дь 4333 Vorbericht zu dem Entwurf eines Gesangbuchs für die evangelisch- protestantische. Kirche des Großherzogtums Baden. TONE Die Generalsynode von 1876 hat in ihrer Sizung vom 26. Oktober hinsichtlich des Gesangbuchs dem evangelischen Oberkirchenrat einen dreifachen Auftrag erteilt: 1. Den Entwurf eines neuen Gesangbuchs vorzubereiten; 2. dabei eine Sammlung klassischer Lieder zu veranstalten, die bereits in andern deutschen Landeskirchen Aufnahme gefunden haben, damit ein Grundstock eines nationalen gemeinschaftlichen Kirchengesangbuchs gebildet werde; 3. die Anbahnung eines allgemeinen nationalen Kirchengesangbuchs lebhaft zu unterstützen und zu fördern. Was den dritten Punkt anbelangt, so waren wir nicht in der Lage, in seinem Wortlaut ihn auszuführen, weil die Beschaffung eines gemeinsamen Gesangbuchs für die ganze deutsche evangelische Landeskirche von nirgends her angeregt worden ist. Bei dem Umstand, daß es nur wenige Landesfirchen in Deutschland giebt, welche, wie Baden und Würt II temberg, ein allgemein eingeführtes Gesangbuch besitzen, während die Summe der in größeren und kleineren Gebieten unseres deutschen Vaterlandes gebräuchlichen Gesangbücher in die Hunderte geht, ist auch an ein deutschevangelisches Kirchengesangbuch vorerst nicht zu denken. Daß der badische Entwurf schon die Grundlage eines solchen bilden könne und solle, ist wohl nicht der Gedanke obigen Generalsynodalbeschlusses und ebensowenig der unsrige. Das Nächste, was unseres Erachtens erreicht werden kann, ist die Aufnahme der besten, und darum auch bekanntesten und gebräuchlichsten Kirchenlieder in möglichster Übereinstimmung des Textes bei der Abfassung neuer Gesangbücher in ganz Deutschland. Dies halten wir bei der jebigen Beweglichkeit in der Bevölkerung Deutschlands und bei dem damit verbundenen nationalen Zug, dem die evangelische Kirche sich am wenigsten verschließen darf, für wünschenswert. Wir haben zur Erreichung dieses Ziels das Unsrige gethan durch unsre Beteiligung bei der Erstellung eines gemeinsamen, deutsch- evangelischen Militärgesangbuchs, welches einen Grundstock der in ganz Deutschland verbreiteten Lieder enthält, durch die Beziehungen, in welche wir uns bei Abfassung des vorliegenden Entwurfs mit ähnlichen Unternehmungen gegenwärtiger Zeit seßten, und durch die Rücksicht, welche wir bei der uns aufgetragenen Sammlung klassischer Lieder" in unserm Entwurf auf die besten vorhandenen und neu entstandenen Gesangbücher anderer Landeskirchen genommen haben. In letzterer Beziehung erwähnen wir namentlich das Württembergische, Bremer, Hessische und Schlesische Gesangbuch und die Entwürfe des Sachsen- Weimar'schen, Königlich Sächsischen und Frankfurter Gesangbuchs. 11 Univ.- Bibl. Giessen НІ Die Entstehung vorliegender Arbeit ist folgende: Im Auftrag des evangelischen Oberkirchenrats hat sich ein in dem Kirchengesang und der Liederkunde sehr erfahrener Geistlicher unseres Landes, Herr Stadtpfarrer Eisenlohr von Gernsbach, der Aufgabe unterzogen, die für ein neues badisches Gesangbuch geeignet scheinenden Lieder auszuwählen und in ihrem Texte festzustellen. Derselbe hat mit großem Geschick und Geschmack, mit aufopferndem Fleiß und hingebender Liebe diese schwierige Arbeit geleistet und wir sind ihm dafür zu aufrichtigem Danke verpflichtet. Nach Vereinbarung seiner Vorschläge mit der Kirchenbehörde ist der bekannte Gesangbuchs- Entwurf den Diözesansynoden des Jahres 1879 vorgelegt worden, in welchem 494 Lieder in einer sachgemäßen Anordnung citiert und davon 200 vollständig ausgedruckt waren. Über das Ergebnis der Beratungen der Diözesansynoden sagt der Bescheid darauf vom 11. Mai 1880: ,, Abgelehnt wurde der vorliegende Entwurf, unter Verneinung des Bedürfnisses eines neuen Gesangbuchs, von den Diözesansynoden Ladenburg- Weinheim( 28 gegen 5 Stimmen) und Lörrach( 39 gegen 6 Stimmen), einfach abgelehnt von Freiburg( 12 gegen 8 Stimmen), Oberheidelberg( 24 gegen 14 Stimmen), Rheinbischofsheim( 22 gegen 11 Stimmen) und Schopfheim( 16 gegen 13 Stimmen). Zustimmung erhielt derselbe ,, im allgemeinen", oder nach Auswahl und Anordnung", jedoch mit Vorbehalt einer nochmaligen Revision, von den Synoden Adelsheim( 19 gegen 4 Stimmen), Emmendingen( 26 gegen 2 Stimmen), Hornberg( alle 23 Stimmen), Stadt- Karlsruhe( alle 22 Stimmen), Lahr( 30 gegen 2 Stimmen), Mannheim- Heidelberg( 14 gegen 1 Stimme), Müllheim( ohne Stimmenangabe), Neckarbischofsheim( alle 35 Stimmen), Neckargemünd( faſt ein IV stimmig), Pforzheim( 29 gegen 11 Stimmen). Das Verlangen nach einer nochmaligen Revision wird von diesen Synoden mehr oder weniger ausgedehnt, in formeller und materieller Hinsicht geltend gemacht. Ohne bestimmte Wünsche, nur mit Empfehlung der Referate zur geeigneten Berücksichtigung fand der Entwurf Annahme bei den Synoden Bretten( alle 34 Stimmen), Borberg( 18 gegen 2 Stimmen), Durlach( alle 24 Stimmen), Eppingen( 18 gegen 3 Stimmen), Land- Karlsruhe( 31 gegen 2 Stimmen), Mosbach( alle 33 Stimmen), Sinsheim( 15 gegen 14 Stimmen). Die Abstimmung der Wertheimer Synode ist unentschieden." Wir glauben, daß die Stimmung für das neue Gesangbuch noch allgemeiner und günstiger geworden wäre, wenn die Kirchenbehörde bereits 1879 den vollen Wortlaut des Buches hätte hinausgeben können, weil dadurch manche Einwände gegen die veraltete Form und Anschauungsweise" bei Ansicht der großen Anzahl von Liedern auch aus neuerer Zeit sich von selbst erledigt hätten. Mit gewissenhafter und sorgfältiger Benüzung des von den Diözesansynoden gebotenen Materials erfuhr der Entwurf eine nochmalige Durchsicht und die vorliegende Fertigstellung. Auch hierbei gebührt dem oben genannten Herrn Verfasser unser aufrichtiger Dank für seine Mühe und Leistung, welche der evangelische Oberkirchenrat um so mehr zu würdigen weiß, da auch bei seinen Mitgliedern Lied um Lied und Strophe für Strophe der Prüfung unterzogen wurde. Die Anordnung der Lieder in den einzelnen Rubriken nach ihrer Entstehungszeit haben wir auch jetzt wieder beizubehalten für zweckmäßig gefunden. In seiner gegenwärtigen Gestalt enthält der Gesangbuchs- Entwurf 475 Lieder. Der neue Frankfurter Entwurf( von den Pfarrern Basse, Czerwenka, Ehlers u. a. V ausgearbeitet), zählt deren 363, das neue Hessische Gesangbuch 490( von Seminardirektor Professor Schwabe in Friedberg entworfen), das neue Gesangbuch der vereinigten Bremischen Gemeinden 502, das neue Schlesische( von Senior Treblin in Breslau bearbeitet) 642, der Weimar'sche Entwurf( an welchem Kirchenrat Hesse, Professor Lipfius u. a. thätig waren) 690, der Entwurf für die Kgl. Sächsische Landeskirche( hauptsächlich von Geh. Kirchenrat Ahlfeld verfaßt und erst in diesem Jahre fertig gestellt), 899 Lieder. Wer die Entwickelung der Gesangbuchsliteratur seit etwa 35 Jahren verfolgt, bemerkt als wesentliche, immer mehr hervortretende Charakterzüge, daß man in der Anordnung der Lieder an Stelle eines künstlichen Schemas den natürlichen Gang des Kirchenjahrs und kirchlich- religiösen Lebens zu Grunde legte, und daß man gegen die Klassiker unseres Kirchenlieds in der Behandlung ihrer aus der Tiefe des Herzens und hoher dichterischer Begeisterung geflossenen Lieder mehr Pietät und Respekt bewies. Dies ist ersichtlich aus einem der ersten Gesangbücher dieser neueren Periode, dem Württembergischen, wie aus den neuesten kirchlichen Liedersammlungen, die wir oben erwähnt haben. Unser gegenwärtiges Landesgesangbuch leidet an dem Fehler, daß es, um seine vorher festgestellten, nach Art eines Lehrbuchs angeordneten Rubriken auszufüllen, eine ziemliche Anzahl kirchlich und dichterisch fast wertloser, teilweise geschmackloser Lieder aufgenommen hat, und daß es mit der Bearbeitung der schönsten und besten, in der ganzen evangelischen Kirche bekannten und gesungenen Lieder, der eigentlichen Perlen unsres großen, evangelischen Liederschages, im Geschmack seiner Zeit, oft recht schonungslos umgegangen ist. Letzteres geschah in vielen noch nachweisbaren Fällen im Widerspruch mit dem ursprünglichen VI Verfasser unseres Gesangbuchs von 1834, dem Kirchenrat Sonntag. In Folge dieser Thatsache werden von seinen 550 Liedern verhältnismäßig wenige in den Kirchen gesungen, das Buch ist nicht im vollen Sinn ein häusliches Erbauungsbuch unseres Volkes geworden, und wir befinden uns in der Lage, bei dem Gesamtchor, den die deutsche evangelische Kirche mit ihren kräftigsten und volkstümlichsten Liedern anstimmen kann, einen vielfach abweichenden, speziell badischen Ton anzuschlagen. Erwägt man, daß unser Gesangbuch aus der eigentlichen Blüteperiode des deutschen Kirchenlieds nur etwa 150 Lieder enthält, also ein großer Teil seines Inhaltes der Zeit angehört, welche im Kirchenlied das Geringste geleistet hat, und daß wieder die besten Erzeugnisse der neuesten Zeit darin fast gar nicht verwertet sind, teilweise noch gar nicht verwertet werden konnten, so gelangt man zu dem Schluß, daß wir mit unserm Gesangbuch, das seiner Zeit noch zu den verhältnismäßig bessern gehörte, jett hinter den besten weit zurückstehen, und sowohl das kirchliche und religöse Bedürfnis, als die Entwickelung der Liederkunde ein neues Gesangbuch erfordern. Wir glauben, daß der Entwurf nach diesen beiden Seiten hin entsprechend ist. In dem Vorwort zur Vorlage an die Diözesansynoden 1879 sind die darin aufgenommenen Lieder Seite 4 ff. nach dichterischen Gruppen geordnet und aufgezählt. Wir wollen hier, absichtlich einem mehr äußerlichen Gesichtspunkte folgend, zusammenstellen, daß von den 475 Liedern, abzüglich der 11, welche der alten Kirche, oder unbekannten Dichtern angehören, verfaßt sind: 1. Von Dichtern, deren Lebenszeit in das 15/16. Jhrh. fällt: 19. 2. 16. 16. Übertrag: 35. 11 11 11 11 11 11 11 VII Übertrag: 35. 3. Von Dichtern, deren Lebenszeit in das 16/17. Jhrh. fällt: 26. 4. ff 103. 17. 17/18. 18. 127. 69. 70. 18/19. 19. 34. 464. 86938 5. 6. 7. 11 8. 11 11 11 11 ======11 11 11 11 11 11 Der Entwurf enthält: von Gerhardt und Schmolck je von Gellert. . 11 von Joh. Rist, Alb. Knapp je von Rambach, Tersteegen, Münter, 11 11 10 29 Lieder, 20 von Luther, Ph. Fr. Hiller, Spitta je 14 von Joh. Heermann 200 8 11 5 11 4 FT 11 11 Klopstock je 6 von Joh. Frank, Scheffler, Liebich, N. L. von Zinzendorf, Lavater, Jul. Sturm je von E. M. Arndt u. a. je. u. s. w. Bei der Beurteilung eines neuen Gesangbuchs darf, unseres Erachtens, nicht übersehen werden, daß es nicht bloß für den Gebrauch im öffentlichen Gottesdienst beſtimmt ist. Zu diesem Zwecke würde eine kleinere Anzahl von Liedern genügen. Das Gesangbuch soll auch für die einzelne Seele erquickende Nahrung bieten und für das Haus ein wirkliches Erbauungsbuch sein. Nach diesen Seiten hin ist aber das Bedürfnis und der Geschmack außerordentlich mannigfaltig. Der den Entwurf Prüfende wird also nicht fragen dürfen: Entsprechen alle Lieder meinem Standpunkt, meiner Richtung, meinem Geschmack und meinem kirchlich== VIII religiösen Bedürfnis? Vielmehr wird er sich zu verlässigen haben, ob auch er in dem Gesangbuch für sich und seine Anschauungen und Verhältnisse Entsprechendes finde, und wird im bejahenden Falle die Vielseitigkeit der Auswahl seinen verschiedenen Mitchristen zu gönnen haben. Ob ein Gesangbuch auch einige Lieder enthalten soll, welche, wir sagen nicht einen bloß literaturgeschichtlichen, aber doch nur einen vorzugsweise kirchengeschichtlichen Wert haben, kann zweifelhaft sein. Wir bejahen die Frage, weil unserm Volke solche geistigen Erzeugnisse, welche die bedeutendsten Männer und Zeiten seiner Geschichte in religiöskirchlicher Hinsicht treffend charakterisieren, ebensowenig vorenthalten bleiben sollten, als die zeitgeschichtlichen Denkmale auf andern Lebensgebieten. Übrigens hat der Entwurf von dieser Anschauung nur einen sehr mäßigen Gebrauch gemacht. Eine hochwichtige Seite an einem Gesangbuch bilden die Melodien seiner Lieder. Der eigentliche kirchliche Gesang bedarf im vollsten Maße der Berücksichtigung, Pflege und Hebung. Manches Lied hat schon um seiner Melodie willen Anspruch auf Annahme. Wir glauben, daß der Entwurf auch in dieser Beziehung unserer Landeskirche recht förderlich werden kann, enthalten uns aber noch eines näheren Eingehens darauf, weil hier Fachmänner mit zu entscheiden haben. Diejenigen Lieder, welche als ganz allgemein bekannt und verbreitet anzusehen sind, und welche demnach als„ ,, eine Sammlung klassischer Lieder", als der Grundstock eines nationalen Gesangbuchs" bezeichnet werden können, sind im Register des Entwurfs mit einem Sternchen(*) versehen. Es sind deren 120. Man hätte noch ziemlich mehr namhaft machen können, wir wollten uns aber auf die gebräuchlich IX sten und besten beschränken. Von diesen 120 Liedern enthält das neue deutsche Militärgesangbüchlein 100. Die Einführung eines neuen Gesangbuches denken wir uns so, daß noch längere Zeit das bisherige neben dem neuen gebraucht werden kann, sofern beide eine größere Anzahl Lieder enthalten, welche aus beiden Büchern im Gottesdienst ohne Schwierigkeit oder Störung gesungen werden können, weil sie entweder ganz oder nahezu gleichlautend sind. Von den Liedern des bisherigen Gesangbuchs enthält der Entwurf 212. Sie sind im Register mit einem B bezeichnet. Davon sind 21 in beiden Büchern wesentlich verschieden, 47 könnten zur Not miteinander noch gesungen werden, für 144 Lieder aber wäre der Gebrauch des alten und neuen Gesangbuchs in derselben Gemeinde und Kirche nebeneinander noch ganz thunlich. Die Zahl scheint uns genügend, um einer allmählichen und unbeschwerlichen Einführung eines neuen Gesangbuches zu dienen. Da wir den neuen Gesangbuchsentwurf der nahe bevorstehenden Generalsynode zu übergeben haben, so sind wir nach§ 80 Abs. 2 der Kirchenverfassung auch verpflichtet, denselben vorher noch den Kirchengemeinderäten zur Kenntnis und etwaigen Äußerung vorzulegen. Dies geschieht allerdings sehr späte, es ist wenig Zeit mehr zu einer gründlichen Vorprüfung. Indem wir diese Verspätung selbst hervorheben, wollen wir auch unsere Rechtfertigung vorbringen. Ein Buch, wie das vorliegende, ist eine große und schwierige Arbeit. Die Durchsicht und Verwendung der vielen schäßbaren Materialien, die uns von den 1879er Diözesansynoden geboten worden sind, hat die Arbeit nicht beſchleunigt und die Mühe nicht verkleinert. Wir hielten es für unsere Pflicht, den Entwurf mit Berücksichtigung der neue X sten Erscheinungen auf dem einschlägigen Gebiet zu fertigen und wollen in dieser Hinsicht nur darauf aufmerksam machen, daß das A. Fischer'sche Kirchenliederleyikon erst 1879, desselben Verfassers neue Bearbeitung des v. Bunsen'schen allg. evang. Gesang- und Gebetbuches erst 1881 erschienen ist, daß der Entwurf des neuen deutschen Militärgesangbüchleins erst voriges Spätjahr vollendet worden, daß das neue Frankfurter und das in hohemt Grade bedeutsame neue Kgl. Sächsische Gesangbuch erst vor wenigen Wochen in unsre Hände kam. Endlich aber dürfte die Verzögerung des Erscheinens dieses Buches darum unbedenklich sein, weil wir dasselbe der Generalsynode nicht mit dem Antrag auf alsbaldige Einführung, sondern auf Prüfung und weitere Behandlung vorlegen wollen. Der Auftrag der 1876er Generalsynode ging dahin, es soll der Entwurf eines neuen Gesangbuchs vorbereitet werden. Dies ist hiermit geschehen. Es fehlen aber zur Vollendung noch wesentliche Stücke, wozu wir außer einem Anhang von Gebeten namentlich Choral- und Melodienbuch rechnen. Es ist noch zu entscheiden, ob für jedes Lied die Melodie mit abgedruckt, ob über den Liedern, wie z. B. in Württemberg, die entsprechenden Bibelstellen beigefügt werden sollen. Wir sind zudem nicht der Ansicht, daß ein einzelner Verfasser bei aller Geschicklichkeit und allem Fleiß für eine ganze Landeskirche etwas unbedingt Vollendetes liefern könne, und wir erheben nicht den Anspruch, daß aus unsern Händen eine derartige Arbeit so hervorzugehen habe, wie sie ohne weiteres zur Annahme und Einführung empfohlen werden kann. Es wird also Sache der Generalsynode sein, den Entwurf zu prüfen, einen Beschluß über seine weitere Behandlung und Bearbeitung zu fassen, und wir hoffen, daß dann durch Bestellung weiterer sachverständiger Mitarbeiter ein Gesangbuch entstehe, welches unsrer Landeskirche in vollem Maße zur Ehre und zum Segen dienen kann und Eingang bei ihr findet. Diejenigen Äußerungen, welche uns noch vor Abhaltung der Generalsynode aus dem Schoße von Kirchengemeinderäten zur Kenntnis kommen, werden wir derselben selbstverständlich mit dem Entwurf auch noch vorlegen. Damit sei das Werk der Landesgemeinde übergeben und der Hand Gottes befohlen! - Karlsruhe, 16. August 1881. Evang. Oberkirchenral. A. A. d. Pr. Spohn. Druckfehler: In dem Lied 13 sind Strophe 11 und 12 noch zu beziffern. Ebenso in dem Lied Nr. 58, Strophe 2. Auf Seite 23 erhält das Lied:, Gott, du 2c." die Nr. 26. Der Verfasser der Lieder 210 und 227 heißt Münter. können. XI Der Verfasser des Liedes 156 ist E. Ch. Homburg 1605-1681. Kleinere Übersehen werden von dem Leser selbst verbessert werden Entwurf eines Gesangbuches für die evangelisch- protestantische Kirche des Großherzogtums Baden. warm GR 4333 Gb Univ.- Bibl. Giessen Erste Abteilung. Lob und Dank. Nach eigener Melodie. 1. Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir beugt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen, stimmen dir ein Loblied an; alle Engel, die dir dienen, rufen dir in sel'ger Ruh: Heilig, heilig, heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth, heilig, Herr der Kriegesheere, starker Helfer in der Not, Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm, alles ist dein Eigentum. 4. Der Apostel heil'ger Chor, der Propheten große Mengeschickt zu deinem Thron empor neue Lob- und Dankgesänge; der Blutzeugen große Schar lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdentreis loben Große und auch Kleine dich, Gott Vater, dir zum Preis singt die heilige Gemeine; sie verehrt auf seinem Thron deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heil'gen Geist, welcher uns mit solchen Lehren und mit Troste kräftig speist, der, o König aller Ehren, der mit dir, Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist. 7. Du, des ew'gen Vaters Sohn, hast die Menschheit angenommen; du bist auch von deinem Thron zu uns auf die Welt gekommen. Gnade hast du uns gebracht, von der Sünde frei gemacht. 8. Nunmehr steht das Himmelsthor allen, welche glauben, offen. Du stellst uns dem Vater vor, wenn wir kindlich auf ihn hoffen; endlich kommst du zum Gericht, Zeit und Stunde weiß man nicht. 9. Steh, Herr, deinen Dienern bei, welche dich mit Demut bitten; alle machtest du ja frei durch den Tod, den du gelitten. Nimm uns nach 1* Lob und Dank. vollbrachtem Lauf zu dir in ist unser Gott, der Herre den Himmel auf! Zebaoth! 10. Sieh dein Volk in Gnaden an, hilf uns, segne, Herr, dein Erbe! Leit es auf der rechten Bahn, daß der Feind es nicht verderbe! Hilf, daß es durch Buß' und Flehn dich im Himmel möge sehn! 11. Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen, und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gieb, daß jeder sündenfrei, deiner Gnade würdig ſei. dich! dein 12. Herr, erbarm, erbarme Auf uns komme, Herr, Segen! Deine Güte zeige sich allen der Verheißung wegen! Auf dich hoffen wir allein, laß uns nicht verloren sein! Nach dem Ambroſianiſchen Lobgesang. Bearbeiter unbekannt. Nach eigener Melodie. 2. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir! Dich Vater in Ewigfeit ehrt die Welt weit und breit. All' Engel und Himmels Heer und was dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig M. Luther 1483--1546. Nach eigener Melodie. Hat 3. Nun lob, mein' Seel', den Herren; was in mir ist, den Namen sein, sein Wohlthun will er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! deine Schwachheit groß; erdir die Sünd' vergeben, heilt löst dein armes Leben, nimmt sich in seinen Schoß, mit Trost dich überschüttet, verjüngt dem Adler gleich; Sie leiden für sein Reich. Herr schafft Recht, behütet, der 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, auch seine Güt' ohn' Maßen; es mangelt an ErZorn bewahren, straft nicht barmung nicht. Er will nicht nach unsrer Schuld; läßt Guade uns erfahren, zeigt Blöden seine Huld. Sein' Güt' ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Schuld dahin. 3. Ein Vater sich erbarmet ob seines schwachen Kindes Schrei'n, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn fürchten findlich rein. Gott kennt uns arme Knechte und weiß, wir sind nur Staub, Lob und Dank. ein bald verwelft Geschlechte,| Sohne, dem Geist, der beiden wie Gras und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da, also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah. gleich, im höchsten Himmelsthrone: Ihm, dem dreiein'gen Gott, wie er im Anfang war und ist und bleiben wird, wie jeßt so immerdar! 4. Nur Gottes Gnad' alleine bleibt stet und fest in Ewigkeit bei seines Sohns Gemeine, die steht in seiner Furcht bereit und seinen Bund will halten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel waltet des Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilig Wort! Mein Herz soll auch vermehren sein Lob an jedem Ort. Joh. Gramaun 1487-1541. Nach eigener Melodie. 4. Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden; der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und auch noch jetzt gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll' uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort; und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Chr und Preis sei Gott, dem Vater und dem 5 Martin Rindkart 1586-1649. Nach eigener Melodie. 5. Nun danket all' u. bringet Ehr', ihr Menschen in der Welt, ihm, dessen Lob der Engel Heer erhebt im Himmelszelf. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut; 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch gnädig bleibt und gut, die Straf' erläßt, die Schuld vergiebt und nichts als Gutes thut. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn, und werf all' Angst, Furcht, Sorg' und Schmerz in's Meeres Tiefe hin! 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf Fürst und Vaterland! Er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in jedem Stand! Lob und Dank. 7. Er lasse seine Lieb' und Güt' stets bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und wenn wir scheiden von der Erd', verbleib' er unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu; und zeig' uns drauf sein Angesicht dort in der ew'gen Ruh. Paul Gerhardt 1606-1676. Mel.: Nun danket all' und bringet. 6. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich sing' und mach' auf Erden fund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad', und ew'ge Quelle feist, daraus uns allen früh und ſpat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd', das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns geseht? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält' und Frost? Wer schüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Öl und Most zu seinen Zeiten find't? 6. Wer giebt uns Leben Kraft und Mut? Wer hält mit seiner Hand des goldnen Friedens wertes Gut in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles thun; du hältst die Wach' an unsrer Thür, und läßt uns sicher ruhu. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu; und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, herzlich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld, und schlägst nicht allzusehr; ja endlich nimmſt du unsre Schuld, und wirfst sie in das Meer. 10. Du zählst, wie oft ein Christ hier wein', und was sein Kummer ſei, und ist ein Thränlein noch so klein, du hebst und legst es bei. 11. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht; und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd' entgeht. 12. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut. Lob und Dank. 13. Er ist dein Schap, dein| währt seine Zeit, Gottes Lieb' Erb' und Teil, dein Glanz in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab' und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein' Hilf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 14. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 15. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurück gefehrt! 16. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 17. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nicht darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt 1606-1676. Nach eigener Melodie. 7. Sollt ich meinem Gott nicht singen? sollt' in ihm nicht fröhlich sein? Seh ich doch in allen Dingen, wie so gut er's mit mir mein'. Ist's doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herz bewegt, das ohn' Ende hebt und trägt die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding 7 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer; nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ew'gen Feuer, durch sein teures Blut gewinn'. du Brunnen ohn' Ergründen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deines Grundes Liefe finden? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort; daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl Lob und Dank. bedacht; will dem Leibe Not mein frommer Gott zu gut, entstehen, nimmt er's gleich falls wohl in Acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an, sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. will mein Fehlen mit der Rut, und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 9. Seine Strafen, seine Schläge, ob es mir gleich bitter scheint, sind, wenn ich es recht erwäge, dennoch Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke, und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch die Trübsal zu sich lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 8 6. Himmel, Erd' und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug' hinkehre, find' ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide; in den Gründen, in der Höh', in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich jeden lieben Morgen schaue neue Lieb' und Güt. Wäre nicht mein Gott gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär' ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Got tes Lieb' in Ewigkeit. 8. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob es gleich bis weilen Sünde thut, und von dem Pfade weicht, also hält auch mein Verbrechen mir 10. Das weiß ich fürwahr, und lasse mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Bein, wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 11. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe find't, ei! so heb' ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind; bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht, hier in meinem ganzen Leben, bis Lob und Dank. ich dich nach dieser Zeit lob' ist dein Licht! Seele, vergiß und lieb' in Ewigkeit. es ja nicht! Lob ihn und schließe mit Amen! Paul Gerhardt. 1606-1676. Joach. Neander. 1650-1680. Nach eigener Melodie. 8. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren! Lob ihn mit Freuden, o Seele, das ist mein Begehren. Kommet zuhauf! Psalter und Harfe wacht auf! Lasset den Lobgesang hören! Nach eigener Melodie. 9. Wunderbarer König, Herrscher von uns allen: Laß dir unser Lob gefallen! Deine Vatergüte hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch, stärk uns doch. daß die Stimmen klingen und den Dank dir singen. 2. Himmel, lobe prächtig als aller Menschen Werke! deines Schöpfers Stärke, mehr Preise deinenSchöpfer, Sonne, deren Strahlen diese Welt so 3. Lobe den Herren, der herrlich malen! Mond und künstlich und fein dich be- Stern, lobt den Herrn! Jhr reitet, der dir Gesundheit der Allmacht Werke, rühmet verliehen, dich freundlich ge- seine Stärke! leitet. In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt. Hast du nicht dieses verspüret? 4. Lobe den Herren, der sichtbar dein Leben gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 9 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, stimme voll Frenden zusammen! Er 3. O du, meine Seele, singe fröhlich, singe! Singe deine Glaubenslieder; was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder! Er ist Gott Zebaoth! Er nur ist zu loben, hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Hallelujah singe, wer da Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. Owohl dir! Glaube 10 Lob und Dank. mir: Endlich wirst du droben ohne Sünd' ihn loben. Joach. Neander 1650-1680. Mel.: Mein Herzens- Jesu. 10. Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt: Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danket dir des Himmels Heer, o Herrscher aller Thronen; und die in Lüften, Land und Meer, in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles hat so wohl bedacht: Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten; darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich: Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Jch rief zum Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank' ich, Gott, drum dank' ich dir, ach danket, danket Gott mit mir: Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und immer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet seine Zuversicht, sein Segen, Heil und Frieden. Mit Vaterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilfe mangeln muß, die sonst die Welt erzeiget, so kommt mit seinem Überfluß der Schöpfer selbst und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh: Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all' mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich: Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre; ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gözen macht zu Spott, der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen; bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es Lob und Dank. alles wohl bedacht und alles, was ihnen dient zur Lebensalles recht gemacht: Gebt unserm Gott die Ehre! kraft. Die hart Gebund'nen macht er frei, und seiner Gnad' ist mancherlei. Halleluja! Halleluja! Joh. Jak. Schüß 1640-1690. 5. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tiefgebeuget gehn; wo er fann gläubige Seelen finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsehn ist des Fremdlings Truß, Witwen und Waisen hält er Schuß. Halleluja! Halleluja! 6. Aber der Gottesvergessnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur fallen selbst in ihren Stridk. machen verkehrte Schritte und Der Herr ist König ewiglich, Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja! Halleluja! Nach eigener Melodie. 11. Lobe den Herren, o meine Seele, ich will ihn loben bis zum Tod. Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel' gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Halleluja! Halleluja! 2. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist, der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und That. Halleluja! Halle Iuja! 3. Dieser hat Himmel und Meer und Erden, und was darinnen ist, gemacht; alles muß treulich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ist's, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja! Halleluja! 11 4. Siehet er Seelen, die Unrecht leiden, er ist's, der ihnen Recht verschafft. Hungrigen will er genug bescheiden, 7. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, und bringe Lob mit frohem was Odem hat, rufe Amen! Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heiligen Geist. Halleluja! Halleluja! Joh. D. Herrnschmidt 1675-1723. Mel.: Nun danket alle Gott. 12. Wie herrlich ist dein Ruhm, o Gott, in allen Landen. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort 12 Lob und Dank. entstanden. Du sprichst und es geschieht, gebeutst, so steht es da. Mit Allmacht bist du mir und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft, dich preisen Erd' und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet' ich dankbar an, mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du errettest gern. 3. Wenn ich die Himmel seh', die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet, so sprech' ich: Was ist doch der Mensch, daß du sein denkst und daß du täglich uns un zählig Gutes schenkst? 4. Wie Schafe läßt du uns auf grüner Aue weiden, nährst uns mit Speis und Trank, füllst unser Herz mit Freuden. Du sahst mich, ehe noch gelegt der Welten Grund, und standst mir hilfreich bei seit meiner ersten Stund. 5. Du wogst mein Glück mir dar, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage Zahl ist in dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schuß, du bist der Müden Ruh, ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig Gott, bist du! 6. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried' und Leben. Wie soll ich dir, dem Gott der Liebe, widerstreben? Umsonst lockt mich die Welt, die breite Straßen zieht. Jch hasse ihren Weg, weil mich dein Auge sieht. 7. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen, denn du wirst alle Welt vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn sich mein Fleisch hinsehnt, wo du nicht bist, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 8. Was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde, wenn ich nur deiner Huld, o Gott, versichert werde! Wie sanft ist dein Gebot: ,, Gieb mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg, ich bin dein Schild und Lohn!" Nach 3. D. Herrnschmidt 1675-1723. Nach eigener Melodie. 13. daß ich tausend Zungen hätte und einen tauſendfachen Mund: Ich stimmte damit in die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte, bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wär' ein Lob und Dank. jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang. 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräser in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehilfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster Bater, unendlich Lob für Leib und Geist, für alles, mildester Berater, was deine Güte mir erweist, was du in deiner ganzen Welt zu meinem Wohlſein hast bestellt. 7. Mein treuster Jeju sei gepriesen, daß dein erbarmungsvolles Herz sich mir so hilfreich hat erwiesen, daß du durch deinen Todesschmerz 13 mich von der Sündennot befreit und die zum Eigentum geweiht. 8. Auch dir jei ewig Ruhm und Ehre, o heilig werter Gottes geist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Was etwa Gutes ich verricht', das wirfet nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßzet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Wie sollt' ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt' ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend mit dir gehn? Und ging's auch in den Tod hinein, so will ich doch nicht traurig sein. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt. Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm' ich doch mit Seufzen ein. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, 14 Lob und Dank. wenn ich bei deinen Engeln bin. Da sing' ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Joh. Menger. 1658-1734. Nach eigener Melodie. 14. Dir, dir, Jehovah, will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen, ach, gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu' im Namen Jeſu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig iſt. 2. Zieh mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh' zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier'; daß ich den Frieden Gottes schmeckt und fühl' und dir darob im Herzen sing' und spiel'. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan, so klingt es schön in meinem Liede, so bet' ich dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing' in höherm Chor. 4. Was mich dein Geist ſelbst bitten lehret, dem neiget sich dein Gotteswille zu; das wird gewiß von dir erhöret, weil ich's im Namen deines Sohnes thu', durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. 5. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit, ich weiß ja: Alle gute Gabe, die ich von dir verlange jeder Zeit, die giebst du und thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. Jesu Namen, der mich zu 6. Wohl mir! Ich bitt' in deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir imt Geist und Glauben bitt'. Wohl mir! Lob dir, jegzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barth. Crasselius 1667-1724. Nach eigener Melodie. 15. Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad' und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu' und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn an deinen Lob und Dank. Gnadengaben können Leib| doch deiner Hilf' ich inne. und Seel' sich laben. Tausend, Tausend, tausendmal sei dir, tausendmal sei dir, großer großer König, Dank dafür! König, Dant dafür! 7. Fielen Tausend mir zur 3. Denk' ich, wie ich dich Seiten und zur Rechten zehnverlassen, wie ich häufte mal mehr, ließest du mich Schuld auf Schuld, so möcht' doch begleiten durch der Engel ich vor Scham erblassen ob starkes Heer, daß den Nöten, der Langmut und Geduld, die mich drangen, ich bin womit du, o Gott, mich Ar- dennoch stets entgangen. Taumen hast getragen voll Er- send, tausendmal sei dir, großer barmen. Tausend, tausendmal König, Dank dafür! sei dir, großer König, Dank dafür! 4. O wie hat mich deine Gnade stets gesucht, zu dir zu ziehn, daß ich von der Sünden Pfade möchte zu dem Kreuze fliehn, wo in meines Heilands Wunden die Erlösung ist gefunden. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad' und Gütigkeit, und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, und durch dich, o Geist der Gnaden, werd' ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Tausendmal sei dir gesungen, Herr, mein Gott, 5. Bald mit Lieben, bald Preis, Lob und Dank, daß mit Leiden kommst du, Herr, es mir bisher gelungen; ach, mein Gott, zu mir, nur mein laß meines Lebens Gang ferHerze zu bereiten, sich ganz ner noch durch Jesu Leiten zu ergeben dir, daß mein nur gehn in die Ewigkeiten! gänzliches Verlangen möcht' Da will ich, Herr, für und an deinem Willen hangen. für, ewig, ewig danken dir! Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. A. Gotter 1661-1735. Mel.: Wunderbarer König. 6. Mich hast du auf Ad- 16. Gott ist gegenwärtig! lers Flügeln oft getragen Lasset uns anbeten und in väterlich, in den Thälern, auf Ehrfurcht vor ihn treten! den Hügeln wunderbar er- Gott ist in der Mitte, alles rettet mich. Schien's, daß in uns schweige, und sich alles auch zerrinne, ward innigst vor ihm beuge! Wer 15 16 Lob und Dank. ihn kennt, wer ihn nennt, fallet vor ihm nieder! Gebt das Herz ihm wieder! 2. Gott ist gegenwärtig! Dem die Cherubinen Tag und Nacht in Ehrfurcht dienen; heilig, heilig, heilig" singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm', wenn auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, Erdenlust und sünd'gen Freuden. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein unser Gott und Herre; dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht' ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst er weisen! Möcht' ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott in allen. 5. Du durchdringest alles! Laß dein Licht uns spüren, innigst unser Herz berühren! Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten: Lehr mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken Iaffeit. 6. Mache mich voll Einfalt, innig, abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schau' im Geist und in der Wahrheit! Laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. 7. Komm, in mir zu wohnen; laß mein Herz auf Erden dir zum Heiligtum schon werden! Komm, du göttlich Wesen, dich in mir verkläre, daß ich stets dich lieb' und ehre! Wo ich geh', wo ich steh', laß mich dein gedenken, mich in dich versenken! Gerh. Tersteegen 1697-1769. Mel.: Es ist das Heil uns. Oder: Mein's Herzens Jesu. 17. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Bewund'rung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke; der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke; wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? Lob und Dank. Nach eigener Melodie. 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die 18. Wie groß ist des AllHimmel regnen? Wer schließt mächt'gen Güte! Ist der ein den Schoß der Erde auf, mit Mensch, den sie nicht rührt, Vorrat uns zu segnen? Oder mit verhärtetem Gemüte Gott der Macht und Herr- den Dank erstickt, der ihm gelichkeit, Gott, deine Güte bührt? Nein, seine Liebe zu reicht so weit, so weit die ermessen, sei ewig meine größte Wolken reichen! Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß mein Herz auch seiner nicht. 4. Dich predigt Sonnen schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Gük' und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag' Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. F. Gellert 1715-1769. 17 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Guts genießen? Ist's nicht sein Arm der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' 18 ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein wie er. Je mehr ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks! Christ. Fürchteg. Gellert 1715-1769. Lob und Dank. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. 19. Singet Gott, denn Gott ist Liebe, Liebe, die da ewig währt; singe durch des Geistes Triebe, wer es an sich selbst erfährt. Wenn Gott läßt den Eifer brennen, brennt er bis zum Höllengrund; nun er sich läßt Liebe nennen, wird es allen Him meln kund. 2. Liebe, die er in Erkenntnis seines Sohnes uns bezeugt, Liebe, welche das Verständnis aller Menschen übersteigt, du bist weit: ob allen Kindern; du währst lang: auf alle Zeit; du reichst tief: zu armen Sündern; du fährst hoch: zur Herrlichkeit. 3. Liebe, die mein Herz darf glauben, ob sie mein Verstand nicht faßt, laß den Feind mich dir nicht rauben, der uns als die Deinen haßt. Liebe, laß es mir gelingen, dich zu kennen, wie du bist! Liebe lehr mich ewig singen, wie es Gottes würdig ist. Ph. Fr. Hiller 1699-1769. Mel.: Es ist genug. 20. Gott ist getreu! Sein Herz, sein Vaterherz ist voller Redlichkeit. Gott ist getreu bei Wohlsein und bei Schmerz, in gut und böser Zeit. Weicht, Berge, weicht, fallt hin, ihr Hügel! Mein Glaubensgrund hat dieses Siegel; Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund, dies weiß, dies glaub' ich fest. Ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er wiegt bei jeder Prüfungsstunde die Kraft von meinem Glaubenspfunde. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, Lob und Dank. was er verheißt, er hält, was| lich Glück erfreut und danker verspricht; wenn mir sein bar macht. Was uns zu Wort den Weg zum Leben schwer wird, hilft er tragen, weist, so gleit' und irr' ich und endlich stillt er alle Klanicht. Gott ist kein Mensch, gen. Gott ist getreu! er kann nicht lügen, sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen. Gott ist getreu!" 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und gut ist, was er thut. Trifft mich sein Schlag, er weckt und bessert mich, die Strafe meint es gut. Das Kreuz wird mir zur Himmelsleiter, der Kampf macht mich zum guten Streiter. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er giebt der bösen Welt sein eingebornes Kind. Der Heiligste bezahlt das Lösegeld für die, die Sünder sind. Damit wir möchten nicht verderben, ließ er den Eingebornen sterben. Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Mein Vater, des ich bin, sorgt für mein Seelenwohl. Sein Will' und Wunsch, sein Zweck und sein Bemühn ist, daß ich leben soll. Er reinigt mich von allen Sünden, er läßt mich Ruh' in Christo finden. Gott ist getreu! 7. Gott ist getreu! Sein göttlich treuer Blick giebt sorgsam auf mich Acht; er sieht mit Lust, wenn mich ein zeit19 8. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich stets im Herrn zu freun? Sei Gott getren, sei unverzagt, mag doch die Welt voll Falschheit sein! Der falschen Brüder Neid und Tücke gereicht am Ende mir zum Glücke. Gott ist getreu! 9. Gott ist getreu! Vergiß, o Seel', es nicht, wie zärtlich treu Gott ist. Gott treu zu sein, sei deine frohe Pflicht, so lang' du denkst und bist. Halt fest an Gott, sei treu im Glauben, laß dir den starken Trost nicht rauben: Gott ist getreu! Ehrenfried Liebich 1713-1780. Mel.: An Wasserflüssen. 21. Getreuer Gott, wie viel Geduld erzeigest du uns Armen! Wir häufen täglich unsere Schuld, du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, sein Sinn ist dir entgegen. Und gleichwohl, Bater, suchst du ihn durch Gnad' und Huld zurückzuziehn, durch Langmut zu bewegen. 2* Lob und Dank. 2. Du giebst den Sündern sichern Herzen, daß deine Huld Zeit und Raum, der Strafe zu entgehen. So läsfest du den argen Baum nicht ohne Pflege stehen. Du wartest sein, du suchest Frucht, und wenn du gleich umsonst gesucht, hörst du nicht auf zu bauen. Du schonest sein von Jahr zu Jahr; dein Vaterherz hofft immerdar, noch Frucht von ihm zu schauen. und Vatertren' doch nicht an uns verloren sei; daß wir das Böse hassen, und uns noch in der Gnadenzeit durch deine große Gütigkeit zur Buße leiten lassen! 3. Ch. Zimmermann 1702-1783. 20 3. Barmherziger, so große Huld erzeigst du frechen Sündern! Und hast nicht weniger Geduld mit deinen schwachen Kindern. Sie werden ja, wenn Fleisch und Welt und Satan ihnen Netze stellt, oft sicher, matt und träge; ste straucheln, sie vergehen sich; sie fallen oft, verlassen dich und deine heil'gen Wege. 4. Drum rufst du ihnen in Gefahr, so oft sie irre gehen, reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzustehen. Du lockest sie mit Vaterhuld, versprichst, durch Christum ihre Schuld und Fehler zu vergeben; giebst reichlich Glauben, Geist und Kraft, und nach vollbrachter Pilgerschaft ein ewig Freudenleben. 5. Gott der Güte, duld uns noch um Christi Tod und Schmerzen; erwecke du und rühre doch die trägen, Mel.: Sei Lob und Ehr. 22. Der Herr ist mein getreuer Hirt mir wird kein Gutes fehlen; der Hüter, der nicht schläft noch irrt, kann mir nur Heil erwählen. Er weidet mich auf grüner Au und spendet mir den Lebenstau vom Geiste seiner Gnade. 2. Er führet mich zum reinen Quell, der mein Gemüt beglücket, zum Wasser, welches frisch und hell den schwachen Mut erquicket. Er leitet mich auf rechter Bahn, er nimmt sich meiner Seele an, um seines Namens willen. 3. Und ob ich wall' im finstern Thal, fürcht ich doch keinen Schaden. Sein Auge wachet überall, ich bin der Sorg' entladen. Sein Stab und Stecken tröstet mich, auf seine Treu' und Macht kann ich gar ruhig mich verlassen. 4. Du machst mir einen Tisch bereit auch gegen meine Feinde, verscheuchest Angst und Trauigkeit, sprichstfreund Bitte und Fürbitte. lich zu dem Freunde. Du werden. Ich bleib' im Haus salbst mein Haupt mit Del, du schenkst mir voll den Becher ein und lenkst zum Himmel hin mein Sehnen. 5. Ja, Gutes und Barmherzigkeit wird lebenslang mir Zweite Abteilung. Bitte und Fürbitte. Nach eigener Melodie, 23. Vater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an, daß von uns werd' Gebet gethan: Gieb, daß nicht bet' allein der Mund; hilf, daß es geh' aus Herzensgrund. 2. Geheiligt werd' der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns Herr vor falscher Lehr, das arm' verführte Volk befehr! 3. Es komm' dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilige Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei; des Sa21 des Herrn die Zeit, die ich noch leb' auf Erden. Und ist des Lebens Wallfahrt aus, dann trägt mich in sein Va= terhaus der Flügel treuer Liebe. Joh. Fr. v. Meyer 1772-1849. tans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm die Kirch' erhalt! 4. Dein Will' gescheh', Herr Gott, zugleich auf Erden, wie im Himmelreich. Gieb uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, und wehre allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut' unser täglich Brot und was man braucht zur Leibesnot; behüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn und los von Geiz und Sorgen gehn. 6. All' unsre Schuld vergieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir Bitte und Fürbitte. auch unsern Schuldigern ver-| ständigkeit, daß wir dein Wort geben ihre Schulden gern. Zu dienen mach uns all' bereit in rechter Lieb' und Einigkeit. und Sakrament behalten rein bis an das End'. 22 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist ansicht. Zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, gerüstet mit des Glaubens Wehr durch deinen Geist zu deiner Ehr'! 8. Von allem Übel uns erlös; es sind die Zeit' und Tage bös. Erlöse uns vom ew'gen Tod und tröst uns in der leßten Not. Bescher uns auch ein selig End'; nimm unsre Seel' in deine Händ'. 9. Amen! das ist: Es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, du hörst die Bitt', die wir gethan auf dein Wort, in dem Namen dein. So sprechen wir das Amen fein. Dr. Martin Luther 1483-1546. Mel. Erhalt uns Herr. 24. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser letzten trüben Zeit verleih uns, Herr, Be3. Laß uns in guter stiller Ruh' das zeitlich Leben bringen zu, und wenn das Leben neiget sich, laß uns einschlafen seliglich. 4. Herr Jesu deine Kirch' erhalt, wir sind gar sicher, träg und kalt; gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall' an jedem Ort. 5. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gieb deiner Kirche Gnad' und Huld, Fried', Einigkeit, Mut und Geduld. wehre doch, die sich mit Macht 6. Den stolzen Geistern erheben hoch und bringen stets was neues her, zu fälschen deine rechte Lehr'. 7. Die Sach' und Ehr', Herr Jesu Christ, nicht unser, fontdern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schuß. Dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Hilf leben uns nach deinem Wort und dann im Frieden fahren fort von hin • Bitte und Fürbitte. nen aus dem Jammerthal| die Seele unverletzt, rein das zu dir in deinen Himmelssaal. Nif, Selnecker 1530-1592. Mel.: Christus der ist mein Leben. 25. Ach, bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach, bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns an jedem Orte sei Git und Heil beschert. 3. Ach, bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; die Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach, bleib mit deinem Tegen bei uns, du reicher Herr; dein' Gnad' und all' Vermögen reichlich in uns vermehr! 5. Ach, bleib mit deinem Schuße bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht truge, noch fäll' die böse Welt. 6. Ach, bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not! Josua Stegman 1588-1632. Nach eigener Melodie. 28. Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, durch welchen alles ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib 23 Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Sieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wann ich's thu, so gieb, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck, ohn' Verdruß. 4. Droht mir Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gieb einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind', und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind'. 5. Laß mich mit jedermann in Fried' und Freundschaft leben, so weit es christ lich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauern Tritt hindurch ins Alter dringen 24 Bitte und Fürbitte.. so gieb Geduld; vor Sünd' und Schande mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn' bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab'. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, wollst du auch deine Hand zu mei nem Grab ausstrecken. Laß hören deine Stimm', ruf meinen Leib hervor, und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Chor. Joh. Heermann 1585-1647. 4. Erleuchte, die da sind verblend't, bring her, die sich von uns getrennt. Versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 3. Und was sich sonst ver laufen hat von dir, das suche du mit Gnad', ihr wund' Gewissen mache heil; laß sie am Himmel haben Teil. 5. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann 1585-1647. Mel.: Nun danket alle Gott. 28. Ach Gott, verlaß mich nicht, gieb mir die Guadenhände; ach führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit; sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schuß, ach Gott, verlaß mich nicht! Mel. Erhalt uns Herr. 2. Ach Gott, verlaß mich 27. Jesu Christ, du wahach, laß mich nimmermehr nicht, regiere du mein Wallen; res Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Heerd', daß ihre Seel' auch jelig werd'. in Sünd' und Schande fallen; gieb mir den guten Geist, gieb Glaubenszuversicht, sei meine Stärk' und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Erfüll mit deinem Gna denschein, die noch ihr Ohr dem Irrtum leihn, und die, so heimlich noch sicht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzensgrunde; ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wenn mir Versuchung naht und meine Seel' ansicht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich Bitte und Fürbitte. nicht, ach laß dich doch bewegen; ach Vater kröne du mit reichem Himmelssegen die Werke des Berufs, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht; ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden einst, zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Not und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Salomon Franc 1659-1725. Mel.: Herr Christ, der einig Gotts Sohn. 29. Herr Jesu, Gnadensonne, wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad' erfreuen und meinen Geist erneuen; mein Herr, versag mir's nicht! 2. Bergieb mir meine Silnden und wirf sie hinter dich, laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich. Laß deine Friedensgaben mein armes Herze laben; ach Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seele den alten Adamssinn, hilf, daß ich dich erwähle zum seligen Gewinn, mich deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 25 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis mir durch dein heilig Wort, daß ich's ins Herz mir schreibe, in deiner Wahrheit bleibe zum Truß der Höllenpfort. 5. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 6. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut, denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut. Hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse, und nicht gut. 7. Darum, du Gott der Gnaden, du Bater aller Treu', und mach mich täglich neu. wend allen Seelenschaden Gieb, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh mir kräftig bei! Ludw. Andr. Gotter 1661-1735. Mel. O daß ich tausend zungen. 30. Mein lieber Gott, gedenke meiner im besten jegzt und allezeit, denn außer dir ist nirgend einer, der mich mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Bitte und Zuversicht, und sagt mir: Du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache durch die Himmelslehre mein Herz zu deinem Heiligtum, daß deine Aussaat wohl geling', und tausendfache Früchte bring'! 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke du mit Gnaden drauf. Weil ich in Christo vor dich trete, so schließ dein Vaterherz mir auf. Doch gieb mir nichts, als dies allein, was mir kann gut und selig sein. 26 4. Gedenke meiner, wenn ich falle und wirf mich nicht im Zorne hin. Weil ich, so lang ich hier noch walle, im Fleische schwach und blöde bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand. 5. Gedente meiner, wenn ich leide. Wen hab' ich sonst, als dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Und hab' ich dich, so lacht mein Mut, wenn gleich die Welt mir Böses thut. 6. Gedenke meiner, wenn ich sterbe und mich die ganze Welt vergißt. Verseze mich in jenes Erbe, wo du mein Fürbitte. Teil und Leben bist. Denn bleibst du nicht im Himmel mein, so wollt' ich nie geboren sein. 7. Ich will mich über nichts betrüben; in deine Hände hast du mich zum Heil und Segen eingeschrieben, drum hoffe ich allein auf dich. Ich glaube fest und ungekränkt, daß Gott im besten mein gedenkt. Erdm. Neumeister 1671-1756. Mel.: Gott des Himmels und der Erde. 31. Abba, lieber Vater, höre wenn zum Himmel ruft dein Kind. Rette deines Namens Ehre, gütig bist du ja gesinnt. Unsre Herzen flehn zu dir in dem Namen Jesu hier. 2. Wer kann dich genug erheben? Wie dein Name, so dein Ruhm. Ach, erhalt in Lehr' und Leben deines Namens Heiligtum! Diesen Namen laß allein unsre höchste Freude sein. 3. Komm zu uns mit deinem Reiche, König, dem kein König gleich! Daß das Reich des Satans weiche, bau in uns dein Gnadenreich! Führ uns auch nach dieser Zeit in das Reich der Herrlichkeit! 4. Lasse deinen guten Willen, lieber Gott, bei uns geschehn, daß wir ihn mit Lust Univ.- Bibl. Giessen Bitte und erfüllen und auf deinen Wegen gehn! Laß uns deines Willens sein, so stimmt Erd und Himmel ein. 5. Geber aller guten Gaben, gieb uns das bescheid'ne Teil. Du weißt, was wir müssen haben, und bei dir steht unser Heil. Hat man Gott und täglich Brot, o so hat es keine Not! 6. Großer Gott, von großen Gnaden, ach vergieb die Sündenschuld, die wir täglich auf uns laden; habe nur mit uns Geduld! Laß uns andern auch verzeihn, dann wirst du uns gnädig sein. 7. Will die böse Lust uns leiten auf die Sündenbahn der Welt, hilf uns in Versuchung streiten, daß der Geist den Sieg behält. Laß uns fest im Glauben stehn, und in feiner Angst vergehn! 8. Alle Not und Trübsal wende, daß sie uns nicht schädlich sei, und mach uns an unserm Ende einst von allem übel frei. Dein ist Reich und Kraft und Ehr'; Amen, großer Gott erhör! B. Schmolck 1672-1737. Fürbitte. macht Hände, beschüße Kirche, Thron und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen noch ferner rein er schallen zu unsrer Seelen Nuß. Bewahr uns vor den Rotten, die deiner Wahrheit spotten, biet allen deinen Feinden Truß. 3. Gieb du getreue Lehrer und unverdross'ne Hörer, die beide Thäter sei'n. Auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen, und ernte reiche Früchte ein. 4. Du wollst uns hoch beglücken mit hellen Gnadenblicken auf unsern Fürsten sehn. Schüß ihn auf seinem Throne, laß allzeit Reich und Krone in segensvollem Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen; schaff jedermann sein Recht, daß Fried' und Treu' sich müssen in unserm Lande küssen; und segne beide, Herrn und Knecht. 27 6. Erhalt in jeder Ehe beim Glücke wie beim Wehe rechtschaff'ne Frömmigkeit. In Ehrbarkeit und Tugend gedeihe unsre Jugend, zu deiMel.: Welt, ich muß dich lassen. 32. Herr, höre! Herr erhöre, nes Reiches Dienst bereit. breit' deines Namens Ehre an 7. O Vater, wend in allen Orten aus. Behüte alle Gnaden Krieg, Feuer, WaſserStände durch deiner All- schaden und Sturm und Ha 28 Bitte und Fürbitte. gel ab. Bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 8. Gedenke voll Erbarmen der Leidenden und Armen; Verirrte bring herein; die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hilfe schrein. 9. Hilf gnädig allen Kranken und die im Glauben wanken, laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 10. Bleib der Verfolgten Stüße, die Reisenden beschüße, die Sterbenden geleit mit deinen Engelscharen, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud' und Herrlichkeit. 11. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach dei nem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsers Jeju Namen: So ist all' unser Flehn erhört. Benj. Schmold 1672-1737. Mel.: Ach, bleib mit deiner Gnade. 33. Mein Gott an deiner Gnade genüge mir allein; so wird mir nichts ein Schade und nie ein Mangel sein. 2. Hätt' ich sonst alle Gaben, ich würde niemals satt; was kann ein Sünder haben, wenn er nicht Gnade hat. 3. Will mich der Weg ermüden, und ist die Kraft dahin, so mache mich zufrieden, daß ich in Gnaden bin. 4. Pflegt mich die Welt zu hassen, die sich in Lüge übt, laß mich die Wahrheit fassen: Du habest mich geliebt. 5. Will mich der Arge quälen, und stört er meine Ruh', so sprich du meiner Seelen mit deiner Gnade zu. Schmerzen, und leide ich Be6. Kommt Mangel oder An Gnade ist's genug. trug, so sage meinem Herzen: den, laß nur in Christi Blut 7. Empfind' ich meine Sünmich deine Guade finden, so wird es alles gut. 8. Mir soll, was ich begehre, mein Ruhm, mein Wohlergehn, mein Reichtum meine Ehre in Guade nur bestehn. trösten in meinem letzten Zug; 9. Laß mich die Gnade dort finden die Erlösten aus Gnaden ewig g'nug. Ph. Fr. Hiller 1699-1769. Mel.: Allein Gott in der Höh'. 34. Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Bitte und Fürbitte. vernimm mein Flehn, merk| beim ganzen menschlichen Geauf mein Wort, denn ich schlecht. will vor dir beten. 3. Bring alle Völker in dein Reich; die letzten mach den ersten gleich und schaffe bald zu deinem Ruhm dir überall ein Heiligtum. 2. Jch bitte nicht um über fluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Jch bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! Chrift. Fürchteg. Gellert 1715-1769. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu. 35. Für alle Menschen beten wir, o Bater, wie für uns zu dir: Gieb, der du aller Vater bist, gieb jedem, was ihm heilsam ist. 2. Du sandtest deinen eignen Sohn für alle von des Himmels Thron; verbreite, Herr, sein Licht und Recht 29 du der Heerde Christi wieder 4. Auch die Verirrten bringe zu; mach sie im Glauben fest lauter ſei. und treu, daß auch ihr Wandel 5. Ach viele, viele tragen noch des Sündendienstes schweres Joch; gieb ihnen, Herr, zur Buße Zeit, zu schaffen ihre Seligkeit. 6. Gieb deinen Frommen frohen Mut, bewahr ihr Leben und ihr Gut und richte ihres Geistes Blick stets hin aufs ew'ge Lebensglück. 7. Verlaß sie nie in Kreuz und Not und steh bei ihnen auch im Tod, daß ihre Seel' ohn' Angst und Weh vollendet einst zur Heimat geh'. Nach Joh. Andr. Cramer 1723-1788. Nach eigener Melodie. 36. Urquell aller Seligkeiten, die in Strömen sich verbreiten durch der Schöpfung weit Gebiet, Vater, hör mein flehend Lied! 2. Nicht um Güter dieser Erde, des erhab'nen Geist's Beschwerde, um die Weltlust 30 Bitte und Fürbitte. komm' ich nicht, Vater, vor dein Angesicht. 3. Schäße, die mich nicht verlassen, wann ich sterbend werd' erblassen, Tugenden, des Christen wert, sind es, die mein Herz begehrt. 4. Geber aller guten Ga ben! Festen Glauben möcht' ich haben, wie ein Meerfels unbewegt, wenn an ihn die Woge schlägt; 5. Lieb', aus deinem Herzen stammend, immer rein und immer flammend, Liebe, die dem Feind verzeiht, und dem Freund das Leben weiht; 6. Hoffnung, die mit hohem Haupte, wenn die Welt ihr alles raubte, hinblickt, wo sie wonnevoll alles wieder finden soll; 7. Starken Mut im Kampf des Christen mit der Welt und ihren Lüsten; Sieg dem Geist, und wenn er siegt, Demut, die im. Staub sich schmiegt; 8. Duldung, alle Lebensplagen mit Gelassenheit zu tragen; stilles Harren, bis der Tod mich erlöst auf dein Gebot; 9. Seelenruhe, Mut im Sterben, wann die Lippen sich entfärben und der letzte Seufzer spricht: O mein Jesu, laß mich nicht! 10. Willst du, Herr, von meinem Leben, diese Seligkeit mir geben, so wird auch die Leidensnacht mir zum heitern Tag gemacht. 11. Immer will ich beten, ringen, stille harren, Dank dir bringen, bis dein Ruf einst meinen Geist zu dir, Vater, kommen heißt. 12. Teele, gieb dich nun stärkt die Müden; nur verzufrieden, Jesus kommt und giß nie sein Gebot: Sei getreu bis in den Tod!" Christian Schubart 1739-1791. Mel.: Erschienen ist der herrlich' Tag. 37. Du, des sich alle Himmel freun, auch meine Seele freut sich dein, daß du, du selbst, der ewig ist, Herr, Herr, daß du mein Vater bist, mein Vater bist! 2. Weit über unser Stammeln, weit geht deines Namens Herrlichkeit; ihn heilige, von Lieb' entbrannt, wem deines Namens Ruhm bekannt, Unendlicher! 3. Du herrschest, Gott; wer herrscht dir gleich? Die Welten alle sind dein Reich! Als unser Vater herrschest du durch Christum; gieb uns Christi Ruh'! Du bist versöhnt! 4. Der du dich uns durch Bitte und Fürbitte. ihn enthüllst, das nur macht selig, was du willst. Dein Will' auf Erden hier gescheh', wie droben in der Himmel Höh', du Liebender! 5. Sei mit uns in des Leibes Not und gieb uns unser täglich Brot! Labst du den Leib, schickst du ihm Schmerz: Froh, still, voll Dank sei unser Herz! Erhalt uns dir! 6. Vergieb uns unsre Missethat, die, Bater, dich erzürnet hat, wie wir, vom Haß des Bruders rein, Beleidigungen ihm verzeihen; erbarme dich! 8. Erlös, erlös uns, unser Gott, aus dieser und aus aller Not! Laß sterbend uns dein Herz erflehn und froh zu deiner Ruh' eingehn, Gott, dem wir traun! 31 4. Hilf, daß ich züchtig, und Werken sei und alles, klug und treu in Worten, Sinn was zur Sünde rät, in mir besiege durch Gebet! 7. 3u heiß sei die Versuchung nicht; uns leucht, Erbarmender, dein Licht, wenn uns der Fluch der Sünde schreckt, und Nacht vor uns denschein beständig mir im 5. Laß deines Sohnes Gnadein Antlitz deckt, Erbarmen- Herzen sein; sein Leben, Wort Seele Sonn' und Schild! und Kreuzesbild sei meiner der! Lebenswort, dann wirke du, 6. Fällt mir ins Herz dein daß es sofort im Innern aufkeimt, Wurzel schlägt und Frucht für dich und andre trägt. 9. In deines Himmels Heiligtum, auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm; du bist der Herr der Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit; Halleluja! Friedr. Gottlieb Klopstock 1724--1803. Mel.: Herr Jesu Christ dich zu uns. 38. Gott, Vater in dem Himmel, sprich dein Wort des Segens über mich, daß ich im Frieden jeden Tag beginnen und vollenden mag! 2. Herr, was mir deine Hand bestimmt, was sie mir spendet oder nimmt, Glück oder Weh, das gelte mir als Segen und Geschenk von dir! 3. Gieb mir ein Herz, durch Gnade fest, das dich in allem mit Kindesmut in deinem Bawalten läßt und unbedingt mit Kindesmut in deinem Baterwillen ruht! 7. Bedroht mich Trübsal und Gefahr, so rette du mich immerdar, und laß mich, wenn ich Hilfe fand, demütig küssen deine Hand. 8. Sinkt aus der Hand Bitte und Fürbitte. mein Wanderstab, geh' ich ins| Streit mit Sorgen und Befinstre Thal hinab, so nimm, schwerde. O birg uns, Herr, o Gott, mein Heiland, dann in deines Friedens Schatten, dich meiner Seele herzlich an. wenn wir ermatten! 32 9. Schenk mir im letzten Augenblick ein Vorgefühl von jenem Glück, das du nach Tageshig' und Last den Deinen dort bereitet haſt. S. G. Bürde 1753-1831. Mel: Herzliebster Jesu, was hast du. 39. Gieb deinen Frieden uns, o Herr der Stärke! Jm Frieden nur gedeihen deine Werke, daß wir im Kampf mit Sünde nicht ermüden, stärk' uns dein Frieden. 2. Des Lebens Tag ist schwül; des Lebens Abend oft stürmisch noch und wenigen nur labend. Ach es bedarf das Herz im Staub hienieden, Herr, deinen Frieden! 3. Gieb Frieden, daß die fromme, dir getreue, oft schon geprüfte Seele sich erneue, daß sie nicht mutlos hingerissen werde vom Geist der Erde! 4. Gieb, wie den Vätern, die dir wohlgefallen, auch uns den Frieden, die im Kampf noch wallen. Gieb Hoffnung, daß des Glaubens Ehrenkrone dem Sieger lohne! 5. Das ganze Leben auf der dunklen Erde ist ach! ein 6. Und wenn zuletzt wir mit dem Tode ringen, deck uns dein Engel, Herr, mit mächt'gen Schwingen und trag' uns hin, von allem Kampf geschieden, zum ew'gen Frieden! Karl Garve 1763-1841. Mel.: Valet will ich dir geben. 40. Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden, du milder Liebeshort! Einst bist du abgeschieden mit süßem Freudenwort: Ich geb' euch meinen Frieden, wie ihn die Welt nicht giebt, verheißen und beschieden dem, der da glaubt und liebt. 2. Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden! Die Welt will Streit und Krieg, der Stille wird gemieden, der Wilde hat den Sieg. Viel Unruh' herrſcht auf Erden und Lug und Trug und List ach laß laß es stille werden, du stiller Jesus Christ. 3. Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden, du milder Liebeshort! Dann wird es schon hienieden ein Paradiesesort, und Sorgen fliehn und Schmerzen aus jeder schweren Brust; - Bitte und Fürbitte. in Freuden glühn die Her-| Millionen deines Volkes bei zen, in Lieb' und Himmelslust. dir wohnen. Ernst Moriz Arndt 1769-1860. K. 3. Ph. Spitta 1801-1859. Mel.: Seid barmherzig Menschen zc. 41. Hüter Israels, behüte uns, die wir uns dir vertraut und im Schatten deiner Güte unsre Hütte aufgebaut. Laß uns ohne Furcht und Grauen unter deinen Flügeln trauen. 2. Walte über uns in Gnaden, hab auf alle treulich acht; wende mächtig allen Schaden, sei uns nah bei Tag und Nacht. Sei uns Schild und sei uns Sonne, sei uns Leben, Licht und Wonne. 3. Wir sind Fremdlinge und Gäste du bist überall zu Haus; mache Thor und Riegel feste, leit uns sicher ein und aus. Unsre Leiber, unsre Seelen wir in deinen Schutz befehlen. 4. O wie wohl sind wir geborgen unter deiner Gottestreu; deine Güt' ist alle Morgen über deinem Volke neu, und die Fülle deiner Gaben läßt uns keinen Mangel haben. 5. Halleluja! Preis und Ehre sei dir unter uns bereit; Herz und Mund dein Lob vermehre hier und dort in Ewigkeit, wo wir mit den 33 Mel.: Ringe recht, wenn Gottes Gnade. Schmerzen aller, vielgeprüf42. Der du trugst die ter Menschensohn, blick auf deine armen Baller nun vom ew'gen Königsthron. Gnade über deiner kleinen 2. Walte Herr mit deiner Schar, gieß auf unsre Pilgerpfade deinen Segen wunderbar. 3. Deines Geistes leises Wehen fach in uns dein Leben an, daß wir festen Schrittes gehen deine schmale Glautbensbahn. 4. In das Innerste der Herzen sprich dein: Friede sei mit euch! Will die Not des Lebens schmerzen, mach uns in dir froh und reich. 5. Als ein Born von Lieb' und Wahrheit, als ein Licht am dunkeln Ort wohne, wirke, leb' in Klarheit unter uns dein heil'ges Wort. 6. Führt das eigne Herz uns irre, wache du und rette du, nach des Tagewerks Gewirre schenk uns deine Sabbatruh'! 7. Will Versuchung uns umfangen, laß uns schaun dein Kreuzesbild, will im Kampf 3 34 Bitte und Fürbitte. die Seel erbangen, sei du Sieger, Schirm und Schild. 8. Deck von schön geschmückten Sünden uns die Wurzel auf, und dann laß den Weg zum Kreuz uns finden, wo die Schuld du ausgethan. 9. Unsre dunkeln Lampen schmücke mit des Glaubens Öl fortan; stärke unsrer Hoff nung Blicke ins verheiß'ne Kanaan. 10. Gieße über die Gemeine deiner Liebe Reichtum aus, und in seligem Vereine führ uns heim ins Vaterhaus. 11. O wie wollen wir dich loben, guter Hirte, wenn du einst in der sel'gen Heimat droben deine Herde dir vereinſt. Meta Heußer 1798-1876. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 43. Du bist das Licht von Gott gesendet, dein Wort ist wie die Sonne klar, und wer sich dem hat zugewendet, der wird erleuchtet wunderbar. Du Licht aus Gott, ich bitte dich, erleuchte mich, erleuchte mich! 2. Du bist die Macht, du bist die Stärke, der Grundstein in dem Bau der Welt, die Kraft zu jedem guten Werke, der Fels, auf den das Werk gestellt. Du starker Held, ich bitte dich, mit deiner Kraft durchdringe mich. 3. Du bist die Liebe, die getragen der sünd'gen Menschheit Schuld und Not, die Liebe, die, ans Kreuz geschlagen, mit Freuden starb den Opfertod. Du Liebesfürst, ich bitte dich, zu deiner Lieb' entflamme mich! 4. Du bist der Quell des ew'gen Lebens, den Gott uns offenbar gemacht, und wen du tränkst, den schreckt vergebens der Sünde und des Grabes Nacht. Du Liebesquell, ich bitte dich, in meinen Geist ergieße dich! 5. Du bist die Schönheit, die Vollendung, in der sich Gottes Bild erschloß, als er in liebender Verschwendung des Geistes Füll' auf dich ergoß. Abglanz von Gott, ich bitte dich, verkläre mich, verkläre mich! Julius Sturm 1816. Sonntag und Gottesdienst. Dritte Abteilung. Sonntag und Gottesdienst. 1. Eingangslieder. Nach eigener Melodie. 44. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, den heil'gen Geist du zu uns send! Mit Hilf und Gnad' er uns regier' und uns den Weg zur Wahrheit führ'! 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam' werd' wohl bekannt. 3. Einst singen wir mit Gottes Heer das: Heilig, heilig ist der Herr! Und schauen dich von Angesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'gen Geist im höchsten Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II. von Sachsen- Weimar 1598-1662. Nach eigener Melodie. 45. Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort an zuhören; lenke Sinnen und Begier auf die süßen Him35 melslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesamt bereit, öffne Herzen Mund und Ohren; unſer Bitten, Flehn und Singen laß Herr Jesu wohl gelingen. Tobias Clausniger 1618-1684. Nach eigener Melodie. 46. Sich, hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron; schwache Thränen, kindlich Sehnen bring' ich dir, du Menschensohn! Laß dich finden, laß dich finden, bin ich gleich nur Staub und Thon. 2. Sich doch auf mich, Herr, ich bitt' dich, lenke mich nach deinem Sinn; dich alleine ich nur meine, dein er3* Sonntag und Gottesdienst. kaufter Erb' ich bin. Laß deines Priestertums in tiefster dich finden, laß dich finden, Andacht zu verrichten. gieb dich mir und nimm mich hin." 3. Mein Gott, ich bin vor dir erschienen und gebe auf dein Winken acht, wie kann ich dir gefällig dienen, wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie wird mein Herz in dir erfreuet, wenn er nicht stillt der Sünde Pein? Wie kann mein Beten kräftig sein, wenn er mein Wesen nicht erneuet? 36 3. Ich begehre, Herr, gewähre mir nur deine freie Gnad', die du giebest, weil du liebest den, der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden, der hat alles, der dich hat. 4. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr' und Freud' sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit! Joach. Neander 1650-1680. Nach eigener Melodie. 47. Beschwertes Herz leg ab die Sorgen, erhebe dich, gez beugtes Haupt! Es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruhen hat erlaubt, da Gott zu ruhen hat befoh len und selbst die Ruhe eingeweiht. Auf, auf, die ihm geraubte Zeit in seinem Dienste einzuholen! 2. Auf, laß die Welt aus deinem Sinne, dein irdisch' Werk laß stille stehn, du sollst zu höherem Gewinne in deines Gottes Tempel gehn; ihm zu bezahlen deine Pflichten und zur Vermehrung seines Ruhms die Werke 4. Kann meine Harfe lieblich klingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die düstre Nacht durchdringen, wenn dieser Leitstern mich nicht führt? Kann ich ein reines Opfer werden, wenn diese Flamm' nicht in Lieb' verzehrt und hebet von mich fährt und mich in deiner dem Staub der Erden! 5. In deinem Haus will ich mir bauen die Hütte, bis ich scheid' einmal, indessen gieb mir, dich zu schauen, o Lebenslicht und Gnadenstrahl, so feir' ich recht den Tag der Sonnen, so hab' ich meine Ruh' in dir; ach, habe du dein Werk in mir, vollführe, was du hast begonnen. 6. Wenn sich des Lebens Werktag' enden, so ruh', von allem Frohndienst los, mein Geist in deinen Vaterhänden, Sonntag und Gottesdienst. mein Leib in seiner Mutter Schoß, bis beide feiern einst dort oben, wo man in sicherm Frieden ruht, nichts denket, redet oder thut, als dich zu lieben, dich zu loben. Christoph Wegleiter 1659-1706. Mel.: Gott des Himmels und der. 48. Thut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein! Ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Herr, ich bin zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zich in meinem Herzen ein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilige du Leib und Geist, daß mein Singen und mein Beten dir ein lieblich Opfer heißt. Heilige du Mund und Ohr, zich das Herz du dir empor. 4. Rede, Herr, so will ich hören und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt. Speise mich mit Himmels: brot, tröste mich in aller Not. Benjamin Schmolc 1672-1737. 37 Mel.: Gott des Himmels und der. 49. Halleluja, schöner Morgen, schöner als man denken mag, heute fühl' ich keine Sorgen; denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit mich im Innersten erfreut. 2. Heil'ger Ruhetag für alle, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag im dunfeln Thale, Zeit, in der viel Segen fließt, Stunde voller Seligkeit! Du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck' ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Baters grüner Au, da hat wohl die Morgenstund' edien Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte! Besf'res hab' ich heut' zu thun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut' schickt teine Arbeit sich, als nur Gottes Werk, für mich. 5. Dies soll in der Zionsstille heute meine Arbeit ſein, daß ich sammle da die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 6. Herr, ermuntre meine Sinnen, wirke selbst in mei Sonntag und Gottesdienst. ner Brust; laß mich Lehr' mit Freuden vor dich treten, und Trost gewinnen, gieb zu dich anzubeten! deinem Dienste Lust, daß mir deines Wortes Schall tief im Herzen wiederhall'! 38 7. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund! Mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß wenn man hier fleht und singt, solches dir zum Herzen dringt. 8. Gieb, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist. Segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbats bist; bis ich einst auf bats bist; bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbat halten mag. Jonath. Krause 1701-1762. Nach eigener Melodie. 50. Jehovah, Jehovah, Jehovah, deinem Namen sei Ehre, Macht und Ruhm! Amen, Amen! Bis einst der Tempel dieser Welt auf dein Wort in Staub zerfällt, soll in unsern Hallen das Heilig, heilig, heilig" erschallen. Halleluja! Halleluja! Gottlieb Konr. Pfeffel 1736-1809. Nach eigener Melodie. 51. Dir Ewiger sei dieser Tag geweihet! Jhn feiert gern, wer deines Heils sich freuet. O laß auch mich 2. Dich preist der Lobgesang der Himmelsheere; auch unser Tempel schall' von deiner Ehre; auch unser Dank und unsers Geistes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie fren' ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Dürstenden des Lebens Bäche fließen, und wo dein Ruhm von der Erlösten Zungen froh wird besungen. 4. Vergebens lockt die Welt mit ihren Freuden; mein Geist soll sich auf Gottes Auen weiden; sein heilig Wort, das seine Boten lehren, das will ich hören. 5. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, kann nie gedeihen. 6. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte, zum Heil für mich, und lenke mein Gemütte auf jenen Trost, den mir dein Sohn erworben, als er gestorben. 7. Ja, Preis sei dir, du Todesüberwinder; an diesem Tag hast du zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlassen. Sonntag und Gottesdienst. 8. Es feire dankbar diesen wir sind beisammen, gieße Tag die Erde, daß jedes Land voll deines Ruhmes werde! Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig! Amen. deine Geistesflammen, gieße Licht und Leben aus über dies dein Gotteshaus! 2. Komm, belebe alle Glieder, du, der Kirche heilig Haupt; treibe aus, was dir zuwider, was uns deinen Segen raubt! Komm entdeck uns in der Klarheit Gottes Herz voll Gnad' und Wahrheit; laß uns fühlen allzugleich: Ich bin mittent unter euch!" Chr. Sturm 1740-1786. Mel.: Liebster Jesu wir sind 2c. 52. Herr, vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt, ach, verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sich gnädig auf uns nieder. 39 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seele dringen. Laß es un sern Sinn erneuen und das Herz mit Trost erfreuen. 3. Dein Gebot mach uns bekannt, und hilf selbst es treulich üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum herzlich lieben, daß kein Schmerz und keine Freude uns von deiner Liebe scheide. Daniel Schiebeler 1741-1771. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 53. Jesu! Seelenfreund der Deinen, Sonne der Gerechtigkeit, wandelnd unter den Gemeinen, die zu deinem Dienst bereit, komm zu uns, 3. Laß sich die Gemüter tehren zu dir, Glanz der Ewigkeit! Laß uns innigst nur begehren, was uns dein Erbarmen beut. Laß dein Licht und Leben fließen und in alle sich ergießen, stärke deinen Gnadenbund, Herr, in jedes Herzens Grund! 4. Laß auch unsern Lehrer sehen nur auf dich, Herr Jesu Christ! Laß die Hörer tief verstehen, daß du selbst zugegen bist, mild in jedes Herz zu kommen. Denn was nicht aus dir genommen, taugt, und wär' es noch jo schön, nicht in deine Himmelshöh'n. 5. Komm, o Herr, in jede Seele, laß sie deine Wohnung sein, daß dir einst nicht eine fehle in der Gotteskinder Reih'n. Laß uns deines 40 Sonntag und Gottesdienst. Geistes Gaben reichlich mit einander haben; offenbare heiliglich, Haupt, in allen Gliedern dich! 6. Was von dir uns zu geflossen, müsse Geist und Leben sein; was die Seele hat genossen, mache sie gerecht und rein. Komm, o Jesu, uns zu segnen, jedem gnädig zu begegnen, daß in ew'ger Lieb' und Treu jedes dir verbunden sei! Joh. M. Hahn 1758-1819. Nach eigener Melodie. 54. Treuer Heiland! Wir sind hier in der Andacht Stille; unsre Sinnen und Begier lenke sanft dein Wille. Deines Wortes heller Schein strahl' in unser Herz hinein, uns mit Licht erfülle. 2. Kehr, o Jesu, bei uns ein, komm in unsre Mitte, wollest unser Lehrer sein, hör der Sehnsucht Bitte: Deines Wortes stille Kraft, sie, die neue Menschen schafft, bilde Herz und Sitte! 3. Von dir lernen möchten wir deiner Sanftmut Milde; möchten ähnlich werden dir, deinem Demutsbilde, deiner stillen Thätigkeit, deiner armen Niedrigkeit, deines Wohlthuns Milde. 4. Zeige deines Wortes Kraft an uns armen Wesen; zeige, wie es neu uns schafft, Kranke macht genesen. Jesut, dein allmächtig Wort fahr' in uns zu siegen fort, bis wir ganz genesen. 5. O wie selig ist es, dir kindlich zu vertrauen! Unerschüttert können wir auf dich Felsen bauen. Herr, wir glauben in der Zeit, bis die sel'ge Ewigkeit uns erhebt zum Schauen. Chr. H. Zeller 1779-1860. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. 55. Dwie freun wir uns der Stunde, da wir dir, Herr Jesu, nahn, um aus deinem heil'gen Munde Lebensworte zu empfahn! Laß uns heute nicht vergebens Hörer deines Wortes sein; schreibe selbst das Wort des Lebens tief in unsre Herzen ein. 