650 Sing Gott that mohlaethau GREN MON Gb 5062 Nur zur Denutzung im Lecosaal 27.005.535 Gottes diecht. Ordnung eiende. Engangslied. Pfarrer. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen. Gemeinde Unen. Pfarrer: Engangsspruch Themeinde: Ehre sei dem Vate und dem Sohne un, dem heiligen Theitt, abone Cring beit zu Ereintrit Hallelugach, J es was done ties th wie es war Anfang Pharrer: Sündenbekenntnis Gemeinde: Herr, erbarme Dich Christe erbarme Dich, Herr erbarme dich über uns! Pfarrer: Gnadenverkündigung Gemeinde: Und auf foden Fried und den Menschen ein Wohl. gefallen. Pfarrer: Gebet Gemeinde: Amen! Pfarrer: Schriftlefung Gemeinde: Hallelujah, hallelu. jah, Hallelujah! oder( in der Passionszeit)! Amen! Hauptlied. Predigt. Abkündigungen. Gemeinde: Liedervers Pfarrer:( am Alter): Gebet. Vater unser. Gemeinde: Unser ʼn Ausgang Gemeindei Amen, Amen! Pifor ден Pfan Jum Pfa You Offer BIBLIA SACRA 129. Stahlstich v. Carl Mayer's KA.in Nürnberg. Glaube, Liebe, Hoffnung. Verlag v. Carl Mayer's Kimstanstalt in Nürnberg. Evangelische Kirche Großherzogthum Heffen. Darmfladi. 6. Jonghoushe Sofbuchhandlung, Berlag, 1880 Baabe Wiebe, offung aborg. Gefangbuch für die Evangelische Kirche im Großherzogthum Hessen. Darmstadt. G. Jonghaus'sche Hofbuchhandlung, Verlag. 1880. Preis: 60 Pf. Roh In Halbleinwand gebunden 70 Gb5062 2. C. Wittich'sche Hofbuchdruckerei in Darmstadt. Inhalt. I. Der Tag des Herrn Am Morgen 1-3 Zum Anfang des Gottesdienstes 4-10 Zum Schlusse des Gottesdienstes 11-14 II. Advent.. III. Weihnachten IV. Jahreswechsel V. Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. VI. Passion Begräbniß Jesu VII. Ostern VIII. Himmelfahrt IX. Pfingsten X. Trinitatisfest . ● Kirchweihe Ausbreitung der Kirche ( Missionslieder) 73-75 Nr. 1- 14 76-92 93-105 106-122 123-127 XI. Allgemeinę Lob- und Danklieder 128-147 XII. Kirche und Gnadenmittel 148-210 Kirche 148-176 165-166 167-176 15-30 31-45 46-52 53-57 58-75 LV Gnadenmittel. Wort Gottes Sakramente Heilige Taufe Confirmation Das heilige Abendmahl Vor und während der Feier 195-206 Nach der Feier 207-210 Nachfolge Christi Liebe. Gebet XIII. Wiedergeburt und Heiligung Allgemeine Fürbitte Friede und Freude Vertrauen. Buße 211-230 Glaube und Rechtfertigung 231-242 Heiligung 243-360 243-267 268-290 291-303 304-305 306-324 325-360 Jahreszeiten Frühling Sommer Herbst Winter XIV. Lieder für besondere Zeiten, Stände und Verhältnisse Morgen Mittag 177-210 177-183 184-210 184-187 ♦ Vor Tische Nach Tische. Abend 188-194 195-210 Für Kinder Am Schlusse der Woche Beruf Ehe und Hausstand Obrigkeit Predigtamt Allgemeine Noth. Krieg und Frieden 361-364 361 362 363 364 365-379 380-385 380-382 383-385 386-401 401 402-403 404-407 408-415 416 417 418-420 421-423 Nr. 211-360 361-435 Mißwachs und Theurung 424 Nernte Wetterlieder Reiſe Krankheit Am Geburtstage Im Alter XV. Die letzten Dinge Tod Sterbelieder Begräbnißlieder Beim Tode von Aeltern Beim Tode von Ehegatten Beim Tode von Kindern Gericht und Ewigkeit. Anhang. 425-427 428-429 430 431-432 433 434-435 436-476 436-457 458-466 467-468 469-471 472-476 477-500 Nr. 436-500 Gebete zur häuslichen Andacht. Gottesdienstordnung für den Geburtstag Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs. I. Der Tag des Herrn. Am Morgen. Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen 2c. ( Daß ich der Tugend Höh.) wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie werde ich in dir erfreuet, wenn er nicht stillt der Sünde Schmerz? Wie bet ich, wenn er nicht das Herz durch seine Gnade 1 Beschwertes Herz, leg mir erneuet? ab die Sorgen; era hebe dich, gebeugtes Haupt! Es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruhen hat erlaubt, da Gott zu ruhen hat befohlen und selbst die Ruhe eingeweiht; auf, auf, die ihm geraubte Zeit in seinem Dienste einzuholen. 2. Auf, laß die Welt aus deinem Sinne, dein irdisch Werk muß stille stehn; du sollst zu höherem Gewinne in deines Gottes Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten und zur Vermeh rung seines Ruhms die Werke deines Priesterthums in tief: ster Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott! ich bin vor dir erschienen und gebe auf dein Winken Acht; wie Fann ich dir gefällig dienen, 4. Kann meine Harfe lieblich klingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die finstre Nacht durchdringen, wenn mich dein Licht nicht aufwärts führt? Kann ich ein reines Opfer werden, wenn deine Flamm nicht in mich fährt und mich in deiner Lieb verzehrt und hebet von dem Staub der Erden? 5. Mein Jesus hat mein Herz so theuer zu seinem Tempel eingeweiht: hier ist dein Herd, hier ist dein Feuer, die Fülle deiner Herrlichkeit, dein Heiligthum, dein Stuhl der Gnade; dein Licht und Recht, das Himmelsbrot, des Geistes Frucht und dein Gebot erfüllen diese Bundeslade. 6. In deinem Haus will ich mir bauen die Hütte, 1 bis 2 Der Tag bis ich scheid einmal. In dessen gib mir, dich zu schauen, o Lebenslicht, den Gnadenstrahl! So feir ich recht den Tag der Sonnen, so hab ich meine Ruh in dir; ach, habe du dein Werk in mir. Vollführe, was du hast begonnen! 7. Wenn sich des Lebens Werktag enden, so ruh, von allem Frohndienst los, mein Geist in Gottes Vaterhänden, mein Leib in seiner Mutter Schooß, bis beides feiern wird dort oben, wo man in sicherm Frieden ruht, nichts denfet, redet oder thut, als dich zu lieben, dich zu loben. Chr. Wegleiter, † 1706. Mel. Gott des Himmels und der zc. 2 Gr großer Gott von alten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt: heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden; denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und des Herrn. von Herzen betet, fingt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner, als Gott loben? Was ist süßer, als sein Wort? Da das Herz, zu Gott erhoben, offen sieht des Himmels Pfort! Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigenthum; alles preiſe deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Casp. Neumann, † 1715. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht zc. 3 Licht vom Licht, erleuchte mich bei dem neuen Tageslichte; Gnadensonne, zeige dich meinem muntern Angesichte; wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbath fröhlich sei. 2. Brunnquell aller Seligkeit, laß mir deine Ströme fließen; mache Mund und Herz bereit, deiner Gnade zu genießen; streu das Wort mit Segen ein, laß es hundertfrüchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget; sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrthum mich betrüget und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. Der Tag des Herrn. 35 4. Laß mich heut und send; mit Hilf und Gnad allezeit heilig, heilig, heilig er uns regier und uns den singen und mich in die Ewig- Weg zur Wahrheit führ. feit mit des Geistes Flügeln schwingen; gib mir einen Vorschmack ein, wie es mag im Himmel sein. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein; den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt, 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Chr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Herzog Wilhelm II. von Weimar, + 1662. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies im Herzen, offenbare dich doch mir, sende meiner Andacht Kerzen immer neues Feuer zu, o du Liebesflamme du! 6. Dieser Tag sei dir geweiht; weg mit allen Gitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zube reiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. B. Schmold,+ 1737. Zum Anfang des Gottesdienſtes. 4 om domm, heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast zur Einigkeit des Glaubens. Hallelujah! Hallelujah! Alte Kirche. 6 Niebster Jeſu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß verhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herr5 Herr Jesu Christ, dich lichkeit, Licht vom Licht, aus zu uns wend, den heilgen Geist du zu uns Gott geboren, mach uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund 4 Der Tag des Herrn. Mund und Ohren; unser wie wird an diesem Orte Bitten, Flehn und Singen meine Seele fröhlich sein! laß, Herr Jesu, wohl ge- Hier ist Gottes Angesicht; lingen. Tob. Clausniker,+1684. hier ist lauter Trost und Licht. Mel. Ach, was soll ich Sünder zc. ( Sollt ich meinem Gott nicht trauen.) 7 He err, es ist ein Tag erschienen, der mich in den Himmel weist und an Gott gedenken heißt; darum komm ich, dir zu dienen; richte du mich selber zu, daß ich deinen Willen thu. 2, Stille selbst an diesem Morgen den verwirrten Lauf der Welt, der uns hier ge: fangen hält; brich die Nacht der eitlen Sorgen, daß ich heut, von allem frei, dir allein ergeben sei. 3. Kröne mich mit deinen Gaben, zich mich an mit deiner Kraft, die den neuen Menschen schafft; ach, was Freude werd ich haben, wenn das Herz in meiner Brust sucht am Herren seine Lust. 4. Laß die Predigt wohl gelingen, steh auch deinem Worte bei, daß es in mir kräftig sei. Unser Beten, unser Singen, und was sonst noch wird gethan, siehe du mit Gnaden an. C. Neumann,+ 1715. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir; wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Seuch in meinem Herzen ein, laß es deinen Tempel sein. Gottes Haus mich ein; ach, 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten dir ein lieblich Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herz zu dir empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Saatkorn in mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; Mel. Gott des Himmels zc. 8 Thut mir auf die schöne speiſe mich mit Himmelsbrot, in tröste B. Schmold, † 1737. Der Tag des Herrn. 5 Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. Lehr uns, wie wir selig werden; lehr uns, wie wir unsre Zeit, diese kurze Zeit auf Erden, nüßen für die Ewigkeit. 9 Herr err, vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt; ach, verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unfre schwachen Lieder und sich gnädig auf uns nieder. 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in unfre Seelen dringen. Laß es unsern Sinn erneuen und das Herz mit Trost erfreuen. 3. Dein Gebot mach uns bekannt, und hilf selbst es treulich üben, dich und den, Zum Schlusse des Gottesden du gesandt, Jesum Chridienſtes. stum, herzlich lieben, daß kein Schmerz und keine Freude mel. Liebster Jesu, wir sind zc. uns von deiner Liebe scheide. 11 Unsern Ausgang Dan. Schiebeler, † 1771. Gott, 3. Nun so lege Licht und Liebe, Kraft und Feuer auf dein Wort; laß es mit lebendgem Triebe in uns wirken fort und fort; hilf uns, daß wir treu bewahren, was wir in das Herz ge= faßt, und laß andre auch erfahren, daß du Lebensworte hast. K. J. Ph. Spitta, † 1859. 100 wie freun wir uns sern Eingang gleichermaßen; segne unser täglich Brot, fegne unser Thun und Lassen, fegne uns mitſelgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. der Stunde, da wir dir, Herr Jesu, nahn, um aus deinem heilgen Munde Lebensworte zu empfahn! Laß uns heute nicht Hartm. Schend, † 1681. mel. Unser Herrscher, unser König zc. vergebens Hörer deines Wor: 12 Bater, dir fei Preis tes sein; schreibe jelbst das Wort des Lebens tief in unire Herzen ein. Mel. O Durchbrecher aller Bande zc. ( O du Liebe meiner Liebe.) 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen: großer Meister, rede du; sieh, wir hören deiner süßen Rede heilsbegierig zu. uns so wohl gelehrt, daß dein Werk an uns gelungen, daß wir jetzt dein Wort ge= hört; laß die Lehr den Glauben stärken, mach uns reich an guten Werken. 6 2. Jesu, dein Wort ist sehr süße, habe Dank für dieſe Lehr! Lenke nur auch unsre Füße, daß wir wan deln dir zur Ehr; laß uns deinen Trost erquicken, bis wir deinen Thron erblicken. 3. Heilger Geist, schreib alle Worte nun in unsre Herzen ein, daß man stets an allem Orte deren eingedenk mag sein, daß wir täglich Früchte bringen und im Himmel Amen singen. Mich. Wiedemann, 1719. Der Tag des Herrn. Mel. Christus, der ist mein Leben 2c. 14 Ach fei mit deiner Gnade bei uns, Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. fortan nicht schade des bösen Herr Jesu Christ, daß uns 13 Höchfter Gott, wir Feindes Lift. danken dir, daß du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben; gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke. 2. Uns, o Vater! lehrest du, was wir thun und glauben sollen; schenk uns deine Kraft dazu, gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohl gelingen. 3. Gib uns, eh wir gehn nach Haus, deinen väterlichen Segen, breite deine Hände aus, leite uns auf deinen Wegen, laß uns hier im Segen gehen, dort geſegnet auferstehen. Joh. Ad. Haßlocher,+ 1726. 15 Thür, die Thor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, 2. Ach fei mit deiner Liebe, Gott Vater, um uns her; denn wenn uns die nicht bliebe, fiel uns die Welt zu schwer. 3. Ach heilger Geist, behalte Gemeinschaft allezeit mit unserm Geist und walte nun und in Ewigkeit. C. B. Garve, 1841. II. Advent. gelobet fei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rath! 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Scep ter ist Barmherzigkeit; all unfre Advent. ERGÄNZUNGEN zu den Gottesdienstordnungen Diese Seite bitte auf die letzte Seite der Gottesdienstordnungen kleben. Jein Wort beständig hält und 7 ITschentinder, das Herz 6 Der Tag des Herrn. 2. Jesu, dein Wort ist Kraft dazu, gib zum Wiſsen fike. hahe Dank für much and mem ſehr di 16 un del dei all He an der lid Hi Mel 13 du hilj wir lebe fold fei 2 du, ben 15 mac Her Kön Heil der brin ERGÄNZUNGEN zu den Gottesdienstordnungen Das Gebet des Herrn Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung; sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Das nicaenische Glaubensbekenntnis Ich glaube an den einen Gott/ den Vater/ den Allmächtigen/ Schöpfer Himmels und der Erden/ all des, das sichtbar ist und unsichtbar. Und an den einen Herrn Jesus Christus/ Gottes einigen Sohn/ der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt/ Gott von Gott Licht vom Licht/ wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott/ geboren, nicht geschaffen/ mit dem Vater eines Wesens/ durch welchen alles geschaffen ist/ welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel kommen ist und ist leibhaft worden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria/ und Mensch worden auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus/ gelitten und begraben/ und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift/ und aufgefahren gen Himmel/ und sitzet zur Rechten des Vaters/ und wird wiederkommen in Herrlichkeit/ zu richten die Lebendigen und die Toten/ des Reich wird sein ohn Ende. Und an den Heiligen Geist/ der da ist Herr und macht lebendig/ der von dem Vater und dem Sohne ausgeht/ der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehrt wird der durch die Propheten geredet hat. Und die eine heilige allgemeine apostolische Kirche. Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden/ und warte auf die Auferstehung der Toten/ und das Leben der zukünftigen Welt. Amen. unre Advent. 7 unsre Noth zu End er brinat, der Sünder Trost und Rath 17 Luthers Erklärungen zu den drei Glaubensartikeln 1 Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alie Güter; mit aller Notdurft und Nahrung dieses Leibes und Lebens mich reichlich und täglich versorget. wider alle Fährlichkeit beschirmet und vor allem Übel behütet und bewahret; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit; des alles ich ihm zu danken und zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. 2 Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels; nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. 3 Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet, heiliget und bei Jesus Christus erhält im rechten, einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt und am Jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in Christus ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Herz 6 2 18 Der Tag des Herrn. hoin Mort ist Praft dazu aih zum Mision Neue Formen für das Lobopfer und Bekenntnis des Glaubens ( aus der Agende für Kurhessen- Waldeck) 5 Wir loben und preisen dich/ Gott, den allmächtigen Vater. Du hast uns und alle Welt ins Leben gerufen/ und waltest über uns mit deiner Güte und Treue. Wir danken dir und beten dich an. Wir loben und preisen dich/ unseren Herrn Jesus Christus. Du bist das ewige Wort des Vaters/ und hast uns seine Liebe offenbart. Du hast unser Menschenlos getragen/ und unsere Schuld auf dich genommen. Du bist am Kreuz für uns gestorben. Von den Toten auferweckt, bist du uns nahe mit deinem Trost/ und rettest uns im Gericht. Wir danken dir und beten dich an. Wir loben und preisen dich/ den Heiligen Geist. Du hast uns durch die Taufe zum Glauben gerufen/ und erleuchtest uns durch die Predigt des Evangeliums. Du stärkst uns in der Liebe durch die Feier des heiligen Mahles/ und gibst uns eine Hoffnung, die auch der Tod nicht zerstört. Aus allem, was Menschen trennen kann, sammelst du uns in der einen heiligen Kirche zum Dienst in dieser Welt und willst uns vollenden in deinem ewigen Reich. Wir danken dir und beten dich an. Dir, unserem Gott, sei Ehre in Ewigkeit. Amen. 6 Wir glauben an Gott, den allmächtigen Vater/ und danken ihm. Er hat die Welt und die Menschen geschaffen/ und erhält uns und unseren Nächsten am Leben. Wir glauben an Jesus Christus, Gottes Sohn/ und danken ihm. Er ist zu uns Menschen gekommen/ am Kreuz für uns gestorben/ und aus dem Tode auferstanden. Er offenbart uns Gottes Liebe/ und verheißt uns sein Heil. Er ist unser und aller Menschen Herr und Richter jetzt und in alle Zukunft. Wir glauben an den Heiligen Geist/ und danken ihm. Er wirkt in uns durch die Taufe, die Predigt und das Abendmahl den Glauben an Gott/ und die Liebe zu den Menschen. Er vereinigt die Christen aus allen Völkern und Rassen zu einer Kirche. Er vergibt uns unsere Schuld schenkt uns ein neues Leben/ und wird uns auferwecken von den Toten. Ihm, unserem Gott, sei Ehre in Ewigkeit. Amen. unfre Advent. unsre Noth zu End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von That! 7 der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie einst prophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Owohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat; wohl 3. Zions Hülf und Abrams allen Herzen insgemein, da Lohn, Jacobs Heil und dieser König ziehet ein! Er Davids Sohn, Wunderbar, ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat! Rath, Kraft und Held hat fich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil, dir Hosianna, o mein Theil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 4. Macht hoch die Thür, die Thore weit, das Herz zum Tempel macht bereit; die Palmen der Gottseligkeit streut hin mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rath, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Hei land, Jesu Christ, des Herzens Thür dir offen ist; auch zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit; dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! G. Weißel,+ 1635. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sündenlust. 6. Und wie du voll Sanftmuth kamst, jedes Armen dich annahmst, also ſei auch jederzeit deine Sanftmuth mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, daß im Glauben ich fortan treu dir bleibe zugethan; 8. Daß, wenn du, o Lebensfürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. H. Held, um 1660. Mel. Nun komm, derHeidenheilandic. Mel. Von Gott will ich zc. 16 Gott sei Dant durch alle Welt, der ſein Wort beſtändig hält und 17 Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz 10 da Fried und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichthum thut. Advent. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als dein getreues Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großer Jammerslast, die kein Mund aus kann sagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtesHeer, bei welchem Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, thr habet die Hilfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sünden schuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem alle Macht und List der Feinde viel zu wenig zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum Licht, zur ewgen Wonne in deinen Freudensaal. P. Gerhardt,+ 1676. mer. Wie nach einer Wasserquelle zc. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 21 W arum willst du draußen stehen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern, du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit. Hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht fraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein Advent. ein Stäublein armer Erd? hab ich Lust, was ist sie werth? Was ists, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht gereue? 3. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man erst recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, fomm, laß dich erblicken. 4. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jego kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüth und Seele, flag ihm, was dich drück und quäle. 5. Alles dient zu deinem Frommen, auch was bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. P. Gerhardt,+ 1676. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen 2c. ( Sollt ich meinem Gott nicht trauen.) 11 was uns gebricht. O du starker Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Thür steht dir offen, komm zu mir. 22 Kommst du, kommſt du, Licht der den? Ja, du kommst und säumest nicht, weil du weißt, 2. Ja, du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Gottes Sohn! Meine Sinnen spüren schon deinen gnadenvollen Segen und die Wunder deiner Kraft, welche Frucht und Leben schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin! Schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; denn zu lieben dich, mein Licht, steht in meiner Kraft sonst nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüthe, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preiſe für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenslang- wiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld, mich zu dir sein hoch erhaben; dann so will ich für und für Hostanna singen dir. E. Ch. Homburg, † 1681. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag zc. 23 Nun kommt das neue Kirchenjahr, deß freut sich alle Christenschaar. Dein König kommt, 1* drum 14 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c.( Mein ganzer Geist.) er Advent. 27 Lobsinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das Heilig, Heilig singen! Er kommt, der eingeborne Sohn, und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir von den Sünden Rettung finden; höchstes Wesen, durch dich werden wir geneſen. 2. Willkommen, Friedefürst und Held, Rath, Vater, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du kleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch, und willst, der Welt zu gut, selbst unser Bruder werden. und dir und unfrem Nächsten treu, aufrichtig, ohne Heuchezu dir flehn wir: hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen, und des Fleisches Lust bezwingen. 5. Laß uns zu unserm ewgen Heil an dir im wahren Glauben Theil durch deinen Geist erlangen; auch wenn wir leiden, auf dich sehn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde hangen; bis wir zu, dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben und in deinem Reiche leben. S. Diterich, † 1797. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet zc. ( Wie groß ist des Allmächtgen Güte.) Ja du, Jesu, kommst uns 28 Was wär ich ohne dich Armen voll Erbarmen nun entgegen, wandelst unsern Fluch in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit; sei hoch dafür gepriesen! O Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns bewiesen! Von dir, da wir im Verder: ben müßten sterben, kommt das Leben: O was fannst du Größres geben! 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz, bereit, vor dir zu wandeln, Was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Aengsten außerlesen, ständ ich in weiter Welt allein. nichts wüßt ich sicher, das ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund, und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge kund? 2. Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir nächtlich jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh im Getümmel und hoff Advent. 15 erst den Himmel offen als unser wahres Vaterland; wir konnten glauben mun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. hoffnungslosen Gram zu Haus; wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich ſeiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsterniß! Durch ihn erhalt ich tausend Gaben, durch ihn bin ich ja Gottes Kind; gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt sind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein; streckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen Die Glaubens mit und werdent, 29 Herr, wir fingen auch denen ist er aufgethan. 5. Das Herz, des Lebens reichste Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes Richter schwerte verschlang der Hoff nung Ueberrest. 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschen sohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir 7. Noch steht in wundersamem Glanze der heilige Geliebte hier; gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue, weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieſes reift. Novalis( Fr. v. Hardenberg), +1801. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. ( Herr, wir singen deiner Ehre.) erbarm dich unser und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an. Herr, wir danken voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unſre Brust das Leben und schenkest uns der Erde Glück; um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkest uns des Himmels 16 mels Glück. Du gibst das Leben, Gott! Du sendest uns den Tod nur zum Segen, bist liebevoll; nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du. Advent. 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade er barmend vor uns überging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück; von der Sünde, von ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehen. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod be zwungen; ein neues Lied werd ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge, tönt, tönt zum Himmel! Erschallt schon hier! Einst knieen wir an seinem Thron und beten an. 3. 3. Eschenburg,+ 1829. Mel. Ach Jesu, meiner Seelen Freude zc. ein König kommnt 30 sanftmüthig auf der Eflin Füllen; empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspalmen, bestreu den Pfad mit grünen Halmen; so ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, 0 Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren; doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. von 3. Dein Reich ist nicht dieser Erden; doch aller Erden Reiche werden dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schaar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn." 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen; es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jezt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört! Noth ist es, daß du selbst hienieden kommst, zu dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finster Weihnachten. Finsterniß erliegen, und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die III. eihnachten. 31 s ist ein Ros ent- soll eur Freud und Wonne sprungen aus sein. einer Wurzel zart, als uns die Alten fungen, von Jesse kam die Art, und hat ein Blümlein bracht mitten im falten Winter, wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesaias sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ewgem Rath hat sie ein Kind geboren, wohl zu der halben Nacht. Aus dem 16. Jahrhundert. 17 Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Fr. Rückert,+ 1866. Ein Kinderlied auf die Weihnachten vom Kind lein Jesu. ( Vom Himmel kam der.) 32 Vom om Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute neue Mähr; der guten Mähr bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn, von einer Jungfrau auserkorn, ein Kindelein, so zart und fein, das 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Noth; er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott, der Vater, hat bereit, daß ihr in seinem Himmelreich mit uns sollt leben allzugleich. 5. So merket nun das Zeichen recht: die Krippen, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Deß laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beicheert, mit seinem lieben Sohn ver= ehrt. 7. Sei uns willkommen, edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir: wie soll ich immer danken dir? 8. Ach, Herr, du Schöpfer allerDing, wie bist du worden so Weihnachten. 18 so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, der in dem Schooß des Vaters saß! 9. Und wär die Welt viel mal so weit, mit Edelstein und Gold bereit, so wäre sie doch viel zu klein, um eine Wiege dir zu sein. 10. Der Sammet und die Seiden dein, das müssen Heu und Windeln sein, worin du König, groß und reich, herprangst, als wärs dein Himmelreich. 11. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 12. Ach, du herzlieber Jesu mein, mach dir ein Bette sanft und rein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein; 13. Davon ich allzeit fröh: lich sei, zu springen, singen immer frei zu Ehren dir, o Gottessohn, mit Herzenslust den süßen Ton. 14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn; deß freuet sich der Engel Schaar und singet uns solch neues Jahr. Luther, † 1546. deß freuet sich der Engel Schaar. Hallelujah! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Hallelujah! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schooß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Hallelujah! 4. Das ewge Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Hallelujah! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward, und führt uns aus dem Jammerthal, macht Erben uns in seinem Saal. Hallelujah! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und uns im Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Hallelujah! 7. Das hat er alles uns gethan, fein groß Lieb zu zeigen an; deß fren sich alle Christenheit und dank ihm deß in Ewigkeit. Hallelujah! Luther, † 1546. 33 Ge elobet seist du, Jefu Chrift, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, dasist wahr; seinem höchsten Thron, der heut 34 Lobt Gott, ihr Chriz in Weihnachten. heut schleußt auf sein Him: melreich und schenkt uns sei nen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schooß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Der Herr begibt sich der Gewalt, wird niedrig und gering, nimmt an sich eines Knechts Gestalt, derSchöpfer aller Ding. 4. Er wechselt mit uns wunderbar, nimmtFleisch an, wird uns gleich, und beut uns Gottes Klarheit dar in seines Vaters Reich. 5. Er wird ein Knecht, und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein! Wie könnte doch sein freundlicher das liebe Christkindlein. 6. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis. N. Hermann,+ 1561. soll röhlich 35 Ferze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft jauchzt und ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu Gute; Gottes 19 Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Nun, er liegt in ſeiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder. 5. Ei, so kommet ohn Verweilen, stellt euch ein, groß und klein, laßt uns zu ihm eilen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 6. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 7. sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindtjen Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost: hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 8. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände. Hier sind alle guten Gaben und das Gold, dran ihr sollt eure Herzen laben. Weihnachten. 20 9. Süßes Heil! laß dich umfangen, laßmich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben, nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 10. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier und mit dir heimfahren; mit dir will ich endlich schweben voller Freud, ohne Zeit dort im andern Leben. P. Gerhardt,+ 1676. Mel. Erschienen ist der herrlich zc. 36 Wir fingen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Hallelujah! 2. Vom Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schaar. Hallelujah! 3. Ach, daß der Herr aus Zion käm und unfre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hilfe bräch herein, so würde dein Volk fröhlich sein. Hallelujah! 4. Nun, du bist hier, da liegeſt du, hältst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Hallelujah! 5. Du kehrst in fremde Hausung ein und sind doch alle Himmel dein; du liegst an einer Menschenbrust und bist doch aller Engel Lust. Hallelujah! 6. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid; du bist der größte Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind. Hallelujah! 7. Jch aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Hallelujah! 8. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es fann, wirst du in Gnaden nehmen an. Hallelujah! 9. Darum hab ich so guten Muth, du wirst auch halten mich für gut; o Jesu Christ, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Hallelujah! 10. Und bin ich gleich der Sünde voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, so kommst du doch deßwegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Hallelujah! 11. So faß ich dich nun ohne Scheu; du machst mich allesJammers frei; du trägſt die Schuld, erwürgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Noth. Hallelujah! 12. Du bist mein Haupt, hin Weihnachten. 21 hinwiederum bin ich dein satt mich sehen, und weil Glied und Eigenthum, und will, so viel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Hallelujah! ich nun nicht weiter kann, so preis ich, was geschehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 13. Ich will dein Hallelujah hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Hallelujah! p. Gerhardt,+1676. Mei. Nun freut euch, lieben Christen 2c.( Es ist das Heil uns.) 37 ch steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben! Ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Muth, nimm alles hin, und laß dirs wohlgefallen. 2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erforen; eh ich noch war ans Licht gebracht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden. 3. Jch lag in tiefer Todes: nacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werthe Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann nicht 5. Wenn oft mein Herz vor Leide weint, und keinen Trost kann finden, da ruft mirs zu: ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden; was trauerst du, o Bruder mein? Du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle deine Schulden. 6. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden; suchst meiner Seele Trost und Freud durch dein selbsteignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß mich deine Wohnung sein, komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden. wie gering ich dich bewirthen 8. Zwar sollt ich denken, werde; du bist ein Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde; doch bist du ein so lieber Gast, daß du noch nie verschmähet haft den, der dich gerne siehet. P. Gerhardt, † 1676. 22 Weihnachten. Mel. O, daß ich tausend zc. ( Wer nur den lieben Gott, Nr. 2.) 38 Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freunddem alle Engel dienen, bringt Licht und in meine Dunkelheit; dieses Welt- und Himmels licht weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen dereinst am Ende dieser Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. K. F. Nachtenhöfer, † 1685. Mel. Lobe den Herren, den 20. Himmel, 39 Ffrchlottet, ihr Engel, in Chören! Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! Sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gottund der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden: Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Heerden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste geneiget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, träget und tilget die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimniß verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze voll Liebe mir Weihnachten. mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demuth versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren; komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren! Wohne in mir, mache ganz eins mich mit dir, in dir zum Leben erforen. 8. Menfchenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben; gib mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, völlig mich dir zu ergeben. G. Terstegen, † 1769. Mel. Vom Himmel hoch zc. ( Vom Himmel kam der.) 40 Di jies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward, da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 23 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir:„ Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern." Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schooße sist? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! Weihnachten. 24 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. F. Gellert, † 1769. M. v. Schenkendorf, † 1817. Mel Vobe den Herren 2c. Mel. Kommt her zu mir 2c. 41 Brich an, du schönes 42 Ehre sei Gott in der Morgenlicht! Das ist der alte Morgen nicht, der täglich wiederkehret; es ist ein Leuchten aus der Fern, es ist ein Schimmer, ist ein Stern, von dem ich längst gehöret. Höhe! Der Herr ist geboren! Laßt uns ihm singen, o Christen, auch wir sind erkoren, sein uns zu freun und durch ihn selig zu sein; Christen, wir sind nicht verloren. 2. Nun wird ein König aller Welt, von Ewigkeit zum Heil bestellt, ein zartes Kind geboren; der Teufel hat sein altes Recht am ganzen menschlichen Geschlecht verspielt und schon verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit, es naht die selge Gotteszeit der Freiheit und der Liebe: Wohlauf, du frohe Christenheit, daß jeder sich nach langem Streit in Friedenswerken übe. der Krippe liegt ein Kind mit lächelnder Geberde. Wir preisen dich, du Sternenheld! Willkommen, Heiland aller Welt! Willkommen auf der Erde! 4. Ein ewig festes Liebesband hält jedes Haus and jedes Land und alle Welt umfangen; wir alle sind ein heilger Stamm, der Löwe spielet mit dem Lamm, das Kind am Nest der Schlangen. 5. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt? Hier in 2. Schatten und Dunkel bedeckten den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien, Nächt verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor der Altären. Jesus erschien, und es ward Friede durch ihn singet es laut ihm zu Ehren 4. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben ha er durch ihn, den Geliebten uns allen gegeben. Bis in das Grab stieg er Himmel herab, einst une zum Himmel zu heben. vom 5. Selige Aussicht! Wie werd ich im Lichte der Höhe Retter Weihnachten, Retter, dich preifen, wenn dort ich verherrlicht dich sehe! Danket schon hier, Christen, o dankt ihm mit mir: Ehre fei Gott in der Höhe! A. H. Niemeyer, † 1827. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir 2c. ( Ich komme vor dein Angesicht.) 43 Lobgefang! Er, dem das Lied der Engel klang, der hohe Freudentag ist da, lobsinget ihm: Hallelujah! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns das Lebenslicht gebracht; nun leuchtet uns ein milder Strahl wie Morgenroth im dunklen Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, von schlichtem Pilgerkleid umhüut, und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmelreich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn uns, seine Brüder, auch hinan, und wandelt unser Pilgerkleid in Sternenglanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lebgesang! Er, dem der 25 Engel Lied erklang, der hohe Freudentag ist da, ihr Christen, singt Hallelujah! F. A. Krummacher,+ 1845. Mel. Valet will ich dir gebet 20. 44 Grfüllt sind Stund und Zeiten, der neue Tag bricht an; das Licht der Ewigkeiten tritt Mitternacht verschwiegen hat es sich eingestellt; die Engel Gottes fliegen und rufens in die Welt. 2. Hier liegts im Mutterschooße, und ist noch schwach und klein; nur zu geringem Loose scheint es beſtimmt zu fein, als sollt es sich verlieren in tiefer Dunkelheit, und doch soll es regieren die Welt in Herrlichkeit. 3. Es muß vor diesem Lichte der Erde Glanz vergehn, vor diesem Angesichte die Sonne finster stehn. Sein still verborgnes Wesen hat eine solche Macht, daß Kranke drin genesen und Todtes neu erwacht. 4. Es freuen sich die Arzen, die Müden in dent Schein; es ladet voll Erbarmen die Schwachen zu sich ein; die Stolzen nur erquicken sich nicht an seinem Strahl; nur den verkehrten Blicken ist dieses Licht zur Qual. 2 Weihnachten. 26 5. D Licht, laß uns hienieden als deine Kinder stehn, bis wir dereinst in Frieden den höhern Aufgang sehn! Jesu, Stern der Gnade, des Vaters Glanz und Zier, leucht auf unsre Pfade, damit sie gehn zu dir. Chr. R. Puchta, † 1858. Mel. Aus meines Herzens Grunde 2c. ( Schwingt, heilige Gedanken.) 45 Der heilge Christ ist der theure Gottessohn; deß freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron; auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufge: gangen, die lange Nacht ist hin'; die Sünde liegt gefangen, erlöst ist Herz und Ginn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos. Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschooß; er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend ſeinen Hulden, ein. Mel. Herr Jesu Christ, dich ze. 46 Das as alte Jahr vergangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Noth uns and Gefahr behütet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, den ewgen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron: du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da; er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! E. M. Arndt,+ 1860. IV. Jahreswechsel. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, der Seelen höchsten Trost und Hort; vor Jrrlehr und Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn die Sündenbahn, und fromm zu werden fangen an. Der Sünd im alten nicht gedenk, ein gnadenreich neu Jahr uns schenk. Jahreswechsel. 5. Hilf christlich leben stetiglich, in dir einst sterben seliglich, und darnach fröhlich auferstehn, und mit dir in den Himmel gehn; 6. 3u loben und zu preisen dich mit allen Engeln ewiglich. Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. Von 3. Steuerlein u. 3. Tapp, um 1620. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. 47 ilf, Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich gerathen und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten, kehr ich heim, steh mir zur Seiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Chr; hilf, daß ich mich ſtets 27 bemühe, dich zu preisen mehr und mehr. Laß mein Bitten, Flehn und Singen zu dir in den Himmel dringen. 5. Laß dieß sein ein Jahr der Gnade, laß bereun mich meine Sünd; hilf, daß sie mir nimmer schade und ich bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 6. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, sieh, wie sehr ich mich betrübe, ja voll Angst und Zagen bin; stärke mich in meinen Nöthen, daß mich Sünd und Tod nicht tödten. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich chriſtlich tonne leben, sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 8. Jesu, richte mein Beginnen, Jesu, bleibe stets bei mir; Jesu, zähme mir die Sinnen, Jesu, sei nur mein Begier; Jesu, sei mir in Gedanken, Jesu, lasse nie mich wanken. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Joh. Rift, † 1667, 28 Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren 2c.( Wach auf, mein Herz, und singe.) 48 Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum Jahreswechsel. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 10. Sei der Verlassnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten. Gabe, der Armen Gut und habe. 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen ſehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 11. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge: wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 4. Also auch und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübsal blizen, in seinem Schooße sitzen. 5. Ach, Hüter unsers Le bens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. Mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob ſei den starten Händen, die 49 Abermals ein Jahr alles Herzleid wenden! 0 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. verflossen, näher zu der Ewigkeit! Wie ein Pfeil wird abgeschossen, so vergehet meine Zeit, Jehovah Zebaoth! Unveränderlicher Gott! Ach, was soll, was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtig Wesen! Ich versink in Angst und Noth; denn mein Beten, Singen, 12. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 13. Das alles wollst du geben, o unsres Lebens Leben, uns und der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. P. Gerhardt,+ 1676. Jahreswechsel. Singen, Lesen, ach, das ist so träg und todt. Heilig! Heilig! Heiliger! Großer Seraphinen- Herr! Wehe mir! ich muß vergehen: denn wer kann vor dir bestehen? 3. Aber du bist auch sanft müthig, o getreues Vater4. Auf, mein Herz, gib dich nun wieder ganz dem Friedensfürsten dar! Opfre dem des Dankes Lieder, welcher frönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an, das zum Ziel dich führen kann, wo du durch ein selig Sterben wirst die Himmels: fron ererben. 5. Soll ich denn in dieser Hütten mich ein Zeit lang plagen noch, so wirst du mich überschütten mit Geduld, das weiß ich doch. Trag auf deinem Herzen mich, Jesu Christe, dir will ich heut von neuem mich verschreiben, dir auf ewig treu zu bleiben. 29 herz! In dem Bürgen bist 50 Durch Trauern und des gütig, der Todes Schmerz. Steh ich nicht in deiner Hand eingezeichnet als ein Pfand, das du ewig willst bewahren vor des bösen Feindes Schaa: durch Plagen, durch Noth, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch Sorgen groß und klein bin ich, Gott Lob, gedrungen; dies Jahr ist nun dahin; dir, Gott, sei Lob gesungen! Bewegt ist Herz und Sinn. ren? 6. An dem Abend und dem Morgen, Gott, mein Rath, besuche mich; laß der Heiden Nahrungssorgen nimmer scheiden mich und dich; prüf mich jeden Augenblick, gib, daß ich mein Haus beschick, daß ich wache, bet und flehe, ehe denn ich schnell vergehe. 3. Neander,+ 1680. met. Herzlich thut mich verlangen zc. ( Befiehl du deine Wege.) 2. Der du mich hast erbauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Theil. Du hast mich wohl erhalten, du bist mein Trost und Hort; dich laß ich ferner walten; Herr, führ mich fort und fort. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich; gib, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich; dir ist mein Will ergeben, ja er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armuth drücken? Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? Ja, Herr, Jahreswechsel. 30 Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen? Ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in lengsten schweben? Mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krank heit leiden? Ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr be schlossen; Herr, deine Gnade sei heut auf mich neu er gossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. G. W. Sacer, † 1699. es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen, so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gnadenzeichen, unfres Landes bestes Theil, dem kein Kleinod zu vergleichen, Jesus, unser Schutz und Hort, bleib uns Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 51 Jesus soll die Losung Lofung fort und fort. sein, da B. Schmold,+ 1737. Jahr erschienen; Jesu Namen soll allein denen zum Mel. Es ist das Heil uns 2c. Paniere dienen, die in ſeinem 52 Gott ruft der Sonn Bunde Wegen gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in der Gemeinde schallen; und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird Mond, das Jahr darnach zu theilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dant ertheilen! 2. Herr, der da ist und der da war! Von dankerfüllten Zungen sei dir für das Jahreswechsel. das verflossne Jahr ein heilig Lied gesungen, für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. in 3. Laß auch dieß Jahr ge: segnet sein, das du uns neu gegeben, verleih uns Kraft die Kraft ist dein deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Hilf deinem Volke vä- 31 terlich in diesem Jahre wie der; erbarme der Verlassnen dich und der bedrängten Glieder; gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder: Mel. Unser Herrscher, unser 2c. 53 Verde Licht, du Stadt der Hei: den, und du, Salem, werde Licht; schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind geſessen. V. Darstellung und Erscheinung Jefu Chrifti. 2. Dunkelheit, die mußte weichen, als dieß Licht kam in die Welt, dem kein andres zu vergleichen, welches alle Ding erhält; die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir verblendet, che noch dieß Licht brach an! Ja, da hatte 5. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne, daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei. Dieß, lieber Vater, dies verleih in Christo, deinem Sohne! Ch. F. Gellert, † 1769. sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unfre Augen und Geberden hingen einzig an der Erden. 4. Gottes Rath war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles ist ge blieben. 32 Darstellung und Erscheinung Jesu Chriſti. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch der Liebe Glaubenswerke folgen in Gerechtigkeit, und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinen müß erfüllen mein Gemüth in aller Noth; dein Erscheinen müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht er scheinen. 9. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Joh. Rist, † 1667. Mel. Valet will ich dir zc. 54 Her err Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb! Wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und fuchen mit Begier, nach Simeons Exempel, dich, Gottes Sohn, allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Bein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz einGnadenschein, in Zagheit Gluth und Feuer, in Noth ein Freudenstrahl, in Banden ein Befreier, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß einst, wie Simeon, ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: mir werden nun mit Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon Hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, dräut er auch noch so laut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. Joh. Frant,+ 1677. Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. 33 mit der Engel Schaar: ,, Hier ist Immanuel!" Mel. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich zc. 55 Auf, Seele, auf und säume nicht! Es bricht das Licht herfür; der Wunderstern gibt dir Bericht, der Held sei vor der Thür. 2. Geh aus von deinem Vaterland, zu suchen solchen Herrn; laß deine Augen sein gewandt auf diesen Morgenstern. 3. Gib Acht auf diesen hellen Schein, der aufgegangen ist; er führet dich zum Kind hinein, das heißet Jesu Christ. 5. Drum mache dich behende auf, befreit von aller Last, und laß nicht ab von deinem Lauf, bis du dieß Kindlein hast. 6. Halt dich im Glauben an das Wort, das fest ist und gewiß; das führet dich zum Lichte fort aus aller Finsterniß. 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, der alle Feinde schlägt; er ist das 56 Fitern, der aus Jakob mel. Meinen Jesum laß ich nicht zc. Cesu, Wundertheure Gotteslamm, das unsre Sünde trägt. ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, ich Armer schenken kann. nimm doch gnädig an, was 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin, so ist dirs die liebste Gabe; laß es auch bewährt und rein in dem Trübfalsfeuer sein. 7. Drum sinke nur vor feinem Glanz in tiefste Demuth ein, und laß dein Herz erleuchten ganz von solchem Freudenschein. 9. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht; hier ist des Paradieses Pfort, die wieder offen steht. 8. Gib dich ihm selbst zum Opfer dar mit Geist und Leib und Seel und singe 10. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Lust wird alle Pein; es wird erfreuet Herz und Sinn, denn Gott ist wieder dein." 11. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vorher gekannt: den stillen Ruhund Friedenssteg zum ewgen Vaterland. m. Müller, † 1704. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß denselben zu dir dringen; Herz und Lippen sollen stets ihn als Opfer vor dich bringen; wenn ich bete, nimm es auf, und sprich Ja und Amen drauf. 34 Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. 3. Wer dich begehret, Gottes Sohn, vom Geiſt erweckt, wie Simeon, zu seinem Heil zu haben, Gott fürchtet, sich der Welt entwöhnt, aus ihr sich nach dem Himmel sehnt, der opfert rechte Gaben. E. Neumeister, † 1756. Mel. Kommt her zu mir zc. verlaß 57 Wohlauf, mein Hert, dem, der für dich sich dargestellt, nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht, drum sei gewiß, er wird auch deine Finsterniß durch seinen Glanz erhellen. 2. Ach, du sollst ihm ein Tempel sein! Er selbst macht dich von Sünden rein, und hat Lust hier zu wohnen; doch, finstres Herz, auf, werde Licht! Denn Jesus wohnt in Herzen nicht, die noch der Lüste schonen. 4. Wer auf die Treue Gottes baut, im Glauben seinen Heiland schaut, der kann im Frieden fahren. Der Heiland hält, was er verspricht, er wird sich ihm in seinem Licht dort herrlich offenbaren. 58 Lamm Gottes D unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; erbarm dich unser, o Jesu! 5. Herr, mache mich gerecht und rein, Herr, laß mich stets voll Glaubens sein, mich stets im Geiste leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn erheben. Nach Laurenti( 1722) von 3. A. Schlegel,+ 1793. VI. Paffion. 2. O Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; erbarm dich unser, o Jesu! Passion. 3. Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; gib deinen Frieden, o Jesu! N. v. Hof,+ 1541. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 35 4. Ja, für alles, das mich fränket, mir dein Leiden Hilfe schafft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf ich neue Lebenskraft. Deines Trostes Süßigkeit wendet mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 59 Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs- und Seelennoth; fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein, die verleidet meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 5. Auf dich sezz ich all mein Hoffen, du bist meine Zuversicht; dein Tod hat den Tod getroffen, daß er mich kann tödten nicht. ich an eſu, deine tiefen bringet Trost mir, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verlegen mich; wer vertraut auf deine Wunden, der hat selig überwunden. J. Heermann, † 1647. 2. Will sich dann in Lüsten weiden mein ver derbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden, bald wird alles wieder gut. Seget der Versucher mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen: bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein 60 Herzliebster Jeſu, Herz verführen auf die breite Sündenbahn, wo so viele sich verlieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Centnerlast, die du ausgestanden hast; so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urtheil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missethaten bist du gerathen? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und ver2* höhnet, Passion. 36 höhnet, du wirst mit Effig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen; ich, o Herr Jesu, habe dieß verschuldet, was du erdnldet! 4. Wie wunderbartich ist doch diese Strafe! Der aute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohne alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße; ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 9. Weil aber es nicht steht in eignen Kräften, feit die Begierden an das Kreuz zu heften, so gib mir deinen Geist, der mich wegiere, zum Guten führe. 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz mehr achten, keine Schmach und Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 8. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. 11. Dieß alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst du es doch nicht gar bei Seite sebzen, in Gnaden wirst du dieß von mir annehmen, mich nicht beschämen. 6. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Kein Menschenherz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 7. Ich fanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu 61 Der am Kreuz iſt ich meine Lieb ist Jesus Christ! Weg, ihr argen Sündentriebe, Welt und Fleisch mit eurer List! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. 3. Heermann,+ 1647. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) Passion. 37 2. Der am Kreuz ist 62 Wünden tränten, mich mein meine Liebe! Frevler, was befremdets dich, daß ich mich o mein Herr Jesu Christ, im Glauben übe? Jesus gab so laß mich wohl bedenken, sich selbst für mich. So wie du gestorben bist und ward er mein Friedeschild, alle meine Sündenlast am aber auch mein Lebensbild. Stamm des heilgen Kreuzes Der am Kreuz ist meine auf dich genommen hast. Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht! Es hat sich martern laſſen der Herr für seinen Knecht; selbst seinen eingen Sohn hat Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi theures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Gluth. 4. Drum sag ich dir von Herzen, jetzt und mein Leben lang, für deine Bein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Noth und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du besiegst mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich ging ins Gericht! Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Spräch ich seinem Blut nicht Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Keine Noth, wie hart und groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesus los; nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 1668. Passion. 38 mir geduldig tragen; gib, o mein Herr und Gott, daß ich verläugne diese Welt und treu dem Beispiel folge, das du mir vorgeſtellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann ohn Eigennuß und Heuchelschein, und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten träftiglich in meinen letzten Stunden und deß versichern mich: weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Juft. Gesenius, † 1673. Mel. Herzlich thut mich verlangen zc. ( Befieti du deine Wege.) 63 Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn; o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron; o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet, gegrüßet seift du mir! 2. Du edles Angesichte, davor das Reich der Welt erschrickt und wird zu nichte, wie bist du so entstellt, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, demsonst fein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht? 3. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! 4. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan; dein Wort hat mich gelabet mit süßer Gnadenkost, dein Geist hat mich begabet mit reichem Himmelstrost. 5. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich faſſen in meinen Arm und Schooß. 6. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 7. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, Passion. Treu, und wenn ich nun erfalte, in dir mein Ende sei. 8. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. 9. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth; da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. P. Gerhard, † 1676. 39 Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Uebelthaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und deiner Martern ganzes Heer. 5. Du sehest dich zum Bürgen, ja läsfest dich erwürgen für mich und meine Schuld; mir läsfest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 6. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. ( In allen meinen Thaten.) 64 Welt, fieh hier Dienst und Ehr. dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, wie er mit Todesschweiße und Blut ist überfüllt; aus seinem edeln Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so ge schlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? 7. Nun, ich kann nicht viel geben in dieſem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 8. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergözzen, ich sei auch wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 9. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz foll schmücken mit stillem, sanftem Muth, Passion. 40 Muth, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 10. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absagen, was meinem Fleisch gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die für mich weintest du, die sollen mich am Ende in deinen Schooß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. P. Gerhardt,+ 1676. Mel. An Wasserflüssen Babylon zc. ( Ein Lämmlein geht.) 65 Gin und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder, es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und frant, ergibt sich auf die Würgebant, verzicht auf alle Freuden; es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland unsrer Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen: geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die von Anfang an verdienet Straf und Ruthen; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Vater, ja, von Herzensgrund, leg auf, ich Wollen hängt an deinem wills gern tragen! Mein Mund, mein Wirken ist dein Gagen. Wunderlieb, o O Liebesmacht, du fannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abdringen; o Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will nicht lassen; dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen; du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mir auch mein Herz zerbricht, sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigenthum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen; mich selbst auch dirzu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Passion. deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, ſo tief ich kann, in mein Gedächtniß schließen. P. Gerhardt, † 1676. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 66 efu, meines Lebens Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennoth, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben; tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast aus gestanden Lästerreden, Spott und Hohn, haft getragen Strick und Banden, du gerechter Gottessohn; nur mich Armen zu erretten von den schweren Sündenketten; tausend, tauſendmal ſei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Willig ließest du dich schlagen, mich zu lösen von der Bein, ließest fälschlich dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen; tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Du hast dich in Noth versenket, wurdest, ach, für meine Schuld mit dem Todes: kelch getränket, littest alles mit Geduld; daß ich würde 41 freigegeben, gabst du hin dein theures Leben; tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Deine Demuth hat gebüßet meinen Stolz und Uebermuth, dein Tod meinen Tod versüßet; es kommt alles mir zu gut; dein Verlassensein, dein Schreien tausend, tausendmal sei dir liebster Jesu, Dank dafür. 6. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesammte Noth, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, deine tausendfachen Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. C. Chr. Homburg, † 1681. du meiner 67 Liebe, du erwünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das fammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Opfer eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit heißen Thränen an dem Delberg sich betrübt; Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt, und, den Fluch der Paffion. 42 der Welt zu stillen, treu die Last des Kreuzes trägt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen Schmach und Lästerung gehört; Liebe, die in Angst und Schmerzen bis zum Tod blieb unversehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, da der Athem geht zu End; Liebe, die sich liebend neiget, da sich Leib und Seele trennt! 4. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach, wie an Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft an deinem Herzen ruh. 5. Liebe, die sich todt gekränket und für mein er kaltet Herz in ein kaltes Grab gefenfet, ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben; nimm mich ewig liebend an! A. Dreje,+ 1701. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein 2c. ( Wer nur den lieben Gott läßt walten, Nr. 1.) 68 ist vollbracht! Er ist verschieden, mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürst entschläft im Frieden; die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht; o großes Wort: es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen; das ewge Wort muß sprachlos sein; das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umschließt ein Stein; die höchste Kraft ist nun ver: schmacht; o wahres Wort: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Ihr, meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: des Sohnes Blut erlangt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. süßes Wort: es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin; dich wünschen Engel zu um fangen: ruh anch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht; o tröstlich Wort: es ist voll bracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel sind allhie zugegen; ich schlummre sanft wie Jakob ein; die Himmelspfort ist aufgemacht. D Lebenswort: es ist vollbracht! Sal. Frant,+ 1725. Passion. Mel. Wer nur den liebenGott zc., Nr.1. 69 Du u gehest in den Garten beten, mein treuer Jesu, nimm mich mit; laß mich an deine Seite treten, ich weiche von dir keinen Schritt: ich will an dir, mein Lehrer, sehn, wie mein Gebet soll recht geschehn. 2. Du gehst mit Zittern und mit Zagen und bist bis in den Tod betrübt; ach, dieß soll mir ans Herze schlagen, daß ich die Sünde so geliebt; drum willst du, daß mein Herz voll Reu mein Anfang zum Gebete fei. 3. Du reißt dich von der Jünger Seiten, du suchst die stille Einsamkeit; fo muß auch ich mich wohl bereiten, und fliehen, was mein Herz zerstreut. Zieh mich von aller Welt allein, daß nur wir zwei beisammen sein. 4. Zur Erde beugst du deine Glieder, fällst nieder auf dein Angesicht; so sinkt die stille Demuth nieder; drum rühm ich Asch und Staub mich nicht; ich bieg und beuge mich mit dir vor meinem Gott in Demuth hier. 11 5. Du betest zu dem lieben Vater und rufest Abba!" wie ein Kind; dein Vater ist auch mein Berather, sein 43 Vaterherz ist treu gesinnt. Jch halte mich getrost an dich und rufe: Abba, höre mich!" 6. Du greifst voll Zuversicht und Liebe dem Vater tief ins treue Herz, und rufft aus stärkstem Herzenstriebe: O Bater, Vater!" himmelwärts. Ach, Glaub und Liebe sind mir noth, sonst ist doch all mein Beten todt. 7. hältst du stille und im Ge Geduldig Lamm, wie bete dreimal an! dabei iſt auch für mich dein Wille, daß ich soll thun, wie du gethan. Gott hilft nicht ſtets aufs erstemal, drum fleh und ruf ich ohne Zahl. den Willen des allerbesten 8. Dein Wille senkt sich in Vaters ein; in ihm muß auch mein Herz sich stillen, wofern ich will erhöret sein; drum bet ich in Gelassenheit: „ Was mein Gott will, gescheh allzeit." 9. Du, Herr, erlangest auf dein Flehen Trost, Kraft, Sieg, Leben, Herrlichkeit; und so wirds auch mit mir geschehen, daß ich zur angenehmen Zeit auf ernstlich Beten freudevoll den gleichen Segen ärnten ſoll. 10. Drum, Jesu, hilf mir stets so beten, wie mich dein heilig Vorbild lehrt, so kann ich frei zum Vater treten und Passion. 44 und werde stets von ihm erhört; so bet ich mich zum Himmel ein und will dir ewig dankbar sein. 3. Menter, t 1734. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig 2c. ( Gott im Himmel und auf Erden.) 70 Ruhe hier, mein Geist, ein wenig und schau an dieß Wunder groß, wie dein Herr und Ehrenkönig hängt am Kreuze bleich und bloß, den sein Lieben hat getrieben zu dir aus des Vaters Schooß. 2. Wie dich Jesus liebt von Herzen, kannst du hier am Kreuze sehn; schau, wie bittre Todesschmerzen ihm durch Leib und Seele gehn, Fluch und Schrecken ihn bedecken; höre doch sein Klaggetön. 3. Dieß sind meiner Sünden Früchte, die, mein Heiland, ängstgen dich; dieser Leiden schwer Gewichte zöge sonst zum Abgrund mich; diese Nöthen, die dich tödten, sollt ich fühlen ewiglich. 4. Doch du hast für mich besieget Sünde, Tod und Höllenmacht, Gottes ewgem Recht genüget, seinen Willen ganz vollbracht, durch dein Sterben mich zum Erben deines Lebens dort gemacht. 5. Ach, ich Sündenkind auf Erden! Jesu, stirbst du mir zu gut? Soll dein Feind erlöset werden durch dein eigen Herzensblut? Jch muß schweigen und mich beugen für dieß unverdiente Gut. 6. Seel und Leben, Leib und Glieder, alles gibst du für mich hin; sollt ich dir nicht schenken wieder alles, was ich hab und bin? Ich bin deine ganz alleine; verschreib ich Herz und Sinn. dir 7. Beuch durch deines Todes Kräfte mich in deinen Tod hinein; laß mein Fleisch und sein Geschäfte, Herr, mit dir gekreuzigt sein, daß dein Wille sanft und stille und die Liebe werde rein. 8. Laß in allen Leidenswegen deine Leiden stärken mich, daß mein Leiden mir zum Segen mag gedeihen stetiglich, daß mein Herze auch im Schmerze ohne Wanten liebe dich. 9. Wenn mich schrecken meine Sünden, wenn mich böse Lust anficht, ich nicht Kraft noch Gnad kann finden, wollst du mich verlassen nicht. Laß dein Sterben mir erwerben Trost im Tod und im Gericht. 10. Jesu, nun will ich ergeben meinen Geist in deine Hand; laß mich dir alleine leben, bis ich nach dem Leidensstand bei dir wohne, in der Krone dich beschau im Vaterland. Gerh. Terstegen,+ 1769. Passion. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du zc. 71 Se err, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu verſenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Vollbringen! Mein Geist kann nicht in seine Tiefe dringen. Mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist 72 Am Kreuz erblaßt, die läßt die Welt erlösen; dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst dar nieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 45 muthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 8. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir bewiesen. Du hast, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 9. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gib du, Herr, zu diesem heilgen Werke mir Kraft und Stärke. Ch. F. Gellert, † 1769. 7. Das Größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, sie deMel. O Traurigkeit zc. ( So schlummerst du.) der Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gebeuget schlagen. 3. Du schüßest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter. 4. Du hasts gethan, dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst, daß Passion. 46 daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! Des Höchsten Rath will ich in Demuth preisen; mein Erlöser wird mir einst seine Tiefen weisen. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie erstanden! Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, erforsche mich und siehe, wie ichs meine; ja du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. Chr. F. Neander,+1802. Begräbniß Jesu. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. er du, Herr Jeſu, in deinem Grab gehalten hast, gib, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Him mels Licht zu deines Vaters Angesicht. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Muth, die du 3. Wir danken dir, o Gottes Lamm, getödtet an des Kreuzes Stamm; laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben sein. G. Werner,+ 1643. ( So schlummerst du.) 74 Traurigkeit, o Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einger Sohn wird ins Grab getragen. 2. O große Noth, der Herr liegt todt! Am Kreuz ist er gestorben; hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 5. O felig ist zu aller Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herr73 ver3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hie mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. senket. 6. Jesu, du mein Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen: hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. 3. Nist, † 1667. Mel. O Traurigkeit zc. ( So schlummerst du.) Passion. 75 5⁰ ( o ruhest du, o meine Ruh, in deiner Grabeshöhle und erweckst durch deinen Tod meine todte Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach, du bist kalt, mein Hort und Halt! das macht dein heißes Lieben, das dich in das kalte Grab mir zu gut getrieben. 4. Doch Preis sei dir! Du konntest hier nicht die Verwesung sehen; bald ließ dich des Vaters Macht aus dem Grab erstehen. 47 5. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 76 Christ ist erstanden von der Marter alle. Deß solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! 2. Wär er nicht erstanden, die Welt, die wär vergangen; feit daß er erstanden ist, so lobn wir den Herren Jesum Christ. Hallelujah! 3. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! Deß solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! Vor 1300. 6. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich im Frieden liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 7. Nein, nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 8. Indeß will ich, mein fenken und an deinen bittern Jesu, dich in meine Seele Tod bis zum Tod gedenken. S. Frant,+ 1725. VII. Offern. 77 Christ lag in TodesSünd gegeben; der ist wiebanden, für unsre der erstanden und hat uns bracht das Leben; deß wir sollen fröhlich sein, Gott loben und ihm dankbar sein und singen: Hallelujah, Hallelujah! 2. Den Tod niemand bezwingen konnt bei allen Menschenkindern; das machte alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden; davon kam der Tod sobald und nahm Oftern. 48 nahm auch über uns Gewalt; sein Reich hielt uns gefangen. Hallelujah! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kommen und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibet nichts denn Tods gestalt, den Stachl hat er verloren. Hallelujah! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben, das behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift uns die Kunde bringt, wie da sein Tod den Tod bezwingt; ein Spott der Tod ist worden. Halle lujah! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, davon wir sollen leben; das ist uns an des Kreuzes Stamm aus heißer Lieb gegeben. Deß Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tode für; nicht rührn kann uns der Würger. Hallelujah! 6. So feiern wir das hohe Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt; er felber ist die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleuchtet unfre Herzen ganz; der Sünd Nacht ist vergangen. Hallelujah! Luther,+ 1546. Mel. Heut triumphiret Gottes zc. rüh da 78 vie Sonn aufgeht, mein Heiland Christus auf: ersteht. Hallelujah, Hallelujah! Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil Leben wiederbracht. und Hallelujah, Hallelujah! 2. Nicht mehr als nur drei Tage lang hält meinen Heiland Todeszwang. Hallelujah, Hallelujah! Am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Eiegsfahn schwingt. Hallelujah, Hallelujah! 3. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Hallelujah, Hallelujah! Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, allda ich Ruh und Frieden hab. Hallelujah, Hallelujah! 4. In Kurzem mach ich fröhlich auf, mein Oſtertag ist schon im Lauf. Hallelujah, Hallelujah! Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Hallelujah, Hallelujah! 5. O Wunder groß, o starker Held, wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Hallelujah, Hallelujah! Kein Angstſtein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Hallelujah, Hallelujah! Öftern. 49 6. Lebt Christus, was bin( Sollt ich meinem Gott nicht singen?) ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Hallelujah, Hallelujah! Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Hallelujah, Hallelujah! 7. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Hallelujah, Hallelujah! Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Hallelujah, Hallelujah! 79 Lasset uns den Herren preisen, o ihr Christen überall! Kommet, laßt uns Dank erweisen unserm Gott mit frohem Schall! Jauchzet: frei von Todesbanden ist der Held aus Judas Stamm; der zu uns vom Himmel kam, Jesus Christus, ist erstanden! Nun ist aus der lange Streit; freue dich, o Christenheit! 2. Christus hat nun überwunden des ergrimmten Todes Macht; der im Tode lag gebunden, hat das Leben neu gebracht und die Finsterniß bezwungen. Die Ver wesung schaute nicht, der des Todesketten bricht; nun zum Himmelsthron gedrungen, gibt er uns ein frei Geleit; freue dich, o Christenheit! 8. Durch seiner Aufer: ich zur Engel- Brüderschaft. Hallelujah, Hallelujah! Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, mit Gnad und ewgem Heil gekrönt. Hallelujah, Halle lujah! 9. Mein Herz darf nicht entseßen sich: Gott und die Engel lieben mich. Hallelujah, Hallelujah! Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigteit. Hallelujah, Hallelujah! 10. Für diesen Trost, o großer Held, HerrJesu, dankt dir alle Welt. Hallelujah, Hallelujah! Dort wollen wir mit größerm Fleiß er: heben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah, Halle lujah! Joh. Heermann, † 1647. 3. War er gleich am Kreuz gestorben, war er gleich ins Grab gelegt: dennoch blieb er unverdorben; als die Erde ward erregt, hat der Lebensfürst erhoben sein verklärtes Angesicht, sitrbet nun und nimmer nicht. Ewig werden wir ihn loben; Harfund Psalter, seid bereit! freue dich, o Christenheit! 4. Grab, wo sind nun deine Schrecken? Hölle, wo ist dein Triumph? Tod, du kannst kein Graun erwecken, deine Pfeile sind jetzt stumpf; Christus ist dein Gift ge3 wesen; Ostern. 50 wesen; er, der starke Gottesheld, hat dir deinen Troß gefällt, und wir Menschen sind genesen. Nun vom schweren Joch befreit, freue dich, o Christenheit! 5. Sehnsuchtsvoll laßt uns verlangen nach dem Herrn und seinem Heil; auch wir werden dann empfangen unser theur er worbnes Theil. Er geht auf in unsern Herzen, laßt uns mit ihm auferstehn, mit ihm ein zum Himmel gehn, wo er stillet alle Schmerzen. Wonne wird dann alles Leid; freue dich, o Christenheit! 6. Meinen Leib wird man begraben, doch er schläft auf ewig nicht; neues Leben wird er haben, schön verklärt in Glanz und Licht. Das Verwesliche muß ster ben, irdisch wird es ausgejät, bis es himmlisch einst ersteht, um das Reich des Herrn zu erben, ihn zu schauen allezeit. Freue dich, o Christenheit! Nach Joh. Rist, † 1667. Mel. Nun freut euch, licben 2c. ( Es ist das Heil uns.) 80 ach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thor gebrochen aus dem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auf erstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuz und Bein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du auf stehst, und in ein neues Leben gehst, und Gott im Glauben dienest. 6. Ach, mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auferstanden, bewahr uns vor des Ostern. des Feindes List, rett uns aus Todesbanden, damit wir alle insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns haft erworben. 7. Sei, Herr, gelobt in dieser Zeit von allen Gottes: kindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Uleberwindern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gib uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden. 2. Laurenti,+ 1722. Mel. Valet will ich dir zc. 81 ch geh zu deinem 51 4. Dein Grab schließt Stein und Siegel, und du wirst dennoch frei; auch meines Grabes Riegel bricht deine Hand entzwei; du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, Mel. Christus, der ist mein 2c. daß sich mein Herz nicht 82 Willkommen, Held, scheut, 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du schließt die Augen zu, so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. o meines Todes Tod, ich will mich dir ergeben in meiner letzten Noth; ich will mein Lager machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. B. Schmold, † 1737. deines Grabes Kluft! Wir triumphiren heute um deine Leere Gruft. 2. Der Feind wird Schau getragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: mit uns ist unser Gott. 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; du trittst selbst in Oftern. 52 in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach, theile doch die Beute bei deinen Gliedern aus; wir alle kommen heute deßwegen in dein Haus. 5. Schwing deine Siegesfahne auch über unser Herz, und unsern Weg uns bahne vom Grabe himmelwärts. 6. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein, uns einen Schaß hier finden, der ewig kann erfreun. 7. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 8. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur felig mit dir auch auferstehn. 9. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Stachel ist mun stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph! B. Schmold, † 1737. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. ( Alle Menschen müssen sterben.) 83 Zwei wei der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seelen voll Verdruß; man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; sie bejammern, voller Schmerzen, ihre Noth und Ungemach. Manches wandert ganz alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was manso traurig sei. 3. Oft schon hab ichs auch empfunden, Jesus läßt mich nie allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hilfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir; kommt die Welt, mich anzufeinden, ach, so sei du auch allhier. Wenn michTrübsalswetterschrecken, wollst du kräftig mich bedecken; komm in meinem Geist zu ruhn: was du willst, das will ich thun. 5. Bin ich traurig und betrübet, Herr, so ruf mir in den Sinn, daß mich deine Seele liebet, und daß ich der deine bin. Laß dein Wort mich fester gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 6. Tröst auch andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, oder in der Ostern. der stillen Kammer tiefbekümmert zu dir flehn. Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: liebes Kind, was trauerst du? 7. Hilf, wenn es will Abend werden und der Lebenstag sich neigt, wenn dem dunkeln Aug auf Erden nirgends sich ein Helfer zeigt; bleib alsdann in unsrer Mitten, wie dich deine Jünger bitten, bis du sie getröstet haft; bleibe, bleibe, theurer Gast! 3. Neunherz,+ 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 84 Je Yesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuversicht. 2. Jeſus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zu gleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich befehre. Gott verstößt in Christo nicht; dieß ist meine Zuversicht. 53 4. Jesus lebt, fein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt selbst mic Kraft und Licht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens 2c. 85 Erinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jeſum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Entbrenn in Lieb und Dank für ihn, als ob er heute dir erschien und spräche: Friede sei mit dir!" So freue dich mein Geist in mir! 3. Schau über dich und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint 54 eint und ist dein König und dein Freund. 4. Mein Heiland ist für mich erhöht; was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? Oftern. 5. Vor seinem Thron, in ſeinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und welche Herrlichkeit ist mein! 6. Herr, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllest mein Vertraun, dich in der Herrlichkeit zu schaun. 7. Ich soll, wenn du, o Lebensfürst, in Wolken wieder kommen wirst, verklärt aus meinem Grabe gehn und froh zu deiner Rechten ſtehn. 8. Mit deiner heilgen Engel Schaar soll ich dich loben immerdar; mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 11. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft; er ists, der alles in uns schafft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Chr. F. Gellert,+ 1769. 9. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin! Gib Kraft, daß ich in Lieb und Treu mich stets zu deinem Bild erneu. 2. Stecke nun dein Siegeszeichen aus der dunkeln Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held undKönig, tritt hervor! Laß dir tausendEngel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen; Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Hallelujah! armen 10. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz von nun an bis in Ewigkeit! und Muth, weil das Loos uns Mel. Lasset uns den Herren preiſen 2c. ( Sollt ich meinen Gott nicht singen?) 86 11eberwinder, nimm dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpsalmen den erkämpften Sieg befingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordgeschrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da: Gott sei Dant, Hallelujah! Ostern. uns wundergut und aufs lieblichste gefallen; denn der Delzweig grünet da: Gott sei Dank, Hallelujah! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geiſtlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, 0, so fördre du den Lauf; rufe mächtig: wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da: Gott sei Dank, Halle lujah! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die letzte Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein; o so kann der Tod nicht tödten, denn die Hoff: nung blühet da: Gott sei Dank, Hallelujah! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das kühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren; unser Hirte hütet da: Gott sei Dant, Hallelujah! 7. Rufe die zerfallnen 55 Glieder endlich aus der dunkeln Nacht; wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht, dann wirst du die Krone geben; dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben, und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Hallelujah! Chr. L. Taddel,+ 1775. Mel. Lasset uns den Herren preisen 2c. ( Sollt ich meinem Gott nicht fingen?) 87 Größter Morgen, die nach der tiefsten Nacht belebt, der sie nach dem Wort:„ es werde!" nochmals aus dem Nichts erhebt! Nach der Nacht voll düstrer Sorgen, da man angst- und kummervoll ohne Jesum leben soll, bringt der allerschönste Morgen Jesum aus des Todes Thor, Jesum, unser Licht, hervor. 2. Lebt nun auf, ihr stillen Seelen, die in Thränen ihr zerfloßt, die ihr euch Rummerhöhlen ohne Licht und Kraft verschloßt! Lebt nun auf: er ist erstanden! Er, an den ihr doch geglaubt, ist vom Tode nicht geraubt, nein, er lebt, ist frei von Banden und mit Klarheitangethan; betet eurenkönig an! 3. Jauchz, o Erde, Himmel, tönet, rühme, neu geschaffne Welt! Gott und Menschheit find Ostern. 56 sind versöhnet! Seht, wie glänzt der große Held, der des Abgrunds und der Höllen und der Himmel Schlüssel führt und, mit Ehr und Schmuck geziert, seine Kirche sicher stellen und nach tiefem Gottesplan ewig selig machen kann! 4. Großer Hirte deiner Schafe, von den Todten ausgeführt, dem, nach ganz er: littner Strafe unsrer Schuld, der Preis gebührt! Nimm ihn von den Millionen derer, die das Grab noch deckt, derer, die dein Ruf schon weckt, derer, die im Himmel wohnen, auch von uns hier unten an, wie dich jeder preisen kann. 5. Hilf uns aus den Fesseln gehen, womit uns die Welt bestrickt; laß uns geistlich auferstehen, allem Sündendienst entrückt. Schent uns Kraft zum neuen Wesen, daß es täglich Ostern sei, dann kommt einst der Tag herbei, da du völlig uns erlösen und zu dir erheben wirst, auferstandner Siegesfürst. 3. A. Sehmus, † 1788. Mel. Lasset uns den Herren preisen zc. ( Sollt ich meinem Gott nicht singen?) 88 A¹ uferstanden, auferstanden ist der Herr, der uns versöhnt; seht, wie hat nach Schmach und Banden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort auf seines VatersThrone, über Schmerz und Tod erhöht, herrscht er nun in Majestät. Fallet nieder vor dem Sohne, der uns einst zu sich erhebt! Hallelujah! Jesus lebt. 2. Singt dem Herrn! Er auf Golgatha; rühmt es laut ist erstanden, da er starb in allen Landen: was sein Mund verhieß, geschah. Wer kann ihm noch widerstreben? Mächtig steigt der Held em= por, im Triumph bricht er hervor. Seht des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt! Hallelujah! Jeſus lebt. 3. Uns vom Tode zu befreien, sant er in des Grabes Nacht; uns zum Leben zu erneuen, steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du biſt in Sieg verschlungen; deine Schrecken sind gedämpft, deine Herrschaft ist bekämpft, und das Leben ist errungen; ob man unsern Leib begräbt, Hallelujah! Jesus lebt. 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden im Gedächtniß Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist; unvergänglich sind die Frentden deß, der nach dem Himmel Oftern. 57 Himmel strebt. Hallelujah! mel aus, und wer nur hört Jesus lebt. kommt auf seinen Rath, auch ins Vaterhaus. 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder! Er sei euer Lobgesang! Bringt dem Tobesüberwinder ewig Ehre, Preis und Dank. Rühmt es in Versuchungsstunden. wenn euch Sünd und Elend droht, rühmt es in der Todesnoth: unser Herr hat überwunden! Der uns einst zu sich erhebt, Hallelujah! Jesus lebt. Nach 3. F. Danneil( † 1772) von Chr. Sturm,+ 1786, und 6. Lavater, +1801 Mel. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich zc. 89 Juch ch sag es jedem, daß er lebt und auferstanden ist, daß er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. 2. 3ch fag es jedem, jeder sagt es seinen Freunden gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland; ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer versant des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zufunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Him 6. Nun weint auch keiner mehr allhie, wenn eins die Augen schließt; vom Wiedersehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That ein jeder frischer glühn; denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns verläßt; und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfest. Novalis( F. v. Hardenberg),+ 1801. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern zc.( Mein ganzer Geist.) 90 Erhöhter Siegesfürst und Held! Dir jauchzet die erlöste Welt am Feste deiner Wonne; du gehst aus deines Grabes Thor als wie ein Bräutigam hervor, schön wie die Morgensonne. Mächtig, prächtig, kommst du heute aus dem Streite, kommst mit Segen uns aus deiner Gruft entgegen. 2. Wie majestätisch baueſt du am dritten Tage deiner Ruh den Leibestempel wieder! Troß aller Feinde List und Macht hast du dein großes Wort vollbracht: Ich sterb Oftern. 58 sterb und lebe wieder. Gehet, fehet: alle Riegel, Band und Siegel sind zerstöret, Jeſus 91 H ihr Chöre, fingt Mel. Wachet auf, ruft uns 20. ( Herr, wir singen deiner Ehre.) allelujah! lebt und ist verkläret! Held, Ehre! Wie groß und herrlich Jesu Christo Preis und ist sein Tag; er, der ist von den Banden des Todes siegreich auferstanden, er, der für uns im Grabelag. Sein ist Gewalt und Macht. Preis ihm, er hats vollbracht! Hallelujah! