дв 3428 Toes Hor Kett Lasset uns nicht verlassen unsere Versammlungen! Lasset das Wort Christi reichlich unter auch wohnen! Betet ohne Unterlaß! Singet dem Herrn ein neues Lied! Beserzige diese vier Ermahnungen, u. sei fleißig dich zu halten zum Gottesdienst, zur Bibel, zum Gebet un zum heiligen Gesang, so wird der Herr Dich auf allen Deinen Wegen mit seinem Segen begleiten! herzen. Das wünscht. Dein Lehrer un Seelsorgen ron Petersen, Pf. Diesseldorf, am confirmationstage, d. 26. Macrz 1882. Evangelisches Gesang- Bu ch. 20 Herausgegeben nach den Beschlüssen der Synoden von Jülich, Cleve, Berg, und von der Grafschaft Mark. Mit Genehmigung Eines hohen Ministerii der geistlichen Angelegenheiten. Elberfeld. Druck und Verlag von Sam. Lucas. 100 66 3478 Univ.- Bibl. Giessen me Vorwort. Nachdem das Bedürfniß eines gemeinsamen, vollständigen und den gegenwärtigen kirchlichen Verhältnissen angemes senen Gesangbuchs fühlbar geworden war, und sich von vielen Seiten zu erkennen gegeben hatte, so wurden durch die Gesammtsynode der Grafschaft Mark und bald nachher durch die Provinzialsynode von Jülich, Cleve und Berg Commissionen zur Redaction eines zweckmäßigen Gesangbuchs und darnach zur Revision desselben angeordnet, wobei der Grundsat aufgestellt und festgehalten wurde, daß die beliebtesten Lieder der in diesen Landestheilen gebräuchlichen Gesangbücher beibehalten, die Sammlung derselben mit ausgesuchten Kernliedern aus älterer und neuerer Zeit vermehrt, und der ursprüngliche Text der Lieder, soweit es mit Sprachrichtigkeit, Erbaulichkeit und Verschiedenheit der bisher schon im Gebrauch befindlichen Recensionen vereinbar sein würde, möglichst unverändert beibehalten werden sollte. Diese Commissionen beider Synoden haben zuerst abgesondert von einander ihre Arbeit mit Eifer begonnen und fortgesetzt, darnach, da von der Märkischen Gesangbuchs- Commission schon ein Probegesangbuch gedruckt und zur Begutachtung vorgelegt war, sich brüderlich mit einander vereinigt, und unter dem göttlichen Segen und Beistand das vorliegende Werk zu Stande gebracht. Nachdem nun der Entwurf dieses Gesangbuchs durch bie Präsides beider Synoden an die hochwürdigen Consistorien 1* IV zu Coblenz und Münster, und von denselben an das Königliche hochpreisliche Ministerium der geistlichen, Unterrichtsund Medizinal- Angelegenheiten zur Genehmigung eingereicht worden ist, so hat das gedachte hohe Ministerium sich wohlgefällig über die Vereinigung beider Synoden zur Bearbeitung eines gemeinschaftlichen Gesangbuchs geäußert, die verständige Berücksichtigung der noch bestehenden Gesangbücher beifällig anerkannt, und den Druck des vorliegenden Gesangbuchs, so wie die Einführung desselben in den evangelischen Gemeinen, bei welchen sie zur Zufriedenheit derselben bewerkstelliget werden könne, hochgeneigt genehmigt. Der gnadenreiche Gott, der dieses Werk bisher augenscheinlich gefördert hat, bahne dem Gesangbuche den Weg in Kirche und Schule, in Haus und Herz, und segne es zur Erhebung des Gemüths und zur Erweckung frommer Andacht, segne es zu gemeinsamer Gottesverehrung im Geist und in der Wahrheit, und zur Vereinigung im Glauben und in der Liebe, segne es zur Erbauung auf den einigen Grund alles Heiles und zur Ausbreitung des Reiches unseres hochgelobten Heilandes, des Sohnes Gottes, welchem sammt dem Vater und dem heiligen Geiste sei Ehre und Anbetung in alle Ewigkeit! Amen. opane Gladion 2 Inhalts- Anzeige. Erste Abtheilung. Kirchliche Zeiten und kirchliche Handlungen. I. Lieder für kirchliche Zeiten. 1. Sonntagslieder. 2. Adventslieder. 1-21. 22-35. 3. Christfestlieder. 36-56. 4. Neujahrslieder. 57-64. 5. Passionslieder. 65-109. 6. Osterlieder. 110-135. 7. Himmelfahrtslieder. 8. Pfingstlieder. 147-174. 136-146. 9. Buß- und Bettagslieder., 175-191.( S. auch die Lieder von der Buße. 347-356.) 10. Reformationsfestlieder. 192-194.( S. auch die Lieder von der Kirche. 390-400.) II. Lieder für kirchliche Handlungen. 1. Lieder von der heil. Taufe. 195-199. 2. Confirmationslieder. 200-208. 3. Vorbereitung zum heil. Abendmahl. 209-217. 4. Abendmahlslieder. 218-237. 5. Ordination und Einführung eines Predigers. 238-240. 6. Bei Beerdigungen und zum Gedächtniß der Verstorbenen. 241-260. ( Vergleiche Abtheilung III. 12.) Bweite Abtheilung. Gottes Wesen und Vollkommenheiten, Werke und Wohlthaten. I. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 261-283. II. Gottes Werke und Wohlthaten. A. Schöpfung, Erhaltung und Regierung der Welt. 284-298. B. Erlösung des Menschen. 1. Die Sünde und ihre Folgen. 299-306. 2. Die Erlösung im Allgemeinen. 307-316. 3. Der Erlöser. a) Jesu Geburt 2c. bis zu seiner Himmelfahrt.( S. die Lieder in der ersten Abtheilung.) b) Jesu göttliche Würde. 317. c) Jesu Name. 318-320. d) Jesu Wandel. 321-325. e) Jesu prophetisches Amt. 326-329. f) Jesu hohenpriesterliches Amt. 330-332. g) Jesu tönigliches Amt. 333-336. h) Jesu Wiederkunft zum Gerichte. 337-344. VI C. Heiligung durch den heiligen Geist. 1. Lieder von der Ausgießung des heil. Geistes und seinen Wirtungen.( S. in der ersten Abtheilung die Pfingstlieder.) 2. Die Heilsordnung. a) Erweckung und Erleuchtung. 345-346. b) Buße. 347-356.( S. auch die Buß- und Bettagslieder in der ersten Abtheilung.) e) Glaube und Rechtfertigung. 357-377. d) Wiedergeburt, Erneuerung und Heiligung. 378-385. e) Versiegelung und Verherrlichung. 386-389. 3. Die Kirche. 390-400.( S. auch die Reformationsfestlieder in der ersten Abtheilung.) 4. Die Gemeinschaft der Heiligen. 401-402. 5. Das Wort Gottes. 403-408. Dritte Abtheilung. Das christliche Leben. 1. Sorge für die Seele. 409-417. Das Gebet. 418-424. 3. Lob und Dant. 425-437. 4. Liebe zu Gott und Jesu. 438-473. 5. Ehrfurcht und Demuth. 474-478. 6. Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 479-520. 7. Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. 521-531. 8. Nachfolge Jesu. Himmlischer Sinn. Selbstverleugnung. 532-540. 9. Nächstenliebe. 541-545. 10. Geistlicher Kampf und Sieg. 546-558. 11. Würde und Seligkeit der Gläubigen in diesem Leben. 559-565. 12. Tod, Gericht und Ewigkeit. 566-598.( Vergl. auch erste Abth. II. 6.) Vierte Abtheilung. Besondere Zeiten und Verhältnisse. 1. König und Obrigkeit. 599-600. II. Allgemeine Landes- Angelegenheiten. 1. Saat und Ernte. 601-605. 2. Deffentliche Noth im Allgemeinen. 606-611. 3. Krieg und Friede. 612-621. 4. Dürre. Nässe. Theuerung. 622-626. 5. Feuersnoth. 6. Seuchen. 630-631. III. Lieder zunächst für häusliche Erbauung. 627-629. 1. Morgenlieder. 2. Mittagslieder. 3. Abendlieder. 632-643. 644-646. 647-655. 4. Ermunterung zur Gewissenhaftigkeit, zum Lesen der heiligen Schrift, zum Gebet, zur Selbstprüfung. 656-662. 5. Für Jünglinge, Greise, Eheleute, Eltern, Wittwen. 663-670. 6. Für Kranke, Genesende, Sterbende. 671-681. Erste Abtheilung. Kirchliche Zeiten und kirchliche Handlungen. A I. Tieder für kirchliche Beiten. 1. Sonntagslieder. 1. Eigene Melodie. I- lein Gott in der Höh' sei Ehr', Darum, daß nun und nimmermehr Gnade, Scha- de. Und Dank für seine Uns rühren kann ein Ein Wohl- ge- fall'n Gott an uns hat, Nun ist groß || Fried' ohn' Un- ter- laß, All' Fehd' hat nun ein. En de. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich| Gottes, heil'ger Herr und Gott, Nimm an die Bitt' von unsrer Noth, Erbarm' dich unser Aller. Für deine Ehr', wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn' alles Wanken. Ganz unermess'n ist deine Macht, Fort g'schieht, was dein Will' hat bedacht, Wohl uns des feinen Herren! 4. O heil'ger Geist, du höchstes Gut, Du all'rheilsamster Tröster, Vor's Teufels G'walt fortan behüt' Die Jesus Christ erlöste Durch große Mart'r und bittern Tod; Abwend' all' unsern Jamm'r und Noth, Dazu 3. Jesu Christ, Sohn eingebor'n Deines himmlischen Vaters, Versöhner der'r, die war'n verlor'n, wir uns verlassen. Du Stiller unsers Haders, Lamm 2. Eigene Melodie. 8 wol- le Gott uns gnä- dig sein Und seinen Se- gen Sein Ant- lig uns mit hel- lem Schein Erleucht' zum ew'- gen 3 ge= ben; Le= ben, Sonntagslieder. Daß wir er- ken- nen sei- ne Werk' Und was ihm lieb auf Er- den, Und Jesu Chri- sti Heil und Stärk' Be- kannt den Hei- den werde, Und sie zu Gott sich keh ren. 2. So danken dir und loben dich, Herr Gott, die Heiden alle, Und alle Welt, die freue sich, Und sing' mit großem Schalle, Daß du auf Erden Richter bist, Und läß'st die Sünd' nicht walten. Dein Wort die Hut und Weide ist, Die alles Volk erhalten, In rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich Das Volk in guten Thaten; Das Land bring' Frucht und beff're sich, Dein Wort laß wohl gerathen. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne Gott der heil'ge Geist, Dem alle Welt die Ehre thu', vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen. 3. Eigene Melodie. ehovah! Je- hovah! Jehovah, deinem Namen Sei Eh- re, pad gd Macht und Ruhm! A- men, A- men! Bis einst der Tempel die- ser Welt H एव Auf dein Wort in Staub zer= fällt, Soll in un- sern Hal- len Das Heilig, Heilig, Heilig! er- schal- len. Halle- lu- ja, Halle- lu- ja! 4. Eigene Melodie. iebster Je- su, wir sind hier, Dich und dein Wort an- zu- hö- ren. Lente Sinnen und Be- gier Auf die süßen Himmelslehren, Sonntagslieder. 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsterniß umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes denken, thun und dichten Mußt du selbst in uns verrichten. A Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gez0- gen wer- den. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, licht vom Licht aus Gott geboren, Mach' uns allesammt bereit, Deffne Herzen, Mund und Ohren. Unser Bitten, Fley'n und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen. 5. Eigene Melodie. J err Jesu Christ, dich zu uns wend', Den heil'gen Geist du the a zu uns send'; Mit Hülf' und Gnad' er uns re- gier', Und uns den Weg zur Wahrheit führ'. 2. Thu' auf den Mund zum Lobe bein, Bereit' das Herz zur Andacht fein, Den Glauben mehr', stärk' den Verstand, Daß uns dein Nam' werd' wohl bekannt. 3. Bis wir fingen mit Gottes Heer Das: Heilig, heilig ist der 6. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 4 9 Herr! Und schau'n dich dort von Angesicht Jn ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, Dem heil'gen Geist, in Einem Thron, Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit." ch, Herr Gott, gib uns deinen Geist Von oben, der uns Beistand leist' Im Besten und im Leh- ren. Die Sünd' ver- gib, Andacht ver- leih', Das Herz be- rei- te, daß es sei Ge- schickt, dich zu ver- eh- ren. 2. Den Glauben mehr', die Hoff| heben. Gib, daß wir Hörer nicht nung stärk', Laß unsre Seel' bei allein, Vielmehr auch wahre Thäter diesem Werk Zu dir, Gott, sich er- sein, und nach dem Werte leben. 10 of the Sonntagslieder. 7. Mel. Wunderbarer König. ott ist ge- gen- wär- tig! Las set Gott ist in der Mitte! Al= les Und in Ehrfurcht vor ihn tre- ten. Demuthsvoll vor ihm sich beu- ge. P Fallt in De- muth nie- der, Gebt 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Seraphinen Tag und Nacht gebeuget dienen. Heilig, heilig, heilig! Singen Engelchöre: Jhm, dem Herrn, fei Preis und Ehrel Herr, vernimm Unsre Stimm', Wenn auch wir Geringen Unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Die uns Sünd' und Welt bereiten. Wir geloben heilig, Seele, Leib und Leben Dir zum Eigenthum zu geben. Du allein Sollst es sein, Unser Herr und Meister, Vater aller Geister. 4. Majestätisch Wesen, Möchten wir dich preisen, Und im Geist dir Dienst erweisen! Möchten wir wie Engel Immer vor dir stehen, Und dich gegenwärtig sehen! Laß uns dir Für und für, Einzig dir vor Allen Trachten zu gefallen. 2 uns an= be= ten, in uns schweige, Wer ihn nennt, Wer ihn kennt: pdd das Herz ihm wie der. 5. Du durchdringest Alles; Herr, ach zieh' und richte Doch auch mich zu deinem Lichte. Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten, Und der Sonne stille halten: Laß mich so, Still und froh Deine Strahlen fassen, und dich wirken lassen. 6. Mach' uns nur einfältig, Innig, abgeschieden, Sanft und still in deinem Frieden. Mach' uns reines Her zens, Daß wir deine Klarheit Völlig schau'n in Geist und Wahrheit. Laß das Herz Himmelwärts Wie ein Adler schweben, Und in dir nur leben. 7. Komm, in uns zu wohner, Und laß schon auf Erden uns zum Heiz ligthum dir werden. Woll'st, o nahes Wesen, Dich in uns verklären, Alles Nichtige verzehren. Wo wir geh'n, Wo wir steh'n, Laß uns dich erblicken, Ganz zu dir uns schicken. 8. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 오혜 icht vom Licht, er- leuch- te mich Bei dem neuzen Tages- lich= te, Gna- den sonne, zei ge dich Meinem fro- hen Ange- sich- te. Dei- ner Weisheit Himmelsglanz Schmücke mei- nen Sabbath ganz. 2. Brunnquell aller Seligkeit, Laß mir deine Ströme fließen, Mache Sinn und Herz bereit, Ihre Fülle zu genießen; Streu' das Wort mit Segen ein, Laß es reich an Früchten sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, Das auf meinen Lippen lieget, Und erhelle mir die Bahn, Wo kein Jrrthum mich betrüget, Und kein fremdes Feuer brennt, Welches dein Altar nicht kennt. Sonntagslieder. 4. Laß mich heut' und allezeit Heilig, heilig, heilig! singen, Und mich in die Ewigkeit Mit des Geistes 2². D 11 Flügeln schwingen; Selig schmeck' ich dann schon hier, Wie's im Himmel ist bei dir. 5. Dieser Tag sei dir geweiht, Weg mit allen Eitelkeiten! Sch will deiner Herrlichkeit Einen Tempel zubereiten, Nichts sonst wollen, nichts sonst thun, Als in deiner Liebe ruh'n. 6. Du bist mehr als Salomo, Laß mich deine Weisheit hören. Ich will dich vor deinem Thron Mit ge= beugten Knieen ehren, Bis das Licht der Ewigkeit Mich mit vollem Glanz erfreut. 9. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend' e Gett, du höchster Gnadenhort, Verleih', daß uns dein göttlich Wort 。 鞭 Von Ohren so zu Her- zen dring', Daß es auch rei- che Früchte bring'. 3. Verschaffe bei uns, lieber Herr, Daß wir durch deinen Geist noch mehr In Heilserkenntniß nehmen zu, Und endlich bei dir finden Ruh'. 2. Der wahre Glaube ist die Kraft, Die Heil durch Jesum Christum schafft; Die Menschenlieb' ist dessen Frucht, Die man an Christi Jüngern sucht. 10. Mel. Christus, der ist mein Leben. er Herr, in dessen Gü te Sich Erd' und Himmel freu'n, = C Der seg- ne, der be= hü= te Dich, seines Volks Ver= ein! 2. Der Herr, reich ohne Grenzen| er dir Frieden gebe, Wie keine Welt An Gnad' und an Geduld, Laß hell ihn beut! und mild dir glänzen Das Antlig seiner Huld! 4. Gesegnet bleib' im Namen Des dreimal heil'gen Herrn! Sein gan= zes Volk sprech': Amen! Er segnet 3. Der Herr, dein Gott, erhebe Den Blick voll Freundlichkeit, Daß ja so gern. 12 Sonntagslieder. 11. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. ehr und heilig ist die Stätte, Wo die Frommen zu dir fleh'n; Laß, so oft ich sie be- tre- te, Mich, o Herr, dein Antlig seh'n. Ule- ber- all, wo- hin ich seh', Fühl' ich dei- nes Geistes Näh', Doch die Welt und ihr Ge- tüm- mel Trübt mir meinen Blick zum Him- mel. 2. Von dem Irdischen geschieden,| Gottes Hand, Und, zum Mittler hinVon dem Ewigen erfüllt, Find' ich gewandt, Hab' ich, ganz in ihn hier den hohen Frieden, Der des versunken, Gern den Leidenskelch) geGeistes Sehnsucht stillt. An dem trunken. Strom der Erdenlust Darbet doch zuletzt die Brust, Und es wird dem Herzen bange Bei des Lebens wil dem Drange. 3. Hör' ich hier der Andacht Lieder, Dünkt es mir ein Engelchor; Sint' ich bang' und zweifelnd nieder, Hebt der Glaube mich empor. Bruderlieb' erfüllt mein Herz, Es vergißt der Kränkung Schmerz, Seh' zu den geweihten Hallen Ich die Mitanbeter wallen. 4. Heil'ges Wort der ew'gen Wahrheit, Das dem Irrthum uns entreißt! Du erhellst die Nacht zur Klarheit, Du durchstrahlst mit Licht den Geist. Nichts verhehlet sich vor dir, Fehl und Schuld enthüllst du mir. Wo du, heil'ges Wort, erklungen, Hast du Mark und Bein durchdrungen. 5. Weinend und mit bangem Zagen Trat ich oft in's Heiligthum; Doch bald stillte meine Klagen, Herr, dein Evangelium. Ich gab mich in 6. Sint' ich an des Altars Stufen, Ein gebeugter Sünder, hin, Hör' ich heil'ge Stimmen rufen: Sei getrost, dir ist verzieh'n! Dann steh' ich bes gnadigt auf, Förd're fröhlich meinen Lauf, Und das Herz hofft voll Vertrauen, Was es glaubt, dereinst zu schauen. 7. Sieht mein Auge, naß von Thränen, Der Geliebten Stellen leer: Hier stillt sich mein banges Sehnen Bei dem Zuruf: weint nicht mehr! Aus der Welt voll Kampf und Streit Zu des Himmels Herrlichkeit, Zur Gemeine sel'ger Frommen Hat der Herr sie aufgenommen. 8. Theuer bleibst du meiner Seele, Haus des Herrn, so lang' ich bin. Nimmt des Grabes dunkle Höhle Einst den Staub des Pilgers hin, Dann schweb' ich mit Preis und Ruhm In das höh're Heiligthum, Daß ich ewig mich vereine Mit der himmlischen Gemeine. 12. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. Gott, du bist mein Preis und Ruhm, Mein Herz sei Sonntagslieder. ganz dein Ei- genthum! Laß mir den Sabbath hei- lig sein, Laß mich ihn deinem Dien- ste weih'n. 2. Gib, daß ich mein Gemüth be-| sein. Steh' mir mit deiner Gnade wahr', Wenn ich mit deiner Christen- bei, Daß ich des Wortes Thäter sei. schaar Zu deines Hauses Stätte geh', Daß ich mit Ehrfürcht vor dir steh'. 3. Erinn're selber meinen Geist, Daß du mir gegenwärtig sei'st, Damit ich deines Wortes Lehr' Mit Andacht und mit Nutzen hör'. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag Zu meinem Segen feiern mag. Bewahr' mich vor dem Geist der Welt, Die deinen Tag verächtlich hält. 6. Doch laß mich nicht dabei besteh'n, Dich nur am Sabbath zu erhöh'n: 4. Drück alles tief in's Herz hin- Herr, meine ganze Lebenszeit Sei ein, Und laß mich nicht bloß Hörer| deinem Dienst und Ruhm geweiht. 13. Eigene Melodie. 13 Gott, du unser Va- ter bist Durch Jesum Christ, Er- hör' uns doch zu dieser Stund', Deff ne den Mund Gib dei- nen Geist uns all ge- mein, Der uns zur Wahrheit leite. Dein's Dieners, daß er dein Wort rein Und frei- müthig aus- brei- te. bd Dazzu, o Herr, ge- nä- dig- lich Deff- ne uns Herz und Ohren, Daß wir das hö- ren flei= Big- lich Und stets ge- treu be- wah- ren, #d Auf daß wir mö- gen frucht- bar- lich Dein Lob all'zeit ver- klä- ren. 14 W Sonntagslieder. 14. Mel. O Gott, der du ein Heerfürft bist. D E ie reizend schön, Herr Zebaoth, Ist deine Wohnung, o mein Gott! Wie seh- net sich mein Herz, zu ge- hen, Wo du dich haft ge- of- fen- bart, Und bald in deiner Ge- genwart, Jm Vorhof, nah' am Thron zu ste- hen! Dort jauchzet Fleisch und Geist in mir, O Gott des Lebens, auf zu dir. 2. Die Schwalb', der Sperling| nimm's, vernimm's, o Jakob's Gott, find't ein Haus, Sie brüten ihre Erquicke mich auch mit den Deinen, Jungen aus; Du gibst Befriedigung Bis wir vor deinem Throne steh'n, und Leben. Herr Zebaoth, du wirst Und dort anbetend dich erhöh'n. auch mir, Mein Herr, mein Gott, ich traue dir, Bei deinem Altar Freude geben. O selig, wer dort allezeit In deinem Lobe sich erfreut! 3. Wohl, wohl dem Mann, der in der Welt Dich, Herr, für seine Stärke hält, Von Herzen deinen Weg erwählet. Geht hier sein Pfad durch's Thränenthal: Er findet auch in Noth und Qual, Daß Trost und Kraft ihm nimmer fehlet. Von dir herab fließt mild und hell Auf ihn der reiche Segensquell. 5. Du, unser Schild, Gott, schau' uns an, Schau' uns in dem Gesalbten an. Ein Tag in deinem Haus ist besser, Denn tausend ohn' dich nah' zu seh'n. Ja, auf der Schwelle nur zu steh'n An meines Gottes Haus ist größer, Als lang' in stolzer Ruh' der Welt Zu wohnen in der Bösen Zelt. 6. Denn Gott der Herr ist Sonn' und Schild, Er deckt uns, er ist gut und mild, Er wird uns Gnad' und Ehre geben. Nichts mangelt dem, der in der Neth Auf Gott vertraut; er hilft im Tod, Er selber ist der Frommen Leben. Heil dem, der stets in dieser Welt, Herr Zebaoth, an dich sich hält. 4. Wir wallen in der Pilgerschaft, Und gehen fort von Kraft zu Kraft, Vor Gott in Zion zu erscheinen. Hör' mein Gebet, Herr Zebaoth, Ver15. Eigene Melodie. ies ist der Tag zum Se- gen ein ge- wei- het, hn feiert Sonntagslieder. pd gern, wer dei- ner, Gott, sich freu= et. Freu- den vor dich tre= ten, 2. Dich rühmt der Lobgesang der Himmelsheere; Auch unser Tempel schallt von deiner Ehre, Auch unser Dank und unsers Geistes Flehen Soll dich erhöhen. 3. Wie freu' ich mich, die Stätte zu begrüßen, Wo Dürstenden des Lebens Bäche fließen, Und wo dein Heil von der Erlösten Zungen Froh wird besungen! 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden, Mein Geist soll sich auf Gottes Auen weiden. Sein heil' ges Wort, das seine Boten lehren, Das will ich hören. 5. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, Wirst du zerstreuen. den Fül- le, ent- ja- ge. 2 Dich an zu be= ten. 6. Olaß auch heute deinen Geist mich lehren, Vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele Zum Trost dich wähle. 7. Dein Tag fei mir ein Denkmal deiner Güte, Er bring' mir Heil, und lenke mein Gemüthe Auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, Da er gestorben. 8. Dich bet' ich an, du Todesüberwinder, Der du an diesem Tag zum Heil der Sünder, Die fern von Gott im Todesschatten saßen, Dein Grab verlassen. JJ laß auch mich mit 16. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. ei ge dich uns ohne Hülle, Geuß auf uns der Gna= Daß, o Herr, an deinem Ta= ge Unser Herz der Welt fall' ne zu er= lö= 15 Heils der Erde; Gib, daß er mir 9. Dein Sieg'stag ist ein Tag des zum wahren Sabbath werde. Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen Auf ewig, Amen. Komm, Herr, der du starbst, vom Bösen Uns GeMit dem Vater sich ver- ei= ne. sen, Daß die glauben- de Ge- mei= ne 16 Sonntagslieder. 2. O daß unsre Seele würde Frei gen sie die Palmen, Ihr Triumph vom Druck der Erdenbürde, Frei erschallt in Psalmen. Herr, du wollest von Sünde unser Wille, Unser Herz selbst mich weihen Diesem Sabbath voll Sabbathsstille! Daß von fern deiner Treuen. aus deinen Höhen Wir des Lichtes Aufgang sähen, Das uns Alle dann verkläret, Wenn der Sabbath ewig währet. 3. Was ich strahlen seh' am Throne, Ist es nicht der Sieger Krone? Was ich über'm Grab dort höre, Sind's nicht Ueberwinderchöre? Feiernd tras| Wo sie Siegeslieder singen. B 4. Möge dein Verdienst bedecken meiner Seele Schuld und Flecken, Daß ich dort kann mit den Deinen Herrlich und geschmückt erscheinen, Dort, wo du voll Huld und Gnaden Uns zu deinem Mahl geladen, Wo die Streiter nicht mehr ringen, 17. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geübet. e- schwerstes Herz, leg' ab die Sorgen, Es kommt der an ge= neh- me Morgen, ge beug- tes Haupt! hen uns - laubt. Er he be dich, Da Gott zu ruDie Ruhe hat er vorge- schrie- ben, Und selbst den Ru- he- tag ge- weiht. Auf, auf, des Herrn Ge= bot zu üben, Zu seinem Dienst sei gern bereit. 2. Auf! laß die Welt aus deinem Sinne, Dein irdisch Werk muß ferne steh'n. Du sollst zu höherem Gewinne In deines Gottes Tempel geh'n, Ihm zu erfüllen deine Pflichten, Froh zu vermehren seinen Ruhm, In tiefster Demuth zu verrichten Dein geistlich Werk und Priesterthum. 3. So bin ich, Gott, vor dir er schienen, Und fleh' um deines Geistes Kraft. Wie kann ich dir wohl würdig dienen, Wenn er nicht in mir wirkt und schafft? Wie soll ich freudig vor dich treten, Wenn er nicht stillt der Sünden Schmerz? Wie kann ich gläubig zu dir beten, Wenn er nicht stärkt mein blödes Herz? 4. Kann meines Herzens Harfe tlingen, Wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich zu dir empor mich schwingen, Wenn nicht dein Arm mich aufwärts führt? Kann ich ein reines Opfer werden, Wenn nicht dein Feuer auf mich fällt, In mir verzehrt die Lust der Erden, Und mich belebt für jene Welt? 5. Erkauft hat Jesus mich so theuer, zu seinem Tempel mich geweiht. Hier sei dein Herd, hier sei dein Feuer, Die Fülle deiner Herrlichkeit! Vollführe, was du angefangen, Neig' auch zu mir dein Angesicht; Dann ist der Seele aufgegangen Des Sabs baths rechtes Freudenlicht. Und mich zu Sonntagslieder. 18. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. err, es ist der Tag er- schienen, Der mich dein ge- denken heißt, 8 Rich- te du mich selber zu, Daß ich deinen Willen thu'. dem Himmel weist. Sieh', ich komme, dir zu dienen; 2. Halte fern an diesem Morgen Von mir das Geräusch der Welt, Die mir nur zu leicht gefällt. Brich die Macht der eitlen Sorgen, Daß ich heut', von Allem frei, Dir allein ergeben sei. 3. Schmücke mich mit deinen Gas ben, Stärke mich mit deiner Kraft, Die den neuen Menschen schafft. Welche Wonne werd' ich haben, Wenn in heiliger Begier Jch mich freue, Herr, in dir! 4. Gib, daß mich dein Wort durchdringe, Steh' mit deinem Geist mir bei, Daß es in mir kräftig sei. Wenn ich bete, wenn ich finge, Siehe du mich gnädig an, Und laß mich dein Heil empfah'n. 5. Laß mich nicht in Sünde fallen,. Laß mich fest im Glauben steh'n, Voll Vertrauen auf dich seh'n. Lieber Vater, hilf uns en, Daß der Ruhe heil'ger Tag. Uns ein Segen werden mag. 19. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 17 ei uns gesegnet, Tag des Herrn! Zu Got= tes Ihr Lobge= sang tönt spät und früh, Zum HeiligPreise, nah' und fern, Er wacht der Christen Men= ge. thume wal= len fie Im festlichen Gedrän= ge. JJ Fro- her Schallen Hier die Lie- der, wo die Brüder, an zu be- ten, Sind vereint vor Gott ge= tre= ten. 18 Sonntagslieder. 2. Komm, Geist der Andacht und| Gottes Name groß, Sein Wille unser der Ruh', Auch unsern Tempel weihe Wille. Fromme Liebe, Brudertreue bu Zu feierlicher Stille. Mach' unser mög' auf's Neue uns beleben, Jesu Herz vom Irrthum los, Uns werde Vorbild nachzustreben. W 20. Mel. Aus meines Herzens Grunde. ohlauf, Herz und Gemü- the, Der Tag des Herrn bricht an, Gott zei get jei ne Gü- te, Die er an uns ge- than. Weg, weg, was ir- disch heißt! Weich', fleisch- li- ches Begin= nen, Weich', Welt und sündlich Sin= nen, 2. Mein Gott, hilf mir bedenken, Wie heilig dieser Tag; Was sündlich, hilf versenken, Damit ich ruhen mag. Erweckte Lust in mir, Jhn christlich zu begehen, Laß Gnade mir geschehen, Wend' Herz und Sinn zu dir. 3. Mein Gott, hilf mir anheben Der Seelen Ruhetag. Laß mich dir sein ergeben, Wend' ab all' Angst und Plag'. Erfrisch' Herz, Sinn und Muth, Dir heut' fest anzuhangen. Ach stille mein Verlangen, Schenk' mir der Seelen Gut. 11 4. Hilf, daß ich freudig höre Der Kirchen Ton und Klang. Ach Gott, zu mir dich kehre, Führ' du selbst meinen Gang; Führ' mich zur Wohnung hin, Da schön und lieblich Wesen, Da kann und muß genesen Mein Wille, Herz und Sinn. Komm an, du Himmelsgeist! 5. Hilf Gott, daß ich anhöre Mit Andacht deine Lehr', Hilf, daß ich mich bekehre, Und sich mein Glaube mehr'. Laß mich in Hoffnung treu Nach dir allein mich richten, Hilf, daß mein Sinn und Dichten In dir recht heilig sei. 6. Hilf, daß ich meine Liebe Dem Nächsten willig zeig', Im Wohlthun mich so übe, Daß ich sein Herze beug'. Laß mich den Nächsten nicht Ohn' Wohlthun lassen stehen, Laß mir's zu Herzen gehen, Wenn's ihm an Hülf' gebricht. 7. Hilf mir den Tag vollbringen zu deines Namens Ehr'; Mein Beten, Lesen, Singen Zur Seligkeit erhör'. Laß dieses Tages Ruh' Mich führen zu den Tagen, Die ohne Weh' und klagen Der Himmel bringet zu. 21. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. nsern Ausgang segne, Gott, Unsern Eingang gleicher- ma- ßen, Segne unser täglich Brod, Segne un- ser Thun und Las- sen. Seg- ne uns mit sel'gem Sterben, und mach' uns zu Himmelser- ben. N 2. Adventslieder. 22. Mel. Wer nur den lieben Gott. och steht dein Bund, wie Fel- sen ste= hen, Jahr' und Jahr- hun= der te ver ge= hen, Gnade, Gott der Treu'. Huld ist täglich neu. 19 Auch heute noch er= heben wir || Du Gott der Doch dei ne Mit Freu- den unsern Geist zu dir. 2. Kein Feind zerstörte die Al-| zu deinem Sohne, Und fleh'n gebeugt täre, Kein Feind zertrat dein Heis vor deinem Thron: Vergib dem sünligthum. Noch fingen wir zu deiner digen Geschlecht! Vor dir ist keiner Ehre, Noch predigt man von deinem ja gerecht. Ruhm. Durch Tauf' und Abendmahl und Wort Pflanzt sich auch hier die Kirche fort. 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir gethan, an's Licht, um nach den Werken uns zu richten, O Richter, so besteh'n wir nicht. Du trugst uns immer mit Geduld, Wir aber häuften Schuld auf Schuld. 4. Verwirf uns nicht, o Herr, verschone, Und gib uns nicht der Sünder Lohn. Wir schau'n empor seh'n. 5. Olaß es, Vater, uns gelingen, In diesem neuen Kirchenjahr Die Macht der Sünde zu bezwingen, Neich' uns von oben Kräfte dar. Mach' uns durch deinen Geist geschickt, Zu thun, was ewig uns beglückt. 6. Laß ferner hier dein Wort erschallen, Daß es zum Heil den Sünder schreckt, Und Alle, die dir wohlgefallen, 3u freudenreicher Hoffnung weckt. So oft wir hier versammelt fleh'n, Laß, Herr, uns deine Gnade 23. Mel. Heilig ist Gott der Vater. ein Kö- nig kommt, o 3i- on, Er kehret bei dir ein, || Auf, las- set uns ihm Palmen streu'n! 2. Sanft- müthig kommt er 20 K Adventslieder. in sein Reich, Jauchzt ihm, al= le Lan- de, A Ho- ft- an- na in der Höhe! 3. Der Herr ist da, Hal- le- lu= ja! Prei- set sei- nen Na- men! Ho- si an- na, A- men, A= men. 24. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. freu et euch. = Weil du weißt, was uns ge- bricht. ommst du, kommst du, Licht der Heiden? Ja, du kommst, und säumest nicht, du star- fer Trost im Lei- den! Je- su, mei- nes Herzens Thür Steht dir of fen, komm zu mir. = 2. Ja, du bist bereits zugegen, 4. Jesu, rege mein Gemüthe, Jesu, Du Weltheiland, Gottessohn! Meine öffne mir den Mund, Daß ich dich Seel' empfindet schon Deinen gnaden von Herzensgrund Jnnig preise für vollen Segen, Deines Geistes Wun- die Güte, Die du mir, o Seelenderkraft, Welche neue Herzen schafft. gast, Lebenslang erwiesen hast. 3. Able mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin, Schaffe, daß mein Geist und Sinn Sich in deinem Lieben übe; Sonst zu lieben dich, mein Licht, in meinen Kräften nicht. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, Durch Bereuung meiner Schuld, Mich mit dir Gemeinschaft haben. O dann will ich für und für Hosianna singen dir. Steht 25. Mel. Aus meines Herzens Grunde. uf, auf, ihr Reichsgenos- sen, Der König kommt her- an. Empfangt ihn un- ver- dros- sen, Den gro- ßen Wun- dermann. Empfangt ihn nach Gebühr, Laßt uns vor allen Din gen Adventslieder. # Ihm Ho- si- an na sin gen, 2. Auf, ihr betrübten Herzen, Der König ist euch nah'; Hinweg all' Angst und Schmerzen, Der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort Hochtröstlich ist zu nennen, Da wir ihn finden können In Nachtmahl, Tauf' und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, Der König ist nicht fern. Seid fröhlich, ihr Verzagten, Dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Noth Mit reichem Trost euch speisen, Er will euch Hülf' erweisen Und retten von dem Tod. 4. Seid fromm, ihr Unterthanen, Der König ist gerecht, Laßt uns den Weg ihm bahnen, Wir sind ja sein Geschlecht. Fürwahr, er meint es gut, D'rum lasset uns die Plagen, Die er uns schickt, ertragen Mit unerschrocknem Muth. 5. Und wenn gleich Krieg und Flammen Uns Alles rauben hin, Stürzt auch die Welt zusammen: Uns ist es doch Gewinn. Wenn gleich ein früher Tod, Die wir geliebt, genommen: Getrost! sie sind gekommen In's Leben aus der Noth. 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen, Der König sorgt für euch. Sein gnädiges Erbarmen Macht auch die Aermsten reich. Der selbst des Thiers gedacht, Der wird auch euch ernähWas Menschen nur begehren, Das steht in seiner Macht. ren. M 12 Mit hei li- ger Be= gier. 7. Hat endlich uns betroffen Viel Kreuz, läßt er doch nicht Die, welche auf ihn hoffen Mit rechter Zuversicht. Von ihm kommt Alles her, Er lasset auch im Sterben Die Seinen nicht verderben, Kein Kreuz kann sein zu schwer. 8. D'rum auf, ihr Hochbetrübten, Der König kommt mit Macht. An uns, die Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird nicht Angst noch Pein, Noch Tod hinfort uns schaben, Weil Gott nun läßt aus Gnaden Uns seine Kinder sein. 9. Auf, eilt mit schnellem Schritte, Den König selbst zu seh'n. Er steht in eurer Mitte Stark, herrlich, sanft und schön. O tretet All' heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Leid versüßen Und uns erlösen kann. 10. Der König will bedenken, Die er so herzlich liebt, Mit köstlichen Geschenken, Er, der sich selbst uns gibt In seinem Gnadenwort. König, hoch erhoben, Wir Alle wollen loben Dich freudig hier und dort. 11. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, Wirst selbst doch arm und schwach. Du liebest unvergleichlich, Du gehst den Sündern nach. D'rum wollen Alle wir Die Stimmen hoch erschwingen, Das Hosianna singen, Und ewig danken dir. 26. Mel. Bon Gott will ich nicht lassen. 21 it Ernst, o Men- schen- tin- der, Das Herz in euch bestellt. Es kommt das Heil der Sün- der, Der große Wunderheld. Er, den aus Gnad' al= lein, Der Welt zum Licht und Leben, Der Va- ter hat ge- ge= ben, Will bei uns keh= ren ein. 22 Adventslieder. kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den| tig ist, Und folget Gottes Leiten, Das Weg dem großen Gast, Macht seine Steige richtig, Räumt fort, was ihm verhaßt. Die Thäler füllet aus, Erniedriget die Höhen, Und laßt ihm offen stehen Ein jedes Herz und Haus. 3. Ein Herz, das Demuth übet, Bei Gott am höchsten steht; Ein Herz, das Hochmuth liebet, Mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richG & W 4. Ach, mache du mich Armen zu dieser heil'gen Zeit, Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein, Mach' es zu deiner Krippe, So werden Herz und Lippe Dir all'zeit dankbar sein. 27. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. Und der Sünder Trost und Rath 2. Was der alten Väter Schaar Döchster Wunsch und Sehnen war, Was sie haben prophezeit, Ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hülfe, Abrams Lohn, Jakobs Heil und Davids Sohn, Der erhab'ne Wunderheld hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, du mein Theil! Nichte du dir eine Bahn Auch in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, Dir gehört das Herz allein. Mach' es, wie du gerne thust, Rein von aller Sündenlust. U ott sei Dank in al- ler Welt, Der sein Wort be- stän- dig hält, Zu uns her- ge- sen- det hat. 6. Und wie du voll Sanftmuth kamst, Meine Lasten auf dich nahmst: Also sei auch jederzeit Deine Sanft: muth mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, Weil ich schwach und blöde bin, Und des Satans Macht und List Wider mich geschäftig ist. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, Daß ich, aller Aengste frei, Dir in meiner Glaubensbahn Selig bleibe zugethan. 9. Laß mich, wenn du, Lebensfürst, Herrlich wiederkommen wirst, Freudig dir entgegengeh'n, Und gerecht vor dir besteh'n. 28. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. a- rum willst du draußen stehen, Du Ge- jeg- ne- ter des Herrn? Laß dir, zu mir ein zu gehen Wohl- ge- fal- len, du, mein Stern. Du, mein Je su, mei- ne Freud', Hel- fer in der rechten Zeit, Adventslieder. Hilf, o Jeju, meinem Herzen Von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden hat geschlagen| nur willkommen sein, Und bereite Das Geseß mit seinem Fluch. Und es bringt mich zum Verzagen Auch des Teufels Lug und Trug, Der mir Gottes Gnad' absagt, Mich bei Tag' und Nacht verklagt, Und also mein Herz zerschläget, Daß sich all' mein Blut beweget. dich ihm zu, Gib dich ganz zu seiner Nuh', Deffne ihm Gemüth und Seele, Klag' ihm, was dich drück' und quäle. 7. Nun hast du ein süßes Leben: Alles, was du willst, ist dein. Chris stus, der sich dir gegeben, Läßt dich reich durch Gnade sein. Seine Gnad' ist deine Kron', Und dein Heil sein schönster Lohn. Innig hält er dich umschlossen, Nennt dich seinen Reichsgenossen. 3. Will ich dann mein Elend linbern. Und erleichtern meine Noth Bei der Welt und ihren Kindern, Fall' ich nur in neue Noth. Da ist Freude, die betrübt, Trost. der nicht Erquicung gibt, Helfer, die mir Herzleid machen, Falsche Freunde, die mein lachen. 4. In der Welt ist alles nichtig, Nichts ist, das nicht kraftlos wär' Hab' ich Hoheit, die ist flüchtig, Hab' ich Reichthum, was ist's mehr Als ein Stücklein armer Erd'? Hab' ich Lust, was ist sie werth? Was ist, das mich heut' erfreuet, Das mich morgen nicht gereuet? 5. Aller Trost und alle Freude Ruht in dir, Herr Jesu Christ! Dein Erfreuen ist die Weide, Wo man immer fröhlich ist. Leuchte du, o Freudenlicht, Eh' mein armes Herz mir bricht, Laß an dir es sich erquicken! Jesu, komm, laß dich erblicken! 6. Freu' dich, Herz, du bist erhöret, Denn er ziehet bei dir ein. Sein Gang ist zu dir gefehret. Heiß' ihn W 8. Seines Himmels gold'ne Decke Spannt der Heiland um dich her, Daß dich fort nicht mehr erschrecke Deiner Feinde großes Heer. Seine Engel stellen sich Dir zur Seite, wenn du dich Hier willst oder dort hin wenden, Tragen dich auf ihren Händen. 9. Was du Böses hast begangen, Das ist alles abgeschafft, Gottes Liebe nimmt gefangen Deiner Sünden Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, Und was Böses in der Welt Sich will wider dich erregen, Wird zu lauter Glück und Segen. 10. Alles dient zu deinem Frommen, Was bir bös und schädlich scheint, Weil dich Christus angenommen, Und es treulich mit bir meint. Bleibst du ihm nur wieder treu, Ist's gewiß und bleibt dabei, Daß du mit den Engeln droben Ihn dort ewig werdest loben. 29. 23 Eigene Melodie. ie soll ich dich em- pfan- gen, Und wie be- gegn' ich dir? Daller Welt Ver- lan- gen, O mei- ner See- len Zier! pd O Je- su, Je- su, zün- de Mir selbst die Fa- del an, Auf daß 24 Adventslieder. ਐਸ mein Herz er- grün-de, Was dich er- gö- ßen kann. 2. Dein Zion streut dir Palmen| verzagt, ihr habet Die Hülfe vor Und grüne Zweige hin, Und ich will der Thür; Der eure Herzen labet dir in Psalmen Ermuntern meinen Und tröstet, steht schon hier. Sinn. Es soll mein Herz dir grünen In stetem Lob und Preis, Und dei: nem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen, Zu bringen Trost und Freud'?' Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid, Als mir das Reich genommen, Wo Fried' und Freude lacht: Bist du, mein Heil, gekommen, Und hast mich froh gemacht. 4. Jah lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los, Ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß, Und hebst mich hoch zu Ehren, Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie Erdenreich thum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben Zu mir vom Himmelszelt, Als das geliebte Lieben, Womit du alle Welt In ihren tausend Plagen Und ihrer Jammerlast, Die kein Mund kann aussagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreibt in eure Herzen, Drückt euch die Last so schwer, Jhr, denen Gram und Schmerzen Sich häufen mehr und mehr. Seid unA 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; Er kommt, er kommt mit Willen, Ist voller Lieb' und Lust, All' Angst und Noth zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sündenschuld; Nein, Jesus will sie decken Mit seiner Lieb' und Huld. Er kommt, er tommt, den Sündern Zu Trost und wahrem Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib' ihr Erb' und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien Der Feind' und ihrer Tück'? Der Herr wird sie zerstreuen In einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, Dem alle Macht und List Der Feinde viel zu wenig Zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Weltgerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht, Mit Gnad" und süßem Lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und leit' uns allzumal zum Licht der ew'gen Wonne In deinen Freudensaal. 30. Mel. Vater unser im Himmelreich. & uf, mei- ne See- le, sei er- frent, Das Kirchenjahr wird heut' 13 er neut, Da dir auf's Neu' das Heil- wort klingt, Das dich ere freut, das dich ver- jüngt, Ja, das aus Gott dich neu ge- biert, Adventslieder. Und selbst zu Gott in's Le- ben führt. 2. Der Geist aus Gott erfülle mich, Damit mein Geist erneu're sich, Und ich, vom alten Menschen frei, Ganz rein, ganz neu und christlich fei, Damit mein Mund ermunt're sich, Und Gott lobsinge ewiglich. 31. Eigene Melodie. 3. So findet auch, mehr als zuvor, Dein theures Wort ein off'nes Ohr, Das Wort, das dem das Leben gibt, Der darnach thut, und Glauben übt. Ach Jesu, gib, daß dies in mir zur Frucht gedeihe für und für. ofi- an- na, Davids Sohn, Der in seines Va- ters Namen Sich er- he- bet auf den Thron Ue- ber Jakobs Haus und Samen, 25 Welchem Gott ein Reich bestimmt, Dem die Rei- che die- ser Er- den 3. Deines Königs Majestät Müsse jedes Volk verehren, Und so weit die Sonne geht, Müsse sich sein Ruhm vermehren. Selbst der kleinen Kinder Mund Mache zum Verdruß der Feinde, Und zur Freude seiner Freunde, Seinen großen Namen kund. Endlich müssen dienstbar werden, Und das selbst kein En- de nimmt. 2. Sei gesegnet, theures Reich, Das ein solcher Herr befizet, Dem tein Herr auf Erden gleich, Der das Recht mit Nachdruck schüßzet! Schwinge dich in stetem Flor, Groß durch Frieden, Reich an Freuden, Unter Juden, unter Heiden, Mit vermehrtem Glanz empor. 4. Schreibe, Herr, mich auch mit an Unter deine Unterthanen. Ich will dir, so gut ich kann, In mein Herz die Wege bahnen. Ich geselle mich im Geist, Herr, zu jenen frohen Chören, Die mit lautem Dank dich ehren. Sohn des Höchsten, sei gepreist! 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freuet euch, Seid ermuntert, meine Sinnen! Je sus und sein Gnadenreich Wird in euch nun Raum gewinnen. Kommt und schwört den Huld'gungseid, Kommt und küßt den Sohn der Liebe! Ach, daß Niemand draußen bliebe! Hier, o hier ist Seligkeit. 32. Mel. Ich dank' dir schon durch deinen Sohn. # e- dan- ke, der uns Le- ben gibt, Wer kann dich ganz durchdenken? 26 Adventslieder. " Al- so hat Gott die Welt ge- liebt, Uns sei- nen Sohn zu schenken!" 2. Hoch über die Vernunft erhöht, Umringt mit Finsternissen, Füllst du mein Herz mit Majestät, Und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, Noch ihren Bau ergründen, Und doch kann ich der Sonne Licht Und ihre Wärm' empfinden: 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath Von Jesu Tod ergründen, Allein das Göttliche der That, Das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ Nicht meine Schuld getragen, Nicht Gott und mein Erlöser ist, So werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, So werd' ich irren müssen, Und wer Gott ist, und was ich bin Und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit Soll mir kein Spötter rauben, Ich fühle seine Göttlichkeit, Und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, Durch ihn des Himmels Erbe: Dies bin ich, und das ist mein Ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. D 9. Er gibt mir seinen Geist, das Pfand, Im Glauben mich zu stärken, Und bildet mich durch seine Hand Zu allen guten Werken. 10. So lang' ich seinen Willen fühl' ich eine Kraft des Herrn, Und gern Mit reinem Herzen thue, So schmecke Fried'n und Ruhe. fränkt, Und ich zum Kreuze trete, 11. Und wenn mich meine Sünde So weiß ich, daß er mein gedenkt, Und thut, worum ich bete. lebt, Der mich einst aus der Erde 12. Jch weiß, daß mein Erlöser Erweckt und zu dem Reich erhebt, Da ich ihn schauen werde. hier Für ihn jemals erkalten? Dies 13. Kann unsre Lieb' im Glauben ist die Lieb', o Gott, zu dir: Dein Wort von Herzen halten. barkeit, So oft ich dich nur nenne, 14. Erfüll' mein Herz mit DankUnd hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der Welt bekenne. sein, Für dich hier Schmach zu leis 15. Soll ich dereinst noch würdig den, So laß mich keine Schmach noch Pein Von deiner Liebe scheiden. 16. und für Des Glaubens Freud' empfinUnd soll ich, Gott, nicht für den: So wirk' er doch sein Werk in mir, und rein'ge mich von Sünden. schenkt:( Laß mich noch sterbend den17. Hat Gott uns seinen Sohn ge= ten), Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, Mit ihm nicht Alles schenken? 33. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. er Heiland kommt, lob- fin- get ihm, Er kommt, der ein ge bor'- ne Sohn, Dem Herrn, dem Ver= läßt des ● al= le Se ra phim Das Heilig, Hei- lig Him- mels ho hen Thron, Um Heil der Welt zu bringen. fingen. Ja J Preis dir, Daß wir Von den Sünden Ret- tung finden, Gnad' Univ.- Bibl. Giessen Adventslieder. M em- pfangen, Und zum Him- mel- reich gelan- gen.. 2. Willkommen, Friedensfürst und uns erwiesen, Da wir Ganz hier Im Held, Erlöser, Mittler, Heil der Welt, Verderben müßten sterben, bringst du Willkommen hier auf Erden! Du Leben; O was kannst du Größ'res kommst der sünd'gen Welt zu Gut', geben? Du kleidest dich in Fleisch und Blut, Willst unser Bruder werden. Ja du, Jesu, kommst uns Armen voll Erbarmen mild entgegen, Wandelst unfern Fluch in Segen. 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, Und wollen fromm in Freud' und Schmerz Nach deinem Vorbild wandeln. Verwirf dies unser Opfer nicht, und gib uns deines Geistes Licht, Wie dir's gefällt, zu handeln. Zeig' dich Freundlich, Hilf uns Schwachen, daß wir wachen, be ten, ringen, Und zu deinem Reiche 3. Du bringst uns Trost, Zufrie: denheit, Heil, Leben, ew'ge Seligkeit, Sei hoch dafür gepriesen! O Herr, zu arm und schwach sind wir, Die Treue zu vergelten dir, Die du an bringen. 34. Eigene Melodie. 27 P acht hoch die Thür, die Tho- re weit, Es kommt der Herr der Herr- lich- keit, Ein Kö- nig al- ler König- reich', Ein Heiland al- ler Welt zu= gleich, Der Heil und Leben mit sich bringt. Mein Schöpfer, reich von Gnad'. 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt', Sein' Königstron' ist Heiligkeit, Sein Scepter ist Barmherzigkeit, All' unsre Noth zu End' er bringt. Deshalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet fei mein Gott, Mein Heiland groß von That. Des- hal- ben jauchzt, mit Freu- den singt: Ge- lo- bet sei mein Gott, || 3. Owohl dem Land, o wohl der Stadt, Die diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, Da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn', Bringt mit sich lauter Freud' und Wonn'. Gelobet fei mein Gott, Mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die Thore weit! Eu'r Herz zum Tempel zubereit't! Die Zweiglein der Gottseligfeit Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud': So kommt der König auch 2* 28 zu euch, Ja Heil und Leben mit zu gleich. Gelobet jei mein Gott, Voll Rath, voll That, voll Gnad'. 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, Des Herzens Thür dir offen ist. Ach, zeuch mit deiner Gnade ein, K Chriftfestlieder. 35. Mel. Nun banket Alle Gott. N Dein' Freundlichkeit auch uns erschein', Dein heil'ger Geist uns führ' ligkeit, Und deinem Namen, Herr, und leit' Den Weg zur ew'gen SeSei ewig Preis und Ehr'. omm, Tochter Zi- on, komm, Den König zu em- pfan- gen, Der unser Heiland ist Und aller Welt Ver- lan- gen. Er he be seisnen Ruhm, Stimm Ho- si- an- na an, Bring', was C zu fei- nem Dienst Die Lie- be bringen kann. 2. Statt ihm den Weg zu streu'n| Frieden werden? D'rum hast du deiMit grünem Laub der Palmen, Em pfang' ihn hocherfreut Mit deines Daß unsre Angst und Furcht Auf nen Glanz In Niedrigkeit gehüllt, Dantes Pfalmen, Und sprich: gepries ewig sei gestillt. fent sei Der Heiland Jesus Christ, Der aus des Vaters Schooß Auf Erden kommen ist. großen Weltgerichte. O laß uns 5. Erscheinen wirst du einst Zum Lichte, Daß wir dann auch getrost wandeln stets In deiner Wahrheit Dir, unserm Richter, nah'n, Und unsern Gnadenlohn Aus deiner Hand empfah'n. 3. Wir danken dir, o Herr, Daß du zu uns gekommen, Daß du hast Fleisch und Blut, Wie Kinder, angenommen. Sanftmüthig tamst du, arm, Ein König ohne Pracht, Und doch der ew'ge Sohn, Voll Herrlich keit und Macht. 4. Erscheinst du, Gottes Sohn, Als Mensch auf dieser Erden: Muß dann nicht unser Herz Voll Troft und von Neuem tlingen, Dann werden 6. Das Hostanna wird Alsdann wir vereint Mit Engelschaaren fingen: Gelobt sei Gottes Sohn, Der ewig war und ist! Gelobet jei der Herr, Der Heiland Jesus Christ. 3. Christfestlieder. 36. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. acht umshüll te rings die Er- de, Da sprach noch ein- mal Gott: Christus tam, das Licht der Hei- den, Der Hirt will selbst die Her Christfestlieder. A es wer- de! Und Licht ent- ström te seinem Thron. de wei- den, Seht, Gottes Sohn wird Men- schen- sohn. Aus ihm nur quillt, Was Herzen 2. Diese Sonn' erlischt nicht wie der, Sie strahlt stets neu auf Men schen nieder, Die sonst in öde Nacht gebannt. Wahrheit geht von Volt zu Volke, Vertreibt des Irrthums düst're Wolke, Denn Jesus Christus wird erkannt. Ihr Völker, nehmt ihn auf, und richtet euren Lauf Froh zum Himmel. Er geht voran, Und macht euch Bahn, Am Ziel die Krone zu empfah'n. Er hat in un- sre Nacht Der Wahrheit Licht ge bracht. Jauchzet Al= le! 29 stillt, Und fie mit Zuversicht erfüllt. 3. Hör' im Geist der Engel Chöre, Auf, bring' auch du ihm Preis und Ehre, Bring' ihm dich selbst zum Opfer dar! Du auch bist zum Fest geladen, Nimm aus der Fülle seiner Gnaden! Ein jedes Herz sei ein Altar; Da brenne Licht und Gluth, Da flamme Glaubensmuth, Hoffnung, Liebe. Schallt unser Chor, Zu Gott, der Empor, empor uns zum Licht erfor. 37. Mel. Wir Christenleut'. d uf, schi- cke dich, Recht feierlich Des Heilands Fest mit Danken zu be= ge= hen! Lieb' ist der Dant, Der Lob- ge- sang, Durch den wir ihn, den Gott der Lieb', er höhen. 2. Sprich dankbar froh: Gott hat| Um Gottes Reich Und seine Lieb' als also Die Welt in seinem ein'gen Sohn geliebet! O wer bin ich, Herr, daß du mich So herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, Mit uns vereint Zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren. Er wird uns gleich, Mensch zu offenbaren. 4. Aus Dant will ich In Brüdern dich, Dich, Gottes Sohn, bez tleiden, speisen, tränken, Der Frommen Herz In ihrem Schmerz Mit Trost erfreu'n und dein dabei gedenten. 30 5. Rath, Kraft und Held, Durch den die Welt Und Alles ist, im Himmel und auf Erden! Die Christenheit Preist dich erfreut, Und Aller Knie foll dir gebeuget werden. W Christfestlieder. 6. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn chrt, den wird sein Name trösten. Gelobt sei Gott, Gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn, und lobt ihn, ihr Erlösten. 38. Mel. Vom Himmel hoch, da komm' ich her. ir singen dir, Imma- nuel, Du Lebensfürst und Gnadenquell! Dir, Himmelslicht und Morgenstern, Dir, Gottes Sohn, Herr al- ler Herrn! 2. Wir fingen dir in deinem Heer| groß, Bekleidst die Welt und kommst Aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr', doch bloß. Daß du, o lang' gewünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat manches Herz nach dir gewacht, Dich hat gehofft so lange Jahr' Der Väter und Propheten Schaar: 6. Bin ich gleich Sünd' und Schwachsoll, So kommst du ja deswegen her, heit voll, Hab' ich gelebt nicht wie ich Daß sich der Sünder zu dir kehr'. 7. So faff' ich dich nun ohne Scheu, Du machst mich alles Jamwürgst den Tod, Verkehrst in Freud' mers frei, Du trägst den 3orn, du all' Angst und Noth. 8. Du bist mein Haupt, mein Heil, mein Ruhm, Ich bin dein Glied, dein Eigenthum, Und will, so viel dein Geist mir gibt, Dir dienen stets, wie dir's beliebt. 4. Ach, daß der Herr aus Zion käm', Und unsre Bande von uns nähm'! Ach, daß die Hülfe bräch' herein, So würde Jakob fröhlich sein! 5. Nun bist du hier, mein Heiland du, Hältst in der Krippe deine Ruh', Bist klein und machst doch Alles 39. Eigene Melodie. P elo- bet seist du, Je- sus Christ, Daß du Mensch ge- bo- ren bist, H Von einer Jungfrau, wunderbar, Deß freuet sich der EngelSchaar. Halleluja! 2. Des ew'gen Vaters einig Kind ein Kindlein worden klein, Der alle Dort man in der Krippe find'i; Mit Ding' erhält allein. Halleluja! unserm armen Fleisch und Blut Befleidet sich das ew'ge Gut. Halleluja! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, Der liegt in Mariens Schooß; Er ist 4. Das ew'ge Licht geht da herein, Gibt der Welt ein'n neuen Schein, Es leuchtet mitten in der Nacht, Und uns zu Lichtes Kindern macht. Halleluja! Christfestlieder. 31 5. Des Vaters Sohn geoffenbart,| dem Himmel mache reich, Und seinen Gast in dieser Welt er ward, Und führt lieben Engeln gleich. uns aus dem Jammerthal Zum Erbtheil in den Himmelssaal. Halleluja! Halleluja! 7. Das hat er alles uns gethan, Seine Lieb' zu zeigen an. Deß freu' sich alle Christenheit, Und dank' ihm das in Ewigkeit. Halleluja! 6. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm', Uns in B 40. Mel. Wir Christenleut'. & ringt fro- hen Dank Und Lob- ge- sang Dem Herrn, der uns zum Hei- le ward ge- bo- ren! Sein Licht er hellt Die dunkle Welt; --0 Des Lichtes Kin- der ge= hen nicht ver- lo= ren. 2. Welch eine Nacht! Der Sterne Pracht Wich vor dem Glanz der frohen Himmelschöre. Die Erd' erklang Vom Lobgesang, Der jauchzend rief: Gott in der Höh' sei Ehre! 3. So tönt es laut, Der Vater schaut Versöhnt herab, auf Erden herrscht sein Friede. Wem schlägt die Brust Nicht jezt voll Lust, Voll Seligkeit bei diesem Segensliede? 4. So singt auch ihr, Und danket hier Dem, dessen Ruhm die Himmel wiederhallen; Und lebt hinfort Nach seinem Wort, Dann ruht auf euch sein gnädig Wohlgefallen. 5. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dant, Denn- mir auch bringt dein Sohn des Himmels Segen. Tod und Gericht Erschreckt mich nicht, Der Zukunft Nacht geh' ich getrost entgegen 41. Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. e röhlich laßt uns Gott lob- sin- gen, Hoch er- freut Laßt uns heut' Dank und Ruhm ihm brin- gen. Euch ist heut' der Herr ge boren! Hört, wie's schallt, Wie- der- hallt: Christus ist ge= bo= ren! 32 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, Der die Welt Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu Gute, Es vereint Unser Freund Sich mit unserm Blute. 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dies Ist gewiß: Er tann uns nicht lassen. Gott gibt, unserm Leid zu wehren, Seinen Sohn Von dem Thron Seiner Macht und Ehren. Chriftfeftlieder. 4. Sollt' er von uns sein gekehret, Der sein Reich Und zugleich Selbst fich uns gewähret? Sollt' uns Gottes Sohn nicht lieben, Der jetzt kömmt, Mächtig hemmt, Was uns will be trüben? 5. Wenn er uns verworfen hätte, Nähm' er dann Menschheit an, Daß er uns errette? Hätt' er Lust an unserm Schaden, Gnadenreich Würd' er euch Dann nicht zu sich laden. 6. Was ihm Schweres wird auf Erden Angethan, Er nimmt's an, Unser Schuß zu werden; Unser Lamm, das für uns stirbet, Und bei Gott Durch den Tod Fried'n und Heil erwirbet. 7. Seht, er liegt in seiner Krippe, Ruft zu sich mich und dich, Spricht mit süßer Lippe: Lasset fahren, liebe Brüder, Was euch quält! Was euch fehlt Bring' ich alles wieder. 8. O so laßt uns zu ihm eilen, Stellt euch ein, Groß und Klein, Laßt von ihm euch heilen! Liebt ihn, der vor Liebe brennet. Schaut den Stern, Unsern Herrn, Der uns Leben gönnet. & 9. Die ihr steht in großen Leiden, Sehet, hier Ist die Thür Zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen An den Ort, Wo hinfort Euch kein Kreuz wird rühren. 10. Wer noch ist beschwert im Herzen, Eil' herzu, Suche Nuh' Für Gewissensschmerzen. Sei getrost, er ist gefunden, Jit dein Theil, Machet heil Deine tiefsten Wunden. 11. Die ihr angstvoll schaut auf's Ende, Kommt herbei, Füllet frei, Glaubensvoll die Hände! Hier sind alle guten Gaben, Reines Gold, Und ihr sollt Euer Herz nun laben. 12. Süßes Heil, laß dich umfangen, Laß an dir, Meine Zier, Unverrückt mich hangen. Du bist meines Lebens Leben; Nun kann ich mich durch dich Wohl zufrieden geben. 13. Forthin soll ich nicht verzagen, Denn du hast Meine Last Selbst für mich getragen. Du willst keine Schuld mehr finden, Frei werd' ich, Herr, durch dich, Frei von meinen Sünden. 14. Rein bin ich um deinetwillen, Du gibst Muth, Ehr' und Gut, Kannst mein Sehnen stillen. In mein Herz will ich dich schließen, Dich, mein Heil Und mein Theil, Selig zu genießen. 15. Treu soll dich mein Herz bewahren, Ich will dir Leben hier, Und mit dir heimfahren. Mit dir will ich endlich schweben, Ganz erneut, Hoch erfreut, Dort im sel'gen Leben. 42. Eigene Melodie. r- mun- t're dich, mein schwacher Geist, Und tra- ge groß Verlangen, Den Heiland, den der Himmel preist, Mit Freuden zu empfangen! J Dies ist die Nacht, in der er tam, Und menschlich We- sen an sich nahm. Christfestlieder. Er will durch sein Erschei- nen 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, Du König aller Ehren! Willkommen, Jesu, Gottes Lamm, Ich will dein Lob vermehren. Ich will dir all mein Lebenlang Von Herzen sagen Preis und Dank, Daß du, da wir verloren, Für uns bist Mensch geboren. 3. O wie ist deine Huld so groß, Ich kann sie nimmer fassen! Du hast dich aus des Vaters Schooß Zu uns herabgelassen. Hier wartete dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod, Und doch kamst du auf Erden, Der Menschen Heil zu werden. 4. O große That, o Wundernacht, Von Engeln selbst besungen! Du hast den Helfer uns gebracht, Der Sünd' und Tod bezwungen, Und jetzt, zur Herrlichkeit erhöht, Herrscht auf dem Thron der Majestät, Um Heil und ew'ges Leben Den Gläubigen zu geben. 33 म 11 43. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. Uns ganz mit Gott ver- ei- nen. 5. O du, des Vaters ein'ges Kind, Du Hoffnung aller Frommen! Durch den nun Gottes Kinder find, Die dich, Herr, aufgenommen, Komm, Jesu, in mein Herz hinein, Und laß es deine Wohnung sein. Dahin geht mein Verlangen, Dich würdig zu empfangen. 6. Du, deß sich meine Seele freut, Mein höchstes Gut, mein Leben, Was soll ich dir aus Dankbarkeit Für deine Treue geben? Herr, was ich hab' und was ich bin, Das geb' ich dir zu eigen hin, Mich soll kein Glück, kein Leiden von deiner Liebe scheiden. 7. Noch sieht dich zwar mein Auge nicht, Doch du wirst wiederkommen; Dann schauen dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd' auch ich, Herr Jesu Christ, Dich seh'n so herrlich, wie du bist, Und ewig dich dort oben Mit allen Sel'gen loben. h= re sei Gott in der Höhe! der Herr ist ge= bo- ren! Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gna- den er to- ren! uns auch ge bo= ren? 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis, in Finsterniß irrten Völker umher, wie bie Herden verlassen vom Hirten. Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, Die auch den Weisen verz wirrten. Las- set uns sein, Sei- ner Er baremung uns freu'n! Jst er nicht 3. Menschen, berufen sich unter einander zu lieben, Folgten der Zwie tracht und Bitterfeit schändlichen Trie: ben. Jesus erschien, Lehrte den Mens schenhaß flich'n, Lehrte den Frieden uns lieben. 4. Wahrheit und Tugend entkeimten des Göttlichen Schritten, Trost und Erquicung trug er in der Weinenden Hütten! Selbst er, ihr Freund, Hatte vielfältig geweint, Lasten ges tragen, gelitten. 34 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben Hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab Stieg er vom Himmel herab, Einst uns zum Himmel zu heben. Christfestlieder. 6. Seliger Glaube, daß einst meinen Retter ich sehe, Jhn mit den Schaasen Vollendeter ewig erhöhe. Völlig be glückt, Sing' ich dann, himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! 44. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht. br wig sei dir Lob gesungen Hier und einst vor deinem Thron, Daß du uns das Heil errungen, Menschgeword'ner Gottes- sohn. Uns zu Gut' in's Fleisch ge- kom- men Bist du vol- ler Freundlich- keit; Ja, du hast vor al- ter Zeit Dich schon un- ser an- ge- nom- men. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, Daß du un- ser Bru- ber bist. 2. Sei gelobt, Herr, dir gebüh-| Sohne, der mich kennt, Und mich ret Unser Dank in Wort und That; seinen Bruder nennt. Christus sist Herrlich hast du ausgeführet Deines zu Gottes Rechten; Durch ihn bin Vaters Gnadenrath. Huldreich hast ich Gott vereint, Gott mein Vater, du dich vermählet Unsrer menschli- Gott mein Freund. chen Natur, Und vor aller Kreatur Sie allein dir ausgewählet. Du er hobst sie, Gottessohn, Mit dir auf der Gottheit Thron. 3. Du erschienest hier auf Erden, Mittler zwischen uns und Gott, Unser Friedensfürst zu werden, Retter aus der Sündennoth. Herr, du hast das Kreuz erduldet, Hast mit Gott uns ausgeföhnt Und mit seiner Huld getrönt, Uns, die wir so viel verschuldet. Dies ist unsre Zuversicht Einst im Tod und im Gericht. 4. Nein, Gott kann mich nimmer haffen, Ob ich gleich ein Sünder bin; Nimmer kann mein Gott mich lassen, Denn er heget Vatersinn. Gnade schenkt er seinen Knechten In dem 5. Wird das Leben doch mein Leben, Leuchtet mir doch selbst das Licht. Alles Heil ist mir gegeben, Was ist, das mir noch gebricht? Seht, es fleußt der Quell der Freuden Aus dem hohen Himmelssaal In das nied're Erdenthal, Und erquickt mich unter Leiden. Meine Lieb' und Seligkeit, Christus, ist geboren heut'. 6. Du, o Gottes höchste Gabe, Du des Vaters ein'ger Sohn, Du, der Seelen reichste Habe, Du des Glaubens größter Lohn! Laß mich neu geboren werden, Bilde mich nach deinem Sinn, Nimm mich ganz zu eigen hin, Daß ich dein schon sei auf Erden; Dann lobsingt mein Leben dir, Treuer Heiland, für und für. G Christfestlieder. 45. Mel. Jesus, meine Zuversicht. ottes und Ma- ri- ens Sohn, Den, um unser Leid zu wenden, Gott von seinem Himmelsthron In die Welt hat wollen sen- ben, Sei will kommen, großer Held, 2. Deine Freudenankunft macht, Daß wir Alle fröhlich singen, Da die Engel in der Nacht Die gewünschte Bots schaft bringen: Kommt, nun ist der Heiland da! Gott sei Dank, Halleluja! 3. Uns zu Liebe kommst du hier In das dunkle Thal der Erde; Ach, daß Herz und Zunge dir Ewig, ewig dankbar werde! Jauchzt, ihr Völker, rühmt und preist Den, der euch nun leben heißt. 35 46. Mel Vom Himmel hoch, da komm' ich her. Du ge- pries'nes Licht der Welt! 4. Jetzt ist Alles wieder da, Was uns Adam einst verloren. Menschen, singt: Halleluja! Gottes Sohn ist Mensch geboren! Stimmet mit den Engeln an, Rühmt, was er an euch gethan. 5. Ehre sei Gott in der Höh', Und auf Erden lauter Friede. Ferner mache Leid und Weh' Nimmermehr die Christen müde, Bis du uns, o Lebensfürst, Zu dem Vater führen wirst. ies ist der Tag, den Gott ge- macht, Sein werd' in al= ler HIL Welt ge- dacht, Ihn prei- se, was durch Jesum Christ Jm Him|| mel und auf Erden ist. 2. Die Väter haben dein geharrt,| hält, Erniedrigst du dich, Herr der Bis daß die Zeit erfüllet ward, Da Welt, Nimmst selbst an unsrer Menschfandte Gott von seinem Thron Das heit Theil, Erscheinst im Fleisch, wirst Heil der Welt, dich, seinen Sohn. unser Heil. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still, Er betet an, und er er mißt, Daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' er5. Dein König, Zion, kommt zu dir, Er spricht: im Buche steht von mir, Gott, deinen Willen thu' ich gern. Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! 36 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedensfürst, Auf den die Bäter hoffend sah'n, Dich, Gott, mein Heiland, bet' ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereinigst dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, Du bist es, der das Herz erhöht! Gedanke voller Seligkeit, Du bist es, der das Herz erfreut! D Christfestlieder. & Gottes Freundlich- keit. mei ne Dun- tel= heit. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zag' ich nun, wenn der mich schüßt, Der in des Vaters Schooße sist? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn er fuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt! Und Erde, die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 47. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 11. Herr, der du uns den Tag ge= macht, Der uns so großes Heil gebracht, Dich preise, was durch Jesum Christ Jm Himmel und auf Erden ist. ies ist die Nacht, da mir erschienen Des großen Das Kind, dem alle En- gel die nen, Bringt Licht in 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der klaren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern' vergehen, Vielleicht gar bald in letzter Zeit, Wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein Alles sein. Und dieses Welt- und Himmels- licht Weicht hundert- tau- send Son= nen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gnadenschein. Der Glanz in dieser kleinen Höhle Dringt bald in alle Welt hinein; Er treibet weg der Hölle Macht, Der Sünden und des Todes Nacht. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubens- und dein Lebenslicht. Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. D'rum, Jefu, schöne Weihnachtssonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst. Dein Licht sei meine Weihnachtswonne, Und lehre mich die Weihnachtskunst, Wie ich im Lichte wandeln soll, Und sei des Weihnachtsglanzes voll. 48. Chor. Mel. Vom Himmel hoch, da komm'. • m- por zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der Engel Lied erklang, Christfestlieder. Der Tag, der Freuden- tag ist da. Ihr Christen, singt Hal- le= lu- ja! Alle. Mel. Nun lob', mein' Seel', den Herren. 2. Vom Staub, in dem wir wal- len, Soll, Je- su Christ, dein Lobge- sang Em por zum Himmel schallen, Dir opf're je de See- le Dank! Und jeder der Ge bor' nen ed Und je der der Ver- lor'- nen 37 Uns ist das Kind gege= ben, fed Mit ihm erscheint das Leben, Chor. 3. Er kommt, des Vaters Ebenbild, Von schlichtem Pilgerkleid umhüllt, Und macht uns seiner Hoheit gleich Auf Erden und im Himmelreich. Alle. 4. O du, dem jetzt die Menge Der Engel und Verklärten singt, Vernimm die Lobgesänge, Die dir dein Volt im Staube bringt. Du kamst, so geht die Sonne, Die Welt zu segnen, auf, Verbreitet Licht und Wonne In ihrem hohen Lauf. Du brachtest Heil und Gnade Auf unsre Welt herab, Ein Licht dem dunklen Pfade, Ein Licht dem finstern Grab. Chor. 5. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, Der uns des Lebens Licht Sei froh, ein Mensch zu sein, Rühm' sich, er löst zu sein. Ge boren uns der Sohn, Mit ihm des Himmels Lohn. gebracht. Nun leuchtet uns ein milder Strahl, Wie Norgenroth im dunkeln Thal. Alle. 6. Frohlockt! Ihr war't Genossen Der Sünde wie der Sterblichkeit; Nun ist euch aufgeschlossen Der Eingang in die Herrlichkeit. Zu unsrer Welt hernieder Kam Gottes ew'ger Sohn, Nun hebt er seine Brüder Empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder, Und bleibt es fort und fort, Hier sind sie Gottes Kinder, Und Gottes Erben dort. Chor. 7. Er führet uns auf ebner Bahn, Zum Himmel führt er uns hinan, Und wandelt unser Pilgerkleid In Sternenglanz und Herrlichkeit. 38 Christfestlieder. Alle. 8. Und sind wir einst zum Lohne Der Himmelsbürger dort erhöht, Dann stehen wir am Throne, Und schau'n, Herr, deine Majestät. Nicht mehr aus tiefer Ferne Dringt unser Dant zu dir, Denn über Sonn' und Sterne Erhoben, jauchzen wir. Und in des V Himmels Chöre Schallt unsfer Lobgefang: Dem Ewigen sei Ehre, Dem Welterlöser Dank! Chor. 9. Nein, wie der Engel Harfenklang, Steig' auf, du hoher Lobgesang! Der Tag, der Freudentag ist da; Jhr Christen, singt Halleluja! 49. Eigene Melodie. om Himmel hoch da komm' ich her, Jch bring' euch gute neue Mähr', Der gu- ten Mähr' bring' ich so viel, Davon ich sing'n und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut' ge-| Da findet ihr das Kind gelegt, Das ber'n Von einer Jungfrau auserkor'n, alle Welt erhält und trägt. Ein Kindelein, so zart und fein, Soll eure Freud' und Wonne sein. 6. Deß laßt uns alle fröhlich sein, Und mit den Hirten geh'n hinein, Zu sehen, was Gott hat beschert Mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führ'n aus aller Noth, Er will eu'r Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch All'n die Seligkeit, Die Gott der Vater hat bereit't, Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt ewig leben allzugleich. 5. So merket nun das Zeichen recht, Die Krippe, Windelein so schlecht, Willkommen, Jesu, edler Gast! Den Sünder nicht verschmähet hast. Und kommst in's Elend her zu mir, Wie soll ich immer danken dir? 8. Lob, Ehr' sei Gott im höchsten Thron! Er schenkt uns seinen ein'gen Sohn; Deß freuet sich der Engel Schaar Und singet uns ein neues Jahr. 50. Eigene Melodie. obt Gott, ihr Christen all= zu- gleich, Vor seinem höchsten Thron, Der heut' aufschleußt sein Himmelreich Und schenkt uns seinen ܘܐܐ Sohn, Christfestlieder. Und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters| beut er Güter dar, Die Niemand Schooß, Ein Heiland uns zu sein, schäßen kann.:,: Er liegt dort elend, arm und bloß, Uns ewig zu erfreu'n.:,: 3. Er äußert sich der Allgewalt, Wird niedrig und gering, Und nimmt an sich die Knechtsgestalt, Der Schöpfer aller Ding'.:, 5. Er wird ein Knecht, und ich ein Herr, Das mag ein Wechsel sein! Wie könnte er doch freundlicher, Der theure Jesus sein?:,: 6. Heut' schleußt er wieder auf das Thor Zum schönen Paradeis, Der Cherub steht nicht mehr davor, Gott sei Lob, Ehr' und Preis.:,: 4. Er wechselt mit uns wunderbar, Nimmt unsre Armuth an, Uns aber & 39 51. Mel. Der Tag, der ist so freudenreich. in Kin- de- lein höchst lobenswerth Auf Er- den ist er- schie- nen; Des Höchsten Sohn ist uns beschert, Dem Himmelsgeister die- nen." # Wär' uns das Kindlein nicht gebor'n, So wär'n wir all- zu- mal verlor'n, Das Heil ist unser Al= ler. O du süßer Jesus Christ, Der du Mensch ge bo- ren bist, Be- hüt' uns vor der Höl = le. 2. Die Zeit ist nun ganz freuden| Heil empfah'n Von Gott, dem ew'gen reich, Zu loben Gottes Namen, Daß Vater. O wie große Wunderthat, Christus ist vom Himmelreich Auf Er trägt unsre Missethat, Und stillet Erden zu uns kommen. Es ist ein' unsern Hader! groß' Barmherzigkeit, Die Gott vom Himmel uns verleiht. Ein Knecht ist Christus worden, Uns, doch ohne Sünde, gleich, Daß wir werden ewig reich; Trug unsrer Sünden Bürde. 3. Wohl dem, der dieses Glaubens ist, Mit ganzem Herzen trauet, Dem wird die Seligkeit gewiß; Wohl dem, der darauf bauet, Daß Christus hat genug gethan Für uns, damit wir 4. Deß dank' ihm alle Christenheit Für solche große Güte, Und bitte sein' Barmherzigkeit, Daß er uns fort behüte Vor falscher Lehr' und bösem Wahn, Der unsern Seelen schaden kann; Er woll' all' Schuld vergeben. Vater, Sohn und heil'ger Geist, Gib uns, Was dein Wort verheißt: Laß uns in Frieden leben. 40 Christfestlieder. 52. Mel. Nun freut euch, liebe Christeng'mein'. 3 fodd ch steh' an dei- ner Krippe hier, O Je- su, du mein Le- ben! Zu dir komm' ich und schenke vir, Was du mir hast ge- ge- ben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel' und Muth, nimm Al- les hin, Und laß dir's wohl ge= fal= len. 2. Du hast mich ganz und gar er= füllt mit deiner Lieb und Güte, Dein hoher Glanz, dein göttlich Bild Liegt stets mir im Gemüthe; Und wie könnt' es auch anders sein? Wie könnt' ich deinen Gnadenschein Aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht geboren war, Bist du mir schon geboren, Und hast mich dir zu eigen gar, Eh' ich dich kannt', ertoren. Noch war ich nicht an's Licht gebracht, Da hast du schon bei dir bedacht, Wie mein du wolltest werden. 4. Jch lag in tiefer Todesnacht, Du wurdest meine Sonne, Die mir im Herzen angefacht Licht, Leben, Freud' und Wonne. O Sonne, die des Glaubens Licht In meinem Herzen aufgericht't, Wie schön sind deine Strahlen! 5. Mit Freuden blick' ich auf dich hin, Und kann nicht satt mich sehen, Doch nimmer wird mein blöder Sinn Dein Wesen ganz verstehen. daß mein Geist ein Abgrund wär', Und meine Seel' ein tiefes Meer, Daß ich dich möchte fassen! 6. Wenn bitterlich mein Herze weint, Und keinen Trost tann finden, Dann rufst du mir: ich bin dein Freund, Jch tilge deine Sünden! Was trauerst du in deinem Sinn, Da ich dein Bruder worden bin, Die Kindschaft dir zu geben?" Dankt ihm, daß er tam, Seine Wohnung nahm. 7. So hoff' ich denn, du werdest mir Dies Eine nicht versagen: Daß ich dich möge für und für In meinem Herzen tragen. In mir soll deine Wohnung fein, Komm, komm und kehre bei mir ein Mit allen deinen Freuden. 53. Mel. Jesu, meine Freude. e= sus ist ge- kom- men! Dan- tet ihm, ihr Frommen, Daß er hier auf Erden, Unser Heil zu wer- den, Mensch, wie wir, er- schien er hier, Christfestlieder. Um Va- ters gnäd'- gen Wil- len An uns zu er= füllen. 2. Laßt uns niederfallen, Danken,| Unser Freund, mit Gott vereint, daß er Allen Freund und Bruder ist. Wird uns immer Hülfe senden, Daß Gott auf seinem Throne Liebt uns in wir siegreich enden. dem Sohne, Hilft durch Jesum Christ. Welch' ein Heil, an Christo Theil, Theil an seines Geistes Gaben, An Gott selbst zu haben! 4. Auf dem Richterthrone Werden wir im Sohne Unsern Retter schau'n. Heil und ewig Leben Wird er Allen geben, Die ihm fest vertrau'n. Er ward hier versucht, wie wir, D'rum wird er der Schwachheit schonen, Und aus Gnaden lohnen. 3. Keine Macht der Sünden Wird uns überwinden, Er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen Gänzlich uns erlösen, Hier steht er uns bei. 54. Mel. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich. Das sei auch un- ser Lob- gesang: Gott in der Höh' sei Ehr'! W as in der heil'gen Nacht er- klang Aus sel'- ger Geister Heer, Gott in der Höh' sei Ehr'! 2. Von aller Welt erschalle dir, Jesu, Dank und Lob! Dich, unsern Netter, preisen wir, Der uns vom Staub erhob.:,: 3. Du sprachst zur Finsterniß: entweich'! Da floh des Irrthums Nacht. Du hast das lichte Gottesreich In Herz und Welt gebracht.:,: 41 4. Nun bürgen Sorge selbst und Schmerz Für unsrer Kindschaft Recht. Zum Vater hebt sich unser Herz, Wir find ja sein Geschlecht.:,: 5. Dank dir, daß du uns Brüder nennst! Darauf ruht unser Heil. Wen du als Bruder anerkennst, Hat ewig an dir Theil.:,: 55. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. H er im Her- zen will er- fahren, Und darum be- mühet ist, Daß der König Je- sus Christ Sich in ihm mög' of- fen- ba- ren, 42 Christfestlieder. Der muß su- chen in der Schrift, Bis er diesen Schatz an- trifft. 2. Er muß gehen mit den Weisen,| mahl dann zu geh'n, Meinend, dann Bis der Morgenstern aufgeht Und im sei g'nug gescheh'n. Herzen stille steht. Dann kann man sich selig preisen, Weil des Herren Angesicht Glänzt von Klarheit, Recht und Licht. 8. Nein, wenn dies in deinem Le ben Nach Gewohnheit nur geschicht, So ist noch nichts ausgericht't. Du mußt dich Gott ganz ergeben, Und im Glauben Nacht und Tag Deinem Jesu folgen nach. 3. Denn wo Jesus ist geboren, Da erweiset sich gar bald Seine göttliche Gestalt, Die im Herzen war verloren. Seine Klarheit spiegelt sich In der Seele kräftiglich. 9. Dann läßt er sich auch bald finden In dem Tempel, bei der Beicht', In dem Nachtmahl, und bezeugt, Daß die vorbegang'nen Sünden Sind verz geben, und sein Blut Reinigt Seele, Geist und Muth. 10. Dann kann man recht freudig treten Zu dem Gnadenstuhl und Thron, Und den König mit der Kron' Als ein treuer Knecht anbeten, Der nichts suchet auf der Welt, Als was seinem Herrn gefällt. 4. Alles Fragen, alles Sagen Ist von Jesu nur allein Und von dessen Gnadenschein, Dem sie fort und fort nachjagen, Bis die Seele in der That Diesen Schatz gefunden hat. 5. Ach, wie weit sind die zurücke, Die nur fragen in der Welt: Wo ist Reichthum, Gut und Geld, Wo ist Anseh'n bei dem Glücke, Wo ist Wollust, Ruhm und Ehr'? Und nach solcher Thorheit mehr. 6. Ja, unselig sind die Herzen, Und in ihrem Wandel blind, Die also beschaffen sind, Weil sie diesen Schatz verscherzen, Wählen, was die Erde bot, Das nichts hilft in Noth und Tod. 7. Auch heißt nicht nach Jesu fra: gen, Wenn man nur zur Kirche geht, Und in der Versammlung steht, Eine Beichte herzusagen, Um zum Nacht8* 11. Jesu, laß mich auf der Erden Doch nichts suchen, als allein, Daß du mögest bei mir sein, Und ich dir mög' ähnlich werden In dem Leben dieser Zeit und in jener Ewigkeit. 12. So will ich mit allen Weisen, Die die Welt für Thoren acht't, Dich anbeten Tag und Nacht, Und dich loben, rühmen, preisen, Liebster Jesu, und vor dir Christlich wandeln für und für. 56. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. er za ge, Volk der Chri- sten, nicht! Die Hei- den se- hen Des wahren Got- tes Sohn und Ruhm Stürzt al= ler Gö- Ben I auch sein Licht, Und fin- den den Erret= ter. Säulen um, Die Bilder fal- scher Göt- ter. Gott wird 105 Selbst Hirt Sei- ner Her- de, und die Erde sieht voll Freu- den Neujahrslieder. Gott jelbst seine Her- de wei= den. 2. Der Gottheit Fülle wohnt in dir, Durch dich, mein Heil, kommt Gott zu mir Und schenkt mir seine Liebe. Wie dank' ich dir, wie preis' ich dich? Du wirst mir gleich, ein Mensch, wie ich, Daß ich nicht hülflos bliebe. Dankvoll, Herr, soll Mein Gemüthe deine Güte hoch erheben, Du, mein Heiland, bist mein Leben. 3. Es deckte Finsterniß die Welt, Du hast die finstre Welt erhellt, Deß freuen sich die Frommen. Vom Aufgang bis zum Niedergang Erschallt der Völker Lobgesang, Die anzubeten kommen. Wie blind, Herr, sind, Die dich hassen, sich nicht lassen Gott belehren, Sich zum Vater zu bekehren. 4. Ein Herz, das deine Wahrheit liebt, Und sich dir willig übergibt, Das kannst du nicht verschmähen. Wer seine Hoffnung auf dich seht, Und sich in deinem Wort ergößt, Der soll dich selbst einst sehen. Dein Licht Ist nicht Bei dem Sünder, deine Kinder sind die Frommen, Welche gläubig zu dir kommen. M 4. Neujahrslieder. 57. Mel. Jeju, meiner Seelen Ruh'. 43 5. Mein Glaube sei mein Dankaltar, Hier bring' ich mich zum Opfer dar, Dir der Verlass'nen Tröster. Jch bete dich in Demuth an; Wer ist, der mich verdammen kann? Ich bin ja dein Erlöster. Von dir Strömt mir Gnadenfülle; Ruh' und Stille, Licht und Segen Find' ich, Herr, auf deinen Wegen. 6. Dir will ich ewig dankbar sein, Mich gläubig deiner Liebe freu'n Und immer dein gedenken. Mein Weihrauch sei Gebet und Fleh'n; Hin auf dein Beispiel will ich seh'n, Wenn hier mich Leiden kränken. Hab' ich Wenig Gold im Leben hinzugeben: voll Erbarmen Dien' ich, wie ich kann, den Armen. 7. Versich're mich durch deinen Geist, Daß du für mich erhöhet seist, Den Himmel mir zu geben. Bin ich nur meines Heils gewiß, Soll keine Macht der Finsterniß Mich hindern, dir zu leben. Für mich Kann ich nichts vollbringen; hilf mir ringen, Freund der Seelen; Ich will deinen Ruhm erzählen. Lo enschen, unser Leben eilt, Immer eilt es un- ver- weilt, 2. Unachtsam auf seine Pflicht Mertet dies der Jüngling Sieht vor sich ein fernes Ziel, Rechnet noch der Jahre viel. Als im Flug eilt es davon, Und bald ist es ganz ent- floh'n. 3. Ihm dehnt sich die kurze Zeit nicht, Aus zur langen Ewigkeit; Aber schaut der Greis zurück, Dünkt sie ihm ein Augenblick. Neujahrslieder. 44 4. Leicht entflieht ein Morgentraum, Leicht zerschmilzt des Wassers Schaum, Steigend noch zergeht der Rauch: So ist unser Leben auch. 5. Selbst an Glück und Freuden reich, Ist es doch nur Blumen gleich; Die man früh noch prangen sieht, Sind am Abend schon verblüht. 6. Wellenreich und ohne Ruh' Stürzt ein Strom dem Meere zu; Wenn dich stolzer Wahn erfüllt, Schau' in ihm, o Mensch, dein Bild. 7. Schau', wie keine Welle bleibt, Eine stets die andre treibt; Sie verschlingt das volle meer, Hier ist teine Wiederkehr. 8. So vertreibet immerdar Dieses Jahr das nächste Jahr, Und das letzte rauscht herbei, Eh' man's merkt, wie nah' es sei. 9. Auch auf Stunden habet Acht! Wirket Gutes, denn die Nacht Kommt und rücket schon heran, Wo man nicht mehr wirken kann. 10. Jegt noch währt der Tag des Heils, Trefft die Wahl des besten Theils, Stellt euch dieser Welt nicht gleich, Seid an guten Werken reich. 11. Wenn ihr eure Zeit verträumt, Sie in träger Ruh' versäumt, Sie in eitlem Tand verderbt: Weh' alsdann euch, wann ihr sterbt! 12. Der Versäumniß eurer Pflicht Folgt im göttlichen Gericht, Wann der Tod euch hingerafft. Eine strenge Rechenschaft. 13. Aber so ist nicht der Christ, Der es in der Wahrheit ist: Einges denk der Ewigkeit Kauft er sorgsam seine Zeit. 14. Jede Stunde, da sein Geist Sich der Erde mehr entreißt, Bleibet, flieht sie schon dahin, Jhm ein ewiger Gewinn. 15. Jede Stunde, wo er nützt, Waisen beisteht, Wittwen schützt, Arme speist: die dauert dort Stets in ihrem Lohne fort. 16. Wohl dem, der an Jesum gläubt, Männlich kämpft, sein Fleisch betäubt, Seine Zeit zu nüßen strebt, Gott und seinem Nächsten lebt. 17. Wenn nun seine Stunde kömmt, Wird er nicht vor Angst beklemmt, Daß er nicht sein Heil bedacht, Und sein Lauf ist wohl vollbracht. 18. Wohl ihm! er entschläft im Herrn, Stirbt getrost, gelassen, gern, Und schaut, Gott, in deinem Licht Ewig dort dein Angesicht. 58. Mel. Vom Himmel hoch, da komm' ich her. as al- te Jahr vergangen ist, Wir danken dir, Herr Je- su Christ, Daß du in mancher- lei Ge- fahr Be- hü- tet uns auch dieses Jahr. 2. Wir bitten dich, den ew'gen| an. Der alten Schuld nicht mehr gebent', Sohn Des Vaters auf dem höchsten Ein gnadenreiches Jahr uns schenk'. Thron, Du woll'st dein' arme Christenheit Bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, Es ist der Seelen Heil und Hort. Vor falscher Lehr', Abgötterei, Behüt' uns, Herr, und steh' uns bei. 4. Hilf, daß wir meiden Sünd' und Wahn, Und fromm zu werden fangen 5. Hilf christlich leben, seliglich Einst sterben, und dann froh durch dich Am jüngsten Tage aufersteh'n, Und mit dir in den Himmel geh'n, 6. 3u loben und zu preisen dich Mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr' Zu deines Namens Lob und Ehr'. Neujahrslieder. 59. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. ilf, Herr Je- su, laß ge- lin- gen, Hilf, das neue Jahrgeht an, Laß es neuze Kräf- te bringen, Daß auf's Neu' ich wandeln kann. बं Laß mich dir be- foh- len sein, Auch da- ne- ben all' das Mein'. N Neu- es Heil und neu- es Le- ben Woll'st du mir aus Gnaden ge- ben. 2. Laß es sein ein Jahr der Gnade, Laß mich hassen meine Sünd', Hilf, daß sie mir nimmer schade, Sondern bald Verzeihung find'; Auch durch deine Gnad' verleih', Daß ich herzlich sie bereu. Hilf mir, Herr, denn du, mein Leben, kannst die Sünde mir vergeben. 4. Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig sei, Und ich christlich möge leben, Ohne Trug und Heuchelei, Dich und meinen Nächsten lieb', Und denselben nicht betrüb', Auf daß ich noch hier auf Erden Fromm und selig möge werden. 3. Tröste mich mit deiner Liebe, Nimm, o Gott, mein Flehen hin, Weil ich mich so sehr betrübe, und voll Angst und Zagen bin. Wenn ich schlafe oder wach', Sieh' du, Herr, auf meine Sach', Stärke mich in mei nen Nöthen, Daß mich Sünd' und Tod nicht tödten. 45 5. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefang'ne Jahr. Trage mich auf deinen Händen, Halte bei mir in Gefahr; Steh' mir bei in aller Noth, Auch verlaß mich nicht im Tod. Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt verlassen. 60. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. pdpdd un laßt uns geh'n und tre- ten Mit Singen und mit Be- ten J 2 PP Zum Herrn, der unserm Leben Bis hte- her Kraft ge= ge= ben. 2. Wir geh'n dahin und wandern| Durch Krieg und große Schrecken, Von einem Jahr zum andern, Wir Die alle Welt bedecken. leben und gedeihen Vom alten bis 4. Denn wie von treuen Müttern zum neuen; Bei schweren Ungewittern Die Kind3. Durch so viel Angst und Pla- lein hier auf Erden Mit Fleiß be gen, Durch Zittern und durch Zagen, wahret werden: 46 Neujahrslieder. 5. Also und auch nicht minder| so viel Blutvergießen Die FreudenLäßt Gott uns, seine Kinder, Wenn ströme fließen. Noth und Trübsal blizen, In seinem Schooße sizzen. 11. Sprich deinen milden Segen Zu allen unsern Wegen, Laf Gro= ßen und auch Kleinen Die Gnadensonne scheinen. 6. Ach, Hüter unsers Lebens, Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm Thun und machen, Wo nicht dein' Augen wachen. 12. Sei der Verlass'nen Vater, Der Irrenden Berather, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und habe. 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden. 13. Hilf gnädig allen Kranken, Gib 8. Laß ferner dich erbitten, fröhliche Gedanken Den hochbetrübVater, und bleib' mitten In unserm ten Seelen, Die sich mit Schwermuth Kreuz und Leide Ein Brunnen unsrer quälen. Freude. 9. Gib mir und allen denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Treue, Ein Herz, das dein sich freue. 14. Und endlich, was das Meiste, Füll' uns mit deinem Geiste, Der hier uns herrlich ziere, Und dort zum Himmel führe. 15. Das Alles woll'st du geben, meines Lebens Leben! So segne, so bewahre Uns in dem neuen Jahre. 10. Schleuß zu die Jammerpforten, Und laß an allen Orten Nach 61. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Gott, du bist der Herr der Zeit Laß mich mit fro- her Dank- bar- keit E- wig teiten. Lob verbrei- ten. Ein Jahr ist a- ber- mal da- hin; Wem dank' 1 ich's Gott, daß ich noch bin? Nur 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, Unwandelbares Wesen, Dich, den kein Wechsel treffen kann! Wir werden, sind gewesen; Wir blühen und verblüh'n durch dich, Nur du bist unveränderlich: Du warst, du bist und bleibest. Und auch der Auch jetzt dein 3. Herr, ewig währet deine Treu', Mit Huld uns zu begegnen. Mit jedem Morgen wird sie neu, Mit Wohlthun uns zu segnen. Ich weiß von keinem Augenblick, Da nicht von ihr stets neues Glück Mir zugeflossen wäre. deiner Macht und Gü- te! 4. Du hast auch im vergang'nen Jahr Mich väterlich geleitet, Und wenn mein Herz voll Sorgen war, Mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis' ich dich, Auf's Neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Führung. 5. Vergib mir die gehäufte Schuld Von den verfloss'nen Tagen; Du wollest mich mit Baterhuld In Christo ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruh'n, Und lehre du mich jelber thun Nach deinem Wohlgefallen. Neujahrslieder. 47 teit bin ich verwandt, Im Himmel ist mein Vaterland, Dahin laß, 6. Gib neue Lust und neue Kraft, Geist schon jeßt bemühen. Der Ewige Vor dir gerecht zu wandeln. Laß, Herr, mich stets gewissenhaft Vor deinen Augen handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth, Dich, o du allerhöchstes Gut, Und nicht die Welt zu lieben. Herr, mich trachten. 8. Olehre selbst mich meine Zeit Mit Weisheit, Herr, verwenden, Und laß den Lauf zur Ewigkeit Mit Treue mich vollenden. Der Tage Last erleicht're mir, Bis meine Seligkeit bei dir kein Wechsel weiter störet. 7. Die Welt vergeht, dies reize mich, Die Lust der Welt zu fliehen; Um bess're Freuden müsse sich Mein B 62. Mel. Valet will ich dir geben. is hie her ist's ge- lun- gen, Vor über ist das Jahr. Ich bin hindurch gedrungen Durch Sorgen und Gefahr. Nun schwei- ge je de kla= ge, Dir, Hüter meiner Ta= ge, Erschalle Lob- ge= sang! 2. Der du mich haft erhalten, Mein| Gut bist du. Soll mich Verfolgung Schöpfer und mein Hort, Dich laß plagen: So schüßest du mich doch. ich ferner walten, Und traue deinem Wort. Dir ist mein Will' ergeben, Er ist nicht weiter mein. Mein Herz, mein ganzes Leben Soll dir geheiligt sein. Soll ich Verachtung tragen: Ich trage, Herr, dein Joch. 3. In deinen Rath sich schicken, Jst Weisheit und gibt Ruh'. Soll mich die Armuth drücken: Mein höchstes 4. Soll ich verlassen leben: Verlaß nur du mich nicht. Soll ich in Aengsten schweben: Sei meine Zuversicht. Und soll ich Krankheit leiden: Woll'st du Geduld verleih'n. Soll ich von hinnen scheiden: Führ' mich zum Leben ein. Mein ganz Gefühl sei Dant. 63. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. err, den die Son- nen und die Er- den Durch ih- ren Durch dessen Machtwort Wel- ten werden, Und Wel- ten Bau voll Pracht er- höh'n, wie der un= tergeh'n; -0 9 Herr, den durch lau- te Lob- ge- sän- ge Neujahrslieder. ppdf Der Kre- a tu- ren gan- ze Men- ge In aller Zei- ten Lauf er- hob! 48 Der En- gel Chöre nach- zu- ahmen, Preist un- fre See- le dei- nen Na- men, Und unsern Mund erfüllt dein Lob. 2. Wie, Gott, dein Arm die Welt bewahre, Verkündigt jeder Tag der Nacht; Ein Jahr erzählt dem nächsten Jahre Die großen Wunder deiner Macht. Dein Stuhl, o Gott, bleibt ewig stehen, Du bist und bleibest, wir vergehen, Wie schnell verströmet unsre Zeit! Schon wieder ist ein Jahr vom Leben, Das uns dein Gnadenrath gegeben, Jm Abgrund der Vergangenheit. Laß wahre Weisheit, fromme Tus gend Die Zierde unsrer Jugend sein. 3. Kommt, heut' sei uns ein Tag des Bundes! Dem frommen Bunde bleibet treu, Und den Gelübden unsers Mundes Stimm' ohne Falsch das Herz auch bei. Land, gelobe, Gott zu dienen, Und du wirst wie ein Garten grünen, Den er sich selbst gepflan- Bild' auch das zarte Herz der Jugend, zet hat. Laß wandeln uns auf seinen Wegen, Dann macht mit ihrem vollen Segen Uns seine Vatergüte ſatt. 4. Gott, schau' herab aus deinen Höhen Mit Huld auf unser Volk und Land. Gib uns, was wir in Christo flehen, Aus deiner milden Vaterhand. Gott, sättige mit langem Leben Den König, den du uns gegeben, Durch Frömmigkeit besteh' sein Thron. Lehr' du ihn selbst das Land beglücken, Daß wir in ihm dein Bild erblicken, Und sei sein Schild und großer Lohn. 7. Dies Fleh'n sei vor dir Ja und Amen, Du kannst mehr thun, als wir versteh'n; Erhör' uns, Gott, in Jesu Namen, Und laß uns deine Hülfe seh'n. Wir trauen deiner Macht und Gnade, Erhalt' uns auf dem eb'nen Pfade, Den unser Herr uns wandeln lehrt. O segne, Va= ter, dir zum Preise Auch dieses Jahr, und so beweise, Du sei'st es, der Gebet erhört. 5. Tritt den Gewaltigen zur Seite, Die um den Thron des Königs steh'n, Daß ihren Rath die Weisheit leite, Und sie des Volkes Wohl erhöh'n; Sei mit den Obern unsers Landes, Auf daß zur Wohlfahrt jedes Standes Jhr Amt und Wirken wohl ge= deih'. Du wollest deiner Güte Segen Auf alle treue Bürger legen, Daß. jeder dir gehorsam sei. 6. Des Heiligthumes Diener stärke Der Geist des Lichtes und der Kraft, Er, der zu ihrem Segenswerke Das Wollen und Vollbringen schafft. Der Lehrer Arbeit laß gerathen, Wenn sie mit treuer Hand die Saaten Der Weisheit und der Wohlfahrt streu'n. 64. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. ott ruft der Sonn' und schafft den Mond, Das Jahr darEr schafft es, daß man si= cher wohnt, Und heißt die nach zu thei= len. Zeiten ei len. Passionslieder. Er ord- net Jahre, Tag und Nacht; Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank er theilen! Nur 2. Herr, der da ist und der da war, Von dankerfüllten Zungen Sei dir für das verfloss'ne Jahr Ein heiz lig Lied gesungen! Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Nath, Für Fried' und Ruh', für jede That, Die uns durch dich gelungen. gib mir Kreuz und Leiden. stärke mit Geduld mein Herz, Und laß mich nicht in Noth und Schmerz Die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich In diesem Jahre wieder; Erbarme der Verlass'nen dich, Und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, Und laß dich, Gott, mit Heil und Rath Auf unsern König nieder. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, Daß du uns neu gegeben. Verleih' uns Kraft, denn sie ist dein, In deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst Der Men schen Glück, wenn sie zuerst Nach deinem Reiche streben. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit Auf seinem Stuhle throne, Daß Tugend und Zufriedenheit Jn unserm Lande wohne, Daß Treu' und Liebe bei uns sei: Dies, lieber Vater, dies verleih' In Christo, deinem Sohne. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, Des Lebens Rub' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, So Feu er tauft! Blut er= kauft. 49 5. Passionslieder. 65. Mel. Der am reus ist meine Liebe. en te dich auf uns her nie- der, Geist, der uns mit Al= le sind wir Chri- sti Glieder, Al le durch sein J Füll' mit Andacht un- sern Geist, Daß er sich der Welt ent- reißt, Und in Christo Ru- be fin de = 3 Für die 50 Passionslieder. pd schwere Last der Sünde. 2. Lehre selbst uns würdig feiern Jesu Christi Leidenszeit; Laß uns fenen Tag erneuern, Wo er sich dem Tod geweiht. Fülle mit der Wehmuth Schmerz Das zu ihm gewandte Herz, Und von deinem Strahl getroffen Steh' es heil'ger Rührung offen. 3. Laß den Mittler unsres Bundes Uns in seiner Schönheit seh'n. Laß die Reden seines Mundes Nicht vor uns vorübergeh'n. Führ' uns nach Gethsemane, Diesen Ort voll Angst und Weh', Wo die Todesnacht ihn schrecket, Und mit blut'gem Schweiß bedecket. 66. Mel. Herzliebster Jesu, was hast bu verbrochen. pred d err, stär= te mich, dein Lei- den zu beden- ken, Mich in ● 4. Zeig' uns ihn, den Weltverföhner, Unter seiner Mörder Schaar. Wie auf Erden keiner schöner, Keiner so verachtet war; Wie er unter Spott und Hohn, Unter seiner Dor= nentron', Geißelschläg'n und Todeswunden, So geduldig ward erfunden. 5. Ja, du heilige Gemeinde, Blick' zu deinem Haupt empor, Zum Erlöser, deinem Freunde, Den zum Retter Gott erfor. Welche Wonn' und Seligkeit Schafft die stille Leidenszeit! Sie entreißt dem Weltge= tümmel, Hebt den Geist empor zum Himmel. das Meer der Liebe zu ver- sen- ten, Die dich bewog, von al- ler Schuld des BB= sen Uns zu er lö= sen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Lob am Kreuz gehorsam werden, An unfrer Statt gemartert und zerschlagen Die Sünde tragen: 3. Welch' wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, Mein Herz erbebt, ich seh' und ich empfinde Den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Nächer alles Bösen, Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen: Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken Am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; Es beugt mich tief, und es erhebt mich wieder, Entsündigt mich, macht mich aus Gottes Feinde Zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, Ich liege hier vor dir gebückt im Staube, Verliere mich mit dankendem Gemüthe In deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken! Allein sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? Passionslieder. 8. Das Größt' in Gott ist Gnad' und Lieb' erweisen; Uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, Zu seh'n, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, Die Gnade steiget. 67. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. aß dei- nen Geist mich stets, mein Heiland, leh- ren, Dein Kreuz 51 9. Mein Herz ergreift, Herr, dein Verdienst im Glauben, Nichts soll den Trost, den du erwarbst, mir rauben. Du starbst für mich, nun bin ich, wenn ich sterbe, Des Himmels Erbe. im Glauben dank- bar zu ver- eh ren, Daß ich ge treu in JJ|| dem Be- ruf der Lie= be Mich christ- lich û= be. 2. Das Gute thun, das Böse flieh'n und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Könnt' ich zugleich das Böse mir erlauben, Und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich daz hin gegeben: Wie dürft' ich noch nach meinem Willen leben? Und nicht bielmehr, weil ich dir angehöre, 3u deiner Ehre? 4. Wie sollt' ich nicht des Lebens Kreuz und Plagen Mit stiller De muth und Geduld ertragen, Da du so viel für uns, die wir's verschuldet, Liebreich erduldet? 5. Wie sollt' ich meine Miterlösten hassen, Für welche du dein Leben selbst gelassen? Ich will für Alle, die mich untertreten, Gleich dir, noch beten. 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, Wenn man mich schilt, nicht rächend wiederschelten. Du Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, Schalt'st auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz, gleich deinem reinen Herzen, Dies ist der Dant für deine Lodesschmerzen, Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Na men, Dir nachzuahmen. 8. Welch' großes Heill du littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute, Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, Am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben, So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben, So werd' ich dort, von Herrlichkeit umgeben, Einst ewig Leben. 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, Jm Glauben kämpf', im Glauben wach' und bete: So ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, Als Jesus lebet. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, So schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; Und werd' ich matt im Laufe guter Werke, So sei's mir Stärke. 12. Seb' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden Ein Aergerniß und eine Thorheit werden: So sei's doch mir, trop alles frechen Spottes, Die Weisheit Gottes. 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken, So laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken. Dein Kreuz, das sei, wenn ich den Tod einst leide, Mir Fried' und Freude. 3* 52 S Passionslieder. 68. Mel. O bu Liebe meiner Liebe. e- fu, meines Lebens Leben, Du, mein Heiland, schlummerstein, Mir den größten Trost zu ge- ben, Der die See- le kann er- freu'n. Du, Ver- söh- ner, nei- gest mü- de Du, du stirbst! dein Tod ist Friede, Ruh' und Eh- re ist dein Grab. 2. Ruhe sanft im Schooß der Erde,| Segen Fließt aus deinem Tod mir Weihe du mein Grab mir ein, Daß zu! Führe du auf meinen Wegen auch mir die Hoffnung werde, Meiner Mich auch dieser Wonne zu. Ruhe mich zu freu'n. Ach, du hast nun ausgelitten, Wie noch nie ein Dulder litt, Hast den größten Sieg erstritten, Wie fein Sieger ihn erstritt. 3. Alle Früchte deiner Leiden, Deiz ner Siege sind auch mein, Jch soll aller deiner Freuden Froher Mitgenosse sein. Welche Wonne, welcher 4. So sei denn dein bitt'res Leiden Ewig unvergeßlich mir. Dankbar schlag' im letzten Scheiden Noch der letzte Pulsschlag dir. Dann soll mich die Hoffnung trösten, Dich, der für mich starb, zu seh'n, Und im Kreise der Erlösten Dir zur Rechten einst zu steh'n. Auf die Brust dein Haupt her ab, 69. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geübet. hei- lig sein. Le- ben weih'n. aß mir die Feier dei- ner Lei- den, Sie leb- re mich die Sünde mei- den Er- hab'- ner Mitt- ler, Und dir mein ganzes Ich seh' auf dich, der so entschlossen Für mich die Last des Kreuzes trug, Der mir zum Heil sein Blut ver gos- sen, = Deß Herz noch ster- bend für mich schlug. Passionslieder. 2. Wie seid ihr mir so lieb und theuer, Gethsemane und Golgatha, Ihr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe sah! Hier lern' ich jede Tugend üben, In Noth und Tod gelassen sein, Hier stärkt mein Herz sich, Gott zu lieben, Und selbst dem Todfeind zu verzeih'n. 3. D'rum in den stillsten meiner Stunden Will ich nach deinem Kreuze seh'n, Und dich, o Herr, für deine Wunden Mit tiefgerührtem Dank erhöh'n. O laß mich deine Huld ermessen, Mit der dein Herz die Welt umfaßt, Und nie im Undant es vergessen. Was du für mich erduldet hast. 53 4. Mir sollen diese Feierzeiten Der größten Liebe heilig sein, Still foll bein Kreuz mich stets begleiten, Und jede meiner Stunden weih'n. Dein Leiden sei mein höchster Segen, Dein Tod mein seligster Gewinn; Mein Herz schlägt dir voll Dank entgegen, Daß ich durch dich erlöset bin. 5. Bleibt mir zu allen Zeiten theuer, Gethsemane und Golgatha, Jhr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, Wo mein Erlöser litt und starb. uns, wenn wir auf dich vertrauen, Der uns die Seligkeit erwarb. Heil 70. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. Ent sagt den Fleisches- lü= sten, eg, Welt, mit dei- nen Freu- den Und dem, was dir gefällt! Schau' meines Je- su Lei den, Der sich zum Opfer stellt! Wie können wahre Christen 2. Ach, seht sein Seelenschrecken! Er zagt, er wird betrübt, Er muß den Zornkelch schmecken, Den ihm sein Vater gibt. Seht, wie er uns zu Gute Selbst mit dem Tode ringt. Und wie sein Schweiß mit Blute Ihm aus den Adern dringt! 3. Wie frech wird er verrathen! Man legt ihm Fesseln an! Ach, unfre Missethaten, Die haben dies gethan. Er lässet sich verklagen, Er wird verhöhnt, verspeit, Verspottet und geschlagen, Der Herr der Herrlichkeit. Der Herr trägt Qual und Pein: Sich eit ler Welt- lust freu'n? 4. Man schlägt im wilden Hohne Mit Geißeln auf dich zu; Du trägst die Dornenkrone, Du Himmelskönig, du! Du wirst an's Kreuz geheftet, Das du getragen hast; Doch, was dich mehr entkräftet, Ist unsre Sündenlast. 5. Wer hätte bei den Mördern Den Heiligsten gesucht? Den Segen zu befördern, Wirst du für uns verflucht. Die dich zu Boden treten, Dich schmäh'n in's Angesicht, Für die selbst willst du beten, Denn Rache tennst du nicht. 54 6. Dein Durst, o Lebensquelle, Geht auf mein Seelenheil; Du vingit mit Tod und Hölle, Das Leben: ist mein Theil. Du wirst von Gott verlassen, Damit er bei mir sei, Und weil du mußt erblassen, Bin ich vom Tode frei. Passionslieder. riff'nem Her- zen, er er to- ren, 71. Eigene Melodie. eht die Mut- ter dort voll Schmerzen, Seht, in tie- fen Gram ver= lo= ren, 7. Die Welt mag voller Freuden Den Weg zur Hölle geh'n: Ich will bei Jesu Leiden Und seinem Kreuze steh'n. O Jesu, deine Liebe Trieb dich in Tod und Grab; Ich sterb' aus gleichem Triebe Nun meinen Lüsten ab. 2. Was ist ohne ihn ihr Leben? Nein, sie können nicht erbeben, Dem Getreuen treu zu sein. Seiner Liebe Segen erben, Mit ihm leiden, mit ihm sterben, Ist für sie noch Trost allein. Zu des Sohnes Kreuze geh'n! Sei- nen Jün- ger bei ihr steh'n! 3. Er erkennet bald die Seinen, Hört ihr Klagen, sieht ihr Weinen, Sieht durchbohrt der Mutter Herz. In den letzten Kreuzesstunden Fühlt er nicht mehr eig'ne Wunden, Fühlt nur der Verlass'nen Schmerz. 4. Tröstend blicket er hernieder, Legt sein theures Erbe nieder, Gibt der Treue ew'gen Lohn. Weib, so spricht er, nicht mehr Mutter, Du bist dieses Jüngers Mutter, Du, mein Jünger, bist ihr Sohn. 5. Aller Erdensorg' enthoben Wendet sich sein Geist nach oben, Sieht erhellt die dunkle Nacht, Sieht am Ziel sein Wert verkläret, Steht den legten Kelch geleeret, Jesus ruft: es ist vollbracht! 6. Nein, nicht trostlos, nicht verlassen, Sah'n, Vollender, dich erblassen Sie, die du so treu geliebt. Weihe, Herr, auch unsre Herzen Durch dein Licht, das Freud' in Schmerzen, Himmelsruh' im Sterben gibt. Weinend mit zerDen vor Al= len 7. Deine Jünger, die mit Freuden Thränen trocknen, und im Leiden Den Bedrängten gern erfreu'n, Die, gleich dir, in eig'ner Plage Tröstend stillen fremde Klage, Können nie verlassen sein. 8. Wenn ich recht die Meinen liebe, Redlich sorge, Sanftmuth übe, Treu das Herz dem Freunde schlägt: Hab' ich schon die Hand gefunden, Die auf meine letzten Wunden Sanft der Liebe Balsam legt. 9. Treu der Heil'gung nachzujagen, Treu das Kreuz bir nachzutragen, Treu zu wirken vor der Nacht: Leuchtet dazu mir dein Leben, Wird dein Tod mir muth einst geben, Wenn mein Lauf nun ist vollbracht. 10. Ach, wie du zurück dann schauen Kann ich nicht, doch mit Vertrauen, Wenn das Herz nur treu mich heißt. Treue rühmet sich der Gnade, Spricht mit dir am letzten Pfade: Gott, empfange meinen Geist. 11. Ddu. der die Deinen kennest, Mutter, Bruder, Freund sie nennest, Du bist selbst ihr Trost und Theil, Bist ihr Freudenquell im Leiden, Bist ihr Schirm und Fels im Scheiden, Ewig, ewig dort ihr Theil. M eine Liebe hängt am Kreuz; Ich will ihn 2 Passionslieder. 72. Eigene Melodie. umfassen, Und nicht las- sen, Daß er durch sein theu- res Blut Ma che mich gerecht und gut. 2. Meine Liebe hängt am Kreuz;| mich tränken Sünde, Teufel, Höll' Was hang' ich noch an der Erde und Tod, Er erlöst aus aller Noth. Mit Beschwerde? Wäre nur die Welt doch mir Und auch ich gekreuzigt ihr! 3. Meine Liebe hängt am Kreuz; Ich will seiner stets gedenken, Wenn ● 73. Mel. Christus, der uns selig macht. 55 da= selbst -04. Meine Liebe hängt am Kreuz; Darauf will ich fröhlich sterben, Und ererben, Was mein Gott mir hält bereit In der ew'gen Seligkeit. hilf, Christe, Got- tes Sohn, Durch dein bitt'res Lei= den, Daß wir, dir stets un- ter- than, All' Un tugend meiden, 닝 Dei- nen Tod und sein' Ur- sach' Frucht- bar- lich bedenken, Da- für, wie- wohl arm und schwach, Dir Dank- op- fer schenken. 74. Mel. Der am Kreuz ist meine Liebe. range, Welt, mit deinem Wis- sen, Ich kann deine Weisheit mis- sen, Das du jetzt so Die mich doch nicht 56 hoch ge- bracht. se lig macht. Passionslieder. Mei- nes Jesu Kreuz und Pein Soll mein liebstes V Wis- sen sein; Weiß ich das im wah- ren Glauben, Wer will mir den Himmel rau-ben? 2. Andre mögen Weisheit nennen, Was hier in die Augen fällt, Ob fie gleich den nicht erkennen, Dessen Weisheit alles hält: Mir soll meines Jesu Pein Meine Kunst und Weisheit sein; Das Geheimniß seiner Liebe Ist die Schul', da ich mich übe. 3. Andre mögen ihre Sinnen Schärfen durch Verschlagenheit, Daß fie Lob und Ruhm gewinnen Bei den Großen dieser Zeit. Ich will meines Heilands Schmach Ganz alleine denken nach; Christen will es nicht geziemen, Daß sie sich des Eitlen rühmen. 4. Andern mag es wohl behagen, Wenn sie hurtig und geschickt Große Schätze sich erjagen, Und wenn ihnen Alles glückt. mein Reichthum, Glück und Theil Jst der armen Sünder Heil; Dieses weiß mein Herz zu finden, und die Welt zu überwinden. liebste Wissenschaft, Ach, beweise deine Kraft, Daß ich einzig an dir hange, Und nichts außer dir verlange. 6. Weiß ich keinen Trost auf Erden, Klagt mich mein Gewissen an, Will mir angst und bange werden, Ist nichts, das mir helfen kann, Drückt mich des Gesetzes Joch: So laß mich bedenken doch, Daß du hast mit deinem Blute Gnad' erlanget mir zu Gute. 7. Ach, mein Jesu, pflanze weiter Dieses Wissen in mein Herz; Sei mein treuer Freund und Leiter, Und laß deines Todes Schmerz, Deine schwere Kreuzespein Mir stets in Gedanken sein. Du hast sie mir wollen schenken, Daran laß mich ewig denken. 8. Endlich, wann des Todes Grauen Alles Wissen von mir treibt, So laß meine Augen schauen Diesen Trost, 5. Ei so komm, mein wahres der ewig bleibt. Jesu Leiden, Kreuz Leben, Komm und unterweise mich, und Pein Soll mein letztes Wissen Dir will ich mein Herz ergeben, Daß sein. Jesu, hilf mir dies vollbrines wisse nichts als dich. Theure, gen, So will ich dir ewig singen. 75. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. oll Liebe war, o Herr, dein Leben, Von Lie be Zum Opfer dich für uns zu ge= ben, War dei nes zeug= te je de That. = Va ters heil'ger Rath; Passionslieder. M ਕੈਡ Ihn zu vollzieh'n mit will'gem Her- zen, Be- tra- test du den Weg der Schmerzen, Und gingst in tau- sendtest deine schwa- chen Freun- de, 2. Liebe, Liebe sonder Gleichen, Wie göttlich groß, wie wunderbar! Kein Sterblicher kann dich erreichen, Und keiner aus der Engelschaar! Des ew'gen Vaters Thron verlassen, Um hier am Kreuze zu erblassen, und uns vom Tode zu befrei'n, Des Himmels unnennbare Freuden Vertauschen mit der Erde Leiden: Kann eine Liebe größer sein? 3. Wer diese Liebe kennt, der bete Sie mit der tiefsten Ehrfurcht an. Wir wollen deiner Todesstätte, O Herr, uns gläubig dankbar nah'n. Hier steh'n wir unter deinem Kreuze, Jesu Christ. Daß uns dein hohes Vorbild reize, fa- che Noth; Warst voll Erbarmen ge- gen Feinde, Du lieb76. Mel. Da Jesus an dem Kreuze stand. 57 Und liebtest fie bis in den Tod. zu thun, was Liebe uns gebeut. Du lehrst uns, ohne Droh'n und Klagen Die Lasten unsrer Brüder tragen, Wir sind zu folgen dir bereit. 4. Das Herz zur Liebe zu entzünden, Blick' ich hinauf nach Golgatha; Der Kränkung Schmerz zu überwinden, Erwäg' ich fromm, was dort geschah. Auch meine Feinde will ich lieben, Der Brüder keinen je betrüben, Für welche du gestorben bist. Auch unter Opfern und Beschwerden Will ich des Nächsten Helfer werden. Hilf mir dazu, Herr J it tiefer Ehr- furcht beste ich; Am Kreuzesstamme seh' ich dich Mich tief zu Her- zen fassen. Für mei- ne Schuld er- blassen. Laß dei- ner Wor- te Gottes- kraft Univ.- Bibl. Giessen 58 2. Dich traf der Feinde Hohn und Spott, Da flehtest du: vergib, o Gott! Du willst der Sünder Leben. Mich rege deiner Liebe Macht, Dem Feinde zu vergeben. 3. Noch heute sollst du dich erfreu'n, Mit mir im Paradiese sein, Sprachst du zum Sünderherzen. Sprich auch zu mir dies sel'ge Wort In meinen Todesschmerzen. 4. Sieh', Mutter, sieh', da ist dein Sohn! Ich bin des Jüngers großer Lohn. welcher Trost im Leide! Gedenke, Herr, der Meinen auch, Wenn ich von hinnen scheide. 5. Wie flehtest du für meine Ruh': Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich, deinen Sohn, verlassen? In Todesqualen liebst du treu, D'rum will ich dich umfassen. 6. Mich dürftet! rufst du in dem Schmerz; Nach mir verlangt bein brechend Herz, Ich falle dir zu fü& Passionslieder. 77. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 2 ihrer Kinder; al= ler Sün- der; ßen. Laß, Herr, wenn meine Zunge Lechzt, Mir deinen Trostquell fließen. 7. Es ist vollbracht! so sprach dein Mund, Versiegelt ist der neue. Bund, Errungen ist mein Erbe. Ich singe froh: es ist vollbracht! Wenn ich mit dir einst sterbe. 8. Ruf mich zu deinen Sieges= höh'n, Daß ich mit dir kann freudig fleh'n An meinem letzten Ende: S Vater, dir befehl' ich nun Die Seel' in deine Hände! 9. Wo flieh' ich hin, wenn Alles weicht, Wenn sich mein Tag des Lebens neigt? Zu dir, zur Gnadenpforte! Zum Himmel führest du mich ein Durch deine letzten Worte. 10. Wenn sich mein Pfad in Nacht verliert, Mich deine Hand in Tiefen führt, Den Glauben zu bewähren, Dann laß der letzten Worte Licht Mir meine Nacht verklären. in Lamm geht hin und trägt die Schuld Es geht und bü- ßet in Ge= duld # Der Welt und Die Sün- den Es geht da hin, wird matt und krank, HJ Und gibt sich auf die Marter- bant, Ent- sa- get al- len Freu- den; Es bul- bet willig Hohn und Spott, Angst, Wun- den, Strie- men, || Kreuz und Tod, Und spricht: ich will's gern lei= den. 2. Dies Lamm ist Jesus, unser| 3um Sündentilger wählen. Sohn, Freund, Der Heiland unsrer Seelen, Den wollte Gött, der Sünde Feind, sprach er, nimm dich derer an, Die über sich im blinden Wahn Selbst Passionslieder. 59 Schuld und Strafe brachten. Die| 7. Wohlan, mein Herz, so öffne Schuld ist schwer, die Strafe groß, dich, Dir soll ein Kleinod werden. Doch du vermagst es, mache los, kein Schaß wie dieser findet sich Die tief im Elend schmachten. Im weiten Schooß der Erden. Weg. 3. Ja, sprichst du, und von Her- Ehr' und Lust der eitlen Welt! Was zensgrund, Leg' auf, ich will es mich erfreut, was mir gefällt, Hat tragen, Mein Wille hängt an dei- nun mein Herz gefunden. Dies ist nem Mund, Mich magst du für sie mein Schatz und höchstes Gut: Vers schlagen! O unerhörte Liebesmacht, söhnung, Jesu, durch dein Blut, Daß Gott, was nie ein Mensch ge- und Heil aus deinen Wunden. dacht, Uns seinen Sohn gegeben! Liebe, Liebe, du bist groß! Du sentest den in's Grabes Schooß, Vor dem die Felsen beben. 8. Dies Heil will ich mir allezeit Jm Herzen tief erwägen. Es sei mein Schild in allem Streit, m Mangel reicher Segen. Es leuchte in der Nacht mir hell, Jn Wüsten sei's mein Lebensquell, Beim Hunger Seelenspeise, In Freuden sei's mein höchstes Glück, Zum Himmel leit' es meinen Blick Auf meiner Pilgerreise. 4. Du führest ihn zum Kreuzesstamm, Damit wir Gnade finden, Du läßt ihn schlachten, wie ein Lamm, Zum Opfer für die Sünden. Für Alle stirbt er, auch für mich Ergießt sein theures Leben sich In milden Strömen Blutes. Lamm Gottes, o wie soll ich dir Genug es danken, daß du mir Erzeigest so viel Gutes? 5. Mein ganzes Leben will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen; Dich will ich stets, gleichwie du mich, Mit treuer Lieb' umfassen. Du bist mein Trost, du bleibst mein Licht, Selbst wenn mein Herz im Tode bricht, Sollst du mein Leben blei ben. Ich will mich dir, mein Höchster Rubm, Hiemit zu deinem Eigenthum Auf ewig nun verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieblichkeit Bei Nacht und Tage fingen, Mich selbst auch dir zu aller Zeit Zum Freudenopfer bringen. Mein Lebensquell soll sich nur dir Und deinem Namen für und für Jn Dankbarkeit ergießen; Und was du mir zu Gut' gethan, Das will ich stets, so gut ich kann, In mein Gebächtniß schließen. M 9. Was schadet mir des Todes Gift? Du, Heiland, bist mein Leben. Ob auch die Trübsalsgluth mich trifft, Dein Kreuz muß Schatten geben. Zieht auch das Wetter um mich her, Mag auf dem tiefbewegten Meer Mein Lebensschiff oft schwanten: Du bist mein Anker in der Fluth, Du stärkst mich durch dein theures Blut, D'rum kann ich nimmer wanken. 10. Wenn endlich ich soll treten ein In deines Reiches Freuden, Werd' ich durch dich, Herr, selig sein, Durch deine Todesleiden. Dann reichst du mir die Ehrenkron', Mit welcher ich will zu dem Thron Des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, Auf den im Leben ich gebaut, Geschmückt zur Seite stehen. 78. Mel. Herr Gott, nach deiner großen Gütigkeit. ein Lebensfürst, mein aus- er- tor'nes Theil, Wie kann ich H g'nug in E- wig- keit er- ken- nen Die Liebes- gluth, dar- in du 60 Passionslieder. !!! wolltest brennen, Und öffnen mir den Weg zum wah- ren Heil? O daß mein Herz so schmel- zen möcht', wie du, Und dir in vol- ler Dank- barkeit zu- fließen, Dir dann die Früchte wie= der bringen zu, Die mir aus dei- ner To- des- angst ent- sprie- ßen! 2. Du hobst dein Leiden an in| fangen. Ach, ohne dich würd' ich gedunkler Nacht, um mir die Nacht fangen sein; Es würde ja der Hölle der Sünden zu zertheilen. Ich sehe finst're Schaar Als ein verlor'nes dich aus Salems Pforten eilen, Und Schäflein mich verschlingen, Hätt'st mir des Himmels Pforten aufgez du dich nicht dem Wolf gestellet dar, macht. Du schwebst dahin durch Als Hirte seinen Raub ihm abzu= Kidrons schwarzes Thal, Um aus zwingen. dem Schlamm der Sünden mich zu heben. Am Delberg wartet auf dich Angst und Qual, Um deines Friedens Delzweig mir zu geben. 3. Jm Garten ward die Todes frucht gepflückt, Im Garten ward das höchste Gut verloren; Und du hast einen Garten dir erkoren, Wo du der Strafe Gottes mich entrückt. Hier wurdest du in Traurigkeit versenkt, Mit Furcht und Schrecken um und um befangen, Daß ich von Allem, was mich nagt und kränkt, In deiner Angst Befreiung möcht' erlangen. 6. Du ließest deinen anmuthsvollen Mund Mit einem schnöden Judastuß beflecken, Um meines Herzens Falschheit zu bedecken, Und deine Felsentreu' zu machen kund. Die Jünger flohen, denn du wollt'st allein, Ohn' allen Trost, des Zornes Kelter treten Für die, die sonst in steter Höllenpein Von dir verbannt ju sein verdienet hätten. 4. Der Lebensjaft zerbrach der Adern Band, Und brang mit Macht durch alle deine Glieder. Du santest in den Staub der Erde nieder, Wardst als ein Wurm bedeckt mit Blut und Sand; Sonst müßt' ich vor der Hölle Qual und Macht In Todesangst und rettungslos erbeben; Ich läge in des Abgrunds tiefster Nacht, Dem ewigen Gerichte über geben. 5. Der Uebelthäter Schaar dringt auf dich ein In großem Grimm, mit Fackeln, Schwert und Stangen, Ein einzeln unbewehrtes Lamm zu 7. Man stellte dich vor's scharfe Blutgericht, Die falschen Zeugen brachten ihre Klagen, Und du hast nicht ein Wort d'rauf wollen sagen, Weil ich auf tausend konnt' antworten nicht. Ich hatte deines Namens Heiligkeit Mit Mund und That vers lästernd Hohn gesprochen: D'rum wurde dir in Ungerechtigkeit Als einem Lästerer der Stab gebrochen. 8. Die Backenstreiche, die die böse Nott' Mit Speichel mischte, die hatt' ich verschuldet; Du hast die allerherbste Schmach erdüldet, Sonst wär' ich worden aller Teufel Spott. Vornehmlich hat man deines Lehramts Ehr', mein Prophet, recht freventlich verhöhnet, Daß die Verachtung deiner Gnadenlehr', Die ich begangen, möchte sein versöhnet. Passionslieder. 61 9. Hat Petrus dreimal dich aus den Fluch von mir zu heben, Das Furchtsamkeit Verleugnet, und da mit dein Herz durchstochen: Ach, wie viel öfter hab' ich Treu' gebrochen! Doch ist es mir, o Herr, wie Petro leid; Und darum hast du den treulosen Knecht Beständig noch zu lieben fortgefahren. Ach, bring' mich auch, wenn ich verirrt, zurecht, Laß deinen Geist dies schwache Rohr bewahren. Holz, das mir sollt' Lebensfrüchte geben, und unter seinem Schatten schaffen Ruh'! Du Himmelszierde, du hängst nackt und bloß, Um meiner Nacktheit Schande zu bedecken; Du wirst zum Scheusal für mich Erdenklos, um von dem Sündendienst mich abzuschrecken. 10. Man schleppt dich frühe vor Pilatus Haus. Weil du auch willst für Unbeschnitt'ne leiden, So gibt man dich an Sünder aus den Heiz den. Man schreit als einen Aufruhrstifter aus Dich, Friedensfürst, den König aller Welt! Herr, ich bekenn' die Schuld, ich war verloren, Weil ich mich deinen Feinden zugesellt, Und meine Lust zum König hatt' erkoren. 15. Du bist, du schauervolles Golgatha, Das Trau'rgerüste, d'rauf der Schöpfer litte, Der Kampfplaß, da der Weibessame stritte, Der Schauplatz, da man's höchste Wunder sah. Hier hänget aller Opfer Gegenbild; Der Bürge zahlet hier den letzten Scherfen, Hier wird durchbohrt mein ein'ger Glaubensschild Vom Pfeil, den Gottes Zorn auf mich wollt' werfen. 16. Der zwischen Erd' und Himmel Frieden schafft, Hängt als ein Scheusal zwischen Luft und Erden. Sollt' ich der Engel Mitgenosse werEr mußte zwischen Mördern verhaft't. Sein ganzer Rock und sein geviertheilt Kleid Zur Beute ward den Knechten überlassen; So sollt' das Kleid der Blutgerechtigkeit Die Welt in allen Theilen ganz umfassen. 17. Des Bundes Blut erwies die erste Kraft Am Schächer, der noch in den letzten Stunden Durch wahre Buß' und Glauben Gnad' gefunden. Für alle Sünden war nun Rath geschafft. Doch ist aus Tausend Einem dies gescheh'n, So ist dem sichern Fleisch nichts eingeräumet; Der andre Schächer muß zu Grunde geh'n, Weil er die rechte Gnadenzeit versäumet. 11. O Unrecht, daß man dich mit Barrabas, Dem Mörder, auf die Wagschal' durfte segzen! Oden: Greuel, daß man dich durft' schlim- sein mer schätzen! Raferei! o mehr als Kains Haß! Doch warum zürn' ich mit der Juden Wuth? Bin ich nicht selbst so arg und blind gewesen, Da ich elenden Dampf für's höchste Gut, Da ich den Tod für's Leben auserlesen? 12. Das Mordgeschrei, das an den Himmel stieß, War nicht so schwer, als meine Sünden riefen. Die Ströme Blut's, die dir vom Leibe triefen, Da dich Pilatus scheußlich geißeln ließ, Sind mir zum Spiegel der blutrothen Schuld, Der Höllenstreiche, die du hast empfunden, Da du für mich gelitten in Geduld, Daß ich genesen möcht' durch deine Wunden. 13. Der Ehrenkönig trägt ein Purpurkleid, Damit ich möcht' in reiner Seide glänzen. Den blut': gen Scheitel müssen Dornen kränzen, zu schenken mir den Kranz der Herrlichkeit. Man tritt den Glanz der höchsten Majestät Durch spöttisch Krönen freventlich mit Füßen, Weil ich sonst ewiglich verdienet hätt', Als Frevler wider Gottes Kron' zu büßen. 14. O Gottes Lamm, wie wil lig trägest du Das Fluchholz, um 18. Der Tag ging Jesu unter, und mir auf. Dem Sonnenschöpfer will kein Licht mehr scheinen, Der Helfer muß als ein Verlass'ner weinen, Sein Angstgeschrei hemmt der Geschöpfe Lauf. Wer zittert nicht? Der Löw' aus Juda brüllt! Den Sohn der Liebe trifft des Vaters Ruthe! Was Wunder, daß sich die Natur verhüllt? Seelenlicht, was trägst du mir zu Gute! 19. Nun weiß ich, daß die Macht Finsterniß Zerstöret ist; muß ich schon rathlos gehen Durch dunkle Thäler, und verlassen stehen Von 62 allem Trost, so bin ich doch gewiß: Die Sonne muß vorher, von Gluth und Schein Beraubet, in des Abgrunds Kluft sich senken, Eh' ich von Jesu werd' geschieden sein, Und eh' er nicht wird meiner mehr gedenken. Passionslieder. 20. Du wirst, o Lebensborn, vor Durst verzehrt, Kaum ist ein Tröpflein Essig, dich zu laben: Und alle Ströme deiner Himmelsgaben Sind meinem Durst im Ueberfluß beschert. Du gibst dein Leben endlich in den Tod, Dringst durch den Tod in's Paradies zum Leben, Um mir in meiner letzten Todesnoth Aus freier Gnad' die Lebenstron' zu geben. 21. D'rum soll, so lang' ein' Ader in mir schlägt, Mein Herz dein Kreuzesbildniß in sich schließen, Mein Mund in Lobgesängen sich ergießen, Mein Alles sein zum Opfer darge: legt. Die Sünde, die dir solche Gentnerlast Hat aufgebürdet, will ich stets verfluchen, Und was du für mich b abgetragen hast, Mit treuer Liebe zu vergelten suchen. 22. Die Seite, die dir ist mit einem Speer Durchstochen, soll mir sein zur Zufluchtskammer, Darin ich mich fest an dein Herze flammer', Wenn Belial mich sagt mit seinem Heer. Dein Blut mir stets ein offner Brunnen sei, In dessen Abgrund sich die Schuld verliere. Schenk' deines Geistes Wasser mir dabei, Der mit dem Schmuck der Heiligkeit mich ziere. 23. Kommst du mit Blut und Wasser dann zu mir, Ich will dir Blut und Wasser wieder bringen. Ich will nun durch den offnen Vorhang dringen, Mich nahen in Freimüthigkeit zu dir. Ich will in meiner letzten Todesnoth Des Blutes Kraft, des Geistes Pfand, anrühren, Dein Blut wird mich befrei'n vom ew'gen Tod, Wird mich verklärt in's Himmelserbtheil führen. 79. Mel. Herr Jefu Chrift, mein's Lebens Licht. err Jesu Christ, dein theures Blut Ist mei- ner See- len J höchstes Gut, Das stärkt, das labt, das macht allein Mein Herz von al= len Sün- den rein. Lebenskraft. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein| gebung schafft, Gibt mir auch neue Ehrenkleid, Dein' Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott besteh'n Und zu der Himmelsfreud' eingeh'n. 3. Jesu Christe, Gottes Sohn, Mein Trost, mein Heil und Gnadenthron, Dein Blut, das mir Ver4. Herr Jesu, in der letzten Noth, Wenn mich schreckt Teufel, Höll' und Tod, So laß dein Blut mein Labsal sein, und mache mich von Sünden rein. 1 Passionslieder. 80. Mel. Wer nur ben lieben Gott läßt walten. nimm mich mit. keinen Schritt; u gehst zum Garten, um zu be- ten, treu- er Je- su, Laß mich an dei- ne Sei- te tre- ten, Jch wei- che von dir Und sehen will ich's andachtsvoll, Wie man 63 im Glau- ben be- ten soll. 2. Du gehest zitternd und mit wille, Stets also thun, wie du geZagen, Und bist bis in den Tod than. Hilft Gott nicht gleich, wenn betrübt. Ach, dieses soll an's Herz ich gefleht, Will ich doch halten am mir schlagen, Mir, der viel Sünden Gebet. ausgeübt. Du willst es, daß ein Herz voll Reu' Mein Anfang zum Gebete fei. 7. Dein Wille senkt sich in den Willen Des allerbesten Vaters ein. So soll auch mein Gemüth fich stillen, Dann wird mein Fleh'n erhöret sein. D'rum bet' ich in Gelassenheit: Was mein Gott will, gescheh' allzeit. 8. Obgleich die Jünger dein vergeffen, Du dentist an sie mit treuem Sinn, Und ob dich alle Martern pressen, Voll Sorge gehst du dreimal hin. Mein Beten bleibet ohne Frucht, Wenn es des Nächsten Heil nicht sucht. 9. Den frommen Betern wird's ge= lingen; Es hörte Gott dein heißes Fleh'n, Und sandte, Stärkung dir zu bringen, Den Engel von des Himmels Höh'n. Auf gleiches Beten folgt auch mir Der gleiche Segen, Herr, wie dir. 10. D'rum hilf mir, Jesu, so zu beten, Wie mich dein heilig Vorbild lehrt; So kann ich frei zum Vater treten, So werd' ich stets von ihm erhört, So geh' ich betend himmelein, Und will dir ewig dankbar sein. 3. Die Jünger müssen ferne bleiben, Du suchst die stille Einsamteit. O hilf mir, Alles zu vertreiben, Was im Gebet mein Herz zerstreut. Fern sei die Welt, nimm mich allein, Und laß nur uns bei sammen sein. 4. Du wirfst dich knieend hin zur Erden, Fällst nieder auf dein Angesicht. So soll die Demuth sich geberden, wenn sich das Herz mit Gott bespricht. Tief beug' ich vor ihm meinen Sinn, Ich, der ich Staub und Asche bin. 5. Man sah dich in den tiefsten * Schmerzen Als Sohn zu deinem Vater fleh'n, Ach, laß auch mich mit Kindesherzen Zum lieben Vaz ter aufwärts seh'n. Ich halte mich getrost an dich, Und rufe: Vater, höre mich! 6. Lamm Gottes, o wie bist du stille, Hältst in der Bitte dreimal an: Ich soll, das ist dein Liebes 64 Paffionslieder. 81. Mel. An Wasserflüssen Babylon. o gehst du, Jesu, wil- lig- lich, Dein Lei- den an zu- tre- ten, Mit hei- ßen Thränen auch für mich zu kämpfen und zu besten. Du, der du nichts ver- brochen hast, Gehst hin, um al- ler Sünden Last Jidd addə Auf dich allein zu la- den. Da schon das Schwert ge- zü- cket war, J Stellst du dich seinen Streichen dar, Da- mit sie uns nicht schaden. 2. Du Held, der Andern Stärke| müßt' ich ja Ohn' allen Trost versinken. gibt, Was kann dich so erschüttern? Und da kommst du, daß du ihn stillst, Ach, seine Seele wird betrübt, Des Sohn Gottes, du, du selber willst Helden Glieder zittern. Ach, hinge- Den ganzen Zornkelch trinken. funken auf die Knie', Arbeitet er in schwerer Müh', Und kämpfet im Gebete. Er wünscht den bangen Kampf verkürzt. Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt? O schaudervolle Stätte! 3. Gott, wie bist du so wunderbar In allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel muß sogar Den Herrn vom Himmel stärken. Er ringt, von seinem Angesicht Träuft Schweiß, ach, wer entsetzt sich nicht? Für Schweiß träuft Blut zur Erden! Der du in reinster Unschuld prangst, Wie konntest du von solcher Angst, O Herr, bestürmet werden? sten hat Für mich sich richten lassen. 5. Heil mir! der Sohn des HöchGott, welch' ein wundervoller Rath! Wer kann dein Thun doch fassen? Ach, da uns Fluch und Strafe droh'n, Da richtet Gott für uns den Sohn, Den er uns selbst gegeben. Nun jauchze, Seele, Du kommst nicht In Gottes schreckliches Gericht, Du dringst hindurch in's Leben." 4. Ach Herr, der Sündenknecht war rich, Jch sollte Blutschweiß schwitzen! Es sollten billig nur auf mich Der Rache Wetter blitzen. Ich Armer, wie entränn' ich da? Vor Gottes Zorne 6. Doch denk', um welchen theuren Preis Dein Heiland dich erkaufet; Für dich rang er im Todesschweiß, Für dich mit Blut getaufet! Ach, Seele, sorge, daß dich nie Die Sünd' in ihre Neße zieh', Nichts deine Treu' erschütt're. Reizt dich das Fleisch: ach, höre nicht! Schau' hin in's furchtbare Gericht, Das Jesum traf, und zitt're. 82. Mel. Wenn meine Sünd' mich kränken. JJ in an dein Kreuz zu tre- ten, Versöh- ner, stär- te mich! Dich gläu- big an zu= be- ten, Sehnt mei- ne See- le sich. Passionslieder. Laß mich mit Zittern und Vertrau'n, Was du für uns er= lit- ten, In heil' ger Andacht schau'n. 2. Des großen Mittlers Seele Jst| Gebet: Sie wissen nicht, was fie bis zum Tod betrübt. So innig, begeh'n, Vergib, o Vater, ihnen! meine Seele, Hat Jesus dich geliebt! War auch für euch sein Fleh'n. In heißen Nengsten schwebt er ba, Mit unsrer Schuld beladen, Dem Opfertode nah'. 6. Jhr, eurer Brüder Feinde, O schlagt an eure Brust, Und werdet Menschenfreunde, Verdammt der Rache Luft. Vergeltet euren Hassern nie, Selbst denen, die euch fluchen, Vergebt, und segnet sie. 3. Fallt nieder, bebt, ihr Sünder, Verhüllt das Angesicht! Jetzt ist für Adams Kinder Der Mittler im Gericht. Wer nun der Sünden Greu'l nicht haßt, Häuft auf den Tag des Bornes Sich selbst des Zornes Last. 4. Es präge eurem Herzen Sich tief und träftig ein: Der Preis so vieler Schmerzen Soll eure Rettung fein. O nehmt an seiner Gnade Theil, Erkennet seine Liebe, Verwerft nicht euer Heil. ( S 5. Vernehmt es auch, ihr Spötter, Die ihr den Mittler schmäht; Kommt her zu eurem Retter, Ach, höret sein de= cket, schre- cket. 65 7. Noch währen feine Qualen, Noch trägt er unsre Schuld; Er trinkt die vollen Schalen Des Leidens mit Geduld. So hoch hat Gott die Welt geliebt, Daß in den Tod am Kreuze Er seinen Sohn uns gibt. 8. Vor deines Todes Schrecken Erblaßt der Sonne Licht, Und Finsternisse decken Tes Himmels Ange= sicht. Nun finkt er in des Todes Nacht, Erbarm', o Herr, dich unser! Er stirbt: es ist vollbracht! 83. Mel. O Lamm Gottes, unschuldig. H r= löser, der im Stau- be Mit Angstschweiß lag be Dein tröste sich mein Glau- be, Wenn Tod und Sünd' mich Jill Dein tiefer Schmerz, dein kla- gen, Dein To- des= kampf, dein 3a= gen Sei mei- ne Ru- he, Herr Je= fu! 2. Du littest ganz unschuldig Von| sanftem stillem Herzen. Dein Geist Frevlern Schmach und Schmerzen, soll uns beleben zu dulden, zu verUnd trugst sie doch geduldig Mit geben, Wie du zu lieben, Herr Jesu. 66 Passionslieder. 3. Am Kreuze hingst du kläglich| du uns geachtet. Er schreck' uns ab Gemartert und verschmachtet. Dein von Sünden, Er müss' uns dir verTod belehr' uns täglich, Wie hoch binden 3u stetem Danke, Herr Jesu. M 84. Mel. Chriftus, der uns selig macht. ein Er- lö- ser, Got- tes Sohn, Der du für mich lit= test, Und auch auf der Him- mel Thron Jetzt noch für mich bit= test: f Welche Wohl- that ist für mich Dein ver- söh- nend Lei= den! O wie preif' ich wür- dig dich, 2. Unermess'ne Herrlichkeit War dir, Herr, gegeben, und du konntest jederzeit Voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! Daß ich selig würde, Uebernahmst du in Geduld Schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat Noch Vergebung finden, Denn du starbst nach Gottes Rath Auch für meine Sünden. Unsre Strafe trugest du, Uns vom Fluch zu retten, Daß wir im Gewissen Ruh', Mit Gott Frieden hätten. 4. Was ein neues Leben schafft Und zur Bess'rung leitet, hat uns deines Leidens Kraft Und dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun Mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich auf's Todesthal Noch mit Freuden sehen, Und zu jener Welt einmal Ohne Schrecken gehen. Du, Herr, hast aus aller Noth Rettung mir errungen, Und durch deinen Kreuzestod Meinen Tod bezwungen. Ur- sprung meiner Freu- den? 6. Herr, was bin ich, daß du mein So dich angenommen? Laß. die Frucht von deiner Pein Nun auch auf mich kommen. Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, Du hast sie in Händen, Was du mir zum Heil verschafft, Gläubig anzuwenden. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz Mich mit Muth beleben, Standhaft jedem Sündenreiz Hier zu widerstreben. Treib' mich mächtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen, Was ich Unrecht je gethan, Innig zu bereuen. 8. Drückt mich meine Sündennoth, Straft mich mein Gewissen, dann laß aus deinem Tod Mich den Trost genießen, Daß du auch für meine Schuld Büßend bist gestorben. Daß du Gnade hast und Huld Mir bei Gott erworben. 9. Stärke mich durch deinen Tod Auf die letzten Stunden. Wie du deine Todesnoth Siegreich überwuns den: O, so hilf dazu auch mir, Laß mich fröhlich scheiden, Herr, so dank' ich ewig dir Für dein bitt'res Leiden. Passionslieder. 85. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. u, dessen Au- gen flos- sen, Sobald sie Zi- on sah'n Zur Fre- vel- that ent- schlos- sen Sich sei- nem Fal- le nah'n, Wo ist das Thal, die Höhle, Die, Je su, dich ver- birgt? = Ver- fol- ger sei- ner See le, Habt ihr ihn schon er- würgt? 2. Welch ängstlich banges Klagen Hörst du, Gethsemane? Wer ist der Mann der Plagen, Der langsam Sterbende? Es ist das Heil der Sünder, Der Mittler für die Welt, Der, statt der Menschenkinder, Hier in's Gericht sich stellt. 3. Seht, wie er tief im Staube Bedeckt mit Angstschweiß liegt, Und doch sein starker Glaube Jm heißen Kampfe fiegt! Schon naht die freche Rotte, Die kein Erbarmen rührt, Die unter Hohn und Spotte Jhn zu dem Nichtstuhl führt. V 67 4. Sein Volk im wilden Grimme Erweicht sein Anblick nicht, Und nicht des Mitleids Stimme, Die aus dem Heiden spricht. Mit frechem Hohngelächter Ruft ihre blinde Wuth: Auf unsre Söhn' und Töchter Komm', wie auf uns, sein Blut! 5. Sie häufen seine Plagen Noch auf der Todesbahn. Er wird an's Kreuz geschlagen, Seele, bet' ihn an. Ihn höhnt in Wort und Mienen Sein Volk bei seinem Schmerz. Er ruft: vergib es ihnen! In Liebe bricht sein Herz. 6. Bald nahet sich sein Scheiden, Des Todes stille Nacht. Nun enden seine Leiden, Er stirbt, es ist vollbracht. Es hat nun überwunden Aus Juda's Stamm der Held, Versöhnung ist gefunden Für die gefall'ne Welt. 7. Der du zum Heil der Sünder Dein Haupt am Kreuz geneigt, Du Freund der Menschenkinder, Hier liegen wir gebeugt. Dir danken wir im Staube, Dir, der uns Heil gewann, Dich preis't der Deinen Glaube, Nimm unser Opfer an. 86. Mel. Wenn meine Sünd' mich fränken. ਧਾਰਕੀ ge rij- sen Ver- leug= net Petrus dich; Bald straft ihn sein Gewis- sen, Da weint er bit- ter- lich. on Furcht da= hin Dein Blick, o Je- su, rührt sein Herz, Er fleht zu dir um Gna- de, 68 Passionslieder. Und du stillst seinen Schmerz. 2. Betrübt ist meine Seele, Mit Reu' und Schmerz erfüllt; Wenn ich es auch verhehle, Dir ist es doch enthüllt. Bekennen will ich es vor dir: Oft hab' ich dich verleugnet, Vergib, vergib es mir! 3. Du hast sogar dein Leben, Zum Segnen stets bereit, So willig hingegeben Für meine Seligkeit. Wie undankbar, wie schwach war ich, Daß ich den Haß der Sünder Mehr fürchtete als dich! 4. Ich seh' jezzt, ich empfinde Die Größe meiner Schuld. Vergib mir meine Sünde Nach deiner großen Huld. Voll Mitleid sah'st du Petrum an, Der reuig vor dir weinte: Auch mich sieh' gnädig an! $ H 87. Eigene Melodie. 5. Laß dieses Herz voll Reue Den Bund mit dir erneu'n, Dir Folgsamkeit und Treue Und festen Glauben weih'n. Dich zu verleugnen, Gottes Sohn, Das fürchte meine Seele Weit mehr, als Qual und Hohn. 6. Bewahr' ich deine Gnade, Folg' ich dir standhaft nach: Wer ist, der dann mir schade? Was fürcht' ich Hohn und Schmach? Der Spötter mag mich hier verschmäh'n, Einst wird er mich mit Ehren Vor dir verherrlicht seh'n. 7. Von dir soll nichts mich trennen, Dich will ich frei und gern vor aller Welt bekennen, Dich, meinen Gott und Herrn. Dann tret' ich freudig vor Gericht, Und du, o Herr, verleugnest Mich vor dem Vater nicht. erz- lieb- ster Je- su, was hast du ver- bro- chen, Daß dir das P 2 To- des- ur- theil ward ge- sprochen? Was ist die Schuld? in was für 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe: Der gute Hirte leidet für die Schafe, Die Schuld bezahlt der Herr, er, der Gerechte, Für seine Knechte! Mis se tha ten = Bist du gera= then? 2. Du wirst gegeißelt und zum 5. Der Fromme stirbt, der recht Spott gekrönet, In's Angesicht ge- und richtig wandelt, Der Böse lebt, schlagen und verhöhnet, Mit Effig der wider Gott mißhandelt, Der tränkt man dich, du wirst entkräftet Mensch verwirkt den Tod und ist An's Kreuz geheftet. entgangen, Der Herr gefangen. 3. Was ist doch wohl die Ursach' solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen, Ich selbst, Herr Jesu, habe das verschuldet, Was du erduldet. 6. große Lieb'! o Lieb' ohn' alle Maße, Die dich gebracht auf diese marterstraße! Jch lebte mit der Welt in Lust und Freuden, Und du sollst leiden! 7. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, Wie kann ich g'nugsam solche Treu' ausbreiten? Kein Menschenherz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. Passionslieder. 69 8. Ich kann's mit allen Sinnen| mich bemühen, deinen Willen Stets nicht erreichen, Womit doch dein Er- zu erfüllen. barmen zu vergleichen; Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten Jm Werk erstatten? 9. Doch Eines weiß ich, das wirst du annehmen: Ich will des Fleisches böse Lüste zähmen, Daß sie mein Herz auf's Neue nicht entzünden Mit alten Sünden. 10. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, Dem Kreuze die Begierden anzuheften, So gib mir deinen Geist, der mich regiere, 3um Guten führe. 11. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten, Aus Liebe gegen dich die Welt nicht achten, Ich werde vol- ler Hohn! Dornen- tron'! 88. Mel. Ach, Herr, mich armen Sünder. Haupt, voll Blut und Wun- den, Voll Schmerz und O Haupt, zum Spott um wun- den Mit ei= ner 12. Ich werde dir zu Ehren Alles wagen, Kein Kreuz mehr achten, keine Schmach noch Plagen, Nichts von Verfolgung, nichts von TodesschmerNehmen zu Herzen. zen 13. Dies Alles, ob's gering zwar ist zu achten, Wirst du doch, mein Erbarmer, nicht verachten, Du wirst dies Opfer gnädig von mir nehmen, mich nicht beschämen. 14. Wenn dort, Herr Jesu, einst vor deinem Throne Auf meinem Haupte glänzt die Ehrenkrone, Dann will ich dir, wenn Alles wohl wird klingen, Mein Loblied singen. e O Haupt, sonst schön ge- krö= net seist du mir! 2. Du edles Angesichte Voll Huld und Freundlichkeit, Und dennoch im Gerichte Geschlagen und verspeit, Wie bist du nun erbleichet, Wie ist dein Augenlicht, Dem sonst kein Licht mehr gleichet, So schändlich zugericht't! Mit höchster Ehr' und Zier, Jetzt a= ber gar ver- höh- net, Ge- grü- fet 4. Nun, was du, Herr, erduldet, Ist alles meine Last, Ich hab' es selbst verschuldet, Was du getragen hast. Schau' her, hier steh' ich Armer, Der Zorn verdienet hat, Gib mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad'. 3. Die Farbe deiner Wangen, 5. Erkenne mich, mein Hüter, Der rothen Lippen Pracht Jst hin, Mein Hirte, nimm mich an; Du ist ganz vergangen. Des blassen Todes Macht Hat Alles hingenommen, Hat Alles hingerafft, und daher bist du kommen Von deines Leibes Kraft. hast. Herr aller Güter, Viel Gutes mir gethan; Oft hast du mich gelabet, Mit Himmelsbrod gespeist, Mit Trost mich reich begabet Durch deinen freud'gen Geist. 70 Passionslieder. 6. Ich will hier bei dir stehen,| Ach gib, daß ich mich halte zu dir Verachte mich doch nicht. Von dir und deiner Treu', Und wenn ich einst will ich nicht gehen, Wenn dir dein erkalte, In dir mein Ende sei. Herze bricht; Wenn dein Haupt wird erblassen Im letzten Todesstoß, Dann will ich dich noch fassen In meinen Arm und Schooß. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir. Wenn ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür. Wenn mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß' mich aus den lengsten Kraft deiner Angst und Pein. 7. Es dient zu meinen Freuden Und thut mir herzlich wohl, Daß ich mich in dein Leiden, Mein Heil, versenken soll. Ach, könnt' ich, o mein Leben, An deinem Kreuze hier Mein Leben von mir geben, Wie wohl geschähe mir! 10. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod, Und laß mich seh'n im Bilde, Herr, deine Kreuzesnoth. Da will ich nach dir 8. Jch danke dir von Herzen, Oblicken, Da will ich glaubensvoll Fest Jesu, liebster Freund, Für deine To- an mein Herz dich drücken; Wer so desschmerzen, Da du's so gut gemeint. stirbt, der stirbt wohl! 89. Mel. Christus, ber uns selig macht. e su, dei- ne Pas- si- on Will ich jetzt be- den- ken, Wollest mir vom Him- mels- thron Da- zu An- dacht schen= ken. Î In dem Bil- be jetzt er- schein', Je su, mei- nem Her = Wie du, un- ser Heil zu sein, 2. Gib, daß ich recht sehen mag Deine Angst und Bande, Deiner Leiden tiefe Schmach, Deine Kreuzesschande, Deine Geißel, Dornenkron', Speer- und Nägelwunden, Dadurch du, o Gottes Sohn, Dir mich hast verbunden. 3. Laß mich aber nicht allein Deine Marter sehen, Laß mich auch die Ursach' fein Und die Frucht ver stehen. Ach, die Ursach' war auch ich, Ich und meine Sünde, Diese bat gemartert dich, Daß ich Gnade finde. ● = zen, Lit test al le Schmerzen. = 4. Lehre dies bedenken mich, Herr, mit Buß' und Reue. Hilf, daß ich mit Sünde dich Mart're nicht auf's Neue. Weg mit aller Sündenlust, Alles will ich meiden, Was du selber büßen mußt mit so großem Leiden. 5. Wenn der Sünde tiefe Noth Hat mein Herz zerrissen, Stille du durch deinen Tod, Herr, mir mein Gewissen. Dich und deine Passion Laß mich gläubig fassen, Liebst du mich, du Gottes Sohn, Wie kann Gott mich hassen? Passionslieder. 71 6. Gib auch, Jesu, daß ich gern| um Lieb'; Ach, laß doch dies Lallen, Dir das Kreuz nachtrage, Daß ich Bis es kommt aus reinerm Trieb, Demuth von dir lern' Und Geduld Jesu, dir gefallen. in Plage, Daß ich dir geb' Lieb' 90. Mel. Welt, sieh' hier dein Leben. aß dei- ne lez- ten Stunden, Da du so viel empfunden, D Herr, mir hei- lig sein. Es leh- re mich dein Lei- den Den Dienst der Sünde meiden, Und dir mich jetzt und ewig weih'n. 2. An deinem Todestage, Bei dei-| wärmsten Triebe, Der Mutter und ner letzten Klage Gelob' ich treu des Jüngers Schmerz. zu sein. Du warst's, der ängstlich flagte, Und zitterte und zagte In namenloser Todespein. 3. Und ich, für den du littest, Jm Todeskampfe strittest, Für den dein Herz dir brach, Ich folgte ohne Sorgen, Am Abend wie am Morgen, Der Welt und ihren Lüsten nach. 8. Bei deiner Leiden Dauer, Im bängsten Todesschauer, Warst du voll Zuversicht. Du klagtest, ach, verlassen, Doch hingst du, stets gelassen, An deinem Gott und wanttest nicht. 4. Nein, nein, ich will sie lassen, Sie ernstlich flich'n und hassen, Weil fie dich tief gebeugt. Du hast, von allem Bösen Mich ewig zu erlösen, Am Kreuz dein sterbend Haupt geneigt. 9. Du mußtest, matt von Plagen, Auch über Durst noch klagen, und wer, wer labte dich? Wie sollt' ich denn nun beben, Wenn Leiden mich umgeben? Du labst durch deine Freunde mich. 5. Du starbst mit einem Herzen, Das selbst in Todesschmerzen Für feine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, Auch meinen Feind zu lieben, Und beten, wie mein Heiland that. 10. Es naht das Ziel der Leiden, Wir seh'n bich betend scheiden, Du rufft: es ist vollbracht! O hilf auch mir's vollbringen, Hilf lieben, dul den, ringen, Zum Ziele geh'n durch finst're Nacht. 11. Du sprichst, o fel'ges Ende! Ich geb' in deine Hände Den Geist, mein Vater, hin! Mir, der ich meine Seele Ihm einst, wie du, befehle, Auch mir ist Sterben nur Gewinn. 12. Für mich und meine Brüder Senkt, Herr, dein Haupt sich nieder, Im Frieden schläfst du ein. In meinen letzten Stunden, Da sollen deine Wunden Mir Labsal und Erquickung sein. 6. Du tröstetest den Armen Am Kreuz, den dein Erbarmen Vom Himmel nicht verstieß. O sprich auch, wenn ich sterbe, Zu mir: du bist mein Erbe, Und folgest mir in's Paradies. 7. Du sahest auf die Deinen, Sahst sie am Kreuze weinen, Und ach, wie schlug dein Herz! Du lindertest voll Liebe, und aus dem 72 13. Wird mir nach kurzen Tagen Die Scheidestunde schlagen, Und öffnet sich mein Grab, Wird meiner Seele bange, Fließt über meine Wange Der kalte Todesschweiß herab: Passionslieder. 91. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. vol len Gol= ga= tha, En gel faßt, ge- schah. 14. Dann sei mir diese Feier, Dein Sterbetag noch theuer, Mit ihm begann mein Glück. Daß ich alsdann nicht zage, Dies dank' ich diesem Tage Und beinem letzten Augenblick. e glei- te mich, o Christ, wir ge= hen Zum schmerzens= Auf bes- sen schauer li= chen Höhen, Was nie ein Erwäg' an die- sem heil'gen Or= te Des ster- ben- den Er- lö- sers Wor= te, Und rufe Gott um Glauben an; Sie können reichen Trost im Le- ben, Und einst im dd To de Trost dir ge- ben, Wenn hier dich nichts mehr trö- sten kann. 2. Schon zeigt der Blutberg fich| Zorn verführen, Laß dich durch die von weitem: Erschrick und zitt're, ses Vorbild rühren, Und bete dem frommes Herz! Sieh' deinen Retter, Versöhner nach. fieh' ihn streiten, und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz. Hier hing, den Mördern übergeben, Am Holze Gottes Sohn, dein Leben, Hier trug er unsrer Sünde Schuld, Empfand in jenen bangen Stunden, Was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht' uns wieder Gottes Huld. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, Nimmt er sich seiner Feinde an: Vergib! fleht er mit eil'gem Herzen, Sie wissen nicht, was sie gethan! Der göttliche, der größte Beter Fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Bein und Schmach. O Mensch, den Rach' und 4. Welch' Beispiel kindlich frommer Triebe, Als unter Leiden ohne Zahl Der Herr dem Jünger seiner Liebe Die Mutter sterbend anbefahl! Ach, wird mein Aug' einst um die Meinen In meiner letzten Stunde weinen, So soll dies Wort mir Trost ver leih'n: Der, als der Tod ihn schon umschwebte, Die Seinen noch zu schützen strebte, Wird auch der Meinen Pfleger sein. 5. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht in's Gericht; Hört, was zu dem gebeugten Schächer Der Mund der Liebe sterbend spricht: Du wirst, so ruft er Paffionslieder. 73 ihm entgegen, Noch heute, deines| vollbracht! O Wort des Sieges, Glaubens wegen, Mit mir im Pa- Wort der Freuden, Du nimmst dem radiese sein. Herr, laß an der Tode seine Macht. Heil uns! wer Todespforte Einst diese gnadenvollen darf es nun noch wagen, Uns, die Worte Auch meiner Seele Trost ver- Erlösten, zu verklagen, Da er für leih'n! uns genug gethan? Gib, daß am Ende meiner Tage Auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Vollbracht ist nun des Leidens Bahn! 6. Wer kann die hohen Leiden fassen, Als Christus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlassen! Wie beuget ihn die Last so tief, Die unsre Sünden auf ihn brachten! Vor Angst und Pein müßt' er verschmachten, Wär' Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, Ich will dich glaubensvoll umfangen, Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 7. Der Fürst des Himmels und der Erde Rief schmerzlich aus: es dürstet mich! So trug er jegliche Beschwerde, So nahm er jedê Qual auf sich. Mich dürftet! ruft er noch zur Stunde, Ruft es aus jedes Armen Munde, Den Noth und Mangel niederdrückt. O selig, wer den Ruf erfüllet! Denn wer den Durst des Armen stillet, Der hat den Heiland selbst erquickt. 8. Nun enden sich die schweren Leiden, Der Heiland spricht: es ist 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sei auch mein, Laß es in meiner Todesstunde Mir Muth und Zuversicht verleih'n. Du rufest: Vater, ich befehle In deine Hände meine Seele, Die armen Sündern Heil erwarb. war das große Werk vollendet, Zu dem der Vater ihn gesendet: Da neigt' er sanft sein Haupt und starb. Nun 10. Bewein' ihn fromm mit stillen Zähren, O Christ, du hast ihn sterben seh'n. Bald wirst du ihn durch Freuden ehren, Und jauchzend seinen Ruhm erhöh'n. Den deine Thränen jest beklagen, Der wird als Held nach dreien Tagen Vom Grabe siegreich aufersteh'n. Den freche Rotten hier entehrten, Den wirst du dort bei den Verklärten Zur Rechten seines Vaters seh'n. 92. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. chwing' dich auf gen Gol- ga tha, Nimm's zu Her- zen, wie dich da is Hei- lands Kreu- ze, Bu se reize. Christ, an Christi dei- nes Tod zur # Härter wär'st du noch als Stein, Könn- test du hier fühl- los sein. 2. Schaue doch das Jammerbild| ihm alle Kraft vergangen. Schau', Zwischen Erd' und Himmel hangen, ach schau', erschrickst du nicht? Wie Wie sein Blut in Strömen quillt, Daß sein sterbend Herz ihm bricht! 4 74 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, Alles das hab' ich verschuldet, Und du haft aus freier Huld Bein und Schmach für mich erduldet. Aus der ew'gen Feuersgluth Mich zu retten, fließt dein Blut. 4. Du für uns erwürgtes Lamm, Groß, ach groß ist deine Liebe! Schau' von deines Kreuzes Stamm, Wie ich mich um dich betrübe! Ich bin schuldig, aller Schmerz, Der dich trifft, durchbohrt mein Herz. 5. Herr, was kann ich dir dafür, Daß du mich so liebest, geben? Nimm, was ich vermag, von mir, Dir, nur dir gehört mein Leben. Wie du mein, so will ich dein Le bend, leidend, sterbend sein. K Passionslieder. 6. Nur bei dir allein such' ich Hülfe in den bängsten Stunden. Schmach tend, lechzend sehn' ich mich Nach dem Trost aus deinen Wunden, Wie ein Hirsch nach Wasser schreit, Bis er meine Seel' erfreut. Hei- lands To- des- tag! eu re Sün- de lag. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut, Lehre mich die Welt verschmähen, Laß auf dich, du höchstes Gut, mmer unverwandt mich sehen; Und im Kreuze führe mich Selig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich laß mich alle Noth Freudig sterbend überwinden. Nirgend müsse mich der Tod, Als bei dir, mein Heiland, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, Spricht ge trost: es ist vollbracht. 93. Mel. Mein Jefu, dem die Seraphinen. ਸ ommt, die ihr Jesu Kreuz er he bet, Heut' ist des Schaut ihn, durch des- sen Tod ihr le= bet, Auf dem auch Ihr Christen, laßt der Erde Freu- den Und ih= re Küm merniß zu rück, Und rich- tet eu res Geistes Blick Auf eures Hei- lands To- des- lei- den. 2. Wir bringen Dank aus from-| erblicken, Die auch für uns um Gnade schrie'n. Wir wollen, wo für unsre Sünden Du dich am Kreuz, geopfert hast, Die Freiheit von der Sünde Last Und von der Sünde Herrschaft finden. men Herzen, In Lieb' entbrannt, erfüllt von Scham, Dir, der die Last ber bittern Schmerzen Als unser Mittler auf sich nahm. Heil dir, der uns das Heil errungen Im bangen, schweren Todesstreit! Lamm Gottes, bis in Ewigkeit Sei auch von uns dein Ruhm gesungen. 3. Wenn uns die Schuldgefühle drücken, Ist's Golgatha, wohin wir flieh'n, Wo wir des Blutes Ström' 4. Dahin, wo dein Blut Heil erstritten, Geh'n wir, dir unser Blut zu weih'n. Wo du für uns den Tod gelitten, Werd' unser Le ben gänzlich dein. Wie du, o Herr um unsertwillen Gehorsam wurdest 75 Passionslieder. bis zum Tod, So wollen freudig| der ist nicht bein, Den nicht dein dein Gebot Auch wir treu bis zum Tod erfüllen. Tod kann Liebe lehren. 7. Wir sollten je in Trübsal klagen, Da wir dich schweigend dulden seh'n? Wenn uns Verfolgung droht, verzagen, Da Leiden deinen Sieg erhöh'n? Befiehlst, in dunkler Nächte Grauen, Von Gott verlassen, du dich Gott: So wollen wir in Schmach und Spott, Wie du, dem Vater uns vertrauen. 5. Dein Leidenstampf, o Heiland, stärke, Dein Sieg befeu're Muth und Kraft Zum Glaubenskampf, zu jedem Werke, Das Ehre dir und Freude schafft. Wie uns durch Lust die Sünd' auch reize, Sie hat an uns nicht weiter Theil. Wir fleh'n zu dir, zu deinem Heil, Und Hoten Kraft von deinem Kreuze. 6. Wir sollten Stolz und Unrecht üben, Und du trägst Elend, Kreuz und Schmach? Wir sollten die nicht herzlich lieben, Für die dein Herz in Liebe brach? Der Rachsucht sollten wir nicht wehren, Nicht auch dem Feinde gern verzeih'n? Versöhner, o 94. Eigene Melodie. 8. Auch in den bängsten Todesstunden Bleibst du, Herr, unsre Zuversicht. Jm Glaubensblick auf deine Wunden Erschreckt des Grabes Nacht uns nicht. Wenn sich das Auge schon verdunkelt, So sei des Geistes Aug' erfüllt Von deines Heldentodes Bild, Das wie Morgenstern uns funtelt. Welt, sieh' hier dein Le- ben Am Stamm des Kreuzes schweben! dag Dein Heil sinkt in den Tob! Der große Fürst der Eh- ren Läßt willig sich be- schwe- ren Mit Ban- den, Schlägen, Hohn und Spott. 5. Ich bin's, ich sollte büßen In ew'gen Finsternissen, Was nun dein Tod verfühn't; Die Geißeln und die Banden, Und was du ausgestanden, Das Alles, Herr, hab' ich verdient. 2. Tritt her und schau' mit Fleiße: Mit Blut und Todesschweiße Ist ganz sein Leib bedeckt; Und namen lose Schmerzen Fühlt er in seinem Herzen, Da er den Kelch des Todes schmeckt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein Heil, Und dich mit Plagen So übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie wir und unsre Kinder, Von Missethaten weißt du nicht: 4. Ach, ich und meine Sünden, Der sich so viele finden, Wie Körn: lein Sand am Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget, Und das betrübte Marterheer. 6. Du nimmst auf deinen Rücken Die Lasten, die mich drücken, Du duldest meine Pein. Du wirst ein Fluch, dagegen Schenkst du mir allen Segen; Dein Schmerz muß mir ein Labsál sein. 7. Du gibst dich hin zum Bürgen, Du lässest dich erwürgen Für mich und meine Schuld. Für mich läss'st du dich krönen Mit Dornen, dich verhöhnen, Und leidest Alles mit Geduld. 76 8. Du geb'st in's Todes Rachen, Mich frei und Los zu machen, Mit frohem Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, Nicht ewiglich verderbe; unerhörte Liebesgluth! 9. Hoch bin ich dir verbunden, Mein Heil, zu allen Stunden, Ich bin dein Eigenthum. Was Seel' und Leib vermögen, Das will ich dankbar legen Allein zu deinem Dienst und Ruhm. 10. Ich kann zwar nicht viel geben In diesem armen Leben, Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Seel' und Leib sich scheiden, Mir tief in meinem Herzen ruh'n. 11. Jch will's vor Augen setzen, Mich stets daran ergößen, Fch sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld, und ein Siegel Der Lieb' und unverfälschten Treu'. Passionslieder. 12. Wie furchtbar unsre Sünden Des Richters Blick entzünden, Wie feine Strafen geh'n, Wie schrecklich seine Ruthen, Wie voll des Zornes Fluthen, Will ich aus deinen Leiden seh'n. 13. Ich will darin erblicken, Wie ich mein Herz soll schmücken Mit stillem, sanftem Muth, Und wie ich mich soll üben, Aus Herzensgrund zu lieben, Wenn mich verfolgt der Feinde Wuth. 14. Wenn gift'ge Zungen stechen, Wenn Spötter Hohn mir sprechen, Und meines Falls sich freu'n, Will ich das Unrecht dulden, Und alle ihre Schulden, Wie du, mein Heiland, gern verzeih'n. 15. Ich will an's Kreuz mich schlagen, All' dem mit Ernst entjagen, Was dir, o Herr, mißfällt; Was deine Augen hassen, Das will ich flieh'n und lassen, Gefiel es auch der ganzen Welt." 16. Es ström' aus deinen Wunden In meinen legten Stunden Mir Trost und Friede zu. Nimm mich an meinem Ende, O Herr, in deine Hände, Und führe mich zur ew'gen Ruh'. 95. Eigene Melodie. er am Kreuz ist mei- ne Lie- be, mei- ne Lieb' ist Je- sus Christ Weicht, ihr schnöden Fleischestrie- be, Deren Frucht Verderben ist! Eure Lieb' ist nicht von Gott, Eu- re Lieb' bringt gar den Tod. Der am Kreuz ist mei- ne Lie- be, Dem ich treu zu sein mich ü- be. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe, Frevler, was befremdet's dich, Daß ich treu zu sein mich übe? Jesus gab sich selbst für mich; So ist er mein Friedensschild, Aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. mir, wenn ich den betrübe, Der für mich ging in's Gericht! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn, Spräch' ich seinem Blut nicht Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du beftegst mich nicht; Weh' 4. Der am Kreuz ist meine Liebe, D'rum, mein Herz, verzage nicht! Gott zeigt seine Liebestriebe, Wenn dich Sünd' und Tod anficht. Schai', Passionslieder. 77 es floß auch dir zu Gut' Seines Soh-| am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich nes theures Blut. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. treu zu sein mich übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe, Keine Trübsal schwer und groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, Nichts macht mich von Jesu los, Nicht Gewalt, nicht Geld, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm, o Tod, du bist mein Freund. Wenn ich einst wie Staub zerstiebe, Werd' mit Jesu ich vereint; Dann steh' ich vor seinem Thron Und em= pfang' der Treue Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 96. Mel. Der am Kreuz ist meine Liebe. ei mir tausendmal ge Je- su, der du selbst ge grüßet, Der mich je und je ge- liebt, bü- ßet Das, womit ich dich betrübt! Ach, wie ist mir doch so wohl, Wenn ich knie'n und lie- gen soll pd An dem Kreuze, wo du star- best, Und um mei- ne See- le war- best! 2. Heile mich, o Heil der Seelen,| mein schönstes Gut, Da mein ganzes Der ich krank und traurig bin; Herz mir ruht. Laß mich stets zu Nimm die Schmerzen, die mich quä- deinen Füßen Deiner Lieb' und Huld len, Nimm den ganzen Schaden hin, genießen. Den mir Adams Fall gebracht, Und ich selber mir gemacht. Ganz wird unter deinen Händen, Treuer Gott, mein Jammer enden. 3. Schreibe deine blut'gen Wunden, Jesu, in mein Herz hinein, Daß sie mögen alle Stunden Bei mir unvergessen sein. Du bist doch 4. Dich will ich umfangen halten, Herr, so fest ich immer kann. Schau, o schau' mein Händefalten Und mich selber freundlich an Von des hohen Kreuzes Baum, Und gib meiner Bitte Raum; Sprich: laß all' dein Trauern schwinden, Ich, ich tilg' all' deine Sünden! 97. Mel. O Traurigkeit. #d hr Augen, weint! Der Menschenfreund, Der Heil'ge, der Gerech- te dd Wird ver- ach- tet, wird verschmäht, Stirbt den Tod der Knechte. 78 2. Ihr Augen, weint! Der Menfchenfreund Trägt unerhörte Plagen. Ach, für unsre Missethat Wird er so geschlagen. 3. Ihr Augen, weint! Der Men= schenfreund Beschließt sein theures Leben. Wer wird nun den Leidenden Trost und Hülfe geben? Passionslieder. 4. Ihr Augen, weint! Der Menschenfreund Sinkt in des Grabes Höhle. Finsterniß und Gram bedeckt Seiner Jünger Seele. 5. O weint nicht mehr! Kann wohl der Herr Je die Verwesung sehen? Nein, er wird nach kurzer Ruh' Siegreich auferstehen. 98. Mel. Wer nur ben lieben Gott läßt walten. = Er lö fers Mund. nes Her- zens Grund! 8 ist vollbracht! so ruft am Kreuze O Wort voll Trost und Leben, rei= ze Des ster- ben- ben Zur Freu- de meiDas große Op= fer ist ge- scheh'n, Das Gott auch mir zum Heil er- seh'n. 2. Mein Jesus stirbt; die Felsen| Kraft gewährt. O stärke mich dazu beben, Der Sonne Schein verlieret mit Macht, Bis meine Bess'rung sich, In Todte ingt ein neues Leben, Der Heil'gen Gräber öffnen sich, Der Vorhang reißt, die Erde kracht, Und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, Als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, Der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan, Gott nimmt uns nun noch gnädig an. 4. Dankvolle Thränen, neßt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar Die Handschrift dort am Kreuze hangen, Die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, Rief auch für mich: es ist vollbracht! ganz vollbracht. 6. Du litt'st so viel zu meinem Leben, D'rum laß auch mich voll Eifer sein, Mich deinem Dienste hinzugeben, und keine Schmach darin zu scheu'n. Dein Dienst, o Heiland, sei mein Ruhm, Denn ich bin ganz bein Eigenthum. 7. Soll ich, mit dir ergeb'nem Herzen, Auch hier durch manche trübsal geh'n, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen Zu meiner Prüfung auserseh'n: So laß auch mich den Trost erfreu'n: Es kommt das Ende meiner Pein. 8. Fühlt einst mein Herz des Todes Schrecken, Dann, Herr, erleicht're mir die Last. Laß mich den Trost 5. Herr, laß mich nun auch noch sterbend schmecken, Daß du ihn vollbringen, Was wahre Dankbarkeit überwunden hast; So tret' ich in begehrt. Laß nach der Heiligung die Todesnacht Mit dem Triumph: mich ringen, Wozu dein Tod mir es ist vollbracht! 16 Paffionslieder. 99. Eigene Melodie. enn mich die Sünden kränken, mein Herr Jesu Christ, So laß mich wohl be- den- ken, Wie du ge- stor- ben bist, # Und alle mei- ne Schulden- last Am Stamm des heil'gen Kreu- zes || Auf dich genom- men hast. 2. O Wunder ohne Maßen! Be-| Ernst zu meiden Die fündliche Be tracht' es, Seele, recht, Es hat sich gier, Daß mir nie komme aus dem martern lassen Der Herr für seinen Sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß Knecht. Es hat sich selbst mein Herr ich erlöset bin. und Gott Für mich verlor'nen Menschen Gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun scha den Der Sünden große Zahl? Jch bin bei Gott in Gnaden, Und frei von aller Qual, Versöhnt durch Christi theures Blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Hölle Angst und Gluth. 4. D'rum fag' ich dir von Herzen Jeßt und mein Leben lang Für deine Pein und Schmerzen, O Jesu, Lob und Dank, Für deine Noth, dein Angstgeschrei, Für dein un schuldig Sterben, Für deine Lieb' und Treu'. 5. Herr, laß dein bitt'res Leiden Mich reizen für und für, Mit allem u 79 6. Mein Kreuz und meine Plagen, Sollt's auch sein Schmach und Spott. Hilf mir geduldig tragen. Gib, o mein Herr und Gott, Daß ich ver: Leugne diese Welt, Und folge dem Erempel, Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen Jeders mann Ohn' Eigennuß und Heuchelschein, Und, wie du mir's erwiesen, Aus reiner Lieb' allein. 8. Laß endlich deine Wunden Mich trösten kräftiglich In meinen letzten Stunden, Und deß versichern mich, Weil nur auf dein Verdienst ich trau', Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau'. 100. Mel. Alles ist an Gottes Segen. n- ter tausend frohen Stunden, Die im Le- ben ich ge- funden, Blieb nur eine mir gestreu, Ei- ne, wo in tausend Schmerzen 80 Passionslieder. Ich er- fuhr in meinem Her- zen, Wer für mich ge- stor- ben jei. 2. Wenn sie Jesu Liebe wüßten, alle nur den Einen, Würden ewig Alle Menschen würden Christen, ihn nur meinen, Ewig ihm zur Ließen alles Andre steh'n, Liebten Seite steh'n. 3 101. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 3: e su, der du wolltest bü- ßen Für die Sünden al- ler Welt Durch dein theures Blutver- gießen, Der du dich hast dargestellt Als ein Op- fer für die Sünder, Die ver- lor'- nen Adams- tin- der, Ach, laß dei- ne To- des- pein Nicht an mir ver- lo- ren sein. deine Todespein nicht an mir verloren sein. 2. Rette mich durch deine Plagen, Wenn mich meine Sünde plagt. Laß, ach laß mich nicht verzagen, Weil du selbst für mich gezagt. Hilf, daß mich dein Angstschweiß tühle, Wenn ich Drangsalshiße fühle. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. 6. Heile des Gewissens Plagen, Nimm von mir der Schmerzen Last, Durch die Geißeln, die dich schlagen, Die du schwer empfunden hast, Daß ich böser Knecht der Sünde Satans Stricke nicht empfinde. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. 7. Ach, laß deine tiefen Wunden Frische Lebensbrunnen sein, Wenn mir alle Kraft verschwunden, Wenn ich schmacht' in Seelenpein. In den Abgrund deiner Gnaden Senk' die Schuld, die mich beladen. Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein. 3. Mache mich durch deine Bande Von des Satans Banden frei. Hilf, o Herr, daß deine Schande Meine Kron' und Ehre sei. Trost der Seele, Heil der Erden, Laß mich nicht zu Schanden werden. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. 4. Rede durch dein Stilleschweigen, Liebster Jesu, mir das Wort, Wenn mich Sünden überzeugen, Mich verklagen fort und fort. Wenn mein bös Gewissen schreiet Und mir mit Verdammniß dräuet, Dann laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. 5. Laß mich Freudenrosen brechen, Liebster Jesu, meine Zier, Von den Dornen, die dich stechen; Jesu, nahe dich zu mir. Kröne mich mit Huld und Gnade, Daß kein Sündendorn mir schade. Ach, laß 8. Ach, zerbrich des Eifers Ruthe, Ach, erzeige Gnad' und Huld, Tilge doch mit deinem Blute Meine schwere Sündenschuld. Laß mich in der Angst von Sünden Nuh' bei deinem Kreuze finden. Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein. 9. Hilf, daß mich dein Dürsten labe, Das am Kreuze dich geplagt, Wenn ich nirgend Trost mehr habe, Und mein fündig Herz verzagt: Daß Passionslieder. 81 ich dann dich Lebensfürsten Seh'| Wenn viel tausend Sünden schreien, nach meiner Seele dürsten. Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein. Stehe dann mir Armen bei. Wenn Gedank' und Wort entfallen, Laß mich sanft von hinnen wallen; Laß mir deine Todespein Leben, Heil und Himmel sein. 10. Jesu, komm, mich zu befreien Durch dein lautes Angstgeschrei. 3 102. Mel. Der am Kreuz ist meine Liebe. e su, dei- ne heil'gen Wunden, Dei- ne Qual und bittern Tod Laß mir geben alle Stunden Trost in Leib's- und Seelennoth. O Wenn mir fällt was Ar- ges ein, Laß mich denken dei- ner Pein, + od|| Daß ich dei- ne Angst und Schmerzen Wohl erwäg' in meinem Her- zen. 2. Will sich gern in Wollust wei-| Daß mich stärk' in allem Leid Deiden nes Trostes Süßigkeit, Weil du mir dein Heil erworben, Da du bist für mich gestorben. Mein verderbtes Fleisch und Blut, Laß mich denken, daß dein Leiden Löschen muß der Hölle Gluth. Dringt der Satan ein zu mir, Hilf, daß ich ihm halte für Deine Wundenmal' und Zeichen, Daß er von mir müsse weichen. 3. Wenn die Welt mich will verführen Auf die breite Sündenbahn, Wollest du mich so regieren, Daß alsdann ich schaue an Deiner Marter Centnerlast, Die du ausgestanden hast, Daß ich mög' in Andacht bleiben, Alle böse Lust vertreiben. 4. Gib für Alles, was mich tränket, mir aus deinen Wunden Kraft; Wenn mein Herz hinein sich sentet, Gib ihm neuen Lebenssaft, 3844 5. Laß auf deinen Tod mich trauen, O mein Gott, mit Zuversicht, Laß mich standhaft darauf bauen, Daß den Tod ich schmecke nicht. Deine Todesangst laß mich Stets erquicken mächtiglich. Herr, laß deinen Tod mir geben Auferstehung, Heil und Leben. 6. Jesu, deine heil'gen Wunden, Deine Qual und bittern Tod Laß mir geben alle Stunden Trost in Leib'sund Seelennoth. Sonderlich am lezten End' Hilf, daß ich mich zu dir wend', Trost in deinen Wunden finde, Und dann fröhlich überwinde.. 103. Eigene Melodie. F e su, mei- nes Lebens Le- ben, Je- su, mei- nes Todes Tod, Der du dich für mich ge- ge- ben In die tief- ste Seelennoth, 823 Passionslieder. In das äu- ßer- ste Ver- der- ben, Tausend, tausend mal sei dir, Liebster Je- su, Dank da- für. 2. Du, ach, du hast ausgestan-| ich könnte sicher sein. Daß ich den Lästerreden, Spott und Hohn, möchte trostreichý prangen, Hast du Speichel, Schläge, Strick' und Ban- ohne Trost gehangen. Tausend, tauden, Du gerechter Gottessohn! Nur send mal jei dir, Liebster Jesu, mich Armen zu erretten Von des Dank dafür! Teufels Sündenketten. Tausend, tausend mal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 6. Du bist tief in Noth gesunken, Hast gelitten mit Geduld, Hast den Lodeskelch getrunken, um zu büßen meine Schuld. Daß ich würde los= gezählet, Hast du wollen sein ge quälet. Tausend, tausend mal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 7. Deine Demuth hat gebüßet Meinen Stolz und Uebermuth, Dein Tod meinen Tod versüßet, Es kommt Alles mir zu Gut'; Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausend mal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 8. Nun, ich danke dir von Hers zen, Herr, für alle deine Noth, Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben, bittern Tod; Für dein Zittern, für dein Zagen, Für die tausendfachen Plagen, Für dein' Angst und tiefe Pein Will ich ewig dankbar sein. 3. Wunden ließest du dir schlagen, Schwere Wunden trugest du, Um zu heilen meine Plagen, Und zu bringen mich zur Ruh'. Ach, du hast zu meinem Segen Lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausend mal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! LLL Nur daß ich nicht möchte sterben! 4. Bitter hat man dich verhöhnet, Dich mit großem Schimpf belegt, Und mit Dornen dich gekrönet, Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergößen, Mir die Ehrenkron' aufseßen. Tausend, taus send mal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast wollen sein geschlagen, zu befreien mich von Pein; Ließest fälschlich dich anklagen, Daß 104. Eigene Melodie. Lamm Gottes, Der du tru- gest der Welt Sün- den, DI Er- barm' dich un= ser Al 2. O Lamm Gottes, Der du trugest der Welt Sünden, Erbarm' dich unser Aller! : ler. 3. O Lamm Gottes, Der du trus gest der Welt Sünden, Verleih' uns deinen Frieden! Wahr- heit siegt. Menschheit liegt. Passionslieder. 105. Mel. Gott ist getreu. A मे Das Opfer für die Welt! Das Licht der Nun endlich wird Des Jrrthums Nacht er hellt, Die auf der $ ist vollbracht # Der Welt- er- lö- ser hat voll- en- det, Wo- zu der Va- ter ihn ge= fen- det. Es ist 2. Es ist vollbracht! Durch Leiden| tief. ohne Zahl That er für uns genug. Bet Er ruhet nun Von aller bittern Qual, Die er aus Liebe trug. Sein Geist, entnommen dem Getümmel, Steigt triumphirend auf gen Himmel. Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Des Vaters Nath erfüllt Zu seinem Preis und Ruhm! Der Vorhang ris, Auf ewig ward enthüllt Der Liebe Heilig thum. Der seinen Mördern hat vergeben, Bringt Allen Heil und neues Leben. Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Wer sah nicht Gottes Spur, Als er am Kreuz entschlief? Die Sonn' erlosch, Verhüllt war die Natur, Die Erd' erbebte 83 voll- bracht! Zerrissen wurden Felsenwände des erhab'nen Mittlers Ende. Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Wie blieb' ein menschlich Herz Wohl kalt und ohne Dank An dessen Kreuz, Der unter'm tiefsten Schmerz Für uns zum Tode jant? Wer sollte nicht mit heißen Zähren Ihm heute Lieb' und Treue schwören? Es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Herr, ewig feierlich Sei mir dein Todestag: Dich preif' ich jest, Und einst noch preise dich Mein letzter Herzensschlag; Hinauf zu dir blick' ich am Ziele, und ruf' in freud'gem Dankgefühle: Es ist vollbracht! 106. Mel. O Traurigkeit. toe m Kreuz erblaßt, Der Marterlaft Nach schwerem Kampf entnommen, Ist im Gra- be Je sus nun Erst zur Ruh' ge- kom- men. 84 Passionslieder. 2. Ein heil'ger Schmerz Durch-| 7. Als er gebot, Gab einst der dringt mein Herz, O Herr, was Tod Zurück, was er bezwungen. kann ich sagen? Nur an meine Brust Leicht hat sich der Lebensfürst Selbst kann ich Voller Wehmuth schlagen. dem Grab entschwungen. 3. Du schirmest mich, Und über dich Geh'n aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, Göttlicher Erretter! 4. Du hast's gethan, Dich bet' ich an, Du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich Glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! Riefst du mit Macht, Du zeigst, daß du dein Leben, Mein Versöhner, göttlich frei Für uns hingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rath Fass' ich hier nicht im Staube; Dort schau' ich in hellem Licht, Was ich findlich glaube. 8. Des Todes That Will ich einmal Durchwandeln ohne Grauen, Denn es wird durch deinen Tod Mir ein Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, Erforsche mich, Und siehe, wie ich's meine. Ja, du siehst es, wenn ich still Meinen Dank dir weine. 107. Eigene Melodie. 2. Ogroße Noth! Der Herr ist| todt, Am Kreuz ist er gestorben, Hat dadurch das Himmelreich Uns aus Lieb' erworben. 10. Herr, ich bin dein, Du wollest mein In Ewigkeit gedenken. Ganz will ich aus Herzensgrund Mich in dich versenken. Traurigkeit! Her ze leid! Ist das nicht zu be- kla- gen? 3. O Menschenkind, Nur deine Sünd' Hat dieses angerichtet, Da du durch die Missethat Warest ganz vernichtet. 11. Vergess' ich dein, So werde mein In Ewigkeit vergessen! Herr, ich will, so lang' ich bin, Deine Lieb' ermessen. Gott des Vaters ei nig Kind Wird in's Grab ge= tra= gen. 5. Von Herzensgrund Preis' ihn dein Mund, Für dich ward er zerschlagen. Alles, was er trug, hat er Auch für dich getragen. 6. Ofelig ist Zu jeder Frist, Wer dieses recht bedenket, Wie der Herr der Herrlichkeit Wird in's Grab geſentet. 7. O Jesu, du, Mein' Hülf' und Ruh', Ich bitte dich mit Thränen, Hilf, daß ich mich bis in's Grab Nach dir möge sehnen. 4. Dein Bräutigam, Das Gottes= lamm, Liegt hier mit Blut beflossen, Welches er ganz mildiglich Hat für dich vergossen. 108. Mel. Gott ist getreu. ch bin er löst! Es floß des Mittlers Blut, Er starb den Mit Gott versöhnt Empfind' ich Glau- bens- muth, Jch fürch.- te Kreu- zes- tod. kei- ne Noth. Passionslieder. Die Lieb' hat glor= reich über- wunden. Ich bin er= löst! 2. Ich bin erlöst! Der Held zer| Schöpfungspracht. Ich ruh', werd' riß das Band Der Feinde meiner ich in's Grab getragen, nur von Nuh'. Zur Hölle hat Die Schlüssel den trüben Prüfungstagen. Ich bin seine Hand, Er schloß die Pforte zu. erlöst! Nun können Feinde frommer Seelen Mich nicht mit Furcht und Schrecken quälen. Ich bin erlöst! 4. Ich bin erlöst! In Frieden fahr' ich hin, Ist meine Stunde da. Der Tod wird mir Zum seligsten Gewinn; Mein Retter ist mir nah', Den Geist beim Abschied von dem Leben In's Land der Engel zu er 3. Ich bin erlöst! Was ist noch, das mich schreckt? Licht wird die Todesnacht, Aus der mich bald Der Herr des Lebens weckt Zu neuer heben. Ich bin erlöst! Ce Die Weis- heit hat mein Heil ge- fun- den, N 85 109. Mel. Traurigkeit. ppd un schlummerst du In stiller Ruh', Der du für uns gestor- ben, da Uns am Kreuz in bitt'- rer Noth Ew'- ges Heil er wor- ben. 2. Du bist erblaßt, O Herr, und| Denn durch deinen Tod kann ich hast Doch in dir selbst das Leben; Tod und Grab besiegen. Wie die Sterblichen hält dich Nun ein Grab umgeben. 3. Doch, Heil sei mir! Du, Herr, wirst hier nicht die Verwesung sehen, Bald vielmehr durch eig'ne Kraft Aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, Mein Lebensfürst, Auch mich zum Leben wecken. Sollte denn mein gläubig Herz Vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, Bis du erscheinst, In sanftem Frieden liegen. 6. Jhr, die die Welt Gefeſſelt hält, Ihr zagt vor der Verwesung; Jch, ich hoff' in Christo einst Meines Leib's Erlösung. 7. Nein, nichts vergeht, Was hier gesä't, Der Leib wird auferstehen, Und, vom Himmelsglanz verklärt, Aus dem Grabe gehen. 8. So sink' in's Grab, Mein Leib, hinab, Mein Herz soll nicht erschrecken. Du, o Heiland, wirst mich einst Herrlich auferwecken. 86 6. Osterlieder. 110. Eigene Melodie. C hristus ist er- stan- den Von den Martern al- len, Deß soll'n wir 2. Wär' er nicht er- stan- den, Wär' die Welt ver- gangen; Seit er vom Alle fröhlich sein, Denn Christus un- ser Trost will sein. Halle- lu- ja! Tod er- standen ist, So lo- ben wir den Her- ren Christ. Halle- lu- ja! Jed 3. Hal- le- lu- jal Halle- lu- jal Halle- lu- ja! Deß soll'n wir Al- le fröhlich sein, Denn Christus un1- ser Trost will sein. Halle- lu- ja! 111. Eigene Melodie. I esus Christus, un- ser Heiland, Der den Tod üzber- wand, HJ Ist auf- er- stan- den, Die Sünd' hat er ge- fan- gen. Halle- lu- ja! 2. Der ohne Sünde war gebor'n, Trug für uns Gottes Zorn, Hat uns versöhnet, Daß Gott sein' Huld uns gönnet. Halleluja! 3. Tod, Sünd', Teufel, Leb'n, Heil und Gnad' In seiner Hand er hat; Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Halleluja! 112. Mel. Valet will ich dir geben. P ch geh' zu deinem Gra- be, Du Sie- ges- fürst und Held. Die Hoffnung, die ich ha= be, Ist nur auf dich ge= stellt. Osterlieder. & Du lehrst mich fröhlich sterben Und fröhlich auf= er- steh'n, ell Und mit den Himmels- er.= ben In's Land des Lebens geh'n. Stein schon rücken, Der mich im Tode deckt, Dann werd' ich dich erblicken, Der mich vom Tode weckt. 2. Du hast geweiht die Erde, In die man dich gelegt, Daß mir nicht bange werde, Wenn meine Stunde schlägt. Was an mir ist von Staube, Geb' ich dem Staube gern, Weil ich nun freudig glaube: Die Erde ist des Herrn! 5. Du fährst zu Himmelshöhen, und reichst mir deine Hand. Daß ich dir nach kann gehen Fn's rechte Vaterland. Da ist es sicher wohnen 3. Du schlummerst in dem Grabe, Jm Glanz der Herrlichkeit, Da warDaß ich auch meine Ruh' Im Schooßten mein die Kronen, Die deine der Erde habe, Schließt sich das Hand mir beut. Aug' einst zu. Nun soll mir gar nicht grauen, Wenn mein Gesicht vergeht; Ich werde den wohl schauen, Der mir zur Seite steht. 6. O meines Lebens Leben, O meines Todes Tod! Dir will ich mich ergeben Auch in der letzten Noth. Dann schlaf' ich ohne Kummer In deinem Frieden ein, Und wach' ich auf vom Schlummer, Wirst du mein Loblied sein. 4. Dein Grab schließt Stein und Siegel, Und du bist dennoch frei; Auch meines Grabes Niegel Bricht deine Macht entzwei. Du wirst den 113. Mel. Wachet auf, ruft und bie Stimme. Ja 87 h- re, Lob und Preis und Stärke Sei dem Vollen- der seiSinget ihm mit fro- hem Schalle, Jhr, sei ne Himmel, fingt 2 ner Wer- te, Dem To- des überwin- der Dank! ihm al- le, Der ganzze Weltkreis sei Ge- jang! Ihm, der vom d ਡ Tod er- stand, Der herrlich überwand, Preis und Eh rel 3 Dank' ihm er- freut, O Christenheit! Sein Leben ist dir Se- lig- teit. 88 Osterlieder. 2. Aus dem Staub empor, o Erde!| mels Licht! Preis dir, o Jesu, dir Du dunkles Land der Gräber werde Anbetung dort und hier, Dir dem Ein Land des Lebens und des Lichts! Sieger! Wo ist noch Noth? Wo ist Er, der siegreich auferstanden, Befreit noch Tod? Uns strahlt ein ew'ges dich von des Todes Banden Und von Morgenroth. den Schrecken des Gerichts. Heil dir! das Grab ist leer, Der Hölle drohend Heer Ist bezwungen. Des Todes Nacht, Der Hölle Macht Ist hin, uns strahlt des Himmels Pracht. 3. Tag des Lebens, Tag der Wonne, Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Einst auch durch unsre Gräber bricht! O wie wird das Herz erglühen, Wenn hin die Erdennächte fliehen, Wenn uns umfließt des Him4. Unser Herz darf nun nicht wanken, Die bangen, zweifelnden Gedanken Besiegt des Glaubens Zuversicht. Wie ein Fels des Herrn im Meere, Steht unerschüttert Jesu Lehre, Umglänzt von ewig hellem Licht. Die Herrlichkeit der Welt, Des Himmels Bau zerfällt, Alles schwindet! Doch fort und fort Steht Jesu Wort, Uns Heil und Leben hier und dort. 114. Mel. Alle Menschen müssen sterben. önet, Har- fen! jauchzt, ihr Psalmen! Jesus Christus Streut dem ue ber= win= der Pal- men, Die ihr bang' und hat ge= siegt. weinend schwiegt. Freut euch, er hat ü- berwunden, Euer Heil ist nun eft erfun- den. Zu der sel'gen Geister Chor Steig', o Siegeslied, empor! 2. Da in Morgendämmerungen| ben, Du hast dich für mich gegeben, Noch gehüllt die Erde schwieg, Da Und es strömet Trost und Ruh' Mir von Andacht tief durchdrungen Got- dein Tod und Leben zu. tes Engel niederstieg: Da hast du den Sieg errungen, Dankend ward ein Lied gesungen Von den Himmels schaaren dir, Todesüberwinder, dir. 5. 3. Bei den Todten ihn zu finden, Ging sie hin, wo Christus schlief; Ach, was mußte sie empfinden, Ais er sanft: Maria! rief! Sel'ge, nie erlebte Stunden, Als den Meister fie gefunden! Auch ich seh' dich, wie du bist, Wenn mein Staub verkläret ist. 4. Hier, so lang' ich wall' im Staube, Schau' ich dunkel nur und fern Dich, an welchem hängt mein Glaube, Dich, die Herrlichkeit des Herrn. Meine Seele darf nicht be Gerne will ich hier noch wallen, Herr, so lange du es willst. Knieen will ich, niederfallen, Fleh'n, bis du dich mir enthüllst. Stärke nur mein Herz, vor Allen Dein hochheilig Lob zu lallen. Stets war selig, wen dein Lob, Herrlicher, zu dir erhob. 6. Als hinauf die Engel, wallten, Und vom mächtigen Gesang Lauter ihre Harfen schallten, Als ihr Lob zum Throne drang, Als es durch die Himmel tönet': Christus hat die Welt versöhnet! Da, da war der Sieg vollbracht, Leben aus dem Tod erwacht. & Osterlieder. 115. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. r- inn'- re dich, mein Geist, er- freut Des ho- hen Tag's der Herr- lich- keit, Halt' im Ge- dächt- niß Je- sum Christ, Der von dem || Tod er- stan- den ist. Hal- le- lu- ja! 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien', Als spräch' er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir. Halleluja! 3. Schau' über dich und bet' ihn an, Er mißt den Sternen ihre Bahn, Er lebt und herrscht mit Gott vereint, Und ist dein König und dein Freund. Halleluja! 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar Dem, der da ist, und der da war! Sein Name sei gebenedeit Von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja! 5. O Glaube, der das Herz er= höht! Was ist der Erde Majestät, Wenn sie mein Geist mit der vergleicht, Die ich durch Gottes Sohn erreicht! Halleluja! 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, Unsterblich, heilig, Engeln gleich, Und ewig, ewig selig sein, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! Halleluja! 89 7. Mein Herz erfreut sich deß schon hier, Lieb' und Verwund'rung kämpft in mir. Voll Ehrfurcht, die im Herzen spricht, Fall' ich, Gott, auf mein Angesicht. Halleluja! 8. Du, der du in den Himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst! Und du erfüllst einst mein Vertrau'n, Dich in der Herrlichkeit zu schau'n. Halleluja! 9. Ich soll, wann du, o Lebensfürst, In Wolken herrlich kommen wirst, Erweckt aus meinem Grabe geh'n, Und rein zu deiner Rechten steh'n. Halleluja! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, Mit Thronen und mit Cherubim, Mit allen Frommen aller Zeit Soll ich mich freu'n in Ewigkeit. Halleluja! 11. 3u welchem Glück, zu welchem Ruhm Erhebet uns das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, Sind wir auch auferstanden schon. Halleluja! 12. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, Was ich, mein Heil, dir schuldig bin, Damit ich mich), in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'. Halleluja! 13. Du bist's, der Alles in uns schafft, Dein ist das Reich, dein ist die Kraft. Ich hoff' auf dich, Herr Jesu Christ, Der du vom Lod erstanden bist. Halleluja! 116. Mel. Jesus, meine Zuversicht. e sus lebt, mit ihm auch ich, Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich Von den Tod- ten aufer- we- cken. da 90 Er verklärt mich in sein Licht, Dies ist mei- ne Zu- ver- sicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich| den Schwachen nicht, Dies ist meine Ueber alle Welt gegeben, Mit ihm Zuversicht. werd' auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, Dies ist meine Zuversicht. Osterlieder. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, Schmähet ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der Sünder sich bekehre, Gott verstößt in Chris sto nicht, Dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein, Sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Herzens will ich sein, Und den Lüsten widerstreben. Er verläßt M ft 117. Mel. Herr Chrift, der ein'ge Gott's Sohn. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsterniß, Keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu jeder Pflicht, Dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth Wird es meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! ein Fels hat über- wunden Der Höl- le gan- zes Heer, Der Sa- tan liegt ge- bunden, Die Sün- de kann nichts mehr; ਬੈਡ Nicht durch's Gesetz ver- dammen, Denn alle Zor- nes- flam- men H Hat Je- sus aus- ge- löscht. 2. Auf denn, mein Herz, und bringe Des Dantes Opfer dar! Vertreib' die Furcht und singe Mit der Erlösten Schaar. Wirf des Gewissens Nagen, Dein Sorgen und dein 3a= gen In Christi leeres Grab. 3. Ist Jesus auferstanden, Mit Herrlichkeit geschmückt, So bist du fa den Banden Des Todes mit entrückt; Kein Fluch drückt das Gewissen, Der Schuldbrief ist zerrissen, Denn Alles ist bezahlt. 4. Ach, willst du noch nicht glauben, Du ungewisser Geist? Kein Teufel tann dir rauben, Was Jesus dir verheißt, Der Licht, Kraft, Fried'n und Leben Geneigt ist, dir zu geben, Als seines Sieges Frucht. 5. Wohlan denn, Fürst des Lebens, Jch bring' dir, was ich hab'; Jch matte mich vergebens Bei mei nen Wunden ab. Jch kann sie nicht verbinden, Soll ich Genesung finden, Du mußt sie rühren an. 6. Gib meinem Glauben Klarheit, zu seh'n, Herr Jesu Christ, Daß du Weg, Leben, Wahrheit, Daß du mir Alles bist. Die finstern Wolken theile Der bangen Zweifel, heile Des Glaubens dürre Hand. 7. Laß mich nicht länger wanten Gleich einem Rohr im Wind, Besänft'ge die Gedanken, Die voller Unruh' sind. Du bist der Stuhl der Gnaden, Wer mühsam und beladen, Den rufst du ja zu dir. Osterlieder. 91 möge sein entkräftet Durch deines Kreuzes Kraft. 8. Ich will nicht mehr vergeblich| Die dich an's Kreuz geheftet, Ganz Bei mir mich ten auf. Ich finde nichts erheblich, Zu hemmen meinen Lauf Zu deinen off'nen Armen, Die mir dein frei Erbarmen So huldreich aufgethan. 11. Lebst du, laß mich auch leben Als Glied an deinem Leib, Daß ich gleich einem Reben An dir, dem Weinstock, bleib'. Gib Geisteskraft zur Nahrung, Gib Stärke zur Bewahrung Der Pflanzung deiner Hand. 9. Hast du den Tob bezwungen, Bezwing' ihn auch in mir; Wo du bist durchgedrungen, Da laß mich folgen dir. Erfülle mein Verlangen Und laß den Kopf der Schlangen In mir zertreten sein. 12. Leb' in mir als Prophete, und leit' mich in dein Licht, Als Priester mich vertrete, Mein Thun und Lassen richt. Um deinen ganzen Willen Als König zu erfüllen, Leb', Christe, leb' in mir. 10. Den Götzen Eigenliebe, Das Gift in meiner Brust, Zerstör durch deine Liebe, Daß alle Fleischeslust, 118. Mel. Chrift, ber in Tobesbanden lag. em Herrn sei Ihn prei set = auf er stan den! al= len Lan- den. Ehre, Preis und Dank, laut mit Lob= ge= fang Wo ihn ei ne 3un- ge nennt, Wo ihm J ein Herz in Lieb' ent- brennt, Er tö- ne fei- nem Namen: Hal- le- lu- ja! 2. Der Heiland lebt, des Grabes Nacht Zerfloß in Morgenröthe. Der an dem Kreuz sein Wert vollbracht, Ist der von Gott Erhöhte. Friede, spricht er, sei mit euch! Wie machet seine Huld so reich! Er lebt, uns zu beleben. Halleluja! Der Herr Sein Volt in 3. In's Leben fehrt er siegreich ein. Erhebt euch aus dem Staube, Kommt, ewig seiner euch zu freu'n, Es siegt der Christen Glaube. Unser Herr, der auferstand, Hat Leben nun in seiner Hand. Wer kann das Heil uns rauben? Halleluja! 4. Sei hier die Liebe gleich verkannt, Und mag sie einsam weinen, Durch ihn, der siegreich auferstand, Wird einst ihr Liebe wird durch Lohn erscheinen. Kreuz bewährt, mit Muth durch seinen Sieg verklärt. Die Welt soll uns nicht trüben. Halleluja! 5. Verlassen uns die Theuren auch, Die wir auf Erden fanden: Uns schrecket nicht des Todes Hauch, Denn Jesus ist erstanden. Jesus führt durch's Grabesthor, Schenkt wieder, was das Herz verlor, Sein Grab ist vor uns offen. Halleluja! 92 Osterlieder. 6. Sieger, reich' uns deine| den. Herr, dem Tod und Hölle Hand, Du einz'ger Trost auf Er- weicht, Bleib' bei uns, bis der Tag den. Dein Sieg soll unsres Sie sich neigt, Dann geh'n wir ein in's ges Pfand Bei jedem Kampfe wer- Leben. Halleluja! W 119. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 持 人 ach' auf, mein Herz, die Nacht ist hin, Die Sonn' ist Er mun tre bei nen Geist und Sinn, Den Hei- land of c auf- gegan- gen. zu empfangen, Der heu- te durch des Todes Thor Ge- brochen aus dem Grab her- vor, Der ganzen Welt zur Won= ne. 2. Steh' aus dem Grab der Sün-| uns zum Heil gefunden Das Leben, den auf, Und such' ein neues Leben. die Gerechtigkeit, Weil er nach treu Vollführe deinen Glaubenslauf, und durchkämpftem Streit Den Feind zur laß dein Herz sich heben Gen Him Schau getragen. mel, da dein Jesus ist, Und such', was droben, als ein Christ, Der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ist, Und tracht' nach dem, was droben, Damit dein Herz zu jeder Frist Zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt, Und strebe nach des Himmels Zelt, Wo Jesus ist zu finden. 7. D'rum auf, mein Herz, fang' an den Streit, Weil Jesus überwunden, Auch du wirst überwinden weit, Weil er den Feind gebunden. Nun rüste dich, daß du aufsteh'st, Und in ein neues Leben geh'st, Und Gott im Glauben dienest. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein: Dein Jesus wird ihn heben; Es kann ein Christ bei Kreu zespein In Freud' und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn, Und sorge nicht, er ist nicht fern, Denn er ist auferstanden. 5. Mit Magdalena sollst du geh'n, Mit Salome zum Grabe, Sollst hier den Dank der Liebe seh'n, Und ihre fromme Gabe: So wirst du seh'n, daß Jesus Christ Vom Tod heut' auferstanden ist, Und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw' aus Juda's Stamm Heut' siegreich überwunden, Und das erwürgte Gotteslamm Hat 8. Scheu' weder Teufel, Welt noch Tod, Selbst nicht der Hölle Wüthen, Dein Jesus lebt, er wird in Noth Und Aengsten dich behüten. Er hilft den Schwachen in der Welt, Als ein gekrönter Siegesheld, D'rum wirst du überwinden. 9. Ach, mein Herr Jesu, der- du bist Vom Tode auferstanden, Rett' uns aus Satans Macht und List Und aus des Todes Banden, Daß wir im seligen Verein Zum neuen Leben gehen ein, Das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit Von allen Gottestindern, Und ewig in der Herrlichkeit von allen Uebers windern, Die überwanden durch dein Blut; Herr Jesu, gib uns Kraft und Muth, Daß wir auch überwinden. Osterlieder. 120. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Christo Lob und Ehre! Sein herr- lich gro- ßer Tag ist da. aus dem Grab er- stan- den, Der nimmer die Ver- we- sung sah. al= le= lu ja! jauchzt, ihr Chöre, Singt Je su Er zerriß des To= des Ban- den, Der Held ist Sein ist Gewalt und macht, Er hat sein Werk voll- bracht. B Hal- le lu ja! Des Menschen Sohn Trägt nun da von Des her- ben Kampfes reichen Lohn. 2. Glorreich hat der Held gerungen, Der Hölle finst're Macht bezwungen, Und uns von Straf' und Schuld be freit. Wir, die tiefgefall'nen Sünder, Sind nun durch Christum Gottes Kinder Und Erben seiner Seligkeit. Wir sind durch ihn versöhnt, Den Gott mit Preis gekrönt. Halleluja! Wir sind nun sein, Und ihm allein Soll unser ganzes Herz sich weih'n. 3. Nun kann uns der Tod nicht schrecken, Einst wird der Herr uns auferwecken Durch seiner Stimme Wundermacht. Er wird unvergänglich Leben Und Herrlichkeit den Seinen 93 geben, Die ihren Lauf in ihm vollbracht. Wir werden aufersteh'n, Zu seiner Freud' eingeh'n. Halleluja! O Siegesheld, In jene Welt Zeuch uns dir nach, wann bir's gefällt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne! Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unsers Grabes Dunke! bricht! O was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Finsterniß verschwinden, Und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du Üns die sem Tage zu, Uns, die Deinen; Die Todesbahn Gingst du voran, Wir folgen dir in deine Ruh'. 121. Mel. Chrift, der in Todesbanden lag. ringt Preis und Ruhm dem Hei- land dar, Er, der für uns ge töd tct war, Frohlockt ihm, Ist dem Ge 94 al le Frommen! richt ent- nom- men. Osterlieder. JJ Sei ge- lobt, Herr Jesu Christ, Daß du 335 für uns ge stor- ben bist, Und sieg- reich auf er standen. Hal- le- lu- ja! 2. Dein Leben in der Majestät Be-| Frieden finden. Pflanze deinen Sinn festigt unsern Glauben. Wer kann, in mir, Damit ich Gott ergeben hier da dich dein Gott erhöht, Uns nun Als dein Erlöster wandle. Halleluja! den Trostgrund rauben: Daß du für uns g'nug gethan, Uns Sündern eine neue Bahn Zum ew'gen Heil eröffnet? Halleluja! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Die Todten zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht Wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, So werd' auch ich, Herr Jesu Christ, Durch dich einst auferstehen. Halleluja! 7. Olaß mich, weil ich hier noch bin, Im Glauben an dich wandeln, Und jederzeit nach deinem Sinn Rechtschaffen sein und handeln, Daß ich, wenn ich aufersteh', Und dich, des Todes Sieger, seh', Vor dir dann nicht erschrecke. Halleluja! 8. Da, wo du bist, da soll auch einst Dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wann du nun erscheinst, Zu deiner Freud' erheben. Laß dies auch mein Erbtheil sein, So werd' ich ewig deß mich freu'n, Daß du vom Tod erstanden. Halleluja!" 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, Hat dem, was du gelehret, Der Wahrheit Siegel aufgedrückt, Und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Werth Hat er auf's Herrlichste bewährt, Da er dich auf erwecket. Halleluja! A 4. Erstand'ner, ich frohlocke dir, Daß du nun ewig lebest: Du lebst und siegst, daß du auch mir das ew'ge Leben gebest, Daß du mein Erretter sei'st, und neue Kräfte mir verleih'st, Mit Freuden Gott zu dienen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu, Befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh' In deinem 122. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht fingen. uf= er stan den, auf= er standen Seht, wie hat nach Schmach und Ban- den Herr, der uns versöhnt. Eh ren ihn ge- krönt. Dort, zu Ist der Gott mit sei- nes Va- ters Rech- ten, Ofterlieder. Ule- ber Schmerz und Tod er- höht, Herrscht er nun in Ma- je- stät. Freut euch sei- ner, ihr Ge- rech- ten, Und ihr, seine Fein- de, bebt! Hal- le- lu- ja, Je sus lebt! 2. Singt dem Herrn, er ist erstanden, Der da starb auf Golgatha. Rühmt es laut in allen Landen, Was sein Mund verhieß, geschah. Wer kann ihm noch widerstreben? Mächtig steigt der Held empor, Im Triumph bricht er hervor. Seht, des Abgrunds Pforten beben, Da ihr Sieger sich erhebt. Halleluja, Jesus lebt! 3. Ung vom Tode zu befreien, Sant er in des Grabes Nacht; Uns zum Leben einzuweihen, Steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen, Deine Schrecken sind gedämpft, Deine Herrschaft ist bekämpft, Und das Leben uns errungen. Ob man unsern Leib begräbt: Halleluja, Jesus lebt! 95 4. Aus dem Grab uns zu erheben, Ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, Dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden Jm Gedächtniß Jesum Christ, Der vom Tod erstanden ist. Droben harren sel'ge Freuden, Wenn der Geist zum Himmel schwebt. Halleluja, Jesus lebt! 5. Freut euch sein, ihr Gottestinder, Er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder Ewig Ehre, Preis und Dank. Rühmt's in der Versuchung Stunden, Wenn euch Sünd' und Elend droht, Rühmt's in eurer Todesnoth: Unser Herr hat überwunden! Jauchzet, wenn der Sünder bebt: Halleluja, Jesus lebt! 123. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. # rüh Mor- gens, da die Sonn' auf- geht, Mein Hei- land Christus auf er steht. Ver- trie- ben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil f und Le- ben wie der- bracht. Hal- le- lu= ja! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg' in Noth, Verschlossen, gleich als wär' ich todt, Läff'st du die Gnaden sonn' aufgeh'n, Nach Traurigkeit mich Freude seh'n. Halleluja! 3. Nicht mehr, als nur drei Tage lang Mein Heiland bleibt im Todess zwang, Durch's Grab am dritten Tag er dringt, Mit Ruhm die Siegesfahne schwingt. Halleluja! 96 4. Jeßt ist der Tag, da mich die Welt Mit Schmach am Kreuz gefangen hält; D'rauf folgt der Sabbath in dem Grab, Wo Ruhe ich und Frieden hab'. Halleluja! 5. In Kurzem wach' ich fröhlich auf, Mein Ostertag ist schon im Lauf, Ich wach' auf durch des Herrn Gebot, D'rum geh' ich freudig in den Tod. Halleluja! 6. Am Kreuz läßt Christus öffentlich Vor allem Bolke tödten sich; Daß er des Todes Kerter bricht, Läßt er die Menschen sehen nicht. Halleluja! Osterlieder. 7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, Kein groß Gepräng' ihm hier gefällt. Was arm und niedrig geht herein, Soll ihm das Allerliebste sein. Halleluja! 8. Wie wundergroß ist er, der Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt sol Jesus hat ge- siegt! Nun im Staube liegt. schwer auf mir, Er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja! 9. Lebt Christus: was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wenn mir gleich alle Welt stürb' ab, G'nug, daß ich Christum bei mir hab'. Halleluja! 10. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich, Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich; Wo er jetzt lebt, da komm' ich hin, Weil seines Leibes Glied ich bin. Halleluja! 11. Durch seiner Auferstehung Kraft Komm' ich zur Engelbrüderschaft, Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, Durch ihn mit Gottes Huld gekrönt. Halleluja! 12. Für solchen Trost, du großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir auf beff're Weis' Erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! 124. Mel. Jesu, meine Freude. reut euch, Got- tes Kinder, Unser Ueber= win= der, Satan ist ge= fan- gen, Und der Kopf der Schlan- gen U 3. Mag der Satan stürmen, Mich wird wohl beschirmen Mein Immanuel. Mag es finster werden hier Je- sus Christ hat ih- re List Durch sein す 。 gött- lich Wort ge- däm- pfet, Und für mich ge- käm- pfet. 2. Was kann mich anfechten, Weil mir steht zur Rechten Ein so groBer Gott? Laß sich schrecklich rüsten, Wider mich sich brüsten Kummer, Noth und Tod! Einst zerfällt die ganze Welt, Ehre, Reichthum, Luft der Sünden müssen dann verschwinden. auf dieser Erden, Er macht's sonnenhell. Er wird mir wohl für und für, Trotz der Welt und ihren Tücken, Großen Schutz zuschicken. 4. Und wenn meine Glieder Sich nun senken nieder In die Todesnacht, Wird mich Gott behüten; Dann wird er gebieten Seiner Engel Wacht; Das Geleit zur Ewigkeit Und zum rechten Freudenleben Wird mein Herr mir geben. Osterlieder. 0 Höl- le? sich stelle? 125. Mel. Nun freut euch, liebe Christeng'mein'. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, Was kann uns jeßt der Teu- fel thun, Wie grau- sam er 97 Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herr- lich # hat nach diesem Krieg Durch Jesum Christ gege= ben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang',| mand Christi Worten gläubt, Im Da Christus mit ihr kämpfte, Und, Tod und Grabe der nicht bleibt, Er als ergrimmt sie auf ihn drang, Er lebt, ob er gleich stirbet. ihren Grimm bald dämpfte! Ob sie ihn in die Fersen sticht, So fieget sie darum doch nicht, Der Kopf ist ihr zertreten. 7. Wer täglich hier durch wahre Reu' mit Christo auferstehet, st dort vom andern Tode frei, Der ihn nicht mehr angehet; Genommen ist ihm seine Macht, Das Leben an das Licht gebracht, Und unvergänglich Wesen. 8. Das ist die rechte Osterbeut', Der wir theilhaftig werden: Fried', Freude, heil, Gerechtigkeit, Jm Himmel und auf Erden; Hier sind wir still und warten fort, Bis unser Leib wird ähnlich dort Des Herrn verklärtem Leibe. 9. Der alte Drach' mit seiner Rott' Hingegen wird zu Schanden, Erlegt ist er mit Schimpf und Spott, Da Christus ist erstanden. Die Glieder siegen mit dem Haupt, Dem Satan ist die Macht geraubt, Er kann uns nicht mehr schaden. 10. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, 6. Es war getödtet Jesus Christ, Wie grausam er sich stelle? Gott sek Doch seht, er lebet wieder! Weil gedankt, der uns den Sieg So herrs nun das Haupt erstanden ist, Steh'n lich hat in diesem Krieg Durch Jewir auch auf, die Glieder. So Jesum Christ gegeben. 5 3. Lebendig geht der Herr hervor, Und nimmt den Feind gefangen, Zerbricht der Hölle Schloß und Thor, Trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts kann in seinem Siegeslauf Den starken Helden halten auf, Der Feind liegt überwunden. 4. Der Heiland ist der Hölle Pest, Des Todes Gift geworden. Ob Satan auch noch ungern läßt Vom Wüthen und vom Morden, Und, da er sonst nichts schaffen kann, Nur Tag und Nacht uns klaget an: So ist er doch verworfen. 5. Des Herren Rechte, sie behält Den Sieg und ist erhöhet. Des Herren Rechte mächtig fällt, Was ihr entgegen stehet. Tod, Höll und aller Feinde List Durch Christi Sieg gedämpfet ist, Ihr Zorn ist kraftlos worden. 98 Ofterlieder. 126. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. ri- umph! Triumph! bringt Lob und Dank Dem, der Der ho- he Sie= ger ů= ber- wand, Nacht war des Todes Nacht be- zwang, Den herr- lich Gott er= höh= te. um ihn, und sie verschwand In helle Mor= gen= rö= the. Be- bet, Gebet, Stol- ze Spöt- ter. un1- serm Retter Preis und Ehre, Glaubt an ihn und seine Leh= re. 2. Heil uns! Triumph! das Grab ist leer. Fest stehet, wie ein Fels im Meer, Das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel aufge: baut, Den blinde Wuth gebrochen. Keine Macht hält Diesen Sieger, Gottes Krieger ist erstanden, Macht der Hölle Wuth zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir gegrüßt, mein künftig Grab, Du Wohnung ernster Stille! Nach wen'ger Lage schnellem Lauf Nimmst das Verwesliche du auf, Des Geistes morsche Hülle. Herrlich Werd' ich Auferstehen, einzugehen zu dem Leben, Das mein Heiland mir wird geben. 127. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. ie jauchzt mein Geist schon hier im Stau- be, Wenn er Wie trium phirt mein Chri- sten- glau- be, Wenn er an dich, Er- stand'- ner, in nig denkt! sich in dein off' nes Grab ver- senkt! H 2 Ich schaue nun ge- trost in's eig'- ne Grab, Aus dei- ner Gruft erblüht der Hoffnung Stab. Osterlieder. 2. Ich seh' den Frühling jetzt er wachen, Ein frohes Bild der Auferstehung mir. Ich darf des Todes Droh'n verlachen, Erstand'ner, neues Leben strahlt von dir. In jenes ew'gen Lebens Herrlichkeit Bin ich von aller Todesqual befreit. 3. Hier ist noch Dunkel, dort ist Helle, Hier wein' ich manche bitt're Thräne noch, Dort aber strömt die Freudenquelle, Denn dort bin ich eru 99 löst vom Sündenjoch. Brich, morsche/ Hütte, brich nur immer ein, Mein Geist wird bort verklärt und selig sein. 4. Dir dank ich dieser Hoffnung Freude, Erstand'ner, weil du lebst, so leb' auch ich. Wenn ich in dir die Seele weide, Verklärter, dann verklärt sie sich durch dich. Die Hoffnung seliger Unsterblichkeit Wirkt hier schon himmlische Zufriedenheit. 128. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen. Die dir Zion mit frohen Oster psalmen Deinen großen e= ber- win- der, nimm die, Palmen, Das heute bringt, Du hast dich em- por ge- schwungen Aus der Sieg be- fingt. dunkeln Grabesnacht, Hast dein ho- hes Werk vollbracht Und der J Feinde Wuth be- zwungen. An dem Tag, wo dies geschah, Sin- gen wir Hal= le= Iu- ja! 2. Pflanze deine Sieg'spaniere Auf das Grab zu deinem Ruhm, Großer König, tomm, regiere un die Welt, dein Eigenthum. Du, den alle Himmel loben, Unterwirf der Erde Kreis, Und es diene dir zum Preis Auch der Höllenmächte Toben. Uns sei stets als Helfer nah', Dann ertönt's: Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute Deiner armen Herde mit, Die in froher Sehnsucht heute Vor den Thron der Gnade tritt. Gib uns allen deinen Frieden, Gib uns | Kraft und frohen Muth: Dann ist uns ein herrlich Gut Und ein lieb lich Loos beschieden; Nichts erschreckt dann fern und nah' Und man singt: Halleluja! 4. Laß, 0 Sonne der Gerechten, Deinen Strahl in's Herz uns geh'n; Gib Erleuchtung deinen Knechten, Daß sie geistig aufersteh'n. Hält der Schlaf uns noch gefangen, O so förd're unsern Lauf, Rufe kräftig: wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, Und der helle Tag ist da. Gott sei Dank, Halleluja! 5* 100 Osterlieder. 5. Zeige, wenn der blöde Kum-| höchsten Nöthen, Laß in unsrer Tomer Üeber Gruft und Bahre weint, despein Felsenfest den Glauben sein, Wie die Schwachheit nach dem Daß der Tod uns nicht kann tödten, Schlummer Dort in voller Kraft Denn du, Herr, bezwangst ihn ja; erscheint. Deines geist'gen Leibes Gott sei Dank, Halleluja! Glieder Bleiben nicht des Todes Naub; Selbst des Erdenleibes Staub Wird verklärt und grünet wieder, Denn dein Aug' bewacht ihn ja. Gott sei Dant, Halleluja! 7. Neige deines Scepters Spitze Uns voll Gnad' und voller Huld Einst von deinem Richtersige, Und sieh' nicht auf unsre Schuld. Gib uns dann das ew'ge Leben, und das ganz erlöste Herz Wird dann frei von Sünd' und Schmerz Ewig deinen Ruhm erheben; Denn wir singen einst auch da: Gott sei Dank, Halleluja! 6. Tilge das verzagte Grauen, Wenn die letzte Stunde schlägt, Laß den Geist die Krone schauen, Die uns schon ist beigelegt. Laß in unsern D 129. Mel. Nun freut euch, liebe Christeng' mein'. er Hölle Pfor- ten sind zerstört, Der Tod ist nun Des Sa- tans Reich ist ganz verheert, Lob sei dir, Gott, pod pp ver- schlungen, ge= sungen. Der Sünden Macht ist ab- ge- than, Durch ChriP ftum ist die Himmelsbahn Uns wieder auf geschlossen. Christi Reich und Macht; Er ist be siegt, der Tag und Nacht Vor Gott uns hart verklaget. 2. Was durch des ersten Adams Schuld Im Paradies verdorben, Das, und noch mehr hat Christi Huld Uns wiederum erworben. Der starte Held aus Davids Stamm Hat sterbend an dem Kreuzesstamm Die Welt mit Gott versöhnet. 5. Der alle Welt verführt in Noth, Liegt in dem Staub der Er den. Der vormals starke Seelentod Hat müssen fraftlos werden. Des Lammes Blut hat ihn befriegt, Sein wahres Zeugniß obgesiegt, Und uns das Heil errungen. 3. Heut' ist er aus dem Grab hervor Mit großer Macht gebrochen, Er hebt sein Sieg'spanier empor, Wie er es hat versprochen. Er bringt nach wohlgeführtem Streit Uns wieder Fried'n und Freudigkeit Und alle Himmelsschätze. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit, Wie Christus, auferstehen, Und mit ihm in die Herrlichkeit zur Himmelsfreud' eingehen. Denn wo das Haupt geblieben ist, Da müssen auch nach kurzer Frist Die Glieder alle wohnen. 4. D'rum lasset uns in Fröhlichkeit Herz und Gemüth erheben, Weil uns ist diese Gnadenzeit Vom Himmel nen gegeben. Wir haben M Osterlieder. 130. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. JJ ein Jesus lebt! ich soll nicht ster- ben, Hier steht mein Nun muß auch ich das Le= ben er ben, Weil Höll' und 101 Haupt und tri- umphirt! Tod die Macht verliert. to Mein Je- sus lebt, sein Grab ist leer. 2. Mein Jesus lebt! er hat be=| Leben ruft. Wie lieblich schallt die zwungen, Was mir das Leben rau- Stimme hier: Ich leb' und ihr lebt ben kann; Er hat mir Heil und auch mit mir! Sieg errungen, Und Alles ist ihm unterthan. Der Hölle tiefster Abgrund bebt, Denn überall schallt's: Jesus lebt! 3. Mein Jesus lebt! das Grab ist offen, So geh' ich freudig in die Gruft. Nun kann ich auch im Tode hoffen, Daß mich sein Wort in's Mich schreckt nun tei- ne Zukunft mehr, 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, Mein Herz wallt nur für ihn allein. Soll ich ihm nun mein Leben geben, So wird kein Tod mir schrecklich sein, Weil er mich in den Himmel hebt, So wahr als Jesus ist und lebt. 131. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. JJJ al le lu ja! Je sus le= bet! Hört's, betrübte Sün- der, ge= bet E Auf, ihr Er= löDer Freude Raum, sten, und er= he- bet jestät. denn Je sus le- bet, Gott hat ihn aus dem Staub er- höht. Des großen Mitt- lers Ma = Ihm jauchze Preis und Dank, O Seele, dein Ge- sang. Halleluja! 102 T Dich, großer Held, Er hebt die Welt, = den Sieg be= hält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide, Lobsinget ihm, und nehmt voll Freude Am Siege Theil, den er erstritt. Seht, der Tod ist überwunden, Die ganze Hölle ist gebunden, Er herrscht, der für euch starb und litt. Laßt seine Feinde dräu'n, Ihr könnt getrost euch freu'n: Jesus lebet Von Ewigkeit Zu Ewigkeit, Derselbe gestern und auch heut'. 3. Jhr auch dürft nicht trostlos beben, Ihr Sünder, Gott will euch vergeben, Wenn ihr die Schuld mit Ernst bereut. Durch des Todes Ueberwinder Ist er versöhnt und gegen Sünder Ein Vater der Barmherzigkeit. Der Heiland steigt empor, Nun ist des Himmels Thor Allen offen. Gott ist versöhnt, Vom Himmel tönt Der Freudenruf: Gott ist versöhnt! rau- ernd Je=- ju Osterlieder. 2 ein Jün- ger- Paar. und Lehrer war. Weil deine Hand 4. Tod, wo sind nun deine Schre cken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, Verwes't der Leib gleich in der Gruft; Einst wird er zum bessern Leben Sich aus des Todes Staub erheben, Wenn Jesus den Entschlaf'nen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt; Alles lebet, So wie erneut zur Frühlingszeit Sich Alles regt, und Alles freut. 5. Wandeln wir auf deinen Wegen, Auferstand'ner, welch ein Segen Erwartet uns am Ziel der Bahn! Nach des Lebens Kampf und Leiden Erhebst du uns zu ew'gen Freuden, Die uns dein Kampf und Sieg ge wann. Bald sind sie unser Theil, Bald krönet uns das Heil Deines Lebens. Halleluja! Der Herr ist nah', Bald ist der Tag des Sieges da. 132. Mel. Alle Menschen müssen sterben. und mit ban- gem Sehnen Wan- delt dort flie- ßen ihre Thränen, Der ihr Freund Doch, eh' fie's zu hof- fen wagen, Na het er, um den sie tla-gen, Ihr Be- glei- ter ist er schon, Schnell ist nun ihr Gram ent- floh'n. Osterlieder. 2. Ach, es geh'n noch manche Herzen Ihrem stillen Kummer nach, Sie bejammern, voll von Schmerzen, Ihre Noth, ihr Ungemach. Manches wandelt ganz alleine, Daß es in der Stille weine, Aber Jesu tröstend Wort Scheuchet jeden Kummer fort. 3. Oft schon hab' auch ich empfunden: Jesus läßt mich nie allein, In den trüben Unglücksstunden Stellt er unverhofft sich ein. Wenn ich traurig mich beschwere, Als ob er zu ferne wäre, so ist er mir schon nah', Und mit seiner Hülfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, Bleibe ferner nah' bei mir. Sucht die Welt mich anzufeinden, so wend' ich mich zu dir. Wenn mich Trübfalswetter schrecken, Woll'st du mächtig mich bedecken; Hab' ich zum Gefährten dich, Ist kein Feind mir fürchterlich. e 103 5. Bin ich traurig, tief betrübet, Dann ruf' du mir in den Sinn, Daß mich deine Seele liebet, Und daß ich der Deine bin. Laß in dir mich Ruhe finden, Auf dein Wort die Hoffnung gründen: Wer die Thränensaat ge= streut, Erntet einst die Seligkeit. 6. Tröst' auch And're, die voll Jammer Einsam durch die Fluren geh'n, Oder in der stillen Kammer Lief bekümmert zu dir fleh'n. Wenn sie von der Welt sich trennen, Daß sie satt sich weinen können, So sprich ihrer Seele zu: Zagender, was trauerst du? 7. Wenn es einst will Abend werden, Und der Lebenstag fich neigt, Wo dem blöden Aug' auf Erden Nirgends fich ein Helfer zeigt: Bleibe dann an meiner Seite, Gib mir Sieg im letzten Streite, Daß ich bis an's Ende treu, Jener Krone würdig sei. 133. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. auf erstand'ner Siegesfürst, Heut' bringst du Frieden, da du wirst Du Le- ben aller Le- ben, Zur Freude uns ge= ge- ben. FF Zu- vor bracht Noth Dich in den Tod; Jetzt bist du auf- err- stan- den Und frei von To- des- banden. 2. Die Last von unsrer Sündenschuld| Zum vollen Gnadenscheine. Des ToLieß dich in Fesseln fallen, Du gabest des Wuth, Der Höllen Gluth Hat dich aus großer Huld Am Kreuz zum alle Macht verloren, Und wir sind Heil uns Allen. Nun sind wir frei neu geboren. Von Sclaverei, Wir sind nicht mehr gefangen, Weil du hervorgegangen. 3. Nun geht uns fröhlich wieder auf Die rechte Gnadensonne, Die, einst verhüllt in ihrem Lauf, Gibt Strah: len neuer Wonne. Jeßt ist die Seel' Mit Freudenöl Von dir gefalbt zum Leben, Sich ganz dir hinzugeben. 4. Die Kraft von deiner Majestät Bricht selbst durch Grab und Steine, Dein Sieg ist's, der uns mit erhöht 5. O daß wir diesen theuern Sieg. Genugsam möchten kennen, Und unser Herz bei diesem Krieg Im Glauben möchte brennen! Denn anders nicht Kann dieses Licht Uns in das Leben führen, Wenn wir nicht Glauben spüren. 6. So komm denn selbst in unser Herz, O Jesu, Fürst der Ehren! Laß du in Freuden und im Schmerz Den Glauben sich vermehren, Daß wir in 104 dir Die offne Thür Zur ew'gen Ruhe finden, Und aufersteh'n von Sünden. 7. Laß, Herr, mit dir uns aufersteh'n Aus unserm Sündengrabe. Wir können noch das Licht nicht seh'n, Die Kraft von deiner Gabe, Die deine Macht Zu uns gebracht; Führ' uns hinaus zum Leben, Und mach' uns dir ergeben. 8. Es liegen tausend Hüter hier, Die unser Herz berennen, Daß wir aus dieser Grabesthür Zu dir nicht kom men können. Der Sünden Macht Hält selbst die Wacht, Die Welt mit ihren Schätzen Fängt an, es zu besetzen. & H Sün= der! win= der. Osterlieder. 2 9. Erscheine uns mit Freundlichkeit, Wenn wir in Buße weinen. Gib uns den Frieden in dem Streit, Den du versprichst den Deinen; So können wir, Held, mit dir Die rechten Ostern feiern Und uns in dir erneuern. 10. Ach, laß das wahre Aufer= steh'n Im Herzen uns erfahren, Laß aus dem Sündengrab uns geh'n, Daß wir den Schatz bewahren, Das theure Pfand, Das deine Hand Zum Siege uns gegeben, So geh'n wis ein zum Leben. r lebt, o Freu- den- wort, er lebt, Der Feinde Heer erschrickt und bebt 134. Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. Der Heiland al= ler Vor sei nem Ule- berEr stritt mit Hel- den- muth, Ver- goß für uns sein Blut; Durch sei- nen Kreuzes- tod Erwarb er uns bei Gott Ver gebung un- frer Sün= den. 2. Er lebt, des Vaters ew'ger 4. Er lebt, der unbezwung'ne Sohn, Erhöht zu seiner Rechten. Held; Besingt, ihr Engelchöre, BeEr herrscht und hilft von seinem singt, ihr Völker aller Welt, Des Thron Auch seinen schwachen Knech- Mittlers Ruhm und Ehre! Erhebt ten. Er lebt nun ewiglich, Und ewig des Siegers Macht, Der von dem schützt er mich, Er thut mit starker Tod erwacht, Der unsern Tod beHand Den Feinden Widerstand, Sie zwingt, Der uns das Leben bringt, können mir nicht schaden. Und mächtig für uns streitet. 3. Er lebt, Gott hat ihn auferweckt, Gott wird auch mich erwecken. Der Tod, der Aller Herzen schreckt, Kann mich nicht mehr erschrecken. Sein Stachel, seine Kraft, Die Sünd' ist weggeschafft; Der treue Zeuge spricht: Wer glaubt, der stirbet nicht! Deß tröst' ich mich von Herzen. 5. Er lebt, o Christen, laßt uns heut' Frohlockend ihn erheben; Laßt uns von nun an jederzeit Ihm wohlgefällig leben. Wir sind sein Eigenthum, Erkauft zu seinem Ruhm, Sein wollen wir allein Todt und lebendig sein, Und sein auch ewig bleiben. A Himmelfahrtslieder. 135. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen. C J men, dei- nes Grabes Friede Wird auch un- serGrab durchweh'n, Wenn wir, von der Wallfahrt müde, Ruh'n, um froher zu er- steh'n. A- men, Fürst der Auf- er- ste- hung, Der des Grabes Sie- gel brach), 3 Zeuch durch Grab und Tod uns nach Zu des Wonnereichs Er- hö- hung, 105 Wo dem Tod, der uns versöhnt, Al- ler Himmel Lob- lied tönt. 2. Großer Erstling deiner Brüder, Ja,| Weil du auferstanden bist, Werden du ziehest uns nach dir, Du, das Haupt, dich, Herr Jesu Christ, Einst in voller ziehst deine Glieder, Und wie du, so le- Klarheit sehen. Jetzt, o Herr, und ben wir. Ja, wir werden auferstehen, ewiglich, Leben wir allein durch dich. 7. Himmelfahrtslieder. 136. Eigene Melodie. Halle- lu- ja! Halle- lu- ja! #J hri- stus fuhr gen Himmel, Und sand- te uns her- nie= der Wär' er nicht hin- gan- gen, Der Tröster wär' nicht kom- men; Den Tröster, sei- nen heil'gen Geist, Zum Trost der armen Christen- heit. Seitdem er hin- ge- gan- gen ist, Ward uns der Geist durch Je- sum Christ. Halleluja! Halle- lu- ja! Halle- lu- ja! Deß soll'n सगेम wir Al- le froh sein, Christ will un- ser Trost sein. Halle- lu- ja! 106 D Himmelfahrtslieder. 137. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. wunder- gro- ßer Sie- ges- held, Du Sün- den- trä- ger Zur Rechten Gottes in der Kraft, Der Fein- de Schaar ges dada Mächtig, Prächtig al= ler Welt, Heut' hast du dich ge- se- pet bracht zur Haft, Bis auf den Tod ver- le- get. Triumphirst du und re- gierst du; Tod und Le= ben Sind dir, Je- su, über= ge= ben. 2. Dir dienen alle Cherubim, Viel| All' Ueppigkeit verachten. Unart, tausend hohe Seraphim Dich Sieges Hoffart Laß uns meiden, christlich fürsten loben. Du hast das Heil zu- leiden, wohl ergründen, Wo die rückgebracht, mit Majestät und gro- Gnade sei zu finden. Ber Pracht Gen Himmel dich erhoben. Singet, Bringet Dank ihm; chret den, der fähret auf gen Himmel Aus dem niedern Erdgetümmel. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir Sind Glieder, fa es kommt von dir Auf uns Licht, Trost und Leben. Heil, Friede, Freude, Stärk' und Kraft, Und Alles, was Erquickung schafft, Wird uns von dir gegeben. Dringe, Zwinge, Ew'ge Güte, mein Gemüthe dich zu preisen, Lob und Ehr' dir zu erweisen. 5. Sei, Jesu, unser Schuß und Schatz, Sei unser Ruhm und fester Play, Auf den wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist, Auf Erden wohnt viel Trug und List, Es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen Stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm vom Gnadenthron, Du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, Komm, stille mein Verlangen. Du, du allein bist uns 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns zu Gut', O Jesu, durch dein theures nach dir, Hilf, daß wir künftig für Blut Jn's Heiligthum gegangen; und für Nach deinem Reiche trachten. Dafür Soll dir, Von uns Allen Laß unsern Sinn und Wandel rein, Dant erschallen. Herr, ohn' Ende Uns demuthsvoll von Herzen sein, Heben wir zu dir die Hände. 138. Mel. Aus meines Herzens Grunde. er Herr fährt auf gen Him- mel Mit jauchzen dem Ge- tüm- mel ● Mit hel- lem Ju- bel- schall, Und mit Po- sau- nen- hall. Himmelfahrtslieder. JJJ Lob- singt, lob fin- get Gott! Lob- singt, lob- fingt mit Freu- den H Dem Könige der Heiden, Dem Herrn Gott Zeba= oth! 5. Gen Himmel laßt uns dringen mit herzlicher Begier! Mit Inbrunst laßt uns singen: Dich, Jesu, suchen wir. Zu dir, o Gottes Sohn, Soll sich der Geist erheben; Du bist uns Licht und Leben, und unser großer Lohn. 6. Hinweg mit deinen Schätzen, Du falsche, arge Welt! Sollt' uns dein Nichts ergözen? Dort ist, was uns gefällt. Er, unser Fleisch und Blut, Prangt auf der Gottheit Throne, Gibt uns sich selbst zum Lohne, Ist unser höchstes Gut. 7. Wann wird es doch geschehen, Wann kommt die frohe Zeit, Daß wir ihn werden sehen In seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, Da wir ihn mit Entzücken 3um erstenmal erblicken? O Tag, brich bald herein! 2. Der Herr wird aufgenommen In königlicher Pracht; Deß freu'n sich alle Frommen, Die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein Des Himmels Engelheere, Die seiner Pracht und Ehre Sich, gleichwie wir, erfreu'n. 3. Mit freudigem Gebete Werd' er von uns erhöht; Wir wissen nun die Stätte, Die uns bereitet steht. Der Heiland geht voran, Läßt uns nicht von sich trennen; Daß wir ihm folgen können, Macht er uns freie Bahn. 4. Wir Pilgrime der Erden, Die hier das Elend bau'n, Wir sollen Himmlisch werden, Und Jesum ewig schau'n. Auf, Kinder Gottes, auf! Wo Jesus hingegangen, dahin steh' das Verlangen, Dahin kehrt euren Lauf. 139. Eigene Melodie. 107 im- melan, nur himmel= an Was die Frommen wünschen, kann Soll der Wan- del geh'n Dort erst ganz gescheh'n; Ad = Auf Er- den nicht ,. Freude wechselt hier mit Leid. Richt' hin auf zur Herrlich keit Dein Ange ficht! Dein Ange= ficht! 2. Himmelan schwing' deinen Sinn Jeden Morgen auf. Schnell eilt er durch's Leben hin, Unser Pilgerlauf. Fleh' täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf, Präg' in's Herz mir den Beruf: Mach' mich getreu.:,: 3. Himmelan hat er dein Ziel Selbst hinauf gestellt. Sorg' nicht mutblos, nicht zu viel Um den Tand der Welt; Flieh diesen Sinn! Nur, was du dem Himmel lebst, Dir von Schätzen dort erstrebst, Das ist Gewinn.:,: 108 Himmelfahrtslieder. geht's Zum Himmel hin.:,: 4. Himmelan erheb' dich gleich,| Jm Himmelssinn. Von der Weltlust Wenn dich Kummer drückt, Weil dein freier stets lind mit ihm vertrauter, Vater, treu und reich, Stündlich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben, in dem Land des Lichts, Weiß man von den Sorgen nichts, Sei himmlisch froh.:,: 8. Himmelan führt dich zuletzt Selbst die Todesnacht; Sei's, daß sie dir sterbend jetzt Kurze Schrecken macht: Harr' aus, harr aus! Auf die Nacht wird's ewig hell, Nach dem Tod erblickst du schnell Des Vaters Haus.:,: 9. Halleluja! himmelan Steigt dein Dank schon hier. Einst wirst du zum Schauen nah'n, Und Gott naht zu dir In Ewigkeit. Aller Jammer ist vorbei, Alles preist verklärt und neu In Ewigkeit.:,: 10. Halleluja fingst auch du, Wenn du Jefum siehst, Unter Jubel ein zur Ruh' In den Himmel ziehst. Lob sei dem Herrn! Der vom Kreuz zum Throne stieg, Hilft dir aus zu diesem Sieg. Lob sei dem Herrn!:: 5. Himmelan wallt neben dir Alles Volk des Herrn, Trägt im Himmelsverschmack hier Seine Lasten gern. schließ' dich an! Kämpfe d'rauf, wie sich's gebührt; Denke: auch durch Leis den führt Die Himmelsbahn.: 6. Himmelan ging Jesus Christ, Mitten durch die Schmach; Eil', weil du sein Jünger bist, Seinem Vorbild nach; Er litt und schwieg. Halt' dich fest an Gott, wie er, Statt zu klagen, bete mehr; Erkämpf' den Sieg!:,: 7. Himmelan führt seine Hand Durch die Wüste dich, Ziehet dich im Prüfungsstand Näher hin zu sich, 3 140. Mel. Ach Gott und Herr. M euch uns nach dir, So kommen wir mit herz- li- chem Verlangen Hin, da du bist, O Je- su Christ, Aus dieser Welt ge- gan- gen. 4. Zeuch uns nach dir, So folgen wir Dir nach in deinen Himmel, Daß uns nicht mehr So oft be schwer' Das böse Weltgetümmel. 2. Zeuch uns nach dir In Lieb's= begier, Ach, reiß' uns doch von hinnen; So dürfen wir nicht länger hier Vor Kummer fast zerrinnen. 3. Zeuch uns nach dir, O Jeftt, führ' Uns deine Himmelsstege; Wir irren leicht, Sind abgeneigt Dem rechten Lebenswege. 5. Zeuch uns nach dir Nun für und für, Und gib, daß wir nachfahren Dir in dein Reich, und mach' uns gleich Den auserwählten Schaaren. 141. Mel. Jerusalem, bu hochgebaute Stadt. ein siegend Haupt Dort in der Herr- lichkeit, Ich bin dein Glied, Doch lieg' ich noch im Streit, Himmelfahrtslieder. Du lebst, beglückst, re- gierst! Bis du zum Frie- den führst. Noch kämpf' ich viel hie- nie= den Ja Mit Sünd' und Leidenschaft; Doch du gibst deinen Frie- den Und Muth und Sie= ger- kraft. 2. Zieh' mich hinauf, Der du die Stätte dort Auch mir bereitet hast. Ich schau' empor Zu jenem sel'gen Ort, und leicht wird jede Last. Ich werde nie verderben, Bin ich doch Gottes Kind, mit allen Himmelserben, Die ewig bei dir sind. 142. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 109 मा err, du fährst mit Glanz und Freuden Auf zu deiner Herrlichkeit; Doch mich drü- cken noch die Lei- den Die- fes Lebens, dieser Zeit. ● -8 Gib mir, Je su, Muth und Kraft, Daß ich mei- ne Pil- ger- schaft So in dir zu rü- cke le ge, Daß ich stets dein bleiben mö- ge. 2. Laß mir deinen Geist zurücke,| du das Vertrau'n Deiner Gläubigen Aber zeuch mein Herz nach dir; Wenn durch Schau'n, Und verwandelst ihre ich nach dem Himmel blicke, Deffne Leiden In unendlich große Freuden. ihn dann gnädig mir. Neige meinem Fleh'n dein Ohr, Trag' es deinem Vater vor, Daß er mir die Schuld vergebe, Daß ich mich bekehr' und lebe. 3. Lehre mich die Welt verachten Und was in mir Eitles ist, Und nach dem, was dort ist, trachten, Wo du, mein Erlöser, bist. Wollust, Ehrsucht und Gewinn Soll mich nie zur Erde zieh'n, Da ich jenseits über'm Grabe Eine größ're Hoffnung habe. 5. Dort bereit' auch mir die Stätte In des Vaters Hause zu, Rufft du frühe oder späte Mich zu meines Grabes Ruh'; Leucht' auch mir in dieser Nacht Durch die Stärke deiner Macht, Die des Todes macht bezwungen, Und für uns den Sieg errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder, An dem Ende dieser Zeit, O so sammle meine Glieder, Die Verwesung hier zerstreut; Heil'ge und verklär' sie ganz, Daß der Leib im Himmelsglanz, Dann nicht mehr von Staub und Erde, Deinem Leibe 4. Diese müsse nichts mir rauben, Du erwarbst sie theuer mir; Jetzt noch seh' ich sie im Glauben, Droben find' ich sie bei dir; Dort belohnst| ähnlich werde. 110 A Himmelfahrtslieder. 143. Mel. Nun freut euch, liebe Christeng'mein'. uf Christi Himmelfahrt al= lein Und al len Zwei- fel, Angst und Pein Nachfahrt grün- de, über win= de. Denn weil das Haupt im Him- mel ist, fedd|| Wird seine Glieder Je- sus Christ Zur rech- ten Zeit nach- ho- len. 3. Ach, Herr, laß deine Gnade mich Von deiner Auffahrt spüren, Daß mit dem wahren Glauben ich mög' meine Nachfahrt zieren, Und dann einmal, wann dir's gefällt, Mit Freuden scheide aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen. 2. Weil er gezogen himmelan, Und große Gab' empfangen, Mein Herz auch nur im Himmel kann, Sonst nirgends, Nuh' erlangen. Denn wo mein Schatz gekommen hin, Da ist auch stets mein Herz und Sinn, Nach ihm mich sehr verlanget. 144. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. um Him- mel bist du ein ge gangen, Wie soll te mich nun nichi ver- lan- gen, Ich meine Hie mit stets krönt, Herr Jesu Christ. sein, wo du nun bist? Nimm in die Hei- math mich zu dir. 2. Vom Tode stand'st du auf zum Leben, Du gingst verklärt zum Himmel ein; So muß fich auch mein Geift erheben, Ich darf nicht todt in Sünden sein. Ein neues Leben wirk' in mir, So komm' ich einst gewiß zu dir. Mit Preis ge= Auch dort zu # Ich bin ja nur ein Pil- grim hier, 3. Am Delberg fingen deine Leiden Mit bittern Todesängsten an; Am Delberg gingst in hohen Freuden Du siegreich deine Himmelsbahn; So folgt auf Leiden Herrlichkeit; Zu beiden mache mich bereit. 4. Du bist von uns zwar aufge fahren, Doch ist dein Wort noch immer hier. Laß dieses Kleinod mich bewahren; Im Worte redest du zu mir, Dies leitet meines Lebens Lauf Und schließt mir deinen Himmel auf. Himmelfahrtslieder. 5. Du hobest segnend deine Hände Beim Scheiden von den Deinen auf; O hilf, daß einst auch ich vollende, Von dir gesegnet, meinen Lauf. Wenn ich von dir gesegnet bin, Dann fahr' in Frieden ich dahin. M 111 6. Jch sehe dir mit Glaubensblicken In deinen Freudenhimmel nach, Mein Herz soll sich an dir erquicken, Der mir die Bahn zum Himmel brach. Sieht dich auch hier mein Auge nicht, Bleibst du doch meine Zuversicht. 7. Ginst wirst du herrlich wiederkommen, Gleichwie du aufgefahren bist, Dann werd' ich völlig aufgenommen, Wo mir bereit mein Erbtheil ist. So leb' ich nun im Glauben hier, Im Schauen aber dort bei dir. 145. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. ir freuen uns, Herr Jesu Christ, Daß du zur Rechten Gottes bist. Du starter Herr, Jm- ma- nu- el, Ostärk' im Glau- ben unsre Seel'. Hal- le- lu- ja! = 2. Du sigest auf der Himmel| Bist unser Trost und höchstes Gut. Thron Als unser Freund, als Men- Halleluja! schensohn. Auch da schämst du dich unser nicht, D'rum bleibst du unsre Zuversicht. Halleluja! 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur Ist dein, du Herrscher der Natur. Halleluja! 7. Was uns gebricht, ist dir betannt. Der Segen ist in deiner Hand. Von keinem Frommen bist du fern, Du siehst auf ihn und hilfst ihm gern. Halleluja! 8. Sieh' gnädig auf uns allezeit Vom Throne deiner Herrlichkeit. Hilf unserm schwachen Glauben auf, und heil'ge unsern Lebenslauf. Halleluja! 4. Umsonst, umsonst empöret sich Der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt, Durch deine Macht ist er besiegt. Halleluja! 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held; Als Herrn und Richter aller Welt Wird dich dereinst der Erdkreis seh'n, Laß uns dann freudig vor dir steh'n. Halleluja! 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich, Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu 6. Herr, unsre Herzen trau'n auf Christ, Der bu zur Rechten Gottes dich, Dein freuet unsre Seele sich, bist. Halleluja! Du Held in unserm Fleisch und Blut 5. Du, unser triumphirend Haupt, Wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, Sein starker Schuß, sein ew'ges Heil. Halleluja! 112 8$ N Pfingstlieder. 146. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. riumph! ihr Him- mel, freu- et euch, Er zie het ein zu sei- nem Reich, Sohne! Krone. Mit Ma- jestät Wird er er- höht, Und herrscht, JJ nach Kampf und Lei- den, Umstrahlt von Himmels freu- den. 2. Doch schließet ihn kein Himmel| sinkt in's Grab Der Leib hinab, Da ein, Er wirkt noch fort auf Erden; ruht er aus von Leiden; Einst theilt Noch sollen, die ihr Herz ihm weih'n, er Himmelsfreuden. Durch ihn beseligt werden. Mit Muth hinan Die steile Bahn! Uns lohnt nach Kampf und Leiden Der Herr mit ew'gen Freuden. 4. Triumph! ihr Christen, freuet euch, Der Tod ist nun bezwungen. Wir haben Theil an Jesu Reich, Er hat es uns errungen. Auf, bringt ihm Dank, Und Lobgesang! Wir geh'n durch Kampf und Leiden Mit ihm zu seinen Freuden. 3. So wahr als Jesus Christus spricht: Ich leb' und ihr sollt leben! Erhebt sich einst zum ew'gen Licht Der Geist von Gott gegeben. Still Lob- sin= get Got- tes Empfängt bes Siegers 8. Pfingstlieder. 147. Eigene Melodie. heim- fahren einst aus dem& len= de. = Jd un bit- ten wir den heil'- gen Geist Um den rechten Glauben # JJJJ al- lermeist, Daß er uns be- hül- te An unserm En- de, Wenn wir Er barm' dich, Herr! Pfingstlieder. 113 2. Du werthes Licht, gib deinen| Einander lieben, In Frieden stets Schein, Lehr' uns Christum kennen auf einem Sinne bleiben. Erbarm' dich, Herr! ganz allein, Daß wir an ihm bleiben, Dem treuen Heiland, Der uns gebracht zum rechten Vaterlande. Erbarm' dich, Herr! 3. Du süße Lieb', schenk' deine Gunst, Laß empfinden uns der Lieb' Inbrunst, Daß wir uns von Herzen 4. Du höchster Trost in aller Noth, Hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod, Daß in uns die Sinne Nicht einst verzagen, Wenn dort der Feind das Leben will verklagen. Ers barm' dich, Herr! 148. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Und laß uns heil'- ger Geist, kehr' bei uns ein, Du Him- mels- licht, laß deinen Schein Bei uns und deine Wohnung sein, komm, du Herzensson= ne! in uns kräftig sein, 3u ste ter Freud' und Won- ne. de Daß wir In dir Recht zu le- ben uns er- ge- ben, und mit Be- ten म् Oft in An- dacht or dich tre ten. 2. Gib Kraft und Nachdruck dei-| wir Getreu dir bleiben für und nem Wort, Laß es wie Feuer im- für, Auch wenn wir leiden müssen. merfort In unsern Herzen brennen, Schaue, Baue, Was zerrissen und Daß wir den Vater und den Sohn, beflissen, dir zu trauen, Und auf Dich, Beider Geist auf Einem Thron, dich allein zu bauen. Für wahren Gott bekennen. Bleibe, Treibe Und behüte das Gemüthe, daß wir gläuben, Und im Glauben standhaft bleiben. 3. Du Quell, d'raus alle Weisheit fließt, Die sich in fromme Seelen gießt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit Auch And're in der Christenheit Dein wahres Zeugniß lehren. Höre, Lehre, Herz und Sinnen zu gewinnen, dich zu preisen, Gut's dem Nächsten zu erweisen. 5. Laß uns empfinden deine Kraft, Und dann zur guten Ritterschaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem Schuß Begegnen aller Feinde Truß, So lang' wir sind auf Erden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, Alles Unglück überwinden. 6. Du Himmelsthau, ergieße dich In unsre Herzen träftiglich, Und schent uns deine Liebe, Daß unser Sinn verbunden sei Dem Nächsten 4. Steh' uns stets bei mit deinem stets mit Liebestreu', Und sich darins Rath, Und führ' uns selbst den rechnen übe. Kein Neid, Kein Streit Dich ten Pfad, Weil wir den Weg nicht betrübe; reine Liebe woll'st du geben, wissen; Gib uns Beständigkeit, daß Demuthsvoll vor dir zu leben. 114 7. Hilf, daß in wahrer Heiligkeit Wir führen unsre Lebenszeit; Sei unsers Geistes Stärke, Daß uns hinfort sei wohl bewußt Die Eitelkeit 3 Pfingstlieder. der Fleischeslust Und ihrer Sündenwerke. Rühre, Führe Ünfer Sinnen und Beginnen von der Erden, Bis wir Himmelserben werden. 149. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Sei mei- nes Herzens Gast, Mich neu ge= bo- ren hast; Jod O hoch- ge- lob- ter Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit Bei- den euch ein zu dei- nen Tho- ren, Der du, da ich ge bo- ren, glei- ches Thrones, Mit Bei den gleich ge- preift. 2. Zeuch ein, laß mich empfin-| Mal Hast du mit süßen Worten Mir den Und schmecken deine Kraft, Die aufgethan die Pforten Zum gold'nen Kraft, die uns von Sünden Hülf' Himmelsfaal! und Errettung schafft. Entsünd'ge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr' und Dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, Du hast mich gut gemacht, Des rechten Weinstocks Leben Hast du in mich gebracht, Haft in der Taufe Kraft, Durch Christi blut'ges Sterben, In mir, dem Himmelserben. Den Tod hinweggeschafft. Ein Freund der Freundlichkeit, Willst 7. Du bist ein Geist der Liebe, nicht, daß uns betrübe Zorn, Haß und Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, Du willst durch Liebesflammen Stets schmelzen neu zusammen Das, was getrennt er scheint. 4. Du salbst mit heil'gem Dele, Wodurch geweihet ist mein Leib und meine Seele Dem Heiland Jesu Christ; Machst mich zum Eigenthum, Zum Priester und Propheten, Zum König, den in Nöthen Gott schüßt vom Heiligthum. den Die ganze weite Welt, kannst 8. Du, Herr, hast selbst in HänMenschenherzen wenden, Wie es bir wohlgefällt. denspfad, Verknüpf' in allen Landen Leit' uns den FrieMit sanften Liebesbanden, Was sich getrennet hat. 5. Du bist ein Geist, der lehret, Wie man recht beten soll. Dein Beten wird erhöret, Dein Singen klinget wohl; Es steiget himmelan, Fleht um die rechten Gaben, Bis wir von dem sie haben, Der Allen helfen kann. Herzleid auf der Erd', Bring' wieder 9. Erhebe dich und steure Dem Herd'. Zieh' du in deine Hut Die und erneure Die Wohlfahrt deiner Länder, die verheeret, Die Kir chen, die zerstöret Durch Krieg und Feuerswuth. 6. Du bist ein Geist der Freuden, Vom Trauern hältst du nicht, Erleuchtest uns im Leiden Mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches unsers Königs Thron. Laß Segen 10. Beschirm' die Obrigkeiten, Bau' einer Kron', Die Alten mit Veruns begleiten, Schmück' als mit stand, Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfurcht und Tugend Das Volk im ganzen Land. 11. Erfülle die Gemüther Mit reiz ner Glaubenszier, Die Häuser und die Güter Mit Segen für und für. Vertreib' den bösen Geist, Der sich dir widerseket, Und, was dein Herz ergößet, Aus unsern Herzen reißt. P Pfingstlieder. Jhm, der nun in E- wig- keit Groß und fest in Got- tes Hut, 11 Gottes Prei= se Ge- baut ist Herr= lich 150. Mel. Gott woll'n wir loben. G 115 12. Richt' unser ganzes Leben Allzeit nach deinem Sinn, Und wenn wir's sollen geben In's Todes Rachen hin, Wenn's hier mit uns ist aus: So hilf uns fröhlich sterben, Und nach dem Tod ererben Des ew'gen Lebens Haus. f Tön' das Lied des Dan= tes Seines Sohnes Kir= che; 3ions Tempel ist nun auf= ge than, Und es flie= hen trock: nes Land; dürr wie Sand. Der Wahrheit Sieg ver- leiht. Der Völker Heil, fie ruht. Sünde, Trug und Wahn. Preis dem Herrn! Nah und fern Strahlet Trost und ew'ges Licht Von Gottes An- ge= sicht. 151. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. ott, du gibst uns mil- den Re- gen, Und befeuch- test Gib auch mir vom Himmel Se- gen, Denn mein Herz ist Laß des heil'- gen Geistes Gab' Auf uns von der Höh' her= ab, Wie die starten Ströme flie- ßen, 116 Pfingstlieder. Und sich in mein Herz er- gie- ßen. 2. Kann ein Vater hier im Leben,| Säub're dir hier selbst ein Haus, Der doch bös' ist von Natur, Seinen Aus dem Herzen wirf hinaus Alles, Kindern Gaben geben, und zwar gute was mich je kann scheiden Von den Gaben nur: Solltest du denn, der süßen Himmelsfreuden. du heiß'st Guter Vater, deinen Geist Mir nicht geben, mich nicht laben Mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen Zu dem Vater, sende mir Deinen Geist, den mit Verlangen Ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich Bei mir sein und lehren mich, In der Wahrheit fest zu stehen, und auf dich Glauben sehen. 4. Heil'ger Geist, du Kraft der Frommen, Kehre bei mir Armen ein, Sei mir tausendmal willkommen, Laß mein Herz dein Tempel sein. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, Mache mich neu, rein und schön; Laß mich wahre Liebe haben, und in deiner Gnade steh'n. Gib mir einen starken Muth, zu besiegen Fleisch und Blut; Lehre mich vor Gott hintreten, und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir ergeben, Dir zu Ehren soll mein Sinn Dem, was himmlisch ist, nachstreben, Bis ich werde kommen hin, Wo ich einst vor deinem Thron Dich sammt Vater und dem Sohn Werde rühmen, loben, preisen Mit den süßen Engelweisen. 152. Mel. Komm', heiliger Geist, Herre Gott. omm, Kraft des Höch- sten, komm her= ab! Pfand, das uns # JJ Gottes Gna- de gab, Du Se gens- quell, Born al= ler Ga- ben, Je Nichts kann, wie du, die See- le la= ben. Geist, in unsern Geist, Wie Himmels- thau Komm, Got= tes hernie der fleußt; Komm mit der Friedens- tau be Schweben, Und ruh' auf uns, || so lang' wir le ben. Hal- le- lus ja! Hal- le- lu- jal 2. Komm, Geist der Wahrheit, Gottes Licht, Wo du fehlst, ist die Wahrheit nicht. Komm, uns mit Wahrheit zu erfüllen, Und unsers Geistes Durst zu stillen. Komm, leuchte du mit hellem Schein Bis 5. Beih' uns zu deinem Tempel in des Herzens Grund hinein. Dein, Was unrein ist, das mache rein, warn' und strafe, wenn wir fehlen, Was nah' am Staube kriecht, erhebe, Und läut're aller Christen Seelen. Was schon gestorben ist, belebe. ErHalleluja, Halleluja! wärme jedes talte Herz, Lenk' alle Seelen himmelwärts, Vereine die zerstreuten Glieder, Und bringe das Verlor'ne wieder. Halleluja, Halleluja! 6. Wenn du nicht Beistand ihm verleihst, So strebt umsonst des Menschen Geist. Laß auf uns deine Gnade regnen, Komm, uns mit deiner Kraft zu fegnen. Dann sind der guten Saat wir gleich, und bringen Frucht zum Himmelreich, Dann führt zum Leben uns das Sterben, Und ewig sind wir Gottes Erben. Halleluja, Halleluja! 3. Komm, milder Tröster, wer als du Bringt bangen Herzen Trost und Nuh', Und Balsam für die innern Wunden, Und Himmelsthau in heißen Stunden? Komm, gib zu unsrer Ritterschaft Uns Heldenmuth und Glaubenskraft, Und rüste selbst zum Got teswerke Geist, Seel' und Leib mit deiner Stärke. Halleluja, Halleluja! 4. Komm, Quell der Liebe, geuß sie aus In's Herz und über Gottes Haus. Gib, daß wir Gott mit reinen Trieben, und Christum in den Brüdern lieben. Entflamm' in Leid D Pfingstlieder. 117 und Freude stets Die Gluth des Dankes und Gebets. Erhöh' uns vom Gewühl der Erde, Daß unser Wandel himmlisch werde. Halleluja, Halleluja! 153. Mel. Der Tag, der ist so freudenreich. den Sohn ge- ge= ben, vergäng- lich Le= ben. ir, Va ter, dankt mein Herz und singt, Daß du Den Sohn, der Heil de Sün- dern bringt, Und uns Ich dan- ke dir, daß du den Geist, J Der deinen Sohn durch Wunder preist, Zur Er- de haft ge= sen= det. Der Geist der Wahrheit kam her= ab, Der deinen Knech- ten 3 || Stär- te gab, Daß sie dein Werk vollen= det. 118 Pfingstlieder. 2. Erfüllt von seiner Wunder- Kraft, Noch jetzt der Menschen Lehkraft Geh'n sie die Welt zu lehren; rer, Der Jesu neue Jünger schafft, Der Geist, der neue Herzen schafft, Des Höllenreichs Zerstörer. In SünHilft ihnen sie bekehren. Der ganze dern wirkst du Buß' und Leid, In Erdkreis hört erfreut Die Botschaft frommen Seelen Trost und Freud' unsrer Seligkeit, Er steht die Wahr- Und Muth im Kampf der Sünden. heit stegen. Der Sünde finst're Nacht In bangen Stunden schenkest du, So entflieht, Wo man den Finger Gottes wie im Tode, Seelenruh', Und hilfst sieht, Muß Satan unterliegen. uns überwinden. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen, Der Name Jesus wird gelobt, Sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schreckt nicht Pein noch Müh', Der Geist der Stärke stärkte fie In Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König treu, Bekannten seinen Namen frei, Und lobten ihn im Tode. 4. Noch jetzt bist du der Geist der 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, Du Quell des Lichts, der Liebe, Den Gott den Betenden verheißt, Ach, heil'ge meine Triebe. Schaff' du in mir ein neues Herz, Gib wahre Buß' und Sündenschmerz, Hilf mir im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, Und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen.. 154. Eigene Melodie. omm, hei li- ger Geist, Erfüll' die Herzen dei= ner I Das Feu- er do Gläu- bi- gen, Und ent- zünd' in ih= nen ddddd Dei- ner gött li- chen Liebe, Der du durch Man- nig- fal- tig- keit Der Zun- gen Die Völker Der ganzen Welt ver- sammelt haft In Ei- nigkeit Des Glaubens. Hal- le= lu= ja! Hal- le- lu- ja! 155. Eigene Melodie. heil'ger Geist, o heil' ger Gott! Du Tröster werth in 2 ● Pfingstlieder. al- ler Noth, Dich hat gesandt vom Himmels- thron Der Va 11 4. heil'ger Geist, o heil'ger Gott, Erleucht' uns durch dein göttlich Wort. Mach' uns den Bater 119 ter und sein ein'- ger Sohn, O heil'ger Geist, o heil'ger Gott! 2. O heil'ger Geist, o heil'ger| recht bekannt Und Jesum, den er Gott, Wirk' in uns Allen fort und uns gesandt, heil'ger Geist, o fort, Entzünd' in uns der Liebe heil'ger Gott! Kraft, Die Eintracht, Heil und Frieden schafft, Oheil'ger Geist, o heil'ger Gott! 3. heil'ger Geist, o heil'ger Gott, Mehr' unsern Glauben immer fort. Wer sich will Jesu Christo nah'n, Der muß von dir die Hülf' empfah'n, heil'ger Geist, o heil': ger Gott! 2 Das sei dir, Herr, zu 5. heil'ger Geist, o heil'ger Gott, Du zeigest uns die Himmelspfort', Auf daß wir kämpfen ritterlich, Zum Himmel dringen, start durch dich, Oheil'ger Geist, o heil' ger Gott! 156. 6. O heil'ger Geist, o heil'ger Gott, Verlaß uns nicht in Noth und Tod. Wir weih'n uns dir zum Eigenthum, Und bringen dir Lob, Ehr' und Ruhm, O heil'ger Geist, o heil'ger Gott! Eigene Melodie. #e omm, heil'- ger Geist, du Herr und Gott, Er- füll' mit deiner JJ Gnaden Gut Der Gläu- bi- gen Herz, Muth und Sinnen, Entzünde deine Lieb' in ih- nen. O Herr, durch dei- nes Lichtes Glanz I be Zum Glauben du versammelt hast Das Volk aus aller Länder Zungen; Lob ge- sun- gen. Halle- lu- ja, Halle- lu- ja! Univ.- Bibl. Giessen 120 2. Du heil'ges Licht, du edler Hort, Laß leuchten uns des Lebens Wort. Und lehre uns Gott recht erkennen, Von ganzem Herzen Vater nennen. Pfingstlieder. Herr, behüt' vor fremder Lehr', Daß wir nicht Meister suchen mehr, Denn Jesum Christ mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! G 157. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. her ab- ge= senkt, gen Himmel lenkt, 3. Du heil'ge Inbrunst, süßer Trost, Nun hilf uns fröhlich und getrost In deinem Dienst beständig bleiben, Laß Trübsal uns von dir nicht treiben. Durch deine Kraft, Herr, uns bereit', Und stärk' des Fleisches Blödigkeit, Daß wir hier ritterlich stets ringen, Durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja! eist Gottes, aus des Ew'gen Fül- le Der auch in un be- merfter Stil- le $ 1 Gluth durchdringt, Auch jetzt uns In un- sern Geist Des Herzens Trieb Du, der einst Da- vids Psalm be- flü- gelt, 20 Den Sehern Aug' und Mund entfie- gelt, Und auch noch jetzt mit Gottes Weiß- heit lehret, Und Christi Wahrheit uns ver- klä- ret, hö- re den, der dir lobsingt. 2. Du Quell der reinsten Himmels-| du zu sel'gen Huldigungen Der Heiliebe, Die in das Herz lebendig den großes Todtenfeld. Der Hölle quillt, Und so des neuen Menschen Reich muß dir mit Beben Die Schaar Triebe mit heil'ger Gotteskraft er Gefang'ner wiedergeben, Die es in füllt! Du bist es, der die Schwach seinen Fesseln hält. heit stützet, Im Pilgerlauf sie stärkt und schützet, Wenn sich die Seel' im Schlummer neigt; Der, o geschäh' es nicht vergebens! Als Unterpfand des ew'gen Lebens Uns hier des Himmels Krone zeigt. 4. Wer kann, wie du, mit Donnern reden, Wenn du im Schlaf den Sünder schreckst? Wer tröstet so, wie du, den Blöden, Wenn du die neue Sehnsucht weckst? Wenn sie in ihr Verderben schauen, So lehrst du sie dem Ruf vertrauen, Der sie mit Gottes Frieden grüßt; Wenn sich der Geist zwar willig zeiget, Doch ihn des Fleisches Schwachheit beuget, Bist du es, der das Leid versüßt. 3. Du bauest aus lebend'gen Steinen Der Kirche reines Heiligthum, Erhöhest durch des Herrn Gemeinen Des Kreuzes unbesiegten Ruhm. Und wo du sprichst mit Feuerzungen, Weckst Pfingstlieder. 5. Du drückest der Bewährung Siegel Den wohlgeprüften Seelen auf, Du gibst den Zeugen Glaubensflügel, Und führst sie im Triumph hinauf. In aller Trübsal lehrst du beten, Du selbst willst unsre Noth vertreten, Auch ohne Wort, mit startem Fleh'n. Die Liebe führest du zum Throne, Und ihren Werten wird zum Lohne Die Kraft, in Demuth fest zu steh'n. 121 6. Wenn Christus einst herniederschwebet Auf das geschloss'ne Tobtenfeld, Mit mächt'gem Wort es neu belebet Zum Erbtheil in trägt in Bewährte der bessern Welt: Dann deiner Kraft die eine heilige Gemeine Zum Throne Herz und Psalm empor. Dann ströme du durch alle Glieder Die höh're Gluth der Himmelslieder, Zum Preise dem, der uns erfor. 158. Mel. Komm, heiliger Geist, Herre Gott. 627 Welt- er löser, sei gepreist, Du sandtest uns den heil'gen Geist, pode Der uns in alle Wahrheit lei- te, Und uns zum Himmel zu- be- rei- te. Er schenket uns zum Guten Kraft, Stärkt uns in unsrer Pil- ger- schaft, Hilft uns den Lauf zum Ziel voll- brin- gen, Und einst bes Le= bens Kron' er ringen. Hal- le- lu- ja! Hal- le- lu- ja! 2. Die Schaar der Boten wagt| Gottes Heil versteh'n, Er leit' uns, den Streit, Durch deines Geistes wenn wir irre geh'n; Und sind wir Kraft erneut, Kämpft gegen fal- in Gefahr zu fallen, Lehr' er uns scher Götter Heere, Siegt durch festen Schrittes wallen. Halleluja, die Wahrheit deiner Lehre. Gewal- Halleluja! tig geht des Lebens Wort Bis an der Erde Grenzen fort, Erleuchtet alle Nationen, Dringt von den Hütten zu den Thronen. Halleluja, Halleluja! 3. Zu uns auch send' ihn, deinen Geist, Der uns den Weg zur Wahrheit weist: Sind dunkel un4. Wo wir vereint sind vor dem Herrn, Geist Gottes, sei von uns nicht fern. Auf uns, die wir find Christi Glieder, komm' deine Se gensfüll' hernieder. Gib dem Verstande helles Licht, Dem Herzen feste Zuversicht, Daß uns von dem, den wir bekennen, Nie weder Glück, sers Lebens Pfade, Erleucht' er sie noch Leiden trennen. Halleluja, Haldurch deine Gnade. Er lehr' uns| leluja! 6 122 Pfingstlieder. 5. Geöffnet ist dir unser Herz, nimm dich unsrer Schwachheit an, Zeuch ein und leit' himmelwärts, Daß wir in Christo freudig sterben, Wir wollen nimmer widerstreben, Mit ihm das Himmelreich ererben. Regiere unser ganzes Leben. Und Halleluja, Halleluja! endet sich einst unsre Bahu, Dann D 159. Eigene Melodie. u Geist des Herrn, der du von Gott ausgehst, In frommen See- len tindlich: Va- ter! flehst, Oleh- re mich doch Christum recht Jad 1 er kennen, Ihn met- nen Herrn und mei- nen Gott zu nen- nen. 2. Das Herz erquic', entzünde mein| mir entsteht. Die Andacht laß mein Gemüth, Auf daß es schmecke neue Lieb' und Güt'. Du Balsamskraft, ich will dich froh erwarten, Komm, sanfter Hauch, durchwehe meinen Garten. ganzes Herz durchdringen, Daß es sich möge in den Himmel schwingen. 3. Du reines Licht, brich an in deinem Glanz, Verklär' in mir das Wort der Wahrheit ganz; O Gottestraft, schließ' auf, was noch verborgen, und zeige mir den hellen, lichten Morgen. 5. Zieh' ein in mich, wie in dein Gotteshaus, Und schmücke mich inwendig herrlich aus. Ach, heil'ge mich, der du der Heil'ge heißest, Und unsern Sinn der Sünd und Welt entreißest. 6. Wirst du, o Lebensgeist, mein einzig Licht, So irre ich vom Lebenspfade nicht; Und wenn du mich inwendig wirst erneuern, So werd' ich jeden Tag ein Pfingstfest feiern. 4. Du göttlich Feu'r, entzünde mein Gebet, Daß deine Gluth recht hell in 160. Mel. Komm, heiliger Geift, Herre Gott. theu- rer Trö- fter, heil'- ger Geist, Der du dich in die Her- zen geuß'st, Die sich zu dir in Demuth keh- ren, Jch bit- te dich, mich zu erhö- ren: Woll'st mein er- kal- te- tes Ge- müth Pfingstlieder. Durch's süße Feu= er deiner Güt' Erwärmen, um es zu er- neuern, HJ So kann ich recht die Pfingsten feiern. Halle- lu- ja, Halle- lu- ja! 2. Durchdringe du mit deiner Kraft Des Herzens harte Eigenschaft, Zermalme diesen Fels der Sünden, Auf daß du dein Haus mögest finden; Ach es ist leider angefüllt mit allem, was die Weltlust stillt, Es hängt noch fest am Land der Erden, Wie kann's dann deine Wohnung werden? Halleluja, Halleluja! 6. Du Geist der Kindschaft zeige mir, Wie ich in Andacht komm' zu dir. Ach, lehre mich von Herzen beten, In wahrer Kraft vor dich zu treten. Ich bin ganz lau, ach, stärke mich, Daß Herz und Seel' entzünden sich, Und bloß in dir das Wesen setzen; Das ist der Schatz von allen Schätzen. Halleluja, Halleluja! 3. Der Wille liebt die Zeitlichkeit, Und hält die Nacht für süße Freud', Verläßt die Ruh', das wahre Wesen, Und will durch Todesgift genesen; Dein theures Wort erkennt er nicht, Ja schmecktet nicht im Glaubenslicht Die Himmelsspeisen unsrer Seelen; Wie kann ich dann dich, Gast, er wählen? Halleluja, Halleluja! 7. Leg' du mir dieses Zeugniß bei, Daß ich ein Kind des Vaters sei. Treib' selber mich zu deinen Wegen, Daß sich in mir die Lüste legen, und ich in wahrem Glauben kann Das: Abba, Vater! stimmen an; Geuß aus durch deine starken Triebe Die Ströme Gottes reicher Liebe. Halleluja, Halleluja! 4. So elend ist des Herzens Haus; Ach, tehre ein und treibe aus Die böse Luft, die mich betrüget, Bau' wieder auf, was nieder lieget, Zerstöre du der Sünden Macht, und 8. Umgürte mich in allem Streit Mit wahrer Glaubensfreudigkeit, Daß ich in deiner Kraft bestehe, Und nicht auf fremde Wege gehe. Du Geist der Wahrheit, lehre mich, Daß Herz führe du mich aus der Nacht. und Geist und Seele sich Nach deilaß mich aus der Knechtschaft gehen, ner hohen Weisheit sehnen, Und von Und in der süßen Freiheit stehen. dir alle Macht entlehnen. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Halleluja! 5. Du edler Pfingstgast, dring' herzu, Und gib der Seele ihre Ruh', Arbeite selbst an meinem Herzen, Gib du ihm Balsam in den Schmerzen, Schlag' deine Werkstätt' in mir auf, und führe meinen Lebenslauf; So kann ich durch die werthen Gaben Den innern Sabbath in mir haben. Halleluja, Halleluja! G 123 9. Geist, regiere meinen Geist, Daß er dir folge allermeiſt, Daß er die Sündenmauer breche, Und: Abba, Vater! freudig spreche. Laß Ruh' und Fried'n im Herzen sein, Und flöße deinen Trost mir ein, Daß keine Sünd' dich von mir treibe, Und ich in deinem Bunde bleibe. Halleluja, Halleluja! 161. Mel. Liebster Jefu, wir sind hier. rodi eist der Wahrheit, leh- re mich Al- ler Weisheit Quelle ten- nen; Jesum kann ich nur durch dich meinenHerrn undHeiland nennen; 6* 124 Pfingstlieder. pod|| Du nur kannst ihn mir ver- klä- ren, Und mein Herz zu Gott be- keh- ren. 2. Du nur machst das Herz ges wiß, Und erleuchtest meine Seele, Daß ich in der Finsterniß nicht den Weg des Heils verfehle. Du führst mich auf Gottes Pfade, Zeugst von Wahrheit und von Gnade. 3. Unser Tröster heißest du, Ueberschwenglich kannst du trösten; Du erfüllst mit Himmelsruh' Die Ge müther der Erlös'ten, Daß sie nach der Angst der Sünden Gottes Vaterhuld empfinden. 4. Mächtig stärkst du zum Gebet, Weckst in uns inbrünst'ges Sehnen, Das mit stillen Seufzern fleht, Und zur Wonne führt durch Thränen. Hoffnung und Geduld im Leiden Ist dein Werk, du Geist der Freuden. 5. Heiligung und Reinigkeit, Und ein gottgefällig Leben, Selige Zufriedenheit, Wahre Weisheit kannst du geben. Selig, die an deinen Gaben Theil durch Lieb' und Glauben haben. 6. Was mir fehlt, find' ich bei dir, Nur durch dich kann ich genesen. Komm und wohne selbst in mir, Schaffe neu mein ganzes Wesen; Dann wird meine Schwachheit Stärke, Und ich wirke Gottes Werke. 162. uns ganz mit deiner Kraft. 2. Du bist, das ist dein Nam' und Ruhm, Der Tröster, uns von Gott gesandt, Salbst uns zu sei nem Eigenthum, Wirst unsers Erbes Unterpfand. 7. Sieh' ich öffne dir mein Herz, Läut're du es auch durch Leiden, Mache mich durch Noth und Schmerz Würdig deiner Himmelsfreuden. Hilf mir, Vater beten, ringen, Und Hindurch zum Ziele dringen. Mel. Komm, Gott, Schöpfer, heiliger Geist. 3. Erleucht' uns mit der WahrHeit Licht, Entzünd' in uns der Liebe Gluth; Schent' uns in Schwachheit Zuversicht, und stärk' im Kampfe unsern Muth. u dir, Geist, Schöpfer, fle- hen wir, Der neu= e Her- zen # in uns schafft. Des Segens Fül- le kommt von dir, Durchdring' 4. Gib uns des Glaubens Freudigkeit, Den Frieden, den die Welt nicht kennt. Verbanne von uns Haß und Streit, Und was uns von den Brüdern trennt. 5. Ja, wohn' in uns, du Geist des Herrn, Weih' uns zu deinem Tempel ein; Wir folgen deinem Zuge gern, Und wollen dir gehorsam sein. D Pfingstlieder. 163. Mel. Wie schön leucht't uns ber Morgenstern. und Herr- lich- keit, Du al- ler Gei- ster Le= ben. ter aus ge- sandt, Zum Tröster uns ge= ge= ben. ir jauchzet froh die Christen- heit, Du Geist der Kraft Als un- sers Er bes Un- ter- pfand Bist du vom VaD Leit' auch uns auf unserm Pfa= de. 2. O welch ein großer Tag erschien, Als man die Flammen sah erglüh'n Hell über jedem Haupte! Im Sturmwind thatest du dich tund, Dein Zeugniß heiligte den Bund Der Schaar, die freudig glaubte. Mächtig Kamst du, Um die Schwachen stark zu machen, und erklungen Ist das Heil in allen Zungen. 3. Dank für so viel göttlich Licht, Das jede Finsterniß durchbricht Zur himmlischen Belebung! Den Menschenherzen alt und jung Schaffst Kräfte du zur Heiligung, Zu stiller Gottergebung. Preis dir, Dank dir, Daß du träftig und geschäftig uns belehrest, Jesum Christum uns verklärest. Glieder Wirst du führen und re- gie- ren; dei- ne Gna- de 125 164. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. 9Je su 4. Auch wir, die Christus sich erkauft, Wir sind mit deiner Kraft getauft, Die Welt zu überwinden. Wirk' in uns Allen Lieb' und Zucht, Und laß in uns des Glaubens Frucht Sich hundertfäl tig finden. Gnädig Hilf du Gottes Erben einst im Sterben, daß sie droben Ewig deine Wunder loben. 5. Wir beugen unsern Geist vor dir, Geist Gottes, Alle flehen wir: Du wollest bei uns bleiben. Geh' ferner aus in alle Welt, Damit, von deinem Licht erhellt, Die Völker alle gläuben. Führe Gnädig. Sie zur Wahrheit und zur Klarheit, daß die Erde, Geist des Herrn, dein Tempel werde. Vaters Thron, Geist der Kraft und Stärke! Hel- den- muth Zu ihrem heil'- gen Werke. ies ist der Tag, da Got- tes Sohn Dich fandte von des Du gos- sest aus der Liebe Gluth, Gabst Je- su Jüngern Groß war die 126 Pfingstlieder. Ern- te, schwer die Müh'; Doch, Geist des Herrn, du stärktest sie. 2. Da machte seiner Zeugen Mund| einst die Kron' empfah'n, Wenn er Die großen Thaten Gottes kund, Die kommt zum Gerichte. Das Kreuz Heiden zu bekehren. Die Gößentem- des Mittlers überwand Und ward pel wurden leer, Es schwand der fal- des Heiles Unterpfand. schen Götter Heer, Sammt Opfern und Altären. So siegreich war der Zeugen Muth, Und schwiegen sie, so sprach ihr Blut. 3. Wie Gottes Blize ging ihr Wort Bis an der Erde Grenzen fort, Die Nacht wich vor dem Lichte. Den be teten die Heiden an, Von dem wir 4. Die Kirche, die ihm angehört, Und die du, Geist des Herrn, gemehrt, Wird ewiglich bestehen. Aus ihrer Mitte weichst du nie, Mit neuer Kraft belebst du sie, Sie kann nicht untergehen. O mach' uns nur in deinem Reich Den ersten Boten Christi gleich. D 165. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. J er du uns als Vater lie- best, Treuer Gott, und deinen Geist Denen, die dich bitten, giebest, Ja, uns um ihn bitten heiß'st: De- muthsvoll fleh' ich zu dir: ਗ Daß er mei- nen Geift er- neu-= e 2. Ohn' ihn fehlet meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, Und mein Herz bleibt dir entrissen, Und dem Dienst der Welt geweiht, Wenn er nicht durch seine Kraft Die Gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Dich auch tann ich nicht er tennen, Jesu, noch mit ächter Treu' Meinen Gott und Herrn dich nennen, Stehet mir dein Geist nicht bei. D'rum so laß ihn kräftiglich In mir wirken, daß ich dich Glaubensvoll als Mittler ehre, Und auf deine Stimme höre. 4. Ew'ge Quelle heil'ger Güter, Hochgelobter Gottesgeist, Der du menschliche Gemüther Besserst und Vater, send' ihn auch zu mir, Und ihn dir zum Tempel wei- he. mit Trost erfreust: Herr, nach dir verlangt auch mich, Ich ergebe mich an dich, Mache mich zu Gottes Preise Heilig, und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, Daß ich Gott, mein höchstes Gut, Ueber Alles möge lieben, Daß ich mit getrostem Muth Seiner Vaterhuld mich freu', Und mit wahrer Kindestreu' Stets vor seinen Augen wandle, Und rechtschaffen denk' und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, Bilde mich nach deinem Sinn, Daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, Und mir's rechne zum Gewinn, Wenn ich je ein Friedensband Knüpfen kann mit treuer Hand, Und zur Lind'rung der Beschwerden kann dem Nächsten nützlich werden. Pfingstlieder. 7. Lehre mich, mich selber kennen, Auch verborg'ne Fehler seh'n, Sie dem Herrn voll Demuth nennen, Und ihn um Vergebung fleh'n. Mache täglich Ernst und Treu', Sie zu bessern, in mir neu; Zu dem Heiligungsgeschäfte Gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden Mein Gewissen niederschlägt, Wenn sich in mir Zweifel finden, Die mein Herz mit Zittern hegt, 127 Wenn mein Aug' in Nöthen weint, Gott mich nicht zu hören scheint: O dann laß es meiner Seelen Nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, Ist dein Gnadenwerk in mir; Selbst den Trieb hast du entzündet, Daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so setze durch dein Wort Deine Gnadenwirkung fort, Bis fie durch ein selig Ende Herrlich sich an mir vollende. G 166. Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. öchster Tröster, komm her- nie- der! Sei nicht fern, Geist des Herrn, pada Stär- te Chri- sti Glie- der. Er, der nie sein Wort ge= bro= chen, Chri- stus hat Deinen Rath 2. Geist der Weisheit, gib uns Allen Durch dein Licht Unterricht, Wie wir Gott gefallen. Lehr' uns freudig vor ihn treten, Sei uns nah', Sprich dein Ja! Wenn wir gläubig beten. Sei- nem Volk ver- spro- chen. Unserm Heiland leben. Nimmer laß uns stille stehen, Treib' uns an, Seine Bahn Festen Muths zu gehen. 3. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, Gib uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dämpfen. Laß uns selbst das herbste Leiden, Angst und Noth, Schmach und Tod Nicht von Jesu scheiden. 5. Jeden, der noch ohne Kummer Seine Zeit Sünden weiht, Weck' aus seinem Schlummer; Zeig' ihm Daß sein den Betrug der Sünde, Herz Tief den Schmerz Wahrer Neu' empfinde. 6. Sei in Schwachheit unsre Stüße, Mach' uns treu, Steh' uns bei In der Trübsalshitze. Führ', wenn Gott 4. Hilf nach Gottes Reich uns uns nach dem Leide Sterben heißt, streben, und verleih', Daß wir treu| Unsern Geist hin zur ew'gen Freude. 167. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. eist vom Va- ter und vom Sohne, Der du unser Tröster bist, Und von unsers Got- tes Throne Hülfreich auf uns Schwache sieh'st, 128 Pfingstlieder. म्ब pa Ste he du mir mächtig bei, Daß ich Gott er- ge- ben sei: O so wird mein Herz auf Er- den Schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege| selbst mein Herz, Daß ich unter Neu' Deine Weisheit mit mir sein, Wenn und Schmerz Mich vor Gott in ich bange Zweifel hege, Deine Wahr- Demuth beuge, Und mein Herz zur heit mich erfreu'n. Lenke träftig meis Beff'rung neige. nen Sinn Auf mein wahres Wohlsein hin; Lehrst du mich das Rechte wählen, Werd' ich nie mein Heil verfehlen. 5. Reize mich, mit Fleh'n und Beten, Wenn mir Hülfe nöthig ist, Zu dem Gnadenstuhl zu treten; Gib, daß ich auf Jesum Christ Als auf meinen Mittler schau', Und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad' auf mein Verlangen Von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden Stets mit deinem Troste bei, Daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgfam sei. Gib mir ein gelass'nes Herz, Laß mich selbst im Todesschmerz Bis zum frohen Ueberwinden Deines 3. Heilige des Herzens Triebe, Daß ich über alles treu Meinen Gott und Vater liebe; Daß mir nichts so wich tig sei, Als in seiner Huld zu steh'n, Seinen Namen zu erhöh'n. Seinen Willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde Mein Gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, O so strafe| Geistes Trost empfinden. 168. Mel. Komm', heiliger Geist, Herre Gott. omm, o verheiß'ner Get- tes- geist, Der uns der Sün- de # Nacht ent- reißt, Dein Licht ver- flär' auch un- fre See- len, Daß sie म् von deiner Hülf' erzählen: Wie du auch uns so wohlge- than, Erhellend un fre Lebensbahn. O tomm, du reines Licht von oben, Verklär' uns, würdig dich zu loben. Halle- lu- ja, Halle- lu- ja! 2. Komm, du ersehnter Gottes= geist, Der uns der Sündenangst entreißt. Ach, hart verklagt uns das Gewissen, Verwundet, blutend und zerrissen. Gib Zeugniß unserm Geist, daß wir Des Vaters Kinder sind schon hier, Von Gott durch Schuld nicht mehr geschieden. Geist Gottes, gib uns deinen Frieden. Halleluja, Halleluja! Pfingstlieder. 3. Komm, komm, Erneu'rer, Gottesgeist, Der uns dem Sündendienst entreißt. Wie hat die Sünde uns gebunden, Wie böse Luft oft über wunden! Brich alle Fesseln nun entzwei, O mache von uns selbst uns fret, Ganz umgestaltet, neu geboren. Du bist zum Helfer auserkoren. Halleluja, Halleluja! N 129 4. Komm, komm, o Tröster, Gottesgeist, Der uns der Erdennoth entreißt. Du bist ein Geist der reinen Freude, Mach' uns getrost in jedem Leide. O du, der Alles in uns schafft, Gib Glaubensmuth, gib Heldenkraft, Daß wir von Weltangst uns erheben In's friedensreiche Himmelsleben. Halleluja, Halleluja! V 5. Komm, komm nun, ew'ger Gottesgeist, Der uns der Erdenlast ents reißt, Daß wir zur Himmelsfreiheit bringen Auf deiner ew'gen Gnade Schwingen. In Todesnacht sei un ser Licht, Und Beistand droben im Gericht, Daß vor dem Richter wir bestehen, Und selig ein zum Himmel gehen. Halleluja, Halleluja! 169. Mel. Nun fich der Tag geendet hat. 4. Dann, dann hab' ich Vertrau'n zu dir, Dann schenket selbst dein gd icht um ein flüchtig Gut der Zeit, Ich fleh' um dei- nen Geist, #o O Gott, den mir zur Se- lig- keit Dein theures Wort ver- heißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel| Geist Das freudige Bewußtsein mir, stammt, O Vater, lehr' er mich, Die Daß du mir gnädig seist. Weisheit, die das Herz entflammt Zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt reinere Zufriedenheit, Als alles Glück der Welt. 5. Er feite mich zur Wahrheit hin, Zur Tugend stärt' er mich, Erweise, wenn ich traurig bin, Auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, Versiegle deine Huld, Und waffne mich in jedem Schmerz Mit Muth und mit Geduld. 170. Mel. Dir, bir, Jehovah, will ich singen. on dir, mein Gott, kommt Licht und Leben, Der du Ich bin mit Dunkel noch um ge- ben, Und weiß 130 Pfingstlieder. das Licht und Leben sel- ber bist, nicht, was dir wohl-ge- fäl- lig ist. 3. Dich hat noch Niemand je gesehen, Dein ew'ger Sohn nur hat dich uns verklärt; Doch, wie kann ich sein Wort verstehen, Wenn nicht dein Geist den rechten Sinn mich lehrt? D'rum gib mir, Gott, von oben deinen Geist, Der mich in aller Wahrheit, unterweist. heit hel- len Schein, Be le be mich, daß ich dir leb' al= lein. 2. Du sprachst, und aus den Finsternissen Ging auf dein Wort des Lichtes Strahl hervor; Nun ward die Welt der Nacht entrissen, Die Sonne stieg in vollem Glanz empor. So sei durch deines Schöpferwortes Macht Der Wahrheit Licht auch in mir angefacht. nen Vater nennen, Weil mir dein Geist der Kindschaft Zeugniß gibt. Dann wird mir erst das Heil in Christo klar, Das deiner Gnade ew'ger Rathschluß war. 5. Ergreife, Herr, mit deiner Wahrheit Die, so noch wandeln in Sünde Nacht; Sie leuchte hier mit sanfter Klarheit, Sie schrecke dort mit deines Donners Macht, Daß die vers stockten Sünder in sich geh'n, Und wahrer Reue voll um Gnade fleh'n. 6. und merk' ich selbst mit bangem Herzen, Daß ich bethört vom Weg des Heiles wich, Dann stille meine bittern Schmerzen Das theure Wort: der Mittler starb für dich! Daß ich Vergebung find' in Jesu Blut; Du aber gib zur Bess'rung Kraft und Muth. 4. Dann werd' ich, Herr, dich recht erkennen, Dich, der in Christo uns so hoch geliebt, Und froh dich meiO sen de mir der Wahr171. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. bu al- ler- höchste Freu- del Der du uns in Lieb' und Lei- de P O du al- lerschönstes Licht! Un- be- su- chet läs- sest nicht; Geist des Höchsten, höchster Fürst, Der du hältst und hal- ten wirst ਸਾਰ Ohn' Auf- hö- ren al- le Din- ge: Hör', o höre, was ich fin- ge. 2. Du bist ja die beste Gabe,| Herze, das du dir, Da ich ward Die ein Mensch nur nennen kann, auf's Neu geboren, Selbst zum TemWenn ich dich erwünsch' und habe, pel auserforen. Geb' ich alles Wünschen d'ran. Ach, 3. Du wirst aus des Himmels ergib dich, komm zu mir In mein Throne Wie ein Regen ausgeschütt't, Pfingstlieder. Bringst vom Vater und vom Sohne Nichts als lauter Segen mit. Laß doch, o du werther Gast, Gottes Segen, den du hast Und vertheilst nach deinem Willen, Mich an Leib und Seel' erfüllen. 4. Weise bist du, voll Verstandes, Was geheim ist, ist dir kund, Zählst den Staub des kleinen Sandes, Schau'st des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, Wie verderbt und blind ich sei, D'rum gib Weisheit, und vor allen, Wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läß'st dich finden, Wo man rein und lauter ist, Fleuchst hingegen Schand' und Sünden, Wie die Taube rein du bist. Mache mich, o Gnadenquell, Durch dein Waschen rein und hell, Laß mich fliehen, was du fliehest, Gib mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Schäflein pfleget, Frommen Herzens, sanften Muths, Bleibst im Lieben unbeweget, Thust uns Bösen alles Gut's. Geist des Vaters, gib mir auch Diesen edlen Sinn und Brauch, Daß ich Freund' und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 131 7. Mein Hørt, ich bin wohl zufrieden, Wenn du mich nur nicht verstöß'st; Bleib' von dir ich ungeschieden, Ei so bin ich ganz ge= tröst't. Laß mich sein dein Eigenthum, Ich versprech' auch wiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zur Ehre anzulegen. 8. Allem will ich gern entsagen, Was dir deinen Ruhm entreißt, Und mein Herz soll immer fragen Nur nach dem, was du verleihst. Was der Satan will und sucht, Will ich halten als verflucht, Ihm auf seinen schnöden Wegen Treten stets mit Ernst entgegen. 9. Nur allein, daß du mich stärkest, Und mir treulich stehest bei! Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir Hülfe nöthig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, Nimm den alten Willen hin, Hilf mir, daß er sich erneue, Daß mein Gott sich meiner freue. 10. Sei mein Retter, halt' mich eben, Wenn ich sinke sei mein Stab, Wenn ich sterbe sei mein Leben, Wenn ich liege sei mein Grab, Wenn ich wie der aufersteh' so hilf mir, daß ich geh' Hin, da du in ew'gen Freuden Wirst die Auserwählten weiden. 172. Mel. Errett' mich, o mein lieber Herre. daß doch bald dein Feu- er brenn'- te, Du un- aussprechlich Lie- ben- der! Es bald die ganze Welt cr= kenn'- te, Daß du bist König, Gott und Herr! 2. Wohl brennt es schon in heller| Daß es, in Liebe hingesunken, Nicht Flamme, Jetzt hier, jetzt dort, in ewig fühlt den Höllenschmerz. Oft und West, Dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, Ein herrlich Pfingst- und Freudenfest. 4. Verzehre Stolz und Eigenliebe, Und sond're ab, was unrein ist, Und mehre jener Inbrunst 3. Und noch entzünden Himmels- Triebe, Die aus dem Quell des funken So manches talte, todte Herz, Lichtes fließt. 132 5. Erwecke, läut're und vereine Des ganzen Christenvoltes Schaar, Und mach' in deinem Gnadenscheine Dein Heil einst Jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, Allmächtig starker Gotteshauch, Dein Feuermeer ström' nicht vergebens, Ozünd' in unsern Her zen auch! Gnad' ent al= len Pfingstlieder. 173. Mel. Ich ruf' zu dir, Herr Jesu Chrift. hoch ge lob= ter Gottes geist, Komm mir mit Set du, den Je- sus uns ver- heißt, Mit mir auf ge= gen; Wegen. 7. Bring' alles, was sich trennt, zusammen, Und baue deinen Tempel aus; Laß leuchten beine heil'gen Flammen Durch deines Vaters ganzes Haus. 8. Ja wec', erleucht', erwärm', entflamme Doch bald die ganze weite Welt, Und zeig' dich jedem Völkerstamme Als Heiland, Friedensfürst und Held. Mit meiner Kraft ist nichts ge= than, Du mußt mir Gna- de ge ben, Fromm zu 4. Du weißt es ja, wie schwach ich bin, Du kannst, du wirst mich stärken. Erneu're täglich meinen Sinn Zum Fleiß in guten Werken. le= ben, Und wenn || ich selbst nicht kann, Mein Herz zu dir er- he= ben. 2. Geist Gottes, ach, was wäre| Laß deines Wortes Kraft und Licht ich, Der Gottes Bild verloren, Wenn Zur Leitung im Gewissen Mich gedu nicht durch die Taufe mich Von nießen, So werd' ich sicher nicht Neuem hätt'st geboren? Du hast Zum Falle fortgerissen. durch deine Gnad' in mir Den 5. Und fühl ich, was mir noch Glauben angezündet Und gegründet, gebricht, Dringt mich mein Herz zu Daß nun mein Herz in bir Trost, beten: So laß mit Kindeszuversicht Fried'n und Freude findet. Mich zu dem Vater treten. Ach laß, 3. Herr, meine Kraft kommt nur du werther Geist von Gott, Mich von dir, Hilf mir im Kampfe rin- deinen Trost erblicken Und erquicken, gen, zu allem Guten schente mir So wird die größte Noth Mich nie Das Wollen und Vollbringen. Wenn zu Boden drücken. ich aus Schwachheit irre geh', Gib, daß ich's bald empfinde, Und der Sünde Mit Eifer widersteh', Das Böse überwinde. 6. Jch achte nicht den Trost der Welt, Der mir zu bald verschwindet; Dein Trost ist's, der mich aufrecht hält, Der meine Hoffnung gründet. Du bist mir Siegel, bist mir Pfand, Daß ich als Kind und Erbe Selig sterbe, Hingeh' in's Vaterland, Und nimmermehr verderbe. Pfingstlieder. 133 scheh'n: Wenn wir in Christi Namen Um Gottes Geist zum Vater fleh'n, Ist Alles Ja und Amen. Wir flehen, Sehnsucht stillen. 7. Nun, die Verheißung ist ge-| Herr, um deinen Geist, Du wirst um Christi willen Das erfüllen, Was uns dein Wort verheißt, Und unsre K 174. Eigene Melodie. qua: omm, o komm, du Geist des Lebens, Wahrer Gott von E- wigkeit! Dei- ne Kraft sei nicht ver- gebens, Sie er- füll' uns je- der- zeit, all So wird Licht und hel- ler Schein In dem dunklen Her- zen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Nath, Verstand und Zucht, Daß wir anders nichts beginnen, Als nur, was dein Wille sucht. Dein' Erkenntniß werde groß, und mach' uns vom Irrthum los. 6. Wird um Trost dem Herzen bange, Daß es oftmals rufen muß: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange? Mach' doch endlich den Beschluß! Dann sprich du uns tröstlich zu, Und gib Muth, Geduld und Nuh'. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, Du gewisser, neuer Geist, Förd're in uns deine Werke, Wenn zum Kampf uns Satan reißt; Schenk' uns Wasfen in dem Krieg, Und erhalt' in uns den Sieg. 3. Zeige, Herr, die Wahrheitsstege, Halt uns auf der rechten Bahn, Räume alles aus dem Wege, Was im Lauf uns hindern kann. Wirke Neu' an Sünden statt, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugniß fühlen, Daß wir Gottes Kinder sind, Die auf ihn allein nur zielen, Wenn sich Noth und Drangsal find't; Denn des Vaters Liebesruth' Ist uns allewege gut. 5. Neiz' uns, daß wir zu ihm treten Frei mit aller Freudigkeit. Seufz' auch in uns, wenn wir beten, Und vertritt uns allezeit, So wird unser Fleh'n erhört, und die Zuversicht gemehrt. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod und Spott Uns denselben möge rauben. Du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch auch immer: nein! Laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, So versich're mehr und mehr Uns, als deines Reiches Erben, Jener Herrlichkeit und Ehr', Die Gott gibt durch Jesum Christ, Und die unaussprechlich ist. 9. Buß- und Bettagslieder. 175. Eigene Melodie. H add chaf- fe in mir, Gott, Ein rei- nes Her- ze, Und gib mir ei- nen 134 Buß- und Bettagslieder. neu- en ge- wis- sen Geist. Verwirf mich nicht Vor deinem An- gesicht, ਧਰਮ Und nimm dei- nen hei- li- gen Geist nicht von mir. Tröste mich wie- der Mit dei- ner Hül- fe, Und dein freu- di- ger Geist erhalte mich dir. 2 e 176. Mel. O wir armen Sünder. dpd| 1 asset uns be- wei- nen Das, was wir ge- than. Gott nahm stets die Sei- nen, Die ihn such- ten, an. Die nicht reu- ig ta- men, Die se traf sein Fluch; Gott tilgt ihre Na= men Aus des bo DO P fogo Le- bens Buch. Schöpfer, nich- ter, Va= ter, Mittler, Jesus Christus, Geist, er- barm' dich un ser. 2. Laßt uns innig klagen Ueber| Lauf; Sich', hier fleh' ich Armer, unsre Schuld, Aber nicht verzagen Nimm mich wieder auf! Gott, der An des Höchsten Huld. Sieh', ich mich erschaffen, Gott, der mich verkomm' und suche, Gott, dein Ange- söhnet, Gott, der mich geheiligt! sicht, Tilg' aus deinem Buche Mich, Erbarmer, nicht! Gott, der mich erschaffen, Gott, der mich versöhnet, Gott, der mich geheiligt! 3. Von der ersten Liebe- Ach, das ist mein Schmerz!- Von der ersten Liebe Wich mein wankend Herz. Herr, du bleibst Erbarmer, Führeft meinen 4. Christi Liebe dringe Mich, damit ich tren, Standhaft kämpfe, ringe, Ueberwinder sei. Laß zum Heil mich's schrecken, Daß so oft ich fiel; Laß vom Schlaf' mich wecken, Herr, die Kron' am Ziel, Vater und Bergelter, Sohn, für mich gestorben, Geist des Sohn's und Vaters. G Buß- und Bettagslieder. 177. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. ott, der du un- sre Zuflucht bist, Herr, un- ser Mittler, Jesus Christ, Hei- li- ger, wir fleh'n zu dir, Dein Gnadenant- lig suchen wir Pl Geist Gottes, Geist der Gnaden! Müh- se- lig und be- la- den. 135 Nimm von uns un- fre Sündenschuld, ed Du Gott der Langmuth und Geduld! Er- hö- re gnä- dig un- ser Fleh'n, # 夜 Daß der Versöhnung Heil wir seh'n. Herr, un- ser Gott, Verbirg uns 2. Wir haben unsern Bund entweiht, Und oft in Ungerechtigkeit, Herr, deinen Weg verlassen. Doch reuig kehren wir zurück; O richt' auf uns der Gnade Blick, Zu der wir Hoffnung fassen. Sie leit' uns auf den eb'nen Pfad, Den uns dein Wort bezeichnet hat, Daß nie Versuchung oder Wahn Der Sünd' uns mache unterthan. Herr, unser Gott, Groß von Geduld, vor aller Schuld Be hüt' uns deine Vaterhuld. 3. Schütz' uns vor Irrthum und Gefahr, Erhalte deiner frommen Schaar Der Glaubenseintracht Segen. Uns leite, Gott, dein guter Geist, Wie uns bein theures Wort verheißt, Auf allen unsern Wegen. Laß auch in Lehr' und Wandel rein Die Diener deines Wortes sein, Und gib an deiner Wahrheit Heil Auch Irrenden und Zweiflern Theil. Herr, unser Gott, Breit' aus dein Wort an jedem Ort, Und laß es wachsen fort und fort. nicht dein An- ge= sicht, Und geh' mit uns nicht in's Ge= richt. 4. Dein Segen komm' auf unser Land, Daß wir, beschirmt von deiölück ge ner Hand, Des Friedens nießen. Wend' ab von uns durch deine Hut Der Fluthen und der Flammen Wuth, Des Krieges Blutvergießen. Noch lange sei der Va terblic Des Königs seiner Völker Glück. D schütt' auf ihn und auf sein Haus Die Fülle deines Segens aus. Herr, unser Gott, Schüß' unser Land mit starker Hand, Beglück' und segne jeden Stand. 5. Vernimm der Leidenden Gebet, Und wer zu dir im Glauben fleht, Dem hilf aus seinen Nöthen. Gib Kranken Linderung und Ruh', Die Sterbenden erlöse du, Erhör' ihr letztes Beten. Mach' alle Unterdrückten frei, Steh' Wittwen, Herr, und Waisen bei; Vernichte der Verfolger Nath, Und wehre jeder bösen That. Herr, unser Gott, Durch Freud' und Leid der Pilgerzeit Führ' uns zu deiner Herrlichkeit. 136 Buß- und Bettagslieder. 178. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. hr ar- men Sünder, kommt zu Hauf, kommt ei- lig, kommt und macht euch auf, Mühselig und be- la- den. Hier öffnet sich des Heilands Herz da Je Für Alle, die in Reu' und Schmerz 2. Es heißt: er nimmt die Sünder an! D'rum komm, dein Jesus will und kann Dich retten und umarmen. Komm weinend, komm in wahrer Buß', Und fall' im Glauben ihm zu Fuß, Er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäffein nicht, Dem's in der Frr' an Hülf' gebricht, Er sucht es mit Verlangen. Er läsfet neun und neunzig steh'n, Und sie gar in der Wüste geh'n, Das eine zu umfangen. 4. So sucht der theure Jesus Christ, Das Schäflein, das verloren ist, Bis daß er's hat gefunden. Ach, laß dich finden von dem Herrn, komm zu ihm, er hilft dir gern, Noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb' ist groß; Ich komm' mühselig, arm und bloß, Ach, laß mich Gnade finden! Ich bin ein Schaf, das sich verirrt, Ach, nimm mich auf, weil ich verwirrt Im Strick und Netz der Sünden. Er- ken- nen ihren Schaden. 6. Ach, weh' mir, daß zum Abgrund hin Von dir ich abgewichen bin, Ach, laß mich wiederkehren! Nimm, guter Hirt, mich gnädig an, Und mach' mich frei von Fluch und Bann! Das, Herr, ist mein Begehren. 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein, Sei du mein treuer Hirt allein, Im Leben und im Sterben. Laß du mich von der Welt ausgeh'n, Als Gottes Kind zum Leben geh'n, Und deinen Himmel erben. 8. Ich will von nun an sagen ab Der Sündenlust bis in mein Grab, Und in dem neuen Leben Durch Glauben und Gerechtigkeit Dir die nen noch die kurze Zeit, Die mir zum Heil gegeben. 9. Ach, nimm dein armes Täublein ein, Und laß es sicher bei dir sein, Wie in der Felsenhöhle. Bewahre mich vor Sündenwerk, Und schenke deines Geistes Stärk' Dem Leibe und der Seele. 179. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. मनः ie ist mein Herz so fern von dir, Von dir, du Quell des Lebens! Mein Geist be- tümmert sich in mir, Sucht Ruh' und sucht vergebens. 42 Verlaß mich, Gott, mein Va- ter nicht, Verbirg mir nicht dein Angesicht, Buß- und Bettagslieder. Du aller Geister Won- ne! 2. Umhüllt von Dunkelheit bin ich, Mich fasset Angst und Beben, Mein Herz sucht Licht und ängstet fich, Doch fruchtlos ist sein Streben. Der Kampf, der täglich sich erneut, Die Bürde meiner Sterblichkeit Beugt in den Staub mich nieder. 3. Ich bin zu schwach, aus eigner Macht Zu dir mich aufzuschwingen, Zu schwach, durch diese dunkle Nacht Zum Licht empor zu bringen. Wirst du nicht meine Stärke sein, Wo find' ich Trost? zu dir allein, O Gott, steht mein Vertrauen. 4. Mit festem Glauben an dein Wort Will ich dich mächtig fassen. Ich will von dir, mein Fels, mein Hort, nicht weichen, dich nicht lassen. Wie viel auch meiner Sünden sind, Bin ich durch Christum doch dein Kind, Du, mein versöhnter Vater. 137 5. Wohl mir, so fürcht' ich keinen Streit, Du kannst mich siegħaft machen. Du gibst dem Bangen Freudigkeit, Und Kraft und Muth dem Schwachen. Du, Gott, bist meiner Seele Licht, hab' ich nur dich, so frag' ich nicht Nach Himmel und nach Erde. 180. Mel. Vater unser im Himmelreich. मे o wahr ich le- be, spricht dein Gott, Mir ist nicht lieb des Sünders Tod, Vielmehr ist dies mein Wunsch und Will', Daß in der Sünd' er ste- he still, mit mir ewig- lich. 5. Gnad' hat dir zugesaget Gott Durch Jesu Christi Blut und Tod, Doch sagen hat er nicht gewollt, Ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir fund, Verborgen ist die Todesstund'. 6. Heut' lebst du, heut' bekehre dich, Eh' morgen kommt, kann's ändern sich. Wer heut' ist frisch, gesund und roth, Jst morgen trant, vielleicht gar todt. Stirbst bu nun ohne Reu' und Leid, So büßest du in Ewigkeit. Von seiner Bosheit keh- re sich, Und le- be 2. Dies Wort bedent', o Menschentind, Verzweifle nicht in deiner Sünd'; Hier findest du Trost, Heil und Gnad', Die Gott dir zugesaget hat, Und 3war mit einem theuern Eid. O felig, dem die Sünd' ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, Denk nicht: zur Buße ist noch Zeit, Ich will erst fröhlich sein auf Erd', Bis ich des Lebens müde werd', Alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist's, Gott ist wohl stets bereit Dem Sünder mit Barmherzigteit; Doch, wer auf Gnade sündigt hin, Und bleibt bei seinem bösen Sinn, Wer seiner Seele selbst nicht schont, Dem wird einst nach Verdienst gelohnt. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich noch heute komm' zu dir, Und Buße thu' den Augenblick, Eh' mich der schnelle Tod hinrück'; Auf daß ich heut' und allezeit Zu meiner Heimfahrt sei bereit. 138 Buß- und Bettagslieder. 181. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. ar- mer Sünder komm' zu dir Mit tief- betrübtem Herzen. Dir, Gott, der gnädig für und für, Bekenn' ich meine Schmerzen. Ich hab' ohn' Scheu, ohn' Leid und Neu' In Sünden lang' ver- wei- let, • dedd|| Und doch gabst du mir Raum und Ruh', Hast mich nicht ü- ber- ei- let. 2. O Vater der Barmherzigkeit, Jch falle dir zu Fuße; Verwirf nicht den, der zu dir schreit Und thut aufrichtig Buße. Dein Angesicht mit Gnaden richt' Auf mich betrübten Sünder; Dein Gnadenblick auch mich erquick, So wird die Angst bald minder. 3. Eröffne mir dein freundlich Herz, Dein Herz voll Lieb' und Güte. Vergib die Sünd", heil' meinen Schmerz, Erquicke mein Gemüthe. Vollend', was dir gefällt an mir, Lehr' mich das Böse meiden, Bis ich hinfahr zur Engelschaar, Da nichts als lauter Freuden. 182. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. 8. er sich auf seine Schwachheit steu'rt, Der bleibt in Sünden lie- gen, Wer nichtHerz, Sinn und Muth er- neu'rt, Wird sich gewiß be- trü- gen; Den Himmelsweg, den schmalen Steg Hat nie sein Fuß be tre- ten, Auch weiß er nicht in Got- tes Licht, Was Kämpfen sei und Be- ten. Der erste Schritt im Christens 3. 2. Was jetzt die Welt nur Schwachheit heißt, Ist ihrer Bosheit Stärke, thum Macht von der Sünde scheiDadurch vermehrt der böse Geist den. Strebst du nach wahrem GlauGar mächtig seine Werke. Auf, bensruhm, So mußt du Wollust meiSeele, auf! richt' deinen Lauf Zur den. Wenn Christi Geist die Seele Allmacht, die dich rettet. Des Hei- reißt Aus ihren Todesbanden, So lands Blick zerreißt den Strick, Wo- spürt sie Kraft, die Jesus schafft, Mit mit du angefettet. dem sie auferstanden. Buß- und Bettagslieder: 139 4. Mein Heiland, förd're selbst| Weil deine Hand das theure Pfand dein Werk, Laß mich gekräftigt wer- Des Geistes uns gegeben, Dadurch den; Ist doch Gerechtigkeit und wir frei von Heuchelei Jm Streit Stärk' Mein bestes Theil auf Erden. stets fiegreich leben. Du machst gerecht uns, dein Ge schlecht, Und willst zugleich uns stärken, Daß wir in dir des Glaubens Zier, Die Macht der Gnade 6. Gib Kraft, wo keine Kraft mehr ist, Gib Kraft, das Fleisch zu dämpfen, Gib Kraft, wenn Satans Macht und List Uns schwächen will im Kämpfen. Wenn uns die Welt 5. Brich durch, o starter Gottes- viel Netze stellt, Gib Kraft, sie zu sohn, Damit auch wir durchbrechen. vernichten: So wird in Noth, ja Laß uns in dir, o Gnadenthron, selbst im Tod, Uns deine Kraft aufNicht mehr von Schwachheit sprechen.| richten. merken. V 183. Mel. Alle Menschen müssen sterben. n 0 ater, heilig möcht' ich le- ben, Rechtthun wäre mei- ne Lust; Doch Begierden wider- streben Dem Ge- setz in mei- ner Brust. P Ach, der Sündentrieb im Her- zen Ist die Quelle mei- ner Schmerzen. Mich beschwert der Sünden Joch, Was ich nicht will, thu' ich doch. 2. Sieh' um Kraft mich Schwachen| Wurzel meiner Schmerzen, Reiß' die beten, Meinem Vorsazz trau' ich nicht. Sünd' aus meinem Herzen! Tief im Lockende Begierden treten, Zwischen Staube bitt' ich dich: Leite selbst zur mich und meine Pflicht. Selbst den Tugend mich. heil'gen Andachtsstunden, Wo der niedern Welt entschwunden, Ich zu dir von Treue sprach, Folgten Sündentage nach. 3. O wie oft hab' ich geweinet, Schmerzlich meinen Fall bereut, Gläubig mich mit dir vereinet, Und mich Seiner Huld gefreut! Gnädig sayst du zu mir nieder, Aber bald vergaß ich wieder Meine Pflicht und, Bater, dich, Und die Welt besiegte mich. 4. Vater, du nur tannst mich ret ten, Wenn mich Niemand retten kann. Ach, zerschlage meine Ketten, Nimm dich des Gefang'nen an! Reiß' die 5. Sieh', mich dürstet nach dem Guten, Früh und spät ruf' ich zu dir: Laß mein Herz nicht länger bluten, Deinen Geist verleihe mir. Hilf die böse Lust bezwingen, Und nach deinem Beifall ringen, Stärke mich mit hoher Kraft, Das zu thun, was Segen schafft. 6. Ja, du hörst mein kindlich Fle= hen, Du erquickst mein Herz mit Ruh'. Leben werd' ich, nicht vergehen, Meine Stärke, Gott, bist du. Ueberwinden, überwinden Werd' in dir ich alle Sünden. Meine Seele, fasse Muth, Endlich, endlich wird es gut. 140 Buß- und Bettagslieber. 184. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. M # wie un- er- meß- lich ist Dei- ne Va- terlieb' und Größe, Die des Kindes nicht vergißt, Ob die Mutter sein ver- gä= ße! Ja, du sieh'st mit Va- ter- treu' 2. Wie verirrten Wand'rern bricht Uns ein Strahl durch finst're Nächte. Mehr erfreu'n im Himmel nicht BViel vollendete Gerechte, Als wenn Einer, lang' bethört, Wieder heim zum Vater kehrt. 185. Mel. Wer nur ben lieben Gott läßt walten. Selbst die Thränen spä- ter Neu'. 3. Dies entflamm' auch unsern Muth, Aus den schweren Sündentetten Unser Heil und ew'ges Gut Nur bei dir, dem Herrn, zu retten. Sünde lohnt mit Reu' und Leid, Deine Gnad' ist Seligkeit. ein Gott, ach lehre mich er kennen Den SelbstbeDaß Tau- send', die sich Chri- sten nennen, Mit nich ten trug und Heuchel- schein, Christi Glie- ber sein. Mein Gott, das wah- re 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, Der Sünde abgestorben sei. Laß dir mich sterben, dir mich leben, und mach' in mir, Herr, alles neu. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum. 3. Reiß' los das Herz mir von der Erden, Laß mich, der ich unsterblich bin, Nach deinem Bild er neuert werden, und gib mir meines Heilands Sinn. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum. 4. Regiere du selbst meine Seele, Damit ich Christo folge nach, Und 4 Ach, wirk' in mir zu dei- nem Ruhm, Christen- thum. stets den schmalen Weg erwähle, Ja, Ehre such' in Christi Schmach. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum. 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte, Hilf, daß ich dir ver bleibe treu; Daß ich an Christi Kreuz mich hefte, Und mir die Welt gekreuzigt sei. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum. 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe Lebendig, fest und thätig sein, Daß ich bis an mein Sterben übe Das Christenthum ohn' Buß- und Bettagslieder. 141 Heuchelschein. Ach, wirk' in mir zu| men Welt? Ich schmecke dann schon dein Ruhm, Mein Gott, das hier auf Erden, Was mir der Himwahre Christenthum. mel aufbehält. Ach, wirk' in mir 7. Wird dies mein Fleh'n erhöret zu deinem Ruhm, Mein Gott, das werden, Was frag' ich nach der ar- wahre Christenthum. 186. Mel. O Traurigkeit. ਕੀਤੀ 11pd err, dent' an mich! Wie oft hab' ich, Jch Sünder, dich verach- tet! Sieh' die See le gnädig an, 2. Herr, denk' an mich! Es jamm're dich Mein Elend, o Erbarmer! Wenn du meiner nicht gedenkst, Ach, was bin ich Armer? 3. Herr, denk' an mich! Wie leicht kann ich In Wahn und Sünde fallen! Laß mich stets an deiner Hand Deine Wege wallen! 4. Herr, dent' an mich! Dann nahe sich Die Stunde schwerer Lei• dir zu Fuße, end- lich Buße. Die nach Hül= fe schmachtet. den. Bin ich dein, o was vermag Mich von dir zu scheiden? 5. Herr, dent' an mich! Gestärkt durch dich Geh' ich dem Tod entgegen. Tod und Grab, o Jesu, wird Mir durch dich zum Segen. 6. Herr, dent' an mich! Froh will ich dich Für deine Huld erheben, Weny du mir das Paradies Wirst aus Gnaden geben. 187. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. Va ter der Barm- her= zig= teit, Verstoß' den nicht, der zu dir schreit H Ich fal= le Und thut noch Was ich be- gan- gen wi- der dich, Ver- zeih' dall mir al- les gnä- dig- lich, Durch deine große Gü te. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat Nimm von mir, w mich quälet; Durch deine Weisheit schaffe Rath, Worin es sonst mir fehlet. Gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, Daß ich mit dir all' meine Werk' Anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du haft Am Kreuze für mich Armen Getragen aller Sünden Last, Woll'st meiner dich erbarmen. wahrer Gott, o Davids Sohn, Erbarm' dich mein und mein verschon', Sieh' an mein kläglich Rufen. 142 Buß- und Bettagslieder. 4. Laß deiner Wunden theures| daß nun und nimmermehr Begier Blut, Dein' Todespein und Ster- nach Wollust, Geld und Ehr' In ben, Mir kommen kräftiglich zu Gut', meinem Herzen herrsche. Daß ich nicht muß verderben. Bitt' du den Vater, daß er mir Jm Zorn nicht lohne nach Gebühr, Wie ich es hab' verschuldet. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, So hilf mir treulich kämpfen, Daß ich des Satans Trug und List Durch Christi Sieg mög' dämpfen, Auf daß mir Krankheit, Angst und Noth, Und dann der letzte Feind, der Tod, Nur sei die Thür zum Leben. 5. heil'ger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, Wenn mich der Sünden Lust anficht, Laß mich von dir nicht wanken. Verleih', W 188. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ir liegen hier zu deinen Fü- ßen, Ach, Herr von Und fühlen leider im Ge= wis- sen, Wie e= lend # großer Güt' und Treu', unser Zu- stand sei. Das Maaß der Sün- den ist er- füllt, all A Ach, weh' uns, wenn du 2. Du bist gerecht, wir aber Sünder, Wie wollen wir vor dir besteh'n? Wir, wir sind abgewich'ne Kinder, Die Wege des Verderbens geh'n, Sind werth, daß deiner Rache Schwert, Gerechter Gott, uns längst verzehrt. 3. Doch Vater, denk' an deinen Namen, Gedent' an deinen lieben Sohn, Dein Gnadenwort bleibt Ja und Amen, Dein Eidschwur zeuget selbst davon: Du willst den Tod des Sünders nicht, D'rum geh' mit uns nicht in's Gericht. 4. Wir liegen hier vor dir im Staube, Vater, mit zerknirschtem Geist; Uns hält und stärkt allein der Glaube, Daß du noch der Erbarmer seist, Der gern sein Herz zum Sünder neigt, Und statt des Zornes Huld erzeigt. 5. Dein Sohn tritt selber in die Mitte, Ach, schaue seine Wunden an, Die er für unsre Schuld erlitte; Wie viel hat er für uns gethan! Er ist das Lamm, das für uns litt, Und uns noch jetzt bei Gott vertritt. stra= fen willt! 6. Ach Blut, ach Blut von Gottes Sohne, Schrei' für uns um Barmherzigkeit! Sprich für uns vor dem Gnadenthrone, Des Vaters Herz ist ja bereit Auf Jesu Opfer hinzuseh'n; Wir werden nicht verloren geh'n. 7. Herr, laß die wohlverdiente Strafe Nicht über unsre Häupter geh'n, Laß uns nicht als verlor'ne Schafe Von deiner Hand verlassen steh'n. Verbreit' die Gnade deiner Hand Auf das geliebte Vaterland. 8. Gib Fried' im Land und im Ges wissen, Gesunde Luft und gute Zeit. Laß uns stets deinen Schuß genießen. Beförd're die Gerechtigkeit. Krön' unser Feld mit deinem Gut, Nimm Kirch' und Haus in deine Hut: 9. So wollen wir dir Opfer bringen, Dir eigen sein mit Leib und Seel'. Es soll dein Lob zum Himmel drin gen, Und dein erlöstes Israel Wird mit vereinten Stimmen schrei'n: Der Herr soll mein Gott ewig sein! Buß- und Bettagslieder. 189. Mel Von Gott will ich nicht laffen. 143 & H J ie treu, mein guter Hirte, Gehst du dem Sün- der nach, Der sich von dir ver- irr- te, Der e- lend, frank und schwach In sein Ver- der- ben läuft, Wenn deine Hand den Ar= men Nicht selber aus Er bar= men, 2. Wie tröstlich ist die Stimme, Die alle Sünder lockt! Ach, sprächest du im Grimme: Weicht, die ihr euch verstockt, Weicht, Sünder, weicht von mir, Ich will euch nicht erkennen! Wer wollt' es Unrecht nennen? Wer bist du, wer sind wir? 3. Doch heißt dein Ruf uns kommen, Und merken wir nicht d'rauf, Ob wir ihn schon vernommen, So suchst du selbst uns auf. Dein Herz, o Heiland, brennt, Daß doch das Schaf zur Herde Zurückgeführet werde, Davon es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder, Den Gnadenruf nicht an, So bist du viel gelinder, Als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, Er kann noch Gnade hoffen, Der Zugang steht ihm offen, Er eile nur herzu. 5. Erretter unsrer Seelen, Mein Hirt, mein treu'ster Freund, Wie könnt' ich's doch verhehlen, Wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht Ein Raub der schnöden Lüste, Doch du hast in der Wüste Mich huldreich aufgesucht. 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, Das mich zur Buße rief, Als ich zu deinen Schmerzen Den Weg zur Hölle lief; Du aber brachtest mich Von diesem breiten Wege Durch Kreuz zum schmalen Stege; Mein Hirt, ich preise dich. Ch' er ver- sinkt, er- greift! 7. Ach, daß ich deiner Liebe Nur immer folgsam wär', Nicht oft zurücke bliebe, An Lieb' und Eifer leer; Nicht, wie viel du gethan, Mir oft entfallen ließe, Da ich ja mehr ge nieße, Als ich verdanken kann! 8. Nun Jesu, ich beklage Den blöden Unverstand, Und daß ich meine Tage So übel angewandt. Verstoß' den Sünder nicht! Mich reut und schmerzt mein Schade, Verwandle deine Gnade Nicht in ein Zorngericht. 9. Für uns gemacht zum Fluche Gabst du dein Leben dar, Daß so dein Eifer suche, Was ganz verloren war. Ja, Nam' und That erweist, Daß du, Herr, nicht vergebens Das rechte Brod des Lebens, Der Sünder Heiland seist. 10. Das laß mich herzlich gläuben; Doch gib mir selber Kraft, Dem Heile treu zu bleiben, Das mir dein Tod verschafft, Und wie ich glaubensvoll Aus deinem Ueberflusse, Zum wirklichen Genusse, Stets Gnade schöpfen soll. 11. Doch sollt' ich mich auf's Neue, Jch schwach Geschöpf, vergeh'n, So laß mir deine Treue, Mein Heiland, nicht entsteh'n. Erweck' und führe mich, Daß nichts von dir mich wende, So preis ich ohne Ende Als meinen Hirten dich. 144 Buß- und Bettagslieder. 190. Mel. Pf. 51. Herr Gott, nach deiner. Menschenfreund, o Je- su, Lebensquell, O Brunnen voller Gnad', o mein Erret- ter, Er- bar- me dich, o träf- ti- ger Vertre- ter! Gedent' an mich, o mein Immanuel! Ich stehe hier mit Angst und Furcht belegt, Ich klag' es dir, du Prüfer meiner Nieren; Du bist ein Arzt, der kranke dy 11 A Seelen trägt, Du bist ein Hirt, der selbst sein Schaf will füh- ren. Glied an dem sleghaften Haupt, Das Teufel, Tod und Hölle hat bezwungen, Ich bin durch ihn der Sünden Rach' entraubt, Es ist dem Held aus Davids Stamm gelungen. 2. Jch bin betrübt, ich fühle was mich plagt, Mein Auge darf ich taum zu bir erheben, Von ferne steh' und seh' ich nach dem Leben, Nach dir, o Seligmacher, ich nur tracht'. In Demuth schlag' ich an die harte Brust; Hier liegt die Sünd', die mich, Herr, von dir trennet, Ich schäme mich auch der verborg'nen Lust, In welcher oft das Herz so heimlich brennet. 4. Zu dir allein, o Heilbrunn, ich nun komm', Ich dürfte sehr nach frischen Wasserquellen. An deiner Tafel will ich mich einstellen, Vers stoß' mich nicht, du bist geneigt und fromm. Verborg'nes Manna, speise meine Seel', Du off'ner Strom tannst meinen Durst bald stillen, Du treuer Hirt, dir ich mich ganz befehl', Laß Herz und Zung' stets sein nach deinem Willen. 3. Wo soll ich hin? ich will zum Lebensgott, Kein Feind soll mich von meinem Fels abtreiben. Ich will mich meinem Jesu ganz verz schreiben, Tod, Höll', dein Sieg und Stachel ist nur Spott. Ich bin ein 118 tie fer Noth Wend' gnä big- lich = 191. Eigene Melodie. J schrei' ich zu dir, dein Ohr zu mir, Herr Gott, er- hör' Laß Gnad' für Recht mein Fle- hen, er= gehen. Reformationsfestlieder. & und Un- recht ist ge- than, 2. Vor dir gilt nichts benn Gnad' allein, Die Sünde zu vergeben; Es ist ja unser Thun nicht rein Auch in dem besten Leben. Vor dir sich Niemand rühmen kann, Es muß dich fürchten Jedermann, Und deiner Gnade leben. Denn so du, Herr, willst se- hen an, Was Sünd' 3. D'rum will ich, Gott, allein auf dich, Auf mein Verdienst nicht bauen; Auf dich will ich verlassen mich, und deiner Güte trauen, Die mir zusagt dein werthes Wort, Das ist mein Trost und treuer Hort, Deß will ich all'zeit harren. Wer kann dann vor bir bleiben? 10. Reformationsfestlieder. 192. Eigene Melodie. Rü= stung ist, 4. Und ob es währt bis in die Nacht, Und wieder an den Morgen, Soll doch mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht, noch sorgen. So thut ja stets ein rechter Christ, Der durch den Geist gezeuget ist, Er harret seines Gottes. 5. Ob bei uns sind der Sünden viel, Bei Gott ist viel mehr Gnade, Sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird aus allen seinen Sünden. 145 in' fe ste Burg ist unser Gott, Ein' gu= te Wehr' Er hilft uns frei aus al= ler Noth, Die uns jetzt hat und Waffen; Der al te böse Feind Mit Ernst er es be troffen. jetzt meint, Groß Macht und vie= le List Sein' grau sam' Auf Erd'n ist nicht sein's Gleichen. 146 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren; Es streit't für uns der rechte Mann, Den Gott selbst hat erkoren. Und fragst du, wer er ist: Er heißet Jesus Christ, Der Herre Zebaoth, Und ist kein andrer Gott; Das Feld muß er behalten. Reformationsfestlieder. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär', Und wollt' uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der Fürst ho- vah's Wor= te. ih= re Pforte: 193, Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. von dieser Welt, Wie sauer er fich stellt, So thut er uns doch nicht; Das macht, er ist gericht't, Ein Wörtlein kann ihn fällen. eſt, wie ein Fels im wilden Meer, Kommt auch die Hölle selbst ein= her 4. Das Wort sie sollen Laffen stah'n, Und kein'n Dank dazu haben; Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie uns den Leib, Gut, Ehre, Kind und Weib, Laß fahren nur dahin; Sie haben's tein'n Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben. Mit tausend En- gel- schaa- ren 2. Auf hoher Felsenspitze hat Der Herr mit starken Thürmen Erbauet eine feste Stadt, Die widersteht den Stürmen. Ob auch der Feind Vor ihr erscheint Mit seiner Waffen Blißen, Der Herr weiß sie zu schützen. 3. Du wählest tapfre Streiter dir, Die Feinde sehn's und weichen; Am Thore weht dein Feldpanier Als hohes Siegeszeichen. Gelobt seist du, Du kannst im Nu, Umringt von deinen Treuen, Die Himmelsstadt befreien. Was zitterst du? Gott eilt her= zu, So steh'n Je= Und öffnet Die Sei- nen zu be- wah- ren. 4. Du riefest einen frommen Mann Zum Kampf in dunklen Tagen, Du legtest ihm die Rüstung an, Da sprach er sonder Zagen: Ich stehe hier. Gott helfe mir, In Jesu Christi Namen, Ich kann nicht anders! Amen. 5. O gib uns, Herr, doch gleichen Sinn, Durch deinen Geist uns leite, Und führst du uns zum Kampfe hin, So stärk' uns auch im Streite, Daß wir mit dir Recht kämpfen hier, Und einst vor deinem Throne Empfah'n die Siegeskrone. 194. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. ach' auf, du Geist der ersten Zeu- gen, Die Tag und Nächte nim- mer schweigen, Der Wäch- ter, Und un- vern die auf 3i ons Mauern steh'n, zagt dem Feind ent ge- gen geh'n, Lieder von der heiligen Taufe. 1 II. Ja, de- ren Ruf die ganze f Welt durchdringt, Und, Herr. der Völker Schaaren zu dir bringt. 2. Wer sendet uns so treue Knechte, Von deiner Liebe Feuer ganz entbrannt? Noch sind dein Licht und deine Rechte, Noch ist dein Heil nicht überall bekannt. Das Feld ist weit, die Ernte groß und reich, Arbeiter sende du, den ersten gleich. 4. Herr, beffr' auch deines Zions Stege, Und eb'ne beinem Worte Lauf und Bahn, Was hindern kann, räum' aus dem Wege, Dämpf und zerstör' den falschen Glaubenswahn. Von Miethlingen mach' deine Herde frei, Daß Kirch' und Schul' ein Garten Gottes sei. 3. Breit' aus dein Wort durch große Schaaren, Laß sie in Kraft Evangelisten sein. Laß alles Volt dein Heil erfahren, Füll' jedes Land mit deiner Wahrheit Schein. Weck' Israel aus seinem Schlaf mit Macht, Die Heiden reiß aus ihrer Blindheit Nacht. 5. Du selber haft in deinem Worte Uns diese Bitte in den Mund gelegt; Du siehst, wie sie an jedem Orte Die Herzen deiner Gläubigen bewegt; D'rum neige dich zu unserm heißen Fleh'n, Erhör' uns, Herr, und sprich: es soll gescheh'n. 1. Lieder für kirchliche Handlungen. Lieder von der heiligen Taufe. 195. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. ieh', Herr Je= fu, wir sind hier, Dei nem Wor= te Dieses Kind- lein kommt zu dir, Weil du den Be= Fo nach zu leben; fehl gegeben, 147 € Daß man Kind-lein zu Denn das Him- mel- reich ist ih= re. dir füh= re, 7* Lieder von der heiligen Taufe. 148 2. Darum eilen wir zu dir, Nimm das Pfand von unsern Armen; Sei mit deinem Glanze hier, Und erzeige dein Erbarmen, Daß es mög' dein Kind auf Erden Und ein Himmelserbe werden. 3. Wasch' es, Jesu, durch dein Blut Von den angeerbten Flecken, Und zugleich mit dieser Fluth Laß es dein Verdienst bedecken. Schenk ihm deiner Unschuld Seide, Mit dir selber es bekleide. 4. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach' es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig' ihm die Bahn, Friedensfürst, sei du sein Friede; Weinstock, hilf, daß dieser Rebe An dir bleibe, in dir lebe. 196. Mel. Christus, der ist mein Leben. 5. Nun, wir legen an dein Herz, Was von Herzen ist gegangen. Führ' die Seufzer himmelwärts, Und erfülle das Verlangen; Ja, den Namen, den wir geben, Schreib' in's Lebensbuch zum Leben. Va- ter, nimm zum Bun- de Dies Kindlein gnädig auf, 3. Geist der Wahrheit, bilde Sein Herz für Heiligkeit; Durch Ihm leuchte die- se Stun- de Im ganzen Lebens- lauf. 2. Sohn Gottes, sieh', wir legen| Wahrheit, Reinheit, Milde Leit' es Dies Kindlein an dein Herz, Du wirst es liebend pflegen In Freuden und im Schmerz. und heil' ger Geist, res Wort ver- heißt. zur Seligkeit. 4. Dreieiniger, erhöre, Um was wir innig fleh'n. Herr, in der Engel Chöre Laß dieses Kind eingeh'n. 197. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ch bin getauft auf dei- nen Na- men, Gott Vater, Sohn Und so ist Alles Ja und A- men, Was mir dêin theuIch bin in Christum ein ge= senkt, Der mich mit seinem Geist be- schenkt. Lieder von der heiligen Taufe. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt; Du hast die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in Noth und Seelenpéin, O guter Geist, mein Tröster sein. 3. Ich habe, Herr, mich dir verschrieben, und angelobt, mich dir zu weih'n, Dich als mein höchstes Gut zu lieben, Treu und gehorsam dir zu sein. Dem Dienst der Sünde sagt' ich ab, Da ich mich dir zu eigen gab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste steh'n, Wenn aber ich ihn überer to ren. ge= bo= ren. 149 schreite, So laß mich nicht verloren geh'n. Wo ich verließ die rechte Bahn, Nimm wieder mich zu Gnaden an. J 5. Ich gebe dir, mein Gott, auf's Neue Leib, Seel' und Geist zum Opfer hin. Erwecke mich zu steter Treue, Dein Geist regiere meinen Sinn. Weich', eitle Lust, du Sünde, weich', Gott hört es, jetzt entsag' ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, Mein Vater, und bewahre mich, Daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich. Gott meines Heils, sei ewig mein, Und laß mich stets dein eigen sein. 198. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan kam. reis dir, daß durch der Tau- fe Bund Heil uns! dein Wil- le ward uns kund, Du uns zum Heil Wir sind nun neu व In's Buch des Lebens schriebest du, O Va- ter, Pedd un- fre Na- men, Du gabst uns segnend Licht und Ruh', Und sprachest gnädig: A= men. Dein Pfad ist Licht und Frie= de. 2. Ob Berge sinken in den Grund, Ob Hügel auch hinfallen, Doch ste= het fest dein heil'ger Bund, Bist gnädig, Herr, uns Allen. Wir brachen oft das Wort der Treu', Verirrt vom rechten Pfade, Doch deine Huld war täglich neu, In Christo schenkst du Gnade. Nimm hin das Herz auf ewig. 3. Herr, den das Chor der Engel preist, Dir sei dies Kind geweihet; Gib du ihm deinen heil'gen Geist, Der ihm das Herz erneuet. laß es stets mit dir vereint In dir das Leben finden, Und, bis sein Ende ihm erscheint, Im Glauben überwinden. Laß uns den Himmel erben. 150 Confirmationslieder. 199. Mel. Errett' mich, o mein lieber Herre. padd Va- ter, sieh' mit Wohlge= fal- len Dies Kindlein an, daß wir dir weih'n, Und laß des Säug- lings schwaches Lal= len Dir Lob gesang und Psal- ter sein. 2. Hirt voll Liebe und Erbarmen, Nimm dieses zarte Schäflein ein, Und laß in deiner Liebe Armen Es immer wohl verwahret sein. M 3. O Geist des Lichtes und der Wahrheit, Erfülle du mit sanftem Schein Das zarte Herz, laß deine Klarheit Im Pilgerthal sein Leitstern sein. 2. Confirmationslieder. 200. Mel. Christus, der ist mein Leben. Führ' uns auf deinem Pfa= de, 2. Wir fleh'n um deine Wahrheit In unsers Lebens Nacht, Durch dich nur wird uns Klarhett In unsern Geist gebracht. 3. Wir fleh'n um beinen Frieden In dieser Welt voll Angst; Üns sei das Heil beschieden, Das du am Kreuz errangst. CR ir fleh'n um deine Gna- de, Nichts sind wir oh- ne dich; Und hilf uns mäch- tig- lich. 4. Wir fleh'n um deine Stärke, Du weißt, wie schwach wir sind, Zu jedem guten Werke Start' jedes schwache Kind. 5. Wir fleh'n um deinen Segen Zum großen Bundestag, Daß wir auf allen Wegen Dir tieulich fol gen nach. 201. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten ir über= ge= ben uns auf's Neu- e Ge- lo- ben dir auf ewig Treu= e, Dir, Va- ter, Und glauben, Confirmationslieder. Sohn und heil'- ger Geist, was dein Wort ver- heißt. Mit dir, o Gott, den heil'- gen Bund. 2. Gedenke nicht der Jugendfünden, O Vater, nimm uns gnädig an; Hilf, Jesu, daß wir Gnade finden, und führ' uns stets auf deiner Bahn. Geist Gottes, der das Wollen schafft, Gib uns auch zum Vollbringen Kraft. V So schließen wir mit Herz und Mund 3. Dreiein'ger, nimm uns an auf's Neue, Wir steh'n gerührten Herzens hier. O stärke du selbst unsre Treue, Daß wir stets wandeln, Herr, vor dir. Dir weih'n wir uns mit Herz und Mund, Und ewig, ewig sei der Bund. 202. Mel. Seelenbräutigam. # f d on des Himmels Thron Sen- de, Got- tes Sohn, Dei- nen pd. 1 Geist, den Geist der Stär- ke. Gib uns Kraft zum heil'- gen Wer- te, 151 Dir uns ganz zu weih'n, E- wig dein zu sein. 2. Mach' uns selbst bereit,. Gib uns Freudigkeit, Unsern Glauben zu bekennen, und dich unsern Herrn zu nennen, Dessen theures Blut Floß auch uns zu Gut'. 3. Richte Herz und Sinn Zu dem Himmel hin, Wenn wir unsern Bund erneuern, Und gerührt vor dir betheuern, Deine Bahn zu geh'n, WeltLust zu verschmäh'n. 4. Wenn wir betend nah'n, Segen zu empfah'n, Wollest du auf unsre Bitten Uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh' Ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, Wie dein Wort verheißt, Unauflöslich uns vereine Mit der gläubigen Gemeine, Bis wir dort dich seh'n Und dein Lob erhöh'n. 203. Mel. Herr Jefu Chrift, dich zu uns wend'. ür die- se Kinder besten wir mit heißer Inbrunst, Gott, zu dir. 152 Nimm du dich ihrer gnädig an, 2. Erhalte sie vom Jrrthum frei, Und mache sie im Glauben treu, Und wenn Versuchung ihnen naht, Sei du thr Helfer, Schuß und Rath. Confirmationslieder. Zu versicht. Prü- fung nicht. Und lei- te sie auf eb'- ner Bahn. 3. In Schmerz und Kummer tröste sie, Und in der Noth verlaß sie nie. Gib ihnen hier Zufriedenheit, Und dort des Himmels Seligkeit. eht im Glauben eu= re We= ge, Seid befohlen seiner Pfle- ge, 204. Mel. Alle Menschen müssen sterben. E ↓ ↓ Treffen Schmerzen euch und Lei- den, Trübt euch schwe- rer Kampf die Freu- den: Seid voll Glau- bens! Kampf und Leid Füh- ren euch zur Se= lig= keit. 2. Geht in Liebe eure Wege, Lieb' ist Christi neu Gebot; Daß fie stets in euch sich rege, Schaut auf seinen heil'gen Tod. Schaut der Liebe Sieg im Sohne, Denkt der euch verheiß'nen Krone, Die aus lichter Ferne schon Beut der treuen Liebe Lohn. Gott sei eu re Scheut auch sei= ne 3. Geht in Hoffnung eure Wege In des Geistes Freudigkeit, Und daß Niemand Zweifel hege, Ob sein Wirten wohl gedeiht. Treu nur müßt ihr sein und beten, Und der Geist wird euch vertreten. Glaubend, liebend, hoffend lebt, Bis euch Gott zu sich erhebt. 205. Mel. Mitten wir im Leben find. tär- te, Mitt- ler, stär- ke sie, Laß sie ihr Vertrau'n auf dich Tei- ne theu'r Er= lö= sten, Unaus- sprech- lich trösten. Confirmationslieder. Wach' über ihre See len; Sie steh'n und schwören Al- le dir: J Herr, dein Ei- genthum sind wir! Hei- li- ger Schöpfer, Gott! Hei- li- ger pd Mittler, Gott! Hei- li- ger Gott, Lehrer und Trö- ster! All- gü- ti- ger Gott! H Laß sie nie verges- sen, Ihrem Bunde treu zu sein Bis an ih- ren Tod. ger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Algütiger Gott, Laß sie ihren Feinden, Allen Hassern ihres Heils Kräftig widersteh'n. 2. Ach, wie Viele schwuren auch Fest an dir zu halten! Aber treulos ließen sie Ihre Lieb' erkalten. Verderben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese sein, Die dir schwören, dir sich weih'n. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! All gütiger Gott! Stärke du die Deinen, Daß sie niemals irre geh'n Von dem Weg des Heils. 4. Laß dein Heil im Tode sie, Deine theur' Erlösten, Weil ihr Glaube standhaft blieb, Unaussprechlich trösten. Sprich dann: sie sollen leben! Einst führe sie mit uns zugleich In dein unvergänglich Reich. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Allgütiger Gott! Sieh' mit Huld hernieder, Hör auf unser heißes Fleh'n Und erhör' uns! Amen. 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten. Ach, du wollest sie mit Kraft Aus der Höhe rüsten. Laß streiten sie und sie gen. Die Triebe zu verbot'ner Lust Dämpfe früh in ihrer Brust. HeiliW 153 206. Mel. 3euch meinen Geist. Univ.- Bibl. Giessen Sie führt mich, ie heilig ist mir die- se Stun- de! 11 Gott, zu dei- nem Bun- de, Und dir ge= lob' ich, treu zu sein, # Mein ganzes Leben dir zu weih'n. 154 2. Dich will ich über Alles lieben, Mit Eifer deinen Willen üben; Doch ach, du weißt, wie schwach ich bin, D'rum stärk' in mir den frommen Sinn. 3. Und dir, mein Heiland, der sein Leben Für mich am Kreuz dahin gegeben, Verpflicht' ich mich, mein Herr und Gott, Getreu zu sein bis in den Tod. Confirmationslieder. 4. Doch wenn ich jemals mich verirrte, So suche mich, mein guter Hirte, Mit deinem treuen Liebesblick, Und bring' zur Herde mich zurück. M Dein, der mit der größten Treu- e 5. Geist Gottes, Geist der Kraft und Liebe, Dir weih' ich alle meine Triebe, Erleuchte mich in Finsterniß, Und mach' im Glauben mich gewiß. 207. Die Gemeine. Mel. O bu Liebe meiner Liebe. Sie sind dein, Er- barmer, weishe 2. Sie bekennen deine Lehre, Sind auf deinen Tod getauft. Laß fie leben dir zur Ehre, Denn sie sind durch dich erkauft. Leite sie mit dei nen Händen, Daß sie auf der rechten Bahn Ihren Lauf durch dich vollenden, Immer wallen himmelan. 6. Erinn're du mich, wenn ich fehle, Und stärk" im Kampfe meine Seele, Damit, von allem Bösen frei, Mein Herz dein heil'ger Tempel sei. itt- ler, schau' auf sie her- nie- der. Die sich deiner Gnade freu'n, Und als deiner Kir- che Glieder Dir ge- loben, dein zu sein; 3. Laß die Blüthe ihrer Jugend Dir, nur dir geheiligt sein, Daß sie nie vom Pfad der Tugend In die Frre sich zerstreu'n. Schüßze sie vor allen Sünden, Vor den Lockungen der Welt, Laß sie deine Näh' empfinden, wenn sie ihnen Netze stellt. 4. Laß sie treu in deiner Liebe, Fest im wahren Glauben sein, Und durch deines Geistes Triebe Wunsch und That des Bösen scheu'n. Stärke sie durch deine Gnade, Wenn fie kindlich zu dir fleh'n, Daß sie auf dem schmalen Pfade Stets den Weg zum Leben geh'n. 7. So sei denn Treue dir geschworen, Dreieiniger, der mich erkoren; Und bis zum lezten Herzensschlag Sei heilig mir mein Bundestag. Auch für sie sein Leben gab. -0 Sie dir ganz bis in das Grab. 5. Halte sie mit starken Armen, Wenn sie straucheln möchten, fest; Laß fie fühlen dein Erbarmen, Das fie nimmermehr verläßt. Und wenn Eines sich verirrte, Und verließe deine Bahn, Ach, dann nimm dich, guter Hirte, Des verirrten Kindes an. 6. Keines, feines, ach, von allen, Die mit dir den Bund erneu'n, Laß aus deiner Gnade fallen, Und von dir geschieden sein. Herr, versiegle ihren Glauben, Der fie- ewig selig macht, Keinem laß die Krone rauben, Die du Allen zugedacht. 7. Sieh' hernieder auf die Deinen, Die sich jetzt zu dir gewandt; Ach, die Thränen, die sie weinen, Zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die seligen Gefühle Nie erfalten, nie vergeh'n, Bis zu ihrem Lebensziele Laß fie fest im Glaus ben steh'n. Confirmationslieder. Die Confirmanden. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 8. O, theu- re Eltern, helft und fleht, Daß Gott uns Kraft ver- lei- he, Und wer hier um und bei uns steht, Der bit te Gott um Treue. Ja, tretet mit uns in den Bund, Bekennt und schwört mit Herz und Mund, didd # 155 Nur Je su an- zu- hangen. Denn, wahrlich, an- ders kann man nicht, all Durch Noth und Tod und durch's Ge- richt, Zu sei- ner Ruh' ge- langen. 208. Chor. Mel. Jetzt komm' ich als ein armer Gaft. rhör' uns, Va- ter, sieh', wir fleh'n In Jesu Christi Namen. Laßuns dein Gnaden- ant- litz seh'n, Komm, sprich in uns dein Amen. Nimm, Va- ter, uns in Christo an, Daß wir das Kleinod einst empfah'n, Das uns dein Sohn erwor- ben. Die Gemeine. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Jd F 2. Kommt zu Je- su, dringt in's Le= ben, Er will euch gern die Das Ver- for- ne sucht er wie- der, Blickt gnä- dig auf den 156 Confirmationslieder. Schuld ver- ge- ben, Der Heiland nimmt die Sün- der an. Schwachen nie- der, Und führt ihn auf der schmalen Bahn. Oblei bet sein, H Ian- gen Reih'n. d und zö- gert nicht, In ihm allein ist Licht, Got- tes Frie- de. Euch einst zu freu'n In seiner Sie- ger Chor. 3. Gib du uns Kraft, daß wir besteh'n Im Kampfe mit den Sünden, Daß keiner möge von dir geh'n, Und Alle überwinden. Stehst du uns bei, dann siegen wir, D'rum halten wir uns, Herr, zu dir, Nur du bist unser Leben. Die Gemeine. 4. Wachet über euern Glauben, Laßt nie die Welt ihn wieder rauben, Das Wort von Gott sei euer Licht. Schaut, wie Viele irre gehen, nicht mehr mit ihm im Bunde stehen, Sie beteten und wachten nicht. O betet, kämpft und wacht, Bis zu der Todes nacht. Er wird kommen, mit ihm sein Lohn, Zum Gnadenthron' Führt uns der eingebor'ne Sohn. O kommt Chor. 5. Gib, Herr, uns Kraft durch deinen Tod, Daß wir dir treu anhangen, Und ob uns auch die Welt bedroht, Doch nie vor ihr erbangen. Uns bleibe Ruhm die Kreuzesschmach; Wir folgen dir, Erlöser, nach, Dem Treuen glänzt die Krone. Die Gemeine. 6. Wachet über eure Liebe, O daß ste stets ein Feuer bliebe, Das läuternd flammt in eurer Brust. Nie vermag die Welt zu geben, Was Christus gibt, das ew'ge Leben; Die Welt vergeht mit ihrer Lust. O werdet nimmer lau! Er führt zur grünen Au', Zu der Quelle, Die ewig fließt, Sich voll ergießt, Wo ihr vom Lebensbaum genießt. Chor. 7. Durch's Dunkel führst du uns zum Licht, Wie könnten wir verzagen? Wir bau'n auf dich mit Zuversicht; Uns wird der Morgen tagen. Und geht es auch durch Todespein: Wir zieh'n mit dir zur Heimath ein, uns kann der Tod nicht scheiden. Die Gemeine. 8. Ueber eure Hoffnung wachet, Ob auch der Spötter euch verlachet, Gott winket, und er sinkt in Nacht. Wie ein Fels in Ungewittern Steht fest der Christ, wenn Spötter zittern, Denn er, der treue Hüter wacht. Ist doch das Leid der Zeit Nicht werth der Herrlichkeit, Die dort glänzet. Wir siegen weit, gn Ewigkeit, Du hältst die Stätte uns bereit. A 3. Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. 209. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Eff ch, wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Vater, völ- lig frei, Daß ich ganz sie über- winde, Ganz dir wohlge- fällig sei? 157 Noch nicht, ich gesteh's mit Zähren, kann ich ih- rer mich er- weh- ren; Sie versucht mich wi- der dich, 2. In der Andacht sel'gen Stunden, Wenn ich, Herr, dein Wort gehört, Hab' ich oft das Glück em pfunden, Daß die Frömmigkeit gewährt. Nichts wünscht' ich alsdann hienieden Mir so sehr als innern Frieden, Als ein Leben, dir geweiht, In des Glaubens Seligkeit. 3. Mit beruhigtem Gewissen Der Erlösung mich zu freu'n, Treu den heiligsten Entschlüssen, Folgsam deinem Wort zu sein, Meines Glaubens Frucht zu zeigen, In der Heiligung zu steigen, Treu zu leben, Herr, vor dir, War der heiße Wunsch in mir. 4. Doch die Sehnsucht wird zer= störet, Und der heiße Eifer talt, Wenn sich Leidenschaft empöret, Und die Lust im Herzen wallt. Leichtlich bin ich zu verleiten Durch den Reiz der Eitelkeiten, Der mich überall umringt, Und mein schwaches Herz bezwingt. Und noch oft be- siegt sie mich. 5. Weh' mir, daß ich deinen Willen, Den ich doch so lieb gewann, Nicht mit Freudigkeit erfüllen, Nicht beständig halten kann! Ach, wer wird mich von dem Bösen, Von der Sünde ganz erlösen? ich Armer, wer befreit Mich vom Dienst der Sinnlichkeit? 6. Gott, du läsfest Heil verspre chen Unsrer fündigen Natur, Tilgst durch Christum ihr Gebrechen, Zeigt Ohne diese sich wahre Rene nur. Allzuschwer mir Hoffnung würde meine Bürde, Und ich könnte niemals dein, O du höchstes Gut, mich freu'n. 7. Laß mich merken wo ich wanke, Daß ich strebe fest zu steh'n, Und mich stärke der Gedanke, Meinem Heiland nachzugeh'n. Führe, Gott, mich täglich weiter, Und dein Geist sei mein Begleiter, Bis ich in der Ewigkeit Dringe zur Vollkommenheit. 210. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. Er barmend rufst du ch komme, Heil der Welt, zu dir, Der Sünden Last ist mir zu schwer, Laß doch mein Herz von 158 Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. ja auch mir, Den Frie- den zu em- pfan- gen. Trost nicht leer, Ach, laß es Ruh' er lan- gen, Die Ruhe, fo wel- che selbst dein Geist Mir durch dein trost- voll Wort ver- heißt. Wer tröstet mich), als du al- lein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, Mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, 2 Ver- wirf mich, o mein Heiland, nicht. 2. Anbetend steh' ich, Herr, vor dir,| Verlor'nen Heil, Gib mir an seinem Dein Antlitz neige du zu mir, Und sei mir Sünder gnädig. Weil ich mich felbst nicht trösten kann, Wenn meine Sünd' mich laget an, So sei mir Sünder gnädig. Der du am Kreuz ge litten hast, Du, Heiland, trugst auch meine Kast, Als du zum Heil der Sünder starbst, Und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Be freie mich durch deinen Tod. Segen Theil; Er sei auch mir Beruhigung, Und meines Lebens Heiz ligung. Herr Jesu Christ, Ich hoff' auf dich, ich hoff auf dich, In dieser Hoffnung stärke mich. 3. Nur du bist meine Zuversicht, Entzeuch mir deine Gnade nicht, Mich reuen meine Sünden. Laß mich, verdien' ich gleich den Tod, Den Gottes Fluch den Sündern droht, Durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der 4. Mein ganzes Leben preise dich; Erlöst, mein Mittler, bin auch ich, Dein Eigenthum zu werden. O bin ich dein, so fehlt mir nichts, Nichts einst am Tage des Gerichts, Nichts, o mein Heil auf Erden. Auf dieser Bahn zum Baterland Entzieh' mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, Damit ich siege, Herr, durch dich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Zum Leben führ' uns durch den Tod. 211. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. d err Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell al- ler Gnaden, Ich komme mit gebeugtem Muth, Müh- se- lig und be- la- den; Denn meiner Sünden großes Heer Be- la- stet mein Ge- wis- sen schwer, Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. Und beugt mich tief dar- nie- der. 2. Erbarm' dich mein in solcher| darf nicht trostlos beben, Denn Gnad' Last, Nimm ste von meinem Herzen, und Seligkeit verheißt Dein Wort, Weil du fie selbst gebüßet haft Amwenn mit zerknirschtem Geist Ich, Holz mit Todesschmerzen. Hilf, daß Herr, zu dir mich wende. ich nicht vor Angst und Weh' In meinen Sünden untergeh', Noch ewiglich verzage. 5. So fleh' ich denn zu deiner Huld: Laß mich Vergebung finden; Du wollest von der Sünden Schuld Aus Gnaden mich entbinden, Daß sich mein Herz zufrieden geb' Und dir hinfort zu Ehren leb', In kindlichem Gehorsam. 3. Fürwahr, gleich einem schweren Stein Drückt mich die Last der Sünden. Wer rettet mich aus die ser Pein, Wo soll ich Ruhe finden? Ja, ich weiß weder aus noch ein, Und müßte gar verloren sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 159 6. Stärt' mich mit deinem Freudengeist, Heil' mich durch deine Wunden, Der du allein zu helfen weißt, In meinen letzten Stunden; Und nimm mich dann, wenn dir's gefällt m wahren Glauben aus der Welt Zu 4. Doch durch dies theure Wort erwacht Mein Herz zu neuem Leben; Erquickung hat es mir gebracht, Jch deinen Auserwählten. 212. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen sein. * ier bin ich, Herr, du ru- fest mir, Du ziehest mich, ich fol- ge dir, Be- tre- te freudig deine Bahn, Ach, Heiland, nimm mich gnädig an. 2. Ich fühl' es tief, ich komme| daher; Leicht stürzt mich schnöder spät, Lang' hab' ich deinen Ruf ver- Lüste Macht Tief in des Abgrunds schmäht, und doch trugst du mich finst're Nacht. mit Geduld und gingst mir nach mit Gnad' und Huld. 3. Nun aber säum' ich länger nicht, zu suchen, Herr, dein Angesicht. Ich komm', erfüllt von wahrer Reu', Hilf, daß ich auch beständig sei. 5. O reiche deine Hand mir dar, Daß ich entrinne der Gefahr. Du weißt, o Herr, wie schwach ich bin, hältst du mich nicht, so sink ich hin. 4. Noch bin ich wie auf wildem Meer, Zu oft nur braust ein Sturm 6. Dein Ruf hat mich zu dir ge= bracht, Wie selig hast du mich ge macht! Und nun erhalte deine Hand mich auch in meinem Gnadenstand. 213. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. all du Schöpfer al- ler Din- ge, Höre, hö- re mein Ge- bet, Welches ich jetzt vor dich bringe, Weil mein Herz in Aengsten steht. 160 Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. Mei- ne Sünden äng- sten mich), Da- rum komm' ich auch vor dich, ग् Und be- ken- ne mei- ne Sünden. Ach, Herr, laß mich Gnade fin- den. 2. Weil du heißest Alle kommen,| Tod. Wenn ein Sünder sich bekehrt, Die beladen sind, zu dir, Bin auch ich Neuig Gnade nur begehrt, Sich entnicht ausgenommen, Offen steht auch schließt, nur dir zu leben, Willst du mir die Thür; Ja, du ew'ge Liebe, Alles ihm vergeben. du, Willst, zu gründen meine Ruh', Von den Sünden, die mich drücken, Mich entbinden und erquicken. 5. Nun wohlan, du kannst nicht trügen, Darum bau' ich auf dein Wort, Will auf meinen Knieen lies gen Demuthsvoll am heil'gen Ort. Ich bekenne meine Sünd', Ich bin das verlor'ne Kind, Das, vom Teufel oft verblendet, Deine Güter hat verschwendet. 3. Herr, dein Wort bleibt ungebrochen, Was du einmal sagst, besteht; Nun hast du, o Gott, gesprochen: Such' mein Antlitz im Gebet! Darum komm' ich auch vor dich, Such' dein Antlitz, ach, laß mich Bei dir Trost und Gnade finden, Sprich mich los von meinen Sünden. 4. Nimm die Handschrift, sieh' ich gebe Sie in deine Hand, mein Gott. Denn du sprichst: so wahr ich lebe, Ich will nicht des Sünders 3 214. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 6. Mehr vermag ich nicht zu sagen, Ich kann nur an meine Brust Mit dem armen Sünder schlagen. Gott, es ist dir wohl bewußt, Daß ich hab' gesündigt dir, Aber sei doch gnädig mir. Sieh', ich fall' in deine Arme: Ach, Herr, meiner dich erbarme. dh kom- me, Herr, und su- che dich, müh- se- lig und be- la- den; Gott, mein Er- bar- mer, würd'ge mich Des Siegels dei- ner Gnaden. Ich lie- ge hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich dei- ner zu ge= trösten. Ich suche Ruh' und fin- de fie 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, Du bist das Heil der Sünder, Du hast die Handschrift abgethan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht, und an e Ich füh- le mei- ner Günaden Müh', Im Glauben der Er= 18= sten. dein Wort: es ist vollbracht! Du hast mein Heil erworben. Du hast für mich dich dargestellt, mit sich versöhnte Gott die Welt, Da du für sie gestorben. Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. 161 3. So freue dich, mein Herz, in| Weinstock, bleib' an mir, So wirst mir, Er tilget deine Sünden, Und du Früchte bringen. Ich helfe dir, läßt an seiner Tafel hier Dich Gnad' ich stärke dich, und durch die Liebe um Gnade finden. Du rufft, und gegen mich Wird dir der Sieg- geer erhört dich schon, Spricht lieb- lingen. reich: Sei getrost, mein Sohn, Die Schuld ist dir vergeben; Du bist in meinen Tod getauft, Vergiß nicht, dem, der dich erkauft, zu Ehren stets zu leben. 4. Dein, spricht er, ist die Seligkeit, Bewahr' sie hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben. Sieh', ich vereine mich mit dir, Ich bin der beweisen. 3 215. 1311 Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. e sus nimmt die Welche von der 5. Ja, Herr, mein Heil ist dein Gebot, Ich will es treu erfüllen. Verleihe mir durch deinen Tod Nur Kraft für diesen Willen. Laß mich von nun an tüchtig sein, Mein ganz zes Herz dir, Herr, zu weih'n, Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir und der Welt ses Trostwort Al= len, ten Weg ver= fal= len. Je sus nimmt die Sün- der 2 Sünder an! Sagt doch die rechten Bahn Auf verkehr#e Hier ist, was fie retten kann: an. 2. Keiner Gnade sind wir werth,| mich trösten kann: Jesus nimmt die Dennoch hat in seinem Worte Er Sünder an. sich gnadenreich erklärt; Offen steht die Gnadenpforte, Allen ist sie aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das Verirrte, Zeiget ihm die rechte Bahn: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Jch bin ganz getrosten Muths; Wie viel auch der Sünden wären, Soll mich doch, kraft deines Bluts, Ihre Menge nicht beschweren, Daß ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet Alle, kommt herzu, Kommet, ihr betrübten Sünder! Er verheißt der Seele Ruh', Macht aus Sündern Gottes Kinder. Ungesäumt laßt uns ihm nah'n: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen schreckt mich nicht; Wer will mich vor Gott ver tlagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat auch meine Schuld getragen, Daß mich nichts verdammen tann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an! Mich hat er auch angenommen, Mir den Himmel aufgethan, Daß ich sollte zu ihm kommen, Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Jch Betrübter komme hier, Und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden. Eins ist, was 162 V Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. 216. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. a- ter, laß mich Gnade fin- den, Gib mir Trost in Herz und Sinn, Der ich wegen meiner Sünden So ge- beugt und traurig bin. ££ Sieh', o Va- ter, wie ich hier Jetzt vor deiner Gnaden- thür Mit dem Zöllner schamroth ste= he, Und dich um Vergebung fle- he. 2. Du bist heilig, ich hingegen Bin voll ungerechtigkeit, Kann mich bloß auf's Bitten Legen, Trauen deiner Gütigkeit; Die nur gibt mir Zuversicht, Denn, wenn du, Herr, dein Gericht Ließest ohne Gnad' er gehen, Würd' es übel um mich stehen. 5. Längst schon hätt' ich sollen kommen In der langen Gnadenzeit, Doch ist dadurch nichts benommen Deiner großen Gütigkeit. Keine Buße ist zu spät, Wenn sie nur von Her zen geht, Darum wird dir auch mein Flehen Heute noch zu Herzen gehen. und 3. Aber, ach, nach deiner Lehre Willst du keines Sünders Tod, Sondern, daß er sich bekehre, Werde frei von seiner Noth. Dieser Trost erquicket mich, Daß ich reuvoll suche dich, Wenn ich Angst und Leid empfinde Ueber meine schwere Sünde. 6. Großer Gott, voll Lieb Treue, Laß durch Jesu Wunden doch Meine späte Buß' und Neue Vor dir etwas gelten noch. Denke, Herr, nicht mehr daran, Was ich Böses hab' gethan, Laß mein arges Sündenleben mir aus Gnaden sein vers geben. 4. Denke, daß dein Sohn auf Erden D'rum vergoffen hat sein Blut, Daß der könne selig werden, Wer im Glauben Buße thut. Ach, sein Kreuz, die Dornenkron' Bring' ich hier vor deinen Thron, Laß von feinem Blutvergießen Auch mich Armen Heil genießen. M 7. Wirst du nun mir armen Sünder, mein Gott, barmherzig sein, In die Zahl der lieben Kinder Nun mich wieder nehmen ein: Dann will ich von Herzen dich Dafür preisen ewiglich. D'rum in Jesu Christi Namen Woll'st du mich erhören, Amen. 217. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. jde म् o soll ich hin, wer hil- fet mir? Wer führet mich zum Le- ben? Zu Niemand, Herr, als nur zu dir, Will ich mich frei be- ge- ben. T Du bist's, der das Verlor'ne sucht, Du seg- nest, was sonst war verflucht, Abendmahlslieder. Hilf, Je- su, dem E lenden. 2. Herr, meine Sünden ängsten mich, Der Todesleib mich plaget. O Lebensgott, erbarme dich, Vergib mir, was mich naget. Du weißt es wohl, was mir gebricht, Jch fühl's, doch sagen kann ich's nicht, Hilf, Jesu, dem Betrübten. 3. Du sprichst: ich soll mich fürch= ten nicht, Du rufft: ich bin das Leben! D'rum ist mein Trost auf dich gericht't, Du kannst mir alles geben. Im Tode kannst du bei mir steh'n, In Roth als Herzog vor mir geh'n; Hilf, Jesu, dem Zerknirschten. 4. Abendmahlslieder. 218. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 163 4. Du bist der Arzt, der Kranke pflegt, Auf dich will ich mich legen. Du bist der Hirt, der Schwache trägt, Erquicke mich mit Segen. Ich bin gefährlich krank und schwach, Heil' und verbind', hör' an die Klag', Hilf, Jefu, dem Zerschlag'nen. 5. Ich thue nicht, Herr, was ich soll, Wie kann ich doch bestehen? Es drücket mich, das weißt du wohl, Wie wird es endlich gehen? Elender, ich, wer wird mich doch Erlösen von des Todes Joch? Ich danke Gott durch Christum! H ier bin ich, Je- su, zu er- fül- len, Was du in dei- ner Leidensnacht Nach deinem gnadenvollen Willen Zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, Für welche du, dich opfernd, starbst, Durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, Was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich Zur Sicherheit Der Trost, den mir bein Tod verleiht. Verleih' zur Uebung dieser Pflicht Mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen Dein Abendmahl ein Unterpfand, Auch mir sei dein versöhnend Büßen Von Gott aus Gnaden zuerkannt; So freuet meine Seele sich In deinem Heil, und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, mit der du unser Heil bedacht. Wie stark sind deines Mitleids Triebe, Die dich bis an das Kreuz gebracht! O gib von deinem Todesschmerz Jetzt neuen Eindruck in mein Herz. 5. Ich übergebe mich auf's Neue, du, mein Herr und Gott, an dich, Gelobe dir beständ'ge Treue Vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein, Du starbst für mich, d'rum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen Des Dienstes, den man dir erweist, Mich nie zu einem Schritt bez quemen, Den mein Gewissen fündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, Wie du, o Herr, gesinnt zu sein. 7. Laß mich mit Ernst den Näch sten lieben, und, wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben. Nie komm' es mir aus dem Gemüth, Welch' eine schwere Schuldenlast Du mir aus Huld erlassen hast. 164 8. Es stärke sich in mir der Glaube, Daß meine Seele ewig lebt, Und daß einst aus des Grabes Staube Mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, Wenn du dich, großer Lebensfürst, Den Völkern sichtbar zeigen wirst. Abendmahlslieder. err, du woll'st sie voll- be- rei- ten Zu dei- nes Mahles Se- lig- kei- ten, Laß sie, Leben zu empfahen, Mit glaubensvollem Herzen nahen, 219. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Sei mit- ten unter ihnen, Gott. Und sprich sie los von Sünd' und Tod. H 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen Füßen Mit Dank und Lob, Gebet und Fleh'n. Laß neue Gnade auf mich fließen, Mein Heiland, laß es doch gescheh'n, Daß mir zur Stärkung meiner Treu' Dein Abendmahl gesegnet sei. Dein laß sie e- wig sein. A- men, Amen! An- be- tung dir! Lamm Er fun ge- schlach- tet, ver= ach= tet! Einst fei- ern wir Das gro- ße A- bend- mahl bei dir. 2. Eßt das Brod, das euch gegeben,| Dann führt er euch zu seinem Reich. Und trinkt den Kelch zum ew'gen Le- Wacht, eure Seele sei Bis in den Tod ben, Der Friede Christi sei mit euch. getreu. Amen, Amen! Der Weg ist Einigt euch mit ihm im Glauben, Und schmal, Bleibt in der Zahl, Die dort laßt sein Heil euch nimmer rauben, empfängt sein Abendmahl. = Sie sind, o Je- su, dein, 220. Eigene Melodie. Got= tes un- schul- dig, den stets ge= dul dig, Am Kreuzes- stamm Wie- wohl du warst All' Sünd' hast du getragen, Sonst müßten wir ver= 3a= gen. C Abendmahlslieder. Erbarm' dich un- ser! Erbarm' dich un- ser! Er- barm' dich un- ser, o Je= fu! 221. Eigene Melodie. pd hri- ste, du Lamm Got- tes, Der du trägst die Sünd' der Welt, Chri- ste, du Lamm Got- tes, Der du trägst die Sünd' der Welt, JJ: + pd d 165 Christe, du Lamm Got- tes, Der trägst die म Hall Sünd' der Welt, Gib uns dei- nen Frieden! A=== as men. 222. Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht. 4 err, der du als ein stil- les Lamm Am mar ter- vollen Kreuzes- stamm, Zur Til- gung meiner Sünden last, Für mich auch dich ge- op- fert hast! 2. Hier fei'r ich deinen Mittlertod, Hier nährst du mich mit Him- ja Mit melsbrod, Hier ist das unschäßbare Gut, Das du mir gibst, dein Leib und Blut. 3. Hier labet mich als deinen Gaft Der Leib, den du geopfert hast, Dein Blut, das dir, Herr, Jesu Christ, Am Kreuzesstamm vergoffen ist. 4. O Heiland, hilf mir, daß ich tiefer Ehrfurcht dir mich nah'! O Herr, mein Mund pfahe nicht Des Lebens Speise zum em= Gericht. 5. Hilf, daß mühselig und be schwert Mein gläubig Herz dar nach begehrt, Der Wohlthat ganze Größ' ermißt, Auch deiner Liebe nie vergißt. Abendmahlslieder. 166 6. Hier deinen liebevollen Tod Verkündigen, ist dein Gebot. daß ich ihn als vor mir seh', Auch sein Geheimniß wohl versteh'. Hilf, 7. Laß hier mich schau'n den Sündenfluch, Die Wunden, die auch ich dir schlug, Den Segen, den du, als du starbst, Durch deinen Tod auch mir erwarbst. 8. Mein Herr und Gott, ich glaub' an dich, Und weiß gewiß, du fegnest mich. Wenn wir mit Glauben dir uns nah'n, Willst du dich uns mit Gnade nah'n. 9. Ich Erd' und Asche bin's nicht werth, Daß so viel Heil mir wider= fährt. Du willst, Erhab'ner, nicht verschmäh'n, Zu meinem Herzen eins zugeh'n. 10. Mein Herz steht offen, Heiland du, Nicht' es zu deiner Wohnung zu; Wirf alle Sünden ganz hinaus, Schmück' es mit jeder Tugend aus. 223. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Sünd' am Kreuzes- stamm trä get für und für, 11. Du kommst, gesegnet seist du mir, Du bleibst in mir, ich bleib' in dir. Jch end' in dir einst meinen Lauf, Und du weckst mich vom Tode auf. Fels des Heils, o Got tes lamm, Dein Leiden ist ein Garten mir, 3. Wie lieblich ist dein Liebesmahl! Da seh' ich, mit welch' großer Qual Die Liebe dich umhüllet. Da werd' ich, als aus deiner Hand, Mit deinem heil'gen Gnadenpfand Erquickt, mit Lust erfüllet, Wenn du, Jesu, In Für meine Der Früch- te Gemar tert und geschlach= tet! Wo- nach die Seele schmachstet; Wo ich Stets mich Wohl er= qui- cke, und J See- len- weide, Ja die Wurzel al- ler Freude. 2. Dein Fleisch soll Lebensbrod| Erbarmen dich der armen Seele schenmir sein, Dein Blut macht mich kest, Und an deinen Eid gedenkest. von Sünden rein, Dein Kreuzholz ist mein Stecken, Der mir in Schwachheit Stüße ist, Ein Born, aus dem das Leben fließt, Ein Schild, der mich kann decken Mächtig, Wenn ich Uebertreter Sina's Wetter seh' mit Zagen, Wenn mich Satan will verklagen. 4. Wer bin ich, o du Gotteslamm, Daß du starbst an dem Kreuz zesstamm, Zum Heil mich einzuladen? Ein Sünder, der verdienet Pein! Mich armen Sünder führst du ein Zur Tafel deiner Gnaden, Deiner Reinen Himmelsgaben, welche laben das Verlangen, Das auf Hoffnung war gefangen. er= bli= de 5. Ich habe den beschwor'nen Bund So oft gerissen in den Grund, Und mein Gelübd' verlassen. Die Schuld ist groß, der Glaube klein, Doch willst du mir versöhnet sein, Abendmahlslieder. 167 Und nimmermehr mich hassen. Dein| Vorhang riß dein Tod entzwei, Ich Wort, Mein Hort, Bleibt beständig, darf als Bundsgenosse frei Vor deiwie abwendig ich gewesen; Neu soll nem Antlitz stehen. Grämen, Schäich durch dich genesen. men Hat ein Ende, weil die Hände sind durchgraben, Die für mich bejahlet haben. 10. Hier ist die Liebe mein Pas nier, Dein Liebesaltar brennt in mir, Du hast mein Herz genommen. Du hast mir Lebensbrød geschenkt, Ich werd' aus Edens Strom getränkt; Du wirst bald selber kommen, Und mich Ewig Dir vereinen in dem reinen Paradeise, Wo du Manna gibst zur Speise. 11. Gib nur, daß so, wie sich für jetzt mein Herz in deiner Füll' ergößt, Es in dir möge bleiben; Vom Bund, den ich erneuert hab', Wird dann mich weder Furcht noch Grab, Die Hölle selbst nicht treiben. Ich will, Nun still An dir kleben, in dir leben. Tausend Welten können gegen dich nichts gelten. 12. Laß mich, durch dieser Speise Kraft Gestärket, meine Wanderschaft Fortsetzen durch die Wüste. Gib, daß Egyptens Fleischtopf nie Von dir, o Himmelsbrod, mich zieh' Zur Dienstbarkeit der Lüste. Komm bald, Herr, halt' Deiner Tauben Treu' und Glauben unzerbrochen, Wie dein Wort und Pfand versprochen. 6. D'rum sinkt vor dir ein ledig Herz, Das nichts dir bringt als Sündenschmerz, In Selbstverleugnung nieder. Ich bin mir selber gram, daß ich, Mein Herr, so oft verlassen dich, In Demuth komm' ich wieder. Willig Bin ich, Dir auf's Neue Huld und Treue zu verschreiben, Wenn dein Geist mich nur wird treiben. 7. Ach, komm in deinen Garten dann, Ich will dir bringen, was ich kann, Was du mir erst gegeben. Willst du noch mehr, so gib es mir, Ich will es wieder bringen dir; Der Weinstock gibt den Reben Kräfte, Säfte, Die von innen Raum gewinnen, aufwärts dringen, Daß sie reife Früchte bringen. 8. Stärk' meinen Glauben, um das Kleid Der ewigen Gerechtigkeit Freimüthig anzuziehen. Ich komm' in fester Zuversicht, Dein Bundessiegel fehlt ja nicht, Du hast es mir verliehen, Daß ich Fröhlich Darf erscheinen, denn in deinen offnen Wunden Hab' ich Zutritt nun gefunden. 9. Von dir hab' ich das Priesterthum, Daß ich in's inn're Heiligthum Darf unverhüllet gehen. Den 224. Eigene Melodie. eßt komm' ich als ein armer Gast, O Herr, zu deinem Ti- sche, Den du für mich be- rei- tet hast, Daß er mein Herz er- fri- sche, Wenn mich der See- len- hun- ger nagt, Wenn mich der Durst des Geistes plagt, Bis ich den Schweiß ab wische. 2. Nun sprichst du, Seelenbi-| Hunger fort, Den sonst nichts mag schof, dort: Ich bin das Brod zum aufheben. Ich bin der Trank, wer Leben; Dies Brod treibt auch den glaubt an mich, Den wird nicht 168 dürsten ewiglich, Ich will ihm Labsal geben. 3. D'rum führe mich, o treuer Hirt, Auf deine Himmelsauen, Bis meine Seel' erquicket wird, Wenn du dich läsfest schauen. Laß strömen deine Gütigkeit, Die du für Alle hältst bereit, So deiner Hut vertrauen. Abendmahlslieder. 4. Ich armes Schäflein suche dich Auf deiner grünen Weide; Dein Le bensmanna speise mich Zum Trost in allem Leide; Es tränke mich dein theures Blut, Auf daß mich ja kein falsches Gut Von deiner Liebe scheide. 5. So wie des Hirsches mattes Herz Nach frischem Wasser schreiet, So schreiet auch mein Seelenschmerz: Ach, laß mich sein befreiet! Du linderst meine Sündenpein, Du flößest deinen Trost mir ein, So bin ich ganz erneuet. 6. Vor Allem aber wirk' in mir Ein' ungefärbte Reue, Auf daß mein Herz sich für und für Vor aller Sünde scheue. Fach' in mir, Herr, den Glauben an, Der dein Verdienst ergreifen kann, Damit mein Herz fich freue. 7. Entzünd' in Andacht mein Gemüth, Daß von der Welt ich lasse, Und deine Bruderlieb' und Güt' In W dieser Speise fasse; Daß durch dein Lieben Lieb' in mir Zu meinem Nächsten wachs' herfür, Ich auch den Feind nicht hasse. 8. Ach, führe mich doch selbst von mir, Bei mir ist nichts als Sterben. Nimm aber mich, o Herr, zu dir, Bei dir ist kein Verderben. In mir ist lauter Höllenpein, In dir ist nichts als selig sein mit allen Himmelserben. 9. Erneu're mich, o Lebensstab, mit deines Geistes Gnaden. Laß mich der Sünde sterben ab, Mit der ich bin beladen. Beherrsche meinen bö sen Sinn, Daß er die Lüfte werfe hin, Die mir gebracht den Schaden. 10. So komm nun, treuer Seelenfreund, Laß in mein Herz dich schließen, Mit dir bin ich nun ganz vereint, Ich will von keinem wissen, Als nur von dir, o Gotteslamm, Der du auch mich am Kreuzesstamm Aus Noth und Tod gerissen. 11. O liebster Heiland, habe Dank Für deine Süßigkeiten; Der Liebe Sehnsucht macht mich krank, D'rum wart' ich auf die Zeiten, In welchen du, o Lebensfürst, Mich sammt den Auserwählten wirst Zur Him melstafel leiten. 225. Mel. Unser Herrscher, unser König. ohl mir! Je- sus, mei- ne Freude, La- det mich zu seinem Mahl. Auf, mein Herz, und dich be- rei- te, Ei= le mit der Frommen Zahl; Laß den Ei- fer nicht erkalten, Je- sus will das Nachtmahl hal- ten. 2. Auf, o Christ, auf Glaubensschwingen Eile deinem Jesu zu; Auf, dir soll es jetzt gelingen, Hier ist wahre Seelenruh'. Rühe sollst du, frei von Sünden, Nun bei Jesu Nachtmahl finden. aus reiner Lieb' bedacht, Wie er sich mit dir verbinde, Dich erheb' zu Gottes Kinde. 4. Hungrig komm' auch ich nach Gnaden, Durstig nach Barmherzigkeit, Bin auch ich doch eingeladen Zu 3. Ach, indem dein Herz bestreitet des Lammes Hochzeitsfreud'. Himm Noth und Tod mit gleicher Macht, lisch Manna mich ergößet, Jesu Blut Hat er dir den Tisch bereitet, Und die Seele nehet. + Abendmahlslieder. 169 5. Gott, gib, daß ich dieses Schen6. Nun will ich mit Dank und ten Christi Leib's und Blutes hier Ehren Meines Jesu, weil ich bin, Nehm' zu seinem Angedenken, Und Lieb' und Lob mit Lob vermehren. betrachte für und für, Wie sein Leib Mein durch ihn erneuter Sinn Soll am Kreuz gestorben, Und sein Blut in Jesu sich erfreuen, Gott wird mir Heil erworben. dazu Gnad' verleihen. 226. Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht. 6²2 pa err, wie so großen Segen gibt Dein Bundesmahl dem, der dich liebt! d|| Ihm ist's ein Pfand der Se- lig- keit, Ein Siegel der Ge- rech- tig- keit. 2. Es überzeugt in 3weifelmuth| Von der Erlösung durch dein Blut, Auch von Erlassung unsrer Schuld, Und Gottes uns geschenkter Huld. 6. Auch stärkt mich dieses Mahles Kraft Auf meiner ganzen Pilgerschaft, Den Feinden stark zu widersteh'n, Die mir nach meiner Seele steh'n. 3. Ach, wie so reich ergießet sich Hier meines Gottes Lieb' in mich! Hier schau' ich seine Mildigkeit, Hier schmeck ich seine Freundlichkeit. 7. Es steuert allem Stolz und Neid, Verknüpft zu Lieb' und Einigteit, Gibt Trost, der nie das Herz verläßt, Und macht den guten Borsatz fest. 4. Wie himmlisch du, mein Jesu, liebst, Bezeugt das Pfand, das du mir gibst. Nichts scheidet ferner dich und mich, Mich liebest du, ich liebe dich. 8. Nun, Jesu, führ' ihn selbst zur hat, und leite mich nach deinem Rath, So bringe ich in stiller Ruh' Die Lage meiner Wallfahrt zu. 9. Und wenn du mich, o Lebensfürst, Zur Seligkeit vollenden wirst, Erquickt mit Freuden ohne Zahl Mich dort dein ewig Abendmahl. 5. Dich, Herr, dich lieb' ich unverrückt, Wenn Wollust lockt, wenn Drangsal drückt. Verschmachtet Leib und Seele mir, Doch lieb' ich dich und bleib' an dir. 227. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. H der wunder- großen Gnaden! Hei- ßet das nicht Gü- tigkeit, Daß uns Je- sus hat ge- la- den Zu dem Tisch, den er bereit't? # Je- sus la det uns zu Gast, Daß wir al- ler Sorgen- last, Al- ler 170 Abendmahlslieder. Sünd' und Noth ent- nom- men, In den Himmel mö- gen kommen. 2. Er, der Heiland, will uns speifen, Und auch selbst die Speise sein; Heißet das nicht Gnad' erweisen? Ist er nun nicht dein und mein? Er gibt sich uns selbst zu Theil, Daß wir möchten werden heil Von den tiefen Seelenwunden, Die sonst blieben unverbunden. 3. Herr, du hast dich hingegeben Für uns Arme in den Tod, Daß wir möchten wieder leben, Frei von Sündenstraf und Noth; Aber deiner Liebe Macht hat dich auch dahin gebracht, Daß du selbst wirst Seelenspeise; Oder nie erhörten Weise! 4. Nun, zu dir komm' ich geschritten, mein Heiland, Jesu Christ, Laß dich jetzt von mir erbitten, Weil für mich bereitet ist Dein so theurer Gnadentisch, Daß sich meine Seel' erfrisch'; Du woll'st ihren Hunger stillen, Und in ihrem Durst sie füllen. 5. Ach, du wollest, Herr, mich laben Mit dem rechten Himmelsbrod, Und mit reichem Trost begaben Wider alle Sündennoth. Ach, laß deinen Lebensquell mich auch machen rein und hell; Tränke mich mit Gnadenströmen, So will ich dich ewig rühmen. T 6. Räume, bitt' ich, Leib und Seele Rein von allem Bösen aus, Daß auch meines Herzens Höhle Werde deines Geistes Haus. Ach, verleihe, daß ich nicht Ess' und trinke zum Gericht, Da du dich zum Heil und Leben Und Erlösung mir gegeben. 7. Leite mich durch deine Güte Stets mit deinem guten Geist, Daß ich mich vor Sünden hüte, Und das suche allermeist, Was du willst und dir gefällt, Daß ich mich der bösen Welt Mög' in Gottesfurcht entziehen, Ihre bösen Lüste fliehen. 8. Gib mir auch Geduld im Leiden, Und des wahren Glaubens Licht; Laß mich Geiz und Hoffahrt meiden, Hilf, daß ich ja zürne nicht, Wenn mein Nächster mich betrübt, Sondern, wie du mich geliebt und mir meine Schuld vergeben, Laß mich mit ihm friedlich leben. 3. Habe Dank für deine Treue, Habe Dank, du willst auf's Nene 9. Dir, Herr Jesu, will ich schicken Mein ganz müd' und mattes Herz; Ach, das wollest du erquicken, Und wegnehmen meinen Schmerz. Nimm's zu deiner Wohnung ein, Laß es dir zum Tempel sein, Du woll'st selbst darinnen leben, Herr, dir sei es ganz ergeben. 228. Mel. Jesus Christus, unser Heiland, Der von uns. Đ ief gerührt, dein Bild im Herzen, Denken wir der Todesschmerzen, Die du tru- gest, Got- tes- lamm, Blu- tend an dem Kreuzesstamm. 2. Uns, o Herr, zum Heil und| Deinem Bund, o Herr, uns weih'n; Leben Hast du dich dahin gegeben, Lebend, sterbend sind wir dein. Hast, im Todeskampf erbleicht, Auch 4. Held und Friedensfürst, du lefür uns dein Haupt geneigt. best, Herrlich kommst du einst, und hebest Nach vollbrachtem Kampf und Lauf Uns verklärt zu dir hinauf. Abendmahlslieder. 5. Heil! auch uns im Pilgerthale Ladest du zu deinem Mahle, Zu dem Mahl des Segens ein, Willst uns stärken, uns erfreu'n. 171 6. Sei uns nah', aus deinem Munde Töne: Friede! unserm Bunde. Wir empfah'n aus deiner Hand, Jesu, deiner Liebe Pfand, 229. Eigene Melodie. chmü- ce dich, o lie- be See- le, Laß die dunkle Sündenhöhle, Komm an's hel- le Licht gegangen, Fan- ge herrlich an zu prangen, odd Denn der Herr voll Heil und Gnaden Will dich jetzt zu Ga- ste laden. Der den Himmel tann ver- walten, Will jetzt Wohnung in dir hal- ten. 2. Ach, wie hungert mein Ge-| Hier fall' ich zu deinen Füßen, Laß müthe, Menschenfreund, nach deiner mich würdiglich genießen Diese deine Güte! Ach, wie pfleg' ich oft mit Himmelsspeise, Mir zum Heil und Thränen Mich nach deinem Mahl bir zum Preise. zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Quell des Lebensfürsten, Daß in diesem Brod und Weine Christus sich mit mir vereine. 3. Beides, Wonne und auch Beben, Führ ich jetzt im tiefsten Leben. Das Geheimniß dieser Speise und die unerforschte Weise Machet, daß ich froh bemerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der sie jemals könnt' ergründen? 4. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud' und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, debensquell und Licht der Sinnen! 5. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig hast dein Leben In den Tod für uns gegeben, Daß du bast ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, uns am Lebensquell zu tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 6. Jesu, wahres Brod des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens, Oder mir vielleicht zum Schaden, Sei zu deinem Mahl geladen; Laß mich durch dies Seelenessen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich einst, wie jegt auf Erden, Mög' ein Gast im Himmel werden. 230. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. ee le, willst du Ru he finden, Komm, Ver ge= bung zu empfan- gen, 8* 509 Drü= det Denn dein 172 dich die Last der Sünden: Licht ist auf ge- gan- gen, Abendmahlslieder. Und der Herr voll Heil und Gna- den pd| H Hat zu sich dich ein- ge= la- den. Deinen Bund sollst du er- neu- en, Und dich sei- nes To- des freuen. 2. Eil', wie wahre Christen pflegen, Glaubensvoll dem Herrn entgegen. Komm, den gnadenvollen Willen Deines Heilands zu erfüllen. Komm, mit brünstigem Verlangen Seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd' entlade, Gibt er heute Gnad' um Gnade. 5. König, Hoherpriester, Lehrer, Du, mein göttlicher Bekehrer, Du, der selbst sein eignes Leben Für mich in den Tod gegeben, Hier, hier sink' ich dir zu Füßen: Ach laß würdig mich genießen Diese deine Himmels= speise, Mir zum Heil und dir zum Preise; 3. Herr, ich freue mich mit Beben, 6. Zum Gedächtniß deiner Leiden, Laß mich Gnad' empfah'n und Leben. Und zum Vorschmack jener Freuden, Du willst hier dich mit den Deinen Die du, Heiland, mir erstritteſt, Durch des Glaubens Band vereinen, Als du unaussprechlich littest, Als Willst fie reich mit Segen tränken, dich Todesschweiße deckten, Dich die Und dich ihnen selber schenken; Schrecken Gottes schreckten, Als du wer darf sich unterwinden, Deine selbst für mich gestorben, Mir die Liebe zu ergründen? Vaterhuld erworben. 4. Herr, o laß mich würdig nahen, Heil und Leben zu empfahen. Ach, wie pflegt' ich oft mit Thränen Mich nach deinem Mahl zu sehnen! Til: gung aller meiner Sünden Wünscht ich, Herr, bei dir zu finden. Laß, Erlöser, laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. M 7. Deines Heils will ich mich freuen, Dir will ich mich ewig weihen. Eng' ist deines Lebens Pforte, Noch schau' ich im dunkeln Worte; Einst werd' ich dich ganz erkennen, Ganz in deiner Liebe brennen; Laß sie mich auch hier empfinden, Hilf mir, hilf mir überwinden. 231. Mel. Erquidke mich, du Heil der Sünder. leßz- ten Trauer- nacht Testament ver- macht, = ein Je su, der du vor dem Scheiden Uns hast die Früch- te deiner Leiden In dei- ner In einem Es prei- sen gläu- bi- ge Gemü- ther Abendmahlslieder. Dich, Stif- ter die ser ho- hen Gü- ter. = 2. So oft wir dieses Mahl genießen, Wird dein Gedächtniß in uns neu; Man kann aus neuen Proben schlie ßen, Wie innig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen Erneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen Ein neues Siegel aufgedrückt; Daß unser Schuldbrief sei zerrissen, Und unsre Handschrift sei zerstückt, Daß wir Vergebung unsrer Sünden In deinen blut'gen Wunden finden. 4. Und fester als es je gewesen, Wird nun das Band, daß uns vereint, Durch dich vom Seelenschmerz genesen, Schau'n wir in dir den höchsten Freund. Das Herz fühlt sich in solchen Stunden Mit dir in Einem Geist verbunden. 5. Dies Brod kann wahre Nahrung geben, Dein Blut erquicket unsern Geist; Es mehrt sich unser inn'res Leben, Wenn du dem Glauben Kraft verleihst. Wir fühlen neue Kraft und Stärke In unserm Kampf und Glaubenswerke, 173 6. Wir treten nun in eng're Bande Mit deines Leibes Gliedern ein, Wir wollen All' in solchem Stande Ein Herz und Eine Seele sein. Die Liebe muß uns fester schließen, Da wir von Einem Brod genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, Daß unser Fleisch, der Schwachheit voll, Einst herrlich aus dem Staube grünen, und unverweslich werden soll, Ja, daß du uns ein ewig Leben Nach diesem kurzen werdest geben. 8. Otheures Lamm, so edle Gaben Hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, Wie wohl ist unser Geist verpflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden Ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 232. Mel. Nun laßt uns Gott, bem Herren. 9. D'rum sei dir Lob und Dank gesungen, Und deinem Namen Ruhm gebracht, und mit uns preisen Engelzungen, Herr, deine große Gottesmacht. Wird unser Geist zu dir erhoben, So wird er dich vollkommen loben. 4. Jch lobe dich von Herzen Für alle deine Schmerzen, Für deine Schläg' und Wunden, Der du so viel' empfunden. pod Je- su, mei- ne Won- ne, Du, mei- ner See- len Son- ne, dpd|| Du Freundlichster auf Er- den, Laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich g'nugsam schätzen Dies himmlische Ergößen Und diese theuren Gaben, Die mich gestärket haben? 3. Wie soll ich dir es danken, O Herr, daß du mich Kranten Gespeiset und getränket, Ja, selbst dich mir geschenket? 5. Dir dank' ich für dein Leiden, Den Ursprung meiner Freuden, Dir dank' ich für dein Sehnen, Für heißvergoff'ne Thränen. 6. Dir dank' ich für dein Lieben, Das standhaft ist geblieben, Dir dank ich für dein Sterben, Das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüthe Den Reichthum deiner Güte; Dies theure Pfand der Gnaden Tilgt allen meinen Schaden. Abendmahlslieder. 174 8. Herr, laß mich nicht vergessen, Daß du mir zugemessen Die träft'ge Himmelsspeise, Für die mein Herz dich preise. 9. Du wollest doch die Sünde, Die ich noch jetzt empfinde, Aus meinem Fleische treiben, und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet Von Sünden, und vermählet Mit dir, mein liebstes Leben, Was kannst du Werth'res geben? 11. Gib, Heiland, daß die Seele Nur dich zum Freunde wähle, Laß err Je su, dir Dein Brod und Wein, stets fie mit Verlangen An deiner Liebe hangen. 12. Laß mich die Sünde meiden, Laß mich geduldig leiden, Laß mich andächtig beten, Und von der Welt abtreten. 233. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 13. Laß stets es mich ermessen, Laß nimmer mich vergessen, Daß du mich hoch beglücktet, Mich himmlisch haft erquictet. 14. Nun kann ich nicht verderben, D'rauf will ich selig sterben, Und freudig auferstehen, Jesu, dich zu sehen. sei Preis und Dank Für die= se dein Leib und Blut kommt uns wahrH heilge Speis' und Trant, Wo mit du uns be haf- tig wohl zu Gut', An ihm das Herz sich 3. Ach, Herr, laß uns doch nehmen nicht Dein werthes Nachtmahl zum Gericht. Ein Jeder recht bedente, Daß wir mit diesem Lebensbrod Im Glauben stillen unsre Noth; Der Fels des Heils uns tränke, Züch: tig, Tüchtig, Dich dert oben stets zu loben, wann wir werden zu dir kommen von der Erden. J Daß wir, Herr, dir, Dir vor Allen wohl ge= fallen, heilig le= ben, Solches wol- lest du uns ge= ben. 2. Du kehrest, o Immanuel, Ja selber ein in unsre Seel', Dir Wohnung da zu machen. D'rum uns ein solches Herz verleih', Das von der Weltlieb ledig sei Und allen eitlen Sachen. Bleibe, Treibe Unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, Alles Eitle zu verachten. ga= bet. la= bet. 4. O daß wir solcher Seligkeit Nur harren möchten allezeit In Hoffnung und Vertrauen, Und endlich aus dem Jammerthal Eingehen in den Himmelssaal, Wo wir den Bater schauen, Ewig Selig Uns als Gäste dann auf's Beste bei ihm laben, und dann volle G'nüge haben. 5. Das gib du uns von deinem Thron, Jesu Christe, Gottes Sohn, Gib's durch dein bitt'res Leiden. O laß, so lang' wir leben hier, Es uns betrachten für und für, Das Böse darum meiden. Amen, Amen, Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, Hilf uns fröhlich überwinden. N Abendmahlslieder. 234. Mel. Gott sei gelobet und gebenebeiet. Preis und Dank aus Herzens- grun- de. Heil' ge uns in dei- nem Bun- de. un sei, o Herr, dir Preis und Dank ge= wei= het, Der du mit uns den Friedens= bund er= neu= et, ad a Jesus Chri- stus, Der du dich für uns ge= ge= ben, d N dein An- ge- sicht. Halle lu s dir uns le ben, Bis wir dro- ben im Licht Ewig schau'n ਰਹੇ ਸ Lebens- fürst, o laß in 175 = ja! 235. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. un ha- be Dank für deine Lie= be, Gib, daß ich dich nicht mehr betrü- be, Mir immer- dar vor Augen 2. Wie tann ich dich genug er heben, Ich, der ich Fluch und Tod verdient? Ich soll nicht sterben, son bern leben, Weil du mich selbst mit Gott versühnt. Ach du, sein Sohn, Du gro- Ber Der du für Mittler, Jesu Christ. Laß dei- nes Lei- dens Angst und Pein mich ge- stor- ben bist. sein. du starbst für mich, Wie preif' ich, Herr, wie preis ich 3. Heil mir! mir ward dein Brod gebrochen, Ich trant, Herr, deines Bundes Wein. Voll Freude hab' ich 176 dir versprochen, Dir, treu'ster Jesu, treu zu sein. Ich schwör es nun noch einmal dir, Schenk' du nur deine Gnade mir, Abendmahlslieder. 4. Ja, Hülfe willst du gnädig geben, Du liebtest mich bis in den Tod. sei mir Stärke, Freude, Leben, Und bleib' mein süßes Himmelsbrød. O nimm dich meiner Ohnmacht an, Du weißt, wie leicht ich fallen kann. 5. O laß mich dankbar stets ermessen, Was du für mich gelitten hast, Und deine Liebe nie vergessen, Die so viel Segen in sich faßt; meinen Glauben thätig sein, mir zum Guten Kraft verleih'n. 6. Jm Streite hilf mir überwinden, Und stärke mich zu meiner Pflicht, Bewahre mich vor neuen Sünden, Verlaß in Versuchung nicht, Und dein für mich vergoss'nes Blut Schenk' mir im Todeskampfe Muth. 7. Mit dir mich näher zu verbinden, Wie sehnet sich mein dürstend Herz! In dir Gerechtigkeit zu finden, mit dir zu theilen Freud und Schmerz, Durch dich, was du gethan, zu thun, In deiner Ruh' mit dir zu ruh'n. A Laß Und 8. Und ihr auch, seines Leibes Glieder, Die Jesu Heil wie mich erfreut, Euch lieb' ich stets als seine Brüder, Als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben Einen Herrn und Gott, Uns speist und tränkt Ein Wein, Ein Brod. 9. Wie jetzt in unsers Heilands Namen Sein Volk vor ihm versammelt war, So steh'n wir, die wir zu ihm kamen, Vor ihm mit seiner Engel Schaar, Und preisen als sein Eigenthum Dann ewig seines Namens Ruhm. 10. Hier will ich mich mit euch vereinen, Die ihr ihn ewiglich erhöht, Und wenn wir einst vor ihm erscheinen Im Glanze seiner Majestät, Dann geh' ich im Triumph mit euch, Ihr Auserwählten, in sein Reich. d 11. So soll denn weder Spott noch Leiden, Noch Ehre, Freud' und Lust der Welt Mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, Die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, O laß mich deiner würdig sein. 236. Eigene Melodie. # uf, auf, mein Geist, erhe- be dich zum Him- mel, Weich von dem un- bestän- di- gen Ge- tüm- mel, Wodurch die Welt ihr blin des Volt be= trügt. Ich habe nun vom Him- mels- brod gegessen, Hab' an des gu- ten Hir= ten Tisch ge ses- fen, = || Der al te Feind zu meinen Füßen liegt. 2. Was frag' ich nun nach Ehre, Lust und Schätzen? Der Lebensstrom kann mich genug ergötzen, Der Durst ist hin, wie bin ich so erquickt! Nun werd' ich dort vollkommen selig werden, Den Vorschmack hab' ich schon davon auf Erden, Doch mache mich, o Jesu, mehr geschickt. Ordination und Einführung eines Predigers. 177 4. Was will ich mehr, als diesen Himmelsfürsten? Mich wird hinfort in Ewigkeit nicht dürsten, Weil er mich tränkt, der selbst das Leben ist. Kein Hunger wird die Seele jemals drücken, Des Himmels Manna wird mich stets erquicken, Und das bist du allein, Herr Jesu Christ. 5. Ich lebe nun, und will mich Gott ergeben, Jedoch nicht ich, nein, Christus ist mein Leben. So lebe denn in mir, o Gottessohn! Ich bin gewiß, daß droben und auf Erden Barmherzigkeit und Güte folgen wer den Als ein durch's Blut des Lamm's erworb'ner Lohn. 3. bleibe du doch nahe deinem Kinde, Gib, daß ich Kraft in dir, als König, finde, Gib Muth und Kraft, du, meine Zuversicht! Sei mein Prophet, und leite mich zur Wahrheit, Und raubt die Sünde mir des Glaubens Klarheit, Dann, Hoherpriester, sei dein Kreuz mein Licht. D 237. Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht. ie Frucht vom Heil'- gen Abend- mahl, Dem höchsten Gut im Thrä- nen- thal, Soll uns der herzlichste Ver= ein P Der brüder- li- chen Lie- be sein. 2. Uns eint die Lieb', die er anpries, Eh' er die Seinigen verließ, Um die er sie so bringend bat, Eh' er sein Haupt geneiget hat. 3. daß er dies sein Testament Noch ganz an uns erfüllen könnt'! Erlöste, reicht euch Herz und Hand, Viel Müh' hat er an euch gewandt. 4. Hier ist das Herz, hier ist die Hand, Zur Wallfahrt bis in's Baterland; Seht, daß sich Jeder, Tag und Nacht, Auf seine Zukunft fertig macht. 5. Oblieben wir doch bei dem Herrn, Und folgten wir auch dann ihm gern, Wenn schwer das Leiden auf uns liegt, Nur kämpfend unser Glaube siegt!" 6. O möchten wir, wie er's gebot, Vereint verkünden seinen Tod, Bis daß er kommt, wir zu ihm geh'n, Wir in des Vaters Reich ihn seh'n! 7. Nun, Unsichtbarer, leite du Dein Volk zur ew'gen Sabbathruh'. Komm bald, du, dem auch alle Welt Dereinst mit uns zu Fuße fällt. 5. Ordination und Einführung eines Predigers. 238. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. reis dir, o Herr der Herrlich keit, Du König Preis dir, der du dein Bolt noch liebst, Noch Leh- rer 178 Ordination und Einführung eines Predigers. JJ Dank- voll dei- ner Chri- sten- heit, Du Hir- te dei- ner Her- de! ihm und Füh- rer gibst, Da- mit es se- lig wer- de. JJ Nüh- men Wir auf's Neue dei- ne Treu- e; unserm Pfa= de || Strahlt die Son- ne deiner Gna- de. 2. Froh nehmen wir von deiner| willig hört, Sich froh im Guten übet. Stärke Lehrer und Gemeine; laß sie deine Treue sehen, Und auf deinen Wegen gehen. Hand Den Hirten, den du uns gesandt. O segne sein Bemühen, Die Seelen, die sich ihm vertrau'n, Durch Wort und Wandel zu erbau'n, zu dir sie hinzuziehen. Mächtig Steh' ihm Stets zur Seite, daß er streite, bet' und wache, Sich und Andre selig mache. 3. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruh'n, Laß ihn sein Amt mit Freuden thun, Wend' ab, was ihn betrübet. Gib für die Wahrheit, die er lehrt, Ein Herz uns, das sie bellieder weihen. 4. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß unsern Lehrer, unsern Freund Uns dir entgegenführen. Die Seelen sind ihm zugezählt, Heil ihm, wenn dort ihm keine fehlt! Laß keine sich verlieren. Vor dir, Richter, Wird der Lehrer und der Hörer dann sich freuen, Und dir Ju602704 D 239. Mel. Herr Jefu Chrift, dich zu uns wend'. #he as Amt der Lehrer, Herr, ist dein, Dein soll auch Dank J #e und Ehre sein, Daß du der Kir- che, die du liebst, Noch im- mer treue Lehrer gibst. 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand; Sie sind, o Herr, von dir gesandt, Und pflanzen durch dein heilig Wort Auf Erden Licht und Wahrheit fort. 3. Wir wollen ihres Amts uns freu'n, Das Herz soll ihnen offen sein, Dann wird, was ihre Rede lehrt, In uns durch beinen Geist verklärt. 4. Ermahnen, warnen, strafen sie, So fehle der Gehorsam nie; Was G uns dein Mund durch sie gebeut, Das bringt uns Heil und Seligkeit. 5. Des treuen Lehrers schwere Pflicht Erschwere Hohn und Undank nicht, Denn das ist wahrlich uns nicht gut, Wenn er sein Amt mit Seufzen thut. 6. Nein, fromme Lehrer zu er freu'n, Soll unsres Herzens Freude sein. O führe du, Herr, uns zugleich Mit ihnen in dein Himmelreich. & Lieder b. Beerdigungen u. z. Gedächtniß d. Verst. 179 240. Mel. Dir, dir, Jehovah, will fingen. t= höre gnädig unser Fle- hen Für deinen Stärk' ihn mit Kraft aus deinen Hö- hen, und rüst' ihn Knecht, den du uns zu ge sandt, aus zu seinem Amt und Stand. £ M # 8 er recht be- lehrt, Und seines Glaubens Zu- ver- sicht gemehrt. 2. Zu seinem Säen, Pflanzen,| Schwert, das in die Herzen bringt, Bauen Gib dein Gedeih'n, o Herr, Und die Verstockten auch zur Buße von oben her, Und laß ihn reiche zwingt. Früchte schauen Zu unserm Heil und deines Namens Ehr'. Was er verkündiget aus deinem Wort, Das bleib' und wirke bei uns immerfort. 5. Verleih' ihm deines Geistes Waffen, Dem Spott und Droh'n der Welt zu widersteh'n, Und wenn er unser Heil soll schaffen, Laß ihn auf Lohn und Menschengunst nicht seh'n. Gib, wenn er lehrt und warnt, ihm Kraft und Licht, und wenn er tröstet, feste Zuversicht. 3. Bewahre ihm die ganze Herde, Die feiner Hirtentreu' du willst vertrau'n, Daß keiner je verloren werde, Daß Alle dort dein Antlitz mögen schau'n. Laß deine Weisheit reichlich auf ihm ruh'n, So wird ein leuch tend Vorbild uns sein Thun. 4. Dein Wort in seinem Munde gleiche Dem Strom, der jeden Widerstand zerstört; Vor seiner ernsten Rede weiche, Was gegen Gottes Wahrheit sich empört. Sie sei ein 6. Wohlan, wir bau'n auf deine Gnade, Laß seinen Eingang hier ge segnet sein. Leit' ferner ihn auf eb'nem Pfade, Und laß sein Werk zu deinem Ruhm gedeih'n. Sei mit uns, Herr, wir sind auf dich ge= tauft, Mit deinem Blut hast du uns All' erkauft. Durch dei- nen Geist nur wird 6. Lieder bei Beerdigungen und zum Gedächtniß der Verstorbenen. 241. Eigene Melodie. = it ten wir im Leben find Wer ist's, der uns Hül- fe thut, Mit dem Tod' um- fan- gen; Daß wir Gnad' er- lan- gen? 180 in Lieder bei Beerdigungen Das bist du, Herr, al- lei= ne! Uns reu- et unsere Mis- se- that, -- ● Die dich, Herr, er zür= net hat. Hei li- ger Herr und Gott, da Heiliger, star- ker Gott, Hei- li- ger barm- her- zi- ger Hei= land, Du e wi- ger Gott, bittern To= des noth. Laß uns nicht ver sin= ken Herr, er bar me dich! = 2. Mitten in dem Tod anficht Uns der Hölle Rachen; Wer will uns von solcher Noth Frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine! Es jammert dein'r Barmherzigkeit Unsre Sünd' und großes Leid. Heiliger Herre Gott, Heiliger, starter Gott, Heiliger barmherziger Heiz land, Du ewiger Gott, Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen Höllengluth. Herr, erbarme dich! 242. Mel. Gottes Sohn ist kommen. || e 3. Mitten in die Höllenangst Uns die Sünden treiben. Wohin fliehen dann, wohin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein theures Blut, Das g'nug für die Sünde thut. Heiliger Herr und Gott, Heiliger, starter Gott, Heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht ent= fallen Von des rechten Glaubens Trost. Herr, erbarme dich! Frie- dens bo= ten! Se lig sind die Tod- ten. In der eil'- ge Rushe= stät= te, Wenn ich dich be= tre= te, ਡੀ. Sprech' ich: Herr, mach' En de! Treuer Va- ter, sen- de Deinen und zum Gedächtniß der Verstorbenen. 181 2. Hier, wo meine Brüder, Hier| Stärke Neue Wunderwerke; Er gibt wo Christi Glieder Nach erkämpften alle Glieder Mir aus Staube wieder. Siegen Als ein Saatkorn liegen, Hier bei Jesu Schafen Wünsch' ich auszuschlafen. 7. Himmlische Posaunen Schallen zum Erstaunen, Eine Welt der Todten Wird dann aufgeboten, Vor dem Herrn der Erden Dargestellt zu werden. 3. Hier ruht der Verjagte, Hier hat der Geplagte Nach den bittern Stunden Seinen Hafen funden; Auf den Thränenregen Wird das Grab sein Segen. 4. Tod, dich nah' zu schauen, Bringet mir kein Grauen. Wenn die Kräfte schwinden, Sterben Sorg' und Sünden. Meines Leibs Verwesung Ist dem Geist Genesung. 5. Wenn ich in der Erde, Bater, schlafen werde, So sprich zu den Schaaren, Die dein Volt bewahren: Hütet die Gebeine, Denn hier schläft der Meine. 6. Freue dich, mein Glaube, Mit des Leibes Staube Thut der Gott der W 8. Freudiges Getümmel! Gräber werden Himmel, Was einft starb, erwachet, Was einst weinte, lachet; Fromme, gleich der Sonne, Jauchzen voller Wonne. 9. Die vor tausend Jahren Längst verweset waren, Fangen an zu leben Und sich zu erheben. Eltern, Kinder, Brüder, Seh' ich alle wieder. 10. Mache, Gottesacker, Meine Seele wacker, Daß ich mein Ge schicke Nach dem Tod erblicke, Und mein Nichts im Grabe Stets vor Augen habe. 243. Mel. Nun ruhen alle Wälder. enn jun- ge Himmels- er- ben In ih- rer Unschuld ster- ben, Ver- lie= ret man sie nicht. Sie werden nur dort o= ben 0El Vom Va- ter auf- ge- ho- ben, Und schauen Je- su An- ge= sicht. 5. Dies Loos ist dir gefallen, Gott heißt dich von uns wallen, Der Tob ist dein Gewinn. Die Erde läß'st du liegen, 3um himmlischen Vergnügen, In's Land der Freuden ziehst du hin. 6. Befreit von Schmerz und Mühe, Gehst du von uns so frühe, Zieh' hin, geliebtes Kind! Dein Schöpfer heißt dich schlafen Und wohnen bei den Schafen, Die ewig wohl verforget sind. 4. Bald schleicht von ältern Sündern Das Böse sich bei Kindern Jn's unverwahrte Herz. O, die ihr euch betrübet, Seht, wie euch Gott geliebet, Der euch ersparte manchen Schmerz!| gen, Einst sehen wir im Himmel ihn. 7. Du warst uns nur geliehen. Wir sollten uns bemühen, Dich christlich zu erzieh'n. Gott nimmt uns diese Sorgen; Sein Rath ist uns verbor2. Sie sind ja in der Taufe Zu ihrem Christenlaufe Dem Mittler eingeweiht, Und noch bei Gott in Gnaden, Was kann es ihnen schaden, Wenn er sie ruft zur Ewigkeit? 3. Ruft er sie doch aus Liebe, Daß nicht der Sünden Triebe, Nicht Bosheit sie entweih'n. Eh' sie die Welt verführet, Da sie noch Unschuld zieret, Führt er sie in den Himmel ein. 182 Lieder bei Beerdigungen 8. Dein Leib gehört der Erde,| befohlen, Wird er uns zu dir holen, Daß er verwahret werde Bis Gottes Und enden unsern Prüfungsstand. Stimme ruft. Sie weckt ihn, du wirst 10. Dort werden wir dich sehen hören, Und eilen mit den Chören Bei Himmelsbürgern stehen, und Dem Herrn entgegen in der Luft. unsern Gott erhöh'n. Nimm unsern letzten Segen, und komm uns einst entgegen, Wenn wir auch in den Himmel geh'n. 9. Auch unsre Tage fliehen, Wer weiß, wie bald wir ziehen In unser Vaterland. Thun wir, was Gott 3 von dieser Welt. es Gott ge= fällt, 244. Mel. Ich hab' genug. P d ieh', liebes Kind, Zieh' hin, dich for- dert Gott Wohl schmerzet uns Dein ach so frü- her Tod, 3 So wol- len wir nicht trost- los kla= gen, Ja Nein, mit ge- laff'ner See- le sa= gen: 4. Zieh' hin, mein Kind! Du gehst voran, Einst folgen wir dir nach, Wenn es dem Herrn gefällt. Du eilst nun fort, Entgehst dem Ungemach, Den Leiden dieser Welt. Wer lange lebt, hat viel zu leiden, Wer frühe stirbt, sieht bald die Freuden Der bessern Welt. 5. So zieh' denn hin! Dort, wo die Unschuld wohnt, Wo man den Vater preist, Wo Jesus Christ, Der Freund der Kinder, thront, Dort, dort lebt nun dein Geist. Geendigt sind die Leidensstunden, Wohl dir, du hast nun überwunden, Wohl ewig dir! 2. Dich, liebes Kind, Dich hatte Gottes Hand Für diese Welt gelieh'n. Er ist der Herr, Er nimmt zurück sein Pfand, Er will dich selbst er zieh'n. Er gibt und nimmt; sein ist dein Leben, Was sein ist, wollen wir ihm geben: Du bist sein kind. 3. In jener Welt, Im Himmel, findest du, Was diese Welt nicht gibt, Denn nur bei Gott Ist wahre Seelenruh', Von keinem Schmerz getrübt. Hier muß man oft in Unruh schweben, Dort ist ein ungestörtes Leben. Wohl dir, mein Kind! So früh Doch weil D 245. Mel. Gott ist mein Lied. ur frühen Gruft Wirst du von uns begleitet. Dies, junger Christ, Will Gott, der dich bereitet, Und dich nun wie- der zu sich ruft. und zum Gedächtniß der Verstorbenen. 183 2. Er nahm dich auf Zum Kinde| Erbarmend sieht hienieden Gott deiseiner Gnade, Er reinigte Dich in dem heil'gen Bade, Und sein Geist lenkte deinen Lauf. ner Eltern Thränen zu. 6. Klagt nicht zu sehr Bei eures Kindes Bahre, Gott führt es schon Im Frühling seiner Jahre Zum Himmel; er ist unser Herr. 7. Es war sein Pfand, Er hatt'es euch geliehen; gebt's ihm gern, Heißt euren Liebling ziehen, Er zieht ja in sein Vaterland. 8. Zieh' in die Gruft, Verbirg' dich eine Weile; Mit dir steh'n wir Einst auf zu Jesu Heile, Wenn er in unsre Gräber ruft. 3. O kurze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freuden, So führt dich Gott Vom Schauplaß deiner Leiden. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 4. Du bist beglückt. Entronnen den Gefahren, Trifft dich nun nicht, Was in den ernsten Jahren Dem Christen oft das Ziel verrückt. 5. In ew'ger Ruh', In ungestörtem Frieden Wohnt nun dein Geist; 3 246. Mel. Hört auf mit Trauern und Klagen. banda hr Trauernden, stil- let die Thrä- nen, Und hem met das ਸ Jammern und Seh- nent. Wer woll- te ver- za- gend er= be= ben? || S Das Grab ist das Thor zu dem Leben. 2. Mag irdische Hütte zerfallen, 4. Da scheiden nicht bittere SchmerMag irdische Freude verhallen, mag zen Die heilig verbundenen Herzen. Staub sich gesellen zum Staube, Hoch Was hier noch die Liebe beweinet, über ihin jauchzet der Glaube. Ihr droben verkläret erscheinet. 3 Hoch über den Gräbern da thronet Das Licht und das Leben; da wohnet, Vom Leibe des Todes geschieden, Vollendet der Pilger im Frieden. 5. O laßt uns die Häupter er= heben! Dem Tode entquillet das Leben. Erst endet der Schlummer die Sorgen, Dann folget der ewige Morgen. 247. Mel. Zion flagt mit Angst und Schmerzen. # O oll denn Al- les, AI- les en den In Ver- we- sung Läßt der Tod aus sei- nen Hän- den Nimmer- mehr den 184 und in Staub? theu- ren Raub? Lieder bei Beerdigungen A Bli- cket hoff- nungs- los hin ab un= ser Herz er to= ren? 2. Nein, du bist uns nicht verloren, Ob dein Leib auch bald zerfällt, Denn dein Geist weilt neugeboren Schon in einer bessern Welt. Was du Wahres hier gedacht, Was du Gutes treu vollbracht, Reift zu ew'gem Heil und Segen Dort vergeltend dir entgegen. 3. Auch bei uns, die dich beweinen, Wirtest du in Segen fort, Unvergessen von den Deinen Bleibt dein Beispiel und dein Wort. Uns, in's B de Grab? Ist auf e wig nun ver= lo= ren, Was sich Unser Aug' die deinen Werth geseh'n, Kann dein Bild nie untergeh'n, Und dir folget noch im Grabe Lieb' und Dank als fromme Gabe. 4. Gott, der du ihn uns geschenket, Dir sei Preis und Dank dafür. Der du ihn zum Heil gelenket, Dank, o Jesu, Dank sei dir. Lenke stets auch unsern Sinn Auf das ew'ge Erbtheil hin. Gib uns Allen, was wir flehen, Dort ein sel'ges Wiedersehen. 248. Mel. Vater unser im Himmelreich. ch, was sind al= le Gü ter werth, Die schnell des 은 To= des Macht ver- zehrt? Jm Ster- ben schwindet Er- den- macht, Gold glänzt nicht mehr in Gra bes nacht. Dent an dein Grab, wenn ir disch Gut Dich reizen will zum Ue- ber- muth: 2. Einst bringt der Herr vor sein Gericht, Was hier verborgen war, an's Licht. Jenseits des Grabes reift die Saat, Die hier der Mensch gejäet hat. Denk' an den Tod, bestell' dein Haus, Streu' weislich guten Samen aus. 3. Der Strom des Lebens rinnet schnell, Bald ist er trüb', bald ist er hell. Denk' an die Flucht der Zeit, wenn Licht In Kummernächten dir gebricht. Im Grab ist Ruh'; Genefung, Heil Wird frommen Duldern dort zu Theil. D nig in und zum Gedächtniß der Verstorbenen. 249. Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. fa- chen stil= ler W ie Christen geh'n in dieser Welt Bis nach dem Weg zum Himmels- zelt Jam- mer, Kam mer. tes Hand Auf Hoff- nung in sein 2. Die ihr schon aufgebrochen seid Aus eurer Brüder Mitten, Wir freu'n uns eurer Seligkeit, Und folgen euren Schritten. Der nun befreite Geist Jst himmelwärts gereist, Die Hülle findet ihre Ruh' Im Grab, und Liebe deckt sie zu. # Nach wohl-voll- brach= tem Lauf Nimmt Gott die See- le auf; Das Weizen- korn streut Got250. Eigene Melodie. JJ er weiß, wie na- he mir mein Ende! Ach, wie geschwinde und be= hen= de 2 Zeit, her kommt der Tod. mei ne Ster bens- noth! 185 Durch manSie ruh'n heil'- ges Land. 3. Sie bleibt, bis ihre Stunde schlägt, In heiliger Verwahrung, Bis sich das neue Leben regt Am Tag der Offenbarung. Und dann, welch selig Loos, In Jesu Arm und Schooß! Die Liebe führ' uns gleiche Bahn So tief hinab, so hoch hinan. Mein Gott, Hin geht die Kann kom- men Mein Gott, Ich bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem En= de gut. 186 2. Es kann vor Nacht leicht anbers werden, Als es am frühen Morgen war, Denn weil ich leb' auf dieser Erden, Leb' ich in steter Tod'sgefahr. Mein Gott,:,: Ich bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. Lieder bei Beerdigungen d 3. Herr, lehr' mich stets mein End' bedenken, und, wenn dereinst ich sterben muß, Die Seel' in Jesu Wunden senken, Und ja nicht sparen meine Buß'. Mein Gott,:,: Ich bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für, Und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir! Mein Gott,:,: Ich bitt', durch hristi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 5. Herr, mach' mir doch süß den Himmel, Und bitter sei mir biese Welt. Gib, daß mir in dem Weltgetümmel Die Ewigkeit sei vorges stellt. Mein Gott,:,: Ich bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meimem Ende gut. 6. Ach Vater, deck all meine Sünde Mit dem Verdienste Christi zu, D'rein ich mich fest und gläubig winde, Das gibt mir recht er= wünschte Ruh'. Mein Gott,:,: Ich bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. A in 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden Da find' ich meine Ruhestatt, Da find' ich Trost in Todesstunden, Den mir dein Tod erworben hat. Mein Gott,:,: Ich bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 8. Nichts ist, das mich von Jesu leite, Nichts, es sei Leben oder Lod. Jch leg' die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott,:,: Jch bitt', burch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 9. Ich habe Jesum angezogen Schon längst in meiner heil'gen Tauf', Du bist mir auch daher ges wogen, Hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott,:,: Ich bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 10. So komm' mein End' heut' oder morgen: Ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt, Ich bin und bleib' in allen Sorgen Mit Jesu Blute schön geschmückt. Mein Gott,:,: Ich bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 11. Ich leb' indessen ganz vergnüget, Und sterb' ohn' alle kümmerniß, Denn mir gefällt, wie Gott es füget, Ich glaube fest und bin gewiß: Mein Gott,:,: In Gnad' durch Christi Blut Machst du's mit meinem Ende gut. 251. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. ei nen deiner From- men 2. Er liebte dich, und strebte deinen Willen, Als Jesu Jünger, trenlich zu m Gra- be stehen wir und opfern Thränen, Wir schauen die Gruft mit ban- gem Seh- nen, Da du, 0 Va= ter, Ven uns ge- nom- men. erfüllen, Gottselig war und deinem Rath ergeben Durch ihn sein Leben. und zum Gedächtniß der Verstorbenen. 187 3. Mit ihm ist uns ein Freund| den Entschlaf'nen uns gegeben. Du in's Grab getragen, Sein treues nahmst ihn uns, wir trauern und Herz wird nicht mehr für uns schla- sind stille, Gut ist dein Wille. gen; Nun kann sein Rath, deß wir uns sonst erfreuten, uns nicht mehr leiten. 5. Er gab den Geist in seines Mittlers Hände; Im Glauben selig sei auch unser Ende. Du wollest, Herr, mit ihm und mit den Deinen Üns dort vereinen. 4. Nimm Preis und Dank, daß du in diesem Leben Zum Segen B 252. Mel. Befiehl du deine Wege. add e ben te, Mensch, das En- de, Be- den- te dei- nen Tod. Der Tod kommt oft be hen- de; Der heu- te frisch und roth, Kann morgen und ge- schwin- der Hinweg ge= stor ben sein, = D'rum bil de dir, o Sün- der, Dein Ster- ben täglich ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende,| keit; Dort wird vor Gottes Throne Bedenke das Gericht. Es müssen Die Seele wohl gepflegt, Dort ist alle Stände Vor Jesu Angesicht. die Lebenskrone Den Frommen beiz Kein Mensch ist ausgenommen, Ein gelegt. jeder muß heran, Und wird den Lohn bekommen, Nachdem er hat gethan. 5. Herr, lehre mich bedenken Der Zeiten letzte Zeit, Daß, sich nach dir zu lenken, Mein Herz sei stets bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl, Laß mich auch nicht verachten Der Hölle Feuerpfuhl. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, Der Hölle Angst und Leid, Daß dich nicht Satan blende Mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, Dort aber ewiglich Nur Schmerz und Klag' und Schreien. Ach Sünder, hüte dich. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedente doch die Zeit, Daß ja dich nichts abwende Bon jener HerrlichW 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten Auf meinen lezten Tag Mit Buße mich bereiten, Und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte Steh' mir, o Jesu, bei, Daß ich im Himmels= lichte zu wohnen würdig sei. 253. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott heimgestellt. ie fleucht da- hin der Menschen Zeit! Wie ei len 188 Lieder bei Beerdigungen wir zur E- wig- keit! Wie mancher sinkt in # Und sich dazu bereit ge= macht! Eh er's gedacht 2. Das Leben ist gleichwie ein 5. Was hilft die Welt in letzter Traum, Gleich einem leichten Was Noth? Lust, Ehr' und Reichthum serschaum, Dem Grafe gleich, das einst im Tod? Bedenk's, o Mensch, heute steht, Und schnell vergeht, So- was eilest du Dem Schatten zu? Du bald der Wind darüber weht. kommst ja nicht zur wahren Ruh'. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt, Das such' ich eifrig für und für, Das bleibet mir; Herr Jeju, zeuch mein Herz nach dir. 7. Was wird da sein, wenn ich dich seh', Und dort vor deinem Throne steh'! Herr, unterdessen lehre mich, Daß stündlich ich Mit klugem Herzen suche dich. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir Das, was du bist, ich traue dir. Laß Berg' und Hügel fallen hin, Mir ist's Gewinn, Wenn ich bei meinem Jesu bin. 4. So lang' ich in der Hütte wohn', Erwecke mich, o Gottes Sohn! Gib, daß ich zähle meine Tag' Und immer wach', Daß, eh' ich sterb', ich sterben mag. A 254. Eigene Melodie. To= des= nacht, I le Menschen müssen sterben, All- les Fleisch vergeht wie Heu, Was da le- bet, muß verderben, Soll es an- bers wer- den neu. # J Die- ser Leib auch muß ver- wesen, Wenn er anders soll ge- ne- sen Zu der großen Herr- lich- keit, Die den Frommen ist be= reit. 2. D'rum so will ich dieses Leben,| Gottes Himmel, Da ich werde alles Wenn es meinem Gott beliebt, Auch zeit Preisen die Dreieinigkeit. ganz willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt; Denn in mei nes Jesu Wunden hab' ich nun Erlösung funden, Und mein Trost in Tobesnoth Ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, Und sein Tod ist mein Gewinn; Er hat mir das Heil erworben, D'rum fahr' ich mit Freuden hin Hier aus diesem Weltgetümmel In des großen 4. Da wird sein das Freudenleben, Da viel tausend Seelen schon Sind mit Himmelsglanz umgeben, Dienen Gott vor seinem Thron; Da die Seraphinen prangen Und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wohnen, Die Propheten allzumal, Wo auf ihren Ehrenthronen Sizet der Apostel und zum Gedächtniß der Verstorbenen. 189 Zahl; Wo in so viel tausend Jahren| mich schon geschmücket Mit dem weiAlle Frommen heimgefahren, Daßen Himmelskleid. Mit der goldnen man Gott die Ehre bringt, Ewig Ehrenkrone Steh' ich dort vor GotHalleluja fingt. teś Throne, Schaue solche Freude an, Die kein Ende nehmen kann. 6. Jerusalem, du schöne, Wie so helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne Hört man dort in stiller Ruh'! O der großen Frend' und Bonne! Ja, nun geht sie auf, die Sonne, Und der helle Tag bricht an, Der kein Ende nehmen kann. 7. Ach, ich habe schon erblicket Alle diese Herrlichkeit, Seh' im Geist B 8. Dort will ich nun ewig wohnen, Meine Lieben, gute Nacht! Eure Treu' wird Gott belohnen, Die ihr habt an mir vollbracht. Liebste Kinder und Verwandte, Brüder, Freunde und Bekannte, Lebet wohl! zu guter Nacht! Gott sei Lob, es ist vollbracht! 255. Mel. Nun lasset uns den Leib begrab'n. M e grabt den Leib in seine Gruft, Bis ihn des Rich- ters Stim- me ruft. Wir sä en ihn, einst blüht er = || zu, Und machen zu der Ewigkeit Mit Freud' und Zittern uns bereit. Und steigt ver- klärt zu Gott hin- auf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr, Er war schon Staub, und wird's nun mehr. Er liegt, er schläft, verwes't, 4. Ach, Jesu Christ, dein Kreuz, erwacht Dereinst aus dieser Todesnacht. dein Tod Stärk' uns in unsrer letz3. Nun, du Erlöster, schlaf ten Noth. Laß unsre ganze Seele Ruh'! Wir geh'n jetzt unsern Hütten dein, Und selig unser Ende sein. auf, 256. Eigene Melodie. it Fried' und Freud' ich fahr' dahin, Ist's Gottes Wil- le. Ge- trost ist mir mein Herz und Sinn, Sanft und stil= le. Wie Gott es mir verheißen hat: Der Tod zum Schlaf ist worden. 190 Lieder bei Beerdigungen du 2. Das schaffet Christus, Gottes| Reich die ganze Welt Heißen laden, Sohn, Der treue Heiland, Der Durch sein theuer und heilsam Wort, reich an Gnad' ist und an Lohn, Gepredigt aller Orten. Wie's ist bekannt. Er ist unser Le ben und Heil In Noth und auch im Sterben. 4. Er ist das Heil und sel'ge Licht Für alle Heiden, Erleuchtet, die ihn kennen nicht, Will sie weiden. Er. ist des Volkes Israel Preis, Ehre, Freud' und Wonne. 3. Den hat Gott Allen vorges stellt Mit großen Gnaden, Zu seinem A 257. Mel. Nun Laffet uns den Leib begrab'n. dep m Grabe lerne, was du bist! Lern' hier, was un- ser Leben ist! Ein Sarg nur und ein Leichenkleid Wird dir nach al- ler Herrlichkeit. 2. War dieser arm, ein And'rer| bens ruft! D'rum halte dich zu jeder reich: Im Grabe sind wir Alle gleich; Zeit Auf Tod und Ewigkeit bereit. Wir Alle find des Todes Raub, Und 4. Herr, sei barmherzig, wann du Aller Leib zerfällt in Staub. einst als Richter aller Welt erscheinst. Dein wollen wir, auf ewig dein Im Leben und im Tode sein. 3. Wer weiß, wie bald auch dich zur Gruft Der Herr des Tod's und Be258. nu Eigene Melodie. J e sus, mei= ne Zu ver= sicht Dieses weiß ich, sollt' ich nicht L Was die lan- ge To= des- nacht Mir auch ist im Leben! frie- den geben, für Gedan- ten macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt! Ich werd' auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt, Warum sollte mir denn grauen? Läffet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? Und mein Hei- land, Dar um mich zu 3. Jch bin durch der Hoffnung Band Zu genau mit ihm verbunden; Meine starke Glaubenshand Wird in seiner Hand gefunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. und zum Gedächtniß der Verstorbenen..? 191 4. Jch bin Fleisch, und muß daher| tet hier den Leib nur ein, Herrlich Auch einmal zu Staube werden; Ich wird er dort einst sein. bin sterblich, doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög' allezeit. 5. Einen Bau von Gott erbaut Werd' ich haben, wie ich gläube. Gott wird werden angeschaut In dem neu verklärten Leibe, Und in diesem Leib werd' ich Jesum sehen ewiglich. 8. Seid getrost und hocherfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder. Gebt nicht Raum der Traurigkeit, Sterbt ihr, Jesus ruft euch wieder, Wenn einst die Posaune klingt, Die durch alle Gräber bringt. 6. Ob dies Aug' im Tode bricht, Werd' ich doch, o Herr, dich kennen; Ich, ich selbst, ein Fremder nicht, Werd' in deiner Liebe brennen, und die Schwachheit um und an Wird von mir sein abgethan. 9. Lacht der finstern Grabeskluft, Lacht des Todes und der Höllen! Siegreich sollt ihr aus der Gruft Euch dem Heiland zugesellen. Dann liegt Schwächheit und Verdruß Ewig unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüften dieser Erden, Und 7. Was hier kraftlos seufzt und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr fleht, Wird dort frisch und herrlich wollt vereinigt werden. Schickt das gehen. Jrdisch werd' ich ausgesä't, Herz schon da hinein, Wo ihr ewig Himmlisch werd' ich auferstehen. Sen| wünscht zu sein. A 259. Eigene Melodie. uf er steh'n, ja auf er- steh'n wirst du, Mein Staub, = Ja Le ben Wird, der dich schuf, nach kurzer Ruh'. Unsterblich's e dir ge= ben. Halle lu- ja! 2. Wieder aufzublüh'n, werd' ich gefä't; Der Herr der Ernte geht, Und sammelt Garben Uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, Du, meines Gottes Tag; Wenn ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's dann mir sein, Mit Jesu geh' ich ein 3u seinen Freuden, Des müden Pilgers Leiden Sind dann nicht mehr. 5. Ach, in's Allerheiligste führt mich Mein Mittler, dann leb' ich Jm Heiligthume, Zu seines Namens Ruhme. Halleluja! 260. Mel. Der Tag, der ist so freudenreich. inst reift die Saat, mein Staub er steht zum neu- en Er. der da kommt voll Ma fe stät, Wird mir's aus C 192 Lieder b. Beerdigungen u. z. Gedächtniß d. Verst. ew'- gen Le= ben; Gna- den ge= ben. Im Schooße Got- tes ruht mein Geist U Von al- len Mü- hen aus und fleußt Von Wonn' an- be- tend über. Ach, mein Au- ge schau- te nie, - da s Solch Heil auf dieser Er= de. 2. Das kommt in keines Menschen Herz, Was Gott uns dort bereitet, Uns Pilgern, die Gott durch den Schmerz Zum ew'gen Leben leitet. Wir blicken in das tiefe Meer; Den Grund zu schauen ist zu schwer, Es sind die Tiefen Gottes. Mehr, weit mehr, als wir versteh'n, Mehr, als unfre Thränen fleh'n, Gibt uns, der ewig liebet. Mei- nem Ohr er tön te nie 3. Sei, Seele, stark, und zage nicht, Durch's finst're Thal zu wallen. Nah' an des Thales Nacht ist Licht, und laute Jubel schallen. Dem letzten Seufzer, der entflieht, Mischt sich der Engel heilig Lied, Zu des Erlösers Preise. Er erfüllt des Bundes Eid, Er ist ganz Barmherzigkeit. Dank sei ihm, Preis. und Ehre! 492131 tunahan Zweite Abtheilung. Gottes Wesen und Vollkommenheiten, Werke und Wohlthaten. I. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 261. Eigene Melodie. # ch glaub' an Gott, Va- ter, Den allmäch- ti- gen Schö- pfer Eve Himmels und der Er- de. Und an Je- sum Chri- stum, Sei- nen SU ei- ni- gen Sohn, Unsern Herren, Der empfangen ist von P dem heil'- gen Geist, Ge- bo- ren von Ma- ri- a, der Jungfrau'n, Ge- lit- ten unter Pon- ti- o Pi= la = to, Ge- kreu- zi= get, ge- stor- ben und be gra- ben, Nie- der- ge- fah- ren zu der Höl- le, Am drit- ten Tag er standen ist Von den Tod- ten, Auf- ge6 fahren zu dem Himmel, Si het zu der rechten Hand 9 194 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 4 Gottes, des Vaters, des Allmächtigen, Von dannen er J kommen wird, zu rich- ten Die Le- ben- di- gen Und die Tod= ten. Ich glaub' an den hei= li= gen Geiſt, Eine hei- li= ge Christliche Kirche, die Gemeinschaft der Hei= li= gen, Vergebung der Sün- den, Auf er ste- hung des Fleisches Und ein e= wi- ges Leben. Amen. und der Er den, Kinder werden. 262. Eigene Melodie. milf do9 mg in ir glau- ben All' an Einen Gott, Der sich zum Vater geben hat, Schöpfer Him- mels Daß wir sei- ne Er will uns all' zeit er= näh- ren, Leib und Seel' auch wohl be- wah- ren, Al= lem Un- fall will Pa er weh- ren, Kein Leid soll uns wi- der- fahren. Er for- get Gottes Wesen und Vollkommenheiten. P für uns, schützt und wacht, Und Al- les steht in sei- ner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum 3. Wir glauben an den heil'= Christ, Seinen Sohn und unsern gen Geist, Gott mit Vater und Herren, Der ewig bei dem Vater dem Sohne, Der aller Blöden Tröist, Gleicher Gott von Macht und ster heißt, Uns mit Gaben zieret Ehren; Von Maria, der Jungfrauen, schöne, Alle Christenheit auf Erden Ist er wahrer Mensch geboren, Durch Hält in Einem Sinn gar eben; Hier den heil'gen Geist im Glauben; Für all' Sünd' vergeben werden; Unser uns, die wir war'n verloren, Am Fleisch soll wieder leben. Nach dieKreuz gestorben, und vom Tod Auch sem Elend ist bereit't Ein Leben uns auferstanden ist durch Gott. in Ewigkeit. ER 263. Mel. O Herre Gott, begnade mich. 195 ● ch glaub' an Ei= nen Gott allein, Der al le Der mich auch selbst aus lau- ter Gnad' Zu seinem Dinge, groß und klein, Den Himmel und die Erden, Dienst er schaffen hat, Mir Leib und Seel' ge= geben, Aus nichts hat lassen werden; Sinn' und Vernunft da ne- ben. Durch seine Weis- heit, Macht und Güt' All' sein' Ge- schöpfe er be- hüt't. Er ist mein Vater und mein Gott, Der mir zu Hülfe kommt in Noth, Mich schü- get und er= näh= ret. 2. Ich glaube auch an Jesum Christ,| Hölle nieder; Stund auf vom Tode Der Gott vom Vater ewig ist, Und wieder, Und, zu vollenden seinen Lauf, auch ein Mensch geboren, Daß ich Fuhr er zum Himmelsthron hinauf; nicht werd' verloren; Der mir sein's Von da er kommen wird einmal, Vaters Huld erwarb, Am Stamm des zu richten die sehr große Zahl Der Kreuzes für mich starb, Fuhr zu der Lebenden und Todten. 9* 196 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 3. Ich glaub' auch an den heil'gen| finden All' ihrer Schuld und Sünden. Geist, Der gleich ist wahrer Gott, und Ich glaube, daß erhalten werd' Ein' heißt Ein Lehrer unsrer Sinnen, Der allgemeine Kirch' auf Erd', Bei der ewig, ohn' Beginnen, Vom Vater und stets bleibt des Geistes Gab'. Ich dem Sohn ausgeht, Der den Betrüb- glaub', daß dieses Fleisch vom Grab ten hier beisteht, Daß fie Vergebung Werd' aufersteh'n zum Leben. W advogad A = ir glau ben All' an Einen Gott, Herrn und Der durch sein mächtiges Ge= bot Uns er= Va= ter aller Welt, schuf und uns er= hält, 264. Eigene Melodie. Der voll Weisheit, Güt' und Macht Stets für Al les sorgt und wacht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes eingebor'nen Sohn, Der Mensch für uns geworden ist, Und nun herrscht auf Gottes Thron, Der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. diodsalt or= blu 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Dessen gnadenvolle Kraft An unsern Herzen sich erweist, Rath und Trost und Hülf uns schafft. Gott, für Zeit und Ewigkeit Segne deine Christenheit. 265. Mel. Jefaia, dem Propheten, das geschah. 210 Darb on nic n be- tend stand der Se- her Got- tes da, Als er im Geist Je- ho- vah si- gen sah Auf seinem ho- hen Thron, in hel- lem Glanz; Es füllt der Saum des gött- li- chen Gewands Das Haus, es schweben Se- ra- phim von fern, Und besten zu der Herr- lich- keit des Herrn. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. f Er- staunend über Gott ver- hül- len sie Ihr Antlig mit zween Flügeln, de- cken sie Den Fuß mit zween, und mit zween flie- gen fie. 197 Der sein wird, der er sein wird, sin- gen sie, Heilig ist Gott, Je- ho- vah Ze- ba- oth! Hei- lig ist Gott, Je- ho- vah Ze= ba- oth! Heilig ist Gott, Je= ho- vah Ze- ba- oth! Der Welten Kreis ist seiner Ehre voll! Von ihrer An- be- tung Ge- sang er- scholl Das Haus, und ward von Opfer- wol- ten voll. 266. Mel. O Gott, du frommer Gott. Des Volks der wei- ten Welt ch glaub' an Ei- nen Gott Und all- ge- mei- nen Vater, All- g'nug- sa- men Be- rather, D Der, was er im= mer will, Mit un um schränk- ter Kraft, Nach seinem weisen Rath, Hier wie auch dro- ben schafft. 2. Ich glaub' an Gott, den Sohn| übe; Der, seinem Vater gleich, Vom Der unerschaff'nen Liebe, In dessen höchsten Thron regiert, und welchem reinem Dienst Und Beispiel ich mich Ehr' und Preis In Ewigkeit gebührt. 198 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 3. Jch glaub' an Gott, den Geist| verbunden; Und wenn sie gleich auch Der Heiligkeit und Stärke, Des hier noch so zertrennet scheint, Sind sel'gen Erbes Pfand, Den Schöpfer ihre Glieder doch Durch Einen Geist guter Werke; Der uns ein neues vereint. Herz Und Licht und Trost verleiht, Und aus den Gläubigen Das Abba Vater! schreit. 4. Es jammelt und erhält Sein Ruf und Zug alleine Aus aller Erden Volk Die heilige Gemeine, Die Jesu eigen ist, Und ewiglich besteht, Wenn schon die Hölle tobt, Und alle Welt vergeht. 6. Wer darin lebt und stirbt, Genießet aller Gnaden, Er ist von seinem Gott Der Sündenschuld entLaden, Und, wenn der letzte Tag Verruchte Seelen schreckt, Wird er zur Seligkeit Aus seinem Staub erweckt. 7. Dies glaub' ich festiglich Mit allen Himmelserben, und darauf will ich auch mit Gottes Hülfe sterben. 5. In dieser Kirche nur Wird Höchster, stehe mir Bis an mein Heil und Ruh' gefunden. Was in Ende bei, Daß ja mein Wandel stets dem Himmel lebt, Das ist mit ihr Des Glaubens Zeuge sei. A ft ↓ 267. Mel. O Gott, du frommer Gott. n= be- tungs- würd'- ger Gott, Voll Ehr- furcht stets zu Du bist un endlich mehr, Als wir be= grei fen = nennen, können. O flöß auch meinem Geist Die tief- ste Demuth ein, P Und laß mich stets vor dir Voll Ehr- er- bie- tung sein. 2. Du bist das höchste Gut, Du weißt von keinem Leide, Stets ruhig in dir selbst, Thronst du in ew'ger Freude. Dein ist die Herrlichkeit, Auch ohne Kreatur Bist du dir selbst genug, Du Schöpfer der Natur. 3. Du riefst dem, das nicht war, Um Lust und Seligkeiten Auf's Mannigfaltigste Um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst, Verstand und Rath sind dein, Und du gebrauchst sie gern, 3u segnen, zu erfreu'n. 4. Du sprichst und es geschieht; Auf dein allmächtig: Werde! Ent stand dein großes Werk, Der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort Trägst du die ganze Welt, Und deine Macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr; Der Erde Majestäten Sind, Höchster, vor dir Staub, Dein Wort erschafft, kann tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöh'n? Wen du erhöhen willst, Deß Hoheit muß besteh'n. 6. Du bist es, der allein Unsterb lichkeit befizet, Der Leben gibt und nimmt, Der unsern Odem schützet. Den Geist, der in uns lebt, Ihn haben wir von dir, Ihn forderst du zurück, Du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je geseh'n? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht Bis zu des Lichtes Höhen, Wo du voll Majestät Auf deinem Stuhle thronst, Und unter frohem Lob Der Himmelsheere wohnst. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 199 8. Was wir, Unendlicher, Von| Der jetzt das Heiligste Noch unserm deinem Wesen wissen, Das hast du Blick verschließt, Dann seh'n wir klaselbst zuvor Uns offenbaren müssen. rer ein, Wie herrlich, Gott, du bist. Die Schöpfung zeugt von dir, Und deines Sohnes Mund Macht uns noch deutlicher, Gott, deinen Willen kund. 10. In Ehrfurcht jei schon jetzt Dein Ruhm von uns besungen; Verschmähe nicht ein Lob Von fallend schwachen Zungen. Dort soll, wenn wir dereinst Vor dir verherrlicht steh'n, Ein Lied im höhern Chor Dich, großer Gott, erhöh'n. 9. Doch hier erkennen wir Dich noch gar unvollkommen, Wird aber der maleinst Der Vorhang weggenommen, D Ithth 268. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. d er Herr ist Gott, und keiner mehr, Froh- lockt ihm, Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, So herrlich, al= le From- men. so voll kom- men? Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß, Un- end- lich ist und gren- zen- los Der Herr in seiner Größe. 2. Jhn trifft kein Wechsel flücht'| Ein Mensch verbergen möge? Hüllt ger Zeit In seines Himmels Höhen, Und seine Größ' und Herrlichkeit Wird ewiglich bestehen. Wir Men schen sind von gestern her, Eh' noch die Erde ward, war er, War, eh' die Himmel waren. keine Schatten um euch her! Gedanken selbst erkennet er, h' wir noch Worte finden. 3. Des Ew'gen Thron umgibt ein Licht, Das ihn vor uns verhüllet, Ihn fassen alle Himmel nicht, Wie weit er sie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner Werke Wundern. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich. O Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein Walten über Alle. Du bist voll Freundlichkeit und Huld, Barmherzig, gnädig, voll Geduld, Ein Vater, ein Verschoner. 4. Wir sind allein durch seine Kraft Das, was wir sind und wer den; Er kennet alles, was er schafft, Jm Himmel und auf Erden. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, Und er umfaßt mit seiner Hand Die Erde sammt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah'? ist er nicht fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, und reiner, als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut, Denn du belohnst mit Wonne. Du gibst Unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig sein, Du aller Freuden Fülle. 8. Nur dir gebühret Lob und Dank, Dir Majestät und Ehre. Kommt, bringt ihm euern Lobge= sang, Ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott, und keiner mehr. Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, So herrlich, so vollkommen? 200 38 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 269. Mel. Nun lob', mein' Seel', den Herren. er Herr ist in den Hö- hen, Auch in den Tiefen ist der Herr. Wo Menschen zu ihm fle- hen, Wo ihn die Engel schau'n, ist er. Selbst Wünschen und Ge- dan- fen, Für ihn sind keine Schran- ken Er faßt in seinen Händen Und Sorgen ist er nah', Im ganzen Welt- all da. Die Welten, und um- spannt An allen ihren En den Sie mit allmächt'- ger Hand. zu sorgen, Ihm je an Rath und Macht? Ist er's nicht, der verborgen Uns hütet Tag und Nacht? 5. 2. Er zündet dort der Sonne Und aller Sterne Fackel an, Geußt Leben, Lust und Bonne Durch Alles, was empfinden kann, Auf aller Vögel Heere, Und was auf Erden lebt, Was in dem tiefen Meere Und hoch im Himmel schwebt. Ihr alle seine Werke, Empfindet Tag und Nacht Die Nähe seiner Stärke, Die Güte seiner Macht. Wie könnt ihr Sündenknechte Dem, der so nah' euch ist, entgeh'n? Könnt wähnen, der Gerechte Werd' euer finst'res Werk nicht seh'n? Eh' noch Gedanken werden, Von ferne sieht er sie, Und alle Nächt' auf Er den Verhüllen euch ihm nie. Wähnt nicht, daß er's nicht wisse, Mit seinen Schrecken füllt Er selbst die Finsternisse, In die ihr euch verhüllt. 6. 3. Von seinem hohen Throne Vertheilt er weislich Lust und Schmerz, Gibt Fürsten ihre Krone, Lenkt, Wasserbächen gleich, ihr Herz. Es müssen feinen Willen Selbst fühne Frevler thun, Was er beschließt, erfüllen, Sie wüthen oder rub'n; Ob sie die Welt erschüttern, Sie müssen doch durch ihn Wie Laub im Walde zittern, Und, will er, muthlos flieh'n. Er wird, er wird euch finden, Denn in den Höhen herrscht der Herr, Herrscht in den tiefsten Schlünden, An allen Enden herrschet er; Hat überall auch Schäße Von Kräften mancher Art, Zur Rache der Gesetze, Für sein Gericht verwahrt. Und plötzlich stürzen Flammen, Wenn ihr Betrog'ne glaubt, Er schlumm're tief, zusammen Herab auf euer Haupt. 7. 4. Allgegenwärtig schauet Sein allumfassend Aug' umher, Und wer nur ihm vertrauet, Den schützet, den versor: get er; Hört das Geschrei der Raben, Hat für die ganze Welt, Hat für den Wurm selbst Gaben, und Schmuck für Thal und Feld. Gebricht's, für uns Wie schnell die Luft sich röthet, Wenn sie des Blizzes Flug durchfleucht, Trifft seine Strafe, tödtet, Wenn des Vertreters Bitte schweigt. Sagt, Sün Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 201 der: mir zur Rechten, Zur Linken| ihre Thränen, Sieht und verscheucht, hier ist Gott; Am Tag, in allen was ihnen droht. Sagt, Fromme: Nächten, Und wo ich bin, ist Gott! mir zur Rechten, Zur Linten hier ist Sagt: wo ich size, gehe Und liege, Gott, Ju meines Kummers Nächten, hier ist Gott! Im Thal und in der Und wo ich seufz', ist Gott: Wo keiHöhe, Und überall ist Gott! nen Freund ich habe, Wo Niemand hilft, ist Gott; Im Sturm, im Tod und Grabe Und überall ist Gott! 8. Er ist auch nahe denen, Die wil lig thun, was er gebot, Hört sie, zählt A 270. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan kam. I wis sender, voll- komm'- ner Geist, Deß Au- ge Was Nacht und Abgrund in sich schleußt, Und unserm Al= les fie= het, Blick entflie= het, Es kann vor dei nem hel= len Licht Sich kein Geschöpf ver ste= cken; Was in der Fin- ster- niß geschicht, El Das weißt du auf- zu de cken, 2. Selbst die Gedanken kennest du, Eh' sie in mir entstehen, Und was ich wünsche, red' und thu', Das kann dein Auge sehen. Vor dir ist Alles offenbar, Du prüfest Herz und Nieren, Und alle Gründe siehst du klar, Die unser Thun regieren; Nichts bleibt vor dir verborgen. 3. Was deiner Freunde Herz begehrt, Das weißt du, eh' sie beten; Ihr Seufzen wird von dir erhört, Eh' sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Rath beschließt, Jft auch dir unverborgen, Dir, der du ihren Anschlag siehst, Gleichwie den lichten Morgen, Den keine Schatten decken. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit Noch künftig wird geschehen, Das sieht dein Auge allbereit Als gegenwärtig stehen. Du machst es Und an den Tag zu bringen. deinen Knechten tund, Es weiter auszubreiten, und läßst durch ihren treuen Mund Die größten Heimlichkeiten Der ganzen Welt entdecken. 5. Bleibt gleich vor Menschen Manches noch In dieser Welt verschwiegen: So wird vor ihrem Auge doch Einst Alles offen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, Wird Alles offenbaren. Was noch so heimlich jetzt geschieht, Wird alle Welt erfahren, und laut alsdann erzählen. 6. Laß mich, o höchste Majestät, Dein helles Auge scheuen, Das nie ein Heuchler hintergeht Mit falschen Schmeicheleien. Laß mich auch in der Einsamkeit Dich gegenwärtig denken; Laß Wahrheit und Rechtschaffenheit Bei allem Thun mich lenken, Und stets mein Herz behüten. 202 033 CHI D Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 271. Mel. Dir, bir, Jehovah, will ich fingen. u bist mir nah' mit dei= ner Du let test mich des Lebens N deinem Sohn mir al- le Schuld, Pro- ben deiner Va- ter- huld. 5. Du bist mit deinem Trost mir nahe, Denn meine Thränen hast du, Gott, gezählt; Dein liebend Vater auge sahe Mich gnädig an, so oft 80% Gna- de, Pfade, # Ver- gibst in Gibst tausend Freund- lich- keit, Du trugst, du trägst mich mit Barmherzigkeit. 2. Du bist mir nah' mit Batertreue,| dein Kind gefehlt; Wie oft auch Noth Du lässt mich nicht, der Vater nicht und Kummer mich gedrückt, Du hast sein Kind; Du hältst den Bund, wie mich stets mit reichem Trost erquickt. oft auf's Neue Des Kindes Schwüre schon gebrochen sind. Gib du mir, Vater, treuen Kindessinn, Nimm Wankelmuth und Leichtsinn von mir hin. 3. Du bist mir nah' mit deinem Lichte, Erleuchtest mir die dunkle Pilgerbahn. Vor deinem Strahlenangesichte Verschwinden Frrthum, Finsterniß und Wahn. So lang' ich) leb', erleuchte mich dein Licht, Von ihm geleitet, irr' ich ewig nicht. 6. Du bist mir nah' mit deinem Frieden, In mir und außer mir ist so viel Krieg; Ach, wär' ich nie von dir geschieden, So hätt' ich längst errungen jeden Sieg. Doch bin ich auch von meinem Ziel noch fern, Stets kost' ich mehr den Frieden meines Herrn. 4. Du bist mir nah' mit Kraft und Stärke, So oft ich bete, hilfst du mir im Streit; Durch dich nur üb' ich gute Werke, Von Ohnmacht und Verzagtheit ganz befreit. Du wohnst, du wirkst in mir, Allmächtiger, Du gibst mir Muth in's Herz, Alliebender. 7. Du bist mir nah' mit deinem Segen, Ich fühl's, du ziehst mit Macht mich himmelwärts, D'rum eil' ich findlich dir entgegen, Nimm, Bater, nimm denn hin mein ganzes Herz; O laß es ruh'n in deiner Liebe Schooß, Und mach' es ganz von aller Weltlust los. 8. Ich nahe dir mit tiefem Sehnen, Mit Kindeslieb? und freudigem Vertrau'n. Ich will auf dich, mein Stab, mich lehnen, Laß bald dein Vaterangesicht mich schau'n. Ja, wohn' in mir! ein Freudenhimmel ist, Wo du, mein Gott, der Seele nahe bist. Ich schmeck' und se- he dei= ne 272. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt'. ell ie bist du, Höchster, von uns fern, Wo ich nur bin, Herr al= ler Herrn, Du wirkst Bin ich Gottes Wesen und Vollkommenheiten. an al len En= den; in deinen Hän- den. Denn deine Rechte schü- pet mich. G 2. Was ich gedenke, siehest du, Du prüfest meine Seele; Du siehst es, wenn ich Gutes thu', Du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug' entflieh'n, Und nichts mich deiner Hand entzieh'n. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit Mein Herz an dich ergebe, Und, über deine Huld erfreut, Lobsingend dich erhebe: So hörst du es, und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer ſei. Durch dich nur leb' und ath- me ich, 4. Du merkst es, wenn des Her zens Rath Verkehrte Wege wählet, Und bleibt auch eine böse That Vor aller Welt verhehlet: So weißt du fie, und strafest mich zu meiner Beff'rung väterlich. zu er= grün- den? dich verkün- den. 273. Si Mel: Liebster Jesu, wir find hier. 5. Du hörest meinem Seufzen zu, Daß Hülfe mir erscheine, Voll Mitleid, Bater, zählest du Die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, Und stärkst mit deinem Trost mein Herz. ott, All- weiser, wer bin ich, Alle Himmel rüh- men dich, 1 203 6. Odrück, Allgegenwärtiger, Dies tief in meine Seele, Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, Mein Herz zur Zuflucht wähle, Daß ich dein heilig Auge scheu', Und dir zu dienen eifrig set. 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem Wort mich handeln, Und stärke mich dann auch mit Kraft, Vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, Das tröst' und beff're meinen Geist. 2. Deiner Welten weites Al Rühmt im ungemess'nen Kreise, Aller Himmel Wiederhall Jauchzt zurück: der Herr ist weise, Und in seiner Weisheit Händen Ruh'n getrost der Himmel Enden. Gottes Tiefen, Gottes Hö- hen? = Doch welch' Au- ge kann er= spä= hen Deine Weis= heit Je der Wurm fann 3. Und der Mensch, der Erdenstaub, Will den Rathschluß Gottes sichten? Er, des kleinsten Lüftchens Raub, Wagt des Ew'gen Weg zu richten? Ach, wie dürft' er sich vergessen, Gott nach seinem Maaß zu messen? 204 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 4. Was dein Rath, o Herr, be-| Zeugniß kann ich bauen. Bleibst du schleußt, Wohl mir! kann kein Thor heute mir verborgen, Dich verklärt verhindern. Walte fort und sei ge- der nächste Morgen. preist Demuthsvoll von deinen Kindern. Ob sie's oft nicht fassen mögen, Dennoch all dein Thun ist Segen. 6. Einst erscheint mir sonnenhell, Was hier Dunkel noch umhüllet, Und an deinem ew'gen Quell Wird des Geistes Durst gestillet. Jetzt verleihe mir, auf Erden Weise durch dein Wort zu werden. 5. Du führst mich dem Himmel zu, Deinem Arm darf ich vertrauen; Ew'ge Weisheit, rede du, Auf dein 274. Mel. Jauchzet dem Herren All' auf Erden. and deed ie groß ist des All- mächt'- gen Gü- te! Der ist kein JJ Mensch, den sie nicht rührt, Der mit ver- här- te- tem Gemü- the W J KHOVE Den Dank erstickt, der ihm gebührt. Ja, sei- ne Lie- be recht er- mes- fen, appd d Sei ewig mei- ne größte Pflicht. Der Herr hat mei- ner nie ver- ges- sen, || Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Jst's nicht sein Arm, der Alles schafft? 3. Schau', o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Stets Gott wirst sehen, wie er ist. Du hast ein Recht zu die sen Freuden, Durch Gottes Güte sind sie dein; Sieh', darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig sein. 4. Sollt' ich nun diesen Gott nicht ehren, Und seine Güte nicht versteh'n? Sollt' er mir rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, zu geh'n? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben, Sein Wort bez stärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben, und meinen Nächsten so wie mich. 5. Das ist mein Dank, das ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein, wie er. So lang' ich dies Gebot erfülle, Stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 205 6. O Gott, laß deine Güt' und Sie tröste mich zur Zeit der SchmerLiebe Mir immerbar vor Augen sein; zen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks, Sie stärk in mir die guten Triebe, und sie besieg' in meinem Herzen Mein ganzes Leben dir zu weih'n; Die Furcht des letzten Augenblicks. 275. Mel. Nun lob', mein' Seel', den Herren. Gott, du bist die Liebe, Uns wohlzuthun ist dei- ne Lust; D'rum preist mit fro- hem Trie- be Dich un- fre dank- er- füll- te Brust. Groß, herr- lich, oh= ne Grenzen Ist deine Gü= tig= teit, So weit die Himmel glänzen, Uebst du Barm- her- zig Du, Herr, hast Wohl- ge= fal- len Und hast uns Sün- dern al= len 2. Als du uns hießest werden, Da schusst du uns zum ew'gen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden Ist Alles deiner Güte voll, Auch in dem Himmel droben Hat deine Vaterhand Uns Güter aufgehoben, Die noch kein Aug' erkannt. Dorthin uns zu erheben, st stets dein Wille, Gott, D'rum gab für uns sein Leben Dein Sohn selbst in den Tod. An dem, was du ge- macht, = teit. 2 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade Siehst du uns voller Langmuth zu, Und lockest uns zur Buße; Und fällt, voll Neu' und Leid, Der Sünder dir zu Fuße, So ist ihm Trost bereit. Du stehest auf den Armen Mit väterlicher Huld, Bergibst ihm aus Erbarmen Die ganze Sündenschuld. 4. Mit jedem neuen Morgen Wird Sich über uns dein Wohlthun neu; Du Dem Das Leben zu= gedacht. kommst selbst unsern Sorgen Zuvor mit deiner Vatertreu'. Du Ürsprung aller Gaben, Du weißt, was uns gebricht, Und was wir nöthig haben, Versagst du, Gott, uns nicht. Vom Wohlthun, das du übeſt, Sind unsre Tage voll, Auch wenn du uns betrübest, Geschieht's zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, Und bist stets treu geblieben. Wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, Ist ewig deine Lust; Mit Dank dir zu begegnen, Set, Herr, auch unsre Lust. Laß uns, treu zu erfüllen, Was du befiehlst, nie ruh'n. Wer sollte deinen Willen Nicht gern, o Vater, thun? 6. Wer hier auf deinen Wegen willig deinem Dienste weiht, schenkst du Heil und Segen 206 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. Schon hier, noch mehr in Ewig- hin. Wie groß ist deine Güte, Laß feit. Du kröneft seine Leiden Mit deiner Huld mich freu'n, Und stets herrlichem Gewinn, Und führest mein ganz Gemüthe Voll ihres Ruhihn zu Freuden, Zu ew'gen Freuden mes sein. G A f 276. Mel. An Wasserflüssen Babylon. Er zeigest e treuer Gott, wie viel Geduld Wir häufen täg- lich un- fre Schuld, Du häu- fest du uns Ar- men! dein Er bar= men. Was ist des Men- schen Lebens- lauf? ਭਗ Er ist verderbt von Jugend auf, Sein Sinn ist dir entge= gen; 时 Und doch, o Va- ter, suchst du ihn Von seinem Irrthum ab- zu- zieh'n, || Zur Reuze zu be= we= gen. 2. Der Menschen Elend jammert dich; Selbst wenn sie sich verstocten, Willst du sie dennoch väterlich Durch Güte zu dir locken. Wie trugest du so lange Zeit Die erste Welt mit Gütigkeit, Eh' sie die Fluth verheerte! Wie lange sah'st und riefest du So gnädig deinem Volte zu, Daß sich ihr Herz befehrte! 3. So gibst du Sündern Zeit und Raum, Der Strafe zu entgehen. Du lässt den unfruchtbaren Baum Nicht ohne Pflege stehen; Du wartest sein, du suchest Frucht, Und wenn du gleich umsonst gesucht, Hörst du nicht auf zu bauen. Du schonest sein von Jahr zu Jahr, Erbarmend hoffst du immerdar Noch Frucht von ihm zu schauen. 4. Langmüthiger, so große Huld Bezeugst du frechen Sündern, Und wie viel Nachsicht und Geduld Haft du mit deinen Kindern! Sie wer den ja, wenn Fleisch und Welt Und Satan ihnen Netze stellt, Oft sicher, matt und träge; Sie straucheln oft, vergehen sich, Sie fallen schwer, verlassen dich und deine heil'gen Wege. 5. Verdienen die nicht Fluch und Tod, Die dich, o Vater, fliehen? Du könntest wohl mit Recht, o Gott, Dich ihnen ganz entziehen. Doch nein, dein Herz vermag dies nicht, Dein Herz, das von Erbarmen bricht, Wenn deine Kinder fehlen; Es hat bei ihrer Sündenschuld Mit ihrer Schwachheit gern Geduld, Und wacht für ihre Seelen. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 6. Du warnest ste vor der Gefahr, So oft fie irre gehen, Reichst ihnen Kraft und Stärke dar, Von Sünden aufzustehen. Du lockest sie voll Lieb' und Huld, Versprichst durch Christum ihre Schuld Und Fehler zu vergeben, Schenkst ihnen deines Geistes Kraft, Und nach vollbrachter Pilgerschaft Sieg, Ruhe, Freud' und Leben. G 277. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 207 7. Laß deine Langmuth und Ge duld, Gott, unsre Herzen rühren, Nie müsse deine Baterhu Zur Si cherheit uns führen. Trag' uns ers barmend fernerhin, Doch gib uns auch dabei den Sinn, Daß wir die Sünde hassen, Und uns, noch in der Gnadenzeit, Durch deine große Gütigkeit Zur Buße leiten lassen. ott, vor des sen An- gesich)= te Ew'- ges Licht, aus des- sen Lich= te I Wandel gilt! Wahr- heit quillt! d Nur ein Stets die Deines Namens Heilig= keit 3. Herr, du willst, daß deine Kinder Deinem Bilde ähnlich sei'n. Nie besteht vor dir der Sünder, Denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund, Uebelthätern bist du feind. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht verscherzen, Was du uns hast zugedacht; Schaff' in uns stets reine Herzen, Tödt' in rei= ner rein- ste Wer de JJJJ stets von uns ge= scheut. Laß sie uns doch träf- tig drin- gen, 2 Nach der Hei- lig- keit zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, Und kein Böses ist an dir; Ewig bist du so gewesen, Und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, Ist unsträflich, recht und gut, Und mit deines Armes Stärke Wirkst du stets vollkomm'ne Werke. uns der Sünde Macht. Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, Gabst du deinen Sohn dahin; so reinige vom Bösen Durch ihn unsern ganzen Sinn. Gib uns, wie du selbst verheiß'st, Gib uns deinen guten Geist, Daß er unsern Geist regiere, Und zu allem Guten führe. 6. Keiner sündlichen Begierde Bleibe unser Herz geweiht; Unsers Wandels größte Zierde Sei rechtschaff'ne Heiligkeit. Mach' uns deinem Bilde gleich, Denn zu deinem Himmelreich Wirst du, Herr, nur die erheben, Die im Glauben heilig leben. B 208 N Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 278. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. och nie hast du dein Wort ge= bro= chen, Nie deinen Du hältst ge- treu, was du versprochen, Vollführst, was H Wenn Erd' und Him- mel auch vergeh'n, Bund, o Gott, ver- legt. du dir vorge= setzt. Wird ewig doch dein Wort be- steh'n. 2. Du bist kein Mensch, daß dich| gereue, Was uns dein Mund verheißen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue Bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, So kommt sie doch zur rechten Zeit. G 3. Und wie du das unfehlbar giebest, Was deine Lieb' uns zugedacht, So wird, wenn du Vergeltung übest, Dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, Fühlt deiner Strafe schwere Last. 4. Odrücke tief es in mein Herze, Daß es vor deinem Wort sich scheut. Gib, daß ich nie leichtsinnig scherze Mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, Was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß uns auch mit festem Glauben Dem Worte deiner Gnade trau'n. Wer kann den Trost uns jemals rauben, Den wir auf dein Versprechen bau'n? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest; Wohl dem, der sich auf dich verläßt. 6. Wie start sind unsers Glaubens Gründe! Hier ist dein Wort, das niemals trügt; Und daß es allen Beifall finde, Hast du den Eid hinzugefügt. Wahrhaft'ger, was bein Mund beschwört, Ist völlig unsers Glaubens werth. 7. Laß dies, o Seele, dich bes schämen, Vertraue Gott, der treu es meint. Sei, ihn zum Vorbild anzus nehmen, Der Wahrheit Freund, der Lüge Feind. Beweise dich als Gottes Kind, Dem Treu' und Wahrheit heilig sind. 279. Mel. O Gott, du frommer Gott. 2² ott ist und bleibt ge- treu! Es bricht sein Herz Pflegt er auch oft und tief Die Sei- nen zu von Lie- ben, be- trü- ben. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. Er prü fet durch das Kreuz, G 2. Gott ist und bleibt getreu! Er hilft ja selber tragen, Was er uns auferlegt, Die Last der schweren Plagen. Er braucht die Ruthe oft, Und bleibet doch dabei Ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu! Er weiß, was wir vermögen, Und nie wird er zu viel Den Schwachen auf erlegen. Er macht sein gläubig Volk Von allen Banden frei, Wenn große Noth entsteht; Gott ist und bleibt getreu. -9 Wie rein der Glau- be ſei, 2 Wie stand- haft die Geduld; Gott ist und bleibt ge= treu. 4. Gott ist und bleibt getreu! Er tröstet nach dem Weinen, Und läßt in trüber Nacht Die Freudensterne scheinen. Der Trübsal stärkster Sturm Geht auf sein Wort vorbei. Sei, Seele, nur getrost, Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu! Er stillet dein Begehren, Er will dein Glaubensgold In Trübsalsgluth bewähren. Nimm an von Gottes Hand Den Kreuzkelch ohne Scheu, Der Lebensbecher folgt; Gott ist und bleibt getreu! 209 280. Eigene Melodie. ott ist ge- treu, Sein Herz, sein Vater herz Ver- gißt Gott ist ge= treu, Jm Wohl- sein und im Schmerz Er- freut # die Sei- nen nie. und schüßt er fle. Mich decken seiner All- macht Flü- gel, 1 Und stürzen Ber- ge, fal- len Hügel, Gott iſt ge= treu. 2. Gott ist getreu, Er ist mein| tet nicht. Das Wort der Wahrheit treuster Freund, Dies glaub' ich froh und fest. Ich bin gewiß, Daß er durch keinen Feind Mich gänzlich stürzen läßt. Er stärket mich nach seinem Bunde In meiner Prüfung trübster Stunde. Gott ist getreu. 3. Gott ist getreu, Er hält, was er verheißt, und sendet mir sein Licht. Wem dieses Licht Den Weg zum Leben weist, Der irrt und gleikann nicht lügen, Die Sünde nur sucht zu betrügen. Gott ist getreu. 4. Gott ist getreu, Er, dessen Kind ich bin, Führt mich auf rechter Bahn, Führt mich durch Glück Und Unglück zum Gewinn Des ew'gen Heils hinan. Er reinigt mich von meinen Sünden, und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getreu. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 210 5. Gott ist getreu, Er hat uns selbst befreit Von unsrer Sünde Noth Durch seinen Sohn, Durch seine Heiz ligkeit, Durch seinen Opfertod. Da mit wir möchten nicht verderben, Ließ er den Eingebor'nen sterben. Gott ist getreu. 6. Gott ist getreu, Stets hat sein Vatersinn Auf seine Kinder Acht; Und führt sie auch Ihr Weg durch Wüsten hin, Sein treues Auge wacht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, Und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu. 281. Mel. Gott des Himmels und der Erden. eicht, ihr Ber= ge, fallt, ihr Hü- gel! Berg' und Gottes Treu' hat die- ses Sie- gel: Sie soll Felsen, stür= zet ein! fest und e= wig sein. 7. Gott ist getreu. Mein Herz, was fehlt dir noch, Um seiner dich zu freu'n? Sei Gott getreu Und fürchte nichts; mag doch Die Welt voll Falschheit sein, Selbst falscher Brüder neid und Tücke Gereicht, wie Joseph, dir zum Glücke. Gott ist getreu. 8. Gott ist getreu, Vergiß, o Seele, nicht, Wie treu, wie gut er ist. Jhm treu zu sein, Sei stets dir heil'ge Pflicht, Weil du so werth ihm bist. Halt' fest an Gott, sei stark im Glauben, Laß nichts den hohen Trost dir rauben: Gott ist getren. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, Wenn gleich Alles bricht und fällt, Sie soll ihren Zweck erreichen, Den fie ewig sich gestellt. Ist die Welt voll Heuchelei: Gott ist fromm, gut und getreu. Ji 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie Krieg und Streit im Sinn: Gott hält immer sein Versprechen, Jhm vertrau'n, ist stets Gewinn, Denn er bleibet immerdar, Was er ist und was er war. 5. Laß sein Antlig sich verstellen, Ist sein Herz doch treu gesinnt, Und bezeugt in allen Fällen: Ich sei sein e Gottes Gna de muß be- steh'n. 2. Gott hat mir ein Wort ge-| geliebtes Kind, Dem er beide Hände sprochen, Seinen Bund mit mir ge- reicht, Wenn auch alle Hoffnung macht. Dieser Bund ist nie gebro- weicht. chen, Er hat Alles wohl vollbracht. Er, die Wahrheit, lüget nicht, Was er faget, das geschicht. 6. Er will Frieden mit mir halten, Wenn sich auch die Welt empört; Ihre Liebe mag erkalten, Ich bin seinem Herzen werth. Und wenn Höll' und Abgrund brüllt, Bleibt er doch mir Sonn' und Schild. 7. Er, der Herr, isf mein Erbarmer, So hat er sich selbst genennt. Welch ein Trost! nun werd' ich Armer Nimmermehr von ihm getrennt. Sein Erbarmen lässet ihn Šich mir nim mer ganz entzieh'n. Laßt den Welt- kreis un- ter- geh'n, 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen Unbeweglich auf ihm ruh'n, Felfen will ich auf ihn bauen, Was er sagt, das wird er thun. Erd' und Himmel kann vergeh'n, Doch sein Bund bleibt ewig steh'n. A G Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 282. Mel. Nun freut euch, liebe Christeng' mein'. e rechter Gott, vor dein Gericht Du wirst vor ih= rem An= ge= sicht ad Welt sich stellen. Urtheil fäl= len. A e e 2. Du siehst von deinem hohen Chron Auf alle Menschenkinder, Bestimmest jedem seinen Lohn, Dem Frommen und dem Sünder. Nie siehst du die Personen an, Siehst nur auf das, was sie gethan, Du höchst gerechter Richter. Olaß mich dein Gericht stets scheu'n, 3. Viel Gutes, viel Barmherzigkeit Gibst du schon hier den Frommen; Du schüßest sie vor manchem Leid, In das die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, Daß dir der Eifer wohlgefällt, Den man der Tugend weihet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, Und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, Wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, Ist gleich er nicht so, wie er soll, Ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, Dem frevelnden Verbrecher, Der dein Gesetz und Recht entweiht, Bist du ein strenger Nächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn Und Tod ist seiner Bosheit Lohn, Oft schon in diesem Leben. 211 Muß al= le Auch mir mein Und hier mit Ernst be- flis- sen sein, Vor dir einst zu be- ste- hen. 6. Der Untergang der ersten Welt, Die aus der Art geschlagen, Das Feuer, das auf Sodom fällt, Egyp= tens lange Plagen, Und andre Wunder deiner Macht, Sind Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, Wie du den Sündern lohnest. 7. Bleibt hier viel Böses ungestraft, Viel Gutes unbelohnet, So kommt ein Tag der Rechenschaft, Der keines Sünders schonet. Da stellst du, Herr, in's helle Licht, Wie recht und billig dein Gericht; Dann triumphirt der Fromme. 8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, Das Gute eifrig lieben, Gib selber mir die Kraft dazu; Wirk' inniges Betrüben, Wenn Sünde noch in mir sich regt. Dein Herz, das nichts als Gutes hegt, Sei Vorbild meinem Herzen. 9. Und weil vor dir, gerechter Gott, Nur die allein bestehen, Die gläubig auf des Mittlers Tod Bei ihrer Reue sehen: So laß mich die Gerechtigkeit, Die mich von Straf und Schuld befreit, Im Glauben eifrig suchen. 283. Mel. Wo Gott zum Haus nicht gibt sein' Gunft. us dei- ner Quel- le, Schö- pfer, nimmt Der Mensch, zur 212 Gottes Werke und Wohlthaten. ਸਸ Se ligkeit be- stimmt, Zahl- lo= se Freu- den; täglich fließt Ihr Strom, der un- er- schöpf- lich ist. 2. Er fließt durch deine Schöpfung hin, Und hat für einen jeden Sinn, Für jeden heiligen Genuß, Befriedi gung und Ueberfluß. 3. Vom Himmel strömt sein Segen her, Strömt durch Gebirg' und Thal' und Meer. Wie schön ist deine Welt, wie reich! Herr, was ist deinen Schätzen gleich? 4. Noch größ're Freuden sendest du Uns, wenn wir dich nur lieben, zu; Du beutst uns Seligkeiten an, Wo mit kein Sinn erfreuen kann. 11 5. Wenn wir dich kennen, wie entzückt Ist, ihrer Finsterniß entrückt, Die Seele, die sich deiner freut! Was fühlt sie dann für Seligkeit! h 6. Welch' eine Wonne, wenn sie nun Beginnt, was du befiehlst, zu thun, Selbst fühlet, wie der Tugend Werth Erhebt, beglücket und verklärt! 7. Fließt so viel hohe Lust von dir Schon hier auf uns, kannst du schon hier mit solchen Gütern uns erfreu'n: Wie selig mußt du selbst nicht sein! sein. 8. Unendlich selig! denn du bist Unendlich, und unendlich ist, Fülle der Vollkommenheit, Der Reichthum deiner Herrlichkeit. 9. In allen Welten gleichet nichts Dem Anschau'n deines Angesichts; Auch nur ein Strahl davon zerstreut Die größten Leiden dieser Zeit. 10. Der Engel dort an deinem Thron Sieht durch Jahrtausende dich schon, Wird immer weiser stets, 0 Herr, Von deinem Anschau'n seliger. 11. Und doch, wie hoch er strebt, umfaßt Er nimmer, was du bist und hast, Nur du durchschaust dich ganz allein, Wie selig, selig mußt du sein! 12. Und ewig! ewig! keine Zeit Umgrenzet deine Seligkeit, Aus dir, o aller Wonne Meer, Strömt ewig Heil und Freude her. 13. Jauchzt, hohe Lieder unsers Danks! Frohlockt ihm, Jubel des Gesangs! Der Herr ist selig, nicht allein, Auch wir, wir sollen's ewig II. Gottes Werke und Wohlthaten. Schöpfung, Erhaltung und Regierung der Welt. 284. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. daa P n= ser Gott ist groß und mächtig, Und seine Schöpfung Oihr, seiner All- macht Hee- re, Ver- kün- digt eu- res schön und prä= chtig, Schöpfers Eh= re, Voll Weisheit und Voll- kom- men- heit. Und prei set seine Herr- lich-= feit. = Schöpfung, Erhaltung, Regierung. Sein Kleid ist rei- nes Licht, Er hält im Gleichgewicht Al= le Welten. Der We- sen Heer, Das weite Meer, Den Engel und den Wurm schuf er. 2. Gottes Allmacht sprach: es werde! Da trat auch unsre schöne Erde Vor ihren Herrn, und ehrte ihn. Wenn er spricht, so stürzen Welten, Die Berge flieh'n vor Gottes Schelten. Und sinken schwer getroffen hin. Er hat wie ein Gewand Die Himmel ausgespannt. Durch ihn gehet, Schön wie ein Held Aus seinem Zelt, Die Sonne, und erfreut die Welt. 213 Wonne, Du hältst sie, Herr, in deiner Hand. O welche Herrlichkeit! Welch' Leben weit und breit, hier auf Erden! Wohin entzückt Mein Auge blickt, Da ist die Welt mit Reiz geschmückt. 3. Er, der auf den Winden schwebet, Er schaut die Erde an: sie bebet, Rührt an den Berg, und sieh', er raucht! Vögel nährt er, speist die Herde, Erneuert die Gestalt der Erde, Erfreut, was auf ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit Gibt er zu seiner Zeit Allen Speise, Liebt und erhält Die ganze Welt, Sein Segen kleidet Wald und Feld. 4. Gott, voll Weisheit, Gott voll Stärke, Wie viel und groß sind deine Werke! Wie reich an Gütern ist das Land! Hoch am Himmel geht die Sonne, Sie strahlet Licht herab und erhöh'n. 5. Der vergänglich Gras bekleidet, Die Vögel nährt und Lämmer weidet, Der sorgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für morgen Schon heute bang' und ängstlich sorgen? Nein, sei getroft, ermanne dich. Vertraue Gott, auf ihn Wirf alle Sorgen kühn: Er wird sorgen, Er, der uns hört, Und gern gewährt, Was unser wahres Wohl vermehrt. 6. Dank dem guten Gott zu fingen, und stets mein Herz ihm darzubringen, Soll meine höchste Freude sein; Laut soll ihm mein Lob erschallen, Mein Opfer wird ihm wohlgefallen, Gerührt will ich mich seiner freu'n. Sein Lob ist Seligkeit, Er macht schon hier bereit Für den Himmel. Dort werd' ich steh'n, Entzückt ihn seh'n, Und ewig seinen Ruhm 285. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine Lust. dei- ner We- ge, 500 -ber lege: enn ich, o Schöp- fer, det ne Macht, Die Weisheit Die Liebe, die für Al= le wacht, An be tend pd:|| So weiß ich, von Bewund'rung voll, Nicht, wie 214 Gottes Werke und Wohlthaten. ich dich erhe- ben soll, Mein Gott, mein Herr, mein Va= ter! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt,| Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Die Wunder deiner Werke; Der Him- Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mel, prächtig ausgeschmückt, Preis't Mich, ruft die Saat, hat Gott gedich, du Gott der Stärke. Wer hat macht, Bringt unserm Schöpfer Ehre! die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunderbar bereitet, Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erkennen leitet, Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen. Gott, unser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag' Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, Und hoff' auf ihn und dien' ihm gern. Wer wollte Gott nicht dienen? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt den Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, Mit Vorrath uns zu seg nen? Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So weit di Wo en gehen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere; Bringt, ruft auch der geringste 286. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. leug auf, mein Psalm, mein Lob- ge- sang, An= be= tung, Er hört der Menschen Lob- lied gern, Wenn höh'- re Vor Gottes Thron zu brin- gen. Er- hab'= ne Psal men fin= gen. = Ehre, Preis und Dank Geister auch dem Herrn JJ Darum Hat er Mit den Heeren, die ihn eh- ren, zu den Stu- fen Seines Throns auch uns ge= ru- fen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichteit! Er sprach zu seinen Himmeln: seid! Und zu dem Erdkreis: werde! Gleich standen da voll Reiz und Pracht, Vor ihm, zum Preise seiner Macht, Die Himmel und die Erde. Wie er's Aussprach), Da begonnen tausend Sonnen, und erhellten Ein unzählbar Heer von Welten. 3. Wie sie so herrlich sind, so schön, Einträchtig alle Gott erhöh'n, Und seine Größe preisen! Wie fingen alle Lob und Dank! Ein hoher fubelnder Gesang, Dem Gütigen, dem Weisen! Ach, wie Könnt' ich Fühl los schweigen, solcher Zeugen Lob vers nehmen, Ünd doch seines Ruhms mich schämen? Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 215 4. Er hat der Sonne hoch Gezelt,| Mein Auge zu entzücken. Eher WerDie Himmel über seine Welt Für mich auch ausgebreitet. Wer nutzt die Erde mehr als ich? Hat sie mein Vater nicht für mich Gegründet und bereitet? Lächeln mir nicht Alle Wälder, alle Felder froh entgegen, Reich für mich von seinem Segen? den Auch die Werke seiner Stärke nicht veralten, Bis er kommt Gericht zu halten. 5. Wem blüht das Thal? für wen erhebt Sich das Gebirg'? wem tönt und schwebt Der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer Auf jährlich grünen Triften? Quellen Riefeln, Winde wehen, Flüss' und Seeen werden Meere, Mir zum Segen, ihm zur Ehre. 7. So hat mein Gott an mich ge dacht, hat über sie durch seine Macht Zum Herrscher mich erhoben. Er gab mir meinen Leib und auch Die Seele, seines Obems Hauch, Gleich Engeln, ihn zu loben. Rühm' ihn, Seele, Jauchzend schalle von dem Halle deiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder. 8. Das Kind, der Jüngling und der Mann, Die ganze Schöpfung bet' ihn an, Und seiner Wunder Menge. Strömt hin aus meiner vollen Brust, Strömt hin, Empfindungen voll Lust, In hohe Dankgefänge. Schöpfer, Vater, Dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, Meine hochbeglückte Seele. 6. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht, Noch weigert die Natur sich nicht, Die Welt für mich zu schmücken; Noch hat sie Freuden g'nug für mich, Noch immer schön und jugendlich, D 287. Mel. O baß ich tausend Zungen hätte. JJ er Himmel Ruf er- zählt und eh= ret Die aus- ge- spann- te Fe= ste lehret: Weis- heit, Lieb' und Kraft. Herr, der Al= les schafft! Des Höch- sten Groß ist der E Und al- le Welten weit und breit Ver- kün den sfei- ne Herr- lich- keit. 2. Von einem Tag zum andern Hoch an dem Himmel ihr Gezelt; klinget Laut ihr gedankenvolles Wort, Von einer Nacht zur andern dringet Ihr Zeugniß unaufhaltsam fort; Das Ohr hört nicht der Stimme Schall, Das Herz versteht sie überall. Sie geht heraus mit Freud' und Wonne, Läuft ihren Weg, gleichwie ein held. Ihr Glanz zerstreut die finst're Nacht, Und strömt hernieder Licht und Pracht. 3. Das Loblied aller Weltentreise Geht mächtig aus in jedes Land, Und macht, zu seines Namens Preise, Jhn auch der fernsten Welt bekannt, Und der Gestirne hehrer Lauf Zieht unser Herz zu Gott hinauf. 5. Wie deiner Sterne Heer dort oben Verkündigt deines Namens Ruhm, So soll auch unser Herz dich loben, Voll Ehrfurcht in dem Heiligthum. Mehr noch, als dich der Himmel preist, Robt dich durch Christum unser Geist. 4. Sein Arm bereitete der Sonne 216 Gottes Werke und Wohlthaten. ( S 288. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. J ott der Macht, in deinem Ruhme Keinem, als dir selbst, bekannt, god Aus ver- borg'- nem Heilig= thu- me Wal- test du mit star- ker Hand. 2. Sterne glänzen und erblinden, Berge weh'st du weg wie Spreu, Völter werden und verschwinden, Alles Fleisch vergeht wie Heu. Du gebeutst: es ist zerstoben, Wie das Laub im Herbste fällt. 6. Aber wo auf Felsengründen Deis nes Tempels Mauer ruht, Droht von Fluthen und von Winden Fruchtlos die vereinte Wuth. 3. Reiche schmetterst du zur Erde, Königsstühle stürzen ein, Hirten rufft du von der Herde, Herrscher ihres Volks zu sein. 7. Und ob Alles sich empöret, Rings um Alles untergeht: Dieser Bau bleibt unversehret, Und die Stadt des Herrn besteht. 4. Wenn du anfängst auszugleichen, Herr, was kann vor dir besteh'n? Alle Berge müssen weichen, Alle Thale sich erhöh'n. 5. Was der Menschen Kunst erhoben, Ist auf leichten Sand gestellt; 8. Selbst der Feinde Trotz und Mühe Muß dir ebnen deinen Pfad, Darum komm, o Herr, und ziehe Ein in deine Gottesstadt. 289. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geübet. ier steh' ich un- ter dei- nem Himmel, Seh' tau- send WelUnd fern vom rauschen- den Ge- tüm- mel Fühlt sich mein Herz #e ten über mir, erquickt in dir. Mein Geist sinkt betend vor dir nie- der, Vor dir, Herr, dessen All- macht- ruf Den Himmel dort, und meine Brü- der Und mich, wie je nen Him- mel, schuf. Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 217 2. Dich fing' ich, Gott, der jene| höherm Tone Von Stern zu Stern Sterne Aus seiner Hand hinwarf wie das All durchdringt, Und sich geflügelt Saat, Der stets in unermess'ner Ferne zu dem Throne Hinauf von gold'nen Sie leitet ihren lichten Pfad. Dort Harfen schwingt? wandeln fie in sichern kreisen So friedlich hin, wie Freund an Freund, Ein großes Chor, das, dich zu preisen, In seinem Fluge sich vereint. 3. Wer nennt, wer nennt die Wesen alle, Aus deren Mund dein Loblied steigt, Das mit der Welten Jubelschalle Bis zu dem Psalm des Seraphs fleugt? Das in des Himmels 4. Auch mich schuf Gott zu seiner Ehre, In diesem Staube wohnt ein Geist, Der, Engeln gleich, sich in die Heere Des Himmels mischt und dankt und preist. Lobsing' ihm, Seele, der zum Leben In jenen Höh'n auch dich erkor. Hinauf, hinauf! wann werd' ich schweben Zum lichten Sternenheer empor? B 290. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. e= tet an, ihr Menschen, brin= get Dem Höch- sten Ruhm Zahl- los sind der Geister Schaa- ren, Die, eh' wir noch und Preis, lob- fin- get, Gott, unsern Schöpfer, bet tet an. ge schaffen waren, Schon sei ne Huld und Größe sah'n. 3 Ihr Heer, um- strahlt von Licht, Bedeckt das An= ge= ficht 2 Vor dem Schöpfer. Voll Preis und Dank Tönt ihr Ge- sang Durch al= le Him- mel Gottes hin. 2. Er nur zählt die Geisterheere, Die hoch im Himmel seine Ehre Und seiner Größe Ruhm erhöh'n. Heilig, heilig ist Gott! rufen Sie tief anbetend an den Stufen Des hohen Throns, um den sie steh'n. So weit er herrscht, so weit Geht seine Herr lichkeit, Jauchzen Alle: Wer ist wie er? Frohlockt ihr Heer: Wer ist wie Gott, der uns erschuf? 3. Hobe Seligkeit ist's ihnen. Dem Gott, der sie erschuf, zu dienen, Von allem Eigenwillen fern. Seht ihr Beispiel, folgt, ihr Frommen! Sie Alle, heilig und vollkommen, Gehors en wonnevoll dem Herrn. Sie thun, was er gebeut, Und ihre Herrlichkeit Ist Gehorsam. Sie zögern nie, Er sende ste, Wohin sein Wint sie senden mag. 10 Gottes Werke und Wohlthaten. 218 4. Winden gleich und gleich den Bligen Geb'n sie vom Thron aus, fegnen, schüßen Und strafen, wie es Gott gebeut; Lagern sich um Gottes Kinder, Und fördern gern das Heil der Sünder, Und freu'n sich ihrer Seligkeit. Sie dienen, Jesu, bir, Frohlocken laut, wenn wir uns be Fehren, Wenn unser Dank Den Preisgesang Der Himmel hier schon wie berhallt. 5. Gott, mit allen diesen Heeren Soll, der hier heilig wird, dich ehren, Einst ewig sich mit ihnen freu'n; Soll, erlöst durch dein Erbarmen, zu bir gebracht auf ihren Armen, Wie 291. Mel. Nun dantet All' und bringet Ehr'. ste, einst ewig selig sein. Bernehmt's, ihr Menschen, hört: Wer sich zu Gott bekehrt, Wird am Throne In seinem Reich Auch, Engeln gleich, Das Antlip seines Gottes schau'n. 6. Werdet heilig, seid vollkommen, Wie Engel Gottes! Gott wird kom men Mit seinen Engeln zum Gericht. Laßt sie jauchzen, daß wir Alle Dann, aufgerichtet von dem Falle, Gott seh'n und seiner Wonne Licht. Heil uns, wir beten dann Den hohen Schöpfer an mit den Engeln. Ihr Preisge sang Und unser Dank Hallt dann durch alle Himmel hin. dh sin- ge dir mit Herz und Mund, Herr, meisnes Herzens Lust, Ich sing' und mach' auf Er- den tund, Was mir von dir bewußt. 2. Jch weiß, daß du der Born der Gnad Und ew'ge Quelle bist, Dar aus uns Allen früh und spat Viel und Segen fließt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd', Das o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd'? ung 4. Wer hat das schöne Himmels= zelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Thau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält' und Frost? Wer schüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most 3u seinen Zeiten find't? 6. Wer macht, daß Heil und Leben blüht, Wer hält mit seiner Hand Den gold'nen, werthen, eblen Fried' In unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, bas kommt von dir, Du, du mußt Alles thun, Du hältst die Wach' an unsrer Thür, und läßst uns sicher ruh'n. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu, Und stehst uns, wenn wir in Gefahr Gerathen, treulich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Ge buld, Und schlägst nicht allzusehr, Ja, enblich nimmst du unsre Schuld, Und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herz auch seufzt und schreit, Wirst du gar leicht er weicht, Und gibst uns, was uns hoch erfreut, Und dir zur Ehr' gereicht. 11. Du zählst, wie oft dein' Jün ger wein', Und was sein Kummer sei; Rein Kindesthränlein ist so klein, Du siehst's mit Vatertreu'. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit dem, was ewig steht, Und führst uns in des Himmels Haus, Wenn uns die Erd' entgeht. 13. Wohl auf, mein Herz, 0 fing' und spring', Und habe guten Muth, Dein Gott, der Ursprung aller Ding', Ist selbst und bleibt dein Gut. Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 219 14. Er ist dein Schatz, dein Erb'| manchen schweren Unglückslauf Hat und Theil, Dein Glanz und Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, bein Hülf' und Heil, Schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was träntst du dich in deinem Sinn, Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf Versorget und ernährt? Wie 292. Eigene Melodie. ott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stär- te. Herr ist sein Nam', er zum Heil gekehrt! 17. Er hat noch niemals was verseh'n In seinem Regiment; Nein, was er thut und läßt gescheh'n, Das nimmt ein gutes End'. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun, Und red' ihm nicht darein, So wirst du hier in Frieden ruh'n, Und ewig fröhlich sein. Und groß sind seine Wer- te, Und al- le Him- mel sein Ge- biet. Wie lang' ich leben sollte, Da ich noch unbereitet war. 2. Er will und spricht's: So sind und leben Welten; Und er gebeut: So fallen durch sein Schelten Die Himmel wieder in ihr nichts. 3. Licht ist sein Kleid, Und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, Und seines Thrones Feste Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 10. Nichts, nichts ist mein, Das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar Soll deines Namens Ehre, Dein Lob in meinem Munde sein. 4. Unendlich reich, Ein Meer von Seligkeiten, Ohn' Anfang Gott, Und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war Jm Himmel, Erd' und Meere, Das fennet Gott, Und seiner Werte Heere Sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, Schafft, daß ich ficher ruhe; Er schafft als Herr Was früh und spät ich thue, Und er erforschet mich und dich. 7. Er ist mir nah', Jch siße oder gehe, Ob ich an's Meer, Ob ich gen Himmel flöhe, So ist er allenthalben ba. 8. Er tennt mein Fleh'n Und allen Rath der Seele, Er weiß, wie oft Ich Gutes thu' und fehle, Und eilt mir gnädig beizusteh'n. 9. Er wog mir dar, Was er mir geben wollte, Schrieb in sein Buch, 11. Wer kann die Pracht Von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, Den du hast werden lassen, Verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm Ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, Jhr Auen, Thal und Hügel, Ihr seid sein Loblied und sein Pfalm. 13. Du träntst das Land, Führst uns auf grüne Weiden; Und Nacht und Tag, Und Korn und Wein und Freuden Empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; Es soll mein Herz Sich mit dem Trofte stillen, Daß deine Hand mein Leben hält. 15. Jst Gott mein Schuß, Will Gott mein Retter werden: So frag' ich nichts Nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Trug. 10 220 D Preisge sang, See le Dant. Gottes Werke und Wohlthaten. 293. Mel. Alle Menschen müssen sterben. ir, dem wei se Dir, du mei= nes N sten Re- gie= rer, Le- bens Führer, ब weites Reich be- woh- nen, Sieh'st du huld- reich auch auf mich, 200 Unter allen Millionen, Die dein Sor- gest für mich vä- ter- lich. 2. Auf der Menschheit hohe Stufe| Herr, dich laß ich walten, Du wirst Stellte, Herr, mich deine Hand, Daß mich stets aufrecht halten. Sende von deinem Gnadenrufe Fch den tief- Freude, sende Schmerz: Jmmer preiz sten Sinn verstand. Aus unendlichem set dich mein Herz. Erbarmen Zogst du mich mit Vaterarmen In der Kindheit schon zu bir, Gabst in Christo Alles mir. 3. Täglich warest du mir nahe, Deine Weisheit lehrte mich; Was ich hörte, was ich sahe, Zeigte mir, o Bater, dich. Ja, du kamst mit neuem Segen Jeden Morgen mir entgegen, Was der Seele heilsam war, Bot dein Geist mir reichlich dar. 4. Darum will ich dir mit Freus den Dankbar und ergeben sein, Will auch unter Kreuz und Leiden Dir ein Herz voll Demuth weih'n. Dich, o Tönt der Wel= ten Singt auch mei- ne Kommt, las set uns er= wä= gen 5. Herr, das höchste Gut im Leben Jst und bleibt mir deine Huld, Sie nur kann mir Frieden geben, Und bebecken meine Schuld. Anders hab' ich kein Verlangen, Als nur treu an dir zu gen, Fest mit dir vereint zu sein, um mich deiner ganz zu freu'n. 294. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. pd un laßt uns Got- tes Gü- te 6. Oder seligen Verbindung, Du in mir und ich in dir! Deiner VaterHuld Empfindung Werde täglich neu in mir, Bis ich rein und ganz vollkommen Dich einst schau' mit allen Frommen Dort, wo ich bin allezeit Bei dir in der Ewigkeit. pad Uns füh- ren zu Ge- mü- the, P Des milden Va- ters Se- gen. Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 221 2. Eh' wir an's Licht gesetzet, Hat| Sohn hergiebet, Der auch auf's er uns hochgeschäßet, und hat uns eingeschrieben Zum Leben und zum Lieben. höchste liebet. 3. Da wir noch sind gelegen Ohn' Regen und Bewegen, Ohn' Menschenhülf' und Sorgen, Der Mutter selbst verborgen: 10. Sollt' er uns was versagen, Wenn wir ihm gläubig klagen? Sollt' er nicht uns zum Leben Auch Brod und Kleidung geben? 11. Der Vogel in den Lüften, Das Thier in seinen Klüften, Die Blume an den Wegen Muß Sorgen widerlegen. 12. Der sie so treulich heget, So fleißig ihrer pfleget, Sollt' der den Himmelserben Gedenken zu ver= derben? 13. O Vater, ach verleihe, Daß deine Güt' und Treue Wir innig= lich betrachten Und so gering' nicht achten. 14. Die Bitte uns gewähre, Daß wir zu deiner Ehre Dir immer recht vertrauen, Und gänzlich auf dich bauen. 15. Wenn wir nur Glauben haben, So werden uns die Gaben, Die wir zu diesem Leben Bedürfen, wohl gegeben. 16. Eh' wird der Kreis der Erden, Die Welt vernichtet werden, Eh' sollten sein verlassen, Die Fleisches Sorge Hassen. 4. Da hat er uns gegeben Die Glieder und das Leben, Da hat er uns erhalten Ohn' unser Thun und Walten. 5. Er hat zur rechten Stunde, Dankt's ihm mit Herz und Munde, Wie auf der Engel Bagen Uns in die Welt getragen. 6. Er hat uns aufgenommen In die Gemein' der Frommen, Gemacht zu seinen Erben, Die nicht im Tode sterben. 7. Er gibt sich zu erkennen In seinem Wort; wir nennen Ihn Vater und Ernährer Und alles Gut's Bescherer. 8. Er gibt für unsre Sünde In seinem ein'gen Kinde, Das er für uns läßt würgen, Den rechten, treuen Bürgen. 9. Dies lasset uns bedenken. Wenn uns die Sorgen kränken: Wer seinen 295. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. ch weiß, o Gott, daß all' mein Thun # Und Werk' auf d Se gen. # deinem Willen ruh'n, Von dir kommt Glück und Was du regierst, das geht und steht Auf rech- ten, gu- ten We- gen. 2. Es steht in feines Menschen Macht, Daß sein Nath werd' in's Werk gebracht, Er seines Gangs sich freue. Des Höchsten Rath, er macht's allein, Daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, Dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit gefehlet; Oft sieht er auch für schädlich an, Was Gott doch selbst erwählet. 4. So fängt auch mancher weise Mann Ein Wert oft start und ei frig an, Und bringt's doch nicht zu Stande; Er baut ein Schloß und 222 festes Haus, Doch nur auf nichts als Sande. Gottes Werke und Wohlthaten. 5. Wie Mancher ist in seinem Sinn Fast über Bergesspißen hin, Und eh' er fich's versiebet, So liegt er da, so hat sein Fuß Vergebens sich bemühet. 6. D'rum, lieber Vater, der du Kron' Und Scepter trägst im Himmelsthron, Und aus den Wolken blißest, Vernimm mein Wort, und höre mich Vom Stuhle, da du fißest. 7. Verleihe mir das reine Licht, Das fließt von deinem Angesicht, In frommen Seelen webet, Und da der rechten Weisheit Kraft Durch deine Kraft belebet. 8. Gib mir Verstand aus beiner Höh', Auf daß ich ja nicht ruh' und steh' Auf meinem eignen Willen. Sei du mein Freund und treuer Rath, Was gut ist, zu erfüllen. 9. Prüf' Alles wohl, und was mir gut, Das gib mir ein, was Fleisch und Blut Erwählet, das verwehre. Der höchste Zweck, das beste Theil Sei deine Lieb' und Ehre. 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, meiner Seelen Sonn' und Zier, Gefallen und belieben; Was bir zuwider, laß mich nicht In Werk und That verüben. 11. Ist's Werk von dir, so hilf zum Glück, Ist's Menschenwerk, so treib's zurück, Und änd're meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt D 茄 von sich selbst In Kurzem zu zers rinnen. 12. Sollt' aber dein und unser Feind An dem, was dein Herz gut gemeint, Beginnen sich zu rächen: st das mein Trost, daß seinen Zorn Du leichtlich könnest brechen. 13. Tritt bu zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring' zum guten Ende, Was du selbst angefangen hast, Durch Weisheit deiner Hände. denn nach Din- gen, Wer te brin- gen? 14. Jst gleich der Anfang etwas schwer, Und muß ich auch in's tiefe Meer Der bittern Sorgen treten, So treib' mich nur ohn' Unterlaß zu seufzen und zu beten. 15. Wer fleißig betet und traut, Wird alles, davor sonst ihm graut, Mit tapferm Muth bezwingen; Sein Sorgenstein wird in der Eil' In tausend Stücke springen. 16. Der Weg zum Guten ist faſt wild, Mit Dorn und Hecken ausge füllt, Doch wer ihn freudig gehet, Kommt endlich, Herr, durch dich da hin, Wo Freud' und Wonne stehet. 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind, Was ich bei mir nicht hab' noch find', Hast du zu aller G'nüge. So hilf nun, daß ich meinen Stand Wohl halt und herrlich siege. 18. Nur dir set, aller Ruhm und Ehr', Ich will dein Thun je mehr und mehr Aus hocherfreuter Seelen Vor deinem Volk und aller Welt, So lang' ich leb', erzählen. 296. Mel. Ermunt're bich, mein schwacher Geist. 11 bist ein Mensch, das weißt du wohl, Was strebst du Die Gott, der Herr, al lei ne soll Und kann zu Du fährst mit deinem Wiß und Sinn # Durch so viel tau send Sor- gen hin, Und denkst: wie will's Schöpfung, Erhaltung, Regierung. Ų auf Erden Doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst, du wirst für-| 9. Und dennoch soll dein Angesicht wahr mit allem deinem Dichten Nicht, was so klein ist, wie ein Haar, In aller Welt ausrichten; Und dient dein Gram sonst nirgends zu, Als daß du dich aus deiner Ruh' In Angst und Schmerzen stürzest, Und dir das Leben fürzest. 3. Willst du das thun, was Gott gefällt, Und dir zum Heil gedeihet, So wirf dein Sorgen auf den Held, Den Erd' und Himmel scheuet, Unb gib dein Leben, Thun und Stand Nur fröhlich hin in Gottes Hand, So wird er beinen Sachen Ein fröhlich Ende machen. 4. Wer hat so treu gesorgt für dich, Eh bu zur Welt gekommen? Wer hat im Mutterschooße sich Schon dei ner angenommen? Wer hat schon da dein Heil bedacht? Was that da aller Menschen Macht, Als Geist und Sinn und Leben Dir ward zuerst gegeben? 5. Durch wessen Kraft steht dein Gebein In ordentlicher Fülle? Wer gab dem Auge Licht und Schein? Dem Leibe Kraft und Hülle? Wer zog die Adern hier und dort, Und jed' an ihre Stell' und Ort? Wer setzte hin und wieder So viele schöne Glieder? 6. Wo war bein Wille und Verstand, Als Wasser Alles deckte, Und über See und über Land Sich Finsterniß erstreckte? Wer brachte Sonn' und Mond herfür? Wer schuf die Kräuter, Bäum' und Thier', Und hieß sie deinen Willen Nach Herzenslust erfüllen? 7. Heb' auf dein Haupt, schau' überall, Hier unten und dort oben, Wie Gottes Sorg, auf jeden Fall Für dich sich hat erhoben. Dein Brod, dein Wasser und dein Kleid War eher noch als du bereit't, Die Milch, die du einst nahmest, War auch schon, da du kamest. 223 8. Die Windeln, die dich allgemach Umfingen in der Wiegen, Dein Bett lein, Kammer, Stub' und Dach, Und wo du solltest liegen, Das war schon alles zugericht't, Eh' noch dein Aug' und Angesicht Aufblickte, daß es sehe, Was in der Welt geschehe. Dein ganzes Leben führen, Du trau'st und glaubest weiter nicht, Als was die Augen spüren; Was du beginnft, das soll allein Dein Kopf, dein Licht und Meister sein, Was du nicht auserkoren, Das hältst du für verloren. 10. Nun siehe doch, wie viel und oft Ist das ganz umgeschlagen, Was du gewiß und fest gehofft Mit Hänben zu erjagen! Hingegen, wie so manches Mal Ist das gescheh'n, was überall Kein Mensch, kein Rath, fein Sinnen Vermochte zu beginnen! 11. Wie oft bist du in große Noth Durch eig'ne Schuld gekommen, Da bein verblend'ter Sinn den Tod Für's Leben angenommen! Und hätte Gott sein Wert und That Ergehen lassen nach dem Rath, In dem du's angefangen, Du wär'st zu Grund' ge= gangen. 12. Der aber, der uns ewig liebt, Macht gut, was wir verwirren, Erfreut, wo wir uns selbst betrübt, Und führt uns, wo wir irren; Und dazu treibt ihn sein Gemüth Und die so reine Batergüt', In der uns arme Sünder Er trägt als seine Kinder. 13. Ach, wie so oftmals schweigt er still, Und thut doch, was uns nüßet, Da unterdessen unser Will' Und Herz in Aengsten fizet, Sucht hier und da und findet nichts, Will seh'n, und mangelt doch des Lichts, Will aus der Angst sich winden, Und kann den Weg nicht finden. 14. Gott aber geht gerade fort Auf seinen weisen Wegen, Er geht und bringt uns an den Ort, Wo Wind und Sturm sich legen. Hernachmals, wenn das Wert gescheh'n, Dann kann der Mensch erst klarer seh'n, Was der, der ihn regieret, In seinem Rath geführet. 15. D'rum, liebes Herz, sei wohl= gemuth, Und laß von Sorg' und Grämen. Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, Dein Bestes vorzunehmen. Er tann's nicht lassen, glaube mir, Sein Herz ist ganz gekehrt zu dir und uns hier allzusammen, In heil'ger Liebe Flammen. 224 Gottes Werke und Wohlthaten. 16. Es glüht sein Herz von Gnad'| wird doch wahrlich das gescheh'n, und Treu', Und also kannst du den- Was Gott, dein Vater, außerseh'n; ten, Wie seinem muth zu Muthe sei, Was er dir zu will kehren, Das wird Wenn wir uns oftmals kränken Ver kein Mensch verwehren. geblich mit der Sorgenbürd', Als ob er uns nun gänzlich würd' Aus lauter Zorn und Hassen Ohn' Hülf und trostlos lassen. 17. Das schlag' hinweg, und laß dich nicht So jämmerlich bethören; Obgleich nicht all'zeit das geschicht, Was Freude kann vermehren, So 297. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. +4 ürwahr, du bist, o Gott, ver- bor- gen, Dein Rath bleibt vor Um- sonst find alle un fre Sor- gen, Du sorg test, eh' uns wunderbar. die Welt noch war, 5 18. Thu' als ein Kind und lege dich In deines Vaters Arme. Bitt' ihn und flehe, bis er sich Dein, wie er pflegt, erbarme, So wird er dich durch seinen Geist Auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, Nach wohlgehalt'nem Ringen Aus allen Sorgen bringen. Dies sei genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finster-| Demuth Schranken, Die Demuth wird nissen Vor unsern Augen oft ver von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst steckt, Doch wenn wir erst den Aus- den, der dich liebt, Und deiner Fühgang wissen, Wird uns die Ursach' rung sich ergibt. auch entdeckt, Warum dein Rath, der niemals fehlt, Den uns so dunklen Weg erwählt. 5. D'rum will ich dir mich überlassen mit Allem, was ich hab' und bin; Ich werfe, was ich nicht kann fassen, Auf deine Macht und Weisheit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, Daß stets dein Rath voll Güte war. 3. Nie find die Tiefen zu ergründen Von deiner Weisheit, Macht und Güt', Du kannst viel tausend Wege finden, Wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht, Du sprichst, o Gott, und es geschicht. Für un ser Wohl schon vä= ter- lich, = 没 等 6. Gib, daß dies mein Vertrauen mehre In Glück und Unglück, Freud' und Leid. Schick' Alles, Herr, zu deiner Ehre, Und meiner Seelen Seligkeit; So preis' ich einst vollkommen 4. So weicht denn, ängstliche Gedanken, Gott kann weit mehr, als ihr versteht; Bleib', Seele, in der dich, Und freue dann auf ewig mich. 298. Mel. Wie schön leucht't uns ber Morgenstern. in auf, mein Geist, zu Gott em- por, Zum Schöpfer, Auch dich hat er her vor= ge- bracht, Auch dich mit = Schöpfung, Erhaltung, Regierung. den im Jubel= chor weiser Huld und Macht Ja 225 E Die höhern Gei- ster lo= ben! Zu seinem Reich erhoben. 0 Va- ter, So ihn nen= nen, so ihn kennen und Va- ter, a ver ehren, Was kann höh'= res Glück ge- währen? 2. Mit welcher stillen Sorgsamkeit stet deine Gnade. Vater, Vater, Verfolgt dein Blick mich jederzeit Auf Wenn auch Leiden mich der Freuden allen meinen Wegen! Du weißt, wie oft berauben: Deiner Liebe will ich schwach die Menschen sind, Und lei- glauben. test mich, dein schwaches Kind, Dem 3tele sanft entgegen. Vater, Vater, Dir vertrau' ich, o wie stärkt mich der Gedanke: Du bist bei mir, wenn ich wanke! 3. Mein Leben hier in dieser Zeit Ist nur der Gang zur Ewigkeit, Nur Bildungszeit der Jugend. O Gott, wie gut erziehst du mich! Wie führest du so väterlich mich hin zur wahren Tugend! Vater, Vater, Alles leitest und bereitest du mit Liebe, daß ich dir folgsam bliebe! 4. Schau' ich in deiner Welt umher, Wie sichtbar wird des Segens Meer, Das hier schon mich umflieBet! Da strömen tausend Freuden hin, Für meinen Geist, für jeden Sinn, Und selbst der Wurm genießet. Vater, Vater, Deinen Segen zu erwägen, das ist weise, Das versüßt des Lebens Reise. 5. Dem Freudenbecher mischest du Zwar oft auch bitt're Tropfen zu, Doch nur, daß er nicht schade. Und ist die Trauerstunde da, dann ist auch dein Beistand nah', Dann trö6. Ich sehe, daß du Bater bist Selbst dann noch, wenn mein Herz vergißt, Dir, Höchster, sich zu weihen. Wie grenzenlos ist deine Huld! Wie gern willst du der Sünden Schuld Bekümmerten verzeihen! Bater, Vater! O wer wollte, wie er sollte, dich nicht ehren, Nicht getrost zu dir sich tehren? 7. Ergeb' ich dir mein ganzes Herz, So wird einst über jeden Schmerz Mich deine Huld erheben. Bald ist. das Thal hier durchgereist, Wie herrlich schwingt sich dann mein Geist Empor zum höhern Leben! Vater, Vater! Dann erst seh' ich ganz und ewig deine Treue. Ach, wie ich schon jetzt mich freue! 8. Daß diese Freude mich durchdringt, Und dir mein frohes Herz lobsingt, Das dank' ich deinem Sohne. Er hat mit dir uns ausgesöhnt, Dein holder Vatername tönt nun hier wie bort am Throne. Vater, Vater! Nie verhalle, ewig schalle selbst bei Schmerzen Dieser Ton in Christenherzen. 226 D Erlösung des Menschen. 1. Die Sünde und ihre Folgen. 299. Mel. Auf meinen lieben Gott. u, der kein Böses thut, Du gabst ihm Licht und Kräf- te A 3. Hier ist kein Unterschied. Dein belles Auge fieht Auf alle Menschen tinder, Ach, fie sind Alle Sünder, Da ist vor dir, Herr, Keiner Unschuldig, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist Aller Sinn, Die Weisheit ist dahin, Die uns regieren follte, Nur, was dein Wille wollte, Mit freudevollen Trieben Zu wollen und zu üben. In Hei- lig- teit zu wan- deln, Stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eigenthum, Wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen Ein Mensch ganz rein von Sünden Vor dir, o Gott, zu finden? 5. Fleisch sind wir von Natur, Uns rühren leider nur Die Güter dieser Erden, Die uns entrissen werben, Mehr als die höhern Gaben, Die uns auf ewig laben. व Du schufft den Menschen gut, Zum seligen Ge- schäf- te, 6. Dir folgen dünkt uns Zwang, Des Herzens böser Hang Reißt uns mit starkem Triebe Zu schnöder Sündenliebe; Und können wir wohl zäh= len, Wie oft wir vor dir fehlen? 7.0 Herr, was uns gebricht, Laß in der Wahrheit Licht So heilsam uns erkennen, Daß wir von Ernst entbrennen, Der Sünde entsagen, Der Beff'rung nachzujagen. 8. Wohl dem, ber sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, So willst du uns doch heilen, und Kräfte uns ertheilen, Schon wiederum auf Erden Dir gleichgesinnt zu werden 9. Herr, diese deine Huld Laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre Herzen, Dir nicht zu widerstreben, Damit wir ewig leben. 300. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. , mein Je su, welch' Ver- der= ben Denn mit an dern Adams= er= ben Woh- net nicht Stect' ich vol Die Sünde und ihre Folgen. # in meiner Brust! Ach, ich muß es bir ler Sün den= lust. 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden Aus der angeerbten Noth, Heile meinen Seelenschaden, Herr, durch deinen Kreuzestod; Schlage du die Sündenglieder Meines alten Adams nieder. 4. Ich bin unten von der Erden, Herr, ich bin in Sünden tobt; Soll ich wieder lebend werden, So mußt du in dieser Noth Mich durch deinen Geist gebären, und mir neue Kraft gewähren. A 5. Schaff' in mir ein reines Herze, Einen neuen Geist gib mir, Daß ich nun nicht länger scherze Mit der Ich bin Fleisch vom Fleisch zu nen- nen. 2. Wie verkehrt sind meine Wege,| sündlichen Begier. Laß mich ihre Lift bald merken, Mich im Geist dagegen stärken. Wie verderbt ist doch mein Sinn! Der ich zu dem Guten träge, Aber schnell zum Bösen bin. Ach, wer wird mich von den Ketten Und vom Tod der Sünden retten? 6. Lehr' mich wachen, beten, rin gen, Und mein böses Fleisch und Blut In des Geistes Joch zu zwingen, Weil es niemals Gutes thut. Was nicht kann dein Reich ererben, Laß in deinem Tod ersterben. 227 301. Eigene Melodie. po # ch Gott und Herr, Wie groß und schwer JJ vielen Sün- den! be ten nen, 7. Reize mich durch jene Krone, Die mir droben beigelegt, Daß ich meiner niemals schone, Wann und wo ein Feind sich regt; Sodann hilf mir tapfer tämpfen, Teufel, Welt und Fleisch zu dämpfen. 8. Sollt' ich etwa unterliegen, so hilf mir wieder auf. Saß in deis ner Kraft mich siegen, Daß ich meinen Lebenslauf Unter deinen Siegeshänden Möge ritterlich vollenden. Sind meine Da ist kein Mann, Der hel- fen kann, In dieser Welt zu fin- den. 2. Flöh' ich gleich weit zu aller| Geh' mit mir nicht, Gott, in's GeZeit Bis an der Erde Enden, Um richt, Dein Sohn hat mich verfühnet. frei zu sein Der Angst und Pein, Würd' ich sie doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh' ich, Verstoß' mich nicht, wie ich's wohl hab' verdienet. 4. Soll's ja so sein, Daß Straf' und Bein Auf Sünden folgen müssen: So fahr' hier fort, Nur schone bort, Und laß mich hier wohl büßen. 228 Gottes Werke und Wohlthaten. 5. Gib, Herr, Geduld, Vergib die 8. Also, Herr Christ, Mein' ZuSchuld, Gib ein gehorsam Herze, Daß flucht ist In deinen Todeswunden; ich doch nie Durch Sorg' und Müh' Wenn Sünd' und Tod Mich stürzt in Mein ew'ges Heil verscherze. Noth, Dann werd' ich da gefunden. 6. Verfahr' mit mir, Wie's dünket dir, Ich will es gerne leiden; Nur woll'st du mich nicht ewiglich Von deiner Gnade scheiden. 9. Darin ich bleib', Und ob mein Leib und Seele sich auch scheiden, So werd' ich dort Bei dir, mein Hort, Doch sein in ew'gen Freuden. 7. Wie dort im Baum Den sichern. Raum Der bange Vogel findet, Wenn schwarz die Nacht, Das Wetter kracht, In Angst sich Alles windet: rei lich bin ich Ach, nimm mich in A 302. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Ber Menschen= hü= ter! des Himmels Gü= ter. 10. Gott, dir sei Ruhm! Dein Eigenthum Bleib' ich in Jesu Namen. Jch zweifle nicht, Weil Christus spricht: Wer glaubt, wird selig! Amen. Nimm mich auf, o höchstes Gut. 2. Allerhöchster Gottessohn, Meines Lebens einzig Leben, Komm herab vom Sternenthron, Komm, ich will mich dir ergeben. Geh' doch nicht vor mir vorbei, Hör', o Jesu, mein Geschrei. 3. Gold und Silber acht' ich nicht, Nicht der Welt vergänglich Prangen; Eines, Eines mir gebricht, Dieses such' ich voll Verlangen: Der Maria bestes Theil Wähl' ich aus, der Seelen Heil. 4. Weil ich bin in Sünden todt, Seufz' ich nach der Seele Leben. Jesu, hilf aus dieser Noth, Hilf dem Teufel ch, Ach, arm und bloß, D du groz deinen Schooß, Schen- ke mir e Schau', ich lieg' in meinem Blut, widerstreben, Denn er steht nach meiner kron', Hilf, o starter Davidssohn. 5. Alles will ich geben hin, Wenn ich dich nur tann besitzen. Weg mit allem Weltgewinn! Hierauf will ich mich nicht stüßen. Mein Erlöser ist mein Gold, Das ich nicht vertauschen wollt'. 6. Er wird nicht vorüber geh'n, Sollt' ich schon im Blute liegen; Treulich wird er bei mir steh'n, Und mich nimmermehr betrügen. Ich soll leben, sagt er mir, Was frag' ich, o Welt, nach dir? 303. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. pa was sind wir oh ne Je- sum? was sind wir? voller& lend! Dürftig, jäme Ach, Herr Je= Die Sünde und ihre Folgen. merlich und arm. su, dich er- barm'. Laß dich unsre Noth be we= gen, pda Die wir dir vor Augen le- gen. 2. Wir sind nichts ohn' dich, Herr| deines Heils Genuß, Daß wir deine Jesu, Ueberall ist Finsterniß, Und Kraft verspüren, Nie im Kampf den es quälet uns so heftig Des Gewis- Muth verlieren. sens Schlangenbiß. Sündengift steckt in dem Herzen, Und verursacht bitt're Schmerzen. 6. Fass' uns an, o treuer Jesu, Führ' uns durch die Pilgerstraß', Daß wir auf den rechten Wegen Gehen fort ohn' Unterlaß. Laß uns meiden alle Stricke, Und nicht wieder seh'n 3. Ohne dich, getreuer Jesu, Schrecken Teufel, Welt und Höll', Und erregen Angst und Zittern, Nir- zurücke. gends, nirgends ist es hell. Aufge= wacht ist mein Gewissen, Ich bin ganz von Angst zerrissen. 4. Darum stärt uns, liebster Jesu, Sei in Finsterniß uns Licht, Deffne unfres Geistes Augen, Zeig' dein freundlich Angesicht. Strahl, D Sonn', mit Lebensblicken, So wird sich das Herz erquicken. 5. Tritt den Satan, starter Jesu, Unter unsern schwachen Fuß. Du kennst unser Unvermögen, Schent' uns 229 304. Mel. Auf meinen lieben Gott. 7. Laß den Geist der Kraft, Herr Jesu, Geben unserm Geiste Kraft, Daß wir treulich dir nachwandeln, Nach der Liebe Eigenschaft. Ach, Herr, mach' uns selber tüchtig, So ist unser Leben richtig. 8. Dann wird Lob und Dant, Herr Jesu, Schallen aus des Herzens Grund; Dann wird Alles dich bekennen, Und dir fingen Herz und Mund; Dann wird auf der ganzen Erden Jesus hochgelobet werden. Ohei- le du aus Gna- den 2. Wie oft gehorch' ich ihr! Wie oft hab' ich vor dir. Herr, dein Ge feb verlezzet Und dir mich widerseßet! Ach, willst du nicht vergeben, Mein Gott, wie kann ich leben? ch bin mir, Gott, be- wußt Der innern bösen Lust, JJJ Der Quel- le meiner Sün- den, Die Menschen nie er- grün- den. Der See le tie- fen Schaden. 3. Ein jegliches Gebot Zeugt wider mich, und droht Mit ewigem Verderben. Laß, Bater, mich nicht sterben; Du kannst, du kannst vom Bösen Auch mich, o Herr, erlösen. 230 4. Verwirf mich nicht vor dir, Beweise Gnad' an mir. Erneu're meine Seele, Daß sie das Gute wähle. Die Tilgung meiner Sünden Laß mich bei Jesu finden. 5. Drückt mich ihr schweres Joch, So sei, o Vater, doch noch stärker dein Erbarmen, Das heilige mich Armen. Du tannst, mein Gott, vergeben, Bei dir ist Heil und Leben. Gottes Werke und Wohlthaten. S 305. Mel. Wo Gott zum Haus nicht gibt sein' Gunst. ott wollte nicht des Sün- ders Tod, Gab ihm sein Wort und sein Ge= bot, 6. Hat sonst des Fleisches Macht Ihr Wert in mir vollbracht: So laß zu guten Werken nun beinen Geist mich stärken, Daß, folgiam deiner Lehre, Ich nun dich fürcht' und ehre. 7. Hilf, wenn in meiner Brust Sich regt die böse Lust, Daß ich mich widerseße, Und nicht dein Recht ver lepe, Dein Bild noch auf der Erde, Und dort vollendet werde. That ernstlich 4. Dann herrscht mein Scepter väterlich, Sie sind mein Volt, ihr Gott bin ich; Die Liebe lehr' und treibe nun, Daß gern sie meinen Willen thun. Rief Israel in seinen Bund. 2. Jm Donner bebte Sinai, Als| Sohn. sein Geseß der Herr verlieb. Er grub's in Felfentafeln ein, Doch auch des Volkes Herz blieb Stein. 3. Da sprach voll Huld des Vaters Mund: Gestiftet werd' ein neuer Bund, Kein tobter Buchstab' auf dem Stein, Die Liebe schreib' in's Herz ihn ein! 5. So fandte Gott von seinem Thron Den eig'nen eingebor'nen || feinen Wil- len fund, Der Vater thut durch Christi Mund Sein Wort und seine Liebe tund. 6. Des Sohnes Ruf ist: Menschen, hört, Was euch der Gott der Liebe lehrt: Liebt ben, der euch zuvor ge= liebt, Und euch den Sohn zum Heis land gibt. 7. Mit meiner Liebe liebet euch, Jhr seid durch mich einander gleich, Und weiht die neuen Kräfte gern Dem Reiche Gottes, eures Herrn. 8. Gott, der du selbst die Liebe bist, Die feines Menschen Sinn er mißt, Gieß' aus den Geist der Liebe nun, Daß Alle deinen Willen thun. 306. Mel. Jefus, meine Zuversicht. E u ter hir te, willst du nicht Und es nach der Hirten= pflicht Deines Schäf- leins Tragen heim auf Die Sünde und ihre Folgen. dich er bar men, dei nen Ar= men? B Ho- len in den Freu- den- saal? 2. Schau', wie ich verirret bin Auf der Wüste dieser Erde; Komm, und bringe mich doch hin zu den Schafen deiner Herde. Führ' mich zu den Deinen hin, Wo ich wohl geborgen bin. 3. Mich verlangt, dich mit der Schaar, Die dich loben, anzuschauen, Die da weiden ohn' Gefahr Auf den süßen Himmelsauen, die nicht in der Furcht mehr steh'n, Und nicht können irre geh'n. 最 Willst du mich nicht aus der Qual deinen Freu- den- schein ar me See= le nicht 2. Die Erlösung im Allgemeinen. 307. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. ग 231 J 4. Denn ich bin hier sehr bes drängt, Muß in steten Sorgen leben, Weil die Feinde mich umschränkt, Und mit List und Macht umgeben, Daß ich armes Schäfelein Keinen Blick kann sicher sein. rich, hel- ler Morgenstern, her= ein, Ermun t're mich, du Gna- ben= licht, 12 5. Herr Jesu, laß mich nicht In der Wölfe Rachen kommen; Hilf mir nach der Hirtenpflicht, Daß ich ihnen werd' entnommen. Hole mich, dein Schäfelein, In die ew'gen Hütten ein. Und laß uns Und laß die In hel- len Strah- len fe = hen. In Sa- tans Stricken ge= hen. Ruf' mich, Daß ich In dem Herzen tiefe Schmer- zen um || die Sünde, Die sich an mir zeigt, empfin= de. 2. Ach, gieße deinen edlen Schein| schwarze Sündennacht, Die mir so In mein verfinstert Herz hinein, Und angst und bange macht, zeig' mir deine Liebe. Was mich Ewig Sollte gib mir reine Triebe. Vertreib' die 232 Gottes Werke und Wohlthaten. plagen, willst du tragen; zeig' die| mir die Hände, Daß kein Fall mich Wege, Wie ich zu dir tommen möge. von dir wende. 3. Bekehre meinen harten Sinn, Gib, daß ich voller Reue bin Um meine schweren Sünden; Zerschlag', zerknirsche Geist und Herz, Und laß mich wahren Seelenschmerz Jm Innersten empfinden. Hierzu Gib du Glaubenstriebe, reine Liebe und Verlangen, Dich, mein Heil, recht zu umfangen. 8. Den Glaubensschmuck trag' ich an mir, Verleih' auch, daß die Tu gendzier Dem Glauben niemals fehlet. Du hast mich, Herr, zu deinem Ruhm, Zu deinem ew'gen Eigenthum, Zu deinem Kind erwählet. Selig, Wenn ich Diese Zierde, diese Würde nie verliere, Und sie einst dort ewig führe. 9. Verklär' dich täglich mehr in mir, Ein' reich' Erkenntniß gib von dir; Laß mich gewisser werden, Daß ich in deiner Gnade steh', Und auf des Himmels Wegen geh', So lang' ich wall' auf Erden. Gänzlich Will ich mich verschreiben, dein zu blei ben, daß ich droben Dich kann ewig seh'n und lober 4. Denn du bist ja mein Gnadenlicht, Dem miemals Glanz und Schein gebricht, Laß nur mit dir mich gehen. Herr, wenn ich dort den Richterschluß Vom ew'gen Throne hören muß, Kann ich mit dir bestehen, Weil ich Durch dich, Gnadensonne, lauter Wonne dort erlange, Und als ein Gerechter prange. 5. So tleide meine Seele ganz In deinen reinen Schmuck und Glanz, Und rein'ge mein Gewissen. Uns hat ja deines Blutes Kraft, Die Alles rein und heilig schafft, Der Sündenlust entrissen. Laß doch Auch noch Selbst in Schmerzen sich die Herzen zu dir neigen Und ihr Licht den Menfchen zeigen. 6. Dring' in mein Herz, mein Licht, mein Heil, Ich find' an dir mein bestes Theil, D'rum will ich auf dich hoffen. Du hast dich fest mit mir vereint; Gib, daß mein Herz es redlich meint, Da nun der Bund getroffen. Herr, dich Halt' ich, Du der Meine, ich der Deine, ach, uns Beide Trenne weder Leid noch Freude. 12. Umgib mich endlich überall 7. Befestige mein wankend Herz, Mit Gnadenproben ohne Zahl, Dein Damit es sich durch keinen Schmerz Auge mich behüte, Daß ich in deiVon dir abwenden lasse. In dir, ner Gnade steh' Und darin immer mein Vater, gründe mich, Gib, daß weiter geh' Durch deine Wundergüte. mein fester Glaube dich Als seinen Täglich, Stündlich Gib mir Gnade, Schutz umfasse. Halt' mich, Daß ich daß kein Schade, daß kein Leiden Ja nicht weiche, komm und reiche| Möge je von dir mich scheiden. M 10. Erfreue mich, mein Seelenschazz, Du hast in meinem Herzen Plag, Erfüll' es mit Vergnügen. Gib ihm des Himmels Lebenssaft, Laß mich durch deiner Liebe Kraft Hier alles Leid besiegen. Laß mich Innig Voll Verlangen dich umfangen, dich genießen, Dies kann alle Noth versüßen. 11. Erhalte mich in deinem Licht, Laß alle List und macht mich nicht Von deiner Gnade trennen. Vollführ' in mir dein Gnadenwerk, Gib Geisteskraft und Glaubensstärk', Laß mich dich ewig tennen; Und mich Stetig Hier bestreben, dir zu leben, bis ich sterbe Und mit dir das Reich ererbe. 308. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ein Gott, wie groß ist dein Er- bar- men, Das mir dein Du nimmst mich auf mit Liebesar- men, Und gibst mir Gna- den- bund beweist! beines Sohnes Geist, Die Erlösung im Allgemeinen. H Dein neuer Bund's genosse sei. ticht Mit aufgedecktem Angesicht. 2. Jch hielt, o Gott, mich für| geladen, Nachdem er das Gesetz erverloren, Da ich in meinem Blute füllt. Nun sehen wir der Wahrheit lag, Doch weil du mich dir auserkoren, Erschien mir ein ersehnter Tag, Der that auch mir durch dei nen Bund Heil, Segen und Erld sung tund. 6. Dies Gnadenbündniß muß bestehen, Ob Teufel, Höll' und Sünde stürmt. Wird Erd' und Himmel gleich vergehen, Bin ich doch sicher g'nug beschirmt, Denn Christi, meines Bürgen, Blut Macht alle meine Schulden gut. 7. Eh' müßten Berg' und Hügel weichen, Eh' müßt' die ganze Welt vergeh'n, Als daß sein Bund, sein Gnadenzeichen, Nicht ewig sollte fest besteh'n. Sein Friedensbund, den er gemacht, Bleibt, wenn auch Erd' und Himmel kracht. 8. Herr, laß mich bis an mein Ende Getreu in deinem Bunde steh'n! Ach, leitet mich, ihr Vaterhände, Daß meine Tritte richtig geh'n! So hab' ich einst an dir, mein Heil, Als Bundeskind im Himmel Theil. 3. Auf's Neue hast du mich geboren, Mich deinen Kindern zugezählt; Du hast mir Treue zugeschworen, Und mich in Christo auserwählt; Er hat mich durch sein Blut erkauft, Auf seinen Tod bin ich getauft. 4. 3war dein Gesetz macht' auch vor Zeiten Den Vätern deinen Bund bekannt; Es zeigte Christum schon von weitem, Den du zum Heil der Welt ernannt, Doch konnte dieser Gnadenschein Noch nicht ganz hell und heiter sein. 5. Nun, zu dem neuen Bund der Gnaden, Woraus uns Heil und Se gen quillt, Hat Christus selber einDaß ich, von Sün- den rein und frei, und Lieb'. stes Trieb 233 309. Mel. Valet will ich dir geben. err Je su, Licht der Heiden, Der From men Schatz Wir kommen jegt mit Freuden Durch dei= nes Gei117 In diesen dei- nen Tempel, Und su- chen mit Be- gier, Nach Si- mesons Er em pel, Dich, großer Gott, auch hier. 2. Du wirst von uns gefunden, Overbunden Durch dein VerheißungsHerr, an jedem Ort, Da du uns fest wort; Vergönnst noch alle Tage, Daß 234 Gottes Werke und Wohlthaten. man dich, Gott zum Preis, Auf schon hienieden Den Heiland hab' Glaubensarmen trage, Wie dort der erblickt. fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, Ein helles Licht in Pein, Im Schrecken unsre Sonne, Jm Kreuz ein Gnaden schein. Wenn in der Noth wir beben, Sei uns ein Freudenstrahl, In Krantheit unser Leben, Ein Stern in Todesqual. 5. Ja, ja, ich hab' im Glauben, Mein Jesus, dich geschaut. Kein Feind kann dich mir rauben, Dich, dem mein Herz vertraut. Ich wohn' in deinem Herzen, und in dem meinen du; Uns scheiden teine Schmerzen, In dir ich ewig ruh'. 6. Hier will es oft mir scheinen, Du säh'st mich strafend an, Daß ich vor Angst und Weinen Dich kaum erkennen tann. Dort aber wird's geschehen, Daß ich von Angesicht Zu Angesicht soll sehen Dein immer flares Licht. 4. Herr, laß es uns gelingen, Daß wir, wie Simeon, Auch endlich mögen singen Im frohen Siegeston: Nun werden mir in Frieden Die Augen zugedrückt, Nachdem ich 310. Mel.( Pf. 27.) Der Herr mein Licht ist. Liebesgluth, die Erd' und Himmel paa- ret, Daß Gott noch Huld für seinen Feind be= wah- ret, Wunder- see, d'rein sich mein Herz ver- sentt, Und seine Gnad' dem schnöd- sten Sün- der schenkt! Wie tief er mich im Fluch und Blu- te fand, Sein ganzes All bringt in mein Nichts hin- ein, Er will in einem Wurm ver- klä- ret sein, Und la det mich zu seinem Gnadenstand. 2. Hier staunt der Geister Schaar, die Seraphinen Bedecken hier mit Flügeln ihr Gesicht; Der Ewigkeit Geheimniß ist erschienen, Hier kommt der Gottheit ganzer Rath an's Licht. Die Herrlichkeit, die mit dem Wert bund war Geschändet, bricht mit neuem Glanz hervor, Entriegelt steht das gold'ne Lebensthor, Gott selbst stellt sich zum Gut des Sünders dar. 3. Dies ist der Mittelpunkt von Gottes Wegen, Der Tiefen Schlüssel und des Wortes Kern. Hier trieft ein angenehmer Gnadenregen, Hier gehet auf ein heller Morgenstern, Hier muß mein träger Sinn entzücket steh'n, Hier findet nichts als Thorheit mein Verstand, Und bab' ich Kraft und Fleiß schon angewandt, Kann ich doch faum ein wenig schimmern seh'n. Die Erlösung im Allgemeinen. 4. Ewigkeit, laß deines Lichtes Strahlen Mich bringen auf die Spur der Weisheit hin, Um mir bein Bund's geheimniß abzumalen, Wovon tein Fleisch noch Blut versteht den Sinn. Des Geistes Augensalbe leg' mir bei, Damit, was nie ein Mensch noch Engel denkt, Und was dein Wort von deinem Bunde schenkt, mir nicht wie ein versiegelt Buch mehr sei. 311. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 235 5. Doch nimm zugleich Verstand und Herz gefangen, Da ich mich jetzt zu deinen Füßen seg', Um dir als Bundesgott stets anzuhangen. Ach spanne mich in deiner Liebe Neß; 3wing' mich, zeuch mich, damit ich dir nachlauf', Und da du dich willst gänzlich geben mir, So gib auch Kraft, daß ich mich gebe dir. Herr Jesu, zeuch mein ganzes Herz hinauf. w'- ge Lie- be, mein Ge- mü- the Wa- get ei- nen tüh- nen Blick In den Abgrund dei- ner Gü- té; Send' ihm einen Blick zurück, Fi- nen Blick voll Hei- ter- keit, Der die Fin- ster- niß zer- streut, Die mein blö- des Au- ge drücket. Wenn es nach dem Lich- te bli- cket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, Daß der Tilger unsrer Sünden Heilsbe du dich erbarmet hast. Und aus gierigen verheißt, Der den Sünder freiem, reinem Triebe Den allweisen kräftig zieht, Daß er seinen JamRath gefaßt, Der in Fluch versent- mer sieht, Zu dem Thron Gnas ten Welt Durch ein theures Lösegeld, den gehet Und um diesen Glauben Durch des eig'nen Sohnes Sterben flehet. Gnad' und Freiheit zu erwerben. 3. ein Rathschluß voll Erbar men, Voller Hulb und Freundlichteit! Welcher uns hülflosen Armen Gnade, Trost und Hülfe beut. Liebe, die des Sohn's nicht schont, Der in ihrem Schooße wohnt, Um die Sünder zu erretten Aus den schweren Sündenketten. 6. Da du keinen zum Verderben Ohne Grund verbannet hast, Tragen Sünder, wenn sie sterben. Ihrer eig'nen Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, Der hat Fluch und Tod zum Lohn, Sein muthwillig Widerstreben Schließt ihn aus vom Heil und Leben. 7. Ewig sei mit Dank besungen, Was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen Diesen weis sen heil'gen Rath, Den der Glaub' in Demuth ehrt, Die Vernunft erstaunend hört, Wo der Engel Tiefen findet, Die er niemals ganz ergründet. 8. Liebe, laß mich dahin streben, Meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben Se nach deinem Willen ein. Daß des Glauz 4. Doch du hast, o weise Liebe, Eine Ordnung auch bestimmit, Daß ein Jeder darin bliebe. Der am Se gen Antheil nimmt. Nur wer an den Mittler gläubt Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Sondern Heil und Leben sehen. 5. Diesen Glauben anzuzünden, Gibst du deinen guten Geist, Den 236 Gottes Werke und Wohlthaten. bens Frucht und Kraft, Die dein| Alsdann werd' ich ohne Grauen Selbst Geist in mir geschafft, Mir zum Zeugniß dienen möge: Jch sei auf dem rechten Wege. dem Tod entgegengeh'n. Kein Geschöpf, o Gott, wird mich, Den du liebest ewiglich, Deiner Hand entreißen können, Noch von deiner Liebe trennen. 9. Laß mich meinen Namen schauen In dem Buch des Lebens steh'n; 312. Mel. Mein Freund zerschmilzt. f die den Him- mel hat we Lie= be, Was für ein Trieb hat dich be Die sich zu mir in's E lend nie der- ließ, Der dich zu mir in's Jam- mer- thal ver- wies? 9 = zer= ris sen, gen müssen, 1 Die Lie be hat es selbst ge- than, Sie schaut als Mut- ter mich # In meinem Jam- mer an. 2. Die Liebe ist so groß in dei- Paradies im Menschen grünt; Nun nem Herzen, Daß du für mich das können wir aus Gott geboren wergrößte Wunder thust; Die Liebe macht den, Weil die Geburt des Herrn uns bir meinetwegen Schmerzen, Daß mir dazu dient; Die neugebor'ne Seele zu Gut' du unter Dornen ruhst. Ospürt, Daß sie ein andrer Geist Aus unerhörter Liebesgrad, Der selbst des Vaters Wort In's Fleisch ge= sendet hat! 3. Die Liebe hat auf ewig mich verbunden, Sie überströmt mich mit Barmherzigkeit. Ich habe meinen Vater nun gefunden, Die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit; Das Leben ist mit uns vereint, Da der erlosch'ne Glanz Der Herrlichkeit er scheint. 4. In ihm wird nun die Mensch heit ausgeföhnet, Die Reinigkeit der Seelen wiederbracht, Sie wird vom Bater selbst mit Huld gekrönet, Da sie der Himmel selbst so angelacht; Die Menschheit wird nun ganz er neut, Und als ein reiner Thron Der Gottheit eingeweiht. 5. Die Weisheit wohnt nun wie der auf der Erden, Dadurch das ihrem Ursprung rührt. 6. Kein Elend kann nun unser Herz besiegen, Immanuel ist bei uns in der Noth. Ich darf ja nur am Gnadenquelle liegen, So dient mir selbst das Elend und der Tod. Der Jammer hängt mir nur noch an, Der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, Weil sie nun selbst durch ihn verdammet ist; Was schaden nun der Seele ihre Flammen, Da nun in fie die Liebe Christi fließt? Er stillt der Sehnsucht heil'gen Trieb, Er läßt die Seele nicht, Er hat sie viel zu lieb. 8. Ein ewig Leben hab' ich nun gefunden, Viel Reichthum, Ehr und Freuden reicht er dar; Ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, Im Die Erlösung im Allgemeinen. 237 Herzen wird sein Leben offenbar. Jch seiner Liebesmacht; Des Himmels bin vergnügt und ganz gestillt, Weil Kraft und Glanz bestrahlt dich wiemich der laut're Strom Aus seiner der, Und der Verlust ist völlig wieLieb' erfüllt. derbracht. O ewig, ewig wohl ist mir! Seit ich dich, Jesu, lieb', Bin 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, Erfreue dich in selig ich in dir. 313. Mel. Seelenbräutigam. 1 pd er ist wohl wie du, Je- su, süße Ruh'? Von dem ㅎ Vater aus: er= fo= ren, Leben derer, die ver= lo= ren, W Von dir strömt uns zu Licht und süße Ruh'. gilt, Als dein Ebenbild. 2. Leben, das den Tod, Mich| Stolz sich rege; Vor dir sonst nichts aus aller Noth Zu erlösen, hat geschmecket, Meine Schulden zugedecktet, Und mich aus der Noth Hat geführt zu Gott! 9. Steu're meinen Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög' von dir wanken, Sondern bleiben in den Schranken. Sei du mein Ge winn, Gib mir deinen Sinn. 10. Wecke recht mich auf, Daß ich meinen Lauf Unverrückt zu dir fortsege, Und mich nicht in seinem Nege Satan halte auf; Förd're meinen Lauf. 3. Glanz der Herrlichkeit, Du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket, Und in unser Fleisch vers senket In der Füll' der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Sünde, Tod und Welt Hast du mächtig überwunden, Und ein ew'ges Heil erfunden Für die jünd'ge Welt, Durch dein Blut, o Held. 5. Höchste Majestät, König und Prophet, Deinen Scepter will ich küssen, Jch will sizzen dir zu Füßen; Höre mein Gebet, Höchste Majestät. 6. Laß mich deinen Ruhm, Als dein Eigenthum, Durch des Geistes Licht erkennen, Stets in deiner Liebe brennen, Als dein Eigenthum, Du, mein höchster Ruhm. 7. Zeuch mich ganz in dich, Daß die Liebe mich Ganz durchdringe und erneue, Daß im Leiden ich mich freue, Das noch drücket mich; Zeuch mich ganz in dich. 8. Deiner Sanftmuth Schild, Deiner Demuth Bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn noch 11. Deines Geistes Trieb Jn die Seele gib, Daß ich wachen mög' und beten, Freudig vor dein Antlip treten; ungefärbte Lieb' In die Seele gib. 12. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Woll'st du deine Hand ausstrecken. Habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht. 13. Einen Heldenmuth, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse, Und des Fleisches Lüste hasse, Gib mir, höchstes Gut, Durch dein theures Blut. 14. Soll's zum Sterben geh'n, Woll'st du bei mir steh'n, Mich durch's Todesthal begleiten, Und zur Herrlichkeit bereiten. Laß mich dann dich seh'n, Dir zur Rechten steh'n. 238 A Gottes Werke und Wohlthaten. 314. Mel. Nun bitten wir ben heil'gen Geist. तुम mein Je- su, dein Na he sein Gro- ßen Frie- den bringt = # in's Herz hin- ein, Und dein Gna- den- an- blick Macht uns so se= lig, Daß Leib und See- le stets bar- i- ber fröh- lich Und dankbar wird. 2. Wir schau'n dein freundlich| Laß, Herr, unsre Seele Sich immer Angesicht Voller Huld und Gnad' schicken, Aus Noth und Liebe nach zwar leiblich nicht, Aber unsre Seele dir nur zu blicken Ohn' Unterlaß.. Kann dich gewahren, Und du kannst fühlbar dich ihr offenbaren, Auch ungeseh'n. 6. Und wenn wir weinen, tröst' uns bald, Herr, mit deiner Leid'nsund Sieg'sgestalt; Laß sie vor den Augen uns immer schweben, Daß an uns Allen dein göttliches Leben Zu sehen sei. 3. wer nur immer, Tag und Nacht, Deiner sich zu freu'n recht wär' bedacht! Der hätt' ohne Ende Von Glück zu sagen, und seine Seele müßt' nur immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, g'duldig sein, Täglich uns reichlich die Schuld verzeih'n, Heilen, stillen, trösten, Erfreu'n und segnen, Und unsern Seelen als der Freund begegnen, Ist beine Lust. A 5. Ach, gib an deinem theuren Heil Alle Tage uns vollkommnern Theil. 7. Laß frohes Wesen, Kindlichteit Immer schmücken uns in Freud' und Leid. Muß auch oft die Thräne Die Wangen neßen, Wenn nur an dir sich unser Herz ergößen Und stillen tann. 8. Du reichst uns die durchgrab'ne Hand, Hast so viele Treu' an uns gewandt, Daß wir alle Tage Be schämt da stehen, Und unser Auge oft muß übergehen Vor Lob und Dank. 315. Mel Wer nur den lieben Gott läßt walten. o- ber glaubst du's nicht? was die Schrift verspricht, us Gna- den soll ich se lig werden! Herz, glaubst du's, War- um fühlst ou noch stets Be- schwer- ben? Ist's Wahr- heit, So muß auch dieses Wahrheit sein: Die Erlösung im Allgemeinen. Aus Gna- den ist der Him- mel dein. 2. Aus Gnaden! hier gilt tein| Adams Kinder Aus Gnaden zur verVerdienen, Die eig'nen Werte fallen heiß'nen Rub'; Doch den geht seine hin. Der Heiland, der aus Lieb' Gnab' nicht an, Der noch auf Gnade erschienen, Hat diese Ehre zum Ge sünd'gen kann. winn, Daß uns sein Tod das Heil gebracht, und uns aus Gnaden selig macht. 7. Aus Gnaden! wer dies Wort gehöret, Tret' ab von aller Heuchelei, Denn wenn der Sünder sich bekehret, So lernt er erst, was Gnade sei. Beim Sündigen schäßt man sie nicht, Dem Glauben ist sie Kraft und Licht. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen Das Herz des Vaters aufgethan, Wenn's unter den Verzweiflungsschmerzen Nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm', ach nähm' ich Stärke her, Wenn Gnade nicht mein Anker wär'. 9. Aus Gnaden, hierauf will ich sterben, Ich fühle Muth, ja mir ist wohl. Ich kenn' mein sündliches Verderben, Doch auch den, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, mein Lauf vollbracht, Weil mich die Gnade selig macht. 10. Aus Gnaden! weiche Sünd' und Teufel! Jch schwinge meine Glaubensfahn', Und geh' getrost, trotz allem Zweifel, Durch's rothe meer nach Tanaan. Jch glaub' was Jesu Wort verspricht, Ich glaub' es fest und zweifle nicht. 3. Aus Gnaden! merk' dies Wort: aus Gnaden, So oft dich deine Sünde plagt, So oft dir will der Satan schaden, So oft dich dein Gewissen nagt. Was die Vernunft nicht fassen kann, Das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden tam sein Sohn zur Erden, Und übernahm die Sündenlast. Was nöthigt' ihn, dein Freund zu werden? Sag' an, was bu zu rühmen hast! War's nicht aus Gnaden, daß er starb? Nicht Gnabe, was er dir erwarb? 5. Aus Gnaden! dieser Grund wird bleiben, So lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, Was Gott in seinem Wort anpreist, Worauf allein der Glaube ruht, Ist Gnade durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! aber sich'rer Sünber, Denk nicht: wohlan, ich greif' auch zu! Wahr ist's, Gott rufet 316. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ott, dei= ne Gnad' ist unser Leben, Dein ist's, die Sün- den zu ver= ge= ben, Heil und See len= ruh'. ist dein Herz da= zu. 239 Sucht er voll Reu' dein An- ge= sicht. Sie schafft uns Und wil= lig Du willst den Tod des Sün- ders nicht, 240 2. Uns, uns Verlor'ne zu erretten, Gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, damit wir Frieden hätten, Für uns den Tod, der Sünde Lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt, Welch' ein Erbarmen ausgeübt! Gottes Werke und Wohlthaten. 3. Dank, ewig Dank sei deiner Treue, Die Niemand g'nug erheben tann! Nun nimmst du jede wahre Reue Mit Vaterhuld noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt Und gläubig seinen Mittler ehrt. 4. Den, Herr, befrei'st du von den Plagen, Die dem Gewissen furchtbar sind; Der tann getroft und freudig jagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind; Hier ist der, wel: cher für mich litt, Und mich noch jeßt bei Gott vertritt. 5. Herr, wie selig ist die Seele, Die sich in deiner Gnade freut! Ob auch ein irdisch Glück ihr fehle, Fehlt ihr doch nicht Zufriedenheit. Denn Gottes Fried' ist weit mehr werth, Als alle Schätze dieser Erd'. K Herr- lich- teit. aller Zeit. 6. Dein Friede stärkt mit frohem Muthe Das Herz auch in der größten Noth, Gibt Hoffnung zu dem ew'gen Gute, Und macht getroft selbst in dem Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Lust, die des Himmels Anfang ist. 7. Laß, Vater, denn in diesem Frieden Auch meine Seele freudig ruh'n. Auch mir hast du das Glück beschieden, Denn, auch für mich ge nug zu thun, Ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, Der seines Volkes Sünden trug. 8. Olaß mich dies im Glauben fassen, und mich mit starker Zuvericht Auf deine Bundestreu' verlassen; Wenn Alles wankt, so wankt sie nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt, Sein Heil steht unbeweglich fest. 9. Lobsingend will ich dich erheben, Mich ewig deiner Gnade freu'n, Und deinem Dienst mein ganzes Leben In kindlichem Gehorsam weih'n. Daß, Herr, bei dir Vergebung sei, Das mach' in deiner Furcht mich treu. 3. Der Erlöser. 317. Mel. Nun lob', mein' Seel', den Herren. ommt, Christen, kommt und schau- et Eh' Gott die Welt ge= bau= et, A Des ew'- gen Soh- nes War er, er war vor Er ist aus Gott ge- bo- ren, Des Vaters Eben- bild, pd| Der, uns zum Heil er- ko- ren, Mit Licht die Welt er- füllt. Er ist auf sei- nem Throne Dem ew'- gen Ba- ter gleich. Kommt, hul- digt M Der Erlöser. Got- tes Soh= ne, Kommt, schaut sein wei- tes Reich. Geschieht, was ihm gefällt. Wird er die Stimm' erheben, So werden Meer und Gruft Die Todten wiedergeben, Die er zum Leben ruft. 2. Noch eh' die Berge waren, Eh'| Welt. Weil er das Scepter führet, Thal und Hügel noch entstand, Eh' der Geschöpfe Schaaren Gesetz und Ordnung noch verband, Vor Gründung dieser Erden, War er von Ewig: keit. Er sprach: da mußten werden Welt, Ordnung, Raum und Zeit. Der Kreaturen Leben Schließt diesen Sohn nicht ein, In ihm sind sie und weben, Und was sie sind, ist sein. 3. Er träget alle Dinge Durch seiner Allmacht kräft'ges Wort; Das Große, das Geringe Geht nur durch seinen Willen fort. Sein weiser Schluß regieret Die unterworf'ne 4. Dir sei Lob, Preis und Ehre, Erhab'ner Heiland, Licht aus Gott! Laß unsrer Andacht Chöre Beschämen deiner Feinde Spott. Die Ehre dir zu rauben, Verschmähen sie dein Joch, Dir wollen sie nicht glauben, Er barm' dich ihrer noch. Laß sie dich bald erkennen, Laß den, der dich erkannt, In deiner Liebe brennen, Dein | Ruhm füll' jedes Land. & that the 318. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. ein Je- su, du hast un fre Schuld ( O unser hör te Lieb' und Huld!) P 8 fed Strafe Pla- gen, Du, der Ge- rech- te, lie- ßest dich Zur Sün- de wollen tragen. JJ 241 Mit ihrer Freiwillig ma- chen, daß ich mich 2. So heißest du nicht Jesus nur, Du bist auch, was du heißest, Da du die menschliche Natur Aus allem Jammer reißest. Die That stimmt mit dem Namen ein, Du wolltest, was du heißest, sein: Mein Heil, mein Seligmacher. 3. In keinem Andern ist ja Heil, Kein Nam' ist uns gegeben, Darin wir können nehmen Theil An Seligkeit und Leben. Du bist's allein, der Jedermann Ein ewig Leben schenken kann. Gelobet fei dein Name! ● In dir gerecht kann nen= nen. 4. O Name, werde doch in mir Durch Gottes Geist verkläret, Da, was verborgen ist in dir, Kein fleischlich Herz erfähret. Denn die Vernunft begreift es nicht, Ohn' deines Geistes Gnadenlicht Blieb' es unaufgeschlossen. 5. Laß mich empfinden deine Kraft, Von heißer Lieb' entbrennen, Mich, was dein Name Gutes schafft, Stets aus Erfahrung kennen; So wird der Sündennoth gewehrt, In Hoffnung meine Furcht verkehrt, Und Seligkeit mein Erbe. 11 242 Gottes Werke und Wohltharen. 319. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. süße- ster der Namen all', Den Menschen- zungen Ddu, der Him- mel Wie- derschall, Dem tausend Her- zen nen= nen! brennen! Je- sus, Je- sus Chri- stus, wie Beugt tief genug sich unser Knie Vor dir, D mein Erlö= ser? 2. du, der ewig uns befreit| auserlesen, Voll Gottesweisheit, Licht Von Todesnoth und Schmerzen! Wer, aus Licht, Voll Kraft, die durchdringt, Menschenretter, Heiland, freut Sich wenn sie spricht, Voll reinster Gottesdeiner nicht von Herzen? Dein Nam' liebe! ist Hülfe, Heil und Huld, Vor dir verschwindet Tod und Schuld, Wer ist, wie du, ein Retter? 3. Erlöser, Jesu, ein'ger Sohn Des Vaters aller Wesen, Zum König auf Jehovah's Thron, Eh' Licht ward, 4. Hoch über alle Namen geht Dein Name, Weltregierer, Du Ho herpriester und Prophet, Du aller Seelen Führer! Dein ist die Tiefe, dein die Höh', O König aller Kö nige, Dein Alles, Jesus Christus! 320. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. e sus ist der schönste Nam' Aller, die auf Erden ka- men, Huldreich, prächtig, tu- gend- sam, leber alle andre Na- men. Sei- ner großen Herr- lich- teit Gleicht kein Na- me weit und breit. 2. Jesus ist das Heil der Welt, Seilet uns von allen Sünden; Jesus ist ein starter Held, Unsern Feind zu überwinden. Willst du start und fiegreich sein, Laß nur Jesum bei dir ein. ganz zu nichte. Alles Gift und Un heil weicht, Was sein Schatten nur erreicht. 4. Jesus ist das höchste Gut In dem Himmel und auf Erden. Jesu Name macht mir Muth, Daß ich nicht kann traurig werden. Name soll allein Mir der höchste Jefu Name sein. 3. Jesus ist der Lebensbaum, Voller edler Tugendfrüchte; Findet er im Herzen Raum, Wird das Unkraut M Der Erlöser. 321. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach beiner Güt'. elch hohes Beispiel gabst du mir, Mein Heiland, Dir möcht' ich gern, mein Hei- land, dir, Auch nachzudurch dein Le= ben! ah= men stre- ben. Daß ich gern thu- e, was du that'st. 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, War rein, wie deine Lehre. Dein ganzer Wandel Heiligkeit, Dein Endzweck Gottes Ehre. Du gibst uns hier Zufriedenheit und dort die ew'ge Seligkeit. 3. Darum entäußertest du dich, Und stiegst vom Himmel nieder, Wardst Mensch, ein armer Mensch, wie ich Und meiner Schwachheit Brüder. Du warst, obgleich der Menschen Spott, In deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschienest du, Um uns zu Herr'n zu machen. Den Kranken gabst du Trost und Ruh', Warst mächtig in den Schwachen. Du trugst die Leiden mit Geduld, Und trugst sie ohne eig'ne Schuld. 3100 Führ' mich den Weg, den du be- trat'st, -0 322. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. klar und hel= le, Du Se= ra= pbinen 3st 243 5. Ein Opfer unsrer Missethat, Liebst du uns doch als Freunde, Erfüllst für uns des Vaters Rath, Und bittest selbst für Feinde. Du starbst, gehorsam bis zum Tod, Und ehrtest auch im Tode Gott. THE BES eil'ger Je su, Heil'gungsquelle, Al- ler Glanz der Che- ru- bi- nen 6. Dies große Beispiel hast du mir Zur Nichtschnur hinterlassen, Daß ich gesinnet sei gleich dir In meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, Komm, folge mir, und thu' wie ich! 7. Ich komme, Herr, gib Kraft und Licht, Daß ich mein Heil ertenne, Dein wahrer Jünger sei und nicht mich fälschlich nur so nenne. Hilf, daß ich deinem Vorbild treu, Auch Andern selbst ein Vorbild sei. Mehr als Kry- stall rein, Und Heilig= feit der lau- trer Strom der gegen dich nur Heilig= teit! Dun= kel= heit. 11* 244 Gottes Werke und Wohlthaten. Ein Vorbild bist du mir, Ach, bil- de mich nach dir, Du, mein Al- les! Je- su, o du, Hilf mir da- zu, Daß ich auch heilig sei, wie du 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, Du such test deine Ehre wenig, Und wurdest niedrig und gering. Immer sah man dich auf Erden In Demuth und in Knechtsgeberden, Erhobst dich selbst in keinem Ding. Ferr, solche Demuth lehr' Auch mich je mehr und mehr Stetig üben. Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß ich demüthig sei, wie du. 7. Keuscher Jesu, all dein Wesen War züchtig, rein und außerlesen, Ein Bild der reinsten Sittsamkeit. Dein Gefühl, dein Denken, Sinnen, Blick, Wort und jegliches Beginnen War alles heil'ger Zucht geweiht. mein Immanuel, Mach' mir Geist, Leib und Seel' Keusch und züchtig. Jesu, o du, Hilf mir dazu, Daß feusch und rein ich sei, wie du. 8. Mäß'ger Jesu, deine Weise m Trinken und Genuß der Speise Lehrt uns die rechte Mäßigkeit. Deine Speise war's, den Willen Des Vaters treulich zu erfüllen, Und ihm zu dies nen jederzeit. Herr, hilf mir meinen Leib Stets zähmen, daß ich bleib' Rein und nüchtern. Jesu, o du, Hilf mir dazu, Daß ich stets nüchtern ſei, wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille Dem Willen deines Vaters stille Und bis zum Tod gehorsam war: So laß auch in Gott mich fassen, Mach' Herz und Willen nur gelassen, Ja, stille du sie ganz und gar. Mach' mich dir gleichgesinnt, Wie ein gehorsam Kind Stille, stille. Jesu, o du, Hilf mir dazu, Daß ich fein stille sei, wie du. 3. Treuer Jesu, ohne Schlummer In großer Arbeit, Müh' und Kummer Bist du gewesen Tag und Nacht; Mußtest täglich viel ausstehen, Des Nachts lagst du vor Gott mit Fle: hen, und hast gebetet und gewacht. Gib mir auch Bachsamkeit, Damit ich allezeit Wach' und bete. Jesu, o du, Hilf mir dazu, Daß ich stets wachsam sei, wie du. 4. Güt'ger Jesu, ach, wie gnädig, Wie liebreich, freundlich und gutthätig Bist du doch gegen Freund und Feind! Deine Sonne leuchtet Allen, Dein Regen muß auf Alle fallen, Wie undankbar ihr Herz erfcheint. Mein Gott, ach lehre mich, Damit auch hierin ich Dir nachahme. Jesu, o du, Hilf mir dazu, Daß ich auch gütig sei, wie du. 5. Sanfter Jesu, stets unschuldig, Trugst du doch alle Schmach geduldig, Und übtest Rache niemals aus. Wer kann deine Sanftmuth messen, Bei der du dennoch nie vergessen Den Eifer für des Vaters Haus? Mein Heiland, ach verleih' Mir Sanftmuth und dabei Frommen Eifer. Jesu, o du, Hilf mir dazu, Daß ich fanftmüthig sei, wie bu. 9. Liebster Jesu, liebstes Leben, Du wollest mich zu dir erheben, Und deinem Vorbild machen gleich. Gib, daß mich dein Geist durchdringe, Daß ich viel Glaubensfrüchte bringe, Und tüchtig werd" zu deinem Reich. Ach, zeuch mich ganz zu dir, Behalt' mich für und für, Treuer Heiland! Jesu, o du, Laß mich, wie du, Und wo du bist, einst finden Ruh'. 323. Mel. Auf meinen lieben Gott. eil du, Herr Jesu Christ, Die höchste Weisheit bist, Der Erlöser. So hab' ich dich er- to- ren, Sobald ich war ge- bo- ren, 3. Ach Herr, regiere mich, Damit ich inniglich nur deine Weisheit liebe, Und stets in ihr mich übe, Damit Gemüth und Sinnen Nichts Thörichtes beginnen. 4. Gib Weisheit, gib Verstand, Daß Herz und Mund und Hand Folg' immer deiner Lehre, Sie fleißig hör und ehre, Daß ich nie von dir weiche, Und einst das Ziel erreiche. 5. Die Weisheit laß allein Mein größter Reichthum sein, Daß ich sie du mir zum Le= ben Auch Weisheit wol- lest ge= ben. 2. Herr, deiner Weisheit Ruhm| recht betrachte, Und mehr als Verlen Sei stets mein Eigenthum, Denn achte, Daß sie vor allen Schätzen Weisheit nur bestehet, Wenn Alles Mög' meine Seel' ergößen. sonst vergehet. Ihr Licht strahlt uns 6. von oben, D'rum ist es hoch zu loben. Wohlan, so gib, daß ich, O mein Herr Jesu, dich Als aller Weisheit Quelle Mir stets vor Augen stelle, Daß ich nur deinen Willen In Allem mög' erfüllen. 7. Laß meines Glaubens Licht In aller Zuversicht Sich ganz in mir entzünden, und deine Weisheit finden, Damit mein ganzes Leben Dir ewig sei ergeben; 8. Bis aus dem Prüfungsthal Ich geh' zum Sternensaal; Bis ich besitzen werde Den Himmel für die Erde, Und nach der Engel Weise Dich, ew'ge Weisheit, preise. je ner Trie- be, Treu' be wo- gen, 324. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 13 245 Da mit War die Quelle ei land, deine Men- schen- lie= be Welche dich in's Fleisch ge= 30= gen, Zu so gro- ßer Dich vom Kreuz in's Grab ge= stre- det. Dich mit Schmach und Schmerz be= de= cket, wer faßt die starken Trie- be Dei ner treu en Menschen= lie= be? 2. Ueber seine Feinde weinen, Jes| ten Klagen hören, Sich in And'rer dermann mit Hülf erscheinen, Sich Dienst verzehren: Das sind Proben der Blinden, Lahmen, Armen Mehr wahrer Güte, Und so, Herr, war als väterlich erbarmen, Der Betrüb- dein Gemüthe. 246 3. D du Zuflucht der Elenden, Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf' und Heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? wie ist dein Herz gebrochen, Wenn dich Kranke angesprochen, Und wie pflegtest du zu eilen, Das Erbet'ne mitzutheilen! Gottes Werke und Wohlthaten. 4. Kinder an dein Herz zu drücken, Kummervolle zu erquicken, Die Unwissenden zu lehren, Die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Liebreich zu dir hinzulocken, Selbst den Niedrigsten zu dienen: Dazu warst du, Herr, erschienen. 5. O wie hoch stieg dein Erbars men, Heiland, da du für mich Armen Dein unschäßbar theures Leben In den ärgsten Tod gegeben, Um zur Tilgung meiner Schulden Meine Strafe zu erdulden, Und, mir Segen zu erwerben, Als ein Fluch am Kreuz zu sterben! 11 Au= gen nicht be ● 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Liebe zu vergelten, Deine Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, Für die Lä sterung zu segnen, Deine Feinde zu vers treten, Und für Mörder selbst zu beten. 7. Demuth war bei Spott und Hohne Deiner Liebe Schmuck und Krone. Nie hast du nach Ruhm ge trachtet, Noch auf Menschenlob ge achtet. Deines Vaters heil'gen Wil len Mit Gehorsam zu erfüllen, Und uns Heil und Trost zu geben, War der Zweck von deinem Leben. 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen, Deinen Wandel oft erwäs gen. Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei bir fine den. Heilige auch meine Triebe zu rechtschaff'ner Menschenliebe. Laß mich immer mehr auf Erden Deinem Bilde ähnlich werden. 325. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. Zion, Je su, flos= sen einst Von dei nen Wie du stets um die Sünder weinst, Wenn sie sich m J Zähren, kehren. Wer reu e voll vor dir erscheint fd Und über seine Sün- den weint, Dem strö- mest, treu er Heiland, du Ge- wis- sens- ruh' Aus dei- ner Gna- den- fül le zu. 3 erfleh'n? 2. Herr, mache deine Thränen| hinzugeh'n Zu dir, und Gnade zu mir zu reichem Heil und Segen, Daß sie, hab' ich gefehlt vor dir, Zur Buße mich bewegen. Du hast, Dheil'ger Menschenfreund, Für fremde Sünden einst geweint; Wie könnt' ich meine eig'nen sehn, Obn' 3. Hier muß ich oft im tiefsten Schmerz Viel bitt're Thränen weinen; Wie oft drückt eig'ne Noth mein Herz, Wie oft die Noth der Deinen! Doch legt des Vaters Wille mir Das Der Erlöser. 247 Kreuz auf, dann schau' ich nach dir,| Der erntet, wenn er aufersteht, Der Der du in Noth gewesen bist, Herr Freuden reichste Fülle. Was dort an Jesu Christ, Dies tröstet mich zu jeder Frist. wird offenbar, Ist hier noch keinem Auge klar, Allein der Erde Kreuz und Leid Wird nach der Zeit Den Frommen Himmelsseligkeit. 4. Herr, du siehst meine Thränen an, Und du hast sie gezählet, Wenn ich sie selbst nicht zählen kann, Daß bir nicht eine fehlet; Sie bleiben immerdar vor dir, und neigen bald dein Herz zu mir, Daß du erbarmend auf mich blickst, Und gnädig schickst, Wodurch du wahrhaft mich erquictst. 5. Wer in Geduld hier Thränen sä't, Und seinem Gott hält stille, 6. Für deine Thränen dank' ich dir, Sie sind mir Trost im Leiden, Auch noch im Tode sind sie mir Die Bürgschaft sel'ger Freuden. Mein Herr und Gott, wenn du dereinst In deiner Herrlichkeit erscheinst, Und führest zur Verklärung mich, Dann preis ich dich Für deine Thränen ewiglich. 326. Mel. Vater unser im Himmelreich. Lehrer, dem kein Lehrer gleich, An Weis- heit, Lieb' und Ei fer reich), Des ew'gen Vaters höch= ster Rath, Pro- phet, be- rühmt durch Wort und That, Den Gott zu un= ferm Heil ge- sandt, Und ihn ge= salbt mit eig'- ner Hand! 2. Du kamst aus deines Vaters Schooß, Und machtest alle Siegel los, Womit sein Rath versiegelt war. Durch dich wird Alles offenbar Und in das hellste Licht gestellt, Was Dunkelheit umschlossen hält. 5. Das Lehramt, welches du ge führt, Hast du mit Heiligkeit geziert, Mit vielen Wundern oft bestärkt, Woraus man deine Allmacht merkt; Ja endlich, als es Gott geschickt, Ein blutig Siegel d'rauf gedrückt. 6. Nachdem du hingegangen bist, Wo aller Weisheit Ursprung ist, So sebest du an jedem Ort Dein Lehramt durch die Knechte fort, Die dein Beruf herbeigeführt Und sie mit Gaben ausgeziert. 3. Du weisest uns die wahre Spur Zu Gott, dem Schöpfer der Natur; Du hast den Weg uns recht gezeigt, Auf welchem man zum Himmel steigt. Was du vom Vater selbst gehört, Das hast du unverfälscht gelehrt. 4. Du sahest in der Gottheit Licht 7. Du aber sendest deinen Geist, Mit aufgeklärtem Angesicht, Was Den du den Gläubigen verheiß'st, nach der ew'gen Liebe Nath Man Der allen Seelen, die er liebt, Erkünftig zu erwarten hat. Du machkenntniß, Licht und Weisheit gibt, test Alles klarer kund, Als jemals Und der, wo man ihn nicht vertreibt, der Propheten Mund. Dein Wert in Herz und Sinne schreibt 248 Gottes Werke und Wohlthaten. 8. Ach las, o himmlischer Pro-| Damit ich dir gehorsam sei. Dn phet, mich schauen deine Majestät; sollst mein höchster Lehrer sein, Führ' Mach' mich vom Eigendünkel frei, mich in deine Schule ein. A 118 ir di schem Ge tüm- mel, Wer zeigt den Weg zum Himmel, er= quickt, nung blickt? 327. Mel. Valet will ich dir geben. das Ziel ver- gißt? Wer lei= tet un= ft Der Weg heißt: Je sus Christ. 2. Hier irren wir und fehlen, Gehüllt in tiefe Nacht. Durch wen wird unsern Seelen Ein wahres Licht gebracht? Von oben kommt die Klarheit, Die Alles uns erhellt, Denn Christus ist die Wahrheit, Er ist das Licht der Welt. Wo nichts das Herz Wo- hin die Hoff Wenn ser Stre- ben, Wer führt durch Tod zum 328. Mel. Dies ist der Tag, zum Segen eingeweihet. 3. Wer gibt uns hier schon Freu den, Die Niemand rauben kann? Wer zeiget uns im Leiden Den Himmel aufgethan? Wenn vor dem Tod wir beben, Wer gibt dem Herzen Ruh'? Heil! Christus ist das Leben, Führt uns dem Vater zu. u bist der Weg, die Wahrheit und Dar- auf hast du uns, Herr, dein Wort ge- ge= ben. das es Le= ben? J Le= ben, O leite uns, die wir in Schwachheit wal- len, Daß wir nicht fal= len. Der Erlöser. 249 2. Du bist der Weg; wenn deine funkeln. Du bleibst der Morgenstern Hand uns leitet, So steh'n wir fest, wenn unser Fuß auch gleitet. Erhalt' uns stets, o Hirt voll Huld und Gnade, Auf rechtem Pfade. in unsern Herzen, In Nacht und Schmerzen. 3. Du bist die Wahrheit; geh'n wir gleich im Dunkeln, Doch muß dein himmlisch Licht uns freundlich G Ja ich ver- eh= rel Je su Lehre. = 329. Mel. Jesus meine Zuversicht. 1 = chweigt, Veräch- ter, spot- tet nicht, Meiner See- le Zu- ver- ficht 4. Du bist das Leben; ewig himmlisch Leben Wirst du, o Lebensfürst, den Deinen geben. O hilf, bis wir zum Himmel hingelangen, Darnach verlangen. ver= ach- tet, ist von Gott! 2. Sie verdrängen könnt ihr nie, Nie verdunkeln ihre Klarheit. Gleich der Sonne leuchtet sie, Wahrheit ist fie, Gottes Wahrheit, Deren reines, helles Licht Alle Finsterniß durchbricht. 3. Wessen starte Rechte hat Uns des Irrthums Macht entrissen? Wo ist Weisheit, wo ist Rath Für geängstete Gewissen? Wo, als da, wo der regiert, Dessen Wort zu Gott uns führt? Bebt! was Ben Va- ters sitzt, der Gna- den schüßt! Schmä- het nicht, was Und mein Licht ist eu- er kühner Spott Stolz 4. Da ist's Freude, da ist's Ruhm, Sich zu Gott empor zu schwingen, Da ist Kraft, in's Heiligthum Seiner Wahrheit einzubringen, Und, ent fernt von Furcht und Grau'n, Ueber's Grab hinaus zu schau'n. 5. Da ist Freiheit, da ist Kraft, Da ist Muth, nur Gott zu leben, und vor ihm gewissenhaft Nach des Geistes Heil zu streben, Da ist stets Zufriedenheit, Vorgefühl der Seligkeit. 330. Mel. Alle Menschen müssen sterben. roßer Mitt= ler, der zur Rech- ten Und die Schaar von seinen Knech= ten Sei nes groIn dem Reich Dir, auf dem er= hab's nen Thro= ne 250 Gottes Werke und Wohlthaten. In der könig- li- dhen kro- ne, Brin- get al= ler En- gel Heer Tief an betend Preis und Ehr'. 2. Dein Geschäft auf dieser Erden Und dein Opfer ist vollbracht, Was vollendet sollte werden, Das vollführte deine Macht. Da du bist für uns gestorben, Ist uns Gnad' und Heil er worben, und dein siegreich Aufersteh'n Läßt uns in die Freiheit geh'n. 6. Einst in deines Fleisches Ta gen, Da die Sünden aller Welt Schwer auf deinen Schultern lagen, Hast du dich vor Gott gestellt, Bald mit Seufzen, bald mit Weinen Uns zu Gute zu erscheinen. O in welcher Niedrigkeit Batest du zu jener Zeit! 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte 7. Aber jeßt wird dein Begehren In dem obern Heiligthum, Zu ver- Von der Allmacht unterstüßt, Da, breiten Lebenskräfte Durch dein Evan- wo unter Himmelschören Die vers gelium. Allen willst du nad' erklärte Menschheit sitzt. Nun kannst theilen, Die zum Thron der Gnade du des Feindes Klagen Majestätisch eilen; Nun wird uns durch deine niederschlagen, Und nun macht dein Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Voltes werthe Namen Trägest du auf deiner Brust. Welche jemals zu dir tamen, Sind und bleiben deine Lust. Du vertrittst, die an dich gläuben, Daß sie dir vereinigt bleiben, und machst in des Vaters Haus Ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergiffest du der Armen, Die der Welt noch dienen, nicht, Weil dein Herz dir aus Erbarmen Ueber ihrem Elend bricht. Daß dein Vater ihrer schone, Daß er nicht nach Werken lohne, Daß er änd're ihren Sinn, Ach, da zielt dein Bitten hin. W redend Blut Unsre böse Sache gut. 8. Die Verdienste deiner Leiden Stellst du deinem Vater dar, Und vertrittst nunmehr mit Freuden Deine theu'r erlöste Schaar; Bittest, daß er Kraft und Leben Woll' dem Volk auf Erden geben, Und selbst die auch zu dir zieh'n, Die noch deine Freundschaft flieh'n. 9. Großer Mittler, sei gepriesen, Daß du in dem Heiligthum So viel Treu' an uns bewiesen! Dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Mög' uns dein Verdienst vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten. Schließt auch unsern Mund der Tod, Sprich für uns in letzter Noth. 331. Mel. Wie schön Leucht't uns der Morgenstern. D ist ein solcher Gott, wie du? Ein Abgrund der Barm- her= zig= keit den Mü- den süße Ruh', ein Meer voll Her= ze= leid, 2 Ruh', die nicht zu Du, Herr, ver- gibst Du schaffst Ver- schlingt er- grün- den. die Sün- den. Je su, O du Läß'st dich wür- gen, als den Bür- gen, um Der Erlöser. von Sün- den Mich auf ewig zu ent- bin- den. Der 2. Herr, unsere Gerechtigkeit! Wie 5. Mitleidender Immanuel, Es ist hoch wird dessen Geist erfreut, mein Leben, Leib und Seel' Voll Mängel und Gebrechen. Doch ist dein Herz auch voller Gnad', Und du willst nicht die Missethat Am armen Staube rächen. Deine Reine Treue Liebe steht im Triebe, hier im Leben Täglich, reichlich zu vergeben. dich im Glauben kennet! Du bist sein Schmuck, bist seine Pracht, Die ihn vollkommen herrlich macht, Für die sein Herz entbrennet. Laß mich Ewig, Himmelssonne, Seelenwonne, dich genießen, und in deinem Lob zerfließen. 6. Die Gnade führt das Negiment, Sie macht der Sclaverei ein End', Befiegt Geseg und Sünden; D'rum, willst du frei und fröhlich sein, Laß Jesum und die Gnade ein, So kannst du überwinden. Seelen= Quälen, Sündenwerke, Fleischesstärke, all' dergleichen Muß der starken Gnade weichen. 7. Gib, Jesu, durch dein theures Blut Mir hier der Seele höchstes Gut, Vertilg' die Sündentriebe. Du hast mich dir, Immanuel, Gar theu'r erkauft mit Leib und Seel', Zum Preise deiner Liebe. Kleiner, Reiner Muß ich werden noch auf Erden, bis ich droben Dich kann ohne Sünde loben. 3. Holdselig süßer Friedensfürst, Wie hat dich nach dem Heil gebürst't Der abgewich'nen Kinder! Du stellest dich als Mittler dar, Verbindest was getrennet war, Gott und verlor'ne Sünder. Freude! Beide Werden Eines, ungemeines Werk der Güte! Jesu, du bist unser Friede. 4. O Gottes Lamm, dein treuer Sinn Nimmt Schuld und Strafe von mir hin, Sie liegt auf deinem Rücken. Du blutest an des Kreuzes Pfahl, Da muß dich unerhörte Qual An Leib und Seele drücken. Diese Süße Fluth der Gnaden heilt den Schaden, durch die Wunden Hab' ich Fried'n und Heil gefunden. M 251 332. Mel. Befiehl du deine Wege. ग् enn Alle von mir scheiden, So scheidet er doch nicht, Auch in der Nacht der Lei- den Bleibt er mein Trost, mein Licht. Er liebt, so lang' er le bet, D'rum liebt er e= wig= lich. = Heil mir! auch mich er he= bet 2. Er liebt, er tröstet, heilet Das müde, wunde Herz, Und wer zu ihm nur eilet, Dem nimmt er allen Schmerz. Er liebt uns ohne Ende, Jst Er einst hinauf zu sich. Allen treu gesinnt, Uns segnen seine Hände, Die einst durchgraben sind. 3. Versöhnte Gotteskinder, Liebt ihn nun lebenslang! Dem Todesüber 252 Gottes Werke und Wohlthaten. winder Bringt ewig Preis und Dank!| wird erst dem beschieden, Dem er Jhm dürft ihr fest vertrauen, Er lebt, dort oben lohnt! er lebt für euch; Er will: ihr sollt ihn schauen In seinem Himmelreich. 4. Wer kann so träftig trösten, Wer kann so hoch erfreu'n? Wer kann so die Erlösten Beseligend erneu'n? Den Himmel hat hienieden, Wem er im Herzen wohnt; Was gen dir. W 333. Mel. Nun banket All' und bringet Ehr'. # ir schauen, Herr der Herrlichkeit, Zu dei- nes Thrones Höh'n, 5. Das Menschenleben schreitet Zum ew'gen Leben hin. Dorthin, von dir geleitet, Schaut der verklärte Sinn. Zum Himmel wir verlangen, Wir sehnen uns von hier; Du bist vorangegangen, Heil uns! wir fol Vor dem, auf dei- nen Wink be- reit, Viel tausend En- gel steh'n. 5. Wir preisen dich in dieser Zeit, Dich, der solch Glück uns schenkt, Der noch in seiner Herrlichkeit Der schwachen Freunde denkt. 6. Ja, Herr des Lebens, Jesus Christ, Auf dich nur hoffen wir, Wir suchen nun, was droben ist, Und sind im Geist bei dir. 2. Du nahmst von deiner Herrlichkeit Schon längst Bestz; nur wir, Wir leben immer noch im Streit, Und sehnen uns nach dir. 3. Doch du bist nah', wir zagen nicht, Uns schüßet deine Hand. Du gibst auf unserm Pfade Licht, Und führst zum Vaterland. 4. Du stärkest unfres Glaubens Muth Mit deiner Gegenwart. Wohl dem, der deinen Willen thut, Und deiner gläubig harrt. er= rei= chet, er= le= sen, 7. Vollenden wir einst unsern Lauf, So eil' uns beizusteh'n; Nimm uns in deinen Himmel auf, Dein volles Heil zu seh'n. 334. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. önig, dem kein Kö- nig gleichet, Dessen Ruhm kein Lob E- ben- bild von Got- tes We- sen, Uns zum Mitt- ler ausSich der Welt zu offen= ba= ren, Als das Bild des Un- sicht- ba- ren! Dir ge- hört das Recht zum Thro- ne, Der Erlöser. Als dem Mitt- ler, als dem Soh- ne. 2. Himmel, Erde, Luft und Meere| dort ohne Furcht und Grauen Dein Sind, o Herr, voll deiner Ehre; Ueber Lebende und Todte Herrschen deine Machtgebote. Alles steht in deinen Händen, Daß du magst dein Werk vollenden, Und auf wunderbaren Wegen Führst du uns dem Ziel entgegen. verklärtes Antlig schauen, Die dich unermüdet preisen, Und dir Ehr' und Dienst erweisen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen Sieht man deine Wunder glänzen, Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt erwählen, Die nach deiner Vorschrift leben, Dir nur zu gefallen streben, Alles gern für dich verlassen, Und, wie du, das Unrecht haffen. 5. Herr in allen diesen Reichen, Dir ist Niemand zu vergleichen An dem Ueberfluß der Schäße, An der Ordnung der Gesetze, An der Unterthanen Menge, An des Regimentes Länge, An Begnadigung der Freunde, Und an Siegen über Feinde. 4. In dem Reiche deiner Ehren Hört man stets dein Lob vermehren Von dem himmlischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die 253 6. Herrsche auch in meinem Herzen Ueber Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schutz genießen, Auf mich deine Gnade fließen, Dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben, Hier mit leiden, kämpfen, streiten, Dort mit herrschen, dir zur Seiten. 335. Mel. Alles ist an Gottes Segen. esus Christus herrscht als Kö- nig, Al- les wird ihm un- ter= thänig, Al- les legt ihm Gott zu Fuß. Al- le Zunge soll be- ken- nen, Je- sus sei der Herr zu nennen, Dem man Eh- re ge- ben muß. 2. Fürstenthümer und Gewalten, 4. Gott, des Weltbau's großer Mächte, die die Thronwacht halten, Meister, Liebt die Engel, zählt die Geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herr Geister, Dienend ihm vor seinem schaft dort im Himmel, Hier im ir- Thron; Sagt er aber einem Knechte: dischen Getümmel, Ist zu seinem Sezze dich an meine Rechte? Nein, Dienst bereit. er sprach es zu dem Sohn. 3. Gehet aus dem Strom der Zeiten In das Meer der Ewigkeiten, Forscht den fernen Tiefen nach: Kein Geist wird in allen Gründen Je Erhabner's können finden, Als der Vater von ihm sprach. 5. Gott ist Herr, der Herr ist Einer, Und demselben gleichet Keiner, Nur der Sohn ist ihm ganz gleich; Dessen Stuhl ist unumstößzlich, Dessen Leben unauflöslich, Def= sen Reich ein ewig Reich. 254 Gottes Werke und Wohlthaten. 6. Gleicher Macht und gleicher glauben, Gott zum Ruhm. Werthe Ehren Sigt er unter lichten Chören, Worte! theure Lehren! Möcht' doch Ueber allen Cherubim. An der Welt alle Welt dich hören, Süßes Evanund Himmel Enden Hat er Alles in gelium! den Händen, Denn der Vater gab es ihm. 13. Zwar das Haupt trug die zum Hohne Ihm geflocht'ne Dornenkrone Einst am Kreuz in tiefer Schmach; Sterbend hat es überwunden, Leben durch den Tod gefunden, Durch die Nacht den ew'gen Tag. 14. Gleiches Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeiten nieder, Und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! es folgen Freuden, Nichts kann sie von Jesu scheiden, Und ihr Haupt zieht sie empor. 15. Gehen Ehr' und Gut verloren, Wird auch gar der Tod geschworen: Schmach und Sterben ist Ges winn. Droht mit Schanden! schreckt mit Beilen! Die nach jenem Kleinod eilen, Sehen über Alles hin. 16. Ihnen steht ein Himmel offen, Welcher über alles Hoffen, Ueber alles Wünschen ist. Die gereinigte Gemeine Weiß, daß eine Zeit erscheine, Wo fie ganz ihr Heil genießt. 17. Jauchz' ihm, Menge heil'ger Knechte! Rühmt, vollendete Gerechte! Und du Schaar, die Palmen trägt, Und du Blutvolk mit der Krone, Und du Chor vor seinem Throne, Der die Gottesharfen schlägt! 18. Jch auch auf den tiefsten Stufen, Ich will glauben, reden, rufen, Ob ich schon noch Pilgrim bin: Je sus Christus herrscht als König, Alles sei ihm unterthänig, Ehret, liebet, lobet ihn! 7. Alles, was Gott hat erwählet, Was er zu den Kindern zählet, Jst in seinem Sohn geliebt; In ihm thront des Vaters Wille, Aus der ew'gen Gottheit Fülle Ist die Gnade, die er gibt. 8. Jesus Christus ist der Eine, Der gegründet die Gemeine, Die ihn ehrt als theures Haupt. Er hat sie mit Blut erkaufet, Mit dem Geiste sie getaufet, Und sie lebet, weil sie glaubt. 9. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, Klagt, ihr Kranke, ihm die Schmerzen, Sagt, ihr Arme, ihm die Noth. Wunden müssen Wunden heilen, Heilsöl weiß er auszutheilen, Reichthum schenkt er nach dem Tod. 10. Komm, aus fündigem Geschlechte Der Gerechte macht Gerechte, Heil'ge aus der Sünder Rott'. Komm, du wirst noch angenommen, Komm beherzt, er heißt dich kommen, Sag' ihm nur: mein Herr und Gott! 11. Eile, du darfst dich nicht schämen, Willst du Gnade? du sollst nehmen; Willst du Leben? das soll sein; Willst du erben? du wirst's sehen; Soll der Wunsch auf's Höchste gehen: Willst du Jesum? er ist dein. 12. Allen losgekauften Seelen Soll's an keinem Gute fehlen, Denn sie 336. Mel Kommt und laßt uns Christum ehren... hristus, un- ser Haupt und König, Welchem Al- les un- ter- thänig, all Und dem kein Geschöpf zu wenig, Herrscht im Himmel und auf Erd'. 2. Leer' dich aus, er wird dich I stillen, Schweig', so sagt er seinen füllen, Blick auf ihn, er wird dich Willen, Wisse nichts, so lernst du ihn. up Der Erlöser. 3. Zu der heil'gen Gottheit Stätte Naht' kein Mensch, wenn er's nicht thäte Und in's Mittel für uns träte, Unser Heiland, Jesus Christ. 4. Süßer Heiland, zeuch mich höher, Deinem Herzen immer näher, Denn das meine kommt nicht eher Zu des Vaters Herzen hin. & 255 5. Gib mir deine Gnadenblicke, Damit deine Huld mich schmücke. O dann preis' ich mein Geschicke, Bleibe dann mit dir vereint. 6. Dahin eilet meine Liebe, Da= hin dringen meine Triebe, Daß ich gerne Eins verbliebe, Eins mit dir, auf ewig Eins. 337. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. 8 naht der Tag, an dem die Welt Auf Gottes Welch großes Schre- cken wird ent- steh'n, Wenn wir den Wort in Staub zerfällt, Der Herr kommt zum Ge- rich= te. Richter kommen seh'n In seinem Flam- men- lich= te! Es naht der gro- se Ern- te- tag, Der Richter forschet strenge nach. 2 Dann hallt Posaunenruf hinab| Du suchtest mich mit Lieb' und Huld, In aller Menschen weites Grab, Er Du trugst am Kreuze meine Schuld, sammelt sie am Throne. Und Alles Umsonst sei nicht dein Leiden. Durch bebt, und Alles fleht, Wenn im Ge- deiner Schmerzen tiefe Noth Befreie richt ein Jeder steht Vor Gottes mich vom ew'gen Tod. ew'gem Sohne. Durch jedes Herz ein Zittern dringt, Wenn der Posaunen Ruf erklingt. 3. Dann liegt das Buch vor aller Welt, Das deine Thaten all' enthält, Das Buch, wonach Gott richtet; Dann sißt der Richter auf dem Thron, Und wäget Jedem seinen Lohn, Die Nacht wird dann gelichtet. Nichts kann der Strafe dann entgeh'n, Der Mensch muß seinem Richter steh'n. 6. Gerechter Richter, groß von Kraft, Noch vor dem Tag der Rechenschaft Vergib mir meine Sünden. Wohl bin auch ich des Todes werth, Und furchtbar droht das Richterschwert, Ach, laß mich Rettung finden! Erhöre, Gott, mein banges Fleh'n, Laß mich dein Gnadenantlig seh'n! 7. Du hast Marien Huld gewährt, Am Kreuz den Schächer noch erhört, Gib Trost auch meinem Herzen. Ich bin nicht werth, erhört zu sein, Doch wirst du Gnade mir verleih'n, Mich retten von den Schmerzen. mich durch deine Treu', Mach' mich vom ew'gen Tode frei. 4. Was sag' ich dann, ich Armer, ich? Wer spricht dann im Gericht für mich, Wenn selbst Gerechte beben? OKönig voller Majestät, Der Fromme gnädig dann erhöht, Aus Gnade laß mich leben. Errette mich aus meiner Schuld, Erbarme dich aus Lieb' und Huld. Errette 5. Du hast nach deinem Liebesrath Für mich erwählt den Kreuzespfad, Die Marter statt der Freuden; 8. Hirt, führ' mich zu den Schaein, Und von den Bösen laß mich jein Durch deine Huld geschieden. Geh'n die Verfluchten schuldvoll ein In ihre ew'ge Flammenpein, So schenké mir den Frieden. Das Wort 256 erschalle dann von dir: Gesegneter, o komm zu mir! Gottes Werke und Wohlthaten. W Wenn einst der Thränentag aufgeht, Und dann der fünd'ge Mensch ersteht, Nimm mich in deine Hände; Uns Sünder schone, Vater, du; O Hei9. Zermalmt wie Asche ist mein Herz, Ich fleh' gebeugt in meinem Schmerz: Gib mir ein sel'ges Ende.[ land, führe uns zur Ruh'. 338. Eigene Melodie. achet auf! ruft uns die Stimme Der Wächter sehr hoch auf Mit- ternacht heißt diese Stunde, Sie ru- fen uns mit hel PJJ der Zin- ne, Wach' auf, du Stadt Je ru sa- lem! lem Munde: Wo seid ihr tlu gen Jung- frau- en? Wohlauf, der Bräut'gam kömmt! Steht auf, die Lam- pen nehmt! Hal- le- lu- ja! Macht euch bereit Zur Hochzeitsfreud', Jhr müsset ihm entgegen geh'n. 2. Zion hört die Wächter singen, 3. Ehr' und Preis sei dir gesun Das Herz will ihr vor Freude sprin- gen Mit Menschen und mit Engelgen, Sie wachet und steht eilend auf. zungen, Mit Harfen und mit CymIhr Freund kommt vom Himmel beln schön. Von zwölf Perlen find prächtig, Von Gnaden stark, von die Thore An deiner Stadt, wir Wahrheit mächtig, Jhr Licht wird steh'n im Chore Der Engel hoch um hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, deinen Thron. Kein Aug' hat je ge du werthe Kron', Herr Jesu, Gottes spürt, Kein Ohr hat mehr gehört Sohn! Hosianna! Wir folgen All' Solche Freude. Deß jauchzen wir, Zum Freudensaal, Und halten mit Und singen dir Das Halleluja für das Abendmahl. und für. 339. Mel. Valet will ich dir geben Pf P r- muntert euch, thr Frommen, Zeigt eu rer Lam- pen Schein! Der A- bend ist ge= kom- men, Bald bricht die Nacht her- ein. Der Erlöser. Auf! be tet, kämpft und wa chet, 2. Macht eure Lampen fertig, Und füllet sie mit Del, Und seid des Heils gewärtig, Bereitet Leib und Seel'. Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah'! Begegnet ihm in Reihen, Und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfrau'n alle, Hebt nun das Haupt empor, Mit Jauchzen und mit Schalle, Zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, Die Hochzeit ist bereit: Auf, auf, ihr Reichsgenossen, Der Bräut'gam ist nicht weit. Es hat sich auf= ge= ma= chet Der Bräu ti gam mit Pracht. = 4. Er wird nicht lang' verziehen, D'rum schlafet nicht mehr ein. Man sieht die Bäume blühen Im schönsten Frühlingsschein. Es nah'n Erquickungszeiten, Die Abendröthe zeigt Den schönsten Tag von weitem, Da= vor das Dunkel weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, Jhr, die ihr Zion liebt, Mit freudigen Geberden, Und seid nicht mehr betrübt. Schon glänzen Freudenstunden, Es wird der treuen Braut, Weil sie hier überwunden, Die Krone nun vertraut. & D = 257 Bald ist es Mit- ter- nacht. 6. Die ihr Geduld getragen, Und mit gestorben seid, Ihr sollt nach Kreuz und Klagen Nun leben ohne Leid; Ihr sollt mit ihm regieren, Und vor des Lammes Thron Mit Jauchzen triumphiren In eurer Siegeskron'. 7. Hier sind die Siegespalmen, Hier ist das weiße Kleid, Hier tönen Freudenpsalmen In Frieden nach dem Streit; Hier schweigen alle Klagen, Hier grünen die Gebein', Die dort der Tod zerschlagen; Der Tod wird nicht mehr sein. 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, Wo die Erlösten weiden, Und Jesus ist ihr Hort; Hier sind die gold'nen Gassen, Hier ist das Hochzeitsmahl, Hier soll sich nieder. lassen Die Braut im Rosenthal. 9. O Jesu, meine Wonne, Komm bald und mach' dich auf; Geh' auf, du Lebenssonne, Und förd're deinen Lauf. O Jesu, mach' ein Ende, Und führ' uns aus dem Streit, Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungszeit. 340. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. FJ Him- mel Thron Als Herrscher ein- ge- nom- men, Herr- lich keit, Vom Himmel wie- der- kom- men. rhöh- ter Je- su, Gottes Sohn, Der du schon längst der Du wirst dereinst zu rech- ter Zeit, In großer Kraft und Gib, daß dann froh und mit Ver- trau'n Dich, Herr, auch mei- ne Au- gen schau'n. 2. Wer faßt, o Heiland, hier die| macht? Wie groß wirst du dich zeiPracht, Die deinen Tag einst herrlich gen! Wenn du auf lichten Wolken 258 Gottes Werke und Wohlthaten. einst Mit deiner Engel Heer erscheinst,| leugnet dann noch, Jesu Christ, Daß Die, Herr, vor dir sich beugen: Dann sieht die Welt die Majestät, Dazu dich Gott, dein Gott erhöht. du der Erde Richter bist? 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab, Ein Ruf der Allmacht tief hinab, Und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer Das große, nie gezählte Heer Der Todten wiedergeben. Sie steh'n, durch dich, Herr, neu beseelt, Nun alle auf, und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, Um Jedem den bestimmten Lohn Nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, Den Frommen aber führst du ein In das verheiß'ne Leben. Wer T 5. O gib, wenn nun dein Tag er scheint, Daß ich dann noch in dir den Freund Und Heiland wiederfinde, Daß ich mit Freuden vor dir steh', Und mit dir in den Himmel geh', Ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein, Und auch die kleinste Sünde scheu'n. 6. Dein Name sei mir ewig werth, Und was dein Wort von mir begehrt, Das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, Dich, den schon jetzt der Himmel preist, Aus aller Kraft zu lieben. So hab' ich in der Ewigkeit Auch Theil an deiner Herrlichkeit. 341. Mel. Gott, du frommer Gott. &# 1 J hu' Rechnung! Rechnung will Gott ernstlich von dir ha- ben. Thu' Rechnung, spricht der Herr, Von allen dei- nen Ga- ben. Thu' Nechnung! fürch- te Gott, Du mußt einst plötzlich fort; 0 Thu' Rechnung! den= ke stets 2. Vor deinem Thron bestehen, Wenn du mit deinem Knecht In dein Gericht willst gehen? Es ist in weiter Welt zu finden nicht Ein Mann, Der dir auf tausend nur Ein Wort antworten kann. An dieses Don= ner= wort. Sprich: lieber Gott, wer kann| nen Sünden. Laß deines Sohnes Blut Auch mein Herz machen rein, Laß alle meine Schuld Todt und vergeffen sein. 4. Laß mich in dieser Welt Nur dir zu Ehren leben, Laß ja mein Leib und Seel' Dir all'zeit sein ergeben. Dein Geist regiere mich, So werd' ich wohl besteh'n, Wenn du zur Rechnung rufst, Zur Himmelsfreud' eingeh'n. 3. Laß Gnade geh'n vor Recht, Ach laß mich Gnade finden! Mach' mich aus Gnaden los Von allen mei342. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Q ir war- ten dein, o Gottes Sohn, Bald ist die Warte zeit ent- floh'n, Und lie= ben Bald kommst du dein Erscheinen. zu den Deinen. Der Erlöser. D Wer an dich glaubt, Erhebt sein Haupt, Und sieht dir froh ent= ge= gen, Du brin- gest Him- mels se gen. 2. Wir warten dein, doch mit| dann wirst du Bei dir uns Ruh', Geduld, In unsern Prüfungstagen. Bei dir uns Freude geben Und ew'ges Du hast dein Kreuz für unsre Schuld Himmelsleben. So demuthsvoll getragen. Wie follten wir uns nicht mit dir Zum Kreuze gern bequemen, Bis du's hinweg wirst nehmen? 4. Wir warten dein, du kommst gewiß, Dir klopfen schon die Herzen, Vergessen aller Kümmerniß, Vergessen aller Schmerzen. Dereinst, dereinst, Wann du erscheinst, Soll unser Mund lobsingen und ewig ank dir bringen. 3. Wir warten dein, du hast uns ja Das Herz schon hingenommen. Stets bist du uns im Geiste nah', Doch willst du sichtbar kommen; Und 343. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 259 9 er Tag, an dem mein Hei- land spricht: Kommt, Menschen, Der mich zu sei ner Schaar be= rief, Auf des sen Er füllt mich nicht mit Be= ben. = kommt vor mein Ge- richt! Tod ich hier entschlief, Wird mich zu fich er= he= ben. wer de schau'n. 2. Wie freu' ich mich der großen Zeit, Da ich zu seiner Herrlichkeit Verklärt hinüber gehe! Heil mir, wenn ich, von Sünden rein, Mich seiner ewiglich zu freu'n, Vor seinem Throne stehe, Wo ich mit den Erlösten dann Ein höh'res Lied ihm singen kann. e Ich kann auf die Ver- hei- ßung bau'n, Daß ich sein Ant= lizz 3. Da, wo mein Heiland Jesus ist, Wohnt Freude, die kein Geist ermißt, Und seliges Entzücken. Der Herr, mein Heil auf Erden schon, Wie wird er dort vor seinem Thron Mich wunderbar erquicken! Von ihm strömt Seligkeit und Ruh' mir dann in ew'ger Fülle zu. 260 M J Gottes Werke und Wohlthaten. be= te, tre= te; 344. Eigene Melodie. a= che dich, mein Geist, be- reit, Daß dir nicht die böse Zeit td Sa- tans Lift Denn es ist Ⓡ = Wa- che, fleh' und Plöz- lich na= he Ule- ber vie= le From= men Zur Versuchung kom- men. Frommen Sinn zu heucheln. 2. Aber wache erst recht auf Von| List, Weiß sich selbst zu schmeicheln, dem Sündenschlafe, Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe, Und die Noth Sammt dem Tod Möchte dich in Sünden Unvermuthet finden. 7. Bete aber auch dabei, Bete bei dem Wachen, Denn der Herr nur kann dich frei Von dem Allen machen, Was dich drückt Und bestrickt, Daß du schläfrig bleibest, Und sein Werk nicht treibest. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht Unser Herr erleuchten; Wache, sonst wird Gottes Licht Dir noch ferne deuchten. Denn er will Für die Füll' Seiner Gnadengaben Off'ne Augen haben.. 8. Ja, er will gebeten sein, Soll er etwas geben; Er verlanget unser Schrei'n, Wenn wir wollen leben, Und durch ihn Unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden Kräftig überwinden. 4. Wache, daß dich Satans List Nicht im Schlafe finde, Wo es ihm ein Leichtes ist, Daß er überwinde; Denn Gott gibt, Die er liebt, Oft in seine Strafen, Wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe. Wach' und steh', Daß dich nie Falz scher Brüder Lügen Um dein Heil betrügen. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon Alles glücklich gehen, Wenn wir ihn durch seinen Sohn Im Gebet anflehen. Denn er will Uns die Füll' Seiner Gunst ausschütten, Wenn wir glaubend bitten. 10. D'rum so laßt uns immerdar Wachen, fleh'n und beten, Weil die Angst, Noth und Gefahr Immer näs her treten. Denn die Zeit Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten Und 6. Wache, hab' auf dich wohl Acht, Trau' nicht deinem Herzen; Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. Ach, es ist Voller| die Welt vernichten. Heiligung durch den heiligen Geist. Die Heilsordnung. 345. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. T= we de, Je su, stets die Her- zen, Daß wir mit Sün- den nicht mehr scher- zen, uns durch deinen Geist, bot uns fliehen heißt. 261 #f Er- we cke mich, er inn'- re mich! 3. Erwecke mich zur Buß' und Reue, Und mache mich von Sünden frei. Ach, Herr, ich bitte dich, verleihe, Daß ja mein Herz nicht sicher sei. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich in Buße suche dich. 4. Erwecke mich zum wahren Glauben, Der nach dir dürstet, seufzt und ringt. Auf Dornen wachsen keine Trauben; Gib Glauben, der auch Früchte bringt. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich von Herzen glaub' an dich. 5. Erwecke mich zur wahren Liebe, Zur Liebe, die stets feste hält, Damit ich stets mich darin übe, Was dir, mein Jesu, wohlgefällt. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich recht innig liebe dich. Er inn' re Die dein Ge= Ich will dir dan- ken e= wig- lich). mich, erinn're mich, Daß ich, mein Heil, nicht lasse dich. 2. Erwecke mich, dir Dank zu ge-| Schafe, die noch irre geh'n. Erwecke ben Für dein Verdienst, Geburt und Tod. Du starbst und gabst für mich dein Leben, Du littest Schmerzen, Angst und Noth. Erwecke mich, er inn're mich, Daß ich mit Dant recht preise dich. 7. Erwecke alle frommen Herzen, Daß ste im Guten weiter geh'n; Zeig' ihnen deine Todesschmerzen, Und laß sie niemals stille steh'n. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich stets hab' und halte dich. 6. Erwecke die verstockten Sünder, Die nicht in deiner Liebe steh'n. Ach suche doch die armen Kinder, Die 8. Erwecke mich zur Kraft im Leide, Mach' mich an Trost und Hoffnung reich. Dein Kreuz sei mir der Grund der Freude, Dein Herz mir stets an Huld sich gleich. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich im Kreuze seh' auf dich. 9. Erwecke mich zum sel'gen Sterben, Mein Jesu, mache mich bereit, Laß mich, o Herr, dein Reich ererben, Und führe mich zur Seligkeit. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich im Sterben halte dich. 10. Nun, Jesu, höre meine Bitte, Nimm dich, o Heiland, meiner an. Ich walle noch in dieser Hütte, Dein Geist führ' mich auf eb'ner Bahn. Erwecke mich, erinn're mich, Bis ich im Himmel schaue dich. 262 gtz Gottes Werke und Wohlthaten. -346. Eigene Melodie. r= leucht' mich, Herr, mein Licht, Ich bin mir selbst ver borgen, Und ten ne mich noch nicht. Ap f die ses zwar: Ich bin nicht, wie ich war; Ich mer= ke In des sen = = fühl' ich wohl: Ich bin nicht, wie ich soll. 2. Ich konnt' so sicher ruh'n, Und| Lust und Rath, Gut, Ehr' und was wußt' von keinen Sorgen; Doch anders ist es nun: Voll Ängst und ohne Rast Bin ich mir selbst zur Last. Was vormals meine Freud', Macht mir nun Herzeleid. 3. Kein zeitlicher Verlust Verurjacht diese Schmerzen, So viel mir ist bewußt: Ich misse keinen Freund, Auch drücket mich kein Feind, Mein Leib hat, was er will, Gesundheit, Hüll' und Füll'. 4. Es ist der Seelen Pein, Es kommt mir aus dem Herzen, Und bringt durch Mark und Bein. Dies eine liegt mir an, Daß ich nicht spüren kann, Ob ich ein wahrer Christ, Und du mein Jesus bist. 5. Es ist nicht so gemein, Ein Christ zu sein, als heißen; Ich weiß, daß der allein Des Namens würdig ist, Der seine liebste Lust Durch Christi Kraft zerbricht, Und lebt sich selber nicht. 6. Es ist nur Selbstbetrug, Mit diesem Wahn sich speisen, Als ob es schon genug Zur Glaubensprobe fet, Daß man von Lastern frei, Die auch ein blinder Heid' Aus Furcht der Schande meid't. 7. Der zieht recht Christum an, Der aus sich selbst gegangen, Des Fleisches eig'nen Wahn, Bermögen, Macht. er hat, Verläßt, verwirft und spricht: Nur Jesus ist mein Licht. 8. Dies ist des Glaubens Wort Und durstiges Verlangen; Herr Jesu, sei mein Hort, Versöhner, Herr und Schild, Und führ' mich wie du willt. Dein bin ich, wie ich bin, Nimm mich zu eigen hin. 9. Wer dies nicht gründlich meint, Deß Glaub' ist noch untüchtig, Der bleibt noch Gottes Feind; Sein Hoffnungsgrund ist Sand, Und hält zuz letzt nicht Stand; Der ein'ge Glaus bensgrund Jst dieser Gnadenbund.. 10. Hier, sorg' ich, fehlt es mir, Mein Trieb sei nicht so richtig, Den ich, Herr Christ, zu dir Befinde, weil ich auch Nach Heuchelchristen Brauch Die Lust der Welt noch mehr Geliebt, als deine Ehr'. 11. Mein Herz, entfchließ dich nun, Denn du mußt jetzt es wagen, Du kommst sonst nicht zur Ruh'. Sagst du hiermit der Welt Und was dem Fleisch gefällt, Rein ab, und Christo an, So ist die Sach' gethan. 12. Du armer Staub, kannst du Dem König dich versagen, Dem Alles stehet zu, Der allgenugsam reich, Ja alles ist zugleich? Mehr als kein Herz bedacht, Hat er in seiner Die Heilsordnung. 263 13. Wenn Alles wird vergeh'n, Was 15. Gewünscheter Vertrag, Den nur Erd' und Himmel hegen. So bleibt ein Jawort schließet! Sag', meine er fest besteh'n; Sein Wesen stirbt nicht ab, Die Gottheit weiß kein Grab; Und wen er einmal kennt, Deß Wohlstand nimmt kein End'. 14. Wer aber in der Zeit Mit ihm sich nicht verträget, Der bleibt in Ewigkeit Von Gottes Freudenhaus Ganz, ganz geschlossen aus. Bergöss' er in dem Weh' Schon einen Thränensee. A Seele, sag': So sei's, Herr Jesu, ja, Da hast du Alles, da, Nimm hin Leib, Seel' und Blut, Geist, Ehre, Hab' und Gut! 16. Thu', was du willst, mit mir! Werd' ich nur zugerichtet Zu deinem Preis und Zier, Erneut zur Herrlichkeit, mit deinem Heil bekleid't, Geheiligt um und an: Wohl mir, so ist's gethan! 347. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. der Sün- den Bahn! gen Himmel an. uf, mein Geist, du hast ge= lau- fen Willst du nicht zum Höllen- hau- fen, 31 Lang' ge nug So schwing' dich Je sus la det in sein Haus, Will daselbst dir thei= len aus Heil und Leben, dich zu la= ben; 9 Auf, er- kenn' die Gna- den- ga= ben! 2. Wohl, ich komm' und fühl' den Schaden, Darin ich gesetzet bin; Könnt' ich nun in Thränen baden, Ach, was gäb' ich nicht d'rum hin! Eitles Wesen sei verflucht, Das ich bisher sehr gesucht; Welt und Lust mit deinen Schäßen, Weg nur! du kannst nicht ergößen. 3. Meiner Sünden Angst und Plagen Wie der Wellen wilde Fluth Uleber mir zusammenschlagen, Und er tödten allen Muth. Wie bedrängt ist, Herr, mein Herz! Endlos häuft sich Schmerz auf Schmerz! Ach, mein Jesu, zu mir kehre, Eh' ich mich in Angst verzehre. 4. Sieh', ich falle vor dir nieder, Herr, ich bin der falsche Knecht, Der das Pfund dir brachte wieder Ohne Wucher, träg' und schlecht. Willst du in's Gericht noch geh'n, Wie wollt' ich vor dir besteh'n? O, ihr Berge, mich bedecket, Und ihr Grüfte, mich verstecket! 5. Groß bist du von Güt' und Treue, Doch nicht dem, der ohne Schuld, Sondern denen, die mit Neue Suchen deine Gnad' und Huld. D'rum straf' nicht in deinem Grimm, Wehre, Herr, der Donnerstimm', Und um deines Eides willen Wollest du mein Zagen stillen. 6. Mag ein Mutterherz wohl hafsen, Was den Kindesnamen hat? Wie kannst du denn mich verlassen Wegen meiner Uebelthat? Nein, es 264 Gottes Werke und Wohlthaten. jammert dich mein Leid, Voller Gnad'Haben mich dir neu verbunden, bist du bereit, Mich schon wieder Bringen mich in Ruhestand. Nun zu umarmen, Und dich meiner zu er- ich Sodom bin entführt, Soll nicht barmen. werden mehr gespürt Jrdisch Leben, blinde Werke. Jesu, meinen Vorsatz stärke. 7. Preis dir, Heil mir! alle Stunden, Die zur Buße sind verwandt, M 348. Eigene Melodie. pid ein Heiland nimmt die Sünder an, Die Kein Mensch, kein Engel trösten kann, Die nirgends un= ter ihrer Last der Sün- den Ruh' und Rettung finden. • Sie, de nen selbst die Welt zu klein, Die bang' des Richters Au- ge scheu'n, Sie, de nen ild längst der Stab ge= brochen, Die schon der Hölle zu ge= 9 O spro- chen, Seh'n die se Frei- statt auf ge- than: = 3. Nun findet man in seinem Schooß Ein sich'res Schloß gejagter Seelen; Er spricht sie von der Strafe los Mein Jesus nimmt die Sün- der an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz| Und tilgt ihr jammervolles Quälen. Trieb ihn von seinem Thron zur Es wird ihr ganzes Sündenheer In's Erden; Ihn drang der Sünder Weh' unergründlich tiefe Meer Durch sei und Schmerz, An ihrer Statt ein nen Mittlertod versenket, Und ihnen Fluch zu werden; Er senkte sich in Gottes Geist geschenket, Durch den ihre Noth, Und schmeckte für sie Angst man Vater! rufen kann. Mein Heiund Tod. Nun, da er denn sein land nimmt die Sünder an. eig'nes Leben Zur theuren Zahlung hingegeben, und seinem Vater g'nug gethan, So heißt's: er nimmt die Sünder an! -4. So bringt er sie zum Vater hin In seinen blutbefloss'nen Armen, Und dieses neigt des Vaters Sinn 3u lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie auf an Kindes Statt, Ja Alles, was er ist und hat, Wird ihnen eigen übergeben, Und selbst die Thür zum Die Heilsordnung. 265 ew'gen Leben Wird ihnen huldreich| Herz dir offen steht, Und wie er dir aufgethan. Mein Heiland nimmt die entgegen geht! Wie oft hat er nicht Sünder an. voll Verlangen Gesucht, dich gnädig zu umfangen! So komm denn, armes Herz, heran. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. Okönntest du sein Herz nur seh'n, Wie sich's nach armen Sündern sehnet, Sowohl wenn sie noch irre geh'n, Als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie eilt er in Zachäus Haus, Und streckt die Hand nach Zöllnern aus! Wie stillt er jener Magdalenen Den milden Guß erpreßter Thränen, Denkt deß nicht mehr, was sie gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, Obgleich er noch so tief gefallen! Und dies hat er nicht nur gethan, Da er auf Erden mußte wallen, Nein, er ist immer einerlei, Gerecht und fromm, und ewig treu. llnd wie er unter Schmach und Leiden, So ist er auf dem Thron der Freuden Den Sündern liebreich zugethan. Heiland nimmt die Sünder an. Mein 9. Sprich nicht: ich hab's zu arg gemacht, und alle Güter seiner Gnaden So lang' und schändlich durchgebracht, Er hat mich oft umsonst geladen. Wenn du es jetzt nur redlich meinst, Und deinen Fall mit Ernst beweinst, So soll ihm nichts die Hände binden, Und du sollst jetzt noch Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 10. Doch sprich auch nicht: es ist noch Zeit, Ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird ja eben nicht gleich heut' Die off'ne Gnadenthür verschließen. Nein, weil er ruft, so höre du, Und greif' mit Glaubenshänden zu. Wer diesen Tag sein Heil verträumet, Hat eine Gnadenzeit versäumet, Die wohl nie wie derkommen kann. Heut' komm, heut' nimmt dich Jesus an. 11. Ja, zeuch du selbst uns recht zu dir, Holdselig süßer Freund der Sünder. Erfüll' mit sehnender Begier Auch uns und alle Adamskinder. Zeig' uns bei unserm Seelenschmerz 8. komm nur mühselig und ge- Dein nur von Liebe wallend Herz. bückt, Komm nur, so gut du weißt Und wenn wir unser Elend sehen zu kommen. Wenn gleich die Last So laß uns ja nicht stille stehen, dich niederdrückt, Gebeugt wirst du Bis daß ein Jeder sagen kann: Gottgern angenommen. Sieh', wie sein lob, auch mich nimmt Jesus an! 7. So komme denn, wer Sünder heißt, Und wen sein Sündengreu'l betrübet, zu dem, der keinen von sich weist, Der sich gebeugt zu ihm begiebet. Wie? wilst du dir im Lichte steh'n, und ohne Noth verloren geh'n? Willst du der Sünde länger dienen, Da, dich zu retten, er erschienen? nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 150 M 349. Mel. Auf meinen lieben Gott. o soll ich flie- hen hin, Da ich be- schweret bin Mit viel und gro- ßen Sünden? Wo kann ich Rettung fin- den? Wenn al= le Welt auch käme, Mein' Angst sie nicht weg- näh- me. 12 266 2. O Jesu, voller Gnad', Auf dein Gebot und Nath Kommt mein betrübt Gemüthe Zu deiner großen Güte. Laß du auf mein Gewissen Ein Gnadentröpflein fließen. Gottes Werke und Wohlthaten. 3. Jch, dein betrübtes Kind, Ich werfe meine Sünd' Nebst allen meis nen Schmerzen, Nebst aller Angst im Herzen, In deine heil'gen Wunden, Da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, Durch deiner Thränen Fluth Laß, Herr, mich Ruhe finden, und rein'ge mich von Sünden; Woll'st ihrer nicht gedenken, In's tiefste Meer sie senken. A 350. Eigene Melodie. 5. Mir mangelt zwar sehr viel, Doch, was ich haben will, Ist alles mir zu Gute Erlangt mit deinem Blute, Damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll' und Sünde. 6. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Nun kann ich nicht verderben, Dein Reich muß ich ererben, Denn du hast mir's er worben, Da du für mich gestorben. 7. O führe Herz und Sinn Durch deinen Geist dahin, Daß ich mög' alles meiden, Was mich von dir kann scheiden, Daß ich an deinem Leibe Ein Glied auf ewig bleibe. c, was soll ich Sün- der machen? Ach, was soll ich fangen an? Mein Gewissen klagt mich 3. Obgleich schweres Kreuz und Leiden, Das bei Christen oft entsteht, mir sehr hart entgegen geht, Soll mich's doch von ihm nicht scheiden. Auf ihn ist mein Herz gericht't, Meinen Jesum laß ich nicht. an, gin= net auf zu= wa chen. Dies ist meine Zu ver= sicht: 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben Nichts, als nur ein Nebel ist, Denn wir sind zu jeder Frist Mit Es beMei- nen Je sum laß ich nicht. 2. Zwar es haben meine Sünden| dem Tode hier umgeben; Doch, wenn Meinen Jesum oft betrübt, Doch auch mein Auge bricht, Meinen Je weiß ich, daß er mich liebt, Denn sum laß ich nicht. er läßt sich gnädig finden. D'rum, ob mich mein' Sünd' anficht, Meinen Jefum laß ich nicht. 5. Sterb' ich bals, wohl mir, ich habe Dann die Ruhe schon erreicht, Ruhe, welcher keine gleicht, Ruhe in dem stillen Grabe; Da ist Jesus noch mein Licht, Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Durch ihn werd' ich wieder le ben, Er wird mich zur rechten Zeit Wecken zu der Seligkeit, Die et wird aus Gnade geben. Nicht er beb' ich im Gericht, meinen Jesum laß ich nicht. Die Heilsordnung. 267 7. Nun, so will ich dein verbleiben,| Sell mich Neth und Tod nicht treiben. Denn ich traue deinem Wort. Von Heller glänzt mir einst dein Licht, dir, Herr, mein Heil, mein Hort, Meinen Jesum laß ich nicht. 351. Mel. Herr Chrift, der ein'ge Gott's Schn. err Jesu, Gna- den- son- ne, Wahr- haf- tes Lc- bens- licht, Gib Lesben, Licht und Won- ne Dem blö- den An- ge= sicht. L Nur du kannst mich er- freu- en, Und meinen Geist er neuen; F Mein Gott, ver- sag' mir's nicht! 2. Vergib mir meine Sünden, Und| für Der eitlen Welt absterben, Dem wirf sie hinter dich. Laß allen Zorn Fleische nach verderben, Mein Gott, verschwinden, und hilf mir gnädiglich. fo leb' ich dir. Laß deine Friedenégaben Die bange Seele laben. Ach, Herr, crhöre midh. 3. Vertreib' aus meiner Seelen Des alten Adams Sinn, Und laß mich dich erwählen Zum seligen Geż winn. Dir will ich mich ergeben, Und dir zu Ehren leben, Weil ich erlöjet bin. 6. Ach zünde deine Liebe In meiner Seele an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben kann, Und dir zum Wohlgefallen Beständig möge wallen Auf rechter Lebensbabn. 4. Beförd're dein Erkenntniß In mir, mein Seelenhort, Und öffne mein Verständniß Durch dein hochheilig Wort; Damit ich an dich gläube, In deiner Wahrheit bleibe, Und wachse fort und fort. 7. Nun, Herr, verleih' mir Stärke, Verleih' mir Kraft und Muth. Das sind die Gnadenwerke, Die dein Geist in mir thut. Mein eigenes Beginnen, Mein Denken und mein Sinnen Ist nimmer recht und gut. 5. Peit' mich in dieser Wüste, Und unterdrück' in mir Die Herrschaft böser Lüste, Und laß mich für und 8. Dut Geber aller Gnaden, Du Bater aller Tren', Wend' allen Seelenschaden, Und mach' mich täglich nen; Gib, daß ich deinen Willen Beständig mög' erfüllen, Und steh mir kräftig bei. 352. Eigene Melodie. 34 fein zu dir, Herr Jesu Christ, Ich weiß, daß du mein Tröster bist, I Mein' Hoffnung Kein Trost tann 12* 268 steht auf sonst mir Gottes Werke und Wohlthaten. Er den. wer= den. Von An= beginn ist nichts er- for'n, Auf Er- den ist kein Mensch gebor'n, Der mir aus Nöthen hel- fen kann. Dich ruf' ich an, Du bist's, der hel- fen will und kann. 2. Herr, meine Schuld ist über groß und reuet mich von Herzen, Erbarme dich, und sprich mich los, Kraft deiner Todesschmerzen. Nimm meiner dich beim Vater an, Der du für mich genug gethan, Dann werd' ich los der Sündenlast. Mein Glaub' umfaßt, Herr, was du mir verheißen hast. vor Allen liebe dich, Und meinen Nächsten gleich als mich. Hilf mir in meiner letzten Noth, Mein Herr und Gott, Der du für mich besiegt den Tod. 3. Verleih' mir aus Barmherzigkeit Des Glaubens Kraft und Stärke, Auf daß ich deine Freundlichkeit Im Glauben fühl und merke; Daß ich 353. Eigene Melobie. und deinen Gnadenschein, auf mich ge= rich- tet sein. 4. Preis sei Gott auf dem höchsten Thron, Dem Vater, reich an Güte, Und Jesu Christo, seinem Sohn, Der gnädig uns behüte, Und seinem werthen heil'gen Geist, Der uns den Weg zum Himmel weist! So singet alle Christenheit hier in der Zeit und dort in sel'ger Ewigkeit. r= qui de mich, du heil der Sün- der, Und laß, o Freund der Menschen- kin= der, 1 Komm und er zeige dein Erbar- men, Und schenke deine 2. Du bist und bleibst der Trost der Erden, Und der gepries'ne Wundermann, Durch welchen wir errettet werden, Der allen Menschen helfen kann. Du hilfft und rettest uns aus Gnaden Von allem Leid und allem Schaden. Durch dich Dein Herz Huld mir Ar- men. 3. Der Blinde kann die Sonne schen, Der Taube hört die Stimme an, Der Lahme muß auch g'rade gehen, Der Aussatz wird hinweg gethan; Den Todten hast du Geist und Leben, Und allen Armen Trost gegeben. Die Heilsordnung. 269 4. Hast du vor diesem solche Tha- g'rade fort, Und meine Tritte nie ten, Herr, durch deine Hand ge mals gleiten, Noch von dem Pfad than: So wollest du auch jetzt mir der Wahrheit schreiten. rathen, Nimm du dich meiner Seele an. Ach, zeige deine große Stärke Durch unverdiente Gnadenwerte. 8. Wer will doch meinen Aussatz heilen, Der Krankheit allerschlimmsten Theil? Mein Arzt, du wollest nicht verweilen, Ach, heile mich, so werd' ich heil. Laß deine Wunden, o mein Leben, Für meine Wunden Heilung geben. 9. Ich bin ganz todt und meine Kräfte, Will' und Verstand sind ohne Kraft, zu thun recht göttliche Geschäfte; Herr, gib mir neuen Lebenssaft, Daß ich gleich einem Baum ausschlage, Und tausendfache Früchte trage. 10. Ich finde arm mich, im Elende, Entblöst von allem eignen Ruhm; Die Friedensbotschaft zu mir sende, Dein süßes Evangelium, Daß ich dadurch noch hier auf Erden Gerecht und selig möge werden. 5. Du weißt ja, was wir mMen schen taugen, Verblendet sind wir, sehen nicht; Darum erleuchte meine Augen Mit deinem Glanz und Gnadenlicht, zu sehen, was sonst nicht zu sehen, Wenn wir in deinem Licht nicht stehen. 6. Eröffne mir, Herr, meine Ohren, Und mache mich zu deinem Knecht; Hier bin ich, du woll'st sie durchbohren, Daß ich dir diene treu und recht, Und auf dein heilig Wort stets merke, Darnach zu thun all' meine Werke. 7. Ich wanke noch auf schwachen Füßen, Bald straucht' ich hier, bald fall' ich dort; Laß deine Kraft in mich einfließen, Daß ich mög' gehen 354. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verberbt. Je su, mei ne Zuversicht, Mein Hei- land Verstoße du mich Sün- der nicht, Für den du und mein Le= ben, dich ge= ge= ben; Du starbst für mich den bit- tern Tod, ㅎ Mir Gna- de zu erwerben, D'rum hilf mir aus der Sün- de Noth, Und laß mich nicht ver- der ben. 2. Es fehlet meinem Geiste Licht, Mein Elend einzusehen, und aus mir selber weiß ich nicht Den rechten Weg zu gehen. Im Herzen regt sich Eitelkeit, Stolz, Beltlust, Eigenliebe; Das Glück, daß mir die Erde beut, Entzündet meine Triebe. 3. Die Macht der Sünde herrscht in mir, Und schwächt der Seele Kräfte; Das Fleisch verhindert für und für Der Heiligung Geschäfte. Das Gute, das ich lieben soll, Wird von mir unter= lassen, Mein Herz ist ganz des Bösen voll, Das ich soll flieh'n und hajsen. 270 4. O treuer Hort, was fang' ich an Bei so verderbtem Wesen? Wo find' ich, was mir helfen kann? Wie soll ich doch genesen? Ach, in mir selbst ist keine Kraft, Zur Buße mich zu führen, Wo nicht dein Geist, der Alles schafft, Mein schwaches Herz will rühren. Gottes Werke und Wohlthaten. 5. Steh' du in dieser Noth mir bei, Du Urquell aller Gnaden, Und mach' durch deine Kraft mich frei, Heil' mei ner Seele Schaden. Gib mir dein Licht, daß ich durch dich mich selber kann verstehen, Durch deine Wahrheit lehre mich Erkennen mein Vergehen. 6. Erweiche du mein hartes Herz, Daß es vor dir sich beuge, Daß es, erfüllt von Neu' und Schmerz, Zu deinem Necht sich neige. Ach, A mach' es durch den Glauben rein, Und gib gerechte Werke; Ja kehre du selbst bei mir ein, meiner Seelen Stärke. 7. Zerstör' in mir die Eitelkeit, Brich meinen bösen Willen, Und laß mich, was dein Wort gebeut, Durch deinen Geist erfüllen. Laß in mir Demuth, Mäßigkeit, Des Geistes Früchte prangen, Erfülle du mich jederzeit mit heiligem Verlangen. 355. Mel. O Herre Gott, begnade mich. in mir Ar= men. mir be fin= den. 8. Du, Vater, bist's, der in uns schafft Das Wollen und Vollbringen; Verleih' zur Heiligung mir Kraft, Und laß es mir gelingen. Laß deiz nen Frieden auf mir ruh'n, Gib Trost, gib Muth, gib Stärke, Dann kann ich deinen Willen thun, Dann wirk' ich deine Werke. ch, sei mir gnä- dig, Herr, mein Gott, Nach dei- ner Güt' in Durch deine Va- ter= treu' und Huld Be freie mich von = mei- ner Noth, Tilg' durch dein reich Er- bar- men Die Sün- de aller Schuld, Und rein'- ge mich von Sün- den, Die sich in mir vor Au= gen. Ach Herr, ach, ich be kenn' es dir, Denn meine Sünd' ist stets vor mir, Ge- sün- digt hab' ich oft und schwer, Und meiner Sünden großes Heer Schwebt im- mer || Die Heilsordnung. 2. Nimm mich im Blute Christi an, Und laß die Schuld sein abges than, Die Sünd', die ich ererbet, Und die mein Herz verderbet. Herr, wasche mich und mach' mich rein, So werd' ich unbeflecket sein, und weißer können werden, Als je der Schnee auf Erden. O laß mich schmecken Wonn' und Freud' Nach dieser schweren Traurigkeit, Daß die Gebeine, die du hast Zermalmt durch deines Zornes Last, Gestärkt und fröhlich werden. 3. Denk nicht, wie ich gesündigt hab', Ach, kehr' dein Antlig davon ab, Tilg' meine Missethaten, Darein ich bin gerathen. Schaff' in mir, Gott, aus Huld und Güt' Ein reines Herze und Gemüth, Durch wahre Buß' und Neue Inwendig mich erneue. Ach, Vater, ach, verwirf mich nicht Im Zorn vor deinem Angesicht. Gib, daß ich wieder in mir merk' Des guten Geistes Kraft und Stärk', Laß ihn nicht von mir weichen. 3 271 4. Dann thu' mir meine Lippen auf, Zeuch mein Gemüth zu dir hinauf, Dich, Gott, im Himmel oben, Mit Herz und Mund zu loben. Kein Dank, tein Opfer dir gefällt, Wenn dir nicht ernst wird vorgestellt Ein Herz von Angst und Klagen Zerbrochen und zerschlagen. Wer dir in wahrer Neu' und Buß' Mit heißen Thränen fällt zu Fuß', Der hat ein Opfer dir gebracht, Das niemals wird von dir veracht't, Du nimmst es an in Gnaden. 356. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. deinem An= ge- sicht. mit mir in's Ge- richt. 5. Gott Vater in dem höchsten Thron, Gedent' an deinen ein'gen Sohn, Und laß um seinetwillen Die Herzensangst sich stillen. Jesu Christ, durch deinen Tod Errette mich aus aller Noth, Ich weiß in meinen Sünden Sonst keinen Trost zu finden. O heil'ger Geist, regiere mich Durch deine Gnade kräftiglich, Daß ich dem Bösen widerstreb', Und stets nach deinem Willen leb' Bis an mein letztes Ende. ch ar mer Mensch, ich ar mer Sün- der Ach Gott, ach Gott, ver- fahr' ge= lin- der, 3. Ach, laß mich nicht vergeblich flagen, Verwirf mein armes Flehen nicht. Du kannst die Bitte nicht verSteh' hier vor Und geh' nicht Er bar me dich, er bar- me dich, Gott, mein Er- bar- mer, ü= ber mich! 2. Wie ist mir doch so angst und| sagen, Hör', was der arme Sünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! bange, Herr, wegen meiner großen Sünd'! Hilf, daß ich wieder Gnad' erlange, Ich armes und verlor'nes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab' verschuldet, lohne, Und handle nicht nach meiner Sünd'. O treuer Bater, schone, schone, Erkenn' mich wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Gottes Werke und Wohlthaten. 272 5. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben; Sag', daß ich armer Sünder hör': Geh' hin, die Sünd' ist dir vergeben, Nur fündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Jch zweifle nicht, ich bin er höret, Erhöret bin ich zweifelsfrei, Weil sich der Trost im Herzen met ret, D'rum will ich enden mein Gis schrei: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 357. Mel. O Gott, du frommer Gott. err, ohne Glauben kann Kein Mensch vor dir be- ste- hen; D'rum wend' ich mich zu dir Mit de- muths- vollem Flehen. J Dzün de selbst in mir Den wah- ren Glau- ben an, Weil ich durch mei ne Kraft Jhn mir nicht ge= ben kann. 2. Laß mich, Gott, daß du sei'st| Mit Ueberzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort Aus meinem Herzen rauben, Daß bu dem, der dich sucht, Stets ein Vergelter sei'st, Und hier und ewig ihn Mit deinem Heil erfreu'st. 3. Wahrhaftig ist dein Wort, Laß mich ihm völlig trauen. Nie wanket deine Treu', Laß mich darauf stets bauen. Gib, daß ich dir im Glück Und Unglück stets getreu, Und durch des Glaubens Kraft All'zeit gehorsam sei. 4. Lehr' mich, mein Jesu, dich Im Glauben recht erkennen, Dich meinen Herrn und Gott Jm Geist und Wahrheit nennen. Lehr' mich im Glauben thun, Was mich dein Wort gelehrt, Daß dich Herz, Mund und That Als meinen Heiland ehrt. 5. Mein König und Prophet, Komm, herrsch' in meiner Seele, Regier' und führe mich, Damit ich ja nicht fehle! Du sollst mein König sein, Dem ich gehorchen will, Mein Lehrer und Prophet, Deß Willen ich erfüll'. 6. Ich will auch, Herr, an dich Als Hohenpriester gläuben; Laß, Jesu, dein Verdienst Den Grund des Glaubens bleiben. Oglücklich, wenn mein Geist Hierauf sich treu und fest, Als auf sein einzig Heil Und wahren Trost, verläßt. 7. Ach, Jesu, stärke mich In dies sem meinem Glauben; Laß mir ihn weder Tod, Noch Welt, nech Teufel rauben. Bleib' durch den Glauben stets Genau mit mir vereint; So bin ich dein, du mein, Otheurer Seelenfreund! 358. Eigene Melodie. ins ist noth, ach Herr, dies Ei= ne Alles Andre, wie's auch schei- ne, Lehre mich Ist ja nur er ten nen doch! ein schwe- res Joch, Die Heilsordnung. Dar- un ter das Her- ze sich 273 na= get und pla= get, Und den- noch kein wahres Ver- gnü- gen er- ja= get. Einem in Al- lem er- götzt. 2. Seele, willst du dieses finden, Such's bei keiner Kreatur; Laß, was irdisch ist, verschwinden, Schwing' dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, Wo alle vollkommene Fülle erscheinet, Da, da ist das beste, nothwendigste Theil, Mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beslissen Auf des Einigen Genieß, Als sie sich zu Jesu Füßen Voller Andacht niederließ; Das Herz ihr entbrannte dies einzig zu hören, Was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; Ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, D'rum wurde ihr Alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir, Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir. Ob Viel' auch um kehren zum größesten Haufen, So will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen, Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, daß man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, In welchen die Demuth und Einfalt regieret, Und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nu Jesum recht kenne und weiß, So hab' ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, Als nur dich, mein höchstes 4 C Er- lang' ich dies Ei- ne, das Al- les ersetzt, So werd' ich mit Gut. Jesu, es muß mir gelingen, Rein zu werden durch dein Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir er worben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; Die Kleider des Heils ich da habe erlangt, Worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht. Du bist's ja, den ich erwähle, Mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, Ist in dir, mein Heiland, mir Alles gegeben. Entreiße mich aller vergänglichen Lust, Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen, Mich umströmt die Gnadenfluth! Du bist einmal eingegangen In das Heil'ge durch dein Blut; Da hast du die ew'ge Erlösung erfunden, Daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, Jm kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volle G'nüge, Fried' und Freude Meine Seele nun ergößt, Weil auf eine frische Weide Mein Hirt, Jesus, mich gesetzt. Nichts Süßes kann also mein Herze erlaben, Als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, Als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. D'rum auch. Jesu, du alleine Sollst mein Ein und Alles sein, Prüf', erfahre, wie ich's meine, Tilge 274 allen Heuchelschein. Sieh', ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, Und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege. Gottes Werke und Wohlthaten. rer Glaube im Staube. 359. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. Got- tes Sohn, Herr Jesu Christ, Du weißt, daß wahNicht eig'nes Werk des Menschen ist, So lang' er wallt ます 。 Gib, daß ich nichts achte, nicht Leiden, nicht Tod, Nur Jesum gewinne, dies Eine ist noth. D'rum hilf du mir von oben her, Den wahren JJ || Glau- ben mir ge- währ', Dar- in laß mich be- har- ren. 2. Lehr' du und unterweise mich,| Und seinen Wachsthum stärken. Das Daß ich den Vater kenne, Daß ich, o Christus Jesus, dich Den Sohn des Höchsten nenne, Und den, der uns zum Himmel weist, Des Vaters und des Sohnes Geist, Mit gleicher Ehrfurcht preise. schwache Rohr zerbrichst du nicht, Verlöschest nicht ein glimmend Licht, Bist mächtig in dem Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, Den Glauben zu behalten, Von wissentlichen Sünden frei, In Allem treu zu walten; Daß ich sei lauter jederzeit, Ohn' Anstoß in Gerechtigfeit, Erfüllt mit ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn' in mir, Laß ihn sich immer stärken, Daß er sei fruchtbar für und für Und reich an guten Werken, Daß er sei thätig durch die Lieb', Mit Freu: den und Geduld sich üb', Dem Näch: sten treu zu dienen. 3. Laß mich vom großen Gnaden heil' Das wahr' Erkenntniß finden, Wie der nur an dir habe Theil, Dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ich's such', wie mir gebührt, Du bist der Weg, der mich recht führt, Die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, In's Herze es wohl fasse, Daß sich mein Glaube immerfort Auf dein Verdienst verlasse, Daß zur Gerechtigkeit auch werd', Weil ich von Sünden bin beschwert, Dein Tod mir zugerechnet. 5. Mein Glaube, Jesu, tröste sich Des Bluts, das du vergossen, Damit in deinen Wunden ich Bleib' all'zeit eingeschlossen. Laß durch den Glauben mich die Welt, Und was sie für das Höchste hält, Nicht für mein Kleinod achten. 6. Jst auch mein Glaube noch so klein, Ein Senftorn, kaum zu merken: Woll'st du doch in mir mächtig sein, 9. O rüste mich mit deiner Kraft, Daß ich bis an mein Ende Stets übe gute Ritterschaft, 3u dir allein mich wende; Daß ich in meiner leßten Noth Des Glaubens Ziel durch deinen Tod, Die Seligkeit, erlange. 10. Herr Jesu, der du angezünd't Das Fünklein in mir Schwachen, Was sich vom Glauben in mir find't, Das woll'st du stärker machen. Was du gefangen an, vollführ' Bis an das End', daß dort bei dir Auf Glaus ben folg' das Schauen. Die Heilsordnung. 360. Mel. O Gott, du frommer Gott. 2 er suchet euch doch selbst, Ob ihr im Glauben ste- het, Ob Christus in euch ist, Ob ihr ihm auch nach- ge- het; #e Ob ihr auch in Ge- duld, In Sanft- muth, Freund- lichkeit, 275 11 In Lieb' dem Nächsten stets Zu die nen seid be= reit? 2. Der Glaube ist ein Licht, Jm| ihm das Leben; Flucht er, so segnen Herzen tief verborgen, Bricht als ein wir; In Schande, Spott und Hohn Glanz hervor, Scheint als der helle Ist unser bester Trost Des Himmels Morgen, Erweiset seine Kraft, Macht Ehrenkron'. Christo gleich gesinnt, Erneuert Herz und Muth, Macht dich zu Gottes Kind. 8. Schickt Gott zur Prüfung uns Ein schweres Kreuz zu tragen: Der Glaube bringt Geduld, Erleichtert alle Plagen; Statt Murrens, Ungeduld, Wird das Gebet erweckt, Weil aller Angst und Noth Von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet durch das Kreuz Sein Elend recht verstehen, Man fühlet Gottes Huld, Hält an mit stillem Flehen, Verzaget an sich selbst, Und trauet Christi Kraft, Fühlt, er sei es allein, Der Muth und Kräfte schafft. 10. Man traut auf sein Verdienst, Erlanget Geist und Stärke, In solcher Zuversicht Zu üben gute Werke, Steht ab vom Eigensinn, Flieht die Vermessenheit, Hält sich in Gottesfurcht Jm Glück, in böser Zeit. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, Und will in Einfalt es Dem Nächsten wiedergeben. Weil er so überreich In Christo worden ist, Preist er die Gnade hoch, Bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, Was Gott im Wort zusäget, Er scheucht den Zweifel fort, Die Schwermuth wird verjaget. Sieh', wie der Glaube bringt Die Hoffnung an den Tag, Hält Sturm und Wetter aus, Besteht in Ungemach! 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb'; Man nimmt aus Gottes Händen Die Fügung freudig an, Wie Gott sie uns will senden. Weil Alles uns zum Heil, Zum Besten ist gemeint, D'rum bringt die Liebe durch, Umfasset Freund und Feind. 6. Die Welt war Gottes Feind, Doch gibt er in dem Sohne Sein eingebor'nes Kind Zu einem Gnaden- Herz erneut. throne, Seßt Liebe gegen Haß; Wer gläubig dies verehrt, Wird bald zur Lieb' entflammt, Die allen Haß verzehrt. 11. So prüfe dich denn wohl, Ob Christus in dir lebet; Denn Christi Leben ist's, Nach dem der Glaube strebet. Erst macht er dich gerecht, Dann gibt er Freudigkeit, Gewährt dir Licht und Kraft, Die ganz dein 12. Herr, vermehr' in mir Des Glaubens Licht und Stärke. Gib, daß er bringe stets Die Frucht der guten Werke. Wo Licht ist, geht der 7. Was uns nun Gott gethan, Schein Freiwillig davon aus. Du Soll uns vor Augen schweben. Droht bist mein Gott und Herr, Bewahr uns der Feind den Tod, Wir zeigen| mich als dein Haus. 276 H Gottes Werke und Wohlthaten. 361. Mel. O Gott, du frommer Gott. err, al= ler- höch- ster Gott, Von dem wir al= le Ga- ben, Und was uns nüßlich ist, Durch Gnad' und Bit- ten ha- ben, O fieh' er- barmend mich In meiner Schwachheit an, Weil ich nicht, wie ich will, Dir recht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, Doch| 5. Mach' diese Zuversicht In mir, nur mit schwachem Glauben. Oft willo Gott, so kräftig, Daß ich mein Le die Zweifelsucht mir alle Hoffnung benlang In deinem Dienst geschäftig, rauben. Wer macht das Herz gewiß, Und stets beslissen sei, zu thun, was Als du, o Herr, allein? Laß deine dir gefällt; So hab' ich, Gott, in Hülfe doch Von mir nicht ferne sein. dir Den Himmel auf der Welt. 3. O reiche du mir selbst Aus Gnaden deine Hände. Hilf meiner Schwachheit auf, Daß mich nichts von dir wende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, So laß ihn doch bei mir In stetem Wachsthum sein. 6. Mein Heiland, der du einst Für deine Jünger batest, und, wenn sie strauchelten, Beim Bater sie vertratest, Ach unterstüß' auch jetzt Mein sehnliches Gebet, Und schenke Glaubenstraft Dem, der dich darum fleht. 4. Gib, daß die Zuversicht In meinem Geist sich mehre, Daß du mein Vater seist Und ich dir angehöre, Daß alle meine Schuld Von dir vergeben sei, Damit mein Herz sich dein Als seines Gottes freu'. 7. In deiner Mittlerhand- Ist Heil und aller Segen; Herr, unterstütze mich Auf allen meinen Wegen, Daß ich des Glaubens Ziel, Der Seelen Seligkeit, Erlange und dich preis In alle Ewigkeit. 362. Mel. Jesus, meine Zuversicht. tark ist meines Je- su Hand, Und er wird mich e- wig fassen, Hat zu viel an mich gewandt, Um mich wieder los- zu- las- sen, P Mein Er bar- mer läßt mich nicht, Das ist mei- ne Zu- ver- sicht. Die Heilsordnung. 2. Sieht mein Kleinmuth auch Gefahr, Fürcht' ich auch zu unterliegen: Christus beut die Hand mir dar, Christus hilft dem Schwachen siegen. Daß mich Gottes Huld versicht, Das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich verklagt, Christus hat mich schon vertreten; Wenn er uns zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Mittler für mich spricht, Das ist meine Zuversicht. 4. Würd' es Nacht vor meinem Schritt, Daß ich keinen Ausgang wüßte, Und mit ungewissem Tritt Ohne Licht verzagen müßte. Christus ist mein Stab und Licht, Das ist meine Zuversicht. S 277 5. Mag die Welt in Mißgeschick Beben oder ängstlich klagen! Ohne Halt ist all ihr Glück, Wahrlich, sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, Das ist meine Zuversicht. 6. Will der Herr durch strenge Zucht Mich nach seinem Bild gestal= ten, Dennoch will ich ohne Flucht Seiner Hand nur stille halten. Er übt Gnad' auch im Gericht, Das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts; Wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst verspricht's, Sollt' ich seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht, Das ist meine Zuversicht. 363. Mel Freu' dich sehr, o meine Seele. eid ge seg net, heil'- ge Stun- den, Wo mich mei= ne Wo ich blick auf Je su Wun- den, Füh= le, wie er Schuld be- trübt, Dann entweicht der Zweifel Heer, Furcht be- dränz mich ge- liebt! J J J get mich nicht mehr, Und der Geist der Kraft und Wahrheit Naht sich mir in Him- mels- klar- heit. 2. Dann entwind' ich mich dem Staube, Schaue sehnend himmelwärts; Auf zu Gott schwingt sich mein Glaube, Betend öffnet sich mein Herz. Christi Geist durchdringet mich Und vertritt mich kräftiglich. Bald strömt Friede, Heil und Segen Mir von Gottes Thron entgegen. 3. Aber der verlor'nen Tage Sind noch immer gar zu viel, Wo ich müd' am Abend klage: Heute keinen Schritt zum Ziel! Das ist noch der Geist der Welt, Der mich so gefangen hält; Diese Knechtschaft, Herr, zerstöre, Daß ich ganz dir angehöre. 278 Gottes Werke und Wohlthaten. 364. Mel Preis, Lob. Ehr', Ruhm, Dank, Kraft und Macht. auch die Welt ver- ge= hen. glor- reich Auf= er= fte= hen. 3 er Grund, auf dem mein Glau- be ruht, Sein Siegel ist des Ist fest, mag Mitt- lers Blut und dessen b schön- ster Ruhm! Wie se lig, wer dich hat zum Ei- gen- thum! 2. Ich kannte nicht den Weg zum Heil, Mein Auge deckten dichte Hüllen, Nur Wahn und Irrthum war mein Theil, Nichts konnte meine Sehnsucht stillen, Bis ich das Wort des ew'gen Lebens fand, Das Himmelslicht, vor dem die Nacht verschwand. 3. Daß mich bei meiner Sünden Schuld Nicht Furcht und Zweifel ganz verzehren, Daß ich vertrau' des Vaters Huld: Dies dank" ich Jesu heil'gen Lehren. Jch weiß, ich bin versöhnet durch sein Blut, Und führ' im Herzen Zuversicht und Muth. 4. Ich war betrübt bis in den Tod, Von Leid und Sorgen rings umgeben; Mich konnte nicht aus tiefer Noth Der Freunde Rath und Trost erheben. Der Glaube nur hat stets mit seiner Macht Ein neues Leben in mir angefacht. 5. Erhalte mir, o Gott, dein Wort Als meines Lebens höchste Frende; Es sei mein Trost, mein Licht, mein Hort, Mein letztes Labsal, wenn ich scheide. Dort oben noch will ich dich, Herr, erhöh'n, Daß mir so großcs Heil durch dich gescheh'n. O Glaube, du des Chri- sten 365. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. c schäme mich des Heilands nicht, Vor dem voll Gott, welch' ein theu res, wer- thes Wort, Ich hier dein = fro- her Zu- ver- sicht Mein Knie sich dankbar beu- get. Kind, dein Er- be dort, Wie mir dein Geist be- zeu- get, Ich soll durch Je- sum Chriftum rein, Durch ihn ge- recht und se- lig fein. Die Heilsordnung. 279 2. Froh fühlt mein Herz die Got-| Mit himmlischer Zufriedenheit Lohnt teskraft, Die in der sel'gen Wissenschaft Von dem Erlöser lieget, Die alle Kenntniß dieser Welt, Und was sie Reizendes enthält, Unendlich überwieget. Mein größtes Glück, mein höchster Ruhm Ist Jesu Evangelium. Gott mir schon hienieden. Jch bete voller Zuversicht, Mich schreckt kein Tod und kein Gericht, Mein Geist fühlt Gottes Frieden. Gott, ewig ist mein Herz nun dein, Und ewig deine Gnade mein. 3. Auf ewig ist's mein bestes Theil, In keinem Andern hab' ich Heil und Kraft zum ew'gen Leben; Bergebung meiner Sündenschuld, Der Beifall Gottes, seine Huld, Ist mir durch ihn gegeben. Ich steh' im Glauben, bin ein Christ, An dem nun nichts verdammlich ist. 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht, Nichts raubt mir meinen Trost und Muth, Nicht Leiden, nicht Ge fahren. Durch den ich Alles hier vermag, Du, Gott, wirst mir auf jenen Tag Mein Erbtheil wohl be wahren. Ja, du, der mich berief, bist treu; Hilf, daß ich's auch imi Glauben sei. 4. Mir widerfuhr Barmherzigkeit, 366. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. enn heiße Thränen mir ent fließen, Mein Herz mit Dann sint' ich, Heri, zu deinen Füßen, Und fin= de, D Dann wird der Glaube mir ein Licht, Angst und Schmerzen ringt, was mir Trö- stung bringt. Das mei- nes Kummers Nacht durchbricht. 2. Du, Heiland, bietest jedem Mü-| solch ein Ende, Daß unser Dank dich den Erquichtung, Muth und Hoffnung preisen muß. Du führest durch die an, Und schenkest ihm den innern Prüfungszeit Uns hin zu deiner HerrFrieden, Den ihm die Welt nicht lichkeit. geben kann. Durch dieses Friedens Kraft erfreut, Wird ihm der Glaube Seligkeit. 5. Des Glaubens Kraft ist unsre Stärke, Er überwindet eine Welt, Und wirket in uns Gottes Werke, Und Tugend, die ihm wohlgefällt; Und jeder Sieg, den er uns schafft, Belebi das Herz mit neuer Kraft. 