch im Wetter loben. Du meinst es gut und wie's gib, daß der Schlossen Heer uns weder Leib noch Gut entreiße, noch versehr. Gib, daß der grause Sturm, uns nütz. Dir sei mein Herz ein Dankaltar; dir bring ich Lob zum Opfer dar. 14. Ach, laß in der Gefahr, bei Donner, Blitz und Stürmen, uns deine Lieb und Macht, o Bater, doch beschirmen! vor allem aber gib, wenn die Gefahr vorbei, daß so für Schutz als Nuß, dir jeder dankbar sei! 8. Verfleucht der Knall von Donnerwettern: des Wortes sanfter Donner währt. Droht nun kein Blitz uns zu zerschmettern: des Wortes Leuchten bleibt und nährt. Sei treu, o Herz! bei diesem Licht; Gott rührte dich; vergiß es nicht! 11. So oft wir blizen sehn, so oft wir donnern hören, laß uns, Herr Zebaoth, dich lieben, fürchten, ehren! hat deine Güte schon den Blizz hervorgebracht, so ist sein Strahl doch auch ein Zeichen deiner Macht. Zweiter Theil. Besondere Gebetfieber. Fürbitten. 1 - Für die Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 429. Iehovah, Herr und König der Könige und Herrn, dir ist man unterthä- nig; du herscheft nah und fern, du Gott, Herr Zebaoth! an Ehren groß und prächtig, im Schüßen stark und mäch- tig, SE ein Helfer in der Noth. 2. Nach deines Knechtes Lehre iſt teine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht wäre; ihr Schwert, das Frevlern dräut, das hat sie ja von dir! wer ihr zuwider lebet, der wagts und widerstrebet dir selbst noch mehr als ihr. 3. Ach, lieber Vater, lehre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt! fie tragen ja dein Bild; laß mich Gehorsam üben, und sie mit Ehrfurcht lieben, wie du es haben willt." 233 430. G rlöser! sich auf uns hernieder, auf Hirten und der Heerde Glieder, die wir vereinigt zu dir schrein, und unsre Bitten, unsre Lieder, laß, Herr, dir wohlgefällig sein. 2. Ofelig, welchen du erwählet, und deinen Boten zugezählet, wenn er dein Wort aufrichtig lehrt, und wo er fehlt, aus Schwachheit fehlet, und selbst thut, was man von ihm hört! 4. Die wir zu Herschern haben, laß deinen Willen thun. Geiftes Gaben auf ihnen reichlich ruhn. Du erschest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand 5. Gott von großer Güte, gib ihrem Geiste Licht. Gib Treue' dem Gemüthe zum Urtheil im Gericht. Laß stets durch ihr Bemühn den Frommen ficher stehen, der Bösen Rath vergehen, und alle Stände blühn. Bei der Einführung eines Predigers. 6. Gib, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehrbar Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott du fegnest gern; wir bitten ohn Ermüden: gib Segen, Heil und Frieden durch Jesum, unsern Herrn. 3. So selig sei auch der zu halten, für den wir jetzt die Hände falten, da er sich deinem Dienst geweiht, und solchen würdig zu verwalten sich binden will mit Wort und Eid. 5. O laß ihn, Herr! durch dich belehret, durch keines Irrthums Wahn bethöret, die Wahrheit selbst gerühret Laß deines sehn, und wie sich auch das Fleisch empöret, doch ihre Stege richtig gehn. 4. Du selbst mußt ihm Vermögen geben, mit Licht und Kraft den Geist beleben, und leiten ihn als bei der Hand; dann macht sein wichtiges Bestreben erst dich und deinen Ruhm bekannt. 6. Gib Gnade, daß zu rechter Stunde dein streng Gesetz aus seinem Munde, den Sünder wecke, doch dabei des Lebens Wort vom Gnadenbunde für schüchterne Gewissen sei! 7. Ach! laß ihn seiner Arbeit Früchte mit unbeschämtem Angesichte nach weisem Fleiße reifen sehn, und bei dem drückenden Gewichte des Amts, die Kraft von dir erflehn. 8 Erhalt ihn in den rechten Schran ten, in Wort, in Wandel und Gedanken! gib ihm, nur deinen Geist zu scheun, von seinem Vorsatz nicht zu wenken, und bis ans Ende treu zu ſein. Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 3. Gott schmücket ihr geliebtes Haus mit wohlgerathnen Zweigen aus, woran fie Freude sehen; und bricht gleich oft ein Kreuz herein, will er selbst Troft Gott! des gnaden- und Helfer sein, und stets zur Seite 431. D voller Rath den Eh- stehen. Endlich soll sich nach dem stand eingesetzet hat, der du ihn seg- Leide ewge Freude für sie finden; nest, schützeft, kiebst, und ihm Glück, Gott will ihnen Kränze winden. Heil und Gnade gibst: 234 Bei der Einsegnung der Eheleute. - - 2. Gib diesen, daß sie stets mit Flehn in Lieb und Eintracht zu dir gehn; und wenn ihr Herz voll Andacht schreit, gib, daß ihr Werk auch wohl gedeiht. Nach der Trauung. 4. Nun, Gott! du hast es wohl bedacht, die heilge Ordnung selbst gemacht, und willst sie noch bedecken. Dein Geist regiere Mann und Weib, daß sie, ein Herz, ein Fleisch und Leib, dein Bündnißz nie beflecken. Rühre, führe ihre Seelen, dich zu wählen, dich zu ehren; laß sie keine Noth beschweren. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt, so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gib, daß sie zuletzt dein gnadenreicher Trost ergetzt. 4. Laß Eltern Schand und Sünde fliehn, und fromme Kinder auferziehn, daß Einigkeit, Zucht, Scham und Tren zu aller Zeit im Wachsthum sei. 5. Führ ihre ganze Lebenszeit zur Gottesfurcht und Heiligkeit durch deines Geistes Stärke. Regier und lenke 5. Laß, die im Eheftande stehn, doch ihr Herz von Fleischeslust, vom fich, Herr, durch dich gesegnet sehn. eitlen Scherz, allein auf gute Werke. Gib, daß fie deinen Willen thun, Laß die, so die Ehen schließen, Heil und unter deinem Schutze ruhn. genießen, Segen sehen, und zur Lam6. O treuer Gott! wir bitten dich, meshochzeit gehen. regiere fie stets gnädiglich, erhalte fie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 7. So bringen sie dir lebenslang für solche Gnade herzlich Dank; bis dich, Gott Vater, Sohn und Geist! ihr froher Mund dort ewig preist. 116. Der Eltern für ihre Kinder. Mel. Werde munter, mein. ( orge doch für meine 433. Kinder, Gott, der du ihr Vater bist. Sie sind freilich vor dir Sünder, doch versöhnt durch Jesum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, bei der Taufe übergeben, dein zu 1 Mel. Wie schön leuchtet der. 35 432. Gott ist es, deffen weiser gestiftet hat; er ists, der Eva machte, und diese tugendvolle Braut, die er aus Adams Ripp erbaut, zum ersten Menschen brachte. Ehen sehen derowegen Gottes Segen; Gott beglücket was er stiftet, fügt und schicket. 2. Du hast sie bisher genähret; du haft manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret. Da dein Engel überall, ob er gleich dein Antlitz steht, sich doch für sie froh bemüht: o so muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 2. So lebt ein frommer Mann beglückt, wenn Gott ihm eine Gattin 3. Sollt ich denn für solche Güte schickt, durch die er wird gesegnet; dir nicht herzlich dankbar sein, und wenn eins das andere zärtlich liebt, mit dankendem Gemüthe mich bei und ihnen Gott den Frieden gibt. solchem Glücke freun? Zeigt ich nicht O! wie viel Wohlsein regnet täglich voll Rühmens an, was du, Herr, reichlich auf die Seelen, die Gott an mir gethan, ach, so würde dies wählen, die sich lieben und zugleich mein Schweigen von dem schnödsten die Tugend üben. Kaltfinn zeugen. 4. Herr! du bifts, was mich ergezet, meiner Seele Troft und Heil, Sas mein Herz am höchsten schäßzet; Herr, du bist mein Gut und Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott; laß fie doch in keiner Noth, auch im Glücke nicht verderben, rühmlich leben, felig sterben. Zweiter Theil.- Besondere Gebetlieder. S 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb es stets zu dir empor. Wenn fie böse Buben locken, o dann höre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugendliches Herz, das nur dir gehört, entweihen; deiner müß es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zum Ruhm geschäftig sein, und den Menschen müßzlich werden. Deine Furcht pflanz ihnen ein, daß in einer argen Welt sie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem heilgen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gib, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brot, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du fie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 6. Stelle mir zum Beispiel für jenes Muster aller Kinder, Jesum, der zwar Eins mit dir, und die Eltern doch nicht minder mit Gehorsam selbst verehrt; dies sei mir nachahmungswerth. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungszeit tugendsam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit endlich einmal übergehen, so laß fie vor dir bestehen. Laß sie sanft und ruhig sterben, und dort deinen Himmel erben. 7. Lege viele Jahre zu meiner Eltern Zeit auf Erden! Laß sie, Herr! in Fried und Ruh mir zum Besten älter werden. Beten sie für sich und mich, so erhör es gnädiglich. 8. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Bater! selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht, nach den 9. Gönne mir die große Freude, sauern Lebenstagen: so gib du vor daß ich an dem jüngsten Tag, nach deinem Thron ihnen frommer Eltern hier überstandnem Leide, einst mit Lohn. Jauchzen sagen mag: liebster Bater, ich bin hier, nebst den Kindern, die du mir einst in deiner Gunst gegeben; ewig will ich dich erheben. 235 2. Oft hab ich fie schon betrübt. Ach, vergib mir diese Sünde! nie hab ich sie so geliebt, wie es einem jeden Kinde Wort und selbst Natur gebeut. Gott! es ist mir herzlich leid. 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm ich willig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durch Eigensinn ihre Huld und Gunst verscherzen. Gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam fie erfreut. 4. Wie viel Sorgen, Angst und Mih haben oft ihr Herz gebeuget? Wie viel Liebe haben sie täglich, stündlich mir erzeiget? Haben fie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich gewacht? - Der Kinder für ihre Eltern. mel. Jesus, meine Zuversicht. ott, mein Vater! Dank 434. du haft Gutes, Leib und Leben, durch die Hand der Eltern, mir ohne mein Verdienst gegeben; für mich frönst du ihre Müh, mir zu gut erhältst du sie. - 47. 5. Laß denn, ohne Heuchelei, mich vor ihnen dankvoll beugen, und Gehorsam, Lieb und Treu, stets in Wort und Werken zeigen; so fehlt mir der Segen nicht, den mir dein Gesetz verspricht. Eines Waisen. Mel. Warum betrübst du dich, mein Herz. 435. 電車 welch ein Leiden, das mich drückt! das du mir, Vater! zugeschickt! weil leider! mir der Tod die Eltern früh 236 Zweiter Theil. - entriffen hat; demüthig chr ich deinen Rath. 2. Drum flieht mein fummervoller Sinn zu dir, dem höchsten Helfer, hin. Herr! stehe du mir bei! zu dir steht meine Zuversicht; verlaß mich, schrein: laß auch dein Kind erhöret 7. Du hörest, wenn die Raben bester Vater! nicht. 3. Ach! flöß mir wahre Tugend sein, und nimm mein Seufzen auf; ein, so werd ich immer glücklich sein. gib Kleider anzuziehn, und Brod zu Herr! leit und führe mich. Laß mich essen, o du reicher Gott! bei dir in Gnaden stehn, so wird mirs immer wohl ergehn. 8. Ich werfe meine Sorg auf dich, mein Gott und Herr! versorge mich, und mach es immer wohl; so lob ich dich, so dank ich dir für solche Gnade für und für. 4. Bon dir kommt alles wahre Gut; drum gib mir Weisheit, Kraft und Muth durch deinen guten Geist; damit mein schwaches Herz nicht fehl, und stets das beste Theil erwähl. 9. Bricht dann mein Lebensziel herein: laß mich des Himmels Erbe 5. Beschütz mich auch, o treuer sein. Erlang ich dieses nur, so acht Gott! in Kreuz, Verfolgung, Angst ich weder Noth noch Qual in diesem und Noth, in Seel- und Leibsgefahr. jammervollen Thal. Vom Lobe Gottes. Bedeck mich durch der Engel Wacht als Gott und Helfer Tag und Nacht. 6. Brunnquell aller Gütigkeit! bescheere mir von Zeit zu Zeit die Mittel meines Glücks; du weißt ja leicht für jeden Rath, den deine Hand erschaffen hat. 31) Loblieder. a. Vom Lobe Gottes. Mel. bes 134. Pfalms. 436. mit mir den Herrn! wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklärt! wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn! sein ganzer Nam ist Ruhm; Unendlichkeit sein Eigenthum. Dies gränzenlose Meer von Licht durch schauet selbst der Engel nicht. 3. Ja, eure Luft sei, ihn erhöhn! solch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Verstand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden allen Schmerz. uf, Christen! preist 4. Wie wird der Geist dadurch entzückt, hinauf gen Himmel hingerückt, mit seinem hocherhabnen Freund, mit Gott, stets inniger vereint! 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! welch eine theure süße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht. gedenkt, ihr, denen er Verstand ge6. Sa, Pflicht ists, daß ihr sein, schenkt; die Ehre des Verstandes ist, daß ihr den Ewgen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn befingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nahn, und seine Größe fühlen kann." 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein, und wolltet nicht voll Rühmens sein? 9. Wer ist gutthätiger, als Er? denn welche Gabe follt uns der nicht schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns gibt? 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Einzge, was ihr geben könnt? Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 237 Dienste wacht! 11. Auf, Christen, preift mit mir| Tag und Nacht zu seinem Lob und den Herrn; wer preist nicht milde Geber gern? gedenkt, wie viel er uns gewährt! wer ist, wie er, des Dankes werth? Der 134. Pfalm. Mel. von Nr. 436. S - 437. Erhebet Gottes Heiligkeit ihr, die er sich vor mndern weiht, und die ihr vor ihm schaffen hat, und noch erhält. 2. Erhebet zu ihm Herz und Hand, und bittet ihn für jeden Stand; und lehrt und singt im Heiligthum, als wie die Engel seinen Ruhm! Der 34. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 438. ir, mein Gott, will Dir ich lobsingen, und von meinem Munde soll stets dein Lob zum Himmel dringen; denn mein Herz ist Dankes voll. Deiner freut fich mein Gemüthe, rühmt sich, mein Gott, deiner Güte; alle Frommen freuen sich deiner, Herr, und loben dich! 2. Sa, preift ihn ihr frommen Seelen, stimmt Danklieder mit mir an! laffet fröhlich uns erzählen, was der Herr uns Guts gethan! laffet, laffet uns zusammen Lieder fingen seinem Namen! ein vereintes Lob gefällt unserm Gott, der uns erhält. 3. Herr, du haft mein Leid vernommen, du sahst meine ganze Noth! mein Geschrei ist vor dich kommen: da halfft du mir, o mein Gott! und du eilteft auf mein Beten, mich aus meiner Noth zu retten; strecktest, ach, wie dank ich dir, deine Baterhand zu mir! 3. Euch segne Gott von seinem Thron, und sei dort ewig euer Lohn; euch segne Gott, der alle Welt er- b. Allgemeine Loblieder. traun, beschirmen; ja, der Herr ist unser Gott, unser Fels in jeder Noth! 6. O wer wollte dich nicht ehren? wer verdient Bertraun, als du? wer kann in der Noth erhören? wer fann helfen, Gott, wie du? du willst die, die deinen Willen freudig thun, mit Freud erfüllen, ihnen fehlts an Segen nie; du ernährst und segneft fie. 7. Was die Frommen sich erwerben, das verdirbt nicht dein Gericht, Sünder läßt du oft verderben, aber deine Kinder nicht. Wer den Herren sucht und liebet, wird mit Mangel nie betrübet, er verheißt es, daß für den seine Schätze offen stehn. 8. Kommt dann, fromme Seelen, höret, wie der Herr euch segnen kann! nehmet, Kinder, was er lehret, mit bereitem Herzen an! ihr müßt, wollt ihr selig leben, eure Herzen Goit ergeben; euer Herz und Mund muß rein, ganz das Leben heilig sein! 9. Fliehet eurer Zunge Sünden; laßt zu keiner Heuchelei, keiner Sünd euch überwinden, bleibt Gott und der Tugend treu, sucht und jaget nach dem Frieden, laßt den Feind euch nicht ermüden, thut ihm Gutes, thut es gern, Neid und Zorn sei von euch fern! 10. Gott schaut alle seine Knechte ftets mit Wohlgefallen an! er ists, 5. Schmecket, Freunde Gottes, der, wenn der Gerechte zu ihm schreit, schmecket, fühlet seine Freundlichkeit! ihm helfen kann; in sein Buch sind jeine Gnad und Huld bedecket jeden, alle Klagen seiner Frommen eingetrader sich seiner freut. Gott kann uns in gen; ihre Thränen und ihr Schmerz allen Stirmen, wenn wir ihm ver- rühren sein erbarmend Herz. 4. Bittert nicht in den Gefahren! unsers Gottes Angesicht schaut auf uns, ans zu bewahren; Fromme! Gott verläßt euch nicht. Wer will uns unglücklich machen? Gottes starke Engel wachen immer um uns! Gottes Treu steht beim nahen Tod uns bei. Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 238 11. Aber Gottes Zorn verzehret weg von seinem Angesicht jeden, der ihn frech entehret! spottet, Sünder, Gottes nicht! fleht ihn an, daß seine 440. obfinge Gott mit waherwache; Rache nicht schnell wider euch Gott ist gut, doch immer schont der nicht, der im Himmel wohnt. - 12. Weh dem, der den Frommen drücket, Gott siehts! und der Fromme schreit, und Gott hörts, und Gott erquidet ihn, zur Hülfe ftets bereit. Er ist nahe allen denen, die sich nach der Hülfe sehnen; so gewiß sie zu ihm flehn, werden sie die Rettung sehn. 13. Züchtigt Gott gleich unsre Seelen: er meints immer mit uns gut, läßt, wenn uns die Leiden quälen, doch nicht sinken unsern Muth. Gott beschützt, erhält die Seinen, die es redlich mit ihm meinen; er bleibt in der größten Noth, wie im Glück, ein treuer Gott! Der 100. Psalm. Mel. Vom Himmel hoch, da 109. Völker, jauchzt 439. Ihr wofter, anh emt Gott der Götter überall! erscheint in seinem Heiligthum mit eifersvollem Dank und Ruhm! - 14. Ohne seinen Rath und Willen wird uns nie ein Haar gebeugt; er kann jedes Wetter stillen, das schnell auf uns niedersteigt! er, er wird mit seinen Wettern seiner Feinde 4. Wie herrlich zeigten sich dort Schwarm zerschmettern! dient denn, seine Wege, wie wundervoll sein Schutz Fromme, Gott! ihr seid sein in alle und seine Pflege durch Mose Dienst Ewigkeit. an Jacobs großem Heer! der Herr ist sanft und milde von Gemüthe; er übt an uns nur Treu, Geduld und Güte, langsam zum Zorn und voll Mitleid ist er. Der 103. Psalm. Mel. von Nr. 265. 3. Erhebt, empfangt ihn allzugleich, und eilet in sein Gnadenreich! er öffnet seine Thore weit. Da dringt hindurch mit Freudigkeit. o meine Seel, und preise seine Liebe! was in mir ist, erhebe seine Treu! ich soll, ich will mit dankerfüllter Seelen, so lang ich kann, erwägen und erzählen, wie groß an mir sein Gnadenreichthum seil 2. Bewein ich nur mit Schmerzen meine Sünden; so läßt er mich bald seinen Trost empfinden. Er heilt mein Weh und tilget meine Schuld. Der Herr, mein Gott, erlöst mich vom Verderben, und krönet mich, als einen Himmelserben, mit heilgem Schmuck und ewig reicher Huld. 3. Er sättigt mich mit aller Güter Fülle, gewähret mir des innern Friedens Stille, und schaffet mich, wie Adler, jung und neu. Er gibt nicht zu, daß jemals Welt und Hölle mit Macht und List des Armen Unschuld fälle, und im Gericht steht er ihr siegreich bei. 5. Verdienen wir, daß er uns gar verlaffe, und droht er uns mit ſeinem schweren Haffe: so währet doch sein 3orn nicht lange Zeit. Er lohnt uns nicht nach unsern Missethaten; und wenn wir auch in seine Zucht gerathen, nicht wir, verlieh uns unser Sein, so dient fie nur zu unsrer Šeligkeit. 6. Er läßt an uns, wenn wir ihm Wir sind sein Werk und eigen Gut, kindlich trauen, viel höher noch der und Schafe seiner Weid und Hut. 2. Der Herr ist Gott. Nur er allein, Gnade Wunder schauen, als über uns der Himmel Kreise gehn. Die Sünde muß viel weiter von uns schwinden, als Oft und West sich von einander finden, wenn wir zu ihm mit Reu und Thränen flehn. 4. Unendlich groß ist seine Treu. Sie scheint uns alle Morgen neu; und seine Huld und Gütigkeit besteht burch aller Zeiten Zeit. 7. So zärtlich schont kein Vater seiner Kinder, als unser Gott der tiefgebeugten Sünder; er schlägt und Zweiter Theil.- Allgemeine Loblieder. 1 239 Beiten! heilt und lindert ihre Bein, als bleibt gerecht von Ewigkeiten auf alle welcher stets auf unsre Schwachheit schauet. Er denkt daran, daß wir aus Staub gebauet, und wieder Staub in turzem werden sein. 4. Er baut den Wundern, die sein Arm verrichtet, ein Denkmal, welches keine Zeit zernichtet! der Herr von frommen, duldendem Gemüthe; der Herr voll Güte. 8. Wie eitel find doch unsre kurzen Tage! wir leben kaum, so find't fich Müh und Plage; wir blühen, doch 5. Der Herr gibt Speise denen, wie eine Blume blüht, die jeder Wind, die ihm dienen; was er verheißet, der kaum darüber fähret, versengt und das erfüllt er ihnen; er denkt des dörrt, und wie in nichts verkehret, Bundes, ewig soll er währen, weil daß niemand mehr auf ihre Spur sie ihn ehren. mur sieht. 6. Die Thaten seiner Hand find 9. Nur Gottes Treu tann nimmer- Recht und Treue. Gott spricht kein Der mehr vergehen; wenn wir nur fest in gnädig Wort, das ihn gereue. seiner Furcht bestehen, will sie auf Fromme weiß, daß er aus Lieb und uns und unsern Enkeln ruhn. Sein Güte sein Recht gebiete. ewig Heil wird über denen walten, die seinen Bund und fein Gesetze halten, und was er will, von ganzem Herzen thun. 7. Es dauert fest und ewig unbeweget! er hats auf Stein und uns ins Herz gepräget, daß wir getreu und willig seinen Rechten gehorchen möchten. 10. Des Herren Thron ist himmelhoch erbauet, von welchem er auf alle Menschen schauet. Sein Wink Lobregiert die Völker aller Welt. fingt dem Herrn, ihr Engel und ihr Helden, die sein Gebot vollstrecken und uns melden, und die sein Wort in ewger Uebung hält. 8. Er sendet Heil und Rettung seinem Erbe, damit es nicht der Feinde Grimm verderbe. Sein Bund, die Frommen herrlich zu erhöhen, bleibt ewig stehen. 9. Die Furcht vor Gott, die Luft, ihn zu erheben, führt uns zur Weisheit, führet uns zum Leben! sie gibt Verstand und Licht, damit die Seele, was gut ist, wähle. 11. Lobsingt dem Herrn, ihr seine lichten Heere, die ihr um ihn, uns Sterblichen zur Lehre, mit Freuden dient, und seinen Willen thut! Lobfingt dem Herrn, ihr alle seine Werke; so weit er herrscht, verehret seine Stärke; lobfing auch du, mein Geist, dem höchsten Gut. 10. Von ihr geleitet, lernt man Wege wallen, die nie verführen, welche Gott gefallen. Der Ruhm, womit sie sich geschmückt wird sehen, wird nie vergehen. Der 111. Psalm. Der 113. Pfalm. Mel. von Nr. 55. 441. Gelobt fet, ott 442. I den Herrn, lobt ſeinen Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Knechte Gottes, sei ihm ich fröhlich fingen, ihm Dank und Ruhm mit den Gerechten bringen, und der Versammlung aller frommen Seelen sein Lob erzählen. heilgen Namen! gelobet fei er nah und fern, und jetzt und ewig! Amen! vom Aufgang bis zum Niedergang sei er der Heiligen Gesang, ihr Ruhm und ihre Freude! 2. Groß, majestätisch find des Höchften Werke, und würdig, daß man sie erforsch und merke! aus ihnen strömen heilige Vergnügen, die nie versiegen. 2. Unendlich ist der Herr erhöht, hoch über alle Heiden. So weit der große Himmel geht, muß Ehr und 3. Was er nur ordnet, ift voll Schmuek ihn kleiden. Ja, ja, wer ist, Schmuck und Ere, daß er, wie groß wie unser Gott, der hohe Herrscher er sei, die Welten lehre. Der Höchste Bebaoth, der auf das Niedre stehet? 240 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 3. Er richtet die Geringen auf, die will dich ewig lieben, ich will, ale nach Errettung dürften; und fördert dein Eigenthum, ftets erheben deinen des Verlaßnen Lauf, und setzt ihn zu Ruhm! den Fürsten. Der Unfruchtbaren ödes Haus schmückt er mit holden Kindern aus. Laßt: Hallelujah! schallen. 2. Wie ein Adler sein Gefteder über seine Jungen streckt, so hat( dankts ihm, meine Lieder) mich auch Gottes Arm bedeckt! Gott! der über mir schon wachte, als ich kaum zu sein begann, sah mit Vaterhuld mich an, eh ich lebte, eh ich dachte! Leib und Seele gabst du mir; Gott, o wie verdank ichs dir! - Der 117. Pfalm. Mel. von Nr. 46. 443. Lobti obt, lobt den Herrn, ihr Nationen! frohlockt ihm, bringt ihm Ruhm und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd Ehr und Lob dem Herrn gebracht! 2. Denn seine Gnade, seine Treue ist groß und unveränderlich; sie herschet ewig. Erdkreis freue der Gnad und Treue Gottes dich! 3. Lobt, lobt den Herrn, ihr Nationen! frohlockt ihm; bringt ihm Preis und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd Ehr und Lob dem Herrn gebracht! 444. L obet den Herren, alle Hei- den, preiset ihn alle Völ- ker, denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Al- lelu- ja! Alleluja! 2. Ehr sei dem Vater und dem Sohne, und auch dem heilgen Geiste, als es im Anfang war und mun bleibet bis in Ewigkeit! Amen! Alleluja! Alleluja! Mel. von Nr. 108. 445. Sollt ich meinem Gott 3. Für mich Armen, mich Verlornen, mich, der ich gefallen bin, gab er seinen Eingebornen, Jesum Christum, selber hin. Wer kann, was er that, ergründen? auf der ganzen Erde, wer? wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergründen? seine Lieb ist immer neu, ewig seine Gnad und Treu! 4. Seinen wunderbaren Führer, seinen Tröster, seinen Geist, gibt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem Licht; dann, dann fürcht ich kein Gericht, und mein bebend Herz wird stille; deines Heils darf ich mich freun! Herr! dein bin ich! du bist mein! 5. Meinem bessern Theil, der Seele, gibt er Trost und Kraft und Ruh; wenn ich, was er wählte, wähle, strömet mir sein Frieden zu. Was, so lange wir hier wallen, wir bedürfen in der Welt, was die Hütten stützt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dies gibt uns, deffen Ruf uns für diese Welt erschuf. 6. Himmel, Erd und ihre Heere sind zu meinem Dienste da! wohin ich mein Auge kehre, ist mir Gottes Segen nah! Thier und Kräuter und Getreide in den Gründen, auf der Höh, in den Büschen, in der See, find mir Nahrung, sind mir Freude; vom Gedeihn und Ueberfluß trieft des ich ihm nicht dankbar sein? Sollte 7. Wenn Betrübniß meine Seele, nicht in allen Dingen seine Liebe mich Elend meinen Leib umgibt; dann, erfreun? Lieben ist es, nichts als dann bet ich und verhehle nichts dem Lieben, herzliche Barmherzigkeit, die Gott, der doch mich liebt! wär er so oft und viel verzeiht! Herr! ich nicht mein Gott gewesen, bätte mich Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 241 fein Angesicht nicht erquickt, so wär ich nicht von so vieler Qual genesen! vom Allsehenden bewacht, gieng ich durch die dunkle Nacht! Gnade, Treu und Güte froh erhebe Tag und Nacht; denn was ich nur bin und habe, kommt von dir, ist deine Gabe. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 8. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob es 3. Herr! ich muß mit Scham geftegleich, verführt zur Sünde, von der hen, daß ich häufe Schuld auf Schuld; rechten Bahne weicht: also sieht auch und mein sündliches Vergehen raubt mein Verbrechen mein versöhnter Vater mir billig deine Huld! gleichwohl trägst an, züchtigt mich, daß ichs gethan, du, Gott, mich Armen noch beständig wills nicht mit dem Schwerte rächen, aus Erbarmen. Tausend, tausendmal weil, als ichs verirrt begieng, doch sei dir, großer König! Dant dafür. mein Herz noch an ihm hieng. 4. Sa, Herr! wenn ich überlege, 9. Wohlthat ist das Kreuz der mit wie großer Gütigkeit du durch Chriften, ists gleich, wenn es da ist, so viel Wunderwege mich geführt die Pein, führt er uns in dürre Wüsten, Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu scheints gleich oft Gericht zu sein! finden, noch die Tiefen zu ergründen. und, was haben wir gelitten? dul- Tausend, tausendmal sei dir, großer deten die Märtyrer nicht viel mehr, König! Dank dafür. als wir, viel mehr, eh sie ihre Kron erstritten? rühmt im Leiden, rühmt und preift Gott, der euch der Welt entreißt! 5. Du, Herr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Glut; denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießest du mich dies verachten, und nur nach dem Himmel trachten. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 10. 3ft, so lang ich leb am Grabe, Kreuz und Trübsal oft mein Theil: Gott, dem ich geglaubet habe, Gott gibt einst mir ewigs Heil! die, so hier mit Thränen säen, erndten dort mit Freuden ein; nach des kurzen Lebens Pein werd ich mein Geschick verstehen, jauchzen, daß mich Gottes Rath diesen Weg geleitet hat! 6. O wie hast du meine Seele ftets gesucht zu dir zu ziehn; daß ich nur das Gute wähle, und das Böse möge fliehn, hast du mir durch Christum Leben, Licht und Kraft und Geist ge= geben. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 11. Weil denn ohne Ziel, ohn Ende deine Gnaden, Bater, sind, o so heb ich meine Hände zu dir auf, erhör dein Kind: Vater! du wollft Gnade geben, dir mich ganz und gar zu weihn, dein Verehrer stets zu sein, hier und in dem höhern Leben! Heilig, heilig, heilig ist er, der sein wird, war und ist! S - Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 446. Womit foll ich dich wohl Bebaoth? sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! denn ich kann mit nichts erreichen deine Huld und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dant dafür. 2. Herr! entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine 7. Ja, Herr, Majestät und Klarheit strahlt von deinem Angesicht; all dein Thun ist Gnad und Wahrheit, recht und heilig dein Gericht; wer muß nicht aus deinen Werten deine Macht und Weisheit merken? Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 8. Bald kamst du mit Vaterschlägen, bald mit Wohlthun, Gott, zu mir, um mein Herz nur zu bewegen, sich ganz Willen ohne Murren zu erfüllen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dant dafür. 9. Wie ein Vater nimmt und gibet nach dem's Kindern müßlich ift: so haft du mich auch geliebet, Gott, der du barmherzig bist, und dich meiner angenommen, wenns aufs Höchfte 16 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 242 gleich gekommen. Tausend, tausendmal 7. Er half und wird mich fort erlösen. Er hilft, der Herr ist fromm sei dir, großer König! Dank dafür. 10. Trägst du nicht in deinen Ar- und gut. Er hilft aus Reizungen men mich oft treu und väterlich? riß zum Bösen, und gibt mir zu der mich nicht oft dein Erbarmen aus Tugend Muth. Gefahr und schützte mich? mußt ich einsam, hülflos weinen, so ließ'st du mir Trost erscheinen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafitr. 8. Dir dank ich, Herr, auch für die Leiden, die du zur Prüfung mir geschickt. Dir dank ich für die mehrern Freuden, womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank ich für das Gut der Erden, für die Geschenke deiner Treu. Dir dank ich, denn du hieß'st sie werden, und deine Güt ist täglich neu. 10. Dir dank ich für die höchste Güte; selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzem Herzen und Gemülthe, von allen Kräften preis ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, Gottes Werte! die Erd ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Weisheit, Ruhm und Stärke, er hilft und er errettet gern. 12. Er hilft, des Abends währt die Klage, des Morgens die Zufrie denheit. Nach einer Prüfung furzer Tage erhebt er uns zur Seligkeit. — 11. Bater! du haft mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du haft zu mir geneiget, Jesu! deine Freundlichkeit; und dein Wort, o Geift der Gnaden, heilet meinen Seelenschaden. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 12. Tausendmal sei dir gesungen Preis und Lob und Dank, mein Gott! daß es mir bisher gelungen. Ach! laß mich bis in den Tod fest in deiner Gnade stehen, und dereinst dein Antlik sehen, so werd ich, dein Eigen thum, ewig preisen deinen Ruhm. Mel. von Nr. 46. 447. Du bists, bem Ruhm 13. Vergiß nicht deines Gottes, vergiß nicht, was er dir ge und Dank gebühret, than. Ehr seiner Heiligkeit Befehle, Seelel und Ruhm und Dank, Herr! bring und bet ihn durch Gehorsam an. ich dir. Du hast mein Schicksal stets regieret, und deine Hand war über mir. Mel. von Nr. 34. 2. Wenn Noth zu meiner Hütte 448. Muf, meine Seele, finge! nahte, hörte Gott, Flehn, und ließ nach seinem gnädgen Rathe mich nicht in meiner Noth vergehn. 3. Ich sank in Schmerz und Krantheit nieder, und rief: o Herr, errette mich! da half mir Gott, der Starke, wieder, und mein Gebein erfreute sich. 4. Wenn mich des Feindes Haß betrübte, flagt ich Gott findlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache übte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich verirrt vom rechten Pfade, mit Sünde mich umfangen sah: rief ich zu ihm, dem Gott der Gnade, und seine Gnade war mir nah. 6. Um Troft war meiner Seele bange, denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: ach Herr, wie lange? und Gott verließ den Schwachen nicht. an du es bift, thut Gott so große Dinge. Weh dir, wenn ihn dein Herz vergißt! Gott rettet dich ins Leben, will alle Missethat in Christo dir verge ben. gnadenvoller Rath! schon hier wirst du mit Heile getröstet und erfreut, und dort wird dir zu Theile die Ruh der Ewigkeit. 2. Er hat uns wissen lassen, der Herr, sein Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maaßen dem From men, der den Bund nicht bricht! schnell eilt sein Zorn vorüber, straft nicht nach unsrer Schuld, der Herr, begnadigt lieber, nimmt lieber auf zur Huld! wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er angenehm. Mit Adlersflügeln schwebet Erbarmung über dem. 3. Wie Väter mit Erbarmen auf ihre schwachen Kinder schaun: so thut Allgemeine Loblieder. 243 nen! da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mir Troft erscheinen. Ich danke, Gott, ich danke dir, ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht von seinem Volk geschieden; er, er ist ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er sein Bolt durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Des Ewgen Gnad alleine bleibt, gleich als er, in Ewigkeit bei dir, des Herrn Gemeine, die ganz sich seinem Dienste weiht, und daß sie selig werde, 6. Wenn Hülfe nicht mehr helfen mit Furcht und Zittern ringt. Auf! kann, die nur die Welt erzeiget, so daß ihr von der Erde schon jetzt euch hilft, der ewig helfen kann, der dorthin schwingt. Dort nimmt mit Schöpfer selbst, und neiget fein seinen Engeln auch unsrer Brüder huldreich Angesicht uns zu; denn Schar, mun rein von allen Män- außer ihm ist keine Ruh. Gebt ungeln, stets seines Lobes wahr. ferm Gott die Ehre! 5. Anbetung, Preis und Ehre sei dir, Gott Vater, Sohn und Geift! wir fingens in die Chöre der Schar, die dich vollkommner preist. Anbetung, Preis und Ehre, dir, der du warst und bist! wir stammelns mur; doch höre, hör uns, der ewig ist! Einst tragen wir auch Palmen, du Gott, auf den wir traun; einst fingen wir dir Psalmen, wenn wir verflärt dich schaun! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren! man soll, Herr, meinen Lobgesang an allen Orten hören! mein Geist, o Gott, erhebe dich! mein ganzes Herz erfreue fich! Gebt unserm Gott die Ehre! Zweiter Theil. Gott an uns Armen, wenn wir in Einfalt ihm vertraun. Gott weiß es, wir sind Sünder; Gott weiß es, wir find Staub und der Verwesung Kinder, ein niederfallend Laub! kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da! wir Sterbliche vergehen! stets ist der Tod uns nah. S - 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unferm Gott die Ehre! die falschen Göten macht zu Spott; der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! gebt unserm Gott die Ehre! Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 449. Dob, Ehr und Preis dem 9. Kommt, laßt uns vor sein Anhöchsten Gut, dem Ba- geficht mit Freud und Zittern drin ter aller Güte! dem Gott, der alle gen; bezahlet die gelobte Pflicht, und Wunder thut, dem Gott, der mein laßt uns fröhlich singen: der Herr Gemüthe mit seinem reichen Trost hat alles wohl bedacht, und alles erfüllt! dem Gott, der allen Jammer recht und gut gemacht! Gebt unserm stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, Beherrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schöpfersmacht, die uns und sie hervorgebracht! Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten! darüber wird des Weisen Rath, des Vaters 2. Er, unser Vater, woll ein fröhlich Gnade walten! in seinem ganzen Kö- Herz uns geben; der Herr laß uns, nigreich ist alles recht, ist alles gleich! sein Volk, in stetem Frieden leben, Gebt unserm Gott die Ehre! und unsre Nachwelt auch, daß seine 4. Ich rief zum Herrn in meiner Gnad und Treu das ganze Land Noth: ach Gott, vernimm mein Wei- umfah, sein Segen mit uns sei. 16* Mel. Nun danfet alle Gott. 9. 450. Nun danket alle Gott Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden; der mäch tig uns erhält, und von der Kindheit an uns so viel Gutes thut, mehr als man zählen kann. 244 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 3. Der große starke Gott woll uns| Schuß, du bist der Müden Ruh; ein von allem Bösen, und was uns scha- Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, den kann, gewaltiglich erlösen; er Gott, bist du. schüß uns in Gefahr, er helf uns allezeit, so lang er uns dahier das Leben noch verleiht. — 4. Dir, Gott, dir, und nicht uns fei Ehr und Preis gegeben, was in uns ist foll stets, Herr, deine Huld erheben. Und stehn wir einst verklärt in deinem Heiligthum, so sei dein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. Mel. Nun dantet alle Gott.— 9. - urch dich, o großer 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, dem Gott der Götter? wen ehren, als nur dich mein Schuß und mein Erretter? wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg! ich bin dein Schild und Lohn! ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden; denn wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Heil kommt von dem Herrn. der Menschen Flehn, und du erretteft gern. 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben. Wie könnt ich einem Gott der Liebe widerstreben? umsonst lockt mich das Glück, in dem das Lafter blüht. Ich haffe seinen 451. weil dein 9. Auch wenn kein Mensch mich fieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einft ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft't, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ift. 10. Sollt ich der Menschen Ruhm stolz zu erringen trachten? nein, Herr Dich bet ich dankend an. Mein wenn du mich ehrst, mag mich die dem Du hörst Welt verachten. Du bist es, zum Dienst ich Leib und Seele weih. Gib, daß mein Wandel stets voll deines Ruhmes sei! 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewürdigt werde, was frag ich außer dir, nach Himmel und nach Mel. Wachet auf! ruft uns die. 171. Erde? Im Himmel donnerst du, und 452. Jauchze, auserwählt Ges Land; noch ich nichts, denn mich beschützt der Almacht Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mcond, den du bereitet, so sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denfft? und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkft? euch des Herrn Herrn, ihr Gerechte, ihr Frommen preift den Höchsten hoch! laffet eure Harfen klingen; ihr müßt ein neues Lied ihm fingen; so kommt und rühmt, und danket doch! macht es mit frohem Muth auf Saitenspielen gut! Halleluja! sein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit, und er hälts gewiß. 5. Als Schafe läß'st du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Speis und Trant, und füllst das Herz Gerechtigkeit ist sein Gerichte; die mit Freuden; du sahst mich, eh der Welt ist seiner Güte voll. Droben Grund der Welt geleget war, zogft schuf er, ihm zur Ehre, der Licht mich aus Mutterleib, als mich ihr erfüllten Sterne Heere, die Sonne, Schooß gebar. die uns leuchten soll. Es fürchte alle 6. Du wogst mein Glück mir ab, Welt den Herrn, der sie erhält! Halund Leiden, die mich üben, und mei- leluja! er will, er sprichts, sogleich ner Tage Zahl war auf dein Buch geschichts; gebeut er, wird etwas aus gefchrieben. Du bist der Frommen nichts. - Zweiter Theil 3. Unser Gott herrscht ohne Schranken! er wendet Völkern die Gedanken; er macht zunicht der Heiden Rath. Ewig kann sein Rath nicht wanken, er ändert sich nicht in Gedanken, er ist gleich groß an Rath und That. Wohl dem Volk, dessen Gott heißt Herr, Herr, Zebaoth! Halleluja! ja selig ist, wen Gott erkiest, und sich zum Erbtheil auserliest. - Allgemeine Loblieder. 245 errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Lust, mit dem Feind in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten: stärkt er uns zum Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Wollust fliehn, dann gibt er uns seine Freuden, unser Herz empfindet ihn! kann ich größ res Glück begehren? Ewiger, hat dich mein Herz, o so wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren, Erd und Himmel wird mir klein, gegen dich verächtlich sein. 4. Herr, deine Güte gleichet dem Himmel, deine Wahrheit reichet so weit, als aller Wolken Heer! ja, als wie der Berge Höhen bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Eh Meer und Berge sein, bist du, o Gott! allein. Halleluja! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine Schmerzen mit der Seelen Heiterkeit, und versüßest alles Leid, Gott, durch deine Ruh im Herzen, die mich ganz mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh ich, Vater, in dein Leben, das nicht Leid, Gefahr nicht hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? raubt ich meine Krone mir? nein! ich leb und sterbe dir! 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, wo ich bin! und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geh ich da hinein, um Gottes mich zu freun. Halleluja! da, wo Gott wohnt, da, wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Ach! da will ich dann mit Beten vor den Altar des Höchsten treten, zu dem Gott, der die Schuld vergißt; zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine Freud und meine Wonne durch Christi großes Opfer ist. Ich ſpiel ein Danklied dir da auf der 454. Harfe für. Halleluja! dir, Gott, mein Gott, Herr Zebaoth, du bist mein Helfer in der Noth! 2. Könnt ihr die Gestirne zählen: Gottes Gnaden zählt ihr nicht. Er Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. timmt unserm Gott ein Loblied an mit freudigem Gemüthe; es rühm und preife wer da kann, den Geber aller Güte. Er macht uns frei von aller Noth, drum lobet ihn, drum lobet Gott, Mel. von Nr. 108. 453. Gott, durch welchen alle und danket feinem Namen. Dinge 2. Lobt Gott und rühmet alle Zeit und vergehn, stärk mich, daß ich dich die großen Wunderwerke, die Maje befinge, lehre mich dein Lob erhöhn! stät und Herrlichkeit, die Weisheit, laß mich dich im Stillen loben, mich, Kraft und Stärke, die er beweist in den du voll Lieb und Huld, aus den aller Welt, indem er alle Ding erTiefen seiner Schuld zu des Christen hält. Drum danket seinem Namen. Höh erhoben; dich erheb ich immerdar, der mich schuf und neu gebar. 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns Allen hat gegeben; der uns durch seinen 246 Zweiter Theil. Allgemeine Zoblieder. Engel schüßt, der täglich schentet, 4. Der Herr ist groß und mächtig, was uns nützt. Drum danket seinem voll Heiligkeit und Ruhm. Es stehet Namen. alles prächtig in seinem Heiligthum. Er ist gerecht und gut; von seinen Batersorgen zeugt jeder neue Morgen, und alles, was er thut. - 4. Lobt Gott! er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebenskron durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht. Drum danket seinem Namen. 5. Drum lobt, erlöfte Seelen! lobt stets den Herrn der Welt, helft dessen Ruhm erzählen, der euch schuf und erhält; der euch in Chrifto liebt, 5. Lobt Gott, der in uns durch euch durch sein Blut erkaufte, auf den Geist den Glauben angezündet, seinen Tod euch taufte, euch einst und seinen Beistand uns verheißt, wenn den Himmel gibt. er uns treu erfindet; der uns stets Durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt. Drum danket seinem Namen. 6. Lobt Gott! er hat dies gute Wert selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er am Biel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hält. Drum danket feinem Namen. 6. Lobt Gott, der euch regieret, der, als der treuste Freund, selbst dann euch weislich führet, wenn ihr das Kreuz beweint, das er euch auferlegt; laßt uns in solchen Proben ihn dennoch kindlich loben, weil er aus Liebe schlägt. 7. Er ist getreu den Seinen, entreißt sie aller Noth. Wenn seine Kinder weinen, so bleibt er doch ihr Gott. Wenn der Verfolger Macht, wenn ihre Wuth sie schrecken, so wird sie Gott bedecken, er, der stets für fie wacht. 7. Lobt Gott! ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! lobt Gott, und preist ihn früh und spat, ja 8. Lob, Ehre, Preis und Stärke alles, was nur Odem hat, das dante sei dir, o Gott, bereit't, denn deine feinem Namen. Weg und Werke sind voll von Herrlichkeit. Dein Zion lobet dich, merk auf sein schwaches Lallen, und laß dirs wohlgefallen; erhör uns gnädiglich! 9. Möcht es uns bald gelingen, von aller Schwachheit frei, ein Opfer dir zu bringen, das deiner würdig sei! ach, laß vor deinem Thron uns ewig mit dir leben, und ewig dich erheben, dich Vater und den Sohn! Mel. von Nr. 101. 455. obt Gott, den Gott der Lobt Stärke, der, was er will, erschafft, ihr alle seine Werke, aus aller eurer Kraft. Ihr seid sein Eigenthum, so weit der Himmel reichet, was Luft und Meer durch ftreichet, verbreite seinen Ruhm. 2. Erhabne Himmels geifter, erwettet euren Fleiß; gebt enerm Herrn und Meister Dank, Ehre, Lob und Preis! stimmt dreimal Heilig! an. Der Ambrosische Lobgesang oder Lobt ihn, ihr Seraphinen, lobt ihn, ihr Cherubinen! lobt ihn, was loben fann. das Te Deum. 3. Was Odem hat und lebet, was fich bewegt und regt, was in den Lüften schwebet, und was der Himnel trägt, sei überall bemüht, den böchsten Gott zu loben, der aus den Wolken oben auf sein Geichöpfe fieht. 456. H err unser Gott! dich loben wir, Herr unser Gott! wir danken dir. Jehovah ist von Zweiter Theil. - Allgemeine Loblieder. 247 9. Sei hier schon unser Troft und Licht, verlaß uns auch im Tode nicht, vollende dadurch unser Heil, Herr, Herr Gott, unser Trost und Theil! so preisen wir dich in der Zeit, noch beffer in der Ewigkeit. Ewigkeit, er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preift Gott Vater dich, dich Sohn, dich Geift. 2. Die Cherubim, die Seraphim, Zebaoth! ich fing aus danferfüllter die Himmel alle fingen ihm: höchst- Brust von deiner Güte, Gott! heilig ist er, unser Gott, groß ist 2. Was ist der Mensch, der Staub, dein Ruhm, Herr Zebaoth! weit über vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr alle Himmel weit geht deine Macht aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? und Herrlichkeit. 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Au mit Schönheit, pflanzt den Hain? tränkt sie mit Regen und mit Thau, und gibt der Saat Gedeihn? 5. Wer führt die Sonn in ihrer Pracht mit jedem Tag uns zu? wer spricht zum Mond in dunkler Nacht: den Menschen leuchte du. 6. Wer frönt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? wer liebet uns unwandelbar, auch wenn dein Donner dräut? 3. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schar, des Mittlertodes Märtyrer, fie preisen ewig dich, o Herr! am Grabe noch, noch in der Zeit, preift dich auch deine Christenheit. 4. Dich, Bater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn! und dich, o Geist, des Wunderfraft in Sündern neues Leben schafft, dich preiset alles weit und breit, dich preiset deine Christenheit. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59 457. h finge meiner Seele 5. Du Hoherpriester, du Prophet, du König, des Reich nie vergeht, du haft dich, Gott! uns Gott zu weihn, erniedriget, ein Mensch zu sein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. 6. Zur Rechten Gottes fizest du, mit deinem Vater herschest du, du, der für uns gelitten hat, erwürgt für unsre Missethat. Im Grabe läsjest du uns nicht, du kömmst, du kömmft und hältst Gericht. 7. Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist. Leit es durch diese Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd ist auch dein Heiligthum, auch sie erfülle stets dein Ruhm. 8. In dieser unfrer Pilgerschaft sei, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Sei gnädig uns, o treuer Gott! sei gnädig uns in aller Noth. Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, laß dein Erbarmen uns erfreun. 7. Durchdenke deinen Lebenslauf, o Mensch, wer half bisher? wer war, von deiner Jugend auf, dein Helfer? Sage: Wer? 8. Herr, unser Herscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Bolt, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du! 9. Wie groß ist deine Huld und Tren! du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. 10. Uns Sünder trägst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geift, und rent uns unsre Sündenschuld, du siehst es und verzeihst. 11. Ja, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn. Der junge Rab, Erbarmer! schreit zu dir, du nähreft ihn. 12. Und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? 248 Zweiter Theil. Besondere Poblieder. die stillste Zähre, die er weint, be- und Güte, Wahrheit und Barmher. merkt dein Vaterherz. zigkeit zu des Sünders Hell bereit. 3. Von Begierde, dich zu kennen, kann mein Herz nicht gnugsam bren nen. Doch gib mir des Glaubens Kraft, den dein Geist im Herzen schafft, so kann ich gelehrtes Wiffen ohne großen Schaden missen, so bin ich gelehrt genug, und zum Reich der Himmel flug. - 13. Web dem, der an dem Herrn verzagt! und seine Zuversicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh du flehst. Vertraue du dem Herrn. Mel. von Nr. 201. 