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Grab und Tod bezwungen, von ihren Schrecken uns befreit. Wir, von Gott gewichne Sünder, sind nun mit ihm verföhnte Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christo, dir, ruhn in Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergäng lich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir theuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Hallelujah! Tod und Gericht erschreckt uns nicht; denn Jesus, unser Mittler, lebt. 3. Erlöste, kommt zu diesem Grab und blicket glaubensvoll hinab; ist dies die Gruft der Schrecken? Seit Jesus hier geschlummert hat, sind Gräber eine Ruhe statt, die Fried und Hoffnung decken. Bagt nicht! Klagt nicht! Diese Glieder werden wieder sich erheben und das Leben Christi leben. 4. Dann werd ich ihn im Lichte sehn gekrönt vor seinem Throne stehn mit himmlischemEntzücken.Dann ist mein Aug von Thränen leer, dann schreckt mich Sünd und Tod nicht mehr, nichts kann mich ihm entrücken. Ewig, selig, ohne Mängel, wie die Engel werd ich leben und ihm Preis und Ehre geben. 5. Indeß zerstöre, starker Held, was mich noch hier zurücke hält, daß ich zu dir mich schwinge. Ogib mir deinen Geist, dein Licht, daß ich, wenn Herz und Auge bricht, vom Tod ins Leben bringe! Mach mich muthig in dem Streite und bereite mich bei Zeiten zum Triumph der Ewigkeiten. Chr. G. Göz,+ 1803. Oftern. 4. Ja, er lebt, uns zu erfreuen und alles, alles zu zerstreuen, was uns den Lebensfrieden raubt. Groß ist seines Namens Ehre, und ewig gültig seine Lehre, und ewig selig, wer ihm glaubt. Wir gehn an seiner Hand durch dieses Thränenland hin zum Himmel; und dort erhebt er, der da' lebt, uns hoch zu Ehren ewiglich. 5. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! O, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsterniß verschwinden und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen. Die Todesbahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Ruh. G. Bened. Funt,+ 1814. VIII. 93 Christ fuhr gen Him: mel; da er uns hernieder den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Hallelujah! 2. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Deß solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein, Hallelujah! Aus dem 14. Jahrhundert. 59 Mel. Lasset uns den Herren preifen zc. ( Sollt ich meinem Gott.) 92 Amen! Deines Grabes Friede wird auch unser Grab durchwehn, wann wir, von der Wallfahrt müde, ruhn, um froher aufAuferstehung, der des Todes zustehn. Amen! Fürst der Siegel brach, zeuch durch Tod und Grab uns nach zu der seligen Erhöhung, wo dem Lamm, das uns versöhnt, aller Himmel Loblied tönt! 2. Preis dem Herrn, wir werden leben; weil du auferstanden bist, muß das Grab uns wieder geben; Preis und Dank dir, Jeſu Christ! Du das Haupt und wir die Glieder; weil du lebst, so leben wir. Alle ziehst du nach zu dir, großer Erstling deiner Brüder. Preis und Dank, wir leben hier, leben ewig dort mit Dir! B. Garve,+ 1841. Simmelfahrt. 94 Auf diesen Tag be daß Christus aufgefahren, und flehn mit herzlicher Begier, Gott wolle nun bewahren uns arme Sünder hier auf Erd, die wir, von Noth und Tod beschwert, ohn ihn kein Hoffnung haben. Hallelujah! Hallelujah! 2. Gottlob, nun ist der 3* Weg Himmelfahrt. 60 Weg gemacht, uns steht der Himmel offen! Christus ſchleußt auf mit großer Pracht, vorhin konnts niemand hoffen. Wers glaubt, deß Herz ist freudenvoll, da bei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Hallelujah! Hallelujah! Met Erschienen ist der herrl. zc. 95 Auf Jeſu Jünger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt; lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit lauter Stimm! Hallelujah! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. Hallelujah! 3. Wer nun nicht seinen Willen thut, dem ists nicht Ernst zum Herren; der aber wird vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts, so der 3. Weit, über alle Himist ächt, wird auch gewiß das Leben recht zum Himmel weit, geht seine Macht mel sein gerichtet. Hallelu- und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim, lobjah! Hallelujah! singet ihm mit lauter Stimm! Hallelujah! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden und fliehen stets die breite Bahn, thun uns zu Gottes Kindern; wir sehn hinauf, Gott sieht herab, an Treu und Lieb geht uns nichts ab, bis wir zusammen kommen. Hallelujah! Hallelujah! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn Gott uns zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, den wir hier treu bekennen. Da wird sich finden Freud und Muth in Ewigs feit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Hallelujah! Hallelujah! Joh. Zwick, † 1542. 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. Hallelujah! 5. Er schüßet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit; er ist ihr Haupt, lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit lauter Stimm. Hallelujah! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. Hallelujah! 7. Bereitet hast du schon den Ort, wo wir dich schauen fort Himmelfahrt. 61 fort und fort. Nach treu fahrt spüren, daß mit dem vollbrachtem Glaubenslauf nimmst du uns in den Himmel auf. Hallelujah! 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärf uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. Hallelujah! wahren Glauben ich mög meine Nachfahrt zieren, und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt; Herr, höre dieß mein Flehen! 9. Dann werden wir uns ewig dein, erhöheter Erlöser, Dann wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. Halle lujah! Nach E. Alberus(+ 1553) von S. Diterich,+ 1797. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. ( Es ist das Heil uns.) 96 Auf Christi Himmel fahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und alle Zweifel, Angst und Bein hiermit stets überwinde. Denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh erlangen. Denn wo mein Schatz gekommen hin, dahin steht auch mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von deiner AufNach Josua Wegelin( † 1640) von 3. Gesenius,+ 1673. Mel. Wie schön leuchtet zc. ( Mein ganzer Geist.) wundergroßer 97 A Siegesheld, bu Sündentilger aller Welt, heut bist du aufgefahren zur Rechten Gottes in der Kraft, haft herrlich dir den Sieg verschafft troß aller Feinde Schaaren; mächtig, prächtig triumphirst du und regierst du; Tod und Leben ist, Herr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich Siegesfürsten loben; du hast den Segen wieder bracht und dich mit Majestät und macht zur Herrlichkeit erhoben. Singet, bringet Jubellieder, fallet nieder, rühmt und ehret den, der auf zum Himmel fähret. 3. Du, Herr, bist unser Haupt und wir sind deine Glieder; nur von dir kommt auf uns Heil und Leben; Trost, Friede, Freude, Licht und Kraft, und was dem Herzen Himmelfahrt. 62 Herzen Labsal schafft, wird uns durch dich gegeben. Dringe, zwinge, ewge mein Gemüthe, daß es preiſe, 98 Der Herr fährt auf dir Lob, Ehr und Dank er weise. gen Himmel mit frohem Jubelton, aus diesem Weltgetümmel empor zu seinem Thron. Lobsingt, lobsinget Gott! Lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth! 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten; laß unsern Wandel himmlisch sein, daß wir der Erde eiteln Schein und Ueppigkeit ver: achten; Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schirm und Hort und gründ uns auf dein göttlich Wort, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List und Feinde, die dich hassen. Lügen, Trügen, Angst und zagen, ach sie plagen, ach sie quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein theures Blut ins Heiligthum gegangen. Dafür soll dir von uns allen Preis erschallen; Herr, am Ende nimm uns auf in deine Hände. E. Chr. Homburg, † 1681. Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. ( Schwingt, heilige Gedanten.) 2. Der Herr wird aufge nommen in seines Himmels Pracht; um ihn stehn alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein die heilgen Cherubinen, den lichten Seraphinen muß er willkommen ſein. 3. Wir wissen nun vom Siege, der unser Haupt er höht; wir wissen zur Ge nüge, wie man zum Himmel geht; der Heiland geht voran, will uns zurück nicht lassen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herr macht selbst uns Platz; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, dahin sei das Verlangen, dahin sei euer Lauf. 5. Laßt uns gen Himmel dringen mit herzlicher Begier; laßt uns einmüthig singen: dich, Jesus, suchen wir! Dich, o du Gottes Sohn, dich Weg, dich wahres 2241 Himmelfahrt. res Leben, dem alle Macht gegeben, dich, unsers Hauptes Kron! 6. Fahr hin mit deinen Schäßen, du trugesvolle Welt; dein Tand kann nicht ergößen! Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Breis, der Herr ist unsre Freude und köstliches Geschmeide; zu ihm gilt unsre Reis'. 3. Zeuch die Sinne von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himmlisch werde, ob ich gleich noch sterblich bin, und im Glau ben meine Zeit richte nach der Ewigkeit, bis wir auch zu dir gelangen, wie du bist vorangegangen. 4. Meine Wohnung mache fertig droben in des Vaters Haus, da ich werde gegenwärtig bei dir gehen ein und aus. Dahin bringe mich zu Ruh, denn der Weg dahin bist du, und nimm an dem letzten Ende meinen Geist in deine Hände. 5. Komme, wenn es Zeit ist, wieder, wie dein Wort uns hoffen lehrt, und erlöse meine Glieder, die das 99 Herr, auf Erden dunkle Grab beschwert; rich7. Wann soll es doch geschehen? Wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlich teit? Du Tag, wann wirst du sein, daß wir den Heiland grüßen und fallen ihm zu Füßen? Komm, stelle dich doch ein! G. W. Sacer, † 1699. Mel. Wie nach einer Wasserquelle 20. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) und bin voller Angst und Weh; warum willst du von mir scheiden, warum fährst du in die Höh? Nimm mich Armen auch mit dir, oder bleibe doch in mir, daß ich dich und deine Gaben täglich möge bei mir haben. 2. Laß dein Herze mir zurücke, 63 Vater an; denn du sitzst zu seiner Rechten; darum hilf uns, deinen Knechten. mit hinauf; wenn ich Seufzer zu dir schicke, thue mir den Himmel auf, und so ich nicht beten kann, rede du den dein Wort für Lügen hält, dann nach überstandnem Leide führ uns ein zu deiner Freude. C. Neumann, † 1715. Mel. Jeju, meines Lebens Leben zc. ( Alle Menschen müssen sterben.) 100 Großer Mittler, zur Rechten seines großen Vaters sitzt und die Schaar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schüßt, den auf dem Himmelfahrt. 64 dem erhabnen Throne in der königlichen Krone alles Heer der Ewigkeit mit verhülltem Antlig scheut! 2. Dein Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, ist geschehn durch deine Macht. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun bist du ja Hort und Hüter in des Vaters Heiligthum, die erworbnen Gegensgüter durch dein Evangelium allen denen mitzutheilen, die zum Thron der Gnaden eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes theure Namen trägst du stets auf deiner Brust; und die gläu: big zu dir kamen, sind und bleiben deine Lust. Du vertrittst, die an dich glauben, daß sie nichts dir möge rauben, bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil das Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß mein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken Lohne, daß er ändre ihren Sinn, darauf zielt dein Bitten hin. 6. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar, und vertrittst vor ihm mit Freuden deine theur erlöste Schaar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben, und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 7. Großer Mittler, jei ge priesen, daß du in dem Heiligthum so viel Treu an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Noth, wenn den Mund verschließt der Tod. 3. 3. Rambach, † 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 101 König, dem kein dessen Ruhm kein Mund erreichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Vollfommenheiten frönen, zieren und begleiten! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem unge zählten Heere der Geschöpfe in den Feldern, in den Seen, in den Wäldern sind, Herr über Himmelfahrt. zum Thiere, über Tod und Leben, dir sam üben; hier mitringen, dulden, streiten, dort mitherrschen dir zu Seiten. Eigenthum gegeben. Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. 3. Nambach, † 1735. 3. In des Gnadenreiches Gränzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel 102 Siegesfürst und tausend treue zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes, nach dem Recht des Gnadenbundes, sich von dir regieren lassen, und, wie du, das Unrecht haffen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlit schau: en, die dich unermüdetpreifen, und dir Ehr und Dienst er weisen. 5. Herr in allen diesen Reichen! Dir ist Niemand zu vergleichen an dem Uleberfluß der Schätze, an der Ordnung der Gefeße, an Vollkommenheit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschüßest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Lust, Furcht und Schmerzen; laß mich deinen Schuß genießen, gläubig dich ins Herze schließen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehor65 met. Jesu, meines Lebens Leben zc. ( Alle Menschen müssen.) höchstverklärte Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmelsgeister fließt; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen: schau, dein armes Kind auch hier rufet Hosianna dir. 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt_mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in uns fräftiglich, bis zum Schemel deinen Füßen alle Feinde Himmelfahrt. 66 Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende alles bis zum Weltenende; mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 5. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stehen offen, komm herein! Komm, dukönig aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in deinem Himmelsthron. 6. Dein zum Himmel Sicherheben bringt mir Gott und Himmel nah; lehr mich nur im Geiste leben als vor deinen Augen da; fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich versetzt, da mich Jesus nur ergößt. G. Terstegen, † 1769. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. esus Christus 103 herrscht als König, alles wird ihm unter thänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstenthümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel, ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner; nur der Sohn, der ist ihm gleich; dessen Stuhl istunumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 0 4. Nur in ihm Wundergaben!-fönnen wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts! das Leben ist erschienen, und ein ewiges Verfühnen kommt in Jesu uns zu gut. 5. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, sagt, ihr Armen, ihm die Noth. Er kann alle Wunden, heilen, Reichthum weiß er auszutheilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 6. Gil, es ist nicht Zeit zum Schämen! Willst du Gnade? du sollst nehmen! Willst du leben? es soll sein! Willst du erben? du wirsts sehen! Soll der Wunsch aufs Höchste gehen, willst du Jesum? er ist dein. 1 7. 3war auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf turze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! Es folgen Freuden, nichts fann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Ihnen steht ein Himmel offen, welcher über alles Hoffen, 7512 Himmelfahrt. Hoffen, über alles Wünschen ist. Die gereinigte Gemeine weiß, daß eine Zeit erscheine, wo sie ihren König grüßt. 9. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendeteGerechte, undduSchaar, die Palmen trägt, und ihr Märtrer mit der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! ob 10. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unter thänig, ehret, liebet, lobet ihn! Ph. F. Hiller, † 1769. Mel. Wie schön leuchtet zc. ( Mein ganzer Geift.) 104 allelujah! Wie lieblich stehn hoch über uns die Himmels höhn, seit du im Himmel sisest, seit du vom ewgen Zion dort aussendest dein lebendig Wort und deine Heerde schüßest! Fröhlich, selig schaut der Glaube von dem Staube auf zum Sohne: meine Heimath ist am Throne! 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; was ist ihr tausendfacher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, das dir vom holden Angesicht ausgeht mit ewger Wonne! Spende, sende deine 67 hellen Lebensquellen reichlich nieder, großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, ich weiß, daß dort ein Auge wacht, das einst um uns geweinet, das einst für uns im Tode brach; es ist dein Aug, es bleibet wach, bis neu die Sonne scheinet. O wer nunmehr nimmer klagte, nimmer zagte, seit du wachest und aus Nächten Tage macheſt! 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, ein Himmel neigt sich drüber her, dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, da wallt man sicher früh und spät vor Feindeslist und Schaden. Keiner deiner Auserwählten, Geistbeseelten bleibt verlassen; treu will thn dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, zu dir, wenn sich das arme Herz abhärmt in bittrer Reue. Du brichst nicht das zerstoßne Rohr, und wenn der Docht sein Del verlor, so tränkst du ihn aufs neue. Im Licht soll nicht eine fehlen von den Seelen, die zum Leben dir dein Vater übergeben. 6. felger König Jesu Christ! Wie wundervoll und heilig ist, was uns in dir geschenket! In dir, der Gottes Kinder 68 Kinder schirmt, bleibt unser Anker, wenn es stürmt, auf ewig eingesenfet. Hier, hier sind wir festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile; dann hinauf zum ewgen Heile! A. Knapp,+ 1864. Himmelfahrt. in dem sich das ewge Erbarmen milde zu eigen gegeben den schuldigen Ärmen! Dir an der Brust darf nun in Leben und Lust jeder Erstarrte erwarmen. 6. Wahl voller Wunder! Der einzige Reine von allen eint sich mit Seelen, die Mel Lobe den Herren 2c. 105 Lamm, das gelitten, fündig im Staube hier der wallen, trägt ihre Schuld, hebt in unendlicher Huld das, was am tiefsten gefallen. und Löwe, siegreich gerungen; blutendes Opfer und Held, der die Hölle bezwungen; brechendes Herz, das sich aus irdischem Schmerz über die Himmel geschwungen! 7. Mir auch ist süß überwindend dein Rufen ertönet; Herr, auch mein feindliches Herz hat dein Lieben verföhnet; ja, deine Hand, zu dem Verirrten gewandt, hat mich mit Gnade gekrönet. 8. Lobe den Herrn, meine Seele! Er hat dir vergeben, heilt dein Gebrechen, legt in dich ein ewiges Leben; Frieden im Streit, Wonnen im irdischen Leid weiß dir dein Heiland zu geben. 9. Hoffnung und Glaube und Liebe, sie tragen auf Flügeln dich in das Land der Verheißung zu ewigen Hügeln, wo deine Wahl, dort in der Herrlichkeit Strahl, Lieb und Erbarmen besiegeln. 2. Du hast in schauriger Tiefe das Höchste vollendet, Gott in die Menschheit ge hüllt, daß sein Licht uns nicht blendet. Würdig bist du, jauchzt dir die Ewigfeit zu, Preises und Ruhms, der nicht endet. 3. Himmlische Liebe, die Namen der Erde nicht nennen! Fürst deiner Welten, den einst alle Zungen bekennen! Gingest du nicht selbst in der Sünder Gericht, Sünder entlassen zu fönnen? 4. Ueber des Todes umnachteten, graunvollen Klüften schwangst du die Palme des Sieges in himmlischen Lüften. Wer an dich glaubt, trägt nun, von Hoffnung umlaubt, ewiges Leben aus Grüften. 5. Menschensohn, Heiland, - 10. Jauchze, Natur, in des Frühlings beginnendem Wehen; singe, du Welt, die das Werk der Erlösung gesehen! Jauchze, du Heer, dort am frystallenen Meer: ,, Ehre sei Gott in den Höhen!" M. Heußer- Schweizer,+ 1876. Pfingsten. IX. Pfingsten. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir zc. ( Ich komme vor dein Angesicht.) Domm, 106 on heilger Geist, o Schöpfer du, sprich deinen armen Seelen zu; erfüll mit Gnaden, füßer Gast, die Brust, die du geschaffen hast. 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das Herz in Liebesbrand, stärt unser schwaches Fleisch und Blut durch deiner Gott heit starken Muth. 2. Der du ein Tröster bist 107 omm, heiliger genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebesquell, du Lebensbronn, du Herzenssalbung, Gnaden sonn! JL Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut der Gläubigen Herz, Muth und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn! Herr, durch deines Lichtes Glanz zum Glauben du versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen. Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen! Hallelujah! Hallelujah! 3. Du siebenfaches Gnaden gut, du Hand des Herrn, die Wunder thut, du lösest aller Zungen Band, gibst frei das Wort in alle Land. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr Gott uns recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. Lehr, daß wir nicht Meiſter O Herr, behüt vor fremder suchen mehr, denn Jeſum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah! Hallelujah! 5. Den Feind treib von uns fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir, durch deine Hand geführt, vom Argen bleiben unberührt. 69 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, und wie den Sohn man ehren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. 7. Ehr sei dem Vater, unserm Herrn, und seinem Sohn, dem Lebensstern; dem heilgen Geiste gleicherweis sei setzt und ewig Lob und Preis! Alte Kirche. 3. Du heilige Gluth, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleibn, die Trübsal uns von dir nicht treibn. Durch deine Kraft 70 Pfingsten. Kraft uns, Herr, bereit und 109 stärt des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah! Hallelujah! V. 1 vorreformatorisch; V. 2. u. 3 von Luther,+ 1546. 108 Nun bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Erbarm dich, Herr! 2. Du werthes Licht, gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Erbarm dich, Herr! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben, und in Frieden auf einem Sinn bleiben. Erbarm dich, Herr! 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod; daß in uns die Sinne nimmer verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Erbarm dich, Herr! Luther,+ 1546. V. 1 aus dem 13. Jahrhundert. Domm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, fie erfüll uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir andres nicht beginnen, als nur, was dein Wille sucht. Dein Erkenntniß werde groß, und mach uns vom Frrthum los. 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; wirke Reu durch deine Gnad, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugniß uns empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich gründen, wenn sich Noth und Drangsal findt; denn was Vaterliebe thut, ist uns alle Wege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns alle Zeit; so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, Pfingsten. Gott, mein Gott, wie lange? Ei, so mach du den Beschluß; sprich der Seele tröstlich zu und gib Muth, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werte, wenn die Welt uns an sich reißt. Schent uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Feind, kein Tod, noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichr uns mehr und mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die Gott gibt durch Jesum Christ und die unaussprechlich ist. H. Held,+ 1661. Mel. Wie schön leuchtet der zc. ( Mein ganzer Geist.) 110 heilger Geist, fehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein; o fomm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn 71 wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Wahrheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch andre in der Christenheit dein wahres Zeugniß lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Eteh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, auch wenn wir leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beslissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. O laß uns deine Gotteskraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch ge stärket werden; auf daß wir unter deinem Schuß begegnen aller Feinde Truk mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. Ostarker Fels und Lebenshort, laß doch dein mildes Himmelswort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitsreichen Pfingsten. 72 reichen Lehr und reiner Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du milder Himmelsthau, senk dich in unsre Seelen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müß umschweben und durchdringen unser Leben. 7. Gib, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine todten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. M. Schirmer, † 1673. 111 3euch ein zu dei nen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochge: liebter Geist des Vaters und des Sohnes. mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft; entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl, es steiget himmelan, es steiget sonder Ende, bis der sich zu uns wende, der allen helfen kann. 4. Du bist ein Geist der Freuden, mit Trauern hältst dus nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die. Pforten zum güldnen Freudensaal! 5. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft Feind du bist, willst, daß in Liebesflammen sich wieder thu zusammen, was voller Zwietracht ist. 6. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt. So gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. Pfingsten. 7. Beschirm die Obrigkeiten, bau unsers Fürsten Thron; gib Glück zu diesen Zeiten; schmückt, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 8. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergößet, aus unsern Herzen reißt. 9. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. P. Gerhardt, † 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 112 du allersüßste Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet läsfest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich finge! 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur 73 nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach ergib dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserforen. 3. Du wirst als ein milder Regen ausgegossen von dem Thron, bringst uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werther Gast, Gottes Segen, den du hast und verwaltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seel erfüllen. 4. Du bist weis und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund, zählst den Staub des kleinsten Sandes, gründst des tiefsten Meeres Grund; nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gib Weisheit, und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und redlich ist, fleuchst hingegen Schand und Sünden, hasfest Schlangentrug und List. Mache du, o Gnadenquell, meine Seele rein und hell; laß mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne siehest. 6. Deine Huld hat keine Schranken, du bist fromm und sanften Muths; bleibst im Lieben ohne Wanken, thust 4 Pfingsten. 74 thust uns Bösen alles Guts. Ach, verleihe mir doch auch deinen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößst; bleib ich von dir ungeschieden, so bin ich genug getröst. Laß mich sein dein Eigen thum; ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich stärkest und mir treulich stehest bei; hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nöthig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, daß er sich in dir erneue, und mein Gott sich meiner freue. 9. Sei mein Retter, führ mich eben, wenn ich sinke, ſei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab; wenn ich wieder aufersteh, o so hilf mir, daß ich geh hin, wo du in ewgen Freuden wirst die Auserwählten weiden. P. Gerhardt, † 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 113 Gott gib einen milden Regen, denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gib vom Himmel Segen, tränke du dein dürstend Land! Laß des heilgen Geistes Gab auf mich Armen doch herab wie in starken Strömen fließen, und sich in mein Herz ergießen. 2. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich, in der Weisheit fest zu stehen und auf dich im Glauben sehen. 3. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tausendmal willkommen, laß mich deinen Tempel sein. Reinige du selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. 4. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache neu mich, rein und schön; laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gib mir einen starken Muth, heilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott hintreten und im Geist und Wahrheit beten. 5. So will ich mich dir ergeben; dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde Pfingsten. werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelsweisen. M. Kramer, † 1702. Mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 114 Geist vom Vater und vom Sohne, der du unser Tröster bist und von unfres Gottes Throne hilfreich auf uns Schwache siehst: stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke träftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin; lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 75 nicht überwinde; hab ich irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Bessrung neige. 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hilfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Christ als auf meinen Mittler schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelassen Herz; laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden dieses Trostes Kraft empfinden. Nach Gottf. Hoffmann, † 1712. Mel. Jesu, meine Freude zc. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles 115 Schmückt das Feſt treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn; seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an, denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen; machet ihm die Bahn! Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll 76 Pfingsten. Vater nennen. voll Rath und That, starker recht erkennen und Gott Gottesfinger, Friedensüber bringer, Licht auf unsrem Pfad, gib uns Kraft zur Bilgrimschaft, laß uns deine theuren Gaben Herz und Seele laben. 7. Mach das Kreuz uns süße, und durch Finsternisse sei du unser Licht: trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Noth, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen, und im Guten grünen, als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werther Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. B. Schmold, † 1737. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen, führ den Geist empor; gib uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gib uns Muth, du höchstes Gut, tröst uns träftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die Land begießen, wo Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; hundertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. das dein 5. Schlage deine Flam: men über uns zusammen, heilge Liebesgluth; laß dein fanftes Wehen über uns ergehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch mit der Welt nicht ferner ziehen und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus. Werthes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum met. Erquice mich, du Heil der Sünder 2c. 116 Gott, o Geiſt, o Licht des Lebens, das uns im Todesschatten scheint, du scheinst und lockst so lang vergebens, weil Finsterniß dem Lichte feind! Geist, dem keiner kann entgehen, dich laß ich gern mein Herze sehen. 2. Entdecke alles und verzehre, was nicht in deinem Lichte rein; wenn mirs gleich noch so schmerzlich wäre, die Wonne folget nach der Pein; du wirst mich aus dem finstren Alten in Jesu Klarheit umgestalten. Pfingsten. 3. Ich kann nicht selbst der Sünde steuern, das ist dein Werk, du Quell des Lichts! Du mußt von Grund aus mich erneuern, sonst hilft mein eignes Trachten O Mel. Kommt her zu mir zc. nichts. Geiſt, ſei meines 117 Gs saß ein frommes ich mir selbst nichts Gutes geben. 4. Du Odem aus der ewgen Stille, durchwehe sanft der Seele Grund; füll mich mit aller Gottesfülle, und da wo Sünd und Gräuel stund, laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, in Geist und Wahrheit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen sei findlich folgsam deinem Trieb; be wahr mein Herz mit allen Sinnen untadelig in Gottes Lieb. Dein in mir Beten, Lehren, Kämpfen laß mich auf keine Weise dämpfen. 6. Geist, o Strom, D der uns vom Sohne eröffnet, und krystallenrein aus Gottes und des Lammes Throne nun guillt in stille Herzen ein, ich öffne meinen Mund und sinke hin zu der Quelle, daß ich trinke. 77 ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, man harref deiner nie vergebens. G. Terstegen, † 1769. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen, von allem abgewandt, dir nah; ich will die Welt und mich vergessen und innigst glauben: Gott und wollte nach des Herren Wort einmüthig Pfingsten halten. Ach laß auch jetzt deiner Liebe Band bei fromim Christenstand, Herr Jesu, men Gliedern walten! 2. Schnell fiel hernieder auf das Haus ein starker wunde der mit Gebraus sich wundersam erhoben. Gotteshauch, ach lasse dich bei uns auch spüren kräftiglich und weh uns an von oben! 3. Er füllete die Wohnung ganz, zertheilter Zungen Feuerglanz ließ sich auf jedem spüren. Ach, nimm auch unsre Kirchen ein, laß feurig unsre Lehrer sein, und deine Sprach uns rühren! 4. Sie wurden all des Geistes voll und fingen an zu reden wohl, wie er gab auszusprechen. Erfüll auch uns mit heilger Gluth, daß wir des Herzens blöden Muth mit freier Rede brechen! 5. Das Volk von allen Zungen kann, was Gott zum Heil der Welt gethan, in Pfingsten. 78 in seiner Sprache hören. Ach heb der Zungen Irrsal auf; laß, Jesu, deinem Wort den Lauf, daß dich die Völker ehren! 6. Die Welt zwar treibt nur ihren Spott, und wer nicht merkt die Kraft von Gott, spricht leider: Sie sind trunken!" Den rechten Freudenwein uns gib, erquick, o Herr, in deiner Lieb, was noch in Angst versunken! 7. Dein Licht treib in des Herzens Haus mit hellen Strahlen gänzlich aus die alten Finsternisse, daß Blindheit, Irrthum, falscher Wahn und, was uns sonst verleiten kann, auf ewig weichen müsse. 8. Dein Feuer tödt in unsrer Brust, was sich noch regt von Sündenlust; er: wecke reine Triebe, auf daß wir schmecken wahre Freud, anstatt der schnöden Eitel keit, in Jesu süßer Liebe. Hieron. Annoni,+ 1770. Mel. Fröhlich soll mein ze. 118 öchster Tröster, Geist des Herrn, sei nicht fern, stärke Christi Glieder. Er hat nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rath seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Mache unser Heil uns wichtig; wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; eins ist noth für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Gräul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden! Er hat Gnade euch erworben, Jesu Blut machet gut, was die Welt verdorben. 5. Weck uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 6. Geist der Weisheit, gib uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns freudig vor Gott treten, sei uns nah, und sprich: ja! 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gib uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz Pfingsten. Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 8. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben; gib, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sei in Schwachheit unsre Stüße, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshihe. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist in des Himmels Freude. E. Liebich, † 1780. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 119 Der du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, gibest, ja, uns um ihn bitten heißt, demuthsvoll fleh ich zu dir: Bater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und mich dir zum Tempel weihe. 79 3. Ewge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther heiligst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr, verlangt auch mich, ich ergebe mich an dich; mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. Trieben, daß ich Gott, mein 4. Fülle mich mit heilgen höchstes Gut, über alles möge lieben; daß ich mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich freu, und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 5. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe, und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nüßlich werden. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 6. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt, wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt, wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 7. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk Pfingsten. 80 werk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so sebze durch dein Wort deine Gnaden wirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Dav. Bruhn,+ 1782. weihe dir mein Herz zum Thron! Schenke dich mir immerdar, so wie einst der Jünger Schaar! Mel. Nun tomm der Heiden Heiland 2c. Gottes Geist und 120 Geift vom Bater 121 Chrifti Geift, und vom Sohn, der uns den Weg zum Himmel weist, der uns die dunkle Erdennacht durch seine Lichter helle macht; 2. Du Hauch, der durch das Weltall weht als Gottes stille Majestät, du aller Lichter reinstes Licht, erleucht uns Herz und Angesicht.. 3. 2. Geist der Wahrheit, leite mich! Gigne Leitung täuschet sich, da sie leicht des Wegs verfehlt und den Schein für Wahrheit wählt. 3. Geist des Lichtes, mehr in mir meinen Glauben für und für, der mich Christo einverleibt und durch Liebe Früchte treibt. 4. Geist der Andacht, schenke mir Salbung, Inbrunst, Feur von dir; laß mein Bitten innig rein und vor Gott erhörlich sein. 5. Geist der Liebe, Kraft und Zucht! Wenn mich Welt und Fleisch versucht, o dann unterstüße mich, daß ich ringe; rette mich! innerlich durch den Frieden. Gottes mich. 7. Geist der Hoffnung, führe du mich dem Himmels erbe zu; laß mein Herz sich deiner freun und in Hoffnung selig sein! G. J. Tode, † 1797. 6. Geist der Heiligung, verklär Jesum in mir mehr und mehr, und erquicke Mel. O Jesu Christ, meins Lebens 2c. Komm, leuchte mit dem Gnadenschein hell in die weite Welt hinein; komm, mach uns in der Finsterniß des lichten Himmelswegs gewiß. 4. Ach, hier ist alles Staub und Nacht, die Wahn und Sünde trübe macht; ach, hier ist alles Noth und Tod, geht uns nicht auf dein Morgenroth. 5. Das Morgenroth der bessern Welt, das wie ein Strahl vom Himmel fällt, als Gottes Macht und Gottes Lust durchblißt die kranke Menschenbrust. Schlußlied der Weihnacht-, Oster- u. Pfingstzeit. 81 6. Gottes Geist und Ehren, dich wolln wir Christi Geist, der uns wie hören; freue, freue dich, o Kinder beten heißt, der uns Christenheit! wie Kinder glauben heißt, o komm, o komm, du heilger Geist! 7. Komm, Gottes Frie: den, Gottes Muth! Komm, stille Kraft, die nimmer ruht, fomm, gieße deinen Gnadenschein in Seele, Sinn und Herz mir ein. 8. Dann wandl ich, wie ein Kind des Lichts, im Glanze deines Angesichts schon meinen kurzen Erden: lauf stets himmelein und himmelauf. E. M. Arndt, † 1860. Schlußlied der Weihnacht-, Oſterund Pfingstzeit. II. 4. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Welt lag in Banden, Christ ist erstanden; freue, freue dich, o Christenheit! 5. D du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Tod ist bezwungen, Leben errungen; freue, freue dich, o Christenheit! 6. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Kraft ist gegeben, laßt uns ihm leben; freue, freue dich, o Christenheit! III. 7. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Christ, unser Meister, heiligt die Geister; freue, freue dich, o Christenheit! I. 1220 du fröhliche, o du selige, gnaden bringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren; freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist heit! erschienen, uns zu verfühnen; freue, freue dich, o Christenheit! 8. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade; freue, freue dich, o Christen 9. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Uns, die Er3. O du fröhliche, o lösten, Geist, willst du trösten; du selige, gnadenbringende freue, freue dich, o ChriſtenWeihnachtszeit! König der heit! 3. Daniel Falt, † 1826. 82 Trinitatisfest. X. Trinitatisfeft. llein Gott in 123 Allein der Mel. Nun dantet alle Gott zc. Ehr und Dank für seine 124 Gelobet sei der Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir Leib und Seele hat gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöſet hat mit seinem theuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 2. Wir beten an und loben dich, wir bringen Ehr und danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken; ganz ohne Maß ist deine Macht, allzeit geschieht, was du bedacht: Wohl uns des starken Herren. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, für uns ein Mensch geboren, der uns vertritt vor Gottes Thron und rettet, was verloren; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Noth, erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, mit deinem Heil uns tröste! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jesus Christ erlöste durch Marter groß und bittern Tod, wend unsern Jammer ab und Noth; darauf wir uns verlassen! N. v. Hof, † 1541. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was durch ihn lebt und webet; gelobet sei der Herr, deß Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werthe Geist. 5. Dem wir Hallelujah mit Freuden lassen klingen und 83 4. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschaar und " singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet: Gott ist heilig, heilig, heilig! Preis 125 dem Herrn der Himmelsheere. Vor 1698. Trinitatisfest. und mit der Engelschaar das Heilig! Heilig! singen; den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit; gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! 3. Olearius,+1684. Mel. Wie schön leuchtet zc. ( Mein ganzer Geist.) Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit ſei in uns allen ihm bereit 126 Was freut mich und 1 Stärke! Klinget, finget: Gott ist heilig, heilig, heilig! Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmelsheere. 2. Hallelujah! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut er kauft, damit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben, und darinnen uns erlaben. 3. Hallelujah! Gott heilger Geist, sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeittag erforen. Heil uns, Heil uns! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna! Mel. Wie schön leuchtet zc. ( Mein ganzer Geist.) dus nicht bist, Herr Gott, der doch mein Alles ist, mein Trost und meine Wonne? Bist du nicht Schild, wer decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich im Finstern eine Sonne? Keine reine, wahre Freude, auch im Leide, auch für Sünden, ist, Herr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, mein Herr Erlöser, Jesus Christ, mein Friede und mein Leben? Heilst du mich nicht, wo find ich Heil? Bist du nicht mein, wo ist mein Theil? Gibst du nicht, wer wird geben? Meine eine wahre Freude, wahre Weide, wahre Gabe hab ich, wenn ich Jesum habe. 3. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, o Geist, 4* der Allgemeine Lob- und Danklieder. 84 der uns gegeben ist zum Führer der Erlösten? Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn? Führst du mich nicht, wo komm ich hin? Hilfst du nicht, wer will trösten? Meine eine wahre Freude, Trost im Leide, Heil für Schaden ist in dir, o Geist der Gnaden. V. 1 u. 2 von Ph. Fr. Hiller,+ 1769. B. 3 v. A. Knapp, † 1864. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 127 Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Hallelujah! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Heiland, dir. Du littst für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Hallelujah! 3. Gelobet seist du, Geist des Herrn! wir waren einst von Christo fern. Du hast durch deines Wortes Macht auch uns zum Licht und Heil gebracht. Hallelujah! 3. Christ. Stockhausen, † 1784. XI. Allgemeine Lob- und Danklieder. 128 Erster Chor: Herr, Gott, dich loben wir, Dich, Vater in Ewigkeit, all Engel und Himmelsheer, auch Cherubim und Seraphim heilig ist unser Gott! Erster Chor: 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit der heiligen zwölf Boten Zahl die theuren Märtrer allzu mal Zweiter Chor od. Gemeinde: Herr Gott, wir danken dir! ehrt die Welt weit und breit; und was dienet deiner Ehr, singen immer mit hoher Stimm: heilig ist unser Gott! Beide Chöre: Heilig ist unser Gott! der Herre Zebaoth. Zweiter Chor od. Gemeinde: geht über Himmel und Erden weit; und die lieben Propheten all, loben dich, Herr, mit großem Schall; Allgemeine Lob- und Danklieder. 85 Zweiter Chor od. Gemeinde: rühmt dich aufErden alle Zeit; deinen rechten und eingen Sohn, Erster Chor: die ganze werthe Christenheit dich, Gott Vater, im höchsten Thron, den heilgen Geist und Tröster werth 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, du nahmest an, der Welt zu gut, du hast dem Tod zerstört sein Macht du sitzst zur Rechten Gottes gleich ein Richter du zukünftig bist 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, laß uns im Himmel haben Theil Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, wart und pfleg sein zu aller Zeit 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Behüt uns heut, o treuer Gott, sei uns gnädig, o Herre Gott, zeig uns deine Barmherzigfeit, auf dich hoffen wir, lieber Herr, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Mel. Kommt, kommt den Herrn zc. 129 Nun lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein; sein Wohlthat Gott Vaters ewger Sohn du bist; gleich MenschenkindernFleisch und Blut; und all Christen zum Himmel bracht; mit aller Ehr ins Vaters Reich; allem, das todt und lebend ist, die durch dein theur Blut erlöset ſein; mit den Heilgen am ewgen Heil. und segne, was dein Erbtheil ist; und heb es hoch in Ewigkeit, und deinen Namen stetiglich. vor aller Sünd und Missethat; sei uns gnädig in aller Noth; wie unsre Hoffnung zu dir steht; inSchanden laß uns nimmermehr! Beide Chöre: Amen. Buther, † 1546. thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein; hat dir dein Sünd vergeben, heilt deine Schwachheit groß, erlöst dein armes Leben, nimmt dich Allgemeine Lob- und Danklieder. 86 dich in seinen Schooß, mit Trost dich überschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leiden für sein Reich. 2. Er hat uns wisser lassen sein heilig Recht und ſein Gericht, dazu ſein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht; den Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn. So fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbar: men ob ihrer jungen Kindelein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn findlich fürchten rein; er kennt uns arme Knechte und weiß, wir sind nur Staub, ein bald verwelkt Geschlechte, wie Gras und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigteit; sie bleibt bei der Gemeine, die, stets in seiner Furcht bereit, will seinen Bund bewahren. Er herrscht im Himmelreich; ihr starken Engelschaaren, lobt ihn mit uns zugleich, und dient dem Herrn der Ehren und breitet aus sein Wort! mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Joh. Gramann, † 1541. 130 Nun preiſet alle Gottes Barm= herzigkeit; lob ihn mit Schalle, dank ihm, o Chri stenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, freue dich, Israel, seiner Gnaden!:,: 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt; viel Tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfe ihm Ehre geben.:;: 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weiden stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden.:,: 4. Er gibet Speise reich: lich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet Früh- und ſpäten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen.:,: 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, dank ihm, o Christenheit; uns soll hinfort kein Unfall schaden; freue dich, Israel, seiner Gnaden!:,: Math. A. v. Löwenstern, † 1648, Allgemeine Lob- und Danklieder. 87 131 Nun banket alle mann und deinen Ruhm Gott mit Her vermehren, so lang er lallen zen, Mund und Händen, der kann. große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jezund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort.' 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone, dem ewig höchsten Gott; als es an fänglich war und ist und bleiben wird jezund und immerdar! m. Rintart,+1649. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. ( Kommt, kommt den Herrn.) 132 Man lobt dich in der Stille, du hocherhabner Zions- Gott! Des Rühmens ist die Fülle vor Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor Jeder 2. Es müsse dein sich freuen, wer deine Macht und Gnade kennt, und deinem Dienst sich weihen, wer dich in Christo Vater nennt. Hoch seift du stets gepriesen; du bists, der Wunder thut, und hast auch mir erwiesen das, was mir nüß und gut. Nun, das ist meine Freude, zu halten fest an dir, daß nichts von dir mich scheide, so lang ich walle hier. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; wenn Schwache zu dir kamen, haft du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun, wie vergelt ichs dir? ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen allezeit dich, Herr Gott, hier im Leben und dort in Ewigkeit. 3. Rist,+ 1667. Mel. Nun danket all und bringet 2c. ( Lobt Gott, ihr Christen allzugleich.) 133 h finge dir mit ch Herr, meines Herzens Luft! Herz und Mund, Ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle 88 Allgemeine Lob- und Danklieder. Quelle seist, daraus uns uns, was uns hoch erfreut. allen früh und spat viel und dir zu Ehr gereicht. Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werthen Fried in un serm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles thun! Du hältst die Wacht an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, herzlich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu sehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser, Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht, und gibst 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sei; kein Zährund Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohl auf, mein Herze, sing und spring und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schaß, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht! 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und Und manchen ernährt? schweren Unglückslauf zum Segen dir gekehrt? 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nichts Allgemeine Lobnichts darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. P. Gerhardt,+ 1676. ( Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich.) unser Theil. 134 Nun banket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott unferm höchſten Gut, der ſeine 135 Lobe den Herren, große 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muths, die Straf er läßt, die Schuld vergibt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin." und Danklieder. 89 bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und bleib auch, wenn wir von der Erd abscheiden, 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unfrem Vaterland; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. P. Gerhardt,+ 1676. König der Ehren; stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören. Kommet zu Hauf; Psalter und Harfe, wacht auf, laſſet den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieſes verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar ge= segnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; Allgemeine Lob- und Danklieder. 90 regnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen; alles, was Odem hat, lobe des Heiligen Namen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht: lob ihn in Ewigkeit! Amen. 3. Neander,+ 1680. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 136 Wunderbarer Kö: 137 Sei Lob und Ehr nig, von uns allen, laß dir unser Lob gefallen; deine Vatergüte hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen; hilf uns noch, stärk uns doch! Laß die Zunge singen, laß die Stimm erflingen! dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt: gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die in Lüften, Land und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles hat so wohl bedacht; gebt unserm Gott die Ehre! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Werke, mehr als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, lob ihn mit den Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern, seid be reit, zu ehren einen solchen Herren. 3. Odu meine Seele, singe fröhlich, singe, finge deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, jauchze, preise, tlinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth; er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Hallelujah bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Hallelujah singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. 3. Neander,+ 1680. 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich; gebt unserm Gott die Ehre! 4. Jch rief dem Herrn in meiner Noth: ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half Allgemeine Lob- und Danklieder. 91 9. So kommet vor sein Angesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen; bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht; gebt unserm Gott die Ehre! 3. 3. Schütz, † 1690. half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost ges deihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir; gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her; gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilfe mangeln muß, wie sie die Welt erzeiget, so kommt und hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh; gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören; mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Lieb erfreue dich; gebt unserm Gott die Chre! 8. 3hr, die ihr Chrifti Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gözen macht zu Spott; der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! Mel. Allein Gott in der Höh 20. 138 Bringt her dem und Ehr aus freudigem GeHerren Lob müthe! Ein jeder Gottes Ruhm vermehr und preise seine Güte! Ach lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Noth, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält; drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben, der uns durch seine Engel schützt und täglich gibet, was uns nüßt; drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben und uns des 92 Allgemeine Lob- und Danklieder. des ewgen Lebens Kron werde gepriesen früh und durch seinen Tod erworben, spat. Hallelujah, Hallelujah! der Tod und Hölle macht zu Spott und uns versöhnt mit unserm Gott; drum danket seinem Namen! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und sinken nieder in den Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Hallelujah, Hallelujah! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und alles Gute noch verheißt, uns stärket, fräftigt, gründet; der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und heiligt fort und fort; drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch das gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird, und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat allen dargestellt und seinen Gläubgen vorbehält; drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Fürsten und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat! Ja alles, was nur Ödem hat, das danke seinem Namen. C. Günther, † 1704. 139 Robe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobfingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, deß Hilfe der Gott Jakobs ist, der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer die sen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rath und That. Hallelujah, Hallelujah! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden und, was darinnen ist, gemacht; alles muß treulich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah, Hallelujah! 5. Zeigen sich solche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis be scheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad ist man cherlei. Hallelujah, Halle lujah! Allgemeine Lob- und Danklieder. 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn; wo er kann einige Frommen fin den, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsehn ist des Fremden Truß, Wittwen und Waisen nimmt er in Schuß. Hallelujah, Hallelujah! 7. Aber der Gottesvergeffnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrteSchritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott forgt stets für dich. Hallelujah, Hallelujah! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen deß, der so große Wunder thut! Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Hallelujah, Hallelujah! 3. D. Herrnschmidt, † 1723. ( Wer nur den lieben, Nr. 2.) 140 daß ich tauſend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 93 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Breis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Jhr schwanken Gräslein in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehilfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld! 94 Allgemeine Lob7. Auch hab ich es mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig ſein! 9. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich verklärt und selig bin; da sing ich dir im höhern Chor viel Tausend Hallelujah vor! Joh. Menter, † 1734. Mel. Jeju, meines Lebens Leben zc. ( Alle Menschen müssen sterben.) 141 Womi omit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, und Danklieder. mein Gott; denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müsſen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich verlassen und gehäufetSchuld auf Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmuth und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast getragen voll Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 4. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, ganz sich zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. Wie ein Vater nimmt und gibet, wies den Kindern nüßlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist, und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs Höchste Allgemeine Lob- und Danklieder. 95 Mel. Wunderbarer König 2c. 142 Unumschränkte Liebe, blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken, und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. Höchste kommen. Tausend, tauſendmal ſei dir, großer dafür! 6. Mich hast du auf Adlersflügeln oft getragen vä terlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich; wenn schien alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hilf ich innen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Fielen tausend mir zu Seiten und zur Rechten zehnmal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der En gel starkes Heer, daß den Nöthen, die mich drangen, ich bin dennoch stets entgangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte; deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit, über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden so und durch viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? 8. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit; dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal jei dir, großer König, Dank dafür! 9. Tausendmal sei dir gefungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meinen Lebensgang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. 2. A. Gotter, † 1735. 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt Allgemeine Lob- und Danklieder. 96 statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. sei 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest; deiner Hand Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach,+ 1735. Mel. Es ist das Heil uns zc. 143 Wenn enn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wo hin es blickt, die Wunder deiner Werke; der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke; wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde Wer Himmel regnen? Werschließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt. Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet, der Mensch, der SchöpfungRuhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. Fr. Gellert, † 1769. mel. Die Tugend wird durchs Kreuzze. ( Wie groß ist des Allmächtgen Güte.) 144 Wie groß ist de Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den Allgemeine Lob- und Danklieder. 97 den sie nicht rührt? Der alles lieben, und meinen mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe Nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: ich zu ermessen, sei ewig meine soll vollkommen sein, wie größte Pflicht. er. Solang ich dieß Gebot erfülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Chr. F. Gellert, † 1769. 2. Wer hat mich wunder bar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht sein Ärm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu dieſen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über Lied! ist 145 Gott ist mein der Gott der Stärke; groß ist sein Nam, und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste; 5 er 98 Allgemeine Lob- und Danklieder. er herrscht als Gott, und hast werden lassen, verkünseines Thrones Veste ist digt seines Schöpfers Macht. Wahrheit und Gerechtigkeit. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Rein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden: so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. Chr. F. Gellert, † 1769. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war, im Himmel, Erd und Meere, das fennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sigest oder geheſt; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre; Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du ie Himmel Die 146 rühmen des Ewigen Ehre; ihr Schall pflanzt seinen Namen fort; ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere, vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort. 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich wie ein held. Allgemeine Lob- und Danklieder. 99 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, so die Natur dir aufgestellt. Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinnen Stanb fühllos beschaun? Durch wen ist Alles? O gib ihm die Ehre! Mir," ruft der Herr, sollst du vertraun!" 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde; an meinen Werken kennſt du mich. Ich bins, der ich war und der ich sein werde, dein Gott und Vater ewig lich." 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins, mich liebe von ganzem Gemüthe, und nimm an meiner Gnade Theil!" Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. O daß ich tausend zc. ( Wer nur den lieben Gott, Nr. 2.) 147 Beht hin, ihr gläubigen Gedanken, ins weite Feld der Ewigkeit; erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit; erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. ich sollte leben durch seinen 3. Sein Rathschluß war, eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gnasollt ich rein, geheiliget und denthron; in dessen Blute selig sein. mich wählte vor allem An4. O Wunderliebe, die beginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für Vaterhand, o Gnadenwelche sie das Reich bestellt! trieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe hinauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag ein Zeugniß gibt: Gott hat mich je und je geliebt! 6. Wer bin ich unter Millionen der Creaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hierher gebracht? Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. Kirche und Gnadenmittel. 100 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barm herzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Jm sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, dieß Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Muth und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit; der Glaube schwingt sich durch die Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbtheil und gelobtes Land. 11. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 12. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. J. G. Hermann, † 1791. XII. Kirche und Gnadenmittel. sein grausam Rüstung ist; auf Erd ist nicht seins Kirche. 148 Gin feste Burg Gleichen. ist unser ein gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind, mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erforen. Fragst du, wer der ist: er heißt Jesus Christ, der Herr 101 steh bei uns in der letzten Noth, leit uns ins Leben aus dem Tod. Luther,+ 1546. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so Gott, vom fürchten 150 A Himmet fich Kirche. Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht, das macht, er ist gericht; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stan und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben! Luther,+ 1546. darein, und laß dich deß erbarmen: wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenfindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigner Witz erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet; der wählet dieß, der andre das, sie trennen uns ohn alles Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten aller Lehr, die falschen Schein uns lehren, und sich 149 Erhalt uns, Herr, vermessen hoch und sehr bei deinem Wort und steur der Feinde Trug und Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. Troß dem, ders uns will wehren! Wir haben Recht und Macht allein, was wir sehen, gilt allgemein; wer ist, der uns soll meiſtern? 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist; be schirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 4. Darum spricht Gott: ich muß auf sein, die Armen sind zerstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret; mein heilsam Wort soll auf den Blan, getrost und frisch sie greifen an, und sein die Kraft der Armen. 3. Gott heilger Geist, du Tröster werth, gib deim Volk einerlei Sinn auf Erd; Kirche und Gnadenmittel. 102 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argn Geschlechte; und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese Losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Luther, † 1546. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 2c. 151 Ach bleib bei uns, Herr Jesu 4. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Gewalt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 5. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 3. Gib Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an allem Ort; gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 6. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schut; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts andres suchen mehr. 7. Hilf leben uns in deinem Wort und darauf muthig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelsfaal. N. Selnecer,+ 1592. Christ, weil es nun Abend Mel. Christus, der ist mein Leben zc. worden ist; dein göttlich Wort, das" helle Licht, la 152 Ach bleib mit ja bei nicht. uns auslöschen deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. In dieser schwerbetrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sacrament behalten rein bis an das End. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, auf daß uns hier und dorte sei Güt und Heil bescheert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; SELE Kirche. Herr; dein Gnad und all Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht truke, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. Josua Stegmann, † 1632. Häuflein klein, obschon die Feinde Willens sein, dich gänzlich zu zer stören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird ganz angst und bang; es wird nicht lang mehr währen. Gustav Adolfs Feldlied. 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden, tiefen Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 153 Verzage nicht, du See; wollen sie dich gar 2. Deß tröst dich nur, daß deine Sach ist Gottes; dem befiehl die Rach, und laß es ihn nur walten; er wird durch einen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und dein Wort erhalten. 103 ist mit uns und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen 3. Altenburg, † 1640. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort, und was dem thut anhangen, endlich werden zu Hohn und Spott; Gott Mel. 3ion tlagt mit Angst 2c. 154 3ion, gib dich nur ist noch bei dir darin; du zufrieden, Gott bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vatersinn. Wenn dies ist sein geliebter Brauch; er straft, so liebt er auch, Zion, lerne dieß bedenken; warum willst du dich so kränken? zerschellen, mußt du rufen: Ach und Weh! Schweigt dein als schlafend in der Ruh: Heiland still dazu, gleich Zion, laß dich nicht bewegen; diese Fluth wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt deßgleichen möchte gar auch untergehn; dennoch hat es keine Noth in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus des eigen BundesSchranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen deine schönsten Perlen sein; stellt sich Seufzen nur und Stöhnen dir statt schöner Lieder ein; ist der Kirche und Gnadenmittel. 104 der Spott dein täglich Brot und dein Trank die bittre Noth: Zion, laß dir doch nicht grauen; du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit viel Qual und Herzeleid, dennoch wirst du nicht zu Schanden, denk nur an die Ewigkeit; sei getroft und wohlgemuth, denn ists, der es thut; Zion, Gott wird dich schon stär: ken, dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; gib dich nur in Gottes Hände, der macht dich von allem frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freudenkron; Zion, Gott, dein Schuß, wird machen und die Welt zu Schanden machen. 7. Hallelujah! Deine Wonne bricht anjeßt mit Macht herfür; denn die schöne Gnadensonne, Jesus Christus, naht zu dir, gibt dir einen Freudengruß und den rechten Friedenskuß; Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freuden sagen. 8. Freuet euch, ihr Himmelserben, Freuet euch mit Zion hier! Die vor Jammer wollten sterben, sollen leben für und für. Dort ist nicht mehr Angst und Qual in dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli,+ nach 1674. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 155 Erhalt uns deine zu der letzten Zeit; erhalt dein Reich und mehre dein edle Christenheit; erhalt standhaften Glauben, der Hoffnung hellen Strahl; laß uns dein Wort nicht rauben in diesem Jammerthal. 2. Erhalt dein Ehr und wehre dem, was dir widerspricht; erleuchte und bekehre, allwissend ewges Licht, was dich noch nicht erkennet; entdecke doch der Welt, der du dein Licht gegönnet, was einzig dir gefällt. 3. Erhalt, was du gebauet und durch dein Blut erkauft, was du dir haft vertrauet und mit dem Geist getauft. Ob grimme Feinde stürmen zu deiner Kirche Fall, so wollest du sie schirmen als Hort und Felsenwall. 4. Erhalt uns, Herr, dein Erbe, dein werthes Heiligthum; zerbrich, zernicht, verderbe, was wider deinen Ruhm; Kirche. Ruhm; laß dein Geseß uns führen, gönn uns dein Himmelsbrot; laß deinenSchmuck uns zieren, heil uns durch deinen Tod. 5. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das selig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in finstrer Nacht; laß diesen Born uns tränken im dürren Thal der Welt; laß diese Stimm uns lenken hinauf zum ewgen Zelt. 6. Erhalt in Sturm und Wellen der Kirche heilig Schiff und laß es nicht zerschellen an Sand und Felsenriff; gib, Herr, daß wir ent rinnen der wilden Fluth der Zeit, laß uns den Port gewinnen der selgen Ewigkeit. Nach Jos. Stegmann,( † 1632) von A. Gryphius, † 1664. 156 Löwen, laßt eu wiederfinden, wie im ersten Christenthum, die nichts konnte überwinden; seht nur an ihr Märtyrthum, wie in Lieb sie glühten, wie sie Feuer sprühten, daß sich vor der Sterbenslust selbst die Hölle fürchten mußt. 2. In Gefahren unerschrocken und von schnöden Lüsten rein, die zum Eitlen konnten locken, war damals des Herrn Gemein. Ihr 105 Sinn drang zum Himmel; fern aus dem Getümmel war erhoben Herz und Geiſt, suchte nicht, was zeitlich heißt. 3. Ganz großmüthig sie verlachten, was die Welt für Vortheil hält; nach dem Reiche Gottes trachten, darauf war ihr Sinn gestellt. Im Unglück glückselig waren sie und fröhlich, fern von Menschensclaverei und von ihren Banden frei. 4. O daß ich, wie dieſe waren, mich befänd auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund erfahren deine starke Helfershand, mein Gott, recht lebendig! Gib, daß ich beständig bis zum Tod durch deine Kraft übe gute Ritterschaft. 5. Gib, daß ich mit Geistes waffen kämpf in meines Jesu Stärk, und ja niemals mög erschlaffen, daß mir dieses große Werk durch dich mög gelingen, und ich tapfer ringen; daß ich in die Luft nicht streich, sondern bald das Ziel erreich. 6. Es dürft wieder dazu kommen, daß der Feinde tolle Wuth zu der Schlachtbank deine Frommen führte und vergöß ihr Blut. Nach gemeiner Sage große Trübsalstage werden kommen uns zu Haus und noch ein sehr harter Strauß. Kirche und Gnadenmittel. 106 7. Ei wohlan, nur fein standhaftig! O ihr Brüder, tapfer drauf! Lasset uns doch recht herzhaftig folgen jener Zeugen Lauf. Steht als Jesu Glieder, wenn der Feind sich wider euren Christenglauben setzt und das Schlachtschwert auf uns wetzt. 8. Gebt euch in das Leiden wacker! Mit dem Blut der Märtyrer wird getränkt der Kirchenacker, und so treibt er um so mehr; alle Pflanzen sprossen, so damit begossen; o wie trägt er reichlich Frucht, von der Trübsal heimgeſucht! 9. Komm, befrucht, o goldner Regen, uns, dein Erb, die dürre Erd, daß wir dir getreu sein mögen und nicht achten Feur und Schwert, als in Liebetrunken und in dir versunken; mach die Kirch an Glauben reich, daß das End dem Anfang gleich! 1712. 157 ahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle. Zion, bringe durch die enge Pfort! Fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Schen Trübfal, Angst mit Spott und Hohne! Sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone. Zion, fühlest du der Schlange Stich, leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, wenn sie dich sucht groß zu machen. Achte nichts ihr Gut und Geld, nichts ihr Dräuen, nichts ihr Lachen. Zion, wenn sie dir viel Luſt verspricht, folge nicht, folge nicht! 4. Brüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beides, was da gut und schlecht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott! Stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht, wie die andern, todt, sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft, statt in den Schein, dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft! Weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu! Laß nicht Kirche. nicht lau und träg dich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei! Auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß, halte aus, halte aus! 3. E. Schmidt, † 1745. Mel. 158 men sucht in Gottes Herzen Ruh; lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein; er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und er neuerteuern Bund! Schwöret unserm Ueberwinder Lieb und Treu von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt! 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr euch selbst Eintrag du Liebe meiner Liebe zc. erz und Herz 4. Hallelujah! Welche Höhen, welche Tiefen reicher 107 Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist! 5. O du treuster Freund, vereine deine dir geweihte Schaar, daß sie es so herzlich war, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 6. Liebe, hast du es geboten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die todten, trägen Geister lebensvoll! Zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen fann: wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 7. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein. Also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. N. L. v. Zinzendorf, † 1760. Mel. Eine feste Burg 2c. 159 Wenn Chriftus schützt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes Kirche und Gnadenmittel. 108 Gottes sizzt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hilfe nah; wenn er gebeut, ſtehts da. Er schüßet seinen Ruhm und hält sein Heiligthum; mag doch die Hölle wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott, sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns fann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn, wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch fein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod; was will uns denn erschrecken? Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen 2c. ( Daß ich der Tugend Höh.) 160 Dein Wort, o uns zusammen, daß wir in bringt der Gemeinschaft stehn; es läßt an uns die heilgen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn. Wir werden durch das Wort der Gnaden auch zur Gemeinschaft jener Schaar, die bei dem Herrn ist immerdar, gelockt und kräftig eingeladen. 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, die unter einem Haupte stehn, die hat der Herr sich auserforen, die läßt er Wunderliebe sehn; Gemeinschaft mit dem Vater haben und mit dem Sohn im heilgen Geist, das ist, was ihre Seelen speist; nur das kann sie vollkommen laben. 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, ist Christus und sein theures Blut, das einge Ziel, darauf wir sehen, ist Christus, unjer höchstes Gut; sein Wort die Regel, die wir kennen, sein Geist das Band, das uns verbindt; die Seelen all, die er gewinnt, sind, was wir heilge Kirche nennen. 4. Was ist das für ein himmlisch Leben, mit Vater, Sohn und heilgem Geist in seligerGemeinschaftschweben, genießen 109 heißt! Wie flammen da die 161 Herket dir; noch genießen das, was Gott verMel. Ein feste Burg ist unser zc. err, deine felgen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus. Hier wohnet Gott, die ewge Liebe. wohnt dein Wort im Lande; von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der FeindeSchaar; dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List und herrsch in jedem Lande. 5. Der Vater liebt und trägt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Gerechtigkeit; der heilge Geist tritt mit dem Dele des Friedens und der Freude zu; die Herzen schmecken Gottes Ruh, die Kraft durchdringet Leib und Seele. Kirche. 6. Die Kinder, so ein Brot gegessen, die stehen auch für einen Mann; macht sich der Feind an eins vermessen, sobald greift er sie alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft; sie wollen von der Brüderschaft auch das geringste Glied nicht missen. 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen durchs Thränenthal ins Vaterland, versüßen sich die bittern Schmerzen; eins reicht dem andern seine Hand; sie wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß bis zu dem völligen Genuß des großen Guts: Ich, ich in ihnen." 3. B. K. Allendorf, † 1773, 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder; hilf deiner Kirch und schüße sie, denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut; ach, erhalt sie rein, und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. 3. Eins, Herr, ists, was den Frommen kränkt, daß unter deinen Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. falt die Lieb, und ach, sie Vieler Glaub ist schwach, Gericht auf träge, sichre bedenken nicht, es wartet ein Christen! 4. treu! Ach, daß wir Und, du, o Jesu, bist frömmer wären! Mach alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gib uns Wissenschaft, Glaube, Lieb und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr und Blut zum Preise deiner Lehren. so Kirche und Gnadenmittel. 110 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch: Hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch tein Kämpfer unterliegen. Hör ihr findlich Flehn, eil, ihr beizustehn, daß sie stand haft sei, stets deiner Wahrheit treu, hilf deiner Kirche siegen. Nach Borchward,+ 1776. und Cramer, † 1778. Mel. Es ist das Heil uns zc. 162 Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr zu zerstören; du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Troße wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum fonnt auch keine Macht der Welt, Herr, deinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herrschaft noch auf Erden weit verbreiten, und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen. 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren. Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk dir unterthan, gern dein Gesetz erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder sammelst. 7. Voll Zuversicht er warten dich, Herr, alle deine Frommen und freun des großen Tages sich, da du wirst wieder kommen. Dann werden wir, o Menschensohn, den 111 ein, die Kirche ohne Gleichen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät; hell glänzen ihre Zinnen, Mel. Valet will ich dir geben 2c. 163 Bis hierher und darauf sein Zeichen steht. Chr. A. Bähr, † 1846. nicht weiter! Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Streiter, für seine Kirche stellt. Ihr Feinde möget wüthen, euch schon des Sieges freun: uns wird der Herr behüten, euch auseinander streun. 2. Wir stehn auf festem Grunde, wir haben Jesum Christ, der unsermGlaubensbunde ein Fels undEckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. 3. Wer will von ihm uns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir bleiben an ihm hangen, in Noth und Traurigkeit, gebunden und gefangen, mit Christenfreudigkeit. Kirche. den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich, er erben. Balth. Münter,+.1793. 4. Ungläubge, ihr mögt spotten, erfinden bösen Rath und euch zusammenrotten zu jeder Frevelthat: Er, Christus, ganz alleine, beschützt, die ihm vertraut, die heilige Gemeine, auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinken Mel. Wachet auf! ruft uns zc. ( Herr, wir singen deiner Ehre.) 164 Gottes Stadt ſteht fest gegründet auf heilgen Bergen; es verbündet sich wider sie die ganze Welt. Dennoch steht sie und wird stehen; man wird an ihr mit Staunen sehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Hallelujah! Lobsingt und sprecht: wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht. zut allen der Herr mit gnädgem 2. Zions Thore liebt vor Wohlgefallen, macht ihre Riegel stark und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwänglich dem lohnen, der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, wie trägt er mit Geduld all die Seinen! O Gottes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heilge Dinge werden in dir gepredigt, wie auf Erden sonst unter keinem Volk 112 Kirche und Gnadenmittel. Volk man hört. Gottes Welch ein Jubel, wie im Wort ist deine Wahrheit, du hast den Geist und hast die Klarheit, die alle Finster niß zerstört. Da hört man fort und fort das theuer werthe Wort ewger Gnade. Wie lieblich tönt, was hier versöhnt und dort mit ewgem Leben krönt! Reigen, wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebensbrunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, das alles Dürsten stillt. Hallelujah! Von Sünd und Tod, von aller Noth erlöst nur Einer, Zions Gott. K. 3. Ph. Spitta,+ 1859. 4. Auch die nichts davon vernommen, die fernsten Völker werden kommen, und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, wird auch der Herr noch predgen lassen, was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn? Wo ist sein Gnadenthron? wird man fragen. Dann kommt die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr der Herrlichkeit. 5. Darum stellet ein die Klagen! Man wird noch einst zu Bion sagen: wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Erstaunens wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Er hebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es kommt ihr Tag, sie werden wach, und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ewges Leben fanden hier. Kirchweihe. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht z. 165 Ach, wie heilig iſt wie selig ist die Stätte! Hier, hier ist des Himmels Pfort; hier erhöret Gott Gebete; hier erschallt sein theures Wort; o wie heilig ist der Ort! 2. Heil war in des Zöllners Haus, weil er Christum aufgenommen, und hier rufet Jesus aus: selig sind, die zu mir kommen! Deren Herzen nimmt er ein, daß sie seine Tempel sein. 3. O welch Heil ist bis hierher diesem Hause widerfahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, der sich uns will offenbaren, woher hätten wir den Geist, der den Weg zum Himmel weist? 4. O wie lieblich, o wie schön sind des Herren Gottesdienste! Laßt uns froh zu ihnen gehn; hier verlangt man Kirchweihe. 113 man zum Gewinnste einen dich mit allmächtgen Flam Schatz, der ewig währt, den men aus; mach himmlisch kein Rost noch Raub ver- uns auf Erden: Lehrer, zehrt. Hörer, Kinder, Väter! Früher, später gehts zum Sterben; hilf uns Jesu Reich ererben! 5. Bleibe bei uns, liebster Gast; speis uns gnädig mit dem Worte, daß du uns gegeben hast, Jesu, stets an diesem Orte! Laß die Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn! v. Schmold, † 1737. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. ( Mein ganzer Geist.) 166 ⁰ ott Vater, aller Dinge Grund, gib deinen Vaternamen kund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern, als bei Kindern, voller Klarheit, heilge uns in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dies Gotteshaus ist dir geweiht, o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gib den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden, heil uns ganz vom Sündenschaden. 3. Gott, heilger Geist, du werthes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus 4. Dreieinger Gott, Lob Dank und Preis sei dir von allen gleicherweis für dies dein Haus gesungen! Du hafts geschenkt und auferbaut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach hier sind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten: stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. A. Knapp,+ 1864. Ausbreitung der Kirche. ( Missionslieder.) 167 Es wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlit uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk, und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken dir und loben dich, o Gott, die Völker alle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd Kirche und Gnadenmittel. 114 Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten. Das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl gerathen. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen. Luther,+ 1546. Mel. Dir, dir, Jehova 2c. 168 Wach auf, du Geist ersten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen, und die getrost dem Feind entgegengehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte, o möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Aernte doch die Hände! Gib Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der lernte, siehe doch darein: die Nernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt; o siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: es soll geschehn. 4. So gib dein Wort doch großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich und macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach, daß die Hilf aus Zion kame! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volt aus dem Gefängniß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend Licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei fein Ort ohn dessen Glanz und Schein; ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf, und also segne deines Wortes Lauf! 7. O bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn, und mach uns bald von jedem Mieth Ausbreitung der Kirche( Missionslieder). 115 Miethling frei, daß Kirch schon im ewgen Morgenlicht und Schul ein Garten und die Frühlingsblumen Gottes fei. blühen: Brüder alle, forget nicht! Joh. J. Jung, gen. Stilling, † 1817. 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein, ja, site du nur auf dem Stuhle und präge dich der Mel. Nun komm, der Heiden Heiland 2c. Jugend selber ein, daß treue 170 Walte, walte nab Lehrer wir sehn, die kräftig vor dem Riß der Kirche stehn. und fern, allgewaltig Wort des Herrn, wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. E. B. Bogatky, † 1774. 2. Wort vom Vater, der die Welt schuf und in den Armen hält und aus seinem Schooß herab seinen Sohn zum Heil uns gab. 3. Wort von des Erlösers Huld, der der Erde schwere Schuld durch des heilgen Todes That ewig weggenommen hat. Mel. O Durchbrecher aller Bande zc. ( O du Liebe meiner Liebe.) 169 Vater deines Geistes Wehen durch die ganze Christenheit läßt uns schon von ferne sehen deines Reiches Herrlichkeit; denn dein Wort wird ausgespendet durch die ganze weite Welt, millionenweis versendet auf das große Ackerfeld. 2. Dieser Samen wird bald blühen allenthalben hoch und hehr; denn Evangelisten ziehen über Inseln, Land und Meer, um die Saaten zu begießen; Geist der Pfingsten, komm herab; laß uns Lebensströme fließen bis zum Grabe tief hinab. 3. Sei gegrüßt, du ewger Morgen! Steige, Sonne, bald empor; weicht nun, all ihr bangen Sorgen, Tagvertünder, tritt hervor! Seht, der Berge Spißen glühen 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel weist und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft. 5. Wort des Lebens, stark und rein, alle Völker harren dein. Walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag erwacht. 6. Auf, zur Aernt in alle Welt! Weithin wogt das weiße Feld; klein ist noch der Schnitter Zahl, viel der Garben überall. 7. Herr der Aernte, groß und gut, weck zum Werke Lust Kirche und Gnadenmittel. 116 Lust und Muth; laß die Völker allzumal schauen deines Lichtes Strahl. Jonath. F. Bahnmaier,+1841. Mel. Lasset uns den Herren preisen 2c. ( Sollt ich meinem Gott nicht singen?) 171 om Domm, o Herr, komm bald, du Trener! Gib, ach gib dich allen kund, und entzünd dein heilges Feuer auf dem ganzen Erdenrund. Großes hast du schon begonnen, Großes willst du ferner thun; deine Liebe kann nicht ruhn, bis die ganze Welt gewonnen, bis ein jedes Herz besiegt, Herr, zu deinen Füßen liegt. K. A. Döring, † 1844. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Bilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. zum Tage werde! Ach wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht! Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan; rauscht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn! Großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: es werde Licht! Jesus hält, was er verſpricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mel. Großer Gott, wir loben dich zc. ( Meinen Jesum laß ich nicht.) 172 Gine Heerde und Mach dich auf; es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Heerde, mach dich auf und F. A. Krummacher, † 1845. werde Licht; Jeſus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, du treuer Hirt, daß die Nacht 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. Mel. Valet will ich dir geben 20. 173 Der du in Todesnächten das Heil der Welt, und dich als den Gerechten zum Bürgen dargestellt, der du den Feind bezwungen, den Himmel aufgethan, dir stimmen unsre Zungen ein Hallelujah an! 2. Im Himmel und auf Erden ist alle Macht nun dein, Ausbreitung der Kirche( Missionslieder). 117 dein, bis alle Völker werden weg die alte Nacht. Zeuch zu deinen Füßen sein, bis in deinen Wunderschein bald die von Süd und Norden, die ganze Welt hinein. bis die von Ost und West sind deine Gäste worden bei deinem Hochzeitsfest. 3. Noch werden sie geladen, noch gehn die Boten aus, um mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu theuer, es ist kein Weg zu schwer, zu streun dein Lebensfeuer ins weite Völkermeer. 4. So ziehen deine Flammen wie Sonnen um die Welt; Getrenntes fließt zu sammen, das Dunkle wird erhellt; und wo dein Name schallet, du König Jeſu Christ, ein selig Häuflein wallet dahin, wo Frieden ist. 5. O sammle deine Heerden dir aus der Völker Zahl, daß viele selig werden und ziehn zum Abendmahl! Schleuß auf die hohen Pforten! Es strömt dein Volk heran. Wo's noch nicht Tag geworden, da zünd ein Feuer an! E. G. Barth,+ 1862. Mel. Gott des Himmels und zc. 174 Licht, das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern, aus Gott entglommen, treib hinvon dir zeuget, einen recht 2. Gib dem Wort, das gepriesnen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz thut auf, eh die Zeit erfüllet iſt, wo du richtest, Jesu Christ. 