6. Verleih', o Herr, mir diesen Glauben, Laß ihn in Liebe thätig sein. Nichts müsse dieses Heil mir rauben, Fern bleibe jeder Heuchelschein; Dann werd' auch ich in jener Welt Den Auscitor'uen zugefellt. 3. Auch wenn wir zweifelnd oft uns grämen, Wenn Kleinmuth unsern Geist verstimmt, Willst du uns Schwache nicht beschämen, So lang' ein Funke Glaubens glimmt; Du fachst ihn an, du nährest ihn, Und bald wird er von Neuem glüh'n. 4. Du stärkst die schon gesunknen Hände, Du stärkst des matten Kämpfers Fuß, Gibst der Versuchung 280 M Gottes Werke und Wohlthaten. 367. Mel. Mein Salomo, Dein. 12 ein Frie- dens- fürst, Dein freundliches Re- gie= ren Stillt al les Weh', das mei- nen Geist beschwert. Wenn sich zu dir mein blö- des Her- ze kehrt, So läßt sich bald dein Friedenspol geist ver- spü- ren. Dein Gna- den- blick zer- schmelzet meinen Sinn, Und nimmt die Furcht und Un 2. Gewiß, mein Freund Gibt solche edle Gaben, Als alle Welt mir nicht verschaffen kann. Schau' an die Welt, schau' ihren Reichthum an: Er kann ja nicht die müde Seele laben; Mein Jesus kann's, er thut's im Ueberfluß, Wenn alle Welt sich arm bekennen muß. 3. O süßer Freund, Wie wohl ist dem Gemüthe, Das im Gesetz sich schwer ermüdet hat. Und nun zu dir, dem Seelenleben, naht, Und schmeckt in dir die wundersüße Güte, Die alle Angst, die alle Noth verschlingt, Und unsern Geist zu sanfter Ruhe bringt. 4. Mein trauter Freund, Wenn deiner Liebe Zeichen Dies arme Herz so lind und warm durchgeh'n, Fühl' ich in mir ein reines Licht entsteh'n, Darin ich kann das Vaterherz erreichen, Darin die Seele nur Verges bung spürt, Und eine Gnadenflüth die and're rührt. 5. Je mehr sich dann Das Herz zum Vater kehret, Je mehr es Kraft und Seligkeit genießt, So daß es ganz der Eitelkeit vergißt, Die sonst tuh' von mir hin. REG den Geist gedämpfet und beschweret. Je mehr das Herz des Vaters Liebe schmeckt, Je mehr wird es zur Heiz ligung erweckt. 6. Wenn sich in dir Des Höchsten Klarheit spiegelt, Die Freundlichkeit von seinem Angesicht, So fängt das Leben an, aus Nacht wird Licht: Das Heimliche der Weisheit wird entsiegelt, Ja selbst dein Herz zu Gottes Bild verklärt, Und alle Kraft der Sünde abgewehrt. 7. Was dem Gesetz Unmöglich war zu geben, Das schafft alsdann die Gnade selbst in dir, Sie wirket Lust zur Heiligkeit schon hier, Und ändert nach und nach dein ganzes Leben, Indem sie dich aus Kraft in Kräfte führt, Und mit Geduld und Langmuth dich regiert. 8. Möcht' ich nur stets Auf dich, mein Heiland, schauen! Besuche mich, du Aufgang aus der Höb', Daß ich das Licht in deinem Lichte seh', Und könne festiglich der Gnade trauen. Kein Fehler sei so groß und schwer an mir, Der meinen Blick, o Herr, von dir abführ'. Die Heilsordnung. 9. Wenn meine Schuld Mich vor bir niederschläget, Wenn sie den Geist der Kindschaft in mir dämpft, Wenn das Gesetz mit meinem Glauben kämpft, Und lauter Angst und Furcht in mir erreget: So laß mich doch dein Mutterherz dann seh'n, Und neue Kraft und Zuversicht entsteh'n. 3627 3 368. Mel. Christ, Alles, was dich kränket. d ft Gott für mich), so tre- te Gleich Al- les wi- der mich! 281 10. So ruh' ich nun, Mein Heil, in deinen Armen, Du selbst sollst mir mein ew'ger Friede sein; Ich hülle mich in deine Gnade ein, Mein Element ist einzig dein Erbarmen. Und weil du mir mein Ein und Alles bist, Hab' ich genug, wenn dich mein Geist genießt. So oft ich sing' und beste, Stärkt mei- ne See- le sich. Hab' ich das Haupt zum Freun- de, Bin ich geliebt von Gott: Was scha|| den mir die Fein- de, Was acht' ich ih= ren Spott? 2. Ich weiß und glaub' es feste, Ich rühm' es ohne Scheu, Daß Gott, der Höchst und Beste, Mein Freund und Vater sei. Weil er in allen Fällen Mir will zur Rechten steh'n, So werd' in Sturm und Wellen Ich niemals untergeh'n. 3. Der Grund, d'rauf ich mich gründe, Jst Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ew'ge, wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd'; Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe werth. 4. Er ist mein Ruhm und Ehre Und meines Glaubens Licht; Wenn er nicht in mir wäre, Hätt' ich den Frieden nicht. Ich könnte nimmer stehen Vor Gottes Sternenthron, In Angst müßt' ich vergehen Vor des Gesetzes Droh'n. 5. Mein Jesus hat zerstöret, Was mit sich führt den Tod, Er ist's, der Huld ges währet, Mich führt aus aller Noth. In ihm kann ich mich freuen, Hab' einen Heldenmuth, Darf das Gericht nicht scheuen, Wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Nichts raubt mir meinen Muth; Die Höll' und ihre Flammen Tilgt Jesu Christi Blut. Kein Urtheil mich erschrecket, Rein Unheil mich betrübt, Weil mich mit Flügeln decket Mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herz zen, Regieret meinen Sinn, Vers treibt mir Sorg' und Schmerzen, Nimmt allen Kummer hin, Gibt Sec gen und Gedeihen Dem, was er in mir schafft, Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte Sich Furcht und Schwachheit find't, So seufzt und spricht er Worte, Die unaussprechlich sind; Sie tönen nicht vom Munde, Sind aber Gott be wußt, Der an des Herzens Grunde Ersiehet seine Luft. 282 Gottes Werke und Wohlthaten. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste| Und Alles, was ich hab', An dir Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott will ich fest kleben, Und nimmer dem Hülfe leiste, Der bei ihm suchet lassen ab. Nuh', Und wie er hat erbauet Dort eine neue Stadt, Wo Aug' und Herze schauet, Was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil und Erbe Mir prächtig zugericht't; Wenn ich einst fall' und sterbe, Fällt doch mein Himmel nicht. Verseusz' ich auch hies nieden Mit Thränen manche Zeit, Mein Herr mit seinem Frieden Verfüßet alles Leid. 13. Mag mich die Welt verkennen, Du liebst mich ewiglich. Kein Leiden soll uns trennen, Herr Jesu, dich und mich. Kein Hunger und kein Dürsten, kein' Armuth, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten Soll mir zur Hind'rung sein. 14. Kein Engel, keine Freuden, Kein Thron, kein' Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, Kein' Angst, kein Herzeleid, Was man nur kann erdenken, Es sei klein oder groß, Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schooß. 11. Wer sich mit dem verbindet, Den diese Welt noch haßt, Der wird verfolgt und findet Sein Theil von Noth und Last. Er muß sie dulden, tragen, Gerät in Spott und Hohn, Erfährt des Kreuzes Plagen, Die feiner Seele droh'n. 12. Das ist mir nicht verborgen, Doch bin ich unverzagt, Gott will ich lassen sorgen, Dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben, M 15. Mein Herz ist voller Freude Und kann nicht traurig sein, Ich weiß von keinem Leide, Seh' lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, Bist du, Herr Jesu Christ; Das, was mich fröhlich machet, Ist, was im Himmel ist. 369. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geübet. as wär' ich oh= ne dich gewesen? Was würd' ich Zu Furcht und Aeng- sten aus er le sen Ständ' ich in ohne dich, Herr, sein? wei- ter Welt al= lein; Nichts wüßt' ich si- cher, was ich lieb- te, Die Zukunft wär' ein dunk- ler Schlund, Und wenn mein Herz sich Jll tief be- trüb- te, Wem thät' ich meine Sor- gen kund? hielte da auf Erden aus? 2. Ginsam verzehrt von heißem Sch-| hielte ohne Freund im Himmel, Wer nen, Erschien' mir nächtlich jeder Tag, Jch folgte nur mit heißen Thränen 3. Hat Christus sich mir kund ges Dem weiten Lauf des Lebens nach; geben, und bin ich seiner erst gewiß, Ich fände Unruh' im Getümmel Und dann verzehrt ein lichtes Leben Hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer Die bodenlose Finsterniß. Nun schau' ich erst des Christen Würde, Mein Schicksal wird verklärt durch ihn, Und leichter trag' ich jede Bürde, Seh' in der Wüste Rosen blüh'n. 4. Das Leben wird zur Liebesstunde, Die neue Welt spricht Lieb' und Lust, Und Balsam träuft in jede Wunde, Und frei und voll klopft jede Brust. Für alle seine tausend Gaben Bleib' ich sein demuthsvolles Kind, Gewiß, ihn unter uns zu haben, Wenn zwei auch nur versammelt sind. 5. geht hinaus auf allen Wegen Und holt die Irrenden herein, Streckt jedem eure Hand entgegen, und ladet froh sie zu uns ein. Der Himmel ist bei uns auf Erden, Im Glauben schauen wir ihn an; Die eines Glaus bens mit uns werden, Auch denen ist er aufgethan. Die Heilsordnung. M 8. Da kam ein Heiland, ein Befreier, Ein Menschensohn, voll Lieb' und Macht, und hat ein allbelebend Feuer In unsern Herzen angefacht. Nun sah'n wir erst den Himmel offen Als unser altes Vaterland, Wir konnten glauben, lieben, hoffen, Und fühlten uns mit Gott verwandt. 9. Seitdem verschwand die Noth der Sünde, Und fröhlich wurde jeder Schritt; Der Eltern Liebe gab dem Kinde In's Leben diesen Glauben mit; Durch ihn geheiligt zog das Leben Vorüber wie im Morgenlicht, Und ew'ger Lieb' und Lust ergeben, Bemerken wir den Abschied nicht. 6. Ein alter schwerer Druck der Sünde War fest auf unser Herz gebannt; Wir irrten in der Nacht wie Blinde, Von Neu' und Lust zugleich entbrannt. Ein jedes Werk schien uns Verbrechen, Der Mensch nur Gottes Feind zu sein, Und schien der Himmel uns zu sprechen, So sprach er nur von Tod und Bein. 10. Noch steht in wunderbarem Glanze Der heilige Geliebte hier, Gerührt von seinem Dornenkranze Und seiner Treue, weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, Der seine Hand mit uns ergreift, 7. Das Herz, des Lebens reiche In seinen Bund mit aufgenommen Quelle, Gab sich der Angst der Zur Frucht des Paradieses reist. = ein Je su, Selbst mit be See le, 283 Sünde hin, Und ward's in unserm e helle, So war nur Unruh' der Gewinn. Der Sinne Lust hielt an der Erde Die bebenden Gefang'nen fest; Furcht vor des Todtenrichters Schwerte Verschlang der Hoffnung Ueberrest. 370. Eigene Melodie. der höchsten Ma- je= stät Be= fehi an sie er- geht, Im Glanz dem die Sera- phi- nen deck- tem Ant lig die nen, Wenn dein Neich' dei ne Gna- be mei- ner P Die reuser füllt vor dir sich beugt, Vor dei ner Herr- lichkeit sich neigt; Sprich: ja du bist's, die ich) er= wäh= le. 284 Gottes Werke und Wohlthaten. 2. Ogönne meinen Glaubens- Weg Beständig bis an's Ende wandle, blicken Den Eingang in dein Heilig- Damit ich hier in dieser Zeit In thum, Und laß mich deine Gnad' er- Lieb' und Herzensfreudigkeit Nach deiquicken Zu meinem Heil und deinem nem Wort und Willen handle. Ruhm. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen; Wie könntest du nicht gnädig sein Mir, den dein Blut von Schuld und Pein Erlöst, als es so reich geflossen? 4. Reich' mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch deine Macht, Daß ich im Glauben sieg' und stehe, Wenn Stärk' und List der Feinde wacht: So wird dein Gnadenreich auf Erden, Darin Gerech tigkeit regiert, Und Lieb' und Huld das Scepter führt, Auch von mir ausgebreitet werden. 3. Ach laß mich deine Weisheit leiten, Und nimm ihr Licht nicht von mir weg; Stell' deine Gnade mir zur Seiten, Daß ich auf dir geweihtem 371. Mel. Alle Menschen müssen sterben. chweiget, ban- ge Zwei- fel, schweiget! Und sein Geist in mir be= zeu- get, ist getreu, söh- net sei. Mein Er- bar- mer Daß ich Gott ver# 2 Mir droh'n nicht der Hölle Flammen, Und will Gott ist größer als mein Herz. 2. Er, der das Verborg'ne kennet, Kennt auch mich und weiß allein, Wie das Herz von Sehnsucht bren= net, Ganz sich seinem Dienst zu weih'n; Schaut den Kummer meiner Seele, Der mich beugt, so eft ich fehle; Und nicht meiner Zweifel Wahn, Meinen Glauben sieht er an. 3. Und wie nie sein Urtheil mwanket. Wankt auch nie sein ew'ger Rath. Rühmt, o Christen, danket, danket! Groß ist, was er an uns that. Uns, den Sündern, den Verlor'nen, Gab er seinen Eingebor'nen: Wahrlich, Alles, Alles gibt Er, der uns im Sohne liebt. 4. Mir auch ist sein Sohn gegeben, Durch den Glauben ist er mein. Ja, e -8 # 6 mich mein Herz ver- dammen, Den- noch täuscht mich nicht sein Schmerz: ich weiß, ich werde leben Und in ihm einst selig sein. Mich sah Gott von seinem Throne, Mich erwählt' er in dem Sohne, Eh' noch seiner Allmacht Ruf Mich und alle Wesen schuf. 5. Wer will ferner den verklagen, Den Gott selber auserwählt? Wer darf zu verdammen wagen, Den er zu den Seinen zählt? Hier ist Gott, nichts kann mich schrecken, Seine Gnade will mich decken; War ich gleich der Sünde Knecht, Er, mein Gott, spricht mich gerecht. 6. Theuer bin ich ihm erworben, Heil mir, hier ist Jesus Christ! Er, der auch für mich gestorben, Auch für mich erstanden ist; Der zur Nechten Die Heilsordnung. 285 Gottes fizet, Auf mich sieht, mich| Blendend ist der Glanz der Ehren, mächtig schüßet, Mich vertritt, mich Süß der Wollust falscher Reiz; nie verstößt, Mich aus aller Noth Schlüpfrig sind des Glückes Pfade, erlöst. Schmeichelnd ist der Hohen Gnade, Eit'les Lob führt leicht von Gott, Und noch leichter bitt'rer Spott: 7. Trotz der Welt und ihres Spot: tes, Troß der Höll' und ihrer Wuth! Mir bleibt doch die Liebe Gottes, Hält mich fest in trener Hut. Was will je von ihm mich scheiden? Nein, ich werd' in allen Leiden Mehr als blos geduldig sein, Mich vor Gott auch ihrer freu'n. 8. Laß denn rauhe Wetter stürmen! Alles um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott wird mich beschirmen, Der für meine Wohlfahrt wacht. Ob ich lang' auch hülflos bliebe, Leitet mich doch seine Liebe Durch die Nacht, d'rum fürcht' ich nichts, In die Wohnungen des Lichts. 9. Reichthum sucht zwar zu bethören, Hinzuzieh'n zu niederm Geiz, 10. Dennoch, weiß ich, Schmerz und Freuden, Tod und Leben, Lob und Schmach Werden mich von Gott nicht scheiden; Gott ist stark, bin ich auch schwach. Gunst der Großen, Haß der Feinde, Lockungen der falschen Freunde, Nichts erschüttert meine Treu', Gottes Liebe sicht mir bei. 11. Fest im Glauben will ich halten, Wird auch Alles mir geraubt; Gottes Gnade laß ich walten, Und erhebe froh mein Haupt. G'nug, daß meiner der gedenket. Der mir seinen Sohn geschenket, Und mich nimmermehr verläßt; Dieser Fels bleibt ewig fest. 372. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. · poo si cher ruht, wil de Fluth; o hab' ich nun den Fels er rei- chet, Worauf mein Glaube Den Fels, der keinen Stürmen wei- chet, An dem sich bricht die Ein Fels, an dem die Macht der Höl= len Doch end- lich kraft- los muß zer- schel- len, Schließt mich in sei= ne न Klüf- te ein. Mein Herz, verban- ne Furcht und Grauen! Auf die11 sen Fel- sen kannst du trau- en, Hier wirst du e- wig sicher sein. 2. Mich warf die Menge meiner| den Winden, Ward des Verderbers Sünden Wie ein empörtes Meer herum; Ich ward ein traurig Spiel Eigenthum. Mir drohte mein befleckt Gewissen Mit grauenvollen Finster 286 Gottes Werke und Wohlthaten. Wer tröstet, wer erfreut, wie du? nissen, Mit unaussprechlich großer| Wie sanft ruh' ich in deinen Armen! Noth; Ich schwebt' auf diesen wilden Wellen Verzweifelnd an dem Rand der Höllen, Und rang mit Leben und mit Tod. 4. Nun laß die Tiefen immer brausen, Es wüthe ungestüm das Meer! Ich sehe ohne Furcht und Grausen Auf aller finstern Mächte Heer. Ihr werdet mich nicht mehr erschrecken, Der Schild des Glaubens wird mich decken, Auch in der allerschwersten Zeit. Laß Erd' und Him mel selbst vergehen, Der Fels, auf dem ich ruh', bleibt stehen, und mit ihm meine Seligkeit. 3. Doch mitten in den Todesnöthen Erblickte Jesus meinen Schmerz; Es brang mein thränenvolles Beten In des Versöhners liebend Herz. Er half mir, stärkte meinen Glauben, Den mir der Zweifel wollte rauben, Und nun erquickt mich Freud' und Ruh'. Wie groß ist, Jesu, dein Erbarmen! of the theat 8 ist das Die Werk' ver lau ter Gnaden; unsern Schaden. 373. Eigene Melodie. Heil uns kom- men her mögen nim- mer mehr Der Glaub' sieht Je- sum Chri- stum an, Der hat ge- nug für uns 2. Da man, was Gott geboten hat Im G'ießze, nicht konnt' halten, Erhob sich Zorn und große Noth Vor Gott so mannigfalten; Bom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, Den Gott erfordert allermeist; Es war mit uns verloren. gc- than, Er ist der Mitt- ler worden. Von Güt' und zu hei- len 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt' sein G'setz gegeben, Als ob wir möchten selber frei Dar nach vollkommen leben; So ist es nur ein Spiegel zart, Der uns zeigt an die sünd'ge Art, In unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war's, dieselb' Unart Aus eig'nen Kräften lassen; Wiewohl es oft versuchet ward, Doch mehrt' sich Sünd' ohn' Maßen. Sie nahm Ursache am Gebot, Das dräute mir den ew'gen Tod, Weil ich der Günde diente. 5. Noch muß das G'seß erfüllet sein, Gonst wär'n wir All verdors ben; D'rum schickt Gott seinen Sohn herein, Der für uns ist gestorben. Das ganz' Gefeß hat er erfüllt, Da mit sein's Baters Zorn gestillt, Der über uns ging Alle. 6. Und weil es nun erfüllet ift Durch den, der es konnt' halten, So lerne jetzt ein frommer Christ Des Glaubens recht' Gestalten. Nicht mehr, denn: lieber Herre mein, Dein Tod wird mir das Leben sein, Du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag', Dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst du, daß Mensch verzag', Das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, Dem ist der Himmel schon erkauft, Daß er nicht werd' verloren. Die Heilsordnung. 287 8. Der ist gerecht vor Gott allein,| Sett Gott kein Ziel noch Tage; Er Der diesen Glauben fasset; Der weiß wohl, wann's am Besten ist, Glaub' gibt uns von ihm den Schein, Und braucht an uns nicht arge List, So er die Werk' nicht lässet. Der Deß soll'n wir ihm vertrauen. Glaub' ist wohl mit Gott daran, Du mußt auch lieben Jedermann, Bist du aus Gott geboren. 12. Ob sich's anließ', als wollt' er nicht, Laß dich es nicht erschrecken, Denn wo er ist am Besten mit, Da will er's nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, Und ob dein Herz spräch' lauter: nein, So laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr' mit hohem Preis, Um dieser Gutthat willen, Gott, Vater, Sohn' und heil'gem Geist! Der woll' mit Gnad' erfüllen, Was er in uns begonnen hat Zu Ehren seiz ner Majestät. Geheiligt sei sein Name. 14. Sein Reich zukomm', sein Will' auf Erd' G'scheh' wie in's Himmels Throne. Das täglich' Brod uns heute werd', Und unsrer Schuld verschone, Als wir auch unsern Schuldnern thun. Las uns nicht in Versuchung nun, Lös' uns vom Uebel. Amen. 9. Die Sünd' wird durch's Gesetz erkannt, Schlägt das Gewissen nieder, Das Evangelium kommt zur Hand, Und stärkt den Sünder wieder. Es spricht: eil' nur zum Kreuz herzu, Im G'setz ist weder Rast noch Ruh', Mit allen seinen Werken. 10. Die Werte kommen g'wißlich her Aus einem rechten Glauben; Denn das kein rechter Glaube wär', Dem man die Werk' wollt' rauben. Doch macht allein der Glaub' gerecht, Die Werke sind des Nächsten Knecht, Den Glauben d'ran zu merken. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit, Was Gottes Wort zusaget, Wann das geschehen soll zur Freud', 3 374. Mel.( Pf. 25.) 3u dir ich mein Herz erhebe. ch will ganz und gar nicht zwei- feln In der gu= ten Zu dir, Je su, trotz den Teu- feln! Was mein Gott will, Zu versicht das geschicht. Wenn die Him- mel schon vergeh'n, Die= ses Wort bleibt ewig fe= ste: Soll die Erd' auch nicht besteh'n, Mein Er löser bleibt der Be= ste. 2. Du hast mir in's Herz geschrie ben, Allerhöchster Gottes- Sohn, Daß bu mich wirst ewig lieben, Mich, mich Asche, Staub und Thon. O du große Majestät, Wer kann deine Liebe fas fen, Die wie Felsen ewig steht und den Sünder nicht kann lassen? 3. Deine Gnad' hat angefangen Dies ses gute Werk in mir, Daß ich freudig kann gelangen Zu der schmalen Himmelsthür. Du wirst mich auch lassen ein, Du, der Weg, die Thür, das Leben, Alles wirst du mir dann sein, Wenn du dich mir selbst wirst geben. 288 Gottes Werke und Wohlthaten. 4. Laß die Lampe meiner Seele, 5. Nun, ich weiß, Gott wird volls Schönster Himmelsbräutigam, Bren- führen, Was er angefangen hat: Jesus nen von dem Glaubensöle, Wann du wird mich auch regieren Durch des kommst, o Gotteslamm, In der letzten Geistes Wunderthat, Bis Jehovah Mitternacht, Da man wird Posaunen ganz allein, Er, das dreimal heil'ge hören. Selig, welcher munter wacht, Wesen, Wird mein Theil und Erbe Wenn sich Alles wird verkehren. sein, Dann wird meine Seel' genesen. W 375. Mel. Jesu, meine Freude. = ie ge trost und hei- ter, Du Ge Al- le, die dir trausen, Führst du 1 Machst du meinen Geist! Wo du sie er freu'st. 已知 ne dei ter, Au= en, Nie- mals wird bei dir, o Hirt, Freund 2. Deinem Rath ergeben Freu' ich mich zu leben. Was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, Du, mein Seligmacher, Rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, Wenn Gericht und Hölle schrecken, Willst du mich bedecken. be zu den und Tröster mei- ner Seelen, Mir Er- qui- ckung fehlen. 6. Der du Blut und Leben Für mich hingegeben, Daß in meiner Noth Ich nicht hülflos bliebe: Groß ist deine Liebe, Stärker als der Tod. Herr, und ich, ich sollte mich Deiner Huld nicht dankbar freuen? Dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, Dies sei mein Bestreben, Meine Lust und Pflicht. Was die Welt vergnüget, O mein Heil, das g'nüget Meiner Seele nicht. Hab' ich dich, wie gern will ich Das, wonach die Heiden trachten, Reich in dir verachten! 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen, Mein Erlöser lebt. Ich weiß, wem ich glaube, Weiß, daß aus dem Staube Mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag Eines Frevlers Herz erschüttern: Was brauch' ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde, Doch ich überwinde Sie, mein Hort, durch dich. Sink' ich oft noch nieder, Du erhebst mich wieder, Du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; Nie entziehst du deinem Knechte Der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne Und ihn Vater nenne Und mich ewig sein, Daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, Dank' ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist, Und mich führt auf deinem Pfade, Das ist deine Gnade. 8. Macht ein Gut der Erde, Daß ich glücklich werde Durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, Die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist. Herr, du willst, die dich verchren, Ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden Schmed ich schon hienieden, Und was hoff' ich dort! Unbegrenzte Zeiten Voller Seligkeiten Hoff' ich auf dein Wort. Die sind mein durch dich allein; Bleib' ich dir getreu im Glauben, Wer kann sie mir rauben? Die Heilsordnung. 289 10. Boll von deiner Güte Jauch von mir. Laß mich so beherzt und zet mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuben Stärke mich im Leiden, Weiche nie froh Einst durch's Thal des Todes bringen, Dort dein Lob zu singen. JJJ ver= lo= ren, ge= bo- ren. 376. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. er kann vor dir, o Herr, be- steh'n? Es ist mit uns Wenn du willst in's Ge- richt einst geh'n Mit denen, die 8 Wir können ja auf tausend nicht Ein Wörtlein bringen an das Licht, Es heißt: du bist ver- flu- chet! 2. Unmöglich ist nun, daß man kann Recht halten dein Gesetze, Denn dieses will von Jedermann, Daß es kein Mensch verlege. Wer nicht in Allem völlig bleibt, Der ist verflucht, wie Moses schreibt: Thu' das, so wirst du leben. 3. Nun haben wir den ersten Bund, Wie Adam, überschritten; Erfahrung lehret alle Stund', Daß wir dein Recht bestritten. Wir bleiben also in dem Tod, Wo nicht ein Bürg' in dieser Noth Ein göttlich Mittel findet. 4. Wahrhaftige Gerechtigkeit st leider ganz verscherzet. Die Schlang' hat in der ersten Zeit Betrogen, ach, das schmerzet. Herr Jesu, nimm dich unser an, Du bist der Gott, der helfen kann, Und darum Mensch ge= worden. 12 5. Herr, unsere Gerechtigkeit, Die nur vor Gott bestehet, Bist du allein; du bist bereit, zu rufen: mich sehet! Darum mein Glaube zu dir spricht: Mein Gott und Herr, verlaß mich nicht, Wenn meine Sünd mich fränket. 377. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. ter aller Welt, Gericht gestellt, Ja chöpfer al= ler Menschen- kin- der, Sieh', hier wird ein ar- mer Sün- der Großer RichVer dein streng Der in Sün- den ist ge- bo- ren, Der 13 290 Gottes Werke und Wohlthaten. JJ bein E- ben- bild ver- lo- ren, Der mit Sünden sich be- fleckt, Der in tiefen Schulden steckt. 2. Mein Gewissen, das mich quälet, Deine Strafgerechtigkeit, Dein Gesetz, das nichts verhehlet, Sammt dem Satan, steh'n bereit, Meine Seele zu verklagen; Nichts weiß ich darauf zu sagen, Denn ein Zeuge gibt sich an, Der geseh'n, was ich gethan. 3. Wehe mir, ich muß verderben, Sehe nichts als HBll' und Bein. Frecher Sünder, du mußt sterben!" Wird mein strenges Urtheil sein. Es erzittert meine Seele Vor des off'nen Abgrunds Höhle; Wer hilft mir in dieser Noth, Wer errettet mich vom Tod? 6. Ach, was hör' ich? Gnade, Gnade! Gnade schallet in mein Ohr, Und vom finstern Codespfade Hebt mich sanft dein Zug empor. Gott spricht: Sünder, du sollst leben! Deine Schuld ist dir vergeben! Sei getrost, mein lieber Sohn, Komm zu meinem Gnadenthron!" 7. Seht, wie sich der Abgrund schließet! Seht, wie sich der Himmel freut, Da das Blut des Lammes fließet, Da mich die Gerechtigkeit Des vollkommnen Mittlers becket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der mich nun verklagt, Und mich zu verdammen wagt? 8. Richter, der mich losgesprochen, Vater, der mich zärtlich liebt, mitt4. Doch, Gottlob, die Furcht verschwindet, Weil sich mir ein Mittler zeigt, Weil sich ein Vertreter findet, Vor dem der Verkläger schweigt. Oler, der, was ich verbrochen und ges beglückte, theure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden und sein blutig Lösegeld Meinem Richter dargestellt. raubt, Gott wieder gibt, Geist, Fer mir den Glauben schenket, Mich in Jesu Wunden senket, Gott der Gnade, dir sei Ruhm, Und mein Herz dein Eigenthum. 5. Nichter, stehe meinen Bürgen, Siehe die Bezahlung an; Dieser ließ für mich sich würgen, Dieser hat genug gethan; Der hat dein Geset erfüllet, Der hat deinen Zorn gestillet. Herr, ich glaube, steh' mir bei, Sprich von Schuld und Straf' mich frei. ge= bo= ren; berloren. 9. Laß mich nun die Sünde haffen, Die das Herz mit Angst beschwert. Hilf mir Alles unterlassen, Was den theuren Frieden stört. Rein'ge täglich mein Gewissen, Laß mich eifrig sein beffiffen, Mit Verleugnung dieser Welt Das zu thun, was dir gefällt. 378. Mel. Nun freut euch, liebe Christeng' mein. 11 Gottes Reich geht Niemand ein, Er sei denn neu Sonst ist er bei dem besten Schein An Leib und Seel' Was fleisch- li dhe Geburt ver- berbt, In der C 291 fpdd|| man nichts als Sün- de erbt, Das muß Gott selbst verbessern. 5. Nimm uns, o Vater, gnädig an; Obgleich wir schnöde Sünder Nicht das, was du befiehlst, gethan, So werden wir doch Kinder, Wenn uns dein Geist von Neuem zeugt, Und unser Herz zum Guten neigt Jn Glauben und in Liebe. Die Heilsordnung. 2. Soll man mit Gott, dem höchsten Gut, Schon hier vereinigt leben: Muß er den neuen Geist und Muth Und neue Kräfte geben. Denn nur fein göttlich Ebenbild Ist das, was einzig vor ihm gilt; Dies muß er in uns schaffen. D 3. Ach, Vater der Barmherzigkeit, Was Jesus uns erworben, Da er zu unfrer Seligteit Am Kreuz für uns gestorben, und wieder auferstanden ist, So daß du nun versöhnet bist: Das laß auch uns genießen. 4. Wirst du uns durch dein Gnadenwort Und deinen Geist erneuern, So wollen wir dir, treuer Hort, Mit Herz und Mund betheuern: Von nun an nicht in Sicherheit, Vielmehr mit Fleiß, Beständigkeit und tren vor dir zu wandeln. 379. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. reinen Herzen dir reines Herz in mir, 6. Dann wollen wir, was du uns gibst, Mit fester Treue faffen, Wir wollen dich, weil du uns liebst, Nicht aus dem Herzen lassen; Daß deine göttliche Natur In uns, der neuen Kreatur, Beständig sei und bleibe. 7. Nun, Herr, laß deine Vaterhuld uns jederzeit bedecken, Damit uns weder Sündenschuld, Noch Zorn und Strafe schrecken. Mach' uns der Kindschaft hier gewiß, Und schenk uns einst das Paradies, Das Erbe deiner Kinder. großer Gott, du reines Wesen, Zur ste ten Woh- nung aus= er le sen, Der du die Ach schaff' ein #P Ein Herz, das von der ar- gen Welt Sich rein und un be fleckt erhält. = 2. Vor Allem mache mein Gemüthe Durch ungefärbten Glauben rein, Und laß es, Herr, durch deine Güte In Christi Blut gewaschen sein. Dann mache mich zur Reinigkeit Des Wandels tüchtig und bereit. 3. Regiere mich mit deinem Geiste, Der mein getreuer Beistand sei, Und mir erwünschte Hülfe leiste. Gott, stehe mir aus Gnaden bei, Und gib mir einen solchen Geist, Der neu, gewiß und heilig heißt. 4. Doch, da ich meine Schwachheit merke, Mein Vater, so verwirf mich nicht, Und stoß mich wegen meiner Werke Ja nicht von deinem Angesicht. Laß mich hier in der Gnade steh'n, Und dort in deinen Himmel geh'n. 13 292 Gottes Werke und Wohlthaten. 5. Nimm deinen Geist, den Geist| Triebe Und seinen Beistand für und der Liebe, Doch nun und nimmermehr für; Ja, führe du mich durch die von mir. Ach leite mich durch seine Zeit Zu jener reinen Ewigkeit. D 380. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 11 Ge ber guter Gaben, Selbstständig höchstes Gut, Den wir zum Va- ter ha? ben, Der lau- ter Gu- tes thut, Du Ursprung al= les Lichts, Von dir muß deinen From- men Ja al les Gute kom- men, 2. Laß mein Gebet dich rühren, Das angefang'ne Werk In mir auch zu vollführen Durch deines Geistes Stärk', Auf daß ich lauter sei, Fest in der Wahrheit stehe, Im Wandel richtig gehe und ohne Heuchelei. 3. Gib, daß ich Welt und Sünde, Und Satans Macht und List Durch dich, Herr, überwinde, Der du mein Helfer bist. Gib, daß ich ritterlich Um jene Krone ringe, Und mir der Sieg gelinge, Denn Alles kommt durch dich. 4. Gib mir den Geist der Liebe, Der Sanftmuth und der Huld, Den Geist der Demuthstriebe, Der Stärke und Geduld, Den Geist, der mich entzünd', Daß ich recht kindlich bete, Den Geist, der mich vertrete, Daß ich Erhörung find'. 5. Gib, daß ich deinen Willen Von Herzen gerne thu', Denn diesen zu erfüllen, Bringt wahre Seelenruh'. Wir selber ha- ben nichts. Verleih', daß deine Kraft Mich stärk und fester gründe, Bis ich das Leben finde, Das Jesus in mir schafft. 6. Entzünde meine Triebe, Daß ohne Heuchelei Nur dir und deiner Liebe Mein Lob geweihet sei. Herr, bleibe lebenslang, Auch mitten in dem Leide, Mein Ruhm und meine Freude, Mein Psalm und Lobgesang. 7. Wir arme Pilger wallen Hier als in trüber Nacht. Ach hilf, daß wir nicht fallen, Hab' immer auf uns Acht. Wenn ich im Straucheln bin, Halt' mich in deinen Schranken; Wenn meine Tritte wanken, So gib mich nicht dahin. 8. Gib, daß ich, gleich den Müden, Einst sanft entschlafen mag. Erwecke mich zum Frieden An deinem jüngsten Tag. Mach' mich im Himmel froh, Schenk' mir, o Lebenssonne, Auf ewig deine Wonne. Ja, es geschehe sol 381. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen. ut und hei- lig ist dein Wille, Wie du selbst es bist, o Gott. Du gebeutst: und fest- lich stil- le Hört die Schöpfung dein Gebot. Die Heilsordnung. J En- gel, die dein Loblied sin- gen, Steh'n um deinen Thron bereit, 293 Freu- en sich der Se- lig- teit, Dei- nen Wil- len zu vollbringen; Nur der Mensch erkennt's oft nicht Für sein Glück und sei- ne Pflicht. 2. Dir gehorcht mit hoher Wonne Deiner höhern Geister Heer; Deine Feste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und Meer, Alles dienet deinem Willen, Alles, Höchster, was du schufst, Eilt und drängt sich, wenn du rufst, Dein Gebot auch zu erfüllen. Nur der Mensch, der Erdensohn, Spricht oft deinem Willen Hohn. 3. Stolz empört sich seine Seele, Herr und Schöpfer, wider dich. Deinem göttlichen Befehle Widersetzt er frevelnd sich, Läßt sich nicht von dir regieren, Folgt vielmehr dem eig'nen Wahn, Wählt sich eine and're Bahn, Die ihn soll zum Heile führen, Und geht blind, mit sicherm Sinn, Auf verkehrten Wegen hin. 4. Vater, laß uns doch empfinden, Daß uns unser Herz verführt, Und daß jeder Hang zu Sünden Lauter Angst und Noth gebiert. Mach' uns deinen Willen wichtig, Führ' auf deine Bahn uns hin, Lehr' uns jeden Irrweg flieh'n, Denn dein Weg allein ist richtig. Gib, daß unser Herz dir treu, Unser Wandel heilig sei. 5. Dann, o Gott, wird hier auf Erden, Wie im Himmel, dein Gebot Stets und froh befolget werden, Weg ist dann der Sünde Noth. Alle, Alle, die dich kennen, Werden unterthan dir sein, Werden deiner fich erfreu'n, Und dich ihren Vater nennen. Denn wer deinen Willen thut, Dem geht's ewig, ewig gut. 382. Mel. Schwing' dich auf zu deinem Gott. ollt' ich jetzt noch, da mir schon Dei- ne Güt' er- schienen, Dich ver- las- sen, Got- tes- sohn, Und der Sün- de die- nen? Mit den Lü- sten dieser Zeit Wie der mich be flecken, Und nicht mehr die Sü- Big- keit Deiner kte be schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir Meine| D'rum kann ich nicht dein Gebot, Gleich Ruh' gefunden! Mittler, heiltest du dem Frevler, hassen, und mein Recht an doch mir meines Herzens Wunden! deinem Tod nicht mehr fahren lassen. 294 Gottes Werke und Wohlthaten. 3. Nein, ich bin und bleib' ein Seite sehen; Wenn der Sich're nun Christ, Will dich treu verehren, Lasse zu spät Aus dem Schlaf erwachet, mir nicht macht noch List Meinen Und der Spötter, der hier schmäht, Glauben wehren; Fielen Tausend ab, Staunt und nicht mehr lachet. nicht ich! Mag's die Welt verdrießen, Sie wird mein Vertrau'n auf dich Doch mir lassen müssen. 6. O wie thöricht, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße! Da ich weiß, auf wessen Wort Ich die Hoffnung gründe, Daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde. 4. Sie gibt ja kein Heil, wie du, Gibt nicht Kraft den Müden, Schenkt Bedrängten keine Ruh', Sündern nicht den Frieden. Sie gibt keine Zuversicht, Daß ich, trotz dem Grabe, Deines Himmels ew'ges Licht Zu er warten habe. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Nicht Gefahr noch Leiden Sollen mich, mein Herr und Gott, Jemals von dir scheiden. Welt und Sünd' und Eitelkeit, Und des Fleisches Triebe, Alles überwind' ich weit, Herr, durch deine Liebe. 5. Ach, sie schüßt nicht, wenn vor Gott Einst die Völker stehen, Und das Leben und den Tod Ihm zur 383. Mel. Was mein Gott will, gescheh' allzeit. ed ver- lan= ge, und bange. 2 ilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir Von Herzen mich Und ich dich suche mit Be- gier, Wenn mir wird angst Verleih', daß ich mit Freu- den dich In meiner Angst bald fin= de; Gib mir den Sinn, daß ich fort- hin || Meid' al le Schand' und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu'| noch Eigennut Von deiner Wahrheit und Schmerz Mich deiner Gnad' ergebe, Hab' immer ein zerknirschtes Herz, In wahrer Buße lebe; Vor bir erschein', herzlich bewein' All' meine Missethaten; Die Hände mein laß milde sein, Dem Dürftigen zu rathen. 3. Die Lust des Fleisches dämpf" in mir, Daß sie nicht überwinde; Rechtschaff'ne Lieb' und Lust zu dir Im Herzen mir anzünde; Daß ich in Noth, bis in den Tod Dich und dein Wort bekenne, Auch mich kein Truß trenne. 4. Behüte mich vor Haß und Neid, Mein Herz mit Sanftmuth ziere; Reiß' aus die schnöde Eitelkeit, Zur Demuth mich anführe. Was sich noch find't von alter Sünd', Durch deinen Geist vernichte, Daß allezeit in Fried' und Freud' Mein Herz zu dir sich richte. 5. Den Glauben stärk', die Lieb' vermehr', Die Hoffnung, Herr, entzünde, Daß ich in Demuth dich vers ehr', Und siegreich überwinde. Den Die Heilsordnung. 295 Mund bewahr', daß nicht Gefahr| Sinn und Diebsgewinn Woll'st du Durch ihn mir werd' erwecket; Er- von mir wegtreiben. nähr' den Leib, doch daß er bleib' Von Wollust unbeflecket. 6. Gib, daß ich treu und fleißig sei In dem, was mir gebühret, Daß weder Geiz noch Heuchelet Das schwache Herz verführet. Leichtfertige teit, Haß, Zank und Streit Laß doch in mir nicht bleiben, Verstockten 7. Hilf, daß ich folge treuem Rath, Vom falschen Wege trete, Den Armen helfe mit der That, Für Freund' und Feinde bete, Dien' Jedermann, so gut ich kann, Das Böse haff' und meide, Nach deinem Wort an jedem Ort, Bis ich von hinnen scheide. L 384. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. e bens fon ne, de ren Strah- len Auch im Dun- feln Dich nach Wür- den ab zu= ma= len, Ist der Son= ne geben Schein, Glanz zu klein. Aller Sterne gold'- ne Pracht Ge- gen dich ist lauter Nacht. Mond und Sonne müssen wei- chen Und vor deinem Glanz er blei= chen. 2. Jst das Licht süß anzusehen,| Treib' aus meinem Herzen aus Alle Das die Sonne zu uns schickt: Alles Schatten, laß dein Haus, D'rin du muß in Freuden stehen, Was dein dich willst ewig spiegeln, Belial dir liebreich Herz erblickt. Du hast mit- nicht verriegeln. ten aus der Nacht Licht und Leben wiederbracht, Da die Sonne sich verhüllte, Weil den Zorn ihr Schöpfer stillte. 5. Siehst du nicht des Herzens Höhle, Wie sie ist verwirrungsvoll? In dem tiefsten Grund der Seele Glänzt es noch nicht, wie es soll. Ach, wann wird doch einst dein Glanz Meinen Geist verklären ganz? D daß Alles möchte sterben, Was nur kann dein Licht verderben! 6. Warst du's nicht, der aus der Tiefe, D'rin die Welt versunken lag, Durch ein Wort dem Lichte riefe? Und wie plötzlich ward es Tag! Starker Gott, dem nichts gebricht, Sprich noch heut': es werde Licht! Laß das Fleisch in seinen Lüsten Nicht mehr wider dich sich rüsten. 3. O wie sah man nicht im Dunkeln, Da du zwischen Mördern hingst, Deiner Liebe Feuer funkeln, Womit du dein Voll umfingst! Hätt'st du nicht durch Kampf und Blut Ausge= löscht der Hölle Gluth: Ewig müßten wir verderben, Könnten nicht den Himmel erben. 4. Komm benn, Jesu, deine Klarheit Durch die Nacht der Sünde bricht. Zeige mir den Weg der Wahrheit, Zeig' dein helles Angesicht. 296 7. Laß in deinem Licht mich wandeln, du heller Morgenstern. Lehr' mich, daß ich recht zu handeln Aus dem Wort des Lebens lern', Und gleichwie du für und für Bist des Vaters Bild und Zier: Also laß, Herr, deine Strahlen In mir auch dein Bildniß malen. 8. Jch muß, wie du mich, dich kennen, Ich muß heilig sein wie du, Und wie du in Liebe brennen; Gib mir Licht und Kraft dazu. War des Tempels Dunkel nicht Alzuenge dei nem Licht: Wird mein Elend dir nicht wehren, Bei mir Sünder einzukehren. Gottes Werke und Wohlthaten. 9. Wohne, herrsche, leuchte, heile, Dir, dir räum' ich Herz und Muth. Leuchte mir als Feuersäule, Fülle mich mit Licht und Gluth. Eine Sonne wärmt die Welt, Eine Sonne mir gefällt; Ohne dieses Licht des Lebens Lebt' ich in der Welt vergebens. 10. O daß ich dich hier möcht' spüren Im Verborg'nen unverrückt, Und in dir mich stets verlieren, Wenn ich deinen Glanz erblickt! Weicht, ihr Sinne, schweig', Verstand! Hier wird etwas mehr erkannt, Als dein Auge kann erreichen, Witz und Künste müssen weichen. D ganz er Augen 6 11. Muß ich schon in Mesechs Wohnung Seufzen, girren manches Mal: Ach, ein Strahl ist g'nug Belohnung, Ach, vom Herrn ein süßer Strahl Hat viel größ're Lieblichkeit, als die Hölle Bitterkeit, und in dies ser Liebeskammer Wird verschmerzt der Sünde Jammer. 12. Ja, willst du dich auch verstecken Einen Augenblick vor mir, Es soll mich doch nicht erschrecken, Ich will schweigen, trauen dir. Du wirst deinen Bund und Eid Halten fest in Ewigkeit. Wenn die Sonne wird vergehen, Bleibet doch dein Wort mir stehen. 13. Du sollst auch im Finstern heißen Meines Herzens einzig's Licht. Tod und Grab kann nicht zerreißen, Was dein Testament verspricht. Prüf', erforsch' mich, wie du willt, Du bleibst mir doch Sonn' und Schild; Hast du dich mir schon entnommen, Du wirst eilend wiederkommen. 14. Komm nur bald, laß deine Waise Dir nachschmachten nicht zu lang' Auf des Lebens schwerer Reise, Da der Seele oft wird bang'. Ende meinen Kampf und Lauf, Geh' in Herrlichkeit mir auf, Laß vor deinem Thron mich stehen, und dein Antlitz ewig sehen. 385. Mel. Nun freut euch, liebe Christeng' mein'. geben; leben. ein bin ich, Herr, dir will ich mich Recht- schaf- fen, rein und fromm will ich Zum Op= fer Vor dei nen Wie könnt' ich eines Andern sein? Bin ich nicht durch die Schöpfung dein? Und dein durch die Erlösung? 2. Ich fiel und wandte mich von bir, Zur Finsterniß vom Lichte; Doch wandtest du dich, Gott, zu mir, Mit deinem Angesichte. Erbarmen war dein Angesicht, Mich von der Finsterniß in's Licht Zu dir zurück zu rufen. 3. Dein, dein ist die Barmherzigkeit, Du liebest selbst die Sünder. Die Heilsordnung. 297 Seid, rufst du, geistlich mir geweiht, dir nie wieder scheiden, Gekreuzigt Und werde mir die Welt, Getödtet, was dir nicht gefällt, Damit ich dir nur lebe. 6. Dies wirte deine Kraft in mir; Ich habe kein Vermögen, Die Sünd' und alles, Gott, was dir Verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm mich ganz hin, Und gib mir einen neuen Sinn, Damit ich dir gefalle. meiner Gnade Kinder. Ihr irrt und sündigt; fasset Muth: Dort fließet der Versöhnung Blut, Von Sünden euch zu waschen. 7. So werd' ich, der ich finster war, Ein Licht in deinem Lichte, Besteh' einst mit der kleinen Schaar Der Frommen im Gerichte, Frohlocke dann und lobe dich, Daß deine Gnad' und Treue mich Gerecht und selig machte. 4. Dein Sohn erniedrigt sich und stirbt zur Tilgung unsrer Strafen, Büßt für die Sünden und erwirbt Befreiung ihren Sclaven. Wie könnt' ich eines Andern sein? Bin ich doch durch die Schöpfung dein, Und dein durch die Erlösung. 5. Durch ihn versöhnt, und dir zum Ruhm Erkauft mit seinem Leiden, Will ich mich, Gott, dein Eigenthum, Bon G 386. Mel. Nun freut euch, liebe Christeng' mein'. e trost, mein Herz, und za ge nicht, Laß al= len Weil mir mein Bun- des gott ver- spricht, Daß er mich Kummer fah- ren! will be- wah- ren In aller Trübsal, Angst und Noth, Ja selbst auch endlich in dem Tod, Er kann und will mich schü- gen. 2. Er hat mich schon von Ewigkeit Zum Eigenthum erkoren. Er hat mich in der Gnadenzeit Durch Wort und Geist geboren. Der Gnadenrath, der starke Grund, Der ewig feste Friedensbund Wird nimmermehr gebrochen. 5. Mit dem mein Glaube sich verband. Mein treuer Seelenretter, Mein Jesus ist zur rechten Hand Des Vaz ters mein Vertreter. Ihn aber hört Gott allezeit, Wie könnt' er nach Ge= rechtigkeit Mich denn verderben lasſen? 6. Ich bin s, auf den sein Auge sieht, Sollt' er mich nicht regieren? Er ist mein Haupt, ich bin sein Glied, Sollt' er mich denn verlieren? Ich bin das Schaf, er ist der Hirt, Der mich allmächtig schützen wird, Wer will mich ihm denn rauben? 7. Mein Erbtheil ist die Seligkeit, Die Jesus mir verheißen, Die er verdient, die schon bereit, Wer will sie mir entreißen? Dazu hat er mir seinen Geist, Der Lehrer, Licht und Beistand heißt, Zum Unterpfand gegeben. 3. Der Gott ist unveränderlich, Der mich zum Heil ersehen. Er kennet mich, er liebet mich: Wer will mir widerstehen? Wer will verderben? seine Hand Wird mich und meinen Gnadenstand Beständiglich bewahren. 4. An meiner statt hat Jesus sich Als Bürgenhingegeben, Und nicht umsonst hat er für mich Erworben Heil und Leben. Die Sündenschuld ist abgethan, Wer klaget mich nun wieder an? Wer kann mich nun verdammen? 298 8. Und dieser Geist soll ewiglich, Sagt Christus, bei mir bleiben; Er stärket und versiegelt mich, nichts kann ihn von mir treiben. Durch ihn genieß' ich in der Zeit Den Vorschmack jener Seligkeit, Die ich ers erben werde. Gottes Werke und Wohlthaten. 3 387. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. J ch habe nun den Grund ge= fun- den, Wo anders als in Je su Wun- den? An= ter e= wig hält. vor der Zeit der Welt, 9. Laß mich doch diesen Geist nur nicht Durch Sünd', o Herr, betrüben, Gib, daß ich mög' bei seinem Licht Mich stets im Guten üben. Ach, mache mich je mehr und mehr Bereit zu deines Namens Ehr', Bis ich einst dort dich lobe. Der Grund, der un beweg- lich steht, 4. O Abgrund, welcher alle Sünden Jn Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden; Hier findet kein Verdammen statt, Weil Jesu Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig fenten, Dem will ich mich getrost vertrau'n, Und wenn mich meine Sünden kränken, Auf Gottes Vaterherz hinschau'n, Da finde ich zu aller Zeit Unendliche Barmherzigkeit. Der mei- nen Da lag er Wenn Erd' und Himmel un- ter- geht. 2. Es ist das ewige Erbarmen,| meiner an, Scheint die Errettung Das alles Denken übersteigt; Der noch so weit: Mir bleibt des Herrn Herr ist's, der mit Baterarmen Sich Barmherzigkeit. gnädig zu uns Sündern neigt, Weil ihm sein Herz vor Mitleid bricht, Wir tommen, oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein, Denn darum litt sein Sohn auf Erden Und nahm für uns den Himmel ein; Deswegen klopft er für und fürs So start an unsre Herzensthür. 6. Wird alles And're mir entrifsen, Was Leib und Seel' erquicken kann, Muß ich auch jeden Trost vermissen, Nimmt auch kein Freund sich 7. Wenn ich in meinem Laufe gleite, Demüthigt seine Gnade mich, Ermuntert mich zu neuem Streite, und unterstüßt mich väterlich; Und wenn mir sein Geseß auch dräut, So hoff' ich doch Barmherzigkeit. 8. Gott gibt zur Tugend Lust und Stärke, Doch flebt die Sünde stets mir an; Ich habe keine solche Werke, Mit denen ich mich retten kann. Ich rühme bloß mich hocherfreut Der Hoffnung auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe mir nach seinem Willen; In Angst und Trübsal wird er mich Mit seines Geistes Trost er füllen; Er hilft gewiß und väterlich. Er ist, das glaub' ich hocherfreut, Ein Helfer voll Barmherzigkeit. 10. Auf diesem Grunde will ich bleiben, So lange mich die Erde trägt; Das will ich denken, thun und treiben, So lange sich ein Glied bewegt. So sing' ich ewig hochers freut: O Abgrund der Barmher zigkeit! Die Heilsordnung. 388. Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. was für ein herrlich We sen hat ein Christ, Da er ist Recht in Gott ge- ne- sen! Denn er ist aus ihm ge bo= ren, J Und hier schon In dem Sohn 2. Wenn die Seele fich der Erde Ganz entreißt Durch den Geist, Daß fie heilig werde, So ist das ihr hoher Adel, Der sie schmückt, Und beglückt, Frei von allem Tadel. 3. Erdenscepter, Erdenkronen Sind ein Sand und ein Tand, Gleich den hohen Thronen. Eine Seel', die Gott regieret, Hat hier schon Eine Kron', Die fie ewig zieret. 4. Köstlich ist sie ausgeschmücket, Heiligkeit Jst ihr Kleid, Hoch ist sie beglücket. Innerlich glänzt sie von Golde, Pranget sehr, Lebt in Ehr', Denn Gott ist ihr holde. & 5. Doch ihr Glanz bleibt hier verdecket Vor der Welt, Die fie hält, Als wär' sie beflecket. Sie lebt jest in Gott verborgen, Hat oft Hohn Hier zum Lohn, Doch sie läßt Gott forgen. 6. Hier steht diese Rof' im Grunde, Und ihr Schein Bleibet klein In der Prüfungsstunde. Man tritt sie hier oft mit Füßen, Aber Gott Wird den Spott Jhr einmal versüßen. 299 Als ein Kind er ko= ren. 7. Christus, der sie hat erwählet, Und als Braut Sich vertraut, Der sieht, was ihr fehlet; Tröstet sie im bittern Leiden, Führt sie dann Auf die Bahn Reiner Himmelsfreuden. 8. Ihre Hoheit wird vermehret Pet dem Schmerz, Der ihr Herz Hier im Kreuz bewähret, Denn die Thräne schmückt die Krone, Die einmal Nach der Qual Sie bekommt zum Lohne. 9. Ewig wird fe triumphiren, Wenn ihr Hirt, Christus, wird In sein Haus sie führen; O vann öffnet er die Schäße, Daß das Herz Nach dem Schmerz Sich baran ergöße. 10. Dann wird sie kein Leid mehr beugen, Und ihr Glanz Wird sich ganz Offenbar dort zeigen. Sie wird leuchten wie die Sonne, Gott allein Wird dann sein Ihre Freud' und Wonne. 11. Dann wird sie mit Christo sizzen Auf dem Thron, Ihre Kron' Wird von Golde blißen. Dann wird Jedermann sie kennen, Und sie frei, Ohne Scheu, Hoch von Adel nennen. 389. Eigene Melodie. fd 8 glän- zet der Christen in- wen- di- ges 2e- ben, Ob hier Was ih- nen der König des Himmels gege- ben, Das wird Gottes Werke und Wohlthaten. di auch von au- ßen kein Schimmer sie schmückt; Was Vie- le ver- ach= ten nur vom Au- ge des Gei- stes er= blickt. 300 bei ir di- schem Trach- ten, hat ihre er- leuch- te ten Sin= ne 11 $ ge= zie- ret, Und sie zu der gött- li- chen Wür- de ge- füh- ret. 2. Sie gleichen im Aeußern den Kindern der Erde, Und tragen auch an sich des Jrdischen Bild; Sie fühlen wie And're der Menschheit Beschwerde, Oft seh'n sie die Sonne der Freude verhüllt. Sie stehen und wandeln, sie reden und handeln, Wie Jeder es treibet in zeitlichen Dingen; Doch kann sie die weltliche Lust nicht bezwingen. was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, und bleiben in Freuden, Sie scheinen getödtet den äußeren Sinnen, Und führen das Leben des Glaubens von innen. 3. Denn innerlich sind sie von göttlichem Stamme, Geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; Es lodert in ihnen die himmlische Flamme, Entzündet von oben, genähret von dort. Die Engel, als Brüder, erfreu'n sich der Lieder, Die hier von den Lippen der Frommen erklingen, Und bis in das innerste Heiligthum dringen. 4. Sie wändeln auf Erden, und leben im Himmel, Sie bleiben ohnmächtig, und schützen die Welt. Sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, Sind arm, doch sie haben, 5. Wenn Christus, ihr Leben, sich wird offenbaren, Wenn er sich einst Allen in Herrlichkeit zeigt, Dann wird auch den frommen und gläubigen Schaaren Die Krone des ewis gen Lebens gereicht. Sie werden regieren, mit ihm triumphiren, Wie leuchtende Sterne des Himmels dort prangen, Wenn aller Weltschimmer in Nacht ist vergangen. 6. Jefu, verborgenes Leben der Seelen, Du ewige Sonne der inneren Welt, Laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, Wie oft auch die Menge für thöricht ihn hält. Hier wenig geschäßet, und oftmals verlebet, Hier stille mit Christo im Vater gelebet: Das ist es, was einst uns zum Himmel erhebet. Die Kirche. 390. Mel. Jauchzet dem Herren All' auf Erden. H ch lobe dich, mein Au- ge schauet, Wie du auf diesem Erdenkreis Dir eine Kirche haft er- bau- et 4 Zu deines Namens Lob und Preis, . Die Kirche. 301 13 Daß Al- le sich zu- sammen fin- den In einem hei li- gen Ver- ein, = pedd Wo sie, er- löst von ihren Sünden, Sich, Je- su, deines Reiches freu'n. 5. Ein Herr, Ein Glaub' und Eine Taufe Vereinigt sie zum heil' gen Bund; Ein Ziel erglänzt dem Bilgerlaufe, Ein Fels ist ihres Fries dens Grund. Ein Vater waltet über Allen, Und Allen, Gott, bist Vater du. Dir streben Alle zu gefallen, Und du gibst ihnen Heil und Ruh'. 2. Du rufest auch noch heut' zu Tage, Daß Jedermann erscheinen soll; Doch hört man stets auch deine Klage: Noch immer ist mein Haus nicht voll. Zwar Viele sind von dir geladen, Doch Wenige nur auserwählt, Sie wandeln auf des Weltsinns Pfaden, Und Mancher, den du rufest, fehlt. 3. Herr, unter Völkern vieler Bungen Hast du dein Haus nun aufgeführt, In dem dein Preis dir wird gesungen, Das Glaube, Lieb' und Hoffnung ziert, Wo Alle unter Christus stehen, Als ihrem königlichen Haupt, Auf den sie Alle freudig fehen, Sie, deren Herz an Christum glaubt. 6. So weih' uns denn zum neuen Leben, Daß wir nur deine Wege geh'n, Zuerst nach deinem Reiche streben, Und niedern Lüsten widersteh'n. Gib, daß wir als getreue Glieder Fest halten an dem Haupt und Herrn, Und dann auch allesammt als Brüder In Lieb' ihm folgen treu und gern. 4. Nicht eig'nem Werk gilt ihr Ver- 7. Erhalt' uns, Herr, im wahren trauen, Es ruht auf dir und deinem Glauben Noch fernerhin bis an das Sohn. Er ist der Fels, auf den sie End', Laß nichts uns beine Schätze bauen, Er ist ihr Weg zu Sieg und rauben, Dein heilig Wort und SakraLohn! Er ist der Weinstock, sie die ment. Erfülle deiner Christen Herzen, Reben, In ihm nur reifet ihre Frucht; Gott, mit deinem Gnadenheil, Er ist ihr Licht, ihr Heil und Leben, Durch Wahrheit, Lieb' und fromme Zucht. und gib nach überwund'nen Schmerzen Uns droben einst das bess're Theil, 391. Mel. Nun lob', mein Seel', den Herren. est steht zu Gottes Ruh- me Die Kir- che, die geweihte Stadt, Die ihm zum Heilig- thu- me Des Menschen Sohn gebauet hat. Er wohnt mit seiner Wahrheit In ihren Mauern gern; Sie glänzt in ho- her Klarheit, Und freut sich ihres Herrn. 302 Gottes Werke und Wohlthaten. Oft stürm- ten schon die Wo= gen 3. Die Krone der Belohnung Winkt jedem Bürger dieser Stadt, Der hier sich seine Wohnung Erwählt und treu gestritten hat. Er fürchtet kein Verberben, Bleibt hier in sich'rer Ruh', Des Kam- pfes ge= gen fie: Um- sonst, die Fein de zo gen 2. Auf Felsengrund erbauet, Ist| Und eilet einst im Sterben Froh fie zur Gottesstadt erhöht, Die ihm seiner Heimath zu. Vom Vater auf allein vertrauet. Und ewig durch sein genommen, Wird er ganz selig sein, Wort besteht. Von ihren Bergen fun- Mit den verklärten Frommen, Die telt Der Wahrheit Sonnenlicht, Das, ihres Lohns sich freu'n. niemals mehr verdunkelt. Durch alle Nebel bricht. So bleibt dem Wahn entrissen Die gläub'ge Schaar des Herrn: Sie reinigt ihr Gewissen, Gehorcht und dient ihm gern. 4. Frohlocke denn und finge, Stadt Gottes, deines Königs Ruhm! Breit' aus sein Reich, und bringe, Die draußen sind, in's Heiligthum, Daß Alle selig werden, Von seinem Wort belehrt, Und freudig thun auf Erden, Was seinen Namen ehrt; Bis alles Volk, erneuert Und in sein Licht vers klärt, Ein Fest des Friedens feiert, Das ewig, ewig währt. Höl- le wüthen! zu ge= bie= ten. 2 Zurück und sieg ten nie. = 392. Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. J enn Christus sei ne Kir= che schüßt, Er, der zur Rech- ten Gottes fißt, Fl J Mag doch die Höl= le wü Er ist mit Hül- fe nah', Wenn er ge- beut, So mag die Hat Macht, ihr I steht's da. Er schüßet sei- nen Ruhm, Und hält das Chri- sten- thum. म = then. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem| sich des Worts, Des Heilands, un Thron Sich wider ihn empören, Denn sers Horts, Sein Kreuz ist selbst ihr den Gesalbten, seinen Sohn, Ihn Spott, Doch ihrer lachet Gott, Sie wollen die nicht ehren. Sie schämen mögen sich empören. C Die Kirche. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmäh'n, Uns tann er sie nicht rauben; Der Unchrist mag ihr widersteh'n, Wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, Sein Wort von Herzen hält, Dem kann die ganze Welt Die Seligkeit nicht rauben. 393. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält. 303 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertrau't, Laßt euch kein Droh'n erschrecken! Der Gott, der hoch vom Himmel schaut, Wird uns gewiß bes decken. Der Herr, Herr Zebaoth, Hält fest auf sein Gebot, Gibt uns Geduld in Noth, Und Kraft und Muth im Tod; Was will uns dann erschrecken? d Va- ter, der die ar= ge Welt In seinem Sohn Der, was er zu sagt, treu- lich hält, Und stets Er= bar= da ge= lie= bet, men ü- bet, Sieh' gnädig an die Christen- heit, Die du in dieser Pil= ger- zeit Dir aus den Menschen sam- melst. mit deiner Gegenwart, Mach' uns, ist die Verfolgung hart, Zu deines Namens Zeugen. 2. Du willst sie als dein Eigen= thum Hier rein, bort herrlich machen; Sie ist dein Volk, du bist ihr Ruhm, Du selbst willst sie bewachen. Du kleine Herde, hoffe still, Getrost! es ist des Vaters Will', Das Reich dir zu bescheiden. 6. Laß uns in froher Glaubenstraft Dich ehren, fürchten, lieben, und eine gute Ritterschaft für deine Wahrheit üben. Und kostet's denn auch Blut und Gut, Laß uns dein Wort mit Gut und Blut Vor aller Welt bekennen. 7. Steht gleich die Kirche hier im` Streit, Wo tausend Feinde toben, Wird sie doch einst zur Herrlichkeit Hoch im Triumph erhoben. Ach, nimm auch uns einst aus dem Krieg, Auch uns gib, wie den Andern, Sieg, Die jetzt schon Kronen tragen. 8. Wenn Menschen und der Engel Chor Einst Eine Kirche werden, Dann steigt dein herrlich Lob empor, Volltomm'ner als auf Erden. Komm, Jesu, bald, wir bitten dich, Laß uns, die Deinen, ewiglich Bei dir im Himmel wohnen. 3. Es ist doch Christus unser Heil. So Viel' nur an ihn glauben, Die baben an ihm ihren Theil, Den Satan nicht soll rauben. Von ihm fließt stets den Seinen zu Erquickung, Trost und Schutz und Ruh', Und alle Gnadenfülle. 4. Müßt' auch Gebirg' und Thal in's Meer Durch Gottes Schelten sinten, Ja selbst das ganze Weltenheer Vergeh'n auf Gottes Winken: So fällt doch seine Kirche nie, Der Herr erhält und schüßet sie, D'rum wird fie ewig bleiben. 5. So stärk' uns denn, Herr, unser Gott, Bei Christi Kreuzesfahnen. Mach' aller Feinde Macht zu Spott, Hilf deinen Unterthanen. Tröst' uns 304 Gottes Werke und Wohlthaten. 394. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. ie Fein- de deines Kreuzes droh'n, Dein Reich, Herr, Du a- ber, Mitt- ler, Got- tes- sohn, Kannst ih= rem ff Dein Thron be- ste- het e- wig- lich, Ver- geJ # fo bens wird sich wieder dich Die Macht der Höl- le rü ften. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, Kein Wert von Menschenkindern, D'rum kann auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immer dar, Und wird selbst durch der Feinde Schaar Zu deinem Ruhm sich mehren. 5. Uns, deine Gläub'gen, wollest du Fest in der Wahrheit gründen, Daß wir für unsre Seelen Ruh' In deiner Gnade finden. Mach' unsres Glaubens uns gewiß, Vor Irrthum und vor Finsterniß Bewahr' uns bis an's Ende. 6. Dein Geist führ' uns auf eb'ner Bahn, Und heil'ge unsern Willen, So wird dein Volk, dir unterthan, Gern dein Geseß erfüllen, Bis du erscheinest zum Gericht, Und dann vor deinem Angesicht Die Menschentinder sammelst. 3. Du wollest deine Herrschaft noch Auf Erden weit verbreiten, und unter deinem sanften Joch Zum Heil die Völ ker leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang Bring' alle Welt dir Preis und Dank, Und glaub' an deinen Namen. 4. Auch deine Feinde, die dich schmäh'n, Die frevelnd sich empören, Laß deiner Gnade Wunder seh'n, Daß sie sich noch bekehren. Lehr' sie mit uns gen Himmel schau'n, Und unerschüttert im Vertrau'n Auf deine Zukunft warten. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen, Und freu'n des großen Tages sich, Da du wirst Dann werden wir, wiederkommen. zut zerstö= ren; Tro- te wehren. H o Gottessohn, Den uns verheiß'nen Gnadenlohn, Dein Himmelreich er erben. im Lan = de; zum Pfan= de. 395. Mel Ein' feste Burg ist unser Gott. err, dei- ne Kirche dan ket dir, Noch wohnt dein Wort Von dei- ner Gna- de ha= ben wir Noch deinen Geist Kommt sie je in Ge- fahr Durch ihrer Die Kirche. Feinde Schaar, Dann, o Herr Jesu Christ, Be- sie- ge Macht und Sist, Und herrsch' in jedem Lan- de. 2. Sei. Herr, mit uns, verlaß uns nie, Uns deines Geistes Glieder. Hilf deiner Kirch' und schüße sie, Denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir ist vertraut, Hast du dir selbst erbaut; Ach, Herr, erhalt' sie rein, und die den Bund entweih'n, Die heilige dir wieder. 3. Eins ist, Herr, was dein Zion kränkt: Daß unter deinen Christen Noch Mancher deiner nicht gedenkt, Beherrscht von seinen Lüsten. Ihr Glaube ist so schwach, Die Liebe kalt und, ach! Sie denken daran nicht, Daß dort ein schwer Gericht Auf sich're Sünder wartet. 4. Und du, o Jesu, bist so treu, Ach daß wir frömmer wären! Mach' alle Herzen rein und neu, Laß alle sich bekehren. Gib uns dein' WissenA 396. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. schaft, Gib Glauben, Lieb' und Kraft, Gib uns Entschluß und Muth, Zu wagen Ehr' und Blut, Zum Preise deiner Lehren. 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, Erhalt' uns Ruh' und Fries den. Laß uns, gestärket durch dein Wort, Im Guten nie ermüden. Erleicht're, was uns drückt, D gib, was stets beglückt; Und nach der Prüfungszeit Ruf uns zur Seligkeit, Zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch, Hilf deiner Kirche siegen. Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen. Erhör' ihr kindlich Fleh'n; Eil', Herr, ihr beizusteh'n, Damit sie standhaft sei, Stets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche siegen! 305 ch bleib' bei uns, Herr Jesu Christ, Weil es nun A bend worden ist. Dein gött- lich Wort, das hel= le Licht, -0 Laß ja bei uns aus- löschen nicht. 2. In dieser letzten, bösen Zeit| Daß wir dein Wort und Sakrament Verleih uns, Herr, Beständigkeit, Rein halten bis an unser End'. 397, Mel. Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort. Je su Christ, du wah- res Licht, = Er- leuchte 306 Gottes Werke und Wohlthaten. Auf daß ein Je- der se lig werd'. 3 A die dich kennen nicht, Und bringe sie zu 2. Erfülle, die im Irrthum sein,| Auf daß sie alle sagen frei, Was Mit deinem Geist und Gnadenschein, Auch die, die heimlich fichtet an In ihrem Sinn ein falscher Wahn. ihres Herzens Glaube jei. 5. Erleuchte, die da sind verblend't, Bring' her, die sich von uns getrennt, Versammle, die zerstreuet geh'n, Hilf Allen, die im Zweifel steh'n. 3. Und was sich sonst verlaufen hat Von dir, das suche du mit Gnad', Und ihr verwund't Gewissen heil', Am Himmel laß fie haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, Die Stummen richtig reden lehr', 6. So werden sie mit uns zugleich, Auf Erden und im Himmelreich, Hier zeitlich und dort ewiglich, Für folche Gnaden preisen dich. D 398. Mel. Christus, der ist mein Leben. dei= ner Herd', dh bleib' mit dei- ner Gna- de Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hin- fort nicht scha de Des bösen Fein- des List. 2. Ach, bleib' mit deinem Worte| Gnad' und Allvermögen In uns, o Bei uns, Erlöser werth, Daß uns Herr, vermehr'. in diesem Horte Sei Trost und Heil beschert. 3. Ach, bleib' mit deinem Glanze Bei uns, du werthes Licht; Dein' Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren nicht. 5. Ach, bleib' mit deinem Schutze Bei uns, du starker Held, Daß uns der Feind nicht trupe, Noch fäll' die böse Welt. 6. Ach, bleib' mit deiner Treue Bei uns, Herr, unser Gott. Bestän digkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth. 4. Ach, bleib' mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr; Dein' 399. Mel. Das Jefulein soll doch mein Trost. er Glaube bricht durch Fels und Stein, Weiß Berge Er stürzt sie tief in's Meer hin= ein Nebst allen A zul ver- se pen; ihren Schä- ßen. Die Kirche. ま Und wer sich fest Auf Gott ver- läßt, Fühlt gött li- ches Ver- mö= gen, = 307 3 Und wenn die Zeugen Christi steh'n, Wenn sie ihr Leben wagen, Mag ihrer keiner rückwärts geh'n, Fühlt keiner Todeszagen. Gott ist ihr Fängt freu dig selbst Das = Schwerste an, Wo Andre sich nicht re- gen. 2. Die Zeugen unsers treuen Herrn,| Licht, Sie suchen nicht, Was Leib Des Glaubens Heldenschaaren, Sie und Gut nur birget. Es fieget Gott, wählen Noth und Armuth gern Und Sein Recht und Licht, Wird auch der Trübsal und Gefahren. D'rum mu- Leib erwürget. thig an Die Glaubensbahn! Der Herr ist vorgegangen; Und geht der Herr Als Held voran, Wie könnte man erbangen? 4. Gelobt sei euer Heldenmuth, Ihr Streiter unser's Fürsten! Ihr sah't getrost nach eurem Blut Den Zorn der Feinde' dürsten. Ihr war't bereit, Voll Muth und Streit, Den Krieg des Herrn zu führen; D'rum wird euch dort Die Herrlichkeit Der Himmelstrone zieren. 400. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. J err, wann wirst du Zi- on bauen, Zi- on, die ge- liebte Stadt, Die sich dir er= ge- ben hat? Ach, soll sie nicht ein- mal schauen e Ih- re Mau- ern auf- ge- richt't? Ja, der Herr verläßt sie nicht. 2. D, wann wird die Stimm' er-| An die Stirne, an die Hand, Dir schallen, Da man rufet überall In zu Ehren, uns zum Pfand, Daß wir der Auserwählten Zahl: Babel, Baz uns durch Glaubensflügel können bel ist gefallen, Die mit ihrer stolzen schwingen himmelan, Da uns NiePracht Alle Welt zum Fall gebracht. mand schaden kann. 3. Höre, wie dein Zion klaget Unter Babels Dienstbarkeit, Jetzt in dieser finstern Zeit. Doch du wirst den, der fie plaget, Stürzen bald durch deine Macht, und vertilgen Babels Pracht. 4. Drücke uns dein heil'ges Siegel 5. Zeichne mit dem heil'gen Zei= chen Uns, dein Volk, dein Eigenthum, Schönster Jesu, höchster Nuhm; So muß Satan von uns weichen, Und der Mensch der Sünde flieht, Wo er deine Siegel sieht. 308 Gottes Werke und Wohlthaten. 6. O wie wird dein Volk dich ehren, 7. Zion, sei denn unbetrübet, Die Wenn es nun entrissen ist Babels Erquickungszeit ist da, Und des Herz Stolz, des Thieres List! Deinen Ruhm ren Hülf' ist nah'. Selig, der sich wird es vermehren, Und in alle Ewig- ihm ergiebet, Und vor seinem Hei keit Dich zu loben sein bereit. land kann Siegeslieder stimmen an. Die Gemeinschaft der Heiligen. 401. Mel Mein Jesu, dem die Seraphinen. D 8 t ein Wort, o Herr, bringt uns zu- sam- men, Daß wir in Es läßt in uns die heil'gen Flammen Des Glau- bens der Gemeinschaft steh'n; und der Liebe seh'n. Wir werden durch das Wort der Gnaden Selbst zur Gemeinschaft je ner Schaar, Die längst vor uns JJ hie: nie den war, Gelockt und kräf- tig ein ge= la= den. Dele Des Friedens und der Freude zu; Das Herz genießet Trost und Ruh', Und neue Kraft stärkt Leib und Seele. 2. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, Ist Christus und sein theures Blut. Das einz'ge Ziel, auf das wir sehen, Ist Christus, unser höchstes Gut. Die einz'ge Regel, die wir kennen, Jst sein lebend'ges, kräft'ges Wort. Nach keinem Mann, nach feinem Wort Soll je sich die Ge meinde nennen. 3. Was ist das für ein himmlisch Leben, Mit Vater, Sohn' und heilgem Geist' In seliger Gemeinschaft schweben, Wie Christus, unser Herr, verheißt! Was glühen da für fel'ge Triebe! Gott schüttet in sein geistig Haus Die ganze Gnadenfülle aus; Hier wohnet Gott, die ew'ge Liebe. 4. Der Vater liebet uns als Kinder, Schenkt uns den Geist, der Abba schreit; Des Sohnes Treue schmückt uns Sünder Mit ewiger Gerechtigteit; Der heil'ge Geist tritt mit dem 5. Und dieses heil'gen Bundes Brüder, Sie stehen auch für Einen Mann. Wagt sich der Feind an eins der Glieder, So nehmen sein sich Alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen, Und siegen in des Heiz lands Kraft, Um von der heil'gen Brüderschaft Auch nicht das kleinste einzubüßen. 6. So wallen die verbund'nen Herzen Durch's Thränenthal in's Baterland, Versüßen sich der Erde Schmerzen, Eins reicht dem Andern seine Hand. Sie wollen sich mit Freuden dienen, Sie sehen mit des Glaubens Blick Auf Jefum und ihr künft'ges Glückt, Sie sind in ihm und er in ihnen. Die Gemeinschaft der Heiligen. 402. Mel. Gott, hier sind wir, deine Kinder. JJ Her- zen euch. Got- tes Reich. erz und Herz ver- eint zu- sam- men, Wärmt an Chri- sti Laßt der Liebe heil'- ge Flammen Euch durchglüh'n in 309 Christus ist das Haupt, wir Glie- der, Er das P Licht, und wir der Schein, Er der Mei- ster, und wir Brü- der, Er der Herr, und wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, o Gottes-| Daß der Vater aller Geister, Der des finder, Und erneuert euren Bund. Lebens Quelle ist, Daß du, unsichtbarer Schwöret unserm Ueberwinder Lieb' Meister, Uns so fühlbar nahe bist. und Treu' aus Herzensgrund; Und wenn eurer Liebestette Festigkeit und Stärke fehlt, so flehet um die Wette, Bis sie Jesus wieder stählt. 7. Du, mein Heiland, o vereine Deine dir geweihte Schaar, Daß sie herzlich stets es meine, Wie's dein letzter Wille war. Ja verbinde in der Wahrheit, Die du selbst im Wesen bist, Alles, was von deiner Klarheit In der That erleuchtet ist. 3. Hänget euch, ihr Bundesglieder, Mit so trener Liebe an, Daß ein Je der für die Brüder Auch sein Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, So vergoß er dort sein Blut; Denkt doch, wie es ihn betrübet, Wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 8. So wird dein Gebet erfüllet, Daß der Vater alle die, Deren Seh nen du gestillet, Auch in seine Liebe zich'; Und daß, wie du Eins mit ihnen, Also sie auch Eines sei'n, Sich in wahrer Liebe dienen Und einander gern erfreu'n. 4. Einer mahne doch den Andern, Christo, der sich für uns gab, Kräftiglich stets nachzuwandern, Selbst durch Leiden, Tod und Grab. Einer soll den Andern stärken Und erwecken Tag für Tag, Daß in frommen Glaubenswer ken Christo man gefallen mag. 9. Liebe, hast du es geboten, Daß man Lebe üben soll: O so mache doch die todten, Trägen Geister Lebens voll! Zünde an die Liebesflamme, Daß ein Jeder sehen kann: Wir, als die von Einem Stamme, Stehen auch für Einen Mann. 5. Nichts als nur des Heilands Stimme Sei die Regel unsrer That, Weil er, daß er uns gewinne, Liebend fich geopfert hat; Weil er gnädig uns vergeben, Unsrer Sünden nicht mehr denkt, Dem verleihet ew'ges Leben, Der fich ihm nur willig schenkt. 6. Halleluja! welche Höhen, Welche Liefen reicher Gnad', Daß wir dem in's Herze sehen, Der uns so geliebet hat! 10. Laß uns so vereinigt werden, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist; Und allein von deinem Lichte Nehme unser Licht den Schein; Daß, wenn auch die Welt uns richte, Wir doch deine Jünger sei'n. 310 W Gottes Werke und Wohlthaten. Das Wort Gottes. 403. Mel. Jesu, meine Freude. D Je su, un ser Ruhm! E van ge= li um, ort des höch- sten Mun- des, Engel Bald, da wir ge= fal len, & Eine Botschaft, die zum Leben 2. Was bein Wohlgefallen Vor der Zeit uns Allen Fest bestimmet hat, Was die Opferschatten Längst verkündet hatten, Das vollführt dein Rath. Was die Schrift verspricht, das trifft Alles ein in Jesu Namen, und ist Ja und Amen. Eine Kraft, die Glauben schafft, 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet Alle Straf' und Schuld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben Alle Gnad' und Huld. Auch ist dies fürwahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre, O erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünden Todten Machen Jesu Boten Dieses Leben kund, Lieblich sind die Füße, Und die Lehre füße, Thener ist der Bund. Aller Welt ist nun vermeld't Durch der guten Bot schaft Lehre, Daß man sich bekehre. pdf 0 meines Bundes. Lie- Best du er= schal= len Jay uns von dir ge= ge= ben. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, Die in bittern Schmerzen Das Gesetz zerschlug; kommt zu dessen Gnaden, Der, für euch beladen, Alle Schmerz zen trug. Jesu Blut stärkt euren Muth; Gott ist hier, der cuch geliebet, Und die Schuld vergiebet. 6. Dieser Grund bestehet, Wenn die Welt vergehet, Fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen, So soll mein Vertrauen Evangelisch sein. Auch will ich nun würdiglich In der Kraft, die mir gegeben, Evangelisch leben. 7. Jesu, deine Stärke Schaffet gute Werke, Stehe du mir bei. Nichts kann mich nun scheiden, Hilf auch, daß mein Leiden Evangelisch sei. Laß auch mich einmal auf dich, Als ein Kind, mit dir zu erben, Evangelisch sterben. 404. Mel. Befiehl' du deine Wege. ਬਕਰੀ ein laß mich sein und bleiben, Du treu- er Gott und Herr. Von dir laß mich nichts treiben, Halt' mich bei rei- ner Lehr'. Ach Herr, laß mich nicht wan- ken, Gib mir Be- stän- dig- keit: Das Wort Gottes. f da Dafür will ich dir dan- ken al= le Welt, haft bestellt, 405. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 311 HI In al le= wig- keit. ott, deß Scepter, Stuhl und Kro- ne Herrschet i= ber Der du dei nem lieben Soh- ne Eine Hochzeit Dir sei Dank ohn' End' und Zahl, Daß zu JJJ dei nem Liebes- mahl Von den Zäunen an den Gas- sen मम्म Du mich auch hast la den laf- sen. = 4. Und doch läsfest du mich laden Zu dem großen Hochzeitsmahl. der übergroßen Gnaden! Ich soll in des Himmels Saal, mit dem lieben Gotteslamm, Meinem Herrn und Bräutigam, Bei der Engel Chor und Reihen, Ewig, ewig mich erfreuen. 5. Wen nun dürftet, soll sich laben Mit dem süßen Lebensquell; Wen nun hungert, der soll haben Himmelsbrob 2. Herr, wer bin ich? und hinges für seine Seel'. O ein süßes Mahl gen Wer bist du in deiner Pracht? und Ort, Da an Gottes Herz und Jch ein Würmlein an den Wegen, Wort Sich die Gäste ewig laben, Du der König großer Macht; Ich In ihm volle G'nüge haben! nur Staub, mich nimmt der Tod, Du der Herr, Gott Zebaoth; Ich ein Scherz und Spiel der Zeiten, Du der Herr der Ewigkeiten. 6. O du großer Herr und König, Der du rufft: kommt, kommt herbei! Ach, ich bin, ich bin zu wenig Aller deiner Lieb' und Treu'. Ach, ich kann dir nimmermehr Danken g'nug und also sehr, Wie ich schuldig bin und sollte, Und wie ich wohl gerne wollte. 3. Jch bin unrein, ganz verdorben, Du die höchste Heiligkeit; Jch verfinstert und erstorben, Du des Les bens Licht und Freud'; Ich ein armes schwaches Kind, Lahm und Krüppel, taub und blind, Du das Wesen aller Wesen, Ganz vollkommen, auserlesen. 7. Zeuch du mich, dein Mahl zu schmecken, Aus der finstern Erdentluft. Laß mich deine Stimme wecken, Die so hell und lieblich ruft: Komm, o Mensch, komm, eile, komm, Komm zum Lebensquell und Strom, Komm zum Brod, davon zu zehren, Und den Geist davon zu nähren. 8. Ach, eröffne meine Ohren Für die Stimm', die also klingt, Die zu deinen Freudenthoren, Jerusalem, mich bringt. Laß den, den du theu'r erkauft, Der zu deinem Bund getauft, nicht zur Nahrung seiner Seelen Ferner eitle Träber wählen. 312 Gottes Werke und Wohlthaten. 9. Laß der eitlen Welt Getümmel,| Kleide, Jesu, in der Zeit Mich in Das wie Schatten wird entflieh'n, dich, mein Hochzeitskleid, Daß ich Von des Lammes Mahl im Himmel, deine Hochzeitsehren Möge feiern Das stets bleibt, mich nicht abzieh'n. ohn' Aufhören. W 406. Eigene Melodie. rhalt' uns, Herr, bei deinem Wort, Und steure deines Feindes Mord, J Der Jesum Christum, deinen Sohn, zu stürzen sucht von seinem Thron. 2. Zeig' deine Macht, Herr Jesu Christ, Der du herr aller Herren bist, Beschirme deine Christenheit, Daß sie dich lob' in Ewigkeit.. 3. Gib, heil'ger Geist, du Tröster werth, Uns Einen Sinn hier auf der Erd'. Steh' bei uns in der letzten Noth, Leit' uns in's Leben aus dem Tod. untüch- tig; und wich- tig. 407. Mel Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält. ir men- schen sind zu dem, o Gott, Dein Wesen, Wille und Ge- bot Wir wis- sen und ver- steh'n es nicht, Wenn uns Was geist- lich ist, Ist viel zu hoch ● 3. Für solches Heil sei, Herr, ge= preist, Laß uns dabei verbleiben, und gib uns deinen guten Geist, Daß wir dem Worte gläuben; Daß wir's annehmen jederzeit Mit Demuth, Ehrfurcht, Lust und Freud', Als Gottes, nicht der Menschen. dein göttlich Wort und Licht Den Weg zu dir nicht zei- get. 2. Du hast vor Zeiten ausge- 4. Hilf, daß der Frebler frecher fandt Propheten, deine Knechte. Du Spott, Uns nicht vom Wort abmachtest uns durch sie bekannt Dein wende, Denn du bist ein gerechter Heil und deine Rechte. Zuletzt ist Gott, Und strafft gewiß am Ende. selbst dein eig'ner Sohn, O Bater, Gib du selbst deinem Worte Kraft, von des Himmels Thron Gekommen, Und laß der Wirkung, die es schafft, uns zu lehren. Uns niemals widerstreben. 5. Ach, öffne uns Verstand und Herz, Daß wir dein Wort recht fassen, In Lieb' und Leid, in Freud' und Schmerz Es aus der Acht nicht lassen; Daß wir nicht Hörer nur allein, Nein, auch des Wortes Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. Das Wort Gottes. 313 6. Der Sam' am Wege wird so-| Trübsal, Kampf und Leiden. Rott' fort vom Feinde weggenommen; In Fels und Steinen kann das Wort Die Wurzel nicht bekommen; Und wenn der Sam' in Dornen fällt, Hat Sorg' und Wollust dieser Welt Bald seine Kraft erfticket. aus, was dir, Herr, nicht gefällt, Hilf uns, die Sorgen dieser Welt Und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort laß allewege sein Die Leuchte unsern Füßen; Erhalt' es bei uns klar und rein, Hilf, daß wir d'raus genießen Kraft, Rath und Trost in feder Noth, Daß wir im Leben und im Tod Darauf beständig bauen. 10. Laß sich dein Wort zu deiner Ehr', O Gott, sehr weit verbreiten; Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' Erleuchten mög' und leiten. heil'= ger Geist, dein göttlich Wort Laß in uns wirken fort und fort Geduld, in Lieb', Hoffnung, Glauben. 7. Ach, hilf, Herr, daß wir werden gleich Dem fruchtbar'n guten Lande, Und sei'n an guten Werken reich In unserm Amt und Stande, Viel Früchte bringen in Geduld, Bewahren deine Lehr' und Huld In feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, so lang' wir leben hier, Die Sünden ernstlich meiden; Gib, daß wir halten fest an dir In 408. Mel. Ach Gott und Herr. G ott ist mein Hort, Auf Jesu Wort Soll meine ਗ See le trau- en. Ich wand- le hier, Mein Gott, vor dir Im Glau- ben, nicht im Schau- en. 2. Dein Wort ist wahr; Laß im-| ich nicht, Wär' mir dies Licht Nicht merdar Mich seine Kräfte schmecken. durch dein Wort erschienen. Laß keinen Spott, DHerr, mein Gott, Vom Glauben mich abschrecken. 6. Nun darf mein Herz In Reu' und Schmerz Der Sünden nicht verzagen; Nein, du verzeihst, Mich lehrt dein Geist Im Glauben: Vater! sagen. 7. Mich zu erneu'n, Mich dir zu weih'n, Ist meines Heils Geschäfte; Durch eig'ne Macht Wird's nie vollbracht, Dein Wort allein gibt Kräfte. 3. Wo hätt' ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte? Ach, ohne sie Verständ' ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt Der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben, Daß diese Zeit Zur Ewigkeit Mir sei von dir gegeben. 5. Den ew'gen Rath, Die Missethat Der Sünder zu verfühnen: Jhn tännt' 8. Herr, unser Hort, Laß uns dies Wort, Denn du hast's uns gegeben; Es sei mein Theil, Es sei mein Heil, Und Kraft zum ew'gen Leben. 2010 14 Dritte Abtheilung. Das christliche Leben.. 1. Sorge für die Seele. 409. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. laube, Lieb' und Hoffnung sind Der wahr- haf= te Hier- mit muß sich Got: tes Kind Stets be= stre= ben Schmuck der Christen; ans= zu rü= sten. Nur durch sie wird Gott ge= eh- ret, Seine Gnad' in uns ver- meh- ret. 2. Glaube legt den ersten Stein| Mache du den Feind zu Spott, Der Zu des Heils bewährtem Grunde, Sieht auf Jesum nur allein, Und bekennt mit Herz und Munde Sich zu seines Geistes Lehren, Läßt sich keine Trübsal stören. dies Kleinod denkt zu rauben. Laß das schwache Rohr nicht brechen, Und mein glimmend Tocht nicht schwächen. 3. Liebe muß des Glaubens Frucht Gott und auch dem Nächsten zeigen, Unterwirft sich Christi Zucht, und gibt sich ihm ganz zu eigen, Lässet fich in allen Leiden Nicht von ihrem Jesu scheiden. 6. Mache meine Liebe rein, Daß sie nicht im Schein bestehe; Flöß mir Kraft des Geistes ein, Daß fie mir von Herzen gehe, Und ich aus rechtschaff'nem Triebe Dich und auch den nächsten liebe. 4. Hoffnung macht der Liebe Muth, Alle Noth zu überwinden, Sie kann in der Trübfalsfluth Jhren Anker sicher gründen. Sie erwartet nach dem Leide Ewige, vollkomm'ne Freude. 5. Jesu, du mein Herr und Gott, Ach, bewahr' in mir den Glauben. 7. Gründe meine Hoffnung feft, Stärke ste in allen Nöthen, Wenn mich alle Welt verläßt, Wenn du mich gleich wolltest töbten: Laß sie nach dem Himmel schauen, Und auf das, was ewig, bauen. 8. Glaub' und Hoffnung hören auf, Wenn wir zu dem Schauen kommen, Sorge für die Seele. 315 Doch die Liebe dringt hinauf, Wo| werd' ich erst recht lieben, und die fie Ursprung hat genommen. Ach, da Liebe ewig üben. 8² N 410. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. ach meiner See- len Se- lig- teit Laß mich, Herr, ei= frig Sollt' ich die kurze Gna- den- zeit In Sicherheit verringen. brin- gen? Wie würd' ich einst vor dir besteh'n? Wer in dein Reich wünscht ein- zu- geh'n, Muß reines Her- zens wer- den. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn Auf seine Sünden sehen, Und wenn man nicht mehr sünd'gen kann Gott um Erbarmung flehen: Das ist der Weg zum Leben nicht, Den uns, o Gott, dein Unterricht In deinem Wort bezeichnet. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit Schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit In Noth und Tod einst geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück, Nur Gottes Gnade und der Blick Auf jenes Lebens Freuden. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung, D'rum laß auch hier auf Erden Des Herzens wahre Besserung Mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb, Nichts sei so groß, nichts mir so lieb, Das ich ihm nicht aufopf're. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich Vor allen Dingen trachten, Und, was mir daran hinderlich, Mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' Und im Gericht vor dir besteh', Sei meine größte Sorge. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht Vor Trägheit mich beschüßest, Und mich zur Treu' in dieser Pflicht Mit Kräften unterstüßest? O stärke mich, mein Gott, dazu, So find' ich hier schon wahre Ruh', Und dort das ew'ge Leben. 4. Gewänn' ich auch die ganze Welt Mit allen ihren Freuden, Und sollte das, was dir gefällt, O Gott, darüber meiden: Was hälfe mir's? nie kann die Welt Mit Allem, was fie in sich hält, Mir deine Gnad' erseßen. 411. Eigene Melobte H 8 to stet viel, ein Christ zu sein Und nach dem Einn 14* Das christliche Leben. fa des reinen Geistes le= ben, Denn der Natur geht es da 316 gar sau er ein, Sich im- mer- dar in Chri- sti Tod zu geben; A Auch ist's mit Ei- nem Kampf, den wir vollbracht, Nicht aus- ge- macht, Nicht ausge= macht. 2. Man muß hier stets auf Schlan-| des Lebens selig steh'n, Und sich gen geh'n, Die, ach, ihr Gift in mit Gott zu Einem Geist verbinden. unsre Fersen bringen; Da kostet's Wer weiß, was da im Geiste wird Müh', auf seiner Hut zu steh'n, Daß gescheh'n? Wer mag's versteh'n?:,: nicht das Gift kann in die Seele dringen. Wenn man's versucht, so spürt man mit der Zeit Die Wichtigkeit.:,: 6. Dort schau'st du einst die Weisheit ganz, Die dich mit Mutterliebe stets geführet; Sie krönet dich mit ihrem Perlenkranz, Und wird als Braut der Seele zugeführet. Verborgenes wird da ganz offenbar, Das Dunkle klar.:,: 3. Doch tst es wohl der Mühe werth, Wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, Die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, Der sich hier stets auf's Himmlische geleget. Sei hoch das Ziel, die Gnade macht es leicht, Daß man's erreicht.:,: 7. Was Gott besitzt, empfängst du auch, Was Gott verheißt, wird dir in Gott gegeben; Der Himmel steht bereit dir zum Gebrauch, Wie lieblich wirst du doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, Als Gott allein.:,: 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, Ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird der Geist so stark, so hell und rein, Im vollen Strahl von Gottes Angesichte, Weil dort ihn ziert die wesentliche Pracht, Die schön ihn macht!:,: 8. Auf, auf, mein Geist, er müde nicht, Dich aus der Nacht der Finsterniß zu reißen! Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen! Wie gut wird sich's dort nach der Arbeit ruh'n. Wie wohl wird's thun!:,: 5. Da wird das Kind den Vater seh'n, In seinem Anschau'n Himmelslust empfinden, Wird an dem Strom 412. Mel. Es kostet viel, ein Chrift zu sein. 8 ist nicht schwer, ein Christ zu sein Und nach dem Sinn Sorge für die Seele. ad des rei nen Geistes 77 le= ben; Zwar der Na- tur geht es ad gar sauzer ein, Sich im- mer- dar in Chri- sti Tod zu ge= ben, Den schweren Streit. 2. Du darfst nur werden wie ein Kind, Du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, wie gut ist Gott gesinnt! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. O'rum fürchte dich nur ferner nicht so sehr, Es ist nicht schwer.:,: 3. Dein Vater fordert nur das Herz, Daß er es selbst mit reiner Gnade fülle. Der treue Gott will ja nicht deinen Schmerz, Die Unlust schafft in dir dein Eigenwille; D'rum übergib ihn willig in den Lod, So hat's nicht Noth.:,: 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, Der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget. Erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, Wenn Furcht und Weh' am schwachen Herz zen naget. Sprich: Bater, schau' mein Glend gnädig an! So ist's gethan.:,: Doch führt die Gna- be selbst zu aller Zeit Den schwe- ren Streit, 5. Fass' nur die Seele in Geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versieh'st du's oft und fehlst aus eigner Schuld, So 8 317 2 sieh', daß du dich durch die Gnade stärkest; Dann ist vor Gott dein kindliches Verseh'n Als nicht gescheh'n.:,: 6. Laß nur dein Herz im Glanben ruh'n, Wenn dich wird Nacht und Finsterniß bedecken; Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun, Vor keinem Sturme darfst du je erschrecken; Ja, siehst du endlich ferner keine Spur, So glaube nur.:,: 7. So wird dein Licht auf's Neu' entsteh'n, Und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; Was du geglaubt, wirst du dann vor dir seh'n, D'rum darfst du nur dem treuen Vater trauen. O Seele, sieh' doch, wie ein wahrer Christ So selig ist!:,: 413. Mel. Alle Menschen müssen sterben. # 8. f, auf, mein Geist, was säumest du, Dich deinem Gott ganz tindlich zu ergeben? Geh' ein, mein Herz, genieß' die füße Ruh', In Frieden sollst du vor dem Vater leben. Die Sorg' und Last wirf nur getrost und fühn Allein auf ihn.:;: chaf fet, daß ihr se lig wer- det, Euch als Chri- sten zwar ge- ber det, Die ihr wol= let Doch da- von tragt 818 13 se lig sein, nur den Schein. Denket, daß der Herr wird kommen, Rich- ten JJ Bö- se sammt den Frommen. f ( S Das christliche Leben. Wie ihr mö- get se- lig sein. 2. Schaffet denn mit Furcht und| falsche Christenleben, Bleibet Jesu treu ergeben, Folgt ihm nach; dies schafft allein, Daß ihr möget selig sein. Zittern, ihr Sünder allzumal, Wenn Gott wird die Welt erschüttern, Und sich naht die Höllenqual, Daß ihr alle dann entgehet, Nicht zur Linken Jesu stehet! Schaffet doch mit Furcht allein, Daß ihr möget selig sein. 4. Herr, der du durch dein Leiden Uns so theu'r erlöset haft, Laß doch nichts von dir uns schei den, Nimm von uns hinweg die Last. Brich in uns die Macht der Sünden, Laß uns Gnad' und Leben finden! Deine treue Lieb' allein Schaffe, daß wir selig sei'n. 3. Schaffet, daß ihr selig werdet, Traut nicht eurem Fleisch und Blut, Das sich heilig hier geberdet, und es doch nie meinet gut. Flieht das Lab Darum schafft mit Furcht allein, 414. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine Lust. Wol- ten gehen, bei zu= ste= hen. ott, dei= ne Gü te reicht so weit, Du frönst uns mit Barm- her= zig= kett, So weit die Und etlst uns Herr, mei- ne Burg, mein Fels, mein Hort Ver nimm mein Fleh'n, mert auf mein Wort, Denn ich will vor dir be ten. 2. Jch bitte nicht um Ueberfluß Und Schäße dieser Erden; Laß mir, so viel ich haben muß, Nách deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. Sorge für die Seele. 319 3. Jch bitte nicht um Ehr' und 4. So bitt' ich dich, mein Herr Ruhm, So sehr sie Menschen rühren; Des guten Namens Eigenthum Las mich nur nicht verlieren. Das sei mein Ruhm: vor dir zu steh'n, Den schmalen Weg getreu zu geh'n, Im Umgang mit den Frommen. W 415. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. und Gott, Auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, Das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; Laß du mich nur Barmherzigkeit Bor dir im Tode finden. J ohl dem, der sich mit Ernst be mü het, Der Chri- stum als ein Kleid an zie het, Daß er Daß er ein im = Jün ger Christi sei, Glau- ben wer- de frei, P Der Chri- stum stets zum Zweck sich setzt, 3. Was hilft's, daß Christus hier empfangen, Des Fleisches einst theilhaftig ward, Wenn wir nicht auch dazu gelangen, Daß er sich selbst uns offenbart? Doch soll er bei dir tehren ein, So muß dein Herz aufrichtig sein. 4. Was hilft's, daß Christus ist geboren und uns die Kindschaft wie der bringt? Dem bleibt dies hohe Recht verloren, Der nicht darnach im Glauben ringt, Daß Gottes Geist ihn neu gebiert, Und er ein göttlich Leben führt. Ihn über Welt und Himmel schätzt. 2. Wohl dem, der ihn erwählt| 6. Was hilft uns Christi Thun zum Wege, Zum Lichte, dem er folget nach Auf der Verleugnung schmaLem Stege, Und auf sich nimmt des Heilands Schmach, Der sich befleißt, an seinem Heil Im Glauben stets zu haben Theil. und Leben, Was seine Lieb' und Freundlichkeit, Wenn wir, dem Stolz und Haß ergeben, Nur schänden seine Heiligkeit? Was hilft's, nur mit dem Mund allein, Und nicht im Werk ein Christ zu sein? 7. Was hilft uns Christi Angst und Leiden, Wenn man nicht will in's Leiden geh'n? Nur nach der Pein sind süß die Freuden, Und nach der Schmach glänzt Purpur schön. Wer hier nicht seinen Adam kränkt, Dem wird die Krone nicht geschenkt. 8. Was hilft uns Christi Tod und Sterben, Wenu wir uns selbst nicht sterben ab? Du liebst dein Leben zum Verderben, Führst du die Lust Sein Kreuz nicht in sein Grab. bleibt dir ein todtes Bild, Wenn du dir selbst nur leben willt. 5. Was hilft dem Menschen Christi 9. Was hilft sein Lösen und BeLehre, Der Sclave der Vernunft noch freien, Wo man nicht bleibt im Bunde bleibt, Nach eigner Weisheit, Wahnsteh'n? Was hilft's, Herr, Herr und und Ehre Sein Leben, Thun und Wesen treibt? Ein Christ, der die Verleugnung ehrt, Folgt dem nur, was ihn Christus lehrt. Meister schreien, Wenn man stets will zurück noch seh'n? Was hilfi's denn, daß sein Tod versöhnt, Wenn unser Sinn der Welt noch fröhnt. 320 Das christliche Leben. 10. Was hilft dir Christi Aufer- 11. Wohlan, fo lebe, stehen, Bleibst du noch in dem Sündentod? Was hilft dir sein gen Himmel gehen, Wenn du noch zagst in Erdennoth? Was hilft dir sein Triumph und Sieg, Führst du nicht mit dir selber Krieg? B 416. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt'. ald bin auch ich des To- des Naub; Zwar wall' ich Ich Sterb- li cher, doch dieser Staub Soll einst uns noch auf Er= den, sterb lich wer= den; thu' und leide, Wie Christus dir ein Vorbild war. Sieh', daß dich seine Unschuld kleide, So bleibst du in der Seinen Schaar. Wer Christi ist, der strebt allein Im Leben Christi Glied zu sein. 0 Und dann, dann ist mein e= wig Theil. O Gott, Ver- wer- fung o der Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll| mels Hoffnung rauben. Was lindert der Christ Nach seinem Heile ringen, sonst des Lebens Noth, Und was verVerachten das, was eitel ist, Hinauf süßt mir einst den Tod? zu Gott sich schwingen, Getrost den Pfad der Trübfal geh'n, Und standhaft in Versuchung steh'n. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, Noch bin ich in den Schranken, Noch nicht am Ziele, doch mein Fuß Beginnet oft zu wanten. Herr, stärke mich durch deine Kraft Auf dieser kurzen Pilgrimschaft. 4. So lang' ich noch, ein Fremdling hier, In diesem Leibe walle, So schaff' ein reines Herz in mir, Ein Herz, das dir gefalle, Und leite mich auf eb'ner Bahn Durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu fein, Was du gebeutst zu üben; Mein höchstes Gut, mich dein zu freu'n, Von Herzen dich zu lieben, Mein Trost, auf deinen Schuß zu bau'n, Und meine Hoffnung, dich zu schau'n. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit Soll nie mir meinen Glauben, Den süßen Trost der Ewigkeit, Des Him 7. Verzagt und schwach sind Fleisch und Blut, Und eitel unsre Werte; Der Glaub' allein gibt Kraft und Muth, Verleiht in Christo Stärke. Sind wir in Angst und Traurigkeit: Getrost, wir überwinden weit. 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit Und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, Die offenbar soll werden? Wie schnell fleucht dies mein Leben hin, Hin, wo ich ewig selig bin! 9. Heil mir, ich bin sein Eigenthum! Nichts soll von ihm mich scheiden! Nicht Wollust, Güter, noch der Ruhm, Nicht Schmach, nicht Tod, noch Leis den Jch bin durch Jesu Blut erkauft, Ich bin auf seinen Tod getauft. 10. Der mir in Christo Alles gibt, Schüßt bei des Todes Schrecken; Der mich bis in den Tod geliebt, Wird aus dem Grab mich wecken. Wenn Erd' und Himmel untergeh'n, Werd' ich zum Leben aufersteh'n. Sorge für die Seele. 321 11. Nicht Trübsal mehr, nicht Leid 13. Shr, die ihr ihn erhab'ner und Schmerz Betrübet dort die Sei- preist, Ihr Engel, meine Brüder, nen; Nicht klagen mehr wird unser Dann singet mein verklärter Geist Herz, Nur Freudenthränen weinen. In eure Jubellieder, Und eurer HarEr, der für uns sein Leben gab, Erfen reiner Klang Értönt in meinen trocknet unsre Thränen ab. 12. Dort schauen wir und beten an Vor deinem Angesichte, Und die wir hier im Dunkel sah'n, Wir wer den dort im Lichte Die Wunder dei ner Liebe seh'n, Und deine Wege ganz versteh'n. 417. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Lobgesang. 14. Du der du uns dies Heil er= warbst, Laß, Herr, auch mich's ererben. Du, der du für die Sünder starbst, Laß, Jesu, dir mich sterben. Gib, daß ich dir im Leben treu, Getren bis in den Tod dir sei. Ho frnd ee- le, was ermüd'st du dich In den Din- gen dieser Er- den, Die doch bald ver- zeh- ren sich, Und zu Staub und Asche werden? Su- che Jesum und sein Licht, 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Laß thn sich zu Goit aufschwingen; Nicht ihn stets zum Himmel hin, Laß die Gnade dich durchdringen. Suche Jesum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh', Dein verschmachtet Herz zu laben: Eil' der Lebensquelle zu, Da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. Al- les An- d're hilft dir nicht. 6. Schwinge dich recht oft im Geist Uleber alle Himmelshöhen, Laß, was dich zur Erde reißt, Dir in weiter Ferne stehen. Suche Jejum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. 7. Zu dem Strome mußt du nah'n, Der vom Thron des Lammes fließet, Gnad' um Gnade zu empfah'n, Die sich reichlich dort ergießet. Suche Jesum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. 4. Fliehe die unsel'ge Pein, So 8. Laß dir seine Majestät Immerdas finst're Reich gebieret. Laß nur dar vor Augen schweben; Laß mit ihn bein Labsal sein, Der zur Glau- innigem Gebet Sich dein Herz zu bensfreude führet. Suche Jefum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. ihm erheben. Suche Jefum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. 5. Geh in Finfalt stets einher, Laß dir nichts das Ziel verrücken. Gott wird aus dem Liebesmeer Dich, den Müden, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. 9. Ziehe du mich zu dir hin, Daß der Sünde ich absterbe, Dann ist Sterben mein Gewinn, Dann erfreut mich dort dein Erbe. Bleibe, Jesu, stets mein Licht, Alles And're hilfi mir nicht. dais sine sid 322 Das christliche Leben. 2. Das Gebet. 418. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. ਸਰਸ Unmöglich auszu- sin- nen, Wie du recht an zu= ru fen bist, Hilf selber uns beginnen, Va- ter, un- ser Gott, es ist Und geuß, wie uns dein Wort ver- heißt, In un- fre Herzen J JJ dei- nen Geist Der Gnad' und des Ge be= tes. 2. Laß ihn bei dir uns träftiglich Mit Seufzen stets vertreten, So oft wir kommen, Herr, vor dich, Zu danken und zu beten. Laß nicht nur sprechen unsern Mund, Hilf, daß zu dir aus Herzensgrund, D großer Gott, wir rufen. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf Im Beten und im Singen, Und thu' uns selbst die Lippen auf, Ein Opfer dir zu bringen. Laß dir gefallen, wenn wir dann Mit Herz und Lippen dir uns nah'n, Sei, Herr, von uns nicht ferne. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir Das Herz uns immer richten, Mit Andacht beten für und für, Nichts Fremdes denken, dichten. Gib uns des Glaubens Zuversicht, Daß wir die Bitte zweifeln nicht Durch Christum zu erhalten. 5. Fern sei's von uns, dir Zeit und Maß Im Beten vorzuschreiben. Hilf, daß wir fleh'n ohn' Unterlaß, Bei dem allein auch bleiben, Was dir gefällt, was deine Ehr' Und unsre Wohlfahrt mehr und mehr Befördert hier und ewig. 6. Laß uns allein auf deine Güt', Auf unser Thun nicht bauen, Und bir mit kindlichem Gemüth Uns ganz und gar vertrauen. Und mögen wir's nicht würdig sein, so wollest du aus Gnad' allein Die Bitte uns ge währen. 7. Du, Vater, weißt. was uns gebricht In unserm ganzen Leben, Es ist dir auch verborgen nicht, Wenn wir in Nöthen schweben. Um Beis stand flehen wir dich an, Da doch dein Vaterherz nicht kann Vergessen deine Kinder. 8. Wir haben ja die Freudigkeit In Jesu Christ empfangen, Der Gna denthron ist dort bereit't, Daß wir die Hülf' erlangen; D'rum laß hier und an allem End' Uns stets auf heben heil'ge Händ, Zu dir gen Himmel schreien. 9. Dein Nam', o Gott, geheiligt werd', Dein Reich laß zu uns kommen, Dein Will' geschehe stets auf Erd', Gib Brod, Fried, Nuß und Frommen. All' unsre Sünden uns verzeih', Steh' uns in der Versuchung bei, Erlös' uns von dem Uebel. 10. Dies alles, Vater, werde wahr, Du wollest es erfüllen; Erhör und hilf uns immerdar, Um Jesu Christi willen; Denn dein, o Herr, ist alle zeit, Von Ewigkeit zu Ewigkeit, Das Reich, die Kraft, die Ehre. ho- ben, 0- ben, Das Gebet. 419. Mel. Nun freut euch, liebe Christeng'mein'. E ott, unser Vater, der du bist Jm Him- mel hoch erUnd schauest, was auf Er- den ist, Auf dei- nem Thro- ne po Dun- ser Trost und Zu- ver- sicht, zu dir ist un- ser M 2 Herz gericht't, Er- hör' uns, dei- ne Kinder. 2. Hilf, daß wir deinem heil'gen 6. Vergib uns alle unsre Schuld Nam' Die Ehr' in Allem geben, Wie Und sündhaft böses Leben; Hilf, daß groß du bist und wundersam, Mit mit Liebe und Geduld Wir Andern Freudigkeit erheben; Dich, deine Weis- auch vergeben. Ach, übe an uns heit, Macht und Treu' Erkennen, keine Rach', Und laß uns Unrecht, und ohn' Heuchelei Dir und dem Trok und Schmach Dem Nächsten Nächsten dienen. auch verzeihen. 3. Laß uns in deinem Gnadenreich Des heil'gen Geistes Gaben, Dein Wort und dessen Kraft zugleich, Glaub', Lieb' und Hoffnung haben; Des Satans Sündenreich zerstör', Schüß' deine Kirch' und sie vermehr' In Einigkeit und Wahrheit. 4. Dein Will' gescheh' nach deinem Wort Jm Himmel und auf Erden; Laß meinen Willen fort und fort Dadurch gebrochen werden. Verleihe uns in Freud' und Leid Ein ruhig Herz, daß jederzeit, Was du willst, uns gefalle. 5. Gib uns heut' unser täglich Brod Durch Arbeit unsrer Hände. Pest, Krankheit, Feur's- und Wassersnoth, Und was sonst schad't, abwende. Gib gute Obern, Frieb' und Heil, Auch Jedem sein bescheiden Theil, Und daß uns d'ran genüge. 323 7. In der Versuchung, Herr, uns stärk', Und hilf uns überwinden Das Fleisch, die Welt, des Satans Werk, Und was uns reizt zu Sünden; Daß, wenn uns Wollust, Ehr' und Geld Wird süß und listig vorgestellt, Wir doch dawider siegen. 8. Von allem Uebel, Angst und Noth In Gnaden uns erlöse, Daß uns im Leben und im Tod Nicht schaden kann der Böse. Drückt uns auch manche Kreuzesnoth, Laß uns, getrost bis in den Tod, Des Glaubens End' erhalten. 9. Dies alles, Vater, werde wahr, Du wollest es erfüllen. Erhör' und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen; Denn dein, o Herr, ist alle= zeit, Von Ewigkeit zu Ewigkeit, Das Reich, die Macht und Ehre. 420. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mit mei- nem ein Gott, ich klopf' an dei= ne Pfor- te Ich hal te mich an deine Wor- te: Klopft an, so 324 Das aristliche Leben. Fleh'n und Seuf- zen an. wird euch auf= ge= than! Ach, öff ne mir die Gna- den- thür, Mein Je sus klopfet selbst mit mir. = 2. Wer kann von sich das Gute| Gnadenzeit; Durchstreich' die Schuld mit Jesu Blut, Und mach' das Böse wieder gut. haben, Das nur von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber al ler Gaben, Bei dir ist immer Rath und That. Du bist der Born, der immer quillt, Du bist das Gut, das immer gilt. 7. Vater, ich darf wohl nicht bitten, Daß mich das Kreuz verschonen soll; Hat doch mein Jesus selbst gelitten, Und also leid' ich billig wohl; Doch wird Geduld mir nöthig sein, Die wollest du mir, Herr, verleih'n. 3. D'rum komm' ich auch mit meinem Beten, Das voller Herz und Glauben ist; Der mich vor dich heißt freudig treten, Jst mein Erlöser, Jesus Christ; Und der in mir das Abba schreit, Ist ja dein Geist der Freudigkeit. 8. Das And're alles wirst du fügen, Ich möge arm sein oder reich, An deiner Huld laß ich mir g'nügen, Die macht mir Glück und Unglück gleich; Kommt zeitlich Gut nicht häufig ein, Mein täglich Brod wirst du verleih'n. 9. Jch bitte nicht um langes Leben, Nur, daß ich christlich leben mag; Laß mir den Tod vor Augen schweben Und meinen letzten Sterbetag, Damit mein Ausgang aus der Welt Den Seligen mich zugesellt. 4. Gib, Vater, gib nach deinem Willen, Weß ich, dein Kind, bedürftig bin. Du kannst mir meinen Hunger stillen, In dir muß aller Segen blüh'n; Doch sorge, Vater, allermeist Für das, was noth ist meinem Geist. 5. Verleih' Beständigkeit im Glauben, Laß meine Liebe heilig sein. Will Satan mir die Krone rauben, So halte die Versuchung ein, Da mit mein armes Fleisch und Blut Dem Feinde nichts zu Willen thut. 6. Erweck in mir ein gut Gewissen, Das weder Welt noch Teufel scheut, Und laß mich meine Sünden büßen Noch hier in dieser 10. Gott, was soll ich mehr begehren? Du weißt schon, was ich haben muß; Du wirst mir, was mir nüßt, gewähren, Denn Jesus macht den heil'gen Schluß: Ich soll in seinem Namen schrei'n, So wird es Ja und Amen sein. 421. Mel. O Lamm Gottes, unschuldig. F Va- ter, Gott voll Gna- de, Der lie- bend uns ge= tra- gen, Der auch auf stei- lem Pfa- de Sein Volk nicht läßt ver- za- gen, O zieh' uns aus Er- bar= men Zu dir, mit Va- ter= ar men, Sei bei uns, e= wi- ger Va= ter. 2. O Sohn Gottes, gestorben Uns Sündern zur Erlösung, Der du im Tod erworben Dem kranken Geist Genesung, Herr, deine Gnad' und Milde Werd' uns zum starken Schilde, Verein' dich mit uns, o Jesu. N Das Gebet. Va- ter, dich. arm wär' ich! 3 422. Mel. Gott, hier sind wir, deine Kinder. edd icht um Reichthum, Glanz und Eh- re Bitt' ich, Gott, mein Wenn ich Welt be= fi= per wäre Ohne dich, wie 3. O Geist Gottes, erfülle Mit deinem Licht die Seelen, Daß heilig werd' der Wille, Dein Heil wir nicht verfehlen. Führ' uns in alle Wahrheit, Führ' uns zur ew'gen Klarheit, Sei mit uns, heilsamer Tröster. Nicht um thränen- lo- se Ta- ge 3. Gib mir Muth und Herzensfreude, Meinen Brüdern wohlzuthun, Ihnen Trost zu sein im Leide, Daß in dir sie lernen ruh'n. Führe mich 325 ter, dich, Sende Freude, sende Plage, Zieht sie nur zu Christo mich. 2. Weisheit gib, dich zu erkennen; zu deinem Sohne, Mache du durch Nur ein stilles, frommes Herz, Kind- ihn mich rein, Lehr' mich ringen nach lich Vater dich zu nennen, Vater der Krone, Seines Heils mich zu er= stets in Freud' und Schmerz. Dank- freu'n. geführ bei den Genüssen, Die du schenkest, wünsch' ich mir, Deinen Frieden im Gewissen, Und im Leiden Trost von dir. 4. Nur nach deinem Willen Handeln, Dich nur, nicht die Menschen scheu'n; Stets vor deinen Augen wandeln, Vater, dir stets nahe sein: Wer kann diesen Wunsch erfüllen? Wer vermag es außer dir? Gott, um Jesu Christi willen, Bitt' ich dich: erfüll' ihn mir! Bit- te ich, o Va= 423. Mel. Herr Jefu Chrift, dich zu uns wend'. #f #J u dir, Erbarmer, auf zu dir, Für al- le Menschen beten wir, 326 Du weißt, was Jeg- li- chem gebricht, Versag' ihm deinen Beistand nicht. 6. Dem Armen, deß die Welt vergißt, Der oft sein Brod mit Thränen ißt, Zeig' du von fern die Ewigkeit, Das Ende seiner Prüfungszeit. Das christliche Leben. 2. Der heut' gebor'nen Kindlein Zahl Weint jetzt vor dir zum erstenmat; In's Leben, Vater, riefst du fie: So lang' sie leben, laß sie nie. 3. Wo heut' die letzte Thräne fällt Beim Scheiden aus der Prüfungswelt, Wo Herzen brechen, kräft'ge sie Durch Trost und Ruh' nach Kampf und Müh'. 4. An Thronen und in Hütten seh'n Viel Augen himmelan und fleh'n; An Thronen und in Hütten sei Ein Helfer, mächtig, mild und treu. 5. Gib, Herr, den Reichen dieser Welt Ein Herz, das dich in Ehren hält, Ein demuthsvolles, frommes Herz, Erweich' es für des Bruders Schmerz. 3 13 mein kla- gen; ver zagen. 7. Wenn dann sein Herz gestillet ist, Weil du, Herr, seine Hoffnung bist: Dann werd' ihm auch aus menschenhand Die Hülfe freundlich zuges wandt. 8. Für deine heil'ge Christenheit, Die dir im heil'gen Dienst sich weiht, Für deine Kirche bitten wir, Sie ehret ja ihr Haupt in dir. 9. Sie ist nur Eine, dein allein Will sie in ew'ger Liebe sein; Vollende durch der Wahrheit Strahl, Herr, ihrer Glieder ganze Zahl. 424. Eigene Melodie. chruf zu dir, Herr Jesu Christ, Jch bitt', er= hör Verleih' mir Gnad' zu dieser Frist, Laß mich doch nicht Den rech- ten Glauben, Herr, ich mein', Und daß ich mö- ge stre- ben, Dir zu le= ben, Dem Nächsten nütz' zu sein, Das wol- lest du mir ge= ben. 2. Ich bitt' noch mehr, o Herr, mein Gott, Du kannst es mir wohl geben, Daß ich nicht wieder werd' zu Spott, Die Hoffnung gib darneben. Und wenn ich einst muß hier davon, Daß ich dir mög' vertrauen, Und nicht bauen Auf eig'nes Werk und Thun, Daß ich dich möge schauen. 3. Verleih', daß ich aus Herzensgrund Den Feinden mög' vergeben. Verzeih' mir auch zu dieser Stund', Schaff in mir neues Leben. Dein Wort laß meine Speise sein, Um meine Seel zu nähren, Und zu leh ren, Wenn Trübsal dringt herein, Mich nicht von dir zu kehren. Lob und 4. Laß mich nicht Lust noch Furcht von dir In dieser Welt abwenden, Beständig sein an's End' gib mir, Du hast's allein in Händen. Und wem du's gibst, der hat's umsonst, Es mag Niemand ererben, Noch erwerben Durch Werke deine Gnad', Die uns erlöst vom Sterben. 3. Lob und Dank. 425. Eigene Melodie. ( Ein Wechselgesang zweier Chöre.) Chor I. Chor II. err Gott, dich lo- ben wir, Dich, Gott Va- ter, in E- wigkeit, Alle En- gel und Himmelsheer', Auch Cherubim und Se- raphim Heilig ist unser Gott! Dank. 327 5. Ich lieg' im Streit und widerstreb', Hilf, o Herr Christ, dem Schwaz hen. An deiner Gnad' allein ich tieb'. Du kannst mich stärker machen. kommt nun Anfechtung und Gefahr, Woll'st du mich nicht verlassen, Fest mich fassen, Behüt' mich immerdar, Ich weiß, du wirst's nicht lassen. Dein' göttlich' Macht und Herrlichkeit Herr Gott, wir danken dir. Beide Chöre. Der hei- li- gen zwölf Bo- ten Zahl, Die theuern Märt'rer all- zu- mal Die ganze wer- the Christen- heit Dich, Gott Vater, im höchsten Thron, Den heil'gen Geist und Tröster werth Eh- ret der Weltkreis weit und breit, Und was da die- net dei- ner Ehr', Singen immer mit hoher Stimm': J Heilig ist unser Gott! J # Heilig ist unser Gott, der Her- re Ze- ba- oth! Chor I. Chor II. pa Geht über Himmel und Erden weit. Ja Und die lie- ben Pro- phe- ten all', Loben dich, Herr, mit großem Schall. Rühmt dich auf Erden al- le- zeit. Deinen rechten und ein'gen Sohn, Mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 328 Das christliche Leben. Du kön'g der Ehren, Je- su Christ, Du nahmest an, der Welt zu Gut', Du hast dem Tod zerstört sein' Macht, Du siz'st zur Rechten Gottes gleich, Ein Rich- ter du zu- künf- tig bist Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Laß uns im Himmel haben Theil Hilf deinem Volt, Herr Jesu Christ, Wart' und pfleg' es zu aller Zeit, Täglich, Herr Gott, wir loben dich, Be- hüt' uns heut', o treuer Gott, Sei uns gnä- dig, o Herre Gott, Zeig' uns deine Barmherzigkeit, Auf dich hoffen wir, lie- ber Herr, Gott's Vaters ew'ger Sohn du bist, Gleich Menschenkindern, Fleisch u. Blut. Und alle Christen zum Himmel bracht, ## Mit aller Ehr' in Vaters Neich. Al- les, was todt und lebend ist. Die mit dein'm theuern Blut erlöset sein. Mit den Heil'gen am ew'gen Heil. Und segne, was dein Erbtheil ist. Und heb' es hoch in E- wig- keit. ENE Und ehr'n deinen Namen stetiglich. Vor al- ler Sünd' und Mis- se- that, Sei uns gnä- dig in al- ler Noth. Wie un- fre Hoffnung zu dir steht. In Schanden laß uns nimmermehr. dida A===== men! N Lob und Dank. Beide Chöre. 426. Eigene Melodie. un dan- ket Alle Gott, Der große Din- ge thut, Ge- mü- the, ler Gü- te. 329 Mit Her- zen, Mund und Händen, Hier und an al= len En- den; Der le- bend uns erhält Vom Mutter- lei- be an, Und al- les Gute thut, Mehr, als man zählen kann. 2. Es wolle unser Gott Ein fröh-| uns allezeit, So lange er uns hier lich Herz uns geben, Er lasse uns, Das Leben noch verleiht. sein Volk, In Frieden immer leben Forthin zu unsrer Zeit, Daß seine Gnad' und Treu' Bei uns und unferm Land Beständig all'weg' sei. 4. Gott Vater, dir sei Preis Hier und im Himmel broben. Gott Sohn, Herr Jesu Christ, Wir wollen dich stets loben. Gott, heil'ger Geist, dein Ruhm Erschalle mehr und mehr. O Herr, dreiein'ger Gott, Dir sei Lob, Preis und Ehr'. 3. Der große, starke Gott Woll' uns von allem Bösen, Und was uns schaden möcht', Gewaltiglich erlösen. Er schüß' und rette uns, Er Helf' 427. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine Luft. ei Lob und Ehr' dem höch- sten Gut Aus freu= di- gem Dem Gott, der al= le Wun- der thut, Dem Va= ter alEr ist's, der allen Jam- mer stillt, Und uns all mit reichem Trost er füllt. Gebt un- serm Gott die Eh= rel 330 Das christliche Leben. 2. Es danket dir des Himmels 6. Wenn Menschenhülfe nichts mehr Heer, Herrscher aller Thronen, kann, Wenn Rath und Trost verUnd die auf Erd', in Luft und Meer, schwinden. Nimmt Gott sich unser In deinem Schatten wohnen, Die gnädig an, Läßt seine Hülf' uns fin preisen deine Schöpfermacht, Die den. Er neigt sich väterlich uns zu; Alles hat so wohl bedacht. Gebt Ach, außer ihm ist keine Ruh', Gebt unserm Gott die Ehre! unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spat Mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist Alles recht, ist Alles gleich; Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich, Gott, mein Leben lang Von nun an freudig ehren; Man soll, Herr, meinen Lobgesang An allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich. Mein Geist und Leib, erfreue dich; Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Jch rief zum Herrn in meiner Noth: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod, Ließ Trost mir angedeihen. D'rum dank', o Gott, d'rum dank' ich dir. O danket, danket Gott mit mir, Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist nun und ewig nicht Von seinem Volk geschieden; Er bleibet seine Zuversicht, Gibi Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig hin und her, Gebt unserm Gott die Ehre! tausend fa= chen Mund! tiefsten Herzens- grund 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Jhr, die ihr Gottes Macht bekennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gözen macht zu Spott! Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommt denn vor sein Angesicht, Und laßt sein Lob erklingen, Bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat Alles wohl bedacht, Und Alles, Alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! JJ daß ich tau- send Zun- gen hät= te, So stimmt' ich da- mit in die Wet= te = 428. Eigene Melodie. Und einen Vom allerEin Loblied nach dem án- dern an Von dem, was Gott an mir ge= than. 2. O daß doch meine Stimme 3. Dir sei, o liebevoller Vater, schallte Bis dahin, wo die Sonne Unendlich Lob für Leib und Geist, steht! O daß mein Blut mit Jauch- Für Alles, mildester Berather, Was zen wallte, So lang' in seinem Lauf deine Güte mir erweist, Was du in es geht! O wär' ein jeder Puls ein deiner ganzen Welt Zu meinem Nußen Dank, Und jeder Odem ein Gesang! hast bestellt. Lob und Dank. 331 ich dein Trostlicht stets gewahr. 4. Mein treu'ster Jesu, sei geprie-| Denn in der größesten Gefahr Ward sen, Daß du durch deinen Todesschmerz Mir dein Erbarmen hast bewiesen, Geheilet mein verwundet Herz. Vom Teufel hast du mich befreit, Mich dir zum Eigenthum geweiht. 9. Wie sollt' ich nun nicht voller Freuden In deinem steten Lobe steh'n? Wie sollt' ich nicht im tiefsten Leiden Einher als Held und Sieger geh'n? Ja, fiele auch der Himmel ein, So will ich doch nicht traurig sein.. 5. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, heiligwerther Gottesgeist, Für deines Trostes süße Lehre, Die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo was Gut's von mir geschicht, Das wirket nur dein göttlich Licht. 10. D'rum reiß' ich mich jetzt aus der Höhle Der schnöden Eitelkeiten los, und rufe mit erhöhter Seele: Mein Gott, du bist sehr hoch und groß! Kraft, Ruhm, Preis, Dank und Herrlichkeit Gebührt dir jetzt und allezeit. 6. Wer überströmet mich mit Segen, Bist du es nicht, o reicher Gott? er schützet mich auf meinen Wegen? Du, du o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld Unsäglich gnädige Geduld. 7. Deswegen tüss' ich deine Ruthe, Mit der du mich gezüchtigt hast, Sie wirkt in mir so manches Gute Und ist mir eine sanfte Laft. Sie macht mich fromm und zeigt dabei, Daß ich von dir geliebet sei. 8. Ich hab' es ja mein Lebetage So oftmals, o mein Gott, gespürt, Daß du mich unter vieler Plage Durch manche Trübfal hast geführt. 11. Ich will von deiner Güte fingen, So lange sich die Zunge regt; Ich will dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt; Ja, wenn der Mund wird sprachlos sein, So stimm' ich doch mit Seufzen ein. 12. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin, Im Himmel soll es besser werden, Wenn ich wie Gottes Engel bin. Da sing' ich dir im höhern Chor Viel tausend Halleluja vor. 429. Mel. Nun danket Al' und bringet Ehr'. J u bist's, dem Ehr' und Ruhm gebührt, Und dies, Herr, bring' ich dir; Du hast mich vä- ter- lich ge- führt, Und wa- rest stets mit mir. 2. Wenn Angst und Noth sich mir genaht, So hörtest du mein Fleh'n, Und ließest mich nach deinem Rath Hülf' und Errettung seh'n. 3. Wenn ich in Schmerz und Krank heit fant, Und rief: Herr, rette mich! So halfft du; dich erhebt mein Dant, Denn ich genas durch dich. 4. Betrübte mich des Feindes Haß, So klagt' ich dir den Schmerz; Du halfst mir, daß ich ihn vergaß, Und gabst Geduld in's Herz. 5. Wenn ich den rechten Pfad verlor, Mich schuldbeladen sah: Rief ich zu dir, mein Gott, empor, Und Gnade war mir nah'. 332 6. Oft war um Trost die Seele bang'; Ich sucht' dein Angesicht, Jch rief voll Inbrunst: Herr, wie lang'? Da ließest du mich nicht. 7. Du hilfst mir, Herr, mit Vatertreu', Denn du bist fromm und gut. Du stehst mir in Versuchung bei, Und gibst zur Tugend Muth. 8. Herr, für die Leiden dank' ich dir, Dadurch du mich geübt, Und für die Freuden, welche mir Dein milder Segen gibt. 9. Dir dank' ich, Herr, daß die Natur Mich nährt und mich erfreut. Ich schau' in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. S Co Das christliche Leben. ollt' ich Denn ich nicht dank- bar sein? er's mit mir mein'. 10. Selbst deinen Sohn gabst du für mich, Wel Wunder deiner Huld! Von ganzem Herzen preis' ich dich, Denn du tilgst meine Schuld. 11. Preis Gott in seinem Heilig thum, Erheb' ihn, Volk des Herrn! Die Erd' ist voll von seinem Ruhm, Er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traus rigkeit Uns bald vorüber geh'n, Will uns nach kurzer Prüfungszeit Zum ew'gen Glück erhöh'n. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, Und was er dir gethan. Verehr' und halte sein Gebot, Und bet' ihn ewig an. 430. Eigene Melodie, meinem Gott nicht fin- gen? Sollt' ich ihm seh' in al= len Din- gen, Wie so gut Ist's doch nichts, als lauter Lie- ben, J# Was sein treu- es Herz be- wegt, Das ohn' En de hebt und trägt, Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, || 3. Nicht sein Sohn ist ihm zu theuer, Nein, er gibt ihn für mich Gottes Lieb' in E- wig- keit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder| hin, Daß er mich vom ew'gen Feuer Ueber seine Jungen streckt, Also hat Durch sein theures Blut gewinn'. auch hin und wieder Mich des Höch- O du unergründ'ter Brunnen! Wie sten Arm bedeckt, Alsobald im Mut- will doch mein schwacher Geist, Ob terleibe, Da er mir mein Wesen gab, er gleich sich hoch befleißt, Deine Und das Leben, das ich hab', Und Tief' ergründen können? Alles Ding noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. Ewigkeit 4. Seinen Geist, den edlen Führer, Gibt er mir in seinem Wort, Daß er werde mein Regierer Durch Lob und Dank. 333 die Welt zur Himmelspfort', Daß| Hat uns seinen Geist gesendet. Alles er mir mein Herz erfülle Mit des Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' heil'gen Glaubens Licht, Das des in Ewigkeit. Todes Nacht durchbricht, Und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde Nimmer ganz sein Herz entzeucht, Wenn es gleich, verführt zur Sünde, Oft vom rechten Pfade weicht: Also hält auch mein Gebrechen mir mein frommer Gott zu Gut', Straft mich wie ein Vater thut, Will nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen Hat er ja recht wohl bedacht; Will dem Leibe Noth entstehen, Nimmt er's gleichfalls wohl in Acht. Wenn mein können, mein Vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebet an, Seine Kraft mir beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt, Wo hin ich mein Aug' nur kehre, Find' ich, was mich nährt, erhält, Thiere, Kräuter und Getreide; In den Tiefen, in der Höh', In den Wäldern, in der See, Üeberall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen, Und ermuntert mein Gemüth, Daß ich jeden lieben Morgen Schaue neue Lieb' und Güt'. Wäre nicht mein Gott gewesen, Hätte nicht sein Angesicht Mich geleitet, wär' ich nicht Aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage Hat der Satan hergeführt, Die mich doch mein Lebetage Niemals noch bisher berührt! Gott hat von uns weggewendet Unsrer Seele größten Feind, Der es immer böse meint, S 10. Sind gleich bitter mir die Schläge Von des Höchsten mächt'ger Hand, Dennoch, wenn ich's recht erwäge, Sind sie nur ein Liebespfand, Zeichen, daß er mein gedenke, Und ich von der schnöden Welt, Die mich hart gefangen hält, Durch das Kreuz zu sich nur lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. Ehren, Chören! 11. Das weiß ich fürwahr, und lasse Mir's nicht aus dem Sinne geh'n: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille steh'n. Wenn der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein: Also wird auch nach der Pein, Wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seire Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe find't, Ei, so heb' ich meine Hände Zu dir, Vater, als ein Kind; Bitte, woll'st mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu umfangen Tag und Nacht, Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob' und lieb' in Ewigkeit. 431. Eigene Melodie. o be den Her- ren, den mäch- ti= gen König der Lob' ihn, o See le, vereint mit den himm= li- schen d. J Kommet zu Hauf! Psalter und Har- se, wacht auf! 334 Las- set den Lob- ge- sang hö= ren. 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret, Der, wie auf Flügeln des Adlers, dich sicher geführet, Der dich erhält, Wie es dir selber gefällt, Hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesund heit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Noth Hat nicht der gnädige Gott Ueber dir Flügel gebreitet! N Das christliche Leben. den Na- men sein; dich ihm zu weih'n. 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, Was der Allmächtige tann, Der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren und preise des Ewigen Namen, Alles, was Odem hat, preise des Heiligen Namen. Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, Lob' ihn in Ewigkeit! Amen. un lob', mein' Seel', den Her= ren, Sein' Wohl- that will er mehren, 4 432. Eigene Melodie. Was in mir ist, Vergiß es nicht, Er hat dein' Sünd' ver ge= ben, War gleich die Schuld sehr groß; Er schüßt dein ar- mes Le= ben, Nimmt dich in sei- nen Schooß; Er tröstet und er= qui- dket, Verjüngt, dem Ab- ler gleich. Der Herr schafft Recht, be= glü- cket, Er macht den Ar- men reich. 2. Er hat uns wissen lassen Sein| Huld ist hoch erhaben Bei dem, der heilig Recht und sein Gericht, Auch fürchtet ihn. So fern der Ost vom seine Güt' ohn' Maßen, Es mangelt Abend, Ist unsre Sünd' dahin. an Erbarmung nicht. Den Zorn läßt er bald fahren, Straft nicht nach unsrer Schuld, Läßt Gnade uns er fahren, Den Blöden seine Huld. Die 3. Wie Väter sich erbarmen, Wenn ihre Kinder hülflos schrei'n, So will der Herr uns Armen, Wenn wir ihn ehren, Vater sein. Er kennet unsre Lob und Dank. 335 Schwäche, Er weiß, wir sind nur| Herrn der Ehren, Und treibt sein Staub, Wie Gras auf dürrer Fläche, heilig Wort; Mein Geist soll auch Ein' Blum' und fallend Laub. Der vermehren Sein Lob an jedem Ort. Wind nur d'rüber wehet, So ist es 5. Sei Lob und Preis und Ehre nimmer da, Also der Mensch ver- Gott Vater, Sohn' und heil'gem gehet, Sein Ende ist ihm nah'. Geist. Er gebe und vermehre, Was er aus Gnaden uns verheißt. Laßt uns ihm fest vertrauen, Verlassen uns auf ihn, Von Herzen auf ihn bauen, Daß unser Muth und Sinn Ihm allezeit anhangen, Ihn preisen jede Stund'. Herr, laß uns dies erlangen, Wir fleh'n aus Herzensgrund. 4. Nur Gottes Gnad' alleine Steht fest und bleibt in Ewigkeit. Heil dir, des Herrn Gemeine, Die stets in seiner Furcht bereit. Laßt seinen Bund uns halten, Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet Des Lobes, preist zugleich Den großen H ei Vor 433. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht fingen. li ger, dem Engel die- nen dir steh'n die Se ra phi- nen fro- hen Licht, An= ge= sicht; In dem e= wig Mit verdeck- tem Sie, die Lob und Eh- re bringen Dir, dem J herr- lich gro- ßen Gott, Unserm Herrn, Herrn Ze- ba- oth: Hei- lig, heilig, heilig! fin- gen, Heilige doch auch durch mich 434. Eigene Melodie. da Dei- nen Namen e= wig- lich. 2. Stell' mich unter ihre Chöre,| und fromm und rein Dir des Geistes Denn mein Herz stimmt ihnen bei; Kräfte weih'n, Jeder Sünde widerGib, daß deines Namens Ehre Auch streben. Laß mich stets dein Auge durch mich verherrlicht sei. Laß mich scheu'n, Und mich deiner Gnade freu'n. dir zur Ehre leben, Laß mich treu 8# y# un- der- ba- rer Kö- nig, Herr- scher von uns Al- len, Dei- ne Gna- den- strö- me Läß'st du auf uns flie- ßen, 336 Das christliche Leben. edd Laß dir un ser Lob ge- fal- len! Ob wir schon dich oft ver- lie- ßen. Un fre Stimm' er klingen, Unser Herz dir sin- gen. 2. Himmel, lobe herrlich Deines| Jauchze, preise, klinge, Werf sich in Schöpfers Thaten, Der uns Ernte gab von Saaten. Großes Licht der Sonne, Bring' im Feuermeere Deinem Gott Lob, Preis und Ehre. Lobet gern, Mond und Stern', Ihr, des Schöpfers Werke, Zeugt von seiner Stärke. den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth. Er ist nur zu loben Hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, Wer den Her ren kennet, Wer den Herren Jesum liebet; Halleluja singe, Welcher Christum nennet, Sich von Herzen ihm ergiebet. Owohl dir! Glaube mir, Endlich wirst du droben Ohne Sünd' ihn loben. 3. O du, meine Seele, Singe fröhlich, singe, Singe deine Dankeslieder. Was nur Odem schöpfet, D p Demuthsvoll, Freudig soll 435. Eigene Melodie. ir, dir, Jehovah, will ich sin- gen, Denn wo ist Dir will ich meine Lieder bringen, Ach, gib mir doch ein solcher Gott wie du? deines Geistes Kraft dazu, 3. Verleih' mir, Höchster, solche Güte, So wird gewiß mein Singen recht gethan, So klingt es schön in meinem Liede, Und ich bet' dich im Geist und Wahrheit an. So hebt Daß ich es thu' im Namen Ell P Je su Christ, So wie es dir durch ihn ge- fällig ist. 2. Zeuch mich, o Bater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh' zu dir. Dein Geist in meinem Herzen wohne, Und meine Sinne und Verstand regier', Daß ich den Frieden Gottes schmeck' und fühl, Und dir darob im Herzen sing' und spiel'. dein Geist mein Herz- zu dir empor, Daß ich dir Psalmen sing' im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind, Der lehret mich recht gläubig beten, Gibt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei, Daher ich Abba, lieber Vater, schrei'. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet, Durch deines heil'gen Gei Lob und Dank. 337 stes Kraft und Trieb, So bricht| 7. Wohl mir, daß ich dies Zeug dein Vaterherz und wallet Ganz niß habe! D'rum bin ich voller Trost brünstig gegen mich vor heißer Lieb', und Freudigkeit, Und weiß, daß alle Daß mir's die Bitte nicht versagen gute Gabe, Die ich von dir verlange kann, Die ich nach deinem Willen jederzeit, Die gibst du und thust hab' gethan. überschwenglich mehr, Als ich verz stehe, bitte und begehr. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach deinem Willen eingericht't, Und wird gewiß von dir erhöret, Weil es im Namen deines Sohns geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. 8. Wohl mir! ich bitt' in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; In ihm ist Alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, Lob dir, jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schenkest solche Seligkeit. M 436. Mel. Kommit her zu mir, spricht Gottes Sohn. ein Herz, sei Got- tes Lo- be- thal, Dar- in der Höchste 17 al= le= mal Sein Lob er schallen hö= re. So lang' du dich durch Gott be- wegst, So sieh' zu, daß du ihm ab- leg'st || Ruhm, Dank, Lob, Preis und Eh= re. 2. Ach, frage ja nicht erst: warum? Denn du bist Gottes Eigenthum, Zu Gottes Lob bereitet, Durch Christi Blut und Tod erlöst, Vom heil'gen Geist gar reich getröst't, Geheiligt und geleitet. 3. Du bist so oft von Gott erneu't, Versöhnt, erquicket und erfreu't, Aus Noth und Tod gerissen: D'rum sollst du ja zu jeder Zeit Für Gottes Lieb' und Gütigkeit zum Lobe sein befliffen. 4. Mein Gott, mein Herz ist nun bereit Zu deinem Lob nach Möglichkeit, Nimm's hin in deine Hände. Es ist dein Tempel, ach vernimm Darin die laute Freudenstimm': Lob, Lob sei Gott ohn' Ende! 5. Lob für dein' Lieb' und Christi Blut, Lob für des heil'gen Geistes Gut, Für Hülfe, Kraft und Stärke! Lob für so manchen Freudenblick, Für Seelenheil und Leibesglück, Lob für all' deine Werke! 6. Schau', wie mein Herz durchdrungen ist, und alles Und're gern vergißt, Mit Lob dich zu erheben! Gelobet jei Gott überall! Mein Herz bleibt Gottes Lobethal Jm Sterben und im Leben. 15 338 D Das christliche Leben. 437. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geübet. er Herr ist gut, ihr Him- mel, höret, Und jauchzt mir Er hat mein Leid in Lust ver- keh- ret, Gott ist's, der nach: der Herr ist gut! große Dinge thut. y they Zu ihm, von dem wir Hül- fe haben, Zu Gott rief ich in meiner Noth, Als Angst und Elend mich um- ga= ben, Und keine Hand mir Hülfe bot. 2. Verderben wollte mich verschlingen, Vor Menschen war's um mich gethan; Doch er vernahm mein banges Ringen, Gott sah mich Armen gnädig an. Er ließ die Fluthen grausend schwellen, Und rettete mit starker Macht mich mitten durch die schwarzen Wellen, Durch alle Schrecken banger Nacht. 3. Gott ist mit mir! was kann mir schaden? Was kann mir Staub und Asche thun? Wie gut ist's, aller Sorg' entladen, Hier unter deinen Flügeln ruh'n! Ich preise dich, Fels meiner Stärke, Gott meine Zuflucht, mein Panier; Wenn ich auf deine Führung merke, Wie weis' und göttlich) ist sie mir! 4. Du führtest mich auf dunklen Wegen, Berbargst vor mir dein Angesicht, Und warest doch bei mir zugegen, und in der Finsterniß mein Licht. Ihr gold'nen Seile treuer Liebe Zieht mich zu meinem Va ter hin, Daß ich ihm weihe meine Triebe, Ich, der ich ihm so theuer bin. 5. So flich' ich des Betrog'nen Pfade, Der sich von Gott zur Welt gewandt, Des Herrn vergißt und seiner Gnade, Der Hülfe, die er ihm gesandt. So werd' ich noch nach fernen Zeiten Des großen Retters in der Noth, Des weisen Vaters Lob verbreiten, Das Lob des Gottes Zebaoth. 4. Liebe zu Gott und Jesu. 438. Mel. Jefu, meines Lebens Leben. itel= le der Voll- kom- men- hei= ten, Und mit welchen Selig- kei= ten Gott, mein Gott, Seg net dei #d wie lieb' ich dich, ne Lie= be mich! Liebe zu Gott und Jesu. # Seel' und Leib mög' mir ver- schmachten, e D Hab' ich dich, will ich's nicht ach- ten, Mir soll dei- ne Lieb' al- lein Mehr als Erd' und Him- mel sein. 2. Denk' ich deiner, wie erhebet Meine Seele sich in mir! Wie getröftet, wie belebet Fühl' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, Deine Weisheit, Huld und Stärke, Wie befreiet er mein Herz Von Bekümmerniß und Schmerz. 3. Gott, aus deiner Segensfülle Fließt mir lauter Gutes zu. Daß ich wurde, war dein Wille, Daß ich noch bin, wirkest du. Daß ich denke, fühl' und wähle, Dafür dankt dir meine Seele, Dankt dir, daß sie dich erkennt, Dich durch Jesum Vater nennt. 339 439. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 4. Du erkauftest vom Verderben Mich durch deinen Sohn, o Gott, Liesest den Gerechten sterben, Mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, Hast du mir durch ihn gegeben, Ewig, ewig, Herr, mich dein, Dein und deiner Huld zu freu'n. 5. Heil mir, daß ich es empfinde, Wie so liebenswerth du bist, Daß mein Herz vom Haß der Sünde, Die dich haßt, durchdrungen ist, Daß auf dein Gebot ich achte, Und es zu erfüllen trachte. Heil mir, du verbirgst mir nicht, Herr, dein Vaterangesicht. Lie= be sel= ber bist, und voll Mit- leid ist: 11 Der du die Vater deiner Menschen= kin= der, Und dessen Herz auch ge= gen Sünder Noch gü- tig Laß mich von ganzem Herzen dein, Laß mich's mit allen Kräften sein. 2. Gib, daß ich als ein Kind dich| du mir dazu Vorschrift gibst. Was liebe, Da du mich als ein Vater liebst, dir gefällt, gefall' auch mir, Nichts Und so gesinnt zu sein mich übe, Wie scheide mich, mein Gott, von dir. 15* 340 Das christliche Leben. 3. Bertilg' in mir durch deine Liebe| der ganzen Welt. Laß, Vater, mich Den Hang zur Liebe dieser Welt, behutsam sein, Die kleinste Sünde Und gib, daß ich Verleugnung übe, selbst zu scheu'n. Wenn mir das Eitle noch gefällt. Wie sollt' ich je die Kreatur Dir vorzieh'n, Schöpfer der Natur? 6. Aus Liebe laß mich Alles leis den, Was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trübfal führt zu ew'gen Freuden, Wenn man sie wil lig übernimmt; Wer sie erträgt und weislich nützt, Wird mächtig von dir unterstützt. 4. Laß mich um deines Namens willen Gern thun, was mir dein Wort gebeut; Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, So sieh' auf meine Willigkeit, und rechne mir nach deiner Huld Die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden Das thut, was dir, o Gott, mißfällt; D'rum laß es mich mit Ernst vermeiden, Gefiel' es auch 440. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. ● 把 ch freue mich, mein Gott, in dir, Du bist mein Trost, # was könn- te mir Bei deiner Lie- be feh= len? 7. In deiner Liebe laß mich ster ben, Dann wird der Tod selbst mein Gewinn; Dann werd' ich deinen Himmel erben, Wo ich dir ewig nahe bin; Da lieb' ich in Vollkommenheit Dich, Vater der Barmherzigkeit. 3. Du trägst mich Sünder mit Geduld, Vergibst aus Gnaden mir die Schuld, Weil ich an Christum glaube. Du gibst mir Theil an seinem Heil, Wer ist, der mir es raube? bist mein und ich bin dein! Was man- gelt meiner See- len? 2. Der du in Christo mich erwählt Und deinen Kindern zugezählt, Nie wirst du mein vergessen. Du liebst mein Wohl, hast gnadenvoll Mein Glück mir zugemessen. und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, Das mir erfreulich werde. 6. Du segnest mich, wenn man mir flucht, Und wer mir auch zu schaden sucht, Es wird ihm nicht ge lingen. Selbst was mich kränkt, das muß, gelenkt Von dir, mir Segen bringen. 4. An dir hab' ich den treu'sten Freund, Der es auf's Beste mit mir meint, Wo find' ich seines Gleichen? Mit deiner Treu' stehst du mir bei, Und ob auch Berge weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, Mein Fels, mein Heil, d'rum frag' ich nicht Nach Himmel Du, Herr, 7. Auf deiner Huld allein beruht Mein ganzes Glück, mein höchstes Gut, In dir leb' ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir In Liebe ungeschieden. 8. Du willst mein ew'ges Wohl= ergeh'n. Einst werd' ich dich noch näher seh'n, Dich, Ursprung aller Freuden. Wie leicht vergißt, wer selig ist, Des Lebens kurze Leiden. G Liebe zu Gott und Jesu. 441. Mel. Thu', Herr, mein Geschrei erhören. JJ म् ott, nur du bist meine Sonne, Heil und Won= ne, $ 3 Du bist meiner See- le Licht. Nichts als Dun- kel- heit und Schmerzen Bleibt im Herzen, Wenn dein Gna- den- glanz ge- bricht. 2. O vertreib' die Finsternisse, Weichen müsse Deinem Lichte meine Nacht. Nacht und Dunkel mögen schwinden, Laß mich finden. Was mein Auge helle macht. 3. Odu Licht der Ewigkeiten Und der Zeiten, Blicke mich durchdringend an. Deiner Liebe Glanz er scheine, Du alleine Bist's, der wahrhaft lieben kann. 341 4. Stelle selbst in meinem Hers zen Helle Kerzen Himmlischer Gedanken auf. Wenn zu dir das Herz sie ziehen, Muß es glühen Für den heil'gen Glaubenslauf. 5. Flöße du mir Himmelsfäfte, Reine Kräfte Deines Gnadenlebens ein: So werd' ich nur dich zu lieben Recht mich üben, Treu in deinem Dienste sein. 6. Denke nicht mehr meiner Sünde, Ach entwinde Ganz vielmehr mich ihrer Schuld. Halte mich in deinen Armen, Voll Erbarmen Leuchte deine Vaterhuld. 7. Laß mich, Herr, aus deinen Schranken Nimmer wanken, Leb' und wirke selbst in mir. Laß mich nirgends je auf Erden Fröhlich werden, Als, mein einzig Gut, in dir. 442. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. ott, mein Va- ter, deine Lie- be Reicht so weit der Himmel ist, Deines Wohlthuns starke Triebe Sind so e- wig, als du bist. Deiner Huld Un- end- lich- keit, Gott, er schöpfet keine Zeit; Und wer kann die vielen Proben Deiner Gü- te würdig lo- ben? 2. Als ich noch der Welt ver- ter lag, Wachtest du, für mich zu borgen In dem Schooß der Mut- sorgen, Ueber mich schon Nacht und 342 Das christliche Leben. Tag. Durch den Beistand deiner Macht| steh'n. Deine Güte, Gott, ist gröBin ich an das Licht gebracht; Und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? Ber, Als die Kraft, dich zu erhöh'n. Schallte gleich so hoch mein Dank Wie der Seraphim Gesang, Dennoch würde durch mein Loben Deine Huld nicht g'nug erhoben. 6. Oso zeuch durch deine Liebe, Herr, mein ganzes Herz zu dir. Stärk' und mehre selbst die Triebe Wahrer Dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen sein, So mich deines Wohlthuns freu'n, Daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde. 7. Laß mich jede deiner Gaben Recht zu brauchen mich bemüh'n, Stets den Zweck vor Augen haben, Dazu du sie mir verlieh'n. Deine Güte reize mich, Daß ich innig liebe dich, Daß ich deinen heil'gen Willen Freudig suche zu erfüllen. 3. Nie gedentet mein Gemüthe Ohne heiße Dankbegier Meiner Taufe, wo voll Güte Du die Kindschaft schenktest mir. Wem dies hohe Recht gewährt, Wen Gott für sein Kind erklärt, Darf des Segens der Erlösten Voller Zu versicht sich trösten. 4. In den zarten Jugendjahren Warst du meines Lebens Stab; Mein Beschirmer in Gefahren, Va ter, bleibst du bis in's Grab; Ja, ein Vater, der mich liebt, Dessen Gnade immer gibt, Was zum wahren Wohl mir nützet, Und dein schwaches Kind beschützet. 5. Du machst es mit uns stets besser, Als wir wünschen und verM 443. Mel. Nun lob' mein Seel', den Herren. e ee an lobt dich in der Stil- le, Du großer, hocher- hab'ner Gott, Des Rühmens ist die Fül- le Vor dir, o Herr Gott Ze- ba- oth. Du bist doch, Herr, auf Er= den Der Frommen Zu- ver- sicht, B e In Trüb- sal und Beschwer- den Läß'st du die Dei- nen nicht; PJ D'rum soll dich stünd- lich ehren Mein Mund vor Je- der- mann, Und deinen Ruhm ver- meh- ren, So lang' ich tal- len kann. 2. Es müsse dein sich freuen, Ber| Du hast auch mir erwiesen, Was mir deine Güt' und Größe kennt, Und ist nütz' und gut. D'rum geb' ich mich deinem Dienst sich weihen, Ber Jesu mit Freuden Dir, Herr, zu eigen hin; Christi Namen nennt. Dein Name Nichts soll von dir mich scheiden, Co sei gepriesen, Der große Wunder thut, lang' ich leb' und bin. Liebe zu Gott und Jesu. 343 3. Herr, du hast deinen Namen vergelt' ich's dir? Laß fest mich an Sehr herrlich in der Welt gemacht, Und eh' wir flehend kamen, Hast du schon längst an uns gedacht. Ich habe Gnad' empfangen, Herr, wie dir hangen, Dein Segen ruh' auf mir. Dich will ich dann erheben, Mein Vater, allezeit, Dich preisen hier im Leben, und dort in Ewigkeit. 444. MI. O daß ich tausend Zungen hätte. ch, sagt mir nichts von Gold und Schä- hen, Von Pracht mir Es kann mich ja kein Ding er= gözen, Das und Schönheit dieser Welt! die Welt vor Au- gen stellt. L Ich liebe Je- sum, der mein Ziel. 2. Denn er allein ist meine Freude, Mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, An dem ich meine Augen weide, Und finde, was mein Herz mir stillt. Ein Jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, Des Leibes Schönheit dauert nicht, Die Zeit kann alles das verwüsten, Was Menschenhände zugericht't. Ein Jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. Ein Je- der lie- be, was er will, 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, Sein Reich vergeht nicht mit der Zeit, Sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren Von nun an bis in Ewigkeit. Ein Jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. -85. Sein Neichthum ist nicht zu er gründen, Sein allerschönstes Angesicht Und was von Schmuck an ihm zu finden Verbleichet und veraltet nicht. Ein Jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über Alles heben Und seiner Klarheit machen gleich; Er wird mir so viel Schäße geben, Daß ich werd' unerschöpflich reich. Ein Jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Und muß ich auch noch viel entbehren, So lang' ich wall' in dieser Zeit, So wird er mir's doch wohl gewähren Jin Reiche feiner Herrlichkeit. D'rum thu' ich billig, wie ich will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 445. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. ie- be, die du mich zum Bil- de Dei- ner Gottheit hast gemacht, Lie- be, die du mich so mil- de Nach dem Fall mit Heil bedacht, 344 Das christliche Leben. # Liebe, dir er- geb' ich mich, Dein zu blei- ben ewig- lich. 2. Liebe, die du mich erkoren, Eh'| ich noch geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren, Und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden An ihr Joch mit Geist und Sinn, Liebe, die mich überwunden, Und mein Herz hat ganz dahin, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten Ew'ge Lust und Seligkeit, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele litt, Liebe, die das Löf'geld giebet, Mich so kräftiglich vertritt, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich ganz ergeben Mir zum Heil und Seelenhort, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich einst wird füh ren Aus des Grabes Dunkelheit, Liebe, die mich dort wird zieren Mit dem Kranz der Herrlichkeit, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 446. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Je- su, Je- su, Gottes- john, Mein Hei- land und mein Du weißt ja, ob ich rede wahr, Vor dir ist Al= les Gna- den- thron, Mein Schatz und meine Won- ne! son- nen- flar Und hel= ler als die Sonne. Herzlich ● Such' ich Dir vor Allen zu ge= fal- len, nichts auf Er- den Kann und mag mir lie- ber werden. 2. Das ist mein Schmerz, das 3. Gib, Jesu, daß ich treff' das fränket mich, Daß ich nicht g'nug Ziel, Daß ich, so viel ich soll und kann lieben dich, Wie ich dich lieben will, Dich all'zeit lieben könne. wollte. Je ehr die Lieb' in mir ent- Nichts auf der ganzen weiten Welt, brennt, um so viel mehr mein Herz Macht, Wollust, Ehre, Glanz und erkennt, Wie es dich lieben sollte. Geld, So viel ich auch gewönne, Von dir Laß mir Deine Güte in's Kann mich Ohn' dich G'nugsam laGemüthe lieblich fließen, So wird ben, ich muß haben reine Liebe, Die sich die Lieb' ergießen. tröst', wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem Herzen Fried'n und Ruh', Erfreuest sein Gewissen; Wie sehr ihn auch das Kreuz be schwert, Und sich die eig'ne Kraft verzehrt, Soll er doch dein genießen. Endlich Zeigt sich nach dem Leide volle Freude, und die Stunden Alles Trauerns sind verschwunden. Liebe zu Gott und Jesu. 5. Kein Ohr hat jemals noch ge= hört, kein Mensch gesehen noch gelehrt, Und Niemand kann's beschreiben, Was denen dort für Herrlichteit Bei dir und von dir ist bereit't, Die in der Liebe bleiben. Würdig Läßt sich nicht vergleichen noch so reichen Erdenschäßen, Was alsdann uns wird ergößen. a 345 6. D'rum laß ich ernstlich das allein, O Jesu, meine Sorge sein, Daß ich dich herzlich liebe; Daß ich in dem, was dir gefällt, Und mir dein Wort vor Augen stellt, Aus Liebe stets mich übe, Bis ich Endlich Werde scheiden, und voll Freuden zu dir kommen, Aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd' ich deine Süßigkeit, Du Himmelsmanna, allezeit In reiz ner Liebe schmecken, Und seh'n dein liebreich Angesicht Mit unverwandtem Augenlicht Ohn' alle Furcht und Schrecken. Reichlich Werd' ich Dann erquicket und geschmücket dort am Throne Mit der schönen Himmelstrone. 447. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. See len deiner kann noch zäh= len: du in Der nicht Aus- spre- chen S Je su Christ, mein schön- stes Licht, ich es So hoch mich liebst, daß . Gib, daß mein Herz dich wie= der- um JJJ Mit Lieben und Ver- lan- gen Mög um- fan- gen, Und als dein Ei- gen- thum Nur ein- zig an dir han= gen. 2. Gib, daß sonst nichts in meiner| laß nichts anders denken mich, Nichts Seel', Als deine Liebe wohne; Gib, sehen, fühlen, hören, Nichts verdaß ich deine Lieb' erwähl' Zum ehren. Als deine Lieb' und dich, Der Schatz mir und zur Krone. Rott' du sie kannst vermehren. Alles aus, nimm Alles hin, Was mich und dich will trennen, Und nicht gönnen, Daß all mein Thun und Sinn In deiner Lieb' entbrennen. 4. O daß ich dieses hohe Gut Möcht' ewiglich behalten! daß in mir die edle Gluth Möcht' nimmermehr erkalten! Ach, hilf mir wachen Tag und Nacht, Und diesen Schatz bewahren Vor den Schaaren, Die wider uns mit Macht Aus Satans 3. Wie freundlich, selig, süß und schön Ist, Jesu, deine Liebe! Wo diese wohnt, kann nichts entsteh'n, Was meinen Geist betrübe. D'rum Reiche fahren. 346 5. Mein Heiland, du bist mir zu Gut' In Noth und Tod gegangen, Und hast am Kreuz in deinem Blut, Ein Fluch für mich, gehangen, Verhöhnt, verlästert, matt und wund. Ach, laß mich deine Wunden Alle Stunden Zur Lieb' im Herzensgrund Auch reizen und verwunden. 6. Dein Blut, das dir vergossen ward, Ist köstlich, gut und reine, Mein Herz hingegen böser Art, Und hart gleich einem Steine. O laß doch deines Blutes Kraft Mein Hartes Herz bezwingen, Wohl durchdringen, Und diesen Lebenssaft Mir deine Liebe bringen. Das christliche Leben. 7. O daß mein Herz stets offen stünd' Und fleißig möcht' auffangen Die Tröpflein Bluts, die meine Sünd Im Garten dir abbrangen! Ach, daß sich meiner Augen Brunn Aufthäte und viel Thränen, Heiße Thränen Vergösse, wie die thun, Die sich in Liebe sehnen. 8. O daß ich, wie ein kleines Kind, So lange dir nachginge, Bis deine Gnade fanft und lind Mich Armen still umfinge! Bis deine Seele mein Gemüth Zu voller, süßer Liebe Still erhübe, Und ich stets als dein Glied Mit dir vereinigt bliebe. 9. Ach, zeuch mich, Heiland, ganz zu dir, Laß mich dein Heil genießen. Ich will mit sehnlicher Begier Tief in mein Herz dich schließen. Dann werd' ich, Herr, erquickt von dir, Den süßen Trost empfinden, Der die Sünden Und alles Unglück hier kann leichtlich überwinden. 10. Mein Trost, mein Schat, mein Licht, mein Heil, Mein höchstes Gut und Leben, Ach, nimm mich auf zu deinem Theil, Dir hab' ich mich erge ben. Denn außer dir ist Noth und Pein, Es werden selbst die Freuden Mir zu Leiden, Nichts kann mir tröstlich sein, Nichts meine Seele weiden. M 11. Du aber bist die rechte Nuh', Bei dir ist Fried' und Freude; Herr, meiner Augen Lust sei du, Du meis nes Herzens Weide! Die Lebensflamme sei du mir, Sei Balsam mir, der theilet, Lindert. heilet Den Schmerz, der stets noch hier Tief in der Brust mir weilet. 