4. Gib, daß ich dich so erkenne, daß ich auch vor Eifer brenne, dich von meines Herzens Grund, und nicht blos mit meinem Mund, auf das Innigste zu preisen; du selbst mußt mich unterweisen, dann dringt erst mein Lob empor, dann hört mich dein Vaterohr. 5. Ganz entzückt von deinem Namen, 458. Go roßer Gott, Herr aller wünsch ich dir, Herr, nachzuahmen, Götter! Schöpfer, daß, wie du, so heilig bist, auch mein Bater und Erretter! alles rufet weit Wandel heilig ist. Andre möcht ich und breit, rühmt den Herrn der Herr- gern erwecken, deine Freundlichkeit zu lichkeit! Engel preisen deine Werke. schmecken, deiner sich mit mir zu freun. Wenn ich sie erstaunend merke, so Gott, dein Ruhm sei allgemein. schwingt sich mein Herz empor, und fingt in der Engel Chor. 6. Wie die heilgen Seraphinen dir mit allem Eifer dienen, so sei, 2. Hier im niedern Weltgebäude Herr, auch jederzeit dir durch mich blickt mein Geist mit großer Freude ein Lob bereit't, bis von mir und ihnen deiner Allmacht Proben an; wo ich allen droben wird ein Lob erschallen: hin gedenken kann, siehet mein erstaunt Heilig, heilig ist der Herr, herrlich Gemüthe, deine Weisheit, Macht seines Namens Ehr! 15. Er schaut herab von seiner Höh auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing ihm, bet ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! vergiß es, Seele, nicht. loblieder. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 2. Du haft meine Seel gebenget, aber mir bald gezeiget, daß du 459. Herr! mein Licht, ſtets den Deinen nah. In der Nacht warst du verborgen, doch bald kam der frohe Morgen, da ich, Herr! dein Antlitz sah. c. Besondere mein Heil und Leben, wie kann ich dich gnug erheben; was für Lieder stimm ich an? was soll ich zum Dank dir bringen? und wie foll ich würdig fingen, was du, Herr, an mir gethan? 3. Heilig, Herr! sind deine Wege, wunderbar sind alle Stege, wo du deine Kinder führst; wer muß nicht es bemerken, wie gerecht du, Herr, aus deinen Werken, dir zum Preise regierst? 4. Nun will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn ftill sein, hoffen, schweigen, fiets vor des Kreuzes Last mich drückt; ich will dir, o Herr, mich beugen, bis dein Antlitz mich erquict. - Zweiter Theil. Besondere Loblieder. 5. Willst du deine Hülf aufschieben? willst du meine Demuth üben? Herr ich bin ein fündger Knecht. Willst du strafen, willst du schlagen, schickst du Trübsal, Noth und Plagen? Herr, du bleibest stets gerecht. 6. Doch weiß ich, daß deine Treue ewig ist und täglich neue selbst zur schwersten Prüfungszeit; deine Strafen, deine Schläge, find ja, wenn ichs recht erwäge, Mittel meiner Seligkeit. 7. Ach! so stärke mir den Glauben, laß mir nichts denselben rauben, feine Wollust, keine Pein; laß mich deine Liebe schmecken, laß in Noth und Angst und Schrecken deine Gnade mich erfreun. 7. Doch läß'st du auch mein schwaches Lallen, der du des Herzens Redlichkeit zu prüfen weißt, dir wohlgefallen; siehst auf die Unvollkommenheit, als wie ein holder Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 8. Nichts hat mein armes Undermögen, wie dir, mein Gott, schon offenbar, dir zur Vergeltung darzulegen; böt ich mich selbst zum Opfer dar, so ist ja alles schon vorhin dein eigen, was ich hab und bin. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 9. Doch will ich dir mein Opfer bringen, das Opfer meiner Dankbarfingen, 460. Mein Herz, ermuntre und finge mit erquicktem Muth jetzt so viel dein Geist mir Kraft verleiht. neue Dank- und Freudenlieder dem Im Namen Jesu sing ich dir, in Herrn, der große Dinge thut; denn diesem nimm es an von mir! er beschämt zur rechten Zeit nun wieder deine Furchtsamkeit. 2. Herr! deine Hand ist immer offen, zu geben, was mein Herz beDanklieder bei der Erndte. Mel. Nun dantet alle Gott. 9. gehrt; hingegen ist mein zaghaft Hof: 461. Frohlocket, Sung und Alt, fen Reichen mit den Armen! da Gott den Unterhalt von neuem aus Erbarmen für euch nun auf ein Jahr so mildiglich bescheert. Was euer Wünschen war, ist väter3. Wenn oft in Kümmerniß und Sorgen der Trost, wonach mein Auge weint, vor meinem Denken tief ver- lich erhört. 2. Auf! danket unserm Gott, daß borgen und noch sehr weit entfernet scheint: hast du schon meine Noth be- Fried und Ruh hier wohnet. Mit dacht, und dich zu helfen aufgemacht. Herr verschonet. Kein Feuer, teine Krieg und Hungersnoth hat uns der Fluth, tein schwerer Hagelschlag, noch böser Seuchen Wuth, trifft uns bis diesen Tag. 3. Die Erndte hat der Herr uns treu und wohl bewahret. Wer hätt, wenn Gott nicht wär, uns sonst die Frucht gesparet? Wer gäb uns Sonnenschein? Wer Regen oder Thau? was würd's ohn ihn wohl sein mit unserm Ackerbau? 4. Umsonst wär unsre Müth, umsonst wär Säen, Pflügen. Wir würden sonsten nie ein Körnlein wieder und doch erträgst du mit Geduld des wankenden Vertrauens Schuld. 249 6. Mein Mund, mein Geist und mein Gemüthe sind deines Ruhms, mein Helfer, voll. Die Wunder aber deiner Güte mit Dank zu preisen, wie ich soll, reicht mein Vermögen nimmer zu, es ist voll Schwachheit, was ich thu. 4. Dein unermeßliches Erbarmen ist immer wohlzuthun gewohnt; drum wird mir sündlich schwachen Armen nicht, wie ichs würdig bin, gelohnt. Dich jammert der Gebrechlichkeit; du hilfft zur recht erwünschten Zeit. 5. Herr! deine Zeit ist stets die beste; auch dann selbst, wenn die Noth sich häuft, bist du schon meine Stärt und Veste. Wenn Fluth und Jammer auf mich läuft, so siehst du mit Erbarmen drauf und hemmeft schleunig ihren Lauf. 1 250 Zweiter Theil. friegen. Wir möchten früh aufftehn Mel. 3euch mich, zeuch mich.- 81. und bis zur Mitternacht nicht wieder 462. Gott im Himmel und auf Herscher in der ganzen Welt! laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Fuße fällt, für den nahen Erndtesegen Dank und Opfer darzulegen. 2. Herr, dir jauchzen Feld und Auen, überall wirst du verspürt, überall läß'st du dich schauen: und wir blieben ungerührt? gleich als ob zu deiner Ehre Feld und Au so schön nicht wäre! 3. Bater! du haft aus Erbarmen uns Unwürdige genährt. Du haft Reichen, du haft Armen manches, manches Glück gewährt. Gett, der uns viel Guts bewiesen, sei gelobet und gepriesen! 4. Du haft Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, daß man nunmehr allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg und Thäler, Tief und Höhen sehen wir im Segen stehen. 5. Ach! wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? nimm ein dankbares Gemüthe für die große Wohlthat an, und mein Mund foll stets erschallen: Gott macht satt mit Wohlgefallen. 6. Gib mun Kraft, den milden Segen, den uns deine Hand bescheert, auch so löblich anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. - Besondere Loblieder. es 5. So aber sorgt und wacht der Herscher in der Höhe; sein Vatersegen macht, daß unser Werk bestehe. Der hat auch diesesmal des Sämanns Wunsch gestillt, und reichlich überall der Schnitter Hand gefüllt. 6. Gott ist's, der euch ergeßt, da ihr nun jauchzt und finget, und jenen Segen jetzt in eure Scheuern bringet; dem stellt euch dankend dar, des Lob so weit ertönt, der wiederum das Jahr mit seinem Gute krönt. 7. O schmecket doch und seht des Schöpfers milde Güte. Lobt seine Majestät mit freudigem Gemüthe. Dem gebet Preis und Ehr, der uns viel Guts verleiht, doch selbst uns noch weit mehr, als Korn und Del, erfreut. 8. Gut ist, o Herr, das Land, darin du uns gesetzet, groß deine starke Hand, die uns so oft ergezet; unendlich deine Macht, und ohne Ziel dein Ruhm, drum lobt dich Tag und Nacht dein Volk und Eigenthum. 9. Verleih, o frommer Gott, uns ferner deine Gnade, daß ja die Feuersnoth nicht unsern Hütten schade; bewahr vor Angst und Leid, vor Seuchen, Waffers fluth, vor Krieg und theurer Zeit; halt uns in deiner Hut. 10. Gesegne, treuer Gott, das, was wir täglich effen! Gib auch, daß wir der Noth der Armen nicht vergeffen. Herr! deine milde Hand erfreue jedermann, daß bei uns Stadt und Land den Segen spüren kann. 11. Laß unser Korn zur Saat und bis zur Erndte reichen. Gib selber Rath und That, und thu an uns ein Zeichen; laß jehen jedermann, du seist, Herr Zebaoth! der Wunder wirken kann, der rechte treue Gott. 7. Schenk uns auch vergnügte Herzen; Stolz und Geiz laß ferne sein; laß den Undank nichts verscherzen. Schenke ferner dein Gedeihn, und laß uns mit deinen Gaben willig auch den Dürftgen laben. 8. Laß es deinem Wort gelingen, daß auch wir zu deiner Ehr hier schon reichlich Früchte bringen, stärke du uns immer mehr, schent uns auch nach allem Leide droben mehr als Erndtefreude. 12. Lob, Ehre, Preis und Ruhm bringt dir zu allen Zeiten dein wahres Eigenthum, o Gott der Ewigfeiten! dir Vater, dir Gott Sohn, und dir Gott heilger Geist! den man vor seinem Thron, und hier auf 463. BE Erden preift. Danklied auf den Frieden. efingt Gott Ze S Gebet- und Loblieder zc. 251 er nieder, fithrt uns den Frieden wiebaoth; befinget unsern Gott! dem der, und nebst ihm Heil und Segen mit neuer Huld entgegen. Zweiter Theil. - müsse von uns allen ein feurig Lied erschallen, der unser Wohl bedenket, und uns den Frieden schenket. 2. Wie schreckte Gottes Hand das werthe Vaterland! der Krieg hat es verheeret und bis aufs Mark verzehret, doch Gott hat es gewendet, Gott, der den Frieden sendet. 7. Dein Geist mach uns bereit, daß wir zu keiner Zeit in deinem 3. Dankt jetzt und immerdar, ihr, Dienst erkalten, dein Wort beständig welche die Gefahr des Krieges hart halten, und nicht mit neuen Sünden geplaget, zerstreuet und verjaget; um des Krieges Wuth entzünden. Frieden euch zu schaffen, zerbrach Gott selbst die Waffen. 8. D Herr Gott Zebaoth! o Herr du unser Gott! laß deines Friedens Gaben uns überflüssig haben, bis daß wir dich dort oben in vollem Frieden loben. 4. Besingt Gott Zebaoth, besinget unsern Gott! das Nachschwert legt 5. Nun, Gott! wir loben dich, und danken ewiglich, daß du auf unser Flehen uns huldreich angesehen, und uns den edlen Frieden zu unserm Theil beschieden. 6. O mache du ihn fest, Gott, der uns nicht verläßt, und trag uns mit Verschonen, daß wir hier sicher wohnen, und, als des Himmels Erben, auch einst im Frieden sterben. 32) Gebet- un oblieder beim Anfang des Jahres. Mel. Es ist das Heil Tommen.- 6. Troft bereitet. Von ganzer Seele 464. Du, t, du bist der preis ich dich. Aufs Neue fibergeb ich Herr Gott, 5. Bergib mir die gehärfte Schuld von den verfloffnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geift belebe und o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. auch der Ewigkeiten! laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank ich, Gott, daß ich noch bin? nur deiner Gnad und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen; dich, den fein Wechsel treffen kann. Wir werden, find gewesen, wir blühen und vergehn durch dich! mur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleibest. 3. Herr! ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird fie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glüd mir zugefloffen wäre. 4. Du haft auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und 7. Die Welt vergeht. Dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Viel bessre Freuden rufen mich zum wichtigern Bemühen! der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 8. Olehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen. Laß mich 252 Zweiter Theil. Gebet- und Loblieder die Bahn der Ewigkeit mit heilger 10. Ihr eiteln Tage flieht denn Vorsicht laufen. Der Tage Last er leichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. immerfort; ich halt euch nicht, verdeppelt euer Eilen; mich lüſtet nicht, in Mesech zu verweilen; nur bald von hier, und dann geschwinde dort; 11. Dort, wo der Hafen der Glütdseligkeit; dort, wo das Kleinod meiner Laufbahn glänzet; dort, wo ein müder Streiter wird bekränzet, und seines Siegs sich ewiglich erfreut. 12. Wenn ich indeß hier länger dienen soll, so gib, mein Gott, daß ich stets machend bleibe. Gib du mir Muth und Kraft zum Kampf; vertreibe die Sicherheit und mach mich Eifers voll. 13. Laß mich, als dein erkauftes Eigenthum, Geist, Seel und Leib von Flecken rein bewahren; und, wirst du neue Schuld von mir erfahren, laß mich nicht sinken, stärk mich wiederum. - Mel. von Nr. 324. 465. S( o ist von meiner furzen Pilgrimschaft ein ganzes Jahr( ganzer Tag) schon wieder hingeflossen! Herr, wie viel Guts hab ich darin genossen! ich bin für mehr als tausend Pfund verhaft't. 2. Bundesgott! wie hat nicht deine Treu mir unverdienten Segen aufgetragen! zwar keinen Tag fehlt es an eignen Plagen, doch Trübsal ist der Seelen Arzenei. 3. So hast du nie den theuren Bundeseid gefränkt, nur ich hab ihn so oft gebrochen; fast nichts gethan, und doch so viel versprochen! vergib es mir! es ist mir herzlich leid. 4. Ach! wie viel näher müßt ich schon zu dir in so viel Tag und Jahren sein gekommen! des Fleisches Trieb hat wenig abgenommen, noch glänzt nicht, wie es soll, dein Bild in mir. 14. Je länger ich auf deinen Wegen geh, je klarer gib dein Licht mir zu erkennen, je heller laß mein Licht im Wandel brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne steh. 15. Es ist doch um ein Kleines 5. Wie eilt die Zeit! fie fliegt! nur zu thun, so heiß ich dich, mein oft fällt mir ein: könnt ich so viele Bräutigam, willkommen; dann werd Stunden, die verlaufen und schnell ich, aller Müh und Qual entnommen, verflogen sind, doch wieder kaufen! vergnügt und froh in deinem Schooße ich wollte sie zu deiner Ehre weihn. ruhn. 6. Nur wenn ich mein betrüglich Herz betracht, so wär es doch ohn deine Gnad vergebens; ach! würde 466. Gott ruft der om, a 15. Mel. Allein Gott in der Höh. Sonn und schafft Mond, das nur das Lebens zu deinem Preise beffer zugebracht! 7. Die Rebe mag am Weinstock nur bestehn; die Säfte, die in Jesu reichlich fließen, laß auch in mich sich mildiglich ergießen, und du sollst Frucht an dürren Reben sehn. Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis, und Dank ertheilen! 8. Hab ich in Trägheit so viel Zeit 2. Herr, der da ist und der da verspielt, laß mich, was übrig ist, war! von Dank erfüllten Zungen sei wie Gold abwägen! o möcht kein dir für das verfloßne Jahr ein heilig Odem mehr in mir sich regen, der Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, nicht, o Gott, auf deine Ehre zielt! Trost und Rath, für Fried und Ruh, 9. Dein Glück, o Welt, macht nicht für jede That, die uns durch dich die Seele satt. Was kann doch wohl gelungen. auf dieser ganzen Erden beim längsten Leben angetroffen werden, das nicht vom Fluch betrübte Spuren hat? 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, denn sie ist dein, in dei 253 ner Furcht zu leben. Du schüßzest Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. uns, und du vermehrst der Menschen 468. bermal ein Jahr( ein Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. verfloffen! näher zu der Ewigkeit! wie ein Pfeil, der abgeschoffen, so verflieget meine Zeit. Treuester Herr Zebaoth! unveränderlicher Gott! ach was soll, was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtigs Wesen, Angst und Furcht bedecket mich; denn mein Beten, Singen, Lesen, ach! das ist so schläferig. Heilig, heilig, Heiliger, großer Seraphinen Herr! wehe fann vor dir bestehen? mir, ich muß vergehen! denn wer beim Anfang des Jahres. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so Nur gib mir Kreuz und Leiden. stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. 6. Laß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle thronen! laß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohnen! laß Treu und Liebe bei uns sein! dies, Bater! wollst du uns verleihn in Chrifto, deinem Sohne. Mel. Welt, ich muß dich laffen. 48. err! der du mir das 467. Her! Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an; ich bin viel zu geringe der Treu, die ich besinge, die du bisher an mir gethan. S 2. Mit dankendem Gemüthe fren ich mich deiner Güte! ich freue mich in dir. O gib mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaff ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geift den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 3. Schrecklich ist es ja, zu fallen in die Hand des Höchsten. Gott rufet warnend zu uns allen: niemand treibe mit mir Spott! irret nicht, wo das geschicht, so leid ichs, Jehovah, nicht; ich bin ein verzehrend Feuer, und mein Zorn brennt ungeheuer. 4. Aber du bist auch sanftmüthig, tren ist, Herr, dein Vaterherz! in dem Bürgen bist du gütig, dich versöhnt sein Todesschmerz. Bin ich nicht in deiner Hand, Gott, ein dir sehr theures Pfand, das du vor der Feinde Wüthen ewig, ewig willst behüten? 5. Auf, mein Herz! stell dich nur wieder dem versöhnten Vater dar. Opfre dem Gebet und Lieder, welcher krönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an, das dich endlich führen kann, mit Verlangen nach dem Scheiden zu des Himmels ewgen Freuden. 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott mein Heil! bin ich der Schuld entladen, und nur bei dir in Gnaden, so ist im Himmel auch mein Theil. 5. O leite mich im Segen dem großen Biel entgegen, dahin dein Wort mich weist. Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geift! 6. Soll ich denn allhier auf Erden länger noch ein Bilger sein, so wirst du bei den Beschwerden, Herr, mir die Geduld verleihn. Deine Treue bleibe mir, liebster Heiland, ich will dir mich hinwiederum verschreiben, dir auch ewig treu zu bleiben. Mel. O Gott, du frommer Gott. - 8. 469. Fin Jahr der Sterblich benstage, ist abermal dahin mit seiner Lust und Plage, und wiederum ein Theil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schuß und Kraft. Zweiter Theil. Morgenlieder. 254 2. Herr! deine Güte machts, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank denn jego gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. - 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmuth in uns allen. Und soll uns dieses Jahr auch nene Noth befallen: so stärke die Geduld und mache deine Treu, o Bater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten. Verleih an Seel und Leib, was jedem ift 3. Wir schließen uns aufs neu in dein so treues Sorgen, in deine Obhut ein; da find wir wohl geborgen. Da ist das feste Schloß vor vonnöthen; und laß uns, Herr, mit aller Feinde Truß, da läuft dein dem, was deine Weisheit thut, stets Häuflein hin, und findet sichern wohl zufrieden sein; du machst doch Schuß. alles gut. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärk im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben; erneure Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht! Morgenlieder. 33) 6. Gelobet feist du, Gott der 470. M ein erst Gefühl Macht! gelobt sei deine Treue, daß ich nach überstandner Nacht mich dieses Tags erfrene. fei Preis und Dank; erhebe Gott, 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Emich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. o Seele! der Herr hört deinen Lob# gefang: lobsing ihm meine Seele! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele; 2. Mich selbst zu schützen, ohne ſei mir ein Netter in Gefahr, ein Macht lag ich, und schlief in Frie- Bater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zuvers den. Wer schafft die Sicherheit der sicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe! Nacht, und Ruhe für die Müden? ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottfelig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer führt mein Blut in stetem Kreis, und schützt mich vor Gefahren? 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden, sein Ziel haft festgesetzt, den laß auf dich, mit Freu den, im Glauben selig hier beschlie ßen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben! du bist es, der es uns erhält, und mirs jetzt neu gegeben. 11. Daß ich dem Nächsten beizu stehn, nie Fleiß und Arbeit schene, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutft, beschließzel Zweiter Theil. Morgenlieder. 255 Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. Lippen sein; er hat als das reinste 471. Noch läßt der Herr mich Weſen, auserlesen Herzen ohne salleben! mit Schein. Gemüth eil ich, ihn zu erheben; er 3. Deine Pflicht kannst du erlernen hört mein frühes Lied. Zu ihm ent- von den Sternen, deren Glanz der zückt mich wieder der Morgensonne Sonne weicht; so muß sich vor Gott Pracht, ich falle vor ihm nieder, der mit Schweigen alles beugen, was uns fie und mich gemacht. groß und herrlich deucht. 4. Ihn mußt du am höchsten achten, und nur trachten, das zu thun, was ihm gefällt. Wer ihm irdisches Ergetzen gleich will schätzen, ehret nicht den Herrn der Welt. - 2. Du Herscher aller Welten nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? Willst du nach Opfern schauen? sie gelten nichts vor dir, du forderst nur Bertrauen, nur Liebe, Gott! von mir. 3. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Troft empfinden, daß du mir gnädig bist. S 4. Dir hab ich mich ergeben; ich freue mich in dir, erfreuender als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deinen Tugendpfad. Du Ewigweiser, leite mich felbft nach deinem Rath. 5. Nur eins laß mich erflehen, das chriftlich weise Herz, auf dich stets auf zusehen in Freuden, wie in Schmerz; daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt; 6. Daß ich, dir innig tranend, das Gute standhaft thu, und froh gen Himmel schauend, denk: Herr, mich fiehefst du! Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und Lauter im Gewissen: so finde mich der Tod. 5. Schau, wie das, was Athem ziehet, sich bemülhet um der Sonnen holdes Licht; wie sich, was der Erdfreis träget, freudig reget, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 6. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weihrauch. Gottes Macht hat, um dich vor Unglücksstürmen zu beschirmen, selber mächtig dich bewacht. 7. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielst; aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Negung fühlst. 8. Dent, daß er auf deinen Wegen stets zugegen, daß ihm alles ist be wußt; daß er selbst verborgne Sünden kann ergründen, und genau weiß, was du thuft. 9. Wir find an den Lauf der Stunden fest gebunden, der entführt, was eitel heißt und der deinen Leib, o Seele, nach der Höhle eines finstern Grabes reißt. 10. Drum so seufze, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern fanftes Schlafen sei, und daß ich mit Lust und Wonne seh die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. Mel. von Nr. 79. 11. Trau auf allen deinen Wegen Gottes Segen! men des Höchsten 472. Seele! du mußt munter Huld erquidt, der genießet wahre und dort beglüdt. blickt hervor ein neuer Tag. Komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb vermag. 12. Kränkt dich etwas diesen Mor gen, laß ihn sorgen, ihn, der gnädig auf dich schaut; er weiß besser, was 2. Doch, daß man auf würdge Weise dir nüßet, und beschütet den, der sich Gott recht preise, wollen nicht nur ihm anvertraut. 256 Zweiter Theil. Mel. von Nr. 16. ein mein innigstes Be ftreben ist, Herr mein Gott! dich würdig zu erheben. Unendlich groß ist deine Batertreu, mit jedem Tag ist deine Güte neu. 473. Mein - 2. Die Sonn enthüllt den Schauplatz deiner Werke, und alles zeugt von deiner Huld und Stärke; sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt raftlos hin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd ist dein, und du regierst dies Ganze! vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh ich, wie groß fich deine Borsicht zeigt, fie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich! du, Höchster, denkest an mich, den Staub, der du die Himmel lenkest, du sorgst für mich! Gott, wie vergelt ich dir? ein dankvoll Herz, das bring ich dir dafür. 5. Nimms gnädig an! gedent nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Flehn verwarf, verleiht, daß ich dich Vater nenuen darf. Morgenlieder. Mel. Warum betrübst du dich.- 435. 474. hm, der das Licht ent stehen hieß, und mich gesund erwachen ließ, sei Preis und froher Dank! des neuen Morgens Heiterkeit sei meinem Gott zuerst geweiht. 6. So will ich denn mit kindlichem Vertrauen auf dich allein, so lang ich lebe, trauen, du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starter Fels, mein Helfer immerdar. 2. Sieh, Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier! daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Und jedes Gut, des ich mich freu, empfang ich jetzo wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. 4. Dich, dem ich nicht vergelten kann, dich, Vater, bet ich findlich an! ich opfre dir mein Herz! Ein Herz voll Dank und Zuversicht ver wirfst du, Hocherhabner, nicht. 5. O du, den meine Seele preift, erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht. Er helfe meis ner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 6. Ein gut Gewissen sei mein Theil! das wirk in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume kleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg auf dich, du, mein Ers barmer, sorgft für mich. 7. Du weißt, wie lang ich hier noch wallen werde. Fällt ohne dich tein Sperling auf die Erde: so nimmſt Mel. Wie schön leuchtet der. 35. und du, Herr, auch meines Lebens wahr. 475. Dich seh ich wieder Mit Namen kennst du mich und zählst freue mich der edlen Pflicht, dem mein Haar. Höchsten lobzufingen. Ich will, ent 8. Mein Heiland, gib mir Kraft brannt von Dankbegier, o mildester zum neuen Leben, gib mir den Muth, Erbarmer! dir mit heilgem Muth dem Beispiel nachzustreben, das du, lobsingen! Schöpfer! Vater! deine o Herr, uns hinterlassen haft; dein Treue rührt aufs Neue mein Gemüthe. Joch ist sanft und leicht ist deine Last. Froh empfind ich deine Güte. 9. Dein Auge sieht die Schwäche 2. Du warst auch diese Nacht um meiner Seele; verwirf mich nicht, mich. Was wär ich? hättest du nicht vertritt mich, wenn ich fehle! zu dir dich so hülfreich mir erwiesen! zu empor fleht meine Seele stets, und meinem Leben setzest du jetzt einen du bernimmsts, Erhörer des Gebets! neuen Tag hinzu; sei doch dafür Zweiter Theil. gepriesen! durch dich bin ich! und ich merke neue Stärke. Dich erhebe meine Bunge, weil ich lebe. 3. Berleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sind und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliche, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nüßen mich bemühe. Prüfe, stehe, wie ichs meine. Dir ist feine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ, o Gott, verleih, daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaf. Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall ich hier, einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich, Herr! ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. - Mel. Werde munter, mein. 1 116. 8. Nun ich leb an diesem Morgen, da ich Abends sterben kann! laß mich für mein Ende sorgen, nimm dich eine in wenn reif zum err! es ist von mei- meiner Seele an. Reiß mich nicht Tode bin. Laß auf Jesu Blutvergießen mich die Wallfahrt selig schließen. Morgenlieder. 257 deinem Angesichte ich ein Kind des Lichtes bin, und den angebrochnen Tag also hinterlegen mag, daß ich in dem Lichte wandle, und in allem weislich handle. dis? 5. Segne mich in allen Werken, die mir mein Beruf gebeut; laß nur deinen Geist mich stärken, mindre die Beschwerlichkeit. Was ich denke, red und thu, alles, Herr, regiere du, gib, daß Wollen und Vollbringen dir zu Ehren wohlgelingen. der Morgenröth entgegen. 2. O wie theur ist deine Güte, die mich überschattet hat, daß zu meinem Bett und Hütte keine Plage sich ge naht. Nunmehr steh ich fröhlich auf, und mein Herze denkt darauf, dir für dieses neue Leben den verbundnen Dank zu geben. 6. Sollt ich heut in Sünde fallen, richte mich bald wieder auf. Laß in deiner Furcht mich wallen, bei der Welt verkehrtem Lauf. Halte Fleisch und Blut im Zaum, gib dem Šatan keinen Raum, wenn er mir sein Netze stellet, daß er meinen Fuß nicht fället. 7. Werd ich auch an diesem Tage nicht ohn alle Plage sein; mache nur, daß ichs ertrage, so find ich mich willig drein. Wenn du nur aus Liebe schlägst, und mein Kreuz zur Hälfte trägst, darf ich keine Trübfal scheuen; du wirst auch Geduld verleihen. 476. Nacht vorbei. Laß mich deine Treu erheben, die auch diesen Morgen neu. Deine Wacht hat diese Nacht mir und nun kommt mir schon dein Segen mit 477. 4. Ist mein Auge nunmehr lichte, so erleuchte meinen Sinn, daß vor Mel. von Nr. 463. hab ich erreicht, die Sonne schau id) wieder! erwachet frohe Lieder! ein Opfer Gott zu bringen, müß euch anjetzt gelingen. med LonG 2. Was nur mein Auge sieht, ist um die Wett bemüht, dich, Höchster! laut zu preisen; dir Ehre zu erweisen, ſei dann auch mein Bestreben in meinem ganzen Leben. 3. Wenn ich dir mich selber schenke, wird es doch zu wenig sein, und so 3. Du, Herr, hast mich bewacht, ich es recht bedenke, bin ich ja vorhin schon dein. Seel und Leib gehöret dir. Doch nimm gnädig an von mir, was ich selbst, als eine Gabe, von dir, Herr, empfangen habe. und an dies Licht gebracht. Zum Preise deiner Gnaden, bin ich so manchem Schaden, so mancher Noth entkommen, von dir in Schuß genommen. 4. Du lenkst von Jugend auf so gütig meinen Lauf; lässt mich so manche Gaben aus deiner Fülle haben; 17 hr trüben Sorgen 258 Zweiter Theil. Morgenlieder. gönnt mir so manchen Segen, und| Throne! dem Vater und dem Sohne, wachst auf meinen Wegen. dem Geist des Herrn sei Ehre! Dreieinigs Wesen, höre! 5. Ich selbst bin gänzlich dein, und werd es ewig sein. Was mich erquickt und nähret, das hast du mir gewähret; du hast mir Leib und Leben und diefe Seel gegeben. 5. Hör meinen Dank, mein Flehen! da kannst ins Herze sehen; ach möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Lallen! 6. So nimm denn wieder hin, Herr, was ich hab und bin. Zu deinem Wohlgefallen laß mich stets vor dir wallen, bemühet, deinen Willen aufrichtig zu erfüllen. 7. Dies ist mein Wunsch. Jedoch wenn ich zuweilen noch nicht thue, was ich sollte, nicht lebe, wie ich wollte: so trage mit mir Armen ein gnädiges Erbarmen. 8. Laß deines Geistes Licht, was mir annoch gebricht, durch seine Kraft vollführen, und meinen Gang regieren. Mel. Gott des Himmels und der. 32. Was bu haft angefangen, das laß 479. Gott des Himmels und der du zum Ziel Erden, Vater, Sohn und heilger Geist! der es Tag und Nacht läßzt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, deffen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 2. Gott! ich danke dir von Herzen, daß dn mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen treu behütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. 1 9. Da ich selbst nichts vermag, so wollst du diesen Tag nach deinem Rath mich leiten; ich schau zu allen Zeiten, vom Anfang bis zum Ende, auf deine Baterhände. 10. Wie schnell verfliegt die Zeit! Herr, mache mich bereit, zu deines Himmels Freuden, aus dieser Welt zu scheiden; verklärt werd ich dort oben dich erst recht würdig loben. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 478. M MEE ach auf, mein Herz, und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, des Menschen treuem Hüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen beded test du mich Armen! schlaf, sprachst du, ohne Grauen, die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dant, zum 6. Dein Werk wollst du vollenden, dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen. 7. Du selber wollst mir rathen in allen meinen Thaten, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten! 8. Begleite mich mit Segen auf allen meinen Wegen. Dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise. - 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; laß mich Gnade vor dir finden, glaubensvoll auf Jesum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen; daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint, und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; unter deinem Schutz allein kann ich froh und sicher sein. 6. Dir, o großer Gott, befehle ich, was ich nur hab und bin, meinen leib und meine Seele, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil mein Schild und Ruhm! segne mich, dein Eigenthum. Zweiter Theil. 7. Du wollst deinen Engel senden, wenn Gewalt und List mir droht; alles mir zum Besten wenden, und mich stärken in den Tod. Sterb ich, o so bringe du mich zu deines Himmels Ruh. Mel. Nun fich der Tag geendet hat. SE 480. — 34) Abendlieder. Abendlieder. 259 8. Höre, Gott, was ich begehre, und was mir dein Wort verheißt. Dir sei Lob und Preis und Ehre, Bater, Sohn und heilger Geist! ich, der hier nur stammeln kann, bete dich einft würdger an. o fliehen unsre Tage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr! du nur bleibest, wie du bist, du schläfft und schlummerft nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht. Und wovor follte mir denn graun? mich schützet deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnade nur noch Theil, Herr Zebaoth: so fürcht ich keine Kreatur, und scheue nicht den Tod. 6. Ich eil im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Du wacheft über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sei mein Gedank! o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. ür alle Güte sei gepreift, 481. Bater, heilger Geist! ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgefang, den ich dir kindlich finge. 8. Vielleicht ist dies die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja dein bin ich auch todt! du, mein Erretter, bist bei mir, und hilfft aus aller Noth. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; haft väterlich mein Haus und mich beschülget und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschent; der Geist, mit dem ich dein gedent, ein ruhiges Gemüthe, was ich vermag, bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sei auch, nach deiner Lieb und Macht, mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sünden. Und fommt mein Tod, Herr Bebaoth, so laß mich Gnade finden! 5. 3war ich erkenne meine Schuld, epriesen, Gott! fei mit Reue fühl ich sie. Doch mein 482. dein Erbarmen, du Versöhner, deine Huld, wie troftvoll ist mir die. Gott der Langmuth und Geduld! du trägst uns stets auf Vaterarmen, mit unaussprechlich großer Huld. Kraft, Gedeihn und Leben hast du uns gegeben. Herr, wir sinds nicht werth! aber dein Gemüthe ist so reich an Güte, die ohn Ende währt. Mel. von Nr. 49. 2. Verzeih uns, Richter unsrer Seelen, die heut verletzte Christenpflicht; wir merken nicht, wie oft wir fehlen, verzeih und geh nicht ins Gericht. Heil der Menschenfinder! wir sind Staub und Sünder, ach, gedenke dran! wer wird uns erretten, wenn wir dich nicht hätten? nimm dich unser an. 3. Du sendest mit der Nacht uns Müden den stärkend süßen Schlummer 17* 260 Zweiter Theil. Abendlieder. zu. Wir legen dann und ruhn im 2. Des Lebens Müh und Elend zn Frieden, denn unser Schutz, o Herr, versüßen, gibt uns der Herr viel bist du. Hilf Erbarmer! denen, die Freuden zu genießen; und welche Güter nach Ruh sich sehnen, die mit Angst schenkt er unsern Seelen! wer kanr und Müh ihre Nacht verbringen, sie zählen? und mit Schmerzen ringen. Stärke, tröfte sie! 4. Wer kann uns deiner Hand entreißen? wir sind, auch wenn wir sterben, dein. Du selber haft es uns verheißen, du wollest allzeit bei uns sein. Hilf uns hier auf Erden, daß wir würdig werden, einst vor dir zu stehn; daß wir als die Deinen, wenn du wirst erscheinen, dir entgegen gehn. Mel. von Nr. 16. 483. Der Tag ist hin, du aber, Jesu, bleibe, daß mir dein Licht der Sünden Nacht vertreibe! erleuchte mich, Glanz der Gerechtigkeit; so ist mir wohl auch in der Dunkelheit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr, daß alles gut gelungen! du machst es wohl, ob ichs gleich nicht versteh; du bift gerecht, es geh auch, wie es geh! 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet, Beständigkeit im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, - 4. Vergib mirs, Herr! sagt mir gleich mein Gewissen, daß Teufel, Sünd und Welt mich hingerisfen: so ist mirs leid, ich stell mich wieder ein. Verwirf mich nicht; sei mein, so bin ich dein!. 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden; er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld, er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! prüf unser Herz! es flehet dir voll Rene. Ach, laß es uns von dir im Glauben stillen, un Christi willen. 5. Uns wohlthun ist dein göttliches Vergnügen! Dein Aufsehn schützt uns, wenn wir hilflos liegen, und wir entseelt, umhüllt von Finsternissen, von uns nichts wissen. 6. War dies für uns der letzte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden: dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ewgen Leben. 7. So legen wir getroft zur Ruh uns nieder. Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, dann preisen wir mit heiterem Gemüthe des Höchsten Güte. Mel. Werde munter, mein. 116. o Herzenskündiger! ich strauchle noch, 485. Werde munter, mein Gemüthe! fühle fromme Dankbegier, und erhebe Gottes Güte, die er heut gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher Noth und Plag treu behütet, und in Gnaden abgewendet allen Schaden. 5. Duschlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach, laß die Seel 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit! daß mein im Schlaf auch Gutes schaffen! Werk durch dich gelungen, daß du Lebenssonn, erquicke meinen Sinn! mich vor allem Leid und vor Sünden ich laß dich nicht, mein Fels! der gröbrer Art so gar väterlich bewahrt, Tag ist hin. die Versuchung abgetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. - Mel. von Nr. 55. 3. Wer vermag es aufzuzählen, was 484. Contflohen sind auch dies du, Herr, an mir gethan? Rechnung, Tages Stunden, und Kräfte fang an dem wir noch des Lebens Glück nur zu zählen an; deiner Wohlthat empfunden; mit frshem Dant laßt ist zu viel, ihr ist weder Maaß noch uns den Herrn erheben, da den Ziel. Wär ich nur bei deinem Lies ben dir in allem treu geblieben! wir leben. Zweiter Theil. 4. Ach! verzeihe mir aus Gnaden| meine Sünd und Missethat, die ich heut auf mich geladen! nimm mir, Herr, nicht deine Gnad, treibe ferner Satans Tück, Gott, durch deine Kraft zurück; laß es ihm ja nicht gelingen, mich in Sünd und Leid zu bringen. 5. Sich, ich fall in Demuth nieder; schau, o Gott, von deinem Thron! schau, voll Reue komm ich wieder, ich vorhin verlorner Sohn! ich verläugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünden, welche sich an mir noch finden. — 6. O du licht der frommen Seelen! o du Glanz der Ewigkeit! dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleib bei mir, Herr Jesu Christ, da es Abend worden ist! tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh; alles Uebel laß verschwinden; sende mir nur Gutes zu. Leib und Seele, Sinn und Muth, meine Wohnung, Hab und Gut, meine Freund und Hausgenoffen sein in deinen Schutz geschlossen. 8. Ach! bewahr uns doch vor Schrecken! schütz uns doch vor Ueberfall! laß uns feine Krankheit wecken! treibe weg des Krieges Schall! wend ab Feu'r- und Waſsersnoth, Peft und bösen schnellen Tod!, keinen laß in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben! 9. O, du großer Gott erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rath. O du werther heilger Geist, stärk mich, der du Beistand heifsst. Herr! erhöre dies mein Flehen. Amen! Ja! es soll geschehen. Mel. Werde munter, mein.- 116. 486. f o Seele, werde Abendlieder. 261 2. Stets gefürchtet, hochgepriesen sei, mein treuer Gott, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, dankt mein ganzes Leben dir. Du haßt, war ichs schon nicht werth, dennoch mein Gebet erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir in Jesu gläubig brachte. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh. Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wenn ich schlafe, wachest du. Seel und Leib befehl ich dir. Walt allmächtig über mir. Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen. Mel. O Welt ich muß dich lassen.- 48. chon Feldern, in 487. Son ruhet auf den und in Wäldern ein Theil der müden Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, ihr sollt noch beginnen, was euerm Schöpfer wohlgefällt. 2. Der Sonne Licht und Glänzen vermissen unsre Gränzen, uns deckt die dunkle Nacht. Fahr hin, du irdsche Sonne, wenn Jesus, meine Wonne, mein Herz nur hell und heiter macht. 3. Was jetzt der Leib noch träget, das Kleid, wird abgeleget. Auch meine Sterblichkeit zieh ich einst aus; damunter! Lob ist gegen wird Christus um mich legen den Nock der Ehr und Herrlichkeit. immer deine Pflicht; denn die Sonne geht zwar unter, aber Gottes Güte nicht. Heut auch hat sie mich genähret, heut auch Freud und Trost gewähret, vor Gefahren mich geschützet, meine Schwachheit unterstützet. 4. Ach, laß uns kein banges Schref= ken, Räuber nicht, nicht Feuersgluth plözlich aus dem Schlafe wecken. Halt uns fest in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht! oder willst du, daß wir sterben, Bott, so seis nicht zum Verderben. 5. Höre, Vater, ach erhöre, was jetzt mein Gebet begehrt. D, Sohn Gottes, dir zur Ehre werd es mir in dir gewährt. Heilger Geift, laß mit Vertraun auf des Mittlers Blut mich baun. Hör, Dreieiniger! mein Flehen. Amen! Ja! es wird geschehen. 4. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich! du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 262 Zweiter Theil. 5. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, da ihr die Ruh begehrt. Einst wird nach allen Sorgen euch, bis auf jenen Morgen, im Grab die stille Ruh gewährt. 6. Die Augen stehn verdroffen! wer wacht, wenn sie geschloffen? wer sorgt für Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden; sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 7. Dein Flügel mich bedecke, daß teine Noth mich wecke, kein Unfall, teine Pein. Mein Jesu, meine Freude! laß du vor allem Leide mein stilles Lager sicher sein! 8. Auch euch, ihr meine Lieben, erschüttre fein Betrüben, kein Unfall, noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen. Gott wolle für euch sorgen! euch schütze seiner Engel Schaar! 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott geriühret? erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? verehrt ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dant, den Unfall mit Geduld? 67. 488. Wamen! Gott, flärke Umgangs filße Stunden? fühlt ich Mel. Ach Herr, mich armen S. ie lang noch 6. Und mein des meinen Geist, daß er sich auch im Träumen aus Satans Neßze reißt; hilf für mein Beftes sorgen, verändre meinen Sinn, daß ich mit jedem Morgen im Guten fester bin. der Freundschaft Glück? sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab ich nichts gered't, das ich bereuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, fie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war dies mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott! der du alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die Pflicht; vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht. - 2. Das Licht seh ich verschwinden, die trübe Nacht bricht ein. Ach, Herr, laß meine Sünden auch mit verschwunden sein; streich sie aus deinem Buche! hilf mir aus aller Noth! errette mich vom Fluche, den dein Gesetz mir droht. 3. Wenn heut, Herr meiner Jahre, mein letzter Abend ist: gib, daß ich dahin fahre, wo du, mein Vater, bist. Doch soll ich länger leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst sterben muß. Prüfung am Abend. Mel. D Gott, du frommer Gott. - Abendlieder. und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott, der Tugend mich zu weihn, und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu sein? 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen? mir und der Welt genützt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? - 8. 489. Der Tag ist wieder hin, Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgeFrebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden kränken; du liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter 2. Wars in der Furcht des Herrn, über mir! leb ich, so leb ich dir, baß ich ihn angefangen? Mit Dank sterb ich, so sterb ich dir! 35) Von dem öffentlichen Gottesdienste. Nach dem 84. Pfalm. Mel. von Nr. 42. 490. Mielieblich ist doch, Herr, die Stätte, da deines Namens Ehre wohnt! o gib, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes sich erfreun, und dir des Herzens Andacht weihn. 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu verehren, Ernst beweist! du hörst sein Lob und seine Bitte, und stärkst mit neuer Kraft den Geist, daß er auf deiner Wahrheit Bahn rechtschaffen vor dir wandeln kann. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn mans nur recht zu Herzen nimmt; es gibt uns Trost auf Trübfalswegen, die du zu unserm Heil bestimmt; es gibt im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. der Erlöften Zungen froh wird be fungen! 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden; mein Geift soll sich auf Gottes Auen weiden. Sein heilges Wort, das seine Boten lehren, das will ich hören. Mel. von Nr. 55. 491. Dies ist der Tag, zum Segen eingeweihet. Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. D, laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 263 5. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, wirst du zerstreuen. 6. O, laß auch heute deinen Geift mich lehren, vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele zum Trost dich wähle. 7. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte; er bring mir Heil und lenke mein Gemüthe auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich bet ich an, du Todesüberwinder! der du an diesem Tag, zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlaffen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbath müff' er mir stets heilig werden! Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen! 4. Gott, laß auch mir dein Antlitz scheinen! dein Sabbath bring auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heilger Stätte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer sein. 5. Ja, du bist Sonn und Schild den Frommen; du, Herr, gibst ihnen Gnad und Ehr; und wer nur erst zu dir gekommen, dem fehlt das wahre Glück nicht mehr. Was du verheißest, 492. Preis und Ruhm. du mein hältst du fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt. Mel. von Nr. 436. Mein Herz sei ganz dein Eigenthum! laß mir den Sabbath heilig sein, und gern ihn deinem Dienste weihn. 2. Gib, daß ich mein Gemüth bewahr, wenn ich mit deiner ChristenSchaar zu deines Hauses Stätte geh, daß ich mit Ehrfurcht vor dir steh. 3. Erinnre selber meinen Geist, daß du mir gegenwärtig seist, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nutzen hör. 2. Dich rühmt der Lobgesang der Himmelsheere! auch unser Tempel schall von deiner Ehre! auch unser Dank und unsers Geistes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie freu ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Durstenden des Lebens Bäche fließen, und wo dein Heil von ich des Wortes Thäter sei. 4. Drück alles tief ins Herz hinein, und laß mich nicht blos Hörer sein. Steh mir mit deiner Gnade bei, daß 264 Zweiter Theil.- Von dem öffentlichen Gottesdienſte. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu| daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, meinem Segen feiern mag. Bewahr Lieb und Hoffnung reichlich mehr. mich vor dem Geist der Welt, die deinen Tag verächtlich hält. 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sabbath zu erhöhn. Herr, meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht! 12. Erleuchte uns, du wahres Licht! entzeuch uns deine Gnade nicht; fei unser Trost in aller Noth; stärk uns im Leben und im Tod. Der 50. Pfalm. 08 Mel. von Nr. 234. 109. will, 493. Der er Herr des Himmels Dag des Herrn, Ge- daß die Welt gerichtet werde; mit ies, Christen, ist der 494. schäft und Müh sei von uns fern! strahlenvollem Angesicht kommt unser kommt vor des Höchsten Angesicht, Gott und schweiget nicht. Er ruft, und freuet euch in seinem Licht. daß Erd und Himmel hören: mich soll der Mensch nicht stets entehren; er ruft, daß alles tief erbebt, wenn seine Rache sich erhebt. 2. Gott wird nach diesen Prüfungs tagen, wie wir gehandelt, ernstlich fragen. Erzittre, sündliches Geschlecht, denn Gott, dein Richter, ist gerecht. Die Allmacht kann das Recht nicht beugen, des, des sind alle Himmel Zengen; ihr Zorn ist recht, gerecht ihr Lohn. Gott ist gerecht auf seinem Thron. Mel. Vom Himmel hoch, da.- 2. Kommt, betet euern Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan! ihn preisen ist der Christen Amt, drum preist und lobt ihn allesammt. 3. Rühmt seine Weisheit, Kraft und Rath, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und alles, was sie in sich hält. 4. Und als er ihren Bau vollbracht, hat er den Menschen auch gemacht, den er nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. 5. Erkennt, um euch voll Dank zu freun, wie er durch seine Güt allein uns täglich schützet und ernährt, und manches Unglück von uns fehrt. 6. Danft auch, daß heute Jesus Christ von Todten auferstanden ist, und durch die Größe seiner Macht das Leben an das Licht gebracht. 7. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, und auch in Trübsal und Gefahr uns treu bewahrt, so manches Jahr: 8. Hilf, daß wir voller Dankbegier erkennen, was du für und für durch deine Weisheit, Güt und Macht, gethan, geordnet und vollbracht. 9. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat würdig sein, und mach uns von den Sünden rein. 10. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Trost erfreun, einst ewig, Herr, bei dir zu sein. 11. O heilger Geist! laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, 3. Ich bin dein Gott, so wird er sprechen, und meinen Bund laß ich nicht brechen, und mein Gesetz nicht frech entweihn! ich, ich will selber Richter sein; ich fordre, Mensch, nicht nur Besuche geweihter Tempel; ich verfluche des Frevlers Opfer und Gebet. Ein Herz will ich, das mich erhöht. 4. Ich, ohne den kein Himmel wäre, ich, ich bedarf nicht Menschenehre zum Pfeiler meiner Herrlichkeit. Doch will ich, was mein Mund gebeut, weil Heil und Segen davon fließen, von meiner Welt gehalten wissen; ich bin der Vater meiner Welt. O thut, was euerm Gott gefällt! 5. Bringt, eures Heils nicht zu verfehlen, bringt mir zum Opfer eure Seelen und reine Herzen, voll von Dank, vor mich in euerm Lobgefang. Zu mir nur fleht in euern Nöthen, und nicht vergeblich sollt ihr beten; vergeßt nur euern Netter nicht; mich preisen, das ist eure Pflicht. 6. Vernehmt mit Ehrfurcht, Menschenkinder, was Gott Jehovah zu dem Sünder, der fühn den Bund der Zweiter Theil. Gnade bricht, mit Majestät und Eifer spricht: wie wagst du's, andern einzuschärfen, was deine Lüste doch verwerfen? was rühmst du mich und meinen Bund? was predigt ihn dein falscher Mund? 7. Du spielest nur mit Treu und Glauben, und schämeſt dich nicht, das zu rauben, was ich, Gott, deinem Bruder gab. Von meinem Thron schau ich herab auf dich, den Schänder keuscher Chen; du meinst, ich werde dich nicht sehen; doch mein nie müdes Auge wacht: Licht ist vor mir die Mitternacht. 11 Von der Selbstliebe. 265 erzeige, so meinst du, ich sei gleich wie du, und sähe dir mit Beifall zu. Allein, ich will mich an dir rächen, im Wetter will ich mit dir sprechen. Ich donnre dir ins Angesicht, und fürchterlich ist mein Gericht. 10. Hört, immer freche Sünder, höret, was euch der Mund der Wahrheit lehret: denkt, Sünder, denkt an mein Gericht, und spottet meiner Warnung nicht. Sonst komm ich, euch hinwegzureißen, euch, Zorngefäße, zu zerschmeißen, so daß euch Onehmet niemand retten kann. meine Warnung an! 11. So sinkt denn hin zu meinen Füßen, in frohem Danke zu zerfließen; süß, tiefgebeugter Sünder, ist der Dank mir, der vom Herzen fließt. Komm, komm zu meinen offnen Armen, und dann ermüde mein Erbarmen mit neuen Missethaten nicht: dann schau mein freundlich Angesicht. 8. Du wagst es, die zu untertreten, die einen Gott mit dir anbeten; von deinen falschen Lippen fließt, was deinem Nächsten bitter ist. Berläumdung, Spott und freche Lütgen gießt deine Zunge mit Vergnügen auf deinen frömmern Bruder aus, den Sohn in deines Vaters Haus. 9. Das thust du, Sünder, und ich schweige; und weil ich Langmuth dir S 36) Von der Selbstliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 5. Nie blende mein Gemüth der ein Will ists, großer Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit ihrer Lust vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze Luft? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ist's, was uns glücklich macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen; das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O selig! wer danach mit heilgem Eifer trachtet, und für sein größtes Gück, Gott, deine Gnade achtet. Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Rub und einst vollkommne Seligkeit. 8. Das sei mein Zweck, mein Fleiß. O segne mein Bemühen! so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. Bewahre mich dabei, Herr, vor dem Lauf der Welt. Gib, daß ich mich so lieb, als dir es 495. Gott, ich soll mich selber lieben. D laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu sein, den du mir eingepflanzt, in heilge Grenzen ein. 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in allem ich dein Auge findlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider deine Furcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigenmutz behersche meine Seele! und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle: so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf andrer Elend baun. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es fucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht. wohlgefällt. 266 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Mel. von Nr. 265. err! lehre mich, wenn 496. er bin ich? welche 497. Hich der Eugend diene, Me wichtge Frage! Gott, Lehre fie mich recht verstehn. Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer fich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. daß nicht mein Herz des Stolzes sich erfühne, nicht auf sie sicher und vermessen sei. Herr, lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der Mensch bei seinen besten Werken? Wann sind sie gänzlich von Gebrechen frei? 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, du schufft mich, Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 2. Wie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille! wie selten, wenn ich dein Gebot erfülle, erfüll ichs ganz und treulich, wie ich soll. Sind Lieb und Furcht stets die Bewegungsgründe der guten That, der unterlaßen Sünde? und ist mein Herz des Danks und Eifers voll? 3. Ich bin ein Christ nach dem Befenntniß. Doch bin ichs, Herr, auch in der That? o öffne du mir mein Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh, und 3. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend; gedenke nicht der unvollob ich auch im Glauben steh. kommnen Tugend der reifern Jahre 4. Du kennest unsers Herzen Tiefen, meiner Lebenszeit. Wenn ich noch die uns selbst unergründlich sind. Drum oft aus Stolz nach Tugend strebe, laß mich oft und ernstlich prüfen, wie aus Menschenfurcht mich Lastern nicht ich, mein Gott, vor dir gefinnt. Be- ergebe: was ist vor dir, Herr, meine freie mich vom falschen Wahn, der Frömmigkeit? auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wer alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt: wie will der für sein Bestes forgen? was ist, das den zur Beßrung treibt? sich selbst recht kennen ist Berstand; drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab ich der Wahrheit Weg erwählet, So gib, daß ich ihn nicht verlier. Ach leite mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der ins Verderben sich verliert. Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft. Du bists, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. O laß michs nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Herr! mache mich schon hier recht klug, und frei vom schnöden Selbstbetrug. 4. Wenn ich den Geiz, aus Furcht der Schande, fliehe; aus Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, und mäßig bin, nur um gesund zu sein; wenn ich die Nach aus Eigennutze hasse; der Ehrsucht Pfad aus Trägheit nur verlasse; was ist an aller dieser Tugend mein? 5. Und, Gott, wie oft sind unfre besten Triebe nicht Frömmigkeit, nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte meistens der Natur und Zeit! wann fühlen wir der Tugend ganze Würde? Wann ist dein Joch uns eine leichte Bürde, und dein Gebot Wunsch und Zufriedenheit? 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn auch zu deiner Ehre mein Herze rein, rein meine Tugend wäre: wer hätte Recht zu diesem Eigenthum? wer ließ mich früh zur Tugend unterrichten? mein Glück mich sehn in meines Lebens Pflichten; wer lehrte mich: Gehorsam sei mein Ruhm? 7. Wer gab mir Muth, Herr, dein Gebot zu lieben? wer gab mir Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 267 Kraft, es freudig auszuüben? wer gab| und mein Leben ward mir von dir mir in Versuchung Schild und Sieg? gegeben, und ohne dich vermag ich Weß ist die Quell, die mich mit Weis- nichts. heit tränkte? und weß der Freund, der mich zum Guten lenkte, und mir die Fehler liebreich nicht verschwieg? 8. Du triebst mich an, daß ich das Gute wählte, und riefst mich oft, wenn ich des Wegs verfehlte, durch deines Geistes kräftgen Ruf zurück; zogst mich durch Kreuz, durch Wohlthat auch von Sünden; ließ'st, wenn ich rief, mich wieder Gnade finden; gabft mir zur Beßrung deinen Segensblick. - 9. Was ist der Mensch, daß du, Gott, sein gedenkest, Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenkest, und so zum ewgen Leben selbst ein Recht? Und wenn ich nun durch deines Geistes Gabe des Glaubens Kraft und alle Werke habe: Wer bin ich vor dir? ein unnützer Knecht. Mel. Welt ich muß dich laffen. 48. 498. Mas ich nur Gutes habe, ist deine milde Gabe, 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zum nützlichen Geschäfte, hab ich aus deiner Huld. Dein ists, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohlgerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. 6. Das nützlich anzuwenden, was du mit Baterhänden mir gütig zugewandt, dein treuer Knecht zu werden: das sei mein Fleiß auf Erden; dazu du Bater alles Lichts. Mein Dasein gib Demuth und Verstand. - 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mirs? deine Treue, du Du ordnest Herr der ganzen Welt. unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wiederfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd es ewig sein. O, laß michs nie vergessen; so werd ich nicht vermessen der Eigen liebe Weihrauch streun. 38) Von der Sorge für die Seele. Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238.| diesem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine 499. Baterhuld ihr zugedacht, verlieren. err! meiner Seele großen Werth, den mir 5. Mit dir, o Gott, vereint zu dein theures Wort erklärt, laß mich mit Ernst bedenken, und auf die sein, mich ewig deiner Huld zu freun, Sorge für ihr Wohl so unermüdet und dich zum Trost zu wählen, das als ich soll, den größten Eifer lenken. sei mein Fleiß und höchster Zwed! 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! laß mich dazu den rechten Weg aus welch Glück haft du ihr zugedacht! Leichtsinn nie verfehlen. wie viel an sie gewendet! du schufft fie, Gott, dein Bild zu sein, und hast, vom Fluch sie zu befrein, selbst deinen Sohn gesendet. 6. Wer böse ift, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden haffet; das seine Schuld vor dir bereut, und das zu deiner Gütigkeit durch Chriftum Hoffnung faffet. 3. 3u groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit, zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 4. Mit großer Treue willst du fie selbst durch des Lebens kurze Müh zu 7. Gib, daß ich dir mich ganz ergeb; und was ich hier im Fleisch noch leb laß mich im Glauben leben an dich Sohn Gottes, der du mich so hoch geliebet haft, und dich für mich dahin gegeben. 268 Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 8. In meiner ganzen Pilgrimschaft 7. Doch, was vermag ich, wenn laß mich, gestärkt durch deine Kraft, du nicht vor Trägheit mich beschützest, nach jenem Kleinod trachten, das mir und mich zur Treu in dieser Pflicht, dein Ruf vor Augen stellt, und alle mit Kräften unterstützest? O stärke Leiden dieser Welt wie nichts dagegen mich, mein Gott, dazu, so find ich achten. hier schon wahre Ruh, und dort das ewge Leben. - 9. Wie selig werd ich dann nicht sein! schon hier wird dann mein Herz sich freun, in dir, Gott, ruhig leben; Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. und du wirst nach vollbrachter Beit 501. Lehre mich, Herr! recht auch mich in deinem Reich erheben. bedenken, was wahrhafte Weisheit sei. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnaden bei. Denn die Klugheit, so die Welt ohne Grund für Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun; denn, die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu sein; sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünkel scheun; gern auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und sich deß doch nie erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer fich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Reu das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; nicht die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld für das wahre Wohlsein achten, nein, nach bessern Gütern trachten. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 500. Nach meiner Seelen Se ligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? wie würd ich einst vor dir bestehn! wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr sündgen kann, Gott um Erbarmung flehen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb; nichts sei so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewönn ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden: was hülfe mirs? kann auch die Welt mit allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad ersetzen? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? was fann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tode geben? nicht Menschengunft, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden! 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht dereinst besteh, sei meine größte Sorge! 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Zweck ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn; gerne Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn, und wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld sie ehren. Von der Sorge für die Seele. 269 8. Einst läß'st du im Gewisfen mir diesen Troft genießen, wenn alles von mir weicht; wenn ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O, laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts Verdammlichs an mir sei. Zweiter Theil. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß wir hier nur Pilgrimm' find; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe findt; seine Augen unverwandt nach dem ewgen Vaterland richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil! Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von mir! Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. laß fie mich zu allen Zeiten auf den 503. bares Gut ist, Herr, O welch Weg des Friedens leiten. Vom Gewissen. ein rein Gewissen; wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert Mel. O Welt, ich muß dich lassen.. 48. nicht, ihn schreckt kein Tod und kein 1 502. in ruhiges Gewissen laß, Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, im Blick auf deine Gnade, dann wohnet Fried in seiner Brust, und wer ist, der ihm schade? auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geißel böser Zungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hütet sich vor Uebelthat, und denkt: der Lügen wird wohl Rath; Gott wird die Ünschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit Die der fünftgen Welt entgegen. gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverletzt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sei beslissen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu sein, dein heilig Recht nicht zu entweihn, das sei mein größter Eifer. 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Bater, deine Huld, voll Reu und Glauben ßen. Denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wenn andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde schweiget, und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket: wie unschätzbar ist mein Gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben, und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen: wie groß würd meine Thorheit sein! 4. Sein eigen Herz bekämpfen, und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch, wenn wir uns besiegen, welch feliges Vergnügen gewährt uns die Vollbringung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhigs Herz. Das schaffet innre Freuden selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen jelbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, dies größte Gut. 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlösten, sich deiner Huld zu trösten: welch Glück, mein Gott, kann größer sein? suchen. 270 3weiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 7. Mit deiner Gnade tröste mich| verschmerzen, und sieh, dein Herz und stärke meine Seele, daß sie vor wallt auf und dräut, und schilt so Sünden hüte sich und nie aus Vorsatz lieblos und so hart, als es zuerst ge fehle. Denn, wer nur reines Herzens scholten ward. ist, hat immer auch durch Jesum Chrift, zum Troft dich, Allerhöchster! 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so reget sich die Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit. Doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; flichts Unmuth auch und Müßiggang? — Von der Wachsamkeit. Mel. von Nr. 72. 504. Nicht, daß ichs schon ergriffen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; 11. Du bist gerecht: denn auch beoft ist sie nur das Werk der Zeit. scheiden? liebst Mäßigkeit: denn auch Die wilde Hige roher Jugend wird Geduld? Du dienest gern, wenn andre mit den Jahren Sittsamkeit, und leiden: vergibst du Feinden auch die was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. Schuld? von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfft sie; doch du wechselst nur! dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was andern strenge Tugend scheint. Mel. Wer nur den lieben Gott,- 7. Der Trieb des Neids, der Schmäh- 505. Damit ich meine Seele manchen Feind. On wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht bir befreit; jetzt follst du eine Schmach 12. Sei nicht vermessen! wach und ftreite; denk nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohl fahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach überall. rette, daß ich bet und wach! wenn ich dich nicht zum Beistand hätte, wär ich zum Guten viel zu schwach. Und Tugent ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das stranchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft ftirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Wenn mich gleich nicht die Dinge rühren, durch die der andern Tugend Zweiter Theil.- Von der Sorge für die Seele. 271 6. Du mußt mit der Wachsamkeit das Gebet verbinden. Was uns Stärk und Kraft verleiht, ist bei Gott zu finden. Geist und Wort hilft dir fort, daß du wacker bleibest, und sein Werk recht treibeft. 7. Du wirst nie vergeblich schrei'n: Gott wird Heil und Leben, Gott wird Segen und Gedeihn, wenn du bittest, geben; wenn du schreist, wird sein Geist auf dein Flehn bald merken, und in Noth dich stärken. fällt: wird darum nichts mein Herz verführen? Ach, jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 4. Oft schläft der Trieb in meinem Herzen. Von Rachsucht schein ich mir befreit; jetzt soll ich eine Schmach verschmerzen; und ach! mein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 6. Drum gib, Herr, daß ich wach und streite; nie denke, daß ich gnug gethan. Mein Herz hat seine schwache Seite; Feind der fahrt an. Die Sicherheit droht mir den Fall. Hilf, daß ich wache überall! 8. Auf denn! du mußt immerdar wachen, flehn und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brünst ger beten. In der Noth, in dem Tod wirst du kräftig flehen, und vor ihm bestehen. Mel. Bater unser im Himmelreich.- 120. noch unsre 507. Hieringszeit. Hier find wir immerdar im Streit; hier, wo uns Satan leicht berückt, das schwache Mel. Straf mich nicht in deinem. 302. jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. 506. Mache dich, mein Geift, Fleisch sich selbst verstrickt, die Sinne bereit; Wachen, Flehn und Beten stärket uns zu jeder Zeit, hilft in allen Nöthen. Satans List kann der Christ durch Gebet und Wachen leicht zu Schanden machen. 2. Oft nehmen Lafter überhand und strömen übers ganze Land. Drum Hüte dich! das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Chrift, sei im Glauben stets bereit, und flieh den Schlaf der Sicherheit. 2. Auf denn! und beharre nicht in dem Sündenschlafe. Christus ist nun selbst dein Licht. Eile! schwere Strafe, große Noth, selbst der Tod möchten dich in Sünden unbereitet finden. 3. Wache, sonst bringt Satans Lift dich zu schweren Sünden. Er kann, wenn du schläfrig bist, dich leicht über winden. Die Gott liebt, übergibt er ihm, wenn sie schlafen, zu gerechten Strafen. 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, und ein Netz bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! adh, wie entrinn ich Schwacher hier? 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge; oder, wenn fie sich verstellt, liftig an fich bringe. Wach und sieh, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Neße stellen. 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Lafter künstlich ein, preift den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Shr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Wach und gib auf dich selbst acht; trau nicht deinem Herzen. Leicht tann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. O, es ist voller List, Tann sich selber heucheln, und voll Hochmuth schmeicheln. 5. Auch Satan reizt das Herz, und sagt: o, eine Sünd ist leicht gewagt! die Ewigkeit ist ja noch fern! Und ach, mein Fleisch gehorchet gern. Denn wie so leicht ist es bethört, da es verführt zu sein begehrt. 272 Zweiter Theil. 6. Dn Jesu! mußt das Beste thun. Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein, dein Bruder, Herr, dein Fleisch und Bein! Mein Gott, mein Gott, laß nicht von mir, damit auch ich nicht laß von dir. - Von der Sorge für den Leib. 7. Der Sündendienst nimmt anfangs ein, und endet sich in Höllenpein. Drum steh dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh. 8. 3war ist mein Glaube klein; doch du, du starter Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 20 9. Wenn schon die Trübsal auf mich dringt und überall mich Angst uniringt, bleib ich doch stets in deiner Hand. Ich halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein. Nun muß mir alles heilsam sein. 10. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrist, und wer ein Sclav der Laster ist. Ich will nicht zagen. Ins Gericht kommt ja, wer an dich glaubet, nicht. 11. Du bist es auch, dem ich vertrau, so lang ich noch das Elend bau; bis dort, wohin mein Herz sich sehut, die Sieger Preis und Ehre frönt. Herr! steh in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei. S03EXER 39) Von der Sorge für den Leib. Mel, von Nr. 72. ie mannigfaltig sind geschäfte, untilchtig zur Gottseligkeit; erweckt Unordnung, Streit und Zank, W schuldgen 508. uns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geist als Leib zu laben, uns täglich deine Hand gewährt! auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist! 6. Wer sich den Bauch zum Gott erforen, unmäßig deine Gaben braucht, der geht des Himmelreichs verloren, zu dem kein Knecht der Lüste taugt. Gott! laß mich ja dies Laster scheun, und mäßig stets und nüchtern sein. 2. Du gibst uns Brod für unser Leben, und unsre Herzen zu erfreun, gibst du den traubenvollen Reben mit segensreicher Hand den Wein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß. 7. So oft ich Speis und Tran genieße, so laß es mit Vernunft geschehn, und daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Nahrung und Erquicung gibst. 3. Doch laß die Kraft, ung zu vergnügen, die du in Speis und Trank gelegt, mich nie, o Höchster, so be5. Die Schwelgerei raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut; uacht träge zum BerufsMel, von Nr. 234. widerstreben, 509. Der Wollust Reiz zu Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir. 2. Die Wollust kürzet unsre Tage, sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte ihrer Leidenschaft. Der haßt sich selber, der sie übt, und sich in ihre Fesseln gibt. fiegen, daß sie zum Schwelgen mich bewegt. Laß, deiner Gaben mich zu freun, mich mäßig im Genusse jein. Höchfter, meine Weisheit sein! 4. Mit Speis und Trank sein Herz beschweren, steht niemals wahren Christen an. Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist er quicken kann, ein Gift, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. - Zweiter Theil. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; sie raubt den Eifer edler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht; sie führt Neu und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüften strebt. Von der Sorge für den Leib. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sind sie vor dem Gewissen Schande, so noch weit mehr vor dir, o Gott! wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nie von dir, o Gott, geliebt.m 6. Du wirst den wiederum verder= ben, der deinen Tempel hier verdirbt. Dein Himmelreich wird niemand erben, in dem die böse Lust nicht stirbt. Drum laß mich ihre Reizung fliehn, und keusch zu sein mich stets bemühn. 273 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib befchwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlsein stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bis Störer deiner Ruh, du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam sein! drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein. Gewähr auch dann mir guten Muth, und segne, was der Arzt dann thut. 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt, nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbefiehlt. Körpers Wohl laß nie allein den Endzweckt meiner Sorge sein. Des 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei stets auf meinen Geift ge richt't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eh dieses Leibes Hülle bricht; dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb ich hier zu deinem Preis. 7. Gib, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh, und stets, darwider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärtger, seh. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgue Miffethat. Mel. von Nr. 234. Mel. Welt ich muß dich laffen. 48. 510. Dhe warten und 511. Mas ist mein zeitlich es Leibes ihn nähren, das ist, • Schöpfer, meine Pflicht, muthwillig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. Ostehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei.. Gott, gegeben? Ein unschätzbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet, 2. Sollt ich mit Vorsatz das ver- dort erntet man erfreuet der Tugend leben, was zur Erhaltung mir ver- Früchte ein. Je länger ich hier wandle, traut? sollt ich gering ein Kunststück vor dir rechtschaffen handle, je größer schätzen, was du, o Schöpfer, selbst wird mein Glück dort sein. erbaut? Wes ist mein Leib? er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstörer sein? 3. Sollt ich dies Glück mir rauben? O Herr! laß mir, im Glauben der künftgen Erntezeit, mein Leben auf der Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht; ist Undant deiner Güte. Ein 18 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßen, gibst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie? follte sie denn mir es sein? - 274 Zweiter Theil.- Von dem rechtmäßigen Gebrauch zc. rebliches Gemüthe verläßt ja seinen Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir Poften nicht. hier zum Dienst ergeben. Hilf nur dem guten Willen auf. 7. Was nützt ein langes Leben dem, der nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? wer Gott und Menschen liebet, und sich im 6. In deine Baterhände befehl ich, Glauben übet, nur der hat lang und Herr, mein Ende, und meiner Tage| wohl gelebt. 5. Gib, daß ich flüglich fliehe, was oft mit leichter Mühe mir gar mein Leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. 26. 513. Mel Machs mit mir, Gott, nach. 8. ohl dem, der begre Schäße liebt, als Schätze dieser Erden! wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besigen. Er gab fie uns, und auch die Pflicht, mit Sie dürfen Weisheit sie zu nützen. unser Herz erfreun, und unsers Fleis Mel. O Gott, du frommer Gott. 1 512. Laß mich doch nicht, o dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? in Spai 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt, und schnell ver- ßes Antrieb sein.. lierts oft der, dem der Besitz gelingt. 3. Doch nach den Gütern dieser 3. Ein Gut, das unsern Geist wahr- Zeit mit ganzer Seele schmachten, baftig soll beglücken, muß nicht ver- nicht erst nach der Gerechtigkeit und gänglich sein, und für den Geist sich Gottes Reiche trachten: ist dieses ſchiden. Der Thor hat Geld und eines Menschen Ruf, den Gott zur Gut; er hats, und wünscht noch mehr; Ewigkeit erschuf? noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstidt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. Jur 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßzt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir ber Witwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 4. O Gott, so wehre doch den ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh gewinnt, bald praf send sie verzehrt, bald geizig sie be wacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises fromines Herz, das sei mein Schatz auf Erden. Sonst alles, nur nicht dies kann mir entrissen wer den. Dies bleibt im Tod auch mein, dies folgt mir aus der Zeit zum seligsten Gewinn bis in die Ewigkeit. - 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume sinds, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vont irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ewgen Gütern hin. moni 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken, Zweiter Theil. and in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaubst, du habst sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. - Von der Arbeitsamkeit 2c. 9. Du haft ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Hab sucht recht zu sprechen, und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen laffe; Geiz ewig, als Abgötterei, von mir entfern und haffe. Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut! Mel. Es ist das Heil uns fommen. 6. 514. Herr! laß mich doch ge wissenhaft mein zeitlich Gut verwalten. Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nützt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe. 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir und deinem milden Segen. Nicht nur zum Fallstrick gabst du mir mein zeitliches Vermögen. Du gabst es mir zum wahren Wohl. Drum gib, 275 Herr, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? vergänglich, und von Erde. Hilf, daß ich nie aus Uebermuth dadurch vereitelt werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? verführt' mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintan zu setzen was meiner Seelen Heil begehrt, und mir ein ewig Glüd gewährt, wie strafbar würd ich handeln! - 5. Mein größtes Trachten sei allhier nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur die kann haben! Hab ich mir, Höchster! deine Huld, bin ich voll Glauben und Geduld: was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh und Gewissenspein tann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schützt er keinen Sünder. 7. Laß mich in weiser Sparsamkeit die Güter nie verschwenden, die du mir gabft, in dieser Zeit ste nitzlich anzuwenden. Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten so, wie mir, des Lebens Müh erleichtre. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur heilgen Sorgfalt lenten, also die Güter dieser Zeit zu nützen, daß ich einst erfreut noch Segen davon ernte. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. nur unternimmt, wird, wenns mit 515. ott ist's, der das Ver- seinem Willen stimmt, nicht ohne Sott mögen schafft, das Fortgang bleiben. Gute zu vollbringen. Er gibt zur 2. Wer das zu seinem Hauptzwed Arbeit Muth und Kraft, und läßt macht, vor ihm gerecht zu werden, sie uns gelingen. Was man ihm und erst nach seinem Reiche tracht't 18* Zweiter Theil. Von der Arbeitsamkeit 2c. 276 dem gibt er auch auf Erden vom irdschen Gut mit milder Hand so viel beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nützet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, und, krönt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schutz bedeckt er fie, und segMel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. net bei des Lebens Mich ihr herz 517. 3ur Arbeit nicht zum find wir, mit Troft und Hoffnung. o Herr, auf Erden. Drum laß mich 4. Drum gib, o Gott, daß ich doch mein Lebenlang kein Knecht der auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Trägheit werden. Gib mir Verstand Licht und Weisheit fegne mich, daß und Lust und Kraft, geschickt, treu ich nie Wege gehe, die mir dein und gewissenhaft mein Amt hier zu heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten. verwalten. 2. Hast du ein Amt, so warte sein; das ist, o Gott, dein Wille. O flöße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle. Hilf mir, daß ich von Zeit zu Zeit an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Amte wachse. - Mel. D Gott, du frommer Gott.- 8. 516. Du haft uns, Herr, die 516. Dflicht zur Arbeit auferleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernfilich eingepräget. Der träge MüBiggang ist dir, o Gott, verhaßt, für uns der Laster Net, und unserm Nächsten Last. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich, als dir mißfällig, meiden, und hilf, daß ich gestärkt durch dich, voll Muth mit Luft und Freuden in meinem Stand geschäftig sei; dein Segen fröne meine Tren, daß sie auch andern nüße. 3. D Herr! vor träger Weichlich6. Sei überall, mein Gott, mit feit wollst du mein Herz bewahren, so werd ich aus Gemächlichkeit nie mir! die Werte meiner Hände befehl meine Kräfte sparen. Erholen werd ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich ich mich nur dann, wenn ich, von fie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von mei- Kraft erschöpft, mich kann zu neuer nem Fleiß in jenes Leben folge. Arbeit stärken. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen, die Bürden des Berufs getroft auf mich zu nehmen. Wird gleich mein Angesicht mit faurem Schweiß benetzt: genug, daß du mich selbst in den Beruf gesetzt. 4. Ach! fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände. Hilf mir, bei meinem Thun, am Anfang und am Ende. Laß mich, bei meiner Last, auf jenen Sabbath sehn, da wir, nach treuem Fleiß, in deine Ruhe gehn. 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen. Gib mir mein täglich Brod, und sorge selbst für morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Buversicht deiner Fügung ruhn. - 4. Mit wahrer Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen, die feit entfernt von meiner Pflicht, verfann Bergnilgen ſein, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mir auferleget. 5. Ein heilger Trieb belebe mich, o Höchster! meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freu Ein Herz, das den zu verrichten. sich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Munterkeit, versüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unvers rückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie bestrict. Gewissenhaft zu handeln, mein Leben deinem Dienst zu weihn, so nützlich, als ich kann, zu sein, das sei mir Ehr und Reichthum. Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 2c. 277 7. Dir zu gefallen, sei mein Zweck bei allem, was ich thue; so wandle ich 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, dazu mich, Herr, auf Erden dein den rechten Weg zu der Gewissens- weises Allmachtswort erschuf, doch ruhe. Denn, wer dir, Heiligster, eine Leiter werden, worauf ich einft mißfällt, was nützet dem die ganze in jener Welt, die höheren Beruf Welt mit allen ihren Schätzen? enthält, zu höhern Würden steige. - 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden. Mel. von Nr. 55. 9. Hier hab ich gnug. Laß mich nur 518. Gott! ott! du bleibst ewig mit den Frommen zu dem Genuß der unsrer Wohlfahrt Himmelsgüter kommen; so wird mein Meister. Wie thöricht handeln un- Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, zufriedne Geister! fie quälen fich, völlig erfüllet. und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. 2. Was helfen uns die ängstlich 519. bangen den ungewissen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Grämen nicht nachmals schämen? 3. Es ist umsonst: wir werden nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschäften den Leib entkräften. 4. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau ich dir, und geh auf deinen Wegen: so wirst du mir, auch ohne Sorg und Kränten, was nützlich, schenken. 5. Bin ich getren mit dem verliehnen Pfunde, und harr ich nur der rechten Segensstunde: so kommt sie, und dann werden meine Thaten zum Glück gerathen. 6. Drum fördre selbst die Werke meiner Hände. Gesegnet sei der Anfang und das Ende! gib guten Rath, damit, was ich vollbringe, mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden. 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben: versorge nur den Geist mit jenen Gaben, die mehr, als alles Irdische, erquicken, und stets beglücken. Mel. von Nr. 46. Entehre nicht, mein Herz! mit der dich zum Glück erschuf. Die Müth des Lebens zu ertragen, und froh zu sein, ist dein Beruf. 2. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nüßlich werden, und betet Gottes Willen an. 3. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden. Nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband. 4. Sie gibt dir Munterfeit und Kräfte, und nährt und stärkt sie väterlich; sie brauchen, dies ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich. 5. 3war jenen hat des Himmels Segen mehr Güter anvertraut, als dir; doch soll dies deinen Neid erregen? dent: wer ist Gott und wer sind wir? 6. Weiß er nicht beffer, was dir nützet, und was dem Nächsten nüßt, als du? wenn er dich führt, regiert und schützet, was fehlet wohl zu deiner Ruh? 7. Du prangest nicht mit hohen Würden? beneide nicht der Großen Glück, sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt fie ein Augenblick. 8. Dir ward kein Ueberfluß gewäh ret? ihn wünschen, das ist Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht Von der Zufriedenheit 9. D! drülce meinem Herzen, auch unter Sorg und Schmerzen, dies doch aufs Tiefste ein: der, den du, Vater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig sein. 278 Zweiter Theil. braucht, entbehret, der ift beglüldt, und reich genug. 9. Herr, der du mir zum frohen keben so viel ich brauch und mehr verliehn, laß täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu fliehn. 10. In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich fürchten, dir vertraum, dich miß ewig meine Wollust sein! lieben, Mel. Welt ich muß dich lassen. 48. ill mich, o Gott, hie520. Mill nieden des Lebens Laft ermüden, so stärke meinen Geist! wenn mich die Leiden kränken, so laß mich wohl bedenken: auch das sei gut, was Trübsal heißt. 5. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüfte schwächen, den eignen Willen brechen, vergüllen uns die Lust der Welt. 6. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld, daß wir in unsern Nöthen, auch wenn du uns wollt'st tödten, doch traun auf deine Baterhuld. 255. 521. Sei, Seele, stark und unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt. Befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau allein auf ihn! er wirds wohl machen. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: wie lange ist unsrer Seelen bange? so wird mit Troft das Herz erfrischt. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze 3. Die Lasten, die uns preffen, haft du, Herr, abgemessen, so groß sie immer fein. Du hilfft sie selbft uns tragen, Zeit. Nach überstandnem Leide erund richtest unsre Plagen nach unsern quickest du ihr Herz mit Ruh, und Kräften weislich ein. einst mit ewger Freude. 4. Ja, wenn ichs recht erwäge, fo finds nur Liebesschläge, womit du uns belegft; nicht Schwerter sinds, nur Ruthen, womit du, bloß zum Guten, als Vater deine Kinder schlägst. 5. Drum hab, o Seele, guten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach aller Trübsal werden. Durchs Kreuz zieht er dich immermehr zum Himmel von der Erden. 2. Kein Leiden kommt von ohnge fähr, die Hand des Höchsten schickt es her, sein Rath hats so ersehen! drum sei nur still! was dein Gott will, laß immer gern geschehen. 8. 3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben. Der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib berwesen, wird doch mein Geist ge nesen; er eilt zu Seligkeiten hin. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so solls dir doch nicht schädlich sein. Gott kann sein Kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlassen. 6. Gott ist dein Gott. Er ist getreu, und stehet dir als Vater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn dem Christen werden. 7. És haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh, und nichts von Trübsal wissen? 7. Was will uns, Herr, auch schei- 8. bet, und sich auf deinen den von dir und jenen Freuden, die Gott, in aller deiner Angst und Noth! du für uns ersehn? man lebe oder laß, wie er will, es gehen. Sein fterbe, so wird des Himmels Erbe Will ist gut, behalte Muth! Gott doch deinen Kindern nicht entgehn. wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein Gott des Trostes bist, laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden! Hilf, den du liebst, und prüfend übst, der Unmuth überwinden! distusai und Geduld im Leiden. Mel. von Nr. 55. in Herz, o Gott! in 522. Sin Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, Mel. O Welt ich muß dich lassen.- 48. wenn ich die schweren Tage standhaft 523. sch hab in guten Stunertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen. 4. Doch selbst, o Herr, in Strafen unsrer Sünden läß'st du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Miffethat zu haffen, züchtigen laffen. 5. Jag ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. og 279 zu empfahen, und mit dem Troft der Hülfe, die wir merken, andre zu stärken. 12. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! 6. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, die ser Zeit Leiden? 7. Wenn ich nur nicht mein Elend felbst verschulde, wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid und dulde: so kann ich mich der Hülfe der Erlösten ficher getrösten. 8. Jch bin ein Mensch, und Leiden müssen fränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, das stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 10. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, be schwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott! will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 9. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk auf! wer spricht: bis hierher! zu dem Meere? ift er nicht auch dein Helfer und Be- 524. rather, ewig dein Vater? 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Troft und Leben sein. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Du, Herr, wirst alles tenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Neue Mel. oder Sei zufrieden. arum sollt ich mich denn grämen? hab ich doch Christum noch, wer will mir den FE nehmen? wer will mir den Himmel 280 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit - rauben, den mir schon, Gottes Sohn, beigelegt im Glauben? 2. Ich kam unter Angst und Nöthen, hülfelos, arm und blos einst ans Licht getreten; nichts nehm ich auch von der Erde dann mit mir, wenn ich hier einst verscheiden werde. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? der es schickt, der hats in Händen; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? fromm ist Gott und schärft mit Maaßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlaffen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als neiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. Mel. Was Gott thut, das ist. 267. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und 525. Mas Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt Leben ist nicht mein; Gott allein ist Wie er fängt es, ders gegeben. Fordert er es ein- gerecht sein Wille. meine Sachen an, will ich ihm halten stens wieder, nehm ers hin, ich preis stille; er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. ihn doch durch meine Lieder. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er läsfet mich nicht fallen, er führet die auf rechter Bahn, die seine Wege wallen. Trost und Geduld gibt seine Huld; er wird mein Unglüd wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weiß nur, was uns nützet; wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stützet! ja seine Treu ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wellt ihn auch der Tod befriegen, Christi Blut, und sein Muth hilft auch den bestegen. 8. Denn kein Tod kann mich ertödten; nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen, endigt dieses Lebens Leiden, und gibt mir einst dafür alle Himmelsfrenden. 9. Dann werd ich mit bessern Schäzzen Geist und Herz auf den Schmerz ewig dort ergetzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. niemand kann uns scheiden! ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, für mich hingegeben. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, und dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen laffe. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, meil er zuletzt mich doch ergetzt mit süßem Troft im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben! És mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Mel. von Nr. 72. dem 526. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden! du bist mein, ich bin dein; auf der ganzen Welt geschicht, was V nichts verborgen, was und Geduld im Leiden. 281 follt ich wie ein Heide sorgen, als daß ich gelaffen fte ertrage, und machst wüßtest du mein Elend nicht? ver- zuletzt doch alles gut. Auf Kummer stellet gleich dein Antlitz sich, dein folgt zufriedner Dank, auf Klagen Herz meint es doch väterlich. froher Lobgefang. 2. Mich und mein Loos hast du gesehen, als ich noch nicht geboren war, und was mir fünftig soll geschehen, stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein Auge stehet aus der Höh und kennt mich, wo ich geh und steh. 3. Du weißt auch, was ich nöthig habe, und gibst mir mein bescheiden Theil; ja, alles, Herr, ist deine Gabe, du sorgest täglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, hast du schon alles gut gemacht. 4. Ach! solltest du denn nicht erkennen, wenn Kummer, Angst und Noth mich quält? Wer muß dich nicht barmherzig nennen? Du bist es, der die Thränen zählt. Du hafts gesagt, dein Herze bricht, wenn deinen Kindern was geschicht. 5. So laß mich doch recht feste glauben, daß deine Augen auf mich sehn; laß mir den süßen Trost nichts rauben, du werdest mir zur Seite stehn, und bald zerstreun durch deine Macht der Sorgen und des Leidens Nacht. 6. Du wirst dein Wort gewiß erfüllen, du hast mir Hülfe zugesagt. Ja, du wirst meinen Kummer stillen; ich bin getrost und unverzagt; es wird geschehn, ich zweifle nicht; du bist mein Gott, mein Heil und Licht! Mel. von Nr. 234. 527. as ist mein Leben auf Was der Erde? ein Wechsel 4. 3u ungestörten Sicherheiten schickt sich gewiß kein Prüfungsstand. Wie würde, drückt' uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu erkannt? Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so kummervoll? Vertrane Gott; nur ihn erwähle zu deinem Trost. Er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein. Ruf in Gefahren ihn als den einzgen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stärke meine Zuversicht. 7. Befiehl ihm alle deine Wege, und hoffe auf ihn allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege steh fröhlich hin zur Ewigkeit. Da sammelst du von aller Pein den Segen mit Vergnügen ein. 8. O sieh dahin zu allen Zeiten, in eigner und gemeiner Noth, im Glücke und wenn dich von weitem ein Unglückswetter hart bedroht. Nichts gibt uns Trost zu solcher Zeit, als Gott, und jene Herrlichkeit. 9. So laß mich, Gott, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen. Du bist bei mir. Das stärke mich! wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. ists von Lust und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde die sanftefte Zufriedenheit. Hier wohn ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes 528. W quäle? harr nur auf Mel. Welt, ich muß dich lassen.- 48. as ists, daß ich Glück enthält. 2. Wes soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst nach deiner Vatertreu mir stets mit Rath und Hülfe bei. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich felbft 3. Du stärfst mir unter aller Plage, noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, o Gott, auf mein Gebet, den Muth, war er mir schon mit Hülfe nah. Gott, o Seele, harr und sei unverzagt! du weißt nicht, was dir nützet; Gott weiß es, und Gott schützet allmächtig den, der nach ihm fragt. 