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen; großer Meiſter, rede du; sieh, wir hören deiner süßen Rede heilsbegierig zu. Lehr uns, wie wir selig werden; lehr uns, wie wir unsre Zeit, diese turze Zeit auf Erden nüßen für die Ewigfeit. 3. Lehr uns, wie wir dem Verderben durch der Gnade Kraft entgehn, wie wir, eh' wir leiblich sterben, wahrhaft geistlich auferstehn, und nach deinem Wohlgefallen denken, Sonntag und Gottesdienst. reden, leiden, thun, graden Weges dahin wallen, wo wir nach der Arbeit ruhn. 4. Dazu öffne das Verständnis, wie den Jüngern du gethan, zu lebendiger Erkenntnis trag die Fackel du voran. Licht der Welt, das schon verscheuchte manche dichte Finsternis, Licht der Welt, auch uns erleuchte, denn im Licht geht man gewiß. 5. Gieß uns aber auch das Feuer deiner Liebe in das Herz, daß wir an dir 2. Zum Schluß des Eigene Melodie. 56. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen. 2 Kor. 13, 13. Mel.: Valet will ich dir geben. 57. Laß dein mich sein und bleiben, du trener Gott und Herr; von dir laß nichts mich treiben, halt mich bei deiner Lehr'. Herr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit! Nikolaus Selnecker 1530-1592. Mel.: Liebster Jesu wir sind. 58. Nun gottlob es ist voll bracht Singen, Beten, Lesen, 41 immer treuer hangen unter Freud' und Schmerz. Keine Last sei uns beschwerlich, die von dir uns auferlegt, und uns alles leicht entbehrlich, was mit dir sich nicht verträgt. 6. Nun so lege Licht und Liebe, Kraft und Feuer auf dein Wort; laß es mit lebend'gem Triebe in uns wirken fort und fort; hilf uns, daß wir treu bewahren, was wir andre auch erfahren, daß du in das Herz gefaßt, und laß Lebensworte haft! K. I. Ph. Spitta 1801-1859. Gottesdienstes. Hören. Gott hat uns mit Heil bedacht, drum laßt uns sein Lob vermehren. Gottes Geist uns ferner leite und zu seinem Dienst bereite! Unsern Ausgang jegne Gott, unsern Eingang gleicherBrot, segne unser Thun und maßen; segne unser täglich Lassen. Segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben! H. Schenk 1634-1681. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 59. Höchster Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben! Gieb uns Gnade, daß auch wir nach demselben heilig leben. Gieb Sonntag und Gottesdienst. dem Glauben solche Stärke, so wohl bestellt, als hier, wo daß er thätig sei durch Werke. wir erscheinen, den schönen Gottesdienst zu schaun und an dem Wort uns zu erbaun, womit du dienst den Deinen. 2. Uns, o Vater, Lehrest du, was wir thun und glauben sollen. Schenk uns deine Kraft dazu, gieb zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen; so wird alles wohl gelingen. 42 3. Gieb uns, eh' wir gehn nach Haus, deinen väterlichen Segen, breite deine Hände aus, leite uns auf deinen Wegen, laß uns hier im Segen gehen, dort gesegnet auferstehen. Joh. Adam Haßlocher 1645-1726. Mel.: Kommt her zu mir, spricht. 60. Eins hätten wir von Herzen gern und wollen unsern lieben Herrn recht innig drum anflehen: Ach lieber Gott, in deinem Haus laß uns geſegnet ein und aus als deine Kinder gehen. 2. Es ist doch nirgends in der Welt um unser Herz 3. Hier legen wir den Wanderstab und allen Staub der Erde ab und alle Müh'n und Sorgen. Wir halten miteinander Raft und laden uns bei dir zu Gast und fühlen uns geborgen. 4. Da wird das Herz so freudenvoll und weiß nicht, wie es danken soll; da beten wir und singen, um dir mit aller Engel Heer demütig Lob und Preis und Ehr' als Opfer darzubringen. 5. Ach komm und sei uns Burg und Hort und laß von deinem lautern Wort uns nichts auf Erden treiben, und damit wir unser Leben lang segne gnädig unsern Gang, bei deinem Haus verbleiben. Julius Sturm 1816. Advent. Vierte Abteilung. Advent. 43 Nach eigener Melodie. die Thore weit, das Herz 61. Macht hoch die Thür, zum Tempel macht bereit; die Thore weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich', ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; deshalben jauchzt, mit Frenden singt: Gelobet fei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rat. die Palmen der Gottseligkeit streut hin mit Andacht, Luſt und Freud', so kommt der König auch zu euch, bringt Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad'. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, sanftmütig er sich zu uns kehrt, jein Königsschmuck ist Heiligkeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit; all' unsre Not zum End' er bringt, deshalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von That. 3. O wohl dem Lande, wohl der Stadt, die diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, wo dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn', bringt mit sich lauter Freud' und Woun'. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, des Herzens Thür' dir offen ist; ach zieh mit deiner Gnade ein, in Freundlichkeit auch uns erschein'! Dein heil'ger Geist uns führ' und leit' den Weg zur ew'gen Seligkeit! Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr'! Georg Weissel 1590-1635. Met. So hoff ich denn mit feſtem Mut. 62. Wach auf, du werte Christenheit, nimm wahr die freudenreiche Zeit! Dein Heil ist ja vorhanden. Des Tages Licht ist dir gebracht; vergangen ist die finstre Nacht, und große Freud' entstanden. 2. Du Kirche Gottes, freu dich sehr! Voll Lich' und Sanftmut kommt der Herr, 44 will an dem Kreuze sterben. Wohl dem, der seine Zuver sicht auf ihn gesetzt und zwei felt nicht, der wird das Heil erwerben. Advent. 3. Durch das gehörte Wort allein fehrt er bei jedem Christen ein, der recht es nimmt zu Herzen; doch wer auf Jesu Wort nicht hört, nicht ihn und seinen Willen ehrt, der wird das Heil verscherzen. 4. Hilf, Vater, hilf, du wahres Licht, daß, wenn dein Sohn einst hält Gericht, wir mögen wohl bestehen. O laß uns alle wachsam sein, im Glauben tren die Sünde scheun, und in sein Reich eingehen. Bernh. v. Derschau 1591-1639. Nach eigener Melodie. 63. Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns her geſendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, was die Seher prophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte dir auch eine Bahn, Herr, in meinem Herzen an. 5. Zeuch du Ehrenkönig ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sündenlust. 6. Und wie deine Ankunft war, voller Sanftmut immerdar, also sei auch jeder Zeit deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans Macht und List sich gar hoch und kühn vermißt. 8. Laß mich, wenn du Lebensfürst, herrlich wieder kommen wirst, freudig dir entgegengehn und vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held+ 1660. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 64. Mit Ernst, o Menschenfinder, das Herz in euch bestellt! Bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad' allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 3. Zions Hilf' und Abrams 2. Bereitet doch fein tüchLohn, Jakobs Heil, der Jung- tig den Weg dem großen frau Sohn, Wunderbar, Rat, Kraft und Held, hat sich treulich eingestellt. Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt, macht eben jeden Pfad! Advent. Die Thäler all' erhöhet, macht| er des Vaters Willen im niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, macht gerad! 3. Ein Herz, das Demut übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut liebet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Je sus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit, aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein, mach es zu deiner Krippe, so werden Herz und Lippe dir ewig dankbar sein. Val. Thilo 1607-1662. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 65. Nun jauchzet all', ihr Frommen, in dieser Gnadenzeit, weil unser Heil gekommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 45 Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, soll euch geholfen werden, so geht die rechte Bahn, die führt zum Himmelslicht. Sonst wenn ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, trifft euch sein Strafgericht. in dieser bösen Zeit, die ihr 4. Jhr Armen und Elenden an allen Enden müßt haben Angst und Leid: Seid dennoch wohlgemut! Laßt eure Lieder flingen, dem König zu lobsingen, der euer höchſtes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit, der euer Leid und Weinen verwandeln wird in Freud'. Er ist's, der helfen kann; macht eure Lampen fertig, seid seiner stets gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer 1606-1673. Mel.: Valet will ich dir geben. 66. Wie soll ich dich empfangen, und wie begegn' ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu sebze dein göttlich Licht mir bei, damit, was dich ergöße, mir kund, o Heiland, sei. 2. Kein Scepter, keine Krone sucht er in dieser Welt, auf hohem Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht 2. Dein Zion streut dir und Majestät verhüllen, bis| Palmen und grüne Zweige 46 Advent. hin, und ich will dir in Psal-| eure Herzen labet und tröſtet, men ermuntern meinen Sinn. steht allhier. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all' Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 3. Was hast du unterlassen zum Trost mir und zur Freud'? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, wo Fried' und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen, und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie Erdenreichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Him melszelt, als dein getreues Lieben, womit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großer Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld; nein! Jesus will sie decken mit seiner Lieb' und Huld! Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb' und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind' und ihrer Tück'? Der Herr wird sie zerEr kommt, er kommt, ein streuen in einem Augenblick. König, dem alle Macht und List der Feinde viel zu wenig zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad' und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und bring uns allzumal zum ew'gen Licht, zur Wonne in 6. Das nimm dir recht zu Herzen, du hochbetrübtes Heer, bei welchem Gram u. Schmerzen sich häufen mehr und mehr; feid unverzagt, ihr habet die deinen Freudensaal! Hilfe vor der Thür; der P. Gerhardt 1606-1676. Advent. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 67. Auf, auf, ihr Reichsgenossen, der König kommt heran! Empfangt ihn unverdrossen den großen Wundermann! Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier! 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all' Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können in Nachtmahl, Tauf' und Wort. 3. Auf, auf ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern! Seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern! Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hilf erweisen, besiegen gar den Tod. 4. Seid fromm, ihr Unterthanen, der König ist gerecht! Laßt uns die Weg' ihm bahnen, macht sie zum Einzug recht! Fürwahr, er meint es gut, drum lasset uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrock'nem Mut. 5. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht! An uns, die Herzgeliebten, hat er schon längst 47 | gedacht. Nun wird nicht Angst, noch Bein, noch Zorn hinfort uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 6. So eilt mit schnellen Schritten, den König selbst zu sehn! Er kommt in unsre Mitten start, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all' heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 7. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch seine Gnad' und Wort. Ja König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort! 8. Nun Herr, du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du gehst den Sündern nach. Wir wollen dir allein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. Joh. Rist 1607-1667. Mel.: Sollt ich meinem Gott nicht. 68. Rommst du, kommſt du, Licht der Heiden? Ja du kommst und säumest nicht, weil du weißt, was uns gebricht; o du starker Trost im Leden! Jesu, meines HerUniv.- Bibl. Giessen 48 Advent. zens Thür' steht dir offen, komm zu mir. 2. Ja du bist bereits zugegen, Welterlöser, Gottes Sohn! Meine Seel' em pfindet schon deinen gnaden vollen Segen, deines Geistes Wunderkraft, die uns Heil und Leben schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu nimm mein Flehen hin, schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; denn zu lieben dich mein Licht, steht in meiner Kraft sonst nicht. Komm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst', will sich dir zu Füßen legen; zeuch zu unsern Thoren ein, du sollst uns willkommen sein! 3. Hosianna, Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. Wir sind deine Reichsgenossen, 4. Hosianna, lieber Gast! die du dir erwählet hast. Ach so laß uns unverdrossen deinem Scepter dienstbar sein; herrsche du in uns allein! 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, daß ich dich von Herzensgrund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld mich mit dir sein hoch erhaben. Dann, Herr, will ich singen dir: Hosianna! für und für. E. Ch. Homburg 1605-1681, Mel.: Jesus meine Zuversicht. 69. Hosianna! Davids Sohn eile bei uns einzugehen! Du 7. Hosianna, nah und fern, kommt in Zion eingezogen. Ach, bereitet ihm den Thron, Gesegneter des Herrn, warum ſetzt ihm tausend Ehrenbogen; willst du draußen stehen? stehen? streuet Palmen, machet Bahn, Hosianna, bist du da? Ja, daß er Einzug halten kann!! du kommst, Halleluja! 2. Hosianna, sei gegrüßt!! B. Schmoldk 1672-1737. 5. Hosianna, komme bald, die Verheißung zu erfüllen; sollte gleich die Knechtsgestalt deine Majestät verhüllen, o, so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. O Herr, hilf, laß wohlge6. Hosianna, steh uns bei! lingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. Advent. Mel.: Nun freut euch, liebe. 70. Gottlob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große Treue des ew'gen Gottes offenbar; und nun will er aufs neue den alten hochbeschwornen Bund, den ewig festen Glaubensgrund durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr' und Ruhm dem höchsten Herrn zu singen! Dein königliches Priestertum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld des Gottes aller Gnaden. Des alten Men schen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eig'nen Ruhm dahin; denn sie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach, Herr, gieb uns den neuen Geist, daß wir durch deine Güte, die sich aufs neu an uns erweist, erneuert im Gemüte den neuen Menschen ziehen an, der dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben. 5. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr' und Leben, dein Wort, das Got49 tes Weide heißt, der Herde rein zu geben; laß alle Hörer Thäter sein, damit kein Heuchlerischer Schein des Glaubens Kraft verleugne. 6. So halten und vollenden wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei befehlen wir es dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; fommt aber einst die Ewigkeit, dann wird sie triumphieren. Heinrich Hecker 1699-1743. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 71. Sieh, dein König kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte; sprich: Mein König, komm zu mir, sieh, ich öffne dir die Pforte, zieh mit deiner Sanftmut ein; was du findest, das ist dein! 2. Komm, ich bin dein Eigentum seit der Taufe heil'gem Bade; komm, dein Evangelium werde mir ein Wort der Gnade; du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räumealles aus, was du hassest, was mich reuet; fomm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut alles wieder rein und gut. 4. Komm in deinem Abendmahl, das du uns zum Heil 4 50 Advent. im| Er heißt und ist der treue im Mittler Jesus Christ. gegeben, daß wir schon Erdenthal mit dir als Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sei in dir! 5. Komm und bring den Tröster mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: Komm, Herr Jesu! rufen mag. Phl. F. Hiller 1699-1769. Mel.: Mein Herz, ermuntre dich. 72. Er kommt, er kommt; geht ihm entgegen! Der Heiland aller Welt erscheint, er bringt euch Leben, Heil und Segen. Ehrt ihn, der Menschen größten Freund, der das Gesetz für uns erfüllt und sterbend unsern Fammer stillt. 2. Er kommt, der Glanz von jenem Wesen, das ewig und unsichtbar ist; aus seinen Thaten kann man lesen, daß er die Menschen nicht vergißt; durch seine Niedrigkeit erhebt Gott alles, was im Staube lebt. 3. Er kommt, der Freund verlorner Sünder, als Friedefürst, Kraft, Rat und Held, der einst als Todesüberwinder erlöste durch sein Blut die Welt. Lobsinget ihm! 4. Empfanget ihn, schenkt eure Herzen ihm, euerm großen König, gern! Die hier die Gnadenzeit verscherzen, sehn ihn einst dort als ihren Herrn, wo er als ernster Nichter spricht: Weicht, weicht von mir, ich kenn' euch nicht! 5. Mein Heiland, komm, mein Herz steht offen, zieh, sanftmutsvoller König, ein! Was außer dir die Menschen Schein; dein Reich nur schenkt hoffen, ist Eitelkeit und leerer Gerechtigkeit und göttliche Zufriedenheit. 6. Laß deine Liebe mich empfinden, mit der du diese Welt geliebt. Komm, meine Hoffnung fest zu gründen, die dein Verdienst dem Glauben giebt. Mein größtes Glück, mein letztes Wort sey: Jesus ist mein Fels und Hort! Joh. Fr. Mudre 1736-1813. Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen. 73. Was wär' ich ohne dich gewesen? Was würd' ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Ängsten auserlesen, ständ' ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt' ich sicher, das ich liebte; die Zukunft wär' ein dunkler Schlund, und wenn mein Herz sich tief betrübte, Advent. wem thät' ich meine Sorge| hielt an der Erde die bebenden fund? Gefang'nen fest; Furcht vor des Todes Richterschwerte verschlang der Hoffnung Überrest. 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschensohn voll Lieb' und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen als unser altes Vaterland, wir lernten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 2. Einsam verzehrt von Lieb' und Sehnen, erschien' mir nächtlich jeder Tag. Ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh' im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus; wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus mir sich kund gegeben und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsternis! Für alle seine tausend Gaben bleib' ich sein demutvolles Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wenn zwei auch nur versammelt sind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Frrenden herein; streckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an; die eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 5. Das Herz, des Lebens reichste Quelle, welch böses Wesen wohnte drin! Und ward in unserm Geist es helle, so war nur Unruh' der Gewinn. Ein eisern Band 51 7. Noch steht in wundersamem Glanze der heilige Geliebte hier; gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. Friedr. v. Hardenberg( Novalis) 1772-1801. Mel.: Der du das Loos. 74. Dein König kommt in niedern Hüllen sanftmütig, auf der Ef'lin Füllen, empfang ihn froh, Jeruſalem! Trag ihm entgegen Friedenspalmen, bestreu den Pfad mit grünen Halmen, so ist's dem Herren angenehm. 2. O mächt'ger Herrscher 4* 52 Advent. ohne Heere, gewalt'ger Käm-| wieder wohnen in deines gropfer ohne Speere, o Friedens- ßen Vaters Haus. fürst von großer Macht! Es Friedrich Rückert 1789-1866. wollen dir der Erde Herren den zu deinem Mel.: Lobe den Herrn, den mächtigen. sperren; doch du gewinnst ihn 5. König der Könige, sei ohne Schlacht. uns im Staube willkommen! Nicht bei den Engeln erscheinest du, nicht bei den Frommen; Sünder sind's nur, wo du auf niedriger Spur huldreich den Einzug genommen. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch alle Erdenreiche werden dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schaar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fessel Sünd' und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört! Not ist es, daß du selbst hienieden kommst, zu erneuen deinen Frieden, da gegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen, und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder will arm und in Sanftmut 2. Heil uns, das Leben erscheinen; Herrlichkeit will mit dem Elend sich liebend vereinen! Ehre sei dir! Anders, Herr, würden ja wir ewiglich nimmer die Deinen. mild auf den irdischen Auen 3. Seliger Anblick, wie läßt der Beherrscher der himmlischen Heere sich schauen! Šeht, er empfäht liebevoll Gruß und Gebet aller, die findlich ihm trauen. 4. Komm zu den Deinen, o Herr, die dich innig be gehren! Feinde noch triffſt du genug, die das Herz uns be schweren, aber dein Blick scheucht sie allmächtig zurück! Hilf uns, du König der Ehren! 5. Hebe dein Antlig auf deine versöhnte Gemeinde! Treibe hinweg die Verblendung, besiege die Feinde, bis Advent. wir befreit, ganz dir zum| und dort, grüßet mit holdDienste bereit, unserm Erlöser sel'gem Worte; doch man und Freunde! weist ihn schnöde fort. Wer nicht fühlt, was ihm gebricht, dem gefällt der Helfer nicht; wer nicht in sein Herz will gehen, läßt den Heiland draußen stehen. 4. Kennt ihr ihn, der, uns zu retten, von dem Thron des Vaters kam, und, damit wir Frieden hätten, unsre Strafe auf sich nahm? Lebt ihr als sein Eigentum ihm zur Freude und zum Ruhm? Seid auch ihr schon angeschrieben unter denen, die ihn lieben? 6. Pflanze die Palmen des Glaubens im Grunde der Seelen, wo mit den Blüten sich reifende Früchte vermählen; Frieden und Ruh', siegende Hoffnung dazu laß dem Gemüte nicht fehlen! 7. Komm Hosianna! So tönt dir's von Orten zu Orten! Komm, Hosianna! Begrüß uns mit gnädigen Worten! Dort nach dem Lauf thu uns in Herrlichkeit auf, Jesu, die himmlischen Pforten! Albert Knapp 1798-1864. - Mel: Freu dich sehr, o meine Seele. 76. Du, des Zukunft einst erflehten tausende in Israel, du bist unter uns getreten, Christus und Immanuel. O der teuren Gnadenzeit! Nun ist allen Heil bereit, nun soll feiner hilflos flagen, keiner hoffnungslos verzagen. 2. Aber der der Welt erschienen, wie vom Vater er gesandt, wandelt mitten unter ihnen vielen fremd und unbekannt; unbeachtet läßt man ihn seinen Weg vorüberziehn; ruft er, will man ihn nicht hören, läßt in Sünde sich nicht stören. 53 3. Und er klopft an manche Pforte, suchet Eingang hier 5. Hosianna, sei willkommen, Heiland, kehre bei uns ein, du sollst von uns aufgenommen, herzlich aufgenommen sein! Sieh, zum Einzug öffnen wir freudig unsre Herzen dir, komm, o komm, darin zu wohnen, ja als König drin zu thronen! Karl J. Ph. Spitt( 1801-1859). Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 77. Rommst du endlich doch gegangen, o du längst ersehnter Gast? Stillst du bald der Welt Verlangen? Hältst du bald im Lande Rast? Ja von ferne hör' ich schon deiner Stimme süßen Ton; nicht mehr lange wird es währen, bis du kommest einzukehren. Advent. 2. Tausend Stimmen nah| Mel.: Lobe den Herren, den mächtigen. und ferne künden schon die 78. Auf ihr Posaunen, das Botschaft an von dem hellen Nahen des Königs verkündet, Morgensterne, der zu uns sei der allenthalben aufs nene auf der Bahn; die ihn einst sein Feuer enzündet! Jesus gering geschätzt, suchen nach ist da! Unsre Erlösung ist dem Heile jetzt, Sünder kommen her mit Beugen fragen nis schwindet! nah! Dunkel und Finsternach den Glaubenszeugen. 54 3. Und die heilige Gemeine, durch des Sohnes Blut geweiht, stehet flehend im Vereine zu des Königs Dienst bereit; das zerfallene Gebän Zions aufzurichten neu, und ringsum auf allen Pfaden das Verirrte einzuladen. hinan auf die Höhen! Laß, 2. Zion, Verkünderin, ſteige Rufen ergehen! Bring es o Jerusalem, mächtig dein ans Licht! Ruf es und fürchte dich nicht: Kommt, euren König zu sehen! 3. Denn der Herr Herr kommt gewaltig herniederge4. Hosianna, Herr der und Gnade und Recht offenfahren, Jesus wird herrschen Ehren, König der Gerechtigbaren! Bei ihm sein Lohn, feit! Komm mit deinen Engel heeren, großer Sieger, stark im Streit! Komm zu deinem Heiligtum, wirf des Satans Burgen um, daß ein Haus für dich erstehe, drin man deine Wunder sehe! die unvergängliche Kron', um ihn frohlockende Scharen! 5. Stärke deine schwachen Brüder mit dem Geiste deiner Kraft, daß durch die erstorbuen Glieder ströme frischer Lebensfast, bis man deine Herrlichkeit jubelnd schaue weit und breit und die neuen Tempelhallen laut von Freudenpsalmen schallen. Friedr. Kayser 1817-1857. 4. Jauchzet und rühmet und prediget's unter den Heiden, daß er als liebender Hirte die Herde wird weiden; zärtLämmer im Arm, freu wird lich und warm trägt er die die Schwachen er leiten. 5. Nichts ist zu ferne der treuen erbarmenden Liebe, daß es den Hirten zu suchen, zu retten nicht triebe; was sich verlor, hebt er voll Mitleid empor, daß es im Tode nicht bliebe. Weihnachten. 6. Öffnet, thr Völker, die Thore dem König der Ehren, möge doch niemand dem Ret ter den Eingang verwehren! Selige Ruh', Liebe und Freude dazu will er den Herzen bescheren. 55 Fünfte Abteilung. Weihnachten. Fr. Kayser 1817-1857. Mel.: Wir singen dir Immanuel. Gott von Art, ein Gast in 79. Gelobet seist du, Jesu dieser Welt hie ward; und Christ, daß heut' du Mensch führt uns aus dem Jammergeboren bist von einer Jung- thal, macht Erben uns in fran, das ist wahr, des freuet seinem Saal. Halleluja! sich der Engel Schar. Halleluja! 2. Des ew'gen Vaters einig Kind man jetzt in einer Krippe find't, in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ew'ge Gut. Halleluja! 6. Er ist auf Erden kommen arm, auf daß er unser sich erbarm' und uns im Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt hier in Mariens Schos, er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding' erhält allein. Halleluja! 7. Das hat er alles uns gethan, sein' große Lieb' zu zeigen an, des freu' sich alle Christenheit und dank' ihm des in Ewigkeit. Halleluja! M. Luther 1483-1546. 4. Das ew'ge Licht geht da herein, und giebt der Welt ein'n neuen Schein, es leucht't wohl mitten in der Nacht, und uns zu Lichtes Kindern macht. Halleluja! 5. Der Sohn des Vaters, Nach eigener Melodie. 80. Vom Himmel hoch da fomm' ich her, ich bring' euch gute neue Mär. Der guten Mär bring' ich so viel, davon ich sing'n und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein 56 Weihnachten. heut' gebor'n von einer Jungfrau auserfor'n; ein Kindlein jegt noch zart und fein, das soll eu'r Freud' und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führ'n aus aller Not, er will eu'r Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er brinqt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt ewig leben allzugleich. 5. So merket nun die Zeichen recht, die Krippe und die Windeln schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Sei mir willkommen, edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir, wie soll ich immer danken dir? 8. Lob, Ehr' sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen ein'gen Sohn! Des freuet sich der Engel Schar und singt uns solch' ein neues Jahr. M. Luther 1483-1546. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 81. Ich steh' an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben! Ich komme, bring' und schenke dir, was du mir hast gegeben; nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel' und Mut, nimm alles hin und laß dir's wohl gefallen. 2. Da ich noch nicht geboren war, bist du mir schon geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh' ich dich kannt', erforen; eh' ich durch Gottes Hand gemacht, da hat dein Herz es schon bedacht, wie du mein wolltest werden. 3. Jch lag in tiefer Todesnacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud' und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht't, wie schön sind deine Strahlen! 4. Wenn oft mein Herz vor Kummer weint, und keinen Trost kann finden, rufft du mir zu: Ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden, was trauerst du, o Bruder mein? Du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle deine Schulden. 5. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich Weihnachten. bei uns eingestellt, an unsrer| gleich sich selbst uns bescheStatt zu leiden; suchst mei- ret? Sollt' uns Gottes Sohn ner Seele Trost und Freud' nicht lieben, welcher kam, daß durch dein selbsteignes Herze- er nahm, was uns will beleid; das will ich dir nicht trüben? wehren. 6. Dies eine, hoff' ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß es deine Wohnung sein, komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden! Paul Gerhardt 1606-1676. Mel.: Warum sollt' ich. 82. Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud' alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören durch die Luft laut es ruft: Christus ist geboren. 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir Mensch zu gute, Gottes Kind, das verbind't sich mit unserm Blute. 57 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns giebt, was er liebt über alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn von dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zu5. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Werft dahin, ihr lieben Brüder, was euch quält! Was euch fehlt, bring' ich alles wieder. 6. Ei, so kommt und laßt uns eilen, stellt euch ein, groß und klein, kommet, ohn' Verweilen! Liebt den, der Stern, der uns gern Licht vor Liebe brennet, schaut den und Labsal gönnet! 7. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet hier ist die Thür' zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 8. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfind't seine Sünd' und Gewissensschmerzen, sei getrost! Hier wird gefunden, der in Eil' machet heil auch die tiefsten Wunden. 9. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände. Hier sind alle guten Gaben und das Gold, dran ihr sollt eure Herzen laben. 58 Weihnachten. 10. Süßes Heil, laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 11. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, und mit dir heimfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud', ohne Zeit, dort im andern Leben. P. Gerhardt 1606-1676. Nach eigener Melodie. 83. Wir singen dir, Im manuel, du Lebensfürst und Gnadenquell', du Himmelslicht und Morgenstern, du Sohn der Jungfrau, Herr der Herrn. Halleluja! 2. Wir singen dir mit deinem Heer, aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr', daß du, o lang ersehnter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja! 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat manches Herz nach dir gewacht; auf dich gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar: 4. Ach, daß der Herr aus Zion käm' und unsre Bande von uns nähm'! Ach, daß die Hilfe bräch' herein, so würde Jakob fröhlich sein! 5. Nun bist du hier, da liegest du, hälst in der Krippe deine Ruh', bist klein und machst doch alles groß, bekleid'st die Welt und kommſt doch bloß. Halleluja! 6. Du bist der Ursprung aller Freud' und duldest so viel Herzeleid; bist aller Heiden Trost und Licht, such st selber Trost und find'st ihn nicht. Halleluja! 7. Ich aber dein geringster Knecht, ich sag' es frei und mein' es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja! 8. Der Will' ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es fann, wirst du in Guaden nehmen an. Halleluja! 9. Bin ich gleich schwach und sündenvoll, hab' ich gelebt nicht wie ich soll, ei kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir fehr'. 10. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigentum, und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja! 11. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal soll's schallen Weihnachten. 59 ohne Zeit und Zahl. Halle- bracht den Gottesmann, der luja! Sturm und Wolken zwingen kann, vor dem die Felsen splittern und alle Himmel zittern. 5. O liebes Kind, o süßer nab', holdselig von Gebärden, mein Bruder, den ich lieber hab', als alles Gut auf Erden! Dich schließ' ich in mein Herz hinein, o laß es deine Wohnung sein, komm, komm, ich will bei Zeiten die Herberg' dir bereiten. P. Gerhardt 1606-1676. Nach eigener Melodie. 84. Ermuntre dich, mein schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein göttlich Kind, das Jesus heißt, mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, daß es mit Lieb' und Trene die ganze Welt er freue. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, du König aller Ehren! Willkommen Jesu, Gottes Lamm! Ich will dein Lob vermehren; ich will dir all' mein Lebenlang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. Gottes Sohn, wie konnt' es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt herein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Himmelspracht, ja selbst dein teures Leben für solche Feinde geben? 7. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist und hast die Welt bezwungen. Hilf, daß ich deine Gütigkeit ſtets preis in dieser Gnadenzeit und mög' hernach dort oben in Ewigkeit dich loben! 3. Rift 1607-1667. Mel.: O daß ich tausend Zungen. 4. O großes Werk, o Wundernacht, dergleichen nie gefunden! Du hast den Hei- 85. Dies ist die Nacht, da land hergebracht, der alles mir erschienen des großen überwunden. Du hast ge- Gottes Freundlichkeit; das 6. Mein Heiland, der vom Himmel kam, zur Freud' mir und zum Leben, du edler Zweig aus Davids Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach, nimm von mir Leib, Seel' und Geist, ja alles, was Mensch ist und heißt; Ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 60 Weihnachten. Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkel heit, und dieses Welt- und Himmelslicht weicht wahrlich tausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen vielleicht in einer kurzen Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht! Mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtswonne; und lehre mich die hohe Kunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. K. Fr. Nachtenhöfer 1624-1685. Mel.: Lobe den Herren, den mächtigen. 86. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel, in Chören! Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! Sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlockt alle Völker der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden, Friede und Freud' wird uns verkündiget heut'. Freuet euch, Hirten und Heerden! 3. Gott ist im Fleische! Wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, Freunde des Kindes zu sein die ihr zum Bater wollt gehen. auch meiner noch wollen ge4. Hast du denn, Höchster, denken? Du willst dich selber, dein Herz voll ErbarSollt' men mir schenken. nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken? 5. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, du, dem ich wieder mein Herz in der Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle all Weihnachten. ein; ewig entsag' ich der Sünde. 6. Treuer Immanuel, werd' auch in mir nun geboren! Komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich verloren. Wohne in mir, mache ganz eins mich mit dir, der du mich liebend erforen! 7. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben; laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben! Herr, nimm mich hin, gieb mir, in findlichem Sinn ewiglich dir nur zu leben. Gerh. Tersteegen 1697- 1769. Mel.: Jesu meine Freude. 87. Jesus ist gekommen; dankt ihm, seine Frommen! Dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um des Vaters gnäd'gen Willen an uns zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er allen Freund und Bruder ist! Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, am Sohne Teil, Teil an seiner Sendung Gaben, an Gott selbst zu haben! 61 3. Keine Macht der Leiden kann von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen gänzlich uns erlösen, hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brütder hassen, noch sie hilflos lassen. 4. Wenn wir einst ermüden, führt er uns zum Frieden durch des Grabes Nacht. Unsre toten Glieder giebt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Retter schaun. Heil und ew'ges Leben wird er allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier versucht wie wir; überschwänglich wird er lohnen und der Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr Sünder, werdet Gottes Kinder, lebet ihm zum Ruhm! Eilet, eilt ihr Frommen, seid, wie er, vollkommen, bleibt sein Eigentum! Preiset ihn, daß er erschien, daß er sich für euch gegeben durch ein göttlich Leben. Balth. Münter 1735-1793. 62 Weihnachten. Mel.: Bom Himmel hoch. 88. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd' in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still. Er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich Gott, mein Heiland, bet' ich an. 5. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier und Gottes Kinder werden wir. 6. Durch eines Sünde fiel die Welt, ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße figt? die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 8. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd' in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden iſt. Ch. F. Gellert 1715-1769. Mel.: Lobe den Herren, den. 89. Ehre sei Gott in der Höhe, der Herr ist geboren! Lasset uns singen, ihr Brüder, er hat uns erforen, sein uns zu freun und durch ihn selig zu sein. Christen, wir sind nicht verloren. 2. Schatten und Dunkel bedeckten den Erdkreis, es irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien; Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Altären. Jesus erschien, und es ward Friede durch ihn, singet es laut ihm zu Ehren! 4. Gnade und Wahrheit entfeimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten. Er selbst, ihr 7. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, Freund, hatte gleich ihnen Weihnachten. geweint, selber gekämpst und auf Erden und im Himmelgelitten. reich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn uns, seine Brüder, auch hinan, und wandelt unser Pilgerkleid in Sternenglanz und Herrlichkeit. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, den Geliebten, uns allen gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, uns in den Himmel zu heben. 6. Selige Aussicht, wenn dann meinen Retter ich sehe, ihn mit den Scharen Vollendeter ewig erhöhe! Danket schon hier, selige Brüder, mit mir: Ehre sei Gott in der Höhe! Angust Niemeyer 1754-1828. Mel.: Vom Himmel hoch, da komm' 2c. 90. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem das Lied der Engel klang, der hohe Freudentag ist da! Lobsinget ihm, Halleluja! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns des Lebens Licht gebracht; nun - leuchtet uns ein milder Strahl, wie Morgenrot im dunkeln Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, von schlichtem Bilgerkleid umhüllt, und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich 63 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der Engel Lied erklang, der hohe Freudentag ist da! Ihr Christen singt: Halleluja! Fr. Adolf Krummacher 1767-1845. Mel: Aus meines Herzens Grunde. 91. Der heil'ge Christ ist kommen, der teure Gottessohn; des freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heil'gen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt gefangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß. Er will, daß alle rein von ihrem alten Schaden, vertrauend 64 Epiphanien, Jesu Amt und Wandel auf Erden. paar, das im Stalle zu Bethlehem war, bei dem himmlischen Kind!:;; 4. Drum freut euch hoch und preiset, ihr Seelen fern 2. Stille Nacht, heilige und nah! Der euch den Nacht! Hirten erst kund geVater weiset, der heil'ge Christ macht durch der Engel Halleist da! Er ruft euch insge- luja, tönt es laut von fern mein mit süßen Liebeswor- und nah: Christ, der Retter, ten: Geöffnet sind die Pfor-| ist da!:: ten, ihr Kinder, kommt herein! E. M. Arndt 1769-1860. 3. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb' aus deinem göttlichen Mund! Da schlägt uns die rettende Stund, Christ, in deiner Geburt!:,: Joseph Mohr 1818 seinen Gnaden, gehn in den Himmel ein. Nach eigener Melodie. 92. Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht nur das heilige ElternSechste Abteilung. Epiphanien, Jesu Amt und Wandel auf Erden. Mel.: Nun danfet all' und betet. 93. Auf, Seele, auf und säume nicht! Es bricht das Licht herfür; der Wunderstern gibt dir Bericht, der Held sei vor der Thür. gangen ist; er führet dich zum Rind hinein, das heisset Jesus. Christ. 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, der alle Feinde schlägt; er ist das teure Gotteslamm, das unsre Sünde trägt. 2. Geh aus von deinem Vaterland, zu suchen solchen Herrn; laß deine Augen sein 5. Drum mache dich begewandt auf diesen Morgeu- hende auf, befreit von aller stern. Last, und laß nicht ab von 3. Gieb acht auf diesen deinem Lauf, bis du dies Kindhellen Schein, der aufge- lein haſt. Epiphanien: Jesu Amt und Wandel auf Erden. deiner 6. Halt dich im Glauben| ins Grab gestrecket: Oder an das Wort, das fest ist wunderbaren Triebe und gewiß; das führet dich treuen Menschenliebe! zum Lichte fort aus aller Finsternis. 7. Und sinke nur vor seinem Glanz in tiefste Demut ein, und laß dein Herz erleuchten ganz, von solchem Freudenschein. 2. über seine Feinde weinen, jedermann mit Hilf' erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sür die Welt sein Leben lassen, wer mag solche Lieb' erfassen! 8. Bring willig dich zum Opfer dar, dich selbst mit Leib und Seel', und singe mit der Engel Schar: Hier ist Immannel! 9. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht, hier ist des Paradieses Pfort', die wieder offen steht. 10. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Lust wird alle Pein, es wird erfreuet Herz und Sinn, denn Gott ist wieder dein. 11. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vorher gekannt, den stillen Ruhund Friedenssteg zum ew'gen Vaterland. M. Müller 1673-1704. Mel.: Schmücke dich, o liebe. 94. Heiland, deine Menschenliebe war die Quelle deiner Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich zu uns herabgezogen dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz 65 3. Odu Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf' und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne mitzuteilen. quicken, Kindlein an dein Herz 4. Die Betrübten zu erzu drücken, die Unwissenden bekehren, Sünder, die sich ſelbst zu lehren, die Verführten zu verstocken, täglich liebreich zu sich locken, mit Verzehrung deiner Kräfte, war dein tägliches Geschäfte. 5. Deine Lieb' hat dich duld zu üben, ohne Schelten, getrieben, Sanftmut und GeDrohen, Schmach und Last zu tragen, Klagen andrer allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten 5 Epiphanien: Jesu Amt und Wandel auf Erden. und die Mörder zu ver-| Baters Hand und uns zu unserm Heil gesandt! 66 treten. 6. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschäßzbar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben; da du in der Sünder Händen, alle Leiden zu vollenden, und den Segen zu erwerben, als ein Fluch hast wollen sterben! 7. Demut war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündigen Geschlechte. Diese Demut, gleich den Tauben, ohne Falsch, voll Treu' und Glauben und mit Klugheit stets gepaaret, hast du bis zum Tod bewahret. 8. Herr, laß deine Liebe decken meiner Sünden meng' und Flecken; du hast das Gesetz erfüllet, seinen Fluch hast du gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen; heil'ge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. I. J. Rambach) 1693-1735. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 95. O Lehrer, dem kein andrer gleich, an Weisheit, Lieb' und Eifer reich, du, aller Menschen Licht und Rat, Prophet, bewährt durch Wort und That, gesalbet durch des 2. Du kamst aus deines Vaters Schoß und machtest alle Siegel los, womit sein Rat verschlossen wär. Durch dich wird alles offenbar und an das helle Licht gestellt, was Finsternis verborgen hält. 3. Du wiesest uns die wahre Spur zu Gott, dem Schöpfer der Natur; du hast den Weg uns recht gezeigt, auf welchem man zum Himmel steigt. Was du vom Bater selbst gehört, das hast du unverfälscht gelehrt. 4. Du sahest in der Gottheit Licht mit unverhülltem Angesicht, was nach des Vaters weisem Nat man künftig zu erwarten hat; du machtest alles flarer fund, als jemals der Propheten Mund. 5. Das Lehramt, welches du geführt, hast du mit Heiligkeit geziert; du haft mit Wundern es bestärkt, daraus man deine Gottheit merkt, ja endlich, als es Gott geschickt, ein blutig Siegel drauf gedrückt. 6. Nachdem du hingegangen bist, wo aller Weisheit Ursprung ist, so setzest du, o ew'ges Wort dein Epiphanien: Jesu Amt und Wandel auf Erden. Lehramt durch die Knechte Gnad' und Heil erworben, fort, die dir dein Vater und dein siegreich Auferstehn zugeführt und die mit Gaben läßt uns in die Freiheit er geziert. gehn. 3. Und nun ist es dein Geschäfte, in dem obern Heiligtum die erworb'nen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron Thron der Gnaden eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 7. Du aber sendest deinen Geist, den du den Gläubigen verheiß'st, der allen Seelen, die er liebt, Erkenntnis, Licht und Leben giebt, und der, wenn man ihn nicht vertreibt, dein Wort in Herz und Sinne schreibt. 8. Ach laß, o himmlischer Prophet, mich schauen deine Majestät! Mach mich von Eigendünkel frei, damit ich dir gehorsam sei! Du sollst mein höchster Lehrer sein; führ mich in deine Wahrheit ein! 3. 3. Rambach 1693-1735. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 96. Großer Mittler, der zur Rechten seines großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schüßt, dem auf dem erhabnen Throne in der königlichen Krone aller Himmel zahllos Heer bringt in Demut Preis und Ehr! 2. Dein Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, das vollführest du mit Macht; da du bist für uns gestorben, ist uns 67 4. Deines Volkes teure Namen trägst du stets auf deiner Brust; und die glaubig zu dir kamen, sind und bleiben deine Lust. Du vertrittst, die an dich glauben, daß sie nichts dir möge rauben, bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil das Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, darauf zielt dein Bitten hin. 6. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar, und vertrittst vor ihm mit Freuden deine teu'r erlöste Schar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk 5* 68 Epiphanien: Jesu Amt und Wandel auf Erden. auf Erden geben, und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 7. Großer Mittler, sei gepriesen, daß du in dem Heiligtum so viel Treu' an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. 3. 3. Rambach 1693-1735. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. Mund 97. König, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein erreichet, welchem Gottes Reich gebühret, in dem er das Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne, als als des Vaters einz'gem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere, aller Kreaturen Heere müssen zu Gebot dir stehen; was du willst, das muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir übergeben. Menschen, Engel, Welten scheuen sich vor deines Mundes Dräuten. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören, von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr' und Dienst erweiſen. 5. Herr in allen diesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäßze, an der Ordnung der Gesetze, an Vollkommenheit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschüßest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Lust, Furcht und Schmerzen, laß mich deinen Schutz genießen, gläubig dich in's Herze schließen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zur Seiten! 3. 3. Rambach 1693-1735. Epiphanien: Jesu Amt und Wandel auf Erden. Mel.: Seelenbräutigam. 98. Wer ist wohl, wie du? Jesu, süße Ruh; unter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh. 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket, und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket, und in unser Fleisch versenket zur erfüllten Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd', Höll und Welt hast du mächtig überwunden und ein ewig Heil erfunden durch das Lösegeld deines Bluts o Held. 69 Zorn und Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög' von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Gewinn, gieb mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortseße, und die Sünd' in ihrem Netze mich nicht halte auf; fördre meinen Lauf. 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög' und beten, freudig vor dein Antlitz treten. Ungefärbte Lieb' in die Seele gieb. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter in der Nacht. 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Scepter will ich füssen, wie Maria dir zu Füßen sißen früh und spät, höchste Majeſtät. 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigentum, durch 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern des Geistes Licht erkennen, um deinetwillen lasse und stets in deiner Liebe brennen des Fleisches Lüste hasse, als dein Eigentum, du mein gieb mir, höchstes Gut, durch höchster Ruhm. dein teures Blut. 7. Deiner Sanftmut Schild, 13. Soll's zum Sterben deiner Demut Bild mir an- gehn, wollst du bei mir ſtehn, lege, in mich präge, daß kein mich durchs Todesthal be 70 Epiphanien: Jesu Amt und Wandel auf Erden. gleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. 3. A. Freylinghausen 1670-1739. empfangen; zeig uns deine Herrlichkeit! Unsre Knice beugen sich, unser Glaub' umfasset dich. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 6. Auf des Lebens Pfad geleite täglich uns dein Geist und Wort; gib uns Mut 99. Werde Licht, du Volk der Heiden, werde Licht Jezum guten Streite, daß wir rusalem, dir geht auf ein liegen fort und fort, stets an Glanz der Freuden vom deiner Seite gehn, nie vergeringen Bethlehem. Er, das zagend stille stehn. Licht und Heil der Welt, Christus hat sich eingestellt. 2. Ehe dieses Licht erschienen, das die Völker wünschten, lag dichte Finster niß auf ihnen, doch uns scheinet lichter Tag, und ein strahlenvoller Stern führt uns sicher zu dem Herrn. 3. Aber ach, von deinem Volke wirst du, Heiland, nicht erkannt, und des Frrtums finstre Wolke überschattet noch dein Land; über Calem strahlt dein Licht, aber Salem kennt dich nicht. 4. Ach verwerfet doch ihr Sünder den nicht, der euch retten kann; kommt und werdet Gottes Kinder, betet euren König an! Eilt zu ihm und säumet nicht, macht euch auf und werdet Licht! 5. Nun wir eilen mit Verlangen, dich zu ehren; sind bereit, dich, o Heiland, zu 7. In des Leidens Finsternissen leucht' uns deines Trostes Licht! Ach, in unsern Kümmernissen, Jesu,& ach verlaß uns nicht, bis uns in der Ewigkeit deines Lichtes Glanz erfreut! 8. Wandern wir im finstern Thale endlich näher hin ans Grab, dann sei unser Licht und strahle Himmelstrost auf uns herab, daß wir ohne Furcht und Graun unsrem Tod entgegenschaun. Joh. Fr. Mudre 1736-1813. Mel. Zeuch mich, zeuch mich: c. 100. Hört das Wort voll Ernst und Liebe, das zu euch der Heiland spricht, hört's und prüft des Herzens Triebe bei des Wortes hellem Licht! Was der Mund des Herrn gebeut, das ist eure Seligkeit. 2. Nicht aus Sinais Gewittern donnert donnert hier des Herrn Gebot, daß die Herzen Epiphanien: Jesu Amt und Wandel auf Erden. bang erzittern, weil es Zorn und Strafe droht; seligpreisend thut sein Mund euch den Sinn des Vaters fund: 3. ,, Selig sind die geistlich Armen, denn das Himmelreich ist ihr!" Ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ew'gen Gnade Thür'; da wird ohne Maß gewährt, was ihr sehnend Herz bebegehrt. 4. ,, Selig sind, die Leid empfinden auf des Lebens schmaler Bahn! Ihre Traurigkeit wird schwinden, reicher Trost wird sie empfahn"; denn sie wirkt zur Seligkeit Reue, welche nie gerent. 5. ,, Selig sind, die sanften Mutes und in Demut milde sind! Sie erfreuen sich des Gutes, das kein Troß und Streit gewinnt." Durch der Sanftmut stille Macht wird das Schwerste leicht voll bracht. 6. Selig sind, die hier mit Schmachten dürsten nach Gerechtigkeit, die nach Gottes Reiche trachten, nicht nach Gütern dieser Zeit! Wo der Born des Lebens quillt, wird ihr Seelendurst geſtillt." 7. ,, Selig sind, die voll Erbarmen auf der Brüder 71 Leiden sehn und den Schwachen, Kranken, Armen, freudig eilen beizustehn! Noch vor Gottes Thron erfreut einst auch sie Barmherzigkeit." 8. Selig sind die reinen Herzen, die nicht Sünd' und Welt umstrickt, die mit schnöder Lust nicht scherzen, weil nur Heil'ges sie entzückt! Einst im reinen Himmelslicht schaun sie Gottes Angesicht." 9. Selig sind, die Frieden bringen, Schuld und Kränkung übersehn, Feindeshaß mit Huld bezwingen, für Verfolger segnend flehn! Trifft sie auch der Menschen Spott, sein Kinder nennt fie Gott." 10. ,, Selig sind, die als Gerechte dulden Kreuz, Verfolgung, Schmach, als des Herrn getrene Knechte bis zum Tod ihm folgen nach! Groß ist dort vor Gottes Thron, seiner Ueberwinder Lohn." 11 11. ,, Seid ein Salz, ein Licht der Erde, laßt der Wahrheit Früchte sehn, daß durch euch verherrlicht werde ener Vater in den Höh'n. 6 der Erdball untergeht, sein Gebot, sein Wort besteht!" K. 2. Garve 1763-1841. 72 Epiphanien: Jesu Amt und Wandel auf Erden. Mel.: Mir nach, spricht Christus. 101. Seil uns! des Vaters Ebenbild, der droben herrlich thronet, hat hier auf Erden hehr und mild gewandelt und gewohnet, und seine Huld und Herrlichkeit umhüllt ein schlichtes Pilgerkleid. 2. Er kam von seines Himmels Höh'n, die Menschen zu erlösen, voll Gnad' und Wahrheit göttlich schön sein Wort, sein Blick und Wesen. Ein stiller Glanz, ein himmlisch Licht umfloß sein menschlich Angesicht. 3. Er ging im Land umher, sein Herz voll Liebe und Erbarmen, er brachte Heilung jedem Schmerz und tröstete die Armen. Er sah die Unschuld freundlich an und Kindlein durften sich ihm nahn. denn ihrer ist das Himmelreich! 6. Und sieh, die Kindlein säumten nicht und nahten voll Vertrauen. Er neigete sein Angesicht, sie freundlich anzuschauen, hob sie empor auf Arm und Knie und segnete und herzte sie. 7. O du erhabner Kinderfreund, komm täglich zu uns wieder, und blicke, wann dein Tag erscheint, einst segnend auf uns nieder. Dann leit auch uns an deiner Hand, du trener Hirt, ins Baterland. Fr. A. Krummmacher 1767-1845. Mel.: Wie schön leucht't nns der Morgenstern. 102. Es ist in keinem Andern Heil, kein Name ward uns sonst zu Teil, 4. Jhm ging, den Säug- darin wir selig werden; den ling in dem Arm, die Mutter- Stein, den alle Welt verlieb' entgegen, frohlockend acht't, zum Eckstein hat ihn hüpft' ein bunter Schwarm Gott gemacht, im Himmel von Kindlein an den Wegen, und auf Erden. Droben loben und Jesus sah in stiller sel'ge Geister ihn als Meister Ruh' dem fröhlichen Ge- und wimmel zu. im Staube preist in Thränen ihn der Glaube. 5. Die Jünger wiesen sie 2. Viel Namen glänzten in zurück, da standen sie be- der Welt, sie funkelten am flommen, er aber sprach mit Himmelszelt und mußten mildem Blick: O, laßt sie doch zerstieben; erst prangten zu mir kommen, und seid sie im Heldenbuch, dann auch ihr den Kindern gleich, janken sie ins Leichentuch Passion: Jesu Leiden und Tod. und keiner ist geblieben., sich Trost in Sündennot, Reiner? Einer! Einer funkelt in Trübsal Kraft und Licht unverdunkelt durch die Zeiten, im Tod aus ihren stolzen ja durch tiefe Ewigkeiten. Lehren? Künste! Dünste! Trost für Schmerzen, Heil für Herzen, Mark des Lebens sucht bei euch die Welt vergebens. 3. Wo sind die stolzen Helden all', die hoch zu Roß den Erdenball mit Heeresmacht durchstürmten, die unersättlichKrieg aufKrieg undruhmestrunken Sieg auf Sieg der Welt zum Wunder türmten? Träume! Schäume! Schall in Lüften, Staub in Grüsten, Spiel für Kinder seid ihr Weltenüberwinder. 4. Was ist der Weisen Wissenschaft, was haben sie zu Tag geschafft, ein hungrig Herz zu nähren? Wer holt 73 Siebente Abteilung. Paffion: Jesu Leiden und Tod. Mel.: Schwing dich auf. 103. hilf, Christus, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir stets dir 5. Es ist in keinem andern Heil, kein Name ward uns sonst zu Teil im Himmel und auf Erden. Du süßer Name, Jesu Christ, der du der Psalm der Engel bist, sollst unser Lied auch werden! Seele, wähle: Hier die Bronnen ird'scher Wonnen, dort die Weide wahren Lebens, ew'ger Freude. Karl Gerok geboren 1815. Ursach' fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm u. schwach, dir Dankopfer schenken. Mich. Weiße 1531. unterthan all' Untugend meiNach eigener Melodie. den, deinen Tod und sein' 104. O Lamm Gottes, un Passion: Jesu Leiden und Tod. Mel.: Freu dich sehr. schuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, stets ge- 106. Sesu, deine tiefen Wunfunden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet; all' Sünd' hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; erbarm dich unser, o Jesu! den, deine Qual, dein bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in jeder Lebensnot. Fällt mir etwas Arges ein, denk' ich nur an deine Bein, die erlaubt nicht meinem Herzen, mit der Sündenlust zu scherzen. 74 2. Lamm Gottes, un schuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, stets gefunden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet; all' Sünd' hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; gieb deinen Frieden, o Jesu! Nit. Decius( N. vom Hof)+ 1541. Mel.: Erhalt uns Herr. 105. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Sohn Gottes und des Menschen Sohn, verherrlicht nun nach Schmach und Hohn, erlös uns von dem ew'gen Tod und tröst uns in der legten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd' und Schand' und reich uns deine mächt'ge Hand, daß wir im Kreuz geduldig sei'n, uns trösten deiner schweren Pein. 4. Laß schöpfen uns die Zuversicht, du werdest uns verlassen nicht, du werdest treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christof Bischer 1541-1600, 2. Will sich noch in Lüsten weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk' ich an dein Leiden, bald wird alles wieder gut. Kommt der Feind und seget mir heftig zu, halt' ich ihm für deine Gnad' und Gnadenzeichen; bald muß der Versucher weichen. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf die breite Sündenbahn, wo so viele fich verlieren, alsdann schau' ich ernstlich an deiner Marter schwere Last, die du ausgestanden hast; so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja für alles, was mich fränket, geben deine Wunden Kraft, wenn mein Herz darein sich senket, fühl' ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wendet mir das bittre Leid, weil du mir das Heil erworben, da du biſt für mich gestorben. 75 Passion: Jesu Leiden und Tod. 5. Auf dich setz' ich all' 4. Wie wunderbarlich ist mein Hoffen, du bist meine Zuversicht, dein Tod hat den Tod getroffen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe Teil, bringet Trost mir Schuß und Heil. Deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab' ich dich in meinem Herzen, Brunnquell aller Gütigkeit, so empfind' ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Jch verberge mich in dich, kein Feind kann verlegen mich. Wer vertraut auf deine Wunden, der hat selig überwunden. Joh. Heermann 1585-1647. doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herr selbst, der Gerechte, für seine Knechte! 5. O große Lieb'! o Lieb' ohn' alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden und du mußt leiden! 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann genug ich solche Treu' ausbreiten? Kein Menschenherz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 7. Doch ist noch etwas, das du wirst annehmen: Ich Nach eigener Melodie. 107. Herzliebster Jesu, was will, o Herr, des Fleisches hast du verbrochen, daß man ein solch' scharf Urteil die gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten bist du geraten? Lüste zähmen, daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. 8. Weil aber dies nicht 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angeficht geschlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall' getränket, ans Kreuz gehentet. steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 9. Dann werd' ich deine Gnad' und Huld betrachten, aus Lieb' zu dir die Welt für nichts mehr achten, bemeine Sünden haben dich mühen werd' ich mich, Herr, 3. Was ist die Ursach' aller solchen Plagen! Ach deinen Willen stets zu erfüllen. geschlagen! Ich, o Herr Jesu, habe das verschuldet, was du erduldet! 10. Jch werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz mehr Passion: Jesu Leiden und Tod. achten, keine Schmach und 4. O du wunderbarer Rat, Plagen; nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehm' ich zu Herzen. 11. Wenn dort, Herr Jesu, wird auf vor deinem Throne meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, dann will ich dir, wenn alles wohl wird klingen, mein Danklied singen. 76 den man nie ergründet; o der unerhörten That, die man nirgends findet! Was der Mensch, der Sünde Knecht, tropig hat verbrochen, büßt der Herr, der doch gerecht- wir sind freigesprochen. Joh. Heermann 1585-1647. Mel.: Christus, der uns selig macht. 5. Herr, dein Friede sei mit mir, und auf mein Gewissen, wenn es zaget, laß von dir Trost und Freude fließen. Trost ergießt in 108. Jesu, meiner Seele jedes Herz sich aus deinem Licht, Frende meiner Freu- Herzen und den bängsten den! Meines Lebens Zu- Seelenschmerz heilen Seine versicht fließt aus deinem Schmerzen. Leiden. Nimm den Dank in Gnaden an für die Todesschmerzen, ob ich gleich ihn bringen kann nur aus schwa chem Herzen. 6. Gieb, sobald mein Herz erschrickt, über Straf und Sünde, daß ich durch dein bung finde. Sieh, ich fall erquickt bald in ernster Reu' mit wahrhaft'ger Buße, mit Begier nach bess'rer Treu, Jeſu, dir zu Fuße! 2. Ich erwäg' es oft und viel, was dich angetrieben, Sünder ohne Maß und Ziel bis zum Tod zu lieben? Daß du Angst, Gewalt und Not, Schläg und Hohn in Ban den, Lästerung und Kreuz und Tod willig ausgestanden. 7. Ich will, weil ich mit dir frei werd' im Himmel erben, Herr, in deinen Armen treu leben und auch sterben, 3. War es unsre Würdig- bis man fröhlich sagen wird keit? Nur des Vaters Güte, nach den Todesbanden: Sieh deine Herzens Freundlichkeit dein König und dein Hirt, und dein treu Gemüte hat Jesus ist vorhanden. den Segen uns gebracht, daß kein Mensch verzaget, wann der Sünden Meng und Macht am Gewissen naget. Heinrich Held † 1660. Nach eigener Melodie. 109. Wenn mich die Sünden kränken, o, mein Herr Passion: Jesu Leiden und Tod. Jesu Christ, so laß mich wohl| than, und meinen Nächsten bedenken, wie du gestorben bist, und alle meine Sündenlast am Stamm des heil'gen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, wer es betrachtet recht: Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; selbst seinen eig'nen Sohn hat Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Drum sag' ich dir von Herzen, jetzt und mein Lebenlang, für deine Bein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Angst und bittre Not, für dein unschuldig Sterben, dein Lieben bis zum Tod. 4. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier. Laß mir nie kommen aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 5. Mein Kreuz und meine Plagen, und wär's auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und tren dem Beispiel folge, das du mir vorgestellt. 77 6. Laß mich an andern üben, was du an mir gelieben, gern dienen jedermann ohn' Eigennuß und Heuchelschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb' allein. 7. Laß endlich deine Wunden mich trösten fräftiglich in meinen letzten Stunden und es versichern mich: Weil ich auf dein Verdienst nur trau', du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau'. Just. Gesenius 1601-1671. Mel.: Zion flagt mit Angst und. 110. Sei mir tauſendmal gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet, das, womit ich dich betrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, wenn ich knie'n und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 2. Schreibe deine blut'gen Wunden, mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, drin mein ganzes Herze ruht. Laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb' und Gunst genießen. 3. Dich, dich will ich ewig halten, gieb mir, daß ich's ewig tann! Schaue meiner Passion: Jesu Leiden und Tod. Hände Falten und mich Ar- Rücken die Lasten, die mich men freundlich an; schau drücken viel schwerer, als ein vom hohen hohen Kreuzesstamm Stein. Du wirst ein Fluch, auf mich nieder, Gotteslamm! dagegen verleihst du mir den Sprich: Laß all' dein Trau- Segen, dein Leiden muß mein ern schwinden, ich, ich tilge Labsal sein. deine Sünden. Paul Gerhardt 1606-1676. 78 6. Wie bin ich dir verbunden all' Augenblick und Stunden zur höchsten DantNach eigener Melodie. 111. O Welt, sich hier dein barkeit. Was Leib und Seel' Leben, am Stamm des Kreu- vermögen, das bring' ich dir zes schweben, dein Heil sinkt entgegen zu deinem Dienſt in den Tod! Der große und Ruhm bereit. Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau die Plagen, die er am Kreuz muß tragen, bis sie der Tod ihm stillt. Aus seinem edlen Herzen vor unerhörten Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 7. Nun ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 3. Wer ist's, der dich geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so zugerichtet hat? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, und weißt von keiner Missethat. 4. Jch, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und deiner Martern großes Heer. 5. Du nimmst auf deinen 8. Ich will's vor Augen haben, mich stets daran erlaben, ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb' und unverfälschten Tren'. 9. Ich will daran erblicken, wie ich mein Herz soll schmicken mit stillem, sanftem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 10. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und widersagen den Lüsten dieser Welt. Was deine Augen Passion: Jesu Leiden und Tod. hassen, das will ich fliehn| ter, mein Hirte nimm mich und lassen, und gerne thun, an! Von dir, Quell' aller was dir gefällt. Güter, ist mir viel Guts gethan; dein Mund hat mich gelabet mit süßer Gnadenfost, dein Geist hat mich begabet mit reichem Himmelstrost. 11. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. P. Gerhardt 1606-1676. Nach eigener Melodie. 112. O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron', o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr' und Zier, jetzt aber frech verhöhnet, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor das Reich der Welt erschrickt und wird zunichte, wie bist du so entstellt, wie bist du so erbleichet! Wer hat der Augen Licht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht't? 3. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last; ich hab' es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh' ich Armer, der Zorn verdienet hat, gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad'. 79 5. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wann dir dein Herze bricht. Und wird dein Haupt erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 6. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich mich in dein Leiden, mein Heil, versenken soll. Ach möcht' ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir. 7. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deine Todesschmerzen, da du's so gemeint; ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wann ich einst erkalte, in dir mein Ende sei! 8. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir! Wenn ich den Tod soll 4. Erkenne mich, mein Hü-| leiden, so tritt du dann her Passion: Jesu Leiden und Tod. für! Wenn mir am aller- das Verderben. Die Straf bängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Bein! ist schwer, die Schuld ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Leiden und durch Sterben." 80 3. Ja, Vater, ja von Herzensgrund! leg auf, ich will's gern tragen. Mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Tagen." O Wunderlieb', o Liebesmacht, du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abdringen. Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen! Kreuzesstamm der Sünde 4. Du lässest ihn am Frevel büßen, du läßt ihn schlachten, wie ein Lamm, machst Herz und Adern fließen, das Herz mit seiner Seufzer Kraft, die Adern mit dem edlen Saft des purpurroten Blutes. O teures Lamm, Spott, Angst, Wunden, Strie- was soll ich dir erweisen da men, Kreuz und Tod und viel Gutes? für, daß du mir erzeiget so spricht: Ich will's gern leiden. 9. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod! Laß schaun zu deinem Bilde mich in der letzten Not! Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll fest an mein Herz dich drücken, wer so stirbt, der stirbt wohl. P. Gerhardt 1606-1676. Nach eigener Melodie. 113. Ein Lamm geht hin und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder. Es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder. Es geht dahin, wird matt und frank, ergiebt sich auf die Würgebant, entzicht sich allen Freuden. Es nimmt auf und 2. Das Lamm ist unser großer Freund, der Heiland unsrer Seelen. Ihn, ihn hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. ,, Geh hin, mein Kind und nimm dich an der Kinder, denn der Sünder Bhn führt sie in 5. Mein ganzes Leben will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz im Tode bricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich Passion: Jesu Leiden und Tod. dir, mein höchster Ruhm,| meine Plagen, hiermit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Es soll mein Lebensquell sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen, und was du mir zu gut gethan, das mill ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. P. Gerhardt 1606-1676. Mel.: Alle Menschen müssen. 114. Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben, tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach du hast ausgestanden, Lästerreden, Spott und Hohn, und du gingst in schweren Banden, du gerech ter Gottes Sohn, um mich Armen zu erretten von den argen Sündenketten. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 81 um zu segen mich in Ruh'. Ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen; tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 4. Bitter hat man dich verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt und mit Dornen dich gekrönet; was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich erquicken, mit der Ehrenkrone schmücken. Tausend- tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast lange Marterduld, selbst den herben Tod stunden ausgestanden mit Geempfunden, um zu büßen meine Schuld. Daß ich losgesprochen würde, trugest du der Qualen Bürde. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 6. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und Übermut, dein Tod meinen Tod versüßet; es kommt alles mir dein Berspeien muß zu Ehren zu gut. Dein Verspotten, mir gedeihen. Tausend- tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Wunden ließest du dir schlagen, ihren Schmerz ertrugest du, um zu heilen 7. Nun, ich danke dir von Herzen, Herr, für alle deine Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod, für dein 1 6 Passion: Jesu Leiden und Tod. Zittern, für dein Zagen, für 5. Wenn mich meine Sünde die tausendfachen Plagen, deine Angst und tiefe Pein, will ich ewig dankbar sein! 6. Chr. Homburg 1605-1681. Mel.: Schwing dich auf zu. 115. Jesu, deine Passion will ich jetzt bedenken. Wol left mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken! In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 82 will schrecken mit der Hölle, Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle! Dich und deine Passion laß mich gläubig fassen. Liebst du mich, o Gottessohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gieb auch Jesu, daß ich gern, dir das Kreuz nachtrage; daß ich Demut von dir lern' und Geduld in Plage; daß ich dir geb' Lieb' um Lieb'! Laß mein schwaches Lallen bis es kommt aus reinerm Trieb, Jesu, dir gefallen! Sigmund von Birken 1626-1681. Nach eigener Melodie. 2. Gieb, daß ich recht sehen mag deine Angst und Bande, deine Schläge, deine Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron', alle deine Wunden, deinen Tod, 116. O du Liebe meiner o Gottessohn, nach den Lei- Liebe, du erwünschte Seligdensstunden. keit, die du dich aus höchstem 3. Laß mich aber nicht all- Triebe in das jammervolle ein deine Marter sehen; laß Leid deines Leidens mir zu mich auch die Ursach' fein gute als ein Opfer eingeund die Frucht verstehen. stellt, und bezahlt mit deinem Ach, die Ursach' war auch ich, Blute alle Missethat der ich und meine Sünde, diese Welt! hat gemartert dich, daß ich Gnade finde. 2. Liebe, die mit blut'gen Thränen an dem Ölberg sich betrübt; Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich treu geliebt; Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt, und um Gottes Zorn zu stillen, gern die Laſt des Kreuzes trägt! 3. Liebe, die mit starkem 4. Jesu, lehr bedenken mich dies in Buß und Reue, hilf, daß ich mit Sünde dich martre nicht aufs neue! Sollt' ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was du selber büßen mußt mit so großen Leiden? Passion: Jesu Leiden und Tod. 83 Herzen allen Spott und Hohn| zerreißt, die Erde kracht und gehört; Liebe, die voll Angst es wird Nacht, weil ihn erund Schmerzen blieb im Tode greift des Todes Macht. unversehrt! Liebe, die sich liebend zeiget, da der Atem geht zu End'; Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt! 4. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuze mir erworben, ach, wie tröstet mich dein Blut! Ach, wie dank' ich deinen Wunden, schmerzenreiche Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft an deinem Herzen ruh'! 5. Liebe, die sich tot getränket und für mein erfaltet Herz in ein faltes Grab gesenket, ach, wie dank' ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, die du mir das Heil erworben, ew'ge Liebe, nimm mich an! Adam Dreese 1620-1701. Mel.: Ich hab' mein Sach' Gott. 117. Nun ist es alles wohl gemacht weil Jesus ruft: Es ist vollbracht. Er neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Leben, welches nie verdirbt. 2. Der Lebensfürst, dem niemand gleicht, der Herr der Herrlichkeit erbleicht, der Fels 3. Die Sonn' erlischt in ihrem Lauf, der Heil'gen Gräber thun sich auf, der Vorhang reißt von oben an, tum nun schauen kann! daß jedermann ins Heilig4. Weil denn die Kreatur sich regt, so werd' auch du, o Mensch, bewegt! Zerreißt ein Fels und du wirst nicht durch das Gericht erschüttert, daß dein Herze bricht? 5. Dein ist die Schuld, nimm dies in acht, daß Jesus ist ans Kreuz gebracht! Ihm, der für dich sein Leben gab, folg in das Grab und stirb dem Sündenleben ab! 6. Ach Vater, unter Pein und Hohn erblaßt am Kreuz dein ein'ger Sohn. Nun dies geschieht für meine Schuld, drum hab Geduld und schenk in ihm mir deine Huld! 7. Ertőt, o Jesu, selbst in mir das, was noch widerstehet dir, den alten Menschen, daß ich streb' und mich erheb' gen Himmel und dir, Jesu, leb'! 8. Ich will nun abgestorben sein der Sünd', und leben dir allein! Es hat dein Tod das Leben mir gebracht her6* Univ.- Bibl. Giessen 84 Passion: Jesu Leiden und Tod. für und aufgethan die Himmelsthür! 9. So will ich dich, Herr Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist, von Herzen preisen in der Zeit, und nach dem Streit voll Freud' und Wonn' in Ewigkeit. Laur. Laurenti 1660-1722. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 118. Seele, geh nach Golgatha, nahe dich zu Jesu Kreuze, und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize! Nur ein hartes Herz wie Stein kann hier unempfindlich sein. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd' und Himmel hangen, wie das Blut in Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen! Ach, der übergroßen Not, Jesus sinket in den Tod! 3. O Lamm Gottes ohne Schuld! Alles das hab' ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, giebst du dich am Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe, schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe! Dein für mich verblutend Herz setzt mich in den tiesten Schmerz! 5. Etwas weiß ich noch für dich, ich will dir mein Herz ergeben! Herr, laß mich beständiglich unter deinem Kreuze leben! Wie du mein, so will ich dein, lebend, leidend, sterbend sein. 6. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmähen! Laß mich dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen, führ in allem Krenze mich du willst, nur seliglich! wie 7. Endlich laß mich meine Not auch geduldig überwinden. Nirgends sonst soll mich der Tod als an deinem Kreuze finden, wer sich dies zur Zuflucht macht spricht getrost: Es ist vollbracht! Benjam. Schmold 1672-1737. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt. 119. Gottlob! Der Weg ist nun gebahnet, mein Jesus gehet selbst voran; auf ihn gestüßt, von ihm ermahnet betret' ich freudig seine Bahn. Er rufet selber: Folge mir! Ich folg', o ziehe mich nach dir! 2. Wie willig giebst du hin dein Leben! Du gehst mit Freuden in den Tod; da siehet man kein Widerstreben, du scheuest nicht die größte Not. Du siehst vor Passion: Jesu Leiden und Tod. 85 dir das Blutgericht und wei-| du mir bestimmt, weil ich chest doch, o Heiland, nicht. mir das zum Troste merke, daß alles Kreuz ein Ende nimmt. Die Dornenkrone hab' ich hier, die Siegeskrone dort bei dir. 3. ,, Wir gehn," so sprichst du auf dem Wege, es drängt dich niemand mit Gewalt, es warten auf dich Schmach und Schläge und doch sprichst du: Ich komme bald!" Dein Sterblied ist ein Lob gesang, dein Gang zum Tod ein Sieges gang. Benjam. Schmolc 1672-1737. Mel.: Mein Herz ermuntre dich. 4. So ich nun will dein 4. So ich nun will dein Jünger heißen, muß ich in deinen Spuren gehn und mich nicht lassen von dir reißen, wenn Not und Trübsal gleich entstehn. Wer sich nicht selbst verleugnen kann, den siehst du nicht als Jün120. Du gehst zum Garten, um zu beten, mein treuster Jesu, nimm mich mit! Laß mich an deine Seite treten, ich weiche von dir keinen Schritt! Ich will an dir, mein Lehrer, sehn, wie mein Gebet soll recht geschehn. und mit Zagen und bist his 2. Du gehst mit Zittern in den Tod betrübt. Ach! schlagen, daß ich die Sünde Dieses soll ins Herz mir so geliebt. Drum willst du, daß ein Herz voll Reu' mein Anfang zum Gebete jei. 3. Du reißest dich von allen Leuten, du suchst die stille Einsamkeit: So muß auch ich mich wohl bereiten und fliehen, was mein Herz zerstreut. Laß mich von aller Welt allein und nur mit dir beisammen sein. ger an. 5. Nimmst du das Kreuz auf deinen Rücken, so russt du mir auch: Folge nach. Ich will mich auch darunter bücken, ich achte künftig keine Schmach. Es wird dein Leiden, Kreuz und Bein mir dennoch lauter Ehre sein. 6. Wie sollt' ich mich auf Rosen weiden, da deine Stirne Dornen trägt? Ein Glied muß mit dem Haupte leiden, wie schwer auch Trübsal auf uns schlägt. Der Herr er duldet solche Bein, der Knecht wird ja nicht besser sein. 7. So will ich leiden, gieb mir Stärke, zu leiden, was 4. Du kniest und wirfst dich hin zur Erden, fällst nieder auf dein Angesicht, so muß die Demut sich gebärden, drum rühm' ich Asch und Staub mich nicht. Ich lieg' 86 Passion: Jesu Leiden und Tod. und beuge mich mit dir vor| geschehen, daß ich zur angemeinem Gott in Demut hier. nehmen Zeit auf ernstlich Beten freudenvoll den gleichen Segen ernten soll. 5. Du greifst voll Zuversicht und Liebe dem Vater tief ins treue Herz und rufst aus stärkstem Herzenstriebe: Mein Vater, Vater"! himmelwärts. Ach Glaub' und Liebe sind mir not, sonst ist mein Leben falt und tot. 10. Mein Jesu, hilf mir, so zu beten, wie mich dein heilig Vorbild lehrt! So kann ich frei zum Vater treten und werde stets von ihm erhört. So bet' ich mich zum Himmel ein und will dir ewig dankbar sein. Joh. Konr. Klemm+ 1763. Nach eigener Melodie.' 121. Der am Kreuz meine Liebe, meine Lieb' ist ist Jesus Christ! Weg ihr arFleisch mit eurer List! Eure gen Sündentriebe, Welt und Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb' ist gar der Tod! Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Liebe, Frevler, was befrem2. Der am Kreuz' ist meine det's dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich; so ist er mein Friedensschild, aber auch mein Lebensbild. Der sorgst du für sie mit höchster am Kreuz' ist meine Liebe, Müh. Mein Beten bleibet ohne Frucht, wenn es des Nächsten Heil nicht sucht. weil ich mich im Glauben übe. 11 6. Geduldig Lamm, wie hälst du stille, hälst im Gebete dreimal an. Es ist dein heilig guter Wille, ich soll so thun, wie du gethan, hilft Gott nicht gleich aufs erste mal, so ruf und bet' ich ohne Zahl. 7. Dein Wille senkt sich in den Willen des allerbesten Vaters ein; in ihm muß auch mein Herz fich stillen, wofern ich will erhöret sein. Drum bet' ich in Gelassenheit: Was mein Gott will, gescheh' allzeit. 8. Obgleich die Jünger dein vergessen, gedenkst du doch getreu an sie, und da dich alle Martern pressen, 9. Du Herr erlangest auf dein Flehen Trost, Kraft, Sieg, Leben, Herrlichkeit. Und so wird's auch mit mir 3. Der am Kreuz' ist meine Liebe, Sünde, du bist mir verhaßt! Weh' mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz' erblaßt! Kreuzigt Passion: Jesu Leiden und Tod. ich nicht Gottes Sohn?| der Worte, die du sprachst Trät' ich nicht sein Blut mit in hoher Bein, vor der offHohn? Der am Kreuz' ist nen Todespforte, soll auch meine Liebe, weil ich mich mir zum Segen sein! Mir im Glauben übe. mein Trost, wenn ich einst scheide, meiner Seele Lust und Weide. Nun ich so gerüstet bin, kann ich froh zum Himmel ziehn. 