12. Was ist, o Schönster, das ich nicht In deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, Mein Quell, d'rin ich mich labe, Mein Lebenswein, mein Himmelsbrod, Mein Schmuck vor Gottes Throne, Meine Krone, Mein Schuß in aller Noth, Mein Haus, darin ich wohne. 13. Mein Heiland, ach, wenn du entweichst, Was hilft's, daß ich geboren? Wenn du mir deine Lieb' entzeuchst, Ist all mein Heil verloren. D'rum gib, daß ich dich, meinen Gast, Wohl such' und bester Maßen Mög umfassen, Und wenn ich dich umfaßt, In Ewigkeit nicht lassen. 14. Du hast mich je und je ge: liebt, und mich zu dir gezogen; Eh' ich noch etwas Gut's geübt, Warst du mir schon gewogen. Ach, laß doch ferner, edler Hort, Mich deine Liebe leiten, und begleiten, So daß sie immerfort Mir kräftig steh' zur Seiten. 15. Laß meinen Stand, in dem ich steh', Herr, deine Liebe zieren, Und wo ich etwa irre geh', Alsbald zurecht mich führen. Laß sie mich all'zeit guten Rath und rechte Werke lehren, Steuern, wehren Der Sünd' und nach der That Schnell wieder zu dir kehren. 16. Stets sei sie meine Freud' im Leid, In Schwachheit mein Bermögen, Bis ich nach wohl vollbrachter Zeit Mich soll zur Ruhe legen. Alsdann laß deine Liebestreu', Herr Jesu, mir beistehen, Kühlung wehen, Daß ich getrost und frei Mög' in dein Reich eingehen. 448. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8² H ein Je- sus lie- bet mich, Wie könnt' ich ihn denn has- sen? Sein Lieben hört nicht auf, Wie sollt' ich ihn ver- las- sen? 9 Liebe zu Gott und Jesu. Ich ließ ja in den Bund Mit ihm mich freu- dig ein, D'rum soll to * -0 schau- en, er stets mir lieb, Er soll mir Al- les sein. 2. Als ich sein Feind noch war, Ist| Freundlichkeit, Und wenn mir's nütz er für mich gestorben, und hat durch seinen Tod Das Leben mir erworben. Was mir unmöglich war, Hat er für mich gethan, Ob ich's gleich ewiglich Ihm nicht vergelten kann. lich ist, Hilft er mir allezeit. 6. Zuweilen ist zwar auch Sein Angesicht verborgen, Dann wird alsbald mein Herz Umringt mit Furcht und Sorgen; Jedoch es währt nicht lang', Er höret auf mein Fleh'n und läßt mich wieder froh Sein freundlich Anttiz seh'n. 3. Er hatte mich erlöst, Doch liebt ich noch die Sünden, Ich wollte mich noch nicht zu seiner Herde finden; Allein der treue Hirt Ging mir so lange nach, Bis daß sein Liebesruf Mein hartes Herze brach. 4. Die Sünde drückte mich, Ich war mit Angst umfangen; Er ließ mich Ruh' und Nast In seinem Blut erlangen. So spricht er mich auch noch Von allen Fehlern frei, Und steht mir jederzeit In der Versuchung bei. 5. Ihm darf ich meine Noth Zu allen Zeiten klagen, Jhm sag' ich, was ich sonst nicht dürfte jemand sagen; Er sieht und hört mich an Mit Lieb' und i nes wünsch' ich Se lig läßt's im e Speise früh und spät; Eine mit uns geht! 347 449. Mel. Marter Christi wer kann dein vergessent. 7. Kommt dann auf dieser Welt Das Ende meiner Lage, So machet er mich frei von aller Angst und Plage, So führet er mich einst Zu der Vollkommenheit, Zur Freude nach dem Leid, Zur sel'gen Ewigkeit. 8. Laß sein, daß dieser Leib Zu Staub und Moder werde, Will doch mein Jesus ihn Erwecken aus der Erde. Da soll er schön verklärt In seinen Himmel geh'n. Ach, wär' die Stunde dal Ach, möcht' es bald ge= scheh'n! mir vor al= lem An- dern, Ei= ne Thrä- nen- thal sich wandern, Wenn dies Un- ver- rückt auf Einen Mann zu Der mit blut'- gem Schweiß und To= des- grau= en Auf sein Ant- lig nie- der- sant, Und den Kelch des Vaters trank. 348 Das christliche Leben. 2. Ewig soll er mir vor Augen| Hattest längst nach deinem Schaf ge stehen, Wie er, als ein stilles Lamm, trachtet, Eh' es auf des Hirten Ruf Dort so blutig und so bleich zu sehen, geachtet. Und mit theurem Löfegeld Hänget an des Kreuzes Stamm; Wie Mich erkauft von dieser Welt. er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: es ist vollbracht! 4. Ich bin dein! sprich du darauf ein Amen! Treu'ster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen Brennend in mein Herz hinz 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie ein. Mit dir Alles thun und Alles vergessen Meine Schuld und deine lassen, In dir leben, und in dir er Huld. Da ich in der Finsterniß ge- blässen: Das sei bis zur letzten Stund' sessen, Trugest du mit mir Geduld;| Unser Wandel, unser Bund. W 450. Mel. Unser Herrscher, unser König. enn = nur mein ich nur den Heiland ha be, Wenn er Wenn mein Herz nur bis zum Gra- be Seiner Treu= e ei- gen ist, nicht vergißt, O dann weiß ich nichts vom Lei- de, Füh- le nichts als Lieb' und Freu- de. 2. Wenn ich nur den Heiland| theil in die Hand; Denn ich finde habe, Laß ich alles And're gern, meine Brüder Stets in Jesu FreunFolg' an meinem Pilgerstabe Treu- den wieder. gesinnt nur meinem Herrn; Mögen immerhin die Andern Auf dem breiten Wege wandern. 3. Wo ich nur den Heiland habe, Da ist auch mein Vaterland, Und cs fällt mir jede Gabe Als ein Erb4. Wenn ich nur den Heiland habe, Schlaf' ich sanft und selig ein; Ewig wird die höchste Gabe mir sein treues Lieben sein. Mir kann vor dem Tod nicht grauen, Jenseits werd' ich Jesum schauen. 451. Mel. Jesu, meine Freube e jus ist mein Leben, Ihm bleib' ich Sei ne treu- e Gü te er= ge= ben Stillet mein Gemü= the Fest bis in den Tod. In der größten Noth. Liebe zu Gott und Jesu. M Fad Bis, wo er verklärt re- gie- ret, Mein Geist tri- um=-phi- ret. 2. Jesus wischt den Seinen, Die mit ihm hier weinen, Einst die Thränen ab. Die mit Jesu sterben, Werden mit ihm erben, Sinkt der Leib in's Grab. Ihre Kron', der Siegeslohn, Ist, wo Engel Gott dort loben, Ihnen aufgehoben. 3. Die mit Thränen säen, Wenn die Stürme wehen, Die der Feind erweckt, Werden dort mit Freuden Ernten nach dem Leiden, Wo kein Feind mehr schreckt. Nach der Müh', die sie allhie Dulden, wird sie Gott ergößen Mit des Himmels Schätzen. 4. O ihr frommen Seelen, Die ihr euch mit Quälen Dränget durch die Welt, Die ihr öfters weinet, Wenn kein Trost erscheinet, Kreuz euch niederhält: Denket doch bei die sem Joch An das ewig frohe Leben, Das euch Gott wird geben. Je sus litt, ich lei de mit, = 452. Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. Glan- ben eh= re, Stimme höre. 349 5. Wenn die Sünden schrecken, Wird uns Gnade decken Und des Hei land's Blut; Er hat für die Schulden Liebreich wollen dulden, Er starb uns zu Gut'. Kämpfen wir nur mit ihm hier, So wird er auch für uns kämpfen und die Sünde dämpfen. eines Herzens rein- ste Freu de 6. Seid getreu, ihr Herzen, Bei des Kreuzes Schmerzen, Treu bis an das Grab; Jesus wird euch trösten, Ei nimmt den Erlösten Ganz ihr Kreuz einst ab. Duldet nun, ihr sollt auch ruh'n; Gott läßt bald euch nach dem Weinen Seine Sonne scheinen. 7. Nun, Herr Jesu, stärke Mich zu deinem Werte, Du, mein starker Held! Auf der Bahn der Leiden Gingst du hin zu Freuden, hin zur bessern Welt. Sei bei mir, ich folge dir; Herr, kein Tod, kein banges Leiden Soll mich von dir scheiden. Daß ich nie Mich von Je su scheide; Daß ich ihn durch = Blei- bet die, Je der zeit Hoch- er- freut Sei ne = 350 Das christliche Leben. 2. Freundlich ruft er alle Müden,| 4. Will das Herz vor Jammer Und erfüllt Reich und mild Ihren Geist mit Frieden. Seine Last ist leicht zu tragen, Er macht Bahn, Geht voran, Stärkt uns, wenn wir zagen. brechen, Ach, er trägt Und verpflegt Uns in unsern Schwächen. Selig, wer in bösen Zeiten, In Gefahr Immerdar Sich von ihm läßt leiten. 5. Jesu, treuster Freund vor allen, Mit dir will Froh und still ch durch's Leben wallen. Auch der Tod kann mich nicht schrecken, Denn du wirst, Lebensfürst, Einst mich aufer: wecken. Denn er kennt die Leidensstunden; Größern Schmerz, Als sein Herz, Hat kein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder Einer weint, Unser Freund Mitleidsvoll hernieder. 3 453. = Je su, mei- ne Zier, Und ver- langt nach dir! Eigene Melodie. &£!! e# p e su, meine Freude, Meines Herzens Weide, Ach, wie lang', wie lange Ist dem Herzen ban= ge, Got- tes- lamm, mein Bräu- ti- gam, JJ JJ Außer dir soll mir auf Er- den Sonst nichts lie- ber wer den. 2. Unter deinem Schirmen Bin| Elend, Noth, Kreuz, Schmach und ich vor den Stürmen Aller Feinde Tod Soll mich, ob ich viel muß leifrei. Laß den Satan wüthen, Ich den, nicht von Jesu scheiden. kann Troß ihm bieten, Mir steht Jesus bei. Ob's mit Macht auch bligt und kracht, Ob auch Tod und Hölle schrecken: Jesus will mich decken. 5. Gute Nacht, o Wesen, Das die Welt erlesen, Mir gefällst du nicht! Gute Nacht, ihr Sünden, Laßt euch nimmer finden, kommt nicht mehr an's Licht! Gute Nacht, du Stolz und Pracht! Ganz sei dir, ungöttlich Leben, Gute Nacht gegeben. 3. Troß dem alten Drachen, Troy des Todes Rachen, Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, ich bringe Gott die Ehr' und singe In gar sich'rer Ruh'. Gottes Macht hält mich in Acht; Erd' und Himmel muß vergehen, Doch mein Fels bleibt stehen. 6. Weicht, ihr Trauergeister, Denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Betrüben Lauter Freude sein. Duld' ich schon hier Spott und Hohn, Dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. 4. Weg mit eitlen Schäßen! Du bist mein Ergößzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, Ich mag euch nicht hören, Bleibt mir unbewußt! M Liebe zu Gott und Jesu. 454. Eigene Melodie. ei= nen So Je- sum er= for- dert 40 für mich ge= ge= ben, an ihm zu tle= ben. H म fich laß ich nicht! Weil er meine Pflicht, Kletten- weis' Mei- nen Je sum laß ich nicht. 2. Jesum, Jesum, laß ich nicht,| Glaube pranget. Mich erfreut sein Nun und nie mein ganzes Leben, Angesicht: Meinen Jesum laß ich Ihm hab' ich voll Zuversicht, Was nicht. ich bin und hab', ergeben. Alles ist auf ihn gericht't: Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht, Nur nach ihm mein Herz sich sehnet; Jesum such' ich und sein Licht, Der mich hat mit Gott versöhnet. Er befreit mich im Gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, Geh' ihm ewig an der Seiten; Christus wird mich für und für Zu den Lebensbächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen, Laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; Wenn der Lebensfaden bricht, Meinen Jesum laß ich nicht. Er ist meines Lebens Licht: 4. Ihn werd' ich auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem Angesicht Meiner Eltern erzlich lieb hab' ich Die ganze Welt er 455. Eigene Melodie. 351 P 0 Herr, Ver lei= he dich, Nach Erd' und freut mich nicht, dei ner Ga= ben. du mir im- mer mehr Die Fülle Himmel frag' ich nicht, Wenn ich nur dich kann ha= ben. O Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, Bist du doch mei- ne 352 S Das christliche Leben. zu= ver- sicht, Du, mei- nes Her- zens höch- stes Gut, Der mich er löst hat durch sein Blut. Herr Jesu Christ, Mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, In Schanden laß mich nimmermehr. 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab' Leib, Seel' und Alles, was ich hab' In diesem armen Leben. Daß ich es brauch' zum Lobe dein, Zum Nuß und Frommen der Gemein', Woll'st du mir Gnade geben. Behüt' mich), Herr, vor falscher Lehr', Des Satans Mord und Lügen wehr'. In allem Kreuz erhalte mich, Daß ich es trag' geduldiglich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Tröst' mir mein' Seel' in Todesnoth. 3. Laß deinen Engel bei mir sein, Der mich nach überstand'ner Pein Zur Ruh' des Himmels trage. Den Leib laß sanft im Grabe ruh'n, Bis du erscheinst, es aufzuthun, An jenem großen Tage. Alsdann erweck vom Lode mich, Daß meine Augen schauen dich, In sel'ger Ruh', o Gottessohn, Mein Mittler und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, Erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. e auf Er- den 456. Eigene Melodie. iebster Imma= nu= el, du Licht der From- men, Du Frie- dens- fürst hast mir das Herz ge= nom= men, Du meiner See- le Trost, ach, komm nur bald! Das ganz in Liebe dir entgegen wallt. Nichts kann Mir lieber werden, Als wenn ich dich, mein || Je su, stets be- halt'. = 2. Dein Name ist so lieblich mir| bist nun mein, dir ich mich ganz im Munde, Er ist so stärkend mir, wie fühler Thau, Der Feld und Blumen neßt zur Morgenstunde; Du vertrau'. Dann weicht vom Herzen, Was mir macht Schmerzen, Wennich auf deine Liebe gläubig schau'. Liebe zu Gott und Jesu. 353 3. Und ob das Kreuz auch mich 5. Mag auch die blinde Welt mich noch drückt und plaget, Wie es bei Christen oft pflegt zu gescheh'n, Wenn meine Seele nur nach dir, Herr, fraget, So kann das Herz auch stets auf Rosen geh'n. Kein Ungewitter Ist mir so bitter, Mit dir kann ich es fröhlich übersteh'n. bitter hassen, Bin ich verachtet auch von Jedermann, Bon meinen Freun den selbst auch ganz verlassen: Doch nimmst du meiner dich, Herr, gnädig an. Du stärkst mich müden, Sprichst: sei zufrieden, Ich bin dein bester Freund, der helfen kann. 4. Wenn Satans List und Macht mich will verschlingen, Wenn das Gewissensbuch die Sünden sagt, Ob auch das Höllenheer mich will umringen, Und selbst der Tod mir an dem Herzen nagt, Steh' ich doch feste, Denn du, der Beste, Du hast durch deinen Sieg den Feind verjagt. M 6. D'rum fahret immer hin, ihr Eitelkeiten, Du, Jesu, du bist mein und ich bin dein; Ich will mich von der Welt zu dir bereiten, Du sollst in meinem Mund und Herzen sein. Mein ganzes Leben Sei dir ergeben, Bis man dereinst mich legt in's Grab hinein. 457. Eigene Melodie. $ 1 ar ter Christi, wer kann dein verges- sen, Meer der Liebe, wer kann dich er messen, dir sein Wohlsein fand? nicht von Lieb' entbrannt? Der in Wer ist Un fre See le soll sich an dir näh- ren, Un ser Ohr soll nichts je lie= ber hören, = Al= le Tage wird dies Bild Schöner un serm Blick enthüllt. 2. Tausend Dank, du unser treuer| Stärkung mich anwehen, und dein Hirte, Leib und Seele beten an, Marterbild stets vor mir stehen, So Daß du unter Martern für Verirrte geht mir bis in mein Grab Nichts Sterbend hast genug gethan. Laß an Seligkeiten ab. uns Alle treulich an dir hangen, Nähre du das heilige Verlangen, Dich auf deinem Thron zu seh'n, Deinen Ruhm dort zu erhöh'n. 3. Meine Seele, matt und schuldbeladen, Eilt auf deine Wunden zu, Denn sie findet in dem Schooß der Gnaden Trost und Labsal, Fried'n und Ruh'. Laß vom Kreuz nur 4. Die wir uns nun hier beisammen finden, Schlagen unsre Hände ein, Uns auf deine Marter zu verbinden, Dir auf ewig treu zu sein. Und zum Zeichen, daß du auf uns hörest, Deine Gnad' und Liebe uns gewährest, Sage: Amen, und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! 354 & the U Das christliche Leben. 458. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. ns, die All' un M Ge= bund'= nen, zit fre Schuld und P 2 heilbaren Heil zu sein, aus Lieb' in frei= er Wahl e 2. Der einst im Fleisch auf Erden war, Ist auch noch heute unsichtbar Allwaltend hier zugegen. Er nimmt sich unsrer Schwachheit an; Wenn wir den steilen Pfad hinan Zu klimmen nicht vermögen, Trägt er Pflegt er, Die erliegen, gibt zum Siegen Muth und Stärke, Geist, zu wirken Gottes Werke. be= frei'n, Noth und Qual mich vergnü- ge, Her- zen Tie= ge, € Mü- den Frie- den, Und E- len- den Heil zu sen- den, stieg er F Ist er her ab ge kom- men. Von uns auf sich ge- nom- men. P nie der, Brach- te das Ver- lor'- ne wieder. S Der Un er Hat 3. Zu Gottes Ruhm hat er's vollbracht; Wo ist, o Tod, nun deine Macht, Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wie weit uns auch der Sturm verschlägt, An's heimathliche Ufer trägt Uns doch die letzte Welle. Fröhlich, Selig Auch in Leiden sind wir, scheiden voll Vertrauen, Ihn dort, wie er ist, zu schauen. 459. Eigene Melodie. ein Herzens- Je su, meine Lust, = An dem ich Der ich an dei ner treu= en Brust Mit meinem Mein Mund ist dir zum Lob be= reit, Weil ich durch deine Freund- lich= keit Die Macht der Welt C Liebe zu Gott und Jesu. be sie ge. 2. Du bist mein wunderbares Licht, ich nun voll Leben bin, Dann laß Durch welches ich erblicke mit auf- es, Jesu, mich forthin Doch nimgedecktem Angesicht, Daran ich mich mermehr verlieren. erquicke. Nimm hin mein Herz, erfüll' es ganz, O wahres Licht, durch deinen Glanz, Und weiche nicht zurücke. 3. Du bist mein sich'rer Himmelsweg, Durch dich steht Alles offen; Wer dich versteht, der hat den Steg Zur Seligkeit getroffen. Ach, laß mich, liebstes Heil, hinfür Doch ja den Himmel außer dir Auf keine Weise hoffen. 4. Du bist die Wahrheit, dich allein Hab' ich mir auserlesen, Denn ohne dich ist Wort und Schein, In dir ist Kraft und Wesen. Ach, mach' mein Herz doch völlig frei, Daß es nur dir ergeben sei, Durch den es kann genesen. 5. Du bist mein Leben, deine Kraft Soll mich allein regieren. Dein Geist, der in mir Alles schafft, Soll meine Seele führen. Und wenn 460. Eigene Melodie. 355 6 Du bist mein treuer Seelenhirt Und selber auch die Weide, Du hast, Herr, da ich war verirrt, Mich heimgebracht mit Freude. Ach, nimm dein Schäffein nun in Acht, Damit mich weder List noch Macht Von deiner Herde scheide. 7. Du bist mein starker Held im Streit, Mein Panzer, Schild und Bogen, Mein Tröster in der Traus rigkeit, Mein Schiff in Wasserwogen, Mein Anker, wenn ein Sturm entsteht, Mein sich'rer Kompaß und Magnet, Der mich noch nie betrogen. 8. Was sollt' ich, Schönster, weiter dodh Von dir wohl sagen können? Jch will dich meine Liebe noch, Mein Ein und Alles nennen, Denn was ich will, das bist du mir; Ach, laß mein Herz doch für und für Von deiner Liebe brennen. Ø e- su, meiner Seelen Ruh' Und mein be- ster Schatz bist du, 3. Stellen meine Feinde sich Def= fentlich gleich wider mich: Jesus reißt aus aller Noth, Tilget Teufel, Höll' und Tod. Al= les bist du mir al- lein, Sollst auch ferner Alles sein. 2. Liebet Jemand in der Welt Erdenschäße, Gold und Geld: Jesus und sein theures Blut Jst mir mehr, denn alles Gut. 5. Ist mein Vorrath auch nicht groß, Bin ich nackend, arm und bloß: Jesus hilft zur rechten Zeit Aller meiner Dürftigkeit. 4. Bin ich krank und ist kein Mann, Der die Schwachheit heben kann: Jesus will mein Arzt in Pein Und mein treuer Helfer sein. 6. Muß ich in das Elend fort, Hin an einen fremden Ort: Jesus selbst sorgt immerdar, Schüßt mich, hilft mir wunderbar. 7. Muß ich dulden Hohn und Spott Wider Gott und sein Gebot: Jesus gibt mir Kraft und Macht, Daß ich allen Spott nicht acht'. 356 Das christliche Leben. 8. D'rum, o Jesu, will ich dich sei mein ganzes All, Jesus sei mein Immer lieben feftiglich. Du, o Jesu, sollst allein meiner Seele Alles jein. Freudenschall. 9. Jesus set mein Speis' und Trant, Jesus sei mein Lobgesang, Jesus W 10. Endlich laß, mein höchstes Gut, Jesu, laß dein theures Blut, Deine Wunden, deine Bein Meinen Trost im Tode sein. Gnadenthron Got- tes- fohn? 461. Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen. ie dank' ich's, Heiland, deiner Liesbe, Daß du von deinem Durch dei- nes heil'gen Geistes Triebe Mich hast er- neut, o J Wie dank' ich's deinem treu- en Her- zen, Daß du mich von dem Fluch be- freit, Und mir die ew'- ge Se- lig- keit Er worben hast durch To= des- schmerzen? 2. Das hab' ich an mir wahr:| allein darin. Die Liebe, die dich genommen, zu deiner Stunde ist's eh'mals nieder In dieses Erdenleben gescheh'n, Da bin ich meinem Feind zog, Und Mensch zu werden dich bez entkommen, Da hab' ich in dein wog, Die zieh' auch jetzt zu mir dich Licht geseh'n, Da wurde köstliches wieder. Geschmeide, Das Kleid des Heils mir zugewandt, Mir mitgetheilt der Kindschaft Pfand, Des Geistes sel'ge Nuh' und Freude. 5. Zerbrich, vertilge, ja zermalme, Was deinem Willen nicht gefällt. Ob mich die Welt an einem Halme, Ob sie mich an der Kette hält, Das gilt ja gleich in deinen Augen, Da nur ein ganz befreiter Geist, Der alles Eitle von sich weist, Und nur die laut're Liebe taugen. 3. Doch wär' es, daß mein Herz noch hinge Mit Einem Faden an der Welt, Auf etwas seine Sehnsucht ginge, Was dir, mein Heiland, nicht gefällt: Ach, wäre dies, mein liebstes Leben, So bitt' ich, zeige du Gewalt, Zerreiße diesen Faden bald, Mein Wille sei dir übergeben. 6. Ja, Amen, hier sind Herz und Hände, Auf's Neue sei's dir zuges sagt: Ich will dich lieben ohne Ende, Mein Alles werde d'ran gewagt. Du 4. Mein ganzes Herz sei dir ge- gibst mir einen neuen Namen, Der geben, zu deiner Wohnung gilt in deiner Treuen Zahl, Und es hin, Und hauch' ihm ein dein gilt in deinem Ehrenfaal, Wohin selig Leben, Dein Geist regier'| bie Ueberwinder kamen. nimm C & Liebe zu Gott und Jesu. 462. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ch will dich lieben, meine Stär= te, Ich will dich lic- ben durch die Wer= ke J lie ben, meine Zier! währen der Be- gier. 3. Ach, daß ich dich so spät er kannte, Du hochgelobter Heiland, du! Daß ich nicht früher mein dich nannte, Du höchstes Gut und wahre Ruh'! Wie tief ist doch mein Herz betrübt, Daß ich nicht früher dich geliebt! W Ich will dich lie- ben, schönstes Licht, 11 Bis mir das Herz im Tode bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Le| wonne, Daß du mich froh und frei ben, Als meinen allerbesten Freund. gemacht. Jch danke dir, froh thu' Ich will dich lieben und erheben, ich's kund: Du, Heiland, machtest So lang' dein Gnadenglanz mir mich gesund! scheint. Sch will dich lieben, Gotteslamm, Das für mich litt am Kreuzesstamm. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, Und laß mich nicht mehr irre geh'n; Laß meinen Fuß auf deinen Wegen nicht straucheln oder stille steh'n. Erleuchte Leib und Seele ganz, Du reiner, heller Himmelsglanz. 7. Gib meinen Augen süße Thränen, Gib meinem Herzen heil'ge Gluth. Vermehre stets nach dir mein Sehnen, Du einzig Heil, mein höchstes Gut. Laß meinen Sinn, Geist und Verstand Nur immer sein zu dir gewandt. 4. Jch ging verirrt und war verblendet, Jch suchte Ruh' und fand sie nicht: Ich hatte mich von dir gewendet, und liebte das geschaff'ne Licht; Doch nun ist es durch dich gescheh'n, Daß ich mein ew'ges Heil geseh'n. 357 Ich will dich Mit immers 8. Ich will dich lieben, meine Krone, Dich lieben, meinen Herrn und Gott, Dich lieben auch bei Schmach und Hohne, Auch in der 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, allergrößten Noth. Ich will dich lieDaß mir dein Glanz hat Licht ge- ben, schönstes Licht, Bis einst mein bracht. Ich danke dir, du Himmels- Herz im Tode bricht. 463. Eigene Melodie. Voll Guad' ie schön leucht't uns der Morgenstern, Du Da vids Sohn aus Ja- kobs Stamm, Mein Kö 358 Das christliche Leben. und Wahrheit von dem Herrn, Der Auf- gang aus der Hö= he! nig und mein Bräu- ti= gam, In dir den Stern ich sehe! Jal म् In- nig Zeigt sich Größ' und Mil- de in dem Bil- de dort ver- ei- net, Das so herrlich mir erschei= net. 2. O meines Herzens Kron' und Lohn, Du Gottes und des Menschen Sohn, Du hocherhab'ner König! Hab' ich nur dich, was brauch' ich mehr? Der ganzen Erde Gold und Ehr' Ist gegen dich nur wenig. Herzlich Will ich So dich preisen, mich erweisen, daß man merke In mir deines Geistes Stärke. 3. Geuß tief du in mein Herz hinein, Du Heiland mir und Herr allein, Die Flamme deiner Liebe, Daß ich nur immer bleib' an dir, Daß nichts uns scheid' und nichts an mir Dich kränke noch betrübe. Durch dich Laß sich Ohn' Aufhören in mir mehren Lieb' und Freude, Daß der Tod uns selbst nicht scheide. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, Wenn du dein freundlich Angesicht Mich gnädig läß'st erblicken, Jesu, du mein süßes Gut, Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Kann meine Seel' erquicken. Tröst' mich Freundlich, Hilf mir Armen aus Erbarmen, hilf in Gnaden, Dein Wort ist's, das mich geladen. 23t 5. Du hast mich), Gott, mein stare ker Held, Schon eh' gegründet war die Welt, In deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vereint, Er ist mein Schaß, ich bin sein Freund, Den nun nichts mehr betrübet. Heil mir! Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dört oben; Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Singt unserm Gott den Her zensdank, Laßt andachtsvoll den Festgefang Zu seinem Ruhm erschallen, Dem Menschensohn aus Davids Stamm, Dem treuen Seelenbräutis gam zu huld'gen, zu gefallen. Sin get, Klinget, Jubellieder, hallet wieder, daß die Erde Voll von seinem Ruhme werde. 7. O wie mein Herz so fröhlich ist, Daß du mein Herr und Heiland bist, Der Anfang und das Ende! Du wirst mich auch zu deinem Ruhm Ganz bringen in dein Heiligthunt, Daß sich dein Werk vollende. Amen, Amen! Komm o Sonne, meine Wonne, ich verlange, Daß ich ew'ges Licht empfange. " 464. Eigene Melodie. ee- len- bräu- ti- gam, Je- su, Got- tes Lamm! Ha- be Dank für dei- ne Lie- be, Die mich zieht aus rei- nem Trie- be Zu dem Liebe zu Gott und Jesu. Kreu- zes- stamm, Je- su, Got- tes Lamm! 2. Deiner Liebe Gluth Stärket Muth und Blut. Wenn du freund lich mich anblickest, Und an deine Brust mich drückest, Macht mich wohlgemuth Deiner Liebe Gluth. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod! Dazu bist du Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, Durch den Kreuzestod, Wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht Laß verlöschen nicht. Salbe mich mit Freudenöle, Daß hinfort in meiner Seele Ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd' ich in dir Bleiben für und für. Deine Liebe will ich ehren, Und in dir dein Lob vermehren, Weil ich für und für Bleiben werd' in dir. 6. Held aus Davids Stamm, Deine Liebesflamm' Mich ernähre und verkläre, Daß die Welt mich nicht ver: zehre, Ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 7. Großer Friedensfürft, Wie hast du gedürft't Nach der Menschen Heil und Leben, und dich in den Tod gegeben, Wie du riefst: mich dürft't! Großer Friedensfürst! 8. Deinen Frieden gib Aus so großer Lieb' Uns, den Deinen, die dich kennen, Und nach dir sich Christen nennen; Denen du bist lieb, Deinen Frieden gib. 359 9. Wer der Welt abstirbt, Emsig sich bewirbt Um ein kindliches Vertrauen, Der wird bald mit Freuden schauen, Daß kein Mensch verdirbt, Der der Welt abstirbt. 10. Nun ergreif' ich dich, Du mein ganzes Ich. Ich will nimmermehr dich lassen, Sondern gläubig dich umfassen, Weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Wenn ich weinen muß, Wird dein Thränenfluß Meine Thränen auch begleiten, Und zu deinen Wuns den leiten, Daß mein Thränenfluß Sich bald stillen muß. 12. Wenn ich mich auf's Neu' Wiederum erfren', Hältst du mich, daß ich nicht weiche, Bis ich dort in deinem Reiche Ewiglich auf's Neu' Mich mit dir erfreu'. 13. Hier durch Spott und Hohn, Dort die Ehrenkron'; Hier im Hof= fen und Vertrauen, Dort im Haben und im Schauen, Denn die Ehrenkron' Folgt auf Spott und Hohn. 14. Jefu, hilf, daß ich Immer ritterlich Alles durch dich überwinde, Und in deinem Sieg empfinde, Wie so ritterlich Du gekämpft für mich. 15. O mein Preis und Ruhm, Werthe Saronsblum'! In mir foll nun nichts erschallen, Als was dir nur kann gefallen, Werthe Saronsblum', Du, mein Preis und Nuhm! 465. Eigene Melodie. ieh', hier bin ich, Eh ren= könig, Le= ge mich vor dei- nen Thron; Schwache Thrä- nen, kind- lich Seh- nen Bring' ich dir, du Men- schen- sohu. Laß dich finden, laß dich finden, 360 Das christliche Leben. Bin ich auch nur Erd' und Thon. 2. Sieh' doch auf mich, Herr, 4. Hör', wie Fläglich und bewegdas bitt' ich, Leite mich nach deinem lich Dir die treue Seele singt, Wie Sinn; Dich alleine ich nur meine, Dein erkaufter Erb' ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, Gib dich mir und nimm mich hin. demüthig und wehmüthig Deines Kindes Stimme klingt. Laß dich finden, laß dich finden, Denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichthum, Weltlust, Ehr' und Freud', Sind nur Schmerzen meinem Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Großer Gott, ich bin bereit. 3. Herr, erhöre, ich begehre Nichts als deine freie Gnad', Die du giebest, den du liebest, Und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat Alles, der dich hat. und mein Ziel! Je sus will; = 466. Mel. Gott des Himmels und der Erden. e- sus, Je- sus, nichts als Je- sus, Soll mein Wunsch sein Ja, ich mache ein Ver- bündniß, Daß ich will, was Denn mein Herz, mit ihm er- füllt, Ru- fet nur: Herr, wie du willt! 2. Einer ist es, dem ich lebe, Den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, dem ich gebe, Was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt, Führe mich, Herr, wie du willt! 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, Und ist doch zuwider dir: Ach, so nimm es bald zurücke, Jesu, gib, was nüßet mir. Gib dich mir, Herr Jesu, mild, Nimm mich dir, Herr, wie du willt! 4. Und vollbringe deinen Willen In mir und durch mich, mein Gott; Deinen Willen laß erfüllen Mich in Freuden wie in Noth, Sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt. 5. Sei auch, Jesu, stets geprieſen, Daß du dich, und viel dazu, Haft geschenkt und mir erwiesen, Daß ich fing' in heit'rer Ruh': Es geschehe mir, mein Schild, Wie du willt, Herr, wie du willt. 467. Mel. Ich dank' dir schon durch deinen Sohn. P Jesus Christus, bleib' in mir, Und al- les An- dre schwinde! Liebe zu Gott und Jesu. a Mein Herz sei täglich nä- her dir Und fer- ner von der Sün- de. 2. Laß täglich deine Huld und| Jch sei ein lebend Bild von dir, Im Macht Um meine Schwachheit schwe- Glück und wenn ich leide. ben. Dein Licht verschlinge meine Nacht, Und meinen Tod dein Leben. 3. Beim Sonnenstrahle deines Lichts Laß jeden Wahn verschwinden; Dein Alles, Christus, und mein Nichts Laß täglich mich empfinden. 6. Mach' Alles in mir froh und gut, Daß ich stets minder fehle. Herr, deiner großen Liebe Gluth Durchglühe meine Seele. 4. Sei nahe mir, werf' ich mich hin, Wein' ich vor dir im Stillen; Dein reiner, gottergeb'ner Sinn Be herrsche meinen Willen. 7. Gib, daß mein eig'nes, eitles Ich Werd' jeden Tag geringer. O würd' ich jeden Tag durch dich Noch mehr dein treuer Jünger! 8. Der Glaub' an dich und deine Kraft Sei Trieb von jedem Triebe, Sei Troft in meiner Pilgerschaft, Du meine Freud' und Liebe. 5. Wohn' immer herrlicher in mir Voll Weisheit, Huld und Freude; 468. Mel. Befiehl du deine Wege. 361 enn Al- le un- treu werden, Er hal- te mich dir treu, Daß Dant- bar- teit auf Er- den nicht aus- ge- stor- ben sei. Für mich um fing dich Leiden, Du starbst für mich in Schmerz, M D'rum geb' ich dir mit Freu- den Auf e wig hin mein Herz. 2. Oft möcht' ich bitter weinen,| treu. O diese Liebe sieget Und fie Daß Mancher dich vergißt, Der du ergreift auch mich; Das Herz voll doch für die Deinen Am Kreuz ge- Rührung schmieget Sich inniger an storben bist. Von Liebe nur durch dich. drungen Hast du so viel gethan, Hast Heil der Welt errungen, Und ach, wer denkt daran! 4. Ich habe dich gefunden, O Laffe nicht von mir, Laß ewig mich vers bunden, Eins ewig sein mit bir. Einst schauen Alle wieder Voll Glauben himmelwärts, Und sinken liebend nieder Und fallen dir an's Herz. 3. Du stehst voll treuer Liebe Noch immer Jedem bei; Und wenn dir Keiner bliebe, So bleibst du dennoch 469. Mel. Mein Salomo, Dein. ir wallt das Herz, So oft es sein ge den tet, 16 362 Den sein Erbarmen, sei- ne treu- e Lieb' Das christliche Leben. her- ab in's E lend trieb. Ge- dan ke, der mich ganz auf på Je sum len ket! Ist's mir im Ernst um Se- lig- keit W A 3. Wie hoch der Geist Der Jünger auch gestiegen, Jhr höchstes Wissen blieb das Kreuz des Herrn; So finden auch die Gläub'gen nah' und Kann ich -trost in seiner Lie- be ruh'n. 2. Jch mag tein Heil, Als nur in| fern In seinem Kreuz das seligste Jesu, haben; Ich mag kein Licht, das Genügen. Wer in ihm einzig sucht nicht aus Jesu strahlt. Der Friede, der Seele Heil, Dem wird die höchste den sein theures Blut bezahlt, Jst Weisheit auch zu Theil. nirgend sonst; er muß damit begaben, Mein Jesus, der für mich am Kreuze starb, Und mir dadurch die Seligkeit erwarb. beiner Lie- be ruh'! deinen Ar- men zu. Von seinem Thron zu thun, 470. Eigene Melodie. 4. Wir sehen ja Die Schaaren seiner Zeugen, Wir kennen den, der uns erkaufet hat; Er that, er litt, er büßt' an unsrer statt, Wir müs sen uns vor seinem Scepter beugen. Er ist so groß und ist zugleich so gut, Wir opfern ihm von Herzen Gut und Blut.. f ie wohl ist mir, o Freund der See- le, Wenn ich in Ich steig' aus meiner Schwermuths- höh- le, Und ei= le Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, df Wenn mit der Fül- le ho- her Freu- den Die Liebe strahlt aus beiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; Liebe zu Gott und Jesu. Wer wollte nicht be se ligt werden, Der in dir su= chet Ruh' und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin| wegen, Sie enden sich in Lieb' und heißen, Es sei also: ich trau' ihr Segen; In Wüsten selbst bist du mein nicht, wenn sie mir gleich will Lieb' Stab. Ich weiß, wen du willst herrerweisen, Bei einem freundlichen Ge- lich zieren und über Sonn' und Sterne ficht. In dir vergnügt sich meine führen, Den führest du zuvor hinab. Seele, Du bist mein Freund, den ich erwähle, Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welthaß kann mich doch nicht fällen, Weil in den stärksten Trübfalswellen Mir deine Treu' den Anker reicht. 5. Der Tod mag Andern düster scheinen, Ich seh' ihn an mit frohem Muth, Denn du, mein Leben, has sest keinen, Deß Herz und Seele in bir ruht. Wie kann des Weges Ziel mich schrecken, Da aus der Nacht, die mich wird decken, Ich eingeh' in die Sicherheit? Mein Licht! so will ich denn mit Freuden Aus dieser finstern Wildniß scheiden zu deiner Ruh' der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, So wohl, wenn ich mich lehn' auf dich! Mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, Denn du, mein Gott, du tröstest mich. Laß solche Ruh' in dem Gemüthe, Nach 4. Lentst du durch Wüsten meine deiner unumschränkten Güte, Des Reise, Ich folg' und lehne mich auf Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, dich; Du gibst mir aus den Wolken Welt, mit allen Schmeicheleien! Nur Speise Und träntest aus den Felsen er, mein Heil, tann mich erfreuen. O mich; Ich traue deinen Wunder- reicher Trost: mein Freund ist mein! 3. Will mich die Last der Sünden drücken, Blizzt auf mich des Gesetzes Weh', Zeigt sich die Hölle meinen Blicken, Dann schau' ich auf zur Kreuzeshöh'; Ich fliehe, Herr, zu deinen Wunden, Da hab' ich schon den Ort gefunden, Wo mich kein Fluch strahl treffen kann. Tritt Alles wider mich zusammen, Du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebę nimmt sich meiner an. Zu- ver- sicht, An- ge- ficht. 363 471. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. # iebster Je su, Gna den= son= ne, Mei- ner See- le Freud' und Won- ne, Meines Her- zens Ich komm' vor dein Ob ich schon ein Sün- der bin, Werf ich boch den Muth nicht hin; Bin ich auch schon Asch' und Er- de, 16* 364 Das christliche Leben. = Du hilfst, daß ich se lig wer- de. 2. Herr, ich muß vor allen Dins gen, Ob ich schon nicht völlig kann, Dir ein Lob- und Danklied singen, Daß du mir viel Gut's gethan Von der zarten Kindheit auf Durch den ganzen Lebenslauf. Wollt' ich all' dein Wohlthun zählen, Würde mir es gänzlich fehlen. 3. Alles, was ich bin und habe, Kommt von deines Vaters Hand; Es ist dein Geschenk und Gabe Seele, Leib und Ehrenstand. Habe Dank für deine Treu', Welche alle Morgen neu, Habe Dank für deinen Segen, An dem Alles mir gelegen. 4. Laß auch ferner deine Güte Ueber mir sein Tag und Nacht; Mich auf meinem Weg behüte Durch der starken Engel Wacht. Laß dieselben bei mir sein, Wenn ich gehe aus und ein, Wenn ich reise, wache, schlafe, Wenn ich etwas Gutes schaffe. 5. Segne alle meine Thaten Durch den werthen Segensgeist, Daß fie mögen wohl gerathen, und dein Name werd gepreist. Es ist dein und nicht mein Wert, D'rum verleihe Muth und Stärk', Daß ich möge g'rab durchgehen, Nicht auf Gunst noch Ungunst sehen. 6. Treuer Lehrer, woll'st mich lehren, Gib mir Weisheit und Verstand, Richt' mein Thun zu deinen Ehren Und zu Dienst dem Vaterland; Ja, darauf sei es gericht't, Ach, mein Gott, versag' mir's nicht. Wehre, daß des Satans Tücke Mir nicht dieses Ziel verrücke. N 7. Gib Geduld und hilf mir tragen Meines Amtes Last und Bürd', Die mich oftmals pflegt zu plagen, Und auch oft beschwerlich wird. Stößt ein Hinderniß mir auf Und beschwert mir meinen Lauf, Laß mein Herz sich ja nicht quälen, Sondern Alles dir befehlen. 8. Dir befehl' ich meine Sachen, Dir sei Alles heimgestellt, Wollest es mit ihnen machen, Wie es dir, o Herr, gefällt. Kommt mir Kreuz und Leid zu Haus, Daß es scheint, als sei es aus, Laß mich folgen deinem Willen, Und damit den Kummer stillen. 9. Muß ich etwa Spottred' hören, Werd' ich hie und da veracht't: Laß dies nicht mein Herz beschweren; Bin ich von der Welt verlacht: Was ist's mehr? Welt, wie du willt! Du, o Gott, bist doch mein Schild; Laß mich wider dich nichts sprechen, Auch mich nicht an Feinden rächen. 10. Soll ich hier noch länger leben, Nehm' ich's gern und willig an, Will auch gar nicht widerstreben, Wenn ich nur dir dienen kann. Schaff', daß ich dir treu verbleib', Gib dazu gefunden Leib, Und daß ich mir laß genügen, Wie du es mit mir willst fügen. 11. Soll ich aber von hier scheiden, Will ich auch zufrieden sein; Führst du doch zu ew'gen Freuden, D'rum schlaf' ich selig ein. Nimm in deine Händ' die Seel', Sent' den Leib zur Grabeshöhl. Ja, Herr, dies ist mein Begehren, Jesu, wollest mir's gewähren. 472. Mel. Schmüce dich, o liebe Seele. ein, nichts Höh'res kennt mein Glau- be, Nichts er= hebt mich Als daß mir zum Heil und Leben Gottes Sohn sich mehr vom Staube, Daß ich ei- nen Heiland ha- be, Mich an hinge geben. Liebe zu Gott und Jesu. fei- nen Gütern la= be, Und in sein Verdienst mich klei- de: 365 Dies ist mei- ner See len Freude. 2. Sein will ich mich gläubig| ich einen Heiland habe, An dem ich freuen, meinen Bund mit ihm er mich weid' und labe, Ginge mir dies neuen, Denn auf meiner Pilgerreise Heit verloren, Wär' ich besser nie Nährt er mich mit Himmelsspeise. geboren. Daß ich einen Heiland habe, Der mit treuem Hirtenstabe mich zu grünen Auen leitet: Dies hat Liebe mir bereitet. 3. Ew'ge Liebe, sei gepriesen, Die sich hilfreich mir erwiesen, Die den Mittler hat getrieben, mich bis in den Tod zu lieben. Daß ich einen Heiland habe, Der mich liebte bis zum Grabe, Der nun lebt als Ueberwinder: Dies gewähret Trost dem Sünder. 5. Fehlt er mir, so weicht mein Friede, Ohn' ihn ist die Seele müde, Licht und Trost bleibt mir verschwuns den, Bis ich wieder ihn gefunden. Daß ich einen Heiland habe Reich an jeder Himmelsgabe, Dies allein erweckt auf's Neue Meinen Muth und meine Treue. 6. Sollte jemals meiner Seelen Kraft und Ruh' und Freude fehlen, Will ich flehend zu ihm blicken, Und er wird mein Herz erquicken. Daß 4. Trop'ge und verzagte Herzen ich einen Heiland habe, Deß ich Achten nicht des Heilands Schmer bleibe bis zum Grábe, Der mich zen, können, ach, so leicht vergessen, macht zum Himmelserben: Darauf Was sie ernstlich nie ermessen. Daß will ich freudig sterben. 473. Eigene Melodie. ist er al= lein. ne Sor- gen sein. 8# ch hab' genug, Mein Herr ist Jesus Christ, Mein Herr Wer nur sein Knecht Und treu- er Jün- ger ist, Darf ohEl Ich will ganz mei- nem Gott an- han- gen, म् Und nicht mehr nach der Welt ver- lan- gen: Ich hab' genug. 2. Ich hab' genug, Ich bin der mein Leben, Der Höchste kann mir Sorgen los, Und kränke nicht mein Alles geben: Ich hab' genug. Herz; Ich bin vergnügt Und siz' in Gottes Schooßz, Der lindert allen Schmerz. Ich sorge nicht mehr für 3. Ich hab' genug, Und sorge für den Geist, Das And're fällt mir zu. Nur Gottes Reich, Das Jesus suchen 366 Das christliche Leben. heißt, Das gibt mir wahre Nuh'.| Schmerz, Was will ich mehr? Dort Ich trachte nur des Vaters Willen find' ich Himmelslust, Dort stillt fich In Kraft des Geistes zu erfüllen: ganz mein Herz. Im Vorschmack Ich hab' genug. weiß ich schon auf Erden, Was mir im Himmel einst soll werden: Ich 4. Ich hab' genug, Ich lieg' an Jesu Brust, Ďa schwindet aller hab' genug. 5. Ehrfurcht und Demuth. 474. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 2 or Ist un= fre dir, o Gott, sich kind- lich scheu- en Kein Mensch kann deiner Huld sich freuzen, Scheut er dein al= ler größte Pflicht. heil'ges Auge nicht. D'rum wirk' in mir durch deinen Geist Die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In Allem, was ich thu' und| erschüttern, So führ mich in der denke, Laß, Herr, das meine Weis- Gnadenzeit, Mit Vorsicht lehr' mich heit sein, Daß ich mein Herz zur Unrecht flieh'n, Mich nur um deine Sorgfalt lenke, Vor jeder Sünde Gunst bemüh'n. mich zu scheu'n. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, Der fürchtet dich nicht in der That. 6. Gib, daß ich stets ein gut Ges wissen Vor dir zu haben sorgsam sei, Und mache von den Hindernissen Der wahren Tugend selbst mich frei. Nie störe Furcht und Lust der Welt Mich, das zu thun, was dir gefällt. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist, Und das zu thun mich ernstlich schäme, Was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt Hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, Und wirke steten Ernst in mir, Mein Leben deinem Dienst zu weihen; Dein guter Geist erhalt' mich dir, Dir, der mich vom verdienten Fluch Befreit und stets mich liebreich trug. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern Mich schaffen meine Ses ligkeit. Soll nichts mein ew'ges Glück 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, Und überall, wo ich auch sei, Nach deiner Vorschrift redlic handeln; Du hasfest alle Heuchelei. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Bater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, So schreckt mich weder Tod noch Grab, So werd' ich jenes Leben erben, Für das dein Sohn sein Leben gab. Dich fürchten, Herr, bringt Segen ein, Groß wird der Lohn im Himmel sein. K Ehrfurcht und Demuth. 475. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. omm, in uns dich zu ver- klä- ren, Daß wir dich würdigWird dein Licht uns ganz er- fül- len, So wird sich unser -elich ver ehren, Mach' un ser Herz zum Heilig thum. So le ben wir zu dei nem Ruhm. Sehnen stil= len, Dir brin- gen le= bens= lang M Lob stets ü- ber= fließt! 367 Ew'ge Liebel Wie se- lig ist, Wer dein ge- nießt, Von deinem f Wir herz- lich Preis und Dank, 476. Mel. Nun ruhen alle Wälder. ped as ich nur Gu- tes ha= be FJ Ist dei- ne mil- de Ga- be, Pedd Du Va- ter al- les Lichts. Mein Da- sein und mein Leben Ward mir von dir ge= ge- ben, Und ohne dich ver mag ich nichts. 2. Verstand und Muth und Kräfte Zum nüßlichen Geschäfte Hab' ich aus deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten Mir Schwachen wohl gerathen, Die Mängel sind bloß meine Schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, hab' ich durch deine Treue, Du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, Jhr Glück und ihre Plage, Nur so, wie dir es wohlgefällt. 368 Das christliche Leben. 4. Sollt' ich mich denn erheben, 1 Kraft allein. O laß mich's nicht vers Wenn mir in diesem Leben Viel gessen, So werd' ich nicht vermessen, Gutes widerfährt? Was hat dich, nicht stolz auf meine Kräfte sein. Herr, bewogen, Daß du mich vorge: zogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe, Daß mir ein Werk gelinge Durch eig'ne 6. Das nüglich anzuwenden, Was du mit Baterhänden Mir gütig zuge= wandt, Dein treuer Knecht zu werden, Das sei mein Fleiß auf Erden, Dazu gib Demuth und Verstand. & F 477. Mel. Zeuch meinen Geist. # ier legt mein Sinn sich vor dir nie- der, Mein Geist sucht seinen Ursprung wie- der; Herr, dein er- freu- end Angesicht Ver- birg vor meiner Ar- muth nicht. selber frei. 2. Schau' her, ich fühle mein Ver-| mir bei, Und machst mich von mir derben, Laß mich in Christi Tode sterben. O möchte doch in seiner Pein Mein ganzes Selbst ertödtet sein! 3. Jch fühle wohl, daß ich dich liebe, und mich in deinem Willen übe, Jedoch ist von Unlauterkeit Die Liebe noch nicht ganz befreit. 7. Indessen will ich treulich kämpfen, und stets die falsche Regung dämpfen, Bis du erfiehest deine Zeit, Und gibst mir Frieden nach dem Streit. 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden Durch deinen Geist geheiligt werden, Der Sinn muß tiefer in dich geh'n, Und unbeweglich muß ich steh'n. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen, Hier helfen nichts der Menschen Thaten, Wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 6. Doch kenn' ich wohl bein treues Lieben, Du bist noch immer treu geblieben; Ich bin gewiß, du stehst 8. D'rum will die Sorge meiner Seelen Jch dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach, drück' es fest in meinen Sinn, Daß ich in dir nur selig bin. 9. Wenn ich mit Ernst hieran ges denke Und mich in deine Tiefe sente, So werd' ich von dir angeblickt und in des Herzens Grund erquickt. 10. So wächst der Eifer mir im Streite, Ich habe schon des Sieges Beute, Und fühle, daß es Wahrheit ist, Daß du die Liebe selber bist. 478. Mel. Alle Menschen müssen sterben. ern in Alles mich zu fü- gen, Mich der Stil- le still zu freu'n, Oh- ne Worte, mit Vergnügen Aller Knechte Knecht zu sein, Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 369 Nie mit Ga- ben stolz zu prangen, Menschenruhm nie zu ver- lan- gen: Die- se Weis- heit fleh' ich mir, Hoch- er- hab'- ner Gott, von dir. 2. Unbekannte Wege wandeln,| Vater, mich nicht klagen, Sollt' Wege, die dein Aug" nur kennt, ich schwere Lasten tragen, Schweigend Stille dulden, schweigend handeln, lieber in mich geh'n, Demuthsvoll Wo kein Menschenmund mich nennt: auf dich nur seh'n. Das, du freundlicher Gewährer, Aller Demuth Quell und Lehrer, Jesus Christus, lehre mich, Still und schweis gend seh'n auf dich. 3. Gott der Niedrigen und Stil: len, Die so gern im Schatten ruh'n, Streng und fromm nach deinem Wil len Einsam leiden oder thun, Laß, zu bau'n. B 6. Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 479. 4. Gott, du bist mein Gott, ich falle Demuthsvoll zu Fuße dir. Du erquickst, begnadigst Alle, Schenkest Gnad' und Ruh' auch mir, Unterstüzest mein Bestreben, Immer stiller dir zu leben, Meiner Ohnmacht nie zu trau'n, Fester stets auf dich Eigene Melodie. LJ e- fiehl du dei- ne We- ge, Der al- ler- treusten Pfle- ge Der Wol- ken, Luft und Win- den 1 Und was dein Her ze kränkt, Deß, der den Himmel lenkt. Gibt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch We ge finden, Wo dein Fuß ge= hen kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, zu Stand und Wesen, Was deinem Wenn dir's soll wohlergeh'n; Auf Rath gefällt. sein Werk mußt du schauen, Wenn 4. Weg' hast du allerwegen, An bein Werk soll besteh'n. Mit Sor- Mitteln fehlt dir's nicht; Dein Thun gen und mit Grämen Und mit selbst ist lauter Segen, Dein Gang ist eig'ner Pein Läßt Gott sich gar nichts lauter Licht. Dein Wert tann nienehmen, Es muß erbeten sein. mand hindern, Dein' Arbeit darf nicht ruh'n, Wenn du, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willst thun. 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geblüt; Und was du dann erlesen, Das treibst du, starker Held, Und bringst 5. Und ob gleich alle Teufel Hier wollten widersteh'n, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke 370 Das christliche Leben. geh'n. Was er sich vorgenommen, seinem Theile, Als hätt' in seinem Und was er haben will, Das muß Sinn Er deiner sich begeben, Und doch endlich kommen Zu seinem Zweck sollt'st du für und für In Angst und und Ziel. Nöthen schweben, So frag' er nichts nach dir. 6. Hoff, o du arme Seele, Hoff, und sei unverzagt. Gott wird dich aus der Höhle, Da dich der Kummer plagt, Mit großen Gnaden rücken; Erwarte nur die Zeit, So wirst du schon erblicken Die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht. Laß fahren, was das Herze Betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, Der Alles führen soll; Gott sitt im Regimente Und führet Alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser Fürst, Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie's ihm gebühret, mit wunderbarem Rath Das Werk hinausgeführet, Das dich betümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verzieh'n, Und thun an W er nur ben Den wird er 10. Wird's aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da du's am mind'sten gläubst. Er wird dein Herz erlösen Von der so schweren Last, Die du zu teinem Bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, Du hast und trägst davon Mit Ruhm und Dankgeschreie Den Sieg, die Ehrenkron'. Gott selbst gibt dir die Palmen In deine rechte Hand, Und bu singst Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. auf ihn al= le= zeit, Kreuz und Herze- leid. 12. Mach End', o Herr, mach' Ende Mit aller unsrer Noth. Stärt' unsre Füß' und Hände, Und laß bis in den Tod Uns all'zeit deiner Pflege Und Treu' empfohlen sein, So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. 480. Eigene Melobie. lieben Gott läßt wal- ten, Und hof- fet wun- der- bar er halten In al- lem Wer Gott, dem Al- ler- höch- sten, traut, Der hat auf keinen Sand ge- baut. auch sehr wohl, was uns fehlt. 2. Was helfen uns die schweren| sein' Allwissenheit es fügt. Gott, der Sorgen? Was hilft uns unser Weh' uns ihm hat auserwählt, Der weiß und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille Und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unsers Gottes Gnadenwille, Wie 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, Er weiß wohl, was uns nüßlich sei; Wenn er uns nur hat treu erfunden, Und merket teine Heuchelei, So kommt er, eh' wir's uns verseh'n, und lässet uns viel Gut's gescheh'n. Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 371 mann, Der bald erhöh'n, bald stürzen kann. 5. Denk' nicht in deiner Drang| reich. Gott ist der rechte Wundersalshize, Daß du von Gott verlassen seist, Und daß nur der im Schooß ihm fize, Der sich mit stetem Glücke speist; Die Folgezeit verändert viel, Und sebet Jeglichem sein Ziel.. 6. Es sind ja Gott geringe Sachen, Und ist dem Höchsten Alles gleich, Den Reichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und 7. Sing', bet' und geh' auf Got tes Wegen, Verricht' das Deine nur getreu, Und trau' des Himmels reihem Segen, So wird er bei dir werden neu. Denn, welcher seine Zuversicht Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. M 481. Eigene Melodie. as Gott thut, das ist wohl- ge- than, Wie er fängt meine Sachen an, fein Wille; ten stille. Es bleibt gerecht Will ich ihm halEr ist mein Gott, Der in der Noth Mich wohl weiß zut er- hal- ten, D'rum laß ich ihn nur wal- ten. 2. Was Gott thut, das ist wohl-| In Freud' und Leid. Es kommt die gethan, Sein Wort kann ja nicht Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie trügen; Er führet mich auf rechter treulich er es meinet. Bahn, D'rum laß ich mir genügen An seiner Huld, Und hab' Geduld. Er wird mein Unglück wenden, Es steht in seinen Händen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Muß ich den Kelch auch schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken, Weil doch zuleßt Ich werd' ergött Mit süßem Trost im Herzen, Dann weichen alle Schmerzen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er wird mich wohl bedenten. Er, als mein Arzt und Wundermann, Wird mir nicht Gift einschenken Statt Arzenei. Gott ist getreu, D'rum will ich auf ihn bauen, Und seiner Güte trauen. 6. Was Gott thut, das ist wohl= gethan, Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben: So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen Armen halten, D'rum laß ich ihn nur walten. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan, Er ist mein Licht, mein Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann; Ihm will ich mich ergeben 482. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. ott will machen, daß die Sa- chen Ge- hen, wie es 372 heil- sam ist. Laß die Wel= len um dich schwellen, Wenn du Das christliche Leben. nur bei Jeju bist. 2. Wer sich kränket, weil er den-| Alle Thaten sind gerathen Jedesmal, tet, Seiner achte nicht sein Gott, Wird mit Klagen nur sich plagen Und nicht lindern seine Noth. wie er's verhängt. 3. Du Verächter, Gott, dein Wächter, Schläfet ja, noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzusehen, Das ist deines Glaubens Pflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen Bleibt ihm stets ein Vaterherz. Laß dein Weinen bitter scheinen, Dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub' nur feste, daß das Beste Ueber dich beschlossen sei; Wenn dein Wille nur ist stille, So wirst du von Kummer frei. 6. Hoff und glaube, füff' im Staube Gottes Ruthe, die dich übt; Der sie führet und regieret, at nie ohne Frucht betrübt. 7. Willst du wanten in Gedanken, Uebe nur Gelassenheit; Den laß sorgen, der auch morgen Herr ist über Freud' und Leid. 8. Gottes Hände find ohn' Ende, Sein Vermögen hat kein Ziel. Ist's beschwerlich, scheint's gefährlich, Deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Zunder, D'ran der Glaube Funken fängt. W der beste. bet feste. 10. Wenn die Stunden sich gefunden, Bricht die Hülf' mit Macht herein, Und dein Grämen zu bes schämen, Wird es unversehens sein. 11. Eig'nen Willen zu erfüllen, Leidet sich's noch ziemlich wohl; Da ist Plage, Noth und Klage, Wo man leiden muß und soll. 12. D'rum wohl denen, die sich sehnen Nach der stillen Willensruh'. Auf das Wollen fällt dem Sollen Die Vollbringungskraft bald zu. 13. Nun, so trage deine Plage Fein getrost und mit Geduld. Wer das Leiden will vermeiden, Häufet seine Sündenschuld. 14. Die da weichen und das Zei chen Ihres Bräutigams verschmäh'n, Müssen laufen zu den Haufen, Die zur linken Seite steh'n. 15. Aber denen, die mit Thränen Küssen ihres Jesu Joch, Wird die Krone auf dem Throne Ihres Heilands werden noch. 16. Amen, Amen! in dem Namen Meines Jesu halt' ich still. Es geschehe und ergehe, Wie und wann und was er will. 483. Eigene Melodie. as mein Gott will, ge- scheh' all'- zeit, Sein Will' ist stets 3u helfen ist er dem bereit, Der ihm nur glauEr hilft aus Noth, der treuse Gott, Und züch Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 373 ti= get mit Ma- ßen. Wer Gott ver- traut, fest auf ihn baut, fdd Den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost und Zu-| arme Seel' ich Gott befehl' In meis versicht, Mein' Hoffnung und mein nen letzten Stunden. O treuer Gott, Leben. Was mein Gott will, dem will Sünd', Höll' und Tod Hast du mir ich nicht Undankbar widerstreben. überwunden. Sein Wort ist wahr, und all mein Haar Hat er, der Herr, gezählet. Er schüßt und wacht, nimmt uns in Acht, Auf daß uns ja nichts fehlet. 3. Muß gleich ich Sünder von der Welt Hingeh'n, nach Gottes Wil len: Gott mache es, wie's ihm ge: fällt, Ich will doch halten stille. Mein' 4. Noch Eins, Herr, will ich bitten dich, Du wirst mir's nicht versagen: Wenn mich der böse Geist ansicht, Laß mich ja nicht verzagen; Hilf, steu'r und wehr', ach Gott, mein Herr, Zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wird's gewährt, D'rauf sprech' ich fröhlich: Amen." im Ster- ben. verder ben. 484. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. err, wie du willst, so schick's mit mir, Jm Leben und Mein Herz ver- langt al= lein nach dir, Laß mich doch nicht Erhalt' mich nur in dei- ner Huld, Sonst wie du willst; gib mir Geduld: Dein Wil le ist der beste. 3. Wenn ich einmal nach deinem Rath Von dieser Welt soll scheiden, 2. Zucht, Ehr' und Treu' verleihe mir, Und Lieb' zu deinem Worte. Erhalte, Herr, mich treu bei dir, Dem wahren Seelenhorte. Gib, was mir dient zur Seligkeit, Wend' ab all' Ungerechtigkeit Jn meinem ganzen Leben. so verleih' mir deine Gnab', Daß es gescheh' mit Freuden. Herr, Leib und Seel' befehl' ich dir: Gib nur ein sel'ges Ende mir Durch Jesum Christum. Amen. 485. Mel. Nun ruhen alle Wälder. # ad n al- len mei- nen Tha- ten Laß ich den Höchsten ra- then, 374 Das christliche Leben. Der Alles kann und hat. Er muß zu al= len Din gen, fed Soll's anders wohl ge= lin- gen, Rath und That. 2. Nichts ist es, spät und frühe, Um alle meine Mühe, Mein Sorgen ist umsonst. Er mag's mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen, Ich stell's in seine Vatergunst. 3. Es tann mir nichts geschehen, Als was er hat ersehen, und was mir selig ist. Ich nehm' es, wie er's giebet, Was ihm mit mir beliebet, Das hab' ich auch getrost erkiest. 4. Jch traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaben, Vor allem Uebel schützt. Folg' ich des Herrn Gesetzen, So wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden In Gnaden mich entbinden, Durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht gleich das Urtheil sprechen, Und haben noch mit mir Geduld. W Selbst ge ben gu= ten 6. Leg' ich mich späte nieder, Erwach' ich frühe wieder, Lieg' oder zieh' ich fort, In Schwachheit und in Banden, Ist irgend Noth vorhanden, So leitet mich sein kräftig Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Verhängniß geh'n. Kein Unfall unter allen Wird je so schwer mir fallen, Ich will ihn männlich übersteh'n. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, 3u sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut; Heut' sei es ober morgen, Dafür lass' ich ihn sorgen, Er weiß die rechte Rettungszeit. 9. So sei nun, Seele, seine, Und traue dem alleine, Der dich geschaf fen hat. Es gehe, wie es gehe, Dein Vater in der Höhe, Der weiß zu allen Sachen Rath. 486. Eigene Melodie. ohl dem Menschen, der von Her- zen Alles, was ihn ü- ber- fällt, In des Höch- sten Hände stellt, Der nicht durch 17² verborg'ne Schmerzen Seines Unglücks trü- be Nacht Trüber macht. Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 375 fie soll. 2. Denn es ist doch nur vergebens,| Stunde kommt auch wohl, Wann Daß der Mensch, der irrt und fehlt, Immer sich mit Sorgen quält, Well der Vater unsers Lebens Alles, wie es soll gescheh'n, Vorgeseh'n. 3. Eh' du noch die Welt betratest, Eh' dir Gott dein Leben gab, Wog er Glück und Unglück ab Gab dir Segen, eh' du batest, Sah schon deine Thräne an, Eh' fie rann. 4. Wenn der Himmel dich will segnen, So empört die Erde sich Nur vergebens wider dich; Soll dir Wiz driges begegnen, Wirst du ihm durch Widersteh'n Nicht entgeb'n. 5. Wenn dich schwere Sorgen drücken, Und dein Herz in Aengsten schlägt: Zage nicht, der Alles trägt, Leuket es, dich zu beglücken; Deine 3 6. Will ein Feind dir Angst ere wecken, Seine Feindschaft, die dich tränkt, Ist durch Gottes Macht beschränkt. Will dich Noth und Tod erschrecken, Gott ist bei dir in der Noth Und im Tod. 7. D'rum ergib dich Gott mit Freuden, Warte, bis des Höchsten Hand Dir dein Glück hat zuerkannt. Schicke dich auch gern zum Leiden, Schweig' getrost zu Allem still, Was Gott will. 8. Gott weiß Alles wohl zu machen; Darum, wer sich felfenfest Auf des Höchsten Huld verläßt, Und sich gern in allen Sachen In des Vaters Willen schickt, Lebt beglückt. 487. Mel. Eins ist noth, ach Herr, dies Eine. a= get nicht, wenn Dunkel- hei- ten Auf des Lebens Gott ist gut, er wird euch lei- ten, Ihm ist's Freude, Pfa- de ruh'n, Sind seine Ge- dan- ken nicht eure Ge- dan- ken, wohl- zu- thun. Laßt den noch, o Chri- sten, den Glau- ben nicht wan- ken, Daß er, der des Wurmes im Stau- be ge- denkt, Auch sorgsam und freundlich durch's Dun- kel euch lenkt. 2. Alles Dunkel dieses Lebens| tiger Liebe verfolgt er den Plan, Glänzt vor Gott wie Sonnenlicht; Den seine unendliche Weisheit er Wir durchforschen's oft ergebens, sann. Seinen Blick hemmt Dunkel nicht. Er kennet das Große, das Kleine, das Ferne, Die Thränen der Armen, die Schaaren der Sterne; Mit mäch3. Von Erstaunen hingerissen Sinnt der hohe Seraph nach; Ach, beschränkt ist noch sein Wissen, Ewig fühlt er sich noch chwach. Was 376 Das christliche Leben. murren wir Menschen von Kindes- Unfall, tein tobender Schmerz: Auch verstande? Wir sind ja nur Wand' traurige Stunden bereichern das Herz. rer im schattigen Lande. Nur Demuth erhebet den ängstlichen Sinn, Sie wirft in die Arme des Vaters uns hin. 6. Dulden wir gleich manche Plage, Der Allweise wägt sie ab. Er durchschauet unfre Tage Von der Wiege bis an's Grab. Was jetzt uns bes trübet, soll einst uns entzücken; O selige Hoffnung, wie kannst du er quicken! Nun ängsten die künftigen Tage uns nicht; Der Ewige spricht, und das Duntel wird Licht. 4. Ach, erkenne dich, o Seele, Fühle, wie so schwach du bist; Blicke still zu Gott und wähle, Was von ihm verordnet ist. Der Trübsal entströmen oft heilige Freuden, Und Segen entsprießet den bittersten Leiden; Bedenk es und jauchze, daß Gott dich regiert, Sei folgsam, auch wenn er durch Dornen dich führt. 5. Nicht das sinnliche Vergnügen Wird von Christen hoch geehrt, Schätze nur, die nimmer trügen, Sind des heißen Strebens werth. Hinweg denn, ihr bangen, entehrenden Sorgen! In Gott sind die Schäße des Christen verborgen, Hier tilgt sie tein| A 22 488. Eigene Melodie. 7. Schwinge dich empor vom Staube, Fasse Muth, verzagter Geist! Siegen, stegen wird der Glaube, Der den Herrn des Lebens preist. O laß dich das Dunkel der Erde nicht kümmern, Schon sieht ja dein Glaube die Herrlichkeit schimmern, Die jen seits der Sterne dir Jesus enthüllt; Da rufst du einst jauchzend: das Herz ist geſtillt. # uf meinen lieben Gott Trau' ich in Angst und Noth, Er kann mich all'- zeit retten Aus Trüb- sal, Angst und Nö- then; मा म Mein Un- glück kann er wen- den, Es steht in seinen Händen. 2. Ob mich die Sünd' ansicht,| Kreuz gestorben, Du hast mir Heil Verzag' ich dennoch nicht; Auf Chri- erworben. Hilf mir, wenn ich ers stum will ich bauen, und ihm allein bleiche, Zum ew'gen Himmelreiche. vertrauen. Ihm will ich mich erges ben Im Tode, wie im Leben. 5. Erhöre gnädig mich, Mein Trost, das bitt' ich dich, Hilf mir am letzten Ende, Nimm mich in deine Hände, Damit ich selig scheide Zur ew'gen Himmelsfreude. 6. Amen! zu aller Stund' Sprech' ich aus Herzensgrund: Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, Daß wir einst deinen Namen Dort ewig preisen. Amen. 3. Wenn mich der Tod nimmt hin, Ist Sterben mein Gewinn, Denn Christus ist mein Leben, Ihm hab' ich mich ergeben. Ich sterb' heut' oder morgen, Mein' Seel' wird Gott versorgen. 4. Du, mein Herr Jesu Christ, Der so geduldig ist für mich am A Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 489. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Glück stets bau= en, See le trau- en. W uf Gott, und nicht auf meinen Nath Will ich mein Und dem, der mich er schaf- fen hat, Mit ganzer 377 Er, der die Welt Allmächtig hält, JJJ Wird mich in mei- nen Tagen Als Gott und Vaster tra- gen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie| Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück viel mir nüßen würde, Bestimmte und Habe Verläßt mich doch im meine Lebenszeit, Mein Glück und Grabe. meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre Nicht zu besiegen wäre? 5. An dem, was sicher glücklich macht, Läßt Gott es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Reichthum, Pracht Erretten teine Seelen. Wer Gottes Rath Vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewissen Die Trübsal auch vers füßen. 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, Wenn's feine Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, Sein Wille, der geschehe. 4. Oft ist ein ungestörtes Glück Weit schwerer noch zu tragen, Als selbst das widrige Geschick, Bei dessen Last wir klagen. Die größte Noth 6. Was ist des Lebens Herrlichfeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn, Er hilft uns gern; Seid fröhlich, ihr Gerechten, Der Herr hilft seinen Knechten. 490. Mel. Nun ruhen alle Wälder. ped as soll ich ängstlich kla- gen, Und in der Noth ver- za- gen? Der Höch- ste sorgt für mich. Er sorgt, daß mei- ner See= le Kein wahres Wohlsein feh- le: Genug zum Trost, mein Herz, für dich. 378 Das christliche Leben. 2. Was nüßt es, heidnisch sorgen, dir befehle Ich jeden Wunsch der Und jeden neuen Morgen Mit neuem Seele, Du hörst, du hilfst, du segKummer seh'n? Du, Vater meiner nest gern. Tage, Weißt, eh' ich's dir noch sage, Mein Leid und auch mein Wohlergeh'n. 3. Auf deine Hand zu schauen, Dir kindlich zu vertrauen, Das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie freulich üben, und dich, mein Vater, lieben, Denn du verlässt die Deinen nicht. 7. Der du mir hier im Leben Schon größ'res Heil gegeben, Mir deinen Sohn geschenkt: Du wirst mir alles schenken, Unb mir zum Besten lenken, Was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen Nicht immer, wie sie's meinen, Dech stets nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, Bleibt doch dein Rath voll Liebe; Das zeigt der Ausgang mit der That. 4. Der du die Blumen kleidest, Und alle Thiere weidest, Du Schöpfer der Natur, Weißt alles, was mir fehlet, D'rum, Seele, was dich quälet, Befiehl dem Herrn, und glaube nur. 5. Herr, alle meine Sorgen, Die Noth auch, die verborgen An meinem Herzen nagt, Werf' ich auf dich, den Treuen; Den weißt du zu erfreuen, Der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen Und sich nach Hülfe sehnen, So klag' ich's dir, dem Herrn. Dir, Vater, & F 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, Und es nicht ganz verstehe, Was du mit mir gethan, kann ich doch deß mich trösten: Du nimmst mich, mich Erlösten, Gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort bei der Frommen Schaaren, Dort werd' ich es erfahren, Wie gut du mich geführt; Da sing' ich bir mit Freuden, Nach überstand'nen Leiden, Den Dank, der deiner Huld gebührt. 491. Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. ar- um willst du doch für mor- gen, Ar- mes Herz, Jmmerwärts, Als ein Hei- de for- gen? Wo- zu dient dein täg- lich Grä- men, Da Gott will In der Still' Sich der Noth annehmen? 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel' und Leib, Darum bleib' Ihm allein ergeben. Er wird ferner Alles schenken; Traue fest, Er verläßt Nicht, die an ihn denken. 3. Sage nicht: was soll ich essen? Gott hat dir All'zeit hier So viel angemessen, Daß der Leib sich kann ernähren; Uebriges Wird indeß Gottes Hand bescheren. 4. Es ist mehr als Trant und Speise Dieser Leib, Darum gläub', Gläub' zu Gottes Preise, Daß er Speis' und Trant kann geben Dem, der sich Festiglich Ihm ergibt im Leben. 5. Sorgst du, wie du dich sollst leiden? Jesus spricht: Sorget nicht, Solches thun die Heiden. Schau die Blumen auf den Feldern, Wie Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 379 so schön Diese steh'n Und die Bäum'| Welt verborgen. Was Gott will ist in Wäldern. ihr Vergnügen, Und wie er, Als der Herr, Will's mit ihnen fügen. 12. Doch fann ihnen nicht versagen Gott ihr Brod Jn der Noth, Wenn er hört ihr Klagen. Er kommt wahrlich, sie zu trösten, Eh' man's meint Und erscheint, Wenn die Noth am größten. 13. Ihre Sorg' ist für die Seelen, Und ihr Lauf Geht hinauf Zu den Felsenhöhlen, Zu des Herren Jesu Wunden, Da sind sie Aller Müh', Aller Noth entbunden. 6. Ach, der Glaube fehlt auf Erden; Wär' er da, müßt' uns ja, Was uns noth ist, werden. Wer Gott kann im Glauben fassen, Der wird nicht, Wenn's gebricht, Von ihm sein verlassen. 7. Wer Gerechtigkeit nachtrachtet, Und zugleich Gottes Reich) Uleber Alles achtet, Der wird wahrlich nach Verlangen Speis und Trank Lebenslang, Wie im Schlaf, empfangen. 8. Laß die Welt sich denn bemühen, Immerhin! Ach, mein Sinn Soll zu Jesu fliehen. Er wird ge= ben, was mir fehlet, Ob er's oft Unverhofft Eine Weil' verhehlet. 9. Will er prüfen meinen Glauben, und die Gab', Die ich hab', Mir gar lassen rauben: So muß mir zum Besten kommen, Wenn Gott mir Alles hier hat hinweg genommen. 10. Er kann Alles wieder geben; Wenn er nimmt, So bestimmt Er sein Wort zum Leben. Ach, wie viele fromme Seelen Leben so, Und sind froh, Ohne Sorg' und Quälen. 11. Sie befehlen Gott die Sorgen, Wie er will, Und sind still Vor der 14. Nun, Herr Jesu, meine Freude, Meine Sonn', Meine Wonn', Meiner Seelen Weide! Sorge nur für's Heil der Seelen, So wird mir Auch noch hier Nichts am Leibe fehlen. 15. Alles sei dir unverholen, Was mir fehlt, Was mich quält, Großer Gott, befohlen; Sorge du, so will ich schweigen, Und vor dir, Nach Gebühr, Meine Kniee beugen. 16. Sch will dir mit Freuden danken Fort und fort, Hier und dort, Und will nimmer wanten. Lob und Preis sei deinem Namen; Sei mein Theil, Hülf' und Heil, Liebster Jesu, Amen. 492. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. Der mir ewig blei- bet feſt, 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth, Er steht bei mir bis zum Tod. Er weiß, was mein Herz erquicket: Seine Lieb' und Vatertreu' Bleibt mir jetzt und ewig neu. 8# ollt' ich meinem Gott nicht trauen, Der mich liebt so vä- ter- lich, TO Der so herz- lich sorgt für mich? Sollt' ich auf den Fels nicht bau- en, 1 Der die Seinen nicht ver- läßt? 3. Der die Vögel all' ernähret, und Gras Er, der Blumen, Laub Kleidet schön ohn' Unterlaß, Alles Gute uns bescheret, Sollte der verlassen mich? Nein, ich trau' ihm feſtiglich. 380 Das christliche Leben. 4. Wenn nach seinem Reich ich| Meinen Gott nur lass' ich sorgen; trachte, Wenn ich die Gerechtigkeit, Die mir Christi Blut verleiht, Mehr als Gold und Silber achte, Segnet Gott mir früh und spat Worte, Werke, Rath und That. Alles war er alle Zeit Zu versorgen schon bereit. 6. Gott sei Lob, der mich ers freuet, Daß ich glaube festiglich: Gott, mein Vater, sorgt für mich; Der mir diesen Trost erneuet, Daß ich weiß: Gott biebet mich, Gott verz sorgt mich ewiglich. 5. Nun, so sorg' ich nicht für morgen; Alles, was zukünftig ist, Irrt mich nicht, ich bin ein Christ! 493. Mel. Mache dich, mein Geist, bereit. ei= ne nicht! Gott lebet noch, Du be- trüb te See- le; Ozum Va ter schauze doch, Ob die Welt dich quä- le. Nur Geduld! Gottes Huld Gibt dir nach dem Lei= den Wie der Trost und Freuden. 2. Weine nicht! Gott denkt an dich; Hat man dein vergessen, O dann hat er längst bei sich, Was dir nügt, ermessen. Eh' zerfällt Diese Welt, Eh' er dich kann hafsen, Oder gar verlassen. 3. Weine nicht! Gott siehet dich, Ist er gleich verborgen. Trage nur geduldiglich Deine Last der Sorgen. er läßt, Glaub' es fest, Endlich nach dem Weinen Seine Sonne scheinen. 4. Weine nicht! Gott höret dich, Hört in Noth dein Flehen, Hülfreich wird er gnädiglich Dir zur Seite stehen. Immer hat, Wer ihn bat, In den Leidensstunden Rettung noch gefunden. 5. Weine nicht! Gott liebet dich, Mag die Welt dich hassen, Dir zu schaden freventlich, manchen Anschlag fassen. Stark wird er, Er, der Herr, Ob die Feinde stürmen, Dich, sein Kind, beschirmen. 6. Weine nicht! Gott sorgt für dich, Was kann nun dir fehlen? Wer wird nun mit Sorgen sich noch vergebens quälen? Wirf auf ihn Alles hin, Er wird sich bewähren, Seinen Gang verklären. 7. Weine nicht! Gott tröstet dich, Ob die Thränen fließen. Endlich wird der Kummer sich In das Grab verschließen. Durch den Tod Stirbt die Noth, Und wenn der erscheinet, Hast du ausgeweinet. 494. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. ott lebt! wie kann ich traurig sein, Als wär' kein Gott Er weiß ja wohl von meiner Pein, Die ich hier muß Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 381 d Er kennt mein Herz zu finden? em- pfin- den. D'rum darf ich nicht ver- za- gen, Soll ihm nur Alles kla- gen. wird er zwar Mich wunderbar, Doch selig immer leiten, Daß nie mein Fuß kann gleiten. 2. Gott hört, wenn Niemand hören will; Wie sollte mir denn bangen, Als könnt' an der Erhörung Ziel Mein Seufzen nicht gelangen? Ruf' 5. Gott gibt! und wär' ich noch ich empor, So hört sein Ohr, Sein Amen schallet wieder, Und sendet Hülf' hernieder. so arm, Doch soll ich nicht verder= ben. Was hilft mir denn mein steter Harm, Als müßt' ich Hungers sterben? Er hat ja Brod; Und wenn in Noth Ich müßt' durch Wüsten reisen, Doch würde er mich speisen. 3. Gott sieht! wie klaget denn mein Herz, Als säh' er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz Ganz offenbar er= scheinen. Zur Erde fällt Nicht ungezählt Die kleinste meiner Zähren; Er wird mir Trost gewähren. 6. Gott lebt! ich merk' es überall, Gott hört, ihm darf ich klagen. Gott sieht, er kennt der Thränen Zahl, Gott führt, ich darf nicht zagen. D'rum nicht betrübt! Gott gibt und liebt, Wird mir die Gnade geben, Auch dort mit ihm zu leben! 4. Gott führt! d'rum geh' ich ruhig fort Auf allen meinen Wegen. Mag mir die Welt bald hier, bald dort Arglistig Schlingen legen, So a Und meinen Schmerz, 495. Mel. Aufersteh'n, ja aufersteh'n wirft du. für- wahr, uns führt mit sanfter Hand Ein Hirt på durch's Pil- ger- land Der dunk- len Er- de, Uns, sei- ne kleine Her- de. Halleluja! 2. Wenn im Dunkeln auch sein Häuflein irrt, Er wacht, der treue Hirt, Und läßt den Seinen Ein freundlich Sternlein scheinen. Halleluja! 3. Sicher leitet aus des Todes Grau'n Er uns zu grünen Au'n, Zu frischen Quellen, zu ew'gen Lebenswellen. Halleluja! 4. Freundlich blickt sein Aug' auf uns herab. Sein sanfter Hirtenstab Bringt Trost und Friede; Er wachet sich nicht müde. Halleluja! 6. Ja, fürwahr, er ist getreu und gut; Auch unser Schicksal ruht In seinen Armen. Sein Name ist: Erbarmen. Halleluja! 382 M Das christliche Leben. 496. Eigene Melodie. ci- ne Hoffnung ste- het fe- ste, Steht auf den lebend'gen Gott. Er ist mir der Al- ler- be- ste, Der mir beisteht in der Noth. || 3 Er al- lein Soll es sein, Den ich nur von Herzen mein'. 2. Sagt mir, wer kann doch vertrauen Auf ein schwaches Menschentind? Wer kann feste Schlösser bauen In die Luft und in den Wind? Es vergeht, nichts besteht, Was ihr hier auf Erden seht. 3. Aber Gottes Güte währet Jm mer und in Ewigkeit; Vieh und Menschen er ernähret Durch erwünschte Jahreszeit. Alles hat Seine Gnad' Dargereichet früh' und spat. 4. Gibt er uns nicht Alles reichlich Und in großem Ueberfluß? Seine Lieb' ist unvergleichlich, Wie ein starter Wasserguß. Luft und Erd' Uns ernährt, Wann es Gottes Gunst begehrt. 5. Danket nun dem großen Schöpfer, Durch den wahren Menschensohn, Der uns, wie ein freier Töpfer, Hat gemacht aus Erd' und Thon. Groß von Rath, Stark von That Ist, der uns erhalten hat. 497. Mel. Nun ruhen alle Wälder. gd dj ddpred d da ch hab' in gu- ten Stun- den Des Le- bens Glück empfunden, pred d Und Freuden oh- ne Zahl: So will ich denn ge= lassen Mich auch im Lei den fassen, Welch' Le- ben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Und stets strafst du gelinder, Als es der Mensch verdient. Sollt' ich, be schwert mit Schulden, Kein zeitlich Weh' erdulden, Das doch zu meinem Besten dient? ich vertrauen, Und nicht auf Menschen bauen, Du hilfft und du errettest gern. 3. Dir will ich mich ergeben, Und, mehr als Ruh' und Leben, Dich lie: ben, meinen Herrn. Dir, Gott, will 4. Laß du mich Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereu'n. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Trost und Leben sein. Vertrauen auf Gott. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe, Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf dem Todespfade Vertrau' ich deiner Gnade, Du, Herr, bist bei mir in der Noth. V 498. Eigene Melodie. on Gott will ich nicht lassen, Denn er läßt nicht von mir, Führt mich auf rechter Stra- ßen, Da ich sonst irr te hier. Trost. Ergebung. 383 6. Jch will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, Im Glauben zu ihm fleh'n. Ich will den Tod bedenken; Der Herr wird Alles lenken, Und was mir gut ist, wird gescheh'n. Er reicht mir seine Hand. Am Abend wie am Mor- gen all Will er mich wohl ver= for= gen, 2. Wenn Menschenhuld und Lie= ben In Ungunst sich verkehrt, Jst er doch treu geblieben Dem, der ihn liebt und ehrt. Er hilft aus aller Noth, Er hilft von Sünd' und Schanben, Von Ketten und von Banden, Und rettet selbst vom Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren Zeit, Auf seine Hülfe bauen, Er wendet alles Leid. Jhm sei es heimgestellt; Leib, Seele, Gut und Leben Sei Gott dem Herrn gegeben, Er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was uns nüglich ist; Gut meint er's mit uns Allen, Er gab uns Jesum Christ, Ihn, seinen ein'gen Sohn, Durch den er uns bescheret, Was Leib und Seel' ernähret. Sobt ihn auf seinem Thron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, Ihn, der uns Alles schenkt. Wie selig ist die Stunde, In der man sein gedenkt! So braucht man recht der Zeit. Wir sollen schon auf Er den In ihm ja selig werden, Noch mehr in Ewigkeit. Er schüßt das ganze Land. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrer Lust und Pracht, Nicht Ehr' noch Gut bestehet, Das hier so groß uns macht, Dann werden nach dem Tod Wir in die Gruft begraben; Wenn wir geschlafen haben, Wecki uns der trente Gott. 7. Die Seel' wird unverloren Ge führt in Abram's Schooß; Der Leib wird neu geboren, Bon allen Sünden los. Durch Chriftum bin ich rein, Wenn ich im Glauben sterbe, Dann bin ich Gottes Erbe, Dann werd' ich selig sein. 8. Obgleich ich jetzt noch dulde Viel Leiden dieser Zeit, Das ich oft selbst verschulde, Naht doch die Ewigteit. Sie ist ber Freude voll, Die, weil ich Christum kenne Und mich von ihm nicht trenne, Mir ewig werden soll. 9. Das ist des Vaters Wille, Der uns erschaffen hat, Aus seines Sohnes Fülle zu nehmen Gnad' um Gnad'; Er gibt uns seinen Geist, Damit er uns regiere, Hinan zum Himmel führe. Hoch sei der Herr gepreist. 384 G Das christliche Leben. 499. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. A ott lebet noch und stir- bet nicht, Gott ist mein Trost und Zu- ver- sicht. Ja, wenn die ganze Welt fällt ein, Soll dies mein bestes Hof- fen sein: Gott le= bet noch. 2. Gott lebet noch, was sorg' ich denn? So lang' ich Gott, den Vater, kenn', Seg' ich die Sorgen auf die Seit', Und singe fröhlich alle zeit: Gott lebet noch. 3. Mein Herz, wenn du weißt keinen Rath, Wenn dich die Noth umgeben hat, Und dich geseht in großes Leid, So denke du nur alle zeit: Gott lebet noch. gt 4. Gott lebet noch, und weiß gar wohl, Wie seine Hand dich retten soll; Dein Vater meint und macht es gut, Wenn er dich straft, d'rum wohlgemuth: Gott lebet noch. 5. Gott legt dir auf ein schweres Joch, Wodurch er dich betrübet hoch; Doch hilft er tragen, was dich plagt, Und stärkt dich, d'rum sprich unverzagt: Gott lebet noch. 6. Wenn dir nun wird dein Kreuz so schwer. Und dich fast drücket allzusehr, Wenn es dich fast zu Boden beugt, So hilft doch Gott und macht es leicht: Gott febet noch. 7. Mein Vater, sorge du für mich, Mein' Hoffnung steht allein auf dich. Sieh' mich mit Baterblicken an, Daß ich stets fröhlich singen kann: Gott lebet noch). 500. Eigene Melodie. I- les ist an Got- tes Segen Und an seiner Gnad' ge- le- gen, Ne- ber alles Geld und Gut. Wer auf Gott die Hoffnung se- pet, Der behält ganz un- ver- le- get Ei- nen frei- en Glau- bens- muth. Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 385 Meine Seele, Leib und Leben hab' ich seiner Gnad' ergeben, und ihm Alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen Mein Verlangen zu erfüllen, Es hat Alles seine Zeit. Ich hab' ihm nichts vorzuschreiben, Wie Gott will, so muß es bleiben, Wenn Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger le= ben, Will ich ihm nicht widerstreben, Ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts. daß lang' bestehet, Alles Jrdische vergehet Und fährt wie ein Strom dahin. 2. Der mich hat bisher ernähret Und mir manches Glück bescheret, st und bleibet ewig mein; Der mich wunderbar geführet, Und mich leitet und regieret, wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, Die nur Sorg' und Unruh' machen, Und ganz unbeständig sind. Ich begehr', nach dem zu ringen, Was mir kann Vergnügen bringen Und man hier gar selten find't. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken, Was ich wünsche, wird sich schicken, So es anders Gott gefällt. G 501. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. ot tes Mund hat uns ver- hei- ßen, We- der sei- ner Hand ist bekannt; Es soll uns aus Welt noch Teu- fel reißen. Seine Wahr- heit # Darum fürchten wir uns nicht, Wenn gleich # Welt und Him- mel bricht: Sei= ne Treu' kann ihr Ver- spre- chen Nicht vergessen oder bre- chen. 2. Mögen doch die Berge weichen, Und die Felsen untergeh'n: Nichts mag unferm Felsen gleichen, Gottes Bund bleibt ewig steh'n. Fallt, ihr Hügel, immer hin! Unsres Gottes Vaterfinn Kann kein Schlag noch Fall erschüttern, Wenn gleich Erd' und Himmel zittern. 3. Er hat sich mit uns verbunden Durch den Bund, der ewig gilt. Dieser Bund wird fest erfunden, Dieser Bund ist unser Schild. Droht auch des Versuchers Pfeil, Gott bleibt unser Erb' und Theil; Das hat uns sein Mund geschworen, Da sein Geist uns neu geboren. 4. D'rum sei ruhig, meine Seele, Trau' auf Gott, der für dich wacht, Wenn in dieser Jammerhöhle Dir ein Zweifel Kummer macht. Wer sich nur auf Gott verläßt, Der steht unbeweglich fest. Dein Erbarmer wird dich stüßen, Seine Treu' wird dich beschützen. 17 386 8th Zweifeln hin? Kin- des- sinn? Das christliche Leben. 502. Mel. Alle Menschen müssen sterben. u sollst glau- ben, und du Ar- mer Gibst dich ban- gen Du sollst be ten zum Er- bar- mer Und dir fehlt der e Kindlich mußt du hier ver- trau- en, Dort wirst du den Ausgang schauen. Je su Ausgang ward erst klar, = || Als er auf- er- stan- den war. 2. Glaube gibt der Andacht Flügel, Glaube hebt zu Gott empor, Glaube bricht des Grabes Riegel, Selbst der Ewigkeiten Thor; Glaube geht durch Flamm' und Fluthen, Ließ die Zeugen Jesu bluten, Und sie überwanden weit, Sicher ihrer Seligkeit. 3. Glaube hilft die Welt besiegen, Macht die schwerste Prüfung leicht; Alles muß ihm unterliegen, Selbst die Macht der Sünde weicht. Ob du schon im Kampf erlagest, Und nun an dir selbst verzagest: Kämpfe stär: ter, kämpfe fort, Denn der Herr ist Schutz und Hort. L 4. Willst du im Vertrau'n ermüden, Wenn die Hülfe noch verzieht? Stehe fest in Gottes Frieden, Der die rechte Zeit ersieht. Den hat Täuschung nie betroffen, Der gehorsam blieb im Hoffen. Glaube fest: der Alles schafft, Gibt dir auch zum Glauben Kraft. 503. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. was mich fränkt und drückt; meinem Scha- den schickt. 5. Hast du nicht schon oft erfahren, Wie er dir zur Seite stand? Hast du nicht bes Wunderbaren Wunderausgang oft erkannt? Mußt du denn ihn immer sehen, Ganz des Ew'gen Rath verstehen? Selig, selig, die nicht seh'n, Und doch fest im Glauben steh'n! err, ma che meine See le stil= le, Ge- schieht doch ein- zig nur dein Wil- le, Bei al= lem, Der nichts zu Du bist's, der Al- les ändern kann, Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. Und was du thust, ist wohl= ge= than. 2. Auch auf den allerrauh'sten We-| So ehr' ich dich im größten Schmerz, gen Führt deine Hand zur Selig- Und spreche mit Gelassenheit: Was keit; Aus Trübsal kommt der ew'ge mein Gott will, gescheh' all'zeit. Segen, Und Herrlichkeit aus kurzem Leid; Die Thränensaat muß Freude sein, Sieht's gleich der blöde Geist nicht ein. 5. Die Stunde wird doch endlich kommen, Da mich vollkomm'nes Glück erfreut; Denn einmal führst du doch die Frommen Zur völligen Zufriedenheit, Und dann wird Jedem offenbar, Daß, Gott, dein Rath der beste war. 6. Dann wird von allen meinen Plagen Der ew'ge Nutzen mich erfreu'n; Dann wird mein Herz statt aller Klagen Voll von dem Dank und Lobe sein: Der Herr, der für mein Heil gewacht, Hat Alles mit mir wohlgemacht. 3. D'rum laß mich stille sein und Hoffen, Wenn du mir Prüfung hast bestimmt. Dein Vaterherz steht dem noch offen, Der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, Mit dem machst du es immer gut. 4. Gott, du nur kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz In dieser Ueberzeugung feste, M 504. Mel. Jesu, meine Freude. 387 ppp eine Seel' ist stil- le, Weil ja Gottes Wil- le Mit dem, was Gott fü- get, Ist mein Herz ver- gnü- get, DO Mir zu helfen steht. Nimmt es, wie es geht. Geht die Bahn nur him= mel- an 3. Nein, ach nein, nur Einer, Sag' ich, und sonst Keiner, Wird von mir geliebt. Jesus, der Getreue, Und von Je- su un- ge- schie- den, So bin ich zu- frie- den. 2. Dir will ich anhangen, Das| Deß ich mich erfreue, Der sich ganz sei mein Verlangen, Gott, bei dir mir gibt, Er allein, er soll es sein, zu sein. Keinen will ich hören, Dem ich wieder mich ergebe, Einzig Der mich will bethören Mit dem ihm nur lebe. falschen Schein. Was der Welt allein gefällt, Lust und Ehr' und irdisch Trachten, Will ich gar nicht achten. 4. Gottes Güt' erwägen, Und sich gläubig legen In des Vaters Schooß, In sein Äntlig schauen, und ihm findlich trauen, Welch' ein selig Loos! Ruhe fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, Den wird er erquicken. 17* 388 f Das christliche Leben. 505. Eigene Melodie. ar= um betrübst du dich, mein Herz, Bekümmerst dich Demit ban gem Schmerz Nur um ein zeit- lich Gut? Ver- trau' auf Gott nur, der die Welt Er schaffen hat und auch erhält. 2. Er kann und will dich lassen| keit; Zu dir steht mein Vertrau'n. nicht, Er weiß gar wohl, was dir Mach' mich an meiner Seele reich, gebricht, Die ganze Welt ist sein. So gilt mir alles And're gleich. Er ist dein Vater und dein Gott, Und steht bei dir in jeder Noth. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, Verläsfest du dein Kind auch nicht, Du väterliches Herz. Ich Staub und Asche habe hier Sonst keinen Trost, als nur von dir. 7. Des Zeitlichen entbehr' ich gern, Hab' ich das Ewige vom Herrn, Das Jesus mir erwarb Durch seinen herben bittern Tod; Das gib du mir, du treuer Gott. 4. Ein Thor nur trotzt auf Ehr' und Gut, Jch trau' auf Gott mit stillem Muth, Bei Wenigem vergnügt. Mir bleibt die frohe Zuverficht: Wer Gott vertraut, dem fehlt es nicht. 5. So groß auch immer die Gefahr Für alle Kinder Gottes war, Gott führte sie heraus. Wo Menschenrath und Hülfe schwand, Da schützte feine Vaterhand. 6. Ach Gott, so reich bist du noch heut', Als du es warst von Ewig 8. Denn Alles, was die eitle Welt Für Leben, Glück und Freude hält, Geld, Ehre, Wollust, Pracht: Das währt nur eine kurze Zeit, und hilft uxs nichts zur Seligkeit. 9. Ich danke dir, o Gottes Sohn, Daß du mir hast des Glaubens Lohn Im Wort geoffenbart. Verleih' auch nir Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 10. Lob, Ehr' und Preis set dit gebracht, Der du es immer wohl gemacht. In Demuth bitt' ich dich: Verwirf von deinem Angesicht, Mein Herr und Gott, verwirf mich nicht. 506. Eigene Melodie. chwing' dich auf zu deinem Gott, Du be trübte See- le! Warum liegst du, Gott zum Spott, Jn der Schwermuthshöhle? Merkst du nicht des Sa- tans List? Er will durch sein Kämpfen Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 389 Dei- nen Trost, den Jesus Christ 2. Auf, ermunt're dich und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneu'st du deinen Stich, Machst mir angst und bange? Jst dir doch der Kopf zerknickt, Und ich bin durch's Leiden Meines Heilands dir entrückt In den Saal der Freuden. 3. Hab' ich wo nicht recht gethan, Ist mir's leid von Herzen, Da hingegen nehm' ich an Christi Blut und Schmerzen; Denn das ist das Lösegeld Meiner Missethaten, Dadurch ist der ganzen Welt Und auch mir gerathen. 5. Schreie, arge Welt, es sei Mir Gott nicht gewogen! Gott bleibt immer mir getreu, hat mich nie betrogen. Wäre Gott nicht gut gefinnt, Würd' er seine Gaben, Die mein eigen worden sind, Wohl behalten haben. 6. Denn was ist im Himmelszelt, Was im tiefen Meere, Was ist Gutes in der Welt, Das nicht gut mir wäre? Glänzt mir nicht der Sterne Licht? Ist mir nicht gegeben Luft und Wasser? dient es nicht mir zu meinem Leben? M Dir er- wor- ben, däm- pfen. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein, Wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz hinein mit dem bittern Leide: Laß es dringen, kommt es doch Von geliebten Händen; Schnell zerbricht des Kreuzes Joch, Wenn es Gott will wenden. 4. Stürme, Satan, und du Tod! Was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Noth Gott mit seiner Gnaden, Der Gott, der mir feinen Sohn Hat geschenkt aus Liebe, Daß der Sünden Fluch und Hohner Mich dort nicht betrübe. 8. Kinder, die der Vater soll zieh'n zu allem Guten, Die gerathen selten wohl Ohne Zucht und Ruthen. Bin ich nun ein Gotteskind, Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner Sünd' Will zum Guten ziehen? Die Welt um mei- nen Glauben: Sie muß mir dies erlau- ben. 9. Es ist herzlich gut gemeint Mit der Christen Plagen; Wer im Glauben hier geweint, Darf nicht ewig klagen, Sondern gehet freudig ein Dort in Christi Garten, Weil lernte stille sein Und im Glauben warten. 10. Gottes Kinder säen zwar Trau= rig und mit Thränen, Aber endlich bringt das Jahr, Wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, Wo fie Garben binden, Wo fie nach dem kurzen Leid Ew'ge Freude finden. 11. Ei, so faß, o Christenherz, Alle deine Leiden, Wirf sie fröhlich hinterwärts, Schau' auf jene Freu den. Trau' auf Gott je mehr und mehr, Gib dem großen Namen Deines Gottes Preis und Ehr'; Er wird helfen, Amen. 507. Eigene Melodie. ag ich Unglück nicht wider- steh'n, Will mich verschmäh'n Ich hab' Ver- ge- bung mei- ner Schuld, Des Va- ters Huld; Gott ist nicht weit, Ein' tleine Zeit 390 Das christliche Leben. Er sich verbirgt, Bis er erwürgt, Die mich des Worts be- rau- ben. 2. Richt', wie ich bitt', auch jetzt mein' Sach', Weil ich bin schwach, Und Gott mich Furcht läßt finden. Ich weiß, daß keine Macht bleibt fest, Das ist das Best'; Was zeitlich, muß verschwinden. Das ew'ge Gut Macht rechten Muth, Dabei ich bleib', Wag' Gut und Leib: Gott, hilf mir überwinden. A 3. Al' Ding' ein' Weil', ein Sprüchwort ist. Herr Jesu Christ, Du wirst mir steh'n zur Seiten, Und sehen auf das Unglück mein, Als wär' es dein, Wenn's wider mich will streiten. Muß ich denn d'ran Auf dieser Bahn: Welt, wie du willt! Gott ist mein Schild, Der wird mich wohl begleiten. 508. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. uf den Ne- bel folgt die Sonn', Auf das Trauern Freud' P und Wonn', Auf die schwe- re, bitt're Pein Stellt sich Trost und e the 3 Lab= sal ein. Mei- ne See- le, die zu= vor Sank bis zu dem Höllen- thor, Steigt nun bis zum Him- mels- chor. 2. Der, vor dem die Welt er=| stung auch zulett, Die ihm Leib und schrickt, Hat mir meinen Geist er- Seel ergößt. quickt; Seine starke Vaterhand Hilft, zerreißt das Höllenband. Alle seine Lieb' und Güt' Ueberströmet mein Gemüth, Daß es nun in Lieb' er glüht. 3. Hab' ich vormals Angst gefühlt, Hat der Gram mein Herz zerwühlt, Hat der Kummer mich beschwert, Hat der Satan mich bethört: Ei, so bin ich nunmehr frei, Heil und Rettung, Schuß und Treu' Steht mir wieder treulich bei. 4. Gott läßt keinen traurig steh'n, Noch mit Schimpf zurücke geh'n, Der sich ihm zu eigen schenkt Und sich in sein Herz versenkt. Wer auf Gott die Hoffnung setzt, Findet Trö 5. Geht's nicht heute wie man will, Sei man nur ein wenig still; Ist doch morgen auch ein Tag, Da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt, Wenn die kommt, kommt unsre Bitt' Und die Freude reichlich mit. 6. Ach, wie oftmals dacht' ich doch, Da mir noch des Trübfals Joch Auf dem Haupt und Halse lag, Unt mir fast das Herz zerbrach: Nun ist keine Hoffnung mehr, Auch kein Ruhen, bis ich kehr' In das schwarze Todtenmeer! 7. Aber mein Gott wandt' es bald, Heilt' und hielt mich dergestalt, Daß ich, was sein Arm gethan, Nie ge Vertrauen auf Gott. Trost. nugsam preisen kann; Da ich weder| Lobgesang hier noch da Einen Weg zur Rettung und Dank. fah', Hatt' ich seine Hülfe nah'. 8. Als ich furchtsam und verzagt Mir oft selbst das Herz geplagt, Als ich manche liebe Nacht Mich mit Wachen krank gemacht, Als mir aller Muth entfiel, Tratest du, Gott, selbst in's Spiel, Gabst dem Unfall Maß und Ziel. 9. Nun, so lang' ich in der Welt Haben werde Haus und Zelt, Soll mir dieser Wunderschein Stets vor meinen Augen sein. Jch will all mein Lebentang Meinem Gott im da und Lei- den, uns scheiden? Ergebung. 391 Bringen freudig Preis 10. Allen Jammer, allen Schmerz, Den des ew'gen Vaters Herz Mir schon jetzt hat zugezählt, Oder künftig auserwählt, Will auf meiner Lebensbahn Jch, so viel ich immer kann, Frisch und fröhlich nehmen an. 11. Ich will geh'n in Angst und Noth, Ich will geh'n bis in den Tod, Ich will geh'n in's Grab hinein, Und doch all'zeit fröhlich sein. Wem der Stärkste bei will steh'n, Wen der Höchste will erhöh'n, Der kann nicht zu Grunde geh'n. 509. Mel. Wo Gott der Herr, nicht bei uns hält. st Gott für uns in aller Pein, In al= lem Kreuz Wer mag uns dann zu- wi- der sein? Wer mag von ihm Ⓡ Ist Gott für uns in Angst und Noth, So kann 4. Ist Gott für uns, so dürfen sich Die Feind' an uns nicht wagen, Er kann sie alle mächtiglich mit seinem Schwerte schlagen. Gott kennet seine Kinder wohl, Und weiß wohl, uns Satan, Höll' und Tod, Kein Feind kann uns dann scha- den. 2. Ist Gott für uns, so können| wann er helfen soll Den Schafen wir Verrichten große Thaten, Denn seiner Weide. er ist bei uns für und für, Und 5. Ist Gott für uns, wie er denn weiß uns wohl zu rathen. Bestegen ist Bei uns aus lauter Gnaden, Was können wir mit Gott Das Kriegs kann uns dann Betrug und List. volk, daß es noch mit Spott Und Haß, Neid und Feindschaft schaden? Schande uns muß weichen. Gott ist so stark, daß Roß und Mann Er auch mit einem Wörtlein kann Gar leicht zu Boden fällen. 3. Ist Gott für uns, so kann die Macht Der Stolzen nicht bestehen; Sie werden alle umgebracht, Und müssen schnell vergehen. Wo dieser Gott nur will allein Bei uns und unser Helfer sein, Da ist uns wohl geholfen. 6. Jst Gott für uns, so wird er wohl Für seine Lehre kämpfen, Und wird wohl wissen, wie er soll Der Feinde Bosheit dämpfen. Er schickt es oft so wunderlich, Daß selbst noch die Verfolger sich Zu ihm bekehren müssen. 7. Ist Gott für uns, so haben wir Die Engel auch zur Seite; Sie geben uns durch's Leben hier Ihr 392 Das christliche Leben. freundliches Gelette. Durch sie wird, schrecken? Uns wird einst Christi wenn es Gott bestellt, Allein in einer Donnerstimm' Vom Tode auferwecken Nacht gefällt Ein ganzes Heer der Zur Himmelsfreud' und Seligkeit, Feinde. Da wir in alle Ewigkeit Bei Gott dort leben sollen. 8. Ist Gott für uns, so muß die Welt Mit ihrer Macht erliegen; Mit Gott behält man stets das Feld, Mit Gott kann man obsiegen. Der Satan selbst kann nicht besteh'n, Er muß beschämt selbst von uns geh'n Und kann kein Haar uns krümmen. 9. Ist Gott für uns, was kann der Grimm Des Todes uns dann M Zeit zu End'. Tein nur kennt, 10. D'rum wollen wir zu keiner Zeit Von unserm Gott uns scheiden; Von seiner Lieb' und Gütigfeit Trenn' uns kein Schmerz, kein Leiden. Der Krieg, das Schwert, der Hohn und Spott Soll uns und unsern lieben Gott In Ewigkeit nicht trennen. 510. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. eine Sorgen, Angst und Pla- gen AL- les Seuf- zen, al= les Kla- gen, Wird, Gott Lob! nicht e- wig sein; Nach dem J Regen wird ein Schein Von viel tausend Son- nen- bli- cen Mei- nen matten Geist er qui- cken. = 2. Meine Saat, die ich gesäet, Wird zur Freude wachsen aus. Wenn die Dornen abgemähet, Träget man die Frucht nach Haus. Wenn ein Wetter ist vorbei, Wird der Himmel wieder frei; Nach dem Ringen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. 3. Wo man sich will Rosen bre chen, Muß man leiden in der Still', Daß uns auch die Dornen stechen; Alles geht wie Gott es will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, Das man nur im Kampf erreicht; Will man hier das Kleinod finden, So muß man erst überwinden. Laufen mit der Das der Herr al4. Unser Weg geht nach den Ster nen, Ist mit Kreuzen wohl besetzt, hier muß man sich nicht entfernen, Ist er gleich mit Blut beneßt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin sonder Streit; Die in Salems Mauern wohnen, Zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, Die des Himmels Klarheit seh'n, Aus viel Trübjal bergekommen. Vor des Lammes Stuhl zu steh'n; Prangend in der Ehrenkron' Stehen sie vor Gottes Thron; Weil sie glücklich triumphiret, Sind mit Palmen sie gezieret. Vertrauen auf Gott. 6. Gottes Ordnung stehet feste, Und bleibt ewig unverrückt; Seine Freund' und Hochzeitsgäste Werden nach dem Streit beglückt; Israel erhält den Sieg Nach geführtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, Wo man nicht hat überwunden. 511. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 2 Trost. Ergebung. 393 7. Darum trage deine Ketten, Meine Seel', gedulde dich; Gott wird dich gewiß erretten, Das Gewitter leget sich. Nach dem Blizz und Donnerschlag Folgt ein ange nehmer Tag: Auf den Abend folgt der Morgen, Und die Freude nach den Sorgen. as willst du dich be trü- ben, O met- ne lie- be Seel'? Sieh', daß du den mög'it lie= ben, Der heißt Jm- ma- nu= el. Ver- trau- e ihm allein, Er wird gut Al- les machen, Und förA dern det- ne Sachen, Wie dir's wird se lig sein. 2. Denn Gott verlässet Keinen, Der sich auf ihn verläßt, Er bleibt getreu den Seinen, Die ihm vertrauen fest. Läßt sich's an wunderlich, So laß dir doch nicht grauen, Mit Freuden wirst du schauen, Wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen Mit unerschrock'nem Muth, Du wirst mit ihm erjagen, Was nüß' dir ist und gut. Was Gott beschlossen hat, Das kann nie Jemand hindern Aus allen Menschenkindern, Es geht nach seinem Nath. 4. Gott hab' ich mich ergeben, Ihm Alles heimgestellt, Und will nach nichts sonst streben, Denn nur, was ihm gefällt; D'rauf wart' ich und bin still'. Sein Wille ist der beste, Das glaub' ich ganz und feste. Gott mach' es, wie er will. 5. Gib, daß ich deine Ehre, O Gott, mein Lebenlang Von Herzens grund vermehre. Dit sag' ich Lob und Dank; O Vater. Sohn und Geist, Der du aus lauter Gnaden Abwendest Noth und Schaden, Set immerdar gepreist. 512. Eigene Melodie pol. ch Gott, er- hör' mein Seufzen und mein Klagen. Laß mich in meiner Noth nicht gar ver- za- gen. Du weißt den Schmerz, Erkennst 394 Das christliche Leben. mein Herz, Du hast mir's auf- ge- legt, d'rum hilf mir's tra- gen. 2. Ohn' deinen Willen kann mir lich einmal aufgehöret. Zum Sienichts begegnen, Du kannst verflu- gesstand Reich' mir die Hand, Du chen und auch wieder segnen. Zwar siehest, daß mein Herz sonst nichts hat dein Kind Die Straf verdient; begehret. Doch laß den Thau der Gnade auf mich regnen. 3. Pflanz' mir Geduld durch deinen Geist in's Herze, Hilf, daß ich nicht mein wahres Heil verscherze. Zu deiner Zeit Wend' ab mein Leid, Sei mir ein Licht in meinem tiefen Schmerze. 6. Willst du mich noch auf ſteile Pfade leiten, So stehe mir mit deiner Kraft zur Seiten, Daß bis auf's Blut Mit frohem Muth Ich möge wider alle Feinde streiten. 7. Laß mich gestärkt im Glauben überwinden, In deinem Vaterhause Frieden finden, Zum Preis und Dank, Zum Lobgesang, Um mich mit dir auf ewig zu verbinden. 8. Dann folg' ich Denen, die schon zu dir tamen, In schweren Leiden priesen deinen Namen. Ich schau' empor Im Siegerchor, Und bringe Preis dir für mein Leiden, Amen." 4. Ich weiß gewiß, du hast mein nie vergessen, Was mir zum Heil gereicht, hast du ermessen. Du treuer Gott Hilfst mir in Noth, Ob auch die Leiden Thränen mir auspressen. 5. Kein Unglück hat noch je so lang' gewähret, Es hat doch end513. Eigene Melodie. P ollt' es gleich bis- weilen scheinen, Als verließe Gott die Seinen, Oso glaub' und weiß ich dies: Gott hilft end- lich doch ge- wiß. 2. Hülfe, die Gott aufgescho-| Drückt auch schwer des Kreuzes Joch, ben, Hat er d'rum nicht aufgehoben, Gott, mein Vater, Lebet noch. Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wann's heilsam ist. 3. Wie nicht gleich die Väter geben, Wonach ihre Kinder streben, So gibt Gott auch, wann er will, Harre seiner und sei still. 6. Mögen mich die Menschen kränken Und auf mein Verderben denken, Sind sie mir ohn' Ursach' feind: Gott im Himmel ist mein Freund. 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die Noth am allergrößten; Er ist gegen, mich, sein Kind, Mehr als väterlich gesinnt. 7. Darf ich von der Welt nichts hoffen, Steht mir doch der Himmel offen, und ist da mein Platz bestellt, Was frag' ich dann nach der Welt? 8. Wenn ich bis zu meinem Grabe Dich, mein Herr und Gott, nur habe, 5. Treß der Welt und ihren Rot- Dann hab' ich das beste Theil, Und ten! Ich kann ihre Macht verspotten. I bei dir einst ew'ges Heil. Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 514. Mel. Das Jefulein soll doch mein Trost. pad er= ge- ben; mein Leben. ch hab' in Gottes Herz und Sinn Mein Herz und Sinn Was böse scheint, ist mir Ge- winn, Der, Tod selbst ist 395 Denn Gott ist mein, Und ich bin sein, Was ist wohl, das mir scha- de? Ob er gleich schlägt, Und Kreuz auf- legt, J || Bleibt doch sein Thun voll Gna- de. 2. Das kann mir fehlen nimmer-| was er thut, Ist alles gut, Ob's noch mehr, Mein Vater muß mich lieben; so traurig schiene. Schickt er auch Trübsal, groß und schwer, So will er mich nur üben, Und mein Gemüth In seiner Güt' Gewöhnen fest zu stehen. Halt' ich dann Stand, Weiß seine Hand Mich wieder zu erhöhen. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was Fleisch und Blut begehret, Als sei mit einer großen Last Dein Lebensgang beschweret; Haft spät und früh Viel' Sorg' und Müh', Zu deinem Wunsch zu kommen, Und denfest nicht, Das, was geschicht, Gescheh' zu deinem Frommen. 7. 3. Was ich nur bin und hab', ist sein, Von ihm hab' ich das Leben; Sein Wert bin ich, er hat allein Mir Leib und Seel' gegeben. Ich gab mir nicht Des Geistes Licht, Er läßt es in mir scheinen. Wer so viel thut, Deß Herz und Muth Kann's nimmer böse meinen. Fürwahr, der dich geschaffen hat und sich zur Ehr' erbauet, Der hat schon längst in seinem Rath Beschlossen und geschauet, Aus wahrer Treu', Was dienlich sei Dir und den Deinen allen. Laß ihm doch zu, Daß er nur thu' Nach seinem Wohl= gefallen. 8. Wie's Gott gefällt, so muß es sein, Zuletzt wird's dich erfreuen: Was du jezt nennest Kreuz und Pein, Wird dir zum Trost gedeihen. Wart' in Geduld, Die Gnad' und Huld Wird sich doch endlich finden;" All' Angst und Qual Wird auf einmal Gleich wie ein Rauch verschwinden. 5. Bei Gott ist Weisheit und Verstand, Und Liebe ohne Maßen. Die rechte Zeit ist ihm bekannt, Zu 9. Es kann bei lauter Sonnenlicht thun und auch zu lassen; Er weiß, Das Feld nicht Früchte tragen:-So wann Freud', Er weiß, wann Leid reift auch Menschenwohlfahrt nicht Bei Uns, seinen Kindern, diene; Undlauter guten Tagen. Wie bitter fei 4. Woher wollt' ich den Aufenthalt Auf dieser Erd' erlangen? Ich wäre längst schon todt und kalt, Wo mich nicht Gott umfangen. Mit sei mem Arm Hält er mich warm, Daß es mir wohlergehet. Was er nicht hält, Das bricht und fällt, Was er erfreut, bestehet. 396 Die Arzenei, Schafft sie doch neues Leben: So muß das Herz Sich oft durch Schmerz Zu seinem Heil erheben. 10. Ei nun, mein Gott, so fall' ich dir Getrost in deine Hände; Nimm du mich auf und mach's mit mir, Wie du willst, bis an's Ende. Nur du, Herr, weißt, Wie meinem Geist Sein wahres Heil entstehe, Und deine Ehr' Sich mehr und mehr Vor aller Welt erhöhe. Das christliche Leben. den; Soll's aber Kreuz und Trübsal sein, Will ich's geduldig leiden. Soll für mich hier Des Lebens Thür Noch ferner offen stehen: Wie du mich führst Und führen wirst, So will ich gern mitgehen. 12. Soll ich dann auch des Todes Weg Und finst're Straßen gehen, So zeige du mir Bahn und Steg, Und laß dein Licht mich sehen. Du bist mein Hirt, Der Alles wird zu solchem 11. Willst du mir geben Sonnen- Ende kehren, Daß ich einmal Im schein, So nehm' ich's an mit Freu-| Himmelssaal Dich ewig möge ehren. M 515. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. edad eine Seele, laß es ge- hen, Wie in dieser Welt es geht; Laß auch gerne das geschehen, Was dein Herz hier nicht versteht. Bleib', o Seele, fromm und stil- le, Denk', es waltet Gottes Wil- le. 2. Ist dir gleich die Welt zuwider, Bist du selbst der Freunde Spott, Drücken Feinde dich darnieder, So vertraue deinem Gott. Bleib', o Seele, fromm und stille, Dent', es waltet Gottes Wille. W 3. Ist auch in dem bangen Herz zen Nichts als Kummer, Sorg' und Leid, Zagst du unter herben Schmer zen Hier in dieser Sterblichkeit: Bleib', o Seele, fromm und stille, Dent', es waltet Gottes Wille. 4. Gott erbarmt sich seiner Frommen, Wenn das Kreuz sie hat bewährt, Läßt sie zu dem Frieden kommen, Den schon lange sie begehrt. Bleib', o Seele, fromm und stille, Dent', es waltet Gottes Wille. 5. Nach dem Regen scheint die Sonne, Freude folgt auf Traurigkeit, Angst verwandelt sich in Wonne, Und in Himmelslust das Leid. Bleib', o Seele, fromm und stille, Denk', es waltet Gottes Wille. 6. Sollst du von der Erde scheiden, Scheide nur getroft zu Gott; Gott gibt dir des Himmels Freuden, Warst du treu bis in den Tod. Bleib', o Seele, fromm und stille, Dent', es waltet Gottes Wille. 516. Mel Armselig Hüttlein meiner Seelen. as kränkst du dich in e 2 deiner Seelen, Otheu- rer Christ, was suchst du doch In dem dir auf= er= leg= ten Joch Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 397 Dich sel- ber mit Verdruß zu quä- len? Dein Haupt und Heiland 90lei- det Pein, Und du, du willst be- frei- et sein? Sieh' dei- nes Herrschers tie= fe Wunden, Die dich zu gleichem Bund ver- bun- den. Pein Laß dir ein sich'res Merkmal sein, Daß, wer auch nicht auf Rosen gehet, Doch oft bei Gott in Gnaden stehet. 2. Du leibest wegen deiner Sünde, Er litt unschuldig, in Geduld, Für deine schwere Sündenschuld, Damit ei dich mit Gott verbinde. Du hast's verbrochen, haft's verseh'n, Er will für dich zur Marter geh'n, Du hast den bittern Tod verschuldet, Und er hat ihn für dich erduldet. 5. O leichtes Joch, du sanfte Bürde, O segensreiche Kreuzeslast, Die du mir es erworben hast, Daß ich mit Gott vereinigt würde! Wie leicht ist, was Gott auferlegt, Weil Christus selber hebt und trägt, und mir als Freund gibt das Geleite Zum Siege in dem heil'gen Streite. $3. Wie manchmal hat dein Fuß gegleitet! Wie oft hat die verweg'ne Hand Sich zum Verbot'nen hingewandt! Wie oft hat dich dein Aug' verleitet! Was von der Sünde angehaucht, Das hast du vielmals mitgebraucht, Dein Herz hat aus des Geistes Schranken Durch Sündentrieb oft müssen wanken. R 4. D'rum leide, was Gott aufges Leget, Er meint es herzlich mit dir gut, Du kennst ja seinen Vatermuth, Womit er deine Schwachheit träget. Dies Joch, die Last, die Bürd' und 6. Tilg', ach Herr Jesu, mein Gebrechen, Zünd' an in mir die heil'ge Gluth, Und, wo mir Sünde Schaden thut, Laß doch für mich dein Leiden sprechen. Laß, Herr, das Gut, das du erwarbst, Als du für mich am Holze starbst, Mich, deinen Knecht, dein Kind, ererben, So werd' ich in dir selig sterben. Himmel zu. 517. Eigene Melodie. J u= he ist das beste Gut, Das uns la- ben kann. Stil- le und ein guter Muth Stei- gen him- mel= an. Die su dhe du! Hier ist keine wahre Ruh', Wen- de dich dem Gott ist die Nuh'. 398 Das christliche Leben. 2. Ruhe juchet Jedermann, Aller- 6. Ruhe kommt aus Glauben her, meist ein Christ: Denk auch du, mein Herz, daran, Wo du immer bist. O suche Ruh'! In dir selber wohnt sie nicht; Such' mit Fleiß, was dir gebricht. Gott ist die Ruh'. 3. Ruhe giebet nicht die Welt In der Freud' und Pracht, Ruhe gibt nicht Gut und Geld, Lust und Gunst und Macht. D'rum siehe zu! Wer aus Gott geboren ist, Sieht auf das, was droben ist. Gott ist die Ruh'. 4. Ruhe geben kann allein Jesus, Gottes Sohn, Der uns Alle ladet ein Vor des Himmels Thron, zur wahren Nuh'. Wer den Ruf vernommen hat, Gehe ein zur Gottesstadt. Gott ist die Nuh'. 5. Ruhe beut er williglich Den Mühsel'gen an, Und erquicken wird er dich Wie es Niemand kann. D'rum komm herzu. Trägst du gleich der Leiden viel, Gott sezt allem Leid ein Ziel. Gott ist die Ruh'. W Der an Jesu hält. Jesus machet leicht, was schwer, Richtet auf, was fällt. Sein Geist bringt Ruh'; Gib im Glauben Herz und Sinn Gottes Geist' zu eigen hin. Gott ist die Nuh'. 7. Ruhe zeigt sich allermeist, Wo Gehorsam blüht; Ein in Gott ergeb'ner Geist Macht ein still Gemüth, Wirkt Seelenruh'. Selig ist, der also liebt, Daß er Gottes Willen übt. Gott ist die Nuh'. 8. Ruhe hat, wer willig trägt Christi fanstes Joch; Alle Last, die er auflegt, Ist ja lieblich doch. Und schaffet Nuh'. Trage still die Last des Herrn, Gottes Hülf' ist dir nicht fern. Gott tfst die Ruh'. 9. Nun, so suche Ruh' mein Herz, Ruh' sei dein Gewinn; Auf. und steige himmelwärts, Auf, zu Jesu hin; Er ist die Ruh'. In der Zeit ist teine Ruh', Wende dich dem Ew'gen zu. Gott ist die Ruh'." 518. Eigene Melodie. f arum sollt' ich mich denn grä- men? Hab' ich doch Christum noch, 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein, Sollt' ich d'rum verzagen? + Wer will mir ihn nehmen? Wer will mir den Himmel rau= ben, pd Den mir schon Gottes Sohn Bei- ge- legt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden,| Der es schickt, der kann es wenden, Als ich kam, Da ich nahm Meinen Er weiß wohl, Wie er soll All' mein ersten Odem. Nackend werd' ich auch Unglück enden. hinziehen, Wenn ich werd' Von der Erd' Als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben Ist nicht mein, Gott allein Ist's, der es gegeben; Will er's wie der zu sich kehren, Nehm' er's hin, Ich will ihn Dennoch fröhlich ehren. 5. Gott hat mich bei guten Tagen Oft ergößt, Sollt' ich jetzt auch nicht etwas tragen? Gott ist treu, er fann nicht hassen; Im Gericht Wird mich nicht Seine Huld verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten Können hier Wahrlich mir nichts thun als nur spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen: Gott, mein Heil, Wird in Eil' Sie zu Schanden machen. Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 7, Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen; Wollt' ihn auch der Tod aufreiben, Soll der Muth Dennoch gut Und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch der Tod nicht tödten, Sondern reißt Unsern Geist Aus viel tausend Nöthen; Schließt das Thor der bittern Leiden, und macht Bahn, Daß man kann Geh'n zu Himmelsfreuden. 9. Da will ich mit süßen Schätzen Dann mein Herz Nach dem Schmerz Ewiglich ergößen; Hier ist kein recht Gut zu finden, Was die Welt In sich hält, Muß im Nu verschwinden. C 399 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand Voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, Da mein Hirt, Christus, wird Mich ohn' Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden; Ich bin dein, weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu Gut' In den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Wo du mich Und ich dich Ewig werd' umfangen. 519. Eigene Melodie. 2 pppd hrist, Al- les, was dich krän- ket, Befiehl getrost dem Herrn. Er, der die Him- mel len- ket, Ist auch von dir nicht fern. Warum willst du ver- za- gen? Zu Gott er- he- be dich; Er hö- ret dei- ne Kla- gen Und liebt dich vä- ter- lich. 2. Wenn dich die Sünden schmer-| dich ihm mit Freuden, Er ist's, der zen, So fühle deine Schuld, Doch Hülfe schafft. Er weiß ja, was dir trau' mit ganzem Herzen Auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet Die Neu', die Gott gefällt; Allein den Tod gebieret Die Traurigkeit der Welt. fehlet In jedem Augenblick; Und was dein Vater wählet, Führt dich zum wahren Glück. 3. Wenn deine Feinde wüthen, Wie groß ihr Zorn auch sei: Dein Gott wird dich behüten, Bleibst du nur ihm getreu. Gehorchen seinen Winken Nicht immer Erd' und Meer? Laß deinen Muth nicht sinken, Dein Schirm und Schild ist er. 5. Der Gott, auf dessen Segen Dein ganzes Wohl beruht, Ist stets in seinen Wegen Gerecht und weis' und gut. Will auch dein Herz oft wanken, Als dächt' er deiner nicht, Wirst du ihm einst noch danken, Er hält, was er verspricht. 4. Auch in den bängsten Leiden Sei start in seiner Kraft. Ergib 6. Denk' jenes Worts und weine Voll Freud' und Dank, o Christ: Ist auch der Mütter eine, Die ihres Sohn's vergißt? Und könnt' sie sein 400 dag Das christliche Leben. vergessen, Vergeß ich doch nicht dein.| Heil dir rauben, Das Gott den FromWer könnte dies ermessen, Und den- men beut? Auf kurze Prüfungstage noch trostlos sein? Folgt ew'ger Preis und Dank; Dann schweiget jede Klage, Und wird ein Lobgesang. 7. Ergreif' im festen Glauben Den Trost der Ewigkeit! Wer kann das S 520. Eigene Melodie. -1 ott lesbet noch, See- le, was ver- zagst du doch? Gott ist gut, der aus Er- bar- men Alle Hülf' auf Er- den thut, Der mit Huld und star- ken Armen Maschet Al- les wohl und gut. po Gott kann bes- ser, als wir denken, Al- le Noth zum Be- sten lenken. See- le, so be- den- ke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 2. Gott lebet noch, Seele, was| deinen Lauf. Gott ist groß und reich verzagst du doch? Sollte den ein von Gnaden, Hilft dem Schwachen Schlaf beschweren, Der das Auge gnädig auf; Gottes Gnade währet hell gemacht? Sollte der nicht Alles immer, Seine Treu' vergehet nimhören, Der das Ohr hervorgebracht? mer. Seele, so bedenke doch: Lebt Gott, der Vater, hört und siehet, doch unser Herr Gott noch! Wo den Frommen Weh' geschiehet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 3. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Der den Erdkreis jetzt verhüllet Mit den Wolken weit und breit, Der die ganze Welt erfüllet, Der ist auch von uns nicht weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf' und Trost an allen Enden. Seele, jo bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 4. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, Nimm zu Gott nur 5. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken. Dein Verbrechen quält dich sehr: Komm zu Gott, er wird versenten Deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen Kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 6. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, Weißt du weder aus noch ein: Gott wird dennoch dich umfassen, Und im Leiden bei dir sein; Gott ist's, der es herzlich Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. 401 noch! meinet, Wo die Noth am größten| denke doch: Unser Herr Gott lebet scheinet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 7. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel sammt der Erden Immerhin zu Trümmern geh'n, Laß die Höll' entzündet werden, Laß den Feind er bittert steh'n, Laß den Tod und Teufel bligen: Wer Gott traut, den will er schützen. Seele. so be8. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen Auf der harten Dor= nenbahn, Es ist Gottes Wohlgefallen, Dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Prüfungsleben Frieden, Freud' und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: Unser Herr Gott lebet noch! 7. Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. 521. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält err, dei- ne Rechte und Ge- bot, Darnach wir sol- len leben, Woll'st du mir, o ge- treuser Gott, In's Her- ze sel- ber ge- ben, Daß ich zum Guten willig sei, Und oh- ne Falsch und Heu- che- lei, Was du be- fiehlst, voll- bringe. 2. Gib, daß ich dir allein ver-| mich ehren allezeit, Daß mir's wohl trau', Allein dich fürcht' und liebe, geh' auf Erden. Für ihre Treu' und Auf Menschentrost und Hülf' nicht Sorg' laß mich, Auch wenn sie wer bau, Noch mich darum betrübe; Daß den wunderlich, Gehorsam sein und großer Leute Gnad' und Gunst, Ge dankbar. walt, Pracht, Reichthum, Witz und Kunst Mir nicht zum Abgott werde. 3. Laß deinen Namen, deinen Bund Mit Ehrfurcht mich bekennen, Auch niemals dich mit meinem Mund Ohn' Herzensandacht nennen. Daß ich gedenke alle Tag', Wie stark mich meine Taufzusag', Zu dienen dir, verbindet. 4. Am Tage deiner heil'gen Ruh' Laß mich früh vor dich treten, Die Zeit auch heilig bringen zu Mit Danken und mit Beten, Daß ich hab' meine Lust an dir, Dein Wort gern höre und dafür Um alles Gut' dich preise. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, Die vorgesetzt mit werden, Laß ja 6. Hilf, daß ich nimmer eig'ne Rach' Aus Zorn und Feindschaft übe, Dem, der mir anthut Truß und Schmach, Verzeihe und ihn liebe; Sein Glück und Wohlfahrt jedem gönn', Schau', ob ich jemand dienen könn', Und thu' es dann mit Freuden. 7. Unreine Werk' der Finsterniß Laß mich von Herzen meiden, Daß ich für böse Lust nicht müss' Dort Höllenqualen leiden. Schaff' in mir, Gott, ein reines Herz, Daß ich schandbare Wort und Scherz' Und jeden Frevel haffe. 8. Verleih', daß ich mich redlich nähr' Und böser Ränke schäme, Mein Herz von Geiz und Unrecht kehr', 402 Das christliche Leben. Nichts durch Gewalt hinnehme; Und| Jch auch ein ruhig Herz dabei Und von der Arbeit meiner Händ', Was übrig ist, auf Arme wend' Und nicht auf Pracht und Hoffahrt. deine Gnad' behalte. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Ehr' 3u retten mich befleiße, Gern Schmach und Schimpf von ihm abwehr', Doch Böses nicht gut heiße. Gib, daß ich lieb' Aufrichtigkeit, Und habe Abscheu jederzeit Am Lästern und am Lügen. 12. D'rum gib du mir von deinem Thron, Gott, Vater, Gnad' und 10. Laß mich des Nächsten Haus Stärke. Verleih', o Jesu, Gottes und Gut Nicht wünschen noch be- Sohn, Daß ich thu' rechte Werke. gehren, Was aber mir vonnöthen heil'ger Geist, hilf, daß ich dich thut, Das woll'st du mir gewähren; Von ganzem Herzen, und als mich Doch, daß es Niemand schädlich sei,| Den Nächsten treulich liebe. K 11. Ach, Herr, ich wollte deine Recht' Und beinen heil'gen Willen, Wie mir gebühret, deinem Knecht, Vollkommen gern erfüllen; Doch fühl ich wohl, was mir gebricht, Und wie ich das Geringste nicht Vermag aus eig'nen Kräften. 522. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. ommt, laßt euch vom Herrn be- lehren, Kommt und lernet all- zu- mal, Welche die sind, die ge- hö- ren In der rechten Christen Zahl, Die be- ken- nen mit dem Mund, Glauben fest von Her- zens- grund, werden. zen, 4. Selig sind die frommen HerWo man Sanstmuth spüren kann, Welche Hohn und Troß verschmerzen, Weichen gerne Jedermann; 6 Und aufrich- tig sich be- streben, Gut's zu thun, so lang' sie le- ben. 2. Selig sind, die Demuth haben| Die von Haß und Rache fern Sich Und sind all'zeit arm im Geist, Rüh- befehlen ihrem Herrn, Diese will er men sich auch keiner Gaben, Daß also schützen, Daß sie noch das Land Gott werd' allein gepreist, Danken beißen. ihm auch für und für, Denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren segzen, Die sich selbst ge= ring hier schäßen. 3. Selig sind, die Leide tragen, Welche göttlich trauernd sind, Die beseufzen und beklagen Ihre und des Nächsten Sünd', Auch deshalben traurig geh'n, Oft vor Gott mit Thränen steh'n; Diese sollen schon auf Erden Und einst dort getröstet 5. Selig sind, die sehnlich streben Nach Gerechtigkeit und Treu', Daß an ihrem Thun und Leben Nie Gewalt noch Unrecht sei; Die da lieben Licht und Recht, Nimmer sind der Sünde Knecht', Meiden Geiz und Trug auf Erden, Diesen soll die Fülle werden. 6. Selig sind, die aus Erbarmen Lindern ihres Nächsten Noth, Haben Mitleid mit den Armen, Für sie bitten oft zu Gott. Die behülflich sind mit Rath, Auch wo möglich mit der That, Werden wieder Hülf empfangen, Und Barmherzigkeit er langen. Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. 403 7. Selig, die gefunden werden Reiz| Obgleich ist des Kreuzes viel, Sezzet nes Herzens jederzeit, Die in Werk, Gott doch Maß und Ziel, und darWort und Geberden Lieben Zucht und auf wird er's belohnen Ewig mit Heiligkeit; Diese, welchen nicht ge- den Himmelskronen. fällt Die unreine Lust der Welt, Sondern sie mit Ernst vermeiden, Werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Frieden machen, Sich bemüh'n ohn' Unterlaß, Daß man gern in allen Sachen Fliehen möge Streit und Haß; Die da stiften Fried'n und Ruh', Nathen allerseits dazu, Sich des Friedens selbst befleißen, Werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, Da sie es doch nicht verschulden, Sind erfunden fromm und rein. W f 10. Herr, regiere hier auf Erden Meinen Wandel allezeit, Daß ich möge fähig werden Solcher großen Seligkeit. Gib, daß ich demüthig sei, Stets mein Fleh'n zu dir erneu', Sanftmuth auch am Feinde übe, Die Gerechtigkeit stets liebe. fei= nen Gott! sein Ge bot! 11. Gib, daß Andern gern ich diene, Jmmer hab' ein reines Herz, Die in Unfried' steh'n, verfühne, Dir anhang' in Freud' und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, Daß ich glaub' an deinen Sohn, Und durch deines Geistes Stärke Mich befleiße guter Werke. 523. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. = ohl dem, der den Herren scheu et, Der da fürchtet Wohl dem, der sich herz- lich freu= et, Zu er fül len Wer den Höch- sten liebt und ehrt, Wird er= fahren, wie sich mehrt Al= les, was in sei- nem Le= ben Ihm vom Him- mel ist ge= ge= ben. 2. Seine Kinder werden stehen| men, Bleibt doch Gott der Herr ihr Wie die Rosen in der Blüth', Geschlecht einher wird gehen durch Gottes Vatergüt', Und was diesen Leib erhält, Wird der Schöpfer aller Welt Reichlich und mit vollen Händen Ihnen in die Häuser senden. Sein Licht, Tröstet, stärket, schützt und Froh macht, Daß nach ausgestand'ner Nacht und nach tief betrübtem Weinen Freud' und Sonne wieder scheinen. 3. Das gerechte Thun der Frommen Steht gewiß und wanket nicht; Sollt' auch gleich ein Wetter kom4. Wenn die schwarzen Wolken blißen, Donner rollen in der Luft, Wird er ohne Sorgen sißen, Wie ein Vöglein in der Kluft; Er wird bleiben ewiglich, Auch wird sein Gedächt 404 Das christliche Leben. niß sich Segensreich in ferne Zeiten| Wird vom Himmel hoch ersetzt. Wer Wie die edlen Zweig' ausbreiten. 5. Wenn die Unglückszeit wird kommen, Welche rohe Sünder plagt, Bleibt der Muth ihm unbenommen, Und das Herz ihm unverzagt; Muthig, ohne Angst und Pein Bleibet immer, wer sich fein Seinem Gott und Herrn ergiebet Und verlass'ne Arme liebet. 6. Wer Betrübte gern erfreuet, Wird vom Höchsten wohl ergötzt, Was die milde Hand ausstreuet, viel gibt, erlanget viel; Was ein frommes Herz nur will, Das wird Gott nach seinem Willen Schon zur rechten Zeit erfüllen. 7. 524. Eigene Melodie. Aber seines Feindes Freude Wird am Ende untergeh'n; Der umsonst erfüllt mit Neide, Wird nicht, was er wünschet, seh'n. Wenn der Haß, der in ihm brennt, Uns das Gute auch nicht gönnt: Unserm Gott kann er's nicht wehren, Und wird nur sich selbst verzehren. Gott, du frommer Gott, Du Brunnquell, al- ler Ga- ben, Durch den wir Al- le sind, Von dem wir Al- les ha= ben, Ge- fun- den Leib gib mir, Und daß in sol- chem Leib 4. Droht mir Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen; Gib einen Heldenmuth, Das Kreuz hilf selber tragen. Gib, daß ich meinen Feind Mit Sanftmuth überwind', Und, wenn ich Raths bedarf, Auch guten Rath erfind'. 5. Laß mich mit Jedermann In Fried'n und Freundschaft leben, So be- fleckte Seel' Und rein Gewissen bleib'. 2. Gib, daß ich thu' mit Fleiß, weit als christlich ist. Willst du mir Was mir zu thun gebühret, Wozu etwas geben An Reichthum, Gut und mich dein Befehl In meinem Stande Geld, So gib auch dies dabei, Daß führet. Gib, daß ich's thue bald, zu von unrechtem Gut Nichts unterder Zeit, da ich soll, Und wenn ich's menget sei. thu', so gib, Daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen, Laß kein un nüßes Wort Aus meinem Munde gehen; Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß: So gib den Worten Kraft Und Nachdruck ohn' Verdruß. Ein' un6. Soll ich in dieser Welt Mein Leben höher bringen, Durch manchen sauern Tritt Hindurch in's Alter dringen, So gib mir, Herr, Geduld; Vor Sünd' und Schand' bewahr', Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich auf Christi Tod Einst sanft von hinnen scheiden, Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden; Dem Leib ein Räumlein gönn' Bei frommer Christen Grab, Auf daß er seine Ruh' An ihrer Seite hab'. 8. Wenn du an jenem Tag Die Todten wirst erwecken, So woll'st du deine Hand zu meiner Gruft aus Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. 405 strecken; Durch deiner Allmacht Wort| ihn schön verklärt Zum auserwählRuf' meinen Leib hervor, Und führ' ten Chor. 525. Mel. O Gott, du frommer Gott. erz al= ler- lieb- ster Gott, Der du mir die ses Le- ben, Leib, See- le und Vernunft Aus Gnaden hast ge= ge= ben, O Re- gie- re fer- ner mich Durch dei- nen gu- ten Geist, Daß er in -0 al= lem Thun Mir Kraft und Bei- stand leist'. 2. Hilf, daß ich all'zeit fern Von| Wer nach dem Ewigen Vor allen Fleischeslüsten bleibe, Dagegen em- Dingen tracht't, Der wird auch wohl figlich Des Geistes Werke treibe, mit dem, Was zeitlich ist, bedacht. Daß gute Ritterschaft Jch üb' in wahrer Treu', Daß ich in Hoffnung start Und fest gegründet sei. 3. Gib, daß ich als ein Christ Wie Christus mich bezeige, Und willig stets mein Ohr Zu seiner Lehre neige. Im Glauben stärke mich, Daß ich der argen Welt Nicht folge, wenn sie mich Von deinem Wort abhält. 6. Mein Herz sei nie dem Haß, Der Falschheit nie ergeben. Vom Uebermuthe frei Sei, Herr, mein ganzes Leben. Gewalt und List und Geiz Und Unbarmherzigkeit Sei meinem Herzen fremd, Gott, zu jeder Zeit. 7. Mit deiner rechten Hand, Herr, wollest du mich leiten, Mich schützen Tag und Nacht, Daß nicht die Tritte gleiten. Du wollest meine Burg, Mein Schutz in Nöthen sein, Wenn ich in meinem Amt Ausgehe oder ein. 8. Zulegt erlöse mich von allem Kreuz und Leiden, Und wenn ich soll einmal Von dieser Welt abscheiden, So stehe du mir bei Mit deiner Gnadenhand, Und führe mich hinauf In's rechte Vaterland. 4. Entzünde du mein Herz Mit deiner wahren Liebe, Und gib, daß ich zugleich Am Nächsten Liebe übe. Verleihe mir Geduld, Wenn Trübfal bricht herein, und hilf, daß ich im Glück Demüthig möge sein. 5. Verleihe, daß ich stets Nach deinem Reiche ringe, Auf daß dein Segen dann Zu mir herunter dringe. 526. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. daß von mei- nen Ver- lor' ne Stun- den, Lebens- ta- gen ach, fie na= gen Doch keiner Das Herz zu 406 Das christliche Leben. ganz ver lo= ren sei: spät mit Gram und Reu', Und den ent- floh'nen Au- gen- blick Bringt mir kein Wunsch, kein Fleh'n zurück. 2. Laß jeden meiner Augenblicke, O Gott, mir werth und theuer sein; Laß mich die Zeit, die du zum Glücke Mir gabst, durch Sünde nie entweih'n. Fern sei die Lust der Eitel: keit, Die mich verblendet und zerstreut. 3. Noch ist es Tag, jetzt, Herr der Stärke, Gib Wollen mir und Kraft zur That, Damit ich wirke gute Werke, Eh' Nacht, da Niemand wirket, naht. Wie viel ist noch für mich zu thun! Nur nach der Arbeit laß mich ruh'n. 4. Wie schwach ist noch mein Herz, wie schwanket Es zwischen dieser Welt und dir! Wie oft, o Gott der Liebe, kranket Der Bruderliebe Sinn in mir! Ach, gib mir, Gott, du gibst ja gern, Die Kraft und Liebe meines Herrn. 5. Auf, auf, mein Geist, laß keine Stunde Des Lebens ungenügt vorbei! Ich sag' es zu mit Herz und Munde, Mach', Gott, mich dem Ge lübde treu: Dir, Herr der Zeit und Ewigkeit, Sei jeder Augenblick geweiht. 6. Einst seh' ich an der Laufbahn Ende Dann froh auf meine Tage hin, Und sage: Herr, durch deine Hände Empfing ich, was ich hab' und bin; Hier ist mein Tagewert! nicht mein, Dein ist der Ruhm, die Ehre dein. 527. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. ei ge- tren in deinem Lei- den, Las- se dich kein Un- ge- mach Von der Liebe Je- su scheiden, Mürre nicht mit Weh' und Ach. Den- te, wie er al= le= zeit Dir zu hel- fen war bereit, Ei- le. gläu- big ihn zu fassen, Und er wird dich nim- mer laf- sen. = 2. Sei getreu in deinem Glau- 3. Sei getreu in deiner Liebe ben, Stehe fest in deinem Bund. Gegen Gott, der dich geliebt. An Niemand kann das Heil dir rauben, dem Nächsten Gutes übe, Auch wenn Bau'st du auf den rechten Grund. er dich hat betrübt. Denke, Sieh', Gott nahm dich in der Tauf' dein Heiland that, Als Einst zu seinem Kinde auf, Darum die Feinde bat; Zu verzeihen sei dein ganzes Leben Deinem Gott du streben, Soll bein Vater dir vera zum Dienst ergeben. geben. was flir mußt er Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. 407 6. Sei getreu bis an das Ende, Ob der Herr auch bis zum Tod Nicht von dir die Trübsal wende; Tod und Grab verschlingt die Noth, Und das Leiden dieser Zeit Jst nicht werth der Herrlichkeit, Die dein Jesus dir wird geben Dort in jenem Freudenleben. 4. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willst, Er hat bald den Weg getroffen, Wo dein Wünschen wird erfüllt. Hoffe fest, Gott ist schon hier, Nahet stets in Liebe dir. Hoffe nur, Gott ist vorhanden, Hoffnung macht dich nicht zu Schanden. 5. Sei getreu in Todesnöthen, Kämpfe fühn den letzten Streit. Sollte dich der Herr auch tödten: Du gehst ein zur Herrlichkeit. Wer ba recht mit Jesu ringt, Und wie Jakob ihn bezwingt, Wird erfahren, daß am Throne Schon ihm glänzt die Siegertrone. D of the the 7. Nun wohlan, so will ich lei den, Glauben, lieben, hoffen fest, Und getreu sein bis zum Scheiden, Weil mein Jesus mich nicht läßt. Heil der Seele, die ihn liebt Und im Kreuz fich ihm ergibt! Ihm befehl' ich meine Sachen, Jesus wird's zuletzt wohl machen. und Le= ben, ge= ge= ben. 528. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. u hast, o al= ler- höch- ster Gott, Dein ma je stä= ti- sches Ge- bot = Herr ü- ber Tod Uns nicht umsonst Du willst, daß wir aus aller Kraft, Die dei- ne Wir- kung in uns schafft, Es stets und treu- lich halten. 2. Zwar wer in Sündenstricken| Gott und zu dem Nächsten hin Sich liegt, Der wird sich nicht bequemen, voller Liebe neigen. Dein Joch, das ihn gar nicht ver- 5. Die Kraft, die er hier nöthig gnügt, Mit Lust auf sich zu nehmen; hat, Ist ihm bereits erworben Von Sein Sinn, der nichts als irren Christo, der an unsrer statt Zu kann, Ist dem Geseß nicht unter unserm Heil gestorben. Was die Nathan, Er hasset dessen Bande. tur unmöglich meint, Uns sanft und leicht sogar erscheint, Wenn Christus in uns lebet. 3. Wo aber, Herr, dein guter Geist Sich in der Seele reget, Da thut sie gern, was du sie heiß'st, Was du ihr vorgeleget. Wer dich von reinem Herzen liebt, und sich in deiz ner Liebe übt, Der wird dein Wort auch halten. 6. Fehlt unserm Halten gleich noch viel, Thut man nicht, was man wollte, Erreicht man nicht das weit'ste Ziel, Wie man's erreichen sollte: So sieht doch Bott en Willen an, Und das, was Jesus hat gethan, Die Mängel zu ersetzen. 4. Er wird an deinem theuren Sohn Im wahren Glauben hangen, Und ihm, als seinem Schild und 7. Nimmt unser Glaube diesen Lohn, Stets treu zu sein verlangen; Es wird sein neugebor'ner Sinn Zu an, So wird ihm Alles eigen, Was er gelitten und gethan; Dann muß 408 Das christliche Leben. der Kläger schweigen. Wen Gott in| lebet fromm, gerecht und keusch, Man feinem Sohne find't, Den liebt er thut des Vaters Willen. als sein eig'nes Kind, Und ist mit ihm zufrieden. 8. Die Lust, die noch im Fleische steckt, muß völlig unterliegen; Der Geist, der Christi Liebe schmeckt, Kann ihren Trieb bestegen; man wandelt nicht mehr nach dem Fleisch, Man N 529. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. icht, daß ich's schon er- grif- fen hät- te, Die beste Tu Doch daß ich meine See- le rette, Jag' ich dem Klei= gend bleibt noch schwach: nod eif rig nach; A 9. Mein Heiland, mache dein Gebot mir angenehm und süße, Dein Wille sei bis in den Tod Die Leuchte meiner Füße. Schreib' dein Gesetz in meinen Sinn, Fall' ich, so gib mich ja nicht hin, Stärk' mich durch deine Gnade. Denn Tu- gend ohne Wach- sam- keit Ver- liert sich bald in Si- cher- heit. 2. So lang' ich hier auf Erden| Herz verführen; Doch jedes Herz hat walle, Bin ich ein Kind, das strau- seine Welt. Den, welchen Stand und chelnd geht. Der sehe zu, daß er Gold nicht rührt, Hat oft ein Blick, nicht falle, Der, wenn sein Nächster ein Wort verführt. fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust Stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Oft ist die Aend'rung deiner Seelen Ein Tausch der Triebe der Natur: Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, Du dämpfst sie; doch du wechselst nur; Dein Herz fühlt einen andern Reiz, Dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 6. Oft schläft der Trieb in dei nem Herzen, Du scheinst von Rachsucht dir befreit; Jetzt follst du eine Schmach verschmerzen, Und sieh', dein Herz wallt auf und dräut, Und schilt so lieblos und so hart, Als es zuerst gescholten ward. 7. Oft tenkt, wenn wir der Stille pflegen, Das Herz im Stillen tugendhaft; kaum lachet uns die Welt entge 4. Oft ist es Kunst und Eigengen, So, regt sich unsre Leidenschaft, liebe, Was Andern strenge Tugend scheint: Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe Erwecken dir so manchen Feind: Du wirst behutsam, schränkst dich ein, Fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. Wir werden im Geräusche schwach, Und geben endlich strafbar nach. 8. Du opferst Gott die leichtern Triebe Durch einen strengern Lebens lauf; Doch opferst du, will's seine Liebe, Jhm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, Die sich der Christ entreißen muß. 5. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, Durch die der Andern Tugend fällt, So werde nichts dein Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. 409 sollst du rein, Zu aller lig sein. igend wil9. Du fliehst, geneigt zu Ruh'| auch die Schuld? Von allen Lastern und Stille, Die Welt, und liebst die Einsamkeit: Doch bist du, fordert's Gottes Wille, Auch dieser zu ents flieh'n bereit? Dein Herz haft Habfucht, Neid und Zank; Flieht's Unmuth auch und Müßiggang? 10. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? Liebst mäßigkeit; denn auch Geduld? Dit dienest gern, wenn And're leiden; Vergibst du Feinden W 11. Sei nicht vermessen, wach' und streite, Denk' nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, Die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall, D'rum wache stets, wach' überall. 530. Mel. Befiehl du deine Wege. व ohl dem, der richtig wandelt, Der als ein Wahrheitsfreund In Wort und Werken handelt, Und das ist, was er scheint; Der Recht und Treu- e lie- bet, Und von dem Sinn der Welt, E Die Trug und Falschheit ü- bet, Sich un be= fleckt erhält. auszubreiten, Was 2. Wohl dem, der Lügen haffet, ten, Und nie des Beispiels Macht, Und der, so oft er spricht, Stets Als Wahrheit seine Reden fafset Vor Gottes Ange- ich doch selbst erdacht. sicht, Die Wahrheit nie verleget, Und 6. Doch laß zu allen Zeiten Auch der an jedem Ort Sich dies vor Augen seßet: Gott merkt auf jedes Wort. deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten Zur Uebung meiner Pflicht. Gib Klugheit, daß ich wisse, Wann ich für And'rer Wohl Und meines reden müsse, Und wann ich schweigen soll. 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, Herr, deine Rechte übt! Thn leitet deine Güte, Er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, 7. Wenn ja, um mich zu drücken, Wenn in der Wahrheit Licht Beschämt die Falschen stehen, Geschreckt durch dein Gericht. 4. Herr, präge mir dein Leben Tief in das Herz hinein, Dann werd' ich darnach streben, Der Lüge feind zu sein. Erinn're mein Gewis sen: Du hassest Heuchelei, Damit ich stets beflissen Der Treu' und Wahrheit sei. Des Feindes Anschlag gilt, Der sich bei bösen Tücken In guten Schein verhüllt: So stärke meine Seele, Daß sie nicht unterliegt, Und Alles dir befehle, Durch den die Unschuld siegt. 5. Nie laß mich das versprechen, Was ich nicht halten kann, Und nie Gelübde brechen, Die ich einmal gethan; Mich nie den Stolz verlei8. Ein Herz voll Treu' und Glauben, Das, Gott, zu dir sich hält, Das soll mir Niemand rauben; Froh scheid' ich aus der Welt. Die Hoff nung bleibt mir stehen: Dich werd' ich als dein Kind Dort mit den Frommen sehen, Die reines Herzens find. dua 18 410 Das christliche Leben. 531. Mel. Jesus, meine Zuversicht. ei- lig, hei- lig sei der Eid Euch, ihr Christen, die ihr schwöret, Denkt an die Ge- rech- tig- keit Eu- res Richters, der euch hö- ret, Alles bringt er an das Licht, 2. Hebt ihr eure Hand zum Schwur, Dann ergreif' euch heil'ger Schrecken; Weiß es keine Kreatur, Gott, der weiß es, wird's entdecken, Wenn ihr frevelhaft den Eid Durch ein falsches Wort entweiht. 3. Zittert! das Gewissen wacht, Ja, es wird mit Feuerflammen Euch bei'm Grau'n der Mitternacht, Selbst beim Tageslicht verdammen. Wo man falsche Eide schwört, Droht ein furchtbar Racheschwert. M Al- les muß vor sein Ge- richt. 4. Selbst das höchste Lebensglück Muß zum Fluch dem Meineid werden, Gott nimmt alle Huld zurück, Alles Heil verdorrt auf Erden, Jede Freude wird vergällt, Und zur Wüste wird die Welt. 8. Nachfolge Jesu. Himmlischer Sinn. Selbstverleugnung. 532. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt'. Chri- sten alle! Ruf und Schalle; 5. D'rum für aller Welt Gewinn Geb' ich nicht des Herzens Ruhe, nicht die Ueberzeugung hin. Recht und wahr sei, was ich thue. Arm und niedrig mag ich sein, Bleib' ich nur vom Meineid rein. ir nach! spricht Christus, un ser Held, Mir nach, ihr Verleugnet euch, ver- laßt die Welt, Folgt mei- nem Nehmt eu er Kreuz und Un- ge- mach Auf euch, folgt mei- nem Wan- del nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht'| Wer zu mir kommt und folget mir, euch für Mit heil'gem Lugendleben, Darf nicht im Finstern schweben. Nachfolge Jesu. Himml. Sinn. Selbstverleugnung. 411 Ich bin der Weg, ich weise wohl, Ich kämpfe selbst, ich brech' die Bahn, Wie man wahrhaftig wandeln soll. Bin Alles in dem Streite. Ein böser Krecht, der still will steh'n, Sieht er voran den Feldherrn geh'n. 3. Mein Herz ist voll Demüthigkeit, Voll Liebe meine Seele, Und tränkt die Schwachen jederzeit Mit füßem Sanftmuthsöle. Mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn Ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 6. Wer seine Seel' zu finden meint, Wird sie ohn' mich verlieren; Wer sie hier zu verlieren scheint, Wird fie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, st mein nicht werth und meiner Zier. 4. Jch zeig' euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, Und euer Herz von arger List Zu rein'gen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort Und führ' euch zu der Himmelspfort'. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn Mit Leib und Seel' nachgehen, Und wohlgemuth, getrost und gern Bei ihm im Leiden stehen. Denn, wer nicht kämpft, trägt auch die Kron' Des ew'gen Lebens nicht davon. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh' voran, Ich steh' each an der Seite, 533. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht fingen. = af set uns mit Je su ziehen, Seinem Vor- bild folgen nach, In der Welt der Welt entflichen, Auf der Bahn, die er uns brach. Las- set uns zum Himmel reisen, Irdisch nicht, schon himmlisch sein, Glauben recht und le- ben rein, Glauben in der Lieb' er- weissen. 14 Treuer Je- su, bleib' bei mir, Geh' voran, ich fol- ge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, Seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leiden folgen Freuden, Armuth hier macht dort uns reich; Thränensaat bringt Heil und Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld, Denn es scheint durch Gottes Huld Nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid' ich mit dir, Dort gib deine Freude mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben, Sein Tod wehrt dem ew'gen Tod, Rettet uns von dem Verderben, Das dem sichern Sünder droht. Laßt uns sterben, weil wir leben, Sterben unsern Lüsten ab, So wird er uns aus dem Grab In des Himmels Leben heben. Jesu, sterb' ich), sterb' ich dir, Daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben! Weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, Wir sind deines Leibes Glieder, Wo du lebst, da leben wir. Ach, erkenn' uns für und für, Seelenfreund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, Und auch ewig dort bei dir. 18* 412 Das christliche Leben. 534. Mel. Seelenbräutigam. + Auf der Le- bens- bahn, Und wir ਸ wollen nicht ver= wei= len, Dir ge= treu- lich nach- zu ei len. err, du gingst vor- an Hin zum Va- ter- land Leit' uns 2. Sollt' es hart ergeh'n, Hilf uns feste steh'n, Daß wir nie in schweren Tagen Unter'm Kreuze muthlos klagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. 3. Rührt ein eig'ner Schmerz Jrgend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden: Herr, gib du Geduld Schwer ist die Last, dei- ne Hand. zu beiden; Richte du den Sinn Auf das Ende hin. 535. Mel. Das Jefulein soll doch mein Trost. 4. Drone lebenslang Also unsern Gang. Halt' uns auch auf rauhem Wege Stets in deiner treuen Pflege, Und nach solchem Lauf Thu' dein Reich uns auf. Jdpod o folg' ich dir, mein Jesu Christ, Das Kreuz ich dir nachtrage. Steh' du mir bei zu jeder Frist, Daß ich nicht gar ver- za- ge. म् Die du mir hast 3. Und scheinst du auch zu mancher Zeit Dein Antlitz zu verhüllen, So siehst du doch mein Kreuz und Leid, Willst meinen Jammer stillen, Beschlossen auf- zu- le- gen; Steh' mir zur Seit', Daß nicht mein Leid Sei ü- ber mein- Vermögen. 2. O Herr, verlaß die Seele nicht,| Befreist mein Herz Von allem Schmerz, Die ganz auf dich vertrauet; Auf dich, o meine Zuversicht, Mein Herz und Auge schauet. In Angst und Qual, Noth und Trübsal, Kannst du nur Trost mir geben; In aller Noth, Ja selbst im Tod Bleibst du mir Hülf' und Leben. Sprichst mein Gemüth zufrieden; Denn ich bin dein, und du bist mein, Wir bleiben ungeschieden. 4. Herr, wie du selbst den Dors nenpfad Gebahnt und vorgegangen, und mir dein Wort befohlen hat, Die Reis' auch anzufangen: So folg' ich dir, O meine Zier, Und kost' es tausend Zähren; Ich zweifle nicht, Du, Herr, mein Licht, Wirst die Ge duld mir mehren. Nachfolge Jesu. Himml. Sinn. Selbstverleugnung. 413 5. Ich weiß gar wohl, daß alles 6. Ach, darum will ich alle Qual, Leid Und Elend dieser Erden Nicht O Jesu, gerne leiden, kann doch werth ist jener Herrlichkeit, Die offen= kein Elend, kein' Trübsal Von deiner bart soll werden. An jenem Tag' Lieb' mich scheiden. Nach dieser Zeit Trägt Frucht die Plag, Die mit Wirst du die Freud' Der Seligkeit Geduld erlitten; Dort wird der Lohn, mir geben. Dann werd' ich sein Die Ehrenkron' Dem, der als Held Befreit von Pein, Und mit dir ewig gestritten. leben. 536. Mel. Ich dank' dir schon durch deinen Sohn. fp Christ, er- he- be Herz und Sinn, Was suchst du hier auf Erden? Hinauf, hinauf zum Himmel hin! Ein Christ soll himmlisch werden. 2. Was bist du in der Welt? ein Gast, Ein Fremdling und ein Wand'rer. Wenn du einst ausgesammelt hast, Dann erbt dein Gut ein And'rer. 3. Was hat die Welt? was beut fie an? Nur Land und eitle Dinge. Wer einen Himmel hoffen kann, Der schäßt die Welt geringe. 4. Sieh' doch empor! wie kannst du noch Den Sinn auf's Nied're lenken? An deinen Schöpfer denke doch! Sein soll der Christ gedenken. 5. Wenn dich die Last der Leiden drückt, Schau' d'rum nicht muthlos nieder. Getrost, getrost, denn dich erquickt Der Herr nach Drangsal wieder. 