www.m wwwww.... Bete und arbeite Gb 5068 Nur zur Bonutzung im Lesesaal UB GIESSEN 62 529 075 09 Ehrhardt OSC. * Univ.Buchh. MARBURG Neues Gesangbuch für die evangelisch: lutherischen Gemeinden in den ehemals furhessischen Landen. Caffel 1881. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses. 890950 huignats 0 sid#i 16252307 inds e Bibliothek mod# 3 GIESSEN Slommodo sjunduspin natrimotor od glus du bur 3 091-19 told mods and to a modis? Bri 201 al 300 acr Inhalt. swim Erste Abtheilung. 190, 19 DKY JSD NOR 31 Lieder über die christliche Glaubens- Lehre. tortle more T and rok 1. Enthält die Lieder von Gott, von Nr. 1-10. 2. Von den Eigenschaften Gottes, von Nr. 11-30. a. Von der Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes, Nr. 11-13. b. Von der Allwissenheit Gottes, Nr. 14. 15. c. Von der Weisheit Gottes, Nr. 16. 17. d. Von der Allmacht Gottes, Nr. 18. e. Von der Allgegenwart Gottes, Nr. 19. f. Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes, Nr. 20. 21. g. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gettes, Nr. 22. bell 4 h. Von der Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes, Nr. 23-29. i. Von der Geduld und Langmuth Gottes, Nr. 30. 3. Von der heiligen Dreieinigkeit, Nr. 31-34. 19 4. Von der Schöpfung, Nr. 35-39.colspond 5. Von der Vorsehung Gottes, Nt. 40-50. temp mot SS 6. Von den Engeln, Nr. 51-53 gjer 7 Von den Menschen und seiner Bestimmung, Nr. 54-60. 8. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen, Nr. 61-65. 9. Von der Erlösung des Menschen, Nr. 66-72.12 10. Von Christo, dem Erlöser, Nr. 73-76.jul ood mode I 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi, Nr. 77-99. a. Advents- Lieder, Nr. 77-81. b. Weihnachts- Lieder, Nr. 82-93. c. Von der Erscheinung Christi, Nr. 94. 95. d. Auf die Darstellung Christi im Tempel, Nr. 96. 97. WAS THE e. Am Tage Mariä Berkündigung, Nr. 98. f. Von dem Vorläuferamte Johannis, Nr. 99.0 m 12. Vom Wandel Christi auf Erden, Nr. 100-102. mo329 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu, Nr. 103-141. a. Vorbereitung zur Betrachtung des Leidens Jesu, Nr. 103. 104. b. Dankbare Erwägung der Leiden Jesu, Nr. 105-112. c. Kraft und Trost der Leiden Jesu, Nr. 113. 114. d. Gebet zu dem Versöhner, Nr. 115-118. e. Die Liebe Jesu in dem Werke der Erlösung, Nr. 119-122. f. Das Leiden Jesu am Delberge, Nr. 123. 124.68088 de g. Gefangennehmung Jesu, Rr. 125. h. Ueber die Berlassung Jesu von seinen Jüngern, Nr. 126. 01 1* 4 Inhalt. i. Das Leiden Jefu vor dem weltlichen Gericht, Nr. 127-129. k. Das Leiden Jefu am Kreuz, Nr. 130-138. 1. Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu, Nr. 139. m. Begräbniß Jesu, Nr. 140. 141. 14. Von der Auferstehung Jefu, nr. Nr. 142-156. 15. Von der Himmelfahrt Jefu, und seinen Sigen zur Rechten Gottes, Nr. 157-164. 16. Vom heiligen Geiste, Nr. 165-181.d dir dai? 17. Vom Worte Gottes, Nr. 182-193.9 sid 116dim I a. Von den zehn Geboten insbesondere, Nr. 189. 190. b. Vom Evangelio, Nr. 191--193.) wad mo 18. Von der Taufe, e, Nr. 194-198. a. Vor und bei derselben, Nr. 194-197. b. Nach derselben, Nr. 198. a meio 156#off d ad no 35100 smasd# 082 5 19. Vom heiligen Abendmahl, Nr. 199-215. 2003 a. Vor und bei demselben, Nr. 199-211. CTELE b. Nach denselben, Nr. 212-215. am istoriadi 00 Aursta dik 350 mack 20. Von der christlichen Kirche, Nr. 216-225. nd no i 21. Vom Tode, Nr. 226-253.pinistor@ napiling and roll& 22. Von der Auferstehung der Todten, Nr. 254-260,+ 23. Vom jüngsten Gericht, Nr. 261-267. do 150 WOR 24. Von der Ewigkeit, Nr. 268-275.pund me a 1912 oun nochlm102 md no s 30-10.m3weite Abtheilung. od 8 red nock Lieder über die christliche Sitten- Lehre. 1. Von der Buße und Bekehrung, Nr. 276-296.2 .0% a. Ueberhaupt Nr. 276-294. b. An öffentlichen Bußtagen, Nr. 295. c. Nach geschehener Bekehrung, Nr. 296. 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen, Nr. 297-307. 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt, Nr. 308-323. 4. Von der Erkenntniß Gottes, Nr. 324-327. 5. Von der Furcht Gottes, Nr. 328-330. band met 6. Von der Liebe und Treue gegen Gott, Nr. 331-333. HOT 7. Von der Freude an Gott, Nr. 334-336. 8. Vom Gehorsam gegen Gott, Nr. 337. 338. 9. Bom Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen, Nr. 339-354. 10. Vom Gebete, Nr. 355-362. supped moll Inhalt. 5 11. Vom Lobe Gottes, Nr. 363-370. capilnie stig of 804-400 Se eli te FLIG 7010 00 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott, Nr. 371-381.jus 13. Von den Gesinnungen gegen den Erlöser, Nr. 382-392. 14. Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Nr. 393 398. 15. Von der Selbstliebe, Nr. 399. 400. tidad mo 16. Von der Sorge für die Seele, Nr. 401-404. mo 17. Von der Sorge für den Leib, Nr. 405-408.golf.81 18. Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf, Nr. 409-413. 19. Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter, Reichthum, Ehre und dergleichen, Nr. 414-417. oli 250 302... 20. Vom rechten Gebrauch des Lebens, Nr. 418-421. bed 21. Von der Zufriedenheit, Nr. 422-426.hihing have d 22. Von der Geduld, Nr. 427-439, 9d isd a 23. Von der Liebe des Nächsten, Nr. 440 445.mpd 24. Von der Gerechtigkeit und Bifligkeit, Nr. 446. 447. 25. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Nr. 448 454. roar 26. Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit, Nr. 455-458, tul! 27. Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit, Nr. 459. 460. LOO 28. Von der Freundschaft, Nr. 461. 462. 1381978 1963 FOR THR 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen, Nr. 463-472. Dritte Abtheilung. Lieder für besondere Zeiten, Stände und Vorfälle. 1. Von dem öffentlichen Gottesdienst, Nr. 473-483. a. Beim Anfange desselben, Nr. 473-481. doing norgroin dail b. Beim Schlusse desselben, Nr. 482. 483. 12 16 83 2. Von der Feier des Sonntags, Nr. 484-487. 3. Bei der Katechismus- Lehre, Nr. 488. 489. Tiling med ball H 491. INJE 8 4. Bei der Confirmation junger Christen, Nr. 490. 5. Für die Obrigkeiten und Unterthanen, Nr. 492 494. 6. Bei der Einführung eines neuen Predigers, Nr. 495. 7. Bei Einsegnung nenangehender Eheleute, Nr. 496. 497. 8. Für Eltern und Kinder, Nr. 498-501. 9. Für Herrschaften und Gesinde, Nr. 502. 503. 6 3nhalt. 10. Für Alte, Jünglinge, Zungfrauen, Witwen und Waisen, Nr. 504-508. 11. Neujahrs- Lieder, Nr. 509-514, tradim d m 12. Bon den vier Jahreszeiten, Nr. 515-518. mnd no a. Bom Frühling, Nr. 515. tmshalldhe nd no b. Vom Sommer, Nr. 516. c. Vom Herbst, Nr. 517. d. Vom Winter, Nr. 518. S 81 I 13. Morgenlieder, Nr. 519-532.md till spoed no t 14. Abendlieder, Nr. 533-542. a. Abendlieder überhaupt, Nr. 533-540. b. Abendlied am Sonntage. Nr. 541. c. Abendlied am Ende der Woche, Nr. 542. dd, 15. Bei Reisen, Nr. 543. 544. and burds nihoy mo DS a. Vor der Reise, Nr. 543. b. Nach glücklich vollbrachter Reise, Nr. 544. Die od note TS 16. Vor und bei der Erndte, Nr. 545551, 790 189 Bei sparsamer Erndte, Nr. 551. base and stolt 190 m2 80 17. In allgemeiner Noth, Nr. 552-554.9) Tod m2 19 18. Witterungs- Lieder, Nr. 555-558. Tod Bo S a. Um Regen, Nr. 555. b. Nach erhaltenem Regen, Nr. 556. lispii 356# 5²2.99 c. Um Sonnenschein, Nr. 557. 806 d. Rach d. Nach erlangtem Sonnenschein, Nr. 558.ibiuk no²f 19 rad TS 19. Bei Feuersnöthen, Nr. 559. 560. inchidno sod na 89 a. Für Abgebrannte, Nr. 559. b. Nach der Feuersgefahr, Nr. 560.out 119lgilbild not 99 20. Beim Gewitter, Nr. 561-563. 6 Nach dem Gewitter, Nr. 563. 21. In Wassersnoth, Nr. 564. 565, Nr. 564 65 Nach geendigter Wassersnoth, Nr. 565. 97901079 vili vodsil 22. In Kriegszeiten, Nr. 566-569. milim mod no 1 Nach erlangtem Frieden, Nr. 568. 569. mdis punk wygas 23. In Theuerung, Nr. 570.dat amb milk d 24. Bei gefährlichen Seuchen, Nr. 571.and it and mak s 25. In Krankheiten, Nr. 572-581.* 108 8 sichsinit Nach der Genesung, Nr. 581. sul noitomeritus?) d is b 26. In Todesnöthen, Nr. 582-588. tiigid old g 0 Fürbitte für einen Sterbenden, Nr. 588. gadinio nd in8.8 27. Bei Begräbnissen, Nr. 589. 590. 808 306 3 dij dud mujoorus 2 e a muy dist chut nd sbom Erste pliid stTO 8 e Jaos dan dol istudan un si 8 3rds CaI SISTO pakink Abtheilung. endul totion 1990 and Class Lieder über die christliche Glaubens- Lehre. Shop 20 de flop dods Mel. Sei lob und ehr' dem 26. Mel. Nun danfet alle gott ic. 1. Anbetungswürd'ger gott, Mit 2. Der herr ist gott und keiner mehr: alle ehrfurcht zu Du bist unendlich mehr, Als wir begreifen können: flöße meinem geist Die tieffte demuth ein, Und laß mich stets vor dir Boll ehrerbietung sein! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? Der herr ist groß! sein nam ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos In seinem ganzen wesen. 2. Du riefst dem, das nicht war, Um lust und seligkeiten Aufs mannigfaltigste Um dich her auszubreiten. Die liebe bist du selbst, Verstand und rath find dein: Und du gebrauchst fie gern, 3u segnen, zu erfreun. 3. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig werde! Entstand dein großes wert, Der himmel und die erde. Mit deinem kräft'gen wort Trägst du die ganze welt, Und deine macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der herren herr; Der erde majestäten Sind, höchster, vor dir staub' Auch geister kannst du tödten. Wen du erniedrigeft, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, Des hoheit muß bestehn. 5. Wer hat dich ie gesehn? Wer tann im fleisch dich sehen? Kein sterblich auge reicht Bis zu den lichteshöhen, Von welchen du mit huld Auf deine schöpfung blickst, Und alles, was da lebt, Erfreuest und beglückft. 1) Von Gott. 6. Ja, hier erkennen wir Dich nur sehr unvollkommen; Wird aber der maleinst Der vorhang weggenommen, Der dich, unendlicher, Noch unserm blick verschließt: Dann sehn wir heller ein, Wie herrlich du, gott, bist. 7. Jndeß sei auch schon jetzt Dein ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein lob Bon äußerst schwachen zungen! Dort soll, wann wir dereinst In hellerm licht dich sehn, Auch stärker unser lied. Dich, großer gott, erhöhn. 2. Er ist und bleibet, wie er ist! Wer strebet nicht vergebens, Ihn auszusprechen? wer ermißt, Die dauer seines lebens; Wir menschen sind von gestern her; Eh noch die erde war, war er, Noch eher, als die himmel. 3. Des ew'gen thron umgiebt ein licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn faffen alle himmel nicht, Die feine fraft erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner werke wundern. 4. Wir sind allein durch seine traft Das, was wir sind und werden! Er tennet alles, was er schafft, Im himmel und auf erden. Bei ihm ist weisheit und verstand, Und kraft und stärke; seine hand Umspannet erd und himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller wege? Wo ist die nacht, da sich dem Herrn Ein mensch verbergen möge? Umsonst hüllte ihn in finsterniß? Was ihr beginnt; er siehts gewiß, Er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den weltbau ohne dich, O herr, vor seinem falle? Algegenwärtig breitet sich Dein aufsehna über alle? Du bist voll freundlichkeit, voll huld, Barmherzig, gnädig, voll geduld, Ein vater, ein verschoner. isd 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, und reiner, als die sonne. Wohl dem, der deinen willen thut; Denn du belohnst mit wonne; Du hast unsterblichkeit allein, Bist selig, wirft es ewig sein. Haft freuden, gott die fülle. Bod 8 8. Dir nur gebühret lob und dank, Mel. Chrift, unser herr, zum c. Anbetung, preis und ehre. Kommt, 4. G bereit, Vor deinen thron Erste Abtheilung. heere! Der herr ist gott, und keiner zu treten, Und deine große herrlichist, Voll Laß, mehr! Wer iſt ihm gleich? wer ift. berr, vor deinem angeficht Mein herz wie er, herrlich, Mel. Dreieinigteit, der gottheit 2c. oder: Eigene Melodie. sich deiner freuen, Und einen strahl von deinem licht Die finsterniß zerErhabner gott, was reicht anstrenten, Die mich hier noch umgiebet. deine an 2. 3. G dich, so findt ich meine blöße: Ich fühle mehr; Nichts sind der heiden götter. herr, daß du unendlich bist, Und daß Nur dir gebühret preis und ehr; umschränkt mein forschend denken ist. Kein helfer noch erretter Ist außer dir: laß mich allein Auf dich, o herr, vertrauen, Mein ganzes leben dir nur weihn, Mein glück blos auf dich bauen, und dich niemals verleugnen. 2. Du wohnst im licht, dazu kein mensch kann kommen: Was ists, das wir von deinem ruhm vernommen? Ach nur ein theil von deiner majestät, Die liber alles dich, o gott, erhöht. 3. Du bist der höchst vollkommne geist, Der vater aller geister; Dich preiset, was vernünftig heißt, Als seinen herrn und meister: Laß meiner seele hohen werth Mich diese tugend lehren, Daß ich, wie es dein wort begehrt, Dich möge kindlich ehren, Im geist und in der wahrheit. 4. Du bist, o gott, von ewigkeit, Und wirst allzeit bestehen; Es bleibet deine herrlichkeit, Wann himmel selbst vergehen. Laß von der erde eitlem tand Mein herz sich stets erheben zu meinem wahren vaterland, Und mich nach dem recht streben, Was ewig mich erfreuet.is 3. Dein ew'ges sein, dein ganz vollkommnes wesen; Das, was du wirkst, und was dein rath erlesen, Ist viel zu hoch für menschlichen verstand; Von engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich staub, mich unterwinden Unendlicher, dich völlig zu ergründen; O mache mich von solchem dünkel frei, Daß mir dein wort des glaubens richtschnur sei. 5. Mein eigner geist kann sich leicht Hintergehen! Dein wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich wesen nicht; So gnüge mir davon dein unterricht. d d 6. Von dir, durch dich, zu dir sind 5. O gott, was sein wird, ist und alle dinge! Gieb, daß ich dir mich selbst war, Und was wir thun und dichten, zum opfer bringe. Begreif ichs nicht, Das ist dir alles offenbar; Du wirst wie du die welt regierst: So sei mirs einst alles richten. Laß mich dein helles gmug, daß du mich selig führst. lange scheun, Aufrichtig vor dir wan7. Einst wirst du dich mir näher offen- deln, Und, deines beifalls mich zu baren: Einst werd ich mehr von deinem freun, Auch dann rechtschaffen handeln, rath erfahren: Wenn ich nur dem, Wann finsterniß mich decket. was mich dein wort gelehrt, Geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit ehrfurcht vor dir wandle; In allem thun nach deinem willen handle; Zufrieden sei wie du mich hier regierst, Bis du mich einst zu deinem himmel führst. 9. Dann werd' ich dich im hellern Fichte sehen, Und, froh in dir, dein ewig Tob erhöhen: Herr! du bist groß und zeigst es mit der that, Unendlich groß an huld, an macht und rath. 6. Unendlich ist, herr, deine macht Bu retten, die dich lieben, Und wenn der frevler bich verlacht, Auch strafrecht auszuüben: Gieb, daß mich deiner allmacht schutz Stets als ein schild bedecke: Mich auch nicht menschengrimm und trutz, Nur dein gericht erschrecke: Du strafest leib und feele. 7. Voll höchster weisheit bist du, gott! Kein mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben noth, Du herr, weißt rath zu finden; Bewahre prilbaidle siz0 1. Von Gott. 1020 711 8910 300 nomoj ni dei r mich, daß ich mich nicht mit bangen| laufbahn eilet, Und wie durch beide forgen quäle. Gieb, daß ich dir mit zuversicht mein wohl und weh befehle, Und findlich auf dich traue. tag und nacht der erde Regieret werde. 5. Was machts, daß diese ordnung stets vorhanden, Und unverrückt jahrtausende bestanden? Kannst du der gottheit dafein, kraft und wesen Nicht darin lesen? 8. Gott, du bist heilig und gerecht, Und kannst nichts böses leiden; Wer sagen will, er sei dein knecht, Muß jede sünde meiden: Gieb, daß ich mich der heiligkeit Mit rechtem ernst befleiße, Nachjage der rechtschaffenheit, Und deine wege preise, So wunderbar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig, gott, und gut. Vergiebst die schuld dem sünder; Erbarmst dich, wie ein bater tbut, Von herzen deiner kinder: Laß reichen troft, von deiner huld, In meine feele fließen; Und laß mich nach bereuter schuld Auch wieder ruh genießen, Und dann vorsichtig handeln. 10. Gott, desfen wahrheit stets besteht: Wohl denen, die dir gläuben! Wann erd und himmel einst vergeht, Wird dein wort ewig bleiben: Gieb, daß ich fürchte dein gericht, Und alles, was du dräuest; Auch hoffe, was dein wort verspricht, Daß du mirs. gern verleihest: Wer hofft, wird nicht zu schanden. sid OL 9 11. Gott, wenn ich dich so kenn' und ehr', Dein wort zum grunde setze: Erfreu' ich mich darüber mehr, Als über alle schätze: Bis ich dort dich, mein heil und licht! Vollkommener erkenne, Von angesicht zu angesicht Dich schaute, dich erkenne, Und unaufhörlich lobe. Mel. Herzliebster jesu, was hast du ic. 3 oder: Gigene Melodie. st auch ein gott? wer darf 6. Sich, mensch, du edler unter freaturen! Sich an dir selbst der gottheit klare spuren! Kannst du mit wahrheit dich verständig nennen, Und gott mißkennen? dal s hod grass 7. O sünder! frag das nagende ge= wissen: Ist denn ein gott? o fühl doch in den bissen, Die du empfindest, fühl bei böser sache Den Herrn der rache. 8. Doch nicht genug: es ist ein gott, zu sagen. Oft leugnets doch der mensch durch sein betragen, Wenn er, als wär fein gott, in sünden wandelt, Und gottlos handelt. 9. Du fagst: gott ist und kennt mein ganzes leben. Bist du ihm denn auch recht zum dienst ergeben? Ist dank und gegenliebe im gemüthe Für seine güte? 10. Im wohlstand trotzig, zaghaft in beschwerden, Vergötterst du, oft dinge dieser erden, machst gold zum trost, hältst fleisch für deinen retter; Elende götter! 11. hilf uns, gott, doch deinen heil'gen willen Mit redlichkeit und herzenslust erfüllen; Sonst werden wir, beim ruhm des glaubens lügen, Uns selbst betrügen. In dist 392 12. Laß uns dein wort den weg der wahrheit lehren, Uns zeigen, wie wir dich stets recht verehren, Bis du uns einst zum himmel erhebent, Bei dir zu leben. man nicht laute stimmen, die es sagen? Es zeigen schrift, vernunft und treaturen, Der gottheit spuren! #STE TIGE Mel. Wach auf, mein herz zed@ 2. Sich um dich her, sich himmel, 6. gott, aus deinen werken Kann ich dein dasein merländer, meere! Sieh' der geschöpfe ten; In allen treaturen Find ich der unzählbare heere! Schließ von dem gottheit spuren. bau und vom verstand der geister, Auf ihren meister. 2. Das große weltgebäude, Dein ruhm und meine freude, Ruft in viel tausend chören: Gott ist, gott mußt du ehren! HORDO 3. O! fieh hinauf zu den gestirnten höhen, Wo welten sich in ihren kreisen drehen, Und von der bahn, ihr jahrsziel zu erreichen, kein haar breit weichen. 4. Sieh! wie die sonne jahr und tage theilet, Wie auch der mond durch seine 3. Wer sprach es, daß die erde, Und daß der himmel werde? Wer sprach es, daßß im meere Des wassers sammlung wäre? 10 Erste Abtheilung. 4. Wer ließ in jenen höhen Das| dies ist dein beruf. Auf! widme deine fternen heer entstehen? Wer hieß des träfte Dem würdigsten geschäfte, Wodonners brüllen Die welt mit furcht zu dich gott erschuf. erfüllen? 5. Du bists, gott! deine werke Erzählen deine stärke Und deine weise güte Dem achtsamen gemüthe. 6. Das würmchen in dem staube, Die bunte raup' am laube, Das gras, die schlanken halmen, Sind deines ruhmes psalmen. I rolf 7. Herr, du bist hoch erhoben, Und ewig hoch zu loben, Wenn auch der fünder rotten Dich leugnen und verspotten. 8. Laß alle, die dich kennen Und dich mit ehrfurcht nennen, Und die dir fest vertrauen, Dein gnädig antlitz schauen. 7. Mel. Aus meines herzens grunde 2c. chwingt, heilige gedanken, Euch von der erde los! Gott, frei von allen schranken, Ist unaussprechlich groß. Er ist ein geist! Lobfingt Vor seinem angesichte! Gott wohnt in einem lichte, Zu dem fein auge bringt.? 2. Kein mensch kann ihn erreichen, Kein endlicher verstand. Wer darf sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein bild! Wer kann den höchsten sehen, Ob er gleich alle höhen Und jede tief erfüllt? 3. Die fonn' in hoher ferne Mag ftrahlenreicher glühn; Glänzt heller noch, ihr sterne; Was seid ihr gegen ihn? Ihr seid mit eurer pracht, In eurem schönsten lichte, Bor seinem angesichte Noch dunkler, als die nacht. 4. Wie sollen wir dich nennen, Dich, schöpfer der natur? Was wissen wir? wir kennen Nicht halb die kreatur, Die du hervorgebracht; Und du bist doch viel größer Und unaussprechlich beffer, Als werke deiner macht. 5. Von dir strömt alles leben; Du bist der reinste geist; Haft alle kraft gegeben Dem engel, der dich preißt. Zu deines namens ehr' Ertönen lobgesänge In seiner brüder menge, Im ganzen himmelsheer. 6. Stimm in der engel chöre, O! meine seele, auch; Sei voll von seiner ehre, Du seines odems hauch! Dies, 7. Im geiste bet ihn, feele, Bet ihn in wahrheit an! Liebst du bes herrn befehle, Wie selig bist du dann! Er hat unsterblichkeit, Und seligkeit und leben: Das alles will er geben Dem, der sich ganz ihm weiht! Mel. Mein gott, das herz ich br. c. oder: Nun danket au', und bringet 2c. ingt unserm gott ein frohes lied! Er ist's und keiner mehr. Groß, unaussprechlich groß ist er, Der weltkreis sein gebiet. 2. Groß ist sein nam! er will und sprichts: Da steht voll herrlichkeit, Der welten meng: und er gebeut; Sie fallen in ihr nichts. 3. Licht ist sein kleid: unendlich reich, Ein meer voll feligkeit; Von ewigkeit zu ewigkeit Jst er; wer ist ihm gleich? 4. Er überschaut, was ist und war I'm himmel, erd und meer, Und feiner werke zahllos heer Bleibt vor ihm offenbar. 5. Deff' frenet euch! die lieb ist gott, Das beste seine wahl; Groß seine thaten allzumal Und heilvoll sein gebot. 16. Gerechtigkeit und wahrheit ist Die feste seines throns. Lobt ihn, der auch des erdensohns, Des menschen, nicht vergißt. 7: Er fennet uns; er ist mir nah, Am abgrund, in der höh, Wohin ich fliehe oder geh, Ist er doch immer da. 8. Er ist um mich, vernimmt mein flehn, Schafft meiner seele ruh, Siehts, wann ich fehl und gutes thu Und eilt, mir beizustehn. 9. Er wog mir seine gaben dar, Schrieb auf sein buch auch mich Und meiner tage zahl, da ich Noch unbereitet war. 10. Jhm dant ich alles; nichts ist mein, Daß gott nicht angehört. Herr, deine huld, die ewig währt, Soll stets mein loblied sein. 11. Wer faffet deiner wunder pracht, Die da sind, wenn du rufft? Ein jeder staub, den du erschufst, Verkündigt deine macht. 1. Von Gott. 11 entbrennen, Dir gern gehorchen, halm, Gott, deine weisheit ber, Lind fehlich dich erheben," Und gott, dir und hügel, deiner ehre psalm. 12. Hell strahlet aus dem Heinsten| lieb enthleben. 13. Frohlockend preiset dich das land, Das deine milde tränft! forn und wein und freud empfängt Der mensch aus deiner hand. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Und 10. Meh dem, der leugnet, daß gott ist! Sein armes menschenleben ist Ihm leer von edler freude. Sein wilder, lasterhafter blick Sehnt sich umsonst nach wahrem glück, Umsonst nach trost im leide. Die lust zu guten thaten flieht Vor ihm, der seinen gott nicht sieht. Nie fühlet sich sein herz erfreut Von wonne der unsterblichkeit. Gott, unser gott! Wie jammervoll, wie fürchterlich. Wird unser leben ohne dich! zus 14. Herr, ohne deinen willen fällt Kein Sperling hin, und ich, Ich freute nicht des trostes mich, Daß deine huld mich hält? 15. Ich fürchte, bleibest du mein schutz, Gefahr und schrecken nicht, und biete voller zuversicht Der ganzen hölle trut. Mel. Herzliebster jesu was ze. Shinoder: In auch ein gott, wer zc. 2. Wenn du nicht bist, wer trägt 9. Wann ich, gott, meinen geiſt und hält, Und wer regieret dann die dir sorgt leben? dich zu finden mich bestrebe: So mußt Wem danke ich mein leben dann? du selbst, recht groß von dir zu denken, Wer nimmt bis jetzt sich meiner an? Die kraft mir schenken. i Wem kann ich mich ergeben? Ver2. Was ist im himmel, höchster, hängniß oder ungefähr Wär dann was auf erden, Das so, wie du, vermein gott: und arm ist der; Dann bient, erkannt zu werden? Welch wär vernunft und freiheit, spott; wissen ist wohl herrlicher zu nennen, Und schreckenvoll wär mir der tod! Als dich erkennen? und Gott, wahrer gott! Wie graunvoll 4 Mit lauter stimme lehren deine werke Uns deine weisheit, deine güt und stärke; Auch hast du selbst, sei hoch dafür gepriesen! Uns unterwiesen. 3. Dich suchen, ist die herrlichste wird mir deine welt, Wenn nicht. der sorgen; Zwar bist du unerforsch- dein arm sie führt und hält. und lich und verborgen! Doch willst du, 3. Kann ohne dich ein glück erfreun, wenn wir nur dein licht nicht haffen, Für mich ein guth auf erden sein, Dich finden lassen. Und kann ichs froh genießen? Was hilft mir freiheit und verstand? Was jede wohlthat deiner hand, Was nützt ein gut gewissen? Bist du nicht, so erfreun fie nie; Ein traum ist ihre lust, wie sie. Die erd ist finsterniß; tein licht Strahlt her vor deinem angesicht. Kein schutz ist da! Auf tugend wartet dort kein lohn; Und hier folgt ihr oft schmach und hohn. 4. Nein! eh ich zweifle, daß du seist, Unwandelbarer ew'ger geist, Mag mich die welt verspotten! Laut will ich zeugen, daß du bist, Daß es. ein schnöver frevel ist, Dich fühlen und dich spotten! Mein geist und leib freut sich in dir! Du ewiger, weich nicht von mir! Was sind die leiden dieser zeit Dem, der sich seines gottes freut? Dort im gericht, Wenn erd 8. Dann werd ich immer besser dich und himmel untergehn, Wird dich erkennen. Und täglich mehr von deiner der gottesleugner sehn. 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn, was du lehrst, wir nur getreu bewahren; Wenn wir, was deine lehren wirken sollen, Uns bessern wollen.# 309 fight? 6. Ach, möcht ich, gott aus allen meinen kräften Dich suchen; auch bei sorgen und geschäften, Mein herz, zu dir mich leichter aufzuschwingen, Zur andacht bringen! 7. Drum führe durch dein wort doch meine seele, Daß sie den weg zum lichte nicht verfehle; Gieb mir, weil ihre träfte leicht ermüden; Ernst, luft und frieden. 12 1100 no Erste Abtheilung.d sun istor the St de me sien iddl 2) Von den Eigenschaften Gottes. due mo anda. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. and vomist 81 Mel. Liebster jesu, wir sind hier: c. 11. gott, du 3. Du hast vorhin die erde zubeDeine majestät und größe Mehrt und mindert keine zeit: Gieb, daß ich nie das vergesse, Nie auf trea turen baue. Sondern dir allein vertraue. 2. Ewig und unwandelbar Ist dein grenzenloses wissen Was dir einmal wahrheit war. Wirds auch ewig bleiben müssen. Nie kanns deiner weisheit fehlen, Nur das beßte zu erwählen. 3. Du bist nicht, wie menschen sind, Daß dich etwas reuen sollte; Bleibest immer gleich gesinnt, Und was je dein rathschluß wollte, Weiß dein mächtiges regieren Herrlich auch hinauszuführen.dg rid nou gerp 4. Sünden bist du ewig seind! Wehe denen, die sie lieben! Ewig bleibst du 13. unendlicher, den keine zeit mit ihren derer freund, Die, was recht und gut ist, ülben. Lehre mich in allen dingen ten; Beim anblick deiner ewigkeit BerDeinen willen tren vollbringen.gehn mir die gedanken. Jch sinne nach bewundrungsvoll, Und weiß nicht wie ichs fassen soll. Du bist und bleibest ewig. 5. Immer ist dirs eine lust, Men schenkinder zu beglücken. Wohl dem, der sich auch mit luft Lernt in deine ordnung schicken. Der, der geht auf sichern wegen Deinen segnungen entgegen. 2. Noch ward von keiner sonne licht Durch eine welt verbreitet; Die himmel jauchzten dir noch nicht, Durch deine macht bereitet; Noch war kein land, noch strömt kein meer An hoher berge gründen her: Du aber warst schon ewig. 6. Deine worte trügen nicht, Du du bist der ewig trene, Der das hält, was er verspricht: Gieb, daß ich mich dessen freue, Und mich, bis ich einst ertalte, Fest an deine wahrheit halte. 3. Bou ewigkeit her sahest du Die fünftge welt entstehen, und maßest ihre 7. Mag doch dann die welt vergehn, zeit ihr zu, Und sahst sie untergehen. Mag mich alles doch verlassen: Du, du Bom engel bis zum wurm herab bleibst mir ewig stehn. Deine huld wird Wogst jedem du sein schicksal ab Und mich umfassen, Wenn ich einst von hinnanntest ihn mit namen. nen scheide. Ewig bist du meine freude. Mel. Dreicinigkeit, der gottheit zc. oder: Erhabner gott, was ic. 12. err gott, du bist die zuflucht aller zeiten: Denn du bist gott in allen ewigkeiten; Du warst es schon, eh erd und himmel ward, Eh du dich noch uns hast geoffenbart. 2. Was bin ich, herr, was alle menschentinder? Staub ist vor dir der heilige, der fünder. Wie schnell enteilt dies leben doch von mir! Du, höchster! Du nur bleibest für und für. mel ausgebreitet: Doch sie vergehn, veralten wie ein kleid; Du aber daurst in alle ewigteit. 4. Das ist der trost, die hoffnung aller frommen: Du schützest sie und läßt sie nicht umkommen. Ihr redlich herz kann sich stets deiner freun. Du bleibst ihr gott, und sie sind ewig dein. 5. Das sei mein trost in allen trübent stunden: Vom tode selbst werd ich nicht überwunden. Nicht er, nur sünd trennt mich, o gott, von dir. Du bleibst mein trost, mein heil, auch ewig mir. Mel. Sei lob und ehr' dem ze. 4. Längst steht nun deine schöpfung da, Bon dir bisher erhalten. Einst kommt sie ihrem ende nah; Sic eilet zu veralten. Denn ihrer jahre werden viel Und du bestimmtest ihr ein ziel, Mit weisheit und mit gülte. 5. Kaum eine stund ist es vor dir Bom anfang bis zum ende. Kaum augenblicke leben wir, Die werke deiner hände. Niemals nimmt, gott, deint alter zu; In aller ewigkeit wirst du Derselbe sein und bleiben. 6. Ja, du bist ewig, stirbest nie, Bleibst ewig meiner seele Der fels, 4. Von den Eigenschaften Gottes. den sterbend ich für sie zur sichern zuflucht wähle. Denn deine gnad und wahrheit ist So ewig als dit selber bist: Heil mir, daß ich dir traue! 7. Mein leib ist sterblich, nicht mein geist, Den will ich dir vertrauen: Dein wort, das wahrheit ist, verheißt, Er soll dein antlitz schauen. Mein fleisch ruht auch nur fürze zeit: Am erntetag der ewigkeit Wirst du es auferwecken. 8. Wenn alles um mich her vergeht, Soll ich doch nicht vergehen; Vor deinem thron, der ewig steht, Soll ich auch ewig stehen. Du giebst an allem 00 og hit monds b. Allwissenheit Gottes. Mel. Christ, unser herr, zum jordan 2c. gericht Wird alles einst entdecken, Was im verborgnen jetzt geschicht, Und schande, fürcht und schrecken Wird dann die heuchler treffen. 6. Laß mich, o höchste majestät! Dein helles auge scheuen. Das nie ein heuchler hintergeht mit falschen schmeicheleien. Durchdringe träftig feel und geist Mit deinen heitern blicken. Laß, was geheime schande heißt, Sammt allen bösen tücken, Mich stets forgfältig meiden. 14. Allwissender vollkommner geist! Deß auze alles siehet, Was nacht und abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entziehet: Es kann vor deinem hellen licht Sich kein geschöpf verstecken. Was in der finsterniß geschicht, Das weißt du aufzudecken, und vor gericht zu bringen. 2. Selbst die gedanken kennest du, Eh' sie in mir entstehen, Und was ich wünsche, rede, thu, Das kann dein auge sehen, Vor dir ist alles offenbar! Du prüfest herz und nieren, alle Rebst du klar, die unser herz regieren; ſiehst Nichts bleibt vor dir verborgen. 13 deinem heil, Gott, deinen wahren freunden theil: Auch mir gewiß mit ihnen! 9. Einst fallen erd und himmel hin An deinem weltgerichte: Dann dank ichs dir, daß ich noch bin, Und wohn in deinem lichte. Dann werd ich ewig, ewig sein, Mich ewig deiner gnade freun, Und meiner seligkeiten. 10. Der feligen unsterblichkeit, Die du mir dort willst schenken, Laßß mich in dieser turzen zeit, O gott, mit ernst bedenken! Sie sei mein trost, mein höchstes gut, Sie stärke mich mit kraft und muth; Gerecht vor dir zu leben! no( ad och not doi mdog mism stunt# T mong til smo de 3. Was deiner freunde herz begehrt, Das weißt du, eh' sie beten, Jhr seufzen wird von dir erhöht, Eh sie noch vor dich treten. Was deiner feinde rath beschließt, Das ist dir unverborgen; Dir, der du ihren anschlag siehst, Als wie den lichten morgen, Den teine schatten decken. SE71987 4. Was nach verfließung dieser zeit, Noch künftig wird geschehen, Das steht dein auge allbereit Als gegenwärtig stehen. Dir stellt sich alles deutlich dar, Das, was erst noch soll werden, Und was nun ist, und was einst mar Im himmel und auf erden. Wer sollte dich nicht fürchten. 5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser welt verschwiegen: So wird dein auge fünftig doch Die finsterniß besiegen. Dein unpartheiisches SOND n en mel. D gott, du frommer gott 2c. err, 15. Dir bin ich unverborgen; H Du kennst mein ganzes thun Und alle meine forgen; Was meine seele denkt, War dir bereits bekannt, Eh der gedanke noch In meiner feel' entstand 2. Nie spricht mein mund ein wort, Das du, o herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; Du ordnest, du beschließest, Was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich; Wie groß ist dein verstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich Vor deinem geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl Mich deinem aug entziehen? Führ ich gen himmel auf; So bist du, höchster, da; Führ ich zur tief hinab, Auch hier bist du mir nah. 4. Nähm' ich auch, schnell zu fliehn, Die fittige vom morgen; Selbst an dem fernsten meer Bleib ich dir nicht verborgen: Auch da umschlösse mich 14 Doch deine allmachtshand; Denn du bift überall, Und dein ist jedes land. 5. Wollt ich in finsterniß Mich deinem aug' entziehen, So sucht ich doch umsonst, Auch da dir zu entfliehen: Die dickste finsterniß Ist vor dir helles licht! Die nacht glänzt wie der tag, Bor deinem angesicht. Erste Abtheilung. 6. Du warst schon über mir In meiner mutter leibe; Du bildetest mein herz, Gott, daß ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du Mich wunderbar gemacht, und meiner, eh ich war, Schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein gebein, Eh ich ans licht gekommen, Da ich im me 800 Mel. Wer nur den lieben gott zc. oder: Eigene Melodie. u weiser schöpfer aller 16. D dinge, Der alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, Das nicht nach deiner ordnung geht! Sie ists die deine große welt In ihrer daur und pracht erhält. c. Weisheit Gottes. 2. Die vielen wundervollen werke, Was unsern augen fern und nah, Steht alles, wie durch deine stärke, 20 So auch durch deine weisheit da. Unendlich, ist Der ganze weltbau machts bekannt. 3. Mit eben diesen meisterhänden, Mit welchen du die welt gemacht, Regierst du auch an allen enden, Was du höchst frei hervorgebracht; Du branchst, o unerschaffnes licht! Der menschen rath und beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, Krönt auch, so bald du willst, die that: Wenn tausend hindernisse kommen, So triumphirt dein hoher rath, Den besten zweck wählt dein verstand: Die mittel stehn in deiner hand. 5. Die menge so verschiedner willen, Wo jeder seinen weg erwählt, Muß doch den deinen blos erfüllen, Der seines zieles nie verfehlt, Und aller feinde stolzen wahn, Als unvernunft beschämen kann. 6. O weisheit decke meiner seele Des eigendünkels thorheit auf. Damit sie dich zum führer wähle In dieses thi 6msdal 1194 dunkeln erst Die bildung angenommen, Dein auge sah mich schon, Eh ich bereitet war, Und meiner tage lauf War dir schon offenbar. 8. Was für erkenntnisse, Für köstliche gedanken! Unzählbar sind sie mir; Denn sie sind ohne schranken. Mit ehrfurcht will ich stets Auf dich, mein schöpfer, sehn, Dir folgen und dein lob, So gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein gott, Und prüfe, wie ichs meine; Ob ich der wirklich bin, Der ich zu sein mir scheine. Sieh, ob mein fuß vielleicht Sich einem irrweg naht, Und halte mich zurück Auf ebnem sichern pfad. lebens ganzem lauf. Ich weiß den weg zur wohlfahrt nicht: Drum leite mich dein sichres licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes leben Bisher aufs weisefte geführt, Ja, dir muß ich die ehre geben, Daß du aufs beste mich regiert: O leite mich durch welt und zeit Hinüber in die ewigkeit. MENSE Mel. Gott des himmels und der zc. 17. Unerforchlich sei mir immer Meines gottes weg und rath, Und die nacht sei ohne schimmer, Die mich hier umschattet hat; Doch ist alles, was er thut, Wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt ich das von gott nur loben, Wo ich rath und weisheit seh? Ists nicht ein geschenk von oben, Wenn ich seinen weg versteh? Frevelt der nicht, welcher klagt, Daß ihm gott mehr licht versagt? 3. Soll ein vater unterlassen, Was dem finde thorheit ist? Kühner tadler! engel fassen Das, wo du im dunkeln bist: Hier sollst du dem Herrn vertraun; Und nur glauben, noch nicht schaun. 4. Sollt er zu regiererinnen Seiner werke, seiner welt, Meine lüste setzen? sinnen, Ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie ge= währt, Was ein thöricht herz begehrt! onularida 15 2. Von den Eigenschaften Gottes. siplina 6. Darum auch auf rauhen wegent, Christenseele, flage nicht: Was hier swhmerzet, wird dort segen, Was hier nacht ist, wird dort licht; Und ich faß erst gottes sinn, Wann ich ganz bom fol Q vollendet bin. 5. Hier in meinem pilgerstande Sei mein theil zufriedenheit! Dort in meinem vaterlande Wohnt die wahre seligkeit. Führt mein gang zum himmel ein, Mag er immer dunfel sein. 10 d. Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir, gott, nach ic. 4. Die menge vieler wunder zeigt, 18. err! deine allmacht reicht so weit, Als selbst dein wesen reichet. Nichts ist, das deiner herrlichkeit, Und deinen thaten gleichet Es ist kein ding so groß und schwer, Das dir zu thun unmöglich wär. 2. Du sprichst, und auf dein mächtigs wort Fällt alles dir zu füßen. Du führest deinen anschlag fort Bei allen hinder. nissen. Du winkst, so stehet plötzlich da, Was vorher noch kein auge sah. 3. Du hast dein großes schöpfungswert Allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein augenmerk, Und wird durch dich regieret Noch immerhin besteht die welt, Weil dein allmächtig wort fie hält. dit doIn voriger Melodie. 19. D u bist, o unermeßlicher, Und wirkst an allen enden! Ich bin, wo ich auch bin, o herr, In deinen vaterhänden! Ich leb und athme nur durch dich; Du trägst, du unterstützest mich. naming e. Allgegenwart 2. Was je mein herz empfunden hat, Was ich verwerf und wähle Der erste trieb zu jeder that, Der stillste wunsch der seele, Der leiseste gedank in mir, Gott, alles liegt enthüllt vor dir! 3. Wohl mir, wenn ich durch deine kraft Mein herz zu dir erhebe. Und redlich und gewissenhaft Nach deinem willen lebe! Du siehst es herr, und stehst mir bei, Damit ich immer treuer fei! 4. Du kennest sicher und Was ich der welt verhehle; Daß, schöpfer! dein vermögen Weit über die gesetze steigt, Die die natur bewegen. Du bleibst ihr herr, und ihren lauf Hebst du nach weiser willführ auf. 5. Was für ein wunder deiner macht Wird unser aug einst sehen, Wann nach der langen grabesnacht Die todten auferstehen! Wann du von unserm staub den rest zu neuen törpern werden läßt. 6. Ach zünd in mir den glauben an, Der sich auf dich verlasse. Ist etwas, das ich fürchten kann, Wenn ich dich, herr! umfasse? Gieb, daß ich traue deiner traft, Die alles kann, und alles schafft. gewiß, Siehst Gottes. jedes wert der finsterniß, Siehst alle meine fehle; Du zeigst sie mir, und züchtigst mich zu meiner beßrung väterlich. 5. Du hörst auch meinen seufzern zu; Schafft, daß mir hülf erscheine; Boll mitleid, vater, zählest du Die thränen, die ich weine; Dein trost erquicket mein gemüth, Und jeder schmerz und kummer flieht. 6. Odrück, allgegenwärtiger, Dies tief in meine feele, Daß, wo ich bin, mein herz, o herr, Nur dich zur zutflucht wäble; Daß ich dein heilig auge schen Und dir zu dienen eifrig feil 7. Laß ohne falsch und heuchelei Mich alle sünde meiden, Daß ich vor dir unsträflich sei, Im glück und auch im leiden; Weil deine huld so mächtig ist, Weil du allgegenwärtig bist. 16 Erste Abtheilung. yangism tatton f. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. 20. Ge Mel. Es ist gewißlich an der zeit zc. erechter gott! vor dein gericht Muß alle welt sich stellen; Du wirst in ihrem ange= sicht Auch mir mein urtheil fällen. Olaß mich jede sünde scheun, Und id sehen: So laß mich die gerechtigkeit, Die mich von schuld und straf befreit Im glauben eifrig suchen. ist sidom 110 Ishid Mel. Jesu, deine tiefen wunden 2c. hier mit ernst befliffen sein, vor dir 21. Gott! vor desffen angefichte einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen thron Auf alle menschenkinder; Bestimmest jedem seinen lohn, Dem frommen und dem fünder. Nie fiehst du die personen an; Auf das allein, was wir gethan, Siehst du gerechter richter. Ehrfurcht billig uns erStets die reinste flarheit quillt! Laß füllt! Ew'ges licht, aus deffen lichte doch deine heiligkeit Unsern herzen jederzeit Kräftige ermuntrung geben, Nach der heiligung zu streben. 3. Viel gutes und barmherzigkeit Giebst du schon hier den frommen; Du schützest sie vor manchem leid, Darein die fünder kommen. So zeigest du vor aller welt, Daß dir der eifer wohlgefällt, Den man der tugend widmet. 4. Ja, herr, du liebst, was recht und gut; Du bist ein freund der frommen. Wer deinen willen gerne thut; Wird von dir aufgenommen; Sein finn und thun gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht, so wie er soll, Ganz heilig, ganz vollkommen. 5. Doch dem, der dich, o gott, nicht scheut, Dem frevelnden verbrecher, Der dein gesetz und recht entweiht, Bist du ein strenger rächer. Verachtung, elend, schmerz und hohn, Gewissensmarter sind sein lohn Oft schon in diesem leben. Denn kein böses ist an dir. Ewig 2. Heilig ist dein ganzes wesen, für und für. Was dein wille wählt 1 bist du so gewesen, Und so bleibst du und thut, Ist unsträflich, recht und gut, und mit deines armes stärke Wirkst du. stets vollkommne werke. 6. Und bleibt auch hier viel ungestraft, Viel gutes unbelohnet, So fommt ein tag der rechenschaft, Der keines sünders schonet. Da stellest du ins hellste licht, Wie recht und billig dein gericht; Dann triumphirt der fromme. 7. Gerechter gott, laß mich wie du, Das gute, eifrig lieben; Gieb selber mir die kraft dazu, Es willig auszuüben. Regt sich die fünde noch in mir, So stärke mich die furcht vor bir, Daß ich sie überwinde. 8. Und weil vor dir, gerechter gott Nur die allein bestehen, Die gläubig auf des mittlers tod Bei wahrer rene 3. Herr, du willst, daß deine kinder Deinem bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der fünder; Denn du der frommen freund; Uebelthätern bist bist vollkommen rein. Du bist nur du feind. fünden, kann vor dir nicht gnade Wer beharrt in seinen finden. 4. D! so laß uns nicht verscherzen, Was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine herzen! Tödt in uns der fünden macht! Denn was find wir, gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von fünden zu erlösen, Gabst du deinen sohn dahin. O! so reinige vom bösen Durch ihn unsern ganzen sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, Gieb uns deinen guten geist, Daß er unsern geist regiere Und zu allem guten führe. 6. Keiner fündlichen begierde Bleibe unser herz geweiht! Unsers wandels größte zierde Sei rechtschaffne heiligfeit! Mach uns deinem bilde gleich! Denn zu deinem himmelreich Wirst du, herr! nur die erheben, Die im glauben heilig leben. 1307-350 2. Von der Eigenschaft Gottes. Nisaide of 70 g. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 22. Noch och nie hast du dein wort gebrochen. Nie deinen bund, o gott, verlegt; du hältst getreu, was du versprochen, Vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn erd' und himmel auch vergehn, Bleibt ewig doch dein wort bestehn. 2. Du bist kein mensch, daß dich gereue, Was uns dein mund verheißen hat! Nach deiner macht, nach deiner treue Bringst du, was du versprichst, zur that. Scheint die erfüllung gleich noch weit, So kommt sie doch zur rechten zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, Was deine huld uns zugedacht: So wird, wenn du vergeltung übest, Dein trohwort auch gewiß vollbracht: Wer dich, o gott, behärrlich haßt, Fühlt deiner strafe schwere last. 4. O drücke dies tief in mein herze, Daß es vor jeder fünd' sich scheut; 17 81 Gieb, daß ich nie leichtsinnig scherze, Mit deiner strafgerechtigkeit; Nie werde das von mir gewagt. Was dein befehl mir untersagt. 5. Doch laßß mich auch mit festem glauben Dem worte deiner gnade traun. Wer kann den trost uns jemals rauben, Den wir auf dein versprechen bau'n? Du bist ein fels, dein bund steht fest; Wohl dem, der sich auf dich verläßzt! 5031 di doh. Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer zc. 23. Dir gott, dir will ich frühlich fingen, Dir, dessen freude wohlthun ist: Dir will ich dank und ehre bringen, Dir, der du gut und freundlich biſt. Ja, gott, du bist ganz gnad' und treu, Gieb, daß mein herz ganz freude sei. 2. Dich pretsen alle engelheere, Dir singen die verklärten dank. Dir herrscher, brausen wind und meere; Ihr brausen ist dein lobgefang. Die ganze schöpfung ruft mir zu: Es sei folcher gott, wie du. 3. Dir, höchster, ist nichts zu vergleichen; Denn deine güte reicht so weit, Als über uns die wolken reichen, Von ewigkeit zu ewigkeit. Kein wurm friecht unbemerkt dahin: Du fiehst, erhältst und schützest ihn. Him shat 4. Auch, vater, haft dit mein ge= freut: D gib mir auch nach, beiner müthe, Durch manche gnadengab' ergütte Den trieb zur frohen dankbarkeit. Grangel. luth.isie omshligus g 6. Wie start sind unsers glaubens gründe: Hier ist dein wort, das niemals frügt: Und daß dies allen beifall finde, Hast du den eid hinzugefügt. Wahrhaft'ger! was dein mund beschwört, Ist völlig unsers glaubens werth. 7. Erwäge dies, o meine seele! Und traue gott, der's treulich meint. Sei gern, nach seines worts befehle, Der wahrheit freund, der lügen feind, Beweise dich als gotteskind, Dem treu und wahrheit heilig sind. 152 gada pen Lehr alles das, was in mir ist, Froh rühmen, daß du gnädig bist. 5. Wer schuf die seel' und ihre Fräfte, Gedächtniß, willen und verstand? Wer segnet des berufs geschäfte? Wer stärkt die arbeitsame hand? Wer schützte mich vor der gefahr. Die unsichtbar mir nahe war? 6. Wer fristet meine lebenstage? Wer frönet sie mit Luft und heil? Du, vater, thust's: drum seele, fage: Gott, du bleibst ewiglich mein theil. Bon ganzem Herzen liebst du mich 7. Dir will ich fernerhin vertrauten, Denn du haft mir stets wohlgethan, Ich will mit glauben auf dich schauen, Schau mich mit vaterblicken an. So geh' ich ruhig durch die zeit, Und fröhlich in die ewigkeit. or the 8 Mel. Herzlichster jesu, mas taft du zc. 24. ven großer gilte, Varmt oder: It auch ein gott, wer 2. gott! er ist Ja 2 T 18 ootto fochiuso d Erste Abtheilung. dim, motome herzig und von duldendem gemüthe; Will denen heil und ew'ge lust bescheren, Die ihn verehren. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern sünden, Und läßt verschonend uns das nicht empfinden, Was wir, weil wir ihm unser herz nicht gaben, Verschuldet haben. 3. Hoch ist der Himmel über seiner erde, So groß ist auch, daß er geliebet werde, Die huld des herrn bei denen, die ihn lieben, und gutes üben. 4. So zärtlich sich ein vater seiner finder Erbarmet, so erbarmt sich gott der sünder, Wenn sie von herzen sich zu ihm bekehren, Jhm treue schwören. 5. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen; Er weiß, der mensch ist ein zerbrechlich wesen; Er denkt daran, daß das geschöpf aus erde Doch asche werde. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. oder: Eigene Melodie. 25. obfinget gott und betet an! Es dank', es rühm', es finge, Es jauchze, wer nur jauchzen tann, Dem schöpfer aller dinge! Wie groß, wie schön ist seine kraft! Wie herrlich, wie untadelhaft Sind alle seine werke! 6. Von ewigkeit zu ewigkeiten währet Die gitte gottes dem, der tugend ehret. Ach! leite denn auch mich auf deinem pfade, Du gott der gnade! 7. So werd 7. Er selbst entflammt in deiner brust Die sehnsucht nach vergnügen. Er schuf auch quellen, die voll luft Stets rinnen, nie versiegen. Gieb nur auf seine Denn segengenießen; So wird mein lebeer huld volle macht Schafft allen wahre freude. sanft vor dir verfließen: So werd' ich dort mit allen engelchören Dich Dich fröhlich ehren. 8. Dir wohlzuthun, das ist ihr ziel; Laß dich zum dank erwecken! O hätt' ich doch genug gefühl, Wie gut er ist, zu schmecken! Ist seiner wohnung vorhof schon So schön; wie wird mich einst sein thron, Wie wird er selbst entzücken! 9. Lobsinget gott und betet an! Es dant, es rühm, es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem schöpfer aller dinge! Wie groß ist unsers schöpfers macht! Wie herrlich, wie untadelhaft Sind alle seine werte! 4. Wo ist ein gras! wo nur ein blatt, Ein stäublein auf der erde, Wodurch, o mensch, nicht gottes rath Und kraft verherrlicht werde: D, wie ist seine macht so reich! Was aber deiner trägheit gleich, Daß du's nicht siehst, nicht fühlest? Bestrahlt sie, ihr zu ehren! Das auge fieht sich nimmer satt, Sieht, was es auch gesehen hat, Doch immer neue wunder! 5. Gab seine macht, die schöpferin, Zum führer deines Lebens Dir deinen geist, so manchen sinn, So viel gefühl vergebens? Für wen, für wen, als dich, erschafft, Erhält und schmücket seine kraft So viele große werke? 6. Dein gott bedarf nichts; seine hand, Die seine schöpfung schmückte, Gab dir empfindung und verstand, Damit er dich beglückte. Willst du, o mensch, nicht glücklich sein? Will sich nicht deine seele freun, Nicht immer froher werden? 2. Wie schön, wie würdig seiner macht mit allen ihren heeren Die 26. wie viel licht 3. Nicht wunder für das aug' allein: Auch wunder für die feele: Damit es ihr, sich zu erfreun, An teiner schönheit fehle. Wie kunstvoll ändert gott fie ab! Dem, mangelt, was er andern gab; Und jedes ist doch herrlich. Mel. Nun lob mein seel', den c. gott, du biſt die liebe; luft. Drum preist mit frohem triebe Dich unfre dankerfüllte bruft. Wie fo gar ohne grenzen Ist deine gültigteit! So weit die himmel glänzen. Uebst du barmherzigkeit. Dit siehst mit wohlgefallen Auf das, was du gemacht; Und haft auch uns, uns allen, Biel gutes zugedacht. 2. Uns ewig zu beglücken, Erschufft du uns und deine welt, Die hier schon zum entzücken So viele wunder in sich 2. Von den Eigenschaften Gottes. 19 verehrt. hält; Noch größrer gülte proben Hat| bürgen währt Die güte, die dein volt für uns deine hand Im himmel aufgehoben, Der wonne vaterland. Dahin uns zu erheben, Sandtst du den sohn herab, Der huldreich selbst sein leben Für uns verlorne gab. 3. Wie groß ist deine gnade! Wer ist so reich an huld, als du? Auch auf dem sündenpfade Siehst du uns voller langmuth zu. Du lockest uns zur buße, Und fallen wir gebeugt Boll reue dir zu fußze, Voll reu, die beßrung zeugt; So schenkest du uns armen Auch trost an deiner huld, Und tilgest aus erbarmen Die ganze fündenschuld. 4. Mit jedem neuen morgen Ist immer deine gülte neu! Selbst unserm wunsch und sorgen kommst du zuvor mit vatertren. Du, ursprung aller gaben, Du weißt, was uns gebricht; Und was wir nöthig haben, Versagst du keinem nicht. Wie sind doch unsre tage Von deinem wohlthun voll; Selbst ihre last und plage Lenkst du zu unserm wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du haft uns ja zuerst geliebt, Und bist stets treu geblieben, Wie viel wird In eigner Melodie. wider dich verübt. Mit gnaden uns 28. Wie groß ist des allmächtzu segnen Ist ewig deine lust; Weit dant dir zu begegnen, Sei stets auch unsre lust! Zu ehren deinen willen, Uns selbst zum glück und heil, hn freudig zu erfüllen, Sei unser bestes theil! gen güte? Ist der ein mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem gemüthe, Den dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine liebe zu ermessen, Sei ewig meine größte pflicht. Der herr hat mein noch nie vergessen: Vergiß, mein herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit langmuth mich geleitet? Er, dessen rath ich oft verwarf. Wer stärkt den frieden im gewissen? Wer giebt dem geiste neue kraft? Wer läßt mich so viel guts genießen? Jfts nicht sein arm, der alles schafft? 3. Blick, o mein geist, in jenes leben, Für welches du erschaffen bist; Wo du, mit herrlichkeit umgebent, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein recht zu diesen freuden; Durch gottes gülte sind sie dein. Sieh, darum mußte christus leiden, Damit du tönntest selig sein. 2* 6. Wer hier auf seinen wegen Dein wort vor. augen hat und hält, Den sebest du zum fegen Schon hier, noch mehr in jener welt. Du schaffst ihm selbst aus leiden Den herrlichsten gewinn, Und führest ihn zu freuden, Die ewig währen, hin. Wie groß ist deine güte! Mich ihrer stets zu freun, Laß, gott, auch mein gemüthe Boll liebe zu dir sein. 2. Dir, gott, ist tein geschöpf verborgen: Nicht eins, vom menschen bis aufs thier; Du würdigst aller deiner sorgen, Sie danken lust und leben dir. Es mag auch klein und niedrig sein, Dir, gott, ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem freudigen gemüthe. Erheb ich, gott voll gnade, dich! Wie herrlich ist nicht deine güte! Wie liebst du uns so väterlich! Uns, die wir ohne furcht und graun Stets deinem schutz und segen traun! 4. Mit welchem reichen überfluffe Erfüllst du diese welt, dein haus! Du theilft ihn allen zum genusfe, So väterlich, so reichlich aus, Und i des lebens quell: fließt Aus dir, der du das leben bist. 5. Wir sehn, o herr in deiner sonne, Den segen deiner huld, dein licht: Entzeuch uns deiner güte wonne, Dein gnadenvolles aufsehn nicht! Herr. deine huld erfreue die, Die dich verehren! segne fie! 27. Mel. Wer nur den lieben gott ic. ober: Du weiser schöpfer ze. Soweit nur deine sonnen glänzen, Reicht deine huld, die uns erhält; Reicht über unsers himmels grenzen, D vater, bis zur ferusten welt; Gleich ewigen ge 20 4. Und diesen gott sollt' ich nicht ehren, Und ſeine Güte nicht verstehn? ru ich sto Erste Abtheilung. melie Mel. Sei fob und ehr' dem se. 29. Wie viele freuden dank ich mir herr, verliehen! Und wie viel fünden haft du mir Aus gnaden nicht verziehen! Gott, voll erbarmung und geduld, Auch bei der mir verborgnen schuld, Währt ewig deine liebe. Blick' ich in jene ferne. Und überseh 2. Bedenk ich, schöpfer, deine macht, des himmels pracht Und sonne, mond ant. und sterne; So bet ich dich voll ehrfurcht Was ist der mensch, ruf ich alsdann, Daß du dich sein erbarmest? So geht er nicht verloren. Nicht für 3. Dein auge schaut auf ihn herab; die welt, nicht filr das grab Ift er allein geboren. Die welt vergeht mit ihrer lust; Der du den willen gottes thust, Dein glück soll ewig dauern. 6. gott, laß deine güt' und liebe Mir immerdar vor augen sein. Sie stärk in mir die guten triebe, Mein 4. Wann ich erwache, denk ich dein, ganzes Leben dir zu weihn: Sie tröste Und wann ich schlafen gehe, Denn du, mich in noth und schmerzen, Sie mein vater, kannst verleihn, Was ich leite mich zur zeit des glücks: Und sie von dir erflehe. Drum seufz' ich findbesieg in meinem herzen Die furcht| lich stets zu dir: Herr, was mir nüßet, des letzten augenblicks. schenke mir Um deiner güte willen. weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein will' ist mir ins herz geschrieben: Sein wort bestärkt ihn ewiglich; Gott soll ich über alles lieben, Und meinen nächsten so, wie mich. 5. Dies ist mein dank; dies ist sein wille: Ich soll ganz liebe fein, wie er. So lang ich dies gebot er fülle, Stell ich sein bildniß in mir her. Lebt seine lieb' in meiner feele, So treibt fie mich zu jeder pflicht; Und ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die finde nicht. i. Geduld und Langmuth Gottes. Mel. Ein lämmlein geht c. 30. et etreuer gott, wie viel geduld Beweisest du uns armen! Wir häufen leider unsre schuld; Du aber dein erbarmen. Was ist des menschen lebenslauf? Er ist verderbt von jugend auf. Und dem gesetz entgegen; Und gleichwohl, vater, suchst du ihn Langmüthig davon abzuzichn, Zur beßrung zu bevon zeit zu zeit, Verziehest voll barmherzigkeit, Ihm gänzlich abzuhanen; Du wartest sein mit größter treu, Und hörst, damit er fruchtbar sei, Nicht auf, an ihm zu bauen. 3. Noch giebst du sündern zeit und raum, Der strafe zu entgehen; Du läßt den unfruchtbaren baum Nicht ohne pflege stehen; Du schonest sein 4. Langmüthigster, so große buld Bezeigst du frechen fündern; Und o! nicht weniger geduld Hast du mit deinen kindern; Sie werden ja, weil fleisch und welt Hier ihnen häufig netze stellt, Oft sicher, matt und träge; Sie straucheln, sie vergehen sich, Und fehlen oftmals wider dich, Auf blind gewähltem wege. wegen. 2. Der menschen elend jammert dich; Selbst wenn sie sich verstocken, So fuchst du sie doch väterlich Durch huld zu dir zu locken. Wie lange 5. Da warnst du fie vor der gefahr, fahst und riefest du Nicht ehmals o oft fie irre gehen; Reichst ihnen deinem volke zu, Damit es sich be- hand und stärke dar; Von sünden tehrte! Wie trugst du nicht mit gütig- aufzustehen; Du trägest sie mit vaterteit Die erste welt so lange zeit, Eh huld, Bist willig, ihre sündenschuld sie die fluth verheerte. Durch christum zu vergeben; Giebst ihnen neue tugendkraft, Und nach vollbrachter pilgerschaft, Ein ewig freudenleben. 6. Laß diese langmuth und geduld, 3. Von der Heiligen Dreieinigkeit. 21 Gott, unsre herzen rühren! Nie müß' sinn, Daß wir die fünde hassen, Und uns deine vaterhuld zur sicherheit uns noch in der gnadenzeit, Den reichverführen! Trag uns erbarmend fer- thum deiner giltigkeit 3ur beßrung nerhin; Doch gieb uns auch dabei den leiten laffen.( 906.10 brzopfloor mo pe#selise i onist enn abid Hop wwdows on the one in Hemdwolp 3) Von der heiligen Dreieinigkeit. Bekannte Melodie. 31. A llein gott in der höh sei ehr, Und dank sei seiner gnade. Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und unfall schade. Uns wohlzuthun ist er bereit! Er will nur unsre seligkeit. Erhebet ihn mit freuden! 2. Ja, vater, wir erheben dich Mit freudigem gemüthe. Du herrschest unveränderlich Mit weisheit und mit güte. Unendlich groß ist deine macht, Und stets geschicht, was du bedacht, Wohl uns, daß du regiereſt! 3. D jesu christ, des höchsten sohu! Dich, seinen eingebornen, Dich sandte gott vom himmelthron Zur rettung des verlornen. Du mittler zwischen uns und gott, Hilf uns im leben und im tod; Erbarm' dich unser aller! Mel. Ich glaub' an einen gott 2t. ch 32. glaub' an gott, den S einigen; Den ewigen: den herrlichen. Der himmel und die erde Ward, als er sprach: es werde; Er ist mein vater, dessen ruf Auch mich zu seinem dienst erschuf. Er hat auch mir zum leben Empfindung und vernunft gegeben. Er, groß durch weisheit, güt' und macht, Hat vor der welt an mich gedacht, Bleibt stets mein vater und mein gott, Der für mich sorgt, mir hilft in noth, Mich nähret, mich beschützet. | Vom tode stand er siegreich auf, Und fuhr verklärt zu gott hinauf; Kömmt einst, wann diese welt vergeht, Und richtet dann voll majestät Die lebenden und todten. 2. Ich glaub' an jesum, gottes sohn. Er herrscht mit gott auf einem thron, Er wurde mensch, vom bösen Mich fünder zu erlösen. Er tilgte meiner fünden schuld, Erwarb durch blut mir gottes huld, Und ließ für mich sein leben, Den himmel mir zu geben. 3. Ich glaub' auch an den heil'gen geist, Der mich der finsterniß entreißt, Den weg des glücks mich lehret, Und mich zit gott bekehret. Auch er ist ew'ger wahrer gott! Er tröstet mich in jeder noth, Läßt in der noth der fünden Mich gnad' und rettung finden. Er macht mich fromm und tugendhaft, Und giebt zum guten lust und fraft. Er führet mich zur seligkeit, Zu der, wann gott die welt erneut. Mein leib auch auferstehet. re 4. O heil'ger geist, du geist von gott, Erleuchte, beß're, tröfte, Die jesus chrift 33. durch seinen tod Zum dienst des herin erlößte. Auf deinen beistand hoffen wir; Ach leit uns stets, so sind wir hier Und auch einst ewig selig. Mel. Wie schön Leuchtet der it. obsinget gott! dant, preis und Sei gott je mehr und mehr, Für alle seine werke! Von ewigkeit zu ewigkeit Lebt er, und herrschet weit und breit, Mit weisheit, güt' und stärke. Singet, Bringet Frohe lieder! Fallet nieder; Gott ist herrlich; Unaussprechlich groß und selig. og Soffop str 2. Lobsinget gott! dant, preis und ruhm Sei von uns, deinem eigenthum, Herr jesu, dir gesungen. Du mittler zwischen uns und gott, Haft, durch gehorsam bis zum tod, Das leben uns errungen. Heilig, Selig Ist die freundschaft Und gemeinschaft Aller frommen, Die durch dich zum vater kommen. 3. Lobsinget gott! du geist des Herrn Sei nie von unserm geiste fern, Mit traft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weis' und rein, Hilfft uns ge trost und siegreich fein Im streit mit unsern lästen. Leit' uns, Stärt uns, In der freude, Wie im leide, Gott ergeben Und der tugend treu zu leben. E sein Leben nicht zu then'r, für uns zu geben. Er erstand; herrscht hoch erhöhet, In dem reich, das nie vergehet; Er läßt auch uns im grabe nicht, Und kommt dereinst zum weltgericht. 3. Wir glauben an den heil'gen geist, Unfern göttlichen regierer, Den jefus christus uns verheißt, Uns zum beistand und zum führer. Der in trübsal seine christen Eilt mit muth und 2. Wir glauben auch an jesum christ, kraft zu rüsten; Der uns lehrt vergeGottes sohn, den eingebornen, Den bung finden, Und der tugend werth emHerrn, der mensch geworden ist. Den pfinden, Er flößet uns in todesschmerz, erretter der verlornen. Er, er achtete| Des ew'gen lebens trost ins Herz. thru 22 alpinis Erste Abtheilung. In bekannter Melodie. 34. Wir glauben an den ein'gen gott, Schöpfer himmels und der erden. Er, aller vater, unser gott, Hieß uns seine kinder werden. Er will uns auch stets ernähren. Jedes wahre gut gewähren. Er erwog schon, eh' wir waren, Unfre rettung in gefahEr ist's, der für uns sorgt und wacht, und alles steht in seiner macht. rent. 4) Von der the mel. Wer nur den lieben- gott ze. oder: Du weiser schöpfer it. 35. Beherrscher himmels und der erden, Der du allSchöpfung. fällt; Und end ich diesen furzen lauf, So nimm zu deiner ruh mich auf. Mel. Wie schön leuchtet der ic. 36. Gott, deffen starte hand gegenwärtig bist, Bon niemand kannst Vor dem kein ding verborgen ist; Auch ziehe mein gemüth zu dir, und deine größe leb' in mir. 2. Wohin ich herz und augen lenke, Da find' ich deiner gottheit spür. Wenn ich voll andacht überdenke Dein wert, die herrliche natur, So ruft sie nah und fern mir zu: Wie groß ist gott, wie klein bist du! die welt Erschaffen hat und noch erhält, Ich sehe deine güite; Ich sehe sie und werd' entzückt, Wohin auch nur mein auge blickt, So bald ich mein gemüthe Auf dich, Schöpfer, Achtsam lenke Und ich denke, Find' ich armer Dich als vater und erbarmer. 2. Seh ich, so weit mein auge reicht, Gen himmel, so entdeckt? ich leicht. Die 13. Uns zeigen alle elemente, Wie spuren deiner gilte. Der himmelslichter weif' und gut der schöpfer sei; Olauf und pracht, Sein sternenheer, das wenn das stumme reden könnte, Es du gemacht, Erwecket mein gemüthe, stimmte der ermunt'rung bei; Rührt, Großer Schöpfer, Dich zu singen, Dir menschen, gottes güt' und macht, Die zu bringen Ehr' und stärke. Groß euch und uns hervorgebracht! find deiner allmacht werke. 4. Herr, gott, wie groß ist deine liebe; Die erd' ist deiner güte voll. Verleih' mir deines geistes triebe, Dich zu erkennen, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab' und bin, Zu deinem dienst auf ewig hin.blo 3. In ungewittern, sturm und wind, Die deines thrones diener sind, Entdeck' ich deine güte. Das feuer, wie der wasser grund, Macht deine große liebe fund. Mit fröhlichem gemüthe, Will ich Täglich Darauf achten, Und betrachten Deine werke; Rühmen deine huld und stärke. Fish 5. Hilf, daß die güter dieser erden Mich zu dir locken, höchstes gut. Daß sie mir nicht zum fallstrick werden, Und ihr genuß mir schaden thut. Laß allen mißbrauch ferne fein; Mein letztes ziel sei du allein. 4. Dein erdreich, gott, das jedermann Giebt brod und kleider, seh' ich an Und schmecke deine güte; Ich rieche, fühl' und höre sie Im feld und wald; ich sehe sie In aller fluren blüthe. Von dir Zengen Alle dinge, So geringe Sie mir scheinen: Wie 6. Hier ist mein leben eine reise, Hier geht mein weg zur andern welt; Drum mache du mich fromm und weise, Daß ich hier thu' was dir ge- im großen, so im fleinen. ods] 4. Von der Schöpfung. PLUS50ECIS ST 5. O zeuch mich über welt und zeit Zu dir, o herr der herrlichkeit, Durch deine große liebe. Auf dich laß mich in allem sehn. Für jedes gute dich erhöh'n, Belebe meine triebe, O mein vater, Dir in allen, zu gefallen; Dir zu leben Sei mein einziges bestreben. Mel. Ein lämmlein geht xc. 37. welt Zum schauplats ſeiner güte: Lobfingt ihm, der sie noch erhält, Mit freudigem gemüthe. Gott ist die liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, Die ihr ihn kennt und ehret! Riihint es, daß seine gütigkeit Mit jedem morgen sich erneut, Und ewig, ewig währet! 2. Daß außer dir nicht alles leer Von freud' und leben bliebe, Schufft du, o gott, der himmel heer Und unsre erd' aus liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie: Unendlicher, du ließest sie Zu ihrem glücke werden. Du aber ſättigest dich nun Mit wonne, allen wohlzuthun Im himmel und auf erden. 3. Kein mensch, kein engel felbst, ermißt Die größe deiner segen; Wie gültig deine weisheit ist In allen ihren wegen. Gott, deine güte reicht ſo weit, Als deines reichs unendlichkeit So weit, herr, als dein leben. Ach, was sind wir? die deine macht Aus todem staub hervorgebracht, Uns ewig heil zu geben. 23 Mel. Warum sollt ich. 38. ei zufrieden mein gemüthe! Gott ist gut, Was er thut, Ist voll lieb und güte, Er nur weiß in allen sachen, Groß an rath. Wie von that, Alles wohl zu machen. 2. Beides, erd' und himmel, preifen Seine macht, Tag und nacht Müssen sie beweisen. Sonn' und mond, das Was regt Und nah' und ferne. 3. Schau' die werke seiner hände! Mensch und thier Melden dir Seinen rühm ohn' ende, Was mir noch so kleines nennen, Gras und laub, Selbst der staub, Giebt ihn zu erkennen. bewegt, Lobt ihn 4. Was auf bergen und in gründen, In der höh'. In der see, Oder sonst zu finden, Rühmt die weisheit seiner werke; Jeder wurm, Wind und sturm, Preisen seine stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben; Wie so gar Wunderbar Gab er mir mein leben! Was ich hab' ist sein geschenke, Auch der geist, Der ihn preist, Mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreues sorgen, Tag und nacht Nimmt in acht, Das zeigt jeder morgen. Ja kein augenblick verschwindet, Der mich nicht, Gott, mein licht! Dir zum dank verbindet. 7. Setzten mir des kreuzes plagen Heftig zu, So halfft du, O mein gott, sie tragen; War kaum noch geduld vorhanden: Deine kraft hat geschafft, Daß ichs überstanden. 4. O vater, welchem keiner gleicht 8. Nun, mein herz, das hat schon An liebe, wie an stärke! Kein dank, kein lobgefang erreicht Die wunder deiner werte. Doch ist dirs angenehmer dant, Dir ist es mehr als lobgesang, Wenn ich dich thätig liebe! Und gern in meiner Lebenszeit Erbarmen und wohlthätigkeit An andern menschen übe. 5. Du bist die liebe, dank sei dir, Daß ich dich so erkenne, Und dir zum ruhm, zum troste mir, Dich meinen Auch ich will gerne liebreich sein, Will glücklich machen, vater nenne. will erfreu'n, Will helfen und dir gleichen. Von diesem heil und dieser pflicht, gott der liebe, laß mich nicht, So lang' ich lebe, weichen. lange Gott gethan; Denke dran, Wird dir jemals bange, Als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschicht Wahrlich nicht: Er kann dich nicht haffen. 9. Drum ergieb dich seinem willen Heiße gut, Was er thut, Er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen sachen Groß von rath, Wie von that; Er, er wirds wohl machen. Mel. Sei Lob und ehr' dem sil 39. Menn ich, o schöpfer, deine Die beiner wege, Die liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege: So weiß ich, von bewundrung voll, Nicht, wie 24 Erste Abtheilung. ich dich erheben soll, Mein gott, mein| Bringt, ruft auch der geringste wurm, herr und vater! Bringt meinem schöpfer ehrel Mich), ruft der baum in seiner pracht, Mich, ruft die saat, hat gott gemacht; Bringt unserm schöpfer ehre!" 2. Mein auge sieht, wohin es blickt Die wunder deiner werke. Der himmel, prächtig ausgeschmückt, Preift dich, du gott der stärke! Wer hat die sonn' an ihm erhöht? Wer fleidet sie mit majestät? Wer ruft dem heer der sterne? 3. Wer mißt dem winde seinen lauf? Wer heißt die himmel regnen? Wer schließt den schooß der erde auf, Mit vorrath uns zu segnen? gott der macht und herrlichkeit, Gott, deine güte reicht so weit, So weit die wolken reichen. 4. Dich predigt sonnenschein und sturm Dich preist der fand am meere. 4 5. Der mensch, ein leib, den deine hand So wunderbar bereitet; Der mensch, ein geist, den sein verstand Dich zu erkennen leitet; Der mensch, der schöpfung ruhm und preis, Ist sich ein täglicher beweis Von deiner git' und größe. 7. Der herr beglücket alle, die ihn lieben, Die aber, die betrug und frevel üben, Verstößt er, bis er alles das bouführet, Was sich gebühret. 6. Erheb' ihn ewig, o mein geist, Erhebe jeinen namen! Gott unser vater, sei gepreist, Und alle welt sag': amen! Und alle welt ehr' gott den Herrn, Und hoff' auf ihn, gehorch ihm gern! Wer wollte gott nicht dienen? # 708 in mat i 5) Von der Vorsehung Gottes. 8. Auf ewig will ich seinen namen loben, Von allen menschen werde gott 40. verbreiten! erhoben! Was lebet, müsse, herr zu 1a do mel. Herzliebster jefu was ze. oder: Ist auch ein gott, wer 2c. ein reich, o gott, ist Dein reich und deine macht, die wir berehren, Und ewig wird von aller völker zungen Dein lob gesungen. 2. Der herr bewahret alle, wel be fallen; Der höchste hilft den unterdrückten allen; Ist stets bereit, mit fegen, die ihn bitten, Bu überschütten. 3. Nach dir, gott, schauen aller menschenblicke, Daß deine hand sie päterlich erquicke! Du giebst auch einem jeden ſeine ſpeiſe, Daß er dich preiſe. du mit deinem wohlgefallen, Was lebt; thust deine hand auf und giebst allen, Was sie bedürfen: keiner sucht vergebens, Dich quell des lebens. dolers& 5. In allen wegen gottes strahlet gnade, Untadelhaft sind alle seine pfade, Und was er thut, gereicht zu 3. Du herrschest weislich, recht und gut Nach heiligen gesetzen: Du willst auch deiner treuen hut Das kleinste ſeinem preiſe, Ist gut und weise. würdig schätzen. Auf alles geht dein augenmerk, Und immer ist's dein liebstes werk, Zu segnen, zu beglücken. 6. Der herr behültet alle, die ihn lieben, und ernstlich sich im wahren guten üben; Er thut, was diefe, die ihn so verehren, Mit recht begehren. 4. Wohl uns! daß du das regiment, Gott, über alles führest. Und wohl dem, der den zweck erkennt, Dazu du uns regierest! Ich, dein so schwacher unterthan, Ich, bete dich in demith an; O, sieh auf mich in gnaden. Mel. Sei lob und ehr' dem c. 41. Dir, unserm gott, ist nieund auf erden: Du bist der höchste; mand gleich Jm himmel und dein reich kann nie begriffen werden. Die über alle dich erhöht, Die fron' Unendlich ist die majeſtät, und scepter tragen. odp, m Ind 2. Wie weit erstreckt sich dein gebiet! Wo ist der, der es meſſe? Wohin auch nur mein auge sieht, Da seh' ich weit, Geht deines reiches herrlichkeit. deine größe. Weit, über alle himmel Du herrschest über alles. 5. Von der Vorsehung Gottes. 25 5. Ich bin verderbt und fehlervoll:| und leid. Schick, alles, herr, zu deiVin auf dem tugendwege Nicht stets ner ehre Und meiner feelen feligteit. so eifrig, wie ich soll! Bin oft zum So preis ich einst vollkommen dich; guten träge. Doch du bist gnädig; und So freu' ich dein auf ewig mich. voll huld Vergiebst du reuenden die bo schuld; Drum hoff ich auch vergebung. Mel. Vater unser im himmelreich ic. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, 43. Gott, deine weife macht erhält ganze lebenDen du Mein welcher für mich litt, Erwarb mir volle welt, Und aller augen freuen recht zum leben. Sein tod macht mich sich, Und warten hoffnungsvoll auf vam zweifel frei, Ob ich der gnade dich. Auf dich, der du sie alle liebst, fähig sei: Auch mich hat er versöhnet. Und allen ihre speife giebst. 7. Herr! ewig will ich deinen ruhm2. Du öffnest deine hand, so fließt Mit lob und dank erheben. Dir will Herab, was jedem nöthig ist; Mit ich, als dein eigenthum, Mich ganz wohlgefallen sättigt fie Dein aufsehnt zum dienst ergeben. Mit lust will ich, und versäumt sie nie. Nie sind gebis in den tod, Nach deinem heiligen schöpfe deiner hand Dir unwerth oder gebot, Durch deinen beistand wandeln. unbekannt. Colodiyad 32 Mel. Wer nur den lieben gott ic. 42. ürwahr, du bist, o gott, verborgen! Dein rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre sorgen; Du sorgtest, eh' die welt noch war, Für unser wohl schon väterlich; Dies sei genug zum trost für mich. 3. Auch mir gabst du, mein gott und heil, Noch täglich mein bescheiden theil; Gabst mirs mit huld und freundlichkeit, So lang' ich bin, zu rechter zeit. Kein vater sorgt so väterlich Für seinen sohn, als du für mich. 2. Dein weg ist zwar in finsternissen Vor unsern augen oft versteckt; Doch, wenn wir erst den ausgang wissen, Wird uns die ursach auch entdeckt. Warum dein rath, der niemals fehlt, Den uns so dunkeln weg gewählt. 4. Ich bins gewiß, du kannst mich nicht Verlassen, meine zuversicht! Ich bins gewiß, du thuft mir wohl, So lang' ich hier noch leben soll. Nicht überfluß bitt' ich von dir; Was ich bedarf, das giebst du mir. 5. Der vogel banet nicht das land, Doch nährst du ihn mit milder hand 3. Nie sind die tiefen zu ergünden Du schmückst die blume königlich; Voit deiner weisheit, macht und güt': Doch hat sie nicht verstand, wie ich. Du kannst viel tausend wege finden, Vergiß es, meine seele, nie; Weit Wo die vernunft nicht einen sieht. Aus mehr bin ich vor gott, als sie. Sar finsterniß bringst du das licht; Du 6. Mich schusst du nicht für diese sprichst, o gott, und es geschicht. zeit; Mein ziel ist in der ewigkeit, 4. So weicht denn, ängstliche ge- Du gabst mir weisheit und verstand, danken; Gott fann, weit mehr, als Und machtest selbst dich mir bekannt; ihr versteht. Bleib', seele! in der Nichts, was die erde zeugt und nährt demuth schranken; Die demuth wird Gleicht mir an hoheit und an werth. von gott erhöht. Ja, herr, du liebst 7. Von dir, der das an mir geden, der dich liebt, und deiner füh- than, Werd' ich auch speis und trant rung fich mit 5. Drum will ich mich dir überlassen, fünden schmäht, Giebst ohne Mit allem, was ich hab' und bin. Ich sein gebet; Wie sollteſt fleiß werfe was ich nicht kann fassen, Auf und flehn Mich nicht genug damit dich, den gott der liebe, hin; Der ausgang zeigt doch immerdar, Daß stets dein rath voll güte war. 6. Gieb, daß dies mein vertrauen mehre Jm glück und unglück, freud versehn? 8. Laß du mich nur genügsam sein, Und deiner gaben mich erfreun, Doch mehr noch deiner, der du dich, So freundlich zeigest gegen mich, Und 26 felbst des segens quelle bist, Aus welcher alle wohlthat fließt! 9. Bei deiner gaben überfluß Erhalt mich mäßig im genuß; Bewahr' mich in der dürftigkeit Vor schmach und unzufriedenheit. Du nährst mich immer; preis und dank Bring' ich dir, gott, mein lebenlang. dotto Erste Abtheilung. Die wunder deiner Hand. Mein Herz ist froh! ich singe: Herr, meine lust bist du! Dir, dem ich lieder bringe, Dir jauchz ich, höchster, zu. 2. Du bist auf deinem throne Der richter aller welt, Der jeglichem zum lohne Das rechte urtheil fällt. Wenn dich die fünder schmähen, Dann strafft 44. ott, der an allen enden Sott ma isip GHT! Jem slodu ihren spott; Du sprichst, und fie Mel. Von gott will ich nicht zc. vergehen Vor deinem hauch, o gott! 3. Du, herr, haft zum gerichte Dir Unzählig gutes thut, deinen thron erhöht. Vor deinem angeDu bist's in dessen händen Meinsichte Bleibt nicht, wer widersteht. Ihr ganzes schicksal ruht: Der für die übungszeit Mir jeden meiner tage, Mein glück und meine plage Bestimmt von ewigkeit. d m fühnen sünder zittert: Bereut noch euren spott! Sein thron wird nie erschüttert; Der herr bleibt ewig gott. 4. Du, herr, regierst und liebest, Was ungerecht ist, nicht. Du wägst die welt und übest Partheilos dein gericht. Die waage sinkt und steiget, Wie dein gesetz gebeut; Und jedes land bezeuget, Gott, deine heiligkeit. 5. Du bist ein fels der armen, Ein fels in jeder noth. Sie trau'n auf 3. Du bist schon treu im lieben, Noch eh' wir sind, und hast Nie lust dein erbarmen, Wenn ihnen unfall uns zu betrüben; Und, drückt unsdroht. Die thränen, die sie weinen, müh' und last. So bleibst du mit- Sind dir bekannt und werth. Du, leidsvoll; Hilfst liebreich deinen fin- gott, versäumest keinen, Der deinen dern Sie tragen und vermindern; schutz begehrt. Beförderst stets ihr wohl. 2. Da ich noch ganz verborgen Im mutterleibe lag, Da wachte schon dein sorgen; Ach! vater, wie vermag Mein dürftiger verstand Das gute zu erheben, Daß du in meinem leben Wir huldreich zugewandt! 1173 174 19 4. Stets hat in meinem leben Mir dieses trostes Licht Von neuem kraft gegeben, und frohe zuversicht. Wenn ich bekümmert war: So seufz't ich und war stille, Und dein stets guter wille Entriß mich der gefahr.d 6. Ihr kinder gottes preiset, Verfündigt in der welt Wie groß sich gott beweiset, Der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget Nach des gerechten blut, Er hört ihn, wann er flaget, Und stillt der wetter wuth. 7. Herr, sei mir gnädig: schaue 5. Dein name sei gepriesen, Der Voll huld auf meine noth! Du bist's, jederzeit an mir So herrlich sich er- dem ich vertraue: Du hilfft auch selbst wiesen. Mein herz und mund soll vom tod, Nach überwundnen leiden dir, Du retter aus gefahr! Ein schuldig Geh' ich in's heiligthum; Und über dich, opfer bringen, Von deiner güte singen voll freuden, Erheb' ich deinen ruhm. Jetzund und immerdar.nerior Herrs$ 13 6. Du hast mir wohlgerathen, Und Mel. Mein gott das herz 2c. Lauter guts gethan; Daß deiner liebe 46. h finge meiner feelen luft, hoch erthaten g'nug Hilf, vater, daß ich dort Verklärt und ganz vollkommen, Mit allen deinen frommen, Dir danke immerfort. freut! Ich sing' aus dankerfüllter brust Von deiner gütigkeit. alin te 2. Was ist der mensch, der staub, vor dir, Daß seiner du gedenkst? Herr aller welt, was haben wir, Wenn du es uns nicht schenkſt? be- 3. Wer hat den himmel ausgespannt, Der unser aug' entzückt? Ber Mel. Befiehl du deine wege c. 45. Gott, meine ganze seele lannt. Dir dank' ich und erzähle 5. Von der Vorsehung Gottes. SIF hat mit göttlich milder hand, Den erdkreis ausgeschmückt? og 4. Wer tleidet hügel, thal und au, Und ziert mit pracht den hain? Tränkt fie mit regen und mit thau? und gedeihn? 25. Wer führt die sonn' in ihrer pracht Mit jedem tag uns zu? Wer spricht zum mond in dunkler nacht: Den menschen leuchte du! 6. Wer krönt mit segen jedes jahr Daß unser herz sich freut? Wer liebet uns unwandelbar, Auch wann sein donner dreut! soft 7. Wer sichert uns vor der gefahr, Die uns von ferne droht? Wer rettet oft so wunderbar Aus gegenwärt'ger noth? 8. Herr, unser herrscher, nur von dir Fließt alles heil uns zu. Dein volt, dein eigenthum sind wir, Und unser gott bist du. 9. Wie groß ist deine huld und treu! Du zähltest unser haar, Stehst uns allgegenwärtig bet In jeglicher gefahr. 10. Uns fünder trägst du mit geduld, Lehrst uns durch deinen geist, Und reut uns recht der fünden schuld So siehst du's und verzeihst. 11. Ja, deine gülte reicht so weit, So weit die wolken ziehn: Der junge rab', erbarmer, schreit Zu dir; du nährest ihn. 12. und rührte dich, o menschenfreund Nicht eines christen schmerz? Die stille zähre, die er meint, Bemerkt dein vaterherz. 13. Weh dem, der herr, an dir verzagt, Und seine zuversicht Auf menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 27 15. Er schout herab von seiner höh' Auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, unsterbliche, Zu ihm, von dem du bist. 16. Lobfing' ihm, bet ihn ewig an Mit frommer zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! Vergiß es, feele, nicht. Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. Sch 47. weiß, mein gott, daß all' mein thun Auf deinem willen muß beruhn, Von dir kommt glitck und fegen; Was du regierst und willst, Geht seinem ziel entgegen.d bid 2. Es steht in keines menschen macht, Daß das gescheh, was er bedacht, Und er fich dessen freue; Dein segen, höchster, macht's allein, Daß menschenrath gedeihe. d 3. Oft denken wir mit sichern muth, Dies oder jenes sei uns gut, Und ist doch weit gefehlet; Oft fehn wir auch für schädlich an, Was doch dein rath erwählet. sdsrs diny wind Boty B1 4. Drum gieb mir weisheit aus der höh' Mein vater, daß ich nicht besteh Auf meinem eigenwillen; Sei du mein licht und lehre mich Nur deinen rath erfüllen. posta aband tus din 5. Was dir gefällt, gefall' auch mir, Zufrieden sei mein Herz mit dir Bei allen deinen wegen; Und was dir misfällt, laß mich nie In meiner seele hegen. 6. Tritt du zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast unmöglich däucht. Reichst du mir deine Hände, wiß zum guten ende.' yo! a So kömmt, was angefangen ist, GeUnd muß ich gleich ins tiefe meer 197. Ist gleich der anfang etwasschwer, Der bittern leiden treten: So stärke mich der glaub? an dich Ur- d ein troftvolles beten. 8. Wer christlich betet, dir vertraut, tapfern muth bezwingen, Du heißest Wird alles das, wovor ihn graut, Mit seine sorgen fliehn, Hilsst ihm den fieg erringen. 9. Zwar rauh ist oft der tugend 14. Er liebt dich mehr, als du ver- pfad, Den uns dein wort gewiefen stehst: Ist, seele, dir nicht fern, Und hat; Doch wer ihn muthig gehet, eilt zu helfen, eh' du flehst. Ver- Wird endlich, herr, durch deinen geift traue gern dem Herrn! Zu steter wonn' erhöhet. 10. Du bist mein vater, ich dein kind; Was ich bei mir nicht hab' und find', Hast du in voller gnüge. So hilf nun, daß ich meinen stand Wohl halt und herrlich siege. 11. Dein fei, gott, aller ruhm und ehr: Ich will dein thun je mehr und 6011) nudsi yad olt.d Erste Abtheilung. und veglim bij gehe, wie es gehe! Dein vater in der höhe Weiß doch zu allen sachen rath. Mel. Vor deinen thron tret cul 28 mehr Aus hoch erfreuter seelen Vor deinem voll und aller welt, So lang' ich leb', erzählen. am lor mo 49. Mein auge fiebt, o gott, 48. et meie thate throne bilf du mir! Mein heil kömmt Mel. Nun ruhen alle wälder 26. an allen Laß deinem Der alles kann und hat. Du mußt in allen dingen, Soll etwas mir gelingen, Mein helfer sein mit rath und that. 2. Nichts hilft mein banges sorgen V m abend bis am morgen; Nichts meine ungeduld. Du magst mit meinen sachen Nach deinent willen machen: Ich trane deiner vaterhuld. had 3. Es kamn mir nichts geschehen, Als was dein rath ersehen, und für mich nützlich hält. Ich nehm' es, wie du's giebest; Was du von mir beliebest, Das hab ich völlig auch erwählt. feit. 4. Ich traue deiner gnade, Die mich auf deinem pfade Vor allem übel schützt. Leb' ich nach deinen sätzen, So wird mich nichts verletzen, Nichts fehlen, was mir wirklich nützt. Mel. Bekiehl du beine wege it. 50. Ni immt gott, dem wir ver5. Laß mich nur meiner fünden Bor dir vergebung finden, Und tilge meine schuld! Zum heiligungsgeschäfte Verleih mir muth und kräfte, Und habe dann mit mir geduld. 09 trauen, Nicht unsers werks sich an: Will er das haus nicht bauen, Vergebens baut man dann: Will er die stadt nicht schützen, Er, groß durch rath und macht, Was wird der wächter nützen, umsonst daß er wacht. 6. Leg' ich zum schlaf mich nieder Weckt mich der morgen wieder zu meines lebens pflicht; Frr' ich auf finstern Geh' ich dem leid So giebt dein wort mir troſt und licht. 7. An das, was du beschlossen, Will ich ganz unverdrossen, Mit froher hoffnung, gehn, Kein unfall unter allen Wird je zu schwer mir fallen; Mit dir werd' ich ihn überstehn. 2. Was hilfts, daß ſpät und frihe 3hr est voll traurigkeit Das brod der sorg und mithe, Und häuft euch gram und leid? Was nüßt der bange kummer, Da gott dem, der ihn liebt, Was er hat, wie im schlummer Und unerwartet giebt? abour 8. Dir hab' ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Wie es dein 3. Weil denn an deinem segen, wint gebeut; Es sei mein end', ver- Wie niemand läugnen kann, gott, borgen, Es tomm' heut oder morgen, so viel gelegen; So segne du uns Du weißt dazu die beste zeit. Giet dann. Laß deines sohnes segen Die 9. So sei nun seele, seine, Und trane seele recht erfrei'n, So wird auf undem alleine, Der dich geschaffen hat! Es sern wegen Gewiß auch segen sein. Gan' dod thin sim no on 25 apting rollou i 6) Von den Engeln. probin 50 ad fine ildren YOU Mel. Nun ruhen alle wälder c. 51. Du err der seraphinen! Dem tausend engel dienen, Und zu gebote stehn; Gott, aller nur von deiner macht, Die diese welt hervorgebracht. duom more thingt 2. Getrost, mein herz! mein treuer hirt, Schafft, daß mein fuß nicht gleiten wird; Der mich behütet, schlummert nicht. In finsterniß ist er mein licht. 3. Kein übel sei mir füchterlich, Denn gottes rechte schützet mich: Durch seine treue vaterhand, Wird, was mir schadet, abgewandt.alo 4. Sein schutz gewährt mir sicherheit Sein trost füllt mich mit freudigEr leitet mich auf ebner bahn, Und nimmt mich einst zu ehren an. 5. Herr! segne und behüte mich. Du bist mein heil, ich hoff' auf dich. Dein segen folg' aus dieser zeit Mir bis in jene ewigkeit. geifter könig! Ich bin zwar viel zit wenig, Um deinen ruhm recht zu erhöh'n. 2. Doch preis" ich deine güte Mit dankbarem gemüthe Für deiner engel 6. Von den Engeln. STATE ST schar: Das menschliche geschlechte Beschützet feine rechte Durch ihren bei- 53. Wer zählt der engel heere, stand in gefahr. indi Die du zu eichen 3. Doch sollen sie nicht weichen: So laß mich ihnen gleichen An wahrer heiligkeit. Wie sie nur tugend lieben, Und sie auch stets ausüben, So mach' auch mich dazu bereit. 4. Sie thun nur deinen willen; Laß ihn auch mich erfüllen. Sie leben heilig, rein: O laß mich nichts beFlecken; Nein wenn mich schatten decken, Stets so wie sie, die fünde scheun. 5. Hilf aug' und herz bezähmen, Rein ärgerniß zu nehmen, Lehr' mich behutsam sein; Nie durch ein böses leben Dem nächsten anstoß geben: Denn dieses stürzt in ew'ge pein. 6. Wenn ich dann endlich scheide, So führe mich zur freude In ihren umgang ein: Da werd' ich dich recht loben, und in dem himmel droben Dir und den engeln ähnlich sein. engel, Ihnen bin ich noch nicht gleich, Sondern vielmehr voller mängel. Ach, wann werd' ich auch so rein, Als wie diese geister sein? 2. Mäch verführt noch fleisch und blut; Stärke mich bei der beschwerde; Rüste mich mit kraft und muth, Daß ich hier schon auf der erde, Als dein erbe und dein kind, Immer himmlisch sei gesinnt. 3. Gieb mir weisheit, gieb mir fleiß, Dich, o gott, recht zu erkennen, Laß mich deines namens preis Gern auch vor der welt bekennen, Daß ich darin auf der erd' Deinen engeln ähnlich werd'. 4. Herr! dein wille soll geschehn, Wie im himmel, so auf erden; Laß uns doch stets darauf sehn, Daß wir dir gehorsam werden; So in deinem willen ruhn, Wie die reinen geister thun. Mel. In allen meinen thaten 2c. 29 4. Sie jauchzen deinem sohne, Daß du sie ihm zum lohne Für seine leiden giebst; Daß du sie trägst und leitest, 3um himmel vorbereitest, Und zärtlich wie ein vater liebst. imp 5. In solchen geister- chören Dich ewig zu verehren, Welch eine feligsiteit! Wer wird sie einst empfinden? Mel. Jesus, meine zuversicht 2e. Der, der entwöhnt von sünden, Sich, 52. Herr, bu haft in deinem ihnen gleich zu werden, freut. erden Kann ihnen ähnlich werden, Mir lust und stärke nur; So mag mich in gefahren Erhalten und bewahren Dein engel oder die natur. 7) Von dem Menschen Mel. D gott, du frommer gott it. 190 O herr der welten schufst? Sie freu'n sich, deinen willen, Gehorsam zu erfüllen, Wie flammen schnell, wenn du sie rufft. og dind 1197 2. Sie eilen in gefahren Den frommen zu bewahren, In seiner pilgerzeit Sie freu'n, an deinem throne, Sich einst auch feine krone, Wie ihrer eignen seligkeit. 3. Bekehren, gott, sich fünder Und werden deiner finder, Die dir dein sohn gewinnt; Dann jauchzen ihre lieder, Daß ihre neuen brüder Dent. fluch entrissen worden sind. bla ISA 7. Ich zittre nicht; ich schaue Auf dich nur! dir vertraue, Gott meines heils, ich mich Vergnügt, daß einst mit engeln Ich heilig; rein von mängeln, Dein antlitz schaue, vater, dich! 8. Wenn du zu ihren liedern, zu meinen höhern brüdern, Vor deinen thron mich rufst: Empor will ich mich schwingen Und dank und preis dir singen, Daß du für mich auch engel schufft. 9. Sie über mich erhoben, Sie lehren, dich zu loben, Mich ihren höhern dank. In deinem heiligthume Wird dann zu deinem rühme Der ganze himmel ein gefang. Hot me pasin m juabilise 54. und seiner Bestimmung.de Bewegung, kraft und leben. Was deine huld geUmächtig großer gott, geist und körper heißt, Was erd' und erheben; Du gabst der ganzen welt| baut, Die alles noch beglückt( as cor lang mad mo Erste Abtheilung. 30 2. Du schufst, ich dank' es dir Mel. Wer nur den lieben gott: c. Auch mich zu deiner ehre, Und wollteſt. 55. Dein bin ich, gott; bein ich dein wäre. ist mein ben. Darum hast du den geist, Der in mir tröstlich ist mein ursprung mir; Du lebt und denkt, Mir zur unsterblich- hast den odem mir gegeben; Mein teit Aus freier huld geschenkt. udganzes wesen kömmt von dir. Du, vater, riefst mich aus dem nichts Zum frohen anschaun deines lichts. 3. welch ein großer zweck, Dazu du, gott, mich schufest! Wie herrlich ist das glück, Wozu du mich berufest! 2. Du gabst mir die vernünft'ge Dir, höchster, ähnlich sein, Wohlthätig sein, wie du. O wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 19 4. Laß mir dies große ziel Doch stets vor augen schweben; Mein allerstärkster wunsch, Mein eifrigstes bestreben In allen meinem thun Sei dies, o gott, allein, Daß ich auch, so wie du, Gesinnet möge sein. 5. Du bist der wahrheit freund, Laß mich auch wahrheit lieben, Und mit stets munterm fleiß, In allem dem mich üben, Was mich zur weisheit führt: Zur weisheit, die dich ehrt, nd allem beifall giebt, Was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine heiligkeit Mich stets zum muster nehmen, Hilf mir die finde fliehn, Die sinnlichkeit bezähmen; Nur das, was recht ist. thun, Des guten mich erfreun, Und dem, der's üben will, Auch gern behülflich sein. 7. Gieb, daß ich so, wie du, Ein freund der menschen werde, Dem wohlthun freude macht, Der tummer und beschwerde Dem nächsten gerit erspart, Sein leben ihm versüßt, Und wo er helfen kann, Zum helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, gott, von diesem ziele; Du weißt, was mir noch fehlt, Und ich, ich selber fühle, Wie wenig ich dir noch Im guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem finn. 9. Beglückt ist nur alsdann Mein lebenslauf auf erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch2 Mit dir vereinigt sein, Und mich ohn' unterlaß, Gott, deiner güte fren'n. seele, Die nur so lang im fleische lebt, Bis fie, daß ihr kein wohlsein fehle, Dein ruf zum bessern stand erhebt; Gedächtniß, willen und verstand, Hab' ich allein von deiner hand. 3. Wenn ich auf meinen körper sehe, Den du so tunstvoll ausgebild't, So wird, o vater in der höhe! Mein jedes glied, ein jeder sinn, Reißt mich herz mit ehrfurcht ganz erfüllt: Ein zu deinem lobe hin. 4. Durch deiner vorsicht gnädig's walten, Die mich von kindheit an umfing, Bin ich bis hierher noch erhalten, So daß der tod vorüberging. deine rechte fchützet mich! opm Ich stehe noch und preise dich; Herr, 5. Ich bin nicht werth der großen gülte, Die du, mein gott, an mir gethan; Beschämt empfindet mein gemüthe Die schuld, die ich nicht läugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, Bielfältig feel und leib befleckt. OP stocht 6. Ja, herr, ich habe meine glieder 3u fündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in demuth nieder! Vergieb, was ich nicht recht bedacht; Verwirf mich, vater, nicht von dir, Schaff selbst ein trenes Herz in mir. 7. Hilf, daß ich dir zur ehre lebe, Und redlich thu', was dich erfreut, Und geist und leib und glieder gebe 3um dienste der gerechtigkeit! Daß ich bis in den Tod dir treu, Und stets ein freund der tugend sei. 8. Fällt dieses Leibes hütte nieder; Vollend' ich dieses lebens lauf: O gott, so richte du mich wieder VerHerrlicht aus dem staube auf. Dein ewges leben sei mein theil, So preis ich ewig dich, mein heil. ← 7. Von vem Menschen Mel. Es ist das heil uns kommen ic. 56. ir, gott, sei preis und dank gebracht! Dich soll mein lied erheben! Jch bin ein wunder deiner macht, Dit schufft auch mich zum leben! Mein ganzer leib erbaut von dir, Sammt einem jedem sinn an mir, Beweiset deine größe. 2 Haupt, aug' und ohr, herz, mund und hand, Die ich zu dir erhebe; Die haut, so künstlich ausgespannt; Der nerven fein gewebe, Und alle glieder sagen mir: Ich sei, o gott, ein werk von dir, Ein werk von deiner weisheit. that 3. Ach hättest du mein ange nicht So künstlich zubereitet: Was nützte mir der sonne licht, Der glanz, den fie verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher pracht, Du, herr, durch deine weise macht, Was du erschaffen, schmückest. 4. Jch jauchze, daß ich sehen kann, Und hören und empfinden, Froh bet' ich meinen schöpfer an: Jhn überall zu finden, In allen werken, die er schuf, Das ist mein seligster beruf, Mein lobgefang und opfer. 5. Wer leitet meines Lebens lauf, Regiert des herzens schläge? Bewegt die lung' und schwellt sie auf. Damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag', herz! entflamme mich, mein blut! Daß ich den schöpfer preise. 6. O preif' ich, höchster, immer dich, Wenn ich die sinnen brauche, Geh', lieg' und ausruh', oder mich Bewege, athme, hauche! Gieb, daß ich ewig dein mich freu'! Und daß mein leib ein tempel sei, Worin dein geist stets wohne. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 57. S⁰ ott werde stets von dir erhoben, Du, deines schöpfers bild, mein geist! Sollt' ich nicht meinen vater loben, Den jedes seiner werke preist? Er schuf mich ja, sein bild zu sein, Ihn einst zu schau'n, mich sein zu freu'n. 2. Anmuthig, prächtig zum entzücken, Sft gottes ganze törperwelt, Wer zählt 31 und seiner Bestimmung. die reize, di die sie schmücken! Was ich hier sehen kann, gefällt? Und dennoch kann sie nicht, wie schön, Wie wundervoll sie sei, verstehn. 3. Für geister nur, und nur für seelen, Die zut den geistern gott erhob, Sind sie so herrlich! sie erzählen Nur ihnen meines schöpfers lob. O seele! jauchze, daß der ruf, Der allmacht dich zum geiste schuf. tad 4. Gott! ich fann denken; ich gewinne, Weil ich zu einem geiste ward, Durch die empfindung meiner sinne, Gedanken tausendfacher art; Groß, mannigfaltig ist ihr heer, und doch wird ihrer täglich mehr. # 19 5. Ich kann sie sammeln und verbinden, Und trennen, wie es mir gefällt; Die welt empfinden, mich empfinden, Weit unterschieden von der welt. Zu tausend thaten hab' ich kraft! Wer giebt fie? gott, der alles schafft. 6. Wie feurig dürstet meine seele Nach glück und lust und seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, Was mich nach dem genusse reu't. Doch, das ist, vater! meine schuld; Vergieb sie mir nach deiner huld. 7. Begabt mit wundervollen sinnen, Mit freiheit, mit vernunft von dir, Sollt' ich nur dich, gott! lieb gewinnen, Dich nur: und was gebräche mir? Ach, möchte meine seele dein Mit allen ihren kräften sein! 8. Gott, meine lust sei, dich zu kennen, Dich, urquell der vollkommenheit! Von deiner liebe ganz zu brennen, Das sei mir ruhm und seligkeit. Bin ich durch christum nur mit dir Vereint, mein gott, was fehlet mir? Mel. Nun sich der tag se. ch bin, o gott, dein eigen58. dein. Mein größtes glück, mein wahrer ruhm Ist ewig dein zu sein. 2. Du gabst mir den vernünft'gen geist, Bewundernd einzusehn, Wie dich, herr! deine schöpfung preist; Mit ihr dich zu erhöh'n. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott! deine herrlichkeit. Zu ihrem preise reizt mich hier Selbst jede jahreszeit 32 4. Und ich, ich sollte fühllos sein, Daß er auf immer ruhig werde, BeUnd dich, herr! rühmen nicht? Ein darf er mehr, als ihn erfreun. Er Herold deines ruhms zu sein, Dazu fühlt, daß diese ganze welt. Sein bin ich verpflicht't. wünschen nicht zufrieden stellt. Erste Abtheilung.mso no r T 5. O mache dieser pflicht mich treu, So treu, herr, als ich soll. Mein herz, mein mund, mein wandel sei, Stets deiner ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein gebot; Ihm ist's nicht last, nicht pein. Drum gib auch mir die kraft, o gott! Gehorsam dir zu sein. 7. Was du befiehlst, ist für uns gut, Du willst nur unser heil. Wohl dem, der deinen willen thut, Du bist sein troft und heil. 8. Er wandelt hier auf ebner bahn; Und selbst in traurigkeit: Schmeckt er, dir, höchster! zugethan, Durch dich zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter prüfungszeit Nimmt ihn der himmel ein. Herr! laß nach dieser seligkeit Mein ganz bestreben sein. Gan blindof Mel. Wer nur den lieben gott zc. oder: Du weiser schöpfer c. 59. gott! ich preife deine güte, Die wunderbar erschuf, Und mit froblockendem gemüthe Verehr' ich deinen schöpfersruf, Ein herold deines ruhms zu sein; Und deiner wunder mich zu freun.. 2. Du gabst zum denken und empfinden, Allgütiger mir diesen geist, Der zwar zu schwach ist, zu ergünden, Wie herrlich du, mein schöpfer! seist; Jedoch, was du an mir gethan, Erkennen und bewundern kann. 3. Und diesen geist, der in mir denket, Schufst du nicht blos für diese zeit. Du hast mir, vater, ihn geschenket zum leben in der ewigkeit, Um da vollkommner zu verstehn, Was sterbliche nur dunkel sehn. 4. 