3. Heile die zerbrochnen Herzen, baue dir Jerusalem und verbinde unsre Schmerzen; denn so ist dirs angenehm. Herr, thu auf des Wortes Thür; rufe allen: kommt zu mir! noch Rede, da man nicht 4. Es sei keine Sprach die Stimme hört, und kein Land so fern und öde, wo nicht dein Gesetz sie lehrt. Laß den hellen Freudenschall siegreich ausgehn überall. 5. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer, laufe deinen Heldenpfad; strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat. erleuchte, ewges Wort, Ost und West und Süd und Nord. 6. Komm, erquick auch unfre Seelen; mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen; vor den Stolzen uns bewahr; ja laß deinen Himmelsschein unsres Fußes Leuchte sein. R. Stier, † 1862, Kirche und Gnadenmittel. 118 Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme 2c. ( Herr, wir singen deiner Ehre.) da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Mil175 Giner ists, an dem lionen, die noch im TodesHimmelreiche schatten wohnen, von deinem fern; seit Jahrtausenden ist ihnen kein Evangelium erschienen, kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jeſsu, zeuch uns voran und mach uns Bahn; gib deine Thüren aufgethan. 5. Deine Liebe, deine Wunden, die uns ein ewges Heil erfunden, dein treues Herz, das für uns fleht, wollen wir den Seelen preisen und auf dein Kreuz so lange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn träftig ist dein Wort; es richtet und durchbohrt Geist und Seele; dein Joch ist süß, dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe; was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten; auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfforn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem Gott vertrauet iſt. es von A. Knapp,+ 1864. für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen; in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigenthum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder! Verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet; du selbst hastunsre Zahl gezählet, nach deinem ewgen Gnadenrath. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Demuth ist Gewinn für den Himmel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach, und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. Herr Jesu, Ehrenkönig! Die Aernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus; send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes. Da ruht der Streit, Ausbreitung der Kirche( Missionslieder). 119 Mel. Valet will ich dir geben zc. schild, am Brunnquell sie 176 Der du zum Heil zu laben, der dir von Herzen der allerärmsten Welt, und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am Marterholze versöhntest ihre Schuld! 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitskleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerschaaren ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die aus geföhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht geſtellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angeficht; auch sie hast du ge graben in deinen Priester lich 11 6. So sprich dein göttWerde!" Laß deinen dem wehn, daß auf der finstern Erde die Todten auferstehn; daß, wo man Greueln fröhnet und vor den Gößen kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 7. Wir rufen, du willst sprichst; dein Wort muß sich hören; wir fassen, was du brichst. Wie viele sind zerbewähren, womit du Fesseln brochen! Wie viele sinds noch nicht! O du, ders uns versprochen, werd aller Heiden Licht! A. Knapp,+ 1864. Gnadenmittel. Wort Gottes. mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) denn 177 Rede, liebſter Jeſu, dein Kind gibt Acht darauf! Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich meines Lebens Lauf dir zu Ehren setze fort. Ach, laß stets dein heilig Wort in mein Herze sein verschlossen, dir zu folgen unverdrossen. 120 Kirche und Gnadenmittel. 2. Ach, wer wollte dich Mel. Gott des Himmels und der ic. nicht hören, dich, du liebster 178 Theures Wort aus Gottes Eie deine Wort und Lehren alle herzlich wohlgemeint. vertreiben alles Leid; aller Freuden Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen; nichts ist ihnen zu vergleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken, dessen ich mich trösten kann, will der Feind zurück mich schrecken von der schmalen Lebensbahn; ja, fie führen ohne Qual mich selbst durch des Todes Thal, schirmen mich auf allen Wegen, machen auch das Kreuz zum Segen. 4. Jesu, dein Wort soll mich laben, deine trosterfüllte Lehr will ich in mein Herze graben; ach, nimm sie doch nimmermehr von mir weg in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kommen zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 5. Unterdeß vernimm mein Flehen, liebster Jesu, höre mich! Laß bei dir mich feste stehen, so will ich dich ewiglich preisen mit Herz, Sinn und Mund; ich will dir zu jeder Stund Ehr und Dank in Demuth bringen und dein hohes Lob besingen. Anna Sophie, Landgräfin von Hessen- Darmstadt, † 1683. das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit ge legt. In dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben von des Himmels Seligkeit, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch bereit, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränft. 3. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zuge sandt. 4. Gib dem Samen einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker und, was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne ſein. 5. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, las mich thun; wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gib, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich ſei. 6. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richt schnur gehn; was ich hier zum Gnadenmittel( Wort Gottes). 121 Mel. Schmücke dich, o liebe zc. zum Grunde lege, müsse wie mein Geist auch Rath und That 180 Prediger der füßen in den größten Nöthen hat. 7. Laß dein Wort mir einen Spiegel, Jesu, deines Vorbilds sein; drück darauf dein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. B. Schmold, † 1737. Mel. Durchbrecher aller Bande z. ( O meiner 179 err, dein Wort, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichthum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. 2. Hallelujah, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat und zugleich zu deinen Füßen sißen, wie Maria that. N. L. Graf v. Zinzendorf,+1760. mit Erstaunen höre, großer Arzt der Menschenkinder, du Evangelist der Sünder und Prophet des neuen Bundes, laß die Worte deines Mundes, deine Stimme an die Heerden mir zu Geist und Leben werden. 2. Herr, dein Wort ist wie ein Hammer, schlägt und zeigt den Seelenjammer; es erquickt mich wie der Regen, leuchtet mir auf Geistes Kräfte, gibt mir neue allen Wegen, stärket meines Lebenssäfte, ist ein Stab für matte Glieder und ein trauen und darauf beständig 3. Diesem Worte will ich schauen; sonst ist doch kein Licht vorhanden, Lehre macht zu aber dein Gesetz und Gnade leiten mich auf rechtem Pfade. Herr, mein Glauben und mein Lieben hat den Grund: es steht geschrieben. 4. Lehre mich dein Wort betrachten, mit Begierde darauf achten; lehre michs im Geist verstehen, laß es mir zu Herzen gehen; mache, daß ichs fröhlich glaube, und kein Zweifel mir es raube; daß ichs mit Gehorsam ehre und sonst keine Stimme höre. 6 fremde Schanden, Kirche und Gnadenmittel. 122 5. Was die Welt bekennt und lehret, was mein Herz erdenkt und ehret, was der böse Geiſt erdichtet, wird von Gottes Wort gerichtet; weg mit euch, ihr falschen Geister! Mir ist gnug an einem Meister. Wißt, daß euch der Fluch verzehret, wenn ihr selbst auch Engel wäret. 6. Selig, selig sind die Seelen, die sich sonst kein Licht erwählen, als allein das Wort des Lebens! Diese glauben nicht vergebens, weil sie Gottes Rath ergründen und sein Herz im Worte finden. O ein unschätzbares Wissen! Andre Weisheit kann ich missen. 7. Licht und Kraft und Muth und Freude, wahrer Trost im tiefsten Leide, Schutz vor allerlei Gefahren und ein ewiges Bewahren: das sind dieses Wortes Früchte. Alles andre wird zu nichte; alles andre muß vergehen; Gottes Wort bleibt ewig stehen. C. G. Woltersdorf,+ 1761. 181 Mel. Ach Gott und Herr zc. ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen; ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken, laß keinen Spott, o Herr mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte; Gott, ohne sie verständ ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit diese Zeit von dir mir überund Leben; zur Ewigkeit ist geben. 5. Den ewgen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär dieß mein Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, Lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte; durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dieß Wort; denn du hast es gegeben. Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ewgen Leben. Chr. F. Gellert,+ 1769. Gnadenmittel( Wort Gottes). 123 Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. von Ort 6. O sende bald zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. C. B. Garve, † 1841. Mel. Was Gott thut, das ist zc. ist milder 182 Dein Wort, o Herr, für trostbedürftge Seelen; laß keinem Pflänzchen deiner Au den Himmels- Balsam fehlen; erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, Flammenschwert, ein Blitz, der Felsen splittert, ein ein Feuer, das im Herzen Met. Herr Jesu Christ, dich zu 2c. zehrt und Mark und Bein 183 Nun geh uns auf, Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Bilgerreise; es führt die Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labfal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Auf immer gilt dein Segensbund; dein Wort ist Ja und Amen; nie weich es uns aus Herz und Mund, zu preisen deinen Namen. Laß immerfort dein helles stern, du seligmachend Wort des Herrn, du Pfand des Heils, das uns im Sohn der Vater gab von seinem Thron. 2. Bereitet ist für dich die Bahn, die Herzen sind dir aufgethan; wir sehnen uns nach deinem Licht, und seufzen auf: versäum uns nicht! 3. Du Wort der Wahrheit, lautrer Quell, mach unsre dunkeln Augen hell, daß wir die Wege Gottes sehn, nicht in der Wahrheit irre gehn. 4. Du Wort der Buße, füll das Herz uns an mit tiefem Reueschmerz, daß unser Flehn und Seufzen fei: Gott steh uns armen Sündern bei! 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, o bring uns Botschaft fort und fort von Kirche und Gnadenmittel. 124 von ihm, der für uns litt und starb, und uns Gerechtigkeit erwarb. 6. Du Wort des Glaubens, gib uns Kraft, daß wir, der Eitelkeit entrafft, im gnädig dargebotnen Heil ergreifen unser ewges Theil. 7. So geh uns auf, du Gottesglanz, durchdring uns und verklär uns ganz, du Wort, das noch in Kraft besteht, wenn Erd und Himmel untergeht. Julius Sturm, geb. 1816. Die Sakramente. Die heilige Taufe. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier zc. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier zc. un Gottlob, es Kindlein kommt zu dir, weil 185 ist vollbracht Nun 184 Liebster Jefu, wir sind hier, deinem Worte nachzuleben; dieses du den Befehl gegeben, daß man sie zu dir hinführe; denn das Himmelreich ist ihre. und der Bund mit Gott geschlossen; was uns rein und selig macht, ist auf dieses Kind geflossen; Jesus hat es eingesegnet und mit Himmelsthau beregnet. 2. Ja, es schallet aller meist dieses Wort zu unsern Ohren: wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht komdeinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß dein Kind es hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinemGliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, iei du sein Friede; Weinstock, hilf, daß dieſe Rebe auch im Glauben dich umgebe! 5. Nun, wir legen an dein Herz, was vom Herzen ist gegangen; führ dieSeufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. B. Schmold, † 1737, men. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen; tritt mit 2. O du dreimal selig Kind, vom Dreieinigen ge liebet, dem der Vater sich verbindt, dem der Sohn das Leben gibet, dem der Geist ist eingeflossen und der Himmel aufgeschlossen! 3. Nun so denk an diesen Bund, weil du einen Odem hegeft, Die heil. Taufe. 125 hegest, daß auf einen festen Met. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 187 Grund du stets deinen Glauz du reicher Herr ben legest. Wer sich läßt auf Jesum taufen, muß in Jesu Wegen laufen. 4. Werde fromm und wachse groß, werde deiner Aeltern Freude, und dein jetzt erlangtes Loos tröste dich in allem Leide; deine Taufe sei die Thüre, welche dich zum Himmel führe. B. Schmolc,+ 1737. 186 Barmherziger, laß deiner Gnade jetzt dieses Kind empfohlen sein, das wir im heilgen Wasserbade nach deines Sohns Befehl dir weihn; erfülle, was dein Wort verheißt, an ihm, Gott Vater, Sohn und Geiſt! Mel. Wer nur den lieben Gott läßt Fleisch vom Fleisch geboren, sündlich, sterblich und verwalten 2c., Nr. 4. loren; aber reinigend und heilend, Geist und Leben uns ertheilend, schenfest du uns reiche Gnade in der Taufe heilgem Bade. 3. Und wir glauben deinem Worte! Darum bringen wir zur Pforte deines theuren Gnadenreiches dieses Kind; thu an ihm Gleiches! Die Verheißung, die zum Leben deinem Volke du gegeben, geht nach deiner Huld nicht minder über deines Volkes Kinder. 4. Sei auch diesem Kinde gnädig, mach es aller Sünde ledig; schenke ihm die reine Seide der Gerechtigkeit zum Kleide; salbe es mit deinem Geiste und ihm alle Hilfe leiste, daß der Segen deiner Hände auf ihm bleibe bis ans Ende! K. 3. Ph. Spitta, † 1859. 2. Regiere nun das ganze Leben auch dieses Kindes, treuer Gott! Dir sei und bleib es stets ergeben; sei du mit ihm in Glück und Noth; ach, führ es selbst auf rechter Bahn, nimm es zulebt in Ehren an! mit welch herzlichem Erbar men bist du uns zuvorgekommen, hast dich unser angenommen! Wie kamst du mit allem Segen uns erbarmungsvoll entgegen schon an deines Reiches Pforte durch das Wasserbad im Worte. 3. Laß uns die Wohlthat recht ermessen, die uns die Taufe zugewandt, und nie, o Herr, den Bund vergessen, der uns so fest mit dir verband: uns alle stärk zu neuer Treu, daß über uns dein Friede sei! 2. Sind wir selbst doch unaussprechlich kraftlos, hilflos und gebrechlich, ja, als 126 Kirche und Gnadenmittel. Confirmation. Mel. Wer nur den lieben Gott zc., Nr. 4. bin getauft nem Sinn. Es sei in mir fein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. nim188 u en mer wanken, Gott Väter, Sohn und heilger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt; so leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. 3. 3. Rambach, † 1735. Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Und so ist alles Ja und Amen, was mir dein theures Wort verheißt; ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Hei land, mir gewährt; du willst in aller Noth und Bein, o guter Geist, meinTröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich hab, o Herr, aus reinem Triebe dein Eigenthum zu sein gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab der Sünde schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue, und nimm Besitz von mei( Gesang der Gemeinde vor der Confirmation.) Mel. Auf dem ewgen Felsen stehen zc. olf des Herrn, 189 V bring dein Ge schlechte nach dem alten Licht und Rechte her zum König aller Knechte; sprich: ,, Herr hie ist dein Geschöpf!" 2. Dämpfe Fleisch und Blut in ihnen, laß sie nicht der Sünde dienen! Ziehe sie durch dein Verfühnen, eh sie sterben, an dein Herz! 3. Kommt, ihr Kinder, die wir haben als viel theure Gottesgaben, nehmt vom Schat, dran wir uns laben, den euch zugedachten Theil! 4. Einen Theil am Liebesbande mit dem ewgen Vaterlande, aber auch am Kreuzesstande und am Weltverleugnungssinn. 5. Wollet ihr euch binden lassen? Jesu Kreuz mit Freu den Confirmation. den fassen und die falsche Ruhe hassen? Willst du, liebes Kindervolk? 6. Ach, die ewig treue Liebe schenk euch ihre selgen Triebe, daß ein jedes Glau: ben übe, bis ihr seht, was ihr geglaubt! Graf N. L. v. Zinzendorf,+ 1760. Mel. Es ist das Heil uns kommen her 2c. 190 Die hier vor deinem Antlik stehn, sind Jesu Christi Glieder. Blick, wenn vereint wir für sie flehn, erbarmend auf sie nieder! Gib ihnen, Vater, Sohn und Geist, das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn und dessen heilge Lehren. Ist Freude, Gott, vor deinem Thron, wenn Sünder sich befehren: wie groß ist unsre Freude nun, da diese das Gelübde thun, dir treulich anzuhangen. 3. O laß sie nimmer zum Gericht sich dem Altare nahen! Laß sie in Glaubenszuversicht das Bundesmahl empfahen! Dies stärke sie in aller Noth; dies reize sie, des Heilands Tod zu preisen durch ihr Leben. 4. Lacht ihnen bei dem Christenlauf der Reiz der Welt entgegen, hilf ihrem schwachen Glauben auf, wenn dann sich Lüste regen! Laß 127 sie hinauf auf Jesum sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn, beharren bis ans Ende! 5. Den wichtgen Lohn der Ewigkeit, die Herrlichkeit dort oben, zeig ihnen, die auf alle Zeit jetzt Treue dir geloben! Der Blick müß ihnen Kraft verleihn! Herr, segne sie, denn sie sind dein; erhalt sie in der Wahrheit! G. y. Hippel, † 1796. ( Gefang der Confirmanden vor der Einsegnung.) Mel. Seelenbräutigam zc. 191 Von des Himmels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke! Gib uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbſt bereit, gib uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen theures Blut floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und gerührt vor dir betheuern, deine Bahn zu gehn, Weltluft zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit 128 Kirche und Gnadenmittel. mit Gnade überschütten; Sollt ich ihm nicht Treue Licht und Kraft und Ruh schwören, Treue bis in Tod ströme dann uns zu. und Grab? 5. Gib auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn. s. Marot,+1865. ( Gesang der Confirmanden nach der Einsegnung.) SPACES 2. Rönnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben fürmichArmen hat bereit? Könnt ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? Mel. O du Liebe meiner Liebe zc. 5. Bleib mir nur auf 192 Bei dir Jesu, dieser Erden nahe, bis mein will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, deine Wege will ich gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebensſaft. Tag sich neigt. Wenn es einst will Abend werden und die Nacht hernieder steigt, wenn mein Aug wird dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimath reist. 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen, theuern Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? 4. Ja, Herr Jeſu, bei dir bleib ich, so in Freude, wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. K. J. Ph. Spitta,+ 1859. mel. O Ewigkeit, du Donnerwort zc. ( Der unsre Menschheit an sich nahm.) bin in 193 Fund du in mir! Nichts soll mich, ewge Liebe, dir in dieser Welt entreißen! Auf Erden, wo nur Sünder sind, nennst du mich freundlich schon dein Kind, o laß michs ewig heißen, und treu mit Wandel, Herz und Mund bewahren deinen Friedensbund! 2. Ich bin in dir und du in mir; dreieinger Gott du Confirmation. 129 du hast zu dir mich frühe ter hält, wir, dein Volk schon berufen. dem Kindlein, war bereit, ergreif ich heut voll Innigkeit an des Altares Etufen und sag: o Liebe, du bist mein, ich will dein Kind auf ewig. sein! Was mir, und Eigenthum, wollen deines Namens Ruhm mit verdientem Lob erheben und dir Preis und Ehre geben. 2. Herr, wir danken dir einmüthig, daß du dir ein Volk erwählt und auch uns Verlorne gütig deiner Kirche zugezählt; wir sind Christen, wir sind dein, laß uns, was wir heißen, sein und auf richtig darnach streben, wie wir dir zu Dienste leben. 3. Dir sei Dank für deine Gaben, so du in die Kinder legst, die den Bund bestätigt haben, die du in den Armen trägst. Herr, laß ihnen ewig nicht, was ihr Mund allhier verspricht, was sie heut sich vorgenommen, aus dem Sinn und Herzen kommen. 4. Gib, daß sie durch deinen Segen, dir, o Heiland, treu gesinnt, bessre Christen werden mögen, als wir leider alle sind. Durch sie ſei dein Reich vermehrt, durch sie werdest du geehrt, bis wir all in Zions Höhen einst dein Jubelfest begehen. 3. Ich bin in dir und du in mir; noch wohn ich völlig nicht bei dir, weil ich auf Erden walle; drum führ mich, Jesu, treuer Hirt, daß mich, was locket, schreckt und irrt, nicht bringe je zu Falle. O daß, was ich dir heut versprach, mir gehe tief und ewig nach! 4. Ich bin in dir und du in mir; komm, Herr, mir deine Tugendzier frühzeitig anzulegen, daß mir des Lebens Glück und Noth, ja selbst der letzte Feind, der Tod, nur kommen mög im Segen. Mit dir will ich durchs Leben gehn, dir leiden, sterben, auferstehn! A. Knapp,+ 1864, ( Gesang der Gemeinde nach der Confirmation.) Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) König 194 Großer Jeſu, dem die ganze Welt ewiglich muß dienstbar werden, dessen Hand das ScepDas heilige Abendmahl. ( Vor und während der Feier.) 195 Christe, du Lamm trägst die Sünd der Welt, Gottes, der du erbarm dich unser! 130 Kirche und Gnadenmittel. 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden! Amen. Alte Kirche. 196 Schmücke dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle; komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 4. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu deinen Fü ßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 5. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 6. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir wohl gar zum Schaden ſei zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dieß Seelenessen deine Liebe recht er messen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Joh. Frand, † 1677. 2. Dürstend nach dem Himmelssegen eile deinem Herrn entgegen, der mit süBen Gnadenworten flopft an deines Herzens Pforten; eile, sie ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen; sprich: o Herr, laß dich umfassen, von dir will ich nimmer lassen. 3. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach wie pfleg ich oft mit Thränen 197 Her höchstes Gut, du mich nach deinem Mahl zu sehnen; ach, wie pfleget mich du Brunnquell aller Gnazu dürsten nach dem Trank den! Wir kommen, deinen des Lebensfürsten, daß mit Leib und Blut, wie du uns diesem Brot und Weine sich hast geladen, zum Preiſe mein Heiland mir vereine. deiner Herrlichkeit und unsrer met. Es ist gewißlich an der Zeit zc. ( Schon ist der Tag.) Das heil. Abendmahl. rer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke! Schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke; hilf, daß wir würdge Gäste sein und wer den dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Noth uns für und für von dir nicht wieder treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. Vor 1698. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 198 err, du haft für einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir befohlen hast; aber hilf auch, daß mein Herze deine Wohlthat nicht verscherze. 2. Räume mir aus dem Gemüthe alles Arge völlig aus, daß auch meines Her: zens Hütte werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jeju, liebe mich und laß deinen Tisch auf Erden mir des Himmels Vorschmack werden. 131 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut: ach, so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 4. Wirke heilige Gedanken in der Seel, die dir gehört; halte meinen Sinn inSchranken, wenn mich Furcht und Zweifel stört. Fühl ich meiner Eünden Noth, so erfülle mich dieß Brot, dieser Kelch mit neuem Muthe; dein Blut floß auch mir zu Gute. 5. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft; und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hilfe schafft: ach, so meines Herzens Labsal sein, daß die Wirkung dieser Speiſe künftig in der That sich weise. 6. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freudenmuth, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch niemand lasse rauben. 7. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod; lasse mich auch niemand hassen, der mit mir genießt dein Brot; nimm 6* mich Kirche und Gnadenmittel. 132 mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und Alles haben. K. Neumann, † 1715. Mel. Erquice mich, du Heil zc. 199 Me Mein Jesu, der du vor dem Scheiden in deiner letzten Trauernacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testament vermacht: es preisen gläubige Gemüther dich, Stifter dieser hohen Güter! 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtniß bei uns neu; man kann aus frischen Probenschließen, wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen erneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift seizerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. 4. Und fester, als es je gewesen, wird nun das Band, das uns vereint; von allem Seelenschmerz genesen schaun wir in dir den liebsten Freund; wir fühlen uns in solchen Stunden mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dieß Brot kann wahre Nahrung geben, und dieser Kelch erquickt den Geist; es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt; wir fühlen. neue Kraft und Stärke in unsermkampfundGlaubenswerke. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein; wir müssen all in solchem Stande ein Herz und eine Seele sein; der Geist muß mehr zuſammenfließen, da wir ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, jetzt schwachheitsvoll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll; ja, daß du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. 8. Otheures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt! Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Dieß Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Breis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engel Zungen zu dessen Ruhm geschäftig sein. Wird unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich vollkommen loben. 3. 3. Nambach, † 1735. Das heil. Abendmahl. 133 Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 200 Wie heilig ist die Herz der Ort, an welchem Stätte hier, wo ich voll Andacht stehe! Sie ist des Himmels Pforte mir, die nun ich offen sehe. O Lebensthor, o Tisch des Herrn! Vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 6. Mein Jesu, komm und heile mich, was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt; Herr, laß dein heilig Ebenbild beständig in mir leuchten! Mel. Herr, wie du willst, so schicks zc. ( Schon ist der Tag.) 2. Wie heilig ist dieß Lebensbrot, dieß theure Gnadenzeichen, vor dem des Herzens Angst und Noth und alle Qualen weichen. O Brot, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott bescheert, dich will ich jetzt genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüth mit Lob und Dank und heilger Freud erfüllet! LeMel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. benstrank, o heilges Blut, 201 Komm, mein Herz, das einst geflossen mir zu gut, dich will ich jetzt empfangen! aus Jesu 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus tehret bei mir ein; mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freu denvoll, daß ich in Jesu leben soll, und er in mir will leben! 7. Nun, du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben; in dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben! V. Löscher,+ 1749. 5. D wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, damit der Herr der strömt auch dir ein Quell der Freuden. Stille hier deinsehnlich Dürsten aus dem Kelch des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe und in seinem Heil mich labe und in sein Verdienst mich kleide, das ist meines Herzens Freude. 2. Darum will ich mit Verlangen nun sein Abendmahl empfangen; hier darf ich mich ihm verbinden, und so werd ichs tief empfinden, daß Kirche und Gnadenmittel. 134 daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, mein Erlöser war und bleibet. die dürre Seele labe, muß nicht dies mein Dürsten stillen und mein Herz mit Wonne füllen? 7. Er gebietet mir zu essen, meines Jammers zu vergessen; er gebietet mir zu trinken und in Freude zu versinken, daß ich einen Heiland habe, der sich selbst als Opfergabe hat für mich dahingegeben, mir zu Speis und Trank und Leben! 3. Ach, wie werd ich oft so müde! Wie entweicht der füße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, wenn mir dieses Licht entschwunden: daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe, sanft und mild und voll Vergeben, mir nichts ist, als Heil und Leben. 4. Sei gesegnet, ewge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, solch ein Denkmal selbst gestiftet: daß ich einen Heiland habe, der den Gang zum Kreuz und Grabe gern gethan, mich zu erretten von des ewgen Todes Ketten. 5. Heilges Brot, sei mir weil mir der mit bir begegnet, der mit ſeinen 202 Todeswunden die Erlösung mir erfunden! Daß ich einen Heiland habe, der erblaßt und todt im Grabe auch für meine Schuld gelegen, will ich schmecken und erwägen. 6. Heilger Kelch, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, dessen Blut mich lässet finden die Ver gebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, der 8. Will hinfort mich etwas quälen oder wird mir etwas fehlen, oder wird die Kraft zerrinnen, so will ich mich nur besinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder, zugehöret! E. G. Woltersdorf, † 1761. mel. An Wasserflüssen Babylon z. ( Ein Lämmlein geht.) Herr, ch komme, und suche dich, mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten; ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuver sichtlich an, du bist das Heil der Das heil. Abendmahl. 135 der Sünder, du hast die mich von nun an würdig Handschrift abgethan, und sein, mein ganzes Herz dir, wir sind Gottes Kinder. Ich Herr, zu weihn und deinen denk an Tod zu preisen; laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! Chr. F. Gellert,+ 1769. deines Leidens Macht und an dein Wort: es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet; du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit uns Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. verfühnet. 3. So freue dich, mein 203 Menschenfinder, Herz, in mir! Er tilget deine Sünden und läßt in seinem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben; du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß Heiland der verlornen Sünder, der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzeßschmach hat wollen dulden, wer kann fassen das Erbarmen, das du trägest mit uns Armen! In der Schaar erlöster Brüder fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll entgegen; in dem Elend meiner Sünden soll bei dir ich Hilfe finden; meine Schuld willst du bedecken, mich befrein von Furcht und Schrecken, willst ein ewig selig Leben als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Herr, du fommst, dich mit den Deinen in dem Nachtmahl zu vereinen; du, der Weinstock, gibst den Reben neue Kraft zum neuen Leben. Nun, so steh bei mir und stärke mich zu jedem guten Werke; hilf, daß ich die Lust der Sünde durch dich kräftig überwinde. Kirche und Gnadenmittel. 136 4. Nun so sei der Bund erneuet, unser Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild wolln wir sehen und dir nach, mein Heiland, gehen. Schaff ein neues Herz uns Sündern, mache uns zu Gotteskindern, die dir leben, leiden, sterben, deine Herrlichkeit zu erben. 5. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel dich und ewig ehren? Hallelujah, welche Freuden sind die Früchte deiner Leiden! Danket, danket, fromme Herzen, ewig ihm für seine Schmerzen.&. Lavater,+ 1801. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. ( Herr, du wollst ste vorbereiten.) euch! Nehmt und trinkt zum ewgen Leben den Kelch des Heils, auch euch gegeben, ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht, eure Seele sei bis in den Tod getreu! Amen, Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl, die dort eingeht zum Abendmahl. F. G. Klopstock, † 1903. zu deines Mahles Seligkeiten, ſei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollen Herzen nahen, und sprich uns los von Sünd und Tod. Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig fein! Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. 2. Nehmt und eßt zum ewgen Leben das Brot, das euch der Herr gegeben; die Gnade Jesu sei mit Mel. Herzlich thut mich verlangen zc. ( Befiehl du deine Wege.) 205 Wie könnt ich sein vergessen, der mein noch nie vergaß? kann ich die Lieb ermeſſen, dadurch mein Herz genaß? Ich lag in bittern Schmerzen, er schafft mein Leben neu, und stets quillt aus dem Herzen ihm neue Lieb und Treu! 2. Wie sollt ich ihn nicht err, du mir 204 He's vollbereiten zeigt? Wie jemals ihn be trüben, der so zu mir sich neigt? Er, der ans Kreuz erhoben, getragen meine Schmach, ruft er mir nicht von oben: komm, folge du mir nach! 3. Ich will ihn ewig lieben, der mir aus Todes: nacht, von meinem Schmerz getrieben, Unsterblichkeit ge bracht; der noch zur letzten Stunde mir reicht die treue Hand, daß mich kein Feind verwunde im Lauf zum Heimathland. Das heil. Abendmahl. 4. Er gibt zum heilgen Pfande mir seinen Leib, sein Blut, hebt mich aus Nacht und Schande, füllt mich mit Himmelsmuth, will selber in mir thronen mit heilgem Gnadenschein. Sollt ich bei ihm nicht wohnen? in ihm nicht selig sein? 5. Bei Freuden und bei Schmerzen durchleuchte mich dein Bild, wie du, o Herz der Herzen, geblutet haft so mild! Mein Lieben und mein Hoffen, mein Dulden weih ich dir. Laß mir die Heimath offen und dein Herz für und für! Chr. Kern, † 1835. Mel. Zeuch ein zu deinem zc. 206 Kommt her, ihr seid geladen; der Heiland rufet euch, der treue Herr der Gnaden, an Huld und Liebe reich; der Erd und Himmel lenkt, will Gastmahl mit euch halten und wunderbar gestalten, was er in Liebe schenkt. 2. Kommt her, verzagte Sünder, und werft die Aengste weg; kommt her, verföhnte Kinder, hier ist der Lebenssteg! Empfangt die Himmelsluft, die heilge Geistesspeise, die auf verborgne Weise erquicket jede Brust. 3. her, Seelen, die Noth und Jammer drückt, mit Gott 137 euch zu vermählen, der wunderbar beglückt. Kommt, legt auf ewig ab der Sünde bange Säumniß; empfanget das Geheimniß, das Gott vom Himmel gab. 4. Wonne Franker Herzen, die mir von oben fam! Verschwunden sind die Schmerzen, getröstet ist der Gram: was von dem Himmel fleußt, hat lieblich sich ergossen; mein Herz ist gar durchflossen vom füßen Liebesgeist. 5. Drum jauchze, meine Seele, hell aus der Sündennacht; verkünde und erzähle die tiefe Wundernacht, die unermeßlich süß, ein Born der Liebe, quillet und jeden Jammer stillet, der faſt verzweifeln ließ. 6. Drum jauchze, meine Seele, drum jauchze deinem Herrn; verkünde und erzähle die Gnade nah und fern, den Wunderborn im Blut, die selge Himmelsspeise, die auf verborgne Weise dir gibt das höchste Gut. E. M. Arndt, † 1860. ( Nach der Feier des heiligen Abendmahls.) mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren 2c.( Wach auf, mein Herz, und singe.) 207 Jesu, meine meiner Seelen Wonne, du Sonne, du Freund Kirche und Gnadenmittel. Freundlichster auf Erden, Herz und Mund! Macht die laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dieß himmlische Ergößen und diese theuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs verdanken, o Herr, daß du mich Kranten gespeiſet und getränket, ja selbst dich mir geſchenket? großen Seligkeiten dieses heilgen Mahles fund, was der Herr für Gnaden schenfet, da er selbst uns speist und tränket; danket ihm vor dem Altar, daß er uns so freundlich war. 138 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen; dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freu den. 5. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 6. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus meinem Herzen treiben und kräftig in mir bleiben. 7. Laß mich sie ernstlich meiden, laß mich geduldig leiden; laß mich mit Andacht beten, von deinem Weg nie treten. 8. So kann ich nicht verderben, drauf will ich selig sterben und freudig auf erstehen, o Jesu, dich zu sehen. Joh. Rist, 1667. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. ( Alle Menschen müssen sterben.) 208 Dantet, banket mit mit Gott Freuden, dantet ihm Güte, denn sie währet ewig 2. Ja, wir preisen Gottes lich. wie freut sich das gnädig sich gegen uns auch Gemüthe, daß der Herr so sei er gepriesen; groß ist jetzt erwiesen! Immerdar seine Huld und Treu; sie war diesesmal auch neu. 3. Heilig, heilig, heilig werde, Gott, dein Nam uns mehr und mehr; alle Himmel sammt der Erde zeugen laut von deiner Ehr. Dir, Herr, singen Seraphinen dreimal heilig, die dir dienen; droben in dem Heiligthum schallet deines Namens Ruhm. 4. Gott, der Herr und Vater, segne uns in seinem lieben Sohn; und des Vaters Sohn begegne uns von seinem Gnadenthron; und der Herr, der Geist, bereite uns zur Herrlichkeit und leite uns zu seinem Frieden! Ja! Amen! sprecht Hallelujah! N. Kaiser,+1800. Das heil. Abendmahl. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte ic.( Wer nur den lieben Gott läßt walten, Nr. 2.) 209 Nimm hin den Dank für deine Liebe, erhöhter Mitt ler, Jesu ler, Jesu Christ! Gib, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist; laß deines Leidens Angst und Pein mir immerdar vor Augen sein. 139 deinem Namen dein Volk 4. Wie jetzt, o Herr, in vor dir versammelt war, so bring einst wieder uns zusammen, daß wir mit deiner Engelschaar, anbetend als dein Eigenthum, ſtets preisen 6. 3. Zollikofer,+ 1788, und 3. C. Lavater,+ 1801. 2. Jm Streite hilf mir überwinden und stärke mich zu jeder Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden, verlaß mich in Versuchung 210 Vollbracht iſt nun nicht; und dein für mich pergossnes Blut schent mir im Todesfampfe Muth. 3. Hilf, daß ich deines Leibes Glieder, die heut dein Heil, wie mich, erfreut, von Herzen lieb, als meine Brüder, als Erben einer Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott, uns speist und tränkt ein Kelch, ein Brot. die heilge verkündigt ward von uns dein Tod. O dein Gedächtniß sei uns theuer und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erkalten und vergehn; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! J. Ch. Wagner, † 1825. XIII. Wiedergeburt und Heiligung. Buße. ( Schon ist der Tag.) 211 Schaffe in mir, 212 Aus tiefer Noth Gott, ein reines Herze und gib mir einen neuen, gewissen Geist.:,: Verwirf mich nicht:,: von deinem Angesicht:,: und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Pf. 51, 3. 12, 13. schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein gnädig Ohr neig her zu mir und meiner Bitt es öffne; denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht iſt gethan: Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geibet 2c.( Wie groß ist des Allmächtgen Güte.) 140 Wiedergeburt than: wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben; vor dir niemand sich rühmen kann; deß muß dich fürchten jedermann und deiner Gnaden leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn allein verlassen mich und seiner Güte frauen, die mir zusagt sein werthes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort; deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So thu das Volk von rechter Art, das aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gottes harre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Ifrael erlösen wird aus seinen Sünden allen. Luther,+ 1546. und Heiligung. Erden; ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch geborn, der mir aus Nöthen helfen kann; dich ruf ich an, du bist der rechte Helfersmann. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen, und nimm dich mein beim Vater an, der du für mich genug gethan, so werd ich los der Sünden Last; mein Glaub erfaßt, was du mir, Herr, versprochen hast. 3. Ach, stärt durch dein Barmherzigkeit in mir ein recht Vertrauen, auf daß ich deine Freundlichkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich; send mir dein Hilf am letzten End, damit behend des Todes Graun sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christo, seinem Sohn, der uns allzeit behüte, und seinem werthen heilgen Geist, der uns sein Hülfe allzeit leist, daß wir ihm wohlgefällig sein hier in der Zeit und dort hernach 213 Allein zu dir, Herr Jesu Christ, in Ewigkeit. mein Hoffnung steht auf C. Huber, 1577, oder Joh. Schneesing, † 1567, Buße. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem zc. 214 frommer und getreuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich! Das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht Lust hast an des Sünders Tod, so ist dein herzliches Begehr, daß ich mich wieder zu dir kehr. und 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm bitt durch deines Sohnes Tod: erbarm dich mein in meiner Noth! 4. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 5. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. B. Ningwald(?), † 1598. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit, bis an der Erden Enden, und wollt los sein des Elends mein, würd ich es doch nicht wenden. 141 3. Zu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet; ach, geh doch nicht, Gott, ins Gericht; dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahr hie fort und schone dort, und laß mich hier wohl büßen. 5. Gib, Herr, Geduld, vergiß die Schuld, schaff ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze. 6. Handle mit mir, wies dünket dir, ich will es gerne leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden! M. Rutilius, † 1618. Mel. Aus tiefer Noth zc. ( Schon ist der Tag.) 216 Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß 215 Ach Gott und Herr, den nicht, der zu dir ſchreit und wie groß und schwer sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. thut noch endlich Buße; was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. Wunderthat nimm von mir, 2. Durch deiner Allmacht was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rath in allem, wo mirs fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stärt, Wiedergeburt und Heiligung. 142 Stärt, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! Gottes und des Menschen Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, hör auf mein kläglich Rufen. 4. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach Reich thum, Lust und Ehr in meinem Herzen herrsche. 5. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Truß und List durch Christi Sieg mag dämpfen auf daß mir Krankheit, Angst und Noth und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. Dav. Denice,+ 1680. Mel. Hüter, wird die Nacht der Sünden 2c. 217 2h, was bin ich, und Vertreter bei dem un: sichtbaren Licht? Ich verzag in meinem Muthe; denn das Gute, das ich will, das thu ich nicht. 2. Ach, was bin ich, mein Erbarmer? Sieh, ich Armer bin ein schwankes Rohr im Wind; wie ein Weberschifflein schießet, so verfließet meines Lebens Lauf geschwind. 3. Ach, was bin ich, mein Erlöser? Immer böser find ich meiner Seele Stand; drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu, eile, reiche mir die Gnadenhand! 4. Ach, wann wirst du mich erheben zu dem Leben? Komm, ach komm, und hilf mir doch! Demuth kann dich bald bewegen, lauter Segen wirst du lassen fließen noch. 5. Trokig ist, o Gott, mein Herze, mir zum Schmerze, ja, es ist mir leid dazu; höre mich, hör an das Quälen; Arzt der Seelen, schaffe meinem Herzen Ruh! 6. Gib, daß mir der Tod nicht schade; Herr, gibGnade, laß mich sein dein liebes Kind! Ein Demüthiger und Kleiner, aber Reiner, endlich Ruh und Gnade findt. 3. Neander, † 1680. Mel. Nun fich der Tag geendet hat x. ( So 218 Mein Gott, das Herz ich bringe dir als Gabe und Geschenk; du forderst dieses ja von mir, deß bin ich eingedenk. Buße. 2. Gib mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und werth; du findest anders auch nicht Ruh im Himmel und auf Erd. 3. Nun, du, mein Vater, nimm es an, mein Herz, veracht es nicht. Ich gebs, so gut ichs geben kann; kehr zu mir dein Gesicht! 4. Zwar ist es voller Sündenlust und voller Eitelkeit, des Guten aber unbe wußt und wahrer Frömmigfeit. 5. Doch aber steht es nun in Reu, fühlt seinen Uebelstand und träget jezt vor allem Scheu, daran es Lust erst fand. 7. O heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein; ergieß um Jesu willen dich tief in mein Herz hinein. 8. Dein göttlich Licht ström in mich aus und Gluth der reinen Lieb; tilg Finsterniß, Haß, Falschheit aus; schenk mir stets deinen Trieb. 148 Guten nicht mach scheu der Welt List, Macht und Spott. 10. Hilf, daß ich sei von Herzen fest in Hoffen und Geduld, daß, wenn auch alles mich verläßt, mich tröste deine Huld. 11. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben, und erweis, daß mein Thun nicht sei Heuchelschein, durch Werke dir zum Preis. 6. mir, Herr ch Mensch, Christ, nach deiner Huld, 219 charmer GünGerechtigkeit und Heil; nimm von mir meine Sündenschuld und meiner Strafe Theil. der steh hier vor Gottes Angesicht! Ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so angst und bange, wie kränkt mich meine große Sünd! Hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien und neig zu 9. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben dir, mein Gott, daß mich im 12. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. Casp. Schade, † 1698. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein 2c.( Wer nur den lieben Gott läßt walten, Nr. 1.) 144 Wiedergeburt und Heiligung. zu mir dein Vaterherz; in Christi Tode sterben; o wollst alle Sünden mir ver- möchte doch in seiner Pein zeihen und lindern meines die Eigenheit ertödtet sein. Herzens Schmerz; erbarme ich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab verschuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sünd; o treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder als dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe, jedoch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit, 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinenGeist geheiligt werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen, hier gelten nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 6. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben: du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben; sprich, daß ich armer Sünder hör: geh hin, die Sünd ist dir vergeben; nur fündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei; weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschrei. Ich weiß ja, du erbarmest dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Chr. Titius, † 1703. 220 ier legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; Herr, dein erfreuend Angesicht auf meine Armuth gnädig richt. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; laß mich 7. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und aus der Sünde Nez mich ziehst. 8. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 9. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen; ach, brücke Buße. drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin! Chr. Fr. Richter, † 1711. ( Ein Lämmlein geht.) Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. König, deſsen Majestät weit 221 über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig. Ich Armer, ich vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne, ich suche deine Hilf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne; doch weil ich voller Fehler bin und, wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht werth, daß ich noch wandle auf der Erd, doch, weil du wintit, so bet ich mit ganz zer145 knirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! Jesum an, den Heiland aller 4. Mein Vater, schaue Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen bei dem ich Ruhe find, sein Vertrauen sind: der ists, Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis dir das Herz mitleidig bricht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein bleibt ewig dir ergeben. Ach, Gott, und was ich bin, heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar fein durch die Liebe thätig; und geht es nicht so, wie ich soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein deiner Gnade; mir geh es Sterben ruht allein auf böse oder gut, gib nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein Todesbahn, mein Jesu, selbst an, so sei mir auf der noch gnädig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! V. Löscher,+ 1749. 7 146 Wiedergeburt und Heiligung. 222 An dir allein, an Met. Wie nach einer Waſſerquelle ic. dir hab ich ge o meine Seele.) fündigt, und übel oft an 223 Gott, vor defen die Angesichte nur ein reiner Wandel gilt, ewges Licht, aus dessen Lichte nichts, als reinste Klarheit quillt, laß uns doch zu jeder Zeit deinen Strahl der Heiligkeit so durch Herz und Seele dringen, daß auch wir nach Heilgung ringen! Schuld, die mir den Fluch verkündigt, sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach, Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Jch suche dich; laß mich dein Antlig finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzig feit. Erfreue mich um deines Sohnes willen, du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre du dein heilig Recht mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile, du mein Schub, mir beizuſstehen, und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seelen an. Chr. F. Gellert, † 1769. 2. Du bist rein in Werk und Wesen, und dein unbeflecktes Kleid, das von Ewigkeit gewesen, ist die reinste Heiligkeit. Du bist heilig, aber wir, großer Schöpfer, stehn vor dir, wie in einem Kleid voll Flecken, die wir dir umsonst verstecken. 3. Was dein Geist und Herze sinnet, was dein weiſer Wille thut, was dein starker Arm beginnet, ist ſtets heilig, rein und gut; und so bleibst du ewiglich, während wir auf Erden dich durch das Böse, das wir üben, stets von Jugend auf betrüben. 4. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Es besteht vor dir kein Sünder, denn du bist vollkommen rein; du bist nur der Frommen Freund, Uebelthätern bijt du Feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. Buße. 5. Uns von Sünden zu erlösen, gibst du deinen Sohn dahin, o so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Hilf, o Vater, unsern Seelen, glaubensvoll auf dich zu sehn, deinen ewgen Weg zu wählen und ihn ohne Falsch zu gehn, bis wir mit der selgen Schaar der Erlösten immerdar Heilig! Heilig! Heilig! singen und die reinsten Opfer bringen. 3. Chr. Zimmermann,+ 1783. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig 2c. ( Gott im Himmel und auf Erden.) 224 Meine Seele, voller Fehle, suchet in dem Dunkeln Licht; Jesu, neige dich und zeige mir dein tröstlich Angesicht; auf mein Flehen laß dich sehen, und met. Wie nach einer Wasserquelle zc. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) denk ich verbirg dich länger nicht. 2. 3ch empfinde, meine 225 Höchfter, but th an Sünde sei an allem Kummer schuld; ich gestehe dirs und flehe um Vergebung und Geduld. Du, mein Leben, fannst mir geben neue Hilfe, neue Huld. 147 Seele! Komm in Eil; laß dich nieder, komme wieder, meines Herzens bestes Theil. 4. Richtig wandeln, weise handeln, wollst du künftig mir verleihn; gib die Triebe reiner Liebe voller in mein Herz hinein. Welch ein Segen ist zugegen, wenn es heißt: du mein, ich dein! 5. Lehre, leite, vollbereite mich, wie du mich haben willt; gib mir Klarheit, Geist und Wahrheit, daß ich gleich sei deinem Bild; daß man merke, meine Stärke sei in dir, und du mein Schild; 6. Bis im Lichte dein Gesichte mir sich droben völlig zeigt, wenn die Deinen nicht mehr weinen und die Klagestimme schweigt. Drum so zeige mir die Steige, da man auf zum Himmel steigt! Magd. Sib. Rieger, † 1786. 3. Ach, von Herzen und mit Schmerzen fsuch ich dich, mein Trost und Heil. Wie so lange ist es bange meiner die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gebot verletzt, und dich, der mich so geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja 148 Wiedergeburt ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein; doch hab ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja, zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst du mir; aber, ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck ver geffen! 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir; laß mich bei dir Gnade finden, neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergib, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sünden pfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue, gib, daß mein gebeugter Geist deiner VaterHuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was und Heiligung. dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn; gib, daß mirs an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst getreu. Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein ernstlichstes Bestreben! Nach Fabricius,+ 1703, von S. Diterich, † 1797. mer. Jeju, meines Lebens Leben zc. ( Alle Menschen müssen sterben.) 226 ch erhebe mein Gemüthe sehn suchtsvoll, mein Gott, zu dir; ich erkenne deine Güte, o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, feiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir; daß ich richtig wandeln möge, führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Vertrauen; sicher kann ich auf dich bauen; deine Vatertreue ist ewig, wie du selber biſt. 3. Ach gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht; laß mich Gnade vor dir Buße. dir finden, geh nicht mit mir ins Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja verzeihen. so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umfehrt; du verwirfst ihn nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner überwinden. Ach bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! R. Lavater, † 1801. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. ( Schon ist der Tag von Gott bestimmt.) 227 Wann kommt der Herr der Herr lichkeit mit seines Reiches 149 Freuden? Wann kommt der Richter, Freud und Leid, und bös und gut zu scheiden? Er ist nicht fern; er ist uns nah; in unserm Herzen ist er da; du kannst ihn nimmer meiden. 2. In unserm Herzen spricht sein Spruch, wer mag vor ihm bestehen? Frei aufgeschlagen ist sein Buch mit jeglichem Vergehen. Sein Blick wie Feuerflamme fährt und theilt, wie ein zweischneidig Schwert, was keine Augen sehen. 3. Was feines Feindes Mund erzählt, erzählt uns das Gewissen; was sich der Heuchler lang verhehlt, wird er sich sagen müssen, wenn Gottes Zeit kommt und ihn schilt, wenn Gottes Zeit kommt und vergilt, und läßt den Frevler büßen. 4. Wem kam nicht diese Gotteszeit so oft und oft im Leben? Wer muß nicht die Gerechtigkeit anflehn, ihm zu vergeben? und fühlt in seinem Innern noch viel stumme Schuld, ob deren doch er einst wird müssen beben! 5. Du Herzens- Richter, auf, erfahr und prüfe, wie wirs meinen! Mach uns die Fehler offenbar, was nützt es, gut zu scheinen? Dem Ausspruch des Gewissens treu und feind sein jeder Heuchelei, Wiedergeburt und Heiligung. 150 Heuchelei, dies stellt uns zu den Deinen. 6. Denn wen sein eignes Herz beschämt mit innerstem Beschämen, die Schuld, die uns im Innern grämt, wer könnt uns die entnehmen? Herr, gib, daß wir der Sünde Schritt und deiner Strafe leisen Tritt, eh sie uns naht, vernehmen! 7. Und wenn die lette Stunde schlägt, der Niemand kann entgehen, so gib, Herr, daß wir unbewegt auf unser Innres sehen, daß unser Leben uns dann klar und rein erschein, und offenbar auch das geringst Vergehen. 8. Dann sprich in uns, o Richter: Komm!" Dein Lohn ist dir beschieden. Was du gethan haft, gut und fromm, dem Dürftigsten hienieden, das hast du deinem Herrn gethan, dem Menschen sohne; komm hinan! Genieße Himmelsfrieden! 3. G. von Herder,+1803. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig c. ( Gott im Himmel und auf Erden.) 228 Gott der Gnaden! Schwer beladen neigt sich unser Haupt vor dir; unsre Herzen sind voll Schmerzen, Staub und Asch ist unsre Zier. Hab Erbarmen mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen, denn wir tragen auf uns aller Sünden Last, aller Qualen volle Schalen, die du ausgegossen hast. Hab Erbarmen mit uns Armen! Angst und Noth hat uns erfaßt. 3. Wir bekennen, Herr, wir nennen laut vor dir die Missethat; es ist keiner hier ein Reiner, jeder ärntet böseSaat. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sieh auf ihn, der für uns bat. 4. Herr, verzeihe; Jeſu, Leihe uns dein priesterlich Gebet! Gott, verschone, wenn vom Sohne das Erbarmen zu dir fleht! Hab Erbarmen mit uns Armen, wenn der Mittler vor dir steht! 5. Jesu, rette! Brich die Kette unsrer Finsterniß ent zwei, daß der Glaube tief im Staube unser Trost und Zuflucht sei. Hab Erbarmen mit uns Armen; Jeſu, mach uns wieder frei! 6. Sei uns gnädig, mach uns ledig, führ uns aus dem finstern Thal! Du kannst lindern und vermindern alle Noth und Herzensqual. Hab Erbarmen mit uns Armen; Jesu, hilf noch diesesmal! 7. Du mußt siegen, wir erliegen, du bist frei, wir sind in Haft; du alleine bist der Reine, wir sind schwach, dein ist die Kraft. Hab Erbarmen Buße. barmen mit uns Armen; denk an deine Pilgrimschaft! 8. Wenn du Frieden uns beschieden, fürchten wir die Strafe nicht; dein Versöhnen wird uns frönen mit Gerechtigkeit und Licht; dein Erbarmen hilft den Armen; du bist unsre Zuversicht! H. Puchta,+ 1858. 229 ehre wieder, kehre wieder, der du dich verloren hast; sinke reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last. Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr fommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen; kehre wieder, zaudre nicht! 151 voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamm; kehre wieder, fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz; sich auf den, der 4. Kehre wieder, neues Leben trink in seiner Liebeshuld; bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmuth und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen; er hat Trost für alle Schmerzen; er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flecken rein; darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Kehre wieder, endlich kehre in der Liebe Heimath ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich. Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute; kehre gleich! Ph. Spitta,+ 1859. 2. Kehre aus der Welt Berstreuung in die Einsamkeit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück; wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen: wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den mer. Herzlich lieb hab ich dich, o Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. Am Bustage. Herr 2c. 230 Gott, der du unfre Zuflucht bist, Herr, unser Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kommen Wiedergeburt und Heiligung. 152 kommen vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn; Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsers Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o sieh, wir kehren voller Reu zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade fassen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daßJrrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh. Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Land; laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh genießen! Wend ab von uns der Flammen Wuth und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen; sei unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht; du, Vater, wollest mit uns sein, daß wir uns deines Schußes freun. Herr, unser Gott, verleih uns Muth! In deiner Hut sind wir; und was du thust, ist gut. 4. Gib Frieden, wo sonst Z3wietracht war; vereine, was getrennet war; schenk uns der Eintracht Segen. Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures Wort verheißt, sei Licht auf unsern Wegen. Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes sein, und bringe zu der Wahrheit Glück zu dir die Irrenden zurück. Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort! 5. Auch die Regenten lenke du, daß weise sie in sichrer Ruh der Völker Wohlstand heben. Dem Fürsten, der uns schützt und liebt, gib, der in ihm so viel uns gibt, ein frohes, langes Leben. Noch lange sei sein Vaterblick uns, seinen Kin dern, Schuß und Glück! O schütt auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe Segnung aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück es, segne jeden Stand! 6. Vernimm der Leidenden Gebet! Wer in der Noth um Rettung fleht, dem hilf aus seinen Nöthen; gib Kranten Linderung und Ruh; die Sterbenden erlöſe du, Glaube und Rechtfertigung. du, erhör ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil, vereitle der Verfolger Rath und lehresie den rechten Pfad. Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! 7. Du thust weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! O neig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden. Laß uns dir nun geheiligt sein, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst: o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich, vergib uns, leit uns väterlich! 3. 3. Eschenburg,+ 1820. 153 2. Dem Teufel ich ge fangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren: ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt mich beſeſsen. Glaube und Recht= fertigung. 3. Mein gute Werk, die galten nicht, es war mit ihn verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, zum Guten gar erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, ließ es sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: es ist Zeit, zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werthe Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sün( G3 ist das Heil uns.) 231 Nun freut euch, den Noth, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. lieben Christen gmein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; gar theur hat ers erworben. 6. Der Sohn Gott gern gehorsam ward, er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. In meiner armen Knechtsgeſtalt Wiedergeburt und Heiligung. 154 gestalt ging er einher, um die Gewalt des Teufels zu zerstören. 7. Er sprach zu mir: halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein; uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben: das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübniß trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, daß Gottes Reich hier werd gemehrt zu seinem Lob und Ehren; und hüt dich vor der Menschen Sab, davon verdirbt der edle Schatz; das laß ich dir zur Lezze. Luther, † 1546. Mel. Vater unser im Himmelreich zc. ( Gott, Vater, an Erbarmen.) 232 C to wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dieß mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dieß Wort bedenk, o Menschenkind; verzweifle nicht in deiner Sünd! Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugeſaget hat und zwar durch einen theuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht: es ist noch gute Zeit; ich will erst fröhlich sein auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl noch erbarmen sich. 4. Wahr ist es, Gott ist stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch, wer auf Gnade fündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad einst gelohnt. 5. Gnad hat dir zugefaget Gott durch Jesu Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt Glaube und Rechtfertigung. 155 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hilfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schooß wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. mußt sterben, ist dir fund: verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut befehre dich! Eh morgen kommt, fanns ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen krank, ja gar wohl todt. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel verderben muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heut mich wend zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod entrück, auf daß ich heut und jeder Zeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. 3. Heermann, † 1647. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 233 Gwae Liebe, mein Gemüthe waget einen fühnen Blick in den Abgrund deiner Güte! Send ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsterniß zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet hast und aus einem freien Triebe den erwünschten Schluß ge faßt, der im Fluch versenkten Welt durch ein theures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich der darinnen übe, der am Segen Antheil nimmt; wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Liebe, dir sei Lob gesungen für den gnadenvollen Schluß, den die Schaar verklärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunet hört und umsonst sich unterwindet, wie sie dessen Tief ergründet. 6. Liebe, laß mich dahin streben, meines Heils gewiß zu sein; richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geſchafft, mir zum Zeugniß dienen möge, ich sei auf dem Himmelswege. 7. Laß mich meinen Namen schauen in dem Buch des Lebens stehn; dann so werd 156 Wiedergeburt und Heiligung. werd ich ohne Grauen selbst ihr Auge vor ihm thränet! dem Tod entgegen gehn. Wie streckt es sich nach ZöllKeine Kreatur wird mich, nern aus, wie eilt er in deinen Liebling, ewiglich dei- Zachäi Haus, wie sanft stillt ner Hand entreißen können, er noch von deiner Liebe tren nen. 3. 3. Rambach, † 1735. dort Magdalenen den Strom der heißen Reuethränen und denkt nicht, was sie sonst gethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: ( Ich eile meiner Heimath.) Meinindet die Mein Heiland 234 Sünder an, die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgend Ruh und Rettung finden; für deren Angst und Seelenpein die weite Welt ist selbst zu klein, weil über fie der Stab gebrochen, der Himmel ihnen abgesprochen, die sehn die Freistatt aufgethan: mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Noth und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden; er senkte sich in ihre Noth und litt für sie den bittern Tod; nun, da er denn sein eigen Leben für sie als Lösegeld gegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: er nimmt die Sünder an.:,: 3. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn 4. Wie freundlich blickt er Betrum an, so tief der Jünger auch gefallen; nun, dieß hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen; nein, er ist immerdar sich gleich, an Liebe, Treu und Gnade reich; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 5. So komme denn, wer Sünder heißt, wen seine Sündenschuld betrübet, zu dem, der keinen von sich weist und der zerschlagne Herzen liebet. Wie, willst du dir im Lichte stehn und ohne Noth verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da, dich zu retten, er erschienen? Onein! verlaß die Sündenbahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 6. Komm nur mühselig und gebückt, komm nur, so gut du weißt zu kommen; wenn Glaube und Rechtfertigung. 157 wenn gleich die Last dich land aller Sünder, erfüll niederdrückt, du wirst auch mit sehnender Begier auch so noch angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armer Mensch, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: uns und alle Adams- Kinder. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufgeschlossnes Liebesherz; und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein Jeder sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jeſus an.:;: 2. F. F. Lehr, † 1744. 7. Sprich nicht: ich fündigte zu schwer, ich bin zu sehr mit Schuld beladen; für mich ist keine Rettung mehr, mich nimmt der Herr an fern dus jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, und du sollst seine Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 8. Doch sprich auch nicht: es ist noch Zeit, ich muß erst noch der Welt genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnaden pforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und tritt zum Gnadenstuhl hinzu; wer seiner Seele Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgethan; heut komm, heut nimmt dich Jesus an.:,: 9. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdselger HeiMel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 235 Jefus niment bie Sünder an! Saget doch dieß Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth, doch hat er in ſeinem Worte eidlich sich dazu erklärt; sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder, Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Wiedergeburt und Heiligung. 158 Gottes Kinder; glaubt es doch und denkt daran: Je sus nimmt die Sünder an. 5. Jch Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dieß Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Nun so faß ich frohen Muth, auf dich werf ich meine Sünden; dein am Kreuz vergossnes Blut lässet mich Vergebung finden, daß ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Jesus nimmt die Sünder an! Er hat mich auch angenommen und den Him mel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. E. Neumeister, † 1756. Mel. O daß ich tausend Zungen 2c. ( Wer nur den lieben Gott, Nr. 2.) 236 h habe nun den den, der meinen Anker ewig hält; wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel unter geht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt, deß, der mit offnen Liebesarmen sich zu uns armen Sündern neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; deßwegen kam sein Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deßwegen klopft er für und für so start an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden; hier findet kein Ver dammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir entrissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt Glaube und Rechtfertigung. gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch hier der Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es dieß nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 9. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, so lange noch mein Herzeschlägt; so sing ich einst in Ewigkeit: o Abgrund der Barmherzigkeit! 3. A. Nothe, † 1758. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast; was nöthigt ihn, dein Freund zu werden? sprich, wo du was zu rühmen hast! Wars nicht, daß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt; was was Gott in seinem Worte alle Knechte Jesu schreiben, preist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, denk nicht: wohlan, ich greif auch zu." Wahr ist, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, der noch auf Gnade sündgen kann. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, 7. Aus Gnaden! Wer dieß Wort gehöret, tret ab hat diese Ehre zum Gewinn, von aller Heuchelei; nur wenn Mel. O daß ich tausend Zungen 2c. ( Wer nur den lieben Gott, Nr. 2.) 159 daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 237 Au [ us Gnaden soll ich selig wer den! Herz, glaubst dus oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd geberden? Jsts Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein! 3. Aus Gnaden! Merk dieß Wort, aus Gnaden", so oft dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 160 Wiedergeburt wenn der Sünder sich bekehret, dann lernt er erst, was Gnade sei; beim Sünd gen scheint die Gnad gering, dem Glauben ists ein Wunderding! 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter Angst und heiBen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich glaube, darum ist mir wohl; ich kenn mein fündliches Verderben, doch den auch, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. Chr. 2. Scheidt,+ 1761 und Heiligung. Blut des Sohns mich rein. Warum? ich war ja Gottes Feind! Erbarmung hats so treu gemeint! Mel. O daß ich tausend Zungen c. ( Wer nur den lieben Gott, Nr. 2.) 238 Mir ist Erbar: mung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht werth; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein Stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; er hat mich mit sich selbst verfühnet, macht durch das 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dieß laß ich kein Ge schöpf mir rauben, dieß soll mein einzig Rühmen sein; auf dieß Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Noth, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen, durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hoch erfreut und rühme die Barmherzigkeit! Ph. F. Hiller,+ 1769. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c., Nr.4. ch von 239 einem andern Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Rath, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schooß. Glaube und Rechtfertigung. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Theil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Jch bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an, wer ist, der mich verdammen kann? - 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Menich muß täglich sterben, der noch nicht todt am Kreuze haft; dieß aber macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 6. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn, da kann mein Wachsthum vor sich gehn. 161 7. Jch bleib im tiefsten Demuthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig sein! 8. Jesu, laß mich in dir bleiben, o Jesu, bleibe du in mir; laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir; laß stets mich fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. K. H. v. Bogatty, † 1774.. Mel. Herzlich lieb hab ich zc. ch 240 densfürst, zu dir; erbarmend rufest du auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer: o laß mich nicht vomTroste leer, laß mich zur Ruh gelangen. Sieh an mein tiefgebeugtes Herz! Sieh meiner Seele Angst und Schmerz! Wer tröstet mich, als du allein? wer machet mich von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost, mein Licht! Mein Trost, mein Licht! Verwirf mein sehnlich Flehen nicht. 2. Du, du bist meine Zuversicht! Durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich Wiedergeburt und Heiligung. 162 dich kann ich dem Fluch entgehn und mich mit Gott vereinigt sehn; durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil; sein Segen werd auch mir zu Theil; er sei auch mir Beruhigung, und meines Le bens Heiligung. Herr Jesu Christ, ich hoff auf dich, ich hoff auf dich; in dieser Hoffnung stärke mich! 3. Mein ganzes Leben preise dich! Erlöst, mein Mittler, hast du mich, bein Eigenthum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts, nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieſer Bahn zum Vaterland ent zeuch mir niemals deine Hand; zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, erhöre mich, einst preis ich dich für deine Gnade ewiglich. Chr. Sturm,+ 1786. Mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. ( Alle Menschen müssen sterben.) 241 Du sollst glauben, o du Armer, und du zweifelst, zweifle nicht; du sollst beten zum Erbarmer, und du kannst, du kannst es nicht. Du sollst unbedingt vertrauen, dort wirst du den Ausgang schauen. Jesu Ausgang ward erst klar, als er auferstanden war. 2. Glaube gibt der Andacht Flügel, Glaube hebt zu Gott empor, Glaube bricht des Grabes Siegel, selbst der Ewigkeiten Thor; Glaube geht durch Flamm und Fluthen, ließ die Zeugen Jesu bluten und sie überwinden weit, sicher ihrer Seligkeit. 3. Glaube hilft in allem siegen, macht die schwerste Tugend leicht; alles muß zu Füßen liegen, selbst ge du auch im Kampf erlageit, wohnte Sünde weicht. Ob schon an Glaubenskraft verzagest, kämpfe stärker, kämpfe mehr, deine Hilfe ist der Herr. 4. Hast du nicht des Wunderbaren Wunderausgang oft gesehn? siehst du nicht den Unsichtbaren groß durch Thaten bei dir stehn? mußt du denn ihn immer sehen? bald des Ewgen Rath verstehen? bald dich seiner Hilfe freun? würde dieß dein Bestes sein? 5. Glaube dann noch, wenn zu glauben fast kein Hoff nungsstrahl mehr bleibt; laß dir nichts sein Machtwort rauben:" Selig, selig ist, wer glaubt!" Ach, die Gr sten dort am Throne glaubten ohne Schaun die Krone, rangen, Glaube und Rechtfertigung. 163 Gedanken, die leuchtet hier und dort. 5. Er ,, den man blutbedecket am Abend einst begrub; er, der, von Gott erwecket, sich aus dem Grab erhub; der meine Schuld rangen, starben, wankten nie, und Sei, wie sie! empfingen!- G. Reiber, † 1809. Mel. Valet will ich dir geben 2c. ch 242 ich glaube, ich weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wanft und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf ewgen Grund gemauert steht dieſe Schußwehr fest. Es sind des Heilands Worte, die Worte fest und klar; an diesem Felsenhorte halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen niederknien, um den die Heilgen dienen! Ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr kann wanken, mein Heiland und mein Hort,- die Leuchte der - mir schenkt, der mich mit Gnade krönet und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Erdenstaube nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes ungeraubt; es schmückt auf Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. E. M. Arndt, † 1860. Heiligung. Nachfolge Christi. mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 243 Sei getreu is daß nicht Marter, Angst und an das Ende, Noth dich von deinem Jeſu den Tod! Ach, das Leiden wende; sei ihm treu bis in dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glauben! Laß dir dessen festen Wiedergeburt und Heiligung. 164 festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben; halte treulich deinen Bund, den dein Gott durchs Wasserbad fest mit dir geschlossen hat. Ach, du gingest ja verloren, wenn du treulos ihm geschworen! 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich auch was dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott vergeben, uch verzeihn und liebreich leben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach, laß dich nichts von Jesu scheiden; murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer nur durch Ungeduld; leichter trägt, wer willig träget, was sein Gott ihm auferleget! und 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Traue fest auf Gottes Wort; hat dich Kreuz und Noth betroffen Gott hilft nicht alsofort: hoff auf ihn doch festiglich, sein Herz bricht ihm gegen dich, seine Hilf ist schon vor handen, Hoffnung machet nie zu Schanden. 6. Nun wohlan, so bleib im Leiden, Glauben, Liebe, Hoffnung fest! Ich will treu sein bis zum Scheiden, weil mein Gott mich nicht verläßt. Herr, den meine Seele liebt, dem sie sich im Kreuz ergibt, sieh, ich fasse deine Hände: hilf mir treu fein bis zum Ende! Nach Benj. Prätorius, um 1659 mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt 2c. ( Auf, Christenmensch.) Christus, un244 Mir nach, ſpricht ser Held, mir nach, ihr Christen alle; verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt mei: nem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demüthigkeit, voll Liebe mein Gemüthe, mein Mund voll Huld und Freundlichkeit, voll Sanftmuth und voll Güte; mein Geist und Wille, Kraft und Sinn ist Gott ergeben; schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu reingen und Nachfolge Christi. und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite, ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn! 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen, und wohlgemuth, getrost und gern in allen Leiden stehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler, † 1677. Mel. Basset uns den Herren preisen zc. ( Sollt ich meinem Gott nicht singen.) 245 Laffet uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch, schon himmlisch sein, 165 glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen; treuer Jesu, bleib bei mir; geh voran, ich folge dir. 2. Laffet uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich; nach dem Leiden folgen Freuden, Armuth hier machtdroben reich; Thränensaat, die ärntet Wonne, Hoffnung tröstet mitGeduld; denn es scheint durch Gottes Huld nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid ich mit dir; dort theil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod rettet uns vom Tod, rettet von der Seel Verderben, von der ewiglichen Noth. Last uns tödten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben, Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir; ach, erkenn uns für und für, treuer Freund, als deine Brüder! Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Siegmund v. Birken, † 1681. Wiedergeburt und Heiligung. 5. Jefu, hilf siegen, da246 Herr, gänzlich zu eigen mit auch mein Wille dir, geschenkt, und ich mich so in dein Wollen verhülle, daß sich die Seele zur Ruhe hinlenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, daß ich mich zählen darf unter die Deinen. 166 Mel. Großer Prophete mein 2c. efu, hilf siegen, Lebens! Sieh, wie die Finsterniß dringet herein, wie sie ihr drohendes Heer nicht vergebens mächtig auf führet, mir schädlich zu sein! Schau, wie sie sinnet auf allerlei Ränke, daß sie mich sichte, verstöre und fränke. 2. Jesu, hilf siegen, ach), wer muß nicht flagen! Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir; hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für! laß mich schmecken dein träftig Verfühnen und dieß zu meiner Demüthigung dienen. Ach, 3. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Last der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt. Hilf dann, daß ich vor mir selber erröthe und durch dein Leiden die Sündenluft tödte. 4. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gib, daß in mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb. Laß mich eindringen ins göttliche Wesen, so wird der Leib und dieSeele genesen. laß mich nicht sinten! Wenn 6. Jesu, hilf siegen und sich die Kräfte der Lügen mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meister; lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 7. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten; Hüter, du schläfft ja und schlum merst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du versprochen, Fürsprecher zu sein. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 8. Jesu, hilf fiegen, wenn alles verschwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur seh; wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß sein ein verschüchtertes Reh; ach, Herr, so wollst du im Grunde der Seelen Nachfolge Christi. Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jesu, hilf siegen, wenns nun kommt zum Sterben; mach du uns würdig und stetig bereit, daß ich mich nenne des Himmelreichs Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben! J. H. Schröder, † 1699. Mel. Eins ist Noth zc. 167 urtheil aus; brich entzwei des Mörders Pfeile, wirf die Sünde ganz hinaus. Ach, laß sich dein neues, erstandenes Leben in unsern erstorbenen Herzen erheben; erzeig dich verkläret und herrlich noch hier und bringe ein neues Geschöpfe Herfür. 4. Kehre die zerstreuten Sinnen aus der Vielheit in das Ein, daß sie wieder Raum gewinnen, nur von dir erfüllt zu sein. Ach, wirf du die Mächte der Finerneure die Kräfte des Geistes uns wieder, daß er aus der Fülle der Gnade sich nähr und gegen der Gottheit Verächter sich wehr. 5. 247 ligkeiten, zeuch uns in dein Heiligthum, da du uns die Stätt bereiten und zu deines Namens Ruhm als deine Erlösten siegprächtig willst führen; laß unsere Bitte dein Herze jetzt rühren; wir wollen dem Vater zum Opfer dastehn und mit dir durch Leiden zur Herrlichkeit gehn. 2. Er hat uns zu dir gezogen, und du wieder zu ihm hin; Liebe hat uns überwogen, daß an dir hängt Herz und Sinn. Nun wollen wir gerne mit dir 6. Gönne uns noch Frist auch absterben dem ganzen auf Erden, Zeugen deiner natürlichenSeelenverderben; Kraft zu sein, deinem Bilde in deinen Tod, Herr, laß gleich zu werden, in dem verpflanzet uns sein, sonst Tod zu nehmen ein des Le= bringen wir nimmer ins bens vollkommene Freiheit Leben hinein. und Rechte, als eines vollendeten Heilands Geschlechte. Der Unglaub mag denken: wir 3. Fürst des Lebens, komm und eile, führ das Todes: Lebe denn und lieb und labe in der neuen Kreatur, Lebensfürst, durch deine Gabe die genesene Natur; erwecke dein Paradies wieder im Grunde der Seelen und bringe noch näher die Stunde, da du dich in allen den Deinen verklärst und ihnen das ewige Leben gewährst. 168 wir bitten zu viel; du hörst unsre Bitten, thust über ihr Ziel. G. Arnold, † 1714, Wiedergeburt und Heiligung. ( O du Liebe meiner Liebe.) Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist, übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis uns dein so treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 2. Jsts doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es aus der Unruh führest zu der selgen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohl von allen Leu ten als gefangen sind geacht, weil des Kreuzes Niedrig feiten uns der Welt zum Spott gemacht. 248 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung der Natur von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, ob auch schon der Geist in Zeiten sich auf etwas Beßres schickt. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, reiße du das Band entzwei, daß wir, durch die Weltgeschäftedurchgebrochen, stehen frei! Weg mit Menschenfurcht und Zagen, weich, Vernunftbedenklichkeit; fort mit Scheu vor Schmach und Plagen; weg des Fleisches zärtlichkeit! 6. Herr, zermalme, Herr, zerstöre diese Macht der Finsterniß; denn der preiſt nicht deine Ehre, den sie fort zum Tode riß. Heb uns aus dem Staub der Welt hinaus; laß uns wahre Sünden, wirf die Luft der Freiheit finden, Freiheit in des Vaters Haus. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in dieser Zeit; wie dus nöthig findest, thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 8. Herrscher, herrsche, Sieger, siege; König, brauch dein Regiment; führe deines Reiches Kriege, mach der Sclaverei ein End! Ach, die Last treibt uns zu rufen, alle flehen wir dich an: Beig Nachfolge Christi. 169 zeig doch nur die ersten glänzend Angesicht erleuchten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! mein Herz und Gemüth, o Brunnen unerschöpfter Güt! 9. Ach, wie theur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum so wahr du bist ge storben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, in dein heilig Bild verklärt; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich nährt. 4. Und mache denn mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich; gib Weisheit, Stärke, Rath, Verstand aus deiner milden Gnadenhand: 10. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß mit dir gefreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirst nicht säumen, laß nur uns nicht lässig sein; werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. G. Arnold,+ 1714. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens 2c. 249 Gin reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thür; vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür; ach komm und wohne du bei mir; was un rein ist, das treib hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hell5. So will ich deines als dein Eigenthum, und Namens Ruhm ausbreiten dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. G. H. Neuß, † 1716. Mel. Straf mich nicht in deinem zc. ( Mache dich, mein Geist, bereit.) 250 Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Noth sammt dem Tod möchte dich in Sünden unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kannſt du nicht Christi Klarheit sehen; wache, sonst wird dir sein Licht ewig ferne stehen; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 8 Wiedergeburt und Heiligung. mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme 2c. ( Herr, wir singen deiner Ehre.) 170 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be: zwinge, oder, wenn sie sich verſtellt, wieder an sich bringe; 251 Rüstet euch, ihr wach und sich, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Netze stellen. 5. Wach, und hab auf dich wohl Acht, trau nicht deinem Herzen; leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Gnad verscherzen; denn es ist voller List, kann sich selber heucheln und in Hoffart schmeicheln. 6. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, denn der Herr nur kann dich frei von dem allem machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 7. Doch getrost, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will alle Füll seiner Gunst ausschütten, wenn wir gläubig bitten. Die Feinde suchen euch zur Beute; ja, Satan selbst hat mit Gottes Worte und eur begehrt. Wappnet euch fämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel; Hodurch diesen Held, und wir sianna! Der Starke fällt behalten mit das Feld. 8. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burchh. Freystein, † 1720. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glauermüden will, der schaue auf bens Ritterschaft? Wer hier das Ziel: da ist Freude! Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so frönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wen gen Jahre, eh ihr kommt auf die Todtenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Todten wecken, und das Gericht die Welt wird schrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott lob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange; und Gottes Sohn hat längstens schon uns Nachfolge Christi. uns beigelegt die Ehrenfron. 4. Jesu, stärke deine Kinder, und mach aus ihnen Ueberwinder, die du erkauft mit deinem Blut; schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Gieß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen; so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. W. C. Avends, † 1721. Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. ( Qerr, wir singen deiner Ehre.) 252 Helgeeile Jesu, Heilgungsquelle, mehr als Krystall rein, klar und helle, du lau trer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Cherubinen, die Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir; ach, bilde mich nach dir, du mein Alles! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich mag heilig sein wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war, also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir ge lassen; ach, stille meinen Willen gar! Mach mich dir gleichgesinnt, wie ein gehorsam Kind stille, stille; hilf, 171 Jesu, du auch mir dazu, daß ich fein stille sei wie du. Schlummer, in großer Ar3. Wacher Jesu, ohne beit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; stehen, des Nachts lagst du mußtest täglich viel aushaft gebetet und gewacht. vor Gott mit Flehen und Gib mir auch Wachsamkeit, daß ich wie du allzeit wach auch mir dazu, daß ich ſtets und bete! Hilf, Jesu, du wachsam sei wie du. 4. Gütger Jesu, ach wie gnädig, wie liebreich bist du Freund und Feind gesinnt! Deine Sonne scheinet allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich undankbar sind. Mein Herr, ach lehre mich, damit auch hierin ich dir nacharte! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich so gütig sei wie du. 5. Sanfter Jesu, ganz unschuldig ertrugst du alle Schmach geduldig und übteſt niemals Rache aus. Wer kann deineSanftmuth meſsen, bei der du dennoch nie vergessen den Eifer um des Vaters Haus? Mein Heiland, ach verleih mir Sanftmuth und dabei guten Eifer! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich sanftmüthig sei wie du. Wiedergeburt und Heiligung. 172 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und gering; wandeltest einher auf Erden in Demuth und in Knechtsgeberden, er hobst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demuth Lehr mich auch je mehr und mehr stetig üben! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich demüthig sei wie du. 7. Liebster Jeſu, liebstes Leben, mach mich in allem dir ergeben und deinem heil gen Vorbild gleich; gib, daß mich dein Geist durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach, zeuch mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland! Hilf mir dazu, daß ich wie du, und wo du bist, einst finde Ruh. Nach dem Holländ. des Jod. v. todenstein, von B. Crasselius,+ 1724. Mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 2. Daß nun dieses mög geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und nach dessen Neigung gehen, sondern was Gott will und thut, das muß ewig und allein eures Lebens Richtschnur sein, mag es eure schwachen Herzen nun er freuen oder schmerzen. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg 253 Schaffet, schaffet, und lässig sein, eure Neigung zu Menschenfinder, schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmel reich, und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Sünde ist, daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß ihr fehlt zu jeder Frist, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, daß nichts außer seiner Gnade in euch ist, als Seelenschade. 4. Selig, mer im Glauben kämpfet! Selig, wer im Kampf besteht und die Sünden in sich dämpfet! Selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo ſterben. Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie ein rechter Sieg. Nur den Siegern wird die Krone beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, findet nicht bei Christen statt; an dem Fleisch Gefallen Nachfolge Christi. 173 Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. 2. A. Gotter, † 1735. Gefallen tragen, macht des Geistes Kräfte matt; unter Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich gar nicht an, daß man noch mit frechem Herzen wolle sicher thun und scherzen. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 7. Furcht muß herrschen 254 Himmelan geht vor dem Richter, Hand das Scepter trägt, der die sichern Bösewichter zur Verdammniß niederschlägt. Er ists, der, wies ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt; o so laß uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen! Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 8. Und zu werden Christi Glieder, die sein reiner Geist bewegt, kämpft den alten Menschen nieder, bis ihm seine Macht gelegt. Was euch hindert, werfet ab; was euch ärgert, senkt ins Grab; und denkt stets an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte!" 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dieß in mir, auf daß ich in Jesu Namen meinen Kampf zu Ende führ. Er verleihe 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Ziel erlesen; ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan, ruft Gott mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4.Himmelan! MeinGlaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Wiedergeburt und Heiligung. 174 alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan! Ach himmelan! Das soll meine Lofung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelsluft vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. B. Schmold, † 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 255 Was as hinket ihr betrognen Seelen noch immerhin auf jeder Seit? Fällts euch zu schwer, das zu erwählen, was euch des Himmels Ruf anbeut? O sehts mit offnen Augen an, und brecht hindurch auf schmaler Bahn. 2. Bedenkt, es sind nicht Raiserkronen, nicht Reich thum, Ehr und Luft der Welt, womit euch Gott will ewig lohnen, wenn euer Kampf den Sieg erhält; Gott selbst ists und die Ewigkeit, voll Lust und Ruh, voll Seligkeit. 3. Es gilt hier nur ein ganzes Leben, Gott frönet fein getheiltes Herz: wer Jesu sich nicht recht ergeben, der macht sich selber Müh und Schmerz und träget zum verdienten Lohn hier Unruh, dort die Qual da von. 4. Wer aber mit Gebet und Ringen auf ewig allem Abschied gibt und Gott, den Herrn, von allen Dingen, von Herzen und allein nur liebt, der wird der Krone werth geschätzt und auf des Königs Stuhl gesetzt. 5. Zerreißt doch die gelegten Schlingen, die euch in diesem schönen Lauf verhindern und zum Säumen bringen, und rafft euch heut von neuem auf. Auf, auf, verlaßt die falsche Ruh! Auf, auf, es geht dem Himmel zu! 6. Die Allmacht stehet euch zur Seiten, die Weisheit hält bei euch die Wach; die Gottheit selber will euch leiten, folgt nur mit treuen Schritten nach. Wie manchen hat nicht diese Hand schon durchgeführt ins Vaterland! 7. Nur spart es nicht auf andre Zeiten, ihr habt schon jezo viel versäumt; ihr mehrt euch selbst die Schwierigkei ten, wenn ihr das süße Heut verträumt. Eilt, eilet, denn die Gnadenzeit fliegt pfeilgeschwind zur Ewigkeit. 8. Cilt, faßt einander bei den Händen! Seht, wie iſt unser Ziel so nah! Wie bald wird unser Kampf sich enden; da steht dann unser König da: Nachfolge Chrifti. da: der führt uns ein zur stillen Ruh und urtheilt uns das Kleinod zu. L. F. F. Lehr, † 1744. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen 2c. ( Sollt ich meinem Gott nicht trauen.) 256 Auf, ihr Streiter, durchgedrungen, auf, und folgt dem Heiland durch und Smach sich zum Himmel aufgeschwungen! ringt ihm nach in seiner Kraft; er ists, der den Sieg ver: schafft. 2. Rein Erlöster müsse sagen, ihm gebreche Kraft und Muth zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen, weil der Herr die Wunden heilt und den Schwachen Kraft ertheilt. 3. Sind wir schwach: bei ihm ist Stärke; sind wir arm: der Herr ist reich; wer ist unserm Führer gleich? Unser Gott thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem die Himmel unterthan? 4. Ja, Gott kann und will uns schirmen. Drum, so dringet muthig ein; schämt euch, träg und feig zu sein. Mag es drohen, mag es stürmen: nur durch Müh, Geduld und Streit führt der Weg zur Seligkeit. 175 5. Nun so wachet, kämpft und ringet, bleibet wacker im Gebet, bis ihr auf der Höhe steht, wo der Sieg die Fahne schwinget. Ist der Erde Werk gethan, hebt des Himmels Sabbath an. Nach 3. S. Buchka, † 1752. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 257 Seele, was ermüdst dich in Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 3. Oft verlangst du Trost und Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebensquelle zu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 4. Geh in Einfalt stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren; bist erlöst durch Wiedergeburt und Heiligung. 176 durch Christi Tod und zu seinem Reich erforen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 6. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmels höhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 8. Laß dir ſeine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und fein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 9. Sei im Uebrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum fuch Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 3. G. Wolf.+ 1754. Mel. Valet will ich dir geben zc. 258 n unsers Königs wir die Bahn! So viele von ihm stammen, o schließt euch freudig an! Wir ziehn zum Friedenslande, ein Herz, ein Leib, ein Geist. Wohl dem, der alle Bande voll Heldenmuth zerreißt! 2. Der Weg ist schmal, doch eben, und führt zur Seligkeit; die Straße dort daneben ist zwar bequem und breit; doch wer sie geht, muß sterben, an ihrem Ende droht ein ewiges Verderben, Fluch, Zorn und Qual und Lod. 3. Wir folgen deinem Locken, du ewig treuer Freund! Wer könnte sich verstocken? Du hafts so gut gemeint! Wir wandern abgeschieden, und eh es geht zur Rast, trägt jeder still zufrieden sein Kreuz und ſeine Last. 4. Der große Hirt der Heerde geht seinem Volk voran; sein Allmachtswort es werde!" bereitet selbſt die Bahn; es lähmt erFeinden Herz, zürnten Zunge, Fuß und Hand, fnüpft zwischen frommen Freunden der Liebe Bruderband. 5. So wandeln wir entschlossen dem Himmelsführer nach und dulden unverdrossen und tragen seine stern Thale: O Jesu, steh uns bei und mach im Hochzeitsaale bald alles, alles neu. Nachfolge Christi. 6. Seht, wie die Krone schimmert, die unser Haupt einst schmückt! Und wird der Leib zertrümmert, der Weltenbau zerstückt, erlöschen Sonn und Sterne: kein Pilger werde matt! Dort glänzt uns schon von ferne des großen Königs Stadt. 7. Hinan, hinan, ihr Frommen, es koste Schweiß und Blut! Hinan, hinan geklommen, mit wahrem Heldenmuth! Bald hebt uns unser Sehnen hoch über Tod und Grab; bald trocknet unsre Thränen die Hand der Liebe ab. 3. 2. Fridert, † 1766. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 2c. 259 Kommit, Brüder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket euern Muth, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern, es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; ein jeder sein Gefichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Schmückt euer Herz aufs beste, und mehr als Leib und Haus; wir sind 177 hier fremde Gäste und ziehen. bald hinaus. Wir gehn ins Ewge ein; mit Gott muß unser Handel, im Himmel unser Wandel und Herz und alles sein. 4. Kommt, Brüder, laßt uns gehen; der Vater gehet mit! Er selbst will bei uns stehen in jedem sauern Tritt. Das Aug dahin gekehrt, wo seine Liebe winket und dem, der folgt und sinket, den wahren Ausgang lehrt. 5. Kommt, Brüder, laßt uns wandern; wir gehen Hand in Hand; eins freuet sich am andern in diesem fremden Land. Kommt, laßt uns findlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten; die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn. 6. Und sollt ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu: man trag, man helfe allen, man pflanze Fried und Ruh. Kommt, schließt euch fester an! Ein jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Pilgerbahn. 7. Kommt, laßt uns munter wandern; der Weg nimmt immer ab; ein Tag, der folgt dem andern; bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Muth, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! Wiedergeburt und Heiligung. 178 8. Es wird nicht lang mehr währen; harrt noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus; da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen heim zu dem Vater kommen; wie wohl, wie wohl wirds thun. 9. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl Wagens werth, und gründlich dem absagen, was auf hält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein! Wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten; es soll nur Jesus sein. G. Terstegen, † 1769. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. ( Befieht du deine Wege.) 3. D Herr, auch mich verlanget, dein treues Kind zu sein, und meine Seele hanget doch nicht an dir allein; ich weiß, ich werde sterben, und liebe doch die Welt; o Herr, welch ein Verderben, das mich gefangen hält! 4. Entsagt hab ich dem Bösen, und doch wird es vollbracht; ach, wer wird mich erlösen aus dieſes Todes Nacht! Ich lasse nach ringen, und doch ists mein Beruf: ich soll zum Leben dringen, zu welchem Gott mich schuf. zu 5. Dir seufz ich anzu hangen! Erbarmer, dir allein! Du hast es ange: fangen, das gute Werk ist dein! Vollende, Gott, vollende, was mir dein Baterhände befehl ich meinen Geist. 3. A. Cramer, † 1788. für 260 Ich soll zum Leben dringen, welches Gott mich schuf, soll nach dem Himmel ringen, das, das ist mein Beruf! In einer Welt von Sünden soll ich nur ihm mich weihn, sie fliehn, sie überwinden, und dann erst selig sein. 2. Und wenn der Pilger 261 Unser Wandel iſt Gottes der Sünder Lust verschmäht, wenn er, troß ihres Spottes, auf seinem Pfade geht; was wird ihm nicht zum Lohne, wenn er die kurze Zeit getreu war! Welche Krone! Welch eine Geligkeit! mer. Jesu, meines Lebens Leben zc. ( Alle Menschen müssen sterben.) im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Jeder Fußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu; Wort, wie hoch erfreuest du! Nachfolge Chrifti. 2. Haltets fest, ihr theuren Brüder, haltets fest, dies werthe Wort! Nichts schlag wallet eure Hoffnung nieder, immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Ziele; viele schon ergriffens, viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Pilger müssen, bleibet wacker, seid nie laß! Stets des hohen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn Unterlaß. Feinde stehn an euren Wegen, Stürme toben euch entgegen, Nebel, Klüfte, Felsen drohn; faßt nur Muth, groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je gesehen, was kein Ohr gehöret hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat: das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet; drum verlaßt nicht eure Bahn, Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer; schon seh ich des Zieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch; und getragen ist mein Joch. 3. Ch. Fröbing,+ 1805. 179 Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort zc. ( Der unsre Menschheit an sich nahm.) 262 t Bott, der dit Herzenskenner bist, Herr, dem die Falschheit Gräuel ist und jede Lüg Verbrechen: kein Wort spricht je ein falscher Mund, das dir, Allwissender, nicht kund; du, Heiliger, wirsts rächen! Laß jederzeit mein Ja und Nein, wies Christen ziemt, aufrichtig sein! 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, dir in dein heilig Antlig seh, die Hand zum Himmel hebe, wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Hocherhabner, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! dir 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn und stehn, dann laß mein Herz frech mit Lügen vor erschrecken! Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Gott mit Zittern an, der Seel und Leib verderben kann. mein Gott mehr bist, dein, 4. Gott, wenn du nicht Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn mich beim Leiden dieser Zeit kein Trost vom Himmel mehr 8* erfreut, Wiedergeburt und Heiligung. 180 erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe; wenn Gott und Jesus nicht mehr mein: dann besser, nie geboren ſein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fürstenthum und keine Welt soll mich so weit verführen; um alle Leiden dieser Zeit will ich doch Gott und Seligkeit muthwillig nicht verlieren! Wie klein mein Glück auch immer sei: nur Gott und reines Herz dabei. 6. Gott, lehre mich bei jedem Eid aus Furcht vor deiner Heiligkeit die Wahrheit treulich sprechen. Beschwör ich aber Amt und Pflicht, so laß mich auch im Kleinsten nicht die theure Zusag brechen! Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein, erhalt mich ewig, ewig dein! 3. K. D. Bickel,+ 1809. Mel. Gott des Himmels und der zc. ört das Wort 263 Liebe, das zu euch der Heiland spricht, hörts und prüft des Herzens Triebe bei des Wortes hellem Licht! Was der Mund des Herrn gebeut, das ist eure Seligkeit. 2. Nicht aus Sinais Gewittern donnert hier des Herrn Gebot, daß die Herzen bang erzittern, weil es Zorn und Strafe droht; selig preisend thut sein Mund euch den Sinn des Vaters kund: 3. Selig sind die geistlich Armen, denn das Himmelreich ist ihr! Ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ewgen Gnade Thür; da wird ohne Maß gewährt, was ihr sehnend Herz begehrt." 4. ,, Selig sind, die Leid empfinden auf des Lebens schmaler Bahn! Ihre Traurigkeit wird schwinden, reicher Trost wird sie umfahn; denn sie wirkt zur Seligkeit Reue, welche nie gereut." 11 5. Selig sind, die sanften Muthes und in Demuth milde sind! Sie erfreuen sich des Gutes, das kein Trop und Streit gewinnt. Durch der Sanftmuth stille Macht wird das Schwerste leicht vollbracht." 6. Selig sind, die hier mit Schmachten dürsten nach Gerechtigkeit, die nach Gottes Reiche trachten, nicht nach Gütern dieser Zeit! der Born des Lebens quillt, wird ihr Seelendurst geſtillt." 7. Selig sind, die voll Erbarmen auf der Brüder Leiden sehn und den Schwachen, Kranken, Armen freudig eilen beizustehn! Noch vor Gottes Thron erfreut einst auch sie Barmherzigkeit." 8. Selig sind die reinen Herzen, die nicht Sünd und Welt Nachfolge Christi. Welt umstrickt, die mit schnöder Lust nicht scherzen, weil nur Heilges sie entzückt! Einst im reinen, Himmelslicht schaun sie Gottes Angeficht." 9.„ Selig sind, die Frieden bringen, Schuld und Kränkung übersehn, Feindes haß mit Huld bezwingen, für Verfolger segnend flehn! Trifft sie auch der Menschen Spott, seine Kinder nennt sie Gott." 10. Selig sind, die als Gerechte dulden Kreuz, Verfolgung, Schmach, als des Herrn getreue Knechte bis zum Tod ihm folgen nach! Groß ist dort vor Gottes Thron seiner Ueberwinder Lohn." 11. Seid ein Salz, ein Licht der Erde, laßt der Wahrheit Früchte sehn, daß durch euch verherrlicht werde euer Vater in den Höhn. Ob der Erdball untergeht, sein Gebot, sein Wort beſteht!" K. L. Garve,+ 1841. Mel. Valet will ich dir geben zc. 264 Aus irdischem Getümmel, wo nichts das Herz erquickt, wer zeigt den Weg zum Himmel, dahin die Hoffnung blickt? Wer leitet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum 181 Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 2. Hier irren wir und fehlen, gehüllt in tiefe Nacht; durch wen wird unsern Seelen ein wahres Licht gebracht? Von oben kommt die Klarheit, die alles uns erhellt; denn Christus ist die Wahrheit, er ist das Licht der Welt. 3. Wer gibt uns hier schon Freuden, die niemand rauben kann? Wer zeiget uns im Leiden den Himmel aufgethan? Wenn vor dem Tod wir beben, wer gibt dem Herzen Ruh? Heil! Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. K. 3. Aschenfeld, † 1856. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 265 Gs kennt der Herr hat sie stets gekannt, die die Seinen und Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land; er läßt sie nicht verderben, er führt sie aus und ein; im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein. 2. Er fennet seine Schaaren am Glauben, der nicht schaut und doch dem Unsichtbaren, als säh er ihn, vertraut; der aus dem Wort gezénget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt. Wiedergeburt und Heiligung. 182 3. Er fennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Muth, die fröhlich auf dem Einen, daß er der Herr ist, ruht; in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und fühn die wunderbare Pflanze, die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht, und die mit lauterm Triebe ihm zu gefallen sucht; die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt; die ſegnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt. 5. So kennt der Herr die Seinen, wie er sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen, in jedem Volk und Land: am Werk der Gnadentriebe durch seines Geistes Stärf, an Glauben, Hoffnung, Liebe, als seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben, und halt uns fest dabei; laß nichts die Hoffnung rauben; die Liebe Herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn! K. 3. Ph. Spitta,+ 1859. Mel. O Durchbrecher aller Bande zc. ( O du Liebe meiner Liebe.) euretwillen auf 266 Bleibt bei dem, der die Erde nieder kam, der, euren Schmerz zu stillen, tausend Echmerzen auf sich nahm! Bleibt bei dem, der einzig bleibet, wenn auch alles untergeht, der, wenn alles auch zerstäubet, siegend überm Staube steht. 2. Alles schwindet, Herzen brechen, denen ihr euch hier ergabt, und der Mund hört auf zu sprechen, der euch oft mit Trost gelabt, und der Arm, der euch zum Stabe und zum Schilde ward, erstarrt, und das Auge schläft im Grabe, das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt, das Irdsche findet in dem Irdischen sein Grab; alle Lust der Welt verschwindet und das Herz stirbt selber ab. Irdsches Wesen muß verwesen, irdsche Flamme muß verglühn, irdsche Fessel muß sich lösen, irdsche Blüthe muß verblühn. 4. Doch der Herr steht überm Staube alles Irdischen und spricht: stüße dich auf mich und glaube, hoffe, lieb und fürchte nicht! Darum bleibt bei dem, der bleibet, und der geben kann, was bleibt, der, wenn ihr euch ihm verschreibet, euch ins Buch des Lebens schreibt. K. I. Ph. Spitta, † 1859. Mel. O Durchbrecher aller Bande zc. ( O du Liebe meiner Liebe.) 267 Volk des Herrn! du hast hienieden einen langen, schweren 183 mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Trost und meines Herzens Theil, durch dessen Wunden ich werd heil. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab mein Leib und Seel, und was ich hab in dieſem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst deine Gnad mir geben! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnoth! 3. Ach Herr, laß einst die Engel dein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schooß tragen, den Leib in seinem Kämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis Liebe. 268 Herzlich lieb hab zum jüngsten Tage; alsdann ich dich, o Herr, ich bitt, wollst fein von mir nicht fern mit deiner Hilf und Gaben! Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich nur dich kann haben, und wenn mir gleich vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und mein Guadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Mart. Schalling, f 1608. Liebe. Streit; Kämpfe sind dir hier beschieden, Friede in der Ewigkeit. Lege an die rechte Wehre, stehe auf dem ewgen Fels, daß dir Sieg und Heil bescheere er, der Heiland Israels! von 2. Träumest du guten Tagen, oder wachst du auf zum Streit? Wiegst du dich in alten Sagen, oder kennst du deine Zeit? Hörest du den Ruf der Wächter: Glaubet ihr, so bleibt ihr stehn! Aber wehe dem Verächter, denn sein Trost wird untergehn!" 3. Volk des Herrn! du haft hienieden einen langen schweren Streit; nun, so suche keinen Frieden in der bösen Zeitlichkeit. Führe deines Gottes Kriege; Jesu Kreuz ist das Panier, unter diesem Zeichen siege! Seine Schmach sei deine Zier! S. Preiswert,+ 1871. 184 Wiedergeburt und Heiligung. ( Mein ganzer Geist.) Leib und Blut mich innerfreundlich, hilf mir Armen aus Erbarmen, hilf in Gnaden! Auf dein Wort komm ich geladen. 269 Wie schön leuchtet lich erquicken! Tröſt mich der Morgen stern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, aus Juda aufgegangen! Du Davids Sohn, aus Jakobs Stamm, du Gottessohn und Gotteslamm, erfüllst mich mit Verlangen, lieblich, freundlich, schön und mächtig, groß und prächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben. 2. O meine Perl, du werthe Kron, Sohn Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Du meines Herzens schönste Blum, dein füßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, Hosianna! Himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergeſsen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du helles Licht und Himmelsschein, die Flamme deiner Liebe; und stärk mich, daß ich ewig bleib an deinem auserwählten Leib em Glied voll Lebenstriebe. In dir laß mir, ohn Aufhören, sich vermehren Lieb und Freude, daß uns selbst der Tod nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn mich die heilgen Augen dein so mildiglich anblicken. O Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein 5. Gott Vater, o mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, auf ihn mein Herz mit Freuden schaut, drum mich auch nichts betrübet. Heil mir, Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Saitenklang, und laßt den süßesten Gesang ganz freudenreich erschallen; ich will mit meinem Jesus Christ, der mir mein Eins und Alles ist, in steter Liebe wallen. Singet, flinget, ju biliret; triumphiret, dankt dem Herren; groß ist der König der Ehren. 7. Wie freu ich mich, Herr Jesu Christ, daß du der Erst und Letzte bist, der Anfang und das Ende! Du wirst mich einst zu deinem Preis aufnehmen in dein Paradeis; drauf faß Amen, ich deine Hände. Ainen, komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange; deiner wart ich mit Verlangen. Ph. Nikolai, † 1608. Liebe. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. ( Schon ist der Tag.) 270 Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Herzenskron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jefu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit ver treiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 185 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen! G. Weißel, 1635. 271 Meinen Jejum nicht; weil er sich für mich ge geben, so erfordert meine Pflicht, unverrückt nur ihm zu leben; er ist meines Lebens Licht, meinen Jeſum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich ewig nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben; alles ist auf Laß ich nicht. ihn gericht, meinen Jesum 3. Laß vergehen das Gesicht, alle Sinne mir entweichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget; mich erfreut sein Angesicht, meinen Jesum laß ich nicht. Wiedergeburt und Heiligung. 186 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel in mir sich sehnet, Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet und befreiet vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu den Lebensbächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht: meinen Jesum laß ich nicht! Chr. Keymann,+ 1662. Mel. Komm. o komm, du Geist des Lebens 2c. 272 Jesus, Jesus, nichts als Jesus soll mein Wunsch sein und mein Ziel! Jehund mach ich ein Verbündniß, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz, mit ihm erfüllt, rufet nur: Herr, wie du willt. 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat: Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat; ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt. 4. Und vollbringe deinen Willen in und an mir, o mein Gott; deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Noth, sterben als dein Ehenbild, Herr, wann, wie und wo du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zuwider dir, ach so nimm es bald zurücke, Jesu, gib, was nüßet mir; gib dich mir, mein Jesu mild; nimm mich dir, Herr, wie du willt. 5. Sei auch, Jeſu, ſtets gepriesen, der du dich und viel dazu hast geschenkt und mir erwiesen, daß ich fröhlich singe nu: mir geschehe, Gott, mein Schild, wie du willt, Herr, wie du willt! ejus, ejus, nichts 273h will ich lieben, Stärke, Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt,+ 1672. ich will dich lieben, meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mir dein Glanz erscheint; ich will mit reiner Liebesflamm dich lieben, Gotteslamm. 3. Ach, daß ich dich so spät erkannte, du hochgelobte Liebe du; daß ich nicht eher mein dich nannte, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spät geliebt. Liebe. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich hab gesehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, dich lieben auch bei Schmach und Hohne, auch in der aller größten Noth; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 3. Scheffler, † 1677. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens zc. 274 Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit haft gemacht; Liebe, die du mich so milde nach 187 dem Fall zurück gebracht; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh denn ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich ganz ergeben mir zum Heil und Seelenhort; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele litt; Liebe, die das Lösgeld gibet und mich fräftiglich vertritt; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird entrücken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich einst Wiedergeburt und Heiligung. 188 einst wird schmücken mit der Kron der Herrlichkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Scheffler, † 1677. Mel. Jesu, der du meine Seele. ( Alle Menschen müssen sterben.) 5. Jesus, meiner Jugend Leiter von des Lebens Ant275 Jefus schwebt mir beginn, wird auch sein mein in wenn ich alt Jesus liegt mir stets im und kraftlos bin; wenn sich Sinn, von ihm will ich krümmen meine Glieder und nimmer wanken, weil ich die Lebenssonn geht nieder, hier im Leben bin. Er ist wenn verdunkelt mein Gemeiner Augen Weide, meines sicht: meinen Jesum laß Herzens höchste Freude, ich nicht! meiner Seele schönste Zier; Jesum lieb ich für und für. 2. Jejus funkelt mir im Herzen, wie ein Stern mit goldnem Schein; er vertreibt mir Angst und Schmerzen, er ist mein und ich bin sein. Drum ergreif ich ihn mit Freuden, wenn ich soll von hinnen scheiden; er ist meines Lebens Licht; Jefum laß ich von mir nicht. 3. Jesum will ich bei mir haben, wenn ich gehe aus und ein; seines Geistes Trost und Gaben ruhn in meines Herzens Schrein. Wenn ich mich zur Ruh begebe, oder mich vom Schlaf erhebe, bleibt doch Jesus früh und spat meiner Seelen Schuß und Rath. 4. Thaten, die ich fröhlich fange an, daß in seinem theuren Namen alles glücklich ſei und Amen; so wird alles werden gut, wenn nur Jesus Hilfe thut. rathen, der am besten rathen fann; er gesegne meine 6. Jesus soll in allem Leiden mein getreuer Bei stand sein; nichts, nichts soll mich von ihm scheiden; keine Angst und Herzenspein, feine Trübsal, teine Schmerzen reißen ihn aus meinem Herzen; ob mir gleich das Herze bricht, laß ich dennoch Jefum nicht. 7. Jesu leben, Jesu sterben, Jesu einzig eigen sein und mit Jesu dorten erben: dieß ist mein Gewinn allein. Jefu will ich sein und bleiben, nichts, nichts soll mich von ihm treiben; laß ich gleich Gut, Blut und Ehr: Jesum laß ich nimmermehr. Vor 1692. Zeſum will ich laſſen 276 ben, meines Mel. Jesu, meines Lebens Leben ic. ( Alle Menschen müssen sterben.) efu, Herzens höchste Freud, dir will Liebe. will ich mich ganz ergeben, jeho und in Ewigkeit; meinen Herrn will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein; ich will keines andern ſein. 2. Deine Güt hat mich umfangen, eh mich noch die Welt empfing; du bist mir schon nachgegangen, als ich noch nach dir nicht ging; und du hast mich aufge: nommen, da ich an das Licht gekommen; ich bin dein, und du bist mein, ich will feines andern sein. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Segen regte mir oft mein Gemüth, wenn ich etwa übertreten, daß ich wiederkäm mit Beten; ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 4. Ach, wie oft hat meine Jugend deine Gnadenhand gefaßt, wenn die Frömmigkeit und Tugend war in meinen Sinn verhaßt. Ach, ich wäre längst gestorben ohne dich, und längst verdorben! Ich bin dein, und du bist mein; ich will teines andern sein. 5. Ja in meinem ganzen Licht was Leben hat mich stets dein ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine 189 Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret; ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 6. Jrr ich, sucht mich sie mir auf; ist es, daß ich deine Liebe; fall ich, hilfet mich betrübe, stärkt sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, sie gibt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter; ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern ſein. 7. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das mir droben ich heute sterbe, wo man beigelegt; ich weiß, wenn dir, Jeſu, in die Freude meine Seel hin trägt: zu daß mich nichts mehr von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein; ich will feines andern sein. 8. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigenthum; dir allein ich mich ergebe, du bist meiner Seelen Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meines Herzens Trost im Leide; ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. Ch. Scriver, † 1693. 277 Sins istnoth, ach lehre mich erkennen doch! Herr, dieß Eine Alles andre, wies auch scheine, iſt 190 Wiedergeburt und Heiligung. ist ja nur ein schweres Joch, so hab ich der Weisheit volldarunter das Herze sich kommenen Preis. naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dieß Eine, das Alles ersett, so werd ich mit Einem in Allem ergößt. 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Creatur; laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur, wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Darum ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur bei dir; laß mich treulich an dir hangen, schente dich zu eigen mir. Wie viele dich auch mit der Menge verlassen, so will ich in Liebe dich dennoch umfassen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist, der einzig den Weg uns zur Seliakeit weist. 4. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt; gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demuth und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, 5. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig theures Blut Die höchsteGerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; da hab ich die Kleider des Heiles erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 6. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergäng lichen Lust; dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 7. Ja, was soll ich mehr verlangen? Auf mich strömt die Gnadenfluth; du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; du hast mir die ewge Er lösung erfunden, daß ich nun von Tod und Verdammniß entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 8. Volles Gnügen, Fried und Freude jezzo meine Seel ergößt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Liebe. gefeßt. Nichts Süßres kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 9. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf, erfahre, wie ich meine, tilge allen Heuchelschein; sich, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; laß Schmach mich nicht achten, nicht Leiden noch Tod und Jesum gewinnen; dieß Eine ist noth. 3. H. Schröder, † 1699. 278( eelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm! Habe Dank für deine Liebe, die für mich aus reinem Triebe starb am Kreuzesstamm, Jeju, Gottes Lamm! 2. Deine Liebesgluth stärket Muth und Blut; wenn du freundlich mich anblickest und mit deinem Geist erquickest, macht mich wohlgemuth deiner Liebe Gluth. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod! Du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch den Kreuzes tod, wahrer Mensch und Gott. 191 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in mir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir auch gram, Held aus Davids Stamm! 7. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen, und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib! 8. Wer der Welt abstirbt, sich mit Ernst bewirbt, dir zu leben und zu trauen, der wird bald mit Freude schauen, daß niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 9. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Jch; ich will nimmermehr dich lassen, fassen, weil im Glauben ich sondern gläubig dich um nun ergreife dich. 10. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und Vertrauen, dort im Haben und im Wiedergeburt und Heiligung. 192 im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 11. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde, und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 12. Du mein Preis und Ruhm, werthe Himmelsblum! In mir soll nun nichts er schallen, als was dir nur kann gefallen, werthe Himmelsblum, du, mein Preis und Ruhm! a. Drese, † 1701. Mel. Es ist das Heil uns kommen her zc. 5. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was todt und lebend ist, zu richten vorgenommen. sorge, daß du da bestehst 279 Halt im Gedächt und mit ihm in ſein Reich niß Jesum Christ, den Heiland, der auf Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden; vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten, und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erstritten. Besieget hat er Sünd und Tod und dich erlöst aus aller Noth; dank ihm für diese Liebe!" von Noth und Plage; bedenke, daß er Fried gemacht, das Leben wieder hat gebracht; dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich von Tod erstanden ist, befreit 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank ihm für dieſe Liebe! danken. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen, und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Noth mich trösten mag und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriak. Günther, † 1704. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. ( Es ist das Heil uns.) 280Liebesgluth, wie soll ich dich mit Lobe würdig zieren? In deine Tiefen will ich mich, o volle See, verlieren. 63 flammet Liebe. flammet Gottes Herrlichkeit, es brennt die ganze Ewigfeit: bleibt noch mein Herz erfaltet? 2. O Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schooß genommen! Er ist von dem gestirnten Thron zu uns herab gekommen; sein Mangel, Knechtschaft, Kreuz und Grab sind uns ein Bild, zu malen ab, wie stark Gott lieben könne. 3. Hör auf zu grübeln, glaub allein! Kannst du dies Meer nicht gründen, so wirf dich blindlings nur hinein mit allen deinen Sünden; laß dem das Herze sein gewährt, der dir dein Herz hat ausgeleert; gib Herz für Herz zum Opfer. 4. Oliebster Vater, nimm es hin! Gib Kraft, um dich zu lieben; Herz und Begierden, Muth und Sinn sei dir hiermit verschrieben; brenn aus das Feuer böser Lust, laß ewig nichts in dieser Brust, als deine Liebe glühen. F. A. Lampe, † 1729. Mel. O fröhliche Stunden 2c. 281 Ursprung des Lebens, o ewiges Licht, da niemand vergebens sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, die lauter und helle sich aus seinem heiligen Tempel ergießt und 193 in die begierigen Seelen einfließt. 2. Du sprichst: wer begehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme; allhier sind himmlische Gaben, die kräftiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran; hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Mein Hirt und mein Hüter, ich komme zu dir, gewähre die Güter des Heiles auch mir; du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen; du siehest, wie elend und dürftig ich bin, drum gib deine Gaben aus Gnaden nur hin. 4. O Brunnquell, du labest Geist, Seele und Muth, und wen du begabest, hat ewiges Gut; wenn man dich genießet, wird alles versüßet; es jauchzet und singet das fröhlid, e Herz, es weichet zurücke der bittere Schmerz. 5. Drum gib mir zu trinken, wie dein Wort verheißt; laß gänzlich versinfen den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe, laß heilige Triebe mich immerfort treiben zum Himmlischen hin; es werde mein Herze ganz selig darin. 6. Wenn du auch vom Leiden was schenkest mit ein, so laß mich mit Freuden gehorsam dir sein; denn alle die, welche mittrinken 9 Dom Wiedergeburt und Heiligung. 194 vom Kelche, den du hast getrunken im Leiden allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu, erquickt, da, wo deine Heerden kein Leiden mehr drückt; wo Freude die Fülle, wo lieb liche Stille, wo Wonne und Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Ch. J. Koitsch, † 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. eiland, 282 deine Menschenliebe war die Quelle deiner Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit über decket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket: o der ungemeinen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weinen, jedermann mit Hilf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder, das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. D du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Owie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu er quicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu sich locken: das war deines Werkes Weise, Herr, und deine liebste Speiſe. zu 5. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld Schelten, Drohen, Klagen üben, ohne andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der die Mörder zu vertreten. Feinde Schaar zu beten und 6. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar theures Leben in den ärgsten Tod gegeben; da dn in der Sünder Händen, alle Leiden zu vollenden, und den Segen zu erwerben, als ein Fluch hast wollen sterben! 7. Herr, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken; du hast das Gesetz erfüllet, seinen Fluch hast du gestillet, laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen; heilge 195 deinem Sinn recht ähnlich ist; so werd ich Freund und Feinde lieben, so wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vorgegangen biſt. mir des Glaubens Mel. Wie wohl ist mir, o Freund zc. du in mir, 283 Lewahres Lebent, Licht und Kräfte, damit er wahre Früchte zeigt; mach mich zur Rebe voller Säfte, die sich nach dir, dem Weinstock, neigt; du biſt der Fels, auf den ich baue, du bist mein Heiland, dem ich von der Liebe treiben, die traue, du bist des Glaubens du mir zugesaget hast. süße Wonne, die mich tränket, wenn sich die Seel in dich versenket und dich, o Seelen: freund, umfaßt! Liebe. heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. 3. 3. Rambach, † 1735. so sterbe nur, was du nicht bist; ein Blick von dir kann mehr mir geben, als was der Welt das Liebste ist. O Jesu, du sollst mein verbleiben, nichts wird mich Ofester Grund. Wenn sich die Zweifelsstunden finden, so laß die Hilfe nicht verschwinden, und mach den franken Geist gesund. 5. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget, und daß dein Kreuz ihr Anker ist gib, daß sie alle Angst besieget durch dich, der du mein Alles bist. Die Welt mag auf das Eitle bauen, ich aber will auf dich nur schauen, o Jesu, meiner Hoffnung Licht; ich will dich stets in Lieb umfassen, dich, der du mich nicht wirst verlassen, denn deine Liebe wantet nicht. 2. Herz, das in Liebesgluth gestorben, ach, laß mein Herz in Flammen stehn; entzünd das Herz, das du erworben, und laß das rinnen untergehn, was du nicht bist, o mein Vergnügen; laß mich in deiner Liebe siegen, ja, siege du nur selbst in mir; so werd ich fröhlich triumphiren, so wird dein Todessieg mich zieren, ſo leb und leid und sterb ich dir. 3. Zünd auch in mir die Liebesflammen zum Dienste deiner Glieder an; bind mich und ihre Noth zusammen, damit ich mich versichern kann, ich sei also wie du gesinnet, wenn mein Geist die Gestalt gewinnet, die 6. Willst du mich noch im Leben wissen, so leb ich, weil es dir beliebt; werd ich vom Tode hingerissen, so bin ich gleichfalls nicht betrübt; dein Leben laß stets in mir leben, dein Sterben laß mir Stärke geben, 196 Wiedergeburt geben, wenn meines Lebens Ziel erscheint. Ich will dir meinen Willen schenken, ich will im Tod und Leben denken, daß du es gut mit mir gemeint. Ph. Balth. Sinold, † 1742. Mel. Nun sich der Tag geendet hat zc. ( So fliehen unsre Tage.) und Heiligung. nichts zurück; schau und prüfe Herz und Nieren; solltest du was Falsches spüren, nimm es diesen Augenblick. 3. Herr, ich opfre dir zur Gabe all mein Liebstes, das ich habe; schau, ich halte 4. Ich scheu keine Müh und Schmerzen; gründlich und von ganzem Herzen will ich folgen deinem Zug. Kann ich stetig und in Allem deinen Augen nur gefallen, ach, so hab ich ewig gnug. 5. Eines will ich nur betrachten, und nicht wissen, noch drauf achten, was sonst draußen mag geschehn: fremd der Welt und ihren Sorgen will ich hier, in dir verborgen, als ein wahrer Pilger gehn. 6. Dich allein will ich erwählen; alle Kräfte meiner Seelen nimm nur ganz in deine Macht; ja, ich will mich dir verschreiben; laß es dir hab zugesagt. G. Terstegen,+ 1769. 284 Der du noch in der letzten Nacht, eh du für uns erblaßt, den Deinen von der Liebe Macht so schön gepredigt haft: 2. Erinnre deine kleine Schaar, die sich so leicht entzweit, daß deine letzte Sorge war: der Glieder Einigkeit. Graf N. L. v. Zinzendorf,+ 1760. Mel. Alles ist an Gottes Segen zc. 285 Nun so will ich Leben völlig meinem Gott ergeben; nun wohlan, es ist geschehn! Sünd, ich will von dir nicht hören; Welt, ich Mel. Was Gott thut, das ist zc. will mich von dir kehren, 286 Dich Jefum lak zu 2. Hab ich sonst mein Herz getheilet, hab ich hie und da verweilet: endlich sei der Schluß gemacht, mei nen Willen ganz zu geben, meinem Gott allein zu leben, ihm zu dienen Tag und Nacht. ewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben; du kennst dies Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich Jesum laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben! Nichts kann mir meine Liebe. meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glau: bensbund hat festen Grund; die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand nehmen. 3. Dich Jesum laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich Jesum laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dir steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, du eilst zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich Jefum laß ich ewig nicht; nichts soll von dir mich scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es über standen, und Ruh ist dann vorhanden. 197 Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. 287 Seid barmherzig, 6. Dich Jesum laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken; und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schuß und Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich, † 1780. hört das heiligste Gebot, das uns Jesus Christus lehret: seid barmherzig, feids wie Gott; gebt, so wird auch euch gegeben, was euch noth ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder! Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind alle Christi Glieder; allgemein ist Gottes Ruf. So den Bösen, wie den Seinen, läßt der Herr die Sonne scheinen. 3. Gottes Bild in euch zu sehen, seid barmherzig, so wie er; eilt den Armen beizustehen, was ihr gebt, empfängt der Herr. Weiß es Gott und dein Gewissen, darfs die linke Hand nicht wissen. 4. Was ihr habt, mit Aermern theilen, sehn, was jedem frommt und nützt, des Verlassnen Wunden heilen, schützen den, den niemand schüßt, ohne Stolz, von Pflicht gedrungen, heißt: nach Ruhm bei Gott gerungen. 5. Herr, wir geben von dem Deinen, Geber, dem der Dank gebührt! Laß, wenn unsre Brüder weinen, unser Herz nie ungerührt; daß, wenn wir zu dir uns nahen, Wiedergeburt und Heiligung. 198 nahen; wir auch Hilf und Trost empfahen!" Th. G. v. Hippel, † 1796. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. u Vater deiner 288 D¹ Menschenkin der, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Her zen dein, laß michs mit allen Kräften sein! 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst! Was dir ge fällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es Die auch der ganzen Welt. kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich beflissen sein. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt; du führst durch Trübsal den zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer wird mächtig von dir untersein Leiden weislich nügt, stützt. 7. In deiner Liebe laß selbst Sterben mein Gewinn; mich sterben, dann wird dann werd ich deinen Him mel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. 3. Vertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt, und gib, daß ich Verleugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner 289 Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! Nach B. Schmold, † 1737, von S. Diterich), † 1797. met. Nun fich der Tag geendet hat uc. ( So fliehen unsre Tage.) 289 Christ, wenn Arme manchesmal vor deiner Thüre stehn, merk auf, ob nicht in ihrer Zahl der Herr sei ungesehn. 2. Und wenn ihr matter Ruf so bang erschallt zu dir herein, horch auf, ob seiner Stimme Klang nicht möchte drunter sein. Liebe. 3. O nicht so fest und eng verschließ die Thüren und das Herz; ach, wer den Heiland von sich stieß, was träfe den für Schmerz! 4. Drum reiche mild der Liebe Zoll dem Dürftigen hinaus, und öffne gern und mitleidsvoll dem Flehenden dein Haus. 5. Denn ehe du dich wirst versehn, wird dein Herr Jesus Christ hinein zu deiner Thüre gehn, weil sie so gastlich ist. 6. Und ehe du ihn noch erkannt, der arm erschien vor dir, erhebt er seine heilge Hand zum Segen für und für; 7. 3um Segen über deinen Tisch und über all dein Gut, und über deine Kinder frisch und deinen frohen Muth; 8. Zum Segen über deine Zeit, die du hienieden gehst, und über deine Ewigkeit, wo du dort oben stehst. 9. Dort oben, wo er dann die Thür dir auf mit Freuden thut, wie ihm und seinen Brüdern hier du thatst mit frommem Muth. 2. Hey, † 1854. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. ( Alle Menschen müssen sterben.) 290 Wenn auch wie ein Psalter flänge meine Rede fromm und 199 schön; ja, wenn meine Zunge sänge Engeln gleich in Himmelshöhn: hätt ich keine Lieb im Herzen, ach, so wär ich gleich den Erzen, gleich der Schelle, die erklingt, doch kein Leben hat noch bringt. 2. Wenn ich mit Pro phetenklarheit schon die Zukunst säh erfüllt; wenn mir fund wär alle Wahrheit, fein Geheimniß mehr verhüllt; wenn ich jenenGlauben hätte, der versetzt der Berge Stätte: ach, das alles hilft mir nicht, wenns an Liebe mir gebricht. 3. Wenn ich alle meine Habe theilte den Bedürftgen aus, und den Greis am Bettelstabe gastlich führte in mein Haus; wenn ich, Christum zu bekennen, meinen Leib selbst ließe brennen: ach, das alles hilft mir nicht, wenns an Liebe mir gebricht. 4. Liebe, Liebe ist die Krone, die den Baum des Glaubens schmückt, dran man, Dank dem Gottessohne, seiner Liebe Früchte pflückt. welch edle Tugendblüthe ziert das liebende Gemüthe: Langmuth, Freundlichkeit, Geduld, Demuth, Sanftmuth, Güt und Huld! 5. Und wie herrlich ist die Liebe! Ewig hört sie nimmer auf; da sonst nichts ist, das da bliebe, das nicht schlöffe Wiedergeburt und Heiligung. 200 schlösse seinen Lauf. Sprach und Weissagung vergehen, Glaub und Hoffnung wird zum Sehen; alles währet seine Zeit, Liebe bleibt in Ewigkeit. 6. Herr, mein Gott, du bist die Liebe, bist der Liebe Quell allein! Hauche deines Geistes Triebe mir auch tief ins Herz hinein. O daß ich doch in der Liebe bis zum letzten Athem bliebe; Jesu, so bleib ich in dir, und du ewiglich in mir! A. Stöber, geb. 1810. Gebet. ( Gott, Vater, an Erbarmen.) 291 Vater unfer im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst, daß werd Gebet gethan: gib, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzens Grund. 2. Geheiligt werd der Name dein; dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich; behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm verführte Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort her nach in Ewigkeit; der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich; vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich; gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, und wehre allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot, und was man braucht zur Leibesnoth; behüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und por theurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unfre Schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wirauch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist anficht: zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst, und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös; erlös uns von dem ewgen Tod, und tröst uns Gebet. uns in der letzten Noth; bescheer uns auch ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist, es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, es sei die Bitte wohl gethan; auf dein Wort, in dem Namen dein: so sprechen wir das Amen fein. Luther, † 1546. 201 zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich möcht von dir kehren. 4. Laß mich nicht Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden; Getreusein bis ans End gib mir, du hasts allein in Händen, und wem du's gibst, der hats umsonst; es mag Niemand ererben noch erwerben durch Werke deine Gnad, die uns erlöst vom Sterben. 292 ch ruf zu dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen; verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Weg, o Herr, allein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nüß zu sein, nach deinem Reich zu streben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du fannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott; die Hoffnung gib daneben; voraus, wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf all mein eignes Thun, sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! Von deiner Gnad allein ich leb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung und Gefahr, wollst du mich nicht verlassen, fest mich fassen, behüten immerdar; ich weiß, du wirsts nicht lassen. P. Speratus,+ 1551(?), oder 3. Agricola,+ 1566. Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. ( Ich freue mich, mein Gott.) 293 Auf dich hab ich hilf, daß ich nicht zu Schanden werd, noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: erhalte mich dir treu, dir, meinem Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, tritt du herfür, eil, bald mich zu erretten. In Angst 202 Angst und ſteh; hilf mir in meinen 294 Herthics mit err, du willst, Nöthen. so schicks mir im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. Wiedergeburt und Heiligung. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob mich bedräng der Feinde Meng hier und auf allen Seiten. 4. Du bist mein Stärt, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hilf, mein Heil, mein Leben, mein star fer Gott in aller Noth: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt oft zugericht viel Lug und Trug und falsch Gedicht, viel Net und heimlich Stricke; nimm meiner wahr, Herr, in Gefahr; behüt vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir; mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! D wahrer Gott, aus aller Noth hilf mir am letzten Ende! Got7. Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit sei Bater, Sohn tes heilgen Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum. Amen. A. Reißner, † um 1575, ( Schon ist der Tag.) 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb mich, Herr, vor falscher behüt Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Geligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. deinem Rath von dieser Welt 3. Soll ich einmal nach abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum. Amen. Kaspar Bienemann,+ 1591. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. ( Befiehl du deine Wege.) du 295 Laß mich dein ſein treuer Gott und Herr; von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gib mir Beständigfeit; Gebet. teit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit! N. Selnecker, † 1592. du frommer 296 quell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. ott, utrum 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gib, daß meinen Feind mit Sanftmuth überwind und, wenn ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist; willst du mir etwas 203 geben an Reichthum, Gut und Geld, so gib auch dieß dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll dieſer Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauern Tritt hindurch ins Alter dringen, so gib Geduld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Todten wirst an jenem Tag erwecken, so woll auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm, erwecke mein Gebein und führ mich schön verklärt in deinen Himmel ein. 3. Heermann, † 1647. Mel. Da Christus geboren war zc. ( Um Erbarmen flehen wir.) 297 3weierlei bitt ich von dir, zweierlei trag ich dir für, dir, der alles reichlich gibt, was uns dient und dir beliebt; gib mein Bitten, das du weißt, eh ich sterb und sich mein Geist aus des Leibes Banden reißt. 9* Wiedergeburt und Heiligung. 204 2. Gib, daß ferne von mir sei Lügen und Abgötterei; Armuth, so die Maße bricht, großen Reichthum gib mir nicht allzu arm und allzu reich ist nicht gut, ſtürzt beides gleich unsre Seel 3. Laß mich aber, o mein Heil, nehmen mein bescheiden Theil und bescheere mir zur Noth hier mein täglich Bißlein Brot, ein klein wenig, da der Muth und ein gut Gewissen ruht, ist fürwahr ein großes Gut. 4. Sonst wohl möcht im Ueberfluß ich empfinden Ueberdruß, dich verleugnen, dir zum Spott fragen: wer ist Herr und Gott? Denn das Herz ist Frechheit voll, weiß oft nicht, wenn ihm ist wohl, wie es sich erheben soll. 5. Wiederum, wenns stehet bloß und die Armuth wird zu groß, wirds leicht untreu, stiehlt und stellt nach des Nächsten Gut und Geld, thut Gewalt, braucht Ränk und List, ist mit Unrecht ausgerüst, fragt gar nicht, was chriſtlich ist. 6. Ach, mein Gott, mein Schab, mein Licht! Dieses beides ziemt mir nicht; beides schändet deine Ehr, bei des stürzt ins Höllenmeer; drum so gib mir Hüll und Füll also, wie dein Herze will, nicht zu wenig, nicht zu viel. P. Gerhardt,+ 1676. Mel. Gott im Himmel und auf Erden 2c. 298 Sieh, hier bin ich, lege mich vor deinen Thron; schwache Thränen, findlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich fin den, laß dich finden, bin ich gleich nur Asch und Thon. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lente nach deinem Sinn. dein erfaufter Erb ich bin. alleine ich nur meine, Laß dich finden, laß dich finden; gib dich mir und nimm mich hin! mich Dich 3. Herr, erhöre, ich begehre die du gibest, wo du liebeft, nichts als deine freie Gnad, und man dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden; der hat alles, wer dich hat. 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme klingt. Laß dich finden, laß dich finden; denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmer zen meinem Herzen, welches fucht Gebet. sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Großer Gott, ich bin bereit. 3. Neander, † 1680. 299 Dir, bir, Jehovah, will ich singen; denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; ach, gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 9405 erbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater, schrei. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan, ſo klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Dein Geist kann mich bei mit zern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Mit5. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, dem neiget sich dein gnädger Wille zu, das wird gewiß von dir erhöret, weil ichs im Namen deines Sohnes thu, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. Zeugniß habe; drum bin ich 6. Wohl mir, daß ich dieß voller Trost und Freudigkeit und weiß es, alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, die gibst du und thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 7. Wohl mir! Ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit. Barthol. Craffelius,+ 1724. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. 300 Ach, Gott, verlaß mich nicht! Reich mir die Gnadenhände; ach, führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit; ſei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein 200 Wiedergeburt und Heiligung. mein Hort, mein Schußz; vor ihn treten. Gott ist in ach, Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein Wallen; ach, laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gib mir den guten Geist, gib Glaubens- Zuversicht, sei meine Stärk und Kraft; ach, Gott, verlaß mich nicht! der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder; gebt das Herz ihm wieder! 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzens grunde: ach, Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach, Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ach, laß dich doch bewegen, ach, Vater, tröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach, Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Jch bleibe dir ergeben, hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Noth und Tod; ach, Gott, verlaß mich nicht! S. Frant,+ 1724. Mel. Wunderbarer König 2c. 301 Gott ist gegenwär: tig; lasset uns anbeten und in Ehrfurcht dem die Cherubinen Tag und 2. Gott ist gegenwärtig, Nacht in Demuth dienen. ihm zur Ehre aller Engel Heilig, heilig, heilig, singen. hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. allen Eitelkeiten, dieser Erden 3. Wir entsagen willig Lust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigenthum ergeben; du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst er weisen! Möcht ich, wie die Engel, immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen. 5. Geist, der alles füllet, drin wir sind und weben, aller Dinge Grund und Leben! Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder, ich senk mich in dich hinunter; ich in dir, du in mir, laß mich Gebet. mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles; laß mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte; wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 7. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit; laß mein Herz himmelwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. 8. Herr, komm in mir wohnen; laß den Geist auf Erden dir ein Heiligthum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre; wo ich geh, sitz und steh, laß mich dein gedenken, mich in dich verſenken. G. Terstegen,+ 1769. Mel. Es ist das Heil uns zc. 302 Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du frönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten. 207 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren; mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 303 Bedent ich deine große Treue, bedenk ich meine tiefe Schuld, dann fühl ich heiße Scham und Reue und preis in Demuth deine Huld. 2. Ich bin nur Staub, aus Staub geboren, bin irdisch und verweslich noch, und bin zur Herrlichkeit er foren, bin himmlisch auch und ewig doch. Wiedergeburt und Heiligung. 208 3. Vater, deine große Liebe, wie kann ein Mensch sie hier verstehn? Gib, daß ich mich in Einfalt übe, den Weg, den du mich führst, zu gehn. 4. Gib, daß ich dir nicht widerstrebe, wenn Dornen meinen Pfad umziehn, und daß ich dir im Glauben lebe und nicht von dieser Erde bin. 5. Gib, daß der Erde Eitelkeiten mir unbewußt vorübergehn, und daß ich mag zu allen Zeiten auf Jesu Kreuz und Sterben sehn. 6. Gib, daß ich nimmer möge schwanken, wenn mir der Erde Reichthum blinkt; laß mich von deinem Weg nicht wanken, wo mir am Ziel die Palme winkt. 7. Gib, daß ich dulden mag und hoffen, und gib mir deinen heilgen Geist, und zeige mir den Himmel offen, wenn mir der Tod das Herz zerreißt. L. Hensel,+ 1876. Allgemeine Fürbitte. Mel. O Welt, ich muß dich zc. ( In allen meinen Thaten.) 304 err, höre! Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre an allen Orten aus! Behüte alle Stände durch deiner Allmacht Hände, beschüße Kirche, Land und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nuß! Bewahr uns vor den Rotten, die deiner Wahr heit spotten, beut allen deinen Feinden Truß. 3. Gib du getreue Lehrer und unverdrossne Hörer, die beide Thäter sein; auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen und Früchte reichlich ärnten ein. 4. Du wollst uns hoch beglücken, mit hellen Gnaden blicken auf unsern Fürsten sehn, ihn schützen auf dem Throne, auf seinem Haupt die Krone in vollem Glanze lassen stehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Bunde küssen; segn uns als dein erwählt Geschlecht. 6. Erhalt in jeder Ehe beim Glücke wie beim Wehe rechtschaffne Frömmigkeit: in Unschuld und in Tugend gedeihe unsre Jugend, zu deines Reiches Dienst bereit. 7. O Vater, wend in Gnaden Krieg, Seuche und den Schaden der Elemente ab! Bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. Allgemeine Fürbitte. 8. Gedenke voll Erbarmen der Leidenden und Armen; Verirrte bring herein; die Wittwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hilfe schrein. 9. Hilf als ein Arzt den Kranken, und die im Glauben wanken, laß nicht zu Grunde gehn; die Alten heb und trage, damit sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 10. Die Reisenden beschüße, bleib den Verfolgten Stüße, die Sterbenden geleit mit deinen Engelschaaren, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 11. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach dei nem Willen in Demuth jetzt begehrt; wir sprechen gläubig Amen in unsers Jesu Namen, so ist gewiß der Wunsch gewährt! B. Schmold, † 1737. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. esu, der du bist 305 I alleine Haupt und König der Gemeine, segne mich, dein armes Glied! Wollst mir neuen Einfluß geben deines Geistes, dir zu leben; stärke mich durch deine Güt. 2. Ach, dein Lebensgeist durchdringe, Gnade, Kraft 209 und Segen bringe deinen Gliedern allzumal, wo sie hier zerstreuet wohnen unter allen Nationen, die du kennest überall. 3. O wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen; o wie köſtlich sind sie mir! Du weißt, wie michs oft erquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen, ich vereinge mich mit ihnen, und vor deinem Angesicht wünsch ich allen tausend Eegen; stärke sie in deinen Wegen, führ sie selbst zu deiner Pflicht. 5. Die in Kreuz und Leiden leben, stärke, daß sie ganz ergeben ihre Seel in deine Hand; laß sie dadurch werden kleiner und von allen Schlacken reiner, ganz allein in dich gewandt. 6. Laß die Deinen noch auf Erden ganz nach deinem Herzen werden; mache deine Kinder schön, abgeschieden, klein und stille, sanft, einfältig wie dein Wille, und wie du sie gern willst sehn. 7. Sonderlich gedenke deren, die es, Herr, von mir begehren, daß ich für sie beten soll. Auf dein Herz will ich sie legen; gib du jedem solchen Segen, wie es noth; du kennst sie wohl. 210 8. Ach, besuch zu dieser Stunde ihre Herzen, und im Grunde sie erfreu in dir allein; zeuch mit deinen Liebeszügen ihre Lust und ganz Vergnügen wesentlich in dich hinein. Wiedergeburt und Heiligung. 9. Ach, du hast uns theur erworben, da du bist am Kreuz gestorben; denke, Je su, wir sind dein! Halt uns fest, so lang wir leben und in dieser Wüste schweben; laß uns nimmermehr allein. 10. Bis wir einst mit allen Frommen dort bei dir zusammen kommen und, von allen Flecken rein, dort vor deinem Throne stehen, uns in dir, dich in uns sehen, ewig eins in dir zu sein. 6. Terstegen,+ 1769. Friede und Freude. Mel. Lasset uns den Herren preisen zc. ( Sollt ich meinem Gott nicht singen.) 306 Sollt ich meinem Gottnichtsingen, sollt ich ihm nicht fröhlich sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ists doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Got tes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch immer wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein theures Blut gewinn; o du Brunnen ohn Ergründen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deines Ding währt ſeine Zeit, Got Grundes Tiefe finden? Alles tes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in sei nem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Got tes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Noth entstehen, nimmt ers gleichfalls wohl in Acht; wenn mein können, mein Vermögen Friede und Freude. Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an, sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Thier und Kräuter und Getreide; in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüth, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre nicht mein Gott gewesen, hätte nicht sein Angesicht mich geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Got: tes Lieb in Ewigkeit. 8. An wie mancher schweren Plage hat er mich vor beigeführt, daß sie mich mein Lebetage niemals noch bis: her berührt; und der Engel, den er sendet, hat das Böse, das der Feind anzurichten war gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 211 entzeucht, ob es wohl bisweilen Sünde thut und von der Bahn abweicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Ruth und nicht mit dent Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz 10. Seine Strafe, seine Schläge, ob es mir gleich bitter scheint, sind, wenn ich es recht erwäge, dennoch Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Krenze zu sich lente. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn; wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfrenet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte: wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht, hier in 212 Wiedergeburt und Heiligung. in meinem ganzen Leben, viel muß leiden, nicht von bis ich dich nach dieser Zeit Jesu scheiden. lob und lieb in Ewigkeit. P. Gerhardt, † 1676. 307 efu, meine Freude, zens Weide, Jesu, meine Zier! Ach, wie lang, ach, lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Hab ich dich, wie reich bin ich! Außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei; laß von Ungewittern rings die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Wenn die Welt in Trümmer fällt, wenn gleich Sünd und Hölle schrecken: Jesus will mich decken. 3. Troß des Feindes Lauern, troß des Todes Schauern, trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, geringe halt ich dich und singe in gar fichrer Ruh; Gottes Macht hält mich in Acht; Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schäßzen; du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust! Weg, ihr eiteln Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Noth, Kreuz, Schmach and Tod soll mich, ob ich 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht; gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit mehr ans Licht; gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir sei ganz, du Sündenleben, gute Nacht gegeben! 6. Weicht, ihr Trauer: geister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein; duld ich schon hier Spott und Hohn, den-. noch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Joh. Frand, 1677. 308 s glänzet der Christen in wendiges Leben, obgleich sie von außen die Sonne ver brannt; was ihnen der König des Himmels gegeben, ist keinem, als ihnen nur selber bekannt; was niemand verspüret, was niemand be rühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde ge führet. 2. Denn innerlich sind sie von göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch ſein mächtiges Wort; es lödert in ihnen die himmlische Flamme, entzündet von oben, genähret Friede und Freude. 213 genähret von dort; die net, wonach sich eur Seufzen Engel sind Brüder, die ihre mit ihnen vereinet. Loblieder mit ihnen holdjelig und inniglich singen; das muß denn ganz herrlich und prächtig erklingen. 3. Sie wandeln auf Erden, und leben im Himmel; sie bleiben ohnmächtig, und schützen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, sie haben, die Nermsten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, und blei ben in Freuden; sie scheinen Sinnen, 6. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du heimliche Zierde der inneren Welt! Laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, wenn gleich uns die Schmach deines Kreuzes entstellt. Hier übel genennet und ewig erkennet, hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet! und führen das Leben des Chr. F. Richter, † 1711. wohl ist mir, 309 Wie woend der Glaubens von innen. Freund Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh; ich steige aus der Schwermuthshöhle und eile deinen Armen zu; da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit der Fülle selger Freuden die Liebe strahlt aus deiner Bruſt. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer sollte nicht beseligt werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sei also; ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Ge sicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht; der Welt Haß kann mich doch nicht 4. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst dar in der Herrlichkeit stellt, so werden sie mit ihm als Fürsten der Erden auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren, mit ihm triumphiren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren; da wird man die Freude gar offenbar spüren. 5. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, die weil ihr solch göttlichen Samen geneußt; denn das ist des Ewigen göttliches Siegel, zum Zeugniß, daß er euch noch Segen verheißt; ihr sollt noch mit ihnen aufs prächtigste grünen, wenn erst ihr verborgenes Leben erschei 214 nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blißt auf mich des Gesetzes Weh, droht mir die Strafe schon im Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh zu deinen heilgen Wunden; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich fein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Lenkst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich; du gibst aus Wolken mir die Speiſe 310 Friede, ach, Friede labest Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen; genug, wenn ich dich bei mir hab! Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. göttlicher Friede, vom Vater durch Christum im heiligen Geist, welcher der Frommen Herz, Sinn und Gemüthe in Christo zum ewigen Leben aufschleußt! Den sollen die gläubigen Seelen erlangen, die alles verleugnen und Christo anhangen. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Muth in dir, der du verläsfest feinen, in dir, mein liebstes Leben, ruht. Wen macht des Weges End erzittern, wenn aus Gefahr und Ungewittern er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser Wiedergeburt und Heiligung. finstern Wildniß scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüthe nach deiner unum schränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeiche leien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen; reicher Trost: mein Freund ist mein! 0 Wolfg. Chr. Değler, † 1722. 2. Richte deswegen, friedliebende Seele, dein Herze im Glauben zu Jesu hinan! Was da ist droben bei Christo, erwähle, verleugne dich selbst und den irdischen Wahn; nimm auf dich das fanfte Joch Christi hienieden, so findest du Ruhe und göttlichen Frieden. Friede und Freude. 3. Nahm doch der Mittler des Friedens viel Schmerzen, die Sünder mit Gott zu versöhnen, auf sich. Nimm dies, o Seele, recht fleißig zu Herzen, und siehe, was thut nicht dein Jefus für dich! Am Kreuze dort bringt er dir Frieden zuwege und hilft dir, daß Jammer und Unruh sich lege. 4. Nun, dafür bist du ihm ewig verbunden, du sollst dafür gänzlich sein Eigentum fein; er hat die ewge Erlösung schließt in den Bund seines Friedens dich ein; drum siehe, daß du dich ihm gänzlich ergibest und immer beständig von Herzen ihn liebest. 5. Siehe, von all seinen Friedensgenossen erfordert er herzliche Liebe und Treu; drum sollst du treulich und tapfer ausstoßen, was Jesus dir zeiget, das wider ihn ſei. Welt, Satan und Sünde, die mußt du bestreiten, was Jesu zuwider ist, fliehen und meiden. 6. Liebe und übe, was Jesus dich lehret, und was er dir faget, dasselbige thu; hasse und lasse, was sein Wort verwehret, so findest ou Frieden und ewige Ruh; ja, selig, die also sich Jesu ergeben und gläubig und heilig nach seinem Wort leben. 215 7. Jesu, du Herzog der Friedensheerschaaren, okönig des Friedens, ach, zeuch uns nach dir, daß wir den Friedensbund treulich bewahren, im Wege des Friedens dir folgen allhier; ach, laß uns doch deinen Geist kräftig regieren und dir nach im Frieden zum Vater hin führen. B. Crasfelius, † 1724. mel. Gott des Himmels und der zc. 311 Weicht, ihr Berge, fallt, Hügel, alle Felsen, brechet ein! Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein; laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat Gnade mir versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht; er, die Wahrheit, trüget nicht; es geschieht, was er verspricht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich zufrieden stellt. Ift die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm und gut und treu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer 216 immer sein Versprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist, und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt sich auch empört; ihre Liebe mag erfalten, achtet doch mein Gott mich werth; ob die Sonne sich verhüllt, bleibt er mir doch Sonn 6. und Schild. Wiedergeburt und Heiligung. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt; das ist Trost: so werd ich Armer nimmermehr von ihm getrennt; sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen anferfest auf ihm beruhn; Felsen will ich auf ihn bauen, was er saget, will er thun. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. B. Schmold,+ 1737. geben; denn er beut dir treulich an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret; wer das Herz in seiner Brust Gott allein zur Lust gewähret, dieſer trifft in allem an, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet; Luſt am Herrn stärkt den zur Pflicht, der in seiner Liebe beut alles an, was das brennet; Lust am Herrn Herz nur wünschen kann. 4. Wer nur Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen und be müht sich früh und spat, solchen Willen zu erfüllen; und so wird er auch empfahn, was das Herz nur wünschen kann. 5. Ist die Lust nicht ohne Last, trag geduldig die Be schwerden; wenn du wohl gelitten hast, wirst du erst recht fröhlich werden und triffst dort im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. B. Schmold, † 1737. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht zc. 312 Habe beine Lust der am Herrn, der 313 Wer ist wohl e dir schenket Lust und Leben, du, Jesu, süße so wird dir dein GnadenRuh? Für uns alle auserstern tausend holde Strahlen foren, Leben derer, die vers Mel. Seelenbräutigam zc. wie loren, Friede und Freude. loren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Noth zu erlösen, hat geschmecket, meine Schuld hat zugedecket und mich aus der Noth hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt hast du mächtig überwunden und ein ewges Heil erfunden durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 217 den Schranken; sei du mein Gewinn, gib mir deinen Sinn! 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsetze und die Sünd in ihrem Nebe mich nicht halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlit treten; ungefärbte Lieb in die Seele gib! 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht! 12. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, höchstes Gut, durch dein theures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichfeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. 3. A. Freylinghausen, + 1739. 5. Höchste Majestät, König und Prophet! DeinenScepter will ich küssen, wie Maria dir zu Füßen siken früh und spät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigenthum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigenthum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmuth Schild, deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. Mel. O du Hüter Israel 2c. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, da 314 Christen sind ein daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in göttlich Volt, aus dem Geist des Herrn gezeuget, ihm gebenget und 10 von 218 Wiedergeburt und Heiligung. von seiner Flammenmacht daß ich dein und du meine angefacht; vor des Bräut- heißen könntest; wenn du gams Augen schweben, das nicht von Liebe brennteſt, ist ihrer Seelen Leben, und hätte das nicht können sein. sein Blut ist ihre Pracht. 2. Königskronen sind zu bleich für der Gottverlobten Würde; eine Hürde wird zum himmlischen Palast; und die Last, drunter sich die Helden plagen, wird den Kindern leicht zu tragen, die des Kreuzes Kraft gefaßt. 3. Ehe Jesus unser wird, ehe wir uns selbst vergessen und gesessen zu den Füßen von der ewgen Bundesgnade, unsers Herrn, sind wir fern von dem schmalen Lebens pfade, von dem hellen Morgenstern. 4. Bilgrimschaft zur Ewigfeit bleibet immerdar bez schwerlich, ja gefährlich, bis man ringt und dringt zu dir, einge Thür, einge Ursach der Vergebung, Gluth der göttlichen Belebung, Jesu, unser Liebspanier! 5. Zeuch uns hin, erhöhter Freund, zeuch uns an dein Herz der Liebe! Deine Triebe führen mich, du Siegesheld, durch die Welt, daß ich deine Seele bleibe und so lange an dich gläube, bis ich lieb im innern Zelt. 6. Da ist meine Hand und Herz! Du hast deine Seel gewaget, unverzaget, und das alles blos allein, 7. Nun, ihr Kronen, fahret hin, fahre hin, er laubte Freude! Meine Weide sei des Herren letztes Mahl vor der Qual, meine Ehre seine Schande, meine Frei " heit seine Bande, meine Zier die Ros im Thal! N. L. Graf v. 3inzendorf.+ 1760. Mel. Jesu, meine Freude zc. mir zum höchsten Gut, du 315Augenugſam Weſen, das ich hab erlesen vergnügst alleine völlig, innig, reine, Seele, Geist und Muth. Wer dich hat, kann im Geist anhangen, ist still und satt; wer dir darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, kann in Frieden leben; er hat, was er will; wer im Herzensgrunde lebt mit dir im Bunde, liebet und ist still. Bist du da und innig nah, muß das Schönste bald erbleichen und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüther, Trost in aller Pein; was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben; du verz gnügst allein. Was ich mehr als dich begehr, kann mein Friede und Freude. 219 mein Seligsein nur hindern des Todes Raub; du bist und den Frieden mindern. 4. Was genannt kann werden droben und auf Erden, alles reicht nicht zu; einer kann nur geben Freude, Ruh und Leben, eins ist noth: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, so mag Leib und für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ! Mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden Seel verschmachten: soll, und bin des hohen will ichs doch nicht achten." Trostes voll; ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 5. Komm, du selges Wesen, das ich mir erlesen, werd mir offenbar! Meinen Hunger stille, und mein Herz erfülle mit dir selber gar! Bleib mur du mein Gut und Ruh, bis du wirst in jenem Leben dich mir völlig geben. 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh entgegen schaue? Bald ruft mich Gott und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald verschwindet aller Schmerz, und G. Terstegen, † 1769, 316 Mein Glaub ist Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort zc. ( Der unsre Menschheit an sich nahm.) meines Lebens Ruh und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblich feit nichts meiner Seele raube! Tief präg es meinem Herzen ein, welch Glück es ist, ein Christ zu sein! 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zur selgen Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben; zum Staube kehrt zurück Staub, der Geist wird nicht der 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünde schmählich Joch in meinem Lauf auf Erden; mit Freuden üb ich meine Pflicht; doch fühl ich wohl, ich bin noch nicht, was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dies: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, in der ich lag, gerissen! Dir, dir Wiedergeburt und Heiligung. 220 dir verdank ich meine Ruh; denn meine Wunden heiltest du und stilltest mein Gewissen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, daß mich dein Evangelium lehrt glau ben, hoffen, lieben; was mir schon jetzt in dieser Zeit den Vorschmack gibt der Seligkeit, wie soll ich das nicht üben? Gott, präg es meinem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Christ zu sein. Balth. Münter, † 1793. Mel. Nun bitten wir den heiligen 2c. 317 Ah, mein Herr Jesu, dein Nahe fein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, aber unfre Seele kanns schon gewahren; du kannst ihr fühlbar dich offenbaren, auch ungesehn. 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und seine Seele müßt immer fragen: wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, trösten, stillen, er: freun und segnen und unsrer Seel als Freund begegnen, ist deine Luſt. 5. Ach, gib an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommen Theil, und laß unsre Seelen sich immer schicken, aus Noth und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner heilgen Todesgestalt; ja, laß sie uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu spüren sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit ſei unsre die Tröstung aus deinen Zierde zu aller Zeit, und Todeswunden erhalt uns bei Freud und Leid. Frieden zu allen Stunden, 8. So werden wir in Himmel hinein in dir ver gnügt wie die Kinder sein. Muß gleich unser Aug sich noch einmal neßen, wenn sich das Herz nur an dir ergößen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir, daran denkend, be ſchämt Friede und Freude. 221 schämt dastehen, und unser Brüder find ich nun in Auge muß übergehen vor seinen Jüngern wieder. Lob und Dank. Chr. Gregor,+ 1801. Mel. Jesu, meine Freude zc. 318 Wenn ich ihn nur 319 Wie getrost und wenn er mein mur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt: weiß ich nichts von Leide, fühle nichts, als Andacht, Lieb und Freude. heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen und so gern erfreust! Niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüsteſt mich mit Muth. Wenn die Gericht und Hölle schrecken, Welt erbebt und fällt, wenn willst du mich bedecken. Gräber vor mir schauen; 3. Ich kann ohne Grauen mein Erlöser lebt; ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern: was brauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, mein Hort, durch dich. Sink ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; nie entziehst du deinem 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treu gesinnt nur meinem Herrn; lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe feines Herzens Fluth mir fein, die mit sanftemZwingen alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt, weil des Himmels schönste Gabe meinen Blick nach oben hält; hingesenkt im Schauen kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. Novalis( Fr. v. Hardenberg), † 1801. 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbtheil in die Hand. Längst vermißte Wiedergeburt und Heiligung. 222 deinem Knechte der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben für mich hingegeben, daß in meiner Noth ich nicht hilflos bliebe, groß ist deine Liebe, stärker als der Tod! Herr, Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben: wer kann sie mir rauben? 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden, und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller 10. Voll von deiner Güte frohlockt meinGemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so be herzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. Chr. Fr. Neander, † 1802. und ich, ich sollte mich deiner Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. Huld nicht dankbar freuen, 320 Vom Geräuſch der dir nicht 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! Was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab ich dich, wie gern will ich das, wonach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! Welt schmeck ich des Erlösers Frieden, und die Freude schon auf Erden, Gott, mit dir vereint zu werden; sehe diese Welt der Sünden unter meinen Füßen schwinden, und das Glück von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. Was ist aller Reiz von Lüsten über sie er= habnen Christen? Was der Glanz der eiteln Freuden? Was des Lebens kurze Leiden? Wenn sie deinen Lohn erblicken, der sie ewig wird beglücken, und des Kranzes Werth empfinden, den dort Engel für sie winden? 3. Nun mag Trübfal auf mich stürmen! Gottes Troft Friede und Freude. 223 Lebens mein ganzes Haus deine Gnadenfülle aus. Trost wird mich beschirmen. Gnüge haben; schütte auf Kurz sind dieses Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich Gottes Rath verehren, unter feiner Plage sinken und den Kelch der Leiden trinken. 4. Ohne dich vermag ich nichts; eignes Ringen ist vergebens; du allein, o Quell des Lichts, bist der Grund des neuen Lebens. Rühre mich mit deiner Kraft, die den neuen Menschen schafft. 5. Führe du mein Glaubensschiff durch die sturmbewegten Wellen, daß es nicht am Felsenriff harter Zweifel mög zerschellen! Wenn ichs nicht mehr lenken kann, so sei du der Steuermann. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, mit dem schwersten Tod gestritten, tausendfaches Leid erlitten! Laß mich deine Kraft beleben, wenn die matten Hände beben. Hilf mir machen, kämpfen, siegen; Friede lohnet nach den Kriegen. 3. 3. Eschenburg, † 1820. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht zc. 321 Meinen Frieden geb ich euch! Also hat der Herr verheißen. Auf, mein Herz, die Sorgen fleuch! Er wird aus der Angst dich reißen. Sei getrost und unverzagt, glaube, was er zugesagt. 2. Herr, du hältst, was du versprichst, gibst noch immer deinen Frieden, wenn du in die Herzen brichst mit dem Wahrheitsglanz hie nieden; fehre eilig bei mir ein, laß in dir mich selig ſein. 3. Güter, die die Erde gibt, sind nur mangelhafte Gaben; ewig, Herr, wird, wer dich liebt, in dir volle 6. Rette mich in jenen Port, wo die Erdenstürme schweigen und vor dir, o Gnadenhort, alle Seligen sich neigen! Dann in deines Vaters Haus werf ich meinen Anker aus. Chr. A. Bähr, † 1846. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 322 Jesu, meine Sonne, vor der die Nacht entfleucht, o Jesu, meine Wonne, die alle Noth verscheucht! Im Herzen klingt mir täglich der eine helle Ton: wie hast du so unsäglich geliebt, o Gottes Sohn! 2. 63 faßt mich so ein tiefes, ein himmlisches Gefühl; es ist mir stets, als rief es: hier ist dein einzig Ziel! Wiedergeburt und Heiligung. 224 Ziel! Ja wenn mir gar nichts bliebe, ich gäb mit frohem Sinn um Jesu Christi Liebe auch noch das Lehte hin. 3. Um diese Perle wäre mir alles andre feil, felbst Hab und Gut und Ehre, mein ganzes Erdentheil. Wie gerne will ich meiden das alles froh und still, wenns von dem Herrn mich scheiden und ihn mir rauben will! gar 4. Ich kenn auch kein Leben, von dir, mein Herr, getrennt; du bist mein einzig Leben und Lebensele ment. Ich kenne gar kein Sterben, seitdem ich leb in dir; denn was mich konnt verderben, die Sünde, nahmst 323 Gin Wohlstand ohne Gleichen wie er bei feinem Reichen ist eines Christen Stand, von dieser Welt bekannt. Den kann auch niemand rauben, wie feindlich er ge sinnt; ein Christ ist durch den Glauben des reichsten Vaters Kind. 5. Ich weiß nichts mehr von Leiden, denn alles Kreuz und Leid kann mich von dir nicht scheiden, du Born der Seligkeit; ja, wenn ich dich nur habe, dann gilt mir alles gleich, ich bin am Bettelstabe noch wie ein König reich. 7. D, lieber Herr, so präg es recht meinen Sinnen ein; o, lieber Herr, so leg es mir tief ins Herz hinein, daß ohne deine Liebe ich ganz verloren wär und ohne Hoffnung triebe auf wüstem Meer umher; 8. Doch daß du mich allmählig zum Hafen hast gebracht und mich so überselig aus Gnaden hast gemacht, daß ich vor nichts erschrecke, was andern schrecklich ist, weil ich es seh und schmecke, wie du mein Heiland bist! K. 3. Spitta,+ 1859. 6. Ich bin schon hier auf Erden so selig und so leicht; und was wird dort erst werden, wo alle Schwachheit weicht! Das macht ein selig Sterben, daß ich als Gnadenlohn ein Königreich soll erben und eine ewge Kron. Mel. Herzlich thut mich zc. ( Befiehl du deine Wege.) 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Angesicht; da wird er angenommen und niemand widerspricht. Was alles ihn betroffen, seis Freude oder Leid: ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. 3. Er kann in großen Schaaren als Diener um sich sehn, die einst ihm Herren maren Friede und Freude. 225 waren und nun zu Dienste such das Glück! Glaube, stehn. Er ist umringt von ihnen den ganzen Lebenstag; denn ihm muß alles dienen, was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End, Vertrauen. er weiß, was ihm muß wer: 325 Was mein Gott den nach Christi Teſtament: ein Erbtheil in dem reichen, geliebten Vaterland. Solch Wohlstand ohne Gleichen ist eines Christen Stand. K. 3. Spitta,+ 1859. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade zc. 324 erz, mein Herz, Weite, in der Nähe wohnt das Glück! Glaube, liebe, hoffe, leide, und kehr in dich selbst zurück. Her nicht in der mein Zuverſicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will, das mir geschieht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet. Er schüßt und wacht, nimmt uns in Acht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Nun muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wenns ihm gefällt; ich will ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 2. Wüchsen über Nacht dir Flügel, schneller als der Sonne Strahl, trügst doch über Berg und Hügel rastlos deiner Sehnsucht Qual. 3. Denn die Welt kann dir nicht bieten das, wonach du heiß verlangst; denn die Welt hat keinen Frieden, hat nur Streit und Noth und Angst. liebe, hoffe, leide, und kehr in dich selbst zurück. 3. Starm, geb. 1816. 4. Ewig wechselnd ist ihr Streben, ewig wechselnd ist ihr Ziel; was ihr heute Rast gegeben, morgen ists der Winde Spiel. 5. Drum, mein Herz, nicht in der Weite, in der Nähe allzeit, sein Will ist stets der beste; zu helfen dem er ist bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Noth, der fromme Gott, er züch= tiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: wenn mich der Wiedergeburt und Heiligung. 