6. Schau' hin zum Land der Herrlichkeit, Wo Lebensströme fließen; Dies wird dir in der Prüfungszeit Den bittern Kelch versüßen. 7. Dort oben ist des Vaters Haus. Er theilt zum Gnadenlohne Den Ueberwindern Kronen aus, Auch deiner harrt die Krone. 8. Dort herrscht dein Heiland, Jesus Christ, Im Kreise seiner Frommen. Zu ihm, durch den du selig bist, Sollst du hinan einst kommen. 9. Dort waltet ewig Gottes Geist, Mit Licht und Glanz umgeben. Glück, das dir sein Wort verheißt! Dort sollst du ewig leben. 10. Dort ist's den Engeln süße Pflicht, Dem Höchsten Dank zu bringen. Seele, sehnest du dich nicht, Mit ihnen zu lobsingen? 11. Erlöser, hilf, ach hilf du mir Der Weltlust widerstreben, Und meinen Geist emper zu dir, Empor zum Himmel heben. 537, Mel. Nun lob, mein' Seel', den Herren. 2 liebste Seel', in dieser Zeit Das, was dich kann beschweren, Ja hindern an der Selig- keit. aß uns doch nicht be- geh- ren, Was willst du Ehre suchen, Die doch ver- gäng- lich ist, 414 5 Das christliche Leben. Auch wohl gar zu ver- flu- chen? ed Und läßt uns oft- mals fal= len & J Sie währt nur kur= ze Frist, In Trüb- sal, Angst und Pein. P D'rum suchen wir vor Al= len, 2. Was kann uns Wollust nüßen, Dwerthe Seel', in dieser Welt? Wie kann uns Reichthum schützen, Wenn uns der Würger überfällt? Die rechte Lust ist droben, Wo mein Herr Jesus wohnt, Den alle Zungen leben, Der uns so reich belohnt, Daß wir gekrönet werden Im hohen Himmelsfaal. Ach, eilt doch von der Erden Zu seinem Hochzeitsmahl. 3. Was Pracht, was fröhlich Leben? Was Reichthum, Ehr' und Herrlichkeit? Der Himmel kann uns geben, Was uns an Leib und Seel' erfreut. In Jesu sich ergößen, Bleibt ewig süß und gut; Sein Reich vor Allem schäßen, Erquicket Geist und Muth; In Jesu Reichthum haben, In Jesu sein geehrt, kann uns ohn' Ende laben, Wie er uns selbst gelehrt. 4. In Jesu hab' ich Güter, In Jesu hab' ich lieb' und Lust, Das ist, du Menschenhüter, Du freundlicher, dir wohl bewußt; Mag mich die Welt verachten, Das kränkt mich wahrlich nicht; Ich will nach Ehren trachten, Die mir tein Feind ansicht. Mag mich die Welt auch hassen, Ich will mit Lieb' und Treu' Nur meinen Jesum fassen, So bleib' ich sorgenfrei.| kind? Bei Gott ge- ehrt zu sein. 5. Die Welt mag mich verfluchen, Ist doch mein Segen Jesus Christ; In Jesu kann ich suchen und finden, was mir nüßlich ist. Laß mich die Welt nur segen In Angst und Traurigkeit, Mein Jesus kann ergötzen Das Herz zu aller Zeit. Und sollt' ich schon hier sterben Noch mehr als tausendmal, Kann ich doch nicht vers derben, Dort rührt mich keine Qual. 6. Das aber kann ich zeugen, Das kann ich rühmen Tag und Nacht. Daß mir mein Gott zu eigen Sein Königreich hat zugedacht. Ihr Sterb lichen auf Erden, Lebt wohl in dieser Welt! Ich soll gekrönet werden, Mir ist ein Neich bestellt; Ich soll mit Gott regieren, Den Erd' und Himmel preist, Jch soll ein Leben führen, Das unvergänglich heißt. 7. Jesu, meine Freude, Wann kommt die liebe Zeit heran, Daß ich von hinnen scheide, Daß ich dich herzlich lieben kann? Wann werd' ich doch gezieret mit Kleidern weiß und schön? Wann werd' ich hingeführet Zu deinen Himmelshöh'n, Daß ich dort Kronen trage, Die unvergänglich sind, Und Lob und Preis dir ságe, Als dein geheiligt 538. Mel. Jesus, meine Zuversicht im- mel- an geht un- fre Bahn. Wir sind Gäste nur auf Er- den, Bis wir dort nach Ca- na- an Durch die Wü- ste kommen werden. Nachfolge Jesu. Himml. Sinn. Selbstverleugnung. 415 Hier ist un- ser Pil- grimsstand, Dro- ben un- ser Va- ter- land. 2. Himmelan schwing' dich, mein Geist, Denn du bist ein himmlisch Wesen, Und du kannst, was irdisch heißt, Nicht zu deinem Ziel erlesen. Ein von Gott erfüllter Sinn Kehrt zu seinem Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft Gott mir zu In des heil'gen Wortes Lehren; Das weist mir den Ort der Ruh', Dem ich einst soll angehören. Wähl' ich dies zur Leuchte mir, Wandl' ich schon im Himmel hier. S # 539. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 4. Himmelan! mein Glaube zeigt Mir das schöne Loos von ferne, Daß mein Herz schon aufwärts steigt, Ueber Sonnen, über Sterne; Denn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod In die rechte Heimath führen, Da ich über alle Noth Ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, Daß ich freudig folgen kann. ommt, Christen, laßt uns ge hen, Der A- bend kommt her- bei; Es ist ge fährlich ste= hen In dieser Wü- ste- nei. H Kommt, stär- ket euren Muth, Zur Ewigkeit zu wan- dern, Von einer Kraft zur an- dern, 2. Es wird uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet Dem; Ein Jeder sein Gesichte Von ganzem Herzen richte Hin gen Jerusalem. 3. Laßt uns wie Pilger wandeln, Geduldig, frei und leer; Viel Sammeln, Halten, Handeln Macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag' sich todt; Wir reisen abgeschieden, Mit Wenigem zufrieden, Und brauchen's nur zur Noth. 4. Wohl ist der Weg oft enge, Ist einsam, krumm und schlecht, Der Dornen uns in Menge Und manches Kreuzchen trägt: Doch fürchten wir uns nicht, Wir ziehen fröhlich weis ter, Und folgen unserm Leiter Und seinem hellen Licht. Und denkt: das End' ist gut. 5. Wir wandeln eingekehret, Verachtet und verkannt, Man siehet, kennt und höret Uns kaum im fremden Land; Und höret man uns ja, So höret man uns singen Von Göttes großen Dingen, Die unser warten da. 6. Auf, Brüder, laßt uns gehen, Der Heiland gehet mit, Er selbst will bei uns stehen Bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Muth, Mit süßen Gnadenblicken Uns locken und erquicken: Gewiß, wir haben's gut. 7. Und sollt' ein Schwacher fallen, So greif, der Stärk're zu; Man trage, helfe Allen, Und pflanze Lieb' und Ruh'. Kommt, schließt euch fester an! Ein Jeder sei der Kleinste, Doch auch wohl gern der Reinste Auf unsrer Pilgerbahn. 416 8. Kommt, laßt uns munter wandern, Der Weg kürzt stets sich ab; Es folgt ein Tag dem andern, Balb fällt der Leib in's Grab. Nur noch ein wenig Muth. Nur noch ein wenig treuer, Von allen Dingen freier, Gewandt zum ew'gen Gut! 9. Es wird nicht lang" mehr währen, D'rum haltet muthig aus, Es wird nicht lang' mehr währen, So kommen wir nach Haus; Da wird Das christliche Leben. 540. Mel.( Pf. 25.) Zu dir ich mein Herz erhebe. kannt bist dul Himmels- ruh'. = öchst er- wünsch- tes See len= le= ben, Wo des Geistes Kräf te stre- ben man ewig ruh'n, Wenn wir mit allen Frommen Daheim zum Vater kommen, Wie wohl, wie wohl wird's thun! 10. So wollen wir's denn wagen, Es ist wohl wagenswerth, Und gründlich dem absagen, Was auf hält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein! Wir geh'n durch Jesu Leiten Hin in die Ewigkeiten; Es soll nur Jesus sein. Flei- sches Sinn ver- blen- det, Acth wie Nach der Ach, wie ei- tel ist der Wahn, Der des 4. Jesu, Stärke der Verzagten, Der du gibst den Matten Ruh', Wahre Zuflucht der Geplägten, Zwing' mein Herz, ja zwing's dazu, Daß die ganze Kreatur Nichts in meinen un= be gold'= nen Wenn er klebt der Erde on, Sich zum Rauch und Schat- ten wen- det! 2. Ach, wie oft bin ich gerathen| Augen scheine, Und ich darauf denke In die alte Blindheitsnacht, Wenn nur, Wie ich ewig sei der Deine. ich Regungen und Thaten nicht sorgfältig hab' bewacht! Hat nicht die Erfahrung mir Meine Thorheit oft gelehret, Wenn ich, Herr, ich flag' es dir, Mich in Unruh' abgezehret? 5. Ach, zermalme das Verlangen, Das noch etwas Eitles will. Nimm den bösen Sinn gefangen, Der nicht hält in Allem still. Gib, daß ich in dieser Welt nichts der Sorge werth mög' achten, Weil du mich hinein gestellt, um nach besser'm Gut zu trachten. 3. Zwar der Schluß ist oft genommen, Daß ich mich wollt' reißen los; Aber wenn's zur That sollt' kommen, Fand ich mich von Kräften bloß. Ich Gefang'ner, Armer ich! Wer reißt mir das Netz, in Stücken? Fels des Heils, erbarme dich, Hilf mir aus der Hölle Stricken. 6. Gib mir Augen, um zu sehen Deines Reiches Gnadenschein; Gib mir Kräfte, um zu gehen Bis in's Heiligthum hinein. Mache mich mit dir bekannt, Laß in deinen Liebesflammen Herz und Seele sein entbrannt, Knüpfe dich und mich zus sammen. 7. Weichet, weicht, ihr Weltgedanken Stört nicht ferner meine Nächstenliebe. 417 Nuh'! Ich will in des Lebens Schran-| mich versenken, Und hinfort mich ten Eilen meinem Jesu zu. Jesu will ich geben Ehr', In ihn will ich um nichts mehr, Als um seine Liebe kränken. G 9. Nächstenliebe. 541. Mel. O Gott, du frommer Gott. ib mir, o Gott, ein Herz, Das je- den Menschen lie- bet, Bei sei- nem Wohl sich freut, Bei sei- ner Noth be- trü- bet; Ein Herz, das Ei- gen- nuß Und Neid und Här te flieht, Und sich H um And'- rer Glück Wie um sein Glück bemüht. 2. Seh' ich den Dürftigen, So laß mich gütig eilen, Von dem, was du mir gibst, Ihm hülfreich mitzutheilen; Nicht aus dem eitlen Trieb, Groß vor der Welt zu sein, Und mich verehrt zu seh'n, Nein, Men schen zu erfreu'n. 3. Dies sei mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen Müss' Andern stets mein Herz Mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank Zu milder Wohlthat an, Nein, was ich Brüdern thu', Gott, das sei dir gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst Dem Dürstenden begegnet, Ein Blick voll Trost, mit dem Mein Herz Bedrängte jegnet, Ein Rath, mit dem mein Mund Im Kummer And're stärkt: Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, Herr, unbemerkt. 5. Sucht wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, So laß mich sorgsam sein, Der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht kränke nie Mein Wort des Nächsten Ruh', Es rühme sein Verdienst, Deck' seine Fehler zu. 6. Die Rach' ist dein, o Gott, Du sprichst: ich will vergelten! D'rum laß mich stille sein, Wenn Menschen auf mich schelten. Gib, daß ich dem verzeih', Der mir zu schaden sucht, Den liebe, der mich haßt, Den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein Auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick Bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich Sein ewig Glück erfreu'n, Und ihm zum Seelenheil Mein Herz behülflich sein. 8. Den, der im Glauben wanft, Im Glauben zu bestärken, Den, der noch sicher ist Bei seines Fleisches Werken, Von der verkehrten Bahn Zum rechten Weg zu zieh'n, Dazu verleih' mir Kraft, Und segne mein Bemüh'n. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe Durch deine Lieb' und Furcht zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den nächsten liebt, Geht nicht zum Himmel ein, Laß diese Wahrheit, Gott, Mir stets vor Augen sein. 418 sei ne frech dar Das christliche Leben. 542. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt'. D je- mand spricht: ich lie= be Gott, Und haßzt doch) Der treibt mit Got tes Wahrheit Spott, Und tritt sie Brü- der, nie= der. Gott ist die Lieb', und will, daß ich Den Näch- sten lie= be, gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat, wachet, Dem Uebel nicht zu wehren Und macht, wenn Brüder leiden, Die sucht, Das oft sie dürftig machet, Hungrigen nicht liebreich satt, Will Nur sorglos ihnen Gaben gibt, Hat Nackende nicht kleiden: Der übertritt so nur wenig sie geliebt. die erste Pflicht, und hat die Liebe Gottes nicht. 8. Wohl wahr ist's, du vermagst es nicht, Stets durch die That zu lieben; Doch bist du nur geneigt, die Pflicht Getreulich auszuüben, Und wünschest dir die Kraft dazu, Und sorgst dafür: so liebest du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, So such' ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild gegeben. Denk' oft: Gott, was ich bin, ist dein, Sollt' ich, gleich dir, nicht gütig sein? 10. Wir haben Einen Gott und Herrn, Sind Eines Leibes Glieder: D'rum diene deinem Nächsten gern, Denn wir sind Alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich, Mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, Und gern sie schmähen höret, Sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, Und nichts zum Besten fehret, Verleumdern niemals widerspricht: Der liebet seine Brüder nicht. O 4. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß Den Nächsten unter stüßet, Doch nur aus Stolz und Eigennut Und Weichlichkeit ihm nüßet, Nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: Auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis ihn anzufleh'n Ein Armer erst erscheinet, Nicht eilt, dem Bruder beizusteh'n, Der im Verborg'nen weinet, Nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht, Den ziert die Nächstenliebe nicht. 6. Wer And're, wenn er sie bez schirmt, Mit Härt' und Vorwurf quälet, Und ohne Nachsicht straft und stürmt, Sobald sein Nächster fehlet: Wie bleibt bei solchem Ungestüm Die Liebe Gottes wohl in ihm? 11. Ein Heil ist unser Aller Gut, Nie darf ich Brüder hassen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So hoch erkaufen lassen; Daß er mich hat mit sich versühnt, Hab' ich dies mehr als sie verdient? 12. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, Du Herr von meinen Tagen, D'rum will ich, Bater, auch Geduld Mit meinen Brüdern tragen, 7. Wer für der Armen Heil und Dem gern verzeih'n, dem du vergibst, Zucht Mit Nath und That nicht| Den lieben, den du selber liebst. 13. Was ich den Frommen hier gethan, Den kleinsten auch von diesen, Das sieht er, mein Erlöser, an, Als hätt' ich's ihm erwiesen. Wie könnt' ich Jesu Jünger sein, Und ihn in Brüdern nicht erfreu'n? 11 Nächstenliebe. -S 419 14. Ein unbarmherziges Gericht Wird über den ergehen, Der unbarmherzig ist, und nicht Hört, die um Hülfe flehen. D'rum gib mir, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, das dich durch Liebe preist. 543. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen. n= ter allen großen Gütern, Die uns Christus zu- ge- theilt, Ist die Lieb' in den Gemüthern Himmelsbalsam, der sie heilt; Ist ein Stern, der herrlich strah- let, Und ein Kleinod, des- sen Preis Niemand aus- zu- sprechen weiß, Weil kein Gold es je be- zah= let; Ist die Macht, die Je- der- mann 2. Liebe kann uns Alles geben, Was auf ewig nüßt und ziert, Uns zum höchsten Stand erheben, Der die Seelen aufwärts führt. Men schen oder Engelzungen, Welche Kraft sie auch beseelt, Wenn dabei die Liebe fehlt, Sind noch nie in's Herz gedrungen; Nur ein Erz- und Schellenklang Ist ihr flüchtiger Gesang. 3. Was ich von der Weisheit höre, Die in alle Tiefen dringt, Von geheimnißvoller Lehre, Die sich auf zum Höchsten schwingt; Selbst die Berge zu verseßen Durch des Glaubens starke Kraft, Die der Wunder Fülle schafft: Alles ist für nichts zu schätzen, Wenn darin der Liebe Geist Sich nicht kräftig auch beweist. 4. Gäb' ich alle meine Habe Auch den Armen freudig hin, Opfert' ich mich selbst dem Grabe, Meinem Nächsten zum Gewinn, Ließ ich meiZwingen und er- freu- en kann. nen Leib gleich brennen, Und ertrüge jeden Schmerz: Ist von Liebe leer mein Herz, Würd es mir nichts nügen können. Nur der Liebe reine That Ist der wahren Freuden Saat. 5. Glaube, Hoffnung, Liebe Leiten uns nicht nur im Pilgerstand, Ihre Kraft wird uns begleiten In das wahre Vaterland. Ja, es strecken ihre Grenzen Sich bis in die Ewigkeit, Und doch wird die Liebe weit Ueber Glaub' und Hoffnung glänzen. Sie schafft Heil und Segen hier, Sie befeligt für und für. 6. du Geist der reinen Liebe, Segensquell in Freud' und Schmerz, Laß mich spüren deine Triebe, Komm und senk' dich in mein Herz. Laß mich kräftig widerstreben Allem, was nicht gut es meint Mit dem Freunde, mit dem Feind', Und mich reizt, nur mir zu leben. Geist der Liebe, lenke hin Zu der Liebe meinen Sinn. 420 W Das christliche Leben. 544. Mel. Unser Herrscher, unser König. ohl zu thun und mit zu= thei= len, Mit- leids- voll und wil- lig ei= len, ver gef= set nicht, zu- steh'n, ist Pflicht! Pflicht, die Jesus selbst uns leh- ret, FP Und die Gott, den Höchsten, eh-ret. 2. Speiset die, die Hunger leiden, Und die durstig sind, die tränkt; Eilt, die Nacktenden zu kleiden, Trö stet die, die Kummer kränkt; Schwache sucht zu unterstüßen, Unterdrückte zu beschützen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, Oder euch um Hülfe fleh'n, Allen eilt, von Gott getrieben, Nach Vermögen beizusteh'n. Führt zu unvers hofften Freuden Die auch, die im Stillen leiden. V 4. Und dies sei dir keine Bürde, Keine Last, beglückter Christ; Du beweisest Christenwürde, Wenn du mild' und hülfreich bist. Welch ein Glück für dich Erlösten, Arme Brüder Jesu trösten! ver= ge= ben; tracht stre- ben. Christen, das Ar= men beis 5. Und wie schafft es sanfte Freu den, Der Verlass'nen Helfer sein, Seh'n, wie sie in ihren Leiden Sich, durch uns gestärkt, erfreu'n! Ein betrübtes Herz erquicken, Welch' ein himmlisches Entzücken! 6. Heil und Glück auf unsern Wegen, Innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen Folgen auf Barmherzigkeit; Und dereinst zum Gnadenlohne Schenkt ihr Gott des Himmels Krone. 7. Laßt uns eilen, unsre Gaben, Weil es Zeit ist, auszustreu'n; Was wir hier gefäet haben, Ernten wir einst reichlich ein. Seid barmherzig, liebt die Armen, Gott will euer sich erbarmen. 545. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine Luft. 311 er leih' mir, Je- su, dei- nen Sinn, Dem Fein= de Laß mich, der ich dein Jünger bin, Nach Fried' und Einpd Wie könnt' ich he gen bit- tern Zorn, Da aus Geistlicher Kampf und Sieg. der Gnade sü- ßem Born 2. Ein Vater hat uns auserwählt Zu seines Hauses Kindern; Ein Heiland brachte, was uns fehlt, Versöhnung allen Sündern; Ein Geist uns allesammt regiert, Und zu des Himmels Erbe führt, Wenn wir ihn nur nicht hindern. 3. Wie dürft' ich wegen kleiner Schuld Den schwachen Bruder hassen, Da Gottes Langmuth und Geduld Mir große Schuld erlassen? Nein, immer sei mein Herz bereit, In wahrer Lieb' und Einigkeit Den Nächsten zu umfassen. Nur Heil mir quillt und Leben? 421 ep d|| bei den Set- ten hin? e wi gen Ge- winn? 4. In Einem Herrn ließ Gottes Rath Uns Heil und Gnade finden; Ein gnadenreiches Wasserbad Macht rein uns von den Sünden; Ein Abendmahl uns Alle speist: Wie sollte nicht Gin Herz und Geist Uns allesammt verbinden? 10. Geistlicher Kampf und Sieg. 546. Mel. Wer nur ben lieben Gott läßt walten. 5. Nimm hin, o Bruder, meine Hand, Reich deine mir zum Frieden! Aus unserm Herzen sei vers bannt, Was uns bisher geschieden. Den Seligen im Himmelreich Sind wir durch wahre Liebe gleich, Und selig schon hienieden. ie wan= ket ihr, be- trog'- ne Seelen, Noch stets auf Fällt's euch zu schwer, das zu er- wählen, Was bringt den # 3. D'rum gilt hier fein getheiltes Leben, Gott" trönet kein getheiltes Herz. Wer Jesu sich nicht recht ergeben, Der macht sich selber Müh' und Schmerz, Und träget, zum verIhn seht mit off'- nen Alu- gen an, Und wan- delt auf der schma- len Bahn. dort die Qual davon. 2. Bedenkt, es sind nicht Königs-| dienten Lohn, Hier Schmerz und kronen, Nicht Reichthum, Ehr' und Lust der Welt, Womit euch Gott will ewig lohnen, Wenn euer Kampf den Sieg erhält: Gott selbst ist's und die Ewigkeit, Voll Lust und Ruh', voll Seligkeit. 4. Wer aber mit Gebet und Ringen Der Welt auf ewig Abschied gibt, Und seinen Herrn in allen Dingen Von Herzen und allein nur liebt: Der wird der Krone werth geschätzt, Und auf des Königs Stuhl gesetzt. 5. Zerreißet denn die morschen Schlingen, Die euch in diesem schönen Lauf Verhindern und zum Säumen bringen, Und rafft euch heut' 422 Das christliche Leben. von Neuem auf. Auf, auf, verlaßt nicht diese Hand Schon durchgeführt die falsche Nuh'! Auf, auf, es geht in's Vaterland! dem Himmel zu! 9. Nur wartet nicht auf and're Zeiten, Jhr habt schon jetzt so viel versäumt; Jhr mehrt euch selbst die Schwierigkeiten, Wenn ihr das süße Heut' verträumt. Eilt, eilet, denn die Gnadenzeit Eilt flügelschnell zur Ewigkeit. 10. Laßt euch das Fleisch nicht träge machen, Verfluchet seine Zärtlichkeit; Jhr gebt euch ja um eitle Sachen In tausend Müh' und Fährlichkeit; Wie solltet ihr mit festem Muth Nicht ringen um das ew'ge Gut? 11. Eilt, faßt einander bei den Händen, Seht, wie ist unser Ziel so nah'! Wie bald wird unser Kampf sich enden! Dann stehet unser König da: Er führt uns ein zur stillen Nuh', und spricht uns selbst das Kleinod zu. 6 Auf, auf! ist dieser Weg schon enge, Voll Dornen und voll rauher Stein', Bringt euch die Welt oft in's Gedränge, Stellt Satan sich geharnischt ein, Erhebet sich sein ganzes Reich: Immanuel ist auch bei euch. 7. Gott fordert nur, daß ihr euch haltet An ihn, den Herrn, der mit euch geht, Daß ihr die schwachen Hände faltet, Zu ihm um Kraft des Geistes fleht; Er kämpft für euch, er macht euch Bahn, Schau't ihn in eurem Kampfe an. 8. Die Allmacht stehet euch zur Seiten, Die Weisheit hält bei euch die Wach', Die Gottheit selber will euch leiten; Folgt nur mit festen Schritten nach. Wie Manche hat 547. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. ft flagt dein Herz, wie schwer es sei, Und täglich seinem Wor= te treu ppd wandeln, Herrn zu und zu han= deln. Den Weg des Zu den= ken Wahr ist's, die Tugend ko= stet Müh', 37 Sie ist der Sieg der Lüste; Doch rich- te selbst: was wäre sie, Wenn sie nicht käm- pfen müß- te? 2. Sie, die sich ihrer Laster freu'n, Trifft sie kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sclaven eig'ner Pein Und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, Hat oft auch seine Leiden, Jedoch der Schmerz, mit dem er kämpft, Verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar Ein breiter Weg durch Auen, Allein sein Fortgang wird Gefahr, Sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist anfangs steil, Läßt nichts als Mühe blicken; Doch wei ter hin führt er zum Heil, Und endlich zum Entzücken. Geistlicher Kampf und Sieg. 423 4. O hätte Gott es uns vergönnt, 8. Du streitest nicht durch eig'ne Nach unsers Fleisches Willen, Wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, Die Lüste frei zu stillen, Ließ er den schnöden Undank zu, Die freche Lust zu kränken, Und Menschenhaß, was würdest du Von solchem Gotte denken? Kraft, D'rum muß es dir gelingen; Gott ist's ja, welcher beides schafft, Das Wollen und Vollbringen. Bot je der Vater einen Stein Dem Sohn, der Brod begehrte? Bet' oft, Gott müßte Gott nicht sein, Wenn er dich nicht erhörte. 5. Gott will, wir sollen glücklich sein, D'rum gab er uns Gesetze; Sie sind es, die das Herz erfreu'n, Sie sind des Lebens Schätze. Er spricht in uns durch den Verstand, Er spricht durch das Gewissen, Was wir, Geschöpfe seiner Hand, Flieh'n oder wählen müssen. 6. Jhn fürchten, das ist Weisheit nur, Und Freiheit ist's, sie wählen. Das Thier folgt Trieben der Natur, Der Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! was ihr Lohn und Ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern' nur Geschmack am Wort des Herrn Und seiner Gnade finden, Und übe dich getreu und gern, Dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch Von Gott noch mehr bekommen; Wer aber nicht hat, dem wird auch Das, was er hat, genommen. 9. Dich stärket auf der Tugend Pfad Das Beispiel sel'ger Geister; Shn zeigte dir und ihn betrat Dein Heiland, Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott Auf diesem Pfade hindern; Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, Und nicht bei Menschenkindern. 2 10. Sei stark und männlich allezeit, Tritt oft an deine Bahre; Vergleiche mit der Ewigkeit Den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, daß dein Glaube hält, Wird neuen Muth dir geben, Und Kräfte der zukünft'= gen Welt, Die werden dich beleben. 548. Mel. Jesus, meine Zuversicht 11. Und endlich, Christ, sei un verzagt, Wenn dir's nicht immer glücket, Wenn dich, so viel dein Muth auch wagt, Stets neue Schwachheit drücket. Gott sieht nicht auf die That allein, Er sieht auf deinen Willen. Sieh', das Verdienst des Herrn ist dein, Dies muß dein Herz dir stillen. # teil und dornicht ist der Pfad, Wel- cher zur Vollendung lei- tet; Se lig ist, wer ihn bestrat, Und mit frohem Muthe strei- tet, 3. Den am Kreuz wir bluten seh'n, Jesus, hat das Ziel errungen, Und sich zu des Himmels Höh'n ell #d Se= lig, wer den Kauf vollbringt, Und das ho= he Ziel erringt. 2. Ueberschwenglich ist der Lohn| Triumphirend Der bis in den Tod Getreuen, Die, der Lust der Welt entfloh'n, Ihrem Heiland ganz sich weihen, Deren Hoffnung unverrückt Nach der Siegerkrone blickt. aufgeschwungen; Als er rief: es ist vollbracht! War besiegt des Todes Macht. Preis, gekrönter Sieger, dir, Zieh' dir nach die Schaar der Streiter. Wandeln sie durch Stürme hier: Jenseits ist es still und heiter. Unsrer Hoffnung winkt der Lohn, Heiland, dort an deinem Thron. 424 Das christliche Leben. 5. Auf denn, Streitgenossen, geht er selbst zum Kampf euch rüste; Muthig durch des Lebens Wüste. Seine kraft allein Kann in Seht auf euren Führer, fleht, Daß Schwachen mächtig sein. & R 549. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. J ü- stet, Christen, euch zum Streite! Die Feinde su- chen euch zur Waffnet euch mit Got- tes Wor- te, Und kämpft getrost an je- dem Beu- te, Ja, Sa- tan selbst hat euch begehrt. Or- te, Dann bleibt ihr stark und un- versehrt. zu schnell: Hier ist Im- ma- nu- el, Je- sus Christus! Der Starke fällt Durch diesen Held, Mit ihm be- hal- ten wir das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, Besieget fie, seid tapf're Christen, Steht muthig in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, Daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen! Zeigt, was der Glaube kann und schafft. Wer hier ermüden will, Der schaue auf das Ziel, Da ist Freude. Wohlan, so seid Zum Kampf bereit, So krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wen'gen Jahre, Eh' thr kommt auf die Todtenbahre; Kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wird Gott einst die Todten wecken, Und Christus sich're Sünder schrecken, So JJ R Ist euch der Feind stehen wir mit Freuden auf. Gottlob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, Währt nicht lange; Und Gottes Sohn hat längst uns schon Dort beigelegt die Ehrenkron'. 4. Jesu, hilf du deinen Kindern Und mache die zu Ueberwindern, Die du erkauft hast durch dein Blut. Schaff' in uns ein neues Leben, Gib, daß wir uns zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Muth. Geuß auf uns aus den Geist, Aus dem die Liebe fleußt In die Herzen; So halten wir Getreu an dir Im Tod und Leben für und für. 550. Eigene Melodie. in- ge recht, wenn Gottes Gna- be Dich nun zie- het und bekehrt, 12 Geistlicher Kampf und Sieg. predda Daß dein Geist sich ganz ent- la- de Von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort' ist enge,| Suchet Ruhe nicht, noch Pflege, Hält Und der Lebensweg ist schmal, Im- sich selber nichts zu Gut'. mer steh'n hier im Gedränge Christi Streiter allzumal. 11. Wahre Treu' kommt dem Ge tümmel Eitler Weltlust niemals nah'; Jst ihr Schatz doch in dem Himmel, Darum ist ihr Herz auch da. 12. Wahre Treu' führt mit der Sünde Bis in's Grab beständig Krieg, Sorgt nur, wie sie überwinde, Kämpft, bis sie erlangt den Sieg. 13. D'rum wohlauf, ihr tapfern Streiter, Kämpfet recht und macht euch Bahn, Geht auf Christi Wegen weiter, Denn so geht ihr himmelan. 14. Denkt in jedem Augenblicke, Ob's vielleicht der letzte sei. Laßt die Lampen nicht zurücke, Holt stets neues Del herbei. 15. Ach, die Welt, fie liegt im Bösen, Sodom sinkt in Feuersgluth. Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 16. Lauf der Welt doch aus den Händen, Dring' in's stille Zoar ein, Eile, daß du magst vollenden, mache dich vom Bösen rein. 3. Kämpfe bis auf's Blut und Leben, Dring' in Gottes Reich hinein; Mag dir Satan widerstreben, Du darfst nimmer furchtsam sein. 4. Ringe, deine Lieb' erglühe, Halbe Liebe hält nicht Stand; Daß dein Herz der Welt entfliehe, Sei es ganz für Gott entbrannt. 5. Hast du nun die Perl' errungen, Denke nicht: nun ist's gethan; Noch ist alles nicht bezwungen, Was der Seele schaden kann. 6. Schaffe ja mit Furcht und Zittern Deiner Seele Seligkeit. Laß dein Herz durch nichts erschüttern, Wenn der Feinde Macht dir dräut. 7. Deine Krone halte feste, Halte treulich, was du haft. Recht beharren ist das Beste, Rückfall bringt dir neue Last. 8. Laß dein Auge ja nicht gaffen Nach der schnöden Eitelkeit. Bleibe Tag und Nacht in Waffen, Fliehe alle Sicherheit. 9. Laß dem Fleische nicht den Willen, Folge deinen Lüften nicht; Willst du die Begierden stillen, So erlischt das Gnadenlicht. 10. Wahre Treu' liebt Christi Wege, Steht beherzt auf ihrer Hut, 425 17. Eile, zähle Tag' und Stunden, Bis dir der Erlöser winkt, Und, wenn du nun überwunden, Dich zum Schauen Gottes bringt. 18. Eile, laufe ihm entgegen, Sprich: mein Licht, ich bin bereit, Soll die Hülle ich ablegen, Führe mich zur Seligkeit. 551. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Eda chaffet, schaf- fet, Menschenkinder, Schaffet eu- re Se- lig- teit, Bau- et nicht, wie sich'- re Sünder, Auf die un- ge- wis- se Zeit. Un- ver- weilt be- keh- ret euch, Rin- get nach dem Him- mel- reich, 426 Das christliche Leben. Und bemüht euch hier auf Er- den, Wie ihr möget se- lig wer- den. matt. Auf der schmalen Glaubensbahn Kommt man keinen Schritt hinan, Wenn man mit getheiltem Herzen Will mit Welt und Sünde scherzen. 2. Soll nun dies an euch geschehen, So bekämpfet Fleisch und Blut, Und der Welt zu widerstehen, Rüstet euch mit Kraft und Muth. Gottes Wille muß allein Eures Lebens Nichtschnur sein, Mag es dem bethörten Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glauben kämpfet, Selig, wer im Kampf besteht, Wer des Fleisches Lüste dämpfet, Und den Reiz der Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzesschmach Jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, Muß zuvor mit Christo sterben. 6. Auf, Erlöste, Christi Glieder, Die sein Geist erhält und trägt, Schlaget alles in euch nieder, Was sich noch von Sünde regt. Was euch ärgert, senkt in's Grab, Was euch hindert, werfet ab; Denket stets an Christi Worte:„ Dringet durch die enge Pforte!" 4. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg' und lässig sein, Eure Neigung zu bezwingen: So bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg Folget niemals rechter Sieg; Treuen Kämpfern reicht zum Lohne Dort der Herr die Ehrenkrone. 7. Zittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum seh'n, Daß ich seinen Beistand finde, In der Gnade zu besteh'n. Ach, mein Heiland, geh' doch nicht mit mir Armen in's Gericht; Gib mir deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. 8. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, Daß ich treu in Jesu Namen Meinen Glaubenskampf vollführ'. Er verleihe Kraft und Stärk, Und regiere selbst das Werk, Daß ich wache, bete, ringe, Und also zum Himmel dringe. 5. Sich der Welt noch gleich zu achten, Findet nicht bei Christen statt, Sinnenlust und eitles Trachten Schwächt den Geist und macht ihn N 552. Mel. Alle Menschen müssen sterben. icht nur streiten, ü- ber- winden Muß, wer nach der Kro- ne ringt. Müh'voll ist der Kampf der Sünden, Se- lig, wem der Sieg ge- lingt. Ihn empfangen Ju- bel- lie- der, Freudig schaut vom Ziel er nie- der Auf des hei- ßen Streits Ge- fahr, 2. Glorreich, Herr, hat überwunden Deiner Zeugen glänzend Heer; Ja, sie sahen dunkle Stunden, Und Der sein Loos hie- nie- den war. ihr Kampf war heiß und schwer; Schwerer als im Lauf der Zeiten Jch ihn jemals werde streiten," Denn Geistlicher Kampf und Sieg. 427 das Schwert der Feinde ruht, Trieft| verlassen, Welcher mit dem Tode nicht mehr von Christenblut. ringt! Dennoch ist Triumph sein Ende, Er gibt sich in Gottes Hände, Schon umhüllt von Todesnacht Ruft er aus: es ist vollbracht! 3. Ueberwunden, überwunden Hast du, Herr der Herrlichkeit. Todes: schweiß und Blut und Wunden Zeugen von dem ernsten Streit. Tausendfache Angst und Schmerzen Lasteten auf deinem Herzen; Dennoch unterlagst du nicht Selbst im härtesten Gericht. 5. Was sind meine kurzen Leiden Gegen die, so Christus litt, Und was gegen jene Freuden, Die mir Christi Tod erstritt? Herr, ich folge ohne Beben, Hilf mir dringen in dein Leben, Du, der mir zum Heile starb, Und mir Kraft zum Kampf erwarb. 4. Wer kann das Geheimniß fase sen, Wer, wie hoch er sich auch schwingt? Gott hat seinen Sohn A 553. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. uf, ihr Streiter, durchgedrungen, Auf, und folgt dem Heiland nach, Selbst durch Mar- ter, Tod und Schmach. Wie er sich hat aufgeschwungen, to Ringt ihm nach in seiner Kraft; 2. Kein Erlöster müsse sagen, Jhm gebreche Kraft und Muth Zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen, Weil der Herr die Wunden heilt, Und den Schwachen Kraft ertheilt. 3. Sind wir schwach, bei ihm ist Stärke; Sind wir arm: der Herr ist reich. Wer ist unserm Führer gleich? Seine Macht thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, Dem der Himmel unterthan? 655 Er ist's, der den Sieg verschafft. 4. Ja, er kan und will uns schirmen; Höret auf verzagt zu sein. Auf den Feind dringt muthig ein, Mag er drohen, mag er stürmen, Wißt, der Weg zur Seligkeit For dert Muth, Geduld und Streit. 5. Nun so wachet, kämpft und ringet, Bleibet wacker im Gebet, Bis ihr auf der Höhe steht. Wenn ihr Siegesfahnen schwinget, Wenn der Erde Werk gethan, Hebt des Himmels Wonne an. 554. Eigene Melodie. PJ ahre fort, Fahre fort, Zion, fahre fort im Licht, Mache deis 428 Das christliche Leben. nen Leuchter hel- le, Laß die erste Lie- be nicht, Suche stets die Lebensquelle. Zion, bringe durch die enge Pfort', Fah- re fort, Fahre fort. 2. Leide gern,:,: Zion, leide ohne Scheu Trübfal, Angst mit Spott und Hohne, Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebenskrone. Zion, scheint der Trost dir noch so fern, Leide gern.:,: 5. Dringe ein,:,: Zion, bringe ein in Gott, Stärke dich mit Geist und Leben, Sei nicht, wie die Andern, todt, Sei du gleich den grünen Reben. Zion, in das Wesen, nicht in Schein, Dringe ein.:,: 3. Folge nicht,:,: Zion, folge nicht der Welt, Die dich suchet groß zu machen; Achte nichts ihr Gut und Geld, Laß fie deines Glaubens lachen. Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, Folge nicht.:,: 4. Prüfe recht,:,: Zion, prüfe recht den Geist, Der dich ruft zu beiden Seiten; Thue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, meide das, was krumm und schlecht, Prüfe recht.:,: 6. Brich hervor,:,: Zion, brich hervor in Kraft, Weil die Bruderfiebe brennet; Zeige, was der in dir schafft, Der als seine Braut dich tennet; Zion, durch das dir erbroch'ne Thor Brich hervor.:,: 7. Halte aus,:: Zion, halte beine Treu', Laß doch nimmer lau dich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei, Auf, besiege alle Sünden! Zion, in dem legten Kampf und Strauß Halte aus.:,: 555. Mel. Großer Prophete, mein Herze. schweb' in Ge- fah- ren und Noth. Macht, die mich täg- lich be- dreht. e su, hilf fie- gen, du Für- ste des Le- bens! Sieh', wie ich Schwach ist mein Wollen, mein Ringen ver- ge- bens, Furchtbar die Stehst du mir, Je su, nicht C schützend zur Sei- te, Wie könnt' ich kämpfen und sie- gen im Streite? 2. Jesu, hilf fiegen, ein sündlich| ist, gelingen, Gib du das Wollen Verlangen Kämpfet in mir mit des und gib das Vollbringen. Höchsten Gebot. Nimm du den WilLen des Fleisches gefangen, Bring' durch dein Sterben der Sünde den Tod; Und daß mir möge, was gut 3. Jesu, hilf siegen, sonst muß ich verzagen, Wenn mein Gewissen das Urtheil mir spricht, Wenn mich die Sünden der Jugend verklagen, Und Geistlicher Kampf und Sieg. 429 ich erbebe vor Gottes Gericht. Wenn| befallen, Laß, mich zu wecken, dein solche Schrecken die Seele bestürmen, Wollest du mich, o Versöhner, beschirmen. Rufen erschallen. 6. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwunden, Was ich auf Erden mein eigen genannt. Wenn auch die Freunde, sonst treu mir verbunden, Kalt und entfremdet sich von mir gewandt: Dennoch soll nimmer mein Herz sich betrüben, Bist du, o Jesu, mein Theil nur geblieben. 7. Jesu, hilf fiegen, wenn einst ich soll sterben, Mache von Furcht vor dem Tode mich frei; Zeige das Reich mir, das der soll ererben, Der bis an's Ende geblieben dir treu. Laß auch zuletzt mich im Kampf nicht erliegen, Reiche die Hand mir, o Jesu, hilf siegen! 4. Jesu, hilf siegen, wer mag sonst bestehen Wider den trüglich verschlagenen Feind? Wer mag dem Vater der Lügen entgehen, Wenn er als Engel des Lichtes erscheint? Du bist die Wahrheit, mein göttlicher Meister, Lehr' mich sie finden, und prüfen die Geister. 5. Jesu, hilf siegen, hilf wachen und beten. Herr, durch dein Flehen, das Alles vermag, Wollest du mich bei dem Vater vertreten. Hüter, dein Auge bleibt immerdar wach; Will mich der Schlummer der Trägheit ( CS 556. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. in Christ, ein tapf'- rer Krieges- held, Voll Geist und Kraft Ver leugnet sich, bezwingt die Welt, Zerstört des Saund Stärke, tans Wer- ke, HJ Kämpft in- ner- lich Und äu- ßer- lich; Wo sich auch Fein- de fin- den: Er kann sie über- win- den. 2. Ich habe fruchtlos mich ge-| Und will nur ihm gefallen. Der quält, und gab mich fast verloren, Menschen Gunst Jst eitler Dunst; Bis ich den Helfer mir erwählt, Mag sich ihr Haß entzünden, Doch Deß Geist mich neu geboren. Wer werd' ich überwinden. will die Kraft, Die Alles schafft, Wer Christi Macht ergründen, Durch die wir überwinden? 5. Die Welt mit ihrem Spott und Hohn Erhebet mich zu Ehren; Sie muß an meiner Himmelskron' Die Edelsteine mehren. Der Herr ertrug, Daß man ihn schlug, Er ließ sich schmäh'n und binden, Auch ich will überwinden. 3. Auf Eitles war mein Sinn gestellt, Auf falsche Lust und Ehre, Ich lebte nach dem Lauf der Welt, Und nicht nach Christi Lehre. So ist's nicht mehr, Gott sei die Ehr'! Ich streite mit den Sünden, Und will sie überwinden. 4. Die Menschen flößten Furcht mir ein, Gefallen wollt' ich allen; Jetzt aber fürcht' ich Gott allein, 6. Leb' ich in steter Traurigkeit, Sind wenig gute Stunden In meiner kurzen Lebenszeit: Ich habe Gott gefunden. Der tröstet mich Gar väterlich, Will mich vom Schmerz entbinden, D'rum kann ich überwinden. 430 7. Und wie ich immer führte Krieg Mit meinen Glaubenswaffen, So werden sie den letzten Sieg Jm Sterben mir verschaffen. Ob Grab und Tod Auch furchtbar droht: Die Schrecken bald verschwinden, Und ich werd' überwinden. 數 Das christliche Leben. stüßt und hält, muth be= fällt. 8. Das Kleinod ist mir vorgesteckt, Jch soll nur tapfer kämpfen; D'rum bleibt mein Arm stets ausgestreckt, Mit Gott den Feind zu dämpfen. Nur unverzagt, Und frisch gewagt! Ich seh' die Krone binden, D'rum will ich überwinden. 557. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. w'- ge Wahr- hett, de ren Treu- e Jch be kenne und be- reu= e, Un fre Hoffnung Daß mich Zwei- felAch, wie hängt mein Herz an Dingen, Die mich nicht zur Ruhe brin- gen! Gott, wie leicht vergess' ich dein, Wenn mein Trost soll sicht- bar sein. 2. Ach, vergib mir diese Sünde, Nimm die Strafe von mir hin; Schenke deinem armen Kinde, Vater, einen andern Sinn, Den nicht falsche Hoffnung bindet, Die wie dünner Reif verschwindet, Die wie leichter Hauch entflieht, Und das Herz zur Erde zieht. 3. Laß mich eitle Sorgen meiden, Weil du für mich sorgst und wachst, Und im Trauern, wie in Freuden, Dich um mich zur Mauer machst. Laß, Herr, auf dein Wort mich hoffen, Das noch stets ist eingetroffen. Hoffnung, die auf dich nicht traut, Hat auf losen Sand gebaut. 4. Laß den Anker meiner Seelen Unter aller Stürme Wuth Nur dein Herz zum Grunde wählen, wo er fest und sicher ruht. dann wird's kein Zweifel wagen, Mich zum Unmuth zu verschlagen, Unbeweglich werd' ich steh'n, Wenn auch Berge untergeh'n. I höht auf seinen Thron. 5. Laß mein Herz versichert wers den, Daß dein Wort wahrhaftig sei, O so werd' ich schon auf Erden Vie ler Sorg' und Unruh' frei; So werd' ich im Glauben beten, und erhört zurücke treten; So wächst meine Zuversicht, So wankt meine Hoffnung nicht. 6. Vater, meine Hoffnung gründet Sich auf deines Sohnes Tod; Ach, in seinem Blute findet Meine Seele Trost in Noth. Durch sein fiegreich Auferstehen kann ich neu geboren gehen Zu den Bürgern jener Welt, Wenn der Erdenbau zerfällt. 7. Da mein Haupt sich aufge schwungen Und auf Gottes Thron gesetzt, Bin auch ich mit durchgedrungen, Und den Engeln gleichges schätzt. Ich besitz' ein ewig Leben, Das mir Jesus selbst gegeben. Ich bin auch im Glauben schon mit era Geistlicher Kampf und Sieg. 8. Hier muß ich als Pilger wallen, Droben ist mein Vaterland; Dort, wird einst die Welt zerfallen, Find' ich meinen Ehrenstand. Ich erwarte- nur die Stunden, Da ich, von der Sünd' entbunden, Meinen Heiland werde seh'n, Und verkläret vor ihm steh'n. mer bei uns bist, und Him- mel ist, 558. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Durch- brecher al= ler Ban= de, Bei dem Scha- de, Spott und Schande 431 9. Unterdessen laß mich hoffen Auch in Trübsal auf dein Licht. Zeige mir den Himmel offen, So schreckt Tod und Grab mich nicht. Laß mich, Herr, voll Trost und Freuden Aus dem Thal der Thränen scheiden, Und einst, was ich hoffe hier, Dort mich schauen, Herr, bei dir. Ste- he fer- ner im Gerichte Wi- der Füh- rest aus dem Ker- ker hin. 2. Jst's doch deines Vaters Wille, Daß du endest dieses Werk; Dazu wohnt in dir die Fülle Aller Weisheit, Lieb' und Stärk'; Daß du nichts von dem verlierest, Was er dir gegeben hat, Und uns aus dem Treiben führest Zu der süßen Ruhestadt. 3. Schau' denn her auf unſre Ketten, Da wir mit der Kreatur Seufzen, ringen, schreien, beten Um Erlösung von Natur, Von dem Dienst der Eitelkeiten, Der uns hart darnieder drückt, Ob der Geist sich auch in Zeiten Schon auf etwas Bess'res schickt. Der du im= Lau= ter Lust unsern Adams- sinn, Bis du uns zum hef len Lichte 4. Herr, zermalme, Herr, zerstöre Diese Macht der Finsterniß; Der preist nicht mehr deine Ehre, Den sie fort zum Tode riß. Heb' uns aus dem Staub der Sünden, Wirf die Schlangenbrut hinaus, Laß uns wahre Freiheit finden In des Baters Hochzeitshaus. 5. Wir verlangen keine Ruhe Für das Fleisch in Ewigkeit. Was du nöthig find'st, das thue Noch vor unsrer Abschiedszeit. Aber unser Geist, der bindet Dich im Glauben, läßt dich nicht, Bis er die Erlösung findet, Welcher Zeit und Maß gebricht. 6. Herrscher, herrsche! Sieger, siege! König, brauch' dein Regiment! Führe deines Reiches Kriege, Mach' der Sclaverei ein End'! Mach' fie frei, die arme Seele, Durch des neuen Bundes Blut, Daß sie sich nicht länger quäle, Nimm sie auf in deine Hut. 7. Lange hält uns schon gefangen Lust und Selbstgefälligkeit; Ach, lap uns nicht länger hangen In dem Tod der Eitelkeit. Ja, die Last treibt uns zu rufen, Alle flehen wir dich an: Zeig' uns nur die ersten Stufen Der gebroch'nen Freiheitsbahn! 432 Das christliche Leben. 8. Theuer sind wir ja erworben, 9. Zeuch uns, Jesu, in dein Ster Knechte nicht der Welt zu sein: ben, Laß mit dir gekreuzigt sein, D'rum, so wahr du bist gestorben, Was dein Reich nicht kann ererben, mußt du uns auch machen rein. Führ' in's Paradies uns ein. Herr, Der wird rein und ganz vollkommen, ich weiß, du wirst nicht säumen, Aehnlich deinem heil'gen Bild, Der Laß uns nur nicht träge sein, Werdie Gnade hat genommen, Die aus den wir, als die da träumen, Doch deiner Fülle quillt. einst geh'n zur Freiheit ein. 11. Würde und Seligkeit der Gläubigen in diesem Leben. 559. Mel. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig. wie richtig und wie wichtig Ist der Christen Le- ben! JJ We- der heute noch auch mor- gen Darf man vor Verder- ben sor- gen, da Denn es ist in Gott ver- bor- gen. 2. O wie richtig und wie wichtig Sind der Christen Tage! Wer sich durch die Zeit gerungen Und zum Ew'gen aufgeschwungen, Dem ist jeder Tag gelungen. 3. O wie richtig und wie wichtig Ist der Christen Freude! Freude, die in Gott gegründet Und den Geist mit ihm verbindet, Freude, die kein Ende findet. 4. O wie richtig und wie wichtig Ist der Christen Schöne! Tugendschönheit im Gemüthe Jst bei Gott von größ'rer Güte, Als der Lenz in seiner Blüthe. 5. O wie richtig und wie wichtig Ist der Christen Stärke! Welt und Fleisch muß unterliegen, ChristenFräfte müssen fiegen, wenn sie ihren Feind bekriegen. 6. O wie richtig und wie wichtig Ist der Christen Segen! Was sie Gott zum Preis ersinnen Und darauf in ihm beginnen, Muß stets Glück und Heil gewinnen. 7. O wie richtig und wie wichtig Ist der Christen Ehre! Sie find Gottes Freund' und Kinder, Christi Brüder, auch nicht minder Richter aller Feind' und Sünder. 8. Dwie richtig und wie wichtig Sind der Christen Schätze! Was die wahren Christen haben, Sind ganz unschäßbare Gaben, Wonach keine Diebe graben. 9. wie richtig und wie wichtig Sind der Christen Sachen! Gott wirkt selbst ihr Thun und Dichten, Heißt sie treu ihr Werk verrichten, Das kann keine Zeit vernichten. A Würde u. Seligkeit d. Gläubigen in diesem Leben. 433 560. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König. I- les ist eu- er! o Worte des ewigen Lebens! Fühle sie, gläubi- ge Seele, voll heiligen Bebens. 2. Göttliche Würde, entzückende Hoheit des Christen! Wallt er gleich dürftig und einsam in traurigen Wüsten, findet er gleich Thoren geachtet und reich: Wie kann nach Eitlem ihn lüsten? Irdisch- ge- finn- ten al- lein Tönen die Wor- te ver- ge- bens. 5. Alles ist euer! o Christen, vom Himm hernieder Schauet der Mittler auf seine erlöseten Glieder; Höret, er spricht: Fürchte, du Häuflein, dich nicht, Alles ist euer, ihr Brüder! 6. Seid ihr auch elend, verlassen, verfolgt und gefangen, Fließen euch Zähren des Grams von erbleichenden Wangen, Droben im Licht, Freut euch, da fließen sie nicht, Dort ist das Alte vergangen. 3. Immer das Auge gerichtet nach heiligen Höhen, Sieht er die Güter der Thoren im Sturme verwehen. Wohl ihm, er faßt Statt der vergänglichen Last Güter, die nimmer vergehen. M JJJJ.||!!! 4. Alles, was Freude gewähret im irdischen Leben, Alles, wovor noch die Kinder der Welt hier erbeben, Leben und Tod Ist euch auf Gottes Gebot Unter die Füße gegeben. Alles ist dein! 7. Die ihr mit Christo einst herrschet, singt Lieder der Feier, Freut euch der Hoheit, die Christus errungen fo theuer, Die er erwarb, Als er auf Golgatha starb. Amen, ja Alles ist euer! 561. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. edd ie groß ist un fre Se- lig- keit, Gott, schon in der Wenn unser Herz sich dir er- gibt, und treu in Je- su Prüfungs- zeit, Selbst un ter viel Be- schwer- den! Dienst sich übt, Wie groß wird sie einst werden, J Wenn sich Herrlich Jenes Leben wird an- he- ben, wo man Freu- den 19 Das christliche Leben. JJ Ern- tet von der Saat der Lei- den. 2. O wie erhaben ist das Recht, Das du uns gibst, Herr, dein Geschlecht Und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vaterland, Und wer will deiner starken Hand, Allmächt'ger, uns entreißen? Wenn wir Gleich hier müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, Hilfst du doch uns überwinden. 434 3. Du deckest unsre Schulden zu, Schenkst unsern Seelen wahre Ruh', Und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, Wir sein erkauftes Eigenthum Und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes Sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Werth Der Gnade, die uns widerfährt, Verborgen hier auf Erden: Doch wenn dereinst vor aller Welt Er, unser Haupt, Gerichtstag hält, Dann wird er sichtbar werden. Alsdann Sieht man Ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren Für sein treues Volt erklären. 5. Wie jelig, Gott, sind wir alsdann, Wie viel hast du an uns ge than! Wie groß ist unsre Würde! Laß auf sie seh'n uns jederzeit, So tragen wir mit Willigkeit Der furs zen Leiden Bürde. Herr, gib Den Trieb In die Seelen, dich zu wäh Len, und das Leben Ganz in Jesu Dienst zu geben. 562. Mel. Wachet anf, ruft uns die Stimme. 6 err, err, welch' Heil kann ich er- rin- gen! In welche Höh'n du Wort voll heil'gen Be- bens, Und doch voll Wonn' J darf ich mich schwingen! Mein Wan- del soll im Himmel sein! und ew'gen Le bens: Im Him- mel soll mein Wan- del sein! Ich fin- ke staunend hin. Ich ah- ne, wer ich bin, Wer ich sein kann; म Ich trage noch Des Todes Joch, Im Himmel soll ich wandeln doch. 2. Schwing' dich denn zu diesen| Seele, dein Versöhner ist. Du, durch Höhen, Und lern' im Lichte Gottes sein Opfer rein, Bist stark, dich ihm sehen, Wer du, versöhnte Seele, bist. zu weih'n Ohne Wanken. Er, Gots Mit dem seligsten Entzücken Wirst tes Sohn, Gibt reichen Lohn Den du in diesem Licht erblicken. Wer, Gläubigen an seinem Thron. Würde u. Seligkeit d. Gläubigen in diesem Leben. 435 5. Ja, dann ist ihr schon gegeben Jhr neuer Nam' and ew'ges Leben, Im Himmel ist ihr Wandel dann. Start, den Streit des Herrn zu streiten, Sieht sie die Krone schon von weitem, Die Kron' am Ziel, und betet an. Preis, Ehr' und Sieg und Kraft Set dem, der neu uns schafft, Jhm zu leben; Und ihm sei Dank und Lobgesang, Der für uns ging. des Todes Gang. 3. Wort vom Anfang, Eingebor's ner, Eh' du herabkamst, Auserkor'ner, Lag auf dem Erdkreis Dunkelheit; Du erschienst, du Licht vom Lichte, Wir schau'n in deinem Angesichte Nun deines Vaters Herrlichkeit. Ja, Wahrheit, Trost und Ruh' Strömt, Herr, von dir uns zu, Wenn wir glauben: Du hast's vollbracht! Des Irrthums Nacht, Die Sünde selbst weicht deiner Macht. 4. Wenn die Seel' in tiefe Stille Versunken ist, wenn ganz ihr Wille Der Wille deß ist, der sie liebt; Wenn ihr inniges Vertrauen Sich fast erhebt zum fel'gen Schauen, Und Liebe sie für Liebe gibt; Wenn sie versichert ist, Dein Tod, Herr Jesu Christ, Sei ihr Leben: Wie hoch entzückt, Wie reich erquickt Ist sie, schon ganz der Erd' entrückt! 6. Preis auf seinem Himmelsthrone Dem Vater und dem ew'gen Sohne, Jhm, der da ist und der da war! Lauter Weisheit, Gnad' und Stärke, Und Wunder sind, Herr, deine Werke, Dort sind sie ganz uns offenbar. Dort strahlt dein Angesicht Im reinsten Himmelslicht Allen Frommen. Dort werden wir, Barmherz'ger, dir Etn Lob bereiten für und für. 563. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geüibet. C füßer Stand, o je lig Wenn sich ein Herz so Gott er Leben, Das aus der geben, Daß Chri- sti wahren Einfalt quillt! Wenn sich der Geist nach Chri- sti Sinn es ganz er= füllt; ● Bilde Jm Licht und Recht hat auf ge- richt't, Und un- ter = 11 sol- chem klaren Schil- de Durch alle falschen Hö- hen bricht. 2. Was Andern schön und lieblich scheinet, Ist solchem Herzen Kinderspiel; Was Mancher für unschuldig meinet, Ist solchem Herzen schon zu viel. Warum? es gilt der Welt absagen; Hier heißt's: rührt kein Unreines an! Das Kleinod läßt sich nicht erjagen, Es sei denn Alles abgethan. 3. Die Einfalt weiß von feiner Zierde, Als die im Blute Christi 19* 436 Das christliche Leben. liegt, Die reine himmliche Begierde| Neid; Ist Jemand, der Lust dazu Hat alle Eitelkeit besiegt. An einem träget, Das macht ihr lauter Herreinen Gotteskinde Glänzt Gottes zensfreud'. Name schön und rein: Wie könnt' es denn vom eitlen Winde Der Welt noch eingenommen sein. 95 4. Von Sorgen, Noth und allen Plagen, Damit die Welt sich selbst anficht, Vom Neid, damit sich And're tragen, Weiß Christi Sinn und Einfalt nicht. Den Schaß, den sie im Herzen Heget, Behält sie wider allen V 5. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, Das sich mit Christi Einfalt schmückt! Geht hin, ihr thörichten Jungfrauen, Ihr säumt, bis euch die Nacht berückt. Was sind die Lampen ohne Dele? Es mangelt Einfalt, Christi Sinn; Sucht etwas Bess'res für die Seele, Und gebt der Welt das Ihre hin. 564. Mel. Valet will ich dir geben. D or seinen Au- gen le= ben Ist wah- re Se- lig-keit; Sich ihm zu ei- gen geben, Ist, was allein er- freut. Nichts können und nichts wis- sen, Nichts wol- len und nichts thun, || Als Je- su fol- gen müssen: Das heißt in Frieden ruh'n. 2. Der Christ steht aus dem Schlafe| sieht und fühlt doch nicht, Und weiß, In Christi Freundschaft auf, Und von Schmerz durchwühlet, Kaum, daß fürchtet keine Strafe Jm ganzen Ta- ihm Weh' geschicht. geslauf. Und ist der Tag vollendet, So legt er sich zur Ruh', Von Christo unverwendet Thun sich die Sinne zu. 3. So geht er fest und stille Dahin bei Tag und Nacht: Auf Jesum ist sein Wille, Nicht auf die Welt bedacht. Er hört und sieht und fühlet, Hört, 4. Gewiß, wer erst die Sünde Getilgt durch Christi Blut, Und gleich dem frommen Kinde Auf ihn lenkt Sinn und Muth, Kann auch gottselig handeln, Und kann bald anders nicht. Herr Jesu, lehr'- uns wandeln In deiner Augen Licht. 565. Mel. Nun freut euch, liebe Christeng'mein' er Herr ist mein ge treuer Hirt, Dem ich mich ganz Zur Weid' er mich, sein Schäflein, führt. Auf schö- ner, grü ver- trau- e. ner Au= e. Tod, Gericht und Ewigkeit. M die See- le kräf- tig- lich Durch's sel'- ge Wort der Gna- de. 2. Er führet mich auf rechter Bahn Um seines Namens willen; Und wenn auch Trübsal naht heran, Kann alle Furcht er stillen. Im finstern Thal ist er bei mir, D'rum fürcht' ich auch kein Unglück hier, Er ist mein Stab und Stecken. Zum fri- schen Wasser führt er mich, Und labt 437 3. Er speiset mich mit Himmels= brod, Er salbet meine Seele, Wenn mich umgibt viel Angst und Noth, Mit seinem Freudenöle. Und Gutes und Barmherzigkeit Läßt er mir folgen allezeit. Ich bleib' in seinem Hause. 12. Tod, Gericht und Ewigkeit. 566. Mel. O Gott, der du ein Heerfürst bist. ein Leben ist ein Pilgrimstand, Ich reise nach dem Va- ter- land, Nach dem Je- ru- sa- lem, das dro- ben, Wo Gott mir eine feste Stadt Auf Bun- des- blut ge- grün- det hat; Da werd' ich meinen Gott stets lo= ben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, Ich reise nach dem Va- ter- land. 2. So schnell ich Land und Sand| bereit, Und öffne meine Augenlider, verlass', Läuft schnell des Lebens Stundenglas, Und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit; Herr Jesu, mach' mich nur Daß ich, was zeitlich ist, veracht', und nur nach dem, was ewig, tracht'. 3. Kein Reisen ist ohn' Ungemach, Der Lebensweg hat auch sein Ach, 438 Das christliche Leben. Ich falle stündlich, hilf mir auf; Ach zeuch mich, daß ich dir nachlauf, Sei mir ein Schirm in Trübsalshize. Laß deinen süßen Gnadenschein In Finsterniß nie ferne sein. Man wandelt nicht auf weichen Rosen. Vor Straucheln meinen Fuß beschüße. Der Weg ist eng, der Feinde viel, Die mich abwenden von dem Ziel, Ich muß mich oft in Dornen stoßen, Ich muß durch dürre Wüsten geh'n, Und kann oft keinen Ausweg seh'n. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, Der Sonne, die mit Gnadenlicht In- unverfälschte Herzen strah let. Wind, Regen stürmen auf mich zu, Mein matter Geist find't nirgend Ruh'; Doch alle Müh' ist schon bezahlet, Wenn ich das gold'ne Himmelsthor Mir stell' in Glaub' und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, Der du ein Pilgrim worden bist, Da du mein Fleisch hast angenommen, Zeig' mir im Worte deine Tritt', Laß mich bei einem jeden Schritt Zu deinem Hell stets näher kommen. Mein Les ben fleucht, ach, eile du, Und fleuch mit Gnad' und Hülf' herzu. 6. Durch deinen Geist mich heilig leit', Gib in Geduld Beständigkeit, 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll', Vor Durst nach dir verschmachten will, So laß mich dich zum Labsal finden. Und wenn ich schließ' die Augen zu, So bring' mich zu der stillen Ruh', Wo Streit und Mühe ganz verschwinden. Ja, laß mich sein in Abrams Schooß Dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem fremden Land Der blinden Welt gleich unbekannt: Dort sind die Freunde, die mich kennen, Dort werd' ich mit der Himmelsschaar Dir jauchzend dienen ime merdar, Und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, o bleib' nicht lang', Hier in der Wüste wird mir bang'. 567. Mel. Christ, Alles, was dich fränket. ie auf der Erde wal- len, Die Sterb- li- chen sind Staub, Sie blühen auf und fal= len, Des To des sich'- rer Raub. Die Stund' ist uns ver- bor- gen, Doch jeder neue Mor- gen 2. Getrost geh'n Gottes Kinder Die öde, dunkle Bahn, Zu der verstockte Sünder Mit bangem Herzen nah'n; Wo selbst der freche Spötter Nicht mehr zu spotten wagt, Und vor der Gläub'gen Retter Erzittert und verzagt. Da Gottes Stim- me ruft; Bringt näher uns zur Gruft. 3. Wenn diese Bahn zu gehen Dein Will' einst mir gebeut, Wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, Wenn meine Kräfte beben, Und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, dann verlaß mich nicht! Tod, Gericht und Ewigkeit. 439 4. Hilf, Todesüberwinder, Hilf mir| Sei ewig Preis und Dank; Preis in solcher Angst, Der du zum Heil der Sünder Selbst mit dem Tode rangst. Wenn bei des Kampfes Ende Mich Todesschrecken faßt, Dann nimm in deine Hände, Den du erlöset hast. ihm, der für uns Sünder Den Kelch des Todes trank! 5. Des Himmels jel'ge Freuden Ermißt kein sterblich Herz! Trost für kurze Leiden, Für kurzen Tobesschmerz! Dem Sündenüberwinder zur Unsterblichkeit. 6. Heil denen, die auf Erden Sich schon dem Himmel weih'n, Und aufgelöst zu werden mit heil'ger Furcht sich freu'n! Bereit, es ihm zu geben, Sobald ihr Gott gebeut, Geh'n sie getrost durch's Leben Hin 568. Mel. O Gott, der du ein Heerfürst bist. ch bin, o Herr, in dei- ner Macht, Du hast mich an Licht gebracht, Und du er- hältst mir auch das Leben. das Du fennest meiner Mon- den Zahl, Weißt, wann ich die- fem Er- den- thal gad Auch wieder gu= te Nacht muß ge- ben; Wo, wie und wann ich ster- ben soll, Das weißt du, Herr des Lebens, wohl. 2. Wen hab' ich doch, als dich| wissens spricht: Gerecht ist Gott, er allein, Der mir in meiner letzten Pein Kann Trost und Rath und Hülfe bringen? Wer nimmt sich mei ner Seele an, Wenn nun mein Leben nichts mehr kann, Und ich muß mit dem Tode ringen, Wenn allen Sinnen Kraft gebricht: Thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, schon lieg' ich kraftlos da, Dem letzten Augenblicke nah', Von Todesangst schon überfallen; Gehör und Sprache nehmen ab, Die Augen starren hin auf's Grab; Doch kränkt die Sünde mich vor allen, Die Stimme des Gehält Gericht. 4. Ich höre der Posaune Ton, Ich sehe meinen Richter schon, Und um ihn alle Völker stehen; Geöffnet liegt vor ihm sein Buch, Schon hör' ich des Gesetzes Spruch, Ihn wendet nicht mein ängstlich Flehen; Verdammniß ist des Sünders Theil, Er hat kein Recht an Gottes Heil. 5. Kein Geld noch Gut errettet mich, Umsonst erbeut ein Bruder sich, Den sünd'gen Bruder zu erlösen. Ein Jeder wird alsdann empfah'n Den Lohn für das, was er gethan; In dem Gericht schützt nichts den 440 Das christliche Leben. Bösen. Wer hilft mir sonst in die-| Gut', Ich weiß, daß ich dir angeser Noth, Thust du es nicht, mein höre. Fällt ja in meiner Todespein Herr und Gott? Mir noch ein banger Zweifel ein, So rette deines Leidens Ehre; Du hast so viel an mich gewandt, O laß mich nicht aus deiner Hand. 8. Nein, nein, ich glaube fest, mein Heil, Ich hab' an dir auf ewig Theil; Du bist im Tode noch mein Leben. So sieg' ich über Angst und Noth, Ob auch die Hölle und der Tod Mit ihren Schrecken mich umgeben. So lang' ich lebe, bin ich dein, Dein werd' ich auch im Tode sein. 6. In meiner Seelen großem Schmerz Erheb' ich zu dir Aug' und Herz, Der du die Missethat vergiebest; Den Tod des Sünders willst du nicht, D'rum schreckt mich nicht dein streng Gericht, Weil du auch mich in Christo liebest. D'rum fahre Furcht und Zweifel hin! Ich weiß, daß ich des Herren bin. 7. Herr Jesu Christ, dein theures Blut Vergossest du auch mir zu M 569. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. ei= ne Le- bens- zeit verstreicht, Stündlich eil' ich hin Und wie we- nig ist's vielleicht, Das ich noch zu lezum Grabe, ben ha= be! Dent', o ● See le, an den Tod, Säu- me nicht, denn Eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, Wünschen wirst gelebt zu haben; Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreu'n, Diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott dir Zeugniß gibt, Wird dir deinen Tod versüßen. Die fes Herz, von Gott erneut, Gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde trostlos dich umgeben, Dann wird über Welt und Tod Dich dies reine Herz erheben; Dann erschreckt dich tein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, Fürchte Gott, und bet' und wache; Sorge nicht, wie früh' du stirbst, Deine Zeit ist Gottes Sache. Lerne nur den Tod nicht scheu'n, Lerne seis ner dich erfreu'n. 6. Uleberwind' ihn mit Vertrau'n; Sprich: ich weiß, an wen ich gläube, Und ich weiß, ich werd' ihn schau'n Einst in dem verklärten Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! Nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, Siehe dein Gebein versenken; Sprich: Herr, daß ich sterblich bin, Lehre du mich ernst bedenken; Lehre du mich's jeden Tag, Daß ich weiser werden mag. Tod, Gericht und Ewigkeit. 570. Mel Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. ch sterbe täg- lich, und mein Leben Gilt im- mer Wer kann mun sich- re Bürgschaft ge- ben, Daß ich noch L e zu dem Gra= be hin. mor- gen le- bend bin? J geht die Zeit, Ach wär' ich täg- lich doch be= reit! 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten, Eh' er die Sichern überfällt; D'rum, mußt du schnell in's Land der Todten: Wohl dir, ist Herz und Haus bestellt. Oft hängt:: An einem Augenblick Dein ew'ges Unglück oder C Glück. 3. Herr aller Herren, Tod und Leben Hast du allein in deiner Hand; Wie lange du mir Frist gegeben, Das ist und bleibt mir unbekannt. D'rum gib,:,: Herr, daß ich jeden Tag An meinen Abschied denken mag. Der Tod, Der Tod Kommt her, hin 4. Es kann vor Abend anders werden, Als es den Morgen mit mir war; Wo ich auch wandle hier auf Erden, Steht neben mir die Todtenbahr'. Ein Schritt:,: Nur ist es bis dahin, Wo ich des Grabes Beute bin. 441 5. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, Wenn sich am Ziel mein Ange schleußt, D'rum bet' ich in ges sunden Tagen: Herr, dir befehl' ich meinen Geist! Und wenn:,: Ich kaum noch seufzen kann, Dann nimm des Heilands Fürsprach' an. 6. Kann ich nicht segnen dann die Meinen, O segne du sie, Herr, für mich; Wenn um mich her sie zagend weinen, O Vater, so erbarme dich. Dann laß:,: Auch der Verwaisten Schrei'n Durch deinen Sohn erhörlich sein. 7. Dringt endlich mir der Tod zum Herzen, So schließ' mir, Herr, den Himmel auf; Verkürz' des leßten Kampfes Schmerzen, Und führe mich zu dir hinauf. Dann sterb':,: Ich ohne Angst und Pein, Und selig wird mein Ende sein. 571. Eigene Melodie. hristus, der ist mein Leben, Und Sterben mein Ge- winn, Ihm hab' ich mich ergeben, Mit Fried' fahr' ich dahin. 442 Das christliche Leben. 2. Mit Freud' fahr' ich von hin- und her muß wanken, Wenn's ihm nen Zu Christ, dem Bruder mein, an Del gebricht: Den Himmel zu gewinnen, Und dort bei ihm zu sein. 3. Nun hab' ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth, Durch seine heil'gen Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, Mein Athem stockt im Lauf, Der Mund nicht mehr kann sprechen, Dann nimm mein Seufzen auf. 5. Wenn Sinne und Gedanken Vergehen wie ein Licht, Das hin D 6. Alsdann fein sanft und stille Laß mich, Herr, schlafen ein. Herr, es gescheh' dein Wille, Wenn kommt mein Stündelein. 7. Dann laß mich an dir kleben, Wie eine Klett' am Kleid, Und ewig bei dir leben In reiner Himmelsfreud'. 8. Dort an des Himmels Throne Sing' ich dir Ehr' und Preis, Wenn ich einst bei dir wohne Im schönen Paradeis. 572. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott heimgestellt. ein bin ich, Gott, in E- wig- keit, In deiner Hand steht mei- ne Zeit. Du haft der ganzen Menschenschaar Jhr To- des- jahr #d Bestimmt schon, eh' die Zeit noch war. W 2. Wenn meiner Tage Ende kömmt, Schmerzen Wuth Mit starkem Muth Und deine Hand das Leben hemmt, In deiner weisen Fügung ruht. Dann hilf mir in der Todesnoth, Getreuer Gott, Ein sanfter Schlaf werd' mit der Tod. 5. O Jesu, bring' mich dann zur Ruh', In meinem Herzen wirke du, Daß ich mit gläubigem Vertrau'n Mög' ohne Grau'n Hin in die Nacht des Todes schau'n. 6. Hilf meiner Schwachheit, Geist des Herrn, Zeig' mir den Himmel dann von fern, Daß ich, wenn ich zum Vater fleh', Getröstet seh', Wie er mich liebt, zu dem ich geh'. 3. Nimm nach vollbrachtem Le benslauf Zur Ruh' der Seligen mich auf. Verwirf, wenn einst das Herz mir bricht, Verwirf mich nicht, Herr, Herr, vor deinem Angesicht. 4. Drückt mich auch schwerer Krantheit Schmerz vor meinem Tod, so still' mein Herz, Daß es auch in der 573. Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht. ie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Le= ben Tod, Gericht und Ewigkeit. ist ein fallend Laub, Und dennoch schmeichelt er sich gern, Der Tag des To- des sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, Der Mann noch seiner Jahre viel', Der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Jrrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk' bei Glück und Noth Im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, Hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, Zu thun, was uns der Herr gebeut, Und unsers Lebens kleinster Theil Ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor's Gericht, Da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, Den Rath der Herzen offenbar. 6. D'rum, da dein Tod dir täglich dräut, So sei doch water und bereit, Prüf' deinen Glauben als ein Christ, Ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, Ein Wunsch, durch des Erlösers Tod Vor Gottes Thron gerecht zu sein, Macht dich noch nicht von Sünden rein. 443 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, Ihm folgt und sich vom Bösen kehrt, Ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt: Dies ist es, was bei Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh', Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein Werk von dir. 10. Jhr alle seine Tage weih'n, Heißt eingedenk des Todes sein, Und wachsen in der Heiligung Ist wahre Tod'serinnerung. 11. Wie leicht vergess' ich dieser Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht in's Gericht. An meinen Tod er= inn're mich, Daß ich dir wandle würdiglich. 12. Gib, Herr, daß ich an jedem Tag Mein Herz vor dir erforschen mag, Ob Glaube, Liebe, Demuth, Treu', Die Frucht des Geistes, in mir sei; 13. Daß ich zu dir um Gnade fleh', Stets meinen Lüsten widersteh', Und endlich in des Glaubens Macht Mit Freuden ruf': es ist vollbracht. 574. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. ie wird mir dann, mein Heiland, sein, Wenn ich, mich Dann, See le, wirst du, ganz befreit Von Sünde deiner ganz zu freu'n, In dir entschlafen wer- de! und von Sterb- lich- keit, Ent- fliehen dieser Er- de. Freu' dich 444 Das christliche Leben. Innig, Stär- fe, trö= ste dich, Erlöste, mit dem Leben, Das dir dann dein Gott wird ge= ben. 2. Ich freue mich und bebe doch,| vollbracht, Mein Lob dir ausgeSo drückt mich meines Elends Joch, stammelt. Vater, Vater, Ich befehle Der Fluch der Sünde, nieder. Doch meine Seele deinen Händen; So laß du, o Herr, erleichterst mir Dieś mich den Lauf vollenden. Joch, mein Herz stärkt sich in dir, Glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, Laß mich streben, bir zu leben, dir zu sterben Und dein Himmelreich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Grau'n, Mein Geist, er ist der Weg zum Schau'n In jenem bessern Leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich, Zur Freud' und Herrlichkeit wird dich Der Herr durch ihn erheben. Hier wird Dein Hirt Nach den Thränen, nach dem Sehnen dich Erlösten Völlig und auf ewig trösten. D 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, Die mich, wenn nun mein Auge bricht, Zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich Nacht, Noch eh' ich dieses Fleh'n ihre 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, Ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, An dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, So sei mein Leben dir geweiht, Bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir Ganz mein Leben hinzugeben, daß ich droben Dich unendlich könne loben. 6. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, Wenn ich, mich deiner ganz zu freu'n, Einst dort dir leben werde! Dann bin ich, frei von Sünd' und Leid, Ein Mitgenoß der Herrlichkeit, Nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir, Daß mir, Durch dein Leiden jene Freuden offen stehen; Ewig will ich dich erhöhen. 575. Mel. O höchster Gott, o unser lieber Herre. ir sterb' ich einst, wenn ich dir, Je su, leb- te, = O daß dein Bild im Sterben vor mir schwebte! Dann geh' ich still, in Gott ge= trost, wie du, Durch dich gerecht in meines Grabes Nuh'. 2. Wer also stirbt, der weihet| Die aus dem Schmerz am Grabe durch sein Sterben Die Seinen auch Wonne schafft. zu frohen Himmelserben. Verherrlicht wird durch ihn die Gotteskraft, 3. Bin ich zu schwach, dich sters bend noch zu preisen, So woll'st du Tod, Gericht und Ewigkeit. 445 des Christenthums. doch die Gnade mir erweisen, Daß| Ruhms, Und ein Beweis der Kraft nicht mein Tod dem Schwachen Anstoß sei, Mein letztes Wort noch zeige meine Treu'. 4. Getrost und sanft aus from mer Christen Mitte Zu dir zu geh'n, das, Herr, ist meine Bitte. So wird mein Tod Erhöhung deines V W 5. Zum Lobgesang für mein erfülltes Hoffen Steht mir ja dort die Ewigkeit auch offen; Hier gib mir nur, daß, wenn mein Haupt sich neigt, Das Fleh'n zu dir in meinem Geist nicht schweigt. 576. Eigene Melodie. P a= let will ich dir geben, Du ar ge, fal- sche Welt, Dein sünd- lich böses Leben Durchaus mir nicht ge fällt. Im Him- mel ist gut woh- nen, Hin- auf steht mein' Be= gier, Da wird Gott den be loh= nen, 2. Rath' mir nach deinem Herzen, Jesu, Gottes Sohn. Sollt' ich noch dulden Schmerzen, Hilf mir, Herr Christ, davon. Verkürz' mir alles Leiden, Stärk' meinen blöden Muth, Laß selig mich verscheiden, Seß' mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde Dein Nam' und Kreuz allein Mir funkelt jede Stunde, D'rauf kann ich fröhlich sein. Erscheine mir im Bilde, Zu Trost in meiner Noth, Zeig' mir, wie du so milde Für mich erlitt'st den Tod. pd| Straße, Der treu ihm dien- te hier. 4. Verbirg' mein' Seel' aus Gnaden In deine off'ne Seit', Rück' sie aus allem Schaden Zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, Wer kommt in's Himmelsschloß; Auf ewig ist genesen, Der bleibt in deinem Schooß. 5. Schreib' meinen Nam'n auf's Beste In's Buch des Lebens ein, Und bind' mein' Seel' fein feste In's schöne Bündelein Von denen, die dort grünen Und vor dir leben frei, So will ich ewig rühmen, Wie treu dein Herz mir sei. 577. Eigene Melodie. enn mein Stündlein vor- handen ist, zu fah- ren meine So leite mich, Herr Jesu Christ, Mit Hülf' mich 446 Das christliche Leben. nicht ver- las- se. Mein' Seel' an mei- nem lez- ten End' Be- fehl' ich, Herr, in deine Händ', Du wirst sie wohl be- wah- ren. 2. Die Sünde wird mich kränken sehr Und mein Gewissen nagen; Der Schuld ist viel, wie Sand am Meer, Doch will ich nicht verzagen. Bedenten will ich deinen Tod, Herr Jesu, deine Wunden roth, Die werden mich erhalten. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, Werd' ich im Grab nicht bleiben; Mein höchster Trost dein' Auffahrt ist, Kann Todesfurcht vertreiben. Denn wo du bist, da komm' ich hin, Daß ich stets bei dir leb' und bin, D'rum fahr' ich hin mit Freuden. 5. So fahr' ich hin zu Jesu Christ, Mein' Arm' will ich ausstrecken. Ich schlafe ein, und ruhe sein, Kein Mensch tann mich aufwecken. Denn Jesus Christus, Gottes Sohn, Der wird die Himmelsthür aufthun, Er führt zum ew'gen Leben. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, Deß tröst' ich mich von Herzen, Von dir ich ungeschieden bleib' In Todesnoth und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb', so sterb' ich dir, Ein ew'ges Leben haft du mir mit deinem Tod erworben. 578. Mel. Nun laffet uns den Leib begrab'n. err Je su, wahrer Mensch und Gott, Der du litt'st = Mar- ter, Angst und Spott, Für mich am Kreuze end- lich starbst, Und mir dein's Vaters Huld er- warbst! 2. Jch bitt' durch's bitt're Leiden| mir behend' Zu Hülf' an meinem bein, Du woll'st mir Sünder gnä- lezten End': dig sein, Wenn ich nun komm' in Sterbensnoth, Und ringen werde mit dem Tod. 5. Und führ' mich aus dem Jame merthal, Verkürz' mir auch des Todes Qual. Das, was mich schrecken kann, vertreib', Mit deinem Geist stets bei mir bleib'. 3. Wenn mir vergeht all' mein Geficht, Und meine Ohren hören nicht, Wenn meine Zunge nicht mehr spricht, Und mir vor Angst das Herz zerbricht; 4. Wenn mein Verstand sich nicht befinnt, Mir aller Menschen Hülf zerrinni: So tomm, o Heri Christ, 6. Wenn sich die Seel' vom Leibe trennt, So nimm sie, Herr, in deine Händ'. Der Leib hab' in der Erde Ruh'. Bis kommt der jüngste Tag herzu. Tod, Gericht und Ewigkeit. 447 7. Ein fröhlich Aufsteh'n mir 8. Wie du hast zugesaget mir verleih', In dem Gericht mein' Für In deinem Wort, das trau' ich dir: sprech sei, Und meiner Sünd' nicht Fürwahr, fürwahr, dem helfe ich, mehr gedenk', Aus Gnaden mir das Wer mein Wort hält und glaubt Leben schenk. an mich. 3 579. Eigene Melodie. ch hab' mein' Sach' Gott heim- ge- stellt, Er mach's mit mir, wie's ihm ge- fällt. Soll ich noch län- ger le- ben hier, ich dir, Dein Wille, Herr, ge- scheh' an mir. 2. Mein' Zeit und Stund' ist| wann Gott will, Ich schreib' ihm nicht vor Maß noch Ziel. Es sind gezählt all' Haare mein, Beid', groß und klein, Fällt teines ohn' den Willen sein. 3. Es ist hier nur ein Jammerthal, Angst, Noth und Trübsal überall. Des Bleibens ist ein' kleine Zeit, Mühseligkeit Jst unser Loos, und steter Streit. 4. Was ist der Mensch? ein Ers denklos, Vom Mutterleibe nackt und bloß, Nichts bringt er mit sich auf die Welt, Kein Gut noch Geld, Nichts nimmt er mit, wenn er hinfällt. 5 Es hilft fein Reichthum, Geld noch Gut, Nicht Kunst noch Gunst, noch stolzer Muth. Dem Tod kein Kraut gewachsen ist, Mein frommer Christ, Denn, was da lebet, sterblich ist. 6. Heut' sind wir frisch, gesund und stark, Und morgen liegen wir im Sarg; Heut' blühend, wie die Rojen roth, Bald krank und todt, Und überall ist Müh' und Noth. 7. Man trägt Eins nach dem Andern hin, Wohl aus den Augen, aus dem Sinn; Die Welt vergisset unser bald, Jung oder alt, Sei unsre Ehr' auch mannigfalt. So folg' 8. Ach Herr, lehr' uns bedenken wohl, Daß jeder von uns sterben soll, Ja, daß wir hier kein Bleiben seh'n, Wir müssen geh'n, Gelehrt und reich, jung, alt und schön. 9. Das macht die Sünd', o treuer Gott, Dadurch kam in die Welt der Tod; Er nimmt ein jedes Menschentind, Wie er es find't, Fragt nicht, von welchem Stand wir find. 10. Jch hab' hier wenig gute Tag', Mein täglich Brod ist Müh' und Plag'; Wenn mein Gott will, so fahr' ich hin, Getrost im Sinn, Denn Sterben ist nun mein Gewinn. 11. Und ob mich schon die Sünd' anficht, Will ich dennoch verzagen nicht, Jch weiß, daß mein getreuer Gott Mir hilft in Noth, Der seinen Sohn gab in den Tod. 12. Ich weiß, daß mein Herr Je= sus Christ Für meine Sünd' gestorben ist, und auferstanden mir zu Gut'; Der Höllen Gluth Hat er ge= löscht mit seinem Blut. 13. Dem leb' und sterb' ich immerfort, Uns trennt der Tod nicht hier und dort. Im Tod und Leben bin ich sein; Er wird allein Mein ein's ger Trost und Helfer sein. 14. Das ist mein Trost zu aller Zeit, Jn allem Kreuz und Traurigkeit; 448 Das christliche Leben. Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag', mir bereit. Jhm sei Lob, Preis in Ohn' alle Plag', Werd' aufersteh'n zum ew'gen Tag. 15. Mein frommer und getreuer Gott Bewahrt die Saat auch in dem Tod; Da darf nicht, weder groß noch klein, Vom Leibe mein Auf ewig ganz verloren sein. 16. Jch werde Gott von Angesicht Einst schauen, daran zweifl' ich nicht, In ew'ger Freud' und Seligkeit, Die 580. Mel. Christ, alles, was dich tränket. erz- lich ist mein Ver- lan- gen Nach ei- nem sel'- gen End', Weil ich hier bin um- fan= gen be Ich ha= be Lust zu scheiden Ewigkeit. 17. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Versöhner vor des Richters Thron, Schließ' mich in deine Wunden ein, Du bist allein Der ein'ge Trost und Helfer mein. 18. Amen, mein lieber, treuer Gott, Bescher' uns einen sel'gen Tod. Hilf, daß wir mögen allzugleich In deinem Reich Bald mit dir leben ewiglich. 3u je nen ew'gen Freuden, 2. Du kamst, von allem Bösen, Von Teufel, Tod und Höll' Mich Sünder zu erlösen, D'rauf ich mein' Hoffnung stell'. Wie sollte mir denn grauen, Wenn meine Kraft zerrinnt? Auf dich, Herr, will ich bauen, Ich bin dein selig Kind. 3. Sei noch so süß das Leben, Der Tod auch bitter mir, Ich will mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein bess'res Leben, Zu dem mein Geist geht hin, Das willst du, Herr, mir geben: Der Tod ist mein Gewinn. 4. Der Leib wird in der Erden Verscharret und verzehrt, Doch um erweckt zu werden, Durch Christum neu verklärt. Dann leucht' ich als die Sonne, Dann leb' ich ohne Noth In ew'ger Freud' und Wonne, Was schadet mir der Tod? Mit Trüb- sal und E lend. Von dieser bösen Welt So- bald es Gott ge fällt. 5. Ob mich die Welt auch reizet, Zu bleiben länger hier, Und Mancher immer geizet, Um reich zu sein in ihr: Gottlob, daß ich's nicht achte! Es währt nur kurze Zeit; Das Gut, wonach ich trachte, Das bleibt in Ewigkeit. 6. Und wenn auch gleich das Scheis den Von Freunden wehe thut, Daß fie und ich viel leiden: Gott gibt uns Trost und Muth. Dort in des Himmels Freuden, Die uns erwarb sein Sohn, Wird uns kein Tod mehr scheiden, Vereint vor seinem Thron. 7. Muß ich auch hinterlassen Die Kindlein Hülflos, klein: Gott wird sie nicht verlassen, Ihr Trost und Helfer sein. D'rum will ich gerne sterben, Und trauen meinem Gott, Er läßt sie nicht verderben, Er hilft aus aller Noth. Tod, Gericht und Ewigkeit. 449 8. Warum wollt ihr verzagen, 10. Hilf, daß ich mich nun wende Wenn ihr so früh' verwaist? Gott Zu dir, Herr Christ, allein! Gib kann euch nichts versagen, Der junge mir ein jelig Ende, Laß bald mich Raben speist. Die Wittwen und die bei dir sein. Führ' mich in's ew'ge Waisen Schüßt er mit Batertreu', Leben, Das du erworben hast; Du Er wird sie gnädig speisen. Das hast, ich darf nicht beben, Getilgt glaubt ohn' alle Scheu. der Sünden Last. 9. Ihr alle meine Lieben, Euch segne, segne Gott! Laßt euch nicht so betrüben Die Trennung durch den Tod. Beharret im Vertrauen, Es währt nur kurze Zeit, Dann werden wir uns schauen Dort in der Ewigkeit. 2 11. Hilf, daß ich ja nicht weiche Von dir, Herr Jesu Christ. Dem Glauben Stärke reiche In mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, Nimm, Heiland, mich in Acht, Daß ich mag fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! 581. Eigene Melodie. reu' dich sehr, o meine See le, Christus, dem ich mich be= feh= le, Noth und Qual! Jammerthal. Aus der Trüb sal dieser Zeit Führt er jjj da mich zur Herrlichkeit, Die kein Ohr hat je ge= hö= ret, ㅎㅎ Und vergiß der Ruft mich aus dem Und die ewig, e- wig wäh- ret. 2. Tag und Nacht hab' ich gebeten Zu dem Retter, meinem Herrn; Ach, ich war in manchen Nöthen, Und der Trost war mir oft fern. Wie ein müder Wand'rer klagt, Und nach seinem Ziele fragt, So muß ich mich oft in Thränen Nach dem Lebensziele sehnen. 3. Denn wie unter Dornen blühen Rosen, schön wie Morgenroth, Also geh'n durch Angst und Mühen Christen hin in Noth und Tod. Wie die Meereswellen find, Und der unge: stüme Wind: So muß oft im Christenleben Sich der Leiden Sturm ers heben. 4. Welt und Teufel, Tod und Hölle, Unser eigen Fleisch und Blut Sind so vieler Leiden Quelle, Nauben oft den frohen Muth; Trübsal folgt der Freude nach, Und sein Kreuz hat jeder Tag: Ach, den heitern Lebensmorgen Trüben oft die bangen Sorgen. 5. Wenn die Morgenröthe schimmert, Und der Schlaf sich von uns wend't, Gibt's so viel, das uns bekümmert, Müh' und Plag' an allem End'; Und wir essen unser Brod Oft mit Thränen, Sorg' und Noth; Hört die Sonne auf zu scheinen, So währt doch noch unser Weinen. 450 Das christliche Leben. Hort, Leben, Weg und Himmelspfort'. Du wirst selig mich regieren Und die Bahn zum Himmel führen. 6. Leuchte mir mit deiner Gnade,| mehr; Bist du doch mir Licht und Jesu, heller Morgenstern, Daß ich deine Kreuzespfade Als dein Jünger gehe gern. Hilf, daß ich mit Fried' und Freud' Fahr' in deine Herrlichkeit. Steh' mir bei mit deinem Worte Bis an meines Grabes Pforte. 7. Gläubig will ich zu dir fliehen Auf dem bittern Todešgang, Gern zu dir, zur Heimath, ziehen, Mit der Liebe reinem Dank. Herr, der einst das Paradies Jenem Gläubigen verhieß, Dahin woll'st du mich auch führen Und mit ew'ger Klar heit zieren. 9. Laß einst auf Elias Wagen Deine Engel bei mir sein, Und wie Lazarum mich tragen In den schönen Himmel ein, Wo die Seel' in deinem Schooß Ruht erquickt und leidenlos, Bis der Leib kommt aus der Erde Und mit ihr vereinigt werde. 8. Ob mir schon die Augen brechen, Und vergeht mir das Gehör, Kann die Zung' auch nicht mehr sprechen, und befinn' ich mich nicht D du willt! um- hüllt. 10. Freu' dich sehr, o meine Seele, Und vergiß der Noth und Qual. Christus, dem ich dich befehle, Ruft dich aus dem Jammerthal. Seine Freud' und Herrlichkeit Sollst du seh'n in Ewigkeit, Mit den Engeln ihm zu singen, Ihm auf ewig Preis zu bringen. 582. Mel. Alle Menschen müssen sterben. u, o schönes Welt- gebäude, Magst ge= fal- len, wem Dei- ne, ach, so kurze Freude Ist mit lauter Angst De- nen, die den Him- mel has- sen, Will ich ih- re Welt- lust las- sen; Mich verlangt nach dir al= lein, Je su, nur bei dir zu sein. 2. Müde, die der Arbeit Menge| Jhren Handel zu bestellen, Und da Und der heiße Strahl beschwert, Sturm und Noth aussteh'n: Ich will Wünschen, daß des Tages Länge auf des Glaubens Schwingen Zu Werde durch die Nacht verzehrt, Daß den Sternenhöhen dringen; Ewig da sie nach so vielen Lasten möchten bei dir zu sein, Nimm mich in den sanft und süße rasten; Ich wünsch' Himmel ein. jetzt bei dir zu sein, Deiner Liebe mich zu freu'n. 4. Tausend Brüder, ganze Heere Von Bekannten schlafen schon, Und ich schiffe noch im Meere, Wo verborg'ne Klippen droh'n, Wo bei 3. And're mögen durch die Wellen Und durch Wind und Klippen geh'n, Tod, Gericht und Ewigkeit. 451 schnellen Wirbelwinden Kein gewisser| erfreuen. Jesu, durch den Tod allein Weg zu finden. Mich verlangt nach kann ich ewig bei dir sein. sich'rer Ruh', D'rum eil' ich dem Hafen zu. 5. Komm, 0 Tod, du Schlafesbruder, Wenn es Gott will, nimm mich fort, Löse meines Schiffleins Ruder, Bringe mich zum sichern Port. Es mag, wer da will, dich scheuen, Du kannst mich vielmehr 6. Soll ich dort die grünen Auen Und den gold'nen Himmelssaal Noch nicht, wie ich wünsche, schauen, Soll ich wandern noch im Thal: O dann sei mein ganzes Leben Dir, o Jefu, treu ergeben! Das sei meine Sorg' allein: Ewig einst bei dir zu sein. M 583. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ein Gott, ich weiß wohl, daß ich ster- be, Und fin de hier kein sich'= res Erbe, bald der Mensch ver- geht, e= wig= lich be- steht; D'rum zeige mir in Gna- den an, Wie ich recht se lig ster- ben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, Ob es nicht heute noch geschieht, Daß mich des Todes Hauch entfärbe, Der Blume gleich, die schnell verblüht; D'rum mache täglich mich bereit Zum Hingang in die Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, Wie mich des Todes Hand berührt. Dem Einen wird das Scheiz den herbe, Sanft wird der And're heimgeführt. Doch wie du willst! nur das verleih', Daß ich getrost im Scheiden sei. Ich weiß, wie Kein Gut, das 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher Hügel einst mich deckt; G'nug, wenn ich dieses nur erwerbe, Daß ich zum Leben werd' erweckt. Wo dann mein Grab auch möge sein, Die Erd' ist allenthalben dein. 5. Nun, treuer Vater, wenn ich sterbe, So nimm du meinen Geist zu dir. Ich weiß, daß ich dann nicht verderbe, Lebt Christus und sein Geist in mir. Darum erwart' ich glaubensvoll, Wo, wie und wann ich sterben soll. 584. Mel. Alle Menschen müssen sterben. enn ich vor's Gericht soll tre- ten, Ach, so wol= lest du mich ret- ten, Wo man nicht Und dich meis 452 entfliehen kann, ner nehmen an. Das christliche Leben. e Du al- lein, du kannst es weh- ren, Daß ich nicht den Fluch darf hören: Jhr, zu meiner linken Hand, seid von mir noch nie erkannt. 2 Hert. ich glaube, hilf mir| anficht. Deiner Güte will ich trauen, Schwachen, Laß mich ja verzagen Bis ich fröhlich werde schauen Dich, nicht. Du, du kannst mich stärker Herr Jesu, nach dem Streit In der machen, Wenn mich Sünd' und Tod frohen Ewigkeit. 585. Eigene Melodie. E- wig- leit, du Donnerwört, Du Schwert, das un ser OG- wig- keit, Zeit oh- ne Zeit! Jch weiß vor Angst und Herz durch- bohrt, Du An- fang son- der En- de! Traurigkeit Nicht, wo ich mich hin- wen- de. Mein ganzes Herz er- schrickt und bebt, Wenn mir dein Bild vor Augen schwebt. 2. Wo ist doch eine Noth der Welt, Die mit der Zeit nicht endlich fällt, Und aufhört uns zu quälen? Doch ewig, ewig, ewig Leid Erwar tet nach der Prüfungszeit Die gottverworf'nen Seelen. Nie stirbt der Wurm, wie Jesus spricht, Erlöschen wird ihr Feuer nicht. 4. Nach Kühlung lechzt umsonst das Herz, Starr blickt das Auge himmelwärts Nach jenen ew'gen Freu den; Sieht neiderfüllt die Sel'gen dort, Und dunkler wird der Schreckensort Und gräßlicher sein Leiden. Wie Blizz schlägt's in die Seel' hinein: Auch du, du könntest selig ſein! 3. Ewigkeit, du machst ung bang'. O ewig, ewig ist zu lang'! Erzittert. fich're Herzen, Erzittert vor der ew'gen Nacht! Da leuchtet keiner Sonne Pracht, Kein Schein der Himmelskerzen; Nichts, nichts als tiefe Finsterniß Und des Gewissens Schlangenbiß. 5. Und wieder Nacht, und wieder Blizz Herab vom ew'gen Richtersiz In's bebende Gewissen! Es ruft, sich schwerer Schuld bewußt: Weh', weh', daß schnöde Sündenluft Den Himmel mir entrissen! Gott rief fo oft, du hörtest nicht; Nun trifft dich sein gerecht Gericht. Tod, Gericht und Ewigkeit. 6. Nun ewig, ewig, ewig fern Von deinem Heil, von deinem Herrn, Den du so frech verachtet! Wie strahlte dir sein Angesicht Im Dor nenkranz, im Himmelslicht! Doch war dein Herz umnachtet. Du stießest selbst dein ewig Glück, Des Heilands Retterhand zurück. 7. Nur Sünden kannst du um dich seh'n, Kein Unheil machst du unge scheh'n, Das du einst angerichtet. Wie starrt des Menschenglückes Saat Dich an, durch deine Frevelthat Zer schmettert und vernichtet! Und Gift saat hast du ausgestreut, Die ewig wuchernd sich erneut. 8. Sieh' da, des Elends Jammerbild! Es war der Herr, der nun vergilt, Der zu dir kam im Armen; Wie leicht war dir's, ihn zu erfreu'n, Ihm Trost und Schild und Stab zu sein, Du hattest kein Erbarmen. Ach, hättest du dir Heil gesä't! Doch alle Reu' ist nun zu spät! 453 9. Noch ist es Zeit. Wach' auf, wach' auf, Steh' still in deinem Sündenlauf! Sieh' hin, o sieb' mit Beben: Dem tiefsten Abgrund eilest du Wie mit verschloss'nen Augen zu. Steh' auf zum neuen Leben! Sieh', ewiges Verderben droht! Steh' auf, steh' auf vom Seelentod! 10. Noch ist es Zeit. Auf, heute noch Wirf ab der Sünde schmählich Joch, Und folge deinem Retter, Der heute dir so freundlich ruft! Ach, morgen droht vielleicht die Gruft, Flammt des Gerichtes Wetter. Entreißet euch doch schnell, entreißt Der Sünd' euch, weil's noch heute heißt. 11. Ewigkeit, du Donnerwort, Du Schwert, das durch die Seele bohrt! Du Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor Angst und Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Herr Jesu, wenn es dir gefällt, Nimm mich zu dir in's Himmelszelt. 586. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. E- wig- keit, du Freu- den- wort, Das mich er- qui- cket OE- wig- keit, Freud' oh- ne Leid! Ich weiß vor Her- zensfort und fort, Du Anfang son- der Ende! fröhlich- keit Nun nichts mehr vom E- len- de, 3. Was ist doch aller Christen Qual, Die Pein der Märt'rer allzumal, So vieles Kreuz und Leiden? Was ist's, wenn man's zusammen Das sonst mich hier im Leben plagt, Weil mir ein ew'- ger Morgen tagt. 2. So herrlich ist nichts in der| trägt Und alles auf die Wage legt, Welt, Das endlich mit der Zeit nicht Wohl gegen Himmelsfreuden? Wie fällt Und gänzlich muß vergehen. wird es überwogen weit Von jenes Erhaben über alle Zeit Jst nur die Lebens Herrlichkeit! ferne Ewigkeit, Die wechsellos bleibt stehen. Sie strömt von Gottes ew'gem Licht, Sie bleibet und veraltet nicht. 4. Jm Himmel lebt die Chriſtenschaar Bei Gott viel tausend, tausend Jahr, Wird nimmer dessen müde; Umringt vom schönen Engelchor, Schwingt sie sich froh zu Gott empor, Und ewig währt ihr Friede: Denn Christus gibt, wie er verheißt, Das Manna, das die Engel speist. Das christliche Leben. 454 5. Ach, wie verlangt mich oft von hier, Mein mattes Herz sehnt sich nach dir, Du überselig Leben! Wann reichst du, Vater, mir die Hand, Wann wirst du mich in's Heimath land, Mich Pilger, einst erheben? Der Welt will ich vergessen ganz, Mich sehnen nach des Himmels Glanz. sei. 587. 1614 Eigene Melodie. + wie se lig seid ihr doch, ihr From- men, Die ihr 2 durch den Tod zu Gott 6. Ewigkeit, du Freudenwort, Das mich erquicket fort und fort, O Anfang ohne Ende! D Ewigkeit, Freud' ohne Leid! Ich weiß von kei ner Traurigkeit, Benn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, mache du mich frei, Damit ich ewig bei dir ge- tom- men! Be 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer Sicher und befreit von allem Jammer, Kein Kreuz noch Leiden Ist euch hinderlich an euren Freuden. Al= ler Noth, die uns noch hält ge fangen. 2. Muß man hier doch wie im| Was hier keines Menschen Geist verKerter leben, Wo nur Furcht und Schrecken uns umschweben; Was wir hier kennen, Ist meist Müh' und Herzeleid zu nennen. 4. Christus hat getrocknet eure Thränen, Jhr besitzet, wonach wir uns sehnen, Ihr hört und sehet, Ihr seid entgan- gen dem Himmel zu, zens wahre Ruh'. stehet. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben, Gern den Himmel für die Welt ererben? Wer hier noch weilen Und nicht freudig zur Vollendung eilen? 6. Komm, o Christe, komm uns auszuspannen, Lös' uns auf, und führ' uns bald von dannen. Bei dir, o Sonne, Ist der Frommen Herr lichkeit und Wonne. 588. Mel. Alle Menschen müssen sterben. elt, hin- weg! ich bin dein mü- de, Da wird sein der rechte Frie= de Ich will nach und des Her Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Tod, Gericht und Ewigkeit. Nichts denn lau- ter Ei- tel- keit: In dem Him- mel al= le= zeit Friede, Freud' und Se- lig- teit. 2. Wenn ich werde dahin kommen, Werd ich aller Krankheit Ios, Und, der Traurigkeit entnommen, Ruhen sanft in Gottes Schooß. In der Welt ist Angst und Noth, Endlich gar der bitt're Tod; Aber dort ist allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. 3. Was ist dieser Erde Freude? Rebel, Dampf und Herzeleid. Hier auf dieser öden Haide Ist viel Üntraut ausgestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Nichts denn lau ter Ettelkeit, In dem Himmel alles zeit Friede, Freud' und Seligkeit. 4. Unaussprechlich herrlich singet Gottes auserwählte Schaar, Und das Heilig, heilig! klinget In dem Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn Und des Jammers bitt'rer Ton, Aber dort ist allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. 5. Unserm Lachen folgt bald Weinen, Denn die Freude bleibet nicht. Will uns auch die Sonne scheinen, So hemmt doch die Nacht das Licht. Welt, in dir ist Angst und Noth, Sorgen und zulegt der Tod, In dem Himmel allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. 455 6. Heil mir! denn es wird geschehen, Daß auch ich in kurzer Zeit Meinen Heiland werde sehen In der großen Herrlichkeit. Heil mir! denn bei uns ist Noth, Müh' und Furcht, zuletzt der Tod, Aber dort ist alles zeit Friede, Freud' und Seligkeit. 7. Heil dem, der dorthin gelanget, Wo der schöne große Chor In des Himmels Kronen pranget, Und die Stimme schwingt empor! Denn die Welt hat Krieg und Streit, All ihr Thun ist Eitelkeit, In dem Himmel allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen, Stunden, o wann schlaget ihr, Daß ich nun mit dem kann sprechen, Der mich liebte für und für? Welt, in dir ist Sturm und Streit, Trübsal, Noth und Traurigkeit, Aber dort ist allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. 9. So will ich mich fertig mas chen, Daß mein Thun vor dir be= steh', Daß, mag auch der Weltbau trachen, Ich zu dir, Herr Jesu, geh'. Welt, in dir ist Angstgeschrei, Sünde, Falschheit, Heuchelei, In dem Himmel allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. 589. Mel. Alle Menschen müssen sterben. wie unaussprechlich se- lig Wer- den wir im Himmel sein! Da, da ern- ten wir un- zählig Un- sers Glaubens Früchte ein. Da wird frei von Leid und Zäh= ren Unser Leben e= wig 456 wäh- ren. Gott, zu welcher Se ligkeit Führst du uns durch Dos christliche Leben. die- se Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen Dort für Heil bereitet hast, Noch in Keines Herz gekommen; Welcher Mensch auf Erden faßt Deines Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden Werden Alle, die dir trau'n, Mehr noch, als sie hoffen, schau'n. 3. Neue Wunder deiner Güte Werden dort ihr Glück erhöh'n, Und mit staunendem Gemüthe Wird es unser Auge seh'n, Deine Huld sci überschwenglich und das Gute unvergänglich, Welches dem, der recht dich liebt, Deine Baterhand dort gibt. dedine posto 4. Dann wirst du dich unsern Seelen Offenbaren, wie du bist; Keine Bonne wird uns fehlen, Da wo Alles Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten Wird uns dort der Mittler leiten, Der am Kreuze für uns starb Und uns dieses Heil erwarb, 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele sein, Liebe, Dank und Lobgesänge Dir, erhab'ner Gott, zu weih'n, Dir und dem, der selbst sein Leben Willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm besten Freund, Sind wir ewig dann vereint. N 6. O wer sollte sich nicht sehnen, Aufgelöst und da zu sein, Wo nach ausgeweinten Thränen Ew'ge Güter uns erfreu'n? Wo die Kämpfer steh'n mit Palmen, Man statt klagelieder Psalmen, Und statt Seufzer Jubel hört, Die fortan kein Kummer stört. 7. Was ist unser Loos auf Erden, Ob's auch noch so köstlich sei? Jst's doch nimmer von Beschwerden, Sorg' und Kummer völlig frei? Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen, Dort erst wird die Zeit erscheinen, Wo kein Wechsel mehr uns beugt, Wo das Glück beständig steigt. die Ewigkeit, Zufriedenheit. 8. Sei, o Seele, hocherfreuet Ueber das erhab'ne Glück, Das dir einst dein Gott verleihet; Richte deinen Glaubensblick Oft nach jener Stadt der Frommen, Ringe standhaft, hinzukommen, Trachte, weil du hier noch bist, Nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel geh'n; Mache denn mein Herz stets reiner, Fröm mer mich, dich einst zu seh'n. Hilf du selber meiner Seele, Daß fie nicht den Weg verfehle, Der mich sicher dahin bringt, Wo dein ew'ges Lob erklingt. 590. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ach einer Prüfung kurzer Ta= ge Dort, bort verwandelt sich die Kla- ge Er- war- tet uns In gött- li- che Hier übt dic Tugend ih= ren Fleiß, Tod, Gericht und Ewigkeit. Und je ne Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt| sah, Das wunderbar und heilig auf Erden Schon manchen sel'gen Augenblick, Doch alle Freuden, die ihm werden, Sind ihm ein unvollkomm'nes Glück; Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' Nimmt in der Seele ab und zu. nennen, Was unerforschlich hier geschah, Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schickung im Zusammenhang. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt, Bald kämpft in seinem eig'= nen Herzen Ein Feind, der oft den Sieg erhält; Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld In Kummer und in Ungeduld. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, Wo Gott, mein Heil, fich offenbart, Ein Heilig, Heilig, Heilig! singen Dem Lamme, das erwürget ward; Und Cherubim und Seraphim Und alle Engel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren Mich ihnen gleich und heilig seh'n, Das nie gestörte Glück erfahren, Mit Frommen fromm stets umzugeh'n; Da wird in jedem Augenblick Ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das Laster öfters glücklich ist, Wo man den Glücklichen beneidet, Und des Bekümmerten vergißt, Hier kann der Mensch nicht frei von Pein, Nicht frei von eig'ner Schwachheit sein. 5. Hier such ich's nur, dort werd' ich's finden, Dort werd' ich, heilig und verklärt, Der Tugend ganzen Werth empfinden, Den unaussprechlich großen Werth. Den Gott der Liebe werd' ich seh'n, Ihn lieben, ewig ihn erhöh'n. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille Mein Will' und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle Am Throne Gottes mich erfreu'n. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel 591. Eigene Melodie. eru sa= lem, Mein hoffend Herz, 457 Wollt' Gott, ich wär' in dir! Wie sehnt es sich von hier! 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, Der Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu Millionenmalen Noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find' ich in des Höchsten Hand Den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! Vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß das Glück erfreu'n, Der Retter einer Seele sein! 12. Was sind die Leiden dieſer Erden Doch gegen jene Herrlichkeit, Die offenbart an uns soll werden Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie Ist doch ein Augenblick voll Müh'! Du hochgebaute Stadt, Das dei- nen Vorschmack hat, Weit über Berg und Tha= le, 20 458 Das christliche Leben. Weit über Flur und Feld Fleugt's auf zum Him- mels- saa- le, Vergißt die nicht'- ge Welt. 2. O schöner Tag, Osel'ger Au-| In sel'ger Freiheit Glanz, Das edle genblick, Wann bricht dein Glanz Haupt umgeben Von lichtem Sterhervor, Da frei und leicht zu reinem nenglanz. Himmelsglück Sich schwingt die Seel' empor? Da ich sie übergebe In Gottes treue Hand, Auf daß sie ewig lebe In jenem Vaterland. 3. Himmelsburg, Gegrüßet seist du mir! Thu' auf die Gnadenpfort'. Wie lange schon hat mich verlangt nach dir! Ich eile freudig fort, Fort aus dem bösen Leben, Aus jener Nichtigkeit, Der ich war hingegeben In meiner Prüfungszeit. 6. Und lang' ich an Im schönen Paradies, Jm Heiligthum des Herrn, Dann schaut mein Geist, Was er einst glaubend pries, Was er geseh'n von fern. O welche Jubelklänge Hört mein entzücktes Ohr! Welch' hohe Lobgesänge von aller Sel'gen Chor! 4. Was für ein Volk, Welch' eine edle Schaar Kommt dort gezogen schon! Was in der Welt Von Auserwählten war, Bringt mir die Ehrenkron'. Sie wird mir zugesendet Aus meines Jesu Hand, Nun ich den Kampf vollendet In jenem Thränenland. 7. Da tönen dann Der Engel Harfen laut Um ihren Schöpfer her. Ihr Lied erklingt Dem Gott, der Welten baut, Wer ist so groß, wie er? Und Heilig, Heilig, Heilig! Schallt alle Himmel durch. Auf, Seele, fliege ellig Hinauf zu Gottes Burg. 8. Du bist mein Ziel, Erhab'ne Gottesstadt, Wie schlägt mein Herz in mir! Des Irdischen Und seiner Freuden satt Schwing' ich mich auf zu dir, Weg über Erd' und Sterne; Und wer bort trug Des schweren Reicht, Engel, mir die Hand, Ich Kreuzes Joch Und der Tyrannen seh' es in der Ferne, Mein hohes Qual: Ich seh' sie ruhmvoll schweben Vaterland. 5. Propheten groß, Apostel hehr und hoch, Blutzeugen ohne Zahl, M 592. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. ein ganzer Geist, Gott, wird ent- zückt, Wenn er zu Wo dei ne mil= de Va ter- hand Aus neu- en I je nem him- mel blickt, Den du für uns be- rei- tet, Mäch- tig Wundern wird er- kannt, Die du da- selbst ver- brei- tet. Führ' ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Le= ben Tod, Gericht und Ewigkeit. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab, Dort trocknest du die Thränen ab Von deiner Kinder Wangen; Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, Denn du, o Herr, machst Alles neu, Das Alte ist vergangen. Hinfort Sind dort Für gerechte Gottesknechte keine Plagen Mehr zur Prüfung zu ertragen. Dro- ben dort mich will er= heben. 2. Was sind die Freuden dieser| ihre tausendfache Lust Im innersten Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, Die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar Viel' Wunder deiner Güte dar Zu fröhlichem Empfinden: Doch hier Sind wir Bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, Dort nur ist vollkomm'nes Leben. Gemüthe. Kein Neid, Kein Streit Hemmt die Triebe reiner Liebe in den Seelen, Die hinfort nun nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, Die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand, Die deine Liebe hier verband, herr, alle deine Glieder. Ewig Werd ich Frei von Mängeln selbst mit Engeln Freundschaft pflegen, O, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, Der für mich starb? wo glänzt der Thron In jenen Himmelshöhen? Dich werd ich da, Herr Jesu Christ, Der du der Deinen Wonne bist, Einst mit Entzücken sehen. Da wird, Mein Hirt, Nichts mich scheiden von den Freuden, die du droben Deinen Freunden aufgehoben. nennen. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, Die Gott den Frommen vorbehält! Rein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du hast die Stätt' auch mir bereit't, Hilf fie mir auch ererben. Laß mich Eifrig Darnach streben, also leben auf der stört den Frieden ihrer Brust Und| Erde, Daß ich dort dein Erbe werde. 5. Vor seinem Antlig wandeln sie, Auf ewig frei von Sorg' und Müh', Und schmecken seine Güte; Nichts 4. In deinem höhern Heiligthum Erschallet deines Namens Ruhm Von Lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn, Hier schaut man sie nicht mehr von fern, Hier wird sie ganz besungen. Völlig Gibt sich Den Erlösten, sie zu trösten, der zu kennen, Den schon hier sie Vater 593. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. på| 459 wer- de Licht! schei- net nicht! 8 ist noch eine Ruh' vor- han- den! Auf, mü- des Herz, und Du seuf- zest hier in schwe- ren Banden, Und dei- ne Sonne # Sieh' auf das Lamm, das dich mit Freuden Dort wird auf seinen Au- en wei- den, Wirf hin die Last und 20* 460 Das christliche Leben. eil' hin zu. Bald ist der heiße Kampf ge- en- det, Bald ist der schwe- re Lauf voll- en- det, Und du gehst ein zur ew'- gen Ruh'. 2. Gott selber hat sie uns erforen,| aus. O welch' ein Jubel wird er Die Ruhe, die kein Ende nimmt; klingen! Das Kind kehrt in des Eh' noch ein Mensch zur Welt ge= Vaters Haus. Schmerz, Leid und boren, hat uns die Liebe sie bestimmt. Tod muß von uns weichen, Wir Der Heiland wollte darum sterben, werden unser Ziel erreichen, Und Uns diese Ruhe zu erwerben, Er Jesum, den Erlöser, seh'n. Da wird ruft, er lockt uns allzumal: Kommt er trocknen unsre Thränen Und stillen her zu mir, ihr müden Seelen, Bei seiner Freunde Sehnen, Und mit uns mir soll euch die Ruh' nicht fehlen, ein zur Freude geh'n. Ich mach' euch frei von aller Qual. 3. So kommet denn, ihr müden Seelen, Die manche schwere Bürde drückt. Cilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, Der Freund ist da, der euch erquickt. Ihr habt des Tages Last getragen, Dafür läßt euch der Mittler sagen: Ich selbst will eure Ruhe sein. Ihr, die ihr seid des Kampfes müde, Mit euch ist Gott, mit euch sein Friede! Kommt, geht zur Ruhe Gottes ein! 4. Wie fühlt der Krante sich ers quicket, Wenn ihm sein Lager Ruhe schenkt! Der müde Wand'rer wird entzücket, Wenn ihn die frische Quelle tränkt. Doch, was sie beide hier ge: funden, Es sind nur flücht'ge Ruhe stunden, Sie währen eine kurze Zeit. Die wahre Ruh' wohnt nur dort oben, Dort ist sie Allen aufgehoben, Und bleibet uns in Ewigkeit. 5. Dort wird man Freudengarben bringen, Denn unsre Thränensaat ist 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, Denn die Erquickungszeit ist da. Die Sonne wird uns nicht mehr stechen, Gott ist uns, seinem Volke nah'; Er will selbst bei den Seinen wohnen, und ihre Treue wohl belohnen Mit Licht und Trost, mit Ehr' und Preis. Da werden ihre Palmen grünen, Der große Sab bath ist erschienen, Da man von keis ner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind in Frieden, Von Arbeit, Müh' und Sorgen los. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden: Kurz ist die Müh', der Lohn ist groß. D'rum schwingt euch auf, wir müssen eilen. Wir dürfen hier nicht länger weilen, Dort ware tet schon der Sel'gen Schaar. Wohl auf, mein Geist, zum ew'gen Lohne Erkämpfe deine Siegeskrone: Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! 594. Mel. Nun preiset Alle. 17 ch hab' von fer- ne, Herr, dei- nen Thron er- blickt, und hät- te ger= ne Mein Herz vor- aus- ge- schickt, und hätte gern mein Tod, Gericht und Ewigkeit. pd mü- des Leben, Gott der Geister, Dir hin- ge= ge= ben. 2. Das war so prächtig, Was ich im Geist geseh'n; Du bist allmächtig, D'rum ist dein Licht so schön. Könnt' ich an diesen hellen Thronen Doch schon von heut' an Auf ewig wohnen! 3. Nur ich bin sündig, Der Erde noch geneigt, Das hat mir bündig Dein heil'ger Geist gezeigt. Jch bin noch nicht genug gereinigt, Noch nicht ganz innig Mit dir vereinigt. M 461 4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich kein Bann erschreckt; Ich bin schon selig, Seitdem ich das ent= deckt. Ich will mich noch im Leiden üben, und dich zeitlebens Inbrünstig lieben. 5. Jch bin zufrieden, Daß ich die Stadt geseh'n, Und ohn' Ermüden Will ich ihr näher geh'n, Und ihre hellen, gold'nen Gassen Nie aus den Augen Mir schwinden lassen. 595. Mel. O Gott, der du ein Heerfürst bist. ie ei lend fleucht des Le- bens Zeit Und rafft uns aus der Sterblich- keit 3u künft' gen Qua- len oder Freu- den! Kein Geist ist, der so schnell ge- denkt, Als sich die schnel= le Zeit ver- senkt, In's Meer der Ewigkeit zu scheiden. Es eilt ein jeder. Au- gen- blick, Er eilt und 2. Mein Gott, dir ist allein bes kannt, Wie, wann und wo einst deine Hand Mir winkt, etes Leben hier zu enden. Ach, laß denn aus Barmherzigkeit Mich meine kurze Lebenszeit In schnöder Weltlust nicht verschwenden. Erfülle mich mit Sterbenskraft, Eh' mich der Tod von hinnen rafft. keh- ret nie zu- rück. 3. Mich weck und rühre fort und fort Das traurige, doch sel'ge Wort: Bestell' dein Haus, denn du mußt sterben! Verzage nicht, betrübter Geist! Der deinen Leib zu Moder reißt, Der Tod, kann dich ja nicht verder= ben. Wenn Jesu Ruf einst Gräber bricht, Bleibt auch dein Leib im Staube nicht. 462 4. Doch, welch' ein Schrecken ficht mich an, Daß ich nicht ohne Schauder kann An Tod, an Grab und Zukunft denken? Schrecken, der die Seele faßt, Wenn der gehäuften Sünden Last Mich will zum finstern Abgrund senken, Wenn des Gewissens streng Gericht Mir mein verdientes Urtheil spricht. Das christliche Leben. 5. Heil mir, in meines Jesu Blut Wird meiner Thränen bitt're Fluth Dich, Vater, zum Verzeih'n bewegen! Ich weiß, o Gott, dein Herze bricht, Du willst den Tod des Sünders nicht, D'rum eil' ich dir zerknirscht entgegen, Ich laß dich nicht, ich halte dich. Gott, mein Erbarmer, segne mich. 3 6. Du Freund, den meine Seele liebt, Den meines Herzens Noth betrübt, Ich komm' zu dir, ach, laß dich finden. Ich setze mein Vertrau'n auf dich, Mein Jesu, du starbst auch für mich, Du tilgest ja auch meine Sünden. Ich bleib' an dir, mein Glaub' ist groß, Dein Blut spricht mich von Sünden los. 7. So sterb' ich mit getrostem Muth, Ich seh' ihn, seh' sein Sühnungsblut, Ich sehe seinen Himmel offen. Mein Jesus läßt vor seinem Thron Mich den erworb'nen Gnadenlohn, Der Seligkeiten Fülle, hoffen. Fleuch hin des Lebens kurze Zeit! Ich freue mich der Ewigkeit. 596. Eigene Melodie. u= lett geht's wohl dem, der gerecht auf Erden, Durch Chri- sti Blut ein Erbe Got= tes war. Es kommt zu= leßt das an- ge- neh- me Jahr, Der Tag des Heils, an dem wir fröhlich werden. 2. Zuletzt gibt Gott, wonach wir| stärkt die neuen Hochzeitleut'; Da uns gesehnet, Wenn Glaub' und Lieb' sieht man nun, wie gut er's mit im Kreuz bewähret ist, Und man uns meine. Geduld an unsern Stirnen liest, Wenn wir genug sind von der Welt ver: höhnet. 5. Zuletzt nimmt Gott nach langem Kampf die Seinen In's Paradies, in's Lebens liebe Reich, Und machet sie den Engeln Gottes gleich; Zuvor läßt er sie manche Thräne weinen. 3. Zuleßt reicht man den Siegern ihre Kronen, Und führet sie vom Feld in's Vaterland, Wo schon bereit der sel'ge Ruhestand, Dadurch der Fürst den Kampf pflegt zu belohnen. 6. Zulegt! merk's wohl und halte nur fein stille, liebes Herz, dem, der dich erst betrübt, Und doch 4. Zuletzt macht Gott das Wasser dabei fürwahr dich herzlich liebt. selbst zu Beine, Der allen Gästen Gedente nur: es ist so Gottes Herz und Sinn erfreut, Im Glauben Wille. Tod, Gericht und Ewigkeit. 597. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. En de nehmen, Angst und Grä= men; nd= lich, endlich muß es doch Mit der Noth ein Endlich bricht das har= te Joch, End- lich schwin- det N Auch der schwer ste Sorgen- stein Wird dann ganz ge- ho- ben sein. 2. Endlich bricht man Rosen ab,| Delberg überstiegen. Endlich geht ein Endlich kommt man durch die Wüsten, Endlich muß der Wanderstab Sich zur letzten Reise rüsten, Endlich bringt die Thränensaat Was die Freudenernte hat. Jacob ein, Wo kein Esau mehr wird sein. 4. Endlich, o du schönes Wort! Du kannst alles Kreuz versüßen. Wenn der Felsen ist durchbohrt, Läßt er endlich Balsam fließen. O mein Herz, d'rum merke dies: Endlich, endlich kommt gewiß. 3. Endlich sieht man Canaan Nach Egyptens Diensthaus liegen. Endlich trifft man Labor an, Wenn der 463 598. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. och wal- len wir im Thrä- nen- thal, Ge- drückt von Kum- mer, 7 Müh' und Qual, Doch nur noch we- nig Tage, Dann ruft uns ● Gott aus dieser Zeit hin- ü- ber in die Ewigkeit Und en- det je de Pla ge. 2. Den Leib leat man in's stille| Mit freiem Flug und frohem Blick Grab, Zum Stande sinkt der Staub Kehrt der entbund'ne Geist zurück hinab, Einst wird ihn Gott beleben. Zu dem, der ihn gegeben. 464 Das christliche Leben. 3. O welch ein Glück, vor Gott| Jch Sünder werd' von Sünden rein, zu steh'n! O Freude, Jesus, dich zu Ich Sterblicher unsterblich sein, An= seh'n Und deines Reiches Glieder! betend dich erheben. Zu sehen dich in deinem Licht Von Angesicht zu Angesicht, Dich ersten aller Brüder! 6. Und aller hohen Geister Schaar, Und was auf Erden heilig war, Sind Alle meine Brüder; Sie Alle sind vereint mit mir, Und singen, treuer Heiland, dir Des Dankes Jubellieder. 4. Wie werd' ich dann mich deiner freu'n, Wenn zahllos der Erwachten Reih'n Vor dir versammelt stehen! Wenn du dann meinen Namen nennst, Und vor den Engeln mich bekennst, Die dich mit mir erhöhen!" 5. Ich, der noch sorget hier und weint, Ich werde, wenn dein Tag erscheint, Verklärt und selig leben; 7. Wie ist der Seligkeit so viel! Freuden ohne Maß und Ziel, Weit über alles Hoffen! Ewigkeit! o Ewigkeit! Was ist das Leiden dieser Zeit? Ich seh' den Himmel offen. ottonta SER V * Vierte Abtheilung. Besondere Zeiten und Verhältnisse. I. König und Obrigkeit. 599. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. a= ter, frö- ne du mit Se= gen Führ' durch ihn auf dei- nen We- gen mogl und sein Haus, Rath- schluß aus. -0 Unsern König Herrlich dei- nen Deiner Kirche sei er Schutz, Dei- nen Fein den biet' er Truß. Sei du dem Ge- salb- ten gnä= dig, Segne, seg- ne unsern König. 2. Rüst' ihn mit des Glaubens| es unserm Königsstamme Liebe bis Schilde, Reich ihm deines Geistes zum Tode weiht. In der Zeiten lanSchwert, Daß Gerechtigkeit und Milde ger Nacht Hast du über ihn gewacht, Ihm des Friedens Heil gewährt. Du erhieltest ihn uns gnädig, Segne, Mach' ihm leicht die schwere Last, segne unsern König. Die du auferlegt ihm hast. Sei in Jesu du ihm gnädig, Schüßze, segne unsern König. 3. Sammle um den Thron die Treuen, Die mit Rath und frommem Fleh'n Fest in deiner Streiter Reihen Für des Landes Wohlfahrt steh'n. Baue um den Königsthron Eine Burg, o Gottessohn, Sei du ihm auf ewig gnädig, Leite, segne unsern König. 5. Fürchtet Gott, den König ehret! Das, o Herr, ist dein Gebot, Und du hast es selbst bewähret, Warst gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir, D'rum so be= ten Alle wir: Vor dem Bösen schütz' uns gnädig, Gott, erhalte unsern König. 6. Gib uns Muth in den Gefahren, Wenn der Feind uns ernst bedroht, Daß wir Treue dann bewahren, Ge hen freudig in den Tod. Du bist unser Sieg spanier; Gott mit uns! 4. Nähre du die heil'ge Flamme, Die das Herz des Volks erneut, Daß 466 Allgemeine Landesangelegenheiten. So fiegen wir. Deine Treuen frönst| Daß wir deine Bürger werden, Zie du gnädig. Segne, segne unsern hen in dein Vaterhaus. Frieden und König. Gerechtigkeit Gib uns, Gott, zu aller Zeit. Sei du deinem Volke gnädig, Segne, segne unsern König. 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden Auch in unserm Lande aus, liimildas r= halt' uns, Herr, die D- brig- keit, Die du uns gabst Mit Wohl- stand und mit Si- cher- heit Durch sie be- glückt 1 edd 600. Mel. Es spricht der Unweisen Mund wohl. auf Er= den, zu werden. Ver- leih' ihr Weis- heit, Lust und Kraft, Was म् wah- res Wohl dem Lan- de schafft, mit Sorgfalt wahr- zu- neh- men. 4. Gib denen Eifer, Fleiß und Treu', Die ihr sind untergeben, Daß Jedermann beflissen sei, Nach seiner Pflicht zu leben. Erleicht're ihr des Lebens Müh', Mit deinem Segen kröne fie, Und sei ihr Lohn auf ewig. 2. Gib, daß sie, gleichgefinnet dir, Uns väterlich regiere, Daß jeder Bürger unter ihr Ein ruhig Leben führe. Laß sie der Unschuld Zuflucht sein, Und jeden Nedlichen erfreu'n, Dem Unrecht kräftig steuern. 3. Laß uns, von ihrer Macht bes 5. Laß sie mit uns vereinet sein, schützt, Des Friedens Glück genießen, In deiner Furcht zu leben, und vor Erwerben, was dem Leben nüßt, der Rechenschaft sich schen'n, Die fie Und seine Müh' versüßen. Nie fehle dir einst muß geben; Daß so vor einer guten That, Die sie mit dir deiner Majestät, Die über alle Ho begonnen hat, Dein segnendes Ge- heit geht, Regent und Volk sich deihen. beuge. II. Allgemeine Landesangelegenheiten. 1. Saat und Ernte. 601. Mel. Nun freut euch, liebe Chriften g'mein'. 8 baut, o Gott, auf dein Geheiß Voll Hoff- nung, daß ihr re- ger Fleiß Der Menschen Von dir ge= Hand die Erde, seg- net werde. 2. Noch immer traf dies Wort auch ein; Gib ferner deinen Segen, Daß Saat und Pflanzen wohl gedeih'n, Gib Sonnenschein und Regen. Der Landmann baut umsonst das Land, Wenn deine milde Baterhand Nicht seine Arbeit segnet. M dein Brod bei Fleiß und Müh', So lang' du le- best, ef= sen. und Sturm und Hagelschlag Sie nicht zerstörend treffen mag, Nicht Fluth sie überschwemme. 4. Wir trau'n auf dich, o guter Gott, Und lassen dich nur walten; Du kennst am besten unsre Noth, Und kannst uns leicht erhalten. So wirst du uns zu deinem Ruhm, Auch uns, dein Volk und Eigenthum, Noch ferner wohl versorgen. 3. So kröne denn mit Fruchtbarkeit Das Land nach deiner Güte; Und wenn die Aussaat uns gedeiht, O Vater, so verhüte, Daß Frost Saat und Ernte. Auf dein Ver- sprechen trau- en sie: im Heilig thum, mens ho hem Ruhm. = -9 602. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geübet. S 467 ir Al- le, Gott und Vaster, brin- gen Dir Preis und Dank Und unsre frohen Her- zen sin- gen Von dei- nes Na# Du sollst die Ge- fil- de = J Rings um uns her das ganze Land, Dein Se- gen strömt' auf T Gekrönt hast du mit deiner Mil- de Aus deiner reichen Va- ter- hand. 2. Du schenktest Sonnenschein und 3. Du gibst, uns liebreich zu verRegen Für jede Frucht zu rechter sorgen, Mehr als wir bitten und Zeit, Und gabst Gedeihen, Kraft versteh'n; Du wachst am Abend und und Segen Dem Samen, den wir am Morgen, Und hörest unser gläuausgestreut. Für Millionen deiner big Fleh'n. Selbst unsern Undank, Kinder Reicht deiner Gaben Fülle unsre Sünden Vergibst du, der die hin, Du nährst den Frommen und Liebe ist, Wir schmecken täglich und den Sünder Mit ewig treuem Vater- empfinden, Wie gütig, Herr, du Alfinn. len bist. 468 Allgemeine Landesangelegenheiten. 4. Wer kann die Güte ganz ermes- deiner Hand. Du willst, wir sollen fen, Die weiter als die Wolken froh genießen, Und dankbar im Gereicht? Wer dürfte undankbar ver- nusse sein: Gib, daß mit ruhigem gessen Die Treue, die nie von uns Gewissen Wir deiner Güte stets uns weicht? Wir wollen deiner stets ge- freu'n. denken, Deß Wohlthun uns begnadigt hat, Das Herz nach deinem Reiche lenken, Dich preisen stets durch fromme That. 5. Was du uns gabst wohl anzuwenden, Verleih' uns Weisheit und Verstand. Bewahr' uns, daß wir nicht verschwenden Die reichen Gaben 6. Auch für den Armen kam dein Segen In solcher Füll' auf uns herab, Wir wollen liebreich ihn verpflegen Von dem, was deine Milde gab. Er danke heute mit uns Allen, Frohlocke laut und bete an, Daß du nach deinem Wohlgefallen So Großes hast an uns gethan. D 603. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. J ir, mil- der Geber al= ler Gaben, Herr, dir ge= Denn Alles, was wir sind und haben, Ist ja dein bühret Dank und Ruhm, Werk und Ei= gen= thum. Mein Lob- ge- sang steigt auf zu dir, Onei- ge, Herr, dein Ohr zu mir. 2. Die kleinste deiner Kreaturen| gestreut, Du schirmst, Allmächtiger, Macht deine Weisheit offenbar; Du den Samen, Dein ist der Erde Fruchtzeigest deiner Güte Spuren Und deine barkeit. Du gibst allein zur Arbeit Macht von Jahr zu Jahr. Der kleinste Kraft, Du bist's, der das Gedeihen Halm ruft laut uns zu, Daß Nie schafft. mand mächtig sei als du. 3. Du sorgst für uns nach Vaterweise, Erhältst die Werke deiner Hand, Gibst allem, was da lebet, Speise, Beschirmst und segnest jedes Land. Du liebest unveränderlich, Der Bösen selbst erbarmst du dich. 6. Mild öffnest du den Schooß der Erde, Du tränkst die Flur von oben her, Gibst, daß die Saat erquicket werde, Und machst die Aehre segens schwer, Du träufelst mit dem kühlen Thau Die Fruchtbarkeit auf Feld und Au'. 4. Voll ist der Erdkreis deiner Güte, Und deiner Weisheit ist er voll. Herr, unterweise mein Gemüthe, Wie ich dich würdig loben soll. Dir dankt nur wahrhaft, wer dich liebt, Dich, der uns so viel Gutes gibt. 5. Das Saatkorn wird in deinem Namen Auf Hoffnung in das Land 7. Kommt, preist des Schöpfers Huld und Stärke, Bringt seinem Namen Ehre dar! Groß ist der Herr, und seine Werke Sind herrlich, groß und wunderbar. Wie köstlich ist dein Bob, wie schön! Kommt, laßt uns seinen Ruhm erhöh'n. M Saat und Ernte. 604. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Gottes Kinder. doch nicht min= der. as Gott thut, das ist wohl- ge= than! So den ken Wer auch nicht reichlich ern- ten kann, Den liebt Gott D 469Er zieht das Herz Doch him- mel- wärts, 100 Ob- gleich wir oft auf Er- den Beim Man- gel trau- rig wer- den. 2. Was Gott thut, das ist wohl-| als ein Christ Genügsam ist, kann gethan, Im Nehmen und im Geben. auch in wenig Gaben Mit Dankbar= Was wir aus seiner Hand empfah'n, keit sich laben. Genüget uns zum Leben. Er nimmt und gibt, Weil er uns liebt. uns' in Demuth schweigen, Und vor dem Herrn uns beugen. Laßt 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Wer darf sein Walten richten, Wenn er, eh' man noch ernten kann, Den Segen will vernichten? Weil er allein Der Schaß will sein, So nimmt er unsre Güter, Zum Heile der Gemüther. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Es geh' nach seinem Willen! Läßt es sich auch zum Mangel an, Weiß er ihn doch zu stillen. Wer Am frohen Ernte ta ge 2. Wir streuten unsre Saaten, Und hofften ihr Gerathen; Sie schliefen still verborgen Zum frohen Erntemorgen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Das Feld mag traurig stes hen: Wir geh'n getrost auf seiner Bahn, Und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft Uns Lebenskraft, Es nennt uns Gottes Erben: Wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, das ist wchl= gethan, Wie er's auch mag beschlies Ben! Und blüht um uns kein Canaan, Wo Milch und Honig fließen: Er, unser Gott, Weiß, was uns noth, Und wird es gern uns geben. kommt, laßt uns ihn erheben. 605. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. od er Va- ter sei ge- prie- sen, Der huldreich sich be- wie- sen. Ver- stum- me je- de klage. 3. Der Leben uns geschenket, Hat sie mit Thau getränket, Der Liebe treues Walten Hat unsre Saat erhalten. 470 4. Der Sturm, der Frost und Negen Ward ihr zum rechten Segen; Aus eines Körnleins Hülle Erwuchs die Segensfülle. 5. Osäet froh im Glauben, Laßt euch den Muth nicht rauben, Wenn ihr auch hier nicht sehet, Daß eure Saat erstehet. 6. Wenn wir die Armen nähren, Den Kranken Trost gewähren, Die Frrenden berathen, Dann streu'n wir Gottes Saaten. Allgemeine Landesangelegenheiten. W 7. Das Gute, das wir säen, Kann nimmer untergehen; Sind wir schon längst geschieden, Blüht Gottes Saat im Frieden. 8. Es naht der Erntemorgen, Wo Freude kommt aus Sorgen; Die hier im Glauben starben, Sie bringen volle Garben. 2. Deffentliche Noth im Allgemeinen. 606. Eigene Melodie. 9. Was tümmern uns die Stürme? Ob sich die Fluth auch thürme: Wir freuen uns im Hoffen, Uns bleibt der Himmel offen. F enn wir in höch- sten Nö- then sein, 3. Und heben unser Aug' und Herz Zu dir in wahrer Neue Schmerz, Und fleh'n dich um Begnadigung Und aller Strafen Linderung, wo aus noch ein, Und finden we- der Hülf' noch Rath, J Ob wir gleich sor- gen früh und spat: 2. So ist das unser Trost allein, Daß wir zusammen insgemein Zu dir dann rufen, treuer Gott, Üm Rettung aus der Angst und Noth; 4. Die du verheißest gnädiglich, Herr, Allen, die d'rum bitten dich Im Namen des Herrn Jesu Christ, Der unser Heil und Mittler ist. Und wis- sen nicht, 5. D'rum kommen wir, Herr, unser Gott, Und klagen dir all' unsre Noth, Weil wir jetzt steh'n verlassen gar In großer Trübsal und Gefahr. 6. 3war unsre Sünd' ist schwer und groß, Doch sprich uns, Herr, aus Gnaden los, Steh' uns in unserm Elend bei, Mach' uns von allen Plagen frei. 7. Dann danken und lobsingen wir Mit freuderfülltem Herzen dir, Ges horchen deinem theuren Wort, Und preisen, Herr, dich hier und dort. 607. Mel. Auf meinen lieben Gott. 8 züchtigt deine Hand, O Höch- ster, jetzt das Land. Deffentliche Noth im Allgemeinen. Zu deinem Vater- her- zen Er hebt in bittern Schmer- zen = Sich das Ge- schrei der Ar- men. Er- hör' es aus Er- bar- men. 2. Du siehst des Landes Noth, Sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit mächt'gen Händen Sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde Verändert Zeit und Stunde. wir lernen Mit ehrfurchtsvollem Schweigen Vor dir, Herr, uns zu beugen. 3. Herr, wir murren nicht, Gerecht ist dein Gericht Bei Allem, was wir dulden, Denn groß sind unsre Schulden, Und du bestrafft uns minder, Als wir's verdient, wir Sünder. 7. Ja, deine Züchtigung Führ' uns zur Besserung; Laß sie die Sichern schrecken, Die Schläfrigen erwecken, Auf dein Gebot zu merken, Und redlich Fromme stärken. 8. Wenn dich das Herz nur liebt, So wird, was uns betrübt, Uns doch zum Heil gedeihen. Wer deiner sich kann freuen, Dem wird auch deine Gnade Zum Licht auf dunklem Pfade. 9. So stärke denn das Herz, Daß auch im größten Schmerz Es nie an Muth uns fehle. O sprich zu unsrer Seele: Getrost! dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Am Schluß von unserm Lauf, Dann klärt sich Alles auf, Dann wird die Aussicht heiter, Dann thränt kein Auge weiter, Und dieses Lebens Leiden Berwandeln sich in Freuden. 4. Doch, Vater, deine Huld Ist größer als die Schuld. Gedenke an die Deinen, Die reuig vor dir wei nen, Gedenke mit Erbarmen An die gebeugten Armen. 5. Verkürze, gnäd'ger Gott, Die Dauer unsrer Noth. Laß uns, die ängstlich flehen, Trost und Erquickung sehen; Verwandle alles Leiden In neue Lebensfreuden. 6. Doch wenn, Herr aller Welt, Es dir noch nicht gefällt, Die Trübsal zu entfernen, So stärk' uns, daß A 471 608. Mel. Auf meinen lieben Gott. ch, uns be- drückt jetzt Noth, Komm, hilf uns, treu- er Gott! Von Kei- nem kann auf Er- den Uns sonst gehol- fen werden. Jad Hörst du nicht un- ser Fle- hen, Dann müs- sen wir ver gehen. 472 Allgemeine Landesangelegenheiten. 2. Es kommt von dir ja her, Und das Unglückswetter. Du kannst, du nicht von Ungefähr, Ist Strafe unsrer tannst es wenden, Und Hülfe zu uns Sünden. Ach laß dich gnädig finden, senden. Vergib doch aus Erbarmen Die Sündenschuld uns Armen. 5. Ach, nimm von uns die Last, Der du Erbarmen hast. Geheiligt 3. Gib uns jetzt deine Gnad', Gesei dein Wille, O mache du uns duld und guten Rath; Laß unser stille, Nimm, was dir ist zuwider, heißes Flehen Dir wohl zu Herzen Sieh' gnädig auf uns nieder. gehen. laß um Jesu willen Sich diese Noth bald stillen. 4. Sprich, mein Gott, nur ein Wort, So muß das Unglück fort. Bedrohe, mein Erretter, Du doch 6. Dir sei es heimgestellt; Wenn es dir wohlgefällt, So hilf, hilf, uns ist bange, Verziehe nicht so lange. Wir sprechen darauf: Amen, In unsers Jesu Namen. 609. Eigene Melodie. rau' auf Gott in allen Sachen, Die dich jetzt ſo trau- rig ma- chen. Trau' auf Gott in al- len Din- gen, Die dir zu dem Her- zen dringen. 2. Trau' auf Gott in Seelenpla| auf Erden, Dann wird Brod aus gen, Wenn dich deine Sünden nagen, Denn Gott ist in solchen Schmerzen Balsam deinem wunden Herzen. böse 3. Trau' auf Gott, wenn Seuchen Weit umher im Lande schlei: chen, Denn er kann dich so bedecken, Daß dich keine darf anstecken. a 4. Trau' auf Gott in Kriegsgefab ren, Denn er weiß dich zu bewahren. Er kann machen, daß die Feinde Werden deine besten Freunde. 5. Trau' auf Gott in Hungersnöthen, Dann wird dich kein Hunger tödten. Wächset gleich kein Korn Steinen werden. 6. Trau' auf Gott bei dürren Zeis ten, Denn er wird vom Himmel leiten Seines Segens reiche Quellen, Die dein Herz zufrieden stellen. 7. Trai' auf Gott, wenn's stürmt und schneiet, Wenn die Donnerwolke schreiet, Wenn dich trifft das böse Wetter, Denn Gott ist allein dein Retter. 8. Trau' auf Gott in allen Sachen, Denn er kann den Ausschlag machen. Trau' auf Gott in allen Dingen, Dann wirst du ein Danklied singen. 610. Mel. Was sorgest bu? sei stille. podda Gott, mein Schuß, was sollt' in bö- sen Zei- ten, Deffentliche Noth im Allgemeinen. Was sollt' ich fürchten in Ge- fahr? Wer dir ver- traut, hat dich zur Seiten, du hilfft ihm wun- der- bar. 2. Wenn über ihm die Wolken Flammen speien, Geht er getrost an deiner Hand, Getrost durch dürre Wüsteneien Und brennend heißen Sand; 3. In kranker Luft und mitten unter Leichen, Wenn wüthet rings umher der Tod, Auf schwarzen Flügeln fauler Seuchen Ein schnell Verderben droht. 473 4. Getrost durch dich, getrost in dem Gewissen, Verachtet er des Schmähers Wuth, Und tritt in Gots tes Kraft mit Füßen Auf ihre Natternbrut; 5. Spricht glaubensvoll: der Herr steht mir zur Seiten, Der Herr ist meine Zuversicht! Und er, sein Netter, hilft ihm streiten, Sein Gott verläßt ihn nicht. 611. Mel. Wer nicht mit den Gottlosen geht zu Rath. eil, Heil dem Man- ne, der vom bö- sen Nath Fern' flie- het, nicht bestritt der Sün- der Pfad, Und sich vom Sig der Spötter weit entfer- net! Dem Manne Heil, der ru- hig Weisheit ler= net, Der sich das Recht des Herrn zur Freude macht, Und sein Ge- set er-for- schet Tag und Nacht. 2. Ein Baum, am Bach gepflanzt, 3. So ist es nicht mit den Gottstrebt hoch empor, Bringt Blüth' losen, nein, Die sind wie Spreu, und Frucht zur rechten Zeit hervor, ein Wind wird sie zerstreu'n. Der Steht unentlaubt, mit hoher Pracht Sünder, die de Herrn Gesetz vergeschmückket, Daß sich an ihm der schmähen, Soll keiner je in dem GeWanderer erquicket. So grünet der richt bestehen. Wenn Gott das Recht Gerechte jederzeit, Er lebt und wächst, in der Gemeine spricht, So gehen und all' sein Thun gedeiht. sie mit den Gerechten nicht. 474 Allgemeine Landes angelegenheiten. 4. Des Frommen Weg, zum Him-| Schüßt seinen Tritt Und läßt ihn mel ganz gewandt, Geht einfach fort, sicher wallen. Allein der Weg, der steht unter Gottes Hand. Gott blickt den Gottlosen führt, Weicht immer herab auf ihn mit Wohlgefallen, ab, bis er sich ganz verliert. & 5. Krieg und Friede. 612. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 8 zieht, o Gott, ein Krie= ges wet- ter Bist du, Herr, hier nicht unser Retter, un- serm Haupt ein= her. un= ser Land zu schwer. Sieh', wie die Fürsten sich entzwei'n Jetzt über So ist's für Und sich zu un terdrü- ken dräu'n! 2. D'rum laß uns hier allein, o 6. D'rum werf' ich mich in deine Vater, Auf dich und deine Vorsicht Arme, Du Vater der Barmherzigschau'n, Auf dich, den mächtigsten Berather, Und nicht auf Menschenhülfe bau'n, Die ohne dich uns gar nichts nüßt, Die nur durch dich uns kräftig schützt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden, Du bist es, der die Welt ze giert. Laß uns der Heere Spott nicht werden, Die du, o Herr, zu uns geführt. Du rufft: ihr Völker, rüstet euch! Sei du für uns, so fehlt ihr Streich. 4. Je weniger sich uns will zeigen, Woher die Hülfe kommen soll, Je mehr Gefahr und Plage steigen, Sich alles zeiget schreckenvoll, Je größer mache das Vertrau'n, O Gott, allein auf dich zu schau'n. 5. Was hilft der Heere große Menge? Was hilft dem Riesen seine Macht? Der Ross' und Wagen dicht Gedränge Hat nie allein den Sieg gebracht. Der Mensch vertraut darauf so gern, Jedoch der Sieg kommt nur vom Herrn. keit, Und flehe voll Vertrau'n: er barme Dich über uns in schwerer Zeit. Laß Gnade doch für Recht er geh'n, So bleiben wir noch aufrecht steh'n. 7. Doch findet, Herr, dein weiser Wille Noch ferner Züchtigung für gut: Wohlan, so schweig' ich und bin stille Bei dem, was deine Weis heit thut. Jch, dein Geschöpf und auch dein Kind, Weiß, daß es Vaters schläge find. 8. Herr, nimmer schreibe meine Seele Dir etwas vor im stolzen Wahn, Und wenn ich so vermessen fehle, So zeig' mir meine Thorheit an. Ist gleich, was deine Weisheit thut, Mir oft ein Räthsel, ist's doch gut. 9. Ja, nicht im Zorne, nicht im Grimme Ergeht dein ernstes Straf gericht, Wir hören unsers Vaters Stimme, Zeigt sich auch ernst dein Angesicht; Du läuterst unser sünd's ges Herz Durch Angst und Pein, durch Noth und Schmerz. Krieg und Friede. 475 10. 3ulegt wird Jeder sagen müs- 1 Schlüssen Zum bessern Ziele uns die sen: Das hat Gott, unser Gott, ge- Bahn. Zuleßt. errettet deine Hand, than; So brach er nach verborg'nen| Barmherz'ger Gott, das Vaterland. be= loh= ne! der Krone. 613. Mel. O Herre Gott, dein göttlich Wort. = 3 hr Mit ge nos sen, auf zum Streit, Es gilt das Reich der Herrlich= keit, M Der Wei- chende Wird nicht ge- krönt. Wie hat der Herr gestrit- ten! Die Sie ger nur hat er ver- söhnt, Da- mit uns Gott Der Uleber= win= Als er für uns ge= lit= ten. diesem Helm Deckt 2. Miterben, haltet an und seht| Schützt euch mit Christi Heile. Mit euer Haupt, Empor zum großen Lohne, Denn nur durch unsre Feinde geht Der Kämpft mit des Geistes Schwerte, Weg zu jener krone. Ob Tausend Das ist es, was kein Tod euch raubt, auch Zur Rechten euch, 3ur Linken Das mächtige, bewährte. Tausend sänken: Getrost! ihr kämpft für Gottes Reich, Er wird die Kron' euch schenken. 5. 3. 3war groß ist unsers Kampfs Gefahr, Doch laßt uns nicht er schrecken; Mit uns ist Gott, und wunderbar Wird uns sein Schild bedecken. Es stärkt der Held, Der stärken kann, Wenn wir um Hülfe flehen; Er reicht den Harnisch, legt ihn an, So könnt ihr muthvoll stehen. 4. Mit seiner Hölle Grau'n umhüllt Schießt Satan Flammenpfeile. Ergreift, ergreift des Glaubens Schild, Wer überwindet, soll den Tod, Den ew'gen Tod nicht sehen. Verz ging' er auch in seiner Noth, Dort wird er nicht vergehen. Ist wohl vollbracht Der ernste Streit: Nach seinen kurzen Leiden Wird euch der Unschuld weißes Kleid, Gerechtigkeit, bekleiden. 6. Ach, Hüter, ist die Nacht bald hin, Die dunkle Nacht der Erden? Wenn ich einst Ueberwinder bin, Wird Licht das Dunkel werden. Dann seh' ich dort Jm Lebensbuch, Dank sei dir! meinen Namen. Des Kampf's, des Leidens ist genug, Erlöset bin ich! Amen. 614. Eigene Melodie. är' Gott nicht mit uns diese Zeit, So soll I8= ra= el Wär' Gott nicht mit uns die- se Zeit, So müß- ten wir ver= 476 sa= gen, za= gen, Allgemeine Landesangelegenheiten. Die so ein ar- mes Häuf- lein sind, Ber- acht't von so viel Men- schenkind, Die an uns se- pen al= le. 2. Auf uns ist zornig stets ihr Sinn. Hätt' Gott es zugegeben: Verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; Wir wären, wie mit Fluth ersäuft, Als über die groß Wasser läuft, Und mit Gewalt verschwemmet. ge= bli- cket, er= qui- cket; 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, Daß uns ihr Schlund mög' fangen. Wie Vögel kommen Strickes ab, Ist unsre Seel' entgangen; Strick ist entzwei, und wir sind frei. Der Nam' des Herren steh' uns bei Des Himmels und der Erden. 615. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh' barein. err, der du vor- mals hast dein Land Mit Gna- den anUnd, wenn du Stra- fen ihm ge- sandt, Es wie- der- um Der du mit vä- ter- li- cher Huld Ver- zie- hen # dei nem Volk die Schuld, Ge- lö- set sei- ne Ban- de! 2. Soll nun dein ernstes Straf- zu helfen stets bereit All'n denen, gericht, O Herr, ohn' Ende währen? die ihn fürchten. Willst du dein freundlich Angesicht Nicht wieder zu uns kehren? Gott, unser Heiland, o erfreu' mit deinem Gnadenschein auf's Neu' Uns, die dein Zorn erschrecket. 3. O würde mit Posaunenschall Des Ew'gen Wort gehöret, Daß Friede sein soll überall, Wo Christus wird verehret, Daß Alle, denen er bekannt, Die Waffen legten aus der Hand, Und bauten Friedenshütten! 4. Jhr zagt nicht, Heilige des Herrn! Der Muth, der euch beseelet, Hält die Verzweiflung von euch fern, So Gottvergess'ne quälet. Gott, der da waltet weit und breit, Ist auch 5. Zu ihm sei unser Herz gewandt, Er wird zu uns sich wenden. Der Herr mit seiner starken Hand Wird alle Drangsal enden, Auf daß zu seines Namens Ruhm Des ganzen Volkes Eigenthum Sei Wohlfahrt, Zucht und Ehre. 6. Wo Christen jest in blut'gem Streit Einander treffen müssen, Da wird dann die Gerechtigkeit Sich mit dem Frieden küssen. Es werden da, wo jetzt das Schwert In Feindeshand die Flur verheert, Sich Güt' und Treu' begegnen. 7. Dann wird mit Regen und mit Thau Gott unsern Boden neßen, Daß Krieg und Friede. 477 uns der werthen Heimath Au Erfreu'| ihn vor Allem liebt, Die höchste seimit ihren Schäßzen. Doch bleibt, so ner Gaben. iel er uns auch gibt, Ein Herz, da V 616. Eigene Melodie. er leih' uns Frie- den gnädig- lich, Herr Gott, zu unsern Zei- ten. Es ist doch ja kein And'rer nicht, Der für uns könn- te strei ten, Denn du, Herr Gott, al= lei ne. 2.*) Gib unserm König und aller| und stilles Leben führen mögen In Obrigkeit Fried' und gut Regiment, aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen. Daß wir unter ihnen Ein geruhiges *) V. 2 ist ein späterer aber doch schon sehr alter Zusaß von einem unbekannten Verfasser, und kann nicht nach der Melodie von B. i gesungen werden. 617. Mel. O Herre Gott, dein göttlich Wort. Gott des Frie- dens, nimm uns an Laß uns des Frie- dens Heil em- pfah'n deinem Soh- ne! Gnaden- thro- ne. In Je su, Von deinem Ach kom- me du Und schaf- fe Nuh', Lösch' aus die Krie- ges- flam- me. Den Haß und Neid, der uns ent- zweit, Ver tilg' am Kreu- zes- stamme. 2. O welches hohe Glück gewährt Der Friede, den du schenkest! Dann wird uns mild das Herz genährt, Wenn du zu dir es lenkest. Die Wohlfahrt blüht, Das Herz erglüht Auf deines Reiches Auen, Daß wir mit Dank, mit Preisgesang Des Glaubens Früchte schauen. 3. Doch schwingest du zur bösen Zeit Des Krieges Geißel wieder, Dann 478 Allgemeine Landesangelegenheiten. weckst du aus der Sicherheit, Und| für das Gute wagen, In Todes: beugest uns darnieder. Inbrünstig fleht, grau'n auf dein Wort trau'n, Dein Wer in sich geht: Gedenk' nicht un- Morgen werde tagen. frer Sünden, Bergib die Schuld, laß Vaterhuld Uns doch in Christo finden. 4. Und willst du, daß wir in den Streit Für deine Ehre ziehen, So gib du selbst uns das Geleit, Daß wir nicht feige fliehen. Entflamm' den Muth, Daß Gut und Blut Wir 5. O leite du mit starker Hand Die Mächtigen auf Erden. Laß, Völkerhirt, bald jedes Land Nur dir ge weihet werden. Gib uns dein Wort, Daß fort und fort Bald Alles sich bekehre, Dann blühen neu die Lieb' und Treu', Dann bringt dir Alles Ehre. 618. Eigene Melodie. Friedens- fürst, Herr Jesu Christ, Du Hel= fer in Du weißt, wie groß das E- lend ist, Mo- mit der Feind u der Noth! uns droht! Er ruft zum Krieg und will den Sieg Uns durch Gewalt ent= rei- ßen. 2. Schon ziehet von der Heimath aus Der Söhne theure Schaar, Verödet stehet manches Haus, Das Armen Obdach war. Schon flammt die Gluth, und Bruderblut Entweihet deine Erde. 3. Hilfst du uns nicht in unsrer Noth. Ach, wer kann dann besteh'n? Versöhnst du nicht durch deinen Lod, Dann müssen wir vergeh'n. D'rum flehen wir, o Herr, zu dir: Erbarme du dich unser. 4. Zwar ward der Dank dir nicht gebracht Für deine große Huld, Wir fanten tief in Sündennacht Und häuften Schuld auf Schuld. Geh' mit uns nicht, Herr, in's Gericht, Sei du uns Sündern gnädig. 5. Du willst den Tod des Sünders nicht, D'rum floß für uns dein Blut. Auch durch die Nacht führst du zum Licht, Du stärkst im Kampf den Muth. In Sturm und Nacht hältst du die Wacht; Wohl Allen, die dir trauen! 6. O leite unser Kriegesheer, Daß es den Sieg erkämpft, Durch deines Geistes tapf're Wehr Die Wuth des Bösen dämpft. Laß deine Hand das Vaterland In böser Zeit beschirmen. 7. O laß doch bald uns Friedensau'n Erblüh'n durch deine Gnab', Uns sicher unsre Felber bau'n, Und ernten ihre Saat. Zerbrich das Schwert, das nur verheert. Dein Reich, o Jesu, komme. 619. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. al= le lu ja! Preis und Eh- re! 2 Singt dem mäch- ti- gen Die Tem- pel schmüErret- ter, Er sand te nach Krieg und Friede. ctet, die Al= tä= re dem Schlachten- wet= ter 479 Ihm, der uns großes Heil ge- sandt. Sein Frie- denswort auf's blut'= ge Land. Des Krie- ges Don- ner schweigt, Der Friedens- bogen neigt Sanft sich nie= der. Gott hielt Gericht, Und herrlich bricht Aus lan- ger Nacht her vor das Licht. 2. Endlich, endlich ist errungen, hört die Thränen, das Gebet. Der Was nah' und fern in allen Zungen Throne baut und stürzt, Er hat ben Die hart Bedrängten heiß erfleht. Kampf verkürzt, Jhm die Ehre! Sein Gnädig hat der Herr vernommen Die Wink gebeut, So ruht der Streit, stillen Seufzer seiner Frommen, Er- und Frieden Gott der Welt verleiht. 620. Mel. Nun dantet Alle Gott. err Gott, dich lo= ben wir Für deine großen Gnaden, Du hast das Va- ter- land Der Krie- ges- last ent- laden, #e Hast gnä- dig uns ver- lieh'n Des Frie- dens gold'- ne Zier, D'rum jauch- zet alles Volk: Herr Gott, dich lo- ben wir. 2. Herr Gott, wir danken dir!! 3. Herr Gott, dich loben wir! Du sendest uns zwar Strafe, Dein Könnt' unser Mund wohl schweigen? Ernst hat uns geweckt Aus unserm Du hast den Königsstamm Bewahrt Sündenschlafe: Doch wieder aufge- mit seinen Zweigen, Hast Kirch' und than Ward uns die Gnadenthür, Land geschüßt, Gibst Gnade für und Deß freut sich unser Herz, Herr für; Die Nachwelt singe noch: Herr Gott, wir danken dir! Gott, dich loben wir! 480 Allgemeine Landesangelegenheiten. 4. Herr Gott, wir danken dir, Und| Was lebt und Odem hat, Preist dich preisen deinen Namen. Herr Gott, dich voll Dankbegier. Hert Gott, wir loben loben wir, Und alle Welt sag': Amen. dich, Herr Gott, wir danken dir! B 621. Mel. Nun banket Al' und bringet Ehr'. ringt Gott, ihr Christen, Preis und Dank, Jhm, der den Frieden schafft, Er- hebt mit frohem Lob- ge- sang 2. Wer ist ihm gleich? wer fann wie er, Was er beschließt, auch thun? Den Streitenden und ihrem Heer Gebeut er, und sie ruh'n. 3. Er, Aller Welten Herr und Gott, Vernahm der Völker Fleh'n! Des blut'gen Krieges Angst und Noth Ließ er vorübergeh'n. 4. Kein feindlich Schwert und kein Geschoß Droht uns mehr fürchterlich. Wo Menschenblut in Strömen floß, Ergießet Segen sich. 5. Die Saat wird nun mit Sichers heit Dem Boden anvertraut, Das Feld gibt Frucht zu seiner Zeit Dem Landmann, der es baut. G 6. In jedem Stand ist nun der Muth Zur Arbeit neu erwacht, Und sicher vor des Feindes Wuth Wird jedes Werk vollbracht. Die Wun- der seiner Kraft. 7. Allgütiger, allein von dir Fließt dieses Heil uns zu. Dein waren, sind und bleiben wir, Und unser Gott bist du. Va= ter- hand unser Land? 8. Erweck' uns selbst durch deinen Geist Zum Dank, der dir gefällt, Dich durch ein frommes Leben preist, Das deine Rechte hält. 9. Lehr' uns des Friedens hohen Werth Mit weisem Ernst versteh'n, Und was das eitle Herz begehrt, In deiner Furcht verschmäh'n. 10. Verleihe, daß Gerechtigkeit, Daß wahre Lieb' und Treu', Vertrauen und Zufriedenheit Jm Lande herrschend sei. 11. Wir sehen, Gott, auf deine Hand Mit freudigem Gemüth Und hoffen auf das Vaterland, Wo ew'ger Friede blüht. 4. Dürre. Nässe. Theuerung. 622. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. dpa ott, deß Gü= te nim- mer en- det, Gänz- lich von uns ab gewen- det? Hast du denn die Strafst du uns und pd Willst durch viel ge- droh- te Pla= gen Du uns Dürre. Nässe. Theuerung. 2 ganz mit Un- glück schla- gen? 2. Warum willst du, Gott voll Gar verschmachten, gar vergeh'n? Güte, Ueber uns so zornig sein? Ach, Herr, laß dich doch bewegen, Ach, wir welken wie die Blüthe, Wie ein Blatt im Sonnenschein. Laß doch unsre heißen Zähren Deinen Zorn in Gnade kehren. Schenke du uns milden Regen. 6. Denke doch an deinen Bogen, Den du in die Luft gestellt, Als du deinen Bund vollzogen Nach der Sündfluth erster Welt. Du, Herr, hast noch nie gebrochen, Was du vormals hast versprochen. 3. Sieh', Herr, wie die Früchte trauern, Wie da dürsten Flur und Au'n; Unsre Aecker sind wie Mauern, Sind wie Felsen anzuschau'n. Gleich dem Eisen sind die Felder, Und vertrocknet steh'n die Wälder. 4. Willst du denn den Himmel schließen? Sollen wir nur Zorn em pfah'n? Soll kein Regen sich ergießen, Keine Wolte sich uns nah'n? Werden nimmermehr die Quellen Wiederum von Segen schwellen? 5. Soll das Land zur Wüste werden? Soll das Feld verödet steh'n? Sollen wir sammt unsern Herden, 481 7. Ja, du haft mit deinem Segen Uns zu jeder Zeit beschenkt, Hast mit Früh- und spätem Regen Unser dürres Land getränkt; Denn dein Wort bleibt ewig stehen, Muß auch einst die Welt vergehen. 623. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu bir. 8. Freudig wollen wir dir trauer, Du erhörest unser Fleh'n. Regen strömt auf dürre Auen Gnädig von des Himmels Höh'n. Du wirst uns mit Fülle speisen, Dankbar wollen wir dich preisen. 2 Als ob der Himmel in ein Meer Des Zorns verwandelt wäre, So strömt es aus den Wolken her, D'rum trauert Feld und Aehre. Ja, jeder Halm steht tief gebeugt, Betrübt er sich zur Erde neigt, Und ahnet sein Verderben. Gott, du kannst den Himmel ganz Mit Wol- ken Doch müssen vor der Sonne Glanz Sie, wenn du JJJ # überziehen, willst, ent- fliehen. Laß doch, bei dir ist Nath und Macht, Laß doch der Sonne Glanz und Pracht Uns wie- der- um er- freu- en. 3. Herr, unsre große Sündenschuld Verdienet dies zum Lohne, Doch hoffen wir auf Gnad' und Huld, In Christo, deinem Sohne. Wir nah'n uns dir voll Neue nun, Wir wollen ernstlich Buße thun, Und unser Leben bessern. 