3u eng sind dieses lebens schranten Für seinen forschenden verstand. Der keim zu höheren gedanken, Als je ein sterblicher empfand, Entwickelt sich erst nach der zeit Im hellern licht der ewigkeit. 5. Jhn sättiget kein gut der erde; Rein zeitlich glüd, so groß es sei, 6. Zwar ist er tief herabgesunken Von seines ursprungs herrlichkeit, Sucht oft, von lust der erde trunken, Sein glück in dingen dieser zeit: Jedoch er sucht, und findet nicht, Was ihn der äußre schein verspricht. G 7. Du präztest ihm durch sein ge= wissen Gefühl von recht und unrecht ein, Daß böse böses leiden müssen Und tugendhafte glücklich sein, Erkennt er; doch sieht er noch nicht Den richter hier schon im gericht. 8. Dem tugendhaften ist hiemeden Oft ein sehr widriges geschick zum loos für diese zeit beschieden; Dem Lasterhaften oft viel glick. Gewiß; erst eine andre welt Ist zum vergeltungsort bestellt. 9. Gott, wenn mein geist dies überleget, So hofft er schon unsterblichkeit. Noch stärker fühl' ich mich beweget Beim licht, das mir dein wort verleiht; Da seh' ich weit gewiffer ein, Daß ich auch einst soll selig sein. 10. Herr! laß zu jenem bessern leben Mäch täglich hier die aussaat streun. Laß deinen geist das wollen geben Und das vollbringen auch verleihn. O wonne der unsterblichkeit! Sei stets mein trost in allem leid. Mel. Aucin gott in der höh' sei ze. 60. Wie wichtig ist doch der uns der herr gegeben! Gott, als uns deine liebe schuf. Da schuf sie uns zum leben: Zum leben, welches ewig währt, Das weder leid noch angst beschwert, Willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser vaterland; Allein bei dir, gott, droben; Da ift der ort, wo deine hand Das glück uns aufgehoben, Das nie ein traurig ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, Uns dazu anzuschicken. 3. laß mir doch dies große ziel Durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wann ich auch noch so viel Von gütern dieser erden; Bon ehre, geld 8. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. 33 AM190101 und lust gewinn, Wenn ich dabei nicht tüchtig bin. Dein himmelreich zu erben? 4. Dein pilgrim bin ich ja nur hier, Laß mich dies nie vergeffen! nur wenig tage hast du mir Zur wallfahrt zugemessen. Schnell, wie ein traum, sind fie vollbracht, Und dann wird dieser erde pracht Auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des himmels herrlichkeit Mich stets vor augen haben. Laß mich in meiner übungszeit Um jene beßre gaben, Die mir im tode nicht entfliehn, Am ersten und mit ernst bemühn, Damit ich nicht einst darbe. gehe. 190 1911 gm dil sp b 6. Ein herz, daß dich, o vater! liebt, und deines sohns sich freuet; Das durch den glauben tugend übt, Und sich vor sünden schenet: Ein solches herz, das wird allein Sich ewig deiner güte freun, Und einst dein antlitz schauen. ut si asid hos nd jor pig fol m# 5 80250besmisd no pumpilise suy bus feitbilg 8) Von der Sünde und dem Verderben des Il mod bit Gull Just sor Menschen.chng sa dulsjone 7. Und solch ein herz das wollst du mir, Gott, aus erbarmen geben, Damit ich möge auch schon hier Nach den gesetzen leben, Die selbst im himmel gültig sind; Bis ich als dein bewährtes find zu deiner freude bods to in Mel. Wo soll ich fliehen hin c. 61. vor dir erkennen, Und von dem ernst entbrennen, Der sünde zu entsagen, Der beßrung nachzujagen. u, der kein böses thut! Du schufft den menschen gut; Du, Höchster, gabst ihm fräfte 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Zum seligen geschäfte, In heiligkeit Gott, so verderbt wir sind, So willst zu wandeln, Stets recht vor dir zudu uns doch heilen, Und kräfte uns handeln. 11910 11151 ertheilen, Schon wiederum auf erden Dir gleichgesinnt zu werden. 2. Wo ist der unschuld ruhm; Ach! wir, dein eigenthun, Wie tief find wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen Ein mensch ganz rein von sünden Vor dir, o gott, zu finden? 9. Herr! diese deine huld Laß uns durch unsre schuld nicht freventlich verscherzen. Erwecke unfre herzen, Dir nicht zu widerstreben, Damit wir ewig lebent. 3. Hier ist kein unterschied. Dein helles auge sieht Auf alle menschenkinder, und find't fie alle fünder;& Mel. Nun freut euch, lieben ze. mon mum glma 310R Da ist vor dir, herr, keiner Unschul- 62, Gott, dit bift heilig und dig, auch nicht einer. gerecht allen deinen Vor dir bleibt nicht ein böser Den frommen frönt dein segen. Auf ihnt ruht deine vaterhuld; Der böse träget seine schuld; Ihn treffen deine strafen. ist dle achin 2. Du bist der richter aller welt. Nach heiligen gesetzen, Die deine weißheit festgestellt, Mußt du die menschen schätzen; Mußt übertretern strafe bräun, und wenn sie sich vor dir nicht scheun, Die strafe auch vollziehen. 3. O herr! dein heiliges gericht Entdeckt sich schon auf erden. Dit läsfest, fürchten wir dich nicht, Uns hier schon inne werden, Daß du auf unsre thaten siehst, und ein gerechter richter bist, Das böse heimzusuchen. 3 5. Der finne lust und schmerz Rührt, leider! unser herz Mehr, als die höhern freuden, Mehr als die größern leiden, Die wir auf ewigkeiten Selbst unserm geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns zwang. Des herzens bößer hang Reißt uns mit starkem triebe Zu schnöder fündenliebe. Ach, können wir wohl zählen, Wie oft wir vor dir fehlen? 7. O herr, gieb uns dein licht, Daß wir, was uns gebricht, Beschämt Evangel. Iuth. off bin 4. Verderbt ist unser sinn. Die wegen. weisheit ist dahin, Die uns regieren knecht; sollte, Nur, was dein wille wollte, Mit freudenvollen trieben zu wählen und zu üben.[ 15 34 4. Es tlagt uns das gewissen an, Wenn wir dir widerstreben, und sagt, was dir unrecht gethan Durch unser böses leben. Es raubet uns die inn're ruh', Und spricht uns die vergeltung zu, Die missethat verdienet. Erste Abtheilung. 5. Oft stäubst du hier den fünder schon Für seine bösen thaten. Und läsfest ihn in schmach und hohn Und andre noth gerathen. Hat ihn der fünden lust erfreut, So muß er auch das herzeleid, Das sie gebiert, empfinden. 6. Jedoch, o herr! zur besserung Strafst du noch hier die fünder, Und züchtigst auch zur heiligung Oft deine trägen kinder. Wohl dem, der deinen willen lernt, Und sich vom sündenpfad entfernt, Und deiner zucht gehorchet! 7. Den aber trifft dein zorngericht, Das ohn' aufhören währet, Der in der zeit der gnade nicht Sich recht zu dir bekehret. Er hat veracht't sein ewig heil. Drum wird er dort, herr, teinen theil An deinem himmel haben. 8. Herr! dies bezeugt dein flares wort. Wahrhaftig ist dein dränen. So hilf denn, daß wir immerfort Den weg der fünde scheuen. Erbarm' dich unser allesammt, Daß niemand unter uns verdammt, Ein jeder selig werde. 2. Ach, es herrscht der trieb zur fünde Mächtig oft in dem gemüth, Und macht mich zu einem finde, Das vor seinem vater flieht. Ach' ich seh' mit ren' und schrecken Tausend fehler, tausend flecken, und in der verderbten brust Regt sich öfters böse luft. gnade. Nähmest du zurück was deint, Ach: was würd' mir übrig sein! 4. Doch die menge deiner gaben Klagt nur meinen undank an, Weil ich sie oft ganz vergraben. Oder damit groß gethan; Oft voll leichtſinn sie verschwendet; Und zu sünden angewendet. O wie häuft sich meine schuld Durch verachtung deiner huld! 5. Sieh', hier lieg' ich in dem staube Tief vor dir, mein gott, gebückt; Doch mein demuthsvoller glaube, Der auf meinen heiland blickt, Hofft auf deine vatergüte, Und mein tief beschämt gemüthe, Das den muth fast ganz verlor, Hebt sich noch zut dir empor. 6. Ja, die wunder deiner liebe Ziehen ganz mein herz zu dir. Ach! barkeit in mir. Vater! laß das schwache erhalte selbst die triebe Treuer dankallen Meines lobes dir gefallen. Bilde mich, dein eigenthum, Ganz zu deines namens ruhm. Mel. Alle menschen müssen sterben zc. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt sc. du kennest mein verroßer gott, erhab'nes we- 64. Herbert, Ach! es regt in 63. Großer gott, erhab'nes wesen, Das voll segnender meiner brust, Wie bei allen adamsbegier, Menschen sich zum dienst erlesen! Ach! was ist der mensch vor Die mein herz, herr, von dir neiget, erben, Sich noch immer böse lust, dir, Wenn ich deine größ' erwäge; und viel böse thaten zenget. Und, was ich bin, überläge; O wie niedrig und wie klein Muß ich mir nicht selber sein? 2. Wie verderbt sind meine wege! Wie verkehrt mein eigner finn! Ich zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom empfind' es, gott, wie träge Jch dir hang zum bösen Mich doch endlich ganz erlösen? 3. Was ich gutes an mir habe, Ist von deiner vaterhand. Dwie manche gute gabe haft du, herr, mir zugewandt; Selber auf dem sündenpfade Trägt mich schonend deine 7. Meine kräfte, meine glieder Sind zu deinem dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder Voller ehrerbietigSei die quelle meiner freuden Gott feit. Deinen willen thun und leiden, und herr der ganzen welt, Thu' mit mir, was dir gefällt. gnaden Von der angeerbten noth; 3. Hilf mir durch den geist der Seile meiner seelen schaden Durch des mittlers freuzestod; Tilge alle meinen fünden; Laß mich vor dir gnaden finden. 4. Deinen willen hier auf erden Zu vollbringen wird mir schwer. Soll ich dazu tüchtig werden, Mußt du Verderben des Menschen. 35 2. Des bösen herzens grund Wird oft durch thaten fund, Die mich vor dir verklagen Und mein gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, Wer wird mir rettung schaffen? 3. Ich habe wider dich, Den nächsten und auch mich Vielfältig, herr, gehandelt; Ich bin den weg gewandelt, Den menschen von dir wendet, Und sich mit schrecken endet. 4. Ein jegliches gebot Zeugt wider mich und droht, Weil ich( dies schlägt mich nieder) Nur gar zu oft dawider Gedacht, gethan, gesprochen, Und deinen bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir; Hilf, herr, erbarmend mir! Erneure meine seele, Daß sie nur gutes wähle. Wer kann mich sonst vom bösen, Als du, o herr, erlöſen. 8. Sollt' ich etwa unterliegen; so hilf mir wieder auf! Laß durch 6. Drückt mich der fünden joch deine fraft mich siegen, Daß ich mei- Gleich mächtig, so bleibt doch Weit nen lebenslauf Unter deinen treuen händen Möge gut und selig enden. mächt'ger deine gnade; Wie groß auch nur mein schade, So kannst du ihn doch heilen, Und leben mir ertheilen. 7. Hat sonst des fleisches macht In mir ihr wert vollbracht: So gieb mir luft und stärke, Daß ich nur gute werke Beschließe und vollbringe, Und ewig dir lobsinge. 8. Von der Sünde und dem selbst von oben her Kraft und stärke| mir verleihen, Und mein fündhaft Herz erneuen. 5. Schaffe dann ein reines herze, Herr, durch deinen geist in mir, Daß ich nicht mein heil verscherze; Laß der fündlichen begier Mich mit nachdruck widerstehen, und auf deine hülfe sehen. 6. Unter wachen, beten, ringen, Hilf mir selbst mein fleisch und blut Unter deinen willen zwingen; Denn dein wille, gott, ist gut. Was nicht kann dein reich ererben, Laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene krone, Die mir droben beigelegt, Daß ich meiner niemals schone, Wenn die fünd' in mir sich regt; Hilf mir selber muthig kämpfen, Alle böse lüfte dämpfen. Mel. Wo soll ich fliehen hin, weil ic. 65. Mein gott, dir iſt bewußt, Die inn're böse lust, Die quelle meiner sünden, Die menschen nicht ergründen. heile du aus gnaden Der seele tiefen schaden. 9) Von der Erlösung des Menschen. Mel. Sei lob und ehr' dem höchsten: c. die bahn, Die von der erd' uns him66. Auf, christen, laßt uns melan Zur ew'gen wonne leitet. gott Mit frohem dank erheben! Er hat nicht lust an unserm tod, Will, daß wir ewig leben. Was uns zum heile nöthig ist, Das hat er uns durch jesum christ Erbarmungsvoll bereitet. 4. Wie hat uns doch der herr so licb! Wie sucht er unser bestes! Er giebt für uns aus freiem trieb Sein liebstes und sein gröstes. Preis ihm! der so viel an uns thut. Preis seinem sohn: der uns zu gut Sich bis zum tod erniedrigt. 2. Nach seinem gnadenvollen rath Kam er, sein sohn auf erden. Bon unsrer schuld und missethat Ein retter uns zu werden. Er ward's; und hat sein werk vollbracht, Und sich nach turzer grabesnacht Gen himmel aufgeschwungen. 3. Wo ist des todes herrschaft nun? Hier ist sein überwinder. Die furcht davor hinweg zu thun, Starb er, das heil der fünder. Gebrochen ist uns nun 5. Was er zu unserm glück verschafft, Das ist in seinen händen. Sein ist das reich, sein ist die kraft, Das heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb. Als er für uns am freuze starb. Wohi allen, die ihm trauen. 6. O laßt uns ihm uns anvertraun Und seine stimme hören; Auf seine mittlers- hüllfe baun, Ihn mit gehorsam ehren. Das ist der weg zum ew'gen 3* 36 mins02 and Erste Abtheilung. sami na no& wohl; Der weg, auf den man friede-| tummer zu zerstreun; Ihrer größe voll Auch schon auf erden wandelt. mich zu freun; Durch ihr anschaun schon auf erden Herrlich und entzückt zu werden. 7. Herr, leite selbst uns diesen pfad! Beuch uns zu deinem sohne! Daß glaub' an ihn auch mit der that In unsern herzen wohne. So haben wir an seinem heil, Zur freude für uns, ewig theil: So preisen wir dich ewig.nd son 2. Ich verehre dich, o liebe! Daß du dich erbarmet hast, Und aus freiem, edlen triebe Den allweisen rath gefaßt, Der verdammnißwerthen welt, Durch dein theures lösegeld, Durch des eignen sohnes sterben, Gnad' und freiheit zu erwerben. Mel. Von gott will ich nicht ic. 67.& rhebt den herrn, ihr frommen! Er hält, was er verspricht. Der heiland ist gekommen, Der völler trost und licht. Gott, der uns nicht verstößt, Hat uns zum heil und leben Selbst seinen sohn gegeben; Durch ihn sind wir erlöst. 3. D ein rathschluß voll erbarmen Voller huld und freundlichkeit! Welcher uns hülflosen armen Gnade, trost und hülfe beut. Liebe, die den sohn uns schenkt, Der mit dir die welten lenkt, Um die fünder zu erretten Aus den schweren sündenketten. 2. Erlöst! o welche liebe hat uns der herr erzeigt! Mit welchem vatertriebe Sein herz zu uns geneigt! Von seiner himmel thron Kömmt, rettung vom verderben Uns fündern zu erwerben, Sein eingeborner sohn. 4. Doch, du hast, o weise liebe! Eine ordnung auch bestimmt, Daß darinnen jeder bliebe, Der am segen antheil nimmt: Wer nur an den mittler gläubt, Und ihm treu ergeben bleibt, Der foll nicht verloren gehen, Sondern heil und leben sehen. 3. Er kömmt zu uns auf erden In tiefer niedrigkeit, Nimmt auf sich die beschwerden von unsrer pilgerzeit; Enthält sich seiner macht, Verleugnet himmelsfreuden, Bis er durch todesleiden Sein großes werk vollbracht. 5. Da du keinem zum verderben Ohne grund bestimmet haft: Tragen sünder, wenn sie sterben, Ihrer eignen bosheit last. Wer nicht glaubt an deinen sohn, Der hat noth und tod zum lohn: Sein muthwillig widerstreben Schließt ihn aus vom heil und leben. 4. Er hat's vollbracht! o bringet Gott euren lobgefang Erlöste menfchen, singet Dem mittler ewig dank. Wo niemand helfen kann, Da hilft er gern aus gnaden, Heil unsrer seelen schaden. D nehmt ihn gläubig an. 6. Ewig fei mit dank besungen, Was dein rath beschlossen hat; Mit uns preisen engelzungen Diesen weisen heilgen 5. Du freund der menschentinder! rath, Den der glaub' in demuth ehrt, Berwirf uns, jesu, nicht. Dein name, Die vernunft erstaunend hört, Wo heil der fünder, Ist unsre zuversicht. der engel tiefen findet, Die er nieGieb unsern seelen ruh; Hilf jeden mals ganz ergründet. for using reiz zu sünden Uns glücklich über- 7. Liebe, laß mich dahin streben, Meiwinden! Gieb muth und kraft dazu. nes heils gewiß zu sein. Richte selbst 6. Dich wollen wir erheben Hier und in ewigkeit, Wo uns ein beß'res Leben Vor deinem thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, Und nichts wird unts mehr fehlen; Dann werden unsre seelen Vollkommen selig sein. mein ganzes leben So nach deinem willen ein, Daß des glaubens frucht und kraft, Den dein geist selbst in mir schafft, Mir zum zeugniß dienen möge; Ich sei auf dem rechten wege. 81% dapu Mel. Werde munter, mein gemüthe ic. 68. sw'ge liebe, mein gemüthe Wagt mit kindlichem vertraun, In den abgrund deiner güte Erfurchtsvoll hinab zu schaun, Allen 8. Laß mich einst dich selbst anschauen Und vor deinem throne stehn; So nur werd' ich ohne grauen Meinem tod entgegen gehn; Keine treatur wird mich, Den du liebest, ewiglich Deiner huld entreißen können, Noch von deis ner liebe trennen. 9. Von der Erlösung des Menschen. 37 14. Erfüll' mein herz mit dankbaruns leben So nur Und hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, Deswegen schmach zu leiden, So laß mich weder furcht noch pein Von deiner liebe scheiden. 16. Ja, sollt' ich gleich nicht für und für Des glaubens freud' empfinden. So lebe er doch so in mir, Daß er mich schütz' vor sünden. h2 Mel. Ich dank dir schon durch it. 69. giebt Wer kann dich ganz durchdenken? Also hat gott die welt geliebt, Uns seinen sohn zu schenken. 2. Hoch über die vernunft erhöht, Umringt mit finsternissen, Erhebst du gottes majestät, Und stillest mein gewissen. 3. Ich kann der sonne wunder nicht, Noch ihren bau ergründen; Und doch kann ich der sonne licht und ihre kraft empfinden. 4. So kann ich auch nicht gottes rath Von jesu tod ergründen; Allein das göttliche der that, Das kann mein Herz empfinden. 5. Fehlt mir der trost, daß jesus christ Nicht meine schuld getragen; Mel. Herzliebster jesu, was haft du ic. oder: In auch ein gott, wer i. Nicht gott und mein erlöser ist: Wie 70. Gott, der du füir uns deiangstvoll ich nen john gegeben: Wer 6. Ist christi wort nicht gottes sinn;| kann doch gnugsam deine huld erheSo werd' ich irren müssen, Und wer gott ist, und was ich bin, Und werden foll, nicht wissen ben? Wie herrlich zeigst du im erlösungswerke Der gnade stärke! 7. Nein, diesen trost der christenheit Soll mir kein spötter rauben; Ich fühle seine göttlichkeit und halte fest am glauben. 2. Dein ewger sohn stirbt für die menschenkinder; Der heiligste tritt an die statt der fünder; Der seligste begiebt sich seiner freuden, Für uns zu leiden. 8. Ich bin nun ganz dein eigenthum. Und auch des himmels erbe: Dies, sohn des höchsten! ist mein ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. 9. Du giebst mir deines geistes traft, Im glauben mich zu stärken; Der wollen und vollbringen schafft Zu allen guten werken. 10. So lang' ich gottes willen gern mit reinem Herzen thue: So fühl' ich freude in dem herrn, Und im ge= wissen ruhe. 11. Und wenn mich meine fünde kränkt, und ich zu diz, herr, trete, Weiß ich, daß dein Herz mein gedenkt, Und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß du, mein heiland, lebst, und mich einst aus der erde Erweckft und dann dahin erhebst, Wo ich dich schauen werde. 17. Hat gott uns seinen sohn geschenkt( Laß mich noch sterbend denten): Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, Mit ihm nicht alles schenken? 13. Kann unsre lieb' im glauben hier Für dich jemals erfalten? Doch ist dies liebe nur zu dir, Dein wort von herzen halten. Alleg 3. Er wird das lamm, das aller sünden träget, Drauf du die strafe weislich selbst geleget: Daß du die schuld an den verlornen schafen Nicht dürftest strafen. 4. Was ist der mensch, daß du sein so gedenkest, Und deinen sohn ihm zum versöhner schentest? Was findest du an mir und an uns allen Für wohlgefallen? 5. Verdient verachtung gütiger gesetze, Berdient verschwendung unschätzbarer schätze, Verdient gehäufte gröbliche verschuldung So viele duldung? 6. O welche tiefe deiner menschenliebe? Wer faßt, o gott, die größe ihrer | triebe? Du thuft weit mehr zu unserm wohlergehen, Als wir verstehen. 7. Ach lehre mich recht deine huld erkennen, Voll zuversicht dich meinen vater nennen, Und zum gehorsam dir mein ganzes leben Willig ergeben. 8. Was mir dein sohn, da er für mich gestorben, Von deiner huld durch 38 Erste Abtheilung. seinen tod erworben, Das werde mir zu meinem ew'gen heile Nun auch zu Mel. Es ist das heil uns kommen ze. oder: Zobsinget gott, und C. eil uns, aus unsrer fünDein friede wohne ſtets in meinem 72. Hemmoth 38 retter s herzen, Und tröste mich bei des gewissens schmerzen; Dein geist sei mit dir, deinen guten willen Treu zu erfüllen. Mel. Benn mein stündlein it. 71. Gott, hätte dein geliebter sohn Sich mein nicht angenommen, Und wär' er nicht von seinem thron Zu uns herabgekommen, So müßte mir vor ew'ger pein, Gerechter richter, bange sein, Um meiner fünden willen. 2. Doch er schafft dem gewissen raft, Nun darf ich nicht verzagen. Denn meiner fünden schwere last Hat er für mich getragen. Am kreuz versöhnt er mich mit dir; Da floß sein blut, damit er mir Die seligkeit erwürbe. 3. Wohl mir, mein herz schöpft neuen muth, Fast kindliches vertrauen. Jch kann auf sein verföhnend blut Mein ewig heil nun bauen. Dies blut, das mich gereinigt hat Von aller meiner missethat, Wird ewig, ewig gelten. 4. Hinweg mit banger fümmerniß, Sei, feele, voller freuden! Dein heil ist dir nun ganz gewiß: Von gott kann dich nichts scheiden. Was dir des höchsten sohn erwarb, Da er in schmach und martern starb, Kann dir kein satan rauben. 5. Nichts nüßet die gerechtigkeit, Die stolz auf werte bauet; Der ist von feinem heil noch weit, Der eignen träften trauet. Er erntet schaden statt des lohns: Nur die gerechtigkeit des fohns Macht uns gerecht und selig. 6. Auch mich macht sie gerecht, weil ich Sie fest im glauben fasse; Auch emig selig macht sie mich, Weil ich nicht von ihr laffe. Gott, der erfüllt, was er verheißt, Erhält auch mich durch seinen geist In seines sohns gemeinschaft. 7. Du, bater, warfest unsre schuld Auf deinen sohn, als bürgen. Du, jefu, ließest in geduld Dich, als ein Lamm, erwürgen. Du, geist, theilst dieses heil uns zu. In alle ewigteit fei du, Dreieiniger, gepriesen. erworben. Der herr will nicht des fünders tod. Was adams fall verdorben, hat er aus gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein erbarmen. 2. Selbst seinen eingebornen sohn Sandt' er zu uns auf erden, Von dem verdienten fündenlohn Ein retter uns zu werden. Er kam und mit ihm unser heil; Er tam, am ew'gen leben theil Uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o tod, dein stachel nun Hier ist dein überwinder. Für unfre schuld genug zu thun, Starb er, das heil der fünder. Wo ist nun, sünde, deine kraft? Hier ist er, der uns kräfte schafft, Dein joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei gott! gelobt sein sohn, Der retter unsrer seelen! Nun fann uns auch auf erden schon Das wahre glück nicht fehlen; Getrost und froh in gott zu sein, Wenn wir uns nur dem heiland weih'n, Den gott für uns verordnet. 5. Was er zu unserm glück verschafft, Das ist in seinen händen. Sein ist das reich, sein ist die traft, Das heil uns zuzuwenden, Daß er so liebreich uns erwarb, Als er für uns am freuze starb. Wohl allen, die ihm trauen. 6. Olaßt uns ihm uns anvertraun, Und niemals sein uns schämen; Auf seine mittlershülfe bau'n, Und sein joch auf uns nehmen. Das ist der weg, zum ewgen wohl, Der weg, auf dem man friedevoll Auch schon auf erden wandelt. 7. Herr, laß uns diese seligkeit Dody über alles schätzen. Nie können güter dieser zeit Den mangel uns ersetzen, Wenn uns das größte gut gebricht, Ein reines herz voll zuversicht Zu dir, gott, unserm vater! 8. O lent' auf dies erhabne glück Der feele stärkste triebe! Zeuch mächtig unser herz zurück Von schnöder fündenliebe. An dem uns theu'r erworbnen heil Laß uns im wahren glauben theil Stets suchen und behalten. 10) Von Christo, dem Erlöser. Mel. Es ist das heil uns kommen: c. 11 73. Du stellteft dich zum mittler ein, für die finder, Und wolltest haupt und bürge sein Gefallner adamskinder; Nahmst alle ihre schuld auf dich, Trugst ihre lasten williglich, Sie los und frei zu machen. 4. Dein vater goß vom himmelsthron Auf dich des geiftes gabe, Und sprach: dies ist mein lieber sohn, Dran ich gefallen habe. So wurdest du herr! dor der welt vom himmel selber dargestellt Als auserkorner mittler. 5. Zwar dem, der unser erstes haupt, Der adam, überwunden, Ward auch an dir viel macht erlaubt In langen prüfungsstunden: Doch hier ward er des siegs nicht froh. Du standst als held, und satan floh. Die engel sahn's und jauchzten. Ium 2. Du deines vaters ew'ger sohn, Gebor'n ein mensch auf erden, Ertrugst in früher kindheit schon Die größeften beschwerden; Nahmst nach und nach an weisheit zu; Durch frühe tugend wurdest du Ein vorbild frommer jugend. leben! Preiswürdig bist du für und ob, ehre, preis und dank sei dir, jesu unser 3. An jahren reif, an weisheit groß. Verließest du die stille, Darin dein jugendlauf verfloß; So war's des baters wille. Am jordan weihetest du dich, Durch deine taufe öffentlich Zum antritt deines amtes. für: Wer kann dich g'nug erheben? Eh' noch die welt ward, warst du schon Groß, herrlich und des höchsten sohn, Ein erbe seiner ehre. Dein ist das reich, die herrlichkeit, Und du beherrschest weit und breit Der kreaturen heere. 6. Bestimmt nach gottes weisem rath Zum lehrer und propheten, Sah man dich nun, durch wort und that, Voll kraft dies amt vertreten. Des lasters schande strafeft du, Sprachst müden seelen freundlich zu, Und predigeft gewaltig. 7. So warest du das wahre licht Mit aufwand deiner kräfte; Jedoch, o herr, dies war noch nicht Dein wichtigstes geschäfte. 3um hohenpriesterthum bestellt, Gabst du zum opfer für die welt Dein eignes theures leben. 8. Dem tode nahmst du seine macht, Fuhrst zu des himmels höhen, Wo dich in deiner siegespracht. Die himmelsbürger sehen, Und wo du unsre 39 sache führst, Als könig herrschest und regierſt zu unserm heil und segen. 9. Herr jesu, großer mittler! jei Von herzensgrund gepriesen Für deine gnade, huld und treu, Die du an uns erwiesen! Gieb, daß wir gänzlich dir vertraun, Gehorsam sein, und einst dich schaun Zu unsrer ew'gen freude. Mel. Ein lämmlein geht 2c. 2. Dein sind sie; denn durch wessen kraft Ward himmel, meer und erde? Wer hat das leben uns verschafft? Wer sprach zum engel: werde! Dut bist es, dessen allmachtsruf Die ganze welt aus nichts erschuf; Du biſt's, der alles träget, Was sichtbar und unsichtbar ist, Was erd' und himmel in sich schließt, Und was im meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut In diese welt gekommen; Haft willig unser fleisch und blut, O herr, an dich genommen; Aus der erschrecklichsten gefahr Zu retten, was verloren war, Wardst du ein knecht auf erden. huld, die sonst nichts gleiches hat! Du starbst für unsre missethat, Ein heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns, und bist es noch Jetzt auf der himmel throne; Suchst liebreich von der fünde joch Und ihrem schnöden lohne. Die ihr noch dienen, zu befrein; Beschwerter her= zen troft zu sein, Ist deines Herzens freude: Du giebst den müden seelen ruh, Und wer dich liebt, den stärkest du, Daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der deinigen gebet, Und endest ihre plage; Du bleibst 40 bis zeit und welt vergeht, Bei uns noch alle tage. Herr, dir sei ewig dank und ruhm Für deinen tod und marterthum, Für alle deine liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin; Gieb, daß ich mich, so lang' ich bin, In deinem lobe übe. arisan Erste Abtheilung. Mel. Nun lob mein seel', den ze. Juan ets 75. Mein heiland! deine größe Geht über alle himmel weit; Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei gott von ewigkeit; Du bist der erstgeborne Vor aller kreatur; Ramst zwar für uns verlorne In menschlicher natur; Doch in der menschheit orden Tratst du erst in der zeit. Eh' noch die welt geworden, Hatt'st du schon herrlichkeit. 2. Der himmel und die erde Sind durch dein träftges wort gemacht; Auf dein allmächtig: werde! Entstand die welt mit ihrer pracht. Du bist auch unser meister! Auch uns schuf deine hand, So, wie das heer der geister, Das dich noch eh'r erkannt. Ein erbe über alles, Das ist dein ew'ger ruhm; Drum jammert dich des falles Von deinem eigenthum. daptyt Bolln 3. Du trägest alle dinge Durch deiner allmacht startes wort. Das große und geringe Geht blos durch deinen willen fort. Sohn gottes! du regierest Den ganzen freis der welt! Weil du das ruder führeft, Geschieht, was dir gefällt Bei dir steht tod und leben; Drum wird einst jede gruft Die todten wiedergeben, Wann deine stimme ruft. Juot 4. Gott läßt dir ehr' erzeigen, Die keinem andern widerfährt: Dir soll sich alles beugen: Denn göttlich groß ist, herr, dein werth. Du bist das beil der erden. Wer auf dein wort nicht hört, Der kann nicht selig werden; Wer aber dich verehrt, Dem Hilfst du vom verderben, Schaffst ihm zufriedenheit, Und machst ihn einst zum erben Vollkommner seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein name Schon jest, o herr, in aller welt; Dich preift ber frommen saame, Der gläubig dir zu fuße fällt. Dich preisen seraphinen, Erhabner menschensohn! Mit freuden dir zu dienen, Stehn sie vor deinem thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, preis und ruhm Auch herr, von uns zu nehmen, Uns, deinem eigenthum. flucht 6. Sohn gottes, ich verehre Und bete dich in demuth an. Beschäme und bekehre Die, die ihr noch nicht zugethan, Die deinem wort nicht glauben, Und dir, der für sie litt, Die schuld'ge ehre rauben: Theil ihnen gnade mit, Dich gläubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt. Von deiner liebe trennen. Dein ruhm füll' jedes land! Mel, Herr chrift, der einig' gottes zc. 76. Sobn gottes, eingeborner, Von ewigkeit erzeugt; Des vaters auserkorner, Zu dem sein herz sich neigt. Mit ihm von einem wesen, Jhm, wie du stets gewesen, Stets gleich an herrlichkeit. 2. Für uns ein mensch geboren, Der keuschen jungfrau sohn; Zu suchen, was verloren, Kamst du von deinem thron; Starbst, daß wir leben möchten, Erhobst uns zu gerechten Und erben deines reichs. 13. Gieb doch in reichem maaße Erkenntniß deines heils; Daß teiner je verlasse Die wahl des besten theils. Dich über alles schätzen, An dir sich gern ergötzen, macht himmel aus der welt. 4. Du schöpfer aller dinge, Des vaters ew'ge kraft, Ohn' den ich nichts vollbringe, Der alles gute schafft: Gieb, daß mich nichts verblende, Mein herz nichts von dir wende; So bleib ich stets an dir. 5. Brich alle macht der sünden Durch deinen kreuzestod; Und hilf mir überwinden, Was mit verführung droht. Dein triumphirend leben kann mir ein leben geben, Das neu und himmlisch ist. 6. Dant, lob und preis und ehre Sei gott in ewigkeit, Für diese guad' und lehre, Womit er uns erfreut! Się tröst' uns, wann wir leiden; Sie stärt uns, wann wir scheiden; Ste schüt uns im gericht! 11) Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 2: trdaing( 9 a. Advents- Lieder. du paturo ariou do mel. 2 Lobt gott, ihr christen: c. oder: Nun danket all' ic. 77. A Iso hat gott die welt geliebt Daß er aus freiem trieb Uns seinen sohn zum heiland giebt; Wie hat uns gott so lieb. 2. Was sein erbarmungsvoller rath Schon in der ewigkeit Zu unserm heit beschlossen hat, Vollführt er in der zeit. 3. Er, aller menschen höchstes gut, Der alle segnen kann, Nimmt, wie die kinder, fleisch und blut, Doch ohne fünde an. 4. Ich freue mich, mein heil, in dir; Du nimmst mein fleisch an dich: Was fehlt mir nun? ist gott mit mir, Wer ist dann wider mich? 5. Du sohn des allerhöchsten, wirst Auch mir rath, kraft und held, Mein vater und mein friedefürst So, wie das heil der welt.dit bid nd fide 4. Du, du bist der mittler worden, Der die welt mit gott versöhnt; Haft der schwachen menschheit orden Wieder mit dem recht belehnt, In den himmel einzugehen, und da gottes herrlichkeit, Nach vollbrachter übungszeit, Ewig einst verklärt zu sehen. Fromme, fasset zuversicht, Glaubet fest; nur fündigt nicht. 5. Sollte mich wohl gott verlassen, Wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein heil wird mich umfassen, Trösten den betrübten sinn. Und dann kann mich nichts anfechten. Er, der meinen jammer kennt, Und mich gnädig bruder nennt, Sitzt als herr zu gottes rechten; Durch ihn bin ich gott vereint; Gott ist vater und mein freund. 6. Herr, wie groß ist deine güte! Meine seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz gemüthe Zoll vou deinem ruhme sein. Nimmer will 78. Der du uns das heil errun- ich dein vergeſsen; Dir will ich mich gen, ganz vertraun, gottes- fohn! Ewig sei dir lob gefungen, Daß du von des himmels thron, Uns zu gut, ins fleisch gekommen; Der du voller schon vör meiner zeit, Dich auch meiner an genommen, Und mein bruder worden 6. Was mir zum feligsein gebricht, Das, herr, erwarbst du mir; Verföhnung, leben, trost und licht, Das hab' ich nun an dir. 7. Dein mangel wird mein reiches theil; Dein leiden stillt mein leid; Durch deine knechtsgestalt, mein heil, Gewinn ich herrlichkeit. 41. 8. Belobt sei gott! gelobt sein sohn, Durch den er gnad' erweist! Lobt, engel, ihn vor seinem thron! Erheb' ihn auch mein geist. some ich me Mel. Sollt' ich meinen gott ic. Und vor aller kreatur Es zum wohlthun dir erwählet, Ja, in dir du gottessohn, Herrscht die menschheit auf dem thron. wir?! 3. Du, du bist der völker segen; Kamst, von noth uns zu befrei'n; Und wir können deinetwegen Jetzt schon gottes finder sein. Hat die sünd' uns gleich verdorben: so hast du neue kraft Uns zur heiligung verschafft, Und die tüchtigkeit erworben, Einst von sünden völlig rein, Aehnlich dir, o herr, zu sein. dich baun. Deine huld ist nicht zu messen; Gieb, daß ich für deine treu! Dir auf ewig dankbar sei si 3 d Mel. Sobt gott Lobt gott, the christen zc. jare oder: Nun banket all', und 2. biſt; Sei gelobt herr jeſt chriftl79. Lobsinge gott,& chriften. 3. gehöret heit; deinem Preis und dank und ruhm mit recht herrn! Ihm, welcher dich so oft erDwie hoch hast du geehret Unser sterb- freut, Dir hilft so herzlich gern liches geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet Mit der göttlichen natur, 2. Ein ganzes jahr hast du seint wort, Sein göttlich wort, gehört. 42 Und heute wirds an diesem ort Von neuem dich gelehrt.:,: 3. Herr, dir und deiner vatertreu Bring' ich mein opfer dar. Gieb, daß dein volk gesegnet fei Jm neuen kirchenjahr.:,: Erste Abtheilung. 4. Hilf uns! und bis an unser end' Erhalt' uns dein wort rein. Laß deine heil'ge sakrament Mit trost das herz erfreun.:,: 5. Erleuchte, was in irrthum steckt. Gieb, daß zu deiner ehr' Der sünder, durch dein wort erschreckt, Rechtschaffen sich bekehr'.:,: 6. Gieb allen lehrern freudigkeit Und weisheit, muth und kraft. Welch glück für uns, wenn jederzeit Ihr vortrag nußen schafft!:;: 7. Regiere uns mit deinem geist Bei unserm firchengehn, Und laß bei dem, was du uns heißst, Ohr und herz offen stehn.:,: 8. Wie wir auf eine turze zeit Allhier versammelt sein, So werden wir in ewigkeit Uns miteinander frenn.:,: 5. Preis sei dir in ewigkeit; Auf, die ihr erlöset seid! Rühmet den, der, groß von that, Euch vom tod erlöset hat. 2. Dein zion streut dir palmen, Und meine dankbegier Ergießt in freudenpsalmen, Sich, gütigster, vor dir. Dich, dich will ich erheben, So gut ich schwacher kann; Mein herz will ich dir geben. Ach, nimm es gnädig an. 3. Nur daß du mich befreiteft, Gabst du dich selbst für mich. Mich zu erretten, freutest Du, seligmacher, dich. Du sahst, es wäre keiner VerMel Nun fommt der heiden heil 2c. meiner, Da kamst und halfest du. 80. Sohn, der uns verheißen mögend g'nug dazu. Da jammerte dich war, Den die jungfrau uns gebar, Friedefürft, rath, kraft und held, Herr und heiland aller welt. 2. Du entsprosseft nicht wie wir; Gottes geift selbft richtet dir Deiner menschheit hütte zu; Wunderbar erscheineft du. 3. Gottmensch, dur betrittft die welt, Eileft mächtig als ein held, Ruhst nicht, bis, was uns bekriegt, Ganz zu deinen füßen liegt. 4. Deinem vater gleich an kraft Hast du sieg und heil geschafft. von rath und hülf entblößt Waren wir; und sind erlöst! Herr, 6. Du, der solchen sieg vollbracht, Brich in uns des fleisches macht. Du vermagst es, herr der welt, Dessen machtwort sie erhält. brachtem edlen lauf Fuhrest du zuz ihm hinauf. 8. Rob sei dir! du kamst herab; Lob dem vater! der dich gab; Lob dem geiste, dankt und singt, Daß er uns zu jesu bringt. 7. Von dem vater, der dich gab, Kamest du zu uns herab. Nach vollBekannte Melodie. 81. Wie soll ich dich empfanlichen! Du frende, du verlangen Der gen, Heil aller sterbtrostbedürftigen! Gieb selbst mir zu erkennen, Wie, deiner güte voll, Dich preisen soll. meine seele nennen, Dich würdig 4. Du machst mich von den banden Des tod's auf ewig los. Entreißest mich den schanden Der sünde, machst mich groß, Und hebst mich hoch zu ehren, Und schen est güther mir, Die dank sei dir. unvergänglich währen Dank, ewig war's, das dich bewog? Was war's, 5. O du, an den ich glaube, Was das dich zum staube, Zu mir hernies Ja, du, o jesu haft Mit mittleidsvollen derzog? Dein göttliches erbarmen! armen Die ganze welt umfaßt. 6. Das schreibt in eure herzen, Betrübte, traur't nicht mehr. Bagt nicht in euren schmerzen, Als ob tein helfer wär'. O sehet auf; ihr habet Den besten helfer nah. Der eure secle labet, Der treue freund ist da. 7. Die ihr mit ernster reue Still eure schuld beweint; Wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der men 11. Von der Menschwerbung und Geburt Christi. 43 schenfreund, Ruft heilbegier'gen fün- stets gewußt? Erfreun ist seine freude dern Der gnade trostwort zu, Macht Und wohlthun seine lust. sie zu gottes findern, Schafft ihren feelen ruh. 8. Er übersiehet keinen Und weiß, was jedem nützt. Hat er nicht stets die seinen Von anbeginn geschützt? Nicht sie in ihrem leide zu trösten 9. Er kommt zum weltgerichte Und bringt, wann er erscheint, Fluch jedem bösewichte Und heil dem tugendfreund. Wohl ewig allen denen, Die seine wege gehu, Und einst mit freudentthränen An seiner rechte stehn! b. Weihnachts-Lieber.org durch jesum christ, Im himmel und auf erden ist. 2. Die haben dein geharrt. Aihees heilans fest Doch, als die zeit erfüllet ward, Da Mel. Wir christenleut 2c. dine i oder: Eigene Melodie. schicke dich, Recht feier82. mit danken zu begehen! Lieb' ist der dank, Der lobgesanz, Durch den wir ihn Den gott der lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also Hat gott die welt in seinem sohn geliebet! O, wer bin ich, Herr, daß du mich So herrlich hoch in deinem sohn geliebet? 3. Er, unser freund, Mit uns vereint, Zur zeit, da wir noch seine feinde waren; Er wird uns gleich, Um gottes reich Und seine lieb' an uns zu offenbaren. 4. An ihm nimm theil! Er ist das heil: Thu täglich buß und glaub an seinen namen! Der ehrt ihn nicht, Wer: herr, herr, spricht, und doch nicht fucht sein beispiel nachzuahmen. 5. Aus dant will ich In dürftgen dich, Dich gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; Der frommen herz In ihrem schmerz Mit troft erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Rath, kraft und held, Durch den die welt Und alles ist, im himmel und auf erden! Die christenheit Preist dich erfreut, Und aller knie foll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den herrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn ehrt, den wird sein name trösten. Gelobt sei gott, Gelobt sei gott, Freut cuch des herrn ( und jauchzt ihm, ihr erlösten. 83. Mel. Vom himmel hoch, ba: c. ies ist der tag, den gott gemacht; ein werd in aller welt gedacht! Jhn preise, was fandte gott von seinem thron, Dich, heil der welt! dich, seinen sohn. 3. Wenn ich dies wunder faffen will, So steht mein geist vor ehrfurcht still! Er betet an und er ermißt, Daß gottes lieb' unendlich ist. 4. Damit der jünder gnad' erhält, Erniedrigst du dich, herr der welt! Nimmst selbst an unfrer menschheit theil, Erscheinst im fleisch zu unserm heil. 5. Und zu erfüllen gottes rath, Sprachst du sowohl durch wort als that: Gott, deinen willen thu ich gern. Lob sei dir, der da kam vom herrn! 6. Dich, der du mensch geboren bist, Mit uns vereint, dich, sesum christ. Auf den die völker hoffend sahn, Dich bet' auch ich, mein heiland, an. 7. Du unser troft und höchstes guth! Vereinigst dich mit fleisch und blut, Wirst unser freund und bruder hier, Und gottes finder werden wir. 8. Gedanke voller majestät! Du bist es, der das herz erhöht. Gedanke: voller seligkeit! Du bist es, der das herz erfreut. 9. Durch eines sünde fiel die welt. Ein mittler ist's, der sie erhält. Was zag' ich nun, wenn der mich schützt, Der in des vaters schooße sitzt? 10. Jauchzt himmel! die ihr ihn erfuhrt, Den tag der heiligsten geburt, Und erde! die ihn heute sieht, Sing ihm, dem herrn, ein neues lied. 11. Herr, der du uns den tag ge= macht, Der uns solch großes heil gebracht, Dich preise, wer, durch jesum christ, Dein freund und dein verehrer ist. 44 Minik and now II sust sis Bekannte Melodie. bist du erschienen, Um mir zum heil zu dienen! 84. elobet feist du, jesu christ, Der du uns geboren bist, Und uns zu gute wardst wie wir, Preis sei, o welterlöser, dir, Auf ewig preis! Bon deiner huld recht fassen! Was 4. O lehre mich den großen werth reizte dich, auf dieser erd' Dich so 2. Dich, unsern heiland, unsern nichts, als noth, Berachtung, kummer, herab zu lassen? Hier warteten dein Herrn, Sahn die väter schon von fern: schmerz und tod; Und doch kamst du Du, aller völker trost und licht, Du auf erden, Ein menschensohn zu werden. warst auch ihre zuversicht. Gelobt sein 5. Viel stärker, herr, als schmerz gott! 3. Die nacht entflieht, der tag bricht an Ueber die, so nie ihn sahn; Auf die, so finsterniß umgab, Glänzt gottes wahrheit nun herab. Gelobt jei gott! 4. Er, durch den uns geholfen ist, Der einst richtet, jesus chrift, Der schöpfung herr, kömmt in sein reich), Erniedrigt sich und wird uns gleich. Gelobt set gott! 5. Jauchzt himmel! erde, freue dich! Gott versöhnt die welt mit sich! Uns adams fündiges geschlecht, Entsündigt er, macht uns gerecht. Gelobt sei gott! find mad Erste Abtheilung. 6. Gelobet feist du, jesu christ, Daß du mensch geworden bist. Deß freue sich die christenheit, Und dank es dir in ewigkeit. Gelobt sei gott! Du sahest unsre sündennoth Mit mitund tod, War deine menschenliebe. leidsvollem triebe. Du stellteft, unser heil zu sein, Nach deines vaters rath dich ein, Wardst mensch und kamst leident.adds doi! mit freuden, Für uns den tod zu 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, Aus deinem himmel tamest, Und unser fleisch und blut so gern In demuth an dich nahmest! Sohn gottes! o wie hast du dich, So tief erniedrigt auch für mich! Wie arm 6. Dein, sohn des höchsten, freu ich mich; Du bist auch mein erretter. Auch mir zum troste sandte dich Der herr, der gott der götter. Was mir ein wahres wohl verschafft, Erleuchtung, friede, beßrungskraft, Und freuden, die ſtets währen, Willst du auch mir gewähren. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher 2c. 85. Gott, deine gnade sei gepreist! Sie schuf uns heil und leben. Ermuntre dich, mein träger geist, Ihr wohlthun zu erheben. Dent an die nacht, da auf der welt Des höchsten sohn fich dargestellt, Um sein so theures leben Für fünder hinzugeben. 2. O große that! erwünschte nacht! Bon engeln selbst besungen; Du hast den mittler uns gebracht, Der uns das heil errungen. In dir erschien der starte held, Der alles schuf und Mel. Jefu, meine freude, meines sc. alles hält, Der freund der menschen- 86. Gottes sohn ist kommen! finder Des todes überwinder. Dankt ihm, seine frommen, Dankt ihm, daß er tam! Daß Seine wohnung nahm. Mensch, wie er hier auf erden, Unser heil zu werden, wir Erschien er hier, Um des vaters gnäd'gen willen An uns zu erfüllen. daß er allen Freund und bruder ist, 2. Laßt uns niederfallen. Danken, # 7. Was soll ich dir, mein größter freund, für deine treue geben? Du bist's, der mich mit gott vereint, Du bringst mir heil und leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, Das geb' ich dir zum dienste hin: Ich will dich ohn' aufhören Mit leib und geist verehren. nicht; Doch wirst du wiederkommen, 8. Ich sehe dich zwar hier noch Und dann schau'n dich von angesicht, Herr, alle deine frommen. Dann werd' auch ich, herr jesu chrift. Dich wirst du mich zum leben, Das bei schau'n, so herrlich, als du bist; Dann dir ist, erheben. 17901 topods 311 11. Von der Menschwerbung und Geburt Christi. 45 meinen habt gethan, Das, spricht er, habt ihr mir gethan. Und er, er will's vergelten. sind en hus 4. Wer ihn mit treuen herzen ehrt, Den wird sein name trösten. Vertrau auf ihn, der flehn erhört, Lobsingt ihm, ihr erlösten! Es freut sich deine christenheit, Herr, deiner menschenfreundlichkeit. Dir, dir sei ewig ehre! s i bun jos Mel. Fröhlich soll mein herze. 2c. Gott, auf seinem throne, Liebt uns in dem sohne, Hilft durch jesum christ. Welch ein heil! An christo theil, Theil an feiner sendung gaben, An gott selbst, zu haben. i ordol sist 3. Keine macht der leiden Kann von ihm uns scheiden; Er bleibt ewig treu. Einst wird er vom bösen Gänzlich uns erlösen; Hier steht er uns bei. Unser freund, mit gott vereint, Kann nicht seine brüder hassen, Noch sie hülflos laffen. llov 4. Wenn wir einst ermüden, Führt 88. er uns in frieden Ju des grabes nacht. Unsre todten glieder Giebt die erde wieder Ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der gruft, Er, der selbst den tod einst schmeckte, Den das grab auch deckte.tidal SI 5. Auf dem richterthrone Werden wir im sohne Unsern retter schau'n. Heil und ewig leben Wird er allen geben, Die ihm hier vertraun. Er ward hier Versucht, wie wir; Ueberschwenglich wird er lohnen, Und der schwachheit schonen. d 6. Eilet! eilt, ihr fünder! Werdet Werdet gotteskinder! Werdet seiner werth! Gilet, eilt, ihr frommen! Seid, wie er, vollkommen! Bleibet feiner werth! Preiset ihn, Daß er erschien, Und sich für euch hingegeben Durch ein göttlich leben. Naßt uns unserm gott lob. fingen! Hoch erfreut Laßt uns heut Jhm anbetung bringen. In des himmels hohe chöre Stimmet ein: Gott allein, Unserm gott sei ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, Freue sich Inniglich; Christus ist geboren. Er, der könig aller wesen, Steigt herab Bis in's grab, Sünder zu erlösen. HOC mode 3. Wer kann gottes rathschluß fafsen? Aber dies ist gewiß: Gott kann uns nicht hassen. Kömmt der sohn aus freien tricben Zu uns her, Wie, sollt' er Nicht die menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, Nähm er dann Menschheit an, Daß er uns errette? Deß soll sich der erdkreis freuen! Zum gericht Kommt er nicht, Sondern zum verzeihen. 5. Eilt im geist nach bethlems hütmistent, Seht, was er, Euter herr, Schon für euch erlitten. Er wird niedrig Mel. Allein gott in der höh' sei 2c. eurentwegen. Welch ein freund! Er flom ofd ni titis rist 1966 87. Laßt uns mit ehrfurchtsvollem dank Den gott lieb erhöhen, Mit feierlichem lobgesang Des heilands fest begehen! Preis sei dem vater, der ihn gab! Preis sei dem sohn! er kam herab, Und ward das heil der menschen. D 7. Dankt ihm, der das innere feh2. Ist der ein christ, der dieses nen Sehen kann, Betet an, Opfert heil Nicht schätzt und lieb' gewinnet? freudenthränen. Liebt ihn, der von Nimm froh an seiner liebe theil, und liebe brennet, Traut dem Herrn, Der werd' ihm gleich gesinnet! Wer nicht euch gern Seine brüder nennet. wie er, gefinnet ist. Der ehrt ihno 8. Wenn euch eure sünden kränken, nicht, ist nicht ein christ, Der herr Eilt herzu, Suchet ruh! Er will fie erkennt die seinen. dir euch schenken. Schaut auf ihn mit glaubensblicken! Bittert nicht! Denn er spricht: Ich will euch erquicken. 3. In dürft'gen laßt uns ihn erfreun, Bekleiden, speisen, tränken! Ja, laßt uns frohe geber sein, Und 9. Drückt euch hier so manche plage; sein dabei gedenken. Was ihr den Euren schmerz Fühlt sein herz, Stein erscheint Feinden selbst zum ſegen. 6. Er, er will für eure schulden Armuth, noth, Schmach und tod Göttlich groß erdulden. Lernt den menschenfreund erkennen, Gnadenreich Will er euch Seine brüder nennen. 46 ad Erste Abtheilung. erlöfter zage. Bringt ihm an seinem feste Preis und ehr'! Wisset, er Wählt für euch das beste. 10. Er verläßt euch nicht ihr schwachen; Mehr, als ihr, Litt er hier, Euch beglückt zu machen. Diese kurze zeit der leiden Und der müh, Was ist sie, Gegen ewge freuden. 11. Jesu, du nahmst meine bürde Gern auf dich, Daß auch ich Frei und selig würde. Wer kann deine lieb' ergründen? Ewig soll Freudenvoll Sie mein herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher befreier, Folg ich nach Obwohl schwach, Doch um so viel treuer. Keine treatur, kein leiden, Keine noth und kein tod Soll von dir mich scheiden. 13. Du kömmst einst zum weltgerichte. Dann werd' ich. Richter, dich Schaun von angesichte. Wenn da, gott, die fünder beben, So werd' ich Deiner mich Freun und ewig leben. I stimmt, Und der sich liebreich dein annimmt. 8. Bet' ihn als deinen retter an, Und sei ihm willig unterthan. Durch seine lehre zeigt er dir Den weg zum leben, folge ihr. 9. Bei dieser treue hast du theil An dem von ihm erworbnen heil. Wo nicht, ach! so verschließt du dir Muthwillig selbst des himmels thür. 10. Sein' erste zukunft in der zeit War voller huld und freundlichkeit; Die andre wird, zu großer pein Der fünder majestätisch sein. 11. 3u ehren aber nimmt er dann Mit freuden seine frommen an, Und wird sie in des vaters reich Verklärt erhöhen, engeln gleich. 12. Gelobt sei gott, der ihn gesandt! Sein ruhm erfülle jedes land! Gelobt sei von uns jesus christ. Der uns zum heil erschienen ist! Bekannte Melodie. 89. Lob fei dem allerhidh er 90. freuet euch! Bon ſeiner Mel. Lobt gott ihr christen, allzugl. oder: Scun dantet au', und sc. Lo obt gott, ihr christen allerhöchsten gott! Erbarmend unsre noth, Und fandte jefum, seinen sohn, 3Zu uns von seiner himmel thron. himmel thron Beruft er uns zu seinem reich Und sendet seinen sohn. 2. Jhn sand't er, unser trost zu fein, Vom fündendienst uns zu befrein! Mit licht und kraft uns beizustehn Und uns zum himmel zu erhöhn. 3. D welch ein liebevoller rath! O unaussprechlich große that! Gott thut ein werk, dem keines gleicht, Das teines menschen lob erreicht. 4. Sein sohn, durch den er alles schuf. Nimmt willig auf sich den beruf, uns vom verderben zu befrei'n, Und schämt sich nicht uns gleich zu sein. 5. Er kommt zu uns in knechtsge= stalt, Verleugnet hoheit und gewalt, Und läßt, selbst bis zum tod und grab, Zu unsrer rettung sich herab. 6. Was sind wir, daß uns gott so liebt, und seinen sohn selbst für uns giebt? Was nützen wir dem höchsten guth, Daß er so großes an uns that? 7. Nimm feele, nun dein bestes wahr, Verschmähe den nicht undantbar, Den gott zum helfer dir be2. Der sohn kommt nach des vaters rath, Mit heil uns zu erfreun, Und auf des ewgen lebens pfad Der welt ein licht zu sein. 3. Bei seinem eintritt in die welt Umgiebt in keine pracht, Die glänzend in die angen fällt, Und groß vor menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten knechte gleich, Begehrt kein erdenglück, Verlangt allhier kein königreich Von einem augenblick. 5. Er kömmt, durch seiner wahrheit macht Zu gott uns hinzuziehn; Vor seinem lichte muß die nacht Des aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die fünde scheun, Er giebt auch kraft dazu, Und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und ruh. 7. Er bringt den trost der bessern we't Vom himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre hütte fällt, Den frommen geist kein grab. 11. Von der Menschwerbung und Geburt Christi. 47 gekommen. Mit uns ist gott Nun in der noth. Frohlockt dem herrn und hofft auf ihn, ihr frommen. 4. Auch mein gefang, Herr, bringt dir dank Du wurdest mensch, damit wir selig würden; Du machst uns groß Und ewig los Vom fluch der 8. Er öffnet uns dereinst die thür Bu seinem himmelreich. Ihr christen, wie beglüct sind wir, Lobt gott und freuet euch. Mel. Es ist das heil uns kommen zc. ein jesu, du hast unsre 91. und schweren plagen, unerhörte lieb und huld!) 5. Gelobt sei gott! Auf unsre noth Freiwillig wollen tragen. Du, der Sah er mit hülfe mitleidsvoll hergerechte, ließest dich Zum sünder nieder. christenheit! Preif ihn machen, daß ich mich In dir gerecht erfreut! Des höchsten sohn bringt kann nennen. das verlorne wieder. 2. So heißest du nicht jesus nur: Du bist auch, was du heißest, Weil du die menschliche natur Aus allem jammer reißest. Die that stimmt mit dem namen ein: Du wolltest, was du heißest, fein, Mein heil, mein seligmacher. 3. In keinem andern ist ja heil; Kein mittel ist gegeben. Wodurch wir können nehmen theil An seligkeit und leben: Du bist's allein, der jedermann Ein ew'ges leben schenken kann, Verehret werd' dein name! Mel. Wir christenleut sind 2c. oder: Auf! schicke dich zc. 92. christenheit! Sei hoch erfreut! Das heil der welt, der mittler ist geboren. Nimm freudig theil An seinem heil! Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 2. Welch große that! Nach gottes rath Hat sich sein sohn für uns dahin gegeben. Ein menschenkind, Doch ohne sünd', Wird er, und bringt uns allen heil und leben. 3. Er, er befreit Uns von dem leid, Das durch der sünde macht auf uns Mel. Vom himmel kam der engel ic. 93. om himmel ward der engel schar Des nachts den hirten offenbar, Und große frende that ihr mund Mit lautem jubel ihnen fund. 94. Mel. Es ist das heil uns kommen ic. ein heil hat heut', volt gottes, sich zu nähern angefangen, Ein helles licht ist auch für dich Den völtern aufgegangen. Dies sei dir, welt, ein freudentag. Die nacht, die auf den völkern lag, Durchbrach zuerst sein schimmer. 2. Kaum sandte gott mit seinem sohn Der erde große freuden. So 2. Geht, eilet hin, geboren ist In davids stadt der herr, der christ, Des vaters eingeborner sohn, Der fünder heil, der frommen lohn! 3. Seid fröhlich, daß er sich mit euch Vereinigt, ohne sünd' euch gleich; Selbst gott, doch euch durch fleisch und blut Verwandt und euer höchstes gut. 4. Jhr habt mit euch den wahren gott! Euch schrecke nie mehr fünd' und tod! Laßt teufel, welt und hölle drohn! Ein mensch wie ihr ist gottes sohn. 5. Auf ihn setzt eure zuversicht, und seid gewiß, er läßt euch nicht; Fiel auch ein ganzes heer euch an: Truß, daß euch einer schaden kann. 6. Ihr seid nun göttlichen geschlechts, Und mit uns gleichen bürgerrechts; Jhr siegt, nur stehet fest im streit; Euch bleibt zuletzt die seligkeit. 3. Von der Erscheinung Christi. sammelt er sich selber schon Die erstlinge der heiden. Zu ihrem neugebornen herrn Muß sie ein wunderbarer stern Aus fernen landen führen. 3. Der vor'gen zeit denkt, christen, doch. Heil euch! sie ist verschwunden. Was war't ihr, eh' der herr euch noch. Eh' ihr noch ihn gefunden? Fragt euch nur selbst. was wartet ihr? O deutsches volf. er it48 wecket dir Dein grauen? vor'ges bild nicht leben Haft mit der vernunft gegeben. Daß du gott bist, muß ich merken, 2. 310 330 4. Ein volt, mit gott ganz unbe- Herr, aus deinen großen werken; Und kannt, Von seiner lehr entfernet. Das, die pflicht, dich zu verehren. Kann von der tugend abgewandt, Nur böses mich deine schöpfung lehren. thun gelernet; Des todten stein, geschnitztes holz, Wohl gar auf seine blindheit stolz, Als seine götter chrte. 5. Du gingst in schand' und laster hin, Wie jede lust dich führte. Wenn ja noch den verkehrten sinn Einst das gewissen rührte: So konnte da doch aus der noth, Die, die natur schon fündern droht, Dir nichts den ausweg zeigen. 6. Beglückter tag, der jene macht Des götzendienst's entwendet! Daran uns gott nach langer nacht Sein licht und heil gesendet! Da gott, in dir, immanuel, Mit deinem wahren israel Nun auch die heiden danken, dan himmel offen. 7. Nun prüfe heut', volt gottes, dich Vor seinem angesichte. Beharrst du unveränderlich In seiner wahrheit lichte? Was helfen opfer des gebets Zum wahren gott; wenn du noch stets Der fünde sclavisch fröhnest? 8. Was hilft es, daß du gott erkennst, Und seinen ganzen willen, Wenn du das thun und wissen trennst, zu träg', ihn zu erfüllen? Wenn du oft treu gelobst und brichst: Zwar christlich glaubst, und christlich sprichst, Und doch als heide wandelst? Gull Je nds Erste Abtheilung. 2. Die vernunft zeigt deine größe, Und entdeckt mich meine blöße: Ich soll mich mit gott verbinden; Doch dies hindern meine sünden: Und ich kann sie nicht verfühnen; Meine traft kann nichts verdienen. Ach vernunft! dies ist der schade, Aber wie find ich nun gnade? Mel. Schmücke dich o liebe feele 2c. 95. Gott @tott! dein unsichtbares wesen Läßt sich in dem lichte lesen, Das du uns für dieses dut nsonal 1975) 3. Hier erscheint in größter klarheit Uns ein licht, das wort der wahrheit; Dies verspricht den geistlich armen Reiches, göttliches erbarmen. Hier ist heil für menschenkinder; Hier ein bürge für die fünder; Hier steht allen, die sein hoffen nun der weg zum 9. Ach prüfe dich! gott nimmt sein licht, wenn man's nicht schätzt, zurücke. Steh' auf vom schlaf. damit er nicht sein wort auch dir entrücke. that bekennen? msitingsten 4. Lob und preis, und dank und ehre Sei dir, herr, für diese lehre, Die ein licht uns aufgestecket, Uns den weg des heils entrecket. Da du deinen sohn zum leben Der verlornen tes klarheit, Und empfangen gnad welt gegeben, Sehn wir unsers gotund wahrheit. 5. Gott! wie groß in deinen wegen, Und für uns wie reich an segen Zeigt dich uns das wort vom glauben! Wer will uns den himmel rauben, Wenn wir auf dein zeugniß bauen. Deiner vaterhuld vertrauen, Jesum gläubig heiland nennen, Und das durch die Gott, hör uns nicht zu tragen auf.6. Ist dies nicht von uns geschehen; Und fördre deiner lehre lauf Noch zu den fernsten heiden. vergieb uns das vergehen! Sieh hier unsers herzens reue. Und mach' unsern glauben neue. Ach, das wort des ew'gen lebens Gabst du uns doch nicht vergebens. Laß es ihn bei uns gelingen; Laß es uns zum himmel bringen! usprotopo 4. Auf die Darstellung Christi im Tempel. morbinsa Mel. Vom himmel hoch da komm ic.| zens troft und theil, Erfreue mich ich bitt' ich, heiland aller mit deinem heil.is God 96. mein treuer heiland mein glaube hält, Sei meines Herbist, Der mir von gott gegeben ist; 11. Von der Menschwerbung und Geburt Christi. So reinige herz, sinn' und muth, Und mache mich gerecht und gut. 3. Beig' mir die bahn, o helles licht! Daß ich des heils verfehle nicht. Du bift allein mein preis und ruhm, Und ich dein ew'ges eigenthum. 4. Dein friede, herr, bewahre mich; Mein auge blicke stets auf dich: So will ich gern aus dieser welt Hinfahren, wann es dir gefällt. Mel. Kommt her zu mir, spricht ic. 97. Mohlauf mein herz! Berlaß die welt, Dem, der für dich sich dargestellt, Nun dich auch darzustellen! Er ist das licht; drum sei gewiß, Er werd' auch deine finsterniß Durch seinen glanz erhellen. 2. Ach! du sollst ihm sein tempel fein! Er selbst macht dich von sünden rein, Und hat hier lust zu wohnen. Doch hoffe nicht, daß jesus christ In folchen herzen wohnhaft ist. Die noch den lüften frohnen. 49 3. Was nur dem fleische wohlgefällt, Das opfre die verkehrte welt Dem satan, ihrem gotte. Sie erndtet schaden blos für müth; Für ihren sündendienst, wird sie Einst ewiglich zu spotte. Mel. Durch adams fall ist ganz 2c. oder: Das jesulein soll dich 2c. 4. Doch, wer vom geist, wie simeon, Sich treiben läßt; nur gottes sohn Zum heil begehrt zu haben; Gott fürchtet, sich der welt entwöhnt, Aus ihr sich nach dem himmel sehnt: Der gaben. e. Am Tage Mariä Verkündigung. er 5. Wer durch das wort, darauf traut, Im glauben seinen heiland schaut, Der kann im frieden fahren. Der heiland hält, was er verspricht, Er wird sich ihm in seinem licht Dort herrlich offenbaren. 6. Herr, mache mich gerecht und rein! Herr, laß mich stets voll glaubens sein, Und stets im geiste leben! Bis du auch mich, wenn dirs gefällt In frieden wirst aus dieser welt, Hinauf zu dir erheben. Mel. D gott, du frommer gott 2c. 99. Es lag die ganze welt Mit sündennoth beladen: Da öffnetest du, gott, Die schätze deiner gnaden. Deinsohn erscheint; Du schickst Den, dessen dienst die bahut Dem Herrn bereiten soll, Als seinen knecht, boran. jesus ist empfangen. Der uns erhält, Hat sich gesellt zu den verlornen fündern. War er schon reich, Wird er doch gleich Den armen menschenkindern. 3. D jesu! unser herr und gott! Der du ins fleisch gekommen, Und unsrer dich bis in den tod So hülfreich angenommen, Haft nach dem streit Die herrlichkeit Des ew'gen reichs empfangen. D'rum werden wir Auch einst bei dir Ein ew'ges 98. N un ist der tag der seligteit Den fündern angebrochen, Die langerwünschte gnadenzeit, Die gott der welt versprochen: Denn gottes sohn Ist von dem thron Zu uns hernieder kommen; Das höchste guth Hat fleisch und blut Von menschen angenommen. 2. Nun ist des vaters wort erfüllt; Der gläubigen verlangen Ist nun nach herzenswunsch gestillt! Denn glück erlangen. f. Von dem Vorläufer- Amte Johannis. du, Um deinen sohn zu ehren. Sein vater wird erst ſtumm; Der ſtumme schnell beredt, Und weifsagt, da auf ihn Der geift des herrn geräth. 3. Allein zu jesu hin Verweist er seine jünger; Allein auf jesum zeigt Sein ausgestreckter finger; Seht gottes opferlamm, Das mit der schuld 2 Die juden sollte er Von deinem belegt, Für uns geschlachtet wird, heil belehren. Gott, ihn auch ehrest| Und alle strafen trägt. Evangel. luth. 50 4. Wohl dem, der diesen tod, Auf den johannes weiset, Mit festem glauben faßt Und dankbar heilig preiset. Wer, seinem taufbund treu, Sich jefu ganz ergiebt, Der wird in ihm von gott Begnadigt und geliebt. Erste Abtheilung. 12) Vom Wandel Mel. Mach's mit mir, gott zc. Der allerhöchſten liebe! u wesentliches ebenbild Du warst, o jesu, ganz erfüllt Mit gottgeweihtem triebe. Gott war dein zwed, dein höchstes guth, Ihm folgtest du mit heldenmuth. 100. 2. Du warst mit ihm ein sinn, ein herz; Sein wille war dein wille: Du ehrtest ihn, gedrückt von schmerz. Mit höchst zufriedner stille; Auch auf der allerrauhsten bahn Sahst du ihn doch als vater an. 3. Du suchtest nichts, als sein gebot Vollkommen zu erfüllen, Und unterwarfst dich bis zum tod Ganz deines vaters willen. Dein hauptgeschäft war dies allein, Vollführer seines plans zu sein. 4. Du gingst ganz still zum kreuze hin, Die martern auszustehen; Bereit, mit göttlich großem sinn, Für mörder selbst zu flehen. Wie trugst du nicht, in gott gefaßt, Der schande und der marter laſt! 5. Herr, lehre mich, dein eigenthum, Nach deiner tugend streben. Dir gleichgesinnt sein, sei mein ruhm, Und wonne, so zu leben. O hilf, daß ich, so gern wie du, Den willen deines vaters thu. 101. Rein Lehrer Mel. Vater unser im himmelreich zc. Dein lehrer ist dir, jesu, gleich. An weisheit und an liebe reich Warst du, so wohl durch wort als that, Der schwachen menschen sichrer rath. Es freut mein geist im glauben sich, Herr, jesu, dein und lobet dich. d 5. Das werd auch unser theil! Johannis amt und lehre Berherrliche noch stets, Gott, deines namens ebre. Wer buße thut und glaubt, Hat troft zu jederzeit. Wer glaubt und heilig lebt, Der bleibt in ewigkeit. el 2. Du tamst zu uns, von gott uns den weg bekannt, Auf dem wir frei von für denschuld Theilhaftig werden seiner Christi auf Erden. huld. Auf ewig sei dir dank und ruhm, Herr, für dein evangelium. 3. Jm lichte der allwissenheit Sahst du mit aller deutlichkeit, Was nach des höchsten weisem rath Die welt noch zu erwarten hat; Und machtest dann durch deinen mund Das künftige den menschen kund. 4. Dies und die wunder deiner hand Sind uns ein göttlich fich'res pfand, Daß das, was man von dir gehört, Die wahrheit sei, die gott uns lehrt. Nie schwäche mir der frevler spott, Den glauben an dies wort von gott. 5. Du lehretest durch wort und that. Man trifft der reinsten tugend pfad In deinem heil'gen wandel an. Gieb, herr, daßß ich auf dieser bahnt Gestärkt von dir, mit steter treu Dir nachzufolgen eifrig sei. 6. Du bist es, herr! von dem das amt, Das die versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer mund Noch jetzt dein heil den menschen kund. Begleite stets mit deiner kraft, Ihr amt, damit es nutzen schafft. 7. Noch immer hilfst du deinem wort In seinen siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein mund verheißt. Noch immer deinen guten geist, Der dem, der wahrheit sucht und liebt, Zum glauben licht und kräfte giebt. 8. Mein heiland, send' ihn auch zu mir, Daß er mich zu der wahrheit führ, Von eigendünkel mich befrei, Damit ich dir gehorsam sei; Bis mich dereinst in ewigkeit Ein hellres licht bei dir erfreut. BUTTER CH Mel. Schmücke dich, o liebe seele 20. orbild wahrer menschen102. V liebe, Jesu, deines mitleids triebe Bogen dich herab auf 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 51 erden, Der verlornen heil zu werden, Gottes strafen abzuwenden, Unter Und für sie sogar dein leben In den tod frecher mörder händen Angst und unerdahin zu geben. Wo ist jemand, der hörte schmerzen Littest mit gelaßnem die größe Deiner lieb' und huld ermesse? Herzen; Als ein missethäter starbest 2. Ohne vortheil zu begehren, Sich Und uns ew'ges heil erwarbest. andrer dienst verzehren; Jedem gerne guts erzeigen, zu beleidigungen schweigen, Auch an feinden wohlthun üben: Das heißt menschen, göttlich lieben. Und wie voll von solcher güte, War, erlöser, dein gemüthe. in 6. Deine huld hat dich getrieben, Sanftmuth und geduld zu üben: Haß mit haß nicht zu vergelten, Deine schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, Für die lästerung zu segnen, Deine feinde zu vertreten Und für mörder selbst zu beten. 3. du zuflucht der elenden! Wer hat nicht von deinen händen, Segen, trost und heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein herz gebrochen, Wenn dich kranke angesprochen: Und wie pflegtest du zu eilen, Das gebetne mitzutheilen! 7. Demuth war bei spott und hohne Deiner tugend schmuck und krone; Nie hast du nach ruhm getrachtet. Und auf menschenlob geachtet. Deines vaters heil'gen willen Mit gehorsam zu erfüllen, Und uns heil und trost zut geben, War der zweck von deinem leben. 4. Menschenseelen zu beglücken, Reuerfüllte zu erquicken, Ünverständ'ge zu belehren, Abgewichne zu bekehren; Sünder, die sich selbst verstocken, Liebreich zu dir hinzulocken, War dein tägliches geschäfte, Selbst mit schwächung deiner träfte. 8. Laß mich, herr! zu reichem segen. Deinen wandel oft erwägen. Laß mich in der angst der sünden, Trost und hülfe bei dir finden! Heilige auch meine triebe Zu rechtschaffner menschenliebe. Laß mich immer mehr auf erden Deinem bilde ähnlich werden. 5. Und wie hoch stieg dein erbarmen, Da du, mittler, von uns armen 13) Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. a. Vorbereitung zur Betrachtung des Leidens Jesu. Mel. Christus, der uns selig 2c. 4. Drohet mir die Höllenpein Um 103. Deine leiden, gottessohn, der fünde willen: Ach, so tritt ins bedenten, ein, schrecken stillen. Wollst du mir von deinem thron Geist Laß mich dann mit heilbegier, Dich, und andacht schenken. Ach erschein' in mein jesu, fassen. Halt' ich gläubig mich diesem bild, Jesu, meinem herzen, an dir, Kann mich gott nicht Haffen. Wie du gottes zorn gestillt Durch die größten schmerzen. 5. Gieb auch, jesu, daß ich gern Dir das kreuz nachtrage, Wahre demuth von dir lern', Nicht in noth verzage; Daß ich in der prüfungszeit Nimmer von dir wanke, Und dann einst in ewigkeit Dir, herr! fröhlich danke. 2. Laß mich aber nicht allein Deine schmerzen sehen; Laß die ursach' deiner pein Mich zugleich verstehen. Ach! die ursach war auch ich, Ich und meine sünde; Diese schlug und quälte dich, Daß ich gnade finde. 3. Hilf, daß ich in buß und reu Mel. Herzliebster jesu, was hast du zc. Dieſes recht bedenke, Und dich fünftig 104. He err stärke mich, dein neu die kränke. leiden zu bedenken, Dämpf' in mir die sündenlust, Laß Mich in das meer der liebe zu vermich alles meiden, Was du, jesu, bü- senten, Die dich bewog, von aller Ben mußt Mit fo schwerem leiden. schuld des bösen uns zu erlösen. 4* Erste Abtheilung.d 61 52 and 2. Vereint mit gott, ein mensch gleich uns auf erden, und bis zum tod am freuz gehorsam werden: An unfrer statt gemartert und zerschlagen, Die fünde tragen! 3. Welch wundervoll hochheiliges geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so sinken meine kräfte, Mein herz erbebt: ich sehe und empfinde Den fluch der fünde. 4. Gott ist gerecht, ein rächer alles böfen. Gott ist die lieb' und läßt die welt erlösen. Dies kann mein geist mit schrecken und entzücken Am freuz erblicken. 5. Es schlägt den stolz und mein verdienst darnieder. Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; Lehrt mich mein glück, macht mich aus gottes feinde 31 gottes freunde. 6. O herr, mein heil! an den ich Herzlich glaube, Ich liege hier gebückt vor dir im ftaube; Verliere mich mit dankendem gemüthe In deiner güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen gedanken. Allein, soll ich darum im glauben wanken? Ich bin ein mensch: darf der sich unterwinden, Gott zuz ergründen? Met. Jesu, meines Lebens leben ic. 105. und Lebert, Deß sich u, der menschen heil meine feele freut, Der für mich sich hingegeben, Stifter meiner feligkeit; Du, der lieber wollte sterben, Als mich lassen im verderben: Ach, wie dant, wie dank' ich dir, Mein erlöser g'nug dafür! 2. Menschenfreund von gott gefendet, zu erfüllen seinen rath, Längst hast du dein werk vollendet, Weg zu thun die missethat! Doch in den gedächtnißtagen Deiner leiden, jesu, fagen Deine theu'r erlösten dir Billig neuen dank dafür. Und 3. Du betratst, für uns zu sterben, Willig deine leidensbahn; Stiegst, uns leben zu erwerben, Gern den todesberg hinan; Trugst, vergessend eigner schmerzen, Deine menschen nur im herzen. Diese liebe preisen wir, Unvergeßlich sei sie mir. 8. Des höchsten thun ist gnad' und lieb erweisen; Uns kömmt es zu, sie demuthsvoll zut preisen, zu sehn, wie hoch, wenn gott uns gnad' erzeiget, Die gnade steiget. 9. So sei dann ewig auch von mir gepriesen Für das erbarmen, das du mir erwiesen! Da du, mein heiland, auch für mich dein leben Dahin gegeben. Oni 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit freuden deinen willen üben; O gieb zu diesem seligen geschäfte Stets neue kräfte? b. Dankbare Erwägung der Leiden Jesu. treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir nicht auf ewig, herr, dafür. 5. Frevler krönten dich zum hohne. Deine stirn, die blutete Unter einer dornenkrone, König aller könige. Mir zu gut, hast du's erlitten; Mir die ehrenkron' erstritten. Preis, anbetung, dank sei dir, Liebenswürdigster, dafür. 6. Du, der tausendfache schmerzen Mir zur liebe gern ertrug, Deinem großmuthsvollen herzen War mein heil belohnung g'nug. Trost in meinen letzten stunden Floß für mich aus deinen wunden. Herr, ich dank', ich danke dir Einst im tode noch dafür. 7. Ruh im leben, trost am grabe, Unaussprechlicher gewinn, Den ich dir zu danken habe! Dir, deß ich nun ewig bin; Jesu, dir mein Herz zu geben, Deiner tugend nachzustreben. Dir zu traun, zu sterben dir; Dies, dies sei mein dank dafür. 4. du bande. Littest du der lästrer ſpott, Achtetest 106. Und bete gottes gilte Foro Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. mein gemüthe du nicht der schande, Mein versöhner Was felbft und mein gott. Mich haft du der In deinem heiland an. schmach entrissen, Die mich hätte der engel scharen Bu thun nicht fähig 13. Von dem Leiden, Tode waren, Das hat des menschen sohn gethan. 2. Schau hin, wie der gerechte Für uns, der fünden knechte, Den bittern zornkelch trinkt: Wie er, ans freuz erhöhet, Für seine mörder flehet Und siegreich in den tod hinsinkt. lag auf adams erben; Fluch auf der argen welt; Doch er kam uns zu gute, Und gab mit seinem blute Für uns ein ew'ges lösegeld. 4. Kein freund meint es mit freunden So tren, als es mit feinden Er, unser mittler, meint. Preis ihm, dem überwinder, Nun sind wir gottes finder, Mit gott versöhnt durch unsern freund. Mel. Wenn mein stündlein 2c. 107. Hund ein und dein verföhnend leiden, Laß allzeit mir vor augen sein, Die fünde zu vermeiden. Laß mich an deine große noth Und deinen herben bittern tod, Dieweil ich lebe, denken. 2. Die angst, die deine seele litt, Da schrecken sie umfingen; Was du ertrugst, um uns damit Befreiung zu erringen. Das präge tief mir, jesu, ein, und laß mir's ernste warnung sein, Wenn mich die fünde reizet. 3. Die wunden alle, die du hast, Hab' ich dir helfen schlagen. O du, der meine sündenlast So willig hat getragen; Ach liebster heiland, schone mein, Laß diese schuld vergessen sein, Für recht laß gnad' ergehen. 2. Ich erwäg' es hin und her, Was dich angetrieben, Eine fünderwelt so sehr, Wie du thatst, zu lieben; Uns verlor'ne zu befrei'n, Hast du angst und banden, Geisseln, schmach err jesu, deine angst und todespein Willig ausgestanden. 4. Du hast verlassen deinen thron, Bist ins gericht gegangen; Bertrugest schläge, spott und hohn, Und wurd'st aus freuz gehangen, Auf daß du für uns schafftest rath, Und unsre schwere missethat Bei gott versöhnen möchtest. und Begräbniß Jesu. 53 6. Herr jesu! deine angst und pein, Und dein versöhnend leiden, Laß meine letzte zuflucht sein, Wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen tod Fein sanft beschließe meine noth, Und selig sterbe, amen. 5. Drum soll mein herz voll dantbarkeit, Erbarmer, dir lobsingen. Und wenn du einst zur seligkeit Aus gnaden mich wirst bringen, Dann will ich, dein erlöseter, Dich ewig und viel würdiger Mit allen sel'gen loben. Mel. Christus, der uns selig zc. meiner 108. ursprung meiner freuden, Wie viel trost und zuversicht Fließt aus deinem leiden! Nimm den dank in gnaden an, Den ich dir jetzt singe; Deß, was du an mir gethan, Bin ich zu geringe. 3. War es unsre würdigkeit? Nein, des vaters güte, Deines herzens freundlichkeit und dein treu gemüthe; Dies hat dich ans freuz gebracht, Daß kein mensch verzagte, Wenn der sünden meng und macht Das gewissen nagte. 4. O du wunderbarer rath, Den man nie ergründet! O du wunderbare that, Die man nirgend findet! Sünden, deren gott zum hohn, Menschen sich erfrechen, Die läßt gottes eigner sohn An sich strenge rächen. 5. Meine große fündenschuld Traf den treuen bürgen; Er ließ sich aus großer huld, Dir zu gut, erwürgen. So hat er uns heil gebracht; Sollt' uns nicht geziemen, Seiner liebe starte macht Ewiglich zu rühmen? 6. Herr, dein friede sei mit mir, Und auf mein gewissen, Wenn es zaget, laß von dir Trost und freude fließen! Trost ergießt in jedes herz Sich aus deinem Herzen. Auch den bängsten, herbsten schmerz Heilen deine schmerzen. 7. Laß, so bald mein herz erstridt Ueber seine fünden, Wenn auf dich mein glaube blickt, Mich, herr, gnade finden! Sieh, ich fall', zerknirscht von reu, mit wahrhafter buße und dem vorfats beffrer treu, Jesu, dir zu fuße 54 Erste Abtheilung. 8. Nun ich weiß, worauf ich ban| da du für mich gestorben, Dies glück Und bei wem ich bleibe, Wessen für- erworben. sprach ich vertrau, Und an wen ich gläube. Jesu, du, du bist's allein, Welcher mich beschirmet, Wenn gleich des gewissens pein Auf die seele stürmet. 9. Hier bin ich dein eigenthum, Soll dort mit dir erben. Drum will ich zu deinem ruhm Leben und auch sterben; Daß auch ich einst rühmen mag, Aus dem grab erstanden: Meines jesu großer tag, Heil mir! ist vorhanden. 11. Lockt böse luft mein herz mit ihrem reize, So schrecke mich dein wort, das wort vom kreuze, Und Mel. Herzliebster jesu was ze. 109. Laß deinen geiſt mich ſtets werd' ich matt in übung guter werkte, heiland, So Das wort von deinem freuze so zu ehren, Daß ich getreu in dem beruf der liebe Mich christlich übe. 2. Das gute thun, das böse fliehn und meiden, Herr, diese pflicht lehrt mich dein heilig leiden. Könnt' ich zugleich das böse mir erlauben. Und an dich glauben? 9. Ich bin ja dein, schon selig hier im glauben! So wird mir nichts, nichts meine frone rauben; So werd' ich dort von herrlichkeit umgeben, Einst ewig leben. 10. Ja, wenn ich stets der tugend pfad betrete, Im glauben kämpf', im glauben wach' und bete: So ist mein heil schon so gewiß erstrebet, Als jesus lebet. 6. Ich will nicht haß mit gleichem haß vergelten, Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten; Du heiliger! du herr und haupt der glieder, Schaltft auch nicht wieder. 7. Ein reines herz, gleich deinem edlen herzen, Dies ist der dant für beine freuzesschmerzen; Und gott giebt uns die traft, in deinem namen, Dich nachzuahmen. 8. Unendlich glück! du littest uns zu gute; Ich bin versöhnt in deinem theuren blute, Du hast auch mir 12. Seh' ich dein freuz den klugen dieser erden Ein ärgerniß und eine thorheit werden; So sei's doch mir, trotz alles frechen spottes, Die weisheit gottes. 3. Da du dich selbst für mich da hin gegeben, Wie könnt' ich noch nach meinem willen leben, Und nicht viel- i mehr, weil ich dir angehöre, Zu deiner ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn leiden dieser erden, Wenn kreuz mich trifft, gelaßnen herzens werden; Da du so viel für uns, die wirs verschuldet, Liebreich erduldet? 5. Für welche du dein leben selbst gelassen, Wie könnt' ich sie, sie, meine brüder, haffen? Und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, Für sie noch beten? 13. Wann endlich, herr, mich meine fünden kränken, So laß dein treuz mir wieder ruhe schenken; Dein sterben sei, wenn ich den tod einst leide. Mir fried' und freude. Mel. Chriftus, der uns selig ze. 110. Mein erlöser gottes sohn Der du für mich littest, Und auch auf der himmel thron Jetzt noch für mich bittest; Welche wohlthat ist für mich Dein versöhnend leiden! O, wie preif' ich würdig dich, Ursprung meiner freuden. 2. Unermeßne herrlichkeit War dir, herr! gegeben; Und du konntest jederzeit Voller freuden leben. Aber, o der großen huld! Daß ich selig würde, Uebernahmst du in geduld Schwerer leiden bürde. 3. Nun kann meine missethat Noch vergebung finden: Denn du starbst, nach gottes rath, Auch für meine sünden. Meine schulden trugest du, Ließ'st für mich dich strafen, Meiner feele trost und ruh Gnädig zu verschaffen. 4. Was mir lust zur beff'rung schafft, Was zur tugend leitet, Dazu hast du neue fraft Durch dein freuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun Mich 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 55 durch deinen tod erworben, Das hast du, von barmherzigteit geleitet, Auch mir bereitet. um traft bewerbent, Gottes willen treu zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich dem todesthal Froh entgegen sehen; Und zu jener welt einmal Ohne schrecken gehen. Du, herr, haft aus aller noth Rettung mir errungen, Und durch deinen kreuzestod Meinen tod bezwungen. 6. Herr! was bin ich, daß du mein So dich angenommen; Daß die frucht von deiner pein Auch auf mich soll kommen? Gieb mir weisheit, gieb mir kraft( Du hast sie in händen), Was du mir zum heil verschafft, Treulich anzuwenden. 7. Laß das wort von deinem kreuz Mich mit muth beleben, Ernstlich jedem sündenreiz Hier zu widerstreben, Treib' mich mächtig dadurch an, Gottes zorn zu scheuen: Was ich unrecht je gethan, Innig zu bereuen. 8. Drückt mich meine sündennoth, Straft mich mein gewissen; O! dann laß aus deinem tod Mich den troft genießen, Daß du auch für meine schuld Mel. Ein lämmlein geht 2c. Büßend bist geſtorben, und mir alle 112. Was ist der mensch, deß gnad' und Huld Haft bei gott erworben. Was 9. Stärke mich durch deinen tod Auf die letzten stunden. Wie du deine todesnoth Siegreich überwunden: O so hilf dazu auch mir. Laß mich frühlich scheiden; Herr! so dank ich ewig dir Für dein bitt'res leiden. bin ich? gott! erbarmer! Du, der du tausend welten lentst? Was bin ich, herr! ich armer? Ich lag im blut, und meine noth War fluch, und der gedrohte tod; Wo sollt' ich rettung finden? Der Herr erbarmte meiner sich, Jehovah sprach ganz väterlich: Ich tilge deine sünden. 2. Mel. Herzliebster jesu, was ze. oder: Ist auch ein gott? göttliche barmherzigkeit! Der 111. Se hochgeprieſen, herr, sohn soll für uns sterben: Der mittfür deine liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen triebe, Für eine welt voll fünder selbst dein leben Dahin zu geben. ler, wohlzuthun bereit, Entzieht uns dem verderben. Er kleidet sich in fleisch und blut, Und was kein freund, tein bruder thut: Wer kann was größres denken? Er stellt sich aller marter blos; Er leidet, er stirbt göttlich groß, Und läßt ins grab sich senken. 3. Ganz faßt dich selbst ein engel nicht, Gedanke zum erschüttern; 3war bist du meine zuversicht, Doch denk' ich dich mit zittern. Wenn ich im geist gethsemane. Wenn golgatha im geist ich seh, Was ist's, das ich empfinde? Ich weine, herr, doch nicht um dich, Ich wein' und klage über mich und über meine fünde. 2. Fürwahr, du trugest unsrer fünden schmerzen. welch ein herz gleicht deinem edlen herzen? Du ließest unsre schuld an dir bestrafen, Uns heil zut schaffen. 5. Erhalte selbst mein Herz bei diesem glauben; Kein banger zweifel müsse ihn mir rauben; Er müsse mich zum fleiß in guten werken Beständig stärken. 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, Der sünde, die dich tödtete, zu dienen: So könnt' ich mich mit den von dir erlösten Nicht deiner trösten. 7. Nein, dir allein, der du durch deine wunden Auf ewig mich zu deinem dienst verbunden; Nur dir, mein heiland, sei mein ganzes Leben zum dienft ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, Wo deine liebe mit dankvollen zungen Stets wird besungen. 3. laß dies heil doch auch mein erbe werden! Was hab ich sonst für sichern trost auf erden? Was giebt mir sonst wohl sichern grund zur freude, Wenn ich einst scheide? 4. Du bist mein heiland, auch für mich gestorben. Was du der welt HOUR EI 56 4. Was du bezahlt, ist meine schuld; Der herr stirbt für die nechte. Es büßt mit göttlicher geduld Für fünder der gerechte. Mein ist die last, die 6. Herr! laß mich aus barmherzigkeit, Wie freundlich du bist, schmecken. Wenn sünden der vergangnen zeit Mit ew'gen strafen schrecken. Es stärke jesu trägt, Der zorn des höchsten, mich in seelennoth, Herr jesu, dein der ihn schlägt, Der sollte mich ver- versöhnungstod. Die fraft von deinen derben. Es war nur meine missethat, wunden. Es tröste mich dein banges Die, heiland, dich gemartert hat; flehn, Da du nach rettung ausgesehn Des todes sollt' ich sterben. In heißen prüfungsstunden. dre Erste Abtheilung. 5. O finde, fünde, gute nacht! 3u lang, ach viel zu lange, Hast du das herz um trost gebracht; Nun will ich falsche schlange! Dich haffen, deine lockung fliehn, Und mich der liebsten luft entziehn. Bei chrifti tod am freuze, Entsag' ich, was dem fleisch gefällt, Der bösen lust der argen welt, Und ihrem falschen reize. VIBU ROG 7. Dant, mein erlöser, dank sei dir Für jede deiner plagen, Für alle leiden, die du hier An feel und leib getragen. Für allen schmerz, für alle angst, Darin du für mich sünder rangst, Sei ehre deinem namen. Gedent, herr, meiner in der noth, Gedent auch meiner einst im tod, Und im gerichte, amen! c. Kraft und Trost der Leiden Jeſu. 113. Mel. Jefu, deine tiefen wunden zc. 5. Ja, für alles, was mich fränZesu christ, durch deine tet, Schaffen deine wunden rath; Deinen tervollen tod, Hab' ich heil bei gott gefunden, Kraft zur tugend, trost in noth. Fällt mir etwas arges ein, Dent' ich, herr, an deine pein: Die verbietet meinem Herzen, Mit der finde je zu scherzent. 2. Schmachtet nach verbotnen freuden Mein verderbtes fleisch und blut: Oso blick ich auf dein leiden; Schnell verlöscht die wilde glut. Streb' ich eitler ehre nach. Und ich dent' an deine schmach; Schnell erniedrigt fie mich wieder, Und schlägt meinen stolz darnieder. 3. Reizen, herr, mich manche plagen, Während meiner prüfungszeit. Oft zu mürrisch bangen flagen. Und zur unzufriedenheit: O so denk ich an die pein, Die du uns zu gut allein Unverschuldet hast ertragen, Und dann schäm' ich mich, zu klagen. 4. Wenn mein schreckendes gewissen Mir mit fluch und strafe droht: D, in diesen fümmernissen, Dent' ich, herr an deinen tod, Und wie du auch meine Last An dem kreuz_getragen haft; Dieß tann mein gewissen stillen, Und mein herz mit troft erfüllen. Geh' ich frisch den schmalen pfac. Mich erschrecket teine mith, Denn der troft erleichtert sie, Daß du, herr, als du gestorben, Mir ein ewig heil erworben. 6. Auf dich setz' ich mein vertrauen, Du bist meine zuversicht; Selbst der tod macht mir kein grauen: Du befreift mich vom gericht. Durch dein mir erworbnes heil Hab' ich an dem himmel theil. Wahrlich, herr, ein ewigs leben Wirst du nach dem tod mir geben. Mel. Wenn meine fünd' mich se. 114. Wenn mich die fünden heiland, jesu christ, So Iß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist; Wie du auch meine schuldenlast, Am stamm des heil'gen treuzes. Auf dich genommen haft. 2. O wunder ohne maßen, Für fündiges geschlecht Haft du dich martern lassen; Du, herr, starbst für den knecht. Du, wahrer mensch und wahrer gott, Gabft für mich armen menschen Dich selber in den tod. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 3. Nun kann sie mir micht schaden, Der schulden große last; Ich bin bei gott in gnaden, Weil du bezahlet haft. Auch meine schulden tilgt dein blut: Sch darf den zorn nicht fürchten Und nicht die Höllenglut.hr 4. Drum sag' ich dir von herzen, Jeßt und mein leben lang, Für deine pein und schmerzen O jesu, lob und dant, Für deine noth und angstgeschrei, Für dein unschuldig sterben, Für deine lieb' und treu. 5. Stets reize mich dein leiden, Die fündliche begier Wit allem ernst zu meiden, Und fromm zu sein vor dir: Es komme nie mir aus dem finn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. d. Gebet zu dem Versöhner. Belannte Melodie. uns ab von fünden; Er müss' uns 115. Christe, du lamm gottes! dir verbinden zu innigem danke, Herr Der du trägst die fünde der welt, Erbarm' dich unser! jesu! sige 2. Christe, du lamm gottes! Der du trägst die fünde der welt, Erbarm' dich unser! 3. Christe, du lamm gottes! Der du trägst die fünde der welt, Gieb uns deinen frieden! amen. 57 6. Mein kreuz und meine plagen, Selbst bittern hohn und spott. Hilf mir geduldig tragen: Gieb, o mein herr und gott, Daß ich verleugne diese welt, Und folge dem exempel Das du mir vorgestellt., rol 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen nächsten lieben, Ihm dienen, wo ich kann, Ohn' eigennutz und heuchlerschein, Und wie du mir erwiesen, Aus reiner lieb' allein. s. 200 Ishrung sink 8. Laß endlich deine wunden, Auch in der letzten pein. In jenen finstern stunden, Mir trost und zuflucht sein. D herr, auf den allein ich trau, Erbarm' dich mein im tode, Daß ich dich ewig schau!` tim 2. Du littest ganz unschuldig Von frevlern schmähung und schmerzen, Und trugst sie doch geduldig Mit fanftem versöhnlichen Herzen. Dein bild müss' uns beleben, Bu dulden, zu vergeben, Wie du zu lieben, herr jeful 3. Am treuze hingst du kläglich, Entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein tod belehr' uns täglich, Wie hoch du seelen geachtet. Er schreck non song 20 time Herzlich lieb hab' tch dich sc. Laßtuns doch chrifto dankſein, Daß er für uns in große pein Sich willig hingegeben; Auch laßt uns sein der fünde feind, Und, weil gott nunmehr unser freund, Nach seinem willen leben; Die lieb' erzeigen jedermann, Wie mel. D lamm gottes1 unschuldig zc. 116. Erlöfer, der im ſtaube christus felbft an uns gethan. Einst lag mit angstschweiß bedecket, Dein tröste sich mein glaube, Wenn tod und sünde mich schrecket; Dein tiefer schmerz, dein flagen, Dein todestampf, dein zagen, Sei meine ruhe, herr jesu! menschenkind! betracht' es recht, Wie gottes zorn die fünde schlägt! Herr jesu chrift! Mein Herr und gott! Mein herr und gott! Bon sünden schrecke mich dein tod. Mel. 117. in Bol Bekannte Melodie. 118. Slamm gottes, unschultreuzes geschlachtet! Allzeit erfunden dig Am stamm des geduldig, Wie sehr du wurdst verachtet, Die fünd' hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen; Erbarm' dich unser, o jeſu! 2.O lamm gottes! unschuldig zc. Erbarm' dich unser, o ijesu! 3. D lamm gottes! unschuldig sc. Gieb uns deinen frieden, o jeſu! gal 1 Aenig momrod 58 ane Andry Erste Abtheilung. e. Die Liebe Jesu in dem Werke der Erlösung. Mel. Dir, dir, jehovah zc. hin; Ich folge dir, weil ich dein jünger bin. 119. dh sie ihn dulden, bluten sterben! O meine 8. Was fürcht' ich noch des todes feele, fag' ihm frommen dank! Sich schrecken? Du schliefst auch einst im gottes ein'gen sohn und erben! Wie grab, o seelenfreund. Mag sie doch mächtig ihn die menschenliebe drang. meine asche decken, Die erbe, wann Wo ist ein freund, der je, was er des todes nacht erscheint. Der gott gethan? Der so, wie er, für fünder der dir das leben wiedergab, Wälzt sterben kann. seinstens auch den stein von meinem grab. 2. Wie dunkel waren jene stunden, O herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das blut aus deinen wunden! Und ach, es floß zum heil und troft für mich; Und ruft noch heute mir ermundernd zu, Daß du mich liebst, du frommer dulder, du. 3. So soll't es sein, du mußtest leiden; Dein tod macht mir des vaters liebe fund. Er wird für mich 9. Nimm hin den dank für deine plagen, Mein retter, den die treufte liebe bringt. Dort will ich dirs noch besser fagen, Wenn dich mein geist im engelchor besingt. Dann stimmen alle sel'gen fröhlich ein; Der ganze himmel soll dann zeuge sein. 1 Mel. Ein lämmlein geht und ze. ein quell der freuden, Ein fiegel auf 120. Ein lamm geht hin und den ew'gen friedensbund. So wahr dich gott für mich zum opfer giebt, So feste stehts, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und gottes erbe; Ich sehe in sein vaterherz hinein. Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, Kann ich unmöglich je verloren sein. Wenn sonn und mond und erde untergehn, So bleibt mir gottes gnade ewig stehn. trägt die schuld Der abgefallnen finder; Geht hin und büßzet in geduld Die fünden aller fünder. Es geht den rauhen todesgang, Folgt seinen würgern ohne zwang, Begiebt sich aller freuden, Und sieht die marter, die ihm droht, Und will die schmerzen und den tod Doch gern und willig leiden. 5. Ja, mir zum trost und dir zur ehre Gereicht dein ganzer tampf, dein freuzestod; Bestätigt ist nun deine lehre; Jch baue fest darauf in jeder noth. Unschuldig littest du: doch schweren fluch der fünden. Groß ist preis und ruhm Ist auch im kampf ,, die schuld, die strafe groß; Doch der unschuld eigenthum. übernimm's, so sind sie los, Und sollen gnade finden." 2. Das lamm ist jesus, unser freund; Bum heiland unsrer seelen Wollt' ihn der strenge sündenfeind, Der ew'ge vater, wählen. „ Sohn“, sprach ernimm dich derer an, Die ,, außer dir nichts retten kann vom 3. ,, Ja, vater", sprach der große sohn, Kein fünder soll verzagen! 6. Herr, dies dein beispiel soll mich lehren, Des lebens unschuld sei mein ehrenkleid. Ich will treu deine stimme hören, Und gerne thun, was mir dein wort gebeut. Die dankbarkeit dringt innigst mich dazu; Wer hat es mehr um mich verdient, als du. Ich steig' herab von deinem thron, Und will die fünden tragen." O liebe! liebe! deine macht Ist stärker als ein mensch gedacht. Als je ein engel dachte! Du dringst den sohn dem vater ab, Und streckest den ins finstre grab, Der erd' und himmel machte. Ong " " 1 7. Nie will ich mich am feinde rächen: Auch dies lern' ich, mein heiland, hier von dir; Nie gottes schidung widersprechen, Wär' gleich fein pfad jetzt noch so dunkel mir. 4. Er büßt für uns am freuzes= Auf dornen gingst du selbst zum ziele| stamm, Damit wir gnade finden. Er 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. wird geschlachtet wie ein lamm, Zum opfer für die fünden. Für alle stirbt er, auch für mich Ergießt sein theures leben sich In milden strömen blutes. Lamm gottes, ewig dank' ich dir! Doch nie genug, du thatest mir, Eh' ich noch war, schon gutes. 5. So lang' ich lebe, will ich dein, jesu, stets gedenken: Mein herz foll dir geweihet sein, Ganz will ich dir es schenken, Nur dir gefallen sei mein ruhm; Ich will mich dir zum eigenthum Auf ewig übergeben, Nur du bist meine zuversicht, Und wann 6. Was ist das leiden dieser zeit, Und alles, was mich tränket, Wenn meine seel' in traurigkeit, Herr, an dein leiden denket? Dies flößt in meine bange brust, Zur zeit der trübsal fanfte lust, Läßt mich nicht unterliegen, und stärket mich mit traft und muth, Auch über welt und fleisch und blut Im schwersten kampf zu siegen. 7. Ist endlich ganz vollbracht, was mir Gott auferlegt zu leiden, Und rufst du, jesu, mich zu dir und deines himmels freuden: Dann reichest du von deinem thron Mir jenen großen gnadenlohn, Den mir dein tod erworben; Dann werde dir in ewigkeit Anbetung, preis und dank geweiht, Daß du für mich gestorben. mein ang im tode bricht, Bist du 122. Wie grundlos sind die deiner auch dann mein leben. Wie treu und zärtlich, jesu, deine triebe! Kein mutterherz gleicht deinem treuen herzen, Du mann der schmerzen. 2. Was zieht dich dann, o heiland, auf die erde? Was schadet dir's, wenn ich verdammet werde? Du bleibest doch, wenn ich gleich strafe leide, Des vaters freude! Mel. O jesu chrift, mein's lebens c. 121. du mein mittler und Ich dir für deinen tod, Der mir des himmels feligkeit, Und hier gewissensrub verleiht. 2. Ach, glaubt' ich deine gottheit nicht, So schreckte mich doch das gericht: So würde deines todes pein Für mich dein geltend opfer sein. 59 5. Der feind nehm' alles, alles hin! Das glück, das ich versöhnet bin, Jst meiner seelen höchstes guth, Und macht mir auch im tode muth. 3. Wärst du der menschen heiligster, Und nicht auch gott, gefreuzigter! So würd' ich nicht von sünden rein, Nicht durch dein blut versöhnet sein. 4. Ich weiß es, jesu, du bist gott; Versöhnend ist dein freuzestod! Und diefes troftes göttlichkeit Versichert mich der seligkeit. 6. Wann des gesetzes fluch mir droht! Dann tröstet mich dein mittlerstod: Ich weiß, daß du auch meine last Am kreuze, herr, getragen hast. 7. Und ist die letzte stunde da, Dann blick' ich hin nach golgatha; Der trost, daß ich begnadigt bin Macht mir das sterben zum gewinn. 18 baft 16. Mel. Herzliebster jesu, was haft ic. 3. Verehrt mit dank den weisen rath, ihr christen, Den einzusehn, die engel selbst gelüften. Bewundert hier in dem erlösungswerke Der liebe stärke! 4. Des höchsten sohn büßt für die menschenkinder: Der heiligste bezahlet für die fünder; Des lebens fürst, und aller bosheit rächer, Stirbt für verbrecher! 5. Herr, lehre selbst mich deine huld erkennen, In rechtem glauben dich, und heile meinen schaden, Dut brunn der gnaden! 6. Ich bin verderbt vom fuße bis zur scheidel, Mein herz ist trotzig, widerspenstig, eitel; Mein bestes thun ist mangelhaft und fündlich: Ich fehle stündlich. 7. Ich flieh', o herr, zu deinen liebesarmen, Ich such' und bitte nichts, als dein erbarmen; Verstoß den nicht, der seine fünden haffet, Und dich umfaſset. 8. Was machst du, feind, mir chrifti huld verdächtig? Schweig! feine traft ist in den schwachen mäch 60 als indie Erste Abtheilung.is? mnd no ar tig. Er selbst macht den gerecht, der deinen tod erworben; Das werde mir, an ihn gläubet, Und in ihm bleibet. zu meinem ew'gen heile, nun auch 9. Beuch mich, o gotteslamm, zu dei- zu theile. nem kreuze, Damit dein blut die seele dring' und reize, Dich, den erwerber aller guten gaben, Recht lieb zu haben. 10. Was du auch mir, da du für mich gestorben, Aus gnaden hast durch f. Das Leiden Jesu am Delberge.. Mel. Christus, der uns 1.lig 20. 123. 11. Dir, jesu, leb' ich; dir will ich auch sterben. Laß den nur nicht, den du versöhnt, verderben; O hilf mir jetzt, und in den letzten stunden, Durch deine wunden.pnt of Met. Ein lämmlein geht und zc. Herbes himmels, starter 124. So gehst du, jefu, wilHeld! Was wird mit lig hin, Dein leiden anzutreten, Für mich, der ich verloren bin, zu kämpfen und zu beten, Du, der du nichts verbrochen hast, Gehst hin, um atler sünder last Allein auf dich zu laden. Ich nur verdiente strafen, ich; Du aber nimmst sie all' auf dich. Damit sie mir nicht schaden. 2. Kann den, der allen stärke giebt, Kann den auch furcht erschüttern? Selbst christi seele wird betrübt, Und seine glieder zittern. Ach, hingeſunken auf die knie, Arbeitet er in schwerer müh', Und betet, kämpft und zaget! Er wünscht den schweren kampf vertürzt; Wer siehts und höret nicht bestürzt, Wie leidenvoll er klaget. # 15 3. Gott, du bist heilig; wunderbar In allen deinen werken. Ein fnecht, ein engel muß sogar Den herrn vom himmel stärken. Er ringt sein heilig angesicht Träuft blutschweiß, wer entsetzt sich nicht? Wer litt, wie er, auf erden? Der du in reiner unschuld prangst, Wie konntest du von solcher angst, herr, bestürmet werden? dir werden? Warum liegst du blaß, entstellt, Bebend auf der erden? Trost ist es, was du verlangst, Tröster unsrer seelen? Was kann mit so schwerer angst Deine seele quälen? 2. Vor dir liegt,( denn dir tann ja, Herr, sich nichts verhehlen;) Eine welt voll sünden da, D, wer tann sie zählen? Niemand, als nur gott und du, Können sie ergründen. Und für alle büßest du, Als für deine sünden. 3. Liebe strahlte dir sonst stets Aus des vaters blicken, Und in stunden des gebets Mußt' sie dich erquicken. Da nun gottes straf' dich schreckt; Da er in gewittern Furchtbar sich vor dir versteckt, Solltest du nicht zittern? 4. Hier fühl ich ich der fünden gräu'l, Ganz von angst erschüttert. Auch für mich hast du, mein heil, Hier im ftaub gezittert. Held, da sünd' und ftrafgericht Dich fast niederstürzen: Soll der gräu'l der fünde nicht meinen geist bestürzen? 5. Aber du versöhntest mich: Denn auch mir zum segen ließest du allein auf dich, Gott, die strafe legen. Du ergabst dich demuthsvoll In des vaters willen, Um das, was uns retten soll, Sterbend zu erfüllen. 6. Nun, herr, meine zuversicht, Hilf du meiner seele. Daß im letzten tampfe nicht Sündenangst fie quäle. Ach, laß deinen blut'gen schweiß, Wann ich ganz beklommen, Alsdann teine hülfe weiß, Mir zu statten tommen. 