282 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 3. Die kleinste meiner Sorgen ist| sehr veracht't! und doch trug er dies dir, Gott, nicht verborgen, der alles alles gern. Gib, daß ich folge meifieht und hält; und was du mir be- nem Herrn. schieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei Leiden zu meiner Beßrung fruchtbar 6. Laß, Gott, nur dieses Lebens mir von dir gewähret! Gott, du ge- fein, so geh ich zu des Himmels währst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schäzzet, sei, Herr mein Gott, mir ewig fern! Dort wird mein Leben ohne Pein, und Freuden durch dieser Erde Trübsal ein. ohne Leid und Thränen ſein. - Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. as ist das Leben hier 529. Was auf Erden? Wo ist hier wohl Vollkommenheit? Wer lebt hier frei von den Beschwerden der Tribfal und Mülhseligkeit? Du legit in unserm Lebenslauf, o Gott! uns manches Leiden auf. 2. Doch das sind tren gemeinte Schläge der Vaterhuld, die für uns wacht. Wie hast du doch durch Leidenswege so manchen schon zu dir gebracht! denn ungestörtes irdisch Glück hält uns von dir, o Gott, zurück. 3. Wenn uns die Welt nicht Noth erweckte, vergnügte uns dein Himmel nicht. Wer suchte, wenn ihn nichts erschreckte, die Hülfe, die dein Wort berspricht? wer fühlt, wenn keine Laft ihn drückt, wie sanft, o Gott, dein Troft erquidt? 5. Er ward beleidigt ohn Bergelten, gegeißelt ohne Widerstand; gescholten ohne Wiederschelten; ohn Widerspruch zum Kreuz verbannt. Wie? sollt ich denn nicht mit Geduld das tragen, was ich selbst verschuld't? 6. Sind auch der Krankheit Plagen und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr ich, und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wiederfahren, Trost in geistlicher Schwermuth. wenn du mich willst bewahren? und du, mein Gott, bewahrest mich. 530. D - 7. Drum laß mich mit dem Troste siegen: Gott gibt nach kurzer Prüfungszeit das allerfeligste Vergnügen in fenem Reich der Herrlichkeit. Verschmachte Leib! stirb und vergeh! ich weiß, daß ich einst aufersteh. u flagst, o Chrift! in schweren Leiden, und seufzest, daß der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du klagft und rufft: Herr, wie so lange? und Gott, verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. 2. Sind meine Sünden mir vergeben? hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verliehn? wo sind denn seines Geistes Triebe? warum empfind ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getroft auf ihn? 4. Zum Dulden führt dein Ruf der 3. Mühselig, sprichst du, und bes Gnaden, der uns zu Christi Gliedern laden, hör ich den Trost vom Wort macht. Wie schwer war der nicht der Gnaden, und ich empfind ihn nicht; Jier beladen! wie hart verfolgt! wie bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich und Geduld bet, und kann nicht gläubig beten; ich denke, Gott, doch ohne Licht. 4. Sonst war mirs Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfülllen; sein Wort war mir gewiß. Jetzt kann ichs nicht zu Herzen fassen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geist deckt Finsterniß. 5. Oft fiihl ich Zweifel, die mich quälen, heul oft vor Unruh meiner Seelen, und meine Hülf ist fern. Ich suche Ruh, die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unruh, keine Furcht des Herrn. 6. 3ag nicht, o Christ, denn deine Schmerzen sind sichre Zeugen beßrer Herzen, als dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär nicht dein Herz mit ihm vereint. im Leiden. 283 12. 3war ist um Troft dir jetzo bange, denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. nachmals wird sie friedsam Frucht und Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. Doch geben A 13. Fahr fort zu beten und zu wachen, Gott ist noch mächtig in dem Schwachen, ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade gnügen, sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: ich stärke dich, ich helfe dir! 14. Auf, faffe dich in deinen Nöthen! sprich: wollte mich der Herr auch tödten, so harr ich dennoch) sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlösten; und will mich Gott nicht eher trösten, so wird er mich im Tod erfreun. Trost in Dürftigkeit. 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jesum einen Herrn zu nennen, als durch den heilgen Geist. 531. Den u flagst, und Hast du nicht diesen Geist empfangen? er ists, der dich nach Gottf verlangen, und sein Erbarmen fuchen heißt. fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest 8. Bertrau auf Gott; er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen; er kennt und will dein Glück. Er höret deines Weinens Stimme, verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebst. 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends kommen, und stand ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, sollst das Vertraun auf dich entfernen, und sehn, was Gottes wahres Glück? .Gnade sei. 2. Ja, flage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk in Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein 3. Nie schenkt der Stand, nie schen10. Vor Sicherheit dich zu bewah- ten Güter dem Menschen die Zufrieren, läßt er dich seine Streng erfah- denheit. Die wahre Ruhe der Gemütther ist Tugend und Genügsamkeit. ren, und schickt dir diese Last. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du hast. 4. Genieße, was dir Gott beschie den, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Laſt. 11. So wie ein Vater über Kinder, erbarmet Gott sich über Sünder, die feinen Namen scheun. Dein Seufzen ift ihm nicht verborgen; so fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde sein. 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so wie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. 284 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 6. Willst du zu denken dich erkühnen,| deines Stands Geschäfte, und nütze daß seine Liebe dich vergißt? er gibt deine Lebenszeit. uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein wenig Glück in Hoffnung 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte sehn, dies ist der Weg zu Ruh und Leben. in träger Unzufriedenheit; besorge Herr, lehre diesen Weg mich gehn! 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Pilgertage durchgelebt, und einst im 532. seilt der letzte von den Glauben sagen kann: du nimmst mich, Tagen, die du hier Herr, zu Ehren an! lebeft, Mensch, herbei. Erkauf die Zeit! und statt zu klagen, sie sei zu turz, gebrauch sie treu! nimm mit erfenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr; fie flieht! 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so sicher Jahre weg! bist 533. M du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Einst Ewigkeiten zu besitzen, sollst du die kurze Lebenszeit als deine Saatzeit weislich nützen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: steh, Eins ist Noth! was säumest du? 4. Drum eil, errette deine Seele, und denke nicht: ein andermal! sei wacker, bet und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Gesetzt, dein Ende wär auch fern: sei fromm und wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn! 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnade mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. 8. Mein sprachlos Flehn bei meinem Ende vernimmst du, Herzensfündiger. In deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. as sorgst du ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, es dankbar, als ein Glück besitzen, verlieren, als vérlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken, doch, dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch zu leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage find. Sprich: sfollt ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz 7. Wohl mir! wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die und sie verfliegt geschwind. ANSO 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Luft der Welt, wenn ihre Liebe dich reizen, und erstickte sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt ich auch die Welt ererben, begieng ich doch solch Uebel nie. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entriffen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschulds boll. Sprich, dein Vergnügen vermehren: welch Glück wird Gott mir dort bescheeren, wo ich unendlich leben soll. zu 7. Denk an den Tod; wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben, sprich: bin ich hier, um reich zu sein? wohl mir, wenn ich in Chrifto sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 8. Denk an den Tob, wenn Leiden kommen; sprich: alle Trübsal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ists, der mir die Krone reicht. und der Zubereitung zum Tode. 285 2. Daß du, o Höchster, meinem Lea ben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu sein. 1 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltlust zu ents fernen, und um den Himmel zu bes mühn. O mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrückt. 9. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig haffen? ich seh ihn doch nach dem Erblaffen; dann zeigt er mir sein Angesicht. Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. 10. So fuche dir in allen Fällen 535. Herr! ich hab aus deis mir zum den Tod oft lebhaft wirst du ihn nicht zitternd scheun; so wird er dir ein Troft im Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. Heil, noch Zeit in Händen. Gib doch, daß ich sorgsam sei, fie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seelen Theil! ist mir das Beste aufgehoben. Dort ist für mich vollkommnes Heil. Da, wo mein Schatz ist, sei mein Herz; Herr, lenke selbst es himmelwärts. 5. Herr, allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein himmlisch Reich zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen sein, und deine Hülfe mich erfreun. 6. Willst du mich länger leben lasfen, so laß es mir zum Heil geschehn. Doch soll ich heute noch erblaffen, so höre, Vater, auf mein Flehn: sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich erge ben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir. Sei nur mein Trost, so gnüget mir. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn. 534. D, Herr und Meister die uns zugezählten Stunden. auf ewig uns verschwunden. Niemals, fehrt ein Augenblick, uns zum Heil, davon zurück. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit mich... mein Gott, doch nie vergessen, wie 286 3weiter Theil.- Bon dem rechten Gebrauch des Lebens, unschätzbar sei die Zeit, die du uns| deine Zeit ist Gottes Sache. Lern hier zugemessen; wie, was hier von nicht nur den Tod nicht scheun, lern uns geschieht, ewge Folgen nach sich auch seiner dich erfreun. zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, noch die Stunden auszukaufen, die, zu meiner Seligkeit, deine Gnade mir verleiht. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun. Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenten. Sprich: Herr! daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! lehre du miche jeden Tag, daß ich weiser werden mag. 5. Deine schonende Geduld trage mich, Gott! nicht vergebens. Ach! vergib mir meine Schuld, daß so manchen Theil des Lebens ich zu meiner Seelen Wohl, nicht gebraucht so, wie ich soll. 6. Laß mich meine Befferung für 537. Wie mein Hauptgeschäft erachten, und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer ben ist ein fallend Laub, und dennoch trachten, als erwartete noch heut schmeichelt er sich gern, der Tag des mich Gericht und Ewigkeit. Todes sei noch fern. 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Früchten sei, und dem Nächsten nüglich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sei mit Trost mir nah! 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. 3. Sprich nicht: ich denk in Glüd und Noth, im Herzen oft an meinen 536. Meine Lebenszeit verich zu dem Grabe. Und was ists, das ich vielleicht hier annoch zu leben habe? dent, o Seele, an den Tod! säume nicht, denn Eins ist noth. Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, an gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ift 2. Lebe wie du, wenn du stirbft, eine Frist zu unserm Heil. wünschen wirst gelebt zu haben. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gitter, die du hier erwirbst, Wür- Gericht; da bringt Gott alles an das den, die dir Menschen gaben, nichts Licht, und macht, was hier verborgen wird dich im Tod erfreun; diese war, den Rath der Herzen offenbar. Güter sind nicht dein. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit, prüf deinen Glauben als ein Chrift, ob er durch Liebe thätig ist. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt zum Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich stehen, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erhöhen; dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. Mel. von Nr. 13. ie sicher lebt der Mensch, 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod. vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihm folgt und sich vom Bösen fehrt; ein gläubig Herz, von Lieb 5. Daß du dieses Herz erwirbst, erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. fürchte Gott, und bet, und wache. 9. Die Heiligung erfordert Müh; Sorge nicht, wie früh du stirbst; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. und der Zubereitung zum Tode. 287 Du aber, ringe stets nach ihr, als| naht, ie stärker steh mir bei! auf wäre fie ein Wert von dir. daß, getreuer Gott, bei allen seinen Schrecken, mir meine letzte Zeit die allerbeste sei. Die Zeichen deiner Huld vermehre mir alsdann, damit ich meinen Lauf mit Muth vollenden fann. 5. Gewähr, eh noch der Tod des Leibes Bau zerstöret, mir einen hellen Strahl der frohen Ewigkeit, der allen Rest der Luft zum Irdischen verzeh ret, und zu dem letzten Kampf mir Muth und Stärke beut. Wohl mir, wenn schon mein Herz davon den Vorschmack hat! froh schau ich dich dann einst, von deinem Bilde satt. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedent des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie leicht vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht! an meinen Tod erinnre mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb und Treu, die Frucht des Geistes in mir sei. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, tets meinen Lüsten widersteh, und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: es ist vollbracht! 6. Verschwinde denn, o Welt! bleibt mir nur Gottes Gnade, sie wird mir mehr als Welt, und mehr als Leben sein. führe du mich selbst auf jenem dunkeln Pfade, Herr, der du mich erlöst, in deinen Himmel ein. Dir übergeb ich mich im Leben und Bodim Tod; im Tod und Leben dein, 418. und du auch stets mein Gott. 1 Mel. Entbinde mich, mein Gott. 538. Memir, in deines Geiſtes Mel. von Nr. 110. Lichte, wie alles Irdische so gar ver- 539. Wie ungewiß ist, Herr, der Wallgänglich ist. alles, zuletzt die Zeit zu nichte; und du, Mensch, der du doch so gebrechlich bift, lebst sicher! lehre mich, unwandelbarer Gott! und so gedenk ich erst mit Klugheit meinen Tod. 2. Weg, eitle Hoffnung, weg! als würd ich lange leben, du Mutter fträflicher, verwegner Sicherheit! o meine Sorge sei, dir, Gott! mich zu ergeben; dein Wille sei mein Will in dieser Prüfungszeit. Gib, daß im Glauben ftet, und in der Liebe treu, ich deiner Zukunft stets wachfam gewärtig sei. fahrt auf der Erde? ob ich noch wenig oder viel an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht; du weißts allein. Ich kann vielleicht der nächste sein, vom abgekürzten Leben ein Beispiel abzugeben. 2. Bin ich erbaut aus befferm Zeug als andre, die an Jahren und Munterkeit mir völlig gleich, des Todes Beute waren? wie manchem starrte schnell das Herz, eh weder Krankheit oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, sein nahes Ende drohten. Wenn Gottesäcker und alles könnte leſen, was ber, auf dessen Grab ich geh, in seinem Sinn gewesen, und was bei ihm die Todesnacht für Hoffnungen zu nichts ge macht: so würd ich oft mit Schret. ten mein eigen Herz entdecken. 3. Laß mich, o Herr! mir ir selbst und allen eiteln Dingen, noch eh ich sterben muß recht abgestorben sein. Die Selbstverläugnung laß mir immer mehr gelingen, daß ich was bessers wähl, als Welt und falschen Schein, und so von ihr entwöhnt ich meinen letzten Tag, in Hoffnung selig schon, getroft erwarten mag. 4. Mein Gott, befreie mich vom Dunst der irdischen Beschwerden, und lehre mich die große Kunst, bei Grä4. Gott, dessen Flügel mich in aller bern flug zu werden. Nur der ift Noth bedeckten, je mehr der Tod sich weise, der bedenkt, wie viel von sei 288 Zweiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, nem Tod abhängt, und der dazu in Docht verlodert, und mich Gott zur Zeiten sein Herz fucht zu bereiten. 5. Erinnre mich ans große Ziel, dazu du mich geschaffen, damit ich mich nie in das Spiel der Weltlust mag bergaffen. Und sieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr, in Beiten, auf folchen Weg mich leiten. 6. Daß ich mich vor der kalten Hand des Todes nicht entfärbe, so mache mich mit ihm bekannt vorher noch, eh ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen sein, damit ich lerne Sünden scheun, die das Gewissen schrecken und Todesfurcht erwecken. 7. Gib, daß ich dich mit frohem Muth als meinen Gott betrachte, hingegen Freunde, Glück und Gut nicht als mein eigen achte: so wird, wenn mich die Zeit wegnimmt, die du zum Abschied mir bestimmt, nichts, was mir hier verliehen, mein Herz zurücke ziehen. 8. Dir sei es gänzlich heimgestellt, wie, wo und wann ich scheide. Wer unter deinen Flügeln fällt, wird frei von allem Leide. Doch wünsch ich, daß ich wohl geschickt von hinnen werde weg gerückt, und allzuschweres Kämpfen nicht die Vernunft mag dämpfen. 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit mit froher Hoffnung blicken, und mitten in der Dunkelheit mich sein Verdienft erblicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf den Geist aus dieser Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neugebaut erscheinen. Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. Rechnung fodert? 3. Kaum, daß ich das Leben habe, so theilt sich der Tod mir mit. Von der Wiege bis zum Grabe ist ein kurz gemeßner Schritt. Meine Kraft ents wickelt sich, und zugleich verzehrt sie sich. O ich merk, indem ich steige, wie ich mich zum Sinken neige. 4. Menschen! was ist euer Leben, wenn ihr gleich so sicher seid! Stunden hat euch Gott gegeben, und ihr schätzt den Tod so weit! nur wer bald sein Haus bestellt, geht mit Freuden aus der Welt; auf des sichern Sünders Wegen eilet man der Höll entgegen. 5. Predigen doch meine Glieder mir genug von Sterblichkeit. Kraftlos legen sie sich nieder, wenn es jetzt der Schlaf gebeut, der durch seine Stärkungskraft ihnen neues Leben schafft; doch bei aller seiner Milde zeigt er uns den Tod im Bilde. 6. Laß mich, Gott, mein Heil bedenken und mich niemals sicher sein. Will die Welt mich anders lenten, präge deine Furcht mir ein; rufe du mir mächtig zu: Mensch! die Welt ver läsfest du, willst du dich mit eitlen Din gen um dein Glück im Himmel bringen? 7. Laß mich nicht die Buße sparen, bis die Krankheit mich ergreift, son dern schon bei muntern Jahren, ehe sich die Sünde häuft, täglich, täglich Buße thun. Tod, mein Freund, o komme nun, du kannst mir, im Stand der Gnaden, mir Versöhnten, nicht mehr schaden. Mel. von Nr. 42. , Serr! lehre mich bedenken, daß ich 541. Ich will dich noch im Tod nah am 540. einmal fterben muß. Den wird einst der Tod nicht kränken, der schon vor des Lebens Schluß dieses Lebens Werth erkennt, und von regem Eifer brennt, sich in diesen Augenblicken au der Ewigkeit zu schicken. Grabe preis ich dich; zum Seger gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir, du segneft mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn, mein Tod sol auch dir heilig sein. 2. Endlich muß ein Licht verbren- 2. Gott! welche feierliche Stunden, nen, dessen Schein mich noch erfreut. wenn du mich nun der Erd entziehst, Will ich mich denn nicht erkennen? auf mich, den du getreu befunden, was ist meine Lebenszeit? kommt mir voll schonender Erbarmung fiehst! denn nicht in den Sinn, da ich so Allmächtiger! in dein Gericht geht bergänglich bin, wie geschwind mein du mit mir Erlöften nicht. und der Zubereitung zum Tode. 289 3. Der Leib wird schwach; die ird- 2. Wer an ihn glaubt, wird selig, sche Hütte, in der mein Geist hier dies Wort steht ewig feft. Die Frenwohnt, zerfällt; schon gehen meine den sind unzählig, die es mich hoffen mitden Schritte den Weg zu Gott läßt. aus dieser Welt. Ich bin getroft und zage nicht, denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbft? er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbft. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, wie du, so werd ich auferstehn. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir den letzten Schretten dräun: du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen, den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele fink ich nicht. 6. Du wacheft über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, selbst nah am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich vor dir lebert. Wie segnet dann dein Antlitz mich! o Tod, o Sterben, mein Gewinn! wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel Christus, der ist mein Leben. 542. ein Jesus ist mein Leben, reißt schon der Tod mich hin. Was sollt ich ängstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. 3. Drum fahr ich hin in Frieden zu dir, o Jesu Chrift, von dir stets ungeschieden, der du mein Bruder bift. 4. Du kennest meinen Glauben, und keine Furcht noch Pein wird mir auch nun ihn rauben. Ich bin und bleibe dein. 5. Bald hab ich überwunden! schon weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine Wunden ist mir der Steg gewiß. 6. Durch sie bin ich gereinigt; durch sie mit Gott versöhnt; durch sie mit dir vereinigt und bald mit Preis gefrönt. 7. Wer kann dich ging erheben? Du hast, Sohn Gottes, dich für uns dahin gegeben. Heil mir! du auch für mich. 8. Du wollteft Strafe dulden, die ich doch auf mich lud. Du tilgteft meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade. Im Himmel ist mein Theil. O theure, hohe Gnade! o unaussprechlichs Heil! 10. Erlöser! fich, ich sammle noch meine letzte Kraft, und preise dich, und stammle, welch Heil du mir ge schafft. 11. Zu dir, Herr! will ich flehen, so lang ich lallen kann. Du tannst mein Innres sehen und nimmft auch Seufzer an. 12. Du selber hilfft mir ringen; allmächtig hilfft du mir, ins Leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. 13. O wohl mir! ich vollende mun bald den schweren Lauf. Du nimmst in deine Hände den Geist, mein Hei land! auf. 44) Von der Liebe des Nächsten. Mel. von Nr. 37. dein Feind noch ist, mit Wohlthun 543. er du die Liebe selber doch begegneft: o bilde meinen Sinn bift, und gern uns nach dir, und laß mich doch, mein Menschen segneft; ia selbst dem, der Heiland, hier, wie du gewandelt, 19 Zweiter Theil. Bon der Liebe bes Nächsten. 290 wandeln. Die können teine Chriften fein, die sich nicht andrer Wohlfahrt freun, und menschenfeindlich handeln. - 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen. Dir folgten Lieb und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du giengft, gieng Wohlthun mit, dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Bein, uns vom Verderben zu befrein, und starbft zum Heil uns Ärmen. 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottessohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffft den Deinen wahre Ruh, und die Berirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Seufzenden Gebet und braucheft deine Majestät, nur Segen auszubreiten. nicht bloß für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. Rel. Machs mit mir, Gott, nach).- 26. o jemand spricht, ich 544. 3. Sein Heil ist unser aller Out. Ich sollte Brüder haffen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen laffen? daß Gott mich schuf. und mich verfühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkft mir täglich so vid Schuld, du, Herr, von meinen La gen! ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibt? und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier ge than, den Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein, und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmher 4. O laß in meiner Pilgrimschaft zig ist, und nicht die rettet, die ihn mich auf dein Vorbild sehen. Erfülle flehen. Drum gib mir, Gott, durch mich mit Luft und Kraft, dem Näch- deinen Geist, ein Herz, das dich durch ften beizustehen, betrübter Herzen Troft Liebe preift. zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Laß mich dem, der sein Herz mir Mel. O Gott, du frommer Gott. Herz, das jeden Menweiht, ein Herz voll frommer Red- 545. Gib mir, o Gott! ein lichkeit und Treue nicht versagen. schen liebet; bei seinem Wohl sich freut, 5. Laß mich mit brüderlicher Huld bei seiner Noth betrübet; ein Herz, den Strauchelnden erwecken; durch das Eigennuß und Neid, und Härte Sanftmuth, Mitleid und Geduld des flieht, und sich um andrer Glid, Nächsten Fehler decken. Mein Antlit als um sein Glück bemüht. sei nie fürchterlich, und meine Seele neige fich zu des Bedrängten Flehen; so wird mich in der bessern Welt, die mur Beglückte in fich hält, der Liebe Lohn erhöhen. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hülfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen, nicht groß vor der Welt zu sein, und mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen, müß andern stets mein Herz mit und Hülfe doch seine Brüder, der treibt mit dienen. Mich treibe nicht erst Dant Gottes Wahrheit Spott, und han- zu milder Wohlthat an; nein, was delt ganz dawider. Gott ist die Lieb, ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, und will, daß ich den Nächsten liebe, gethan. gleich als mich. 4. Ein Trunt, mit dem mein Dienst 2. Wir haben einen Gott und Herrn, dem Durftigen begegnet, ein Blick voll find eines Leibes Glieder; drum diene Troft, mit dem mein Herz Bedrängte beinem Nächsten gern, denn wir sind segnet; ein Rath, mit dem mein alle Brüder. Gott schuf die Welt Mund im Kummer andre ftärkt, - 8. - der Liebe des Nächsten. 291 4. Laß mich anfrichtig schätzen deine Gaben, die andre, Herr, von deiner Zweiter Theil.- Von nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz Un- Güte haben. Es müsse nie mein Herz frieden anzurichten, so laß mich sorg- des Nächsten Freuden boshaft beneiden. fam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht kränke nie mein Mund des Nächsten Ruh, er rühme sein Verdienst, deck seine Fehler zu. 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden an Lieb und Gütigfeit dir ähnlich werden. Gib dazu Kräfte, Herr, so will ich droben dich ewig loben. 6. Die Nach ist dein, o Gott! du sprichst: ich will bergelten! drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf Mel. von Nr. 13. mich schelten. Gib, daß ich dem ver- 547. Nur Liebe ohne Heuchezeih, lei zeigt, man neu liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. geboren sei; fie zeigt vom wahren Christenthum; fie ift des Menschen höchster Ruhm. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Glüd erfreun, und ihm zum Seelenheil mein Herz behüllflich sein. 2. Gott ist die Liebe; du sein Kind, wenn dich der Nächste liebreich find't. Wer ohne Lieb ist, fennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden todt. 3. Kannst du des Nächsten Elend 8. Den, der im Glauben wankt, sehn, und ungerührt vorüber gehu: im Glauben zu bestärken; den, der so stehts um deinen Glauben schlecht, noch sicher ist bei seinen Fleischeswerken, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu ziehn: dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn. so ist dein Christenthum nicht ächt. 4. O sprich nur nicht: er ist mein Feind, wie kann man sein des Feindes Freund; der Feind bleibt ja dein Fleisch und Blut; thu, was der Samariter thut. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe, durch deine Lieb und Furcht, zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein. 5. Hat dich denn Gott nicht stets geliebt? Gott, welchen du so oft be trübt? Gleichwohl vergißt er Zorn und Rach; o folge diesem Beispiel nach. 6. Den liebt ein Heide, der ihn liebt; dem gibt er wieder, der ihm Mel. von Nr. 55. 546. Hilf, Jesu! daß ich meinen gibt. So schränket sich der Christ nicht ein; auch Feinden wird er gütig sein. Nächsten liebe, durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Ränke fein Herze fränke. 7. Dein Herz sei voll von Lieb und Huld, von Demuth, Sanftmuth und Geduld, so wirst du vieler Feinde los, und dein zukünftger Lohn ist groß. 2. Gib, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, so viel ich immer lann, der Welt verhehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 8. Nun, Gott, der du die Liebe bist, gib, daß ich als ein wahrer Chrift nach deinem Beispiel liebreich sei, aufrichtig, ohne Heuchelei. 3. Hilf, daß ich flüglich ihn zu beffern trachte, und seiner Seelen Wohl recht theuer achte. Denn du haft selbft für sie in Todesbanden viel ausgestanden. 9. Dann nimm mich nach vollbrachtem Lauf, an jenen Ort des Friedens auf, wo dich und jeden Menschenfreund die Lieb aufs innigste bereint. 19* 292 45) Von der Gerechtigkeit. Mel. Kommt ber zu mir, spricht.- 238. 11 der 548. Du liebst, o Gott! Gerechtigkeit, und haffest den, der sie entweiht, am nächsten Unrecht übet. Du bists, der jedem seinen Lohn, ohn alles Ansehn Person, nach seinen Werken gibet. 2. Gerechter Gott! laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, ftets meine Seele lenken. Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht und Gewinn des Nächsten Recht zu kränken. den sucht, und andre feänkt, wie fann das Brüder lieben? 4. Nie seufze jemand über mich! mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit jedermann in Einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere.. 6. Herr! mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, so werd ich auch zu keiner Zeit der Liebe Pflicht 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Scha-| vergessen. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. von Nr. 108. 549. Gochen liebeft, der du ott, der du die Men- ster sei. zorns Raserei nie des Herzens Mei4. Wer mir flucht, den will ich nicht ein strenges Recht, sondern lau- segnen, so wie mein Erlöser that, ter Gnade übest an dem sündlichen und dem nachsichtsvoll begegnen, der Geschlecht: laß mich deinen Geist be- zum Zanken Neigung hat. Für die leben, daß ich, Bater, als dein Kind, fiebreich sei, wie du gesinnt. Herr, du wollst den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und schweigt. Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn, du Menschen richten wirst, ausgesöhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens! segne di mich in deiner Kraft dazu. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Last! und so lang ich hier soll wohnen, bleibe Zanfsucht mir verhaßt! denn das ist, o Gott, dein Wille, und die Eintracht liebeft du; o, so hilf auch mir dazu! gib ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache, Sanftmuth übt. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht strebt. Höchster! gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewinnen; bis einst in der Herre lichkeit ewger Friede uns erfreut. Mel. Herzliebster Jesu, was. 131. 550. err, mein Versöhner! 3. D, wie wird das Herz beschweret, durch des Zornes Leidenschaft! Bantfucht und der Haß verzehret nach und nach des Körpers Kraft, hemmt Sundeco der du für mich litden Lauf von unsern Jahren, macht test, und noch zur Rechten Gottes zum Himmel ungeschickt. Herr, der für mich bittest: erweck in mir, du auf mich Schwachen blickt, ach, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth wollest mich bewahren, daß des Jäh- Triebe. Zweiter Theil. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 293 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du 551. segneteft mit Wohlthun nicht blos wie viel hast du vergeben und ver Freunde; nein, selbst auch Feinde. gessen? ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! - 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Nachgier gegen andre brennen? ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, 6. So heilige denn meiner Seelen Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Luft zu deinem Namen der Nachgier Samen. Mel. Herzliebster Jesu, was. 131. Herr! err! He ist nicht zu ermeſſen! 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor o Herr, Vergebung finden. Deindir, Herr, klagen, mein stolzes Herz Jünger ist nur, der wie du, vergibet, fann, leider! wenig tragen, und und Feinde liebet. schwerlich weiß ich, wenn mich andre haffen, mein Herz zu fassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren: o Herr, ſo laß mich, ihr zu widerstehen, auf so dich dann sehen. 2. Du segneteft, die deinem Namen fluchten; und heiltest die, die dich zu fangen suchten; und zeigteft unter deiner Feinde Toben der Langmuth Proben. 11. Du schützeft den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Eden bir ähnlich werden. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache! 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben; bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich, ihr Unrecht Glut ersticken; laß sich dein Bild in 6. So hilf mir denn, die wilde übersehen. Laß mich, wenn sie mich meine Seele drücken, so werd ich auch empfindlich fränken, an dich gedenken. mich versöhnlich finden lassen, den 8. Erwede denn, o Herr, in mei- Feind nicht haffen. nem Herzen aufs neue das Gedächt- 7. Flucht mir die Welt, so laß mich, niß fener Schmerzen, die du in dei- Herr, sie segnen, und ihrem Grimm nen schweren Leidensstunden für mich mit Freundlichkeit begegnen, daß mich empfunden. das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 9. Laß mich mit Sanftmuth mei8. Verleih mir das um deiner nem Feind begegnen, den, der mir Sanftmuth willen, so erb ich auch flucht, boll Großmuth, wie du, seg- im Lande deiner Stillen die Selig nen. Herr, mache gegen alle, die feit, wozu ste jenes Leben einst wird mich haffen, mein Herz gelassen. erheben. Mel. von Nr. 50. 552. Nie will ich dem zu schamir zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, wenn er aus Haß mir flucht. Mit Güte will ich ihm begegnen, nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn segnen; dies ist des Herrn Gebot. Zweiter Theil. Von der Dienstfertigkeit xc. 294 2. Er, der von feiner Sünde wußte, bergalt die Schmach mit Huld, und fitt, fo viel er leiden mußte, mit Sanft muth und Geduld. Will ich, sein Jünger wieder schelten, da er nicht wie der schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? — 3. Wahr ists, Verläumdung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht. Doch felig, wenn ein gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht. Dies will ich desto mehr bewahren, so beffert mich mein Feind, and lehrt mich weiser nur verfahren, indem ers böse meint. - 8. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. wirkt seine Gütigkeit. Er fieht auf Rel. O Gott bu frommer Gott. 553. Wie felig lebt ein Mensch. seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. der tennet, und ihre Pflicht zu thun aus Menschenliebe brennet! der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't. 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott! durch Christum werden! voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so müßzlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu sein; dann geh ich einst, o Gott, ing Reich der Liebe ein. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Mel. O Welt, ich muß dich lassen.- 48. Dienftbefliffenheit sucht er dies zu erreichen; er hält für eignes Wohl 554., aller Menschen Bater! du gütigster Be fich nicht allein gemacht; er hält sich rather in allem, was uns drückt! für die Welt von dir hervorgebracht. was wir hier Guts genießen, das läßt du uns zufließen; du bists, der unser Herz erquickt. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte, ihr nüben, ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger einer Welt, in der des einen Hand die Hand des andern hält. 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun. Zu ewgen Se ligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen sein. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Vater! bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen! nimm alle Härte von mir hin. 1 4. So denkt der Menschenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, als er fich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich, er fühlet fremde Noth, als träf ihn selbst der Streich. 4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir ersann, und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen; wie könnt er länger schmähn? 5. Er eilt dem, ders bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Ansehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, behülflich gern zu sein, und einen Leidenden mit Troste zu erfreun. 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeihn, und als ein Chrift bereit zum Frieden, bereit zu Diensten sein. Und wird er, mich zu untertreten, durch Güte mehr erhitzt, will ich im Stillen für ihn beten und Gott vertraun: Gott schützt. 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Hei land that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der 6. Was andrer Nothdurft heischt, mitleidsvollen Liebe. Wie du mir das reizet seine Triebe, auch ohne Guts gethan, so laß, um deinet Ruhm und Lohn zu wahrer Men- willen, mich andrer Nothdurft stillen, fche tebe. Kein Stolz noch Eigenmut so oft ich sie nur stillen fann. - Zweiter Theil. 6. 3um Fleiß in guten Werken laß| mich die Hoffnung stärken, vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig gibet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. Vom rechten Gebrauch der Zunge. 295 7. Laß mich hier reichlich säen, denn, Herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und gibet, und sich im Wohlthun übet, der erndtet dort die Herrlichkeit. mel. Machs mit mir, Gott, nach. 26. dieser Erden Güter 555. Wer hat und sieht den Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden: der ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht dem Verläumder widerspricht: der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz den Nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigennut, aus Weichlichkeit ihm nißet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn, ein Dürftger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Bere borgnen weinet, nicht gütig forscht, obs ihm gebricht: der liebt auch sel nen Nächsten nicht. 5. Wer andre, wenn er ste beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, fo bald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem ungeftim, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? 6. Wer der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du, mein Geift, vermag es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu, und forgst dafür: so liebeft du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Denk oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster! was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig sein? 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge. 215. | Nächsten Glimpf und Nutz, der Unschäftge meine Zunge. schuld und der Schwachen Schutz beRel. Ach Gott, vom Himmel. 556. Die richt, hat dir ie Zunge, die vernehm dein Gott gegeben. Welch ein Ge schent! mißbrauch es nicht, sie bringet Tod und Leben, sie stürzt in Unglück, hilft in Noth, sie fluchet und sie segnet Gott, so gut ift fie, so böse! 2. 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheilge Spöttereien, verrathen ein ver derbtes Herz; davon mich zu befreien, so wirk auf mich durch deinen Geift, daß Herz und Mund dich, Höchster, preist, wie Christen es geziemet. Gott! laß in meines Herzens Grund stets Recht und Wahrheit fiegen. Dann mag das Herz in meinem Mund der Welt vor Augen liegen; dann werd ich von Verstellung frei, der Wahrheit und dem Recht getreu, nicht mit den Lippen sündgen. 5. Was züchtig, feusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet billig nur der Christ. Er spricht, wenns Nutzen bringet; er schweigt, wenn Schweigen besser ist; er bildet sich stets, als ein Chrift, nach seines Heilands Muster. 3. Zu deiner Ehr, zu andrer Wohl soll ich mein Thun stets lenken; laß 6. O wehe dem verwegnen Mund, dann auch, wenn ich reden soll, mich der einen Fluch nicht scheuet! wie diesen Zweck bedenken. Dein Lob, des wird des Herzens Leichtsinn kund und 296 Zweiter Theil.- Vom rechten Gebrauch der Zunge. oft zu spät berenet! ach, fluchen brinMel. Ach Herr, mich armen S.-67. get Fluch und Noth, und, wenn nicht 558. Wohl dem, der richtig als ein Wahrheitsfreund, in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbe fleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen haffet, und der, so oft er spricht, so seine Reden faffet, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verletzet, und der an allem Ort sich dies vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort. mich bewahren! 7. Gib, Gott! daß ich, der Lügen Feind, des Teufels Arglist hasse, und mich stets als ein Menschenfreund aufrichtig finden lasse. Der Lügner Theil ist jener Pfuhl! die jauchzen einst vor Gottes Stuhl, die Treu und Wahrheit lieben. Mel. Alle Menschen müssen sterben.-82. 557. Lak aß mich, Höchster! dar nach streben, stets der Wahrheit Freund zu sein; jenes freu- 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, denvolle Leben nimmt nicht freche Lüg- Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet ner ein; denn vor deinem Angesichte deine Güte, er wird von dir geliebt. werden sie beschämt zunichte, so wie Du wirst ihn einft erhöhen, wenn in der Satans Trug und List, der der Lütg- Wahrheit Licht beschämt die Falschen ner Vater ist. stehen, geschreckt durch dein Gericht. 4. Herr! drücke diese Sache mir tief ins Herze ein, daß ichs zur Pflicht mir mache, der Lügen Feind zu sein. Erinnre mein Gewissen, du hasfest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu und Wahrheit sei. 5. Nie laß mich was versprechen, das ich nicht halten kann, und nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan; nie mich den Stolz verleiten, und nie des Beiſpiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was ich doch selbst erdacht. 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb, und wisse, wann ich für andrer Wohl und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll. 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Anschlag gilt, der sich bei bösen Tücken in guten Schein verhüllt: so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und alles dir befehle, durch den die Unschuld fiegt. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwägern gleich zu sein, heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr! das falle mir nie ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Werken und in Worten. Redlich sei des Herzens Grund, redlich spreche auch mein Mund. 3. Die der Falschheit sich ergeben, Find vor dir, o Gott! ein Gräul, und ein unglückseligs Leben bleibt gewiß ihr künftige Theil. Hier schon trifft verdiente Schande fie bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränten Feind. 4. Schmäht mich, ohne mein Verschulden, der Berläumder Lästermund: Herr, so laß mich still erdulden. Einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß ftets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei. 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir niemand rauben; so kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde, alss dein Kind, dich mit den Frommen ehen, die reines 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einzges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist; das sei stets mir im Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte, denn du liebst den Wahrheitsfreund, und bift falschen Herzen feind. Herzens sind. I. Register über sämmtliche Lieder nach der Nummer des Liedes. A. Abermals ein Jahr verflossen Ach Gott, du unser Lebenslicht Ach Gott und Herr, wie groß und Ach Gott, vom Himmel sieh Ach Gott wir treten hier vor dich Ach! Herr, lehre mich bedenken Ach schone doch, o großer Ach was bin ich, mein Erretter XUmächtig großer Gott! wer kann Alwissender, vollkommner Geist! Als Jesus jegund sterben wollt Also hat Gott die Welt geliebt Am Kreuz erblaßt, der Marterlast Anbetungswürdger Gott! mit Ehrf. An dich, mein Gott! gedenken An diesem Tag frohlocken wir An dir allein hab ich gesündigt Auf! auf! mein Geist, auf! auf! Auf, Christen, preist mit mir den Auf dich allein, Herr Jesu Chrift! Auf dich, Herr! nicht auf meine Auf! Jefu Jünger, freuet euch! Auf, meine Seele, singe! an dir Auf, mein Geist, dem Herrn Auf, mein Herz, ein froher Tag Auf, o Seele, werde munter Auf, o Günder, laß dich lehren Auf, träger Geist! laß das, was B. Num. 468 423 290 215 421 540 239 C. Chrift! alles, was dich kränket 80 75 24 222 102 155 14 358 173 295 Damit ich meine Seele rette Dein bin ich, Gott; dein ist mein Dein bin ich, Herr! dir will ich Dein, Gott, ift Majestät und M. Dein Heil, mein Geift, nicht zu Dein find wir, Gott! in Ewigkeit 18 436 308 373 176 448 393 156 486 284 274 Bald oder spät des Todes Raub Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl du deine Wege, und was Befreie meinen Geift, o Gott Begleite mich, o Chrift! wir gehen Beglückter Stand, getreuer Seelen Begrabt den Leib in seine Gruft Besingt Gott Zebaoth; besinget Bewahre mich, Herr, daß der W. 331 Bringt her, ihr mächtigen der Erde 426 Bringt Preis und Ruhm dem Heil. 160 349 193 67 418 145 254 266 463 Dein Bill ists, großer Gott! Dein Wort, o Höchster! ist vollk. Der du das Daseyn mir gegeben Der du die Liebe selber bist, und Der du mich als ein Vater liebst 383 297 Der ewge Gott und höchste Vater Der Held hat überwunden der Num. 495 Der du uns als Vater liebest 200 Der du uns das Heil errungen 108 Der du Verstand und Tugend schenkst 337 Der du voll Blut und Wunden 133 Der Herr des Himmels und der G. Der Herr fährt auf gen Himme! Der Herr ist Gott und keiner mehr Der Herr ist gut, in deffen Dienst Der Herr ist meines Lebens Kraft Der Herr ist meine Zuversicht Der Herr lag in das Grab geftredt Der Herr, mein Hirt, behütet mich Der König aller Welt ist Gott 7 11 Der Spötter Strom reißt riele fort Der Tag ist hin, du aber, Jesu Der Tag ist wieder hin, und diesen Der unsre Menschheit an sich nahm Der Wollust Reiz zu widerstreben Des Donners schreckendes Gebrülle Des Leibes warten und ihn nähren Des Vaters und des Sohnes Geift Dich bet ich an, erstandner Held Dich, mein Jefu, laß ich nicht Dich seh ich wieder, Morgenlicht Die Erd und was darinnen ist Die Herrlichkeit der Erden muß Die Himmel rühmen Gottes Chre Die Himmel rufen, jeder ehret Die Quell, woraus der Mensch 543 359 379 158 494 174 15 483 489 192 509 428 510 205 162 230 475 186 88 46 42 84 287 367 Dies, Chriften! ist der Tag des. 493 Dies ist der Tag, den Gott gemacht 109 Dies ist der Tag, zum Segen 491 Die Zunge, die vernehmlich spricht 556 Dir allein hab ich gesündigt Dir dank ich für mein Leben Dir, Gott, fei Preis und Dant Dir, mein Gott! wia ich lobsingen Dir, unser Gott! ist niemand Dir, Bater! dankt mein Herz und Du, aller Menschen Bater! du Du bist ja, Jesu, meine Freude Du bists, dem Ruhm und Dank 505 70 332 333 Du, der Herz und Nieren tennet Du, der kein Böses thut! du 78 398 Du gabft mir, Emger! bieses Leben 279 261 Du Gott, du bift der Herr der Belt 464 243 387 375 157 259 65 13 71 438 52 203 554 416 447 347 298 Du hast, mein Vater und mein 376 Du haft uns, Herr, die Pflicht 516 Du perr der Seraphinen, dem 48 Du, Herr, haft aus Barmherzigkeit 229 Du, perr und Meisier meiner Tage 534 Du flagst, o Chrift, in schweren 530 Du flagft und fühlen die Beschw. 531 Du liebst, o Gett, Gerechtigkeit 548 Durch Adams Fall ist erst verderbt 90 Durch dich, r großer Gott! durch 451 Durch so viel chein gestärkt 69 Du reicher Gott der Urmen, du 422 Du sagst: ich bin ein Chrift 342 Du Vater deiner Menschenkinder 362 Du weiser Schöpfer aller Dinge 25 Du wesentliches Ebenbild der allerh. 122 Du willst. Gott! daß mein Herz 8 Register. 206 522 469 252 502 317 208 519 484 339 135 16 211 Edler Geift im Himmelsthrone Ein herz: o Gott! in Leid und Gin Jahr der Sterblichkeit, der Gin Pilger bin ich in der Welt Gin ruhiges Gewissen laß, Herr Eins if noth! ach Herr, dieß Ein starter Schuß ist unser Gott Entebre nicht, mein herz! mit Entflohen sind auch dieses Tages Erbarm dich, Herr, du kennst Erfülle, perr! doch selbst mein Grhabner Gott, was reicht an Erhalt uns, Herr, bei deinem W. Erheb dein Herz, thu auf die Dhren 323 Erhebet Gott durch neue Lieder 64 Erhebet Gottes Heiligkeit, ihr 437 Erhebe vom Geräusch der Welt 149 Grhebt den Herrn, ihr Frommen 101 Erhebt, erhebet Gettes Ruhm 283 Erhöhter Jesu! Gottes Sohn 190 Grinnre dich, mein Geist, erfreut 169 Er tommt, er tommt zum Weltger. 