226 der böse Geist anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen; hilf und auch wehr, ach Gott, mein Herr, zu ehren deinen Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf sprech ich fröhlich: Amen. Markgraf Albrecht von Brandenburg(?),+ 1557. 326 War Zarum betrübst du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd ist sein; er ist mein Vater und mein Gott, der mir beisteht in aller Noth. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind du nimmermehr vergißt, du väterliches Herz. Ich bin nur Erd und weiß ohn dich auf Erden keinen Trost für mich. warst von Ewigkeit, zu dir steht mein Vertraun; mach reich an meiner Seele mich, gnügt mir hier und so ewiglich. 6. Der eitlen Ehr ich gern entbehr; das Ewige mir nur gewähr, das du erworben hast durch deinen herben, bittern Tod; das bitt ich dich, mein Herr und Gott. zeitlich Gut, ich trau auf dich mit festem Muth, ob ich gleich werd veracht; ich weiß und glaube festiglich, wer dir vertraut, dem mangelts nicht. 5. Du bist, o Gott, so reich noch heut, als du es 7. Denn alles, was auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichthum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit, und hilft doch nichts zur Seligkeit. 8. Ich danke dir, Herr Jesu Christ, daß solches kund mir worden ist durch dein göttliches Wort; verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gebracht, daß du hast alles wohlgemacht; ich bitt demüthig dich, du wollst von deinem Angesicht mich ewiglich verstoßen nicht. H. Sachs,+ 1576, Der Reiche trott auf 327 Mel. Mag ich Unglück nicht zc. ch weiß, daß mein Erlöser lebt; was widerstrebt die Welt denn meinem Glauben? Ohn meinen Gott krümmt ſie fürwahr mir nicht ein Haar, er woll es denn erlauben. Führt mich sein Rath auf rauhem Pfad durch diese Welt: Vertrauen. Welt: wies ihm gefällt! Nur daß ichs mög ertragen. 2. Ich weiß, daß mein Herr Jesus Christ viel größer ist, als alle Macht der Erden. O liebe Seel, was zagest du? Gib dich zur Ruh! Es kann bald besser werden. Aus aller Noth hilft dir dein Gott, das ist gewiß; trau fest auf dieß! Im Glauben muß mans fassen. 3. Von Herzen, Herr, ver: trau ich dir; bleib stets bei mir, du könig aller Ehren! Mein Hoffen steht zu dir allein; laß ferne sein, was mich von dir möcht kehren, daß ich dein Wort, du treuer Hort, bekenne frei, ohn alle Scheu, auch in den größten Nöthen. 4. Ich weiß, daß du mein Heiland bist, o Jesu Christ, drum laß ich mir nicht grauen. Mein Helfer ist des Höchsten Sohn auf Gottes Thron; auf den will ich fest bauen. Lebt er doch noch im Himmel hoch! Er wird mich wohl, wenns werden soll, nach meinem Leid ergößen. E. Bienemann, † 1591. 328 on on Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, sonst ging ich in der Irr; er reicht mir seine Hand, 227 den Abend wie den Morgen will er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Treue und Wohlthat all verkehrt, wird bald an mir aufs neue die Huld des Herrn bewährt; er hilft aus aller Noth, befreit von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; so kann mir gar nicht grauen, er wendet alles Leid. Jhm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben ſei Gott, dem Herrn, ergeben, er machs, wies ihm gefällt. 4. Es fann ihm nichts gefallen, denn was mir nüßlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, den eingebornen Sohn; durch ihn er uns bescheeret, was Leib und Seele nähret; lobt ihn im Himmelsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, die er uns beide schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt; sonst ist all unsre Zeit verloren hier auf Erden; wir sollen selig werden und sein in Ewigkeit. 6. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ichs auch wohl ver10* schulde, Wiedergeburt und Heiligung. 228 schulde, kommt doch die Ewigkeit, die, aller Freuden voll, dieweil ich Christum kenne und mich von ihm nicht trenne, mein Erbtheil werden soll. 7. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn gibt uns die Fülle der Wahrheit und der Gnad; auch Gott, der heilge Geist, im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet; drum sei er hoch gepreist! 2. Helmbold, † 1598. 329 Auf meinen lieben Gott trau ich 2. Ob mich die Sünd ansicht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Tod und auch für mich am Kreuz ge storben, hast mir das Heil erworben, uns allen auch beschieden den ewgen Himmelsfrieden; in Angst und Noth; er kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöthen; mein Unglück kann er den; es steht in seinen 330 Händen. im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem will ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß selig ich ab scheide zur ewgen Himmels: freude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ohn Ende preisen. Amen. F. Beurhaus,+ 1609. mel. O Welt, ich muß dich lassen 2. ( In allen meinen Thaten.) n allen meinen ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, selbst geben Eegen, Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er außersehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers gibet; was ihm von mir beliebet, Vertrauen. 229 beliebet, das hab ich willig ter in der Höhe, der weiß auch erkiest. zu allen Sachen Rath. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt. Leb ich nach ſeinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zich ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein göttlich Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein VaP. Flemming, † 1640. 331 Gib dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens; in ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne; gib dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Bein des größten Schmerzens; Kreuz, Angst und Noth kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen; gib dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und fennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen; er zählt den Lauf der heißen Thränen und fast zu Hauf all unser Sehnen; gib dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen; gib dich zufrieden. 230 Wiedergeburt und Heiligung. 5. Er hört die Seufzer ist dein Frommen. Was deiner Seelen und des Her- langsam schleicht, faßt man zens stilles Klagen, und was gewisser, und was verzeucht, du keinem darfst erzählen, ist desto süßer; gib dich zu magst du Gott gar kühnlich frieden. sagen; er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten; gib dich zufrieden. 6. 10. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was lebt und webet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, dann wird sichs enden; gib dich zufrieden. 11. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibes und vom Bösen; es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns sämmtlich bringen; gib dich zufrieden. 12. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden heimgefahren, sich auch nun in Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gib dich zufrieden. P. Gerhardt, † 1676. Laß dich dein Elend nicht bezwingen; halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluthen dich umringen, sollst du doch nicht unterliegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret; gib dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat die Hand voll aller Gaben, davon sich Land und See muß laben; gib dich zufrieden. 8. Sprich nicht: ich sehe keine Mittel; wo ich such, ist nichts zum Besten; denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Noth am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, tritt er herzu, uns wohl zu führen; gib dich zufrieden. 9. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es 332 Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir Vertrauen. mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Arm und bloß kam ich ins Leben, da es mir, Herr, von dir ward zuerst gegeben. Arm und bloß werd ich hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn den noch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Bein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und übt mit Maßen seinGericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassenschauen; wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dennoch stille 7. Kann ja doch kein Tod uns tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, schleußt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 231 8. Alda will in süßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergötzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 9. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. Brunn aller Freuden, du 10. Herr, mein Hirt, bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Leben und dein Blut mir Ich bin dein, weil du dein zu gut in den Tod gegeben. 11. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. P. Gerhardt,+ 1676. met. Herzlich thut mich verlangen 2c. ( Besteht du deine Wege.) 333 Befiehl du deine Wege, was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege deß, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. Wiedergeburt und Heiligung. 232 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehu: auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen and mit Grämen und mit selbsteigner, Bein läßt Gott sich gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade sem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorge nommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon er blicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten; er ist ein so ver Fürst und wird sich weiser halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinaus ge führet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost ver ziehn und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben und solltst du für und für in Angst und Nöthen schwe ben, als fragt er nichts nach dir; 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wirst du Hilfe finden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen haft. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dant Vertrauen. Dankgeschreie den Sieg und Ehrenfron! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Noth; stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. P. Gerhardt,+ 1676. Mel. Da Christus geboren war zc. ( Um Erbarmen flehen wir.) 334 Auf [ uf den Nebel folgt die Sonn, auf das Trauern Freud und Wonn, auf die schwere, bittre Bein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor fant bis zu des Todes Thor, steigt nun bis zum Himmelschor. 2. Gott läßt feinen traurig stehn, noch mit Schimpf zurücke gehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Herze senkt; wer auf Gott sein Hoffnung setzt, findet endlich und zulett, was ihm Leib und Seel ergötzt. 233 Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihrenSchritt; wenn die kommt, kommt unsre Bitt und bie Jude reichlich mit 5:30 Nu 3. Kommts nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig ſtill: ist doch morgen auch ein Tag, da die 4. Als ich furchtsam und verzagt mich ihits schwerem Gram geplagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen frank gemacht, als mir aller Muth entfiel, tratst, mein Gott, du selbst ins Spiel, gabst dem Unfall Maß und Ziel. 5. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunderschein stets vor meinen Augen sein; ich will all mein Leben lang meinem Gott mit Lobgesang hierfür bringen Preis und Dank. Schmerz, den des ewgen Va6. Allen Jammer, allen ters Herz mir schon jezzo zugezählt oder künstig auserwählt, will ich hier in diesem Lauf meines Lebens allzuhauf frisch und freudig nehmen auf. und Noth, ich will gehn bis 7. Ich will gehn in Angst in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein, und doch allzeit fröhlich sei... Wem der Stärkste bei will stehn, men der Höchste will erhöhn, kann nicht ganz zu Grunde gehn. P. Gerhardt, † 1676. Wiedergeburt und Heiligung. 234 mel. Valet will ich dir geben. ft Gott für mich, Kummer hin, gibt Segen 335 mir das und Gedeihen dem, was er Abba schreien aus aller meiner Kraft. 6. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde er siehet seine Lust. 7. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott?. 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Christus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, könnt ich bestehen nicht. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmuth. darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 5. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen 8. Da ist mein Theil, mein Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchfüßet alles Leid. 9. Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich; nicht Feur und Schwert der Frechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, tein Armuth, keine Bein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. Vertrauen. 10. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenten aus deinem Arm und Schooß. 11. Mein Herze geht in Eprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein; die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich fingen machet, ist, was im Himmel ist. P. Gerhardt, † 1676. 336 Swing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermuthshöhle? Merkst du nicht des Feindes List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Etürme, Feind und Welt und Tod, was könnt ihr mir schaden? deckt mich doch in meiner Noth Gott mit seinen Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst geschenkt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich dort nicht betrübe. 3. Spreche alle Welt, es sei mir Gott nicht gewogen; 235 weiß ich doch, er bleibt getreu, hat mich nie betrogen. Wär er gnädig nicht gesinnt, würd er seine Gaben, die mein eigen worden sind, wohl behalten haben. 4. Was ist unterm Himmelszelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Wem erglänzt das Sternenlicht? Wozu ist ge geben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben? 5. Meine Seele lebt in mir durch die heilgen Lehren, so die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat meinen Geist und Sinne, daß fie feines Geistes Gnad freudig werden inne. 6. Nun auf diesen heilgen Grund bau ich mein Gemüthe, sehe, wie der Feind zur Stund zwar dawider wüthe; gleichwohl muß er lassen stehn, was Gott aufgerichtet, aber schmählich muß vergehn, was er selber dichtet. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt auch schweres Kreuz herein mit dem bittern Leide: laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen; schnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will wenden. Wiedergeburt und Heiligung. 236 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruthen. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will zum Guten ziehen? 9. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen; wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig flagen, sondern hat voll kommne Lust dort in Christi Garten, dem sein Leiden ist bewußt, endlich zu erwarten. 10. Gottes Kinder säen traurig und mit Thränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen; denn es kommt die Aerntezeit, da sie Garben binden, da wird all ihr Gram und Leid ewiglich verschwinden. zwar 11. Ei so faß, o Christen herz, alle deine Schmerzen; wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr; gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr! Er wird helfen! Amen. P. Gerhardt, † 1676. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 337 Geduld ist euch vonnöthen, wenn Sorge, Gram und Schmerz und, was euch mehr will tödten, euch schneidet in das Herz. O auserwählte Schaar! Soll euch kein Tod je tödten, ist euch Geduld vonnöthen; das iſt gewißlich wahr. 2. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut; er schenkt sie uns zum Stabe, sobald er in uns ruht. Der edle werthe Gast erlöst uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die größte Bürd und Last. dem Glauben und hängt an 3. Geduld kommt aus Gottes Wort; das läßt ſie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, läßt Gott, den keinen Fall. Vater, sorgen und fürchtet 4. Geduld ist wohl zu frieden mit Gottes weisem Rath, lässt sich nicht leicht ermüden durch Aufschub seiner Gnad, hält frisch und fröhlich aus, läßt sich getrost beschweren und denkt: wer wills ihm wehren? Ist er doch Herr im Haus. 5. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt sich nimmermehr von seiner Liebe kehren; und schlüg er noch so sehr, so ist sie doch bedacht, die heilge Hand zu loben, ſpricht: Gott, der hoch erhoben, hat alles wohlgemacht. Vertrauen. 6. Geduld macht große Freude, bringt aus dem Himmelsthron ein schönes Halsgeschmeide, dem Haupt ein edle Kron, ist wie ein schönes Licht, davon, wer an ihr hanget, mit Gottes Hilf erlanget ein fröhlich Angesicht. 7. Geduld ist mein Verlangen und meines Herzens Lust, nach der ich oft ge gangen. Das ist mir wohl bewußt. Herr, voller Gnad und Huld! Ach, gib mir und gewähre mein Bitten, ich begehre nichts anders, als Geduld. 8. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, so gib durch deine Hände auch ein geduldig Ende, so hab ich alles gnug. P. Gerhardt, † 1676. 338 Alles ist an Gottes Segen und an feiner Gnad gelegen, über alles Geld und Gut; wer auf Gott sein Hoffnung sebzet, der behält ganz unverlehet einen freien Heldenmuth. 237 leitet und regieret, wird hinfort mein Helfer sein. Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderbar geführet und noch 3. Viele mühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr, nach dem zu ringen, was den Frieden pflegt zu bringen, und man jetzt gar ſelten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wün sche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, ich bin bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn; ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Vor 1676. ( Wer nur den lieben Gott läßt walten, Nr. 1.) 2. mich bisher er nur den lie: ernähret und so manches 339 W ben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Wiedergeburt und Heiligung. 238 und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unfers Gottes Gnadenwille, 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nüßlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und läffet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshizze, daß du von Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schooße size, der sich mit stetem Glücte speist; die Folgezeit verän dert viel und setzet jeglichem ſein Biel. Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. wie sein Allwiſsenheit es 340 Sollt es gleich bisGott, der hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 6. Es find ja Gott sehr leichte Sachen und ist dem Höchsten alles gleich, den 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er werden bei dir neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. G. Neumark, † 1681. als verließe Gott die Seinen, o so glaub und weiß ich dieß: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht auf gehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wanns nöthig ist. 3. Wie oft Väter nicht gleich geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel; er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Noth am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Will der Feind mir bange machen, ich kann seine Macht verlachen; drückt mich Vertrauen. mich schwer des Kreuzes Joch, Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Mögen mich die Menschen kränken, mag auf mein Verderben denken, wer mir ohne Ursach feind! Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts danach; Gott ist Richter meiner Sach! 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Gewinn, geb ich alles andre hin. 9. Herr, kann ich nur dich umfassen, will ich alles andre lassen; legt man mich dereinst ins Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab! Ch. Titius,+ 1703. Mel. Jeju, meine Freude zc. 341 efus ist mein Leben, dem ich mich ergeben fest bis in den Tod; er ist meine Sonne, meine Freud und Wonne in der größten Noth. Leid ich gleich in seinem Reich, werd ich mit ihm regieren und dort triumphiren. so 2. Die mit Jesu leiden, werden mit ihm weiden in dem Sternenzelt; die mit Jesu sterben, werden mit ihm erben, wo ihr Reich bestellt. Ihre Kron und Sieges239 Lohn sind, wo Gott die Engel loben, sicher aufgehoben. 3. Die mit Thränen säen, wenn die Winde wehen, die der Feind erweckt, werden dort mit Freuden ärnten nach dem Leiden, wo fein Feind mehr schreckt. Nach der Müh, die sie allhie dulden, wird sie Gott ergößen mit des Himmels Schätzen. 4. O ihr frommen Seelen, die ihr euch mit Quälen bringet durch die Welt; die ihr öfters weinet, wenn kein Trost erscheinet, wenn euch Kreuz befällt, denket doch bei diesem Joch an die Kron in jenem Leben, die euch Gott wird geben. 5. Wenn uns Sünden fränken, lasset uns bedenken Gottes Gnadenrath! Jeſus hat erduldet, was wir hier verschuldet; er gibt Gnad um Gnad! Kämpfen wir mit ihm allhier, so wird er uns helfen kämpfen und die Sünde dämpfen. 6. Seid getreu, ihr Herzen, bei des Kreuzes Schmerzen, treu bis in den Tod! Jesus wird euch trösten, wenn er die Erlösten führt aus aller Noth. Auf das Leid folgt Fried und Freud; Gott wird lassen nach dem Weinen euch die Sonne scheinen. 7. Nun, Herr Jesu, stärke uns zum guten Werke, hilf uns durch die Welt! Komm, du Wiedergeburt und Heiligung. 240 du Herr der Ehren, unser Herz zu kehren nach dem Himmelszelt. Sei uns Schußz und starker Truß, jetzt im Leben, dort im Sterben, daß wir alles erben. Freylinghausens Gesangbuch, 1704. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 342 Meine Sorgen, Angst und Plagen laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr alleine kennt, wird Gottlob nicht ewig sein; nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken mei nen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich gesäet, wird zur Freude wachsen. aus; wenn die Dornen abgemähet, so trägt man die Frucht nach Haus; wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. 3. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist besetzt; hier muß man sich nicht entfernen, ob er dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin ohne Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 4. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trüb: sal her gekommen; darum siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen ausgezieret, weil sie glücklich triumphiret. 5. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unverrückt: seine Freund und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt; Israel behält den Sieg nach geführtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, wenn man nicht hat überwunden. Ketten, meine Seel, und 6. Darum trage deine dulde dich! Gott wird dich gewiß erretten, das Gewitter leget sich; nach dem Bliz und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag; auf den und die Freude nach den Abend folgt der Morgen, Sorgen. Freylinghausens Gesangbuch, 1701. Mel. Zu Gott in dem Himmel droben 2c. 343 Soll ich denn weich täglich fränken, ängstlich an das Künftge denken? Soll ich Abends nie mit Ruh meine Augen schließen zu? Soll es immer vor mir stehen: wie wirds einst Vertrauen. einst noch mir ergehen? Da die Sorge mich nur quält, und doch ihres Ziels verfehlt? 241 6. Wird mir Gott Gesundheit geben, will ich eifrig darnach streben, daß ich fördre mehr und mehr meines Gottes Ruhm und Ehr. Aber auch in Krankheitstagen möge Gottes Geist mir sagen, daß solch herbe Arzenei mir zum Heile nöthig sei. 2. Gott, der mich bisher erhalten, höret nimmer auf zu walten; oder sollt er jett allein seines Waltens müde sein? Wohl, ich will das Sorgen lassen und zu ihm Vertrauen fassen; wie er mich auch führen will, meine Seele bleibe still. 3. Wies auch in der Welt mir gehet, er ists, der allein verstehet, was mir heilsam ist und gut, oder was mir Schaden thut. Laß ich ihn für mich nur wählen, wird kein wahres Gut mir fehlen; aber eigner Will und Rath wählt oft einen falschen Pfad. 4. Bleib ich stehn auf niedern Stufen, will ich in das Herz mir rufen, daß ich, vieler Sorgen frei, vor dem Sturz gesichert sei. Doch, wenn Gott mich wollt er heben, will ich ihm nicht widerstreben; er wird mir die Kraft verleihn, im Beruf getreu zu sein. ner er 5. Will die Armuth mei: überschütten, so verleih er nur zugleich, daß die Seele werde reich. Doch ist Armuth mir beschieden, bin ich auch damit zufrieden; denn auf diese arme Zeit folgt die reiche Ewigkeit. 7. Soll ich noch viel Jahre zählen, mit des Lebens Noth mich quälen, kommt doch auch wohl mancher Tag, daß mein Herz sich freuen mag. Aber käm ich bald hinüber, wär mir solches desto lieber, weil ich käm aus aller Noth hin zu meinem Herrn und Gott. 8. Alles sei Gott heimgegeben, Freud und Trübsal, Tod und Leben; es geschehe, was sein Rath über mich beschlossen hat. Ich will mich nicht fänger fränken, sondern dieß allein bedenken, daß nach Gottes Gnadenschluß Christen alles from: men muß. Ph. Jak. Spener, † 1705. 344 Was Bott thu ist wohl gethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 11 242 Wiedergeburt und Heiligung. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan, er kann ja nimmer trügen, er führet mich auf rechter Bahn: so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Ge- Mel. Alles ist an Gottes Segen zc. duld, er wird mein Unglüd 345 W underanfang, wenden; es steht in seinen Händen. herrlichs Ende, wo die wunderweisen Hände Gottes führen aus und ein! Wunderweislich ist sein Rathen, wunderreich sind seine Thaten, und du sprichst: wo wills hinaus? 2. Denke doch: es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen ihm und dir zur Herrlichkeit; ob der Anfang seltsam scheinet, ist das Ende gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan, er wird mich wohl bedenken; er, als mein Arzt, der helfen kann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffent: lich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zulegt ich werd ergößt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan; dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. S. Rodigast,+ 1708. 3. Gottes Weg ist wie in Flüssen und in großen Wassergüssen, und du spürst nicht seinen Fuß; so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen mag er sinnen, wo man Hilfe kann gewinnen, die Vernunft ist hier zu blind; nicht für das Verborgne taugen ihre halbgebrochnen Augen, weil ſie allzu blöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er läßt, was er angefangen, so zum Ende Vertrauen. Ende stets gelangen, daß es wunderherrlich ſei. 6. Drum laß dir doch nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und gutes Muths. Er, für wahr, er wird es führen, daß du wirst am Ende spüren, wie er dir thut lauter Guts. 7. Deinem Glauben wirds nicht fehlen; du wirst noch der Welt erzählen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz verfüßen, daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrlichs End! H. A. Stockfleth, † 1708. 346 ott ott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hilf auf Erden thut, der mit Kraft und starken Armen machet alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir denken, alle Noth zum Besten lenken. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Ang hat zu gericht? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den 243 Frommen Weh geschiehet. Seele, so bedente doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. Seele, so bedentke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Biſt du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur Deinen Lauf. Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden tränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, 244 Wiedergeburt und Heiligung. ein, Gott wird dennoch dich laß dich nicht, ich laß dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstigt wallen auf der harten Dornenbahn: es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott will nach dem Jammerleben Fried und Freud und Himmel geben. Drum, o Seel, bedenke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch! Joh. Fr. Zihn, † 1719. 347ch laß dich nicht, allen Nöthen; leg Joch auf Joch, ich hoffe doch, auch wenn es scheint, als wolltest du mich tödten. Machs, wie du willst, mit mir: ich weiche nicht von dir; verstelle dein Gesicht: du Hilf in allen Nöthen, ich laß dich nicht, ich laß dich nicht! 2. Jch laß dich nicht! Sollt ich den Segen lassen? Mein Jesu, nein, du bleibest mein, dich halt ich noch, wenn ich nichts mehr kann fassen. Nach kurzer Nächte Lauf geht mir der Segen auf von dir, dem Segenslicht: sollt ich den Segen lassen? Ich nicht! 3. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Leben! Mich reißt das Grab von dir nicht ab, der du dich haft für mich in Tod gegeben. Du starbst aus Liebe mir; ich sag in Liebe dir, auch wenn das Herz zerbricht: mein Gott, mein Herr, mein Leben, ich laß dich nicht, ich laß dich nicht. M. Ch. Değler, † 1722. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht zc. 348 Meine Seele jenhin in Gottes Herz und Hände und erwartet ruhiglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein ſtille, arm und bloß 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spitzen Dornen sticht und den Frieden nur kann kränken; Sorgen kommt dem Schöpfer zu; meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der Vertrauen. der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden; wer Gott in dem Schooße liegt, bleibt in aller Noth vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöthen, hängt an Gottes Angesicht auch alsdann, wenn er will tödten; wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird der Freudengeist verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott und die Zunge bleibt gebunden; also hab ich allen Spott, alle Schmerzen überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll von Gottes Preis und Ehr. 3. I. Winkler, † 1722. Mel. Ringe recht, wenn 2c. 349 ott wills machen, daß die Sachen gehen, wie es heilsam ist; laß die Wellen ringsum schwellen, wenn du nur bei Jefu bist! 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter! dein Wächter, schläfet ja noch schlummert nicht; zu den Höhen aufzusehen, wäre deine Glaubenspflicht. Gott, 4. Im Verweilen und im Gilen bleibt er stets ein 245 Vaterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei; wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Gelassenheit; laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 7. Gottes Hände sind ohn Ende, sein Vermögen hat kein Ziel; ists beschwerlich, scheints gefährlich, deinem Gott ist nichts zu viel. 8. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf mit Macht herein, und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens sein. 9. Drum wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willensruh! Auf das Wollen fällt dem Sollen bald auch das Vollbringen zu. 10. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld! Wer das Leiden will vermeiden, häufet ſeine Sündenschuld. 11. Aber denen, die mit Thränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone vor dem Throne ihres Heilands werden noch. 12. Amen, Amen! In dem Namen meines Jeju halt ich still; es geschehe und 246 und ergehe, wie und wann und was er will. J. D. Herrnschmidt, † 1723. Wiedergeburt und Heiligung. Mel. Jesu, meine Freude 2c. Zeele, sei zufrie350 den! Was dir Gott beschieden, das ist alles gut; treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, fasse frischen Muth. Ist die Noth dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen: Gott wirds doch wohl machen. schlafen, mit dir wachen: Gott wirds doch wohl machen. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt; fröhlich auszuhalten und Gott laffen walten, das macht recht vergnügt; drum nimm dir, o und zu wachen: Gott wirds Seele, für, stets zu beten doch wohl machen. 6. Also soll es bleiben! Ich will mich verschreiben, Gott getreu zu ſein; beides, ergeben, ich bin ſein, er mein; Tod und Leben, bleibe ihm denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum fag ich doch wohl machen. in allen Sachen: Gott wirds B. Schmold, † 1737. 2. Scheint der Himmel trübe und der Menschen Liebe stirbt dir ganz dahin; kommt das Mißgeschicke fast all Augenblicke und quält deinen Sinn: nur Geduld, des Himmels Huld sieht auf. alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. kann nichts von uns nehmen, 351 Jahr im 3. Ungeduld und Grämen Mel.Wer nur den lieben Gott zc., Nr. 1. größer je näher macht nur größern Schmerz. Wer sich widersetzet, wird nur mehr verlegzet; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Sinn die Sorgen hin! Drücket gleich die Last die Schwachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt; so muß auf das Weinen lauter Freude scheinen, die das Herz erquict. Laß es sein, wenn Angst und Pein mit dir mel; wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; denn bei dem eitlen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. felig ist der Mann ge schätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal sebzt. 2. Je größer Kreuz, je beßre Christen; Gott prüft uns mit dem Probestein. Wie mancher Garten muß gleich Wüsten, weil ohne Thränenregen, sein! Das Gold wird auf dem Feuerheerd, Vertrauen. heerd, ein Christ in mancher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube; die Palm erstarket durch die Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube erst, wenn du sie gefeltert haft; und wie die Perl in Salzesfluth, so so wächst im Kreuz der Glaubensmuth. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; der Sturm facht nur die Flammen auf; scheint auch der Himmel noch so trübe, so lacht doch bald die Sonne drauf, und gleich wie Del das Feuer nährt, wird Liebesgluth durch Kreuz vermehrt. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete, sie strömen aus dem Herzen fort; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Vort. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn Kreuz ihm ferngebliebenwär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Die Seele findet hier nicht Ruh, drum eilt fie Zions Hütten zu. 247 derben; es stirbt auf einmal alle Noth. Das Kreuz, das unsre Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod, denn man entgehet dem Ver8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gott den Seinen beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der der Ueberwinder Scheitel trägt; ach, dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gefreuzigter! laß mir dein Kreuze je länger desto lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, ſo pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. B. Schmold,+ 1737. mel. Was Gott thut, das ist sc. ott lebt! Wie 352 Bott kann ich traurig sein, als wär kein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, die ich hier muß empfinden; er kennt mein Herz und meinen Schmerz, so darf ich nicht verzagen und ihm nur alles klagen. 2. Gott hört! Wenn niemand hören will: wie soll ich lange sorgen, mein Seufzen dringe nicht zum Ziel und bleibe Gott verborgen? Schrei ich empor, so hört sein 248 Wiedergeburt und Heiligung. sein Ohr, so steigt die Hilfe Mel. Was Gott thut, das ist zc. nieder, so schallt das Amen wieder. 3. Gott sieht! Wie klaget denn mein Herz, als säh er nicht mein Weinen! Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz ganz offenbar erscheinen; kein Thränlein fällt, so er nicht zählt und sich vor Augen sezet, bis er uns drauf ergößet. 4. Gott führt! So geh ich ruhig fort auf allen meinen Wegen; und wenn die Welt bald hier, bald dort will ihre Stricke legen, so er mich wunderlich, doch selig auch zu führen, daß mich kein Fall kann rühren. 5. Gott gibt! Und wär ich noch so arm, doch soll ich nicht verderben; was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt ich Hungers sterben? Er hat ja Brot, und wenn die Noth uns nach der Wüste weißet, doch werden wir geſpeiſet. 6. Gott lebt, wohlan, ich merke das; Gott hört, ich wills ihm sagen; Gott fieht, er setzt den Thränen Maß; Gott führt, ich darf nicht klagen; Gott gibt und liebt, nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. B. Schmold, † 1737. 353 Gott ist mein er sorgt für mich, was soll ich mich denn grämen? Will er doch alle Last auf sich von meinen Schultern nehmen. Wenn noch so schwer mein Kreuz auch wär, es soll mich nicht erdrücken; er will mich stets erquicken. 2. Gott ist mein Schild, er decket mich bei allen Ungewittern, auch wenn der Hölle Pforten sich mit aller Macht erbittern; ist sein Panier nur über mir, ſo kann ihr blinder Schrecken mir keine Furcht erwecken. 3. Gott ist mein Licht, er leitet mich auf allen meinen Wegen, und führet mich ganz wunderlich bei Sonnenschein und Regen; sein Wort geht mir als Leitstern für und leuchtet meinen Füßen bei allen Finsternissen. 4. Gott ist mein Fels, er träget mich; laßt alle Berge sinken, so steh ich unveränderlich und werde nicht ertrinken; obgleich die Fluth mit aller Wuth an meinen Anker schläget: doch werd ich nicht beweget. 5. Gott ist mein Theil, er sättigt mich; mir wird kein Gutes fehlen; was sollte denn mein Herze sich mit vielen Sorgen quälen? Wer Vertrauen. Wer Gott nur hat, ist in der That der reichste Mensch auf Erden, ihm muß der Himmel werden. 6. Gott ist mein Heil, er segnet mich; ich soll in Christo leben; mein Heiland hat aus Liebe sich für mich in Tod gegeben. So fiel mein Loos in Gottes Schooß; wer kann bei diesem Glauben mir Gott und Himmel rauben? 7. Gott ist mein Hirt, er weidet mich auf reinen, grünen Auen, und seiner treuen Hut kann ich mich ohne Furcht vertrauen; zeigt hier und da sich auch Gefahr, er gehet mir zur Seiten, sein Auge muß mich leiten. 8. Gott ist mein Alles hier und dort, im Himmel und auf Erden; es soll mir auch mein Gott hinfort noch immer lieber werden, bis ich dorthin gelanget bin, wo ich, mit Gott ver bunden, das höchste Gut gefunden. 249 weisen? Wie soll ich das Gute preifen, so du, Herr, an mir gethan? mein Leben, wie kann ich dich gnug erheben? Was für Lieder stimm ich an? Was soll ich für Dank er: 2. Zwar du hattest mich gebeuget, aber auch dabei gezeiget, wie du seist mit Hilfe nah. In der Nacht warst du verborgen, doch kam bald ein froher Mor gen, da ich, Herr, dein Antliz sah. 3. Also hast du mich geführet, wie ichs tausend mal verspüret, selbst von meiner Jugend an, mit Geduld und Liebesarmen, mit viel Gnade und Erbarmen, daß ichs nicht verdanken kann. 4. Dich recht lieben, heißt dich loben, dich recht loben, führt nach oben, wo du ewig wirst verklärt. O, ſo laß denn alle Sinnen, Reden, Schweigen und Beginnen nach dem Himmel sein gekehrt. 5. Hier will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn des Kreuzes Last mich drückt; ich will in der Stille hoffen, bis mein Glaub dich angetroffen und dein Antlig mich B. Schmold, † 1737. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. 354 Herr, mein Licht, erquickt. Heil, 6. Willst du mit der Hilf verziehen, eine Zeit lang von mir fliehen? Herr, ich bin ein sündger Knecht. Willst du strafen, willst du schlagen? 250 Wiedergeburt und Heiligung. 7. Nun, so stärke mir den Glauben; laß mir nichts denselben rauben, keine Weltlust, keine Pein. Deine Liebe laß mich schmecken, deine Gnade mich erwecken, immer dankbar dir zu sein. schlagen? Willst du züchte oft zu tragen, als selbst gen, willst du plagen? Herr, das widrige Geschick, bei du bleibest stets gerecht. dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 3. G. Wolf, † 1754. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 355 Auf ( uf Gott und nicht auf meinen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Jst auch ein Schmerz, der zu des GlauMel. Was Gott thut, das ist zc. bens Ehre nicht zu besiegen 356 Der Herr iſt meine wäre? Zuversicht, mein bester Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Heil und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist mein Gott; auf sein Gebot wird meine Seele stille; mir gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke; die Augen, die auf dich nur schaun, sehn 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich; nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Ge sundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn; er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. Chr. F. Gellert, † 1769. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer Vertrauen. 251 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer faffen? 8. In deine Hand befehl ich mich, mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge, blickt auf dich, dir will ich mich ergeben; sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Ch. Sturm,+ 1786. sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnaden vollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch dei nen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten wird einst dein Rath vernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott; der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hilf und Erbarmung findet. Wenn jener fällt, ist er Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. ein Held; er steht, wenn 357 Fortgekämpft und ein in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Weh denen, die zu Menschen fliehn; weh dem, der von Gott weichet! Dein Heiland starb; ja, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Wetterwolken sammeln; Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er; er wägt die Schmerzen und wälzt sie weg vom Herzen. bis zum Lichte durchgedrungen muß es, bange Seele, sein. Durch die tiefsten Dunkelheiten kann dich Jesus hinbegleiten; Muth spricht er den Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich fassen; scheinst du gleich von ihm verlassen, glaube nur und zweiffe nicht! Bete, kämpfe sonder Wanken: bald wirst du voll Freude danken, bald umgibt dich Kraft und Licht. 3. Bald wird dir sein Antlitz funkeln; hoffe, harre, glaub im Dunkeln! Nie gereut ihn seine Wahl. Er will dich im Glauben üben; 11* Gott 252 Wiedergeburt und Heiligung. Gott, die Liebe, kann nur ich werde überwinden; wer lieben; Wonne wird bald ihn sucht, der wird ihn deine Qual. finden, wird ihn haben hier und dort. 3. K. Lavater,+1801. 4. Weg von aller Welt die Blicke! Schau nicht seitwärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit; nur zu deinem Jesus wende Aug und Herz und Sinn und 358 Wenn der Herr er dich Ge fangnen ihrer Bande ledig macht, o dann schwinden die vergangnen Leiden, wie ein Traum der Nacht. Dann wird unser Herz sich freun, unser Mund voll Dankes sein; jauchzend werden wir erheben ihn, der Freiheit uns gegeben. erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen hat dich oft herausgezogen seiner Allmacht treue Hand. Nie zu turz ist seine Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ dich ein in deine Kammer, geh und schütte deinen Jammer aus in Gottes Vaterherz; kannst du gleich ihn nicht empfinden, Worte nicht, nicht Thränen finden, flag ihm schweigend deinen Schmerz! 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen: Gott wird sich als Vater zeigen; glaube nur, daß er dich hört; glaub, daß Jesus dich vertreten, glaube, daß, was er ge beten, Gott, sein Vater, ihm gewährt. 8. Drum, so will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Antlitz wagen, flehen, ringen fort und fort; ja, Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 2. Herr, erhebe deine Rechte, gib uns einen Vaterblick; aus der Fremde ruf die Knechte in die Heimath bald zurück! Ach, der Pfad ist steil und weit! Kürze unsre Prüfungszeit; führ uns, wenn wir treu gestritten, in des Friedens stille Hütten. 3. Nernten werden wir nend ausgesät; jenseits reift mit Freuden, was wir weidie Frucht der Leiden und des Sieges Palme weht. Unser Gott auf seinem Thron, er, er selbst ist unser Lohn; die ihm lebten, die ihm starben, bringen jauchzend ihre Garben. S. G. Bürde,+ 1831, Bertrauen. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht zc. 359 Der Himmel hängt treuer Knecht!" voll Wolken schwer, ich seh das blaue Zelt kaum mehr; doch über Wolken hell und klar nehm ich ein freundlich Auge wahr. 2. Es tobt der Sturm mit wilder Macht, sie wird so dunkel oft, die Nacht; doch wenn auch meine Seele bebt, sie weiß, daß dort mein Heiland lebt. 3. Sie zöge gar zu gern hinaus ins große, weite Vaterhaus; doch hält in seiner Kraft sie still, bis er, bis er sie lösen will. 4. Die Erd ist mir ein morsches Boot, das unter mir zu sinken droht; ich steh, nach oben hingewandt, mit einem Fuß auf seinem Rand. 5. Gebeutst du, Herr, mit einem Blick, so schleudr ichs hinter mich zurück und schwinge mich an deiner Hand hinauf, hinauf und jauchze: Land! 6. Jch ginge gern, so gern zu dir! Doch wenn du mich noch länger hier in Sturm und dunkeln Nächten läßt, so halt du meine Seele fest: 253 rufft: nun ist mirs recht, nun kannst du kommen, 7. Daß sie in Sturm und Nächten treu, zu deiner Ehre wacker sei, bis du mir H. Möwes,+ 1834. mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 360 mein Herz, gib dich O verzage nicht so bald! Was dein Gott dir hat beschieden, nimmt dir keiner Welt Gewalt. Keiner hindert, was er will; harre nur, vertraue still; geh des Wegs, den er dich sendet; er begann und er vollendet. 2. Hüllt er dich in Dunkelheiten, so lobsing ihm aus der Nacht; sieh, er wird dir Licht bereiten, wo dus nimmermehr gedacht. Häuft sich Noth und Sorg umher, wird die Last dir allzu schwer, faßt er plößlich deine Hände und führt selber dich ans Ende. 3. Wär auch alle Welt dirfeindlich, rottete sich wider dich: dank ihm! Ó, der Herr ist freundlich, seine Huld währt ewiglich. Sind auch Trauer, Angst und Leid seines Segens dunkles Kleid: dank ihm! Er schickt seinen Segen auf geheimnißvollen Wegen. 4. Endlich wird dein Morgen grauen; kennst du nicht sein Morgenroth? Darfst du zagend rückwärts schauen, wenn Lieder für besondere Zeiten. 254 wenn dich Gluth und Sturm bedroht? Denn auch Feuerflamm und Wind Boten seines Willens sind; und kanns nur ein Wunder wenden: auch ein Wunder kann er senden! 5. O so laß denn alles Bangen! Wirke frisch, halt XIV. Lieder für besondere Zeiten, Stände und Berhältniſse. Jahreszeiten. Frühling. Mel. Lobe den Herren, den 2c. 361 Hör ich euch wie der, ihr Töne des Frühlings, erklingen, jubelnde Stimmen des Preises sich himmelwärts schwingen? Tief in der Brust regt sich die sehnende Lust, mit euch ein Loblied zu singen. 2. Soll mich die Amsel und soll mich die Lerche beschämen? Sang ist ihr Leben und freudiges Lob ohne Grämen. Schweigest nur du, Seele, berufen dazu, Gnade um Gnade zu nehmen? muthig aus! Was mit ihm du angefangen, führet er mit dir hinaus. Und ob alles widersteht: in Vertraun und in Gebet bleib am Werke deiner Hände, so führt ers zum schönsten Ende. V. v. Strauß, geb. 1809. 3. Ist nicht dein Frühling, der himmlische, dir auch erschienen? Sahst du die Auen der Hoffnung in ihm nicht ergrünen, der bis ins Grab stieg aus dem Himmel herab, all deinen Jammer zu fühnen? 4. König des Himmels und Freund einer fündigen jede Seele, jeder Gedanke und Empfindung erzähle, was du mir bist; aus dir ein Lebensstrom fließt, daß ich mich nimmermehr quäle. Laß mich dich loben! Ich weinte dir lange nur Klagen, wähnte dich hart, wenn aus Liebe du Wunden geschlagen, habe die Hand ewiger Güte verkannt, irre von Sorgen und Zagen. 6. Doch wie der Winter von starrenden, schneeigen Höhen spurlos zerrinnt, wenn sie Lüfte des Frühlings umwehen, also entfliehn, gibst du dem Herzen dich hin, all seine starrenden Wehen. Jahreszeiten. 255 Blümlein auf dem Wiesenplan, die ziehen sich viel schöner an, als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleugt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die unverdrossne Bienenschaar fleugt hin und her, sucht hier und da sich edle Honigspeise; des süßen Weinstocks starter Saft bringt täglich neue Stärk undkraft in seinem schwachen Reiſe. 6. Der Waizen wächset 362 Geb aus, mein mit Gewalt; darüber jauchzet Herz, und und Freud in dieser lieben die große Güte deß, der so Sommerzeit an deines Gottes überflüssig labt und mit Gaben; schau an der schönen so manchem Gut begabt das Gärten Zier und siehe, wie menschliche Gemüthe. sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. 7. Gib mir die Harfe und laß mich die himmlischen Lieder fernher vernehmen! Sie hallen im Thränenthal wieder. Engelgesang und der Erlöseten Dank schwebe hinauf und hernieder! 8. Schön ist die Schöpfung, die, ewiges Wort, du gegründet; wundervoll hast du die Berge und Thäler geründet; Frühlinges Pracht hat, wie der Tag und die Nacht, längst deinen Namen verkündet. 9. Jauchze, Natur, in des Frühlings beginnendem Wehen! Singe, du Welt, die das Werk der Erlösung gesehen! Jauchze, du Heer, dort am krystallenen Meer: Ehre sei Gott in den Höhen!" Meta Heußer- Schweißer,+ 1876. Sommer. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes 2c. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; die 7. Ich selber kann und mag nicht ruhn; des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich finge mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, Lieder für besondere Zeiten. 256 klingt, aus meinem Herzen rinnen. 8. Ach, denk ich, bist du hier so schön, und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden! 9. Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein! Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim aus einem Mund, mit heller Stimm singen! ihr Hallelujah 10. O wär ich da, o stünd ich schon, ach, lieber Gott, vor deinem Thron und trüge meine Balmen! So wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 11. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 12. Hilf nur und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel sleußt, daß ich dir stetig blühe; gib, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrücht erziehe. 13. Mach in mir deinem Geiste Raum, laß mich als einen guten Baum am Lebenswasser grünen; so und deiner will ich dir Ehr allein, und keinem andern mehr, hier und dort ewig dienen. P. Gerhardt,+ 1676. Herbst. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes zc. 363 Des Jahres schöner Schmuck entweicht, die Flur wird kahl, der Wald erbleicht, der Vöglein Lieder schweigen. Ihr Gottes- Kinder, schweiget nicht, und laß hinauf zum ewgen Licht des Herzens Opfer steigen! 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn, wir greifen zu, wir holen ein, wir sammeln seinen Segen. Herr Jesu, laß uns gleichen Fleiß an deiner Liebe Ruhm und Preis mit Herzensfreude legen! 3. Was Gottes Hand für uns gemacht, das ist nun alles eingebracht, hat Dach und Raum gefunden. So sammle dir zur Gnadenzeit, o Seele, was dein Herr dir beut, für deine Kreuzesstunden! Jahreszeiten. 4. Denn wie die Felder öde stehn, die Nebel kalt darüber wehn und Reif entfärbt die Matten: so endet alle Lust der Welt, des 364 Großer Schöpfer, Lebens zerfällt; schnell wachsen seine Schatten. 5. Es braust der Sturm, der Wald erkracht, der Wandrer eilt, um noch vor Nacht zu flüchten aus den Wettern. O Jesu, sei uns Dach und Thurm, wenn oft des Lebens rauher Sturm uns will zu Boden schmettern. 6. Es fällt der höchsten Bäume Laub und mischt sich wieder mit dem Staub, von dannen es gekommen. Ach, Mensch, sei noch so hoch und werth: du mußt hinunter in die Erd, davon du bist genommen. 7. Doch wie der Landmann seine Saat ausstrenet, eh der Winter naht, um künftig Frucht zu sehen: so, treuer Vater, deckest du auch unsern Leib mit Erde zu, daß er soll auferſtehen. 257 8. Indeß, wie über Land und Meer der Störche Zug, der Schwalben Heer der Sonn entgegen streben: so laß zu dir die Seele fliehn, zu deinem Paradiese ziehn, an deiner Sonne leben! V. v. Strauß, geb. 1809. Winter. Mel. Gott sei Dant in aller Welt zc. ( Heiland, den uns Gott.) dessen Hand die Himmel hält! Zu der Sonne sprichst du: lauf, gehe unter, gehe auf! 2. Deine Macht und Herrlichkeit leuchtet auch zur Winterszeit in der wolkenvollen Luft, in den Flocken, in dem Duft. 3. Alles ruht; auf dein Geheiß wird der Wasserstrom zu Eis. Du gibst, was der Landmann bat, deckst und wärmest seine Saat. 4. Der des Sperlings nicht vergißt, sorgt noch mehr für dich, o Christ! Gott sei dir in Hiß und Frost Freude, Zuversicht und Trost. 5. Bleibe du, mein Herz, nur warm! Ist ein Bruder nackt und arm, brich ihm liebevoll dein Brot, lindre freundlich seine Noth. 6. Nach des Winters kalter Nacht lebet alles, alles lacht; Bäume, Wiesen, Wälder blühn und die dürre Welt wird grün. 7. Also blüht nach kurzer Zeit aus dem Staub Unsterblichkeit; neu und umgeschaffen einst sind wir, wenn du, Herr, erscheinst. 258 Lieder für besondere Zeiten. 8. Eile, Freudentag, heran, Gab, die Aeltern und Verdem kein Winter folgen wandten, Geschwister und kann! Sonne, die nie unter Bekannten, und alles, was geht, sei gelobet und erhöht! ich hab. 3. K. Lavater,+ 1801. Morgen. ( Schwingt, heilige Gedanken.) 365 Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde und all mein Leben lang, Herr Gott, auf deinem Thron, zu Lob dir, Preis und Ehren durch Christum unsern Her ren, dein eingebornen Sohn; 2. Daß du mich haft aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Noth, Gefahr und Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demüthiglich, 366 Gott des Himmels mir vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. und Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und, was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit die fer 3. Du wolleft auch behüten mich gnädig diesen Tag vor Satans List und Wüthen, vorSünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnoth, vor Armuth und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellem Tod. 5. Gott will ich lassen rathen, der alle Ding vermag; er segne meine Thaten auch an dem heutgen Tag. Ihm hab ich heimgestellt Leib, Seele, Gut und Leben, er und was er sonst gegeben; machs, wies ihm gefällt. 6. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht da ran: Gott nimmt in Jeſu Namen mein Flehen gnädig an. Nun streck ich aus die Hand, greif an mein Werk mit Freuden, das Gott mir will bescheiden in meinem Amt und Stand. Joh. Matthesius(?),+ 1565. 4. Mein Leib und Seel, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind sei dir, Herr, übergeben, dazu mein Hausgesind, als dein Geschenk und Morgen. ser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß dich finden und dein Herz mir offen stehn, da alleine Hilf und Rath ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit die sem Morgen geistlich auf erstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort! Nirgends, als von dir allein, kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele sammt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand; Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigen thum! 7. Deinen Engel zu mir fende, der des bösen Feindes Macht, Lift und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht; der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu! H. Alberti, † 1651. 259 von aller Plag gesund läßt sehen jeden Tag. 2. Wir bitten dich, du Gnadenstrahl, leucht uns in diesem Erdenthal; beschirm uns täglich und auch heut, bewahr uns ferner allezeit. 3. Daneben gib uns Fried und Ruh und, was uns nöthig ist, dazu; durch deine starke Gnadenhand beschütze uns und unser Land. 4. All Sünd und Schwachheit uns verzeih, ein gut Gewissen stets verleih; gib, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufordern aus der Welt, so gib ein selig Ende hier, daß wir dort ewig sein bei dir. 368 Die güldne Sonne, Freud und Wonne, bringt unsern Gränzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munMel. Herr Jesu Christ, dich zc. 367 Die Nacht nun- ter und fröhlich, schaue den mit meinem 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren, gen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns frei 6. Jesu Christ, erbarme dich, hör unsre Bitten gnädiglich; durch dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Noth. Vor 1664. 260 Lieder für besondere Zeiten. Ehren, und uns zu lehren, nen nach Gut mit Sünde, wie sein Vermögen sei mäch- das tilge geschwinde von tig und groß, und wo die meinem Herzen und wirf es Frommen dann sollen hin- hinaus. kommen, wenn sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergäng: lichem Schooß. 7. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles das sei Gott zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüther; vor ihn zu treten mit Singen und Beten, das ist ein Opfer, dran er sich ergößt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück ver wehren, sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben mein ganzes Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, der Finsterniß Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke, laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden, ohn alles Neiden, sehen den Segen, den du wirst legen in meines nächsten und Mitbruders Haus. Geiziges Brennen, unchristliches RenMenschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Etunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen muß brechen und fallen; Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wan ken; seine Gedanken, sein Wort und Willen hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergib und schone, laß meine Schulden in Gnad und Hulden von deinen Augen sein ferne gewandt! Sonsten regiere, mich lenke und führe, wie dirs gefället; ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dieß heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste, Gott ist das Süßste und Allergewißste, aus allen Schäßen der edelste Hort. Morgen. 11. Willst du mich kränten, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt! Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine; hast niemals einen zu sehr noch betrübt. 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeresbrausen und Windes sausen leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille darf ich erwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. P. Gerhardt, † 1676. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren 2c.( Wach auf, mein Herz, und singe.) 369 Madh auf, mein Herz, und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem treuen Menschen hüter. 2. Heut, als die dunkeln Schatten mich ganz umfangen hatten, bedecktest du mich Armen, o Vater, mit Erbarmen. 261 4. Dein Wort, das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; von Noth blieb ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege, keinSchrecken dich besiege; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 5. Du willst ein Opfer haben: hier bring ich meine Gaben und opfere dir wieder mein Herz und meine Lieder. 6. Die wirst du nicht verschmähen; du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Beßres habe. vollenden dein Werk an mir 7. So wollst du nun und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen, den Anfang, Mitt und Ende, ach, Herr, zum Besten 9. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reiſe. P. Gerhardt, † 1676. mel. Herr, dein Ohren zu mir tehre 2c. 370 D Menschenhüter, du unbegreiflich großes Gut, ich will dir opfern Herz und Muth; stimmt an mit mir, gedenft der Güter, all ihr Gemüther! Lieder für besondere Zeiten. 262 2. Herr, deiner Kraft ichs nur zuschreibe, daß ich noch Odem schöpfen kann; ach, nimm dich meiner gnädig an, du Vaterherz, mich nicht vertreibe, heut bei mir bleibe! 3. Ifraels Gott, da ist mein Wille, der sich dir wil lig untergibt, dich über alles gerne liebt; das ist mein Wunsch in früher Stille, o Gnadenfülle! 5. Laß Seel und Leib, so du gegeben, stets sein in deiner Furcht bereit, als Glieder der Gerechtigkeit bis in den Tod dir iein ergeben, o Seelenleben! 2. Deiner Güte Morgenthau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schaar, immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Gluth unsre kalten Werke tödte, und erweck uns Herz und Muth bei erstandner Morgenröthe, daß wir, eh wir gar vergehn, recht auf stehn. 4. Dein Angesicht mich heilig leite, dein Auge kräf tig auf mich seh; ich reise, siz, geh oder steh, mich zu der Ewigkeit begleite; Herr, jener Freudenbahn freuen mich bereite! kann. 371 Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte, und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 4. Ach, du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leib verklärt ersteh und, entfernt auf jene Welt, 5. Leucht uns selbst in du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, wo die Luft, die uns erhöht, nie vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth, † 1689. 6. Gesegne mich auf meinen Wegen, mein Thun und Lassen lenke du; in Unruh bleibe meine Ruh, bis ich Mel. Hüter, wird die Nacht zc. zuletzt mich werde legen in 372 Seele, du must Fried und Segen. munter werden, Joach. Neander, † 1680. denn der Erden blickt her: por ein neuer Tag: komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb vermag. 2. Deine Pflicht, die tannst du lernen von den Sternen, deren Gold der Sonne weicht; so laß auch vor Gott zerrinnen, Morgen. rinnen, was den Sinnen hier im Finstern schöne däucht. 3. Schau, wie das, was Odem ziehet, sich bemühet um der Sonne holdes Licht; wie sich, was nur Wachsthum spüret, freudig rühret, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. ich.Go laß dich auch fer- 373 Htert wird hie 4. So üter, tig finden, anzuzünden deinen Weihrauch, weil die Nacht, da dich Gott vor Unglücksstürmen wollen schirmen, ist so glücklich hingebracht. Nacht Sünden nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsterniß der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verhüllet bin? 5. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielst, aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 263 9. Drum, so seufz ich, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sei, und daß ich mit Lust und Wonne seh die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. F. R. L. v. Canik, † 1699. 7. Denk, daß er auf deinen Wegen ist zugegen und erkennet, was du thuft; daß er auch verborgne Flecken kann entdecken, und die tiefste Sündenlust. 6. Kränkt dich etwas 3. Wir sind ja im neuen diesen Morgen, laß ihn sor- Bunde, da die Stunde der gen, der es wie die Sonne macht, welche freundlich pflegt die Höhen anzuſehen, und auch in die Thäler lacht. Erscheinung kommen ist; Schatten so ermatten, weil und ich muß mich stets im du mir so ferne bist. 8. Wir sind an den Lauf der Stunden festgebunden, der entführt, was eitel heißt, und der dein Gefäß, D Seele, nach der Höhle eines Sterbgewölbes reißt. 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lichte wer den! Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, komm beeile deinen Lauf! 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, weil du kommen; aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Stärke in der Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lieben und der Nacht Geschäfte fliehn? 264 Lieder für besondere Zeiten. 6. Ach, daß länger meine immer älter werde und nieSeele sich nicht quäle, zünd mals rein von Missethat. dein Feuer in mir an! Laß O Gott, der täglich mich mich finstres Kind der Erden ernährt, wär ich doch deiner helle werden, daß ich Gutes Gnad auch werth! wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz an blicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gib gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Ch. F. Richter, † 1711. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten 2c., Nr. 4. 374 Mein Gott, mun ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wachen alle meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin; ich sehe wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat; wo ich nur 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen, regier mich auch in dieser Welt; ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen, mach alles so, wie dirs gefällt; schließ mich in deine Vorsicht ein; dein will ich todt und lebend sein. 4. Vergib mir, Vater, meine Sünden, die ich bei Tag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden; erhöre, was ich bet und sing; denn wenn ich nur bei dir wohl steh, so acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen rathen, denn ich bin selber mir nicht flug; behüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen ist und Trug; laß mich den Tag wohl legen an und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut; hilf, daß ich alles wohl verricht! Du wirst es thun, ich zweifle nicht. C. Neumann, 1715. Morgen. Mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 375 Gott, du Licht, das ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsterniß vertreibet, der du bleibest, wie du bist, ich verlasse meine Ruh, rufe: werde Licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht verkläret werde. 265 5. Führ mich einst zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht, heller als der Sonnenschein, schön, unsterblich, engelrein laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Sal. Frand, † 1725. geschlafen, auch die Seele 376efus gehet und 2. Wecke, da der Leib Mel. Den die Hirten lobten sehre zc. rüh am Morgen geistlich auf, gib ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, da ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. vor allen Thüren stehet, klopfet an, wo man geflehet: fomm, Herr Jesu, unser Gast! 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach, erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und ein Geist mit Chrifto werde. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in mei ner Pflicht; bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht; laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre sein; hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 2. Nun, so lasset ihn nicht dorten, thut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf grünen Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichthum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja, es soll geschehen! Jesus wird heut mit uns gehen, und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. 12 Lieder für besondere Zeiten. 266 Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 377 Jeſu, füßes Licht, nun ist die Nacht vergangen; nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe auf geweckt und hat sich, Herr, 378 Mein erft Gefühl nach dir verlangend ausgestreckt. Preis und Dank; erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnade senten mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Geduld durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demuth mich vor allem kleide an, so bin ich wohl geschmückt und köstlich angethan. 4. Gib, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft um gebe, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund! 5. Ach, segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigenthum. 3. Lange, † 1744. Mel. Ich dank dir schon zc. ( Mein erst Geschäft.) 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 4. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. mir ruhn, mich deine Wege 5. Laß deinen Segen auf wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; ſei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 7. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Morgen. und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 8. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 9. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Chr. F. Gellert,+ 1769. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zć. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 379 Wenn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh, und, erlöst von allem Kummer, jenen schönren Morgen seh: o dann wach ich anders auf! Schon am Ziel ist dann mein Lauf; Träume sind des Bilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich frevelnd ihn entweiht! Auch noch heute wacht ich auf; Dank ſei dir! Zu dir hinauf führ mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage; 3. Daß ich froh gen Himmel sehe, wenn mein lehter Tag erscheint, wenn zum dunkeln Thal ich gehe, 267 von den Meinigen beweint; lindre dann des Todes Pein, laß mich stark und freudig sein, daß ich sie zum Himmel weise und dich, Herr des Todes, preise. F. G. Klopstod, † 1803. Mittag. un Vor Tische. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Vicht zc. 380 Gefegn uns, Herr, die Gaben dein, die Speis laß unsre Nahrung sein; hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd! 2. Doch dieses zeitlich Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein; dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeiſt. 3. Drum gib uns beides, Herr und Gott, hilf endlich auch aus aller Noth: so preisen wir dein Gütigkeit hier und auch dort in Ewigfeit. Vor 1562. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. 381 uns, deine Kin der, tröste die betrübten Sünder; sprich den Segen zu den Gaben, die wir jezzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft 268 Lieder für besondere Zeiten. Kraft und Nahrung geben, gab auch jetzt uns Speis bis wir endlich mit den und Trank; lobt ihn, sagt Frommen zu dem Himmels- ihm frohen Dank. Aller Semahle kommen. gen kommt vom Herrn; dankt ihm und gehorcht ihm gern, liebt ihn, freuet euch des Herrn! I. Heermann,+ 1647. Mel. Jesu, als du erstlich kamest zc. 382 Herr, wir kommen zu dem Essen; laß uns deiner nicht vergeſſen, denn du bist das Himmelsbrot; speis die Leiber, stärk die Seelen, die wir dir jetzt anbefehlen, steh uns bei in aller Noth; hilf uns, daß wir nach der Erden deine Gäst im Himmel werden. Nach Tische. Mel. Nun lobt und dankt Gott allzusammen ze. 383 Wir danken Gott für seine Ga ben, die wir von ihm empfangen haben; wir bitten unsern lieben Herrn, er woll auch ferner sie beschern, und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort; ach, lieber Gott, du wollst uns gebn nach dieser Welt das ewge Lebn. Vor 1588. Mel. Da Christus geboren zc. ( Um Erbarmen flehen wir.) Mel. Gott sei Dank in aller Welt ic. ( Heiland, den uns Gott.) 3856uter Geber, Dant sei dir; du belebst, drum leben wir; du gibst Speise uns und Trank, dir sei ewig Lob und Dank! Amen. 3. K. Lavater,+1801. Abend. Mel. Erhalt uns, Herr 2c. 386 Hinunter ist der Sonnen Schein, die finstre Nacht bricht start herein; leucht uns, o Herr, du wahres Licht, laß uns im Finstern straucheln nicht. 2. Dank sei dir, daß du uns den Tag vor Schaden, Angst und mancher Plag durch deine Engel haft behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir heut erzürnet dich, das, Herr, verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu; laß schlafen uns in 384 Unser Bater, der Fried und Ruh. uns liebt, der uns, was uns gut ist, gibt, 4. Die Engel dein zur Wach bestell, daß uns der böſe Abend. böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnoth behüt uns diese Nacht, o Gott. N. Hermann, † 1561. Mel. In dich hab ich zc. ( Ich freue mich, mein Gott, in dir.) 387 Mein ein schönste Zier und Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ; dich will ich lassen walten und allezeit, in Lieb und Leid, in meinem Herz behalten. 2. Dein Lieb und Treu für alles geht, kein Ding auf Erd so fest besteht: das muß ich frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Noth von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein, und ich bin dein; dir hab ich mich ergeben. 269 die er hat gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag durch sein gnadenreiches Walten hat beschirmet und erhalten. 4. Der Tag nimmt ab; ach, schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir; es will nun Abend werden; laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhier auf Erden. Aus dem 16. Jahrhundert. 388 Wer erde munter, mein Gemüthe, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch die Feinde weggetrieben, daß ich unversehrt geblieben. 3. Herr, ich bin von dir gewichen, doch ich stell mich wieder ein; denn dein Sohn hat ausgeglichen meine Schuld durch seine Pein. Ich verleugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer, als die Sünde, die ich täg lich in mir finde. 4. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und alle Zeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel hier; daß kein Unfall mich betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 5. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh; alles Uebel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab undGut, Freunde, 270 Lieder für besondere Zeiten. de, Feind und Hausgenossen 3. Der Tag ist mun ver: sein in deinen Schutz ge- gangen; die güldnen Sternschlossen. lein prangen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zich ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Chr und Herrlichkeit.doft 6. Ach, bewahre mich vor Schrecken, schüße mich vor Ueberfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, halte fern des Krieges Schall; wend ab Feur und Wassersnoth, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 7. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schuß und Rath; und mein Hort, du werther Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, es soll geschehen.- er im 210 350 3. Rift,+ 1667. Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. ( In allen meinen Thaten.) 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß mun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein 389 Nun ruhen alle Bettlein in der Erd. Wälder, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf! Ihr sollt beginnen, was euerm Schöpfer wohlgefällt. 22. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint, no 7. Mein Augen stehn verdrossen; im Nu sind sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide, o Jefu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will mich der Feind verschlingen, so laß die Englein Abend. lein singen: dieß Kind soll unverletet sein! 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben ein Unfall, noch Gefahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schaar. P. Gerhardt,+ 1676. 390 Der Tag mit seinem Lichte fleucht hin und wird zu nichte, die Nacht kommt angegangen, mit Ruhe zu umfangen den matten Erdenfreis. Der Tag, der ist geendet, mein Herz zu dir sich wendet, der Tag und Nacht geschaffen zum Wachen und zum Schlafen, will singen deinen Preis. 2. Wohlauf, wohlauf, mein Psalter, erhebe den Erhalter, der mir an Leib und Seelen viel mehr, als ich kann zählen, hat heute Guts gethan. All Augenblick und Stunden hat sich gir viel gefunden, womit e sein Gemüthe und unerschöpfte Güte mir klar gezeiget an. 3. Gleich wie des Hirten Freude, ein Schäflein auf der Weide, sich unter ſeiner Treue ohn alle Furcht und Scheue ergößet in dem Feld und sich mit Blumen füllet, den Durst mit Quellen 271 stillet, so hat mich heut geführet, mit manchem Gut gezieret der Hirt in aller Welt. 4. Gott hat mich nicht verlassen, ich aber hab ohn Maßen mich nicht gescheut, mit Sünden und Unrecht zu entzünden das treue Vaterherz. Ach, Vater, laß nicht brennen den Eifer, noch mich trennen von deiner Hand und Seiten; mein Thun und Ueberschreiten erweckt mir Reu und Schmerz. 5. Erhöre, Herr, mein Beten, und laß mein Uebertreten zur Rechten und zur Linken ins Meeres Tiefe sinken und ewig untergehn. Laß aber, laß hingegen sich deine Engel legen um mich mit ihren Waffen; mit dir will ich entschlafen, mit dir auch auferstehn. 6. Darauf so laß ich nieder mein Haupt und Augenlider, will ruhen ohne Sorgen, bis daß der güldne Morgen mich wieder munter macht. Dein Flügel wird mich decken, so wird mich nicht erschrecken der Feind mit tausend Listen, der mich und alle Christen verfolget Tag und Nacht. 7. Ich lieg hier oder stehe, ich siz auch oder gehe, so bleib ich dir ergeben, und du bist auch mein Leben, das ist ein wahres Wort. Was Lieder für besondere Zeiten. 272 Was ich beginn und mache, ich schlaf ein oder wache, wohn ich, als wie im Schlosse, in deinem Arm und Schooße, bin selig hier und dort. P. Gerhardt, † 1676. Mel. Werde munter, mein 2c. 391 Unre müden Augenlider schliesen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder grüßen schon die Abendruh; denn die dunkle finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht nun versenkt im tiefen Meere und entflammt der Sterne Heere. 2. Ach, bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet hast; thu, ach thu bei Zeiten Buß, geh und falle ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist Tag vollbracht anders, als du mir befohlen; ja, ich habe nicht bedacht des Berufes schmalen Steg, deinen vorgeschriebnen Weg, sondern dich, mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Weltlust Straßen. 4. Ach, Herr, laß mich Gnad erlangen, gib mir nicht verdienten Lohn, laß mich deine Huld umfangen, sich an deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan; Vater, nimm den Bürgen an! Dieser hat für mich erduldet, was ich Sünder hab verschuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanten, in dir schlaf ich sanft und wohl; gib mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenröth aufgehet und die Sonn am Himmel stehet. 6. Vater droben in der Höhe, dessen Nam uns theuer werth, dein Reich femm, dein Will geschehe, unser Brot werd uns beschert; und vergib uns unsre Schuld, schent uns deine Guad und Huld; laß uns nicht Versuchung tödten, hilf uns, Herr, aus allen Nöthen. 3. Frant, 1677. 392 Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir bleibe! O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit; erleuchte mich, o Herr, denn es ist Zeit! 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr, wenn alles wohl gelungen nach deinem Rath, Abend. Rath, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, o Herzenskündiger, ich strauchle noch wie ein Un mündigert hi 2015 4. Vergib mir, Herr! Es sagt mir mein Gewissen: der Sünde Lust hat mich von dir gerissen; es ist mir leid, ich stell mich wieder ein; hier ist mein Herz, ich dein, Herr, und du mein. 5. Mein Herr und Gott, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte; be wahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen; ach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen; o Lebenssonn, erquicke meinen Sinn; dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin! 3. Neander, † 1680. 273 matt, und was zuvor geweint. ( So fliehen unsre Tage.) 393 Nut un sich der Tag geendet hat und teine Sonn mehr scheint, schläft alles, was von Arbeit 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfft noch schlummerst nicht; die Finsterniß dich nicht umfaßt, weil du bist ſelbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht, und schirme du mich gnädiglich mit deiner Engel Macht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch deines lieben Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 6. Weicht, nichtige Gedanken, hin, hemmt nicht der Andacht Lauf! Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 7. Soll diese Nacht die letzte sein in dieſem Jammerthal, so führ mich, Herr, zum Himmel ein zur auserwählten Zahl. 8. Und also leb und sterb ich dir, du Herr Gott Zebaoth; im Tod und Leben hilfst du Angst und Noth. mir aus aller 3. F. Hertzog, † 1699. 274 Lieder für besondere Zeiten. Mel. Werde munter, mein 2c. err, es ist von 394 einem Leben wiederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, das dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld; ich bin freilich schwer beladen, doch vergib mir alle Schuld. Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will künftig deinen Willen ich noch mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüthe, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit beiner Güte, und dein Engel steh mir bei. Lösche Licht und Feuer aus, und bewahre selbst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglüct müsse weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Böses thun; sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rath und verhindere die That; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Heerde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich dann gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich fer ner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände.. Casp. Neumann, † 1715. mel. Ach, was soll ich Sünder ic. ( Sollt ich meinem Gott nicht trauen.) 395 Ach, mein Jeſu, sieh, ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt und die Finsterniß sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete: neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. Abend. 2. Meine Tage gehn geschwinde wie ein Pfeil zur Ewigkeit; auch die aller längste Zeit rauscht vorüber wie die Winde, fließt dahin als wie ein Fluß mit dem schnellsten Wasserguß. 3. Aber, Jesu, sieh, ich Armer nehme mich doch nicht in Acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte, mein Erbarmer: 0 wie mancher Tag geht hin, daß ich kalt und träge bin. 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen; du erhältst und schüßest mich Tag und Nacht so gnädiglich, und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir bafür recht dankbar ſei. 5. Nun, ich komme mit Verlangen, o mein Herzens freund, zu dir; neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gönnen willt; von dir sei mein Herz erfüllt, so wird mich nichts können quälen; denn wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. Lev. Joh. Schlicht, † 1723. Mel. Jesu,' meine Freude zc. 396 Hite irte deiner Schafe, der von keinem Schlafe etwas wissen mag, 275 deine Treu und Milde diente mir zum Schilde den vergangnen Tag; sei die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von deinen Schaaren um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhe kissen, drum vergib die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. keine Noth betrüben; sie sind 3. Laß auch meine Lieben mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen wohlgeborgen ein. Du bei mir und ich bei dir; also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer, und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein; deck uns zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald roth, bald todt! Doch, hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnoth, so will ich nichts wider dich; 12* gerne, Lieder für besondere Zeiten. 276 gerne, weil ich dich gefunden, sterb ich alle Stunden. 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schuh und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein.pl Hüter du! Gute 3. Daß du mich fiets umgibest, daß du mich herzlich liebest und rufft zu dir empor, daß du allein den Frieden mir geben kannſt hienieden, das stelle früh und spät mir vor. 6. Nun wohlan! Ich thue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, treuer Nacht, nimm mich in Acht;, und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. B. Schmold,+ 1737. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. ( Befiehl du deine Wege.) gescheh 4. Ein Tag der sagts es 397 Herreche dem andern, mein Leben ſei der Körper eilt zur Ruh; es fallen in der Stille die müden Augen zu. Vergib der Schwachheit Sünden, der schon mit Zorn und Straf; laß mich bereitet finden zum Tode wie zum Schlaf. 2. Dein Heil hab ich ge- Mel. Welt, ich muß dich laſſen 2c. sehen; in Frieden fahr ich nie( 3n allen meinen Thaten.) hin, weil ich beim Auferste= hen in deinem Reiche bin; wohl dem, der bis ans Ende sich als ein Christ erweist! Mein Gott, in deine Hände befehl ich meinen Geist. 3. F. v. Cronegt, † 1758. Mel. Welt, ich muß dich lassen 2c. ( In allen meinen Thaten.) 398 Nun fich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich. Jon Ewigkeit. Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieſer Zeit. o G. Terstegen,+ 1769. 399 Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an; ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, Abend. 277 gehn, auf deine Güte hoffen, wohl manche Sachen, die im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! adaug 504. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. moned Chr. F. Gellert,+ 1769. 1 Mel. O Welt, ich muß dich lassen ze. ( In allen meinen Thaten.) er Mond ist auf 400 goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort ist nur halb zu sehen, und ist doch rund und schön. So sind wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolzen Menschenfinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel; wir spinnen Luftgespinnste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun; laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein. 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du unſer uns genommen, laß uns in Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; falt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen, und laß uns ruhig schlafen, und unsern franken Nachbar auch. moje m. Claudius,+ 1815. Für Kinder. i kd Met. Jesu, komm, doch zc. 401 Müde bin ich, geh zur Ruh, schließe beide Neuglein zu; Bater, laß die Augen dein Lieder für besondere Zeiten. 278 dein über meinem Bette ſein! 2. Hab ich Unrecht heut gethan, sieh es, lieber Gott, nicht an! Deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; alle Menschen, groß und klein, sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu; laß den Mond am Himmel stehn, und die stille Welt besehn. Louise Hensel,+1876. Am Schlusse der Woche. Mel. Du Lebensbrot zc. ( Gott Lob, ein Schritt zur Ewigkeit.) 402 ottob, ein Schritt zur Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fließt und alle Gnade sich ergießt zu meiner Seele Leben. o 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr und wird mir fast zu lange, bis es erscheine, daß ich gar, Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz anheim gestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, wenn ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebensfürst, dich ganz nit mir. vereinen wirst und mir dein Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich die Woch geendet, und also auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet; und freudig schreit ich weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 6. Wenn meine Hände lässig sind und meine Kniee beben, so biet mir deine Hand geschwind, mich wieder zu erheben; erfüll mit deiner Kraft mein Herz, damit ich freudig himmelwärts ohn Unterlaß aufſteige. 7. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken; so dir der Lauf zu langsam däucht, so eile, wie ein Adler fleugt, Am Schlusse der Woche. 279 fleugt, mit Flügeln süßer dich, mein Gott, gefränkt; Liebe. 8. Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir ge zogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. A. H. Frande, † 1727. drum ruf ich: Herr, erbarme, erbarm dich über mich! Ich fall dir in die Arme: ach, schone gnädiglich! 5. Mein Glaube heißt mich hoffen, es sei durch Christi Blut ein neuer Bund getroffen und alles wieder gut; drum will ich dir geloben, auf ewig treu zu sein; dein guter Geist von oben wird mir die Kraft Mel. Valet will ich dir geben 2c. 403 Die Woche geht verleihn. zu Ende, nicht aber Gottes Treu; denn wo ich mich hinwende, da ist sie immer neu. Die Zeit kann wohl verschwinden, nur Gottes Güte nicht; sie läßt sich täglich finden und gibt mir Trost und Licht. 2. Du gnädigster Erhalter von allem, was ich bin, hör meines Mundes Psalter und nimm mein Opfer hin. Unzählbar sind die Gaben, die du geschenket mir, und was ich nur fann haben, ist alles ja von dir. 3. Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget, getreu zu jeder Zeit. Auf meines Lebens Bfade rühmt jeder Augenblick die Wunder deiner Gnade im Unglück, wie im Glück. 4. Allein mein Herze bebet, wenn es zurücke denti, wie übel ich gelebet und 6. Ich bin dein Kind aufs neue; drum gib, daß diese Nacht mich auch dein Schutz erfreue, der alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben, der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht verderben: du lebst in mir, mein Gott. 7. Soll das in diesem Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben, nein, mich im Geiste freun auf jenen Feierabend, den Christi Tod gemacht, und diese Hoffnung habend sprech ich nun: gute Nacht! B. Schmold, † 1737. Beruf. mel. O Welt, ich muß dich laſsen zc. ( In allen meinen Thaten) 404 Du ſollſt in allen Sachen mit Gott den Anfang machen aus Lieder für besondere Stände. 280 aus treuer Schuld und Pflicht. Wem hast du Dank zu geben, als ihm, für Heil und Leben? Von dir, o Mensch, entspringt es nicht. 2. Was will dein kaltes Sinnen, du Staub der Zeit, beginnen, legt er nicht Hilfe bei? Der Mensch mit seinem Dichten weiß wenig auszu richten, das wahrhaft gut zu heißen ſei. 3. Drum sei nicht zu verwegen auf des Berufes Stegen, und bilde dir nicht ein, als könntest du Vertrauen auf deine Kräfte bauen; denn sie sind Gottes und nicht dein. 4. Wo Gottes Hand sich reget, den Grund zur Arbeit leget, da zieht der Segen ein; verkehrt er sein Gesichte, so wird ein Werk zunichte, wie trefflich auch die Meister sein. 4. 3war, wie sollt es mir nicht glücken, da du selbst mithelfer bist? Ach, du kannst und willst erquicken, wenn man fromm und gläubig ist. Ist nur Gott, so ist daneben alles andre auch im Haus; du wirst segnen, du wirst geben, der du allen theilest aus. 5. Ich versch mich deiner 405 du mir mein Gnaden, ob ich keines Segens Netz beladen, sollst du sein mit Dank verehrt; gibst du, will ich wieder geben; ja, ein 5. Schlag an die Himmelspforten mit starken Glaubensworten, da bitte Beistand aus. Daher wird Gegen fließen und reichlich sich ergießen auf dich und auf dein ganzes Haus. A. Tscherning, † 1659. Mel. O Turchbrecher aller Bande zc. ( O du Liebe meiner Liebe.) esu, tomm, sei than. Auf dein Wort, zu deiner Ehre, will mein Netz ich senken ein; einen guten Zug beschere, laß es voller Segen sein. 2. Ohne dich macht nichts mein Machen, nichts kann alle meine Kunst; ohne dich in allen Sachen alle Müh ist ganz umsonst. Ach, du mußt mit Hand anlegen, meine Hand ist viel zu schwach; nun so komm mit Hilf und Segen; meine Öhnmacht mächtig mach! 3. Gerne will ich thun das Meine, will es thun auf dein Geheiß; thu auch du dabei das Deine und beglücke meinen Fleiß. Laß mich und mein Haus er: freuen einen reichen guten Zug; doch sollt es nicht gleich gedeihen, hab ich dich, hab ich genug. Meine Hände leg ich an; wollest mir zur Seite treten, daß mein Thun fei wohlge: Beruf. ein Theil davon soll dein, dein, o Gott, und auch daneben meines armen Nächsten ſein. S. v. Birten, † 1681. Mel. Es ist dasheil uns kommen her zc. en Gottes Namen 406 was mir zu thun gebühret; mit Gott wird alles wohlgethan und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und muß uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen, er gibt uns Segen, Muth und Kraft und läßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entsteht in Fülle geht, daß wir zur Gnüge haben. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt Haß, Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihren Weg und Stand und füllet sie mit Freuden. 4. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gib dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu, erfahre deinen Segen. 281 5. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller sam Tren auf dein Gebot gehordiene. 6. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir; die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gib, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange! S. Liscow,+ 1698. Mel. Erschienen ist der herrlich zc. 407 Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dies mein erstes Wort: das walte Gott! s 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht; drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! 3. Wenn Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und thut mir alles Guts; drum sprech ich nun auch gutes Muths: das walte Gott! 282 Lieder für besondere Stände. 