4. Du zagst, mein heiland; ach, nur ich, Ich hätte zagen sollen; Doch selbst durch leiden hast du mich Vom tode retten wollen. Ach, hättest du nicht sein gericht Auf dich genommen, wär' ich nicht In jammer ganz versunken? Nun läßt der richter, auf dein flehn, Vor mir den kelch vorüber gehn; Denn du hast ihn getrunken. 5. Heil mir, der sohn des höchstent hat Für mich sich richten lassen. Gott, wer kann deinen weisen ra.h. Wer dein erbarmen fassen? Nun jauchze, 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jeſu. 61 wen die fünde reut, Wer jesu christi| rang, bedeckt mit todesschweiß, Mit sich erfreut: Er wird vor gott beste- blut für dich getaufet. Ach, mache, hen: Du, der du glaubst, wer schadet daß die fünde sich nie dein bemächtige, dir? Wer will verdammen? gott ist noch dich In deiner treu erschüttre. hier! Du wirst den tod nicht sehen. Lockt ihre stimme, höre nicht; Schau 6. Doch denk' um welchen theuren hin zum ölberg ins gericht, Das preis Dein heiland dich erkaufet. Er jesum traf und zittre. g. Die Gefangennehmung Jesu. Met. Jesu meines lebens Leben 2c. 125. Jese Refu christe, deffen wunden Heil und leben uns gebracht. Ach wie hart wirst du gebunden, Du verbrechern gleich gemacht. Deiner feinde ganze tücke Kennst du, und weichst nicht zurücke; Giebst mit edlem heldensinn Dich in ihre bande hin. 2. Mehr als zwölf der legionen, Die um deines vaters thron, Seines winks zu warten, wohnen, Stehn bereit, o menschensohn. Nur ein wint, du bist befreiet Und der feinde heer zerstreuet. Doch wie viel ihr grimm verbricht; Du winkst deinen engeln nicht. 3. Du bist selber reich an stärke, Die auch hier sich nicht verlor. Aber herr, in diesem werke Geht geduld der allmacht vor. Niemand nimmt von dir dein leben, Du willst selbst für uns es geben; Du nicht schmach noch martern scheun, Aus der Höll' uns zu befrein. Ch. Ueber die Verlassung Mel. Wo soll ich fliehen hin, weil ic. 126. Mein ieu, für dein herz schmerz, Den du weit mehr empfunden, Als striemenschläg' und wunden! Die kleine zahl von freunden Kränkt dich, gleich deinen feinden. 2. Kaum naht sich die gefahr, So bebt der jünger schar. Die erst sich hoch vermessen, Ch' sie der treu vergeffen, Den tod auch vorzuziehen, Verlassen dich und fliehen. 4. Trener bürg' um unsertwillen Streckt du deine hände dar. Gottes rathschluß zu erfüllen, Schonest du der frechen schar; Wehrst dem schwerte deines freundes; Heilst die wunde deines feindes; Nimmst die bande willig an, Da dein arm sich weigern kann. 5. Dank dir für so große güte; Zeige nun auch deine treu, Und befreie mein gemüthe Von der sünden sclaverei, Daß mein fleisch mich nie verstricke, Weltverführung nie berücke; Des verfuchers arglift nie In sein net mich wieder zieh. 6. Und soll ich den ruhm erlangen, Daß ich deines geistes voll, In betennerfesseln prangen, Deinetwegen leiden soll; Gieb dann mir in meinen banden Reichen troft aus deinen handen, Daß, gleich dir ich sie nicht schen, Ich, gleich dir, gelassen sei. Jesu von seinen Jüngern. bou 4. Wie ist der mensch so schwach. So viel ſein muth verſprach! Dort Welch ein liegt er da ist sein glaube; Sein tühner muth gedämpfet, Ach christen! wacht und kämpfet. 5. Wo ist nun petri treu? Der jesum vormals frei, Für gottes sohn bekannte, Für ihn vor eifer brannte, Der hat vor jesu ohren, Bald frech ihn abgeschworen. 3. Der fühn sein schwert gezückt, Dein petrus selbst, erschrickt; Er flicht, eb' bande drohen: Schämt sich, daß er geflohen; Und eilt doch recht verwegen Dem tiefern fall entgegen. 6. Doch, herr, dein liebesblick Bringt ihn alsbald zurück. Er fühlte sein verbrechen, Kann nun vor schmerz nicht sprechen, Und weint nur bitt're thränen, Die sich nach gnade sehnen. 7. Er sucht und findet sie, Verzagt drum, sünder, nie; Gott ist unendlich 62 Erste Abtheilung.d gütig! Seid gläubig, nicht kleinmü-| Die stets mir nebze stellt, Einst, jesu, thig; So groß sind keine sünden, von den deinen: Laß mich mit petro Sie können gnade finden. weinen, Um gnad' in demuth beten, Nie judä weg betreten. 8. Ach, trennt mich auch die welt, i. Das Leiden Jesu vor 127. Mel. D gott, du frommer gott 2c. geht, welch ein mensch! ach seht! Mit schand ist er bedecket, Der glanz der herrlichkeit! Schaut, menschen, und er schrecket! Des höchsten sohn habt ihr So tief herabgebracht! So viele noth hat ihm Nur eure schuld gemacht. 2. Seht, welch ein mensch! weh euch, Wenn hier noch vor den sünden Nicht euren herzen gräult! Sein zorn wird sich entzünden: Dann for dert er die schmach, Die er für euch empfand, So ihr euch nicht bekehrt, Mit recht von eurer hand. 3. Seht, welch ein mensch! die ihr In heiligkeit ihm dienet; Schaut, wie er fünden büßt Und wie er uns verfühnet! Wohl euch, daß seine schmach Euch schmerzet und betrübt! Erfreuet ench des heils, Das diefe schmach euch giebt! 4. Seht, welch ein mensch! hier steht, Verbrechern gleich gebunden, An dem sein richter selbst Ganz keine schuld gefunden! Dies zengniß ist mir werth! Denn wär' er nicht ganz rein, 2. Der sohn des höchsten und selbst Wie könnt' er da filr uns Ein gül- gott, Ein helfer, ein gerechter, Ward tigs opfer sein? frecher missethäter spott, Und seines volts gelächter. Wie ein verbrecher stand er da, Verklagt, verläumidet; wer ihn sah, Der sah ihn mit verachtung. 5. Seht, welch ein mensch! ach seht! Wie ist sein leib zerrissen! Seht, was für ströme bluts Aus seinen wunden fließen. Heilsame theure fluth! Aus diesen wunden quillt, Was unsre schäden heilt, Und das gewissen stillt. 6. Seht, welch ein mensch! ach feht! Schmerzhafte dornen krönen Sein majestätisch haupt! Doch mag die welt dich höhnen, Mein jesu, mir bleibst du Ein könig auch noch hier! Boll ehrerbietigkeit Beng' ich die knie vor dir. dem weltlichen Gerichte. hand Ein eisern zepter trägt! Sorgt, frevler, daß sie euch Nicht einst, gereizt, zerschlägt. 7. Seht, welch ein mensch! ach seht; Er muß. vom rohr zerschlagen. Noch in der eignen hand Des frevels werkzeug tragen! Ach wißt, daß diese 8. Seht, welch ein mensch! schaut hin! Erblickt ihr nicht mit schrecken. Wie schmach und speichel ihm Sein antlitz überdecken? Gott, wie viel bitt'rer spott Trifft deinen sohn um mich! Mein dant ergießt vor dir In heißzen thränen sich. 9. Seht, welch ein mensch! mein herz Soll seiner stets gedenken. Ob diese leiden mir Schon ew'ge freuden schenken! So laß, herr, ihrer nie mich ohne beß'rung freun, Und laß mich ja für dich Nie spott und schande scheun. Mel. Wenn mein stündlein c. 128. eht, welch ein mensch! wie lag so schwer Auf ihm die last der fünder! Wie unaussprechlich duldet er Für euch, ihr menschenkinder! So leiden sah von anbeginn Die erde keinen je, als ihn; So wird auch keiner leiden. 3. Ganz unbegränzt war ihre wuth, Bedeckt Den heiligsten zu plagen. mit striemen und mit blut, Bergeisselt und zerschlagen, Mit einem dornenkranz gekrönt, In königskleider auszehöhnt, Stand er vor seinen feinden. 4. Den heiden, der sein richter war. Ergriff ein menschlich schrecken: Er stellt ihn seinen brüdern dar, Ihr mitleid zu erwecken. Seht. welch ein mensch! ich kann ihn nicht Verdam 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 63 men: denn die unschuld spricht 3u| zur schmach gekrönet, Gegeisfelt, und mächtig für dein leben. PG von schmerzen schon entkräftet, Ans freuz geheftet. 3. Was ist die ursach' aller solcher plagen? Ach unsre fünden haben dich geschlagen. Zu ihrer tilgung hast du, herr, erduldet, Was wir verschuldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese strafe! Du, guter hirte, leideft für die schafe; Die schuld bezahlst du, herr, für böse knechte, Du, der gerechte. 5. Vergeblich, ach! vergeblich war Die menschlichkeit des heiden; Die aufgebrachte wilde schar Sah jesu schmach mit freuden. Sein tod befriedigt sie allein; Sie stürmten auf den richter cin, Und schrie'n: er sterb' am freuze! 6. Du denkest ohne schandern nie An dieses wort der fünder; Du sprichst: die rache strafe sie, Und straft noch ihre finder. Doch, seele, denkst du auch dabei An deine fünden? bist du frei Bon schuld tode jesu? 7. Sieh, welch ein mensch! er wird für dich Verschmähet und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: ich selber, ich muß deine sünden tragen, Die schuld ist dein! durch meinen tod Versöhn' ich, fünder, dich mit gott, Und sterb' um deinetwillen. 8. O hochgelobter gottessohn, Du tilger meiner fünden, Erhöht auf deines vaters thron, Ach, laß mich gnade finden! Laß deines todes schmach und pein Gerechtigkeit und heil mir sein, Um deiner liebe willen. 9. Ich schwöre, welterlöser, dir, Und ewig will ich's halten: So wahr du lebest, soll in mir Nie deine lieb erkalten. Dein leiden und dein tod foll mich. So lang' ich lebe, herr, an dich und deine lieb' erinnern. 10. Entzündet sich der lüste gluth, Lockt mich die welt zur sünde: Dann rüste mich mit kraft und muth, Daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: Denk', welch ein mensch ich war, und du, Du wolltest mich nicht lieben. Bekannte Melodie. 129. U nschuld'ger jesu, was hast du verbrochen, Daß man das todesurtheil dir gesprochen? Du heiligster, bist ja in missethaten Niemals gerathen. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet. Mit einem dornenkranz 5. O große lieb'! o liebe, taum zu fassen; Auch mir zum heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne sünden ernstlich meiden. Willst du, herr, leiden. 6. Ach, großer mittler, groß zut allen zeiten, Wie kann ich g'nugsam deine treu ausbreiten? Kann ich sie dir, beherrscher aller welten, Wohl je vergelten? 7. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe; Dir folge und des fleisches lüste dämpfe; So sei denn auch forthin mein ganzes leben Nur dir ergeben. 8. Gieb selbst zu diesem seligen ge= schäfte mir schwachen deines guten geistes träfte, Daß er mich zu dir ziehe und regiere, Zum guten führe. 9. Dann werd' ich dankvoll deine huld betrachten, Die lust der welt, aus lieb' zu dir, verachten; Mit allem eifer suchen, deinen willen Treu zu erfüllen. 10. 3u deiner ehre will ich alles wagen, Kein drohen achten, teine schmach noch plagen; Mich sollen auch des bängsten todes leiden nicht von dir scheiden. 11. Dies alles, ob's für schlecht gleich ist zu achten, Wirst du doch, mein erbarmer, nicht verachten; Du wirst dies opfer gnädig von mir nehmen, Dich mein nicht schämen. 12. Empfang' ich dann dereinst vor deinem throne, Aus deiner hand der überwinder krone: So soll dich, höchster, unter engel chören Mein loblied ehren. 64 med l Kreuz. Mel. Gin lämmlein geht 2c.571 pe 6. Von allem, was erquickt, entblößzt, Wünscht er, der herr der erde, Daß ihm, der uns so theu'r erlößt, Sein durft gestillet werde. O mensch! noch jetzt ruft er zu dir Aus tausend armen neben dir, Die noth und mangel drücket. O selig, wer den ruf erfüllt! Denn wer den durft des armen stillt, Hat jesum selbst erquicket. 7. Der heiland spricht: ,, es ist vollbracht!" Nun endet sich sein leiden. Es nimmt dem tode seine macht, Dies wort des siegs und freuden. Heil uns! wer klagt uns nun noch an, Da er für uns genug gethan? Wer kann von gott uns scheiden? Gieb, daß an meinem sterbetag Auch ich mit freuden sagen mag: Vollbracht ist nun mein leiden! Erste Abtheilung. ve bougcht mugh& k. Das Leiden Jesu am 130. Begleite mich nach golgatha, christ, auf dessen höhen, Die welt die höchste liebe fah, Sah, was sie nie gesehen! Komm, denke jenen worten nach, Die sterbend dein erlöser sprach. Sie können dir im leben, Und, betest du gott gläubig an, Einst, wenn dich nichts mehr trösten kann, Noch troft im tode geben. 2. Hör ihn, bei seinem größten schmerz. Für seine feinde beten; Und fieh sein sanftmuthvolles herz, Noch sterbend sie vertreten. Vergieb, vergieb( ruft er gott an), Sie wissen ,, nicht, was sie gethan!" Muß, mensch, dich dies nicht rühren? Auf, ahme seinem beispiel nach: Laß nie beleidigung und schmach Zur rache dich verführen! 3. Dein zärtlich herz, o herr, em pfahl, Aus findlich frommen triebe, Die mutter, unter schmerz und qual Dem jünger deiner liebe. Ach, wenn auch einst mein auge weint, Einst sterbend für die meinen weint, Dann soll dies wort mich trösten. Du wirst auch ihnen trost verleihn, Jhr beistand, helfer, pfleger sein, Auch sie find dein' erlösten. 8. Das letzte wort aus deinem mund Laß mir zum trost gedeihen; Mir noch in meiner todesstund, Herr. muth und kraft verleihen. Du rufeft: ,, vater, ich befehl' In deine ,, hände meine seel'!" Laß mich auch nicht verderben, Der du den menschen heil erwarbst: Du neigtest sanft dein haupt und starbst: Ach, laß mich auch so sterben: Mel. Werde munter, mein gemüthe zc. 4. Wer fich bekehrt, fürcht' kein 131. Der am freuz ist meine gericht: Dreuige verbrecher! Hört, was der mund der liebe spricht Zu dem gebeugten schächer: Du wirst ,, noch heut' mit mir dich freun, Mit ,, mir im paradiese sein!" So ruft er ihm entgegen. O herr, dies gnadenreiche wort Schent mir auch an des todes pfort' Erquicung, muth und segen. 5. Als jesus an dem treuze rief: „ Gott, haft du mich verlassen?" Wie beugt ihn da sein schmerz so tief! Wer kann die leiden fassen, Die er für unsre sünden trug, Da er, unschuldig, als ein fluch, Berlaffen da gehangen? Mein herr und gott, verlaß mich nicht; Du bist auch mir zur zuversicht, Jn deinen tod gegangen. jesus christ, Dem ich treu zu sein mich übe, Weil er mein erlöser ist. Jede fünde hasset gott, Jhre liebe bringt den tod: Jesum will ich nie betrifben, Meinen jesum will ich lieben. 2. Der am freuz ist meine liebe! Sünder, was befremdet's dich, Daß ich jesum christum liebe? Er, mein heiland starb für mich; Er, hat mich mit gott versöhnt, Hat mit gnade mich gekrönt. Jesum will ich nie betrüben, Meinen jesum will ich lieben. 3. Der am freuz ist meine liebe! Aller sünd' entfag' ich gern, Daß ich ihn nur nicht betrübe, Meinen heiSünde tritt land, meinen herrn. sein blut mit hohn, Kreuzigt wieder 13. Von dem Leiden, Tobe und Begräbniß Jeſu. 65 gottes sohn; Drum will ich ihn nie schuldet hat. Und hilf mir aus erbarlieben. 4. Der am kreuz ist meine liebe! Schweig, gewissen, gott bergiebt. Darum preist gott seine liebe, Weil sein sohn stirbt, der mich liebt. Wer verdammt nun? gott ist hier! Gott verzeiht durch christum mir. Jesum will ich nie betrüben, Meinen jefum will ich lieben. 5. Der am kreuz ist mein vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, Keine noth, kein todesgrauen, Reißt von dir mich, jesu christ. Nicht ge walt, nicht gold, nicht ruhm. Engel nicht, fein fürstenthum! Dich, dich will ich ewig lieben, Nie mit fünden dich betrüben. 6. Der am freuz ist meine liebe! Kommt der tod, er ist mein freund! Dies verwesliche zerstiebe; Dann werd' ich mit gott vereint. Auf des glaubens furzen streit Sch' ich seine herrlichkeit. Jesum will ich nie betrüben, Ewig meinen heiland lieben. 5. Ich will auf dich stets sehen, Mit aller zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich ruhe finden, Wenn du mich, herr, nicht liebst? Wo reinigung von sünden, Wenn du fie mir nicht giebst? 6. Du hast mir durch dein leiden, Vergebung, beßrungstraft, In trilbsal tröst und freuden, Die ewig sind, verschafft. gieb an dieſer gitade Auch meinem glauben theil, Und auf des Lebens pfade mir muth, kraft, trost und heil. 7. Mit innig frohem triebe Bring ich dir meinen dant: Die größe deiner liebe Bleibt stets mein lobgesang. Gib nur, daß ich mich halte Zu dir mit gegentren, Daß, wenn ich einst erkalte, Ich noch der deine sei. 8. Belebe dann mein hoffen, Zum himmel einzugehn. Laß mich im geist ihn offen, und dich verherrlicht sehn. Da ruf ich dann mit freuden: Nimm meinen geist, herr, auf! Und dit nimmst ihn im scheiden zu deiner wonn' hinauf. na disf strud In bekannter Melodie u, der voll blut und wunden Für uns am kreuze starb, Und unsern lebensstunden 132. Mel. Wer nur den lieben gott ic. 1s Den größten troft erwarb! Du, der 133. Es ist vollbracht! ruft nach theures leben, ich war, auch mir zum heil hast hingegeben: Mein jesu, dank sei dir. dem leiden Des sterbenden erlösers mund. O wort voll troft's und heil'ger freuden! Du machst mir die erlösung fund. Das große opfer ist geschehn, Das gott auch mir zum heil ersehn. 2. Entblößt von allem reize, Der menschen wohlgefällt, Hingst du an deinem freuze, Ein fluch vor aller welt. Da folgte schmerz auf schmerzen, Da traf dich spott und schmach Schwer lag auf deinem herzen Angst, die das herz dir brach. 2. Mein jesus stirbt! Die felfen beben; Der sonne schein verlieret fich; In todte dringt ein neues leben; Der heil'gen gräber öffnen sich; Der vor hang reißt, Die erde kracht! Der welt versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein heil, hast du vollendet, Als dir das herz im tode brach! Du haft die straf' hinwegge wendet, Die auf der welt voll fünder lag, Und uns aus finstrer todesnacht zur frohen ewigkeit gebracht. 4. Ach diese last und müthe Hab ich dir auch gemacht. O mein erlöfer, 4. O hilf mir, herr, nun auch vollfiche Vom throne deiner macht In bringen, Was wahre dankbarkeit begnaden auf mich armen, Der sich ver- gehrt; Laß nach der heiligung mich 5 Evangel. Iuth. 3. Wer kann dir nach empfinden Den schmerz, die todesangst, Mit welcher du, von sünden uns zu erretten, rangst. Die last gehäufter plagen Fiel da so schwer auf dich. Daß sie dich drang zu klagen: Gott, wie verläß'st du mich. se indörgs Grite Abtheilung. nadio? mod mod HI 66 ringen, Dazu dein tod mir kraft gewährt. O stärke mich dazu mit macht, Bis meine beß'rung ist vollbracht. lich dich verklagen, Daß ich köunte sicher sein; Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du ohne trost gehangen: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster jesu, dank dafür. 5. Du litt'st so viel zu meinem leben. Wie, sollt ich nicht voll eifer sein, Mich deinem dienste zu ergeben? Sollt' ich dabei vor schmach mich scheun? Dein dienst, mein heiland, sei mein ruhm; Denn ich bin ganz dein eigenthum. 6. Du warst ganz von fluch bedecket, Und litt'st alles mit geduld; Herben tod hast du geschmecket, Um zu büßen meine schuld. Daß ich würde losge= 6. Soll ich, bei dir ergeb'nem herzählet, Wardst du bis zum tod gequäzen, Auch hier durch manche trübsal let: Tausend, tausendmal sei dir, gehn, Und hat mein gott gehäufte Liebster jesu, dank dafür. schmerzen zu meiner prüfung auserfehn; So laß die hoffnung mich erfreun: Auch das wird einst geendigt sein. 7. Fühl' ich zuletzt des todes schmerzen, So, stärke mich in solcher last, Und mach' es lebhaft meinem herzen, Daß du den tod besieget haft. So geh' ich froh zur grabesnacht Mit fiegsOPR gefang: es ist vollbracht! 7. Deine tiefe demuth bütßte Meines finns vermessenheit, und dein herber tod verfüßte Mir des todes bitterkeit. Was dich quälte, wird mir armen Heil und trost durch dein erbarmen: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster jesu, dank dafür. 8. Nun ich danke dir von herzen Jesu, für gesammte noth, Für die marter, für die schmerzen, Für den herben bittern tod: Für dein zittern, In eigner Melodie. 134. Jesu, tod! Jesu, für mich hingegeben In die tiefste seelennoth! Ach, du scheutest kein verderben, Nur, baß ich nicht durfte sterben: Tausend tausendmal sei dir, Liebster jesu, dank dafür. eft, meines todes plagen, Ja fir alle deine pein Will ich ewig dankbar sein. 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, spott und hohu, Speichel, schläge, strit und banden, Du gerechter gottessohn, Nur, mich von den sündenketten Und vom tode zu erret ten: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster jesu dank dafür. 3. Ach, zu heilen meine plagen, Und für meine seelenruh, Ließest du dir wunden schlagen: Wer war mehr geplagt, als du? Ja, du ließest, mir zum segen, Dich mit fluch und tod belegen: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster jesu, dank dafür. 4. Ach, wie hart warst du verhöhnet, Und sogar zur bittern schmach Mit Der dornenkron gekrönet! Was litt'st du für ungemach? Mir einst kroneit aufzusetzen, Mußten dornen dich verleben: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster jesu, dank dafür. 5. Gerne ließest du dich schlagen, Abzuwenden meine pein; Ließest fälschMel. In allen meinen thaten 2c. 135. Swelt, fieh hier dein leben Am stamm des kreuzes schweben; Dein heil sinkt in den tod. Der große herr der ehren Läßt willig sich beschweren Mit banden, schlägen, hohn und spott. 2. Tritt her und schau mit fleiße, Sein leib ist ganz mit schweiße Des blutes überfüllt. Aus seinem edlen herzen, Für unerhörte schmerzen, Ein seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein heil, und dich mit plagen So ütbel zugericht? Du bist ja nicht ein sünder, Wie andre menschenkinder; Von missethaten weißt du nicht. 4. Wir, wir und unsre sünden, Der sich so viele finden, Als sandes an dem meer: Die haben dich geschlagen, Die brachten diese plagen Und diese martern auf dich her. 5. Auch ich, ich sollte büßen, Die strafe leiden müssen, Entbehren gottes huld; Die geißeln und die banden, Und was dit ausgestanden, Verdient ich wegen meiner schuld. .80 67 10015 apd 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. med i mlight 6. Du nimmst auf deinen rücken| so getrost wie du, Den geist an meiDie lasten, die mich drücken Bis zum ertödten schwer. Du wirst ein fluch, dagegen Erwirbst du mir den segen; Wie herrlich und wie groß ist der! mem ende In deines vaters hände Befehlen zu der ew'gen ruh. tubi 7. Du setzest dich zum bürgen; Ja läffest dich erwürgen Für mich und meine schuld. Für mich läßt du dich krönen Mit dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit geduld. 8. Du gehst, auch meinetwegen, Der todesnacht entgegen Mit wahrem heldenmuth; Du stirbst, mir vom verderben Errettung zu erwerben, Und alles thust du mir zu gut. dat 9. Hoch bin ich dir verbunden, Mein heil zu allen stunden Bin ich dein eigenthum. Es thätig zu beweifen, Soll seel' und leib dich preifen. Mein ganzer wandel fei dein ruhm. 10. Was tönnt' in diesem leben Ih dir sonst wiedergeben? Das, jesu, will ich thun; Es soll dein tod und leiden, Bis leib und seele scheiden, Mir stets in meinem herzen ruhu. 136. 31Mel. Jesus, meine zuversicht zc. oder: Meinen jefum Taß ich nicht. eele, komm zum goljesu treuze, Und bedenke, was dich gatha, hin zu deines da Für ein tod zur buße reize. Hier muß ich die sünde reun. tannst du nicht fühllos sein; Hier 2. Schaue jesum, dir zu gut. Hier am kreuze hülflos hangen. O wie strömet hier sein blut! Alle fraft ist ihm vergangen. Gott, was duldet er für noth! Jesus duldet meinen tod. Alle strafen meiner schulden Willst du 3. Tamm gottes, ohne schuld, willig, blos aus huld, Um mich zu befrein, erdulden; Selbst am kreuze willst du dich, Herr, jetzt opfern, herr, für mich. thi mer, o mein heil, vergelten; Viel zu 4. Solche liebe kann ich dir Nimwelten. Was ich habe, herr, ist dein! wenig ist dafür Aller reichthum aller Ach, wie soll ich dankbar sein? 11. Ich wills vor augen setzen, Mich stets daran ergötzen, Ich sei auch, wo ich sei; Es soll mir sein ein spiegel Der unschuld, und ein siegel, Bon deiner großen lieb' und treu'. Dies mein herz soll ich dir geben. Dir 5. Nun ich weiß, was du begehrest: 12. Wie strenge gott verbrechen Angehört es, du gewährst Jhin auch unin noth, Dein im leben, dein im tod. schuld, heil und leben. Dein, o jesu, seis denen einst wird rächen, Die seine huld verschmähn: Wie viel die werden leiden, Die nicht die fünde meiden, Will ich aus deinem leiden sehn. 13. Dein beispiel foll mich lehren, Des höchsten rath zu ehren, Auch wenn er trübsal schickt. Ich will des lebens plagen Getrost und willig tragen Bis gottes hülfe mich erquickt. coffee 14. Nie will ich wieder schelten, Nie spott mit spott vergelten; Nie, wenn leide, dräun. Das will ich dulden, Dem nächſten ſeine schulden, Wie du, von herzensgrund verzeihn. vid upplot sigy 15. Gerührt von deinen plagen, Will ich mit ernst entfagen Dem, was dir nicht gefällt; Was deine augen haffen, Das will ich fliehn und lassen, Laß mich in der trübsal stunden Dei6. Laß mich nur vor dir bestehn; ner liebe größe sehn, Deine huld in deinen wunden; Und, wenn ich zu ihnen flieh, Ach, so tröste mich durch sie. Stets verabscheun und verachten; Laß 7. Was du hassest, laß mich, herr, reiche trachten, Führe mich durch glück mich immer eifriger Nur nach deinem und leid, Wie du willst, zur seligkeit! Laß mich auch die letzte noth 8. gends müsse mich der tod Als im Froh und standhaft überwinden. Nirfur stand der gnade finden. Wer sich dich zur zuflucht macht, Spricht getroft: es ist vollbracht! thukadop es auch der Mel. D lamm gottes! unschuldig zc. dieb, gott und Herr, 16. Soll ich denn endlich sterben, 137. wir fallen Anbetend So laß dein reich mich erben, Und vor dir nieder. Zu deinem himmel 5* 68 Erste Abtheilung. Fa 412 Hindigas dru schallen Die jubel deiner brüder. Du haft den fieg errungen, Für uns den todt verschlungen Preis sei dir ewig, o jesu! the most 2. Du sahst von fern die bande, Die dir die bosbeit drohte; Sabst vor dir qual und schande Und martern bis zum tode: Doch du, voll huld und gnade, Gingst gern die marterpfade. Preis sei dir ewig, o jesu! THE 3. Vor deinem antlitz standen Der adamskinder schulden. Was diese nie empfanden. Von qualen, willst du dulden: Durch marter, tod und thränen Willst du uns, herr, versöhnen. Preis sei dir ewig, o jesu! 4. Von tiefer angst erschüttert, 4. Wird je mein herz vom trofte Lagst du vor gott im staube. Wie leer, Weil meiner fünden furchtbar hattest du gezittert! Doch überwand heer Aufs neue mich erschrecket; O dein glaube. Dich faßte todesgrauen; dann versichre mich aufs neu, Du Doch bliebst du voll vertrauen. Preis stehest mir als mittler bei. Der meine fei dir ewig, o jesu! this is schuldbedecket. Mein geist blickt 5. Für uns untreue kinder Wardst| glaubensvoll auf dich, und freuet dei du mit schmerz geschlagen; Für uns, ner hülfe sich. Beschließ ich meine die großen fünder, Hast du den fluch pilgrimschaft, So stärke mich mit neuer getragen; Für uns den sieg errungen, traft. Herr jesu christ! Der letzte Dir fingen alle zungen Preis, dant kampf Wird mir verfüßt, Wenn du und ehre, herr jesu! bi o sist mein troft im tode bist. und 5. Wohl mir, wenn ich dir ähitlich bin; Drum flöße deinen sanften finn Doch auch in meine feele: Gieb, daß, bei unverdienten schmerz, Ich dir des feindes heil und herz Und meine fach' empfehle. Besänftige mein reges blut; Und flammt des zornes wilde gluth Mein Herz zur rachbegierde an; D so erinnre mich daran, Herr jesu chrift! Wie du am trenz Durch dein gebet Selbst deinen mördern gnad' erflcht. dois mopola 6. Mich tröste dein versöhnungstod, Es bilde mich dein geist, mein gott, Daß ich dir ähnlich werde. O 2. Erstaunend seh' ich diese huld, zeuch mich, du erhöhter held, Zu dir. Wie mitleidsvoll ist die geduld, Die hinauf vom dienst der welt, Zum mördern so begegnet! Ihr, die ihr himmel von der erde! Du bist das euren heiland ehrt, Fühlt seiner groß- haupt, wir folgen dir. Beuch dir uns muth hohen werth, Die selbst die nach, fo laufen wir; So wollen wir feinde fegnet. Er hat, durch seg- uns deiner pein Und deiner fürsprach nendes gebet, Auch uns ein ewig heil ewig freun. Herr jesu christ! Wie erfleht. Er sagt auch uns, zu unsrer selig ist, Wie felig ist Der mensch, ruh, Erbarmung und vergebung zu. dem du ein heiland bist. dus ing thi to asdrs then this and Mel. Herzlich lieb hab ich dich ic, Foll m 138. 11 gnade für die fünderwelt Fleht jesus, blutend und entstellt Vom grimm der bösen rotten. Er fühlet zwar der feinde wuth, Die nicht gesättiget von blut, Am krenz ihn auch verspotten. Doch sieht er mit erhabnem blick Von ihnen weg, auf den zurück, Den diese schar in ihm entehrt; Ruft, daß es erd' und' himmel hört: Vergieb, o gott! Und führe nicht Sie ins gericht; Das, was sie thun, verstehn sie nicht. kä Podio? med mos.& herr jesu christ! Gelobt seist du Für deinen tod! Gott ist durch dich noch unser gott. hind him si ter 31 C2. 3. Daß gott mit langmnth und geduld, Auch selbst bei sehr gebäufter schuld, Der fünder dennoch schonet: Daß er so liebreich ihrer denkt, Und ihnen frift zur buße schenkt, Eh', nach verdienst er lohnet: Daß ich noch fröhlich sagen kann: Auch mich, mich fünder, nimmt gott an! Hast du durch deiner fürsprach' kraft, Mein trener heiland! mir verschafft. O jejit chrift! Mein herr und gott! Mein herr und gott! Vertritt du mich bis an den tod. up all Custom mailot sior Istum memisd ng asdsin sid 70 Impe ar clo 13. Von dem Leiden, Tobe und Begräbniß Jesu. 69 Routledge, sitr 20ERAnis di do 25106 Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu. IN Nun ist kein zweifel, deine huld Tilgt meine schuld, Und trägt forthin mit mir geduld. Janiero id w 7. Hin auf sein freuz will ich stets sehn Und dankvoll seine treu' erhöhn; Trost soll er mir im sterben fein, Mich dann erfreun. So schlaf' ich sanft und selig ein. sid ibilt sid 8. Und dient' ich nun der fünde noch? Fern sei von mir ihr schnödes Mel. Ich hab' mein fach' gott: c. 139. Nun ist es alles wohl gemacht, Mein jesus ruft: es ist vollbracht! Der neigt sein haupt, o mensch, und stirbt, Der dir erwirbt Das erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an hoheit keiner gleicht, Der herr der herrlichkeit erbleicht. Das wunder, daß die lerde kracht, Und dicke nacht Verhüllt der sonne glanz und pracht. sur un o 3. Das heiligthum steht aufgedeckt, Die felsen bersten, alles schreckt; Der todten gräber öffnen sich. Wie sichtbarlich Zeigt hier der gottheit finger sich. 4. Weil denn die treatur sich regt, So werd' auch du mein Herz bewegt, Empfinde reuvoll deine schuld; Aus gottes huld Starb jesus auch für deine schuld. leih' nur kraft 3m kampf mit meiner leidenschaft. d del he be 10. Gestärkt von dir, besieg' ich sie, Und scheue dabei teine müh. Ich febze, freudig auf dein wort, Den tampf hier fort, Und volle ruh'erwart dich dort. 1.112 par jyddion ong 11. Wie dant ich dir, herr jesu christ, Daß du für mich gestorben bist; Dich preif' ich hier schon hocherfreut, Doch nach der zeit, Noch froher in der ewigteit. mi pifst oddrs top misd did no m. Begräbniß Jefu. duer un fort taff tibout, adj} Mel. O traurigkeit, Herzeleid 26. 6. Hochheil'ge that! Des höchsten 140. 2 tres erblaßt, Der rath Will ich in demuth ehren. Der ud og m marterlast, Der todesqualen müde, Findet mein erlöfer erst In dem grabe friede. erwerber meines heils Wird mir's einst erklären. Ipait istrinar 191 2. Ein heil ger schmerz Durchdringt mein herz; Und Herr, was kann ich iggen? Nur an meine brust kann ich, Tief gerühret, schlagen. 3. Du schüßest mich, und über dich schlief, Den todten; fiederstanden. 7. Allmächtig rief Er, der ent Reicht entschwingt der lebensfürst Sich des todes banden. Iruduate 5. Sein tod( o nimm es wohl in acht!) hat frost und heil auch dir gebracht. Verehre den, der bis zum grab Sich für dich gab, Und stirb dem fündenleben ab. THE 11SFX 6. Ja, vater, unter pein und hohn Erbleicht am freuz dein eigner sohn; od si 309 do opon 85d Sterben Gehn aller trübsal wetter. wolltest du für mich. Einziger erretter. 4. Du haft's gethan. Dich bet ich an, Du tönig der erlösten; Dein will ich im tode mich Glaubensvoll getrösten. Nur jesu lebst, Jhm zu gefallen dich bestrebt.dulo niym ungd stos 9. Ertödte selbst in meiner brust, Mein heiland, jede böse luft; Dein 5. Es ist vollbracht; Riefst du mit macht. Du zeigst, daß du dein leben, Mein verföhner. göttlich frei Habest hingegeben. Durchwandeln ohne grauen; Denn d 8. Das finstre thal Will ich einmal Durch dich, erlöser, ist's Mir der pfad jum schauen. l 1797 199 A 9. Ich preise dich, Erforsche mich, und siehe, wie ichs meine; Ja, du stebst es, wenn ich still Meinen dant dir weine. THE IM 10. Vergeß ich dein, So werde mein In ewigteit vergessen. Herr, ich will, so lang' ich bin, Deine lieb ermessen. 70 Erste Abtheilung. 300 1999 med nots 81 5. Hier werd' ich einst, Bist du erscheinst. In sanftem frieden liegen. Denn durch deinen tod kann ich Tod und grab befiegen. Oct 6. Jhr, die die welt Gefesselt hält, Zagt nur vor der verwesung. Ich, ich hoff' in christo einst Meines leibs erlöjung. ads& n@ idriorys In voriger Melodie. 141. 3 ur grabes ruh Entschliefest du, Der du für uns gestorben Und am kreuz uns schmerzenvoll Ew'ges heil erworben. 2. Du bist erblaßt, D herr, und haft Doch in dir selbst das leben. Gleich den sterblichen hielt dich das grab umgeben. is otors Einst 3. Doch, heil sei mir, Du konnteft hier nicht die verwesung sehen. Bald hieß dich des höchsten kraft Aus dem grabe gehen. GO 4. Ich weiß, du wirst, Mein lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken; Sollte denn mein gläubigs herz Bor der gruft erschrecken? 1190 3100 303 droliad de hobi# 220) fot nin: i ( 14) Von der 7. Nein, nichts verdirbt, Selbst das, was stirbt, Der leib, wird auferstehen, und zu himmelsglanz verklärt, Aus dem grabe gehen. Mel. Sei lob und ehr' dem ze. thi goder: Lobsinget gott, und c. f 8. So sint ins grab, Mein leib, hinab; Ich will mich drum nicht kränken, Sondern, jesu, mir zum trost, An dein grab gedenten. Auferstehung Jesu. 6. Dein ist das reich, dein ist die macht, Verstorbene zu weckent. Du rufft einſt, und der gräber nacht Wird 142. Bringt preis und ruhm dem heiland dar! Frohlockt ihm alle frommen! Er, der für uns getödtet war, Ist aus dem grab' gekommen. Gelobt seist du, jesus chrift, Daß du für uns geftorben bist, Und siegreich auferstanden. bo2. Dein leben in der majestät uns nicht ewig decken. Wie du, herr, auferſtanden biſt, So werd' auch ich ojesu christ, Durch dich einst auferstehen. 7. laß mich, weil ich hier noch bin, 3m glauben an dich wandelit, Und jederzeit nach deinem sinn, Uno rechtschaffen feſtigt unfern glauben. Wer tann, wenn ich einen anden; daß ich da dich dein gott erhöht, Den großen troft uns rauben: Daß du uns von der macht Befreiung haft gebracht, Den uns des todes sieger, seh', Vor dir dann nicht erschrede. licht 8. Da, wo du bist, da soll auchy 3. Gott ſelbſt, der dich den grab einst Dein jinger mit dir leben. Dur ihn, wann du nun erscheinst, 3u deiner freud' erheben. Laß dieses auch mein erbtheil sein; So werd' ich bich als fohn geehret; Und deines ewig deß mich freu'n, Daß du vom opfers hohen werth Hat er aufs herr- tod erstanden. 8001 entrict, hat dem, was du gelehret, Der wahrheit siegel aufgedrückt, Und lichte bewährt, Da er dich auferwecket. md onll god mism Mel. Ermuntre dich, mein schwacher it. 4. Erstandner! ich frohlocke dir, G Verließ Daß du nun ewig lebest. Du lebst 143.Das grab ist leer; bes und siegst, daß du auch mir Das ew'ge leben gäbest; Daß du auch mein erretter seist, und neue träfte mir verleihst. Mit freuden gott zu dienen. 5. Mein herr, mein gott, hilf mir dazu! Befreie mich von filmden. Laß mich für meine seele rub' Im frieden mit gott finden! Und pflanze deinen fun in mir, Damit ich, gott ergeben, hier, Als dein erlöster, wandle. Suppanys del sis des todes banden! nun schallete der jubelton: Der herr ist auferstanden. Herr, den der engel so gepreist, Entreiße du doch meinen geist Den lüften dieser erde, Daß er dir heilig werde! 2. Ich sterblicher vermag noch nicht Mit dir empor zu steigen, Als bis einst dieſe hütte bricht. mein haupt sich neigen; ird dann nimm du 31905 14. Von der Auferstehung Jesu. nach vollbrachtem lauf Auch mich in deinen himmel auf; Nimm, herr, an meinem ende Den geist in deine hände. 3. Doch soll ich einst, o gottessohn, In deinem reich dich sehen, So muß ich auf der erde schon Bom sündentod aufstehen; Der lebt nicht, den die lust der welt und ihre pracht gefesselt hält. Nach gott und tugend streben, Nur das heißt wirklich leben. 4. Du auferstandner menschenfreund, Erweck in mir die triebe, Durch die man sich mit dir vereint, Den glauben und die liebe! Ich will, o herr, dein eigen sein: Laß mich mit ernst die sünde scheun; Und gieb selbst muth und träfte zum heiligungsgeschäfte. 5. So kann ich als ein wahrer christ Jetzt leben und einst sterben: Und da, wo du nun Tommne frenden erben. Dahin, mein heiland, hilf du mir; So bring' ich ewig froh in dir. Mit deiner frommen menge Dir lob- und dankgesänge. 71 kann ich meines tods mich freun Gelobt sei gott! jo find re 7. Er führt mir nach des todes ruh Auch meine lieben wieder zu. Erwachen werden wir zugleich Und mit ihm eingehn in sein reich. Gelobt sei gott! ad thoud up and 6. Leb' ich, jo førget er für mich; Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich: Denn wo er ist, da soll ich sein: Nun 8. Durch seiner auferstehung, traft Vollend' ich meine pilgrimschaft. Herr hilf mir nur, daß ich dir tren, In guten thaten fleißig sei. Gelobt sei gott! 9. Dann rufe mich, wann dirs gefällt, Aus dieser sündenvollen welt, Und führe mich an deiner hand Hin in mein himmlisch vaterland. Gelobt set gott! disa pros onli do 19hrs om jinder bes In voriger Melodie. C 145. D er herr hat alles wohl gemacht! Nun ist das große wert vollbracht! Nun ist die welt mit gott versöhnt, Und jesus ist von gott gekrönt. Gelobt fei gott! Mel. Erschienen ist der herrlich ic. 2. Aus liebe fandt' gott seinen sohn, Der litt von menschen schmach und hohn, Und starb, stieg aus dem grab hervor, Und siegreich schwang er sich empor. Gelobt sei gott! doz me 144. D ein heiland lebt, o christenheit; Heil dir in zeit und ewigkeit! Das grab ist Leer, der ſieg ist sein: Und wir, o jesu! wir sind dein. Gelobt sei gott! Gewandelt for sel 3. Er hat auf erden gott geehrt, christen, christi er gelehrt. Folgt, was er euch zum fürbild that. Gelobt rath; Thut, sei gott! is in2. Wo ist dein stachel, nun, o tod? Der heiland starb, und bleibt doch gott; Nun bleibt auf seines vaters thron, Zu unserm troft, des menschen sohn. Gelobt sei gott! 3. Gelobt, gelobt sei jesus christ, Daß er vom tod erstanden ist! Lob sei dem Herrn der herrlichkeit Von ewigteit zu ewigkeit. S Gelobt jei gott! 4. Er, der sein Leben für uns gab, Für uns verläßt er auch sein grab, Zerstört ist nun des todes macht, Unsterblichkeit an's licht gebracht. Getobt sei gott! med sn S 4. Auf diesen felfen will ich baun: Er lebt! dies stärket mein vertraun. Er flehet noch zu gott für mich Fleht göttlich, und fleht brüderlich.s on tim this u de 3 Gelobt jei gott! adal odol# 2 8 Mel. Vor deinen thron tret 5. Er ist im himmel noch mein freund; Ich bin als glied mit ihnt vereint! Er, der verföhnend für mich litt, Fühlt seiner freunde leiden mit. Gelobt sei gott! CONST 5. Bei aller leiden ungesſtüm Sei 146. Dich bet' ich an erſtandner dies mein trost: ich leb' mit ihm. Das haupt läßt seine glieder nicht; Dies bleibe meine zuversicht. Gelobt fei sünderwelt! Du unsre zuflucht für und für, Froh huldigt meine seelesbir. slänzt wahrheit, heit und majeſtät: deinen ewig steht, Ich nahe mich voll zuversicht Zu dir; denn du verwirfst mich nicht. 172 3. Herr, meine seele preiset dich, Erlöst hast du auf ewig mich; So wahr du selbst vom himmel tamst, Dein leben gabst, und wieder nahmist. Jim 4 Wer ist's der mich verdammen 7. Mein herz erfreut sich des schon 6. Vor feinem thron, in seinen reich, Unsterblich, heilig, engeln gleich, Und ewig, ewig selig sein, Herr welche herrlichkeit ist mein! kann? Ich glaub' an dich und fage dann: Der gott, durch den die himmel find, Der ist mein vater, ich sein tind. hier; Lieb und verwund'rung kämpft in mir, Und voll von ehrfurcht, dant und pflicht, Fall' ich, gott, auf mein angesicht. 5. Nun ist dies erste leben mir Ein segenreicher weg zu dir. So lang' ich hier bin, herr, mein heil, Hab' ich an deinem frieden theil 8. Du, der du in den himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst; Und du erfüllst einst mein ver6. Zwar trifft noch mancher schmerz traun, Berkläret dich dort anzuschaun. uns hier, Noch, no erbarmer, sterben 9. Ich soll, wann du, des lebens wir! Doch du regierst, und wir sind dein, Und ewig werden wir es sein. 7. Jch weiß, daß mein erlöser lebt: Otrost, der meinen geist erhebt! Hierdurch gestärkt, seh' ich aufs grab Mit unerschrocknem aug' hinab. sid 8. Welch neue welt voll seligkeit Erwartet mich nach dieser zeit. Da findet der verklärte schrift Das heil, das unaussprechlich ist. i!& nk 11. 3u welchem glück, zu welchent ruhm Erhebt uns nicht das christenthum! Mit dir gekreuzigt, gottes sohn Sind wir auch auferstanden schon. 12. Due tomad mir aus meinem sinn, Was ich, mein heil, dir schuldig bin; Damit ich mich, in liebe treu, Zu deinem bilde stets erneu'. 9. Der du für unsre seelen wachst, Sie zu dir ziehst und selig machst, Laß mich, mit freudigem vertraun, Im tod auf dich, vollender, schaun! doop 1top do up to 10 Jelmet. Bom himmel hoch, do o 1301 oder: Wo gott zum haus nicht:. rinn're dich, mein geist, erfreut, Des hohen tags der herrlichkeit. Halt im gedächtniß Adanpas 13. Er ist's, der all 8 in uns schafft Sein ist das reich, sein ist die traft; Halt im gedächtniß jesum christ, Der von dem tod erstanden ist. ini top Mel. Erschienen ist der herrlich e. jefum chrift, Der von dem töd erstan- 148. Er ist erstanden, iefus 147. C den ist.burds thil S'me tilbildro christ. Der unser trost Erste Abtheilung. fürst, Mit majestät einst kommen wirst. Erweckt aus meinem grabe gehn, Und froh zu deiner rechten stehn. 10. Erhabner mittler, gottes sohn, Mit engeln dort vor deinem thron, Mit allen frommen allezeit, Soll ich mich freun in ewigkeit. 2. Fühl' alle dankbarkeit für ihn, und heiland ist! Er ist nicht mehr As obrers heute dir erschten; Als des todes raub; Als sieger tritt er spräch er: friede sei mit dir! So auf den staub. Gelobt jet gott. freue dich, mein geist in mir.nied2. Er hat erfüllt, was er verhieß. 3. Schau über dich, und bet' ihn Eh' er für uns das leben ließ; Drei an, Er mißt den sternen ihre bahn. tage sollen nicht vergehn, So werdet Er lebt und herrscht mit gott vereint, ihr mich lebend sehn. Er hat's erfüllt! Und ist dein könig und dein freund. 3. Jch lebe, sprach er, und auch -d4. Kraft, rühm und hoheit immer- ihr Sollt leben, gläubige, mit mir! dar, Dem, der da ist, und der da war! Ich komme, meine stimme ruft: VerSein name sei gebenedeit Von nun laßt, ihr todten, eure gruft! Und an bis in ewigteitspind doritfolgt mir nach! 5. D glaube, der das Herz erfreut, Was ist der erbe herrlichkeit, Wenn fich mein geist das glitc gedenkt, Das jesus hier und dort mir schentt. 4. Er wird's erfüllen jesus christ, Der selbst vom tod erstanden ist: Durch ihn ist unvergänglich heil und neues leben unser theil, In ewigkeit. 14. Von der Auferstehung Jesu. mel. Jesus, meine zuversicht 2c. 149. reue ich, des herren tag Hat die nacht der furcht vertrieben. Christus, der im grabe lag, Ist im tode nicht geblieben. wie hoch sind wir getröst'! Jesus hat die welt erlöst. 2. Er ist gottes ew'ger sohn. Ewig fet er auch gepriesen! Seiner feinde schar zum hohn Hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllte durch die that, Was er prophezeiet hat. ish 3. Unsre schulden sind zwar groß; Doch wir dürfen nicht verzagen, Gott läßt unsern bürgen los. Der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit preis gefrönt, Und wir sind mit gott versöhnt. 4. Sterben war der fünden sold: Nun ist christus unser Leben, Der für unsre schuld nicht gold, Nein, sich felber hingegeben. Er hat aus des grabes nacht Neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun Grab, wo sind nun deine fetten? Hier jefus, ver fanm retten. Wenn gleich ist gott, der hülfe schafft; Hier ist unſer und in verwandelt sein. do 3 150 900 6. Herr, dies glaub ich, dir zum ruhm, Und men trost ist nicht vergebens. Denn ich bin dein eigenthum, Du, der schöpfer meines Lebens, Hocherfreuet sing' ich dir Jezzt und ewig dant dafür. 19 ok and sd diop tim i mid di@ S Tromel. Es ist das heil uns tommen 2.5 150. runs, obert. haft du dargebrat 73 zwar der weit ein greut; Doch sterben für der feinde heil. Dies ist die höchste tugend.pd ihm du sudur 4. Dein reich war nicht von dieser welt, Dein ruhm nicht menschenehre. An demuth groß, an lieb' ein held, Und göttlich in der lehre; Geduldig und von sünden rein, Gehorsam bis zum kreuze sein; Dies war herr, deine größe. 5. Nun irren mich nicht schmach und spott, Noch deines Freuzes schanden. Du bist mein herr, du bist mein gott; Denn du bist auferſtanden. Du bist mein heil, mein fels, mein hort, Der herr, durch dessen mächtig wort Auch ich einst ewig lebe. 6. Wir sind nun göttlichen geschlechts, Durch dich des himmels erben. Dies ist die hoffnung deines knechts; In dieser will ich sterben Wie du vom tyd erstanden bist, So werd' ich auch, herr jesu christ, Durch einst auferſtehen. ut dall& 11: 151.& preift und ehrt Gott, del. Mun banket at, und 2. eures mittlers gott! Der vater hat den sohn erhört, Erhört in seiner noth. 2. Die mörder triumphirten schon: Wo ist des sohnes macht? Der herr errettet seinen sohn, Sein rathschluß ist vollbracht. BE 3. Der fohn befahl in seine hand begraben, er erstand, Gott hält, was Dem vater seinen geist; Er ward er verheißt. 4. Dies rühme, wer errettet ist, Und werd' ihm unterthan; Welt, die du nun sein erbtheil bist, Lobsing. und bet' ihn ant. DHE SIS dein leben. Du hattest es zu lassen, macht: Macht, wieder dirs zu geben. Und darum liebte dich dein gott, Weil du, gehorsam bis zum tod, Dich für uns Hist 5. Preift jefu bater, denn er hat Nicht seines gebet, 12. Da warst nur eine Fleine zeit er für die fünder that, Sein opfer Von deinem gott verlassen: Er frönte nicht verschmäht. motorht sid dich mit herrlichkeit. Die sterbliche6. Das ist des mittlers preis und nicht fassen. Dein freuz, daran man lohn; Der, welchem er verzeiht. Soll dich erhöht, Verwandelt sich in maje ewig leben, wie der sohn, In seiner stät, Denn du gingst aus dem grabe. herrlichteit! di ds aule warſt du ein gleicher zeit Un bir 3. Gehaßt in deiner niedrigkeit, 7. Sagt aller welten völkern, aft: jeder unterthan, Und jeder dien' ihmn des spottes, herrn! Ihm werde gernong snim tesi birin zeigtest doch die hoheit gottes. Dein freuz schien 174 8. Des vaters reich ist auch das reich Des Sohnes: er regiert, An ruhm und macht dem vater gleich, Dem aller ruhm gebührt. is 9. Es fehl' ihm an bekennern nie, Erste Abtheilung. At 3. Jesus lebt, wer nun verzagt. Lästert ihn und gottes ehre, Gnade hat er zugesagt, Daß der fünder sich befehre. Den, der folgt, verstößt er nicht: Dies ist meine zuversicht. So lange diese welt Noch menschen 4. Jesus lebt, fein heil ist mein; hat, so lange ste Der arm des Herrn erhält. nonsto TI157 1150T put Boi Br Mel. Auf christenmensch! auf! c. thermor err, du bist meine Sein sei auch mein ganzes leben. Reines Herzens will ich sein, Und den lüften widerstreben. Er verläßt den schwachen nicht: Dies ist meine 152. Hvert. Du lebst: aut zuversicht. auch ich werd' leben Mir wirst du, was dein wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein jünger kommt nicht ins gericht: Dies stärket meine zuverficht. 112 WING 5. Jesus lebt, ich bin gewiß; Nichts soll mich von jesu scheiden, keine macht der finsterniß, Keine herrlichkeit, fein leiden. Er giebt kraft zu dieser pflicht: Dies ist meine zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der tod Mir 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, Den faamen auszustreuen: Dort der eingang in das leben. Welchen wird der herrlichste gewinn Der ernte troft in todesnoth Wird es meiner mich erfreuen. Ich leide, doch ver- feele geben, wenn sie gläubig zu ihm zag' ich nicht, Denn du bist meine spricht: Herr, herr! meine zuversicht. zuversicht. 3. Und sinkt dereinst mein leib ini, staub, Gott wird ihn neu beleben. Er werde der verwesung raub, Dort werd' ich ewig leben. Wie stark ist dieser trostgrund nicht, wie sicher meine zuversicht. Mel. Heut triumphiret gotte8 2c. 154. Lebt christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt; Und stirbt auch alle welt mir ab, G'nug, daß ich ihn zum freunde hab! Lob sei dem herrn! 2. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm, ich auch hin; Weil ich mit ihm vereinigt bin. Lob sei dem herrn! ad ind 3. Durch ihn bin ich mit gott verföhnt; Durch ihn mit gnad und heil gekrönt. Mein banges herz ermuntre sich! Gott und die engel lieben mich. Sob fei dem herra! feriehuing traf 4. seiner 4. Herr, diesen segen dank ich dir. Mich aus der gruft zu heben, Gingst du aus deinem grab herfür: Du lebst und ich soll leben. Ich glaub es dir, und zweifle nicht; Dein wort ist meine zuversicht. 5. In diesem glauben stärke mich, Laß mich den troft empfinden, Den großen trost, daß ich durch dich Den tod soll überwinden. Grab und verbleibst meine zuversicht ndi 3sd an ind Mel. Jesus, meine zuversicht ic.d Vollend' ich meine pilgerschaft; Freu seiner mich in seinem reich, und bin dort seinen engeln gleich. Lob sei dem herrn! 15 153. efus lebt, mit ihm auch 5. Für solchen troft der feeligkeit Deine schrecken? Er, er blebt, und Dankt dir, herr, deine christenheit. wird auch mich Von den todten auf- Wenn wir dereinst dein antlig sehn, erweden; Er verklärt mich in sein Lob sei dem Herrnlast Soll dich ein würd'ger lied erhöhn licht: Dies ist meines zuversicht. s hrd glors 2. Jesus lebt, ihm ist das reichsdorp med en fignig ud musib Ueber alle welt gegeben. Und ichisels Machet auf! ruft une bie zc. werd' mit ihm zugleich Gwig bort in 155. Lobt den höchſten! jesus freuden was er verspricht: Dies ist meine zuversicht. o erhebet Des welterlöfers majestät! a 75 15. Von der Himmelfahrt Jefu zc. Hörts, betrübte fünder, gebet Der ANUNSCIOUS frende raum; denn jesus lebet; Gott hat ihn aus dem staub erhöht. feele, dein gesang Erschalle ihn zum dank! Ihm zur ehre! Dich, großer held' Erhebt die welt, Weil deine hand den sieg behält an jug 5. O erstandner, welch ein fegent Erwartet uns, wenn wir auf wegen Einhergehn, die dein fuß betrat! Unterforschte seeligkeiten, Die ewig währen, sind die beuten, Die uns dein sieg erkämpfet hat. Einst sind sie unser theil; Einst krönet uns das heil 2. Jesu jünger, wehrt dein leide, Deines lebens. Gelobt sei gott! Auch Lobsinget ihm, und nehmt voll freude noch im tod Ist er und bleibet unser Am siege theil, den er erstritt. gott. TIT Seid ihr gleich des grabes finder; Er ist robrod nism dag des todes überwinder. Er herrscht, Mel. Wer nur den lieben gott zc. der für euch starb und litt. Was 156. Mein jeſus lebt, mag ich wollt ihr traurig könnt ihr euch freun! Jesus lebt in ewigteit, zu aller zeit Bleibt er zur hülfe uns bereit.d911 891911, 12 mou mein haupt und triumphirt: Nun ist muß auch ich das leben erben, Weil feine macht der tod verliert. Jch fürchte seinen sluch nicht mehr: Mein jeſus lebt, sein grab ist leer. gen Was mir das leben rauben fann; 2. Mein jesus lebt: er hat bezwunEr hat mir heil und sieg errungen, Und ihm ist alles unterthan. Der hölle tiefster abgrund bebt; Denn sie vernimmts, daß jeſus lebt! 3. Nun verzagt auch nicht, ver brecher! Gott ist euch nun tein strenger rächer, Wenn ihr die schuld mit ernst bereut. Durch des todes überwinder Ist er dem reuerfüllten finder Ein vater der barhmerzigkeit. Er nimmnt ihn liebreich auf. Dit kraft zum tugendlauf Ihn zu fegnen. Preis jei der huld, Die unfsre schuld Vertilgt und trägt mit uns geduld! 4. Tod, wo sind nun deine schrecken? Nicht ewig wird das grab uns decken; Verwest der leib gleich in der gruft, Einst wird er zum bessern leben Sich aus des todes staub erheben. Wenn jesus den entschlafnen ruft. Dann leben, Der tod soll mir nicht schmerz4. Mein jesus bleibet denn mein wird des todes feld Bu einer regen lich sein. Ich will ihm dienen, ihm erwelt. Alles lebet, So wie verneut geben, Mich seiner auferstehung freun, Bur frühlingszeit, Sich alles regt Weil er auch mich zum himmel hebt, und alles freut. missSo wahr er jesus ist und lebt! odmlloo ndisdrottids 35gma Tror 8sjorp tisd dove sio ju tise o 3 Mein jefus das grab ist gruft, Auf seine stimme will ich hoffen, offen: Mit freuden geh' ich in die Die mich vom tod ins Leben ruft. Wie lieblich schallt fie nicht schon hier: Ich leb' und ihr lebt auch mit mir. m prob and it dr dog zid stop dys si mai spido? di spidol: q 15) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sitzen 3909xl dan th Chu dnete ad ag zur Rechten Gottes. mered su oni! man Mel, Komm, dolgott, fohöpfer heophi3.0 fegne heut in uns das wort, 157. beting, Lob und preis Das uns von deinem throne lehrt: Es fein dir, Sohn gottes, jei zur ew'gen freude dort. Zum troft auch von uns geweiht! Dur fähreft hier stels dem herzen werth.annisd auf, deff jauchzen wir, zu deines d baters herrlichkeit. 3d- Mel. Auein gott in der höh' feire. 2. zu unſerm vater fährſt du auf, 158. Auf chriſti himmelfahrt Ya die gottes Laß nach bollbrachtem pilgerlauf Auch glaube gründen; Und sorge, aweifel, allein uns dort ewig bei dir ein.nd indfurcht und pein Dadurch stets überBund Eritoa smiss ni [ dro 076 5:#be trallem med no Erste Abtheilung. ar. stdliated 800 9. Du haft die stätte uns bereit't, Bei dir zu sein in ewigkeit. Nach tren vollbrachtem glaubenslauf Nimmst du uns in den Himmel auf. winden. Mein haupt, das nun im himmel ist, Wird mich, sein glied, nach turzer frist, zu sich gen himmel holen. 2. Gen himmel fuhr mein heiland zu: zu gott ist er gegangen. Nun kann mein herz auch seine ruh' Im himmel nur erlangen; Denn wo mein freund gekommen hin, Da ist auch stets mein herz und sinn: Nach ihm geht mein verlangen. 3. Ach, herr, laß deine auffahrt mich, Dein kind, doch dahin bringen, Daß durch die kraft des glaubens ich Mag aufwärts zu dir dringen; Und dann einmal wenn dirs gefällt, Mit freuden scheiden aus der welt. Herr höre doch mein fleheit. bu usuis Siey men 10. zeuch uns immer mehr zu dir; Hilf uns mit eifrigster begier Nach dem nur trachten, was da ist, Wo dut, verklärter heiland bist. dow 11. Dein eingang in die herrlichkeit Stärk' uns in unsrer prüfungszeit. Nur dir zu leben, dir zu traun, Bis wir dereinst dein antlig schaun. if yo 12. Dann werden wir uns ewig dein, Herr christ, du menschenfreund, erfreun. Dann fingen wir von deinem ruhm Ein neues lied im heiligthum. thim dhuro tposa mije Mel. Alle menschen müssen sterben ze. 160. Großer mittler, der zür rechten Gottes, feines vaters sitzt, Und die schar von seinen nechten Ueberall beglückt und schützt; Dir frohlocken, dir zur sehre, Aller deiner engel chöre, Und in ihren lobgesang Jauchzet aller frommen dant. 2. Denn du kamst uns zu erlösen; Und das opfer ist vollbracht, Das von aller schuld des bösen Uns befreit und selig macht. Allen giebst du heil und leben, Die sich glaubig dir ergeben, Herr, du starbst und überwandst Tod und grab; denn du erstandst. for Mel. Vom himmel hoch da fomm ic. 159. Auf jesu freunde, freuct euch! Der herr fährt auf zur seinem reich. Er triumphirt, lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit hoher stimm'! 2. Sein wert auf erden ist vollbracht; Zerstört hat er des todes macht; Er hat die welt mit gott versöhnt, Und gott hat ihn mit preis gefrönt si 3. Weit, über alle himmel weit, Geht feine macht und herrlichkeit; Jhm dienen selbst die seraphin. Lobfinget ihm mit hoher stimm'! rsdat 4. Sein sind die völker aller welt; Er herrscht als steggewohnter held; Er herrscht bis unter seinen fuß, Der feinde heer sich beugen muß. 5. Er schützet feine christenheit, Erhält sie bis in ewigkeit; Er ist ihr haupt: lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit hoher 1196. Ja, heiland, wir erheben dich, Und unsre herzen freuen sich der und gott, dein gott, erhöht, Dazu dich 7. Wohl nun auch uns! denn herr, dheln sie in ihrem lauf: Hilfft du bei bir Steht fraft und macht und ihnen mächtig auf. an mod dus dein sind wir. Mimmst du dich unser5 Du vertrittst bei gott die deinen; hilfreich an, Was ist, das uns ge- Du versäumst fie, heiland, mie. Alle brechen thränen, du und 8. En peiner hand ist unser helt. Wer an dich glaubt, dem giebst du theil Am segen, den du uns erwarbst, Als du für uns am treuze starbst. belohneft sieam Alle, welche ſtandhaft gläuben und mit dir vereinigt bleiber Führst du aus der welt hinaus, Hin in deines vaters haus. 3. Alles sollen wir empfangen; Was uns noth ist; denn du bist In den himmel eingegangen, Der nun unsre heimath ist. Da regierst du, da vollendest Du dein großes wert und sendest Deinen geist auf die herab, Die zum erbe gott dir gab. du giebst ihr licht und kraft, Sünder macht sie, gott zur ehre, Gläubig und gewissenhaft. Alle lehret ſie den fünden 15. Von der Himmelfahrt Jefu zc. 77 6. Du entzeuchst dich auch den ar= prins drone gird 5. Dort bereite mir die stätte In men. Die noch nicht bekehrt sind, des vaters haufe zu. nicht, Weil dein herz dir ans erbar- oder späterabes du frühe zut men Uleber ihrem elend bricht; Bitteft ruh; Leucht auch mir in dieser nacht gott, sie zu verschonen, Nach verdienst Durch die stärke deiner macht, Die noch nicht zu lohnen, Zeit zur buße des todes macht bezwungen, Und für zu verleihn, Der sich selbst die engel uns den sieg errungen. freunido Enjol 7. So vertrittst du, so regiereft Du dein erbe, bis du einst Ganz dein großes werts vollführet, Wenn du zum gericht erscheinst. Dann ist ernte! heil den christen, Welche kämpfen mit den lüften, Weil sie deinen thron sich nahn, Deine krone zu empfahn. der An dem ende dieser zeit: D so 6. Kommst du endlich glorreich wiesammle meine glieder, Wenn verwesung fie zerstreut: Heil'ge und verklär sie ganz, Daß der leib im himmelsglanz, Frei von diesem staub und erde, Aehnlich deinem leibe werde. Girls indose 310 Mel.non gott will ich nicht ze. 8. Großer mittler, et erhoben! Weil wir leben, wollen wir Deiner Opfern dank und ehre dir. Können wir einst nicht mehr beten, Wolltest du uns noch vertreten, Bisder ganz verklärte geist Dich mit allen himmeln preist. mel ein. Er hat sein wert vollführet, Vom fluch uns zu befrein. Die hohen seraphim Empfangen ihn mit freuden Nach überstandnem leiden. Lobsingt, lobsinget ihm! 2. Wohl uns, die auf ihn hoffen! Nun jeſus triumphirt, Steht uns der weg auch offen, Der zu dem himmel deiner herrlichkeit; Doch mich drücken führt. Er selbst, er macht uns bahn. noch die leiden Dieser armen lebens- Wer hier nur an ihn gläubet, Jhm zeit. Jesu, gieb mir muth und kraft. folgt, und treu ihm bleibet, Der Daß ich meine pilgrimschaft So mit wandelt himmelan. dir zurücke lege, Daß ich stets dein bleiben möge. o bis 2. Laß mir deinen geist zurücke, Aber zeuch mein herz nach dir; Wenn ich nach dem himmel blicke, so öffne du ihn mir. Neig' zu meinem flehn dein ohr, Trag' es deinem vater 4.5 Herr, hilf uns eifrig ringen vor, Daß er mir die schuld vergebe, Nach jener herrlichkeit. Laß unsern Daß ich mich bekehr' und lebe.md fleiß gelingen, Und stärk uns in dent 3. Nur dort, hier nicht auf erdent, Ist unser bestes theil. Ulm selig einft zu werden, Erwarb der herr uns heil. Erlöste, macht euch auf, Wo jesus hingegangen, Dahin blickt mit ver- 00 langen, Dahin geh euer lauf. 3. Lehre mich die welt verachten, Und was in ihr eitles ist; Lehr mich nach dem himmel trachten, Wo du, mein erlöser, bist. Wollust, ehrgeiz und gewinn Soll mich nicht zur erde zien, Da ich jenseit überm grabe Cine größre hoffnung habe. streit. Laß uns in dieser welt Im glauben an dich wandeln, So denken und so handeln, Wie dir es wohlgefällt. 5. Was sind der erden freuden? Wie bald sind sie dahin! O'hilf uns alles meiden, Was hier noch unsern sinn 4. Laß nichts diese hoffnung rau- Vereitelt und uns stört, Auf deinen ben; Dn erwarbst ste theuer mir.ruf zu achten, Und nur nach dem zu Jebo seh' ich sie im glauben, Dort find' trachten, Was ewig heil gewährt. ich sie selbst bei dir: Dort belohnst du das vertraun Deiner gläubigen durch schaun; Und verwandelst ihre leiden In unendlich große freuden. In unsrer prüfungszeit, Und bring' uns 6. Sei du selbst unser leiter immer weiter Zu deiner herrlichkeit. Bis diese zeit vorbei, Bis wir dich, 162. Men jefus triumphiret Und den Thiraindia, vaba sed chisip s Mel. Freu dich sehr, o meine feele ca 161. Herr, du fährst mit glanz up auri and ot Erste Abtheilung. bun bid chusatm n auch gelangen. Dafür Soll dir Von uns allen Dank erschallen. Ohn aufhören Wollen wir dich, heiland, ehren. frasigyou cheft 73 g off top Mel. Erschienen ist der herrlich ic. han Mel. Wie schön leuchtet der 2. ibn herrlich, jesu, 163. W ter held, Du reiter 164. Wir frenen uns, herr Daß du einer fünderwelt, Hat sich dein freuz ge ndet! Nach überstandnem leidenslauf Fährst du verklärt zum vater auf, Der dich zu uns gesendet. Ewig Trifft dich Nun kein leiden; Voller freuden Lebst du droben, Ueber alles hoch erhoben. nişa erhöht gen himmel bist. D du, den unser Loblied preist. Stärk auch im glauben unsern geist, Der auf dich hofft. 2. Du sibest auf der himmel thron, Als unser freund, als menschensohn. Du schämst auch da dich unser nicht; Drum d bist du unsre zuversicht In ewigkeit. 78 giard 79 Heiland, sehen, und freudig vor dir stehen, on allem fummer frei. 2. Dir dienen alle seraphim, Und wir vereinen herz und stimm' Mit ihnen, dich zu loben; Weil du dein großes wert vollbracht, Nach über standner leidensnacht Gen himmel dich erhoben. Preis dir! Daß wir Auf der erden können werden Gottes todes 3. Du, du bist unser haupt und wir Sind deine glieder, nur von dir Kommt auf uns heil und leben. Was unsern seelen nutzen schafft, Licht friede, freude, tugendkraft Wird uns von dir gegeben. Laß doch Dein joch Gern uns tragen, und entsagen Allen sünden, Daß wir hier schon ruhe finden. nil 4. Beuch unsre herzen ganz zu dir; Hilf, daß vor allen dingen wir Nach deinem reiche trachten. Mach uns von allen sünden rein. Und flöß uns muth und eifer ein. Das eitle zu verachten. Jede Unart Hilf uns meiden, und mit freuden Unser Leben Deinem dienste ganz ergeben. 5. Sei unser schutz und unser hort, Und tröst uns durch dein heilsam wort, Wenn hier uns trübsal dränget. Nur da ist wonne, wo du bist; Die freude, die man hier genießt, st noch mit leid vermenget. Von dir Kommt hier Trost im herzen; Laß in schmer zen Uns schon offen Deinen himmel fehn, und hoffen. 6. Du bist, uns sterblichen zu gut, Nach theuer hier vergoßnem blut, 3ur frende eingegangen. Beuch, jesu zeuch auch uns dir nach, Daß wir, nach kurzem ungemach, 3ur freude 3. Dein ist die macht, dein ist das reich. Wer ist an majestät dir gleich? Mensch, engel, jede freatur Ist dein, beherrscher der natur! Gelobt seist du? 4. Umsonst, umsonst empören sich, Herr, deine haſser wider dich; Dein steht fest und wanket nicht, Wenn gleich der frevler widerspricht. Gelobt seist du! 5. Du, unser triumphirend haupt, Wie felig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein licht, sein trost, fein theil, Sein starker schutz, sein ew'ges heil. Gelobt seist dut! dog p // 6. Herr, unsre herzen trau'n auf dich; Dein freuet unsre feele sich. Du, der du huldreich an uns denkst Und gern uns deinen segen schenkst, Bist unser troft.om doinng med 7. Was uns beglückt, ist dir be kannt, Und alles ist in deiner hand! Von keinem deiner freunde fern, Be- b merkst du ihn und hilfst ihm gern. Erbarmender! d 8. Blick auch uns an mit freund lichkeit Bom throne deiner herrlichkeit!!! Hilf unserm schwachen glauben auf, und kröne unsern lebenslauf Mit deinem heil. bis him o muric 9. Gen himmel fährst du auf als held: Als herr und richter aller welt Wird dich dereinst der erdkreis sehn. Hilf, daß wir dann vor dir bestehu, Und dein uns freun. msichi del be 10. Dann triumphirt der glaub' an chr dich; Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, herr jesu christ! Dir, der du unser heiland bist, Sei ewig preis! gmilisdidle th 79 16) Vom heiligen Geiste.font ustos) nsumer 19 ad fio d Gurt fom IT SI 165. Diebest, Treuer gott, er du uns als vater mir immer neue träfte. und deinen geist Denen, die dich bitten, giebest; Ja, uns um ihn bitten heißst. Demuthsvoll fleh' ich vor dir: Vater! send ihn auch zu mir, Daß er meinen geiſt erneue, Und ihn dir Mel. Werde munter, mein gemüthe c. neu; Zu dem heiligungsgeschäfte Gieb prad 8. Wenn der anblick meiner fünden Mein gewissen niederschlägt: Wenn sich in mir zweifel finden, Die mit angst mein herze hegt; Wenn mein aug' in nöthen weint: Und gott nicht zu hören ſcheint: O dann laß es an trost und tung fehlen. and 1 sd 9. Was sich gutes in mir findet, Ist dein gnadenwerk in mir; Selbst den trieb hast du entzündet, Daß mich herr verlangt nach dir. Oso setze durch dein wort Deine gnadenwirkung fort. Bis sie durch ein selig ende Herrlich sich an mir vollende. 2. Ohne ihn fehlt meinem wissen Leben, fraft und fruchtbarkeit; Und mein herz bleibt dir entrissen, und dem dienst der welt geweiht, Wenn er nicht durch seine kraft Die gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe Und zu deiner ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu! noch mit ächter treu' meinen gott und herrn dich nennen. Stehet Mel. An wasserflüssen babylon 2c. ir mir dein geiſt nicht bei. Drum so 166. Dit vater, der du deilaß ihn kräftiglich In mir wirken, daß ich dich Glaubensvoll als mittler ehre Und auf deine stimme höre. nen Zum uns hast gegeben, Dir dank ich hier mit freuden schon, Noch mehr int höhern leben. Ich danke dir, daß du den geist, Der uns der finsterniß kam auf jesu wort herab. Der seinem entreißt, Zur erde hast gesendet. Er boten stärke gab, Daß sie dein werk 4. Ew'ge quelle heil'ger güter, Hochgelobter gottesgeist, Der du menschliche gemüther Besserst und mit trost erfreust! Nach dir, herr, verlangt auch mich; Ich ergebe mich an dich, Mache mich, zu gottes preise, Heilig und zum himmel weise. 5. Fülle mich mit heil'gen trieben, Daß ich gott, mein höchstes guth, Uleber alles möge lieben, Daß ich mit getroftem muth Seiner vaterhuld mich freu, Und mit wahrer findestreu Stets vor seinen augen wandle, Und rechtschaffen denk' und handle. 6. Geist des friedens und der liebe! Bilde mich nach deinem sinn, Daß ich lieb und sanftmuth übe, Und mir's rechne zum gewinn, Wenn ich je ein friedensband Knüpfen kann, wenn meine hand, Zur erleicht'rung der beschwerden kann dem nächsten nützlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen, Die verborgnen fehler sehn, Sie voll demuth gott bekennen, und ihn um vergebung flehn. Mache täglich ernst und treu, Sie zu bessern, in mir vollendet. 2. Erfüllt von seiner wunderkraft, geist, der neue herzen schafft, Hilft Gehn sie, die welt zu lehren. Der ihnen sie bekehren. Die völker hören, hocherfreut, Die botschaft ihrer seligkeit, Vernunft und wahrheit siegen. Die blindheit und das laster flieht; Wo man den finger gottes sieht, Muß beides unterliegen. Bolombi 3. Umsonst, daß wilder eifer tobt, Verfolgung zu erregen. Dein name, jesn, wird gelobt; Dein wort ist kraft und segen. Die jünger schreckt nicht pein noch müh, Dein geist, o bater, stärkte sie In martern und im tode; Sie bleiben ihrem Herrn getreu, Bekennen seinen namen frei, Und preisent ihn im tode. kraft; Noch jetzt der menschen lehrer. 4. Noch jetzt bist dut der geist der Du machst sie weis' und tugendhaft, Des sündenreichs zerstörer. In sün 80 Erste Abtheilung. dern traff fol! Stärk, herr, in drangfal unfern muth! Tröst uns in angst und leit uns wohl! frommen muth im kampf der fünden; In bangen stunden schenkest du, So wie 10. Des vaters liebe, christi gnad', im tode, seelenruh, llnd lehrst ihn überwinden.c chbladsin siliaip mis Und die gemeinschaft deiner fraft Verleih uns tugend, trost und ratb Auf unsrer ganzen pilgerschaft. 5. Des vaters und des sohnes geist, Du quell des lichts, der liebe, Den jesus betenden verheißt, Ach heil'ge meine triebe; Gieb über meine : 16 You d den ModeNTHS Mel. Jesu deine tiefen wundenie. fünden schmerz. Und muth zum glau 168. Du, der frommen beßte ben in mein herz, Hilf mir mit an- in traurigkeit, Der ihr herz in allem dacht beten; In bangen stunden leide, Und im tode selbst erfreut: tröste mich Und deine hülfe zeige sich Geist des höchsten, komm zu mir, Mir einst in todesnöthen.inddani mund, indem ich gläubig dir Lob und ruhm zum opfer bringe, O so höre, was ich finge.de in m 2. Edelster von allen segen, Die uns gott in christo gab! Du träufst als ein milder regen Aus des himmels schooß herab. Du machst harte herzen weich, Wüsten auch an früchten reich; Und dein sanfter trost erquicket, Was der drangfal hitze drücket. 3. Du kannst alle herzen prüfen, Du durchschaust fie ganz und gar Selbst der gottheit innre tiefen Sind vor dir, herr, offenbar, Nun, so kennst du auch gewiß Meiner seele finsterniß. Drum gieb weisheit und vor allen, Daß ich möge gott gefallen. 4. Du bist selber rein, und siehestu Auch an reinem deine lust. Böses haffest du und fliehest Aller fünden gräul und wust. Heitige du selbst mich dir! Schaff ein reines Herz in mir, Daß ich, was du liebest, liebe, Nie mit vorsatz dich betrübe. mld sup of Caid tot Met. Komm, gott schöpfer 20 167. Du führer, der mit treuer hand Den weg uns zu dem himmel weist; Du unsers erbes unterpfand! Gepriesen feist du, heil'ger geiſt! 12. Auch dich preist deine christenchriften heit, Du geift des vaters und des sohns! Du bist, wie sie, von ewigkeit; Mit ihnen herrscher eines throns. 3. Der gottheit willen that'st du tund. Durch dich weifsagte der prophet. Du legtest ihn in seinen mund Das wort des heils, das nie vergeht. 4. Nichts schließt vor deinem blick sich zu Den abgrund der unendlichkeit, Der gottheit rath erkennest du Mit göttlicher allwissenheit. 1991 5. Du haft dem erdkreis offenbart, Was teine weisheit je erkannt; Als dich, nach seiner himmelfahrt, Der Herr den seinen zugesandt. 5. Du, herr, machst mein herz zufrieden, Wenn mir menschentrost gebricht. Bleib ich von dir ungeſchieso an trost mir Bleib ich nur dein eigenthum. So werd' ich zu deinem ruhm, Um die tugend mich bemühen, Und die sünde standhaft fliehen. 6. Nur bitt' ich, daß du mich stär8. Wir haben geist der gnad' und test; Stehe mir im tampfe bei. Hilf, stärk, An deinen gaben gleichfalls mein helfer, wenn du merkest, Daß theil. Unsichtbar schaffest du dein mir hülfe nöthig sei. Den verkehrten werk In uns, zu unsrer feelen heil. eitlen sinn Nimm aus meiner feele 9. Setz uns auch in die reinste hin, Daß ich mich nun ganz verneue gluth! Mach uns der liebe gottes Und mein gott sich meiner freue. 6. Welch eine pracht verklärte dich. Ein schnelles brausen füllt das haus. Da gießest du dich sichtbarlich Auf fie in feuerflammen aus. 7. Nun scheuten sie nicht schmach nicht müth; Denn du hast alle furcht entfernt. Die thaten gottes priesen fie In sprachen, die sie nie erlernt. 16. Vom heiligen Geiste. 81 7. Sei mein beistand, wenn ich Mel. Liebster esu, wir sind hier: c. fierbe; Beige dem gebrochnen blick, 170. Gott! bu haft in deinem sohn von Mir zum trost, mein herrlich erbe, Ewig unverweltlich glück! Stärke du das matte herz, Daß ich, unter allem schmerz, Noch im letzten todesschweiße, Gott in jesu vater heiße. Mel. 3ion tlagt mit angst und: c. 169. Geist vom vater und vom sohne! Der du unser tröster bist, Und von unsers gottes throne Hülfreich auf uns schwache siehst, Stehe du mir kraftig bei, Daß ich gott ergeben sei: O so wird mein herz auf erden Schon ein tempel got tes werden. 2. Laß auf jedem meiner wege Deine weisheit mit mir sein; Wenn ich bange zweifel hege, Deine wahrheit mich erfreun. Lente träftig meinen sinn Auf mein wahres wohlsein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen: Werd' ich nie mein heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens triebe, Daß ich, meinen gott getreu, Ihn stets über alles liebe; Daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner huld zu stehn. Seinen namen zu erhöhn; Seinen willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen. keit erwählet; Sende nun von deinem thron, Was zu meinem heil noch fehlet; Und gieb mir des geiſstes gaben: Durch sie werd' ich alles haben. 6. Stehe mir in allem leiden, Stets mit deinem trofte bei, Daß ich auch alsdann mit freuden Gottes führung folgsant sei. Gieb mir ein gelaßnes herz. Laß mich selbst im todesschmerz, Bis zum frohen überwinden Deines troftes traft empfinden. Da Evangel. Iuth. Auf dem finstern fündenpfade; Heil2. Mich umfangen noth und tod ger geift, mein herr und gott! Rette mich durch deine gnade; Mach mich los von dem verderben, Laß mich nicht in sünden sterben! 3. Treibe weg die finstre nacht Falscher zweifelnder gedonken: Wenn die welt mich irre macht, Halte die vernunft in schranken. Würd' ich mich von dir entfernen, D, wo will ich weisheit lernen? 4. Schaffe mir ein reines herz. Daß ich stets an gott gedenke, Und mich oft mit reu und schmerz Ueber meine sünden kränke; Laß mich, nach dem schmerz der fünden, Trost bei meinem jesu finden. 5. O verbinde mich mit ihm, Als ein glied an seinem Leibe; Und wenn ich sein eigen bin, Hilf mir, daß ich es auch bleibe, Mich ihm völlig übergebe, Und zu seiner chre lebe. 6. Glaube, lieb' und hoffnung sei Stets die stärke meiner feele: In versuchung steh' mir bei, Daß ich nicht mein heil verfehl: Gieb mir demuth in den freuden; Gieb geduld und muth im leiden. not s 4. Stärke mich, so oft zur fünde Mein gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, so rühre du mein herz, Daß ich unter reu' und schmerz Mich vor gott darüber beuge. Und mein herz zur beßrung neige. 5. Reize mich, mit flehn und beten, Wenn mir hülfe nöthig ist, zu dem gnadenstuhl zu treten. Gieb, daß ich auf jesum christ, Als auf meinen mittler schau', Und auf ihn die hoffnung bau', Gnad' um gnad', auf Mel. Fröhlich soll mein herze 2c. mein verlangen, von dem vater zu 171. Höchfter tröfter it be herrn, Sei nicht fern, Stärke jefu hernieder. Geist des glieder. Der, der nie sein wort gebrochen, Jesus hat Deinen rath Seinem volt versprochen. allen Durch dein licht Unterricht, Wie 2. Geist der weisheit, gieb uns wir gott gefallen, Lehr' uns freudig 6 7. Hilf mir reden recht und wohl; Hilf mir meine christenpflichten, Wie du forderst, wie ich soll, Chne heuchelei verrichten; Chriftlich leben, selig sterben, und dein himmlisch reich einst erben. 82 Erste Abtheilung. Mel. Licbster jesu, wir sind 2c. Por gott treten, Sei uns nah, Und prich ja, Wenn wir gläubig beten. 173. K omm auf uns, o geist des herrn, Lehr' uns 3. Hilf den kampf des glaubens lämpfen, Gieb uns muth, Fleisch und blut, Sünd' und welt zu dämpfen. Laß uns trübfal, kreuz und leiden, Angst und noth, Schmerz und tod, Nicht von jesu scheiden. 4. Hilf uns nach dem besten streben; Schent uns kraft, Tugendhaft Und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen, Treib uns an, Froh die bahn Deines worts zu gehen. 5. Sei in schwachheit unsre stütze, Steh uns bei, Mach uns treu In Mel. Gott des himmels und der zc. der prüfungshitze. Führ, wenn gott 174. Komm, o komm, du geiſt uns nach dem leide des lebens! Unsern geist In des himmels freude. schwachen mächtig auf! Wir bemüthn 6. Wecke aus dem fündenschlafe, uns sonst vergebens Hier in unserm Rette doch Heute noch Die verlornen pilgerlauf Um das heil, das gottes schaafe! Reiß' die welt aus dem ver- rath Für uns außersehen hat. derben; Laß sie nicht Im gericht Der verstockung sterben. 2. Gieb in unser aller seelen Weisheit und entschlossenheit, Daß wir anders nicht erwählen, Als was uns dein wort gebeut, Steh mit deinem licht uns bei, Und mach uns von irrthum frei. 3. Zeig uns selbst die rechten stege zu der wahren wohlfahrt an, Räume alles aus dem wege, Was daran uns hindern kann; Wirte reue nach der that, Wenn der fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein zeugniß haben, Daß wir gottes finder sind; Stärke uns mit deinen gaben, Wenn sich trübsal für uns sind't: Lehr uns, daß des vaters zucht Einzig unser bestes sucht. 5. Treib uns, daß wir zu ihnt treten Kindlich und mit freudigkeit, nur nach seinem willen beten, Und vertritt uns allezeit! So wird unser flehn erhört, Und die zuversicht gemehrt. Mel. Komm, heilger geift zc. 172. H ör' unser gebet, geist des herrn! Du hörst der menschen flehen gern. Wir wollen unser herz dir geben; Olehre heilig uns leben! Rüst' uns mit stärke, muth und kraft, Du, der das guté in uns schafft, Daß nicht die lockungen der sünden Uns, christi jünger, überwinden. Wir trau'n auf dich! Wir trau'n auf dich. zu dem vater beten, Und beleb' uns, daß wir gern Und voll glaubens zu ihm treten. So werd er, um christi willen, Unser bitten gern erfüllen. 2. O du geist der herrlichkeit, Wohn' und wirke in uns allen. Jedes herz sei dir geweiht! Schmückt es aus nach wohlgefallen. Reich sind wir versehn mit gaben, Wenn wir deine salbung haben. 2. Du heiliges licht, starter hort! Laß uns der wahrheit helles wort Auf dieses lebens pfaden leiden, Daß unsre füße nicht gleiten. Treib fern von uns des irrthums nacht, Laß fiegen deiner wahrheit macht; Daß jesus chrift der ganzen erde Bekannt und angebetet werde. O hilf dazu! hilf dazu! 3. Laß, freudiger geist, voll vertrau'n, In noth auf deine hülf' uns schau'n. Lehr uns, wenn wir zum vater treten, Mit froher zuversicht beten! Mach uns durch deine fraft bereit Zum sterben und zur ewigkeit! Daß wir mit frohem muthe ringen, Zu dir durch tod und leben dringen. Erhöre uns! Erhöre uns! 6. Wird uns auch um hülfe bange, Seufzt das Herz voll traurigkeit: Ach, mein gott, mein gott, wie lange? so wende unser leid! Sprich der seele tröstlich zu: Gieb ihr muth, geduld und ruh. 7. O du geist der kraft und stärke! Der in uns das gute schafft, Fördre in uns deine werke, Und im kampfe beau 16. Vom Heiligen Geiste. 83 gieb uns traft, Wenn versuchung auf nicht, Die todesstunde, das gericht, uns dringt, Daß uns dann der sieg gelingt. Den himmel und die hölle. 8. Ja, bewahr uns unsern glauben, Daß verfolgung, schmach und spott Niemals ihn uns möge rauben. Du bist unser schutz, o gott. Sagt das herz gleich zweifelnd nein! Laß dein wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, Oso steh mit trost uns bei; Gieb, daß uns als gottes erben Jene herrlichkeit erfreu, Die uns unser gott bestimmt. Und die nie ein ende nimmt. Mel. Komm, o gott schöpfer 2c. o Schaff 175. omm, fchöpfer, komm, deiner menschen herzen neu! Du tennest dein geschöpf und weißt. Wie jeglichein zu helfen sei. Gd 2. Du geist der weisheit, leite du Uns zu der wahl des beste: theils. Dem himmel führ' uns alle zu, Du führer auf der bahn des heils. 3. Des lebens wort, das gottes fohn Vom himmel uns hecab gebracht, Erleuchte jede nation Durch deiner leitung fanfte macht. 4. Vereine deine christenheit Durch deines sel'gen friedensband. Erinnr' uns pilger dieser zeit Stets an das beßre vaterland. 5. Gott, unserm gott, und jesum chrift Recht kennen, dicses ist der quell, Aus welchem ewig wonne fließt. Mach' diese tenntniß in uns hell. 6. Lob sei dem vater, lob dem sohn, Lob dir, o tröster, gottes geist! Einst singen wir vor deinem thron Ein Lied, daß würdiger dich preist. Mel. Naein gott in der höh' fet 2c. 176. aß, vater, deinen guten 3. Gieb, daß ich denke jederzeit An diese letzten dinge, Und dadurch alle fündenfreud' Aus meinem Herzen bringe; Damit ich dich mein lebenlang Verehre ohne furcht und zwang Mit willigem gehorsam. 4. O stärke mich dazu mit fraft, So wird es mir gelingen; Hilf jede böse leidenschaft Des herzens mir be zwingen. Steh' mir in diesem tampfe bei, Daß ich dazu stets wacker sei, Und immer überwinde. Mel. Mein gott, das herz ich br. c. oder: Nun banket all', und bringet 2c. 177. Nicht um ein flüchtig guth der zeit; Ich fleb' um deinen geist, Gott, den zu meiner seligkeit Dein theures wort verheißt. 2. Die weisheit, die vom himmel stanimit, O vater, lehr' er mich! Die weisheit, die das herz entflammt zur liebe gegen dich. 3. Dich lieben, gott, ist seligkeit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt edlere zufriedenheit, Als alles glück der welt. 4. Vertraun hab' ich dann zu dir, Dann schenket selbst dein geist Das freudige bewußtsein mir, Daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur wahrheit hin, 3ur tugend stärk' er mich; Beweise, wenn ich traurig bin, Auch mir als tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein reines Herz Versiegle deine huld, Und er bewaffne mich im schmerz Mit muth und mit geduld. Bekannte Melodie. geist Mich allezeit regie- 178. Mun bitten wir den heilren, Daßß ich zu dem, was unrecht heißt, jesus christus uns verheißt, Daß er gen geist, Welchen Mich lasse nichts verführen; Der sünde uns behüte vor falscher lehre; Alle, reizung widersteh', Und stets auf deinen die in irrthum sind, befehre. Erwillen seh', Darnach allein zu handeln. barme dich, herr. 2. Ob böse lust auch hier und dort Mich ansicht, weil ich lebe: So hilf mir, daß ich ihr hinsort Im anfang widerstrebe; Und daß ich ja vergesse 2. Du geist der wahrheit und der traft! Mach uns durch dein wort auch tugendhaft; Hilf, daß wir ihm glauben, dem treuen heiland, Der uns 84 bringen will zum rechten vaterland. Erbarme dich, Herr! Imid Erste Abtheilung..or 3. Du geist der lieb' und einigkeit! Mach uns allsammt dazu bereit, Daß wir uns von herzen einander lieben; Gern verzeihn und nicht gern betrüben. Erbarme dich, herr! 4. Du höchster trost in aller noth! Hilf, daß wir nicht fürchten grab noch tod! Laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, Sondern mach uns frei von allen plagen. Erbarme dich, herr! 179. Mel. Wer nur den lieben gott ze. 3. Steh uns stets bei mit deinem rath, Und führ' uns auf den rechten pfad Des heils, den wir nicht wissen. Verleih uns willigkeit, daß wir Dir großer gott, du reines treulich folgen, wenn wir hier Auch darum leiden müssen. Drückt laßt Uns fast muthlos nieder, Laß uns wieder Trost empfinden, und die trübfal überwinden.. wesen, Du hast nur reine herzen dir zu deiner wohnung auserlesen: Ach, schaff ein reines herz in mir, Ein herz, das unbefleckt und frei, Bon allen bösen lüften sei. 2. Ich falle, dir, mein gett, zit fuße, Mich mache christi blut auch rein; Laß redlich meines herzens buße, Und ernstlich meinen glauben sein: So mache mich zur reinigkeit Des lebens fertig und bereit. 3. Dein guter geist, o gott, regiere Mein ganzes herz und stehe mir In meiner schwachheit bei und führe Mich von der eitelkeit zu dir; Gieb einen geiſt, der dir, getreu, Und willig zu gehorchen sei. 4. Durch deine gnade stärk' mich schwachen: Mach mich vorsichtig in gefahr. Gieb, daß ich durch gebet und wachen Die seele unverletzt bewahr'. Laß mich in deiner gnade stehn, Stets in der beßrung weiter gehn. 5. Nimm deinen geist, den der liebe, Den geist des glaubens nie von mir, Und stärke mich durch seine triebe, Durch seinen beistand für und für! So leite durch die pilgerzeit Mich aus der welt zur seligkeit. geift ergeben, Ruhig leben, und im sterberr Einst vollkommnes glück ererbent. Mel. Wie schön leuchtet der 2. heilger geist, kehr' 2. Du quelle, draus die weisheit fließt, Die uns zum heil so nöthig ist, O schenk' aus deiner fülle Uns so viel einsicht und verstand, Daß heilsam von uns werd erkannt Des höchsten gnäd'ger wille. Ja, gieb Den trieb Unsern seelen, Nur zu wählen Und zu üben, Was er uns hat vorgeschrieben. 4. Stärk' uns durch deines troftes fraft Zum kampf mit jeder leidenschaft, Darüber herr zu werden; Und sind wir wo dem falle nah, So sei mit deiner hülfe da, Erheb' uns von der erden. Nene, trene Gieb uns schwachen, Du kannst machen, Daß wir siegen, Und im kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns immerfort Den glauben an dein göttlich wort. Nichts muß von ihm uns trennen. Gieb, daß wir ihn von herzensgrund Mit thaten so, wie mit dem mund, Vor aller welt bekennen. Jesum Christum Ohn' aufhören Recht zu ehren, Mach uns tüchtig, Und sein heil uns werth und wichtig. 6. Nimm alle härte von uns hin; Erfülle uns nach deinem sinn Wit wahrer menschenliebe, Daß unser herz mit huld und treu Stets zugethan dem nächsten sei, Und sich darinnen übe. Kein neid, Kein streit Dich betrübe! Fried' und liebe Wollst du geben, Daß wir froh und ruhig lebent. 7. Gieb, daß in wahrer heiligkeit Wir führen unsre lebenszeit; Sei stets bleiben unbewußt Der eitelkeit, der sinnen lust, Und ihre schnöde werke. Rühre, Führe Unsre sinnen Und beginnen Von der erden, Daß wir 180. laß uns deine wohnung sein, Du unsrer seelen sonne! Laß deiner wahrheit hellen schein In unsern herzen träftig sein, zu steter freud' und wonne; Daß mir Schon hier, Gott himmelserben werden. 17. Vom Worte Gottes. 85 i Mel. Komm, heiliger geist: c. 4. Hier, in dem heiligthunt des 181. Sei, weltversöhner, sei herrn, hier warten deiner, geist des gepreist! Du fandtest uns den theuern geist, Der uns in alle wahrheit leite, Und uns zum himmel zubereite. Er lehret uns des glaubens kraft, Stärkt uns in dieser pilgerschaft, Den lauf zum ziele zu vollbringen, Und einst die krone zu erringen. Gelobt fei gott! Gelobt sei gott! herrn, Wir christen, unsers hauptes glieder; Komm segensvoll auf uns hernieder! Hilf uns, gieb dem verstande licht, Dem Herzen muth und zuversicht, Daß uns von ihm, den wir bekennen, Hier weder glück noch leiden trennen. Gelobt sei gott! Gelobt sei gott! 5. O leit uns, herr, an deiner Hand Hinauf ins wahre vaterland. Entreiß uns mächtig dem verderben: Erhalt uns gläutig, bis wir sterben. Dann stärk' uns in des todes schmerz Das schwache, freudenleere herz, Daß wir mit muth zum himmel dringen Und dann den letzten sieg erringen. Gelobt sei gott! Gelobt sei gott! RE 6. Dort, wo der zeugen jesu schar, Die hier durch dich erleuchtet war, Am thron des lammes jauchzend stehet, Und deiner werke preis erhöhet; Dort ist auch unsers erbes theil; Auch uns ist der erlösung heil Durch dich versiegelt: und wir kommen Durch dich zur seligkeit der frommen. Gelobt sei gott! Gelobt sei gott! 2. Durch deines geistes kraft erfreut, Wagt deiner boten schar den streit, Kämpft gegen falscher götter heere, Und siegt durch deines freuzes lehre. Begabt mit stärke, ging ihr wort Vis an der erde grenzen fort, Erleuchtete die nationen Und drang von hütten zu den thronen. Gelobt sei gott! Gelobt sei gott! oor d 3. O send' ihn auch zu uns, den geist, Der uns den weg zur wahrheit weist. Ach, dunkel sind des lebens pfade: Erleuchte sie durch seine gnade! Er lehr' uns gottes heil verstehn, Er leit' uns, wenn wir irre gehn; Und wenn wir straucheln und ermüden, Dann stark er uns durch gottes frieden! Gelobt sei gott! Gelobt sei gott! and 128 ous this he so had st Mel. Wer nur den lieben gott: c. schatz, weit köstlicher und größer, Als 182. Dein wort, o höchster, ist vollkommen: Es lehrt uns pflicht; alle schätze dieser welt. Wer das thut, was dein wort gebeut, Dem dem fünder und dem frommen giebt iſt dein ſegen ſtets bereit. Jathin m Zum 5. Drum laß auch mich mit lust leben sichern unterricht. O selig, wer betrachten. Was mich dein wort, o es achtsam hört, Bewahrt, und mit höchster, Lehrt. Laß mich darauf gehorgehorsam ehrt! strind@shin fam achten, Was dein befehl von mir 2. Es leuchtet uns auf unsern begehrt: So fließen troft und seelenwegen, Berstreut des irrthums finster- ruh Auch mir aus deinem worte zu. niß; Verkündigt gnade, heil und jegen, mel. Ghriftus, der uns selig 2.10 und machet unser herz gewiß. Esll lehrt uns, höchster, was du bist, Und 183. Debit, Gott, zu dem du selbst die wahrheit was dir wohlgefällig ist. 3. Dein wort ermuntert, dich zu lieben; Lehrt, wie viel gut's du denen giebst, Die dein gebot mit frenden üben, Und wie du väterlich uns liebst. Und was, o herr, dein mund verspricht, Bleibt ewig wahr, und trüget nicht. ich singe. Gott, den tein verstand ermißt, Ursprung aller dinge! Alle weisheit kommt von dir zu den menschenkindern. Sie erleuchtet uns, wenn wir Selbst ihr licht nicht hindern. 4. Herr, deine tröstungen sind besser, As alles silber, gold und geld; Ein 360 17) Vom Worte Gottes. 2. Borurtheil und finsterniß Füllen unsre seelen; Unser blick ist ungewiß. Unsre schlüsse fehlen; Aber dein ver 86 botic Erste Abtheilung. stand weicht nicht von der lautern| seele trauen; Ich wandle hier, Mein wahrheit. Was du denkest, das ist gott, vor dir Im glauben, nicht im licht, Richtigkeit und klarheit. schauen. 3. Wirf dich, sterbliches geschlecht, Dankbar ihm zu füßen! Seine wahrheit und fein recht Läffet er dich wissen. Weit erschallt das wort des herrn, Das die welt bekehret; Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihr's höret! 2. Dein wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine träfte schmecken. Laß keinen spott, O herr. mein gott. Mich von dem glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich licht, Wofern mich nicht Dein wort die wahrh.it lehrte? Gott, ohne sie Verstünd' ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. a 4. Dein wort erklärt Der seele werth, Unsterblichkeit und leben. Zur ewigkeit Jst diese zeit Von dir mir ja gegeben. 5. Dein ew'ger rath. Die missethat Der fünder zu verfühnen, Den fennt' ich nicht, Wär' mir das licht Nicht durch dein wort erschienen. 184. Mel. Erhalt' uns, herr, bei deinem 2c. er spötter strom reißt 6. Nun darf mein herz In reu viele fort. Erhalt'und schmerz Der sünden nicht vergeuns, herr, bei deinem wort! So hen; Nein, du verzeihst, Lehrst meinen können, vater! wir uns dein Im geist Recht kindlich zu dir flehen. leben und im to de freun. 2. Ein haufe läst'rer wagts, o gott! Mit wildem, ausgelaßnem spott. Den heiland, deinen sohn, zu schmähn, Verachtend auf sein heil zu sehn. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, st meines heils geschäfte. Durch meine müh Vermag ich's nie; Dein wort giebt mir die fräfte. 3. Ach! ihrer lehre pest, o herr! Schleicht jetzo nicht im finstern mehr: Sie bricht am mittag felbft hervor, Und hebt ihr töbtend haupt empor. 8. Erhalt uns, herr, nur deine lehr'! Du hast sie uns gegeben. Sie sei mein theil, Sie sei mir heil. Und traft zum ew'gen leben. 4. Gott, was uns dein wort verspricht, Wird und muß geschehen; Deine drohung kann auch nicht Leer vorüber gehen. Haben tausende nicht schon, Welche vor uns waren, Deine strafen, deinen lohn, Unfehlbar erfahren? 4. Sie herrscht durch große diefer welt. Herr, herr, wenn uns dein Mel. Wir christenleut sind 2c. oder: Auf! schicke dich zc. arm nicht hält; So reißt ſie uns zum 186. Herr, dir fei preis! Ich leben tod fort. Gieb durch dein wort.m 5. Beschütze uns, herr jesu christ! Der du zur rechten gottes bist! Sei unser schild und starke wehr! Nichts ist vor dir der spötter heer. quz 2. Wir menschen sind Verkehrt und 6. Du hast von ewigkeit gefehn, blind, Und keiner weiß den weg ins Wie lange noch ihr troß bestehn Und ew'ge leben. Den unterricht, Der uns wider dich hier toben soll. gebricht, kann uns allein das wort der wahrheit geben.pane Vielleicht ist nun ihr maaß bald voll. 7. Auch fie, o herr, hast du ver- 3. Daß jesus christ Mein heiland föhnt, Sie, deren spott dich jetzt ver- ist, Daß er für mich und meine höhnt. Gieb, daß noch vor der todes- schuld gestorben; Daß ich durch ihn nacht zur ernsten reu ihr herz erwacht. Erlöset bin, Daß mir sein blut die feligkeit erworben. Mel. X gott unb herr! wie zc. 185. Gott ist mein Hrr1 Auf seine lehr' Soll meine Der grund des beils sind deine lebensvorte. Bei diesem licht Berfehl' ich nicht Den schmalen weg' die enge himmelspforte. 4. Daß sich mein geift Dem leib entreißt, Daß er dur gott unsterblich ist und bleibet! Daß mich mein 17. Vom Worte Gottes. 87 hirt Erwecken wird, Wenn gleich den mich demuth lernen, Und von zweifelleib des todes macht zerstäubet. sucht entfernen. 5. Daß einst die welt In trümmern fällt, Wenn gottes sohn wird majeftätisch kommen; Daß er den lohn Von seinem thron Dann geben wird den bösen und den frommen. 6. Daß er, mein freund, Wenn er erscheint, Mich zu sich nimmt ins ew'ge freudenleben: Davon hat er, Mein gott und herr, Nur durch sein wort erkenntniß mir gegeben. 7. Dies wort erfreut In traurigfeit, Und lindert mir den kummer, der mich drücket: Die schwermuth weicht, Das herz wird leicht, Wenn mich in angst, o herr, bein wort erquicket. 8. O laß hinfort Dein gnadenwort Mein ganzes herz zu einem ruhm beleben; Bis nach der zeit, In ewigkeit, Jch besser dich im himmel werd' erheben. 2. Lauter wahrheit ist dein wort: Lehre mich es recht verstehen. Hilf felbst meinem forschen fort, Richtig daraus einzusehen, Was zu meinem heil mich führet, Und mir, deinem fnecht, gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein Richtig seinen sinn verstehen; Laß mein herz auch folgsam sein, Den erkann ten weg zu gehen. Denn sonst würd' ich, bei dem wissen, Doppelt streiche leiden müssen. 4. Gieb, daß ich den unterricht Deines wortes treu bewahre; Daß ich, was es mir verspricht, Reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sei in meinem leiden Mir ein quell von trost und freuden. 6 Lente, höchster, meinen sinn Von den gütern dieser erde Durch dein wort zuin himmel hin, Wo ich ewig selig werde. Laß mich diese welt verachten, und nach ew'gen freuden trachten. 5. Hilf auch daß von zeit zu zeit Meine tenntnisse sich mehren. Find' ich dann noch dunkelheit Bei des glaubens hohen lehren: O so laß 7. O verleih' mir stets die kraft, Deinem wort gemäß zu handeln, Und vor dir gewissenhaft Auf der tugend pfad zu wandeln: So wird einſt in jenen leben Mich ein hell'res licht umgeben. geistlich ist, untüchtig. Dein wesen, wille und gebot Ist viel zu hoch und wichtig: Wir wissen und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich wort und licht Den weg zu dir nicht zeiget. Mel. Liebster jefu, wir sind hier: c. err, mein licht, erleuchte 2. Von jeher hast du ausgesandt Propheten, deine knechte; Sie machten in der welt bekannt Dein heil und 187. beine rechte. Zuletzt iſt ſelbſt bein und dich erkenne; Daß ich voll ver- eigner sohn, O vater, von des himtrauen dich Meinen gott und vater mels thron Gekommen, uns zu lehren. nenne: Daß ich dadurch auf der erde 3. Für solches heil sei, herr geFür den himmel weiser werde. preist! Laß uns dabei verbleiben, Und gieb uns deinen guten geist, Daß wir dem worte gläuben, Daß wir's annehmen jederzeit Mit ehrfurcht, treu und willigkeit Als gottes, nicht der menschen. 4. Hilf, daß der frevler frecher spott Uns nicht vom wort abwende: Denn du bist ein gerechter gott, Und strafft gewiß am ende. Erweck uns durch der wahrheit kraft, Und was sie gutes in uns schafft, Das laß uns treu bewahren. 5. Herr, öffne du verstand und herz, Daß wir dein wort recht faff n; In lieb' und leid, in freud' und schmerz Es aus der acht nicht lassen; Daß wir nicht hörer nur allein, Nein, auch desselben thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. Mel. Aus tiefster noth schrei fchrei ze. ie. 188. Wir menschen sind in o 6. Geist gottes! mache selbst uns gleich Dem fruchtbar'n guten lande. Daß wir, an guten werfen reich, In unserm amt und stande Das thun, was uns dein wort gebeut, Und, frei 88 Erste Abtheilung.. vom dienst der eitelkeit, Des glaubens licht auf unsern wegen sein. Hilf, daß kraft beweisen. wir d'raus genießen Kraft, rath und trost in aller noth, Daß wir im leben und im tod Beständig auf dich trauen. Gott vater, weit ausbreiten! Hilf, 9. Es müsse sich zu deiner ehr", jesu, daß uns deine lehr' Erleuchten mög' und leiten! O heilger geift, dein göttlich wort Laß in uns wirken immerfort Lieb', hoffnung, trost und glauben. situs that 7. Laß uns, dieweil wir leben hier, Der fünder weg vermeiden. Gieb, daß wir halten fest an dir, Im wohlstand, wie im leiden. Rott aus, was dir, herr, nicht gefällt, Hilf uns die sorgen dieser welt Und böse lüfte dämpfen. 8. Erhalt uns dein wort klar und rein, Und laß es unsern füßen Ein 7. Unreine werk' der finsterniß Laß 189. gewiß Mit schwer gemich sorgfältig meiden. Du siehst a. Von den zehn Geboten insbesondere. Mel. Allein gott in der höh' sei ac. err, deine rechte und sollen leben, zu halten, wollest du o gott, Mir kraft und gnade geben, Daß ich zum guten willig sei. Mit forgfalt, ohne heuchelei, Was du befiehlst, vollbringe. häustem leiden! Schaff in mir, gott, ein reines herz, Daß ich schandbare wort' und scherz Und alles schwelgen fliehe. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau', Dich über alles liebe; Auf menschen hülf' und trost nicht bau', Nicht muthlos mich betrübe: Daß mir nicht andrer menschen gunst, Macht, anfehn, reichthum, witz und kunst zu einem abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen gnadenbund Recht schätze und erkenne: Von herzen, nicht blos mit dem mund. Dich und dein wort bekenne: Daß ich bedenke jederzeit, Wie sehr mich meiner taufe eid zum dienste dir verbindet. 4. Am tage deiner heilgen ruh' Laß mich gern vor dich treten, Die zeit auch heilig bringen zu Mit danken und mit beten! Daß ich hab' meine luft an dir. Dein wort so höre, daß ichs mir Auch recht zu nute mache. 5. Die eltern, lehver, obrigkeit, Die vorgesetzt mir werden, Laß mich verehren jederzeit, Daß mir's wohlgeh' auf erden: Daß ich für ihre sorg' und treu Recht folgsam und recht dankbar sei, Und sie niemals betrübe. bu 6. Hilf, daß ich niemals eigne rach' An meinem feinde übe; Und die mir zugefügte schmach Verzeih, vielmehr ihn liebe: Sein glück gern gönne jedermann; Seb', ob ich jemand dienen tann, Und es dann thu mit freuden. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr', Mich böser ränke schäme; Mein herz niemals zum geize kehr", Mit unrecht nichts hinnehme; Und von der arbeit meiner händ', Was recht ist, gern auf arme wend'. Und nicht auf pracht und hoffarth. 9. Hilf, daß ich meines nächsten glimpf 3u retten mich befleiße, Von ihm abwende schmach und schimpf; Doch böses nicht gut heiße. Gieb, daß ich lieb' aufrichtigkeit, Hab' einen abschen jederzeit Am lästern und an lülgen. 10. Laß mich des nächsten haus und gut Nicht ungerecht begehren; Was aber mir vonnöthen thut, Das wollst du mir gewähren; Doch, daß es nie. mand schädlich sei, Ich auch ein ruhig herz dabei, Und deine gnad' behalte. 