191 Erlöser, sich auf uns hernieder 430 es eilt der legte von den Tagen 532 Es hilft uns unser Gott, er höret 388 Es ist das Heil uns kommen her 304 Es ist noch eine Ruh vorhanden 276 Es ist vollbracht! so ruft am Kreuz 148 Es lag die ganze Welt mit Zorn 99 Es zieht, o Gott, ein Kriegeswetter 420 Emge Liebe, mein Gemüthe wdget 91 Freiwillig hast du dargebracht Frohloce, mein Gemüthe, und Frohlodet, jung und air, thr Für alle Güte sei gepreift, Gott Fürwahr, du bift, o Gott, verb. Gedante, der uns Leben gibt Geift vom Vater und vom Sohne Gelobet feift du, Jesu Chrift Gelobt sei Gott, ihm will ich 170 150 461 48) 53 95 207 104 441 9 30 260 37 257 545 110 235 408 Gelobt seift du, herr Zebaoth Se obt seist du, o Gett, für Gepriesen, Gott, sei dein Erbarmen 482 Gerechter Gott, vor dein Gericht Gern will ich mich ergeben, dich Getreuer Gott! wie viel Geduld Getrost, mein Herz, und zage nicht Gib mir, o Gott, ein herz, das Gott! deine Gnade sei gepreift Gott, deine Gnad ist unser Leben Gott, deine Güte reicht so weit Gott, deine Huld und Gütigkeit Gott! der an allen Enden viel Gott! der du die Menschen liebeft Gott, der du für uns deinen Sohn Gott, der du unser Vater bist Gott der Juden, Gott der Heiden Cott! der uns immer Gutes gab Gott der Wahrheit, deffen Treue Gott des Himmels und der Erden Gott, dir gefällt tein gottlos Wesen Gott, du bist von Ewigkeit! und 36 56 Gottes Lamm, durch dessen Wunden Gottes und Marien Cohn! Liebster 549 137 117 210 Gett, du bleibst ewig unsrer Wohlf. 518 Gett, du haft in deinem Sohn 202 Gott, durch welchen alle Dinge H. pabe deine Luft am Herrn, bei Hallelujah! Sesus lebet. Erlößte Halt im Gedächtnik Jesum Chrift Heiland! deine Menschenliebe Heilger Geift, du Himmelslehrer Heil uns, aus unsrer Sündennoth Herr, allerhöchster Gott! bei dem Herr, deine Nümacht reicht so weit Herr, deine Sanftmuth ist nicht Herr, der du deinen theuren Sohn Herr, der du mir das Leben 378 479 338 20 453 127 107 199 Gott, groß von Erbarmen! weise Gott hab ich alles heimgestellt Gett! hilf mir, daß ich Buße thue Gott im Himmel und auf Erden Gott ist es, dessen weiser Rath Gott ist mein Hort, und auf sein Gott ist mein Lied! er ist der Gott Gott ists, der das Vermögen fchafft Gott ist uns Stärk und Schuß Gott mache du mich selbst bereit Gott, meine aanze Seele macht Gott, mein Vater, dank sei dir Gott, mein Vater, deine Liebe Gott ruft der Sonn' und schafft Gott sorgt für mich, was will ich Gott, unserm Gott allein fei Chr Gott, vor deffen Angesichte nur ein ( Sott, was muß dein Sohn ertragen 124 Gott werde fiets von dir erhoben 72 Gott, wie rein ist deine Lehre 325 Großer Gott! erhabnes Wesen 82 Großer Gott, Herr aller Götter Großer Mittler, der zur Rechten 87 286 462 432 10 19 515 213 17 57 434 363 466 396 39 29 458 177 365 171 223 121 201 96 313 26 551 187 467 perr, dir trau ich; auf der Erde Herr, bu bist meine Zuversicht Herr, du erforschest mich; dir bin Herr, du fährst mit Glanz und Herr, du haft deinem Reich Herr, du tenneft mein Verderben perr, erhöre meine Klagen perr, es ist von meinem Leben Herr, Gott, du bist die Zuflucht herr, höre mein Gebet um deiner herr, ich hab aus deiner Freu Herr Jesu Chrift, du höchstes Gut Herr Jesu, deiner Glieder Ruhm Herr Jesu! Gnadensonne! wenn Herr Jesu! send uns deinen Geißt perr, laß doch mich recht feierlich Herr, laß mich doch gewissenhaft Herr, lehre mich, wenn ich der herr, mache meine Seele stille Herr, mein Erlöser! nur von dir Herr, meiner Seelen großen Werth Herr, mein Licht! erleuchte mich Herr! mein Licht, mein Heil und Herr, mein Versöhner! der du Herr, ohne Glauben kann kein M. Herr! stärke mich, dein Leiden zu Herr, unser Gott! dich loben wir Herr, unser Gott, mer ist dir gleich Herr! wir stehen hier vor dir Heute, sprach mein Beiland, heute Hier bin ich, Jesu! zu erfüllen Hier ist noch unsre Prüfungszeit hier liege ich zu deinen F.- 3.9 Hilf, Jesu! daß ich meinen N. Hilf mir, mein Gott! verleihe Höchster! denk ich an die Güte höchster Gott! wir danken dir Höchst erwünschtes Seelenleben Hosianna, Davids Sohn! der in Hårer! wird die Nacht der Sünden J. Register. 386 271 23 188 47 81 407 476 21 282 535 291 182 336 3 112 514 497 384 346 499 12 459 550 305 132 456 40 221 147 233 507 233 546 334 288 5 320 183 297 452 348 258 219 76 382 328 194 236 Jauchze, auserwählt Geschlechte Ich armer Sünder, wer bin ich Ich bin ein Chrift: Gott ist mein Ich bin getauft auf deinen Namen Ich bin, o Gott, dein Eigenthum Ich dante dir von ganzem Herzen Ich danke meinem Gott, der mir Ich denk an dein Gerichte, du Ich erhebe mein Gemüthe sehnſ. Ich fleh in tieffter Reue zu deiner Ich freue mich der frohen Zeit Ich freue mich, mein Gott, in Ich glaub an Gott; hoch sei Ich habe, Gott! mir ernstlich Ich habe nun den Grund gefunden Ich hab in guten Stunden des Ich hoff, o Gott, mit festem M. Ich komme, Friedensfürft! zu dir Ich komme, Herr! und suche dich Ich komme vor dein Angesicht 237 267 255 303 335 92 523 246 307 225 409 Sch preise dich, o her, mein Heil 232 299 292 457 248 413 336 Ich schäme mich vor deinem Thron Ich fing meiner Seelen Sust Ich welf, an wen mein Glaub Ich weiß es, Gott! mein ganzes Ich weiß es wohl, ich selbstR Ich weiß gewiß, daß mein Endfer Ich will dich noch im Tod erheben. Ich will, mein Gott, du König Jehovah herrscht mit Majestät Jehovah, Herr und König der Jesu, Arzt todtkranker Seelen Jesu, daß du meine Seele felbft Jesu, durch dein Blut und Bunden Jesu, meine Freude! bester Troft. Jesu, meiner Seelen Retter Jesus Chriftus, unser Heiland Jesu, sich mich an in Gnaden Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus meine Liebe lebt, dem es ift Jesus meine Zuversicht und mein Jesus nimmt die Sünder an Ihm, der das Licht entstehen hieß Ihr Chriften rühmt, erhebt und Ihr, die ihr wart nerloren! hört Ihr Frommen, auf! die ihr die Ihr Knechte Gottes, lobt den Herrn Ihr trüben Sorgen weicht, den Ihr Völker, jauchzt mit frohem Ihr Völker in der ganzen Welt Ihr Völker, stimmet nun mit Fr. In allen meinen haten laß ich In deinem Namen, o Herr Ghrift R. Kaum steigt zu ihrem frohsten Lauf Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich König, dem ein König gleichet Kommt betend oft, und mit Vergn. Komm heiliger Geist, erfüll die Komm, o Gott Schöpfer heilger Romm, o komm, du Seift des 2. Kommt her, mühselge, kommt Kommt, laßt euch den Herren 161 541 55 63 Lehre mich, Herr! recht bedenken Liebster Jesu! Gnadensonne, meines 429 79 310 152 319 401 164 311 172 167 270 309 474 198 111 442 479 439 184 118 62 425 163 120 189 399 1 197 204 352 327 2aß deinen Geist mich stets, mein 143 Eaß doch, o Jesu laß dein Reich 201 Laß mich doch nicht, o Gott! den 51% Laß mich doch, o mein Gott! die 299 Laß mich, Höchster! darnach streben 557 Laßt uns unsern Gott lobsingen 103 501 412 289 4 97 449 Liebster Jesu, Troft der Herzen Liebster Jesu! wir sind hier, dich Lob, Chre, Preis und Dant sei Lob, Ehr und Preis dem höchften Lobet den Herren, alle Heiden Lobsinge, meine Seele, dem B. Lobsinge Gott mit wahrem And. 2obt Gott, den Gott der Stärke 444 166 440 455 2obt Gott, der uns den Frühling 08 Lobt, lobt den Herrn, the Nationen 443 300 Register. M. Mache dich, mein Geift, bereit Mag doch der Spötter Herr des Man betet, Herr, in 3ions Stille Mein Auge siht, o Gott zu dir Mein Bundesgott! ach, unterweise Meine Lebenszeit verstreicht, stündl. Meinen Iefum laß ich nicht, da Mein Erlöfer! der du mich die Mein Erlöser! Gottes Sohn, der Mein Erlöser hångt am Kreuz Mein erster Wunsch, mein innigft. Mein erst Gefühl sei Preis und Meine Seel ermuntre dich, Jefu Meine Stimme ruft zur höhe Mein ganzer Geist, Gott! wird 277 366 Mein Geist erstaunt, Kamächtiger Mein Geist soll nun in Gott allein 377 Mein Gott! ach, lehre mich erk. 341 Mein Gott, dir ist bewußt die 83 Mein Gott, du wohneft zwar im 355 Mein Heiland! deine Größe geht 181 Mein Heiland lebt. Er hat die 268 Mein Heiland! wenn mein Geist Mein Herz, ermuntre dich nun Mein Herz, ermuntre dich zum Mein Hort ist Gott! ihn laß ich Mein Jesu, du haft unsre Schuld Mein Jesus ist mein Leben. Reißt Mein Jesus sigt zur rechten Hand Mein Jesus triumphiret, und Mein Leben ist ein Pilgrimstand Mein Lebensfürst! nun fann ich Mein Lebensfürst! zeig mir in Mein Salomo! dein freundliches Mein treuer Gott, dein gutes Mein Vater, und mein Gott, der Menschen ists gesegt, zu sterben Mit Ernst, o Menschenkinder, das Mit Seufzen flag ich dir, mein 269 460 364 374 119 542 180 178 273 130 538 245 256 340 275 100 405 N. Nach einer Prüfung furzer Tage Nach meiner Seelen Seligkeit Richt, daß ichs schon ergriffen Nie bist du, Höchster, von uns Nie will ich dem zu fchaden suchen Nimm Gott, dem wir vertrauen Noch bin ich dein Gast, o Erde Noch immer wechseln ordentlich Noch läßt der Herr mich leben Noch nie hast du dein Wort gebr. Run, Christen! last uns fröhlich Nun danket alle Gott, mit Herzen Nun habe Dank für deine Liebe Mun ist es alles wohlgemacht Nur Liebe ohne Heuchelei zeigt D Christe, eingeborner, von D Christenheit! fei hoch erfreut D erhabner Gott, an Macht und 506 312 50 58 324 536 315 220 138 140 473 470 164 397 278 500 504 28 552 66 262 59 471 31 93 450 234 151 547 94 113 368 Freund, der meine Schuldenlaft D Friedensfürft aus Davids Oft denkt mein Herz, wie schwer D Gott, den alle Himmel ehren D Gott des Himmels und der E. D Gott! des gnadenvoller Rath D Gott, des starke Hand die W. O Gott, du bist die Liebe! Hein D Gott! du bist mein Preis und Gott, du frommer Gett, du O Gott, es fehlt uns Kraft und D Gottes& amm, unschuldig am D Gottes Sohn, Herr Jesu Chrift O Gottes Sohn und Menschenkind Gott! gib dein Gericht dem K. D Gott, wer ist dir gleich! wie großer Gott! der alle Ding Dheiligste Dreieinigkeit, nach W. D Herr, mein Gott, durch den D Herr und Schöpfer unsers Lebens DHöchster! deffen Kraft Luft Jesu, Brunnquell aller Freuden DKönig! deffen Majestät sich Liebesglut, wie fann ich dich Menschenfreund, o Jesu D Seele, schaue Jesum an! hier D Tod, wo ist dein Stachel nun Dunser Gott, wie voll ist deiner Bater, allerhöchster Gott! daß D Vater der Barmherzigkeit bei D Bater! groß im Himmelreich Dwelch ein Leiden, das mich Dwelch ein unschäßbares Gut D Welt! sich hier dein Leben am Dwie unaussprechlich selig werden D, wohl dem Menschen, der dem DWundergott! der alles schafft P. Preifet Gott in allen Landen Preis, Preis sei Gott! und Glück 154 P05 343 43 45 431 35 34 492 411 404 136 306 106 185 369 27 41 390 60 427 125 293 98 226 351 159 74 403 216 406 435 503 139 280 242 54 165 249 Qual und Angst muß ich empfinden 417 S. Schaffet, Schaffet Menschentinder 285 Schau, großer Herr der Herrlichkeit 175 344 240 Schön ist die Tugend, mein Verl. Schöpfer aller Menschenkinder 195 487 Schon ist der Tag von Gott bestimmt Schon ruhet auf den Feldern, in Schüße die Deinen, die nach dir Schwing dich auf gen Golgatha Seele! du mußt munter werden Seele, sei zufrieden! was dir Gott Seele, willst du Ruhe finden Selig, Gott! sind die, die nun Seht den leidenden Gerechten Seht, welch ein Mensch! ach seht Sei feurig, Seele, Gott zu loben Sei gnädig, herr nach deiner Sei bochgepriesen, Herr! für 212 142 472 385 231 263 146 129 51 281 144 S Sei, Seele! stark und unverzagt Sei zufrieden, mein Gemüthe Se fliehen unsre Tage hin! auch So gehst du, Jesu! milliglich So jemand spricht: ich liebe Gott So ist von meiner kurzen Pilgr. Soll sich mein Geift, o Gott! zu Sollt ich meinem Gott nicht singen Sorge doch für meine Kinder So schlummerst du in stiller Ruh So wahr ich lebe! spricht dein G. Stimmt unserm Gott ein Loblied Strafe nicht, o Heiligster! mich Straf, o Herr! mich nicht im Sucht man die Freundschaft in der Sünder! willst du sicher sein T. Tag, den mir der Herr gemacht Treuer Hirte deiner Heerde, du 11. Um Gnade für die Sünderwelt Unermeßlich ewig ist Gott der Unschuldger Jesu! was hast du Unser Heiland steht gebunden Unumschränkte Liebe, gönne V. Verborgner Gott! dem nichts verb. Verleih uns Frieden gnädiglich Vernimm, o Gott! vernimm mein Boll Glauben will ich zu dir beten Bon dir kommt jede gute Gabe Von ganzer Seele preis ich dich Bon Gott will ich nicht lassen Vor dir, o Gott, sich findlich Register. 521 61 480 126 544 465 353 445 433 153 300 454 302 424 316 296 228 217 141 22 131 128 38 526 415 244 372 400 414 395 370 301 Wenn ich ein gut Gewissen habe 251 Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht 44 Wenn zur Bollführung deiner Pflicht 320 Wer bin ich? welche wichtge Frage Werde munter, mein Gemüthe 496 485 329 555 314 410 380 392 218 95 86 250 419 123 227 33 247 318 265 488 116 361 490 508 356 238 345 553 Wie sicher lebt der Mensch, der 537 Wie soll ich dich empfangen, o Jesu 115 357 241 Wer darf in deine Hütte gehen Wer dieser Erden Güter hat, und Wer, Gott! dein Wort nicht hält Wer kann, Gott, je was Gutes Wer nur den lieben Gott läßt w. Wer unter Gottes Schatten ruht Wie Christus selbst zum Jordan Wie ein Geschwäß des Tags Wie fleucht dahin der Menschen Wie getroft und heiter, du Sebeneb Wie gnädig warst du, Gott, vor Wie göttlich sind doch Jesu Lehren Wie groß ist deine Menschenliebe Wie groß ist des Aumächtgen Güte Wie groß ist unsre Seeligkeit Wie herrlich strahlt der Morgenftern Wie komm ich doch, mein Heil Wie lang darf ich noch säumen Wie lang soll ich traurig stehen Wie lieb ift mirs, daß Gott zu Wie lieblich ist doch, Herr, die Wie mannigfaltig sind die Gaben Wie selig bin ich, wenn mein Geist Wie selig, Gott! wie selig ift Wie selig, Herr! ist der Gerechte Wie selig lebt ein Mensch, der Wie sollt ich dich, mein Gott Wie theuer, Gott! ist deine Güte Wie treu, mein guter Hirte Wie ungewiß ist, Herr, das Ziel Wie wichtig ist doch der Beruf 77 264 253 520 Wie wird mir dann, mein Heiland Wie wohl ist, Jesu, meiner Seelen Will mich, o Gott, hienieden des Willst du der Weisheit Quelle Willst du die Buße noch, die Gott Wirf, blöder Sinn! den Kummer 371 298 114 179 Wir freuen uns, Herr Jesu Chrift Wir Menschen sind von selbst 6 322 Wo find ich Gott, den meine Seele 354 Wo flich ich Sünder hin, der ich Wohlan, mein Herz, sei stets bereit 360 Wohl auf, mein Herz! wohl auf 402 513 Wohl dem, der beßre Schäße liebt Wohl dem, der richtig wandelt 558 Wohl dem Menschen! der von Herzen 381 Womit soll ich dich wohl loben. 446 89 Wort aus Gottes munde! Wort wo soul ich hin? mer hilfet mir? 321 301 539 W. 168 478 272 196 524 525 391 389 Wach auf, mein Herz! auf, träger Wach auf, mein Herz! und singe Wachet auf! so ruft die Stimme Wachet auf vom Schlaf, ihr S. Warum sollt ich mich denn grämen Was Gott thut, das ist wohlgethan Was grämst du dich, mein blödes Was hilfts, daß ich mich quäle Was ich nur Gutes habe, ist deine Was ist das Leben hier auf Erden Was ist mein Leben auf der Erde Was ist mein zeitlich geben, das Was ists daß ich mich quäle Was ist vor deinem Angesichte Was soll ich ängstlich klagen, und Was sorgt du ängstlich für dein 2. Weicht, ihr Berge! faut ihr H. Welch hohes Beispiel gabst du mir Wenn Chriftus feine Kirche schüßt Wenn der Sünder hat mißhandelt 294 3ur Arbeit, nicht zum Müssiggang 517 498 529 527 511 528 73 394 533 32 350 214 3. 302 II. Verzeichniß der in diesem Gesangbuche vorkommenden Melodieen, nach der Reihenfolge der Lieder. ( Anmerkung. Unter der Bezeichnung ,, Neue Melodie werden diejenigen Melodieen Becker, im Jahre 1845 von Eestere sind mit* bezeichnet). verstanden, welche im Jahre 1770 von Wiegand neu angefertigt worden sind. 1. Neue Melodie( seit 1835). 1. Romm heiliger Geift, erfüll. 2. D Gott, du unser Vater bist. 2. Gott, der du unser Vater bift. 3. Herr Jesu Chrift, dich zu uns w. 3. Herr Jesu, send uns deinen Geift. Rann auch nach Nr. 13, 109, 197, 211 und 436 gesungen werden. 4. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. Liebster Jesu, wir sind hier. 5. er Gott, wir danken dir. 12. Her, mein Licht, erleuchte mich. 20. Gott, du bist von Ewigkeit. 134. Meine Seel ermuntre dich. 202. Gott, du hast in deinem Sohn. 220. Mein Erlöser, der du mich. 221. Herr, wir stehen hier vor dir. 6. Es ist das Heil uns kommen her. 6. Wir Menschen sind von selbft, o G. 77. Wie wichtig ist doch der Beruf. 252. Gin Pilger bin ich in der Welt. 291. Herr Jesu Chrift, du höchftes G. 304: Es ist das Heil uns kommen her. 351. D Seele, schaue Jesum an. 464. Du Gott, du bist der Herr der. 514. Herr, laß mich doch gewissenhaft. Rönnen auch nach Nr. 15, 30, 119 u. 215 gesungen werden. 7. Wer nur den lieben Gott läßt w. 7. Dein Wort, o Höchster, ift volt. 11. Der du das Dasein mir gegeben. 25. Du weiser Schöpfer aller Dinge. 31. Noch nie haft du dein Wort gebr. 45. D Gott des Himmels und der G. 53. Fürwahr, du bift, o Gott, verborg. 60. D Herr und Schöpfer unsers. 70. Dein bin ich, Gott, dein ist mein. 73. Was ist vor deinem Angesicht. 92. Ich habe nun den Grund gefund. 748. G6 ift vollbracht! so ruft am K. 241. ie theuer, Gott, ist deine. 276.@s ift noch eine Ruh vorhanden. 279. Du gabft mir, Gwger, dieses. 286. Gott, hilf mir, daß ich Buße thu. 338. Gott, dir gefält tein gottles. 341. Mein Gott, ach lehre mich ert. 355. Mein Gott, du wohneft zwar. 370. Bor dir, o Gott, sich findlich. 380. Wer nur den lieben Gott läßt. 396. Gott forgt für mich, was soll. 399. Komm betend oft und mit Bergn. 420. Gs zieht, o Gott, ein Kriegesm. 460. Mein Herz ermuntre dich nun. 496. Wer bin ich, welche wichtge. 529. Was ist das Leben hier auf E. 532. Cs eilt der legte von den Tagen. 534. Du. Herr und Meißter meiner. Können auch nach Nr. 42, 72 und 234 gesungen werden. 8. Gott, du frommer Gott. 8. Du willst, Gott, daß mein Herz. 129. Geht, welch ein Mensch, ach seht. 185. D Gott, gib dein Gericht. 282. Herr, höre mein Gebet. 298, Biust du die Buße noch. 299. Laß mich doch, o mein Gott. 305. Herr, ohne Glauben tann. 312. Mag doch der Spötter Heer. 313. Herr, allerhöchster Gott. 340. Mein Vater und mein Gott. 388. Gs hilft uns unser Gott.. 411. D Gott, du frommer Gott. 419. Wie gnädig warst du, Gott. 469. Ein Jahr der Sterblichkeit. 489. Der Tag ist wieder hin. 495. Dein Will ists, großer Gott. 516. Du haft uns, Herr, die Pflicht. $ 53. Wie selig lebt ein Mensch. Können auch nach Nr. 9 gesungen werden. : 9. Nun dantet alle Gott. 9. Gelobt seift du, o Gott. 14. Xnbetungswürdger Gott. 23. perr, du erforscheft mich. 76. Xumächtig großer Gott. 99. 4 lag die ganze Welt. 328. Jch bante meinem Gott. 342. Du fagft, ich bin ein Chrift. 402. Mohl auf, mein Herz, wohl auf. 427. D. böchfter, deffen Kraft. 450. Run banket alle Gott. Melodieen- Verzeichniß. 451. Durch dich, o großer Gott. 461. Frohlodet, jung und alt. 512. Laß mich doch nicht, o Gott. 545. Gib mir, o Gott, ein Herz. Können auch nach Nr. 8 gesungen werden. 10. Ach Gott und Herr. 10. Gott ist mein Hort. 290. X Gott und Herr. 13. Psalm 100 der Lob. Mel. 13. Der Spötter Strom reift. 58. Mein Auge sieht, o Gott, zu. 85. Wie ein Geschwäß des Tags. 409. Sch tomme vor dein Angesicht. 537. Wie sicher lebt der Mensch. 547. Mur Liebe ohne Heuchelei. Können auch nach Nr. 3, 109, 197, 211 und 436 gesungen werden. 15. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 15. Der Herr ist Gott und keiner. 39. Gott unserm Gott allein sei. 44. Wenn ich, o Schöpfer, deine M. 52. Dir, unserm Gott, ist niemand. 96. Heil uns, aus unsrer Sünd. 98. D Liebesglut, wie kann ich. 168. Wach auf, mein herz! auf. 180. Mein Jesus sist zur rechten. 184. Ihr Völker in der ganzen Welt. 223. halt im Gedächtniß Jesum Chr. 232. Ich preise dich, o Herr, mein. 268. Mein Heiland lebt; er hat die. 332. Dein bin ich, Herr, dir will ich. 442. Shr Knechte Gottes, lobt den. 449. 2ob, Ghr und Preis dem Höchst. 454. Stimmt unserm Gott ein Lobl. 466. Gott ruft der Sonn und schafft. Können auch nach Nr. 6, 30, 119 u. 215 gesungen werden. 16. Pfalm 8 der Lobw. Mel. 16. Erhabner Gott, was reicht. 21. Herr Gott, du bist die Zuflucht. 27. D großer Gott, der alle Ding. 74. D unser Gott wie voll ist dein. 454. Freund, der meine Schuld. 239. Ach, schone doch, o großer. 390. D Herr, mein Gott, durch den 473. Mein erster Wunsch, mein. 483. Der Tag ist hin, du aber, Jesu. 17. Neue Melodie. 17. Gott, mache du mich selbst. 24. XUwissender, vollkommner. 40. Herr, unser Gott, wer ist dir. 106. Gottessohn und Menschenkind 331. Bewahre mich, Herr, daß der. 337. Der du Verstand und Jugend. 403. D Bater, allerhöchster Gott. Können auch nach Nr. 218 ge= fungen werden. 18. Pfalm 27 der Lobw. Mel. 18. Auf, auf mein Geift, auf! 63. Jehovah herrscht mit Majestät. 19. Neue Melodie. 19. Gott ist mein Lied. 303 22. Gott sei Dank in aller Welt. 22. Unermeßlich ewig ist. 26. Machs mit mir Gott nach deiner. 26. Herr, deine nacht reicht so 28. Nie bist du, öchster. von uns. 122. Du wesentliches Ebenbild. 271. Herr, du bin meine Zuversiot. 314. Wer, Gott, dein Wort nicht. 349. Bald oder spät des Todes. 350. Welch hohes Beispiel gavit. 513. Wohl dem, der bebre Schäße. 544. So jemand spricht, ich liebe. 555. Wer dieser Erden Gü er hat. 5. 29. Freu dich sehr, o meine Seele ( Psalm 42 der Løb. Mel). 29. Gett, vor dessen Angesichte. 91. Emge Liebe, mein Semuthe. 128. Un er heiland neht gebunden. 152. Jesu, durch dein Blut und. 165. Preiset sott in allen Landen. 188. Herr, du tährn mit( lanz und. 206. Edler. Geist im Himmelsthrone. 207. Selst dem Vater und v m. 217. Treuer Hirte deiner beerde. 285. Schaffet chaffet, Menschent. 288. böchier! dent ich an die Süt. 321. Kommt, laßt euch den Herren. 412. Lieber Je u, snadensone. 468. Abermal ein Jahr verfloffen. 501. Lehre mich, Herr, recht bedenken. 540 ch, Herr, lehre mich bedenken. Können auch nach Nr. 116 ge= fungen werden.. 30. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. Gerechter ott, vor dein Gericht. 41. heiligste Dreieinigkeit. 68. Lebt Gott, der uns den Frühl. 71. Dr, Sett, sei preis und Dank. 93. Nun, Chriven, laßt uns frohl. 159. D Ted, wo it dein Stachel. 170. Freiwillig hast du dargebracht. 19. Schon ist der Tag von Gott. 216. Bater der Barmherzigkeit. 257. Getron, mein Herz, verzage. 258. Ich bin ein Chrift, Gott ist. 503. welch ein un chäzbares Gut. 515. Gott its, der das Vermögen. Können auch nach Nr. 6, 15, 119 u. 215 gesungen werden. 32. Gott des Himmels und der E. 32. Weicht, ihr Berge, rallt thr H. 117. Gott der Suden, Gott der Heiden. Melodieen- Verzeichniß. 304 204. Komm, o tomm, du Geist des, 393. Xuf, mein Geift, dem Herrn. 479. Gott des Himmels und der E. 33. Psalm 66 der Lobw. Mel. 33. Wie groß ist des Allmächtgen. 51. Sei feurig, Seele, Gott zu. 64. Erhebet Gott durch neue Lieder. 118. Ihr Völker, stimmet nun mit Fr. 198. Ihr Christen, rühmt, erhebt. 379. Der ewge Gott und höchste. 416. Du bist ja, Jesu, meine Freude. 34. Neue Melodie. ( Ursprünglich: Nun lob, mein Seel, den H.) 34. D Gott, du bist die Liebe. 166. Lobsinge, meine Seele. 181. Mein Heiland, deine Größe. 448. Xuf, meine Seele, singe. 35. Wie schön leuchtet der Morgenst. 35. D Gott, des starke Hand die W. 105. D Friedensfürst aus Davids St. 187. Herr, der du deinen theuren. 247. Wie groß ist unsre Seligkeit. 264. Wie wird mir dann mein Heil 277. Mein ganzer Geist, Gott. 318. Wie herrlich strahlt der Morgenst. 432. Gott ist es, dessen weiser Rath. 475. Dich seh ich wieder, Morgenlicht. 36. Psalm 36 der Lobw. Mel. 36. Gott, deine Huld und Gütigkeit. 37. Neue Melodie. 37. Getreuer Gott, wie viel Geduld. 135. Erfülle, Herr, doch selbst mein. 203. Dir, Vater, dankt mein Herz. 543. Der du die Liebe selber bist. Können auch nach Nr. 97 sungen werden. ge= 38. Wunderbarer König. 38. Unumschränkte Liebe. 42. Neue Melodie. 42. Die Himmel rufen, jeder ehret. 43. D Gott, den alle Himmel ehren. 251. Wenn ich ein gut Gewissen. 362. Du Bater deiner Menschenkinder. 364. Mein Herz, ermuntre dich zum. 382. Sch danke dir von ganzem Herzen. 428. Des Donners schreckendes. 490. Mie lieblich ist doch, Herr, die. 541. Ich will dich noch im Tod erheben. Können auch nach Nr. 7, 72 und 234 gesungen werden. 46. Psalm 140 der Lob. Mel. 46. Die Himmel rühmen Gottes. 303. Sch glaub an Gott, hoch fei. 323. Erheb dein Herz, thu auf Sie. 329. er darf in deine Hütte gehen. 372. Voll Glauben will ich zu dir. 426. Bringt her, ihr mächtigen. 443. Zobt, lobt den Herrn, ihr. 447. Du bists, dem Ruhm und Dank. 519. Entehre nicht mein Herz mit. Können auch nach Nr. 295 und 531 gesungen werden. 47. Jesus meine Zuversicht. 47. Herr du hast in deinem Reich. 107. Gottes und Marien Sohn. 142. Schwing dich auf gen Golgatha. 228. Tag, den mir der Herr gemacht. 263. Selig, Gott, sind die, die nun. 270. Sesus meine Zuversicht. 309. Jesus nimmt die Sünder an. 434. Gott, mein Vater, Dank sei dir. 535. Herr, ich hab aus deiner Treu. 536. Meine Lebenszeit verstreicht. Können auch nach Nr. 156 ges fungen werden. 48. D Welt, ich muß dich laffen. 48. Du Herr der Seraphinen. 62. In allen meinen Thaten. 88. Die Herrlichkeit der Erden. 139. Welt, sich hier dein Leben. 150. Frohloce, mein Gemüthe. 367. Dir dank ich für mein Leben. 394. Was soll ich ängstlich klagen. 467. Herr, der du mir das 2eben. 487. Schon ruhet auf den Feldern. 498. Was ich nur Gutes habe. 502. Ein ruhiges Gewissen. 511. Was ist mein zeitlich Leben. 520. Will mich, o Gott, hienieden. 523. Ich hab in guten Stunden. 528. Was iss, daß ich mich quäle. 554. Du aller Menschen Vater. 49. Psalm 33 der Lobw. Mel. 49. Ihr Frommen, auf! die ihr die. 125. O Jesu, Brunnquell aller Fr. 482. Gepriesen, Gott, sei dein Erb. 50. Psalm 65 der Lobw. Mel. 50. Man betet ,. Herr, in 3ions. 213. Gott ist uns Stärk und Schuß 552. Nie will ich dem zu schaden. 54. Psalm 62 der Lobw. Mel. 54. D undergott, der alles schafft. 377. Mein Geift soll nun in Gott. 391. Was grämst du dich, mein. Können auch nach Nr. 283 ges fungen werden. 55. Neue Melodie. 55. Ich will, mein Gott, du König 137. Gott, der du für uns deinen. 143. 2aß deinen Geist mich stets. 144. Sei hochgepriesen, Herr, flir. 209. Laß doch, o Jesu, laß dein. Melodieen- Verzeichniß. 212. Schüße die Deinen, die nach. 249. Preis, Preis fei Gott und. 335. Ich habe, Gott, mir ernstlich. 353. Soll sich mein Geift, o Gott, zu. 441. Gelobt sei Gott, ihm will ich. 484. Entflohen sind auch dieses. 491. Dieß ist der Tag zum Segen. 518. Gott, du bleibst ewig unfrer. 522. Ein perz, o Gott, in Leid und. 546. Hilf, Jesu, daß ich meinen. Können auch nach Rr. 131 ges fungen werden. 56. Von Gott will ich nicht lassen. 56. Gott, der an allen Enden. 100. Mit Ernst, o Menschenkinder. 395. Von Gott will ich nicht laffen. 422. Du reicher Gott der Armen. Können auch nach Nr. 101, 301 und 429 gesungen werden. 57. Valet will ich dir geben. 57. Gott, meine ganze Seele. 111. Shr, die ihr wart verloren. Können auch nach Nr. 66 und 67 gesungen werden. 59. Mein Gott, das Herz ich bringe. 59. Noch immer wechseln ordentlich. 76. Ich bin, o Cott, dein Eigenth. 242. D wohl dem Menschen, der dem. 356. Wie selig bin ich, wenn mein. 366. Mein Geift erstaunt, Umächt. 457. 3h singe meiner Seelen Luft. Kännen auch nach Nr. 102 und 480 gesungen werden. 61. Nene Melodie. 61. Sei zufrieden, mein Gemüthe. 103. Laßt uns unserm Gott Lobsingen. Können auch nach Nr. 524 ge= fungen werden. 65. Pfalm 97 der Lobw. Mel. 65. Der König aller Welt. 66. Psalm 130 der Lobw. Mel. 66. Nimmt Gott, dem wir vertr. Kann auch nach Nr. 57 u. 67 gesungen werden. 67. Ach Herr, mich armen Sünder. ( Herzlich thut mich verlang.) 67. Befiehl du deine Wege. 115. Wie soll ich dich empfangen. 133. Der du voll Blut und Wunden. 193. Bedenke, Mensch, das Ende, 194. Ich denk an dein Gerichte. 237. Ich fleh in tiefster Reue. 260. Gern will ich mich ergeben. 383. Chrift, alles was dich fränket. 471. Noch läßt der Herr mich leben. 488. Wie lang darf ich noch säumen. 305 558. Wohl dem, der richtig wandelt. Können auch nach Nr. 57 und 66 gefungen werden. 69. Pfalm 89 der Lobw. Mel. 69. Durch so viel Schein gestärkt. 72. Neue Melodie. 72. Gott werde stets von dir erh. 123. Wie göttlich sind doch Jesu. 219. Jch bin getauft auf deinen. 233. Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen. 235, Gott, deine Gnad ist unser 2. 344. Schön ist die Tugend, mein 354. Wo find ich Gott, den meine, 371. Billst du der Weisheit Quelle. 374. Mein Hort ist Gott! ihn laß. 384. Herr, mache meine Seele ftille. 398 Dein Heil, mein Geift, nicht. 504. Nicht, daß ichs schon ergriffen. 505. Damit ich meine Seele rette. 508. Wie mannigfaltig sind die Gaben. 526, Verborgner Gott, dem nichts. Können auch nach Nr. 7, 42 und 234 gesungen werden. 78. Auf meinen lieben Gott. 78. Du, der kein Böses thut. 83. Mein Gott, dir ist bewußt. 322. Wo flieh ich Sünder hin. Können auch nach Nr. 463 gk fungen werden. 79. Psalm 38 der Lobw. Mel.( Meine Armuth macht mich schreien.) 79. Jesu, Arzt todtkranker Seelen. 80. Ach, was bin ich, mein Erretter. 297. Hüter! wird die Nacht der S. 325. Gott, wie rein ist deine Lehre, 424. Straf, o Herr, mich nicht im. 472. Seele, du mußt munter werden. 81. Beuch mich, zeuch mich mit den ( Unser Herscher, unser Kön.) 81. Herr, du kennest mein Verderb. 124. Gott, was muß dein Sohn. 287, Dir allein hab ich gefündigt.. 462. Gott im Himmel und auf G. 82. Alle Menschen müssen sterben. 82. Großer Gott, erhabnes Wesen. 127. Gottes Lamm, durch dessen. 177, Großer Mittler, der zur Rechten. 236. Sch erhebe mein Gemüthe. 240. Schöpfer aller Menschenfinder. 262. Moch bin ich dein Gast, o Erde. 275. Menschen ists geseßt, zu sterben. 280. Dwie unaussprechlich selig. 310. Jesu, daß du meiner Seele. 311. Jesu, fich mich an in Gnaden. 317. Gins ift noth, ach Herr, dies. 347. Du, der Herz und Nieren. 20 Melodieen- Verzeichniß. 306 378. Gott der Wahrheit, dessen. 386. Derr! bir trau ich auf der Erde. 438. Dir, mein Gott, wiu ich lobsing. 446. Womit foll ich dich wohl loben. 557. Laß mich, Höchster! darnach str. 84. Psalm 51 der Lobw. Mel. 84. Die Quell, woraus der Mensch. 130. Mein Lebensfürst! nun fann ich. 226.D Menschenfreund, o Jesu. 281. Gei gnädig, herr, nach deiner. 86. Neue Melodie.( Ursprünglich: Ich hab mein Sach Gott). 86, Wie fleucht dahin der Menschen. 87. Gott bab ich alles heimgestellt. 89. Jesu meine Freude. 89, Wort aus Gottes Munde. 250, Wie getroft und heiter. $ 19. Jefu meine Freude, 385. Seele, sei zufrieden. 90. Durch Adams Fall ist ganz. 90. Durch Udams Fall ist erst verd. 334, hilf mir, mein Gott. 343. Oft denkt mein Herz, wie. Rönnen auch nach Nr. 222 ges fungen werden. 94. Herr Christ, der einge Gottes. 94, Christe, Gingeborner. 158. Der held bat überwunden. 336. Herr Jesu, Gnadensonne. * 95. Neue Melodie.( O Trostwort, das uns Leben gibt.) 95. Gedanke, der uns Leben gibt. 97. An Wasserflüssen Babylon.( Ein Lämmlein geht und tr.) 97. Lob, Ehre, Preis und Dant. 126. So gehst iu, Jesu, williglich. 149. Erhebe vom Geräusch der Welt. 225. Jch tomme, Herr, und suche dich. 229. Du, Hert, haft aus Barmherz. 293. D Stönig, dessen Majestät. 339. Erbarm dich, Herr, du tennft. Können auch nach Nr. 37 ges fungen werden. 101. Neue Melodie. 101. Erhebt den Herrn, ihr Frommen. 174. Der Herr fährt auf gen Himmel. 178. Mein Jesus triumphiret. 455. Lobt Gott, den Sott der Stärke. Können auch nach Nr. 56, 301 und 429 gesungen werden. 102. Neue Melodie. 102. Xifo hat Gott die Welt geliebt. Kann auch nach Nr. 59 und 480 gefungen werden. 104. Gelobet jeist du, Jesus Christ. 104, Gelob et seist du, Jesus Chrift. 108. Neue Melodie.( Ursprünglich: Sollt ich meinem Gott nicht). 108. Der du uns das heil errungen. 445. Soat ich meinem Gott nicht. 109. Vom Himmel hoch da komm. 109. Dies ist der Tag, den Gott. 162. Dich bet ich an, erstanbner H. 163, Raum fteig. zu ihrem frohsten. 169. Grinnre dich, mein Sein, erit, 176. Auf, Jesu Junger, freuet euch. 179. Wir freuen uns, Herr Jesu Chrift. 186 Die Erd und was darinnen ist. 210, ott, der uns immer Gutes. 431, D Gott, des gnadenvoller Rath. 439. Ihr Völter, jauchzt mit frohem. 493. Dies, Christen, ist der Tag des. Können auch nach Nr. 3, 13, 197, 211 und 436 gesungen werden. 110. Neue Melodie.( Ursprünglich: Ermuntre dich mein schwache. Geist). 110. Gott, deine Gnade sei gepreift. 539. Wie ungewiß ist, Herr, das 3. 112. Neue Mielodie. 112. Hert, laß doch mich recht. 113. D Christenheit, sei hoch erfreut. 114. Wirf, bleder Sinn, den Kummer. 116. Werde munter, mein Gemüthe. 116. We lang soll ia traurig stehen. 147. Heute, sprach mein Heiland. 200. Der du uns als Vater lievest. 363. Gott, mein Bate, deine Liebe. 433. Sorge dech für meine Kinder. 476, err! es ist von meinem Leben. 485, Werde munter mein Gemüthe. 486. Auf, o Seele, werde munter. Können auch nach Nr. 29 ges fungen werden. 119. Aus tiefer Noth schrei ich zu die. 119. Men Jesu, du hast unire Sch. 182. Herr Jesu, deiner Glieder Ruhm. 191. Gr tommt, er kommt zum Weltger, 248. Ich weiß an wen me.n Glaub, 306. Gottes Sohn, perr Jesu Christ. 321. Wo soll ich hin? wer hilfet mir. 376. Du haft, mein Vater und mein. 387. Der Herr ist meines Lebens. 404. Gott, es fehlt uns Kraft und. 408. Gott, deine Güte reicht so weit, 500. Nach meiner Seelen Seligkeit. 517. Zur Arbeit, nicht zum Müßigg. Können auch nach Nr. 6, 15, 30 und 215 gesungen werden. 120. Vater unser im Himmelreich. 120. Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. 300. So wahr ich lebe, spricht dein. 406. D Bater, groß im Himme.reich. 507. Hier ist noch unfre Prüfungszett. Melobieen 121. Schmücke dich, o liebe Seele. 121. Heiland, deine Menschenliebe. 189. König, dem tein König gleichet. 231. Seele, willst du Ruhe finden. 131. Herzliebster Jesu, was haft du. 131. Unschuldger Jefu, was har du. 132. Herr, stärke mich, dein Leiden. 550. Herr, mein Versöhner! der du. 551. Herr, deine Sanftmuth ist nicht. Können auch nach Nr. 55 ge= fungen werden. 136. D Lamm Gottes, unschuldig. 136, D( Sottes Lamm, unschuldig. 138. Christus der uns selig macht. ( Schwing dich auf zu deinem). 138. Men& löser, Gottes Sohn. 140. Meine Liebe hängt am Kreuz. 140. Mein Erlöser hängt am Kreuz 141. Herzlich lieb hab ich dich. 141. Um Gnade tür die Sünderwelt. 224. Gelobt seist du, Herr Zebaoth. 269. Mein Heiland! wenn mein. 307. S komme, Friedensfürft, zu. 359. Der du mich als Vater liebst. 145. Neue Melodie. 145. Begleite mich, o Chrift. 146. Neue Melodie.( Kommt heraus, all ihr Jungfranen). 146. Seht den leidenden Gerechten. 153. Der Tag ist hin, mein Geist. 153. So schlummerst du in stiller Ruh. 155. Am Kreuz erblaßt. 156. Dennoch bleib ich stets an dir. ( Meinen Jesum laß ich nicht). 156. Xuf, mein Herz! ein froher Tag. 172. Jefus lebt, mit ihm auch ich. 230. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 315. Meinen Jesum laß ich nicht. 365. Habe deine Quft am Herrn. Rönnen auch nach Nr. 47 ge= fungen werden. . 157. Chrift lag in Todesbanden. 157. Der Herr lag in das Grab gestr. Kann auch nach Nr. 160 gra fungen werden. 160. Neue Melodie. 160. Bringt Preis und Ruhm. Kann auch nach Nr. 157 ges fungen werden. 161. Pfalm 32 der Lobw. Mel. 161. Ich weiß gewiß, daß mein. 164. Jesus Christus, unser Heiland. 164, Jesus Christus, unser Heiland. Verzeichniß. 167. Hofianna, Davids Sohnt. 167. Jesus, meine glebe, lebt. 183. Hoftanna, Davids Sohn. 307 171. Wachet auf! ruft uns die St. 171. Hallelujah, Jesus lebet. 196. Bachet auf vom Schlaf, thr. 272. Wachet auf! so ruft bie St. 452. Jauchze, auserwählt Geschlechte. 173. Auf diesen Tag gedenken wir. 173. An diesem Zag frohloden wir. 190. Ewigkeit, Du Donnerwort. 190. Erhöhter Jesu, Gottes Sohn. 192. Det un fre Menschheit an. ich. 197. Romm, o Gott, Schöpfer. 197. Komm, o Gott, Schöpfer, heilg. 175. Schau, großer Berr der Herrl. 333. Dein Gott ist Majestät und. Können auch nach Nr. 3, 18, 109, 211 und 436 gefungen werden. $ 199. Vater aller Gnade. 199. Gott, groß von Erbarmen. 201. Pfalm 77 der Lobw. Mel 201. peilger Geift, du Himmelelehr. 294. Wenn der Sünder hat mißh. 397. Meine Stimme ruft zur H. 407. Herr, erhöre meine Klagen. 458. Großer Gott, herr aller. 205. Nun bitten wir den heilgen G. 205. Des Vaters und des Sohnes. 208. Eine feste Burg ist unser Gott. 208. Ein starker Schuß ist unser. 211. Erhalt uns, Herr, bei deinem. 211. Erhalt uns, Herr, bei deinem. Kann auch nach Nr. 3, 13, 109, 197 und 436 gesungen werben. 214. Neue Melodie. 214. Wenn Christus seine Kirche. 215. Ach Gott vom Himmel sieh. 215. Xh Gott vom Himmel sieh. 405. Mit Seufzen flag ich dir m. 421. Nh Gott, wir treten hier v. 425. In deinem Namen, o Herr. 556. Die Bunge, die vernehmlich. Können auch nach Nr. 6, 15, 30 und 119 gefungen werden. 218. Christ, unser Herr, zum Jord. 218. Mie Chriftus selbst zum Jord. Kann auch nach Nr. 17 ges fungen werden. 20* Melodieen- Verzeichniß. 308 222. Psalm 91 der Lobw. Mel. 222. X16 Jefus jepund sterben w. 302, er unter Gottes Schatten. Rönnen auch nach Nr. 90 ges fungen werden. 227. Psalm 5 der Lobw. Mel. 227. Bie groß ist deine Menschenliebe. 284. Neue Melodie. 234. Run habe Dank für deine. 278. Nach einer Prüfung turzer Z. 345. Wie felig, Herr, ist der Ger. 857. Wie sollt ich dich, mein Gott. 400, Bon bir tomm. jede gute Gabe. 410. er tann, Gott, je was Gut. 509. Der Wollust Retz zu widerstreb. 510. Des Leibes warten und ihn. 627. Was tft mein Leben auf der. Rönnen auch nach Nr. 7, 42 und 72 gefungen werden. 288. Kommt her zu mir, spricht. 238. Wie selig, Gott, wie felig ist. 246. Ich hoff, o Gott, mit frohem M. 352. Kommt her, Mühfelge, kommt. 499. Herr, meiner Seele großen W. 548. Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit. 243. Psalm 1 der Lobw. Mel. 243. Der Herr ist gut, in deffen Dienst. 244. Neue Melodie. 244. Bernimm, o Gott! vernimm.. 245. Pfalm 90 der Lobw. Mel 245, ein Salomon, dein freundlich. 253. Psalm 4 der Lobw. Mel. 253. Wie wohl ift, Jesu, meiner Seelen. 254. Pfalm 46 der Lobw. Mel. 264. Beglüdter Stand, getreuer S. 494. Der Herr des Himmels und der. 255. Jch weiß, mein Gott, daß all. 255. Ich freue mich, mein Gott, in. 414. Bon ganzer Seele preis ich dich. 481. Für alle Güte sei gepreift. 821. Sei, Seele, stark und unverzagt. Können auch nach Nr. 415 ges fungen werden. 256. Jch ruf zu dir, Herr Jesu Chr. 256. Mein treuer Gott, dein gutes. 346. Herr, mein Erlöfer! nur von. 259. Neue Melodie. 269. Der Herr, mein Hirt, behütet. 265. Psalm 103 der Lobw. Mel. 265. Wie komm ich doch, mein Heil. 440. Lobsinget Gott mit wahrem. 497. Herr, lehre mich, wenn ich der. 266. Nun laßt uns den Leib bege 266. Begrabt den Leib in seine Gruft. 267. Was Gott thut, das ist wohlg. 267. Sch freue mich der frehen Zeit. 373. Xuf dich, herr, nicht auf meinen. 375. Der Herr ist meine Zuversicht. 525. Was Gott thut, das ist wohlgeth. 273. Psalm 84 der Lobw. Mel. 273. Mein Leben ist ein Pilgrimstand.. 274. Psalm 16 der Lobw. Mel 274. Xuf, träger Geift! laß das. * 283. Neue Melodie. 283. Erhebt, erhebet Gottes Ruhm. Kann auch nach Nr. 54 gefuns gen werden. 284. Liebster Jesu, Trost der Herzen. 284. Xuf, e Sünder! laß dich lehren. 289. Liebster Jesu, Troft der Herzen. 292. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 292. Sch schäme mich vor deinem. 308. Auf dich allein, Herr Jefu Chrift: 295. Neue Melodie. 295. An dir allein hab ich gesündigt. Kann auch nach Nr. 46 und 531 gefungen werden. Wordpu 296. Meine Seele, willst du ruhn. 296. Sünder, willst du sicher sein. 807 301. Beuch ein zu deinen Thoren. 301. Wie treu, mein guter Hirte. 358. An dich, mein Gott gedenken, 389. Was hilfts, daß ich mich quäle Können auch nach Nr. 56, 100 und 429 gesungen werden. 302. Straf mich nicht in deinem 3. 302. Strafe nicht, o heiligster. 506. Mache dich, mein Geift, bereit. 316. Herr hör, ach höre mein Gebet. 316. Sucht man die Freundschaft in. 320. Psalm 25 der Lobw. Mel. 320. Höft erwünschtes Seelenleben. 401. Jesu, meiner Seelen Rettet. 324. Pfalm 116 der Lobw. Mel. 324. Mein Bundesgott, ach unterweife. 330. Ich weiß es wohl, ich selbst verd. 361. ie lieb ist mirs, daß Gott. 465. So ist von meiner kurzen Pilgr. 326. Neue Melodie. 326. Wenn zur Vollführung deiner. Melodieen- Verzeichniß. 348. Es woll uns Gott genädig sein. ( Früher: Erbarm dich mein, o Herre Gott. 348. Ich armer Sünder, wer bin ich. 360. O Gott Vater, ich glaub an dich. 360. Wohlan, mein Herz! sei stets. 868. großer Gott von Macht. 368. du erhabner Gott. 869. Psalm 26 der Lobw. Mel. 369. Gott, wer ist dir gleich. 381. Wohl dem Menschen, der von. 381. Wohl dem Menschen, der von H. 413. In dich hab ich gehoffet. 413. Ich weiß es, Gott, mein ganzes. 423. Ach Gott, du unser Lebenslicht. Können auch nach Nr. 255 ge: fungen werden. 415. Berleih uns Frieden gnädiglich. 415. Verleih uns Frieden gnädiglich. 417. Ach, mein Jesu! sieh, ich trete. 417. Qual und Angst muß ich empfind. 418. Entbinde mich, mein Gott. 418. Befreie meinen Geist. 538. Mein Lebensfürst! zeig mir. 429. Aus meines Herzens Grunde. 429. Jehovah, Herr und König. Kann auch nach Nr. 56, 101 und 301 gesungen werden. * 430. Neute Melodie. 430. Erlöser, sich auf uns hernieder. 435. Warum betrübst du dich, mein. 435. D welch ein Leiden, das mich. 474. Shm, der das Licht entstehen. 436. Psalm 134 der Lobw. Mel. 436. Xuf, Chriften! preist mit mir den. 437. Erhebet Gottes peiligkeit. 0309 492. Gott du bist mein Preis und. Können auch nach Nr. 3, 13, 109, 197 u. 211 gefungen werden. 444. Sobet Den 444. Lobet den Herren, alle Heiden. 444. 2obet den Herren, alle heiden. 456. Neue Melodie. 456. Herr, unser Gott, dich loben wir. 459. Alles ist an Gottes Segen. ( Jesu, deiner Kirchen GL) 459. Herr, mein Licht, mein bril 463. Neue Melodie. 463. Besingt Gott Bebaoth. 477. Ihr trüben Sorgen weicht. Können auch nach Nr. 78 fungen werden. 470. Neue Melodie. 470. Mein erst Gefühl fei Preis. 478. Nun laßt uns Gott dem Herrex. 478. Wach auf, mein Hers! und frage. 480. Nun fich der Tag geendet hat. 480. So fliehen unfre Tage bin. Kann auch nach Nr. 89 umb 102 gefungen werden. 524. Neue Melodie. 524. Warum follt ich mich benn gråm. Kann auch nach z. 61** fungen werden. 530. Neue Melodie. 530. Du klagt, o Chrift, i fihmen, 531. Neue Melodie. 531. Du flagst und fühleft die Beschm. Kann auch nach Nr. 46 und 295 gefungen werden. 533. Neue Melodie. 533. Was forgft bu dngftlich für. 542. Christus, der ist mein Leben. 542. Mein Jesus ist mein Leben. 310 III. Alphabetisches Register der in diesem verbesserten" Gesangbuche vorhandenen ( oder angeführten) Stamm- Melodieen. Ich Gott und Herr 10 Ich Gott, vom Himmel sieh darein 215 Xch Herr, mich armen Sünder Ach mein Jesu, sich ich trete Xuein Gott in der höh sei Ehr Xuein zu dir, Herr Jesu Christ XUle Menschen müssen nerben Tues ist an Gottes Segen An Waffer flüffen Babylon Auf diesen Tag gedenken wir Xuf meinen lieben Gott Tus meines Herzens Grunde 67 417 15 292 82 459 97 173 78 429 Xus tiefer Noth schrei ich zu dir 119 157 Chrift leg in Todesbanden Chrift, unser Herr, zum Jordan kam 218 542 138 156 153 90 208 97) 418 Christus, der ist mein Leben Ghriftus, der uns selig macht Dennoch bleib ich stets an dir Der Tag ist hin, mein Geist Durch Adams Fall ist ganz verderbt Gine feste Burg ist unser Gott ( Gin Lämmlein geht und trägt die Entbinbe mich, mein Gott Erhalt uns, Herr, bei deinem ( Grbarm dich mein, o Herre Gott ( Grmuntre dich, mein schwacher Es ist das Heil uns fommen her G& ift gewißlich an der Zeit Es woll uns Gott genädig sein Freu dich sehr, o meine Seele Gelobet feift du, Jefus Chrift Gott des Himmels und der Erden Gott sei Dant in aller Welt Herr Chrift, der einge Gottes Sohn herr, hör, ach höre mein Gebet Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend Herzlich lieb hab dich ( Herzlich thut mich verlangen Herzliebster Jefu, was hast du Hoflanna, Davids Sohn ( Sch hab mein Sach Gott heimg. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Chrift Ich weiß, mein Gott, daß all mein ( Sefu, deiner Kirchen Glieder Jesu, meine Freude Jesus Chriftus, unser Heiland Jefus, meine Zuversicht. 211 348) 110) 6 30 348 29 104 32 22 94 316 3 141 67) 131 167 86) 256 255 459) 89 164 47 In dich hab ich gehoffet, Herr ( Komm heiliger Seift, erfüll Komm, o Gott, Schöpfer heilger Kommt her zu mir, spricht Gottes Liebter Jesu, Troft der Herzen Liebster Jesu, wir sind hier Lobet den Herren, alle Heiden Mach mit mir, Gott, nach deiner ( Meine Armuth macht mich schreien Meine Liebe hängt am Kreuz Meine Seele, wiust du ruhn ( Meinen Jesum laß ich nicht Mein Gott, das Herz ich bringe Nun bitten wir den heilgen Geift Nun danket alle Gott Nun laßt uns den Leib begraben Nun laßt uns Gott dem Herren ( Mun lob, mein Seel, den Herren Nun sich der Tag geendet hat DEwigkeit, Du Donnerwort D Gott, du frommer Gott D Gott, du unser Vater bist D Gott Vater, ich glaub an dich D großer ott von Macht D Lamm Gottes, unschuldig D Welt, ich muß dich lassen Schmücke dich, o liebe Seele ( Schwing dich auf zu deinem Gott ( Sollt ich meinen Gott nicht singen Straf mich nicht in deinem Born ( Unser Herscher, unser König Valet will ich dir geben Vater aller( Snade Bater unser im Himmelreich Berleih uns Frieden gnädiglich Bom Himmel hoch, da komm ich Bon Gott will ich nicht lassen 413 1) 197 238 284 4 444 26 79) 140 296 156) 59 205 9 266 478 34) 480 190 8 2 360 368 136 48 121 136) 108) 302 81) 57 199 120 415 109 56 171 Wachet auf! ruft uns die Stimme Warum betrübst du dich, mein Herz 435 Was Gott thut, das ist wohlgethan 267 Werde munter, mein Gemüthe 116 Wer nur den lieben Gott läßt w. 7 Wie schön leuchtet der Morgenstern Wohl dem Menschen, der von Wunderbarer. König Beuch ein zu deinen Thoren Beuch mich, zeuch mich mit den 35 381 38 301 81 311 e bete. Morgengebete. Gott, Schöpfer und Herr Himmels habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es verdient Sei gnädig in thäter und Vater der Menschen, dich bete Christo, deinem Sohne, und verzeihe ich als den Urheber und Erhalter meines mir um seinetwillen alle meine Sünden. Lebens, als den Gott meines Heils, als Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. die einige und unerschöpflicte Quelle Ich verabschene das Böse, das ich bisher meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir gethan habe, und wünsche nichts mehr, danke ich mit Freuden für mein Leben, als immer besser, immer tugendhafter für meine Gesundheit, für meine Kräfte, and heiliger zu werden. Ich erneuere für alle geistliche und leibliche Vortheile, hiermit in deiner Gegenwart, o Got. bie ich befize. Dir danke ich insbesondere den aufrichtigen Vorsatz, alle nnorbentdafür, daß du mich diese Nacht mit dei- lichen Begierden, die in mir auffteigen. nem mächtigen Schutze bedeckt, daß du zu unterdrücken, alle bösen Gewohn alle Gefahren, die mir droheten, von heiten, die ich noch an mir hate, am mir abgewandt, daß du meinen Leib durch bestreiten, und mich in meinem ganzen einen sanften Schlaf erquicket, und mir Verhalten nicht nach den Widen meines nene Kraft und neues Leben eingeflößet Fleisches, noch nach dem Beispiel der hast. Gott, deine Güite ist alle Morgen Lasterhaften, sondern allein nach deinen nen, und deine Treue ist sehr groß. Sie guten und heiligen Geboten zu richten. übertrifft alle unsere Verdienste unend- Dir, meinen Schöpfer und Herrn, zu lich: sie ist weit größer, als daß wir dir gehorchen, deiner Gnade und deines jemals würdig genug dafür danken könn- Beifalls mich zu versichern, nach deinem ten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, Bilde erneuert, und dadurch deiner seligdaß du auch mein gedenkest und dich meisten Gemeinschaft fähig zu werden: dies ner so annimmst? ich bin ein Sünder, soll meine Ehre, mein Ruhm, meine der deine heiligen Gesetze übertreten, der ernstliche Bemühung und meine Seligdeine Wohlthaten öfter gemißbraucht, feit sein. Ja, ich schwöre es, und will der sich des schändlichsten Undanks gegen es halten, daß ich die Rechte deiner Gedich schuldig gemacht, und als ein solcher rechtigkeit halten will. Gott, ftehe nichts als Ungnade und Strafe verdienet mir selbst mit deiner Gnade bei, diesen hat. Ja, Herr, wie fönnte ich vor dir guten Vorsatz mit Treue zu erfüllen, bestehen, wenn du mit mir ins Gericht denn ohne dich vermag ich nichts. Schenke gehen wolltest? aber du handelst nicht mir deinen Geist, der mich erleuchte, mit uns nach unsern Sünden und ver- reinige, und auf den Weg der Wahrheit giltst uns nicht nach unsern Missethaten. und der Tugend führe. Bewahre mich Noch schonest du meiner, wie ein Vater auch heute vor allen Versuchungen zur feines Kindes schonet. Noch fährst du Sünde, und wenn ich versucht werde, fort, mich zu segnen und mir Gutes zu so laß mich nicht fallen. Bewahre mich thun. Noch willst du mich durch Gülte inforderheit vor den Sünden, zu denen zur Buße leiten. Noch schenkest du mir ich am meisten geneigt bin, und die noch Zeit und Kräfte, an meiner Besserung die größte Gewalt über mich haben. zu arbeiten, und meine Heiligung in dei- Gib, daß ich sorgfältig über mich selbst ner Furcht zu vollenden. Wie beschämet wache, daß ich allen Anlaß und alle mich deine Huld und Güte, o Gott, wie Gelegenheiten zum Bösen fliehe, und reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater jeden sündlichen Gedanken, jebe unerund Wohlthäter, so oft beleidiget und laubte Neigung, die in mir entstehen, bir den schuldigen Gehorsam verweigert unverzüglich unterbrilde. Laß die Ber 312 Morgengebete. stellung von deiner Allwissenheit und Al. aufgestanden bin. Du haft nächtliche gegenwart mich überall begleiten, und mein Herz mit der tiefsten Ehrfurcht gegen dich und deine Gesetze erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern so nüßlich werden, als es die Fähigkeiten, die du mir verliehen, und die Umstände, in welche du mich gesetzet hast, erlauben. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und begleite sie mit deinem Segen. Gib, daß ich bei meiner Arbeit mein Herz oftmals zu dir erhebe, deine Vorsehung in allem, was mir begegnet, demüthig verehre, und weder dem Geize, noch der Ungerechtigkeit, noch irgend einem andern Laster den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Men schen. Laß das Licht deiner Offenbarung sich über alle Völker ausbreiten. Wehre dem Unglauben und dem Aberglauben, und erweitere die Grenzen des Reichs der Wahrheit und der Tugend. Segne unsern Landesherrn und die Obrigkeiten, die du über uns geseget hast. Segne die Lehrer, und laß sie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden sein. Segne diesen Ort, dieses Land und alle Ein- nd verleihe mir den Peistand deines wohner desselben. Segne insbesondere heiligen Geistes zu einer beständigen diejenigen, die du durch die Bande des Besserung meines Lebens. Verhüte in Bluts und der Freundschaft mit mir Gnaden, daß ich an diesem Tage mein verbunden hast. Gib, daß wir alle die Gewissen nicht mit vorsätzlichen Sünden Pflichten unsers Berufs treulich erfül- beschwere, sondern laß deine Furcht und len, daß wir das allgemeine Beste unserm die Betrachtung deiner Gegenwart mich besondern Nußen vorziehen, und deine von allen Bösen zurückhalten, und geEhre und das Heil unserer unsterblichen gen alle Bersuchungen stärken. Wenn ich Seele zum letzten Endzweck aller unserer aus Uebereilung fehle, so wirke durch Bemithungen machen. Erhöre mich, deine Gnade, daß ich meine Fehler aufBater der Barmherzigkeit, und sei mir richtig bereue, bei dir Vergebung suche, gnädig um Jesu Christi willen, Amen. und ins Künftige mit mehr Sorgfalt Unser Vater zc. mich vor Sünden hüte. O du weiser und gütiger Gott, regiere alle Umstände meines Lebens zu meiner wahren und ewigen Wohlfahrt. Dir befehle ich meine Wege, und ich hoffe auf dich, du wirsts wohl machen, Amen. Schrecken und Gefahren in Gnaden von mir abgewandt, und mich vor vielem Unglück behütet, daß mir ohne deinen Schutz hätte begegnen können. Ich erkenne deine Güite, die diesen Morgen an mir neu ist, und bete zu dir, dem Allgenugsamen: bereite mich selbst zu einem dir wohlgefälligem Lobe, daß ich dich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit einer gerührten Dankbarkeit des Herzens preise, und mein Leben zu deiner Ehre und nach deinem Wohlgefallen führen möge. Deinem mächtigen Schutze befehle ich mich darum an diesem Tage und fernerhin. Erhalte mir die Gesundheit und die Kräfte des Leibes und der Seele und bewahre mich vor solchen Vorfällen, die mir schädlich sein können. Regiere alle meine Entschlies sungen, und leite alles mein Thun und Vornehmen, daß es deinem heiligen Willen gemäß sein möge. Gieb mir ein zufriedenes und freudiges Gemüth, daß ich willig und mit Munterfeit die Geschäfte verrichte, die mein Stand, in welchen du mich gesetzet hast, mir aufleget. Gib, daß ich treu und fleißig mich in meinem Berufe beweise, und in allem, was ich thue, rechtschaffen und gewissenhaft handle. Sei auch nach deiner großen Barmherzigkeit mir armen Sünder um Jesu Christi willen gnädig, [ Umächtiger und unendlich gütiger Gott, beiner gnädigen Vorsehung habe ich es zu danken, daß ich diesen Morgen wiederum erwacht, und gesund 313 Abendgebete. J ch freue mich deiner Güte, o Gott, nützlich zu werden, begierig ergriffen, und komme mit Danken vor dein allen Reizungen zum Stolze, zur EitelAngesicht. Jeder Tag, jede Stunde, keit, zum Zorn, zur Unzufriedenheit, jeder Augenblick meines Lebens gibt mir zur Wollust widerstanden, und mich recht neue Beweise von deiner väterlichen Huld sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Gnade, und legt mir neue Ver- und Begierden, noch mit Worten und pflichtungen zur Dankbarkeit und zum Werken zu fündigen? Habe ich meine Gehorsam gegen dich, meinen Bater und Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl Wohlthäter auf. Auch heute hast du angewandt, als ich es hätte thun sollen dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt und thun können? Habe ich meine Pflichgelassen. Auch heute hast du mir in ten gegen dich, gegen meinen Nächsten allen Absichten viel Gutes gethan. Wie und gegen mich selbst mit der Willigkeit, viele bekannte und unbekannte Gefahren mit dem Eifer, mit der Treue erfüllt, und Uebel hast du durch deine gnädige wie es deine Wohlthaten und meine Borsehung von mir abgewandi! Vor Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich wie vielen Sünden, die unter allen Uebeln in einer solchen Verfassung, daß ich die größesten find, hast du mich Schwa- freudig sterben und mich einer seligen den bewahret! Wie viele geistliche und Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner gefallen sollte, meinem irdischen Leben freigebigen Hand empfangen! Womit in dieser Nacht ein Ende zu machen? soll ich dir, dem Herrn, alles das Gute o Gott, wie beschämet, wie erniedrigt vergelten, das du an mir gethan haft? mich diese Prüfung: Herr, wer kann Nimm meinen Leib und meine Seele merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir zum Opfer hin. Sie sind dein und auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht deinem Dienste, deiner Verherrlichung ins Gericht mit mir, denn vor dir ist sollen sie auf ewig geheiligt sein. Möchte kein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir nur mein Eifer, dir zu gefallen, be- meine Sünden und Uebertretungen. Ich ständiger, möchte der Gehorsam, den ich bereue sie von ganzem Herzen; ich entbir leifte, reiner und vollkommener sein! schließe mich, in deiner Furcht mich immer Aber, o mein Gott, wie weit bin ich mehr von allen Befleckungen des Fleinoch von dem Ziele der christlichen Voll- sches und des Geistes zu reinigen und Tommenheit entfernt! Wie vieler Nach- meine Heiligung zu vollenden. Stärke Jässigkeit und Trägheit im Guten, wie mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorvieler Vergehungen und Fehler muß ich saße. Stehe mir in der Ausführung desmich täglich vor deinem Angesichte be- selben mächtig bei. Gib, daß ich alles schuldigen! Habe ich wohl den vergange- was dir zuwider ist, hasse, und als das nen Tag in aller Absicht so zugebracht, größte Uebel meide und fliehe. Gib, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, daß ich alles, was dein heiliger Wille einem Christen, einem Erben der zu- von mir fordert, aufrichtig und mit fünftigen Herrlichkeit anständig ist? Freuden thue. Laß mir den morgenden Habe ich in deiner Furcht gewandelt, Tag heiliger sein, als den heutigen. und die Empfindung deiner Gegenwart Laß mich täglich an Weisheit und Tusorgfältig in meiner Seele unterhalten? gend wachsen, und immer mehr nach deiHabe ich mir das Beispiel meines Herrn nem Ebenbilde erneuert werden. Hege und Heilandes zum Muster der Nach- ich Haß und Neid gegen irgend einen ahmung vorgesetzt, und durch mein Ver- Menschen in meinem Herzen, so laß den halten bewiesen, daß ich ein Jünger und Schlaf ferne von mir sein, bis ich ihm Nachfolger des demüthigen, des sanft- verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigteit müthigen, des wohlthätigen und himm- Gutes wünsche, und ihm solches wirklich lisch gesinnten Jesu sei? Habe ich jeden zu erzeugen geneigt bin. Laß mich so Anlaß, mich selbst zu bessern und Andern einschlafen, wie ich zu sterben und dereinft $ 314 Das Gebet des Herrn, umschrieben. vor deinem Richterstuhle zu erscheinen Barmherziger, gnädiger Gott, unter ich mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne und keine Plage fich zu unserer Wohnung nabe. Schente mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes: und Seelenfräften wieder aufwachen, und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröste, barmherziger Gott, tröste meine elenden Mitbrilder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elendes der süßen Ruhe beraubt find, und mit Verlangen auf den Anbruch des Tages warten. Stärke die Sterbenden und laß fie Gnade vor dir finden. Hindere die Werke der Finsterniß; erbarme dich der Sünder und befehre fie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Geist und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst an deiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um dieses alles in dem Namen und unsers Amen. abermals einen Tag zurüdgelegt. Sch danke dir dafitr, und preife deinen heiligen Namen für alle andere unzählige Wohlthaten, die mir deine große Güte und Barmherzigkeit von meiner Jugend an bis auf diese Stunde bei aller meiner Undankbarkeit so mildiglich hat zufließen laffen. Stelle, o Gott, meine heutigen mir bewußten Uebertretungen nicht im Zorn vor dich, noch meine unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Angesichte, sondern wirf sie hinter dich zurück, und sei mir um Christi willen gnädig. Laß deine Gülte auch in dieser Nacht über mir walten; und wenn meine Augen geschlossen sind, so wache du über mir, du Wächter Israels. Nimm mich, die Meinigen und alles, was wir haben, in deinen allmächtigen Schuß. Wende alles Unglück von uns ab, und schenke uns eine süße, erquickende Ruhe, die uns auf den morgenden Tag zu deinem Dienste und zu unseren Berufsgeschäften wiederum geschickt mache, bis wir dereinst würdig erfunden werden, an dem Ende unserer Prüfungstage in die selige Ruhe als ein Jünger Jesu Christi, einzugehen, die du deinen Kindern bereiMittlers und Seligmachers, tet haft. Erhöre mich um Jefu Chrifti, deines geliebten Sohnes willen, Amen. Das Gebet des Herrn, umschrieben. nser Vater, der du bist im| licher auf dem ganzen Erbboden werden Himmel, Herr der ganzen Welt, so daß vom Aufgang der Sonne bis zu deffen Thron der Himmel ist, welche ihrem Niedergang Jedermaun dich recht Ehre und Gnade ist es für uns, daß erkenne, über alles ehre, fürchte, liebe, wir, die wir von Natur Kinder des und mit Gedanken, Worten und Werken Zornes sind, dich mit Zuversicht und preise. Und damit dein Name je länger, Bertrauen unsern Vater nennen, und je herrlicher werde, so komme dein insgesammt unsere Herzen und Hände Reich, so laß dein Reich, das du durch zu dir aufheben dürfen! Großer Gott deinen Sohn auf Erden aufgerichtet und versöhnter Vater in Chrifto, was haft, sich immer mehr ausbreiten, daß # önnen deine so hoch begnadigten Kinder alle Welt sich dir unterwerfe und dir mehr wünschen und bitten, als daß diene! Regiere und herrsche du in uns dein Name geheiliget werde? durch dein Wort und durch deinen Geist. Nur du bist allein groß, herrlich, heilig, Zerstöre das Reich des Satans und und würdig von allen erkannt, geehret erweitere die Grenzen deines Reiches und gepriesen zu werden. O laß deinen durch Erleuchtung derjenigen, die noch Namen, deine Tugenden und Bollkom- in Finsterniß leben und durch Bekehrung menheiten immer bekannter und herr- so vieler, die noch auf den Irrwegen Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. 315 bes Lasters und des Unglaubens wandeln.| so uns beleidiget haben, damit wir ihnen Nur bein Wille geschebe auf so gerne, willig und herzlich vergeben, Erden, wie im Himmel, nicht als du uns vergibst. Denn wenn wir unser verkehrter Wille, sondern dein nicht vergeben, so wirst du uns auch guter und vollkommener Wille geschehe, nicht vergeben. Und da wir wohl wissen, so daß wir sowohl in guten als in bösen wie leicht wir in Sünde fallen, und Tagen deine Befehle ohne Ausnahme, wie stark und liftig unsere Feinde, der beständig willig und freudig ausüben, Satan, die Welt und unser Fleisch sind, gleich wie sie von den Engeln und um uns zu stürzen, so führe uns vollendeten Gerechten im Himmel voll- nicht in Versuchung, so laß uns nicht in gefährliche Bersuchung zur zogen werden. Sünde gerathen, oder wenn es dir ge fallen sollte, uns auf die Probe zu stellen, daß wir von unsern Feinden versucht werden, so stehe uns bei, so stärke und erlöse uns von allem Bösen, damit wir nicht zu Schanden werden. Gib uns auch heute unser täglich Brot, so viel wir zu unserer Nahrung und Kleidung bedürfen. Wir verlangen nicht Ueberfluß, sondern was wir zu unserer Erhaltung nöthig haben. Wir bitten dich nur um ein gottseliges, demüthiges, dankbares und vergnügtes Herz, daß wir täglich unsere Abhängigfeit von dir erkennen, täglich unser Vertrauen auf dich setzen, und uns arbeitsam und tren in unserem Berufe beweisen. Vor allen Dingen aber bitten wir dich, ach Gott! vergib uns unsre Schüld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Erlaß uns alle unsere Schulden, die wir so sehr gehäuft haben, und versichere uns der Vergebung unserer Sünden in dem Blute Christi. Wirke du selbst in uns eine göttliche Traurigkeit, Neue und Leid über unsere Sünden, daß wir ste haffen und verabscheuen. Gib uns auch ein versöhnliches Herz gegen die, Vor dem Genusse des err, Herr, Gott, barmherzig, gnädig, geduldig, von großer Güte und Trene, der du Gnade beweiseft, und vergibst Missethat, Uebertretung und Slinde, dich bete ich als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Bater unsers Herrn Jesu Chrifti, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes, demüthigst an. Dir banke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als väterlichen Liebe gegeben hast. Du haft ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt Denn dein ist das Reich, du bist König und Herr über die ganze Welt; alles steht unter deiner Regierung, und muß dir unterthan sein. Dein ist die Kraft, du bist allein mächtig, und fannst unendlich mehr thun, als wir bitten und verstehen. Dein ist die Herrlichkeit in Ewigkeit. Ewig gebühret dir Ehre, Ruhm und Preis, und wir wollen dich ewig preisen und verherrlichen. Amen. Ja, das ist unser sehnlicher Wunsch und Begierde. Erhöre unser Gebet, das uns dein lieber Sohn selbst gelehret hat. Wir bitten dich in seinem Namen, und haben das Vertrauen, daß du unser Gebet gewiß erhören werdest, Amen. heiligen Abendmahls. gesandt, auf daß alle, bie an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unserer waha ren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwürdigen hast du zur Ers tenntniß dieses großen Heils gebracht. Auch mir bietest du auf die billigsten Bedingungen Vergebung der Sünde, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen in dem heiligen Abendmahle die feierlichsten 316 Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. Zeichen und wenn ich, mit wahrer Bußfertigkeit, Heiland der Welt, Herr Jesu Chrift, du hast ein Gedächtniß der Wunder mit lebendigem Glauben, und mit dem deiner Liebe gestiftet. Nur wenige aufrichtigen Vorsatze, ein heiliges Leben Stunden vor deinem Leiden setztest du zu führen, zu dir nahe. Gott, wie das heilige Abendmahl zum Troste deiwollte ich entfliehen, und dem Verderben ner Verehrer und zur Stärkung ihres entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit Glaubens ein, und du läsfest mich auch nicht achtete, und durch diese Beweise noch jetzt einladen, diesen feierlichen deiner Güte mich nicht zur Buße und Gebrauch gemeinschaftlich mit deinen Dankbarkeit leiten ließe? Nein ferne Nachfolgern zu begehen. Wie glücklich sei es von mir, mich eines solchen Ver- bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen brechens schuldig zu machen! Ich em- und vollkommenen Mittler zwischen Gott pfinde den Werth deiner Gnade. Ich und den Menschen, daß ich deine Lehre bewundere die Größe deiner Barmherzig- und dein Heil kenne, daß ich dich meinen teit und Menschenliebe. Ich wünsche Herrn und Gott nennen, mich deiner fehnlich, an den Früchten der Erlösung, seligen Gemeinschaft rühmen, und mich die durch Christum geschehen ist, Theil zu deinen Erlöseten und Freunden zählen zu haben, und durch ihn gerecht und darf! O wie viel habe ich dir, meinem felig zu werden. Ich bin willig und Heilande, zu danken! Wie unwissend, bereit, alle Bedingungen, auf welche wie verderbt, wie troftlos, wie elend du mir diese unschäzzbaren Bortheile würde ich ohne dich und deine Gnade anbietest, zu erfüllen. O Gott, ver- sein? Wie unerträglich würde mir die zeihe mir, daß ich bisher meinen Ver- Last meiner Sünden, wie fürchterlich pflichtungen so oft zuwider gehandelt, die Erwartung der damit verdienten daß ich mich nicht dankbarer und ge- Strafen, wie erschrecklich der Anblick horsamer gegen dich, meinen unendlichen des Todes und des Grabes sein, wenn Wohlthäter, bewiesen habe. Meine du uns nicht selbst den gnädigen Willen Sünden haben mich von dir entfernet. Gottés bekannt gemacht, wenn du dich Aber siehe, ich komme wieder zu dir, nicht zum Opfer für unsere Sünden Herr, mein Gott. Mein Herz sagt dahin gegeben, und uns durch deinen mir von deinetwegen: ihr sollt mein Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit Antlik suchen. Ich suche es, o Herr! erworben hättest. Ja, alles Licht, das verbirg dasselbe nicht vor mir. Deinem mich erleuchtet, aller Trost, der mich Dienste, o Gott, und dem Gehorsam erquidet, alle Hoffnung, die mich belebet, deiner Gebote sei mein ganzes übriges sind Geschenfe deiner unverdienten Liebe. Leben gewidmet. Ich entfage in deiner Wie theuer soll mir denn nicht dein Gegenwart allen Sünden, und dein Gedächtniß sein! Würde ich nicht der heiliger Wille soll von nun an die undankbarste und niederträchtigste unter einzige Richtschnur meines Verhaltens allen Sterblichen sein, wenn ich dein sein. Ach, schenke mir selber Kraft und vergäße, wenn ich mit Kaltfinnigkeit Stärke, mein Gelübde zu erfüllen. und Gleichgültigkeit an dich gedächte, Laß die Betrachtung deiner unendlichen wenn ich mich weigerte, dir die Ehre Liebe, laß den Genuß der Zeichen und und den Dank zu geben, die bir gebühPfänder derselben, die ich an dem Tische ren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge meines Herrn empfangen werde, laß deiner liebreichen Einladung mit Bedie Hoffnung der zukünftigen Herrlich gierde und Freude. Ich komme, mich teit, die du mir vorbältst, so gesegnete öffentlich für deinen Jünger und VerEindrüicke auf mich machen, daß ich ehrer zu bekennen, und es Jedermann alle Bersuchungen zum Bösen mit neuem zu sagen, daß ich es für mein Glüc Muthe bestreite, alle Pflichten meines und für meinen Ruhm halte, der Deinige Himmlischen Berufs mit neuer Sorg- zu sein. Ich komme als ein mühseliger falt erfülle, und dir bis in den Tod und beladener Sünder, Rube für meine getreu verbleibe. Seele zu uchen, und ergreife mit Nach dem Genusse des heiligen Abendmähls. 317 Bußfertigkeit und Glauben die Gnade, gesegnet sein Erlaube nicht, daß ich die du mir anbieteft, und das große mich blos mit den Lippen dir nahe, Heil, das du gestiftet haft. Ich komme, aber mit dem Herzen ferne von dir sei. dir für dein Leiden und Sterben feierlich Sende mir dein Licht und deinen Geist, zu danken, mich dir zum Eigenthum und laß den Gedanken, daß du Herzen aufzuopfern, und den heiligen Vorsatz und Nieren prüfest, alle Falschheit und zu erneuern, nicht mehr mir selber, Verstellung aus meiner Seele vertreiben. sondern nur dir zu leben, der du für Laß mich die Wunder deiner Barmmich gestorben und auferstanden bist. herzigkeit so bedenken, daß Glaube, Ich komme, meine Gemeinschaft mit Liebe und Hoffnung dadurch in mir allen Gläubigen zu unterhalten, und gestärket, und ich auf das Kräftigste mich aufs neue zu einer aufrichtigen bewogen werde, die Bersprechungen, und brüderlichen Liebe gegen sie zu ver- die ich dir thun werde, mit unverbrüich pflichten. O Herr, laß mein Vorhaben licher Treue zu halten. Amen. Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Lobe was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergibt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, und dich frönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Wohl dem, dem die Uebertretungen obe den Herrn, meine Seele, und nennen. An ihm haben wir einen vollkommenen Seligmacher, der immerbar lebet und für uns bittet. Durch seine Auferstehung von den Todten haben wir die gewisse Hoffnung eines unverwelflichen Erbes, das behalten wird im Himmel. O Gott, womit soll ich dir alle das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deine Gnade rühmen immer und ewiglich. Dir will ich Dank opfern, und mein Gelübde bezahlen vor allem Volke. vergeben sind, dem die Sünde bedecket dem Menschen, dem der Herr die Missethat nicht zurechnet, in dessen Geist kein Falsch ist! Ich sprach: ich will dem Herrn meine Uebertretungen bekennen; da vergabft du mir die Missethat meiner Seele. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist; du haft deines Sohnes nicht verschonet um unsertwillen, du haft ihn für uns in den Tod dahin gegeben: wie? sollteft du uns mit ihm nicht alles schenken? Ja, gelobet sei Gott, und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit dem kostbarsten geistlichen und himmlischen Gütern durch Christum! Sn ihm, dem Geliebten, sind wir dem Höchsten an genehm geworden. In ihm dürfen wir Gott unsern Vater, und uns seine Kinder Großer Erlöſer, meine Seele erhebett dich, den und mein freuet sich in dir, meinem Heilande. Du bist würdig zu nehmen Kraft und Reichthum, Weisheit und Stärke, und Ehre, und Preis und Lob. Denn du bist auch für mich erwürget worden, und hast mich mit deinem Blut erkauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott, und einen freien Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöset, und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Sd will dich ewig lieben, denn du hast mich bis in den Tod geliebet: Du haft deinen Leib für mich gegeben. Du hast dein Blut für mich bergoffen zur Vergebung der 318 Gebet eines Kranken. Sünden. Du bist für mich gestorben. Duheiten, die ich an mir habe, ernstlich haft dich selbst für mich geopfert. Ich will beftritte, wenn ich eben so träge und ganz der Deinige sein. Dir will ich leben. nachlässig im Guten wäre, als ich es Dir will ich sterben. Dir sei mein Leib ehemals gewesen bin! So wirde ich und meine Seele, bir sei mein ganzes mich ja aller Vorrechte und Seligkeiten, Leben heilig: Dich zu kennen, dich zu die ich als ein Christ befize, verlustig lieben, dir zu gehorchen, deinem Beispiele und meine Verdammniß um so viel schwezu folgen, deinen Namen unter den Men- rer machen. Ach Gott! erlaube nicht, schen zu verkündigen, dein Reich hier daß ich so undankbar gegen dich, und auf Erden zu erweitern, und mich zu so feindselig gegen mich selbst handele. deiner näheren Gemeinschaft im Himmel Sei du in meiner Schwachheit mächtig. geschickt zu machen, dies foll meine Befestige meine guten Entschließungen, Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und verleihe mir Gnade, an der Ausund beständiges Geschäfte, meine ganze führung derselben unverzüglich und unSeligkeit sein! Amen. verrückt zu arbeiten. Erhalte du selbst mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schenke mir ein habe ich mich denn feierlich dem neues Maaß deines Geistes und führe Dienste Gottes, meines gnädigen mich durch denselben auf ebene Bahn. Baters und unendlichen Wohlthäters, Gib, daß ich mich von allen Befleckungen gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, des Fleisches und des Geistes reinige, als ein Jünger und Nachfolger meines und meine Heiligung in deiner Furcht hochgelobten Erlösers zu leben, und ihn vollende. Bewahre mich vor Versuchunmit meinem Geiste und mit meinem gen, stärke mich, wenn ich darein gerathe, Leibe zu preisen, die beide sein Eigen- und laß mich das Kleinod, zu welchem thum find. Wie heilig sind diese Ver- du mich durch Christum berufen haft, pflichtungen! Wie undankbar, wie niemals aus den Augen verlieren. So unglücklich würde ich nicht sein, wenn werde ich den guten Kampf kämpfen, ich diese Zusagen vergäße, und diese den Glauben behalten, und meinen Lauf Versprechungen nicht hielte! Welch eine glücklich vollenden. So werde ich derVerantwortung, welch ein Gericht, wenn einst die Krone der Gerechtigkeit aus ich nun noch der Sünde diente, wenn deiner Hand empfangen, und dir Lob ich nicht alle Fehler, alle böse Gewohn- und Ehre bringen, in Ewigkeit, Amen. Gebet eines Kranken. mein Gott, du Quelle des Trostes ich mich. Erhöre mich, mein Gott, und schweige nicht zu meinen Thränen. und der Gnade, ich demüthige mich vor dir, um deinen Beistand in Herr, ich bekenne es, daß ich nichts meinen großen und heftigen Schmerzen anders leide, als was ich verdiene. sehnlich zu suchen. Höchster Richter, Wolltest du mich so strafen, als ich beine Pfeile stecken in mir, und deine wegen meiner Sünden es werth bin, Hand drücket mich. Mein Leib ist so würden alle Wellen deines Bornes schwach, meine Seele voll Leiden. Schon über mir zusammenschlagen, und ich haben mich des Todes und Grabes Bande müßte gleich jenen abtrünnigen Geistern umpfangen. Zu mem kann ich mich wen- zur Verdammniß verstoßen werden, weil ben, der ich so elend und voll Jammer ich ihnen auf dem Wege des Verderbens auf diesem Krankenbette barnieder liege? so unglücklicher Weise nachgefolget bin. Es ist nichts mit allen Geschöpfen. Herr, ich empfinde es, daß ich strafbar Diese können nicht rathen und nicht bin, du aber unendlich gerecht bist. Ich helfen. Nur du allein, mein Gott, habe gesündigt wider dich und vor dir. fannst die Krankheit heilen, welche mir meiner Sünden sind mehr, denn Haare Seufzer auspresset. Bu bir allein wende auf meinem Haupte. Ach, ich Unglüld Gebet eines Kranten. 319 feliger! Ah, daß ich dich zum Zorn führen und zeigen möge, daß ich in der wiber mich gereizet habe! Du bist die Schule deiner Züchtigungen gelernet Liebe selbst. Du hast mit so vieler Gnade habe, wachsamer über alles mein Thun mich überhäuft, und nicht aufgehöret, und Laffen zu sein, und mich von aller mir Gutes zu thun. Wie konnte ich Unreinigkeit der Welt zu entfernen. doch so undankbar sein, daß ich mich Hast du aber beschloffen, den Lauf meines wider dich, meinen großmüthigsten Lebens durch diese Krankheit zu endigen, Wohlthäter, erhob! Wie konnte ich so und mich vor deinen Richterstuhl zu forfrech, so treulos sein, daß ich mich gegen dern, so sebe mein Herz in eine solche meinen Vater und König empörte! Verfassung, darinnen wir, wie allezeit, Gott, ich erschrecke, wenn ich bedenke, also vornehmlich zu der Zeit, uns billig daß es meine Sünden sind, die dich befinden müssen, wenn du uns von hier gegen mich reizen, daß ich mein Leben abrufeft. Reiße mein Herz ganz los von bumit beflecket habe, und durch sie mich der Erbe, und laß meine Sehnsucht nur nun an den Rand des Abgrunds geführet nach den Gütern der Ewigkeit gerichtet sehe, wenn anders deine Barmherzigkeit sein.( Denn was hat die Welt, das mich nicht noch ins Mittel tritt, und den an fie fesseln sollte? Es ist war, die, Arm deiner Gerechtigkeit aufhält. Dan welche mich so starke Bande knüpfen, erbarmungsvoller Gott, höre die Stim- geben mir nahe. Doch auch deinem me des Blutes, welches mein theuerster Sohne lagen die Seinigen bei seinem Erlöser für bußfertige Sünder vergossen herannahenden Abschiede am Herzen. Er hat. Laß es mich lebhaft bereuen, daß liebte sie allezeit, er liebte fte bis ans ich dich beleidiget habe. Gib mir Kraft, Ende. Da er jegt seinen Geist in deine daß ich allen dir mißfälligen Neigungen Hände befehlen wollte, so sorgte er noch widerstehe, und mich gänzlich deinem liebreich für seine Mutter. Soll ich die heiligen Willen unterwerfe. Ja, mein Meinigen verlassen, so verlaffe du fie Gott, ich tüffe die Ruthe, welche mich nicht. Ich werde mich dann nicht, wie schlägt. Ich lege meine Hand auf den bisher, ihrer ferner annehmen. Aber du Mund, und will gar nicht murren. lebest immer und ewiglich. Sei du ferner Ich preise deine Barmherzigkeit mitten ihr Vater, ihr Berather, ihr Beschützer in deinen Züchtigungen. Gib mir Ge- und Helfer. Laß sie bei meinem Hinduld in meiner schweren Krankheit. Laß gange nicht weinen als solche, die feine mich einen sanften Sinn und Freund- Hoffnung haben, sondern dadurch belichkeit gegen alle die, so um mich sonders erweckt werden, so lange fie herum find, beweisen, und alle Sorg- hier noch streiten müssen, sich täglich zu falt, so man an mir beweiset, mit ihrer Veränderung zu bereiten. Bringe Dank erkennen. Laß die Mittel der du mich indessen selbst immer mehr in Genesung, so ich anwende, gesegnet sein, die heilige Fassung, daß du mir ungleich denn ohne deinen Segen arbeitet doch lieber bist, als alles, was ich auf Erden der Arzt vergeblich, und alle Mittel lieb habe.) Versiegele mich auf den find umsonst. Von dir, o Gott, erwarte Tag der Erlösung. Gib neue Stärke ich alles. Mache es mit mir, wie es meinem Glauben, meiner Liebe und deinem heiligen Willen gemäß ist. Nicht Hoffnung, daß ich diese Welt ohne mein, sondern dein Wille geschehe! Ver- Kummer verlassen, und mit Freuden laß mich nur nicht. Unterstüße mich aus derselben gehen möge. durch deine Gnade, an der ich genug habe. Deine Kraft sei mächtig in mir Schwachen! Gefällt es dir, mein Gebet zu erhören, und meine Gesundheit wieder herzustellen; willst du, daß ich noch im Lande der Lebendigen bleiben soll, so gib mir, Herr, daß ich ein neues Leben Nun, mein Gott, ich erwarte in tiefster Demuth deine Befehle. Rebe, Herr, denn dein Knecht höret, und ist bereit, deiner Stimme zu folgen. Erhöre mich, ich rufe zu dir aus der Tiefe, und um Chrifti Jesu, meines Heilandes willen, Amen. 320 Danksagung und Bitte nach der Genesung von einer Krankheit. Großer Gott, höchster Gebieter und nöthige Licht, gib mir Standhaftigkeit über der du und damit ich allein in das Grab, und auch wieder heraus führest, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder und danke dir von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrufest. Ach ja, Herr! schon schien es, daß ich ein Opfer des Todes sein sollte. Ich rief zu dir: ewiger Gott, erlöse mich um beiner großen Barmherzigkeit willen, denn im Tode gedenket man dein nicht, und wer will dir im Grabe danken? Du hast meine Klagen erhöret, und meine Thränen angesehen. Du bist von Mitleiden gegen mich gerühret worden, und haft mir die Gesundheit und das Leben wiedergegeben. D, daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würde genug erheben könnte! Ich erkenne es vor Jedermann, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit, beste Sorgfalt und Bemühung der Menschen ist ohne dich vergeblich. Was habe ich dir nicht, o mein Gott, mitten in meiner Krankheit und in meinen Nengsten versprochen! Und was mußte ich dir nicht versprechen? Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann; ich that das Gelübde, daß ich die bösen Begierden meines Herzens ausrotten wollte, welche dich gegen mich erzürnten; ich versprach dir, bis in den Tod treu zu bleiben. Gib dann doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger Zusagen jemals vergesse, sondern sie vielmehr tief in mein Herz grabe, alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwende, um sie nach aller ihrer Größe zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß meine Seele leben, daß fie dich lobe. Ziehe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in diese Welt treten läffeft, denn diese ist ein ungestümes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Schiffbruch leiden. Du allein fannst mich erretten. Gib mir das angelegentlicher sei. gen widerstehen, und alle Lockungen und Drohungen einer verführerischen Welt großmüthig verachten möge. Sei du mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erhalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist reinige mich! Der Glaube sei mir anstatt des Schildes, und dein Wort anstatt eines zweischneidigen Schwertes, um allen Anläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. O Gott, fo Mancher ist nach erlangter Gesundheit in das Verderben der Welt zurüdgefallen, und hat seine vorige Lebensart wieder angefangen; und ich habe dir auch bei anderen Gelegenheiten jo große Verheißungen gethan, aber sie nicht erfüllet. Es überfällt mich deswegen ein Zittern. Ich bin ganz beschämt. Ich bitte dich, laß mich nicht von Es erschalle neuem untren werden. doch ohne Aufhören die Ermahnung in meine Ohren: Siehe zu, du bist gesund geworden, fündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas Nergeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir jetzt mein Leben und die Gesundheit wieder schenkest, ich doch einstens aus dieser Welt weggehen muß; ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet; ich weiß es, daß diese neuen Tage mich recht lehren sollen, wie bald diese Welt, die ein Schauplatz ist, ihre Gestalt verändere; ich weiß es, baß der Himmel nur unser wahres Baterland ist, und unsere Hers zen und Begierden dahin gerichtet sein müssen, weil da unser Erbtheil aufbewahret lieget. Ach! so laß mich dann dergestalt völlig genesen, daß mein Seele auch von den Wunden heil werde welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundheit der Seele mir noch weit wichtiger und Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. 321 Erbarme dich auch, o mein Gott, fie die Sonne mit Freuden erblicken. aller armen Kranken. Höre ihre Gib einem jeden unter uns, daß wir Bitten, stehe ihnen bei und gewähre weder deine Wohlthaten, noch auch ihnen alles dasjenige, was deine anbe- unsere Versprechungen jemals vergestungswürdige Weisheit für sie am sen. Erhöre mich, Bater im Himmel, ersprießlichsten findet. Unterstütze und ich rufe dich mit innigster Inbrunft um stärke alle, die du mit mir von ihren Jesu Christi, meines liebsten Heilands Krantenlagern ausstehen läffest, daß willen an, Amen. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Allmächtiger, gnädiger und barm- dein liebster Sohn in ſeinem ſchwersten herziger Gott und Bater, du willst, Streite empfunden und ausgestanden daß wir dich in der Noth anrufen, hat. Lindere, verkürze und vermindere und verheißest uns Erhörung, daß die Furcht und die Schmerzen des wir dich preisen; darum erscheinen Todes und gib ihr alles, was sie wir auch jetzt vor deinem heiligen zu ihrer Glückseligkeit vonnöthen hat, Angesichte, und bitten dich für diese und wir für sie bitten und begehren tranke Person, die nicht mehr mit können. Heilige ihren kalten Lodesuns, wohl aber mit dir, dem einigen schweiß durch den blutigen Schweiß, Herzenskündiger, durch das Seufzen welcher von dem Leibe Jesu, deines und Flehen deines und ihres Geistes Sohnes, in seiner großen Anfechreden kann. Ach, gib ihr Gnade, tung und Angst, in seinem Zittern daß sie in dieser Schwachheit ihr und Zagen auf die Erde geflossen Herz zu dir erhebe und seufze: Ach, ist, und erquicke sie mit der Hoffnung Herr Jesu, erbarme dich mein, der ewigen Seligkeit und der fröhkomm doch bald und hilf mir; und lichen Auferstehung ihres Leibes. erhöre alsdann das Flehen ihres Herzens und errette sie. Herr, es ist nunmehr Abend bei ihr worden, und der Tag ibres Lebens hat sich geneigt, bleibe bei ihr, und streite gegen alle ihre Feinde. Ihr Fleisch ist schwach. Ach, stärke in Gnaden ihren Geift. Mache sie willig und freudig zu streiten, und laß deine Kraft in ihrer Schwach beit mächtig sein. Dir, o allerliebster Vater, wollen auch wir ihre Noth vortragen, und bitten dich herzlich und kindlich, siehe sie doch in Gnaden an, stärke sie im Kampf und Streit wider den Tod, ihren letzten Feind, sei nicht ferne von ihr, denn die Angst ist groß. Es ist hier kein Helfer, denn du Oliebster Heiland Jesu! du haft allein: Reinige sie, o Gott, durch verheißen, wenn du werdest erhöhet das Blut deines Sohnes von allen sein, so wollest du uns alle zu dir ihren Sünden, versiegele durch deinen ziehen; nun bist du nicht nur am heiligen Geist in ihrem Herzen die Kreuz erhöhet worden, und hast Gewißheit der Seligkeit. Sprich zu daselbst alle unsere Missethat vers ihrer Seele: Mein Sohn( meine föhnet, sondern du bist auch nach Tochter) sei getrost, dir sind deine deiner Auferstehung über alle Himmel Sünden vergeben. Stärke und er- erhaben worden, damit du vor halte sie in heiliger Vollbringung dem Angesichte deines himmlischen deines Willens, damit sie dir getreu Vaters für uns erscheineft. So ziehe bleibe bis in den Tod. Tröste sie dann diese Schwache durch die träftige in der großen Angst mit der Angst, Wirkung deines Geistes zu dir, daß Traurigkeit und den Schmerzen, die sie dir nachlaufe; ziche ihre Seele 21 322 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. heilige Gedanken, und laß deine heiligen Engel sich um sie her lagern, und ihre Seele in das himmlische Paradies, und in den Schooß ihres Erlösers führen. aus dem bald einfallenden Kerker O heiligster Seligmacher, wirte ihres Leibes, darinnen sie gefangen in ihr bei ihrem Abschiede gute und ist, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zu der Ruhe, aus der Finsterniß in das Licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben fahre. Wenn ihre Augen finster worden sind, so erhalte in ihrem Herzen das Licht des seligmachenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in dir sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hören, so erquicke und tröste fie durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr die Rede entfällt, so sei, Herr Jesu, ihre Fürsprache bei deinem und ihrem Vater, und laß auch deinen Geist für sie mit unaussprechlichem Seufzen bitten. 20150 73511 manis) ni tion du p god od ti s simpre dim STO ile on stivali deng -3500175 f517501 stod den 041 Uns aber, o Herr, gib die Gnade, daß wir uns oft unserer Sterblichfeit erinnern, aller Sünde bei Zeiten absterben, und durch rechtschaffene Bekehrung und wahren lebendigen Glauben uns zu einem seligen Übschied vorbereiten. Nimm dich unser in Gnaden an, wenn die Stunde unseres Todes vorhanden ist, und nimm uns zu dir in die ewige, Freude und Herrlichkeit. Erhöre uns, o lieber Vater, um Jesu Christi willen, in dessen Namen wir dich also ancufen: Unser Vater 2c. Evangelien und Episteln. | gangen, der Tag aber herbei kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Freffen und Saufen, nicht in Kammern und Evangelium am 1. Sonntage des Advents, Matth. 21, v. 1-9. ste nun nahe bei. Jerusalem Delberg, sandte Jesus seiner Jünger ween, und sprach zu ihnen: Gehet bin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; föset fie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, So sprecht: Der Herr bedarf ihrer, so balb wird er sie euch lassen. geschah aber alles, auf daß erfüllet nd nd es werden Zeichen geschehen an Luc. 21, v. 25-33. Das den Proder Sonne und dem Mond, und den Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen, und das Meer, und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfähet zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wiffet, daß das Reich Gottes pheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: fiehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen ber lastbaren Eselin. sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium am 2. Sonntage des Advents, Die Jünger giengen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte: und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn drauf. Aber viel Bolts breitete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volt aber, das vorgieng und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne David! gelobet sei, der ba tömmt in dem Namen des Herrn! Hoftanna in der Höhe! Epistel, Röm. 13, b. 11-14. Qieben wiffen, nämlich die Zeit, daß die dies Geschlecht wird nicht vergehen, Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe, bis daß es alles geschehe. Himmel fintemal unser Heil jept näher ist, denn und Erde werden vergeben, aber ba wire glaubten: tie Nacht ist ver- meine Worte vergehen nicht. 1 2 Am 3. und 4. Sonntage des Advents. Epistel, Röm. 15, b. 4.13. as aber zuvor geschrieben ist, das geprediget, und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingiengen, auf daß wir durch Geduld und Trost von Johanne: Was seid ihr hinausder Schrift Hoffnung haben: Gott gegangen in die Wüsten zu sehen? aber der Geduld und des Troftes gebe Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der euch, daß ihr einerlei gesinnet seid Wind hin und her wehet? Oder was unter einander nach Jesu Christ, auf seid ihr hinaus gegangen zu sehen? daß ihr einmüthiglich mit einem Munde Wolltet ihr einen Menschen in weichen lobet Gott und den Vater unseres Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie end Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Sch sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit Willen Gottes, zu bestätigen die Berheißung den Vätern geschehen, daß die Heiben aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben fiehet: Darum will ich dich loben Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, ber auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor bir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel, 1. Cor. 4, v. 1-5. unter den Heiden, und deinem Namen Dafür halte uns jedermann, nämChristi und fingen. er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk. Haushalter über Gottes Geheimnisse. und abermal: Lobet den Herrn, alle Nun suchet man nicht mehr an den Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Haushaltern, denn daß sie treu erUnd abermal spricht Esaias: Es wird funden werden. Mir aber ists ein fein die Wurzel Jeffe, und der auf- Geringes, daß ich von euch gerichtet erstehen wird zu herrschen über die werde oder von einem menschlichen Heiden, auf den werden die Heiden Tage, auch richte ich mich selbst nicht. hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle Ich bin mir wohl nichts bewust, aber euch mit aller Freude und Friede im darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt der Herr ists aber, der mich richtet. durch die Kraft des Heiligen Geistes. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und ben Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium am 3. Sonntage des Advents, Matth. 11, v. 2-10. a aber Johannes im Gefängniß bie Werte Chrifti hörete, fandte er feiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Evangelium am 4. Sonntage des Abvents, Joh. 1, v. 19-28. bies ist Jesus antwortete und ſprach zu ihnen: Und da be subden fandten von JernGehet hin, und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret: Die Blinden alem Priester und Reviten, daß fie sehen und die Lahmen gehen, die ihn fragten: wer bist du? Und er Aussäpigen werden rein, und die bekannte und leugnete nicht. Und er Tauben hören, die Tobten stehen auf, bekannte: Ich bin nicht Christus. Und und den Armen wird das Evangelium fie fragten ihn: was denn? Bift du Am heiligen Christtage. Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Nazareth, in das jübische Land, zur Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gefandt haben; was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Brebigers in der Wüsten: richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Esaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharifäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, daß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara jenseits des Jordans, da Johannes taufete. Stadt David, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schäßen ließe, mit Maria feinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam bie Beit, daß fie gebären sollte, und fie gebar ihren ersten Sohn, und widelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegenb auf dem Felde bei den Hürden, die büteten des Nachts ihre Heerde. Unb siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Voll widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Chriftus der Herr, in der Stadt David. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewidelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohl gefallen. Epistel, Phil. 4, v. 4-7. Preuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: freuet euch! Eure Lindigkeit laffet kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts: sondern in allen Dingen laffet eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Bernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. er Epistel, Tit. 2, v. 11-14. Den enn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüfte, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser vom Welt, und warten auf die felige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, und unsers Heilandes Jesu Chrifti. Der sid selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigteit, und reinigte ihm selbst ein Boll zum Eigenthum, das fleißig wäre au 1* Evangelium am heil, Christtage, Luc. 2, v. 1-14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ausgieng, daß alle Welt geschäpet würde. Und diese Schabung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann gieng, daß er fich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stabt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt guten Werken. 4 Am 2. heiligen Christtage. Am Neuen Jahrestage. Evangel. am 2. heil. Christtage, Luc. 2, b. 15- 20. 11 nd da die Engel von ihnen gen Şirten unter einander: Laffet uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns ber Herr fund gethan hat. Und sie tamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend. Da sie es aber gefehen batten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es fam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte, und erwägete fie in ihrem Herzen. Und die Hirten fehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, was sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele bringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werUnd es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlecht Afer, die war wohl betaget, und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Sahren, die tam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Faften und Beten Tag und Nacht. Dieselbe trat auch hinzu zu derselbigen Stunde, und preisete den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten, nach dem Gesetze des Herrn, kehrten ste wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Tit. 3, v. 3-8. enn wir waren auch weilanden sind ist, so ist unter ihm und Den unweise, ungehorsam, irrige, aber: So der Erbe bienend den Lüsten und mancherlei einem Knechte kein Unterschied, ob er Wollüften, und wandelten in Bosheit wohl ein Herr ist aller Gütter; sonund Neid, und haffeten uns unter dern er ist unter den Vormündern einander. Da aber erschien die Freund- und Pflegern, bis auf die bestimmte lichkeit und Leutseligkeit Gottes unsers Zeit vom Bater. Also auch wir, da Heilandes, nicht um der Werke willen wir Kinder waren, waren wir gefander Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, gen unter den äußerlichen Satzungen. sondern nach seiner Barmherzigkeit Da aber die Zeit erfüllet ward, fandte machte er uns selig durch das Bad Gott seinen Sohn, geboren von einem der Wiedergeburt und Erneuerung des Weibe und unter das Gesetz gethan, heiligen Geistes, welchen er ausgegoffen auf daß er die, so unter dem Geset hat über uns reichlich durch Jesum waren, erlösete, daß wir die Kind Christum unsern Heiland, auf daß schaft empfiengen. Weil ihr denn wir durch desselbigen Gnade gerecht und Kinder seid, hat Gott gesandt den Erben seien des ewigen Lebens nach Geist seines Sohnes in eure Herzen, der der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. schreiet: Abba, lieber Vater Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sinds aber Kinder, so finds auch Erben Gottes durch Chriftum. Evang. am Sonnt. nach Christtag, Luc. 2, v. 33-40. Epistel, Gal. 4, v. 1-7. Und fein Vater und Mutter wunderten des, von Evang. am Neuen Jahrestage, Luc. 2, v. 21. ward. Und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, Und das sind beschnitten witrbe, ba acht Tage um bieser wird gesetzt zu Auferstehen vieler in Ifrael, und zu ward sein Name genennet Jesus, einem Fall und Am Sonntage nach dem Neuen Jahre, 5 welcher genennet war von dem Engel,| da zweijährig und darunter waren, ehe denn er im Mutterleibe empfan- nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da if gen war. erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: Auf ein gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens: Rahel beweinete ihre Kinder und wollte sich nicht trösten laffen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, stehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, in Egyptenland. Und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und zeuch hin in das Land Israel; fie gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er ftanb auf, und nahin das Kindlein und seine Mutter zu fich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Baters Herodis, fürchitete er sich dahin zu kommen. Und im Traum empfieng er Befehl von Gott, und zog in die Derter des Galiläischen Landes, und kam und wohnete in ber Stadt, die da heißet Nazareth. Auf daß erfüllet würde, das da gesagt ift durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Epistel, Gal. 3, v. 23-29. Che denn kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da follte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christum Jefum. Denn wie viel find euer auf Christum getauft sind, die haben Chriftum angezogen. Hie ist tein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib, denn ihr seid allzumal einer in Christo Jefu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Same, und nach der Verheißung Erben. Evangelium am Sonntage nach dem neuen Jahre, Matth. 