2. ,, Vater", batest du,„ laß diesen ihren blinden Frevel nach"! Edle Langmut, sei gepriesen! Ich auch will nicht eig'ne Rach' wider meinen Nächsten hegen und mir selbst den Weg verlegen. Jesu, deine reiche Huld tilge mein' und seine Schuld! 4. Der am Kreuz' ist meine Liebe, Sündenangst, nun schweige du! Gott zeigt seine Liebestriebe und schenkt meinem Herzen Ruh', denn es floß ja mir zu gut seines Sohnes teures Blut. Der am Kreuz' ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz' ist meine Liebe! Keine Trübsal noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesu los; nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz' ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 87 6. Der am Kreuz' ist meine Liebe! Nun ist auch der Tod mein Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint; da reint; da werd' ich den Heiland sehn und am Thron des Vaters stehn. Der am Kreuz' ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Joh. Greding 1676-1748. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben. 122. Mittler, alle Kraft 3. Liebreich wiesest du dem Jünger an dem blut'gen Kreuze, du, großer Friedenswiederbringer, deine arme Mutter zu. Gieb, daß die, so ich verlasse, trene Liebe auch umfasse, und in deiner Lieb' und Treu' eins des andern Zuflucht sei! 4. ,, Heute," welch' ein tröſtlich Heute! Heute," sprachſt du, soll gewiß deine Seele nach dem Streite sein mit mir im Paradies!" Dieses lasse wie dem Schächer, so auch mir, o Todeśrächer, bricht der Augen matter Schein, meiner Seele Leitstern sein. 5. ,, Ach, warum bin ich 88 Passion: Jesu Leiden und Tod. verlassen, o mein Gott, mein Gott von dir!" Jesu, wie ist dies zu fassen? Klagst du so, wie geht's dann mir? Durch dein Klagen, durch dein Ringen willst du meine Seele bringen, trotz der Sünden Scheidewand, in des Himmels Ruhestand. 6. Aber welch' ein heißes Dürsten klagt der ausgedörrte Mund meines reichen Lebensfürsten noch in der Vollendungsstund'! Mir, bei meiner Lippen Lechzen, und bei meiner Seele Achzen, wenn kein Trost sonst in der Welt, bleibt zum Labsal dies bestellt. 11 7. Nun, nun ist das Heil erworben, denn du sagst: Es ist vollbracht!" Jesu, eh' du noch gestorben, leuchtet schon die Siegesmacht! Laß nun immerhin geschehen, was an Schmerzen auszustehen, du, Vollender, bist in mir und vollendet ich in dir! 8. ,, Bater," rufst du, ,, ich befehle deinen Händen meinen Geist!" Scheidet einst auch meine Seele, so vertritt mich allermeist! Wann der letzte Zug vorhanden, lös mich des Todes Banden, nimm, Herr, deines Pilgrims wahr, stelle mich dem Vater dar! aus 9. Jesu, deine hohen Worte fühl' ich froh in meiner Brust. Ja, zum schönen Freudenorte, dessen Trost mir nun bewußt, will ich mich mit dir erheben, dort bei dir, o Heiland, leben. Zu der Sel'gen frohem Chor heb, o Retter, mich empor. Joh. Alb. Bengel 1687-1752. Mel.: Herzliebster Jesu, was. 123. Ich danke dir in glaubensvoller Reue, du Wunderfür deinen Rat der unergott der unerhörten Treue, forschten Triebe und süße Liebe! 2. Du sahest wohl die Lasten, die mich drücken, du nahmest sie von meinem schwachen Rücken, du dachteſt gleich, dich eines solchen Armen recht zu erbarmen. 3. Dein Sohn ist's selbst, der solche Bürde träget, du hast sie ihm, dem Stärkern, auferleget. Er stirbt, daß mich die Sünde nicht verdamme, am Kreuzes stamme. 4. Herr Jesu Christ, ich preise deine Liebe, in der du stirbst, daß ich lebendig bliebe, dein Herz entbrennet gegen Menschenkinder, die armen Sünder. 5. Für mich, gottlob, gleich wie für meine Brüder, für mich, mein Haupt, das Passion: Jesu Leiden und Tod. 89 kleinste deiner Glieder, für Straf' erduldet, vergieb mir mich sind dir die Glieder so zerstochen, das Herz zerbrochen. doch die großen Frevelthaten aus lauter Gnaden. 6. Du zeigest mir die Male deiner Wunden, da hab' ich dein und mein Herz erst gefunden, da hab' ich Mut und einen Grund zum Hoffen erst angetroffen. 7. Sie können mir zu Trost und Freude taugen, ich schau hinein mit offnen Glaubensaugen und rufe nun, je mehr ich solches prüfe: O welche Tiefe! 8. Jch bitte dich, o Jesu, durch dein Leiden, durch jede Qual, die du bei deinem Scheiden auf Golgatha, am blut'gen Kreuz empfunden, durch deine Wunden: 9. Ach, laß mich doch die Sünden recht beweinen, weil ihrer viel wie Sand am Meer erscheinen, wie konnt' ich doch so Schändliches verüben und dich betrüben? 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen: 3. Welch' wundervoll, hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde. Sie reuen mich von gan- 4. Gott ist gerecht, ein zem Herzensgrunde. barme dich, laß Gnade mein Flehen für Recht ergehen! Er- Rächer alles Bösen; Gott iſt auf die Lieb' und läßt die Welt erlösen: Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 10. Jch flag' es dir mit meinem schwachen Munde: 12. Herr, heile mich, sonst heilt mich nichts auf Erden, hilf mir, so wird mir recht geholfen werden, erneure du den Bund, den ich zerrissen mir im Gewissen! Ph. Fr. Hiller 1699-1769. 11. Ach, handle nicht so, wie ich es verschuldet; du hast ja selbst so Schuld als Mel.: Herzliebster Jesu. 124. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder, Passion: Jesu Leiden und Tod. es stürzt mich tief und es er-| Blute. Du hast mein Heil, hebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken, soll ich darum in meinem Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist, Gnad' und Lieb' erweisen; uns kommt es zu, sie demutsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 2. Es ist vollbracht! Er ruht nun von der Qual, des Herz für uns nur schlug, der 9. Laß deinen Geist mich ungemach und Leiden ohne stets, mein Heiland, lehren, Zahl für uns aus Liebe trug. dein göttlich Kreuz im Glau- Nun wird er bei dem Vater ben zu verehren, daß ich, ge- droben zu Macht und Herrtreu in dem Beruf der Liebe lichkeit erhoben. Es ist vollmich christlich übe. bracht! 90 10. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir er lauben und an dich glauben? 11. Unendlich Glück! Du littest uns zu gute, ich bin verföhnt mit deinem teuern 12. So bin ich denn schon selig hier im Glauben; so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben; so werd' ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben. Chr. F. Gellert 1715-1769. Mel.: Es ist genug. 125. Es ist vollbracht das Opfer für die Welt, das Licht der Wahrheit siegt; es wird die Nacht, des Frrtums Nacht erhellt, die auf der Menschheit liegt. Der Gottgesandte hat vollendet, sein Blut für unser Heil verpfändet. Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht, des Vaters Rat erfüllt, erfüllt zu seinem Ruhm. Der Vorhang riß; auf ewig ward's ent= hüllt, der Liebe Heiligtum. Die Mörder des Entschlafnen beben, ob er gleich ihnen mild vergeben. Es ist vollbracht! Passion: Jesu Leiden und Tod. 4. Es ist vollbracht! Wer| so ruhig und entschlossen auch sah nicht Gottes Spur, als meiner Sünde Strafe trug. er am Kreuz entschlief! Die Sonn' erlosch, Angst faßte die Natur, die Erde bebte tief, es spalteten sich Felsenwände als nun sein Leiden ging zu Ende. Es ist vollbracht! 2. Ja, in den stillsten meiner Stunden will ich nach deinem Kreuze sehn und dich, o Herr, für deine Wunden mit tief gerührtem Dank erhöhn. O laß mich deine Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie im Undank es vergessen, was du für mich gelitten hast. 3. Mir sollen diese Feierzeiten der größten Liebe heilig sein; still soll dein Kreuz mich stets begleiten und jede meiner Stunden weihn. Dein Leiden sei mein höchster Segen, dein Tod mein seligster Gewinn; mein Herz schlägt dir voll Dank entgegen, daß ich durch dich erlöset bin. 4. Bleibt mir zu allen Zeiten teuer, Gethsemane und Golgatha, ihr Stätten, wo die Welt die Feier der allergrößten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt Und starb, auf ihn allein will ich vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb! Christoph Meister 1738-1811. Nach eigener Melodie. 127. Ach, sieh ihn dulden, bluten, sterben! O meine Seele, sag ihm frommen Dank! Sieh Gottes eignen 5. Es ist vollbracht! Und ach, ein menschlich Herz blieb' kalt, schlüg' ohne Dank am Kreuze des, der unterm tiefsten Schmerz für uns zum Tode sant? Wer sollte nicht mit heißen Zähren ihm heute Lieb' und Trene schwören? Es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Ach, ewig feierlich sei mir sein Todestag! Noch kraftvoll sei, zu preisen, Mittler, dich, mein letter Herzensschlag! Hinauf zu dir blickt' ich am Ziele und ruf' voll hoher Dankgefühle: Es ist vollbracht! Nach Julius G. Sinz( um 1799). Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. 126. Laß mir die Feier deiner Leiden, o mein Erlöser, heilig sein! Sie lehre mich die Sünde meiden und dir mein ganzes Leben weihn, dir, dessen Blut für mich geflossen, des Herz für mich noch sterbend schlug, und der 91 Passion: Jesu Leiden und Tod. Sohn und Erben, wie mäch-| Lehre, ich baue fest darauf tig ihn die Menschenliebe in jeder Not. Unschuldig drang! Wo ist ein Freund, littest du, doch Preis und der je, was er, gethan, der so, wie er, für Sünder sterben kann? Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigentum. 2. Wie dunkel waren jene Stunden, o Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden, doch floß dein heilig Blut zum Trost für mich und ruft noch heute mir ermunternd zu, daß du mich liebst, du treuer Heiland du! 6. Herr, dein Vorbild soll mich lehren, die Unschuld sei das schönste Ehrenkleid, gern will ich deine Stimme hören, und willig thun, mir dein Wort gebeut, die Dankbarkeit dringt innigst mich dazu, wer hat es mehr um mich verdient als du? 92 3. So sollt' es sein, du mußtest leiden, dein Tod macht mir des Vaters Liebe fund, er wird für mich ein Quell der Freuden, ein Siegel auf den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott für mich zum Opfer giebt, so fest steht es, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und Gottes Erbe, ich seh' getrost ins Vaterherz hinein, wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, kann ich unmöglich je verloren sein. Wenn Sonne, Mond und Erde untergehn, so bleibt mir Gottes Gnade ewig stehn. 5. Ja, mir zum Trost und dir zur Ehre gereicht dein ganzer Kampf, dein Kreuzestod; bestätigt ist nun deine 7. Nie will ich mich an Feinden rächen, auch dies lern' ich, mein Heiland, hier von dir, nie Gottes Schickung widersprechen, wär' auch sein Pfad jetzt noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst du selbst zum Ziele hin, ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. 8. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Auch du schliefst einst im Grab, o Seelenfreund! Mag meinen Staub die Erde decken, wenn mir dereinst des Todes Nacht erscheint. Der Gott, der dir das Leben wiedergab, wälzt auch den Stein dereinst von meinem Grab. 8. Nimm hin den Dank für deine Plagen, mein Retter, den die treue Liebe bringt! Viel schöner will ich's dort dir sagen, wo dich mein Geist Passion: Jesu Leiden und Tod. im Engelchor besingt, dann du darauf dein Amen, treustimmen alle Sel'gen fröhlich ein, der ganze Himmel soll dann Zeuge sein. Joh. Aug. Hermes 1736-1822. Mel.: Die wir uns allhier. ster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen: Das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund. Albert Knapp 1798-1864. 128. Eines wünsch' ich mir vor allem andern, eine Speise früh und spät; selig läßt's im Thränenthal sich wandern, wenn dies eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, der mit blut'gem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlig niedersank und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm, wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld; hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh' es auf des Hirten Ruf geachtet und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein! Sprich 93 Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 129. Duschaust wohl Christi Leiden an und denkst in deinem Sinne, das hat der Herr für mich gethan, daß ich bei Gott gewinne durch seine große Gnad' und Huld Erlaß für meine Sündenschuld, die mich zu Boden drücket. 2. Doch hast du auch daran gedacht, daß dir sein bittres Sterben nur dann allein hat Heil gebracht und Rettung vom Verderben, wenn du mit ihm, der für dich stritt und bittern Tod am Kreuz' erlitt der Welt bist abgestorben? 3. Da, wo dein Schaß ist, sei dein Herz! O sieh, voll Blut und Wunden hängt Gottes Sohn in Qual und Schmerz, ans Marterholz gebunden! So geh mit deinem Herzen ein in deines Herren Angst und Bein und stirb, wie er gestorben! 4. Ja, streite mit ihm wie Passion: Jesu Leiden und Tod. er stritt und teile seine Wun- dem Streit, dem Tod ein den; und leide mit ihm wie er litt, bis du nach bangen Stunden darfst rufen mit ihm durch die Nacht, von seinem Kreuz: Es ist vollbracht! Dann erst bist du gerettet. 5. Ein ew'ger Friede folgt 94 Karsamstag. Nach eigener Melodie. 130. Traurigkeit, o Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind wird in's Grab getragen. 2. O große Not, der Herr liegt tot! Am Kreuz ist er gestorben; hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb' erworben. ew'ges Leben und ewige Gerechtigkeit wird dir dein Heiland geben, der freundlich ruft: Mein Leidgenoß, das Blut, das ich für dich vergoß, tilgt alle deine Sünden! 3. Sturm geb. 1816. 3. O Menschenfind, nur deine Sünd' hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. Mel.: D Traurigkeit. 131. So ruhest du, o meine Ruh, in deines Grabes Höhle und erweckst durch deinen Tod meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Bein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 5. O Jesu, du mein' Hilf' und Ruh', ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. Joh. Nist 1607-1667, 3. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken: Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 4. Sie wird mir sein ein 4. O selig ist zu aller Frist, der dieses recht beden- Kämmerlein, da ich im Frieden liege, weil ich nun durch fet, wie der Herr der Herr- deinen Tod Tod und Grab lichkeit wird ins Grab gesenket. besiege. 5. Nein, nichts verdirbt, der Leib nur stirbt, doch werd' ich auferstehen und mit dir, o Herr, verklärt ein zum Himmel gehen. 6. Indes will ich, mein Oftern. Jesu, dich in meine Seele 4. Wie selig ruhn die Tosenken und an deinen bittern ten nun, die in dem Herrn Tod bis zum Tod gedenken. Sal, Frank 1659-1725. verschieden! All' ihr Werk folgt ihnen nach, ja, sie ruhn in Frieden. Mel.: D Traurigkeit. 132. Nun gingst auch du zur Sabbatsruh ins stille Grab hinüber; deine Arbeit ist gethan, all' dein Leid vorüber. 2. Nichts kränkt dich mehr, Fried' ist umher; dein Herz hat ausgeschlagen, das im heißen Kampf für uns unsre Sünd' getragen. 3. Erdengruft, du dunkle Kluft, wie heilig und voll Segen wurdest du, seit Gottes Sohn hat im Grab geLegen! 5. O Sabbatsruh', durch welche du uns jede Ruh' erworben, wo du wie ein Saatkorn lagst in der Erd' erstorben. so wär' die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, wir 95 batsruh' die tiefbetrübten 6. Herr, führe du zur SabSeelen, die um ihre Sündenlast sich in Reue quälen. 7. Laß deiner Heerd, o Heiland wert, bald ihren Sabbat kommen, wo sie allem Kampf und Leid ewig ist entnommen! Vikt. von Strauß geb. 1809. Achte Abteilung. Ostern. Nach eigener Melodie. 133. Christ ist erstanden von der Marter alle; des soll'n wir alle froh sein, Christ will luja! Des soll'n wir alle froh 3. Halleluja, halleluja, halleunser Trost sein. Halleluja! sein, Christ will unser Trost 2. Wär' er nicht erstanden, sein. Halleluja. loben den Herrn Jesum Christ. Halleluja. Angeblich M. Luther 1483-1546. 96 Oftern. Mel.: In dich hab' ich gehoffet. 134. Preist Gott in dieser Freudenzeit! Die Sonne der Gerechtigkeit erquicket Herz und Glieder; sie dringt mit Macht aus dunkler Nacht und bringt den Frühling wieder. 2. Das ist der Sieg'sfürst Jesus Christ, der heut' vom Grab erstanden ist und hat den Sieg errungen; nun ist der Tod und alle Not in seinem Sieg verschlungen. 3. Auch hat des Überwinders Macht viel Güter aus dem Grab gebracht, die will er gern uns geben: Das edle Kleid, Gerechtigkeit", Licht, Freud' und ew'ges Leben. 4. Drum geb' ich, was ich hab' und bin in deine Hand, o Jesu, hin, mein höchster Trost auf Erden! Dein Sieg ist mein und ich bin dein; nichts soll mir lieber werden. Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja! 5. Laß mich mit dir zu Grabe gehn, mit dir im Glauben auferstehn und allen Lüsten steuern, daß nach der Zeit in höchster Freud' ich Ostern möge feiern. Bernh. von Derschau 1591-1639. 2. Nicht mehr als nur drei Tage lang, bleibt Gottes Sohn im Todeszwang. Am dritten Tag durchs Grab er dringt, und hoch die Siegesfahne schwingt. Halleluja! 4. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Und stürb' gleich alle Welt mir ab, g'nug, daß ich Christum bei mir hab'! Halleluja! 5. Er pflegt, er schüßt, er tröstet mich, sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da komm' ich hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Halleluja! 6. Durch seiner Auferstehung Kraft, komm' ich zur Himmelsbürgerschaft. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt und mit Barmherzigkeit gekrönt. Halleluja! 7. Mein Herz darf nicht entseßen sich, Gott und die Engel lieben mich. Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Ver- Furcht und Traurigkeit. HalleHeld! Wo ist ein Feind, den 3. Wunder groß; o starker er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja! Mel.: Wir singen dir Immanuel. 135. Früh morgens, da die Sonn' aufgeht, mein Heiland, Christus, aufersteht. trieben ist der Sünden Nacht, luja! Ostern. 8. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größrem Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis! Halleluja! Joh. Heermann 1585-1647. Mel.: Es ist gewißlich an der. 136. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn' ist aufgegangen. Ermuntre dich, mein Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thür gebrochen aus dem Grab herfür, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab' der Sünden auf und such ein neues Leben, vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ist und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesus sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt, und strebe nach dem Himmelszelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud' und Wonne leben. Wirf dein An97 liegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Wohlauf mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden, er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst, und Gott im Glauben dienest. 6. Ach, mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 7. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Überwindern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. 2. Laurenti 1660-1722, Mel.: Christus ist mein Leben. 137. Willkommen Held im Streite aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; du trittst in unsre Mitten und bringst den Osterfried'. 3. Der Feind ist schon ge7 98 Oftern. schlagen mit seinem Trog und Spott. Wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. 4. Ach, teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus! Wir alle kommen heute des wegen in dein Haus. 5. Laß unser aller Sünden mit dir begraben sein, uns einen Schaß hier finden, der ewig kann erfreun. 6. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir, was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 7. Wir wollen hier fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur selig mit dir auch auferstehn. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Stachel ist nun stumpf, wir sind bei Gott in Gnaden und rufen schon: Triumph! B. Schmold 1672-1737. Mel.: Jesus meine Zuversicht. 138. Halleluja! Jesus lebt, Tod und Hölle sind bezwungen. Totengruft und Erde bebt, da der Herr hindurchgedrungen; geht nicht mehr nach Golgatha! Jesus lebt, Halleluja! 2. Halleluja, seht das Grab, die ihr seinen Tod beweinet! Wischet eure Thränen ab, weil die helle Sonne scheinet, euer Heiland ist nicht da: Jesus lebt, Halleluja! 3. Halleluja, suchet nicht den Lebend'gen bei den Toten, glaubet freudig dem Bericht Ser verklärten Osterboten. Diese wissen, was geschah: Jesus lebt, Halleluja! 4. Halleluja! Dieſes Wort soll mich wiederum beleben. Kann ich gleich nicht an den Ort seines Grabes mich begeben, g'nug, daß es mein Glaube sah: Jesus lebt, HalleLuja! 5. Halleluja! Er wird mir Leben in dem Tode geben. Also sterb' ich freudig hier, Christi Tod ist nun mein Leben. Nur getrost, ich glaube ja: Jesus lebt, Halleluja! Benj. Schmold 1672-1737. Mel.: Balet will ich Dir geben. 139. Ich geh' zu deinem Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, und mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht; wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch' und Staub vermehrt, Ostern. weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du ruhest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh' an diesem Orte habe, drückst mir die Augen zu; so soll mir gar nicht grauen, wann mein Gesicht vergeht, ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei, wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei; du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt, da werd' ich dich erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich, da warten Himmelskronen in deiner Hand auf mich. 6. meines Lebens Leben, o meines Todes Tod, ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not. Ich will mein Lager machen in deine liebe Gruft, da werd' ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. 99 mit Sehnen über Feld nach Emmaus, ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seelen voll Verdruß, und sie wechseln Klageworte; doch es ist von ihrem Orte schon der Meister gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; sie bejammern ihre Schmerzen, ihre Not und Ungemach. Mancher wandert gar alleine, daß er zur Genüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei? 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, nimmt er liebend daran Teil, er bemerket die Gebrechen, spendet Trost und bringet Heil. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir glaubenslos oft träumen, er hat alles im Gesicht; seine Treu' verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wann ich meiner Eitelkeit und der Sünde nachgehangen; o, der unglücksel'gen Zeit, die ich Armer so verloren! Doch er hat mich neu geboren, Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wiederbracht. 5. Oft schon hab' ichs auch empfunden, Jesus läßt mich 140. 3wei der Jünger gehn nicht allein, Jesus stellt zur Benj. Schmold 1672-1737. Mel.: Alle Menschen müssen. 7* Ostern. rechten Stunden sich mit ein Helfer zeigt; bleib alsseinem Beistand ein. Wenn ich mich in Leid verzehre, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hilfe da. dann in unsrer Mitten, wie dich deine Jünger bitten, bis du sie getröstet hast: Bleibe, bleibe, teurer Gast. Lud. Neunherz 1653-1737. 100 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir! Kommt die Welt, mich anzufeinden, ach, so sei du auch allhier! Wenn mich Trübfalswetter schrecken, wollst du mächtig mich be decken! Komm, in meinem Geist zu ruhn, was du willst, das will ich thun! 7. Bin ich traurig und betrübet, Herr, so ruf mir in den Sinn, daß mich deine Seele liebet und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich fester gründen; laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, oder in der stillen Kammer tief bekümmert zu dir flehn! Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, sprich dann ihren Seelen zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Hilf, wann es will Abend werden und der Lebenstag sich neigt, wann dem dunklen Aug' auf Erden, nirgends sich met.: Sollt ich meinem Gott nicht singen. 141. Überwinder, nimm die Palmen, die dein Zion heute bringt, das mit frohen Osterpsalmen den erkämpften Sieg Wo ist nun der besingt. Feinde Pochen und der Würger Nacht vorbei und sein Stachel da des Todes ist zerbrochen? Tod und Teufel liegen da: Gott sei Dank, Halleluja! zeichen, glänzen aus dem Grab 2. Laß nun deine Siegesempor! Was kann deiner Krone gleichen? Held und König tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen; Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Halleluja! Beute deiner armen Herde mit, 3. Teile, großer Fürst, die die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gieb uns allen, o so jauchzet Herz und Mut, weil das Los so wundergut und aufs lieb Oftern. lichste gefallen; denn der Ölzweig grünet da: Gott sei Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl zum Herzen gehn; gieb Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o, so fördre selbst den Lauf; rufe mächtig: Wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen und der helle Tag ist da: Gott sei Dant, Halle luja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die letzte Stunde schlägt, weil uns in des Himmels Auen ist die Krone beigelegt. Laß uns in den höchsten Nöten, mitten in der Todespein voll des Glaubenstrostes sein. O so kann der Tod nicht töten, denn die Hoffnung blühet da: Gott sei Dank, Halleluja! 101 7. Wecke die erstorbnen Glieder endlich aus der dunkeln Nacht, daß des Geistes Hülle wieder in verklärtem Glanz erwacht, dann wirst du die Krone geben; während wir aus voller Brust, Herr, in engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben. Selig sprechen wir allda: Gott sei Dank, Halleluja! Christ. Lud. Taddel 1706-1775. Mel.: Jesus meine Zuversicht. 142. Jesus lebt, mit ihm auch ich, Tod, wo sind nun deine Schrecken? Jesus lebt und wird auch mich von den Toden auferwecken. Er verflärt mich in sein Licht, dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' ich auch zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dies ist meine Zuversicht. 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Gruft und Bahre weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugedort in voller Kraft erscheint. sagt, daß der Sünder sich Sind wir sterblich hier geboren, o so nimmt das kühle Grab nichts als nur was irdisch ab und der Staub ist unverloren. Unser Hirte hütet da: Gott sei Dank, Halleluja! bekehre. Gott verstößt in Christo nicht, dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein und den Lüsten wider 102 Oftern. streben. Er verläßt den Schwachen nicht, dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu jeder Pflicht, dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie glaubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. F. Gellert 1715-1769. Mel.: Vom Himmel hoch. 143. Erinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtnis Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien' und spräche: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir! 3. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war; sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! 4. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 5. Vor seinem Thron in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein: Ach, welche Herrlichkeit ist mein! 6. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllest mein Vertraun, dich in der Herrlichkeit zu schaun. 7. Ich soll, wenn du, o Lebensfürst, einst in den Wolken kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. 8. Mit deiner heil'gen immerdar, mit allen Frommen Engelschar soll ich dich loben aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 9. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'! 10. Er ist's, der alles in uns schafft, sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! Chr. Fürcht. Gellert 1715-1769. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 144. Lobt den Höchsten, Je= sus lebet. Erlöste Menschen, auf, erhebet des Welterlösers Ostern. Majestät! Hört's, betrübte| west der Leib gleich in der Sünder, gebet der Freude Gruft. Raum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht! D Seele, dein Gesang erschalle ihm zum Dank, ihm zur Ehre! Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil Seine Hand den Sieg behält! Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlaf'nen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie erneut zur Frühlingszeit sich alles regt und alles freut. 5. Auferstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat! Únnennbare Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind sie unser Teil, bald krönet uns das Heil deines Lebens. Halleluja! Der Herr ist nah; bald ist der Tag des Sieges da. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! Lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Siege Teil, den er erstritt! Sb auch ihr dem Tod erlieget, er hat für euch den Tod besieget; er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig sein? Ihr könnt getrost euch freun! Jesus lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit, derselbe gestern und auch heut'. 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger nächer, wenn ihr die Schuld mit Ernst bereut. Durch des Todes Überwinder ist er dem reuevollen Sünder ein Vater der Barmherzigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, mit Kraft zum Glaubenslauf ihn zu segnen. Preis sei der Huld, die mit Geduld uns trägt und tilget unsre Schuld! 103 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verChristof Christian Sturm 1740-1786. Mel.: Sollt' ich meinem Gott nicht singen. 145. Auferstanden, auferstanden ist der Herr, der uns versöhnt; seht, wie hat nach Schmach und Banden Gott mit Ehren ihn gekrönt. Dort auf seines Vaters Throne, über Schmerz und Tod erhöht, herrscht er nun in Majestät. Fallet nieder vor dem Sohne, der uns einst zu sich erhebt! Halleluja! Jesus lebt. 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, da er starb auf Golgatha, rühmt es laut in Ostern. allen Landen, was sein Mund| Unser Herr hat überwunden! verhieß, geschah. Wer kann der uns einst zu sich erhebt, ihm noch widerstreben, mäch- Halleluja! Jesus lebt. tig steigt der Held empor, im Triumph bricht er hervor. Seht des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt! Halleluja! Jesus lebt. 3. Uns vom Tode zu befreien, sank er in des Grabes Nacht; uns zum Leben zu erneuen, steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen, deine Schrecken sind gedämpft, deine Herrschaft ist bekämpft und das Leben ist errungen. Ob man unsern Leib begräbt: Halleluja! Jesus lebt. 104 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin; laßt uns ihm zur Ehre Leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden im Gedächtnis Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist. Unvergänglich sind die Freuden des, der nach dem Himmel Halleluja! Jesus lebt. strebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder! Er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Preis und Dank! Rühmt es in Versuchungsstunden, wenn euch Sünd' und Elend droht, rühmt es in der Todesnot: Nach 3. F. Danneil 1719-1772. von Chr. Sturm 1740-1786. Mel.: O heil'ger Geist kehr bei uns ein. 146. Frohlockt dem Herrn, bringt Lob und Dank ihm, der des Todes Macht bezwang, und uns vom Staub erhöhte! Der große Sieger überwand, Nacht war um ihn und sie verschwand in helle Morgenröre. Bebet, gebet, stolze Spötter, unserm Retter Preis und Ehre! Glaubt an ihn und seine Lehre! 2. Heil uns, des Heilands Grab ist leer! Fest stehet wie ein Fels im Meer das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut, er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wut zerbrochen. Mächtig, prächtig ist der Sieger, Gottes Krieger, auferstanden und macht seinen Feind zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab; sei mir gegrüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille! Nur wenig Tage werden's sein, o dann empfängst du mein Gebein in deiner Schattenhülle. Freude, Freude! meine Glieder werden wieder auf Oftern. erstehen; meinen Heiland werd'| bei uns sein, wenn alles uns ich sehen. verläßt, und so soll dieser Tag uns sein ein Welterlösungsfest! D. Schiebeler 1741-1771. Mel.: Ich finge dir mit Herz. 147. Ich sag es jedem, daß er lebt und auferstanden ist, daß er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt es seinem Freunde gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland, ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunst schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel aus, und wer nur hört auf seinen Rat, kommt auch ins Baterhaus. 105 6. Nun weine keiner mehr allhier, wann eins die Augen schließt, vom Wiedersehn spät oder früh wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That ein jeder frischer glühn, denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun Fried. Ludw. v. Hardenberg, ( Novalis) 1772-1801. Mel.: Wachet auf, ruft uns. 148. Halleluja! Jauchzt ihr Chöre, singt Jesu Christo Preis und Ehre, wie groß und herrlich ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht! Preis ihm, er hat's vollbracht! Halleluja, er hat's vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Grab und Tod bezwungen, von ihren Schrecken uns befreit. Wirvon Gott gefall'ne Sünder sind nun mit ihm versöhnte Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christus, dir, ruhn in Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht das Licht des ew'gen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm 106 Oftern. Marter und nach Tod das Leben aufersteht. geben, dem Staube, der dir| Werken geht, und daß nach teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus unser Mittler lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne! Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! D was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran, wir folgen dir in deine Ruh. G. Bened. Funt 1734-1814. Mel: Lobt Gott ihr Christen allzugleich. 149. Das Grab ist leer, das Grab ist leer, erstanden ist der Held! Das Leben ist des Todes Herr, gerettet ist die Welt! 2. Die Schriftgelehrten hatten's Müh', und wollten weise sein; sie hüteten das Grab und sie versiegelten den Stein. 3. Doch ihre Weisheit, ihre List zu Spott und Schanden ward, denn Gottes Weisheit höher ist, von einer andern Art. 4. Sie fannten nicht den Weg, den Gott in seinen 5. Halleluja! Das Grab ist leer, gerettet ist die Welt! Das Leben ist des Todes Herr, erstanden ist der Held. Matthias Claudius 1740-1815. Mel.: Jesu meines Lebens Leben. 150. Jesu, Todesüberwinder, auferstandner Siegesfürst, der du einst als Herr und König aller Welt erscheinen wirst! Leiblich bist du uns genommen, doch du willst im Geiste kommen, Leben spendend allerwärts in ein jedes Menschenherz. 2. Herr, mit vielen tausend Brüdern, fleh' ich nun bei Tag und Nacht: Komm, o komm, laß uns erfahren, deine Liebe, deine Macht! Komm, vom lauen, trägen Wesen uns allmächtig zu erlösen; nimm hinweg, was uns beschwert und was dir den Zugang wehrt! 3. Tratst du einst zu deinen Jüngern durch verschlossne Thüren ein, sollten dann die Menschenherzen dir zu fest verschlossen sein? Siehe, wie sie sich ermüden, ohne Leben, ohne Frieden! Komm, die Riegel brich entzwei, mach lebendig, froh und frei! Himmelfahrt. 4. Mache los von Satans Banden, froh und stark in dir allein! Ach die Blinden und die Toten führ ins Licht und Leben ein, daß sie alle Neunte Abteilung. Himmelfahrt. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 151. Auf diesen Tag bedenken wir, daß Christus aufgefahren; voll Dank und herzlicher Begier flehn wir, Gott arme Sünder hier auf Erd', die wir, von Not und Tod beschwert, ohn' ihn fein' Hoffnung haben. Halleluja, Halleluja! dir ergeben, dir zu sterben, dir zu leben. Jesu, kommſt du? Bist du nah? Amen, ja! Halleluja! 107 3. Wer nicht des Vaters Willen thut, der lebt sich zum Verderben, denn es kann ja Ungenannt. nicht Fleisch und Blut das Himmelreich erwerben. Am Glauben liegt's, wenn der iſt echt, so wird auch Herz und Leben recht zum Himmel woll' bewahren uns sein gerichtet. Halleluja, Halleluja! 4. Die Himmelfahrt fängt in uns an, wenn wir zum Vater flehen, und ferne von der breiten Bahn mit Gottes 2. Gottlob, nun ist der Kindern gehen. Wir sehn Weg gemacht, uns steht der hinauf, Gott sieht herab, Himmel offen! Der Herr an Treu' und Lieb' geht uns schließt auf mit auf mit großer nichts ab, bis wir zusammen Pracht das Reich, worauf kommen. Halleluja, Halle wir hoffen. Wer's glaubt, luja! des Herz ist Freuden voll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halleluja, Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn uns Gott zu sich ziehen und seinem Sohn wird machen gleich, vor dem wir hier noch inieen. Da wird sich finden Freud' und Mut in Ewigkeit 108 Himmelfahrt. beim höchsten Gut, Gott woll', daß wir's erlangen. Halleluja, Halleluja! Joh. Zwick 1496-1542. Mel.: Wir singen dir Immanuel. 152. Wir freuen uns, Herr Jesu Christ, daß du von Gott erhöhet bist. Immanuel, du hohes Haupt, Stärk nun dein Volk, das an dich glaubt. Halleluja! 2. Nun freut sich alle Christenheit und singet dir befreit von Leid: Gottlob und Dank im höchsten Thron, denn unser Freund ist Gottes Sohn! Halleluja! 3. Nun thronet er im Himmel hoch, und ist doch bei uns allzeit noch. Sein Macht und Gnad' unendlich ist, er ist der Herr zu aller Frist. Halleluja! 4. Er ist der Sieger, dessen Hand Welt, Sünd' und Hölle überwand. Troß', wer da will, was liegt daran? Der Herr ist's, der ihn stürzen kann. Halleluja! 5. Wohl dem, des Herz in Chrifto ruht und der in ihm hat frischen Mut. Was frag' ich dann, o Welt, nach dir? Nach Christo nur verlangen wir. Halleluja! 6. Wir freuen uns aus Herzensgrund und singen dir mit frohem Mund: Du Bruder, unser Fleisch und Blut, bist unser Heil und höchstes Gut! Halleluja! 7. Durch dich der Himmel unser ist, hilf uns, o Heiland, trauen fest auf dich, und Jesus Christ, daß wir verdurch dich leben ewiglich! Halleluja! 8. Komm, lieber Herr, komm, es ist Zeit! Komm doch in deiner Herrlichkeit, führ uns aus diesem Jammerhal in deinen ew'gen Freudensaal! Halleluja! nit. Selnekker 1532-1592. Mel. Allein Gott in der Höh'. 153. Auf Christi Himmelfahrt allein ich meine Heimkehr gründe und allen Zweifel, Angst und Bein hiermit stets überwinde, denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab' empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh' erlangen; denn wo mein Freund gekommen hin, dahin steht auch mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß dieſe Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mög' Himmelfahrt. meine Nachfolg' zieren und dann einmal, wenn's dir gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen! Jof. Wegelin 1604-1640. Mel.: Ermuntre dich, mein schwacher. 154. Du Lebensfürst, Herr Jesu Christ, der du bist aufgenommen im Himmel, da dein Vater ist und die Gemein der Frommen, wie soll ich deinen großen Sieg, den du erwarbst nach schwerem Krieg, o starker Held, recht preisen, dir Ehr' genug er weisen? 2. Du hast die Höll' und Sündennot mit starker Kraft bezwungen, haft über Teufel, Welt und Tod den Sieg am Kreuz errungen, du hast gesieget weit und breit; wie werd' ich solche Herrlichkeit, D Herr, in diesem Leben recht würdiglich erheben? 3. Du hast durch deine Himmelfahrt die Straße uns bereitet. Du haft den Weg 109 4. Hilf, daß wir suchen unsern Schaß nicht hier in diesem Leben! Leit uns dorthin, wo du den Plaz willst Gottes Kindern geben! Ach, laß uns streben fest und wohl nach dem, was künftig werden soll, laß uns dein Heil ergründen und deine Wohnung finden. 5. Zieh uns nach dir, so folgen wir, gieb uns des Glaubens Flügel! Hilf, daß wir sicher fliehn von hier, mein Gott, wann fahr' ich auf deinen Friedenshügel! doch dahin, woselbst ich ewig fröhlich bin? Wann werd ich vor dir stehen, dein Angesicht zu sehen? werd' 6. Wann soll ich hin ins Paradies zu dir, Herr Jesu, kommen? Wann labt mich Himmelsspeise süß? Wann ich aufgenommen? Mein Heiland, komm und nimm mich an, auf daß ich fröhlich jauchzen kann mit aufgehob'nen Händen: Preis dir an allen Enden! 3. Rist 1607-1667. Mel.: Ach Gott und Herr. uns offenbart, der uns zum 155. 3ich uns nach dir, Vater leitet; und weil denn du, Herr Jesu Christ, nun stets in deiner Wonne bist, so werden ja die Frommen dahin zu dir auch kommen. so eilen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesus Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zieh uns nach dir, Herr Christ und führ uns deine Himmelsstege! Es irret leicht 110 Himmelfahrt. der Mensch und weicht vom rechten Lebenswege. 3. Zieh uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, dann fällt nicht mehr dem Pilger schwer das böse Weltgetümmel. Glieder, nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. Trost, Friede, Freude, Licht und Kraft, und was dem Herzen Labsal schafft, wird uns durch dich gegeben. Neige, beuge mein Gemüte, ew'ge Güte, dich zu preisen, Ehr' dem Siegsherrn erweisen. zit 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir fortan für und für nach deinem Reiche trachten. Laß unsern Wandel himmlisch sein, laß uns demütig, züchtig, rein all' üppigkeit verachten! Unart, Hoffahrt hilf uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 4. Zieh uns nach dir nur für und für, und gieb, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Scharen. Fried. Fabricius 1642-1703. Mel.: Wie schön leucht't uns. 156.( oder Ach) wundergroßer Siegesheld, du Sündentilger aller Welt! Heut' hast du dich gesetzet zur Rechten Gottes in der Kraft, hast deinem Reich den Sieg verschafft, den Feind zum Tod verleßzet. Mächtig, prächtig triumphierst du und regierst du. Tod und Leben sind, Herr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cheru bim, viel tausend hohe Seraphim dich, Siegesfürsten, loben; weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Pracht zur Freude bist erhoben. Singet, klinget, rühmt und ehret den, der fähret auf zum Throne, zu empfahn die Himmelskrone. 3. Du bist das Haupt, 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Hort und gründ uns auf dein göttlich Wort, so sind wir nie verlassen. Laß suchen uns, was droben ist, auf Erden wohnt viel Trug und List und Feinde, die uns hassen. Lügen, Trügen, Angst und Klagen, ach sie nagen, ach sie quälen stündlich arme Christenſeelen. 6. Herr Jesu, komm vom Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du bist uns allen ja zu gut durch o Herr, und wir sind deine dein vergoßnes, teures Blut 111 Himmelfahrt. ins Heiligtum gegangen. Da-| mein Mut noch sinken, da rum soll dir von uns allen Preis erschallen, nimm am Ende, Herr, uns auf in deine Hände. ich deine Macht versteh'? Meinem König will ich trauen, vor dem Feind soll mir nicht grauen; nur in Jesu Namen mich beugen will ich ewiglich. M. Homburg 1858-1712. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben. 157. Siegesfürst und Ehrenkönig, du verklärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht. Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, nicht mein Herz vor Freude wallen, wenn ich gläubig, Herr, betracht' deine Hoheit, deine Macht? 2. Seh' ich dich gen Him mel fahren, seh' ich dich zur Rechten hör wie Orten alles durch dein Nahe6. Nun erfüllst du aller sein; Heiland, meines Herder Engel Scharen rufen zens Pforten stehen offen, komm herein! Komm, du froh: Halleluja! Sollt' ich nicht zu Fuß dir fallen und König aller Ehren, komm, bei mir auch einzukehren, mein Herz vor Freude wallen, daß weil gesiegt hat Jesus Christ. ewig in mir leb und wohn, wie in deinem Himmelsthron. Gerh. Tersteegen 1697-1769. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. 3. Weit und breit, du Himmelssonne, leuchtet deine Herrlichkeit, die mit neuem 158. Jesus Christus herrscht Glanz und Wonne sel'ge Geister hoch erfreut. Prächtig wirst du aufgenommen, jauchzend heißt man dich willkommen: Schau, dein Kind im Staube hier ruft auch Hosianna dir! als König, alles ist ihm unterthänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Gleicher Macht und 4. Sollt' ich deinen Kelch gleicher Ehren thront er nicht trinken, da ich deine unter lichten Chören über Klarheit seh'? Sollte jezzt allen Cherubim. In der 5. Herr, dein reicher Geist ergieße über uns sich kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende alles sich von End zu Ende! Mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan! 112 Himmelfahrt. Welt und Himmels Enden hat er alles in den Händen, denn der Vater gab es ihm. 3. Nur in ihm o Wundergaben! können wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hört's, das Leben ist erschienen und ein ewiges Verfühnen kommt in Jesu uns zu gut. 4. Aber dieses nicht alleine! Die begnadigte Gemeine hat auch ihn zu ihrem Haupt. Er hat sie mit Blut erkaufet, für das Himmelreich getaufet, und sie lebet, weil sie glaubt. 5. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen; klagt, ihr Kranfen, ihm die Schmerzen, sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. - 6. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen! Willst du Gnade? Du sollst nehmen! Willst du leben? Es soll sein! Willst du erben? Du wirst's sehen! Soll dein Wunsch aufs höchste gehen, willst du Jesum? Er sei dein! Geduld! Es folgen Freuden, nichts kann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Ihnen steht ein Himmel offen, welcher über alles Hoffen, über alles Wünschen ist. Die geheiligte Gemeine weiß, daß eine Zeit erscheine, wo sie ihren König grüßt. 9. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte, und du Schar, die Palmen trägt, und ihr Märt'rer mit der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharsen schlägt! tiefsten Stufen, ich will glau10. Ich auch auf den ben, zeugen, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unterthänig, ehret, liebet, lobet ihn! Phl. F. Hiller 1699-1769. Mel.: Wie schön leucht't uns 2c. 159. Halleluja! Wie lieblich stehn hoch über uns die Himmelshöh'n, seit du im Himmel sigest, seit du vom ew'gen Zion dort aussendest 7. Zwar auch Kreuz drückt dein lebendig Wort und deine Christi Glieder hier auf Herde schüßzest! Fröhlich, kurze Zeit darnieder, und selig schaut der Glaube das Leiden geht zuvor; nur von dem Staube auf zum Himmelfahrt. Sohne: Meine Heimat ist am Throne! 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; was ist ihr tausendfacher Strahl, was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, das dir vom holden Angesicht ausgeht mit ew'ger Wonne! Spende, sende deine hellen Lebensquellen reichlich nieder, großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, ich weiß, daß dort ein Auge wacht, das einst um uns geweinet, das einst für uns im Tode brach; es ist dein Aug', es bleibet wach, bis neu die Sonne scheinet. Laßt uns nunmehr nimmer klagen, nimmer zagen, seit du wachest und aus Nächten Tage machest! 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, ein Himmel neigt sich drüber her, dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, 113 da wallt man sicher früh und spät vor Feindeslist und Schaden. Keiner deiner Auserwählten, Geistbeseelten, bleibt verlassen; treu will ihn dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, zu dir, wenn sich das arme Herz abhärmt in bittrer Reue. Du brichst nicht das zerstoßne Rohr, und wenn der Docht sein Öl verlor, so tränkst du ihn aufs neue. Im Licht soll nicht eine fehlen von den Seelen, die zum Leben dir dein Vater übergeben. 6. O fel'ger König Jesu Christ! Wie wundervoll und heilig ist, was uns in dir geschenket! In dir, der Gottes Kinder schirmt, bleibt unser Anker, wenn es stürmt, auf ewig eingesenket. Hier, hier sind wir festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile. Dann hinauf zum ew'gen Heile! 2. Knapp 1798-1864. 8 114 Pfingsten. Zehnte Abteilung. Pfingsten. Nach eigener Melodie. 160. Komm heiliger Geist, Herr und Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut der Gläubigen Herz, Mut und Sinn, dein' brünstig' Lieb' entzünd in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glast zum Glauben du versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen, das sei dir Herr zu Lob gesungen: Halleluja, Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen unsern Vater nennen. Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum Christ mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! Mach uns durch deine Kraft bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja! M. Luther 1483-1546. Mel.: Gott des Himmels. 161. Komm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit, deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll' uns jederzeit! So wird Geist und Licht und Schein in den dunklen Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß nichts andres wir beginnen, als was nur dein Wille sucht. Dein Erkenntnis werde groß und mach' uns vom Irrtum los! 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an; räume ferner 3. Du heilige Glut, süßer aus dem Wege, was im Lauf Trost, nun hilf uns fröhlich uns hindern kann. Wirke und getrost in deinem Dienst Reu' durch deine Gnad', beständig bleiben, laß Trüb- wenn der Fuß gestrauchelt sal uns von dir nicht treiben. hat. Pfingsten. 4. Laß dein Zeugnis uns| mehr, als des Himmelreiches empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die allein auf ihn sich gründen, wenn sich Not und Drangsal find't. Denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. Erben, jener Herrlichkeit und Ehr', die Gott giebt durch Jesum Christ und die unaussprechlich ist. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten, frei mit aller Freudigkeit; seufze in uns, wenn wir beten und vertritt uns allezeit! So wird unsre Bitt' erhört und die Zuver sicht vermehrt. 6. Wird um Trost dem Herzen bange, daß es ruft voll Trauigkeit: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange! so wende unser Leid; sprich der Seele tröstlich zu und gieb Mut, Geduld und Ruh'! 115 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke; und wenn Sa tan Macht beweist, schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg! Heinr. Held+ 1660. Mel.: Wie schön leucht't uns. 162. O heil'ger Geist, fehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein; o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns fräftig Wonne. sein zu steter Freud' und Sonne, Wonne! Himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten, zu dir kommen wir getreten. Weisheit fließt, die sich in 2. Du Quell, draus alle fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß von hinnen, Herz und Sinuen wir erheben dir zum Lob und uns zum Leben. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein 3. Sei stets bei uns mit Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; sei du unser Schuß, o Gott! Sagt das Fleisch gleich immer: ,, Nein", laß dein Wort gewisser sein! deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, auch wenn wir leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beflissen, 9. Wann wir endlich sollen sterben, so versichre uns je 8* 116 Pfingsten. dich zu schanen und auf deinen Trost zu bauen. 4. O laß uns deine Gottestraft empfinden und zur Ritterschaft hinfort gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz besiegen aller Feinde Truß mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß doch dein himmlisch süßes Wort in unfren Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitsreichen 2. Du bist ja die beste Lehr' und reinen Liebe tren- Gabe, die ein Mensch je nen. Schenke, sente deine nennen kann. Wenn ich dich, Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstan, gieb dich in unsre Seelen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Lieb' und Treu' und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich be trübe, Fried' und Liebe soll hier leben! Fried' und Freude wirst du geben. unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Mich. Schirmer 1606-1673. 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns hinfort sei Mel: Der am Kreuz ist meine. 163. O du allersüßste Freude, o du allerschönstes Licht, Geist, der du in Freud' und Leide unbesucht uns läsfest nicht, Geist des Höchsten, heil' ger Geist, du, den Erd' und Himmel preist, dessen Kraft trägt alle Dinge: Höre, höre, was ich singe. o Tröster, habe, geb' ich alles Wünschen dran. Ach, erhör mich, komm zu mir, wohn in meinem Herzen hier, das du schon, als ich geboren, dir zum Tempel auserkoren! 3. Du wirst wie ein milder Regen ausgegossen von dem Thron, bringst uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn Laß doch, o du werter Gast Gottes Segen, den du hast und verteilst nach deinem Willen, meine ganze Seel' erfüllen! 4. Du bist weise, voll Verstandes, das Geheimste ist Pfingsten. dir kund, hast gezählt den Staub des Sandes und durchschaut des Meeres Grund. Nun so kennst du auch gewiß meines Herzens Finsternis, drum gieb Weisheit, gieb uns allen, daß wir mögen Gott gefallen. 5. Du bist heilig und zu finden, wo man rein und heilig ist, fliehst hingegen Schand' und Sünden, weil du lauter Reinheit bist. Mache mich, o Gnadenquell, rein und züchtig, keusch und hell, laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne siehest. 6. Deine Huld hat keine Schranken, du bist fromm und sanften Muts, bleibst im Lieben ohne Wanken, thust uns Bösen alles Guts. Ach, verleih und gieb mir auch diesen edlen Sinn und und Brauch, daß ich Freund' und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe! 7. O, mein Hort, ich bin zufrieden, wenn du nur nicht weichst von mir, bleib' ich von dir ungeschieden, bin ich stets getrost in dir. Laß mich sein dein Eigentum, ich versprech' hinwiederum, hier und dort all' mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Wohl mir, wenn nur 117 du mich stärkest und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nötig sei; brich des Fleisches bösen Sinn, nimm den alten Willen hin, daß er sich in dir erneue und mein Gott sich meiner freue. 9. Halt mich, wenn die Kniee beben, wenn ich sinke, sei mein Stab! Wenn ich sterbe, sei mein Leben, sei mein Retter einst am Grab! Wenn ich wieder aufersteh' o so hilf mir, daß ich geh' hin, wo du in ew'gen Freuden wirst die Auserwählten weiden! P. Gerhardt 1607-1676. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 164. 3euch ein zu deinen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast; o hochgelobter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein und laß empfinden mich deine hohe Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf' und Errettung schafft. Entsünd'ge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr' und Dienſte leiſte, die ich dir schuldig bin. 3. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten Pfingsten. soll. Dein Beten wird er, stand, mit Frömmigkeit die höret, dein Singen klinget Jugend, mit Gottesfurcht wohl. Es steiget himmelan und Tugend das Volk im und hört nicht auf mit Fle- ganzen Land. hen, bis er die Hilf' läßt sehen, der allen helfen kann. 118 8. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und das, was dich ergößet, aus unsrem Herzen reißt. 4. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern willst du nicht; erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pfor- 9. Gieb Frendigkeit und ten zum goldnen Freuden- Stärke, zu stehen in dem faal! Streit, den Satans Reich 5. Du bist ein Geist der und Werke uns bieten alleLiebe, ein Freund der Freund- zeit. Hilf tämpfen ritterlich, lichkeit, willst nicht, daß uns damit wir überwinden und betrübe Zorn, Rachsucht, ja zum Dienst der Sünden Haß und Neid. Der Feind kein Christ ergebe sich. schaft feind du bist, willst, daß in Liebesflammen sich wieder thu' zusammen, was voller Zwietracht iſt. 6. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze, weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie es dir wohl gefällt. So gieb doch deine Gnad'! Mit Fried' und Liebesbanden umschling in allen Landen, was sich getrennet hat. 10. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn! Und sollen wir es geben in Todes Hände hin, und kommt der letzte Streit, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben die ew'ge Seligkeit. P. Gerhardt 1607-1676. Mel.: Jesu, mcines Lebens Leben. 165. Geist vom Bater und vom Sohne, gleicher Maje7. Beschirm die Obrig stät und Kraft in dem höchkeiten, bau unsres Fürsten sten Himmelsthrone, o verThron, verleih uns gute Zei- leih mir deine Kraft und erten, schmück, als mit einer fülle mein Gemüte, daß der Kron', die Alten mit Ver- Reichtum deiner Güte und Pfingsten. die Stärke deiner Hand an die Seel' nach Gottes Bild mir Schwachen werd erkannt. sich erneu', von dir erfüllt! 2. Komm, erleuchte meine Sinne, komm, durchstrahle den Verstand, daß die Finsternis zerrinne und nicht nehme überhand! Öffne meiner Seele Augen, daß sie zu erkennen taugen deines Wortes tiefen Grund, das uns lehret Christi Mund. 3. Niemand ohne dich verspüret reiner Gottesliebe Kraft. Wen nicht deine Gnade rühret, den täuſcht eitle Lei denschaft! Komm, ach komm, mein Herz entzünde, daß ich tief in mir empfinde stets der Liebe heiße Glut, die allein in Jesu ruht. 4. Gieb mir Kraft zu widerstehen, wenn sich regt die böse Lust! Laß es nim mermehr geschehen, daß sie siegt in meiner Brust! Steh mir in dem Kampf zur Seiten, hilf mir ritterlich bestreiten diesen Feind, der in mir wohnt und mit Tod und Hölle lohnt. 119 5. Du bist heilig, laß mich werden rein und heilig immer mehr! Töt die Triebe, die auf Erden widerstreben deiner Ehr'. Laß mich in dem neuen Leben wachsen und nur dahin streben, daß 6. Endlich wenn ich soll durchs Leiden meinem Heiland folgen nach und zu meines Herrn Freuden gehen durch viel Ungemach: Leite mich durch deine Güte, daß mein Geist und mein Gemüte lobe dich in süßem Ton samt dem Vater und dem Sohn. Gottfried Hoffmann 1658-1712. Mel.: Warum sollt' ich mich denn. 166. Höchster Tröster, kommt hernieder! Geist des Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns freudig vor ihn treten; sei uns nah und sprich: Ja! wenn wir gläubig beten. 3. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen; gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 4. Hilf uns nach dem Kleinod streben, schenk uns Pfingsten. Kraft, tugendhaft und ge-| bricht; die nicht blos dem recht zu leben. Gieb, daß wir nicht stille stehen! Treib uns an froh die Bahn deines Worts zu gehen. Gnadenbunde trauet froh und unbewegt, auch das Liebste jede Stunde Gott zu Füßen niederlegt. 5. 5. Sei Sei in Schwachheit unsre Stüße, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshiße. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist in des Himmels Freude. 4. Gieb uns Josephs kensche Sitten, wenn die Welt ohn' Scham und Zucht uns durch Dränen und durch Bitten in ihr Garn zu ziehen sucht. Lehr uns fliehen, lehr uns meiden diese üpp'ge Potiphar, ihren Haß geduldig leiden, Gott getreu sein imEhrenfried Liebich 1713-1780. merdar. 120 Mel.: O dit Liebe meiner Liebe. 167. Geist des Glaubens, 5. Gieb uns Moses' brünstGeist der Stärke, des Gehorsams und der Zucht, ges Beten um Erbarmung Schöpfer aller Gotteswerke, und Geduld, wenn durch Träger aller Himmelsfrucht! freches Übertreten unser Volk Geist, der einst der heil'gen häuft Schuld auf Schuld. Geist, der einst der heil'gen Laß uns nicht mit faltem Männer, Kön'ge und Prophetenschar, der Apostel und Bekenner Trieb und Kraft und Zeugnis war; 2. Rüſte du mit deinen Gaben auch uns schwache Kinder aus, Kraft und Heldenmut zu haben, Eifer für des Herren Haus; eine Welt mit ihren Schäßen, Men schengunst und gute Zeit, Leib und Leben dran zu sezen in dem großen heil'gen Herzen unter den Verdorbnen stehn; nein, mit Moses' heil'gen Schmerzen für sie seufzen, weinen, flehn. 6. Gieb uns Davids Mut zu streiten mit den Feinden Israels, sein Vertraun in Leidenszeiten auf den Herren, seinen Fels; Feindeslieb' und Freundestreue, seinen königlichen Geist, und ein Herz, voller Reue Gottes das voller Reue Gnade sucht und preist. Streit. 3. Gieb uns Abrahams gewisse feste Glaubenszuversicht, die durch alle Hindernisse, alle Zweifel siegend 7. Gieb Elias' heil'ge Strenge, wenn den Gößen dieser Zeit die verführte blinde Menge Tempel und Altäre Dreieinigkeit. weiht, daß wir nie vor ihnen beugen Haupt und Knie auch nicht zum Schein, sondern feft als deine Zeugen dastehn, wenn auch ganz allein. 8. Gieb uns der Apostel hohen ungebeugten Zeugen- Jesu Herrlichkeit! mut, aller Welt trop Spott und Drohen zu verkünden Christi Blut. Laß die Wahrheit uns bekennen, die uns froh und frei gemacht; gieb, daß wirs nicht lassen können, habe du die Übermacht! 9. Schent uns gleich dem Stephan Frieden mitten in der Angst der Welt, wenn Nach eigener Melodie. 168. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade; ein Wohlgefall'n Gott an uns hat, nun ist groß' Fried' ohn' Unterlaß, all' Fehd' hat nun ein Ende. das Los, das uns beschieden, in den schwersten Kampf uns stellt. In dem rasenden Getümmel schenk uns Glaubensheiterkeit, öffn' im Sterben uns den Himmel, zeig uns Elfte Abteilung. Dreieinigkeit. 2. Wir beten an und loben dich, wir bringen Ehr' und 121 10. Geist des Glaubens, Geist der Stärke, des Gehorsams und der Zucht, Schöpfer aller Gotteswerke, Träger aller Himmelsfrucht, Geist, du Geist der heil'gen Männer, Kön'ge und Prophetenschar, der Apostel und Bekenner, auch bei uns werd offenbar! Karl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn' alles Wanken. Ganz ohne Maß ist deine Macht, allzeit geschieht, was du bedacht, wohl uns des starken Herren! 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, für uns ein Mensch geboren, der uns vertritt vor Gottes Thron und rettet, was verloren. Lamm Gottes, heil'ger Herr und Gott, 122 Dreieinigkeit. nimm an die Bitt' in unsrer Not, erbarm dich unser aller! Oheil'ger Geist, du höchstes Gut, mit deinem Heil uns tröste! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jesus Christ erlöste durch Marter groß und bittern Tod; wend allen Jammer ab und Not! Darauf wir uns verlassen. Nit. Decius+ 1541. Mel.: Nun danket alle Gott. 169. Gelobet fei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, wel cher mir hat Leib und Seel' gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Gutes mir gethan. 2. Gelobet jei der Herr, mein Gott, mein Heil und Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir das Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles lobt und preist, was ist und lebt und webet; gelobet sei der Herr, des Name heilig heißt, der ein'ge wahre Gott, Gott Vater, Sohn und Geist. Joh. Olearius+ 1611-1684. Mel.: Wie schön leucht't uns. 170. Halleluja! Lob, Preis und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke. Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt' und Stärke. Klinget, singet: Gnädig, herrlich, heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Halleluja! Preis, Ehr' und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet; der uns mit seinem Blut erkauft, in dessen Tod wir sind getauft, dem wir sind zugezählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja! Gott, heilger Geist, sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren; der uns mit Glauben hat geziert, uns dem Erlöser zugeführt, zum Hochzeitsmahl erforen. Heil Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. uns, heil uns! Da ist an mit aller Himmel Schar Freude, Seelenweide, himmlisch' Manna und ein ewig Hosianna. und singet nun und immerdar, mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet: Gnä4. Halleluja! Lob, Preis dig, herrlich, heilig, heilig, und Ehr' sei unserm Gott heilig ist Gott, unser Gott, je mehr und mehr und sei- der Herr Zebaoth! nem großen Namen! Stimmt Barth. Crasselius+ 1724. Zwölfte Abteilung. Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. Nach eigener Melodie. 171. Ein' feste Burg ist unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind, mit Ernst er's jetzt meint, groß' Macht und viel List sein' grausam' Rüstung ist; auf Erd' ist nicht sein's gleichen. 123 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erforen. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. Teufel wär und wollt uns 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts, das macht, er ist gericht't, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein' Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib; laß fahren dahin, sie haben's Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. kein'n Gewinn: Das Reich| gegründet. Der wählet dies, muß uns doch bleiben. der andre das, sie trennen uns ohn' alles Maß und gleißen schön von außen. M. Luther 1483--1546. Nach eigener Melodie. 3. Gott woll' ausrotten aller 172. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, stürzen wollen von deinem Thron. Lehr', die falschen Schein uns lehren, dazu ihr Zung' hochmütig sehr spricht: Trotz, wer will uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir gesetzt, gilt allgemein, wer ist, der uns soll meistern? 2. Beweis dein' Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist. Beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gott heil'ger Geist, du Tröster wert, gib Eintracht deinem Volk auf Erd'; steh bei uns in der letzten Not, Teit uns ins Leben aus dem Tod! 124 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret, ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab' ihr' Klag' erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. M. Luther 1483-1516. Mel. Es ist gewißlich an. 5. Durchs Feuer siebenmal bewährt wird Silber echt erfunden; an Gottes Wort man das erfährt desgleichen alle Stunden. 173. Ach Gott vom Him- will durchs Kreuz bewähret mel sieh darein und laß dich sein, da wird erkannt sein' des erbarmen! Wie wenig Kraft und Schein und leucht't sind der Heil'gen dein, ver- start in die Lande. lassen sind wir Armen. Dein Wort will man nicht haben wahr, der Glaub' ist auch erloschen gar bei so viel Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigner Wiß erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist in Gottes Wort 6. Das willst du, Gott, bewahren rein vor dieser Zeit Geschlechte; und laß uns dir befohlen sein, daß uns hier nichts anfechte. Der gottlos Haufe da sich find't, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. M. Luther 1483-1546. Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. Mel.: Allein Gott in der Höh'. danken; ihr Anschlag ist dir 174. Wo Gott der Herr wohlbekannt, hilf nur, daß nicht bei uns hält, wenn unsre Feinde toben; er nicht unsrer Sach wo zu wir nicht wanken. Wenn Menschenwiß dein Wort anficht, aufs Künft'ge will verfällt im Himmel hoch dort trauen nicht, da wirst du oben, wo er der Kirche selber trösten. Schuß nicht ist und selber bricht der Feinde List, so ist's mit uns verloren. 2. Was Menschen Kraft und Wig anfäht, soll billig uns nicht schrecken. Der Herr sigt an der höchsten Stätt, wird ihren Rat auf decken. Wenn sie's aufs flügste greifen an, geht Gott doch eine andre Bahn, es steht in seinen Händen. 3. Sie drohen uns voll Grausamkeit und wollen uns verschlingen; Lob, Dank und Preis sei Gott allzeit, er läßt es nicht gelingen. Der Feinde Strick zerreißet er und stürzet ihre falsche Lehr', sie werden's Gott nicht wehren. 125 4. Ach lieber Gott, wie tröstest du, die gänzlich sind verlassen; der Gnaden Thür' steht nimmer zu, Vernunft kann das nicht fassen; sie meint, daß alles sei verlor'n, so doch das Krenz hat neu gebor'n, die deiner Hilfe warten. 6. Den Himmel hast du und die Erd', Herr, unser Gott, gegründet; dein Licht auch bei uns helle werd', das Herz uns werd' entzündet, in rechter Lieb' des Glaubens dein bis an das Ende tren zu sein, die Welt laß immer murren. Justus Jonas 1493-1555. Mel.: Kommt her zu mir, spricht. 175. Verzage nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang, es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach' ist Gottes; dem befiehl die Rach' und laß du ihn nur walten! Er wird durch seinen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort und was dem thut anhangen 5. Die Feinde sind in dei- endlich werden zu Schand ner Hand, dazu all' ihr' Ge- und Spott. Gott ist mit 126 Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. uns und wir mit Gott; den Sieg woll'n wir erlangen. Mich. Altenburg 1584-1640. ( Gustav Adolfs Feldlied.) Nach eigener Melodie. 176. Fahre fort, fahre fort, 176. Fahre fort, fahre fort, Zion fahre fort im Licht, mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle! Zion, dringe durch die enge Pfort! Fahre fort, fahre fort. und 2. Leide dich, leide dich, Zion leide ohne Scheu Trüb sal, Angst mit Spott Hohne, sei bis in den Tod getreu! Siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlange Stich: Leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion folge nicht der Welt, wenn sie dich sucht groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, nichts ihr Dränen, nichts ihr Lachen! Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht. 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt! Laß nur deinen Stern dich leiten! Zion, beides, was da gut und schlecht, prüfe recht, prüfe recht. 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott! Stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die andern tot; sei du gleich den grünen Reben! Zion, in die Kraft statt in den Schein dringe ein, dringe ein. 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet! Zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegeb'ne Thür' brich herfür, brich herfür. 7. Halte aus, halte aus! Zion, halte deine Treu, laß nicht lau und träg dich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse was dahinten; Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Joh. Euseb. Schmidt 1669-1745. Mel.: Allein Gott in der Höh' sei Chr. 177. O Vater der Barmherzigkeit, der du dir deine Hreden gesammelt zur Apostelzeit, und herrlich lassen werden, du hast durch deines Geistes Kraft die große Schar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. 2. Aus ihrer Mannigfaltigkeit des Streits und vieler Sprachen, dadurch sie in der Welt zerstreut den Frieden Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. immer brachen, hat sie dein nieder auf die, so er erwähguter Geist geführt und sie mit Herrlichkeit geziert in Einigkeit des Glaubens. let hat, auf alle seine Glieder. Das ist die Frucht der Einigkeit: Heil, Segen, Leben allezeit und alle Himmelsgüter. 3. Ach, sei doch auch zu dieser Zeit uns, Vater, wieder gnädig, und mach uns aus der Zungen Streit hinwieder frei und ledig! Gieb, daß dein Häuflein für und für in einem Geiste diene dir, in deiner Liebe lebe! 4. Herr, hilf doch der 3wietracht ab, versammle deine Herde, daß unter dei nes Wortes Stab sie wieder einig werde, daß das Band der Vollkommenheit, die Liebe, uns aus allem Streit in deinem Geiste bringe. 5. Wie schön und lieblich sieht es aus, wenn Brüder sind beisammen einträchtiglich in einem Haus, und stehn in Liebesflammen; wenn sie im Geist zusammenstehn, zu Gott in einem Sinne gehn und halten an mit Beten. 6. Gleich wie der edle Balsam dort von Aarons Haupte quillet, der rings umher den ganzen Ort mit Wohlgeruch erfüllet, und wie vom Her mon fällt der Tau ringsum auf Zions Berg und Au und alles Land erquicket: 7. Also fließt Gottes Geistesgnad' von Christo zu uns 127 Heinr. Friedr. Neuß 1654-1716. Mel.: Dir, dir Jehovah will. 178. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn; die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegen gehn; ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt! 2. O daß dein Feuer bald entbrennte, o möcht' es doch in alle Lande gehn, gieb zu der Ernte doch die Hände, gieb Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein: Die Ernt' ist groß, der Knechte Zahl ist klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, mit tiefster Inbrunst dich, Herr, anzuflehn, drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. Herr, gieb dein Wort mit großen Scharen, laß ſie Kirche nnd Gemeinschaft der Heiligen. mit Kraft Evangelisten sein!| du nur auf dem Stuhle und Laß eilend Hilf' uns wider- präge dich der Jugend selber fahren, und brich in Satans ein, daß treue Lehrer viel Reich und macht hinein. O und Beter sei'n, die kräftig breite, Herr, auf weitem für die Kirche stehen ein. Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 9. Du wirst dein herrlich Wort vollenden, der du der Welten Heil und Richter bist; du wirst der Menschheit Jammer wenden, so dunkel jetzt dein Weg, o Heil'ger, ist. Drum hört der Glaub' nie auf, zu dir zu flehn, du thust doch über Bitten und Verstehn! K. H. von Bogazky 1690-1774. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 179. Kommt Brüder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei. Es ist gefährlich stehen in dieſer Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut, 128 5. Ach daß die Hilf' aus Zion käme, o daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefäng nis nähme; o würd' es doch nur bald vor Abend Licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hilf' und mach uns frei! 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn' desfen Glanz und Schein, ach führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll' zu allen Thoren ein; ja wecke doch bald auf und segne deines Wortes Lauf! auch Israel zur Ewigkeit zu wandern, von einer Stadt zur andern; es ist das Ende gut. 7. O bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege! Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn! Von Mietlingen mach deine Kirche frei, daß Kirch' und Schul' ein Garten Gottes sei! 8. Laß jede hoh' und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein! Ja siße 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt folgt und trauet dem; ein jeder sein Gesichte mit gan zer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Geht's der Natur entgegen, so geht's gerade doch. Die Fleisch und Sinne pflegen, sind schlechte Pilger noch. Berlaßt die Kreatur und was Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. euch sonst will binden; laßt| 8. Kommt, laßt uns mungar euch selbst dahinten, es geht durchs Sterben nur! ter wandern, der Weg kürzt immer ab; ein Tag der folgt dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier gewandt zum ew'gen Gut. 4. Schmückt euer Herz aufs Beste, weit mehr als Leib und Haus, wir sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; ein Pilger muß sich schicken, sich dulden und sich bücken den kurzen Pilgertag. 5. Ist gleich der Weg sehr enge, so einsam, krumm und schlecht, der Dornen in der Menge und manches Kreuze trägt; es ist doch nur ein Weg. Laß sein, wir gehen weiter, wir folgen unserm Leiter und brechen durchs Geheg'! 6. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Mut mit süßen Sonnenblicken, uns locken und erquicken, ach ja, wir haben's gut. 7. Sollt' wo ein Schwacher fallen, so greif' der Stärk're zu; man trag', man helfe allen, man pflanze Lieb' und Ruh'. Kommt, schließt euch fester an; ein jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Liebesbahn. 1 29 9. Es wird nicht lang mehr währen; halt noch ein wenig aus; es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn; wann wir mit allen Frommen da heim zum Vater kommen, wie wohl, wie wohl wird's thun! 10. Drauf wollen wir's denn wagen, es ist wohl wagenswert, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten, er soll uns alles sein. G. Tersteegen 1697-1769. Mel.: O du Liebe meiner. 180. Herz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh'; laſset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein; er der Meister, wir die Brü9 130 Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. der, er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gottestinder und erneuert euren Bund! Schwöret uns rem Überwinder Lieb' und Treu' von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr selbst euch Eintrag thut. 4. D, du treuster Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß sie es so herzlich meine, wie's dein letzter Wille war, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sei'n, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 5. Friedefürst, laß deinen Frieden stets in unsrer Mitte ruhn, Liebe, laß uns nie ermüden, deinen sel'gen Dienst zu thun! Denn wie kann die Last auf Erden und des Glaubens Ritterschaft besser uns versüßet werden, als durch deiner Liebe Kraft? 6. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist; und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein, also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sei'n. Nik. Ludw. von Zinzendorf 1700-1760. Nach eigener Melodie. 181. Die wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein. Und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne deinem Herzen angenehm und schöne, sage: Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Chrift. Renat. von Zinzendorf 1727—1752. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. 182. Großer Hirte deiner Herden in dem Himmel und auf Erden, treuer Heiland Jesu Christ! Laß in diesen legten Zeiten sich dein Reich noch mehr verbreiten, als bisher geschehen ist. 2. Laß es sich zu deinen Ehren kräftiglich in uns vermehren, breit es, Herr, von Haus zu Haus unter Freunden und Verwandten, breite es in allen Landen, unter allen Völkern aus! 3. Gieb dazu von Jahr Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. zu Jahren viel Evangelisten-| jenen Lohn, den du denen scharen, treue Lehrer ohne aufgehoben, die nach wohlFehl, die im Glauben, Wort bestand'nen Proben siegreich und Leben gründlich, findlich stehn vor deinem Thron. dir ergeben, Heiliger in Israel! 4. Flöße früh der zarten Jugend jede Kenntnis, jede Tugend nur durch dein' Erfenntnis ein; gieb ihr Leben, nicht nur Wissen, und behalt von Ärgernissen Lehrer mit den Schülern rein. 9. Herr, so sammle deine Glieder! Dann erscheine gnädig wieder als der ewig gute Hirt, da aus so viel tausend Herden eine Gottesherde werden und um dich sich scharen wird. Joh. Jak. von Moser 1701-1785. Mel.: Ein' feste Burg. 5. Laß dein Wort die 183. Wenn Christus seine Sichern schrecken und die Kirche schüßt, so mag die Geistlichtoten wecken, stürz die Selbstgerechtigkeit, mach die Geistlichblinden sehend, mach die Geistlichlahmen gehend, mach dir selbst den Weg bereit. Hölle wüten; er, der zur Rechten Gottes jizzt, hat macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hilfe nah, wenn er spricht, steht's da. Er schüßet seinen Ruhm und hält sein Heiligtum, mag doch die Hölle wüten! 6. Schenke den Erwachten Gnade, nicht zu ruhen bis ihr Schade recht entdeckt und 2. Gott siehet wider seinen Thron die Völker sich empören, denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie Sie schämen sich des Worts, des Heilands, des Horts, sein Kreuz ist ihr Spott, doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! nicht ehren. Der 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn, uns kann er sie nicht rauben. Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! 9* fühlbar ist, zieh sie dann zu dir, dem Sohne, daß vor deinem Gnadenthrone sie sich laben, Jesu Christ! 7. Welchen ihre Schuld vergeben, die laß stets im Glauben leben, der viel Geistesfrüchte bringt; laß sie niemals stille stehen, treibe sie, stets fortzugehen, bis ihr Geist die Kron' erringt. 131 8. Die am Ende sich befinden, denen hilf selbst überwinden, zeig dem Glauben Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. Wer sein Jünger ist, sein| gang bring' alle Welt dir Wort gläubig hält, dem kann Preis und Dank und glaub' die ganze Welt die Seligkeit an deinen Namen. nicht rauben. 132 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starke Gott, hält hoch sein Gebot, giebt Geduld in Not, und Kraft und Mut im Tod; was will uns da erschrecken? Chr. Fürchtegott Gellert 1715-1769. Mel.: Allein Gott in der Höh'. 184. Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zerstören. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Troße wehren. Dein Thron bestehet ewiglich, vergeblich wird sich wider dich die ganze Hölle waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern, drum konnt' auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Weit wollst du deine Herrschaft noch in deiner Welt verbreiten, und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Aufgang bis zum Nieder4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, Gnade Wunder sehn, daß sie laß deiner sich noch bekehren. Lehr sie mit uns gen Himmel schaun, und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten! 5. Uns, deine Christen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh' in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrtum und vor Finsternis bewahr uns, weil wir leben! 6. Dein Geist führ' uns auf eb'ner Bahn und heil'ge unsern Willen, so wird dein Volk, dir unterthan, gern dein Gesetz erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen und freun des wirst wiederkommen. Dann großen Tages sich, da du werden sie, o Gottes Sohn, den längst verheiß'nen Gnadenlohn, dein Himmelreich, ererben. B. Münter 1735-1793, Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. Mel.: Nun danket alle Gott. 185. Nun danket alle Gott und gebet ihm die Ehre, der uns durch Christum gab die hohe Himmelslehre, der seiner Knechte Mut gerüstet hat mit Kraft und gegen alle Welt der Kirche Sieg verschafft. 2. Du Ewiggnädiger, wir hoffen mit Bertrauen du werdest ferner noch die Mauern Zions bauen, und was begonnen ward, so fördern fort und fort, daß endlich alle Welt sich weid' am rei nen Wort. 3. Mit Gnaden schau herab auf unsern Landesvater; laß auch die Kirche sehn in ihm den Freund und Rater; laß über seinem Haus stets walten deine Hand, und segne, Herr, durch ihn das ganze Vaterland. 