4. Will Gott mir etwas 10. Nichts glücket ohne geben hier, so will ich dank Gottes Gunst, nichts hilft bar sein dafür; auf sein Verstand, Wiz oder Kunst; Wort werf ich aus mein mit Gott gehts fort, geräth Netz und sag in meiner auch wohl, daß ich kann Arbeit stets: das walte sagen glaubensvoll: d das Gott! walte Gott! 5. Anfang und Mitte 11. Theilt Gott was mit sammt dem End stell ich aus Gütigkeit, so acht ich allein in Gottes Händ; er keiner Feinde Neid; laß gebe, was mir nüßlich ist; hassen, wers nicht lassen drum ſprech ich auch zu kann, ich ſtimme doch mit jeder Frist: an: 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnügets mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzensgrund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei; drum dieß auch meine Losung sei: das walte Gott! Gott! 12. Thu ich dann was mit Gottes Rath, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl gerathen muß drum sprech ich noch mals zum Beschluß: das walte Gott! 3. Betichius,+ 1722. Ehe und Hausstand. früh und ſpat, bis all mein 408 V voller Kunst mel. Nicht so traurig, nicht so sehr zc. 8. Er kann mich segnen Wunder, Thun ein Ende hat; er gibt und nimmt, machts, wie er will, drum.sprech ich auch fein in der Still: das walte Gott! voll von hoher Weisheit Preis, voller Hulde, Gnad und Gunst, Labsal bei des Lebens Schweiß, voller Wunder, sag ich noch, ist der keuschen Liebe Joch. 9. Gott steht mir bei in aller Noth und gibt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vater brauch thut er mir Guts; drum sprech ich auch: das walte Gott! 2. Die sich nach dem Angesicht niemals je zuvor gekannt, auch sonst im Geringsten nicht mit Gedanken zugewandt, derer Herzen, derer Ehe und Hausstand. z derer Hand knüpft Gott in ein Liebesband. 3. Dieser Vater zieht sein Kind, jener seins dagegen auf, beide treibt ihr sondrer Wind, ihre sondre Bahn und Lauf; aber wenn die Zeit nun dar, wirds ein wohl gerathnes Paar. 4.Hier wächst ein geschickter Sohn, dort ein edle Tochter zu; eines ist des andern Kron, eines ist des andern Ruh, eines ist des andern Licht, wissens aber beide nicht. 5. Bis solang es dem beliebt, der die Welt im Schooße hält und zur rechten Stunde gibt jedem, was ihm wohlgefällt: da erscheint im Werk und That der so tief verborgne Rath. 6. Jeder findet, jeder nimmt, was der Höchst ihm ausersehn; was im Himmel ist bestimmt, pflegt auf Erden zu geschehn, und was dann mun so geschicht, das ist sehr wohl ausgericht. 7. Defters denkt man: das und dieß hätte können besser sein; aber wie die Finsternis nicht erreicht den Connenschein, also geht auch Menschensinn hinter Gottes Weisheit hin. 8. Laß zusammen, was Gott fügt; der weiß, wies am besten sei; unser Denken fehlt und trügt, sein Gedank ist mangelfrei; Gottes Werk 283 hat festen Fuß, wenn sonst alles fallen muß. 9. Siehe frommen Kindern zu, die im heilgen Stande stehn, wie so wohl Gott ihnen thu, wie so schön er lasse gehn alle Thaten ihrer Händ auf ein gutes selges End. 10. 3hrer Tugend werther Ruhm steht in steter voller Blüth; wenn sonst aller Liebe Blum als ein Schatten sich verzieht, und wenn aufhört alle Treu, ist doch ihre Treue neu. 11. Ihre Lieb ist immer frisch und verjüngt sich fort und fort; Liebe zieret ihren Tisch und verfüßet alle Wort; Liebe gibt dem Herzen Rast in der Müh und Sorgenlaft. 12. Gehts nicht allzeit, wie es soll, ist doch diese Liebe still; hält sich in dem Kreuze wohl, denkt, es ſei des Herren Will, und versichert sich mit Freud einer künftig bessern Zeit. 13. Unterdessen geht und fleußt Gottes reicher Segensbach, speist die Leiber, träntt den Geist, stärkt des Hauses Grund und Dach, und was klein, gering und bloß, macht er mächtig, viel und groß. 14. Endlich, wenn nun ganz vollbracht, was Gott hier in dieser Welt frommen Kindern 284 Lieder für besondere Stände. Kindern zugedacht, nimmt 3. Der Mann wird einem er sie ins Himmelszelt und Baume gleich, an Aesten drückt sie mit großer Lust schön, an Zweigen reich, das selbst an seinen Mund und Weib gleich einem Reben, Brust. der seine Träublein trägt und nährt und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die dá leben. Wohl dir, o Zier, Manneswonne, Hausessonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein auf seinem Throne. 4. Sei gutes Muths! Nicht Menschenhand hat auf gerichtet solchen Stand, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rather. Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen läffet fließen: doch wer sich still und in Geduld ergibt, deß Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Zage, trage nur ein wenig! Unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl denn, mein König, nah herzu! Gib Rath in Kreuz, in Nöthen Ruh, in lengsten Trost und Freude! Deß sollst du haben Ruhm und Preis; wir wollen 15. Nun so bleibt ja voller Gunst, voll von hoher Weisheit Preis, voller Wunder, voller Kunst, Labsal bei des Lebens Schweiß, voller Wunder, sag ich noch, bleibt der keuschen Liebe Joch. P. Gerhardt,+ 1676. Mel. Wie schön leuchtet zc. ( Mein ganzer Geift.) 409 Wi Zie schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Che! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und Hand in Hand durchs Leben gehn im Bunde reiner Treue: da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, da sieht man, wie der Engel Schaar im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zer nagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. Ehe und Hausstand. 285 wollen fingen bester Weis einzig Theil. Bleib auch und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen! meiner Kinder Gott, laſſe sie in keiner Noth und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. P. Gerhardt, † 1676. Mel. Werde munter, mein 2c. 410 Sorge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan, und du haft sie in der Tauf väterlich ge nommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. 2. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr als väter lich gewehret, der sie hier und überall hätt in Angst und Noth gestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 3. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet sein und mit dank barem Gemüthe solchen Glücks- und Eegensschein rühmen und vor jedermann deine Wohlthat zeigen an: ach, so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 4. Sammeln andre große Schäße, suchen in der Welt ihr Heil, daß sie Geld und Gut ergöße, so bist du mein 5. Der du sie bisher erhalten, wollest stets ihr Schüßer sein, wollst in Gnaden ihrer walten, bricht Gefahr für sie herein. Regt in ihrer eignen Brust sich mit Macht die böse Lust: gib dann, daß sie muthig kämpfen und den Reiz der Sünde dämpfen. 6. Schütze sie vor bösen Leuten und vor der Ver nicht möge gleiten; laß sie führer Schaar, daß ihr Fuß ihre Lebensjahr in der Gnade bringen zu, bis du sie, wie fühle Grab versenken und mich, zur Ruh wirst ins die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben hier und, wo es dir gefällt, was zu deiner Ehre geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen faſsen. 8. Gönne mir die große Freude, daß einst an dem jüngsten Tag, nach so vielem Kreuz und Leide, ich mit Jauchzen sagen mag: liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Lieder für besondere Stände. 286 jener Welt bescheret; ewig sei dein Nam geehret. 2. H. Schlosser,+ 1723. Mel. Seelenbräutigam zc. efu, geh voran 411 bahn; und wir wollen nicht verweilen, dir getreulichnachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht zc. 412 Wohl einem Haus, da Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, so stünd es öd und wüst und leer. 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist nä) heißt. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger uns ein fremdes Leiden, ogetreuer Hand ein jegliches so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. nach seiner Art im Glauben seine Pflicht bewahrt. 4. Ordne unsern Gang, Jeju, lebenslang; führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nöthge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Graf N. 2. v. 3inzendorf, † 1760. fromm Gebet beständig in 4. Wohl, wenn der Herzen die Höhe geht; und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück, so bleibet ihrer teins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht. Die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause diesen Bund: Wenn alles Volk vom Herren wich, so dienen wir ihm ewiglich. Ch. E. L. v. Pfeil, † 1784. Ehe und Hausstand. Mel. Wie schön leuchtet zc. ( Mein ganzer Geist.) ch und 413 mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein; gib deinen Segen nur darein, daß wir dir millig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen. Dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glan287 lichem Gemüthe; selig, fröhlich, selbst mit Echmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdisch Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltluſst aus, des Reichthums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demuth leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schäßen einer Welt nicht zu ersehen. zum Tragen sein bereit, demüthig, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; feinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus ge gründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine trene Hilfe schaun mit kind: 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere; daß er, der alles wohl bestellt und gute Zucht und Ordnung hält, uns alles lieblich ziere. Sende, spende ihn uns allen, bis wir, wallen Heim und droben dich in deinem Hauſe loben. k. 3. Ph. Spitta, † 1859. ben uns verbinde; laß uns 414 felig Haus, wo man dich auf= genommen du wahrer Seelenfreund, Herr Jesut Christ! wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir entgegenschlagen und aller Augen freudig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen und alle deines Winks gewärtig stehn. 288 2. Oselig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glau: bensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen, an jedem guten, wie am bösen Tag! Lieder für besondere Stände. 3. Oselig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissen, wessen Augen auf dich sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demuth willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen, froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude theilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst fein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus! K. 3. Ph. Spitta,+ 1859. Vor der Trauung. Mel. Wie schön leuchtet zc. 415 Von dir, du Gott der Einigkeit, ward einst der Ehebund ge weiht; von dir kommt auch der Segen. O segn auch jetzt von deinen Höhn, die hier vor deinem Antlig stehn, um Hand in Hand zu legen. Laß sie, Vater, dir ergeben einig leben, treu sich lieben und in deinem Wort sich üben. Nach der Trauung. Mel. Wie schön leuchtet zc. Nimm sie in deine Vater: hut; halt ihren Sinn bei frohem Muth, ihr Herz dem Himmel offen, und lehre sie, sich deiner freun, ein Herz und eine Seele fein im Glauben, Lieben, Hoffen! Laß sie, Vater, dir ergeben, glück Obrigkeit. Predigtamt. glücklich leben, freudig ster: ben und vereint den Himmel erben! G. E. Waldau, † 1817. Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. ( Schwingt, heilige Gedanken.) 416ehova, Herr und König der Könige und Herrn, dir sind wir unterthänig, du herrschest nah und fern; du Herr im Himmelszelt, laß unter dei nem Leiten bestehn die Obrigfeiten, zu herrschen in der Welt. 2. Es zeugen deine Knechte, daß keine Obrigkeit, als nur durch deine Rechte und deine Macht gebeut. Du haft sie hoch geschätzt; wer ihr zumider lebet, der trott und widerstrebet dem, was du haft gesetzt. 3. Du Gott der Ordnung, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt. Sie tragen ja dein Bild; gib, daß ich Demuth übe und sie mit Ehrfurcht liebe, so wird dein Wort erfüllt. 4. Verleihe deine Güte und sende Recht und Licht; gib ihnen ins Gemüthe viel Weisheit zum Gericht. Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrigkeiten 289 kannst du wie Bäche leiten; es steht in deiner Hand. 5. Gib, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Laß sie die Pfleger sein der gläubigen Gemeinde und als getreue Freunde ihr heilge Sorgfalt weihn. 6. Die uns allhier regieren, Herr, die regiere du; laß deinen Geist sie führen, dein Rath sprech ihnen zu. Herr Gott, du fegnest gern; P, walte du hinieden, gib deinem Volke Frieden durch Jesum, unsern Herrn. Nach Ph. Frd. Hiller,+ 1769. Predigtamt. Mel. Wie schön leuchtet zc. ( Mein ganzer Geist.) 417 Jesu, Herr der König deiner Christenheit, Herrlichkeit, du du Hirte deiner Heerde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir ge fällt, sorgst, daß sie ſelig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glauben, Liebe, 13 Wissen 290 Lieder für besondere Verhältnisse. Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen, daß die Heerden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt; Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiten, dulden, streiten, beten, willkommen gern in Jesu Christi Namen. Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland; Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zei ten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. 3. D. K. Bidel, † 1809. Allgemeine Noth. wachen, selig sich und uns 418 Wenn wir in höch Nöthen sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hilf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth, 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegen führen. Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein theures Pfand, laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir heißen dich 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und bitten um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich all denen, die drum bitten dich im Namen des Herrn Jesu Christ, der unser Heil und Mittler ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Noth, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. Allgemeine Noth. 291 6. Sich nicht an unfre 4. Jesu, der du Jesus Sünden groß, sprich uns davon in Gnaden los; steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei; 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. P. Eber,+ 1569. Mel. Da Christus geboren 2c. ( Um Erbarmen flehen wir.) 419 Treuer Wächter deß sich freuet Leib und Seel, der du kennest alles Leid deiner armen Christenheit; o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt jetzt dein hilfreich Angesicht! 2. Schau, wie große Noth und Qual trifft dein Volk jetzt überall! Täglich wird der Trübsal mehr; hilf, ach hilf, schütz deine Ehr! Ach, wir Armen, wir vergehn, Trost wir nicht vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. heißt, als ein Jesus Hilfe leist! Hilf mit deiner starten Hand, Menschenhilf hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, er mit Zittern sie anschau. 3. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnaden thür, wir, die du mit höchstem Ruhm hast erkauft zum Eigenthum; dein Erbarmen hat kein End, deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 5. Höchster Hort, Immanuel, du Beschüßer meiner Seel, Gott mit uns in aller Noth, Gott um uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit; troß dem, der uns thut ein Leid; Gottes Straf ist ihm bereit. 6. Du, des Vaters starker Arm, komm, und unser dich erbarm; laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Rotten trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herrn dich nenn. 7. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt, der der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 8. O du wahrer Friedensfürst, der der Schlange Kopf zerknirscht und durch seinen Kreuzestod Frieden wiederbracht bei Gott: gib uns Frieden gnädiglich, so wird dein Volk freuen sich und dich preisen ewiglich. 3. Heermann, † 1647. Lieder für besondere Verhältnisse. 292 Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. ( Befieht du deine Wege.) 420 sten schreien wir sten schreien wir dich, Erbarmer, an, dich, der allein befreien, allein erhören kann. Haſt du denn ganz verborgen dein Vaterangesicht? Kommt uns in Krieg und Frieden. finſtern Sorgen nicht mehr 421 Verleih uns Frievon 2. Die Noth von so viel Seiten beraubt uns aller Ruh; wir sehn dem Sturm der Zeiten mit bangem Herzen zu. Die Hilfe im Gedränge, wonach das Auge thränt, verzieht sich in die Länge und ist noch nicht erſehnt. Kinder in Christo dennoch lieb! Gib uns, daß wir dich ehren, den Sinn, der dir gefällt! Komm, fomm, uns zu erhören, Erbarmer aller Welt! J. G. Schöner,+ 1818. 4, Willst du noch länger schweigen zu unserm Kummerstand, nicht uns Verlassnen zeigen die All macht deiner Hand? Laß endlich dich bewegen! Errett uns dir zum Ruhm! Kehr doch den Fluch in Segen, das Leid in Freuden um! 5. Verdienten wir als Sünder die Ruth, ach, so vergib; hab uns und unsre Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Luther, 1546. 3. Wir fallen, müd im Herzen, Nachts auf die La= 422 Gottlob, nun if gerstatt und träumen, was mit Schmerzen uns Tags gefoltert hat; erwachen wir, so beben wir vor der neuen Last. Wie qualvoll ist dieß Leben! Herr, wir erliegen faſt! ist erschollen das edle Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord! Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutsch: land und sing Lieder im hohen vollen Chor; erhebe dein Gemüthe zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2. Sei tausendmal willkommen, du theure werthe Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Beiunswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenfet all unser mel. Nun lob, mein Seel, den Herren 2c. ( Kommt, kommt, den Herrn.) Krieg und Frieden. unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenterze mit seiner eignen Hand. 3. Ach, laß dich doch erwecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt, eh, als das lehte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muths, der Friede, den er gibet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in Fried und ewger Ruh. p. Gerhardt,+ 1676. Mel. Nun dantet alle Gott zc. 423 err Gott, dich 293 Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren; jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gottlob, wir sind in Ruh! Herr Gott, wir danken dir! 4. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar hast weggeraffet. Es hat die Vaterhand uns deine Gnadenthür jetzt wieder aufgethan; Herr Gott, wir danken dir! 5. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfülle für und für, o Vater, unsern Wunsch; Herr Gott, wir danken dir! Joh. Frant, † 1677. wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit Mißwachs und Theurung. herzlichem Gemüthe; es steiget unser Lied bis an des Himmels Thür und tönt mit loben 2. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volt: Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Mel. Großer Prophete, mein Herze zc. großem Schall Herr Gott, 424 Christen erwarten dich allerlei Fällen Jesum mit seiner allmächtigen Hand; mitten in Stürmen und tobenden Wellen sind sie gebauet auf felsiges Land. Wenn sie die Nächte der Trübsal bedecken, kann doch ihr Grauen sie wenig erschrecken. 2. Jauchzen die Feinde zur Rechten und Linken, drohet 294 Lieder für besondere Verhältnisse. drohet und hauet ihr blin- ja, du wirst selber den Himkendes Schwert, lassen doch mel noch haben; ei, warum Christen die Häupter nicht sagst du den Sorgen nicht sinken, denen sich Jesus im ab? Werde doch in dir recht Herzen verklärt. Wüthen die ruhig und stille! Das ist des Feinde mit Schnauben und Vaters, des Ewigen, Wille. Toben, schaun doch die Christen voll Frostes nach oben. 3. Geben die Felder den Samen nicht wieder, bringen die Gärten und Auen nichts ein, schlagen die Schloßen die Früchte darnieder, brennen die Berge von hizigem Schein: kann doch ihr Herze den Frieden erhalten, weil es den Schöpfer in allem läßt walten. 7. Völlige Wonne, verflärete Freude, himmlische Güter, undenkliches Heil werden dir dort auf der ewigen Weide unter den Menschen und Engeln zu Theil, wenn einst in Herrlichkeit Christus wird kommen und zu sich sammeln dieHeerde der Frommen. 4. Viele verzehren in ängstlichen Sorgen Kräfte, Gesundheit und Kürze der Zeit, da doch im Rathe des Höchsten verborgen, wann und wo jedem sein Ende bereit. Sind es nicht alles unnöthige Schmerzen, die ihr euch machet, ihr hörichten Herzen? 8. Seine allmächtigeStärke beweiset in den Ohnmächtigen mächtige Kraft; dann wird alleine sein Name gepreiſet, wenn er den Zagenden Freudigkeit schafft. Darum, o Jesu, gib, daß ich dir traue, wenn ich die Hilfe nicht sichtbarlich schaue. Ch.& Edeling, † 1742. Aernte. Mel. O daß ich tausend zc. ( Wer nurden lieben Gott läßt walten, Nr. 2.) 5. Zweifel und Schmerzen verderben die Frommen; Glauben und Hoffen bringt 425 langst du zur Ruhe zu kommen, hoffe geduldig in Jammer und Noth! Ob auch die göttliche Hilfe verborgen, traue dem Höchsten und meide die Sorgen! 6. Gutes und alle erbetenen Gaben folgen dir, bis man dich leget ins Grab, Gott, von dem wir alles ben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber theilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; ach, lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei Aernte. bei dir zu Tische gehn? Doch darf die Nothdurft keinem fehlen; denn du weißt allen vorzusteha und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot empfängt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Him mels Thau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot, es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es todt, bis in der Aernte Jung und Alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer kanns genug bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr bescheert, als wir zusammen alle werth. 295 Mel. Unser Herrscher, unser 20. err im 426 ott auf Er Herr den, Herrscher dieser ganzen Welt! Laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Füßen fällt, für den reichen Aerntesegen Dank und Opfer darzulegen. 2. Vater, du hast aus Erbarmen uns Unwürdige genährt, du hast Reichen, du hast Armen milder Gaben viel gewährt. Sei gelobt und hochgepriesen, daß du so viel Guts erwiesen. 6. Wir wollen es auch nie vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir effen, soll deines Namens Denkmal sein; und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. C. Neumann, † 1715. 3. Du hast Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, und so hat man allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg und Thäler, Tiefen, Höhen sahen wir im Segen stehen. 4. Ach, wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares Gemüthe für die große Wohlthat an. Alle Felder sollen schallen: du machst satt mit Wohlgefallen. 5. Lehr uns auch wohl anzuwenden, was uns deine Huld gewährt; nie zur Sünd es zu verschwenden, daß es nicht der Fluch verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann der Segen leicht verschwinden. 6. Schenk uns auch zufriedne Herzen, Stolz und Geiz laß ferne sein; laß den Undant 296 Lieder für besondere Verhältnisse. Undank nichts verscherzen, Schatz will sein, so nimmt streu das Samkorn wieder er andre Güter zum Heile ein, daß wir jetzt und künftig der Gemüther. haben, auch die Dürftigen zu laben. so 7. Laß dein Wort auch Früchte bringen, daß man reichlich ärnten kann: wird man hier jährlich singen, wie du uns so wohl gethan. Gib auch nach dem Thränensamen Freudenärnt im Himmel. Amen. B. Schmold, † 1737. Mel. Was Gott thut, das ist wohl gethan! Es bleibt zc. 427 Wa as Gott thut, das ist wohl gethan! So denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ärnten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz nur him melwärts, wenn er uns läßt auf Erden ein Ziel der Plagen werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben.Er nimmt und gibt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demuth füssen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es geh nach seinem Willen; und läßt sichs auch zum Mangel an, so weiß er ihn zu stillen. Obgleich das Feld nicht viel enthält, man kann bei wenig Gaben satt werden und sich laben. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Das Feld mag traurig stehen; wir gehn getroft auf seiner Bahn, und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebenskraft, es nennt uns Gottes Erben; wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! So wollen wir stets schließen; ist gleich bei uns kein Canaan, wo Milch und Honig fließen: er, unser Gott, weiß, was uns Noth, und wird es gern uns geben; kommt, laßt uns ihn erheben! B. Schmold,+ 1737, Wetterlieder. Mel. Wo Gott der Herr nicht bei uns hält 2c. 3. Was Gott thut, das das ist wohlgethan! Er zeigt 428 Gott, der du uns oft den Segen, und ehe man ihn ärnten kann, muß sich sich die Hoffnung legen; weil er allein der mit Wolken heißst sich decken, der du ingleichen kannst behend das Sonnenlicht er wecken, Wetterlieder. wecken, halt doch mit vielem Regen ein, und gib uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe sind beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Missethat und ganz verkehrtes Leben, so deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöthen schweben. Wir müssen zeigen unsre Schuld; weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns hast versprochen, und wohne uns in Gnaden bei, die wir dich findlich suchen. Wie hält so hart sich diese Zeit dein Herz und sanfte Freundlich keit? Du bist ja unser Vater! 5. Gib uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. M. Schirmer,+ 1673. 297 Mel. Auf meinen lieben Gott zc. 429 in Wetterſteiget auf: mein Herz, zu Gott hinauf! Fall findlich ihm zu Fuße durch wahre Reu und Buße, damit gleich deine Sünden durch Christi Tod schwinden. ent2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig komm, ich bitt um dein Erbarmen, sieh Christum in mir Armen; um dessenwillen schone, mir nicht nach Sünden lohne. 3. Durch Christi theures Blut mach mir ein Herz und Muth, das sich nicht auf deine Treue in allem knechtisch scheue, vielmehr kindlich traue, und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz gelassen sein; dein Flügel wird uns decken, verjagen allen Schrecken, und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan! Verlaß uns nicht; bleib unsre Zuversicht, und laß dein Vaterlieben auch jetzt an uns sich üben, so wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg- Rudolstadt,+ 1706. Lieder für besondere Verhältnisse. Reiſe. Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. ( In allen meinen Thaten.) 298 ch 430 h zieh in ferne Lande, zu nüßen einem Stande, zu dem mich Gott bestellt; sein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, fassen, zu dienen treulich seiner Welt. 2. Gott wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her; Gesundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben, und was in Demuth ich begehr. 3. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Schutz, den frommen, bin ich so weit gekommen, und weiß doch selber fast nicht wie. 4. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort: in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich fein göttlich Wort. 5. Hat er es denn bez schlossen, so will ich unver: drossen an mein Verhängniß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen; ich will mit Gott ihn überstehn. 6. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 7. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüthe nicht was Vergeblichs zu: so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. 8. Indeß wird er den Meinen mit Segen auch er scheinen, ihr Schutz wie meiner sein; wird beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten mögen insgemein. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich erschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Nath. P. Flemming, † 1640. Krankheit. mel. O Welt, ich muß dich laſſen 2c. ( In allen meinen Thaten.) ch hab in guten 431 Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl, so will ich denn gelaffen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du Krankheit. 299 du gelinder, als es der viel der Mensch vermag, Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch meinem Besten dient? das hab ich empfunden. Wie gebrechlich ist die Kraft, wie verzagt der Glaube! Wenn der Herr nicht Hilfe schafft, liegen wir im Staube. 2. Ach, wie könnt ich diese Nacht ohne dich bestehen? Ohne deine Huld und macht müßt ich ganz vergehen. Trübe fällt der Abend ein, stille wirds auf Erden; doch in dieſem Kämmerlein wirds so still nicht werden. 3. Jedes Auge thut sich zu, alles sucht den Schlummer; doch hier ist noch keine Ruh, denn es wacht der Kummer. O so komm und bleibe hier bei dem armen Kranken; liebster Jesu, schenke mir tröstliche Gedanken! 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn; dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Men schen bauen; du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken, der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. F. Gellert,+ 1769. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott 2c. 432 Herr! Ein ganzer nun überwunden. Ach, wie 4. Zeuch empor das matte Herz aus der finstern Höhle; salbe diesen Leib voll Schmerz mit dem Lebensöle! Herr, du kannst die Furcht und Pein in der Seele stillen. Laß mich ganz ergeben sein in des Vaters Willen! 5. Wenn ich diese ganze Nacht wachen muß weinen: Herr, du bist's, der bei mir wacht, du wirst mir erscheinen. Du wirst in der Dunkelheit freund lich mit mir sprechen, ſollte vor mir das Wort gebrechen. 13* 300 Lieder für besondere Verhältnisse. 5. 6. Wo ich auch gebettet Herz nicht lenken, da wogst du bin, lieg ich dir in Händen; schon mein Theil mir dar. wo mein Auge siehet hin, Für alle meine Sünwirds zu dir sich wenden. den, Herr, ließest du mich Mein Gebet bestärke du, finden in Christo Gnad laß es nicht ermatten; laß und Huld. OHöchster, mich finden sanfte Ruh welch Erbarmen! Du nahmest unter deinem Schatten. an mich Armen und tilgtest alle meine Schuld. H. Puchta,+ 1858. Am Geburtstage. Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. ( In allen meinen Thaten.) 433 Dir bank ich für mein Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen, durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage und wandtest auch die Plage zu meiner Seelen wahrem Glück. 3. Ich bin nicht werth der Treue, der ich mich 6. Daß du mich liebreich führest mit deinem Geist regierest, dieß, Vater, dank ich dir. Daß du mein Leben fristest, mit deiner Kraft mich rüstest, dieß alles, Vater, dank ich dir. 4. Du fanntest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war; noch konnt ich dich nicht denken, zu dir das 7. Was noch in diesem Leben mir frommt, wirst du mir geben. Du gibsts, ich hoff auf dich. Ja, Va= ter, ich befehle dir kindlich Leib und Seele; Herr, segné und behüte mich! Nach Chr. F. Gellert, † 1769. Im Alter. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. ( Alle Menschen müssen sterben.) täglich freue, der Hulb, 434 Höchſter Helfer, fei die bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. Mein Beschirmer, steh mir bei; hilf mir, daß ich thu und lerne, was dein heilger Wille sei. Leite mich nach deiner Güte und erleuchte mein Gemüthe; laß mir deine Vatertreu alle Morgen werden neu. Im 2. Halte mich, o mein Erhalter! O mein Führer, weiche nicht; führe mich in 435 Gott hat in meiz meinem Alter, wenn mir Lebenskraft gebricht. Gib, daß ich recht christlich lebe und stets nach dem Himmel strebe; hilf mir durch, wenn Qual und Schmerz bricht mein halb zerbrochnes Herz. nen mich väterlich getragen von mei ner Jugend auf; ich sah auf meinen Wegen des Höchsten Huld und Segen; er lenkte meines Lebens Lauf. 3. Stoß mich nicht von deiner Seiten, wenn sich Angst und Ohnmacht häuft, wenn die schwachen Tritte gleiten und man nach dem Stabe greift; fasse du mich bei dem Arme, o mein Heiland, und umarme mich auch in der letzten Noth, bis erfolgt ein selger Tod. 4. Herrscher über Tod 4. Herrscher über Tod und Leben, höchster Tröster, tritt herbei! Wenn ich soll den Geist aufgeben, so ver nimm mein Angstgeschrei; wenn mein Auge wird erblinden und die Lebensgeister schwinden, o so sei du selbst mein Licht, daß ich seh dein Angesicht. Alter. 301 Mel. Welt, ich muß dich lassen zc. ( In allen meinen Thaten.) 5. Meine Seele soll er heben dich, o Herr der Herr lichkeit, dort in jenem Freu denleben, wenn ich nach vollbrachtem Streit dir mein Dantlied werde bringen und vor deinem Throne singen, daß du mich so wohl bedacht und zum Himmel haft gebracht. Bach. Henjel, t vor 1736. 2. Sein Weg war oft verborgen; doch wie der helle Morgen aus dunkeln Nächten bricht, so hab ich stets gespüret: der Weg, den Gott mich führet, bringt mich durchs finstre Thal zum Licht. 3. War Menschenhilf vergebens, so kam der Herr des Lebens und half und machte Bahn; wußt ich mir nicht zu große Thaten und nahm rathen, so that Gott sich meiner mächtig an. 4. Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen und dein Erretter fein": dieß hat mir Gott versprochen, der nie sein Wort gebrochen; ich werde sein mich ewig freun. 5. Er wird mir schwachem Alten, was er verheißen, halten; denn er ist fromm und treu. Bin ich gleich matt und müde, er gibt mir Trost und Friede und steht mit Muth und Kraft mir bei. Die letzten Dinge. 302 6. Noch wenig bange Stunden, dann hab ich überwunden; ich bin vom Ziel nicht weit. O welche große Freuden sind nach dem letz: ten Leiden vor Gottes Thron für mich bereit! 7. Ich harre froh und stille, bis meines Gottes Wille mich nach dem Kampfe krönt. An meiner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, der mich dem Vater hat versöhnt. 3. F. Feddersen, † 1788. Die letzten Dinge. XV. Tod. Sterbelieder. 436 Wenn meinStündlein vorhanden ist, und ich soll fahrn mein Straße, geleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ; du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünde wird mich kränken sehr und mein Gewissen nagen; denn ihr ist 437 Here Mensch und mel. Vater unser im Himmelreich zc. ( Gott, Vater, an Erbarmen.) Christe, viel, wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen; will denken in der letzten Noth, Herr Jesu Christ, an deinen Tod; der wird mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, deß tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnoth und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewig Leben hast du mir mit deinem Tod er: worben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, kann Todesfurcht vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. N. Hermann, † 1561. Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir des Vaters Huld erwarbst: ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht Sterbelieder. nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht, und mir vor Angst mein Herz zer bricht; 3. Wenn mein Verstand sich nichts besinnt und mir all menschlich Hilf zerrinnt: so komm, Herr Christe, mir behend zu Hilf an meinem letzten End, und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual. 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leibe trennt; dann nimm Herr, in deine Händ; der Leib hab in der Erde Ruh, bis naht der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, in dem Gericht mein Fürsprech sei, und meiner Sünd nicht mehr gedenk; aus Gnaden mir das Leben schenk, wie du hast zugesaget mir in deinem Wort; das trau ich dir. 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht, den Tod auch ewig schmecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt. 303 mir nehmen in mein Reich; da soll er denn mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 7. Vielmehr will ich mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu 8. Ach, Herr, vergib all unsre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei; auch unser Glaub stets wacker sei, aufs Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich. P. Eber,+ 1569. ( Dein sind wir, Gott.) 438h hab mein Sach heimgestellt; er machs mit mir, wies ihm gefällt! Lang oder kurz sei meine Zeit, ich bin bereit zu allem, was mein Herr gebeut. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; ich schreib ihm vor nicht Maß und Ziel; es sind gezählt all Härlein mein, groß oder klein, fällt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhier ein Jammerthal, Angst, Noth und Trübsal überall; des Bleibens ist nur kurze Zeit, voll Müh und Leid, und wers bedenkt, ist stets im Streit. 4. Heut sind wir frisch, gesund und stark, schon morgen liegen wir im Sarg; heut blühn wir wie die Rosen roth, bald krank und todt; Die letzten Dinge. 304 todt; ist allenthalben Müh und Noth. 5. Man trägt eins nach dem andern hin; wohl aus den Augen, aus dem Sinn; die Welt vergisset unser bald, jung oder alt, auch unsrer 439 Christus, der ist Ehren manichfalt. mein 6. Das macht die Sünd, du treuer Gott, dadurch kam uns der bittre Tod; der reißt dahin all Menschenkind, wie er sie findt; fragt nicht, von welchem Stand sie sind. 7. Doch ob mich schon mein Sünd anficht, dennoch will ich verzagen nicht; ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod den eingen Sohn gegeben hat. 8. Dem leb und sterb ich allezeit, von ihm der Tod mich nimmer scheidt; leb oder sterb ich, bin ich sein; er ist allein der einge Trost und Helfer mein. 9. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in aller Noth und Traurigkeit; ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. 10. Den lieben Gott von Angesicht werd ich dann schaun, dran zweifl ich nicht, in ewger Freud und Seligfeit, die mir bereit; ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! einen selgen Tod; hilf, daß wir deinen Engeln gleich in deinem Reich mit dir dann leben allzugleich. Nach 3. Leon, † um 1597. 11. Amen, mein lieber frommer Gott, bescher uns und Sterben mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm ſein. 3. Nun hab ich überwun den Kreuz, Leiden, Angst und Noth; durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, ich kaum mehr athmen kann, und kann kein Wort mehr sprechen, nimm, Herr, mein Seufzen an. 5. Wenn Sinne und Ge danken zergehn als wie ein Licht, das hin und her muß wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille laß mich, Herr, schlafen ein, wie es dein Rath und Wille, wenn kommt mein Stündelein. 7. Laß mich gleich einem Reben anhangen dir allzeit, und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Vor 1608, Sterbelicder. Mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 440 reu dich sehr, o und vergiß all Noth und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus der Trübfal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr hat je gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wanders: mann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewünscht, mein Leben hin in Gottes Händ zu geben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter einer Dornenschaar, also auch die Christen gehen stets in Aengsten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 305 5. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei du jetzt von Blut mich hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög hinfahren aus der Zeit; ach, sei du mir Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlaſſe! 6. Ob mir schon die Augen brechen, ob mir das Gehör verschwindt, meine 3ung nicht mehr kann sprechen, mein Verstand sich nichts besinnt, bist du doch mein Licht, mein Hort, Leben, Weg und Himmelspsort; du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 7. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubiliren und auf ewig triumphiren. K. v. Warnberg, † vor 1620. 4. Wenn die Morgenröth aufgehet und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und ( Befiehl du deine Wege.) Kummer uns umſtehet, Müh 441 Her erzlich thut mich sich findt an allem End; unfre Thränen sind das Brot, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn aufhört zu scheinen, hört doch nicht auf Klag und Weinen. verlangen nach einem selgen End, weil ich hier bin umfangen mit Trübsal und Elend. Ich hab Luſt abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; Die letzten Dinge. 306 Freuden; o Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja erlöset von Sünde, Tod und Höll; es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell; warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich kann bauen, bin ich ein selig Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; deß freu ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden zum Staube wieder kehrt, doch auferweckt wird werden durch Christum, schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Noth in ewger Freud und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu leben länger hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Gut und all ihr Zier: doch ich das gar nicht achte, es währt nur kurze Zeit; nach Himmlischem ich trachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, für mich und sie zum Leide; doch tröstet meinen Muth, daß wir in größern Freuden zusammen kommen schon, wo nichts uns mehr wird scheiden, dort an des Himmels Thron. 7. Muß ich auch hinterlassen betrübte Waiſelein, dern Noth mich über Maßen jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er läßt sie nicht verderben, er hilft aus aller Noth. 8. Gesegn euch Gott der Herre, ihr vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Abschied mein; beständig werdn in kurzer Zeit ein in der Ewigkeit. ander wieder schauen dort wir 9. Nun will ich mich Christ, allein; gib mir ein ganz wenden zu dir, Herr felig Ende, send mir die Engel dein; führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast, als du dich hingegeben für meine Sündenlast. 10. Hilf, daß ich ja nicht wante von dir, Herr Jeſu Chrift; den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist; hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht. Chr. Knoll, † 1621. Sterbelieder. 307 442 Valet will ich dir Leiden; verfag mir nicht, geben, du arge falsche Welt; dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier, da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. was ich dich bitt: wenn meine Seel will scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ;' s ist alles gut, wenn gut das End. 2. Rath mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Sollt ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon; verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Muth; laß selig mich abscheiden, schenk mir dein ewig Gut. 3. In meines Herzens Grunde dein Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde; drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde, zum Trost in meiner Noth, wie du dich, Herr, so milde geblutet hast zu Tod. 4. Herr, meinen Namen schreibe ins Buch des Lebens ein; laß mich an deinem Leibe ein Glied mit jenen sein, die in dem Himmel grünen und vor dir leben frei: so will ich ewig rühmen, daß treu dein Herze fet. B. Herberger, † 1627. ( Auf, Christenmensch.) 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du läßt mich nicht verderben; ach, du bist doch von mir nicht fern, ob lassen meine lieben Freund, ich gleich hie muß sterben und die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel sich zu dir schwinget, in durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Noth und Mühe überall. 4. Der Tod, die Hölle, Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden; dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Was sollt ich denn nun traurig sein, weil ich kann wohl bestehen, gez schmückt mit Christi Unschuld rein zu meinem Gotte gehen? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! Bei Gott zu leben 443 Machs mit mir, mir gefällt. Gott, nach ner Güt, hilf mir in meinem 3. H. Schein, † 1630. 308 Die letzten Dinge. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. ( Befiehl du deine Wege.) ch hab mich Gott 444 h hab mich Gott liebsten Vater mein; hier ist kein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich gehen ein, und mich nicht mehr beladen, weil ich wegfertig bin; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und 3. Ach, selge Freud und Wonne hält mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne der ewgen Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von teiner Qual. Was Christus euch beschieden, laßt nicht aus eurem Sinn; in Gottes Gnad und Frieden fahrt dann auch ihr dahin. 3. Siegfried, 1636. Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. ( In allen meinen Thaten.) ie Herrlichkeit 445 Der Erden muß 445 Rauch und Asche werden, fein Fels, kein Erz bestehn. Was uns hier mag ergötzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und dieser Mund erblichen, fragt feiner, was man hier gethan. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen; wir werden hingerissen, der morgen, dieser heut. Was nüßt der Güter Menge? Dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurerSchweiß erwirbt; was Menschen hier besitzen, kann vor dem Tod nicht schüßen; dies alles stirbt uns, wenn man ſtirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scher zen, die nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unvera gänglich Sterbelieder. gänglich sein? Es mag vom Todtenreihen tein Scepter dich befreien, kein Purpur, Gold noch Edelstein. 7. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht; drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns befinnen, der Erde sagen gute Nacht. 8. Wach auf, Herz, und bedenke, daß dieser Zeit Ge schenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genossen, ist als ein Strom verflossen; was fünftig, wessen wird es sein? - 9. Trau nicht auf Men schenlehre, auf Weltgunst, Macht und Ehre, und fleh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 10. Wohl dem, der auf ihn trauet! Er hat recht fest gebauet, und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmer mehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. A. Gryphius,+ 1664. Mel. Herzlich thut mich verlangen zc. ( Besteht du deine Wege.) 309 ist ein elend Leben in dieſer schnöden Zeit; dort wird ein beffres geben Gott in der Ewigkeit. 2. Mit Christo will ich scheiden von dieser Erdenqual, der wird mich selber leiten durchs finstre Todesthal; drum laß ich mir nicht grauen vor diesem Augenblick; bald werd ich ewig schauen mein einzig wahres Glück. 3. Zu Christo will ich fahren in das gelobte Land, der wird mich wohl bewahren in seiner starken Hand. Trotz sei dem Feind geboten, dort will ich seiner spotten daß er mich reiß heraus; im schönen Friedenshaus. 4. Bei Christo will ich bleiben in alle Ewigkeit, und ohn Aufhören treiben sein Lob mit höchster Freud; mit Jauchzen und mit Singen will ich ihm dankbar sein; mun laß mirs, Herr, gelingen zu deinem Preis allein. P. Frant,+ 1675. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. ( Befiehl du deine Wege.) 447 ch bin ein Gast und 446 soll mir werden, da hab hier keinen Stand; der en Christo will wenns meinem Gott gefällt; hier ist nichts zu erwerben in dieser argen Welt. Es ist mein Vaterland. Hier muß ich Unruh haben, hier reis ich ab und zu, dort wird 310 Die letzten Dinge. wird mein Gott mich laben für und für erhält, auch in seiner ewgen Ruh. alles hebt und leget, nach dems ihm wohlgefällt. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth ge= wesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rath. Sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schooß. 4. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freude ein. 5. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straße, die zu der Heimath führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 6. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und 7. Zu dem steht mein Ver langen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin; je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das Meist ist Eitelkeit. 8. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel; ach, komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende mit meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 9. Wo ich bisher geſeſſen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so legt man mich ins Grab. 10. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst andern leuchten soll. 11. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich fingen Sterbelieder. singen von deinem großen Thun und, frei von schnöden Dingen, in meinem Erbtheil ruhn. P. Gerhardt, † 1676. ( Wer nur den lieben Gott läßt walten, Nr. 1₁) 448 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach, wie geschwinde und behende kann kommen meine Todes: noth! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; dieweil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einmal sterben muß, die Seel in Jesu Tod versenken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich durch Christi Blut: 311 machs nur mit meinem Ende gut! 5. Ach, Herr, mach süße mir den Himmel und bitter mir die Lust der Welt; gib, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit ſei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jesu zu, darauf ich mich festgläubig gründe; das gibt mir die ersehnte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: o, mein Herr und Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jeſum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir daher auch gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannſt du meiner nicht vergessen; ich bleib bei ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch 312 Die letzten durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 10. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Gnaden schön geschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 11. Ich leb indeß in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmerniß; mir gnü get, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut! Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt,+1706. 449 Ach, was ist doch unsre Zeit? Flüchtigkeit, Nebel, Rauch und Wind und Schatten; Menschen können nicht bestehn; sie vergehn wie die Blumen auf den Matten. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! Dinge. 3. Jugend, die den Rosen gleicht, die verbleicht; ihre Schönheit muß ver schwinden; es vergeht durch Todesmacht alle Pracht, die wir an den Menschen finden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 4. Menschen sind der Zeiten Spiel, und ein Ziel, drauf die Todespfeile fliegen; die wie schlanke Cedern stehn, groß und schön, müs Unser Leben fleucht behende: sen durch den Tod erliegen. Mensch, bedenke doch das Ende! denke doch das Ende! 5. Ach, der Tod ist dir gewiß; drum vergiß alles Eitle dieser Erden; lente dich zur Ewigkeit jederzeit, willst du dort unsterblich werden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! müth und Herz himmel 6. Schwinge dein Gewärts, wo nicht Tod, nicht Noth, nicht Leiden; denk an das, was ewig ist, lieber Christ, soll dich einst der Himmel weiden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! Sal. Frand, † 1725. 2. Menschen sind zerbrechlich Glas, nichtig Gras, Blumen, die nicht lange stehen; ach, wie bald wird ihre Kraft hingerafft, wenn die Todes: Mel. O Gott, der du ein Heerfürst z. lüfte wehen. Unser Leben 450 mein Leben iſt Mensch, bestand; ich reise nach rem Bateriand, Sterbelieder. 313 Vaterland, nach dem Jeru- duld Beständigkeit; vor salem dort oben, wo eine ewge Ruhestatt Gott selber mir gegründet hat; da werd ich ohne End ihn loben. Mein Leben ist ein Bilgrimstand; ich reise nach dem Vaterland. Straucheln meinen Fuß beschüßze. Ich falle stündlich, hilf mir auf und richte zu dir meinen Lauf; sei mir ein Schirm in Trübfalshizze; laß deinen milden Gnadenschein in Finsterniß nie ferne sein. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so flieht mein Leben schnell dahin, und was vorbei ist, kommt nicht wie der; ich eile zu der Ewigkeit; Herr Jesu, mach mich nur bereit und öffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dent, was ewig, tracht. 3. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die ihr Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet. Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist findt nirgends Ruh; doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich die güldne Himmelsthür mir stell im festen Glauben für. 4. Du treuer Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch haft angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht, ach, eile du, und fleuch mit Gnad und Hilf herzu. 5. Durch deinen Geist mich heilig leit, gib in Ge6. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und schließ ich meine Augen zu, so bring mich zu der Siegesruh, wo Streit und alle Müh verschwinden, und wo ich kann, von Sünden rein, dein Freund und Hausgenosse sein. 7. Bin ich denn hier, im fremden Land, der blinden Welt gleich unbekannt: dort sind die Freunde, die mich kennen; dort werd ich mit der Himmelsschaar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, ach, bleib nicht lang! Hier in der Fremde wird mir bang. F. A. Lampe, † 1729. mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. ( Wer nur den lieben Gott läßt walten, Nr. 1.) 451 und mein Lech ben eilt immerfort zum Grabe hin; wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich 14 noch Die letzten Dinge. 314 noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her: ach, wer nur immer fertig wär! 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten; er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Reich der Todten; wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 3. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in Mel. Wer nur den lieben Gott 2. dich und lasse der Verlaſsnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 7. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch felig sein. B. Schmold, † 1737. deiner Hand; wie lange du 452 Mein Gott, ich mir Frist willst geben, das ist und bleibt mirunbekannt; hilf, daß ich jeden Glocken schlag an meinen Abschied denken mag. 4. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Todten bahr; ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 5. Ein einzger Schlag kann alles enden und Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vater händen und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 6. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, so segne du sie mehr als ich; wenn lauter Thränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das unveränderlich besteht; drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, fein Augenblick geht sicher hin; wie bald zerbricht doch eine Scherbe! Wie kann die Blume schnell verblühn! Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält; dem einen wird das Scheiden herbe, ein andrer sanft in Schlummer fällt. Doch wie du willst; gib nur dabei, daß mir mein Ende selig sei. Sterbelieder. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welche Erde mich einst deckt; doch wenn ich nur den Trost erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so nehm ich jede Stelle ein; die Erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich einst sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe; hab ich nur im Glauben hier, so gilt mirs gleich und geht mir wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. B. Schmold, † 1737. den im Mel. Odu Liebe, meiner Liebe zc. 453 Unier feiner lebt Ph. H. Weissensee,+ 1767. ihm selber, mel. Jesus, meine Zuversicht zc. keiner stirbt ihm selber hier; was wir leben, was wir sterben, kommt, o Herr, allein von dir. Du mußt helfen, tragen, heben, du bist unser bestes Theil, bleibst im Tode, bleibst im Leben unser Trost und unser Heil. 315 3. Nun, es scheiden oder bleiben unsre Lieben oder wir: Jesu, dir uns einverleiben, das sei unsre Sorge hier! Selig, wer entschläft in Frieden, selig wir, die noch nicht todt! Sind die Leiber auch geschieden, sind die Geister doch in Gott. 4. Heil und Wahrheit, Kraft und Stärke gibt Jehova mehr und mehr. Alle seine Weg und Werke sind voll Herrlichkeit und Ehr. Singet ihm, ihr Gotteskinder, der uns liebt am Kreuzes stamm! Bringet Ruhm, ihr Ueberwinder, Gott, dem Vater, und dem Lamm! 2. Glauben, schauen,- leben, sterben, gilt mit dir uns alles gleich; wenn wir nur mit Christo erben, macht der Tod' uns ewig reich. Dann erst fängt des Christen Leben und das rechte Wohlſein an, wenn er sich zu dir erheben und dein Äntliß schauen kann. 454 MeineLebenszeit verstreicht, stündlich eil ich zu dent Grabe, und wie wenig iſts vielleicht, das ich noch zu leben habe! Dent, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht; den Eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, ges lebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, 316 Die letzten Dinge. Gewissen, das vor Gott dir Greis zu vielen noch ein Zeugniß gibt, wird dir dei- Jahr, und keiner nimmt nen Tod versüßen; dieses den Irrthum wahr. Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod; der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsres Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; da bringt Gott alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, den Rath des Herzens, offenbar. 4. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache; sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 5. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun; denn er weckt mich aus dem Staube; er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich stets bedenken; lehre du mich jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert, † 1769. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit, prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb erfüllt, dieß ist es, was vor Gott nur gilt. Herr, mit Menſch, jedem Tag, vor dir mein Herz erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried und Treu die Frucht des Geistes in mir sei. 9. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und einstens in des Glaubens Macht Mel. Erhalt uns, Herr* c. 455 Wie sicher lebt We der der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub, und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Sterbelieder. Macht mit Freuden ruf: es ist vollbracht! Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Herzlich thut mich verlangen zc. ( Befiehl du deine Wege.) 456 Die auf der Erde wallen, die Sterblichen sind Staub; sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 2. Getroft gehn Gottes 2. Getroft gehn Gottes Kinder die öde dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr vor dir, Gott, jeinem Retter, erzittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen, dein Will einft mir gebeut; wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit; wenn meine Kräfte beben, und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst; und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset haſt. 317 5. Des Himmels Wonn und Freuden ermißt kein sterblich Herz; o Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todesüberwinder sei ewig Breis und Dank; Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die aufgelöst zu werden mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es Gott zu geben, wenn er, ihr Herr, gebeut, gehn sie getrost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. G. Bened. Fund, † 1814. met. Christus, der ist mein Leben zc. 457 h glaube, und ch weiß, an wen daß mein Heiland lebt, der aus dem Todesstaube den Geist zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, wenn alles wankt und weicht, der, wenn dem Herze bange, die Retterhand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, und, wenn mein Auge bricht, daß ich ihn ewig schaue, ihn selbst von Angesicht. 4. Er trocknet alle Thränen so tröstend und so mild, und mein unendlich Sehnen wird nur durch ihn geſtillt. 318 Die letzten Dinge. 5. Ich weiß, beim Aufer- schaut, die Sonne geht zur stehen, wenn ich verkläret Ruh, kommt doch morgen bin, werd ich mit Jesu wieder. H. Alberti,+ 1651. gehen durch Ewigkeiten hin. Vers 1-4 von A. H. Niemeyer, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt zc. + 1828. Vers 5 von A. Snapp,+1864. 459 Ruhet wohl, ihr Begräbnißlieder. Mel. Schwing dich auf zu zc. 458 Ginen gutenkampf hab ich auf der Welt gekämpfet; denn Gott hat mir gnädiglich all mein Leid gedämpfet, daß ich meines Lebens Lauf seliglich vollendet und die Seele him melauf Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir beige legt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt vor des Himmels Throne; forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet: mei nes Gottes Angesicht, meine Seele schauet. 3. Diese gar verderbte Welt ist, was meinem Leben nunmehr gänzlich nicht gefällt; drum ich mich ergeben mei nem Jesu, da ich bin jetzt in lauter Freuden; denn sein Tod ist mein Gewinn, mein Verdienst sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Schritt, den ich nun thu in die Erde nieder; der stillen Einsamkeit! Ruhet, bis das End erscheine, da der Herr euch zu der Freud rufen wird aus euern Grüften zu den freien Himmelslüften. 2. Nur getrost, ihr werdet leben, weil das Leben, euer Hort, die Verheißung hat gegeben durch sein theuer werthes Wort: die in seinem Namen sterben, sollen nicht im Tod verderben. Grabe bleiben, der ein Tem3. Und wie sollt im pel Gottes war, den der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schaar, die er selbst mit seinem Sterben hat gemacht zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind; muß der Leib im Grab erfalten, da man nichts als Asche findt: wenn des Herren Hauch drein bläset, grünet neu, was hier verweſet. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem Begräbnißlieder. dem ewgen Himmelsfrieden, den er seinem Volk beschieden. 6. Ruhet wohl, ihr Todtenbeine in des Grabes Dunkelheit! Ruhet, bis der Herr erscheine an dem Ende die ser Zeit! Da sollt ihr mit neuem Leben herrlich ihm entgegen schweben. F. C. Hiller, † 1726. 319 so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott; ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 3. Mensch, es ist der alte Bund, und der Tod zählt keine Jahre; bist du heute noch gesund, denk an deine Todtenbahre; jedem kommt die letzte Stund: Mensch, das ist der alte Bund. 460 Hente mel. Jejus, meine Zuversicht 2c. ente mir und morgen dir! So Mel. Der lieben Sonne Licht und zc. hört man die Glocken fline 461 Die Chriſten gehn gen, wenn wir die Verstorbnen hier auf den Todesacter bringen. Aus den Gräbern rufts herfür: heute mir und morgen dir! von Ort zu Ort durch mannigfaltgen Jammer, und kommen in den Friedensport und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt Armen auf; das Weizen= sie nach dem Lauf in seinen forn wird in sein Beet auf Hoffnung reicher Frucht geſät. 2. Heute roth und morgen todt! auf Flügeln; und wir habens täglich noth, daß wir uns an andern spiegeln; wie bald ruft des Herrn Gebot: heute roth und morgen todt! 4. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe; so wird mir die letzte Noth, wenn sie kommt, doch nicht 5. Selig, mer in Christo stirbt! Denn ihm wird der Tod zum Leben; wer das Leben hier erwirbt, dem nur wird es dort gegeben. Wer nicht lebet, der verdirbt; selig, wer in Christo stirbt. B. Schmold,+ 1737. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist! Gelobt sein eure Schritte, du allbereits befreiter Geist, du jetzt verlaßne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch Glieder deckt mit sanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Of fenbarung; indessen bleibt das Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß: in Jesu Arm und Schooß! Die Liebe Die letzten Dinge. 320 Liebe führ uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan. N. v. Graf v. Zinzendorf,+ 1760. Mel. Heiland, den uns Gott 2c. 462 Aller Gläubgen Sammelplaß ist da, wo ihr Herz und Schatz, wo ihr Heiland Jesus Christ und ihr Leben hier schon ist. 2. Eins geht da, das andre dort in die ewge Heimath fort, ungefragt, ob die und der uns nicht hier noch nützlich wär. 3. Doch der Herr kann nichts versehn; und wenn es nun doch geschehn, hat man nichts dabei zu thun, als zu schweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, geht uns freilich innig nah; doch, o Liebe, wir sind dein, und du willst uns alles sein. Nach N. 2. Graf v. Zinzendorf, + 1760, und Chr. Gregor,+1801. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 463 Nun bringen wir den Leib zur Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wenn Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, lern hier, was unser Leben ist: nach Sorge, Furcht und mancher Noth kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unfre Lebenszeit; auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns findlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seine Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah, Herr Begräbnißlieder. 321 Herr Jesu Christ! Mach Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. uns das Sterben zum Ge: 465 Geht nun hin und winn; zieh unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antlit ewig sehn. Ehrenf. Viebich, 1780. 464 Auferstehn, ja, auferstehn wirst du, mein Staub, nach furzer Ruh! Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben! Halle lujah! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät! Der Herr der Aernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben! Hallelujah! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag! du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich! 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein; mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden; der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligthume zu deines tamens Ruhme. Hallelujah! F. G. Klopstod, † 1803. Grab, denn ich bin des Wanderns müde; von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben 3. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, alles Jrdsche endet; lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. wo 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunkeln Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Deine Frieden scheiden! Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum lette gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht; deun ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr verschwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde; 322 Die letzten Freunde; was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß ich nun will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrthum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eiteln, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. Mein 8. Weinet nicht! füßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Theil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilges Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht, mein Erlöser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnungschwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! E. M. Arndt,+ 1860. Mel. Ich hab mein Sach zc. ( Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit.) a. 466 Wohlauf, wohlan, zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus: wohlan, hinaus! Kein Blei ben ist im Erdenhaus. Dinge. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und laß dein Leid! Schleuß nur getrost die Pforte zu! Was trauerst du? Dein Geist geht hin zur ewgen Ruh. 3. ins Tragt ihn fein sanft Schlafgemach, ihr Lie ben, folgt ihm segnend nach! Hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl: hab gute Nacht, die Nacht iſt kühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph, der Herr macht gute Bahn: das sein Kreuz voran, winkt und deutet himmelan. 5. Jhr Glocken, tönt hochfestlich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Voltk vorhanden ist. b. 6. O selig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist noth! Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil, und wähl in Gott das beste Theil! Begräbnißlieder. 8. Was sorgst du bis zum letten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schatz ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Lod an Todte reiht; sie rufen: gestern wars an mir, heut ists an dir! Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab! Wann, wie und wo, ist Gott bewußt. Schlag an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Sik zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wangenroth: im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 323 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort flingt so hoch und hehr:„ Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr!" Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. C. 15. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein! hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, gönnt allzugleich auch ihm( ihr) ein Räumlein neben euch. am 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; bereitet ist die Stätte schon Gnadenthron, bereitet ihm ( ihr) durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, komm, Herr Jeſu, führ uns ein! Wir harren dein; Amen, dein laß uns ewig sein! Chr. Fr. H. Sachse, † 1860. Beim Tode von Eltern. Met. Herr, ich habe mißgehandelt zc. 467 Bater, hier im Erdenschooße ruhst du lange nun forthin; bald wird auch mit grünem Moose sich dein stilles Grab umziehn; Stürme werden drüber fliegen, Schnee auf deinem Bette liegen. 14* 324 Die letzten Dinge. 2. Doch in unsern treuen( schwarzem) Herzen wird dein Geist, dein Bild, dein Wort unter tiefen Liebesschmerzen unvergänglich leben fort, wie du liebend uns umfangen und in Frieden hingegangen. 3. O wie heilig ist dies Bette, wo der Herr dich hingelegt! Owie theuer diese Stätte, die nun dein Gebeine hegt, das im ewgen Osterwehen himmlisch klar soll auferstehen! 4. Schlafe wohl, o Vater, schlafe deiner Wallfahrt Leiden aus, bis der Hirte seine Schafe sammelt in des Vaters Haus! Sanft sei dir der letzte Schlummer, dein Erwachen ohne Kummer! 5. Jesus Christus, Herr der Todten! der du nichts von dem verlierst, was dein Vater dir geboten, daß dus zur Vollendung führst: dieses Vaters Geist und Ende legen wir in deine Hände! 6. Komm, in unser Herz zu geben deiner Wahrheit hellen Schein, daß, wenn sich die Todten heben, unser Vater ohne Bein spreche bei des Herrn Erscheinen: Sieh, hier bin ich und die Meinen!" A. Knapp, † 1864. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. ( Freu dich sehr, o meine Seele.) 468 Gingefargt zum legten Schlum: mer, blaß, in weißem Sterbekleid, ohne Schmerzen, ohne Kummer, seh ich dich mit stillem Leid, vi lgetreue Mutter du! Jeho trägt man dich zur Ruh; schlummre süß im fühlen Grunde bis zur Auferstehungsstunde! 2. Auge, das mit Lieb und Sehnen oft die Seinen angeblickt, segnend, mit viel tausend Thränen haben wir dich zugedeckt. Nie auf dieser Erde mehr blickst du zärtlich auf uns her; zu Wiedersehens wirst du heller dich schließen. doch Grüßen 3. Hand, die treulich uns geleitet, die uns nichts als Liebe gab, Freud und Trost um uns verbreitet, ruhe nun im stillen Grab! Unermüdet war dein Fleiß, und dein Tagewerk war heiß. Wenn die Todten auferstehen, wird in dir die Palme wehen. 4. Edler Mund, zum Reinen, Großen, und zu Lieb und mildem Wort freundlich, lieblich aufgeschlossen, nimmer tönest du hinfort; aber was die Lippe sprach, tönt in unserm Herzen nach, bis du, wenn die Gräber springen, Gott wirst Hallelujah singen. Herz, das ohne Falsch geschlagen, das in Liebe nie geruht, das uns sterbend noch Beim Tode von Ehegatten. 325 noch getragen, ruhe sanft 3. Die Krone fiel von in Gottes Hut! Weinend, dankend rufen wir: ewger Segen folge dir! Wenn die Grüfte sich bewegen, schlage wieder uns entgegen! 6. Dann wird froh die Thräne fließen, wie sie jetzt in Trauer fließt; froh wird dich dein Kind begrüßen, daß dich heut in Thränen grüßt; dann, dann wird der schwere Stein weg von deinem Grabe sein. Christus war im Tod dein Leben; ewig darfst du vor ihm schweben. A. Knapp,+1864. Beim Tode von Ehegatten. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten 2c., Nr. 1. 469 Be etrübtes Herze, sei zufrieden, ob dich schon schwerer Kummer plagt; der Himmel bleibt dir doch beschieden, den dir dein Jesus zugesagt; fein Kummer, keine Noth und Bein kann dir, mein Herz, im Wege sein. 2. Zwar schwimmest du in heißen Thränen, das ist der Wittwen täglich Brot; du quälest dich mit bangem Sehnen, denn dein Geliebter ist ja todt; ists möglich, wenn das Herz entzwei, daß noch der Mensch lebendig ſei? deinem Haupte, der Baum starb, so dir Schatten gab; die Sonne, die kein Nebel raubte, geht unter und sinkt in ihr Grab. O welch ein Schmerz, welch eine Nacht, in welche dich der Tod ge= bracht! 4. Die armen Waisen stehn verlassen, wie Schäflein, wenn der Hirte fehlt; ihr Herze weiß sich nicht zu fassen, indem es sieht, was deines quält; ihr fragend Wort, ihr Schmerzensblick ruft dir, was du verlorst, zurück. 5. So weine nur, betrübtes Herze, und flage Gott dein schweres Leid; er ist auch in dem größten Schmerze mit seiner Hilf und Trost bereit; er ists, der, was dich jetzt erfüllt, er ists, der deinen Jammer stillt. 6. Drum halte ein mit deinen Thränen, versinke nicht in ihrem Meer; es bringt kein Klagen und kein Sehnen dir, was du wünscheft, wieder her; doch wirst du, glaub, es wird geschehn, einst, den du liebest, wiedersehn. 7. Da wird kein Tod die Herzen scheiden, kein Kummer um das Lager stehn; da werdet ihr in tausend Freuden auf Salems schönen Höhen gehn und, heller als der Sterne Schein, Mann, Die letzten Dinge. 326 Mann, Weib und Kinder ewig sein. 8. Indessen stille dein Gemüthe, dein Jesus sorget selbst für dich; er hört der frommen Wittwen Bitte, sein treues Herz erbarmet sich; er ist und bleibet allezeit auch dir mit Hilf und Trost bereit. G. B. Scharff, † 1744. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 470 Ach Gott, ich muß in Traurigkeit mein Leben nun beschließen, dieweil der Tod von meiner Seit so eilends hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein: deß muß ich jetzt beraubet sein; wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit gedent in meinem Herzen, die sie mir hat zu jeder Zeit, in Freud und auch in Schmerzen, erwiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Weltrechtschaffne Liebe finden? Der meiste Theil nicht Glauben hält, die Treu will gar verschwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: die best ist doch getraute Treu; der muß ich jetzt entrathen. 4. Fürwahr, mir geht ein scharfes Schwert jetzund durch meine Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle; wo du nicht, o Herr Jesu Christ, in solchem KreuzmeinTröster bist, muß ich vor Leid verzagen. 5. O treugeliebtes selig Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst wollt wenden; ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz gewandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, kein Trübsal, Weh und Noth kann dich jezund verleßen; im Himmel will der fromme Gott mit Liebe dich ergötzen. Die Seele schaut mit Luft und Freud den Herrn in seiner Herrlichkeit mit allen Auserwählten. 7. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir; da werd ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn und Lust, die deine Seele täglich fost, drauf ich mich herzlich freue. 8. Dwie mit großer Freudigkeit wolln wir einander kennen; da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach, welche Freude wird dann sein, wenn ich dich, die Beim Tode von Ehegatten. 327 die ich jetzt bewein, mit Liebe dann, deren Zähre, Freuden werd umfangen. Gott zur Ehre, bitter, doch im Glauben rann; dann beim Krönen wird ertönen, was die ewge Liebe kann. 5. Herr, umfasse uns und lasse leuchten hell dein Angesicht; stets behüte deine Güte dieses Grab mit Freudenlicht! Laß dich loben hier und droben, denn die Liebe stirbet nicht! A. Knapp,+ 1864. 9. Dies will ich stets in meinem Leid mir zu Gemüthe führen, erwarten in Geduld die Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes steh bei mir und mich durch seinen Geist regier, zu seines Namens Ehren. 3. Heermann,+ 1647. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig zc. ( Gott im Himmel und auf Erden.) 471 Beh zum Schlummer ohne Kummer, theures gottvertrautes Herz! Nun ists stille; deine Hülle schläft hier aus den letten Schmerz und die Liebe, wenn auch trübe, schaut durch Thränen himmelwärts. 2. Geh zur Ruhe, thu, o thue friedevoll die Augen zu! Vielgeliebte, Vielgeübte, deines Gatten Wonne du! All die Deinen, die hier weinen, gönnen doch dir deine Ruh! 3. Schlafe, schlafe! Seine Schafe kennt auch hier der treue Hirt. O hier schwindet, was da bindet, was die Seelen quält und irrt! Dies Verwesen schafft Genesen, daß dich ewig freuen wird. 4. Jauchzend stehen, wiedersehen wird dich unsre Beim Tode von Kindern. Mel. Ermuntre dich, mein c. 472 Du bist zwar mein und bleibest mein; wer will mirs anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein; der Herr pon ewgen Tagen, der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Kind, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut ewiglich mir wünschen und erwählen; ich wollte sagen:„ Bleib bei mir; du sollst sein meines Hauses Zier; an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben." 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch besser; groß - Die letzten Dinge. 328 groß ist die Lieb in meinem Muth; in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr, Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, daraus die Jungen und Alten sind entsprungen. - 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an ſeinem Thron im 473 So geh nun hin, ( o dem Himmel folle leben. Ich sprech: ach weh, mein Licht verschwindt! Gott spricht: willkommen, liebes Kind; dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rath, o schönes Wort und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, fein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn; bei Gott kann keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmer mehr betrübet. 6. Ach, dürft ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den du auch geheiligt bist; ich weiß, ich würde müssen vor Freuden Thränen gießen. und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh; da leb und bleib nur immer zu; wills Gott, will ich mit andern auch bald hinüber wandern. P. Gerhardt,+ 1676. 7. Nun denn, es sei und bleib also! Ich will nicht um dich weinen; du lebst mel. Vater unser im Himmelreich zc. ( Gott, Vater, an Erbarmen.) du liebes Kind so hold und fein! Geh hin und schlaf in stiller Ruh in deinem engen Kämmerlein! Schlaf, bis der Toten Schaar erwacht, schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 2. Wohl dir, du schlossest früh den Lauf in diesem armen Fremdlingsland; die Seele eilte himmelauf, zu ruhen in des Herren Hand. Schlaf, bis der TodtenSchaar erwacht, schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 3. Dich hat noch nie die Welt betrübt mit ihrer falschen Sündenlust; nun hast du, was dir Wonne gibt, du ruhst an deines Jesu Brust und schläfft, bis alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 4. Dich hat des Vaters Herz versorgt, du lebst in seinem Himmelshaus; hier hat er deinen Leib geborgt der Erd, daß sie ihn geb heraus, Beim Tode von Kindern. heraus, wenn wieder alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 5. Ihr Engel, stehet um die Gruft, bewahret freundlich dies Gebein, bis der maleinst die Stimme ruft: ,, Komm her, mein Kind, ach komm herein!" Nun schlaf, bis alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 6. Geh hin! Ich folge dieser Bahn, die Seligkeit mit dir zu sehn; da werd ich, neu dir zugethan, er freut vor meinem Heiland stehn. Wohl mir, wenn ich dir gleich gemacht, der Welt darf geben gute Nacht. S. Bornmeister, † 168 8. - Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. ( Befiehl du deine Wege.) 474 So hab ich obgefieget, mein Lauf ist nun vollbracht; ich bin gar wohl vergnüget und fag euch gute Nacht! Zhr aber, meine Lieben, flagt nicht so ängstiglich. Was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch sehr gut um mich. 2. Fahrt hin, o Angst und Schmerzen, fahrt immer, immer hin! Jch freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in taus send Freuden in meines 329 Schöpfers Hand; mich trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 3. Die noch auf Erden wallen in irrthumsvoller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewigkeit. Viel besser wohl gestorben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. mir Kränze, damit mein 4. Zum Schmucke bringt Sarg noch prangt; aus meine Seel erlangt die ewig jenem Himmelslenze hat Siegespracht rührt her von grüne Krone; die werthe Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 5. Noch netzet ihr die Wangen, ihr Aeltern, über mir; euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 6. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit; Gott will mich zu sich ziehen, drum werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott hats zu nehmen Macht; er nimmts zum ewgen Leben; er hat es wohl gemacht. G. W. Sacer, † 1699. Die letzten Dinge. 330 Mel. Es ist genug, jo nimm, Herr 2c. ( Es ist genug, Gott ist getreu.) 475 3euch bin, mein Kind! Gott selber fordert dich aus dieser argen Welt; ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind!:,: 2. Beuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn; die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir, nun wieder fortzuziehn. Beuch hin, Gott hat es so versehen; was dieser will, daß muß geschehen; zeuch hin, mein Kind!:,: 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, kein Schmerz, der Seelen plagt; hier müssen wir in Nengsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben; zeuch hin, mein Kind!: 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, sobald es Gott gefällt; du eileſt fort, eh dir das Ungemach 5. Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf deinen frommen Geiſt; nun siehest du, wie Gottes lieber Sohn dir selbst die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbunden, du hast durch Jesum überwunden; zeuch hin, mein Kind!:,: G. Hoffmann,+ 1712. Welt, ich muß dich zc. ( In allen meinen Thaten.), Mel. in 476 Wenn kleine Himihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht; sie sind bei Gott in Gnaden; was soll es ihnen schaden, wenn er nun über sie gebeut? 3. O wohl auch diesem Kinde; es stirbt nicht zu geschwinde; zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja mur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. A. Nothe,+ 1758. Gericht und Ewigkeit. verbittert dieſe Welt. Wer 477 An dem Zorntag, lange lebt, Leide, wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude; zeuch hin, mein Kind!:,: an hohen, stürzt die Welt in Feuers lohen, wie Prophetenschwüre drohen. Gericht und 2. Welch ein Graun wird sein zur Stunde, wenn der Richter kommt und Kunde nimmt von allem bis zum Grunde! 3. Die Posaun im Wundertone dröhnt durch Grüfte jeder Zone, sammelt alle vor dem Throne. 4. Érd und Tod wird schaun mit Beben alle Creatur sich heben, Antwort vor Gericht zu geben. 5. Und ein Buch wird aufgeschlagen, drin steht alles eingetragen, deß die Welt ist anzuflagen. 6. Wenn der Richter also sibet, wird, was dunkel war, durchblizet, vor der Rache nichts beschützet. 7. Ach, wie werd ich Armer stehen? Wen zum Anwalt mir erflehen, wenn Gerechte schier vergehen? 8. König voll erhabner Schrecken! Gnade nur deckt unfre Flecken, Gnade, Gnade laß mich decken! 9. Jesu, milder Heiland, fiehe, wie ich Ziel war deiner Mühe, daß ich jenem Zorn entfliehe! 10. Hast dich matt um mich geschritten, hast am Kreuze mich erstritten; das sei nicht umsonst gelitten. 11. Richter mit der heilgen Wage, tilge wider mich die Klage vor dem großen Rachetage. Ewigkeit. 331 12. Sieh, ich feufze schuldbeladen, schamroth über schweren Schaden! Hör mein Flehen, Gott, in Gnaden! 13. Du, der schuldfrei sprach Marien und dem Schächer noch verziehen, hast auch Hoffnung mir verliehen. 14. Mein Gebet gilt nicht so theuer, aber laß mich, o du Treuer, nicht vergehn im ewgen Feuer! 15. Zu den Schafen mich geleite, von den Böcken in die Weite stelle mich zur rechten Seite. 16. Wenn Verworfne sich entfärben, die du hinsprichst ins Verderben, rufe mich mit deinen Erben. 17. Tief im Staub ring ich die Hände; zum zerknirschten Geist dich wende; Herr, verwalte du mein Ende! Nach dem Lateinischen( dies irae) des Thomas von Celano( † um 1255) von A. Knapp, † 1864. 478 Mitten wir im mit dem Tod umfangen. Wer ist, der uns Hilfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth! Erbarm dich unser! Die letzten Dinge. 332 2. Mitten in dem Tod auficht uns der Höllen Rachen. Wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit Sünd und großes Leid. Hei liger Herre Gott, heiliger, starfer Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Gluth! Erbarm dich unser! unsre 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd uns treiben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starter Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Erbarm dich unser! Luther,+ 1546. ( Herr, wir fingen deiner.) 479 W Wachet auf! ruft die Steht auf, dieLampen nehmt! Hallelujah! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz will ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Jhr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Ehr und Preis sei dir gefungen mit Menschen- und mit Engelzungen, mit Harfen schön. von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel Aug hat je gesehn, kein Ohr hoch um deinen Thron. Kein hat je gehört solche Freude; drum jauchzen wir und singen dir das Hallelujah für und für. Ph. Nicolai,+ 1608. Stimme der Wächter sehr 480 erufalem, hoch auf der wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt! du hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Hügel, weit über Thal und Feld schwingt es Gericht und Ewigkeit. es die Glaubensflügel und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann bist du endlich hier, da ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände, zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil an lände in jenem Vaterland? 3. D Chrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir hat Gott gegeben das Erb 481 Schöner Himmelsder Ewigkeit! saal, Vaterland der Frommen, die aus großer Qual dieses Lebens kom men, und von keiner Lust in der Welt gewußt! 4. Was für ein Volk, was für ein edle Schaar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, ſeh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war von ferne in meinem Thränenland. 5. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland trugen dort des Kreuzes Joch und der Tyrannen Bein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit son nenlichtem Strahl. 333 erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis; das Hallelujah reine man singt in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit: 6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud 7. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, in Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und lieblichen Getön sich regt der Freudensaal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, als von Anfang gesungen. das selge Himmelsheer. 3. M. Meyfart,+ 1642. dich such ich vor allen, weil 2. Sei mir hoch gegrüßt; ich öd und wüst in der Welt muß wallen und von Kreuz und Pein nie befreit kann ſein. 3. Deinetwegen bloß trag ich dies mein Leiden, diesen Herzensstoß willig und mit Freuden; du versüßest mir alles Bittre hier. 4. Trüg mein armes Herz nicht nach dir Verlangen, o, in meinem Schmerz wär ich längst vergangen; du bist, einzig du, nichts sonst meine Ruh. Die letzten Dinge. 334 5. Gott, du kennst vorhin alles, was mich kränket, und woran mein Sinn Tag und Nacht gedenket; niemand weiß um mich, als nur du und ich. 6. O wie werd ich mich dort an dir erquicken! Du wirst mich, und ich werde dich erblicken, ewig herrlich, reich und den Engeln gleich. 7. Schöner Himmelssaal, Vaterland der Frommen, Ende meiner Qual, heiß mich zu dir kommen; denn ich 483 Jefus, mene uz wünsch allein bei dir zu sein. S. Dach, † 1659. versicht und mein Heiland, ist im Leben; dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 482 wie felig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Jhr seid entgangen aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr dagegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer, kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt erwerben? Wer wollt hier bleiben, sich vom Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Herr, uns aus dem Joch zu spannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. S. Dach, 1659. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen; thr habt das schon, wonach wir uns sehnen; euch wird gesungen, was in keines Ohr allhier gedrungen. 2. Jesus, er mein Hei Land, lebt; ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff nung Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken Gericht und Ewigkeit. wecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird meiner Augen Licht diesen meinen Heiland kennen, und ich selbst, ich zweifle nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 6. Seid getrost und hocherfreut, Jesus trägt euch, seine Glieder; gebt nicht Statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wenn einst die Posaun ertlingt, die auch durch die Gräber dringt. 7. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr dort vereint sollt werden; schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Churfürstin von Brandenburg,+ 1667. ( Der unsre Menschheit an sich nahm.) 484 Ewigkeit, du O Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende; mein ganz erschrocknes Herz erbebt, wenn mir dies Wort im Sinne schwebt. 335 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt, nicht endlich muß vergehen; nur die unselge Ewigkeit ist ohne Maße, Ziel und Zeit, bleibt unverändert stehen; ja, wie mein Heiland selber spricht: ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. 3. Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang! Hier gilt fürwahr fein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusammt der großen Bein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach, Gott, wie bist du so gerecht; wie strafest du den bösen Knecht so hart mit ewgen Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Bein be stellt! Ach, nimm es wohl zu Herzen, bedenk es oft, 0 Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, von Sündenschlaf; ermuntre dich, verlornes Schaf, und bessre bald dein Leben! Wach auf, es ist sehr hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben; vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß doch, wie er sterben mag! Die letzten Dinge. 336 6. D Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Beit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Joh. Rist,+ 1667. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort zc. ( Der unsre Menschheit an sich nahm.) Ewigkeit, du 485 reubenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzensfröhlichkeit nichts mehr vom Weltelende, das uns in diesem Leben quält, weil ich die Ewigkeit erwählt. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß vergehen; allein die selge Ewigkeit bleibt ohne Jahre, Ziel und Zeit, bleibt unverändert stehen; ja, wie das Wort des Herren spricht: sie welket und vergehet nicht. 3. O Ewigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden 4. Im Himmel lebt der Christen Schaar bei Gott viel tausend, tausend Jahr und werden deß nicht müde; sie haben mehr als Sonnenlicht, sie sehen Gottes Angesicht, sie haben goldnen Frieden, wo Christus gibt, wie er verheißt, das Manna, so die Engel speist. 5. Ach, wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Begier, du überich diese lange Zeit erwäge sammt der Seligkeit, die ewig nichts zerstöret, so acht ich alles Leiden kaum als einen ängstlich bösen Traum. mich, mein Gott, dahin, wo- nach jetzt Seele, Muth und Sinn mit allen Kräften streben. Der schnöden Welt vergeß ich ganz und sehn mich nach des Himmels Glanz. 6. Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gib mir solchen Sinn, bis ich dort ewig bei dir bin. Nach C. Heunisch, † 1690. mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. ( Alle Menschen müssen sterben.) gleich ist bang, weiß ich, daß 486 Alle Menschen müſ wenn alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib, der muß verwesen, wenn er anders soll genesen zu Gericht und Ewigkeit. 