21 482 Allgemeine Landesangelegenheiten. 4. Wer hilft uns hier? o Gott,| Durch heitern Schein der Sonne. wir seh'n Auf dich bei unserm Kla: Doch findest du es uns nicht gut, gen. Du thust weit mehr, als wir So stärk', Allweiser, uns den Müth, versteh'n Und dich zu bitten wa Auch diese Roth zu tragen. gen. Du, der's mit uns auf's Beste meint, kannst leicht, was uns Verderben scheint, In Wohlthat uns verkehren. 6. Durch Hoffen und durch Stillesein Soll unser Herz dich ehren, Was du schickst, muß uns doch erfreu'n, Im Glauben uns bewähren; Denn nach dem Wechsel dieser Zeit Wird dir das Herz in Ewigkeit Auch für 5. Herr, thue, was dir wohlge fällt, Erquick auch, uns zur Wonne, Das schon so lang' durchnäßte Feld| die Leiden danken. W 624. Mel. Ach Gott und Herr. ir sind in Noth! M Laß uns, o Gott, Die Fluth nicht Ed über- schwem- men. Nimm uns in Acht, Wehr' ihrer Macht, Du kannst die Wo- gen hem- men. 2. Verbirg jetzt nicht Dein Ange| du allein Kannst uns befrei'n, kannst sicht, Gedenk' an uns in Gnaden. Bist du nur da, Mit Hülfe nah', Was kann die Fluth uns schaden? 3. Ach hilf uns, Herr, Allmächtiger, Um deiner Gnade willen. Du, Sturm und Wellen stillen. 4. Erbarme dich, Hilf väterlich, Beschüß' uns Gut und Leben. Groß ist die Noth, Herr, unser Gott, Nur du kannst Rettung geben. 625. Mel. Meine Seele lobfinget dem Herrn. # eine See le lob- sin- ge dem Herrn, Der das Fle- hen des Glau- bens er- hör- te, Schien uns Al- len die Hülfe auch fern, da Sei- ne Gna- be in Nö- then gewährte. Feuersnoth. 2. Furchtbar drohten die Wellen den Tod, Und wir sahen nur unser Verderben, Da entschwand auf dein Winken die Noth, Herr, du sprachest: ihr sollet nicht sterben! D 483 4. Gnädig hast du uns Sünder versöhnt, Uns in Christo das Leben geschenket, Uns mit ewigem Frieden gekrönt, Unsern Durst nach der Gnade getränket. 3. Aus dem Schlafe hast du uns 5. Nimm, o Vater, auf ewig das geweckt, Hast zum Sohne uns lieb- Herz, Auch im Leiden jei dir es reich geführet, Mit dem Schilde der ergeben, Sei's durch Freude, durch Huld uns bedeckt, Unsre Herzen zur bitteren Schmerz, Leit' uns Alle zum Buße gerühret. ewigen Leben. 626. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Herr der ganzen Welt, Du Va- ter voll Er- bar- men, Der Al- les trägt und hält, u rei- cher Trost der Ar- men, ped Du, Gott, er= hörst Ge- bet; Er höre, was im Stau= be H Vertrauensvoll der Glaube Von dir in Noth er- fleht. 2. Sonst zeigte jeden Morgen Dein 4. Die Früchte laß gerathen, Uns Segen sich uns nen: O mach' auch jetzt wieder zu erfreu'n, Und allen unsern von Sorgen Die bangen Herzen frei. Saaten Gib Wachsthum und GeZu helfen ist dir leicht, Du kannst dem deih'n. Mit milder Vaterhand Gib Mangel wehren, In Ueberfluß ihn keh- Wärme, Thau und Regen, Dann ren, Wenn's uns unmöglich deucht. tehret reicher Segen Zurück in unser Land. 5. Allgütiger, wir hoffen Aut dich und deine Treu'. Oft hat uns Noth betroffen, Doch standest du uns bei. Du hilfft und rettest gern. So sei denn unser Leben Vertrauensvoll ergeben Dir, unserm Gott und Herrn. 3. Den Reichen gib Erbarmen Bei der Bedrängten Schmerz, Und zu erfreu'n die Armen Sei Freude für ihr Herz, Damit sie mild ihr Brod Den dürft'gen Brüdern brechen, Und diese dankbar sprechen: Euch lohn' und segne Gott! 5. Feuers noth. 627. Mel. Nun banket Alle Gott. ir nah'n zu deinem Thron, Gott, mit Daß du so gnädig halfft, Da wir ge= rühr= tem voll Angst und 21* 484 Herzen, Schmerzen, Allgemeine Landesangelegenheiten. G Uns in Ge- fahr und Noth Von Feu- er- flammen sah'n 4 Und nun gerettet sind, Gott, das hast du ge- than. 2. Dank sei dir, großer Gott, Du hast das Leid gewendet, Das uns so nah' umschloß, Und Hülfe uns gesendet. Heil uns, daß noch dein Lob Von unsern Lippen schallt, Gott, an Erbarmen reich, Und mächtig an Gewalt! 628. Mel. Herre Gott, bein göttlich Wort. # 3. Steh' den Bedrängten bei, Die jetzt noch traurig weinen, Hör' auf der Frommen Fleh'n, Wenn sie vor dir erscheinen, Und segne du mit Glück, Nach väterlichem Rath, Was jetzt bei And'rer Noth Die Menschenliebe that. e rechter Gott! es kommt von dir, Wenn Feu- ers= Und bei ne Hand er= ten= nen wir, Wenn wild die noth entste- het, Flam- me we het. Du wirfst den Brand Auf Stadt und Land, Treibst Gluth und Rauch zu- sam- men, Die Wolken glüh'n und fd rings um sprüh'n Die Funken und die Flam- men. 2. So ließest, Herr, du dein Ge-| Gefahr am höchsten war, Hast du richt Auch über uns ergehen. Man uns Schutz bescheret. sah dein heilig Angesicht In Feuerflammen wehen. Und Jedermann Rief himmelan: Erbarmen, Gott, Erbarmen! Hilf aus der Noth, Herr Zebaoth, O hilf, o hilf uns Armen! 4. Ja, hättest du, Herr, nicht gewacht, Und wär'st du nicht gekom men, Wohl hätte dann des Feuers Macht Uns Alles weggenommen, Und nirgend wär' Ein Obdach mehr, Kein Haus ringsum zu sehen, Wohl würden wir, wir Alle hier In unsrer Noth vergehen. 5. D'rum nimm, nimm unser Loblied an, Und unsre Psalmen höre: Allmächtiger, du hast's gethan, Dir, Herr, sei Preis und Ehre! Ja, Preis 3. Da hörtest du das bange Schrei'n In deinem Himmel droben. Du sprachst: ihr Flammen, haltet ein, Ünd höret auf zu toben! Schnell wich der Brand, Denn deine Hand Hat mächtig ihm gewehret. Als die Feuerßnoth. 485 That uns Armen. dem Herrn! Er war nicht fern, Als| reit zu jeder Zeit mit Rath und Gluth und Flamme blißte, Er war's allein, deß Gnadenschein Uns väterlich beschützte. 6. Beschirmst du nicht mit Rath und Macht Uns vor des Feuers Wüthen, Vergebens dann der Wächter wacht, Er kann uns nicht behüten. D'rum breite aus In jedem Haus Die mächt'gen Gnadenhände. Wo eine Noth uns naht und droht, Da komm, das Unglück wende. 8. Doch strafst du abermals das Land, Dann laß die Feuerglocken, Laß Angstgeschrei und Noth und Brand Das Herz zur Buße locken. Zeig' uns die Schuld, Die mit Geduld Du lange haft getragen. Laß uns an's Herz voll Neu' und Schmerz In heißen Thränen schlagen. 7. Bewahr' uns vor des Wetters Strahl, Vor der Gewalt der Blizze, Auf Bergeshöh'n, im tiefen Thal Die Stadt, das Dorf beschüße. Wo Hütten steh'n Und Flammen weh'n, Da zeige dein Erbarmen. O sei be: 9. Hilf, daß nach deinem Zuchtgericht Sich Jeder zu dir kehre, Und daß, wenn deine Stimme spricht, Dich jede Seele höre. Nach Brand und Gluth, Nach Krieg und Blut Strahlt herrlicher dein Bogen. D'rum werd' das Herz durch Gnad' und Schmerz zu dir hinauf gezogen. B 629. Mel Gott, hier sind wir, deine Kinder. lick' her ab auf un- sre Schmerzen, Blick auf unsern Gott, wie blu- ten un- fre Her- zen Von den Schlä- gen Jam- mer- stand! deiner Hand! Oh- ne Ob- dach sind wir Ar- men, Oh- ne Decke, oh ne Brod, Dar um hilf uns voll Er bar= men, Hilf den Dei- nen in der Noth. 2. Der du weißt, wie Leiden| uns verheißen, Deine Worte trügen drücken, Und sie selbst getragen hast, nicht; Nichts soll uns den Trost entJesu, komm, uns zu erquicken, reißen, Daß dein Mund die WahrMind're du des Kreuzes Last. Vor= heit spricht. mals hast du manche Zähre, Mittler, deinem Volk geweint, Und du bist zu deiner Ehre noch derselbe Men schenfreund. 4. Jeßt weh! jammern wir im Staube, Aber fest und unberührt Stehe unser Christenglaube, Daß dir ewig Ruhm gebührt. Herr, einst seh'n wir, was jetzt trübe, Was jetzt Nacht ist, sonnentlar, Seh'n, daß deine höchste Liebe Unsers Leidens 3. So wie treue Mütter eilen, Kindern, die um Hülfe fleh'n, Liebreich Hülfe zu ertheilen, Eile, Herr, uns beizusteh'n. Ja, das hast du| Quelle war. 486 Allgemeine Landesangelegenheiten. 6. Führ' uns selbst auf eb'nem Pfade; In dir, Heiland, ist das Heil; Immer ist ja dei 5. Herr, nun laß uns auch dem Guten Nachzujagen uns bemüh'n, Laß die Herzen, die jetzt bluten, Gnat Auch des Lasters Lockung flieh'n. Der wahrhaften Frommen Theil. Deine Güte rief zur Buße, Wir Nach vollbrachtem frommen Leben vergaßen dein Gericht; Jetzt wirft Wirst du uns, o Menschenfreund, In Noth uns dir zu Fuße: Bater, ach ein beff'res Reich erheben, Wo das verwirf uns nicht. Auge nicht mehr weint. 6. Seuchen. 630. Mel. In bich hab' ich gehoffet, Herr. H u, Gott, bist un- fre Hülf' und Macht; Wenn uns dein Au- ge nicht be- wacht, Wer wacht, wer hilft uns Ar= men? Er retter, dir, dir fle- hen wir, Du wol- lest dich er- bar- men. 2. Der Seuchen Gift verbreitet| dir, Du wollest uns vergeben. Dein sich Weit um uns her; erbarme dich, Volk will gern dir, unserm Herrn, Laß uns nicht plötzlich sterben. Ent- Gehorchen, dir nur leben. zeuch dem Tod uns, der uns droht, Entreiß' uns dem Verderben. 6. Auch glauben wir an deinen Sohn: Um Jesu willen duld' und schon', Und laß uns Trost erscheinen. Streck' aus die Hand, und laß das Land Nicht länger hülflos weinen. daß 7. Sei mit den Sterbenden, fie Dein Antlitz schau'n. und Alle, die Noch leiden, die bewahre; Tilg' ihren Schmerz, daß bald ihr Herz. Wie gern du hilfst, erfahre. 3. Du bist ein Gott, der gern verzeiht, Laß uns denn noch Barmherzigkeit Vor deinem Throne finden. Und dein Gericht vertilg' uns nicht In unbeweinten Sünden. 4. Kein Reichthum schüßt, kein Stand, kein Ort, Hier weinen Wittwen, Eltern dort, Und da verwais'te Kinder. Die Seuch' erreicht auch den, der fleucht, Den Frommen, wie den Sünder. 5. Deß alles sind wir werth, doch wir Beweinen's, Gott, und fleh'n zu f 8. Das ganze Volk frohlockt dir dann, Und betet dich, Erretter, an, Und preiset deine Gnade; Dann wan deln wir, o Gott, vor dir Mit Freu den deine Pfade. 631. Mel. Warum verstöß'st du uns, o Herr, so gar. wel- che Lieb' er weist mein Vater mit, Der all' mein Morgenlieder. Pe Fleh'n auf seinem Thron er= höret, Und der sein Ohr zum tief- sten Seuf- zer keh ret! So lang' ich leb', o Gott, ruf' ich zu dir! 2. Erschütterte mich bitt'rer Todesschmerz, Ergriff mich ganz die Angst und Furcht der Hölle, Traf lauter Noth und Jammer meine Seele So schüttet' ich tým kindlich aus mein Herz. 3. Jch rief zu ihm: o Herr, erlöse mich. Mach meine Seel' von Missethaten ledig. Der Herr ist groß, er ist gerecht und gnädig, Und unser Gott hört und erbarmet sich. 4. Die Frommen stehen unter Gottes Hut. Ich lag in Nóth, er kam zur Hülf Hernieder, D'rum, Seele, kehr' zu deiner Ruhe wieder, Gott thut dir wohl, er ist dein höchstes Gut. 5. Du führest mich vom Tod zum Lebenslicht, Mein Aug' ist froh, mein Fuß wird nicht mehr gleiten. Du wirst in's Land der Lebenden mich leiten, Ich wandle fort vor deinem Angesicht. 6. Ich glaub' an Gott, d'rum red' ich ohne Scheu; Die Welt ließ oft mich in der Noth verzagen, Ich mußt' in Angst von allen Menschen sagen: Sie trügen stets, doch Gott ist ewig treu. 487 G 7. O wie vergelt' ich Gott, was er mir that, Da Wohlthat mich auf. Wohlthat überhäufen? Wohlan, ich will den Kelch des Heils ergreifen: Gelobet sei sein Name früh und spat. 8. Jch that dem Herrn Gelübd' in meiner Noth, Die will ich jetzt vor allem Volk bezahlen. Der Herr bewies zu wiederholten Malen, Daß köstlich sei vor ihm der Frommen Tod. 9. Du bist mein Herr! o Herr, ich bin dein Knecht, Sohn deiner Magd; du hast mir beigestanden, Du machst mich los, befreiest mich von Banden; Du hast auf mich, den dir Erkauften, Recht. 10. Nimm meinen Dank, nimm mich zum Opfer hin, Laut will, o Herr, ich deinen Namen preisen, Vor allem Volk dir mit der That erweisen, Daß ganz ich dein, dir Alles schuldig bin. 11. In's Haus des Herrn will ich mit Freuden geh'n, In seiner Stadt will ich ihn froh erheben. Er ist mein Heil, er ist mein Licht, mein Leben, Mein Lob soll ihn in Ewigkeit erhöh'n. III. Tieder zunächst für häusliche Erbauung. 1. Morgenlieder. 632. Mel Gott des Himmels und der Erden. roßer Gott, den Al= les prei- set, Der uns je Sich als Va= ter uns er= wei- set, = Uns den Sohn 488 und je ge liebt, zum Hei- land gibt, & Morgenlieder. Heu- te weckt des Tages Lauf Mich zur lau- ten Andacht auf. 2. O wie lieb' ich diese Stunden, Wo die Welt mich ruhen läßt, Wo wir, treu in ihm verbunden, Feiern unsers Heilands Fest, Und er uns durch seinen Geist Selbst den Weg zum Himmel weist! 3. Habe Dank für diesen Morgen, Der mir Kraft zum Guten schenkt. Das sind doch die besten Sorgen, Wenn sein Heil der Mensch bedenkt, Wenn er betet, wenn er singt, Daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist sel'ger, als Gott dies nen? Was ist süßer, als sein Wort? Laßt uns sammeln, gleich den Bienen, Jeder trage Segen fort. Selig ist, wer Nacht und Tag Gern darin sich üben mag. 5. O mein Gott, sprich jelber Amen, Denn wir sind dein Eigenthum. Alles preise deinen Namen, Alles mehre deinen Ruhm, Bis es fünftig wird gescheh'n, Daß wir dich im Himmel seh'n. 633. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. neu en Wo= che an; Niemand ge= ben kann. neu= es in neu er Tag, ein Leben Geht mit der Du wol- lest, Gott, auf's Neu' mir ge= ben, Was mir sonst Denn hab' ich dei- ne Gna- de nicht, || Woher nehm' ich dann Trost und Licht? 2. Jch grüße diesen lieben Morgen, Mich schützte deine Vaterhand. Ich bin getrost, denn tausend Sorgen Hast du schon gnädig abgewandt. Herr, wer bin ich Armer doch? sorgst für mich, d'rum leb' ich noch. Ach Du 3. Nun, das erkenn' ich, Herr, und gebe mich freudig dir zum Opfer hin. Doch, weil ich hier, so lang' ich lebe, Mit Noth und Tod umfangen bin, So weich auch heute nicht von mir, Die Hülfe steht allein bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche Soll nur in deinem Namen blüh'n. Erlöse mich vom Sündenpoche, Und laß mich jedes Unrecht flieh'n. Gib deinen Geist, der mich regier', Und stets auf eb'ner Bahn mich führ'. 5. Soll ich mein Brod mit Kummer essen, So laß es doch gesegnet sein, Und was du sonst mir zuges messen, Das richte mir zum Besten ein; Ich bitte nicht um Ueberfluß, Gib, Bater, was ich haben muß. Morgenlieder. 6. Du thust gewiß, mein Gott, das Deine, Ich will mit dir das Meine thun. Behüte beide, Groß' und Kleine, o Herr, beschließen mag. M schaff'nen Lichte, zu uns richte, M Din- ge, 489 Laß sie in deiner Liebe ruh'n, Und hilf, daß Jeder diesen Tag Mit dir, 634. Eigene Melodie. or gen- glanz der E= wigkeit, Hilf in dieser Morgen- zeit, und fündenrein Vor dir sein. 2. Deiner Gnade Morgenthau Sent',[ seinem Glanz es leide. Laß uns hell o Herr, auf uns sich nieder, Daß, gleich Blumen auf der Au', Sich die Seel' erhebe wieder. Segen ström' auf deine Schaar Immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Gluth Unsers Herzens Kält' ertödte, Und er wecke Sinn und Muth Bei der neuen Morgenröthe, Daß wir, deine Bahn zu geh'n, Recht aufsteh'n. 4. Schmückt' uns mit Gerechtigkeit, Als mit einem weißen Kleide; Nie werd' es von uns entweiht, Nie an all Und vertreib' durch dei- ne Macht Un- ire Nacht. Licht vom un= erDaß dein Schein sich J 5. Ach, du Aufgang aus der Höh', Gib, daß auch an jenem Tage Deine gläub'ge Schaar ersteh', Und erlöst von aller Plage, Auf der ew'gen Freudenbahn Wallen kann. Menschen- hü- ter. 2. Als Nacht und dunkle Schatten Mich ganz umgeben hatten, Hat mich kein Leid gestöret, Gott hat es abgewehret. 6. Leucht' uns selbst in jene Welt, Du verklärte Gnadensonne, Führ' uns durch das Thränenfeld In das Land der süßen Wonne! Wo, was selig uns erhöht, Nie vergeht. 635. Mel. Nun laßt uns Gott, den Herren. ach' auf, mein Herz, und sin ge = Dem Ge ber al= ler Dem Schöpfer al= ler Gü= ter, Dem treu en 3. Ja, Gott, ob auch Gefahren mir noch so nahe waren: Ich lag an deinem Herzen, Befreit von allen Schmerzen. 490 4. Schlaf', sprachst du, Kind, in Frieden, Ich bin dein Schuß hienieden, Schlaf' wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen. 5. Dein Wort, Herr, ist geschehen, Ich kann das Licht noch sehen. Von Noth bin ich befreiet, Dein Schuß hat mich erneuet. 6. Du willst ein Opfer haben, Hier bring' ich meine Gaben: Ich fall' in Demuth nieder Und bring' Gebet und Lieder. 7. Du wirst sie nicht verschmähen, Du kannst in's Herz mir sehen, und G Morgenlieder. und heil'- ger Geist, uns schei- nen heißt, ott des Him- mels und der Erden, Vater, Sohn Der es Tag und Nacht läßt wer= den, Sonn' und Mond £|| weißt wohl, daß zur Gabe Ich ja nichts Beff'res habe. 8. Du woll'st dein Wert vollen: den, Mir deinen Engel senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 9 Sprich: ja! zu meinen Thaten, Hilf selbst das Beste rathen, Zum Guten Ales wende Vom Anfang bis zum Ende. 10. Erhöre meine Bitte, Mein Herz sei deine Hütte, Dein Wort sei meine Speise Auf meiner Pilgerreise. 636. Eigene Melodie. Des- sen starke Hand die Welt, Und was d'rinnen ist, er= hält! 2. Gott, ich danke dir von Herzen,| Beschützer und mein Hort. Nirgend Daß du mich in dieser Nacht Vor als bei dir allein Kann ich recht be= Gefahr und Noth und Schmerzen wahret sein. Hast behütet und bewacht, Daß des bösen Feindes List Mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden So wie diese Nacht vergeh'n; Herr Jesu, laß mich finden Deine Wunden offen steh'n, Da alleine Hülf' und Rath Ist für meine Missethat. 6. Meinen Leib und meine Seele, Sammt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein' Ehr' und Ruhm, Schüße mich, dein Eigenthum. 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg' von mir wende, Und mich halt in guter Acht, Der auch endlich mich zur Ruh' Trage deinem Himmel zu. 8. Höre, Gott, was ich begehre, Vater, Sohn und heil'ger Geist. Meine Bitt', o Herr, gewähre, Der du selbst mich bitten heiß'st, So will ich dich hier und dort Herzlich preisen fort und fort. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen Geistlich auferstehen mag, Und für meine Seele sorgen, Eh' erscheint bein großer Tag; Dann beb' ich als Sünder nicht, wenn du kommst und hältst Gericht. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort. Sei und bleibe du auch heute Mein M Morgenlieder. 637. Mel. Ich dank' dir schon durch deinen Sohn. ein erst Ge- fühl sei Preis und Dank, Er- he- be Gott, 491 o See= le! Der Herr hört deinen Lob- ge- sang: Lob= sing' ihm, mei- ne See le! 2. Mich selbst zu schützen ohne| lehre du mich selber thun Nach deiMacht, Lag ich und schlief in Frieden. nem Wohlgefallen. Wer schafft die Sicherheit der Nacht Und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mich in der Arbeit Fleiß, Und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Mich wieder aufzuwecken?. 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, Und dein ist unser Leben, Du bist es, der es uns erhält. Und jetzt mir's neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach still durchschlaf'ner Nacht Mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruh'n, Mich deine Wege wallen, Und 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, Auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb' und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn' und freudig thue; 10. Daß ich als dein getreues Kind Nach deinem Reiche strebe, Und frohen Muths und fromm gesinnt In deiner Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizusteh'n, Nie Fleiß und Arbeit scheue, Mich gern an And'rer Wohlergeh'n Und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht genieße, Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe. 638. Mel. O Gott, du frommer Gott. म Je- su, süßes Licht! Nun ist die Nacht ver- gan- gen, Nun hat dein Gnadenglanz Auf's Neu- e mich um- fan- gen, E Nun ist, was an mir ist, Vom Schlafe neu er- wacht, D'rum fin- get 492 Morgenlieder. pp|| nun mein Herz: Dir, Herr, sei Dank ge- bracht! Das rechte Ehrenkleid. 2. Was soll ich dir denn nun, Mein| Gerechtigkeit, Die allen Seelen ist Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnad' versenken. Mein Leib und Seel' und Geift Sei dein den ganzen Tag, Das soll mein' Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 6. Mein Jesu, schmücke mich Mit Weisheit und mit Liebe, Mit Keuschheit, mit Geduld, Durch deines Geiz stes Triebe. Vor Allem leite mich Zur wahren Demuth an, So bin ich wohl geschmückt, und köstlich angethan. 3. D'rum siehe da, mein Gott, Da hast du meine Seele, Sie set dein Eigenthum, Daß ihr kein Gutes fehle. Dit geb' ich meinen Geist, Verschmäh' die Gabe nicht, Verkläre dich in ihm Durch deines Getstes Licht. 7. Gib, daß es diesen Tag Mir stets vor Augen schwebe, Daß deine Gegenwart Mich wie die Luft umgebe, Damit mein ganzes Thun Durch Herz und Sinn und Mund Dich lobe inniglich, Mein Gott, zu aller Stund'. 4. Ich will auch meinen Leib Zum Tempel dir ergeben, Darin du wohnen magst, O Herr, mein Heil, mein Leben! Ach wohn', ach leb' in mir. Beweg' und rege mich, So hat Geist, Seel' und Leib Mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab' ich jetzt Die Kleider angeleget, Laß meiner Seele sein Dein Bildniß eingepräget, Im gold'nen Glaubensschmuck, In der 8. O segne, was ich thu', Mein Reden und mein Denken; Durch deines Geistes Kraft Woll'st du es weislich lenken. Laß Alles nur gescheh'n Zu deines Namens Ruhm, Auf daß ich unverrückt Verbleib' dein Eigenthum. 639. Mel Valet will ich dir geben. Pl g ob sei Gott, der den Mor- gen Uns sen- det nach der Nacht, Der, wenn wir ohne Sor- gen Entschlummern, für uns wacht, Der uns im Schlaf er- qui- cket, Und un1- sre Kraft er- neut, Jhm, der die Erde schmücket, Und, was er schuf, er- freut. 2. Der Engel heil'ge Heere Er-| mein irdisch Leben Flieht schnell zum höh'n ihn mit Gesang. Auf, singt Tode hin. Bald ist sie ganz ver in ihre Chöre, In ihren Jubelklang! schwunden Der Wallfahrt kurze Zeit; Ertönet, Harf und Psalter, In's Doch hängt an ihren Stunden Das Lied der Seraphim; Den Schöpfer, Heil der Ewigkeit. den Erhalter, Erhebt, lobsinget ihm! 3. Von dir ist mir gegeben, Herr, was ich hab' und bin; Doch dies 4. O süßer, hoher Glaube: Nicht ewig zu vergeh'n! Es soll der Mensch vom Staube Einst wieder aufersteh'n! Morgenlieder. 493 Ach, laß mich's nie vergessen, Der ist in ihren Leiden Des Herrn Er heil'gen Hoffnung voll Laß täglich mich barmen groß. Wir leiden nicht verermessen, Was ich einst werden soll. gebens, Und schau'n von ferne schon 5. Sollt' ich nach Reichthum trach- Die Wonne jenes Lebens, Der Ueberten? Nie komm' es mit in's Herz! winder Lohn. Nach Ehr' und Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Reu' und Schmerz! Hienieden schon auf Erden Soll meine Seele rein Und Gottes Tempel wer den, Ganz ihm geheiligt sein. 6. 3war dieses Lebens Freuden Sind nicht der Christen Loos; Doch| Ende da. 7. Getrost, mein Geist, ermüde In deinem Kampfe nicht. Dich stärke Gottes Friede Mit Glaubenszuversicht. Ermunt're dich und streite, Dein Retter ist dit nah'. Getrost, vielleicht ist heute Des Kampfes W 640. Mel. Werde munter, mein Gemüthe enn ich einst von jenem Schlummer, Wel- cher Tod Und, be freit von al= lem Kum= mer, Je nen schö ? heißt, auf er steh', ner'n Mor- gen seh', D O dann wach' ich an- ders auf, Schon am Ziel ist dann mein Lauf; Träu- me sind des Pil- gers Sor- gen. Gro- ßer Tag, an dei- nem Mor- gen. 2. Ach, laß keinen von den Tagen 3. Würd' ich auch zum letzten Male Dieser ernsten Prüfungszeit Mich Heut' den Tag des Lebens seh'n, an jenem Tag verklagen, Daß ich Müßt' ich gleich zum dunklen Thale frevelnd ihn entweiht. Auch noch In die Nacht des Todes geh'n: Hoffheute wacht' ich auf. Dank sei dir! nungsvoll entschlief' ich dann, Denn zu dir hinauf Führe jeder meiner mein Geist geht himmélan, Und wird Tage Mich durch Freude wie durch dort auf Himmelsauen Einen ew'gen Plage. Morgen schauen. 641. mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. er fro- he Mor- gen Bald wird die Sonn' am kommt ge= gan- gen. Das Dun- kel Him- mel pran- gen, Seht, schon be 494 Morgenlieder. weicht, der neue Tag bricht an, ginnt sie ihre Se- gens- bahn. Was in der Nacht er- starrt und || schla- fend lag, Das re- get sich, ist munter, frisch und wach. 2. Auch du, mein Geist, ihr, meine| vergiebet, O größ're Huld, die mich Kräfte, Ermuntert euch, legt alle mit Christo krönt! Ja, durch den Trägheit ab. Gott loben sei mein Sohn bin ich des Vaters Kind, Und erst Geschäfte, Den treuen Gott, der erbe Güter einst, die ewig sind. Seinen Schutz und Stab. Sein Auge schläft und schlummert ewig nicht, Weil es der Gottheit nie an Kraft gebricht. 3. Gott ist mein Schöpfer und mein Vater, Deß Huld mir Leib und Seel' und Alles gab. Er ist mein Freund und mein Berather, Was an mir gut ist, kommt von ihm herab. Er nährt und pflegt, er hält und träget mich, Und seine Treu' er neuert täglich sich. 4. Oft ging ich irr' auf finstern Wegen, Da zeigt' er mir sein freund lich Angesicht, Ich spürte seines Geistes Regen Und kam zu seinem wuns derbaren Licht; Mir war, als sei ich aus dem Schlaf erwacht, Und hinter mir läg' eine tiefe Nacht. 5. In Christo hat er mich geliebet, Durch Christi Tod bin ich mit ihm versöhnt. O große Huld, die mir 6. Gott hat mir seinen Geist ge geben, Ein himmlisch Licht dem irrenden Verstand, Der leitet mich zum wahren Leben, Jst mir der Gnade sich'res Unterpfand. Und wenn ich schwach, gebeugt und elend bin, Labt er mit Fried'n und Trost den blöden Sinn. 7. D'rum will ich, Gott, mich dir ergeben, und deiner Treu' mich ewig anvertrau'n. Geheiliget sei dir mein Leben, Mein Auge soll beständig auf dich schau'n, Daß dieser Tag, zu dem ich bin erwacht, Dir wohlgefällig werde zugebracht. 8. Ja, segne, Vater, und behüte An Leib und Seele mich, denn ich bin dein. Das Antlig deiner Lieb' und Güte Erleuchte mich mit seiner Klarheit Schein. O richt' auf mich dein gnädig Angesicht, Und gönne mir dein himmlisch Friedenslicht. 642. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. as wal te Gott, der helfen kann! Mit Gott fang' ich die Arbeit an, Mit Gott nur geht es glücklich fort, D'rum ist auch dies mein erstes Wort: Das wal te Gott! Mittagslieder. 495 2. Wenn Gott nicht hilft, so kann| gewagt; Er wird mir Hülfe stets ich nichts, Wo Gott nicht schenket, da gebricht's. Gott gibt und thut mir alles Gut's, D'rum sprech' ich auch nun gutes Muth's: Das walte Gott! verleih'n, D'rum soll auch meine Losung sein: Das walte Gott! 6. Er kann mich segnen früh und spät, Bis einst mein Thun zu Ende geht; Er gibt und nimmt, macht wie er's will, D'rum sprech' auch ich fein in der Still': Das walte Gott! 3. Will Gott mir etwas geben hier, So will ich dankbar sein dafür. Mein Netz werf' ich auf sein Geheiß, Und sage bei der Arbeit Schweiß: Das walte Gott! 4. Legt Gott mir seinen Segen bei Nach seiner großen Güt' und Treu', So g'nüget mir zu jeder Zeit, D'rum sprech' ich auch mit Freudigkeit: Das walte Gott! 5. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott 7. Gott steht mir bei in aller Noth, Und gibt mir auch mein Stücklein Brod. Nach seinem alten Vaterbrauch Thut er mir Gut's, d'rum sprech' ich auch: Das walte Gott! Mein' Ar- beit, Thun und We- jen, ਸਰਬ S 8. D'rum walle ich nach Gottes Rath Auf seinem schmalen Lebense pfad, Dann geht es mir in Allem gut, D'rum spreche ich mit frohem Muth: Das walte Gott! 643. Mel. Auf meinen lieben Gott. D tret' ich demnach an, So gut ich immer kann, JJ म् Dazu mich Gott er= lessen; Der wird mir sei- nen Se- gen 2. Dir, Vater, sag' ich Dank, Daß du mein Lebenlang So reichlich mich ernähret, Mir manches Glück bes scheret. Laß deine Güt' und Gaben Mich auch noch ferner laben. 3. Ach, mein Herr Jesu Christ, Der du mein Helfer bist. Ach, segne meine Werke, und mich vom Himmel| scheiden. 2. Auch wis- sen bei zu= le= gen. stärke, Damit ich deinen Willen In Allem mög' erfüllen. 4. Behüte Seel' und Leib, Und alles von mir treib', Was meine Arbeit hindert und deinen Segen mindert, Und laß in Fried'n und Freuden Mich einst von hinnen Mittagslieder. 644. Mel. Schmitce dich, o liebe Seele. peis uns, o Gott, deine Kinder, Sprich den Se= gen zu den Gaben, Trö-ste die Die wir nun 496 be trübten Sünder, hier vor uns ha= ben, Mittagslieder. Daß sie uns zu diesem Le= ben Stärke, Kraft und Nahrung geben, Bis wir endlich mit H den From- men An die Him- mels- ta- fel kom- men. 645. Mel. Danket dem Herren, denn. err, seg- ne uns aus dei- ner rei- chen Fül- le, Und ma- che un- fre See len fromm und stil= le. 2. Gib, daß wir täglich deine Huld| Sorgen, Und führ' uns aus der Nacht ermessen Und nie dich, Geber alles zum hellen Morgen. Gut's, vergessen. 6. Bei treuem Fleiß wirst du uns alles geben, Was wahrhaft dient zu einem frommen Leben. 7. Vater, stärke uns, daß wir dir trauen, Bis du uns führst zu ewig grünen Auen; 3. Verleih' den Armen Brod, das fie ernähret. Gib uns ein Herz, das Wohlthat gern gewähret. 4. Mach' uns zufrieden mit den guten Gaben, Die wir von dir durch Jesum Christum haben. 5. Verbanne aus dem Herzen alle 8. Da wollen wir dir Preis und Ehre bringen, Dir ewig Dank für deine Güte singen. 646. Mel. Ninge recht, wenn Gottes Gnade. # 13 ankt dem Herrn! mit fro- hen Ga- ben Füllet er das ganze Land, gdd Al- les, Al- les, was wir ha- ben, kommt aus seiner Va- ter- hand. Abendlieder. 497 2. Dankt dem Herrn! er gibt uns| 3. Dankt dem Herrn! vergiß, 0 Leben, Gibt uns Nahrung und Ge- Seele, Deines guten Vaters nie; deih'n. O wer wollt' ihn nicht er: Werd' ihm ähnlich und erzähle Seine heben. Und sich seiner Güte freu'n? Wunder spät und früh. N 3. Abendlieder. 647. Mel. Nun fich der Tag geendet hat. un bricht die finst're Nacht her- ein, Es glänzt der Abendstern; 12 H Doch du, mein Herz, schlaf' ja nicht ein, komm, sprich erst mit dem Herrn. 2. O Gott, du großer Herr der Welt, Den Niemand sehen kann, Du siehst auf mich vom Himmelszelt, Hör' auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, War dein, vor allen dein, D'rum soll er mir bis in die Nacht Vor allen heilig sein. 4. Doch ach, mich reizte heute noch Die Lust der blinden Welt, Noch trage ich das Sündenjoch, Das mich gefesselt hält. 5. D'rum such' ich deinen Gnadenthron, Sieh' meine Schuld nicht an, Und laß durch deinen lieben Sohn Vergebung mich empfah'n. 6. Was heute mich dein Wort ges lehrt, Schreib' in das Herz mir ein, Laß mich und Alle, die's gehört, Dir auch gehorsam sein. 7. Erhalt'uns fernerhin dein Wort, Es sei uns helles Licht, Daß wir dir dienen immerfort In froher Zuversicht. 8. Jetzt aber such' ich meine Ruh', O Vater, steh' mir bei, Und sende deine Macht mir zu, Die schüßend um mich sei. 9. Gib Allen eine gute Nacht, Die christlich heut' gelebt, Und beff're den, der unbedacht Der Gnade widerstrebt. 10. Wofern dir auch mein Thun gefällt, so hilf mir morgen auf, Daß ich noch ferner in der Welt Fortsetze meinen Lauf. 11. Und endlich führe, ist es Zeit, Mich in den Himmel ein, Da wird in deiner Herrlichkeit Mein Sabbath ewig sein. 648. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr -0 ür al- le Güte sei gepreist, Gott Va- ter, Sohn und heil'ger Geist! Ihr'r bin ich zu geringe, Ver- nimm den Dank und Lob- ge- sang, 498 Den ich dir kind- lich sin- ge. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, Hast Großes heut' an mir gethan, Mir, was ich bat, gewähret; Hast väterlich mein Haus und mich Beschüßzet und genähret. Abendlieder. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk, Der Geist, mit dem ich dein gedent, Ein ruhiges Gemüthe, Was W sich in dir, than an mir, | ich vermag bis diesen Tag, Ist Alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb' und macht Mein Schutz und Schirm in dieser Nacht, Vergib mir meine Sün den. Und kommt mein Tod, mein Herr und Gott, So laß mich Gnade finden. 649. Eigene Melodie. H er de munter, mein Gemü- the, Daß ich prei je Gottes Gü= te, Daß er diesen ganzen Tag Alles re= ge Die er hat ge= A Mich be hü tet hat in Gnaden. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, Daß mir ist mein Werk gelungen, Daß du mich so hoch erfreut, und vor Sünden mancher Art So getreulich haft bewahrt, Auch den Feind hinweggetries ben, Und ich unversehrt geblieben. 3. Ach, kein Geist kann ganz erkennen Deiner Güte Wunderthat, Und kein Wort es würdig nennen, Was sie mir erwiesen hat. Deiner Wohlthat ist zu viel, Sie hat weder Maß noc Ziel. Herr, du hast mich so geführet, Daß kein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, Und die dunkle Nacht bricht an, Und cher Noth und Plag', Vor Betrübniß, Schmach und Schaden Vor so mans ich sehe mit Verlangen, Herr, zu deinem Licht hinan. Stehe mit, o Bater, bei, Daß dein Glanz stets in mir sei, Und mir auch im Fin stern scheine, Denn ich hoff' auf dich alleine. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden Alle Sünd' und Missethat, Damit sich mein Herz beladen Und dich hoch erzürnet hat. Schüßze vor des Sa tans Macht Mich bei Tage wie bei Nacht, Laß es ja ihm nicht gelingen, mich in Sünd' und oth zu bringen. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, Stell' ich mich doch wieder ein, Denn dein Sohn, am Kreuz verblichen, Will mein Heil und Mittler sein. Abendlieder. 499 Ich verleugne nicht die Schuld, Aber laß verschwinden, Decke mich mit deine Gnad' und Huld Ueberwieget Gnade zu. Leib und Seele, Muth weit die Sünden, Welche sich in und Blut, Auch mein zeitlich hab' mir befinden. und Gut, Freunde, Brüder, Hausgenossen Sind in deinen Schutz geschlossen. 7. O du licht der frommen Seelen, O du Glanz der Ewigkeit, Dir will ich mich ganz befehlen Diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir In dem finstern Thale hter; Tröste mich mit deiner Liebe, Daß kein Unfall mich betrübe. 10. Ach, bewahre mich vor Schrecken, Schüßze mich vor Ueberfall, Laß nicht Krankheitsschmerz mich wecken, Nicht Tumult noch Kriegesschall. Wend' ab Feu'r und Wassersnoth, Pestilenz und schnellen Tod. Laß mich nicht in Sünden sterben, Noch an Leib und Seel' verderben. 11. O du großer Gott erhöre, Was dein Kind gebeten hat. Jesu, den ich stets verehre, Bleibe du mein Schutz und Rath. Odu werther heil'ger Geist, Zeig', daß du der Tröster heiß'st. Herr, erhöre dies mein Flehen; Amen! fa, es soll geschehen. 8. Wenn des Tages Müh'n gleich machen, Daß die Augen schlafen ein, So laß doch mein Herz noch wachen, Und zu dir gerichtet sein. Herr, mein ganzer Geist und Sinn Gehet immerfort dahin, Daß von dir mich gar nichts treibe, Und ich dein im Schlaf auch bleibe. 9. Laß mich diese Nacht empfinden Eine stille süße Ruh'; Alles Uebel S 650. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. int' ich einst in je nen Schlummer, Aus dem Kei- ner Geh' ich aus der Welt voll Kum- mer, To- des- ruh', in mehr erwacht, dei- ne Nacht: O dann schlaf' ich anders ein, Weg aus dieses Lebens Pein Wall' ich zu den ew'gen Hüt= ten De- rer, die schon aus- ge- lit- ten. 2. Jetzt noch schlaf' ich aufzuwachen Für die Tage dieser Zeit: Möcht' ich stets mich fertig machen, Vater, zu der Ewigkeit, Daß ich wie ein Bilger sei, Leicht, bereit, von Bürden frei, Froh zu scheiden von der Erde, Wenn ich nun unsterblich werde. 3. Gerne laß den Tag mich sehen, Der als Retter mir erscheint, Wenn mit nicht erhörtem Flehen, Wer mich liebet, um mich weint. Stärker als mein Freund im Schmerz Sei mein gottverlangend Herz, Daß ich, voll von deinem Preise, Ihn zu dir gen Himmel weise. 500 Abendlieder. 651. Mel. O höchster Gott, o unser lieber Herre. F er Tag ist hin, mein Je- su, bei mir blei= bel len- licht, der Sün- den Nacht vertret= be! 4. Vergib mir, Herr, es sagt mir mein Gewissen, Daß Sünd' und Welt mich oft von dir gerissen; Es schmerzt N der Gerechtigkeit, Er- leuch- te mich in dieser Dun- kel- heit. 2. Lob, Preis und Dank jei dir,| mich tief, ich stell' mich wieder ein, mein Gott, gesungen, Die Ehr' ist Da ist die Hand: du mein und ich dein, wenn mir ein Wert gelungen. bin dein. Versteh' ich auch nicht immer deinen Rath, Du führest stets mich auf den besten Pfad. 3. Nur eines ist, was mich empfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet: Du weißt, o Gott, wie sehr mein Herz dich liebt, Und doch wird noch dein Geist von mir betrübt. 5. Du starker Schuß, mein Hüter und mein Hirte, Zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte. Wenn über mich stets deine Gnade wacht, So fürcht' ich nicht des Bösen List und Macht. 6. Du schlummerst nicht, wenn meine Kräft' erschlaffen. Olaß die Seel' im Schlaf' auch Gutes schaffen. O Lebenssonn', erquicke meinen Sinn; Dich laß ich nicht, mein Licht, der Tag ist hin. 652. Eigene Melodie. O Sees Geh' auf in mir, Glanz ² un sich der Tag ge- en- det hat, Die Sonne nicht mehr scheint, 2. Nur du, mein Gott, wirkst sonder Rast, Du schläfst und schlummerst nicht; Ob uns die Finsterniß umfaßt, Bleibst du doch unser Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich In dieser dunklen Nacht, Und schenke du mir gnädiglich Den Schirm von deiner Wacht. Schläft, was von Ar- beit müd' und matt, Und was zu- vor ge- weint. 4. Zwar fühl' ich wohl der Sünden Schuld, Die mich bei dir vers flagt, Doch hat mir deines Sohnes Huld Vergebung zugesagt. 5. Den setz' ich dir zum Bürgen ein, Wenn ich geh' vor's Gericht. Ich kann ja nicht verloren sein In solcher Zuversicht. Abendlieder. 501 6. D'rauf thu' ich meine Augen 8. Soll diese Nacht die letzte sein zu, Und schlafe fröhlich ein. Mein In diesem Prüfungsthal: So führ' Gott wacht über meine Ruh', Wer mich, Herr, zum Himmel ein, Zur wollte traurig sein? auserwählten Zahl. 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin! Hemmt nicht der Andacht Lauf, Ich bane jest in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 9. Und also leb' und sterb' ich dir, O Herr, Gott Zebaoth. Im Tod und Leben hilfst du mir Aus aller Angst und Noth. A 653. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. Jo dh, mein Je- su, sieh', ich tre- te, Da der Tag nunmehr sich neigt, Und die Finster- niß sich zeigt, Hin zu deinem Thron und beste. Nei ge du zu deinem Sinn Auch mein Herz und Sin- nen hin. 2. Meine Tage geh'n geschwindel 5. Doch ich komme mit VerlanWie ein Pfeil zur Ewigkeit, Selbst gen, O mein Herzensfreund, zu dir, die längste Lebenszeit Rauscht vor- Neige du dein Licht zu mir, Da der über, wie die Winde, Strömt dahin, Tag nunmehr vergangen; Sei du schnell wie ein Fluß Mit dem stärk- selbst mein Sonnenlicht, Das durch sten Wasserguß. alles Dunkel bricht. 3. Und, mein Jesu, sieh', ich Armer Nehme mich doch nicht in Acht, Daß ich dich bei Tag und Nacht Herzlich suchte, mein Erbarmer; Mancher Tag geht so dahin, Da ich nicht recht wacker bin. N 6. Laß mich wohl die Tage zäh= len, Die du mir noch gönnen willst; Mein Herz sei mit dir erfüllt, So wird mich nichts können quälen, Denn wo du bist Tag und Licht, Schaden uns die Nächte nicht. 4. Ach, ich muß mich herzlich 7. Nun, mein treuer Heiland, wache, schämen, Du erhältst und schüßzest Wache du in dieser Nacht, Schüße mich Tag und Nacht so gnädiglich, mich mit deiner Macht, Dir befehl' Und ich will mich nicht bequemen, ich meine Sache, Dir vertrau' ich, Daß ich ohne Heuchelei Dir dafür laß mich dein Wachend und auch recht dankbar sei. schlafend sein. 654. Eigene Melodie. fro un ru- hen al- le Wäl- der, Vieh, Men- schen, Städt' und Fel- der, 502 Abendlieder. Es schläft die ganze Welt. Ihr aber, mei- ne Sin nen, Auf, auf, ihr sollt be- gin- nen, Was eu- rem Schöpfer wohl- ge- fällt. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht, geht und legt euch nieder, Der Es kommen Betten ihr begehrt. Stund' und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'. 7. Mein' Augen steh'n verdrossen, Jm Nu' sind sie geschlossen, Wo bleibt dann Leib und Seel'? Nimm sie zu deinen Gnaden, Sei gut für allen Schaden, Du Aug' und Wächter Israel! 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind. Fahr' hin, ein and're Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, Die gold'nen Sternlein prangen Am blauen Himmelssaal; Also werd' ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Legt ab das Kleid und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit; Die zieh' ich aus, dagegen Wird Christus mir anlegen Den Rock der Ehr' und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß' und Hände Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen sei. Herz, freu' dich, du sollst werden Bom Elend dieser Erden Und von der Sündenarbeit frei. C 8. Breit' aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein. Will Satan mich ver schlingen, So laß die Englein fingen: Dies Kind soll unverleget sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Ein Un fall, noch Gefahr. Gott laß euch ruhig schlafen, Stell' euch die gold' nen Waffen Um's Bett, und seiner Engel Schaar. 655. Eigene Melodie. hri- ste, der du bist Tag und Licht, Vor dei- nem Aug' ist's H dunkel nicht. Du väster- li chen Lich- tes Glanz, Lehr' uns den Weg der Wahr- heit ganz. 2. Wir bitten deine heil'ge Macht, Behüt' uns, Herr, in dieser Nacht, Bewahre uns vor allem Leid, Gott, Vater der Barmherzigkeit. 3. Vertreib' den Sündenschlaf, Herr Christ, Uns schade nicht des Feindes List. Gib, daß der Leib auch züchtig sei, So sind wir mancher Sorgen frei. Ermunterung zur Gewissenhaftigteit. 4. Wenn unsre Augen schlafen ein, Laß unsre Herzen wacker sein, Be schirm' uns, Gott, mit deiner Hand, Und löse unsrer Knechtschaft Band. 5. Beschirmer, Herr der Christenheit, Dein' Hülf' sei all'zeit uns bereit. Hilf uns, Herr Christ, aus aller Noth Durch deinen bittern Kreuzestod. W 4. Ermunterung zur Gewissenhaftigkeit, zum Lesen der heil. Schrift, zum Gebet, zur Selbstprüfung. 503 6. Gedenk' an uns in finst'rer Zeit, Gib uns dein Licht in Dunkelheit, Daß sanft wir schlummern im Vertrau'n, Bis wir gestärkt den Morgen schau'n. 7. Dir sei Lob, Dank und Preis gebracht, Bis in des Lebens letzter Nacht, Bis wir den ew'gen Morgen seh'n Und herrlicher dein Lob erhöh'n. 656. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. er geht froh durch's Er den= le= ben An der Lie= be Va- ter- hand? Der in Chri- sto Frie- den fand, Der sich ganz ihm hat er= ge- ben; Ganz sein Eigen- thum zu sein, Hält er sein Gewissen rein. 2. Mag dich auch die Welt ver-| dir der Morgenstern. Walte in der höhnen, Spricht dich dein Gewissen Schule weife. Weihe sie zum Tempel frei, Bleibst du deinem Herrn getreu: ein: Halte dein Gewissen rein. O dann wird er dich auch krönen, Ei wird dein Vertreter sein; Halte dein Gewissen rein. 3. Gab dir Gott auf hoher Stufe Macht und Ehre, Geist und Kraft; Dann gedenk der Rechenschaft, Folg' in Demuth Gottes Rufe. Strebe 7. Hast du den Beruf zu heilen. Gutes auszustreu'n; Halte dein Gewissen rein. 6. Ruft dich Gott, das Recht zu sprechen: Dente, daß Gott im Gericht Dir das Urtheil auch einst spricht; Laß die Welt dich nie bestechen, Achte weder Groß noch Klein; Halte dein Gewissen rein. 4. Du sollst laut von Jesu zeugen, Christi Knecht, o set ihm treu. Warne, strafe, tröst' und dräu'. Daß die Sünder sich ihm beugen; Treffe dich auch Schmach und Bein; Halte dein Gewissen rein. 5. Lehrst du in der Kinder Kreise, O dann führe sie zum Herrn, Er sei O dann lind're gern den Schmerz. Blicke hin auf Jesu Herz, Lern' von ihm zu Armen eilen. Laß du deinen Arzt ihn sein; Halte dein Gewissen rein. 8. Mußt du kaufen und verkaufen, Gib den Frieden dann nicht hin. Was ist aller Welt Gewinn? Erde sind die Goldeshaufen. Kauf' die eine Perle ein; Halte dein Gewissen rein. Ermunterung zum Lesen der heil. Schrift. 504 9. Redlich geh' auf Gottes Wegen, Unrecht Gut gedeihet nicht. Falsches Maß und falsch Gewicht Rauben dir nur Gottes Segen. Strebe, reich in Gott zu sein; Halte dein Gewissen rein. 10. Bauest du im grünen Lenze Das dir anvertraute Land; Leg' vom Pfluge nicht die Hand, Kürze nicht des Nachbars Grenze. Streu' in Gottes Namen ein, Halte dein Gewissen rein. 11. Deines Hauses Schmuck sei Friede; Die dir dienen, liebe du, Gönne ihnen Sabbathruh'. Sie zu bilden sei nicht müde, Daß sie dort noch Dank dir weih'n; Halte dein Gewissen rein. 12. Hast du dich zum Dienst verpflichtet, Dien' dem Hause als dem Herrn, Diene redlich, treu und gern. Gott belohnet, Christus richtet. Hasse allen Heuchelschein; Halte dein Gewissen rein. 13. Theilest du des Todten Erbe: Friedlich sei dann, fromm und treu, Sorg', daß nicht zu späte Reu' Einst dein Seelenglück verderbe. Dort des Erbes dich zu freu'n, Halte dein Gewissen rein. 14. Prüfe dich, wenn du sollst schwören, Daß des Meineids Frevel nicht Dich verklage im Gericht. Laß die Lust dich nicht bethören, Gott wird schneller Zeuge sein; Halte dein Gewissen rein. 15. Stürmt' es auch in Unge wittern, Sänke Noth auf dich herab, Deffnet' fich dir auch das Grab: Dennoch wirst du nimmer zittern, Gott wird dir ein Helfer sein, Hältst du dein Gewissen rein. 16. Wohl dem Christen, der im Leben Gottes Ruf im Herzen ehrt; Christus, der sich ihm verklärt, Wird ihm Trost im Tode geben. Halte dein Gewissen rein, Dann gehst du zum Himmel ein. 657. Mel. O Gott, du frommer Gott. dd: oll dein ver- derb- tes Herz Zur Heiligung ge- ne- sen. Christ, so ver- säu- me nicht, Das Wort des Herrn zu le- sen. Be- den- ke, daß dies Wort Das Heil der ganzen Welt. Den Rath der Se- lig- keit, Den Geist aus Gott ent- hält. 2. Merk auf, als ob dir Gott,| Und laß mich deinen Rath Mit Hellem Dein Gott dir jelber riefe. Mert Geist versteh'n, Die Wunder am Geauf, als spräch' er selbst Aus seiner seg, Am Wort vom Kreuze seh'n. Weisheit Tiefe. D'rum lies mit Ehrfurcht, lies Mit Lust und mit Vertrau'n, Und mit dem frommen Ernst, In Gott dich zu erbau'n. 4. Er, aller Weisheit Gott, Kann dich nicht irren lassen; Lies, Christ, sein heilig Buch, Lies oft, du wirst es fassen, So viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit gibt, Wenn man sie redlich sucht, Weil man sie redlich liebt. 3. Sprich fromm: o Gott, vor dem Ich meine Hände falte, Gib, daß ich dein Gebot Für dein Wort ewig halte, Ermunterung zum Gebet. 5. Lies frei von Leidenschaft Und frei von Weltgeschäften, Und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften. Der beste Theil des Tag's, Des Morgens Heiterkeit, Und dann der Tag des Herrn, Der sei der Schrift geweiht. 6. Rührt dich ein starker Spruch, So ruf ihn, dir zum Glücke, Des Tag's oft in dein Herz, Im Stillen oft zurücke; Empfinde seinen Geist, Und stärke dich durch ihn zum freudig frommen Muth, Das Gute zu vollzieh'n. 7. Uns ganz dem Herrn zu weih'n, Dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut, Dann wirst du's inne werden, Die Lehre sei von Gott, Die dir verkündigt ist, Und dann das Wort versteh'n, Dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie geheimnißvoll, Se laß dich das nicht schrecken; Ein endlicher Verstand Kann Gott nie ganz entdecken, Gott bleibt unendlich hoch; Wenn er sich dir erklärt, So glaube, was er spricht, Nicht, was dein Witz begehrt. 505 9. Sich seines schwachen Lichts Bei Gottes Licht nicht schämen Ist Ruhm, und die Vernunft Alsdann gefangen nehmen, Wenn Gott sich offenbart, Sit der Geschöpfe Pflicht, Und weise Demuth ist's, Das glauben, was Gott spricht. 10. D'rum laß dich, frommer Christ, Durch keinen Zweifel kränken. Hier bist du Kind, doch Gott Wird höh'res Licht einst schenken. Dort wächst mit deinem Glück Dein Licht in Ewigkeit; Dort ist die Zeit des Schau'ns, Und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift, Und siehst du Dunkelheiten, So laß dich deinen Freund, Der mehr als du sieht, leiten. Ein forschender Verstand, Der sich der Schrift geweiht, Ein angefocht'nes Herz Hebt manche Dunkelheit. 12. Salt' fest an Gottes Wort, Es ist dein Glück auf Erden, Und wird, so wahr Gott ist, Dein Glück im Himmel werden. Berachte christlich groß Des Bibelfeindes Spott, Die Lehre, die er schmäht, Bleibt doch das Wort aus Gott. 658. Mel Jauchzet dem Herren All' auf Erden ein Heil, o Christ, nicht zu ver- scher- zen, Sei wach und P ਕੋਈ nüchtern zum Ge- bet. Ein Fleh'n aus rei- nem, gu- tem Her- zen Hat Gott, dein Vater, nie ver- schmäht. Er- schein' vor sei- nem An- ge- sich- te Mit Dank und De- muth oft und gern, Und prü- fe dich in seinem Lich- te, Und kla- ge dei- ne Noth dem Herrn. 22 506 Ermunterung zum Gebek. 2. Welch' Glück, so hoch geehrt| Glück von Millionen Jahren, Welch' zu werden, Und im Gebet vor Gott Glück! doch ist's von jenem Glück, zu steh'n! Der Herr des Himmels Das dem der Herr wird offenbaren, und der Erden Bedarf nicht eines Der ihm hier dient, kein Augenblick. Menschen Fleh'n; Doch sagt er: bittet, daß ihr nehmet! Und des Gebetes Frucht ist dein. Wer sich der Pflicht zu beten schämet, Der schämt fich, Gottes Freund zu sein. 3. Sein Glück von diesem Gott begehren, das ist keine schwere Pflicht, und seine Wünsche Gott erklären, Erhebt das Herz mit Zuversicht. Sich in der Furcht des Höchsten stärken, In dem Vertrau'n, daß er uns liebt, Im Fleiß zu allen guten Werken, Ist eine Pflicht, die nie betrübt. 4. Bet' oft in Einfalt deiner Seelen, Gott sieht auf's Herz, er ist ein Geist. Nie können dir die Worte fehlen, Wofern dein Herz dich beten heißt. Nicht Töne find's, die Gott gefallen, Nicht Worte, die die Kunst gebeut, Gott ist kein Mensch, ein gläubig Lallen, Das ist vor ihm Beredtsamkeit. 5. Wer das, was uns zum Frieden dienet, Im Glauben sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, Was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer täglich Gott die Treue schwöret, Und dann vergißt, was er beschwur, Und klagt, daß Gott ihn nicht erhöret, Der spottet seines Schöpfers nur. 6. Bet' oft zu Gott und schmeck in Freuden, Wie freundlich er, dein Vater, ist. Bet' oft zu Gott und fühl' in Leiden, Wie göttlich er das Leid versüßt. Bet' oft, wenn dich Versuchung quälet, Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Bet' oft, wenn inn'rer Trost dir fehlet, Er gibt den Müden Stärk' und Kraft. 7. Bet' oft und heiter im Gemüthe, Schau' dich an seinen Wundern satt. Blick auf den Ernst, blick' auf die Güte, Mit der er dich geleis tet hat. Hier irrtest du in deiner Jugend, Im Alter dort, er trug Geduld, Rief dich durch Glück und Leid zur Tugend: Erkenn' und fühle seine Huld. 8. Bet' oft und schau' mit sel'gen Blicken Hin in des Ewigen Gezelt, Und schmeck' in gläubigem Entzücken Die Kräfte der zukünft'gen Welt. Ein 9. Bet' oft, durchschau' mit heil': gem Muthe Die herzliche Barmherzigkeit Deß, der mit seinem theuren Blute Die Welt, der Sünder Welt, befreit. Nie wirst du dieses Werk ergründen, Denn es ist eine Gottesthat, Erfreu' dich ihrer, rein von Sünden, Und ehr' im Glauben Gottes Rath. 10. Bet' oft und klag' am stillen Orte Gott ohne Zagen deinen Schmerz. Er schließt vom Herzen auf die Worte, Nicht von den Worten auf das Herz. Nicht dein gebog'nes Knie, nicht Thränen, Nicht Worte, Seufzer, Psalmen ton, Nicht dein Gelübd' rührt Gott: dein Sehnen, Dein Glaub' an ihn und seinen Sohn. 11. Bet' oft, Gott wohnt an jeder Stätte, An teiner minder oder mehr. Denk' nicht: wenn ich mit vielen bete, Find' eher ich bei Gott Gehör. Gott ist kein Mensch, ist dein Begehren Gerecht und gut, so hört er's gern; Jst's nicht gerecht, so gelten Zähren Der ganzen Welt nichts vor dem Herrn. 12. Doch säume nicht, in den Ges meinen Auch öffentlich Gott anzufleh'n, Und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöh'n, Dein Herz voll Andacht zu entdecken, Wie es dein Mitchrist dir entdeckt, Und ihn zur Inbrunst zu erwecken, Wie er zur Inbrunst dich erweckt. 13. Bist du ein Herr, dem And're dienen, So sei ihr Vorbild, sei es stets, Und fei're täglich gern mit ihnen Die sel'ge Stunde des Gebets. Nie schäme dich des Heils der Sees len, Die Gottes Hand dir anvers traut; Kein Knecht des Hauses müsſe fehlen, Er ist ein Christ, und werd' erbaut. 14. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, Für alle Menschen als ihr Freund. Gib für den Fluch nur Se gen wieder, Und bet' auch selbst für deinen Feind. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, Dich prüfen und das Böse scheu'n, An Lieb' und Eifer nicht erkalten, Und selbst zum Guten weise sein. zu treten, zu= be= ten! Ermunterung zur Selbstprüfung. 659. Mel. Ermunt're dich, mein schwacher Geist. e ie süß, mein Vater, ist die Pflicht, Als Kind vor dich Dich de- muths- voll mit Zu- ver= sicht In Christo an # Ein Glück, das Al- les über- steigt, Wird im Ge- be te mir er zeigt, Wenn ich mit Kin- des- treu- e || 507 660. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mein Herz dir, Vaster, wei- he. 2. Heil mir, Barmherziger, wenn nen vor dir stand, Und deine Vaterdich Mein betend Herz empfindet, huld empfand, Die mich so weise füh Und Ehrfurcht, Dank und Liebe sich ret: Wie ward mein Herz gerühret! In meiner Brust entzündet! mir, wenn Demuth, Freundlichkeit. Wenn kindliche Ergebenheit Und Fleiß in guten Werken Durch das Gebet sich stärken! Heil 5. Dein dent' ich, wenn der Tag entflieht, Wenn Schatten mich um geben, Und singe dir mein Abendlied, Denn du bewachst mein Leben. Dich rühm' ich, wenn nach sanfter Nacht zu neuer Lust mein Herz erwacht, Und jauchze in die Chöre Der Schöpfung deine Ehre. 3. Heil mir, wenn in der Einsam teit Ich mich zu dir erhebe, Voll gläubiger Zufriedenheit Dir Alles übergebe! Durch dich allein empfang' 6. Kann auch, vollendet sich mein ich Kraft Und Muth im Kampf der Lauf, Die Lippe nicht mehr beten. Leidenschaft, Erquickung stets im Lei- Dann fleht mein Blick zu dir hinauf den, und Hoffnung ew'ger Freuden. Um Trost in Todesnöthen. Dann 4. Für eine Welt vertauscht' ich nicht Die wonnevollen Stunden, Da ich geseh'n dein Angesicht, Und deine Lieb' empfunden. Wenn ich mit Thrälehre du mich, guter Geist, Der du mir Kraft und Ruh' verleih'st, Die letzten Kräfte sammeln, Und sterbend: Väter! stammeln. d u sagst: ich bin ein Christ! Wohl dir, wenn Werk' und Leben Dir des sen, was du sagst, Be- weis und Zeug- niß ge- ben. 22* 508 Ermunterung zur Selbstprüfung. Nur zei- ge, wie du kannst Durch Gottes Kraft und Geist, Daß du in Wahr- heit auch Ein Jünger Christi seist. 2. Du sagst: ich bin ein Christ.| Und was noch gut soll sein, Ist, Der ist's, der Jesum kennet, Jhn wenn man's recht besieht, Nur lauter seinen Gott und Herrn Auch vor den Heuchelschein. Menschen nennet, Und thut dann auch mit Fleiß, Was Christus ihm gebeut. Thust du das nicht, so Dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du sagst: ich bin ein Christ; Doch wer ein Christ will heißen, Muß leben, wie er glaubt, Dem Bösen sich entreißen. Der liebet Christum nicht, Der noch die Sünde liebt, Ist auch kein Christ, ob er Sich gleich den Namen gibt. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, Denn ich bin ja getaufet Auf Christi Tod, der sich Sein Volk mit Blut erkaufet. Allein, mein Christ, wie steht's Um deinen heil'gen Bund, Den du mit Gott gemacht In jener Gnadenstund'? 5. Hast du ihn nicht vorlängst Gar oft und viel gebrochen? Hast du als Gottes Kind Dich, wie du hast ver sprochen, In allem Thun erzeigt, Dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch Bisher in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Christ, Weil ich die Gnadenlehre, Zu Haus und öffentlich, Beständig les' und höre. Ja, Lieber, thust du auch, Was dieses Wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, Der ist des Namens werth. 7. Du sagst: ich bin ein Christ, Bekenne meine Sünden, Und lasse oft mich auch Bei Jefu Nachtmahl finden. Doch findet sich, mein Freund, Ich bitte, sag' es mir, Nach solchem Heil'gen Brauch Auch Besserung bei dir? 9. Du sagst: ich bin ein Christ. Ich kann dir's nicht gestehen, s sei denn, daß ich's kann Aus deinem Wandel sehen. Denn wer: Herr, Herr! nur sagt, Ach, der betrügt sich sehr; Ein Jünger Jesu muß Auch wandeln gleich wie er. 10. Wenn aus des Herzens Quell' Die reine Liebe rinnet, Wenn du, wie Jesus war, Auch immer bist ge sinnet, Wenn dich die Demuth schmückt, Wenn du sanftmüthig bist, Wie unser Heiland war: Dann sag', du sei'st ein Christ. 11. Jedoch so lang' dich noch Der Sinn der Welt regieret. Dein Sinn zur Eitelkeit, Zur Schmähsucht dich verführet, Nicht Sanftmuth in dir herrscht, Nur Zorn und Haß und Reid, So bist du ganz gewiß Vom Christenthum sehr weit. 12. Du sagst: ich bin ein Christ, Und rühmst dich deß mit Freuden; Allein thust du auch mehr, Als and're tluge Heiden? Thust du des Guten nicht Weit mehr, als sie gethan, So klagen sie dich dort Vor deinem Richter an. 13. Sag' nicht: ich bin ein Christ, Bis daß dir Werk und Leben Auch dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben. Die Worte sind nicht g'nug, Ein Christ muß ohne Schein Das, was er heißen will, Jm Wesen selber sein. 14. Gott, schenke mir doch Kraft, Mich ernstlich zu befleißen, zu sein ein wahrer Christ, Und nicht nur so zu heißen. Denn wer den Namen hat Und nicht die That zugleich, Gelanget nimmermehr zu dir in's 8. Ach, du bleibst nach wie vor Bei deinem alten Leben, Selbst är ger wirst du oft Im Vorsatz und Bestreben. Dich führt der alte Trieb,| Himmelreich. Ermunterung zur Selbstprüfung. 661. Mel. Dies ist der Tag, zum Segen eingeweihet. JJ oll sich mein Geist, o Gott, zu dir er he- ben, Und dich pd| j zu kennen glücklich sich be- stre- ben, So mußt du selbst, um groß J von dir zu denken, Die Kraft mir schenken. 2. Laß doch, o Herr, dein Licht 7. Ach möcht' ich, Gott, aus allen mich stets erfreuen Und meiner Seele meinen Kräften Dich suchen, ruh'n Finsterniß zerstreuen; Erleuchte mich, von Sorgen und Geschäften, Und daß mich zu deiner Ehre Dein Glanz mein Gemüth, um mich zu dir zu verkläre. schwingen, Zur Stille bringen. 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, Das, so wie du, verdient' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, Als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen; Zwar bist du unerforschlich und verborgen, Doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht hassen, Dich finden lassen. B 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke Uns deine Weisheit, deine Güt' und Stärke; Auch hast du selbst, sei hoch dafür gepriesen! Uns unterwiesen. 509 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, Wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, Uns bessern wollen. 8. Doch mein Verstand ist unstät, träg', er scheuet Der Ueberlegung Müh', und schnell zerstreuet, Sinkt er, wenn ich zu dir gezogen werde, Zurück zur Erde. 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, Verführt ihn, seine Grenzen zu vergessen, Will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, Von dir erkennen. 10. Ergreife mich und leite meine Seele, Daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle; Gewähre mir, damit sie nicht ermüde, Ernst, Lust und Friede. 11. Dann werd' ich immer heller dich erkennen, Und täglich mehr von deiner Lieb' entbrennen. Dir gern gehorchen, fröhlich, dich erheben, Dir, Gott, nur leben. 662. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. e wahre mich, Herr. daß der Wahn Nie mein Gemüth Als wär' es schon ge nug ge than, Wenn dir nur äuß'= 510 be- thöre, re Ehre mein Gewis- sen, Wie in der Wahrheit und im Geist Die dich Für Jünglinge. ver- ch- ren müs- sen, Die dir ge= fal= len wollen. Der Mensch, dein Un- terthan, er- weist. Er- inn'- re 2. Die kommen nicht in's Himmelreich, Die Herr! zu Jesu sagen, Und nicht mit rechtem Ernst zugleich Der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, Läss'st du als deine Kinder, Gott, in ew'gem Frieden ruh'n, Wenn heuchlerische Sünder Von dir verstoßen werden. 3. D'rum laß mich doch vom Glauben nie Ein heilig Leben trennen, Mich nicht für Jesu Jünger hie Bloß äußerlich bekennen. Gib, daß mein Glaube thätig sei Und Tugendfrüchte bringe, Daß ich, vom Sündendienste frei, Mit Eifer darnach ringe, Jm Guten zuzunehmen. ( S & 5. Für Jünglinge, Greise, Eheleute, Eltern, Wittwen. 663. Mel. Ermunt're dich, mein schwacher Geist. be rei- tet, ge= lei= tet. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, Und liebst, die redlich handeln; Olaß in Freude wie im Schmerz Mich richtig vor dir wandeln. Dein Wille sei mein Augenmerk, Hilf mit selbst ihn vollbringen. Durch dich muß jedes gute Werk Dem glücklich noch gelingen, Der deine Hülfe fuchet. 5. Doch wenn ich aus Unwissenheit Und Uebereilung fehle, So thu' an mir Barmherzigkeit und richte meine Seele Durch deine Gnade auf vom Fall; Erhalt' mich bei dem Einen, Daß ich dich fürchte überall, Bis ich einst mit den Deinen Dir ohne Fehltritt diene. H' ich dich kann- te, hast du mich, Und durch die Kind-heit vä- ter- lich Allmächtiger, Mich bis hie- her Jetzt, Herr, da ich dir dan- ken kann, Nimm dich # auch meiner Jugend an, Daß ich auf meinem We= ge Für Greise. Un= sträflich) wandeln mö= ge. 2. präg' es tief in meinen Sinn, Daß ich, noch fern vom Ziele, Ein unerfahr'ner Jüngling bin, Voll schwankender Gefühle. Ach mache mich mir selbst bekannt, Und gib mir Weisheit und Verstand, Stets auf dein Wort zu schauen Und nie mir selbst zu trauen. 3. Vor meinem Blicke prangt die Welt Mit ihren tausend Freuden; Herr, lehre mich, was dir mißfällt, Mit heil'gem Ernste meiden. Mein junges Herz vergess' es nicht: Du kommst dereinst und hältst Gerich Daß auch die Jugendsünde Die sich're Strafe finde. 4. Von dir, o Gott, werd' ich bewacht, Bin ganz von dir umgeben. Vor dir bedeckt nicht Mitternacht, Noch Einsamkeit mein Leben. Die Sünde, die im Finstern schleicht, Verbirgt vor Menschen sich vielleicht: Vor deinem Angesichte Steht sie in hellem Lichte. 5. Herr, ließe sich mein schwaches Herz Zum Leichtsinn je bethören, Ja, wollt' ich je auf schnöden Scherz, Auf Unzuchtsworte hören, Und hielt' die Trägheit meinen Lauf, Der Stolz mich in der Demuth auf: Dann laß zu solchen Sünden Nie, Gott, mich willig finden. D 511 6. Wenn sich auf meiner Jugend Bahn, Mich in ihr Netz zu ziehen, Verführer meiner Seele nah'n, So laß mich flüglich fliehen. Ihr süßes Locken lente nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; Jhr Spotten und ihr Lachen Laß nie mich wankend machen. 7. Der Glaub' an Jesum bleibe mir Mein Schild und meine Krone; Anbetend schau' ich dann schon hier Den Vater in dem Sohne. Dein Wort fei meines Geistes Schwert, Es sei mir mehr als Perlen werth, Und, wenn ich geh' und streite, Steh' Jesus mir zur Seite. 8. Der Wahrheit heilige mich ganz, Mein Schöpfer und Erhalter. Dein Wort sei meiner Jugend Glanz, Und einst mein Trost im Alter. Erhalte mein Gewissen rein, Laß keinen meiner Tage sein. Der nicht zu deiner Ehre Geschmückt mit Tugend wäre. 9. Ach, lehre mich den Werth der Zeit, Daß ich sie nicht verschwende, Daß ich mit frommer Thätigkeit Auf Weisheit sie verwende. Gott, meiner Jugend Fleiß und Müh' Laß nicht umsonst sein, segne fie. Laß auch durch mich auf Erden Dein Werk gefördert werden. 664. Mel. Vater unser im Himmelreich. u, der das Lal- len nicht ver- schmäht, Wodurch der Säug- ling dich er- höht, Du hörst den Greis noch gnä- dig an, Ob- gleich 1 auch er nur stam- meln kann. O Brunn- quell al- ler Se= lig feit, 512 Dir sei mein Dank, mein Lob ge= weiht. 2. Herr, deine Huld war stets mit mir, Aus ganzer Seele dank' ich dir, Daß deine Gnad' auch mich erwählt, Und deinem Erbe zugezählt. Welch' Heil, das daraus auf mich fließt, Und mir das Erdenleid versüßt! 3. Wie langmuthsvoll ertrugst du mich, Wenn ich von deinem Wege wich! Und lockte mich ein falsches Glück, Dein guter Geist hielt mich zurück, Dein Arm entriß mich der Gefahr, Wenn mir um Rettung bange war. 4. Durch Wolken brach dein Sonnenschein, Durch Nächte brach dein Tag herein. Hier nahmest und dort mehrtest du, Gabst Heil zur Arbeit und zur Ruh'; Und kommt die Zeit, wo Kraft gebricht, O deinen Schuß verlier' ich nicht. Für Eheleute. 5. Freu'n And're sich an Erdengut, Auf dem die bange Sorge ruht: Jst W gu= ter Ruh' bringen zu, mein der Schatz, der ewig währt, Den weder Zeit, noch Rost verzehrt, Mein der auch, der von oben kam Und der die Macht dem Tode nahm. 6. Wie darf voll Hoffnung und Vertrau'n Ein Simeon gen Himmel schau'n! Den Heiland hat sein Aug' erblickt, Ihn hat er an sein Herz gedrückt, Nun steht er fertig und be reit Zur Heimfahrt in die Ewigkeit. 7. Auch mir ward deines Friedens Heil, Auch meiner harrt das beste Theil. Ich warte dein getrost und still, Bis mich dein Ruf vollenden will. O Herr, dein Stecken und dein Stab Sei meine Stärke bis in's Grab. 8. Bis hieher hast du mich gebracht, Und Alles, Alles wohl gemacht. O wohl mir, auch beim letzten Schritt Geht deines Trostes Engel mit, Und führt mich durch das dunkle Thor Zum Lobgesang im höhern Chor. 665. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. er den Eh'- stand will er wählen, Ohne Sorgen, Gram und Qua- len Daß er ihn bei Möge glücklich Fan- ge ihn mit Be- ten an, So ist's recht JJJ und wohl- ge- than, Und Gott wird es gnä- dig fü- gen, Daß er म् derseits spürt man in der That, Daß Gott geben. kann das Herz ver- gnü- gen. 2. Wohl ist er dann angefangen,| knüpft das Liebesband, Und mit Wenn Gebet und reifer Rath Bei- milder Vaterhand Segen und ein vorhergegangen. Da ver- friedlich Leben Will dem neuen Paare Für Eheleute. 3. Dieser Friede, dieser Segen der Eh'stand an, Bringet Ehre, Gut' und Freud', Wo hat Gott gethan, man bleibt auf Gottes Wegen, Gibt so gefüget, Daß er auch die Seligkeit. Glücklich geht vergnüget. 8 666. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. ie schön ist's' doch, Herr Jesu Christ, Wie steigt und neigt sich dei- ne Gab' da dein Se- gen ist, Gut so mild her= ab 513 Wenn's heißt: das Gott selbst hat es zwei Herzen sind Jm Stan- de heil'- ger E= he! Aus dei- ner heil'- gen Höhe! Eines Lebens ei- nig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begeh'n, Und unverrückt beisammen steh'n Im Bunde reiner Treue, Da geht das Glück in vollem Lauf. Da sieht man, wie der Engel Hauf Im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, Kein Wurm Kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet Dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Zwei Herzen sind auf ihn gericht't, D'rum thut er, wie sein Wort verspricht, Ist mitten unter ihnen. Von erster bis zu letzter Stund' Bleibt er der Dritt' in ihrem Bund, Dem fie mit Freuden dienen. Stets wird Ihr Hirt Treu sie weiden, bis mit Freuden sie einst kommen zu dem Baterland der Frommen. 4. Der Mann wird einem Baume gleich, An Aesten schön, an Zweigen reich; Das Weib gleich einem Reben, Der seine Träublein trägt und nährt, Und sich je mehr und mehr vermehrt Mit Früchten, die da leben. Wohl dir, Zier, Mannes Sonne, Hauses Wonne, Ehren- Krone, Gott denkt dein auf seinem Throne. Im Stan- de, Und al= les E Wenn sich An dich Fleißig hal- ten Jung und Al- ten, die im Or- den aus, 5. Den Kindersegen theilt Und mehrt mit Freuden euer Haus, Sein Reich daraus zu bauen. Sein Wunderwerk geht immer fort, Und seines Mundes starkes Wort Läßt eure Augen schauen Freude, Freude, Wenn, gleich Saaten, sie gerathen, und auf allen Ruhet Gottes Wohl= gefallen. 6. Seid gutes Muths, wir sind es nicht, Die solchen Stand uns auf gericht't, Es ist Gott, unser Vater; Der hat uns je und je geliebt, Und bleibt, wenn unsre Sorg' uns trübt, Der beste Freund und Rather. Anfang, Ausgang Aller Sachen, die zu machen wir gedenken, Wird er wohl und weißlich lenken. 7. Zwar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl Ein Stündlein, da man leidensvoll Die Thränen lässet fließen; Doch, wer sich still gibt in Geduld, Deß Leid wird Gottes große Huld In reichen Freuden schließen. Trage, Hoffe Nur ein wenig, unser König wird behende Machen, daß die Angst sich wende. 514 Für Eheleute. 8. Wohl her, mein König, nah' Wir wollen singen bester Weis' Und herzu, Gib Nath im Kreuz, in Nöthen danken alle Beide, Bis wir Bei dir, Ruh', In Aengsten Trost und Freude. Deinen Willen zu erfüllen, deinen Deß sollst du haben Ruhm und Preis, Namen Ewig loben werden. Amen. 3 667. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. m Stillen wollen wir dich ehren, Dich, Gott, der Und Bittenden, was sie begehren. Wenn's ih nen from- men Wandel liebt, nü het, wil- lig gibt. Schon oft sind wir er- quickt, er- hört Von deinem Thron zu- rück- ge= kehrt. 2. Uns alle, die wir fleh'n, vers| Und trau'n auf dich und finden Ruh'; bindet Des Blutes und der Freund- Sie finden Freuden, deren Werth Und schaft Band, Und unser Dank, o Dauer keine Zeit zerstört. Gott, empfindet Die milde Leitung deiner Hand, Und preist dich, großer Menschenfreund, Der uns durch die ses Band vereint. 3. Wohl dem, der in der Ehe Bunde In treuer Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebens- heit, Sorg' und Schmerz. stunde Mit Lust und Seligkeit durch webt, Er blickt mit Ruh' und heiterm Sinn Auf seiner Zukunft Tage hin. 4. Wohl ihm, wenn frommer Kinder Segen Der Ehe Bund noch schöner macht, Wenn sie im Herzen Eus gend begen, In ihren Blicken Unschuld lacht, Wenn sie der Eltern Beispiel rührt Und auf den Weg zum Heile führt. 7. Zwar oft wird auch der Kelch der Leiden Den Deinen, Herr, von dir gesandt. Oft muß die Tod und Trennung scheiden, Die Blut und Treue fest verband, Oft wird das in dir frohe Herz Beschwert von Krant5. Wohl ihm, wenn seinen Hausgenossen Die Furcht des Herrn im Herzen lebt, Benn jeder treu und unverdrossen Nach seiner Pflicht Erfüllung strebt, Wenn Eintracht und Zufriedenheit Ein Haus zum Siz des Segens weiht! 6. Den Frommen, die dich kindlich ehren, O Vater, strömt dein Segen zu, Sie wandeln folgsam deinen Lehren, 8. Doch trinken sie den Kelch ge= lassen, Den du, ihr Vater, einges schenkt. Du wirst und kannst sie nicht verlassen, Du, Gott, der seiner Kin der denkt, Und wenn ihr Glaube standhaft ringt, Durch Leiden sie zur Wonne bringt. 9. D'rum mag des Todes Angst uns trennen: Wir werden einst uns wiederseh'n, Vor deinem Thron die Unsern kennen, Mit ihnen dankend vor dir steh'n; Da, wo kein Tod mehr trennen kann, Steh'n wir vereint und beten an. 10. Wir preisen ewig dann die Güte, Die unaussprechlich uns geliebt, Dem gottgeheiligten Gemüthe Schon hier des Himmels Vorschmack gibt, Durch Liebe uns zur Ewigkeit, Zur Wonne der Verklärten weiht. Für Eltern. 668. Mel. Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort. ilf, Gott, daß ja die Kinderzucht Gedeihe stets zu reicher Frucht, all Daß aus der Kin- der Mund dir werd' Ein Lob be- rei- tet auf der Erd'. 2. Daß fie den Eltern Liebe weih'n, Den Lehrern auch gehorsam sei'n, Und meiden, was den Sinn bethört, Das Herz vom rechten Wege kehrt. 3. Gib ja, daß ihnen mangle nicht Heilsamer Lehre Unterricht, Damit durch's Wort aus deinem Mund Ihr Glaube habe festen Grund. 4. Mach' fest ihr Herz, fest und gewiß, Und schüßze sie vor Aergerniß. Herr, laß sie nie auf Wegen geh'n, Wo böse Buben lockend steh'n. 5. Durch deine Weisheit, Macht und Güt' Vor allem Uebel fie behüt'. Führ' du sie selbst auf rechter Bahn, Damit ihr Fuß nicht gleiten kann. 515 669. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 6. Hilf, daß fie dich, Gott, überall Vor Augen halten allzumal, Und sich befleißen jederzeit Der Tugend, Zucht und Ehrbarkeit. 7. Und wo sie gehen aus und ein, Da laß du sie gesegnet sein, Daß sie an Weisheit jedes Jahr, An Gnade wachsen immerbar. 8. Und wenn sich endet dann ihr Lauf, So nimm sie, Herr, zu dir hinz auf, Dann preisen sie mit uns zugleich Dich droben, Herr, in deinem Reich. 9. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Von dem der Strom der Gnade fleußt, Wir loben dich, wir danken bir Mit unsern Kindern für und für. 번호 의 orge, Herr, für un- fre Kin- der, Sor- ge für ihr wahres Heil; Sind sie gleich, wie wir, nur Sünder, Ha- ben sie an dir doch Theil. lei te deine Gna- de Sie auf 2. Der du sie bisher erhalten Bei so manchem Unglücksfall, Wollest über sie nun walten Immerdar und überall. Bricht Gefahr für sie herein, Woll'st du ihr Beschützer sein, Wenn in Noth sie zu dir flehen, Laß sie deine Hülfe sehen. Sie sind in der Tau- fe schon Dir geweiht und deinem Sohn, Dar- um || ihrem Le- bens- pfa= de. 3. Dringt auf sie von allen Seiten Der Verführer Schaar heran, Laß doch ihren Fuß nicht gleiten, Halte sie auf rechter Bahn. Regt in ihrer eig'nen Brust Sich mit Macht die böse Lust, Gib dann, daß sie muthig kämpfen, Und den Reiz der Sünde dämpfen. 516 Für Wittwen. 4. Herr, erhalte deinem Reiche Unsre Kinder stets getreu. O daß keines von dir weiche Und dereinst verloren sei! JImmer geh' ihr from mer Sinn Und ihr Streben darauf hin, Christo ganz sich zu ergeben, Und zur Ehre dir zu leben. A 670. Mel Nun ruhen alle Wälder Pedd uf Gott nur will ich sehen, Er hört der Wittwen Fle- hen. Und nimmt sich mei- ner an. Bleibt er doch mei- nem Her- zen 2. Mich tröstet seine Gnade, Er ist auf jedem Pfade Bei mir bis an das Grab. Er wird mich nicht verlassen! Dies Trostwort will ich fassen, Es jet mein Stecken und mein Stab. Für Kranke. 5. Haben sie den Kampf geendet, Obgesteget in dem Streit, Haben sie den Lauf vollendet In Glaubens Freudigkeit: Dann, o Vater, führe du Sie der ew'gen Heimath zu, Und laß sie nach sanftem Sterben Deines Himmels Frieden erben. In meinen tiefsten Schmer- zen H all Der Fels, auf den ich bau- en kann. 5. So eilen meine Tage, Auch unter Last und Plage, Wie Träume, schnell dahin! Und ohne Widersties ben Verlass' ich einst das Leben Mit stillem, ihm ergeb'nem Sinn. 6. Wenn ich dann einst dich schaue, Auf den ich hier vertraue, Mein Vater und mein Freund, Wie will ich dann dich ehren, Wie danken für die Zäh ren, Die ich als Wittwe hier geweint! 3. Gott will ich gläubig lieben, Und gute Werke üben Jn stiller Einsamkeit. Er sieht es, wie ich's meine, Er sieht auch, wenn ich weine, Und gibt mir, was mein Herz erfreut. 4. Auch wenn ich mehr noch litte, Bis zu dem letzten Schritte Will ich ihm folgsam sein. Er prüft mich nur durch Leiden, Und führt zu höhern Freuden Mich einst mit frommen Duldern ein. je dem Mor- gen neu. Prü- fungs- zeit vor- bei! 7. Den Gatten, den ich liebte, Deß Abschied mich betrübte, Find' ich in Gottes Hand. Wie wollen wir uns freuen, Und unsre Lieb' erneuen Im thränenfreien Vaterland! 6. Für Kranke, Genesende, Sterbende. 671. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. er Mor- gen kommt, noch währt die Plage, Sie wird mit Wie trau- rig fließen mir die Ta- ge Der ban- gen Das Licht, der neuen Son- ne Licht, Für Kranke. Für Genesende. 7 Er heitert mei ne See le nicht. 3 2. Noch immer bin ich auf der Erde, Wo mich Gefahr und Noth umringt, Wo mich die drückende Beschwerde Zum Kleinmuth und zur Klage bringt. Ich hoff' auf Lind'rung meiner Pein, Doch meine Hoffnung trifft nicht ein. 3. Herr, eile doch mir beizustehen, Verlaß mich in der Schwachheit nicht. Oneige auf mein brünstig Flehen Zu mir dein freundlich Angesicht. Verleih' mir nur in meinem Schmerz Geduld und ein zufried'nes Herz. 4. Noch ist das Schicksal mir verborgen, Das diesen Tag mich treffen soll, Doch dich, o Vater, laß ich sorgen: Du kennst und willst mein 672. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geübet. Sün- ders nicht, Ur- theil spricht. 517 wahres Wohl. Dein Rath, was der beschließt und thut, Ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch länger tragen, So halt' ich deiner Fügung still. Mich lehret ja mein Heiland sagen: Wie du, Gott, willst, nicht wie ich will! Stärk' mich auch in der Krankheit Bein Gelassen, so wie er, zu sein. 6. Einst kommen doch der Ruhe Stunden, Des Lebens Ende rückt herbei; Dann ist das Leiden überwunden, Ich bin von aller Trübjal frei. Du selbst gibst mir, o Gottes Sohn, Nach diesem Kampf den Gnadenlohn. o wahr der Aller- höch- ste le- bet, Er will den Tod des Der ganz zerknirscht vor ihm er- be- bet, Und sich sein eig'- nes #e E Er züchtigt uns zu sei- ner Eh- re Und un- serm Und zut dem Leben tüch- tig sei. 2. Du milder Gott, ich selber sehe Den theu'ren Eid an mir erfüllt. Wenn ich mit Reu' um Gnade flehe, Wird meiner Seele Angst gestillt. Da meine Werke nichts verdienen, Bleibt deiner Gnade aller Preis; Die ist an mir so groß erschienen, Daß ich's nicht auszusprechen weiß. 3. Ich sah die Welt und Alles schwinden, Und Sinn und Sprache starben schon, Ich fühlte nichts als Heil mit Va- ter- treu', Nur, daß man sich zu ihm be- keh= te, # meine Sünden Und sah nur deinen Richterthron. Da rührte dich mein letztes Sehnen, Mein Jammer brach dein Vaterherz, Es schrieen für mich Jesu Thränen, Und mich erbat sein Blut und Schmerz. 4. Bald kam dein ganzer Trost hernieder, Der holte mich vom Tod herauf, Und stärkte mich vollkommen wieder zu einem neuen Lebenslauf. Du sprachest freundlich mit mir Müden, Und ich 518 Für Kranke. Genesende. Sterbende. vernahm dein Gnadenwort: Nun gehe| deine Gabe Ja theu'r in deinen hin, mein Kind, im Frieden, Und Augen sein. Ich weiß nun, was es fündige nicht mehr hinfort. sei, zu leben, Da ich, was Sterben sei, erfuhr; Nun wird mir stets im Sinne schweben, Was ich dir in der Prüfung schwur. 5. O welcher Seligkeiten Menge Erweckte dieses Heil in mir! Dem Danke ward mein Herz zu enge, Und brannt' und wallte nur von dir. O würde ich die Angst nicht wissen, In die mich deine Zucht geführt: So müßt' ich deine Liebe missen, Die jetzt mich doch so innig rührt. 6. Ich weihe, was ich von dir habe, Mein Herz, dir ganz zum Opfer ein. Es wird, o Schöpfer, D 673. Mel So gehst du nun, mein Jesu, hin 7. Es ist genug, daß ich vor Zeiten Nach meines Fleisches Lüsten ging, Und in dem Netz der Eitelkeiten Verstrickt mit Leib und Seele hing. Ich bin ja darum nur genesen, Daß ich die Seele retten kann, So fang' ich denn ein and'res Wesen Mit deiner Gnade Beistand an. as ist mein Trost, Herr Je= su Christ, In meinen Daß du für mich ge stor ben bist, Für mich haft # Welch' ho- hes Heil Ward mir zu Theil! bangen Stunden, über wunden. Ich lag in tie- fen Schmerzen, Da rie- fest du 3. Hab' ich auch manche bange Nacht, Warum sollt' ich verzagen? Du hast ja auch für mich gewacht, Für mich das Kreuz getragen. Du stehst mir bei, Bleibst immer treu, Ob Menschen von mir fliehen. Ich bleibe dein Und nie allein, Denn du willst mit mir ziehen. 4. Du wanktest nicht auf steiler Bahn, Du littest gottergeben; Zur Herrlichkeit gingst du hinan, Zu ihr Mir freundlich zu: Komm zu des Freun- des Herzen. 2. Wie zieht die Liebe mich empor,| mich zu erheben. O mache mich Ganz Die dich herabgezogen! Du öffnest mir frei durch dich Von Fesseln dieser das Lebensthor, Mir glänzt der Frie- Erde, Daß ich dir treu Jm Leiden densbogen. Nun irr' ich nicht, Mir sei, Und einst dein Erbe werde. strahlt dein Licht Auf dunklem Le- 5. benspfade. Du rufft mir zu: Bei mir ist Ruh', Empfange Gottes Gnade! Wenn auch die Liebe um mich bat, Jch muß doch endlich scheiden; Doch folget auf die Thränensaat Die Ernte ew'ger Freuden. Was sich verband Durch deine Hand, Kann ewig nicht sich trennen. Du wirst uns einst, Wenn du erscheinst, Vereint bei Namen nennen. 6. Du willst, daß ewig bei dir sei'n, Die dir dein Gott gegeben, D'rum bleiben auch im Tode dein, Die dein sind in dem Leben. Welch' große Schaar, Die treu dir war, Bringt Preis dir, ewig Ehre! Es Für Kranke und Sterbende. 519 naht dein Tag, Dann folg' ich nach| bracht! D'rum lasse ich dich sorgen. In ihre Engelchöre. 7. Herr, wann kommt meine letzte Nacht, Wann naht der ew'ge Morgen? Ich weiß, du rufft: es ist vollIch halte mich Stets fest an dich, Bis ich zum Himmel gehe, Ich un verrückt und hoch entzückt Dich, o mein Heiland, sehe. 674. Eigene Melodie. म ein Stündlein geht da- hin, Es liegt mir in dem Sinn, Ich bin auch im- mer, wo ich bin, Daß mich der Tod Wird se- pen J JJJ in die letz- te Noth. Ach Gott, ver- läßt mich Al- les hier, So thu' das Beste du bei mir. 2. Hier ist kein Aufenthalt, Der| Wer ist, der mein erbarmet sich? Ach Tod hat die Gewalt, Er nimmt und Gott, verläßt mich Alles hier, So würget Jung und Alt. Er reißt uns thu' das Beste du bei mir. fort Aus unserm Orden, Stand und Ort. Ach Gott, verläßt mich Alles hier, So thu' das Beste du bei mir. 3. Kein Rath, kein' Arzenei, Kein Rufen noch Geschrei, Kein Bruder kann mich machen frei. In aller Welt Ist nichts, daß endlich mich erhält. Ach Gott, verläßt mich Alles hier, So thu' das Beste du bei mir. 4. Kein Reichthum, Geld noch Gut, Kein fühner Heldenmuth Hilft vor des Todes Grimm und Wuth. All' Ehr' und Gunst Hilft nichts, hier rettet keine Kunst. Ach Gott, verläßt mich Alles hier, So thu' das Beste du bei mir." 5. Welch' Leid, welch' Angst und Pein, O Gott, wird um mich sein, Wenn nun der Tod wird brechen ein! Wer wird alsdann Mit Trost sich meiner nehmen an? Ach Gott, verläßt mich Alles hier, So thu' das Beste du bei mir. 6. Wenn mein Gewissensbuch Und des Gesetzes Fluch, Wenn Sünd' und Satan zum Versuch Tritt wider mich, 7. Wenn Sprach', Verstand und Sinn Auf einmal fällt dahin, Und ich nicht mehr bin, der ich bin, Wer ruft mir zu, Wenn mir der Schmerz läßt keine Ruh'? Ach Gott, verläßt mich Alles hier, So thu' das Beſte du bei mir. 8. Wenn meiner Augen Licht Mir ferner leuchtet nicht, und mit das Herz im Tode bricht Bor Angst und Qual, Wer führt mich durch das finst're Thal? Ach Gott, verläßt mich Alles hier, So thu' das Beste du bei mir. 9. Herr Jesu, du allein Sollst mir in Todespein Die beste Hülf' und Labsal sein. Auf dich will ich Die Welt gesegnen ewiglich. Ach Gott, verläßt mich Alles hier, So thu' das Beste du bei mir. 10. Herr Jesu, nimm mich auf, Zu dir im Himmel auf, Wenn ich vollendet meinen Lauf. Ich ruf zu dir, So lang' ein Odem ist in mir: Ach Gott, verläßt mich Alles hier, So thu' das Beste du an mir. 520 Für Sterbende. 675. Mel Ach, sieh' ihn dulden, bluten, sterben. J err, lei- te mich in je ne Stun- de, Dein A- bendmahl zum ew'gen Bun- de hast an mich ge= dacht, dei- ner heil'gen Nacht. M Beglei- te seg nend mich nach Gol- ga- tha. 2. Wie liebreich sammelst du die Deinen, Um sie mit Himmelsspeise zu erfreu'n! Mit dir sie ewig zu ver einen, Sprichst du im Sterben noch: gedenket mein! Auch ich will nun dein Lebensbrod empfah'n, Du willst dich mir in meinem Leiden nah'n. 3. Auch mir reichst du zu meinem Leben Dein Brod, der Gnade fich'res Unterpfand, Auch mir willst du den Kelch des Friedens geben, D'rum nehm' ich dankbar ihn aus deiner Hand. Vo zwei und drei vor dir versammelt sind, Da bist auch du, da stärkest du dein Kind. 4. Für mich hast du dich hingege ben, Du starbft für mich, für meine Sündenschuld. Das ist mein Trost, Sei jetzt auch meinem Gei- ste lie- bend nah', Dar- in du seg- nend Ge- wei- het hast in ich werde ewig leben, Du gibst dem Neuigen des Vaters Huld. Mit dir verbunden geh' ich in den Tod, Du stärkest mich auch in der letzten Noth. 5. Wie littest du im Kampf fo stille, Wie brach für uns in Liebestreu' dein Herz! So sei gehorsam dir mein Wille, So mache du mich still in meinem Schmerz. Ruf' du mir stets in's Herz: gedenke mein! So kann ich froh und dir ergeben sein. 6. Und muß ich noch in Nächten weis nen, Wenn die Erlösung mir noch lange währt: Doch wird der Morgen bald erscheinen, Der allen Schmerz in Freude mir verklärt. Ein Glied an deinem Leibe, find' ich dann Die Sel'gen wieder, die ich lieb gewann. 676. Mel Mag ich Unglück nicht widersteh'n. Wir werden uns nun scheiden! Zur Se- lig- keit mit Freuden. ein Lauf, Gott- lob! ist bald vollbracht; Welt, gu= te Nacht, In Je su Na- men sanft und still Ich wan- dern will In dieser Welt War mir bestellt Viel Angst und Noth, Zu- letzt der Tod, Jetzt en- det sich mein Lei- den. Für Sterbende. 2. In Jesu Namen schlaf' ich ein, Er führt allein Mich aus dem Tod in's Leben. Sein an dem Kreuz vers goff'nes Blut Kommt mir zu Gut', Ihm will ich mich ergeben. Er ist mein Hort, Sein Lebenswort Stärkt mir mein Herz Jm Todesschmerz, Kann Freud' und Wonne geben. 521 3. In Jesu Namen fahr' ich hin, Denn mein Gewinn ft Christus, wenn ich sterbe. Ich weiß, daß er mich nicht verläßt, Und glaube fest: Im Tod ich nicht verderbe. Mir ist bereit In Ewigkeit Von Gottes Sohn Die Ehrenkron', Das rechte Himmelserbe. A 677. Mel. Schwing' dich auf zu deinem Gott. Auf der Welt ge- kämpfet, All' mein Leid ge- dämpfet, J Daß ich meinen Lebens- lauf Se- lig nun voll- en- det, Und mein' i nen guten Kampf hab' ich Denn der Herr hat gnädig- lich = ar- me Seel' hin- auf Gott dem Herrn ge- sen- det. 2. Forthin ist mir beigelegt Der| Meinem Jesu, da ich bin Jetzt in lauGerechten Krone, Die mir wahre ter Freuden, Denn sein Tod ist mein Freud' erregt Dort vor Gottes Throne. Gewinn, Mein Verdienst sein Leiden. Ja, ich weiß, daß ich das Licht, Dem ich hier vertraue, Nämlich Gottes Angesicht, Dort auf ewig schaue. 3. Dieser schnöden, bösen Welt Jämmerliches Leben mir nun länger nicht gefällt, D'rum ich mich ergeben 4. Gute Nacht, ihr meine Freund', Alle meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, Laßt euch nicht betrüben. Schließ ich auch mein Auge zu, Sink' in's Grab ich nieder: Schaut, die Sonne geht zur Ruh', kommt doch morgen wieder. 678. Mel. Sollt' es gleich bisweilen scheinen. C ch, daß doch mein Je- sus kä- me, Und die See- le bald weg- nähme Hier aus die- fem Jammer- thal Zu sich in den Freu- den- saal! 2. Ist doch hier nichts mehr als Klagen, Seufzen, Weinen, lauter Plagen, Alle unsre beste Zeit st nur Müh' und Herzeleid. 3. Nichtig, flüchtig sind die Tage, Unser Leben ist nur Plage, Alles ist nur Eitelkeit hier in dieser Sterb lichkeit. 4. Was wir schauen hier auf Erden, Muß zu Staub und Asche werden, Was wir sehen, daß vergeht, Gleichwie Rauch und Staub verweht. 5. D'rum begehr' ich nicht zu leben, hier in dieser Welt zu schweben. Jesu, laß bei dir mich sein, So verschwindet Angst und Bein. 6. Gehe hin, du Weltgetümmel, Weil mein Wandel steht gen Himmel, Gern scheid' ich von Gut und Geld, Fahre hin, du falsche Welt! 522 D Für Sterbende. 679. Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden ist. er Tren- nung Schmerz liegt schwer auf mir, Gott ruft mich von den Meinen; Das Herz er- bebt, doch hof- fen wir zu ver- ei- nen. D'rum nah' ich mit der Frage mich Zu dir, mein Uns wie- der Va- ter, werde ich Die Theuern wie- der- finden? 2. Da macht mir Gottes Wort es| beten an, sie loben. Vereint mit ihnen tund, Dies Wort aus Himmelshöhen: werden wir Im heil'gen Chore, Herr, Nie reißt, nie bricht der Liebe Bund, vor dir Als sel'ge Geister stehen. Du wirst sie wiedersehen! Die From: men trennt nicht Grab, nicht Tod, Der Heiland wird zum Morgenroth, Zum Licht vereint sie führen. 5. Dann schau'n wir Gottes Angesicht, Getrocknet sind die Thränen. Komm, süßer Tod, führ' mich zum Licht, Erfüll' mein heißes Sehnen, und führe mir die Meinen nach, Das mit wir dort vereint den Tag Des ew'gen Lebens schauen. 3. Der Freund sieht seine Freunde dann An Gottes Throne wieder, Die Gattin trifft den Gatten an, Der Bruder seine Brüder. Die Mutter sieht, umarmt ihr Kind. Denn alle frommen Seelen sind In Gettes Stadt beisammen. 6. D'rum laßt uns hier schon Hand in Hand Auf Gottes Wegen gehen, Damit wir einst im Vaterland Uns freudig wiedersehen. Wie wird's uns sein, wenn wir uns seh'n, Wenn wir uns froh entgegen geh'n, Und Freu4. Zum Berge Zion kommen wir, Zu Gottes Stadt dort oben: Dort stehen Engel, Herr, vor dir, Sie denthränen weinen! 680. Eigene Melodie. err Gott, nun schleuß den Him- mel auf, Die Zeit eilt mir Vollen= det hab' ich mei- nen Lauf, Nimm mich in deiedd zum Ende, ne Hände. Hab' g'nug gelit- ten, Mich müd' ge- strit- ten, Schick mich sein zu zur ew'gen Ruh', Laß fah- ren, was auf Er- den, Für Sterbende. Will lie- ber se lig werden. 2. Wie du mir, Herr, befohlen hast, Trag' ich in wahrem Glauben Das Kreuz bir nach, die sanfte Last, Dich soll mir Niemand rauben. Hoff' zu bestehen, Will frisch eingehen Vom Thränenthal zum Freudensaal, Laß fahren, was auf Erden, Will lieber selig werden. 681. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. JJJ 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon, In Frieden zu dir fahren, Befiehl mich Christo, deinem Sohn, Der wird mich wohl bewahren, Wird mich recht führen, Im Himmel zieren Mit Ehr' und Kron; fahr' nun davon, Laß fahren, was auf Erden, Will lieber selig werden. alle- lu- ja! A- men! A- men! Du starbst auf Chri- sti heil'gen Gläubig gabst in seine Hän- de Du ihm an dei- ner Laufbahn PJJ Na- men, Vor dem sich Erd' und Himmel beugt. En de Die See- le, die der Erd' entfleucht. 523 2. Wenn dich hier die Sünd' er schreckte, Und dir der Gnade Trost verdeckte, Verdammte dich doch nur dein Herz. Nun kann sie dich nicht mehr schrecken, nicht mehr die Gnade dir verdecken, Der Herr ist größer als dein Herz. Mehr als du je gefleht, Mehr als der Mensch versteht, Ist dir worden. Weil er's vollbracht, Bist du erwacht Zum Leben aus des Todes Nacht. Der nun am Thron ihn preist, Dei- nen Hei- land! Der dich ver- söhnt, Den Gott ge- krönt, Der ist's, dem nun dein Lob er= tönt. 3. Welcher Glanz hat dich um fangen, Seit dir der Tag ist aufge: gangen, Das Leben nach des Todes Nacht! Sei gesegnet, Amen, Amen! Du siegst in Jesu Christi Namen, Heil dir, er- löster Geist, Der sterbend auch für dich vollbracht. Nicht du, der Herr allein Macht dich von Sünden rein, Aus Erbarmen. Du fällst nicht mehr, Der Sel'gen Heer Kennt keine Sünd' und Schwachheit mehr. 4. Mag den Leib die Erde decken, Er ruhe; der Verwesung Schrecken Ergreifen deine Seele nicht. Weinend geh'n wir ihn zu säen, Der unvers weslich soll erstehen Zur Herrlichkeit, nicht zum Gericht. Wir senken ihn binab, Der Herr bewahrt das Grab, Wo er schlummert. Nach kurzer Ruh' Erstehst auch du, Und eilst dann der Verklärung zu. Register. A. Ach, bleib' bei uns, Herr Jesu Christ Ach, bleib' mit deiner Gnade Ach, daß doch mein Jesus käme Ach Gott, erhör' mein Seufzen und Ach Gott und Herr Ach Herr Gott, gib uns deinen Geist Ach mein Jesu, dein Nahesein Ach mein Jesu, fieh' ich trete Ach mein Jesu, welch' Verderben Ach, sagt mir nichts von Gold und Ac), sei mir gnädig, Herr, mein Ach, uns bedrückt jetzt Noth Ach Vater, der die arge Welt Ach, wann werd' ich von der Sünde Ach, was sind alle Güter werth Ach, was sind wir ohne Jesum Ach, was soll ich Sünder machen Allein Gott in der Höh' sei Ehr' Allein zu dir, Herr Jesu Christ Alle Menschen müssen sterben Alles ist an Gottes Segen Alles ist euer! o Worte des ewigen Allwissender, vollkomm'ner Geist Amen, deines Grabes Friede Am Grabe lerne, was du bist Am Grabe stehen wir und opfern Am Kreuz erblaßt P Anbetend stand der Seher Gottes da Anbetungswürd'ger Gott Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf, auf, mein Geist, erhebe dich Auf Christi Himmelfahrt allein Auf den Nebel folgt die Sonn' Auferstanden, auferstanden Ist der Aufersteh'n, ja aufersteh'n wirst du Auf Gott nur will ich sehen • Auf Gott, und nicht auf meinen Rath Auf, ihr Streiter, durchgedrungen Auf meinen lieben Gott Auf, meine Seele, sei erfreut Auf, mein Geist, du hast gelaufen Auf, schicke dich, Recht feierlich Aus deiner Quelle, Schöpfer, nimmt Aus Gnaden soll ich selig werden Aus trdischem Getümmel Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir ● • • ● Num. Verfasser. 396 Nicolaus Selnecker. 398 Josua Stegmann. 678 512 Jakob Peter Schechs. 301 6 314 B. 1-6. M. Rutilius. V. 7-10. Joh. Groß. Gräfin von Zinzendorf. nach Andern Chr. Gregor 653 Levin Johann Schlicht. 300 Ludwig Andreas Gotter. 444 3. Scheffler.( Angelus.) 355 608 393 209 Balthasar Münter. 248 303 Peter Lackmann. 350 Johann Flittner. 1 Nicolaus Decius. 352 Johann Schneesing. 254 Johann Georg Albinus. 500 Johann Kohlros. 560 Ch. F. D. Schubart. 270 Johann Jakob Rambach. 135 Karl Bernhard Garve. 257 251 106 Chrift. Friedrich Neander. 265 Fr. Gottlieb Klopstock. 267 Johann Jakob Rambach. 25 Johann Rift. 236 Joachim Neander. 143 Josua Wegelin. 508 Paul Gerhardt. 122 Johann Caspar Lavater. 259 Fr. Gottlieb Klopstock. 670 Johann Caspar Lavater. 489 Ch. Fürchtegott Gellert. 553 488 Siegmund Weingärtner. 30 Philipp von Zesen. 347 37 Ch. Fürchtegott Gellert. 283 Johann Andreas Cramer. 315 Christian Ludwig Scheidt. 327 6. Julius Aschenfeld. 191 Martin Luther. Register. B. Bald bin auch ich des Todes Naub. Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl du deine Wege Begleite mich, o Christ, wir gehen Begrabt den Leib in seine Gruft Beschwertes Herz, leg' ab die Sorgen Betet an, ihr Menschen, bringet Bewahre mich, Herr, daß der Wahn Bis hieher ist's gelungen Blick herab auf unsre Schmerzen Brich, heller Morgenstern, herein. Bringt frohen Dank Bringt Gott, ihr Christen, Preis. Bringt Preis und Ruhm dem. C. Christ, Alles, was dich kränket Christe, der du bist Tag und Licht Christe, du Lamm Gottes, Der du Christus, der ist mein Leben Christus fuhr gen Himmel Christus ist erstanden. Christus, unser Haupt und König . Dankt dem Herrn, mit frohen Gaben Das alte Jahr vergangen ist.. Das Amt der Lehrer, Herr, ist dein. Das ist mein Trost, Herr Jesu Christ Das walte Gott, der helfen kann Dein bin ich, Gott, in Ewigkeit. Dein bin ich, Herr, dir will ich mich Dein Heil, o Chrift, nicht zu verscherzen Dein König kommt, o Zion Dein laß mich sein und bleiben. Dein Wort, o Herr, bringt uns Dem Herrn sei Ehre, Preis und Dank Der am Kreuz ist meine Liebe Der du uns als Vater liebest. Der frohe Morgen kommt gegangen. Der Glaube bricht durch Fels und Stein Der Grund, auf dem mein Glaube ruht Der Heiland kommt, lobsinget ihm Der Herr fährt auf gen Himmel. Der Herr, in dessen Güte Der Herr ist Gott, und keiner mehr Der Herr ist gut, ihr Himmel, höret Der Herr ist in den Höhen. Der Herr ist mein getreuer Hirt Der Himmel Ruf erzählt und ehret Der Hölle Pforten sind zerstört Der Morgen kommt, noch währt die. Der Tag, an dem mein Heiland. Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir Der Trennung Schmerz liegt schwer. . . ● . 416 Gottfried Benedikt Funk. 252 Benjamin Schmolke. 479 91 255 17 629 307 290 Johann Andreas Cramer. 662 3. Samuel Dieterich. 62 Paul Gerhardt. 2. H. Bachhof von Echt. Fr. Gottlieb Klopstock. Chr. Wegleiter. 646 58 525 Gottfried Wilh. Sacer. J. E. Schmidt. Chr. Fr. Förster. F. Fugger, 40 621 Wilhelm Abr. Teller. 121 3. Samuel Dieterich. 519 Chr. Friedrich Neander. 655 Michael Weiß. 221 Martin Luther. 571 Simon Graf. Martin Luther. 136 110 Martin Luther. 336 N. L., Graf v. Zinzendorf. 364 33 J. H. V. Nölting. V. 1. 2. J. Steuerlein. V. 3-6. J. Tappins. 239 Johann Andreas Cramer. 673 Wilhelm Hülsemann. 642 Johann Betichius. 572 Fr. Gottlieb Klopstock. 385 Johann Andreas Cramer. 658 Ch. Fürchtegott Gellert. 23 404 Nicolaus Selnecker. 401 118 Wilhelm Hülsemann. 95 Johann Menger. 165 David Bruhn. 641 J. Freylinghausen. 399 Christ. Christian Sturm. 138 Gottfried Wilh. Sacer. 10 Karl Bernhard Garve. 268 Johann Andreas Cramer. 437 Johann Peter Up. 269 Johann Andreas Cramer. 565 Cornelius Becker. 87 Wolfgang Mosel. 129 Michael Schirmer. 671 Christ. Christian Sturm. 343 651 Joachim Neander. 679 Ch. F. D. Schubart. Register. 526 Der Vater sei gepriesen Die uf der Erde wallen Die Christen geh'n in dieser Welt Die Feinde deines Kreuzes droh'n Die Frucht vom heil'gen Abendmahl Dies ist die Nacht, da mir erschienen Dies ist der Tag, da Gottes Sohn Dies ist der Tag, den Gott gemacht Dies ist der Tag, zum Segen Dir, dem weisesten Regierer Dir, dir, Jehovah, will ich singen Dir jauchzet frob die Christenheit Dir, milder Geber aller Gaben Dir sterb' ich einst, wenn ich dir Dir, Vater, dankt mein Herz Du bist der Weg, die Wahrheit und Du bist ein Mensch, das weißt du Du bist mir nah' mit deiner Gnade Du bist's, dem Ehr' und Ruhm Du, der das Lallen nicht verschmäht Du, der kein Böses thut. Du, dessen Augen flossen Du Friedensfürst, Herr Jesu Christ Du Geber guter Gaben Du gehst zum Garten, um zu beten. Du Geist des Herrn, der du von. Du, Gott, bist unsre Hülf' und Macht Du hast, o allerhöchster Gott Du, o schönes Weltgebäude Du reicher Trost der Armen Du sagst, ich bin ein Christ Du sollst glauben Du Vater deiner Menschenkinder Eh' ich dich kannte, hast du mich. Ehre, Lob und Preis und Stärke Ehre sei Gott in der Höhe. Ein Christ, ein tapf'rer Kriegesheld. Ein' feste Burg ist unser Gott. Einen guten Kampf hab' ich Ein Kindelein höchst lobenswerth Ein Lamm geht hin und trägt die Ein neuer Tag, ein neues Leben Ein's ist noth, ach Herr, dies Eine Einst reift die Saat Eines wünsch' ich mir vor allem Empor zu Gott, mein Lobgesang. Endlich, endlich muß es doch Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort Erhalt' uns, Herr, die Obrigkeit. Erhöhter Jesu, Gottes Sohn Erhöre gnädig unser Flehen Erhör' uns, Vater, sieh', wir fleh'n Erinn're dich, mein Geist, erfreut Er lebt, o Freudenwort, er lebt Erleucht' mich, Herr, mein Licht ♦ 605 Wilhelm Hülsemann. 567 Gottfried Benedikt Funk. 249 N. L., Graf v. Zinzendorf. 394 Balthasar Münter. 237 47 Caspar Fr. Nachtenhöfer. 164 Johann Rist. 46 Ch. Fürchtegott Gellert. 15 Christ. Christian Sturm. 293 Johann Caspar Lavater. 435 Bartholomäus Crasselius. 163 Karl Aug. Döring. 603 Ehrenfried Licbig. 575 153 Johann Caspar Lavater. 328 296 Paul Gerhardt. 271 Karl Aug. Döring. 429 Ch. Fürchtegott Gellert. 664 Karl Bernhard Garve. 299 3. Samuel Dieterich. 85 Karl Wilhelm Ramler. 618 Wilhelm Hülsemann. 380 Philipp Friedrich Hiller. 80 Johann Menger. 159 Samuel König. 630 3. 3. 2. Jungheim. 528 Johann Jakob Rambach. 582 Johann Frank. 626 F. Hiller. 660 Johann Adam Haßlocher. 502 Gottlieb Neiber. 439 Benjamin Schmolle. 663 113 Christ. Christian Sturm. 43 Aug. Hermann Niemeyer. 556 Benjamin Schmolke. 192 Martin Luther. 677 Heinrich Albert. 51 Martin Luther. 77 Paul Gerhardt. 633 358 3. Heinrich Schröder. 260 Fr. Gottlieb Klopstock. 449 Albert Knapp. 48 Fr. Adolph Krummacher. 597 Benjamin Schmolke. 406 Martin Luther. 600 3. Samuel Dieterich. 340 Christ. Samuel Ulber. 240 208 Wilhelm Hülsemann. 115 Ch. Fürchtegott Gellert. 134 Chrenfried Liebich. 346 Th. Untereyk. Register. Erlöser, der im Staube Ermunt're dich, mein schwacher Geist Ermuntert euch, ihr Frommen. Erquicke mich, du Heil der Sünder Erwecke, Jesu, stets die Herzen Es baut, o Gott, auf dein Geheiß Es glänzet der Christen inwendiges. Es ist das Heil uns kommen her. Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein Es ist noch eine Ruh' vorhanden. Es ist vollbracht, Das Opfer für die Es ist vollbracht, so ruft am Kreuze Es kostet viel, ein Christ zu sein. Es naht der Tag, an dem die Welt. Es wolle Gott uns gnädig sein Es zieht, o Gott, ein Kriegeswetter Es züchtigt deine Hand. Ew'ge Liebe, mein Gemüthe Ew'ge Wahrheit, deren Treue Ewig sei dir Lob gesungen. Fahre fort, Fahre fort, Zion Fest steht zu Gottes Ruhme Fest wie ein Fels im wilden Meer Fleug auf, mein Psalm, mein. Freilich bin ich arm und bloß. Freu' dich sehr, o meine Seele Freut euch, Gottes Kinder Fröhlich laßt uns Gott lobsingen Früh Morgens, da die Sonn' aufgeht Für alle Güte sei gepreist Für diese Kinder beten wir Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen Gedanke, der uns Leben gibt Geht im Glauben eure Wege Geist der Wahrheit, lehre mich Geist Gottes, aus des Ew'gen Fülle Geist vom Vater und vom Sohne Gelobet seist du, Jesus Christ. Gerechter Gott, es kommt von dir Gerechter Gott, vor dein Gericht. Gern in Alles mich zu fügen Getreuer Gott, wie viel Geduld Getrost, mein Herz, und zage nicht Gib mir, o Gott, ein Herz Glaube, Lieb' und Hoffnung sind Gott, Allweiser, wer bin ich Gott, deine Gnad' ist unser Leben Gott, deine Güte reicht so weit Gott, der du unsre Zuflucht bist Gott der Macht, in deinem Ruhme Gott des Himmels und der Erden Gott, deß Güte nimmer endet. Gott, deß Scepter, Stuhl und Krone • . 83 42 339 353 389 373 527 Heinrich Julius Tode. Johann Rist. Laurentius Laurenti. 345 Gottfried Kleiner. 601 Bartholomäus Ringwald. Christ. Friedrich Nichter. Paul Speratus. 412 Christ. Friedrich Richter. 593 Joh. Siegmund Kunth. 105 . G. Sinz. 98 3. Samuel Dieterich. 411 Christ. Friedrich Nichter. 337 Wilhelm Hülsemann. Martin Luther. 2 S. J. Borchward. 612 607 David Bruhn. 311 Johann Jakob Rambach. 557 Johann Jakob Rambach. 44 E. Finr, gen. Francisci. 554 Joh. Eusebius Schmidt. 391 193 Christian Nonne. 286 Johann Andreas Cramer. 302 Joachim Neander. 581 Simon Graf. 124 Gust. von Mengede. 41 Paul Gerhardt. 123 Johann Heermann. 648 Ch. Fürchtegott Gellert. 203 297 J. Sam. Dieterich. 32 Ch. Fürchtegott Gellert. 204 161 Samuel Gottlieb Bürde. 157 Karl Bernh. Garve. 167 Gottfried Hoffmann. 39 Martin Luther. 628 Christian Nonne. 282 Joh. Jak. Rambach. 478 Johann Caspar Lavater. 276 3. Ch. Zimmermann. 386 541 Ch. Fürchtegott Gellert. 409 Benjamin Schmolke. 273 Karl Bernhard Garve. 316 Ch. Fürchtegott Gellert. 414 Ch. Fürchtegott Gellert. 177 J. J. Eschenburg. 288 Karl Bernhard Garve. 636 Heinrich Albert. 622 Johann Franck. 405 Heinrich Georg Neuß. Register. 528 Gott, du gibst uns milden Regen Gottes Mund hat uns verheißen. Gottes und Mariens Sohn Gott ist gegenwärtig Gott ist getreu, Sein Herz. Gott ist mein Hort, Auf Jesu Wort Gott ist mein Lied. Gott ist und bleibt getreu Gott lebet noch und stirbet nicht Gott lebet noch, Seele, was verzagst Gott lebt, wie kann ich traurig sein. Gott, mein Vater, deine Liebe. Gott, nur du bist meine Sonne Gott ruft der Sonn' und schafft den Gott sei Dank in aller Welt • Gott, unser Vater, der du bist Gott, vor dessen Angesichte. Gott will machen, daß die Sachen Gott wollte nicht des Sünders Tod Großer Gott, den Alles preiset Großer Mittler, der zur Rechten Guter Hirte, willst du nicht Gut und heilig ist dein Wille. . H. Halleluja! Amen, Amen Halleluja! jauchzt, ihr Chöre Halleluja! Jesus lebet Halleluja! Preis und Ehre. Hehr und heilig ist die Stätte Heiland, deine Menschenliebe Heil'ger Jeju, Heil'gungsquelle Heil'ge Ruhestätte Heil, Heil dem Manne, der vom Heiliger, dem Engel dienen. Heilig, heilig sei der Eid Herr, allerhöchster Gott Herr, deine Kirche danket dir Herr, deine Rechte und Gebot Herr, denk' an mich Herr, den die Sonnen und die Erden Herr, der du als ein stilles Lamm Herr, der du vormals hast dein Land Herr, du fährst mit Glanz und Herr, du gingst voran Herr, du woll'st sie vollbereiten Herr, es ist der Tag erschienen Herr Gott, dich loben wir, Herr Herr Gott, dich loben wir für deine. Herr Gott, nun schleuß den Himmel Herr Jesu Christ, dein theures Blut Herr Jesu Christ, zu uns wend' Herr Jesu Christ, du höchstes Gut Herr Jesu, dir sei Preis und Dank Herr Jesu, Gnadensonne Herr Jesu, Licht der Heiden Herr Jesu, wahrer Mensch und Gott 151 Morig Cramer. 501 Jeremias Huberich. Christ. Pfeifer. Gerh. Tersteegen. 280 Ehrenfried Liebig. 45 7 408 Ch. Fürchtegott Gellert. 292 Ch. Fürchtegott Gellert. 279 Joh. Christ. Wilhelmi. 499 Moritz Cramer. 520 Joh. Friedr. Zihn. 494 Benjamin Schmolke. 442 441 64 Ch. Fürchtegott Gellert. 27 Heinrich Held. 419 277 3. Ch. Zimmermann. 482 3. D. Herrenschmidt. 305 Karl Bernhard Garve. 632 Caspar Neumann. 330 Joh. Jakob Rambach. 306 Johann Scheffler. 381 Balthasar Münter. 681 Fr. Gottl. Klopstock. 120 Gottfr. Benedikt Funk. 131 619 Aug. Herm. Niemeyer. 11 Aug. Herm. Niemeyer 324 Joh. Jat. Rambach. 322 Gottfried Arnold. 242 Ehrenfried Liebich. 611 433 531 Joh. Andreas Cramer. 361 395 J. M. Uhlich. 521 David Denicke. 186 Chr. Christian Sturm. 63 A. Schlegel. 222 Joh. Ad. Schlegel. 615 Paul Gerhardt. 142 Caspar Neumann. 534 219 Fr. Gottl. Klopstock. 18 Caspar Neumann. 425 Martin Luther. 620 Johann Franck. 680 Tobias Kiel. 79 Johann Olearius. 5 Wilh. II. H3g. v. Sachs.- W. 211 Josua Stegmann. 233 Bernhard Derschau. 351 2. A. Gotter. 309 Johann Franck. 578 Paul Eberus. Register. Herr, leite mich in jene Stunde Her mache meine Seele stille, Herr, ohne Glauben kann Herr, segne uns aus deiner reichen Herr, stärke mich, dein Leiden zu. Herr, wann wirst du Zion bauen. Herr, welch' Heil kann ich erringen Herr, wie du willst, so schick's mit Herr, wie so großen Segen gibt Herzallerliebster Gott. Herzlich ist mein Verlangen Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr Herzliebster Jesu, was hast du. Herz und Herz vereint zusammen. Hier bin ich, Herr, du rufest mir. Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen. Hier legt mein Sinn sich vor dir. Hier steh' ich unter deinem Himmel Hilf Gott, daß ja die Kinderzucht Hilf, Herr Jesu, laß gelingen Hilf mir, mein Gott, hilf Himmelan geht unsre Bahn Himmelan, nur himmelan Hin an dein Kreuz zu treten Hinauf, mein Geist, zu Gott empor Höchster Tröster, komm' hernieder Höchsterwünschtes Seelenleben Hosianna, Davids Sohn J. Ja, fürwahr, uns führt mit Ich armer Mensch, ich armer Ich armer Sünder komm' zu dir Ich bin erlöst, es floß Ich bin getauft auf deinen Namen Ich bin mir, Gott, bewußt Ich bin, o Herr, in deiner Macht Ich freue mich, mein Gott, in dir Ich geh' zu deinem Grabe Ich glaub' an Einen Gott allein Ich glaub' an Einen Gott und Ich glaub' an Gott, Bater. Ich hab' genug, mein Herr ist Jesus Ich habe nun den Grund gefunden Ich hab' in Gottes Herz und Sinn Ich hab' in guten Stunden Ich hab' mein Sach' Gott heimgestellt Ich hab' von ferne . . Ich komme, Heil der Welt, zu dir Ich komme, Herr, und suche dich Ich lobe dich, mein Auge schauet. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ Ich schäme mich des Heilands nicht Ich finge dir mit Herz und Mund Ich steh' an deiner Krippe hier Ich sterbe täglich, und mein Leben Ich weiß, o Gott, daß all' mein 675 Wilh. Hülsemann. 503 3. Samuel Dieterich. 357 Peter Busch. 645 Wilhelm Hülsemann. 66 Ch. Fürchtegott Gellert. 400 Joachim Lange. 562 Fr. Gottl. Klopstock. 484 Caspar Bienemann. 226 529 525 Joh. Scheffler. 580 Christoph Knoll. 455 Martin Schalling. 87 Johann Heermann. 402 Ch. R. v. Zinzendorf. 212 Joh. Jakob Nambach. 218 David Bruhn. 477 Chr. Friedr. Richter. 289 Fr. v. Köpken. 668 59 Joh. Nist. 383 Joh. Heermann. 538 Benjamin Schmolke. 139 82 3. Gottfr. Schöner. 6. B. Funk. 298 J. W. Reche. 166 Chrenfried Liebich. 540 Fr. Ab. Lampe. 31 Benjamin Schmolke. 495 Fr. Ad. Krummacher. 356 Christoph Titius. 181 Johann Heermann. 108 197 Joh. Jakob Rambach. 304 568 Simon Dach. 440 Salomon Liskow. 112 Benjamin Schmolke. 263 Justus Gesenius. 266 261 473 387 Joh. Andr. Rothe. 514 Paul Gerhardt. 497 Ch. Fürchtegott Gellert. 579 Johann Pappus. 594 Joh. Timotheus Hermes. 210 Samuel Gottl. Bürde. 214 Ch. Fürchtegott Gellert. 390 Samuel Großer. 424 Paul Speratus. 365 3. H. H. Lüder. 291 Paul Gerhardt. 52 Paul Gerhardt. 570 Benjamin Schmolte. 295 Paul Gerhardt. 23 530 Ich will dich lieben, meine Stärke Ich will ganz und gar nicht zweifeln Jehovah, Jehovah, Jehovah, deinem Jerusalem, du hochgebaute Stadt Jesu, deine heil'gen Wunden Jesu, deine Passion Jesu, der du wolltest büßen Jesu, hilf siegen Jesu, meine Freude Jesu, meiner Seelen Ruh' Jesu, meines Lebens Leben, du mein Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Jesus Christus herrscht als König Jesus Christus, unser Heiland. Jesus, Jesus, nichts als Jesus Register. Jesus ist der schönste Nam' Jesus ist gekommen Jesus ist mein Leben Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an Jetzt komm' ich als ein armer Gast Ihr armen Sünder, kommt zu Hauf Ihr Augen, weint Ihr Mitgenossen, auf zum Streit Ihr Trauernden, stillet die Thränen. Im Stillen wollen wir dich ehren In allen meinen Thaten. Gottes Reich geht Niemand ein Ist Gott für mich, so trete Ist Gott für uns in aller Pein K. Kein Stündlein geht dahin König, dem kein König gleichet Komm', heil'ger Geist, du Herr und Komm', heiliger Geist, Erfüll' die Komm', in uns dich zu verklären Komm', o komm', du Geist des Komm', Kraft des Höchsten. Komm', o verheiß'ner Gottesgeist Kommst du, kommst du, Licht der. Kommt, Christen, kommt. Kommt, Christen, laßt uns gehen Kommt, die ihr Jesu Kreuz erhebet Kommt, laßt euch vom Herrn belehren Komm', Tochter Zion, komm' L. ♦ Lasset uns beweinen Lasset uns mit Jesu ziehen Laß deine letzten Stunden Laß deinen Geist mich stets, mein Laß mir die Feier deiner Leiden Laß uns doch nicht begehren 462 Johann Scheffler. 374 Joachim Neander. 3 Gottl. Konrad Pfeffel. 591 J. Matthäus Meyfart. 102 Johann Heermann. 89 Siegm. v. Birken. Johann Georg Franke. J. Heinrich Schröder. 101 555 453 Johann Franck. 460 Lukas Backmeister. 68 335 103 Ernst Christ. Homburg. Philipp Friedr. Hiller. 111 Martin Luther. 466 Ludemil. Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg. Johann Scheffler. Balthasar Münter. 320 53 451 116 Ch. Fürchtegott Gellert. 258 Luise Henr., Churfürstin von Brandenburg. 215 Erdmann Neumeister. 224 Justus Sieber. 178 Laurentius Laurenti. 97 Karl Wilhelm Ramler. 613 Fr. Gottl. Klopstock. 246 nach Prudentius. 667 Daniel Schiebeler. 485 Paul Flemming. 378 Konrad Gebh. Stübner. 368 Paul Gerhardt. 509 Chr. von Stöcken. 674 Michael Frank. 334 Joh. Jakob Rambach. 156 Martin Luther. 154 Hermann Contractus. 475 174 Joachim Neander. 152 Karl Bernhard Garve. 168 Karl August Döring. 24 Ernst Christ. Homburg. 317 Joh. Jakob Rambach. 539 Gerhard Tersteegen. 93 Karl Bernhard Garve. 522 Johann Heermann. 35 Ehrenfried Dürr. 176 Fr. Gottl. Klopstock. 533 Siegmund von Birken. 90 Ch. G. Ludw. Meister. 67 E. C. G. Langbecker. 69 Ch. G. Ludw. Meister. 537 Johann Joseph Beck. Register. Lebenssonne, deren Strahlen vom Licht, erleuchte mich Liebe, die du mich zum Bilde Liebster Immanuel. Liebster Jesu, Gnadensonne. Liebster Jesu, wir sind hier. Lobe den Herren, den mächtigen Lob sei Gott, der den Morgen. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich M. Mache dich, mein Geist, bereit. Macht hoch die Thür', die Thore weit Mag ich Unglück nicht widersteh'n Man lobt dich in der Stille Marter Christi, wer kann dein Meine Hoffnung stehet feste. Meine Lebenszeit verstreicht. Meine Liebe hängt am Kreuz Meinen Jesum laß ich nicht Mein Erlöser, Gottes Sohn Mein erst Gefühl sei Preis und Dank Meine Seele, laß es gehen Meine Seel' ist stille Meine Seele, lobsinge dem Herrn Meines Herzens reinste Freude Meine Sorgen, Angst und Plagen Mein Fels hat überwunden. Mein Friedensfürst, dein freundliches Mein ganzer Geist, Gott, wird Mein Gott, ach lehre mich erkennen. Mein Gott, ich klopf' an deine Pforte Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich Mein Gott, wie groß ist dein Mein Heiland nimmt die Sünder Mein Herzens- Jesu, meine Lust Mein Herz sei Gottes Lobethal Mein Jesu, dem die Seraphinen Mein Jesu, der du vor dem Mein Jesu, du hast unsre Schuld Mein Jesus lebt, ich soll nicht sterben Mein Jesus liebet mich Mein Lauf, Gottlob! ist bald Mein Leben ist ein Pilgrimstand Mein Lebensfürst, mein außerfor'nes Mein siegend Haupt Dort in der Menschen, unser Leben eilt Mir nach, spricht Christus, unser Held. Mir wallt das Herz, So oft es Mit Ernst, o Menschenkinder Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin Mitten wir im Leben sind Mit tiefer Ehrfurcht bete ich Mittler, schau' auf sie hernieder Morgenglanz der Ewigkeit 531 384 Friedr. Adolph Lampe. 8 Benjamin Schmolke. 445 Johann Scheffler. 456 Ahasverus Fritsch. 471 4 Tobias Clausnitzer. 431 Joachim Neander. 639 Gottfr. Benedikt Junk. 50 Nikolaus Hermann. 344 Joh. Burch. Freistein. 34 Georg Weissel. 507 Maria, Königin v. Ungarn. 443 Joachim Neander. 457 Ch. R. v. Zinzendorf. 496 Joachim Neander. 569 Ch. Fürchtegott Gellert. 72 Adam Triebbechow. 454 Erdmann Neumeister. 84 J. Samuel Dieterich. 637 Ch. Fürchtegott Gellert. 515 504 Johann Caspar Schade. 625 Joachim Neander. 452 Samuel Gottl. Bürde. 510 117 Friedrich Adolph Lampe. 367 Chr. Friedr. Richter. 592 3. Sam. Dieterich. 185 420 Benjamin Schmolke. 583 Benjamin Schmolke. 308 Johann August Boniz. 348 Leopold Franz Fr. Lehr. 459 Joh. Christian Lange. 436 370 Wolfgang Deßler. 231 Joh. Jakob Rambach. 318 130 Benjamin Schmolle. 448 F. G. Peithmann. 676 566 Friedrich Adolph Lampe. 78 Friedrich Adolph Lampe. 141 Karl August Döring. 57 532 Johann Scheffler. 469 26 Valentin Thilo. 256 Martin Luther. 241 Martin Luther. 76 Wilhelm Hülsemann. 207 S. v. Lehr. 634 Ch. Knorr v. Rosenroth. 23* 532 Register. N. Nach einer Prüfung kurzer Tage Nach meiner Seelen Seligkeit. Nacht umhüllte rings die Erde Nein, nichts Höh'res kennt mein Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte Nicht nur streiten, überwinden Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit Nicht um Reichthum, Glanz und. Nie bist du, Höchster, von uns fern Noch nie hast du dein Wort gebrochen Noch steht dein Bund wie Felsen. Noch wallen wir im Thränenthal Nun bitten wir den heil'gen Geist Nun bricht die finst're Nacht herein. Nun danket Alle Gott Nun habe Dank für deine Liebe Nun laßt uns geh'n und treten Nun laßt uns Gottes Güte Nun lob', mein' Seel', den Herren Nun ruhen alle Wälder. Nun schlummerst du. Nun sei, o Herr, dir Preis. Nun sich der Tag geendet hat auferstand'ner Siegesfürst O Christ, erhebe Herz und Sinn daß doch bald dein Feuer brennte O daß ich tausend Zungen hätte. daß von meinen Lebenstagen Oder wundergroßen Gnaden du allerhöchste Freude O du Schöpfer aller Dinge O Durchbrecher aller Bande Ewigkeit, du Donnerwort Ewigkeit, du Freudenwort Fels des Heils, o Gotteslamm Oft tlagt dein Herz, wie schwer es O Gott des Friedens, nimm uns an Gott, du bist der Herr der Zeit O Gott, du bist die Liebe Gott, du bist mein Preis und O Gott, du frommer Gott. Gott, du höchster Gnadenhort Gott, du unser Vater bist Gott, du kannst den Himmel Gottes Sohn, Herr Jesu Christ O Gott, mein Schuß, was soll in großer Gott, du reines Wesen. O Haupt voll Blut und Wunden Oheil'ger Geist, kehr' bei uns ein Oheil'ger Geist, o heil'ger Gott. Dhilf, Christe, Gottes Sohn D hochgelobter Gottesgeist D Jesu Christ, du wahres Licht 590 Ch. Fürchtegott Gellert. 410 3. Samuel Dieterich. 36 Karl August Döring. 472 529 Ch. Fürchtegott Gellert. 552 Fr. Gottlieb Klopstock. 169 Christ. Friedr. Neander. 422 Johann Caspar Lavater. 272 Chr. Christian Sturm. 278 Joh. Jakob Rambach. 22 598 Johann Caspar Lavater. 147 Martin Luther. 647 Caspar Neumann. 426 Martin Ninkart. 235 Johann Caspar Lavater. 60 Paul Gerhardt. 294 Johann Mich. Dilher. 432 Joh. Graumann. 654 Paul Gerhardt. 109 Franck. 234 652 Joh. Friedr. Herzog. 133 Justus Henn. Böhmer. 536 Ehrenfried Liebich. 172 Frickert. 428 Joh. Menger. 526 Aug. H. Niemeyer. 227 A. Soph., Ldgräf. v. Hess. 171 Paul Gerhardt. 213 So 558 Heinr. Calisius. Gottfried Arnold. 585 Johann Rist. 586 Erasmus Franzisci. 223 Friedr. Adolph Lampe. 547 Ch. Fürchtegott Gellert. 617 Wilhelm Hülsemann. 61 275 3. Samuel Dieterich. 12 524 Johann Heermann. 9 Konrad Hubert. 13 Johann Uttenhofen. 623 David Denicke. 359 David Denicke. 610 Johann Peter Up. 379 88 Paul Gerhardt. 148 Mich. Schirmer. 155 Bartholomäus Helder. 73 Mich. Weiß. 173 Joh. Neunherz. 397 Johann Heermann. Register. Jesu Christ, mein schönstes Licht Jesu, Jesu, Gottes Sohn Jesu, meine Wonne Jesu, meine Zuversicht Jesu, süßes Licht Jesus Christus bleib' in mir Lamm Gottes, Der du trugest Lamm Gottes, unschuldig Lehrer, dem kein Lehrer gleich Liebe, die den Himmel hat zerrissen O Liebesgluth, die Erd' und Himmel Menschenfreund, o Jesu, Lebensquell' O süßer Stand, o selig Leben. O süßester der Namen all' Otheurer Tröster, heil'ger Geist Tod, wo ist dein Stachel nun. Traurigkeit, o Herzeleid Vater der Barmherzigkeit Vater, Gott voll Gnade O Vater, nimm zum Bunde O Vater, sieh' mit Wohlgefallen Vater, unser Gott O was für ein herrlich Wesen. O welche Lieb' erweist mein Vater Welterlöser, sei gepreist O Welt, sieh' hier dein Leben O wie richtig, und wie wichtig wie selig seid ihr doch wie unaussprechlich selig wie unermeßlich ist O wundergroßer Siegesheld P. Prange, Welt, mit deinem Wissen Preis dir, daß durch der Taufe Bund Preis dir, o Herr der Herrlichkeit D. Quelle der Vollkommenheiten R. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. Ruhe ist das beste Gut Rüstet, Christen, euch zum Štreite S. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz Schaffet, daß ihr selig werdet. Schaffet, schaffet, Menschenkinder. Schmücke dich, o liebe Seele Schöpfer aller Menschenkinder. Schweiget, bange Zweifel, schweiget. Schweigt, Verächter, spottet nicht Schwing' dich auf zu deinem Gott Schwing' dich auf gen Golgatha Seelenbräutigam Seele, was ermüd'st du dich Seele, willst du Ruhe finden . 533 447 Paul Gerhardt. 446 Johann Heermann. 232 Johann Rist. 354 Ludw. Andreas Gotter. 638 Joachim Lange. 467 Johann Caspar Lavater. 104 220 Nikolaus Decius. 326 Johann Jakob Rambach. 312 Christ. Friedr. Richter. 310 Friedrich Adolph Lampe. 190 Joachim Neander. 563 Joh. Jos. Winkler. 319 Johann Caspar Lavater. 160 Justus Henn. Böhmer. 125 Gust. Gesenius. 107 Johann Rist. 187 David Denicke. 421 Wilhelm Hammerschmidt. 196 Wilhelm Hülsemann. 199 Fr. Ad. Krummacher. 418 Joh. Arndt. 388 Jakob Gabriel Wolf. 631 158 Ch. Christian Sturm. 94 Paul Gerhardt. 559 Johann Christoph Ruben. 587 Simon Dach. 589 Benjamin Schmolke. 184 Spalding. 137 Ernst Christ. Homburg. 74 Johann Job. 198 Wilhelm Hülsemann. 238 438 Balthasar Münter. 550 Joh. Jos. Winkler. 517 Joh. Caspar Schade. 549 Wilh. Erasm. Arends. 175 413 Franz. Barbara Reizin. 551 Ludw. Andreas Gotter. 229 Johann Franck. 377 Johann Jakob Rambach. 371 Joh. Adolph Schlegel. 329 Joh. Andreas Cramer. 506 Paul Gerhardt. 92 Benjamin Schmolke. 464 Adam Drese. 417 Jakob Gabriel Wolf. 230 Fr. Gottlieb Klopstock. Register. 534 Seht die Mutter dort voll Schmerzen Seid gesegnet, heil'ge Stunden Sei getreu in deinem Leiden Set Lob und Ehr' dem höchsten Gut Sei mir tausendmal gegrüßet Sei uns gesegnet, Tag des Herrn Sente dich auf uns hernieder Sieh', Herr Jesu, wir sind hier Sieh', hier bin ich, Ehrenkönig Sink' ich einst in jenen Schlummer So folg' ich dir, mein Jesu Christ So gehst du, Jesu, williglich So hab' ich nun den Fels erreichet So femand spricht: ich liebe Gott Soll dein verderbtes Herz Soll denn Alles, Alles enden Soll sich mein Geist, o Gott, zu dir Sollt' es gleich bisweilen scheinen Sollt' ich jetzt noch, da mir schon. Sollt' ich meinem Gott nicht singen Sollt' ich meinem Gott nicht trauen. Sorge, Herr, für unsre Kinder So tret' ich demnach an. So wahr der Allerhöchste lebet So wahr ich lebe, spricht dein Gott Speis' uns, o Gott, deine Kinder Stärke, Mittler, stärke fie Stark ist meines Jesu Hand Steil und dornicht ist der Pfad Tief gerührt, dein Bild im Herzen Thu' Rechnung, Rechnung will Tönet, Harfen, jauchzt, ihr Pfalmen Trau' auf Gott in allen Sachen Trauernd und mit bangem Sehnen Triumph, ihr Himmel, freuet euch Triumph, Triumph, bringt Lob und 11. Ueberwinder, nimm die Palmen Um Zion, Jesu, flossen Uns, die Gebund'nen zu befrei'n Unser Gott ist groß und mächtig Unsern Ausgang segne Gott Unter allen großen Gütern Unter tausend frohen Stunden V. Valet will ich dir geben. Bater, heilig möcht' ich leben Vater, tröne du mit Segen Vater, laß mich Gnade finden. Verleih' mir, Jesu, deinen Sinn Verleih' uns Frieden gnädiglich Versuchet euch doch selbst Verzage, Volk der Christen, nicht Voll Liebe war, o Herr, dein Leben . 71 363 527 Benjamin Prätorius. 427 Johann Jakob Schüßz. 96 Paul Gerhardt. 19 Aug. Hermann Niemeyer. 65 195 Tobias Clausnitzer. 465 Joachim Neander. 650 Fr. Gottlieb Klopstock. 535 81 Christian Cortholt. 372 542 Ch. Fürchtegott Gellert. 657 Ch. Fürchtegott Gellert. 247 661 513 Christian Titius. 382 Balthasar Münter. 430 Paul Gerhardt. 492 Johann Olearius. 669 2. J. Schlosser. 643 3. H. von Hippen. 672 Johann Jakob Spreng. 180 Johann Heermann. 644 Johann Heermann. 205 Balthasar Münter. 362 Karl Bernhard Garve. 548 Samuel Gottlieb Bürde. 39000 228 341 Johann Olearius. 114 Fr. Gottlieb Klopstock. 609 132 Johann Neunherz. 146 126 Daniel Schiebler. 128 Karl Ludwig Taddel. 325 Johann Heermann. 458 284 Friedrich Wilhelm Loder. 21 Hartmann Schenk. 543 Ernst Lange. 100 F. 2. v. Hardenberg. 576 Valerius Herberger. 183. Johann Caspar Lavater. 599 Wilhelm Hülsemann. 216 Chr. G. v. Breitenau. 545 Munbisch. 616 Martin Luther. 360 3. Justus Breithaupt. 56 75 Chr. Christian Sturm. Register. Vom Himmel hoch, da komm' ich Von des Himmels Thron Von dir, mein Gott, kommt Licht Von Furcht dahingerissen Von Gott will ich nicht lassen Vor dir, o Gott, sich findlich scheuen Vor seinen Augen leben. Wach' auf, du Geist der ersten Wach' auf, mein Herz, die Nacht ist Wach' auf, mein Herz, und singe. Wachet auf, ruft uns die Stimme Warum betrübst du dich, mein Herz Warum sollt' ich mich denn grämen. Warum willst du doch für morgen Warum willst du draußen stehen. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Es bleibt Was Gott thut, ist wohlgethan, So denken Was ich nur Gutes habe Was in der heil'gen Nacht erklang Was kränkst du dich in deiner Seelen Was mein Gott will, gescheh' all'zeit Was soll ich ängstlich klagen Was wär' ich ohne dich gewesen Was willst du dich betrüben Wär' Gott nicht mit uns diese Zeit Weg, Welt, mit deinen Freuden Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel Weil du, Herr Jeſu Christ Weine nicht, Gott lebet noch Welch' hohes Beispiel gabst du mir Welt, hinweg! ich bin dein müde Wenn Alle untreu werden Wenn Alle von mir scheiden Wenn Christus seine Kirche schützt Wenn heiße Thränen mir entfließen. Wenn ich einst von jenem Schlummer Wenn ich nur den Heiland habe. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht Wenn ich vor's Gericht soll treten Wenn junge Himmelserben. Wenn mein Stündlein vorhanden ist Wenn mich die Sünden kränken Wenn wir in höchsten Nöthen Werde munter, mein Gemüthe. Wer den Eh'stand will erwählen Wer geht froh durch's Erdenleben Wer im Herzen will erfahren Wer ist wohl wie du Ber kann vor dir, o Herr, besteh'n Wer nur den lieben Gott läßt walten Wer sich auf seine Schwachheit steu'rt Wer weiß, wie nahe mir mein Ende Wie dank' ich's, Heiland, deiner Liebe 535 49 Martin Luther. Marot. 202 170 86 Balthasar Münter. 498 Ludwig Helmbold. 474 Benjamin Schmolke. 564 N. 2. Graf v. Zinzendorf. 635 194 R. Heinrich v. Bogazky. 119 Laurentius Laurenti. Paul Gerhardt. 338 Philipp Nicolai. 505 Hans Sachs. 518 Paul Gerhardt. 491 Laurentius Laurenti. Paul Gerhardt. 28 481 Samuel Rodigast. 604 Benjamin Schmolke. 476 Ch. Fürchtegott Gellert. 54 516 483 Albrecht d. j., Markgraf zu Brandenburg. 490 CH. Christian Sturm. 369 Fr. 2. v. Hardenberg. 511 Johann Heermann. 614 Martin Luther. 70 Wehrhahn. 281 Philipp Friedrich Hiller. 323 493 Benjamin Schmolke. 321 Johann Jakob Rambach. 588 Johann Georg Albinus. 468 Fr. 2. v. Hardenberg. 332 Karl August Döring. 392 Ch. Fürchtegott Gellert. 366 Samuel Gottlieb Bürde. 640 Fr. Gottlieb Klopstock. 450 Fr. 2. v. Hardenberg. 285 Ch. Fürchtegott Gellert. 584 Johann Rist. 243 Joh. Andr. Rothe. 577 Nikolaus Hermann. 99 Justus Gesenius. 606 Paul Eberus. 649 Johann Rist. 665 Johann Olearius. 656 Wilhelm Hülsemann. 55 Laurentius Laurenti. 313 3. A. Freilinghausen. 376 480 Georg Neumark. 182 B. 2. Marperger. 250 Emilie Jul., Gräfin zu Schwarzb.- Rudolstadt. 461 536 Wie eilend fleucht des Lebens Zeit. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit Wie getrost und heiter Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. Wie groß ist unsre Seligkeit Wie heilig ist mir diese Stunde Wie jauchzt mein Geist schon hier Wie ist mein Herz so fern von dir reizend Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christ Wie schön leucht't uns der Morgenstern Wie sicher lebt der Mensch, der Wie soll ich dich empfangen Wie süß, mein Vater, ist die Pflicht Wie treu, mein guter Hirte Wie wanket ihr, betrog'ne Seelen Wie wird mir dann, mein Heiland Wie wohl ist mir, o Freund der Wir Alle, Gott und Vater, bringen Wir fleh'n um deine Gnade Wir freuen uns, Herr Jesu Christ Wir glauben All' an Einen Gott, Herrn und Wir glauben All' an Einen Gott, Schöpfer Wir liegen hier zu deinen Füßen Wir Menschen sind zu dem, o Gott Wir nah'n zu deinem Throne Wir schauen, Herr der Herrlichkeit Wir sind in Noth Wir singen dir, Immanuel. Wir übergeben uns auf's Neue Wir warten dein, o Gottes Sohn Wohlauf, Herz und Gemüthe Wohl dem, der sich mit Ernst Wohl dem, der den Herren scheuet Wohl dem, der richtig wandelt Wohl dem Menschen, der von Wohl mir, Jesus, meine Freude Wohlzuthun und mitzutheilen Wo ist ein solcher Gott, wie du Wort des höchsten Mundes Wo soll ich fliehen hin Wo soll ich hin, wer hilfet mir Wunderbarer König Register. 3. Zaget nicht, wenn Dunkelheiten Zeige dich uns ohne Hülle Zeuch ein zu deinen Thoren Zeuch uns nach dir Zieh', liebes Kind, zieh' hin Zu dir, Erbarmer, auf zu dir Zu dir, Geist, Schöpfer, flehen wir 3u Gottes Preise Tön' das Lied Zuletzt geht's wohl dem, der gerecht Zum Himmel bist du eingegangen Zur frühen Gruft wirst du 595 Joachim Neander. 253 Joachim Neander. 375 Chr. Friedr. Neander. 274 Ch. Fürchtegott Gellert. 561 Joh. Eus. Schmidt. 206 127 Karl August Döring. 179 Gottfried Benedikt Funk. 14 Martin Jorissen. 666 Paul Gerhardt. Philipp Nicolai. 573 Ch. Fürchtegott Gellert. 29 Paul Gerhardt. 659 Fr. W. Loder. 189 Gottl. Adolph. 546 463 574 Fr. Gottlieb Klopstock. 470 Wolfgang Chr. Deßler. 602 Chr. G. Ludw. Meister. 200 Karl August Döring. 145 264 262 Martin Luther. Benjamin Schmolke. 407 David Denicke. 188 627 333 624 Chr. von Stöcken. 38 Paul Gerhardt. 201 342 Phil. Friedrich Hiller. 20 Michael Schernack. 415 Jakob Gabriel Wolf. 523 Paul Gerhardt. 530 David Bruhn. 486 Joh. Adolph Schlegel. 225 Paul Weber. 544 Joh. Ludw. Paulmann. 331. 2. Konr. Allendorf. 403 Heinr. Konr. Hecker. 349 Johann Heermann. 217 Joachim Neander. 434 Joachim Neander. 487 Joh. Wilh. Reche. 16 Fr. Gottlieb Klopstock. 149 Paul Gerhardt. 140 Ludem. Elijab., Gräfin zu Schwarzb.- Rudolstadt. 244 Gottfr. Hoffmann. 423 162 A. Schlegel. 150 A. W. Möller. 596 Chr. Andr. Bernstein.. 144 245 Verzeichniß der alten und der neuen( von der II. und der XII. Rhein. Provinzial: Synode aufgestellten und durch Allerhöchste Ordre vom 4. Januar 1862 genehmigten) kirchlichen BibelLectionen, wie solche vom 1. Advent 1862 an in der evan: gelischen Kirche Rheinlands in Gebrauch sind. ( Der Abbruck dieser Lectionen in dem im Verlage von Sam. Lucas in Elberfeld erschienenen ,, Evangelischen Gesangbuch", herausgegeben nach den Beschlüssen der Synoden von Jülich, Cleve, Berg und der Grafschaft Mark, geschieht mit Genehmigung der XII. Rheinischen Provinzial- Synode, S. 55, und des hochwürdigen Consistoriums zu Coblenz vom 30. April 1866.) 1. Advent 2. 3. 4. 1. Weihnacht 2. 3. 4. 5. 6. ff ff " 1 11 Epiphanias 1. nach Epiph. t 11 " 1 ff " 1 Sonnt. nach W. Jef. 63, 7-17. Du, Herr, unser Vater. Neujahr Ps. 90. vergänglichkeit. Sonnt. nach N. Ps. 146. Gott hält Glauben. 11 ( 1 " 1 # 1 11 Erster Jahrgang. Alt. Testament. Jer. 31, 31-34. Der neue Bund. Septuagesimä Seragesimä Jef. 2, 2-5. Gesetz aus Zion. Hagg. 2, 2-10. Der Tempel der Zukunft. Jef. 40, 1-9. Stimme des Predigers in der Wüste. Micha, 5, 1-3. Bethlehem. Spr. 8, 22-36. Die Weisheit von Anfang. Jef. 49, 1-13. Das Licht der Heiden. Pf. 8. Des Menschen Ehre. Pf. 53. Allzumal Sünder. 2 Mos. 20, 1-20. Zehn Gebote. Pf. 32. Das Bekenntniß der Sünde. Pf. 42. Durst nach Gott. Pf. 50. Der Bund mehr als Opfer. Spr. 9, 1-12. Das Gastmahl der Weisheit. Pf. 119, 89-105. Freude am Gesetz. Evangelium. Luc. 1, 67-79. Zacharias Lobgesang. Luc. 13, 18-27. Das Senfforn. Luc. 17, 20-30. Das Reich Gottes inwendig. Matth. 3, 1-12. Johannis Predigt. Matth. 1, 18-23. Sohn des Höchsten. Joh. 1, 1-18.. Das Wort ward Fleisch. Luc. 2, 25-32. Simeon und die Darstellung. Luc. 4, 16-21. Das ange= nehme Jahr. Matth. 3, 13-17. Die Taufe Jesu. Marc. 1, 14-22. Die Bot schaft und die Boten. Joh. 1, 35-42. Kommt und fehet es. Joh. 1, 43--51. Nathanael. Joh. 3, 22-30. Der Täufer zu Enon. Joh. 4, 5-26. Anbetung im Geist. Joh. 6, 53-64. Das Brot vom Himmel. Joh. 7, 33-39. Jesus war noch nicht verkläret. Luc. 6, 20-35. Selig und Wehe. Luc. 9, 18-26. Du bist Christus. 538 Estomihi Invocavit Reminiscere Oculi Lätare Judica Palmarum Charfreitag 1. Ostern 2. Ostern Quasimod. Misericordias Jubilate Bußtag Cantate Rogate Himmelfahrt Eraudi 1. Pfingsten 2. Pfingsten Trinitatis 1. nach Trin. 2. 3. 4. 5. 6. 3 22 " t 11 11 Bibel- Lectionen. Erster Jahrgang. Alt. Testament. Pf. 62, 2-8. Gott hilft mir. Pred. Sal. 7, 3-9. Das Haus der Klage. Ps. 39. Weß soll ich mich " 1 trösten? Jej. 42, 1-8. Mein Knecht, der Auserwählte. Klagl. 3, 18-39. Göttliche Züchtigung. Pf. 43. Richte mich, Gott! Sach. 9, 8-12. Dein König kommt. Jes. 53, 1-7. Die Strafe liegt auf ibm. Jej. 53, 8-12. Seines Lebens Länge. Pf. 118, 14-29. Man singt vom Siege. Ezech. 37, 9-14. Die Todten wieder lebendig. Jef. 54, 7-14. Die Erbarmung. Jef. 40, 25-31. Verjüngung. Jef. 58, 1-10. Das Fasten, das Gott erwählet. Pf. 40, 2-12. Ein neu Lied. Pi. 116. Der Herr hört. Ps. 110. Sißen zur Rechten. Ps. 122. Jerusalem und die Stämme. Joel 3, 1-5. Ausgießung. Ezech. 36, 22-28. Geistliche Besprengung. Jes. 6, 1-7. Der dreimal Heilige. 1 m. 17, 1-7. Wandle vor mir. 1. M. 22, 1-18. Abrahams Versuchung. 1 Mos. 28, 10-22. Wie heilig ist diese Stätte. 2 M. 3, 1-15. Moses Beruf. 2 M. 17, 1-7. Wasser aus dem Fels. 5 m. 6, 1-9. Ein Herr. Evangelium. Luc. 10, 38-42. Eines ist noth. Marc. 2, 18-22. Das Fasten. don 1 Luc. 7, 36-50. Die Sün derin. Luc. 10. 17-22. Rückkehr der Siebenzig. Joh. 8, 12-20. Jch bin das. Licht der Welt. Joh. 11, 41-53. Lazari Auferweckung und Kaiphas Rath. Joh. 12, 1-19. Salbung und Einzug. Luc. 23, 44-49. Jesu Verscheiden. Joh. 20, 1-10. Das leere Grab. Joh. 20, 11-18. Maria. Joh. 21, 15-19. Hast du mich lieb? Joh. 15, 9-16. Die Freunde Christi. Joh. 15, 17-27. Der Welt Haß. Luc. 13, 1-9. Gottes Langmuth. Joh. 17, 1-10. Fürbitte Jesu. Buc. 11, 1-13. Er lehrt sie bitten. Joh. 17, 11-26. Nicht mehr in der Welt. Apostg. 1, 15-26. Matthias. Apoftg. 2, 1-13. Pfingst wunder. Apostg. 2, 37-47. Die Gemeine. Matth. 28, 16-20. Det Name des Vaters, des Sohnes und heiligen Geistes. Apostg. 3, 1-11. Der Lahme gehend. Apostg. 4, 1-12. Die Apostel vor dem Rath. Apostg. 4, 13-22. Wir können es ja nicht lassen. Apostg. 4, 23-37. Gebet der Gemeine. Apostg. 5, 1-11. Ananias und Saphira. Apostg. 8, 26-38. Der Kämmerer. 7. nach Trin. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20." 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. PP 2. 3. 11 ti 11 11 " 1 11 11 17 " 1 " 1 11 " " 1 19 11 11 " 1 11 11 " 1 " 1 11 11 # 1 11 " 1 11 14 " 1 11 " 1 " 1 11 " 1. Advent. Bibel- Lectionen. Zweiter Jahrgang. Alt. Testament. 5 m. 32, 1-7. Gott allein die Ehre! 5 M. 33, 1-3. Segen Mosis. 1 Sam. 3, 1-19. Samuel und Eli. 1 Sam. 7, 5-12. Dentstein der Hülfe. 2 Sam. 7, 1-16. Er soll mein Sohn sein. 2 Sam. 7, 17-29. Wer bin ich, Herr, Herr? 2 Sam. 24, 10-14. Strafe der Volkszählung. 1 Könige 3, 5-14. Salome's Bitte. 1 Könige 19, 1-18. Elia auf Horeb. 2 Chron. 15, 1-8. Der Herr ist mit euch. Ps. 130. Aus der Tiefe. Spr. 16, 1-9. Befiehl dem Herrn deine Wege. Ezech. 33, 12-20. Fromm gewesen hilft nicht. Pf. 121. Der Hüter. Pi. 125. Die Berge um Jerusalem. Ps. 127. Pf. 123. Gottes Segen. Achtung auf des Herrn Wint. Jef. 8, 9-17. Hier ist Jmmanuel. Die Gefangenen Zions. Jef. 63, 1-9. Der Tag der Rache. Evangelium. Matth. 21, 1-9. Hosianna! Luc. 21, 25-36. Das Ende. Matth. 11, 2-10. Der Täufer im Gefängniß. Joh. 1, 19-28. Das Zeugniß Johannis. 1. Weihnachten Luc. 2, 1-14. Die Geburt. Pf. 126. 539 Evangelium. Pauli Apostg. 9, 1-19. Bekehrung. Apostg. 14, 8-18. Lystra. Apostg. 16, 16-34. Der Kerfermeister. Apostg. 17, 21-34. Paulus zu Athen. Apostg. 20, 15-38. Pauli Abschied. Apostg. 26, 24-31. Paulus und Agrippa. Luc. 12, 1-8. Furcht und Furcht. Luc. 15, 11-32. Der verlorne Sohn. Luc. 9, 46-56. Die Donnerskinder. Luc. 9, 57-62. Unreife Nachfolger. Joh. 9, 1-12. Der Blindgeborne. Marc. 10, 17-27. Der reiche Jüngling. Marc. 12, 38-44. Der Wittwe Scherflein. Luc. 12, 15-23. Der reiche Narr. Marc. 12, 28-34. Das vors nehmste Gebot. Luc. 19, 1-10. Zachäus. Luc. 19, 11-27. Die Pfunde. Luc. 16, 10-17. Treue im Geringen. Luc. 12, 35-46. Wachen. Pf. 103. Vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Zweiter Jahrgang. Luc. 12, 49-57. Zeichen der Zeit. Joh. 14, 1-6. Die bereitete Stätte. Epistel. Röm. 13, 11-14. Das Heil näher. Rom. 15, 4-13. Der Heiden Hoffnung. 1 Cor. 4, 1-5. Der Herr richtet. Phil. 4, 4-7. Freuet euch! Tit. 2, 11-14. Heilsame Gnade. 540 Evangelium. 2. Weihnachten Luc. 2, 15-20. Die Hirten. Sonnt. nach W. Luc. 2. 33-40. Simeon und Hanna. Luc. 2, 21. Der Name Jesus. Neujahr Sonnt. nach N. Matth. 2, 13-23. Rahel beweint ihre Kinder. Matth. 2, 1-12. Die Weifen. Epiphanias 1. nach Epiph. 2. 3. 4. #f " 1 11 11 ff 5. 6." Septuagesimä Seragesimä Estomihi Invocavit Reminiscere " " 11 Oculi Lätare Judica Palmarum Charfreitag 1. Ostern 2. Bibel- Lectionen. Zweiter Jahrgang. Quasimod. Misericordia Jubilate Cantate Rogate Luc. 2, 41-52. Der 12jährige Jesus. Joh. 2, 1-11. Hochzeit zu Cana. Matth. 8, 1-13. Sei gereinigt. Matth. 8, 23-27. Das Schiff im Sturm. Matth. 13, 24-30. Unkraut und Weizen. Matth. 17, 1-9. Die Verklärung. 105 Matth. 20, 1-16. Der Lohn der Arbeit. Luc. 8, 4-15. Der Säemann. Luc. 18, 31-43. Die Leiden. Der Blinde. Matth. 4, 1-11. Die Versuchung. Matth. 15, 21-28. Das Cananäische Weib. Luc. 11, 14-28. Der Starke und Stärkere. sung. Joh. 8, 46-59. Ehe denn Abraham ward, bin ich. Matth. 21, 1-9. Hostanna! Die Passionshistorie. Marc. 16, 1-8. Er ist auf erstanden. Luc. 24, 13-35. Emmahus. Joh. 20, 19-31. Thomas. Joh. 10, 12-16. Der gute Hirte. Joh. 16, 16-23. Trauer urb Freude. Joh. 16, 5-15. Der Tröster. Epistel. Apostg. 6, 8.- 7, 2. und V. 51-59. Stephanus. Gal. 4, 1-7. Der Erbe ein Kind. 2 Cor. 6, 1-10. Tag des Heils. 1 Thess. 4, 1-7. Die Heiligung. Ephes. 5, 1-9. Gottes Nachfolger. Joh. 6, 1-15. Die Spei- Gal. 4, 21-31. Die Magd und die Freie. Heb. 9, 11-15. Das Sühnopfer. Phil. 2, 5-11. Erniedrigt und erhöht. Jes. 53. 1 Cor. 5, 6-8. Das Osterlamm. Joh. 16, 23-30. Gebet im Namen Jesu. Gal. 3, 23-29. Gesetz und Glaube. Tit. 3, 4-8. Freundlichkeit Gottes. Jej. 60, 1-6. Dein Licht kommt. Röm. 12, 1-6. Der vernünftige Gottesdienst. Röm. 12, 7-16. Nicht träge, was ihr thun sollt. Röm. 12, 17-21. Friedfertigkeit. Röm. 13, 8-10. Gesetzes= erfüllung. Col. 3, 12-17. Das Band der Vollkommenheit. 2 Petr. 1, 16-21. Auf dem heil. Berge. 1 Cor. 9, 24.- 10, 5. Das Kleinod für die Wettläufer. 2 Cor. 11, 19.- 12, 9. Jch bin wohl mehr. 1 Cor. 13. Die Liebe. Apostg. 10, 34-41. Petrus und Cornelius. 1 Joh. 5, 4-10. Der Glaube der Sieg. 1 Petr. 2, 21-25. Vorbild und Opfer. 1 Petr. 2, 11-20. Der gute Wandel. Jac. 1, 17-21. Alle gute Gabe. Jac. 1, 22-27. Thäter des Worts. Himmelfahrt Eraudi 1. Pfingsten 2. Pfingsten Trinitatis 1. nach Trin. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 11 11 11 11 2 11 11 11 11 11 11 " 1 11 17 11 t t " 1 17 S 11 " 1 12 17 " 1 11 4 N # 1 11 11 11 11 17 " " 1 " 1 11 18 19 Bibel- Lectionen. Zweiter Jahrgang. Evangelium. Epistel. Marc. 16, 14-20. Aufge- Apostg. 1, 1-11. Aufge= hoben gen Himmel. Joh. 15, 26.- 16, 4. Der Zeugen Geist. Joh. 14, 23-31. Wohnung machen. Joh. 3, 16-21. Also hat Gott geliebet! ounigast Joh. 3, 1-15. Nicodemus. Luc. 16, 19-31. Der Reiche und Arme. Suc. 14, 16-24. Großes Gastmahl. Luc. 15, 1-10. Zöllner und Sünder. Luc. 6, 36-42. Der Splitterrichter. Luc. 5, 1-11. Der Fischzug. Matth. 5, 20-26. Haß und sein Gericht. Marc. 8, 1-9. Woher Brot? und Zöllner. Marc. 7, 31-37. Hephata. Luc. 10, 23-37. Wer ist mein Nächster? Luc. 17, 11-19. Ein Danks barer. Matth.6, 24-34. Nicht Gott und dem Mammon. Luc. 7, 11-17. Wittwe zu Nain. Luc. 14, 1-11. Unten an! Matth.22, 34-46. Wie dünkt euch um Christo? Matth. 9, 1-8. Der Gichtbrüchige. Matth. 22, 1-14. Hochzeit lich Kleid. 541 Joh. 4, 47-54. Der Königische. Matth. 18, 23-35. Der Schalksknecht. Matth. 22, 15-22. Zinsmünze. Die nommen. 1 Petr. 4, 8-11. Gute Haushalter. Apostg. 2, 1-13. Voll heiligen Geistes. Apostg. 10, 42-48. Der Geist fiel auf Alle. Röm. 11, 33-36. Unbes greiflichkeit Gottes. 1 Joh. 4, 16-21. Gott, die Liebe. 1 Joh. 3, 13-18. Bruderliebe. Matth. 7, 15-23. Falsche Propheten. Luc. 16, 1-9. Der Haushalter. Luc. 19, 41-48. Thränen 1 Cor. 12, 1-11. Geiſtes über Jerusalem. Luc. 18, 9-14. Pharisäer 1 Petr. 5, 6-11. Demüthiget euch! Röm. 8, 18-23. Seufzen der Kreatur. 1 Petr. 3, 8-15. Allesammt gleichgesinnt. Röm. 6, 3-11. Mit Christo gestorben. Röm. 6, 19-23. Knechtschaft und Freiheit. Nöm. 8, 12-17. Schuldner nicht dem Fleisch. 1 Cor. 10, 6-13. Warnende Vorbilder. gaben. 1 Cor. 15, 1-10. Summa des Evangeliums. 2 Cor. 3, 4-9. Die Decke Mosis. Gal. 3, 15-22. Das Gesetz um der Sünde willen. Gal. 5, 16-24. Frucht des Geistes. Gal. 5, 25.- 6, 10. Im Geist wandeln. Ephes. 3, 13-21. Apostol. Fürbitte. Ephes. 4, 1-6. Einigkeit. 1 Cor. 1, 4-9. Geistlicher Wohlstand. Ephef. 4, 22-28. Tägliche Erneuung. Ephes. 5, 15-21. Vorsicht im Wandel. Ephes. 6, 10-17. Waffen= rüstung. Phil. 1, 3-11. Gebet für Alle. Phil. 3, 17-21. Jrdischer und himmlischer Sinn. 542 24. nach Trin. 25. 26. 27. 11 " 1 11 11 1. Advent 2. 3. 4. 1. Weihnachten 2. 11 11 11 11 Epiphanias 1. nach Epiph. 2. 3. 4. 5. 6. 11 Luc. 17, 20-30. Das Reich Gottes inwendig. Matth. 3, 1-12. Johannis Predigt. Matth. 1, 18-23. Sohn des Höchsten. Joh. 1, 1-18. Das Wort ward Fleisch. Sonnt. nach W. Luc. 2, 25-32. Simeon und die Darstellung. Neujahr. Luc. 4, 16-21. Das angenehme Jahr. Jas Sonnt. nach N. Matth. 3, 13-17. Die Taufe Jesu. Marc. 1, 14-22. Die Botschaft und die Boten. Joh. 1, 35-42. Kommt und fehet es! Bibel- Lectionen. Dritter Jahrgang. " " 1 Septuagesimä Seragesimä Estomihi Invocavit Neminiscere Evangelium. Matth. 9, 18-26. Das Mägdlein schläft. mmi Matth. 24, 15-28. Greuel der Verwüstung. Matth. 25, 31-46. Gericht über die Völker. Matth. 25, 1-13. Kluge und thörichte Jungfrauen.. Joh. 1, 43-51. Nathanael. Joh. 3, 22-30. Der Täufer au Enon.I Joh. 4, 5-26. Anbetung im Geist. Epistel. Coloss. 1, 9-14. Bitte für die Gemeine. Dritter Jahrgang. Evangelium. Epistel. Luc. 1, 67-79. Zacharias Hebr. 10, 19-27. Lobgesang. Luc. 13, 18-27. Das Senfforn. Joh. 6, 53-64. Das Brot vom Himmel. Joh. 7, 33-39. Jesus war noch nicht verklärt. Luc. 6, 20-35. Selig und wehe. Luc. 9, 18-26. Du bist Christus. Luc. 10, 38-42. Eins ist Noth. Marc. 2, 18-22. Das Fasten. Luc. 7, 36-50. Die Sünderin. 1 Thess. 4, 13-18. Trost um die Entschlafenen. 2 Petr. 3, 3-14. Weltende. 1 Theff. 5, 1-11. Kinder des Tages. Neuer Zugang. 2 Petr. 1, 2-9. Viel Gnade. Hebr. 12, 15-25. Sinai und Zion. 2 Cor. 4, 3-6. Licht aus der Finsterniß. 1 Joh. 1, 1-7. Das Leben ist erschienen. Hebr. 2, 6-15. Mensch geworden. 2 Petr. 1, 10-15. Sorge für die Nachwelt. Röm. 8, 24-30. Hoffnungsfeligkeit. 1 Joh. 3, 1-8. Seht welch' eine Liebe! Col. 1, 24-29. Predigt an alle Menschen. 1 Cor. 1, 20-31. Die göttliche Thorheit. Hebr. 3, 12-19. Heute! Röm. 1, 14-20. Das Evangelium, Gottes Kraft. Röm. 2, 1-11. Güte Gottes und Tag des Zorns. Röm. 2, 12-16. Das natürliche Gesez. Röm. 3, 19-26. Ohne Verdienst gerecht. Röm. 3, 27-31. Gerech', durch den Glauben. Röm. 5, 1-11. Frucht der Rechtfertigung. Jac. 3, 13-18. Weisheit von Oben. Gal. 5, 13-18. Beruf zur Freiheit. 1 Joh. 2, 12-17. Habt nicht lieb die Welt. Oculi Lätare Judica Palmarum Charfreitag 1. Ostern 2. Ostern Quasimod. Misericordias Jubilate Bußtag Cantate Rogate Himmelfahrt Eraudi 1. Pfingsten 2. Pfingsten Trinitatis 1. nach Trin. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 11 11 11 11 11 # 1 11 ff " 1 11 " 1 " 1 " 1 11 11 Bibel- Lectionen. Dritter Jahrgang. Evangelium. Suc. 10, 17-22. Rückkehr der Siebenzig. Joh. 8, 12-20. Ich bin das Licht der Welt. Joh. 11, 41-53. Lazari Auferweckung u. Caiph. Nath. Joh. 12, 1-19. Salbung und Einzug. Luc. 23, 44-49 scheiden. Joh. 20, 1-10. Grab. Joh. 20, 11-18. Jesu Ver Das leere Maria! Joh. 21, 15-19. Hast du mich lieb? Joh. 15, 9-16. Die Freunde Christi. Joh. 15, 17-27. Der Welt Haß. Luc. 13, 1-9. Gottes Lang muth. Joh. 17, 1-10. Fürbitte Jesu. Luc. 11, 1-13. Er lehrt sie bitten. Joh. 17, 11-26. Nicht mehr in der Welt. Apostg. 1, 15-26. Matthias. Apostg. 2, 1-13. Pfingstwunder. Apostg. 2, 37-47. Die Gemeine. Matth. 28, 16-20. Vater, Sohn und heil. Geist. Apostg. 3, 1-11. Der Lahme gehend. Apostg. 4, 1-12. Die Apostel vor dem Rath. Apostg. 4, 13-22. Wir können es ja nicht lassen. Apostg. 4, 23-37. Gebet der Gemeine. Apostg. 5, 1-11. Ananias und Saphira. Apostg, S, 26-38. Der Kämmerer. Apostg. 9, 1-19. Pauli Betehrung. Apostg. 14, 8-18. Lystra. Apostg. 16, 16-34. Der Kerkermeister. 543 Epistel. Jac. 1, 2-8. Die Anfechtung Freude. 2 Cor. 7, 6-13. Göttliche Traurigkeit. 1 Petr. 1, 17-25. Das theure Blut. Hebr. 12, 1-6. Aufsehen. auf Jesum. 2 Cor. 5, 12-21. Lasset euch versöhnen. 1 Cor. 15, 12-20. Der Erstling von den Todten. 1 Cor. 15, 35-49. Die Auferstehung der Todten. 1 Cor. 15, 54-58. Tod, wo ist dein Stachel. 1 Joh. 4, 1-8. Christ und Widerchrist. 1 Joh. 4, 9-16. Er hat uns zuerst geliebt. Offb. Joh. 3, 1-6. Du hast den Namen daß du lebst. Phil. 2, 1-4. Eintracht. 1 Tim. 2, 1-6. Fürbitte für Alle. Coloss. 3, 1-4. Suchet, was droben ist. 2 Tim. 2, 8-13. Halte im Gedächtniß Jesum Christ! Ephes. 2, 19-22. Christl. Haus Gottes. Ephef. 4, 11-16. Haupt und Glieder. 1 Cor. 2, 1-12. Das Geheimniß. Röm. 8, 1-11. Fleisch und Geist. Röm. 10, 1-11. Des Gefeges Ende. Ephef. 2, 13-18. Die Feindschaft getödtet. Coloff. 4, 1-6. Haltet an am Gebet. Gal. 2, 17-21. Christus kein Sündendiener. Röm. 10, 12-18. Der Glaube aus der Predigt. 1 Tim. 1, 12-17. Das theure Wort. Röm. 11, 11-21. Der wilde Delbaum. Röm. 11, 25-32. Alles beschlossen unter den Unglauben. 544 10. nach Trin. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 17 17 " f S 2 " 1 11 11 " 1 11 11 " 1 = 11 11 11 it " 1 "# 7 11 17 " 1 " 1 S 17 " 1 " 1 Bibel- Lectionen. Dritter Jahrgang. Evangelium. Epistel. Apostg. 17, 21-34. Paulus 1 Cor. 3, 10-17. Der Grund, der gelegt ist. 1 Theff. 5, 14-24. Schlußermahnung. 1 Petr. 3, 15-18. Bereit zur Verantwortung. Röm. 8, 31-39. Gott für uns! HausEphef. 6, 1-9. pflichten. 2 Thess. 3, 6-16. Christlicher Fleiß. Jac. 3, 1-10. Sünden der Zunge. zu Athen. Apostg. 20. 15-38. Pauli Abschied. Apostg. 26, 24-31. Paulus und Agrippa. Luc. 12, 1-8. Furcht und Furcht. Luc. 15, 11-32. Der verLorne Sohn. Luc. 9, 46-56. Die Donnerskinder. Unreife Luc. 9, 57-62. Nachfolger. Joh. 9, 1-12. Der Blindgeborne. Marc. 10, 17-27. Der reiche Jüngling. Marc. 12, 38-44. Der Wittwe Scherflein. Luc. 12, 15-23. Der reiche Narr. Marc. 12, 28-34. Das vornehmste Gebot. Luc. 19, 1-10. Zachäus. Luc. 19, 11-27. Die Pfunde. Luc. 16, 10-17. Treue im Geringen. Luc. 12, 35-46. Wachen. Luc. 12, 49-57. Zeichen der Zeit. Joh. 14, 1-6. Die bereitete Stätte. 2 Cor. 8, 1-9. Die Armuth Christi. 1 Tim. 6, 6-16. Großer Gewinn. 2 Cor. 9, 6-15. Unaussprechliche Gabe. Hebr. 4, 1-11. Die Ruhe. 30 Mug.01 1 Jac. 2, 8-13. Das königliche Gesetz. Jac. 1, 9-12. Niedrigkeit und Höhe. Hebr. 12, 7-13. Die Züchtigung. Jac. 5, 7-11. Die Geduld, 2 Cor. 5, 6-11. Wir wallen. 2 Cor. 4, 13-18. Trübsal ist zeitlich. 2 Cor. 13, 5-13. Prüfet euch selbst. Vierter Jahrgang. Im 4. Jahr werden die Evangelien und Episteln des 2. Jahrgangs wieder gelesen. Am 1. Advent 1866, 1870, 1874 u. s. wird wieder mit dem ersten Jahrgang begonnen. Philipp Reichert. 1882 dion 9 Inches 44 2 1 Centimetres Blue 3 2 4 Cyan 2 5 4.4 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 19 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8