4. Erhalt dies Heiligtum, und in ihm reine Lehre, auf daß auch stets bei uns dein Himmelreich sich mehre und jeder würdig sei, schließt sich sein Lauf allhier, das ew'ge Freudenfest zu feiern dort bei dir. F. Ch. Fulda 1768-1817. Mel.: Wachet auf, ruft uns die. 186. Gottes Stadt steht fest gegründet auf heil'gen Bergen; es verbündet sich 133 wider sie die ganze Welt. Dennoch steht sie und wird stehen; man wird an ihr mit Staunen sehn, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Halleluja! Lobsingt und sprecht: Wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht. 2. Zions Thore liebt vor allen der Herr mit gnäd'gem Wohlgefallen, macht ihre Riegel stark und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwänglich dem zu lohnen, der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, wie trägt er mit Geduld all' die Seinen! O Gottesstadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat. 3. Große heil'ge Dinge werden in dir gepredigt, wie auf Erden sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, du hast den Geist und hast die Klarheit, die alle Finsternis zer stört; da hört man fort und fort das teuerwerte Wort ew'ger Gnade. Wie lieblich tönt, was hier versöhnt und dort mit ew'gem Leben krönt! 4. Auch die nichts davon vernommen, die fernsten Völker werden kommen, und in Ausbreitung des Evangeliums. die Thore Zions gehn. De-| Erhebet Herz und Sinn! nen, die im Finstern saßen, Es ist die Nacht schier hin wird auch der Herr noch für die Heiden. Es kommt pred'gen lassen, was einst für ihr Tag, sie werden wach alle Welt geschehn. Wo ist und Israel folgt ihnen nach. der Gottessohn, wo ist sein Gnadenthron? Wird man fragen; dann kommt die Zeit, wo weit und breit er scheint der Herr in Herrlichfeit. 134 5. Darum stellet ein die Klagen! Man wird noch einst zu zion sagen: Wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Erstaunen wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen, und herrlich weitern wird einmal. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ew'ges Leben fanden hier. Welch' ein Jubel, wie am Reigen, wird einst von dir zum Himmel steigen, die Lebensbrunnen sind in dir; in dir das Wasser quillt, das alles Dürsten stillt. Halleluja! Von Sünd' und Tod, von aller Not erlöst nur einer: Zions Gott. Karl Joh. Ph. Spitta 1801-1859. Dreizehnte Abteilung. Ausbreitung des Evangeliums. Mel.: Es ist genug. 187. Es ist noch Raum! Sein Haus ist noch nicht voll; sein Tisch ist noch zu leer; der Platz ist da, wo jeder sigen soll, bringt seine Gäste her! Geht, nötigt sie von allen Straßen, der Herr hat viel bereiten lassen; da ist noch Raum. 2. Es ist noch Zeit! Die Liebe rufet noch; noch gehen Diener aus zu Stadt und Land, sie laden heute noch ins große Rettungshaus. Noch ist die Thüre nicht verschlossen, für Kind und Greis noch nicht verflossen, die Rettungszeit. 3. Doch ist es Zeit! Die Stunden folgen schnell, es geht auf Mitternacht, bald Ausbreitung des Evangeliums. schlägt es voll. Von ferne Flammen durch deines Vaters schimmerts hell! Jhr Jung- ganzes Haus! frauen erwacht! Der Bräutigam erscheint von weitem, auf, auf, die Lampen zu bereiten. Auf, es ist Zeit! Ernst Gottlieb Woltersdorf 1725-1761. Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. 188. D, daß doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und bald die ganze Welt erkennte, daß du bist König, Gott und Herr! O möchten seine Himmelsfunken entzünden jedes tote Herz, die Durst'gen machen freudetrunken und heilen allen Sündenschmerz! 2. Zwar brennet es mit heller Flamme schon hier und dort, in Ost und West, dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst und Freudefest! Doch wecke, läutre und vereine des ganzen Christenvoltes Schaar, und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar! 3. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächt'ger, starter Gotteshauch, Gotteshauch, dein Feuermeer ström' nicht vergebens! Ach zünd in unsern Herzen auch! Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue deinen Tempel aus; laß leuchten deine heil'gen 135 4. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme doch bald die ganze weite Welt und zeig dich jedent Völkerstamme als Heiland, Friedefürst und Held! Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubelharmonien, und alle, die auf Erden wohnen, fnien vor dem Thron des Lammes hin. Joh. Ludw. Fricker 1729-1766. Mel.: Wie schön leucht't uns der. Se189. Vom Aufgang bis zum Niedergang, erschallet dir der Lobgesang erretteter rechten. Unzählbar sind die Scharen schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Preis dir Jesus! Einst noch werden mehr auf Erden dir lobsingen, Preis und Ruhm und Dank dir bringen. 2. Wie groß, wie angebetet ist dein Nam', o Heiland Jesu Christ, wie herrlich bei den Deinen! Doch führst du uns zu deiner Ruh', o wie weit herrlicher wirst du den Deinen dann erscheinen! Ewig müsse dir zu Ehre ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! Joh. Andr. Cramer 1723-1788. 136 Ausbreitung des Evangeliums. Mel.: D Durchbrecher aller Bande. 190. Vater, deines Geistes Wehen durch die ganze Christenheit läßt uns schon von ferne sehen deines Reiches Herrlichkeit; denn dein Wort wird ausgespendet durch die ganze weite Welt, millionenweis versendet auf das große Ackerfeld. 2. Dieser Samen wird bald blühen allenthalben hoch und hehr; denn Evangelisten ziehen über Inseln, Land und Meer, um die Saaten zu begießen; Geist der Pfingsten, komm herab; laß uns Lebensströme fließen bis zum Grabe tief hinab! 3. Sei gegrüßt, du ew'ger Morgen! Steige, Sonne, bald empor; weicht nun, all' ihr bangen Sorgen, Tagverfünder, tritt hervor! Seht, der Berge Spißen glühen schon im ew'gen Morgenlicht und die Frühlingsblumen blühen: Brüder alle, sorget nicht! Joh. H. Jung, gen. Stilling 1740-1814. Mel.: Jesus meine Zuversicht. 191. Eine Herde und ein Hirt, wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird? Freue dich. du kleine Herde, mach dich auf und werde Licht, Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht, Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach wie manches Schäflein irrt, fern von dir und deiner Herde; kleine Herde zage nicht, Jeſus hält, was er verspricht. 4. Sieh das Heer, der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet, dürstend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgenlicht, Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan, rauscht verdorrete Gebeine; macht dem Bundesengel Bahn, großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jeſus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit, Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit: Licht und Wahrheit, Fried' und Wonne. Mach dich auf, es werde Licht, Jesus hält, was er verspricht. Fr. Andr. Krummacher 1767-1845. Mel.: Wachet auf, ruft uns. 192. Einer ist's, an dem Ausbreitung des Evangeliums. wir hangen, der für uns in den Tod gegangen, und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen, gehören dir, o Mann der Schmerzen; in deiner Liebe ruht sich's gut. Nimm uns zum Eigentum! Bereite dir zum Ruhm deine Kinder; verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heil'gen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet, du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ew'gen Gnadenrat! Unsre Kraft ist schwach und nichtig und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Armut ist Gewinn für den Himmel; wer in sich schwach, folgt Herr dir nach, und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesus, Ehrenkönig! Die Ernt' ist groß, der Schnitter wenig; drum sende treue Zeugen aus, send auch uns hinaus in Gnaden, viel arme Gäste einzuladen, zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reiche Gottes; da ruht der Streit, da währt die Freud' heut, gestern und in Ewigfeit. 137 4. Schau auf deine Millionen, die noch im Todesschatten wohnen von deinem Seit Himmelreiche fern! Jahrtausenden ist ihnen kein Evangelium erschienen, fein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es ist Zeit! Komm Herr Jesus, zieh uns voran und mach uns Bahn, gieb deine Thüren aufgethan! 5. Deine Liebe, deine Wunden, die uns ein ew'ges Heil erfunden, dein treues Herz, das für uns fleht, wollen wir den Seelen preisen und auf dein Kreuz so lange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort; es richtet und durchbohrt Geist und Seele, dein Joch ist süß, dein Geist gewiß und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge, beginnest du still und geringe; was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten, auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp 1798-1864. 138 Ausbreitung des Evangeliums. Mel.: Balet will ich dir geben. 193. Der du zum Heil erschienen in unsrer armen Welt, und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt; den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am Marterholze versöhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitskleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, fein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Du hast dem ärmsten Sklaven, wo heiß die Sonne glüht, wie deinen andern Schafen, zu Liebe dich gemüht; und selbst den öden Norden, den ew'ges Eis bedrückt, zu deines Himmels Pforten erbarmend hingerückt. 5. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt; bis du im neuen Leben die ausgeföhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 6. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht! Auch sie hast du gegraben in deinen Priesterschild, am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 7. So sprich dein göttlich: Werde! Laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn; daß wo man Gößen fröhnet, vor toten Bildern kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 8. Wir rufen, du wirst hören, wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen, wie viele sind's noch nicht! O du, der's uns versprochen, werd aller Heiden Licht! Albert Knapp 1798-1864. Mel.: Valet will ich dir geben; oder Herzlich thut mich verl. 194. Der du in Todesnächten erkämpft das Heil der Welt, und dich als den Gerechten zum Bürgen dargestellt; der du den Feind bezwungen, den Himmel auf Ausbreitung des Evangeliums. gethan, dir stimmen unsre von Engeln hoch gelobt, verZungen ein Halleluja an! 2. Jm Himmel und auf Erden ist alle Macht nun dein, bis alle Völker werden zu deinen Füßen sein; bis die von Süd und Norden, bis die von Ost und West sind deine Gäste worden bei deinem Hochzeitsfest. ehrt von deinen Knechten; du hast für alle Welt am Kreuz genug gethan; nimm dich nun aller Welt in ihrem Elend an. 3. Noch werden sie geladen, noch gehn die Boten aus, um mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, es ist kein Weg zu schwer, hinaus zu streun dein Feuer ins weite Völkermeer. 2. Dein Evangelium gieb allem Volk auf Erden, laß jedes Menschenherz dadurch erleuchtet werden! In Nord, in Ost, in West und in des Mittags Land werd' hoch dein Ruhm erhöht, dein Name recht bekannt. 4. So ziehen deine Flammen wie Sonnen um die Welt, Getrenntes fließt zusammen das Dunkle wird erhellt. Und wo dein Name schallet, du König, Jesus Christ, ein selig Häuflein wallet dahin, wo Friede ist. 5. So sammle deine Herden dir aus der Völker Zahl, daß viele selig werden und ziehn zum Abendmahl! Schließ auf die hohen Pforten, es strömt dein Volk heran; wo noch nicht Tag geworden, da zünd dein Feuer an! Chr. G. Barth 1799-1862. Mel.:D Gott, du frommer Gott. 195. Herr Jesu, du regierst zu deines Baters Rechten, 139 3. Auf Erden sei kein Knie, das sich vor dir nicht beuge und keine Kreatur, die sich vor dir nicht neige; kein Mund, der nicht bekenn', daß Jesus unser Herr, Heiland und König sei zu seines Vaters Ehr'. 4. Komm, froher Tag, o komm, der unsre Sehnsucht stillet und das Verheißungsfüllet! Nun ist das Reich, wort im ganzen Sinn erdie Macht, die Herrlichkeit und Kraft auf ewig unserm Gott und seinem Christ verschafft. 5. Mit Herrlichkeit wird er in Ewigkeit regieren, doch in der Majestät ein Friedensscepter führen; ihr Völker, jauchzt ihm zu, preis jedes, wie es soll, die ganze Erde sei nur seiner Ehre voll! 140 Ausbreitung des Evangeliums. 6. Ehr' sei dem höchsten Gott, dem Sohne gleich dem Vater, dem heil'gen, guten Geist, der Gläubigen Berater! Die auserwählte Schar, der Himmel weit und breit, preist dich, dreiein'ger Gott, in alle Ewigkeit. E. R. Stier 1800-1862. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 196. Wachet auf, erhebt die Blicke! Laut mahnen uns die Weltgeschicke, es dränget hart der Brüder Not. Seht, gekommen ist die Stunde, die uns vereint zu schönem Bunde, zu thun, was uns der Herr gebot! Laßt nicht die Hände ruhn, auf, laßt uns Gutes thun allen Menschen im rechten Geist, doch wie es heißt: An Glaubensbrüdern allermeist. 2. Wachet auf, schaut an das Gute, das ihr der Väter Mut und Blute und ihrer Glaubenstreu' verdankt. Auf und tilgt die alten Schulden, wie lange soll sich noch gedulden das Schifflein, das im Sturme schwankt? Eilt ihm zur Hilf' herbei, es rudert froh und frei, wenn ihm Liebe die Segel schwellt, hin durch die Welt, Gott ist es, der das Steuer hält. 3. Wachet auf! In allen Landen erheben sich, vom Tod erstanden, die Zeugen frischer Glaubensmacht; werDet müde nicht im Werke, der Gott des Rechts ist unsre Stärke, und seinem Lichte weicht die Nacht. Drum wirkt, so lang' es Tag, so heiß er glühen mag; reift doch die Frucht im Sonnenglanz, der Erntekranz wiegt auf die Mühe voll und ganz. 4. Wachet auf, die Zeit zum wachen soll alle Glieder munter machen, und keines trete schen hintan. Leidet eins, so leiden alle, drum wachet, daß nicht eines falle, und stehet freudig Mann für Mann. fort und haltet fest am Wort! So streitet wacker Hoch vom Himmel strahlt uns das Licht, es trüget nicht; der Herr ist unsre Zuversicht! Karl Rud. Hagenbach 1801-1874. Wort Gottes. Vierzehnte Abteilung. Wort Gottes. Mel.: Sollt' es gleich bisweilen scheinen. 197. Treuster Meister, deine Worte sind die rechte Himmelspforte, deine Lehren sind der Pfad, der uns führt zur Gottesstadt. 2. O wie selig, wer dich höret, wer von dir will sein gelehret, wer zu jeder Zeit und Stund' schaut auf deinen treuen Mund. 3. Sprich doch ein in meiner Seele gieb ihr Weisung und Befehle; lehr sie halten bis zum Tod deiner Liebe sanft Gebot. 4. Hilf mir, mich im Lieben üben und Gott über alles lieben, meinen Nächsten, gleich wie mich, laß mich lieben inniglich. 5. Lehr mich heilige Gebärden, laß mir deine Demut werden, gieß mir deine Sanftmut ein, laß mich klug in Einfalt sein. 6. Also werd' ich mich verbinden ganz mit dir und Ruhe finden, also werd' ich in der Zeit schon gelehrt zur Ewigfeit. Joh. Scheffler 1624-1677. 141 Mel.: Es ist das Heil uns. 198. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist untüchtig! Dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissen's und verstehen's nicht, wenn uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiſet. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohl bekannt dein Will' und deine Rechte. Zum letzten ist dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. Herr, gepreist, laß uns dabei 3. Für solches Heil sei, verbleiben; und gieb uns dem Worte gläuben, und es deinen guten Geist, daß wir annehmen jederzeit mit Sanft mut, Ehre, Lieb' und Freud', als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Schar uns nicht vom Wort abwende, denn ihr Gespött samt ihnen gar mit 142 Wort Gottes. Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Worte Kraft, daß deine Lehre in uns haft', auch reichlich bei uns wohne. 5. Deffn' uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb' und Leid, in Freud' und Schmerz es außer außer acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sei'n, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Wege wird der Same fort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen fann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Same, so in Dornen fällt, von Sorg' und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich allhie dem guten Lande und sei'n an guten Werken reich in unserm Amt und Stande; viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr' und Huld in feinen, guten Herzen. 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, den Weg der Sünder meiden, gieb, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns, die Weltsorg' überall und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns klar und rein; hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf bauen. 10. Gott Bater, laß zu deiner Ehr' dein Wort sich weit ausbreiten; hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' erleuchten mög' und leiten! Oheil'ger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub', Lieb', Geduld und Hoffnung. D. Denicke 1603-1680. Mel.: Balet will ich dir geben. 199. Wohl dem, der Jeſum liebet und dessen Himmelswort! Dies Licht glänzt ungetrübet zum Trost ihm immerfort. Wo Jesus sich befindet, da stehet alles wohl; wer sich auf Jesum gründet, der lebet lebensvoll. 2. Suchst du, vom Ziel verirret, die wahre Lebenspfort; hat dich die Welt verwirret: Komm, hier ist Gottes Wort! Das wird dir deutlich weisen die rechte Lebensbahn, auf welcher du mußt reisen, wenn du willst himmelan. 3. Bist du vielleicht betrübet, ja wirst du fort und fort in Kreuz und Not geübet: Komm, Wort Gottes. hier ist Gottes Wort! Das vertreiben alles Leid. Auch wird dich schon erquicken, daß, wenn gleich Höll' und Welt dich wollten unterdrücken, du doch behältst das Feld. des Honigs Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen, nichts ist ihnen zu vergleichen. 4. Wirst du gleich auch geführet zu einem finstern Ort, wo sonst der Tod regieret: Komm, hier ist Gottes Wort! Dies ist der Stab und Stecken; mit diesem kannst du dich vor Furcht und Todesschrecken beschüßen mächtiglich. 3. Deine Worte sind mein Stecken, dessen ich mich trösten kann, wenn der Feind mich will erschrecken auf der schmalen Lebensbahn; diese führen ohne Qual mich hin durch des Todes Thal, diese sind mein Schirm und Segen auf den schwersten Kreuzeswegen. 5. Hilf, Jesu, daß ich liebe dein seligmachend Wort, daß ich mich stets drin übe; hilf, liebster Seelenhort, daß ich's in meinem Herzen bewahr' durch deine Huld, damit in Kreuz und Schmerzen es Frucht trag' in Geduld! 4. Jesu, dein Wort soll mich laben; deine trosterfüllte Lehr' will ich tief ins Herz mir graben, Jesu, nimm sie nimmermehr von mir hier in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kommen zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. Anna Sophie v. Hessen- Darmstadt 1638-1683. Mel.: Freu dich sehr o meine Seele. 200. Nede, liebster Jesu, rede, denn dein Kind giebt acht darauf. Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich meinen Lebenslauf dir zu Ehren seßze fort. Ach, so laß dein heilig Wort in mein Herze sein verschlossen, dir zu folgen unverdrossen. 143 5. Unterdes vernimm mein Flehen, liebster Jeſu, höre mich! Laß bei dir mich feste stehen, so will ich dich ewiglich preisen mit Herz, Sinn und Mund; ich will dir zu jeder Stund Ehr' und Dank in Demut bringen und dein hohes Lob besingen. Anna Sophie v. Hessen- Darmstadt 1638-1683. Mel.: Jesu meine Freude. 201. Wort des höchsten Mundes, Wort des ew'gen herzlich wohl gemeint. Sie Bundes, du warst niemals 2. Ach, wer wollte dich nicht hören, dich, du liebster Menschenfreund? Sind doch deine Wort' und Lehren alle 144 Wort Gottes. stumm. Bald, da wir gefallen, ließ Gott schon erschallen Evangelium; eine Kraft, die Glauben schafft, eine Botschaft, die zum Leben er uns hat gegeben. 2. Was dein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen fest bestimmet hat, was die Opferschatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Rat. Was die Schrift verspricht, das trifft alles ein in Namen und ist Ja und Amen. Jesu 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet alle Straf' und Schuld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben alle Gnad' und Huld. Auch ist dies fürwahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre. O erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünde Toten machen Jesu Boten dieses Leben fund; lieblich sind die Füße und die Lehren süße, teuer ist der Bund! Aller Welt wird vorgestellt durch der guten Botschaft Lehre, daß man sich bekehre. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, die in bittern Schmerzen das Gesetz zerschlug; kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug! Jesu Blut stärkt euern Mut; Gott ist hier, der euch geliebet und die Schuld vergiebet. wenn die Welt vergehet fällt 6. Dieser Grund bestehet; er doch nicht ein; darauf will ich bauen, so soll mein Vertrauen evangelisch sein; auch will ich nun würdiglich in der Kraft, die mir gegeben, evangelisch leben. schaffet diese Werke, stehe du 7. Jesu, deine Stärke mir bei! Nichts kann mich nun scheiden, hilf denn, daß mein Leiden evangelisch sei; laß auch mich einmal auf dich als ein Kind, mit dir zu erben, evangelisch sterben. Heinr. Con. Decker 1699-1743. Mel.: O Durchbrecher aller Bande. 202. Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir, denn ich zieh' es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist's nicht um tausend Welten, aber um dein Wort 3u thun. 2. Halleluja! Ja und Amen! Herr du wollest auf mich sehn, daß ich mög' in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein beslissen, dir zu dienen früh und spat, Taufe. und zugleich zu deinen Füßen| diese Zeit von dir mir übersiten, wie Maria that. Nic. Ludw. Graf von Zinzendorf 1700-1760. Mel.: Ach Gott und Herr. 203. Gott ist mein Hort und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr, laß immerdar mich seine Kräfte schmecken; laß keinen Spott, o Herr und Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verständ' ich nie, wie ich dich würdig ehrte! 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben; zur Ewigkeit ist Fünfzehnte Abteilung. Die heilige Taufe. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier, dich. 204. Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte nachzuleben; dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl 145 gegeben. 5. Den ew'gen Rat, die Missethat der Sünder zu versühnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte; durch meine Müh' vermag ich's nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort, denn du hast es gegeben; es sei mein Teil, es sei mein Heil und Kraft zum ew'gen Leben. C. F. Gellert 1715-1769. gegeben, frühe sie zu dir zu weisen, denen du dein Reich verheißen. 2. Es erschallet allermeist dies dein Wort in unsern 10 Taufe. Ohren: Wer durch Wasser| gen Bade Gottes Baterhuld und durch Geist nicht zuvor ist neu geboren, wird von Dir nicht angenommen, wird in Gottes Reich nicht kommen. gewinnt, dem der Sohn schenkt seine Gnade, dem der Geist ist zugeflossen und der Himmel aufgeschlossen! 3. Darum eilen wir zu 3. Halt so lange diesen dir, nimm das Pfand von Bund, als du einen Odem unsern Armen, tritt mit dei- hegest, daß du auf den festen nem Glanz herfür und er- Grund deinen Christenglauzeige dein Erbarmen, daß es ben legest. Wer sich läßt dein Kind hier auf Erden auf Jesum taufen, muß in und im Himmel möge werden. Jesu Wegen laufen. 4. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, o schenk ihm Friede! Weinstock hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe. 4. Werde fromm und wachse groß, werde deiner Eltern Freude, und dein jetzt erlangten Los tröste dich in allem Leide! Deine Taufe sei die Thüre, welche dich zum Himmel führe. 1465. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ die Bitten Himmelwärts und erfülle das Verlangen! Ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Ichmolck 1672-1737. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 205. Nun gottlob, es ist vollbracht und der Bund mit Gott geschlossen; was uns rein und selig macht, ist auf dieses Kind geflossen; Jesus gab ihm seinen Segen, der ihm folgt auf allen Wegen. 2. Odu dreimal selig Kind, welches in dem heilBenj. Schmold 1672-1737. Mel.: O daß ich tauſend Zungen. 206. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geiſt! Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Not und Bein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab' ich dir auch Taufe. Furcht und Liebe, Gehorsam| arm Gebild von Erde! Nimm, zugesagt und Treu'; ich habe guter Hirte, freundlich ein, dir aus reinem Triebe ge- was du erkauft mit Todeslobt, daß ich dein eigen sei. pein, nimm's auf zu deiner Hingegen sagt' ich bis ins Herde! Sende, spende, o du Grab der Sünd' und ihren Treuer, Geist und Feuer in Werken ab. der Tause; weih es früh zum Siegeslaufe! 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab' einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel' und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besit von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Laß meinen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist; halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb' ich dir, so sterb' ich dir, so lob' ich dich dort für und für. Joh. Jak. Rambach 1693-1735. Mel.: Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 207. Herr, dessen Thron die Himmel sind, schau gnädig auf dies zarte Kind, dies 147 2. Gieb Gnad' und Wahrheit in sein Herz, damit es frühe himmelwärts mit Kindesaugen blicke, und freudig sich zum guten Streit für dich und deine Herrlichkeit aus allen Kräften schicke. Rühre, führe, schirme, leite, vollbereite du dies Kleine, daß dein Bild an ihm erscheine. 3. Es atme dir, es blühe dir! Es müß' in steter Kraft und Zier an dir dem Weinstock bleiben! Es müß' in Sturm und Sonnenschein dein Pilgrim und dein Bürger sein und Himmelsfrüchte treiben. Vater, Mittler, Geist der Wahrheit, komm in Klarheit, sprich dein Amen, dein ist es in deinem Namen! A. Knapp 1798-1864. Mel.: Ich finge dir mit Herz und Mund. 208. Nun sind die Kindlein Gott geweiht, feſt steht der Gnadenbund; nun werde Glaub' und Heiligkeit in ihrem Leben fund! 2. Gott, bewahre du 10* Konfirmation. ihr Herz, steh ihnen mächtig| wohl vollbracht, so führe bei, daß all' ihr Wandel deine Hand getrost sie durch himmelwärts zu dir gerichtet des Todes Nacht ins sel'ge Vaterland! 148 fei! 3. Und ist ihr Lauf einst Sechszehnte Abteilung. Konfirmation. Mel.: Ewigkeit, du Donnerwort. ( Gemeinde.) 209. Erhör, o Gott, das heiße Flehn der Kinder, die hier vor dir stehn, blick gnädig auf sie nieder; gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt, denn sie sind Jesu Glieder! Steh ihnen bei mit deiner Kraft, die Wollen und Vollbringen schafft. ( Konfirmanden.) 2. Wir wollen unsern Bund erneun, mit Herz und Leben dir uns weihn und treu am Glauben halten, auf Christi hohes Vorbild sehn und fest in unsrer Hoffnung stehn, nicht in der Lieb ertalten. Zu dem Gelübde, Vater, sprich dein Ja und Amen gnädiglich! Unbekannt. ( Gemeinde.) 3. O mache sie zum Kampf bereit, schenk ihnen Kraft und Freudigkeit, das Böse zu bezwingen! Auch wir erneun mit Herz und Mund des Glaubens und der Treue Bund; laß uns das Ziel erringen, daß alle, die vereint hier flehn, auch dort vereint dein Antlig sehn. Gottl. Küster 1732-1799. Nach eigener Melodie. 210. Stärk uns, Mittler, dein sind wir! Sich, wir alle flehen: Laß, laß, o Barmherziger, uns dein Antlig sehen, wach über unsre Seelen! Hier stehn und sprechen alle wir: Herr, dein Eigentum sind wir!( Chor.) Heiliger Schöpfer, Gott, heiliger Mittler, Gott, heiliger Gott, Lehrer und Tröster, dreieiniger Konfirmation. Gott! Laß uns nie ver- Heiliger Schöpfer, Gott, heigessen unsern teuren, heil'gen Bund; erbarm dich unser! 2. Ach, wie oft gelobten wir, fest an dir zu halten, aber treulos ließen wir unsre Lieb erkalten! Stärk uns, D Herr, im Glauben! Beständig laß uns alle sein, die wir uns aufs neu dir weihn! Heiliger Schöpfer, Gott, heiliger Mittler, Gott, heiliger Gott, Lehrer und Tröster, dreieinger Gott! Stärk uns deine Kinder im Vertraun auf Jesu Tod und in der Tugend! 3. Lockt uns die verderbte Welt zu der Jugend Lüsten, dann, Herr, wollst du uns mit Kraft aus der Höhe rüsten. Laß streiten uns und siegen; die Triebe zu verbotner Lust dämpfe früh in unsrer Brust! Heiliger Schöpfer, Gott, heiliger Mittler, Gott, heiliger Gott, Lehrer und Tröster, dreieiniger Gott! Laß uns alle Feinde, alle Reizungen der Welt weit überwinden! uns, 4. In der Todesnot laß deine Teu'rerlösten, unsers Glaubens Zuversicht unaussprechlich trösten; zähl uns zu deinen Kindern! Laß Kinder und Erwachsne dein sich im Himmel ewig freun! 149 liger Mittler, Gott, heiliger Gott, Lehrer und Tröster, dreieiniger Gott! Laß uns nie vergessen, unsern teuren, heil'gen Bund; erbarm dich unser! Balth. Münster 1735-1793. Mel.: Allein Gott in der Höh'. 211. Die hier vor deinem Antlitz stehn, sind Jesu Christi Glieder. Blick, wenn vereint wir für sie flehn, erbarmend auf sie nieder. Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, das Gute, was dein im Sterben. Wort verheißt im Leben und 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn, und seine heil'gen Lehren. Ist Freude, Gott, vor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren, wie groß soll unsre Freude sein, wenn junge Seelen dir sich weihn, dir treulich anzuhangen. 3. O laß sie niemals zum Gericht dein heilig Mahl empfangen! Laß sie mit gläub'ger Zuversicht sich dem Ältare nahen! Es stärke sie in aller Not, es reize sie, des Heilands Tod zu preisen durch ihr Leben. 4. Lacht ihnen bei dem edeln Lauf die falsche Welt entgegen, hilf dann den Konfirmation. Wegen dir jeder folgen mag. schwachen Herzen auf; und Tag, daß treu auf allen wenn sich Lüste regen, laß sie hinauf auf Jesum sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn, beharren bis ans Karl Aug. Döring 1783-1844. Mel.: Seelenbräutigam. 213. Von des Himmels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke; gieb uns Kraft zum heil'gen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu ſein. 2. Mach uns selbst bereit, gieb uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen teures Blut floß auch uns zu gut. 150 Ende. 5. Zeig du den Lohn der Ewigkeit, o Herr, den teuern Seelen, die dich für ihre Lebenszeit zum Trost und Führer wählen, die dir sich ganz zum Dienste weihn! Laß ewig sie die Deinen sein, erhalte sie im Glauben! Theod. Gottl. von Hippel 1741-1796. Mel.: Christus ist mein Leben. 212. Wir flehn um deine Gnade, nichts sind wir ohne dich; führ uns auf deinem Pfade und hilf uns mächtiglich. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, daß wir unsern Bund erneuern und mit Wahrheit dir beteuern, deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wolleſt du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh' ströme dann uns zu! 5. Gieb auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn in den Himmelshöhn. Samuel Marot 1771-1865. 2. Wir flehn um deine Wahrheit in unsres Lebens Nacht; durch dich nur wird uns Klarheit in unserm Geist gebracht. 3. Wir flehn um deinen Frieden in dieser Welt voll Angst; uns sei das Heil beschieden, das du am Kreuz errangst. 4. Wir flehn um deine Stärke! Du weißt, wie schwach wir sind. Zu jedem guten Werke stärk jedes schwache Kind. Mel.: Wachet auf, ruft uns die. ( Gemeinde.) 5. Wir flehn um deinen Segen zum Bund an diesem 214. Vor dir, Todesüber Konfirmation. winder, stehn deine teu'rerlösten Kinder, ihr Lobgefang sei dir gebracht! Freudig gehn sie dir entgegen, weil du der Liebe reichsten Segen den Kinderseelen zugedacht. Dein Auge sieht sie hier im Jugendschmuck vor dir knien und beten. Herr! sie sind dein, laß ihre Reihn dir an dein Herz geleget sein! ( Konfirmanden.) 2. Friedefürst, ich ward erforen am ersten Tag, als ich geboren, zu deinem sel'gen Gnadenkind; du gabst mir des Himmels Gaben, weil wir nichts Gutes eigen haben und ohne dich verloren sind. Jesu, meine Ruh'! Ich greife freudig zu nach den Gaben, die du mir heut zur Seligkeit durch dein Erbarmen hast erneut. ( Konfirmanden.) 3. Laß dich halten und umfassen, ich will dich ewig nicht verlassen, verlaß auch du mich ewig nicht! Schüße mich vor Welt und Sünde und offenbare deinem Kinde dein gnadenvolles Angesicht, auf daß ich Tag für Tag in dir mich freuen mag still und heilig, und mich dein Mund zu jeder Stund er innre an den Liebesbund. 151 ( Gemeinde und Konfirmanden.) 4. O du Hirt erkaufter Seelen, ich muß des rechten Wegs verfehlen, wenn meine Seele von dir geht; darum gieb mir Licht und Stärke und Glaubensmut zum guten Werke, zum Ringen, Wachen und Gebet, bis ich den Bilgerstand im ew'gen Vaterland siegreich ende, und du den Lohn, o Gottes Sohn, mir reichst von deinem Gnadenthron. Alb. Knapp 1798-1864. Mel.: O Durchbrecher aller Bande. 215. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, deine Wege will ich gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt' ich's irgend besser haben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt' ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben iſt! 3. Wo ist solch' ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft Konfirmation. von Tod und Sünden mit Bleibt bei dem, der einzig dem eignen teuren Blut? bleibet, wenn auch alles unterSollt' ich dem nicht ange- geht, der, wenn alles auch hören, der sein Leben für zerstäubet, siegend überm uns gab? Sollt' ich ihm Staube steht. nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 2. Alles schwindet, Herzen brechen, denen ihr euch hier ergabt, und der Mund hört auf zu sprechen, der euch oft mit Trost gelabt, und der Arm, der euch zum Stabe und zum Schilde ward, erstarrt, und das Auge schläft im Grabe, das euch sorgsam einst bewahrt. 152 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib' ich, so in Freude, wie im Leid; bei dir bleib' ich, dir verschreib' ich mich für Zeit und Ewigkeit! Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib, auch wann mein Tag sich neigt, wann es nun will Abend werden und die Nacht herniedersteigt. Lege segnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, sprich dann: Kind, hier geht's zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt! K. I. Ph. Spitta 1801-1859. Mel.: Werde munter. 216. Bleibt bei dem, der euretwillen auf die Erde niederkam, der, um euren Schmerz zu stillen, tausend Schmerzen auf sich nahm! 3. Alles stirbt; das Ird'sche findet in dem Irdischen sein Grab, alle Lust der Welt verschwindet, und das Herz stirbt selbst ihr ab. Ird'sches Wesen muß verwesen, ird'sche Flamme muß verglühn, ird'sche Fessel muß sich lösen, ird'sche Blüte muß verblühn. 4. Doch der Herr steht überm Staube alles Jrdischen und spricht: Stüße dich auf mich und glaube, hoffe, lieb und fürchte nicht! Darum bleibt bei dem, der bleibet, und der geben kann, was bleibt, der, wenn ihr euch ihm verschreibet, euch ins Buch des Lebens schreibt. K. 3. Ph. Spitta 1801-1859. Abendmahl. Siebenzehnte Abteilung. Das heilige Abendmahl. Nach eigener Melodie. 217. Christe, du Lamm Gotder du trägst die Sünd' der Welt: Erbarm' dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd' der Welt: Erbarm' dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd' der Welt: Gieb uns deinen Frieden! Amen. Alte Kirche. Mel.: Herr Jesu Christ, mein's Lebens. 218. Jesu, teures Gottes Lamm, der du aus Lieb' am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast und nahmst hinweg der Sünden Last: 2. Ich komm' zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall, ich bin krank, unrein, ohne Licht, und arm; ach Herr, verwirf mich nicht! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht; du bist der Brunn der Heiligkeit, du giebst das rechte Hochzeitskleid. 153 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich: In meiner Schwachheit heile mich, was unrein ist, das mache rein, erleuchte mich mit hellem Schein! 5. Lösch alles Böse aus in mir, mein Herz mit Lieb' und Glauben zier; und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr. 6. Gieb, was mir nüht an Seel und Leib, was aber schädlich ist, vertreib! Komm in mein Herz; laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 7. Hilf mir, daß dieses Mahles Kraft ein neues Leben in mir schafft, hilf, daß ich frei von Sündenschuld erlang' des Vaters Lieb' und Huld. 8. Hilf, daß ich Leben, Sinn und Pflicht nach deinem heil'gen Willen richt, hilf, daß ich meine Tag' in Ruh' und Frieden bringe christlich zu! 9. Bis du mich, o du Lebensfürst, in deinen Himmel 154 Abendmahl. nehmen wirst, daß ich bei dir| dort ewiglich an deinem Tische freue mich. 5. Zwar bin ich deiner Gnad' nicht wert, als der ich jetzt erscheine mit Sünden allzuviel beschwert, die schmerzlich ich beweine; in solcher Trübsal tröste mich, Herr Fesu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. Joh. Heermann 1585-1647. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 219. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, kann dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist, und will sich an dir laben: So bitt' 6. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, komm selbst, dich ich dich demütiglich, du wol- mir zu schenken. Dein Blut, lest so bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 2. Auf grünen Auen wollest du, Herr, diesen Tag mich leiten, den frischen Was sern führen zu, den Tisch für mich bereiten; weil ich bin sündig, schwach und krank, so laß mich deinen Gnadentrank 220. Schmücke dich, o liebe das mir vergossen ist, woll' auch mich Schwachen tränken. Ich bleib in dir, du bleibst in mir, du öffnest mir des Himmels Thür, du wirst mich auferwecken. Nach eigener Melodie. aus deinem Becher trinken. 3. O du lebend'ges Him- Seele, laß die dunkle Sündenmelsbrot, du wollest mir ge- höhle; komm ans helle Licht währen, daß ich mit dir in mei- gegangen, fange herrlich an ner Not die Seele lerne näh- zu prangen. Denn der Herr ren. Dein reines Kleid bevoll Heil und Gnaden will decke mich, daß ich im Glau- dich jetzt zu Gaste laden; der ben würdiglich an deiner Ta- den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir fel size. halten. 4. Tilg allen Haß und Bitterkeit, o Herr, aus meinem Herzen; laß mich die Sünd' in dieser Zeit bereuen ja mit Schmerzen. O unbeflecktes Osterlamm, geschlachtet an des Kreuzes Stamm, laß deiner mich getrösten! Joh. Rist 1607-1667. 2. Eile nun dem hohen Segen deines Heilands froh entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten. Säume nicht, ihm aufzuſchließen, wirf dich hin zu seinen Füßen. Sprich: O Herr, laß dich Abendmahl. umfassen, von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Mag ein köstlich Gut auf Erden sonst um Geld erkaufet werden, du, o Herr, für deine Gaben willst nicht Erdenschätze haben; und in allen Bergesgründen könnt' ich ja kein Kleinod finden, daß ich bei dem heil'gen Mahle, Herr, dein Manna dir bezahle. 4. Ach wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte; ach wie pfleg' ich oft mit Thränen mich nach diesem Mahl zu sehnen; ach wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten, daß in diesem Brot und Weine Christus sich mit mir vereine. 5. Beides, Freude und auch Bangen, haben jetzt mein Herz umfangen. Die geheimnisvolle Weise dieser wunderbaren Speise machet daß ich fühl' und merke, Herr, die Größe deiner Stärke. Ist wohl auch ein Mensch zu finden, der dein Wirken kann ergründen? 6. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud' und Wonne, Jesu, Lebensquell der Seele, den ich mir zum Heil erwähle; hier fall' ich zu deinen Füßen, laß mich 155 würdiglich genießen diese deine Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise! 7. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig haft dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir viel leicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Laß bei diesem Trank und Effen mich dein Lieben recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög' dein Gast im Himmel werden. Joh. Frank 1618-1677. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 221. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, o Seele, der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, dein Bruder hier zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut, dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten, und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erstritten. Er hat be 156 Abendmahl. fiegt Sünd', Höll' und Tod und dich erlöst aus aller Not, dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage. Bedenke, daß er Fried' gemacht, das Leben wieder hat gebracht, dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt' dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wieder kommen, und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenommen. O denke, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen; und nie, was du an mir gethan, mög' aus dem Herzen lassen; daß dessen ich in aller Not mich trösten mög' und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriak Günther 1650-1704. Nach eigener Melodie. 222. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden, in deiner letzten Trauernacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testament vermacht, es preisen gläubige Gemüter dich Stifter solcher hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu, und neue Segensströme fließen uns zu von deiner Güt' und Treu'. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen erneuern sich in unsren Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen heil'gen Wunden finden. 4. Das Band wird fester angezogen, das dich und uns zusammenhält, die Liebe, die wir längst gepflogen, auf neuem Grunde festgestellt. Wir werden mehr in folchen Stunden mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dies Brot kann wahre Nahrung geben und dieser Trant erquickt den Geist; es mehrt sich unser innres Leben, wenn Jesus unsern Abendmahl. Glauben speist. Wir fühlen| getrösten; ich fühle meiner neue Kraft und Stärke in Sünden Müh', ich suche Ruh' unsrem Kampf und Glau- und finde sie im Glauben benswerke. der Erlösten. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein, wir müssen all' in solchem Stande ein Herz und eine Seele sein. Der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir von einem Brot genießen. 7. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, der Schwachheit voll, einst aus dem Staube herrlich grünen und unverweslich werden soll; ja daß du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. 8. Herr Jesu Christ, so edle Gaben hast du in die ses Mahl gelegt; da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein Vorschmack jener ew'gen Freuden. 3. 3. Rambach 1693-1735. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 223. Ich komme, Herr, und suche dich, mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich des Wunders deiner Gnaden! Ich liege 157 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder, du hast die Schuldschrist abgethan und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil erworben, du hast für mich dich dargestellt, Gott hat mit sich versöhnt die Welt, da du für sie gestorben. 3. So freue dich, mein Herz, in mir, er tilget deine Sünden und läßt an seinem Mahle hier dich Gnad' um Gnade finden. Du rufft und er erhöret dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, die Sünd' ist dir vergeben; du bist in meinen Tod getaust, du wirst dem, der dich hat erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit, bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben! Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so hier vor deinem Thron, wirst du Früchte bringen. Sohn Gottes und des Men- Ich helfe dir, ich stärke dich schen Sohn, mich deiner zu und durch die Liebe gegen Abendmahl. mich wird dir der Sieg ge-| sich ganz zu eigen; nimmer lingen! will ich's nun verschweigen, daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, mein Erlöser war und bleibet. 5. Ja Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft für meinen Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Ch. F. Gellert 1715-1769. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 224. Komm, mein Herz, in Jesu Leiden strömt auch dir ein Quell der Freuden! Stille hier dein sehnlich Dürsten an dem Mahl des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe, mich in seinem Heile labe und in sein Verdienst mich kleide, das ist meines Herzens Freude. 158 2. Zwar hab' ich ihn alle Tage, wenn ich nach ihm Sehnsucht trage; er ist auf der Himmelsreise täglich meine Seelenspeise. Daß ich einen Heiland habe, bleibt mein alles bis zum Grabe, und ich mag nichts andres wissen, als sein Leiden zu genießen. 3. Aber ich will mit Berlangen auch sein Abendmahl empfangen. Hier schenkt er 4. Ach wie werd' ich oft so müde, wie entweicht der süße Friede! Sünd' und Welt kann mich verwunden, wenn mir dieses Licht verschwunden, daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe sanft und mild und voll Vergeben mir nichts ist als Heil und Leben. 5. Sei gesegnet, ew'ge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, solch ein Denkmal selbst gestiftet: Daß ich einen Heiland habe, der den Gang zum Kreuz und Grabe, ja den Schritt in Todes Rachen gern gethan, mich los zu machen. 6. Heil'ges Brot, sei mir gesegnet, weil mir der in dir begegnet, der mit seinen Todeswunden die Erlösung mir erfunden! Daß ich einen Heiland habe, der erblaßt und tot im Grabe auch für meine Schuld gelegen, will ich schmecken und erwägen. 7. Heil'ger Kelch, sei mir gesegnet, weil mir der mit 159 Abendmahl. Friedr. Gottl. Klopstock 1724-1803. dir begegnet, dessen Blut mich uns ewig sein! Hosianna, lässet finden die Vergebung Anbetung dir! Einst feiern aller Sünden! Daß ich einen wir das große Abendmahl Heiland habe, der die arme bei dir! Seele labe muß nicht dies mein Dürsten stillen und mein Herz mit Wonne füllen? 8. Gott, was brauch' ich mehr zu wissen, ja was will ich mehr genießen? Wer kann nun mein Heil ermessen? Werd' ich das nur nie ver gessen, daß ich einen Heiland habe! Ich bin frei von Tod und Grabe. Wenn mich Sünd' und Hölle schrecken, so wird mich mein Heiland decken. 9. Will hinfort mich et was quälen oder wird mir etwas fehlen, oder wird die Kraft zerinnen, so will ich mich nur besinnen, daß ich einen Heiland habe, der vomt Kripplein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder, zugehöret. E. G. Woltersdorf 1725-1761. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 225. Herr, du wollst uns vorbereiten zu deines Mah les Seligkeiten, sei mitten unter uns, o Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß uns, o Herr, dir würdig nahen, und sprich uns los von Sünd' und Tod. Wir sind, o Jesu, dein, dein laß Mel.: Jesus meine Zuversicht. 226. Die ihr Christi Jünger seid, all' ihr miterlösten Brüder, alle seinem Dienst geweiht, alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, fommt, erneut euren Bund der Seligkeit! 2. Nehmet hin und est sein Brot! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt! Ihr trinkt sein Leben. Seht, wie er die Sünder liebt, da er selbst sich für sie giebt. 3. Die mit voller Zuversicht deines Heils, o Herr, sich freuen, laß sie stets in diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demut sein! 4. Tröste, die in Traurigfeit über ihre Seelen wachen; hilf du, Herr der Herrlichteit! Herr, sie glauben, hilf den Schwachen! Die gebeugt von ferne stehn können unerhört nicht flehn. 5. Hoherpriester, Jesu Christ, du bist einmal eingegangen in das Heiligtum! Abendmahl. Du bist an dem Kreuz, ein| sehe dich in deinem Blute, Fluch, gehangen, also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott! 160 Herr, du littest mir zu gute. 3. Möcht' ich, Jesu, nicht vergebens mich zu deinem 6. Hoherpriester, ja du Kreuze nahn! Möcht' ich bist dort für sie auch ein- dieses Mahl des Lebens nicht gegangen! Sprich sie los, mir zum Gericht empfahn! Herr Jesu Christ, wenn sie Ach, es gründ' und stärke nun dein Mahl empfangen. mich, Mittler, im Vertraun Laß sie fühlen: Ins Gericht auf dich! Ach, es lenke meikommen sie nun, Mittler,| nen Willen, dein Gesetz, Herr, nicht! zu erfüllen! 7. Nehmet hin und est 4. Diesen Vorsatz, den ich sein Brot, Jesus Christus habe, mich nicht wieder zu ward gegeben für die Sün- entweihn, laß ihn, Jesu, bis der in den Tod. Nehmt und zum Grabe start in meiner trinkt! Jhr trinkt sein Le Seele sein! Vor der droben! Seht, wie er die Sün- henden Gefahr schüße du der liebt, da er selbst sich mich immerdar, gieb mir, für sie giebt. daß ich Scheu empfinde vor dem bösen Sturz der Sünde. Friedr. Gottl. Klopstock 1724-1803. Mcl.: Der am Kreuz ist meine Liebe. 227. Voller Ehrfurcht, doch mit Freuden, komm ich, Herr, auf dein Gebot, und gedenké an dein Leiden und an deinen Martertod! Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, ach möcht' ich mich würdig nahen und das Leben hier empfahen! 2. Laß mich vor dein Antlitz kommen, dein Gedächtnis zu erneun, laß mich heut' mit deinen Frommen deines To des Zeuge sein! Herr, ich schau' nach Golgatha, wo die Welt dich sterben sah, 5. Wenn ich in der Frre wandle, geh du mir, Erbarmer, nach, zeig mir, wie ich unrecht handle, stärke mich, denn ich bin schwach! Und ertrage mit Geduld meine Schwachheit, meine Schuld! Sage: Du sollst Gnade finden; ich, ich tilge deine Sünden! 6. Dir will ich es ewig danken, daß du so barmherzig bist, laß mich nur nicht wieder wanken, mein Erretter, Jesu Christ! Hilf mir, daß ich dir getreu, und mein Vorsag standhaft sei, jede Abendmahl. Sünd' und ihre Freuden bis an meinen Tod zu meiden. B. Münster 1735-1795. Mel.: Alles ist an Gottes Segen, oder nach eigener Melodie. 228. Jesu, mit der Schar der Frommen und der Sünder will ich kommen zu dem neuen Bundesmahl. Christen sind geladen. Liebster Heiland, deiner Gnaden ist kein Maß, ist keine Zahl. Alle 2. Namenlose Seligkeiten willst du, Jesu, uns bereiten: Seele, freu dich seiner Huld! Wenn dich Sünd' und Elend drücket, Gott ist hier, der dich erquicket, dich entladet deiner Schuld. 161 einst jener Christenscharen, die, wie ich, auch Sünder waren, und doch glaubten, und jetzt schaun. 6. Den Gedanken darf ich wagen, darf ihn laut voll Freude sagen: Ich soll eins mit Jesu sein. Dieses Heil mir zu erwerben, wollt er für mich Sünder sterben. Ewig, ewig bin ich dein. 7. Nehmt zum Heil euch, mir zum Preise, sprichst du, diese Seelenspeise; Brot, des Lebens Brot, bin ich! Ich, ich kann mit Leben tränken, ich Unsterblichkeit euch schenken; nehmt mich an und glaubt an mich! 3. Du, o Herr, für mich gestorben, hast auch Leben mir erworben; mich auch ladest du nun ein, Herr, dein Sterben zu bedenken; mir auch willst du Gnade schenken, deiner soll auch ich mich freun. 9. Pfand von Christi Tod 4. Liebreich rufft du mich, und Leben; wenn wir ihm Erbarmer; auch ich Sünder, getreu hier leben; Siegel auch ich Armer darf vor dei unsrer Seligkeit! Aber Sienem Antlig stehn. In der gel des Gerichts, wenn wir Reue tiefem Leide, in der fliehn den Weg des Lichtes, Demut Trauerkleide will ich, Mittler, zu dir gehn. wenn uns noch die Sünde freut. 5. Tief bet' ich dich an im Staube. Nimmer wanke jetzt mein Glaube! Jesu, stärke mein Vertraun, wie 8. Wer nun glaubt, wird nicht verloren, er wird rein und neu geboren, droben ist das Vaterland. Heil euch, ihr erlösten Sünder! Heil euch, ihr seid Gottes Kinder; diese Zeichen sind das Pfand; 10. Seele, denk an deine Würde! Drückt dich dieses Leibes Bürde, Jesus selber ist dein Lohn. Weine Freu11 Abendmahl. denthränen, streite, ringe,| ganz geweihet! Auf dein halte fest die Beute; dort am Ziele steht dein Thron! J. K. Lavater 1741-1801. ( Mel.: Schmücke dich, o liebe. Vorbild will ich sehen, und dir nach, mein Heiland, gehen. Was du hasfest, will ich hassen, stets von dir mich leiten lassen; was du liebest, will ich lieben, nie durch Untreu' dich betrüben. 229. Jesu, Freund der Menschenkinder, Heiland der verlornen Sünder, der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzesschmach hat wollen dulden! Wer kann fassen das Erbarmen, das du trägest mit uns Armen? In der Schar erlöster Brüder fall' ich dankend vor dir nieder. 162 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr aus deiner Füll' entgegen; in dem Elend meiner Sünden soll bei dir ich Hilfe finden. Meine Schulden willst du decken, mich befrein von Furcht und Schrecken, willst ein ewig sel'ges Leben als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Ja, du kommst, dich mit den Deinen in dem Nachtmahl zu vereinen; du, der Weinstock, giebst den Reben Mut und Kraft zum neuen Leben. Durch dich muß es mir gelingen, reiche, gute Frucht zu bringen und durch Frömmigkeit zu zeigen, daß ich gänzlich sei dein eigen. 4. Nun so sei der Bund erneuet und mein Herz dir 5. Doch ich kenne meine Schwäche, schwer ist, was ich dir verspreche; werd' ich dir auch Glauben halten, und im Guten nie erkalten? O, steh du mir bei und stärke mich zu jedem guten Werke! Hilf, daß ich die Lust zur Sünde durch dich kräftig überwinde! 6. Gieb, daß ich und alle Christen uns auf deine Zukunst rüsten, daß, wenn heut' der Tag schon käme, keinen, Herr, dein Blick beschäme. Schaff ein neues Herz den Sündern, mache sie zu Gottes Kindern, die dir leben, leiden, sterben, deine Herrlichkeit zu erben. 7. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schaun und ewig ehren? Halleluja, welche Freuden sind die Früchte deiner Leiden! Danket, danket, fromme Herzen, ewig ihm für seine Schmerzen! J. K. Lavater 1741-1801. Bußlieder. Mel.: Wie schön leucht't uns der. 230. Wir nahen uns, o Gottes Sohn, von Dank durchdrungen, deinem Thron; du hast uns nun gegeben im Nachtmahl deinen Leib, dein Blut; dies komm' auf ewig Achtzehnte Abteilung. Bußlieder. Nach eigener Melodie. 231. Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Flehen! Dein gnädig Ohr neig her zu mir, laß, was ich bitt', geschehen; denn so du willst das sehen an, was Sünd' und Unrecht ist gethan, wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad' allein, die Sünden zu vergeben. Es ist ja unser Thun nicht rein auch in dem besten Leben. Vor dir sich niemand rühmen kann, drum muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 8 uns zu gut, und stärk' in uns dein Leben! Amen, Amen! Welche Freuden nach dem Leiden warten droben, wo wir dich ohn' Ende loben! Joh. Bernh. Walz 1749-1817. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn will ich 163 verlassen mich und seiner Güte trauen, die mir verheißt sein wertes Wort. Das ist mein Trost und treuer Hort; des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, soll doch mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu' das Volk von rechter Art, das aus dem Geist geboren ward, und harre seines Gottes. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel; bei Gott ist viel mehr Gnade; sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, er, der sein Volk erlösen 11* 164 Bußlieder. wird von seinen Sünden schritten und will dich mit allen. gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab' gesündigt. M. Luther 1483-1546. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 232. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, sich doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir hab' der Wunden viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder plagen. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie von meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet hast am Kreuz mit Todesschmerzen; auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh' und ewiglich verzage. 3. Fürwahr, kommt alles mir zu Sinn, was ich jemals begangen, so fällt mir aller Mut dahin, ich bin mit Furcht umfangen. Ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte ganz verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Doch durch dein teures Wort erwacht mein Herz zu neuem Leben, Erquickung hat es mir gebracht, ich darf nicht trostlos leben, dieweil es Gnade dem verheißt, der sich mit tief zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, wendet. 5. So tomm' ich jetzt zu dir allhie in meiner Not ge6. Vergieb mir doch, o Herr, mein Gott, um deines Namens willen! Du wollst in mir die große Not der Übertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb' und dir hinfort zu Ehren leb' mit kindlichem Gehorsam. 7. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich durch deine Wunden, daß dich mein Herz noch dankbar preist in meinen lezzten Stunden; und führ mich einst, wann dir's gefällt, im rechten Glauben aus der Welt zu deinen Auserwählten. Barth. Ringwaldt 1530-1598. Nach eigener Melodie. 233. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief' ich gleich weit zu solcher Zeit bis an des Erdreichs Enden, um los zu sein von Schuld und Bein würd' ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh' ich; verstoß mich nicht, wie ich's wohl hab' Bußlieder. verdienet. Ach, geh doch nicht,| Buß' ist wohl noch Zeit, ich Gott, in's Gericht, dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Soll's ja so sein, daß Straf' und Bein auf Sünde folgen müssen, so sahr hier fort, nur schone dort, laß mich nicht ewig büßen. will erst fröhlich sein auf Erd'; wann ich des Lebens müde werd', alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl noch erbarmen sich. 5. Trag auch Geduld, vergiß der Schuld, schaff ein gehorsam' Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Teil, durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr mit mir, wie's dünket dir, ich will es gerne leiden. Nur wollst du mich nicht ewiglich von den Ge165 4. Wahr ist es, Gott ist stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn, und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad einst gelohnt. 5. Gnad' hat dir zugesaget Gott durch seines Sohnes Blut und Tod, doch rechten scheiden. 1550-1619. nicht verbürget iſt es dir Mart. Rutilius lebest Mel.: Vater unser im Himmelreich. 234. So wahr ich lebe spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er von Sünden sich befehr', von seiner Bosheit wende sich und lebe mit mir ewiglich. 2 Dies Wort bedenk, o Menschenkind! Verzweifle nicht in deiner Sünd'; hier findest du Trost, Heil und Gnad', die Gott dir zugesaget hat, und zwar mit einem teuren Eid. O selig, wem die Sünd' ist leid! 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm' zu dir und Buße thue unverweilt, bevor der Tod mich übereilt; auf daß ich heut' und jederzeit zu 3. Doch hüte dich vor meiner Heimfahrt sei bereit. Sicherheit; denk nicht: Zur Joh. Heermann 1585-1647. hier. Daß du mußt ſterben, ist dir fund, verborgen ist des Todes Stund'. 6. Heut' lebst du, heut' bekehre dich! eh' morgen, kommt, fann's ändern sich. Wer heut' ist frisch, gesund und rot, ist morgen krank, vielleicht schon tot. So du nun stirbest ohne Buß', dein Leib und Seel' verderben muß. 166 Bußlieder. Mel.: Auf meinen lieben Gott. 235. Wo soll ich fliehen hin, weil ich beschweret bin mit vielen großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt her käme, mein' Angst sie nicht weg nähme. 8. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög' alles meiden, was mich und dich kann scheiden, daß ich an deinem Leibe ein Glied auf ewig bleibe. Joh. Heermann 1585-1647. Mel.: Aus tiefer Not. 236. D Vater der Barm3. Jch, dein betrübtes Kind, werf' alle meine Sünd', die ich nicht kann erzählen und die mich heftig quälen, auf dich, in dessen Wunden herzigkeit, ich falle dir zu ich stets das Heil gefunden. der zu dir schreit in wahrer Fuße; verstoß den nicht, Reu und Buße. Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 4. Durch dein unschuldig Blut, die teure Gnadenslut, tilg alle meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde! Wollst ihrer nicht gedenken, ins Meer sie tief versenken! 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet, durch deine Weisheit schaffe Rat, wo es an Rat mir fehlet; gieb Willen mir und Kraft und Stärk, daß ich mit dir all' meine Werk' anfange und vollende. 2. O Jesu, voller Gnad', auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt' Gemüte zu deiner großen Güte. Laß du auf mein Gewissen ein Tröpflein Gnade fließen! 5. Du bist es, der mich tröst't, weil du mich selbst erlöst; was ich gesündigt habe, das liegt in deinem Grabe; da hast du es bedecket, daß es mich nicht mehr schrecket. damit ich überwinde Tod, Hölle, Welt und Sünde. 7. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Fetzt kann ich nicht verderben, denn du hast mir's erworben, dein Reich muß ich ererben; da du für mich gestorben. 6. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, 3. O Jesu, laß dein teures Blut, dein Leiden und dein Sterben mir kommen kräftiglich zu Gut', daß ich nicht Bußlieder. muß verderben. Bitt du den Bater, daß er mir nicht möge lohnen nach Gebühr, wie ich es hab' verschuldet. 4. O heil'ger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich der Sünden Lust ansicht, laß mich von dir nicht wanten. Verleih, daß nun und nimmermehr Begier nach Wollust, Geld und Ehr' in meinem Herzen herrsche. 5. Und wenn mein leßtes Stündlein schlägt, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich die Furcht, die dann sich regt, durch Christum möge dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. Dav. Denike 1603-1680. Mel.: Alle Menschen müssen sterben, oder Jesu meines Lebens. 237. Jesu, der du meine Seele dir erwarbst durch deinen Tod, der du starbst, daß mir's nicht fehle an dem Trost in Sündennot, der du mich der Angst entrissen und mein Heil mich lassen wissen durch dein teuer wertes Wort; sei und bleibe du mein Hort! 167 zugekehrt. Du, des Satans überwinder, rufst die tiefbetrübten Sünder so zur Buße für und für, daß ich kommen muß zu dir! 3. Ach, ich bin ein Kind der Sünde! Ach, ich irre weit und breit. Was ich leider an mir finde, ist noch Ungerechtigkeit. Daß ich oft dein Wort verachtet, oft nach Bösem hab' getrachtet, deinen Willen nicht gethan, klagt mich mein Gewissen an. 4. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Seele nun zu gut! Du, gemartert und zerschlagen, haft die Sünd' am Kreuz getragen; sprich mich, o mein Heiland, frei, daß ich ganz dein eigen sei. 5. Du ergründest meine Schmerzen, du erkennest meine Bein. Nichts ist tröstlich meinem Herzen, als dein herber Tod allein. Dies mein Herz von Leid gedrücket, aber durch dein Blut erquicket, das am Kreuz vergossen ist, geb' ich dir, Herr Jesu Christ! 6. Herr, ich glaube, hilf 2. Du mit herzlichem Ver mir Schwachen, laß mich ja langen suchtest die verlorne verzagen nicht! Du, du Herd; als sie kläglich irr- kannst mich stärker machen, gegangen, sich dem Abgrund wenn mich Sünd' und Tod Bußlieder. gen. anficht. Deiner Güte will und wollten mich verschlinich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der sel'gen Ewigkeit. Joh. Rift 1607-1667. 168 Mel.: Mein Herzens- Jesu mein. 238. Ich will von meiner Missethat zum Herren mich bekehren, du wollest selbst mir Hilf und Rat hiezu, o Gott, bescheren, und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Herr, klopf in Gnaden bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich an dir gethan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 3. Bisher hab' ich in Sicherheit gar unbesorgt geschlafen, gedacht, es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; er fähret nicht mit uns'rer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Hirte mit den Schafen. 4. Doch mein Gewissen ist erwacht, mein Herz will mir zerspringen, ich sehe des Gesetzes Macht und Schrecken auf mich dringen. Es ist, als regten sich zugleich des Todes und der Hölle Reich 5. Wo bleib' ich dann in solcher Not, wer seht ihr Thor und Riegel? Wo flieh' ich hin? Du Morgenrot, o leih mir deine Flügel! Verbirg mich tief, du fernes Dieer, bedecke mich, fallt auf mich her, ihr Klippen, Berg' und Hügel! 6. Ach, nur umsonst! Und könnt' ich gleich bis in den Himmel steigen und wieder in der Hölle Reich mich tief hinunter beugen, so würde mich doch deine Hand da finden und mir meine Schand in hellem Lichte zeigen. 7. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein; ich flieh' zu deinen Wunden, du hast, o Heiland, Kreuzespein auch mir zu lieb empfunden, da du dich hingegeben hast, daß unser aller Sündenlast dir werde aufgebunden. 8. Wollst mich durch deines Todes Pein und durch dein heilig Leiden, von allen meinen Sünden rein, in deine Unschuld kleiden. Von wegen deiner Kreuzes Laſt erquick, was du zermalmet hast, mit deines Trostes Freuden. 9. Ich werde mich mein Lebenlang vor meinen Sün Bußlieder. den scheuen durch deines für dein Kind! guten Geistes Drang, Gott, dich, den du wollst verleihen, daß er von aller Sündenlist und dem, was dir zuwider ist, helf' ewig mich befreien. Louise Henriette von Brandenburg 1627-1667. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 239. Sch armer Mensch, ich armer Sünder steh' hier vor Gottes Angesicht; ach Gott, mein Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, er barme dich, Gott mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so angst und bange bei dem Gefühle schwerer Sünd'. Hilf, daß ich wieder Gnad' erlange, ich armes und verLornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 169 Erbarme erbarme dich, Herr, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben, sag, daß ich's, armer Sünder hör': Ich habe dir die Sünd' vergeben, nur fündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, o mein Erbarmer, über mich! 6. Jch zweifle nicht, ich bin erhöret, Gott höret und erbarmt sich mein, weil sich der Trost im Herzen mehret, d'rum stell' ich nun das Klagen ein. Ich weiß ja, du erbarmest dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Titius( Tieße) 1641-1703. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 240. Wir liegen hier zu deinen Füßen, ach Herr von großer Güt' und Treu', und fühlen, leider, im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt, ach weh' uns, wenn du strafen willt. 3. Ach, höre doch mein seufzend Schreien, du allerliebstes Vaterherz; die Sünden woll'st du mir verzeihen und lindern meiner Seele Schmerz! Erbarme dich, erbarme dich; erhöre mich, erhöre mich! 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder, wie wollen wir vor die bestehn? Wir sind die schuldbeladnen Kin4. Nicht, wie ich hab' ver- der, die auf verbotnen Wegen schuldet, lohne und handle gehn. Kein Wunder, wenn nicht nach meiner Sünd'. auf dieser Erd' die Strafe treuer Bater, schone, schone; erkenn mich wieder Gottes uns verzehrt! 3. Doch Vater, denk an Bußlieder. deinen Namen, gedenk an| Kirch' und Haus in deine Hut! 8. So wollen wir dir deinen lieben Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen, und die Verheißung zeugt davon, du willst der Sünder Tod ja nicht; ach geh nicht mit uns ins Gericht. 4. Wir liegen hier vor dir im Staube und unser Herz ist ganz zerknirscht; es tröstet uns allein der Glaube, daß du dich noch erbarmen wirst. Ach Gott, du hast ein Vaterherz, so siehe doch auf unsern Schmerz. 170 5. Das teure Blut von deinem Sohne ruft für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnaden throne und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 6. Ach, laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlor'ne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach, sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los. 7. Gieb Fried im Land und im Gewissen, gieb Sonnenschein zur rechten Zeit, laß Lieb' und Treu' sich stetig küssen und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut; nimm Opfer bringen, dein eigen sein mit Leib und Seel'. Es soll dein Lob zum Himmel dringen und dein erlöstes Israel stimmt mit zu deinem Preise ein: Der Herr foll mein Gott ewig sein. Benj. Schmold 1672-1757. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 241. Herr, der du in der Höhe wohnest, ich liege tief gebeugt vor dir; Herr, der du richtest und belohnest, wie schwer liegt meine Schuld auf mir. Wie hoch und ernst ist dein Gebot, wie tief der Abgrund meiner Not! 2. Aus meiner Not, aus meiner Tiefe, ruf' ich zu dir, zu dir allein. Wenn ich zu einem andern riefe, es würde doch vergeblich sein. Mein Flehen steigt zu dir empor; Herr, öffne mir dein gnädig Ohr! 3. Herr, willst du ins Gerichte gehen, der du unendlich heilig bist, Herr, wer wird dann vor dir bestehen, wenn er auch sonst unsträflich ist? Dein Auge, das nicht fehlen kann, trifft überall noch Fehler an. 4. Und, ach, mir wird die Welt zu enge, wenn des Gesetzes Donner schlägt und Bußlieder. 171 bei der Übertretung Menge| nacht, von dir wird Hilf sich ängstlich mein Gewissen regt, das dich als einen Richter scheut, der Rechnung heischt und Strafe dräut! 5. In deiner Hand steht Tod und Leben, du bist es, den man fürchten muß. Doch Herr, du kannst und willst vergeben aus deiner Gnade Überfluß. Dein Wort, das Wort des Lebens, spricht: Du willst den Tod des Sünders nicht. und Trost gebracht. 9. O Vater, nimm für dein Erbarmen, o Lamm, für dein Versöhnungsblut, o Geist, du Trost der geistlich Armen, für deiner Gaben reiches Gut, von Herz und Lippen Dank und Rühm, und mich zu deinem Eigentum! P. G. Werlhof 1699-1767. Mel.: Herr ich habe mißgehandelt. 242. Herr, an dir hab ich gesündigt, und vor deinem Angesicht fühl' ich, daß dein Wort verkündigt ein vergeltendes Gericht; und was fann vor deinen Schrecken, Richter aller Welt, mich decken? 6. Es heißt mich auf das Opfer schauen, das, Herr, vor deinem Throne gilt; Es heißt mich auf den Felsen bauen, aus dem der Strom der Gnade quillt, die alles tilget, was mich quält, die alles schenket, was mir fehlt. 7. Dein guter Geist will mich erfreuen und sich mein Herz zum Tempel weihn; ich soll den Richter nicht mehr scheuen, aus Gnaden frei und selig sein. O Wort, das durch die Seele dringt und Licht in finstre Tiefen bringt! 8. Ich hoff' auf dich, du Kraft der Schwachen, auf dich, du Licht in Finsternis, auf dich, mein Hüter, du wirst wachen, mein Heil, du kommst und Hilfst gewiß. Sei angstvoll meine Trauer-| mich zu dulden, deine Lang4. Groß sind meine Sündenschulden, ihre Laft ist mir zu schwer. Ja, wenn länger 2. Kann ich deinem Arm entfliehen? Du bist allenthalben nah. Führ' ich, dir mich zu entziehen, himmelan, so bist du da. Stürzt' ich in die Tiefe nieder, deine Rechte hält mich wieder. 3. Herr, ich flieh' in deine Hände, außer dir ist keine Ruh'. Dein Erbarmen hat kein Ende; wer ist gnädiger als du? Du bist Gott und kannst vergeben; ach, vergieb, und laß mich leben! Bußlieder. mut müde wär, müßt' ich,| und sie sollten zum Gewürdest du nur winken, in schäfte deines Dienstes fertig des Todes Nacht versinken. sein. O, wie hab' ich sie entweiht! Ach, zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. Morgen über mir, o Vater, 3. Deine Huld war jeden neu. Von wie mancher schweren Sorgen machte sie das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst du mir; aber ach wie dankt' ich dir? 172 5. Mich für straflos zu erklären, reichet Reue noch nicht zu; und zerflöß' mein Herz in Zähren; fänd' ich darum doch nicht Ruh'. Können eines Sünders Thränen dich, o Heiliger, versöhnen? 6. Herr mein Heiland, dein Erbarmen, dein für mich vergoßnes Blut und dein Tod erlöst mich Armen, heilet mich und giebt mir Mut. Dein Verdienst ist's, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Sünden, schaff ein reines Herz in mir! Laß bei dir mich Ruhe finden, zieh mich immer mehr zu dir! Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben! Christoph Friedr. Neander 1723-1802. Mel.: Freu dich sehr o meine. 243. Höchster, denk' ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o, so wird mein ganz Gemüte zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, dein Gebot hintan gesetzt, und dich, der du mich geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, wie hab' ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! der Gnaden sollt' ich ja die 4. Bei dem hellen Licht Sünde fliehn und von meinem Seelenschaden frei zu werden, mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. sündigt, Gott mein Vater, 5. Ach, an dir habe ich geohne Schen; dir hab ich oft aufgekündigt meine schuld'ge Kindestreu. was ich gethan; nimm mich Ach, vergieb, doch erbarmend an, führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade. neue; gieb, daß mein ge6. Dir ergeb' ich mich aufs beugter Geist deiner Vater Bußlieder. huld sich freue, die dein, du mit stillem Beben hörst, tröstend Wort verheißt. Was und von neuem zu den Fahnen dein Sohn auch mir er- Jesu Christi heilig schwörst. warb, da er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gieb, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei, daß mein Herz dir heilig sei; dich zu lieben, dir zu leben, sei mein herzliches Bestreben. 3. S. Diterich 1721-1797. Eigene Melodie. 244. Kehre wieder, kehre wieder, der du dich verloren hast, sinke reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen, und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heil'ges Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen, fehre wieder, zaudre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung in die Einsam feit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen; wo des heilgen Geistes Mahnen 173 3. Kehre wieder, irre Seele; deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sich auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von Sem Kreuzesstamme. Kehre wieder, fürchte nicht, daß der Gnäd'ge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder, neues Leben trint in seiner Liebeshuld; bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmut und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen! Er hat Trost für alle Schmerzen, er kann alle Wunden heilen, macht von allem Aussayz rein, darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Kehre wieder, endlich tehre in der Liebe Heimat ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein! Aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut' will geben, nimm auch heute fehre gleich! K. I. Ph. Spitta 1801-1859. 174 Bußlieder. Mel.: Gieh hier bin ich, Ehrenkönig. 245. Gott der Gnaden! Schwer beladen neigt sich unser Haupt vor dir. Unsre Herzen sind voll Schmerzen, Staub und Asch' ist unsre Zier. Hab Erbarmen mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen, denn wir tragen auf uns aller Sünden Last, aller Qualen volle Schalen, die du ausgegossen hast. Hab Erbarmen mit uns Armen! Angst und Not hat uns erfaßt. 3. Wenn du richtest, wenn du sichtest, geht das Zittern vor dir her, wenn uns decken deine Schrecken, dann ist keine Rettung mehr; hab Erbarmen mit uns Armen, deine Hand ist uns zu schwer. 4. Herbe Strafe trifft die Schafe, deren Ohr nicht Folge gab. Vor dem Schwerte bebt die Herde, die nicht hielt dem Hirtenstab. Hab Erbarmen mit uns Armen! Führ uns nicht zum Tod hinab! 5. Wir bekennen, Herr, wir nennen laut vor dir die Missethat! Es ist keiner hier ein Reiner, jeder erntet böse Saat. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sieh auf ihn, der für uns bat. 6. Hör uns rufen an den Stufen deines hohen Gnadenthrons! Tilg in Hulden unsre Schulden in dem Blut' des Menschensohns. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sprich uns los des Sünderlohns! 7. Herr, verzeihe! Jesu, leihe uns dein priesterlich Gebet! Gott verschone, wenn vom Sohne das Erbarmen zu dir fleht! Hab Erbarmen mit uns Armen, wenn der Mittler vor dir steht! 8. Jesu, rette! Brich die Kette unsrer Finsternis entzwei, daß der Glaube tief im Staube unser Trost und Zuflucht sei. Hab Erbarmen mit uns Armen, Jesu, mach uns wieder frei! 9. Du mußt siegen, wir erliegen, du bist frei, wir sind in Haft; du alleine bist der Reine, wir sind schwach, dein ist die Kraft. Hab Erbarmen mit uns Armen, denk an deine Pilgrimschaft! 10. Wenn du Frieden uns beschieden, fürchten wir die Strafe nicht. Dein Versöhnen wird uns frönen mit Gerechtigkeit und Licht. Dein Erbarmen hilft den Armen,- du bist unsre Zuversicht! Chr. R. H. Puchta 1808-1858. Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. Neunzehnte Abteilung. Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. Nach eigener Melodie. 246. Nun freut euch, liebe Christeng'mein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost all' im Verein mit Lust und Liebe singen: Was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; gar teu'r hat er's erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag; im Tod war ich verloren; mein Sünd' mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd' hat mich besessen. 3. Mein' gute Werk, die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben. Der freie Bill' haft Gott's Gericht, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn sterben bei mir blieb, zur Hölle mußt' ich sinfen. 175 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen; er dacht' an sein' Barmherzigkeit, er wollt' mir helfen lassen. Er wandt' zu mir sein Vaterherz; es war bei ihm fürwahr kein Scherz, ließ sich's sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Es ist Zeit, zu erbarmen. Fahr hin, mein's Herzens werte Kron, und sei das Heil der Armen. Hilf ihnen aus der Sündennot, bezwing für sie den bittern Tod und laß sie mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater folgsam ward, er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart; er sollt' mein Bruder werden. Gar heimlich führt' er sein' Gewalt, er ging in meiner Knechtsgestalt, des Teufels Macht zu brechen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen. Ich geb' mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen, denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib', da sollst du sein; 176 Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid' ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein' Unschuld trägt die Sünde dein; da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr' ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübsal trösten soll und lehren, mich erkennen wohl, und in die Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab' und gelehrt, das sollst du thun und lehren, daß Gottes Reich hier werd' gemehrt zu seinem Lob und Ehren. Hüt dich vor falschem Glaubenssag; davon verdirbt der edle Schaß; das laß ich dir zuletzte. M. Luther 1483-1546. Nach eigener Melodie. Oder: Nun freut euch, liebe. 247. Es ist das Heil uns kommen her von Gnad' und lauter Güte; die Werke helfen nimmermehr, sie mögen nicht behüten. Der Glaub' sieht Jesum Christum an, der hat genug für uns gethan, er ist der Mittler worden. 2. Was Gott uns im Geseg gebot, das konnte niemand halten, darum erhob sich große Not in mancherlei Gestalten. Vom Fleisch wollt' nicht heraus der Geist, drauf das Geset dringt allermeist, es war mit uns verloren. 3. Es war der falsche Wahn dabei: Weil ein Gesetz ge geben, so könnten wir auch selber frei und heilig darnach leben. Doch ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sünd'ge Art in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war es, diese Art aus eig'ner Kraft zu lassen, wiewohl es oft versuchet ward. Die Sünd' mehrt sich ohn' Maßen, denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, und alles, was vom Fleische stammt, kann nimmer vor ihm gelten. 5. Doch das Gesetz erfüllt muß sein, sonst waren wir verloren, drum schickt Gott seinen Sohn herein, der ward als Mensch geboren. Ganz hat er das Gesetz erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und weil es nun erfüllet ist, durch ihn, den Gott erlesen, so lerne nun ein frommer Christ des Glaubens rechtes Wesen; der spricht: Du lieber Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. 177 Herre mein, dein Tod wird Früchte sein, dran wir den mir das Leben sein; du hast Glauben merken. für mich bezahlet. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit. Was Gottes Wort zusaget, das wird geschehen uns zur Freud', wenn Gott es auch vertaget. Er weiß wohl, wann's am besten ist, und braucht an uns kein' arge List, des sollen wir ihm trauen. 7. Darau ich keinen Zweifel trag'; dein Wort kann nimmer lügen, du sprichst ja, daß kein Mensch verzag', und wirst fürwahr nicht trügen: Wer an mich glaubt und wird getauft, dem ist der Himmel schon erkauft, daß er nicht werd' verloren. 8. Gerecht vor Gott sind die allein, die dieses Glaubens leben; dann wird des Glaubens heller Schein durch Werke fund sich geben; der Glaub' ist wohl mit Gott daran, und aus der Nächsten lieb' sieht man, daß du aus Gott geboren. 9. Die Sünde, durchs Gesetz erkannt, schlägt das Gewissen nieder. Das Evange lium fommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder. Es spricht: Komm nur zum Kreuz herzu; du findest weder Raft noch Ruh' in des Gesebes Werken. 10. Gewiß, die Werke kommen her aus einem rechten Glauben; denn das kein rechter Glaube wär', dem man die Werk' wollt rauben; doch macht gerecht der Glaub' allein. Die Werke sollten 12. Und wenn er nicht zu helfen scheint, laß dich es nicht erschrecken; denn wo er's oft am besten meint, da will er's nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein; und ob dein Fleisch spräch lauter: Nein! so laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr' mit hohem Preis um dieser Wohlthat willen Gott Vater, Sohn und heil'gem Geist, der woll' mit Gnad' erfüllen, was er in uns begonnen hat zu Ehren seiner Macht und Gnad', daß heilig werd' sein Name. 14. Dein Reich, Herr, komm, dein Will' auf Erd' g'scheh' wie im Himmelsthrone; das täglich Brot auch heut' uns werd'; Gott unsrer Schuld verschone, wie wir den Schuldnern thun nach Pflicht, auch führ uns in Versuchung nicht; lös uns vom übel. Amen. Paul Speratus 1484-1551. 12 Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. Mel.: Ermuntre dich mein. 5. Jch aber freue mich, 248. Also hat Gott die so viel ich deines Sohns geWelt geliebt, das merke wer es höret! Die Welt, die Gott so hoch betrübt, hat Gott so hoch geehret, daß er den eingebornen Sohn, den ein'gen Schap, die ein'ge Kron', das ein'ge Herz und Leben mit Willen hingegeben. denke; dies ist mein Lied und Saitenspiel, wenn ich mich heimlich kränke, wenn meine Sünd' und Missethat will größer sein als Gottes Gnad', und wenn mir meinen Glauben mein eigen Herz will rauben. 6. Fehlt's hier und da, nur unverzagt! Laß Sorg' und Kummer schwinden! Der mir das Größte nicht versagt, wird Rat zum Kleinen finden. Hat Gott mir seinen Sohn geschenkt und für mich in den Tod gesenkt, wie sollt' er, laßt uns denken, mit ihm nicht alles schenken? 