11. Mein gott! dein mir gegebnes recht Und deinen heil'gen willen, Wie mir gebühret, deinem tnecht, Auf immer zu erfüllen. Vermag ich von mir selber nicht; Ich fühle, daß es mir gebricht Dazu an eignen fräften. 12. Drum gib du mir von deinem thron, O vater, gnad' und stärke! Verleih, herr jesu, gottes sohn, Daß ich thu' rechte werte! O heil'ger geift, hilf, daß ich dich Von ganzen herzen, und, wie mich, Den nächsten thätig liebe! 17. Vom Worte In voriger Melodie. 190. H err, dein gesetz, das du der welt Zur richtschnur haft gegeben, Das du zur regel vorgestellt, Wornach wir sollen leben, Das deinen willen offenbart, Ist ganz von einer andern art, Als menschliche gesetze. 2. Mit äußerlicher ehrbarkeit Läßt es sich nicht begnügen, Obgleich die hand nicht schlägt, noch dräut, Die lippen nicht betrügen, Das auge nichts verbotnes sicht, und unbefleckt sonst jedes glied In seiner ordnung bleibet. 3. Ob man nicht flucht, betrüget nicht, ob man kein sabbathsschänder, Kein frevler, der die ehe bricht, Kein mörder, kein verschwender, Kein freund von sündlichem geschwätz: So ist dein heiliges gesetz Doch damit nicht zu frieden. tion b 4. Es fordert, daß das herz dich, gott, Wie du's verdienest, liebe, Und fich, zu halten, dein gebot, Aus allen träften übe. Es will, daß, wie tu heilig heiß'st, Auch unser herz und ganzer geist Sei heilig und unsträflich. Mel. Ich rufe zu dir, herr jesus c. 191. H eil deinem volte, dem du dich, D höchster, offenbarest, Da du regierst, und väterlich Auf ebner bahn bewahrest! Heil uns, denn dies dein volk sind wir; Du lehrst uns deinen willen Recht erfüllen, Und unsern durst nach dir Selbst aus der quelle stillen. Gottes. 89 5. Der geist, von fündenliebe rein, Soll sich zu gott erheben, Soll immerhin beflissen sein, Trent jeder pflicht zu leben. Begierig auf des nächsten wohl, Nach weisheit und der tugend, soll Der mensch voll eifer streben. 6. So hat uns gott geoffenbart Sein recht und seinen willen. Willst du, o mensch, auf solche art, Nun sein gesetz erfüllen? Wie oft der fünden sclaverei Der wille unterworfen sei, Das wirst du leicht erkennen. heil, Dem mittler zu ergeben; Komm, 7. Entschließ ich drum, zu deinem nimm an dessen gnade theil, Durch den die fünder leben; Nimm dankbar, froh und gläubig an, Was er zu deinem heil gethan, Und preise seine liebe! b. Bom Evangelio. 2. Web denen, die sich finsterniß, Gott, für dein licht erwählen! Wie hoffnungslos, wie ungewiß Sind ihre stolzen seelen! Du selbst berufst sie immer noch, Dein himmlisch reich zu erben, Nicht zu sterben! Ihr leichtsinn stürzt sie doch In ewiges verderben. 3. Der flügler sagt, du werdest nicht Uns etwas neues lehren; Denn die vernunft sei schon das licht, Dich würdig zu verehren. Doch wem nur dieser schimmer scheint, Der tann nicht völlig sehen, Sicher gehen; Nein, sintet, wenn er meint, Auf festem grund zu stehen. 8. Laß aber auch in deinen geist Dir sein gesete schreiben, Thu' alles willig, was er heißt, Laß seinen geist dich treiben. nicht redlich flieht, Nicht ihm zu leben Denn wer die sünd' sich bemüht, Der bleibet im gerichte. 4. 3war die vernunft erfennet dich In deinen großen werken, Weiß dein gebot; doch weiß sie sich zum guten nicht zu stärken. Wir fündigen, und fie kann nie Uns wieder dir versöhnen. Unsre thränen Siehst du; doch können sie nicht g'nug thun, nicht verföhnen. allo lie 5. Aus furcht des todes würden wir Bum traurigsten geschlechte, Wenn uns dein wort nicht, gott! vor dir Des himmels hoffnung brachte. Der fünder tann durch jesum christ Für alle seine fünden Gnade finden; Der liste macht und lift Durch glauben überwinden. dies wort; Denn du hast's uns ge6. Ach theu'r und werth sei uns geben! Es leit' uns hier, es bring' uns dort, O gott, zum ew'gen leben! Lehr' auch die spötter, die es noch Mit stolzem muth verachten, Darnach schmachten, Und so bei jesu licht Nach jeinem reiche trachten. 90 Erste Abtheilung. Mel. Liebster jefu, wir find 2c. 192. Kölich, o mein heiland, ist Deines Mel. Jesu, meine freude, meines: c. 193. Mort, aus gottes munde! tunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, Ließ dich gott erschallen! Du bist unser ruhm! Gottes kraft, Die glauben schafft, Gute botschaft, uns zum leben Von gott selbst gegeben. 2. Was dein wohlgefallen Vor der zeit uns allen, Gott! bestimmet hat; Was sonst dunkle schatten Vorgebildet hatten Das vollführt dein rath. Daß dein eid dich nicht gerent, Zeigst du nun; in jesit namen Wird er ja und amen. 4. Du entdeckst uns unsre schuld, Und der fünde großen schaden; Aber auch des höchsten huld, Und den reichthum seiner gnaden; Lehrst uns aller unsrer fünden Gnädige vergebung finden. 3. Alles ist vollendet. Gott hat den gesendet, Der verheißen war. Jesus. der sein leben Wollte für uns geben, Stellt sich wirklich dar; Ja er hat Des höchsten rath Ganz vollbracht und lebt in ehre. Ach, erwünschte lehre! 4. Da uns strafen drohten, Thaten, 5. Du rufft uns voll liebe zu: Kommt friedensboten Heil von gott uns kund. zu mir, ihr müden seelen, Es soll euch Was für holde lehr.n Lassen sie uns zu eurer ruh' Nicht am troste bei mir| hören! Welch ein theurer bund! Gotfehlen; Werdet ihr von mir nur ter- tes huld Tilgt unsre schuld, Und wer nen, Wird der kummer sich entfernen. ihn mit glauben ehret, Wird von ihm erhöret. 6. Herr, dein evangelium Hat viel tausend tausend zeugen, Die zu deines namens ruhm Dankbar ihre kniee beugen, Daß du noch dies wort er füllest, Und der seele fummer stilleft. 5. Auf. und wehrt den schmerzen; Kommt ihr. deren herzen Das gesetz zerschlug! Kommt zu dessen gnaden, Der, für euch beladen, Alle schmerzen trug. Jefu too Verfühnt euch gott; Gott, der euch als vater liebet, Und die schuld vergiebet. 7. O nimm gnädig an den dant, Den ich dir voll ehrfurcht bringe; Höre meinen lobgesang, Den ich hocherfreut dir finge: Du heilst allen meinen schaden, Herr, und krönest mich mit gnaden. 8. Köstlicher, als gold sei mir, Was dein göttlich wort mich lehret! Dant, ja ewig dank sei dir Für den trost, den es gewähret! Werd' ich einst zu dir erhoben, Will ich würdiger dich loben. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, Und in ihm mich freun. Ihm nur will ich leben, Ihm mich ganz ergeben, Ewig treu ihm sein. So wers' ich Auch einst durch dich, O mein heiland! selig sterben. Und den himmel erben." gnadenlehre. Gieb, daß ich mit folgfamkeit Treulich ihre vorschrift ehre; Dem, was sie verheißet, traue, Fest mein hoffen darauf baue. 2. Deines wortes unterricht Lehret uns gott recht erkennen, Ihn mit herzenszuversicht Unsern gott und vater nennen, Und nach seinem heilgen willen Unsre pflichten treu erfüllen. 3. Was die weisen dieser welt Unerforscht gelassen haben, Das hast du ans licht gestellt, Und durch deines geiftes gaben Bringst du es in unsre seelen, Daß wir heil und leben wählen. 18) Von der Taufe. a. Vor und bei derselben. Mel. Wer nur den lieben gott c. im glauben dir genaht; Nie unerfreut 194. Der gnade bat; sei deine freunderr, der du feinen je den von dir ließest, Der dich um deine 18. Von der Taufe. lichkeit, Die gern erhöret und er= freut! 2. Du wiefest ehmals nicht die klei- Du hast auch mir das heil gewähret, nen, Die dir die ältern brachten, ab; Das du erworben, gottessohn: Du, Erkanntest, herr, sie für die deinen, geist des höchsten, stehst mir bei, Daß Und ließest huldvoll dich herab. Laßt, ich dir ganz geheiligt sei. sprachst du, laffet fie zu mir, Und wißt, das himmelreich ist ihr. 3. Du bist, erhabner freund der finder, Die auch durch dich erlöste sind, Zur rechten gottes jetzt nicht minder Holdselig gegen sie gesinnt. Du bleibst der deinen zuversicht, Vergisfest ihrer ewig nicht. 3. Die liebe ist nicht zu ermessen, Die du, mein gott, mir zugewandt. O laß mich nie die pflicht vergessen, Dazu ich selbst mich dir verband. Als du in deinen bund mich nahmst, Und mir mit heil entgegen famst. 4. Dir sei auch dieses find empfohlen, Dir, dessen treu unwandelbar! Wir bringens, wie du selbit befohlen, Dir in der heil'gen taufe dar. fegne es, herr jesu christ, Der du der taufe stifter bist! 4. Du bist getreu; auf deiner seite Bleibt dieser bund stets feste stehn, Und falls ich ihn auch überschreite, Läßt du dein vaterherz doch sehn; Du klopfst an mein gewissen an, Und lockst mich auf die rechte bahn. O 5. So geb' ich denn, mein gott, aufs nene Mich ganz zu deinem opfer 5. Laß durch dies siegel deiner gnade hin. Erwecke mich zu neuer treue, Sein christenrecht bestätigt sein, Und und bilde mich nach deinem sinn. weih es nun in diesem bade Zu got- Weich, eigner finn! o sünde, weich! tes find und erben ein. Das glück, Gott hört es; jetzt entfag' ich euch. daß es dir angehört, Herr, sei ihm ewig theu'r und werth. 6. Befestige dies mein versprechen, Mein vater! und bewahre mich, Daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines heils, sei ewig mein, Und laß mich dein auch ewig sein. Mel. Liebster jesu, wir find se. 195. H. Hen err, hier siehst du uns vor dir Siehst dies find auf unsern armen. Dich, o vater, bitten wir, Dich auch seiner zu erbarmen, Daß es gottes find auf einst 91 2. Du hast mich für dein find erfläret, vater, in der taufe schon: Mel. chrift, unser herr, um jorban x. 197. gott, bei dir ift heit und gnad' In uller 2. Heiland jesu! es ist dein: Laß noth zu finden. Du schenkst uns es durch dich gnade finden. Heil'ger durch dein wasserbad Vergebung unfrer geift, fehr bei ihm ein, Laß es deine fünden. Du lehrst, o vater, sohn kraft empfinden, Die in ihm den fin- und geift, Uns durch ein sichtbar zeiden steuert, Es zu gottes bild erneuert.chen, Wie sehr du unsers heils dich 3. Mach uns alle in der welt Dir freust, Der du nicht deines gleichen von herzensgrund ergeben, Daß wir, An gnade hast, an liebe. wie es dir gefällt, Eingedent des taufbunds leben; Und daß wir auch nach dem sterben Unsfrer taufe segen erben. 2. Du hast uns, herr, durch deinen bund Zu kindern angenommen; Machst jedem deine wege tund. Willst, daß sie alle tommen. Ach, strafe nur verdienten wir: Und du( wer kann es 196. Und Ich bin getauft, nach faffen?) Vereinigst uns, o gott, mit 33Mel. Wer nur den lieben gott oc. vater, deinen sohn und geist So zu bekennen und zu ehren, Daß herz und mund und that dich preist, Und dann des glücks, ein chrift zu sein, Mich hier und ewig aut erfreun. willst uns felig machen. 3. Dadurch bin ich nun, als dein find, Versichert deiner gnaden; Was sich für schwachheit an mir find't, Das lässt du mir nicht schaden. Du giebst 92 Erste Abtheilung. zu heiligung mir traft, Erhörst mich,| nur dich, Dazu bin ich erkeren, Erwenn ich bete. Und wenn ich fromm und tugendhaft, Dein recht nicht übertrete, Soll mir kein gutes mangeln. 4. Hochheilig sei denn mir die pflicht, Der fünde macht entrissen, Zu dir zu haben zuversicht Und auch ein gut gewissen; Dich nicht, o vater, sohn und geist, Blos meinen Herrn zu nennen; Dich, wie dein wort mich unterweist, Mit thaten zu bekennen, Dir nur, und gern zu dienen. 5. Der fünd' hab' ich entsagt, o gott, Und allen ihren werken. Laß wider trug, gefahr und spott Mich deine gnade stärken! Zu deinem tempel wählst du mich; Dir bin ich neu geboren; Daß ich dich fürchte, herr, b. Nach der Taufe eines Kindes.hu jor Mel. Nun lob mein feel', den ic. uns zum vertrauen, mit kindlich frohem sinn Gen himmel aufzuschauen, Zu unserm vater hin; Erweck' uns, zu ermessen, Was uns sein wort verspricht, Und nimmer zu vergessen Der ihm gelobten pflicht. 3. Dit vater von uns allen, O lehre du uns selber thun Nach deinem wohlgefallen; Laß deinen segen auf uns ruhn! Du wirst zu diesem leben, Wie du bisher gethan, Was wir uns nur alsdann Die besten deiner gaben, Daß wir durch jesum christ Theil an dem erbe haben, Daß unvergäng rastis 198. Geweiht zum chrisften thume, Ist dieses find nun gott geweiht! Erzieh' es, dir zum ruhme. O bater der barmherzigkeit! Berlängert deine liebe Sein leben; so verleih Durch deines geistes triebe, Daß es dir immer treu, Den hohen werth der tugend Schon früh empfinden lern'. Es ziere seine jugend Die sel'ge luft am schaffen und erlöset. 6. Dem alten finne sterb' ich ab, Damit ich göttlich lebe, Und deinem muster bis ins grab zu nähern mich bestrebe. Der tugend hang ich eifrig an Und liebe deinen willen; Mit fleiß und sorgfalt denk ich dran, Wie ich ihn mög' erfüllen Durch deines geistes stärke. 7. Gott vater, fohn und geist, verleih, Daß ich an dich fest gläube; Mich deines bundes tröst' und freu', Und treu darin auch bleibe; Daß ich das böse flieh und hass, Auf deiner bahn nicht gleite, Im guten nimmer werde laß, Hier bis ans ende streite, Und dort dein reich ererbe. 2. Auch wir find gott geweihte, Durch unsre taufe gott geweiht; Dies glück entflamm' uns heute zu lob und preis und dankbarkeit; Erweck' lich ist. visg vodibit mis brud ell hid aliud, ajad vast misfond 19) Vom heiligen Abendmahl.& blog aid 89 sipl a. Vor und bei demselben. ff stoledand fich gantz dir weihen; Laß ihr herz 199. Die the christi jünger vom stolze rein, Boll von deiner od Mel. Iefus, meine zuversicht: c. ihr demuth sein. seid, Theure miter- Töfte brüder! Alle seinem dienst geweiht, Alle seines leibes glieder: Kommt, versöhnte! kommnt erneut Euren bund der seligkeit. 3. Tröste, die in traurigkeit Uleber ihre seelen wachen; Stärke, herr der herrlicht it, Ihren glauben, hilf cen schwachen, Die gebeugt von ferne stehn, können unerhört nicht flehn. 4. Hoherpriester! ja du bist In den himmel eingegangen; Segne uns, 2. Die, so jetzt mit zuversicht, Jesu! deines heils sich freuen. Die laß stets in diesem licht Wandeln und 19. Vom heiligen Abendmahl. 93 herr jesu chrift! Da wir nun dein| mir, O vater, ich lobsinge dir. Gieb, mahl empfangen. Hilf, o herr! daß wir es nicht Jemals nehmen zum gericht. a 80S daß ich jeden tag aufs, neu Mich deiner vaterhuld erfren. Gott meines heils! sei ewig mein, Sei ewig mein, Und laß mich dir recht dankbar sein. d Mel. Un asserflüffen babylon 2c. 2. Voll froher ehrfurcht beug' ich 2. Ja, meiner schulden sind weit mehr, als ich vermag zu zählen. Ich fühl' es wohl, und leide sehr Vor unruh meiner seelen. Doch du bist meine zuversicht, Verlaß mit deinem trost mich nicht; Du siehest meine mich vor dir, john gottes! der du dich Für mich haft hingegeben. Es komme mir nie aus dem sinn, Wie viel ich dir, herr, schuldig bin. Dein tod bringt mir das leben. Durch deines opfers ew'ge kraft Hast du, o herr! auch mir verschafft, Was mich vor dem verderben schützt. Was meis nem geiste ewig nützt. Herr jefut chrift! Wie liebst du mich! Wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich! 3. Mit inbrunst fleh' ich, berr ich, herr, zu dir: Befördre du doch selbst in mir. Ein gläubiges gemüthe! Mich dürftet, gleich dem dürren land, Bei deiner liebe unterpfand, Nach deiner großen güte Jch fühle wohl, was mir gebricht, O stärke meine zuversicht, Daß du auch mein versöhner seist, Und mich vom ew'gen tod befreist. Herr, dieser troft Sei fest in mir, Sei feft in mir, So dien' ich voller freuden dir. reue. Erbarmer, nimm sie gnädig an; Du bist's, der helfen will und fann! Daß sich mein herz erfreue. 3. Nach deinem troste sehn' ich mich, Gebückt vor dir im staube; Dein tröst' ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein glaube. Gebengte willst du nicht verschmähn; Versprichst, 4. Zur weisheit und gerechtigkeit, den schwachen beizustehn, Die nach Zur heiligung und seligkeit Bist du der bess'rung trachten. Stets bleibst mir auserschen. Auf diesen herrlichsten du deinen worten treu, Und wirst gewinn Laß mich tren richten meinen ein gläubig herz voll reu, Auch mei- finn, Mein streben und mein flehen: nes nicht verachten. Mein heiland, zich mich ganz zu dir: 4. Regiere nun auch künftig mich, Ja, durch den glauben wohn in Daß ich vorsichtig handle, Und heilig, mir: So nimmt in mir die seelenruh, voll vertrau'n auf dich, Nach deinem Und meines herzens bess'rung zu. willen wandle. Gieb, daß aus dank Mein herr und gott! Verlaß mich für deine huld, In liebe, glauben nicht, Verlaß mich nicht! Nur du bist und geduld Ich dir auf erden lebe! meine zuversicht. Bis ich dereinst in deinem reich Verklärt, unsterblich, engeln gleich. Dich ewig froh erhebe. $ 85 5. Zu deinem himmel hilf du mir. Der freuden fülle ist bei dir; Laß mich sie einst genießen. Belebe mich mit muth und kraft, So meine ganze pilgrimschaft zu führen und zu schlie ßen, Daß mir dein wort stets heilig sei. Daß ich, bis in den tod dir treu, Mit freuden thu', was dir gefällt, Und dich auch ehre vor der welt. D herr, mein heil, Sei stets mit mir, Sei stets mit mir: So komm ich einst gewiß zu dir. 200. D, herr, haft aus barmherzigleit, Zum denkmal deiner gnaden, Das ganze volk der christenheit Wohlthätig eingeladen. Du rufst: mühsel'ge, kommt zu mir! Ich komme, heiland! ja zu dir Erheb' ich meine seele. Entzeuch mir deine gnade nicht, Sei auch mein trost, mein heil, mein licht. Du siehst, wie oft ich fehle. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich sc. 201. Gelobet feiſt du, herr unser gott; Gelobt für unsers mittlers tob, Der uns das heil erworben! Wie hoch hast du auch mich geliebt! Er, der uns ewig's Leben giebt, Ist auch für mich gestorben. Mein ganzes herz frohlockt in 94 202. Hin famm Am marMel. D jesu christ, mein's lebens 2c. er, der du willig, als Hat Erste Abtheilung. tervollen mit unfrer fündenlast, Dich se.bst für 203. Hvereiten zu deines Mel. Wachet auf! ruft uns die 2. err, du woll'st voruns geopfert haft.doto 2. Hier fei'r ich deinen mittlertod; Hier nährst du mich mit himmelsbrod; Hier ist das unschätzbare guth, Das du mir giebst, dein leib und blut. 3. liebe, welcher keine gleicht! Dwunder! das kein mensch erreicht! Mir unbegreiflich und dich wahr; Du sagst es, und dein wort ist klar. 4. O gott- mensch, hilf mir, daß ich ja Mit tiefster ehrfurcht dir mich nah! O herr, mein mund empfahe nicht Dein heilig mahl mir zum gericht. 5. Hier deinen liebevollen tod Verfündigen, ist dein gebot. So preise denn mein ganzes herz Dich jetzt für deinen todesschmerz. 6. O wie so großen fegen giebt Dein leib und blut dem, der dich liebt! Ihm ist's ein pfand der feligkeit, Ein siegel der gerechtigkeit. 7. Ach, wie so reich ergießet sich Hier meines gottes lieb' in mich! Hier schmec' ich voll zufriedenheit Des besten vaters freundlichkeit. 8. Wie feurig du, mein jesu, liebst, Bezeugt dies pfand, das du mir giebst. Nichts scheidet ferner dich und mich. Mich liebest du; ich liebe dich. 9. Ja, herr, dich lieb ich unverrückt, Wenn sünde lockt, wenn kummer drückt, Verschmachtet leib und feele mir; Doch lieb' ich dich und bleib in dir. I So nehm ich noch vollkommen theil An deinem uns erworbnen heil. 10. Herr, dieses heil'gen mahles kraft Stärkt mich in meiner pilgerschaft, Den feinden treu zu wiederstehn, Die mir nach meiner feele stehn. 11. Es steutert allen stolz und neid; Vermehret lieb' und einigkeit; Giebt trost, der nie das herz verläßt; Und macht den guten vorsatz fest. 12. Nun, jesu, führ ihn selbst zur that. Und leite mich nach deinem rath; So bring' ich in gelaßner ruh Die tage meiner wallfahrt zu. 12. Und wenn du mich, du lebensfürst, zur seligkeit einst führen wirst; mahles seligkeiten; Sei mitten unter ihnen, gott! Heil und leben zu empfahen, Laß würdig sie zum heiland nahen, und sprich sie los von sünd' und tod! Sind sie schon nicht ganz rein, So find sie, jesu dein, Und unsterblich! Laß, laß sie sehn In deinen höh'n. Von fern der überwinder lohn! 2. Nehmt und eff't zum ewgen leben Das brod, das euch der herr will geben! Sein trost und friede sei mit euch! Nehmt und trinkt zum ew'gen leben Den kelch des heils, auch euch gegeben! Ererbt, ererbt des mittlers reich! Wacht! eure seele sei Bis in den tod getreu! Amen, amen! Der weg ist schmal, Seid in der zahl Der sieger, die der richter krönt. Mel. Wer nur den lieben gott: c. bin 204. erfüllen, Was du in deiner leidensnacht, Nach deinem gnadenvollen willen, zur pflicht und wohlthat mir gemacht. Berleih, zur übung dieser pflicht, Mir deines geistes kraft und licht. 2. Es werde mir für mein gewissen Dein mahl ein tröstlich unterpfand, Daß ich, der sündenschuld entriffen, Durch dich bei gott vergebung fand; So freuet meine seele sich In deinem heil, und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die liebe, Womit du unser heil bedacht; Wie stark sind deines mitleids triebe, Die dich bis an das treuz gebracht! Es mache, Herr, dein todesschmerz Jetzt neuen eindruck auf mein herz. 4. Laß mich mit ernst die sünde scheuen, Für welche du, erlöser, starbst! Durch schnöden mißbranch nie entweihen. Was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur sicherheit Der troft, den mir dein tod verleiht. 5. Jch übergebe mich auf's nene, O du, mein herr und gott, an dich! Ich schwöre dir beständ'ge treue Bei 19. Vom heiligen Abendmahl. deinem mahle feierlich. will ich ewig sein, Du mich, drum bin ich dein. 95 Dein eigen vergeben. Nur foll ich dem, der für starbst für mich starb Und mir so großes heil erwarb, Bon ganzem Herzen leben. 4. Ja herr, mein glück ist dein gebot: Ich will es tren erfüllen. Verleihe mir durch deinen tod Die traft zu diesem willen: Laß mich von nun an eifrig sein, Mein ganzes leben dir zu weihn, Und deine huld zu preisent. Laß mich den ernst der heiligung Durch eine wahre besserung Mir und der welt beweisen. 6. Nie will ich mich vor jemand schämen Der ehre, die man dir er weist; Mich nie zu einem schritt bequemen, Den mein gewissen fündlich heißt. flöße mir den eifer ein, Wie du, o herr, gesinut zu sein. 7. Laß mich mit ernst den nächsten lieben, Und wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und sanft muth üben, Aus wirklich christlichem gemüth; Stets eingedenk der schuldenlaft, Die du mir, Es Mel. Es ist das heil uns kommen 2e. eder: Lobsinget gott, und: c. preise o herr, 8. Gs stärte sich in mir der glaube, 206. mein heil. Für deine Daß meine seele ewig lebt, Und daß einst aus des grabes staube Mich dein allmächt'ger ruf erhebt, Wenn du dich, großer lebensfürst. Den völkern sichtbar zeigen wirst. todesleiden. Hab' ich an ihren früch ten theil, Was fehlt dann meinen freuden? Du warst ein opfer auch für mich: Ogieb, daß meine seele sich Deß ewig freuen möge. 9. Jm geist lieg' ich zu deinen füßen Mit dank und lob, gebet und flehn. Laß neue gnade auf mich fließen! Mein heiland, laß es doch geschehn, Daß mir, zur stärkung meiner treu, Dein abendmahl gesegnet sei. 2. Du läsfest mich in deinem tod Das wahre leben finden. Erlösung aus der größten noth, Vergebung aller sünden, Gewissensrub', zur bess'rung kraft, Das hast du, herr, auch mir verschafft, Da du am kreuze starbest. 3. Dein abendmahl ist mir ein pfand Von dieser großen güte. Wie viel 205. Mel. An wasserflüssen babylon C. ch komme, herr, und und beladen. mein erbarmer. würdge mich Des siegels deiner gnaden. Ich liege hier vor deinem thron, Sohn gottes und des menschen sohn, Mich deiner zu getrösten. Jch fühle meiner sünden müh', Ich suche ruh und finde fie Im glauben der erlös'ten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, Du bist das heil der fünder; Haft ihre schulden abgethan, Und wir sind gottes kinder. Ich denk' an deines Leidens macht, Und an dein wort: es ist vollbracht! Du hast mir heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte gott die welt, Da du für sie gestorben. 3. So freue dich, mein herz, in mir; Er tilget meine fünden, Und läßt. bei seinem mahle hier, Mich gnad' um gnade finden; Er hört der reue fehnlich flehn, Will gern mich frei und glücklich sehn, Will mir die schuld mein gemülthe Zum gläubigen vertraun auf dich, Daß ich, so lang' ich lebe, mich An deiner gnade halte. 4. Ich fühle, herr, voll reu' und schmerz Die last von meinen sünden. Laß mein vor dir gebeugtes herz Den großen troft empfinden, Daß du, aus gottes vaterhuld, Auch mir vergebung meiner schuld Auf buße haft erworben. 5. Der trost, den mir dein tod verschafft, Werd' ewig mir zum segen; Er stärke mich mit neuer kraft Auf allen meinen wegen, Nur das zu thun was dir gefällt. Und alle furcht und lust der welt Standhaft zu überwinden. 6. Wie soll ich die barmherzigkeit, Die du mir thust, emessen! Gieb, daß ich sie zu keiner zeit Undankbar mag vergessen: Daß ich aus ächter gegentreu Ganz deinem dienst ergeben sei, Und dir zur ehre lebe. 96 Erste Abtheilung. 7. Laß deines leidens großen zweck 6. Hilf mir wider alles streiten, Mir stets vor augen stehen; Nimm Was von dir mich will verleiten. Auch alle hindernisse weg. Die ebne bahn den stärksten reiz zu sünden Hilf mir zu gehen, Die mir dein heilig vorbild glücklich überwinden. Daß ich hier weist, und die einst den erlösten geist stets im gewissen Deinen frieden mag Zu deiner freude führet. genießen, und dereinst auch über'm grabe Theil an deinem segen habe. 7. O, wie will ich dich erheben, Wenn du mich im höhern leben zu den freuden deiner frommen( Herr ich hoff es) läsfest kommen. Da, da wird mich nichts mehr stören, Dich aufs innigste zu ehren; Da, da werd' ich, frei von sünden, Deinen frieden 8. 3u meinem heile hast du dich Für mich dahingegeben; Dein abendmahl erwecke mich, Mit ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, Und werd' ich einst der welt entrückt, So sei dein tod mein leben. Mel. Schmüde dicho liebe seele 2c. 207. Fefu, freund der menſchen- ganz empfinden. dich zum heil der fünder Von des himmels Mel. Sollt' es gleich bisweilen ic. leben In den tod für hohen freuden zu den bangsten todes- 208. Sesus chriftus hat sein leiden Willig hast herabgelassen, Wer kann dein erbarmen fassen; Tief gerührt von solcher güte, Preist dich dankvoll mein gemüthe. uns gegeben, uns vom tode zu befrein, Üns zum himmel einzuweihn. 2. Daß wir niemals dess' vergessen, Brod soll deines leib's, und wein Giebt er uns sein mahl zu effen. Deines blut's gemeinschaft sein. Such' es würdig zu empfahen! D, 3. Willst du diesem mahl dich nahen: in was für elend sinkt, Wer unwürdig ist und trinkt. 2. Herr, du hast auch mir bereitet, Was zum wahren wohl mich leitet; Licht, den weg des heils zu finden; Troft, bei dem gefühl der fünden; Kraft, der bess'rung nachzujagen; Muth, des lebens last zu tragen; Und die Hoffnung beff'rer zeiten In dem reich der ewigkeiten. 3. Ja, du willst mit deiner gnade Selbst mich auf des Lebens pfade zum genuß der seligkeiten, Die, du mir erworben, leiten. Du, du willst mich bessern, trösten, Und zum erbtheil der erlösten. Zu des himmels herrlichkeiten, Folg' ich dir nur, vollbereiten. 4. Nun, so sei der bund erneuet: Ganz sei dir mein herz geweihet; Täglich will ich mich bestreben, Nur nach deinem wort zu leben; Was du liebst, will ich auch lieben, Ernstlich mich im guten üben; Was du hasfest, will ich hassen, Stets von dir mich leiten lassen. 5. Doch, ich fühle meine schwäche. Jesu, was ich dir verspreche, Ach, wie leicht ist das gebrochen! Schneller oft, als ich's versprochen. Darum stärk in mir die triebe Dankbeflißner gegenliebe, Daß ich, bis ich einst ertalte, Treu dir sei und glauben halte. 4. Gott den vater sollst du preisen, Daß, die gnade zu beweisen, Selbst sein eingeborner starb, Und vergebung dir erwarb. 5. Glauben sollst du, und nicht wanken, Daß er ist das heil der kranten, Dich so hoch und treulich liebt, Seinen leib, sein blut dir giebt. 6. Auch der schwachen, auch der armen Will der heiland sich erbarmen. Sei bußfertig, fürchte nicht Dann sein heiliges gericht. 7. Er spricht selber: kommt ihr armen; Ich will eurer mich arbarmen. Starken ist der arzt nicht noth: Kranke nur rett' ich vom tod. 8. Könntest du dir was erwerben: Hätt' ich dürfen für dich sterben? Willst du selbst dir helfen; dann Geht dich auch mein mahl nicht an. 9. Doch fühlst du, was du be tennest, Wenn du deinen herrn mich nennest; Dann bist du geschickt und ich Stärke durch mein mahl auch dich. 19. Vom heiligen Abendmahl. 97 10. Gläubig mußt du dann dich 12. Bis du mich, o du lebensfürst, üben, Deinen nächsten auch zu lieben. Nimmt dich seines efends an, Denn gott hat's an dir gethan. Mel. Herr jesu chrift, mein's 2c. 209.jefu chrifte, gottes lamm, lieb' am treuzesstamm, Zur tilgung meiner fündenlast, Den schwersten tod erduldet hast. 2. Ich komm zut deinem abendmahl, Gebeugt durch manchen sündenfall; Doch meines herzens zuversicht Steht, herr, zu dir, verwirf mich nicht. 3. Dit bist der arzt der seelen heilt, Der renerfüllten trost ertheilt, Und zur rechtschaff'nen heiligkeit Den fchwachen muth und kraft verleiht. 4. Darum, herr jesu! bitt' ich dich, Von meinen sünden heile mich; Mach in mir das gewissen rein, Und laß mich ganz dein eigen sein. 5. Erleuchte durch dein wort mein herz, und richt' es zu dir himmelwärts, Daß glaubensvoll und dank barlich Ich deiner lieb' erinnre mich. 6. Gieb, daß ich's mir zum heile thu', Zur förd'rung meiner feelenruh', Zur stärkung in der heiligung Und wahrer lebensbesserung. 7. Tilg alle laster aus in mir; Mein herz mit glaub' und liebe zier Und was sonst ist von tugend mehr, Das pflanz' in mir zu deiner ehr'. 8. Gieb mir, was meiner seele nützt Und mich vor dem verderben schützt. Du bist mein heil: laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für 9. Du bist's, der in uns gutes schafft. Ach, stärke mich dazu mit fraft, Damit ich glücklich welt und sünd', Im glauben an dich, überwind'. 10. Dein freue meine seele sich! Mein ganzes Leben preise dich! Den guten vorsatz, den ich hier Erneure, mache fest in mir. 11. Gieb, daß ich treu sei meiner pflicht, Und mich nach deinem willen richt'; So bring ich chriftlich und in ruh Auf erden meine tage zu. Evangel. Iuth. In deinen himmel nehmen wirst, Daß ich da bei dir ewiglich In deiner gülte freue mich. owl Tiroe po Ind mind vsid Mel. Schmücke dich, o liebe feele ic. 210. Schicke dich, erlöste seele nach herrn befehle, Seinen mittlerstod zu feiern, Deinen dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein leben In den bängsten tod gegeben, Dir auf zeit und ewigkeiten Heil und wohlfahrt zu bereiten. 2. 3um genuffe seiner gnaden Wirst du von ihm eingeladen. Eil ihm demuthsvoll entgegen, Und nimm theil an seinem segen. Komm getrost, es ist sein wille; Komm und schöpf' aus seiner fülle Neuen muth und neue triebe ur verehrung seiner liebe. 3. Herr, ich komme mit verlangen, Glaubensstärkung zu empfangen; Der du huldreich deinen frieden Sterbend auch mir hast beschieden. Hier fall' ich zu deinen füßen: Laß mich würdig doch genießen Deines mahls, der seelen speise, Mir zum heil und dir zum preiſe. napit 350 4. O, wie sehnt sich mein gemüthe, Menschenfreund nach deiner güte! Ewig währet deine trene, Und du siehst mein herz voll reue. Ach, so wollst du meinen zähren Deine tröftung auch gewähren. Meiner sünden nicht gedenken, Und mir deinen frieden schenken. 5. Ja, ich hoff' auf deine gnade, Daß sie mich der schuld entlade, Und mit neuer traft, zum werke Meiner heiligung, mich stärke. Was du, da du für uns starbest, Jedem, der gott sucht, erwarbest. Seelenruh' und ew'ges leben Wirst du mir gewiß auch geben. be uselioin 6. Deiner will ich stets mich freuen, Ganz mich deinem dienste weihen, Nur nach deinem willen leben, Und mich dankbar froh erheben. Deine huld ist unermeßlich; Herr, fie fei mir unvergeßlich! Daß ich dich auf alle weise Herzlich lieb und thätig preise. 7 om other Erste Abtheilung. 98 7. Du, dem die verklärten scharen, nem tische nahn? Ja, mit neuem Die, wie ich, auch schwache waren, ernst will ich mich vor fünden scheun, Ewig dank und jubel singen, Daß sie und dich Durch ein dir geheiligt le. hier dein heil empfingen; Laß auch ben Mit vermehrtem fleiß erheben. mich einst dahin kommen, Daß ich mich mit allen frommen Ewig deiner huld erfreue, Und dir meine jubel weihe. 5. Diesen vorfaß, den ich habe, Thätig dankbar dir zu sein, Präg' ihn, jesu, bis zum grabe Tief in meine seele ein. Gieb mir kraft, ihn zu vollziehn. Lehre mich mit vorsicht fliehn, Was ihn könnte bei mir Mel. Sesu, beine tiefen wunden ze. 211. Voller ehrfurcht, dank schwächen, Was mich reizt, ihn gar zu brechen. und freuden. Komm' ich, herr, auf dein gebot, Zu dem denkmal deiner leiden, Und gedenk' an deinen tod. Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig heil erwarbst, Dir zur ehre stets zu leben, Sei mein eifrigstes bestreben. 6. Laß mich über alles schätzen Dein mir theu'r erworbnes heil. Und nie aus den augen setzen, Wie nur der daran hat theil. Der auf deine stimme hört, Mit gehorsam dich verehrt, Und in deinem dienst auf erden Immer besser sucht zu werden. 2. Ich empfind es jetzt aufs neue, Was ich dir, herr, schuldig bin. Du, 7. Geh' mir, wo ich bin und du gabst mit großer Treue Ganz dich wandle, Immerfort mit hülfe nach, mir zum dienste hin; Wiesest mir den Daß ich als ein christ stets handle; weg zu gott, Und ertrugst den schwer- Und wird ja mein glaube schwach, sten tod, Mir im leben und im ster- so hilf mir liebreich auf, Daß ich ben Sichr're tröstung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu gottes gnade Freier zutritt und die kraft, Auf der tugend sel'gem pfade Fest einher zu gehn, verschafft. Und du rufst aufs neue mir Durch dein nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem segen nehme Und mich deiner niemals schäme. in dem tugendlauf Nimmer wante, nie ermüde. So erquicke mich dein friede. 4. Sollt' ich, jesu, denn vergebens Diese deine huld empfahn? Nicht zur beff'rung meines Lebens Mich zu dei- leiten. Mel. Gott sei gelobt und: c. 212. Hur hafst dein He err, sei gelobet, daß leben du Für uns fünder hingegeben! Stärk' unsern glauben! deine himmelsspeise Heilige uns, dir zum preise! Du versöhner gottes. 8. Ewig will ich dir es danken, Daß du so barmherzig bist; Daß auch, wenn wir schwache wanten, Deine treu' beständig ist. Herr, ich hoff' es froh und fest. Daß sie mich auch nicht verläßt. Zu des himmels seligkeiten Wird sie mich gewiß auch adoiro smisd fre od Sullstolus dinh b. Nach dem heiligen Abendmahl. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 315000 niß deiner pein Mir immerdar gesegnet sein. 2. Und euch, ihr seines leibes glieder, Die jesu heil, wie mich, erfreut, Euch lieb' ich stets als seine brütder, Als erben seiner herrlichkeit. Wir haben einen herrn und gott; Uns tränkt und speis't ein wein, ein brod. 3. Hinfort soll weder spott noch 213. Nun habe dank für deine Leiden. Noch ehre, freud' und lust der liebe, Odu, mein mittlex, jesu christ! Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, Der du für mich gestorben bist. Laß das gedächtwelt, Mich, herr! von deiner liebe scheiden, Die selbst im tode mich erhält. Du bift und bleibest ewig mein; Und ewig will ich dein auch sein. 99 20. Von ber christlichen Kirche. Mel. Allein gott in der höh" sei 2c. mel. Meinen jefum laß ich nicht. oder. Lobsinget gott, und ic. 214. jesu! dir sei ewig 215. Tag, den mir der berr dank Für deine treu' und gaben. Ach! laß durch diese speis' und trank Auch mich das Leben haben; Denn du giebst mir des lebens brod: Mein wird dein leiden, blut und tod: Wie soll ich dir dank sagen? gemacht; Sei gesegnet, tag der freude! Du erhebst des fummers nacht, Und erquickest mich im leide. Heil und leben schenkst du mir: Gott, wie dank' ich dir dafür. 2. O jesu christ! du kannst allein Mein herz beständig laben. Nun bin ich dein, und du bist mein Mit allen deinen gaben. Hier hab' ich, was ich haben soll; Dein gnadenbrunnen ist stets voll: Hier find't ich trost und lebent. 2. Widerspenstig seinem ruf, Sab' ich meinen gott betrübet, Jhn, der mich zum glück erschuf. Und mich stets so treu geliebet: Ich verdiente straf und tod, Den er frechen fündern droht. 3. Dennoch nimmt der güt'ge mich Wieder auf zu seinem finde; Heut' vergißt er väterlich Seines zorns und meiner fünde; Giebt durch seiner boten hand Mir der gnade unterpfand. 3. Laß mich auch ewig sein in dir, Laß dir allein mich leben, und bleib' du ewig auch in mir! Mein gott, du wollst mir geben, Daß ich, kraft dieser speis' und trant, Stark bleibe, wenn ich schwach und krank Die letzte prifung dulde. 20) Von der christlichen Kirche. 2mudi Bekannte Melodie. 216. A" ch, gott, vom himmel sieh darein, Und laß es dich erbarmen, Wie wenig herzen sind noch dein! Entzieh dich nicht' uns armen. Dein theures wort hält man für spott; Empört sich wider dich, o gott! Will deinen Sohn nicht kennen. 2. Die anstalt, so die gnade traf, Von aller macht des bösen, Und aller wohlverdienten straf' Die menschen zu erlösen, Betrachtet man als ein gedicht, Und scheut und schämt sich endlich nicht, Es öffentlich zu sagen. 4. Tag der wonne, heil'ges mahl Ewig will ich dein gedenken! Meines jesu todesqual, Soll mir trost im leiden schenken, Und mein leben soll allein Seinem dienst gewidmet sein. 3. Man rühmt sich großer ehrlichteit, Die edles denken übe, Ja glänzender rechtichaffenheit In warmer menschenliebe, Und zählt auf gnad' und huld bei gott; Auch ohne seines sohnes tod Und seines geistes gnade. 4. Gott siehts, und spricht: bald kommt die zeit, Daß ich dem frevel steure, Damit sich in der christenheit Kein heidenthum erneure. Indessen greif den schnöden wahn Mein wort mit starken ffen an und bleib' un überwindlichd ng mu dallusind 5. O herr beschütz' uns, daß uns nie Das frevelnde geschlechte In seine schlaue nebze zieh'. Nie unter uns sich flechte: Denn alle bosheit wächst geschwind, Wo frecher spott erst traft gewinnt; Sein gift ertödtet seelen. 6. Ja dämpfe selbst, du starter gott, Die dir die ehre rauben. jesu christ, bei ihrem spott Stärk träftig unsern glauben. Oheil ger geist, verleih' uns gnad, Daß wir stets auf dem schmalen pfad, Von dir geleitet wandeln. Mel. Sei lcb und ehr' dem 2c. oder: herr jesu chrift, du höchftes 2c. 217. Drohn, Dein reich Die feinde herr, zu verwüsten; Du aber, mittler, gottes sohn, Beschützest deine christen. Dein thron bestehet ewiglich: Vergeb lich wird sich wider dich Die ganze Hölle waffnen. 2. Dein reich ist nicht von dieser welt, Rein werk von menschenkindern: Drum fonnte keine macht der welt, Herr, seinen fortgang hindern. Dir können deine hasser nie Dein erbe 7* 100 08 Erste Abtheilung. 02 rauben; selbst durch sie Wird es vergrößert werden. der fürst der welt Sich schon grimmig stellt, uns doch schreckt er nicht, Er ist ja längst gericht't. Ein wort kann ihn schon fällen. 3. Weit woll'st du deine herrschaft noch In dieser welt verbreiten, Und unter dein so fanftes joch Die völker alle leiten! Bom aufgang bis zum niedergang Bring alle welt dir preis und dant. Und glaub an deinen namen. 4. Das wort steht fest! die stolze welt Mag noch so heftig toben. Der herr mit uns! der starke held! Der giebt uns sieg von oben. Tödten sie 4. Auch deine feinde, die dich schmähn'. den leib, Nehmen kind und weib, Die frevelnd sich empören, Laß deiner Rauben gut und ehr'; Sie nehmen's! gnade wunder sehn, Daß sie sich noch was ist's mehr? Uns muß der himmel belehren. Lehr' sie mit uns gen himmel bleiben. iam id d d d thi schau'n Und unerschüttert im vertraun, bo adap nanind Auf deine zukunft warten. Bekannte Melodie ot sing bei 5. Uns, deine christen, wollest du 219.& Feft in der wahrheit gründen. Daß wir durch sie heil, trost und ruh' Für unsre seelen finden! Mach unsers glaubens uns gewiß; Vor irrthum und vor finsterniß Bewahr uns, weil wir leben. 6. Ein reines herz schaff in uns, herr, Ein herz nach deinem willen, Und Lehre täglich williger Uns dein gebot erfüllen! Gehorsam deiner vorschrift sein, Und dann uns deiner gnade freu'n, Sei unser heil auf erden. 7. So wird dein volk dir unterthan, Und lernt die fünde meiden, Und du führst es auf ebner bahn Zu deines reiches freuden: Und herrlich wird in dieser zeit, Noch herrlicher in ewigkeit. Dein großer name werden. 2. Zeig' deine macht, herr jesu christ! Der du herr aller herren bist: Beschirme deine christenheit, Daß fie dich lob' in ewigkeit. 3. Gieb, heil'ger geist, uns einen sinn, Nimm alle zwietracht von uns hin. Vor deines wortes licht und macht Entflieh des wahns und irrthums nacht. 4. Herr! laß uns dir befohlen sein In aller noth; wir sind ja dein. Erhalt im glauben uns getreu; Mach uns nur von der sünde frei. 5. Laß alle welt erkennen doch, Du, unser herr gott, lebest noch, Und stehst in starter schutz ist unser bei deiner firche fest, Die sich allein auf dich verläßt. tham selin to 2013Mel. Eine feste burg ist unser 20. 218. gott Auf ihn steht unser hoffen. Er hilft uns freut aus aller noth, So uns hat je betroffen. Satan, unser feind, Der mit ernst es meint, Rüstet sich mit list, er mächtig ist. Ihm gleicht kein feind auf erden. 2. Nicht unsre macht ist's; die ihn fällt; Wir wären bald verloren: Es tämpft für uns der rechte held, Den uns gott selbst erloren. Frägst du, wer er ist? Er heißt jesus christ, Der herr zebaoth. Er, unser herr und gott, Er muß den fieg behalten. deinem wort' Wehr' aller feinde lift und mord. Die jeſum christum, deinen sohn, Vom throne frech zu stürzen droh'n. bus grans d 3. Und wenn die welt voll feinde wär, und wollten uns verschlingen: So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Wenn phun Mel. Es woll' uns gott gnädig c. lys 220. Es wolle got un gnädig sein, Und feinen segen geben. Mit seines wortes hellem scheint Erleucht' er uns zum leben. Laß uns erkennen, unser gott, Dein großes werk auf erden; Laß jesu christi heil und tod Erkannt von allen werden, Und alle sich bekehren. 2. So danten dir und loben dich, gott, die völker alle! Und alle welt erfreuet sich. Und singt mit großem schalle, Daß du auf erden richter bist, Die fünd nicht läsfest walten, und daß dein wort das mittel ist, Uns alle zu erhalten, Und uns zu dir zu führen. alax 20. Von der christlichen Kirche. 3. So danke, gott, und lobe dich Dein volt durch gute thaten. Es bringe frucht und bess're sich! Dein wort laß wohl gerathen. Der vater segn' uns und der sohn. Und der, so herrscht mit beiden! Es segn' uns gott von ſeinem thron; Tröst uns in allen leiden, helf uns selig sterben. 3. Laß sie dein wort mit frommer achtung ehren; Denn es verkündigt dei Außer ihm Mel. Nun dantet alle gott ac. 223. Sehr groß, herr, ist die Is Mel. Herzliebster jesu, was ze. d po oder: Ist auch ein gott? huld, Die du an uns erwiesen: Sei dafür inniglich Gelobet und gepriesen! O pflanz dein wort in uns, Daß es je mehr und mehr 221. Laß boch, o jeju, laß dein Recht reiche früchte bring' 3u deines namens reich auf erden Unter den fündern ausgebreitet werden, Schenke noch ihnen, deiner leiden wegen, Leben und segen. 2. Gieb ihnen gnade, dich recht zu erkennen. Daß sie dich gläutig ihren Heiland nennen: Gieb ihnen eifer, dei nen guten willen Treu zu erfüllen. sterbliche vergebens Worte des lebens. 4. Steure, erbarmer! deiner feinde grimme; Warne die deinen vor des irethums stimme; Lehre sie prüfen, daß sie falsche freuden Klüglich vermeiden. 5. Sei du ihr licht in ihren finster niffen; Heile selbst ihr verwundetes gewissen. Schlägt oft ein tummer ihre herzen nieder, Stärke fie wieder. 6. Schüße uns mächtig mitten unter bösen, Dis du von ihnen ganz wirst uns erlösen; Bis wir zum ungang der verKlärten frommen Frohlockend kommen. SOL In voriger Melodie. 222. chütze die deinen, die nach dir sich nennen, Und dich, o jesu, vor der welt bekennen. Laß deinen händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. 2. Laß deine wahrheit rein verkündigt werden; mach ihre siege herrlicher auf erden. Gieb muth und weisheit denen, die sie lehren, Dein reich zu mehreit. 3. Du haft noch niemals, herr, bein wort gebrochen, Führe die deinen wie du selbst versprochen; Führe sie endlich aus dem kampf hienieden Zum ew'gen frieden. 101 Quisi ist 4. Ewig, o heiland, sei dein nam' erhoben; Ewig frohlockend müſse dich einst loben, du beschirmer deiner schwachen heerde, Himmel und erde. 2. Im glanze deines lichts Laß uns hienieden wallen! Zu unserm wahren heil Und dir zum wohlgefallen! Breit deine lehre aus; Schütz deine christenheit; Und führ uns allesammt Zum licht der ewigteit. manis és minde In bekannter Melodie.frug af 224. Verleih uns frieden gua gnäunsern zeiten! Du kannst alleine mächtiglich Für unsre wohlfahrt streiten Nur du, herr! kannst es alleine. 2. Gieb unserm fürsten und aller obrigkeit Fried' und gut regiment, Daß wir unter ihnen Ein geruhiges und stilles leben führen mögen In aller gottseligkeit und ehrbarkeit. Amen. Mel. Ein' feste burg ist unser gott 2c. 225. W Menn christus seine kirche schützt, So mag die Hölle wüthen; Er, der zur rechten gottes sitzt, Hat macht, ihr zu gebieten. Er ist mit hülfe nah; Benn er gebeut, stehts da. Er schützt zu seinem ruhm, Mit macht sein christenthum; Mag doch die hölle wüthen. 2. Gott sieht wohl fürsten auf dem thron Sich wieder ihn empören, Die den gesalbten, seinen sohn, Den herrn der welt, nicht ehren. Von ihrer macht bethört, Durch wollust ganz verlehrt, Ist's christenthum ihr spott: Doch duldet sie noch gott, Ob sie sich gleich empören. 3. Der frevler mag die wahrheit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben. Der unchrist mag ihr widerstehn, Wir halten fest am glauben. Gelobt 102 Erste Abtheilung. 09 fei jesus chrift! Wer hier sein jünger| Er, welcher von dem himmel schaut, ist, Sein wort von herzen hält. Dem Wird uns gewiß bedecken. Der Herr, kann die ganze welt Die seligkeit nicht der höchste gott, Hält über sein gebot, Giebt uns geduld in uoth, Und traft 4. Auf, chriften, die ihr ihm ver- und muth im tod: Was will uns traut, Laßt euch kein drohn erschrecken!| dann erschrecken. rauben. sid fi ad op s vod stop TH H H bis and 21) Vom Todell dadisi mallo doisetannte Melodie. 7. Welche tröstung, das zu wissen! 226. Alle menschen müssen Diefer großen hoffnung vou, Zag ich sterben, Ihre herr lichkeit verblüht. Und wer kann den himmel erben, Der zuvor den tod nicht sieht? Staub wird dieser leib von erde, Doch damit er himmlisch werde, Wird er einst von gott erneut, Und zieht an an unsterblichk.it. nicht in kümmernissen, Die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese leiden, Sie verwandeln sich in freuden, Wenn ich christlich nie ertrug, Bis gott spricht: es ist genug. pod 2. Darum will ich dieses Leben, Wann es meinem gott beliebt, Willig ihm zurücke geben, Jhm, der mir den himmel giebt. Hab' ich doch in jesu wunden Gnade, heil und ruh gefunden. Und mein trost in todesuoth Ist des großen mittlers tod. 3. Und wer fann mich ihmr entreißzen? Mein ist er und ich bin sein. Er er füllt, was er verheißen; Sein soll ich mich ewig freun. Ja mir soll's durch ihn gelingen, Mich zu ihm empor zu schwingen; Freudenvoll vor ihm zu stehn, Seine herrlichkeit zu sehn. 4. Da, da ist das freudenleben, Wo viel tausend seelen schon, Mit des himmels glanz umgeben, Gott vor feinem höchsten thron Dank und preis und ehre bringen, Und mit allen engeln fingen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der vater, sohn und geist. 5. Vaterland verflärter frommen, Heil, unsterblichkeit und ruh, Was tein sterblicher vernommen, Gottes heil gewährest du! Freudenernten schenst gott denen, Die erft hier gefä't mit thränen; Alle thränen trocknet er; Sünd' und elend sind nicht mehr. 6. Ich entbrenne von verlangen, Was ich glaub im licht zu sehn, Jene trone zu empfangen; Bald erhöret gott mein flehn. Diese bütt' zerfall im staube! Jch, ich weiß, an wen ich glaube; Mir ist sterben ein gewinn, Denn zum vater geh' ich hin. lod vide souple o Mel. Ich hab' mein fach' gott ze. TEENTHE 227, Dein find wir, gott, in hand steht unsre zeit. Eh zeiten waren, Ward schon mir Mein leben hier. Und auch sein ziel bestimmt von dir. 2. Ist dies erreicht, so schaue dann Erbarmend unsre seelen an! Hilf uns in unsrer letzten noth, Herr, unser gott: Ein sanfter schlaf werd' uns der tod. 3. Begleitet ihn der krankheit schmer So stärke das beklemmte herz. Selbst in der schmerzen größten wuth Gieb uns den muth, Der freudig denkt: gott machts doch gut. 4. Verleih gelassenheit und ruh! In unfern herzen wohne du! Und laß mit freudigem vertrau'n, Und ohne grau'n, Auf unser nahes grab uns schaun. 5. Sei von uns schwachen dann nicht fern! Zeig uns den himmel, geist des herrn! Laß uns, wenn wir zum vater flehn, Getröstet sehn, Wie der uns liebt, zu dem wir gehn 6. Ach, gnad' ergehe dann für recht! Denn von dem menschlichen geschlecht Ist auch der heiligste nicht rein. Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine gnade sein. 7. O fei uns dann nicht fürchterlich! Erbarme, vater, unsrer dich! Wann unser auge sterbend bricht Leit uns dein licht: So fehlt uns troft im tode nicht. nadoby mogao 21. Vom Roum Mel. Von gott will ich nicht zc. er letzte tage Mel. Befiehl du deine wege zt. oder: Balet will ich dir geben 16. 228. De mit vielleicht nicht 229. Die auf der erde wallent, meine klage Ein 2. Für feines reiches erben Hat jesus mich erklärt; Was fürcht' ich mich, zu sterben, Wie er mich sterben lehrt? Mir ist der tod gewinn! Daß ich ganz glücklich werde, Entschwing ich mich der erde, Und geh zum himmel hin. Tode. ope. fern; O dann wird Lobgesang dem Herrn! Bollbracht ist staub; Sie blühen auf und fallen, dann mein lauf: Ich trete zu dent Des todes sich'rer raub. Verborgen throne, Und gott setzt mir die frone ist die stunde, Da gottes stimme ruft; Der überwinder auf. Doch jede, jede stunde Bringt näher uns zur gruft. 3. Nicht mich, nur meine bürde, Verschließt die finft're gruft. Mich hebt zu höh'rer würde mein vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den tod; Der reißt die sündenglieder, Den trägen leib darnieder: Mich selbst führt er zu gott. 4. Jch, der gefahr entronnen, Geh' aus dem kampf hervor. Hoch über alle sonnen, Hebt mich mein glaub' empor. Da tret ich in die reihn' Der engel, meiner brüder: In ihre hohen lieder Stimm' ich mit jauchzen ein. 5. Gott schaut von feinem throne Mit huld auf mich herab, Dem er in seinem sohne Das recht der kind schaft gab. In seiner ewigkeit Wird er zu größern freuden Mich einstens sicher leiten, Wenn ich mich ihm geweiht. 6. Die leiber seiner frommen Sind faat, von gott gefä't: Die freudenzeit wird kommen, Da reif die ernte steht. Dann wird der erntetag Ein neues ew'ges leben Auch meinem staube gehen, Der tief im tode lag. 7. Mit dir steh' ich im bunde, Herr, meines Lebens fürst, Der du mir einst die stunde Des todes senden wirst! Erhalt' mich stets bereit Im 103 fie erfreut. G 8. Dann geh ich, frei von tummer, Des todes dunkle bahn; Mir bricht nach kurzem schlummer Ein ew'ger morgen an. Heil mir, er ift nicht fern, Der letzte meiner tage! Er kommt, und meine klage Wird lobgefang dem Herrn. 1 Cm 931 Bolln drier in m 2. Getroft gehn gottes finder Die schreckenvolle bahn, zu der verstockte fünder Verzweiflungsvoll sich nah'n: Wo selbst der freche spötter Nicht mehr zu spotten wagt, Und vor dir, seinem retter, Erzittert und verzagt. 3. Wann, diese bahn zu gehen, Dein will' einst mir gebeut; Wann vor mir offen stehen Gericht und ewigkeit: Wann meine kräfte beben Und wann mein herz schon_bricht: Herr über tod und leben! O dann verlaß mich nicht. 4. Hilf, todes- überwinder! Hilf dem in solcher angst. Für den du, heil der fünder! Selbst mit dem tode rangst! Und wann des kampfes ende Gewaltiger ihn faßt, Nimm ihn in deine hände, Den du erlöset haft. 5. Des himmels hohe freuden Er| mißt kein sterblich herz, troft für turze leiden Für turzen todesschmerz! Dem sünden- überwinder Sei ewig preis und dank! Preis ihm, der für uns fünder Den kelch des todes trant. 6. Heil denen, die auf erden Sich schon dem himmel weih'n; Die aufgelös't zu werden, Mit heil'ger furcht sich freun! Bereit es ihm zu geben, Wann gott, ihr gott, gebeut, Fließt dies, ihr sterblich leben hin zur un sterblichkeit. od ming op of her mel. Wer nur ben lieben gott: c. glauben deiner frommen: Laß dann 230, Du, herr unb vater mei11, mich und ner tage! Du weißt, daß ich, dein schwaches find, Des todes 8 feim in gliedern trage, Die irdisch und zerbrechlich sind: Drum gieb, daß ich zu jeder zeit Zu meinem tode sei bereit. 2. Daß du, o höchster, meinem leben Ein mir verborgnes ziel bestimmt Und daß die zeit, die mir sta consta Erste Abtheilung. 104 gegeben, Vielleicht gar bald ein ende nimmt, Das flöße mir die weisheit ein, Recht für mein heil besorgt zu sein. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, Mein Herz von sünden abzuziehn, Mich von der weltlust zu entfernen. Und um den himmel zu bemühn: mache mich dazu geschickt, Eh' mich der tod der welt entrückt. 6. Willst laffen, So laß es mir zum heil geschehn, Doch, soll ich heute noch erblassen, So höre, vater, auf mein flehn! Sei, wann mein herz im tode bricht. Mein troft und meine zuver. ficht. 4. Nicht auf der erde, sondern droben Bei dir, gott, meiner feele theil, ft mir das beste aufgehoben; Dort ist für mich vollkommnes heil, Da, wo dies heil ist, sei mein herz! Herr, lente selbst es himmelwärts. 5. Hier allen sünden abzusterben; 3u leben der gerechtigkeit, Um einſt zu erben, eine sterblichkeit Mir ſtets, mein 232. Getint ngottes Mel. Mit fried' und freud' ich fahr' ic. etroft und freudig gott, vor augen sein, Und deine hülfe ich hin! willen Ergeb' ich mich; er, deß ich mich erfreut mich länger leben bin, Wird erfüllen, Was er gnädig mir verhieß, Der tod ist mir ein schlummer. 2. Erbarmend sprach der herr zu mir: Dir ist vergeben! Mein heil, mein friede sei mit dir, Du sollst leben! Fürchte nichts: denn du bist mein, Ich habe dich erlöset. 3. Dies ist mein trost: ich bin erlöst Und gottes erbe! Ich weiß, daß er mich nicht verstößt, Wann ich sterbe. Dich mit deinen schrecken, tod, Werd' auch ich überwinden. Mel. Besicht du deine wege 2c. oder! Valet will ich dir geben ic. 4. Er ist mein fels! auf ihn allein Will ich vertrauen. Ich sehne mich, bei ihm zu sein, Ihn zu schauen, 231. Gern will ich mich erge- Dürstet meine feele lang', Und dort ihn anzubeten. ben, Dich zu verlassen welt. Ich geh' zum bessern leben, Sobald es gott gefällt. Was wär's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, Den meine seele liebte, Noch eh' ich ihn gesehn. 2. Er ruft, zur zeit der schmerzen, mit. Jesus, meine zuversicht 20. Uns erbarmen Kommt her, beladne berzen, Zu mir, und findet 233. Hemich, Denn des todes au err ruh'. Dies wort aus deinem munde Laß, herr, mich zu erfreun, In meiner letzten stunde Mir geist und leben sein. 3. Mit dir muß es mi glücken, Den tampf zu überstehn. Im gläuschrecken nahen, und das grab eröffnet sich, Meine glieder zu empfahen. Stärke mich mit deiner macht, Denn um mich wird alles nacht. bigen entzücken Laß meine seele sehn, Wie im gericht für fünder, Du mit dem tode rangst, Und wie du, überwinder, Allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe fiegsgedanke: Wo ist dein stachel, tod? Stärk' mich, daß ich nicht wanke In meiner todesnoth! So ist, obgleich ich sterbe, Doch sterben mein gewinn. Ich bin des himmels erbe! Dein wort sagt, daß ich's bin. 5. Du bist der herr des Lebens, Ich aber bin ja dein: Kann denn dein blut vergebens Für mich vergossen sein? Dir trauet meine feele, Dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner seele, Der du die liebe bift. 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, Dir dessen eigenthum ich bin; Bist du, mein heiland, nur mein le ben, So bleibt selbst sterben mein gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir! Sei nur mein troft, so g'nüget mir. 5. Im letzten schlummer soll der tod Mich nur entkleiden. Dann tomm. o tag. bestimmt von gott, Tag der freuden! Ganz unsterblich, wonnevoll, Fall ich vor ihm dann nieder. 2. Lind're, wenn es dir ge ällt, Meine leiden, meine schmerzen! Laß die freuden dieser welt Sein verbannt aus meinem herzen; Steure jeden eitlen sinn, Daß der tod sei mein gewinn; 3. Tröste mich mit jesu tod, Tröste mich mit jesu wunden, Daß ich in der letzten noth, Daß ich in den letzten stunden, Wann mein mattes herze bricht, Standhaft gehe zum gericht. 21. Vom Tode. uslo 234. In voriger Melodie. err, treu, Mir zum heil, noch zeit in händen. Gieb, daß ich beflissen sei, Sie auch weislich anzuwenden; Denn wer weiß, wie bald zur gruft Deiner vorsicht wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn Die mir zugezählten stunden! Wie ein traum sind sie dahin, Und auf ewig mir verschwunden; Nur der augenblick ist mein, Deß ich mich noch jetzt kann freun. 105 den tod des freuzes starbst, Und mir des vaters huld erwarbst; Ich bitt' fraft deiner todes pein: Du wollst mir sünder gnädig sein. ilsiauoria 2. Wenn ich nun komm' in sterbensnoth, Und ringen werde mit dem tod: Wenn mir vergehet mein gesicht, Und meine ohren hören nicht; Wenn meine zunge nicht mehr spricht, Und mir vor angst das herze bricht. 3. Wenn mein verstand im dunkeln irrt, Und menschenhülfe kraftlos wird; herr! mit deiner gnade bei; Verkürze mir des todes qual, Und führ mich aus dem jammerthal. disp 4. Laß deinen geist stets bei mir sein, Und seinen trost mein herz erfreun, Bis sich die seel' vom leibe trennt; Dann nimm sie, herr! in deine händ, Der leib rub' in der finstern gruft; Bis einst dein großer tag ihn ruft. 5. Dann laß ihn fröhlich auferstehn, Und mich Lein gnädig antlitz sehn. Gedenke nicht mehr meiner schuld. Gedenk an deine lieb' und huld: Das leben( herr! ich traue dir), Verheißt deint eignes wort selbst mir. toin 6. Vergieb mir nur, herr! meine schuld: Schent' mir zum kampf muth und geduld, Mach meinen glauben start und fest Wenn mich die ganze welt verläßt! Und bricht alsdann der tod herein, So laß ihn sanft und selig sein. In 3. Laß bei ihrer flüchtigkeit Mich. mein gott doch nie vergessen, wie unschätzbar sei die zeit, Die du hier uns zugemessen: Wie, was hier von uns geschieht, Ew'ge folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum fleiß, Eh die zeit des heils verlaufen, Mir zur wohlfahrt, dir zum preis. Jede stunde auszukaufen, Die zu meiner seligkeit Deine gnade mir verleiht. 5. Deine schönende geduld, Trage mich hier nicht vergebens! Ach vergieb mir meine schuld, Daß so manchen Mel. Dewigkeit, du donnerwort zc. theil des Lebens Ich zu meiner seele wohl nicht gebraucht, so, wie ich foll. 236. Sner macht: Du hast bin ja, herr, in dei6. Laß mich meine besserung Für mein hauptgeschäfte achten, und nach meiner heiligung Wich so trenem eifer trachten, Als erwartete noch heut Mich gericht und ewigteit. Jinsinids Tu mich an das licht gebracht, Du forgest für mein leben. Du fennest meiner tage zahl, Weißt, wann aus diesem thränenthal Mein geist sich soll erheben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Das weißt du, herr des lebens, wohl. 2. Wer wird in meiner letzten pein Mich fünder trösten, mich erfreun, Mir muth und hoffnung geben; Wer m nimmt sich meiner seele an, Wann Mel. Bater unfer im himmelreich c. ich von dem, was ich gethan, Gott 235. für du 133 err jesu christ, mein rechenschaft soll geben? Wer ist, der 7. Deine gnade steh mir bei, Daß mein leben auf der erde Reich an tugendfrüchten sei, Und ich reif zum Himmel werde. Nahet dann mein ende fich, D so stärk und tröste mich.. bis pie bu erlitteft angst und spott, Für mich es, o mein heiland, nicht? C& 106 3. Mich dünkt, da lieg ich schon; ich seh, Daß ich am finstern grabe steh', Mit todesangst umgeben: Der augen licht verdunkelt sich, Und finsterniß umhüllet mich; Ein traum ist dann mein leben. Dort schweigen meine fünden nicht; Sie fordern mich vor dein gericht.d nyde snion on 4. Ich hör bereits des richters ton, Ich sehe mich vor seinem thron, Das urtheil mir zu sprechen; Ich seh' vor seinem angesicht, Ich seh in dem hellsten licht Die reihe der verbrechen, Die ich in dieser welt gethan? Wer ift's, der mich nun retten tann? Erste Abtheilung. 5. Kein geld an arme rettet mich; Und weint ich noch so bitterlich: Es kann mich nicht erlösen. Nein, jeder wird alsdann empfahn Nach dem, was er allhier gethan: Nichts schützt alsdann die bösen. Hier ist gott zum verzeihn bereit; Dann übet er gerechtigkeit. 6. Wie soll ich dann, o gott, bestehn, Wenn du in das gericht willst gehn, Und nach verdienst mir Lohnest? Wie kann ich deiner straf entfliehn, Mich dir in deiner welt entziehn, Wenn du nicht meiner schonest? Ach, herr, ach geh nicht ins gericht! Verwirf mich armen fünder nicht. 7 Voll reu und buße such ich dich. Errette, gott, befehre mich, Und tilge meine finden. Geheiligt sei dir meine zeit, Dein dienft fei meine seligkeit. Ach, laß mich gnade finden! Gieb, daß ich meiner pflicht getreu! 3um tode stets bereitet fei. supre od 30 mid Mel. Bater unser im himmelreich 2. 237. Ji bt, ein leben fühle, daß welft, wie gras, dahin. Wer weiß, wie unerwartet bald Des höchsten ruf an mich erschallt: Mensch, tehre wieder in den staub! Wie leicht bin ich des todes raub. i dvier s 2. Wenn man ins finstre grab mich senkt Und meiner bald nicht mehr gedenkt: So bleibt, was irdisch ist, zurück, Und hätte gleich der erde glüc Mich Hier beständig angelacht. Und glänzend vor der welt gemacht. nd810 3. O thorheit! hätt' ich mich verkanut, Und nach der erdengüter tand, Nach großem überfluß gegeizt, Und von dem niedern stolz gereizt, Dem schnöden prunt der eitelkeit Mein herz und mein bemühn geweiht. 14. Wie viele nimmt dies blendwerk ein; Herr, laß es ferne von mir sein. Jch über ebe ganz mich dir; Hier bin ich, es geschehe mir Nach deiner weisheit besserm rath, Die nur mein heit zur absicht hat. 5. Der mensch, der oft ein stolzer thor, Schreibt findlich dir oft weisheit vor. Du liebst ihn mehr, ats er sich liebt; Doch wenn ihm deine hand nicht giebt. Was seinem wabne glücklich scheint, So denkt sein herz, du seist sein feind. Im 10 6. Der dich gemacht hat, sorgt für dich! Nicht auf die erde schränket sich Des höchsten große absicht ein: Du sollst, o mensch, unsterblich sein. Dies leben ist ein angenblick; Ein frühlingstraum sein längstes glück. 17. Gedanke der unsterblichkeit! Du hebst uns über welt und zeit. Erfülle meine ganze brust, Wenn mich die lockung falscher luft Vom guten abzuführen strebt. Wohl dem, der hier der tugend lebt. 8. Die rosen um der laster haupt Verblühen, eh' ihr sclav es glaubt. Jhr schändlicher genuß entweiht: Und dauert doch nur kurze zeit. Nur freuden, die der himmel nährt, Sind meiner ganzen sorge werth. Mel. Herr jefur chrift, mein's 1e. 238. nahet fich; Mit dem pulsschlag rückt die zeit, Die oft mein ende jeso ungenützt verstrich, Mich näher hin zur ewigteit. 2. Herr, tehre mich der stunden werth, Die du mir zugezählt, verstehn; Laß keine, die mir noch gehört, Aus leichtsinn ungenützt vergehn.m 3. Und wann von dir geordnet, dann Die richterliche stund erscheint; So nimm dich meiner seelen an, Du, mein erlöser und mein freund. 4. Berleihe fterbensflugbeit mir! Von eitelkeiten abgewandt, Sei meine 21. Vom Tode. feele ganz bei dir, Der für mich starb und auferstand. ( R 5. Mich stärk', ob auch mein Herz mein herz erbebt, Das felsenfeste glaubenswort: Ich weiß, daß mein erlöser lebt; Sein bin ich ewig hier und dort. 6. Es sei mein herzlicher entschluß, Mein leben meiner pflicht zu weihu, Und bei zufriedenem genuß Mich dantbar gottes zu erfreun. den 7. Mein ende komm früh oder spät, Wie es mein weiser vater schickt, In dessen Hand mein leben steht; Ich weiß, daß mir's mit jesu glückt. ne dove 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben. Gükter, die du hier erwirbst, Würden, die dir menschen gaben, Werden dich dann nicht erfreun; Diese güter sind nicht dein. 9910 Mel. Wenn mein stündlein ic. 239. S, Bon dieſer welt zu st nun auch meine stunde scheiden: So sei mit deiner hülfe nah, Du treuster freund im leiden: Nimm du dich meiner seele an, Dir übergeb' ich sie alsdann jesu, mein erlöfer. 2. Sind meine finden dann vor mir, Drückt ihre last mich nieder! So ist mein seufzen auch vor dir, Und du erhebst mich wieder. Ich denk' in meiner tiefen noth An deine liebe bis zum tod; Di, die wird mich erhalten. 3. Jch bin an deinem leib ein glied Deß tröst' ich mich von herzen. Erbarmer der mich leiden sieht, Du linderst meine schmerzen. Und sterb' ich nun, so sterb ich dir, Ein ew'ges leben haft du mir Durch deinen tod erworben. 107 daß ich vielleicht Allhier noch zu leben habe? Dent, o mensch an deinen tod, Säume nicht, denn eins ist noth. nism Mel. Isus, meine zuversicht: e. eine lebenszeit ver 240. eil' ich zu dem grabe; Und was ist's, 3. Nur ein herz, das gutes liebt; Nur ein ruhiges gewissen Das vor gott dir zeugniß giebt, Wird dir deinen tod versüßen; Dieses herz von gott erneut, Giebt im tode freudigkeit. Freunde hülflos um dich beben: Dann 4. Wenn in deiner letzten noth wird über welt und tod Dich dies reinte berz erheben. Dann erschreckt dich kein gericht, Gott ist deine zuversicht. 6. Ueberwind ihn durch vertrau'n, Sprich: ich weiß, an wen ich gläube; Und ich weiß, ich werd' ihn schaun Einst in diesem meinem leibe. Er, der rief: es ist vollbracht, Nahm dem tode seine macht. df: nor donis 7. Tritt im geist zum grab oft hin, Siehe dein gebein versenken; Sprich: herr, daß ich erde bin, Lehre du mich 4. Du, herr, erstand'st, so werd' selbst bedenken, Daß ich täglich weiauch ich nicht in dem grabe bleiben; ser fei, Bis zum tode dir getreu. Ja, deine auffahrt lehret mich Dies wir Hace Gmif, adsour midad todesfurcht vertreiben. Wo du bist, Mel. Wer nur den lieben gott 20. da komm' auch hin, ich bei 241. Mein gott! ich weiß wohl, dir stets leb' und bin. Ich gehe hin mit freuden. wusste Tids, Gui 5. Dein bin ich, dein in ewigkeit. Mich soll das grab nicht schrecken. Ich ruh; nach kurzer zwischenzeit Wirst du mich auferwecken. Dann will ich dir, o gottessohn, Du menschen freund, vor deinem thron Mit freudenliedern danfen.com daß ich sterbe! Ich bin ein mensch, der bald vergeht; Und finde hier kein solches erbe, Das ewig dauert und besteht. Drum zeige mir in gnaden an, Wie ich recht felig sterben kann. 1989) 2. Mein gott! ich weiß nicht, wann ich sterbe, Kein augenblick geht ficher hin; Wie bald zerbricht doch eine scherbe; Die blumen müssen bald verblühn. Drum mache du mich stets ich weiß nicht, wie ich bereit hier in der zeit zur ewigteit. fterbe, Die weil der tod viel wege hält 5. Ueberlaß des todes zeit Gott allein, und bet' und wache, Daß er dich zur ewigkeit Fertiger im guten mache. Uebe dich, recht fromm zu sein: Lerne dich des todes freun. 108 Erste Abtheilung. Dem einen wird das scheiden herbe, mel. Ih hab' mein sach' gott e. 3st Wenn jener fanft und ruhig fällt. 243. Mein leben fieht in gottes Doch wie du willst; gieb dabei, Daß ich wohl zubereitet sei. S hand; thu', was er mir heilsam fand; Er zählte mir, so wie mein haar, Schon eh' ich war, Auch meine lebensstunden dar. 4. Mein gott! ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher sand mein grab bedeckt, Doch, wenn ich nur das heil ererbe, Daß mich dein wort zum Leben wedt. So kann dies mir gleichgültig sein, Die erd ist allenthalben din. 5. Nun, liebster vater! wann ich sterbe So nimm du meinen geist zu dir. Denn, bin ich nur dein kind und erbe, And hab' ich jesum nur bei mir: So gilt mir's gleich und geht mir wohl, Wann, wie und wo ich sterben soll. Mel. Christus, der ist mein leben. 242. Mei ein jesus ist mein leben, Reißt schon der tod mich hin; Was sollt ich ängstlich beben; Der tod ist mein gewinn. 2. Wer an ihn glaubt, Wird selig; Dies wort steht ewig feft; Die frenden sind unzählig, Die es mich hoffen läßt. 3. Drum geh ich einst mit frieden Zu dir, o jesu christ! Von dir stets ungeschieden, Der du mein bruder bist. 4. Du kenneft meinen glauben, Und teine furcht noch pein Solt mir dies Kleinod rauben; Ich bin und bleibe dein 15. Durch ihn bin ich gereinigt, Durch ihn mit gott versöhnt, Durch ihn dir fest vereinigt Und bald mit preis gekrönt. 6. Wer kann dich g'nug erheben? Du hast, sohn gottes, dich Für uns dahin gegeben, und, wohl mir! auch für mich.edll and aun 2. Jch nütze mit zufriedenheit Die tage meiner sterblichkeit. Wie väterlich versüßt sie gott! Doch müh' und noth Sind ihr gefolg', und dann der tod. do dim 3. Die blume pranget und fällt ab; So blüht der mensch und sinkt ins grab. Nicht jugend schützt, nicht stand noch geld; Nichts in der welt Ist. was ihn dafür sicher stellt. 4. Wer rüstet mich mit muth und kraft Auf's ende meiner pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, O herr, kommt muth und ruhe mir. 5. Du bringst mich, steh' ich nur bereit, Zum sichern glück der ewigkeit. Wo man des kurzen grams vergißt, Wo mancher christ Schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd' auch ich, wenn's dir gefällt, Ein bürger der vollkommnen welt. Den meinen sag' ich auf dein wort: Gott, unser hort, Vereint uns bald auf ewig dort. 7. Den trost, o jesu; dank ich dir; Du brachtest ihn vom himmel mir. Du hast gefaget: ihr seid mein, Auch ihr sollt sein, Wo ich bin, und euch ewig freun. Mels Herr jesu chrift, mein's ac.do der du einft gestorben bist, Mein herz erhebt sich Und ruft und schreit: 244. 7. Geheilt ist nun mein schade. Im himmel ist mein theil. O theure hohe gnade! O unaussprechlich beil. jesus christ! 8. Bu bir, herr, will ich flehen, ganz zu dir, So lang ich fallen fann; Du kannst sei gnädig mir. d mein inn'res sehen, Und nimmst auch feufzer an. 9. Du selber hilfft mir ringen All mächtig hilfst du mir, Ins Leben durchzudringen; Und dann bleib ich bei dir. drs 10. D wohl mir! ich vollende Vielleicht bald meinen lauf, Und geb' in deine hände Den geist; du nimmst ihn auf.or id dot rid ligu 12. Des lebens letzte stunde naht; Mein leib und jedes glied ist matt, Doch dich, der neu beleben kann, Bet' ich mit frohem glauben an. 3. Dein wahres wort, herr, sei mein licht! Mein glauben an dich wanke nicht; Mein herz verlange nur nach dir; Und deine huld sei alles mir. 4. Und wann des grabes dunkle nacht dem schwachen herzen bange macht; 21. Vom Tode. So rufe du dem Herzen zu: Ich lebe, leben sollst auch du. 5. Mein trost jei, wann der tod mir dräut, Unsterblichkeit! unsterblichkeit! Wer an dich glaubt, der stirbet nicht; Jhn schreckt kein grab und kein gericht. 6. Der erde schnell vergänglich's glück, Und allen schmerz laß ich zurüld; Dring ewig frei von aller noth, Ins freudenleben durch den tod. 7. Der gott, der mich so zärtlich liebt, Der vater, der so gern vergiebt, Vergiebt nach seiner großen huld, Mir die mit ernst bereu'te schuld. 8. Herr! viel vergebung ist bei dir. Ja, du vergiebst, herr jesu, mir; Verzagen müßt' ich ohne dich, Du aber, jesus, tröstet mich 9. Für mich vergoffest du dein blut; Was ich verdorben, machst du gut; Von jeder sünde machst du rein; Bom tode kannst du mich befrein. 10. Ich werfe mich in deinen schooß. Herr! Hrr! denn deine huld ist groß: Du nimmst gebeugte sünder an, Und hilfst, wo niemand helfen kann. 11. Mich leitet deine treue hand Sanft bin ins beßre vaterland. 3ch sterb', um, heiland, dich zu sehn; Ich sterb', um herrlich aufzustehn. 109 mehr, als wir, Hat er auf der erd' gelitten. Laß uns gläubig auf ihu sehn, Und durch ihn im tampf beftehn. 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach! nur eine kurze stunde, Gegen jene ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese stunde, Die gott noch verkürzen kann, Unser ew'ges schicksal an. 5. Gieb uns weisheit, herr, und kraft, Diese stunde wohl zu nüßen; Und beim schluß der pilgrimschaft Wolleft du uns unterstützen, Daß wir freudig auf dich sehn, Und getroft zum tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der welt, Daß du uns wirst auferwecken: Diese kraft der bessern welt Laß uns, wann wir sterben, schmecken! Flöß uns muth und ruhe ein, Selbst im tode froh zu sein. d. G 7. Wenn wir um einst auch zut ruhu, Zu den toden gottes gehen: Woll'st du mehr noch an uns thun, Als wir bitten und verstehen. Auch für unsre todesnacht Riefst du einst: es ist vollbracht. 12. 3u frommen seelen eil' ich hin, Wenn ich dir ganz ergeben bin. Und wen mir früh der tod geraubt, Den find' ich, hat er dir geglaubt. elig find des himmels erben, Die todten, die im herren sterben, Bur auferstehung eingeweiht! Nach den letzten augenblicken Des todesschlummers folgt entzücken, Folgt wonne der unsterblichkeit! Im frieden ruhen fie, 13. O frohe aussicht, nahes ziel! Los von der erde müh! Gelobt sei Wie warten mein der freuden viel! gott! Vor seinem thron, Zu seinem Wie selig bin ich wenn mein geist sohn, Begleitet ihre tugend sie. Sich dieser hütte bald entreißt. Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. 246. 2. Doch du willst's; wir leben noch Mühsam hier in pilgerhütten. Alle trugen einst dies joch, Die des lebens tron' erstritten. Endlich aber führt der tod uns auch hin zu dir, o gott. 3. Jesus selber lebte hier Vormals auch in pilgerhütten. Noch unendlich Eigene Melodie. Mel. Jesus, meine zuversicht ze. 245. Selig, gott! find die, 247. Was sorgst du ängstlich für dein leben? Es die nun Schon im gott gelassen übergeben, Ist wahre friedenvollen grabe Von des lebens ruh' und deine pflicht. Du sollst es arbeit ruhn', Und sich deiner größten lieben, weislich nützen, Es dankbar, gabe, Eines ew'gen Lebens freun. als ein glück, besitzen, Berlieren, als Wöchten wir es auch schon sein. verlörst du's nicht. 2. Der tod soll nicht dein herz erschrecken; Doch, dich zur weisheit zu erwecken, Soll er dir stets vor augen sein. Er soll den wunsch zu leben mindern; Doch dich in deiner pflicht nicht hindern, Vielmehr die kraft dazu. verleihn. 110 3. Ermattest du in deinen pflichten: Mel. Wenn mein fündlein zc. So laß den tod dich unterrichten, 248. Mann einst mein fterWie wenig deiner tage sind. Sprich: bend auge bricht, follt' ich pflichten wohl verschieben? Mein letzter hauch verschwindet, Mein Nein, meine zeit, sie auszuüben, Ist leib erstarrt, und selbst es nicht, Daß kurz und sie verfliegt geschwind. er entschläft, empfindet; Wann um mich, den entschlummernden, Gott, alle meine lieben stehen, Und traurig zu dir weinen. 4. Dent' an den tod, wenn böse triebe, Wenn lust der welt und ihre liebe Dich reizen, und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben, und könnt' ich auch die welt ererben, Beging' ich doch solch übel nie Erste Abtheilung. 2. Dann, vater, nimm ihn auf, den geist, Der freudig zu dir fliehet, Der dankbar deine gute preist, Daß er den tod nicht siehet: Und tröste die betrübt um mich Mit thränen tlagen; laß sie sich Mehr meiner wonne freuen. 3. Mein hingefallner leib bleibt hier, Jhn wird das grab verschließen. Wohl mir; das grab wird dennoch dir Ihn wieder geben müssen. Du fommst, erwecker! deiner macht, Die ihn aus nichts hervorgebracht, Kaun auch aus staub ihn bauen. 4. Wie könnt ich trauern, daß in tod Mein leib zu staub vermodert? Wie könnt' ich tlagen, da ihn gott Bom tode wieder fordert? O hoffnung, daß nach kurzer ruh' Mein leib erwacht, wie groß bist du, Und welch' ein trost in tode. 5. Dent' an den tod, wenn ruhm und ehren, Wenn deine schätze sich vermehren, Daß du sie nicht so heftig liebst. Dent' an die eitelteit der erden, Daß, wenn sie dir entrissen werden, Du dann dich nicht so sehr betrübst. 1 6. Denk an den tod bei frohen tagen. Kann deine lust sein bild vertragen; So ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein vergnügen zu verfüßen: Welch glück werd' ich erst dort genießen, Wo ich unendlich leben soll. 7. Denk' an den tod, wenn deinem leben Das fehlt, wonach die reichen streben; Sprich: bin ich hier, um reich zu sein? Heil mir, wenn ich in christo sterbe, Dann ist ein unbefleck- 5. Des todes schmerzen, gott, will tes erbe, Dann ist des himmels reich- ich, Wann er nun kommt, nicht achthum mein. ten; Mit glaubensvollen blick auf dich Nach meinem ziele trachten, Und mich dem tode freudig nahn. Mein himmlisch kleinod zu empfah'n, Das jesus mir erworben. 8. Dent' an den tod, wenn leiden kommen; Sprich: alle trübsal eines frommen Ist zeitlich und durch hoffnung leicht. Ich leide; doch von allem bösen Wird mich der tod bald, bald erlösen; Er ist's, der mir die krone reicht. In eigner Melodie. oder: Wer nur den lieben gott ze. 249. Wer weiß, wie nahe 9. Dent' an den tod, wenn freche rotten Des glaubens und der tugend mir mein ende! spotten, Und lasterstolz ihr haupt er- zeit geht hin; es kommt der tod. Ach, höhn. Sprich bei dir selbst: gott trägt wie geschwind auch, wie behende Kann die spötter; Doch endlich ist für sie kommen meine todesnoth! Mein gott, tein retter, Wenn sie nicht hier noch ich bitt durch christi blut, Mach's fich gehn. nur mit meinem ende gut. in 100 g suche dir in allen fällen 2. Es kann vor nacht leicht anders werden, Als es am frühen morgen war; So lang' ich lebe auf der erden, Leb' ich in steter tod'sgefahr. Mein gott ic. 3. Herr! lehr mich stets ans ende denken, Und laß mich, eh' ich sterben Den tod oft lebhaft vorzustellen, So wirst du ihn nicht zitternd scheun: Dannt wird er dir ein troft im tlagen, Ein weiser freund in guten tagen, Ein schild in der versuchung sein. 21. Vom Tode. muß, Das heil der seele ken. Ja nicht verschieben Mein gott 2c. Ho 4. Laß mich doch bald mein haus bestellen. Daß ich bereit sei für und für, Und sagen könn' in allen fällen: Herr! wie du willst, so schick's mit gott 2c. wohl bedenmeine buß'. niet torn@ 5. Gieb mir ein brünstiges verlangen Nach deinem himmel; laß o gott, Mich fest an meinem heiland Hangen: So überwind ich leicht den tod. Mein gott 2c. 6. Ach, vater! deck' all meine fünden Mit dem verdienste christi zu. Damit ich hier vergebung finde, Und dort bei dir vollkommne ruh. Mein gott 2c. 7. Nichts ist's, das mich von jesu scheide, Nichts, es sei leven oder tod; Er bleibt im leiden meine freude, Mein schutz, mein alles in der noth, Mein gott 2c. 8. So komm mein end' heut oder morgen; Ich weiß, daß mir's mit jesu glückt. Er ist's, der mich in allen sorgen, Er ist's, der mich im tod erquickt. Drum glaub ich fest: durch christi blut Mach's gott mit meinem ende gut. $ 111 um sein lager weinen, Ermahnt und tröstet sie; Und seiner treue wegen, Erfüllt gott seine segen, Und weichet auch von diesen nie. s 3. Sein ruhiges gewissen Bebt nicht vor finsternissen Der bahn, die er nicht kennt. Die schreckensvollen pfade Erleuchtet ihm die gnade Des gottes, den er vater nennt. 6. Gott! laß mich ernstlich streben, So in der welt zu leben, Wie man dies glitck erwirbt: Damit ich, als erbe So freudig, wie ein frommer stirbt. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher 2c. 251. Wie ungewiß ist, herr! Der wall3. Hilf, daß auf's vorgesteckte ziel Mein auge stets ich kehre, Daß nicht der weltluft eitles spiel Mein schwaches herz bethöre. Und sieht dein auge, daß mein schritt Noch nicht den rechten weg betritt, So wollst du, herr! in Mel. In allen meinen thaten 2c. 250. Wie fanft sehn wir den zeiten Auf folchen weg mich feiten. frommen, Nun bald der erd' entnommen, Sich seinem ziele nahn! Wo sich des lebens freuden Vom frechen fünder scheiden, Da gehn des christen freuden an. 4. Daß ich mich vor der talten hand Des todes nicht entfärbe: So mache mich mit ihm bekannt Vorher noch eh' ich sterbe. Laß mir sein bild vor augent fein, Damit ich lerne sünden scheun, Die das gewissen schrecken. Und todesfurcht erwecken. 2. Er freut sich auf sein ende, Und hebt voll dank die hände Zu seinem 5. Gieb, daß ich dich mit frohem vater auf. Gesichert vor verderbenmuth Als meinen gott betrachte; HinKann er nun fröhlich sterben. Nach einem wohl vollbrachten lauf. gut, gegen freude, glück und Nicht als mein eigen achte: So wird mein tod mir angenehm, Ein schlaf mir sein, und nichts von dem, Was du mir hier verlichen, Mein herz zur erde ziehen. 4. Kein angstgeschrei mit thränen, Kein unruhvolles stöhnen Quält sein gelaßnes herz. Es ist zu gott erhoben, Empfängt den trost von oben, Und fried' und freude in dem schmerz. 5. Er segnet froh die seinen, Die fahrt auf der erde? Ob ich noch wenig oder viel An tagen zählen werde, Das weiß ich nicht; du weißt's allein. Ich kann vielleicht der nächste sein, Vom abgetürzten leben Ein beispiel abzugeben. 2. Befrei mich, gott! von wahn und dunst, Von irdischen beschwerden, Und lehre mich die große kunst, Bei gräbern klug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, Wie viel von seinem tod abhängt, Und der dazut in zeiten Sein herz sucht zu bereiten. in 6. Laß des erlösers herrlichkeit Mit hoffnung mich erquicken, und mitten in der dunkelheit Mich diesen troft er blicken. Dann nimm, herr! nach vollbrachtem Lauf Den geist aus dieser hütte auf, Die einst im reich der deinen Wird nengebaut erscheinen. Tomonop $ 112 du Mel. Wie schön leuchtet der ic. 252. Wie ie wird mir dann, mein beiland, sein, Wenn ich, mich deiner ganz zu freun, In dir entschlafen werde! Alsdann werd' ich auch ganz befreit Von fünde und von erde. Mel. Mitten wir im Leben sind ic. Mir, Fren' dich Innig, Meine jeele, und 253. Wir der er bilger, sind Mit dem tod umpfangen. Ach wer nimmt sich unser an, Daß wir gnad' erlangen? Das thust du, herr, alleine. Es reut uns unsre missethat, Die dich, herr, erzürnet hat. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barmherziger tröster! Du ewiger gott! Laß uns gnade finden, Mlach uns recht zum tod bereit; Erbarm dich unser. Erste Abtheilung. erwähle, Schon hienieden, Was dir dient zum ew'gen frieden. 2. Besiege Denn des todes grau'n, Mein geist, er ist ein weg zum schaun In jenem bessern leben. Er fei dir nicht mehr fürchterlich! Zum allerheiligsten wird dich Der herr dadurch erheben. Hier wird Dein hirt, Nach den thränen, Nach dem sehnen, Dich erlöpen, Völlig und auf immer trösten. 3. Herr, herr! ich weiß die stunde nicht, Die mich, wenn nun mein auge bricht, zu deinen todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre macht, Eh' ich dies flehen noch vollbracht, Mein lob dir ausgestammelt. Mach mich Fertig! Ich befehle Meine seele Deinen händen; Laß mich meinen lauf gut enden. genoß der herrlichkeit, nicht mehr ein mensch von erde. Preis vir! Daß mir Durch dein leiden Jene freuden Offen stehen; Ewig will ich dich erhöhen. 2. Bei dem sterben werden uns Unsre sünden schrecken! Ach! wer wird, wer wird uns dann Bor'm gerichte decken? Das thust du, herr, alleine, Denn wegen unsers heilands tod Finden wir nun guad' bei gott. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barmherziger tröster! Du ewiger gott! Sei von uns nicht ferne In der allerletzten noth! Erbarm dich unser.d 3. Ach, wenn uns in dieser angst Unsre sünden treiben: Wo, wo fliehen wir dann hin, Daß wir sicher bleiben? zu dir allein, versöhner! Vergossen ist dein heil'ges blut, Das g'nug für die sünde thut. Heiliger schöpfer, gött! 5. Wie wird mir dann mein heiland Heiliger mittler, gott! Heiliger barmsein, Wann ich mich deiner ganz er- herziger tröster! Du ewiger gott! Hilf freun, Dich dort anbeten werde? Dann uns überwinden Durch des rechten bin ich frei von fünd' und leid, Ein mit- glaubens fraft; Erbarm dich unser. Rod 3dsp 4. Vielleicht find meiner tage viel; Ich bin vielleicht noch fern vom ziel, An dem die krone schimmert. Bin ich von meinem ziel noch weit; So sei mein leben dir geweiht, Bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir Ganz mein leben zu ergeben, Daß ich droben Dich ohn' ende könne loben. modo] 22) Von der Auferstehung der Todten. Mel. Was gott thut, das ist c.melreich Ich ewig werde leben, Mit ch 254. freue mich der frohen herrlichkeit umgeben. ich werd 3. Der du die auferstehung bist, Du bist's, auf den ich traue; Ich weiß, daß ich durch dich, herr chrift, Einst auferweckt, dich schaue. Auch werd ich nicht vor dein gericht, Wie die, die dich verschmähen, Mit angst und schrecken treten. erstehen. Dann werd' ich in der herr lichkeit Dich, gott mein heiland sehen. Dann werd' auch ich, O herr! durch dich, Vereint mit allen frommen, Zur em'gen rube fommen. island 2. Ja, herr, du führst sie einst heran, Die stunde der erlösung; Die stunde, da ich hoffen kann Trost, freiheit und genesung! Da engeln gleich, Jm him4. Ich hoffe dann mit freudigkeit Vor dir, mein haupt zu stehen, Und mit dir in die herrlichkeit Frohlockend 113 6. Dann werd' ich in hellem licht Scine große lieb, erkennen; Und wie Et freudig werd' ich nicht Ihn dann meinen retter nennen, Wann er von der sterblichkeit Nun auf ewig mich befreit. 7. Was verweslich ist, vergeht; Fleisch und blut kann gott nicht sehen. Irdisch wird mein leib gefä't, Himmlisch wird er auferstehen. Erst verweset mein gebein; Dann wird's unverweslich sein. 8. Seid getroft und hocherfreut! Jesus kennt uns, seine glieder Christen, wehrt der traurigkeit! Sterbt ihr, icfus ruft euch wieder. Dann verlassen wir die gruft, Wann uns gott aus solcher ruft. 9. Wo ist dein triumph, o tod? Nimm den staub hin; ohne grauen Folgen wir, wir werden gott Und auch unseru jesum schauen. Dann wird schwachheit und verdruß Liegen unter unserm fuß. 10. Laß uns nur den geift erheb'n Von den lüsten dieser erden, Und uns 256. Denn wer schon hier dem ergeb'n, Dem wir seiner sich will freun, muß hier rein und heilig sein. 22. Von der Auferstehung der Todten. einzugehen. D hilf mir doch Aus gnaden noch Zum glück der ewigteiten Mich würdig zu bereiten. Mel Christus, der ist mein leben ic. ch 255. geh einst ohne beben Zu meinem tode hin; Denn christus ist mein leben Und sterben mein gewinn. 2. Ich scheue nicht die schrecken Der freudeuleeren gruft; Der wird mich auferwecken, Der mich zum grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuscheiden, Auch heute schon mein gott; So geh' ich bin mit freuden, und sterb' auf feint gebot. 4. Jch hoff ein besres leben, Das nimmermehr verfließt. Ein leib wird mich umgeben, Der ewig herrlich ist. 5 Dann eil ich dir entgegen, Mein triumphirend haupt! Und seh' entzückt den segen Des heils, das ich geglaubt. In bekannter Melodie Resus, meine zuversicht, ihm leben! Diefes weiß ich; sollte nicht Sich mein herz zufrieden geben, Was die lange grabesnacht Mir auch für gedanken macht? 2. Jefus, mein erlöfer lebt, und 257. ich kann ihm sicher er mich zu sich erhebt: Warum follte mir denn grauen? Lässet auch dies haupt ein glied, Das es einst nicht nach sich zicht? 3. Ich bin durch des glaubens band 31 genan mit ihm verbunden. Er. der auch den tod empfand, Hat für mich auch überwunden. Er erstand! und einft erwacht Auch mein Leib durch seine macht. 4. Ich bin staub und muß daher Wiederum zu staube werden. Dieses weiß ich, aber er Weckt mich wieder aus der erden, Daß ich in der herrlichkeit Wei ihm sei in ewigkeit. 5. Da wird mich, statt dieser haut, Ein verklärter leib umgeben, Für die neue welt gebaut, Und geschickt zum bessern leben; und in diesem leib seh' ich Meinen jefum ewiglich. 12191 Evangel. luth. mel. Wenn mein stündlein c. Mein heiland lebt; er hat macht Des todes ganz bezwungen Und siegreich aus des grabes nacht zu gott sich aufgeschwungen. Er ist mein haupt; sein sieg ist mein. Sein soll mein ganzes leben sein, Und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein wort hält, Den tod, o jesu! schauen. Das ist's, was mich zufriedenstellt, Selbst bei der gräber grauen. Ich bin getrost und unverzagt, Weil du den deinen zugesagt: Ich leb' und ihr sollt leben. 3. Wird gleich mein leib des todes raub, Er wird doch wieder leben, Und einst aus der verwesung staub Sich neugebild't erheben, Wenn du, o großer lebensfürst, Einst deinen todten rufen wirst, Zum leben aufzuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann Vor dir, mein heiland, stehenk 8 mida ad 114 Dann nimmst du mich mit ehren an; Läff'st in dein reich mich gehen. Fort hin von feiner last beschwert, Hingegen herrlich ganz verklärt. Leb' ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein fel'ges theil ist mir In jener welt bereitet! Der freuden fülle ist bei dir. Von dir, o herr, geleitet, Werd ich in deinem himmelreich Unsterblich, deinen engeln gleich, Vollkommne lust genießen. 6. Dennt, wo dit bist, da follen die, Die hier dir folgen, leben, und ewig frei von schmerz und müth, Bon feligen umgeben, Genießen deiner herrlichkeit. O was sind leiden dieser zeit, Herr, gegen jene freuden. 7. Laß die zukünft'ge herrlichkeit Mir stets vor augen schweben, Und oft in dieser prüfungszeit Mein herz dahin erheben, Wo teine schwachheit uns mehr drückt, Wo wir, der sterblichkeit entrückt, Frohlockend vor dir wandeln. note 88 3. Ew'ges Lob sei dir gefungen! Wir sind zum Leben durchgedrungen! Am ziel sind wir beim großen lohn. Christus strömt der freuden fülle Auf uns, wir schaun ihn ohne hülle, Jhn, unsern freund und gottessohn. Rein auge sahe sie, Dem ohr erscholl sie nie, Diese wonne. In ewigkeit Sei dir geweiht, Herr! unser dank und lob und preis. blir drygt ne ing Mel. Wer nur den lieben gott st. ober: Du weiser schöpfer 2c. 259. Warum erbebst du, meine seele. Bei dem gedanErste Abtheilung. 8. Erwecke mich dadurch zum fleiß, Der tugend nachzustreben, Und als ein christ, auch dir zum preis, Nach deinem wort zu leben. Und fühl' ich hier noch noth und schmerz. So tröste felbst damit mein herz: Es ko.nmt ein beßres leben. ten an das grab? Nicht dich umschließt einst seine höhle; Nur deine hütte sinkt hinab. Sie schuf der allmacht wink aus staub; Drum wird sie der verwesung raub. 2. Du, zur unsterblichkeit erlesen, Schwingst dich empor zu gottes licht, Und schaust den ursprung aller wesen Von angesicht zu angesicht; Bewunderst deines gottes macht In jener u jene welten bau und pracht. 3. Dann, seele, wirst du das verstehen, Was hier kein weiser mund erklärt: Was hier vollkommen einzusehen, Des wissens trieb umsonst begehrt. Dann täuscht dich wahn und irrthum nicht, Und selbst die finsterniß wird licht. Mel. Wachet auf! ruft uns die sc. 258. Machet anf, ruft einst die stimme, Des sob nes gottes allmachtsstimme; Verlaßt, ihr todten, eure gruft! Wachet auf, erlöste fünder, Versammelt guch, ihr gottesfinder! Der welten Herr ist's, der euch ruft. Des todes stille nacht Ist nun vorbei, erwacht, Unb lobt den Herrn! Macht euch bereit 34r ewigkeit Sein tag, sein großer tag ist da. 2. Erd' und meer und hölle beben, Die frommen stehen auf zum leben, Zum neuen leben stehn sie auf! Jhr verföhner kommt voll klarheit, Vor ihm ist guade, treu' und wahrheit, Des glaubens lohn frönt ihren lauf. Mel. Befiehl du deine wege C. oder! Balet will ich dir geben 2c. Licht ist um deinen thron und leben. 260. Wenn einst in me em gottes sohn! Preis dir, grabe löser! dir, Dir folgen wir zu deines nacht Ich durchgeschlummert habe, vaters herrlichkeit. So weckt mich jesu macht, Giebt 4. Dann wirst du den, ach, den erblicken, Den hier allein der glaube sieht; Den, der dich ewig zu beglücken, Für deine sünd' am freuz verschied. Dann jauchze, daß kein wahn, kein spott Dich hier getrennt von deinem gott. 5. Wann nun der tag des Herrn erscheinet, Verläßt dein leib der gräber ruh. Zum zweitenmal mit dir vereinet, Wird er unsterblich, so wie du. seele, zittre darum nicht, Daß deiner hütte bau zerbricht. 23. Vom jüngsten Gericht. 115 thin sil mil diesem leib aus staube e Des himmels| stehen, Die in dem keime war. Es herrlichkeit. Otroft! den mir der glaube An gottes wort verleiht. wächselt jede blume Aus ihrer saat Hervor: Zu seiner allmacht ruhme Steht sie in neuem flor. ni bi 2. Es soll mir diesen glauben, Der fest, als felsen ruht, Kein spötter jemals rauben, Kein feind, kein zweifelmuth. Es mag der unchrist beben, Sintt er in tod und gruft: Ich kenn' ein neues leben, Wozu mich jesus ruft. 6. Kann gott denn nicht auch machen, Daß einst aus tod und gruft Die glieder neu erwachen, Wann seine stimme ruft? Gs werden diese glieder, Wie samen ausgefä't, Gott will: fie leben wieder; Der neue Leib entsteht. 3. Den heiden hier auf erden War dieser trost verdeckt, Daß wir dereinstens werden Aus tod und grab erweckt. Sie, die das licht nicht hatten, Das uns der tag gebracht, Umgaben todesschatten Und furcht der grabesnacht. 7. Ich frag' nicht nach dem spotte Verwegner zweifeler, Und weiß von meinem gotte: Er ist des todes herr. Daß todte leben sollen, Ruht ganz in seiner macht; Und sollt er nicht auch wollen, Daß einst mein leib erwacht? atim de misd jubant time 8. Die aus des grabes banden Gott 4. Des spötters fühnes lachen Veschimpft ihn selber nur. Es sind gar leichte fachen Dem schöpfer der natur, Den keib neu zu beleben, Den er aus| eb'mals schon erweckt. Und jesum, staub erschuf; Ihm klarheit auch zu der erstanden, Da er den tod geschmeckt, geben Durch seiner allmacht ruf. Betrachtet unser glaube, Und siegreich rühmet er: Auch uns weckt aus dem staube Zum leben einst der herr 5. Aus samen, den wir sän, Läßt gott ja alle jahr Die neue frucht ent23) Vom jüngsten Gericht. Mel. Dewigkeit, du donnerwort ac. 261. Gh rhöhter jesu, gottes sohn! Der du schon längst den himmelsthron, Als herrscher eingenommen, Dit wirst dereinst zu rechter zeit In großer kraft und herrlichkeit Bom himmel wiederkommen. Gieb, daß dann froh und mit vertraun Dich, berr! auch meine augen schaun. 2. Hier faßt fein sterblicher die pracht, Die deinen tag einst herrlich macht; Wie groß wirst du dich zeigen, 8 pimo for dic bösen schmach und pein, Den frommen aber führst du ein In das verheißne leben. Dann zeigt die that, herr jesu christ, Daß du der erden richter bist. 5. Ogieb, wann dieser tag erscheint, Das ich in dir dann meinen freund Und treuen heiland finde; Daß ich mit freuden vor dir steh, Und mit dir in den himmel geh Ganz frei vont aller fünde! Wie wird dein anblick mich erfreun! Wie werd' ich dann so selig sein. nepopis Mit deiner engel heer erscheinst. Die selbst sich vor dir beugen: Dann sieht die welt die majestät, Dazu dich gott, dein gott, erhöht. 3. Dann tönt dein ruf in jedes grab Mit allmachtsvoller fraft hinab, Und schafft ein neues Leben. Auf deinen wink muß erd' und meer Das große unzählbare heer, Der todten wieder Sie beseelt Nun alle auf und feiner fehlt 4. Du sammelst sie vor deinen thron Um jedem den bestimmten lohn Nach seiner that zu geben, Dann trifft den Und was dein wort von mir begehrt, Das laß mich treulich üben. Dich, den der ganze himmel preist, Dich müffe hier auch schon mein geist Aus allen träften lieben: So schreckt mich deine zukunft nicht, So hab' ich muth auch im gericht. mism of all mist Mel. Es ist gewißlich an der zeit 2. 262.& r tommt, er tommt zum weltgericht, Der heiland, den wir ehren: weigert euch, erlöfte, nicht, Jetzt auf sein wort zu hören. Wer hier nicht seine stimme 8* 116 hirota hört, und sie nicht mit gehorſam ehrt, lebens wegen einem ziel entgegen. Wird nicht vor Erste Abtheilung. 2. Herr, laß mich deiner majestät Mit wahrer freude dienen! Wie herrlich dich dein gott erhöht, Ist zwar noch nicht erschienen; Doch was uns hier verborgen war, macht jener tag uns offenbar, An welchem du er fcheineft. 3. Da, wann vor dir die erde bebt, Und unter deinen füßen Sich alles, was dir widerstrebt, Wird völlig bengen müssen; Wann alle engel vor dir stehn; Da wird auch jedes auge fehn, Wie hoch dich gott erhoben. 4. Da werden herr, auf dein geheiß, Die tobten wieder leben: Dein feind mit furcht dein freund mit preis Sich aus dem grab erheben; Und wer wird da, herr jesu christ, Daß du der herr des lebens bist, Noch ferner leugnen können? duoly 191 5. Wer spottet dann noch deiner traft, Wann du, die hier dich fliehen, Für ihre schuld zur rechenschaft Mit majestät wirst ziehen? Wie wird, wann dich ihr aug' erblickt, Und sie dein strafgerichte drückt, Der spötter heer verstummen.; as 6. Und wann du dann die deinen nun Mit preis und ehre zierest, Sie ewig ihnen wohlzuthun, zu deinem himmel führest: Wie völlig wird's dann offenbar, Daß es in deinen Händen war, Die deinen zu beglücken. 7. Gieb, daß ich dann, herr jesu chrift, Mit freuden vor dir stehe, Und dir, der du so herrlich bist. Getrost entgegen sehe. Wann deiner seinde rotte zagt, Von reu' und angst und furcht geplagt, Dann jauchze meine seele. 8. ich dies mag, So laß in dieſem leben, heiland, deinen großen tag Mir stets vor augen schweben Er reize mich, der mich zu weihn, In deinem dienste treu zu sein, Und so mein heil zu hoffent. Mel. Straf mich nicht in deinem 2c. eigen Dein ist auch 263. Het Mel. Ach herr! mich armen 2c. 264. Du richter aller welt! Das Dem thor sei's ein gedichte, schwachen nur gefällt: Mich soll sein wahn nicht stören, Weil mich dein göttlich licht, und mein gewissen lehren: Du haltest einst gericht. 2. dann err, ich vor deines armes fraft. Hert, alle 2. Einst kommst du mit großer fraft Zum gericht auf erden: Dann soll ich zur rechenschaft Dargestellet werden. Dein gericht Schonet nicht, Richter aller welten! Denn du willst vergelten. mein leben; Mir zum heil und dir zum ruhm, Hast du mir's gegeben. 3. Weh dann mir in ewigkeit, Wenn ich deine gabe, Meine träfte, meine zeit Hier gemißbraucht habe! Weh dann mir, Hab' ich hier Dein geschenk verschwendet, Und nicht angewendet. 4. Möchte täglich dein gericht Mir vor augen schweben; Möcht' ich mich stets, meiner pflicht Treu zu sein, bestreben! Daß ich nie Thöricht sie Außer augen setzte, Noch mit fleiß 791409 verletzte. 5. Lehre mich gewissenhaft Meine tage zählen, Eingedenk der rechenschaft, Nur was gut ist, wählen! Gieb, daß ich Ernstlich mich, Täglich und auch heute, Zum gericht bereite. 6. Zeigt sich erst die ewigkeit Furchtbar in der nähe, O! dann ist es selten zeit, Daß ich in mich gehe: Wann der tod Mir schon droht, dann ist gewißlich Meine buße mißlich. 7. Mein gewissen strafe mich Gleich für jede sünde, Mittler, daß ich bald durch dich Gnade such' und findet Rufe du Dann mir zu: Alles ist vergeben! Sünder, du sollst leben. 