2, v. 13-23. a fie aber hinweg gezogen waren, Epistel, 1. Petri 4, v. 12-19. hr Lieben, lasset euch die Hiße, Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, so euch begegnet, nicht befremben und fleuch in Egyptenland, und bleib( die euch widerfähret, daß ihr versuchet allda bis ich dir sage. Denn es ist werdet), als widerführe euch etwas vorhanden, daß Herodes das Kindlein Seltsames: Sondern freuet euch, daß suche, dasselbe umzubringen. Und ihr mit Christo leidet, auf daß ihr er stand auf, und nahm das Kindlein auch zur Zeit der Offenbarung seiner und seine Mutter zu sich bei der Herrlichkeit Freude und Wonne haben Nacht, und entwich in Egyptenland. möget. Selig seid ihr, wenn ihr Und blieb allda bis nach dem Tode geschmähet werdet über den Stamen Herodis. Auf daß erfüllet würde, das Christi, denn der Geist, der ein Geift der Herr durch den Propheten gesagt der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet hat, der da spricht: Aus Egypten auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, habe ich meinen Sohn gerufen. Da bei euch ist er gepreiset. Herodes nun sah, daß er von den aber unter euch leide als ein Mörder Weisen betrogen war, ward er sehr oder Dieb, oder Uebelthäter, ober der zornig, und schickte aus, und ließ in ein fremd Amt greifet. Leidet er alle Kinder zu Bethlehem tödten, aber als ein Christ, so schäme er fich und an ihren ganzen Grenzen, die nicht, er ehre aber Gott in solchem Niemand 6 Am Sennt.der Erschein. Christi. Am 1. Sonnt. n. Epiph. Fall. Denn es ist Zeit, daß anfabe und giengen in das Haus, und fanden bas Gericht an dem Hause Gottes. das Kindlein mit Maria seiner Mutter, So aber zuerst an uns; was wills und stelen nieder, und beteten es an. für ein Ende werden mit denen, die Und thaten ihre Schäße auf, und bem Evangelio Gottes nicht glauben? schenkten ihm Gold, Weihrauch und Und so der Gerechte faum erhalten wird, we will der Gottlose und Sünder erfgelnen? Darum, welche da leiden nad Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als bem treuen Söpfer, in guten Werken. Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Epistel, Jes. 60, b. 1-6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das a Jesus geboren war zu Beth- Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und lehem, im jüdischen Lande, zur Beit des Königs Herobis, siehe, da seine Herrlichkeit erscheint über dir. famen die Weisen vom Morgenlande Und die Heiden werden in deinem Licht gen Jerufalem und sprachen: Wo ist wandeln, und die Könige im Glanz, ber neugeborne König der Juden? der über dir aufgehet. Hebe deine Wir haben seinen Stern gesehen im Augen auf und siehe umher, diese alle Morgenlande, und sind kommen, ihn versammelt kommen zu dir. Deine anzubeten. Da das der König Hero- Söhne werden von ferne kommen, bes hörete, erschrat er, und mit ihm und deine Töchter zur Seiten erzogen bas ganze Jerusalem. Und ließ ver- werden. Dann wirst du deine Luft sammlen alle Hohepriester und Schrift- sehen und ausbrechen, und dein Herz gelehrten unter dem Volf, und er wird sich wundern und ausbreiten, forschte von ihnen, wo Chriftus sollte wenn sich die Menge am Meer zu geboren werden. Und sie sagten ihm: dir bekehret, und die Macht der Heiden 3a Bethlehem im jübischen Lande; zu dir tommt. Denn die Menge der benn also stehet geschrieben durch den Kameele wird dich bedecken, die Läufer Propheten: Und du Bethlehem im aus Median und Epha. Sie werden indischen Lande bist mit nichten die aus Saba alle kommen, Gold und Heinße unter den Fürsten Juda; denn Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verfiindigen. aus bir soll mir kommen der Herzog, ber Hber mein Bolf Israel Herr sey. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und weifete fie gen Bethlehem, und sprach: a Jesus zwölf Jahre alt war, giengen gen bem Kindlein, und wenn ihrs findet, lem, nach Gewohnheit des Festes.. so fagt mirs wieder, daß ich auch komme, Und da die Tage vollendet waren, und es anbete. Als sie nun den König und sie wieder zu Hause giengen, gehöret hatten, zogen fie bin. Und siehe, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, ber Stern, den sie im Morgenlande und seine Eltern wußtens nicht. Sie gesehen hatten, gieng vor ihnen hin, meineten aber, er wäre unter den bis daß er kam, und stand oben über, Gefährten, und tamen eine Tageda das Kindlein war. Da fie den reise und suchten ihn unter den GeStern sahen, wurden sie hoch erfreuet, freundten und Bekannten. Und da Evangel. am Sonnt, der Erscheinung Christi( Epiphaniä), Matth. 2, v. 1-12. Evangel. am 1. Sonntage nach Epiphaniä, Luc. 2, v. 42-52. Am 2. Sonntage nach Epiphaniä. 7 fie ihn nicht fauben, giengen sie wie mancherlei Gaben, nach der Gnade, ber gen Serufalem, und suchten ihn. die uns gegeben ist. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel fiben, mitten unten den Lehrern, daß er ihnen juhörete, und sie fragete; und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich feines Verstandes und seiner Antwort. Und da fie ihn sahen, entsetzten sie und die Mutter Jesu war da; Jesus fich. Und seine Mutter sprach zu ihm: aber und seine Singer wurden auch Mein Sohn, warum hast du uns das auf die Hochzeit geladen. Und da es gethan? Siehe, dein Vater und ich an Wein gebrach, spricht die Mutter haben dich mit Schmerzen gesucht. Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Und er sprach zu ihnen: Was ists, Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe daß ihr mich gesucht habt? Wiffet ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ihr nicht, daß ich sein muß in dem, ist noch nicht kommen. Seine Mutter das meines Vaters ist? Und sie ver-| spricht zu den Dienern: Was er ench ftanden das Wort nicht, das er mit saget, das thut. Es waren aber allda ihnen redete. Und er gieng mit ihnen sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, hinab, und kam gen Nazareth, und nach der Weise der jüdischen Reinigung, war ihnen unterthan. Und seine und giengen je in einen zwei oder Mutter behielt alle diese Worte in drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu Füllet die Wassertrüge mit Waffer. an Weisheit, Alter, und Gnabe bei Und sie fülleten sie bis oben an. Und Gott und den Menschen. er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und sie brachtens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen Epistel, Röm. 12, b. 1-6. hermahne euch, lieben Brüder, Evangel. am 2. Sonntage nach Epiphania, Joh. 2, v. 1-11. Ind am dritten Tage warb eine daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, die das Waffer geschöpfet hatten), rufet das da lebendig, heilig und Gott wohl der Speisemeister den Bräutigam, gefällig sei, welches sei euer ver- und spricht zu ihm: Jedermann gibt niinftiger Gottesdienst. Und stellet zum ersten guten Wein, und wenn euch nicht dieser Welt gleich, sondern fie trunken worden sind, alsdann verändert euch durch Erneuerung eures den geringeren: bu haft den guten Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, Wein bisher behalten. Das ist das welches da sei der gute, der wohlge erste Zeichen, das Jesus that, geschehen fällige, und der vollkommene Gottes- zu Cana in Galiläa, und offenbarete wille. Denn ich sage durch die Gnade, feine Herrlichkeit. Und seine Jünger die mir gegeben ist, jedermann unter glaubten an ihn. euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten: sondern daß er von ihm mäßiglich halte, at fie dem Glauben ähnlich. Hat ein jeglicher, nach dem Gott ausgetheilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher weise, als wir in einem Leibe viel Glieber haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also find wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied. Und haben jemand ein Amt, so warte er bes Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, fo warte er des Ermahnens. Gibt je mand, so gebe er einfältiglich. Regieret iemand, so sei er sorgfältig. Üebt jemand Barmherzigkeit, so thue Epistel, Röm. 12, b. 6-16. so 8 Am 3. und 4. Sonntage nach Epiphaniä. ers mit Luft. Die Liebe sey nicht| Knechte: Thue bas, so thut ers. Da Falsch. Haffet das Arge, hanget dem das Jesus hörete, verwunderte er sich, Guten an. Die brüderliche Liebe unter- und sprach zu denen, die ihm nacheinander sei herzlich. Einer komme folgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Glauben habe ich in Israel nicht funden. Seib nicht träge, was ihr thun sollt. Aber ich sage euch: Biel werden kommen Seid brünftig im Geift. Schicket euch vom Morgen und vom Abend, und in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, mit Abraham, Ifaac und Jakob im gebulbig in Trübsal, haltet an am Himmelreich sitzen. Aber die Kinder Gebet. Nehmet euch der Heiligen des Reichs werden ausgestoßen in die Nothburft an. Herberget gerne. Segnet, Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen die euch verfolgen, fegnet und fluchet und Zähnklappen. Und Jesus sprach nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir und weinet mit den Weinenden. Habt geschehe, wie du geglaubet hast. Und einerlei Ginn untereinander: Trachtet sein Knecht ward gesund zu derselbigen nicht nach hohen Dingen, sondern Stunde. haltet euch herunter zu den Niedrigen. Epistel, Nöm. 12, b. 16.21. altet euch nicht selbst für flug. mit Bösem. Besleißet euch der Ehrbarkeit viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Friede. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Naum dem Zorn, denn es stehet Da herab gieng, folgete ihm viel Bolts nach. Und siehe, ein Aussäßiger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, fo du willt, fannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand geschrieben: Die Nache ist mein, ich aus, rührte ihn an und sprach: Ich will vergelten, spricht der Herr. So wills thun; sei gereiniget. Und als- nun deinen Feind hungert, so speise bald ward er von seinem Aussage rein. ihn, dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thuft, so wirst du feurige Und Jesus sprach zu ihm: Siche zu: Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß sag es niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit die Gabe, die Moses befohlen hat zu Gutem. einem Zeugniß über ste. Da aber Jesus eingieng zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn Evangel. am 4. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 8, v. 23-27. und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist sichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gefund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund; denn ich bin ein Mensch, schlief. Und die Jünger traten zu dazu der Obrigkeit unterthan, und ihm, und weckten ihn auf, und habe unter mir Kriegsknechte, und sprachen: Herr, hilf uns, wir verwenn ich sage zu einem: Gehe hin, berben. Da sagte er zu ihnen: Shr so gehet er, und zum andern: komme Kleingläubigen, warum seid ihr jo her, so kommt er. Und zu meinem furchtsam? Und stand auf und befiehe, daserhub sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er Evangel. am 3. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 8, v. 1-13. nd Sefus trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm. Und Am Sonnt. Septuagesimä. 9 Epiftel, Col. 3, v. 12-17. ziehet nun an als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld, und vertraget einer den andern, und vergebet euch untereinander, so jemand Klage hat wider den andern, gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr; über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe, und seid dankbar. Laffet das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Pfalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles was ihr thut, mit Worten, oder mit Werken, das thut Evangel. am 5. Sonntage nach alles in dem Namen des Herrn Jesu und danket Gott und dem Vater durch ihn. Epiphaniä, Am 5. Sonnt. nach Epiphaniä. bräuete den Wind und das Meer, ba ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Epistel, Röm. 13, v. 8-10. eid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet; benn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollt nicht ehebrechen; Du sollt nicht tödten; Du sollt nicht stehlen; Du sollt nicht falsch Zeugniß geben; Dich soll nichts gelisten, und o ein ander Gebot mehr ist, wird in diesem Wort verfasset: Du sollt deinen Nächsten lieben als dich felbft. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. das 1 Matth. 13, b. 24-30. Er legte ihnen ein ander GleichEvangelium am Sonntage Septuagesimä, Matth. 20, v. 1-16. as Himmelreich ist gleich einem Dae Hausvater, der am Morgen melreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acer fäete. Da aber die Leute schliefen, tam sein Feind, und säete Unkraut ausging, Arbeiter zu miethen in zwischen den Waizen, und gieng davon. seinen Weinberg. Und da er mit Da nun das Kraut wuchs, und Frucht den Arbeitern eins ward um einen brachte, da fand sich auch das Unkraut. Groschen zum Tagelohn, fandte er Da traten die Knechte zu dem Haus- fie in seinen Weinberg. Und ging vater, und sprachen: Herr, hast du aus um die dritte Stunde, und fah nicht guten Samen auf deinen Acker andere an dem Markte müssig stehen, gefäet? Woher hat er denn das Un- und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch fraut? Er sprach zu ihnen? Das hat hin in den Weinberg, ich will euch der Feind gethan. Da sprachen die geben, was recht ist; und sie giengen Knechte: Willt du denn, daß wir hin- hin. Abermal ging er aus um die gehen, und es ausjäten? Er sprach: sechste und neunte Stunde, und that Nein, auf daß ihr nicht zugleich den gleich also. Um die eilfte Stunde Waizen mit ausraufet, so ihr das Un- aber ging er aus, und fand andere traut ausjätet. Lasset beides mit ein müssig stehen, und sprach zu ihnen: ander wachsen, bis zu der Erndte, und Was stehet ihr hier den ganzen Tag um die Erndtezeit will ich zu den müssig? Sie sprachen zu ihm: E8 Schnittern sagen: Sammelt zuvor das hat uns niemand gevinget. Er sprach Unkraut, und bindet es in Bündlein, zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den paß man es verbrenne, aber den Waizen Weinberg, und was recht sein wird, ſammelt mir in meine Scheuern. soll euch werden. Da es nun Abend 10 Am Sonntage Sexagesimä. Luc. 8, v. 4-15. ward, sprach der Herr des Weinbergs Meer; und haben alle einerlei geiftau seinem Schaffner: Rufe den Arbei- liche Speise geffen, und haben alle tern, und gib ihnen den Lohn, und einerlei geistlichen Trank getrunken. bebe an, an den Lezten bis zu den Sie trunken aber von dem geistlichen Erften. 1 tamen die um die eilfte Fels, der mitfolgete, welcher Fels Stunde gedinget waren, und empfieng war Christus. Aber an ihrer vielen ein jeglicher seinen Groschen. Da hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn aber die ersten kamen, meineten fie, fie sind niedergeschlagen in der Wüsten. fie würden mehr empfangen, und sie empfiengen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfiengen, murrten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du haft Da fie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden um einen Grofchen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen letzten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? fiehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenig find auserwählet. a nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus zu säen seinen Samen, und indem er fäete, fiel etliches an den Weg und ward vertre ten, und die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufgieng, vervorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen giengen mit auf, und erstictens. Und etliches ftel auf ein gut Land, und es gieng auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber Epistel, 1. Cor. 9, v. 24 bis seine Jünger, und sprachen, was dieses Cap. 10, v. 5. Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch Miffet ihr nicht, daß die, so in ists gegeben zu wissen das Geheimniß den Schranken laufen, die des Reichs Gottes, den andern aber laufen alle, aber einer erlanget das in Gleichnissen, daß fie es nicht sehen, Kleinod? Laufet nun also, daß ihr ob sie es schon sehen, und nicht veres ergreifet. Ein jeglicher aber, der stehen, ob fie es schon hören. Das da kämpfet, enthält sich alles Dinges: ist aber dies Gleichniß: Der Same ist jene also, daß sie eine vergängliche das Wort Gottes. Die aber an dem Krone empfangen, wir aber eine Wege find, das sind, die es hören; unvergängliche. Ich laufe aber also, darnach kömmt der Teufel, und nimmt nicht als aufs Ungewisse: Sch fechte das Wort von ihrem Herzen, auf daß also, nicht als der in die Luft streichet. sie nicht glauben und selig werden. Sondern ich betäube meinen Leib, Die aber auf dem Fels sind die, wenn und zähme ihn, daß ich nicht den fie es hören, nehmen fie das Wort andern predige, und selbst verwerflich mit Freuden an; und die haben nicht werde. Ich will euch aber, lieben Wurzel, eine zeitlang glauben fie, und Brüder, nicht verhalten, daß unsere zu der Zeit der Anfechtung fallen fie Väter find alle unter der alten ab. Das aber unter die Dornen fiel, gewesen, und find alle durchs Meer find die, so es hören, und gehen hin gegangen, und sind alle unter Mosen unter den Sorgen, Reichthum und getauft, mit der Wolke und mit dem Wollust dieses Lebens; und erstiden, Evangelium am Sonntage Seragesimä, Am Sonntage Quinquagesima. 11 und bringen keine Frucht. Das aber| sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich auf dem guten Lande, find, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. nicht lüge. Zu Damasco, der Landpfleger bes Königs Areta verwahrete die Stadt der Damascäer, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelaffen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja enn ihr vertraget gerne die Narbas Rühmen nichts nüße, doch will ren, dieweil ihr flug seid. Shr ich kommen auf die Gesichte und vertraget, so euch jemand zu Knechten Offenbarungen des Herrn. Ich tenne machet, so euch jemand schindet, so euch einen Menschen in Christo, vor vierjemand nimmt, so euch jemand troßet, zehn Jahren( ist er in dem Leibe geso euch jemand in das Angesicht streichet. wesen, so weiß ichs nicht, oder ist er Das sage ich nach der Unehre, als wären außer dem Leibe gewesen, so weiß ich wir schwach worden. Worauf nun je- es auch nicht, Gott weiß es), derselbe mand tühn ist,( ich rede in Thorheit) ward entzückt bis in den dritten Himdarauf bin ich auch fühn. Sie sind mel. Und ich kenne denselbigen MenEbräer, ich auch. Sie find Israe- fchen( ob er in dem Leibe oder außer liten, ich auch. Sie sind Abrahams dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Samen, ich auch. Sie sind Diener Gott weiß es). Er ward entzücket Chrifti;( ich rede thörlich) ich bin wohl in das Paradies, und hörete unausmehr. Sch habe mehr gearbeitet, ich sprechliche Worte, welche kein Mensch Davon will ich mich habe mehr Schläge erlitten, ich bin sagen kann. öfter gefangen, oft in Todesnöthen rühmen, von mir selbst aber will ich gewesen. Bon den Juden habe ich mich nichts rühmen, ohne meiner fünfmal empfangen vierzig Streiche, Schwachheit. Und so ich mich rühmen weniger eins. Ich bin dreimal ce- wollte, thäte ich darum nicht thörlich, ftäupet, einmal gesteiniget, dre I denn ich wollte die Wahrheit sagen. habe ich Schiffbruch erlitten, ag Sch enthalte mich aber des, auf daß und Nacht habe ich zugebracht in der nicht jemand mich höher achte, denn Tiefe( des Meeres). Ich habe oft er an mir fiehet, oder von mir gereiset, ich bin in Fährlichkeit ge- höret. Und auf daß ich mich nicht der wesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den StädJen, in Fährlichkeit in der Wüsten, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern, in Müh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße. Ohne was sich sonst zuträget, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, so will ich mich meiner Schwachhohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe; bafitr ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genilgen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Evangelium am Sonntage Quinquagesimä, Luc. 18, v. 31-43. esus nahm zu sich die Zwölfe, und unsers Herrn Jesu Chrifti, welcher hinauf gen Jerusalem, und es wird Epistel, 2. Cor. 11, v. 19 bis Cap. 12, v. 9. 12 Am 1. Sonntage in der Fasten. alles vollendet werden, das geschrie-| berdig, fie suchet nicht das ihre, fie ben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmähet und verspeiet werden. Und sie werden ihn geisseln und tödten, und am britten Lage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der feines, und die Rede war ihnen verborgen, und wusten nicht, was da gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Sericho fam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin gieng, forschete er, was das wäre? Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth gienge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn David, erbarme dich mein! Die aber vorne an giengen, bebräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn David, erbarme dich mein. Sesus aber stand stille, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willt du, daß ich dir thun soll? Er sprach, Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, folgete ihm nach, und preisete Gott; und alles Volk, das solches sahe, Lobete Gott. läffet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, fie freuet sich aber der Wahrheit. Sie verträget alles, fie glaubet alles, fie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weiffagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war flug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich's stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größete unter ihnen. Evangel. am 1. Sonntage in der Fasten( Invocavit), Matth. 4, v. 1-11. Dº Epistel, 1. Cor. 13, v. 1-13. W enn ich mit Menschen- und mit Und er a ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte Engelzungen redete, und hätte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der der Liebe nicht, so wär ich ein tönend Versucher trat zu ihm und sprach: Erz, oder eine klingende Schelle. Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß Und wenn ich weissagen könnte, und diese Steine Brod werden. wüste alle Geheimnisse und alle Er- antwortete und sprach: Es stehet gefenntniß, und hätte allen Glauben, schrieben, der Mensch lebt nicht vom also, daß ich Berge verseßte, und Brod allein, sondern von einem jeghätte der Liebe nicht, so wäre ich lichen Wort, das durch den Mund nichts. Und wenn ich alle meine Gottes gehe Da führete ihn der Habe den Armen gäbe, und ließe Teufel mit sich in die heilige Stadt, meinen Leib brennen, und hätte der und stellte ihn auf die Zinne des Liebe nicht, so wäre mir nichts nütze. Tempels. Und sprach zu ihm: Bift Die Liebe ist langmüthig und freund- du Gottes Sohn, so laß dich hinab; lich, die Liebe eifert nicht, die Liebe denn es stehet geschrieben: Er wird treibet nicht Muthwillen, sie blähet seinen Engeln über dir Befehl thun, fich nicht, sie stellet fich nicht unge- und si: werden dich auf den Händen Am 2. Sonntage in der Fasten. 13 tragen, auf daß bu beinen Fuß nicht| Evangel. am 2. Sonntage in an einen Stein stößeft. Da sprach Jesus der Faften( Reminiscere), zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollt Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn mit auf Matth. 15, v. 21-28. Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt, und ihre Herrlichkeit. Und sprach zu ihm: dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es ftebet geschrieben: Du sollt anbeten Gott, beinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. Epiftel, 2. Cor. 6, b. 1-10. Wir ermahnen aber euch, als Mitdie Gnade Gottes empfahet, denn er spricht: Sch habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Laffet uns aber niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Tribfalen, in Nöthen, in lengsten, in Schlägen, in Gefängniffen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Faften, in Reuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe; in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Geriichte; als die Verführer, und doch wahrhaftig, als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, und siehe wir leben; als die Gezlich tigten, und doch nicht ertödtet. Als die Traurigen, aber allezeit fröhlich, als die Armen, aber die doch viel reich machen, als die nichts inne haben, und doch alles haben. nd Jeſus gieng aus von dannen, und entwich und Syden. Und siehe ein Cananäisch Weib gieng aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn David, erbarme dich mein; meine Tochter wird vom Teufel über geplaget. Und er antwortete ihr fein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: ich bin nicht gefandt, denn nur zu den verlornen Schaafen von dem Haufe Israel. Sie tam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht nicht vergeblich man Kindern ihr nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja Herr, aber doch effen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: D Weib, dein Glaube ist groß, bir geschehe, wie du willt. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, 1. Theff. 4, v. 1-7. Meiter, lieben Brilder, bitten wir euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wandeln, und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter ench wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftfeuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ift Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigteit, sondern zur Heiligung. Am 3. und 4. Sonntage in der Fasten Evangelium am 3. Senntage| die du gesogen haft. Er aber sprach. in der Fasten( Oculi), Sa selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Unb Luc. 11, s. 14- 28. nd er trieb einen Teufel aus, der war slumm; und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm felbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. If denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel ous burch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, bardh wen treiben fie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kömmt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palaft bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden; wenn aber ein stärkerer über ihn kömmt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm feinen Harnisch, darauf er sich verließ and theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geift von dem Menschen ausfähret, so durchwandert er diirre Evangel. am 4. Sonntage in der Fasten( Lätare), Joh. 6, v. 1-15. und findet ihrer nicht, so ſpricht er: Ich Danach fuhr Sesus weg liber bas will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er fömmt, so findet ers mit Besemen gelehret und geschmüdet. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu fich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen fie da, und wird hernach mit demfelbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volke die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, ber dich getragen hat, und die Brüste, Meer an der in Galiläa, und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber gieng hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Feft. Da hub Jesus seine Augen auf, und ftehet, daß viel Volks zu ihm tömmt, und spricht zu Philippo: Wo taufen wir Brod, daß diese effen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: ZweiEpiftel, Ephef. 5, v. 1-9. o seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Chriftus uns geliebet hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, laffet nicht von euch gefaget werden, wie den Heiligen zustehet: auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer noch Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gößenbiener), Erbe hat an dem Reiche Christi und Gottes. Laffet euch niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser Willen kömmt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ift allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. 15 nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber lieben Brüder, find Isaaks, nach der Verheißung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was sagt die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Am 5. Sonntage in der Fasten. hundert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gersten- Brode, und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Sesus aber sprach: Schaffet, daß fich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten fich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Süngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Deffelbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da fie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet bie übrigen Brocken, daß nichts umlomme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf mit von fünf Gersten- Broden, die überblieben denen, die gespeiset wurden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kom men soll. Da Jesus nun merkte, daß fie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er felbft alleine. Evangel. am 5. Sonntage in der Fasten( Judica), Joh. 8, v. 46-59. elus ſprach zu den Juben: Welcher Epistel, Gal. 4, v. 22-31. enn es ftehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freien, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas, denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabia der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, bas droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es ftehet geschrieben: sei fröhlich bu Unfruchtbare, bie du nicht gebierft, tennet ihn nicht; ich aber tenne ihn. und brich hervor und rufe, die bul Und wo ich würbe sagen, ich tenne unter euch kann mich zeiben? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und haft den Teufel? Jejus anwortete: Ich habe teinen Teufel, sondern ich ehre meinen Bater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: so Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ift gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, ber wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Bater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben? Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ebre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Bater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sey euer Gott und 16 Palmsonntage. Am grünen Donnerstage. fein nicht, so würde ich ein Lügner, so ench Semand etwas wird sagen, so gleich wie ihr seid. Aber ich kenne sprechet: Der Herr bedarf ihrer, sobald ihn, und halte sein Wort. Abraham, wird er fie euch laffen. Das geschah euer Bater, ward froh, daß er meinen aber alles, auf daß erfüllet würde, Lag sehen sollte, und er sah ihn, und das gesagt ist durch den Propheten, der freuete fich. Da sprachen die Juden zu da spricht: Saget der Tochter Zion, thm: Du bist noch nicht funfzig Jahr siehe, dein König kommt zu dir sanft alt, und haft Abraham gesehen? Jesus müthig, und reitet auf einem Efel, sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, und auf einem Füllen der lastbaren ich sage euch: Ehe denn Abraham Eselin. Die Jünger giengen hin, und ward, bin ich. Da hoben sie Steine thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Und brachten die Eselin und das FülJesus verbarg sich, und gieng zum len und legten ihre Kleider drauf, und feßten ihn drauf. Aber viel Volks Tempel hinaus. breitete die Kleider auf den Weg. Die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streueten ſie auf den Weg. Epistel, Hebr. 9, b. 11-15. Christus aber ist kommen, daß er fei ein der Das das und Gilter, durch eine größere und voll- nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna tommenere Hütte, die nicht mit der dem Sohn David! gelobet sei, der Hand gemacht ist, das ist, die nicht da kommt in dem Namen des Herrn! also gebauet ist; auch nicht durch der Hostanna in der Höhe! Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine Denn so ewige Erlösung erfunden. der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Chrifti, der sich selbst ohne allen Wandel, durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den tobten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist juz Erlösung von den Uebertretungen, bie unter dem ersten Testament waren, bie, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Epistel, Phil. 2, v. 5.11. in jeglicher sei gesinnet, wie Jeſus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt ers nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberben als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen Jesu fich beugen sollen alle Knie derer, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erde sind; und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Evangelium am Palmsonntage, Matth. 21, v. 1-9. a fie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, fanbte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Fleden, der vor euch liegt, und bald werbet ihr eine Efelin finden ange bunden und ein Füllen bei ihr; löfet fie auf, und führet fie zu mir. Und Evang. am grünen Donnerstage, Joh. 13, v. 1-15. dem aber der ba Vor seus erkannte, baß ſeine Zeit dieser gekommen war, daß er aus Welt gienge zum Bater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebete er fie bis ans Ende Am heiligen Ostertage. 17 Und nach dem Abenbeffen, da schon für euch gebrochen wirb; solches thut ber Teufel hatte dem Juda Simonis Iscarioth in das Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm ber Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war, und zu Gott gieng; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete fich. Darnach goß er Wasser in ein Beden, hub an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da tam er zu Simon Petro, und derselbige fprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn bie Füße waschen, sondern er ist ganz rein: und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, zu meinem Gedächtniß. Deffelbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch if das neue Testament in meinem Blute; solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brod effet und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Lob verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brod iffet, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prife aber sich selbst, und also effe er von diesem Brod und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig iffet und trinket, der iffet und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt verdammt werden. nahm er ſeine Kleider und ſetzte sich kauften Maria Magdalena, und der war wieder nieder: und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Shr heißt mich Meister und Herr, und saget recht daran: denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollet ihr auch euch unter ein ander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Maria Jacobi, und Salome Specerei, auf daß fie fämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne aufgieng. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie giengen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand fißen, der hatte ein lang weiß ch habe es von dem Herrn empfan- Kleid an, und sie entsetzten fich. Er Epistel, 1. Cor. 11, b. 23-32. Evangel. am heiligen Oftertage, Marc. 16, v. 1-8. Denn der Herr Jesus in der Nacht, nicht: ihr suchet Jesum von Nazareth, da er verrathen warb, nahm er das den Gefreuzigten; er ist auferstanden, Brod, dankete und brach es, und sprach: und ist nicht hie; siehe da die Stätte, Nehmet, effet, das ist mein Leib, der da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, 2 18 Am heiligen Oster- Montage. unb faget es seinen Jüngern und Petro,| Auch haben uns erschreckt etliche Weiber daß er vor euch hingehen wird in Ga- der unsern, die sind frühe bei dem lilia; da werdet ihr ihn sehen, wie Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht er euch gefaget hat. Und sie giengen funden, kommen und sagen, sie haben schnell heraus, und flohen von dem ein Gesicht der Engel gesehen, welche Grabe, denn es war sie Zittern und sagen, er lebe. Und etliche unter uns Entsetzen ankommen, und sagten nie- giengen hin zum Grabe, und fanden mand nichts, denn sie fürchteten sich. es also wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: Othr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, was die Propheten geredet haben. Mußte Epistel, 1. Cor. 5, v. 7-8. eget ben alten Sauerteig aus, auf baß ihr ein neuer Teig seid, gleich wie ihr ungesäuert seid. Denn wir nicht Christus solches leiden, und zu haben auch ein Osterlamm, das ist seiner Herrlichkeit eingehen? Und fieng Christus, für uns geopfert. Daruman von Mose und allen Propheten, und laffet uns Ostern halten, nicht im legte ihnen alle Schrift aus, die von alten Sauerteige, auch nicht im Sauer- ihn gesagt waren. Und sie kamen teige der Bosheit und Schalkheit, son- nahe zum Flecken, da sie bingiengen, dern in dem Süßteige der Lauterkeit und er stellete sich, als wollte er fürder und der Wahrheit. Evangel. am heil. Oster- Montage, Luc. 24, v. 13-35. gehen. Und sie nöthigten ihn und will Abend werden, und der Tag hat sprachen: Bleibe bei uns, denn es sich geneiget. Und er gieng hinein, nd demselben Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feldweges weit, des Name heißet Emmaus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da fie so redeten und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht fannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und seid so traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jefu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brachs, und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und erkenneten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, tehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre, an dem, da er das Brod brach. Epistel, Apoft. Gefch. 10, v. 34-41. etrus aber that seinen Mund auf Wie ihn unsere Hohenpriester und der Wahrheit, daß Gott die Person Obersten überantwortet haben zur Ber- nicht ansiehet; sondern in allerlei dammniß des Tobes, und gekreuziget. Volt, wer ihn fürchtet und recht thut, Wir aber hoffeten, er sollte Ifrael er der ist ihm angenehm. Ihr wisfet lösen. Und über das alles ist heute der wohl von der Predigt, die Gott zu britte Tag, daß solches geschehen ist. den Kindern Israel gesandt hat, und verfündigen lassen den Frieden durch Sefum Christum, welcher ist ein Herr über alles. Die burch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte. Wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umber gezogen ist, und hat wohl gethan, und gefund gemacht alle, die vom Teufel berwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles bes, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben Fie getödtet und an ein Holz gehangen. Denselbigen hat Gott auferwecket am britten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. S Am 1. und 2. Sonntage nach Ostern. Evangel. am 1. Sonntage nach Ostern( Quasimodogeniti), 19 Dieser ists, der da kommt mit Waffer und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Waffer und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geift Wahrheit ist. Denn drei find, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geift, und diese brei sind eins. Und drei find, die da zeugen auf Erden: Der Geift und das Wasser und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer, denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeuget von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zengniß bei ihm. Joh. 20, v. 19-23. Am Abend aber deffelbigen Sabbats, da die Jünger versammlet und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Sesus, und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede fei mit euch! Und als er das sagete, jeigete er seine Hände und seine Seite. Da wurden die Sünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Sesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagete, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind fie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. D Epistel, 1. Joh. 5, v. 4-10. enn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Evang. am 2. Sonnt nach Ostern ( Misericordias Domini), Joh. 10, v. 12-16. bin ein guter Hirte. Ein guter Birte läffet fein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte is, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verläffet bie Schafe und fleucht, und der Wolf erbaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fleucht, denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne bie Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater, und ich laffe mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören. Und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel, 1. Petri 2, v. 21-25. enn dazu seid ihr berufen, fintemal und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welher teine Sünde gethan hat, ist aud tein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da rechi 2* 20 Am 3. und 4. Sonntage nach Ostern. richtet; welcher unsere Sünde selbst ge- wider die Seele streiten, und führet opfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß wir der Sünde abgestorben, auf daß die, so von euch afterreden, ber Gerechtigkeit leben; burch welches als von Ulebelthätern, eure guten Werke Wunden ihr seid heil geworden. Denn sehen und Gott preisen, wenn es nun ihr waret wie die irrenden Schafe; aber an den Tag kommen wird. Seid unterihr seid nun belehret zu dem Hirten than aller menschlichen Ordnung, um und Bischofe eurer Seelen. des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwiffenheit der thörichten Menschen als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet. Gott. Ehret den König. Evangelium am 3. Sonntage nach Ostern( Jubilate), Joh. 16, v. 16-23. 11eber e ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, fo werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Bater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er saget zu uns: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen fie: Was ist das, daß er faget, über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er rebet. Da merkte Jesus, daß fie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: hr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werbet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn fie gebieret, so hat fie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist tommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und ener Herz foll fich freuen, und eure Frende soll Niemand von euch nehmen; und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel, 1. Petri 2, v. 11-17. Lieben Brilder, ich ermahne euch, ale die Fremblinge und Pilgrime: Enthaltet euch von fleischlichen Lüften, welche Evangelium am 4. Sonntage nach Ostern( Cantate), Joh. 16, v. 5-15. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fraget mich: Wo geheft du bin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröfter nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu ench senden. Und wann derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit und um das Gerichte. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Bater gehe, und ihr mich fort nicht sehet. Um das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnets jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, tommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern, was er hören wird, das wird er reben, und was zukiinftig ist, wird er euch vertündigen. Derselbige wird mich vertlären, denn von dem Meinen wird ers Um 5. Sonntage nach Ostern und Christi Himmelfahrt. 21 nehmen, und euch verkündigen. Alles,| nicht, daß dich jemand frage, barutts was der Vater hat, das ist mein; darum glauben wir, daß du von Gott aus habe ich gesagt: Er wirds von dem gegangen bist. Meinen nehmen und euch verkündigen. Epistel, Jac. 1, v. 17.21. Alle gute Gabe, und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von bem Vater des Lichts, bei welchem ist Teine Veränderung noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezenget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erftlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. S Evangel. am 5. Sonntage nach Ostern( Rogate), Joh. 16, v. 23- 30. Epistel, Jac. 1, s. 21-27. eid aber Thäter des Worts, unb nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand is ein Hörer des Wortes und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er davon, und vergiffet von Stund an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in bas vollkommene Gesetz der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, berselbige wird selig sein in feiner That. So aber sich jemand unter euch läffet dünken, er diene Gott, unb hält seine Zunge nicht im Baum, fon bern verführet sein Herz, des Gottes dienst ist eitel. Ein reiner und unbe fledter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Witwen in ihrem Triibsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangel. am Tage der Himmel fahrt Christi, Mahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so Marci 16, v. 14-20. werdet ihr nehmen, daß eure Freude 3offenbarete er sich, und ſchalt ihren ulegt, da die Eilfe zu saßen, vollkommen sei. Solches habe ich zu ench durch Sprichwort geredet, es kommt Unglauben und ihres Herzens Härtig aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch keit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, Sprichwort mit euch reden werde, son- die ihn gesehen hatten, auferstanden. dern euch frei heraus verkündigen von Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in meinem Vater. An demselbigen Tage alle Welt und predigt das Evangelium werdet ihr bitten in meinem Namen: aller Kreatur. Wer da glaubet und und ich sage euch nicht, daß ich den getauft wird, der wird selig werden, Bater für euch bitten will; denn er wer aber nicht glaubet, der wird verselbst, der Vater, hat euch lieb, darum, bammet werden. Die Zeichen aber, die daß ihr mich liebet und glaubet, daß da folgen werden denen, die da glauben, ich von Gott ausgegangen bin. Ich sind die: In meinem Namen werden bin vom Vater ausgegangen und kom- fie Teufel austreiben, mit neuen Zunmen in die Welt: wiederum verlaffe gen reden, Schlangen vertreiben, und ich die Welt und gehe zum Vater. so fie etwas Tödtliches trinken, wirbe Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, ihnen nicht schaden. Auf die Kranken nun redest du frei heraus, und sageft werden sie die Hände legen, so wirbe fein Sprichwort. Nun wissen wir, daß besser mit ihnen werden. Und der Herr, du alle Dinge weißest, und bedarfst nachdem er mit ihnen geredet hatte, 22 Am 6. Sonntage nach Ostern und am heil. Pfingsttage. warb er aufgehoben gen Himmel, und| Evangel. am 6. Sonntage nach fiyet zur rechten Hand Gottes. Sie aber giengen aus und predigten an und der Herr wirtete Ostern( Eraudi), mit ihnen, und bekräftigte das Wort W welchen ich euch senden werde, vom Joh. 15, v. 26, bis Cap. 16, v. 4. aber kommen wird, burch mitfolgende Zeichen. Bater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir geEpistel, Ap. Gesch. 1, v. 1-11. ie erste Rebe habe ich zwar gethan, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Jefus anfieng, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Apofteln ( welche er hatte erwählet), durch den heiligen Geift Befehl gethan hatte. Welden er sich auch nach seinem Leiden lebenbig erzeiget hatte, burch mancherlei Erweisung und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß fie nicht von Jerusalem wichen, sonbern warteten auf die Verheißung des Baters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Waffer getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geift getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusam men kommen waren, fragten ihn und fprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geiftes empfahen, welcher auf euch tommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehens und eine Wolke nahm ihn auf Evangel. am heil. Pfingsttage, Joh. 14, v. 23-31. er der wird mein vor ihren Augen weg. Und als sie ihm Wort halten; und mein Vater nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da Stanben bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser Jefus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. wird ihn lieben, und wir werden zu ihm fommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, Epistel, 1. Pet. 4, v. 8-11. o seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünftige Liebe; benn die Liebe decket auch der Sünde Menge. Seid gastfrei unter einander, ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gaben Gottes. So iemand redet, daß ers rede, als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesum Christ, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Pfingst- Montage. 23 weil ich bei euch gewesen bin. Aber geboren find? Parther und Meder, der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derfelbe wirds euch alles lehren, und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und tomme wieder zu ench. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gefagt habe: Ich gehe zum Bater; denn der Bater ist größer, denn ich. Und nun habe ich euch gefaget, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der First dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber, daß die Welt erkenne, daß ich den Bater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf und laffet uns von hinnen gehen. und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judäa und Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphilia, Egypten und an den Enden der Lybien, bei Cyrenen, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Creter und Nraber, wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Evangel. am Pfingst- Montage, Joh. 3, v. 16-21. enn also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon Epistel, Ap. Gesch. 2, v. 1-13. nd als der Tag der Pfingsten er 1 alle denn an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gerichte, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsterniß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Arges thut, der hafset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werte nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn müthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fiengen an zu predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden, zu Jerusalem wohnend, die waren sie sind in Gott gethan. gottesfürchtige Männer, aus allerlei Bolt, das unter dem Himmel ist. Da Epistel, Ap. Gesch. 10, v. 42-48. nun dieſe Stimme geſchah, kam diend der Herr hat uns geboten zu Menge und wurden vers stürzt: denn es hörte ein jeglicher, daß da sie mit seiner Sprache redeten. entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir dann ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir er ist verordnet von Gott ein Sie Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geift auf 24 Evangelium am 1. Sonnt. nach Trinitatis. alle, die bem Worte zuhöreten. Und die haben, und ihr nehmet unser Zeugniß Gläubigen aus der Beschneidung, die nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich mit Petro tommen waren, entsetzten sich, euch von irdischen Dingen sage, wie daß auch auf die Heiden die Gabe des würdet ihr glauben, wenn ich euch heiligen Geiftes ausgegoffen ward, denn von himmlischen Dingen sagen würde? fie höreten, daß fie mit Zungen redeten, Und Niemand fährt gen Himmel, denn und Gott hoch preiseten. Da antwortete der vom Himmel hernieder gekommen Petrus: Mag auch Semand das Wasser ist, nämlich des Menschen Sohn, der wehren, daß diese nicht getauft werden, im Himmel ist. Und wie Moses in der die den heiligen Geift empfangen haben, Wüste eine Schlange erhöhet hat, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu also muß des Menschen Sohn erhöhet taufen im Namen des Herrn. werden: auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern bas ewige Leben haben. Evangel. am Sonnt. Trinitatis, Joh. 3, v. 1-15. Ce war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nicobemus, ein Oberster unter den Juden, der fam zu Sefu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thuft, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand von neuem geboren werbe, fann er bas Reich Gottes nicht sehen. Luc. 16, v. 19-31. tann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ift? Kann er auch wiederum in Mutter Leib gehen geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geift, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geift. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geift ge boren ist. Nicodemus antwortete und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach zu ihm: Wie mag solches zu- sprach: Bater Abraham, erbarme dich gehen? Jesus antwortete und sprach zu mein, und sende Lazarum, daß er das ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wiffen, und zeugen, das wir gesehen Es war ein reicher Mann, der lleiköstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Ar mer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch tamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und fah Abraham von ferne, und äußerste seines Fingers ins Waffer tauche und fühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gebente Sohn, daß du dein Epiftel, Röm. 11, b. 33-36. welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erkenntniß Gottes? Wie gar unbegreiflich find seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Nathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn, und in ihm find alle Dinge. Shm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. Evangel. am Sonnt. n. Trinitat. Am 2. und 3. Sonntage nach Trinitatis. 25 Gutes empfangen haft in deinem Leben, ander sich zu entschuldigen. Der erste und Lazarus dagegen hat Böses em- sprach zu ihm: Ich habe einen Ader pfangen; nun aber wird er getröstet, gekauft, und muß hinausgehen, und und du wirst gepeinigt. Und über das ihn besehen: ich bitte dich, entschuldige alles ist zwischen uns und euch eine große mich. Und der andere sprach: Ich habe Kluft befestiget, daß die da wollten fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gebe von hinnen hinab fahren zu euch, jetzt bin, sie zu besehen, ich bitte dich, können nicht, und auch nicht von dannen entschuldige mich. Und der dritte sprach: zu uns herüber fahren. Da sprach er: Ich habe ein Weib genommen, barum So bitte ich dich Bater, daß du ihn kann ich nicht kommen. Und der Knecht sendest in meines Vaters Haus. Denn kam und sagte das feinem Herrn wieder. ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen Da ward der Hausherr zornig, und bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen sprach zu seinem Knechte: Gehe aus an diesen Ort der Qual. Abraham bald auf die Straßen und Gaffen der sprach zu ihm: Sie haben Mosen und Stadt, und führe die Armen, und die Propheten; laß sie dieselben hören. Krüippel, und Lahmen und Blinden Er aber sprach: Nein, Bater Abra- herein. Und der Knecht sprach: Herr, ham; sondern wenn einer von den es ist geschehen, was du befohlen haft, Tobten zu ihnen gienge, so würden sie es ist aber noch Raum da. Und der Herr Buße thun. Er aber sprach zu ihm: sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf Hören sie Mosen und die Propheten die Landstraßen, und an die Zäune, und nicht, so werden sie auch nicht glauben, nöthige sie herein zu kommen, auf daß ob Jemand von den Todten auferstüinde. mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen Epistel, 1. Joh. 4, v. 16-11. Gott ist die Liebe, und wer in der find, mein Abendmahl schmecken wird. Liebe bleibet, der bleibet in Gott, Epistel, 1. Joh. 3, v. 13-18. erwundert meine Brü und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Frendigkeit haben am Tage des Gerichts, benn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Laffet uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet. So jemand spricht: ich liebe Gott, und haffet seinen Bruber, der ist ein Lütgner, benn wer seinen Bruder nicht liebet, den er fiehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht fiehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evang. am 2. Sennt. n. Trinit., Luc. 14, v. 16-24. Vever, ob euch die Welt haffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder haffet, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laffet uns nicht lieben " mit Worten, noch mit der Zungen, Es war ein Mensch, der machte ein fondern mit der That, und mit der groß Abendmahl, und lud viele bazn. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls zu sagen den Geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und fie fiengen an alle nach einEvang, am 3. Sonnt. n. Trinit., Luc. 15, v. 1-10. es naheten aber zu ihm allerlei 330. ner und Sünder, daß sie ihn höreten. 26 Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Luc. 6, v. 36-42. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten Evang. am 4. Sonnt. n. Trinit., murreten und sprachen: Dieser nimmt bie Sünder an, und iffet mit ihnen. Er fagte aber zu ihnen dies Gleichniß und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüsten, und hingehe nach dem verlorenen, bis daß ers finde? Und wenn ers funden hat, so leget ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn, and spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf funden, bas verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verliert, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde. Und wenn sie ihn funden hat, rufet fie ihren Freunbinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. arum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ift. Nichtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll gebrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schooß geben; denn eben mit dem Maaß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ift nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balten aus deinem Auge, und bestehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistel, Röm. 8, v. 18-23. enn ich halte es dafür, daß dieser Epistel, 1. Pet. 5, 6-11. So end nun unter die Leiben der gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgen werfet auf ihn, denn er sorget für euch. Seid nüchtern und wachet: denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umber wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge; dem widerstehet fest im Glauben, und wiffet, daß eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlich teit, in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, boulbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselben sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. werth sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sinte mal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängs stet sich noch immerdar. Nicht allein. aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geiftes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach Am 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. 27 ber Rindschaft, und warten auf unseres| ihr den Segen ererbet. Denn wer Leibes Erlösung. leben will, und gute Tage sehen, der schweige feine Zunge, daß sie nichts Böses rebe, und seine Lippen, daß fie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen Evang. am 5. Sonnt. n. Trinit., Luc. 5, v. 1-11. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. Evang. am 6. Sonnt. n. Trinit., Matth. 5, v. 20-26. Ce begab sich aber, da fich das Boll und thue Gutes, er suche Frieden, und zu ihm drang, zu hören das Wort jage ihm nach. Denn die Augen des Gottes, und er stand am See Gene- Herrn sehen auf die Gerechten und seine zareth, und sahe zwei Schiffe am See Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht ftehen, die Fischer aber waren aus- aber des Herrn siehet auf die, so Böses getreten, und wuschen ihre Neße; trat thun. Und wer ist, der euch schaden er in der Schiffe eins, welches Simonis könnte, so ihr dem Guten nachkommet? war, und bat ihn, daß ers ein wenig Und ob ihr auch leidet um der Gerech vom Lande führete. Und er setzte sichtigkeit willen, so seid ihr doch selig. und lehrete das Volf aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe und werfet eure Neße aus, auf daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da fie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und fie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und fülleten beide Schiffe voll, also daß fie sunken. Da das Simon Petrus fah, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ankommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie miteinander gethan hatten, deffelbigen gleichen auch Jacobum und Johannem, die Söhne Zebibäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. Epistel, 1. Pet. 3, v. 8-15. sei denn eure Gerechtigkeit beffer, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der foll des Gerichts schuldig sein. Sch aber fage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Nacha, der ist des Raths schuldig. Wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opfers, und wirft allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerter finnt, mitleidig, brüderlich, barm- wirst nicht von dannen heraus kommen, herzig, freundlich. Bergeltet nicht Böses bis du auch den letzten Heller bezahleft. mit Bösem, oder Scheltwort mit Schelt Epistel, Röm. 6, v. 3-11. wort; sondern dagegen segnet, und Miffet ihr nicht, daß alle, die wir wiffet, daß ihr dazu berufen seid, daß in Jesum Chriftum getauft find, 28 Am 7. und 8. Sonntage nach Trimitatis. bie sind in seinen Tod getauft? So aber, und wurden satt, und huben die find wir nun mit ihm begraben durch übrigen Broden auf, fieben Körbe. bie Taufe in den Tod, auf daß, gleich Und ihrer waren bei viertausend, die wie Christus ift auferweckt von den da gegeffen hatten; und er ließ fie Todten, durch die Herrlichkeit des Ba- von sich. ters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt im gepflanzet werben zu gleichem Tode, erstehung gleich sein. Dieweil wir wiffen, daß unser alter Mensch sammt ihm gefreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer geftorben ist, der ist gerechtfertiget von der Slinde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, bas er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem mal, das er aber lebet, bas lebet er Gott. Also auch ihr, baltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Chrifto Jesu, unserm Herrn. Epiftet, Nöm. 6, v. 19-23. ch muß menschlich davon reden, der Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienste der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtige feit zu der andern: also begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Ge rechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. Evang. am 8. Sonnt n. Trinit. Matth. 7, v. 15-23. Evang. am 7. Sonnt. n. Trinit., Marc. 8, v. 1-9. der Zeit, da vieles Volk da war, 3⁰⁰ und hatten nichts zu efsen, rief Jesus seine Sünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungessen von mir beim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Sünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Witste, daß wir sie fättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte und brach fie, und gab fie feinen Jüngern, daß fie diefelbigen vorlegten; und fie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankete und hieß dieselben auch vortragen. Sie aßen Propheten, die in Schafskleibern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reissende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum fann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum tann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viel zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in Am 9. und 10. Sonntage nach Trinitatis. 29 deinem Namen geweisfaget? Haben wir| Nimm beinen Brief, sebe dich und nicht in deinem Namen Teufel aus- schreibe slugs fünfzig. Darnach sprach getrieben, haben wir nicht in deinem er zu dem Andern: Du aber, wie viel Namen viel Thaten gethan? Dann bist du schuldig? Er sprach: Hundert werde ich ihnen bekennen: Ich habe Malter Weißen. Und er sprach zu ihm: euch noch nie erkannt; weichet alle von Nimm deinen Brief, und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten mir, ihr Uebelthäter. Haushalter, daß er klüglich gethan hatte, denn die Kinder dieser Welt sind klie ger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Epistel, Röm. 8, 6. 12-17. Epiftel, 1. Cor. 10, v. 6-13. find wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch ben Geist des Fleisches Geschäfte töbtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geift Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen Dschehen, daß wir uns nicht gelüften as ist aber uns zum Vorbild getnechtischen Geift empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern lassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet ihr habt einen findlichen Geist empfan- hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gen, durch welchen wir rufen: Abba, gleichwie jener Etliche wurden, als ge lieber Bater! Derselbige Geist gibt schrieben stehet: Das Voll setzte fich Zeugniß unserm Geiste, daß wir Gottes nieder zu essen und zu trinken, und Kinder sind. Sind wir denn Kinder, stand auf zu spielen. Auch laßt uns so find wir auch Erben, nämlich Gottes nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter Erben und Miterben Chrifti, so wir jenen Hurerei trieben, und fielen auf anders mit leiden, auf daß wir auch einen Tag drei und zwanzig tausend. mit zur Herrlichkeit erhoben werden.| Laßt uns auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie fener Etliche murreten und wurden um gebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt tinken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch feine, denn menschliche Bersuchung be treten; aber Gott ist getren, der euch nicht läßt versuchen über euer Bermögen, sondern macht, daß die Bersuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es tönnet ertragen. Evang. am 9. Sonnt. n. Trinit., Luc. 16, v. 1-9. Er sprach aber auch zu seinen Jüngern. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der war vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umbracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten: denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu fich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem Ersten: Wie viel bift du meinemnd als er nahe hinzu kam, faber Herrn : weinete Tonnen Dels. Und er sprach zu ihm: fie, und sprach: Wenn du es wüßtest. Evang. am 10. Sonnt. n. Trinit., Luc. 19, v. 41-48. 80 Am 11: Sonntage nach Trinitatis. so würdest du auch bedenken zu dieser| mancherlei Sprachen; einem Andern beiner Zeit, was zu deinem Frieden die Sprachen auszulegen. Dies aber dienet. Aber nun ift es vor deinen Alles wirkt derselbige einige Geift, und Augen verborgen. Denn es wird die theilet einem Jeglichen seines zu, nachZeit über dich kommen, daß deine Feinde dem er will. werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lasſen, darum, daß du nicht erkennet haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er gieng in den Tempel, und fieng an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften: und sprach zu ihnen: Es Rehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ibu umbrächten; und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volt hieng ihm an und börete ihn. Evang. am 11. Sonnt. n. Trinit., Luc. 18, v. 9-14. er fagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, fondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich Epistel, 1. Cor. 12, b. 1-11. on den Gaben will ging ich euch, lieben Brüder nicht verhalten. Ihr wiffet, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stummen Göten, wie ihr geführt wurdet. Dann thue ich euch fund, daß Niemand Jefum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es find mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Nemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in Allen. In einem Jeglichen erzeigen sich die Saben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Seift zu reden von der Weisheit; dem Undern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demselbigen Geist; einem Andern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu thun; einem Andern Weissagung; einem Andern Geifter zu unterscheiden, einem Andern fertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniebriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1. Cor. 15, v. 1.10. ch erinnere euch aber, lieben BritI verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch vertündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am britten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viele Am 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. 31 leben, etliche aber find entschlafen. Dar- tödtet, und in die Steine ist gebildet, nach ist er gesehen worden von Jacobo, Klarheit hatte, also daß die Kinder darnach von allen Aposteln. Am letzten Israel nicht fonnten ansehen das Annach Allen ist er auch von mir, als gesicht Mofe, um der Klarheit willen einer unzeitigen Geburt, gesehen wor- seines Angesichts, die doch aufhöret: ben. Denn ich bin der Geringste unter wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Apofteln, als der ich nicht werth den Geift giebt, Klarheit haben? Denn bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, so das Amt, das die Berdammniß daß ich die Gemeinde Gottes verfolget prediget, Klarheit hat, vielmehr hat habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, das ich bin, und seine Gnade an mir überschwengliche Klarheit. ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn fie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Und nd er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonderheit: Selig find die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich ſage euch: Biel Propheten und kam er sehen, Evang. am 12. Sonnt. n. Trinit., Marcus 7, v. 31-37. Und da er wieder ausgieng von den Evang. am 13. Sonnt. n. Trinit., Luc. 10, b. 23-37. an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der Rumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volke besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spüßzete und rührete seine Zunge, und sah auf gen Himmel, seufzete, und [ prach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Dhren auf, und das Band seiner Zunge ward los und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maaße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. und habens nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liefeft du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: du haft recht geantwortet. Thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da ant. wortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der gieng von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus, und schlugen ihn und giengen davon, und ließen ihn Epistel, 2. Cor. 3, v. 4-9. Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Es daß wir tichtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist machet lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, gieng er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sahe ihn, gieng er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin, und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, gieng zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Del und Wein, 32 Um 14. Sonntage nach Trinitatis. Luc. 17, v. 11-19. and hob ihn auf sein Thier und führete Evang. am 14. Sonnt. n. Trinit., ihn in die Herberge und pflegete ſein. Des anderen Tages reisete er, und zog heraus zween Groschen, und gab fiend es begab sich, da er reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch bem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege Samariam und Galiläam. Und als sein, und so du was mehr wirft bare er in einen Markt gieng, begegneten thun, will ich dirs bezahlen, wenn ich ihm zehn aussätzige Männer, die stan wiederkomme. Welcher dinkt dich, den von ferne und erhoben ihre Stimme ber unter diesen breien der Nächste sei und sprachen: Jesu, lieber Meister, gewesen dem, der unter die Mörder erbarme dich unser. Und da er ste fah, gefallen war? Er sprach: Der die sprach er zu ihnen: Gehet hin, und Barmherzigkeit an ihm that. Da zeiget euch den Priestern. Und es ge sprach Jesus zu ihm: So gehe hin schah, da sie hingiengen wurden sie und thue desgleichen. rein. Einer aber unter ihnen, da er fab, daß er gefund worden war, fehrete er um und preifete Gott mit lauter Stimme. Und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankete ihm, und das war ein Samariter. Jefus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner funden, der wieder umkehrete, und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Frembling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Epistel, Gal. 5, v. 16-24. Epistel, Gal. 3, s. 15-22. Nieben Brilber, ich will nach mensch. licher Weise reden: verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Berheißung Abrahä und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Samen als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Chriftus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor beRätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Berheißung sollte welches gedurch das Geseß aufhören, geben ift über vierhundert und dreißig Jahr hernach. Denn so das Erbe durch bas Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott hat es aber Abraham durch Verheißung frei geschenket. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Same täme, dem die Verheißung geschehen ist, und ift geftellet von den Engeln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Geset wider Gottes Verheißung? Das sei ferne. Wenn aber ein Geset gegeben wäre, bas da fönnte lebendig machen, so täme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gefeße. Aber die Schrift hat es alles beschloffen unter die Sünde, auf baß die Berheißung täme burch den Glauben an Jesum Chriftum, gegeben benen, die da glauben. sage aber, wandelt im so erdet ihr die Lüfte des Fleisches Fleisch nicht vollbringen. Denn das gelüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselben find wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesete. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Bauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zant, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Freffen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ift Liebe, Freude, Friede, Gebulb, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wiber solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Chriftum angehören, bie treuzigen ihr Fleisch, sammt ben Lüftem und Begierden. 33 Um 15. unb 16. Sonntage nach Trinitatis. Evang. am 15. Sonnt. n. Trinit., einander uns zu entriften und zu haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet Matth. 6, v. 24-34. wirde, so helset ihm wieder zurecht Niemand kann zween Herrn dienen; entweder er mit und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr effen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Sft nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an, sie fäen nicht, sie ernten nicht, sie fammeln nicht in die Scheunen und euer himmlischer Vater ernähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage ench, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht befleibet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also tleibet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir effen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns fleiben? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn ener himmlischer Bater weiß, baß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Lag seine eigene Plage habe. Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Cap. 6, v. 10. o wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geiste wandeln. Laßt uns nicht eitler Ehre gezig sein, unter geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdeft. Einer trage des andern Laft, so wer det ihr das Geseß Chrifti erfüllen. So aber sich jemand läßt dünten, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrilget fich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Wert, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine eigene Laft tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch fäet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geift säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht milde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so laffet uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an den Glaubensgenoffen. Evang. am 16. Sonnt. n. Trinit., fue. 7, v. 11-17. es begab sich darnach, daß er Um mit gieng, und seiner Jünger giengen viel mit ihm, und vieles Bolt. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, stehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und vieles Belf aus der Stadt gieng mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Todte richtete fich auf, und fieng an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es tam fie alle 34 m 17. unb 18. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 3, v. 13-21. Da arum bitte ich, daß ihr nicht milde werdet um meiner Trübsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine eine Furcht an, und priesen Gott und| Sabbattage? Und sie konnten ihm darsprachen: Es ist ein großer Prophet auf nicht wieder Antwort geben. Er unter uns aufgestanden, und Gott hat sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, sein Bolt heimgesucht. Und diese Rede da er merkte, wie sie erwählten, oben von ihm erscholl in das ganze jildische an zu siten, und sprach zu ihnen: Land und in alle umliegende Länder. Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche Ehre sind. Derhalben beuge ich meine diesem! und du mitsfest dann mit Kniee gegen den Vater unsers Herrn Schaam unten an sigen. Sondern, Jesu Christi, der der rechte Bater ist wenn du geladen wirst, so gehe hin, über Alles, was da Kinder heißt im und setze dich unten an, auf daß, Himmel und auf Erden, daß er euch wenn da kommt, der dich geladen hat, Kraft gebe nach dem Reichthum seiner spreche zu dir: Freund, rüce hinauf; Herrlichkeit, start zu werden durch seinen dann wirst du Ehre haben vor benen, Geist an dem inwendigen Menschen, die mit dir zu Tische figen. Denn und Christum zu wohnen durch den wer sich selbst erhöhet, der soll erGlauben in euren Herzen, und durch niedriget werden; und wer sich selbst die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen; auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun fann über Alles, was wir bitten oder verstehen nach der Kraft, die da in uns wirfet: Dem sei Ehre in der Gemembe, die in Chrifto Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigteit! Amen. erniedriget, der soll erhöhet werden. Evang. am 17. Sonnt. n. Trinit. Luc. 14, v. 1-11. Epistel, Ephef. 4, v. 1.6. ( o ermahne nun euch, ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt wie sichs gebührt eurem Beruf, darin ihr berufen feid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Tanfe, ein Gott und Vater( unser) Aller, der da ist über euch Alle, und durch ench Alle, und in eich Allen. nb es begab sich, daß er tam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer Evang. am 18. Sonnt. n. Trinit., er Matth. 22, v. 34-46. auf einen Sabbat, das Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da a aber die Phariſäer hörten, daß war vor ihm, der war waffersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzein Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüth. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das antere aber ist dem gleich: Du Am 19. mb 20. Gonntage nach Trinitatis. 35 follft beinen Nächsten lieben, als dich Arges in euren Herzen? Welches felbft. In diesen zwei Geboten hanget ist leichter zu sagen: Dir sind deine das ganze Geseg und die Propheten. Siinden vergeben, oder zu sagen: Da nun die Pharifäer bei einander Stehe auf, und wandele? Auf daß waren, fragte fie Jesus, und sprach: ihr aber wiffet, daß des Menschen Wie blinkt euch um Christo? Wes Sohn Macht habe auf Erden die Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein denn David im Geift einen errn, Bett auf, und gehe heim. Und er ba er sagt: Der Herr hat gesagt zu stand auf und gieng heim. Da das meinem Herrn: Setze dich zu meiner Boll das sah, verwunderte es sich, und Rechten, bis daß ich lege deine Feinde preisete Gott, der solche Macht den zum Schemel deiner Füße? So nun Menschen gegeben hat. David ihn einen Herrn nennet, wie ift er benn sein Sohn? Und Niemand fonnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel, 1. Cor. 1, v. 4-9. danke meinem Gott allezeit bie euch gegeben ift in Chrifto Jesu, daß ihr seid durch ihn in allen Stücen reich gemacht an aller Lehre und in aller Erfenntniß, wie denn die Predigt von Chrifto in euch träftig worden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jefu Chrifti. Welcher auch euch wird feft behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jefu Chrifti. Denn Gott ist treu, burch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Chrifti, unsers Herrn. Epistel, Ephef. 4, v. 22-28. o leget nun von euch ab, nach Menschen, der durch Liste in Irrthum dem vorigen Wandel den alten sich verderbet. Erneuert euch aber im Geifte eures Gemüths, und ziehet ben neuen Menschen an, der nach Gott rechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab und redet die Wahrheit, ein Seglicher mit seinem Nächften, fintemal wir untereinander Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht, laffet die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dilrftigen. Evang. am 20. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, b. 1.14. Evang. am 19. Sonnt. n. Trinit., nb Jefus antwortete, und rebete Matth. 9, v. 1-8. abermal durch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohn Hocha trat er in bas Schiff und fuhr Stadt. Und siehe, da brachten sie zu aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf ruften, und sie wollten nicht kommen. einem Bette. Da nun Jesus ihren Abermal sandte er andere Knechte aus, Glauben fah, sprach er zu dem Gicht- und sprach: Saget den Gästen, stehe, brüchigen: Sei getroft mein Sohn, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine beine Sünden sind dir vergeben. Und Ochsen und mein Mastvieb ist gefiehe, etliche unter den Schriftgelehrten schlachtet, und alles bereit, tommet zur sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Hochzeit. Aber sie verachteten das und Gott. Da aber Sesus ihre Gebanken giengen hin, einer auf feinen Ader, fah, fprach er: Warmn denket ihr so ber andere zu seiner Handthierung. 36 Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Etliche aber griffen seine Knechte, Galiläa, und gieng hin zu ihm, and Höhneten und töbteten fie. Da das bat ihn, daß er hinab täme, und hülfe der König hörete, warb er zornig, seinem Sohne; denn er war todt frant. und schickte seine Heere aus, und Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr brachte diese Mörder um, und zündete nicht Zeichen und Wunder fehet, fo ihre Stadt an. Da sprach er zu sei- glaubet ihr nicht. Der Königische sprach nen Knechten: Die Hochzeit ist zwar zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn bereitet, aber die Gäste waren es mein Kind stirbt. Sesus spricht zu nicht werth. Darum gehet hin auf ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der die Straßen, und ladet zur Hochzeit, Mensch glaubte dem Wort, das Jefus wen ihr findet. Und die Knechte gien- zu ihm sagte, und gieng hin. Und indem gen aus auf die Straßen, und brach- er hinab gieng, begegneten ihm seine ten zusammen, wen sie fanden, böse Knechte, verkündigten ihm und sprachen: und gute, und die Tische wurden Dein Kind lebet. Da forschte er von alle voll. Da gieng der König hinein, ihnen die Stunde, in welcher es beffer die Gäste zu besehen, und fah allda mit ihm geworden war. Und sie spras einen Menschen, der hatte kein hoch- chen zu ihm: Gestern um die fiebente zeitlich Kleid an, und er sprach zu Stunde verließ ihn das Fieber. Da ihm: Freund, wie bist du herein merkte der Vater, daß es um die Stunde gekommen und haft doch kein hoch- wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt zeitlich Kleid an? Er aber verstum- hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mete. Da sprach der König zu seinen mit seinem ganzen Hause. Das ist nun Dienern: Bindet ihm Hände und Füße das andere Zeichen, das Jesus that, und werfet ihn in die äußerste Finster da er aus Judäa in Galilää kam. niß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige find auserwählet. Epistel, Ephef. 5, v. 15-21. fehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweifen, sondern als die Weisen. Und schidet euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unberständig, sondern verständig, was da jei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlih Wesen folget, sondern werdet voll Geistes. Und redet untereinander von Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen Liedern, finget und spielet bem Herrn in eurem Herzen. Und saget Dant allezeit für alles, Gott und dem Vater in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi. Und seid untereinander unterthan in der Furcht Gottes. Evang. am 21. Sonnt. n. Trinit. Johannes 4, v. 47-54. nb es war ein Königifcher, des Sohn lag trant zu Capernaum. Dieser hörete, baß Jefus kam aus Judäa in Epistel, Ephef. 6, v. 10-17. ulett, meine Brüder, seid start in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die liftigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr, wann das böse Stündlein kommt, Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet mun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krets der Gerechtigkeit; und an Beinen ge= stiefelt, als fertig, zu treiben das Evans gelium des Friedens, damit ihr bereitet feid. Vor allen Dingen aber ergreifet ben Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geiftes, welches ist das Wort Gottes. m 22. unb 28. Sonntage nach Trinitatis. 37 Evang. am 22. Sonnt. n. Trinit.,| angefangen hat das gute Werk, der Matth. 22, v. 15-22. Matth. 18, v. 23-35. wird es auch vollführen, bis an den Tag arum ift das Himmelreich gleich Sefu Chrifti. Wie es denn mir billig ist, einem Könige, der mit seinen daß ich dermaßen von euch Allen halte; Knechten rechnen wollte. Und als er darum, daß ich euch in meinen Herzen anfieng zu rechnen, kam ihm einer vor, habe, in diesem meinen Gefängniß, der war ihm zehn tausend Pfund schul- darinnen ich das Evangelium verantdig. Da er es nun nicht hatte zu bezah worte und bekräftige, ale bie ihr Alle len, hieß der Herr verkaufen ihn und mit mir der Gnade theilhaftig seid. fein Weib und seine Kinder, und alles, Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich was er hatte, und bezahlen. Da fiel der nach euch Allen verlanget von HerzensKnecht nieder, und betete ihn an, und grund in Jesu Christo. Und daselbst um sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr will dir alles bezahlen. Da jammerté reich werde in allerlei Erkenntniß und den Herrn desselbigen knechts, und ließ Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was ihn los, und die Schuld erließ er ihm das Beste sei, auf daß ihr seid lauter auch. Da gieng derselbe Knecht hinaus, und unanstößig, bis auf den Tag Chrifti, und fand einen seiner Mittnechte, der erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, war ihm hundert Groschenschuldig, und die durch Jesum Chriftum geschehen in er griff ihn an, und würgete ihn, und euch, zur Ehre und Lobe Gottes. sprach: Bezahle mir, was du mir schul- Evang. am 23. Sonnt. n. Trinit, dig bist. Da fiel sein Wittnecht nieder, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern gieng hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mittnechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Daforderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlaffen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mittnecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergeket von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Epiftel, Phil. 1, b. 3.11. S a giengen die Pharisäer hin, und hielten einen Rath, wie sie ihn fiengen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, samt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du frageft nach Niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Sftes recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schaltheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ift. Da fie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn, und giengen davon. danke meinem Gott, so oft ich euer 3 peente( welches ich anezett thue olget mir, lieben Brüber, und ſehet in allem meinem Gebet für euch Alle, und thue das Gebet mit Freuden) über enrer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin deffelben in guter Zuversicht, daß, der in euch auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn Viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber fage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Chrifti, 38 m 24. und 25. Sonntage nach Trinitatis. welcher Enbe ist die Berdammniß, Macht in aller Geduld und Langmilthigwelchen der Bauch ihr Gott ist, und teit mit Freuden. Und danksaget dem ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die Bater, der uns tüchtig gemacht hat zu irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber dem Erbtheil der Heiligen im Licht. ist im Himmel, von dannen wir auch Welcher uns errettet hat von der Obrigwarten des Heilands Jesu Christi, des feit der Finsterniß, und hat uns versetzet Herrn, welcher unsern nichtigen Leib in das Reich seines lieben Sohnes, an verklären wird, daß er ähnlich werde welchem wir haben die Erlösung durch seinem verklärten Leibe nach der Wir- sein Blut, nämlich die Vergebung der tung, damit er tann auch alle Dinge Sünden. ihm unterthänig machen. Evang. am 25. Sonnt. n. Trinit., Matth. 24, v. 15-28. Evang. am 24. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, ihr den fam der Obersten einer, und solches mit ihnen redete, fiche, W Grenel der Berwilstung, davon geſagt ist durch den Propheten Daniel, fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber tomm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und daß er stehet an der heiligen Stätte, ( wer das lieset, der merke darauf). Alsdann fliehe auf die Berge, wer im Jüdischen Lande ift. Und wer auf dem Igte ihm nach, und seine Jünger. Dache ist, der steige nicht hernieder, Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre etwas aus seinem Hause zu holen. den Blutgang gehabt, trat von hinten Und wer auf dem Felde ist, der fehre zu ihm, und rührte seines Kleides Saum nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe an. Denn fie sprach bei ihr selbst: Möchte aber den Schwangern und Säugern ich nur sein Kleid anrühren, so würde zu der Zeit. Bittet aber, daß eure ich gesund. Da wandte sich Jesus um, Flucht nicht geschehe im Winter, oder und sah sie, und sprach: Sei getroft am Sabbat. Denn es wird alsdann meine Tochter, dein Glaube hat dir ge- eine große Trübfal sein, als nie geholfen. Und das Weib ward gesund zu wesen ist, von Anfang der Welt bis derselbigen Stunde. Und als er in des her, und als auch nicht werden wird. Obersten Haus kam, und sah die Pfeif- Und wo diese Tage nicht würden verfer und das Getümmel des Volks, sprach türzet, so würde kein Mensch selig: er zu ihnen: Weichet, denn das Mägd- Aber um der Auserwählten willen werlein ist nicht todt, sondern es schläft. den die Lage verkürzet. So alsdann Und sie verlachten ihn. Als aber das jemand zu euch wird sagen: Siehe Boll ausgetrieben war, gieng er hinein, hier ist Christus, oder da, so sollt ihre und ergriff fie bei der Hand; da stand nicht glauben. Denn es werden falsche das Mägblein auf. Und dies Gerücht Christi und falsche Propheten aufstehen, erscholl in dasselbige ganze Land. und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum es die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, so geht nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohne. Wo aber ein Nas ist, da sammeln sich die Abler. Epiftel, Col. 1, v. 9-14. erhalben an, da wirs gehöret haben, hören mir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erfenntniß seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand. Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erfenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Dada a er Am 26. Gonntage nach Trinitatis. 39 Epistel, 1. Theff. 4, v. 13-18. und ihr habt mich besuchet. Ich bin Wi ir wollen euch aber, lieben Brüder, gefangen gewesen, und ihr seid zu nicht verhalten von denen, die mir kommen. Dann werden ihm die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig Gerechten antworten, und sagen: Herr, seid, wie die andern, die keine Hoff wann haben wir dich hungrig genung haben. Denn so wir glauben, sehen, und haben dich gespeiset? Oder daß Jesus gestorben und auferstanden durstig, und haben dich getränket? ist, so wird Gott auch die, so ent- Wann haben wir dich einen Gast schlafen sind durch Jesum, mit ihm gesehen und beherberget? Oder nadi führen. Denn das sagen wir euch, und haben dich bekleidet? Wann haben als ein Wort des Herrn, daß wir, wir dich krank oder gefangen gesehen, die wir leben und überbleiben in der und sind zu dir kommen? und der Zukunft des Herrn, werden denen König wird antworten, und sagen zu nicht vorkommen, die da schlafen. ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was Denn er selbst, der Herr, wird mit ihr gethan habt einem unter diesen einem Feldgeschrei und Stimme des meinen geringsten Brüdern, das habt Erzengels, und mit der Posaunen ihr mir gethan. Dann wird er auch Gottes hernieder kommen, vom Him- sagen zu denen zur Linken: Gehet mel, und die Todten in Christo werden hin von mir, ihr Berfluchten, in das auferstehen zuerst. Darnach wir, die ewige Feuer, das bereitet ist dem wir leben und überbleiben, werden Teufel und seinen Engeln. Ich bin zugleich mit denselbigen hingerücket hungrig gewesen, und ihr habt mich werden in den Wolken, dem Herrn nicht gespeiset. Ich bin durstig geentgegen in der Luft, und werden wesen, und ihr habt mich nicht gealso bei dem Herrn sein allezeit. So tränket. Ich bin ein Gast gewesen tröstet ench nun mit diesen Worten und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt untereinander. mich nicht bekleidet. Ich bin frant Evang. am 26. Sonnt. n. Trinit., und gefangen gewesen, und ihr habt Matth. 25, v. 31-46. mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nacket, oder frant, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten, und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Bein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. We Jenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er siten auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von ben Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Unbeginn der ich bin Epistel, 2. Theff. 1, b. 3-10. Wir sollen Gott danken allezeit um lieben es und ihr habt mich gespeiset. Ich bin billig ist, denn euer Glaube wächset durstig gewesen, und ihr habt mich sehr, und die Liebe eines Jeglichen getränket. Ich bin ein Gast gewesen, unter euch allen nimmt zu gegen und ihr habt mich beherberget. Scheinander; also, daß wir uns euer bin nackt gewesen, und ihr habt mich rühmen unter den Gemeinden Gottes, bekleidet. Ich bin frant gewesen, von eurer Geduld und Glauben in 40 Am 27. Sonntage nach Trinitatis. allen euren Verfolgungen und Tribden Krämern und laufet flir euch selba. falen, die ihr duldet; welches anzeigt, Und da sie hingiengen zu taufen, tant daß Gott recht richten wird, und ihr der Bräutigan, und welche bereit würdig werdet zum Reiche Gottes, waren, giengen mit ihm hinein zur über welchem ihr auch leidet. Nach- Hochzeit, und die Thüre ward verdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die euch Triibsal anlegen, euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wann nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, samt den Engeln seiner Kraft, mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jefit Chrifti. Welche werden Bein leiden, schlossen. Zuletzt tamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet, denn ihr wisfet weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Epistel, 1. Theff. 5, v. 1-11. on Zeiten aber und Stunden lieben Brüder, ist nicht noth euch zu schreiben, denn ihr selbst wiffet gedas ewige Verderben von dem Angesicht des Herrn, und von seiner herrlichen Macht; wann er fommen wiß, daß der Tag des Herrn wird wird, daß er herrlich erscheine mit tommen wie ein Dieb in der Nacht. feinen Heiligen, und wunderbar mit Denn wann sie werden fagen: es ist allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß Friede, es hat keine Gefahr, so wird an euch von demselbigen Tage habt sie das Verderben schnell überfallen, ihr geglaubt. gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. Shr aber, lieben Brüder, seid nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allsein zehn Jungfrauen, die zumal Kinder des Lichts, und Kinder ihre Lampen nahmen, und giengen des Tages; wir sind nicht von der aus, dem Bräutigam entgegen. Aber Nacht, noch von der Finsterniß. So fiinf unter ihnen waren flug, und laßt uns nun nicht schlafen, wie die fünf waren thöricht. Die Thörichten andern, sondern lasset uns machen und nahmen ihre Lampen, aber sie nah- niichtern sein. Denn die da schlafen, men nicht Del mit sich. Die Klugen die schlafen des Nachts, und bie da aber nahmen Del in ihren Gefäßen, trunken sind, die sind des achts trunsamt ihren Lampen. Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: siehe der Bräutigam fommt, gehet aus, ihm entgegen. Da standen diese Sungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den flugen: Gebet uns von eurem Dete, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen, und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; geht aber hin zu benn thut. Da nun der ken. Wir aber, die wir des Tages find, sollen nüichtern sein, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoff nung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besitzen, durch unsecu Herrn Jesum Chriftum, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen Darum ermahnet euch untereinander, und bauet einer den andern, wie ihr Evang. am 27.Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, v. 1-13. Dar ann wird das Himmelreich gleich Inches Centimetres Blue 2 4 4 Cyan 15 6 7 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8