7. Ich bin's gewiß und sterbe drauf nach meines Gottes Willen; mein Kreuz, mein ganzer Lebenslauf wird sich noch fröhlich stillen. Hier hab' ich Gott und Gottes Sohn und dort vor meines Gottes Thron, da wird fürwahr mein Leben in ew'gen Freuden schweben. P. Gerhardt 1606-1676. 178 2. Ach, mein Gott, meines Lebens Grund, wo soll ich Worte finden? Mit welchem Lobe soll mein Mund dein treues Herz verkünden? Welch ein Erbarmen ist geschehn, was hast du an der Welt ersehn, daß du sie, die dich höhnet, mit Gnade so gefrönet? 3. Das Herz im Leibe weinet mir vor Gram und großem Leide, wenn ich bedenke, wie wir dir so gar nicht sind zur Freude. Ach viele wollen dich ja nicht, und was du ihnen zugericht't durch deines Sohnes Büßen, das treten sie mit Füßen. 4. O siehe, ist nicht immerfort dir alle Welt zuwider? Du bauest hier, du bauest dort, die Welt schlägt alles nieder; darum erlangt sie auch kein Heil, sie bleibt im Tod und hat kein Teil am Reiche, da die Frommen, die Gott gefolgt, hinkommen. Nach eigener Melodie. 249. Nuhe ist das beste Gut, das man haben kann; Stille und ein guter Mut steiget himmelan; die suche du! Hier und dort ist keine Ruh', als bei Gott, ihm eile zu: Gott ist die Ruh'. Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. 179 2. Ruhe suchet jedermann, 7. Ruhe findet sich zumeist, allermeist ein Christ; denk wo Gehorsam blüht; ein in auch du mein Herz daran, Gott versenkter Geist macht wo du immer bist, o suche ein still Gemüt, wirkt SeelenRuh! In dir selber wohnt ruh'. Darum selig, wer sich sie nicht; such in Gott, was giebt, daß er Gottes Willen dir gebricht: Gott ist die Ruh'. übt: Gott ist die Ruh'. 3. Ruhe giebt dir nicht die Welt, Ruhe giebt nicht Gut und Geld, Lust, Ehr', Gunst und Macht: tein's reichet zu! Wenn du recht bekümmert bist, suchst du das, was droben ist: Gott ist die Ruh'. 4. Ruhe geben kann allein, Jesus, Gottes Sohn; der uns alle ladet ein vor des Himmels Thron zur wahren Ruh'. Wer den Ruf vernommen hat, dringe ein zur Gottesstadt: Gott ist die Ruh'. 5. Ruhe beut er allen an, die beladen sind; Arm' und Reiche, kommt heran, Mann und Weib und Kind, ihr findet Ruh'! Traget ihr des Leides viel, Gott segzt allem Leid' ein Ziel: Gott ist die Ruh'. 6. Ruhe kommt aus Glau ben her, der nur Jesum hält; Jesus machet leicht, was schwer, richtet auf was fällt. Sein Geist bringt Ruh'. Gieb im Glauben Herz und Sinn seinem Geist zu eigen hin: Gott ist die Ruh'. 8. Ruhe wächset aus Geduld und Gelassenheit, die sich lehnt auf Gottes Huld und in Lieb' und Leid sich giebt zur Ruh'. Je geduldiger du bist, desto näher Gott dir ist: Gott ist die Ruh'. 9. Ruhe hat, wer willig trägt Christi sanftes Joch, alle Last, die er auflegt, ist ja lieblich doch und schaffet Ruh'. Folge deinem Heiland gern dann ist nie dein Friede fern: Gott ist die Ruh'. bleibt, als wo Demut blüht; 10. Ruhe nirgends lieber was zur Niedrigkeit dich treibt und hinunter zieht, giebt wahre Nuh'. Darum bleibe arm und klein, so wird Gott dir nahe sein: Gott ist die Ruh'. 11. Ach, du Gott der wahren Ruh', gieb auch Ruhe mir; was ich denke red' und thu', streb' nach Ruh' in dir. Gieb Ruh' dem Geist! Schließt sich dann mein Auge zu, so 12* 180 Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. führ Leib und Seel' zur Ruh'!| heil'gen Wunden, da ist die Gott ist die Ruh'! 3. C. Schade 1666-1698. Nach eigener Melodie. Zuflucht mir gefunden, wo mich kein Fluch mehr treffen fann. Tritt alles wider mich 250. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. wenn ich in deiner Liebe ruh'! Ob mich die Angst und Schwermut quäle, ich eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so wonnevollen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust, hier ist mein Himmel schon auf Erden. Wer wollte nicht zufrieden werden, der in dir suchet Ruh' und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen, es sei also, ich trau' ihr nicht, auch wenn sie mir will Lieb' erweisen mit einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Haß der Welt kann mich nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu' den Anker reicht. 3. Will mich die Last der Sünden drücken, fällt auf 6. Wie ist mir dann, o mich des Gesetzes Weh; seh' Freund der Seelen, so wohl, ich heran die Strafe rücken, wenn ich mich, lehu' auf dich! so steig' ich gläubig in die Mich kann Welt, Not und Höh' und flieh' in deine Tod nicht quälen, weil du, zusammen: Du bist mein Heil! Wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, ich folg' und lehne mich auf dich, du giebst mir aus den Wolken Speise und tränkest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen; sie enden sich in Lieb' und Segen, genug wenn ich dich bei mir hab'. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn' und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht; weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verläsfest keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen macht des Weges Not erzittern, wenn aus Gefahr und Ungewittern er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zur Ruhe deiner Ewigkeit. Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. 181 mein Gott, erquickest mich. des Meeres fernste Öde, doch Laß solche Ruh' in dem Ge- hält auch dort mich fest die müte nach deiner unumschränk- starke Gotteshand, die Erde, ten Güte des Himmels süßen Luft und Meer und jeden Vorschmack sein. Weg, Welt Raum umspannt. mit allen Schmeicheleien! Mein Jesus nur kann mich erfreuen; o reicher Trost: Mein Freund ist mein! Wolfg. Chr. Deßler 1660-1722. Mel.: Gott, du frommer Gott. 251. Herr, du erforschest mich, dir bin ich nicht verborgen; du kennst mein ganzes Thun, mein Schaffen und mein Sorgen. Ja, was die Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh' der Gedanke noch vor meiner Seele stand. 2. Wo meine Füße gehn, wo ich mich niederlege, da bist du stets um mich und siehest meine Wege. Du weißt ein jedes Wort, du schaffest, was ich thu'. Erstaunt seh ich auf dich, wie wunderbar bist du! 3. Wohin, wohin soll ich, vor deinem Geiste fliehen, und wo kann deinem Aug' ich jemals mich entziehen? Führ' ich gen Himmel auf, so bist, du, Höchster, da. Führ ich zur Tief hinab, auch dort bist du mir nah! 4. Wenn ich die Flügel nähm' der lichten Morgenröte und suchte, dich zu fliehn, 5. Und spräch' ich: Finsternis, komm her, mich zu bedecken! Auch in der Nacht würd' mich dein heilig Auge schrecken. Es ist die Finsternis vor dir wie helles Licht. Die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Eh' ich geboren war, fingst du an, mich zu lieben; und meiner Tage Zahl ward in dein Buch geschrieben. Ich danke dir, daß du mich wunderbar erschrifst, voll Wundern alles ist, was du ins Leben rufft! 7. Wie köstlich sind vor mir des Ewigen Gedanken! Unzählbar sind sie mir, sind ohne Maß und Schranken! Mit Erfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, die folgen und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 8. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine! Ob ich dir folgsamt bin und nicht vielleicht nur scheine? Sieh, ob mein Fuß vielleicht den bösen Weg beirat, und hilf mir, daß ich geh' allein den ew'gen Pfad! 2. A. Gotter 1661-1735. 182 Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 252. Der Glaub' ist meine Zuversicht zu Gottes Gnad' und Güte; der bloße Beifall thut es nicht, es muß Herz und Gemüte durchaus zu Gott gerichtet sein und gründen sich auf ihn allein, ohn' Wanken und ohn' Zweifeln. 2. Wer so sein Herz macht stark und fest, im völligen Vertrauen auf Jesum Christum sich verläßt, auf sein Verdienst will bauen, der hat des Glaubens rechte Art und kann zur seligen Heimfahrt sich schicken ohne Grauen. 3. Das aber ist kein Menschenwerk, Gott muß es uns gewähren; drum bitt, daß er den Glauben stärk' und in dir woll' vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein in guten Werken kräftig sein; sonst ist dein Glaube eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich nur rühmen, und gehen auf der Sünden Bahn; das kann nicht Christen ziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, daß sein Glaub' nur sei Heuchelei und werd' zur Höll ihn bringen. Wegen, damit sein Glaub ohn' Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei, und vor dem Nächsten leuchte. 2. A. Gotter 1661-1735. Mel.: Jesus meine Zuversicht. 253. Jesus nimmt die Sünder an! Saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann, Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert, doch hat er in seinem Worte fest und gnädig es erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan, Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann, Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet ihr betrübten Sünder; Jesus rufet euch und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst sein angelegen, daß er aufrichtig 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich jeder Frist sich halt' in Gottes bei dir Gnade und Vergebung Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. 183 finden, daß dies Wort mich Herz zufrieden stellt. Gott trösten kann: Jesus nimmt ist fromm und gut und treu, die Sünder an. sei die Welt voll Heuchelei. 6. Nun, so faß ich frohen Mut, auf dich werf ich meine Sünden, dein am Kreuz vergoss'nes Blut lässet mich Vergebung finden, daß ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sünder an! Mich auch hat er angenommen, mir den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdm. Neumeiſter 1671-1756. Mel.: Gott des Himmels. 254. Weicht ihr Berge, fallt ihr Hügel, brecht ihr Felsen alle ein! Gottes Gnade hat das Siegel, sie will fest und ewig sein. Laßt die Welt in Trümmer gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht; er erfüllt, was er verspricht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt; sie wird ihren Zweck erreichen, der mein 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn: Gott hält immer sein Versprechen. So fällt aller Zweifel hin, als wär' er nicht immerdar, was er ist und was er war. verstellen, ist sein Herz doch 5. Mag sein Antlig sich treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt sich auch empört. Ihre Liebe mag erkalten, achtet doch mein Gott mich wert. Wenn auch Sturm und Donner brüllt, bleibt er mir doch Sonn' und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genannt. Das ist Trost, so werd' werd' ich, Armer, immer als sein Kind erkannt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu'. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen, ewig fest auf ihm beruhn. Auf ihn will ich Felsen bauen, was er sagt, das wird er thun. Erd' und 184 Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. Himmel kann vergehn, doch| und erhöhen und in deine sein Bund bleibt ewig stehn. Freud' eingehen. Benj. Schmold 1672-1737. 3. A. Rothe 1688-1758. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 256. Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd' und Himmel untergeht. Mel.. Werde munter mein. 255. Unverwandt auf Christum sehen, bleibt der Weg zur Seligkeit; allen, welche zu ihm flehen, ist gewisses Heil bereit. Siehet man im Herzen an, was er für die Welt gethan, und man glaubt daran mit Beugen, so bekommt man es zu eigen. 2. Wenn doch alle Seelen wüßten, wie es dem so wohl ergeht, welcher in der Zahl der Christen, wahrer Glieder Jesu steht! Da geht man in seinem Glück immer fort und nie zurück; man ist auf dem Lebenspfade und nimmt immer Gnad' um Gnade. 3. Wären wir doch völlig seine, regte sich doch keine Kraft, da der Heiland nicht alleine, was sie wirkte, hat geschafft! Jesu, richte unsern Sinn ungeteilt auf dich nur hin, dann belebt uns deine Wahrheit und das Auge wird voll Klarheit. 4. Bring uns völlig in die Schranken, die dein Liebesrat geseßt; weder Worte noch Gedanken werden sonst für gut geschäßt. Herr, nur wer auf deiner Spur geht als neue Kreatur, kann dich lieben 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt, des, der mit off'nen Liebesarmen, sich zu uns armen Sündern neigt, dem stets das Herz vor Mitleid bricht, wir kommen, oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. O Liebe, welche alle Sünden durch Chriſti Tod getilget hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut uns hat befreit und rufet laut: Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. 185 mich getrost vertraun, und, 10. Bei diesem Grunde will wenn mich meine Sünden ich bleiben, so lange mich die kränken, nach Gottes Herz Erde trägt. Das will ich vertrauend schaun; da findet denken, thun und treiben, so sich zu aller Zeit unendliche lange sich ein Glied bewegt; Barmherzigkeit. dann sing' ich einstens hoch erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir entrissen, was Seel' und Leib eiquicken kann, darf ich von keinem Troste wissen und nimmt kein Mensch sich meiner an, ist die Errettung noch so weit: Mir bleibet die Barmherzigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja, häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß, worüber sich mein Geist zer streut, so hoff' ich auf Barmherzigkeit. 257. Ich sich meiner 8. Muß ich an meinen besten Werken, die ich zu thun beslissen bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch hier der Trost bereit: Ich hoffe auf Barmherzigkeit. J. A. Rothe 1688-1758. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 9. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst das Herz mir stillen, damit es das nur nicht vergißt; dann steht es fest in Lieb' und Leid gegründet auf Barmherzigkeit. 257. Ich weiß von feinem andern Grunde, als den der Glaub' in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Rat, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Heilands Schoß. land kommen, und eil' ihm 2. Ich bin zu meinem Heiimmer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh'. Er ist mein Kleinod und mein Teil und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Jch bleib' in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib' ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an, wer ist's, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde, doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl 186 Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der mir noch immer Unruh' schafft. Dies aber macht mich arm und klein und lehrt mich stets nach Hilfe schrein. 6. O Jesu, laß mich in dir bleiben, o Jesu, bleibe du in mir; laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir! Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. K. v. Bogazky 1690-1774. Mel.: O daß ich tausend, oder Aus Gnaden soll ich, oder Mein Herz ermuntre dich. 258. Herr von unendlichem Erbarmen, du unergründlich Liebesmeer; ich danke dir mit andern Armen, mit der Erlösten ganzem Heer für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. 2. Für dein so allgemein Erlösen, für die Bezahlung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld! Ja, für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heil'gen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist; so daß des Glaubens Kraft und Triebe ein Werk der Gnade Gottes heißt; für die Befestigung darin dankt dir mein neugeschaffner Sinn. Versprechen, daß deine Gnade 4. Für dein so tröstliches ewig sei; wenn Berge stürzen, Bund und deine Treu; wenn Hügel brechen, so bleibt dein Erd' und Himmel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine teuren Saframente, die Siegel deiner wahren Schrift, wo Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift't; für diese Gnaden in der Zeit dankt dir mein Herz in Ewigfeit. 6. Du gabst ja mir auch solche Gnaden, auch ich, ich habe Teil daran; ich lag ja mit in gleichem Schaden, für mich ist auch genug gethan; an deinem Worte, Trost und Heil gehört mir mein besondres Teil. 7. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich dir zum Lobe sein; versichere mein Herz daneben, es reiße keine Lust noch Bein mich von der Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. 187 Liebe Gottes hin, weil ich in schöpf mir rauben, dies soll Jesu Christo bin. 8. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Hölle in sich schließt; nichts soll mich von der Liebe scheiden, die da in Christo Jesu ist. Ja, Amen! Vater aller Tren', zähl mich den Auserwählten bei. mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet' ich auch allein, auf dieses duld' ich in der Not, auf dieses hoff' ich noch im Tod. Ph. Fr. Hiller 1699-1769 Mel.: daß ich tausend Zung. oder Mein Herz ermuntre dich. 259. Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl' ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hat's nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte Gottes Zorn verdienet, und soll bei ihm in Gnaden sein; Gott hat mich mit sich selbst verfühnet und macht durch's Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? Warum geschieht's? Erbarmung ist's und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm' ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Ge5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir, und führe durch den Tod mich Armen, durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hoch erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Ph. Fr. Hiller 1699-1769. Met.: O Haupt voll Blut und Wunden. 260. Ich weiß, an wen ich glaube, ich weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube, wie Rauch und Staub verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt, auf ew'gem Grund gemauert steht diese Schutzwehr fest. Es sind des Heillands Worte, die Worte feſt und klar; an diesem Felsenhorte halt' ich unwandelbar. 3. Auch kenn' ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: Es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. schaut, vor dem die Sera- 1 2. Ich glaube, lieber Herr! phinen anbetend niederknien, Doch ach, was frommt der um den die Heil'gen dienen, Glaube, der dich nicht ganz ich weiß und kenne ihn. umfaßt, der sich nicht hebt 4. Das ist das Licht der vom Staube, von FleischesHöhe, das ist mein Jesus lust und Welt nicht völlig Christ, der Fels, auf dem ich los sich reißt? Was ist er, stehe, der diamanten ist, der wenn ihm fehlt Licht, Leben, nimmermehr kann wanken, Kraft und Geist? der Heiland und der Hort, die Leuchte der Gedanken, die leuchtet hier und dort. 188 - 5. Er, den man blutbedecket am Abend einst begrub; er, der von Gott erwecket sich aus dem Staub' erhub; der meine Schuld versöhnet, der seinen Geist mir schenkt, der mich mit Gnade krönet und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Erdenstaube nicht mit zu Staub' verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes ungeraubt; es schmückt auf Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. E. M. Arndt 1769-1860. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 261. Ich glaube, lieber Herr! Hilf, hilf mir vom Unglauben! Du bist der Weinstock zwar, ich aber leer an Trauben, weil ich, dein' Rebe, nicht fest immer an dir hing; drum ist die Kraft so schwach, drum ist die Frucht gering. 3. Ich glaube, lieber Herr! Gieb meinem Glauben Leben! Durch Liebe thätig muß er rastlos weiter streben, muß wirken Heiligung im Wandel vor der Welt, der Glaub' ist echt, der fest in Weltversuchung hält. 4. Ich glaube, lieber Herr! Gieb Freudigkeit dem Glauben; die Welt, mein Fleisch und Blut, die wollen mir ihn rauben. Hilf, der ein glimmend Docht erlöschen lässet nicht, ein schon zerstojnes Rohr nicht ganz und gar zerbricht! 5. Ich glaube, lieber Herr! Gieb meinem Glauben Stärke, daß stets geschickt ich sei zu jedem guten Werke! Wer Sünde flieht, der glaubt, der glaubt, wer Wohlthat übt; wer Seelen rettet, glaubt, der glaubt, der Feinde liebt! 6. Herr, Herr, von dir allein kommt alle gute Gabe; den Glauben schenke mir, durch den ich alles habe! Heiligung: Früchte des Glaubens. Laß mich in Not und Tod dort oben Sonn' und Sterne, recht freudig dir vertraun; hier unten Baum und Blüt. dann bin ich selig hier, dort führst du mich zum Schaun. K. A. Döring 1783-1844. Mel.: Valet will ich. 262. Von Gnade will ich leben, auf Gnade sterben auch, auf Gnade mich ergeben bis zu dem letzten Hauch. Der Quell all reiner Freude all meines Trostes Grund, die Kraft in jedem Leide bleibt Gottes Gnadenbund. 2. Wohl hat auf allen Wegen viel Lieb' und Freundlichkeit, viel tausendfachen Segen mein Gott für mich bereit; wohl in der Näh' und Ferne erkenn' ich seine Güt', 3. Ich weiß, was sie verfünden, hab' meine Lust daran. Doch daß in meinen Sünden ich Gnade finden kann, das ist das allergrößte, dem kommt doch gar nichts gleich; das ist der Gaben beste, macht auch den Ärmsten reich. Nach eigener Melodie. 263. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn, ihr, denen mit der Sünde Lohn das Herz ist schwer beladen! Ihr Jungen, Alten, Frau und Mann, ich will euch 189 4. Wie müßt' ich doch verzagen, wo fänd' ich Kraft und Licht, wie könnt' ich selbst mich tragen, trüg' mich die Gnade nicht? Der Gnad' allein ergeben stimmt alle mit mir ein: Von Gnade will ich leben, durch Gnade selig sein. Zwanzigste Abteilung. Lieder einer Stillen im Lande. Heiligung. 1. Früchte des Glaubens. 3 geben, was ich kann, will heilen euren Schaden. 2. Mein Joch ist sanft, leicht meine Last, und jeder, der sie willig faßt wird dem Gericht entrinnen. Ich helf' im Tragen, was zu schwer; Heiligung: Früchte des Glaubens. mit meiner Hilf und Kraft höchsten Hort, Gott wird wird er das Himmelreich ge- euch schon erfreuen. 190 winnen. 3. Was ich im Leben spät und früh gethan hab' und gelitten hie, das sollt ihr auch erfüllen. Was ihr gedenket, sprecht und thut, das geht nur selig, recht und gut, wenn's geht nach Gottes Willen. 4. Wohl möcht' die Welt gern selig sein, wenn nur nicht wär die Schmach und Pein, die alle Christen leiden. Doch mag es ja nicht anders ſein; darum ergebe ſich darein, wer ew'ge Bein will meiden! 5. Die Welt erzittert ob dem Tod; wenn einer liegt in letzter Not, dann will er erst fromm werden. Er schaffte dies, er schaffte das; doch seiner Seel' er stets vergaß dieweil er lebt' auf Erden. 6. Und wenn er nimmer leben kann, so hebt er große Klagen an, will sich nun Gott ergeben. Fürwahr ich fürchte, Gottes Gnad', die er allzeit verschmähet hat, wird schwerlich ihn umschweben. 7. Drum hört ihr Kinder, fromm gesinnt, die treulich Gott ergeben sind, laßt euch die Müh' nicht reuen! Bleibt stets am heil'gen Gotteswort, dem wahren Trost und 8. Schaut, daß ihr hier unschuldig lebt und Böſes nie um Böses gebt, laßt euch die Welt nur schelten! Gebt Gott die Rach' und alle Ehr'; geht auf dem schmalen Pfad einher, Gott wird der Welt vergelten. 9. Wenn es euch ging nach Fleisches Mut, in Gunst, Gesundheit, großem Gut, ihr würdet bald erkalten. Drum schickt Gott Trübfal her und Schmerz, und will durch Züchtigung das Herz zur ew'gen Freud' erhalten. treue in Und was der ewig Hort versprochen hat seinem Wort, bezeugt bei seinem Namen, das hält und giebt er auch fürwahr. Er helf' uns zu der Engelschar durch Jesum Christum, Amen! Hans Wizstat v. Wertheim um 1540. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 264. Laß, Vater, deinen guten Geist hinfort mein Herz regieren, zu thun, was dein Gebot mich heißt; nichts soll mich mehr verführen. Hilf mir, der Sünde widerstehn und nicht von deinem Wege gehn zur Rechten oder Linken. Heiligung: Früchte des Glaubens. 2. Regt sich oft böse Lust hervor, scheint als der helle in mir, weil ich auf Erden lebe, so stärke mich, damit ich ihr gleich anfangs wider strebe; und daß ich da vergeße nicht die Todesstunde, das Gericht, den Himmel und die Hölle. 3. Gieb, daß ich denke jederzeit an diese letzten Dinge, und dadurch alle Sünden freud' aus meinem Herzen bringe, damit ich mög' mein Leben lang dir dienen ohne Furcht und Zwang in willigem Gehorsam. 4. Gott, Vater, deine Kraft und Treu' laß reichlich mich empfinden! Jesus Christus, steh mir bei, daß ich kann überwinden! Hilf, heil'ger Geist, in diesem Krieg, auf daß ich freudig einen Sieg erhalte nach dem andern! D. Denicke 1603-1680. Mel.: D Gott, du frommer Gott. 265. Versuchet auch doch selbst, ob ihr im Glauben stehet, ob Christus in euch ist, ob ihr ihm auch nachgehet? In Demut und Geduld, in Sanftmut, Freundlichkeit, in Lieb' dem Nächsten stets zu dienen seid bereit? 191 Morgen, erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gesinnt, erneuert Herz und Mut, macht dich zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und will's in Einfalt auch Dieweil er überreich in Christo dem Nächsten wiedergeben. worden ist, preist er die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wort Wort zusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwermut wird verjaget. Sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wetter aus, besteht in Ungemach. 5. Wir waren Gottes Feind'. Er giebt vom Himmelsthrone sein eingebornes Kind, er liebt uns in dem Sohne, setzt Liebe gegen Haß; wer gläubig dies erfannt, entbrennt in Liebe bald, die allen Haß verbannt. 6. Wie uns nun Gott gethan, thun wir dem Nächsten eben. Droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm 2. Der Glaube ist ein das Leben; flucht er, so Licht, im Herzen tief ver- segnen wir; in Schande, borgen, bricht als ein Glanz Spott und Hohn ist unser Heiligung: Früchte des Glaubens. bester Trost des Himmels| so kann mir keine Macht Ehrenkron'. 7. Sept Gott uns auf die Prob', ein schweres Kreuz zu tragen: Der Glaube bringt Geduld, erleichtert alle Plagen; statt Murren, Ungeduld wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Not von Gott ein Ziel gesteckt. die guten Werke rauben! Wo Licht ist, geht von selbſt daraus hervor der Schein. Du bist mein Gott und Herr, dein Tempel will ich sein! 3. 3. Breithaupt 1658-1732. 192 8. Im Glauben lernet man sein Elend recht verstehen und auch des Höchsten Güt', hält an mit Bitten, Flehen; verzaget an sich selbst, erkennet sich für nichts, sucht bloß in Christo Kraft, der Quelle alles Lichts; 9. Hält sich an sein Verdienst, verlanget Geist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn, flieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht, in Glück und schwerer Zeit. 10. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet. Denn Christi Leben ist's, wonach dein Glaube strebet. Erst machet er gerecht; dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk; sieh, ob du auch so thust? - 11. O Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, nach eigener Melodie, oder: Ich finge meiner Seele Lust. 266. Mein Gott, das Herz ich bringe dir zur Gabe und Geschenk; du förderst solches ja von mir, des bin ich eingedenk. 2. Gieb mir, mein Kind, dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und wert, du findest anders keine Ruh' im Himmel und auf Erd! 3. Nun, o mein Vater, nimm es an, mein Herz, veracht es nicht; ich geb's, so gut ich's geben kann, neig mir dein Angesicht. 4. Zwar ist dies Herz voll böser Lust und voller Eitelkeit; doch seiner Schwachheit sich bewußt, und mit sich selbst im Streit. 5. O rein'ge du, Herr Jesu Christ, mich durch dein teures Blut! Ich glaub', daß du gekreuzigt bist der Welt und mir zu gut. 6. Schenk, Jesu, mir nach deiner Huld Gerechtigkeit und Heiligung: Früchte des Glaubens. Heil! Du trugst ja meine deine Wohnung sein auch in Sündenschuld und meiner der Ewigkeit. Strafen Teil. dhe 3. C. Schade 1666-1698. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 7. Gott, heil'ger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein, ergieß um Jesu willen dich tief in mein Herz hinein. 267. Mein Gott, weil ich in meinem Leben dich stets vor Augen haben soll, ſo wollest du ein Herz mir geben, das deiner Furcht und Liebe voll, denn beides muß beisammen gehn, soll unser Christentum bestehn. 8. Dein göttlich Licht gieß in mich aus und Glut der reinen Lieb', lösch Finsternis, Haß, Falschheit aus, schenk mir stets deinen Trieb! 9. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben meinem Gott, daß mich nie wieder mache scheu der Welt List, Macht und Spott! 10. Hilf, daß ich sei von Herzen fest in Hoffnung und Geduld daß, wenn nur du mich nicht verläßt, mich tröste deine Huld! 11. Hilf, daß ich sei von Herzen rein, mein Wandel thue kund, daß ich dich liebe nicht zum Schein, vielmehr von Herzensgrund. 12. Hilf, daß ich sei von Herzen klein, Demut und Sanftmut üb', daß ich von aller Weltlieb rein, durch Troß dich nicht betrüb'. 193 13. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es 2. Laß deine Furcht im Thun und Denken mir aller Weisheit Anfang sein und immer meine Schritte lenken, von allem Leichtsinn mich befrein. Nur wer dich fürchtet in der That, der meidet auch der Thorheit Pfad.i allid. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was, Herr, vor dir ein Greuel ist, ja deine Furcht allen bewahre mich vor Sünden wider dich. 4. Laß mich vor deinem Borne beben beben und wirke wahre Buß' in mir, laß nur in deiner Furcht mich leben, daß ich die Gnade nicht verlier', die meiner in der Missethat mit Langmut oft verschonet hat. 5. Erhalt in mir ein gut 13 Heiligung: Früchte des Glaubens. Gewissen und hohe Glauz| sich gewiß betrügen; den bensfreudigkeit, gieb mir bei Himmelsweg und schmalen allen Hindernissen den Geist, Steg hat er nie angetreten; der wahre Kraft verleiht, er weiß auch nicht in Gottes und in mir einen Mut er- Licht, was kämpfen sei und weckt, den keine Menschen beten. furcht erschreckt. 6. Hilf, daß ich immer also wandle, daß deine Furcht mein Leitstern sei, und nie aus falschem Herzen handle in bloßem Schein und Heuchelei! Du siehest in das Herz hinein, nichts kann vor dir verborgen sein. 7. Ach gieb mir, stets mit Furcht und Zittern zu schaffen meine Seligkeit! Laß mich nicht deinen Geist er bittern durch Eigensinn und Sicherheit, und zeige du die Hölle mir, daß ich den Himmel nicht verlier'. und 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben! So fürcht' ich weder Tod noch Grab werde die Verheißung erben, die mir dein Wort aus Gnaden gab! Die Gottesfurcht bringt Segen ein, ihr Lohn wird unvergänglich sein. 194 B. Schmold 1672-1737. Mel.: Was mein Gott will, gescheh'. 268. Wer sich auf seine Schwachheit stüßt, der bleibt in Sünden liegen, wer nicht die Gotteskraft benützt, wird 2. Was jetzt die Welt nur Schwachheit heißt, ist ihrer Bosheit Stärke, dadurch vermehrt der böse Geist so mächtig seine Werke. Auf, Seele, auf, richt deinen Lauf zur Allmacht, die dich rettet; des Heilands Hand zerreißt das Band, womit du angefettet. 3. Der erste Schritt im Christentum heißt: Von der Sünde scheiden; denn bei dem wahren Glaubensruhm muß man die Weltlust meiden. Wenn Christi Geist die Seel' entreißt aus ihren Todesbanden, so spürt sie Kraft, die Jesus schafft, mit dem sie auferstanden. 4, Mein Jesu, steh mir mächtig bei, laß mich geträftigt werden; Gerechtigkeit und Stärke sei mein bestes Teil auf Erden! Du machst gerecht uns, dein Geschlecht, und willst zugleich uns stärken, daß wir in dir des Glaubens Bier, die Macht der Gnade merken. 5. Brich durch, o starker Gottessohn, damit auch wir Heiligung: Früchte des Glaubens. heißt Das durchbrechen, uns freudig Tod zum Lohn, das nahn dem Gottesthron, nicht ja schlimm gedient! mehr von Schwachheit spre- Leben ist bei Gottes Sohn, chen, wenn deine Hand das der uns mit ihm versühnt. teure Pfand des Geistes uns gegeben, dadurch wir frei von Heuchelei im Streit stets siegreich leben. 5. O Heiland, dir nur dien' ich gern, denn du hast mich erkauft; ich weiß und will sonst keinen Herrn, auf dich bin ich getauft. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr ist, gieb Kraft, das Fleisch zu dämpfen! Gieb Kraft, wenn Satans Macht und List uns schwächen will im Kämpfen. Wenn uns die Welt viel Neße stellt, gieb Kraft, sie zu vernichten; so wird in Not, ja selbst im Tod uns deine Kraft auf richten. B. W. Marperger 1681-1746. Mel.: Nun fich der Tag geendet hat, oder Ich singe dir mit Herz und Mund. 269. Wie gut ist's von der Sünde frei! Wie selig Christi Knecht! Im Sündendienst ist Sclaverei, in Christo Kindesrecht. 2. Jm Sündendienst ist Finsternis, den Weg erkennt man nicht, bei Christo ist der Gang gewiß, man wandelt in dem Licht. 3. Im Sündendienst ist Haß und Leid, man plagt und wird betrübt; in Christi Reich ist Freudigkeit, man liebt und wird geliebt. 4. Die Sünde giebt den 195 6, Wen du befreist, der ist recht frei; du schenkst ihm alle Schuld, und darum dank' ich deiner Treu', und rühme deine Huld. 7. Jch bete an, Herr Jesu Chrift, und sage: Ich bin dein. Nimm mich zu dir, denn wo du bist, soll auch dein Diener sein. Ph. Fr. Hiller 1699-1769. Mel.: Werde munter mein Gemüte. Oder: Freu' dich sehr, o meine. 270. Gott, vor dessen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt, ew'ges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt, deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut; laß sie doch uns träftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen und kein Böses ist an dir; ewig bist du so gewesen und so bleibst du für und für; was dein Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit 13* Heiligung: Früchte des Glaubens. deines Armes Stärke wirkst| die erheben, die im Glauben du stets vollkommne Werke. heilig leben. fo Joh. Christ. Zimmermann 1702-1783. 3. Herr du willst, daß deine Kinder ähnlich deinem Bilde sei'n. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund, Übelthätern bist du feind, wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff in uns stets reine Herzen, töt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt; und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 196 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin, o jo reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn! Gieb uns, wie dein Wort verheißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht; unsers Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligkeit! Mach uns deinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur Mel.: Mach's mit mir Gott nach, oder: Mir nach spricht Christus. 271. Wer Gottes Wort nicht hält und spricht: Ich kenne Gott, der trüget. In solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. er aber sein Wort glaubt nicht von der Welt. und hält, der ist von Gott, 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen; je höher die Erkenntnis steigt, je mehr wird diese steigen. Glaub' erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. Der 3. Durch Jesum rein von Missethat sind wir nun Got tes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rat der Sünder, folgt Christi Beispiel als ein Christ, der seinem Heiland ähnich ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christentum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Heiligung: Früchte des Glaubens. Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, einen neuen Sinn, ein Herz die die Cherubim Gott zu nach deinem Herzen! Ein gehorchen treibet. Gott ist Herz, das dich mit Freuden die Lieb', an seinem Heil hat ehrt, das kindlich deine ohne Liebe niemand Teil. Stimme hört und deinen Namen fürchtet. 6. F. Gellert 1715-1769. Mel.: Mein's Herzens Jesu, oder: Es ist gewißlich an der Zeit. 272. Nimm hin mein Herz, Gott, nimm es an! Ich bring' es dir zur Gabe; ich bring' es dir, so gut ich's kann, so schwach und arm ich's habe; ich weiß doch, du verschmähst es nicht, so viel dem Opfer auch gebricht, das ich dir willig weihe. 2. Nimm, o mein Heiland, nimm es hin, du Herz voll ew'ger Liebe! Mein Herz ist voller Eigensinn und voll verkehrter Triebe; es hängt an Welt und eitler Lust; doch ist dir's auch, o Herr, bewußt, ich kann's nicht selbst befehren! 3. Mach du's zu deinem reinen Haus, das dir gefallen könne; was dir zuwider, reiß heraus, daß dich und mich nichts trenne! Entsünd'ge mich mit deinem Blut, gieb mir den Geist, dann werd' ich gut, dann fang' ich an zu leben. 197 5. Gieb mir ein Herz, das dich forthin mit Vorsatz nie betrübet; ein Herz, das dich mit lautrem Sinn aus allen Kräften liebet, ein Herz, das nur für dich entbrennt und keine falsche Liebe kennt, ein Herz voll Kraft und Glauben! 6. Gieb mir ein Herz, das deine Zucht, wenn sich's verfehlt, bald spüret; das keine andre Straße sucht, als die zum Himmel führet; ein Herz, das auch in Not und Bein zu dir die Zuflucht nimmt allein, und auch im Kreuz dich preiset. 7. Ein Herz, das Freund' und Feinde liebt, und nichts haßt als die Sünden; ein Herz, das täglich mehr sich übt, sich stets in dir zu finden; ein Herz, das immer droben ist, dort, wo du bist, Herr Jesu Christ, zu deines Baters Rechten. 8. Herr, giebst du mir ein solches Herz, was will ich mehr verlangen? Dann 4. Herr, gieb, und kost' es bleib' ich fest in Freud' und immerhin dem Fleische tausend Schmerz an deiner Liebe Schmerzen, Herr, gieb mir hangen; dann bin ich dein, Heiligung: Früchte des Glaubens. und du bist mein, dann werd'| vollbracht, im Himmel ewig ich einst dort oben sein, und selig dich umfangen. E. G. Woltersdorf 1725 1761. Dank dir bringen, dir, der du alles hast so wohl gemacht; dann werd ich heilig, rein und unentweiht dein Lob verkündigen in Ewigkeit. G. 3. Zollikofer 1730-1788. Mel.: Schwing dich auf. 274. Sollt' ich jetzt noch, da mir schon deine Güt' erschienen, dich verlassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüsten dieser Zeit wieder mich beflecken, und nicht mehr die Süßigkeit deiner Liebe schmecken? 198 Mel.: Ach sieh ihn dulden, bluten. 273. Laß mich, o Herr, in allen Dingen auf deinen Willen sehn und dir mich weihn; gieb selbst das Wollen und Vollbringen, und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein! Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist alles, was ich hab' und bin. 2. Gieb meinem Glauben Mut und Stärke und laß ihn in der Liebe thätig sein, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgrimschaft, und gebe mir zum Kampfe Sieg und Kraft. 2. Hab' ich doch allein bei dir meine Ruh' gefunden; Mittler, heiltest du doch mir alle meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Frevler, hassen, und mein Recht an deinen Tod wieder fahren lassen? 3. Laß mich, so lang ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen sein vergnügt, und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten alles weislich fügt. Gieb Furcht und Demut, wenn du mich beglückst, Geduld und Trost, wenn du mir Trübsal schickst. 3. Nein, ich bin und bleib' ein Christ, halt auf deine Lehren, lasse keine Macht noch List mir den Glauben wehren. Fielen tausend ab, nicht ich; mag's die Welt verdrießen, sie wird mein Vertraun auf dich mir doch lassen müssen. 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen! Einst werd' ich noch, wenn ich den Lauf Gottes Frieden? Giebt sie 4. Zeigt die Welt ein Heil wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedrängten Trost und Ruh', Sündern Heiligung: Früchte des Glaubens. das Fleisch uns will betrügen. mir die Zuversicht, daß ich,| seiner Kraft wir siegen, wenn troß dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott einst die Völker stehen und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen; wenn der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet und der Spötter, der hier schmäht, glaubt und nicht mehr lachet? 6. O, wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde. daß 199 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Tribsal nicht, noch Freuden sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Sünde, Welt und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, alles überwind' ich weit, Herr, durch deine Liebe! Balthas. Münter 1735-1793. 2. Wo der Geist des Herrn regieret, bricht das neue Leben an, und die Gnade Gottes führet unsern Gang auf rechter Bahn; Herz und Wandel werden rein, dienen Gott dem Herrn allein, um je mehr und mehr auf Erden vor ihm angenehm zu werden. 3. Drum, o Geist der Kraft und Stärke, zieh in unsre Herzen ein, laß des sünd'gen Fleisches Werke nicht mehr in uns mächtig sein! Töt in uns die Eitelkeit, wehre allem Zank und Streit, hilf uns frei von dem Verderben, daß das Himmelreich wir erben. 5. Mehre in uns deine Liebe, die des Glaubens Früchte bringt, schenk uns deine heil'gen Triebe, daß all' Gotteswerk gelingt. Halte uns in treuer Hut, gieb uns Freudigkeit und Mut, daß allweg uns sei beschieden Freud' in dir und süßer Frieden. Mel.: Freu dich sehr o. 275. Lasset uns im Geiste 5. Ziere uns in allen wandeln, wie's dem Volk des Stücken mit Geduld und Herrn gebührt, daß in unserm Freundlichkeit, daß zum HelThun und Handeln nie des fen und Beglücken wir im Fleisches Lust regiert! Gottes Bruderdienst bereit, laß uns Geist sei immerdar unser Bei- allen gütig sein ohne Trug stand in Gefahr, daß in und Heuchelschein. Lehr uns, 200 Heiligung: Liebe zu Gott und Jesus Christus. wenn sie uns betrüben, Sanftmut und Bersöhnung üben. 6. Führe uns auf allen Wegen, daß uns nichts mehr schaden kann, und so oft sich Lüste regen, nimm dich unsrer Schwachheit an. Stärke uns durch deine Kraft zu der rechten Ritterschaft, als die Christo angehören, aller bösen Lust zu wehren. 7. Also wird es uns gelingen, Gottes heilig Volk zu sein, daß all' Wollen und Vollbringen immer mehr von Sünden rein. Nicht mehr schreckt uns das Gericht, wenn uns das Geset ansicht, weil wir in der Gnade stehen und des Geistes Wege gehen. nors Otto Schulze 1860. Nach eigener Melodie. 276. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr! Ich bitte, sei von mir nicht fern mit Hilf und Gnadengaben. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, wenn ich nur dich kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Trost und meines Herzens Teil; und bringst durch deinen Tod mir Heil. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr! In Schanden laß mich nimmer mehr. 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab' mein Leib und Seel' und was ich hab' in diesem armen Leben; damit duplo imdb f 2. Liebe zu Gott und Jesus Christus. ich's brauch' zum Lobe dein, zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst du mir Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr', des Satans Macht und Lügen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ich's trag' geduldiglich. Herr Jesu Chriſt, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst meine Seel' in Todesnot. 3. Ach, Herr, laß deine Engel sein die Diener, die die Seele mein in Abrahams Schoß tragen; den Leib in seinem Kämmerlein gar sanft ohn' alle Qual und Pein ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud', o Gottes Heiligung: Liebe zu Gott und Jesus Christus. sohn, mein Heiland auf dem findet dich, des Liebe mich Himmelsthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich; ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling 1532-1608. 201 Nach eigener Melodie. 277. Wie schön leucht't uns der Morgenstern, voll Gnad' und Wahrheit von dem Herrn uns herrlich aufgegangen. O guter Hirte, David's Sohn, mein König auf dem Himmelsthron, du hältſt mein Herz umfangen; lieblich, freundlich, schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben. 2. Du höchstes meine Kron', Sohn und des Menschen Sohn, du König hochgeboren, mein Herz ist voll von deinem Ruhm; dein süßes Evangelium hab' ich zum Trost erforen. Herr, dich preif' ich, Hossiana! Himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen! Kleinod, Gottes 3. Gieß tief mir in das Herz hinein, du Gottesglanz und Himmelsschein, die Flamme deiner Liebe, und stärk mich, daß ich ewig bleib', D Herr, ein Glied an deinem Leib', in frischem Lebenstriebe! Nach dir wallt mir mein Gemüte, ew'ge Güte, bis es 201 entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn ich dein holdes Angesicht seh' freundlich auf mich blicken. O Jesu, du mein höchstes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in die Arme, Herr, erbarme dich in Gnaden! Auf dein Wort komm' ich geladen. 5. Gott Vater, o du starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat sich mit mir vertraut, mein Herz auf ihn mit Freuden schaut, was ist's, das mich betrübet? Preis dir! Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Preist unsern Gott mit hellem Klang und laßt den süßen Lobgesang ganz freudenreich erschallen. Ich will mit meinem Jesus Christ, der mir mein Ein und Alles ist, in treuer Liebe wallen. Singet, klinget, jubilieret, triumphieret! Dankt dem Herren, ihm, dem König aller Ehren! 7. Wie freu' ich mich, Herr Jesu Christ, daß du der Erst' und Legte bist, der Anfang Heiligung: Liebe zu Gott und Jesus Christus. und das Ende. Du wirst nenne, kann mich ohn' dich Nur die mich einst, ich bin's gewiß, g'nugsam laben. aufnehmen in das Paradies, Gaben deiner Liebe trösten, froh faß' ich deine Hände! wenn ich mich betrübe. Amen, Amen, komm, o Sonne, Freudenkrone, bleib nicht lange, weil ich sehnlich dein verlange! 202 Phil. Nicolai 1556-1608. Mel.: Wie schön leucht't uns. 278. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn, mein Bruder auf dem Himmelsthron, du meine Freud' und Wonne; du weißt es, daß ich rede wahr; vor dir ist alles sonnenklar, ja klarer als die Sonne. Herzlich lieb' ich mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden kann und soll mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht so kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Mein Herz dich lieber stets gewinnt; je mehr ich lieb', je mehr ich find', wie ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte in's Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb' ergießen. 3. Durch deine Kraft treff' ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt: Pracht, Wollust, Ehre, Freud' und Geld und was man sonst auch 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried' und Ruh', erfreuest sein Gewissen. Wie's ihm auch gehn mag auf der Erd', wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen ewig, felig. Nach dem Leide große Freude wird er finden; alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat jemals dies gehört, kein Aug' gesehn, kein Mensch gelehrt, es läßt sich nicht beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Wahrlich läßt sich nicht vergleichen mit den reichen Erdenschätzen, was uns droben wird ergößen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe; daß ich in dem, was dir gefällt, was mir dein Wort vor Augen stellt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werde scheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd' ich deine Freundlichkeit, die mich schon Heiligung: Liebe zu Gott und Jesus Christus. hier so hoch erfreut, in reiner sein Angesicht, meinen Jesum Liebe schmecken, und sehn dein laß ich nicht. liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht ohn' alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd' ich dort erquicket und geschmücket vor dem Throne mit der schönen Himmelskrone. 3. Heermann 1585-1647. Mel.: Jesus meine Zuversicht. 279. Meinen Jesum laß ich nicht! Weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, ganz von Herzen ihm zu leben. Er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich ewig nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab' ich voll zu versicht, was ich bin und hab' ergeben. Auf ihn ist mein Herz gericht't, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, alle Sinne mir entweichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht,- meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, wenn ich bin dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht der Verklärten Glaube pranget. Mich erfreut 203 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel' in mir sich sehnet. Jesum sucht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich frei macht vom Gericht; meinen Jesum laß nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, gehe ewig ihm zur Seiten; Christus wird mich für und für zu der Lebensquelle leiten. Selig wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christ. Keimann 1607-1662. Nach eigener Melodie. 280. Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu meine Zier! Ach wie lang', wie lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Du bist mein und ich bin dein, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß von Ungewittern rings die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Ob die Welt in Trümmer fällt, ob gleich Sünd' und Hölle schrecken: Jesus will mich decken. 3. Troß der Feinde Lau Heiligung: Liebe zu Gott und Jesus Christus. ern, troß des Todes Schau-| Bilde deiner Gottheit hast geern hab' ich guten Mut. macht; Liebe, die du mich so Zürne Welt und tobe; ich milde nach dem Fall hast steh' hier und lobe Gott in wiederbracht, Liebe, dir ergeb' sichrer Hut. Gottes Macht ich mich, dein zu bleiben hält mich in acht. Erd' und ewiglich. Abgrund mögen zittern, mich fann nichts erschüttern. 4. Weg mit allen Schäßen! Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, will von euch nichts hören, bleibt mir unbewußt. Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht! Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir sei ganz, du Sündenleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Herr und Meister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Segen sein. Duld' ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. 204 3. Frand 1618-1677. Mel.: Gott des himmels und der Erden. 281. Liebe, die du mich zum 2. Liebe, die du mich erforen, eh' ich noch geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich warst ganz und gar, Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat er stritten ew'ge Lust und Seligfeit; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die mich hat gebunden fest an sich mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden, ganz mein Herz genommen hin, Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele litt, Liebe, die das Lösgeld giebet und mich kräftiglich vertritt, Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich einst wird führen aus dem Grab' der Sterblichkeit, Liebe, die mich dort wird zieren mit dem Kranz der Herrlichkeit, Heiligung: Liebe zu Gott und Jesus Christus. Liebe, dir ergeb' ich mich, hat Licht gebracht; ich danke dein zu bleiben ewiglich. Joh. Scheffler( Angelus Silesius) 1624-1677. dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du süßer Mund, daß du mich ewig machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn. Laß meinen Fuß auf deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn. Erleuchte Leib und Seele ganz, du ewig starker Himmelsglanz. 7. Gieb meinen Augen fromme Thränen, gieb meinem Herzen reine Glut; laß meine Seele sich gewöhnen, zu üben treuen Liebesmut. Mein Geist, mein Sinn und mein Verstand sei stets zu dir, mein Herr, gewandt. Nach eigener Melodie. 282. Ich will dich lieben, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier. Ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herz im Tode bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, Gotteslamm, als meinen Seelenbräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochgeliebte Liebe, du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh'! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich dich erst so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet; ich suchte dich und fand dich nicht. Ich hatte mich von dir gewendet und liebte nicht das wahre Licht; nun aber ist's durch dich geschehn, daß ich dich mir zum Heil ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz 205 8. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, ja fern von allem Erdenlohne, auch in der allergrößten Not; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herz im Tode bricht.d unglin Joh. Scheffler( Angelus Silesius) 1624-1677. mel.: Jesu, der du meine Seele; oder: Alle Menschen müsſen. 283. Jesu, frommer Men= schenherden guter und getreuer Hirt! Laß mich eins der Schafe werden, die dein Heiligung: Liebe zu Gott und Jesus Christus. Stab und Stimme führt.| mein Rufen dir gefallen, deinen Ach, du hast aus Lieb dein Trost hernieder schallen. Wenn Leben für die Schafe hingegeben, und du gabst es auch für mich; laß mich wieder lieben dich! 2. Herden ihren Hirten lieben, und ein Hirt liebt seine Herd. Laß uns auch so Liebe üben, du im Himmel, ich auf Erd'! Schallet deine Lieb hernieder, soll dir meine schallen wieder; wenn du rufst: Ich liebe dich! ruft mein Herz: Dich liebe ich! 206 3. Schafe ihren Hirten kennen, dem sie auch sind wohlbekannt. Laß mich auch für dich entbrennen, wie du bist für mich entbrannt; da der Wolf mit offnem Rachen mich zur Beute wollte machen, riefest du: Ich kenne dich! ich ruf auch: Dich kenne ich! 4. Herden ihren Hirten hören, folgen seiner Stimm' allein; Hirten sich zur Herde kehren, wenn sie rufen groß und klein. Wenn du rufest, laß mich eilen, wenn du dräuest, nicht verweilen; laß mich achten stets auf dich: Jesu, achte du auf mich! 5. Höre, Jesu, und erhöre meines schwachen Glaubens Stimm'; mich auch zu dir rufen lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm. Laß ich bete: Höre mich! o so sprich: Ich höre dich! 6. Höre, Jesu, und erhöre, wenn ich ruf und klopfe an; Jesu, dich nicht von mir kehre, sei mir gnädig zugethan! Ja, du hörst; in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen; nun ich glaub' und fühle schon deinen Trost, o Gottes Sohn! S. v. Birken 1626-1681. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 284. Von Jesu will ich nimmer wanken; er liebt mich treu, ich lieb' auch ihn. Ihm hab' ich all mein Heil zu danken, der ich durch ihn in Gnaden bin; daher ihm Mund und Herz verspricht: lasse meinen Jesum nicht. Ich 2. Ich lass' ihn nicht, ich will ihn halten, wie es mir auch auf Erden geh'. Ich lasse meinen Jesum walten, bei welchem ich in Gnaden steh'. Er ist stets meine Zuversicht; ich lasse meinen Jesum nicht. 3. Er läßt mich nicht; sollt' ich ihn lassen? Onein, mein Jesus bleibet mein. Ich will ihn immer stärker fassen und schließen in mein Herz hinein, das froh und fest im Glauben spricht: Ich lasse meinen Jesum nicht. Heiligung: Liebe zu Gott und Jesus Christus. 4. Mag man mich hie und da vertreiben, ich weiß noch einen sichern Ort, da werd' ich fest und standhaft bleiben; es ist mein Jesus und sein Wort. Sein Glaube ist mir süße Pflicht; ich lasse meinen Jesum nicht. 5. Bedroht die Welt mir selbst das Leben, die Welt, die oft Verfolgung übt, mein Heiland kann mir's wieder geben, den meine ganze Seele liebt. Jhm sterb' ich, wenn mein Auge bricht; ich lasse meinen Jesum nicht. 6. Die Welt muß endlich auch vergehen mit aller ihrer Herrlichkeit; doch wird das Reich des Herrn bestehen, das für die Frommen ist bereit. Wenn Himmel, Erd' und alles bricht, lass' ich doch meinen Jesum nicht. 7. Ich laß' ihn nicht in jenem Leben, dort will ich ihm zur Seite stehn; und ewig, ewig ihm ergeben werd' ich dort nimmer von ihm gehn. Dort schau' ich einst sein Angesicht und lasse meinen Jesum nicht. 8. Dort werd' ich ihm mein Loblied singen, dort selig einst vor seinem Thron ihm Dank und Preis und Ehre bringen, ihm, dem Erlöser, Gottes Sohn; dort 207 steh' ich einst in seinem Licht und lasse meinen Jesum nicht. Erasmus Finr 1627-1694 Mel.: Oft flagt dein Herz. 285. Hier ist mein Herz, Herr, nimm es hin, dir hab' ich mich ergeben; hinweg, o Welt, aus meinem Sinn mit deinem schnöden Leben! Dein Thun und Tand hat nicht Bestand, wie man's auch mag beginnen; drum schwingt aus dir sich mit Begier mein freier Geist von hinnen. 2. Gott ist mein allerbestes Gut, nach ihm steht mein Verlangen; ach, könnt' ich doch mit frohem Mut nur meinem Gott anhangen. Ach, wäre doch der Sünde Joch von mir hinweg genommen, daß ich einmal in seinen Saal des Himmels möchte kommen. 3. Ich sehe doch, daß diese Welt mit allen ihren Sachen, was sie von Gütern in sich hält, nicht kann recht glücklich machen. Es muß geschwind, wie Staub und Wind, die Lust der Welt zerstieben. Nur Gott, mein Licht, verläßt mich nicht; ihn will ich ewig lieben. 4. Gieb, daß ich meinen Sinn zu dir hinauf gen Himmel schwinge mit Lieb' und herzlicher Begier; und mich Heiligung: Liebe zu Gott und Jesus Christus. in keinem Dinge erfreue hier, aus diesem Namen voller als nur in dir, Gott, meiner Kraft. Seele Leben! Nur du allein kannst mich erfreun und wahren Frieden geben. 5. Drum fahre hin, was flüchtig ist, ich will es lassen fahren; Gott ist mein Teil zu jeder Frist, der wird mich wohl bewahren, daß ich die Pracht der Welt nicht acht', vielmehr nur ihn verlange, mit festem Mut das höchste Gut, und ewig ihm anhange! Sebastian Franc 1606-1668. 208 Mel.: Mein Herz ermuntre dich. 286. Ein Wort ist mir ins Herz geschrieben, es giebt mir frohe Zuversicht. Auch wenn mich alles will betrüben, raubt man mir diese Freude nicht. D, weil ich Jesum nennen kann, so schau' ich freudig himmelan. 2. In diesem Worte glänzt mein Himmel, nur dieser Name bringt das Heil. Ach, alles Welt- und Lustgetümmel trägt Dornen statt der Rosen feil. Hab' ich nur Jesum in der Brust, bin ich mir keines Grams bewußt. 3. Mein Herz ist froh bei diesem Worte, in Jesu bin ich hoch entzückt; dies ist die goldne Lebenspforte, nach welcher meine Seele blickt; es quillt ein edler Lebenssaft 4. O könnt' ich je was Schön'res sagen? Mein Herz und Mund spricht froh dies Wort. Ruf' ich, so hört er meine Klagen, er, meine Burg, mein Schild, mein Hort. nichts außer ihm ist meine Lust, nur Jesus wohn' in meiner Brust! 5. Wohlan, es bleibt, was ich gesprochen, ich nehme Jesum an mein Herz! Es mag die Welt aufs Eitle pochen, ich schaue freudig himmelwärts. Indessen bleibt die Losung hier nur Jesu Name für und für. B. Schmolk 1672-1737. Mel.: Wie schön leucht't uns der. 287. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, Herr, Gott, der doch mir alles ist, mein Trost und meine Wonne? Bist du nicht Schild, was decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich im Finstern eine Sonne? Keine reine, wahre Freude, auch im Leide, auch für Sünden, ist, Herr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, mein Herr, Erlöser, Jesus Christ, mein Friede und mein Leben? Heilst du mich nicht, wo find' ich Heil? Bist du nicht mein, Heiligung: Liebe zu Gott und Jesus Christus. geben? nicht verlassen. wo ist mein Theil? Giebst| Feinde hassen, wirst du mich du nicht, wer wird Meine eine wahre Freude, wahre Weide, wahre Gabe hab' ich, wenn ich Jesum habe. Ph. Fr. Hiller 1699-1769. Mel.: Was Gott thut das ist. 288. Dich), Jesum, laß ich ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben; du kennst dies Herz, das redlich spricht: Nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost, auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, ich halte dich im Glauben. Nichts fann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund; die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht. Aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu' erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh' zu dir, du eilst zu mir. Wenn mich die 209 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, dich, Gottes größte Gabe, ich weiß, daß mir kein Gut gebricht, Herr, wenn ich dich nur habe. Ich will der Welt für Gut und Geld, wonach die Eitlen laufen, den Heiland nicht verkaufen. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, das Krenz soll uns nicht scheiden; es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all' mein Leid währt kurze Zeit, bald ist es überstanden und Ruh' ist dann vorhanden. 7. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken; und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb' ich mit dem Gedanken: Mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schuß, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. 8. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; wenn alles wird vergehen werd' ich getrost auch im Gericht, Erlöser, auf dich sehen. Sich brüderlich vom Thron auf mich; stell mich zu deiner Rechten, zu deinen treuen Knechten! 9. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; hier will ich dir vertrauen, dort hoff' ich dich 14 210 Heiligung: Liebe zu Gott und Jesus Christus. von Angesicht zu Angesicht| und still ich durchs Leben zu schauen. Dort werd' ich dein mich ewig freun und ewig deinen Namen, Erlöser, preisen. Amen! wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken, Lebensfürst, ja du wirst mich einst auferwecken. E. Liebich 1713-1780. Mel.: Warum sollt' ich mich denn. 289. Meines Herzens reinste Freude ist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide; daß ich ihn durch Glauben ehre, jederzeit hoch erfreut seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden und erfüllt sanft und mild ihren Geist mit Frieden; seine Last ist leicht zu tragen, er macht Bahn, geht voran, stärkt uns, wenn wir zagen. 3. Ja, er kennt die Leidensstunden. Größern Schmerz, als sein Herz, hat kein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mit leidsvoll hernieder. S. G. Bürde 1753-1831. Nach eigener Melodie. 290. Wenn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist; wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt, weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb' und Freude. 4. Will das Herz vor Jammer brechen, o dann pflegt er und trägt uns in unsern Schwächen. Selig, wer in bösen Zeiten, in Gefahr immer dar sich von ihm läßt leiten! 5. Jesu, treuster Freund von allen, mit dir will froh 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg' an meinem Wanderstabe treu gesinnt nur meinem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand. Längst vermißte Brüder find' ich nun in seinen Jüngern wieder. 4. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe mir doch seine Liebe sein. Preis sei seinem Namen, Jesu dir sei ewig Ehre, Amen! Fr. v. Hardenberg( Novalis) 1772-1801. FUND Heiligung: Der geistliche Kampf. 3. Der geistliche Kampf. Mel.: Wachet auf, ruft. 291 Nüstet euch, ihr Christenleute; die Feinde suchen euch zur Beute; ja, Šatan selbst hat euch begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie als rechte Christen und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen, zeigt eures Glaubens Ritter schaft! Wer hier ermüden will, der schane auf das Ziel! Da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit, dann krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wen'gen Jahre, eh' ihr kommt auf die Totenbahre; turz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken und vor dem Herrn die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott lob, wir sind versöhnt. Daß uns die Welt noch höhnt, 211 währt nicht lange, und Gottes Sohn hat lange schon uns beigelegt die Ehrenkron'. 4. Jesu, stärke Gottes Kinder und mach aus ihnen Überwinder, die du erfaust mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Gieß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen; so halten wir getreu an dir, im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasm. Arends+ 1721. Mel.: Der am Kreuz ist. 292. Schaffet, schaffet Menschenkinder, schaffet eure Geligkeit; bauet nicht, wie sichre Sünder, nur auf gegenwärt'ge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden! 2. Daß nun dieses mög' geschehen, so bekämpfet Fleisch und Blut, und der Welt zu widerstehen, rüstet euch mit Kraft und Mut. Gottes Wille soll allein eures Lebens Richtschnur sein, mag es eure schwachen Herzen nun erfreuen oder schmerzen. 14* 212 Heiligung: Der geistliche Kampf. 3. hr habt Ursach' zu bekennen, daß ihr noch in Sünden seid, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß ihr fehlt zu jeder Zeit, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja, daß außer seiner Gnade nichts euch bleibt, als Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüste dämpfet; selig, wer die Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben.dg 7. Furcht muß man im Herzen tragen, Furcht vor dem, der Leib und Seel' kann zur Hölle niederschlagen. Achtet auf des Herrn Befehl, er ist's dessen Gotteskraft Wollen und Vollbringen schafft. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, hat bei Christen feine Statt. Leichtsinn bei der Welt Gelagen schwächt den Geist und macht ihn matt. Unter Christi Kreuzes fahn' geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit sicherm Herzen mit der Sünde wollte scherzen. 8. Und dann zähmet eure Glieder, drin die Sündenlust sich regt, kämpft den alten Menschen nieder, bis ihm seine Macht gelegt. Was euch ärgert, senkt ins Grab, was euch hindert, werfet ab: denket stets an Jesu Worte; Dringet durch die enge Pforte! 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und Sünde und auf dich, o Je9. 3ittern will ich vor der lässig sein, eure Lüste zu bezwingen, so bricht eure Hoffstand finde, in der Gnade zu sus, sehn, bis ich deinen Beinung ein; ohne tapfern Streit bestehn. Ach, mein Heiland, und Krieg folget niemals rechter Sieg, nur den Sie gern wird die Krone beige legt zum Gnadenlohne. geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht; gieb mir Seines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen meinen Kampf 311. Ende führ. Er verleihe Kraft und Stärk' und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe! Ludw. Andr. Gotter 1661-1735. Heiligung: Der geiftliche Kampf. Mel.: O du Liebe meiner Seele. 293. Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, der da Schaden, Spott und Schande uns mit Himmelslust versüßt: Züchtige nur an den Deinen, Jesu, allen argen Sinn, bis dein seliges Erscheinen uns führt in den Himmel hin. 2. Ist's doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat und es aus der Unruh' führest zu der süßen Ruheſtatt. 3. Schaue doch auf unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, um Erlösung beten von der sündigen Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so fest gebannt, ob auch schon der Geist zu Zeiten sich dem Höchsten zugewandt. 4. Ach, erheb die matten Kräfte, reiß die Fesseln doch entzwei, daß wir durch die Weltgeschäfte durchgebrochen stehen frei. Weg mit Menschenfurcht und Zagen, weich, Vernunftbedenklichkeit, fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit! 213 5. Herr, erlöse deine Kinder von der Sünde starkem Bann, denke, daß ein armer Sünder dir im Tod nicht dienen kann. Heb uns aus dem Staub der Sünden, wirf die Lust der Welt hinaus, laß uns wahre Freiheit finden, Freiheit in des Vaters Haus. Ruhe für das Fleisch in 6. Wir verlangen keine Ewigkeit; was du nötig findest, thue noch vor unsrer Abschiedszeit. Geist, der bindet dich im Aber unser Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein trener Mund verspricht. 7. Herrscher, herrsche! Sieger, siege! König, brauch dein Regiment! Führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End'! Aus dem Kerker führ die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinst's mit uns ja gut. 8. Teuer sind wir ja erworben, nicht der Menschen Knecht' zu sein. Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein; rein und frei und ganz vollkommen und verkläret in dein Bild, der hat Gnad' um 214 Heiligung: Der geistliche Kampf. Gnad' genommen, welchen deine Füll' erfüllt. 9. Liebe, zieh uns in dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann erwerben; führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirst nicht säumen, laß nur uns nicht lässig sein, wirds doch sein, als ob wir träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfr. Arnold 1666-1714. Nach eigener Melodie. 294. Eins ist not! Ach Herr, dies Eine lehre mich erkennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang' ich dies Eine, das alles erseßt, so werd' ich mit einem in allem ergößt. 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur! Wo Gott und die Menschheit in einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendigste Teil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. fliß, als sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ; das Herz ihr entbrannte, nur einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt und wurde ihr alles in einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viele dem größesten Haufen zufallen, so will ich dir dennoch in Liebe nachwallen; denn Leben und Geist ist, o Jesu, dein Wort; was fehlt meiner bei dir, D mein Seele Hort! 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht fenne und weiß, so hab' ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott. ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, 3. Wie dies Eine zu ge- es muß mir gelingen durch nießen sich Maria dort be- dein heil'ges, teures Blut. Heiligung: Der geistliche Kampf. quickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. Die höchste Gerechtigkeit ist, das also mich innig erist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; da hab' ich die Kleider des Heiles erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigfeit prangt. 7. Nun, so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben ist in dir, mein Hei land, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust; dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt! 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Auf mich strömt die Gnadenflut! Du bist einmal eingegangen in das Heil'ge durch dein Blut. Da hast du die wahre Erlösung erfunden, daß ich nun von Tod und Verdammnis entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, in kindlichem Geiste das Abba nun klingt. 9. Voll' Genügen, Fried' und Freude meine Seele jetzt ergößt, weil auf eine frische Weide mich mein Hirte hat versetzt. Nichts süßeres kann mich im Herzen erlaben, als wenn ich nur, Jeju, dich immer soll haben; nichts, nichts 215 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf, erfahre, wie ich's meine, tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege, gieb, daß ich nichts achte, nicht Leben noch Tod, nur Jesum gewinne: Dies Eine ist not! 3. Schröder 1666-1699. Nach eigener Melodie. 295. Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dir nicht die böse Zeit plößlich nahe trete; unverhofft ist schon oft über viele Frommen die Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen; wache, denn sonst wird sein Licht dir noch ferne stehen; denn Gott will für die Füll' seiner Gnadengaben off'ne Augen haben. 4. Wache, laß des Feindes Heiligung: Der geistliche Kampf. Joh. B. Freystein+ 1720. Nach eigener Melodie. List nicht im Schlaf' dich| Denn die Zeit ist nicht weit, finden, weil's ihm sonst ein da uns Gott wird richten, Leichtes ist, dich zu über- und die Welt vernichten. winden! Gott läßt zu, daß auch du, wenn du sorglos wallest, in Versuchung fallest. 296. Ninge recht, wenn 5. Wache, daß dich nicht Gottes Gnade dich nun ziedie Welt durch Gewalt behet und bekehrt, daß dein zwinge, oder, wenn sie sich Geist sich recht entlade von verstellt, listig an sich bringe. der Last, die ihn beschwert. Wach und sich, daß dich nie die Verführer fällen, die dir Nege stellen. 6. Wache, nimm dein Fleisch in Acht, trau nicht deinem Herzen; leichtlich kann, wer's nicht bedacht, Gottes Gnad' verscherzen. O, es ist voller List kann sich selber heucheln und voll Hochmut schmeicheln. 216 7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen! Denit der Herr nur kann dich frei von dem allem machen, was so drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, soll er etwas geben; er verlanget Flehn und Schrei'n, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Welt und Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Nun so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil uns Angst, Not und Gefahr immer näher treten. ist enge und der Lebensweg 2. Ringe, denn die Pfort' im Gedränge, was nicht zielt ist schmal. Hier bleibt alles zum Himmelssaal. und Leben, dring hinein in 3. Kämpfe bis aufs Blut Gottes Reich, will der Feind dir widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe daß dein Eifer glühe, und die rechte Liebe dich gänzlich von der Welt abziehe, halbe Liebe hält nicht stich. 5. Ringe mit Gebet und Flehen, halte damit feurig an, laß den Eifer nicht vergehen, wär's auch Tag und Nacht gethan. 6. Alle Sicherheit vertreibe, nimm des Heils mit Zittern wahr, weil du wohnst im Fleischesleibe, schwebst du täglich in Gefahr. 7. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast, recht beharren ist das Heiligung: Der geistliche Kampf. Beste, Rückfall bringt dir neue Last. 8. Laß dem Fleische nicht den Willen, gieb der Lust den Zügel nicht, willst du die Begierden stillen, so verlischt das Gnadenlicht. 9. Wahre Treu' führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, gleichet nicht dem Rohr im Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 10. Wahre Treu' liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß nichts von des Fleisches Pflege, hält kein Unrecht sich zu gut. 11. Wahre Tren' kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schaß doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 912. Dies bedenket wohl, ihr Streiter! Kämpfet recht, bezwinget euch; dringet alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich Joh. Jos. Winkler 1670-1722. Mel.: Werde munter mein Gemüte. 297. Nicht der Anfang, nur das Ende krönet die Beständigkeit. Ach, getreuer Gott, vollende meinen Lauf in die ser Zeit. Hab' ich einmal dich bekannt, so verleihe mir Bestand, daß ich, bis ich einst erkalte, Glauben und Gewissen halte.bod bit dig smp si 217 2. Laß mich einem Felsen gleichen, der in Sturm und Fluten steht, laß mich nicht zurücke weichen, wenn mich Not und Tod umweht! Sei mein Anker, der nicht bricht, sei mein Stern und helles Licht, daß ich nie von dir mich scheide, nie am Glauben Schiffbruch leide. 3. Du bist tren in allen Dingen, und dein Wort ist auch getreu; laß mich dir ein Herze bringen, das dem deinen ähnlich sei. Wanket oft mein Fleisch und Blut, so laß doch den rechten Glauund entfället mir der Mut, ben nicht aus meinem Herzen rauben. 4. Es ist gut, ein Christ zu werden, besser noch, ein Christ zu sein; doch den besten Ruhm auf Erden, den befizet der allein, der ein Christ beständig bleibt, Christo ewig einverleibt; und der Himmel wird mit Kronen seine Trene dort belohnen. 5. Laß mich halten, was ich habe, daß mir nichts die Krone nimmt. Es ist deines Geistes Gabe, daß mein Glaubensdocht noch glimmt. Lösche nicht den Funken aus, mach ein helles Feuer draus, laß den Glauben in mir 218 Heiligung: Der geistliche Kampf. brennen, dich vor aller Welt bekennen! 6. Du hast guten Grund geleget; Jesus, der mein Eckstein ist, wird durch keine Macht beweget, ihn verrücket keine List. Laß mich auch so feste stehn, nimmermehr verloren gehn, wenn sich Macht und List bemühen, mich von Christo abzuziehen. 7. Jesu, hilf mir an dir hangen, wie die Reb' am Weinstock hängt, fest Glauben dich umfangen, bis mich dort dein Arm umfängt. Kommt es auch zur letzten Not, so versiegle durch den Tod, was ich hier geglaubt auf Erden und laß es zum Schauen werden! im B. Schmold 1672-1737. Nach eigener Melodie. 298. Es fostet viel, ein Christ zu sein und nach des reinen Geistes Sinn zu leben; denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht't, das machts noch nicht. get. Es hat wohl Müh', die Gnade aber schafft uns Mut und Kraft. 3. Du sollst ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte! Wie wirst du da so stark, so hell und rein, so herrlich sein, verklärt von Angesichte, dieweil da Gottes wesentliche Pracht so schön dich macht. 4. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; des Lebens Strom wird durch das Herz ihm gehn und es mit Gott in einem Geist verWer weiß, was da im Geiste wird geschehn, wer mags verstehn? 5. Was Gott genießt, genießt es auch, was Gott besigt, wird ihm in Gott gegeben; der Himmel steht belieblich wird es dort mit reit ihm zum Gebrauch; wie Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, als Gott allein. 2. Doch ist es wohl der Müthe wert, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der wahren Himmelssinn im Herzen trä- Wie gut wird sich's doch nach 6. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, der Macht der Finsternis dich zu entreißen! Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen! Heiligung: Der geistliche Kampf. der Arbeit ruhn, wie wohl| chen Herzen naget; sprich: wird's thun. Bater, schau mein Elend gnädig an! So ist's gethan. Chr. Fr. Richter 1676-1711. 5. Dein Herz erhalte in des Vaters Hilfe merkeſt. Geduld, wenn du nicht gleich Versiehst du's oft und fehlſt aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest, so gilt dein Fehl und findliches Versehn als nicht geschehn. Mel.: Es foftet viel. 299. Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein, und nach des reinen Geistes Sinn zu leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immer dar in Christi Tod zu geben, doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben; blöder Geist, schau doch wie gut er's mein'! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben, drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr, es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme Gott macht dir zum Heil den Schmerz, die Unluft schafft in dir dein Eigenwille; drum übergieb ihn willig in den Tod, so hat's nicht not. 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh am schwa219 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich bedecken, dein Vater wird will Nacht und Finsternis nichts Schlimmes für dich thun, vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken. Ja, siehst du auch von Hilfe feine Spur, so glaube nur! 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn, du wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen. Was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn, drum darfst du nur dem frommen Vater trauen, o Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ so selig ist. 20 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß die süße Ruh', im Frieden sollst du vor dem Bater schweben. Die Sorg, Heiligung: Der geistliche Kampf. und Last wirf nur getrost und kühn allein auf ihn! Chr. Fr. Richter 1676-1711. Mel. Valet will ich dir geben. 5. Du ringst nach Ruhm und Ehre und willst bewundert sein, als ob nichts höher's wäre. Denk nur an 300. Auf, auf mein Geist, Jesu Pein! Er ist für dich betrachte des Christen hohen gestorben und hat zum EigenStand! Wach auf vom tum den Himmel dir erworSchlaf, verachte der Eitelkeiben; das sei dein wahrer ten Tand! Die Luft der Ruhm! Welt vergehet und endet sich in Leid. Des Christen Glück bestehet in Zeit und Ewigfeit. 6. Was sind des Reichtums Gaben, die hier der den Schatz nicht haben, Rost verzehrt? Willst du Jesus uns gewährt, wir uns ihm ergeben und unser Herz ihm weihn, um ihm getren zu leben und uns in ihm zu freun? den wenn 7. Was sind des Körpers Freuden, der Sinne Gaufelspiel? Sie schaffen dir der Leiden, der Müh' und Sorgen viel; entfernen deine Seele je mehr und mehr von Gott, und in des Grabes Höhle begräbt sie doch der Lod. 220 2. Dich stellt zu Gottes Bilde dein Mittler wieder her; drum sei gerecht und milde, und rein und fromm wie er. Auf, auf! die Zeit verschwindet und alles mit der Zeit; nur dem, der über windet, lohnt einst die Ewigfeit. 3. Gebet und Ernst erringen das Heil der bessern Welt. Auf, alles zu bezwingen, was dich gefangen hält! S wache! Deine Feinde verändern die Gestalt; bald schmeicheln sie als Freunde, bald brauchen fie Gewalt. 4. Vergleiche dieses Leben mit dem, was Gottes Geist, aus Gnaden uns zu geben, in seinem Wort verheißt! Dann wirst du bald erkennen, es sei doch in der That nur Eitelkeit zu nennen, was diese Erde hat. 8. Gott ist die rechte Quelle, aus der sich Lust ergießt, die ewig rein und helle für fromme Seelen fließt. Dem lohnet kein Vergnügen, auf den sein Aug' nicht blickt; er bleibt im Staube liegen und ewig unerquickt. 9. Auf denn, mein Geist, entschwinge dich dieser Sinnlichkeit, und glaube, bete, Heiligung: Der geistliche Kampf. ringe nach jener Seligkeit! 4. Geh in Einfalt stets Die Welt wird einst vergehen mit dem, was in ihr ist; doch Gott bleibt ewig stehen, mit ihm dein Heil, o Christ! einher, laß dir nichts das Ziel verrücken. Gott wird aus der Liebe Meer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 10. Vom Dienst der Eitelfeiten befreie, Gott, mein Herz! Den heißen Wunsch nach Freuden, den lenke himmelwärts! Ruh' kann die Welt nicht geben dem Geist, der ewig ist; nur der hat zum Reich erkoren? Suche Ruh' und Leben, dem du, Gott, alles biſt. 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, drum ist hoher Sinn dir not; bist du nicht Chr. 2. Edeling 1678-1742, bearb. von J. N. Fr. Brauer 1754-1813. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 301. Seele, was ermüd'st du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn. sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad' eindringen. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh', dein betrübtes Herz zu laben, eil der Lebensquelle zu, da fannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 221 Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 6. Schwinge dich nur oft im Geist über alle Himmelshöhen, laß, was dich zur Erde reißt, unter deinen Füßen stehen. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 9. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen, glaube, daß sein 222 Heiligung: Der geistliche Kampf. Liebeswill' stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jak. Wolf 1684-1754. Mel.: Mein's Herzens Jesu. 302. Herr, laß mich deine Heiligung durch deinen Geist erlangen! Du hast die Sinnesänderung selbst in mir 6. Lösch alles fremde Feuer angefangen; dein Geist wirkt Heiligung allein, nur deine Straft macht Herzen rein, seit du zu Gott gegangen. 2. Ich kann mich vor der Welt nicht unbefleckt bewahren. Ich kann nicht thun, was dir gefällt; das hab' ich oft erfahren. Ich will mich übergeben dir; o mach ein neu Geschöpf aus mir in meinen Gnadenjahren! aus, das in mir möchte bren nen! Mach mich zu deinem reinen Haus, laß nichts von dir mich trennen! Verbinde dich im Geist mit mir, damit ich, völlig eigen dir, nach dir mich dürfe nennen. selber 7. Laß mich in deiner Gegenwart mit sanftem Geiste bleiben; mach das Gefühl mir rein und zart, das Böſe fern zu treiben. Laß mich in dir stets grünend stehn, so reif, ich für des Himmels Höh'n, mag auch mein Leib zerstäuben! 