8. Dann werd' ich auch im gericht Vor dir, herr, bestehen, und vor deinent angesicht Freud' und wonne sehen. Ewig dein Werd' ich sein, Und mich, dich zu lieben, Ewig ewig üben. menschenkinder Ziehst du zur rechenschaft. Du rufst, und sie erscheinen 23. Vom jüngsten Gericht. Vor deinem richterthron. Den sün-| fünder, die dich hier geschmäht, Gehn dern und den deinen Giebst du gerechten lohnt. ideut saring, nopol n3 dann gewiß zur höllen. Da trifft ſie unerforschte pein; Wer wird dann noch ihr retter sein? Ihr warten ist verloren.del 3. Frohlockend sehn die frommen Dein göttlich angesicht; Schon hier dem fluch entnommen, Bagt ihre seele nicht. Nun triumphirt ihr hoffen; Erlöst von aller müh', Sehn sie den hinimel offen, Und du, herr, segnest sie. 4. Wie angstvoll aber beben Die hier dein wort verhöhnt, Und durch ein sündlich leben Das eitle herz verwöhnt. Du giebst den sündenknechten Ihr theil in jener pein, Und führest die gerechten zu deinen freuden ein. 5. Drum laß, herr, dein gerichte Mir stets vor augen sein, und drückte fein gewichte Tief ins gewissen ein! Vor dir laß recht mich handeln Und hier zu aller zeit, So wie ein weiser wandeln, Der seinen richter scheut. 6. Ist dann dein tag vorhanden. Wird diese welt vergehn: So hoff' ich nicht mit schanden Vor deinem thron zu stehn. Du stellst' mich dann zur rechten von aller schuld befreit, Führst mich mit deinen knechten In 266. Wachet auf von schlaf Deine herrlichkeit. pm ISO ihr Erwacht! 5 denn euch, o menschenkinder, ErwarMel. Es ist gewißlich an der sc.ten tod und ewigkeit. Lohn und strafe, 265. Schon ist der tag von gott tod und leben wird der gerechte richbestimmt, Da, wer ter geben, Erwacht! noch ist zur buse auf erden wandelt, Sein loos aus zeit. Gerecht, gerecht ist gott, Er gottes Händen nimmt, Nachdem er hört der frevler spott Frevler, zittert! hier gehandelt. Er kommt, er kommt Wißt, was er spricht, Gereut ihn nicht, des menschen sohn; Er kommt und Er kommt gewiß und hält gericht. wolken sind sein thron, Den erdenkreis zu richten. 2. Hier, an dem rand der ewigkeit, Hier stehn die millionen, Die seit dem ersten tag der zeit Auf dieser erde wohnen. Nur dem allwissenden bekannt, Unzählbar, wie am meer der sand; Hier stehn sie vor dem richter. 3. Hier muß der falsche wahn der welt Der wahrheit unterliegen! Hier, wo das recht die waage hält. Wird teine bosbeit siegen; Hier ist zur buße nicht mehr frist, betrug und liſt; Vier gilt lein falscher zeuge. RII. 117 4. O herr, mit welcher majestät Wirst du das urtheil fällen; Die 5. Wie herrlich aber wird alsdann Der frommen werth erscheinen! Du herr, nimmst sie zu ehren an, Erklärst sie für die deinen; Und sie sehn mit erstauntem blick, Daß glaub' und lieb' das höchste glück Aus gottes huld ererben. bin 6. Sie gehn nun in das sel'ge reich, Das gott für sie bereitet, und sehr auf ewig, engeln gleich, Ihr wohlsein ausgebreitet. Das stückwerk wird voll kommenheit, Kein fummer, teine traurigkeit Stört forthin ihre freude. Ing 7. Mein heiland, laß mich dein gericht Oft und mit ernst bedenken! Es stärke meine zuversicht Wenn hier mich Leiden kränken; Es reize mich, gewiffen haft Und eingedent der rechenschaft Nach deinem Wort zu wandeln. drive is Mel. Wachet auf! ruft uns die ac. 2. Plötzlich wird sein zorn entbren nen; Dann wird der spötter ihn erkennen, Des vaters eingebornen sohn. Jauchzet, jauchzt ihr, seine frommen, Er wird zu eurem heile kommen Bald kommt er und mit ihm sein lohn; Euch richtet christus nicht. Er selbst ging ins gericht Für die fünder, Wir sind versöhnt, Mit gott versöhnt. Wer überwindet wird gefrönt.ing Solk 3. Seid bereit, ihn mit verlangen, Mit reinem herzen zu empfangen. Denn richter wird, vout böjarecen, Und der Sein die frommen, ganz erlösen, Von sünd' und tode sie befrein. Dann ist vollkomm nes heil Jn ewigkeit ihr theil. Jauch 118 ihr frommen, Seid ftets bereit Auf diese zeit Und singt gott dank in ewigteit. ustlog sa grup d nog stchizos Mel. Wer nur den lieben gott ze. oder: Du weiser schöpfer c. drienn 267. Wenn ich auf gottes wegen wanke, Und francheln will, so schrecke mich Der herzerschütternde gedanke: Gott richtet einst die welt und dich! Er hat's verkündigt; sein gericht Ist unausbleiblich, strauchle nicht. 2. Den weg der tugend, den ich walle, Sei rauh und steil: wo führt er hin? Bum himmel, wenn ich gott gefalle, Weil ich getreu und standhaft bin; Gestärkt, o gott, durch deine huld Bur selbstverläugnung, zur geduld. Erste Abtheilung. 3. Laß mich zu meiner seele sagen: Die welt vergeht mit ihrer luft: Bohl mir, wenn ich bei allen plagen, Mir teines frebels bin bewußt! Es kommt es fommt die ewigkeit, Die mich aus jeder noth befreit. week manis hat 6. Du hast in deinen armen britdern Barmherzigkeit an mir gethan; Ich nahm in meines Leibes gliedern Den segen deiner wohlthat an! Ktomm geb' ich dir dafür. nun, gesegneter, zu mir! Den himmel 7. Solch eine wonne wartet meiner, Wenn ich mit brüderlichem sinn, Den nächsten lieb' und gern mich seiner Erbarm', und jesu ähnlich bin. Gott, wer kann hart und lieblos sein? Betrübte sehn, und nicht erfreun? erbarmen Nie menschenfreundlich sich 8. Dort, dort trifft den, der ohn' beweist; Der. fühllos bei der noth der armen, Bedrängte nie erquict, noch speist; Den hungrigen sein brod nicht bricht, Ein unbarmherziges gericht. 9. Fühllose( wird der richter fagen), Verschlossen habt ihr eure hand, Verich hab' euch nie erkannt! Wer mich achtet eurer brüder klagen; Entweicht; bekennt, und doch nie sucht, Was menschen froh macht, sei verflucht.in chi 4. Denn jesus wird vom himmel 10. So wirst du jede sünde richtett, tommen: Ich werd ihn meinen hei- Die nicht bereu't ist; wenn du einst land, fehn, Jhn, wie er ift; mit allen Den übertretern ihrer pflichten In frommen aus meinem grab' auch auf deiner majestät erscheinst. Dann wird erstehn. Ihm werd' ich völlig ähnlich der fromme nur bestehn; Wer lastersein, Mich ewig meines glaubens freun. haft blieb, wird vergehn. 5. Ich werde seine stimme hören: 11. Gieb mir denn licht und muth Der du zu meiner rechten bist. Du und stärke, Damit mein glaube dir warft gehorsam meinen lehren; Nimm getreu, Geübt in jedem guten werke, hin, was dir bereitet ist! Sei treuer Bewährt und unverwerflich sei! So christ, den engeln gleich! Komm, erbe werd' ich ewig selig sein; Mich ewig meines vaters reich. p mot beiner, gott, erfreun. Nordis mes wil on milg HOT ist on our dot sadspuis 24) Von der Ewigkeit. Mel. Sei Lob und ehr dem 2c. dla oder: Lobsinget gott, dem zc. 268. Der freuben füll' iſt, gott, bei dir; Und in dem höhern leben Wird deine huld daraus auch mir zu voller g'nüge geben. Was mich mit reiner lust erfüllt, Was meiner seele sehnsucht stillt, Und sich ohn' ende mehret. 2. Dich lern' ich dann im hellern licht In deiner größe kennen, Und mit vollkommner zuversicht Dich meinen bater nennen. Mit hoher frende bet' ich dann Auf ewig bein erbarmen an. Das mich zum himmel führte.. 3. Wann mein erhöhter geist da sieht, Was ich dir zugetrauet; Wann er dein unumschränkt gebiet Noch heller überschauet: Gott. welche wonne ist dann mein! Wie werd' ich deiner da mich freun! Wie selig da mich finden. 4. Noch größre werte seh ich dann Bon deiner schöpfersgütte, Als ich auf erden sehen kann, Und mein entzückt gemüthe Berliert voll dant und freude 24. Von der Ewigkeit. sich In deiner herrlichkeit, die ich In vollem glanz erblicke. 5. Da werd' ich deinen gnäd'gen rath Noch mehr, als hier verstehen; Dir danken, daß du mich den pfad Der tugend hießeft gehen. Und selbst durch leiden dieser zeit Mich zu dem glückter ewigkeit So väter ich bereitet. 6. In unbefleckter heiligkeit Werd' ich dann, gott, dich lieben, und was deine wille mir gebeut, Mit frohem herzen üben. welche quelle reiner Lust Sich keiner fünde mehr bewußt, In allem richtig handeln. 7. Mein leib, aufs herrlichste verflärt, Mit himmelsglanz umgeben, Von allem frei, was ihn beschwert, Geschickt zum höhern leben, Auch der nimmt dann an allem heil Und an der hohen wonne theil, Die meinen geist entzücket. 8. Den hei and, den ich hier geliebt, Seh' ich dort, mir zur wonne. Die herrlichkeit, die ihn umgiebt, Ist mir und da er mein terr, mein freund, Durch den ich, golt, mit dir vereint, Stets neue freuden schmecke. 9. Mit allen bürgern jener welt, Die deinen thron umgeben, Werd' ich dort, ihnen zugestellt, In reinster freund schaft leben. Wie tlopfet dann in meiner brust Mein ganzes herz voll lieb' und lust, Die ich mit ihnen theile. 10. Ja, ewig ist, mein gott, bei dir Der freuden reichste quelle. Ich schöpfe d'raus, voll bleibt sie mir Stets voll auf alle fälle. Mein glück währt da in ewigkeit, Nichts fehlt ihm an vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen. 19 op Mel. Menn mein hündlein zc. 269. in fremdling bin ich in der welt, Und kurz sind meine tage: So manche noth, die mich befällt, Reizt mich hier noch zur flage, Doch, vater, jene seligkeit Verfüßt mir meine pilgrimszeit, Und stärkt mich selbst im leiden. 2. Jetzt, da die fünde mich noch drückt, Eeufst meine bange feele: Wie bald ist nicht mein herz berückt; Wer 119 merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, Ganz heilig nd ganz felig fein. Dies tröstet meine feele. 3. Wenn mich der zukunft schicksal schrect, Die noth der fernen tage! Wenn sie in mir die sorg erweckt, Ob ich sie auch ertrage: So mildert mir die ewigkeit Das furze elend dieser zeit, Daß nicht mein herz verzage. 4. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut Der tod mir näher winket; Wenn nach der arbeit dieser zeit Mein haupt zum schlummer sinket: So sterb' ich froh; die vigkeit Beigt mir des himmels herrlichkeit, Die alles übersteiget. Jou stop sid 5. Herr, diesen trost, der mich erfreut, Vermehr in meinem Herzen. Es stärke mich die seligkeit Bei meiner wallfahrt schmerzen. Sie sei in meinem tod mein heil Und einst mein längst gewünschtes theil, Wann ich vom tod erwache.ne Mel. Wer nur den lieben gott 270. Es ist noch eine ruh vorgott ergeb'nen geist, Wann er sich dieses körpers banden, Nach gottes willen einst entreißt, Und nun nicht mehr so eingeschränkt, Als hier auf erden, lebt und denkt. 2. Die, herr, zur dieser ruhe kommen, Wie selig sind doch alle die! In deinen himmel aufgenommen, Ruh'n sie von dieses lebens müh', Nach aller laft, die sie gedrückt. Wird ewig nun ihr herz erquickt. Habatk 3. Wie mütter ihre finder trösten, So segnet mit zufriedenheit Auch deine gnade die erlösten Nach überstand'ner übungszeit. Dann wird es ihnen offenbar, Wie gut fiets beine führung war. 4. Da schweigen alle ihre flagen; Da bringt mit frohem Lobgefang. Selbst für die ausgestandnen plagen. Dir ihre seele frohen dant. Nun jauchzen sie: es ist vollbracht! Der Herr hat alles wohl gemacht. 5. Forthin bekümmert sie tein leiden, kein schmerz, selbst feine furcht nicht mehr. Gott führt sie zu den höch Erste Abtheilung. AS 120 flen freuden, Und krönet sie mit preis und ehr". Dunausſprechlich füße uh! Wie du. neu besungen. Böllig Giebt sich Den nen. Den fie hier schon vater nennen. Der zu fent51150 5. Vor seinem antlik wandeln sie, Auf ewig frei von aller müh, Und schmecken seine güte. Hier stört den frieden ihre brust Und ihre tausendfache Lust Kein feindliches gemüthe. Kein neid, Kein streit Hemmt die triebe Reiner liebe Unter seelen, Die hinfort nun nicht mehr fehlen. 16. Gott! welche schar ist dort vereint! Die frommen, die ich hier beweint, Find ich dort alle wieder. Dort sammelt deine vaterhand, Die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine glieder. Ewig Werd' ich Frei von mängeln, Selbst mit engeln Freundschaft pflegen. D, ein umgang voller segen. 7. Da tomm' ich zu des menschen sohn, Der für mich starb, um deffen 60 methron Viel tausend sel'ge stehen. Der du der deinen wonne bist, Dich werd' ich da, herr jesu chrift, Auch mit entzücken sehen. Da wird, Mein hirt, Von den freuden nichts mehr scheiden Die du droben, Deinen freunden aufgehoben. 6. Wer kann hier deine gnade fas sen? Du willst den, der dich redlich Liebt, Nicht ewig in der unruh laffen, Die dieses leben noch umgibt. O, mach uns ja hier in der zeit Recht würdig für die ewigkeit. 7. Mein heiland, der du selbst auf erden, Der leiden joch getragen hast; Will ich des Lebens müde werden, Und fühl ich meiner bürde fast: So stärke mächtig meinen geist, Daß er dem unmuth sich entreißt. 8. Gieb, daß in hoffnung jener ruhe, Die gottes volt verheißen ist, Ich gern des vaters willen thue. Wie dur darin mein vorbild bist: So folget auf der leiden zeit Gewiß vollkommne seligkeit. bi Mel. Wie schön leuchtet der ic. 271. Mein ganzer geift, gott, wird entzückt, Wann er nach jenem himmel blickt, Dahin dein wort uns leitet; Wo deine milde vaterhand Aus neuen wundern wird erkannt, Die du da haft verbreitet. Mächtig Fühl ich Mich getrieben, Dich zu lieben, Der zum leben Jener welt mich will erheben. Rais 8. Wie selig werd' ich da erst sein! Wie sicher werd' ich mich dann freun! Dir ewiglich lobsingen. O jesu! herr der herrlichkeit! Du hast dies glück auch mir bereit't, Hilf mir es auch erringen! Laß mich Eifrig Darnach streben Und so leben Auf der erde, Daß ich dort ein erbe werde. Tod 2. Was sind die freuden dieser zeit, Herr! gegen jene herrlichkeit, Die dort bei dir zu finden! Du stellst uns hier auf erden zwar Viel wunder deiner güte dar, Daß wir sie froh empfinden; Doch hier Sind wir Bei den freuden Noch mit leiden Stets umgeben, Dort ist nur vollkomm'nes leben. Met. Wer nur den lieben gott zc. 16 s ober: Du weiser schöpfer ic. dar 3. Kein tod ist da mehr und kein 272. Nach einer prüfung furzer tage Führst du uns, gott, zur ewigkeit. Dort, dort verliert sich jede klage In himmlische zufriedenheit. Hier übst du unsern tugendfleiß, Dort aber reichst du uns den preis. grab, Dort wischest du die turänen ab Von deiner finder wangen. Da ist kein Leid mehr, fein geschrei, Denn du, o herr! machst alles neu; Das alte ist vergangen. Hinfort Sind dort Für gerechte, Deine tnechte, Reine plagen Mehr zur prüfung zu ertragen. 14. 3n deinem höhern heiligthum Erschallet deines namens ruhm Von Lauter frohen zungen. Da ftrahlt die herrlichkeit des herrn, Hier schaut man seine ruh sie nicht mehr von fern, Da wird sie und zu. 2. Du schenkst dem frommen schon auf erden So manchen fel'gen augenblick; Doch alle freuden, die ihm werden, Sind noch kein recht vollkommnes glück. Er bleibt ein mensch, und Nimmt in der seele ab 24. Von der Ewigkeit. 121 3. Bald stören ihn des Körpers gott, wie muß dies glück erfreun, schmerzen, Bald das geräusche dieser Der retter einer feele sein. welt; Bald kämpft in seinem eignen 12. Was seid ihr, leiden dieser Herzen Ein feind, der öfter siegt als erden, Doch gegen jene herrlichkeit, fällt; Bald sinkt er durch des nächsten Die an uns offenbar soll werden, schuld In kummer und in ungeduld. Von ewigkeit zu ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, Ist doch ein augenblick voll müh. Con 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das laster öfters glücklich ist; Wo man den glücklichen beneidet, Und des bekümmerten vergilt! Hier können wir nie frei von pein, Nie frei von aller schwachheit sein. 5. Hier such' ich's mur, dort werd' ich's finden; Dort werd ich heilig und verklart Der tugend ganzen werth empfinden, Den unaussprechlich großen werth; Dich, gott der liebe, werd' ich sehn, Dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o herr, dein heil'ger wille Mein will' und meine wohlfahrt sein: Und lieblich wesen, heil die fülle, An deinem throne mich erfreun. Dann läßt mein dir geweihter sinn Dich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im licht erkennen, Was ich auf erden dunkel sah; Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein geist mit preis und dant Die schickung im zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem throne dringen, Wo gott, mein heil, sich offenbart; Ein heilig, heilig. heilig fingen Dem, der für mich geopfert ward; Und aller himmel sel'ges heer Jauchzt ihm ein stimmig preis und ehr'. 9. Da werd' ich in der engel scharen Mich ihnen gleich und heilig sehn; Das nie gestörte glück erfahren, Weit frommen stets fromm umzugehn: Da wird durch jeden augenblick Jhr heil mein heil, mein glück ihr glüd. 10. Da werd ich dankvoll dem be gegnen. Der gottes weg mich gehen hieß, Ihn mit entzückter rührung fegnen, Daß er mir ihn so treulich wies; Da find' ich in des höchsten hand Den freund, den ich auf erden fand. is sim geben!) Bielleicht auch mir ein fet ger zu: Heil sei dir! denn du mein leben, Die seele mir gerettet, du!" Mel. O traurigkeit, o herzeleid: 0. schrecklichs leid Der ewigkeit, Das sünder dort erfahren, Die durch keine zucht von gott Hier zu beffern waren. huld und angesicht geschieden. Sehn 2. Durch ihre schuld Von gottes fie nimmermehr das licht, haben nimmer frieden. 273. Wo wir geprüfet werden, Haben auch 3. In dieser welt Zum ort bestellt, die bösen noch Theil am glück der erden. sich noch des eitlen freuen, Und, 4. Hier können sie In ihrer müh wenn das gewissen plagt, Ihr gemüth zerstreuen. 5. In jener welt, die nichts entein tröpflein wassers nicht, Sie im hält Für sie an guten gaben, Auch durst zu laben. Umsonst zerstreuung suchet, Da, da 6. Und wo forthin Jhr böser finn fühlen sie sich nun Von dem Herrn verfluchet. 7. Ihr wurm, der nagt Und sie nie verlischt des feuers brand, Den zer plagt; Stirbt nimmer im gewissen; sie leiden müssen. er, Wahrhaftig ist sein dräuen. Weh: 8. So dräut der herr; Gerecht ist denen, welche doch Sein gericht nicht schenen. 9. gott des heils! Wir unsers theils Verehren dich im glauben, Laß feind uns rauben. den troft der beff'ren welt Reinen 10. O rette doch Auch fünder noch, Die jetzt dir widerstreben! Laß fie recht zu dir belehret, Ewig mit uns leben. Mel. Alle menschen müssen sterben ze. 274. Swie unaussprechlich selig Werden wir im himmel sein! Da, då ernten wir unzählig Unsers glaubens früchte ein. Erste Abtheilung. S 122 Da wird, ohne leid und zähren, Unfer leben ewig währen. Gott! zu welcher seligkeit Führst du uns durch diese zeit. 2. Hier ist zwar, was du den from men Dort für glück bereitet haft, Noch in feines herz gekommen. Welcher mensch auf erden faßt Deines himmels große freuden? Doch nach dieses lebens leiden Werden alle, die dir traun, Mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue wunder deiner güte Werden da ihr glück erhöhn. Mät erstaunendem gemüthe Wird dann unser auze sehn, Deine huld sei überschwenglich. Und das gute unvergänglich, Das dem, der dich redlich liebt, Deine vaterhand dort giebt. 9. Ohne heiligung wird keiner, Herr, in deinen himmel gehn. Q, so mache immer reiner Hier mein herz, dich einst zu sehn! Hilf du selber meiner seele, Daß sie nicht den weg verfehle, Der mich sicher dahin bringt, Wo man ewig dir lobsingt.. Mel. Wer nur den lieben gott zc. 275. Wie du, mein gott, den deinen! Du führst sie einst zum himmel ein. Da werden leid, geschrei und weinen Mir nur ein dunkles traumbild sein. Da wird auf leicht verschmerzte peint Vollkommne wonne mich erfreun. s 2. Wie fröhlich wird mein ganzer wille Da, herr, in deinem willen ruhn! Da find ich aller wünsche fülle; Was ich gehofft, das schau ich nun; Ja, über alle hoffnung weit Empfind ich da glüdseli, teit. 3. Wie überwiegend ist die wenne Die den erlösten geist entzückt, Wenn er nun dich, der deinen sonne, In deiner herrlichkeit erblickt. Und so mein heiland, seh ich dich, und freue dein auf ewig mich. 4. Dann wirst du dich unsern seelen Offenbaren, wie du bist. Keine wonne wird uns fehlen Da, wo alles wonne ist. Zu den reinsten seligkeiten Wird uns dort der mittler leiden, Der uns dieses glück erwarb, Als er an dem freuze starb. so 5. Da wird deiner finder menge Ein herz, eine seele sein; Liebe, dant und lobgesänge Dir, erhabenster zu weihn; Dir, und dem, der selbst sein leben Willig für uns hingegeben. Mit 4. Da komm ich zu den edlen seelen ihm, unserm größten freund, Sind| Die nun, durch höh'res licht verflärt, wir ewig dann vereint. Sich gottes führungen erzählen; Der sie durch prüfungen bewährt, Und wundervoll nach seinem rath Zum ew'gen glück erhoben hat. 5. Nie geht ein frevler, ein empörer 6. wer sollte sich nicht sehnen, Aufgelöst und da zu sein, Wo, nach kummer, noth und thränen, Ewige güter uns erfreun; Wo sich unser tampf in palmen, Unser flagelied in Pfalmeu. Unfre angst in lust ver- Ins reich der fel'gen geister ein; Kein tehrt, Die forthin fein fummer stört. 7. Was ist unser loos auf erden? Ob's auch noch so köstlich sei, Jft's doch nie ganz von beschwerden, Sorgen, furcht und tummer frei. Schnell folgt hier auf luft oft weinen; Dort nur wird die zeit erscheinen, Wo tein wechsel mehr uns beugt, Wo die wonne immer steigt. schadenfroher friedensstörer, Kein menshenfeind wird da mehr sein, Wo frommen treu dereinst belohnt. der, der in dem himmel thront, Der 8. Sei, o feele, hocherfreuet, Ueber das erhabne glüick, Das dir einst dein gott verleihet! Richte deiner hoffnung blid Oft nach jenter stadt der from men, mit dem ernst, dahin zu fommen. Trachte, weil du hier noch bist, Recht nach dem, was droben ist. 6. Wie wohl wird uns da sein, wo klarheit Durch alle wege gottes scheint; Wo lauter liebe, lauter wahrheit Des himmels bürgerschaft vereint. Und wo du dich, herr jesu christ, Verklärt uns zeigest, wie du bist. 7. 3ur hoffnung folcher seligkeiten, In der vereinigung mit dir, Wollst du, o herr, mich vollbereiten; Drum schaff ein reines herz in mir! Du, den ich schauen soll, bist rein; So laß auch meine seele sein. dol Zweite Abtheilung. on iga Lieder über die christliche Sitten- Lehre. fillol 916 da misur smisd to smisa d istiyan 1) Von der Bußze und Bekehrung. uns noduchy Mel. Icfu meines lebens leben ic. 276. A ch, wann werd' ich von der fünde Gott, mein vater, völlig frei, Daß ich ganz fie überwinde, Ganz dir wohlgefällig sei? Noch nicht, ichs gesteh's mit thränen, Kann ich mich von dir entwöhnen; Ach zu oft noch regt sie sich, Und versucht zum bösen mich. 123 2. In der andacht sel'gen stunden, Wo mein geist die wahrheit hört, Hab' ich oft das glück empfunden, Das die frömmigkeit gewährt; Habe auch gar sehr hienieden Mir gewünscht den innern frieden, Und ein herz, dir ganz geweiht, So wie meine seligkeit. 3. Voll von heiligen entschlüssen Schwur ich dann, dir tren zu fein, Und mit wachsamen gewissen Meiner unschuld mich zu freun; Willig wollt' ich dann mein leben Dir, mein gött, zum dienst ergeben, widerstehn, Standhaft deine wege gehn. 4. Aber, ach! zu schnell empöret Sich der leidenschaften macht; Die verdunkelt, schwächt und störet. Was ich sonst so gut bedacht. Plögliche versuchungszeiten, Beispiel, reiz der eitelfeiten, Deren schwarm mich stets umringt; Das ist's, was zum fall mich bringt. 5. O, ich armer, dem zur treue Feste seelenstärke fehlt. Den so oft schmerzvolle reue lind so oft doch furchtlos quält! Ach; wer wird mich ganz vom bösen, Von der bösen lust erlösen? Ich elender! wer befreit Ganz mich von der sündlichkeit? 6. Du verzeibst, gott, bie gebrechen Meiner fündigen natur. Nicht die schwachheit wirst du rächen; Bösen vorsatz strafft du nur. Hätt' ich nicht den trost, ich würde Unter meiner fehler bürde Ganz erliegen und mich dein, Höchstes gut, nie fönnen freun. 7. Stellet mir denn hier auf erden Lebenslang die fünde nach; Kann ich nicht vollkommen werden, Bin und bleib' ich oft so schwach; D, so segne mein bestreben, So gerecht ich kann, zu leben, Daß ich doch von henchelei Und von bosheit ferne sei. 8. Wenn ich wante, laß mich's merken; Laß mich streben fest zu stehn; Eile, mich, dein kind zu stärken? Lehre selbst mich sicher gehn, Warne mich; sei mein begleiter; Täglich führe, gott, mich weiter, Bis ich in der ewigfeit Dringe zur vollkommenheit.q Mel. Herzliebster jesu, was haft e. 277. A, wider dich, meint gott, hab' gefündigt! laß die gnade, die dein john verkündigt, Wenn sünden uns von ganzem herzen reuen, Auch mich erfreuen. 2. Er selbst hat ja sich auch für mich gegeben. Laß mich von dir um seinetwillen leben. Tilg' aus die fünden, welche mich entweihen, Weil sie mich reuen. a oni chid spil chim 3. O schaff' in mir, gott, eine reine feele, Ein neues herz, das deine wege wähle. Befördere und stärke mein bestreben, Nur dir zu leben. at 4. Verwirf mich nicht von deinem angesicht! Gicb deinen geist, daß er mich unterrichte; Gieb ihn, daß er auf deinter wahrheit wege Mich leiten möge 5. Erquice mich in meiner feele leiden Mit deiner hillfe, gieb den geist Zweite Abtheilung. 124 der freuden, Damit er, weil ich keine Mel. Herzliebster jesu, was hast du ze. traft besitze, Mich unterstütze. 6. Mit neuer trene will ich dich ver- 279. Aus einem tief vor dir 379: ich ehren; Ich will die fünder deine wege lehren. Mein beispiel soll sie reizen, deinen willen Gern zu erfüllen. gebeugtem herzen, Ruf' zu dir in meinen sündenschmerzen: mache mich, gott, meines kummers ledig, und sei mir gnädig. 2. Beschämt erkenn' und fühl ich meine sünden; Laß, vater, mich erbarmung vor dir finden. Willst du auf me dhuld und übertretung ſeben, Wer wird 3. Bei dir allein, herr, steht es, zu vergeben, Du schentft uns gerne wahres glück und leben; Muß uns nicht diese große liebe lehren, Dich treu zu ehren? onundli 7. O höre, gott, erbarmend auf mein flehen, Wie sollst du ein reuend herz verschmähen, Das deine huld im glauben ernstlich uftlich fuchet, Der fünde fluchet. thi 8. Ein herz voll reu und glauben willst du haben, Das liebst du, dem schenkst du des geistes gaben. Du willst die, so nach deiner gnade schmachten, Gott, nie verachten. oid parolenada! Bekannte Melodie. 278. Allein Allein zu dir, herr jesu christ, Steht mein vertraun auf erden Ich weiß, daß du mein tröster bist; Kein troft kann inir sonst werden. Es ist kein retter außer dir, Kein mensch, kein engel, welcher mir Aus meinen nöthen helfen kann. Dich ruf' ich an: Du bist's, der helfen will und kann. 2. Zwar meine schuld ist übergroß; Doch reut sie mich vott herzen. Erbarme dich, und sprich mich los Durch deines todes schmerzen. Ich nehm' dich als den heiland an, Der auch genug für mich gethan, Dann werd' ich los der fündenlast. Mein glaube faßt, Herr, was du mir versprochen haft.rs bing 3. Gieb mir auch aus barmherzigfeit, Durch diesen glauben, stärke, Zu dem, was mir dein wort gebeut, zu jedem gutem werke; Vor allem laß mich lieben dich, Und meinen nächsten gleich als mich: Und kommt die letzte stund heran, So stärk mich dann, Daß ich mich dein getrösten kann. 4. Lob sei gott auf dem höchsten thron, Dem vater aller güte: Und dir, o jesu, seinem sohn, Der uns schafft heil und friede: So wie auch deinem guten geist, Der uns den weg zum himmel weist. Laß uns dir treu ergeben sein, Daß wir uns dein, Und deines heiles ewig freun. 4. Verzeihe mir, herr, alle meine fehle; Dein harret, vater, meine müde seele; Laß trost und ruh, um des verföhners willen, Mein Herz erfüllen. dern morgen, Hoff ich auf dich; o 5. Von einem tag bis an den an stille meine sorgen! Du schenkest ja beladenen und müden Gern deinen frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein herz auf gottes gnade; Viel größer ist sie als dich von allem bösen Herrlich erlösen. dein seelenschade: Und endlich wird sie Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 1. 280. Here, an dir hab' ich rechter urtheilsspruch, Allerheiligster, verkündigt Jedem übelthäter fluch. und was kann vor deinen schrecken. Richter aller welt, mich decken.dusd 2. Kann ich deinem arm entfliehen? Du bist allenthalben nah. Flöh' ich. dir mich zu entziehen, Himmelan ſo bist du da; Stürzt ich in die tiefe nieder, Deine rechte faßt mich wieder. 3. Herr, ich flieh in deine hände; Außer dir ist keine ruh. Dein erbarmen hat tein ende: Wer ist gnädiger, als du? Du bist gott und kannst ver geben; Ach vergib und laß mich leben. 4. Groß sind meine fündenschulden! Ihre last ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, Deine langmuth müde wär, Müßt ich, würdest du nur winken In des todes nacht versinken. 1. Von der Buße und Bekehrung. 2016 sie auf euch und faßt Die hoffnung, ruh zu finden. 6. Drum komm' ich, herr, auf dein gebot, Erfüllt mit haß der fünden, Und hoff' in meiner feelenuoth, Bei dir auch troft zu finden: Erbarme dich doch über mich; Bergieb mir, was ich wider dich Von jugend auf begangen. 7. Wie groß ist doch die seligkeit, Sein herz durch dich zu stillen, Und dann zu thun auch sein bereit, Herr, deines vaters willen! O leite mich auf dieser bahn, Daß ich gehorche und fortan Nur dir zu ehren lebe. 604 5. Mich für straflos zu erklären, Reicher nicht bedaurung zu. Und zerflöß mein herz in zähren, Fänd' ich darum doch nicht ruh. Können eines sünders thränen, Dich, v heiliger verföhnen? 6. Herr, mein heiland, dein erbar men, Dein für mich vergoßnes blut, Und dein tod erlöst mich armen, Heilet mich und giebt mir muth; Dein verdienst ist's, was mich decket, Wenn mich dein gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen sünden, Schaff ein reines herz in mir, Laß bei dir mich ruhe finden, zieh mich immer mehr zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, Mein erlöser, dir zu leben. 125 UST 8. Stärt auch mit deinem freudentgeist Mich in den letzten stunden, Wenn sich mein geist der erd' entreißt, Bon sünden ganz entbunden, Und nimm mich so, wann dirs gefällt, In wahIn eigner bekannter Melodie. 281. Heutu zuflucht nen auserwählten. err, jesu christ, du höch- rem glauben aus der welt, zu deirod der erlösten! Ich komme mit gebeugtem muth Zu dir, mich dein zu trösten; Mel. Jesu, deine tiefen wunden: c. Durch dich zum vater mich zu nahn, 282. Höchster, denk ich an die du mir ihm zu empfahn Und kraft zum neuen leben. bisher erzeigt: O so wird mein ganz gemüthe zu der tiefsten scham gebeugt, Daß ich dich gering geschätzt. Häufig dein gebot verletzt, und dich, der mich so geliebet, Doch mit fünden oft betrübetis vt lf 2. Alle meine scelenträfte, Meine glieder, sind ja dein, Und sie sollten 3. Denn, denke ich mit ernst zu- zum geschäfte Deines dienstes fertig rück An mein geführtes Leben, An das sein; Doch hab' ich der eitelkeit Undurch sünd' verscherzte glück, Was bedachtsam sie geweiht: Ja zum schnöden dienst der sünden Ließ ich mich kann mir da trost geben? Doch find' ich ihn bei dir allein, Und brauche oft willig finden nicht trostlos zu sein, Weil ich dein wort nun habe. 4. Dies ewig theure wort verspricht In allen gnad' und leben, Die fich von neuem ihrer pflicht Und ihrem gott ergeben, und nun vom sündenjoch befreit, Mit ganzer herzenswilligfeit Tren deine wege wandeln. 5. Du rufft ja sündern selbsten zu: Ihr reuerfüllten alle Kommt her zu mir! ich schaff' euch ruh' Und richt' euch auf vom falle; Mein joch ist fanft, leicht meine laft, Nehmt willig 2. Wie drückt mich meiner sünden last! Nimm du fie mir von herzen, Der du auch mich versöhnet haft Am trenz mit todesschmerzen; Daß nicht mein herz vor angst und weh Bei der empfindung ganz vergeh, Wie sehr ich mich verschuldet. Uleber mir, o vater neu. Von wie 3. Deine huld war jeden morgen manchen schweren sorgen Machtest du mein herze frei. Was mir nützte, gabst du mir; Aber ach! wie dankt ich dir? O wie hab' ich, so vermessen, Deiner langmuth zweck vergessen. 4. Bei so hellem licht der gnaden. Sollt' ich ja die sünde flichn, Und um rettung von dem schaden Meiner seele. mich bemühn. Deine gütte lockte mich Oft zur buße, aber ich Floh vor ihrem sanften locken, Suchte selbst mich zu verstecken. 126 entrydsord no.1 Zweite Abtheilung. 5. Ich berette meine Ich berette meine sünden, Beuge| dem gott, der gern vergiebt, Und mich, mein gott, vor dir. Laß mich lieber segnet, als betrübt. bei dir gnade finden, Neige deine huld zu mir; Ach vergieb, was ich gethan! Nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom fündenpfade Auf den sel'gen weg der gnade. 6. Dir ergeb ich mich aufs neue; Gieb, daß mein gebeugter geist Deiner vaterhuld sich freue, Die dein tröstend wort verheißt. Was mein heiland mir erwarb, Als er für die fünder starb, Fried' und freude im gewissen, Ach! das laß mich auch genießen. 7. Stärke selbst in meiner feele Den entschluß, mich dir zu weihn; Gieb, daß mirs an kraft nicht fehle, wort zu mir stets mächtig bei, Mache du mich felbst recht treu. Dich zu lieb.n, dir zu leben, Sei mein heiliges bestreben. cherhebe mein gemüthe gott, zu dir. mein Ich verehre deine güte; wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vergebens! Nur verächter deiner huld Stürzet ihre eigne schuld. 2. Lehre Mel. Wer nur den lieben gott: c. armer mensch, o herr, 283. Sid fiber, Steb bier Beige Deinen willen mir! Leite mich vor deinem angesicht. Erbarmer aller menschenkinder, Gott, geh' mit mir nicht ins gericht! Bin ich es gleich vor dir nicht werth, Daß mir noch gnade wiederfährt. die rechten stege, Führe du mich selbst zu dir: Gott u siehest mein vertrauen: Sicher kann ich auf dich bauen; Deine vatertreue ist Ewig, wie du selber bist. 2. Um troft ist meiner seele bange; Die last gehäuster missethat Liegt schwer auf mir, die mich so lange Von dir, mein gott, entfernet hat. Weß tröst' ich mich, ich schuldiger, Als deiner nur, barmherzigster? 6. Sprich dann zu mir: dir ist vergeben! Und stille des gewissens schmerz; Und will mein zaghaft herz noch beben, So sprich du fräft'ger als mein herz Dein gnadenwort mach alles gut, Und schenke selbst zur beßrung muth. 7. Ich zweifle nicht; ich bin erhöret; Mein glaube sagt mir, daß ich's bin. Der trost, der sich im herzen mehret, Der neue dir geweihte sinn, Mein kindliches vertraun auf dich Bezeugen's: du begnadigst mich. 4. Du siehst die folgen meiner fünden; Und denk' ich: wer vertilget die? So läsfest du mich ruhe finden, Und sprichst: ich, ich vertilge sie! Du schenkest mir an jefu heil, Zur stillung meiner unruh, theil. Mel. Jesu, meines Lebens leben ic. 284. 5. Auch mir hat er das glück erworben, Getroft zu dir empor zu sehu; Auch ich soll, da er ist gestorben, Durch ihn begnadigung erflehn, Bei dir, Seine seele ist dir werth; Gnädig 4. Gott, du willst des fünders leben. willst du ihm vergeben, Wenn er sich 3. Soll ich an deiner huld verzagen, Jch, dein Geschöpf? das willst du nicht. Du, der du mich bis jetzt ertragen, Bleibst ewig meine zuversicht. Du, zu dir bekehrt. Mitten auf dem gott, durch den ich leb und bin, Giebst fündenwege Machst du sein gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner pflicht Umkehrt! den verwirfst du nicht. mich nicht dem verderben hin. 3. Ach, gedenke an die fünden Meiner jugendjahre nicht! Laß mich vor dir gnade finden, Geh nicht mit mir ins gericht. Sünden, die wir recht bereuen, Willst du, vater, ja verzeihen: O so höre denn auch mich! Meine seele hofft auf dich. herz sich dir ergibt, Die sich flehend 5. Du erquickest die elenden, Deren zu dir wenden, Ueber ihre schuld betrübt. Freude schenket deine gülte Dem geängsteten gemüthe. Welchem du die sündenlast Liebreich abgenommen hast. 6. Herr, zu was für seligkeiten Du, in jener bessern welt, Jeden frommen noch willst leiten, Der dir treu und 127 1. Von der Buße und Bekehrung. glauben hält, Offenbarst du allen| ner werth zu sein, Jm glauben mich seelen, Die zu ihrem theil dich wahlen, Deinen theuern gnadenbund Machst du deinen tindern tund. bestrebe. Wenn ich das gute thu", Das mir dein wort gebeut: So dien ich stehts mir selbst Und meiner seligkeit. 7. Dir will ich mich denn ergeben. Gott, mein gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, Treu fein meiner ganzen pflicht: Keine schnöde lust der fünden Soll mich ferner überwinden; Denn du nimmst dich meiner an, Daß ich standhaft bleiben kann. 3. So süß ein lafter ist, so giebts doch keinen frieden. Der tugend nur allein Hast du dies glück beschieden. Wer dir, o gott! gehorcht, Erwählt das beste theil. Wer dich, o gott! verläßt, Verläßt sein eignes heil. 4. Was weigre ich mich denn, Das laster zu verlassen? Weil es mein unglück ist. Befiehlst du, es zu haffen. Was säum ich länger noch, Der tugend zu weihn? Weil mich glücklich macht, Befiehlst du sie allein. 5. Die buße führt mich nicht In eine welt voll leiden: Sie führet mich vielmehr zu dauerhaften freuden; Macht meine seele rein, Füllt mic) mit zuversicht, Giebt weisheit, wahre ruh, Und muth zu meiner pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, Sein eignes herz bekämpfen; Begierden widerstehn. Und seine lüste dämpfen, Doch bleibts ja meine pflicht; Und diese schwierigkeit, Die heute mich erschreckt, Wird schwerer durch die zeit. 7. Je öfter ich das thu, Was böse lust befohlen, Je stärker wird der hang, Die that zu wiederholen. Schen ich mich heute nicht, Dein feind, o herr, zu sein, Um wie viel weniger Werd' ich mich morgen scheun? Mel. Herzliebster jesu, was ze. Cach 285. großer güte, zu dir, mit heilsbegierigem gemüthe. Wer hofft auf dich, der hoffet nicht vergebens, Dut gott des lebens. 2. Du willst nicht opfer, richter aller welten! Was könnten doch geschenke vor dir gelten? Du kennst das herz, und willst, statt aller gaben, Nur bess'rung haben. 3. Wenn sich der fünder wieder zu dir kehret, Und dich turch glaubige gesinnung ehret: So willst du seiner fünden nicht gedenken, Ihm gnade schenken. 4. Statt aller opfer, richter aller welten, Soll christi tod für mich alsdann auch gelten: Um seinetwillen soll ich meiner fünden Vergebung finden. 5. Allwissender, du siehest meine reute, Mit der ich beff'rung dir gelob aufs neue; Sie wirst du, der du in das herz kannst sehen, Gott, nicht verschmähen. 8. Du reichst ja träfte dar, Uns selber zu besiegen. Der sieg, so schwer er ist, Bringt doch gar groß vergnügen. Geht er im anfang gleich Nur noch sehr langsam fort: So bist du gott, mir nah. Und stärkst mich durch dein wort. 9. Wie schnell kann nicht der tod Mich dieser welt entrücken! Und buße ist kein werk Von wenig augenblicken. Mel. D gott, du frommer gott 2c. 286. Laß mich doch, o mein Ein scufzer, gott! zu dir, Ein wunsch nach besserung, Und angst auf missethat, Ist noch nicht heiligung. gott, Die buße nicht verschieben, Die mir dein wort gebeut; Wie könnt ich sonst mich lieben? Ist wahre besserung nicht meiner feele glück? O warum säum' ich dann Noch einen augenblick? 2. Du, gott, gewinnest nichts, Wenn ich mich dir ergebe, Und, dei10. So gieb denn, weil ich noch, Herr! deine stimme höre, Daß ich mich ungesäumt Bon allem bösen kehre: So darf ich nicht dereinst Zu meiner größten pein Mein hier versäumtes glüd, Wiewohl zu spät, bereun. 6. Stärt mich, des lasters falschen reiz zu flieben. Ein gut gewissen allem vorzuziehen; Mit heil'gem ernst gelob' ich dir auf's neue Beständig treue. 128 -puurrda Zweite Abtheilung.not Mel. Schwing dich auf zu deinem 1c. Willst, daß ich redlich handeln soll 287. Piebster vater, ich, bein 3u meinem und des nächsten wohl. find, vor dir nieder. Du weißt, was mein herz empfind't: O erbarm' dich wieder! Groß ist meine sündenschuld, Die mich innigst reuet, Größer deine va4. Und doch verletzt ib diese pflicht, Und schätzte deine gnade nicht; Ein elend scheingut zog ich thor Oft ihr und meinem heile vor. 100 5. Mein herz, das seine schuld erkennt, terhuld, Tie mich noch erfreuet. Das siehest du, und wie's entbrennt, zu thun, was dein gesetz befiehlt, Das nur mein bestes mir empfiehlt. 2. 3war ich bins nicht werth, zu dir kindlich aufzusehen; Doch du bleibst ein vater mir, Du vernimmst mein flehen; Kennst mein herz, ermunterst mich, Es vor dir zu stillen: Denn du hörst mich väterlich Noch um christi willen. 6. Ich traue der barmherzigkeit, Die sich noch jeden tag erneut; Der vaterhuld, die immerdar Verirrter seelen zuflucht war. 7. Dein wort giebt mir versicherung Vollkommener begnadigung; Ich bin gewiß durch jesum christ, Daß sie auch mir verliehen ist. Tuto affor 3. Du bist meine zuversicht; Ohne dich ist's keiner; Mich voll reu, verwirfst du nicht, Du erbarmst dich meiner; Der du deinen sohn für mich In den tod gegeben! Sein erlöster bin auch ich, Theu'r erkauft zum Leben. 4. Dies, dies soll in jedem schmerz Mein vertraun erwecken. Vor der fünde foll mein herz, Nicht vor dir, erschrecken. Trauen will ich, vater, dir, Stets die fünde hassen, Nie vergessen, daß du mir So viel schuld erlassen. 8. Doch nie entfall es meinem sinn, Daß ich, als christ, berufen bin, Auch meines mittlers tugenden Hier thätig zu verkündigen. 9. Wie ich die gaben angewandt, Die ich empfing aus deiner Hand: Dies wird die große frage sein, Bricht dein entscheidungstag herein.dst, sid 10. Ein herz, das sich des guten freut, Voll menschenlieb' und gott ge= weiht, Dies soll ich dort nicht erst empfahn; Mein richter fordert's schon alsdann. 5. Preis sei dem allgütigen, Der mein seufzen kennet! Der dem gnadesuchenden Freien zutritt gönnet. Sing es, seele, vor dem herrn, Fleuß von freuden über! Gott, dein gott, verstößt nicht gern, Er begnadigt lieber. 6. Ewig bist du so gesinnt, Schöpfer meiner feele! Auch wenn ich, dein strauchelnd kind, Noch aus schwachheit fehle; So gedenkst du, der du weißt, Daß mein herz dich ehret, Meiner 289. Svater der barmher schwachbheit, und verzeihst Dem, der wiederkehret. zigkeit, Ich falle dir zu fuße, Und thu' noch in der gnadenzeit Von ganzem herzen buße. Was ich nicht rechi gethan vor dir Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 288. Nach bir verlanget mich, Erbarmer, das verzeihe mir, Nach deiner großen güte. nach dir; Gott, meine hülfe kommt von dir; Wer ist, wie du, so gnadenreich? Wer dir an macht und weisheit gleich? 2. Ach, mein erbarmer, rechne du Mir meine missethat nicht zu! Sie reuet, gott, sie reuet mich, Und meine seele hofft auf dich. 3. Wie gut, wie leicht ist dein gebot, Du willst, ich soll dich lieben; gott; 11. Schaff' dieses herz in mir; denn, ach! Du weißt es, water, ich bin schwach. Mein trost sei mein vertraun auf dich, Und redlichkeit behüte mich. Ind Mcl. Wenn mein stündlein c. 2. Du geber wahrer seelenruh, Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine gnade wirke du, Woran es mir noch fehlet. Gieb mir den geist der heiligung, Daß ich in meiner besserung Es täglich weiter bringe. 3. Und du, o jesu, der du dich Für uns dahin gegeben, Du hast aus freier huld auch mich Erlöst zum 1. Von der Buße und Bekehrung. 129 ew'gen leben. Mein seligmacher und die pflicht zur freude machen; Unabmein gott, Erbarm dich meiner seelen- lässig sich bemühn, Selbst beim spott noth, Und gieb mir deinen frieden. und hohn der welt, Das zu thun, was gott gefällt: Dieses wollen und vollbringen Heißet, nach dem himmel ringen. 4. Für fünder floß dein theures blut Zur rettung vom verderben: So komm es denn auch mir zu gut 3m leben und im sterben. Es halte von verschuldungen Der reichthum der erbarmungen Des höchsten mich zurücke. 5. Geist gottes, du, der seelen licht, Regierer der gedanken, Erinnre mich ans weltgericht. Wenn ja mein herz will wanken; Damit ich jedes laster flieh Und, ehrsucht, geiz und wollust nie Mein herz beflecken möge. 6. Drum entreißet euch den lüften, Wenn ihr noch gefesselt seid, Und beweiset euch, als christen, Muthig, standhaft in dem streit. Schont der liebsten fünde nicht, Wär' es auch die schwerste pflicht, Und denkt oft an christi worte: Dringet durch die enge pforte. 7. Bittern will ich vor der sünde, Und dabei auf jesum sehn, Daß ich seinen beistand finde, In der tugend zu bestehn. Ja, mein heiland, ach! geh' nicht mit mir armen in's gericht. Gieb mir deines geistes waffen, Meine seligkeit zu schaffen. 8. Gieb zum wollen das vollbrinMel. Jesu deine tiefen wunden c. Igen, Muth und kräfte zu dem streit; 290. Schaffet, schaffet, men- Lehre mich, mich selbst bezwingen, schentinder, Schaffet| Und verleih beständigkeit! Zeige mir eure seligkeit! Bauet nicht, wie sichre von deinem thron Den verheißnen fünder, Auf die ungewisse zeit; Unver- gnadenlohn, Daß ich wache, bete, weilt befehret euch Ringet nach dem ringe, Und also zum himmel dringe. himmelreich, Und bemüht euch, hier auf erden Heilig, selig dort zu werden. din 1970s Mel. Mache ich mein geift zc. 2. Doch, ſoll dieſes recht geschehen, 291. Sichter mensch, noch ist müßt ihr mit muth Aller es fünde widerstehen, Nur was gott, vom schlafe! Nahe ist die ewigkeit, das höchste gut, Von euch fordert, muß allein Eures lebens richtschnur sein. Wenns gleich eurem schwachen Herzen Freude dünket oder schmerzet. Nahe lohn und strafe. Hör, gott spricht: Säume nicht, Seinen ruf zu hören. Und dich zu bekehren. 6. Und schlägt die letzte stunde mir, So hilf mir überwinden! Laß meine secle troft bei dir, Dut gott des trostes, finden! Belehre mich, daß schmerz und noth, Der krankheit last und selbst der tod, Mich doch zum leben führe. 10 159 NG met st 2. Noch weckt der posaunen schall Nicht die todten alle; Noch bebt nicht der erdenball Nahe seinem falle; Aber bald, Bald erschallt Gottes ruf; zur erden Sollst du wieder werden. 3. Kömmt nun, ehe du's gedacht, Unter fündenfreuden, Deines Lebens letzte nacht, Was wirst du dann leis den, Wenn dein herz, Von dem schmerz Deiner schuld zerrissen; Wird verzagen müssen? 4. Wenn vor deinem antlitz fich Jede fünd' enthüllet, Wenn dann eine jede dich Ganz mit graun erfüllet; Dich nichts dann Stärken kann, keine deiner freuden: Was wirst du dans 9 3. Selig, wer durch glauben kämpfet, Selig, wer im kampf besteht, Wer der fünde lüfte dämpfet, Standhaft ihren reiz verschmäht! O so jagt dem guten nach, Seht dabei auf christi schmach; So könnt ihr den himmel erben, Fröhlich leben, ruhig sterben. 4. Werd't ihr aber nicht recht ringen, Sondern träg und lässig sein, Eure neigung zu bezwingen; Wie kann euch der sieg erfreun? Denn es folget nie ein sieg Ohne solchen ernsten frieg: Nur die sieger schmückt, zum lohne, Unverwelft die himmelskrone. 5. Fleißig beten, all'zeit wachen; Die versuchung weislich fliehn. Sich leiden? Evangel. Iuth. 130 Zweite Abtheilung. 5. Nah' dem untergang, wirst du, Mel. Wer nur den lieben gott se. An des grabes stufen, Bang um troft 293. Mie theuer, gott, ist und seelenruh, Dann vergebens rufen: deine güte, Die alle Rette, gott, Mich vom tod! Rette noch missethat vergiebt, Sobald ein reuenim sterben Mich von dem verderben! des gemüthe Die fünden, die es sonst geliebt, Erkennt, verdammt und ernstlib haßt, Und zuversicht zum mittler faßt. 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, Weil du so reich an gnade bist! Wie kurz ist meine zeit auf erden, Die mir zum heil gegeben ist: Gieb, daß sie mir recht wichtig sei; Daß ich sie meiner bess'rung weih. 3. 3war deine gnade zu verdienen, Sind reu und bess'rurg viel zu klein. Doch darf sich auch kein mensch ertühnen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, Wenn er noch liebt, was dir mißfällt, Und nicht dein wort von herzen hält. 4. Wie kannst du dem die schuld erlassen, der frevelnd schuld auf schulden häuft. Der tann tein herz zu jesu faffen, Der zwar auf sein verdienst sich steift, Doch in der sünde noch beharrt, Dafür er aufgefordert ward. 5. Drum fall' ich dir, mein gott. zu füßen, Vergieb mir gnädig meine schuld, Und heile mein verwundt gewissen Mit troft aus deiner vaterhuld, Ich will mit ernst die fünden scheun Und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit gerechtigkeit auch stärke Durch christum mir geschentet sei, Will ich durch übung guter werke Beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie bringe stets und leite mich. 6. Noch, noch wandelst du allhier Auf des Lebens pfade; Noch ist zur errettung dir Nah des ew'gen gnade. Eil' ihr zu, Daß du ruh Für dein herz empfindest, Und vergebung findest. Mel. Bater unser im himmelreich zc. 292. So wahr ich lebe, spricht mein gott, Mir ist nicht lieb des fünders tod; Wein wunsch und wille ist vielmehr, Daß er rechtschaffen sich bekehr'; Sich beßre in der gnadenzeit. Und mit mir leb' in ewigkeit. 2. O fünder, drum verzage nicht, Bedent es, was gott selbst verspricht Der dir vergebung, trost und gnad' Auch hierdurch zugefaget hat. Und er besiegelts mit dem eid, Sei nur zur befferung bereit. 3. Hüt' dich dabei vor sicherheit, Dent' nicht: zur buß' ist's iminer jeit, Jch will erst thun, was mir gefällt, Und werd' ich müde dieser welt, Alsdann will ich b: fehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es, gott ist stets bereit Zum wohlthun, zur barmherzigkeit; Doch fündigst du auf gnade hin, Beharrst in deinem bösen sinn, Und willst nicht sorgen für dein heil, So nimmst du nie am himmel theil. 5. Um christi willen hat zwar gott Verheißen leben für den tod; Allein entdeckt er dir auch wohl, Wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir tund; Verborgen ist die todesstund'. 6. Heut lebst du, heut belehre dich; Noch heute kann es ändern sich. Wer heut ist stark, gesund und roth, Ift morgen trant, vielleicht auch todt. Stirbst du nun ohne bess'rung hin, Wie willst du denn der höll' entfliehn? 7. Laß mich zu deiner ehre leben, Der du die missethat vergiebst! Das hassen, was du mir vergeben, Das lieben, was du selber liebst. Laß vater, mein gewissen rein, Und heilig meinen wandel sein. Bekannte Melodie. 294. Wo soll ich fliehen hin, Wº Wenn ich beschwerct bin Von dem gefühl der fünden? Wo soll ich rettung finden? Wer wird sich mein erbarmen? Wer schaffet trost 7. Hilf, o herr jesu, hilf du mir, Daß ich jetzt komme gleich zu dir, Und mich befehre unverweilt, Eh' mich mein ende übereilt; Damit ich heut' und jederzeit Zu meinem hingang sei bereit. mir armen? 1. Von der Buße und Bekehrung. 131 2. O, mein herr jesu, du Rufft gute gabe, Die ich noch nöthig babe, auch mir gnädig zu. Mit hoffendem Du wirst mich unterstüßen, und in gemüthe Flieh ich zu deiner güte; Du versuchung schützen. Hilfft beladnen seelen, Die dich zum Helfer wählen. 6. Wie unerschrocken ruht Das herz in deiner hut; Du hast ja selbst verheißen, Nichts folle mich entreißen Dir, dem ich angehöre, Folg ich nur deiner lehre. 7. Darum verlaß ich mich, O jefu, ganz auf dich; Jetzt kann ich nicht verderben, Dein reich muß ich ererben: Denn du hast mirs erworben, Da du für mich gestorben. 8. Herr, daß ich ewig bin, Gieb mir den festen sinn, Das alles siets zu meiden, Was mich von dir kann scheiden: So leb' ich dir, und erbe Den himmel, wann ich sterbe. 3. Jch traue froh auf dich, Dein blut floß auch für mich; Du rettest mich von fünden, Läss'st mich den frieden finden. Den der hat, der dich liebet, Und den die welt nicht giebet. 4. Wie groß die sünde sei, Du machst von ihr mich frei, Wenn ich dein wort recht fasse, Mich fest darauf verlasse. Du sprichst: dir ist vergeben! So fühl ich ncues leben. 5. Zwar viel noch mangelt mir; Doch, gütigster, von dir Kommt jede b. An öffentlichen Mel. Herzlich lieb hab' ich dich sc. 295. Das land ist dein, O u gott, der unsre zumittler, jesu christ, Gott, heil'ger geist der gnaden! Unendlicher! verwirf uns nicht; Wir kommen vor dein an gesicht Mit missethat beladen. Nimm von uns unsre sündenschuld. Du gott der langmuth und geduld! Und merk' auf unser heißes flehn, Daß wir dein Heil, erbarmer, fehn. Herr, unser gott! Verbirg uns nicht Dein angesicht, Und geh' mit uns nicht ins gericht. 2. Wir haben unsern stand entweiht, Den stand der christen, unsern eid, Und deinen weg verlassen: Doch, sieh, wir kehren voller reu Zurück zu dir: o laß aufs neu Uns deine rechte fassen! Laß sie uns leiten auf den pfad, Den dein befehl geheiligt hat; Daß irrthum und versuchung nie uns auf die bahn des lasters zich. Herr, unser gott! Vor ungeduld. Vor aller schuld Behüt' uns deine vaterhuld. Bußtagen. schütz' uns, nicht ihr raub zu sein; Laß sicherheit das land erfreun. Herr, unser 3. Dein antlitz leucht' auf unser land; Ringsum bedeckt von deiner hand, Laß es der rub genießen! Wend' ab von uns, mit deiner hut, Der flammen grimm, den zorn der fluth. Des trieges blutvergießen. Sei rettend mit uns, wenn die noth Des mangels und der feuchen droht, Und Und sicherheit das land erfreun! 4. Sohn gottes, der zur erde fam, Und unsre schwachheit auf sich nahm, Um gott uns zu versöhnen; Der durch den tod ins leben drang, Sich dann zur rechten gottes schwang, Wo ehr' und preis dich krönen: Vertritt, o mittler, uns bei gott! Durch deine leiden, deinen tod, Stärt' uns in unfrer prüfung lauf, Und wenn wir straucheln, hilf uns auf! Herr, unser gott! Dein trost, dein licht Verlaß uns nicht Im tod, im grab, im weltgericht. 5. Schütz' uns vor irrthumt und gefahr; Erhalte deiner frommen schar Der eintracht glück und segen! Uns leite, gott, dein guter geist, und was dein wort verspricht und heißt, Sei licht auf unsern wegen! Laß auch in lehr' und wandel rein Die diener deines wortes sein, Und bringe zu der wahrheit glück, Zu dir, die irrenden zurück. Herr, unser gott! Breit' aus dein wort An jedem ort, Gieb geist und kraft zu deinem wort. 6. Auch die regenten lenke du, Daß sie durch weisheit und durch ruh Der länder wohlstand heben; Dem fürsten, 9* 132 Zweite Abtheilung. der uns schützt und liebt, Gieb, der Vereitle der verfolger rath, Und Lehre in ihm so viel uns giebt, Das beste sie den rechten pfad. Herr, unser spät'ste leben! Noch lange sei sein gott! Durch alles leid Der pilgerzeit vaterblick Uns, seinen kindern, schutz Führ' uns zu deiner herrlichkeit. und glück; O! schütt' auf ihn, und 8. Du thuft weit mehr, als wir auf sein haus, Und seine räthe seg verstehn, Kannst mehr gewähren, als nung aus! Herr, unser gott! In wir flehn; Laß uns erhörung finden! deiner hand Ist unser land: Beglückt'! neig' auf unser flehn dein ohr, es, segne jeden stand. 7. Bernimm der leidenden gebet; Wer in gefahr und noth dir fleht, Dem hilf aus seinen nöthen! Gieb kranken linderung und ruh; Die sterbenden erlöse du, Erhör' ihr christlich beten! Sei aller unterdrückten heil, Der witwen und der waisen theil: uns, leit' uns väterlich. Heb' unser herz zu dir empor, Und mach' uns rein von sünden. Laß uns nun ganz dein eigen sein, Jm leben und im tode dein; Wir sind durch christi blut erlöst; O du, der fünder nicht verstößt, Herr, unser gott; Erbarme dich, Erbarme dich! Vergieb c. Nach geschehener Bekehrung. affelling Mel. D gott, du frommer gott: c. as kann ich doch für 296. Was dank, herr, dir dafür sagen, Daß du mich mit geduld So lange zeit getragen: Da ich in großer sünd' Und übertretung lag, Und dich, o heil'ger gott, Erzürnte manchen tag. 2. Sehr große lieb' und huld Er wiesest du mir armen; Ich fuhr in bosheit fort, Du aber in erbarmen: Ich schob die buße auf Und wider strebte dir! Du schobst die strafe auf, Und trugst geduld mit mir. 3. Daß ich nun bin befehret, Verdank ich deiner gnade; Du, du riesst mich zurück Von des verderbens pfade. Durch deine güt' und treu, Die an die wolken reicht, Hast du mein har tes herz Gerühret und erweicht. 4. Selbst konnte ich dich wohl Beleidigen mit fünden; Doch konnt' ich ohne dich Den weg zum heil nicht finden. Selbst fallen konnte ich Und ins verderben gehn: Nur selbsten konnt' ich nicht von meinem fall aufstehn. 5. Du hast mich aufgericht't, Und mir den weg gewiesen, Den ich nun wandeln soll; Dafür sei, herr, gepriesen! Sei hochgelobt, daß ich Die alten sünden hajs'; Und das, was dir mißfällt, Nun willig unterlaß. In eigner Melodie. 297. err, allerhöchster gott! Herr Bei dem wir alle gaben, Und was uns nüßlich ist, Getroft zu suchen haben: sieh erbar6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle: So gieb mir deinen geist, So lang' ich hier noch walle, Der mich, den schwachen, stärk', Und in mir mächtig sei, Auch mein gemüthe stets zu deinem dienst erneun. 7. Ach leit' und führe mich, So lang' ich leb' auf erden; Laß mich nicht, ohne dich, Durch mich geführet werden. Führ' ich mich ohne dich, So werd' ich leicht verführt; Wenn du mich leitest selbst, Thu' ich, was mir gebührt. 8. O gott, dit großer gott! O vater, hör' mein fleben! Laß, jesu, gottes sohn, Mich deine wege gehen; Regier', o heil'ger geist, Durch dein wort mich allzeit, Daß ich dir diene hier, Und dort in ewigkeit. 2) Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. mend mich In meiner schwachheit an, Weil ich nicht, wie ich will, Dir recht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, Doch nur mit schwachem glauben; Oft will 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 133 die zweifelsucht mir alle hoffnung| daß ich dir im glück Und unglück stets rauben. Wer macht das herz gewiß, getreu, Und dem, was du gebeutft, Als du, o herr allein? Laß deine Von herzen folgsam sei. hülfe doch Von mir nicht ferne ſein. 4. Auch hilf mir, daß ich den, Den 3. O reiche du mir selbst Aus qua- du gesandt, erkenne. Ihn meinen herrn den deine hände! Mach', daß dein gu- und gott, Ihn geist und wahrheit nenne; ter geist Sein werk in mir vollende. Und treu und redlich thu, Was mich Ist schon, dem senfkorn gleich, mein sein wort gelehrt, Daß ihn herz, mund glaube noch sehr klein, So laß ihn doch und that Als meinen heiland ehrt. bei mir In stetem wachsthum sein. 4. Gieb, daß ich stets in mir Die zuversicht vermehre, Daß du mein vater seist, Und ich dir angehöre; Daß alle meine schuld Von dir vergeten sei: Damit mein herz sich dein, Als seines gottes freu'. 5. Sein göttliches verdienst Sei mir beständig theuer; Es fülle mich mit trost; Es mache mich stets freier vom schnöden sündendienst; Es stärke mich mit fraft, zu deinens namens ruhm, In meiner pilgrimschaft. 6. Wie selig leb' ich dann Im glauben schon auf erden! Noch herrlicher wird einst Mein theil im himmel werden. Da werd' ich, was ich hier Geglaubt, im lichte schau'n Und du erfüllst dann ganz Mein findliches vertrau'n. 5. Mach diese zuversicht In mir, v gott, so kräftig, Daß ich mein lebenlang In deinem dienst geschäftig, Und stets beslissen sei, 3u thun, was dir gefällt: So hab' ich schon in dir Den himmel auf der welt. 6. Mein heiland: der du einst Für deine jünger batest, Und, wenn sie wanketen, Beim vater sie vertratest: Ach, unterſtiltz auch jetzt Mein sehn- 299. hoff, o gott, mit feliches gebet, Und schenke glaubenskraft Dem, der dich darum fleht. Mel. Kommt her zu mir, spricht ze. ch stem deine gnad' und christi blut; Ich hoff' ein ewig leben; Du bist ein vater, der verzeiht, Hast mir das recht zur seligteit Durch deinen sohn gegeben. 7. In deiner mittlershand Ist heil und aller segen. Herr, unterstütze mich Auf allen meinen wegen! So 2. Herr, welch ein unaussprechlich geh' ich freudig fort, In dieser pil- heil, An dir, an deiner gnade theil, gerzeit, zu meines glaubens jiel, Theil an dem himmel haben! Im herDer seelen seligkeit. zen durch den glauben rein, Dich lieben und versichert sein Von deines geistes gaben. 298. Het ach vor bir feit. Wirkt göttliche zufriedenheit, err, ohne glauben 3. Dein wort, wort bestehen; Drum wend' ich mich zu Wenn wir es treu bewahren; Es dir Mit demuthsvollem flehen; spricht uns trost im elend zu, Verzünde selbst in mir Den wahren glau- füßet uns des Lebens ruh, und stärkt ben an. In welchem ich allein Dir uns in gefahren. wohlgefallen kann. In voriger Melodie. 4. Erhalte mir, o herr, mein hort, Den glauben an dein göttlich wort, Um deiner güte willen! Laß ihn mein licht auf erden sein, Ihn täglich mehr mein herz erneu'n, Und mich mit troft erfüllen. 2. Laß mich, gott, daß du seist, Mit überzeugung glauben. Nichts müsse mir das wort Aus meinem berzon rauben: Daß du dem, der dich fucht, Stets ein vergelter seist, Und hier und ewig ihn Mit deinem heil erfreust. 3. Wahrhaftig ist dein wort. Wieb, 300. bie! Erbarmend Mel Herzlich lieb hab' ich bich sc. 2 tomme, daß ich darauf trane, Und meine hoffnung fest Auf deine treue baue; Gieb, rufst du ja auch mir, Den frieden zu 134 Zweite Abtheilung. im glauben; Dort schau' ich, was ich hier geglaubt; Wer ist, der mir mein erbtheil raubt? Es ruht in jesu händen. empfangen. Die fündenlast ist mir zu einer bessern welt, Leb' ich hier mur schwer: Olaß mein herz von troft nicht leer, Laß es zur rub gelangen! Die jebem tief gebeugten geift Dein theuer werthes wort verheißt. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein herz von fünden rein? Herr jesu chrift, Mein trost, mein licht! Mein trost, mein licht! Verwirf mein sehnlich flehen nicht. 2. Anbetend steh' ich, herr, vor dir; Dein antlitz neige du zu mir. Und sei mir fünder gnädig! Wenn mein vergehn um rache schreit, So mache aus barmherzigkeit Mich aller strafe ledig. Der du am freuz gelitten hast, Du trugst auch meiner fünden last, Als du zum heil der fünder starbst, Und ihnen gottes huld erwarbst. Herr jesu christ, Mein gott und herr! Mein gott und herr! Gieb mir den troft, begnadigter. 3. Du, du bist meine zuversicht! Durch dich entflieh ich dem gericht, Dem schweren lohn der sünden; Durch dich kann ich der straf' entgehn, Und mich mit gott vereinigt sehn, Durch dich das leben finden. Dein tod ist der verlornen heil, Gieb mir an seinem fegen theil! Er schaff auch mir beruhigung, Und wahre lebensbefferung, Herr jesu chrift! Ich hoff' auf dich! Ich hoff' auf dich! In dieser hoffnung stärke mich. 4. Mein ganzes Leben preise dich! Erlöst, mein mittler, hast du mich, Dein eigenthum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts! Nichts einst am tage des gerichts. Nichts bier auf dieser erden. Auf dieser bahn zum vaterland Entzeuch mir niemals deine hand; Zn allem guten stärke mich, Und laß mich siegen einst durch dich. Herr jesu chrift! Mein herr und gott! Mein herr und gott! Hilf mir zum leben durch den tod. brat Mel. Sei lob und ehr dem 2. oder: Lobfinget gott, bem c. 301. ch weiß, an wen mein glaub' sich hält, Rein feind soll mir ihn rauben; Als bürger 2. Mein leben ist ein turzer streit, Und herrlich ist die trone. Das glück der ganzen ewigkeit Wird mir zum frohen lohne. Du haft für mich den tod geschmeckt; Mir, wenn nur deine huld mich deckt, kann selbst der tod nicht schaden. 3. O herr, du bist mein ganzer ruhm, Mein bester trost auf erden; In jener welt mein eigenthum; Was kann mir größers werden? Von fern glänzt mir mein kleinod zu; Du schaffst mir nach dem streite ruh. Und reichst mir meine krone. 4. Herr, tente meines geistes blick Von diesem weltgetümmel Auf dich, auf meiner feele glück, Auf ewigkeit und himmel. Die welt mit ihrer herrlichkeit Vergeht und währt nur turze zeit, Im himmel sei mein wandel. 5. Jetzt, da mich dieser leib beschwert, Ist mir noch nicht erschienen, Was jene beßre welt gewährt, Wo wir gott ewig dienen. Dann, wenn mein auge nicht mehr weint, Und nun vollkommnes glück erscheint, Dann werd' ich's froh empfinden. 6. Jm dunkeln seh ich hier mein heil; Dort seh ich's flar und heiter. Hier ist die schwachheit noch mein theil; Dort hebt mein geist sich weiter. Hier ist mein werth mir noch verhüllt; Dort wird er sichtbar, wenn dein bild Mich einst vollkommen schmücket. 7. Zu diesem glück bin ich erkauft, O herr, durch deine leiden; Auf deinen tod bin ich getauft, Wer will mich von dir scheiden? Du zeichneft mich in deine hand; Ich bin dir, herr, du mir bekannt, Mein sind des TIM SHUM himmels freuden. Empfinde sie, o feele! Von lust der 8. Wie groß ist meine herrlichkeit! erde unentweiht. Erhebe gott, o feele! Der erde glänzend glück vergeht, Nur des gerechten wohl besteht Durch alle ewigkeiten. 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 135 Mel. Befiehl du deine wege ic. Mel. Kommt her zu mir, spricht: c 302. Je ben 303. ich Erlöst gottes sohn, durch dich Vom schnöden dienst der fünde. Gelobt sei gott! ich bin's gewiß, Hilf, mein erretter, daß ich dies Bis an mein end' empfinde. 2. In dieser so verderbten zeit Des leichtsinns und der sicherheit Wach' über meinen glauben! Du freund der meichen, wache du, Daß keine zweifel meine ruh Und meinen trost mir ranben. 3. Den spott der frevler über dich Und deinen tod am treuz laß mich, Wie er's verdient, verachten. Mit desto stärkerer begier Laß meine seele, herr, nach dir und deinem reiche trachten. 4. Wenn mir die welt gelegenheit Zur sünde giebt, zur eitelkeit, Und zu verbotner freude: So dämpfe du in meiner brust Die reizung aller böjen lust, Daß ich sie standhaft meide. 5. Ich möchte sonst, durch sie verführt, Die fünde, die den tod gebiert, Mich übereilen lassen; Mich dann aus sündenlust vergehn, Und deiner wahrheit widerstchn, Ihr helles licht gar haffen. 6. Wenn meine freudigkeit zu dir, Mein glaub' und mein: hoffnung mir Hierdurch entrissen würde: So würde nichts mich recht erfreun, Die welt mir trüb und traurig sein, Mein leben eine bürde. 7. Dann würd' ich nach dem himmel nicht Mit freud', o herr, im angesicht, mit seelenruhe sehen: Dann hätt' ich keinen heitern sinn; Dann wär' die frohe hoffnung hin, Zu ihm einst einzugehen. OTHE 8. Gewissensschrecken würden mich, Der ich vom pfad des guten wich, Schon hier zur qual ergreifen, Und peinigende furcht vor dir, Der welten richter, sich in mir Mit jedem tage häufen. 9. Der du für mich am kreuze starbst, Und hoffnung mir und troft erwarbst, Laß mich so tief nicht fallen! Erhalt' mir meines glaubens ruh', Und meinen wandel lente du Nach deinem wohlgefallen. I dag Gleich alles wider mich: Denn wenn ich gläubig bete, Beigt er mit hülfe sich: Hab' ich ihn nur zum freunde, und liebet mich mein gott, Was schad't mir dann der feinde Verfolgung, schmach und spott! 2. Ich weiß und glaub' es feste, Und rühm' es ohne scheu, Daß gott, der höchst' und beste, Mein freund und vater sei. Er wird in allen fällen Zu meiner rechten stehn: Er dämpfet sturm und wellen, Läßt mich nicht untergehn. 3. Der grund, worauf ich baue, Ist christus und sein blut: In ihm, dem ich vertraue, Find' ich das ew'ge gut. An meinem armen leben Ift nichts auf dieser erd'. Was christus mir gegeben. Das ist der liebe werth. 4. Er ist mein rühm und ehre, Er ist mein trost und licht. Wenn er nicht für mich wäre, So läm' ich in's gericht. Wie würd' ich da bestehen Vor seinem richtersitz? Ich müßte gleich vergehen, Wie wachs in feuers hitz. 5. Doch jesus hat sein leben, Zur tilgung meiner schuld, Am kreuz das hin gegeben; Wie groß ist diese huld! Ich darf mich seiner freuen, hab einen heldenmuth; Darf kein gericht mehr scheuen, Wie sonst ein fünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Denn jesus starb für mich; Die höll' und ihre flammen Sind mir nicht fürchterlich: Kein urtheil kann mich schrecken; Nichts, was uns sonst betrübt: Denn christus will mich decken, Mein heiland, der mich liebt. 7. Sein geist wohnt mir im herzen, Regiert mir meinen sinn, Stillt forgen, furcht und schmerzen, Nimmt jeden kummer hin: Giebt auch in trüben tagen Mir freudigkeit, und schafft, Daß ich kann vater fagen, Durch seines wortes kraft. 8. Der spricht auch meinem geiste Manch andres troftwort zu: Wie gott dem hülfe leiste, Der bei ihm suchet ruh, Und wie er hab' erbauet Mir eine neue stadt, Wo aug' und herz einft schauet, Was es geglaubet hat. 136 mpio moll3weite Abtheilung. 9. Da ist mein theil und erbe Mir herrlich zugericht; Wenn ich gleich fall' und sterbe, Fällt doch mein himmel nicht. Mein jesus hilft mir ringen, Und muß ich manche zeit Mit weinen auch hinbringen, Versüßt er mir mein leid. 10. Kein schmerz und keine freuden, Nicht herrlichkeit, noch noth, Kein glück und teine leiden, Nicht angst. 305. gefahr, noch wir denken können, So groß es immer sei, Soll mich von jesu trennen; Ich bleib' ihm ewig treu. 11. Mein Herz ist voller freuden, Wie sollt' ich traurig sein? Jch achte nicht der leiden, Sch heitern sonnenschein; Der für mich lebt und wachet, 3st mein herr jesus christ; Das, was mich jauchzend machet, Ist, was im himmel ist. m 6. Herr, deine ewigkeit Wird mir mehr licht gewähren, und deine große lieb' Durch schauen mir erklären. Unendlich ist mein heil. O glaube, der erfreut! Gelobet fei der Herr, Gelobt in ewigkeit. Mel. Es ist gewißlich an der zeit sc. gottes fohn, herr jefu chrift! Dein ist es, mir zu geben, Was mir zum glauben nütze ist, Was ihm giebt kraft und leben; Drum hilf du mir von oben her, Daß ich, gestärkt je mehr und mehr, Recht und beharrlich glaube. 2. Durch dein wort unterweise mich, Den vater recht zu kennen, Mit freudenvoller ehrfurcht dich Des höchsten sohn zu nennen! Daß ich aus deinem guten geist, Der uns den weg zum himmel weist, Von ganzem Herzen folge. 3. Laß mich dein großes gnadenheil Mel. D gott, du frommer gott 2c. 304. Mag doch der spötter Im rechten licht erblicken, und mich heer Sich deines namens schämen; Ich freue mich, dein Heil, Herr jesu, anzunehmen. Dein Freuz ist thorheit nur Dem, der es nicht versteht, und keiner spottet sein, Der gottes wege geht.m dazu an meinem theil Mit allem eifer schicken. Durch dich nur find' ich trost und rub, Und ew'ges heil; der weg bist du, Die wahrheit und das leben. 2. Du tamst, des höchsten sohn, Im leben und im sterben Uns weisheit, traft und trost, Und gnade zu erwerben. Du warst der welt ein licht; Und folg' ich seinem schein, Wie weise bin ich dann! Wie selig werd' ich sein! 3. Ich kann hier freilich nicht Das große wunder faffen: Gesandt vom ewigen, Der himmel thron verlassen, Die thaten gottes thun, Als eingeborner sohn, Und dann am kreuz empfahn Der missethäter lohn. 4. Doch kann mein herz gar wohl Der wahrheit traft empfinden, Die meinen geist belebt, Mich reiniget von fünden; Auch hab' ich, herr, durch dich Gerechtigkeit und heil, llnd an der seligkeit Der gottversöhnten theil. 5. Dies müsse meine lust An dir, o herr, erwecken. Zu schwach, den gangen rath Der gottheit zu entdecken, Nehm' ich dein großes heil Mit dant und freuden an, Und folge bir getreu Auf ebner tugendbahn. 4. Gieb' daß ich traue deinem wort, Es tief zu herzen fasse; Daß sich mein glaube immerfort Auf dein verdienst verlasse; Daß zur gerechtigkeit mir werd', Der ich mit fünden bin beschwert, Dein heil auch zugerechnet. 5. Doch soll auch stets mein glaube sich Des bluts, das du vergossen. Nicht anders trösten, als daß ich, Zu deinem dienst entschlossen, Durch seine kraft die arge welt, Und was sie dir entgegenstellt, Besieg' und überwinde. 6. Zwar ist mein glaube schwach und klein; Oft kann ich ihn kaum merken: Doch willst du mir, herr, traft verleih'n. Und kannst mich mächtig starken. Das schwache rohr zerbrichst du nicht; Verlöschest tein noch glimmend licht; Drum stärke mich, den schwachen. 7. Hilf, daß ich recht forgfältig sei, Den glauben zu bewahren, Ein gut gewissen auch dabei; Daß ich bei ben gefahren Der welt, sei wachsam allezeit, Durch früchte der gerechtigkeit Des glaubens traft beweise. 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 137 8. D laß den glauben stets in mir| 2. Deinem rath ergeben, Freu' ich So wachsen und sich stärken, Daß er fei fruchtbar für und für, Und reich an guten werken. Daß er sei thätig durch die lieb', Mit freuden und geduld sich üb' In dem, was gott gefällig. 9. Insonderheit gieb mir mich zu leben; Was du willst, ist gut. Nichts vermag ich schwacher; Dut, mein seligmacher, Schentst mir kraft und muth, Wenn die Welt Erbebt und fällt, Wenn gericht und hölle schrecken, Daß ich an meinem ende den Lesten schritt der pilgrimschaft Durch glauben froh vollende. O, mache mich, herr, stets bereit, Daß ich der seelen seligfeit, Des glaubens end', erlange.n 18. 3ch fann ohne grauen Tod und grab anschauen; Mein erlöser lebt! Ich weiß, wenn ich glaube, Weiß, daß aus dem staube Mich sein arm erhebt. Todestag, Dein schrecken mag Eines frevlers herz erschüttern; Was brauch ich zu zittern? Mel. Machs mit mir, gett, nach: c. 306. Wer gotes wort nicht hält, und spricht: Ich kenne gott, der heuchelt, In dem ist gottes liebe nicht, Wie sehr er sich auch schmeichelt. Wer aber sein wort glaubt und hält, Der liebt ihn so, wie's ihm gefällt. 2. Der glaube, den sein wort er= zeugt, Muß auch die liebe zeugen; Je höher dein erkenntniß steigt, Je mehr wird diese steigen. Der glaub' erlenchtet nicht allein; Stärkt auch das herz und macht es rein. 3. Durch jesum rein von missethat, Sind wir nun gottes finder; Wer solche Hoffnung zu ihm hat, Der flieht den pfad der fünder, Folgt christi beispiel als ein christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich gott angenehm, Wenn ich gehorsam übe. Wer seinen willen thut, in dem Ist wahrlich gottes liebe: Ein immer thätig's christenthum, Das ist des glaubens frucht und ruhm. 5. Der bleibt in gott, und gott in ihm, Wer in der liebe bleibet. Die lieb' ist's, die die seraphim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die lieb'! an seinem heil Hat ohne liebe niemand theil. Mel. Jefu, meine freude, meines c. 307. Wie getroft und beiter, Herr, mein licht und leiter, Machst du meinen geist! Der du, die dich lieben. Selbsten im betrüben, Doch so gern erfreust. Niemals wird Bei dir, mein hirt, Freund und tröster meiner feelen, Wir er quicung fehlen. 4. In mir ist noch sünde: Doch, ich überwinde Sie, gestärkt durch dich. Sink' ich schwacher nieder; Du erhebst mich wieder, Du begnadigst mich. Deine huld Tilgt meine schuld, Nie läßt du reuevollen seelen Dein erbarmen fehlen. vater nenne, und mich ewig sein; 5. Daß ich gott erkenne, Froh ihn Daß ich hier am grabe Trost und hoffnung habe, Dank' ich dir allein. Daß dein geist Mich unterweist, Und ich deiner gnade. mich führt auf deinem pfade, Dant mich hingegeben, Daß in meiner 6. Du hast blut und leben Für noth Ich nicht hülslos bliebe: Groß ist deine liebe, Stärker als der tob. huld nicht dankbar freuen? Dir mein Herr, und ich, Ich sollte mich Deiner Herz nicht weihen? mein bestreben, Meine Lust und 7. Würdig dir zu leben, Dies sei pflicht! Was die welt vergnüget, D, mein gott, das gnilget Meiner fecle nicht. Hab' ich dich. Wie gern will ich Das, wornach die fünder trachten, Reich in dir, verachten. 8. Macht ein gut der erde, Daß ich glücklich werde In der ewigkeit? Sind nicht auch die ehren, Die den finn bethören, Wahre eitelleit? Du erfreust, Herr, meinen geist: Und du willst, die dich verehren. Ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen frieden Schmeck ich schon hienieden: Und was hoff ich bort? Unbegrenzte zeiten, Voller felig teiten Hoff' ich auf dein wort. Sie sind 138 Zweite Abtheilung. mein, Durch dich allein Bleib ich dir; Dieser geist der freuden Stärke dir getren im glauben, Wer kann fie mir rauben? mich im leiden, Weiche nicht von mir! Laß mich so Beherzt und froh Einst durch's that des todes dringen, Dort dein lob zu singen. 10. Voll von deiner güte Frohlockt mein gemüthe, Gott, mein heiland, 3) Vom thätigen Christenthum überhaupt. Mel. Chrift, unser herr, zum jordan 2c. zu gute, Schmachvoll an dem freuze 308. Bewahre mich, herr, daß starbst; Ach, wie dienen deine chriſten Immer noch der fünde lüsten; Leben ohne besserung, Fern von wahrer heiligung. der wahn Nie mein gemüth bethöre, Als wär es schon genug gethan, Wenn dir nur äußre ehre Der mensch, dein unterthan erweist Erinnre mein gewissen, Daß alle chriften dir im geist Und wahrheit die nen müssen, Die dir gefallen wollen. 2. Herr, du litt'st, uns vom verderben, Von der sünd uns zu befrein: Und wir wollen lieber sterben; Lieber ihre tnechte sein? Glauben immer noch, in fünden Unsers lebens glück zu finden, Und vergessen dein gebot, Deine schmach und deinen tod. 2. Die kommen nicht ins himmelreich, Die herr zu jesu sagen. Und nicht mit rechtem ernst zugleich Der heiligung nachjagen, Nur die, die deinen willen thun, Läss'st du als deine finder, gott, im ew'gen frieden ruhn, Wenn heuchlerische sün-| der Von dir verstoßen werden. 3. Ach, wann werden wirs erkennen, Warum du gestorben bist? Wann uns nicht blos christen nennen, Sondern thun, was christlich ist? Wann, um deines todes willen, Jesu, dein gesetz erfüllen, Und den sünden widerstehn, Weil sie deine leiden schmäh'n? 3. Drum laß mich doch vom glauben nie Ein heilig leben trennen; Mich nicht für einen christen hie Blos äußer- 4. Wer dich sicht, von gott verlich bekennen. Gieb, daß mein glaube lassen, In der tiefsten traurigkeit; Dich, thätig sei, Und tugendfrüchte bringe, erlöser, sieht erblassen Nach vollbrachDaß ich, vom fündendienste frei, Mit tem schweren streit; Und läßt doch eifer darnach ringe, Im guten zuzu- zum dienst der fünden Seine lüfte sich nehmen. entzünden: Der hat nicht an deinem heil, Nicht an gottes gnade theil. 5. Meiden könnt er sein verderben, Hülfe giebt ihm gott genug; Aber ach! er selbst will sterben: Denn sein glaub ist wahn und trug. Er bekennet deinen namen, Ohne doch dir nachzuahmen! Rühmet seines glaubens sich, Und verleugnet, herr, doch dich. 4. Du kennst, o gott, der menschen Herz, Und liebst, die redlich handeln; Olaß in freude, wie im schmerz. Mich christlich vor dir wandeln. Dein wille fei mein augenmerk; Hilf mir ihn treu vollbringen. Durch dich muß jedes gute werk, Sollt' es auch nicht gelingen, Zum segen mir gereichen. 5. Doch, wenn ich aus unwissenheit Und übereilung fehle; So thu' an mir barmherzigkeit, und richte meine seele Durch gnade auf von diesem fall. Erhalt' mich bei dem einen, Daß ich dich fürchte überall. Bis ich einst mit den deinen Dir ohne fehltritt diene. Mel. Xue menschen müssen sterben it. 309. Der du uns mit deinem blute Dir zum eigenthum erwarbst, Und uns fündern, uns 6. Ach, wenn uns der trieb zur sünde Reizet wider unsre pflicht! Heiligster, so überwinde Uns der trieb zur fünde nicht! Lehr' uns muthig ihn bekämpfen, und die macht der liste dämpfen; Steh uns in versuchung bei, Und erhalt uns dir getreu. 7. Jesu, lehr' auf dich uns schauen, Uns besieg die fünde nie. Laß dein beiſpiel uns erbauen! Stärke selbst uns wider sie! Ach, die absicht deiner schmerzen Präge tief in unsre herzen, Daß 139 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. wir, von der fünde rein, Heiligster,| wissen, Nie wird es jemals dich gebir ähnlich sein. reu'n, Wenn du, unsträflich fromm zu sein, Dich redlich haft beslissen. 2. Gehorch nicht deinem fleisch und blut; gut; Gehorche gott! gott meint es Was er gebeut, ist segen. Er liebt uns menschen väterlich, Führt auf der bahn der tugend dich Dem höchsten heil entgegen. 3. Gott theilt dir seine stärke mit; Drum gehe stets mit festem schritt Fort auf der tugend pfade. Die lust verführt, die tugend nie; Und gott, dein gott, belohnet sie Mit segensreicher gnade. 4. Laß dir die schreckenvolle pein Der sünde hell vor augen sein, Wenn sie dich lockt mit freuden. Gott fennt den quälenden verdruß, Der auf die fünde folgen muß, Und will sie dir verleiden. Mel. Ein lämmlein geht unb te. 310. Erbarm bich, herr! mein schwaches herz, Geneigt zu eitelkeiten, Läßt bald durch freude, bald durch schmerz. Sich auf den irrweg leiten. Gleich einem rohr, vom wind bewegt, Wankt auch, von leidenschaft erregt. Oft meine schwache seele. Wann komm ich zu der wahren ruh, Daß ich recht feste tritte thu, Und nur das gute wähle? 2. Laß doch mein her, nicht fernerhin In seiner neigung wanten. Stärk meinen ungewissen sinn Zu festeren gedanten. Wenn von der luft zur eitelkeit Wich deines geiftes fraft befreit, Wie will ich dir lobsingen; Mich ganz zu deinem dienst zu weihn, Soll stets mein eruster wille sein, Gieb dazu das vollbringen, 5. Gott siehet jene ewge nacht Wo sünder, die ihn hier verlacht, In tiefem jammer schmachten. Gott kennt der tugend hohen werth. Und den hat jesus dich gelehrt; Und den willst du verachten? 3. Auch wenn ich auf der tugend pfad Bisweilen gleitend walle, So unterstütze deine gnad Mich vor dem nahen falle. Wenn in mir böse luft aufsteigt, Und ich zum weichen bin geneigt, So lente meinen willen; Erhebe meinen schwachen muth, Daß ich der leidenschaften wuth Durch dich, herr, möge stillen. 4. Mein gott, mein gott, gedenke nicht Der sünden meiner jugend. Wie hart schien mir oft meine pflicht: Wie rauh die bahn der tugend! Und doch Mel. Wer nur den licben gott e. trugst du mich mit geduld; Laß, vater, 312. Gott! bir gefällt kein gott los wesen; Wer laß mich diese huld Nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres heil: O laß michs, als mein bestes theil, Auch immerfort betrachten. ist, bleibet nicht vor dir; Drum laß von fünden mich genesen, Und schaff ein reines herz in mir; Ein herz. das sich vom sinn der welt Entfernt, und unbeflect erhält. 5. Ich bin ein mensch; du kennest mich. Wie schwach sind meine kräfte! Doch meine seele hofft auf dich; Du wirst zu dem geschäfte Der heiligung mir fraft verleihn, Mein herz je mehr und mehr erneun, Vor dir gerecht zu leben. Ich aber will hier in der zeit Und einst in der vollkommenheit, Herr, deine fraft erheben. 6. Nein, übe sie mit allem fleiß, zu deinem glück und gottes preis: Er siehet dein bestreben, und wird dir einst gewiß dafür, Nach treuem tugendlaufe hier, Der freuden fülle geben. 2. Laß mich auf die begangnen füns den Mit inniger beschämung sehn! Durch christum vor dir gnade finden, Und auf den weg der tugend gehn. Ich will fortan das unrecht scheun, Und deinem dienst mein leben weihn. 3. D stärke mich in dem gedanten, Gieb meinem vorsatz festigkeit: Und will mein schwaches herz je wanken, Mel. Kommt her zu mir, spricht ze. 311. Ermuntre feele, dich und So bilf der unentschloffenheit Wie sei Dem gott, der dich erschuf, getren, und folge dem geviel vermag ich, gott, mit dir! Nimm deinen geißt nur nicht von mir. 140 nd Zweite Abtheilung. 4. Gieb, daß er mir stets hülfe zum muth, Und hilf dem schwachen leiste, Und muth und kräfte mir versiegen! Mein auge laß allein Auf deine leih, Daß ich mit kindlich treuem weisheit schaun, Mein herz dir folgsam geifte Dir bis zum tod ergeben sei: sein, Und dann dir froh vertraun. So fieg ich über fünd und welt, Und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus schwachheit fehle, Mein vater! so verwirf mich nicht. Verbirgs nicht der betrübten secte, Wenn sie dich sucht, dein angesicht! Und mache in bekümmerniß Mein Herz von deiner huld gewiß. 7. Ich bin ein pilger hier, Umringt von vielen fündern; Jhr beispiel könnte leicht Der tugend eifer hindern, Wenn der verführung gift, Des leichtsinns frecher spott, Dem geist gefährlich wird, Dann steh mir bet, mein gott. 8. Bewahre mein gemüth, Daß mich, bis an mein ende, Die falsche fröhlichkeit Der fünder nie verblende. Ihr thöricht lachen wird Bald lange reu und pein; Laß diesen wechsel mir Doch ja vor augen sein. 9. So werd ich, herr, mein gott, Dir nicht umsonst vertrauen; Einst, wenn ich tren dir bin, Der freuden fülle schauen. Und, wenn du ewig lobnft Für jede gute that, Frohloden, daß mein herz Sich dir geheiligt hat. 6. Erquicke mich mit deinen freuden, Schaff ein getreues herz in mir; Und stärke mich in freud und leiden, So halt ich mich, mein gott, zu dir, Bis nach vollbrachter übungszeit Der deinen erbtheil mich erfreut. Mel. D gott, du frommer gott at. 313. Het böre mein gebet, Und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer ernst, Auf deiner wallen. Ergreife, Mel. Herr chrift, der ertg gottes ic. feite, stärt Den schwachen, der dir 314. He wahren lebens err fleht; Verwirf die bitte nicht, Die mir von herzen geht. 2. Du willst, daß ich mich treu In jeder tugend übe, Der glaube, den du wirkst, Soll fruchtbar durch die liebe In wahrer heiligkeit, In guten werfen sein; Drum will ich dir, mein gott, Mein ganzes leben weihn. 3. Dies will ich; und doch macht Die schwäche meiner feele, Und der versuchung reiz, Daß ich so oft noch fehle. Ich seh der tugend glück! Jch wünsche gut zu sein: Und doch giebt's immer noch So vieles zu bercun. 4. Das siehst du, herr, mein gott, O sich es mit erbarmen, Und reiche väterlich Doch deine hand mir armen! Gieb meinem geiste licht, Gieb meinem vorsatz fraft; So kämpf ich glücklicher Mit welt und leidenschaft. 5. Eröffue den verstand, Stets helTer einzusehen, Daß sünd und elend macht, Daß wahres wohlergehen, Und innrer friede nur aus reinem Herzen fließt: Daß du mit deiner Huld Der freuden quelle bist. 6. Laß in versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; Ermuntre mich Des licht! Laß leben licht und wonne, Die allen kummer bricht, Mein ganzes herz erfreuen, Und meinen geist erneuen. Dies glück versag mir nicht. 2. Vergieb mir meine fünden, Und laß mich, herr, durch dich Der gnade trost empfinden. Verleihe gnädiglich, Daß an des friedens gabe Mein herz stets antheil habe. O herr, erhöre mich! 3. Tilg ganz aus meiner seele Des alten menschen sinn, Daß ich, was du willst, wähle, Voll eifer mich forthin Treu deinem dienst ergebe, Und dir zu ehren lebe, Weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein erkenntniß In mir, mein seelenhort, Und öffne mein verständniß Durch dein heilsames wort; Damit ich an dich glaube, Nichts böses mir erlaube, Sei felig hier und dort. 5. Ach, zünde deine liebe In meiner seele an, Daß ich aus innerm triebe Dich ewig lieben kann, Und bir zum wohlgefallen, Veständig möge wallen Auf rechter tugendbahn. 6. Du giebst den schwachen stärke. Berleih auch mir die traft Zu jedem Vom thätigen Christenthum überhaupt. 141 guten werke, Die dein geist in uns wahrheit freund, Laß mich aufrichtig schafft. Mein eigenes bestreben, In die sein armen leben, Ist viel zu mangelhaft. wanden; Und jederzeit Nach billigkeit Wit meinem nächsten handeln. 7. Ich hoff auf deine gnade; Mich tröstet deine treu, Auf deinem guten pfade Mach immer mehr mich neu! Und daß ich deinen willen Aufrichtig mög' erfüllen, So steh mir kräftig bei. Met. Was mein gott will, das ic. eder: Das jesulein soll doch sc. 315. Hilf mir, mein gott, bilf zen mich verlange; Daß ich dich suche mit begier, Und standhaft dir an hange; Verleih, daß ich mit freuden dich In deiner hülfe schaue, Im herzen rein, Auf dich allein Mein ganzes glücke bane. 2. Gied, daß in wahrer heiligkeit Ich nach dem guten strebe; Gottselig, züchtig allezeit In deinem reiche lebe; Und wante ich, So stärke mich Bald wieder, fest zu stehen, und stets dabei, mit wahrer treu, Der tugend pfad zu gehen. 3. Laß glaube, lieb und hoffnung sich In meinem Herzen mehren, So ist mir wohl und so kann ich Als wahrer christ dich ehren. Nimm dich auch dann Des leibes an, So lang ich hier noch walle: Damit dabei, Von fummer frei, Ich dir stets wohlgefalle. 4. Gieb, daß ich tren und fleißig sei In dem, was mir gebühret, Daß ich auch nicht durch heuchelei Und ehrgeiz werd verführet; Ja, daß ich nicht Je meine pflicht Durch eigennut entebre, Und nie durch neid, Haß, falschheit, streit, Des nächsten ruhe störe. 5. Steh du mir bei, daß mein gemüth Kein wilder grimm regiere, Daß ich vielmehr durch sanfte güt Auch selbst den haffer rühre. Vergeß ich mich, Daß hoffahrt sich Will in der seele regen, So hilf du mir Gebeugt vor dir, Der demuth schmuck anlegen. 6. Lehr mich auch, herr, enthaltfamfeit, Und gieb ein rein gemütbe, Daß ich in dieser übungszeit Bor böser Iust mich hüte: Der lügen feind, Der 7. Gieb, daß ich stets den müssiggang Mit wahrem abscheu fliehe: Daß ich dem nächsten lebenslang zu dienen mich bemühe; Laß meinen fleiß, zu deinem preis, gott, mir wohl gelingen, Und segne du Das, was ich thu, So wirds auch nutzen bringen. 8. Hilf, daß ich folge treuem rath, Von falscher meinung trete; Den armen helfe mit der that, Für freund und feind stets jedermann, So viel ich kann, und alles unrecht meide An allem ort. Nach deinem wort, Bis ich von hinnen scheide.ms Mel. Wenn mein stündlein 2c.& 316. Sist mein chi t christ; gott dieser hohen würde Steh ich, und fürchte keinen feind, Trag muthig meine bürde. Dies glück erfüll mit muth und kraft Mein Herz in dieser pilgerschaft, Darin ich hier noch wandle. OTH GE 2. Mein glaube steht und wantet nicht; Start, feft ist er gegründet. Er stützet sich voll zuversicht Auf jesum christ, und findet Bei ihm kraft, rath, troft, ruh und heil, Und nimmt an allem fegen theil, den christus hat erworben. 3. Mich soll hinfort nicht eitelfeit, Nicht bitterfeit der leiden, Auch nicht ein schlaf der sicherheit Von goites liebe scheiden. Was gott an meiner feele thut, Macht mir zum kampfe ftarten muth, Darinnen nicht zu weichen. 4. Was sind die leiden dieser zeit Doch gegen jene kronen, Womit gott in der herrlichkeit Die frommen will belohnen? Was ist die eitle lust der welt, Wenn man das glück dagegen hält. Das gott uns dort will schenken? 5. Mich soll auch nicht des todes macht Von gottes liebe scheiden. Er führt mich durch des grabes nacht Bu jenem licht der freuden, Darinnen ich, nach allem leid, Jhn seh in seiner herrlichkeit und ewig mit ihne tebe. 142 Zweite Abtheilung. Mel. Ich hab' in gottes herz ic. oder: Das jesulein soll doch. 317. Klag nicht, mein herz, bat, genommen. wie schwer es fei, Hier als ein chrift zu wandeln, Und täglich gottes willen treu, Zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die tugend fostet mith, Und sie besiegt die liste, Doch, richte selbst, was wäre sie, Wenn sie nicht tämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer laster freun, Trifft die fein schmerz hienieden? Sie find die sclaven eigner pein, Und haben feinen frieden. Der fromme, der die lüfte dämpft, Hat oft auch seine leiden; Allein der schmerz, womit er lämpft, Verwandelt sich in freuden. 3. Des lasters bahn ist anfangs zwar Ein breiter weg durch auen: Allein fein fortgang wird gefahr, Sein ende nacht und grauen. Der tugend pfad ist anfangs steil, Läßt nichts als müthe blicken: Doch weiter fort führt er zum heil, Und endlich zum entzücken. 4. Was wär e8, hätt uns gott vergönnt Nach unsers fleisches willen, Wenn wollust, neid und zorn entbrennt Die lüfte frei zu stillen; Ließ er den raub, den undant zu, Ten frevel, dich zu tränken; Den menschenhaß: was würdest du Von diesem gotte denken? mehr bekommen; Wer sie nicht brauchet, dem wird auch Das, was er 7. Lern nur geschmack am wort des herrn Und seiner gnade finden: Und übe dich, getren und gern, Dein herz zu überwinden. Wer träfte hat, wird durch gebrauch Von gott noch 8. Du streitest nicht durch eigne kraft; Drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, Das wollen und vollbringen. Wann gab ein vater einen stein Dem sohn, der brod begehrte? Bet oft! gott müßte gott nicht sein, Wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der tugend pfad Das beispiel sel'ger geister: Ihn zeigte dir, und ihn betrat Ja selbst dein herr und meister. Laß dich nur nie des frechen spott Auf diesem pfade hindern; Der wahre ruhm ist ruhm bei gott, Und nicht bei menschenkindern. 10. Sei start, o feele, allezeit, Denk oft an deine bahre; Bergleiche mit der ewigkeit Den kampf so furzer jahre. Das kleinod, das tein glaube hält, Wird neuen muth dir geben; Und kräfte der zukünftgen welt, Die werden ihn beleben. 11. Denk endlich zur beruhigung, Daß gott den schwachen duldet, Der bei dem ernst der heiligung Doch manches noch verschuldet. Gott liebet herzens redlichkeit, Und sieht auf dein bestreben; Er ist ein vater, der verzeiht. Und er hat luft zum leben. Mel. Jesus, deine tiefen wunden: c. 5. Gott will, wir sollen glücklich fein? Drum gab er uns gesetze. Sie find es, die das Herz erfreun, Sie 318. Kommt und laßt euch lebens Er spricht zu uns durch den verstand, Er spricht durch das gewissen, Was wir, geschöpfe seiner hand, Fliehn oder wähten müssen. jesum lehren; Kommt und Lernet allzumal, Welche die sind, die gehören zu der rechten christenzahl; Die im glauben fest bestehn, Freudig gottes wege gehn, Und den heiland frei bekennen, Dürfen sich die seinen nennen. 6. Ihm folgen, das ist weisheit nur, Und freiheit ists, dies wählen: Ein thier folgt trieben der natur, Ein mensch dem licht der seelen. Was ist des geiftes eigenthum? Was sein beruf auf erden? Die tugend; was ahr lohn, ihr ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 2. Selig, wer in demuth lebet, Seine schwachheit nie vergißt, Nie sich selbst mit stolz erhebet, Wenn er groß und glücklich ist. Gottes huld wird ihn erfreun, Und das himmelreich ist sein; Gott wird dort zu ehren setzen, Die sich hier geringe schätzen. 3. Selig ist, wer seine sünde Wehmuthsvoll vor gott bereut, Und, damit er ruhe finde, Sich vor neuen sünden scheut. Gott will ihm die schuld ver 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. zeihn, Kraft zum guten itm verleihn, Und er soll schon hier auf erden, Und auch dort getröstet werden. 4. Selig ist, wer fauftmuth übet, Seinem feinde niemals slucht, Seine fehler ihm vergiebet, Nie sich selbst zu rächen sucht, Ruhig seine pflicht vollbringt, Und sein eigen herz bezwingt. Gott wird selbst sich sein annehmen, Daß sich seine feinde schämen. Mel. Dir, dir jehovah: c. 5. Selig, die mit ernst verlangen, 319. Laß mich, o herr, in allen dingen Auf Recht gesinnt und fromm zu sein: Die fest an dem guten hangen, Und sich ganz der tugend weihn; Deren herz nichts mehr begebrt, A18 was gottes ruhm vermehri. Gott wird ihr verlangen stillen, Und der frommen wunsch erfüllen. deinen willen sehn; und dir mich weihn; Gieb selbst das wollen und vollbringen, Und laß mein herz dir ganz geheiligt sein. Nimm meinen leib und geist zum opfer hin; Dein, herr, ist alles, was ich hab und bin. 6. Selig, wer der noth des armen Niemals fühllos sich entzieht, Jhm aus zärtlichem erbarmen Wohlzuthun sich froh bemüht, Und wenn er um hülfe weint, Jhm mit hülf und troft erscheint. Dieser wird auch hilf em pfangen, Und barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, Züchtig, teusch und rein zu sein; Die der wollust netze fliehen, Und der heis ligkeit sich weihn. Die der lockung dieser welt, Und dem, was dem fleisch gefällt, Tren und standhaft widerstehen, Werden gottes antlitz sehen. 8. Selig, wer im frieden lebet; Wer die ruh und einigkeit zu erhalten fich bestrebet, Und wenn feindschaft haß und streit, Seiner brüder glück zerstört, Sie die pflicht der eintracht lehrt, Die des friedens sich besleißen, Werden gottes tinder heißen. 9. Selig, die ums guten willen Leiden und sich deſſen freun: Stand143 11. Daß ich hilfreich mich gewöhne, Immer hab ein reines herz, Die in feindschaft stehn, versöhne. Dir anhang in freud und schmerz. Vater, hilf von deinem thron, Daß ich glaub an deinen sohn, Und, durch deines geistes stärke, Mich befleiße guter werke. tugend müh nicht scheun Gott steht ihnen mächtig bei, Und will sie für ihre treu Einst mit wonn und sieges kronen Auf das herrlichste belohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten Anf der wahren tugendbahn. Daß ich dieser seligkeiten Hier und dort mich freuen kann. Gieb, daß ich demüthig sei. Meine schuld vor dir bereu, Die gerechtigkeit stets liebe! Auch an seinden sanftmuth übe. 2. Gieb meinem glauben muth und stärke, Laß ihn durch menschenliebe thätig sein, Daß man an seinen früchten merke, Er sei tein eitler traum und falscher schein. Er stärke mich in meiner wanderschaft und gebe mir zum tampf und siege kraft. 3. Laß mich, so lang ich hier soll leben, Auch an dem bösen tage sein vergnügt, Und deinem willen mich ergeben, Der mir zum besten alles weislich fügt. Gieb furcht und demuth, wenn du mich beglückst, Geduld und trost, wenn du mir trübsal schickst. 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen, So will ich einst, wenn ich den lauf vollbracht. Dir ewig dank und ehre bringen, Dir, der du alles hast so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein, ganz dir geweiht, Dein lob verkündigen in ewigkeit. Mel. D gott, du frommer gott ic. 320. Mein vater und mein gott, diesem leben, Die reine christuslehr. Zum führer mir gegeben, Regiere doch mein herz Durch deinen guten geist, Daß ich stets folgsam sei Dem, was dein wort mich heißt. 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem beifall trachte, Und kein vergänglich gut, Mehr, als es werth ist, achte. Wer nach dem ewigen Mit rechtem eifer ringt, Empfängt schon hier zum lohn, Was wahre ruhe bringt. 144 3. Gieb, daß ich von der sünd Mich unbefleckt erhalte, Und daß in mir der trieb Zum guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, Jm kampf des glaubens tren, Und in der hoffnung stark Und unbeweglich sei. 4. Gieb, daß ich als ein christ Mich christo ähnlich zeige, Und folgsam mein gemüth zu seiner lehre neige. Sein geist regiere mich, Und nicht der geist der welt; So bleib ich auf dem weg. Der dir, o herr, gefällt. and Zweite Abtheilung. soll und muß, So gieb den worten kraft Und nachdruck ohn verdruß. 4. Findt sich gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen; Gieb einen frohen muth Und trost in leidenstagen. Gieb, daß ich meine feind Durch sanftmuth überwind; Und sende hülf und rath, Wenn sie mir nöthig sind. 5. Laß mich mit jedermann In fried und eintracht leben, Soweit es christlich ist. Willst du mir etwas geben, An reichthum, ehr und glück: SI gieb auch dies dabei, Daß ich nicht ungerecht, Nicht stolz, nicht sicher sei. 5. Hilf, daß ich dich, mein gott, Von ganzer seele liebe, und lieb und gütigkeit Auch an dem nächsten übe. Demüthig, dankbar laß mich bei des glückes schein: Geduldig, hoffnungsvoll In trüben tagen sein. 6. Soll ich in dieser welt Mein Leben höher bringen, Und unter mancher last Hindurch ins alter dringen: So gieb, daß ich auch stets Ein frommes herz bewahr, Damit ich tragen mag Mit ehren graues haar. 6. Nie müsse sich mein herz Des fleisches lust ergeben, Und nie dem schnöden geiz! Mein dir geweihtes 7. Laß mich auf christi tod Einst leben Sei von betrug und neid, Von froh von hinnen scheiden, Die seele unbarmherzigkeit. Von ungerechtem nimm zu dir Hinauf zu deinen freugut Und stolzem sinn befreit.den; Es ruhe sanft der teib In seiner 7. Will deine hand mich hier Auf stillen gruft, Bis ihn dein allmachtsrauhe wege leiten: So unterstütze wort Ins neue leben ruft. mich, Wenn meine tritte gleiten. Laß mich in aller noth Auf deine hülfe baun, Und auch, wenn sie verzeucht, Dir doch getroft vertraun. 8. Wenn alle toden dann Auf dein gebot erwachen, So wird auch meinen staub Dein ruf lebendig machen: Dann führe mich verklärt In deinen himmel ein, Und laß mich selig dort Mit allen frommen sein. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen leiden; Und ist die stunde da, Aus dieser welt zu scheiden. O vater, so verlaß, wenn meine hütte bricht, Mich sterben- Mer. Gin lämmlein geht 2c. den mit trost Und froher hoffnung nicht. 