337 zu der großen Herrlichkeit, Ach, wie lieblich Lobgetöne die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich die ses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnoth ist des Herren Jesu Tod. 3. Christus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Him melsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron; da die Seraphinen prangen das Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der Vater, Sohn und Geist! und 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal; wo auf ihren Ehrenthronen sizzet der Apostel Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, wo dem Herrn, der uns versöhnt, ewig Hallelujah tönt. 6. Jerusalem, du schöne, ach, wie helle glänzest du hört man da in sanfter Ruh! Q der großen Freud und Wonne! Jezo gehet auf die Sonne, jezo gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit; jezo werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit der güldnen Ehrenfrone; stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. 3. G. Albinus,+ 1679. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt 2c. ( Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit.) 487 Wiefleucht dahin der Zeit, wie eilet man zur Ewigfeit! Wie wenig denken an dieStund von Herzensgrund, wie schweigt davon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger leerer Wasserschaum; ein Augenblick, der schnell vergeht und nicht besteht, wie ihr dies täglich vor euch seht. 3. Nur du, Jehova, bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ists Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 15 Die letzten Dinge. 338 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn! Gib, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth? Lust, Ehr und Reichthum in dem Tod? O Mensch, du läufft dem Schatten zu! Das merke du; du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6. Weg Gitelfeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir, so dort, wie hier; Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh? Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. 3. Neander, † 1680. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. ( Befiehl du deine Wege.) Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht; kein Mensch ist ausgenommen, dort muß ein jeder nahn und wird den Lohn bekommen, nachdem er hier gethan. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht! Ende, der Hölle Angst und 3. Bedente, Mensch, das Leid, daß dich die Welt nicht blende mit ihrer Eitelkeit. dort aber ewiglich ein klägHier ist ein kurzes Freuen, lich, schmerzlich Schreien; ach, Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke doch die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt; dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterthron, laß 488 Bebente, Menich, mich auch nicht verachten der das Ende, bedenke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende; der heute frisch und roth, kann morgen und geschwinder hinweggestorben sein; drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag. Jm Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Sam. Viscov(?), † 1689. Gericht und Ewigkeit. 339 ihr mit Freuden sehen, wie wohl mir durch den Tod Vor 1694. Mel. Erquicke mich, du Heil der zc. 489 ruhe nun in Gottes mein Leib schläft sanft und selig ein; die Liebe läffet Mel. Valet will ich dir geben 2c. mich erwarmen bei ewig 490 Ermuntert euch, gnadenreichem Schein. Dort hatt ich wenig Ruhestunden, hier hab ich sie in Gott gefunden. ihr Frommen! Zeigt eurer Lampen Schein; der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein; es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Bracht. Auf, betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitternacht. 2. Hier hab ich alles zu genießen, worauf mein - Glaube sich gefreut; der Lebensquell läßt auf mich fließen die Ströme seiner Seligkeit. Mein Freudenmeer ist Gottes Fülle; bei dem ist meine Seele stille. 3. Mein matter Leib schläft in der Erden, er schläft, bis ihn mein Freund erweckt; die Asche wird zur Sonne werden, ob sie gleich finstre Nacht jeßt deckt; er wird mit Freuden auferstehen, mit mir vereint zur Hochzeit gehen. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Del, und seid des Herrn gewärtig; bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah. Begegnet ihm in Reihen und singt Hallelujah. 4. Da wird das Lamm mich ewig weiden auf Auen selger Sicherheit; da ist das Himmelsbrot der Freuden in Ewigkeit für mich bereit; das hab ich schon von Gott empfangen mit denen, die vorangegangen. 5. Jhr, die ihr jezo Thränen speiset, denkt an des Himmels Freudenmahl; ob ihr noch durch die Wüste reiset, Gott bringt euch in den Ehrensaal; da werdet 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, thr Reichsgenossen! Der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen; drum schlafet nicht mehr ein! Man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlingsschein verheißt Grquickungszeiten; die Abendröthe zeigt den schönen Tag von weitem, davor das Dunkel weicht. Die letzten Dinge. 340 5. Begegnet ihm auf ErMel. Gott des Himmels und 2c. den, ihr, die ihr Zion liebt, 491 Wer sind die vor Gottes seid nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Krenz und Klagen in Freuden sonder Leid mit leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen trium phiren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Sieges: palmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Weizenhalmen in Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen, hier quillt der Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden; hier ist die sichre Pfort, hier sind die güldnen Gassen; hier ist der Freudensaal, da wir uns niederlassen zum ewgen Hochzeitmahl. 9. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf! Geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit, wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. 2. Laurenti, † 1722, was ist das für eine Schar? Jeder träget eine Krone, glänzet gleich den Sternen flar; Hallelujah singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen, wie ein Sieger in der Hand, wenn er ſeinen Feinderschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat erzeuget diefen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide göttlicher Gerechtigfeit, angethan mit weißem Kleide, das bestäubet feine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gekämpfet für des großen Gottes Ehr, haben Fleisch und Blut gedämpfet, folgend nicht dem Sünderheer; die erlanget auf den Krieg durch des Herren Arm den Sieg. 5. Es sind die, so durchgedrungen durch viel Trübsal, Angst und Noth, im Gebet auch oft gerungen mit dem hochgelobten Gott; nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; Gericht und Ewigkeit. nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligthum. 7. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gebet zu dir ich wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: treibe, Herr, die Feinde weit! 8. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt; führe mich aus aller Noth, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 9. Daß mein Theil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, und aus großer Trübsal kom men; hilf, daß ich auch überwind alle Trübjal, Noth und Tod, bis ich komm zu meinem Gott. 10. O wie groß wird sein die Wonne, wenn ich mit der heilgen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne flar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit. Th. Schent, † 1727. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. ( Alle Menschen müssen sterben.) 492 wie fröhlich, o wie selig werden wir im Himmel sein! Dro ben ärnten wir unzählig 341 unsre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, dort, wo man nach Thränen lacht. 2. Ach, wer wollte sich nicht sehnen, dort in Zion bald zu stehn und aus diesem Thal der Thränen an den Freudenort zu gehn, wo sich unser Kreuz in Palmen, unser Klagelied in Pisalmen, unsre Last in Lust verkehrt unddas Jauchzen ewigwährt! 3. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird uns das Lobgetöne seiner Engelichar erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen! Wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 4. Ach, wann werd ich dahin kommen, daß ich Got tes Antlig schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht alles Gold beschämet macht? 5. Nun, so stille mein Verlangen, o du großer Lebensfürst! Laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herz Die letzten Dinge. 342 Herz recht himmlisch werden, bis mein Loos auf jener Welt auf das Allerhöchste fällt. V. Schmold, † 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott zc., Nr. 1. 493 Nacheiner Prüfung kurzer Tage er wartet uns die Ewigkeit! Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß nud jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt, bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend oftmals leidet, das Laster oftmals glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth; den Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird des Vaters heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! singen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, stets fromm mit Frommen umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn Gericht und Ewigkeit. ihn zu Millionen malen noch segnen, daß er ihn mir wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbar an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Wie wohl ist mir, Freund der Secle 2c. 494 Die ie Seele ruht in Jesu Armen, der Leib schläft sanft im Erden schooß; nun kann sich Herz an Herz erwarmen; die Ruh ist unaussprechlich groß, die sie nach wenig Kampfesstun den bei ihrem holden Freund gefunden; sie schwimmt im stillen Friedensmeer. Gott hat die Thränen abgewischet, ihr Geist wird durch und durch erfrischet, des Herren Glanz ist um sie her. 2. Sie ist nun aller Noth entnommen, ihr Schmerz und Seufzen ist dahin; sie 343 ist zur Freudenkrone kommen, sie steht als Braut und Königin im Golde ewger Herrlichkeiten dem großen König an der Seiten; sie sieht sein klares Angesicht! Sein freudenvolles lieblich Wesen macht sie nun durch und durch genesen; sie ist ein Licht im großen Licht. 3. Sie jauchzt dem Sterblichen entgegen: ja, ja, nun ist mir ewig wohl! Ich bin durch meines Mittlers Segen des Lebens, Lichts und Freuden voll! Mein schönes Erbtheil ist mir worden; viel tausend aus der Selgen Orden bewundern jauchzend meine Pracht. Man kann in allen Himmelschören gleichwie mit Donnerstimmen hören: der Herr hat alles wohl gemacht. 4. Ja wohl gemacht durchs ganze Leben, recht wohl in meiner Todespein! Sein mütterliches Tragen, Heben bracht mich heraus, hindurch, hinein! Heraus aus dieser Erde Lüsten, hindurch durch die Versuchungswüsten, hinein ins schöne Canaan. Da darf ich auf den grünen Auen den Helden, der mich führte, schauen, der große Ding an mir gethan. 5. Nun kann das Kind den Vater sehen, es fühlt den sanften Liebestrieb; nun kann es Jesu Wort verstehen: er 344 Die letzten er selbst, der Vater, hat mich lieb! Ein unergründlich Meer des Guten, ein Abgrund ewger Segensfluthen entdeckt sich dem verklärten Geist; er schauet Gott von Angefichte und weiß, was Gottes Erb im Lichte und ein Miterbe Christi heißt. 6. Der matte Leib ruht in der Erden, er schläft, bis Christus ihn erweckt; dann wird der Staub zur Sonne werden, den jetzt die finstre Gruft bedeckt; dann werden wir mit allen Frommen, wer weiß, wie bald, zusammenkommen und bei dem Herrn sein allezeit; dann werden wir ihn ewig sehen; wie wohl, wie wohl wird uns geschehen! Herr Jesu, komm, mach uns bereit! 3. B. E. Allendorf, † 1773. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund zc. 495 Gs ist noch eine Ruh vorhanden; auf, müdes Herz, und werde Licht! Du seufzest hier in deinen Banden, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der heiße Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet; so gehst du ein zu deiner Ruh. Dinge. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Der gute Hirte wollte sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; er ruft, er locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euern Kummerhöhlen, geht nicht mehr müde und gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: ich selbst will eure Ruhstatt sein! Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Hölle toben, seid nur getrost und gehet ein. 4. Da wird man Freudengarben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus; o, welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid wird ferne weichen, es wird kein Tod uns mehr erreichen, wir werden den Erlöser sehn; die Thräne wird vom Aug er wischen, sein Lebensstrom wird uns erfrischen; wer weiß, was sonst noch soll geschehn! Gericht und Ewigkeit. 345 ist, mich will erheben. 5. Kein Durst noch Hunger der zum Leben, das dort wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da: die Sonne wird uns nicht mehr stechen, der Herr ist seinem Volke nah. Er selbst will über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen, der große Sabbath ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 6. Da ruhen wir und sind in Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden! Legt euch dem Heiland in den Schooß! Ach, Flügel her! Wir müssen eilen und uns nicht länger hier ververweilen, dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubiliren; auf, gürte dich zum Triumphiren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! 3. S. Kunth, † 1779. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. ( Mein ganzer Geist.) ein 496 Gott, wird ganz entzückt, wenn er hinauf gen Himmel blickt, dahin dein Rath uns leitet; wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird er kannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben; dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen; hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern, hier gibt sich, sie zu trösten, den Erlösten zu erkennen, der, den sie schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wandeln sie, auf ewig frei von aller Müh, und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust und ihre tausendfache Lust fein feindliches 346 Die letzten Dinge. liches Gemüthe; kein Neid, Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. kein Streit hemmt die Triebe ( Schon ist der Tag.) reiner Liebe unter Seelen, die hinfüro nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich ewig wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder; ewig werd ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen; o ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, 7. Wo mein des Höchsten Sohn, der mich des Höchsten Sohn, der mich geliebt? Wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen, da werd ich dich, Herr Jesu Christ, so menschenfreundlich als du bist, auch mit Entzücken sehen; da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlich keit, du hast die Stätt auch mir bereit; hilf sie mir auch ererben! Laß mich eifrig darnach streben und so le ben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. J. S. Diterich, † 1797,( nach Ahasverus Fritsch, † 1701). 497 Schon ist der Tag von Gott be= stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn; er kommt und Wolfen sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, versammeln sich die Scharen, die seit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie des Meeres Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche heit unterliegen. Hier, wo Wahn der Welt der Wahrdas Recht die Waage hält, wird feine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt: kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schar; zu der, die ihm nicht folgsam war: hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: stürzt über uns Gericht und Ewigkeit. uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Entzücken. 6. Frohlockend ziehn sie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stück: werk wird Vollkommenheit; kein Kummer, keine Trau rigkeit stört ihre selgen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden kränken! Es reize mich, gewissenhaft und, eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. S. Diterich,+ 1797. Mel. Wachhet auf, ruft uns die Stimme 2c. ( Herr, wir singen deiner Ehre.) Zelig find des Himmels Er498 ben, die Todten, die im Herren Aufersterben, zur stehung eingeweiht! Nach den legten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne und Unsterblichkeit! Im Frieden ruhen sie, frei von der Erde Müh, Hosianna! Vor Gottes 347 Thron zu seinem Sohn begleiten ihre Werke sie. 2. Dant, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir," Versöhner Jesu Christ! Jhr, derlleberwinderChöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und opfert ist! Er sant wie Ehre dem Lamme, das gewir ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hats vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr; das Alte ist nicht mehr. Hallelujah! Er sank hinab, wie wir, ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm. F. G. Klopstock, † 1803. Mel. Nun preiset alle 2c. 499 ch hab von ferne, Thron erblickt, und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben!:) 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn! 15* Du 348 Die letzten Dinge. von Du bist allmächtig; drum aus von ihrer Irrfahrt ist dein Licht so schön! Schmerzen. Der langen Könnt ich an diesen hellen Sehnsucht Ziel, das höchste Thronen doch schon Gut, der Herzen Heimath heut an ewig wohnen!:,: ist in seinem Herzen; er ging voran, die Stätte steht bereit; wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 3. Bei ihm versammelt! GeinemSalem geht die Wallfahrt zu. Wie oft in guten Stunden, wenn seiner Nähe Odem uns umweht, hat es sein Volk vor ihm vereint empfunden; das ist die Fülle aller Seligkeit: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 3. Nur bin ich sündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt; ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.:,. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann er schreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben.:,: 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre hellen, goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen.:,: 3. Timoth. Hermes,+ 1821. 500 Wir werden bei dem Herrn sein allezeit! Du Heimathlaut in fremden Pilgerthalen! Tiefdunkel ist die ernste Ewigkeit, doch wie durch Nachtgewölk des Mondes Strahlen, glänzt der Verheißung Licht durch Todesleid: wir werden bei dem Herrn fein allezeit! 2. Bei ihm daheim! In seiner Liebe ruht die Seele - 4. Hier trennt die Welt; was heut sich liebend fand, sehnt morgen sich nach Blick und Wort vergebens; es drängt sich zwischen Seelen, Meer und Land, und starrer noch das Machtgebot des Lebens. Der Himmel sammelt, was die Welt zerstreut; wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 5. Und waren wir hier jemals ganz vereint? Ach, nur das Reine eint sich mit dem Reinen! Die Schuld, die täglich noch das Herz beweint, sie scheidet es von den geliebten Seinen. Der Fürst des Friedens tilgt, was uns entzweit; wir werden bei dem Herrn sein allezeit! Anhang. 6. Wir irren alle, sind erlöst noch nicht von alter Sinnverwirrung schweren Banden; die Sprache, die ein Kind des Hauses spricht, wird von dem andern Kinde nicht verstanden. Das Wort des Vaters löst der Rede Streit: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! Anhang. 349 7. Du Gotteswort, dem froh der Glaube traut, wohl magst du allen Erdenjammer stillen, das finstre Thal, vor dem der Seele graut, mit Morgenroth und heilgem Frieden füllen! O Heimathlicht aus dunkler Ewigkeit: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! Meta Heußer- Schweizer,+1876. Acht mich in aller 3. auf Hab tht auf groter Gott, wanns gehet wohl, wann mir die Glückessonn will scheinen, die meine Seel macht freudenvoll, daß sie nichts wissen mag von Weinen, daß ich dem blinden Glück nicht traue, vielmehr auf deine Güte schaue, weil oft das Glücksrad wendet sich; mein Vater, so hab Acht auf mich. Herr aller Herren, wann Satans Wuth, die Höllen rott den Rachen gegen mich aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlingen und in die höchste Noth zu bringen, so bitt ich dich herzinniglich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 2. Hab Acht auf mich; wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut abwenden, so halte mich, Herr, als dein Kind, mit deinen treuen Vatershänden; bleib du mir stets in den Gedanken, laß mich von deinem Wort nicht wanken; wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 4. Hab Acht auf mich und sieh mir bei, wann mir das Unglück braust entgegen, daß ich nicht zu verzaget sei und weichen mög von deinen Wegen, die mir zu wandeln sind befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitterlich, mein Vater, so hab Acht auf mich. Anhang. 350 5. Hab Acht auf mich, wann ich gesund, wann ich empfinde feine Schmerzen, wann keine Klag in meinem Mund noch Trauern ist in meinem Herzen; damit ich bei gesundem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe; auf daß ich nie vergesse dich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 6. Hab Acht auf mich, auch wann ich krank, wann die Gesundheit will verschwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehme die Arznei der Sünden; laß mich nicht ungeduldig werden und denke, daß ich Staub und Erden, auch wenn die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 7. Hab endlich dann auch Acht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, da mir das frohe Glaubensende ertheilen werSen deine Hände; daß ich bei dir leb ewiglich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 8. Ach, laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngster Tag erscheinet; der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hier nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten stehn und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab Acht auf mich, so will ich ewig preisen dich. H. L. Schlosser,+ 1723. Register. Nr. Abermals ein Jahr verfl. 49 Ach bleib bei uns, Herr 151 Ach bleib mit deiner 152 Ach Gott, ich muß in 470 Ach Gott und Herr, wie 215 Ach Gott, verlaß mich n. 300 Ach Gott, vom Himmel 150 Ach, mein Herr Jesu 317 Ach, mein Jesu, sich, ich 395 Ach sei mit deiner Gnade 14 Ach, was bin ich, mein 217 Ach, was ist doch unsre 449 Ach, wie heilig ist der 165 Ach wundergroßer Sieg. 97 Allein Gott in der Höh s. 123 Allein zu dir, Herr Jesu 213 Alle Menschen müssen Aller Gläubgen Samm. 462 Alles ist an Gottes S. 338 Allgenugsam Wesen 315 Amen, deines Grabes 92 Am Kreuz erblaßt 72 486 477 An dem Zorntag, an An dir allein, an dir 222 Auf, auf, ihr Reichsgen. 18 Auf Christi Himmelfahrt 96 Auf den Rebel folgt d. 334 Auf dich hab ich gehoffet 293 Auf diesen Tag bedenken 94 Auferstanden, auferst. 88 Auferstehn, ja auferst. 464 Auf Gott und nicht auf 355 Auf, ihr Streiter, durchg. 256 Nr. 95 55 Auf, Jesu Jünger, fr. Auf meinen lieben Gott 329 Auf, Seele, auf, und Aus Gnaden soll ich 237 Aus irdischem Getümm. 264 Aus meines Herzens Aus tiefer Noth schrei 365 212 Barmherziger, laß d. Bedenke, Mensch, das Bedenk ich deine große 303 Befiehl du deine Wege 333 Bei dir, Jesu, will ich 192 Beschwertes Herz, leg ab 1 Betrübtes Herze, sei zuf. 469 Bis hierher und nicht w. 163 Bleibt bei dem, der Brich an, du schönes 41 Bringt her dem Herren 138 266 186 488 424 Christe, du Lamm G. 195 Christen erwarten in Christen sind ein göttl. 314 Christ fuhr gen Himmel 93 Christ ist erstanden von 76 Christ lag in Todesb. 77 Christus der ist mein 439 Danket, danket Gott m. 208 Dank und Anbetung 127 Das alte Jahr verg. Das walte Gott, der Dein König kommt in 46 407 30 352 Register. Nr. Dein Wort, o Herr, br. 160 Dein Wort, o Herr, ist 182 Der am Kreuz ist meine 61 Der du, Herr Jesu, Ruh 73 Der du in Todesnächten 173 Der du noch in der I. 284 Der du uns als Vater 119 Der du zum Heil ersch. 176 Der Heiland kommt 27 Der heilge Christ ist t. 45 Der Herr fährt auf gen 98 Der Herr ist meine 3. 356 Der Himmel hängt voll 359 Der Mond ist aufgeg. 400 Der Tag ist hin, mein 392 Der Tag mit seinem 390 Des Jahres schöner S. 363 Dich Jesum laß ich ewig 286 Die auf der Erde wallen 456 Die Christen gehn von 461 Die Feinde deines K. 162 Die güldne Sonne, voll 368 Die Herrlichkeit der C. 445 Die hier vor deinem A. 190 Die Himmel rühmen des 146 Die Nacht nunmehr ver. 367 Die Seele ruht in Jesu 494 Dies ist der Tag, den G. 40 Dies ist die Nacht, da 38 Die Woche geht zu E. 403 Dir dant ich für m. 2. 433 Dir, dir, Jehova, will 299 Du bist zwar mein und 472 Du gehest in den Garten 69 Durch Trauern und d. 50 Du sollst glauben, o du 241 Du sollst in allen Sach. 404 Du Vater deiner Men. 288 Ehre sei Gott in der Eine Heerde und ein 42 172 Nr. 43 44 Einen guten Kampf hab 458 Einer ists, an dem wir 175 Ein feste Burg ist unser 148 Eingefargt zum letzten 468 Ein Lämmlein geht und 65 Ein reines Herz, Herr, 249 Eins ist noth, ach Herr, 277 Ein Wetter steiget auf 429 Ein Wohlstand ohne G. 323 Empor zu Gott, mein Erfüllt sind Stund und Erhalt uns deine Lehre 155 Erhalt uns, Herr, bei 149 Erhebt den Herrn, ihrF. 26 Erhöhter Siegesfürst u. 90 Erinnre dich, mein Geist 85 Ermuntert euch, ihr F. 490 Es glänzet der Christen 308 Es ist ein Ros entspr. Es ist noch eine Ruh Es ist vollbracht! Er Es kennt der Herr die Es saß ein frommes Es wolle Gott uns g. 167 Ewge Liebe, mein Gem. 233 31 495 68 265 117 Fahre fort, fahre fort 157 Fortgekämpft und fortg. 357 Freu dich sehr, o meine 440 Friede, ach Friede, ach 310 Fröhlich soll mein H. 35 Früh am Morgen Jesus 376 Früh Morgens, da die 78 Geduld ist euch von 337 Geh aus, mein Herz, u. 362 Geht hin, ihr gläubigen 147 Geht nun hin und grabt 465 Geh zum Schlummer 471 Geist vom Vater und 114 Geist v. Vater u. v. S. 120 Register. Nr. Gelobet sei der Herr, 124 Gelobet feist du, Jeſu 33 Gesegn uns, Herr, die 380 Gib dich zufrieden und 331 Gott, deine Güte reicht 302 Gott, der du Herzensk. 262 Gott, der du unsre Zufl. 230 Gott der Gnaden, schw. 228 Gott des Himmels und 366 Gott, du Licht, das ewige 375 Gottes Stadt stehtfestg. 164 Gott, gib einen milden 113 Gott hat in meinen T. 435 Gott ist gegenwärtig 301 Gott ist mein Gott, er 353 Gott ist mein Hort, u. 181 Gott ist mein Lied 145 Gott lebet noch! Seele 346 Gott lebt, wie kann ich 352 Gott Lob, ein Schritt 402 Gott Lob, nun ist ersch. 422 Gott ruft der Sonn u. 52 Gott sei Dank durch 16 Gott Vater, aller Dinge 166 Gott, vor dessen Anges. 223 Gott wills machen, daß 349 Größter Morgen, der die 87 Großer Gott von alten 2 Großer König unsrer 194 Großer Mittler, der zur 100 Großer Schöpfer, Herr 364 Guter Geber, Dank sei 385 Sab acht auf mich( 501) Habe deine Lust am 312 Hallelujah! jauchzt, ihr 91 Hallelujah! Lob, Preis 125 hallelujah! wie lieblich 104 Halt im Gedächtniß J. 279 Heiland, deine Menschenl. 282 Heilger Jesu, Heilgungs, 252 353 Nr. Herr, auf Erden muß ich 99 Herr Christe, wahrer M. 437 Herr, deine Kirche dank. 161 Herr, dein Wort, die 179 Herr, der du mir das 399 Herr, du hast für alle 198 Herr, du wollst uns vollb. 204 Herr, ein ganzer Leid. 432 Herr, es gescheh dein 397 Herr, es ist ein Tag ersch. 7 Herr, es ist von meinem 394 Herr Gott, dich loben 5 197 9 wir, Herr Gott, wir 128 Herr Gott, dich loben w. 423 Herr, höre, Herr, erhöre 304 Herr im Himmel, Gott 426 Herr Jesu Christ, dich Herr Jesu Christ, du Herr Jesu, Licht der H. 54 Herr, mein Licht, mein 354 Herr, stärke mich, dein 71 Herr, vor deinem Anges. Herr, wie du willst, so 294 Herr, wir kommen zu 382 Herr, wir singen deiner 29 Herzlich lieb hab ich d. 268 Herzlich thut mich verl. 441 Herzliebster Jesu, was Herz, mein Herz, nicht 324 Herzog unsrer Seligt. 247 Herz und Herz vereint 158 Heute mir und morgen 460 Hier legt mein Sinn sich 220 Hilf, Herr Jesu, laß Himmelan geht unsre Hinunter ist der Sonn. 386 Hirte deiner Schafe, d. 396 Höchster, denk ich an 225 Höchster Gott, wir d. 13 Höchster Helfer, sei n. 434 Höchster Tröster, komm 118 60 47 254 354 Register. Nr. Hör ich euch wieder 361 Hört das Wort voll E. 263 Hosianna! Davids Sohn 24 Hüter, wird die Nacht 373 39 219 447 Jauchzet, ihr Himmel Ich armer Mensch, ich Ich bin ein Gast auf Ich bin getauft auf d. 188 Ich bin in dir und du 193 Ich erhebe mein Gem. 226 Ich geh zu deinem Grabe 81 Ich habe nun den Grund 236 Ich hab in guten St. 431 Ich hab mein Sach G. 438 Ich hab mich Gott erg. 444 Ich hab von ferne 499 347 292 89 Ich komme, Friedensf. 240 Ich komme, Herr, und 202 Ich laß dich nicht, du Ich ruf zu dir, Herr Ich ruhe nun in Gottes 489 Ich sag es jedem, daß Ich finge dir mit Herz 133 Ich soll zum Leben dring. 260 Ich steh an deiner Krippe 37 Ich sterbe täglich und 451 Ich und mein Haus, w. 413 Ich weiß, an wen ich gl. 242 Ich weiß, an wen ich gl.u.457 Ich weiß, daß mein Erl. 327 Ich weiß von keinem a. 239 Ich will dich lieben, m. 273 Ich zieh in ferne Lande 430 Je größer Kreuz, je 351 Jehova, Herr und Kön. 416 Jerusalem, du hochgeb. 480 Jesu, deine tiefen Wunden 59 Jesu, der du bist allein 305 Jesu, Freund der Men. 203 Jesu, geh voran 411 Nr. Jesu, großer Wunderst. 56 Jesu, hilf siegen, du F. 246 Jesu, fomm, sei eingeb. 405 307 Jesu, meine Freude Jesu, meiner Seele Leb. 276 Jesu, meines Lebens L. 66 Jesus Christus herrscht 103 Jesus, Jesus, nichts als 272 Jesus ist mein Leben 341 Jesus lebt, mit ihm Jesus, meine Zuversicht 483 Jesus nimmt die Sünder 235 Jesus schwebt mir 84 275 Jesus soll die Losung s. 51 In allen meinen Thaten 330 Jn Christo will ich st. 446 In Gottes Namen fang 406 In tiefen Nengsten schr. 420 In unsers Königs Nam. 258 ft Gott für mich, so 335 229 Kehre wieder, fehre König, dem kein König 101 Komm, heiliger Geist, erf. 4 Komm, heiliger Geist, 107 Komm, heilger Geist, o. 106 Komm, mein Herz, aus 201 Komm, o Herr, komm 171 109 Komm, o komm, du Kommst du, kommst du Kommt, Brüder, laßt Kommt her, ihr seid 22 259 206 Lamm, das gelitten, u. 105 Lasset uns den Herren 79 Lasset uns mit Jesu z. 245 Laß mich dein sein und 295 Lebst du in mir, o mw. 283 Licht, das in die Welt 174 Licht vom Licht, erleuchte 3 Liebe, die du mich zum 274 Register. Nr. Liebster Jefu, w. s. hier, deinem 184 Liebster Jesu, wir sind' 6 Lobe den Herren, den 135 Lobe den Herrn, o m. 139 Lobt Gott, ihr Christen 34 Löwen, laßt euch wieder 156 355 Nr. 185 19 23 Nun geh uns auf, du 183 Nun Gott Lob! Es ist Nun jauchzet, all ihr Nun kommt das neue Nun laßt uns gehn und Nun lob, mein Seel, Nun preiset alle Gottes 130 Nun ruhen alle Wälder 389 Nun sich der Tag geendet 393 Nun sich der T. g., m. 398 Nun so will ich denn 285 48 129 15 Mache dich, mein Geist 250 Machs mit mir, Gott 443 Macht hoch die Thür Man lobt dich in der 132 Mein erst Gefühl fei P. 378 Meine Lebenszeit verstr. 454 Meinen Frieden geb ich 321 Meinen Jesum laß ich 271 Meine Seele senket sich 348 Meine Seele, voller F. 224 Meine Sorgen, Angst 342 Mein Geist, o Gott, w. 496 Mein Glaub ist meines 316 Mein Gott, das Herz 218 Mein Gott, ich weiß w. 452 Mein Gott, nun ist es 374 Mein Heiland nimmt 234 Mein Jesu, der du vor 199 Mein Leben ist ein P. 4505 O Mein schönste Zier und 387 Mir ist Erbarmung w. 238 Mir nach, spricht Christ. 244 Mit Ernst, o Menschenk. 17 O Mitten wir im Leben 478 Morgenglanz der Ewigt. 371 Müde bin ich, geh 401 Nach einer Prüfung t. 493 Nimm hin den Dank 209 Nun bitten wir den h. 108 Nun bringen wir den 463 Nun danket alle Gott 131 Nun danket all und br. 134 Nun freut euch, lieben 231 122 67 248 484 485 allerhöchster Mensch. 370 Christ, wenn Arme 289 daß ich tausend 3. 140 5 du allersüßste Freude 112 du fröhliche, o du du Liebe meiner 2. du reicher Herr der 187 Durchbrecher aller Ewigkeit, du D. frommer und getr. Ewigkeit, du F. Gott, der du das F. 428 Gott, du frommer 296 121 Gott, o Geist, o 2. 116 Gottes Geist und Gott, von dem wir 425 Haupt voll Blut u. heilger Geist, kehr bei 110 Jesu, Herr der H. Jesu, meine Sonne O Jesu, meine Wonne 214 63 417 322 207 377 Jesu, süßes Licht König, dessen Majest. 221 Lamm Gottes, unsch. 58 O Liebesgluth, wie soll 280 O mein Herz, gib dich 360 O selig Haus, wo man 414 Traurigkeit, o Herzel. 74 D Ursprung des Lebens 281 Register. Nr. 64 Vater der Barmherz. 216 Welt, sich hier dein O wie freun wir uns O wie fröhlich, o wie s. 492 O wie selig seid ihr d. 482 10 Prediger der süßen 2. 180 Rede, liebster Jesu, r. 177 Rüstet euch, ihr Chr. 251 Ruhe hier, mein Geist 70 Ruhet wohl, ihr Todtenb. 459 356 Schaffe in mir, Gott 211 Schaffet, schaffet, M. 253 Schmücke dich, o liebe 196 Schmückt das Fest mit 115 Schöner Himmelsjaal 481 Schon ist der Tag von 497 Schwing dich auf zu 336 Seele, du mußt munter 372 Seelenbräutigam, Jesu 278 Seele, sei zufrieden 350 Seele, was ermüdst du 257 Seid barmherzig, M. 287 Sei getreu bis an das 243 Sei Lob und Ehr dem 137 Selig sind des Himmels 498 Siegesfürst und Ehrenk. 102 Sieh, dein König kommt 25 Sieh, hier bin ich 298 So geh nun hin, dem 473 So hab ich obgesieget 474 Soll ich denn mich tägl. 343 Sollt es gleich bisweil. 340 Sollt ich meinem Gott 306 Sorge doch für meine 410 So ruhest du, meine 75 So wahr ich lebe, spr. 232 Speis, o Gott, uns 381 Such, wer da will, ein 270 Nr. Theures Wort aus 178 Thut mir auf die schöne 8 Treuer Wächter Israel 419 Ueberwinder, nimm die 86 Unser keiner lebt ihm 453 Unsern Ausgang jegne 11 Unser Vater, der uns 384 Unser Wandel ist im 261 Unfre müden Augenl. 391 Unumschränkte Liebe 142 12 Valet will ich dir geben 442 Vater, deines Geistes 169 Vater, dir sei Preis Vater, hier im Erdensch. 467 Vater unser im Himm. 291 Verleih uns Frieden 421 Verzage nicht, du Häufl. 153 Volk des Herrn, bring 189 Volk des Herrn, du h. 267 Vollbracht ist nun die 210 Voller Wunder, voller 408 Vom Geräusch der W. 320 Vom Himmel hoch, da 32 Vondes Himmels Thron 191 Von dir, du Gott der G. 415 Von Gott will ich nicht 328 Wach auf, du Geist der 168 Wach auf, mein Herz, die 80 Wach auf, mein Herz, u. 369 Wachet auf, ruft uns 479 Walte, walte nah und 170 Wann kommt der Herr 227 Warum betrübst du dich 326 Warum sollt ich mich Warum willst du dr. Was freut mich noch Was Gott thut, das ist wohlgethan 332 21 126 344 Register. Nr. as Gott thut, das ist woolgethan, so denken 427 Bas bintet ihr betrog. 255 Bas mein Gott will 325 as war ich ohne dich 28 the Berge, fallt 311 Senn auch wie ein Pf. 290 Ben Christus seine 159 enn der Herr einst 358 in ich einst von jenem 379 un ich hn nur habe 318 am id o Schöpfer 143 Benalleine Himmelserb. 476 enn mich mein Sünden 62 en weit Stündlein 436 eur wir t höchsten 418 derbeicht, du Stadt 53 Werbe munter, mein G. 388 Wer ist wohl wie du 313 Wer nur den lieben Wer sind be vor Gottes Wer meit, wie nahe m. 448 We fleucht dahin der Wie actrost und heiter 339 491 487 319 A 357 Nr. 309 82 Wie groß ist des Allm. 144 Wie heilig ist die Stätte 200 Wie könnt ich sein verg. 205 Wie schön ists doch, Herr 409 Wie schön leuchtet der 269 Wie sicher lebt der M. 455 Wie soll ich dich empf. 20 Wie wohl ist mir, o Willkommen, Held im Wir danken Gott für Wir singen dir, Imm. Wir werden bei dem Wohlauf, mein Herz Wohlauf, wohlan zum 466 Wohl einem Haus, da 412 141 Womit soll ich dich Wunderanfang, herrlichs 345 Wunderbarer König 383 36 500 57 136 111 3euch ein zu deinen Zeuch hin, mein Kind 475 Zion, gib dich nur zufr. 154 Zwei der Jünger gehn 83 Zweierlei bitt ich von 297 301311 Gebete zur häuslichen Andacht. I. Allgemeine Gebete. 1. Pfalm 67. Gott sei uns gnädig und segne uns; er lasse uns sein Antlitz leuchten, daß wir auf Erden erkennen seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. Die Völker freuen sich und jauchzen, daß du die Leute recht richtest und regierest die Leute auf Erden. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Das Land gibt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn. Amen. 2. Bitte um die Gabe des Gebets. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten. Ps. 5, 1, 2. Gnädiger, liebreicher Vater! Du haft mir befohlen zu beten, und dein lieber Sohn hat es mich gelehrt; dein heiliger Geist erinnert mich oft in meinem Herzen des Gebets. Ich weiß auch, daß alle vollkommenen Gaben von dir, Vater des Lichtes, kommen müssen und daß kein wahres beständiges Gut, keine Hülfe und kein rechter Trost ohne Gebet erlangt werden können. Dennoch bin 2 Allgemeine Gebete. ich so lässig und träge zum Gebet und rechne mehr auf meine Arbeit und Klugheit, als auf deine Hülfe und Gnade. Ach, vergib mir diese Sicherheit und Thorheit! Wende von mir die Strafe, womit du den Verächtern deiner Gnade drohest, und gib mir den Geist der Gnade und des Gebets. Laß mich deine tröstliche Verheißung bedenken: daß selig werden soll, wer deinen Namen anruft; daß du antworten willst, wenn wir zu dir reden; daß du nahe bist denen, die dich anrufen. Entzünde mein Herz mit inniger Andacht, damit mein Gebet dir angenehm sei. Erfreue mein Gemüth mit dem Lichte deiner Gnade und reinige meine Lippen durch das Feuer deines Geistes. Erhöre mein Gebet und laß es dir wohlgefallen, wenn ich meine Hände zu dir aufhebe. Erwecke in mir einen heiligen Durst nach deiner Gnade und laß mich deine Herrlichkeit im Glauben sehen, wenn mein eignes Elend mich niederbeugt und meine Augen mit Thränen füllt. Ach, Herr, der du die Herzen fennst, du weißt, wie unbeständig menschliche Gemüther sind, viel beweglicher als die Welle vom Winde. Befestige selbst meine Seele und nimm von mir den zerstreuten Sinn, daß ich nicht durch mancherlei Gedanken hin und herbewegt werde. Regiere du das Schifflein meines Herzens mit dem Hauche deines Geistes und bezwinge den Sturm, daß es ruhig in mir werde, um dich ohne Hindernisse anzuschauen und in himmlischer Stille mit dir vereinigt zu bleiben. Führe mich in die Einsamkeit, wo ich die Welt vergesse und du dich mir offenbarst. Erneure mir Herz und Sinn und entferne alles, was die Liebe zu dir hindert, jegliche Neigung des fündigen Willens und des Unglaubens. Laß mein Gemüth eine Wohnung deines heiligen Geistes sein, daß ich dich anrufe, dich lobe und dir danke und damit ein Zeugniß meiner Kindschaft bei dir empfange. Erfülle mich mit Liebe, Trost und Stärke; gib mir den Frieden, der von dir kommt, die Andacht, die dich überall sucht und findet, und die Freude, die nie von mir kann genommen werden. Laß mich mit dir, mein Vater, und mit deinem Sohne, als meinem Herrn und Haupte, durch die Wirkung deines Geistes immer mehr vereinigt werden, und mache mich zu einem lebendigen Gliede der Allgemeine Gebete. 3 Gemeinde auf Erden und im Himmel, die deinen Willen thut und dich mit gläubiger Zuversicht der Erhörung im Namen Jesu Christi anruft. Amen. Lied. Nr. 301: Gott ist gegenwärtig. 3. Allgemeine Fürbitte. Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Pf. 65, 3. Herr Gott, dreieiniger Gott, du hast in deinem heiligen Worte uns geboten, daß wir für einander beten sollen. Darum unterwinden wir uns, mit dir zu reden und dir unseres Herzens Anliegen vorzutragen. Du wollest unser Flehen nicht verwerfen, sondern gnädiglich annehmen und erhören. Wir bitten dich, du getreuer Gott und Heiland, für deine Kirche; erhalte, schüße, regiere und führe sie; schenke ihr allezeit treue Hirten und Lehrer und salbe dieselben mit deinem Geiste und segne ihre Arbeit; wehre allen Feinden, dämpfe alle Irrlehren, bewahre deine Gemeinde vor Aergerniß und Spaltung und laß die Ehre deines heiligen Namens in der Welt immer mehr ausgebreitet werden. Erleuchte die Irrenden, befehre die Gottlosen, habe Langmuth mit uns armen Sündern, vergib den Bußfertigen und züchtige die losen Verächter zu ihrem Heil. Erbarme dich aller Heiden und segne die Boten des Friedens, welche du zu ihnen sendest, daß sie dir ein großes Volk gewinnen und dein Name an allen Enden der Erde geheiligt werde. Segne die christlichen Schulen, alle Lehrer und die liebe Jugend, damit dieselbe aufwachse in wahrhaftiger Gottesfurcht und rechtschaffenem Glauben. Nimm in deine gnädige Obhut alle Anstalten, die zur Förderung deines Reiches und zur Ausbreitung deines Evangeliums dienen, und erfülle mit deinem Geiste alle, die daran arbeiten. Beschüße auch, du starter, allmächtiger Gott, unser Regiment und gemeines Wesen und gib allen Fürsten und Obrigkeiten rechte Weisheit und Gottseligkeit. Hilf, daß sie deiner Kirche, des ganzen Vaterlandes und aller Unterthanen sich treulich annehmen, und segne ihr Thun reichlich. Insbesondere befehlen wir in deine Gnadenhand 16 4 Allgemeine Gebete. den deutschen Kaiser und unsern Großherzog sammt dem ganzen Großherzoglichen Hause. Pflanze in die Herzen aller Gewaltigen Gedanken des Friedens; gib allen Räthen heilsame Rathschläge; verleihe allen Richtern Gerechtigkeit, allen Beamten Barmherzigkeit, auf daß bei uns und überall das Böse bestraft, das Gute belohnt, dem Uebel gesteuert und, was löblich ist, erhalten und gefördert werde. Sei mit allem Volke, daß es die Obrigkeit liebe, ihre Herrschaft ehre und den Gesetzen folge. Segne einen Jeden in seinem Stande und Berufe; walte gnädig über unserer Gemeinde und unserem ganzen Vaterlande. Segne auch den Hausstand und verleihe allen Hausvätern und Hausmüttern Frieden in ihrer Ehe, Glück in ihrer Nahrung und ihrem Gewerbe und Freude an ihren Kindern. Den Kindern gib willigen Gehorsam, findliche Furcht, rechtschaffene Demuth und Ehrerbietung und laß allen Segen ihrer Eltern reichlich an ihnen erfüllt werden. Beschere allen Hausherren und Hausfrauen gute Dienstboten; allem Gesinde aber verleihe herzliche Liebe und Gehorsam, Treue und Redlichkeit. Laß dir, o Herr, alle Menschen befohlen sein und gib einem Jeden, was er bedarf. Jnsbesondere erbarme dich aller Armen und Elenden; tröste alle Traurigen und Betrübten; nimm dich der Kranken an; bekehre alle Verbrecher und erlöse alle unschuldig Gefangenen. Versorge die Wittwen und Waisen, trage die Alten, stärke und tröste die Sterbenden. Sei gnädig allen, die uns feind sind, und mache sie uns freundlich gesinnt. Halte in deiner Gnade alle, die sich unserem Gebet befohlen haben und die du gar wohl kennst.( Insbesondere bitten wir dich für u. s. w. Hier sind etwaige besondere Fürbitten einzuschalten.) Zuleßt aber laß dir, lieber Gott, noch besonders befohlen sein alle unsere Angehörigen in der Nähe und in der Ferne; behüte sie vor allem Uebel, gib ihnen alles Gute und regiere sie mit deinem heiligen Geiste. Sei mit ihnen und uns allen heute und alle Tage, und hilf uns endlich, wenn unser Stündlein kommt, aus zum ewigen Leben. Amen. Lied Nr. 304: Herr höre, Herr erhöre. Allgemeine Gebete. 4. Luthers Norgensegen. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir. Ps. 63, 7. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Uebel, auf daß dir all mein Thun und Leben gefalle. Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und Alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 291: Vater unser im Himmelreich. 5 5. Luthers Abendsegen. Herr, ich gedenke des Nachts an deinen Namen, Pf. 119, 55. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag so gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich Unrecht gethan und dich beleidigt habe, und mich diese Nacht auch so gnädiglich behüten. Ich befehle mid meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 386: Hinunter ist der Sonnen Schein. II. Morgen- und Abendgebete auf die Tage der Woche. 6. Morgengebet am Sonntage. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu besuchen. Pf. 27, 4. Morgen- und Abendgebete. Vater des Lichts, der du das natürliche Licht dieſer Welt uns scheinen läsfest, sende doch auch heute und alle Zeit das wahrhaftige Licht, Jesum Christum, in unsere Herzen und lasse ihn darin leuchten und alle Finsterniß vertreiben, damit wir dich, ewiger Gott, in deinem lieben Sohne erkennen und liebgewinnen mögen. Siehe, wir sind durch die Sünde in der Finsterniß der Eitelkeit dieſer Welt gefangen; darum lehre uns selber durch deinen heiligen Geist aus deinem Worte, wie wir uns zu dir bekehren und dir im Glauben gehorsam werden können. wir danken 6 Jesu Christi, daß du uns in der vergangenen Nacht vor jedem Unfall so väterlich bewahrt und gesund zu diesem Tag haft kommen lassen. O getreue Liebe, laß doch mit der vergangenen Nacht auch das Gedächtniß unserer Sünden vor deinem Angesicht vergangen sein. Und weil heute der Tag der Auferstehung deines Sohnes ist, so erwecke uns vom Schlaf der Thorheit und Trägheit unserer Herzen zu einem neuen Leben in dir. Vater des Lichts und Geber aller guten und vollkommnen Gaben, gönne uns heute dein heiliges Wort und laß es unseres Herzens höchste Freude und Wonne sein. Lehre uns durch dasselbige den alten Menschen aus- und den neuen anziehen, der nach dir geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Gib uns zu diesem Ende reichlich die Gabe deines heiligen Geistes, daß wir schnell und aufmerksam seien am heutigen Tage dein köstliches Wort zu hören, langsam aber zu reden allerlei eitle Dinge und faule Geschwäße, die nicht zur Besserung dienen und nicht holdselig sind zu hören. Stärke uns, alles zu meiden, was deinen heiligen Tag entheiligt, und schenke uns sehende Augen, hörende Ohren, verständige Herzen, zu merken, wo es uns fehlt. Pflanze dein Wort selbst in uns, daß es unsere Seelen selig mache. Gib auch allen denen, die hier und an andern Orten der ganzen Christenheit heute dein Wort verkündigen, die Gabe des heiligen Geistes, daß sie deine und nicht ihre Worte predigen, und daß sie solches thun mit fröhlichem Aufthun ihres Mundes zum Heile derer, die sie hören. Ja komme selbst mit deinem heiligen Geist zu uns und halte deinen Sabbath und Feiertag in unseren Seelen. Morgen- und Abendgebete. 7 Laß unser Herz deinen Tempel sein, in welchem dein Geist durch wahren Glauben das Verdienst deines Sohnes uns zueigne, uns in rechter Liebe gegen dich entzünde, zu dankbarem Gehorsam führe, und wir also einen dir gefälligen Gottesdienst alle Tage verrichten. Führe uns aus Glauben in Glauben, aus Liebe in Liebe, aus Kraft in Kraft, aus Leben in Leben, aus Licht in Licht, bis an das Ende unserer Wallfahrt; bis wir würdig werden, jene Welt zu erlangen und den ewigen Sabbath mit dem Volte Gottes in den sicheren Wohnungen des Friedens zu feiern; dann wollen wir dich für alle deine Liebe und deine Wohlthaten herzlich lieben, loben und preisen ewiglich, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Lied Nr. 3: Licht vom Licht, erleuchte mich. 7. Abendgebet am Sonntage. Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und Lobsingen deinem Namen, du Höchster; des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Pf. 92, 2, 3. Herr, allmächtiger Gott und himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unserer Herzen für deine Güte und Wohlthat, die du uns an diesem heiligen Tag so väterlich erzeigt hast. Insbesondere sagen wir dir Lob und Dank für dein göttliches Wort, welches du uns auch heute hast verkündigen lassen, und bitten dich, du wollest uns solches allezeit rein und lauter erhalten, auch dasselbe immer weiter ausbreiten und deine Kirche mehren und gnädiglich schützen und bewahren. Wir bitten dich auch, du treuer Gott, als deine lieben Kinder, du wollest uns bei deinem allein seligmachenden Wort bis an unser letztes Seufzen erhalten und unsre Herzen mit deinem heiligen Geist erleuchten, daß wir mögen erkennen, was gut und böse ist. Du wollest auch alle Sünden, die wir heute wissentlich oder unwissentlich gethan haben, auch die verborgenen Fehler, durch deine Barmherzigkeit uns vergeben, und in der kommenden Nacht uns eine christliche Ruhe verleihen, daß wir frisch und gesund zu deinem Lobe morgen wieder aufstehen. Hilf endlich, lieber Vater, daß wir durch deine Gnade ein neues, dir wohlgefälliges Leben anfangen zu 8 Morgen- und Abendgebete. unserer Seelen Seligkeit, in Christo Jesu, deinem lieben Sohn, unserem einigen Helfer. Amen. Lied Nr. 151: Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. 8. Morgengebet am Montag. Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns; ja das Werk unserer Hände wolle er fördern. Ps. 90, 17. D Herr! Durch deine Güte fangen wir mit dieſem Morgen unsere Wochenarbeit von neuem an. Laß deßhalb deine ewige Liebe und Treue, die uns mit deinem Segen bisher überschüttet hat, auch heute uns abermals aufgehen. Wer sind wir, o Gott, daß du uns bis hierher gebracht hast? Wir sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten. Ach, so gedenke denn auch heute unser nach deiner großen Barmherzigkeit und nach deiner Verheißung, daß alle, die an deinen Sohn glauben und nach diesem Glauben leben, nicht sollen verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Verlaß uns nicht und ziehe deine Hand nicht von uns ab, Gott unser Heil! Lehre uns heute und die ganze Woche thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Wir wissen nicht, was uns in dieser angefangenen Woche begegnen kann. Ach, behüte uns vor allem Uebel, behüte unsere Seele und unseren Leib, unseren Eingang und Ansgang. Wehre allem Bösen, welches uns das Ziel unseres Christenlaufs verrücken könnte. Laß uns aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens, damit alles, was wir thun, in dir gethan sei! Gib zu unserer Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Gemüthe Ruhe und Zufriedenheit und erhalte uns den Segen, den du feither uns hast zufließen lassen. Ernähre, versorge, beschüße uns. Gib uns Weisheit, unsere Zeit wohl anzuwenden. Legest du uns eine Last auf, so hilf sie uns auch tragen, und laß uns allezeit erfahren, daß du ein Gott seiest, der uns von allem Ulebel erlösen will. Sei mit uns und zeige uns dein Heil. Und wie alles auf dich wartet, so segne auch heute und in dieser Woche alle dir wohlgefällige Arbeit und gib, daß ein Jeder sich Morgen- und Abendgebete. 9 redlich nähre und mit gutem Gewissen vor dir wandle. Ja denke an uns und segne uns! Segne, die dich lieben, beide, Große und Kleine! Segne uns je mehr und mehr um deines lieben Sohnes, Jesu Christi, willen. Amen. Lied Nr. 365: Aus meines Herzens Grunde. 9. Abendgebet am Montag. Ich liege und schlafe ganz in Frieden, denn du allein, Herr, hilft mir, daß ich sicher wohne. Ps. 4, 9. Ich lobe und preise deinen heiligen Namen, ewiger Gott, daß du mich erhört und mein Gebet nicht verschmäht hast, das ich heute in der Morgenstunde vor dein heiliges Angesicht gebracht habe. Ich preise dich mit Herz und Mund nach m Maße deiner Gnade, die du mir dazu darreichest, beides für die erkannten und unerkannten Wohlthaten, die ich heute wieder von dir empfangen habe. Ich preise dich auch für das Kreuz, welches du mir, als einem Jünger Jesu, täglich auflegst, um meine Seele von den Lüsten dieser Welt zu entwöhnen und zu dir zu ziehen. So nimm mich denn jetzt zur Ruhe, lieber Vater! Ich lege mich in deine Arme, in gläubigem Vertrauen auf deine Gnade. Schließe du mir mit deiner segnenden Vaterhand die Augen zu und bleibe indessen vereinigt mit meinem Geiste. Behüte gnädiglich meinen Leib und meine Seele und alles, was du mir gegeben hast. Behüte insbesondere auch alle meine Lieben und laß fie Niemand aus deiner Hand reißen. Erbarme dich aller Menschen in der Welt, vornehmlich meiner Mitbrüder und Mitschwestern in Christo Jesu, und laß sie auch einer Frucht aus meinem armen Gebet theilhaftig werden. An dem morgenden Tag aber öffne wieder meine Augen und erfülle meinen Mund aufs neue mit deinem Lobe, damit ich so lange dich preise und dir zur Ehre lebe, bis mein Abend dieses zeitlichen Lebens herankommt, du meinen Leib ins Grab zur Ruhe legst und mich aufweckst zum großen Freudentag deiner Kinder, da meine Sonne ewiglich nicht untergehen wird, sondern ich immerdar in Wahrheit und Klarheit vor dir leben werde! Amen. Lied Nr. 300: Ach, Gott, verlaß mich nicht. Morgen- und Abendgebete. 10. Morgengebet am Dienstag. Bei dir ist die lebendige Quelle und in deinem Licht sehen wir das Licht. Breite deine Güte aus über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen. Pf. 36, 10, 11. 10 O du allmächtiger Gott und Vater des Lichts, der du wohnest in einem Lichte, da Niemand zukommen kann, der du aus der Finsterniß den Morgen machst und die Sonne dem Tage zum Lichte gibst, dir bringe ich das frühe Dankopfer meines Mundes dar, weil du mich das Sonnenlicht nach der Finsterniß wieder haft erblicken und den Tag gesund antreten lassen. Ach, Herr, laß mit dem Tageslicht mir und den Meinen, allen Christen und allen Menschen, meinen Freunden und denen, die mir feind sind, auch deine Gnade neu aufgehen. Gib allenthalben neues Licht, neue Freudigkeit, neues Leben und neue Seligkeit! Laß mein Glück und meine Wohlfahrt hervorbrechen, wie die schöne Morgenröthe, und wenn ich in Finsterniß und Schatten des Todes wandle, so sei du mein Licht. O Herr Jesu Christe, du Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf mit deiner Gnade in meinem Herzen. Erleuchte, erwärme und erfreue dasselbe. Lehre mich denken an dein Gericht, bewahre mich vor den Werken der Finsterniß, laß mich in deinem Lichte wandeln, dir folgen, immer frömmer werden und dereinst gelangen zu deiner himmlischen Klarheit um deines Verdienstes willen. Amen. Lied Nr. 373: Hüter, wird die Nacht der Sünden. 11. Abendgebet am Dienstag. Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Pf. 143, 2. Herr, du Hüter Israels, der du weder schläfft noch schlummerst, gedenke unser und mache über uns mit deinem Vaterauge auch in dieser Nacht. Deine Hand decke alles, was da lebet! Erhöre in dieser Abendzeit, o barmherziger Vater, aller frommen Christen Abbaruf. Schone nach deiner großen Güte derer, die heute wider dich gefündigt haben. Laß Niemand unter uns deiner Gerichte Morgen- und Abendgebete. 11 vergessen und daß wir offenbar werden müssen vor dem Richterstuhl Christi, auf daß ein Jeglicher empfange, nachdem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse. Laß uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir flug werden, denn es ist uns gesetzt einmal zu sterben und dann das Gericht! Gib, daß alle, die heute uneins mit einander geworden sind, die Sonne nicht über ihrem Zorn untergehen lassen. Ach, erbarme dich auch derer, die ohne Andacht und Gebet sich niederlegen. Erquicke mit sanfter Ruhe alle Menschen, welche diesen Tag über müde geworden sind. Stärke die, welche aus Noth auch in dieser Nacht arbeiten müssen. Hilf den Reiſenden zurecht, die jetzt noch auf der Straße wallen. Schaffe denen ihr Unterkommen, welche heute keine Herberge fanden. Labe, die sich hungrig niederlegen müssen. Wache selbst über den Kranken, pflege der Kinder und Säuglinge, kürze die Zeit denen, die nicht schlafen können, und stehe mit deinem Trost allen Nothleidenden bei, die heute eine elende Nacht haben werden. Behüte unsere ganze Gemeinde in dieser Nacht vor Lärm und Aufruhr, vor Noth und Gewalt, vor Feuers- und Wassersgefahr, vor Mord und Todtschlag, vor allem Schaden und Unglück. Hilf, daß alle, die für uns wachen, treulich auf ihrer Hut stehen, und erhalte einem Jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir endlich aus der Finsterniß dieser Welt kommen zu deinem ewigen Licht! Amen. Lied Nr. 296: O, Gott, du frommer Gott. - 12. Norgengebet am Mittwoch. Herr, lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. ₁. 143, 10. Lieber himmlischer Vater, durch deine Gnade bin ich wieder in die Mitte einer Woche eingetreten und preise dafür deinen heiligen Namen. Deine Güte ists, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen über uns neu und deine Treue ist groß. So laß auch an diesem neuen Morgen und immerdar das rechte göttliche, geistliche und Morgen- und Abendgebete. Christus in mir. himmlische Leben, das aus dir ist, durch den Geist der Gnade in mir neu werden, damit nicht ich lebe, sondern Dir ergebe ich mich aufs neue, o Vater; mache mit mir, was dir wohlgefällt. Reinige, läutere und bewähre mich, daß ich ein rechtschaffener Christ sei; denn ich begehre keine Ehre, als deine Kindschaft, keinen Reichthum, als die Gerechtigkeit Christi, feine Freude, als die gnadenreiche Einwohnung deines heiligen Geistes. Für meine leibliche Nothdurft wirst du wohl sorgen, denn du hast gesagt: ich will dich nicht verlassen noch versäumen. Doch bewahre mich vor Müßiggang und laß mich arbeiten, nicht aus Geiz, sondern weil es dein Wille ist und aus herzlicher Liebe gegen meinen Nächsten. 12 Laß deine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen und deine Güte über alle deine Geschöpfe. Gedenke deiner Kinder, die dich kennen und in der Einigkeit des Geistes verbunden sind, als lebendige Glieder an ihrem hochgelobten Haupte, Jesu Christo. Laß unser aller Gebet Ein Gebet sein vor dir durch Christum, in welchem du uns dir selbst angenehm gemacht hast. Sei du eine ewige Vergeltung denen, die mir Liebe beweisen. Meine Beleidiger siehe mit erbarmendem Auge an und vergib ihnen, gleichwie ich ihnen von Herzen vergebe. Alle meine Anverwandten lege ich in deine Liebesarme. Kirchen und Schulen, Obrigkeiten und Unterthanen befehle ich dir, mein Gott. Ach, siehe an das Sündenelend in allen Ständen; mache dich auf und hilf uns, daß deine Ehre gerettet und des gottlosen Wesens ein Ende werde. Hilf den Armen und Elenden, die zu dir schreien. Herr, mein Gott, verschmähe mein Gebet nicht, sondern erhöre mich um Jesu Christi Willen! Amen. Lied Nr. 111: Beuch ein zu deinen Thoren. 13. Abendgebet am Mittwoch. Gott, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen; merke auf mich und erhöre mich. Pf. 55, 1, 2. Barmherziger Gott, lieber himmlischer Vater! Sch sage dir Lob und Dank für alles Gute, das du mir in meinem bisherigen Leben erwiesen hast, für allen Segen, Morgen- und Abendgebete. mit welchem du mich im Leiblichen, wie im Geistlichen gekrönt, für alle Hülfe und allen Beistand, den du mich immer wieder erfahren, und alle Rettungen, welche du mir ohne mein Verdienst und Würdigkeit hast zu Theil werden lassen. Insbesondere danke ich dir von ganzem Herzen für deine Gnade und Wohlthat, die du mir, o Gott, an dem vergangenen Tage erzeigt, für die Freude, die du mir geschenkt, für den Schutz gegen alle Uebel des Leibes und der Seele, den du mir gewährt, und für die Langmuth und Geduld, womit du meine Fehler getragen hast. Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan hast, und bitte dich mit herzlicher Reue um Vergebung alles Bösen, das ich begangen und womit ich bis heute und auch diesen Tag deine Gnade mißbraucht habe. Herr, gehe nicht ins Gericht mit mir, sondern erbarme dich mein, und laß deine Güte und Treue mich auch diese Nacht und ferner behüten. In deine Hand befehle ich meinen Leib und meine Seele, mein Gut und Vermögen, mein Wachen und Schlafen, mein Leben und Sterben. Decke mich mit deinem Schilde und bewahre mich vor allem Ulebel und vor aller Gefahr. Laß mich morgen wieder fröhlich erwachen, damit ich aufs neue dir die Opfer meines Dankes bringe und meinen Christenlauf zu deinem Preise fortsetze. Und wenn einst die Nacht auch für mich kommt, da Niemand mehr wirken kann, dann reiche mir deine allmächtige Hand und nimm mich auf zu dir in dein himmlisches Reich. Amen. 13 Lied Nr. 298: Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. 14. Morgengebet am Donnerstag. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten! Herr, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken. Pf. 5, 2-4. O allmächtiger, starker und gewaltiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du uns bis auf Stunde lebendig erhalten hast, wir kommen vor dein heiliges Angesicht an diesem Morgen und preisen dich um alle deine 16* Morgen- und Abendgebete. Barmherzigkeit, die du wiederum in dieser Nacht an uns erwiesen hast. Du hast uns sicher ruhen lassen, unseren Leib und alle unsere Kräfte neu erquickt und uns fröhlich gemacht im Anschauen deines freundlichen Lichtes. Du, unser Gott und Herr, erforschest und kennest uns; du siehest auf unsere geheimsten Gedanken; wir aber müssen mit herzlichem Leid bekennen, daß wir nicht also vor dir wandeln, wie sichs gebührt, und des Ruhmes mangeln, den wir vor dir haben sollten. Wir fündigen oft und werden übereilt von unserem eignen Fleisch und Blut. Es ist uns leid, ja es ist uns leid, daß wir dich so oft versuchen. Ach, Vater, vergib uns doch um deines Namens willen unsere Uebertretungen! Gedenke der Fürbitte deines Sohnes, unseres gekreuzigten Heilands, und nimm uns wieder zu Gnaden an. Du bist ja unser Vater; von Ewigkeit her ist das dein Name. Dein heiliger Geist regiere uns zu allem Guten. Siehe, o Herr, unseren Leib und unsere Seele und alles, was uns deine Gnadenhand gegeben hat, befehlen wir in deine treuen Vaterhände. Sei du unser und aller Menschen, die dich erkennen und fürchten, Licht und Heil. Sei mit uns in all unserem Thun; gib, daß wir mit aller Treue warten des Berufes, in den du uns gesetzt hast. Laß Alles wohl gelingen; laß uns auch heute unser täglich Brod nach deiner Zusage von deiner Hand mit Danksagung empfangen. Ach, Herr, bewahre unsere Zunge und alle unsere Glieder vor dem Bösen. Laß uns diesen Tag in deiner Furcht zubringen, dir zur Ehre und uns zur Seligkeit, um Jesu Christi, unseres Heilands, willen. Amen. Lied Nr. 369: Wach auf, mein Herz, und singe. 14 15. Abendgebet am Donnerstag. Behüte mich, wie einen Augapfel im Auge; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel. Pf. 17, 8. Lieber, barmherziger Gott und Vater! Wir kommen vor dein Angesicht, um dir zu danken, daß du uns auch diesen Tag wieder durch deinen Schutz vor Schaden und Gefahr gnädiglich behütet hast. Wir sind nicht werth aller der Güte und Treue, die du auch heute wieder an uns Morgen- und Abendgebete. gethan hast. So du, Herr, wolltest Sünde zurechnen, wer wird bestehen? Aber du bist langmüthig und freundlich und läsfest dich gnädig finden denen, die dich suchen. Darum bitten wir dich, du wollest uns alle Sünden vergeben, welche wir in Gedanken, Worten und Werken begangen haben, und uns auch jetzt in dieser Nacht und alle Zeit unseres Lebens vor aller Gefahr und allem Schaden des Leibes und der Seele gnädiglich beschirmen. Zu dir steht unsere Hoffnung, denn du bist unser Gott, der Hort, auf den wir bauen. Darum laß deine Augen offen stehen über uns und decke uns mit deinem Schilde. Laß uns heute in Frieden entschlafen und morgen fröhlich zu deinem Preise wieder erwachen. Führe uns durch Nacht zum Licht, bis endlich der letzte Tag unseres Lebens kommt und ein Tag anbricht, der kein Ende nimmt; dann führe uns gnädig in die ewigen Hütten. Amen. Lied Nr. 396: Hirte deiner Schafe. 15 16. Morgengebet am Freitag. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Missethat und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Missethat und meine Sünde ist immer vor mir. Pf. 51, 3-5. Gnädiger und liebreicher Gott! Ich erhebe in dieser Morgenstunde mein Herz und meine Hände auf zu dem Thron deiner göttlichen Majestät, von welchem mir Zeit meines Lebens und auch wieder in der vergangenen Nacht so viele Wohlthaten zugeflossen sind. Du bist in derselben meine Stärke und meine Burg, mein Schutz und Schirm gewesen. Mitten in der Finsterniß hast du an mich gedacht und, da mich die dunkeln Schatten umgaben, mir Leib und Seele vor Gefahr und Schaden bewahrt. Darum danke ich dir und preise deinen heiligen Namen; du haft Großes an mir gethan, deß bin ich fröhlich. Sei, o liebreicher Gott, auch heute mein Beistand, leite mich nach deinem Rath und nimm mich endlich mit Ehren an. Gib mir heute und allezeit ein, was ich reden soll, daß ich nichts Uebles rede; lehre mich, was ich thun soll, daß ich nichts Böses thue. Laß deines Geistes Zucht an mein 16 Morgen- und Abendgebete. Herz klopfen, wenn meine Gedanken sich von dir verirren wollen. Und da der heutige Tag ein Gedenktag des Leidens und Sterbens meines Herrn und Heilands ist, so stelle sein Kreuz vor meine Augen, damit ich schaue, was er für mich gelitten hat, und alle Lust meines Herzens zur Sünde erlösche. Laß mir diesen Freitag einen rechten Freiheitstag von allem Bösen werden und einen Wegweiser zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Gedenke auch im Leiblichen an mich und segne mich; laß mich aber auch alles Irdische als ein vergängliches Gut ansehen, daß ich meine Seele nicht daran hänge, sondern nach dem Ewigen trachte. Wenn ich arbeite, so stärke mich; wenn ich bete, so erhöre mich; wenn ich ausgehe, so begleite mich; wenn ich heimkehre, so weiche nicht von mir. Umgib mich und die Meinen mit deinem Schuße, daß wir den Abend fröhlich erleben. Halte traurige Botschaft fern und laß uns hören Freude und Wonne. Amen. Lied Nr. 62: Wenn mich mein Sünden kränken. 17. Abendgebet am Freitag. Herr, auf dich traue ich, laß mich nimmermehr zu Schanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit. Pf. 31, 2. Wir danken dir, Herr, unser Gott, für die wunderbare Liebe, mit welcher du uns Unwürdige durch deinen geliebten Sohn errettet hast. Also hast du die Welt geliebt, daß du deinen Eingebornen dahin gabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. unermeßliche Liebe, du gabst den Sohn dahin, um den Knecht zu erlösen und jeder Gewalt des Bösen zu entreißen. Wie sollen wir dich loben und dir Dank sagen für diese deine Barmherzigkeit? Laß dir wohlgefallen das Stammeln unseres Mundes und den findlichen Dank unseres Herzens. Vernimm in deiner Herrlichkeit die schwachen Seufzer unserer Seelen, die wir dir darbringen für alle Erbarmungen, womit du uns in deinem Sohne, unserem Heiland, zu Hülfe kamſt. Er starb für unsere Sünden und stand auf zu unserer Gerechtigkeit und herrschet nun in Ewigkeit zu deiner Rechten und bittet für uns. Du hast ihm alle Macht Morgen- und Abendgebete. 17 gegeben, daß in seinem Namen sich unsere Kniee beugen und alle Zungen bekennen sollen, daß er der Herr sei zu deiner Ehre. Gott, allmächtiger Bater, gelobet sei dein heiliger Name in Ewigkeit! O mache uns würdig, himmlischer Vater, der großen Verheißung deines Sohnes, daß wir in ihm Leben und Seligkeit haben sollen. Vollende, was du begonnen haſt, und laß uns immer reichlicher zum Genusse deiner Gnade gelangen. Würdige uns tieferer Blicke in das Geheimniß deiner Eisarmungen und zerstreue alle Finsternisse unseres Herzens durch die Strahlen deines ewigen Lichtes. Stärke, kräftige, gründe uns durch die helle Erkenntniß unseres Erlösers. Siehe, wir lieben ihn, hilf uns stärker ihn lieben. Siehe, wir glauben, hilf unserem Unglauben. Amen. Lied Nr. 387: Mein schönste Zier und Kleinod bist. 18. Morgengebet am Samstag. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ps. 90,2. Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet, denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend der Armen und sein Antlitz vor ihnen nicht verborgen! Ja, du erhörst das Gebet, du getreuer Gott; darum kommt alles Fleisch zu dir. Du machst fröhlich, was da lebt, beides des Morgens und des Abends. Auch in dieser Nacht hast du uns wieder geholfen und läsfest uns heute unter deinem Schuße den Schluß einer Woche erleben. Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Darum danken wir dir für alle deine Gnade und lobsingen deinem Namen, du Höchster. Ach gib doch, daß wir ohne Unterlaß deiner Treue gedenken und des Morgens deine Gnade, des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Und hilf uns, daß auch all unser Wandel dich preise und unser Thun und Lassen dich ehre. Heilige du uns zu Opfern, die dir angehören und die da lebendig, heilig, unsträflich und dir wohlgefällig sind. Dazu erwecke uns alle Morgen; wirke beständig in unseren Herzen durch deinen heiligen Geist und mache uns zu neuen Menschen, auf daß wir in dir bleiben und einen 18 Morgen- und Abendgebete. Fels des Heils haben mögen, wenn auch eine Woche um die andere dahinflieht. Es ist ja alles eitel; alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grafes Blume. Das Gras verdorrt, die Blume fällt ab, du allein bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Darum nehmen wir unsere Zuflucht zu dir und bitten dich: sei unser allmächtiger Schutz und leite uns an deiner Hand, daß wir nicht von deinen Wegen abweichen. Hilf uns zu einem gesegneten Schlusse dieser Woche; segne uns zu ernstlicher Selbstprüfung, damit wir unsere Gedanken und Werke dieser Woche überschauen und merken, wo wir gefehlt haben, und uns demüthigen vor dir. O Herr, wirke du selbst in uns eine wahre Buße an Herz und Sinn. Bereite uns zu, daß du unter uns wohnen könneſt; mache uns den heutigen Tag zu einem stillen Vorsabbath unserer Seelen, damit wir morgen deinen heiligen Sabbathtag im rechten Segen feiern mögen. O treuer Vater, schenke uns heute deine Hülfe unter allen Umständen und laß nichts Böses über uns herrschen. Sei uns gnädig und erfülle an uns deine Verheißung: es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von euch weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. Ja, offenbare an uns deine Treue, Vater, Sohn und heiliger Geist. Hilf, o Herr, und laß alles wohlgelingen. Erhebe dein Angesicht über uns und gib uns deinen zeitlichen und ewigen Frieden! Amen. Lied Nr. 375: Gott, du Licht. 19. Abendgebet am Samstag. Herr, lehre mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sie gehen daher wie ein Schatten und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es friegen wird. Nun, Herr, weß soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Pf. 39, 5-8. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich! Ich lobe dich täglich und preise auch jetzt, am letzten Abend dieser Woche, deinen heiligen Morgen- und Abendgebete. 19 Namen. Denn wer bin ich, Herr, und was ist mein Haus, daß du mich bis hierher gebracht hast? Du hast in dieser Woche nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meiner Miſsethat, hast mir Leben und Wohlthat erzeigt und durch dein Aufsehen meinen Odem bewahrt; des Tages bin ich unter deinem Schatten gesessen und des Nachts durfte ich unter deinem Schirm ruhen. Du warst und bist meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue. Darum danke ich dir von Grund meines Herzens, und wenn du auch mich und die Meinen mit allerlei Leiden dieser Welt heimsuchst, so lobe ich doch deine Güte, die durch Trübsal uns in dein Reich führen will. Ach vergib mir um Jefu Christi willen meine Sünden, welche ich wider dich, meinen Nächsten und mich selbst in dieser Woche begangen habe. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz durch das Blut deines Sohnes und einen neuen Geist durch deinen heiligen Geist. Und wie du aus Gnaden mir meine Sünden erläsfest, so neige auch mein Herz, daß ich denen vergebe, die sich wider mich verfündigt haben. Ich weiß ja nicht, ob du nicht mit dem Ende dieser Woche und in dieser Nacht mich aus dem zeitlichen Leben abrufst. Darum laß mich weder in der Sünde des Zornes und der Unversöhnlichteit, noch sonst in einem Laster sterben, oder verderben, sondern in Jesu Christo, meinem Heiland, erfunden werden. Herr, du bist unsre Zuflucht für und für! Sei mit mir, mit den Meinen, mit allen Menschen, schüße und schirme sie und laß sie immerdar deine Wege gehen. Durch deine Kraft bereite alle, die nach dir fragen und dein Heil lieb haben, daß ein Jeder das Werk, das du ihm befohlen hast, von Tag zu Tag treulich ausrichte und am Ende seines Lebens mit Freuden vollendet habe, damit das Ende, es komme heut oder morgen, eine Befreiung von dem Dienst des vergänglichen Wesens und ein Anfang der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes in jener Welt sei. Bereite uns zum ewigen Sabbath, da nicht Leid noch Geschrei noch Schmerz mehr ist, sondern Freude in Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten. Das thue, lieber Vater, um Jesu Christi, deines Sohnes, willen. Amen. Lied Nr. 402: Gott Lob, ein Schritt zur Ewigkeit. Festgebete. III. Festgebete. 20. Auf eihnachten. Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, Herr, mein Hort und mein Erlöser. Pf. 19, 15. 20 Ewiger und allmächtiger Gott, du hast also die Welt geliebt, daß du deinen eingeborenen Sohn sandtest, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Wir danken dir dafür von Grund unserer Herzen und loben deine große Barmherzigkeit, daß uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, dein Sohn Jesus Christus, und unser Fleisch und Blut angenommen, damit er durch sein Leben unser Leben heilige und durch seinen Tod dem Tode die Macht nähme und Leben und unvergängliches Wesen an das Licht bringe durch das Evangelium. Wir bitten dich herzlich, verleihe uns die Gnade, daß wir dir unser Leben lang danken und von Tag zu Tag mehr erkennen, wie uns dein Sohn gemacht ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und Erlösung, daß wir alles für Schaden achten gegen die überschwängliche Erkenntniß Jesu Christi. Gib, daß wir an ihn, unsern Heiland, aufrichtig glauben, uns ihm gänzlich ergeben, ihm willig dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, und durch ihn deine Kinder und Miterben sein mögen deiner ewigen Herrlichkeit. Ehre sei dir in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. Lied Nr. 37: Ich steh an deiner Krippe hier. 21. 3um Jahreswechsel. Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage. Deine Jahre währen für und für. Du haft vorhin die Erde gegründet und die Himmel sind deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden alle veralten, wie ein Gewand; sie werden verwandelt, wie ein Kleid, wenn du sie ver Festgebete. 21 wandeln wirst. Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Ps. 102, 25-28. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgerschaft auf Erden zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach Herr und Gott, wie groß ist deine Gnade, die du uns seither erzeigt hast, da wir doch durch unsere Sünden so viel Strafen verdient hätten. Wir rühmen und preisen deine große Barmherzigkeit und danken dir für all deine Güte und Treue. Wir bitten dich aber auch durch deinen Sohn, unsern Heiland, gehe nicht mit uns ins Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Missethat, sondern vergib uns unsere Sünden und führe uns auf deinen Wegen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus und den neuen anziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, o Vater, uns aufs neue zu segnen. Gib uns rechten Muth, rechten Glauben und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid, und weil wir im fünftigen Jahre, wie in unserer ganzen Lebenszeit, vor allem deines Schutzes bedürftig sind, so halte deine Gnadenhand väterlich über uns. Getreuer Gott, erhöre unser Gebet und erbarme dich aller Menschen; erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger; erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre. Stärke alle Regenten, fördere jeden guten Rath und jede gute That. Segne Väter und Mütter, regiere Kinder und Gesinde. Bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, vor Feuers- und Wassersnoth, vor Theurung und Krankheiten. Kröne das Jahr mit deinem Gut; gib Frieden im Lande, unseren Herzen Frieden, unserem Leibe Gesundheit. Segne unsere Nahrung und fördere das Werk unserer Hände. Bekehre die Sünder, stärke die Frommen, bringe zurecht die Irrenden, erleuchte unsere Feinde, wehre allen Verfolgern, schütze Wittwen und Waisen, versorge die Armen, tröste die Elenden, errette die Bedrängten, pflege die Kranken, sei bei den Sterbenden durch Jesum Christum deinen lieben Sohn, unseren Heiland und Erlöser. Amen. Lied Nr. 48: Nun laßt uns gehn und treten. - - Festgebete. 22. Auf Charfreitag. Der Gerechte muß viel leiden, aber der Herr hilft ihm aus dem allen. Ps. 34, 20. 22 Herr Gott, heiliger, barmherziger Vater, der du kein Gefallen hast an unserem Tode, sondern willst, daß wir uns bekehren und leben: in tiefer Demuth preisen wir deine Gnade, daß du deines eingeborenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben hast Herr zum Opfer und Lösegeld für unsere Sünden. Jesus Christus, du Mittler des neuen Bundes, demüthige uns heute durch den Anblick deines Leidens und Sterbens. Wir, wir haben dir Mühe und Arbeit gemacht mit unseren Sünden, und um unserer Missethat willen bist du verwundet. O laß es uns nie vergessen, wie schwer die Strafe auf dir lag, damit wir Friede hätten für unsere Seelen. Treuer Heiland und Versöhner! Du hast das große Werk unserer Erlösung vollbracht. O laß dein Sterben unser Leben, deine Gerechtigkeit unser Heil, deinen Todeskampf unseren Sieg und ewigen Frieden werden. Ergreife uns mit der Hand deines heiligen Geistes und versetze uns in die Gemeinschaft deines Lebens, daß von heute an unser alter Mensch sammt dir gekreuzigt und begraben werde in den Tod, und wir zu einem neuen Leben mit dir auferstehen. Entzünde unsere Herzen durch die Liebe, damit du uns geliebt haft bis in den Tod, daß wir dich wiederum lieben mit rechter Inbrunst des Geistes und dir dein Kreuz nachtragen im Glauben und in Geduld. Herr Jesu, wie du selbst deinen Geist befohlen haft in die Hände deines himmlischen Vaters, so befehlen auch wir im festen Vertrauen auf die Kraft deiner Erlösung unsern Geist ganz sammt Seele und Leib in deine allmächtige Hand.- Laß, Herr, das Wort vom Kreuz eine Gotteskraft und Friedensbotschaft werden bei allen Menschen und unter allen Völkern, damit auch die, welche noch ferne stehen, erlöst werden von ihren Sünden und sammt uns deine Gnade und Herrlichkeit rühmen. Denn du, Herr, hast uns erkauft mit deinem Blute; du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 63: O Haupt voll Blut und Wunden. Festgebete. 23. Auf Offern. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Ps. 150, 6. Wir loben und preisen dich, allbarmherziger Gott, und danken dir von Herzen, daß du deines Sohr Jeſum Christum, den großen Hirten der Schafe, ausgeführt hast von den Todten und ihm die Herrlichkeit gegeben, welche er hatte, ehe denn die Welt war. Und dir, du großer Siegesfürst, sei ewig Ehre und Preis gebracht für deine unaussprechliche Liebe und den Segen deiner Auferstehung. Stärke und mehre nun unseren schwachen Glauben, daß wir gewiß werden, du seiest um unserer Sünden willen gestorben und um unserer Gerechtigkeit willen auferweckt. Wirke in uns durch deine Gnade, daß wir die Frucht und Kraft deiner herrlichen Auferstehung recht an unseren Seelen fühlen und den beständigen Trost empfinden, daß weder Tod noch Hölle uns schrecken können. Erwecke uns durch deinen Geist zu einem neuen Leben in dir und stärke uns, die Lüste des Fleisches zu besiegen und die Werke des Geistes zu vollbringen. Erhalte uns und unseren Nachkommen die Predigt von deiner Auferstehung. Sei mit allen, die für dein Reich arbeiten, damit das Reich dieser Welt seine Macht verliere auf Erden. Kehre ein mit dem Segen deiner Auferstehung in alle Häuser und gib, daß in unserem Lande Ehre wohne, Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Komme zu Hülfe deiner bedrängten Kirche und erwecke auch sie zu neuem Leben und neuer Kraft; gib ihr Sieg gegen ihre Feinde. Tröste mit deiner Osterbotschaft alle betrübten Herzen und errette alle, die in Noth und Gefahr sind. Beschere uns durch die Kraft deiner Auferstehung einen seligen Heimgang zu deinem und unserem Vater und gib, daß wir an jenem Tage fröhlich von den Todten auferstehen und mit dir in himmlischer Freude und Herrlichkeit ewig leben mögen. Amen. Lied Nr. 86: Ueberwinder, nimm die Palmen. 23 24. Auf Simmelfahrt. Du bist in die Höhe gefahren und hast das Gefängniß gefangen; du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen. Gelobet sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. 24 Festgebete. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Pf. 68, 19-21. Allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesu Christi, ich sage Si von Herzen Dank für deine große Gnade, die du uns armen Sündern erzeigt hast durch deinen Sohn, unsern Herren, welcher auferstanden ist von den Todten, aufgefahren gen Himmel, fizet zu deiner Rechten und vertritt uns. Ich bitte dich, du wollest auch mich erwecken aus dem Grabe aller Sünden und zu dir hinauf ziehen, daß ich allein Lust, Liebe und Verlangen habe nach den himmlischen Gütern. Laß meinen Leib auf Erden leben und seines Berufes warten, mein Herz aber, Gedanken und Sinne laß bei dir im Himmel sein. Behüte und bewahre mich vor Sünden und allem Uebel, erhalte mich in deiner wahren Erkenntniß, so lange ich noch hier auf Erden zu leben habe, bis ich einst ganz zu dir komme, dich von Angesicht zu Angesicht sehe und ewig bei dir bleibe in deiner Herrlichkeit. Amen. Lied Nr. 96: Auf Christi Himmelfahrt allein. 25. Auf Pfingsten. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit deiner Hülfe und der freudige Geist enthalte mich. Pf. 51, 12-14. D Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen so gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geist am Heiligen Pfingstfest besucht und begabt hast: ach, gieße diesen deinen Geist auch über unsere dürren, verschmachteten Herzen aus; erquicke doch dein Erbtheil und labe die Elenden. Komm, o heiliger Geist, und ziere uns mit deinen so vielfältigen Gaben, daß wir die großen Thaten Gottes, welche durch Jesum Christum geschehen, wahrhaftig er kennen und preisen, und mit neuen Zungen dein Wort reden, rühmen und ausbreiten. Komme in deiner Fülle in die Kirche, welche durch dich gegründet ist, und laß sie immerdar deine Wohnung sein. Entzünde uns mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe, brenne aus alle innerliche Festgebete. 25 Bosheit, sammt allen anderen fleischlichen Lüsten und Begierden. Zünde an das Licht deiner Wahrheit, daß wir inbrünstig mit rechtem Ernst und Eifer unserem Gotte dienen. O du Geist des Friedens, verbinde unsere Herzen mit deinem Bande des Friedens, daß wir in Sanftmuth und Demuth, in Friede und Einigkeit bei einander bleiben und leben. O du Geist der Geduld, gib uns Geduld in Leidenszeit und bis ans Ende Beständigkeit. O du Geist des Gebets, erwecke unsere Herzen, damit wir sie sammt heiligen Händen zu Gott erheben und ihn in allen Nöthen anrufen. Und da wir nicht wissen, was wir bitten sollen, noch wie es sich gebührt, so vertritt du uns mit unaussprechlichem Seufzen. Sei unser Schutz in der Noth, unsere Hülfe in Trübsal, unser Trost in aller Widerwärtigkeit. Komm, du starker Gott, und stärke die Schwachen, lehre die Elenden deinen Weg, hilf den Gefallenen auf, bringe die Irrenden zurecht und erhalte sie bei deiner treuen Hand. Komm, o du ewiges Licht, fei unser Licht im Finstern, unser Heil im Leben, unser Trost im Sterben und führ uns auf ebner Bahn zum ewigen Leben, damit wir dich, heiliger Geist, sammt dem Vater und dem Sohne mit allen Engeln und Auserwählten dort in deinem Reiche am rechten Pfingsttag rühmen und preisen immer und ewiglich. Amen. Lied Nr. 110: O heiliger Geist, kehr bei uns ein. 26. Am Buktage. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. So du willst, Herr, Sünde zurechnen: Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist Vergebung, daß man dich fürchte. Pf. 130, 1-3. Herr der Welten, Richter der Seelen, Vater in Christo! Heute bekennen wir dir unsere Sünden und ein Volk von vielen Tausenden bekennt sie dir mit uns. Wir sind ja allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten, und wenn unsere Lippen hiervon schwiegen, so würden unsere Thaten reden. Bei dir, Herr, aber ist Gnade und Erbarmung, darum sinken wir vor dir nieder und bitten dich: Herr gehe nicht mit uns ins 26 Festgebete. Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Barmherzig und gnädig bist du, geduldig und von großer Güte, und kein Wechsel des Lichts und der Finsterniß ist in dir. O lege das Gefühl davon recht tief in unsere kranken, verwundeten Herzen; laß uns nicht erliegen unter der Last unserer Schuld. Siehe an unsere Trauer und unser Heimweh nach deinem Himmel. Siehe auch an unser Vertrauen auf die Gnade, die du uns angeboten haft in Christo. Um Jesu Christi willen vergib uns unsere Sünden. Verstoße uns nicht von deinem Angesicht und laß es nicht mit uns gar aus sein, sondern wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt, also erbarme dich auch über uns. Siehe an, Herr, unseren Entschluß, der Sünde abzusterben und der Gerechtigkeit zu leben; gründe ihn, stärke ihn, vollbereite ihn, damit der Zustand unserer Seelen und unserer Werke zu deinem Preise und zu unserer Seligkeit erneuert werde. O erleuchte unsere Herzen, daß wir rechtschaffene, wahre Buße thun, alle wissentlichen, vorsätzlichen Sünden fliehen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben und durch deine Gnade dem wohlverdienten Verderben zeitlich und ewiglich entgehen mögen. Erbarme dich deines Christenvolkes und aller Völker, daß sie suchen und finden dein Heil. Weihe uns zu deinen Tempeln. Sei bei uns in all unserer Noth und höre auf unser Flehen in unserer Trübsal. Das alles wollest du thun, o treuer und barmherziger Gott, um des theuern Verdienstes und der träftigen Fürbitte deines geliebten Sohnes, Jesu Christi, unseres Herrn und Heilands, willen. Amen. Lied Nr. 230: Gott, der du unsere Zuflucht bist. IV. Gebete in besonderen Lebenslagen und Verhältnissen. 27. Am Beichttage( Vorbereitung zum h. Abendmahl). a. Anleitung zur Selbstprüfung. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich es meine, und siehe, ob ich Gebete in besonderen Lebenslagen. 27 auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Pf. 139, 23-24. Erforsche und frage dich, ob du nicht immer noch: so fleischlich und weltlich gesinnt biſt, so wenig frei von Leidenschaften, so voll von Regungen der bösen Lust, so unbewacht in Rücksicht auf das, was den Sinnen schmeichelt, so ergeben vielen eitlen Träumereien, so sehr geneigt zum Aeußeren, so nachlässig in Rücksicht auf das Innere,- so schnell aufgelegt zur Freude und Zerstreuung, so schwer zu bewegen zur Rene und Zerknirschung, so bereit zur Gemächlichkeit und Unthätigkeit, so träge zur Verleugnung deiner selbst und zur Tugendübung, so begierig, Neues zu hören und Schönes zu sehen, so wenig bereit, das Geringe und Verachtete dir gefallen zu lassen,- so begierig zu haben, so karg im Geben, so hartnäckig im Behalten, so unvorsichtig im Reden, so unenthaltſam im Schweigen, fo unordentlich im Betragen, so heftig im so Handeln, so unmäßig in Speise und Trant, so taub gegen Gottes Wort, so schnell zur Ruhe, so langsam zur Arbeit, so munter zu unnüzem Geschwätz, so schläfrig zu frommen Betrachtungen, so nachlässig im Gebet, so lau im Gottesdienst, so kalt beim Abendmahl,- so schnell zerstreut, so selten ganz gesammelt, so plötzlich zum Zorn bewegt, so leicht bereit, andern wehe zu thun, so streng im Tadel, so vorschnell zum Verdammen, so wenig treu den Freunden, so unversöhnlich gegen die Feinde, so fröhlich im Glück, so verzagt im Unglück, so voll frommer Entschlüsse und so arm an guten Werken. ( DieSelbstprüfung kann auch nach den 10Geboten geschehen.) 1 - - - - - - - Der Mensch prüfe sich selbst und also esse er von diesem Brod und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket sich selber das Gericht. 1. Cor. 11, 28, 29. b. Sünden bekenntniß. Ich befenne dir meine Sünde und verhehle dir meine Missethat nicht. Ich sprach: ich will dem Herrn meine Uebertretung bekennen, da vergabst du mir die Missethat meiner Sünde. Pf. 32, 5. 17 Gebete in besonderen Lebenslagen. Dallmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender Sünder betenne vor deinem Angesicht alle meine Missethat und Sünde, womit ich dich erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr. Darum bitte ich um deiner ungründlichen Barmherzigkeit und des unschuldigen, bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes, Jesu Christi, meines Heilands, willen, du wollest mir meine Sünden verzeihen und deinen heiligen Geist geben, daß ich durch sein Eingeben mein Leben bessere und von Herzen fromm werde. Ach Gott, sei mir Sünder gnädig! Amen. 28 c. Gebet um Vergebung der Sünden. Die Angst meines Herzens ist groß, führe mich aus meinen Nöthen. Siehe an meinen Jammer und Elend und vergib mir alle meine Sünden. Ps. 25, 17, 18. Mein Gott und Herr! Meine Seele ist betrübt, mein Herz voll Angst und mein Gewissen voll Traurigkeit um meiner Sünden willen. Sie gehen über mein Haupt und find mir wie eine schwere Last. Du aber bist voll Gnade. Darum komme ich zu dir und flehe: gedente nicht meiner Sünden, gedenke aber an deine Barmherzigkeit, die von der Welt her gewesen ist. Vergib mir um deines Sohnes willen, der gekommen ist, das Verlorene zu suchen und die Sünder selig zu machen. Hier bin ich als verlorenes Kind; nimm mich in Gnaden an und schenke mir deine Barmherzigkeit. Hilf mir meine Sünden herzlich bereuen und deine Verzeihung mit gläubigem Herzen ergreifen. Stärke mich durch deinen heiligen Geist, daß ich hinfort ein christliches und gottseliges Leben führe und dir allezeit diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, wie es dir wohlgefällig ist. Laß mir den Genuß des heiligen Mahles deines lieben Sohnes gereichen zur Kräftigung meines schwachen Glaubens, zur Besserung meines sündlichen Lebens und zum Pfand meiner ewigen Seligkeit. Und sollte ich wieder straucheln und fallen, dann, Herr, richte mich auf um deines heiligen Namens willen. Hilf, daß mein Leben eine stete Buße sei, daß ich mich allezeit nach deinem Wort und Willen richte, bis ich endlich in dein Gebete in besonderen Lebenslagen. 29 Reich komme, wo alle Schwachheit aufhört und keine Sünde mehr begangen wird; wo man dich anschaut und dir dient in vollkommener Liebe und Freude von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 224: Meine Seele, voller Fehle. 28. Am Abendmahlstag. a. Vor dem Abendmahl. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquickt meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Pf. 23, 1-3. Herr Jesus Christus, mein getreuer Hirte und Bischof meiner Seele, du hast gesagt: ich bin das Brod des Lebens, wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Siehe, ich komme zu dir und bitte dich, du selbst wollest mich recht bereiten und zum würdigen Gast deines himmlischen Mahles machen. Bewahre mich vor dem Einen, daß ich unwürdig von dem heiligen Brod esse und von dem heiligen Kelche trinke und damit mir selbst eſſe und trinke das Gericht. Gib rechte Reue über meine Sünden in mein Herz und festen Glauben an dein heiliges Verdienst zum Trost in meine Seele. Gib mir auch einen demüthigen und versöhnlichen Sinn, daß ich meinen Feinden vergebe, und tilge in mir die Wurzel aller Bitterfeit und Feindseligkeit. Pflanze in mein Gemüth herzliche Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Bruder und Nächsten, ja alle Menschen, wie mich selber in dir lieb habe. Ach Herr, ich komme zu dir mit Sünden beladen, nimm die Last von mir; ich komme als Unreiner, reinige mich; als Blinder, erleuchte mich; als Armer, mache meine Seele reich; als Verirrter, suche mich; als Verlorener, mache mich selig. Mein himmlischer Arzt, ich bringe zu dir eine franke Seele, heile sie; ein Herz, das Mangel hat an wahrer Gottseligkeit, Heiligkeit und Gerechtigkeit, erfülle es mit deiner Gnade, mit deinem Geiſte, deiner Liebe, deiner Demuth und Sanftmuth, deiner Geduld und deinem Frieden. Du wahrhaftiges Brod des 30 Gebete in besonderen Lebenslagen. Lebens, speise mich zum ewigen Leben. Nur in dir habe ich volles Genüge, darum bleibe ewig in mir und laß mich ewig in dir bleiben, wie du gesagt hast: wer mein Fleisch iſset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Amen. Lied Nr. 202: Ich komme, Herr, und suche dich. b. Vor dem Hintritt zum Tische des Herrn. O Gott, sei mir armem Sünder gnädig; gib deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen. c. Nach dem Abendmahl. Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich. Pf. 86, 12. Barmherziger Gott und Vater, ich lobe und preise. deinen heiligen Namen und danke dir für deine unaussprechliche Güte, daß du mich armen, unwürdigen Sünder mit dem Leibe und Blute deines Sohnes Jesu Christi gespeist und getränkt hast. Ach, Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir thust. So hilf mir denn, getreuer Gott, daß an mir dieses Mahl gedeihen möge zur Stärkung meines Glaubens und zur Liebe gegen die Brüder, zum Wachsthum in der Gottseligkeit, zur Geduld im Leiden und dereinst zu einem freudigen, seligen Sterben. Mache mich brünstig im Geist, fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, laß mich anhalten am Gebet, auf daß ich die guten Vorsätze, welche ich durch deine Gnade gefaßt habe, durch deine Kraft nun auch ins Werk setzen und alle Anfechtungen der Welt und des Fleisches überwinden möge. Erhalte deine Kirche im rechten Glauben und in wahrer Einigkeit des Geistes und hilf uns allesammt aus zu deinem himmlischen Reiche, das du aufgerichtet hast durch Jesum Christum, welchem sei sammt dir und dem heiligen Geiste Dank, Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 207: O Jesu, meine Wonne, Gebete in besonderen Lebenslagen. 31 d. Gebet eines Kranken vor dem Abendmahl. Ich will zu Gott rufen und der Herr wird mir helfen. Ps. 55, 17. Mein Herr und Heiland, der du das Seufzen der Elenden hörst und ein geängstetes und zerschlagenes Herz nicht verachtest, blicke auf mich in meiner Trübsal und Anfechtung in Gnaden herab und erquicke meine Seele, die nach deiner Erbarmung dürftet, mit himmlischem Troste. Nahe dich zu mir in deinem heiligen Mahle und stärke mich durch den Genuß deines Leibes und Blutes. Gib mir Kraft, daß auch Krankheit und Schmerz mein Vorhaben nicht hindern, mich mit dir zu vereinigen. Lehre du selbst mich deinen Tod auf rechte Art verkündigen und an dein Leiden und Sterben, deine Marter und Bein und alles gedenken, was du für mich gethan und gelitten hast. Ich weiß, daß ich in deinem Mahle dich selbst empfange zur Versöhnung mit Gott, und bin gewiß, daß ich nicht soll verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. Erhalte mich bei diesem beseligenden Glauben und stärke ihn durch deine Kraft. Mein Herr und mein Gott, tröste mich in meinem Leide und sei bei mir in meiner Trübsal, und hast du bestimmt, daß ich abscheiden soll von dieser Erde, so scheide nicht von mir. Stehe mir bei im letzten Kampfe und laß deinen Tod mein Leben sein. Ists aber dein gnädiger Rathschluß, daß ich noch länger ein Pilgrim sein soll in dieser argen Welt, dann reinige mir Herz und Sinn, daß ich nach deinem Wohlgefallen meine Wege gehe. Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben. Amen. Lied Nr. 294: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. e. Gebet eines Kranken nach dem Abendmahl. Ich danke dir, Gott, denn du kannst es wohl machen, und will harren auf deinen Namen. Pf. 52, 11. du gnädiger und getreuer Gott und Vater, ich jage dir Lob und Dank, daß du mich durch dieses heilige Mahl erquickt und gestärkt hast. Ich bitte dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest durch diese himmlische Speise und durch diesen Trank des Lebens meine Seele Gebete in besonderen Lebenslagen. heiligen, damit ich meinen Lauf im Glauben vollende, deinem väterlichen Willen mich demüthig unterwerfe und auch unter Kreuz und Trübsal deinen Namen preise. Gib, daß ich ewig dein Eigenthum bleibe, und daß weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Leben noch Tod mich scheiden möge von deiner Liebe in Christo. Amen. Lied Nr. 295: Laß mich dein sein und bleiben. 32 29. Gebete in Krankheit. a. Herr, sei mir gnädig, heile meine Seele, denn ich habe an dir gesündigt. Ps. 41, 5. Es hat dir gefallen, mein Schöpfer und Vater, mich mit Krankheit heimzusuchen. Meine Kraft hat mich verlassen, mein Odem ist schwach, meine Heiterkeit dahin; Mattigkeit und Schmerzen haben meine Glieder befallen und mein natürliches Leben ist dem Grabe nahe. Allmächtiger, der du gesagt hast: ich bin der Herr, dein Gott", zu dir nehme ich meine Zuflucht, auf dich seze ich auch in dieser Prüfung mein Vertrauen. Vor allen Dingen bitte ich dich, daß du dich gnädig meiner Seele annehmen, mir um Christi willen meine Sünden vergeben und mir Hoffnung und Glaubensfreudigkeit im Tode schenken wollest. Laß die Krankheit meines Leibes zur Gesundheit meiner Seele gereichen, daß das Gefühl meiner Schwachheit den Glauben an dich stärke und meine Buße aufrichtiger und ernsthaft mache. Sei mir freundlich, mein Gott, in diesem Leiden, und laß die Gebeine, die du zerschlagen hast, wieder Freude und Wonne fühlen, denn ich habe Niemand im Himmel und auf Erden, der mir helfen, mich stärken und beruhigen könnte, als dich, den treuen Helfer in aller Noth. O mein Vater, du hast mir eine Last aufgelegt, hilf sie mir auch tragen; lindere meine Schmerzen; erquicke meine matte Seele mit deinem himmlischen Troste; schenke mir christliche Geduld und Gelassenheit; läutere meinen Glauben in der Hiße der Trübsal und segne den Gebrauch der Arzneimittel zur Wiederherstellung meiner verlorenen Gesundheit. Herr, Gebete in besonderen Lebenslagen. 33 du Allmächtiger, bei dir ist kein Ding unmöglich; wenn du willst, kannst du mich wieder gesund machen. Bin ich noch nicht bereit zum Sterben, noch nicht reif für die Ewigkeit, o so verlängere noch meine Gnadenzeit. Reiß mich nicht weg aus dem Lande der Lebendigen, sondern stärke mich noch ferner durch deinen Geist, daß ich künftig als ein fruchtbarer Baum dir wohlgefällige Früchte bringen möge. Ja, Herr, ich gelobe es, daß ich mit Leib und Seele mich dir heiligen will, wenn du mich wieder aufkommen läsfest. Sollte aber in deinem heiligen Rath mein Ende beschlossen sein, so bitte ich dich flehentlich um die Gnade, selig sterben zu dürfen. Ach, nur selig, welchen Ausgang auch die Krankheit nehmen wird; sie mag zum Leben oder zum Tode sein, laß sie nur zu deiner Ehre und zu meinem wahren Besten dienen. Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Herr, dir lebe ich; Herr, dir sterbe ich; Herr, dein bin ich todt und lebendig. Amen. Lied Nr. 293: Auf dich hab ich gehoffet. b. Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöthen. Pf. 25, 17. Du frommer und getreuer Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Noth nicht verlassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntniß erleuchten, daß ich in demselben aus der Finsterniß dieser Welt und meiner schweren Krankheit zu dir, dem ewigen Lichte, möge wandeln. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll; stehe du mir zur rechten Hand, wenn ich meinen Geist auf geben muß; errette mich aus der Hand des Feindes unserer Seelen, tröste und stärke mich, erhalte mich in deiner Erkenntniß und im festen, starken Vertrauen auf deine große Gnade und Barmherzigkeit. Ach, Herr, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Kreuzes auch mein letztes Wort sein, daß ich mit gläubiger Zuversicht im Herzen sagen darf: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit und Größe meiner Krankheit solches 34 Gebete in besonderen Lebenslagen. nicht mehr könnte mit dem Munde reden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. Lied Nr. 439: Christus, der ist mein Leben. c. Morgengebet eines Kranken. Ich komme frühe und schreie; auf dein Wort hoffe ich. Pf. 119, 17. Herr, du Vater des Lebens, dessen Güte alle Morgen neu ist, sei gelobt und gepriesen, daß du mich armen Kranten in dieser Nacht so gnädig bewahrt und erhalten hast. Noch kann ich das Licht schauen im Lande der Lebendigen und deine über mich erneuerte Güte preiſen. Sollte aber dieser Tag mein letter auf Erden sein, ach, so bewahre doch in meinem Herzen das Licht des Glaubens und laß Jesum Christum, das ewige Licht, mit seiner Gnade mir leuchten bis ans Ende, daß ich selig einschlafen möge in seiner seligmachenden Erkenntniß. Nun, Herr, dein Wille geschehe! Nimm dich meiner Seele treulich an, daß sie nicht verderbe. Mein Gott und Vater, erbarme dich über mich! Mein treuer Heiland, Herr Jesu, erbarme dich meiner! D heiliger Geist, du Tröster in aller Noth, erbarme dich über mich und gib mir deinen Frieden! Amen. Lied Nr. 371: Morgenglanz der Ewigkeit. d. Abendgebet eines Kranken. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Pf. 27, 1. Deinem Namen, mein treuer Gott und Heiland, sage ich von Herzen Dank und Lob, daß du mir diesen Tag haft überwinden helfen, und daß deine Kraft in mir Schwachem mächtig war. Aber siehe, hier liege ich noch unter deiner Heimsuchung und seufze zu dir: ach Herr, mein Gott, wie lange verziehst du mit deiner Hülfe! Siehe doch an meinen Jammer und mein Elend, vergib mir alle meine Sünden und errette mich. Dir befehle ich meinen hinfälligen Leib und meine so theuer erkaufte Seele. Laß meinen Leib ruhen, die Seele aber stets zu dir machen, damit ich deine herrliche Ankunft mit Verlangen erwarte. Stärke mich im Glauben und in der Gebete in besonderen Lebenslagen. 35 Geduld also, daß ich vor dir bestehen und das himmlische Erbe durch deine Gnade erlangen möge. Dazu hilf mir, mein Heiland und Erlöser, um deines bitteren Leidens und Sterbens willen. Amen. Lied Nr. 397: Herr, es gescheh dein Wille. e. Gebetder Eltern bei Erkrankung eines Kindes. Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in der Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet. Pf. 4, 2. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, du siehst, welcher Jammer unser Herz erfüllt. Die Freude an unserem lieben Kinde ist in schwere Sorge und großes Herzeleid verwandelt. Da liegt es vor unseren Augen, und jeder Zug seines Antlites bricht unser Herz. Wir möchten gern helfen und können doch nicht. Darum erbarme du dich, allmächtiger Helfer, denn bei dir ist kein Ding unmöglich. Gebiete du, dann wird die Krankheit weichen; laß es dein Wohlgefallen sein, so werden wir die heißersehnte Freude haben, unser Kind genesen zu sehen. Doch es ist dein Kind, du bist sein rechter Vater, denn du hast es geschaffen und in der heiligen Taufe als dein Kind aufgenommen. So hast du ein größeres Anrecht an es, als wir. Deßhalb, dein Wille geschehe. Wir wollen nicht murren, wenn du es uns nimmst aus unseren Armen in deine treuen Vaterarme. Vor dir liegt ja alle Zukunft, wie ein aufgeschlagenes Buch, und du weißt am besten, was unserem theuren Kinde heilsam ist, Leben oder Sterben. Gedenkst du es zu versetzen als Pflanze in dein Paradies, dann wollen wir uns trösten, daß du es auch bewahrst vor den Sünden dieser Welt und es frühe führest zu deinem ewigen Heile. Willst du unser liebes Kind uns aber noch lassen, dann, o Herr, wollen wir es von neuem freudig aus deiner Vaterhand nehmen als lebendigen Zeugen deiner Macht und deiner Gnade. Dann aber schenke uns auch Kraft und Weisheit, es für dich und dein himmlisches Reich zu erziehen. Endlich, getreuer Gott, laß uns wieder vereinigt werden in dem Himmelreich unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi, da, wo 36 Gebete in besonderen Lebenslagen. kein Leid, kein Schmerz, kein Tod mehr unsre Freude stört und wo wir in vollkommener Seligkeit dich ewig loben und preisen werden. Amen. Lied Nr. 333: Befiehl du deine Wege. f. Fürbitte der Angehörigen für einen Kranken. Hilf uns Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Ps. 79, 9. Vater, wir flehen zu dir für den Kranken, der uns so werth und theuer ist. Kann es nach deiner Weisheit, die höher ist als alle Weisheit dieser Welt, geschehen, so laß ihn genesen und erhalte uns ihn, den wir so innig lieben. Doch wir unterwerfen uns mit Demuth deinem heiligen Willen, wenn auch mit banger Besorgniß und mit Thränen. Ach, verwandle unsere Angst und Traurigkeit durch Erhörung unseres heißen Gebetes in Freude und Wonne. Hilf, Helfer, hilf, denn wenn du willst, so kannst du uns wohl helfen. In deinem heiligen Worte hast du uns ja gesagt: rufe mich an in der Noth, ſo will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Vater, wir rufen dich an: ist es möglich, so laß uns den bittern Kelch der Trennung nicht trinken, gib vielmehr, daß wir für Rettung und Erhaltung dich preisen und dir danken können. Mildere, o Gott, die Schmerzen unseres lieben Kranken und tröste, beruhige, stärke ihn durch deinen Geist. Und soll, o Herr über Leben und Tod, nach deinem väterlichen Rathschluß seine Todesstunde herannahen, ach, so mache sie ihm sanft und selig. Stärke dann mit Kraft aus der Höhe den Scheidenden und uns, die Zurückbleibenden. Laß ihn und uns im Geiste hinüberblicken in die ewigen Wohnungen, wohin diejenigen, die vor uns sterben, vorangehen und wohin wir ihnen folgen werden. Laß ihn und uns alle feststehen im Glauben an unseren Erlöser und Heiland, der dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat. In solchem Glauben laß uns leben, leiden und sterben. Amen. Lied Nr. 344: Was Gott thut, das ist wohlgethan. Gebete in besonderen Lebenslagen. 37 g. Fürbitte der Angehörigen für einen Sterbenden. Wo ist Jemand, der da lebet, und den Tod nicht fehe? B₁. 89, 40. Heiliger, barmherziger Vater, siehe in Gnaden an unseren Miterlösten, der mit dem Tode ringt. Erbarme dich seiner in seiner letzten Angst. Erbarme dich seiner im Gerichte. Wir empfehlen dir seine Seele, die du zum ewigen Leben erschaffen haft; erlöse sie von allem Uebel und nimm sie auf in deine Hände. Göttlicher Erlöser, Jesus Christus, auch für diesen Sterbenden hast du dein Blut vergossen, auch für ihn die heißen Todeskämpfe gekämpft. Stehe ihm bei in ſeiner letten Noth. Du hast seine unsterbliche Seele erlöst zum ewigen Leben. Rufe den scheidenden Geist in die Heimath zu dir, auf daß er deine Herrlichkeit schaue. Heiliger Geist, göttlicher Tröster, sei Licht, Trost und Kraft diesem Sterbenden, dessen Auge jetzt bricht. Stärke ihn in seinem letzten Kampfe; hilf ihm durchdringen durch die enge Pforte zum ewigen Leben. Bringe seine Seele zum ewigen Frieden. Amen. Lied Nr. 453: Unser Reiner lebt ihm selber. h. Kurze Sprüche, Sterbenden vorzusprechen. O Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Du hast mich erlöset und wirst mich auch jetzt erlösen, o Herr, du getreuer Gott. Amen. Ach Herr, erlöse mich von allem Uebel und hilf mir zu deinem himmlischen Reiche. Amen. Herr Jesu, dein bitteres Leiden und Sterben komme mir zu Hülfe in meiner Todesnoth und vor deinem Gerichte. Amen. Herr, ich warte auf dein Heil! Führe mich nach deinem Wort ins rechte Vaterland. Amen. Herr Jesu, dir leb ich, Herr Jesu, dir sterb ich; dein bin ich todt und lebendig. Amen. 17* Gebete in besonderen Lebenslagen. Ich bin gemiß, daß weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Creatur mich scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn. Amen. 38 Erlöse mich, o mein Gott, von meinen Leiden; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst; Herr, dein Wille geschehe. Amen. 30. Gebet nach dem Berscheiden eines Kranken. Nun, Herr, weß soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Pf. 39, 8. Herr, allmächtiger Gott und Vater, verleihe unſerem Dahingeschiedenen um deines lieben Sohnes willen die ewige Freude und Ruhe; laß ihm leuchten dein ewiges Licht und gib ihm das ewige Leben. Uns aber, die wir hienieden bleiben und dem Entschlafenen nachschauen, tröste aus der Fülle deiner Barmherzigkeit. Sei unser aller Pfleger, Helfer und Beistand und laß uns deine Güte und Gnade reichlich erfahren, bis auch unser Stündlein kommt und wir selig dahinfahren. O getreuer Herr und Heiland, geleite die Seele unseres Entschlafenen, die du selber durch dein Blut erkauft hast, in die Herrlichkeit Gottes um deiner Liebe willen. Amen. Lied Nr. 242: Ich weiß, an wen ich glaube. 31. Dankgebet nach erlangter Genesung. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöst; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Ps. 103, 1-4. Ich preise dich, Herr, denn du hast mich erhöret; da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund. Du hast mein Herzeleid in Herzensfreude verwandelt. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Siehe, um Trost war mir sehr bange, aber du Herr, hast dich meiner Seele Gebete in besonderen Lebenslagen. 39 angenommen, daß sie nicht verdürbe. Stricke des Todes umfingen mich und ich dachte: nun bin ich gar dahin. Aber du hast mein Flehen erhört und meine Seele vom Tode errettet. Herr, mein Gott, wie groß sind deine Wunder, die du an mir bewiesen hast! Ich will sie verkündigen, so lange ich lebe. Gelobt seist du, Herr, täglich, und gerühmt sei dein herrlicher Name immer und ewiglich. Getreuer Vater, wende nun deine Barmherzigkeit nicht von mir, sondern vollführe das gute Werk, das du in mir ange fangen hast, und stärke mich von Tag zu Tag mehr und mehr; leite mich durch deinen guten Geist, daß ich hinfort nicht mehr fündige, damit mir nicht Äergeres widerfahre, sondern daß ich dir mein Lebenlang diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Laß deine Güte und Treue allewege mich behüten und befiehl deinen heiligen Engeln, deinen starken Helden, über mir, daß sie mich auf meiner Lebensreise begleiten und auf den Händen tragen, damit ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott; sei nicht fern von mir; eile, mir immerdar beizustehen, Herr, meine Hülfe, auf daß ich allezeit deinen heiligen Namen lobe und deine Erbarmung und Gnade preise. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 137: Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut. 32. Gebet in innerer Anfechtung. Siehe mein Elend und errette mich; hilf mir aus, denn ich vergesse deines Geseßes nicht. Führe meine Sache und erlöse mich; erquicke mich durch dein Wort, Ps. 119, 153, 154. Lieber himmlischer Vater, ich danke dir, daß du mich in der heiligen Taufe zu deinem Kinde aufgenommen und durch dein Wort geheiligt und bisher in demselben erhalten haſt. Weil ich aber mit großer Traurigkeit meines Herzens beladen bin und täglich geängstigt werde, so daß ich meine Betrübniß nicht aussagen noch beschreiben kann, so bitte ich dich, treuer Gott, verlaß mich doch nicht, und 40 Gebete in besonderen Lebenslagen. halte mich fest bei deiner Hand, daß ich nimmermehr sinke, noch von dir geschieden werde. Mit traurigem Herzen stehe ich des Morgens auf, mit betrübtem Geiste esse ich meine Speise, mit Angst lege ich mich nieder und habe keine Ruhe in mir. Ach Gott, siehe an meinen Kummer! Ich wollte dir gerne mit fröhlichem Herzen dienen, aber ich vermag es nicht; wie stark ich mich wehre und wider das Elend meines Herzens streite, ich bin zu schwach zu diesem großen Kampfe. Darum hilf mir Schwachem, o du starker Gott, und gib mir deinen heiligen Geist, daß er mich tröste und erfreue in aller meiner Traurigkeit. Ich bin ja dein im Tode und im Leben, und weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Trübsal noch Angst kann mich scheiden von dir und deiner Liebe, obgleich ich jetzt in Angst und Kummer schwebe. Herr, ich hoffe auf deine Gnade, du wirst mich nicht unerhört lassen, sondern alle Angst aus meinem Herzen nehmen. Darum will ich dich für deine Güte rühmen, loben, preisen, dir danken und dienen hier und in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 334: Auf den Nebel folgt die Sonn. 33. Gebet in äußerer Armuth. Ich bin arm und elend; der Herr aber forget für mich; du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht. ₁. 40, 18. Allmächtiger, allbarmherziger Gott und Vater, der du die Schicksale der Menschen in deiner Hand trägst und jedem das seine zutheilst nach deinem Wohlgefallen, von dir kommt Armuth und Reichthum, Mangel und Ueberfluß. Ich preise deine Güte für alle deine Gaben und dante dir für alle deine Geschenke, selbst für die in den Augen der Menschen kleinsten und geringsten. Ich danke dir auch für die Armuth, die du mir beschieden hast, denn du weißt am besten, was deinen Menschenkindern zum Frieden dient, das große Gut des Reichen oder die Arbeit, Sorge und Bangigkeit des Armen. Du hast ja Gedanken des Friedens mit mir mitten in meiner Armuth Gebete in besonderen Lebenslagen. 41 und Noth; nur mein schwaches Herz will nicht tragen, was du mir auflegtest. Darum bitte ich dich, stärke und tröste mich und laß an mir wahr werden das Wort deiner Verheißung: rufe mich an in der Noth, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Erhalte und mehre in mir den tröstlichen Glauben an deine väterliche Güte und Erbarmung und an die Gewißheit, daß denen, die dich lieben, alle Dinge müssen zum Besten dienen. Es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde; ſo mache denn mein Herz fest, im Aufsehen auf dich treulich auszuharren in meinem Elend, aber auch treu und fleißig zu wirken und zu arbeiten, daß ich mein bescheiden Theil Speise dahinnehme. Bewahre mich durch deine Kraft vor aller Trägheit, vor aller Untreue, vor allem Verzagen und allem Murren. Lehre mich in Geduld leiden, was ich nach deinem Rathschluß leiden soll, immerdar aber auch auf dich hoffen und dir vertrauen. Und da du die Herzen der Menschen lenkest, wie Wasserbäche, so erwecke mir liebreiche Freunde, die sich meiner Noth annehmen und als deine Boten an mir Barmherzigkeit thun, wie du ſie an ihnen gethan haſt. Gib mir ein dankbares Herz, daß jede Gabe der Menschen mich bereit mache zum Lobe gegen sie und gegen dich, den Geber aller guten und vollkommenen Gaben.- Vor allem aber stehe mir bei durch deinen heiligen Geist, daß ich mich nicht gegen dich ver fündige in meiner Armuth, und daß meine Noth mich nicht errege, deine und der Menschen Gesetze zu übertreten. Laß mir vielmehr mein Elend zur Besserung dienen und lehre mich erkennen, daß, gleich wie Gold durchs Feuer, also werden die, so dir gefallen, durchs Feuer der Trübsal bewährt. Lehre mich, daß Trübsal bringt Geduld, Geduld aber bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, und Hoffnung läßt nicht zu Schanden werden.- Ja, Herr, laß mich nicht zu Schanden werden; sende den Armen wieder bessere Zeit und gib meiner Seele die rechte Kraft, auch das Aergste zu überwinden und das Feld zu behalten. In deine treue Vaterhand befehle ich mein Leben; du bist der Armen Schutz und Zuversicht. Amen. Lied Nr. 328: Von Gott will ich nicht lassen. - Gebete in besonderen Lebenslagen. 34. Gebet in allgemeiner Roth. Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hülfe in den großen Nöthen, die uns getroffen haben; darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken. Ps. 46, 2, 3. 42 du Richter alles Fleisches, der du nicht nach dem richtest, was vor Augen ist, sondern das Herz ansiehst, erwecke unsere Herzen, daß wir uns freiwillig richten, damit wir nicht von dir gerichtet werden. Wir wissen und fühlen es, daß wir die große Noth, welche du uns gesandt hast, wohl verdient haben durch unsere mannigfaltigen und großen Sünden. Aber dennoch bringen wir unsere Klagen vor dich, weil die dringende Gefahr uns antreibt, vor dir niederzufallen mit Bitten und Flehen. Ach räche nicht die Untreue und Falschheit des menschlichen Herzens, sondern erwecke uns aus dem Schlafe der Sicherheit, damit wir uns nicht mehr versündigen, und erlöse uns von Schuld und Strafe um deines Sohnes willen. Beweise also an deinen Geschöpfen, anstatt des gedrohten Untergangs, deine große Geduld und Erbarmung, auf daß wir Vertrauen zu dir schöpfen, uns in der Noth an dich halten und nach ihr beständig an dir hangen. Hilf uns aus unseren Trübsalen. Ergreife die Deinigen durch deine starke Rechte, reiße sie aus der Gefahr und laß sie deine Kraft und Gnade erfahren. Den Blöden und Schwachen sende Rettung, daß sie im Elend nicht verzagen, und den Trostlosen komme zu Hülfe, daß sie ihre Trübsal überwinden. Segne uns die jezige Gefahr zur rechten Buße, und leite die Feinde deines Wortes zur Umkehr, daß ihr Gewissen aufwache und sie die Zeit der Gnade recht anwenden. Mache allen fleischlichen Trost zu nichte, hinter welchen sich so viele verstecken möchten, und füge es also, daß wir nur auf dich trauen und bauen, denn deiner Hand können wir nicht entfliehen. Verlaß an den heimgesuchten Orten die Deinen nicht und erbarme dich auch derer, die wider dich sind. Und weil so manche dir bisher nur wenig gedient haben und gehorsam waren, so lehre sie auf dein Wort merken, deine Stimme in ihrem Gewissen wahrnehmen und so ihr ewiges Heil suchen. Ach Herr, laß alle Gnade - Gebete in besonderen Lebenslagen. 43 finden, die im Namen Jesu Christi vor dich kommen. Sei barmherzig gegen dein armes Volk, und schone deiner Geschöpfe, die du gemacht hast. Gib allen Seelen Buße und Vergebung der Sünden, erhöre diejenigen, welche mit dem Tode ringen, und erzeige dich ihnen gnädig und freundlich. Wir trauen auf dich, denn wir haben einen Gott, der da hilft, einen Herrn, Herrn, der vom Tode errettet. Amen. Lied Nr. 418: Wenn wir in höchsten Nöthen sein. 35. Dankgebet für Errettung aus der Roth. Pf. 103. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! Der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöset; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit; der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst, wie ein Adler. Der Herr schafft Gerechtigkeit und Gericht Allen, die Unrecht leiden. Er hat seine Wege Mosen wissen lassen, die Kinder Jsraels sein Thun. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht immer hadern, noch ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Uebertretungen von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Denn er kennt, was für ein Gemächte wir sind; er gedenkt daran, daß wir Staub sind. Der Mensch ist in seinem Leben wie Gras; er blühet wie eine Blume auf dem Felde. Wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da und ihre Stätte kennt sie nicht mehr. Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtig keit auf Kindeskind, bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, daß sie darnach thun. Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein 44 Gebete in besonderen Lebenslagen. Reich herrschet über alles. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Wortes. Lobet den Herrn, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen thut. Lobet den Herrn, alle seine Werke an allen Orten seiner Herrschaft. Lobe den Herrn, meine Seele! Amen. Gottesdienstordnung für den Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von Hessen. Lied der Gemeinde. „ Komm, heiliger Geist," oder ein anderes passendes Eingangslied. Der Geistliche: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Unsere Hülfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Lasset uns zu dem allheiligen Gott also beten: Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, in tiefer Demuth erkennen und bekennen wir vor dir, daß wir durch Gedanken, Worte und Werke deine heiligen Gebote vielfach übertreten haben. Wir haben dich nicht geliebt von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe, auch nicht unsern Nächsten, wie uns selbst, und sind abgewichen von deinen Wegen. Aber unsere Sünden sind uns von Herzen leid, und mit reuigem Gemüthe suchen wir deine Gnade. Siehe erbarmend auf uns herab, vergib uns um deines lieben Sohnes, unseres Herrn und Heilandes, willen und sende uns deinen heiligen Geist, damit wir allem Bösen von ganzem Herzen entsagen und dir dienen mögen in der Gerechtigkeit, welche dir wohlgefällt. Chor: Amen. Amen. Amen, 46 Gottesdienstordnung. Der Geistliche: Der allmächtige Gott erbarmt sich über uns und vergiebt uns alle unsere Sünden, so wir Buße thun und glauben an den Namen seines eingeborenen Sohnes, der um unserer Sünden willen gestorben und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket ist. Darum fei gelobet der Herr, der Gott aller Gnade, denn er hat besuchet und erlöset sein Volk, hat uns aufgerichtet einen Fels des Heils und unsere Füße gesetzt auf den Weg des Friedens. Amen. Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar, von Ewigkeit zu Ewigkeit.- Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe. Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Der Geistliche: Der Herr sei mit euch. Chor: Und mit deinem Geiſte. Der Geistliche: Allmächtiger Gott, der du durch deinen heiligen Geist die ganze Christenheit heiligest und regierest, erhöre unser Gebet, und gib gnädiglich, daß wir dein Wort mit Andacht vernehmen und alle, die den Namen deines eingeborenen Sohnes bekennen, in reinem Glauben durch deine Gnade dir dienen, durch Jesum Christum unseren Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes meines Heilands. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht, was geschrieben steht Psalm 21, 2-8: Herr, der König freuet sich in deiner Kraft, und wie sehr fröhlich ist er über deine Hülfe! Du gibst ihm seines Herzens Wunsch und weigerst nicht, was sein Mund bittet. Denn du überschüttest ihn mit gutem Segen, du sehest eine goldene Krone auf sein Haupt. Er bittet dich um das Leben; so gibst du ihm langes Leben immer und ewiglich. Er hat große Ehre an deiner Hülfe, du legest Lob und Schmuck auf ihn. Denn du Gottesdienstordnung. 47 setest ihn zum Segen ewiglich, du erfreuest ihn mit Freuden deines Antliges. Denn der König hoffet auf den Herrn, und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. Chor: Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah. Oder: 1. Petr. 2, 13-17: Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter und zu Lobe der Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Sauptlied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich, wir bringen Ehr und danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken; ganz ohne Maß ist deine Macht, allzeit geschieht, was du bedacht; wohl uns des starken Herren. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, für uns ein Mensch geboren, der uns vertritt vor Gottes Thron und rettet, was verloren; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Noth, erbarm dich unser aller! Predigt. V. U. Fr. G. 4. D heilger Geist, du höchstes Gut, mit deinem Heil uns tröste! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jesus Christ erlöste durch Marter groß und bittern Tod, wend unsern Jammer ab und Noth; darauf wir uns verlassen! Gottesdienstordnung. Gebet an dem Altar. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, wir stehen vor deinem Angesicht, um deine Gnade zu preisen, die du verherrlicht hast an unserem Großherzoge und seinem ganzen Hause. Nimm heute, wo wir des Tages gedenken, an dem du unseren Landesfürsten das Licht der Welt haft erblicken lassen, die Opfer unseres Dankes für all den Segen, womit du ihn fröntest, gnädig an. Unzählige Wohlthaten hast du ihm vom Anfange seines Lebens bis auf diese Stunde erwiesen. Du hast deine allmächtige Hand über sein theures Leben gehalten und bist ihm in allen Gefahren nahe gewesen mit deinem himmlischen Schuße. Du hast auf sein Haupt die Krone gesetzt und ihn auf den Thron seiner Väter erhöht. Schütze ihn auch ferner, du treuer Gott. Erleuchte ihn mit deinem Geiste, daß er sich halte in deinen Wegen und seinen Wandel führe in deiner Furcht. Rüste ihn aus mit Weisheit, Muth und Kraft, daß er sein Volk zu deinem Preise regiere. Laß ihn ein rechter Schutz und Schirm deiner Kirche sein, damit auch durch ihn ihr heiliges Werk gefördert werde. Verbreite die Erweisungen deiner Güte über die Großherzogin, seine Gemahlin, über den Erbgroßherzog, über das ganze Großherzogliche Haus und Alle, die ihm anverwandt sind. Gib unserem Fürsten allezeit treue Diener, die mit Weisheit, Gerechtigkeit und Liebe ihres Amtes warten, und laß ihre Dienste gesegnet sein. Gieße deinen Geist aus in alle Kirchen und Schulen, in alle Herzen, Familien und Gemeinden, damit ein lebendiger Glaube und eine thatkräftige Liebe wachse und sich mehre in unserem ganzen Volfe. Vereinige Fürst und Volk durch das Band der Liebe und des Friedens. Beschütze unser ganzes deutsches Vaterland und wende gnädig alles ab, was seine Ruhe und seinen Wohlstand stört. Segne den Kaiser und laß wohl gelingen, was er zu Deutschlands Ehre und Wohlfahrt unternimmt. Hilf einem Jeden in seiner Noth und sei ein Heiland aller Menschen, vorzüglich deiner Gläubigen. Herr unser Gott, dir befehlen wir unseren Großherzog unser Volk und alle Menschen. dich; gelobt sei dein hochheiliger Name. Herr, und sein Haus, wir bauen auf Amen. 48 Gottesdienstordnung. Lied der Gemeinde. 1. Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jezund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edeln Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 49 3. Lob, Chr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone, dem ewig höchsten Gott; als es anfäng lich war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar! Segen. RELE 2. Anhang zum Gesangbuch für die Evangelische Kirche im Großherzogtum Heffen. Darmstadt. G. Jonghaus' sche Hofbuchhandlung, Verlag. 1906. Budenats am gandu sch R90 t Druck der L. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei in Darmſtadt. Anhang gelifficher Lieder für Jugendgottesdienite und für freie Verfammlungen der Gemeinde. ( Erläuternde Bemerkungen über die Melodien befinden sich am Ende.) I. Die Festzeiten. 502 S fommt ein Schiff geladen bis an den höchsten Bord, trägt Gottes Sohn voll Gna501 Die Lage find so den, des Vaters ewig Wort. Nächte dunkel, lang und kalt; doch übet Sterngefunkel noch über uns Gewalt. 2. Das Schiff geht ftill im Triebe, trägt eine teure Laft; das Segel ist die Liebe, der heilge Geist der Mast. Advent. Mel. Erwacht vom süßen Schlummer 2c. 2. Er war einmal erschienen in ferner, selger Zeit; da waren ihm zu dienen die Weisen gleich bereit. 3. Der Lenz ist fortgezogen, der Sommer ist entflohn: doch fließen warme Wogen, doch flingt ein Liebeston. 4. Es rinnt aus Jesu Herzen, es spricht aus Jesu Mund ein Quell der Luft und Schmer. zen, wie damals noch zur Stund. 5. Wir wollen nach dir bliden, du Licht, das ewig brennt; wir wollen uns beschicken zum seligen Advent. Mar von Schenkendorf, † 1817. 3. Der Unter haft't auf Erden, da ist das Schiff am Land. Das Wort soll Fleisch uns werden, der Sohn ist uns gesandt. 4. Zu Bethlehem geboren im Stall ein Kindelein gibt muß es sein. sich für uns verloren; gelobet 5. Und wer dies Kind mit Freuden umfangen, füffen will, muß vorher mit ihm leiden groß Bein und Marter viel; 6. Darnach mit ihm auch sterben und geistlich auferstehn, das Leben zu ererben, wie an ihm ist geschehn. Nach Johannes Tauler, † 1361. 1* Advent. Weihnachten. 4 Mel. Seht, er fommt mit Preis gekrönt 2c. ochter 5031 Tochter zion, freue dich, jauchzelaut, Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir; ja er kommt der Friedefürst. Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem! 2.11 Hostanna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk! Gründe nun dein ewig Reich, Hofianna in der Höh! HoDavids Sohn, jegnet deinem Bolt, lei ge3. A Hosianna, Davids Sohn, jei gegrüßet, König mild! Ewig steht dein Friedensthron, du des ewgen Vaters Kind. Hofianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild! Friedrich Heinrich Rante, † 1876. Weihnachten. ( Ober wie Nr. 528 Abend wird es wieder.) 3. Ist auch mir zur Seite still und unerkannt, daß es treu mich leite an der lieben Hand. Wilhelm Hey, † 1854. Christus von dem Himmelreich auf Erden zu uns kommen. Groß ist die Demut, Huld Himmel bei uns tat: ein und Gnad, die Gott vom Knecht ist er hier worden, in all'm, doch ohn Sünd, uns gleich, daß wir ewig werden reich; trugunsre Sündenbürde. 506 Du lieber, heilger, frommer Christ, der für uns Kinder kommen 504 Alle Jahre wieder ist, damit wir sollen weiß und kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind. rein und rechte Kinder Gottes sein; 2. Kehrt mit seinem Segen ein in jedes Haus, geht auf allen Wegen mit uns ein und aug. 505 Der Tag der ist so freudenreich, zu loben Gottes Namen, daß löbelich ist uns geboren 2. Ein Kindelein so heute, von einer Jungfrau säuberlich zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wärn wir allzumal verlorn: das Heil ist unser aller. O du Mensch geboren bist, behüt süßer Jesu Christ, der du uns vor der Hölle. 15. Jahrhundert. 2. Du Licht, vom lieben Gott gesandt in unser dunkies Erdenland, du Himmelskind und Himmelsschein, damit wir sollen himmlisch sein: 3. Du lieber, heilger, from mer Christ, weil heute dein Geburtstag ist, drum ist auf Erden weit und breit bei allen Kindern frohe Zeit. 4. O segne mich, ich bin noch klein, o mache mir das Herze rein, o bade mir die Seele Weihnachten. Seele hell in deinem reichen Himmelsquell; 5. Daß ich wie Engel Gottes fei in Demut und in Liebe treu; daß ich dein bleibe für und für, du heilger Christ, das schenke mir! Ernst Morik Arndt, † 1860. 507 erbei, o ihr Gläubigen, fröhlich triumphierend, o tommet, o kommet nach Bethlehem! Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren! lasset uns an beten, II o laffet uns anbeten, Ao lasset uns anbeten den König. 2. König der Ehren, du Herrscher der Heerscharen, verschmähst nicht zu rühn in Marien Schoß, du wahrer Gott, von Ewigkeit geboren. 10 lasset uns anbeten, II o laffet uns anbeten, A o laffet uns anbeten den König. 3. Kommt, finget dem Herren, o singt ihm EngelChöre! Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen: Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden! 10 lasset uns anbeten, 11o laffet uns anbeten, A o laſset uns anbeten den König. 5 I laffet uns anbeten, II o O lasset uns anbeten, A o laffet uns anbeten den König. Nach Adeste fideles, deutsch von Friedrich Heinrich Rante, † 1876. 4. O dir, der du heute bist Mensch für uns geboren, o Jesu, sei Ehre und Preis und Ruhm, dir fleischgeword nes Wort des ewgen Vaters. 508 hr inderlein fommet, o kom met doch all, zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall, und seht, was in dieser hochheiligen Nacht der Vater im Himmel für Freude uns macht. 2.11 seht in der Krippe im nächtlichen Stall, seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl in reinlichen Win deln das himmlische Kind, viel schöner und holder, als Engel es sind. 3. A Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh, Maria und Joseph betrachten es froh; die redlichen Hirten Inien betend davor, hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor. 4.1 II O beugt wie die Hirten anbetend die Knie; erhebet die Händlein und danket wie fie; stimmt freudig, ihr Kinder, wer wollt sich nicht freun? stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein. 5. AD nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin, wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn. Ach mache sie heilig und selig wie deins und mach fie auf ewig mit deinem in eins. Christoph von Schmid, † 1854. 6 Weihnachten. 509 Bethlehem ein neu geboren ist, von Davids Stamm ein Jungfrau rein, Marie sein Mutter ist. 2. 11 Wie elend ist dein Krippelein, o großer König und Herr, und rühmen doch die Engelein dein göttlich Macht und Ehr. 3. A Du machst aus mir ein Rindelein dem lieben Vater dein und läßt mich auch ein Erbe sein an allen Gütern dein. 5.11 Mein Herz regier, die Seele mein laß dir befohlen sein, daß ich mit allen Engelein dir möge fingen fein: 6. A Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, auf Erd Fried allezeit, den Menschen sei recht Freud und Wonn, Amen, in Ewigkeit. 1609. Schall; was wir dort finden, uns preisen in frommen Weisen. Halleluja! 3. A Wahrlich, die Engel verkündigen heut Bethlehems Hirtenvolk gar große Freud: Nun soll es werden Friede auf Erden, den Menschen allen ein Wohlgefallen. Ehre sei Gott! Nach einem altböhmischen Weihnachtslied. 4. I So kommst du nun, 511 Kommt und laßt o Herre mein, aus großer Gütigfeit und willst mein Licht, mein Leben sein, mein Heil und Seligkeit. uns Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren! Singet fröhlich, laßt euch hören, wertes Volk der Christenheit. 2.11 Sünd und Hölle mag fich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen: wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin! Mel. Den die Hirten lobten jehre ic. 2.11 Lasset uns sehen in Bethlehems Stall, was uns verheißen der himmlische 3. A Sehet, was hat Gott gegeben: seinen Sohn zum ewgen Leben! Dieser kann und will uns heben aus dem 510. Rommet, ihr Hir- Leid ins Himmels Freud. ten, ihr Männer und Fraun, kommet das liebliche Kindlein zu schaun. Chriftus, der Herr, ist heute geboren, den Gott zum Heiland euch hat erforen. Fürchtet euch nicht! 4. I Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunft hat ihn gezogen, uns, die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Höh. 5. 11 Jakobs Stern ist auf gegangen, stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zer stört der Hölle Reich. Weihnachten. 6. AD gebenedeite Stunde, da wir das von Herzens grunde glauben und mit unferm Munde danken dir, o Jejulein. 7. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit füßem Schalle dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt, † 1676 Nr. 511 kann auch mit Nr. 512 im Wechsel gesungen werden: I: 511 V. 1, II: V. 2, A: 512, V. 1.- I: 511 2. 3, II: B. 4, A: 512 V. 2. I: 511 2. 5, II: 2. 6, A: 512 V. 3.- I u. II: 511 8.7, A: 512 V. 4. Mel. In dulci jubilo. 512 Nun finget und ſeid froh, jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leuchtet wie die Sonne in seiner Mutter Schoß. :,: Du bist A und O!:,: 2. A Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh! Tröst mir mein Gemüte, o Find voll Mildigkeit; durch alle deine Güte, du Fürst der Herrlichkeit,:,: zeuch mich hin nach dir.:,: 3. 11 Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld, wir warn all verborben durch unsre Misfetat, so hat er uns erworben himmlische Freud und Gnad. :,: Wären wir doch da!:,; 4. A Dir schallt Halleluja, jetzt hier und einstens da, wo die Engel singen das Heilig allzumal, und wo die Pfalmen tlingen im hohen Himmelssaal.:,: Wären wir doch da!:,: 7 Nach In dulci jubilo( 15. Jahrhundert), 1648. 513 ( tille Nacht, hei lige Nacht! Alles schläft einsam wacht nur das traute, hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar,:,: schlaf in himmlischer Ruh.:,: 2. Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kund gemacht; durch der Engel Halleluja tönt es laut von fern und nah::,: Christ, der Retter, ist da!:,: 3. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem gött lichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund,:,: Christ, in deiner Geburt.:,: Joseph Mohr, † 1848. 514 3" boren Bethlehem ist uns ein kindelein, das hab ich auserforen, sein eigen will ich sein.( Eia, Eia, sein eigen will ich sein.)*) die B fallen die eingeklammerten *) Bei Verwendung der MeloSäge weg, 8 2. In seine Lieb versenken will ich mich ganz hinab; mein Herz will ich ihm schenten und alles, was ich hab. ( Eia, eia, und alles, was ich hab.) Paffion. 8. O Rindelein, von Herzen will ich dich lieben sehr, in Freuden und in Schmerzen je länger und je mehr.( Eia, eia, je länger und je mehr.) 4. Laß mich von dir nicht scheiden, knüpf zu, knüpf zu das Band der Liebe zwischen beiden; nimm hin mein Herz zum Pfand.( Eia, eia, nimm bin mein Herz zum Pfand.) Kölner Psalter, 1638. Passion. 515 Als Jefus von fei ner Mutter ging, und die große, heilige Woch anfing, da hatte Maria viel Herzeleid, fie fragte den Sohn mit Traurigkeit: 2.I, Uch Sohn, du liebster Jesus mein, was wirst du am heiligen Sonntag sein?" II, Am Sonntag werd ich ein König sein, da wird man mir Kleider und Palmen streun.' 3.1, Ach Sohn, du liebster Jejus mein, was wirst du am heiligen Montag sein?" Am Montag bin ich ein Wandersmann, der nirgend ein Obdach finden kann." 4. Ach Sohn, du liebster Jesus mein, was wirst du am heiligen Dienstag sein?" II, Am Dienstag bin ich der Welt ein Prophet, verkünde, wie Himmel und Erde ver geht!" 5. 1,, Ach Sohn, du liebster Jesus mein, was wirst du am heiligen Mittwoch sein?" 11, Am Mittwoch bin ich gar arm und gering, verkauft um dreißig Silberling. 6. 1,, Ach Sohn, du liebster Jesus mein, was wirst du am heiligen Donnerstag sein?" II, Am Donnerstag bin ich im Speisesaal das Opferlamm bei dem Abendmahl. 11 7. I Ach Sohn, du liebster Jesus mein, was wirst du am heiligen Freitag sein?" 11, Ach Mutter, liebste Mutter mein, könnt dir der Freitag verborgen sein!" Mutter mein, dann werd ich 8. Am Freitag, liebste ans Kreuz genagelt sein. Drei Nägel, die gehn mir durch Händ und Füß; verzage nicht, Mutter, das End ist süß. 11 9. Ach Sohn, du liebster Jesus mein, was wirst du am heiligen Samstag sein?" II, Am Samstag bin ich ein Weizenforn, das in der Erde wird neugeborn." 10. A Und am Sonntag freu dich, o Mutter mein, dann werd Passion. werd ich vom Tod erstanden sein; dann trag ich das Kreuz mit der Fahn in der Hand, dann siehst du mich wieder im Glorienstand." Westfälisches Volkslied. Mel. Herr und Ältster deiner Kreuzgemeine 2c. 516 Die ie wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein. Und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne deinem Herzen angenehm und schöne, fage: Amen! und zugleich: Friede Friede sei mit euch! Christian Renatus von Zinzen borf, † 1752. 9 er dürftend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht! andern, eine Speise früh und spät; selig läßts im Tränental sich wandern, wenn dies Eine mit uns geht: unverrückt auf einen Mann zu schauen, der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlik niedersank und den Kelch des Vaters tranf. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; mie 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld; hatteſt längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. Mel. Herr und Ältster deiner Kreuzgemeine 2c. 517 Gines wünsch ich unser Bund! mir vor allem 4. Ich bin dein; du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein. Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein. Mit dir alles tun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letten Stund unser Wandel, Albert Knapp, † 1864. Mel. Christus, der uns selig macht 2c. 518tes Sohn, durch hilf, dein bitter Leiden, daß wir, dir stets untertan, all Untugend meiden; deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken; dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. Michael Weiße, t 1542. 10 Oftern. Ostern. 519 Auf, auf, mein Hers, stets fein Gefell. mit Freuden nimm wahr, was heut ge schicht: wie fommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hin trägt, wenn von uns unser Geist zum Himmel ist gereist. 2. Er war ins Grab gesentet, der Feind trieb groß Geschrei: eh ers vermeint und denket, ist Christus wieder frei 520 Grstanden iſt der und ruft: Vittoria! schwingt fröhlich hie und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel. Nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, das mir durch Jesum Christ aus Lieb er worben ist. 4. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Born, fie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht; das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick. durch Sünd, durch Not; er reißet durch die Höll, ich bin 5. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Cod, durch Welt, 6. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt, † 1676. Halleluja, Halleluja, der aller Welt ein Tröster ist. Halleluja. 2. Es gingen drei heilige Fraun, Halleluja:: des Morgens frühe hin im Taun*. :,: Halleluja:,: 3. Sie suchten den Herrn Jesum Chrift,:,: Halleluja:,: der von dem Tod erstanden ist.:,: Halleluja:,: 4.1, Uch Engel, lieber Engel fein,:,: Halleluja:,: wo find ich denn den Herren mein?" :,: Halleluja:,: 5. 11, Er ist erstanden aus dem Grab: Halleluja:,: heut an dem heilgen Ostertag." :,: Halleluja:,: 6. IZeig uns den Herren Jesum Christ,:,: Halleluja:,: der von dem Tod erstanden ist.":,: Halleluja:,: * im Morgentay, Oftern. 7. 11, So tret't her an und seht die Statt,:,: Halleluja:: da unser Herr gelegen hat.' :,: Halleluja.:,: 8.1, Der Herr ist hin, er ist nicht da!:: Halleluja:: Wenn ich ihn hätt, so wär ich froh." ,: Halleluja:,: 9. 11, Seht an das Tuch, darin er lag:: Halleluja:: gewickelt bis am dritten Tag.' :,: Halleluja:,: 10. I Wir sehens wohl zu dieser Frist, Halleluja:,: weis uns den Herren Jesum Christ!", Halleluja:,: 11.11, Jhr sollt nach Galiläa gehn,:,: Halleluja:,: da werdet ihr den Heiland sehn.' :,: Halleluja, 12.1, Habt Dant, ihr lieben Engel fein ,,: Halleluja:: nun wolln wir alle fröhlich sein.":,: Halleluja:,: 13. 11 Geht hin, sagt das Sankt Petrus an: Halleluja ,: und seinen Jüngern lobesam.: Halleluja:,: 14. 1 Nun finget all zu dieser Frist: Halleluja: Er ſtanden ist der heilge Chrift! :,: Halleluja:,: 15. A Des folln wir alle fröhlich sein,:,: Halleluja:,: und Christ soll unser Tröster sein.:,: Halleluja:,: 16. Jahrhundert. 521 Gelobt sei Gott im höchsten Thron seinem eingebornen samt seinem 11 Sohn, der für uns hat genug getan. Halleluja, Halleluja, Halleluja. 2. Des Morgens früh am dritten Tag, da noch der Stein am Grabe lag, erstand er frei ohn alle Klag.:,: Halleluja:,: 3.1 Der Engel sprach: Fürchtet euch nicht; denn ich weiß wohl, was euch gebricht. Ihr sucht Jesum und findt ihn nicht. Halleluja:,: 4. Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Not, versöhnet Sünd und Miffetat.": Halleluja:: 5. A Nun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod erstanden bist; verleih, was seliglich uns ist,:,: Halleluja:,: 6. Damit von Sünden wir befreit dem Namen dein gebenedeit frei mögen singen allezeit:,: Halleluja:,: ( Böhmische Brüder) Michael Weiße, † 1542. mel. O heiliger Geist, o heiliger Gott 2c. 522 herrlicher Tag, o Zeit, da Jesus lebt ohn alles Leid! Er ist erstanden von dem Tod, wir sind erlöst aus aller Not. O herrlicher Tag, o fröhliche Beit! 2. D herrlicher Tag, o fröhliche Zeit, da wir von Sünden sind befreit! Getilget ist nun unsre Schuld, wir find Ostern. 12 find gerecht aus Gottes Huld. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! 3. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! Der Tod ist überwunden heut; es darf uns nicht mehr vor ihm graun, wir sind erfüllet mit Vertraun. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! 4. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! Die Liebe Gottes uns erfreut; des Herren Sieg hat uns erlöst, uns neues Leben eingeflößt. D herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! 5. D herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! Erhalt uns, Jesus, diese Freud, zu sagen hier zu aller Stund und dort einmal mit selgem Mund: O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! Cyriakus Günther+ 1704. 523 Ditern, Ostern, Frühlingswe hen, Oftern, Ostern, Auferstehen aus der tiefen Grabesnacht, aus der tiefen Grabesnacht! Blumen sollen fröhlich blühen, Herzen sollen heimlich glühen, denn der Heiland ist erwacht! 2.1 Troß euch, höllische Gewalten! Hättet ihn wohl gern behalten,:,: der euch in den Abgrund zwang,:,: Konntet ihr das Leben binden? Aus des Todes düstern Gründen dringt hinan sein ewger Gang. 3. 11 Der im Grabe lag gebunden, hat den Satan über wunden, und der lange Kerker bricht; Frühling spielet auf der Erden, Frühling solls im Herzen werden, herrschen soll das ewge Licht. 4. A Alle Gräber sind nun heilig, Grabesträume schwinden eilig,:,: feit im Grabe Jesus lag.:: Jahre, Monde, Tage, Stunden, Zeit und Raum, wie schnell verschwunden! Und es scheint ein emger Tag. Mar von Schenkendorf, † 1817. 524 Triumph, Triumph! Es kommt mit Bracht der Siegesfürst heut aus der Schlacht. Wer seines Reiches Untertan, der schaue sein Triumphfest an. 2.1 Vor Freuden Tal und Wald erklingt; die Erde frische Blumen bringt; ihr schöner Schmud zu dieser Frist zeugt, daß ihr Schöpfer Sieger ist. 3. 11 Die Sonne sich aufs schönste schmückt und wieder durch das Blaue blickt, die vor im schwarzen Trauerkleid beschaut den blutgen Todesstreit. 4.1 Das stille Lamm jeßt nicht mehr schweigt, sich mutig als ein Löwe zeigt; tein harter Fels ihn hält und zwingt; Grab, Siegel, Riegel vor ihm springt. 5. 11 Herr Jesu, wahrer Siegesfürst, wir glauben, daß du schenken wirst den Frieden ung Himmelfahrt. uns, den du gebracht mit aus dem Grab und aus der Schlacht. 6.A Triumph, Triumph! dich ehren wir und wollen durch dich kämpfen hier, daß wir als Reichsgenossen dort dir folgen durch die Siegespfort. Benjamin Prätorius, † 1674. Himmelfahrt. 525 Gen Himmel aufgefahren ist, Halleluja, der Ehrenkönig Jesus Christ. Halleluja. 2. Er sitzt zu Gottes rechter Hand, Halleluja, herrscht über und Land. Halleluja. 3. Nun ist erfüllt, was gschrieben ist, Halleluja, im Psalter von dem Herren Christ. Halleluja. 4. Drum jauchzen wir mit großem Schall, Halleluja, dem Herren Christ zum Wohlgefalln: Halleluja. 16. Jahrhundert. Mel. Ach Gott und Herr 2c. 526 3euch uns nach dir, so laufen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch un nach dir, Herr Christ, ach führ uns deine Himmelsstege; wir irren Pfingsten. 13 leicht und sind verscheucht vom rechten Lebenswege. 3. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 4. Zeuch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Scharen. Friedrich Funcke, † 1699. Pfingsten. 527 heiliger Geiſt, o heiliger Gott, du Tröster wert in aller Not, du bist gesandt vom Himmelsthron von Gott, dem Vater und dem Sohn, o heiliger Geist, o heiliger Gott. 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott, gib uns die Lieb zu deinem Wort; zünd an in uns der Liebe Flamm, darnach zu lieben allesamt, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 3. O heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr unsern Glauben immerfort; an Christum niemand glauben kann, es ſei denn durch dein Hilf getan, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigest uns die Himmelspfort; laß uns hier tämpfen 14 Das christliche Beben. tämpfen ritterlich und zu dir dringen feliglich, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o hei liger Gott, verlaß uns nicht II. Das chriftliche Leben. ( Siehe auch die Lieber Nr. 501, 516, 517, 526.) 528 Abend wird es wieder: über Wald und Feld säuselt Friede nieder, und es ruht die Welt. 2. Nur der Bach ergießet sich am Felsen dort, und er brauft und fließet immer, immerfort. 3. Und kein Abend bringet Frieden ihm und Ruh, keine Glocke flinget ihm ein Raftlied zu. 4. So in deinem Streben bist mein Herz auch du: Gott mur fann dir geben wahre Abendruh. Heinrich Hoffmann von Fallersleben,+ 1874. Up 529 Aus dem Himmel ferne, wo die Englein sind, schaut doch Gott so gerne her auf jedes Kind. 2. Höret seine Bitte treu bei Tag und Nacht, nimmts bei jedem Schritte väterlich in acht. in Not und Tod. Wir sagen dir Lob, Ehr und Dank jetund und unser Leben lang, o heiliger Geist, o heiliger Gott. Altenburg, 1651 3. Gibt mit Vaterhånden ihm sein täglich Brot, hilft an allen Enden ihm aus Angst und Not. 4. Sagts den Kindern allen, daß ein Vater ist, dem sie wohlgefallen, der sie nie vergißt. Wilhelm Hey,+ 1854. 530 Bleibe bei uns, Weil der Tag sich neigt und die Nacht aufsteigt, bleibe bet uns, Herr! Sei uns gnädig, o Herr Jesu! Ach wie quält die Schuld ohne deine Huld, sei uns gnädig, Herr! 3. Tröst im Leid uns, o Herr Jesu! Weil des Kreuzes Last uns erdrücket fast, tröst im Leid uns, Herr! 4. Gib uns Frieden, o Herr Jesu! Schon so lang, so lang macht die Welt uns bang, gib uns Frieden, Herr! 5. Nimm uns zu dir, o Herr Jesu, für dein Abendmahl mache voll die Zahl, nimm uns zu dir, Herr! 6. So behüt uns, o Herr Jesu, guter Hirte du, schente selge Ruh, o behüt uns, Herr! Wilhelm Baur, † 1897. Das christliche Leben. 531 Das as Leben welft wie Gras, wie Blumen auf der Flur, sobald der Wind darüber weht, ver schwindet ihre Spur. 2. Wer gestern frisch und froh, heut ruft der Tod ihn ab, und was uns lieb und teuer war, wir senken es ins Grab. Schottisches Volkslied, V. 2 v. xudwig Hallwachs, † 1903. 3. Doch Gottes Gnade bleibt dem Frommen ewig stehn. Wer seinen Bund von Herzen hält, wird nimmer 533 Der Herr bricht ein mehr vergehn. um Mitternacht; jekt ist noch alles still. Wohl dem, der nun sich fertig macht und ihm begegnen will! 532 De er beste Freund ist in dem Hin mel, auf Erden sind die Freunde rar; denn bei dem falschen Weltgetümmel ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 15 neint: Mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Welt ist gleich dem Rohr im Winde; mein Jesus ftehet felfenfest. Wenn ich mich ganz verlassen finde, mich seine Freundschaft doch nicht läßt. In Freud und Schmerz ers redlich meint: Mein Jesus ist der beste Freund. 3. Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein eigen Blut; er steht mir bei in allen Nöten und sagt für meine Schulden gut; er hat mir niemals was verich so 4. Behalte, Welt, dir deine Freunde, sie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt hunderttausend Feinde, frümmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nimmer Feind: Mein Jesus ist der beste Freund. Benjamin Schmolc, † 1787. 2. Er hat es uns zuvor gesagt und einen Tag gestellt; er kommt, wenn niemand nach ihm fragt, noch es für möglich hält. 3.1 Wie liegt die Welt so blind und tot! Sie schläft in Sicherheit und meint, des großen Tages Not sei noch so fern und weit. 4. 11 Wer waltet als ein frommer Knecht im Hause so getreu, daß, wenn der Herr kommt, er gerecht und nicht zu strafen sei? 5.1 Sind eure Lampen rein und voll? Brennt euer Glaubenslicht, wenn nun der Aufbruch werden soll, daß uns kein Öl gebricht? 6. A Sei immer wach, mein Herz und Sinn, und schlummre ja nicht mehr! Blick täglich auf Das christliche Leben. 16 auf sein Kommen hin, als ob es heute wär. 7. Der Tag des Urteils nahet sich, der Herr kommt zum Gericht; du, meine Seele, schicke dich, steh und verzage nicht! 8.1 Dein Teil und Heil ist schön und groß, auf, auf, du hast es Macht; ergreif im Glauben jenes Los, das Gott 535 Der Mensch hat so dir zugedacht. 9. AD übergroße Seligkeit nach abgelegter Last, wobei dich, Seele, nicht gereut, daß du gestritten haft! 10. Der Herr bricht ein um Mitternacht; jetzt ist noch alles still. Wohl dem, der nun fich fertig macht und ihm begegnen will! Johann Christoph Rube, † 1746. das hat er uns versprochen, :,: denn wir sein Kinder sein.:,: 5. Drum, wer ihm traut zu Ehren, den läßt er nimmermehr; demselben unserm Herren,:,: dem sei Lob, Preis und Ehr.:,: uns der Blümlein viel; ich trag ein frei Gemüte, Gott weiß wohl, wem ichs will, Gott weiß wohl, wem ichs will: 2. Ich wills Christo, dem Herren, der unser Heiland ist, er trägt das Kreuz für unsre Sünd,:,: ja wie man von ihm liest.:,: so wohl steht ihm nichts an, als daß er Treu erzeigen und Freundschaft halten kann, wenn er mit seines gleichen soll treten in ein Band, verspricht sich nicht zu weichen mit Herzen, Mund und Hand. 2. Die Red ist uns gegeben, damit wir nicht allein für uns nur sollen leben und fern von Menschen sein; wir sollen uns befragen und sehn auf guten 534 Der Maie, der Rat, das Leid einander flagen, uns 3. Den Tod hat er bezwungen, die Höll gerissen ein, die Sünd hat er verschlungen, :,: geholfen aus der Bein.:,: 4. Er will die nicht ver lassen, die an ihn glauben fein; Jakob Klieber, um 1530, nach einem Mailied. 3. Was kann die Freude machen, die Einsamkeit verhehlt? Das gibt ein doppelt Lachen, was Freunden wird erzählt; der kann des Leids sich wehren, der es von Her zen sagt; der muß sich selbst verzehren, der insgeheim fich nagt. 4. Gott stehet mir vor allen, die meine Seele liebt; dann soll mir auch gefallen, der mir sich herzlich gibt. Mit diesen Bundsgesellen verlach ich Pein und Not, geh auf den Das christliche Leben. den Grund der Höllen und breche den 5. Ich hab, ich habe Herzen so treu, wie fichs gebührt, die Heuchelei und Scherzen nie wiffentlich berührt! 3 bin auch ihnen wieder von Grund der Seelen hold; ich lieb euch mehr, ihr Brüder, als alles Erdengold. Simon Dach, † 1659. Lob der Musika. 536 Die beste Beit im Jahr ist mein, da fingen alle Vögelein, Himmel und Erden ist der voll, :,: viel gut Gesang da lautet wohl.:,: 2. Voran die liebe Nachtigall macht alles fröhlich über all mit ihrem lieblichen Gesang ,,: des muß fie haben immer Dank;:,: 17 537 Die Snabe unſers Herrn Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heilgen Geistes sei mit uns allen, mit uns allen! Amen. 2. Korinther 13, 18. 3. Viel mehr der liebe Herre Gott, der sie also geschaffen hat, zu sein die rechte Sängerin,:,: der Musika ein Meisterin;:,: 538 Di ie Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen; Gott walts zu Frommen nach seim Wohlgefallen, daß wir uns legen in seim Gleit und Segen, der Ruh zu pflegen. 2. Fern von uns treibe, Herr, unreine Geister; halt die Nachtwache, unser Schutz und Meister; schirm Leib und Seele unter deinen Flügeln, send uns dein Engel. 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufmachen und von dir nicht wanten. Laß uns mit Züchten unser Tun und Dichten zu deim Preis richten. 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, hilf den Gefangnen, tröste die Betrübten. Pfleg auch der Kinder, sei selbst ihr Vormünder, Fein4. Dem fingt und springt des Neid hinder! fie Tag und Nacht, seins Lobes sie nichts müde macht; den ehrt und lobt auch mein Gesang, und sagt ihm einen ewgen Dank.:,: Martin Luther, † 1546. 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zukomme, dein Will werd be weiset; frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben, erlös uns! Amen. ( Böhmische Brüder.) Peter Herbert, † 1571. 2 18 Mel. Wie lieblich sind die Woh: nung Das christliche Leben. 539*) Die Sach ist dein, Herr Jesu Chrift, die Sach, an der wir stehn, und weil es deine Sache ist, kann sie nicht untergehn! Allein das Weizentorn, bevor es fruchtbar sproßt zum Licht empor, muß sterben in der Erde Schoß zuvor vom eignen Wesen los.( Im Sterben los, vom eignen Wesen los.) 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt, durch Leiden himmelan und führeft jeden, der da glaubt, mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, so nimm uns allzugleich zum Teil am Leiden und am Reich. Führ uns durch deines Todes Tor samt deiner Sach zum Licht empor!( Zum Licht empor, durch Nacht zum Licht empor!). 3. Du starbest selbst als Weizenforn und sankest in das Grab. Belebe denn, o Lebens born, die Welt, die Gott dir gab; send Boten aus in jedes Land, daß bald dein Name werd bekannt, dein Name voller Seligkeit; auch wir stehn dir zum Dienst bereit. ( In Kampf und Streit, zum Dienst in Kampf und Streit.) Samuel Preiswert, † 1871, V. 3 von Felician Baremba, † 1874. *) Bei der Melodie A fallen die eingeflammerten Säße im Liebe weg. 540 Es ist ein Schnitter, hat Gwalt vom großen Gott. Heut wetzt er das Messer, es schneidt schon viel besser, bald wird er dreinschneiden, wir müssens nur leiden. Hüt dich, schöns Blümelein! 2. Was heut noch grün und frisch da steht, wird morgen weggemäht: die edlen Narzissen, die himmlischen Schlüssel, die schön Hyazinthen, die türlischen Winden: Hüt dich, schöns Blümelein! 3. Viel hunderttausend ungezählt da unter die Sichel fällt: rot Rosen, weiß Lilien, euch wird er austilgen; und ihr Kaiserfronen, er wird euch nicht schonen: Hüt dich, schöns Blümelein! 4. So viel Maßlieb und Rosmarin schwellt unter der Sichel hin; Vergißmeinnit, du mußt auch mit, und du Tausendschön, man läßt dich nit stehn: Hüt dich, schöns Blümelein! Unterschied, geht alles in einem 5. Er macht so gar kein Schritt; der stolz Rittersporn und Blumen im Korn, fie liegen beisammen, man weiß faum den Namen: Hüt dich, schöns Blümelein! 6. Truß, Tod! komm her, ich fürcht dich nit, truh, komm und tu ein Schnitt! Wenn er mich verletet, so werd ich verseßet in himmlischen Garten, darauf Das christliche Leben. 19 darauf will ich warten: Freu dir. Du traute Liebe, gutes bich, schöns Blümelein! Wesen, du haft mich und ich dich erlesen. Regensburg, 1637. 541 F Cür dich sei ganz mein Herz und Leben, mein süßer Gott, und all mein Gut; für dich haft du mirs nur gegeben, in dir es nur und selig ruht. Her steller meines schweren Falles, für dich sei ewig Herz und alles. 2. Ich liebt und lebte recht im 3wange, wie ich mir lebte ohne dich. Ich wollte dich nicht, ach so lange; doch lieb test du und suchtest mich, mich böses Kind aus bösem Samen, im hohen, holden Jesusnamen. 3. Deins Vaterherzens tiefste Triebe in diesem Namen zeigen sich; ein Brunn der Freude, Fried und Liebe quillt nun ſo nah, so mildiglich. Mein Gott, wenns doch der Sünder wüßte! Sein Herz alsbald dich lieben müßte. 4. Jch bete an die Macht der Liebe, die fich durch ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 6. Ich fühls, du bists, dich muß ich haben, ich fühls, ich muß für dich nur sein; nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Plaß der ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen, drum folg ich deinen selgen Zügen. 7. Ehr sei dem hohen Jesusnamen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Selgen Schar dort trinkt! Wie beugen sie sich ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände! 5. Wie bist du mir so zart gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe fanft und tief gezogen, neigt sich mein Alles auch zu * in Jeſu offenbart; ich geb mich 542 Großer Gott, wir woloben dich; Herr, wir preisen deine Stärke; vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke; wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. bliebe im Grunde tief gedrüdet 8. O Jesu, daß dein Name ein; möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein! Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen! Gerhard Tersteegen, † 1769. 2. Alles, was dich preisen fann, Cherubim und Seraphinen, stimmen dir ein Loblied an; alle Engel, die dir dienen, Das christliche Leben. 20 bienen, rufen dir in selger Ruh: Heilig, heilig, heilig! zu. 3.1 Heilig, Herr Gott Zebaoth, heilig, Herr der Kriegesbeere; ftarter Helfer in der Not, Himmel, Erde, Luft und Meere find erfüllt von deinem Ruhm; alles ist dein Eigentum. 4.11 Der Apostel heilger Chor, der Propheten große Menge schickt zu deinem Thron empor neue Lob- und Dankgesänge, der Blutzeugen große Schar lobt und preist dich immerdar. 5. A Auf dem ganzen ErdenGroße und auch Kleine dich, Gott Vater; dir zum Preis singt die heilige Gemeine; fie verehrt auf seinem Thron deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heilgen Geift, welcher uns mit seinen Lehren und mit Troste träftig speist, der, o König aller Ehren, der mit dir, Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist. 7.1 Steh, Herr, deinen Die nern bei, welche dich mit Demut bitten, die dein Blut dort machte frei, als du für uns haft gelitten. Nimm uns nach vollbrachtem Lauf zu dir in den Himmel auf. 8.11 Sieh dein Volk in Gnaden an; hilf uns, segne, Herr, dein Erbe; leit es auf der rechten Bahn, daß der Feind es nicht verderbe; wart und pfleg es in der Zeit, heb es hoch in Ewigkeit. 9. A Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gib, daß wir von Sünden heut und von Unfall sein befreit. 10. Herr, erbarm, erbarme dich! Über uns, Herr, sei dein Segen! Deine Güte zeige fich, Herr, auf allen unsern Wegen. Auf dich hoffen wir allein, laß uns nicht verloren sein! Wien, um 1774, nach dem Te Deum laudamus( siehe Gefangbuch Nr. 128). 543 par des Herrn! arre, meine Seele, Alles ihm befehle, hilft er doch so gern.( 1, dann A):: Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach.:: In allen Stürmen, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott. 2. Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch so gern. ( 1, dann A):: Wenn alles bricht: Gott verläßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht.:,: Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott! Friedrich Räder, † 1872. 544 err, nun ven Wagen halt, bald abseit geht sonst die Fahrt, das bracht Freud dem Widerpart, Das christliche Leben. part, der dich veracht't so freventlich. 2. Gott, erhöh deins Namens Ehr; wehr und straf der Bösen Grimm, weck die Schaf mit deiner Stimm, die dich lieb haben inniglich! 3. Hilf, daß alle Bitter feit scheid, o Herr, und alte Treu wiederkehr und werde neu, daß wir ewig lobsingen dir! Huldreich Zwingli, † 1531. 545 Hers, laß bein Sorgen sein, Sorgen schafft Angst und Bein und frommt doch nicht. Vertrau auf Gott, den Herrn, sein Hilf ist dir nicht fern, :: Gott schlummert nicht.: 2. Sieh doch die Lilien an, wer hat sie angetan mit solcher Zier? Gott webt zu aller Zeit ihnen das Feierfleid,:,: webt es auch dir.:,: 3. Nimm doch der Vöglein wahr, die aller Sorgen bar, so fröhlich sind. Gott nährt sie spät und früh, bist du nicht mehr, denn sie?:,: nicht Gottes Kind? 21 wird schön verneuen alles zur Ewigkeit. Den Himmel und die Erde wird Gott neu schaffen gar, all Kreatur soll werden ganz herrlich, schön und klar. 4. Gottes Rind, hörst du nicht, wie so vernehmlich spricht dein Jesus Christ: Herz, laß dein Sorgen sein, trachte nach dem allein,:,: was droben ist.:,: Julius Sturm, † 1896. 546 Herzlich erzlich tut mich erfreuen die liebe Sommerzeit, wenn Gott 2. Kein Zunge kann erreichen die ewge Schönheit groß; man fanns mit nichts vergleichen, die Wort find viel zu bloß: drum müssen wir das sparen bis an den jüngsten Tag; dann wollen wir erfahren, was Gott ist und vermag. 3. Da werden wir mit Freuden den Heiland schauen an, der durch sein Blut und Leiden den Himmel aufgetan, die lieben Patriarchen, Propheten allzumal, die Märtrer und Apostel bei ihm in großer Zahl. 4. Er wird uns fröhlich leiten ins ewge Paradeis, die Hochzeit zu bereiten zu seinem Lob und Preis: da wird sein Freud und Wonne, in rechter Lieb und Treu, aus Gottes Schatz und Bronne und tåglich werden neu. 5. Herr Gott, durch deine Güte führ mich auf rechter Bahn! Herr Christ, mich wohl behüte, sonst möcht ich irre gahn: halt mich im Glauben feste in dieser bösen Zeit, hilf, daß ich mich stets rüste zur ewgen Hochzeitsfreud. Johann Walther, † 1570, nach einem Sommerlied. 22 Das christliche Leben. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. 547 Snah und fern in ier stehen wir von einem Geist vor einem Herrn vereint zu Dank und Bitte: 548 db tral auf ch Jesu, selge gefreuzigt einst und nun erhöht, tritt ein in unsre Mitte! Stimm an, nimm an unsre Lieder, die wir wieder vor dich bringen, deiner Liebe Tun zu fingen. 2. Was ein verborgnes Senfforn war, das breitest du von Jahr zu Jahr nun aus mit mächtgen 3weigen. Zu Tausenden erwächst dein Bund, and öffnet Herz und Hand und Mund, für Gottes Heil zu zeugen; deinen reinen Lebensfamen, deinen Namen durch die Weiten aller Länder auszubreiten. 3. Dein ist die Welt, dein sind auch wir, und alle Völker werden dir einst noch zu Füßen fallen; du weckst sie aus der Todesruh, und führst schon Erstlinge herzu zu Salems heilgen Hallen; spendest, jendest Licht und Segen aller= wegen deinen Freunden, herrschest unter deinen Feinden. dann wird man fröhlich singen, Palmen schwingen, wenn man schauet, wie Jehova Zion bauet. Albert Knapp, † 1864. 4. Dein sind wir, dein in Ewigkeit; drum wollen wir, du Held im Streit, an deinem Auge hängen. Wohlauf, mit Macht umgürte dich, du Arm des Herrn, so werden sich die Völter um dich drängen! AlsIn Not auf Gott mein Hoffnung baue. Ich liebe Gott! Bis in den Tod auf diese Bieb vertraue. Jeju, dir leb ich; Jesu, dir sterb ich. Dein bin ich tot und lebendig. 2. Das Heil allein kann sicher sein in meines Jeju Wunden; in deinem Tod, o liebster Gott, das Leben wird gefunden. Jesu, dir leb ich; Jesu, dir sterb ich. Dein bin ich tot und lebendig. 3. Ein sehnend Herz in Reu und Schmerz soll nimmermehr verzagen! Mit rechter Reu, von Sünden frei, darf ich zu Jesu sagen: Jesu, dir leb ich; Jesu, dir sterb ich. Dein bin ich tot und lebendig. 4. Fort, fort, o Welt; was dir gefällt, das macht mich jetzt verdrossen; in Gott allein mein Ruh soll sein, ich hab es fest beschlossen: Jesu, dir leb ich; Jesu, dir sterb ich. Dein bin ich tot und lebendig. 5. Um lezten End in deine Händ will ich mein Seel aufgeben! O Jesu mein, ganz bin ich dein, schent mir das ewge Leben! Jesu, dir leb ich; Jesu, dir sterb ich. Dein bin ich tot und lebendig. Duderstäbter Gesangbuch, 1724 Das christliche Leben. 23 549 h will streben die Englein und haben ihr nach dem ben, wo ich selig bin; ich will ringen einzubringen, bis daß ichs gewinn. Hält man mich, so lauf ich fort; bin ich matt, so ruft das Wort: Fortgerungen, durchgedrungen bis zum Kleinod hin! 2. Als berufen zu den Stufen vor des Lammes Thron will ich eilen, das Verweilen bringt oft bösen Lohn. Wer auch läuft und läuft zu schlecht, der versäumt sein Kronenrecht. Was dahinten, das mag ichwinden; ich will nichts davon. 3. Jesu, richte mein Gefichte nur auf jenes Biel; lenk die Schritte, stärk die Tritte, wenn ich Schwachheit fühl. Lockt die Welt, so sprich mir zu, schmäht sie mich, so tröste du; deine Gnade führ gerade mich aus ihrem Spiel. 4. Du mußt ziehen; mein Bemühen ist zu mangelhaft. Wo ihrs fehle, fühlt die Seele; aber du hast Kraft, weil dein Wort ein Leben bringt, und tönen dein Geist das Herz durchbei dem Krönen: Gott ist's, der es schafft. Philipp Friedrich Hiller, † 1769. 550 I himmel m Himmel, im ist Freude so viel;:,: da tanzen 2. Sie fingen, fie springen und loben ihrn Gott,:,: der Himmel und Erde erschaffen hat.:,: 3. Dort oben, dort oben vor der himmlischen Tür, :,: da steht ein arm Seele und weinet so sehr.:,: 4. Arm Seele, arm Seele, was stehest du hier?:,: Wenn ich dich anschaue, so weinest du mir." 5., Wie sollt ich nicht weinen, du gütiger Gott::,: Ich hab übertreten die zehen Gebot!:,: 6. Hast du übertreten die zehen Gebot::: Fall nieder auf die Knie und bete zu Gott!:,: 7. Bet immer, bet immer und allzeit mit Fleiß, so wird dir Gott schenken die himmlische Freud.":: 8. Die himmlische Freud ist ein wunderschöne Stadt, :: da Friede und Freude kein Ende mehr hat.:,: Volkslied. 551 meer een ch wieder in dem alten, heilgen Buch, wie er ist so sanft gewesen, ohne List und ohne Trug. 2. Wie er hieß die Kindlein kommen, wie er hold sie angeblickt und sie in den Arm genommen und sie an das Herz gedrückt; Das christliche Leben. 26 mich freudig auf näher, stein Gott, zu dir, näher zu dir! ( Nach dem Englischen) Sara F. Adams. Mel. nach: Wenn wir in höchsten Nöten sein 2c. 556 daß doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und bald die ganze Welt erkennte, daß du bist König, Gott und Herr! 2. 3war brennt es schon pir, dem für uns erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingstund Freudenfest. 7. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme doch bald die ganze, weite Welt und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefürst und Held. 3. Und noch entzünden Himmelsfunken so manches falte, tote Herz und machen Durstge freudetrunken und heilen Sünd- und Höllen schmerz. 4. Erwecke, läutre und vereine des ganzen Christenvolkes Schar und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. 5. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starker Gotteshauch, dein Feuermeer ström nicht vergebens; ach zünd in unsern Herzen auch. 6. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue deinen Tempel aus; laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. 8. Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubelharmonien, und alle, die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes hin. Um 1818. in heller Flamme jeßt hier, 557 Jefu Chrifte, und Mel. O Jesu Christ, mein Lebens Licht 2c. erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfülle mit dem Gnadenschein, die in Irrtum verführet sein, auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad und sein verwundt Gewissen heil; laß fie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glauben sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmel. Das christliche Leben. 27 Himmelreich hier zeitlich und rien Sohn, dich will ich lieben, bort ewiglich für solche Gnade dich will ich ehren, meiner preisen dich. Seele Freud und Kron. Johann Heermann, † 1647. 2. 1 Schön sind die Wälder, schön sind die Felder in der schönen Frühlingszeit: A Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht't die Sonne, schön leucht't der Monde und die Sternlein allzumal: A Jesus leucht't schöner, Jesus leucht't reiner als die Engel im Himmelsfaal. 4. I 11 Schön sind die Blumen, schöner sind die Menschen in der frischen Jugendzeit: A Sie müssen sterben, müssen verderben: Jesus bleibt in Ewigkeit. volkslied, Münster i. Westf., 1677. 558 S ag, was hilft alle Welt mit ihrem Gut und Geld? Alles verschwind't geschwind gleich wie der Rauch im Wind. 2. Was hilft der hohe Thron, das Szepter und die Kron? Szepter und Regiment hat alles bald ein End. 3. Was hilft sein hübsch und fein, schön wie die Röselein? Schönheit vergeht im Grab; die Rosen fallen ab. 4. Was hilft ein goldgelb Haar? Augen kristallenklar? Lippen forallenrot? Alles vergeht im Tod. 5. Was ist das güldne Stück von Gold, Zierd und Geschmück? Gold ist nur rote Erd: die Erd ist nicht viel wert. 6. Fahr hin, o Welt, fahr hin! Bei dir find ich fein Gwinn: das Ewge achtst du nit; hier haft dein Ernt und Schnitt. 7. Fahr hin! leb, wie du willt, haft gnug mit mir gespielt. Die Ewigkeit ist nah: fromms Leben ich anfah. Volkslied, Köln, 1623. 559 Schönster Herr Je su, Herrscher aller Enden, Gottes und MaMel. Wie könnt ich ruhig schlafen ic. ( o nimm denn 560 meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich. Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt; wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit. 2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz, und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz; laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Rind, es will die Augen schließen und glauben blind. 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, bu führst mich doch zum Biele auch Das christliche Leben. 28 auch durch die Nacht; so nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich. Julie von Hausmann, † 1901. Mel. Wer hier vor Gott will sein gerecht 2c. 561 I Steht auf ihr lein, der Morgenstern mit hellem Schein läßt frei sich sehen wie ein Held und leuchtet in die ganze Welt. 3. 11 Ihr Kinder sollt bei diesem Stern erkennen Christum, unsern Herrn, Marien Sohn, den treuen Hort; der leuchtet uns mit seinem Wort. 4. A Gotts Wort, du bist der Morgenstern, wir können dein gar nicht entbehrn, du mußt uns leuchten immerdar, sonst sizzen wir im Finstern gar. 2. A Willkommen seist du, schöner Stern! Du bringst uns Christum, unsern Herrn, ber unser lieber Heiland ist; 562 Unter Bilien jener darum du hoch zu loben bist. Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Wie ein Adler fleug behende; Jeju Hände öffnen schon das Perlentor. 5. I 11 Willkommen seist du, lieber Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag; leucht uns in unsre Herzen fein mit deinem hellen Himmelsschein! 7. Du bist die liebe Sonne klar, wer an dich glaubt, der ist fürwahr ein Kind der ewgen Seligkeit, die deinen Christen ist bereit. 6. AD Jefu Christ, wir warten dein: dein heilges Wort leucht uns so sein! Um End der Welt bleib nicht lang aus und führ uns in deins Baters Haus! 8. Wir danken dir, wir loben dich hier zeitlich und dort ewiglich für deine groß Barmherzigkeit von nun an Erasmus Alberus, geb. um 1500 in der Wetterau, Pfarrer in Sprendlingen i. St., Staden u. a. D., † 1553 in Neu- Brandenburg. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiffleins; laß mich ein in den sichern Friedenshafen, zu den Schafen, die der Furcht entrüdet sein. 4. Nichts soll mir am Herzen fleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen und nicht eilen? Nein, ich eil ins Himmelsgelt. Das christliche Beben. 29 getragen in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja mein Glück ist groß! 5. Herr, wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei! Du kannst durch des Todes Türen träumend führen und machst uns einmal frei. 18 au haft Sünd und 564 WSternleinstehen meißt du, wieviel 6. Du Straf getragen; Furcht und 3agen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel wird zu Schanden; frei von Banden werd ich fröhlich auferstehn. 7. Gottes Lamm, dich will ich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du haft dich zum ewgen Leben mir gegeben; hole mich, o Herr, zu dir! Joh. Ludw. Konrad Allendorf, † 1773. Henriette Marie Luise von Hayn † 1782. an dem blauen Himmelszelt? Weißt du, wieviel Wolken gehen weithin über alle Welt? Gott, der Herr, hat sie gezählet, daß ihm auch nicht eines fehlet:,: an der ganzen großen Zahl.:,: 2. Weißt du, wieviel Mücklein spielen in der heißen Sonnenglut? wieviel Fischlein auch sich fühlen in der hellen Wassersflut? Gott, der Herr, rief fie mit Namen, daß fie all ins Leben kamen,:,: daß 563 Weil ich Jesu fie nun so fröhlich find.:: 3. Schäflein bin, freu ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich wohl weiß zu bewirten, der mich liebet, der mich fennt und bei meinem Namen nennt. Weißt du, wieviel Kinder frühe stehn aus ihrem Bettlein auf, daß sie ohne Sorg und Mühe fröhlich find im Tageslauf? Gott im Himmel hat an allen seine Lust, sein Wohlgefallen,:,: fennt auch dich und hat dich lieb.:,: Wilhelm Hey, t 1854. 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein und hab unaussprechlich süße Weide, daß ich keinen Mangel Mel. Komm, Seele, Jesu Leiden 2c. leide; und so oft ich durstig 565 W enn alle untreu bin, führt er mich zum Brunnquell hin. werden, so bleib 3. Sollt ich nun nicht fröhlich sein, ich beglücktes Schäfelein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heimich dir doch treu, daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. Für mich um fing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz; drum geb ich Das christliche Leben. 30 ich bir mit Freuden auf ewig biefes Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist, und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen hast du so viel getan, und doch bist du verklungen, und keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treufte Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget fich findlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden, o lasse nicht von mir; laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts und finken liebend nieder und fallen dir ans Herz. Friedrich von Hardenberg ( Novalis),+ 1801. und Gott, dem Herrn, vertraut; wenn alles bricht, er zaget nicht, dem Frommen nimmer graut.:: 2. Wer ist ein Mann? Wer glauben kann inbrünstig, wahr und frei; denn diese Wehr trügt nimmermehr,:,: die bricht kein Mensch entzwei.:,: *) Bei der Melodie A fällt die Wiederholung der Schlußzeile weg. 3. Wer ist ein Mann? Wer lieben kann von Herzen fromm und warm; die heilge Glut gibt hohen Mut ,: und stärkt mit Stahl den Arm.:,: 4. Dies ist der Mann, der streiten kann für Weib und liebes Kind; der kalten Brust fehlt Kraft und Luft, :,: und ihre Tat wird Wind.:,: 5. Dies ist der Mann, der sterben kann für Freiheit, Pflicht und Recht; dem frommen Mut deucht alles gut,:,: es geht ihm nimmer schlecht.:,: 6. Dies ist der Mann, der sterben kann für Gott und Vaterland; er läßt nicht ab bis an das Grab:,: mit Herz und Mund und Hand.:,: 567 Mie lieblich ifts hienieden, wenn 566) Wer ist ein Mann? Brüder treugesinnt in Eintracht und in Frieden vertraut beisammen sind. 7. So, deutscher Mann, so, freier Mann, mit Gott, dem Herrn, zum Krieg! Denn Gott allein kann Helfer sein,:,: von Gott kommt Glück und Sieg.:,: Ernst Moriz Arndt, 1813. nieder auf Gottes Berge fließt: 2. Wie Tau vom Hermon Segen sich ergießt. also auch auf die Brüder der neuet durch sie die heilge Stadt; 3. Und einstens wird erwas Knecht ist, wird befreiet und rein, was Flecken hat. Das christliche Leben. 31 4. Und alles Volk der Erde 569 Wir pflügen und dann geht nun zum Lichte ein; wird nur eine Herde und nur ein Hirte sein. Friedr. Gottlob Webel, † 1819. 568 Wie mit grimm gem Unver stand Wellen sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land vor des Sturmwinds Schlägen. Einer ist's, der in der Nacht, einer ist's, der uns bewacht: Christ Kyrie, du wandelst auf der See. 2.1 Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiff leins Ruder bricht, wo dann Rettung finden? 11 Reine Hilf als bei dem Herrn, er ist unser Morgenstern: Christ Kyrie, erschein uns auf der See! 3. A Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob erschallen. Lobet ihn mit Herz und Mund, lobet ihn zu jeder Stund! Christ Ryrie, ja dir gehorcht die See. 4. Einst in meiner letzten Not laß mich nicht versinten! Soll ich von dem bittern Tod Well auf Welle trinken, reiche mir dann liebentbrannt, Herr, Herr, deine Glaubenshand! Christ Kyrie, zu uns auf die See! Nach einem Schifferliede von Johannes Daniel Falk, t 1826. den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand; der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. A Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn; drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn! 2.II Er sendet Tau und Regen und Sonn- und Mondenschein und wickelt seinen Segen gar zart und künſtlich ein; und bringt ihn dann be hende in unser Feld und Brot; es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott. A Alle gute Gabe fommt her von Gott, dem Herrn;:,: drum dankt ihm, dankt:: und hofft auf ihn! 3. I Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her, der Strohhalm und die das Meer. Von ihm sind Büsch Sterne, das Sandkorn und und Blätter und Korn und Obst, von ihm das schöne Frühlingswetter und Schnee Gabe kommt her von Gott, und Ungestüm. A Alle gute dem Herrn;:;: drum dankt ihm, dankt:: und hofft auf ihn! 4. II Er läßt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes Lauf, Das chriftliche Beben. 32 Lauf, er läßt die Winde wehen und tut die Wolken auf. Er schenkt uns so viel Freude, er macht uns frisch und rot; er gibt dem Viehe Weide und seinen Menschen Brot. A Alle gute Gabe fommt her von Gott, dem Herrn;: drum dankt ihm, dankt:: und hofft auf ihn! Matthias Claudius,+ 1815. 570 Wir treten zum Beten vor Gott, den Herren, ihn droben zu loben mit Herz und Mund: So rühmet froh seins lieben Namens Ehren, der jetzo unsern Feind marf auf den Grund. 2.1 3u Ehren des Herren wollt, weil ihr lebet, ihm danken ohn Wanken dies Wunder groß. Vor seinem Aug stets rein zu wandeln strebet, tut Recht und sagt von Lug und Trug euch los. 3. 11 Der Böse, Arglose zu Fall zu bringen, schleicht grollend und brüllend, dem Löwen gleich, und suchet, wen er grausam mag verschlingen, wem er verseken mag den Todesstreich. 4. A Wacht, flehet, bestehet im guten Streite, mit Schande in Bande der Sünd nicht fallt! Dem ommen Gott den Feind zur Beute, und wär auch noch so groß seins Reichs Gewalt! Niederländisches Siegeslied, genau nach dem Holländischen bei Adrianus Valerius( 1626) übertragen von Karl Budde. -0 571 Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh? Wer deckt sie mit schüßenden Fittichen zu? Ach bietet die Welt feine Freistatt uns an, wo Sünde nicht herrschen, nicht anfechten fann?,: Nein, nein,:,: hier ist sie nicht; die Heimat der Seele ist droben im Licht. 2. Verlasset die Erde, die Heimat zu sehn, die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde gebaut, ist dieses die Heimat der Seele, der Braut?:: Ja, ia:,: dieses allein kann Ruhplaß und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen die kennt man dort nicht. Das Rauschen der Harfen, der liebliche lang bewilltommt die Seele mit füßem Gesang!:,: Ruh, Ruh,:,: himmlische Ruh im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu! Ludwig Jörgens, † 1845. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme 2c. 572 3icht in Frieden eure Pfade! Mit euch des großen Gottes Gnade und Das christliche Leben. 33 und seiner heilgen Engel im Herrn! Er sei euch nimmer Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, gehts unter Sonnenschein und Stürmen getroft und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl fern, spät und frühe! Vergeßt uns nicht in seinem Licht, und wenn ihr sucht sein Angesicht! Gustav Friedr. Ludwig Knat, † 1878. Erläuterungen für den Gefang der Lieder. Die Zeichen 1, 11, A sind Andeutungen für etwaigen Wechselgesang. I bezw. 11 bedeutet, daß die erste bezw. zweite Gruppe( Chor) oder auch der Gesamtchor, A, daß wieder alle singen. Beim Fehlen eines Zeichens wird die Strophe von allen( der Gemeinde) gesungen. Ein Anhang zum Choralbuch zur Begleitung der vorstehenden Lieder auf Orgel, Harmonium oder Klavier ist bei J. Waiz, Darmstadt, erschienen. Nr. 570 ist mit Genehmigung des Überseßers und der Breitkopf& Härtelschen Verlagshandlung in Leipzig aus J. Röntgen und K. Budde XIV Altniederländische Volkslieder" entnommen. W3 1602( Baded aislada 34 Verzeichnis der Lieder. Verzeichnis der Lieder. Nr. 528 504 tter Abend wird es wieder Alle Jahre wieder kommt Als Jesus von s. Auf, auf, mein Herz, mit Aus dem Himmel ferne Bleibe bei uns, o Herr Das Leben welft wie Der beste Freund ist i.d. Der Herr bricht ein um Der Maie, der Maie Der Mensch hat nichts so Der Tag d.ist so freudenr. Die beste Zeit im Jahr Die Gnade unsers Herrn Die Nacht ist kommen, Die Sach ist dein, Herr Die Tage sind so dunkel Die wir uns allhier beis. Du l., heilger, frommer Eines wünsch ich mir ( Ein Kindelein f.löbelich) Erstanden ist der heilge Es ist ein Schnitter, der 540 Es kommt ein Schiff gel. 502 Für dich sei ganz mein Gelobt sei Gott im. GenHimmel aufgefahren Großer Gott, wir loben Harre, meine Seele Herbei, o ihr Gläubigen Herr, nun selbst den 544 Herz, laß dein Sorgen Herzlich tut mich erfreuen Hier stehen wir von nah ( Ich bete an d. Macht der) Ich trau auf Gott, in Ich will streben 520 543 507 545 546 547 541 Ihr Kinderlein kommet, 515 519 529 530 531 532 533 534 535 505 536 537 538 539 501 516 506 517 505 541 521 525 542 Jm Himmel, im Himmel 550 Immer muß ich wieder In Bethlehem ein Kind. In dir ist Freude in 500 552 Kommet ihr Hirten. 510 Kommt und laßt uns. Laßt mich gehn. 511 553 Lob Gott getrost mit. ( Nach dem Sturme) Näher, mein Gott, zu Nun singet und seid froh daß doch bald dein O heiliger Geist, o. O herrlicher Tag O hilf, Christe, Gottes O Jesu Christe, wahres Ostern, Oft., Frühlings. Sag, was hilft alle Welt Schönster Herr Jesu So nimm denn meine Steht auf, ihr I. Kinderl. Stille Nacht, heil. Nacht Tochter Zion, freue dich Triumph, Triumph. Inter Lilien i. Freuden Weil ich Jesu Schäflein Weißt du wieviel Sternl. Wenn alle untreu werden 554 568 Beuch uns nach dir, so 548 Zieht in Frieden eure 549 508 555 512 556 527 522 518 557 523 558 559 560 561 513 503 524 562 563 564 565 566 Wer ist ein Mann? Wie liebl. ists hienieden 567 Wie mit grimmgem Wir pflügen und wir. 568 Wir treten zum Beten. Wo findet die Seele die 569 570 571 526 572 3u Bethlehem geboren 514 Feier des heiligen Abendmahles in der evangel. Johanneskirche zu Gießen Gemeinde: Bußlied. Pfarrer: Beichtansprache, Beichtgebet und Gnadenverkündigung. G.: Loblied( bzw. Pf.: Lobpsalm). ( Die nachfolgende Liturgie vor der Abendmahlshandlung kann außer Vaterunser und Einsetzungsworten- weg= fallen, wenn die Teilnehmerzahl sehr klein ist, gegebenenfalls auch der Schlußgesang.) Pf.: Der Herr sei mit euch! G.: Und mit deinem Geiste! Pf.: Die Herzen in die Höhe! G.: Erheben wir zum Herren. Pf.: Lasset uns danksagen unserem Gott! G.: Das ist würdig und recht. Pf.: Gebet mit Aufforderung zum Lobgefang: G.: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth! Alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe! Pf.: Vaterunser und Einsetzungsworte. G.: Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Pf.: Aufforderung zum Herantreten. † Austeilung des heiligen Mahles t ( Die Teilnehmer treten in Gruppen von etwa vier heran. Frauen bitte Hüte absetzen. Zu Beginn der Austeilung, je nach der Zeit des Kirchenjahres, lied 195 oder ein anderes Lied. Nach Beendigung der Austeilung erhebt sich die Gemeinde.) Pf.: Lobpreiset Gott für seine unaussprechliche Gabe! G.: Gott sei gelobet und gebenedeiet, der uns selber hat geſpeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute! Das gib uns, Herr Gott, zugute! Ky ri- e- le- i- son! = Pf.: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich! G.: Und seine Güte währet ewiglich. Hallelujah! Pf.: Gebet und Segen. G.: Amen, Amen, Amen. Abendmahlsgottesdienste finden statt: Am 1. Advent/ 2. Advent( nachmittags: jährlich wechselnd Lukas- oder Johannesgemeinde)/ 3. Advent( nachmittags: jährlich wechselnd Johannes- oder Lukasgemeinde)/ 1. oder 2. Weihnachtstag/ Bei jeder Konfirmation/ Am Gründonnerstag Abend/ Karfreitag/ 1. oder 2. Pfingsttag/ Reformationsfest/ Buß- und Bettag/ An den Frühmetten von Weihnachten, Ostern, Christi Himmelfahrt u. Pfingsten/ Außerdem etwa je einmal in den festlosen Monaten dazwischen vormittags oder nachmittags. 1000 3. 48 K 0/703( 197,50) 2728 PIET ebritue 1931 TOHET Inches 17 2 1 Centimetres Blue 4 Cyan 2 5 ¹6 ¹7 Farbkarte# 13 Green 3 ¹8 Yellow 19 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black