3. Ich stehe immer in Gefahr, das Kleinod zu verlieren; die Sünde lockt mich immerdar und will mich dir entführen. Herr Jesu, nimm dich meiner an! Erhalt mich auf der Lebensbahn, nur du wollst mich regieren! 5. Laß mich in deiner Lieb' allein die Lebensnahrung finden; vertreib aus mir den Lügenschein der alten Fleischessünden! Nur die Gemeinschaft mit dem Licht sei meine Lust und süße Pflicht; dann wird die Knechtschaft schwinden. 4. Die Kraft von deinem teuren Blut laß innig mich durchdringen, dein Leben, o du höchstes Gut, mir in das Herz zu bringen, damit dein Geist, der ewig frei, allein mein inn'res Leben sei, dann wird es mir gelingen. 3. M. Hahn 1758-1819. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. 303. Fortgekämpft und fortgerungen, bis zum Lichte durchgedrungen muß es, bange Seele, sein! Durch die tiefsten Dunkelheiten kann dich Jesus hingeleiten, Mut spricht er den Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich fassen, scheinst du gleich von ihm verlassen; glaube Heiligung: Der geistliche Kampf. nur und zweifle nicht! Bete,| als Vater zeigen. Glaube kämpfe ohne Wanken; bald nur, daß er dich hört! Glaub, wirst du voll Freude danken, daß Jesus dich vertreten, bald umgiebt dich Kraft und glaube, daß, was er gebeten, Licht! Gott, sein Vater, ihm gewährt. 3. Bald wird dir sein Antlig scheinen, hoffe, harre auch beim Weinen, nie gereut ihn seine Wahl! Er will dich im Glauben üben; Gott, die Liebe, kann nur lieben. Wonne deine Qual. 8. Drum so will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Antlig wagen; flehen, ringen fort und fort. So werd' ich ihn überwinden, was ich wird bald suche, werd' ich finden. Er hgelobt's in seinem Wort. 3. K. Lavater 1741-1801. 4. Wend von aller Welt die Blicke, schau nicht seitwärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit! Nur zu deinem Jesus wende Aug' und Herz und Sinn und Hände, bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen hat dich oft herausgezogen seine starke, treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ dich ein in deine Kammer, geh und schütte deinen Jammer aus in Gottes Baterherz! Kannst du ihn nicht gleich empfinden, Worte nicht, noch Thränen finden, klage schweigend deinen Schmerz. 223 7. Kräftig ist auch solches Schweigen. Gott wird sich Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 304. Vater, heilig möcht ich leben, Rechtthun wäre meine Lust; aber Lüste widerstreben dem Gesetz in meiner Brust; und in meinem schwachen Herzen fühl' ich's mit der Reue Schmerzen: Noch drückt mich der Sünde Joch; was ich nicht will thu' ich doch. BING 2. Sieh um Kraft mich Schwachen beten, meinem Vorsag trau' ich nicht; lockende Begierden treten zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den süßen Andachtsstunden, da ich, Bater, dich empfunden, nur von Freud' und Liebe sprach, folgten Sündentage nach! idas onion jun dem 3. Ja! Jch will mir's nicht verhehlen: Ohne deines Geistes Kraft seh' ich Heiligung: Der geistliche Kampf. mich schon wieder fehlen, sie| hest du! Soll ich denn in gen schon die Leidenschaft. Angst vergehen? Sprichst Schon zu oft hab' ich's erfahren, was Gelübd' und Thränen waren; ach, oft eh' ich mir's versah, war die Sünde wieder da! 224 4. Aber du, du kannst noch retten, wenn sonst niemand retten fann; darum will ich zu dir beten: Schau mich mit Erbarmen an, laß mir nichts die Tugend rauben, unterstüße meinen Glauben, meinen Eifer im Gebet, das um deine Gnade fleht. du keinen Trost mir zu? Nein, ich werde überwinden, nein, du wirst von meinen Sünden durch den Geist mich ganz befrein; Vater, du wirst Bater sein! 3. K. Lavater 1741-1801. 7. Vater, ja dit hörst mein Flehen, meine Thränen sie adii mu Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen. 305. Behalte mich in deiner Pflege, du, der dem Tode mich entrückt, daß nicht der Trug der eignen Wege mich kaum Erlösten nen umstrickt. Du kennst mein Herz in seinem Truße, du kennst's in seiner Kreuzesflucht, behalte mich in deinem Schuße, behalt mich, Herr, in deiner Zucht! 2. Behalte mich in der Bereitung des heil'gen Geistes für und für; es würde ohne deine Leitung ein unbrauch5. Vater, deines Geistes Gnade schenke liebreich dei nem Kind. Dann geh' ich auf rechtem Pfade sicher, mutig und geschwind; kann die Lust der Welt bezwingen, kann des Geistes Früchte bringen, kann mich, Bater, deiner freun, meines Heiles sicher sein.stod 906. Darum beug' ich meine Kniee nun, o Heiligster, vor dir; flehe, Bater, spät und frühe: Schenke höh're Kräfte mir! Rüste mich zu allem Guten, laß mein Herz nicht 3. Du mußt, was du belänger bluten, stärke mich auf meiner Bahn, daß ich Gutes schaffen kann. Die barer Baum aus mir. Keime selbst der Lieb' und Güte, die du mir neu ins Herz gelegt, ach, sie verkümmern vor der Blüte, wo deine Rechte sie nicht pflegt. gannst, vollenden, aus mir wächst Heil'ges nicht hervor. Behalt in deinen Bildnerhändenmich weiches Wachs, mich schwankes Rohr! Ob Heiligung: Nachfolge Christi. 225 milde Lüfte wehn, ob Stürme:| Schirme und deiner Liebe O laß mich nimmer, nimmer Vaterschoß! los! Behalte mich in deinem F. A. Krummacher 1767-1845. 4. Nachfolge Christi. Nach eigener Melodie. 306. Mir nach, spricht Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle; verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle! Nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht; ich leucht' euch für mit heil'gem Tugendleben. Wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg; ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, voll Liebe mein Gemüte; mein Mund, der fließt zu jeder Zeit von Sanftmut und von Güte. Mein Geist und Wille, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Jch lehr' euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu rein'gen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort und führ' euch zu der Himmelspfort. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh' voran, ich steh' euch an der Seite; ich kämpfe selbst und breche Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der stille steht, wenn ihm voran sein Meister geht. 6. Wer ohne mich sein Leben meint zu finden, wird's verlieren, wer hier es zu verlieren scheint, der wird's in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt in Geduld, ist mein nicht wert und meiner Huld. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen und wohlgemut, getrost und gern bei ihm im Leiden stehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler 1624-1677. Mel.: Solt' ich meinen Gott nicht. 307. Lasset uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt 15 226 Heiligung: Nachfolge Christi. entfliehen; auf der Bahn,| Leibes Glieder, wo du lebst, die er uns brach, immerfört da leben wir. Ach, erkenn zum Himmel reisen; irdisch uns für und für, trauter noch, schon himmlisch sein, Freund, für deine Brüder! glauben recht und leben rein, Dir, o Jesu, leb' ich hier in der Lieb' den Glauben und dort ewig auch bei dir. weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; geh voran, ich folge dir. Sigismund von Birken 1626-1681. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich; nach dem Leiden folgen Freuden, Armut hier macht droben reich. Thränensaat bringt Freud' und Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld, und es scheint durch Gottes Huld nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid' ich mit dir, dort teil deine Freud' mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben, sein Tod wehret unserm Tod, rettet uns von dem Verderben, von der Seele schwerer Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in des Himmels Leben heben. Jesu, sterb' ich, sterb' ich dir, daß ich lebe für und für. Mel.: Wachet auf, ruft uns. 308. Heil'ger Jesu, Heil'= gungsquelle, mehr als Krystall rein, klar und helle, du lautrer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Cherubinen, die Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir! Ach, bilde mich nach dir, du mein alles! Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich auch heilig sei, wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war, also mach auch gleichermaßen mir Herz und Willen ganz gelassen; still meinen Willen ganz und gar. Mach mich dir gleich gefinnt, wie ein gehorsam Kind, stille, stille! Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich fein stille sei, wie du. 3. Wacher Jesu, ohne 4. Lasset uns mit Jesu Schlummer, in großer Arleben; weil er auferstanden beit, Müh' und Kummer ist, muß das Grab uns wieder bist du gewesen Tag und geben. Jesu, unser Haupt Nacht, mußtest täglich viel du bist; wir sind deines ausstehen, des Nachts lagſt Heiligung: Nachfolge Chrifti. du vor Gott mit Flehen, du solche Demut lehr auch mich haft gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, damit ich allezeit wach' und bete. Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich stets wachsam sei wie du. je mehr und mehr stetig üben. Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich demütig sei, wie du. 4. Güt'ger Jesu, ach, wie gnädig, wie liebreich bist du und gutthätig, selbst gegen Feinde wie gelind! Deine Sonne scheinet allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich undankbar sind. Mein Heiland, lehre mich, damit auch hierin ich dir nacharte! Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich auch gütig sei, wie du. 5. Sanfter Jesu, wie unschuldig littst du die tiefste Schmach geduldig und übtest keine Rachgier aus. Wer kann deine Sanftmut messen, bei der du dennoch nie vergessen den Eifer um des Vaters Haus! Mein Heiland, ach, verleih mir Sanftmut und dabei reinen Eifer. Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich sanftmütig sei, wie du 227 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und gering. Wandeltest ganz arm auf Erden, in Demut und in Knechtsgebärden, erhobst dich selbst in keinem Ding. Herr, 7. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allent dir ergeben und deinem heil'gen Vorbild gleich! Gieb, daß mich dein Geist durchdringe, daß ich viel GlaubensFrüchte bringe und tüchtig werd' zu deinem Reich! Ach, zieh mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland! Jesu, hilf du, laß mich, wie du, und wo du bist, einst finden Ruh. Nach dem Holländischen von Barth. Graffelius 1677-1724. Mel.: Wie groß ist des Allmächtigen. 309. süßer Stand, o selig Leben, das aus der wahren Einfalt quillt, wenn sich ein Herz Gott so ergeben, daß Christi Sinn es ganz erfüllt; wenn sich der Geist nach Christi Bilde erneut im Glauben wahr und schlicht und unter solchem klaren Schilde durch alle falschen Höhen bricht! 2. Was andern schön und lieblich scheinet, ist solchem Herzen Kinderspiel; was mancher für unschuldig meinet, ist solchem Herzen schon zu viel. Warum? Es gilt der 15* Heiligung: Nachfolge Christi. Welt absagen; hier heißt's:/ Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund der Rührt kein Unreines an! 310. O Baterherz, o Licht, Das Kleinod läßt sich nicht D Leben, o treuer Hirt Imerjagen, es sei denn alles manuel, dir bin ich einmal abgethan. übergeben, dir, dir gehöret meine Seel'! Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren; so geh denn mit mir aus und ein! Ach Herr, erhöre doch mein Bitten und leite mich auf allen Tritten; ich gehe keinen Schritt allein. 228 3. Die Einfalt weiß von feiner Zierde, als die in Christo Jesu liegt. Die reine himmlische Begierde hat ird'sche Thorheit schon besiegt. An einem reinen Gotteskinde glänzt Gottes Name schön und rein; wie könnt' es denn vom eitlen Winde der Welt noch umgetrieben sein? 4. Von Sorgen, Not und allen Plagen, damit die Welt sich selbst ansicht, von Neid, damit sich andre tragen, weiß Christi Sinn und Einfalt nicht. Den Schatz, den sie im Herzen Heget, behält sie wider allen Neid. Wer Lust zu diesem Schazze heget, dem gönnt sie ihn mit Herzensfreud'. 5. Ach Jesu, drücke meinem Herzen den Sinn der lautern Einfalt ein; reiß aus, wenn auch mit tausend Schmerzen, der Welt Unwesen, Tand und Schein. Des alten Menschen Bild und Zeichen trag' ich nicht mehr, d'rum laß mich nur der Einfalt Zier und Schmuck erreichen: Das ist die neue Kreatur. 3. 3. Winkler 1670-1722. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß in keiner Sache Rat; drum sei du nur in allen Dingen mir immer selber Rat und That! Du willst dich meiner gar nicht schämen, ich darf dich ja zu allem nehmen, du willst mir selber alles sein; so sollst du denn in allen Sachen den Anfang und das Ende machen, dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du führest mich, ich kann nicht gleiten; dein Wort. muß fest und ewig stehn. Du sprichst: Mein Auge soll dich leiten, mein Angesicht soll vor dir gehn! Ja deine Güt' und dein Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. D, daß ich nur recht findlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf Heiligung: Nachfolge Christi. deinen Wink nur sehe, so laß uns feste stehn und auch spür ich täglich neue Treu. in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 4. O, daß ich auch im kleinsten merke auf deine Weisheit, Güt' und Treu', damit ich mich im Glauben stärke, dich liebe und geduldig sei und deine Weisheit lasse walten, stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; eil' ich dir vor, so stoß' ich an. Drum mach im besten mich gelassen, nichts ohne dich mir anzumaßen; was du mir thust, ist wohlgethan. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden; richte unsern Siun auf das Ende hin. 5. Ja, mache mich recht treu und stille, daß ich dir immer folgen kann; nur dein, nur dein vollkommner Wille sei meine Schranke, Lauf und Bahn! Laß mich nichts mehr für mich verlangen. Laß mir sonst nichts am Herzen hangen, als deines heil'gen Namens Ruhm. Der sei allein mein Ziel auf Erden. Ach, laß mir's nie verücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. K. H. von Bogatky 1690-1774. Mel.: Seelenbräutigam. 311. Jeju, geh voran auf der Lebensbahn; und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis in's Vaterland. 2. Soll's uns hart ergehn, 229 4. Ordne unsern Gang, Heiland, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, qieb uns auch die nöt'ge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. N. C. Zinzendorf 1700-1760. Mel.: Valet will ich dir geben. 312. Es kennt der Herr die Seinen und hat sie stets gekannt, die Großen und die seleinen in jedem Volk und Land; er läßt sie nicht verderben, er führt sie aus und ein, im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein. 2. Er fennet seine Scharen am Glauben, der nicht schaut, und doch dem Unsichtbaren, als säh' er ihn, vertraut; der aus dem Wort gezenget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung 230 Heiligung: Nachfolge Christi. Mut, die fröhlich auf dem Einen, daß er der Herr ist, ruht, in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und kühn; die wunderbare Pflanze, die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht, und die mit lautrem Triebe ihm zu gefallen sucht; die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt, die segnet, wie er segnet und trägt, wie er sie trägt. Ziel vergißt? Werführt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt: Jesus Christ. 2. Wenn Irrtum uns befangen, kein Strahl die Nacht durchbricht, wie können wir gelangen zum wahren Lebenslicht? Getrost, es strömt die Klarheit von Gottes ew'gem Thron, denn Christus ist die Wahrheit, der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Not und Leiden, wenn bang' das Herz verzagt, die Hoffnung ew'ger Freuden, daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben? Wer giebt im Tode Ruh? Heil! Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. Christoph K. 3. Aschenfeldt 1792-1856. Treue. Mel.: Fren dich sehr, o meine. 314. Sei getreu bis an das Ende, daß dich keine Angst und Not je von deinem Jesu wende. Sei ihm treu bis in den Tod! Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. 5. So fennt der Herr die Seinen, wie er sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land: Am Werk der Gnadentriebe durch seines Geistes Stärk', an Glauben, Hoffnung, Liebe, als seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben, und halt uns fest dabei, laß nichts die Hoff nung rauben, die Liebe herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn. K. I. Ph. Spitta 1801-1859. Mel.: Valet will ich dir geben. 313. Aus irdischem Getümmel, wo Glück und Lust 2. Sei getreu in deinem vergeht, wer ist mein Weg Glauben; laß dir dessen zum Himmel, dahin die festen Grund ja nicht aus Hoffnung steht? Wer leitet dem Herzen rauben, halte unser Streben, wenn es das treulich deinen Bund, den Heiligung: Nachfolge Christi. Gott früh mit dir gemacht!| dem sie sich im Kreuz' erDein Gewissen nimm in acht! giebt, sieh, ich fasse deine Wer Gott Treue hat ge- Hände: Ich will tren sein schworen und verläßt ihn bis zum Ende! geht verloren. - 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt. An dem Nächsten Gutes übe, wenn er gleich dich hat betrübt; denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat, so mußt du Verzeihung schenken, soll Gott gnädig dein gedenken. 4. Sei getren in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach von der Liebe Jesu scheiden; murre nicht in Weh und Ach; denn was hilft die Ungeduld? Ach sie Der häufet nur die Schuld. trägt leichter, wer da träget stille, was Gott auferleget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott nicht, wie du gewillt, hat er Mittel doch getroffen, daß dein Wünschen werd' erfüllt. Denke, wie er manche Zeit dir zu helfen war bereit; nur hast du ihn nicht verstanden, als sein Rat dir war vorhanden. 231 6. Nun wohlan, so bleib im Leben Glaube, Lieb' und Hoffnung fest! Ich will Treu' für Treue geben, weil mein Gott mich nicht verläßt. Herr, den meine Seele liebt, Benjamin Prätorius um 1659. Mel.: Was mein Gott will, das. 315. Sei Gott getreu, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben. Leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein ergeben; von ihm erkauft, als du getauft, hat er sich dir verschrieben, bei seinem Eid, in Ewigkeit, als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keinen Wind der Lehre dich betrügen! Jst er dein Vater, du sein Kind, daran laß dir genügen! Dies höchste Gut macht rechten Mut. Kann seine Huld dir werden, nichts besser ist, mein lieber Christ, im Himmel und auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden! Sein' alte Treu wird täglich neu, du mußt dem Worte glauben. Was er verspricht, das bricht er nicht; laß dir den Trost nicht rauben. 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, darein er dich gesetet! Wenn er dich hält mit seiner Hand, wer ist, der 232 Heiligung: Nachfolge Christi. dich verletzet? Wer seine| verleihen; da wirst du dich Gnad' zum Schilde hat, dem dann ewiglich an seiner Treu' kann der Feind nicht schaden; erfreuen. ist diese Wehr um einen her, so ist er wohl beraten. 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu 316. Himmelan geht unsre bekennen, steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen; was diese Welt am höchsten hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn' alles Wanken stehen. Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir einst nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgerstand, droben unser Vaterland. 6. Sei Gott getreu, denn Gott läßt sich stets treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden den Zügel nicht, denk deiner Pflicht! Und war ein Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß' bei Zeit nur wieder aufzustehen! 7. Sei Gott getreu bis in den Tod, laß nichts von ihm dich wenden; er wird und kann in aller Not dir treuen Beistand senden. Und käm' auch gleich der Hölle Reich mit aller Macht gedrungen, wollt' auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben treu, so wird er sich erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen; und eine Kron' zum Gnadenlohn im Himmel dir Michael Frankf 1609-1667. Himmlischer Sinn. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannſt das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Ziel erlesen. Ein aus Gott gebor'ner Sinn kehrt zu seinem Ursprung hin. 3. Himmelan, ruft Gott mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh', dem ich droben angehöre. Wenn ich dieses Wort bewahrt, halt' ich sel'ge Himmelfahrt. 4. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich Heiligung: Nachfolge Christi. der Tod in die rechte Heimat| beständig üben, dieses Königs führen, da ich über alle Not Freund zu sein? Muß man ewig werde triumphieren. gleich dabei was leiden, sich Jesus geht mir selbst voran, von allen Dingen scheiden, daß ich freudig folgen kann. bringts ein Tag doch wieder ein. 6. Himmelan, ja himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die HimmelsIust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. B. Schmold 1672-1737. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. 317. O wie selig sind die Seelen, die mit Jesus sich vermählen, die sein Lebenshauch durchweht, daß ihr Herz mit heil'gem Triebe ſtündlich nur auf seine Liebe und auf seine Nähe geht. 2. Dwer fasset ihre Würde, die bei dieses Leibes Bürde im Verborgnen schon sie schmückt. Alle Himmel sind zu wenig für die Seele, der ihr König solches Siegel aufgedrückt. 3. Nach Jehovahs höchsten Ehren wird in allen Himmelschören nichts, das herrlicher, geschaut, als ein Herz, das er erlesen, und mit dem das höchste Wesen sich zu einem Geist vertraut. 5. Drum wer wollte sonst was lieben, und sich nicht 233 6. Schenke, Herr, auf meine Bitte mir ein göttliches Gemüte, einen königlichen Geist, mich als dir verlobt zu tragen, allem freudig abzusagen, was nur Welt und irdisch heißt. 7. So will ich mich selbst nicht achten, sollte gleich der Leib verschmachten, bleib' ich Jesu doch getren. Sollt' ich keinen Trost erblicken, will ich mich damit erquicken, daß ich meines Jesu ſei. 8. Ohne Wanken will ich trauen, bis die Zeit kommt, ihn zu schauen in dem schönen Himmelssaal. Da will ich in reinem Triebe mich an aller seiner Liebe freuen bei dem Hochzeitsmahl! Chr. Friedr. Richter 1676-1711. Mel.: Mein erst Gefühl sei Preis und Dank. 318. O Christ, erhebe Herz und Sinn, was hängst du an der Erden! Hinauf, hinauf zum Himmel hin, ein Christ muß himmlisch werden. 2. Was bist du in der Welt? Ein Gast, ein Fremdling und ein Wandrer. Wenn Heiligung: Nachfolge Chrifti. du kurz hausgehalten hast,| sehnest du dich nicht, dies so erbt dein Gut ein andrer. Loblied zu verstärken? 234 3. Was hat die Welt, was bent fie an? Nur Tand, nur eitle Dinge. Wer einen Himmel hoffen kann, der schäßt die Welt geringe. 4. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch den Sinn aufs Niedre lenken? Nur wer an Gott denkt, denket hoch; so müssen Christen denken. 5. Sieh, Christ, nie mutlos unter dich, wenn dich die Leiden drücken, sich glaubig in die Höh' und sprich: Der Herr wird mich erquicken. 6. Der Christen hohes Bürgerrecht ist dort im Vater lande; der Christ, der irdisch denkt, denkt schlecht und unter seinem Stande. 7. Dort ist das rechte Kanaan, wo Lebensströme fließen. Blick oft hinauf, der Anblick kann den Leidenskelch versüßen. 8. Dort oben ist des Friedens Haus, Gott teilt zum Gnadenlohne den Überwindern Kronen aus; kämpf auch um Ruh' und Krone! 9. Dort singt der Engelchor im Licht von Gott und seinen Werken. O Seele, 10. Dort herrscht dein Heiland Jesus Christ, der Tilger deiner Sünden; mit dem, durch den du selig bist, muß sich dein Herz verbinden. 11. Hilf Heiland, daß ich für und für den Geist dorthin erhebe, und daß ich jetzt und ewig dir zu Ehren denk' und lebe! Ehrenfried Liebich 1730-1780. Mel.: Ruhe ist das beste Gut. 319. Himmelan, nur himmelan soll der Wandel gehn. Was die Frommen wünschen, kann dort erst ganz geschehn, auf Erden nicht; Freude wechselt hier mit Leid; richt hinauf zur Herrlichkeit dein Angesicht! 2. Himmelan schwing deinen Geist jeden Morgen auf; kurz, ach kurz ist, wie du weißt, unser Pilgerlauf! Fleh täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf. präg ins Herz mir den Beruf, mach mich getreu! 3. Himmelan hat er dein Ziel selbst hinaufgeſtellt. Sorg nicht mutlos, nicht zu viel um den Tand der Welt! Flieh diesen Sinn! Nur was du dem Himmel lebst, dir Heiligung: Nachfolge Christi. von Schäßen dort erstrebst, jetzt turze Schrecken macht, das ist Gewinn! harr aus, harr aus! Auf die Nacht wird's ewig hell, nach dem Tod erblickst du schnell des Vaters Haus. 4. Himmelan erheb dich gleich, wenn dich Kummer drückt, weil dein Vater, treu und reich, stündlich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben, in dem Land des Lichts weiß man von den Sorgen nichts, sei himmlisch froh! Himmelan wallt neben dir alles Volk des Herrn, trägt im Himmelsvorschmack hier seine Lasten gern. O schließ dich an! Kämpfe drauf, wie sich's gebührt; denke, auch durch Leiden führt die Himmelsbahn. 6. Himmelan gieng Jesus Christ mitten mitten durch die Schmach; folg, weil du sein Jünger bist, seinem Vorbild nach. Er litt und schwieg; halt dich fest an Gott, wie er, statt zu flagen, bete mehr, erkämpf den Sieg! 7. Himmelan führt seine Hand durch die Wüste dich, ziehet dich im Prüfungsstand näher hin zu sich im Himmelssinn; von der Weltlust freier stets und mit ihm vertrauter geht's zum Himmel hin. 235 9. Halleluja! Himmelan steig' dein Dank schon hier! Einst wirst du mit Scharen nahn, und Gott naht zu dir in Ewigkeit. Aller Jammer ist vorbei, alles jauchzt verklärt und neu in Ewigkeit. 10. Halleluja singst auch du, wenn du Jesum siehst, unter Jubel ein zur Ruh' in den Himmel ziehst. Gelobt sei er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, hilft auch dir zu deinem Sieg, gelobt sei er! Joh. Gottfr. Schöner 1749-1818. Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen 320. Hier Gotteskinder und dort Erben als Jesu Christi Eigentum! Um diesen Namen laßt uns werben, er ist der Gnade Werk und Ruhm. Das sei das Teil, das wir erforen, darnach das Herz sich sehnt und schlägt, bis es, aus Gottes Geist geboren, der Kindschaft Zeugnis in sich trägt. 2. Dann ist uns wohl, und doch das Beste, das Herrlichste ist noch voraus. Hier wir Fremdlinge 8. Himmelan führt dich zuletzt selbst die Todesnacht; sei's, daß sie dir sterbend sind Heiligung: Nächstenliebe. und Gäste, im Himmel hei-| worden war, das ist, wenn misch und zu Haus. Hier alles starb, geblieben und gilt's zu kämpfen, leiden, ster- wird als Wesen offenbar. ben; doch nur getrost, es kommt die Zeit, da Gottes Kinder alles erben im Stande ew'ger Herrlichkeit. 3. Sie werden als ein heil'ger Same in ihr verheißnes Erbe gehn, es wird ein neuer Gottes- Name an den verklärten Stirnen stehn. Was unter Glauben, Hoffen, Lieben der innre Mensch ge236 5. Nächstenliebe. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 321. Seelen, laßt uns Gutes thun, und dabei nicht müde werden! Wenn es Zeit ist, wird man ruhn, o wie sanft, von den Beschwerden; aber ruhen nicht allein, dort wird auch die Ernte sein. 4. Drum freuet euch, wenn eure Namen im Himmel angeschrieben stehn; die hier zu solcher Ehre kamen, die sind wahrhaftig angesehn. Die treu hier glauben, hoffen, lieben, schreibt Gott ins Buch des Lebens ein; und dort im Himmel angeschrieben, das heißt gut angeschrieben sein. K. 3. Ph. Spitta 1801-1859. 2. O daß wir in unsrer Zeit auf die Ewigkeit hin Ternten! Wer hier färglich ausgestreut, wird auch wieder kärglich ernten; wer hier reichlich Gutes thut, sammelt dort auch reiches Gut. Klein gesät und dennoch dicht fehlet in der Ernte nicht. mich 4. Lehr, o Gott, Gutes thun und im Wirken nicht erliegen! Denn die Zeit dazu ist nun, künftig wird man keine kriegen. Wenn man auch Geringes thut, ist's nur gut, so ist es gut. 5. Stelle mir die Ernte für, daß ich darf auf Hoffnung säen. Was wir thun und thun es dir, läßt du nicht umsonst geschehen; hat man fein Verdienst davon, giebt doch auch die Gnade Lohn. 3. Nicht nur nach dem Augenschein müssen wir das Säen richten; manches Körnlein scheinet klein, dennoch Ph. Fr. Hiller 1699-1769. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 322. Gieb mir, o Gott, wächst es reich an Früchten. ein Herz, das jeden Menschen Heiligung: Nächstenliebe. liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Not betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht und sich um andrer Glück, wie um sein Glück bemüht! 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hilfreich mitzuteilen; nicht aus dem eiteln Trieb, groß vor der Welt zu sein und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottesdienst! Auch unbemerkt von ihnen müss' andern stets mein Herz mit Rat und Hilfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rat, mit dem mein Mund im Kummer andre stärkt: Nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 237 Ruh! Es rühme sein Verdienst und decke Fehler zu. 6. Die Rach' ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, noch mehr sein Seelenheil mir angelegen sein. 8. Den, der im Glauben wanft, zu leiten und zu stärken, den, der noch sicher ist bei seinen bösen Werken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb' und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein, laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein! Chr. F. Gellert 1715-1769. 5. Gilt wo ein boshaft Herz, Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein der Brüder Zwist zu schlichten! Aus Schmähsucht störe nie Mel.: Mir nach, spricht Christus. mein Wort des Nächsten 323. So jemand spricht: 238 Heiligung: Nächstenliebe. Ich liebe Gott, und hast doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt jie ganz darnieder; Gott ist die Lieb' und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Der Liebe frommer Sinn soll dir, o Christ, dein Herz beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild gegeben! Denk oft: Gott, was ich bin, ist dein; sollt' ich, gleich dir, nicht gütig sein. 3. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder; Gott schuf die Welt nicht blos für mich; mein nächster ist sein Kind, wie ich. 4. Ein Heil ist unser aller Gut; ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab' ich dieß mehr als sie verdient? 5. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen; ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebſt? 6. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt' ich's ihm erwiesen; und ich, ich sollt' ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 7. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist und nicht gern hilft, wenn Arme flehen. Drum qieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chr. F. Gellert 1715-1769. Mel.: Wunderbarer König. 324. Kommt ins Reich der Liebe, o ihr Gottestinder, ihr mit Gott versöhnten Sünder! Lernt von eurem Heiland eure Brüder lieben und euch recht darinnen üben! Folgt dem Herrn, traget gern seines Leibes Glieder, auch die schwachen Brüder. 2. Sünde zu vergeben, Sünde zu vergessen das hat keiner so besessen, als der Freund der Sünder, der mit eignem Blute, seinen Feinden selbst zu gute, voller Huld alle Schuld auf sich hat genommen und getilgt vollkommen. 3. Wirft der Feind der Seelen zwischen eure Herzent Streit, Verdacht und Kränk Heiligung: Nächstenliebe. ungsschmerzen, oso seid läßt der Herr die Sonne nicht stille; wartet nicht so lange bis zum Sonnenuntergange; tötet bald die Gewalt aller Zwistigkeiten, die den Fall bereiten! 4. Bleibt nicht eigensinnig auf dem eignen Rechte, werdet gern der andern Knechte! Denn die süße Liebe deckt der Sünden Menge, duldet ohne Maß der Länge. Liebt euch sehr, liebet mehr, nährt das Liebesfeuer alle Tage treuer! 5. Abba, lieber Vater, Sohn und Geist der Gnaden, heile allen unsern Schaden! Falschheit, Schein und Tücke, Stolz und Eigenliebe kreuzige durch deine Triebe! Höll und Welt sind gefällt, wenn wir dich nur kennen und in Liebe brennen. E. G. Woltersdorf 1725-1761. 239 Nach eigener Melodie. 325. Seid barmherzig, Menschen! Höret, hört das heilige Gebot, das uns Jesus Christus lehret: Seid barmherzig so wie Gott! Gebt, so wird auch euch gegeben einst am Throne Heil und Leben! 2. So viel Menschen, so viel Brüder! Ein Gott ist es, der uns schuf. Wir sind alle Christi Glieder durch des Vaters Gnadenruf. So den Bösen, wie den Seinen scheinen. 3. Gottes Bild in euch zu sehen, seid barmherzig so wie er! Eilt, dem Armen beizustehen! Was ihr gebt, empfängt der Herr. Mag's im Stillen auch geschehen, wird's doch Gottes Auge sehen. 4. Herr, wir geben von dem Deinen, laß uns thun, wie sich's gebührt. Laß, wenn unsre Brüder weinen, nie die Herzen ungerührt; lehr uns selbst dein Gut verwalten, um hier klüglich hauszuhalten. Th. Gottl. v. Hippel 1741-1796. Mel.: Valet will ich dir geben. 326. Nicht Opfer und nicht Gaben, auch Ruhm und Ehre nicht, noch was sonst Menschen haben, befreit uns, vom Gericht. Nur Jesu Liebe bleibet, sie ist von Ewigkeit; was außer ihr uns treibet, verschwindet mit der Zeit. 2. Sie giebt uns Kraft und Leben, reißt jeden Bann entzwei, lehrt helfen, trösten, geben, macht von der Lüge frei. Sie muß gerecht uns machen und los von Sündenlust, zum Beten und zum Wachen bewegen unsre Brust. 3. Sie ist die höchste Zierde, des Christentumes Kern, sie gilt als schönste Heiligung: Nächstenliebe. Würde und Krone vor dem Herz erneuern, fest und treu Herrn. Was hilft's, mit Engelzungen wohlreden ohne Herz? Wen Liebe nicht durchdrungen, der ist ein totes Erz. dir nach zu gehn und dem bösen Feind zu steuern, daß ich so, wie du gethan, meine Brüder lieben kann. 4. Geheimnißvolle Lehren und starker Glaubenssinn stehn nicht bei Gott in Ehren, wenn Liebe nicht darin. Der treibt nur arm Geschwäße, wer falt und liebeleer der größten Weisheit Schäße darleget um sich her. 5. Der Vater ist die Liebe, der Sohn ist Lieb' allein, des heilgen Geistes Triebe sind Liebe, heiß und rein. Das ist die Lebensquelle vom Vater und vom Sohn. Mach unsre Seelen helle, du Strom von Gottes Thron! Joh. Rothen geb. 1797. Mel.. Jesus, meine Zuversicht. 327. Heil'ge Liebe, die du mich bis zum Tode treu geliebet, sent in meine Seele dich, daß sie ganz sich dir ergiebet und in deiner Lebensfraft Liebe sinnt und Liebe schafft. 2. Laß mich täglich auf dich sehn und in dir das 240 3. Das ist ja dein neu. Gebot, das den Deinen du gegeben, daß wir treu bis in den Tod liebend für einander leben und in Herzenseinigkeit fest beharren allezeit. = 4. Drum laß deiner Liebe Kraft, liebster Jesu, mich durchdringen, sie, die alles kann und schafft, alles Wollen und Vollbringen, daß ich deinem Vorbild gleich sei an Liebeswerken reich. 5. Laß mich, weil ich hier noch bin, meiner Liebesschuld gedenken, daß ich möge Herz und Sinn nur auf dieses Eine lenken, wie ich komme da hinan, daß ich nichts als lieben kann. 6. Soll's dann einst zum Sterben gehn, wird mich deine Liebe decken; offen wird dein Himmel stehn und kein Tod wird mich mehr schrecken. Du führst mich zum Leben ein, in der Liebe dein 34 sein. zu Otto Schulze 1860. Heiligung: Gottvertrauen. 6. Gottvertrauen. Nach eigener Melodie. 328. Wenn wir in höchster Not und Bein nicht wissen mehr, wo aus und ein und finden weder Hilf' noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not; 3. Und heben unser Aug' und Herz zu dir in wahrer Reu' und Schmerz und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich all' denen, die drum bitten dich im Namen des Herrn Jesu Christ, der unser Heil und Mittler ist. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und klagen dir all' unsre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar, in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sich nicht an unsre Sünde groß, sprich uns davon aus Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei. 241 den danken dir, gehorsam werden deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber 1511-1569. Nach eigener Melodie. 329. Was mein Gott will, gescheh' allzeit, sein Will' ist stets der beste; zu helfen dem ist er bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein' Zuversicht, mein Hoff= nung und mein Leben, was mein Gott will, dem will ich nicht in Thorheit widerstreben. Sein Wort ist wahr, daß all' mein Haar er selber hat gezählet. Er schüßzt und wacht und giebt wohl acht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Drum scheid' ich gern von dieser Welt, gebeut es Gottes Wille, zu meinem Gott; wie's ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Und ihm befehl' ich meine Seel' in meinen letzten Stunden. Dein Sohn, o Gott, hat Höll' 7. Auf daß von Herzen und Tod für mich auch überwir dafür hernach mit Freu-| wunden. 16 242 Heiligung: Gottvertrauen. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mir's nicht versagen: Wenn mich der böse Geist ansicht, laß mich, Herr, nicht verzagen; hilf mir und wehr, ach Gott und Herr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wird's gewährt, drauf sprech' ich fröhlich: Amen. Alb. Markgr. zu Brandenburg 1522-1557. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 330. Von Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir; führt mich auf rechter Straßen, sonst ging ich in der Frr'! Er reicht mir seine Hand; den Abend und den Morgen will er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land.or 2. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit, so kann mir gar nicht grauen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel', mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er mach's, wie's ihm gefällt. 3. Es kann ihm nichts gefallen, als was mir nüßlich ist, gut meint er's mit uns allen und schenkt uns Jesum Christ, ja, seinen lieben Sohn, durch den er uns bescheret, was Leib und Seel' ernähret. Lobt ihn im Himmelsthron! 4. Lobt ihn mit Herz und Munde, die er uns beide schenkt! Wie selig ist die Stunde, darin man sein gedenkt; denn sonst ist alle Zeit verloren hier auf Erden; wir sollen selig werden in Zeit und Ewigkeit. 5. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich's auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freuden voll, die, weil ich Christum kenne und meinen Herrn ihn nenne, mein Erbteil werden soll. 6. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat, aus seines Sohnes Fülle wir nehmen Gnad' um Gnad'; und auch der heil'ge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich des Himmels führet, wo man ihn ewig preist. 2. Helmbold 1532-1598. Nach eigener Melodie, oder: Wenn wir in höchster Not. 331. Hilf Helfer, hilf in Angst und Not; erbarm dich mein, o treuer Gott; ich bin ja doch dein liebes Kind troß Hölle, Welt und aller Sünd?. 2. Ich trau' auf dich, mein Gott und Herr! Wenn ich dich hab', was will ich mehr? Ich hab' ja dich, o Jesu Christ, der du mein Herr und Heiland biſt. Heiligung: Gottvertrauen. onver 3. Des freu' ich mich im Herzen mein, bin gutes Muts und harre dein, auf deinen Namen will ich bau'n; drauf sprech ich: Amen! mit Bertrann. Od Mart. Moller 1547-1606. Nach eigener Melodie. 332. Auf meinen lieben Gott trau' ich in Angst und Not. Der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten; mein Unglück kann er wenden, es steht in seinen Händen. 2. Ob mich die Sünd' anficht, will ich verzagen nicht, auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben, dem hab' ich mich ergeben. Ich sterb' heut' oder morgen, die Seel' wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du so willig bist für mich am Kreuz gestorben, haft mir das Heil erworben, uns allen auch beschieden den ew'gen Himmelsfrieden. 5. Amen, zu aller Stund' sprech' ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, 243 auf daß wir deinen Namen ohn' Ende preisen, Amen! Sigismund Weingärtner um 1600. Nach eigener Melodie. 333. Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad' gelegen, über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffen setzet, der behält ganz unverleget einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher ernähret und mir manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderbar geführet und noch leitet und regieret, wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh' machen und ganz unbeständig sind. Ich begehr' nach dem zu ringen, was allein kann Frieden bringen, den man in der Welt nicht find't. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab' ich seiner Gnad' ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab' ihm nichts vorzuschreiben, 16* Heiligung: Gottvertrauen. 244 319 wie Gott will, so muß es bleiben, wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet; alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Um 1676. Mel.: Nun ruhen alle Wälder. 334. In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, uns selber geben Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe mit aller Ungeduld; er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stell's in seine Vaterhuld. 5. Leg' ich mich späte nieder, erwach' ich frühe wieder, lieg' oder zieh' ich fort, in Schwachheit und in Banden und was für Not vorhanden, so tröstet mich sein heilig Wort. 6. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn. Kein Unfall unter allen wird ja zu hart mir fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 7. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, so bald er mir gebeut. Es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 8. Indeß wird er den meinen mit Segen auch erscheinen, ihr Schuß, wie meiner, sein, wird beiderseits gewähren, worinnen unsre 3. Es kann mir nichts gezähren und Bitten kommen schehen, als was er hat er jehen und was mir heilsam ist; ich nehm' es, wie er's giebet, was ihm von mir beliebet, das will ich auch zu jeder Frist. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt. Folg' ich des Herrn Geseßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. überein. 9. So sei nun, Seele, stille und traue Gottes Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rat.m Paul Flemming 1609-1640. Mel: Valet will ich dir geben. 335. Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege Heiligung: Gottvertrauen. des, der den Himmel lenkt.| nommen und was er haben Der Wolken, Luft und Win- will, das muß doch endlich den giebt Wege, Lauf und kommen zu seinem Zweck und Bahn, der wird auch Wege Ziel. finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn, mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Bein läßt Gott sich gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, o Vater, siehet recht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geschlecht; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 245 4. Weg' hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht. Dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein' Arbeit wird nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn' der schönsten Freud'! 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht! Laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Teile, als hätt' in seinem Sinn er deiner sich begeben 5. Und ob gleich alle und sollt'st du für und für Teufel hier wollten wider in Angst und Nöten schweben, stehn, so wird doch ohne als fragt' er nichts nach dir. Zweifel Gott nicht zurücke 10. Wird's aber sich begehn. Was er sich vorge- finden, daß du ihm treu ver 246 Heiligung: Gottvertrauen. bleibst, so wirst du Hilfe finden, da du's am mind'sten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! Du trägst den Sieg davon; drum danke Gott und freue dich deiner Ehrenkron'! Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End', o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not Stärk unsre Füß' und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu' empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. P. Gerhardt 1607-1676. Mel. Valet will ich dir geben. 336. Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich. So oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab' ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was schadet mir der Feinde Verfolgung, Haß und Spott? 2. Nun weiß und glaub' ich feste, ich rühm's auch ohne Scheu, daß Gott der Höchst' und Beste mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh' und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, worauf ich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewig wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd'; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibet Sorg' und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 5. Sein Geist spricht meinem Geiste manch' süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh', und wie er hab' erbauet des Friedens schöne Stadt, da Aug' und Herze schauet, was es geglaubet hat. 6. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht't. Wenn ich gleich fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Durchseufz' ich auch hienieden mit Thränen manche Zeit, mein Jesus und sein Frieden versüßet alles Leid. 7. Das ist mir nicht ver Heiligung: Gottvertrauen. borgen, drum bin ich unver-| nimmermehr, mein Vater muß zagt; dich will ich lassen mich lieben. Drückt mich das sorgen, dem ich mich zuge- Kreuz auch noch so sehr, so sagt; es koste Leib und Leben will er mich nur üben, und und alles, was ich hab', dir mein Gemüt in seiner Güt' will ich mich ergeben, von gewöhnen, fest zu stehen. dir laß ich nicht ab. Halt' ich dann Stand, weiß seine Hand, mich wieder zu erhöhen. 8. Kein Engel, keine Freuden, nicht Thron' noch Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, nicht Angst, nicht Herzeleid, noch was man sonst fann nennen, es sei klein oder groß, nichts soll von dir mich trennen aus deinem Arm und Schoß. 9. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud' und Singen, sieht lauter Sonnenschein: Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. 247 P. Gerhardt 1607-1676. Mel.: Was mein Gott will. 337. Ich hab' in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Er hat ja mich so väterlich hin an sein Herz gezogen; und wenn er schlägt und Kreuz auflegt, bleibt er mir doch gewogen. 2. Das kann mir fehlen und ohn' 3. Bei ihm ist Weisheit Verstand und Macht alle Maßen. Zeit, Ort und Stund' ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud', er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, ob's noch so traurig schiene. 4. Wie's Gott gefällt, so muß es sein, zuletzt wird's dich erfreuen. Was du jetzt nennest Kreuz und Bein wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad' und Huld wird sich doch endQual wird auf einmal gleich lich finden; all' Angst und wie ein Dampf verschwinden. 5. Das Feld bei lauter Sonnenschein kann keine Früchte tragen. Auch Menschenwohl kann nicht gedeihn bei lauter guten Tagen; und bist du frank, muß bitt'rer Trank dir neue Kräfte bringen. So muß ein Herz durch Heiligung: Gottvertrauen. Angst und Schmerz zu seinem| will dir den Glauben und den Heile dringen. 248 6. Ei nun, mein Gott, so fall' ich dir getrost in deine Hände! Nimm mich und mach es so mit mir bis an mein selig Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Heil entstehe, und deine Ehr' je mehr und mehr sich auch an mir erhöhe! Trost, den Jesus Christ dir erworben, rauben. 2. Stürme Welt und stürme Tod! Wer ist, der mir schade? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnade; der Gott, der mir seinen Sohn selbst geschenkt aus Liebe, daß ich auch bei Spott und Hohn mich doch nicht betrübe. siumdio 3. Meine Seele lebt in mir durch die süßen Lehren, so die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat meinen Geist und Sinne, daß sie seines Geistes Gnad' freudig werden inne. 7. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm' ich's an mit Freuden; soll's aber Kreuz und Trübsal sein, will ich's geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 8. Soll ich dann auch des Todes Weg, die finst're Straße, reisen, wohlan, so geh' ich Bahn und Steg, den deine Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. P. Gerhardt 1606--1676. Nach eigener Melodie. 338. Schwing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Feindes List? Er 6. Es ist herzlich gut ge4. Ja, auf diesem heil'gen Grund bau' ich mein Gemüte, wie des bösen Feindes Mund auch dagegen wüte. Ewig, ewig muß bestehn, was Gott aufgerichtet, aber schmählich wird vergehn, was die Welt erdichtet. 5. Jch bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt das liebeKreuz herein mit dem bittern Leide, laß es kommen, kommt es doch von geliebten Händen, und er wacht im Himmel noch, der das Leid wird wenden. Heiligung: Gottvertrauen. meint mit der Christen Pla-| der Erd' als ein Schatten gen. Wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen; feines Leides mehr bewußt, hat er dort im Garten seines Gottes ew'ge Lust endlich zu erwarten. 7. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, wo sie Garben bringen, da wird all' ihr Gram und Leid lauter Freud' und Singen. 8. Nun, so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich hinterwärts, laß den Trost im Herzen sich entzünden mehr und mehr, gieb dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr, er wird helfen! Amen. P. Gerhardt 1606-1676. Nach eigener Melodie. 339. Warum sollt' ich mich denn grämen? Hab' ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 249 2. Nackend kam ich in das Leben, da es mir ward von dir, o mein Gott, gegeben. Nackend werd' ich auch hinziehen, wenn ich werd' von fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, der's gegeben. Will er's wieder zu sich fehren, nehm' er's ich will ihn dennoch fröhlich ehren. hin, 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, er weiß wohl, wie er soll all' mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt, sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen, Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt' ihn auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch der Tod nicht töten, sondern reißt unſern 250 Heiligung: Gottvertrauen. Geist aus viel tausend Nöten, schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, daß man kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Allda will in bessern Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden, was die Welt in sich hält, muß gar bald verschwin- Gottes Sinn; was Menschen 3. Der flügste Sinn ist den. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn' Ende laben. 11. Herr mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich selig werd' umfangen. P. Gerhardt 1606-1676. Nach eigener Melodie. 340. Was Gott gefällt, mein frommes Kind, nimm fröhlich an, stürmt gleich der Wind und braust, daß alles kracht und bricht, du sei getrost und fürchte nicht, was Gott gefällt. 2. Der beste Will' ist Gottes sanft und still; da gieb dich Will', auf diesem ruht man allzeit frisch hinein; begehre nichts, denn nur allein, was Gott gefällt. lich traftlos, matt und laß, sinnen, fällt dahin, wird plözzthut oft das Böse, selten das, was Gott gefällt. 4. Das treuste Herz ist Gottes Herz; treibt alles Unglück hinterwärts, beschirmt und schüßet Tag und Nacht den, der auf das ist stets bedacht, was Gott gefällt. 5. Sein ist die Weisheit und Verstand, ihm ist bewußt und wohlbekannt, sowohl wer Böses denkt und übt, als auch wer Gutes thut und liebt, was Gott gefällt. und wert; wenn sich ihr 6. Ihm sind die Seinen lieb Herz zur Sünde kehrt, so winkt er mit der Vaterrut und warnt, damit man wieder. thut, was Gott gefällt. 7. Was unserm Herzen dienlich sei, das weiß sein Herz und ist getreu, hat keinem Gutes je versagt, der Guts Heiligung: Gottvertrauen. gesucht, dem nachgejagt, was| sorgt für mich? Sollt' ich Gott gefällt. auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nicht verläßt? 8. Ist dem also, so mag die Welt behalten, was ihr wohlgefällt. Du aber, mein Herz, halt genehm und nimm fürlieb mit Gott und dem, was Gott gefällt. 9. Laß andre sich mit stolzem Mut erfreuen über großes Gut; du aber nimm die Kreuzeslast und sei geduldig, wenn du hast, was Gott gefällt. 10. Lebst du in Sorg' und großem Leid, hast lauter Gram u. keine Freud'; o ſei zufrieden, trägst du doch bei deines Lebens schwerem Joch, was Gott gefällt. 11. Der Glaub' ergreift des Höchsten Huld, die Hoffnung bringt und schafft Geduld; schließ beide in dein Herz hinein, so wird dein ew'ges Erbe sein, was Gott gefällt. 251 12. Dein Erb' ist dort vor Gottes Thron, da ist dein Scepter, Reich und Kron'; da wirst du Gottes Rat verstehn, da wird ohn' Ende dir geschehn, was Gott gefällt. 2. Er weiß alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Not, er steht bei mir bis zum Tod; er weiß, was mein Herz erquicket; seine Lieb und Vatertreu' ist mit jedem Morgen neu. 3. Der die Vögel all' ernähret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet schön ohn' Unterlaß, alles Gute uns bescheret, sollte der verlassen mich? Nein, ich tran' ihm sicherlich. 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich die Gerechtigkeit Christi, mir zur Seligkeit, mehr als Gold und Silber achte, segnet Gott mir früh und spat Wort und Werke, Rat und That. 5. Nun, so sorg' ich nicht für morgen! Alles, was zukünftig ist, irrt mich nicht, ich bin ein Christ. Meinen Gott nur laß ich sorgen, denn es ist für jede Zeit seine Hilfe schon bereit. P. Gerhardt 1606-1676. Mel.: Ach was soll ich Sünder machen. 6. Gott sei Lob, der mich erfreuet, daß ich glaube festig341. Sollt' ich meinem Gott lich: Gott, mein Vater sorgt nicht trauen, der mich liebt für mich. Gott Lob! der so väterlich, der so herzlich den Trost erneuet, daß ich 252 Heiligung: Gottvertrauen. weiß: Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. Joh. Olearius 1611-1684. Nach eigener Melodie. Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schoße sige, den hier die Welt als glücklich preist, die Zukunft ändert oft sehr viel und sebzet jeglichem sein Ziel. 342. Wer nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er 6. Es sind ja Gott geringe wunderbar erhalten in aller Sachen und seiner Allmacht Not und Traurigkeit. Wer gilt es gleich, den Reichen Gott dem Allerhöchsten traut, den Armen aber groß und flein und arm zu machen, der hat auf keinen Sand ge= baut. reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er täglich bei dir neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. G. Neumark 1621-1681. Nach eigener Melodie. 343. Sollt' es gleich bisweilen scheinen, als ob Gott verließ' die Seinen, o so glaub' und weiß ich dies: Gott hilft endlich noch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenn's nötig ist. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und warte in sich ſelbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille und sein allweiser Rat es fügt: Gott, der sich uns hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden; er weiß wohl, was uns nüßlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, ch' wir's uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 3. Gleichwie Väter nicht stets geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch 5. Dent nicht in deiner Maß und Ziel; er giebt, wem Drangsalshize, daß du von und wann er will. Heiligung: Gottvertrauen. 4. Seiner fann ich mich getrösten, wenn die Not am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Will mir Satan bange machen, ich kann seine Macht verlachen; drückt mich schwer des Kreuzes Joch, Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Troß dem Tod und seinen Schrecken, mich wird Gottes Huld bedecken und ich fürchte keinen Feind, Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden, will sie mich nicht länger leiden, ei so frag' ich nichts danach, Gott ist Richter meiner Sach'. 8. Will sie gleich mich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Gewinn, geb' ich alles andre hin. 9. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, frag ich nichts nach andrer Gabe, legt man mich gleich in das Grab, wohl Herr, wenn ich dich nur hab'.: Christoph Titius 1641-1703. Nach eigener Melodie, 344. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es bleibt ge recht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich 253 wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen. Er führet mich auf rechter Bahn; so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab' Geduld. Er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken, er ist der Arzt, der helfen kann und wird nicht Gift einschenken anstatt Arznei. Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Hilfe trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid. Es kommt die Beit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zulegt ich werd' ergößt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thun, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich Heiligung: Gottvertrauen. auf die rauhe Bahn Not, mein Schicksal lentest, o so Tod und Elend treiben: So wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. geht's mir ewig wohl. Steh' ich nur bei dir in Gnaden, welcher Feind kann dann mir schaden? Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. Sam. Rodigast 1649-1708. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 345. Gott, mein Trost und mein Vertrauen, ewig meine Zuversicht, deine Hilfe werd ich schauen, seh' ich sonst auch nirgends Licht; auch auf rauhen, dunkeln Wegen find' ich Freude, find' ich Segen. Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 254 2. Seit der Jugend ersten Jahren hast du treulich mich geführt. wie oft hab' ich erfahren, wie dein Vaterherz gerührt Hilfe mir und Reitung sandte, wenn mein Flehn zu dir sich wandte! Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 3. Alles sei dir übergeben; was du thust, ist wohlgethan. Es sei Sterben oder Leben, dankbar nehm' ich alles an. Mag die Last auch schwer mich drücken, du kannst stärken und erquicken. Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 4. Führe mich, Herr, wie du denkest, daß ich vor dir wandeln soll. Wenn nur du 5. Muß ich manchen Schmerz empfinden, fühl' ich oft, wie schwer es sei, sich durch Leiden durchzuwinden, weiß ich doch, mein Gott ist tren. Jede Last hilfst du mir tragen; und ich sollte trostlos zagen? Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 6. Bin ich niedrig hier auf Erden, trifft mich unverdienter Hohn, hoff' ich doch erhöht zu werden, Ewiger, vor deinem Menschen hassen, du, du wirst Thron. Mögen dann mich mich nicht verlassen. Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 7. Nicht den Ruhm, den Menschen geben, nicht der Sinne Lust, nicht Geld such' ich; nur ein frommes Leben sei mein Reichtum auf der Welt. Meine Lust sei, dich zu schauen, und mein Stolz, dir zu vertrauen. Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 8. Ich empfehl' mich deinen Händen, Vater, voll Zufrie Heiligung: Gottvertrauen. denheit. Jede Klage wird auch morgen Herr ist über sich enden, jeder Schmerz Leid und Freud'. wird Seligkeit. Kann ich von des Himmels Höhen einst mein Schicksal übersehen, o dann sprech' ich tiefgerührt: Selig hast du mich geführt! 7. Gottes Hände thun ohn' Ende, sein Vermögen hat kein Ziel. Ist's beschwerlich, scheint's gefährlich? Deinem Gott ist nichts zu viel. Nach Elisabeth Eleonore von SachsenMeiningen 1658-1729, von Fr. Brauer 1754-1813. 8. Wann die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf' mit Macht herein; und dein Gräunversehens ſein. men zu beschämen, wird es 9. Nun, so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld; wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. Nach eigener Melodie. 346. Gott will's machen, daß die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen höher schwellen, wenn du nur bei Jesus bist. 2. Wer sich fränket, weil er denket, Jesus liege in dent Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub' Icidet Straf. 3. Du Verächter! Gott dein Wächter schläfet ja und schlummert nicht. Zu den Höhen auszusehen wäre deines Glaubens Pflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz. Laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 255 6. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Gelassen heit. Laß den sorgen, der 10. Aber denen, die mit Thränen lieben ihres Jesu Joch, wird die Krone vor dem Throne ihres Heilands werden noch. 11. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt' ich still; es geschehe und ergehe, wie und wann und was er will. Joh. Dan. Herrnschmidt 1675-1723. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. 347. An Gott will ich gedenken, denn er gedenkt an mich. Wenn mich die Sorgen kränken, so hebt mein Herze sich zu meinem Gott empor; bald weichen alle Schmerzen, denn er stellt meinem Herzen nichts als Vergnügen vor. 2. Denk' ich an seine Liebe, Heiligung: Gottvertrauen. Benj. Schmold 1672-1737. wie werd' ich doch entzückt, feste: Gott denket mein aufs daß, wenn es noch so trübe, beste, wo kein Vergessen ist. mir gleich die Sonne blickt! Da kommt mir immer ein: Er hat sich hoch verbunden, 348. Je größer Kreuz, je er denkt mein alle Stunden, wie könnt' ich traurig sein? Mel.: Wer nur den lieben Gott. 3. Denk' ich an seine Güte, die alle Morgen neu, so freut sich mein Gemüte bei solcher Vatertreu'. Die Last ich auf ihn, so wird die Arbeit süße, auch wenn ich Schweiß vergieße; denn Gott ist mein näher Himmel, wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; bei Sündenlustund Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. Oselig ist der Mensch geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. werf' Gewinn. 256 4. Dent' ich an sein Erbarmen, er schenket mir sein Kind; o Gnade für mich Armen! Heißt das nicht treu gesinnt? Gott ist in Christo mein, daß er sein Kind sollt' hassen, daß er mich sollt' verlassen, das kann unmöglich sein. 5. Drum will an Gott ich denken, die Welt mag immerhin den Sinn aufs Eitle fenten, hier ist ein andrer Sinn. Ich trage Gott allein im Herzen und im Munde, so kann mir keine Stunde allhier zu lange sein. 6. An Gott will ich gedenken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so geh' ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt; doch glaub' ich dieses bess're Christen. Gott prüft 2. Je größer Kreuz, je Gärten wandeln sich in Wüsten, uns an dem Probestein. Die fällt nicht ein Thränenregen drein. Das Gold wird auf dem Feuerherd, ein Christ in mancher Not bewährt. stärkrer Glaube; die Palme 3. Je größer Kreuz, je wächset bei der Last, die Süßigwenn du sie wohl gefeltert keit fließt aus der Traube, hast. Im Kreuze wächſet uns der Mut, wie Perlen in gesalzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je größ're Liebe; der Wind bläst nur die Flammen auf; und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleichwie das Öl im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je Heiligung: Gottvertrauen. mehr Gebete; im Dunkeln| hegt, bis dort mein Kreuz sucht man nach dem Licht; die Krone trägt. Benj. Schmold 1672-1737. wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so seufzte man um Rettung nicht. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär'? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen, vom Thale steiget man bergan; wer durch die Wüste lang gegangen, der schnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findet es nicht Ruh', so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben, man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuz, das unsre Gräber ziert, bezeugt, wir haben triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Gnad' uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Überwinder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht't. 257 Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt. 349. Ach wenn ich dich, mein Gott, nur habe, frag' ich nach Erd' und Himmel nicht; nichts ist, was meine Seele labe als du mein Gott, mein Trost und Licht! Rühmt sich die Welt mit ihrer Lust, ohn' dich ist mir kein Trost bewußt. 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten, ich hoffe doch getrost auf dich; nichts will ich alle Plage achten, an dir allein erquick' ich mich, regt sich auch alles wider mich, es bleibt dabei, ich liebe dich. 3. Hab' ich nur dich, so hab' ich alles, was meine Seele wünschen kann; auch fürcht' ich mich gar keines Falles, liebst du mich nur, was ficht mich an? Drum spricht mein Herz: Du bist mein Teil, in dir ist meiner Seele Heil. Benj. Schmold 1672-1737. Mel.: Warum sollt ich mich denn. 9. Gekreuzigter, laß mir 350. Sei zufrieden mein dein Kreuze je länger und je Gemüte! Gott ist gut, was lieber sein! Daß mich die Un- er thut, ist auch voller Güte. geduld nicht reize, so pflanz Schaue seine großen Thaten! ein solches Herz mir ein, das Was die Welt in sich hält, Glauben, Liebe, Hoffnung ist ihm wohl geraten. 17 Heiligung: Gottvertrauen. 2. Beides, Erd' und Him-| mein Licht, deine Huld vermel preisen seine Macht, Tag und Nacht müssen sie beweisen; Sonn' und Stern sind Gottes Zeugen. Was sich regt und bewegt, kann von ihm nicht schweigen. 258 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Tier sagen dir, daß sein Ruhm ohn' Ende, auch der Wurm in seiner Blöße, Gras und Laub, selbst der Staub zeugt von Gottes Größe. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in derSee oder sonst zu finden, rühmet seines Schöpfers Stärke, daß man hier nach Gebühr seine Weisheit merke. 5. Wie muß ich sein Lob erheben! Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben! Seel und Leib ist sein Geschenke, ist es nicht meine Pflicht, daß ich dran gedenke? 6. Er hat seine Huld vermehret, da er hier Jesum mir als ein Pfand bescheret, und durch ihn auf meinem Pfade mich beglückt und erquickt. Heißet das nicht Gnade? 7. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in acht, das zeigt jeder Morgen. Ja kein Augenblick verschwindet, der mir nicht, Gott kündet. 8. Sandt' er mir des Kreuzes Plagen, war die Last kaum gefaßt, so half er mir tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden, seine Kraft hat geschafft, daß ich's überstanden. 9. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan; denk daran, wenn dir je wird bange! Dein Gott wird dich nicht verlassen; väterlich liebt er dich, er wird dich nicht hassen. 10. Der viel tausend Millionen noch erhält, die die Welt um mich her bewohnen; der den Himmel unterstüzet, weiß, was dir auch hinfür schadet oder nüßet. nem Willen! Heiße gut, was 11. Drum ergieb dich seier thut, er wird's auch erfüllen. Denn er giebt in allen Sachen guten Rat in der That; wohl wird Gott es machen. Benj. Schmolck 1672-1737. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 351. Ich bin bei allem Kummer stille, der mir auf meinem Herzen liegt. Es ist des lieben Gottes Wille, der mich zu seiner Zeit vergnügt; denn dieser Trost ist mir bekannt: Es ändert's meines Gottes Hand. Heiligung: Gottvertrauen. M. Erdmann Neumeister 1671-1756. 2. Er kann es thun, drum| Liebe blühn. Dabei verharr' will ich hoffen. Er will es ich unverwandt; bald ändert's thun, so trau' ich drauf. meines Gottes Hand. Sein Vaterherz steht immer offen, und er nimmt meine Seufzer auf. Sein Wort ist mir ein sichres Pfand, da stärkt mich meines Gottes Hand. 3. Es kann nicht jeder Wunsch gelingen, den man sich etwa ausgedacht. Man sieht, wer's mit Gewalt will zwingen, daß der nur übel ärger macht. Doch, was mir fehlt, ist Gott bekannt; er hilst durch seine rechte Hand. 4. Die rechte Stunde wird schon kommen, wo seine Hilfe mich erfreut. Ich weiß, daß endlich doch den Frommen ihr Wunsch des Herzens wohl gedeiht. So hält mein Glaube festen Stand; mich segnet meines Gottes Hand. 5. Will's Gott, so stellet sich schon morgen der Segen meiner Hoffnung ein, und wird von allen meinen Sorgen kein Stäubchen ferner übrig sein. So hab' ich ein gelobtes Land; da krönt mich meines Gottes Hand. 6. Geduld! will ich indessen sprechen; Geduld! wenn sich's noch will verziehn. Geduld! die Zeit wird Rosen brechen, die mir aus Gottes 259 Mel.: Was Gott thut, das ist. 352. Auf Gott, und nicht auf meinen Rat, will ich mein Glück nur bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit die Welt allmächtig hält, wird ganzer Seele trauen. Er, der mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. feit, wie viel mir nüßen würde; 2. Er jah von aller Ewigbestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? Jst Herz begehrt, und hätte, was 3. Gott fennet, was mein ich bitte, mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, wenn's seine Weisheit Litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! Glück weit schwerer oft zu 4. Ist nicht ein ungestörtes tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod; und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft 17* Heiligung: Gottvertrauen. glücklich macht, läßt Gott es müssen; du läßt ihn, wenn feinem fehlen; Gesundheit, ihn Not umgiebt, doch deinen Ehre, Glück und Pracht sind Trost genießen. Des Frommen nicht das Heil der Seelen. Herz wird frei von Schmerz. Wer Gottes Rat vor Augen Der Sünder eitles Dichten hat, dem wird ein gut Ge- wird einst dein Rat zernichten. wissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern! Seid fröhlich, ihr Gerechten, der Herr hilft seinen Knechten. 260 Chr. F. Gellert 1715-1769. Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. 353. Der Herr ist meine Zuversicht, mein bester Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich an ihn ergeben. Er ist mein Gott, auf sein Gebot wird meine Seele stille; mir g'nügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des SchwachenStärke. DieAugen, welche zu dir schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat und start von That! Mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Des Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte selbst im Tod Ruh' und Erquickung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn andre zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Weh' dem, der zu der Welt will flichn und von dem Höchsten weichet! Dein Heiland starb; er, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unverzagt, wenn um dich her sich Wetterwolken sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er; er wägt die Schmerzen und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht, auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was mei nem Glück gebricht, wenn ich Wer mich sorgend quäle. wollte sich nicht ganz auf dich, Heiligung: Gottvertrauen. Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand empfehl' ich mich, mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod der Fels, auf den ich traue, bis ich. dein Antlig schaue! Ch. Chr. Sturm 1740-1786. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. Es ist das 354. Ich steh' in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben, nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben, und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihm und wen er hält, wird wohlbehalten bleiben. 2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, und Wunder sollen schauen, die sich auf sein wahrhaftig Wort verlassen und ihm trauen. Er hat's gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir machen will, ist alles mir gelegen. Ich halte ihm im Glauben still und hoff' auf seinen Segen; denn was er thut, ist immer gut; und wer vor ihm behütet ruht, ist sicher allerwegen. 4. Ja wenn's am schlimmsten 261 mit mir steht, freu' ich mich seiner Pflege; ich weiß, die Wege, die er geht, sind lanter Wunderwege. Was bösescheint, ist gut gemeint, er ist doch nimmermehr mein Feind und giebt nur Liebesschläge. 5. Und meines Glaubens Unterpfand ist, was er selbst verheißen, daß nichts mich seiner starken Hand soll je und je entreißen. Was er verspricht das bricht er nicht, er bleibet meine Zuversicht, ich will ihn ewig preisen. K. 3. Ph. Spitta 1801-1859. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 355. O flage nicht, wenn dir dein Gott ein Kreuz will auferlegen, sei's Krankheit, Mangel, Gram und Spott, vom Kreuze kommt der Segen, wenn du, bereuend deine Schuld, es trägst in gläubiger Geduld und fest auf Christum bauest. 2. Macht auch das Kreuz dem Fleischebang, mein Christ, laß dich's nicht reuen, des alten Menschen Todesgang ist Lebensweg dem neuen. Erst wenn der starre Troh erliegt und sich das Fleisch dem Kreuze fügt, beginnt das wahre Leben. 3. Du gehst vor Gottes Angesicht und stehst in seinem Segen; und deines Fußes Für besondere Zeiten: Morgenlieder. Leuchte ist sein Wort auf allen| gewendet; bis er am Ziele Wegen. Du hälst an der dich nicht läßt, an deinem Herrn und Heiland fest im Leben und im Sterben. ihm, deiner Bahn in Herrlichkeit sich endet, bis Gott sich dir in Gnaden neigt und dir durch Jesum Christum reicht, an Kreuzes statt, die Krone. Julius Sturm geb. 1816. 262 4. Und himmelan, nur himmelan ist all' dein Lauf Einundzwanzigste Abteilung. Für besondere Beiten. 1. Morgenlieder. Nach eigener Melodie. 356. Aus meines Herzens Grunde sag' ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde und all' mein Leben lang, o Gott auf deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Eh ren durch Christum unsern Herren, den eingebor'nen Sohn. 2. Dank dir, daß du aus Gnaden in der vergangnen Nacht mich vor Gefahr und Schaden behütet und be wacht; demütig bitt' ich dich, wollst mir die Sünd' ver- 5. Laß deinen Engel bleigeben, womit in diesem Leben und weichen nicht von ben ich hab' erzürnet dich. mir, den Bösen zu vertreiben, 4. Die Seele, Leib und Leben, Gut, Ehre, Weib und Kind, will ich dir übergeben, dazu mein Hausgesind'; was deine Huld mir gab, die Eltern und Verwandten, die Freunde und Bekannten und alles, was ich hab'. Tag vor Feindes List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feu'r und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Krankheit und vor Banden, vor bösem, schnellen Tod. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen auf daß der Feind an mir in diesem Jammerthal nicht Für besondere Zeiten: Morgenlieder. seine Tücke übe, noch Seel' Herrn dein Lob zu bringen! und Leib betrübe und bringe mich zu Fall. Denn, Herr, du bist's, dem Lob gebührt, und dem man billig jubiliert, dem man sein Lied läßt klingen mit Fleiß, Dank, Preis, Freudensaiten, daß von weitem man kann hören dich, o meinen Schöpfer, ehren. 6. Gott will ich lassen raten, der alle Ding' vermag; er segne meine Thaten an diesem ganzen Tag. Ihm hab' ich heimgestellt die Seele, Leib und Leben, was er mir hat gegeben, er mach's, wie's ihm gefällt. 7. Drauf sprech' ich fröhlich Amen! und zweifle nicht daran, Gott nimmt in Jesu Namen mein Beten gnädig an. Drum streck' ich aus die Hand, greif' an das Werk mit Freuden, das Gott mir will bescheiden in meinem Amt und Stand. Joh. Mathesius 1504-1565. Nach eigener Melodie. 357. Wie schön leucht't uns der Morgenstern vom Firmament des Himmels fern! Die Nacht ist nun vergangen; all' Kreatur macht sich herfür, des edlen Lichtes Pracht und Zier mit Freuden zu empfangen. Was lebt und schwebt hoch in Lüften, tief in Klüften, läßt zu Ehren seinem Gott ein Danklied hören. 2. Drum, o mein Herz, dich auch aufricht, erheb die Stimm' und säume nicht, dem 263 3. Du warst um mich in dieser Nacht, dein Auge hat mich treu bewacht, dein Schild hat mich bedecket; zu meinem Leben fügest du jetzt einen neuen Tag hinzu, da mich dein Licht erwecket! Schöpfer, Bater, deine Treue rührt auf's neue mein Gemüte; froh empfind' ich deine Güte. 4. Gott, mein süßer Lebenshort, laß mir doch deiner Gnade Pfort' auch ferner offen bleiben; sei meine Burg und festes Schloß und laß kein feindliches Geschoß mich je daraus vertreiben! Laß mich stündlich auf dich schauen! Kein Vertrauen wird zu nichte, Herr, vor deinem Angesichte! 5. Gieß deiner Gnade reichen Strahl auf mich vom hohen Himmelssaal; das Herz in mir erneue! Dein guter Geist mich leit' und führ', daß ich nach meines Stand's Gebühr zu thun mich innig Für besondere Zeiten: Morgenlieder. freue! Gieb Rat und That; 4. Hilf, daß ich mit dielaß mein Sinnen und Beginnen stets sich wenden, seinen Lauf in dir zu enden! 264 6. Wehr Unfall ab, kann's anders sein; wo nicht, so geb' ich mich darein und will nicht widerstreben; doch komm, o süßer Morgentau, erfrisch mein Herz, daß ich dir trau', im Kreuz auch treu ergeben, bis ich endlich nach dem Leiden zu den Freuden werd' erhoben, wo ich dich kann ewig loben. Burkh. Wiesenmayer um 1640. Nach eigener Melodie. 358. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, der uns Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns schei= nen heißt; dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist sem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen; daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; nirgends als bei dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele, samt den Sinnen ich dir befehle unter deine und Verstand, großer Gott, starke Hand. Herr, mein Schild, mein' Ehr', mein Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes von mir wende und mich Macht, List und Anschläg halt in guter Acht. Der auch endlich mich zur Ruh' nach dem Himmel zu. Heinr. Albert 1604-1668. erhält. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in die ser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht; daß des trage bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß dich finden und dein Herz mir offen stehn, da allein ist Hilf und Rat mir für meine Missethat. Nach eigener Melodie. mein. 359. Wach auf, Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem treuen Menschenhüter. 2. Heut', als die dunklen Schatten mich ganz umgeben Für besondere Zeiten: Morgenlieder. hatten, hast du, o Gott, gewehret, daß mich kein Leid versehret. 3. Du sprachst: Nun leg dich nieder trotz dem, was dir zuwider! Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, Herr, ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen, von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben; hier bring' ich meine Gaben: In Demut fall' ich nieder und bring' Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht verschmähen, du kannst ins Herz mir sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Beff'res habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir, und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich ja" zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste raten, den Anfang, Mitt' und Ende, ach Herr, zum Besten wende. 9. Herr, segne meine Tritte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt 1607-1676. 265 Nach eigener Melodie. 360. Die goldne Sonne, voll Freud' und Wonne, bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquikkendes liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder, aber nun steh' ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet, zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erde vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles das sei Gott zum Opfer geweiht. Die besten Güter sind unsre Gemüter; Lieder der Frommen, vom Herzen gekommen, das ist ein Opfer, dran er sich erfreut. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen. Segnen und mehren, Unglück abwehren sind seine Werke und Thaten allein; wenn wir uns legen, so ist er zugegen, wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. Für besondere Zeiten: Morgenlieder. 5. Ich hab' erhoben zu dir| Schulden in Gnad' und Hulhoch droben all' meine Sin- den aus deinen Augen sein nen, laß mein Beginnen ohn' ferne verbannt, sonst Herr, allen Anstoß und glücklich regiere, mich lenke und führe, ergehn. Laster und Schande, wie es dein Wille; ich halte des Seelenfeinds Bande, Fal- dir stille, leg' alles in deine len und Tücke treib ferne Beliebung und Hand. zurücke, laß mich auf deinen Geboten bestehn. 266 6. Laß mich mit Freuden ohn' alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Nächsten Geschäfte und Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ist's gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes brein wehn. Alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Entstehn. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste, Gott ist das Süßste und Allergewißste, von allen Schäßen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, mit Galle tränken und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan! so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, hast niemals zu sehr die Deinen betrübt. 12. Trübsal und Zähren nicht ewig währen. Nach Meeresbrausen und Windessausen leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille darf ich erwarten im himmlischen Garten, dahin sind meine Gedanken gericht't. Paul Gerhardt 1606-1676. Nach eigener Melodie. 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone, laß meine 361. Morgenglanz der 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn' alles Wanken. Seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. Für besondere Zeiten: Morgenlieder. Mel.: Wer nur den lieben Gott. Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen Lichte, schick uns 362. Mein Gott, nun ist diese Morgenzeit deine Strah- es wieder Morgen, die Nacht len zu Gesichte und vertreib vollendet ihren Lauf. Nun durch deine Macht uns're wachen alle meine Sorgen Nacht. auf einmal wieder mit mir auf. Die Ruh' ist aus, der Schlaf dahin und ich seh' wieder, wo ich bin. 2. Deiner Güte Morgentau fall' auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unfres Herzens Kält' ertöte und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenröte, daß wir, eh' wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Gieb, daß wir das alte Kleid unsrer Sünde nimmer leiden! Laß uns die Gerechtigkeit Christi um und um bekleiden; laß uns hell und sündenrein vor dir sein! 5. Ach, du Aufgang aus der Höh'! Gieb, daß auch am jüngsten Tage unser Leib dir aufersteh' und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 267 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne! Führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, wo die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Chr. Knorr von Rosenroth 1636-1689. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich nur immer älter werde und häufe meine Missethat. O Gott, der mich beschützt und nährt, wär' doch mein Thun auch deiner wert! Bette stehen, regiere mich in 3. Du siehst mich auf vom dieser Welt! Ich weiß nicht, wie mir's heut' wird gehen, mach alles so, wie dir's gefällt! Schließ mich in deine Vorsicht ein, dein will ich tot und lebend sein. 4. Vergieb mir, Bater, alle Sünden, die ich bei Tag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden, erDenn wenn ich nur bei dir höre, was ich bet' und sing'! wohl steh', so acht' ich's gar nicht, wie es geh'! 5. Hilf du in allen Sachen raten, denn ich bin selber mir nicht klug. Behüte mich vor Missethaten, vor böser Für besondere Zeiten: Morgenlieder. Menschen List und Trug!| wollst du dich verklären allerLaß mich den Tag wohl wen- meiſt. den an und Gutes schaffen, wo ich kann! 4. Hier sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, wähl ihn zur Wohnung dir, o allerliebstes Leben. Ach wohn, ach bleib in mir, beweg und rege mich. So hat Geist, Seel' und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe; kleid mit der Demut 268 6. Behüte du mir Leib und Leben, Verwandte, Freunde, Hab' und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut. Hilf, daß ich alles wohl verricht', du wirst es thun, ich zweifle nicht. Kaspar Neumann 1648-1715. Mel.; O Gott, du frommer Gott. 363. O Jesu, süßes Licht, nun ist die Nacht vergangen; nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat sich, Herr, nach dir verlangend ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Herr, für Opfer schenken? Ich will mich Ich will mich ganz und gar in deine Gnade senken mit Leib, mit Seel' und Geist, heut' diesen gan= zen Tag, das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts führ und lenke, daß mich und mit der Sanfmut und köstlich angethan. an, so bin ich wohlgeschmückt 6. Gieb, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwebe, daß dein' Allgegenwart mich wie die Luft umgebe; auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Herr, zu aller Stund'. 7. Ach segne, was ich thu', Seines Geistes Kraft es also ja rede und gedenke; durch alles nur gescheh' zu deines Namens Ruhm und daß ich unverrückt verbleib' dein Eigentum. vermag. 3. Drum siehe da, mein Herr: Da hast du meine Seele; sie sei dein Eigentum, daß sie nur dich erwähle in deiner Liebe Kraft; da hast Nach eigener Melodie. du meinen Geist, darinnen 364. Mein erst Gefühl sei Joach. Lange 1670-1744. Für besondere Zeiten: Morgenlieder. Preis und Dank; erhebe 7. Laß deinen Segen auf Gott, o Seele! Der Herr mir ruhn, mich deine Wege hört deinen Lobgesang; lob- wallen, und lehre du mich sing ihm, meine Seele! selber thun nach deinem Wohlgefallen. 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Kreis und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, uns wieder aufzuwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet feist du, Gott der Macht! Gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 269 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue. 10. Daß ich als ein getreues Kind nach deinem Reiche strebe, gottſelig, züchtig, fromm gesinnt durch deine Gnade lebe. 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. Lebenszeit in deiner Furcht 12. Daß ich das Glück der mit Freudigkeit, wann du gegenieße, und meinen Lauf beutst, beschließe. Ch. F. Gellert 1715-1769. 270 Für besondere Zeiten: Tischlieder. 2. Tischlieder. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 365. Speise, Vater, deine Kinder, tröste die betrübten Sünder; sprich den Segen 2. Lebenswort, Jesu, komm, zu den Gaben, die wir jetzt speise die schmachtenden Seehier vor uns haben, daß sie len, laß hier auf Erden uns uns zu diesem Leben Stärke, nimmer das Nötige fehlen; Kraft und Nahrung geben, gieb nur, daß wir innig stets bis wir endlich mit den From- dürsten nach dir ewig zum men zu dem Himmelsmahle Heil dich erwählen! kommen. Joh. Heermann 1585-1647. Mel.: Lobe den Herren, den mächtigen König. 366. Danke dem Herren, Seele, dem Ursprung der Güter, der uns erquicket die Leiber und stärkt die Gemüter. Gebet ihm Ehr'! Liebet den Gütigen sehr; singet ihm. dankende Lieder! 3. Gütigster Hirte, du wollest uns stärken und leiten und zu dem himmlischen Mahle recht würdig bereiten; bleib uns hier nah, bis wir dich ewig allda schmecken und schauen in Freuden. Gerhard Tersteegen 1697-1769. 3. Abendlieder. Mel.: Welt, ich muß dich lassen. 367. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt' und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt! 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die goldnen Sternlein prangen am blauen Himmelssaal: Also werd' ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Tages Feind. Fahr hin, ein'| Ruhe, legt ab das Kleid Für besondere Zeiten: Abendlieder. und Schuhe, das Bild der Waffen um's Bett und seiner Sterblichkeit: Die zieh' ich Engel Schar! aus, dagegen wird Christus mir anlegen das Kleid der Ehr' und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Ruhe ihr begehrt! Es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'. 7. Mein' Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen wo bleibt dann Leib und Seel'? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel! 271 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben ein Unfall noch Gefahr! Gott laß euch ruhig schlafen, stell' seine mächt'gen Paul Gerhardt 1606-1676. Nach eigener Melodie. 368. Werde munter, mein Gemüte, und ihr Sinnen hebet an, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat an mir gethan, da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag' durch sein gnadenreiches Walten hat beschirmet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der BarmWerk gelungen, daß du mich herzigkeit, daß mir heut' mein vor allem Leid und vor Sünlich haft bewahrt, manches den mancher Art so getreuUnheil auch vertrieben, daß ich unversehrt geblieben. 3. Dieser Tag ist nun verund das Dunkel gangen, bricht herein, hin ist nun der Sonne Prangen und ihr freudenreicher Schein. Stehe mir, o Vater, bei, daß dein Licht stets bei mir sei, laß 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will mich der Feind ver- es hell im Herzen werden, schlingen, so laß die Engel fingen: Dies Kind soll unverleget sein! ist's auch dunkel auf der Erden. 4. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd' und Missethat, die mein armes Herz beladen und dich sehr erzürnet hat. Des Versuchers List und Tück' treib durch deine Macht zurück. Gott, Für besondere Zeiten: Abendlieder. du kannst allein mich retten:| hen! Amen, ja es soll geStrafe nicht mein Übertreten. schehen! 5. Bin ich gleich von dir gewichen, stell' ich mich doch wieder ein; denn dein Sohn hat ausgeglichen meine Schuld durch seine Bein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad' und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets noch in mir finde. 272 6. Odu Licht der from men Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, allhier in der Dunkelheit bei mir, daß kein Unfall mich betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh'! Alles übel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu! Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab' u. Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen sei'n in deinen Schuh geschlossen. 8. O, du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets verehre, bleibe ja mein Schuß und Rat! Und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt: Höre doch mein sehnlich FleJoh. Rift 1607-1667. Mel.: Christ, der du bist. 369. Wo willst du hin, weils Abend ist, o lieber Bilger, Jesus Christ? Komm, laß mich so glückselig sein, und kehr in meinem Herzen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. lieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden kann, damit die dunkle Sündennacht mich nicht verführt, noch irre macht. 5. Vor allem in der letzten Not hilf mir durch einen sanften Tod. Herr Jesu, bleib, ich halt' dich fest, ich weiß, daß du mich nicht verläßt. Johann Scheffler 1624-1677. Mel.: Nun danket all' und bringet. 370. Nun sich der Tag geendet hat und keine Sonn' mehr scheint, schläft alles, Für besondere Zeitén: Abendlieder. was da müd' und matt und ich dir, du Herr, Gott Zewas zuvor geweint. baoth, im Tod und Leben hilf du mir aus aller Angst und Not. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht, die Finsternis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser dunklen Nacht, und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wol der Sünden Schuld, die mich bei dir verklagt; doch hat mir deines Sohnes Huld Vergebung zugesagt. 5. Den setz' ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vor's Gericht, ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu' ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht über meiner Ruh', wer wollte traurig sein! 7. Weicht, nichtige Gedanfen, hin, beendet euern Lauf; ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, zum. Himmel ein, zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb' und sterb' 273 Joh. Fr. Herzog 1647-1699. Mel.: Werde munter mein Gemüte. 371. Herr, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in abend machen. allen Sachen guten Feier2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden, in Gedanten, Wort und That. Und vom Morgen bis zur Stund' Mund mannigfach und oft pfleget Herze, Hand und zu fehlen, daß ich's selber nicht fann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld, ich bin freilich schwer beladen, doch vergieb mir alle Schuld. Deine große Vatertreu' werde diesen Abend neu, so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut' erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel 18 274 Für besondere Zeiten: Abendlieder. Lösche Licht sich sehnlich wendet: O Quell, daraus mein Leben fließt und alle Gnade sich ergießt zu meiner Seele Leben. steh' mir bei. und Feuer aus und bewahre sonst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück müsse weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die That; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr und wird mir allzu lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange; damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir und 3. O, daß du selber fämest bald! Ich zähl' die Augenblicke. Ach, komm, bevor mein Herz wird kalt und sich's zum Sterben schicke. Komm doch in deiner Herrlichkeit, schau her, die Lampe steht bereit, die Lenden sind umgürtet. 4. Doch sei dir ganz an7. Laß mich dann gesundheim gestellt die rechte Beit erwachen, wenn es rechte Zeit und Stunde; wiewohl ich wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein. Oder hast du, lieber Gott, heut' bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel' in deine Hände. weiß, daß dirs gefällt, wenn ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm' entgegen. Karl Neumann 1648-1715. Mel.: Mein Herzens- Jesu. 372. Gottlob! Ein Schritt zur Ewigkeit ist abermals vollendet! Zu dir im Fort5. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebensfürst, gang dieser Zeit mein Herz dich ganz mit mir vereinen Für besondere Zeiten: Abendlieder. wirst und mir dein Erbe schenken. 6. Drum preif' ich dich in Dankbarkeit, daß heut' der Lauf geendet, und daß dadurch von dieser Zeit ein Zeit ein neuer Schritt vollendet; ach, führe du mich weiter fort, bis ich gelange an die Pfort' Jerusalems dort oben. 7. Wenn auch die Hände lässig sind und meine Kniee wanken, so biet mir deine Hand geschwind und halt mich in den Schranken des Glaubens, daß in dir mein Herz sich stärke und ich himmelwärts ohn' Unterlaß aufsteige. 8. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken. So dir der Lauf zu langsam dünkt, so eil, wie sich ein Adler schwingt, mit Flügeln heil'ger Liebe. 9. Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir ge30gen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit: Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. Aug. Hermann Franke 1663-1727. 275 Mel.: Jesu, meine Freude. 373. Sirte deiner Schafe, der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundermilde diente mir zum Schilde den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt' Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergieb die Schuld. Jesus Christ mein Mittler ist, er hat das, was ich verschuldet, williglich erduldet. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben, sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen wohlgeborgen ein. Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden und ich schlaf' in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel; unter deine Flügel nimm dein Rüchlein ein; deck uns zu mit Schuß und Ruh', so wird uns fein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut' zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! 18* Für besondere Zeiten: Abendlieder. Drum hast du beschlossen, daß chen auch mitten in der mein Ziel verflossen, kommt Nacht; bis bei den Cherubidie Totesnot, so will ich nen ein Sonntag ist erschieder alle Nacht zu nicht wider dich; hab' ich nen, der alle Heil in dir gefunden, sterb' Schanden macht. ich alle Stunden. 5. Ich schlafe ganz vergnüget, denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer, mich stört kein Weltgetümmel, es träumt mir nur vom Himmel. Ach, wer doch nur bald droben wär! 276 6. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab' ich dir ergeben, treuer Hüter, du! Gute Nacht, nimm mich in Acht; und erleb' ich je den Morgen, wirst du weiter sorgen! Benj. Schmold 1672-1737. Mel.: Der Tag ist hin. 375. Der Abend kommt, die Sonne sich verdecket und alles sich zur Ruh' und Stille O meine Seel', strecket. merk auf! Wo bleibest du? In Gottes Schoß, sonst hast du nirgend Ruh'. Das 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen, drum leg' ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh; denn allen Sündenschaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seiner treuen Liebe zu. 2. Der Wandersmann legt fich ermüdet nieder. Vöglein fliegt zu seinem Nestchen wieder, das Schäflein kehrt in seine Hürde ein; laß mich in dich, mein Gott, gekehret sein! 3. O du dreieinig Wesen! Mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin, ich habe Licht vom Lichte; dein leuchtend Angesichte treibt alle Finsternisse hin. 3. Ach sammle selbst Begierden und Gedanken, die noch so leicht aus Schwachheit von dir wanken, mein Ruheplag, mein Heim, o thu dich auf, daß ich in dir beschließe meinen Lauf! 4. Recht väterlich hast du 4. Du wirst schon bei mir mich heut geleitet, bewahrt, wachen und eine Sonne ma- verschont, gestärket und geBenj. Schmold 1672-1737. Mel.: Welt, ich muß dich lassen, oder: Nun ruhen alle Wälder. 374. Der Sabbat ist vergangen, ich habe mein Verlangen nach Herzens Wunsch erfüllt. Gott hat mich unter weiset, mit Lebensbrot gespeiset und meiner Seele Durst gestillt. Für besondere Zeiten: Abendlieder. weidet, ich bin's nicht wert, in dir, mit dir kann ich verdaß du so gut und treu: gnüget sein. Mein alles dir zum Dank ergeben sei. 5. Vergieb es, Herr, wo ich mich heut' verirret und mich zu viel durch dies und das verwirret! Es ist mir leid, es soll nicht mehr geschehn; nimm mich nur ein, so werd' ich fester stehn. 6. Da nun der Leib sein Tageswerk vollendet, mein Geist sich auch zu seinem Werke wendet, zu beten an, zu lieben inniglich, im stillen Grund, mein Gott, zu schauen dich. 7. Die Dunkelheit ist da und alles schweiget, mein Geist vor dir, o Majestät, sich beuget, ins Heiligtum, ins Dunkel fehr' ich ein; Herr, rede du, laß mich ganz stille ſein. 8. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket, mein Wille sich in dich gelassen senket. Begierden schweigt! Vernunft und Sinnen still! Mein müder Geist im Herren ruhen will. 277 9. Dem Leibe wirst du bald die Ruhe geben, laß nicht den Geist zerstreut in Unruh' schweben! Mein treuer Hirt, führ mich in dich hinein, 10. Im Finstern sei des Geistes Licht und Sonne, im Kampf und Kreuz mein Beistand, Kraft und Wonne; deck mich bei dir in deiner Hütte zu, bis ich erreich' die volle Sabbatsruh! Gerh. Tersteegen 1697-1769. Mel.: In dich hab' ich gehoffet, Herr. 376. Für alle Güte sei gepreist, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, ich bin ihr zu geringe! Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir findlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut' an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; hast väterlich mein Haus und mich beschüßzet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedenk', ein ruhiges Gemüte, was ich vermag den ganzen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb' und Macht mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergieb mir meine Sünden! und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden! Chr. Fürchtegott Gellert 1715-1769. 278 Für befandere Zeiten: Abendlieder. Mel.: In allen meinen Thaten. 377. Die Sonne sinket nieder, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh'. Sie bringt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach' ich und erzähle mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir gethan. Mit dankendem Gemüte lobsing' ich seiner Güte; er hört mein frommes Loblied an. 3. Von ihm kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter; er ist mein treuer Hüter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finster werden und hüllt den Kreis der Erden in stille Dunkelheit. Doch auch in dunkler Stille wohnt Gott mit seiner Fülle und zeigt mir seine Herrlichfeit. 5. Aus unermeßner Ferne führt er jetzt Mond und Sterne am Firmament herauf; sie leuchten, ihm zur Ehre, hoch über Erd' und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Groß, wenn der Morgen grauet, groß, wenn der Abend tauet, groß in der stillen Nacht, im Sonnenschein und Sturme, am Menschen und am Wurme, groß zeigst du, Vater, deine Macht. 7. Voll Majeſtät und Stärke stehn lauter Wunderwerke in deiner Schöpfung da. Wie kann ich dir's vergelten? Du, Gott so vieler Welten, warst auch mir Armen heute nah. 8. Gott, groß von Macht und Treue, jeßt, da ich dein mich freue, wird mir die Nacht zum Licht. Leg' ich die müden Glieder in deinem Namen nieder, so wachest du, ich sorge nicht. 9. Soll jetzt der Schlaf zum Leben mir neue Kräfte geben, so schlaf' ich fröhlich ein; soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden und auch mein Gott im Tode sein. Joh. Zach. Bernh. Junkheim 1729-1790 Für Kinder. Mel.: Jesu, komm doch. 378. Müde bin ich, geh' zur Ruh' schließe beide Auglein zu; Vater laß die Augen dein über meinem Bette sein. 2. Hab' ich Unrecht heut' gethan, sieh es, lieber Gott, nicht an! Deine Gnad' und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. Für besondere Zeiten: Jahreswechsel. 3. Alle, die mir sind ver-| Ruh', nasse Augen schließe wandt, Herr, laß ruhn in zu, laß den Mond am Himdeiner Hand, alle Menschen, mel stehn und die stille Welt groß und klein, sollen dir be- besehn! ohlen sein. 4. Kranken Herzen sende 4. Jahreswechsel. Mel.: Zeuch ein zu deinen Thoren. 379. Helft Gottes Güte preisen, ihr Christen, stimmet ein! Laßt uns mit heil'gen Weisen ihm allzeit dankbar sein, auch in der ernsten Zeit, darin das Jahr sich endet, das alte sich vollendet, und sich das Jahr erneut. 2. Zuerst laßt uns betrachten des Herren reiche Gnad' und ja gering nicht achten, was Gott uns Gutes that, stets fassen zu Gemüt, wie er hat unfrem Leben, was nötig war, gegeben und uns vor Not behüt't. 3. Er hat sein Wort erhalten in gutem Fried' und Ruh', die Jungen und die Alten ernährt, und noch dazu mit milder Vaterhand viel Güter ausgespendet, viel Unfall abgewendet von unsrem ganzen Land. 4. Er hat uns noch verschonet aus väterlicher Gnad', denn hätt' er uns belohnet 279 Louise Hensel 1797-1876, nach unsrer Missethat mit Strafen, wie verdient, wir wären längst gestorben, in mancher Not verdorben, weil wir voll Sünden sind. 5. Er nimmt mit Vatertreue die Sünder gnädig an, wenn wir in wahrer Reue zu Jesu Christo nahn, herzlich ohn' Heuchelei. Er will die Schuld vergeben, spricht gnädig unser Leben vom Bann der Strafe frei. 6. Es sei die Huld gepriesen, o Gott im Himmelsthron, die du uns hast beSohn! Sei ferner unser wiesen durch Christum, deinen Gott, versorge und bewahre uns auch im neuen Jahre und hilf aus aller Not! Paul Eber 1511-1569. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns. 380. Das alte Jahr vergangen ist! Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Not uns und Gefahr so gnä Für besondere Zeiten: Jahreswechsel. dig hast beschüßt dies Jahr.| gedeihen vom alten bis zum neuen; 280 2. Wir bitten dich, du ew'ger Sohn des Vaters auf dem höchsten Thron, du woll'st dein' arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzieh uns nicht dein heilsam Wort, das ist der Seelen Trost und Hort; vor Unglaub' und. Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünde Bahn und fromm zu werden fangen an. Der alten Sünde nicht gedenk, ein gnadenreich Neujahr uns schenk. 5. Hilf christlich leben, selig lich einst sterben und laß fröhlich mich am jüngsten Tage auferstehn, mit dir zum Himmel einzugehn, 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr'! Joh. Beuerlein 1546-1613. Mel.: Wach auf, mein Herz. 381. Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Not und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 5. Also auch und nicht minder läßt Gott uns, seine Kinder, wenn Not und Trübsal bligen, in seinem Schoße sizen. 6. Ach Hüter unsres Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und machen, wenn nicht dein Aug' wird wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mittent in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnquell unsrer Freuden! 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Treue, ein Herz, das still sich freue. 10. Schließ zu des Jammers Pforten und laß an Für besondere Zeiten: Jahreswechsel. allen Orten, wo Krieg und| ganz glücklich gehen fort. Blutvergießen, die Friedens- Neue Kraft laß mich erfüllen, ströme fließen. zu verrichten deinen Willen. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlassnen Bater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kranfen, gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Le o meines Lebens ben, mir und der Christenschare Jahre! zum sel'gen neuen 281 3. Was ich denke, was ich mache, das gescheh' in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein. Geh' ich aus, wollst du mich leiten, komm' ich heim, so steh zur Seiten. 4. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, laß bereun mich meine Sünd'; hilf, daß sie mir nimmer schade und ich bald Verzeihung find'. Niemand sonst, als du, mein Leben, kann die Sünde mir vergeben. 5. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Herr, mein Flehen hin; wenn ich mich auch sehr betrübe und voll mich in meinen Nöten, daß Angst und Zagen bin, stärke mich Sünd' und Tod nicht töten! Paul Gerhardt 1606-1676. Mel.: Seid barmherzig, Menschen. 382. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an, laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann! Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red' und Wort können nur den, durch dich geraten und fahr. 6. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei und ich christlich fönne leben, sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 7. Jesus laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage mich auf deinen Hänhalte bei mir in GeFreudig will ich dich Für besondere Zeiten: Jahreswechsel. umfassen, wann ich soll die| Verachtung tragen? Ach, ich Welt verlassen. gehorch' auch hier. 5. Soll ich verlassen leben? Herr Gott, dein Wille gilt! Soll ich in Ängsten schweben? Mein Heiland, wie du willt! Und soll ich Krankheit leiden? Ich will gehorsam sein! Soll ich von hinnen scheiden? Herr, dein Will' ist auch mein! 6. Soll ich zum Himmel dringen? Gar gern, o Gott, mein Licht! Soll mich der Tod verschlingen? Nein, dieses willst du nicht! Zwar ängsten mich die Sünden, doch hab' ich festen Mut; mich läßt mein Glaube finden mein Heil in Jesu Blut. 282 Joh. Nist 1607-1667. Mel.: In Gottes Rat ergeben. 383. Durch Trauern und durch Plagen, durch Not, durch Angst und Leid, durch Hoffnung und durch Klagen, durch viel Gefährlichkeit bin ich, Gottlob, gedrungen, dies Jahr ist hingelegt. Dir, Gott, sei Lob gesungen! Mein Herz ist tief bewegt. 2. Der du mich hast erbauet, in dir besteht mein Heil. Dir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Teil! Du hast mich wohl erhalten, hast mich mit Trost erquickt; dich laß ich ferner walten, auch wenn das Streuz mich drückt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich. Gieb, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will' er geben, mein ganzes Herz ist dein, und auch mein ganzes Leben soll dir zu eigen sein. 7. Heut' ist das Jahr beschlossen! Herr, deine Gnade sei heut' auf mich neu ergossen! Mein Herz auch werde neu! Laß ich die alten Sünden, so werd' ich, Gott, bei dir auch meinen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. Gottfr. Wilh. Sacer 1635-1699. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 384. Jesus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen, Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege 4. Nach dir soll ich mich schicken; und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armut drücken? Ich will dabei beruhn! Soll mich Verfolgung plagen? Ja, Herr, befiehl du mir! Soll ich gehn. Für besondere Zeiten: Jahreswechsel. 2. Jesu Name, Jesu Wort sie auf unsre Zuversicht das soll in den Gemeinden schallen, Amen spricht. und so oft wir nach dem Ort, der nach ihm genannt iſt, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum. 4. Verbind uns alle jederzeit in Ordnung, Zucht und Einigkeit, und halte vor der Feinde Macht für unsern Frieden Tag und Nacht getreue Wacht! 3. Unsre Wege wollen wir nur in Jesu Namen gehen. 5. Verpflege jeden ChristenGeht uns dieser Leitstern für, stand mit unerschöpfter Seso wird alles wohl bestehen genshand, und baue bei uns und durch seinen Gnaden- Haus und Feld, du dessen schein alles voller Segen sein. Wort die ganze Welt allein erhält. 4. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen, so wird alle Bitterkeit uns zum Segen werden müssen. Jesu Nam' ist Sonn' und Schild, welcher allen Kummer stillt. 6. Entzieh uns, Herr, dein Heil und Licht in Krankheit, Ängst und Trübfal nicht, und neben der Geduld verleih, daß unsern Seelen Arzenei das Leiden sei! Benj. Schmold 1672-1737. Mel.: Wir singen dir Immanuel. 385. Verleihe deiner Christenschar, o Gott, ein selig neues Jahr, und sieh, wie du bisher gethan, so gnädig, als ein Vater kann, uns ferner an! 283 7. Bescher den Armen Brot und Kleid, o Höchster, dessen Mildigkeit die Brut verlass' ner Armen in dem Geist sein Naben speist, und der dem Reich verheißt. 8. Wer seine Nahrung Tag für Tag mit Mühe nur erwerben mag, den segne mit zufried'nem Mut, mit Kräften und so vielem Gut, als nötig thut. 2. Kein Stand auf Erden kann bestehn und kein Beruf von statten gehn, kein Anfang und kein Schluß gerät, wenn man zu dir nicht früh und spät um Hilfe fleht. 3. Drum soll auch deine Gnad allein heut' unsre Bitt' und Zuflucht sein; dieweil kein Gutes uns gebricht, wenn in dir! 9. Wer aber zeitlich Gut besitzt, dem gieb auch, was der Seele nützt; er sei der Armen Vater hier und in der Ewigkeit dafür noch reich ECO C Für besondere Zeiten: Jahreswechsel. 10. O zieh die armen| That, die uns durch dich geSünder nicht in deinem Lungen! Zorne vor Gericht; ergreif, bekehr sie in der Zeit und mache sie zur Seligkeit hier früh bereit! 284 11. Begleite mit der Gnade Kraft, was deiner Diener Eifer schafft und laß ihr Wort und Leben rein und Hirt und Herden insgemein geheiligt sein! 12. höre, Bater, unser Flehn! laß uns allen wohlgeschehn und wohne bei uns immerdar, bis zu dem ew'gen neuen Jahr! Das werde wahr! Joh. Jak. Spreng 1699-1768. Mel.: Allein Gott in der Höh. 386. Gott ruft der Sonn' und schafft den Mond, das Jahr darnach zu teilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank erteilen! 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft- die Kraft ist dein- in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Not und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlass'nen dich und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mein Heil und Rat, auf unsern Fürsten nieder; 6. Daß Weisheit und Ge rechtigkeit in seinem Herzen throne, daß Tugend und Zufriedenheit in unsrem Lande wohne; daß Treu' und Liebe bei uns sei, dies, lieber Vater, dies verleih in Christo, Sohne! Ch. F. Gellert 1715-1769. 2. Herr, der da ist und der da war, von dankerfüllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat, für deinem Fried' und Ruh', für jede Für besondere Zeiten: Ernte- und Dankfest. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 2. Ruhet wohl, die ihr von 387 Nun, Gottlob, wir hier unter Thränen seid ge= stehen hier wieder an des schieden! Kurze Zeit noch Jahres Ende; Leib und kämpfen wir, und dann gehn Seel' empfehlen wir, Gott, wir auch zum Frieden; Gott in deine Baterhände; mag's wird uns in jenem Leben zum Kampf und Sterben einst einander wieder geben. gehen, du wirst tröstend bei uns stehen. Unbekannt. 5. Ernte- und Dankfest. Mel.: D daß ich tausend Zungen. 388. Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist unser großes Haus; du aber teilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich! Ach, lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut' bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Nahrung keinem fehlen, denn du weißt allem vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot empfängt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, die das Land begießt, des Him mels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 285 4. Und also wächst des Menschen Speise; der Acker reichet uns das Brot. mehret sich vielfält'ger Weise, was anfangs schien, als wär' es tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun Herr, dies laß uns recht bedenken! Die Wunder sind sehr groß und viel. So viel als du kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel, denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollen es auch nie vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein; und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann 1648-1715. 286 Für besondere Zeiten: Ernte und Dankfest. Nach eigener Melodie. 389. Was Gott thut, das ist wohlgethan, so denken Gottes Kinder. Er führt sie oft auf rauher Bahn und liebt sie doch nicht minder. Er zieht ihr Herz nur himmelwärts, wenn er sie läßt auf Erden in Trübsal traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, beim Geben und beim Nehmen. Wohl dem, der sich bei Mangel kann wo nach Gottes Rat bequemen. Bald schickt er Freud', bald schickt er Leid, und seine Hände müssen wir doch in Demut küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er weist uns oft den Segen, und eh' er noch gedeihen kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein will alles sein, entzieht Gott andre Freuden, uns himmelwärts zu leiten. traurig stehen, wir gehn getrost des Glaubens Bahn und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brot in Lebensnot; er läßt uns nicht verderben, nicht trost- und hilflos sterben. ist wohlgethan, so wollen 6. Was Gott thut, das wir stets schließen. Und ist wo bei uns kein Kanaan, Milch und Honig fließen, ihm danken wir, wenn er allhier Mangel uns begegnet, das Wenige doch segnet. B. Schmold 1672-1737. Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen. 390. Wir alle, Menschenvater, bringen dir an dem Festaltare Dank. Das Alter und die Jugend singen dir heute frohen Lobgesang. Gefrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; der Segen floß auf die Gefilde aus deiner offnen Vaterhand. 2. Du schenktest Sonnenschein und Regen für jede Frucht zur rechten Zeit, und gabst dem Samen Kraft und Segen, den Menschenhände ausgestreut. Für Millionen deiner Kinder reicht deiner Gaben Reichtum hin. Du nährst den Frommen, nährst den Sünder mit ewig trenem Baterfinn. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Laß ihm nur seinen Willen! Und läßt sich's auch zum Hunger an, er wird ihn wieder stillen. Wer so viel nimmt, als ihm bestimmt, wird auch bei kleinen Bissen Gott noch zu danken wissen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Das Feld mag Für besondere Zeiten: Kirchweihe und Ginführung eines Geistlichen. 287 3. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolken reicht; wer un dankbar der Treu' vergessen, die nie von uns im Staube weicht? O nimm in heißen Freudenzähren, in jedem Pulsschlag unsern Dank! Wir wollen ewig dich ver ehren durch Thaten wie durch Preisgesang. 4. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, leit unser Herz und den Verstand! Nächt, um es sündlich zu verschwen den, empfingen wir's aus deiner Hand. Die Gaben sollen wir genießen, doch mäßig im Genuß uns freun; barmherzig, wie du dich erwiesen, soll jeder der Beglückten sein. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit! Dies Gottes haus ist dir geweiht, o laß dir's wohl gefallen! Hier 5. Auch für den Armen wuchs der Segen, den deine Hand so reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pflegen, er trockne seine Thränen ab! Er danke heute mit uns allen, frohlocke laut und bete an, daß du nach deinem Wohlgefallen viel Gutes uns, o Gott, gethan. Ch. G. 2. Meister 1738-1811. 6. Kirchweihe und Einführung eines Geistlichen. Mel.: Wie schön leucht't uns der. schalle dein lebendig Wort, 391. Gott Vater, aller Dinge dein Segen walte fort und Grund, gieb deinen Vater- fort in diesen Friedenshallen! namen fund an diesem heil- Einheit, Reinheit gieb den gen Orte! Wie lieblich ist Herzen, Angst und Schmerdie Stätte hier, die Herzen zen tilg in Gnaden und wallen auf zu dir, hier ist nimm von uns allen Schaden! des Himmels Pforte! Wohne, throne hier bei Sündern, als bei Kindern, voller Klarheit; heil'ge uns in deiner Wahrheit! wertes Licht, wend her dein 3. O heil'ger Geist, du göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden! Gieß über uns und dieses Haus dich mit allmächt'gen Flammen aus, mach himmlisch uns auf Erden: Lehrer, Hörer, Kinder, Väter! Früher, später 288 Für besondere Zeiten: Kirchweihe und Einführung eines Geistlichen. geht's zum Sterben, hilf uns, Jesu Reich ererben! deiner Hand, den Lehrer, den du uns gesandt. Herr, segne seine Werke! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr' und Leben zu erbaun, gieb Weisheit ihm und Stärke! Lehr' ihn, hilf ihm thun und leiten, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen! 4. Dreiein'ger Gott! Lob, Dank und Preis sei dir vom Kinde bis zum Greis für dies dein Haus gesungen! Du hast's geschenkt und auf gebaut, dir ist's geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach hier sind wir noch in Hütten! Herr, wir bitten: Stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. A. Knapp 1798-1864. 4. Herr, deinen Geist las auf ihm ruhn, laß ihn sein Amt mit Freuden thun, nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, Mel.: Wie schön leucht't uns. 392. Jeſu, Herr der gieb uns ein Herz, das folg O sam hört, ein Herz voll treuer Herrlichkeit, du König deiner Liebe. Lehrer, Hörer laß in Christenheit, du Hirte deiner Freundschaft und GemeinHerde, du siehst auf die erschaft feste stehen und den löste Welt, regierst sie, wie Weg zum Himmel gehen! es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten giebſt, die es zum Himmel führen; die auf des Lebens schmaler Bahn nach deinem Vorbild gehn voran und deine Lehre zieren! Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen, daß die Herden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegen führen. Die Seelen sind ihm zugezählt; ach, gieb, daß dort nur feine fehlt, laß keine ihn verlieren! eine Hilfe, Herr, uns sende, daß am Ende Hirt und Herde treu von dir erfunden werde! 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn, der kommt im Namen unsers Herrn, in Jesu Christi Namen! Freund, Bater, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ew'gen Für besondere Zeiten: Krieg und Frieden. Vaterland! Gott mit dir! Zeiten zu dem Leben, das Amen, Amen! Mit dir gehn uns unser Gott will geben. wir durch die Leiden dieser Joh. Dan. K. Bickel 1737-1809. 7. Krieg und Frieden. Nach eigener Melodie. 393. Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten, es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott alleine. M. Luther 1483-1546. Mel.: Es ist gewißlich an. 394. Herr, der du vormals hast dein Land mit Gnaden angeblicket, und hast dein Volk aus Feindes Hand erlöset und erquicket, der du die Sünd' und Missethat, die dein Volk sonst begangen hat, hast väterlich verziehen; 2. Herr, der du deines Ei fers Glut zuvor oft abge wendet und nach der Straf das süße Gut der Lieb' und Huld gesendet; ach treuer Gott, du unser Heil, nimm weg und hebe auf in Eil', was uns so schwer jetzt fränket. 289 von deines Himmels Haus, Herr, deine Güt' und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 4. Ach, daß ich hörte doch das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede soll an jedem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach, daß uns Gott doch sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh' und alles Unglücks Ende! 5. Ach, daß doch diese böse Zeit bald wiche guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht ganz und gar verzagen! Doch Gottes Hilfe ist nicht weit, und seine Gnade ist bereit all' denen, die ihn fürchten. 6. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Not nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr' in unserm Land und überall recht werd' erkannt, ja stetig bei uns wohne. 7. Die Güt' und Trene 3. Willst du, o Bater, uns denn nicht nun einmal wieder laben? Und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach, gieß werden schön einander grüßen 19 Für besondere Zeiten: Krieg und Frieden. müssen; das Recht wird und kränket, der drückt sich durch die Lande gehn und selbst den Pfeil des Leides wird den Frieden küssen, die Treue wird mit Lust und Freud' auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 290 8. Der Herr wird uns viel Gutes thun, das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird bei uns stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt 1606-1676. Mel.: Nun lob mein' Seel den Herren. 395. Gottlob, nun ist erschollen das edle Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Todeswaffen und ihr Mord! Wohl auf und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, singe Lieder im hohen, vollen Chor. Erhebe dein Gemüte und danke Gott und sprich: Herr, deine Gnad' und Güfe bleibt dennoch ewiglich. 2. Sei tausendmal willkommen, du teures wertes Friedensgut, jetzt sehen alle Frommen, wie reicher Segen n dir ruht! In dich hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt in das Herze, und löscht aus Unverstand die goldne Freudenkerze mit seiner eig'nen Hand. 3. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel' und Herz hinein, als die zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein; die vormals schönen Auen, mit frischer Saat bestreut, jetzt traurig anzuschauen gleich dürrer, wüster Heid'; die Gräber voller Leichen und tapfrer Helden Blut, die treu und sonder Weichen gekämpft um edles Gut. 4. Ach, laß dich doch erwecken, wach auf, wach auf, du harte Welt, bevor der letzte Schrecken dich schnell und plößlich überfällt! Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muts; der Friede, den er giebet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in Fried' und ew'ger Ruh. Paul Gerhardt 1606-1676. Mel.: Nun danket alle Gott. 396. Herr Gott, dich loben wir, regiere unsre Stimmen! Laß deines Geistes Glut in Für besondere Zeiten: Krieg und Frieden. unsern Herzen glimmen! Er dir, daß du Land, Kirch' und weck der Andacht Flamm' zu Häuser, den edeln Fürstendeinem Preis allhier! So stamm und dessen grüne Reisingen wir mit Lust: Herr ser bisher erhalten hast. Gieb Gott, dich loben wir. ferner Gnad' allhier, daß auch die Nachwelt sing': Herr Gott, wir danken dir. 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit freudigem Gemüte; es steiget unser Lied bis an des Himmels Thür, und tönt mit lautem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des goldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in herben Jahren des Krieges harte Last und viele Not erfahren; jezt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gottlob! Wir sind in Ruh'; Herr Gott, dich loben wir. 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns kamst entgegen erst mit gerechter Straf und dann mit deinem Segen. Herr, deine Baterhand hat uns die Gnadenthür jegt wieder aufgethan; Herr Gott, wir danken dir. 6. Herr Gott, wir danken 291 6. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Ruhe leben! Krön uns mit deinem Heil! Erfülle, beten wir, o Vater, unsern Wunsch! Herr Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir danken dir mit frohem Festgesange, mit lautem Jubelton in feierlichem Klange; und was nur Odem hat, ertöne für und für: Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir! Joh. Frank 1618-1677. Mel.: Wachet auf, ruft uns. 397. Halleluja! Preis und Ehre! Die Tempel schmücket, die Altäre ihm, der uns groBes Heil gesandt! Singt dem mächtigen Erretter, er sandte nach dem Schlachtenwetter sein Friedenswort auf's blut'ge Land. Des Krieges Donner schweigt, der Friedensbogen neigt sanft sich nieder. Gott hielt Gericht und endlich bricht aus langer Nacht hervor das Licht. 19* 292 Für besondere Zeiten: Kaiser und Landesfürst. 2. Endlich, endlich ist er rungen, was nah' und fern in allen Zungen die hart Bedrängten heiß erfleht. Gnädig hat der Herr vernommen die stillen Seufzer seiner Frommen, erhört die Thränen, das Gebet. Der Throne baut und stürzt, er hat den Kampf verkürzt, ihm die Ehre! Sein Wink gebeut, so ruht der Streit und Frieden Gott der Welt verleiht. Q M. H. Niemeyer 1754-1828. tim#bells snied mandler sin 8. Kaiser und Landesfürst. 13 104 unsres Landes Vater! Mel.: Fren dich sehr, o meine Seele.| ihm deine ew'ge Gnade, leite 398. Vater, fröne du mit Segen unsern Fürsten und sein Haus, führ durch ihn auf deinen Wegen herrlich deinen Ratschluß aus! Dei ner Kirche sei er Schuß, deinen Feinden biet' er Truß; schenke dem Gesalbten Gnade, segne unsres Landes Bater! 4. Nähre du die heil ge Flamme, die das Herz des Volks erneut, daß es unserm Fürstenstamme Liebe bis zum Tode weiht. In so mancher Stürme Nacht hast du über ihn gewacht, du erhieltest ihn mit Gnade, segne unsres Landes Vater! 1100 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, reich ihm deines Geistes Schwert, daß Gerechtigkeit und Milde ihm des Friedens Heil gewährt, mach ihm leicht die schwere Last, die du auferlegt ihm hast, gieb in Jesu du ihm Gnade, schüße unsres Landes Vater! 5. Fürchtet Gott, den König ehret, das, o Herr, ist dein Gebot, und du hast es selbst bewähret, warst gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir; drum so beten alle wir: Vor dem Bösen schüß in Gnaden, Gott, erhalt des Landes Vater! 3. Sammle um den Thron 6. Gieb uns Mut in den die Treuen, die mit Rat und Gefahren, wenn der Feind frommem Flehn fest in dei uns ernst bedroht, daß wir ner Streiter Reihen für des Treue dann bewahren, geLandes Wohlfahrt stehn, baue hen freudig in den Tod. Du um den Fürstenthron eine bist unser Siegspanier; Gott Burg, o Gottes Sohn; schenk| mit uns! so singen wir. Für besondere Zeiten: Kaiser und Landesfürst. Treue krönest du mit Gnade: 4. Du wollest allezeit in Segne unsres Landes Vater! 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden auch in unserm Lande aus, daß wir deine Bürger werden, ziehen in dein Baterhaus. Friede und Gerechtigkeit gieb uns Gott zu aller Zeit; schenke deinem Volke Gnade, segne unsres Landes Vater! deinem Weg ihn lenken und Zucht und Frömmigkeit in ihm dem Lande schenken; auf daß er Vorbild sei von jeder Tugendart und Hilf und Schuß verleih', wo man den Glauben wahrt. hun ud hiứt Wilh. Hülsemann 1781-1865. Mel.: Nun danket alle Gott. 399. Preis, Chr' und Lob sei dir, in dessen Schirm und Schatten wir bis zur Stund' allhier viel Heil zu schmecken hatten, der auch zu jeder Frist allmächtig nah und fern ein Herr und Helfer ist, des Fürsten, unsers Herrn. 2. Du hast ihm lebenslang den Odem treu bewahret und auf manch strengem Gang dich huldvoll offenbaret. Du hast in seiner Hand das Scepter start gemacht und unser Vaterland mit reichem Gut bedacht. 293 5. Du wolfest seine Treu'. vergelten durch die Treue, womit ihn täglich neu ein gutes Volk erfreue; daß dein Gebot im Bund von ihm Thrones Grund in unsern und uns gescheh', und seines Herzen steh'. an seinem Jahresfeste, und 6. D segne, was wir flehn gieb zum Wohlergehn ihm deiner Gaben beste! Gieb, daß er's nie vergißt, noch wir, und Helfer bist des Fürsten, wie du so gern ein Herr unsers Herrn. Karl Grüneisen 1802-1879. Mel.: Wachet auf, ruft uns. 400. Großer Gott der Heeresscharen, der durch dein 3. Du wollest deinen Geist sen du uns kund gethan; wir herrlich Offenbaren dein Weihm in die Seele legen, der erheben deinen Namen, du klar ihn unterweist, des hohen riefst die Völker, daß sie kaAmts zu pflegen; du wollst men; und wiesest ihnen WohGerechtigkeit und milder nung an. Du starker, treuer Gnade Lust ihm stellen an Hort, erziehst sie fort und die Seit', ihm pflanzen in fort mit Erbarmen. die Brust. Du i nied by oul mächt'ger Held, regierst die 294 Für besondere Zeiten: Kaiser und Landesfürst. Welt so wunderbar vom Himmelszelt. 2. Deine Hand mit Vaterwalten hast du auch über uns gehalten und uns gezeigt des Lebens Bahn; wie die Väter du gesegnet, bist huldreich du auch uns begegnet, hast Großes unserm Volk gethan. Der Widersacher Macht hast du zu Fall gebracht; hast geschlungen der Einheit Band um unser Land, des Friedens Segen uns gesandt. 3. Dafür wollen wir dich preisen in neuen frohen Dantesweisen, dein sei die Ehre ganz allein. Wir sind unwert deiner Gnaden, mit alter Schuld gar schwer beladen, von immer neuer Schuld nicht rein; in Demut bringen dir als unserm König wir unsre Opfer! Laß ernst und licht dein Angesicht uns leuchten, daß wir irren nicht. Hand kann unser Land mit Segen krönen unverwandt. 5. O, so komm in uns zu wohnen! Dein heilig Richten, gnädig Schonen walt über uns alltäglich neu! Laß dein Reich du zu uns fommen, beschirm die Freien und die Frommen und pflanz Gerechtigkeit und Treu! Ent sünd'ge unsern Sinn und ziehe zu dir hin unsre Herzen! Als beste Wehr die Liebe mehr, daß sie des Bösen Macht verzehr'! 6. Segne du mit langem Leben den Kaiser, den du uns gegeben. Bewahr ihn und sein ganzes Haus; fördre seiner Hände Werke und falbe ihn mit Kraft und Stärke, daß Freudigkeit ihm geh' nie aus, die Fürsten im Verein, der Städt' und Stämme Reihn, Haupt wie Glieder, befehlen wir fürbittend dir, daß sie dein heil'ger Geist regier'. 4. Ohne dich kann nichts gedeihen, du mußt die Völker 7. Knüpfe du der Eintracht segnend weihen, wenn ihre Bande um alle Völker, alle Wohlfahrt soll bestehn. Aller Lande und wehre du dem Ruhm und alle Ehre, der bösen Streit! Laß sie suchen Menschen Kunst und Kraft deinen Frieden und gläubig und Ehre, muß ohne dich wie aufwärts schaun hienieden zu Rauch vergehn. In dir all- deinem Reich der Ewigkeit, ein ist Heil, du bist das beste das uns dein Sohn enthüllt, Teil, du alleine. Nur deine wo sich dein Rat erfüllt uns Für besondere Zeiten: Ehe und Hausstand. zum Heile, das ewig steht in den Kaiser und das deutsche Majestät, wenn alles Frdische Reich zu deines Namens vergeht. Ehre. Julius Thikötter geb. 1832. Mel.: Allein Gott in der Höh'. 401. Ein Haupt hast du dem Volk gesandt, und troß der Feinde Toben in Gnaden unser Vaterland geeint und hoch erhoben. Mit Frieden hast du uns bedacht, den Kaiser uns bestellt zur Wacht zu deines Namens Ehre. 2. Wir danken dir mit 2. Wir danken die mit Herz und Mund, du Retter aus Gefahren, und flehn aus tiefster Seele Grund, du wollest uns bewahren, Herr aller Herrn, dem keiner gleich, Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 402. Ach Gott, laß dir befohlen sein jetzt und zu allen Zeiten all unsre Kinder groß und klein; wollst sie zum Guten leiten! Die Jugend wird gar leicht verführt, wohl auch ein Alter sich verirrt, drum stehe du zur Seiten! 9. Ehe und Hausstand. 2. Mit Vatertreu' sie mir behüt, in Gnaden sie regiere! Dein guter Geist leit' ihr Gemüt, daß niemand sie verführe! O halte ihre Herzen 295 3. Verwirf, Gott, unser Flehen nicht, laß auf des Kaisers Wegen dein huldvoll uns zum Segen, und salbe ihn heilig Angesicht ihm leuchten mit deinem Geist, daß er sich kräftiglich erweist zu deines Namens Ehre. Bäter Zeit, ein Feuer anzu4. Ach, komm, wie zu der zünden, daß wir im Frieden und im Streit fest auf dein Wort uns gründen, ein frommes Volk, das dir vertraut und dir zum Tempel sich erbaut zu deines Namens Ehre. Julius Sturm geb. 1816. rein, laß deine Engel um sie sein, daß sie kein Unfall rühre. 3. Und weil man dir, Herr, dienen soll allhier in allen Ständen, so mach sie deiner Weisheit voll, daß sie die Wege finden zu dienen dir in der Gemein; laß alle dir zur Ehre sein, bis sie den Lauf vollenden. 4. Dir, o mein Gott, erzieh' ich sie in deiner Furcht und Treue. Schaff, daß Für besondere Zeiten: Ehe und Hausstand. nicht Arbeit, Sorg' und Müh' dem Pfade seiner Gnade, bis in Zukunft mich gerene, daß ich vielmehr in Ewigkeit mich meiner Kinder Seligkeit vor deinem Throne freue! sie kommen in das Baterland der Frommen. Josua Wegelin 1604-1640. Mel.: Wie schön leucht't uns der. 403. Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heil'ger Ehe! Wie neigt sich freundlich deine Gab' und alles Gut so mild herab aus deiner heil'gen Höhe, wenn sich an dich und dein Walten gläubig halten treue Seelen, die in Eintracht sich vermählen. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und gleichgesinnt zusammengehn im Bunde reiner Treue, da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, da sieht man, wie der Engel Schar im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich Liebet. 296 4. Seid gutes Muts im Ehestand! Shn stiftete nicht Menschenhand, es ist Gott, unser Vater; der hat uns je und je geliebt, und bleibt, wenn Sorge uns betrübt, der beste Freund und Rater. Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man leidensvoll die Thränen lässet fließen, doch aber wer sich in Geduld er giebt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Wage, trage nur ein wenig, unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohlan, mein König, nah herzu, gieb Rat im Kreuz, in Nöten Ruh', und Trost in Angst und Leide. Des sollst du haben Ruhm und Preis, wir wollen singen bester Weis und danken voller Freude, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben wer3. Da giebt er ihnen seine Gnad', mit der er liebreich früh und spat den Seinen gern begegnet; da streckt sein Arm sich täglich aus, der gern die Frommen und ihr Haus gleich als ein Vater den. Amen! segnet. So ziehn sie hin auf P. Gerhardt 1606-1676. Für besondere Zeiten: Ehe und Hausstand. Mel.: Werde munter mein Gemüte. 404. Sorge, Herr, für unsre Kinder, sorge für ihr wahres Heil! Sind sie gleich vor dir auch Sünder, haben sie an dir doch Teil: Sie sind in der Taufe schon dir geweiht und deinem Sohn; darum leite deine Gnade fie auf ihrem Lebenspfade. 2. Der du sie bisher erhalten bei so manchem Unglücksfall, wollest über ihnen walten immerdar und über all. Bricht Gefahr für sie herein, woll'st du ihr Beschützer sein; wenn in Not sie zu dir flehen, laß sie deine Hilfe sehen! 3. Dringt auf sie von allen Seiten der Verführer Schar heran, laß doch ihren Fuß nicht gleiten, halte sie auf rechter Bahn! Regt in ihrer eignen Brust sich mit Macht die böse Lust, gieb dann, daß sie mutig kämpfen und den Reiz der Sünde dämpfen! 4. Herr, erhalte deinem Reiche unsre Kinder stets getreu! O daß keines von dir weiche und dereinst verloren sei! Weck in ihnen frommen Sinn, lenk ihr Streben dar auf hin, die sich gänzlich zu ergeben und zur Ehre dir zu leben. 5. Schenke mir die Him297 melsfreude, daß ich einst am jüngsten Tag, nach so man chem Kampf und Leide, mit Frohlocken sprechen mag: Liebster Vater, siehe hier meine Kinder all mit mir, ihrer keines ist verloren, alle für dein Reich erkoren! Nach L. H. Schlosser 1663-1723. Mel.: 2obt Gott, ihr Christen, oder: Nun sich der Tag geendet. 405. Ich bin ein kleines Rindelein und meine Kraft ist schwach; ich wollte gerne selig sein und weiß nicht, wie ich's mach'. ad mir zu gut geworden einst 2. Mein Heiland, du bist ein Kind; man sagt, du hast mich durch dein Blut erlöst von aller Sünd'. 3. Mein liebster Heiland rat mir nun, was ich aus Dankbarkeit dir soll für deine Liebe thun und was dein Herz erfreut. 4. Willst du mein Herz? Ach nimm es hin, nimm's, liebster Heiland, an! Ich weiß doch, daß ich dein nur bin und geb' dir, was ich kann. 5. Du hast mich in der Tause ja mit deinem Heil bekleid't, und eh' ich etwas wußt' und sah, zu deinem Kind geweiht. 6. Bewahr mein Herz und halt es rein von allem, was Für besondere Zeiten: Ehe und Hausstand. befleckt; es ist dein eigen, laß| stehn! Stein Wort des Lehes sein von deiner Gnad' be- rers sei vergebens, Herr, deckt. segne seinen Unterricht, und leit uns auf dem Weg des Lebens durch seine Hand mit deinem Licht! 3. K. Lavater 1741-1801. 298 7. Holst du mich früh aus dieser Zeit, was ist es dann wohl mehr? Dann komm' ich in die Ewigkeit, dort wird mir nichts zu schwer. 8. Doch soll ich länger hier noch sein, nehm' ich an Jahren zu, so hilf mir, liebster Jesu mein, daß ich viel Gutes thu'. Mel.: Wie schön leucht't uns der. 407. Von dir, du Gott der Einigkeit, ward einst der Ehebund geweiht; o weih auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht bereit stehn, dir den Schwur der Pflicht und Eintracht abzulegen! Laß sie, Vater, dir ergeben, einig leben, tren sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben! 2. Du stiftetest der Liebe Lied vor dem Unterricht.e Band, du willst, daß sie im Ehestand ihr Glück vereinigt gründen; laß ihre Liebe lauter sein; laß Untreu nie den Bund entweihn, zu dem sie sich verbinden. Immer laß fie, dir ergeben, einig leben, einig handeln, fromm und heilig vor dir wandeln! 9. Und schließ ich endlich meinen Lauf im Glauben seliglich, so hebe mich zu dir hinauf und nimm und segne mich. Nikol. Gr. v. 3inzendorf 1700-1760. Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen. 406. Quell der Weisheit, Freund der Frommen, du dessen Freude Segnen ist, du heißest Kinder zu dir kommen; hier sind wir, liebster Jesus Christ! O höre gnädig unser Lallen! Herr, unser Heiland, wir sind dein! Wir hätten Lust, dir zu gefallen, hier fromm und selig dort zu sein. 2. Jesus Christus, deine Lehren, wie heilsam sind sie und wie schön! Gieb, daß wir sie begierig hören, und was wir hören, recht ver3. O segne sie, der gern beglückt und Frommen Lohn von oben schickt auf allen ihren Wegen! Laß ihr Geschlecht sich deiner freun, gieb ihrem Stand und Fleiß Gedeihn und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Vater, dir ergeben, glücklich leben, freudig Für besondere Zeiten: Ehe und Hansstaud. sterben! Denn sie sind des| allen! Dir nur soll sie wohlHimmels Erben. 3. 3. Eschenburg 1742-1820. Nach einer Trauung. Mel.: Ich finge dir mit Herz. 408. Auf euch wird Gottes Segen ruhn, er hat ihn euch gewährt. Geht hin und macht durch frommes Thun euch dieses Segens wert! 2. Der Herr erfüllt, was er versprach, sein Heil sollt ihr empfahn, kommt ihr nur dem Gelübde nach, das ihr dem Herrn gethan. 3. Ihm heiligt nun Beruf und Stand, ihm heiligt euer Herz, und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz. Mel.: Wie schön leucht't uns der. 409. Ich und mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Leib' und 299 Seel' zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gieb deinen Segen nur darein, daß wir dir willig die nen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus gefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; er leucht' uns wie das Sonnenlicht, damit's am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen! Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 4. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit im sanften Tode 4. Laß unser Haus geschließt, und kommt zu Got- gründet sein auf deine Gnade tes Herrlichkeit und schaut ganz allein und deine große ihn, wie er ist. I. 3. Eschenburg 1742-1820. Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit kindlichem Gemüte; selig, fröhlich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen, dir uns lassen, und dann in Geduld uns fassen. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die ben uns verbinde; laß uns im Glauin Liebe allezeit zum Dulden, Tragen sein bereit voll De mut, sanft und linde! Liebe übe jede Seele; keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 5. Giebst du uns ird'sches Glück in's Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäſte! Denn wenn das Herz an Demut leer und voll von Für besondere Zeiten: Ehe und Hausstand. eitler Weltlust wär', so fehlte in Lieb' und Leid, Gemach uns das Beste: Jene schöne, und Ungemach, und nur bei tiefe, stille Gnadenfülle, die dir zu bleiben stets verlanmit Schäßzen einer Welt nicht gen an jedem guten wie am zu ersetzen. bösen Tag. 300 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere; der ist's, der alles wohlbestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles liebreich ziere. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben!! K. J. Ph. Spitta 1801-1839. Mel.: Diesem Haus Heil widerfahren. 410. selig Haus, wo man dich aufgenommen, du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ, wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir entgegenschlagen, und aller Augen freudig auf dich sehn, wo aller Lippen dein Gebot erfragen, und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt. Wo beide unzertrennbar an dir hangen, 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt; du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und hörchen deiner süßen Rede zu, und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen, froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Tren'. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt, o selig Haus, wo du die Wunden heilest, und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk Für besondere Zeiten: Berufslieder. vollendet und bis sie endlich| große, freie, schöne Bateralle ziehen aus, dahin, woher haus. der Vater dich gesendet, ins educe am thim di nid j tam isig op: 3510 Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 411. Das walte Gott, der 10. Berufslieder. dies sest 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk'; mein Herz sucht Gottes Angesicht, drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! 3. Wenn Gott nicht hilft, so kann ich nichts, wo Gott nicht giebet, da gebricht's; Gott giebt und thut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch guten Muts: das walte Gott! 301 helfen kann! Mit Gott fang' 6. Legt Gott mir seinen ich die Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort, drum ist auch dies mein erstes Wort: das walte Gott! Segen bei nach seiner großen Güt' und Treu', so g'nüget mir zu jeder Stund'; drum sprech' ich auch von Herzensgrund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: Unverzagt! Ist doch mein Werk auf Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei; drum dies auch meine Losung jei: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all' mein Thun ein Ende hat; er giebt und nimmt, macht's wie er will; drum sprech' ich auch fein in der Still': das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz, und sag' in meiner Arbeit stets: das walte Gott! K. 3. Ph. Spitta 1801-1859. 5. Anfang und Mitte samt dem End', stell' ich allein in Gottes Händ'; er gebe, was mir nüßlich ist; drum sprech' ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! tel 9. Gott steht mir bei in aller Not und giebt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts, drum sprech ich auch: das walte Gott! 10. Nichts glücket ohne Gottes Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott geht's fort, gerät 302 In besondern Zeiten: Berufslieder. auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht' ich keiner Feinde Neid, laß hassen, wer's nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: das walte Gott! 12. Thu' ich mein Werk mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech' ich nochmals zum Be schluß: das walte Gott! Joh. Betichius 1650-1722. Mel.: Freu dich sehr, o meine. 412. Herr, es sei mein Thun und Lassen dir allein ganz heimgestellt; führe mich auf rechter Straßen, mach's mit mir, wie dirs gefällt; segne den geringen Fleiß, lehre mich, was ich nicht weiß, zeige mir, was ich nicht sehe, leite mich, wohin ich gehe! Mel.:D Gott, du frommer Gott. 413. Mit Jesu fang ich an, mit Jesu will ich enden; was ich nur immer thu', wohin ich mich mag wenden, soll meiner Augen Ziel nur einzig Jesus sein, in meinem Herzen nichts als Jesus wohn' allein. 00 mit Jesu geh' ich schlafen; 2. Mit Jesu wach' ich auf, Seele Ruh' verschaffen. Mit einzig kann der Jesu geh' ich auch ganz freudig in mein Grab; nichts kann mir schädlich sein, wenn ich nur Jesum hab'. 3. Herr Jesu, führe mich, so lang ich leb' auf Erden; laß mich nie ohne dich durch mich geführet werden; führ' ich mich ohne dich, so werd' ich bald verführt, wo du mich führest ſelbst, thu' ich, was mir gebührt. 2. Hierauf fang' ich mit 4. Jch opfre dir ganz auf Vergnügen meine Arbeit wie mein Herz, all' mein Beginder an. Du, o Vater, wirst nen, mein ganzes Jch, mein es fügen, daß sie wohlgeraten Thun, mein Lassen, alle Sinkann; Jesus Christus segne nen. Ich will gehorsam sein du, heil ger Geist, sprich ja in Lieb' und auch in Leid, so dazu! Herr, in deinem gro- lang du mich noch hier willst Ben Namen sei mein End' haben in der Zeit. und Anfang, Amen! Joh. Konr. Ziegler 1692-1731. Verfasser unbekannt. di dim Für besondere Zeiten: Im Alter. 11. 3m Alter. Mel.: Christus, der ist mein Leben. 414. Verwirf mich nicht im Alter, verlaß mich nicht, mein Gott, bist du nur mein Erhalter, so werd' ich nie zu Spott. 2. Wie oft hab' ich erfahren, der Vater sei getreu; ach mach in allen Jahren mir dieses täglich neu! 3. Wenn ich Berufsgeschäfte von außen schwächlich thu', leg deines Geistes Kräfte dem innern Menschen zu! 4. Wenn dem Verstand, den Augen die Schärfe nun gebricht, daß sie nicht viel mehr taugen, sei Jesus doch mein Licht. Mel ,: Allein Gott in der Höh'. 415. Ach treuer Gott, barmherzig Herz, des Güte sich nicht endet, ich weiß, dies Kreuz und diesen Schmerz hat deine Hand gesendet. Ich weiß, Herr, daß du mir die Last aus Liebe zugeteilet hast, wie könntest du mich hassen? 2. Denn das ist allzeit dein Gebrauch, wer Kind ist, muß was leiden, und wen du liebst, den schlägst du auch, schickst Trauern vor 303 5. Will mein Gehör verfallen, so laß dies Wort allein mir in dem Herzen schallen: Ich will dir gnädig sein! 6. Wenn mich die Glieder schmerzen, so bleibe du mein Teil und mach mich an dem Herzen durch Christi Wunden heil. 7. Sind Stimm' und Zunge blöde, so schaffe du, daß ich im Glauben stärker rede: Mein Heiland, sprich für mich! 12. Jn Krankheit. 8. Wenn Händ' und Füße beben, als zu dem Grabe reif, gieb, daß ich nur das Leben, das ewig ist, ergreif'! Ph. Fr. Hiller 1699-1769. den Freuden, führst uns in Tiefen, thust uns weh und führst uns wieder in die Höh'; und so geht eins ums andre. 3. Das hat, Herr, dein geliebter Sohn selbst wohl erprobt auf Erden. Denn eh' er stieg zum Ehrenthron mußt' er gekreuzigt werden. Er ging durch Trübsal, Angſt und Not, ja durch den herben, bittern Tod drang er zur Himmelsfreude. 4. Was ich nicht kann, das 304 Für besondere Zeiten: In Krankheit. der Frommen, gieb, das Turm und Feste, ein gieb du mir, o höchstes Gut mir nicht des Glaubens Bier durch Trübsal werd' genommen! Erhalte mich, o starfer Hort, befest'ge mich in deinem Wort, behüte mich vor Murren! 5. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite treten, hilf, daß ich unverdrossen sei, im Rufen, Seufzen, Beten! So lang ein Herz noch hofft und gläubt und im Gebet beständig bleibt, so lang ist's unbezwungen.de sdsd 6. Greif mich auch nicht zu heftig an, damit ich nicht vergehe! Du weißt wohl, was ich tragen kann, wie's um mein Leben stehe. Wie eine Blume schnell verweht, sobald der Sturm darüber geht, so fall' ich hin und sterbe.. der Müden Ruh', der Schwachen Schatten vor der Sonnenglut, die Hütte, wo man sicher ruht in Sturm und Ungewittern. 9. O laß mich schauen, wie so schön und lieblich sei das Leben, das denen, die durch Trübsal gehn, du dermaleinst wirst geben, ein Leben, gegen welches hier die ganze Welt mit ihrer Zier durchaus nicht zu vergleichen. 7. Ach Jesit, der du worden bist mein Heil mit deinem Blute, du weißt gar wohl, was Trübsak ist und wie dem sei zu Mute, den Kreuz und großes Unglück plagt, drum wirst du, was mein Herz dir klagt, gar gern zu Herzen fassen. 10. Daselbst wirst du in ew'ger Lust gar liebreich mit mir handeln, mein Kreuz, das mir und dir bewußt, in Freud' und Ehr' verwandeln. Da wird mein Trauern Sonnenschein, mein Seufzen lauter Jauchzen sein; das glaub' ich, hilf mir, Amen! Paul Gerhardt 1606-1676. Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen. 416. So wahr der Allerhöchste lebet, will er den Tod des Sünders nicht, des Herz zerknirscht vor ihm erbebet und sich sein eigen Urteil spricht. Er züchtigt uns zu seiner Ehre und unsrem Heil mit Vatertreu' nur, daß man sich zu ihm bekehre, zum bessern Leben tüchtig sei. 8. Sprich meiner Seele 2. Liebreicher Gott! herzlich zu und tröste mich selber sehe dein wahres Wort auf's beste, denn du bist ja l an mir erfüllt; wenn ich mit Ich Für besondere Zeiten: In Krankheit. in Ruhe, Kraft und Ruhm verkehrt? Reu' um Gnade flehe, wird sich meine Bein und Plage meiner Seele Angst gestillt. Da meine Werke nichts verdienen, bleibt deiner Gnade ganz der Preis; die ist so herrlich mir erschienen, daß ich es nicht zu sagen weiß. 3. Ich sah die Welt und alles schwinden, und meine Kräfte starben schon; ich fühlte tief die Macht der Sünden und sah schon dei nen Richterthron; da rührte dich mein ängstlich Sehnen, mein Jammer brach dein Vaterherz; es galten für mich Jesu Thränen, und mich erbat sein Blut und Schmerz. 4. Bald kam dein großer Trost hernieder, der führte mich vom Tod herauf und stärkte mich vollkommen wieder zu einem neuen Lebenslauf. Du sprachest freundlich mit mir Müden, und ich vernahm dein Gnadenwort: Nun gehe hin, mein Kind, im Frieden, doch fündige nicht mehr hinfort! 5. O welcher Seligkeiten Menge erweckte dieses Heil in mir! Mein Herz ward für den Dank zu enge und brannt' und wallte nur von dir. Wie, Herr, vergelt' ich dir die Tage, die deine Huld mir nun gewährt, und wo 305 6. Ich weihe, was ich von dir habe, mein Herz dir ganz zum Opfer ein; es wird ja, Schöpfer, deine Gabe in deinen Augen teuer sein. Nun weiß ich, was es heiße: Leben, da ich, was Sterben sei, erfuhr; nun wird mir stets im Sinne schweben, was ich dir in der Prüfung schwur. 7. Es ist genug, daß ich vor Zeiten nach meines Fleisches Lüsten ging, und an den flücht'gen Eitelkeiten mehr als an dir, o Vater, hing. Ich bin ja darum nur genesen, daß ich die Seele bessern kann; drum fang' ich, Herr, ein ander Wesen mit deiner Gnade Beistand an! Joh. Jak. Spreng 1699-1768 Mel.: Ach bleib mit deiner Gnade. 417. Wenn ich mich im Erkranken zu Bette legen muß, so leg' ich in Gedanken dir, Jesu, mich zu Fuß. 2. Herr, bet' ich, ist's dein Wille, so hilf und heile du; wo nicht, so schweig' ich stille, du führst dem Himmel zu. 3. Das Blut aus deinen Wunden wascht meine Seele 20 Für besondere Zeiten: In Krankheit. rein; dies laß in letzten 4. Ich seh' ihn nicht mit Stunden mir noch zur La- Augen, doch an der Augen bung sein. Statt kann mir mein Glaube 4. Dein Geist, der uns lehrt beten, und Glauben in uns schafft, den laß auch mich vertreten, der geb' mir Glaubenskraft. 5. Ist mir denn nun vergeben, so geh' ich alles ein; läßt du mich hier nicht leben, so wird's dort besser sein. 306 6. Heilt dein Wort nicht die Glieder, so heilt's die Seele doch; die geb' ich dir jeßt wieder, ich sterb' und lebe noch. 7. Dein Wort vom Auferstehen sei mir wie Honigseim; dein Ruf wird einst geschehen: Steh auf und gehe heim! Ph. Fr. Hiller 1699-1769. Mel.: Christus, der ist mein Leben. 418. Wie Simeon verschieden, das liegt mir oft im Sinn, ich fahre gern im Frieden aus diesem Leben hin. 2. Ach, laß mir meine Bitte, mein treuer Gott, geschehn, laß mich aus dieser Hütte in deine Wohnung gehn! 3. Dein Wort ist nun geschehen, an diesem nehm' ich Teil: Wer Jesum werde sehen, der sehe Gottes Heil. taugen, der ihn zum Heiland hat. 5. Ich hab' ihn nicht mit Armen, wie jener Fromme da; doch ist er voll Erbarmen auch meinem Herzen nah. 6. Mein Herz hat ihn gefunden, es rühmt: Mein Freund ist mein, auch in den legten Stunden ist meine Seele sein. 7. Ich kenn' ihn als mein Leben, er wird mir nach dem Tod bei sich ein Leben geben, dem nie der Tod mehr droht. 8. Mein Glaube darf ihn fassen, sein Geist giebt Kraft dazu; er wird auch mich nicht lassen, er führt mich ein zur Ruh'. 9. Wenn Hand und Arm erfalten, hängt sich mein Herz an ihn. Wer Jesum nur kann halten, der fährt im Frieden hin. Ph. Fr. Hiller 1699-1769. Mel.: Welt, ich muß dich lassen. 419. Ich hab' in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl, so will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen, welch Leben hat nicht seine Qual? Für besondere Zeiten: In Krankheit. 2. Ja, Herr, ich bin ein, Tiegel und der Glaub' emSünder und stets strafst du pfängt sein Siegel, gleich dem gelinder, als es der Mensch Gold in Glut bewährt; zu verdient. Sollt' ich, beschwert des Himmels höchsten Freumit Schulden, kein zeitlich den werden nur durch tiefe Weh erdulden, das doch zu Leiden Gottes Lieblinge vermeinem Besten dient? klärt. 3. Dir will ich mich ergeben; nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du erretteſt gern. Gnade 4. Laß du mich finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Sträfte, sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade, du Herr bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, dich durch Geduld verehren, im Glauben zu dir flehn. Ich will den Tod bedenken. Du Herr wirst alles lenken und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. Fr. Gellert 1715-1769. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. 420. Endlich bricht der heiße 307 2. Unter Leiden prägt der Meister in die Herzen, in die Geister sein allgeltend Bildnis ein. Wie er dieses Leibes Töpfer, will er auch des künft'gen Schöpfer auf dem Weg der Leiden sein. Glieder endlich zum Gehor3. Leiden bringt empörte samt wieder, macht sie Christo unterthan, daß er die zerbrochnen Kräfte zu dem Heiligungsgeschäfte sanft und still erneuern kann. 4. Leiden stimmt des Herzens Saiten für den Psalm Sehnsucht dorthin sehn, wo der Ewigkeiten, lehrt mit die sel'gen Palmenträger mit dem Chor der Harfenschläger preisend vor dem Throne stehn. Schritte, Leiden weiht die 5. Leiden fördert unsre Leibeshütte zu dem Schlaf in fühler Gruft; es gleicht einem frohen Boten jenes Frühlings, der die Toten zum Empfang des Lebens ruft. 6. Brüder, solche Leidens20* Für besondere Zeiten: In Krankheit. gnade wird in mannigfachem| Ach, wie viel der Mensch Grade Jesu Jüngern fund vermag, das hab' ich em gemacht, wenn sie mancher pfunden! Wie gebrechlich ist Schmerz durchwühlet, wenn die Kraft, wie verzagt der sie manchen Tod gefühlet, Glaube! Wenn der Herr Nächte seufzend durchgewacht. nicht Hilfe schafft, liegen wir im Staube. 7. Wenn auch die gesunden Kräfte zu des guten Herrn Geschäfte wurden willig sonst geweiht, o so ist's für sie kein Schade, daß sie ihres Führers Gnade läutert in der Prüfungszeit. 2. Ach wie könnt' ich diese Nacht ohne dich bestehen? Ohne deine Huld und Macht müßt' ich ganz vergehen. Trübe fällt der Abend ein, stille wirds auf Erden; doch in diesem Kämmerlein wird's so still nicht werden. 308 8. Im Gefühl der tiefsten Schmerzen dringt das Herz zu seinem Herzen immer liebender hinan, und um eins nur fleht es sehnlich: Mache deinem Tod mich ähnlich, daß ich mit dir leben kann. 3. Jedes Auge thut sich zu, alles sucht den Schlummer; doch hier ist noch keine Ruh, denn es wacht der Kummer. O so komm und bleibe hier bei dem armen Kranken, liebster Jesu, schenke mir tröstliche Gedanken! 9. Endlich mit der Seufzer Fülle bricht der Geist durch jede Hülle und der Vorhang reißt entzwei. Wer 4. Zich empor das matte ermisset dann hienieden, welch Herz aus der finstern Höhle, ein Meer von Gottes Frie- salbe diesen Leib voll Schmerz den droben ihm bereitet sei! mit dem Lebensöle! Herr, 10. Jesu, laß zu jenen Höhen heller stets hinauf uns sehen, bis die letzte Stunde schlägt, da auch uns nach trenem Ringen heim zu dir auf lichten Schwingen eine Schar der Engel trägt! Karl Fr. Hartmann 1743-1815. Mel.: Schwing dich auf zu deinem. 421. Herr, ein ganzer Lei denstag ist nun überwunden. du kannst die Furcht und und Bein in der Seele stillen, laß mich ganz ergeben sein in des Vaters Willen! 5. Wenn ich diese ganze Nacht wachen muß und weinen, Herr, du bist, der bei mir wacht, du wirst mir erscheinen, du wirst in der Dunkelheit freundlich mit mir sprechen, sollte gleich vor Tod und Ewigkeit: Vom Sterben. Traurigkeit mir das Wort gestorben bist, gelitten hast gebrechen. die schwere Pein, damit ich möge selig sein; 2. Erbarm dich mein in meinem Schmerz, gieb Glauben und Geduld ins Herz! Gieb mir in dir nur frohen Mut, dann ist es auch im Leiden gut. 6. Wo ich auch gebettet bin, lieg ich dir in Händen; wo mein Auge siehet hin, wird's zu dir sich wenden. Mein Gebet bestärke du, laß es nicht ermatten, laß mich finden sanfte Ruh unter dei nem Schatten! Ch. R. Puchta 1808-1858. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 422. lieber Heiland, Jesus Christ, der du am Kreuz in bi Zweiundzwanzigste Abteilung. Tod und Ewigkeit. 3. Hilf mir von deines Himmels Höh', daß ich in allem Kampf besteh', und schließt einmal mein Leben auf zu dir! hier, so nimm mich gnädig Ernst Fink 1806-1863. 1. Vom Sterben. Nach eigener Melodie. 423. Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen; wen suchen wir, der Hilfe thu', daß wir Gnad' erlangen? Das bist du, Herr, alleine! Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott! Heiliger starter Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not, erbarm dich unser! 3092. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine! Es jammert dein' Barmherzigkeit unsre Sünd' und großes Leid. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heilliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Hölle Glut, arbarm dich unser! Tod und Ewigkeit: Vom Sterben. 3. Mitten in der Hölle weiden. Er ist deiner GläuAngst unsre Sünd' uns trei- bigen Preis, Ehre, Freud' ben; wo soll'n wir denn flie- und Wonne. hen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein teures Blut, das g'nug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott! Heiliger, starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Erbarm dich unser. Martin Luther 1483-1546. Nach eigener Melodie. 424. Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin in Gottes Wille, getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. 310 2. Das machet Christus, Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich ließest sehen schon und machst bekannt, daß er sei das Leben und Heil in Not und Sterben; 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt hießest laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort' erschollen. 4. Er ist das Heil und selig' Licht für die Heiden; zu leiten, die dich kennen nicht, und zu Martin Luther 1483-1546. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 425. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, zu gehn des Todes Straße, geleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse. Die Seel' an meinem letzten End' befehl' ich dir in deine Händ', du woll'st sie mir bewahren! 2. Mein' Sünde wird mich kränken sehr und mein Gewissen nagen, denn ihr ist viel wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen; will denken, Herr, an deinen Tod; Herr Jesu, in der letzten Not wird noch dein Blut mich trösten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst' ich mich von Herzen! Von dir ich ungeschieden bleib' in Todesnot und Schmerzen; wenn ich gleich sterb', so sterb' ich dir, ein ewig Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd' ich im Grab nicht bleiben; du, Herr, der aufgefahren ist, kannſt Todesfurcht vertreiben, denn, wo du bist, da komm' ich hin, daß ich stets bei dir leb' uud Tod und Ewigkeit: Vom Sterben. bin, drum fahr' ich hin mit Freuden. 5. Ja hin zu meinem Jesu Christ will ich die Arme strecken; so schlaf' ich ein, nach kurzer Frist wird er mich auferwecken. Denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der öffnet mir die Thüre schon, führt mich zum ew'gen Leben. Nik. Hermann 1480-1561. Nach eigener Melodie. 426. Jesu Christ, mein Lebenslicht, mein höchster Trost und Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast, mich drücket sehr der Sünden Last. 2. Der letzte Gang liegt schwer vor mir, ins himmlisch' Paradies zu dir! Da ist mein rechtes Vaterland, dein Blut ist mir dafür das Pfand. 3. Zur Reise ist mein Herz so matt, der Leib gar wenig Kräfte hat; allein die Seele ruft in mir: Herr hol mich heim, nimm mich zu dir! 4. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir das Herz im Tode bricht; dein Kreuz, das sei mein Wanderstab, mein' Ruh' und Rast dein heilig Grab. 5. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau', darauf ich meine Heimfahrt bau'! Thu mir die Thür des Himmels 311 auf, wenn ich beschließe meinen Lauf! 6. Am jüngsten Tag erweck den Leib, hilf, daß ich dir zur Rechten bleib'; daß mich nicht treffe dein Gericht, das aller Welt ihr Urteil spricht. 7. Wie werd' ich dann so fröhlich sein, mich selig mit den Engeln freun, und mit der auserwählten Schar dein Antlig schauen immerdar. Martin Behm 1557-1622. Nach eigener Melodie. 427. Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt; dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Jm Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier; da wird Gott ewig lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon, verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut; laß selig mich abscheiden, gieb mir dein ewig Gut! 3. In meines Herzens Grunde dein Nam' und Kreuz allein strahlt mir all' Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde zum Trost in meiner Not, wie du dich, Herr, so milde geblutet haft zu Tod. Tod und Ewigkeit: Vom Sterben. 4. Verbirg mein' Seel' aus| danfen zergehn als wie ein Gnaden bei dir vor allem Licht, das hin und her muß Leid; rück sie aus allem Scha- wanken, wenn ihm das Öl' den zu deiner Herrlichkeit. gebricht: Der ist hier wohl gewesen, wer erbt das Himmelslos, und ewig ist genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 6. Alsdann fein sanft und stille laß mich, Herr, schlafen ein, wie es dein Rat und Wille, wenn fommt mein Stündelein. 312 5. Schreib meinen Nam'n auf's beste ins Buch des Lebens ein, bind meine Seele feste zur schönen Garbe ein der auserwählten Seelen, die vor dir leben frei, dann will ich stets erzählen, wie treu dein Herze sei. Valerius Herberger 1562-1627. Nach eigener Melodie. mel.: Schwing dich auf zu deinem Gott. 429. Einen guten Kampf hab' ich auf der Welt gekämpfet, denn mein Gott hat 428. Christus, der ist mein gnädiglich all' mein Leid geLeben und Sterben mein Ge- dämpfet, daß ich meinen winn; ihm hab' ich mich er- Lebenslauf selig nun vollendet geben, mit Frieden fahr' ich und die Seele himmelauf | hin. Gott dem Herrn gesendet. 2. Mit Freud' fahr' ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög' zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab' ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; durch seine heil'gen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 7. Laß mich gleich einem Reben anhangen dir allzeit, und ewig bei dir leben in Himmelswonn' und Freud'. Von Unbekannt, um 1608. 4. Wenn meine Kräfte brechen, ich kaum mehr at men kann, und kann kein Wort mehr sprechen, nimm, Herr, mein Seufzen an. 5. Wenn Sinne und Ge2. Forthin ist mir beigelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud' erregt an des Himmels Throne. Nunmehr meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet, nämlich Gottes Angesicht meine Seele schauet. 3. Dieser eiteln bösen Welt mühevolles Leben mir nun länger nicht gefällt. Ich hab' mich ergeben meinem Jesu, da ich bin jetzt in lauter Freuden, denn sein Tod ist mein Gewinn und mein Trost sein Leiden. Tod und Ewigkeit: Vom Sterben. 4. Gute Nacht, ihr meine| halten, wenn's fehlt an gutem Freund', alle meine Lieben; alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Schritt, den ich nun thu' in die Erde nieder: Schaut, die Sonne geht zur Ruh, kommt doch morgen wieder. Rat; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war schwer und groß, bis daß der Tod sie nieder legt' in des Grabes Schoß. Heinr. Albert 1604-1668. 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben? Hier gilt es Müh' und Streit. Es muß ja durchgedrungen, nicht hat wohl gerungen, geht es muß gelitten sein; wer nicht zur Freude ein. treiben mein Leben durch die 6. So will ich zwar nun Welt, doch denk' ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich im reichsten Maße mein Vater trösten wird. Mel.: Valet will ich dir geben. 