322. Was hilft es mir, ein In bekannter Melodie. 321. gott, but frommer gott, Du quelle aller gaben Ohn den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben; Gesunden leib gicb mir Und daß in solchem leib Ein unverletzte seel Und rein gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit fleiß, Was mir zu thun gebühret; Wozu mich dein befehl In meinem stande führet; Gieb, daß ichs jedesmal Thu, wann und wie ich soll, Und so gerathe mirs Durch deinen segen wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen. Laß kein unnützes wort Aus meinem munde gehen: Und wenn nach meiner pflicht Ich reden ich nicht christlich lebe, Und heilig, fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen beruf, zu welchem mich mein gott erschuf, Nicht würdig mich beweise, Und den, der mich erlöset hat, In worten bloß, nicht durch die that Und gute werke preiſe? 2. Was hilft der glaub an jesum christ. Den ich im munde führe, Wenn nicht mein herz rechtschaffen ist ,, Und ich die furcht verliere; Wenn mich die eitelteit der welt mit ihrer luft gefangen hält, Jch ihre fesseln liebe. Und, fühlbar für der fünde reiz, Born, hoffahrt, fleischeslüfte, geiz In werk und thaten übe? 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 145 3. Weit strafenswürdger bin ich gütigster, Daß ich dein bildniß wäre. kenne, Weiß, was er einst für mich gethan, Ihn herrn und heiland nenne. Als der, der in der finsterniß Des irrthums tappt, noch ungewiß, Ob er auch richtig wandle. Was nützt mir feines wortes licht, Was hilft mir aller unterricht, Wenn ich nicht darnach handle? . 4. Und woher nehm ich trost und ruh, Wenn leiden mich umgeben, und meine fünden noch dazu Mir dann vor augen schweben? Was hilft mir in der letzten noth, Wenn sich der schauervolle tod Mir zeigt mit seinen sdrecken, Und mein gewissen wachet auf, Von meinem ganzen lebenslauf, Die schuld mir aufzudecken? 5. Weh mir, was hilft es mir einst dort, Erweckt aus meinem grabe, Daß ich an christum und sein wort zum schein geglaubet habe, Wenn feine fromme gute that Mein leben hier bezeichnet hat, Den glauben zu bestärken, Denn meine ganze seligkeit Wirkt glaube und rechtschaffenheit, Der glaub' in guten werken. 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu sein, Hilf, daß ich christlich lebe, Und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich bestrebe; Gieb mir erkenntniß, traft und muth, Damit ich welt und fleisch und blut Im glauben überwinde, Und dann, nach wohldurchlebter zeit, Den lohn in jener ewigkeit Um christi willen finde. Mel. O gott, du frommer gott 2c. 323. Wer kann doch, großer gott, Dich würdig gnug erheben? Du gabft der ganzen welt Bewegung, kraft und leben Der geister zahllos heer, Die ganze förperwelt Hat deine hand gemacht, Die jetzt noch alles hält. 2. Du schufft( ich dank' es dir!) Auch mich zu deiner ehre, Und wolltest Goangel. Iuth. ise lebt und denkt, Mir zur unsterblichkeit, Aus deiner huld geschenkt. 3. welch ein großes ziel, Dain du, gott, mich schufest! Wie herrlich ist das theil. Dazu du mich berufest! Dir, höchster, ähnlich sein, Vollkommen sein, wie du. O wohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu. 4. Laß dieses große ziel Mir stets vor augen schweben! Des herzens größter wunsch, mein eifrigstes bestreben In allem meinem thun Sei dies, o gott, allein, Mit ernst je mehr und mehr, Wie du gesinnt zu sein.id 5. Du bist der wahrheit freund, Laß mich auch wahrheit lieben; Mit unverdroßenem fleiß, In allem dem führt. Zur weisheit, die dich ehrt, mich üben, Was mich zur weisheit Und allem beifall giebt, Was uns dein wille lehrt. 6. Laß deine heiligkeit Mich stets zum muster nehmen. Hilf mir die fünde fliehn, Des fleisches lüfte zähmen, Nur das, was recht ist, thun, Des üben will, Auch gern behülflich sein. guten mich erfreun, Und dem, ders 7. Gieb, daß ich so, wie du, Ein freund der menschen werde, Dem wohlthun freude macht, Der fummer und beschwerde Dem nächsten gern erſpart, Sein leben ihm versüßt, Und wo er helfen kann, Zum helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, O gott, von diesem ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, Wie wenig ich dir noch m guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem sinn.n 9. Beglückt ist nur alsdann Mein lebenslauf auf erden. Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch Mit dir vereinigt sein, Und mich hi unterlaß, Gott, deiner güte freun. 10 of blog 146 711 pitbit mock& 4) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. Vom himmel tam der engel ic. ober: Wo gott jum baus nicht zc. 4. Das ist der weg zum ewgen leben, Daß wir, o vater, dich und den, Den 324. Gott, heilig ſei dein nam du zum heil uns haft gegeben, Erkennen, und recht ganzen diemenschlichen geschlecht! Dich bete, ser bahn Mich auch zu diesem glücke an. wer dich denken kann, Im geist und in der wahrheit an. 5. Bor allem gieb, daß stets lebendig Bei mir, gott, dein erkenntniß sei, Und daß ich dir darnach beständig Lieb, ehrfurcht und gehorsam weih. Gieb, daß ich thu mit allem fleiß, Was ich von deinem willen weiß. 6. Was hilft das richtigste erkenntniß, Wenns nicht zu deiner liebe treibt? Was nützt ein aufgeklärt verständniß, Wenn doch das herz nicht böse bleibt? Drum hilf, daß ich der wahrheit treu, Und daß mein glaube thätig sei. 2. Verbreite deines wortes scholl. Wie deine werke, überall, Daß alle fernen, wer du seist. Der allerhöchst und befte geift. 3. Durch jesum chrift, den du gefandt, Werd immer mehr der welt belannt, Daß du stets unser vater bist, Und er der völker heiland ist. 4. Lehr uns doch deinen rath verstehn, Gehorsam deine wege gehn. Durch deines wortes licht und kraft Mlach gläubig uns und tugendhaft. 5. Durch wahrheit dämpfe jeden wahn; Erleucht uns allen unsre bahn. Das laster tilg aus unfrer brust Und tödt in uns die böse luft. 6. So preiset deine christenheit, Herr, deinen namen in der zeit; Sic ist und bleibt dein eigenthum Und ihre thaten sind dein ruhm. 7. Du sättigft sie mit feligteit Bon nun an bis in ewigteit, und ewig ist ihr frommer dank, Herr, deiner gnade lobgefang. Mel. Eobt gott ihr christen, allzugl. oder: Nun danket all' ic. 326. Wie felig bin ich, wenn mein geift Hinauf zu gott sich schwingt, und wenn er seinen schöpfer preist, Der engel wert volbringt.:: 2. Wer gleicht ihm, wer ist so geschmückt Dit herrlichkeit und licht? Mel. Wer nur den lieben gott*. 325. Mein gott, du wohnest Wie herrlich ist er; wen ent üdt Sein zwar im lichte, Da- wert, hin fein sterblich auge dringt, Doch giebst du uns zum unterrichte Dein wort, das uns erkenntniß bringt, Was du, o allerhöchster, bist; Was mit uns deine absicht ist. die schöpfung, nicht?:: 3. Ein voller strom von freude quillt Aus seiner güt und kraft; Denx er ist selig und erfüllt Mit freuden was er schafft.:,: 4. Er schuf die welt, das wert der zeit, um nicht für sich allein In grenzenloser ewigkeit Der felige zu sein.:,: 5. Er spricht ein wort, und schnell umringt Den seligen ein heer, Das selig ist und ihm lobsingt, Das niemand zählt, als er.:.: 6. So will es der, der mich erschuf; Auch ich soll selig sein. Heil, feele, dir, denn dein beruf Ist, gottes dich zu freun.:,: 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, Als auf ein licht im dunkeln ort; Und wenn ich ernstlich es betrachte, So bilf selbst meinem forschen fort. Für deiner wahrheit hellen schein Laß ang und herz stets offen sein. 7. Laß dein erkenntniß mir im leiden, Die quelle wahres troftes sein; Um mich, wenn leib und seele scheiden, Des beßren lebens zu erfreun. Da irr und want ich weiter nicht, und sehe dich im hellern licht. 3. Hilf, daß ich deinem worte glaube, Das mich macht flug und tugendhaft, Damit fein falscher wahn mir raube, Was mir ein ewges heil verschafft. Kein spöttergeist verführe mich; Kein aweifel sei mir hinderlich. 7. Noch siehst du, als im widerschein, Den unaussprechlichen; Einst 5. Von der Furcht Gottes. 147 6. Noch heller scheint von allen feiten, in deine worte, gott, dein licht; blendwerk schnöder eitelteiten Verdunkelt da oft mein geficht. gott, gieb mir deinen Mel. Wer nur den lieben gott ic. find' ich 327. W meine ſeele weit über Der mich dadurch recht unterweiſt. 7. 3war, wenn in meinen finsternissen Er auch mein blödes aug erhellt: Was lern ich, gott, von dir? mein wissen Fleibt immer stückwerk in der welt. Ich suche dich und forsche nach, und bleibe dich zu sehn, zu schwach. 8. Doch hört ich nur auf deine stimme In deinem worte, hört ich nur, Wie du verdienest, auf die stimme Der dir lobsingenden natur: So lernt ich hier schon, gott, allein, Mich deiner herrlichkeit erfreun. Zweite Abtheil. roirst du größern lichts dich freun, Und ihn viel heller sehn., 1182 91 - alles schätzt und liebt? Gott, den ich mir zum freunde wähle, Und der allein mir freude giebt? Wann kommt die geit, da gott, mein freund, Sich völliger mit mir vereint? 2. Wie wollt ich meinen gott nicht preisen, Wenn ich ihn sähe, wie er ist? Zwar de ne werte, herr, beweisen Wie unaussprechlich groß du bist. Wie glänzen sie! doch zeigt ihr glanz Mir deine herrlichkeit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im spiegel, Und bete dich in schwachheit an; Ach, hätte meine seele flügel, Sich dir, mein schöpfer, mehr zu nahn: Wie würde fie sich deiner freun! Wie selig, wie verherrlicht sein. 4. Dürft ich am fuße deines thrones Mit deinen engelu dich erhöhn; Könnt ich im antlitz deines fohnes, Wie deine seligen dich sehn: Ich, der ich jetzt schwach loben tann, Welch hobes loblied stimmt ich an. 5. Mir macht zwar jedes deiner w rke Mehr, als ich rühmen kann, befannt; Es zeigt mir čemer allmacht stärke Und deinen weiseften verstand. Und gnade, die das größte lob, Zu schwach, nie würdig gnug erhob. dibile Mel. Wer nur den lieben gott. oder: Du weiser schöpfer c. 328. ich, höchster, ererbietig scheuen, Ist unser glück und unsre pflicht. Kein mensch kann deiner huld sich freuen, Scheut er dein heilig auje nicht. Drum flöße, um mich dein zu freun, Mir wahre findesehrfurcht ein. lieben! Mit welchem eifer würd ich 9. Wie feurig würd ich dann dich mich Dir, vater, zu gefallen üben! Wie selig würd ich blos durch dich! Nun aber täuscht oft meinen geift. Gleich findern, tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch elend! vater, ich empfinde, Mein elend; zeuch mich mehr zu dir! Entkräfte ganz die macht der fünde, Tein geist der weisheit wohn in mir, Damit ich vor der täuscherei Der fünde stets gesichert sei. 5) Von der Furcht Gottes. 2. Sie leite mich auf meinen wegen; Sie sei mir weisheit und verstand, Und treibe mich, das abzulegen, Was ich als unrecht hav erkannt. Denn wer 11. Gieb, daß dein geist durch deine wahrheit Mein leben leite, bis ich dort Dich näher seh, und mit mehr flarheit Als hier an diesem prüfungsort. Jch, der ich hier nur stammeln tann, Erhebe würdiger dich daun. noch luft zur fünde hat, Ehrt wahrlich dich nicht in der that. 3. Gieb, daß ich stets zur herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist. Und das vor dir zu thun mich schäme, Was dir, mein gott, zuwider ist. Der beifall einer ganzen welt Hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Nie laß mich dein gericht vergessen, Mich nie mit fündern fündlich freun; Nie muthloß, doch auch nie vermessen Und stolz in deinem dienste sein; Nie führe mich zur ficherheit Der reichthum deiner gütigkeit. 10% 148 Zweite Abtheil. 5. Von der Furcht Gottes. 5. Laß mich mit weiser vorsicht| Mel. Wer nur den lieben goff 26. fliehen, Was mich zu fünden reizen fann, Mich um ein reines her ber mühen, Und nimm dich meiner hülfreich an: So komm ich in der gnadenzeit Durch dich zur wahren seligkeit. 330. Willst du der weisheit quelle kennen? Es ist die furcht vor gott, dem herrn, Nur der ist weis und flug zu nennen, Der alle seine pflichten gern, Weil gott sie ihm gebeut, vollbringt, Wenn gleich dazu kein mensch ihn zwingt. 6. Erhalt in mir ein gut gewissen, Das weder spott noch trübsal scheu, Und mache von den hindernissen Der wahren tugend selbst mich frei. Nie störe furcht und lust der welt Mich das zu thun, was dir gefällt. 2. Lern gottes größe recht empfinden, Und fühle deine nichtigkeit! So wirst du nie dich unterwinden, Mit Gathörichter verwegenheit zu tadeln, was 7. Mit ehrfurcht laß mich vor dir sein rath beschließt, Der wunderbar, wandeln. Und stets, ich sei auch wo doch heilig ist. ich sei, Nach deiner vorschrift redlich handeln, Entfernt von aller heuchelei. Wer dich von herzen liebt und ehrt, Nur der ist dir, o bater, werth. 3. Wirst du den höchsten findlich fcheuen. So wird dir keine pflicht zur last: Nur das wirst du vor ihm bereuen, Daß du sie oft versäumet haft. Wer gott als zeugen vor sich hat, Der freut sich jeder guten that. 8. In deiner gnade laß mich sterben, So schreckt mich weder tod noch grab; So werd ich jenes leben erben, Dazu dein sohn sich für mich gab. Da werd ich dein mich ewig freun, Und völlig durch dich selig sein. Cotos ons Mel. Es ist gewißlich an der zeit: c. 329. aß doch in meines her zensgrund, Gott! deine furcht stets wohnen, So werd ich auch mit meinem mund, Herr, deine ehre schonen, Und nicht durch sluchen sie entehr'n, Nicht aus gewohntem leichtsinn schwör'n, Nie deinen namen läſtern. 2. Groß, majestätisch bist du, herr, Im himmel und auf erden Soll deines großen namens ehr Tief angebetet werden. Wer deines namens heiligkeit Durch lästrung, fluch und schwur entweiht, Den treffen deine strafen. 3. O weh dem veribegnen mund, Der gerne flucht und schwöret! Der macht den größten leichtsinn fund, Der so dich, herr, entehret. Wer oft so schwöret, fündigt oft, Und wird von dir wohl unverhofft Zur strafe hingeraffet. 4. Herr! laß voll ehrerbietigkeit Uns deiner stets gedenken. Wer dich, den höchsten, kindlich scheut, Wird seine zunge lenken, Daß sie sich nicht zum fluch und schwur, Zu deiner ehr, zum guten nur Nach deinem willen rege. 4. Wenn nacht und dunkelheit dich decken, Die dem verbrecher muth verleihn, Wird dich die furcht des Herrn erwecken, Auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk nur: vor seinem angesicht Jst finsterniß wie mittagslicht. 5. Den höchsten öffentlich verehren, Sowohl als in der einsamkeit; Anf des gewissens stimme hören, Und willig thun, was sie gebeut: Auch das lehrt dich die furcht des herrn; Auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich der thor verachtung merken, Wenn du dich fromm von ihm entfernst! Die furcht des höchsten wird dich stärken, daß du dich selbst recht schätzen lernst. Wer gott, dem höchsten, wohlgefällt, Ist glücklich, selbst beim spott der welt. 7. Sich stets vor dem allmächtgen scheuen, Giebt heldenmuth und tapferteit, Wenn uns der menschen stolzes dräuen, Was gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist gott mein schuß, mein heil und licht, So beb ich vor den menschen nicht. 8. Laß deine furcht, gott, mich regieren, Auf dich, den höchsten, stets zut sehn; Laß sie mich zu der weisheit führen, So werd ich niemals irre gehn. Wohl dem, der dich stets kindlich scheut, Dich fürchten, gott, ist seligkeit. guliadidlf athera 2. Denk ich an deine liebe, Wie werd ich dann erfreut; Dann fühl ich neue triebe Zur dankbefliffenheit, Mein herz dir ganz zu weihn, Dich freudig zu erheben, Zur ehre dir zu leben, Vor fünden mich zu scheun. 6) Von der Liebe und Mel. Aus meines herzens grunde ic. du mir dazu vorschrift giebst; Was 331. AT en dich, mein gott, zu dir gefällt, gefall auch mir, Nichts scheide mich, mein gott, von dir. denken, Ist pflicht und troft für mich. Wenn sorg und gram mich fränken, So sieht mein aug auf dich. Dann mindert sich mein schmerz, Dann fliehn die bangen sorgen, Wie nebel vor dem morgen, und ruh erfüllt mein herz. 3. Bewahre mich durch deine liebe, Wenn böses beispiel mich verführt, Und gieb, daß ich verläugnung übe, Wenn sinnenlust zu sehr mich rührt. Wie, sollt ich je die freatur Dir vorziehn, schöpfer der natur? 3. Du gabst mir aus erbarmen Den sohn, der für mich starb, Und großmuthsvoll mir armen Die seligkeit erwarb. O welch ein glück ist mein, Gott, wenn ich dies erwäge, Wie wird mein herz so rege, Dir ewig treu zu sein. 4. Mit Hoffendem gemüthe Dent ich an deine treu und harre deiner güte: Sie ist mir täglich neu. Du unterstützest mich: Auch wenn schweiß vergieße, Wird mir die arbeit füße, Seh ich dabei auf dich. ich 5. Wie gut ists, dein zu denken! Die welt mag immerhin Ihr herz aufs böse lenken, Wie schlecht ist ihr gewinn! Ich halte mich zu gott! Dies bringt mir wahre freude, Dies stärkt mich, wenn ich leide, Und ist mein troft im tod. 6. Drum will ich an gott denken, So lang ich denken kann. Wird man ins grab mich senten, So geh ich zwar die bahn, Da mich die welt vergißt; Doch du, herr, denkst noch meiner, Wenn auch auf erden keiner Mein eingedent mehr ist. Mel. Wer nur den lieben gott it. 332. Du vater beiner menschen finder, Der du die liebe selber bist. Und dessen herz auch gegen fünder Noch gültig und voll mitleid ist; Laß mich von ganzem Herzen bein, Laß michs mit allen fräften sein. Juried to, 1016 Treue gegett Gott. 2. Gieb, daß ich als dein find dich liebe, Da tu mich als ein vater liebst, Und so gesinut zu sein mich übe, Wie 149 4. Laß mich um deiner liebe willen Gern thun, was mir dein wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, So sieh auf meine willigkeit; Und rechne mir, nach deiner huld, Die schwachheit, vater nicht zur schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit frenden Das thut, was dir, o gott, mißfällt, Drum laß es mich mit ernst vermeiden, Gefiel es auch der ganzen welt. Die kleinste fünde selbst zu scheun, Laß, vater, mich behutsam sein. 6. Aus lieb zu dir will ich auch leiden, Was mir dein weiser rath bestimmt. Du führst durch trübsat auch zu freuden. Und wer sie willig übernimmt, Geduldig trägt und weislich nützt, Wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner liebe laß mich sterben, So ist selbst sterben mein gewinn; So werd ich deinen himmel erben, Wo ich ganz frei vom übel bin. Da werd ich einmal völlig rein Dich lieben und ganz selig sein. Mel. Alle menschen müssen sterben 1. 333. Quelle der vollkommenGott, mein gott, wie lieb ich dich. Und mit welchen seligkeiten Sättigt deine liebe mich! Seel und leib mag mir verschmachten: Hab ich dich, will ichs nicht achten, Mir soll deine lieb allein Mehr als erd und himmel sein. 2. Dent ich recht an deine güte, Wie frohlockt mein herz in mir! Mit dem frohesten gemüthe Seh ich sie, und danke dir. Jeder blick auf deine werte, Deine güte, deine stärke, Wie entledigt er mein herz Bon bekümmerniß und schmerz. 150 Zweite Abtheilung. 3. Flöß aus deiner segensfülle Mir hier auf erden, Ohne dich zu lieben, nicht so viel gutes zu? Daß ich ward, werden; Ohne dies nach dieser zeit das war bein wille; Daß ich noch bin, Würdig sein der seligkeit. das machst du; Daß ich denke, daß ich wähle, Dafür dankt dir meine feele, Danft dir, daß sie dich erkennt, Und dich ihren vater nennt. 6. Heil mir, daß ich es empfinde, Wie so liebenswerth du bist! Daß mein herz vom haß der fünde Jnniglich durchdrungen ist; Daß auf dein gebot ich achte, Und es zu erfüllen trachte. Heil mir! du verbirgest nicht Einst vor mir dein angesicht. 7. Noch lieb ich dich unvollkommen; Meine feel erkennt es wohl. Dort, im vaterland der frommen, Lieb ich dich, herr, wie ich soll. Ganz werde ich doch deinen willen, Kennen, chren und erfüllen, Und empfahn an deinem thron Der vollkommnen liebe 4. Du erlöstest vom verderben Mich, durch deinen sohn, o gott; Ließeft den gerechten sterben, Mir zum leben ward fein tod; Dadurch hast du mir gegeben, Ewig bort mit ihm zu leben, Ewig deiner mich zu freun, Und von bir geliebt zu sein. 5. Sollt ich den nicht wieder lieben, Der mir so viel gutes giebt? Und mit mehr als vatertrieben So unendlich mich geliebt? Könnt ich ruhig lohn. 7) Von der Freude an Gott. Nog Mel. Chriftus, der uns selig 2c. 334. Deines gotes freue dich. Dant ihm, meine seele! Sorget er nicht väterlich, Daß dir glüd nicht fehle? Schützt dich seine vorsicht nicht, Wenn gefahren bräuen? Ifts nicht seligkeit und pflicht, Seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein gott, ich hab an dir, Was mein herz begehret: Einen vater, welcher mir, Was mir nützt, gewähret: Der mich durch sein göttlich wort hier zum guten lentet, Und mit himmelswonne dort Meine seele träntet. Schenttest, wirst auch, was mich nährt Und erfreut mir geben. 6. Jesus ist nach deinem rath In die welt gekommen; Alle meine missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ich an, Glaub an seine leiden; Folg ihm treulich und so kann Nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du trost der sterblichkeit, Heil des bessern lebens, Himmlische vollkommenheit, Such ich nicht vergebens! Wenn mein lauf vollendet ist. Und vollbracht mein leiden, Ruft mein mittler, jesus christ, Mich zu seinen freuden. 8. Meine lust an dir, mein gott, Wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der tod, Er wird sie nicht stören; Willig werd ich mein gebein Der verwesung geben, Denn sie macht mich frei von pein, Führt zum neuen leben. 9. Gieb mir nur, so lang ich hier In der fremde walle, Das bewußtsein, daß ich hier, Herr, mein gott gefalle! Diese sanfte freudigkeit, Die ich zu dir habe, Sei mein heil in dieser zeit, Und mein troft am grabe. 3. Wenn ich dich, mein herr und gott, Kindlich ehr und liebe, Wenn ich redlich dein gebot Und mit freuden übe: O wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein gemüthe Seliger empfindung voll, Voll von deiner güte. 4. Dann darf ich mit zuversicht Nach dem himmel blicken; Meine leiden acht ich nicht, Wie sie mich auch drücken. Hoffnung und zufriedenheit Wohnen mir im herzen, Trösten und erhöhn mich weit Uleber alle schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz ich dann: Wer ist, der mir schade? Heil 10. Laß die lust zur fünde nie Diemir, daß ichs rithmen fann: Mein ses heil mir rauben! Rüste selbst mich ist deine gnade; Dir ist meine wohl wieder fie, Stärke meinen glauben: fahrt werth! Der du mir das leben| Gieb mir deinen geift, der mich Und 7. Von der Freude an Gott. mein thun regiere, Daß ich mein vertraun auf dich Ewig nicht verliere. Mel. Was mein gott will, das ic. oder: Das jesulein soll doch zc. ier ist mein herz, herr, nimm es hin, Dir sei es ganz ergeben. Was hat die feele für gewinn Vom schnöden fündenleben? 335. Mel. In dich hab ich gehoffet ic. Der fünden tand Hat nicht bestand, 336. h freue mich, mein Fült gott in dir, statt geist zu er das her; mit ren und schmerz; Wie sollt ichs so beschweren? 2. Nur du, gott, bist das höchste gut; Nach dir steht mein verlangen. Erfülle mich mit kraft und muth. Allein dir anzuhangen. O, hätt ich doch Dein sanftes joch Allzeit auf mich genommen! So wär auch ich Schon längst durch dich Zur wahren ruh gekommen. 3. Kann auch das größte glück der welt Das herz vor tummer schützen? Kann es, wenn trübsal uns befällt, Mit trost uns unterstützen? Sein glanz verschwindt! Wie rauch vom wind, Und schnell fliehn seine freuden; Nur deine treu Wird täglich neu, Und giebt auch ruh im leiden. 4. Wer dich zu seinem troft er wählt, Sein Herz zum guten neiget, Das arge haßt, und wenn er fehlt, Sich gläubig vor dir beuget: Der schmeckt schon hier, Erfreut in dir, Der feele wahren frieden; Und volles heil Ist einst das theil, Das du ihm haft beschieden. 5. Wie thöricht irrt ich doch umher; Fern von dem finn des christen, Sucht ich, an wahrer freude leer, Ruh in der erden lüften. Welch ein betrug! Es sei genug, Mich so getäuscht zu haben. Richt meinen sinn, O gott, forthin, Nach wünschenswürdgern gaben. 151 7. Bei dir ist bis in ewigteit Der reinsten freuden fülle, Des wohlfeins größte sicherheit, Vollkommne ruh und stille. Nie reize mehr Lust, geld und ehr. Zur sünde mein verlangen! Bis in den tod Soll dir, mein gott, Getrost mein herz anhangen. 110 6. Hilf, daß ich mein gemüth zu dir In andacht oft erhebe, Und mit der eifrigsten begier Nach deiner gnade strebe; Dir folgsam sei Und dein mich freu, Du meiner seele leben! Denn, gott, nur du kannst wahre ruh Und troft dem Herzen geben. mein troft, und was kann mir In deiner liebe fehlen? Du, herr, bist mein, Und ich bin dein; Was mangelt meiner seelen? 2. Du hast mich von der welt erwählt, Und deinen kindern zugezählt; Nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein wohl, Hast gnadenvoll Mein glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit geduld, Vergiebst durch christum mir die schuld. Wenn ich aus schwachheit fehle. An seinem heil Hab ich auch theil; Dies tröstet meine seele. 4. An dir hab ich den treuen freund, Der es aufs befte mit mir meint; Wo find ich deines gleichen? Du stehst mir bei, Und bleibst mir treu, Wenn berg und hügel weichen. 5. In finsterniß bist du mein licht, Erfreust mein herz; drum acht ich nicht zu sehr das gut der erde. Denn ohne dich Ist nichts für mich, Das einst zum troft mir werde. 6. Du bist mein allerhöchstes gut; Du stärkst im leiden meinen muth; Durch dich muß mirs gelingen; Selbft was mich kränkt, Das muß, gelenkt Von dir, mir segen bringen. 7. Und schließ ich dann einst meinen lauf, So nimmst du mich zu dir hinauf, zu deines himmels freuden! Und da vergißt Der selge chrift, Des lebens längste leiden. 8. 3war hats tein menschlich ohr gehört, Was uns dein himmel einst gewährt, Doch seh ichs schon im glauben! Vollkommnes heil Ift da mein theil; Und niemand wird mirs rauben. 152 Jo no dust and S de 8) Vom Gehorsam gegen Gott. Mel. Sollt' ich meinen gott 26. mu Mel. Wer nur den lieben gott itoder: du weiser schöpfer ic. G ehorsam ist die beste 338, ut und heilig ist dein 337. Gehorsam ist die beste gabe, Die man, o es bist, o gott; Du gott, dir bringen kann; Wenn ich sie dir geopfert habe, Welch ruh und freud empfind ich dann; Nur muß ich, dir zum preis und dank, Aus liebe folgen, nicht aus zwang. wille, Wie du selbst gebentst! in tiefster stille Hört die schöpfung dein gebot. Die im himmel dir lobsingen, Stehn um deinen thron bereit, Freuen sich der seligkeit, Deinen willen zu vollbringen: Nur der mensch erkennts oft nicht Für sein glück und seine pflicht. Selger geister zahllos heer. Deine 2. Dir gehorcht mit sanfter wonne veste, deine sonne, Sturm und donner, erd und meer, Alles dienet deinem willen; Alles, höchster, was du schufft, Eilt und drängt sich. wenn du rufft, Dein gebot stets zu erfüllen; Nur der mensch erkennts oft nicht, Für sein glück und seine pflicht. 2. Mein heiland ist mir vorgegangen, Er thate deinen willen gern, Will ich des christen ruhm erlangen; Und ihm gefallen, meinem Herrn, So muß auch ich von lastern rein, Gleich ihm, zum guten willig sein. 3. Laß deine heiligen gesetze mir immer vor den augen sein, Und gieb, daß ich sie nie verletze; Stets fürchte, was sie fünden dräun. Wie schwers auch meinen lüsten däucht; So ist dein joch doch sanft und leicht. rist 4. So oft ich deine stimme höre, So mache leib und geist bereit, Daß ich mit folgsamkeit sie ehre, Und thue, was sie mir gebeut: Ich soll nicht hörer nur allein. Ich soll und will auch thäter sein. 3. Oft empört sich seine seele, Hert und schöpfer, wider dich. Deine herrlichen befehle Wirft er thöricht hinter sich, Läßt sich nicht von dir regieren; Klüger oft, nach seinem wahn, Wählt er eine andre bahn, Die ihn foll zum heile führen: Aber seine 5. Beut mir die welt gleich tau- bahn, sein sinn Führt ihn ins versend freuden, Damit ich ungehorsam derben hin. fei, Und droht sie mir auch tausend leiden, So bleib ich dennoch dir getreu: Dir will ich folgen, o mein gott, Dir, mehr als menschen, bis in tod. 4. Gott, laß es uns doch empfinden, Daß uns unser herz verführt, Daß die eitle lust der fünden Uns zuletzt den tod gebiert. Mach uns deinen willen wichtig, Führ auf deine bahn uns hin, Lehr uns jeden irrweg fliehn; Denn dein weg allein ist richtig. Mach uns unsern pflichten treu, Daß der wandel heilig sei. 6. Wenn ich mich im gehorsam übe, So bin ich sicher, daß ich dich Bon ganzem herzen redlich liebe, Und wie so sehr liebst du dann mich! Auch den gehorsam in der zeit Bes Lohnst du in der ewigteit. 7. Drum laß mich, herr, mit treuem herzen Dir folgen, dir gehorsam sein; D laß im glücke, wie in schmerzen, Stets treu mich deinem dienste weihn: So bin ich glücklich in der jeit, Und selig in der ewigkeit. 5. So wird auch bei uns auf erden, Wie im himmel, dein gebot, Willig ausgerichtet werden, Heiliger und großer gott! Alle werke deiner hände Werden unterthan dir sein, Alle deiner huld sich freun. Bis an deiner schöpfung ende. Denn, der deinen willen thut, Hat allein es ewig gut. analista stisn 153 9) Vom Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen. Mel. Alles ist an gettes c. 339. Alles ist an deinem segen, Großer gott, allein gelegen; Du bist unser höchstes gut. Ueber alles hoch dich schätzen und auf dich die hoffnung setzen, Giebt allein getrosten muth. 2. Der du mich bisher ernähret, Manche freude mir gewähret, Bist und bleibest ewig mein. Du mein vater und regierer, Wirst mein helfer und mein führer Durch mein ganzes leben sein. no oni nist 3. Sollt ich ängstlich mich um sachen, Die mir sorg und unruh machen Und vergänglich sind, bemühn? Ich will mehr nach gütern streben, Die mir wahre ruhe geben, und im tode nicht entfliehn. 4. Auch die hoffnung kann erquicken. Was mir gut ist, wirst du schicken; Du bist herr der ganzen welt. Dir will ich mich froh ergeben, Glück und trübsal, tod und leben, Alles sei dir heimgestellt. une bleiben. Was du willst, ist seligkeit. 36. Soll ich hier noch länger leben, O so wollst du kraft mir geben, Mich um das recht zu bemühn, Was in ewigteit bestehet, Alles irdische vergehet Und fährt wie ein strom dahin. 5. Ist mein wunsch nach deinem willen, O so wirst du ihn erfüllen, Und Mel. In allen meinen thaten ic. gewiß zu rechter zeit. Dir hab ich nichts 341. Auf deine weisheit es Gott, deiner Mel. Was gott thut, das ist ic. 340. Auf goit, und nicht auf meinen rath 150 dinin on 3. Gott kennet, was mein herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh ichs bat, gewährt. Wenns meine wohlfahrt litte. Er sorgt für mich Recht väterlich! Nicht, was ich mir ersehe, Sein wille nur geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige geschick, Bei desfent last wir klagen? Die größte noth Hebt einst der tod! Und ehre, glück und habe Verläßt uns doch im grabe. 5. An dem, was seelen glücklich macht, Läßt gott es keinem fehlen; Gesundheit, weltlust, ehr und pracht. Sind nicht das glück der feelen. Wer gottes rath Vor augen hat, Dem wird ein gut gewissen Die trübfal mein glück stets bauen, Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer seele trauen. Er, der die welt allmächtig hält, Wird mich in meinen tagen, Als gott und vater, tragen. 2. Er sah von aller ewigkeit, Wie viel mir nützen würde, Bestimmte meine lebenszeit, Mein glück und meine birde. Was zagt mein herz? Jst auch ein schmerz, Der zu des glaubens ehre nicht zu besiegen wäre? 6. Was ist der erden herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das leiden dieser zeit? Wie bald ists überwunden: Hofft auf den herrn! Er hilft uns gern; Seid fröhlich, ihr gerechten! Der herr hilft seinen knechten. güte trauen, Das schafft zufriedenheit. Wer kann mein wohl entscheiden? Wer schenkt mir beßre freuden, Als du, herr aller seligkeit? Siap Is 2. Vor dir ist nichts verborgen; Wie sollt ich ängstlich sorgen. Da du mein vater bist? Du, herr, gabst mir mein leben, Und wirst mir alles geben, Was mir zur wohlfahrt nöthig iſt. 3. Wir streben oft nach dingen, Die wenn sie uns gelingen, Des unglücks quellen sind. Ein schein, der uns bethöret, Und unsern stolz vermehret, Macht uns für wahre güter blind. 4. Der hang zu eitelkeiten Stört doch zu allen zeiten Die wahre seelenruh. Wann wir dir unser leben, vater, übergeben, Dann fließt dem herzen frieden zu. 5. Dein rathschluß sei mein wille, Ich will in heilger stille Mich deiner 154 weite Abtheilung. vorsicht freun. Dein ewiges erbarmen, und bahn, Der wird auch wege finDein mir den, Die dein fuß gehen kann. denheit und muth verleihn. Zufrie6. Laß mich nicht zweifelnd wanken, Wenn traurige gedanken Mir deinen trost entziehn. Ich werde nie vergebens Zu dir, herr meines Lebens, Mit kindlichem vertrauen fliehn. 7. Erleichtre meine leiden Durch deines geistes freuden; Durch muth und hoffnung mir. Drückt mich die last der schmerzen, Dann sprich zu meinem Herzen! Ich, dein erretter, helfe dir. 8. Was sollt ich mich betrüben? Den menschen, die dich lieben, Muß alles segen sein. Ich bin ja dein erlöster; Souft weiß ich keinen tröster, Sonst keinen schutz, als dich allein. Mel. Wo soll ich fliehen hin, weil: e. 342. Auf meinen lieben gott Trau ich aller Die ihn um rettung flehten, Berließ er nie in nöthen. Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen händen. 2. Auch beim gewissensschmerz Verzaget nicht mein herz. Auf christum will ich bauen, Und fest auf ihn vertranen; Jhm bleib ich stets ergeben 3m tode wie im leben. 3. Und nimmt der tod mich hin, Ist dennoch mein gewinn, Ich weiß. an wen ich glaube. Er läßt mich nicht im staube. Es mag der leib erfalten; Den geist wird gott erhalten. 4. Mein heiland, jesu christ. Der bu aus liebe bist Für mich am kreuz gestorben, Du hast mir heil erworben: Du schenkst nach allem leiden Den deinen ewge freuden. 5. Ich harr und trane dir, Einst schenkst du sie auch mir. Ich habe dein versprechen, Das kannst du nim mer brechen. Auch ich bin, wenn ich sterbe, Des eigen lebens erbe. en Bekannte Melodie. efiehl du deine wege, tränft, Der treuen vaterpflege Deß, ber ben weltfreis lenkt; Der wolfen, fluth und winden Giebt ordnung, ziel 2. Dem herrn mußt du vertrauen, Wenn dirs soll wohlergehn, Auf ihn mußt du stets schauen, Wenn dein werk soll bestehn: Mit sorgen und mit grämen, und mit selbsteigner pein Läßt gott sich gar nichts nehmen; Es muß erbeten sein. 3. Dein aug, o gott der gnade! Sieht immer ungeschwächt, Was gut sei oder schade Dem sterblichen geschlecht. Und was du dann erlesen, Dein rath fürs beste hält, Bringst du zum stand und wesen, Wie es dir wohlgefällt. 4. An mitteln und an wegen Fehlt dirs, allweiser nicht: Dein thun ist gnad und segen, Dein gang ist recht und licht: Dein werk lann niemand hindern, Du kannst nicht träge ruhn, Wenn du, was deinen findern Ersprießlich ist, willst thun. 5. Und wollten welt und teufel Hier boshaft widerstehu; So wird doch ohne zweifel Gott nicht zurücke gehn: Was er sich vorgenommen, Und was er haben will. Das muß doch endlich kommen zu seinem zweck nnd ziel. 6. Hoff, o bedrängte feele! Hoff und sei unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, Den fummer, der dich nagt; Er wird dich ihm entrücken, Erwarte nur die zeit! Bis dich mit holden blicken Sein angeficht erfrent. 7. Auf! wehre deinem schmerze, Der sorgen bange nacht. Laß fahren, was das herze Betrübt und traurig macht: Bist du doch nicht regente, Der alles führen soll; Gott sitzt im regimente, Und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser fürst; Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wies ihm gebühret, mit wunderbarem rath Das wert hinaus geführet, Das dich bekümmert hat. Weg 9. Er wird zwar eine weile Mit feinem troft verziehn, Und thun an 343. in Er deiner sich begeben, Und sollst du für und für In angst und nöthen schweben; Als fragt er nichts nach dir. Vom Vertrauen auf Gott ze. 10. Wirds aber sich befinden, Daß du ihm tren verbleibst; So wird dein leid verschwinden, Da dus am mindsten gläubst; Er wird dein herz erlösen Von der so schweren last, Die du zu teinem bösen Bisher getragen haft. 11. Wohl dir! denn deine treue Trägt da den sieg davon; Sieh muthig auf, und freue Dich über ihren lohn: Gott schmückt mit sieges, almen Gewiß einst deine hand, Und du singst freudenpsalmen Dem, der dein leid gewandt. 12. Herr! mach ein fröhlich ende Mit aller unsrer noth, Und reich uns deine hände Im leben und im tod. Stets laß uns deiner pflege 11nd treu empfohlen sein: So gehen unsre wege Gewiß zum himmel ein. In voriger Melodie. 344, Chrift, alles, was dich tränket, Befiehl getrost dem Herrn! Er, der die himmel lenfet, Ist auch von dir nicht fern. Erwach aus deinem schlummer, 3u gott erhebe dich! Er siehet deinen fummer, Und liebt dich väterlich. 2. Sinds fünden, die dich schmerzen, So fühle deine schuld, Doch trau mit ganzem Herzen Auf deines mittlers huld. Zu wahrer ruhe führet Die reu, die gott gefällt; Allein den tod gebieret Die traurigkeit der welt. 3. Trau gott, nicht deinen schlüssen, Die wahl des besten zu. Sprich, wer wirds besser wissen, Dein schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet In jedem augenblick; Was er, dein vater, wählet, Das dient zu deinem glück. 1556. Gott zählet deine zähren, Und wird, was gut ist, gern Auch deinem wunsch gewähren; Harr in geduld des herrn, Ders niemals böse meinet, Hoff unverzagt auf ihn; Wann seine zeit erscheinet, Wird deine wohlfahrt Klühn. 7. Ergieb dich ihm mit freuden, Sei start durch seine traft! Sei auch zur zeit der leiden Ein chrift und tugendhaft! Und dann ergreif im glauben, Den troft der ewigteit. Wer kann die diesen rauben, Der allen gram zerstreut? 8. Sei froh! dein gott regieret, Sein rath ist wunderbar: Einst wirst du überführet, Daß er der beste war. Will auch dein herz oft wanten, Als dächt er deiner nicht. Wirst du ihm: doch einst danken. Er hält, was er verspricht. 9. Wie, sollt er dein nicht denten, Er, der dich kennt und liebt? Nicht trost und glück dir schenken; Er, der so gerne giebt? So gern mit seinem segen Der menschenherz erfreut. Auch auf den rauhsten wegen Führt er zur seligkeit. 10. Mit ruhigem gemüthe Berlaß auf ihn dich fest, Und wiss, daß seine güte Dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer weile Dich desto mehr erfreun; Zu deinem größten heile Verzeucht er; harre sein. 11. Wohl dir alsdann, du trener, Wie groß ist einst dein lohn! Dein richter, dein befreier Reicht dir die fiegestron. Auf kurze prüfungstage Folgt ewger preis und dank; Dann schweiget jede flage Und wird ein lobgefang. Mel. Nus tieffter noth schrei ze. 4. Der gott, auf dessen segen Dein ganzes wohl beruht, Ift fiets in seinen 345. Du haft, mein vater und wegen Gerecht und weif und gut: Und was er seinen kindern Zu ihrem heil erfah, Kann kein erschaffner hindern! Wann er gebent, stets da. mein gott! Mich durch dein wort belehret, Daß deine hand der frommen noth Dereinst in freude fehret; Und daß ich alles, was mich tränkt, Auf dich, der unser schicksal lenft. Mit zuversicht foll werfen. 5. Vergeblich toben feinde Auch noch fo fürchterlich, Hast du nur ihn zum freunde, Ift er, dein gott, für dich. Wer gleicht ihm? seinen winken Gehorchen erd und mehr! Laß deinen muth nicht sinken, Dein schirm und schild ist er. 2. So will denn, auf dein wort, auch ich Der forgen mich entschütten. Erhöre gott, mein vater! mich, Erhör mein findlich bitten. Gieb meiner seele wahre ruh. Was mich bekümmert, lente du Zu meinem ewgen besten. 551 156 3. Der sorgen macht hat freilich oft Mich übermeistern wollen. Stets hab ich nicht auf dich gehofft, Wie ich wohl hoffen sollen. Mein gott, wie groß ist meine schuld! An dir hab ich durch ungeduld Vielfältig mich verfündigt. 4. Erbarmender! vergieb es mir Nach deiner großen güte; Erfülle mit vertraun zu dir Mein schüchternes gemüthe. Gieb, daß ich freudig hoff auf dich, Du werdest nie, als vater, mich Verlassen noch versäumen. Zweite Abtheilung. 5. Seh ich schon keine wege noch Zur rettung vor mir offen; Auch da laß mich, mein retter! doch Auf deine Hülfe hoffen. Du bleibst doch immer groß an rath, Und immer mächtig auch an that, Mein bestes zu besorgen. 6. Dies sei mein trost, dies sei mein licht, Wenn mich die sorgen tränken. Erfüllst du meine wünsche nicht. So laß mich glänbig denken, Daß mirs nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste weisheit bist, So schickst du stets das beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir Aufs reichlichste ersetzen, Wenn ewge freuden mich bei dir In deinem reich ergößen. Da ist mein erb und höchstes gut, O, stärke mir dadurch den mnth Bis an mein selig ende. Rad bit gode 4. Hoff, feele, hoffe nur auf gott, Des sünders trost verschwindet. Wenn der gerechte in der noth Die gunst des schöpfers findet. Wenn jener fällt, Ift er ein held, Er steht, wenn jene zittern, Als fels in ungewittern. I 5. Drum werf ich nicht die hoffnung bin, Die mir mein glaube reihet. Wie elend, die zu menschen fliehn! Wohl! wer von gott nie weichet! Mein heiland starb; Er, er erwarb, Durch seine todesleiden, Mir ewge himmelsfreuden. 2. Wer wollte dir, herr, nicht vertraun? Du bist des schwachen stärke. Die augen, welche auf dich schaun, Sehn deiner weisheit werte. Herr. groß von rath Und start von that! Mit gnadenvollen händen Wirst du mein glück vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, Verlassen sehen müssen: Du läßt ihn, wenn ihn noth umgiebt, Doch deinen troft genießen. Tes frommen herz Wird frei von schmerz. Der fünder böfes dichten Pflegst du oft zu zernichten. 6. Getrost bin ich, wenn um mich her Sich ungewitter sammeln! Du hilfst, gott, wenn wir freudenleer Zu dir um gnade stammeln. Die zeit der qual, Der thränen zahl Zählst du, du wiegst die schmerzen Und wälzst sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine zuversicht; Auf dich hofft meine seele. Du giebst, was meinem glück gebricht, Giebst, daß ich mich nie quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich. Allmächtiger! verlassen, und muth und hoffnung faffen. 8. In deine hand befehle ich Mein wohlsein und mein leben. Mein hoffend auge blickt auf dich: Dir will ich mich ergeben. Sei du mein gott; Und einst im tod Mein fels, auf den ich traue, Bis ich dein antlik schaue. Mel. Alle menschen müssen sterben ic. Mel. Was gott thut, das ist ic. 346. verficht, Mein einiger 347. Gott der wahrbeit, deffen D, zutroft im leben. Mir fehlt es nie an troft und licht, Weil ich mich dir er geben; Du bist mein gott, Auf dein gebot Wird meine seele stille; Denn gut ist stets dein wille. stützt und hält! Ich erkenn es voller reue, Daß mich kleinmuth oft befällt. Ach, mein herz hängt noch an dingen, Die nie wahre ruhe bringen; Und wie oft vergeh ich mich, Aengstlich zweifelnd wider dich. 2. Gott, vergieb mir diese sünde; Nimm die kleinmuth von mir hin, Schente, bater, deinem finde Einen dir ergebnen finn, Der von dir nur hülfe heischet, Den nicht falsche hoffnung täuschet, Die das herz oufs eitle zieht Und so schnell wie rauch entflieht. 3. Laß mich gram und sorgen meiden, Weil dein auge für mich wacht, Und du schon in manchen leiden Mit mir alles wohl gemacht! Laß mich auf dein Vom Vertrauen wort stets hoffen, Das doch immer eingetroffen. Gott, wer deinem wort nicht traut, Hat auf leichten fand gebaut. alla o 4. Laß mich fest im glauben werden, Daß dein wort wahrhaftig sei; O, so werd ich hier auf erden Von so mancher unruh frei. Dann werd ich, gott, mit vertrauen Stets auf deine hülfe schauen; Dann wächst meine zuversicht Und die hoffnung trügt mich nicht. 5. Auch erhebt sie meine seele Selbst noch über tod und grab, Wenn ich den zum führer wähle, Der sich einst auch für mich gab. Er, der siegreich auferstanden, Macht mich los von todesbanden, Führt mich zu dem leben ein; Wo kein leid wird weiter sein. 6. Muß ich gleich noch hier auf erden, Gott, vor dir ein pilgrim sein, Wirst du doch von den beschwerden Dieser zeit mich einst befrein. O erwünschte selge stunden! Ewig aller noth entbunden, Werd ich dich, mein heiland, sehn, Und, wie du, zur freud eingehn. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, herr, meine zuversicht! Bis bas alles eingetroffen, Was mir dein wort verspricht. Auf dich, quelle alles lebens, Harrt der glaube nie verge bens! Was wir glauben, schauen wir Einst gewiß, o herr, bei dir. de disd Stat und sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir gewinn, Der tod selbst ist mein leben; Denn gott ist mein, Und ich bin sein. Was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt, Und kreuz auflegt, Ist doch sein thun voll gnade. 348. Mein vater lieben; 2. Das kann mir fehlen nimmerMel. Wer nur den lieben gott 2c. err, mache meine seele auf Gott 2c. 157 4. Uns bleibt oft, was uns nütt, verborgen. Wer hat es je genan erkannt? Wie oft sind unsre wünsch und sorgen Voll thorheit und voll unverstand! Wer kann, was seinem wohlergehn Zum schaden dient, ganz übersehn? 5. Nur du, gott, kennst und wählst das beste. O vater, mache selbst mein herz Jn dieser überzeugung feste; So ehr ich auch im größten schmerz Dich stets mit der entschlossenheit: Was gott will, das gescheh allzeit. 6. Die stunde wird gewiß doch kommen, Da mich vollkommnes glück erfreut. Denn einmal führst du deine frommen Zur völligen zufriedenheit. Und dann wird ihnen offenbar. Daß nur dein rath der beste war. 7. Da ernt auch ich von meinen plagen Die felgen früchte ewig ein! Da wird mein herz statt aller flagen, Nur voll des froben lobes sein; Der herr, der für mein heil gewacht, Hat alles mit mir wohl gemacht. 10 Mel. Was mein gott will, das zeid 349. ch hab in gottes herz 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, Wenn du mir prüfung haft beflimmt. Dein vaterherz steht dem doch offen, Der zu dir feine zuflucht nimmt. Wer hier treu deinen willen thut, Mit bem machst dus auch immer gut. nieden kränkt und drückt, Das ist dein weiser rath und wille, Der nichts zit meinem schaden schickt. Du bist, der alles ändern kann. Und was du thuft, ist wohlgethan. ost 2. Auch auf den allerrauhsten wegen 3. Ich bin ja nicht von ungefähr Führst du mich zur glückseligkeit; Von jeder trübsal ernt ich segen, Ist dir nur, gott, mein herz geweiht. Ihr ausgang wird erfreulich sein, Siehts gleich mein blöder geist nicht ein. Entsprungen aus der erden; Gott ists, der mich zu seiner ehr Das, was ich bin, ließ werden. Gab er das sein Dem leib allein, Der kurze zeit nur währet? Nein, auch dem geist, Der jetzt ihn preist, Und der ihn ewig ehret. 4. Und wer erhält mit allgewalt mir jede fraft zum leben? Wär ich, nicht längstens todt und kalt, Wenn mich nicht gott umgeben Mit seinem arm, der alles warm, Gesund und läßt er auch oft mich freudenleer, So will er mich nur üben, und mein gemüth In seiner güt Gewöhnen sich zu fassen; Ueb ich geduld, Trau seiner huld, Wird er mich nicht verlassen. 158 fröhlich machet? Was er nicht hält, Das bricht und fällt; Was er erfreut, das lachet. Zweite Abtheilung. 5. Bei ihm ist weisheit und verstand Mehr, als wir menschen fassen; Er hat von ewigkeit erkannt, Was er will tommen lassen. Er weiß, wann freud, Er weiß, wann leid Uns, seinen findern, diene, Und was er thut, Ist alles gut, Obs noch so traurig schiene. 6. Du dentest zwar, wenn du nicht haft, Was sinnenlust begehret. Als sei mit einer großen last Dein lebensgang beschweret; Haft spät und früh Viel sorg und müth Auf selbsterwählten wegen, Und dentest nicht, Daß, was geschicht, Geschehe dir zum segen. 7. Es tann bei lauter sonnenlicht Das feld nicht früchte tragen; So reift auch menschen- wohlfahrt nicht Bei Lauter guten tagen. Wie bitter sei Die arzenei, Schafft sie doch neues Leben; So muß das leid zu neuer frend Und wahrem glück erheben. 8. Ei nun, mein gott, so fall ich dir Getrost in deine hände. Nimm mich, und mach es so mit mir Vis an des lebens ende, Wie dirs gefällt, Der du die welt Nach weisem rath regierest, Und so auch mich Stets väterlich Auf richtgem pfade führeft. 9. Willst du mir geben sonnenschein, So nehm ichs an mit freuden: Solls aber schmerz und trübsal sein, Will ichs geduldig leiden. Willst du allhier Noch länger mir Des lebens traft erhalten; Wie du mich führst Und führen wirst, So laß ich gern dich walten. 10. Auch noch im tode bin ich dein, Vor ihm soll mir nicht grauen; Er führt zum bessern leben ein, Er ist der weg zum schauen. Du bist mein hirt, Der alles wird zu solchem ende tehren, Daß ich mit dant Und lobgefang Dich ewig werde ehren. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 350. Mein gott, du weißt am allerbesten Das, was mir gut und nüßlich ist; Du bleibst, ist auch die noth am größten, Mein 2. Räum alles weg aus meiner seelen, Was deinem willen widerspricht, und wollte mirs sich auch verbehlen, So stelle du mir selbst ins licht, Was mir noch fehlt an tindessinn, Und neige dann mein herz dahin. 3. Hilf mir in geist und wahrheit sprechen; Du bist mein vater, licht und beil, Verzeihst mir gnädig meine schwächen, Und schenkst auch mir an christo theil; Du bist mein allerbester freund, Ders treu und redlich mit mir meint. 4. Denn darf ich mich dein kind nur nennen, Bist du mein vater und mein freund; So muß mir alles nützen können, Was mir auch noch so böse scheint. Das bitterste wird mir versüßt, Wenn du mur, gott, mir gnädig bist. 5. Drum gieb, daß ich dir kindlich traue, Und demuthsvoll, doch unverzagt, Mein hoffen sicher darauf baue. Was dein so theures wort mir sagt. Dein geist erkläre meinem geist, Was deine vatertreue heißt. 6. Ich bin ja auf so viele weise, Mein Herr und gott, dein eigenthum; Drum gieb, daß ich, zu deinem preise, Und deines großen namens ruhm, Dir diene in gerechtigkeit Mit williger ergebenheit. 7. Du schaffst das wollen und vollbringen, Von dir kommt weisheit und verstand; Drum reiche mir in allen dingen Aus gnaden deine vaterhand. Erbarme meiner schwachheit dich und stärt zu allem guten mich. 8. Legst du was auf, so hilfs auch tragen. Gieb mir geduld in leidenszeit, Und sei in gut und bösen tagen, mein trost und meines herzens freud. Gieb demuth, einfalt, lieb und zucht; Was unrecht ist, das sei verslucht. 9. Nun, herr, du siehest mein bestreben; Verleih mir deines geistes traft! Du willst sie ja dem gerne geben, Der treulich gutes durch sie schafft. Dann zeigt mein redlich frommer sinn, Daß ich dein ewig bleib und bin. In voriger Melodie. Ami helfer, wie bus ewig bist. Sieb, daß 351. Mein schuts ist gott; ihn ich einzig dir vertrau, Und nie auf menschenhülfe bau.dll 1 hoff auf ihn, er tennet mich. Ihm 9. Vom Vertrauen auf Gott 2c. 159 fehlts, die seinen zu erhalten, An er auch gewähren, Was unsern leib mitteln nie, und sein bin ich; Ich ernähren, Den geist erfreuen kann. gründe meine zuversicht Auf diesen fels und wanke nicht. 5. Lobt ihn mit herz und munde, Jhn, der uns beides schenkt. Gesegnet ist die stunde, Darin man sein gedenkt; So braucht man recht die zeit. Wir sollen ja auf erden Durch ihn schon selig werden. Noch mehr in ewigkeit. 2. Was quäl ich mich? bin ich ein heide Der ohne gott und hoffnung ist? Nein, das ist meines herzens freude, Daß du, o gott, mein helfer bist. Hilf, mein erbarmer, stärke mich; Denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der herr erzieht hier seine finder 3ur ewigteit mit weiser huld; Er schont, er züchtigt viel gelinder, Als wir verdient, und hat geduld; Er hat nicht luft an unserm schmerz; Ganz anders denkt sein vaterherz. 4. Die lieb ist gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht jesum christ? Was könnte mir ein gott verfagen, Der so unendlich gütig ist? Erhabner trost, der nimmer trügt, Und jeden zweifel überwiegt. 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die prüfungszeit! Dann schöpf ich dort aus seiner fülle Unendliche zufriedenheit. Er leite mich nach seinem rath, Wie er mir zugefaget hat. In bekannter Melodie. on 6. Mag doch die welt vergehen Mit aller ihrer pracht! Das glück bleibt ewig stehen, Das gott mir zugedacht. 3war schließ ich hier den lauf; Doch, wenn ich nun im grabe Genug geruhet habe, Weckt er mich wieder auf. 7. Die seel ist unverloren In gottes vaterhand; Der leib wird neu geboren Zum bessern vaterland; Wie selig werd ich sein! Mit gott und seinen frommen Soll ich mich da vollkommen, Soll ich mich ewig freun. 8. Ob ich gleich nun auch dulde Viel leiden dieser zeit, Wie ichs auch oft verschulde, Kommt doch die ewigfeit. So großer freuden voll. Die, da ich christum tenne Und mich von ihm nicht trenne, Mein erbtheil werden soll. 9. Das ist des vaters wille, Der uns erschaffen hat; Aus seines sohnes fülle Empfahn wir gnad um gnad; Er giebt uns seinen gei, Damit er uns Die zum himmel führe. Hoch sei der herr gepreist. 352. nicht lassen; Denn er verläßt mich nicht; Im tummer mich zu faffen, Giebt er mir kraft und licht. Mel. In allen meinen thaten*. Er steht mir hilfreich bei! Mit jedem 353. Was soll ich ängstlich verund der neuen morgen Weiß er zu sorgen, Ich sei auch, wo ich sei. 2. Wenn menschen gunst und liebe In taltsinn sich verkehrt, Bleibt er voll mitleidstriebe, Er, der mein flehen hört. Er hilft in jeder noth, hilft von der fünde banden, Befreit von ihren schanden Und rettet selbst vom tod. 3. 3hm, ihm will ich vertrauen Auch in der schwersten zeit. Auf seine hülfe bauen; Er wendet alles leid. Jhm sei es heimgestellt: Leib, seele, gut und leben Will ich ihm über geben! Er machs, wies ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was uns nützlich ist; Gut meint ers mit uns allen: Er gab uns jesum christ. Hat er so viel gethan, So wird noth verzagen? Der höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner seele Rein wahres wohlfein fehle. Genug zum trost, mein herz, für dich. 2. Was nützt es, ängstlich sorgen Und jeden neuen morgen Dit neuem tummer sehn? Du, vater meiner tage, Weißt, eh ich dirs noch sage, Mein leid und auch mein wohlergehn. 3. Auf deine hand zu schauen, Dir findlich zu vertrauen, Das, herr, ist meine pflicht. Ich will sie treulich üben Und dich, mein vater, lieben; Denn du versäumst die deinen nicht. 4. Der du die blumen kleidest Und alle thiere weidest, Du schöpfer der natur; Weißt alles, was mir fehlet. 3: tramon 160 Drum, feele, was dich quälet, Beficht dem Herrn, und glaube nur. 5. Herr, alle meine sorgen, Die noth, die oft verborgen An meinem Herzen nagt, Werf ich auf dich, den treuen; Du weißt den zu erfreuen, Der fromm nach deiner hülfe fragt. 6. Wenn meine augen thränen, Und sich nach hülfe sehnen, So tlag Zweite Abtheilung. befehle Jch jeden wunsch der seele. Du hörst, du hilfst, du segneft gern. 7. Der du mir hier im leben Schon größres heil gegeben, und deinen sohn geschenkt: Du wirst mir alles schenken, Und mir zum besten lenken, Was mich bekümmert, quält und kränkt. 8. Du führest, herr, die deinen Nie fo, wie sie es meinen; Nein, nur nach deinem rath. Ob ich mich auch betrübe, Bleibt doch dein rath voll liebe; Das zeigt der ausgang mit der that. 9. Wenn ich hier tiefen sehe. Und es nicht ganz verstehe, Was du mit mir gethan, Kann ich doch deß mich trösten: Du nimmst mich, mich erlöften, Gewiß dereinst zu ehren an. 10. Dort bei den frommen schaaren, Dort werd ich es erfahren, Wie gut du mich geführt. Da sing ich dir mit freuden. Nach überstandnem leiden, Den dant, der deiner huld gebührt. In bekannter Melodie. 354. Wer er nur den lieben gott läßt walten, Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller noth und 10) Vom Mel. Wer nur den lieben gott c. oder: du weifer schöpfer c. traurigkeit. Wer gott, dem allerhöchsten, traut, Der hat auf keinen sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren sorgen, Was hilft uns unser weh und ach? Was hilft es, daß wir alle morgen Beseufzen unser ungemach? Wir machen unser freuz und leid Nur größer durch die traurigkeit. 3. O Gebäte. was dir nützt geschehen, Ist dir zu helfen niemals fern; Und thut, so du nur zu ihm flehst, Mehr, als du 355. Dein heil, o chrift, nicht zu verscherzen, Sei bittest und verstehst. wach und nüchtern zum gebät! Ein 3. Welch glück, so hoch geehrt. findlich flehn aus gutem herzen Hat zu werden, Und im gebät vor gott gott, bein vater, nie verschmäht; Er zu stehn! Der herr des himmels ist die Liebe selbst, und hört. Was seiner finder herz begehrt. und der erden, Bedarf der eines menschen flehn? Er will blos deine seligkeit, Wenn er zu bäten dir ge beut. 2. Erhebe dich zu seinen höhen Mit bank und flehen oft und gern. Er läffet, Und sei mit seinem rath vergnügt, Erwarte, wie sein guter wille, Wie sein allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten freudenstunden, Weiß, wenn uns hülfe nützlich sei? Wenn er uns nur hat treu erfunden, Geduldig, ohne heuchelei, So kommt er, eh wirs uns versehn, Und lässet uns viel guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner trangfals hike, Daß du von gott verlassen seift, Daß ihm nur der im schooße sitze, Den alle welt für glücklich preist; Die zufunft ändert oft sehr viel und setzet jeglichem sein ziel. 6. Es sind ja gott sehr leichte sahen, Und seiner allmacht gilt es gleich, Den reichen klein und arm zu machen, Den armen aber groß und reich; Er ist der herr, der jedermann Gar bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf gottes wegen, Verrichte deine pflicht getreu! Trau ihm und seinem reichen segen ,. So wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine zuversicht Auf gott setzt, den verläßt er nicht. 10. Vom Gebäte. Sprial sorgle 161 4. Sagt gott nicht: bittet, daß ihr mich zur seligkeit Der glaubenden nehmet? Ift des gebätes frucht nicht gerechten. dein? Wer sich der pflicht zu bäten schämet. Der schämt sich gottes freund Mel. Was mein gott will, das 2. zu ſein! Und frößt das angebotne glück 357. Gott, beffen nam ift, Muthwillig selbst von sich zurück. wie dein 5. Sein glück von seinem gott be gehren, Ist wahrlich keine schwere pflicht. Und seine wünsche gott erklären, Gerenet sicher niemals nicht. Es giebt uns muth und stärkt die kraft Zur dämpfung jeder leidenschaft. 6. Sich in den leidensstunden stärten. In dem vertrann, das gott uns liebt, m fleiß zu allen guten werken, Ist diese pflicht für dich betrübt? So triffst du nichts auf erden an, Das dauerhaft erfreuen kann. 7. Gott, laß mich nicht mein heil verscherzen, Gieb lust und kraft mir zum gebät, Und wenn mein mund aus gutem herzen Zu dir um hilf und gnade fleht: So höre mich von deinem thron Durch jesum christum, deinen sohn. Mel. Sei lob und ehr' dem höchften c. 356. Gott, deine güte reicht so weit, So weit die wolken gehen; Du frönst uns mit barmherzigkeit, Und eilst, uns beizustehen, Bist mächtig, väterlich gesinnt; Vernimm mein flehn, hör mich. dein find! Denn ich will vor dir beten. 2. Jch bitte nicht um überfluß Und schätze dieser erden, Laß mir, so viel ich haben muß, Durch fleiß und arbeit werden. Gieb mir nur weisheit und verstand. Dich, gott, und den, den dn gesandt, Und mich selbst zu erkennen. 3. Jch bitte nicht um ehr und ruhm, So sehr sie menschen rühren. Des guten namens eigenthum Laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer ruhm sei meine pflicht, Der ruhm vor deinem angesicht, Und frommer freunde liebe. 4. So bitt ich dich mein herr und gott, Auch nicht um langes leben; Im glücke demuth, trost in noth, Das wollest du mir geben. Miß mir zu, wie du willst, die zeit; Nur führe Evangel. luth. wags zu dir zu treten, Und will, als für mein eigenthum, Für andrer wohlfahrt beten. Für sich allein Beglückt zu sein, Bringt christen nicht gnug freuden; Drückt mich kein joch, So fränkt mich doch Des nebenchristen leiden.- D 2. Du schufft ja, was von adam stammt. Zum wahren glück und leben; Willst allen auch, von lieb entstammt, Die seligkeit gern geben. Erleuchte doch, Die jetzo noch, Bei dicken finsterniffen, Sich selbst allhier Den weg zu dir Durch fünd und wahn verschließen. 3. Erweiche der verstockten herz, Bekehre die verführten. Ach! daß sie doch der fünden schmerz. Und deine gnade spürten, Daß keiner nicht In dein gericht Und strenges urtheil fiele! Ach, leite sie Doch spät und früh Zum vorgesteckten ziele. 4. O stärke die im glauben stehn, Und findlich dich verehren, Daß deinen weg sie freudig gehn: Und deinen ruhm vermehren. Hilf ihnen auf In ihrem lauf, Wenn ihre füße gleiten, Und lehre fie Des lebens müh Durch deine traft bestreiten. 5. Hilf, daß die ganze christenheit Dich, als den höchsten, ehre, Daß weder hochmuth, haß, noch neid Dein heilig wort verfehre. Laß seine macht Des irrthums nacht. Der fünde reich bestreiten. Und seinen schall Sich überall zu unserm glück verbreiten. 6. Gieb, daß sich ehre, recht und tren Im ganzen lande füffe; Daß jeder fromm und heilig sei und richte jedes füße Vom sündensteg 3um himmelsweg, Daß deines namens ehre, Herr! durch dein wort Sich fort und fort Bei allen menschen mehre. 7. Die armen laß durch deine huld Sich ihrer arbeit nähren: Den fran ten wolleft dit geduld, Betrübten trost gewähren. Wer dich verehrt, Sich redlich nährt, Dem wollest du, herr 11 162 geben zu aller zeit Zufriedenheit, Glüd, hülfe, trost und leben. 8. Wir alle, vater, wir sind ja Ein werk von deinen händen; Laß nie, ist angst und trübsal da, Dein schutz sich von uns wenden. Du bist ja der, Dem nichts zu schwer; Drum sprich durch jesu namen zu deren flehn, Die vor dir stehn, Dein ja, und mächtig amen. Zweite Abtheilung. Mel. Vater unser im himmelreich zc. 358. Gott pater, an erbarmen tracht uns zugleich Als brüder heissest. zu dir nahn, Wir rufen auf dein wort dich an. Doch laß, herr! unsers mundes flehn Aus unsres herzens fülle gehn. 2. Dein name müss uns heilig sein; Dein wort erhalte bei uns rein; Damit, du heilig bist. Auch Me. Vor deinen thron tret: c. veilig ſei ein jeder chriſt. Behüt, uns, 359. icht, Verwirf, o gott, komme vor dein herr, vor falscher lehr, Und die im irrthum sind, bekehr mein flehen nicht: Bergieb mir alle meine schuld, Du gott der gnade und geduld. 3. Dein gnadenreich komm in der zeit, Und einst das reich der herrlichfeit. Steh uns mit deinem geiste bei; Mach uns von sündenknechtschaft frei. Dämpf aller feinde macht und wuth: Nimm deine kirch' in deine hut. 2. Schaff du ein reines herz in mir; Ein herz voll lieb und furcht zu dir; Ein herz voll demuth, preis und dank; Ein ruhig herz mein lebelang..to 3. Sei mein beschützer in gefahr, Ich harre deiner immerdar; Bo ist ein übel, das mich schreckt, Wenn deine vaterhand mich deckt. deine hand geschehn. reich, du in ein4. Dein will gescheh auf erden schon, Wie er geschieht vor deinem thron Mach uns, o gott! in freud und leid zu dem, was dir gefällt, bereit; Und wehr des fleisches übermuth, Das wider deinen willen thut. 8. Mach uns von allem übel frei, Daß unser heil vollkommen sei; Bewahr uns vor dem ewgen tod; Hilf uns in unsrer sterbensnoth; Vollende selig unsern lauf, und nimm uns in den himmel auf. 9. Das reich, die fraft, die herrlichkeit Ist dein o herr, in ewigkeit. Wir alle sind dein eigenthum, Gebät erhören ist dein ruhm. Unendlich mehr, als wir verstehn, Kann stets durch 5. Gieb uns heut unser täglich brod! Du kennst am besten unsre noth Hilf uns, entferne krieg und streit, Pest, seuchen, mißwachs, theure zeit. Laß bei uns heil und friede blühn, Und laß uns geiz und sorgen fliehn. 6. Vergieb uns alle unsre schuld, Und trage doch mit uns geduld. Begnadiget vor dir dem herrn, Verzeihn wir unsern schuldigern, Und du thust auch barmherzigkeit An dem, der gern, wie du, verzeiht. 7. Herr! in versuchung führ uns nicht, und wenns im kampf an kraft gebricht; So hilf mit deiner starken hand, Und gieb uns fraft zum widerstand, Daß wir zuletzt als sieger stehn, Und deiner gnade ruhm erhöhn. 10. Herr! amen! ja es werde wahr! Stärk unsern glauben immerdar, Daß wir nicht zweifeln, unser flehn Durch deine guad erfüllt zu sehn. Ein freuDig amen sprechen wir, O vater! auf das wort von dir. 4. Ich bin ja, herr, in deiner hand, Von dir empfing ich den verstand; Erhalt ihn mir, und durch dein wort Erleucht und leit ihn immerfort. 5. Laß, deiner güte mich zu freun, Sie stets vor meinen augen sein; Laß meines glaubens mich zu freun, Ihn stets durch liebe thätig sein. 6. Das ist mein glück, was du mich lehrst; Das sei mein glück daß ich zuerst Nach deinem reiche tracht und treu In allen meinen pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner traft, Zur dämpfung meiner Leidenschaft. Du aber ziehst mit traft mich an, Daß ich den sieg erlangen kann. 8. Gieb von den gütern dieser welt, So viel mir nützt und dir gefällt. Bei wenigem zufriedenheit, Zu meinem fleiße heiterteit. 10. Vom 9. Schenkst du mir aber überfluß, So laß mich mäßig im genuß, Und, dürftge brüder zu erfreun, Mich einen frohen geber sein. 10. Gicb mir gesundheit und verleih, Daß ich sie nüß und dankbar sei, Und nie aus liebe gegen sie, Mich zaghaft meiner pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen frennd, Ders treu mit meiner wohlfahrt meint. Mit mir in deiner furcht sich übt, Mir rath und trost und beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein längres ziel, Und werden meiner tage viel: So sei, herr, meine zuversicht; Verlaß mich auch im alter nicht. 13. Und wann sich wird mein ende nahn, So nimm dich meiner herzlich an, Und sei, durch christum, deinen sohn, Mein schirm und schild, mein großer lohn. Mel. Wer mur den lieben gott 2c. 360. Kº K Pommt betend oft und mit vergnügen, O chrift, 3. Bet oft zu gott und schmeck in freuden, Wie freundlich er, dein vater, ist; Bet oft zu gott, und fühl im leiden, Wie treulich er das leid versüßt. Gott hörts, gott ists. der hülfe schafft; Er giebt den müden troft und kraft. vor gottes angesicht. Laß keine trägheit dich besiegen In der erfüllung dieser pflicht. übe sie, zu cottes preis Und deinem heil mit treuem fleiß. 2. Bet oft in einfalt deiner feelen; Gott sieht aufs herz, gott ist ein geist. Wie können dir die worte fehlen. Wenn nur dein heißt: In voriger Melobie.. glaub an gott und seinen fohn Rührt 361. Wer kann, gott, je was ihn, nicht leerer worte ton. gutes haben. Das nicht von dir den ursprung hat? Du bist der geber aller gaben, Und immer groß an rath und that. Du willst, daß mit gebät und flehn Mir stets auf deine hülfe sehn. 4. Bet oft und heiter im gemüthe, Schau dich an seinen wundern satt; Schau auf den ernst, schau auf die güte, Womit er dich geleitet hat. Oft irrtest du, er trug geduld; Erkenn und preise seine huld. Gebäte. 163 6. Bet oft, gott wohnt an jeder stätte; In feiner minder oder mehr. Dent nicht, wenn ich mit vielen bete, So find ich ehr bei gott gehör. Ift nur dein wunsch gerecht und gut, So sei gewiß, daß gott ihn thut. 7. Doch säume nicht in den gemeinen Auch öffentlich gott anzuflehn. Und seinen namen, mit den seinen, Mit deinen brüdern, zu erhöhn. Fühl der vereinten andacht werth, Die deine eigne stärkt und nährt. 8. Bet oft zu gott für deine brüder, Für alle menschen, als ihr freund; Denn wir sind eines leibes glieder, Kein glied foll sein des andern feind; Solch bitten, das aus liebe fließt, Gefällt dem, der die liebe ist. 5. Bet oft, durchschau mit frohem muthe Die herzliche barmherzigkeit Deff, der mit seinem theuern blute Uns vom verderben hat befreit: Und eigne dir, zu deiner ruh Und heiligung dein opfer zu. 9. Bet oft, so wirst du glauben halten, Dich prüfen und das böse scheun, An lieb und eifer nicht ertalten, und reich an guten werken sein; Denn muth und kraft und seelenruh Sagst du, gott, dem, der bittet, zn. 10. Dies reize mich, vor dich zu treten Mit lob und dank, mit wunsch und flehn; Doch meine fehler bei dem beten Wollst du, mein vater, übersehn, Weil der, der dir zur rechten sitzt, Mich, als mein mittler, unterstützt. 2. Drum komm ich auch mit meinem beten, gott, vor deinen heilgen thron. Wie frendig kann ich vor dich treten, Denn mich vertritt bei dir dein sohn; Durch ihn bin ich voll zuversicht. Mein schwaches flehn verwirfst du nicht. 3. So gieb mir denn nach deinem willen, Was deinem finde heilsam ist; Nur du kannst mein verlangen stillen. Weil du des segens quelle bist. Vor allen dingen forge du Für meines geistes wahre ruh. 4. Gieb mir beständigkeit im glanben, Laß meine liebe thätig sein, Will 11* 164 Zweite Abtheilung. etwas mir dies fleinod rauben, So3. Wann unser blödes auge wählt, schränke die versuchung ein, Und stärke Dann wird sehr leicht das ziel vermich mit fraft und muth. So sieg fehlt Nach dem wir ringen wollten, ich über fleisch und blut. Wir suchen oft nach unserm wahn Das, was wir fliehen sollten. d 4. Du willst, wir sollten poll vertraun Auf deiner vorsicht wege schaun, Und dir uns übergeben; Denn du, du sorgit mit vaterhuld Für unser shsar 11 5. Wo ist auch wohl ein beffrer freund? Wer kann den, der verlassen scheint. Mit segen überschütten? Dit, gutt, thust überschiwenglich mehr, Als wir verstehn und bitten. 5. Bewahr in mir ein gut gewis fen, Ein herz zu dir voll freudigkeit; Ein herz aufs gute stets beflissen, Das sich vor deinem ange scheut; Und fehl ich, gott, so züchtge mich, zu meiner bessrung väterlich. d ganzes leben. 6. Ein herz, das in beglückten tagen, O vater, deiner nie vergißt; Ein herz, das unter noth und plagen Mit deinem rath zufrieden ist; Ein herz voll zuversicht zu dir, Und voll geduld, verleihe mir. 7. Du wirst es alles weislich fügen; Du weißt am besten was mir nützt. An deiner huld laß ich mir gnügen, Die schwache mächtig unter- pachen? ftützt; Zufrieden, vater, folg ich dir; Befestge diesen sinn in mir. 8. Soll ich auf erden länger leben, So gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den tod vor augen schweben; Und kommt dereinst mein sterbetag; So sei mein ausgang aus der zeit Ein eingang in die herrlichkeit. 6. Du hast die welt in deiner hand; Dein unermeßlicher verstand Weiß alles wohl zu machen. Wie sollte deine vorsicht nicht Für meine wohlfahrt 7. Wenn deine macht für mich gebeut, Wie könnte meine sterblichkeit und ohnmacht mich erschrecken? Du wirst mich in gefahr und noth Mit deinem schutze decken. Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 8. Ach feite mich durch deine trait Auf meiner kurzen pilgrimschaft, Daß ich von dir nicht weiche, Den weg der tugend freudig geh, Und einst das ziel erreiche. list ngstried nll 9. Ich will auf deine gnade schaun, und nicht auf menschenhülfe baun, Die uns so leicht betrüget. Gieb nur, it 362, 3 dit, mein gott, der du mich liebst, Mir leben, heil und segen giebst, Erheb ich herz und hände. Was deine weisheit will und thut Nimmt siets ein gutes ende daß fich mein schwaches herz Mit ende. 2. Ich weiß nicht was mir nützlich ist, Du weißts, der du mein bater bist, Und willst mein wohlergehen. Drum laß mich nie mit eigensinn Auf meinen wunsch bestehen. deiner huld begnüget. nap na dwolp 10. Gabst du mir deinen sohn zum heil, So wirst du mir gewiß auch theil An deinem himmel schenken. Ich tann nun an die ewigkeit Im glauben freudig denken. ad dius sie sing no 00 ron 61x84 ISO 105 Lobe Gottes. oglind med 2011) Vom Mel. Nun danket all' ic. 363, uf, chriften, bringet preis und ehr Dem uns herrscher aller welt; Dem mächtigen, der erd und meer. Und alle himmel hält. 3. Von unsrer zarten findheit ant hat er uns unterstützt; Er, der allein helfen kann, Und gern uns hilft und schützt. 72 ud fo 4. Aus seiner fülle nehmen wir Noch immer, was uns nährt, Und unsern seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. 5. Er breitet stets auf unserm pfad Biel freuden um uns her. Die noth, 3 1540 misd se d 2. Lobt gott mit frohem jubeljchall, Jhn, unser höchstes gut, Der große wunder überall, Auch an uns mentfchen thut. inbed in doi JR is) godt sdail amin fol 11. Vom Lobe Gottes. womit sein weiser rath Uns prüft, erleichtert er. 6. Er trägt nach gütger vaterart, Uns schwache mit geduld; Er züchtigt wohl, doch nie zu hart. Und schenkt uns gern die schuld. 837215 7. Er weckt uns das gewissen auf. Rust uns zur besserung. Und stärkt uns, achten wir darauf, Mit fraft zur heiligung. 8. Er bleibt uns treu; sein wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, wenn er welt Zum glück der beſſern welt. preist, was herrlich ist, nicht gern? Er, den der ganze himmel chrt, Ist unsers höchsten lobes werth. 6. Ja, pflicht ists, daß ihr sein gedenkt, Ihr, denen er verstand geschenkt! Die ehre des verstandes ist, Daß ihr den ewgen kennt und wißt. bar 165 Die sprache dankt ihr dem allein, Und wolltet nicht voll rühmens sein? 9. Wer ist gutthätiger, als er? Denn welche gabe sollt uns der Nicht schenken, der so sehr uns liebt, Daß er auch seinen sohn uns giebt? 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? Gebt ihm ein herz voll dankbegier, Das ganz in seiner lieb entbrennt; Das ist es, was ihr geben könnt. 11. Auf christen! preist mit mir den herrn. Wer preist nicht milde geber was er an uns gethan; Wer is loben kann? ist, der ihn to 006 und Dort 9. Drum, christen, singt ihm preis dank Für seine freundlichkeit. preist sie unser lobgesang Noch SUITE In bekannter Melodie. Burad mehr in ewigkeit. 365. Herr gott! wir danken wir. Mel. Vom himmel hoch, da ic. oder: Wo gott zum haus nicht sc. dir! Dein, vater, ist in ewigkeit Das reich, die kraft, die herrlichkeit. Die 364. uf christeni! preiſt mit welt, dein werk und eigenthum, BerWer deines Der engel heer, die seraphim, Lobsingen dir mit hoher stimm; Heilig ist unser gott! Heilig ist unser gott! Heilig ist unser gott; Der herr, herr zebaoth! 2. Lobt ihn, sein ganzer nam ist ruhm; Unendlichkeit sein eigenthum. Dies grenzenlose meer von licht Durchschaut der höchste engel nicht. 3. Ja, freuet euch, ihn zu erhöhn; Solch lob ist heilsam, herrlich, schön, Es zeigt verstand, erfreut das Herz, Und stillt im leiden unsern schmerz. 2. Weit über alle himmel we Geht deine macht und herrlichkeit; Sie, die den erdkreis wunderbar Betehrten, deiner boten schaar; Sie deiner lehrer märtyrer, Erheben ewig dich, o herr! Auch deine ganze christenheit Freift dich auf erden weit 4. Wie wird der geist dadurch ent- mel thron, Und jesum, deinen eingen und breit, Dich, vater, auf der himzildt, Hinauf zum himmel hingerückt; sohn, Sammt deinem geiste, dessen kraft Mit seinem hocherhabnen freund, Mit Ein neues leben in uns schafft. gott, stets inniger vereint. 5. Welch ein so herrlicher beruf. Zu dem gott selbst die engel schuf; Welch eine theure, jüße pflicht, Die uns so reichen lohn verspricht. Der du der fünder heiland bist, Du 13. Du herr der ehren, jesu christ, wardst, um unser trost zu sein, Ein mensch, wie wir, doch fündenrein, Du haft den weg zu gott gelehrt, Des todes macht hast Du zerstört, Nun herrschest du ins vaters reich An majestät und gnad ihm gleich. Im grabe läsfest du uns nicht: Du kommst dereinst und hältst gericht. us Anadia 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn befingt, Die ihr von ihm ein herz empfingt, Das sich zu gott mit inbrunst nahn 4. So hilf uns denn, dir dankbar sein, Dir folgen und uns deiner Und seine größe fühlen kann. freun. Einst sei im himmel ewges 8. Auch euer mund, so oft er fpricht, Erinnert euch an diese pflicht. heil, mit allen frommen, unser theil. Hilf deinem volt, herr jesu chris, 166 Und segne, was dein erbtheil ist, Leit uns durch unsre prüfungszeit, Bis zu der frohen ewigkeit. 5. Täglich, herr gott, wir loben dich, Dir heiligt unsre seele sich. Vor aller ungerechtigkeit Behüt uns heut und allezeit. Sei gnädig uns o treuer gott! Sei gnädig uns in aller noth! Wenn wir zu dir, erbarmer flehn, So laß uns deine hülfe sehn. Auf dich steht unsre zuversicht; Verlaß uns auch im tode nicht. Zweite Abtheilung. 11. Du kennest unfrer arbeit müh Und bist mit fraft nicht fern! Dit förderst und vertilgst uns sie, Erfreust und segnest gern. 12. Du füllst des lebens mangel aus Mit gütern, die bestehn, Wenn dieses leibes irdisch haus, Einst wird zu trümmern gehn. 13. feele, die du zaghaft bist, Sei froh und fasse muth. Gott, alles guten ursprung, ist und bleibt auch stets dein gut. 14. Er ist dein schuh, dein ewig theil, In finsterniß dein licht. In C Mel. Nun danket all', und 2c. 366. h finge bir mit herz und aller noth dein troft und heil; Schafft mund, läßt nicht. Herzens luft! Ich fing und mach auch andern fund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du von ewigkeit bort elvice. Die reiche quelle tist, Woraus uns allen jederzeit Viel heil und gutes fließt. 3. Was sind wir doch? was haben wir Von gütern aller art. Das uns, o vater, nicht von dir Allein gegeben 10. Das unglück, das von ferne droht, Kehrst du so oft zurüd, Und die schon gegenwärtge noth Verwan belft bu in glid. nied 15. Was träufst du dich in deinem sinn, Und grämst dich tag und nacht? Nimm deine sorg und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von jugend auf Versorget und ernährt, Und wunderbar der dinge lauf Zu deinem glück gekehrt? 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem regiment; Nein, was er thut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes end. ward? 4. Du hast des himmels schönen bau So prächtig ausgeschmückt. Du bists, der unser feld mit thau Und regen stets erquict. 5. Du forgst für uns beim größten frost, Bei allem sturm und wind. Du machst, daß jährlich korn und most Für uns vorhanden sind Mel. Nun lob mein seel', den ic. 367. Man lobt dich in der ſtille; 6. Du giebst uns leben und geDenn du erhörst gebät. deihn. Du schenkst mit treuer hando gott. Aus deiner segensfülle Fließt Den frieden, deß wir uns erfreun, alle frend und hülf in noth. Nur In unserm vaterland. du bist herr auf erden, Der frommen 7. Allgütiger, allein von dir Fließt zuversicht; In trübsal und beschweralles heil uns zu. Geschöpfe deiner den Läßt du die deinen nicht. Drum hand sind wir, Und unser schutz bist du. soll dich freudig ehren Mein mund 8. Du nährest uns von jahr zuvor jedermann, Und deinen ruhm verjahr, Bleibst immer gut und treu, mehren, So lang er reden kann. Und stehest uns auch in gefahr Und nöthen gnädig bei. mbly 50 m 9. Du trägst uns fünder mit geduld, Und strafft nie allzusehr; Ja endlich nimmst du unsre schuld, und wirfst sie in das meer. 2. Es müsse dein sich freuen, Wer deiner güte größe kenni; und deinem dienst sich weihen; Wer jesu christi namen nennt. Hoch feist dur stets gepriesen, Du bists, der wunder thut, Und hast auch mir erwiesen Das was mir nütz und gut. Drum geb ich mich mit freuden Dir zum gehorsam hin. Nichts soll mich von bir scheiden, So lang ich hier noch bin. tu 18. Ei nun! so laß ihn ferner thun, Und red ihm nicht darein; So wirst du hier in friede ruhu, Und ewig fröhlich sein. 11. Vom Lobe Gottes. 167 3. Herr, du haft deinen namen| leitest mich nach deinem rath, Der Sehr herrlich in der welt gemacht. Wenn schwache zu dir tamen; Hast du mit hülf an sie gedacht. Auch mir half deine gnade. Herr, wie vergelt ichs dir? Bleib auf des lebens pfade Noch fernerhin mit mir; So will ich dich erhebent, Dich, der so gern erfreut. Und dir zur ehre leben Hier und in ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben gott: c. fönnt ich dich, mein gott, recht preifen, Wie du des preises würdig bist! Könnt 368. ich dir gnug den dank beweisen, Den 369. Sei Lob und ehr dem dies mein herz dir höchsten guth, herz, das deiner gütigkeit Sich täglich mit entzücken freut. 2. Wer überströmet mich mit segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schützet mich auf meinen wegen? Wer schenkt dem geiste trost und licht? Wer giebt zu meinem thun gedeihn? Allgütiger, du bists allein 3. zu zählen sind sie nicht, mein vater, Die werke deiner segenshand. Du warst schon lange mein berather, Eh mein bedürfuiß ich empfand, Selbst eh ich war, da maßest du Mir schon mein schicksal liebreich zu. 4. Du stärkst mir das geschenkte leben, und lässt es nie ganz freudenleer; Zum höhern glück mich zu erheben; Schickst du zwar manche trübsal her; Doch stehst du auch mit kraft mir bei. Daß ich nicht trost- und muthlos sei. 5. So oft hab ich in meinen tagen Mit freud und dank es schon verspürt, Wie du mich unter allen plagen Zwar wunderbar, dech gut geführt: Ich werd in drohender gefähr Stets deines troftes licht gewahr. 6. Wie sollt ich denn nicht voller freuden Beständig deinen ruhm er höhn? Wie, sollt ich, auch im tief sten leiden, Nicht freudig trauend auf dich sehn? Und fiele selbst der himmel ein, So wirst du mein beschirmer sein. nur mein heil beschlossen hat. 8. Von deiner güte will ich singen, so lange sich die zunge regt; Dir will ich dant und ehre bringen, So lange sich mein herz bewegt; Und wird mein mund auch kraftlos sein; So stimm ich noch mit seufzen ein. 9. Dies schwache lob kann ich nur geben Nimm es, mein gott, in gnaden an, Bis ich in einem bessern leben Dich würdiger erheben kann. Da steiget mit der engel chor Dein Lobgefang zu dir empor. Met. Es ist das heil uns kommen ic. 7. Drum reiß ich aus des fummers Höhle Mein sorgendes gemüthe Ios, Und rufe mit erfreuter seele; Wie gut bist du, mein gott, wie groß! Du vater aller güte; Dem gott, der alle wunder thut; Dem gott, der mein gemüthe Mit seinem reichen trost erfüllt: Dem gott, der allen jammer stillt. Gebt unserm gott die chre. 12. Es danken dir des himmels heer, Beherrscher aller thronen! Und die auf erden, luft und meer, In deinem schatten wohnen, Die preisen deine schöpfersmacht, Die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm gott die ehre. 3. Was unser gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten! Darüber will er früh und spat Mit seiner gnaden walten. In seinem ganzen königreich Ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm gott die ehre. 4. Jch rief zum herrn in meiner noth! Ach gott, vernimm mein weinen; Da half mein helfer mir vom tod Und ließ mir trost erscheinen, Drum dant o gott, drum dant ich dir! Ach danket, dantet gott mit mir! Gebt unserm gott die ehre. 5. Gott ist uns nah, und niemals nicht Von seinem voll geschieden; Er ist der frominen zuversicht, Jhr segen, heil und frieden. Mit vaterhänden Leitet er Die seinen glücklich hin und her. Gebt unserm gott die ehre. 6. Ruft man die welt um hülfe an, Die sie doch nicht erzeiget, Dann hilft, der ewig helfen kann, Der schöpfer selbst, und neiget Die vatersaugen denen zu, Die sonsten nirgends finden ruh. Gebt unserm gott die ehre. 168 Zweite Abtheilung. dein ver27. Ich will mein ganzes leben lang, Mel. Nun danket alle gott 2c. O gott, dich freudig ehren, Eiuft fol- 370. So lang ich athme, gott. len meinen lobgefang Auch deine himmel hören. Mein geist und leib erhebet dich: Mein ganzes herz erfreuet fich! Gebt unserm gott die ehre. 8. Jhr, die ihr christi namen nennt, Gebt unserm gott die ehre! Jhr, die ihr gottes macht erkennt. Gebt unferm gott die ehre! Die falschen gözen macht zu spott; Der herr ist gott! der herr ist gott! Gebt unserm gott die ehre. Tags 9. Kommt laßt uns vor sein an gesicht Mit froher ehrfurcht dringen! Bezahlet die gelobte pflicht, Und laßt uns fröhlich singen: Der herr hat alles wohlbedacht, und alles recht und gut gemacht. Gebt unserm gott die ehre. 308 Tom D 190 530531,103 12) Von der Dankbarkeit gegen Gott. Mel. Vom himmel hoch da xc. Indoder: Wo gott zum haus nicht ic. 5. Du sahst mich stets voll güte an, Und ließ'st auf meiner pilgrimsBahn, Für mich so viele frenden blühn, Durch wohlthun mich zu dir zu ziehn. breiten. Das Leben giebst du mit, Und glück von allen seiten. Du schenktest mir verstand, Der dich ertennen kann. Und botest ewges heil Durch deinen sohn mir an. 2. Was bin ich, gott der huld, Daß du so viel mir schenkest? Was ist der mensch, der staub, Herr, daß du sein gedenkeſt? Ja, du gedachtest, herr, Schon vor der welt an mich, Und denkst nech meiner stets, Regierst mich väterlich. 3. Ich freue mich in dir, Und trau auf deinen segen. Mein ganz bestreben sei, zu gehn auf deinen wegen. Bis auf den letzten hauch Sei dir mein dank geweiht, Und einst vor deinem thron, Gott der barmherzigkeit. 371. Dich herr und vater aller welt! Preist mein gefang, und dir misfällt Der frommen stammelnd danklied nicht, Dies, gott, ist meine zuversicht. 2. Schon früh warst du ein vater mir; Froh dant es meine seele dir. Daß du auch jetzt mein vater bist, Der seines findes nicht vergißt. Nag 13. Früh ward ich in der taufe schon Geweihet dir Mel. In allen mctnen thaten: c. mir der für kraft und licht. deines wortes unterricht, was gab 372. Deben, ott ben dant ich für mein dit mirs gegeben; Ich danke dir dafür, Du hast, von huld bewogen, Mich aus dem nichts gezogen; Durch deine gülte bin ich hier. 4. Mich führte deine gütigkeit Langmüthig stets in dieser zeit, und stürmte trübfal auf mich zu, Wer half mir überwinden? du. 2. Du, herr, haft mich bereitet, Mich väterlich geleitet Bis diesen augenblick. Du gabft mir frohe tage, und selbst der leiden plage Verwandeltest du in mein glück. 6. Du bist und warest immerdar Mein schut, mein retter in gefahr, Der stifter meines wohlergebns, Und der erhörer meines flehns. 7. Wie oft entfernt ich mich von dir! Doch du bliebst stets ein vater mir, Der, wenn ich reuvoll wieder kam, Voll Huld mich, als sein find, aufnahm. 8. Unzählbar sind und täglich neu Die proben deiner vatertreu. Lirfließt, o gett! der gern erfreut, Die zähre meiner dankbarkeit. 9. Gott, weil ich nichts vergelten tann, so nimm dies schwache opfer an, Aus pflicht und dank bin ich ganz dein; Mein leben müsse zeuge sein. 3. Jch bin, herr aller dinge, Der treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich, staub und erde. Auf ewig glücklich werde, Haft du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein sehnen, und zähltest meine thränen, Ch ich 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott. 169 8. Ich danke dir für deinen sohn, Der für mich fünder starb, Und der du schon mein theil mir dar. zu deinem gnadenthron Den zutritt bereitet war; Eh ich zu sein begonnte Und zu dir rufen konnte, Da wogst mir erwarb. 9. Wie sehr liebt gott der menschen wohl! Erheb ihn, voll des herrn! Die erd ist seiner güte voll; Er hilft und rettet gern. 10. Er hilft und läßt die traurigfeit Bald vor uns übergehn: Wia uns nach kurzer prüfungszeit zu ewgen glück erhöhn. 11. Bergiß nicht feele, deinen gott; nicht, was er dir gethan. Verehr und halte sein gebot, Und bet' ihn ewig an. 5. Du ließ'st mich gnade finden, Und sahst doch meine fünden Vorher von ewigkeit. O höchster, welch erbarmen! Du forgteft für mich armen, Und bist ein vater, der verzeiht. 6. Für alle deine treue, Für das, deß ich mich freue, Lobsinget dir mein geist. Dein größeftes geschenke Ist er, durch den ich denke; Din ists, daß er dich fröhlich preist. 7. Daß du mit fraft mich stärkest, Auf meine tage merkest. Dies, vater, dank ich dir; Daß du mich liebreich führest. Mit deinem geist regiereft, Dies alles, vater, dank ich dir. 8. Was mir in diesem Leben Noch nützt, wirst du mir geben. Du giebsts ich hoff auf dich. Dir, vater, die befehle Jch meinen Leib und seele. Herr, segne und behüte mich 36 9153 dias cim Mel. Nun banket alle gott st. 373. Du bists, dem ehr und u bists, dem ehr und ruhm gebührt; Und das, herr, bring ich dir. Mein schick fal hast du stets regiert, Und stets warst du mit mir. 2. Wenn angst und noth sich mir genaht; So hörtest du meint flehu, Und ließest mich nach deinem rath Hülf und errettung sehn. 3. Wenn ich in schmerz und frankheit sant, Und rief: herr, rette mich So halfft du mir! mit welchem dant, Mein gott, erheb ich dich. S 4. Betrübte mich des feindes haß. So flagt ich dir den schmerz! Du halfft mir, daß ich ihn vergaß, Und gabst geduld ins Herz. 5. Wenn ich den rechten pfad verLor, Und mich verschuldet sah, Rief ich zu dir, mein gott, empor, Und Mel. Wer nur den lieben gott zc. 374. Durch dich, o großer gott, bin ich vorhanden; Die himmel und ihr heer Sind durch dein wort entstanden. Denn, wenn du sprichst, geschichts; Wenn du gebentst, stehts da. Mit allmacht bist du mir Und auch mit güte nah. 2. Du bist der gott der kraft. Dich preisen erd und meere, Und himmet predigen Die wunder deiner ehre. Dich bet ich dankend an; Mein heil kommt von dem herrn. Du hörst der menschen flehn Und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner huld, D gott gewürdigt werde. Was frag ich außer dir nach allem glück der erde! 3m himmel donnerst du, Und schrecken füllt das land; Doch fürcht ich nichts, denn du Deckst mich mit deiner hand. you on the sist 4. Wenn ich die hintmel seh, Die du, herr, ausgebreitet, Der sonne majestät, Den mond, den du bereitet; 3: So sprech ich: was ist doch Der mensch, daß du sein denkst, Und daß du täglich uns Unzählig gutes schentst. 5. Voll güte läßt du uns Auf grütgnade war mir nah. mas nen auen weiden, Nährst uns mit 6. Herr, für die leiden dank ich dir, Dadurch du mich geübt, und für die frenden, welche mir Dein milder segen giebt.ud sud 7. Dir dank ich es, daß die natur Mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck in jeber freatur, Gott, deine freundlichkeit. speis und trank, Und füllst das berz mit freuden. Du dachtest mein, eh mich Die mutter noch gebar; Ja, sahst mich, eh der grund Der welt geleget war. 6. Du wogst mein glück mir ab, Und leiden, die mich üben; Und meiner tage zahl War in dein buch geschrie 170 ben. Du bist der frommen schutz, Du bist der müden ruh; Ein gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, gott, bist du. Zweite Abtheilung. 4. In den zarten jugendjahren Warst du meines Lebens stab; Mein beschirmer in gefahren: An dir hab ich bis ins grab Einen vater, der mich liebt, Einen vater, der mir giebt, Was zum wahren wohl mir nützet; Einen vater, der mich schützet. 5. Gott, du machsts mit uns stets besser, Als wir wünschen und verstehn. Deine güte ist viel größer, Als die fraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein dant, Wie der seraphim gefang; Dennoch würde durch mein loben Deine huld nicht gnug erhoben. 6. O, so neig durch deine liebe, Herr, mein ganzes herz zut dir; Stärt und mehre selbst die triebe Wahrer dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein cigen sein; So mich deines wohlthuns freun, Daß auch mir auf dieser erde Wohlthun wahre freude werde. 7. Ja, laß jede deiner gaben Recht 10. Sollt ich nach ehr und ruhm zu brauchen mich bemühn; Stets den Mit sünd und unrecht trachten? Nein, zweck vor augen haben; Dazu du sie herr, wenn du mich ehrst. Mag mich mir verlichn. Deine güte reize mich, die welt verachten. Du bist es, dem Daß ich immer treuer dich Lieb und zum dienst Ich leib und seele weih; deinen heilgen willen Freudig fuche Gieb, daß mein wandel stets Dir zu erfüllen. wohlgefällig sei. 7. Wem follt ich sonst vertraun, Als dir, du gott der götter? Wen ehren, so wie dich, Mein schutz und mein erretter? Wie fanft ist dein befehl: Gieb mir dein herz, mein sohn, Und wandle meinen weg; Ich bin dein schild und lohn. 8. Herr, dein gebot ist heil, Dein weg ist fried und leben. Wie, könnt ich einen gott Der liebe widerstreben? Der lasterhafte mag In stolzem glücke blühn; Mich soll er dennoch nicht In seine netze ziehn. 9. Auch, wenn kein mensch mich sieht, Will ich die fünde fliehen; Denn du wirst aller wert Vor dein gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem fleisch Was böses noch gelüst. Bedenken, daß mein leib, O gott, dein tempel iſt. Me. Bon gott will ich nicht 2. Mel. Freu bich sehr, o meine feele 16.376. Groß ist des höchsten güte, 375. Gott, mein vater, deine liebe Reicht, so weit der himmel ist. Deines wohlthuns starke triebe Sind so ewig, als du bist. Deiner huld unendlichkeit, Gott erschöpfet feine zeit; und wer kann die vielen proben Deiner güte würdig loben? Wer sie achtete! Welch fühllos herz verriethe Der unerkenntliche! Sie rettet uns aus noth. Erquicket uns im leide, Verwandelt es in frende, Versüßet selbst den tod. 2. Als ich noch mir selbst verborgen Auf dem schooß der mutter lag. Wachtest du, für mich zu sorgen, lieber mich schon jeden tag. Durch den bei stand deiner macht Bin ich nun so weit gebracht, Und was hat mein ganzes leben Gutes, das du nicht gegeben? 2. Wenn meine lippen schwiegen, O so versagt ich mir Das himmlische vergnügen, Gott, lobzusingen dirt Nein, herr, von meinem dant Sei jeder morgen zeuge, Und jeden abend steige zu dir mein lobgesang.. 3. Du wirst mich ferner leiten, So unwerth ichs auch vin; Tren bleibt zu allen zeiten Dein milder vaterfinn. Ich hoffe stets auf dich. Du wirst in fümmernissen Wir wohl zu helfen wissen; Dir überlaß ich mich. is 3. Nie gedentet mein gemüthe, Ohne warme dankbegier, Jener unverdienten güte, Da du durch die taufe mir Das erhabne recht gewährt, Daß zu dei- 4. Ja, deine huld ist größer, Als nem find erklärt, Jch des segens es der mensch versteht; Dein rath der erlösten Mich voll zuversicht darf unendlich besser, Als was sein wunsch trösten. duda loc ppt erfleht. Herr, meine zuversicht! Dir 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott. 2034 2191 froh mich zu ergeben, Mich dankbar zu erheben, Sei meine Liebste pflicht. Mel. Wach auf, mein herz ic. 377. Laßt unserm gott uns singen, Jhm dank und ehre bringen, Daß wir so viele gaben von ihm empfangen haben. 2. Nur er hat uns das leben Und feel und leib gegeben. Er ist es, der sie schütet, Und giebt, was beiden nützet. 3. Dem leibe giebt er speise; Die feele macht er weise, Damit sie, frei von fünden, Mög wahres glück empfinden. 4. Für uns dahingegeben, Ward christus unser leben; Er, der für uns gestorben, hat uns das heil erworben. 5. Sein wort wird, uns zum segen, Ein licht auf unsern wegen; zu allen guten werken, Soll selbst sein geist uns stärken. 6. Er läßt uns gnade finden. Eergiebt uns unsre sünden, Wenn sie uns herzlich reuen Und wir forthin sie scheuen. 7. Da wir denn schon auf erden So hoch begnadigt werden: Gott, was wird nicht für gaben Für uns dein himmel haben. 8. Wir bitten deine güte, Daß sie uns stets behüte; Laß, dir zum wohl gefallen, Uns gute wege wallen. 9. Leit uns durch deine wahrheit, Bis wir in voller klarheit Dich schn, und deinen namen Dort ewig preisen; amen. 171 4. Du willst des menschen wahres glück, Eh er geboren ist; Und so ward ich( o welch ein glück). Schon als ein find ein chrift. Mel. Lobt gott, ihr christen C. oder: Nun danfet al', und bringet it. 378, Mein geift erſtaunt, allmächtiger! Wenn er das gute denkt, Das du auch mir, mein gott und herr, So unverdient geschenkt. to him até 2. Dann ist mein her so hoch 5. Noch schwach und klein, ward ich durch dich Geschützet unsichtbar; Am geist und leibe stärkte mich Dein arm von jahr zu jahr. 6. Wenn in der jugend ich vom pfad Der tugend mich verirrt: So hat mich, herr. dein treuer rath Darauf zurüdgeführt. 9. Wie froh und heiter ist mein is su blick, Da du so hoch mich liebst; Auch kommt von dir der freundschaft glück, Wodurch du trost mir giebst. 10. Und welche wohlthat, herr, ist nicht Dies herz, das fühlen kann; Dies herz, ganz dein, das dankbar spricht, Was du an mir gethan. 11. Froh soll mir jeder tag vergehn Bei deinem ruhm und preis; Ich will dich lieben und erhöhn, So gut ich kann und weiß. 12. In schrecken, angst. gefahr und noth, Trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der tod Mir nicht mehr fürchterlich. 7. Du warst mein schutz und meine wehr Bor unglück und gefahr; Und vor dem laster, das noch mehr Wie sie, zu fürchten war. 8. In trautheit hast du väterlichy Mir neue frist geschenkt; Und deine huld erquickte mich, Wenn sünden mich gefränkt. 13. Und wenn einst erd und himmel bebt Durch dich, den herrn der welt, Will ich den preisen, der stets lebt, und mich alsdann erhält. 14. Denn, herr, auch bei der wel ten sturz Bleib ich dein eigenthum. Die ewigkeit selbst ist zu kurz zu deinem lob und ruhm.offip tim im- do Mel. Wer nur den lieben gott c.d erfreut. Ganz deiner güte voll, lind 379. Mein berz, ermuntre weiß voll heißer dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Da ich noch in der mutter schooß, Mir selbst verborgen, schlief: Bestimmtest du für mich das loos, Das mich zum leben rief. dich zum preise Des gottes, der dein vater ist! Bedenke, auf wie viele weise Du ihm zum dant verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein helfer war, Mit freuden ruhm und ehre dar. 172 Zweite Abth. 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott. und allen enden; Der uns vom mutterleib und findesbeinen an Bis diesen augenblick Unzählig guts gethan. 2. Der ewig reiche gott Woll uns, so lang wir leben, Ein immer fröhlich herz Und edlen frieden geben; Und uns in seiner gnad Erhalten immerfort, Und uns aus aller noth Erlösen hier und dort. est 2. Herr, deine hand ist immer offen, Bu geben, was mir nützlich ist. Und dennoch wanket oft mein hoffen Auf dich, der du die Liebe bist. Mein gott! wie wenig bin ichs werth, Daß mir noch gnade widerfährt. 3. Unendlich groß ist dein erbarmen, Nur wohlzuthun bist du gewohnt: Drum wird auch mir, mein gott, mir armen, Bon dir nicht nach verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine treu Mit segen, trost und hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen sorgen Mit rettung mir entgegen eilt; Und wenn sie, noch vor mir verborgen, Nach meinem wahn zu lang verweilt; So kommst du, eh ich michs versehn, Und hilfst mir und erhörst mein flebu. rossd so bus incadrating dal on burb Mel. Warum betrübst du dich zc. 5. Du wählst und wirkest stets das beste, Und wenn auch meine noth sich 381. Voll freud und frommer häuft. So steht durch dich mein wohl meinen geist zu dir, Mein vater und dankbegier Erheb ich doch feste; Und wenn mich elend ganz mein gott. Wie froh und heiter machet fest ergreift, So willst du mein erbarmer mich Der himmlische gedank an dich. sein, Mich vom verderben zu befrein. 2. Diein aug erblickt die stolze pracht Der werke deiner weisen macht. Du riefst, da wurden sie. Und erb 6. Du bist mein heil! mein ganz gemüthe Ist deines ruhms, mein retter, voll. O könnt ich deine große güte Doch so erheben, wie ich soll! Doch meine fraft reicht nicht dahin, Du weißt es, gott! wie schwach ich bin! und himmel sind noch heut Ein ſpiegel deiner herrlichkeit. 3. Da freuet sich, allgütiger, Ein 7. Und hätt ich auch viel tausend zahllos heer lebendiger Der milden zungen: So würde deines wohlthuns baterhuld, Die neu an jedem morgen preis Nie würdig gnug von mir besun- 4. Du, herr, durch den ich leb ist, Und auch des wurmes nicht vergißt. gen; Auch bei dem größten ernst und und bin, Giebst mir so vieles gute fleiß. Denn mehr guts, als ich zählen hin zum fröhlichen genuß. Was ist kann, Hat deine huld an mir gethan. der mensch hier, deß du dich So 8. Jedoch, du siehst mit wohlge- gnädig annimmst? was bin ich? fallen Auch auf des herzens redlichteit; Und höreft selbst das schwache Iallen Der deinen mit zufriedenheit; Du hörst es, wie ein vater pflegt, Der seiner finder schwachheit trägt. Dich zu erkennen, mit verstand; Sie 5. Den menſchen krönte deine hand, bildete dies herz, Das dankbar froh empfinden kann, Wie viel sein gott an ihnt gethan.fred ale nd 9. Drum soll mir deine huld und güte Beständig, gott, vor augen sein. Ich will mit redlichem gemüthe Mein Leben deinem lobe weihn, Bis ich vollkommner deinen ruhm Erheb im Höhern heiligthum. 3. Lob, ehr und preis fei gott, Dem vater und dem sohne, Und seinem beilgen geist. Er, der vom himmelsthrone Erbarmend auf uns sieht, Bleibt, wie er ewig war, Unendlich groß und gut. Lob sei ihm immerdar. 6. Und welche felge hoffnungen Schenkst du nicht den erlöseten; Du stifter unsers heils! Versüßt wird iedes leid durch sie, Und leicht der tugend edle müh. 7. Ihr will ich, deiner werth zu: sein, Die theuern lebensstunden weihn, Bekannte Melodie. 380. Nun dantet alle gott Mit Die mir noch übrig sind. Viel höhern herzen, mund und händen, Der große dinge thut An uns frieden hab ich dann, Als diese welt mir geben kann. ir modo situg dine piuliodidi stisang 13) Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. Mel. Meinen jefum Laß ich nicht ic. sie dir der himmel singen: Menscheit, 382. Di, o herrscher, stiegft engel, feraphim, Groß ist jesus, vom thron, Und kamst als ein knecht auf erden; Du bist würdig, gottes sohn, Ewig hochgelobt jauchzet ihm. si dhe nd od tim nd the G Mel. Alle menschen müssen sterben 2c. zu werden, Freund, der froh sein 383. Eins ist noch! o herr, und bleib mir dies eine Lehre meine seele doch; Alles andre, wie's auch scheine, Ist nur ein beschwerlich joch, Unter dem das Herz sich quälet Und der ruhe doch verfehlet. Nur dies einzige giebt mir Wahren frieden dort und hier. Ons ds 2. Seele, willst du dieses finden, u dieſes finden, Suchs bei keiner freatur. Laß nicht irdisches dich binden; Erdengüter täuschen nur. Nur bei dem auf gottes throne Hocherhöhten menschensohne Findest du dein wahres heil Und das allerbeste theil. pierstup anif, msind ewig groß. boredaidh 2. Du, erlöser, bist mein theil; Denn du bist für mich gestorben, Du haft gnade, trost und heil Und den himmel mir erworben. Alles, alles ist nun mein. Wie kann ich gnug dankbar sein. 173 3. Für die leiden ohne zahl, Für die Icibs- und seelenschmerzen, Und für deine toresqual Dank ich dir mit treuem herzen. Treu dank ich, doch mangelhaft; Gieb zu besserm mir traft.i tim: ad id ut 64. Welche liebe! daß für mich Du dich ganz dahin gegeben; Feurig, ewig lieb ich dich, lind will dir zu ehren leben, Will dir stets gehorsam sein; Denn ich bin ja ewig dein. dank AT 5. Nichts soll mich so sehr erfreun, Als, daß ich dir angehöre, Jesum lieben, jefum sein, Ist des christen trost und ehre. Wenn ich dein, o heiland! bin, Wird mir alles zum gewinn. nd 6. An dir, jesu, halt ich fest, Weil feft, Weit ich werd auf erden wallen. Wehe dem, der dich verläßt! Er muß ins verderben fallen; Meine ganze seele spricht; Meinen jesum laß ich nicht. 7. Durch dich bin ich reich und hoch, Ich bin gottes find und erbe; Gott liebt mich: was fehlt mir noch? Eins noch- daß ich selig sterbe. Auch so sterben hilfst du mir, Und dann nimmst du mich zu dir. 100 m 8. Drum, erlöseten des Herrn, Preiset ihn, obsingt ihm fröhlich. Alle sünden trug er gern. Nichts war für ihn zu beschwerlich; Für die welt, die strafbar war, Gab der heiligste fich dar. gün is 9. Preis und dank, und herrlichkeit Müsse dir der weltfreis bringen. Und wenn aufhört erd und zeit Müß dulgillion sold i 3. Dir ist auch das glück beschieden, Was maria sich erlas, Als sie, ohne zu ermüden, Fromm zu jesu füßen saß. Owie brannt ihr herz, die Lehren Aus der weißheit mund zu hören! Da vergaß sie welt und sich, Als sie hörte jeſu, dich. 4. Also richt auch mein verlangen. Mein erlöser! stets nach dir; Deinerwahrheit anzuhangen, Schenke trieb und kräfte mir! Wenn auch andre fie nicht achten, Will ich sie mit luft betrachten, Und, mich deines heils zu freun, Ihren lehren folgsam sein. 5. Jn dir liegt der weisheit fülle. Was die feel allein beglückt, Zeight du mir; und wenn mein wille Sich in deine ordnung schickt, Dann werd ich wahrhaftig weise, Mir zum heil und dir zum preise, Lerne gottes rath verstehn Und den weg des Lebens gehn. 6. Mit vergebung aller sünden, Herr, begnadigst du mich dann! Läßt mich wahre ruhe finden, Daß ich fröbed lich rühmen kann: Ich bin auch bei gött in gnaden; Und was kann mir denn nun schaden? Meines mittlers gütigkeit Dank ich diese sicherheit. 7. Aber du bist meiner seele Auch zur heiligung gemacht, Daß sie nicht mit vorsatz fehle, Fliehe vor der fün 174 Zweite Abtheilung. den nacht. Muth und kraft zum 9. Deines geistes trieb In die seele heilgen leben Kannst und willst du allen geben, Die mit ernst sich nur bemühn, Schnöde fündenlust zu fliehn. gieb, Daß mit wachen und mit beten Wir, als finder, vor dich treten; So verlischt das licht Unsers glaubens nicht. 8. Darum sollst du mir das eine, Jesu, und mein alles sein. Prüf und forsche wie ichs meine, Tilge allen heuchelschein; Daß ich hier schon auf der erde Durch dich gut und selig werde, Und dir treu sei bis zum tod; Nur dies eine ist mir noth. Mel. Seelenbräutigam, jesus c. 384. Heeft, gottes famm! sicherheit. eld aus davids stamm Selbst von gott zum heil erforen Allen denen, die verloren; Wie erheb ich dich, Heiland! würdiglich? 2. Uns von aller noth. Ja selbst von dem tod, Vom gericht und allem bösen uns auf ewig zu erlösen, Kamst du in der zeit, Herr der ewigkeit. 3. Jesu, höchstes gut! Unser fleisch und blut Nahmst du an, für uns zu sterben; Sündern leben zu erwerben, Schmecktest du den tod Wahrer mensch und ott. 4. Für die ganze welt War das lösegeld Deines theuern bluts hinlänglich. Und die gnad ist überschwenglich, Welche gottes rath Uns verschaffet hat. 5. Auf der gottheit thron, Gottund menschensohn! Sitzest du nun hocherhaben, Und theilst deine gnadengaben, Als der herr vom Haus, Deinen findern aus. 6. Heiland voller huld! Unsrer sünden schuld Wollest du nicht mehr gedenken, Vielmehr uns vergebung schenken. Durch dich laß uns rein Von den fünden sein. 7. Was durch deine kraft Neue herzen schafft, Was der fünden herrschaft wehret. Und die luft zur tugend mehret: Das erbitten wir, Heiligster! von dir. 107 10. Ohne prüfung ist Nie ein wahrer christ; Willst du uns in leiden führen, Laß uns dich nur nicht vers lieren; In der trübsalsnacht Nimmst du uns in acht. 11. Deine freundlichkeit, Wenn sie uns erfreut, Treibe herz und mund zum danken, Und bewahr uns in den schbranken Einer heilgen freud, Ohne 8. Weck uns nur recht auf, Daß wir unsern lauf Unverrückt zu dir vollenden; Führ uns fort mit treuen Händen Auf der tugend bahn; Führ uns himmelan. 12. Einen heldenmuth, Der auch gut und blut Gern um deinetwillen lasse, Und des fleisches Lüste haffe, Gieb zu deiner ehr Uns je mehr und mehr. 13. Jesu, hilf, daß wir Ritterlich allhier Alles durch dich überwinden, Und wahrer christ Treu und standhaft iſt. durch eine fraft empfinden. Daß eindu bei uns stehn ,. Uns zur seligkeit 14. Wirds zum sierben gehn, Wollft bereiten Und durchs todesthal begleiten; Daß wir einst uns sehn, Dir zur rechten stehn. In bekannter Melodie. 385. Herlich lieb hab ich dich, Und meine seele schätzt nichts mehr Als deiner gnaden gaben. Die ganze welt erfreut mich nicht, Nach ihren schätzen frag ich nicht. Wenn ich dich nicht follt haben. Wenn auch mein herz im tode bricht, Bist du doch meine zuversicht. Mein heiland, der, weil ich erlöst, Mich auch im tode nicht verstößt, Herr jesu christ. Mein herr. und gott: Mein herr und gott! Hilf mir im leben und im tod. 2. Es ist ja dein geschenk und gab, Mein geist, mein leib und was ich hab In meinem ganzen leben. Daß ich es deinem lobe meib, Den nächsten damit nüßlich sei, Wollst du mir gnade geben. Laß mein vertrauen auf dich rein Und heilig meinen wandel sein; In aller trübsal stärke mich, Daß ich sie dulde williglich. Herr 13. Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. jesu chrift, Mein herr und gott! Mein herr und gott! Hilf mir auch in der letzten noth. 3. Verleih, wenn du mich sterben heißt, Daß dann dein engel meinen geist Ins reich der wonne trage. Dann wird mein leib und mein gebein Zwar erde, doch nicht länger sein, Als bis zum letzten tage. Du lässest mich im tode nicht; Du kommst, du kommst und hältst gericht. Ach! laß mich dann dich ohne graun, Getroft als meinen richter schaun. Herr jesu christ, Erhöre mich! Erhöre mich! So preis ich hier und ewig dich. Bekannte Melodie. 386. eu, meine im leide! efu, meine freude! BeMeines herzens theil! Deine mittlertreue Macht, daß ich mich freue Deiner, herr, mein heil. Hab ich dich. Wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf erden Nie recht glücklich werden. 2. Unter deinem schirme Können teine stürme mir erschrecklich sein. Laß die felsen splittern, Laß den erdkreis zittern. Und den einsturz dräun! Was ists mehr? Rings um mich her Mag es stürmen, donnern, blizen! Jesus will mich schützen. 3. Wenn der fünde schrecken Angst in mir erwecken, Jesus stillet sie. Mag der tod sich nahen, Mich das grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht Das weltgericht: Freudig, daß ich jesum sehe, Blick ich auf zur höhe. 4. Wer ist, der den glauben Meinem herzen rauben, Jhn erschüttern tann? Bei der feinde toben Stimm ich, gott zu loben, Freudenlieder an. Mich bewacht. Des mittlers macht, Die fann selbst der feinde wüthen Auch in eil gebieten. 175 6. Weich verbotne liebe, Weicht, der wollust triebe! Gift ist eure luft: Sünden, eure frenden Will ich ewig meiden, Flieht aus meiner bruft. Ueppigkeit, Beiz, hochmuth, neid, Ihr beschweret das gewissen, Euch will ich nicht wissen. 7. Weg mit sorg und zagen! Schweiget, bange klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, Muß, was erst betrübet, Noch zuletzt erfreun. ich hie Viel angst und müh: Jesu. auch im bängsten leide Bleibst du meine freude. sinish m Hab 5. Lockt nur, gold und schätze; Ehre sei der göte Der so stolzen welt! Mich follt ihr nicht blenden. Nicht von dem mich wenden, Der mich treu erhält. Elend, noth, Kreuz, schmach und tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von jesu scheiden. 100 1 hi di In eigener bekannter Melodie. einen jesum laß ich er sich für mich gegeben, So erfordern dant 387. Me und pflicht, Jhn zu lieben, ihm zu leben. Er ist meines Lebens licht: meinen jesum laß ich nicht. 2. Er, der welt und mir gesandt, Uns zu lehren, uns zu retten, Gab sein leben uns zum pfand, Daß wir gottes guade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht't! Meinen jesum laß ich nicht. 3. Durch ein herz voll dankbarkeit, Durch gehorsam, den ich übe, Das zu thun, was er gebeut, Halt ich fest an seiner liebe; Traue dem, was er verspricht, Und so laß ich jesum nicht. 4. So ist er mein theil und ruhm Bis an meines Lebens ende; Jhm geb ich zum eigenthum Ganz mich hin in seine hände. Er ist meine zuversicht: Meinen jesum laß ich nicht. 5. Wenn mein auge schon verlischt, Wang und lippen sich entfärben, Mich kein labsal mehr erfrischt. Alle finnen mir ersterben, Und das matte herz nun bricht, Laß ich meinen jesum nicht. 6. Auch im himmel ist er mir Seligfeit, und trost, und freude; Da belohnt er, was ich hier Ihm zu ehrent willig leide; Da schau ich sein angesicht; Meinen jesum laß ich nicht. 7. Nichts auf dieser erden ist's Was des herzens wünsche stillet: Du, o jesu, du nur bists. Der sie einft noch ganz erfüllet. Dich, mein reichthum, ruhm und licht, Dich, mein smijesu, laß ich nicht. 176 mich md Zweite Abtheilung. nd no 81 8. Dich, mein jesu, halt ich fest, Lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr sein vergeßt! Ihr be raubt euch ewger freuden. Selig! wer in wahrheit spricht: Meinen jefum laß ich nicht. sp 805 bis dich herzlich liebe, Und mich in dem, was dir gefällt, Je mehr und mehr in dieser welt Nach deinem worte übe. Bis sich Für mich Jenes leben Wird anheben, Wo die frommen Aller trübsal sind entnommen. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 2 tah 8. Da werd ich deine gütigkeit, Die mich hier sehr 388.jefu, jefu, gottes fohn, In vollemt umfang someden; da feb Der du noch, eh ich war, mich schon Geliebt aus reinem triebe. Vor dir ist alles sonnenklar; Mein herz ist dir auch offenbar, Du weißt, daß ich dich liebe. Herzlich Such ich Dir vor allen Zu gefallen, Nichts auf erden kann und soll mir theurer werden. rb mich, ich in dem hellsten licht Dein gnadenvolles angesicht Auf immer frei vou schrecken. Wohl mir! Preis dir! Der mir droben Aufgehoben Ewge freu den; Nichts, herr, soll mich von dir scheiden. aus on asid di por Mel. Machs mit mir, gott, nach zc. Dies eine nur befümmert Daß ich mit solcher treue dich nicht 389. iefu, wahrer frömmig= liebe, wie ich wollte. Ich selbst empfind es nur zu sehr. Daß ich durch thaten dich noch mehr. Mein heiland, lieben sollte. Laß mich Gläubig Deine güte Jns gemüthe Stärker fassen, Dir mich ganz zu überlassen. teit Vollkommenstes exempel; Dein herz, dem vater gang geweiht, War jeder tugend tempel; Dein wandel, rein von aller schuld, Gott werth und würdig seiner huld. als 2. Wer war wohl eifriger, du. Zu thun des vaters willen? Dir war es ruhm und seelenruh, Ihn treulich zu erfüllen; Dir keines cigenruhms bewußt, War, ihn zu preisen, deine Lust.inls pd dull mobile 3. Du stehst mit deiner fraft mir bei; Drum will ich auch mit größter treu, Und ewig dir anhangen. Nicht was sonst menschen wohlgefällt. Nicht lust der sinne, ehr und geld Befriedigt mein verlangen. Ohn dich kann mich nichts von schätzen Recht ergötzen und beglücken; Du nur kannst mein herz erquicken. 3. Wenn wo dein auge frevler sah, Warst du voll edler schmerzen: Doch wenn des vaters wort geschah, Quoll freud aus deinem herzen. An ihm nur hing dein ganzer sinn; Auf ihn sah stets dein auge hin. do 4. Den, der dich liebt, den liebst auch du, Dem schaffst du für die feele ruh Und troft für sein gewissen. Ob mich auch manche noth hier drückt, So werd ich doch durch dich erquickt In meinen fümmernissen. Endlich Wird sich Nach dem leide Bolle freude Für mich finden; Da wird all mein trauern schwinden. 5. Noch hat kein ang es je gesehn, Es fanns auch hier kein mensch verstehn Und würdig gnug beschreiben, Was denen dort für herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit't, Die dir ergeben bleiben. Was hier Von dir Ift gegeben. Unser leben zu ergößen, Ist dagegen nichts zu schätzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, O jesu, meine freude sein, Daß ich 4. Jhn ehrtest du mit wort und that Vor aller welt mit freuden. Du warst bereit, nach seinem rath, Zum heil für uns zu leiden. Wie er die liebe selber ist, So warst dus auch herr jesu christ. TISCH P. 5. Du zeigteft, daß die größte noth Dich nicht zum murren reize; Warst gott gehorsam bis zum tod, Ja bis zum tod am freuze; Auch da war deine zuversicht Auf ihn allein und fest gericht't. de 6. Von ihm verlassen, blicb dein herz An ihn, trotz alles spottes. Dein hoffen war im größten schmerz Die fichre hülfe gottes. Und was du hofftest, ist geschehn; Gott hörte deiner stimme flehn. ned til 13. Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 177 7. Mit ehr und preis von ihm ge-| mich, mein herr und gott, Jemals von frönt, Lebst du zu seiner rechten Voll dir scheiden. Sünden, welt und eitelkeit majestät, und die ertönt Von allen Und die bösen triebe, Alles überwind gottesknechten Das lob, deß du so ich weit, Herr, durch deine liebe. würdig bist. O selig, wer dir ähnlich ist. 3 990 8. Hilf, daß ich dein exempel mir, Mel. Seelenbräutigam, jesu zc. Auch nun zum muſter ſetze, Und gott 391. Wer ist wohl wie dut, den gleich dir, Weit über alles schätze, Mit freuden seinen willen thu, Und ganz in seiner fügung ruh. Mel. Schwing dich auf zu deinem ic. 390. Sollt ich jetzt noch, da mir schon Deine güt erschienen, Dich verlassen, gottes sohn, Und der fünde dienen? Mit den lüsten dieser zeit Wieder mich beflecken, Und nicht mehr die freudigkeit Meisrer nes glaubens schmecken? 2. Hab ich doch allein bei dir Meine ruh gefunden; Mittler, heiltest du doch mir Liebreich meine wunden; Und ich sollte dein gebot, Wie die fünder, hassent, Und mein recht an deinem tod Wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein christ, Folge deinen lehren, Lasse weder macht noch list Meinen glauben stören. Fielen tausend ab, nicht ich; Mags die welt verdrießen! Sie wird mein vertraun auf dich mir doch lassen müssen. 4. Zeigt sie mir ein heil, wie du? Bringt sie fraft den müden, Den bedrängten trost und ruh, Sündern gottes frieden? Gicbt sie mir die zuversicht, Daß ich, trotz dem grabe, Jener ewigteiten licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor gott Einst die völker stehen, und das Leben und den tod Jhm zur seiten sehen? Wenn der sichre nun zu spät Aus dem schlaf erwachet; Und der spötter, der hier schmäht, Bebt und nicht mehr lachet? Jesu, freund der menschenkinder, Ret ter der verlornen fünder! Licht und seelenruh Fließt von dir uns zit. 2. Herr der herrlichkeit! Zur bestimmten zeit Kamst du uns zum heil auf erden, Warst zur duldung und beschwerden Unfrer niedrigkeit Großmuthsvoll bereit. 6. O wie thöricht, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes huld genieße; Da ich weiß, auf wessen wort Jch die hoffnung gründe, Daß auch ich unfehlbar dort Gnad und leben finde. 7. Nicht das leben, nicht der tod, Trübsal nicht, noch freuden, Sollen Evangel. luth. 3. Tiefe schmach und noth, Selbst den kreuzestod Haft, zur tilgung unschulden, Du, als mittler, wollen dulden, Hast durch deinen tod Uns versöhnt mit gott. As 4. Keine furcht der welt Schreckte dich, o held! Sünd und tod hast du bezwungen Und ein ewges heil errungen Für die ganze welt, Durch dein lösegeld. Todo 5. Deine majestät, König und prophet! Will ich demuthsvoll verehren Und auf deine stimme hören; Denn dein reich besteht, Wann die welt vergeht. 6. Laß mich dir zum ruhm, Als dein eigenthum, Recht und nach gewissen handeln, Und mit freuden dir nachwandeln. Wahres christenthum Sei mein größter ruhm. 7. Zench zu dir mein herz; Laß in frend und schmerz Mich an deine trene denken, Und, wenn noth und furcht mich fränken: O, so gieb in schmerz Muth und trost ins herz. 8. Bilde mich nach dir; Daß ich eifrig hier Mich in wahrer sanftmuth übe, Und, wie du, die demuth liebe; Stolz und rachbegier Herrsche nie in mir. 9. Neiget sich mein sinn Zu dem eiteln hin: O, dann warne meine seele, Daß sie nicht ihr ziel verfehle! Lenke meinen sinn Auf das ewge hin. 10. Wecke mich stets auf, Daß in meinen lauf Nichts von dir zurück mich halte, Und mein eifer nicht erkalte; In dem tugendlauf Hilf mir schwachen auf! 12 178 diss11. In versuchungszeit Stärke mich zum streit; Laß mich wachen und mit beten Voll vertrauen vor dich treten, Bis nach tampf und streit Mich der fieg erfreut. s nad na SI Zweite Abtheilung. schrecken flohen? Macht nicht, List nicht, Deine gaben, Mittler, haben Dich verkläret, Uns den weg zu gott gelehret. 12. Will der trübsal nacht Und der menschen macht Meine bange feele schrecken, Müsse mich dein schild bedecken. Hab in solcher nacht Huldreich auf mich acht. del: 3. Wir werden deinen ruhm erhöhn, Wir werden deine himmel sehn, Den preis von deinen leiden; Genießen, was du uns erwarbst, Als du für uns am kreuze starbst, Der engel hohe freuden. Welche Gnade, Daß wir fünder, Gottes finder Werden sollen, Wenn wir an dich glauben wollen. 13. Einen edlen muth, Daß ich irdisch gut Willig, ja mein eigen leben, Mag für ewges glück hingeben: Solchen weisen muth Gieb mir, höchstes gut. 4. Du hast dich deiner herrlichkeit Entäußert eine kurze zeit, Und deinen thron verlassen; Doch nun, mit chr 14. Solls zum sterben gehn, Laß und ruhm gekrönt, Nun machst du mich auf dich sehn! Bleib mir hilf- selig, die versöhnt Der fünden gräuel reich dann zur seiten, Mich durch hassen. Ihnen Willst du Heil und schmerz und tod zu leiten, Bis ich leben Gerne geben, und uns allen einst dich seh; Dir zur rechten steh. Helfen, daß wir gott gefallen. Mel. Wie schön leuchtet uns der ici 392. Wie groß, wie angebe 5. Vom aufgang bis zum untergang Erschallet dir der Lobgesang Erretteter gerechten, Unzählbar sind die tet ist Die gerne dir vor deio herr jesu chrift! Wie theuer deinem nem thron Ein würdig loblied brächten. volte! Welch licht ging in der finster- Ihrer Mehr noch Jesu, werden Schon niß Mit dir der welt auf, wie zerriß. auf erden, Dir lobsingen, Preis und Wie floh des irrthums wolte! Als dank und ruhm dir bringen. dan du Kamest. Hörten taube, Und der glaube Half den kranten, Etumme fangen, dir zu danken. 2. Nur schwache warens, tie dein licht Verbreiteten, die weisen nicht. Wo sind sie? wo die hohen? Und wo die reichen? wo die macht. Vor der des gözendienstes nacht und seine die himmel wiederhallen. brut dun GR SH 6. Wie groß, wie angebetet ist Dein name, heiland, jesu christ, Wie herrlich bei den deinen! Führst du uns einst zu deiner ruh, O wie weit herrlicher wirst du Den frommen dann erscheinen; Ewig müsse, Dir zur ehre, Ihrer chöre Lob erschallen, Durch 14) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. In allen meinen thaten C. wahrer frömmigkeit? Oft sind die 393. Gieb, gott, wenn ich dir guten triebe Nicht früchte deiner liebe, Nur früchte der natur und zeit. bi diene, Daß ich mich nicht erfühne, Auf mich selbst stolz zu sein. Wer kann bei seinen werken, Wie oft er fehlet. merten? Wer ist von mängeln völlig rein? 4. Der fünden meiner jugend, Der mängel meiner tugend, herr, gedente nicht! Willst du mit deinen tnechten. Wie sies verdienen, rechten: So trifft sie alle dein gericht. noch) 2. Such ich ſtets deinen willen So eifrig zu erfüllen, Als es dein wort gebeut? Trag ich der tugend bürde, Aus tenntniß ihrer würde, Auch immer mit zufriedenheit? 5. Doch, wenn auch dir zur ehre. Rein meine tugend wäre, Weß ist dies eigenthum? Wer ließ mich unterrichten! Wer ließ in meinen pflichten Mein glück mich sehn und meis nen ruhmn? diul grad 3. Entzieh ich mich den sünden Auch fiets aus rechten gründen? Aus 14. Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 179 6. Wer gab mir, dich zu lieben| was mich selbst entehrt, Mich allzeit Und dein gebot zu üben, Die lust und innigst schämen. Nie komm es mir freudigkeit? Wer stärkte meine träfte aus meinem sinn, Was alles ich verIm heiligungs- geschäfte? Wer gab mag und bin, Durch deine weise güte. mir muth und sieg im streit? 2. Du schufft mich nicht blos fleisch und bein; Du hauchtest mit dem leben Mir auch zugleich die feele ein, Und haft es ihr gegeben, 9och mehr, als was die sinne rührt, Und durch fie schmerz und luft gebiert, zu fassen, zu erwägen. 3. Gott, diesen vorzug gabst du mir Vor so viel millionen, Die, auch beseelt, genährt von dir, Auf deiner erde wohnen. Was jenen fehlt, verliebst du mir, Bernunft und freiheit, und mit ihr Gefühl von recht und unrecht. 4. Du schufst mich zur geselligkeit Und für der freundschaft freuden; Gabst mir ein herz voll fühlbarkeit Für andrer glück und leiden; Noch mehr, ein herz, das fähig ist, Sich dein, der du mein vater bist. Bu freun und dich zu lieben. dior 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; Du rufft mich, wenn ich fehle, Auf rechten weg zurück; Du ziehst mich ab von sünden, Und läßt mich gnade finden, Und giebst zu meiner bessrung glück. hut mod 8. Sollt ich mich deß erheben, Was du mir, herr, gegeben? Hab ich zum Lohn ein recht? Könnt ich auch alles üben, Was du mir vorgeschrieben: Wer bin ich? ein geringer knecht. 394. H Mel. D gott, du fremmer gott 2c. err, der du alles giebst, Von dem ich alles habe, Was ist mein stand, mein glück und jede gute gabe? Es ist nicht mein, es ist Ein unverdientes gut; Darum bewahre mich Vor stolz und übermuth. 2. Wenn ich vielleicht der welt Mehr, als mein nächster nütze; Und wenn ich mehr verstand, Als er besitzt, besitze? Bin ich drum mehr, als er? O, beides kommt von dir, Verstand und tüchtigkeit, Und du erhältst es mir. 3. Wenn mir ein größer glück Nach deinem rath begegnet, Und deine gittigkeit Mich mehr als andre, segnet: Giebt diese deine huld Mir wohl zum stolz ein recht? Bin ich darum nicht auch, Was andre sind, dein knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß In höhern würden stehe, und andere unter mir Im kleinern glücke sehe: Wer machte sie gering, Und wer erhöhte mich? Ist nicht mein nächster oft Viel würdiger, als ich? out 5. Wie könnt ich mich, v gott, Des guten überheben. Was ich besitz ist dein! Bon dir hab ich mein leben, Und was ich gutes thu, Dazu giebst du gedeihn: Drum laß mich ewig fern Bon stolz und hochmuth sein. dan sade sid duil Mel. Es ist gewißlich an der zeit zc. 395.aß mich des menschen wahren werth. Mein gott, zu Herzen nehmen, und dessen, 5. In stiller andacht kann mein geist Sich bis zu dir erheben, Und dir, den jeder himmel preist, Auch preis und ehre geben. Auch ich kann deinen willen thun. In deiner vorsicht rath beruhn, Und fröhlich auf dich hoffen. 6. Nicht blos für diese furze zeit Riefst du mich in dies leben, zu freuden einer ewigteit Soll sich mein geist erheben. Und wird auch gleich der leib zu staub, So bleibt er nicht des grabes raub; Du wirst ihn auferwecken. 7. Bom himmel kam gesandt vont dir, Dein sohn zu uns auf erden; Er kam und ward ein mensch, wie wir, Der menschen heil zu werden, Wie hoch sind wir durch ihn geehrt: Wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, Der menschheit werth zu schätzen. 8. Und ich, ich sollte ihn entweihn, und gleich den thieren handeln? Der fleischeslust ergeben sein, Und nicht vor dir, gott, wandeln? Fern sei ein solcher sinn von mir! Verwahre mich. mein gott, dafür, Daß ich mich so nicht schände. 9. Gicb mir vielmehr, daß ich allzeit Auf mein gewissen achte, Nach weisheit und gerechtigkeit Mit allem 12* 180 tums zweite Abtheilung. HOCE AT eifer trachte; Dich liebe, und mich sei nur klein Und jene pflicht nicht deiner freu, Und so des vorzugs wür- wichtig. Nun ist er seinem falle nah, dig sei, Den dit mir haft verliehen. Fällt unvermerkt und glaubt noch da, Er wandle fest und richtig. SE DO Mel. In allen meinen thaten ze. 396. Was ich nur gutes habe, Ist deine milde gabe, Du vater alles lichts! Mein dasein und mein leben Ward mir von dir gegeben; Und ohne dich vermag ich nichts. 47505 CETS 2. Sowohl verstand als träfte Zum nützlichen geschäfte, hab ich aus deiner huld. Dein ists, wenn gute thaten Dem vorsatz wohl gerathen; Die fehler sind nur meine schuld. 3. Das glück, deß ich mich freue, Schaffst du nach deiner treue, Du herr der ganzen welt! Du ordnest unsre tage, Ihr glück und ihre plage, Nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem leben Biel gutes widerfährt? Was hat dich, herr, bewogen, Daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe Der huld, Herr aller dinge, Die du mir haft erzeigt. O laß michs nie vergessen, Wenn sich mein herz vermessen Zum stolz und eigendünkel neigt. 6. Das nützlich anzuwenden, Was du mit vaterhänden Mir gütig zugewandt: Dies sei in meinem leben Mein eifrigstes bestreben! Dazu gieb demuth und verstand. 3. So schwach, ist herr, der mensch, fo bald zur fünde fortgerissen! Sein eifer wird gar leichtlich kalt, Nachgebend sein gewissen. Weh ihm, wenn er vermessen ist, Wenn seiner schwachheit er vergißt, In sich nur stärke fiehet! Der irrthum und die sinnlichteit Besiegen ihn in jedem streit, Wenn er nicht flüglich fliehet. 4. Wer sich selbst, gott, vor dir erhöht, kann nicht vor dir bestehen: Wer seine niedrigkeit gesteht, Nur den wirst du erhöhen. Veracht ich andre neben mir, So mißfällt meine tugend dir, Wie groß ich sie auch finde. Mein glaube hat da keinen werth. Dem, der auch demuthsvoll dich ehrt, Vergiebst du seine fünde. 5. Drum lehre mit behutsamkeit Auf meine bahn mich schauen, Und niemals aus vermessenheit Auf meine träfte bauen, Wenn wo versuchungen mir drohn, So zeige sie von feri mir schon, Daß ich mich zeitig rüfte. Aufmerksam mache meinen blick Auf diese welt, auf zeit und glück, Und auf die macht der lüste. 6. Du weißts, zum guten, herr. bin ich nur öfters falt und träge. Mein täglich straucheln mache mich Vorsichtig allewege. Find ich mich auf der rechten bahn: So gicb, daß ich, so gut ich kann, Bei jedem schritte wache. Bewahre meinen fuß, daß nicht Stolz und vermeßne zuversicht Zu mir, mich fallen mache.ph 397. Wer Mel. Ein lämmlein geht und ze. enn ich, o gott, von dir geführt Auf deinen wegen wandle; Wenn ich durch deinen geist regiert, Nach deiner vorschrift handle; Wenn mir mein herz das zeugniß giebt, Daß meine seele mehr dich liebt, Als alles gut auf erden; So laß durch stolz und sicher heit Mich deiner huld und gütigkeit Doch nicht verlustig werden. 7. Mein glaube, meine frömmigkeit, Und was ich an mir habe Von tugend und rechtschaffenheit, Ist alles deine gabe. Ich bin nur staub, den du erschusst, Den du begnadigst und berufst. In deinem reich zu leben. Laß mich, entfernt von stolz und wahn, Mit demuth deine gab empfahn, Und dir die ehre geben. 2. Wie leicht erliegt ein sichrer finn, Bekämpft durch seine Lüste! Sieht 8. So werd ich, gott, von dir gerubig auf gefahren bin, Wovor er führt, Auf deinen wegen wandeln, zittern müßte. Vollkommen glaubt Durch deinen guten geist regiert, er schon zu sein; Denkt, diese sünde Nach deiner vorschrift handeln. Ich 15. Von der Selbstliebe. 1811¹ werde nicht durch sicherheit, Durch| Drum laß mich oft und ernstlich pritstolz und durch vermessenheit Von deinem worte weichen. So bleibt auch deine gnade mir, Und ich werd, unterstützt von dir, Des glaubens ziel erreichen. jest Mel. Wer nur den lieben gott e. oder: Du weiser schöpfer zc. 5. Wie kann der, der bei allem wissen Des herzens zustand sich verflissen, Er, der nicht weiß, wie viel hehlt, Auf wahre bessrung sein beihm fehlt? Sich selbst recht tennen, 398. Wer bin ich? wichtig ist verstand, Drum mache mich mit mir bekannt. ist die frage! Gott, Lehre sie mich recht verstehn! Gieb, daß ich mir die wahrheit sage, Um mich, so wie ich bin, zu sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, Bleibt von der weisheit weit entfernt. Bole 6. Was mir zu meinem heil noch fehlet, Mein vater, das entdecke mir! Hab ich der wahrheit weg erwählet, So gieb, daß ich ihn nicht verlier. Erleuchte mich mit deinem licht, So täuschen mich verführer nicht. 2. Ich bin ein werk von deinen händen, Du schufst mich, gott, zu deinem preis; Dazu mein leben anzutwenden, Das ist dein väterlich geheiß. Doch, leb ich, als dein eigenthum, Auch, wie ich soll, zu deinem ruhm? 7. Bin ich jetzt von dem sichern pfade. Der mich zum leben führt, noch fern; So wecke mich durch deine guade, Daß ich ihn ernstlich suchen lern. Gieb mir zur beßrung lust und fraft. Du bists, der beides in uns schafft. isdad Blaff 3. Ich bin ein christ nach dem bekenntniß; Doch, bin ich das auch in der that? Herr, öffne selbst mir das verständniß, Recht einzusehn, ob ich den pfad, Den jesus mir gewiesen, geh, und ob ich auch im glauben sieb. 4. Du kennest unsres herzens tiefen. Die uns selbst unergründlich sind; 8. Jch muß es einmal doch erfahren, Was ich hier war und hier gethan. D laß michs nicht bis dahin sparen, Wo reue nichts mehr helfen kann. Hier mache mich zum himmel flug Und frei vom schnöden selbstbetrug. fen, Ob ich sei christo gleichgesinnt. Befreie mich vom falschen wahn, Der auch den fligsten täuschen kann. 15) Von der Selbstliebe. na 118 01 Mel. Jesu, deine tiefen wunden ze. aß ich mich mein gott Sucht und findet niemals ruh, hofft fie, und kommt nie Weil es 399. Delbst liebe, Kann dir sich verliert in dingen, Die kein wahres glück uns bringen. 4. Wir versäumen unsre pflichten, Von bequemlichkeit regiert; Werden, wenn wir guts verrichten, Oft von eigennutz verführt. Nur gar selten trachten wir nach dem wahren ruhm bei dir; llnd, wie oft fehlts uns am wollen. Wenn wir andern dienen sollen. 5. Mache, o mein gott, in gnaden Mich von solcher unart frei, daß ich nicht zu meinem schaden Gegen mich verblendet sei. Pflanze selbst den trico in mir ein Mich vor allem dein zu freun, Auch nach andrer wohl zu trachten: Und sie, wie du willst, zu achten. nicht mißfällig sein; Du, du pflanzest ja die triebe Tief hiezu den menschen ein. Lente du nur meinen sinn Auf die wahre weisheit hin, Daß ich nicht mein glück verfehle Und selbst das verderben wähle. 2. Hilf, mir alle meine pflichten Recht verstehn, und mit bedacht Auf das mein bestreben richten, Was wahrHaftig glücklich macht. Wer dir, o du höchster, lebt, Und dir zu gefallen strebt, Der nur tennt der seele adel, Der nur liebt sich ohne tadel. 3. Doch, wie oft und leicht verführet Eigenliebe unser herz. Durch den äußern schein gerühret, Wünscht es fraud und wählt den schmerz 6. Gieb mir dann auch das voll bringen, Mich zu lieben, wie ich foll 182 Zweite Abtheilung. Laß mich eifrig darnach ringen, Was der es sucht, Gott, deine wege meidet. mir dient zum wahren wohl. Auch Wer unrecht liebt und that Erot dem nächsten beizustehn, Liebreich stets deinen himmel nicht, Nie treffe mich), auf ihn zu sehn; Uleber alles dich zu o gott, Dies schreckliche gericht. lieben: Das, das hilf mir treulich üben. dangug Bust 82 mili Mel. D gott, du frommer gott zc. 5. Nie blende mein gemüth Der eitelfeiten schimmer: Die welt mit ihrer lust Vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns furze lust? Was hilft uns eitle pracht? Nicht ein vergänglic gut Jsts, was uns glücklich macht. 400. u willst es, herr, mein gott, Daß ich mich felber liebe. Gieb, daß ich diese pflicht Nach deiner Vorschrift übe Und laß den selgen trieb, Mich meines glücks zu freun, Den du mir eingepflanzt, Nie mein verderben sein. 6. Ein gottergebnes herz, Ein unverletzt gewissen, Nur das kann uns allein Des lebens last verfüßen; Das bleibt uns auch im tod Und folgt uns aus der zeit Zum großen segen nach Bis in die ewigkeit. nog turs 2. Gieb, daß mein ganzes herz Sich deiner liebe weihe, Und daß ich überall Dich findlich ehr und scheue. Wer als ein christ sich liebt, Der flieht auch als ein christ, Was deinem heilgen rath, O gott, entgegen ist. 7. selig, wer darnach Mit Heilgem eifer trachtet und für sein größtes glück, Gott, deine gnade achtet! Der liebt allein sich recht, Der findt schon in der zeit Die wahre ruh und einst Vollkommne seligkeit., bulf 3. Kein schnöder eigennus Beherrsche meine feele, Und wenn zu meinem glüc Ich weg und mittel wähle; So laß mich stets dabei Auf recht und wahrheit schaun, Und nie mein woblergehn Auf andrer elend baun. 8. Das sei mein zweck, mein fleiß; D segne mein bemühen! So wird das wahre wohl nicht meinem wunsch entfliehen. So liebe ich mich so, Wie 4. Dein fluch trifft jedes glück, dir es wohlgefällt, und über alles Dabei die tugend leidet, Tabei der, dich, Mein gott, und nicht die welt 231 87 fannst n 16) Von der Sorge für die Seele. Duw err, meiner feele großen nicht durch eigne schuld Das heil, das deine verlieren.dena dis werth, Den mir dein theures wort erklärt, Laß mich mit ernst bedenken, Und auf die sorge für ihr wohl So unermüdet als ich foll, Den größten eifer lenten. 5. Wie di, o gott, gesinnt zu sein, Mich ewig deiner huld zu freun, Und dich zum troft zu wählen: Das fei mein fleiß und höchster zweck; Laß mich dazu den rechten weg Aus leichtsinu nie verfehlen. se Sipat sid 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't, Welch glück hast du ihr zugedacht! Wie viel an sie gewendet. Du schufft 6. Wer sünde liebt, bleibt nicht fie, gott, dein bild zu sein, Und hast, vor dir: Drum schaffe selbst, o gott, es in ihr zu erneun, Selbst deinen in mir Ein herz, das sünden haffet, sohn gesendet.nonho Das seine schuld vor dir berent Und das zu deinter gütigkeit Durch christum hoffnung faffet. abdin pice. 3. Bu groß für diese turze zeit, Bestimmt zum glück der ewigkeit, Lebt fie im fleisch auf erden, Durch 7. Gieb, daß ich dir mich ganz ergeb; glauben und gottseligkeit zu größerer Und was ich noch auf erden leb, Laß vollkommenheit Im himmel reif zu mich im glauben leben An jefum chri werben. Jdoar stde den bustum, der auch mich so hoch geliebet. 4. Mit großer treue willst du sie daß er sich Für mich dahingegeben. Selbst durch des Lebens turze müth, Bu jenem leben führen. D, laß mich 18. In meiner ganzen pilgrinschaft Laß mich, gestärkt durch deine traft, Mel. Kommt her zu mir, 401. Ha 16. Von der Sorge für die Seele. 183 Nach jenem kleinod trachten, Das 8. Nun, so will ich immerdar mir dein ruf vor augen stellt, Und alle güter dieser welt Wie nichts dagegen achten. 9. Wie selig werd ich dann nicht sein; Schon hier werd ich mich dei- zum lohne. ner freun, Durch dich, gott, ruhig leben: Und du wirst nach vollbrachter zeit Auch mich gewiß zur herrlichkeit In deinem reich erheben. und bete! Daß dein herz zur bösen zeit Nicht von gott abtrete. Ach, schon ist Mancher christ. Von versuchungsstunden Plößlich überwunden. 2. Auf dann, und ermuntre dich Aus dem sichern schlafe! Immer, glaub es, zeiget sich Bald darauf die strafe. Der fällt leicht, Dem es deucht, Daß er sicher stehe Auf der tugend höhe. 91015 Mel. Was mein gott will, bas ze. oder: Das jesulein soll doch 26. 403. Mein gott erschaffen haft du mich, Einst ewig froh zu leben. O möchte doch mit inbrunst sich Mein Herz dahin erheMel. Straf mich nicht in deinem: c. 402. Mache ich mein geist ben, Wo volles heil Dem wird zu vereit! treu Wo alles leid Der prüfungszeit In wonne sich verkehret. 2. Wenn dieses lebens last mich drückt, Weß soll ich dann mich trösten? Die hoffnung ists, die mich erquickt, Einst auch mit den erlöften Bei dir zu sein, und, frei von pein, In ewigkeit zu leben. Sollt ich denn hier nicht mit begier Nach solcher Hoffnung fireben? 3. Wache! denn hier hat der chrift Noch von allen feiten Was der seele schädlich ist, Muthig zu bestreiten. Wachen, kämpfen, beten, und vermehrt sich die gefahr. Nie von gott abtreten. Kurze zeit Währt der streit, n und welch eine krone Wird mir dann du forglos wallest, In versuchung fallest. ortus est#T 393 4. Wache! daß dich nicht die welt Durch gewalt bezwinge! Oder, wenn sie sich verstellt, Listig an sich bringe. Wach und sieh. Daß dich nie Die verführer fällen, Die dir netze stellen. 5. Wach und hab auf dich wohl acht, Trau nicht deinem Herzen. Leicht tann, wer es nicht bewacht. Gottes huld verscherzen. Ach, es ist Voller lift, Weiß sich selbst zu heucheln Und mag gern sich schmeicheln. Hipd 3. Was stärkt mein herz mit muth und kraft, Nach deinem wort zu wan- deln, Und auch alsdann gewissenhaft, öftrer blick Auf jenes glück Des won nevollen lebens; Richt ich dahin Nur meinen sinn, So tämpf ich nicht vergebens. udsin qurbol nad 4. So gieb denn, daß ich allezeit Vorzüglich darauf achte. Und nach dem glückt der ewigkeit Vor allen dingen trachte! Damit ich treu 3m glau ben sei, Der tugendfrüchte bringet. Denn ewges heil Wird nur zutheil Dem, der darnach recht ringet. bitoni 6. Aber bet auch stets dabei, Bete bei dent wachen; Das wird dich von trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Munterfeit Auf dem rechten pfade Durch erbetne gnade. 5. O wäre dieses heil schon mein! O schmeckt ich schon die freuden, Die dort sich finden, frei von pein, Und frei von allen leiden! Sieh dieser zeit Mit ruh und freud Doch stets, mein geist, entgegen! Herr, fteh mir bei, Im guten treut, Den lauf zurüc zu legen. didi bad thighdain 7. Nahe dich denn mit gebät Oft zu seinem throne! Wenn dein Herz nur gläubig er in dem sohne. Er verheißt Seinen geist, 404. Nteit Laß, herr, mich sdutor sid jydoms dun adabol Mel. Es ist gewißlich an der zeit ze. ach meiner Mit ihm kraft und leben, Auf dein flehn zu geben.de eifrig ringen! Sollt ich die kurze gnais sit out ther ad god nobe odned 10 Sost nisin 022 184 Zweite Abtheilung. denzeit In sicherheit hinbringen: Wie die welt Mit allem, was sie in fich würd ich einst vor dir bestehn? Wer hält, Mir deine gnad ersetzen. in dein reich wünscht einzugehn, Muß 5. Was führt mich zur zufriedenreines herzens werden. 2. Erst an dem schluß der lebensbahn Auf seine sünden sehen, Und wenn man nicht mehr fündgen kann, Gott um erbarmung flehen. Das ist der weg zum leben nicht, Den uns, o gott, dein unterricht In deinem wort bezeichnet.om and mock D1 ttg 3. Du rufft uns hier zur heiligung; Drum laß auch hier auf erden Des geistes wahre besserung Mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärk in mir dazu den trieb: Nichts sei mir je so 7. Doch was vermag ich, wenn du groß, so lieb, Mich davon abzuwenden. 4. Gewönn ich auch die ganze welt Mit allen ihren freuden, Und sollte das, was dir gefällt, O gott, darüber meiden; Was hülfe mirs? nie kann Ibs nicht Vor trägheit mich beschützest, Und mich zur treu in dieser pflicht Mit kräften unterstützeft? O stärke mich, mein gott, dazu! So find ich hier schon wahre ruh Und dort das ewge leben. Mel. Wer nur den lieben gott zt. oder: du weiser schöpfer zc. heit Schon hier in diesem leben? Was kann mir trost und freudigkeit In noth und tode geben? Nicht menschengunst, nicht irdisch glück, Nur gottes gnade und ein blick Auf jenes lebens freuden. 17) Von der Sorge für den Leib. 6. Nach diesem kleinod, herr, laß mich Vor allen dingen trachten, Und was mir daran hinderlich, Mit edlem muth verachten. Daß ich auf deinen wegen geh Und im gericht dereinst besteh, Sei meine größte forge. spott; Sie sind vor dem gewisfen schande, Und noch weit mehr vor dir, er wollust reiz zu wi- o gott! Der lastersclav entflieht dir laß deine weisheit sein! Bewahre, liebst du glück und leben, Dein herz von ihrem gräuel rein. Vor ihrer schnöden lockung fliehn, Heißt dem verderben sich entziehn. d43 405. vor 2. Die wollust türzet unsre tage, Sie raubt dem förper seine kraft, Und armuth, feuchen, schmerz und plage Sind früchte dieser leidenschaft. Der haßt sich selber, der sie liebt, Und sich in ihre fesseln giebt. 6. Du übergiebst den dem verderben Schon hier, der seinen leib entweiht; Und nie wird er den himmel erben, Der sich unreiner lüste freut, Drum fleh ich demuthsvoll zu dir, O schaff ein reines herz in mir. 7. Gieb, daß ich allen bösen lüften Mit muth und nachdruck widersteh; Und stets, dawider mich zu rüsten, Auf dich, allgegenwärtger, seh. Denn, wer dich, gott, vor augen hat, Flieht auch verborgne misfet hat. 3. Sie ranbt dem geiste muth und stärke, Schwächt den verstand, der licht; Sie den eifer edler feerte, und ernst und luft zu jeder 406. Dihn nähren. Das ist, disnebr In voriger Melodie. es leibes warten und pflicht. Sie führt reu und gewissensschmerz In das ihr hingegebne herz. 4. Der mensch sinkt unter ihrer bürde Zur niedrigkeit des thiers herab; Er schändet und entchrt die würde. Die ihm sein weiser schöpfer gab; Vergißt den dazu o schöpfer, meine pflicht! Durch eigne schuld ihn zu zerstören, Verbietet mir dein unterricht. O stehe mir mit weisheit bei, Daß diese pflicht mir heilig fei. 2. Sollt ich, o niedern füßen strebt, weil er nach zen, Was deine hand mir anver5. So schimpflich sind der wollust bande! Schon vor der welt sind sie ein traut? Den wundervollen bau verletzen, Den du, als schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein leib? er ist ja 17. Von der Sorge für den Leib. dein: Sollt ich denn sein zerstörer fein? 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, Giebst du mit milder vaterhand Die mittel, die dazu uns nüßen. Und zum gebrauch giebst du verstand. Dir aft die sorge nicht zu klein: Wie sollte fie es mir denn sein. 4. Gesunde glicder, muntre träfte, O gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des berufs geschäfte, Wenn krankheit seinen leib beschwert? Ist nicht der erde größtes gut Gefundheit und ein heitrer muth? 5. Drum gieb, daß ich mit sorgfalt meide. Was meines körpers wohl sein stört; Daß nicht, wenn ich je frankheit leide, Mein geist den innern vorwurf hört: Du selbst bist störer deiner ruh, Du zogst dir selbst dein übel zu. 6. Laß jeden sinn und alle glieder Mich zu bewahren achtsam sein; Und drückt mich eine frankheit nieder. So flöße selbst geduld mir ein. Gieb frohen muth, und dann verleih, Daß auch des arztes rath gedeih. 7. Doch gieb, daß ich nicht über treibe, auf pflege zielt; Und stets in jenen schranken bleibe, Die dein gebot mir anbefiehlt. Des leibes wohl laß nie allein Das ziel von meinen sorgen sein. 8. Mein größter fleiß auf dieser erde Sei meinem geiste, gott, geweiht, Daß er zum himmel weise werde, Noch in der vorbereitungszeit: So wird sich leib und seele dein In alle ewigkeit erfreun. 185 3. Sollt ich dies glück mir rauben? O herr, laß mir, im glauben Der künftgen ernotezeit, Mein leben auf der erden So werth und wichtig werden, Als es mir selbst dein wort gebeut. 4. Mir selbst es zu verkürzen, Mich in den tod zu stürzen. Ist wider meine pflicht. Ein redliches gemüthe Lohnt nie mit undant güte; Entweicht auch dem berufe nicht. 5. Was leicht in frankheit stürzet, Das leben leicht verkürzet, Laß mich mit forgfalt fliehn; Doch auch nicht ängstlich zagen, Für meine pflicht zu wagen, Was du mir, gott, für sie verliehn. 6. In deine vaterhände Befehl ich herr, mein ende, Und meiner tage Lauf. Es sei mein ganzes leben Dir hier zum dienst ergeben; Hilf du nur selbst der schwachheit auf. Mel. In allen meinen thaten ze. 407. Was as ist mein zeitlich leben. Das du mir, gott gegeben? Ein unschätzbares gut. Du gabst mirs, hier auf erden Zum himmel reif zu werden, Worauf mein wahres glück beruht. 2. Hier wird die faat gestreuet, Dort erndtet man, erfreuet, Der tugend früchte ein; Je länger ich hier lebe Und gut zu handeln strebe. Je größer wird mein glück dort sein. 7. Wie heilsam ist das leben Dem, der dir ganz ergeben, Nach wahrer tugend strebt! Drum will ich dich tren lieben, Mich stets im guten üben: So hab ich lang und wohl gelebt. THE Mel. Wer nur den lieben gott zc. dnff 408. Wie mannigfaltig find gaben, herr, deine huld uns nährt. Die alles gute, was wir haben, Beständig und so gern gewährt! Auch das, was unser mund genießt, Zeigt uns, wie gut und mild du bist. piscis mi 2. Du gibst uns brod für unser leben; Und läsfest auch, uns zu erfreun, Die mittel, die uns nahrung geben So viel, so mannigfaltig sein. Wie angenehm ist der genuß Von dem, was uns ernähren muß. 3. Du segnest auen und gefilde Mit unerschöpfter fruchtbarkeit, Die, vater, jährlich deine milde. Daß keiner hungern mög, erneut; Daß jedermann, von sorgen frei, Gesättigt werd und dankbar sei. 4. Du giebst, daß ich nicht mangel leide, Was nöthig ist; auch mehr als brod: Giebst zum bedürfniß auch noch freude Für einen jeden sinn, o gott! Wie ist, zum wechsel im genuß, So groß, so reich dein überfluß. 186 5. So will ich denn mit freuden essen, Was deine vaterhuld mir schenkt; Nie aber auch, o herr, vergessen, Daß fie mich speist, daß sie mich tränft; Nie, daß sie keine lust mir wehrt, Als die, die schadet und zerstört. disy Zweite Abtheilung. 6. Drum laß die kraft uns zu vergnügen, Die du in speis und trant gelegt, Mich nie, o höchster, so befiegen, Daß sie zum schwelgen mich bewegt; Laß, deiner gaben mich zu freun, Mich mäßig im genusse sein. 7. Mit speis und trank sich so beschweren, Daß man derselben übervoll, Dadurch wird das, was uns ernähren Und unser Herz erquicken soll, Ein gift, das in die adern schleicht, Und frankheit, schmerz und tod erzeugt. #modal son nom bi 18) Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. von dir hernieder. Was deine Hand rus deiner milden se- uns zugewandt, Das fließet stets aus 409. hand in gewerbe. aller gaben, Muß jedes volk und jedes land Des guten zufluß haben. Mit großer weisheit hältst du haus, Und breitest deine güte aus, Der völker wohl zu gründen. 6. Herr, unser gott, wir preifen dich. Mit dankbarem gemüthe. Du herrschest unveränderlich Mit weisheit und mit güte. Geuß deinen segen ferner aus land, auf jedes haus zu deines namens ehre. ediars 2. Von dir kommt kunst und wissenschaft, Wodurch die Länder blühen, 7. Hilf, daß ein jeder redlich fei Du schenkest jeglichem die traft, Sich In seinem thun und handel; Rechtnützlich zu bemühen In seinem amt, schaffen, brüderlich und treu In seiberuf und stand, Dazu dein rath nem ganzen wandel. Mit luft, o vater, ihn tüchtig fand, Bum besten mitzu- wendest du Dem lande deinen segen wirken. doyd Snu dig#Q zu, Das folch ein volk bewohnet. Mel. Mein gott in der höh' fei ze. 8. Unmäßigleit raubt uns die kräfte zu dem, was uns die pflicht gebeut! Macht träge zum berufsgeschäfte, Untüchtig zur gottfeligkeit; Erweckt unordnung, streit und zank, Erstickt den dir, gott, schuldgen dank. 9. Wer sich den bauch zum gott ertoren, Unmäßig deine gaben braucht; Der ist fürs himmelreich verloren, Zu dem kein knecht der lüfte taugt. Gott, laß mich ja dies laster schein, Enthaltsant, mäßig, nüchtern sein. 10. So oft ich speis und trank ge= nieße, So laß es mit vernunft geschehn; Und, daß ich beides mir verfüße, Mit dank auf dich, den geber, sehn; Auf dich, der du mich zärtlich liebst, Mir nahrung und erquicfung giebst. 3. Als milder geber zeigst du dich Den völkern aller lande; Und du vertilpfft sie unter fich Durch beines segens bande. 3um fernen ost, zum fernen nord Strömt deines segens quelle fort Von westen und von silden. 4. Du giebſt den fchiffen ihren lauf Auf strömen und auf meeren. Und hilfft dem flohr der Viel tausende zu nähren. Zur noth- Dazu verleih mir deinen geist. durft, zur bequemlichkeit Bertheilst du deine gaben weit Von einem land zum andern. Mel. Herr jesu chrift, dich ic. welt ernährt, Und 410. Gott, dessen hand die jedermann fein theil gewährt, Laß deinen segen auf mir ruhn, Und mich mein werk mit freuden thun. 2. Du forgft für mich, doch so, daß ich Auch sorgen soll, zu thun, handlung auf, was mich Dein offenbarer wille heißt: 5. Du fegnest jedes menschen fleiß Zum nugen seiner brüder. Was er nur gutes kann und weiß, Das kommt 3. Hilf, daß ich stets in dieser welt So lebe, wie es dir gefällt: Mich von der finde zu befrein, Laß meine erste forge sein. 4. Stehts erst mit meiner seele wohl, Dann lehre mich auch, wie ich soll. 18. Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. 187 Auf meines Leibes wohlergehn Mit lebens müh, Ihr herz mit troft und wahrer christenweisheit sehn. hoffnung. 5. Dich ruf ich an, verlaß mich nicht! Du weißt ja wohl, was mir gebricht. Was du willst geben, gieb du mir, Und dann zufriedenheit mit dir. 6. Mit beten geh ich an mein wert, Gieb du dem leibe kraft und stärk; Mit dir fang ich die arbeit an, Durch den ich sie vollenden kann. 4. Drum gieb, o gott, daß ich auf dich Bei meiner arbeit sehe. Mit licht und weisheit segne mich, Daß ich nie wege gehe, Die mir, herr, dein gesetz verbeut. Nach christlicher rechtschaffenheit Laß mich vor allem trachten. 7. Erleichtre mir der arbeit last, 5. Laß müßiggang und trägheit mich. Als dir mißfällig, meiden, Und durch dich, Laß mich, wie du befohlen haft, Das hilf, daß ich, sett und frenden, Voll muth, mit lust thun, was meines standes freut, daß du mein helfer bist. 8. 3u dir hoff ich voll zuversicht, Du werdest meinem fleiße nicht Dein seguendes gedeihn entziehn; Vergebens ist sonst mein bemühn. 9. Du machst die dürren berge naß, Du kleidest blumen, laub und gras; Für deine sorg ist nichts zu klein: Du wirst auch mein versorger sein. 10. Verstünd ich nur nach deinem sinn, So lang ich noch auf erden bin, Mel. Wer nur den lieben gott 2c. Mit deinen gaben umzugehn; Wie 412. Mit dir geh ich an mein O gott! du würd' um mich stehn! 11. O mache mich dazu recht tren, Daß ich dir thätig dankbar sei! Hilf, daß ich sorge, wie ich soll; Ja, forge du, so geht mirs wohl. In meinem stand geschäftig sei; Dein segen tröne meine treu, Daß sie auch andern nütze. 6. Sei überall, mein gott, mit mir! Die werke meiner hände Befehl ich, allerhöchster, dir; Hilf, daß ich. sie vollende zu deines großen namens preis, Daß mir die frucht von meinem fleiß In jenes leben folge. giebst durch deinen geist mir auch gewiß zur arbeit kräfte, So lange du mich leben heißt. Laß, dieser hoffnung mich zu freun, Auch deinen rath mir heilig sein. 2. Der Mel. Nun freut euch, lieben 2c. yst ober: Lobsinget gott, und u. 9 tage. In trägen müßiggang verlebt, 411. Das ott ists, der das verDas Und, sich und andern gleich zur plage, gute zu vollbringen. Er giebt zur arbeit muth und kraft. Und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, Wird, wenns mit feinem willen stimmt, Nicht ohne fortgang bleiben. 2. Wer das zu seinem Hauptzweck macht, Gefällig ihm zu werden, Zuerst nach seinem beifall tracht't Dem giebt er auch auf erden Vom zeitlichen mit milder hand, So viel, beim fleiß in seinem stand, Als ihm wahrhaftig nützet. 3. Gott ist der frommen schild und Lohn; Er frönet sie mit gnaden: Was follte ihrer feinde hohn Und mißgunst ihnen schaden? Mit seinem schutz bedeckt er sie, Und segnet, bei des 810in dulf 91 Du bists, der uns den fleiß gebot, Und wer ihn übt, ehrt dich, mein gott. 3. Du gabst, mit so viel andern trieben, uns auch den trieb zur thätigkeit, Und, ihn aufs nützlichste zut üben, Giebst du uns auch gelegenheit. Du kennest unfrer arbeit mith, Und deine fraft erleichtert sie. 4. Laß mich auf diese ordnung sehen, 3hr folgen und mich ihrer freun. Wie, sollt ich dabei irre gehen Und nicht vielmehr gesegnet sein Von dir, der du der arbeit last Auch reichen lohn beschieden haft? 5. So wart ich, gott, auf deinen segen, Und forge nicht, wies werden foll; Ich geh ihm doch gewiß Jurmi susT 188 entgegen und bin der frohen hoffnung voll: Mein fleiß ist wohlgefällig dir; Du siehft und du vergiltst ihn mir. 6. Jch tröste mich des nicht vergebens, Bleibt er gleich unvergolten hier; Du reichst am abend meinens lebens Auch mir der treue lohn dafür. Dann freu ich mich in ewigkeit Des nützlichen gebrauchs der zeit. Zweite Abtheilung. Mel. Nus tieffter noth schrei: c. Nach la Mel. Es ist gewißlich an der zeit sc. err laß mich doch gemir 414. wissenhaft Mein zeitlich gut verwalten. Gieb selbst weisheit, gieb mir kraft, Damit wohl Hauszuhalten; Auf daß ich, im geringern treu, Durch deine gnade fähig Tei Bu größern gnadengütern. and mock 81 413. o gott, sind wir zum fleiß bestimmt auf erden; Du willst es, daß wir alle hier Einander nützlich werden. Gie mir verstand und Inst und kraft, Geschickt, treu und gewissenhaft zu thun, was mir gebühret. De 2. Hilf, daß vor träger weichlichfeit Jh standhaft mich bewahre; Und wo die pflicht mir müh gebeut, Nie meine träfte spare. Erholen darf ich mich nur dann, Wenn ich, von kraft erschöpft, mich kann zu neuer arbeit stärken. 6. Dir zu gefallen, sei mein ziel Bei allem, was ich thue; So hat, es gehe, wie es will, Doch mein gewissen ruhe; Denn wer dir, heiligster mißfällt, Was nützet dem die ganze welt Mit allen ihren schätzen. 7. Gieb, daß mein fleisch in dem beruf. Dazu mich auf der erde Dein weiser rath, mein gott, erschuf. Mir 3. Gieb treuen fleiß, und laß mich eine stufe werde, Worauf ich nach nicht Die zeit mit nebendingen, Und vollbrachter zeit Zur höheren geschäfmit versäumung meiner pflicht, Vertigkeit Des bessern lebens steige. 2. Mein hab und gut kommt ja von dir und deinem milden segen. Nicht zum verderben gabst du mir Mein zeitliches vermögen. Du gabst es mir zum wahren wohl: Drum gieb, herr, daß ichs wie ich soll, Nach deiner Vorschrift brauche. taniom inf schwenderisch verbringen. Das müsse mein vergnügen sein, Mich den geschäften ganz zu weihn, Die du mir auferleget. 19) Bom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter, Reichthum, Ehre und dergleichen. I 3. Es ist das mir geschenkte gut, Vergänglich, wie die erde. Hilf, daß ich nie zum übermuth Dadurch verleitet werde. Nie reiß ein irdischer ge4. Ein heilger trieb belebe mich, O höchster, meine pflichten In deiner furcht, gestärkt durch dich, Mit freuden zu verrichten. Ein herz, das sich des guten freut, Giebt zu der arbeit munterkeit, Macht leichter unsre lasten. 5. Laß mich von dir, herr, unverrückt Mit einem wandeln, Das geiz und ehrsucht nie bestrickt, Gewissenlos zu handeln. Mein leben deinem dienst zu weihn, So nützlich, als ich kann zu sein: Das sei mir ehr und reichthum. winn Mein herz so weit zum eiteln hin, Deß ich mein heil vergesse. Der 4. Was hülfe mir die ganze welt mit allen ihren schätzen, Verblendete mich gut und geld, Mich dir zu widersetzen? Verschmäht ich, was dein wort begehrt, Was mir ein ewig heil gewährt; Wie elend würd ich werden. 5. Mein stärkstes Trachten sei all hier Nach deines geistes gaben. Wie reich bin ich, o gott in dir, Kann ich nur diese haben! Besitz ich, höchster deine huld, Bin ich voll glauben und geduld: Was fehlt dann meinem glücke? 6. Den geiz laß ferne von mir sein, Die wurzel alles bösen. Von fünden und gewissenspein Kann reichthum nicht erlösen. Er hilft in todesstunden nichts, Und nichts am 19. Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter zc. 189 tage des gerichts; Gold schützt da 7. Nie laß mich ruhm erschmeicheln.. teinen fünder. 7. Lehr mich die weise sparsamteit Um das nicht zu verschwenden, Was du mir gabst in dieser zeit Es nütlich anzuwenden. Gieb mir die flugheit, daß ich hier, Dadurch den nächsten so wie mir. Des lebens müh erleichtre. Der mir doch nicht gehört; Nie als ein gleisner heucheln, Den menschengunst bethört. Der tugend meinen. fleiß zu weihn, Und andrer glück zu fördern, Laß mein bestreben sein. 8. Auf dieser bahn der ehre Erhalte meinen gang, Durch deines sohnes. 8. Es kommt ein tag der rechen- lehre, Diein ganzes lebenlang: So schaft: Das laß mich stets bedenken, werd ich bei verständigen Das glück Und mein gemüth gewissenhaft Zur des guten namens Mir gnug gesichert heilgen sorgfalt lenken, Also die güter jehn. dieser zeit Zu nützen, daß ich dort, erfreut, Noch segen davon erndte. 9. Gieb mir, o herr, die gnade ,. Mich dieses glücs zu freun. Leit mich auf rechtem pfade, Ein solcher mensch zu sein, Den einst die ehrenkrone schmückt, Die ewig deine frommen In iener welt beglückt. Mel. Wenn meine sünd' mich: 0. err, laß nach eitler ehre Mich niemals geizig $ 115005 sein. Gieb, daß dein geist mich lehre Der ehre mich zu freun, Die ewiglich Mel. D gott, du frommer gott ze. vor dir beſteht, und mit mir von der 416. Laß mich doch nicht, o gott erde Den erden Zum himmel übergeht. doll 2. Nie müsse rang mich blenden, Noch ansehn vor der welt; Das oft aus ihren händen Der böse auch erhält: Wer weis und fromm ist in der that, Ist edler, als der größte, Der aber dies nicht hat. So sehr ergeben sein, Daß sie mein abgott werden! Oft fehlt beim überfluß Doch die zufriedenheit, Und was ist ohne sie Des lebens herrlichkeit? dru 2. Kann ein vergänglich gut Auch unsre wünsche stillen? Es steht ja sein besitz Nie blos in unserm willen. Nicht 3. Nicht im besitz von schätzen, Und stets wirds dem zu theil. Der ängstgütern dieser zeit, Laß meinen ruhmlich darnach ringt; und schnell vermich setzen; Sie sind doch eitelkeit, lierts oft der, Dem sein bemühn gelingt. Sind oftmal auch des thoren glück, Verlassen uns im sterben, und bleiben hier zurück. 4. Laß mich in demuth leben. Wenn mich die welt verehrt; Durch stolz mich nie erheben, Wenn sich mein Und du mir Mich auch vor übermuth. 3. Ein gut, das unsern geist Wahrhaftig soll beglücken, Muß nicht vergänglich sein Und für den geist sich schicken. Der sünder hat oft geld, und wünscht sich dessen mehr; Doch dabei bleibt sein herz Von wahrer ruhe leer. der erde gut, vater, so bewahre 1. gott, so wehre doch Den un5. Dich kennen, meine pflichten Mit treu und redlichkeit Gewissenhaft verrichten, Wie mir dein wort gebeut, Und überall mein christenthum Nach jesu vorbild üben: Das sei mein wahrer ruhm. 415. and a 6. Dein beifall ist das beste, Was ich mir wünschen faun; Wenn ich mich deß getröste, So hab ich gnug daran, Wenn mir es auch an ruhm der welt, Bei allen guten thaten, Die ich verrichte, fehlt. dis gerechten trieben, und heilige mein herz, Nie sclavisch das zu lieben, Was man mit müth gewinnt, Bald schwelgerisch verzehrt, Bald unruhvoll bewacht, Und bald mit fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes herz, Das. sei mein schatz auf erden. Sonst alles, nur nicht dies, Kann mir entrissen werden. Dies bleibt im tod auch mein, Dies folgt mir aus der zeit, 3um seligsten gewinn, Bis in die ewigkeit. nslom di da 1909 6. Wenn dieses fehlt, dann ist Das herrlichste vergnügen Nur süßen träumen gleich. Die unsern geist betrügen. Drum lenke, gott! den wunsch Bom irdischen gewinn, Durch deines geistes traft, zu ewgen gütern hin. Zweite Abtheilung. notes o er schmeichelnden gewinn Dich blind zu manchem frevel hin. 6. Um vortheil wird er gar wohl schon Aus dir mit meineid sprechen: Dich zwingen, der arbeiter lohn Unmenschlich abzubrechen; Er wird in dir der witwen flehn, Der waisen thränen widerstehn. Mel. Machs mit mir, gott, nach 2c. 417. Wohl dem, der beßre schätze liebt, Als schätze dieser erden! Wohl dem, der sich mit eifer übt, An tugend reich zu werden; Und in dem glauben, deß er lebt, sich über diese welt erhebt. 2. Zwar ächte tugend wehrt uns richt, Hier güter zu besitzen. Gott gab fie uns, und auch die pflicht, it weisheit sie zu nützen. Sie dürfen unser herz erfreun, und unsers fleißes antrieb sein. Ca 3. Doch, nach den gütern dieser zeit Mit ganzer seele schmachten, Nicht mehr nach wahrer frömmigkeit Und gottes beifall trachten: Ist dieses eines menschen ruf, Den gott zur ewigkeit erschuf? 4. Der geiz erniedrigt unser herz, Erstickt die edlern triebe. Die liebe für ein schimmernd erz Verdrängt der tugend liebe, und machet, der vernunst zum spott, Der erden gold zu deinem gott. 5. Der geiz, so viel er an sich reißt, Läßt nichts recht frob genießen; Er quält durch habsucht deinen geist, Und tödtet dein gewissen; Und reißt durch 7. Wie könnt ein herz, vom geize hart, Des wohlthuns freuden schmetten, und in des unglücks gegenwart Den ruf zur hülf entdecken? Und wo ist eines standes pflicht. Die nicht der geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein vater und aus geiz Entziehst du dich den kindern. Und läsfest dich des goldes reiz, Ihr herz zu bilden, hindern. Und glaubst, du habft sie wohl bedacht. Wenn du sie reich, wie dich, gemacht. Und du wirst dich erfrechen, Die fache, 9. Du hast ein richterliches amt; die das recht verdammt, Ans habsucht recht zu sprechen: Und selbst der sich einen freund. tugend größter feind Erkauft an dir itt 150 10. Gewinnsucht raubt dir muth und geist. Die wahrheit frei zu lehren; Du schweigst, wenn sie dich reden heißt; Ehrst, wo du nicht sollt ehren, Und wirst um ein verächtlich geld Ein schmeichler, und die pest der welt. me 20) Vom rechten 11. Erhalte mich, o gott, dabei, Daß ich mir gnügen lasse; Geiz ewig, als abgötterei, Von mir entfern und haffe. Dich lieben, herr, mit frohem muth, Sei meines Lebens größtes gut. a husbi Gebrauch des Lebens. Mel. Wer nur den lieben gott ic. 418. D u gabst mir, ewger dieses leben nicht für den augenblick der zeit; Du hast es mir, 3. Der leib ist oft der seelen bürde; Doch schmücktest du, herr. dies ihr haus. Daß sie durch ihn auch fröhlich würde, Mit vielen fähigkeiten aus: o gott, gegeben Zur saatzeit für die Und wie viel lust giebst du nicht hier ewigteit: Hier ist der vorbereitungs- Durch jeden meiner sinne mir. ort, Belohnung und bestrafung dort. 4. Du hast mich aber lassen wissen, 12. Du schenktest mir verstand und Das dies mein irdisch haus zerwillen, Die wahrheit zu erkennen Ticht; Kraft, deinen willen zu erfüllen, Und lehrtest selbst mich meine pflicht; Zur tugend gabst du mir gefühl, Und freiheit, wie ich wählen will. s ziehn. bricht; Ich soll zwar diese welt genießen. Doch, als genöß ich ihrer nicht; Ich soll der sinnen lüfte fliehn, Wenn sie mich zu dem bösen 3101 3107 20. Vom rechten Gebrauch des Lebens. 191 5. Dein unterricht sei nicht ver4. Drum eil, errette deine feel seele, gebens: Gieb, vater, daß ich ihm Und denfe nicht: ein andermal. Sei getreu Und beim genusse dieses lebens, wacker, bät und überzähle Der menZu dir zu kommen würdig sei. Voll- schen tage kleine zabl. Gesetzt, dein kommne freude wohnt nicht hier, Wohnt nur im himmel, gott, bei dir ende wär auch fern: So wandle du doch vor dem herru. 6. Wotl mir, wenn ich es redlich wage, Der großen freude werth zu sein, Und diese turze übungstage Nur cir und meiner pflicht zu weihn; Wenn nie mein fuß den pfad verliert, Der inich zu deinem himmel führt. 5. Ja, gott, mit jedem neuen morgen Erwecke mich zu dieser pflicht, Denn dir, o herr! ist nichts verborgen, Ich bin vor deinem angesicht, Und will, mich deiner huld zu freun, Mein leben gern der tugend weihn. 7. Wohl mir, wenn ich den hang zur sünde, All böse lust in dieser welt. Und jede lockung überwinde, Die macht, daß fünde mir gefällt: Dann bin ich schon ein sieger hier, Werd dort gewiß gekrönt von dir. 6. Erleucht und stärke meine seele Weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein heil erwähle, Aus quaden mir noch diesen tag. Was ist nicht eine stunde werth, Die deine langmuth mir gewährt. 7. Wohl mir, wenn ich aus allen träften Nach gottes beifall hier ge strebt; In gottgefälligen geschäften Die pilgertage durchgelebt, und einst im glauben sagen kann: Du nimmst mich, herr! zu ehren an. 8. Gieb du mir deines geistes stärke, Der du in schwachen mächtig bist, Mir, der zu diesem großen werke Gar oft zu schwach und sinnlich ist; Laß mich, das böse zu verschmähn, Stets auf mein ewig kleinod sehn. 8. Mein sprachlos flehn bei meinem ende Bernimmst du herzenstündiger! Ju deine treuen vaterhände jene zukunft ich meinen geift, o schwingt sich über grab und welt Zu dir, wann seine hütte fällt. 9. Laß gott, schon in gesunden tagen, Im geist, mich oft zum grabe gehn. Und stets bei frenden und bei plagen, sehn; Daß ich, stets meinen pflichten treu, Des höhern lebens fähig sei. 20. Mel. Wer weiß, wie nahe mir e. oder: Du weiser schöpfer ze. mog 419. Es ans ende. tagen, Die du hier lebst, o mensch, herbei. Ertauf die zeit! und statt zu klagen, Sie sei zu kurz, gebrauch sie treu; Nimm mit erkenntlichem gemüth Der nahen stunde wahr; fie flieht. 2. Getäuscht von eitlen fleinigkeiten Verlierst du deines Lebens zweck, Verschiebst dein heil auf ferne zeiten, Und wirfst leichtsinnig jahre weg. Bist du, verwegener sterblicher! Des nächsten angenblickes herr? 3. Ein ewig glück einst zu besitzen, Sollst du des kurzen lebens zeit, Als deine faatzeit weislich nützen, und thun, was dir der herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, eins ist noth! was säumest du? Diel. Jesus, meine zuversicht zc. zeit und 420. Hreit, Sieb doch, daß mir dein wort gebeut, Klüglich meine zeit ver wende: Die mir noch dein weiser rath Auf der welt beschieden hat. 2. Wie ein traum, so schnell entfliehn Jahre, zeiten, tag und stunden, Das, womit wir uns bemühn, Ist mit ihnen nicht verschwunden. Der vergeltung ewigkeit Folgt auf diese arbeitszeit. 3. Gott, wie thöricht hab ich schon Hier so manche meiner zeiten, Die bereits mir sind entflohn, Unter schnöden eitelkeiten. Und auf solche art verbracht, Die mich jetzt bekümmert macht. 4. Doch erbarmend schenkst du mir Jetzt noch zeit und raum zur buße; Herr, ich komm, und falle dir Bittend 192 nday 3weite Abtheilung. 809 und beschämt zu fuße; Sei mir gnä- eh ers gedacht, Ins todes nacht! O dig! fieh, mich reut Meine hier ver- seele, nimm dies wohl in acht? Lorne zeit. 5. Wiederbringen kann ich nicht, Was mir einmal ist verschwunden; Doch bin ich der zuversicht, Nüß ich nur getreu die stunden, Die du mir noch ferner schenkst, Daß du gnädig mein gedenkst. 6. Lehre mich, die kurze frist, Die du mir haft zugemessen, So wie es dein wille ist, Branchen, und es nie vergessen: Hier nur sei die übungszeit zu dem glück der ewigkeit. 7. Säen muß ich hier mit fleiß Zu der erndte jenes lebens. O wie glücklich, daß ich weiß, Dies geschehe nicht vergebens. Ewig freut sich seiner faat, Wer hier treulich gutes that. 8. Gott, laß deinen guten geist Mich zu dieser weisheit führen, Und, wie es dein wort verheißt, Meinen wandel so regieren, Daß ich gutes hier ausstren und mich dessen ewig freu. Mel. Ich hab mein sach' gott 2c. die flieht dahin der menschen zeit! Wie eilen wir zur ewigkeit! Wie mancher sinkt, 421. Wie 21) Von der Mel. In allen meinen thaten: c. 422. Dir hab ich mich ergeben, Mein gott, im ganzen leben, Jm unglück wie im glück! Dir dant ich meine freuden; Dich preis ich auch im leiden, Bis an den letzten augenblick. 2. Du bists, der für mich wachte, Noch eh ich war, und dachte. Du haft mit trener hand Mich huldvoll ftets geleitet, Auch da mir glück bereitet, Wo ich nur schmerz und leiden fand. 3. Was helfen meine sorgen? Jft mir mein glüc verborgen, So ists doch dir, herr, nicht. Dir will ich mich empfehlen. Du weißt, was meiner seelen Und meinem leibe hier gebricht. 4. Warum ich heute flehe. Das möchte, wenns geschähe, Schon mor2. Dies leben ist gleich einem traumt, Gleich einem leichten wasserschaum Ist alle seine herrlichkeit. Der strom der zeit Reißt schnell uns fort zur ewigkeit. 3. Nur du, mein gott, du bleibest mir Das, was du bist; Ich trane dir Es falle berg und hügel hin; Mir bleibts gewinn, Wenn ich dein todt und lebend bin. 4. So lang ich noch auf erden wohn, Erwecke mich, o gottessohn! Verborgen ist mein todestag; Gieb, daß ich wach, Und wann er kommt, bereit sein mag. 5. Was hilft die welt in todesnoth? Was ehr und reichthum nach dem tod? Bedenks, o mensch, was eilest du Dem schatten zu? Kein irdisch glück giebt wahre ruh. 6. Das eitle schafft nur kurze lust; Mir ist ein beßres gut bewußt; Dahin geht stets mein hauptbegier, Das bleibet mir. Herr jesu, mich verlangt nach dir. 7. Wie wird mir sein, wenn ich dich seh, Und froh zu deiner rechten sich? mein erlöser, stärke mich, Daß eifrig ich Bis an mein ende liebe dich. Zufriedenheit. gen mich gerenn. Nur einen wunsch von allen Laß dir, o herr! gefallen, Bufrieden allezeit zu sein. 5. Wenn ich verlassen scheine, Im leiden zag und weine, Was wünscht mein banges herz? Ach, hilf es mir besiegen! Es wünschet sich vergnügen, Und was es wünscht, wird oft fein schmerz. 6. Drum will ich findlich schweigen, Zufrieden mich bezeigen Mit allem, was du giebst. Du kannst uns nicht verlassen, Die dir vertraun, nicht haffen; Weil du die frommen ewig liebst. 7. Nicht das, warum ich flebe, Dein wille nur geschehe, Und was mir selig ist. Ich will dir ganz ergeben, Getrost und ruhig leben, Bis einst der tod mein auge schließt. 193 21. Von der Zufriedenheit. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher 2. Mel. Wie groß ist des 2c. 11 423. Du bist ein chrift, was 424. Du flagſt, und fühleft du forgst schon heut für morgen? Nur blinde heiden quälen sich Mit tausend bangen sorgen. Dein vater lebt, dein gott regiert; Drum sei vergnügt, wie er dich führt. Willst du durch gram und plagen Dir selbst dein glück versagen? die beschwerden Des stands, in dem du mühsam lebst; Du strebest glücklicher zu werden; Und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, tlage, gott erlaubt die zähren; Doch denk im klagen auch zurück. Ift denn das glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wahres glück? 2. Wer hat gesorgt, wer hat gewacht Im anfang deiner tage, Da noch dein leib in finstrer nacht Dir felbst verborgen lage? Wer hat da schon dein heil bedacht? Was that da aller menschen macht, Da geist und sinn und leben Dir ward von gott gegeben? 2. Nie schenkt der stand, nie schenken güter Dem menschen die zufriedenheit. Die wahre ruhe der gemüther st tugend und genügsamkeit. was dir gott beschieden, gern, was du nicht haft. Ein jeder stand hat seinen frieden, Ein jeder stand auch seine last. 3. Gott ist der Herr, und seinen segen Bertheilt er stets mit weiser hand; Nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen, Doch so, wie ers uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, Daß seine liebe dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Lebens träfte Jn träger unzufriedenheit; Besorge deines stands geschäfte Und nütze deine lebenszeit. Bei pflicht und fleiß sich gott ergeben, Ein ewig glück in hoffnung sehn; Dies ist der weg zu ruh und leben. Herr, lehre diesen weg mich gehn. 3. Den leib schuf gottes weise hand, Ein wunder seiner werke; Gab jedem glied den rechten stand und angemeßne stärke. Er fügte bei dem wunderbau Ein glied aus andre ganz genau; Gab jedem seine träfte und jedem sein geschäfte. 4. Ist dir dein vorzug nicht bekannt, Die hoheit deiner seele? Der schöpfer gab ihr den verstand Und willen, daß sie wähle. Sie schauet ja mit ihrem blick Auf heut, die zukunft, und zurück, Geschehenes zu wissen Auf das, was kommt, zu schließen. 5. Hat gott dich nicht von jugend auf Mit seiner macht getragen; Durchdenke deinen lebenslauf, Kannst du es anders sagen? Du athmest seine luft in dich; Sein boden trägt und nähret dich, Und seine gnad und treue Wird alle morgen neue. 6. Kannst du, was gott an dir gethan, Die wohlthat alle zählen? Fang bei der frühsten findheit an, Und wenn dir zahlen fehlen, So zähle erst der sternen heer, Und dazu auch den sand am meer, Und nimm dann diese zahlen Zu millionen malen. 7. Gott, ich kann überdenken nicht Die größe deiner güte; Drum setz ich meine zuversicht, Dit ruhigem gemüthe, Zu aller zeit, auf dich, den Herrn; Du sorgest und du hilfft uns gern. Ich will stets mit vertrauen Auf deine hülfe bauen. Goangel. Luth. Genieße, Entbehre Mel. Herzliebster jesu, was ze. oder: Ist auch ein gott? 425. Gott kann allein das beste für uns wählen. Wie thöricht handeln unzufriedne seelen! Sie quälen sich und machen ihren herzen Vergeblich schmerzen. 2. Was helfen uns die ängstlich bangen sorgen Für den noch ungewissen andern morgen? Der uns doch, daß wir uns umsonst gegrämet, Schon oft beschämet. 3. Es ist umsonst; wir werdens nicht erzwingen, Wenn wir auch nächte durch mit tummer ringen, Und tag vor tag mit ängstlichen geschäften Den leib entkräften. 13 194 Zweite Abtheilung. 4. Mein glück beruht, o gott! auf 9. Dann werd ich auch, o gott, deinem segen. Vertrau ich dir und mit allen frommen zu dem genuß geh auf deinen wegen, So wirst du der himmelsgüter kommen; Dann mir, auch ohne sorg und tränken, wird mein wunsch, den irdisch gut Was gut ist, schenken. nie stillet, Böllig erfüllet. 5. Bin ich getren mit dem verpfunde, harr ich nur der rechten segensstunde; So kommt fic, und dann werden meine thaten 3um glück gerathen. 6. Drum fördre selbst die werke meiner hände. Gesegnet sei der anfang und das ende! Gieb guten rath, damit, was ich vollbringe, Mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit treute meine pflicht erfüllen; Und dann mein herz mit froher hoffnung stillen. Sollt ich mit dem, was du, herr, mir beschieden, Nicht sein zufrieden? 8. Kann ich den leib nicht so, wie andre laben, So gieb mir nur zufriedenheit, und gaben, Die mehr, als alles irdische erquicken, Und stets beglücken. Mel. Wer nur den lieben gott: c. mit deiner 426. Jufrieden, d herr, und dem, was du zum theil An glück und leiden mir beschieden: Dein weiser rath sucht stets mein heil; Ob er gleich wunderbar oft scheint, Doch weiß ich, daß ers treulich meint. 2. Du weißt allein, wodurch auf erden Mein glück und wohlfahrt für und für Muß fester und vollkommner werden: Dies zeiget deine weisheit mir; Drum bin ich ruhig und vergnügt mit allem, was dein rath, herr, fügt. 3. Wird mir die freudensonne scheinen, So dant ichs fröhlich deiner huld; Muß aber ich in trübsal weinen. So nehm ichs auch an mit geduld, Denn das, was deine weisheit thut. Ist alles ewig recht und gut. Geduld. hörest meine flage; Du frönst mich einst, wenn du erscheinst. In deinem heiligthume Mit wonne, preis und ruhme. 5. O, dann wird alle traurigkeit Aus meiner brust verschwinden; Vergessen werd ich ganz mein leid; Und nur dein heil empfinden. Mein lobgefang, Voll preis und dant, Wird dir zum wohlgefallen, Durch deinen himmel schallen. 6. Mich, den vollendeten, darf dann Nicht mehr die sünd entweihen; Mit unschuld steh ich angethan In der verflärten reihen. Und ewiglich Erfreuft du mich, Daß ich, der mensch von erde, Gleich deinen engeln werde. 22) Von der Mel. Was gott thut, das ift zc. 427. Die bahn ist rauh, auf der ich hier Nach meiner heimath eile. Wie viel gefahr seh ich vor mir! Wie droht fie meinem heile! Gott, wärst du nicht, Mein trost und licht, Mein heil in finstern tagen, So müßt ich längst verzagen. 2. Vor dir darf ich mein traurig Herz, Erbarmer, nicht verhehlen; Darf meinen fummer, meinen schmerz Vertraulich dir erzählen; Dann schaffest du Mir trost und ruh Aus deiner fegensfülle; Und meine seel ist stille. 3. Du lehrest mich den hohen werth Der trübsal, die ich leide; Daß sie mich dir vertrauen lehrt, Mich führt zu wahrer freude. Ich würde dein Mich minder freun, Nur dieser welt begehren, Wenn teine leiden wären. 4. Dein wort giebt mir die zuverficht Du forgst für meine tage, Dein auge schläft und schlummert nicht, Du lösen. 7. Drum will ich dieses lebens schmerz, Mein gott, geduldig tragen; Bernhigen soll sich mein herz, Nicht mehr voll unmuth klagen. Du bist bereit, Bur rechten zeit, gott, von allem bösen Mich herrlich zu er 195 Mel. In allen meinen thaten zc. 11. Es jammert gott der fünden, 428. Du fühlt, o chrift! das Wie väter ihre kinder, Wenn sie ihn leiden, Daß nun der geist der freuden Von dir gewichen ist. Du rufst; herr, wie so lange; Gott schweigt, und dir wird bange, Daß du von gott verlassen bist. findlich scheun. Er läßt sich gnädig finden, Und schuld und straf der fünden von ihnen weit entfernet sein. 2. Jst meine fünd vergeben( Klagst du) und heil und leben Durch christum mir verschafft: Warum fühl ich die liebe, und seines geistes triebe, Und hoffnung nicht in voller kraft? 12. 3war ist dir jetzo bange, Denn züchtigung, so lange Sie da ist. scheint uns hart; Doch nachmals wird sie geben Friedsame frucht und leben Dem, der durch sie geübet ward. 22. Bon der Geduld. 13. Fahr belend fort zu wachen. Start ist gott in den schwachen. Und 3. Mühselig und beladen hör ich gütig für und für. Sein ausspruch daß mort der gnaden, Und ich em- tann nicht trügen! Er heißt: laß dir pfind es nicht; Bin träg vor gott zu genügen An meiner gnad; ich helfe treten, und kann nicht freudig beten, dir. Und fühle teine zuversicht. 4. Mir, der ich seinen willen Treu fuche zu erfüllen, War sonst sein wort gewiß. Jetzt kann ichs nicht recht faffen; Sein licht will mich verlassen. Mich decket gleichsam finsterniß. 5. Sonst konnte ich die sünden Weit besser überwinden. Und ich bestritt fie Mel. Herzliebster jesu, was hast c. oder: Ist auch ein gott? wer ic. gern. Jetzt ist die schuld geschäftig, 429. Ein herz, o gott, in leid ihre reizung teine kraft vom herrn. und geduldig, Das bin ich dir, gott, meinem heile schuldig. Laß mich die pflicht, die wir so oft vergessen, Doch recht ermessen. 2. Bin ich nun staub, wie alle meine väter? Bin ich vor dir, herr, nicht ein übertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren tage, Standhaft ertrage? 6. Christ, fasse muth! die schmerzen Sind zeugen besfrer herzen, Als dir das deine scheint. Wünsch'st du recht, gott zu lieben, Wie kannst du dich betrüben? Du bist gewiß mit ihm vereint. 7. Vermagst du gott zu kennen, Und jesum herrn zu nennen, Als nur durch gottes geist? Den hast du ja empfangen; Er ists, der gott- verlangen Und seine gnad dich suchen heißt. 8. Trau gott! er wohnt bei denen, Die sich nach hülfe sehnen; Er kennt und will dein glück. Er höret deine stimme Und schweigt, doch nie im grimme, Nur einen kleinen augenblick. 9. Gott ließ schon manchen frommen In dies gedränge kommen, Und stand ihm dennoch bei. Du sollst dich ten nen lernen, Von hochmuth dich entfernen und sehn, was gottes gnade sei. 10. Die sicherheit zu hindern, Schickt gott oft seinen findern, Auch dir jetzt diese last. Er reinigt dich im feuer, Macht dir dein heil jetzt thener, Damit du haltest, was du hast. 14. Du willst in diesen nöthen Mich, herr, also nicht tödten: Drum harr ich ferner dein. Du wirst mich, den erlösten, Einst schon noch völlig trösten, Da werd ich dein mich ewig freun. 3. Wie oft, o gott, wenn wir das böse dulden, Erdulden wir nur unsrer thorheit schulden, Und nennen lohn. den wir verdient bekommen, Trübfal der frommen. 4. Doch selbst, o gott, in strafen unsrer fünden Läßt du den weg zu unserm heil uns finden, Wenn wir sie uns, die missethat zu hassen, Erwecken lassen. 5. Streb ich nur nach dem frieden im gewissen, Wird alles mir zum besten dienen müssen. Du, herr. regierst, und stets gewährt dein wille Gutes die fülle. 6. Ich bin ein gast und pilger auf der erden. Nicht hier, erst dort soll ich ganz glücklich werden; Und was sind gegen euch, ihr ewgen freuden. Dieser jeit leiden? 13* 196 7. Wenn ich nur nicht mein elend selbst verschulde, Wenn ich als mensch, als christ, hier leid und dulde; So kann ich mich der hülfe der erlösten Sicher getrösten. Zweite Abtheilung. 8. Ich bin ein mensch, und leiden 6. Ich will dem fummer wehren, müssen fränken; Doch in der noth an Dich durch geduld verehren, Im seinen schöpfer denken Und ihm ver- glauben zu dir flehn; Ich will den traun, dies stärket unsre herzen Mit- tod bedenken; Du, herr, wirst alles ten in schmerzen. lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. 9. Schau über dich: Wer trägt der himmel heere? Merk auf! wer spricht: bis hieher! zu dem meere? Ist er Mel. In dich hab ich gehoffet 2. nicht auch dein helfer und berather, 431. Sei, feele! stark und uns verzagt, dich ein kummer plagt. Befiehl gott deine fachen. In aller pein Vertrau allein Auf ihn, er wirds wohl machen. 2. Kein leiden kommt von ungefähr; Die hand des höchsten schickt es her; Sein rath hats so ersehen. Drum sei nur still, Was dein gott will, Laß immer gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das leiden pein. So solls dir doch nicht schädlich sein; Gott kann sein kind nicht hassen. Wer ihn recht liebt, Sich ihm ergiebt. Den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der frommen leid? Nicht ewig, herr! nur kurze zeit, Nach überstandnem leide Erquickest du Jhr herz mit ruh, Und einst mit ewger freude. 10. Willst du so viel, als der allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht warum du leiden müssen; Allein du wirst, was seine wege waren, Nachmals erfahren. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, Die heiligung des geistes zu empfahen, und mit dem trost der hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 12. Das kreuz, o gott! wirkt weisheit und erfahrung. Und diese giebt dem glauben muth und nahrung. Drum stehe ich in meinem glauben feste; Gott thut das beste. 430. Mel. In allen meinen thaten ze. ch hab in guten stunden Des lebens glüd empfunden, und freuden ohne zahl! So will ich denn gelassen Dich auch im leiden fassen; Bersüßen durch geduld die qual. 5. Wenn ich in christo sterbe, Bin ich des himmels erbe; Was schreckt mich grab und tod? Auch auf des todes pfade Vertrau ich deiner gnade; Du, herr, bist bei mir in der noth. 2. Ja, herr, ich bin ein sünder, Und stets strafst du gelinder, Als es der mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit schulden, Kein zeitlich weh erdulden, Das doch zu meinem besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben. Und weder ruh noch leben Wiehr lieben, als den herrn. Dir, gott, will ich vertrauen, Und nicht auf menschen bauen; Du hilfft und du errettest gern. 4. Laß mich nur gnade finden, Mich alle meine sünden Erkennen und bereun. Jetzt hat mein geist noch fräfte; Mein heil laß sein geschäfte, Dein wort mein trost und führer sein. 5. Drum hab, o seele! guten muth: Vertraue gott! es wird noch gut Nach aller trübsal werden. Er ziehet dich Durch freuz zu sich zum himmel von der erden. 6. Gott ist dein gott, er ist getreut, Und stehet dir als vater bei In aller noth auf erden. Der leiden heer Wird nie zu schwer Durch ihn dem christen werden. 7. Es haben ja zu aller zeit Die heiligen in traurigkeit Hier- oftmals wandeln müssen. Warum willst du Hier nur von ruh. Und nichts von trübsal wissen? 8. bet und sieh auf deinen gott In aller deiner angst und noth! Laß. wie er will, es gehen. Sein will ist gut; Behalte muth! Gott wird dich einst erhöhen. 22. Von der Geduld. 9. Der du ein gott des trostes bist, laß jeden, der hier traurig ist, Doch deinen trost empfinden. Hilf, den du liebst, Durch trübsal übst, Den unmuth überwinden. Mel. Was gott thut, das ist 1. was 432. est mir geschieht, Zu meinem heil mir diene. Gut ist, was mir mein gott beschied, Wenns noch so traurig schiene. Höchst heilsam, ist Was gott beschließt. Aulweisheit, so wie gnade, Sind alle seine pfade. 2. Schon hat, seit erd' und himmel stehn, Sein herrlich reich gewähret, Und niemals hat noch ein versehnt Dasselbe je entehret. Nein! was er thut, Ist alles gut, Ist seines namens ehre, Wenns noch so dunkel wäre. 3. Sehr herbe zwar, doch reich an frucht, Sind gottes züchtigungen. Was güte selbst umsonst versucht, Ist wohl durch sie gelungen; Oft wird das herz, durch ihren schmerz, Recht frei von den gebrechen, die leicht den glauben schwächen. 4. Ich weiß, was auch für trübsal draut, Daß der doch meiner schone, Der mich zu seiner herrlichkeit Berief in seinem sohne. Wie könnte der, Der mich so sehr Hienieden wollen lieben, Zum schaden mich betrüben? 5. Gott, führe denn mich, wie du willst, Dir bleib ich fiets ergeben, Wenn du dich schon in dunkel hüllst, Will ich doch niemals beben. So wunderbar Der weg auch war, So hat mich doch geführet Dein rath, und wohl regieret. 6. 3war schien der weg, den ich erlas, Mir besser: doch ich fehlte. Balo pries ich selbst dich über das, Was erst mein herz nicht wählte; Drum faß ich muth. Ja er ist gut, Der freuzpfad, den ich gehe, Wenn ichs schon nicht verstehe. Mel. Wenn wir in höchsten c. on dir, o vater, nimmt 433. fall, freuden oder schmerz, Bon dir, 197 der mich nicht hassen kann, Boll dank und voll vertrauen an. 2. Du, der du selbst die weisheit bist, Du fennest, was mir heilsam ist: Nur du siehst, was mir jedes leid Für heil bringt in der ewigteit. 3. Ist alles dunkel um mich her. du doch meine zuversicht, Bist in der nacht, o gott, mein licht. Gott legt die laft auf. gott fennt sie. 4. Verzage herz, verzage nie! Er weiß den kummer, der dich quält, und geben kann er, was dir fehlt. wie oft, Half deine hand mir unver5. Wie oft, herr, weint ich, und hofft! Oft jammert ich untröstbar heut, Und morgen ward ich schon erfreut. 6. Oft sah ich keinen ausgang tlagte sehr: Wo bist du, gott? wie mehr; Dann weint ich laut und schauest du, Dann meinem elend ruhig zu? 7. Dann hörtest du, o herr, mein stehn, Du öffnetest mein auge mir. flehn, Und eiltest, bald mir beigu Ich sah mein glück und dankte dir. Die ihr zu ihm um hülfe rieft: 8. Sagts alle, die gott je geprüft. Gagts, fromme, ob er das gebät Geduldig leidender verschmäht? 9. Die stunde kommt früh oder ſpät, Wo dank und freud aus leid entsteht: Wo pein die fiunden nur ge währt, In freudenjahre sich verkehrt. 10. Du erntest deiner leiden lohn Vielleicht in diesem Leben schon; Vielleicht, daß, eh du ausgeweint, Dir gott mit seiner hüllf erscheint. 11. Schau deinen heiland gläubig tann, So schütte du in seinen schooß ant; Wenn niemand dich erquicken Dein herz aus; seine huld ist groß. schenfreund, Im thränenthale hier ge 12. Ginst hat er auch, der menweint. Auf deine thränen giebt er acht, Und dir zu helfen hat er macht. 13. Ja, gott, du hilfft, ich zweifle nicht; Denn jesus, mein erbarmer, an spricht: Folg treulich mir, ich rette mich. 198 Bekannte Melodie. 434. Wamein herz, und quaarum betrübst du dich, left dich mit bangem schmerz, Blos um ein zeitlich gut? Bertraue dem nur, der die welt Erschaffen hat, und noch erhält. Zweite Abtheilung. 2. Dich lassen will und kann er nicht; Auch weiß er wohl, was dir gebricht, Die ganze welt ist sein. Er ist dein vater und dein gott, Und hilft dir gern in aller noth. 3. Weil du nun, gott, mein vater bist, So weiß ich, daß mich nie vergißt Dein väterliches herz; Jch, staub und asche, habe hier Ja teinen trost, als nur bei dir. 4. Ach gott, so reich bist du noch heut, Als du es warst von ewigkeit; Bu dir steht mein vertrauen. Mach mich an meiner seele reich, So gilt mir alles andre gleich. 5. Mir mangle reichthum, ruhm und pracht; Wenn jesus mich nur felig macht, So bin ich reich genug. Der erde glück währt turze zeit, Und schenkt mir nicht die seligkeit. 6. Dir, jefu, gottes sohn, sei preis, Daß ich aus deinem morte weiß, Was ewig selig macht; Giet, daß ich nun auch fest und tren Im glauben und im guten sei. 7. Lob, ehr und preis sei dir gebracht, Daß du es immer wohl gemacht! Du bist höchst weis' und gut; Das zeigst du uns in dieser zeit, Und noch mehr in der ewigkeit. geben. Nehm ers hin; Mein gewinn Bleibt ein ewig leben. 4. Schickt er mir ein freuz zu tra- gen, Dringt herein Angst und pein, Sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wirds anch wenden; Er weiß wohl, Wie er soll All mein unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten tagen Oft ergötzt, Sollt ich jetzt Nicht auch etwas tragen? Liebt er mich doch drum nicht minder. Nie zu schwer Züchtigt er Seine treuen kinder. 6. Stolz, haß, neid und ihre rotten Können mir nichts mehr hier Thun, als meiner spotten; Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein heil, Wird in eil Sie zu schanden machen. . 7. Unverzagt und ohne grauen Soll ein christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. Was sollt er zu schrecklich finden? Auch den tod Hilfft ihn gott Freudig überwinden. 8. Denn er fann den leib nur tödten: Und dann reißt Er den geist Aus viel tausend nöthen; Endigt dieses lebens leiden, Und giebt mir Einst dafür Dauerhafte freuden. 9. Dann wird sich an bessern schätzen Geist und herz Auf den schmerz Ewiglich ergötzen. Hier ist fein recht gut zu finden; Was die welt In sich hält, Muß wie rauch verschwinden. 10. Was sind dieser erden gitter? Unbestand, Eitler tand, Laster der gemüther. Dort, dort sind die edleri gaben, Da mein hirt, Christus, wird Mich ohn ende laben. 11. Herr, mein heil, quell aller freuden! Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein leben Und dein blut, Mir zu gut, In den tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, Und dich nicht, O mein licht, Aus dem herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Wo du mich, Und ich dich Ewig werd umfangen. Mel. Fröhlich soll mein herze zc. 435. Wa arum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch jesum noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mir den himmel rauben, Den mir schon Gottes fohn Beigelegt im glauben. 2. Arm und blos kam ich ins leben, Da es mir Ward von dir, Herr, zuerst gegeben; Nichts nehm ich auch von der erde, Wann ich sie, Nach viel müh, Einst verlassen werde. Bekannte Melodie. 3. Was ich hab, leib, feel und 436. Mas gott thut, das ist leben, Ist nicht mein, Gott allein hat es mir gegeben. Soll i es ihm wieder wohlgethan, Gut ist und bleibt sein wille. Er nimmt sich stets der seinen an; Drum halt ich 22. Von der Geduld. ihm auch stille. Er ist mein gott, Der in der noth Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was gott thut, das ist wohlget han, Sein wort kann ja nicht trügen; Er führet mich auf rechter bahn, Drum laß ich mir genügen An seiner huld, Und hab geduld: Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen händen. 3. Was gott thut, das ist wohlgethan, Er wird mich wohl bedenken Zu dem, was ich von selbst nicht kann, mir licht und kräfte schenken: Denn seine treu Ist täglich neu; Drum will ich auf ihn bauen, Und seiner güte trauen. 4. Was gott thut, das ist wohlgethan, Er ist mein licht und leben, Der mir nichts böses gönnen kann; Ihm will ich mich ergeben In freud und leid; Es kommt die zeit, Da es gewiß erscheinet, Wie gut ers mit uns meinet. 5. Was gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich gleich bittres schmetken, So nehm ichs doch geduldig an Und lasse mich nicht schrecken; Weil er zuletzt Mich doch ergötzt Mit füßem troft im Herzen; Da weichen alle schmerzen. 6. Was gott thut, das ist wohlgethan, Darauf will ich stets bauen; er will, die 199 3. Du stärkst mir unter aller plage, O gott, auf mein gebät, den muth, Daß ich gelasfen sie ertrage, Und machst zuletzt doch alles gut. Auf kummer folgt zufriedner dant, Auf klagen froher lobgesang. 4. Was bist du denn, o meine seele! In deiner noth so kummervoll? Du weißt ja wohl, daß gott nur wähle, Was dir zum besten dienen soll, Einst dankst du ihm nach der gefahr. Daß er dein gott und retter war. 5. Er wird es sein, ruf in gefahren Ihn, als den besten helfer, an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, Und da, wo niemand helfen kann, Fehlt ihm die kraft zum helfen nicht. Dies stärke deine zuversicht. Betreten ohne grauen: Denn da wird mich Gott väterlich Jn seinen armen halten! Drum laß ich ihn nur walten. 6. Empfehl dich seiner vaterpflege: Hoff und vertrau ihm allezeit. Auch auf dem allerrauhsten wege Sieh fröhlich hin zur ewigkeit, Da wirst du, frei von aller pein, Ganz selig, ganz zufrieden sein. 7. So laß mich, gott, stets dahin schauen, Und dann mit starkem muth auf dich, Auch in der größten noth vertrauen. Du bist bei mir; das stärke mich. Wer dessen stets versichert ist. Der lebt und stirbt getrost als chrift. Mel. In allen meinen thaten: c. 438. Was ifis, daß ich mich quäle? Harr meine seele, Harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nützet! Gott weiß es, und gott schützet; Er schützet den, der nach ihm fragt. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. ober: Du weiser schöpfer 2c. 2. Er zählte meine tage Mein glück und meine plage, Eh ich die welt noch 437. Was ist mein leben auf fah. Eh ich mich selbst noch kannte, Eh ich ihn vater nannte, War er mir schon mit hülfe nah. der erde? Ein wechsel ists von lust und leid. Hier stört oft unruh und beschwerde Die fanfteste zufriedenheit. Hier wohn ich noch in einer welt, Die kein vollkommnes glück enthält. 3. Die Heinste meiner sorgen Ift dem gott nicht verborgen, Der alles sieht und hält; Und was er mir beschieden. Das dient zu meinem frieden, Wärs auch die größte last der welt. 2. Weß soll ich mich, o herr, denn trösten? Nur deiner huld, du bist mein heil. Und bleibst, wenn auch die noth| am größten, Doch meines herzens trost und theil, Und stehst, nach deiner vatertreu, Mir stehts mit rath und hülfe bei. 4. Ich lebe nicht auf erden, Ganz glücklich hier zu werden; Die lust der welt vergeht. Ich soll mein glück hier gründen, um dort ein heil zu finden, Das ewig, wie mein geift, besteht. 200 5. Was dieses glück vermehret, Sei mir von dir gewähret; Gott! du gewährst es gern. Was dieses glück verletet, Wenns alle welt auch schätzet, Sei von mir jetzt und ewig fern. Zweite Abtheilung. 6. Sind auch der frankheit plagen, Der mangel schwer zu tragen, Noch schwerer haß und spott: So harr ich doch in stille; Denn nicht mein eigner wille, Dein wille nur gescheh, o gott. 7. Du bist der müden stärke, Und aller deiner werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, Wenn du mich willst bewahren? Und du, mein gott, bewahrest mich. In voriger Melobie. 439. Will Mill mich, o gott! hienieden Des lebens last ermüden, So stärke meinen geist Wenn mich die leiden tränken, So laß mich wohl bedenken; Auch das fei gut, was trübsal heißt. 2. Nicht ewig soll sie währen; Oft werden unsre zähren Auch hier schon abgewischt: Und seufzen wir: wie Lange Jst unsrer seelen bange? So wird das herz mit trost erfrischt. 2. Wir sind bürger einer welt, Kinder eines vaters, brüder, Die er huldreich all erhält; Alle eines leibes glieder, Die sein weiser allmachtsruf All zum ewgen glück erschuf. 3. Eine sterbliche natur Hat er jedermann gegeben, und auch eine Hoffnung nur, Hoffnung auf ein beßres leben; Wenn wir hier in dieser welt Redlich thun, was ihm gefällt. 3. Du wendest solche bürden, Die uns erdrücken würden, Gott! gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern plagen Auch auf die kraft zu tragen, Die deine hand uns selber gab. 23) Von der Liebe des Nächsten. Mel Jefus, meine zuversicht: c. beherrschen lassen? Wer kein freund 440. len menschen und auch des nächsten ist, Ist fürwahr kein mir Hat der herr dies| mensch, kein christ. vorgeschrieben: Euren nächsten sollet ihr, Als euch selbst, von Herzen lieben! Christen, was gott hier gebeut, Sei uns heilig allezeit. 4. Und wir sollten uns entweihn? Lieblos uns einander bassen? Und zu unsrer eignen pein, Stolz und neid 4. Dein väterlich bemühen Will uns, als kinder, ziehen, zu thun, was dir gefällt; Will eignen willen brechen, Die macht der fünde schwächen Und uns entwöhnen von der welt. 5. Es sind nur liebesschläge, Wenn ich es recht erwäge, Voll gnad und voller Huld. Du willst den eifer mehren, Gehorsam dich zu ehren Mit glauben, hoffnung und geduld. 