430. Ich bin ein Gast auf Erden, hab' hier nicht festen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vater land. Hier reif' ich bis zum Grabe; dort in der ew'gen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schließt all' Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh' und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab' ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; mit Bliß und Donnerschlägen oft Angst in mir erweckt. Verfolgung, Haß und Neiden, selbst ohne meine Schuld, hab' ich oft müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So ging's den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich 313 7. Die Heimat ist dort oben, wo aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, und alles hebt und leget, wie es ihm wohlgefällt. 8. Dorthin steht mein Verlangen, da wollt' ich gerne hin, die Welt bin ich durchgangen, daß ich's fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wen'ger find' ich Freud', die meinem Geist gefalle, das Meist' ist Herzeleid. Tod und Ewigkeit: Vom Sterben. 9. Du aber, meine Freude,| weg Sorgen, weg Verdruß! du meines Lebens Licht, du Sein Golgatha soll mir ein ziehst mich, wenn ich scheide, Tabor sein; mein schwacher, hin vor dein Angesicht, in's müder Fuß wird hier auf Haus der ew'gen Wonne, da diesen Friedenshöhen frei von ich stets freudenvoll gleich der Erde Banden gehen. Es als die helle Sonne mit an- ist vollbracht! dern leuchten soll. 314 10. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast. Da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von eiteln Dingen in meinem Erbteil ruhn. P. Gerhardt 1606-1676. Mel.: Es ist genug, so nimm Herr. 431. Es ist vollbracht! Gottlob! Es ist vollbracht, mein Jesus nimmt mich auf. Fahr hin o Welt! Ihr Freunde gute Nacht! Ich ende meinen Lauf bei Jesu Kreuz mit tausend Freuden, ich sehne mich von hier zu scheiden. Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Mein Jesus hat auf sich genommen meine Schuld; gebüßt hat er am Kreuzesstamm für mich, o ungemeine Huld! Und ich hab' in des Heilands Wunden die rechte Freistatt nun gefunden. Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Weg Krankheit, Schmerz und Bein, 4. Es ist vollbracht! Hier bin ich außer Not, Angst und Gefahr gesetzt; hier speiset mich der Herr mit Himmelsbrot, hier bin ich hoch geschätzt; hier hör' ich mit der Sel'gen Singen den süßen Ton der Engel klingen: Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Der Leib mag immerhin Raub der Verwesung sein; ich weiß ja, daß ich Staub und Asche bin. Der Herr wird mein Gebein, wenn er die Gräber wird aufdecken, an jenem Tage schon erwecken. Es ist voll bracht! 6. Es ist vollbracht! Gottlob, es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf. Fahr hin, o Welt! Ihr Freunde gute Nacht! Ich schließe meinen Lauf und alle Not, die mich betroffen. Wohl mir, ich seh' den Himmel offen: Es ist vollbracht! Andreas Gryphius 1616-1664. Nach eigener Melodie. 432. Alle Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht Tod und Ewigkeit: Vom Sterben. wie Heu, was da lebet muß| wo in soviel tausend Jahren verderben, soll es anders wer- alle Frommen hingefahren, den neu. Dieser Leib, der wo dem Herrn, der uns vermuß verwesen, wenn er an- söhnt, ewig Halleluja tönt. ders soll genesen zu der großen 6. Jerusalem du schöne, Herrlichkeit, die den Frommen ach wie helle glänzest du, und ist bereit. welch' lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh'! Ach der großen Freud' und Wonne, endlich gehet auf die Sonne, endlich gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 2. Drum so will ich dieses Leben, wann es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden hab' ich schon mein Heil gefunden, und mein Trost in Todesnot ist mir meines Heilands Tod. 3. Christus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben, drum fahr' ich mit Freuden hin; hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wirdsein das Freudenleben, wo viel tauſend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron, wo die Schar der Engel singet und das hohe Lied erklinget: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Bater, Sohn und Geist; 5. Wo die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sizzet der Apostel Zahl; 315 7. Heil mir, daß ich schon erblicket alle diese Herrlichkeit, Heil mir, denn ich werd' geschmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit der gold'nen Ehrenkrone; stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. 3. G. Albinus 1624-1679. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 433. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende, hin geht die Zeit, her kommt der Tod, wie plößlich, ach, und wie behende kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 2. Es fann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; so lang ich lebe hier auf Erden, leb' ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt' durch Tod und Ewigkeit: Bom Christi Blut, mach's nur mit| sage: meinem Ende gut! Gott!" 316 3. Herr, lehr mich stets mein End' bedenken und wenn ich einstens sterben muß, die Seel' in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende qut! Sterben. ,, Mein Herr und mein Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heil'gen Tauf'; daher bist du mir auch gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab' sein Blut getrunken hier, nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib' in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 5. Mach immer süßer mir den Himmel, mach bitter mir die Lust der Welt, gieb, daß 10. So tomm' mein End' mir in dem Weltgetümmel heut' oder morgen, ich weiß, die Ewigkeit sei vorgestellt. daß mir's mit Jesu glückt, Mein Gott, ich bitt' durch ich bin und bleib' in deinen Christi Blut, mach's nur mit! Sorgen, mit Jesu Gnaden meinem Ende gut! o schön geschmückt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! so 6. Ach Vater deck all' meine Sünde mit dem Verdienste Christi zu, darauf ich mich fest glaubig gründe, das giebt mir die erwünschte Ruh'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod! ch leg die Hand in seine Seite und 11. Ich leb' indeß in Gott vergnüget und sterb' ohn' alle Rümmernis. Mir g'nüget, wie mein Gott es füget. Ich glaub' und bin es ganz gewiß: Durch deine Gnad' und Christi Blut, machst du's mit meinem Ende gut! Ämilie Juliane von SchwarzburgRudolstadt 1637-1706. Tod und Ewigkeit: Vom Sterben. Nach eigener Melodie. 434. Es ist genug! So nimm Herr meinen Geist zu Zions Geistern hin! Lös auf das Band, das schon allmählich reißt, befreie meinen Sinn, der sich nach seinem Gotte sehnet, der täglich klagt und nächtlich stöhnet: Es ist genug. 2. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last, ich nege manche Nacht die harte Lagerstatt mit Thränen, wie lang', wie lang' muß ich mich sehnen? Es ist genug. 3. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will, er fennet ja mein Herz. Ich harre ſein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, den meine sieche Brust getragen, hinweg wird nehmen und mir sagen: Es ist genug. 4. Es ist genug, Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus! Mein Netter kommt, nun gute Nacht, o Welt! Ich fahr' ins Himmelshans; ich fahre sicher hin in Frieden mein großer Jammer bleibt hienieden. Es ist genug. Franz Joachim Burmeister+ 1688. 317 ich sterben getrost mit Fried' und Freudigkeit, der mich zu Gottes Kind und Erben durch jein unschuldig Blut geweiht. Mein Jesus ist mein Trost allein, auf Jesum schlaf' ich selig ein. 2. Auf meinen Jesum will ich sterben, brich immerhin mein Herze, brich! Ich darf ja doch den Himmel erben, an Jesum hälk mein Glaube sich. Mein Jesus ist mein Trost allein, auf Jesum schlaf' ich selig ein. ich sterben, er bleibt, wenn 3. Auf meinen Jesum will alles mich verläßt. Er starb, das Leben zu erwerben, an ihm hält sich mein Glaube fest. Mein Jesus ist mein Trost allein, auf Jesum schlaf ich selig ein! 4. Auf meinen Jesum will ich sterben. Herr Jesu, nimm die Seele hin! Kann ich mit dir den Himmel erben, so ist das Sterben mein Gewinn. Mein Jesus ist mein Trost allein, auf Jesum schlaf' ich selig ein. ich sterben. Wenn mir im 5. Auf meinen Jesum will Eod das Auge bricht, wenn Mund und Lippen sich entfärben, so bleibt er meines Mel.: Wer nur den lieben Gott. 435. Auf meinen Jesum will Lebens Licht. Mein Jesus 318 Tod und Ewigkeit: Vont Sterben. ist mein Trost allein, auf Jesum schlaf' ich selig ein. oft unangemeld't und fordert uns in's Land der Toten. Wohl dem, der Haus und Herz bestellt. Es hänget Unglück oder Glück ja nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren! Tod und Leben hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war. Den einen Fuß hab' ich auf Erden, den andern auf der Totenbahr; ein kleiner Schritt ist nur Salomon Frank 1669-1725. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 436. Ich sterbe täglich und dahin, wo ich ein Raub des Grabes bin. mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her; ach, wer nur immer fertig wär'! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab. Der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Des Todes Stunde bleibt nicht aus; mein Leib ist ein zerbrechlich Haus. 6. Auf meinen Jesum will ich sterben. Mit Leib und Seele bin ich dein, Herr Jesu, laß mich nicht verderben, ach, laß mich ewig selig sein! Mein Jesus ist mein Trost allein, auf Jesum schlaf' ich selig ein. 7. Auf dich, Herr Jesu, will ich sterben, hilf mir aus meiner letzten Not; laß mich das beste Teil erwerben, versüße mir den bittern Tod. Du bist mein höchster Trost allein, auf dich nur schlaf' ich selig ein. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommt auch 6. Ein einz'ger Schlag kann alles enden und Fall und Tod beisammen sein! Doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel' an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn mich der Tod von hinnen reißt; drum bet' ich bei gesunden Tagen: Herr, dir befehl' ich meinen Geist! Und schließen meine Lippen sich, so bitte, Jesus, dann für mich. Tod und Ewigkeit: Vom Sterben. 8. Kann ich nicht segnen, den herbe, sanft geht ein anmehr die Meinen, so segne drer aus der Welt. Doch du sie mehr als ich, und wenn wie du willst, gieb nur dabei, sie traurig um mich weinen, daß einst mein Ende selig sei! o Tröster, so erbarme dich, und lasse der Verlass'nen Schrei'n durch deinen Geist erhörlich sein! 4. Mein Gott, ich weiß nicht wo ich sterbe und welcher Sand mein Grab bedeckt; doch wenn ich dieses nur ererbe, daß deine Hand mich auferweckt, so senke man ins Grab mich ein die Erd' ist allenthalben dein! 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf. Verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf, so wird mein Abschied ohne Pein, mein Ende sanft und selig sein. B. Schmolk 1672-1737. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 437. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig in der Welt besteht. Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, kein Augenblick geht sicher hin, wie bald zerbricht doch eine Scherbe, die Blume kann auch leicht verblühn; drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit! 3. Mein Gott, ich weiß nicht wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält. Dem einen wird das Schei 319 5. Nun, liebster Vater, wenn ich sterbe, so nimm du meineu Geist zu dir! Denn bin ich nur dein Kind und Erbe und hab' ich Jesum nur bei mir, so gilt mir's gleich und geht mir wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. B. Schmold 1672-1737. Mel.: Ach bleib mit deiner Gnade. 438. Mein Gott, in deine Hände befehl ich meinen | Geist; du lebst und liebst ohn' Ende, und thust, wie du verheißst. 2. Wem sollt' ich mich empfehlen, wenn ich will selig sein? Dein sind ja alle Seelen, so ist mein Geist auch dein. 3. Du hast ihn mir gegeben, so nimm ihn wieder hin, dort bei dem Herrn zu leben, dem ich hier eigen bin. 4. Mein Glaube schwingt die Flügel bereits zu jener 320 Tod und Ewigkeit: Vom Sterben. Stadt, dieweil der Geist das kein Gericht, Gott ist deine Siegel auf die Erlösung hat. Zuversicht. 5. Gott, warst du mein Befreier schon in der Sündennot, so bist du, o Getreuer, es auch in meinem Tod. 6. Du lebst und liebst ohn' Ende, und thust, wie du ver heißst. Mein Gott, in deine Hände befehl' ich meinen Geist. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache! Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreu'n. 6. Überwind ihn durch Vertraun; sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schaun, Staube. Er, der rief: Es er erweckt mich aus dem ist vollbracht, nahm dem Tode seine Macht. Ph. Fr. Hiller 1699-1769. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 439. Meine Lebenszeit verstreicht; stündlich eil ich zu dem Grabe; und wie wenig ist's vielleicht, das ich noch zu leben habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn eins ist not. Grab oft hin, siche dein Ge7. Tritt im Geist zum bein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! Lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert 1715-1769. Mel.: Wachet auf vom Schlaf. 440. Gott sei mit dir! Amen, Amen! Entschlaf in jenent großen Namen, vor dem sich Erd' und Himmel beugt! Sieh, an deiner Laufbahn Ende bist du! Er nimmt in seine Hände die Seel' auf, die der Erd' entfleucht. Hör, o erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist: Jesus Christus hat dich versöhnt! von ihm gekrönt, empfängst 2. Lebe, wie du einst im Tod wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, wie die Welt sie bot, Würden, die die Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugnis giebt, wird dir deinen Tod versüßen. Solch ein Herz, von Gott erneut, ist im Tod voll Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Not Freunde hilflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich Bei Beerdigungen. du nun der Erben Lohn. 3. Gottes Trost soll dich 2. Welcher Glanz wird dich ergößen, daß du verwesest, umfangen, ist dir der Tag dies Entsetzen verfinstre deine nun aufgegangen des Lebens, Seele nicht! Zwar wir wannach des Todes Nacht! Sei deln hin und säen dich irdisch gesegnet, Amen, Amen! Ent- aus; doch auferstehen sollst schlaf in Jesu Christi Namen! du mit jenes Tages Licht. Als er einst starb, hat er's Geh ein zu deiner Ruh'! vollbracht. Nicht du, der Der Herr schließt nach dir Herr allein macht dich von zu. Auferstehen nach kurzer Sünden rein; und du sündigst Ruh', du Toter du, wirst du, nun bald nicht mehr; der zum Leben auferstehn.. Brüder Heer, der himmlischen, nimmt nun dich auf. F. G. Klopstock 1724-1803. med hist Tod und Ewigkeit: 321 2. Bei Beerdigungen. Mel.: Ich hab' mein' Sach Gott| legter Not, Lust, Ehr' und 441. Wie fliegt dahin der Reichtum in dem Tod? O Menschen Zeit, wie eilen wir Mensch, du läufst dem Schatzur Ewigkeit! Wie wenig ten zu; bedenk es du! Sonst denkt man an die Stund' von kommst du nicht zur wahren Herzensgrund; wie schweigt Ruh'. hievon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, gleich einem leichten Wasserschaum, im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, wie täglich ihr vor Augen seht. 5. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust; mir ist das höchste Gut bewußt. Das such' ich nur, das bleibet mir; o mein' Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir. 6. Wie wird mir sein, wenn 3. Nur du, mein Gott, du ich dich seh' und bald vor bleibest mir, was du mir bist; deinem Throne steh'! Du ich traue dir. Laß Berg und unterdessen lehre mich, daß Hügel fallen hin. Mir ist stetig ich mit trenem Herzen Gewinn, wenn ich allein bei suche dich! Jesu bin. Joachim Neander 1650-1680. 4. Was hilft die Welt in 21 322 Tod und Ewigkeit: Mel.: Der lieben Sonne Licht. 442. Die Christen gehn von Ort zu Ort durch mannigfalt'gen Jammer, und kommen in den Friedensport und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf mit seinen Armen auf. Das Weizenkorn wird in sein Beet auf Hoff nung schöner Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist, gelobt sei'n eure Schritte, du allbereits befreiter Geist, du jegt verlassne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch Glieder deckt mit sanfter Ruh' der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Offenbarung; indessen bleibt das Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß in Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ' uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan. Nic. Lud. Graf von Zinzendorf 1700-1760. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns. 443. Nun bringen wir den Leib zur Ruh' und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Bei Beerdigungen. Asch' und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wenn Christus einst erscheint mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; schau hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Not kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit, auf Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. Es währen Reichtum, Ehr' und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: Jch bitt', o Gott, durch Christi Blut, mach's einst mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm' jeder seiner Seele wahr! 9. Wann unser Lauf vollendet ist so sei uns nah, Tod und Ewigkeit: Bei Beerdigungen. Herr Jesu Christ! Mach selbst sind Leiden. Deine uns das Sterben zum Gewinn; zieh unsre Seele zu dir hin. Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, in Herrlichkeit erscheinen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antlitz ewig sehn. €. Liebich 1713-1780. Mel.: Jesus meine Zuversicht. 444. Geht nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde. Von der Erde scheid' ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh' von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab! Meinen Lauf hab' ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Ird'sche endet. Lege selbst mich nun hinein in das Bette ohne Bein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden; deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Frenden 323 Sonn' und Mond und liebe 5. Darum letzte gute Nacht Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis' in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr verschwindet ganz.me 6. Die ihr nun in Trauer geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eiteln Schein; droben nur kann's ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich still von der Welt will Abschied nehmen; daß ich aus dem Irrtum will, aus den Schatten, aus den Schemen, aus dem Eiteln, aus dem nichts, hin ins Land des ew'gen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen Heiland, hab' ich funden. Und ich habe auch mein Teil an den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heil'ges Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht, mein Erlöser lebt. Hoch vom finstern Erdenstaube, hell empor die Hoffnung schwebt, und des Himmels Held, der Glaube, 21* Tod und Ewigkeit: Bei Beerdigungen. und die ew'ge Liebe spricht:| so viel, und eins ist not! Kind des Vaters, zittre nicht! Die Welt beut ihre Güter feil. Denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Teil! CIE. M. Arndt 1769-1860. Shaff Nach eigener Melodie. a. 324 445. Wohlauf, wohlan zum leßten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh' ist lang; Gott führet ein, Gott führet aus: Wohlan, hinaus! Kein Bleiben ist im Erdenhaus. a 2. Du Herberg' in der Wanderzeit, du gabest Freuden, gabst auch Leid; jetzt schließe Welt, das Haus bist du, die Thüre zu! Dein Gast geht in die ew'ge Ruh; 3. Geht in ein beffres Schlafgemach, die Freunde folgen segnend nach. Habt gute Nacht, der Tag war schwül im Erdgewühl. Habt gute Nacht, die Nacht ist kühl. 4. Jhr Glocken, tönet fest lich drein und läutet hell den Sabbat ein, der nach des Werktags turzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist! und 7. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachteſt du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Luft und Schmerz, schau himmelwärts! Da, wo dein Schatz ist, sei dein Herz! 8. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh' dich der Tod an Tote reiht. Sie rufen: Gestern war's an mir, heut' ist's an dir! Hier ist fein Stand, fein Bleiben hier! 1190 9. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg' und Bett in Sarg und Grab. Wann, wie und wo, ist Gott bewußt, schlag an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 10. Da ist kein Sig zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu b. rot, i hön kein Wangenrot, im Finstern droht der 5. O selig, wer das Heil Tod und überall der Tod. erwirbt, daß er im Herrn, in 11. Ach banges Herz im Christo, stirbt! O selig, wer Leichenthal, wo ist dein Licht, vom Laufe matt die Gottes- dein Lebensstrahl? Du bist stadt, die droben ist, gefunden es, Jesu, der mit Macht aus hat! Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. ad 6. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst 12. Dein Trostwort klingt Tod und Ewigkeit: Bei Beerdigungen. so hoch und hehr, wer an mut und betrachte still das Eine, mich glaubt, stirbt nimmer- was allein dir not und gut. mehr! Dein Kreuz, dein Knie vor Gott in Demut hin, Grab, dein Auferstehn, dein bis dir Sterben ist Gewinn, Himmelgehn läßt uns den bis die Christus ist dein Himmel offen sehn. Leben; das laß wieder dich erheben. JUNE 13. Wohl dem, der sich mit ihm vertraut, schon hier die ew'gen Hütten baut! Er sicht das Kleinod in der Fern' und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. 2. Herr, mein Gott, laß mich bedenken, was der Sichre nicht bedenkt, daß auch mich sie einst versenken, wo man Tausende versenkt. Unter uns wie mancher fehlt, den wir jüngst noch mitgezählt, und wie viele Schwermutsthränen fließen, die zurück ihn sehnen! 3. Ja, du Todesleib, zerstoben bist auch du in kurzer Zeit, und vielleicht liegt schon gewoben irgendwo dein Sterbefleid. Doch mein Herz ist nicht betrübt; so hat Gott die Welt geliebt, daß er ihr den Sohn gegeben und in ihm das ew'ge Leben. 4. Komm denn, Nacht, auch mich zu decken, Christus ist mein Morgenstern; Christus wird mich auferwecken, ich entschlafe in dem Herrn. Sei mein Ende noch so nah, selig ronnen dem Verderben dieser sind die die, entWelt, im Herren sterben. Wilh. Meinhold 1797-1851. Mel.: Christus, der ist mein Leben. 447. Am Grabe stehn wir stille und säen Thränenſaat, c.b13 14. Num, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein! Hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, gönnt all zugleich auch ihm( ihr) ein Räumlein neben euch. 15. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort, bereitet ist die Stätte schon am Gnaden thron, bereitet ihm( ihr) durch Gottes Sohn. 16. Sein ist das Reich mit Allgewalt; er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja komm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein, Amen, dein laß uns ewig sein! Chr. Fr. H. Sacje 1785-1860. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 446. Laß, o trauernde Gemeine hier den stolzen Erden325 326 Tod und Ewigkeit: Bei Beerdigungen. des lieben Pilgers Hülle, der| Gast! Nein, selbst sie auch ausgepilgert hat. müssen sprechen, selbst bei reichen Thränenbächen: Wohl dir, daß du Ruhe hast. 2. Er ist nun angekommen, wir pilgern noch dahin, er ist nun angenommen, der Tod war ihm Gewinn. 3. Auch ihr Eltern, seid's geständig, nichts ist unser eigenhändig; alles ist uns nur geborgt! Kinder sind des Himmels Erben, und sie läßt der Höchste sterben, daß sie besser sei'n versorgt. 4. Ihn hat nun als den Seinen der Herr dem Leid entrückt, und während wir hier weinen ist er so hoch beglückt. 4. Wiege wechselt Gott mit Grabe. Nehm' er wieder seine Gabe, schaut sein Thun mit Demut an! Klaget, was ihr könnet flagen! Dennoch müßt ihr endlich sagen: Es ist alles wohl gethan. 5. Er trägt die Lebenskrone und hebt die Balm' empor, und singt vor Gottes Throne ein Lied im höhern Chor. | 5. Laßt den höchsten Vater walten! Der so lang hat hausgehalten, liebt uns, und verderbet nichts. Christen, lasset Christum handeln; folgt ihm, um mit ihm zu wandeln in das Land des schönern Lichts! 3. Er schaut nun, was wir glauben, er hat nun, was uns fehlt, ihm kann der Feind nichts rauben, der uns versucht und quält. 6. Wir armen Pilger gehen hier noch im Thal umher, bis wir ihn widersehen und selig sind wie er. K. 3. Ph. Spitta 1801-1859. Am Grab von Kindern. Mel.: Jesus mit der Schar. 448. Himmelauf und zu den Engeln, wo man weiß von feinen Mängeln, himmelauf zu seinem Gott ist der reine Geist geflogen, da, da wird er auferzogen frei von dieses Lebens Not. 2. Liebe Seele, soll ich flagen und mit deinen Eltern sagen: Allzufrüh' entriss'ner 6. Vorgeschickt ist unverloren; er hat einen Ort er= koren, und er führet uns dahin. Lasset denn nach euerm Schaße und nach seinem Freudenplaße eure Herzen glaubig ziehn! Inst 7. Wehe den betagten Sündern! S wie wohl geschieht den Kindern, die bald sagen: Gute Nacht! Sie sind unbesorgt der Sachen, die den Tod und Ewigkeit: Bei Beerdigungen. Alten bange machen vor des legten Richters Macht. schauen, was mir für Wonne ist gegönnt in diesen Himmelsauen! Ihr würdet mit Entzücken sehn, wie mir nun ist so wohl geschehn, und eure Klagen stillen. 8. Nun so blickt vom Grabesrande aufwärts zu dem sel'gen Lande, dort weilt das geliebte Bild. Sein Gebeinlein soll hienieden ruhen sanft in stillem 5. Die ihr für mich geforget Frieden, unter Blumen ein- habt, ihr Lieben, ihr Getreuen, gehüllt! der Gott, der die Betrübten labt, der woll' auch euch erfreuen! Lebt wohl, und glaubet fest dabei, daß ich nun wohl versorget sei bei unserm Gott im Himmel! 6. Ihr Eltern, euer zärtlich Herz, das wolle Gott selbst seguen! Gott helfe, daß hinfort kein Schmerz euch möge mehr begegnen! Gott geb' euch seiner Engel Wach, und helf' euch allen endlich nach zu dieser Himmelsfreude! Paul Flemming 1609-1640. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 449. Ach, liebste Eltern, trauert nicht! Mir ist jetzt wohl geschehen; ich kann nun Gottes Angesicht in Freud' und Wonne sehen. Das Heil, wornach ihr euch noch sehnt, um das noch euer Auge thränt, das kann ich jetzt genießen. 2. Nunmehr steh' ich vor Gottes Thron mit seinen lieben Engeln; ich trag' die ew'ge Siegestron', und weiß von keinen Mängeln. Michie hat mein Heiland, Jesus Christ, der selbst mein Freund und Bruder ist, zum Himmel angenommen. 3. Warum betrübt ihr euch denn nun, ihr herzgeliebten Meinen? Ach, laßt mich hier doch selig ruhn, und höret auf zu weinen! Es ist ja nicht mehr lange Zeit, da wir in sel'ger Ewigkeit zusammen werden kommen. 327 4. O wär' es möglich, daß ihr könnt auf einen Blick nur Joh. Frank 1618-1677. Mel.: Es ist genug, so nimm Herr. 450. 3euch hin, mein Kind! denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus, darum be 328 Tod und Ewigkeit: Bei Beerdigungen. fiehlt er dir jetzt wieder fort zuziehn. Zeuch hin, Gott hat es so verschen; was dieser will, das muß geschehen. Zeuch hin, mein Kind! of 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh', kein Schmerz mehr, der uns plagt. Hier müssen wir in Ängsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, sobald es Gott gefällt. Du eilest fort, eh' dich das Ungemach heimsucht in dieser Welt. Wer lange lebt, steht lang' im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 5. Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbunden, du hast im Herren überwunden. Zeuch hin, mein Kind! Gottfried Hoffmann 1658-1712. Mel.: Was Gott thut, das ist. 451. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er giebt und nimmt auch wieder. Bald sieht er uns in Gnaden an, bald beuget er uns nieder. Er schenkt auf Freud' bald bittres Leid; wo Wiegenlieder klingen, muß man zu Grabe singen. 2. Doch was Gott thut, ist wohlgethan, wer will die Weisheit meistern? Rust er, mein Kind, dich himmelan zu Zions reinen Geistern, und will mein Herz bei seinem Schmerz in tausend Stücke brechen, wer darf da widersprechen? 3. Gott thut's, drum ist es wohlgethan! Er macht es bald vollkommen, da er es von der Dornenbahn in seinen Schoß genommen. Ihm half sein Gott aus aller Not, er stillte bald sein Weinen; er rettet gern die Seinen. 4. Thut's Gott, so ist es wohlgethan, die Welt kann leicht verführen. Dort aber trifft es Rosen an, daran kein Dorn zu spüren. In Gottes Hand ist dieses Pfand ganz sicher aufgehoben, wenn Welt und Sünde toben. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, ich will mich drein ergeben. Dort in dem schönen Kanaan blüht dir das wahre Leben.pur Zeuch hin, mein Kind, wo Sonnen sind, die niemals untergehen und stets im Glanze stehen! 6. Was Gott thut, das ist Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. zu ihrem Christenlaufe für Christum eingeweiht, und noch bei Gott in Gnaden. Was sollt es ihnen schaden, wenn er nun: fommet heim!" gebent! wohlgethan, das Herz des| 2. Sie sind ja in der Taufe Christen glaubet, daß er uns wieder geben kann, was uns der Tod geraubet. Wie freu' ich mich, mein Kind, auf dich! Dort wollen wir uns füssen, wo Freudenströme fließen. 7. Gott thut es, so ist's wohlgethan, du sammelst meine Thränen. Ich aber schaue himmelan mit Seufzen und mit Sehnen. Ach, daß ich dort bei dir, mein Hort, mein Kind bald möchte sehen! Ach ja, es wird geschehen! Benj. Schmold 1672-1737. Mel.: Welt, ich muß dich. 452. Wenn fleine Himmelserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein. Sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sei'n! Nach eigener Melodie. 453. Es ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kommen, zu richten in der Herrlichkeit die Bösen und die Frommen. Wer wird alsdann vor ihm bestehn, wenn alles wird im Feu'r vergehn, wie uns sein Wort bezeuget? 2. Posaunenschall wird laut 329 shut Gulf. 3. Der Unschuld Glück verscherzen, stets kämpfen mit den Schmerzen, mit soviel Seelennot, im Angstgefühl der Sünden das Sterben davor schwer empfinden bewahrt ein früher Tod. 3. Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. 4. Owohl auch diesem Kinde, es stirbt nicht zu geschwinde! Zeuch hin du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsres Jesu sind. Joh. Andr. Rothe 1688-1758. ergehn an aller Welten Ende; darauf bald werden auferstehn die Toten gar behende. Die aber noch am Leben sind, die wird des Herren Wort geschwind verwandeln und erneuen. 3. Ein Buch wird dann gelesen bald, darinnen steht geschrieben, was alle Menschen, jung und alt, auf Er Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. den je getrieben; daraus dann| singen; das Herz will ihr sicher jedermann wird hören, vor Freuden springen, sie was er hat gethan in seinem wachet und steht eilend auf. ganzen Leben. nino d Ihr Freund kommt vom 4. Was werd' ich armer Sünder dann vor deinem Richtstuhl sagen? Und welchen Fürsprech ruf' ich an, wenn Sünden mich verklagen? Du wirst es sein, Herr Jesu Christ, weil du ins Fleisch gekommen bist, die Sünder zu erlösen. 330 5. Herr Jesu Christ, es währet lang mit deinem jüngsten Tage! Den Men schen wird auf Erden bang' in aller Not und Plage. Komm doch, komm doch, du Richter groß, und mach uns bald in Gnaden los von allem Übel! Amen. Barth. Ningwaldt 1530-1598. Nach eigener Melodie. 454. Wachet auf, ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne; wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde. Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr flugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräut'gam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit! Ihr müsset ihm entgegen gehn! 2. Zion hört die Wächter Himmel prächtig, von Gnaden stark stark, von von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron', Herr Jesu, Gottes Sohn! Hostanna! Wir folgen all' zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl.id and find 3. Ehr' und Ruhm sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engelzungen, mit Zimbeln und mit Harfenton. Prächtig sind die Perlenthore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug' hat je geschaut, fein Ohr vernahm den Laut solcher Freude! Drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für! Philipp Nicolai 1556-1608. Nach eigener Melodie. 455. Fren dich sehr, o meine Seele, und vergiß all' Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesent Jammerthal! Aus der Trübsal, Angst und Leid sollst du kommen zu der Freud', die kein Ohr je hat gehöret, die in Ewigkeit auch währet. binjak Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. 331 2. Tag und Nacht hab' ich 6. Ob mir schon die Augerufen zu dem Herren, mei- gen brechen und mir das nem Gott, weil mich stets Gehör verschwind't, meine viel Kreuz betroffen, mir zu Zung' nicht mehr kann sprehelfen aus der Not. Wie sich chen, mein Verstand sich nicht sehnt ein Wandersmann nach besinnt, bist du doch mein dem Ende seiner Bahn, so ist Licht und Hort, Leben, Weg dies mein täglich Bitten, daß und Himmelspfort', wirst in ich gern hätt' ausgestritten. Gnaden mich regieren, mich 3. Denn gleichwie die Ro- die Bahn zum Himmel führen. sen stehen unter Dornenspigen gar, also auch die Christen gehen durch viel Not, Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unsre Wallfahrt voll Beschwerden. 7. Freu' dich sehr, o meine Seele, und vergiß all' Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud' und Herrlichfeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren und auf ewig triumphieren. Kaspar von Warnsdorf+ 1634. NOLLEONE 15019 4. Wann die Morgenröt aufgehet und der Schlaf sich von uns wend't, Sorg' und Kummer uns umfähet, Mühe Nach eigener Melodie. ist an allem End. Thränen 456. Jerusalem, du hochgesind hier unser Brot bei dem Früh- und Abendrot. Wann die Sonn' aufhört zu schei nen, hört nicht auf das bittre Weinen. 5. Drum leucht mir mit deiner Gnade, ewig heller Morgenstern, sei auf mei nem dunkeln Pfade, mein Erlöser, mir nicht fern! Hilf, daß ich mit Fried' und Freud' mög' von hinnen fahren heut' ach, sei du mir Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse! baute Stadt, wollt' Gott, ich wär' in dir! Mein sehnend Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir, weit über Berg und Thale, weit über Flur und Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. schöner Tag und noch viel schönre Stund', wann bist du endlich hier, daß ich mit Lust, mit freiem Freudenmund die Seele geb' von mir in Gottes treue Hände Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. zum auserwählten Pfand, sianna schallet ohn' End' in daß sie mit Heil anlände in Ewigkeit.d mod at ater jenem Vaterland? Joh. Matth. Meyfart 1590-1642. Mel. O wie selig seid ihr doch.in 3. D Ehrenburg sei nun gegrüßet mir, thu auf der Gnaden Pfort! Wie manche Zeit hat mich verlangt nach dir, wie sehnt' ich oft mich fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit; nun hat mir Gott gegeben das Erb' der Ewigkeit! 457. O wie mögen wir doch unser Leben so der Welt und ihrer Lust ergeben, und uns selbst scheiden von der From men Ruh' und tausend Freuden? 4. Was für ein Volk, welch' eine edle Schar kommt dort gezogen schon! Was in der Welt von Auserwählten war, trägt nun die Ehrenfron', die wird auch mir gespendet aus meines Jesu Hand, nun ich den Lauf vollendet in meinem Thränenland. 332 2. Müssen wir nicht auch nach kurzen Jahren zu den Toten in die Grube fahren? Es wird geschehen, daß ein jeder seinen Lohn wird sehen. 0311 Oncidispill 3. Wenn die Welt ihre Ende nun genommen und der Richter wird vom Himmel kommen: Der wird entdecken alles, was wir meinten zu verstecken. 5. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Chris sten insgemein, die weiland trugen ihres Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau' ich in Ehren schweben, in Freiheit überall mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. o ipuige 6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud' erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis, das Halleluja hallet dort 5. Herr Christus, wollest meiner schonen und mir Sünder nach Verdienst nicht lohnen. Ich will verlassen alle Welt und ihre Lüste hassen. 6. Forthin will ich leben dir zu Ehren, nimmer mich von deinem Worte kehren, rein in Heiligkeit, das Ho- dein will ich bleiben; keine 4. O was wird er für ein Urteil fällen, wenn er unser Thun wird vor sich stellen? Wenn er wird finden, wie wir hier gelebt in schweren Sünden? Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. 333 Welt soll mehr von dir mich nicht gerne sterben und den treiben. Himmel für die Welt ererben? Wer wollt' hier bleiben, länger mühevoll das Leben treiben? Ce 7. Deine Gnadenthür steht allen offen, die auf dich in diesem Leben hoffen und mit dir sterben, denn du retteſt sie von dem Verderben. 6.6 Komm, o Christus, komm, uns auszuspannen; 8. Wohl dem Herzen, das lös uns auf und führ uns in deinen Wunden seinen bald von dannen! Bei dir, Trost und Frieden hat ge- o Sonne, ist der frommen funden. Dein Kreuz und Seelen Freud' und Wonne. Leiden führet mich zu wah- bilid Simon Dady 1605-1659. ren Himmelsfreuden. Mel.: Nun ruhen alle Wälder. H. Albert 1604-1668. Nach eigener Melodic. 458. Dwie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Jhr seid entgangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 459. Die Herrlichkeit der Erden muß Staub und Asche werden, kein Fels, kein Erz bleibt stehn. Was uns hier kann ergößen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns hier Freude machen, als lauter Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben währt es nur eine turze Zeit. 2. Muß man hier doch wie im Kerter leben, wo Gefahr und Schrecken uns um schweben. Was wir hier kennen, ist nur Müh' und Herzeleid zu nennen. 3. Jhr dagegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden störet euch in euren Himmelsfreuden. 4. Christus trocknet alle eure Thränen; ihr habt schon, wornach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was in feines Ohr allhier gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn. Sobald der Geist gewichen, sobald der Mund verblichen, ist's um den eitlen Ruhm gethan. 4. Es hilft nicht Kunst noch Wissen; wir werden hingerissen all ohne Unterscheid, was nützt der Schlös 334 Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. ser Menge? Wem hier die bedenke, daß dieser Welt GeWelt zu enge, dem wird ein schenke sind für den Augenenges Grab zu weit. blick! Was du zuvor genossen, ist wie ein Strom verflossen, der niemals wieder kehrt zurück. 5. Ja, alles wird zerrinnen, was Müh' und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besigen, kann für den Tod nichts nüßen, dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 6. Jst eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ist's, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr' erlangen, die nicht dem Neid und Hohn verfällt? 7. Was ist der Glanz der Throne, da keine Macht noch Krone kann unvergänglich sein? Um vor dem Tod zu schüßen, kann dir kein Scepter nügen, kein Purpur, Gold, noch Edelstein. 8. Wie eine Rose blühet, wenn man die Sonne siehet begrüßen diese Welt, doch eh' der Tag sich neiget, eh' sich der Abend zeiget, verwelft und unversehns abfällt: 9. So wachsen wir auf Erden und denken groß zu werden und reich und sorgenfrei; doch eh' wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 10. Wach auf, mein Herz, 11. Trau nicht auf Welt und Ehre, der Menschen Gunst und Lehre, ruf Gottes Gnade an, der ewig Vater bleibet, den keine Zeit vertreibet, der ewig selig machen kann. 12. Wohl dem, der auf ihn tranet! Er hat recht fest gebauet; und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Allmacht selbst erhält. mmg Andreas Gryphius 1616-1674. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 460. Du, o schönes Weltgebäude, magst gefallen, wem du willt; ist doch deine eitle Freude stets mit lauter Angst umhüllt. Denen, die den Himmel hassen, will ich ihre Weltlust lassen; mich verlangt nach dir allein, allerliebster Heiland mein. 2. Müde, die der Arbeit Menge und der heiße Strahl beschwert, wünschen, daß des Tages Länge werde durch die Nacht verzehrt, daß sie nach so vielen Lasten könnten. sanft und süße rasten. Mein Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. 335 Wunsch ist, bei dir zu sein,| Engeln dich verehren, rühallerliebster Heiland mein. men deinen Gnadenschein, treuer Herr und Heiland mein. 3. Andre mögen durch die Wellen und durch Wind und Klippen gehn; ihren Handel zu bestellen und da Šturm und Not bestehn; ich will meine Glaubensflügel schwingen an die Sternenhügel, ewig da bei dir zu sein, reuer Herr und Heiland mein! dist taliyad noch sein, 7. Doch weil ich die Friedensauen und den gold'nen Himmelssaal jetzt nicht kann nach Wünschen schauen, sondern muß im Thränenthal noch im Prüfungskampfe leben, soll mein Geist sich doch erheben, unterdessen bei 4. Manches Mal pfleg' dir sein, treuer Herr und ich zu sagen, und noch man Heiland mein! picts region ches Mal dazu: Würd' ichtio Joh. Frank 1618–1677. doch ins Grab getragen, dann nach eigener Melodie. käm' ich zu meiner Ruh'! 461. Jesus, meine Und mein bestes Teil, das würde, frei von dieses Leibes Bürde, dort im Himmel bei dir sein, treuer Herr und Heiland mein! og 5. Komm, o Tod, des Schlafes Bruder, komm und führe mich nur fort! Löse meines Schiffleins Ruder, bringe mich zum sichern Port! Mag, wer immer will, dich scheuen; du kannst mich viel mehr erfreuen, denn durch dich komm' ich hinein zu dem treuen Heiland mein. 6. Ach, daß ich des Leibes Bande heute noch verlassen müßt, fäme zum gelobten Lande, wo das Haus des Friedens ist! Da wollt ich in heil'gen Chören mit den Zuverjicht und mein Heiland ist sollt ich nicht, darum mich im Leben; dieses weiß ich, zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt, ich werd' auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt; warum ſollte mir denn grauen? Läſfet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 336 Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. Ich bin Fleisch und Frommen, zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend iſt gekommen, die finst're Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf, betet, kämpft und wächet, bald ist es Mitternacht!" 4. muß daher auch einmal zu Staube werden; dieses weiß ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög' allezeit. 5. Dann wird ein verklärter Leib mich umgeben, wie ich glaube; bei dem Herrn ich ewig bleib', wann ich auf ersteh' vom Staube und in solchem Leib werd' ich Jesum sehen ewiglich. ismli Der Bräutigam ist nah, begegnet ihm mit Reihen und singt Halleluja! 6. Dann wird meiner Augen Licht ihn als meinen Heiland kennen, und ich selbst, ich zweifle nicht, werd' in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 7. Was hier kränkelt, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd' ich ausgesät, himmlisch werd' ich auferstehen; zur Verwesung sink' ich ein, unverweslich werd' ich sein. 8. Wohl dem, der den Geist erhebt von den Büsten dieser Erden und schon hier dem Heiland lebt, dort mit ihm vereint zut werden. Schicket da das Herz hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Öl und seid des Herrn gewärtig, bereitet Leib und Seel'. Die Wächter Zions schreien: Louise Henriette von Brandenburg 1627-1667. 3. Ihr klugen Jungfrau'n alle hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Thür' ist auf geschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf ihr Reichsgenossen, der Bräut'gam ist nicht weit! 4. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Gebärden und seid nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstunden gekommen und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 5. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Plagen, in Freuden ohne Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 462. Ermuntert euch, ihr Leid mit leben und regieren, Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. 337 triumphieren und vor des Lammes Thron| gerhütten unter strengem mit Jauchzen Kampf und Streit, da so in eurer Siegeskron'. mancher Christ gelitten, führen meine Lebenszeit; da oft wird die beste Kraft durch die Thränen weggerafft? 6. Hier sind die Siegespalmen, hier ist das weiße Kleid, hier stehn die Waizenhalmen in Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen; hier grünen die Gebein', die dort der Tod erschlagen, hier schenkt man Freudenwein. 7. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden; hier ist die sich're Pfort', hier sind die gold'nen Gassen, hier ist der Freudensaal, da wir uns niederlassen zum ew'gen Hochzeitsmahl. 8. Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf, geh auf, ersehnte Sonne und fördre deinen Lauf. Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurenti 1660-1722. Nach eigener Melodie. 463. Jerusalem, du schöne, da man Gott beständig ehrt, und der Engel Lobgetöne: Heilig, heilig, heilig hört; ach, wann komm ich doch einmal hin zu deiner Bürger Zahl! 2. Muß ich nicht in Bil3. Ach, wie wünsch' ich dich zu schauen, Jesu, liebſter Seelenfreund, dort auf deinen Friedensauen, wo man nicht mehr flagt und weint, sondern in dem höchsten Licht schauet Gottes Angesicht. 4. Komm doch, führe mich mit Freuden aus der Fremde hartem Stand; hol mich heim nach vielem Leiden in das rechte Vaterland, wo dein Lebenswasser quillt, das den Durst auf ewig stillt. 5. O, der auserwählten Stätte, voller Wonne, voller Zier! Ach, daß ich doch Flügel hätte, mich zu schwingen bald von hier nach der neuerbauten Stadt, welche Gott zur Sonne hat! 6. Soll ich aber länger bleiben auf dem ungestümen Meer, da mich Sturm und Wellen treiben durch so mancherlei Beſchwer: Ach, ſo laß in Krenz und Pein Hoffnung meinen Anker sein! 7. Alsdann werd' ich nicht ertrinken, Christus ist mein Arm und Schild, und sein Schifflein kann nicht sinken, 22 338 Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. wär' das Meer auch noch so tes Liebe fließt. Da wird wild; ob gleich Mast und Se- unser Ohr nur hören, was gel bricht, läßt doch Gott die die Freude kann vermehren. Seinen nicht! Da empfindet unser Herz lauter Wonne ohne Schmerz. Friedr. Konr. Hiller 1662-1726. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 464. wie fröhlich, o wie selig werden wir im Himmel sein! Droben ernten wir unzählig unsre Freudengarben ein. Hier noch gehn wir hin und weinen; dort wird uns die Sonne scheinen. Dort ist keine Trauernacht, die uns Gram und Kummer macht. 5. Dort, in welcher hohen Schöne wird die Klarheit Gottes sein! Wie wird dort das Lobgetöne seiner Engel uns erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen! Wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 2. Es ist doch ja dieses Leben nur ein jammervolles Thun, und die Not, die uns umgeben, lässet uns gar selten ruhn. Von dem Abend bis zum Morgen kämpfen wir mit lauter Sorgen, und die überhäuste Not endet sich erst mit dem Tod. 6. Ach, wann werd' ich dahin kommen, daß ich Gottes Antlitz schau'! Wann werd' ich dort aufgenommen in dem schönen Himmelsbau, welchem nichts auf Erden gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht alles Gold zu Schanden macht. 3. Ach, wer sollte sich nicht sehnen, bald in Zion dort zu sehnen, bald in Zion dort zu stehn, und aus diesem Thal der Thränen in den Freuden ort zu gehn, wo das Kreuz in Siegespalmen, unser Klagelied in Psalmen, unser Leid in Lust sich kehrt und die Wonne ewig währt! 7. Mich durchdringt ein heiß Verlangen. Odu groBer Lebensfürst, laß mich bald dahin gelangen, wo dit mich recht trösten wirst. Aber laß auch hier auf Erden jetzt mein Herz schon himmlisch werden, bis mein Los in jenter Welt auf das allerschönste fällt! B. Schmold 1672-1737. Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. 4. Da wird unser Aug' erblicken, was ganz unvergleichlich ist; ewig sich an 465. Wir warten dein, o dem erquicken, was aus Got-| Gottes Sohn, und lieben dein Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. 339 Erscheinen; wir wissen dich sich noch fertig macht und auf deinem Thron und nen ihm begegnen will! nen uns die Deinen. Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt und siehet dir entgegen; du kommst uns ja zum Segen. 2. Wir warten deiner mit Geduld in unsern Leidenstagen. Wir trösten uns, daß du die Schuld für uns am Kreuz getragen, so können wir nun gern mit dir uns auch zum Kreuz bequemen, bis du es weg wirst nehmen. 3. Wir warten dein, du hast uns ja das Herz schon hingenommen. Du bist uns zwar im Geiste nah', doch sollst du sichtbar kommen, da willst uns du bei dir auch Ruh', bei dir auch Freude geben, bei dir ein herrlich Leben. 4. Wir warten dein, du kommst gewiß; schnell wird der Morgen grauen, wir freuen uns schon über dies, was wir erst fünftig schauen. Was wird geschehn, wenn wir dich sehn? Wenn du uns heim wirst bringen, wenn wir dir ewig singen? Phil. Friedr. Hiller 1699-1769, Mel.: Nun sich der Tag geendet. 466. Der Herr bricht ein um Mitternacht, jetzt ist noch alles still. Wohl dem, der 2. Er hat es uns zuvor gesagt und einen Tag bestellt, er kommt, wenn niemand nach ihm fragt, noch es für möglich hält. 3. Wer wacht und hält sich stets bereit als ein getreuer Knecht, daß er in jener Rechnungszeit vor Gott bestehe recht? 4. Wer giebt sein Pfund auf Wucher hin und nützet jeden Tag, daß er mit himmlischem Gewinn vor Jesum treten mag? 5. So wache denn, mein Herz und Sinn u. schlummre nun nicht mehr! Blick täglich auf sein Kommen hin, als ob es heute wär'. 6. Der Tag des Urteils nahet sich, der Herr kommt zum Gericht. Du, meine Seele, schicke dich, steh und verzage nicht! schön und groß; steh auf, dit 7. Dein Teil und Heil ist hast es Macht, geh hin, nimm und genieß dein Los, das Gott dir zugedacht. 8. Der Herr bricht ein um Mitternacht, jetzt ist noch alles still, wohl dem, der sich nun fertig macht und ihm begegnen will. 22* Unbekannt. 340 Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund. 467. Es ist noch eine Ruh' vorhanden; auf, müdes Herz, und werde licht! Du jeufzest hier in deinen Banden und deine Sonne scheinet nicht. Sich auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden, wirf hin die Last und eil herzu. Bald ist der heiße Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet; so gehst du ein zu deiner Ruh'. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt. Es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Der Heiland wollte darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben, er ruft, er locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr From men, versäumet nicht, heut' einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt, eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr seufzend und gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein! Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben, ob Sünde, Welt und Hölle toben, seid nur getrost und gehet ein. 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen müden Wandersmann? Wenn jener nur ein Lager haben und sanft auf solchem ruhen kann, wenn dieser sich darf niederseßen, an einem frischen Trunk ergößen, wie sind sie beide so erfreut! Doch dies sind kurze Ruhestunden, es ist noch eine Ruh' erfunden, die währt in alle Ewigkeit. 5. Da wird man Freudengaben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus. O welch' ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid wird ferne weichen, es wird kein Tod uns mehr erreichen, wir werden unsern König sehn. Er wird beim Brunnquell uns erfrischen, die Thränen von den Augen wischen, wer weiß, was sonst noch wird geschehn? 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da. Die Sonne wird uns nicht mehr stechen; der Herr ist seinem Volke nah. Er will selbst unter ihnen wohnen, und ihre Treue wohl beloh nen mit Licht und Trost, mit Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. 341 Ehr' und Preis. Da werden Körpers Schmerzen, bald seine Frommen grünen, der große Sabbat ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden, legt euch dem Heiland in den Schoß! Ach! Flügel her, wir müssen eilen und uns nicht länger den Glücklichen beneidet und hier verweilen, dort wartet des Bekümmerten vergißt; schon die frohe Schar. Em hier kann der Mensch nie por mein Geist zum Jubi- frei von Bein, nie frei von lieren! Auf, gürte dich zum eigner Schwachheit sein. Triumphieren, auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Joh. Sigism. Kunth 1700-1779. Mel.: Mein Herz ermuntre. 468. Nach einer Prüfung kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit; dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter fiegt als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden, dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Wert empfinden, den unaussprechlich großen Wert. Den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfart sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle, am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. schah; da denkt mein Geist| Herrlichkeit, die offenbart an mit Preis und Dank die uns soll werden von EwigSchickung im Zusammen keit zu Ewigkeit. Wie nichts, hang. wie gar nichts gegen sie, ist doch ein Augenblick voll Müh'! Shr. F. Gellert 1715-1769. Mel.: Mache dich mein Geist bereit. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, heilig, heilig singen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 469. Christ, sei achtsam, sei bereit! Kämpfe, bet' und wache! Nah ist Tod und Ewigkeit, nah dir Lohn und 9. Da werd' ich in der Rache! Hör, Gott spricht! Engel Scharen mich ihnen Säume nicht, seinen Ruf zu gleich und heilig sehn, das hören und dich zu bekehren! nie gestörteGlück erfahren, stets 2. Noch tönt nicht zum fromm mit Frommen umzu- Weltgericht der Posaune gehn. Da wird durch jeden Stimme; noch bebt dieser Augenblick ihr Heil mein Heil, Erdball nicht vor des Richmein Glück ihr Glück. ters Grimme. Aber bald, hör, erschallt Gottes Ruf: Zur Erden sollst du wieder 342 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu millionen Malen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein. 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene werden! 3. Kommt nun, ehe du's gedacht, unter Sünd' und Frenden deines Lebens legte Nacht, was wirst du dann leiden, wenn dein Herz, von dem Schmerz deiner Schuld zerrissen, wird verzagen müssen! 4. Wenn vor deinem Antlig sich jede Sünd' enthüllet, wenn dann jede, jede dich ganz mit Graun erfüllet; dich nichts dann stärken kann, keine deiner Freuden, was wirst du dann leiden! Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. 5. Ach, wie bang um Trost richt mir vor Augen schweund Ruh' an des Grabes ben! Möcht' ich mich stets Stufen, nah dem Untergang meiner Pflicht treu zu sein, wirst du dann vergebens ru- bestreben! Daß ich sie thöfen: Rette, Gott, mich vom richt nie außer Augen setze, Tod! Höre, Vater, Richter, noch mit Fleiß verlege! Schöpfer und Vernichter! 6. Noch, noch wandelst du, D Christ, auf des Lebens Pfade; nah zu deiner Nettung ist dir des Ew'gen Gnade. Eil ihr zu, daß du Ruh' für dein Herz empfindest und Vergebung findest. Chr. Sturm 1740-1786. Mel.: Straf mich nicht in deinem zorn. 470. Herr, ich bin dein Eigentum, dein ist auch mein Leben! Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mir's gegeben! Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Bald kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, dann soll ich zur Rechenschaft dargestellet werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten, denn du willst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe! Weh dann mir, hab' ich hier dein Geschenk verschwendet, und nicht angewendet! 4. Möchte täglich dein Ge343 meine Tage zählen, jeden 5. Lehre mich gewissenhaft Schritt zur Rechenschaft mich mit Vorsicht wählen! Gieb, daß ich ernstlich mich täglich und noch heute auf sie zubereite! 6. Mein Gewissen strafe mich gleich für jede Sünde, Mittler, daß ich bald durch dich Gnade such' und finde! Rufe du dann mir zu: Alles ist vergeben, Sünder, du sollst leben! Gericht! Ich darf zu dir 7. Dann erscheine zum flehen, und vor deinem Angesicht werd' ich freudig stehen. Ewig dein werd' ich sein und mich, dich zu lieben, ewig, ewig üben! Balthasar Münter 1735-1793. Nach eigener Melodie. 471. Auferstehn, ja auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh'. Unſterb lich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn werd' ich gesät; der Herr der Ernte geht und sammelt Garben 344 Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. 210 uns ein, die mit ihm starben.| Ehre dem Lamme, das geHalleluja! 3. Tag des Danks! der Freudenthränen Tag, du, meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlum mert habe, erweckst du mich! Halleluja! opfert ist. Er sauf, wie wir, ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hat's vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein! 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein; mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Bil ger Leiden sind dann nicht mehr! Halleluja. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt' ich im Heiligtume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 472. Selig sind des Himmels Erben, die Toten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht! den letzten Augenblicken Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. In Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh'! Hosianna! Vor Got tes Thron zu seinem Sohn begleiten ihre Werke sie! 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Versöhner, Jesu Christ! Ihr, der Überwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Nach des 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann. Er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn! Heil, nachdem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr, das Alte ist nicht mehr! Halleluja! Er sank hinab, doch von dem Grab erstand er und wir folgen ihm! Fr. Gottl. Klopstock 1724-1803. Mel.: Ich dank' dir schon. 473. Herr, unser Gott, wann Wir kommt dein Reich? warten sein so lange! Wir beten: Zu uns komm' dein Reich! Und ist uns sehnlich bange. 2. Der Frevler höhnt, der Spötter lacht, der Fromme seufzt vergebens am Morgen und um Mitternacht: bleibst du Fürst des Lebens? Wo 3. Du sprachst: Ich komm', ich komme bald mit großem Lohn und Strafen wo - Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. 345 ist, wo ist dein Aufenthalt?| Herrlichkeit und Freudenmahl Die Väter sind entschlafen. und Krone, und will, daß jeder heut', schon heut' in seinem Reiche wohne. 4. Sie hofften, seufzten auch wie wir, und legten sich darnieder, wir hoffen, seufzen auch nach dir, und du erscheinst nicht wieder? 12. Er ließ uns hier sein Abendmahl, sein Wort: Ich komme wieder! Und sprach zu seiner kleinen Zahl: Lebt, sterbet mir, ihr Brüder! 13. Wir leben dir, wir sterben dir, dich wieder bald zu sehen, dir leben wir, dir sterben wir, dein Wort kann nicht vergehen. Joh. Gottfr. von Herder 1744-1803. Mel.: Werde munter mein Gemüte. die Gefangnen ihrer Bande 474. Wann der Herr einst ledig macht, o dann schwinden die vergangnen Leiden wie ein Traum der Nacht! freun, unser Mund voll LaDann wird unser Herz sich chens sein; jauchzend werden wir erheben den, der Freiheit uns gegeben. 5. Bist du zu deines Vaters Hand, wo du dein Reich genommen, und siehst nicht mehr dein Erdenland und kannst nicht wieder kommen? 6. Und deine Lehre wär' ein Traum und unser Wunsch verloren, und wir erstürben wie der Baum? O besser nie geboren! 7. Der Frevler höhnt, der Spötter lacht, der Böse triumphieret, und noch ist nicht umphieret, und noch ist nicht dein Werk vollbracht, noch ist's nicht ausgeführet. 8. Wir sind ohn' deinen Geist und Kraft, verwelkte, tote Glieder. Beleb uns, Himmels- Lebenssaft, u. weck, erweck uns wieder! 9. Ob er verzeucht, so harre sein, er wird gewißlich kommen! Sein Ja ist ja, sein Nein ist nein! Er hat das Reich genommen; 10. Und ist zu seines Vaters Hand, und kommt ein König wieder; die er hienieden sein genannt, sind ewig seine Glieder. 11. Er teilt mit ihnen Rechte, richt auf uns den 2. Herr, erhebe deine Vaterblick; rufe die zerstreuten Knechte in das Baterhaus zurück! Ach, der Pfad iſt steil und weit; türze unsre Pilgerzeit, führ uns, wenn wir treu gestritten, in des Friedens stille Hütten. 3. Ernten werden wir mit Freuden, was wir weinend ausgesät; jenseits reift die 346 Tod und Ewigkeit: Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. Frucht der Leiden und des reine wahre Wonne schaut Sieges Palme weht. Unser die Sonne noch hienieden; Gott auf seinem Thron, er, mit der Unschuld floh der er selbst ist unser Lohn, die Frieden. ihm lebten, die ihm starben, bringen jauchzend ihre Garben. S. G. Bürde 1753-1831. Mel.: Wie schön leucht't uns. 475. Wie wird's im ewgen Frühling sein, wo Lebenslüfte mild und rein durch Gottes Garten wehen? Da sieht man keines Winters Spur, da prangt von Blüten Edens Flur, die nimmermehr vergehen! Selig werd ich deine Auen einstens schauen, neue Erde, wenn ich dort erwachen werde! 2. Zwar schuf auch hier 2. 3war schuf auch hier des Vaters Macht die Welt in ungemeßner Pracht, daß sie sein Lob verkünde. Doch bleibt im Land der Sterblichkeit von Leid und Gram kein Herz befreit, das ist der Fluch der Sünde. Keine GERO STO BOUT 3. Doch wenn, von Jesu Macht besiegt, der letzte Feind zu Füßen liegt, auf ewig überwunden, und er mit seines Wortes Kraft von neuem Erd' und Himmel schafft, dann ist das Leid verschwunden. Droben loben sel'ge Geister dann den Meister, der sie wählte und zu seinem Volke zählte. 4. Die Sonne, die uns hier entzückt und jetzt die niedre Erde schmückt, wird dann uns nicht mehr sweinen, dort wechseln Tag und Nächte nicht, von Gottes Stuhl strahlt ew'ges Licht und leuchtet all' den Seinen: Jesus Christus! Gnad' und Wahrheit, Licht und Klarheit wirst du geben, nur bei dir ist wahres Leben. I. Ch. W. A. Hopfensack geb. 1801. 10 SORG Inhalts- Berzeichnis. I. Lob und Dank II. Bitte und fürbitte III. Sonntag und gottesdienst: 1. Eingangslieder. 44-55. 56-60. 61-78. 79-92. 93-102. 103-132. 133-150. 151-159. 160-167. 168-170. 171-186. 187-196. 197-203. 204-208. 209-216. 217-230. 231-245. XIX. gnade und Erlösung, glaube und Rechtfertigung 246-262. XX. Heiligung: 2. Zum Schluß des Gottesdienstes IV. Advent V. Weihnachten VI. Epiphanien: Jesu Amt und Wandel auf Erden VII. Paffion: Jesu Leiden und Tod. VIII. Oftern IX. Himmelfahrt X. Pfingsten XI. Dreieinigkeit XII. Kirche und gemeinschaft der Heiligen XIII. Ausbreitung des Evangeliums XIV. Wort gottes XV. Die heilige Taufe XVI. Konfirmation. XVII. Das heilige Abendmahl XVIII. Bußlieder 1. Früchte des Glaubens 2. Liebe zu Gott und zu Jesus Christus 3. Der geistliche Kampf 4. Nachfolge Christi 5. Nächstenliebe 6. Gottvertrauen XXI. für besondere Beiten: 1. Morgenlieder 2. Tischlieder. 3. Abendlieder + 4. Jahreswechsel 5. Ernte- und Dankfest ♦ ♦ • Nr. 1-22. 23-43. ♦ 263-275, 276-290. 291-305. 306-320. 321-327. 328-355. 356-364. 365.366. 367-378. 379-387. 388-390, 348 Nr. 6. Kirchweihe und Einführung eines Geistlichen 391.392. 7. Krieg und Frieden 393-397. 8. Kaiser und Landesfürst 398-401. 9. Ehe und Hausstand 402-410. 10. Berufslieder 411-413. 414. 415-422. 11. Jm Alter: 12. Jn Krankheit XXII. Tod und Ewigkeit: 1. Vom Sterben. 2. Bei Beerdigungen. 3. Anferstehung, Gericht, Ewigkeit Abba, lieber Vater, höre B * Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ * Ach, bleib mit deiner Gnade B Ach Gott, laß dir befohlen sein Ach Gott und Herr, wie groß B Ach Gott, verlaß mich nicht Lieder- Verzeichnis. Die mit einem Stern(*) versehenen Lieder gehören zu den weitverbreiteten, die mit B bezeichneten finden sich auch in dem gegenwärtigen badischen Gesangbuch. Ach Gott vom Himmel sieh darein. Ach, liebste Eltern, trauert nicht B 4. Ach, sieh ihn dulden, bluten, sterben B Ach treuer Gott, barmherzig Herz Ach, wenn ich dich, mein Gott, nur habe * Allein Gott in der Höh' sei Ehr B * Alle Menschen müssen sterben B Alles ist an Gottes Segen Also hat Gott die Welt geliebt Am Grabe steh'n wir stille An Gott will ich gedenken B * Auf, auf ihr Reichsgenossen Auf, auf mein Geist, betrachte B ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ 423-440. 441-452. 453-475. ♦ . ♦ ♦ ♦ + Nr. 31 24 25 402 233 28 173 449 127 415 349 168 432 333 248 447 347 67 300 * Auf Christi Himmelfahrt allein B Auf diesen Tag bedenken wir Auferstanden, auferstanden B * Auferstehn, ja auferstehn wirst B Auf euch wird Gottes Segen B Auf Gott und nicht auf meinen Nat B Auf, ihr Posaunen, das Nahen. Auf meinen Jesum will ich sterben * Auf meinen lieben Gott Auf, Seele, auf und säume nicht Aus irdischem Getümmel 1. Aus meines Herzens Grunde B * Aus tiefer Not schrei' ich zu dir B 1 + * Befiehl du deine Wege B Behalte mich in deiner Pflege. Bei dir, Jesu, will ich bleiben. Beschwertes Herz, leg ab die Sorgen Bleibt bei dem, der euretwillen Christe, du Lamm Gottes, der du trägſt Christ ist erstanden von der Christ, sei achtſam, sei bereit B * Christus, der ist mein Leben B Danke dem Herrn, o Seele Das alte Jahr vergangen ist Das Grab ist leer. Das walte Gott, der helfen kann Dein König kommt in niedern Hüllen Der Abend kommt, die Sonne * Der am Kreuz ist meine Liebe B. Der du in Todesnächten Der Herr ist meine Zuversicht B Der Herr ist mein getreuer Hirt ♦ Der du trugst die Schmerzen aller Der du zum Heil erschienen Der Glaub' ist meine Zuversicht.. Der heil'ge Christ ist kommen. Der Herr bricht ein um Mitternacht und und 100 ♦ ◆ 349 Nr. 153 151 145 23 408 352 78 435 332 93 313 356 231 335 305 215 47 216 217 133 469 428 366 380 149 411 74 375 121 194 42 193 252 91 466 353 22 350 Der Sabbat ist vergangen. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht B. Die Christen gehn von Ort zu. Ort Die Feinde deines Kreuzes drohn B Die Gnade unsers Herrn Jesu Chrifti Die goldne Sonne, voll Freud' Die Herrlichkeit der Erden B Die hier vor deinem Antlitz stehn B Die ihr Christi Jünger seid B. * Dies ist der Tag, den Gott gemacht B * Dies ist die Nacht, da mir erschienen B Die Sonne sinket nieder Die wir uns allhier beisammen * Dir, dir Jehovah will ich singen Dir, Ewiger, sei dieser Tag B. Du bist das Licht von Gott gesendet Du, des sich alle Himmel freun B Du, des Zukunft einst erflehten ♦ Du gehst zum Garten, um zu beten B. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ Du Lebensfürst, Herr Jesu Christ B Du, o schönes Weltgebäude B. Durch Trauern und durch Plagen B Du schaust wohl Christi Leiden an ♦ ♦ Ehre sei Gott in der Höhe! Der Herr ist Eine Herde und ein Hirt Einen guten Kampf hab' ich B. Einer ist's, an dem wir hangen Eines wünsch' ich mir vor allen andern * Ein' feste Burg ist unser Gott B. Ein Haupt hast du dem Volk * Ein Lamm geht hin und trägt die Schuld B Eins hätten wir von Herzen gern. * Eins ist not, ach Herr, dies Eine B Ein Wort ist mir ins Herz B... Empor zu Gott, mein Lobgesang B Endlich bricht der heiße Tiegel. * Erhalt uns, Herr, bei deinem B + ◆ ● ◆ ◆ ♦ ♦ . Nr. 374 288 442 184 56 360 459 211 226 88 85 377 181 14 51 43 37 76 120 219 154 460 383 129 89 191 429 192 128 171 401 113 60 294 286 90 420 172 Erhör, o Gott, das heiße Flehn Erinnere dich, mein Geist, erfreut B Er kommt, er kommt, geht ihm entgegen B Ermuntert euch, ihr Frommen Ermuntre dich, mein schwacher Geist B + * Es ist das Heil uns kommen her Es ist genug! So nimm Herr Es ist gewißlich an der Zeit Es ist in keinem andern Heil • Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein Es ist noch eine Ruh' vorhanden Es ist noch Raum; sein Haus. Es ist vollbracht das Opfer für. Es ist vollbracht! Gottlob. Es kennt der Herr die Seinen. Es fostet viel, ein Christ zu sein * Fahre fort, fahre fort, Zion Fortgekämpft und fortgerungen Freu dich sehr, o meine Seele B * Fröhlich soll meine Herze B Frohlockt dem Herrn, bringt Lob B. Früh morgens, da die Sonn Für alle Güte sei gepreist B Für alle Menschen beten wir Geht nun hin und grabt mein Grab Geift des Glaubens, Geist der Stärke Geist vom Vater und vom Sohne B Gelobet sei der Herr, mein Gott B * Gelobet seist du, Jesu Christ. Getreuer Gott, wie viel Geduld B. Gieb deinen Frieden Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden Gieb mir, o Gott, ein Herz B.. Gott, deine Güte reicht so weit B ♦ + ● Gott der Gnaden, schwer beladen * Gott des Himmels und der Erden B Gottes Stadt steht fest gegründet * Gott ist gegenwärtig. ♦ ● ♦ . 351 Nr. 209 143 72 462 84 247 434 453 102 299 467 187 125 431 312 298 176 303 155 82 146 135 376 35 444 167 165 169 79 21 39 40 322 34 245 358 186 16 352 Gott ist getreu! Sein Herz Gott ist mein Hort und auf B.. Gottlob, der Weg ist nun gebahnet B.. Gottlob, ein neues Kirchenjahr. Gottlob, ein Schritt zur Ewigkeit * Gottlob, nun ist erschollen Gott, mein Trost und mein Vertrauen B Gott ruft der Sonn' und schafft B. * Gott sei Dank durch alle Welt B. Gott sei mit dir! Amen, Amen B Gott Vater, aller Dinge Grund Gott Vater in dem Himmel, sprich Gott, vor dessen Angesichte B Gott will's machen, daß die Großer Gott der Heeresscharen Großer Gott, wir loben dich Großer Hirte deiner Schafe Großer Mittler, der zur Rechten ♦ .. Halleluja, jauchzt ihr Chöre Halleluja, Jesus lebt, Tod und B Halleluja! Lob, Preis und Ehr' B Halleluja, Preis und Ehre! Die Tempel Halleluja, schöner Morgen. Halleluja, wie lieblich stehn * Halt im Gedächtnis Jesum Christ B Heiland, deine Menschenliebe B Heil'ge Liebe, die du mich. Heil'ger Jesu, Heil'gungsquelle Heil uns, des Vaters Ebenbild Helft Gottes Güte preisen B Herr, an dir hab' ich gesündigt B Herr, dein Wort, die edle Gabe ♦ Herr, der du in der Höhe wohnest B Herr, der du vormals hast. dein Land B Herr, dessen Thron die Himmel sind Herr, du erforschest mich B Herr, du wollst uns vorbereiten B. Herr, ein ganzer Leidenstag . Nr. 0. 20 203 119 70 372 395 345 386 63 440 391 38 270 346 400 1 182 96 ♦ • ◆ 148 138 170 397 49 159 221 94 327 308 101 379 242 202 241 394 207 251 225 421 Herr, es ist von meinem Leben Herr, es sei mein Thun und Lassen * Herr Gott, dich loben wir. Herr Gott Herr Gott, dich loben wir, regiere B Herr höre, Herr erhöre Herr, ich bin dein Eigentum B * Herr Jesu Christ, dich zu uns B Herr Jesu Christ, du höchstes Gut B Herr Jesu, du regierst zu deines Herr Jesu, Gnadensonne Herr, laß mich deine Heiligung Herr, stärke mich, dein Leiden B. Herr unser Gott, wann kommt dein Reich Herr, von unendlichem Erbarmen Herr, vor deinem Angesicht B * Herzlich lieb hab' ich dich. * Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen B Herz und Herz vereint zusammen Hier Gottes Kinder und dort Erben Hier ist mein Herz, Herr nimm B Hilf, Helfer, Hilf in Angst * Hilf, Herr Jesu, laß gelingen Himmelan geht unſre Bahn Himmelan, nur himmelan soll Himmelauf und zu den Engeln B Hirte deiner Schafe, der B. Höchster, denk' ich an die Güte B Höchster Gott, wir danken dir B Höchster Tröster, komm hernieder B Hört das Wort voll Ernst und Liebe Hosianna! Davids Sohn kommt Hüter Israels, behüte uns Fauchzet ihr Himmel, frohlocket * Ich armer Mensch, ich armer B Ich bin bei allem Kummer stille B. * Ich bin ein Gast auf Erden B Ich bin ein kleines Kindelein * Ich bin getauft auf deinen Namen B. ● ♦ ♦ ♦ ◆ ♦ 353 Nr. 371 412 2 366 32 470 44 232 195 29 302 124 473 258 52 276 107 180 320 285 331 382 316 319 448 373 243 59 166 100 69 41 86 239 351 430 405 206 354 Ich danke dir in glaubensvoller Reue Ich geh' zu deinem Grabe, du großer Ich glaube, lieber Herr * Ich habe nun den Grund gefunden B * Ich hab' in Gottes Herz und Sinn B Ich hab' in guten Stunden B. * Ich komme, Herr, und suche dich B Ich sag' es jedem, daß er lebt B * Ich singe dir mit Herz und Mund B Ich steh' an deiner Krippe hier Ich steh' in meines Herren Hand + * Jch sterbe täglich, und mein Leben B Ich und mein Haus, wir find Ich weiß, an wen ich glaube Ich weiß von keinem andern Grunde * Ich will dich lieben, meine Stärke B * Ich will von meiner Miſsethat Je größer Kreuz, je näher B Jehovah, Jehovah, Jehovah B. * Jerusalem, du hochgebaute Stadt Jesu, deine Passion * Jesu, deine tiefen Wunden B. Jesu, der du meine Seele B Jesu, Freund der Menschenkinder Jesu, frommer Menschenherden. Jesu, geh voran auf der. * Jesu, meine Freude, meines B Jesu, meiner Seele Licht B ♦ * Jesu, meines Lebens Leben B. Jesu, mit der Schar der Frommen B Jesus Christus herrscht als König Jesu, Seelenfreund der Deinen Jesus ist gekommen B... * Jesus lebt, mit ihm auch ich B * Jesus, meine Zuversicht B * Jesus nimmt die Sünder an B Jesus soll die Losung sein. Jesu, Todesüberwinder. ♦ + ● • ♦ ♦ • + Nr. 123 139 261 256 337 419 223 147 6 81 354 436 409 260 257 282 238 348 50 456 115 106 237 229 283 311 280 108 114 228 158 53 87 142 461 253 384 150 * In allen meinen Thaten B. * Jft Gott für mich, so trete B Kehre wieder, kehre wieder, der du Komm, heil'ger Geist, Herr und Gott Komm, mein Herz, in Jesu Leiden. * Komm o komm, du Geist des Lebens Kommst du endlich doch gegangen Kommst du, kommst du, Licht der Heiden B. Kommt Brüder( Kinder), laßt uns gehen Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn Kommt ins Reich der Liebe + * König, dem kein König gleichet König der Könige, sei uns im Staube * Laß dein mich sein und bleiben B Lasset uns im Geiste wandeln * Lasset uns mit Jefu ziehen B. Laß mich, o Herr, in allen Dingen B Laß mir die Feier deiner Leiden B Laß, o trauernde Gemeine . -. Laß, Vater, deinen guten Geist B Liebe, die du mich zum Bilde * Liebster Jesu, wir sind hier, deinem B * Liebster Jesu, wir sind hier, dich B * Lobe den Herrn, den mächtigen B * Lobe den Herrn, o meine Seele Lobt den Höchsten, Jesus lebet B ✦ ♦> - . . * Mache dich, mein Geist, bereit B. * Macht hoch die Thür, die Thore weit * Meine Lebenszeit verstreicht B * Meinen Jesum laß ich nicht B * Mein erst Gefühl sei Preis und Dank B Meines Herzens reinste Freude B Mein Gott, an deiner Gnade Mein Gott, das Herz ich bringe Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe B Mein Gott, in deine Hände Mein Gott, nun ist es wieder Morgen B Mein Gott, weil ich in meinem Leben B ♦ ♦ 355 Nr. 334 336 244 160 224 161 77 68 179 263 324 97 75 57 275 307 273 126 446 264 281 204 45 8 11 144 295 61 439 279 364 289 33 266 437 438 362 267 356 Mein Jesu, der du vor dem Scheiden.. Mein lieber Gott, gedenke meiner B Mir ist Erbarmung widerfahren * Mir nach, spricht Christus, unser Held B. * Mit Ernst, o Menschenkinder B Mit Fried' und Freud' ich fahr dahin Mit Jesu fang' ich an * Mitten wir im Leben sind Mittler, alle Kraft der Worte B Morgenglanz der Ewigkeit. Müde bin ich, geh' zur Ruh' Nach einer Prüfung kurzer Tage B Nicht der Anfang, nur das Ende Nicht Opfer und nicht Gaben Nimm hin mein Herz, Gott Nun bringen wir den Leib zur Ruh' * Nun danket alle Gott, mit Herzen B Nun danket alle Gott und gebet B * Nun danket all' und bringet Ehr' B Nun freut euch liebe Christeng'mein Nun gingst auch du zur Sabbatsruh * Nun gottlob, es ist vollbracht, Singen B Nun gottlob, es ist vollbracht und der Bund Nun gottlob, wir stehen hier B * Nun jauchzet all' ihr Frommen Nun ist es alles wohlgemacht * Nun laßt uns gehn und treten B * Nun lob mein' Seel' den Herren * Nun ruhen alle Wälder Nun sich der Tag geendet hat Nun sind die Kindlein Gott B ♦ O Durchbrecher aller Banden * Gott, du frommer Gott B ♦ O Christ, erhebe Herz und Sinn B O daß doch bald dein Feuer brennte * O daß ich tausend Zungen B. O du allersüß'ste Freude B O du Liebe meiner Liebe ♦ ♦ ♦ • ◆ ♦ ◆ Nr. 222 30 259 306 64 424 413 423 122 361 378 468 297 326 272 443 4 185 5 246 132 58 205 387 65 117 381 3 367 370 208 318 188 13 163 116 293 Gott, von dem wir alles haben B * O Haupt voll Blut und Wunden B * heil'ger Geist, kehr bei uns ein B O hilf Christus, Gottes Sohn 03. Jerusalem, du schöne Jesu Christ, du wahres Licht O Jesu Christ, mein Lebenslicht B Jesu, Herr der Herrlichkeit B * Jesu, Jesu, Gottes Sohn, mein B Jesu, süßes Licht, nun ist die Jesu, teures Gotteslamm B O flage nicht, wenn dir dein Gott. * Lamm Gottes unschuldig B Olehrer, dem kein Lehrer gleich O lieber Heiland, Jesu Christ. O Quell der Weisheit, Freund der O selig Haus, wo man dich aufgenommen ♦ ♦ *. + Rede, liebster Jesu, rede Ringe recht, wenn Gottes Gnade Ruhe ist das beste Gut * Rüftet euch, ihr Christenleute O süßer Stand, o selig Leben! O Traurigkeit, o Herzeleid. O Vater der Barmherzigkeit, der O Vater der Barmherzigkeit, ich O Vaterherz, o Licht, o Leben * Welt, sich hier dein Leben B ♦ O wie freun wir uns der Stunde O wie fröhlich, o wie selig B O wie mögen wir doch unser Leben B* O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen B O wie selig sind die Seelen ● O( ach) wundergroßer Siegesheld B Preis, Ehr und Lob sei Dir Preist Gott in dieser Freudenzeit ◆ * Schaffet, schaffet Menschenkinder B * Schmücke dich, o liebe Seele B . * Schwing dich auf zu deinem Gott B a piping ban 20 bis, cicatum 11501 neuis Ant worken Hob asjes Indngjum sim ◆ 1 210 21 4 grad, tto der q 12 je ♦ ♦ ↑ • . ♦ + 9 357 Nr. 388 112 162 103 463 27 426 392 278 363 218 355 104 95 422 406 410 309 130 177 236 310 111 55 464 457 458 317 36 399 134 200 296 249 291 292 220 338 358 Seele, geh nach Golgatha B Seelen, laßt uns Gutes thun Seele, was ermüd'st du dich Seid barmherzig, Menschen! ♦ Höret B Sei getreu bis an das Ende Sei Gott getreu, halt seinen Bund * Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gut B Sei mir tausendmal gegrüßet. Sei zufrieden mein Gemüte B Selig sind des Himmels Erben Siegesfürst und Ehrenkönig B Sieh, dein König kommt zu dir * Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig B ♦ Singet Gott, denn Gott ist Liebe So jemand spricht: Ich liebe Gott B * Sollt' es gleich bisweilen scheinen B Sollt' ich jetzt noch, da mir schon B * Sollt' ich meinem Gott nicht singen B Sollt' ich meinem Gott nicht trauen B Sorge, Herr, für unsre Kinder. So ruhest du, o meine Ruh' B So wahr der Allerhöchste lebet So wahr ich lebe, spricht dein Gott Speise, Vater, deine Kinder Stärk uns, Mittler, dein sind wir Stille Nacht, heilige Nacht. * Thut mir auf die schöne Pforte Treuer Heiland, wir sind hier Treuster Meister, deine Worte überwinder, nimm die Palmen B Unverwandt auf Christum sehen Urquell aller Seligkeiten B * Valet will ich dir geben B Vater, deines Geistes Wehen Bater, heilig möcht' ich leben B Vater, kröne du mit Segen Vater unser im Himmelreich Verleihe deiner Christenschar + 4 ♦ ♦ ♦ ● • • ♦ ♦ ♦ ♦ 151 ♦ Nr. 118 321 301 325 314 315 10 110 350 472 157 71 46 19 323 343 274 7 341 404 131 416 234 365 210 92 48 54 197 141 255 36 427 190 304 398 23 385 Verleih uns Frieden gnädiglich. Versuchet euch doch selbst Verwirf mich nicht im Alter * Verzage nicht, du Häuflein klein Voller Ehrfurcht, Dank und Freuden B. ♦ Vom Aufgang bis zum Niedergang B sin aim olen slog Hove ♦ Vom Himmel hoch da komm' ich her Von des Himmels Thron Von dir, du Gott der Einigkeit B Von Gnade will ich leben ♦ * Von Gott will ich nicht lassen B Von Jesu will ich nimmer wanken B Vor dir, Todesüberwinder ◆ + 300 arspy tha ♦ ♦ ♦ to atte ♦ Wach auf, du Geist der ersten Zeugen Wach auf, du werte Christenheit B * Wach auf, mein Herz, die Nacht ist * Wach auf, mein Herz und singe B Wachet auf, erhebt die Blicke * Wachet auf, ruft uns die Stimme Wann der Herr einst die Gefangenen * Warum sollt' ich mich denn grämen B Was freut mich noch, wenn du's Was Gott gefällt, mein frommes Kind B Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er giebt B • Wenn ich mich im Erkranken Wenn ich, o Schöpfer B Wenn kleine Himmelserben * Wenn mein Stündlein vorhanden ist B * Wenn mich die Sünden kränken * Wenn wir in höchster Not und Pein Werde Licht, du Volt der Heiden * Was Gott thut, das ist wohlgethan. Es bleibt B * Was Gott thut, das ist wohlgethan, so denken B * Was mein Gott will, gescheh' B • Was wär' ich ohne dich gewesen B * Weicht ihr Berge, fallt ihr Hügel B Wenn Christus seine Kirche schützt Wenn ich ihn nur habe ● ♦ ♦ ♦ ♦ die 19d- aling thoill ente. 414 175 227 189 80 213 0407 bis 262 mol. 330 ist 284 214 • ♦ • ♦ ♦ ♦ ♦ ● • ● . ● ♦ $ ● ● 11 359 Nr. 393 265 178 62 136 359 196 454 474 339 287 340 451 344 389 329 73 254 183 290 417 17 452 425 109 328 99 360 * Werde munter, mein Gemüte B Wer Gottes Wort nicht hält B * Wer ist wohl wie du B * Wer nur den lieben Gott läßt walten B Wer sich auf seine Schwachheit ſtützt * Wer weiß, wie nahe mir mein B * Wie fliegt dahin der Menschen Zeit * Wie groß ist des Allmächt'gen Güte B Wie gut ist's, von der Sünde frei Wie herrlich ist dein Ruhm I telp * Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christ B Wie schön leucht't uns der Morgenstern vom ♦ ◆ Simfnot * Wie schön leucht't uns der Morgenstern, voll B Wie Simeon verschieden ♦ * Wie soll ich dich empfangen B Wie wird's im ew'gen Frühling sein * Wie wohl ist mir, o Freund der Seele B Willkommen, Held im Streite. Wir alle, Menschenvater, bringen B Wir danken dir, Herr Jesu Chriſt B Wir flehn um deine Gnade Wir freuen uns, Herr Jesu Christ, daß du B Wir liegen hier zu deinen Füßen B met id im ♦ a somit au • 1950 150 5 * Wir singen dir, Immanuel Wir warten dein, o Gottes Sohn Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält B Wir Menschen sind zu dem, o Gott Wir nahen uns, o Gottes Sohn B... Wohlauf, wohlan zum letzten Gang Wohl dem, der Jesum liebet B * Womit soll ich dich wohl loben Wort des höchsten Mundes B Wo soll ich fliehen hin Wo willst du hin, weil's Abend ist * Wunderbarer König, Herrscher. * Beuch ein zu deinen Thoren B Zench hin, mein Kind! denn Gott Zieh( zeuch) uns nach dir, so eilen wir Zwei( zween) der Jünger gehn mit Sehnen C Tongdila ▸ .. 110 hite ✦ smilt + 1901105 212 20 152 2240 198 10, 230 83 465 174 445 199 15 201 235 369 9 Nr. 368 271 98 342 268 433 441 18 269 12 403 357 277 418 66 475 250 137 390 164 450 155 140 Nr. 368 271 98 342 268 433 441 Inches 1 Centimetres Blue 2 3 Cyan 2 4 15 Farbkarte# 13 ¹6 7 Green 3 8 Yellow 19 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 116 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8