6. Was will uns, herr, auch scheiden Von dir und jenen freuden, Die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, So wird uns, deinen erben, Doch einst der himmel offen stehn. 7. 3u jenem bessern leben Willst du auch mich erheben; Der tod ist mein gewinn. Muß gleich mein leib verwesen, Wird doch mein geift genesen; Er eilt zu seligkeiten hin. Bei 8. O drücke meinem herzen allen seinen schmerzen Dies doch aufs tiefste ein: Es kann der, der dich liebet. Auch wenn er wird betrübet, Doch niemals unglückselig sein. 5. Was mir auch aus gottes hand Zum vorans vor andern haben: Ansehn, reichthum, hoher stand, Leibeskräfte, geistesgaben, Alles dies befreit uns nicht von der menschenliebe pflicht. 6. Selbst der gaben unterschied Dient zum allgemeinen besten. Wenn nur jeder sich bemüht, Von dem kleinften bis zum größten, Andern und nicht sich allein, Nütlich, wie er tann, zu sein. 7. Darum gieb uns, gott, ein herz, Boll von wahrer menschenliebe, Das an andrer freud und schmerz Antheil nehm, und gern das übe. Was der liebe pflicht begehrt, Wie sie uns dein sohn erklärt. 23. Von der Liebe des Nächsten. 201 8. Laß uns, großer menschenfreund! Mel. O gott, du fremmer gott zc. Alle dir recht ähnlich werden, Daß wir, hier mit dir vereint, Nach vollbrachtem lauf auf erden, Einst auch ewig bei dir sein, Deiner lieb uns ganz zu freun. Mel. Ein lämmlein geht und ze. 441. Der du die liebe selber bist, Und gern die menschen segueft, Ja selbst dem, der dein feind noch ist, Mit freundlichkeit begegnest: O bilde meinen sinn nach dir, Und laß mich doch, mein heiland, hier, Wie du gewandelt, wandeln! Die können keine christen sein, Die sich nicht andrer wohlfahrt freun Und menschenfeindlich handeln. 2. Dein leben in der sterblichkeit War für die menschen segen; Dir folgten lieb und freundlichkeit Auf allen deinen wegen. Wohin du gingst, ging wohlthun mit; Dein wort, dein werk, und jeden schritt Begleitete erbarmen; Du übernamst die schwerste pein, uns vom verderben zu befrein, Und starbst zum heil uns arment. 3. Auch jetzt noch auf der himmel thron Bist du das heil der fünder; Auch da bleibst du, o gottes sohn, Ein freund der menschenkinder. Du schaffst den deinen wahre ruh Und die verirrten suchest du Auf rechten weg zu leiten; Du hörst der seufzenden gebät, Und brauchest deine majestät, Nur segen auszubreiten. 4. Olaß in meiner pilgerschaft Mich auf dein vorbild sehen! Erfülle mich mit lust und fraft, Dem näch sten beizustehen; Betrübter herzen trost zu sein. Mich mit den fröhlichen zu frenn, Mit weinenden zu klagen, Und den, der mir sein herz vertraut, Die redlichkeit, auf die er baut, Nicht treulos zu versagen. 5. Laß mich mit brüderlicher huld Des nächsten fehler decken; Durch sanftmuth, mitleid und geduld Zur beßrung ihn erwecken; Und fündiget er gegen mich, So frene meine seele sich, Jbm willig zu vergeben; So werd ich dich, herr jesu christ. Der du die liebe selber bist, Aufs würdigste erheben. 442. Gieb mir, o gott! ein herz, Das jeden ntenschen liebet; Bei seinem wohl sich freut, Bei seiner noth betrübet; Ein herz das eigennut Und neid und härte flieht, Und sich um andrer glüc, Wie um sein glück bemüht. 2. Seh ich den dürftigen, So laß mich liebreich eilen, Von dem, was du mir giebst, Ihm willig mitzutheilen! nicht aus dem eitlen trieb, Groß vor der welt zu sein Und mich verehrt zu sehn; Nein, menschen zu erfreun. 3. Dies sei mir gottesdienst! Auch unbemerkt von ihnen, Den nebenmenschen gern Mit rath und that zu dienen. Mich treibe nicht erst dank Zu milder wohlthat an; Nein! was ich andern thu, Das sei dir, gott, gethan. 4. Ein trunk mit dem mein dienst Dem durstigen begegnet; Ein blick voll trost, mit dem Mein Herz bedrängte segnet; Ein rath, mit dem mein mund Im fummer andre stärkt; Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft herz, Unfrieden anzurichten; So laß mich sorgsam sein, Der brüder zwist zu schlichten. Aus schmähsucht störe nie Mein mund des nächsten ruh; Er rühme sein verdienst, Deck seine fehler zu. 6. Die rach ist dein, o gott! Du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, Wenn menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih. Der mir zu schaden sucht; Den liebe, der mich hass't: Den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein Auf zeitlich wohlergehen Mit eingeschränttemt blick Bei meinem nächsten sehen. Noch stärker müsse mich Sein ewig glück erfreun; Noch mehr sein seelenHeil mir angelegen sein. 8. Den, der im glauben wankt, 3u leiten und zu stärken; Den, der noch sicher ist Bei seinen bösen werfen, Von der verkehrten bahn Des lasters abzuziehn: Dazu verleih mir traft, Und segne mein bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner feelen triebe, Durch deine lieb und 202 furcht, zu wahrer menschenliebe. Wer nicht den nächsten liebt, Geht nicht zum himmel ein. Laß diese wahrheit, gott, Mir stets vor augen sein. Zweite Abtheilung. Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 443. Herr! neige mein gegroße güte, Mich fremden glücks zu freun; Und fern von meinem herzen Laß, bei des nächsten schmerzen, Doch alle schadenfreude sein. 2. Wer sich des guten freuet, Was 4. Laß mich aufrichtig schätzen andeine huld verleihet, Er find' es, wo drer gaben, Die sie doch auch von ers find't: Der ist nach deinem bilde deiner güte haben; Es müsse nie Barmherzig, gütig, milde Und men- mein herz des nächsten freuden Und schenfreundschaftlich gesinnt. 3. Zwar wird mit hindernissen Mein geist oft tämpfen müssen Bei übung dieser pflicht; Denn scheint's, daß fremde gaben Für mich viel nachtheil haben, Alsdann gefallen sie mir nicht. 4. Dann schöpft, versucht vom neide, Mein herz nicht lust und freude Aus andrer wohlergehn; Dann regen sich die triebe Der stolzen eigenliebe, Des nächsten glück nicht gern zu sehn. Ihn nicht verläumde, nicht durch falsche ränke Sein wohlfein tränte. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des nächsten fehle, Wenns meine pflicht erlaubt, der welt verhehle, Und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, Mit vorsicht sehe. 3. Hilf, daß ich flüglich ihn zu bessern trachte, Und seiner seele wohlfahrt theuer achte. Wie viel haft du für sie in todesbanden Selbst ausgestanden. Mel. Herzliebster jesu, was ic. oder: Ist auch ein gott? Mel. Machs mit mir, gott, nach 2. 5. Doch, da hilfst du mir kämpfen, Die böse neigung dämpfen, Die mich zum neid reißt hin; Wenn ich nur die 445. So iemand spricht: ich nem triebe, wahren nächstenliebe In meinem Leben folgsam bin. 6. Gott, dein sind ja die gaben, Die ich und andre haben; Mit weisheit hältst du haus, Und theileft unter allen, Nach weisem wohlgefallen, Die güter deines hauses aus. 7. Dich selbst, den allerhöchsten, Wenn ich beneid den nächsten, Greift ja mein tadel an. D, welche schwere fünde! Wenn ich mich unterwinde, zu tadeln, was dein rath gethan. 8. Ich spür an meiner feele, Daß ich mich selbst nur quäle, Herrscht neid in meiner brust. Drum mach, o herr! dies laster Mir immer mehr verhaßter: Des nächsten glück fei meine luft. 444. ilf, jesu, daß ich meinen nächsten liebe; Durch lieblos richten ihn ja nicht betrübe, glück beneiden. 5. Gieb, daß ich nie zum zorne leicht entbrenne, Nie auch dem feinde etwas übels gönne; Und allen zu beweisen güt und treue, Mich herzlich freue. 6. Laß mich, mein heiland, immer mehr auf erden, An lieb und gütigkeit dir ähnlich werden. Gieb kraft dazu, so schmeck ich schon hienieden. Herr, deinen frieden. doch seine brilder, Der treibt mit gottes wahrheit spott, Und handelt ganz darwider, Gott ist die lieb, und will, daß ich Den nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser erden güter hat, Und sieht den nächsten leiden, und macht den hungrigen nicht satt, Läßt nackende nicht fleiden: Der übertritt die erste pflicht, Und liebt den gott der liebe nicht. 3. Wer seines nächsten ehre schmäht, Und gern sie schänden höret; Froblockt, wenn sich sein feind vergeht, Und nichts zum besten fehret, Verläumdern niemals widerspricht; Der liebet seinen nächsten nicht. 4. Wer, wenn er auch mit rath und schutz Den nächsten unterstützet, Doch nur aus stolz und eigennut, Aus weichlichkeit ihm nüßet; Nicht aus gehorsam, nicht aus pflicht; Auch der liebt seinen nächsten nicht. 24. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit. 203 5. Wer nur dem hilft, der sehr 10. Wir haben einen gott und gebückt Vor seinem stolz erscheinet; herrn, Sind eines leibes glieder. Wer nur den dürftigen erquickt, Der heimlich vor ihm weinet, Wer färglich giebt dem, dem's gebricht; Auch der liebt seinen nächsten nicht. Drum diene deinem nächsten gern; Denn wir sind alle brüder. Gott schuf die welt nicht blos für mich; Mein nächster ist sein kind, wie ich. 6. Wer andre, wenn er sie beschirmt, Mit härt und vorwurf quälet, und ohne nachsicht straft und stürmt, sobald sein nächster fehlet: Wie bleibt bei solchem ungestüm Des nächsten liebe wohl in ihm? 7. Wer für der armen heil und zucht Mät rath und that nicht wachet; Dem übel nicht zu wehren sucht, Das oft sie dürftig machet; Nur sorglos ihnen gaben giebt: Der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, Stets durch die that zu lieben; Doch bist du nur geneigt, die pflicht Getreulich auszuüben, Ünd wünschest dir die kraft dazu, Und sorgst dafür: so liebest du. 9. Ermattet dieser trieb in dir, So such, ihn zu beleben; Dent oft: gott ist die lieb, und mir hat er sein bild gegeben. Das, was ich habe, ist nicht mein: Sollt ich, wie er, nicht gültig sein? Mel. Kommt her zu mir, spricht:. 446. Du liebst, o gott! gerechtigkeit, Und haffest den, der sie entweiht, Am nächften unrecht übet. Du bists, der jedem seinen lohn, Ohn alles ansehn der person, Nach seinen werken giebet. 2. Gerechter gott! laß deinen geist Zu dem, was recht und billig heißt, Stets meine feele lenken: Nie komm es mir doch in den sinn, Aus schnöder habsucht, um gewinn, Des nächsten recht zu kränken. 11. Sein heil ist unser aller gut. Ich sollte brüder hassen, Die gott durch seines sohnes blut So theu'r erkaufen lassen? Daß gott mich schuf. und mich verfühnt, Hab ich dies mehr, als sie, verdient? 3. Pflanz redlichkeit in meine brust Und laß mich stets mit wahrer lust Der liebe pflichten üben. Ein herz. das gern auf unrecht denkt, Gern 12. Du schenkst mir täglich so viel schuld, Du, herr von meinen tagen! Jch aber sollte nicht geduld Mit meinen brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, Und den nicht lieben, den du liebst? 24) Von der Gerechtigkeit und Billigkeit. 13. Was ich den menschen hier gethan, Dem kleinsten auch von diesen, Das siehst du, mein erlöser, an, Als hätt ich dirs erwiesen. Und ich, ich sollt ein mensch noch sein, Und dich in brüdern nicht erfreun? 14. Ein streng und höchst gerecht gericht Wird über den ergehen, Der liebreich seinen nächsten nicht In noth eilt beizustehen; Drum gieb mir, gott, durch deinen geist, Ein herz, das dich durch liebe preist. schaden sucht, und andre kränkt: Wie fann das brüder lieben? 4. Nie seufze jemand wider mich, Mein ganzes herz bestrebe sich. Dem nächsten gern zu geben, Was er mit recht verlangen kann; Und immerfort mit jedermann In einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehnt, Mit jeglichem so umzugehn, Wie ichs von ihm begehre; Damit ich feines menschen herz. Durch meine härte, je mit schmerz Und kümmerniß beschwere. 6. Herr! mit dem maaß, damit ich hier Dem nächsten messe, wirst du mir Dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur billigkeit; So werd ich auch zu feiner zeit Der liebe pflicht vergessen. 204 Mel. Erhalt uns, herr, bei deinem sc. oder: Wenn wir in höchsten c. Zweite Abtheilung. 447. en fei mein leben jederzeit Von aller ungerechtigkeit; Wie könnt ich gottes freund sonst sein, und seiner gnade mich erfreun. 2. Wer seines nächsten rechte kränkt, Auf seinen schaden boshaft denkt, VerLetzet des gewissens pflicht, und ehrt den gott der liebe nicht. 3. Du schriebst in jedes herz, o gott, Tief ein das heilige gebot: Was dir mißfällt, wenn dies geschicht, Das thue du auch andern nicht. 9. Wer andern schaden einst gethan, Und irgend ihn erstatten kann, Doch dess sich weigert, findet nicht Vor dir erbarmen im gericht. 4. Wenn ich dies billige gesetz Durch ungerechtigkeit verletz, Verurtheil ich ja selber mich Als übertreter wider dich. 5. Dein wort, das fündern strafe droht, Schärft mir dies heilige gebot, Frei von unrechtem gut zu sein, Mit noch viel größerm ernste ein. 10. Er kann nicht wahre buße thun, Dein segen kann nicht auf ihm ruhn, Eh er das böse, das er that, Nach möglichkeit ersetzet hat. 11. Gieb, herr! daß ich dies wohl bedent, Und nie durch unrecht andre 5. Es drohet jedem deinen fluch, tränt. Die habsucht, auch die armuth Der seinen nächsten durch betrug, nicht, Verleite mich von meiner pflicht. Durch dieberei, an seinem gut Und feiner habe schaden thut. 3. Wir geloben dir mit freuden; Willig wollen wir verzeihn; Rie uns rächen, wenn wir leiden, Nie zu dir um rache schrein; Vielmehr vor dein antlig treten, Und für unsre feinde beten. 4. Bater, stärt uns, deine frommen, Treu zu bleiben dieser pflicht! Wenn wir in versuchung kommen, So besiege sie uns nicht; Laß uns fanftmuth dann empfinden, Um fie schnell zu überwinden. 5. Laß in unserm ganzen leben Uns bir gleichgefinnet fein, Willig feinden flucht. Wird hier auch schon oft heim7. Das haus des diebes ist vergesucht, und dort trifft vollends dein gericht Den ungerechten bösewicht. 25) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt sc. 448. len, welche nicht vergeben, Wirst du, rich ter, nicht verzeihn; Trostlos werden fie im leben, Trostlos einst im tode sein, Unentladen ihrer fünden, Nimmer vor dir gnade finden. 2. Wie dein herz mit jedem fünder Väterliches mitleid hat; Wie der freund der menschenkinder Selbst für feine mörder bat: So soll auch der Mel. Sollt' ich meinen gott r. chrift verzeihen, Und sich nicht der 449. Gott, der du die menschen liebest. Der du ein strenges recht, Sondern lauter guade übest An dem sündlichen geschlecht, Laß mich deinen geist beleben, Daß ich, vater, als dein find, Liebreich sei, wie du gesinnt. Herr, du wollst den finu mir geben, Der bei fehlern nachsicht zeigt, Und mit sanftmuth spricht und schweigt. mich Vor allem unrecht väterlich; 8. Datum, mein gott, bewahre Beging ichs je, so sei mirs leid Und zum ersatz mein herz bereit. zu vergeben; Denn, wenn ihnen wir verzeihn, Läſfest du uns gnade finden Auch für unsre eignen sünden. 6. Wohl uns! gott verzeiht uns fündern, Geht nicht mit uns ins gericht, Nimmt uns auf zu seinen findern, Strafet uns dann ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, Rachsucht in uns stets zu dämpfen. 2. Laß mich meines nächsten schonen, Willig tragen seine last; Und, so lang ich hier soll wohnen, Bleibe zantsucht mir verhaßt! Auch das ist, o gott, dein wille, Und die eintracht liebest du; O, so hilf mir auch dazu. 25. Von der Sanftmnth und Versöhnlichkeit. 205 Gieb ein herz mir, das die stille Und 5. Gieb mir, herr, und wende den frieden sucht und liebt, Das mein verderben! Bei wildem zorn läßt ftatt rache sanftmuth übt. sich dein reich nicht erben; Und jener tag vergilt nach strengem rechte Dem harten knechte. 3. O, wie wird das herz beschweret Durch des zornes leidenschaft! Zanfsucht, rachgier, haß verzehret Nach und nach des Lebens kraft; Kürzt das ziel von unsern jahren, Macht zum himmel ungeschickt. Herr, der auf mich schwachen blickt, Ach, du wollest mich bewahren, Daß des jähzorns raserei Nie des herzens meister sei. 6. So hilf mir denn die rachbegier ersticken! Laß sich dein bild in meine seele drücken! So werd ich mich versöhnlich finden lassen, Nicht wieder haffen. 7. Flucht mir mein feind, so gieb, daß ich ihn segne, Und seinem grimm mit freundlichkeit begegne; Daß mich das böse, das ich dann empfinde, Nicht überwinde. 4. Wer mir flucht, den will ich fegnen, So wie mein erlöser that, Und dem nachsichtsvoll begegnen, Der zum zanken neigung hat; Für die feinde will ich beten, llnd vor dich, du friedensfürst, Wenn du menschen richten wirst, Mit dem schmuck der liebe treten. Gott des friedens, stärke du mit deiner kraft dazu. 8. Verleih mir das, um deiner sanftmuth willen; So erb ich auch, im lande deiner stillen, Die seligkeit, wozu sie jenes leben Einst wird erheben. b. Ewig heil ist dem beſchieden, 451. Her für mich fitteſt, 5. err, mein der du Der nach frommer eintracht firebt. Höchster, gieb mir deinen frieden, Der zur sanftmuth uns erhebt. Er regiere berz und finnen; Denn, wenn er das herz regiert, Wird, was zu der zwietracht führt, Niemals übermacht gewinnen, Bis einst in der herrlichkeit Ewger friede uns erfreut. Mel. Herzliebster jesu, was hast: c. oder: Ist auch ein gott? wer ic. 450. He err, deine fanftmuth Wie viel hast du vergeben und ver geffen! Ach, führe mir doch deine große güte Recht zu gemüthe. 2. Du fegnetest mitleidig, die dir fluchten; Du heiltest selbst, die dich zu fangen suchten; Du zeigtest stets bei deiner feinde toben Der sanftmuth proben. 3. Ach, glich ich dir, o heiland! ich betenne, Daß ich noch oft von schnellem zorn entbrenne, Und mich vor dir manchmal, durch eigne rache, Verwerflich mache. 4. Dir, herzenskündiger, dir muß ichs klagen, Wie wenig kann mein stolzes herz vertragen; Wie schwer weiß ich, wenn andere mich hassen, Mich recht zu fassen? In voriger Melodie. Und noch zur rechten gottes für mich bittest: Erweck in mir, du muster wahrer liebe, Der sanftmuth triebe. 2. Wann hast du jemals haß mit haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, da man dich gescholten, Du segnetest mit wohlthun nicht blos. freunde, Auch deine feinde. 3. Und ich, herr, sollte mich den deinen nennen, Und doch von rachgier gegen andre brennen? Ich sollte wieder schelten? 4. Wie kann ich vater zu dent höchsten sagen. Und groll im Herzen gegen brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, Und rache schreien? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine sünden Auch nicht bei dir. o herr, vergebung finden. Dein jünger ist nur, der, wie du, vergiebet, Und feinde liebet. 6. So heilige denn meiner seelen triebe, Mein Heiland, durch den geist der wahren liebe: Daß nie die unglückseelge lust der rache Mich strafbar mache. 7. Wenn meine brüder sich an mir vergeben, So lehre mich ihr unrecht übersehen, Und, sollten sie mich 206 Zweite Abtheilung. auch empfindlich kränken, An dich ge-| christ, zum frieden, 3u diensten willig denken. sein. Wenn mich zu untertreten, Jhn güte mehr erhigt, So will ich für ihn beten Und gott vertraun; gott schützt. 8. Erwecke dann, o herr, in meinem herzen Aufs neue das gedächtniß jener schmerzen, Die du in deinen schweren Leidensstunden Für mich empfunden. 9. Laß mich mit sanftmuth meinem feind begegnen, Und, so wie du, den, der mir fluchet, segnen. Herr, mache gegen alle, die mich hassen, Mein Herz gelassen. 10. Will zu der rachsucht mich die furcht verführen, Als würd ich sonst mein ganzes glück verlieren: So zeig mir, herr, dies sei mein glück auf erden, Dir ähnlich werden. 11. Denn du beglückest den, der christlich handelt, Und überall nach deinem vorbild wandelt; Drum laß in allem mich schon hier auf erden Dir ähnlich werden. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 452. Nie will ich wieder fluchen, Wenn mir mein haffer flucht; Nie dem zu schaden suchen, Der mir zu schaden sucht. Ich will ihm sanft begegnen, Nicht drohen, wenn er droht, Schilt er, so will ich fegmen. Dies ist des herrn gebot. 2. Mein jesus, der gerechte, Vergalt die schmach mit huld; Die wuth ergrimmter tnechte Ertrug er mit geduld. Sollt ich denn wieder schelten, Da er nicht wieder schalt, Mit liebe nicht vergelten, Wie er dem feind vergalt? 3. Verläumdung dulden müssen, Ist schwer; doch diese pflicht Wird Teicht, wenn das gewissen Für meine unschuld spricht. Dies will ich treu bewahren: So bessert mich mein feind, Und lehrt mich flug verfahren, Indem ers böse meint. 4. Ich will die fehler scheuen, Die er von mir ersann; Auch die will ich bereuen, Die er nicht wissen kann. Durch huld will ich mich rächen, An ihm das gute sehn, Und gutes von ihm sprechen: Wie könnt er länger schmähn? 5. Ich will niemals ermüden, Jhm thätig zu verzeihn, Und, als ein Mel. Ach, was soll ich sünder zc. 453. Sollten menschen, meine brüder, Mir, mein gott, nicht theuer sein? Sollt ich sie nicht gern erfreun? Sind nicht alle christen glieder Dessen, der für alle starb, Allen gottes huld ervarb? 2. Alle sind wir eines stammes, Gleich an dürftiger natur; Allen hilft ein opfer nur Des unschuldgen gotteslammes. Und dieselbe seligkeit Ist für alle gleich bereit. 3. Kinder gottes follt ich hassen, Lieblos, unbarmherzig sein? Meinem feinde nicht verzeihn? Keine schulden ihm erlassen? Gott, nicht fürchten dein gericht? Dein erbarmen achten nicht? 4. Herr, der du für übelthäter Um vergebung batst, die last, Welche du getragen hast, War die last der übertreter; Doch warst du von rache fern, Duldetest, vergabest gern. 5. Wenn mein herz, vom hang zur sünde Hingerissen, dich verkennt, Und zu haß und rach entbrennt: Hilf dann, daß ich überwinde Meinen haß, und laß mich sehn In den tod für uns dich gehu. 6. Wie dir deine thränen floffent, Als dein ang um mich geweint; Wie du, großer menschenfreund, Auch für mich dein blut vergossen, Wie du littst, mich zu erfreun; Das laß mir vor augen sein. 7. Gieb es mir so zu erkennen, Daß ich thu, wie du gethan. Wer nicht liebt, geht dich nicht an; Ist kein glied von dir zu nennen; Ist dem gott der lieb ein gräu't Und verscherzt sein eignes heil." 8. so hilf mir, daß ich übe, Was dein wille mir gebeut, Nachsicht, sanftmuth, gütigkeit; Daß ich, wie du liebest, liebe, Innig liebe, milde, treu, Sanft und leicht versöhnlich sei. 9. Ja, ihr meines hauptes glieder, Christi, der für alle starb, Allen gnad 26. Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit 2c. 207 und huld erwarb, Lieben will ich 5. Jhm folgen, ist dein wahrer euch, ihr brüder! Für euch beten, ruhm. Beleidigern verzeihn Ist ehre euch erfreun, Wohlthun, dulden und für dein christenthum; Sich ihres falls verzeihn. nicht freun. Nicht den, der dich schmäht, wieder schmähn, Gereicht dir selbst zum wohlergehn. 6. Im zorn denkt niemand ernstlich nach, Was gott gefallen sollte. Die rache selbst vermehrt die schmach, Die man bestrafen wollte. Kein schimpf wird ungeschehn gemacht, Wenn deine rachgier wild erwacht. 7. Die rachgier reißt gerechtigkeit, Reißt glauben aus dem herzen, Stört des gemüths zufriedenheit Und straft mit bittern schmerzen. Sie hindert dant, gebät, vertraun Und raubt den muth, auf gott zu baun. 8. Durch sanftmuth( übe nur die pflicht!) Wirst du den feind besiegen. Draube deiner seele nicht Dies göttliche vergnügen. Dann wird der herr auch dir verzeihn, Dein vater und vergelter sein. 9. Laß mich aus liebe, gott, zu dir Das unrecht nicht selbst rächen. Du wirst, verzeih ich gern, auch mir Ein gnädig urtheil sprechen. Von dir kommt auch der sanftmuth sinn; Nach deiner gnade gieb mir ihn. Mel. Machs mit mir, gott 2c. 454. Verbittre dir dein leben nicht, O christ. durch eigne rache; Verzeihen ist des christen pflicht, Vergelten gottes sache. Die fanftmuth, die sein wort gebeut, Liebt feinde, segnet und verzeiht. 2. Wahr ists, empfindlich ist der schmerz, Von menschen unrecht lei den; Und dennoch soll des christen herz Am zorne sich nicht weiden, Soll nicht sein eigner richter sein; Soll alles unrecht gern verzeihn. 3. So widrig diese pflicht dir scheint, So mußt du sie doch üben; Sonst bist du nicht des heilands freund, Der sie dir vorgeschrieben. Empört dein Herz dawider sich, So sich auf ihn; besiege dich. 4. Wer hat wohl größern widerspruch Von sündern hier erduldet. Als er, der herr, der schmach und fluch Von andern nie verschuldet; Und dennoch will er langmuthsvoll, Daß teiner ewig sterben soll. 26) Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutſeligkeit. Mel. In allen meinen thaten: c. heiland that, Der zärtliche erbarmer, Du, aller menschen vater. Den kein bedrängter armer Bergebens um bat. 455. berather In allem, was uns drückt! Die freuden, die wir haben, Sind einzig deine gaben; Du bists, der unser herz erquickt. 2. Du läßt dich von uns fündern Durch undank nicht verhindern, Uns täglich zu erfreun; Zu ewgen seligteiten Uns sterbliche zu leiten, Wird immer dein vergnügen sein. 3. Wie groß ist deine milde! BarmHerzger vater, bilde Mein herz nach deinem sinn. Daß ich der noth der armen Mich willig mög erbarmen; Nimm alle härte von mir hin. 4. Gieb, daß ich willig gebe, Mich wohlzuthun bestrebe, So, wie mein 5. Erhalt in mir die triebe Der mitleidsvollen liebe; Wie du mir guts gethan. So laß, um deinetwillen, Mich andrer seufzer stillen, So oft ich sie nur stillen kann. 6. 3um fleiß in guten werken Laß mich die hoffnung stärken: Vor dir, dem Herrn der welt, Der frohe geber liebet, Sei, was man willig giebet, Ein opfer, das dir wohlgefällt. 7. O wohl mir! ich gewinne Schon hier, bei diesem sinne, Troft und zufriedenheit, Und einst vor gottes throne Zum unschäßbaren lohne, Die freuden einer ewigteit. 208 Zweite Abtheilung. Mel. Wer nur den lieben gott: c. aller menschen freude werden, Dir, 456. Nicht mürrisch, finſter, heiland, immer ähnlicher; So werden ewig gottes wahre ungesellig wer ein chrift zu sein sich freut; Ist obne schmeichelei gefällig; Vereinigt ernſt und freundlichkeit; Jst traurig mit den traurigen, Und fröhlich mit den fröhlichen. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 20. schen, höret, Hört das 457. Seid barmherzig! men2. Es liegt in keinem seiner blicke, heilige gebot, Das uns jesus christus Als wie in einem hinterhalt, Auflau- lehret: Seid barmherzig! seids, wie rend schadenfrohe tücke, Und haß in lächelnder gestalt. Sein blick, kein blick gott! Gebt, so wird euch auch gegeben, der heuchelei, Ist liebreich, offen, gút und frei. Was euch noth ist, heil und leben. 3. Sein antliß, heiter, wie der morgen, Wird trüb und seine freud entflieht, Wenn es bekümmerniß und sorgen In seines bruders auge sieht; Und strahlt in neuer heiterkeit, Wenn ein getrösteter fich freut. 4. Bescheiden, sittsam, ehrerbietig Ist, wer ein jünger jesu ist; Nie sclavisch; auch nicht übermüthfg, Wenn er vor andern glücklich ist. Er ist, weil er, wie jesus, liebt, In allem, was erfreut, geübt. 5. Er schleicht, für fromm erklärt zu werden, Nicht traurig, heuchlern gleich, einher; Doch sündenreizende geberden Haßt, wie sein gott sie haßt, auch er; In seinem blick auch feusch und rein, Stets fröhlich, ohne frech zu sein. kinder sein. 2. So viel menschen, so viel brüder, Denn ein gott ists, der uns schuf. Wir sind alle christi glieder; Allgemein ist gottes ruf. Seine sonne läßt er scheinen Auch den bösen, wie den seinen. 3. Gleicht dem vater im erbarmen! Seid barmherzig, seids, wie er! Gebt den dürftigen und armen; Was ihr gebt, empfängt der herr! Helft und eilt, auch ungesehen, Euern brüdern beizustehen. 4. Hülfreich zu bedrängten eilen, Sie beschützen und erfreun, Kummer lindern, wunden heilen, Wohlthun, trösten und verzeihn, Und dies ohne stolz verrichten: Das sind jedes christen pflichten. 5. Herr, wir geben von dem dei6. Durch liebliches gespräch erhei- nen, Was wir geben; laß uns nie tert Er auch des blöden angesicht; Und jedes Herz fühlt sich erweitert und freudenvoller, wenn er spricht: Denn, was er sagt und was er thut, Ist wohlgemeint, ist wahr und gut. Mel. D gott, du frommer gott ze. 7. Er muß gefallen, er gebiete, Er warn, er straf auch; er gebeut, Er 458. Wie felig lebt ein mensch.. Der er lieb Mit ernst, und doch mit freundlichkeit; Und tröstet er; wie leicht vergißt Sein nächster, was sein fummer ist. 8. Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlich, Nein, eifrig, jeden zu erfreun. Und sanft, und anmuthsvoll, und freundlich. Soll jeder jünger jefu sein. Ach wären wirs! ach glichen wir, D vorbild aller liebe, dir. 9. In allen worten und geberden, In allen thaten laß, o herr! Uns Fühllos sein, wo brüder weinen! Unser mitleid tröste sie; Daß, wenn wir zu dir uns nahen, Wir auch trost und hülf empfahen. 10 fennet, Und andern wohlzuthun Aus. menschenliebe brennet! Der, wenn ihn auch kein eid Zum dienst der welt verbind't, Beruf und eid und amt. Schon in sich selber find't. 2. Dir, höchster, ahnt er nach. Im wohlthun dir zu gleichen, Durch dienstbeslissenheit Sucht er dies zu erreichen: Er hält für eignes wohl Sich nicht allein gemacht; Er hält sich für: die welt Von dir hervorgebracht. 27. Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 209 3. Er denkt, die welt hat recht Auf| ergehen Sind mittel, die er braucht, meinen dienst und kräfte, Ihr nützen Behülflich gern zu sein, Und einen ist für mich Ein seliges geschäfte. Als leidenden Dit troste zu erfreun. glieder schuf uns gott, Als bürger 6. Was einer welt, In der des einen hand Die hand des andern hält. 4. So denkt der menschenfreund; Und das ist sein bestreben, So treu, als er sich lebt, Zum wohl der welt zu leben. Ihm wird des nächsten heil Sein eignes himmelreich; Er fühlet fremde noth, Als träf ihn selbst der streich. 5. Er eilt, dem, ders bedarf, Mit hülfe beizustehen; Sein ansehn und sein freund, Sein stand, sein wohl- liebe ein. 2. Andern zu gefallen lügen, Leeren schwätzern gleich zu sein, Heuchelnd brüder zu betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit an allen orten Mich in werken und in worten; Redlich sei des herzens grund, Redlich sprech auch stets der mund. 27) Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Mel. Alle menschen müssen sterben ic. einzges meiner worte Deinem ohr 459. Laß mich, höchster, dar- verborgen ist: Dies erwecke mein genach der ich mich vor lügen wahrheit freund zu sein. Zu des Denn du liebst den wahrheitsfreund himmels frohem leben Geht kein Und bist allen falschen feind. frecher lügner ein, Und vor deinem angesichte Werden sie, beschämt, zu nichte; Denn vor dir sind immerdar Aller Herzen offenbar. 3. Die der falschheit sich ergeben, Sind vor dir, o gott, ein gräu'! Und ein unglückselig leben Ist gewiß ihr tünftges theil. Hier schon trifft verdiente schande Sie bei redlichen im lande! Denn ein jeder menschenfreund Ist der falschheit ränken feind. andrer nothdurft heischt, Das reizet feine triebe, Auch ohne ruhm und lohn, Zur wahren menschenliebe. Kein stolz, noch eigennut Wirkt seine gütigkeit. Er sieht auf seinen gott, Der liebe ihm gebeut. 4. Schmäht mich, ohne mein verschulden Der verläumder lästermund, Oso laß michs still erdulden! Einst wird doch die wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, Meine unschuld zu bezeugen; So verleihe, daß dabei Herz und mund voll sanftmuth sei. 5. Daß du, herr, an jedem orte, Beuge meines wandels bist, Daß kein Goangel. Luth. 7. So laß mich auch gesinnt, Mein gott, durch christum werden! Voll regen eifers sei Mein leben hier auf erden, So nützlich, als ich kann, Dem nächsten stets zu sein! Dann geh ich einst zu dir Ins reich der Mel. Befiehl du deine wege ic.€ 460. Wohl dem, der richtig wandelt, Der als ein wahrheitsfreund In wort und werken handelt, Und das ist, was er scheint; Der recht und treue liebet, Und von dem sinn der welt, Die trug und falschheit übet, Sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der lügen haffet, Und der, so oft er spricht, So seine reden faffet, Daß er die wahrheit nicht mit vorbedacht verletzet, Und der an jedem ort Sich dies vor augen setzet: Gott merkt auf jedes wort. 3. Wohl ihm, wenn sein gemüthe, Gott, so die wahrheit übt; Jhn leitet deine güte, Er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, Wenn in der wahrheit licht Beschämt die falschen stehen, Geschreckt durch dein gericht. 4. Herr, drücke diese sache Mir tief ins berze ein, Daß ichs zur pflicht mir mache, Der lügen feind zu sein; Erinnre mein gewissen. Du hasfest heuchelei, Damit ich stets bea flissen Der treu und wahrheit sei.. 14 210 5. Laß niemals mich versprechen, Was ich nicht halten kann, Auch nie zusagen brechen, Die ich einmal gethan; Nie mich den stolz verleiten Und nie des beispiels macht, Als wahrheit auszubreiten, Was ich doch felbst erdacht. Zweite Abtheilung. 6. Doch laß zu allen zeiten Auch deiner wahrheit licht, Herr, meine feele leiten. Damit ich meine pflicht Mit flugheit üb und wisse Wann ich für andrer wohl Und für mich reden müsse, Und wann ich schweigen soll. 28) Von der Mel. Nun banket all', und zc. 461. Das glid ist groß. das gott mir schenkt In einem wahren freund! Der als ein chrift rechtschaffen denkt, Und treu es mit mir meint. 7. Wenn jemals, mich zu drücken, Des feindes rath gelingt. Wenn er mit bösen tücken In tümmerniß mich bringt: So stärke meine seele, Daß sie nicht unterlieg, Und alles dir befehle; Du giebst der unschuld sieg. 8. Ein herz voll treu und glauben, Das, gott, dein auge scheut. Das soll mir niemand rauben; So kann mit freudigkeit Jch hier zu dir aufsehen, und dort vergiltst du mir, Wenn falsche nicht bestehen, Mit wonn und preis dafür. 7. Freimüthig ohne bitterkeit Straft er mich, wenn ich fehl. Und eigne unvollkommenheit Hält er vor mir nicht hehl. 8. Manch wort, zu unsers gottes ruhm, Theil ich mit ihm vertraut; Und werd in meinem christenthuni Oft sehr durch ihn erbaut. 9. Ich frene mich mit ihm der zeit, Da uns, in jener welt Berklärt zum Freundschaft. glück der ewigkeit, Nichts mehr an ichts me wohlfein fehlt. 10. Da wir, vor gottes thron bereint, Bon allen mängeln rein, Ihn sehn, den allerhöchsten freund, Mit ihn uns ewig freun. 2. Man schätzt den freund in jedermann, Wär er auch nicht ein christ. Doch ganz unschätzbar ist er dann, Ist er auch wahrer christ. 3. Als wahrheits- und als tugendfreund Besitzet er mein herz. Ich Mel. Allein gott in der höh' fei 2. theil mit ihm, ders redlich meint, 462. Welch glück, o gott, ist Mein und meinen 4. Jch schmeck des lebens füßigkeit In doppelt starker traft, Benn mich das edle glück erfreut, Das so ein freund verschafft. freundschaft diesem pilgerleben! Sie kann im unglück und im glück Uns trost und freuden geben. Sie ist der tugend startes band; Es führet ihre fromme hand Uns ab von sündenwege. 5. Manch leid umwölfet mein gemüth; Ich klag es meinem freund, Fühl, daß schon halb der fummer flieht, Wenn er nur mit mir weint. 2. O jesu, bester menschenfreund, Der du uns sünder liebtest, Nur das, was groß und erel heißt. Uns hier 6. Oft lindert mic sein guter rath zum beispiel übtest; So göttlich liebDes leidens herben schmerz. Oft reich für uns starbst. Selbst gottes hilft er mir auch mit der that; Und freundschaft uns erwarbst, Uns ewig froh dankt ihm mein herz. zu beglücken. 11. O gott, mein gott, wie dant ich dir, Benn so ein freund mich schätzt! Ich bitte dich, erhalte mir Dies glück stets unverletzt. 3. Schent mir auch einen frommen freund( Nur du kannst ihn mir geben), Der edel und rechtschaffen denkt, Der mir in meinem leben Ein reizend tugendmuster sei, Und bei mir standhaft und getren Im glück und unglück stehe. 4. Der meine unvollkommenheit Mit sanfter schonung trage, Mir fehler ohne bitterfeit, Nur mich zu besseru, sage; Der mich vor fünden 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. 211 immerdar, Vor irrthum, schaden und leugnet, menschen treu Und redlich gefahr an leib und seele warne. sic sein und bleiben? 5. Doch laß mein herz vorsichtig sein, mit wem es freundschaft machet. Kein spötter der religion, Der über tugend lachet; Kein wollüstling, kein stolzes herz, Wer fühllos ist bei andrer schmerz, Sei niemals mein 7. Doch hab ich einen wahren freund Von dir, o gott, erhalten; So laß denn auch mein warmes herz Nie gegen ihn erkalten. Laß mich verschwiegen, redlich sein, Neid, falschheit, argwohn, schmeichelein Und eigennut fiets fliehen. vertrauter. 8. Gott, präge du der liebe sinn So freunden ein als feinden. Auch die, die meine feinde sind, Die mache mir zu freunden. Bild unser herz zur einigkeit: Sehr uns, daß jene seligkeit Sei wahre lieb und freundschaft. 6. Ein mensch, vom laster angesteckt, Wird mich auch leicht anstecken; Laß mich ihn fliehn als eine pest, Mich nicht durch ihn beflecken, Und wie kann der, der ohne scheu Stets gott ver29) Von der Glückseligkeit wahrer Christen. men: ich bin dein; Im glauben der erlösten, Sich deiner huld getrösten; Welch glück, mein gott, kann größer sein? 301. Que der natur. 8. Läßt du mich im gewissen Einst diesen troft genießen, Wenn alles von mir weicht; Kann ich dann, voll ver2. Wenn meine schuld mich beu- trauen, Auf dich noch, vater, schauen. get, Und dann dein geift bezeuget, So wird mir selbst das sterben leicht. Daß ich begnadigt bin; Wenn mich 9. O laß zu allen zeiten Mich dein trost erquitet, So oft mich deine weisheit leiten, und mache selbst trübsal drücket; Wie unschätzbar ist mich treu! 3um fleiß in guten werken mein gewinn. Laß mich die Hoffnung stärken, Daß groß der lohn im himmel sei. Mel. In allen meinen thaten: c. 463. Gi in ruhiges gewissen Laß. herr! mich stets genießen. Denn hab ich dieses nur, So ist für mich in tagen, Wo andre ängstlich zagen, Nichts schrecklicher in 3. Sollt ich solch ruhig leben Für lust der fünde geben. Und dann die innre pein, Mich selber zu verklagen, In meinem busen tragen? Gott, laß 464. Got dies ferne von mir sein. 4. Sein eignes herz bekämpfen, Und seine neigung dämpfen, Ist freilich schwere pflicht; Doch, wenn wir uns besiegen, Welch himmliches vergnügent Gewährt die überwindung nicht. 5. Nichts kann im wohlergehen So unser glück erhöhen, Als ein geruhig herz. Das schafft uns innre freuden, Und mildert auch im leiden Durch feinen troft den größten schmerz. 6. Die freuden zu verachten, Wornach die fünder schmachten. Was giebt uns dazu muth? Was tröstet gottes finder Beim spotte frecher fünder? Ein rubig herz, das beste gut. 7. Bu dir gen himmel schauen, gott, und mit vertrauen Sich rith Mel. Wer nur den lieben gott. Gott, deine gnad ist leben, Sie schafft uns heil und seelenruh. Dein ists, die sünden zu vergeben, Und willig ist dein herz dazu. Du nimmst die fünder gnädig an, Die sich voll reue zu dir nahn. 2. Uns, uns verlorne zu erretten, Gabst du für uns selbst deinen sohn, Er litt, damit wir friede hätten, Für uns den tod, der fünde lohn. O gott! wie hast du uns geliebt! Welch ein erbarmen ausgeübt. 3. Dank, ewig dank sei deiner trene. Die niemand gnug erheben tann! Nun nimmst du jede wahre reue Um christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir belehrt, Und gläubig seinen mittler ehrt. 14* sirds Zweite Abtheilung.nd mot e 212 4. Den, herr, befreist du von den plagen, Die dem gewissen furchtbar sind; Der kann getroft und freudig sagen: Gott ist für mich, ich bin sein tind; Hier ist der, welcher für mich litt, Und mich noch jetzt bei gott vertritt. 5. O herr, wie selig ist die seele, Die so sich deiner gnade freut! Ob auch groß irdisch gut ihr fehle, Fehlt ihr doch nicht zufriedenheit; Gott, deine huld ist weit mehr werth. Als alles, was die welt gewährt. 6. Dein friede stärkt mit frohem muthe Das herz auch in der größten noth; Giebt hoffnung zu dem ewgen gute, und macht getroft selbst in dem tod; Wer diesen frieden hat, genießt Lust, die des himmels anfang ist. wir mit dem tode streiten: Danu hilft er der schwachheit auf, Und erleichtert kampf und lauf. 3. Wenn uns stolze sünder meiden, Weil wir ihre freuden fliehn, Dann giebt er uns seine freuden; Unser herz empfindet ihn. Kann ich größres glück begehren? Ewiger hat dich mein herz: so wird es ohne schmerz Den besitz der welt entbehren. Alles andre wird mir klein Gegen deine gnade sein. 4. Wenn mich leiden niederdrücken, Nehm ich sie als wohlthat an Von der hand, die nur beglücken, Aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine schmerzen Mit der seele heiterkeit, Und versüßest alles leid Durch die sanfte ruh im herzen, Die mich stets mit muth belebt, Ueber alles leid erhebt. 7. Laß, vater, denn in diesem frieden Auch meine feele freudig ruhn. Auch mir hast du dies glück beschieden; Denn auch für mich genug zu thun, Ward sterbend der am freuz ein fluch, Der aller menschen sünden trug. 8. D laß mich dies im glauben faffen, Und mich mit starker zuversicht Auf deine vatertreu verlassen; Wenn alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Sein heil steht unbeweglich fest. Mel. Dewigkeit, du donnerwort ac. 9. Lobsingend will ich dich erheben, 466. Mein glaub ist meines Mich ewig deiner gnade freun, Und deinem dienst mein ganzes leben In findlichem gehorsam weihn; Denn du bergabft mir meine schuld; Nie, nie vergeß ich diese huld. lebens ruh. Und führt mich deinem himmel zu, O du, an den ich glaube! Ach gieb mir, herr, beständigkeit, Daß diesen trost der sterblichfeit Nichts meiner seele raube. Tief präg es meinem herzen ein: Weldy glück es sei ein christ zu sein. 5. Von gefahr und noth umgeben, Ueber diesen rauhen pfad Geh ich, vater, in dein leben, Das nicht leid, nur wonne hat. Sollten mich der erde freuden, Sollte mich der fünder spott uns das elend und der tod, Herr, von deiner liebe scheiden? Raubt ich meine krone mir! Nein, ich leb, ich sterbe dir. Mel. Sollt' ich meinen gott 2. 2. Du hast dem sterblichen geschlecht 465. Gott, durch welchen alle Bur seelgen ewigkeit ein recht Durch dinge erworben. Nun wird mein ten und vergehn, Stärt mich, daß ich leib zwar asch und stanb, Doch nicht dich befinge; Lehre mich, dein lob er des todes ewger raub; Du bist für höhn! Laß mich dich im stillen loben, mich gestorben. Mir, der ich dein Mich, den du voll lieb und huld Aus erlöster bin, Ist, daß ich sterbe, num den tiefen seiner schuld zu des christen gewinn. glück erhoben! Dich erheb ich immerdar, Der mich schuf und neu gebar. 2. Könnt ihr die gestirne zählen: Gottes gnade zählt ihr nicht. Er er rettet unsre seelen, Ist ihr freude, troft und licht. Wenn wir mit den eitelfeiten. Mit versuchungen der lust, Mit dem feind in unsrer brust, Wenn 3. Ich bin erlöst und bin ein christ; Mein herz ist ruhig, und vergißt Die schmerzen dieses lebens. Jch dulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen trostes voll: Ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein heil mir zu, Hier kurzen schmerz dort ewge ruh. hog 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. 213 4. Was seid ihr leiden dieser zeit| Bringt eine noth mich ins gedränge, Mir, der ich jener herrlichkeit Mit ruh So hab ich doch den trost an dir, entgegen schaue? Bald ruft mich gott, Daß du auch leiden dieser zeit Stets und ewiglich Belohnet und erquickt er lenkst zu meiner seligkeit. mich, Weil ich ihm hier vertraue: Bald, bald verschwindet aller schmerz, Und himmelsfrenden schmeckt mein herz. 4. Froh seh ich deinem höhern segen, Den deine hand in jener welt Den deinen aufbewahrt, entgegen: Und wenn mein leib in staub zerfällt, So zagt mein herz doch darum nicht: Denn du bist meine zuversicht. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der sünde schändlich joch In meinem lauf auf erden. Die tugend ist mir süße pflicht! Und 5. Mein heil steht blos in deinen wenn ich gleich hinieden nicht Ganz frei von fehlern werde, So ist mein troft: gott hat geduld Und straft nicht meiner schwachheit schuld. händen, Und dein ist, vater, alle macht, Mir jedes gute zuzuwenden, Das deine huld mir zugedacht; Nur du vollführst stets deinen rath. Wohl dem, der dich zum freunde hat. 6. Dies ist das glück der reinen seelen, Die sich mit ernst vor fünden scheun, Nur dich zu ihrem trost erwählen, Und vor dir, recht zu thun, sich freun. Wer dich mit solchem sinn verehrt, Der ist dein freund, der ist dir werth. 7. Der hat dich auch in allen fällen Gewiß zum trost, und kann sein herz Durch dich, o gott, zufrieden stellen Bei jedem gram, in jedem schmerz! Den wird zum ewgen wohlergehn Unfehlbar deine huld erhöhn. 6. Der du den tod für mich bezwangst, Du hast mich, mittler, aus der angst, Die ich verdient, geriffen. Dir, dir verdank ich meine ruh; Du heileft neine wunden zu, Du stillest mein gewissen; Und fall ich noch in meinem lauf, So richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei gott! ich bin ein christ, Und seine gnad und wahrheit ist An mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner heiligung. Ich spüre täglich besserung Des herzens und des lebens. Ich fühle durch des geistes traft Mich, herr, getrost und tugendhaft. 8. Dank sei dir, vater, dank und ruhm! Du lehrtest mich das christenthum Fest glauben, redlich üben; Es macht mich ruhig und erfreut. Führt nich zur wahren seligkeit; Wie, sollt ich es nicht lieben? Erhalte stets mein herz dabei, So preis ich ewig deine treu. 2. Wovor darf meiner feele grauen, Wenn du mir, gott, nicht schrecklich bist? Kann ich getroft auf dich nur schauen, Dem alles unterworfen ist: So seh ich auch mit heiterm sinn Auf alles andre ruhig hin. 8. So hilf denn, daß ich, weil ich lebe, Ulm deiner gnade mich zu freun, Nach einem reinen herzen strebe, Und präg es mir aufs tiefste ein: Kein größres glück sei auf der welt, Als wenn man dir, gott, wohlgefällt. 3. Beschämt mich meiner fehler menge: Du, vater, du verzeihst sie mir. Mel. Allein gott in der höh' fei n. welch ein unschätzbares gut 3st doch ein gut hab Mel. Wer nur den lieben gott it. it dir, nur das, 467. Mfriebe haben, Und ich muth, Wenn andre zagen müſſen. deiner huld versichert sein, Das ist die größte aller gaben, Die jedes menschen Herz erfreun. Tas bleibt auch in der ewigteit die quelle der zufriedenheit. Dann zittert meine seele nicht; Mich schreckt tein tod und fein gericht Denn ich hab gott zum freunde. 468. 2. Bin ich mir dessen, gott, bewußt, Und sich bei dir in gnaden, So wohnet ruh in meiner brust Und wer will dann mir schaden? Ich feb auf dich in aller noth, Womit die zukunft mich bedroht; Mich tröstet deine Liebe. 3. Trifft mich auch hier zuweilen noch Das gift der lästerungen; Wird 214 3weite Abtheilung. S meines herzens ruhe doch Dadurch ich gutes nur allein; Such ich, vater, nicht ganz bezwungen. Weiß sich nur mehr als allen, Such ich stets dir mein gewissen rein. Und flieh ich zu gefallen, So sind ewge freuden auch den bösen schein, Wirst du mich mein. schon beschützen. 4. Ich sehe mit zufriedenheit Der fünftgen welt entgegen; Sie giebt mir muth und freudigkeit Auf allen Denn dort macht felbst, o herr, dein mund Den hohen werth des christen kund; Da wird der fromme siegen. meinen wegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum heil, Ein unverletzt gewissen, Deshaft lebens allerbestes theil, zu haben sei beflissen. Mit dir, gott, ausgeföhnt zu sein: Dein heilig recht nicht zu entweihn: Das sei mein größter eifer. 6. Des richtigen gewissens spruch Laß mich stets folgsam ehren. Und immer aufmerksam genug, Auf seine warnung hören. Erinnerts mich an meine schuld, So laß mich, vater, deine huld, Boll ren und glauben fudent. 7. Mit deiner guade tröste mich Und stärke meine seele, Daß sie vor fünden hüte sich. Und nie aus vorsatz fehle: Denn wer nur reines herzens ist, hat immer dich durch jesum christ, Allgiltiger, zum trofte. 5. Kann ich, wenn mich menschen haffen, Mich auf dich nur, gott, verlassen, Und verdammt mein herz mich nicht: O, so bin ich voller freude, und verlier, auch wenn ich leide. Nicht den muth zu meiner pflicht. 6. Laß den reiz der eitelkeiten Nie von dir mein Herz ableiten, Bleib du betrug der sünden Sehn und standmir mein höchstes gut! Hilf mir den überwinden; Gieb mir dazu traft und muth. Mel. Wer nur den lieben gutt 2c. 470. Wer durch dein wort ist neu geboren, D vater! und von dir empfängt Ein herz, das dich zum heil erkoren, Der fünd entsagt, und göttlich denkt, Und heilig lebt; wie selig ist Ein solcher mensch, ein wahrer christ. 2. Befreit von seinen finsternisser Und von der fünde sclaverei; Begnadigt, ruhig im gewissen, von strafen des gesetzes frei; Sieht er in dir, ater, den mein herz mit dir vereint, Den vater und dere Mel. Nues ist an deinem: c. 7. Lenfe vater, mein bestreben Hin einem bessern leben; Lehre mich schon in der zeit An dem ewigen ergötzen, Hier den werth der dinge schätzen, Wie einst in der ewigkeit. 4. Friede werd ich im gewissen, Und den himmel hier genießen, Lieb 469. Verehret, Dem mein besten freund. leben angehöret, Heilig sei mir dein gebot: Ueber alles dich zu lieben, Deinen willen gern zu üben, Und dir treu zu sein, o gott. 2. Ohne dich ist doch kein friede; Und die seele quält sich müde Um das blendwerk dieser zeit. Ihren durst kannst du nur stillen, Und du willst ihn gern erfüllen Hier und auch in ewigkeit. 3. Gieb, herr, daß das glück der erde Nie für mich verführung werde; Deine huld sei mehr mir werth. Sie nur ist das glück der seelen, Und das werd ich nicht verfehlen, Wenn mein herz dich findlich ehrt. 3. Er darf, o gott, von dir verlangen, Was ihm dein eigner sohn erwarb; Er wird es auch von dir empfangen, Weil er auch ihm zum heile starb: Verständniß, so wie muthy und kraft, Zum kampf in seiner pilgrimschaft. dog 4. 3um sichern siege deine stärke, Und deinen geist der heiligung, Zu einem jeden guten werke! Im leiden trost und linderung; Und selbst, in dieser übungszeit, Den vorschmack jener herrlichkeit. 5. In seinem findlichen gebäte Ift er der frohen zuversicht. Daß ihn dein sohn vor dir vertrete, Und du beschämst dein lind auch nicht: Ja, 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. beine vaterhuld gewährt Ihm immer mehr, als er begehrt. 6. Bereit zu helfen und zu trösten, Lenkst du mit väterlicher huld Zum besten alles dem erlösten, Und haft, wenn er auch fehlt, geduld. Hilfft ihm in seiner schwachheit auf. Und förderst seinen tugendlauf. 7. Er wandelt gern auf deinen wegen, Liebt alle menschen brüderlich; Sein thun, o herr, wird endlich segen, Auch freut er deines beifalls sich; Wenn alle sünder ihn verschmähn, Bleibt doch sein trost und glück bestehn. 8. Er, sicher, daß er selig werde, Bufrieden stets mit seinem loos, Ist für die schnöde lust der erde Zu Ein zeitlich glück ist ihm zu klein; Denn er wird ewig glücklich sein. 9. Er sieht den tod von ferne kommen, Und zittert nicht, er ist sein freund; Von dir zum erben angenommen, Frohlockt er, wenn der tod er scheint: Er endet fröhlich seinen lauf Und schwinget sich zu dir hinauf. 10. Wie selig, wer so neu geboren, Ein frommes herz von dir empfängt, Und dich zum eigenthum erkoren. Der sünd entsagt, und göttlich denkt, Und heilig lebt: wie selig ist Dein tind, dein eigenthum, der christ. 215 zu bereun; Sucht gnad und strebt noch mehr Der tugend treu zu sein. 4. Getreu in seinem stand, Genießt er gottes gaben Vergnügt, wenn andre gleich mehr glück und ansehn haben. Mit dem, was gott ihm giebt Zufrieden, frei von neid, Von habsucht und von geiz Von stolz und eitelkeit. 3. Gott hat er allezeit Bor augen und im herzen; Wacht über sich und scheut Sich vor der finde schmerzen; Er eilet, wenn er fällt, Den fall gleich 5. Schenkt gottes hand ihm viel, So wird er vielen nüßen; Des freundes glück erhöhn, Berlaßne tugend schützen; Auch selbst beleidiger Bird er in noth erfreun; Gut, wie sein gott gefinnt, Und milde wird er sein. 6. Er kränkt den nächsten nie, Schützt seinen ruhm, sein leben: Er trägt ihn mit geduld, Ist willig zu vergeben: Und übereilt ihn auch Der zorn, so bald: wie oft Verschonet gott auch mich. 7. Er suchet jedes herz Jm guten zu bestärken; Und jeden reizet er zu allen guten werken: Mit allen suchet er Ein herz und sinn zu sein, Mit ihnen eines herrn Und theils sich einst zu freun. 8. Das heil der ewigteit, Das hier der fromme schmecket, Erhält ihn so getroft, Daß ihn kein unfall schrecket! Es schafft ihm frohen muth, Und stillet seinen schmerz: Jm tode selbst frohlockt Sein gottergebnes Herz. Mel. Wie groß ist des aumächtgen: c. Mcl. O gott, du fremmer gott zt. 471. er gottes wege geht, 472. Wie mächtig spricht in Nur der hat wahren frieden. Wie herrlich ist sein glück Jhin selbst von gott beschieden: Voll glantens widersteht. Er jeder bösen lust, Jst seiner tugend sich Froh vor dem Herrn bewußt. meiner feele, Herr, deine stimme voller huld! Du schonest meiner, wenu ich fehle; Zürnst nicht; hast väterlich geduld; Schickst deinen geist, mich zu regieren; Sprichst meinem herzen freundlich zu; Wirft niemals müde, mich zu führen, Und sorgft für meine wahre ruh. 2. Er merkt auf seinen gang. Geht ihn mit festem muthe; Wird in der schwachheit start, Liebt immer mehr das gute. Ihn macet gottes geift Durch sein wort tugendhaft, Und er nimmt immer zu An fenntniß und an fraft. 2. Erbarmer deiner freaturen! Liebreicher herr der ganzen welt! Die deiner güte reiche spuren In jedem sonnenstaub enthält: 3u groß sind fie, daß ich ermessen Die wunder deiner liebe fann. Nie will ich undankbar vergessen, Was du zu meinem heil gethan. 3. Sollt ich nun noch den gott mit willen Beleidigen, der mir vere 216 Dritte Abtheilung. 09 giebt? Der mir, gebote zu erfüllen, weder mensch noch engel büßt; Wie Gegeben hat, weil er mich liebt; Der die erfüllung meiner pflichten Aus lauter güte mir vergilt? Und der, anstatt mich streng zu richten, Mein mit troft und freud freudig fann ichs dann empfinden, Daß christus mein erlöser ist. 5. Den großen tröstenden gedanken Geb ich für alle welten nicht. Wahr bleibt er, wenn auch ber. Gein Dienſt ist glite für meine Geft ficht er, wenn die welt auch feele; Gehorsam meine seligkeit! Wie findlich wein ich, wenn ich fehle. Vor ihm, dem vater, der verzeiht! Ich fühl die schwere meiner fünden, Die Dritte Abtheilung. Lieder für besondere Zeiten, Stände und Vorfälle. 1) Bei dem öffentlichen Gottesdienste. a. Beim Anfange desselben. Mel. Vom himmel hoch da c. oder: Wenn wir in höchsten ic. bricht. Es mögen fündigen und zittern. Die finder des verderbens sind! Gott wird der erde grund erschüttern; Jch bebe nicht, ich bin sein find. Mel. Liebster jesu, wir sind 2c. 474. Gieb, herr, daß dein then 473. Grör uns, gott, wir flehn um licht, Versage deinen geist uns nicht, Laß uns dein heilig wort verstehn Und freudig deine wege gehn. 2. Erleuchte unsre seelen nun, Stärt uns, und lehr uns redlich deinem dsiy Denn wir sind dein jetzt und im tod. 475. Heicht sind wir hier. In voriger Melodie. err, vor deinem ange 3. Mach uns im glauben stark und frei Von trägheit und von heuchelei; Zu dienen dir die lebenszeit In christlicher rechtschaffenheit. dich anzubeten; Laß uns ohne andacht nicht, Nicht ohn ernst dein haus betreten; Gieb uns herzen, die dich ehren, Christlich flehn, aufmerksam hören. 4. O höchster! unser lobgesang Gefalle dir und unser dank, Bis wir vor deinem throne stehn Und dann vollkommner dich erhöhn. bringe, Und daß es uns mächtig stärke Zur vollbringung guter werke. 2. Laß es uns sein troft und licht, Herr, auf allen unsern wegen; Unfre starke zuversicht, Wenn sich noth und trübsal regen; Es vermehre unfre freuden Bis wir von der welt einst scheiden. 20151 Heut so durchdringe, Daß es dann auch immerfort Frucht in unserm leben 2. Laß dein seligmachend wort Biele gute früchte bringen, Und durch seine kraft sofort Tief in unsre seelen dringen: Laß es unsern sinn erneuen Und bes irrthums nacht zerfireuen. wort geist 3. Daß, mit deinem mort belannt, Wir, was du befohlen, üben; Dich und den, den du gesandt, Jesum 1. Bei dem öffentlichen Gottesdienste. 217 christum herzlich lieben! Daß kein Daß ich mit fleiß gewissenhaft Und leid und keine freude Uns von dieser liebe scheide. treu dein wort vollbringe! Auch mache mir bis auf den grund Mein herz mein ganzes leben fund, Daß ich nie heucheln möge. In bekannter Melodie. 476. Se heter göttlich wert heißt, Und send uns kraft von oben, Resu christe, wir sind hier, 3. Gieb alles, was dein sohn verDamit wir dich mit einem geist Aus einem munde loben! Laß unser lob und unser flehn, Auch unsern dank von herzen gehn, Und dir, o herr, gefallen. 4. Dann sehen und empfinden wir Schon deine huld auf erden; Dann wird auch unsre andacht hier Recht heilsam durch dich werden; Dannt werden wir, nach dieser zeit, Zur ruh in jener seligkeit Dereinst unfehlbar kommen. zu hören: Gieb uns andacht und begier Nach der wahrheit theuren lehren, Daß die herzen von der erden Ganz zu dir erhoben werden. 2. Ohne dich ist der verstand Sehr mit finsterniß umgeben, Drum so mach uns recht bekannt, Was uns dient zum frommen leben. Gutes denken, gutes üben, Kommt von deines geistes trieben. 3. Deines wortes göttlich licht Leuchte jetzt so unsern seelen, Daß wir seinem unterricht Folgen und das gute wählen. Lenke du gebät und lehre Uns zum heil und dir zur ehre. Mel. Herr jesu christ, dich sc. 480.vater, send uns deiIn bekannter Melodie. nen geist, Den uns dein göttlich wort verheist, Daß er 477. Komm, heilizer geist! uns stärke, tröft, regier, und uns den weg zur wahrheit führ. Erfüll die Herzen deiner gläubigen. Und entzünd in ihnen Das feuer deiner göttlichen liebe; Der du durch mannigfaltigkeit Der zungen, Die völker Der ganzen welt versammelt hast, In einigkeit Des glaubens. Hallelujah, Hallelujah. heut und ferner fort, Daß sich auch ftets durch deine lebr, Glaub, lieb und hoffnung in uns mehr. 2. Erleucht uns huldvoll durch dein licht, Bersag uns deinen beistand nicht; Tröst uns in aller unsrer noth, Gieb fraft zum guten bis in tov. Mel. Uch bleib bei uns, herr ic. 478.heiliger geist! laß uns ewger freud und felgem licht. dein wort hören Mel. Allein gott in der höh' set 20. 479. hert, wenn deine lehren mir Den weg zum himmel zeigen: So laß die feel empor zu dir In stiller andacht steigen; Erleuchte mich und gieb verstand, Daß mir dein wille recht bekannt, Und ich stets weiser werde. 2. Stärt unsern glauben und verstand: Mach deine lehr uns recht bekannt; Treib auch zur heiligkeit uns an, Und führ uns auf der tugend bahn. 2. Gieb, daß des wortes geist und traft Mein ganzes herz durchdringe, 3. Mach uns geschickt, den engeln gleich, Bu preisen dich in deinem reich, Und dich zu sehn von angesicht In 4. Dir, gott, den erd und himmel preist, Dir, vater, deinem sohn und geist. Dir, der mit hülf uns gern erfreut, Sei Lob und preis in ewigkeit. Mel. Liebster jesu, wir sind hier se. 481. Wir erscheinen heut vor o vater, zu verehren, und in deinem hause hier Dein hochheilig wort zu hören; Vom geräusch uns zu entfernen Und, was uns beglückt, zu lernen. 2. Gieb uns deinen geist, o gott! Und durch ihn fruchtbaren glauben; Nicht der welt lift, macht und spott Laß uns diesen jemals rauben; Gieb vielmehr muth, licht und stärke Uns zu jedem guten werke. 218 3. Hilf, daß alle fünder sich Durch dein wort zu dir bekehren, Und wir alle, gott, durch die Treu vollbrin selig werden. Dritte Abtheilung. 482. Mel. Jefu, deine tiefen wunden: c. S Got Rott, durch den wir sind und leben! Höre wie der christ dich preist, Daß du uns dein wort gegeben, Das uns heilsam unterweist, Das uns unsre pflichten lehrt, Warnt, ermahnet, straft, bekehrt, Und, wenn uns ein leiden drücket, Uns mit reichem trost erquicket. b. Beim Schlusse desselben. 2. Gieb, daß wir dein wort recht lieben, Ernstlich ohne heuchelschein, Daß wir uns im guten üben. Und nicht bloße hörer sein; Denn wer deinen willen weiß, Und ihn doch nicht thut mit fleiß. Der ist ärger als die heiden Und wird doppelt streiche leiden. 3. Darunt drück, was wir vernommen, Tief in unsre seelen ein; Laß uns zur erkenntniß kommen und des wortes thäter fein; Dein geift treibe stets uns an, Daß dich von uns jedermann Recht erkenne, ehr und liebe, Und mit fünden nicht betrübe. 484. Mel. Wer nur den lieben gott: c. en höchsten öffentlich haus mit freuden gehn, Um andachtsvoll sein wort zu hören Und ihn lobpreisend zu erhöhn, Ist eine pflicht, wozu der christ, So lang er tann, verbunden ist. 2. Denn billig ists, das höchste wesen, Durch das der mensch ist., lebt und denkt. Den herrn und richter aller wesen, Den, der uns jede wohlthat schenkt, Mit lob und preise zu erhöhn, Um neue huld ihn anzuflehn. gen, was wir hören: Daß wir alle fromm auf erden Und dereinst auch 3. Wenn du nur in der still ihn chrest Und jesum deinen heiland nennst; Doch ihn nicht öffentlich verchrest. Ihn nicht auch vor der welt befennst; Bift du dann sein? bist du ein christ. Der seinem heiland dankbar ist? 4. Um dies alles recht zu wissen, Sei dein wort uns rath und licht. Laß uns trost daraus genießen, Wenn es uns an trost gebricht. Es versüß uns jede noth; Es erquick uns auch im tod. Durch die hoffnung, nach dem leiden Dort zu schmecken himmelsfreuden. Mel. Eicbfter jesu, wir sind 2c. reuer gott, wir danken 483. T dir, Daß du uns dein wort gegeben: Hilf uns ferner, daß auch wir Nach demselben heilig leben; Gieb dem glauben solche stärke, Daß er thätig sei durch werke. Smar 2) Von der Feier des Sonntags. 2. Uns, o vater, lehrest du, Was wir thun und glauben sollen; Schenk uns deine fraft dazu; Gieb zum wissen auch das wollen. Und zum wollen das vollbringen, So wird alles wohl gelingen. 4. Wer sich dem dienst des Herrn entziehet An dem dazu bestimmten flieht, Und nicht mit andern beten mag: Der, der verlebet seine pflicht, Berachtet gott, ehrt jesum nicht. 5. Auch deinen nächsten zu erbauten, Mußt du zum hause gottes gehn, Wie viele sind, die auf dich schauen. Die sehr auf andrer beispiel sebn; Wenn einer durch dich träge wird, Bist du es nicht, der ihn verführt? 6. Und selbsten uns in unsern pflichten. Und von der bahn zur seligteit. Noch immermehr zu unterrichten, In dieser vorbereitungszeit: Wie nöthig ist dies nicht, o chrift, Der du geneigt zu fehlern bist. 7. Der gottesdienst ist ein geschäfte, Dazu aus lieb uns gott verband; Er 2. Von der Feier des Sonntags. stärket unsers geistes träfte, Giebt mehr erkenntniß und verstand; Er ist ein mittel, das uns traft Zum glauben und zur tugend schafft. ns 8. Hast du nicht auch oft troft empfunden, Wenn du das wort des herrn gehört? Sind dir nicht lieb die frohen stunden, Da man gott öffentlich verehrt, Und um das ewige bemüht, Sich dem geräusch der welt entzieht? 9. Was gleicht dem himmlischen entzücken, Das hier ein frommes herz belebt, Wenn es in stillen augenblicken mit andern sich zu gott erhebt, Und, voll des glücks, das es genießt, Bon dank und freuden überfließt. 10. Kommt o christen, brüder! Vereint im geift vor gott zu stehn; Kommt, wir sind eines leibes glieder: Stommt, unfern vater zu erFrohlockend preiſet Der unser herr und heiland ist. Mel. Herzliebster jesu, was hast: c. oder: Ist auch ein gott? wer zc. 485. Dies ist der tag, an wel chem deine frommen, Herr, in dein haus, dich anzubeten, fommen: Mit lob, gebät und dank dich zu verehren, Dein wort zu hören. 2. Er sei nun auch, o heiland, dir geweihet, Jhn feiert gern, wer deines heils sich freuet. O laß auch mich mit freuden vor dich treten, Dich anzubeten. 3. Dich preist der lobgefang der him melsheere, Auch unser tempel schall von deiner ehre! Auch unser dank und unsrer ehrfurcht flehen Soll dich erhöhen. 4. Wie freu ich mich, die stätte zu begrüßen, Wo durstigen des Lebens bäche fließen. Und wo dein heil von der erlösten zungen Froh wird besungen. 5. Mich lockt die welt umsonst zu ihren freuden, Mein geist soll sich an deiner lehre weiden; Dein himmlisch wort, das deine boten lehren, Das will ich hören. 6. Mit andacht will ich heute vor dich treten: Ich weiß, du hörst, die findlich zu dir beten. Der menschen glück, die sich der fünde freuen, kann nicht gedeihen. 219 7. O, laß auch heute deinen geist mich lehren, Vom weg, der dir mißfällt, mich abzukehren: Er lei mich, daß meine ganze seele 3um trost dich wähle. 8. Dein tag fei mir ein denkmal deiner güte, Er bring mir heil, und lente mein gemüthe Auf jenes glück, das du der welt erworben, Da du gestorben. 9. Dich bet ich an, du todesüberwinder! An diesem tag hast du zum heil der fünder, Die fern von gott in todesschatten saßen, Dein grab verlassen. 10. Es feire dankbar diesen tag die erde, Daß jedes land voll deines ruhmes werde! Lob ſei, erlöſer, deinenz großen namen Auf amen. Mel. D jesu chrift, mein's lebens 2. 486. gott, du bist mein preis und ruhm, Mein herz sei ganz dein eigenthum, Laß mir den sonntag heilig sein, Und gern ihn meinem glücke weihn.. 2. Gieb, daß ich mein gemüth be-. wahr, wenn ich mit deiner christenschaar zu deines hauses stätte geh; Und so mit andacht vor dir steh." 3. Erinnre selber meinen geist, Daß: du mir gegenwärtig seift. Damit ich deines geiftes lehr Begierig und mit nußen hör. 4. Drück alles tief ins herz hinein, Und laß mich nicht blos hörer sein; Steh mir mit deiner gnade bei, Daß. ich der lehre thäter sei. Se um 5. Hilf, daß ich deinen ruhetag Zu meinem jegen feiern mag; Bewahr mich vor dem geist der welt, Der diesen tag verächtlich hält. 6. Was dein wort heute in uns schafft, Behalt die ganze woche traft; Daß jeder tag und allezeit Sei deinem lob und dienst geweiht. niue ni Bon Ac Mel. Wer nur den lieben gott se. el. 487. Mie heilfam ist doch. herr, die stätte, Wo deines namens ehre wohnt; O gieb, daß ich sie gern betrete, Weil da dein segen die belohnt, Die deiner lehre sich erfreun, Sich feierlich dir ofte weihn. 220 2. Wohl dem, der dich in deinem tempel, Gott, zu verehren, ernst beweist! Du hörst sein lob, und sein exempel Stärt auch des nebenmenschen geist, Daß er auf deiner wahrheit bahn Rechtschaffen vor dir wandeln kann. 3. Dein wort bleibt niemals ohne segen, Wenn mans nur recht zu herzen nimmt; Es giebt uns troft auf trübfalswegen, Die du zu unserm heil bestimmt; Es giebt im tampf uns muth und fraft, So wie es sieg und freude schafft. gan Dritte Abtheilung. 3) Bei der Katechismuslehre. 192021 lehre helles licht. Ogieb, daß wir dich dafür preisen! Und segne jetzt den unterricht An uns, aus unsers lehrers mund! Mach dich recht unsern seelen kund. 4. O, laß auch mir dein licht heut scheinen! Dein tag, herr, bring auch mir gewinn, Wenn andachtsvoll ich mit den deinen Vor dir an heilger stätte bin. Laß dir das lob, das wir dir weihn, Ein angenehmes opfer sein. 2. Hier wird dein same ausgestreuet, Der künftig früchte tragen soll. Wer sich dir in der jugend weibet, Legt grund zu seinem wahren wohl. Aus jugendlicher frömmigkeit Quillt fegen unsrer tünftgen zeit. 3. So gieb denn jetzt zu deinen Tehren Auch bei uns allen das gedeihn; Laß uns mit lehrbegierde hören, Und auch der lehre thäter sein. O pflanz dadurch zu deinem ruhm In uns das wahre christenthum. 5. Dit bist der vater aller frommen, O segne heute deine lehr! Erhör, wenn wir zusammen kommen, Der frommen wunsch zu deiner ehr; Wir suchen nur, herr, deine gnad, Ach, leit uns auf der tugend pfad. Mel. Wer nur den lieben gott it. 3. Lehr uns den heiland kennen, 488. Duläffeft, herr, uns unter- Gieb, daß, wenn wir ihn nennen, Sich unser herz Mel. Nun ruhen alle wälder zc. 489. Kommt, finder, anzubeten; Laßt uns zum water treten, Der aller vater heißt; Er ists, der uns das leben, und feinen sohn gegeben; Er schent uns auch den heilgen geist. dd 2. Fehlts uns in unsrer jugend, An weisheit und an tugend. Und tennen wir dich nicht: So mach uns, dir zum preise, herr, doch fromm und weise Durch deines theuern wortes licht. Bod dnit jos wir an ihn gläuben, Und ihm gehorsam bleiben; Mach unser herz ihm recht getreu. 4. Präg deine heilgen lehren, Die wir anheute hören, Tief in die herzen ein; Gieb, daß wir sie, zum segen, Behalten und erwägen, Laß uns des wortes thäter sein. 5. Hilf unsern guten trieben, Die eltern recht zu lieben; Gieb fleiß und folgsamkeit; Mach leichtsinn und das laster Uns täglich mehr verhaßter; Laß uns thun, was dein wort gebeut. vater, vor dir fünder, Ach, geh 6. Wir sind schon jetzt als tinder, nicht ins gericht; Gott! sei uns gnädig, schenke Uns unsre schuld; gedente Doch unsrer jugend fehler nicht. 7. Wir sind noch unerfahren, Uns reißt in jungen jahren Der leichtsinn oft dahin; Laß uns die lust der fünde, Daß sie uns nicht entzünde, Als tödtend gift der schlangen fliehn. 8. Herr! laß zu allen zeiten Uns deine gnade leiten, Auf jeder guten bahn; Führ uns in früher jugend Durch gottesfurcht und tugend Zum glück des ewgen lebens an. 4) Bei der Confirmation junger Christen. 490. her die trene! Und Mel. Wer nur den lieben gott c. err! dir gelobt mein neuen fleiß im christenthum. Dir, 3. Oft hab ich schon das wort gebrochen, Das ich dir in der tanfe gab; Oft hab ich besserung versprochen, und ließ doch nicht von fehlern ab; Nun, heute kehr ich ganz zu dir, Ich will mich bessern, hilf du mir 4. Nie will ich hierin treulos werden, Nie deine guten wege fliehn. Kein scheingut, keine lust der erden, Kein unglück soll mich dir entziehn; Weich, fünde, o unglaube, weich! Gott hört es, jetzt entfag ich euch. 5. Ja, ja, gott höret mein versprechen; Tief sieht er in mein Herz hinein; Sollt ichs in zukunft treulos brechen, So wird er einst mein richter sein: Gewissensangst und ewge pein Wird meiner falschheit strafe sein. Mel. Allein gott in der höh' sei 2c. jeſu! geb ich mich aufs neue zu dei- 491. Herr, unfer gott erbarme chrifto nem ewgen Von deinem guten geift allein Will ich hinfort geleitet sein. 2. Nimm, treuer gott! von deinem finde Den theueru eid der treue hin. Reizt mich in zukunft noch die fünde, So will ich ihre netze siehn; Will jung mich schon der tugend weihn; Sieh, dieser tag soll zenge sein. 6. Darum regiere du mein leben, Und mache selbst mein herz dir treu, Daß ich, o höchster, dir ergeben, Stets heilig, fromm und weise sei! Denn ohne dich ist immerdar Mein herz verkehrt und wandelbar. 221 Herr, nimm mich hin; dein, deine bin ich. sünder, Und sieh auch jetzo gnädiglich Auf diese unsre kinder; Du nahmst sie schon bei ihrer tauf Durch deinen sohn zu kindern auf Und erben deines himmels. 2. Zu ihres glaubens rechenschaft. Zu ihrem angeloben, Gieb, vater, deines geistes kraft, Daß sie des glaubens proben, Voll eifer für das christenthum, Zu ihrem heil und deinem ruhm Im ganzen leben zeigen. 3. Zwar wird wohl einst in ihrer brust Auch fünde sich empören: Sie werden oft zur bösen lust Gefährlich locken hören: An sie wird der versuchung macht, Die nur zu ihrem schaden wacht, Sich unvermerkt einst wagen. 4. Allein es kann doch deine gnad In größesten gefahren, Auf ächter tugend ebnem pfad, Sie unverrückt bewahren; Erbarme dich, steh ihnen bei, Daß ihre lebenszierde sei Beständigkeit im guten. 5. Šie nahen sich zu dir, o gott! Dir heilig zu versprechen: In freud und leid, bis in den tod Den taufbund nie zu brechen: Gieb ihnen doch durch deine fraft, Die alles gute in uns schafft, Das wollen und vollbringen. 7. So werd ich, herr, vor deinem throne Mich dieses heilgen tages freun; Geschmückt mit jener fiegesfrone, Werd ich dann ewig selig sein. 6. Uns selbsten, herr, verlasse nie, Die wir es freudig wagen, Für uns zu bitten, und für sie: Du wollst uns liebreich tragen; Ja, nimm dich aller gnädig an Ünd leit uns auf die O welch ein heil, wie fren ich mich. tugendbahn, Die zu dem himmel führet. 5) Für die Obrigkeit und Unterthanen. 14 Mel. Nus tieffter noth schrei c. werden; Verleih ihr weisheit, trieb492. Erhalt uns, herr, die und kraft, Was wahres wohl dem lande schafft, mit sorgfalt wahrzunehmen. obrigkeit, Die du uns gabst auf erden, Mit wohlstand und mit sicherheit Durch sie beglückt zu 2. Gieb, daß fie, deinem vorbil gleich, Uns väterlich regiere, u ns fiet 222 Dritte Abtheilung. an huld und reich, herr7. ſchaft glücklich führe, Daß fie ein scouts Ret um ſeinen ſtuhl ſei immerdar der unschuld sei. Den redlichen im land erfreu, Tem unrecht kräftig steure. Recht und gerechtigkeit; Und dann beschütz ihn in gefahr, Wenn ihm und uns sie dränts 3. Laß uns, durch ihren schutz bemacht, Des friedens glück genießen, Und ruhig unter ihrer macht Das Leben uns verfließen. Hilf, daß sie in gottfeligkeit Dir diene, und in unsrer zeit Wir frucht davon empfinden. 4. Beschirme sie durch deinen schutz, Daß, die ihr übels gönnen, Mit ihrer list und ihrem trutz Ihr niemals schaden können. Nie fehle jeder guten that, Die unser glück zur absicht hat. Dein fegnendes gedeihen. 5. Gieb denen eifer, fleiß und treu, Die ihr find untergeben, Daß jedermann beslissen sei. Nach seiner pflicht zu leben. Erleichtre ihr des lebens müh, Mit deinem segen tröne sie, Und sei ihr lohn auf ewig. 6. Laß sie mit uns beslissen sein, In deiner furcht zu leben: Uns deiner oberherrschaft freun, Mit ihr dein lob erheben; Daß so vor deiner majestät, Die über alle hoheit geht, Regent und voll sich beuge. Mel. Nun danket all', und ze. 493. 8 fren der fürst des Landes sich, Gott, deiner allezeit! Sein auge sehe stets auf dich; Sein herz sei dir geweiht. 2. Begnadiget mit deiner kraft. Und deines geistes voll, Gedenk er stets der rechenschaft, Die er dir geben soll. 3. Sehr groß und schwer ist seine pflicht, und er ein mensch, wie wir; Wie sehr braucht er vor andern licht Und rath und kraft von dir. 4. Verleih ihm das, wenn er begehrt, Dir ähnlich, gott, zu sein; Und laß ihn, in dein bild verklärt, Sein wie 5. Er zeig in seinen thaten sich Als deinen treusten sohn; Den lastern fei er fürchterlich, Der tugend schutz und lohn. 6. Beglückter völler liebe sei Sein edelster gewinn; Und fein gerechter seufzer schrei Um rache wider ihn. ONSDAL 8. Er wünsche mie der helden ruhm; Doch zeucht er in den frieg, zu schützen recht und eigenthum, So folg ihm muth und sieg. 9. Auch ihm hast du bestimmt das ziel, Das er erreichen soll; Laß werden seiner tage viel, Und jeder segensvoll. 10. Sein werd in jedem flehn zu dir Mit lieb und dant gedacht. Erhör uns, gott! so jauchzen wir Und preisen deine macht. Mel Nun kommt der heiden heil 2c. 494. Wer gehorcht, der thuts mit lust; Jeder, der sich wohl bewußt, Daß er nicht regieren kann, Sei ein guter unterthan. 2. Bist du niedrig, bist du groß. Sei vergnügt mit deinem loos. Schäm dich deines standes nicht; Nützlich ist doch jedes pflicht. 3. 3ur gemeinen wohlfahrt fei Dem gesetze stets getreu; Gott will das von jedermann, Der es dir vergelten kann. 4. Schaue jesum christum an; Er war auch ein unterthan. Thu, wie er, ohn zwang und noth Deiner obrigkeit gebot. 5. Gieb dem ruhm, dem ruhm gebührt; Schoß und zoll dem, der regiert. Gieb, als gäbst bus gott dem Herrn, Was du schuldig bist. stets gern. 6. Ordnung und gerechtigkeit, Schutz und fried und sicherheit Ist ein glüd, das man nur hat Durch der obern sath b that. 7. Leben wir gewissenhaft, Eingedenk der rechenschaft; So wird gott. der höchste herr, uns dies geben mehr und mehr. 8. Obrigkeit und unterthan, Betet drum den höchsten an; Fürchtet ihn: denn sein gericht Wird gerecht sein, fündigt nicht. 6) Bei Einführung eines neuen Predigers. Mel. Liebster jesu, wir sind hier sc. 3. Ruf ihm zu: so hab nun acht 495. wenn er andre err, hier stehet unser Auf dich selbst und auf die heerde; nicht selbst verwerslich werde; Daß er nicht die frucht der lehre Durch den wandel selbst zerstöre. nun angetreten, Der uns künftig weiden wird; Höre sein und unser beten; Sein gebet uns, recht zu Ichren, Unser flehn, ihn recht zu hören. 2. Gieb ihm kraft, nach seinem flehn, Das verwundete zu heilen, Den verirrten nachzugehn, Den bestürzten zuzueilen, Frevler heilsam zu erschrecken Und die trägen zu erwecken. 7) Bei Einsegnung neuangehender Eheleute. Mel. Erhalt uns, herr, bei deinem c. 496. u haft gestiftet, herr, die eh', Schau auf dies paar aus deiner höh, Das vor dir steht, den festen bund Hier vor dir schließt mit herz und mund. 2. Mit gnade schau auf sie herab, Daß sie zusammen bis ins grab Verträglich, freundlich, gleichgesinnt, Bor allem 3. Laß sie einander inniglich Stets lieben, doch nie mehr, als dich; Bon untreu fern, im herzen rein, Keusch auch in wort und thaten sein. 4. Mach fie in heilger einigkeit 3u deinem Lob und dienst bereit; Bum beten und zur freund an dir Geschickt und eifrig für und für. 5. Was ihnen ihr beruf gebeut, Das laß fie thun mit munterkeit; Und so geling ihr treuer fleiß 3u ihrem wohl und deinem preis. 223 6. Und wenn des Lebens last und müh Auch sie beschwert, so lente sie. Daß jedes an dem sauren tag Des andern bürde hülfreich trag. 7. Willst du durch finder sie erfreun, So gieb zu deren zucht gedeihn; Laß sie sich christlich treu bemühn, Dem himmel solche zu erziehn. 8. Wenn freuz, nach deinem rath, fie drückt, Laß sie darin nicht unerquict; Gieb heitre tage nach dem leid, und leite fie zur seligkeit. 4. Legt er endlich in das grab Lebensfatt die matten glieder, Und auch seinen hirtenstab Nach der sauren arbeit nieder: Herr! so gieb ihm dort zum lohne Die verheißne gnadenkrone. 9. Und trennet dann auch sie der tod: So wissen wir, daß unser gott, Die tugendhaft sich hier geliebt, Einander ewig wiedergiebt. Mel. Vom himmel hoch, da zc. oder: Wo gott zum haus nicht: c. 497. O gott! des gnadenvoller rath eingesetzet hat, Der du ihn segnest, schützest, liebst, Und ihm glück, heil und gnade giebst. 2. Gieb diesem neuen paare heut In deinem dienst einmüthigkeit; Und laß, so oft sie zu dir flehn, Ihr thun beglückt von statten gehn. 3. Auch wenn sie kreuz und fummer drückt; So zeige, daß du es geschickt; Hilf bald, und gieb, daß sie zuletzt Dein gnadenreicher trost ergößt. 4. Laß böses beispiel stets sie fliehn, Wenn sie einst kinder auferziehn, Daß durch sie gottes furcht und treu Mit jedem tage werde neu. 5. Gieb treuen fleiß in ihren stand, Auch segen. Herr, durch deine hand; Laß sie stets deinen willen thun, Und unter deinem schutze ruhn. 6. Und so sei ihre lebenszeit Durch dich stets voll glückseligkeit, Bis dich, gott vater, sohn und geist, Ihr froher dant dort ewig preift. de 224 Dritte Abtheilung 8) Für Eltern und Kinder. Mel. Aus meines herzens grunde 2c. 498. Aus freudigem gemüthe Und sich befleißen jederzeit Der tu gend, zucht und frömmigkeit. Sing auf; Es zeigt von seiner güte Mein ganzer lebenslauf. Von dir, mein gott! von dir Kommt jede gute gabe, Kommt alles was ich habe, Auch finder gabst du mir. 2. Laß mich stets überlegen, Daß du ihr vater bist, Und daß auch ihrentwegen Dein sohn gestorben ist. Verhütte, daß ich die Nicht ärgre, nicht verachte, Die christus selig machte: Ach, dies gescheh ja nie. 3. Dir, bater! dir zum preise, Wollt preife ich sie gern erziehn, O! mache du mich weise, und segne mein bemühn. Dies sei mein augenmert, Dir, gott, sie zuzuführen, und teines zu verlieren: Welch großes, wichtges werk. 4. 3u schwach sind meine kräfte, zu schwach ist mein verstand; Der kinderzucht geschäfte Steht unter deiner hand: Gott! darum bitt ich dich, Um jesu christi willen.( Du wollst die bitt erfüllen!) Regiere sie und mich. 7. Daß wir in ihnen christen sehn, Die freudig deine wege gehn, Und menschen einst, voll luft und muth, 3u thun was edel ist und gut. 8. D hilf uns, vater, sohn und geist, Bis man dich dort im himmel preist! Dann danken noch vollkommner wir mit allen unsern kindern dir. Mel. Jesus, meine zuversicht: c. mein ganzes leben. Denn aus freier 500. Gott, bir fei mein dank geweiht, Heilig dir mildigkeit Hast du selbst es mir gegeben; Es durch eltern mir verliehn, Die zur tugend mich erziehn. 2, Hilf, daß gegen sie mein herz Rindlich sei und nicht blos scheine; und daß ich, trifft sie ein schmerz ihr glück dir dankbar sei Und mich 3u dir fromme thränen weine, Für ihrer wohlfahrt freu. Mel. Herr jesu chrift, dich ic. ie finder, deren wir 3. Laß auf ihre winke mich Kindlich und mit sorgfalt achten; Ja, selbst ihren wünschen mich Noch zuvorzukommen trachten: Gern was sie vergnügt, vollziehn; Stets, was ihnen misfällt, fliehu. 499. D uns freun, Sind alle, gott und vater, dein; Sind deine beste gab, o herr! Bewahre sie, barmherziger. das beispiel frommer tinder. Der der 4. Jesus stelle mir sich dar, Er, das heil der fünder; Er war doch von herr vom himmel war, Gottes sohn, 2. Wenn treuer eltern liebe sucht Sie aufzuziehn in deiner zucht: So steh, damit sie glücklich sei, Mit dei- kindheit an Seinen eltern unterthan. ner weisheit ihnen bei. 3. Gieb allen findern lehrbegier, Zum guten lust und lieb zu dir; Und laß sie meiden ohne zwang Trok, eigenfinn und müssiggang. 5. Freude sei es dann auch mir, und gefällig, gott! vor dir. Mach Folgsam sein, denn das ist billig, du selbst dazu mich willig. Wohl mir dann! es wird auch mein Dein verheißner segen sein. 4. Gesegnet sei ihr unterricht! Laß fie durch deines wortes licht Dich recht erkennen; laß sie nie Gefährlich irren; Leite sie. Mel. Aus tiefer noth schrei ich ic. 5. Im glauben mache sie gewiß; 501. S herr, mein gott! ich Bewahre sie vor ärgerniß Und wider der verführung list, Weil jesus ihr erlöser ist. bitte dich um weisheit und um tugend. Regiere du mich väterlich In meiner frühen jugend. Laß deinen segen auf mir ruhn, Nur das zu lieben und zu thun, Was die mein gott, gefällig. 6. Hilf, daß sie dich an jedem ort Bor augen haben und dein wort 9. Für Herrschaften und Gesinde. 225 2. Gieb, daß sich meine eltern freun,| wohlergeben. Das gute, was sie mir Mich tugendhaft zu sehen. Laß ihre gethan Bon meiner ersten findheit zucht an mir gedeihn zu meinem an, O das vergilt du ihnen. NSHID nu sd fegmofig#G onton mo ng spän 9) Für Herrschaften und Gefinde..106 110 310 disimet. Machs mit mir, gott 2c. 502. urch dich, gott, bin ich was ich bin, und es ist deine gabe, Daß ich, als herr, so viel gewinn von meinen brüdern habe: Sie leihen ihre träfte mir; Dies, höchster herr! verdant ich dir. 2. Mich zu beglücken, dienen sie, Verzehren ihre träfte, Und dulden gern des leben8 müh In meinem bausgeschäfte. Laß dieses vorrechts fromm mich freun. Nie hart, nie stolz, nie lieblos fein. 3. Bewahre mich vor bittern Nagen, Lehr mich mein joch gelaffen tragen, Uud stets auf deinen willen schit. Herr! Lehr mich reden, lehr mich schweigen, Mich unbeweglich treu erzeigen, Und nur gerade wege gebnom lini oll lods 4. Der herrschaft glück soll mich erfreuen, Laß jeden fehler mich bereuen, Und frömmer werde stets mein herz. Bewahre mich vor stolz und neide, Vor ungeduld, Herr, 4. Gott! präg dies meinem Herzen wenn ich leide; Sei du mein troft ein. Als bruder ihn zu lieben, Laß in jedem schmerz. de 10 a immer mich beslissen sein. Wie sollt 45. Dla gieb mir weisheit, mich ich den betrüben, Der über meine zu schmiegen, Gehorsan, herr, fei grausamteit Um rache still gen him- mein vergnügen, Und freude sei mir mel schreit? en race a dus iede pflicht. Ich bin ja, wo ich geb 5. Laß mich ihm seine saure pflicht und wandle, Bei allem, was ich ihu Durch findigkeit verfüßen. Er soll, und handle, D herr! vor deinem wenn hülfe ihm gebricht, Sie fiets angesicht.sis isig@dom sisig von mir genießen. Ihn tragen will ich, ihm verzeihn, Und wird er krant, sein pfleger sein. Job 300sp em sind ein ads sin duu am 8: Mel. Was forgt du 2. 503. Got! Deffen weisheits6. Du bist der treue, der gerechte Der Herr der herren und der tnechte, Der armen wie derreichen heil. Der allerniedrigste auf erden kann groß in deinem reiche werden, Hat bort au ewogen ehren theil. Inte 2013 7. Ja, du wirst ewig mich belohnen, In deinem himmel werd ich wohnen, und mich mit deinen engeln freun. Ach, herri laß mich dies recht ers 3. Auch der geringste diener ist Bestimmt zum ewgen leben. Für ihn und mich hat jesus christ Sich in den fod gegeben. Vor deinem richtstuhl hat mein knecht Mit mir dereinst ein gleiches recht. vollen willen, Ein jeder mensch hier soll erfüllen, Laß meine pflicht mir heilig sein; Laß treu alle 2. Du heißest mich den menschen dienen; Und dir nur folg ich, dien ich ihnen, Mit fleiß und trene, herr mein gott! Drum hilf mir, meiner herrschaft willen, Gewissenhaft und froh erfüllen, Als deinen willen, dein gebot. dad o d gern und willig dem geschäfte, zu vergessen; So werd ich ewig glücklich bem du mich beriefest, weihn. sein. Onu disur mil in nadan 35irs og drdoor u dhimbi inco mads] earning misite amput www. 10 schis de pitfull so sind di timo 15 min op misdaad d& id siisd wist dat kind Goangel. Iuth. 226 di Dritte Abtheilung. simt all Boot stug odboraldo le suis dit ged bid # 10) Für Alte, Highe Jünglinge, Jungfrauen, Witwen und Waisen. diadap it to Mel. In allen meinen thaten ic. 504. Gott hat in meinen 2. Du pflanzest, herr, in meine brust Berlangen nach vergnügen: Laß verbeutst, besiegen! Dein unausbleibliches gericht Vergesse meine seele nicht; Und weder glück noch leiden Laß, herr, von dir mich scheiden. 3. Wenn, vater, sich auf meiner bahn, Mich in ihr net zu ziehen, Verführer meiner seele nahn, So laß mich flüglich fliehen. Ihr beispiel, herr, entferne nicht mein herz von dir und meiner pflicht; Jhr spotten und ihr lachen Laß nie mich wantend machen. Hol bein stod me 4. Der tugend heilige mich ganz, Mein schöpfer und erhalter! Sie werde meiner jugend glanz Und einst mein troft im alter. Erhalte mein gewissen rein; Laß teinen meiner tage sein, Der nicht zu deiner ehre Von 4. Bis zu des alters tagen Will ich dich heben, tragen, und dein erretter fein, Dies hat mir gott versprochen; Hat nie sein wort gebrochen; Defi' mir geheiligt wäre. will ich auch als greis mich freun.zeit, Daß ich sie nie verschwende; Daß 5. Ach, lehre mich den werth der 5. Er wird in meinem alter Mich ich mit weiser thätigkeit zum guten fie tragen; mein erhalter Ist gütig und verwende. Laß meiner jugend fleiß getren. Bin ich gleich schwach und und müh Umsonst nicht sein, und müde: Bei ihm ist trost und friede; fegne sie; Laß auch durch mich auf Er steht auch meiner schwachheit bei. erden Dein werkt gefördert werden. 6. Nach wenig bangen stunden Habbing sam ich ganz überwunden: Ich bin dem In voriger Melodie. ka ziele nah; Dem ziele meiner leiden; 506.h will in ftiller einhohe meiner seele da. 20 zu dir erheben; Nur deinem dienste 7. Ich harre froh und stille, Bis sei's geweiht, Dir ewig, gott ergemeines gottes wille Mich nach dem ben. Vernimm, o vater, mein gebät, tampfe frönt. An meiner laufbahn ende Sint ich in jesu hände; Denn er hat mich mit gott versöhnt. Das stets um licht und stärke fleht, Ganz deinen guten willen Mit treue zu erfüllen. 2. Preis dir und dant, mein schöpfer, gott! Du gabst mir meine seele, dir und mein mittler, gott; Du starbst für meine feele. Breis sei dem geiste, dant und lob, Der mich zu seinem licht erhob, Der mich zur wahrheit führet, Erleuchtet und regieret. lich getragen, Von meiner jugend auf; hat mich auf meinen wegen Geleitet und zum segen Gelenket meines lebens lauf. 2. Ich hatt oft große sorgen: Doch wie ein heitrer morgen Durch duntle nächte bricht, So hab ich stets erfahren: Der herr weiß zu bewahren, Und führt durch finsterniß zum licht. 3. War menschenrath vergebens, So kam der herr des lebens Und half und machte bahn. Ich ließ ihn thun und rathen, Denn er thut große thaten, Und nimmt sich aller mächtig ant. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher ic. 505. gesicht. Du schöpfer meiner jugend! Berwirf mein findlich flehen nicht Um weisheit und um tugend. Mein ganzes Leben dant ich bir; Erbarmer, weiche nicht von mir, Damit ich deine wege Unsträflich wandeln möge. 3. Ich bin, o herr, mein gott, dein kind; Mein heil ists, dich zu Jagnac 227 10. Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen. lieben. O mache mich dir gleichge- Mel. Wenn wir in höchften 2c. finnt. In allen meinen trieben; Laß 507. gott, erbarme väter meine seele teusch und rein, Stets deiner liebe wohnung sein, Und fuchen, dir vor allen, vater, zu gefallen. witwen und 4. Vor eitler selbstgefälligkeit Bewahre meine jugend; Stets sei ihr schmuck bescheidenheit und ihre schönheit tugend. Kein schmuck gefalle mir, wie sie, Den gieb mir, gieb, daß ich mich nie Für unbescheidne blicke Um sie zu reizen, schmücke. 5. Die Luft zur eitelkeit laß nicht Mein junges herz entzünden; Sie streitet wider meine pflicht, Und locket mich zu fünden. Was hilft das prangen vor der welt, Wenn, gott, mein herz nicht dir gefällt? Drum will ich mich bescheiden In zucht und demuth tleiden. in dl der waisen dich! Sei ihr versorger; laß sie nie Verzagen; schüß und segne fie. 2. Sei selbst ihr vater, trost und rath. Die witwe, welche finder hat. Soll dir sie zu erziehn, sich freun; Keusch, sittsam, still, untadlich sein. 3. Fromm, lehrreich, nur geschwäzzig nicht Sei jede; sei ein scheinend licht Für ihr geschlecht. sanft, voll geduld, Und hoffnung, herr, auf deine huld. Sich ihrer mild und liebreich an. 4. Es nehme, wer ihr dienen tann, Wohl dem, der sie beglückt und ehrt! Denn er ist dir und menschen werth. 5. Hilf ihnen! sei der weisen gott, Früh lehre diese dein gebot, Fleiß! demuth, dienstbeslissenheit, 3ur tugend lust und willigkeit. 6. Bewahre sie vor ärgerniß, Und mach auch ihren gang gewiß Auf deinen wegen, leite sie; Verlaß fie in versuchung nie. 6. Auch sei mein auge, wie mein herz Unsträflich; nie entzünde Ein freier unfittsamer scherz Geheime luft zur fünde, Die unschuld sei mein liebster ruhm; Ein guter ruf mein eigenthum, Den jeder gern mir gönne Und niemand lästern könnte. 7. Daß, wer sie sieht, sich ihrer 7. Gieb, daß in stiller häuslichkeit freu, Und gern ihr rath und beistand Ich eitle zeitvertreibe Stets gern ent- fei; Daß sie, hier glücklich, sich auch behr, und allezeit Im guten thätig dein, O gott, in deinem himmel freun. bleibe! Der umgang, der verführung droht, Sei mir mehr schrecklich als der tod; Laß seine wilden freuden, Wie eine pest, mich meiden. Mel. Herr jesu chrift, mein's ic. 508. 2o früh bringt, gott, mich deine hand In einen tummervollen stand! Und ach! auf einer dunklen bahn Tret ich den lauf des lebens an. 8. Mit wahren frommen müss ich mich Durch frömmigkeit verbinden; Und, ihrer liebe werth, durch dich Der freundschaft glück empfinden. Laß diesen nmgang sanft und rein, Mir lehrreich durch ihr beispiel sein, Daß mich, wenn ich mich freue, Nie mein vergnügen reue. 3. Wie treulich du mit mir es meinst, Dies, o mein gott, erfahr ich einst; Vielleicht noch in der prifungszeit, Gewiß in deiner ewigkeit. 9. Ach sende deine Hülfe mir, Dies gern zu thun! erhöre Mein brünstiges gebät zu dir, Daß ich dich ewig ebre. Dir weil ich gott, mein leben- 4. Gieb stärte, daß ich dir getreu lang Der unschuld und der tugend In meinem früthen leiden sei! Laß dant; Und will, zu dir erhoben, Dich nur der tugend weg mich gehn Und einst vollkommner loben. Botoll fiets auf deine hülfe sebn- eisur hall $ 19 mu stolesol pour moi stisiping and und d 15* Doch, sei es, bater, meine pflicht, 2. Jch fasse deinen rathschluß nicht: Im dunkeln auch auf dich zu sehn, Und willig deinen pfad zu gehn. 228 Dritte Abtheilung. 01 11) Neujahrs- Lieder. Mel. Es ist das heil uns ton treu vollenden. Der tage last erleichtre 509. D, gott, du bist der mir. Bis meine ruhe einst bei dir 11, herr der zeit, und kein wechsel weiter störet. auch der ewigteiten! Laß mich auch jetzt mit freudigkeit Dein hohes lob verbreiten. Ein jahr iſt abermal das hin, Wem dank ichs, gott, daß ich noch bin? Nur deiner gnad und güte. 2. Dich, ewiger, dich bet ich an, Dir hab ich mich ergeben! Dir, den tein wechsel treffen kann, Bertrau ich froh mein leben. Wir blühen und vergehn durch dich; Nur du bist unveränderlich; Du bleibst den frommen gnädig. bau voll pracht erhöhn! Durch dessen machtwort welten werden, Und welten wieder untergehn! Herr, den durch frobe lobgesänge Der treaturen ganze menge Und aller zeiten lauf erhob; Der engel chöre nachzuahmen, Dankt unser herz stets deinem namen, Und unsern mund erfüllt dein lob.. 3. Herr, ewig währet deine treu, 2. Wie deine fraft die welt bewahre, Mit huld uns zu begegnen; Und jeden Verkündiget der tag der nacht. Ein morgen wird sie neu, Wait wohlthun jahr erzählt dem nächsten jahre Die uns zu fegnen. Ich kenne keinen großen wunder deiner macht.Dein augenblick, Da nicht von ihr stets thron, o gott, bleibt ewig stehen. neues glück uns zugeflossen wäre. Du bleibst derselbe; wir vergehen. Wie schnell verströmet unsre zeit! Schon wieder ist ein jahr vom leben, Das deine huld uns hat gegeben; Im abgrund der vergänglichkeit. 4. Du hast auch im verfloßnen jahr Uns väterlich geleitet; Und wenn das herz voll sorgen war, Uns hülf und trost bereitet. Von ganzer seele preis ich dich. Aufs neue, ergeb ich mich Ganz deiner weisen führung. do 5. Bergieb mir die bereute schuld Von den verfloßnen tagen, Und laß doch deine vaterhuld Mich liebreich feruer tragen. Laß mich in deiner gnade ruhn, Und lehre lebenslang mich thun Nach deinem wohlgefallen. 3. Kommt! dies sei uns ein tag des bundes! Bleibt gott, dem höchsten, ewig treu; Und den gelübden unsers mundes Stimm unverstellt das Herz auch bei; land! gelobe, gott zu dienen; Und du wirst wie ein garten grünen, Den er sich selbst gepflanzet hat. Nur wandelt tren auf seinen wegen; Und aus der fülle seiner segen Macht uns dann seine gnade satt 6. Gieb neue luft und neue traft, Vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, herr, stets gewissenhaft Mit mir und andern handeln. Dein geist belebe herz und muth, Dich, o du allerhöchstes gut, Und fünde nicht, zu lieben dote maid pillion an 4. Gott, schau herab von deinen höhen; Du! der du deine menschen liebst! Erhöre unser findlich fleben, Weil du uns gerne gutes giebft; Gieb unserm fürsten langes leben, Laß huld und weisheit ihn umgeben Allzeit auf feinem fürstenthron! Laß ihn auf recht und tugend schauen, Stets seines landes wohlfahrt bauen, Und dann sei du sein schutz und lohn. 7. Die welt vergeht; dies reize mich, Die böse luft zu fliehen. Um beßre freuden müsse sich Mein geist schon jetzt bemühen. Denn hier ist nur mein pilgrimstand; Im himmel ist mein vaterland, Dahin, herr, laß mich trachten. 5. Tritt den gewaltigen zur feite. Die um den stühl des fürsten stehn, Daß ihren anschlag glid begleite, Und sie des voltes wohl erhöhn. Auf alles, was das land kann bauen, Laß sie mit wahrer forgfalt schauen, Sie, 8. O mache mich geschickt, die zeit Recht weißlich anzuwenden. Laß mich den lauf der ewigteit Mit vorsicht PCI si 300 aid m Eigene Melodie. mellojsp 510. Herr, den die fonnten und die Durch ihren 794912-9700jyese die des fürsten Hülfe sind. Der unschuld fslehn, des lands begehren, Laß fie mit wahrer sorgfalt hören. Sie, die das otr des fürsten sind. 11. Neujahrs- Lieder. 6. Schent weisen eifer unsern leh rern Für deiner lehre lauterkeit; Mach sie zu redlichen verehrern Der sanftmuth, lieb und frömmigkeit. Hilf ihnen, herr, daß ihre Lehren Nie ohne früchte wiederkehren; Wir ganz der gottesfurcht uns weihn. Laß deinen fegen auf uns fließen, Denn, herr, fie pflanzen und begießen, Von dir tommt aber das gedeihna onis 7. Die obrigkeiten dieses landes Mach doch, herr, ihren pflichten tren, Daß uns die wohlfahrt jedes standes Und unsers fleisches frucht erfreu. Bild auch das Herz der zarten jugend, und hilf, daß weisheit, fleiß und tugend In allen unsern schulen blüh. Des landes hoffnung laß gerathen, Daß man da bürger für die ſtaaten, Und für den Himmel selbst erzieh. 8. Ach, feinen laß sein heil verscherzen, Mach für ihr heil die fünder flug! Gieb troft und fraft bebrängten herzen. Und unsern armen brod genug. Dies unser flehn sei ja und amen Durch jesum; denn in jesu namen Giebst du, was unser herz begehrt. Auch dies jahr segne, dir zum preise! O vater, auch an uns beweise, Dut seist es, der gebät erhört. Mel. Werde munter mein gemüthe ic, 20. 20 2. Laß dies sein ein jahr der gnaden, Habe ferner noch geduld; Denn wir find mit schuld beladen, Ach, erlaß sie uns aus huld! Wirke wahre ren und leid, Dann laß aus barmherzigkeit Uns vergebung aller fünden In dem blute jesu finden. pee 229 on ad ard ardant C 3. Du hast uns dies jahr gegeben; Gieb, daß dirs geheiligt sei! Laß uns fromm und christlich leben, Redlich, ohne heuchelei, Und voll nächstenliebe sein, Auch den feinden gern verzeihn, Daß wir glücklich hier auf erden, Und dort ewig selig werden. 4. Im vertraun auf deine liebe, Gehn wir dann getrost dahin; Was ist, das uns noch betrübe, Bei dem dir ergeb nen sinn? Lebend, sterbend sind wir dein, Du wirst uns stets gnädig sein, und uns, wenn wir zu dir treten, Schützen, segnen und erretten. 11911150 5. O, so laß uns fröhlich enden Dieses angefangne jahr! Leit uns, herr, mit vaterhänden. Schüße uns noth, Auch verlaß uns nicht im tod. doch in gefahr. Steh uns bei in aller Dann, so können wir mit freuden Auch dereinst von hinnen scheiden. unā t.. 512. Mit freuden laßt uns treten Vor gott, ihn anzubeten! Denn er hat unserm leben Bisher noch kraft gegeben. Mel. Nun last uns gehn und ze. 2. Wir erdenpilger wandern Von einem jahr zum andern; Die schnelle flucht der stunden Wird faum von uns empfunden. 3. Und diese wandertage Sind nie ganz frei von plage, Wir gehn auf rauhen wegen Der ewigteit entgegen. 4. Doch du bist voll erbarmen Und wirst mit baterarmen In nöthen und gefahren uns schützen und bewahren. 5. Erhalter unsers lebens, Wir sorgen ja vergebens, Wenn du uus nicht beschützest, mit traft nicht unterstützest. 511. tilf, herr, laß es wohl Hi gelingen, Hilf, das neue jahr geht an; Laß es neue träfte bringen, Neuen segen jedermann. 6. 2ob dir, o gott, dem treuen, Unsern leib, seel, hab und gut Nimm in deine vaterhut: Neues glück und neues leben Wollst du uns aus gnaden geben. Durch den wir uns erfreuen; Lob deinen vaterhänden, Die so viel noth abwenden. dom 919 noloo@ Jieds 37. Hör ferner unser flehen, Und eil uns beizustehen; Gieb mäßigung in freuden, Geduld und troft im leiden. I nu numart 903 8. Gieb uns und allen denen, Die sich von herzen sehnen zu thun, herr. deinen willen, Auch kraft, ihn zu erfüllen. 230 Dritte Abtheilung. 9. O, wehre du den triegen, Laß der augenblick, Der einst, o herr, menschenliebe siegen, Und wo nur aus dieser zeit Uns führt zu deiner thränen fließen, Sich deinen troft herrlichkeit. ergießen. 8. Dann danken und frohlocken wir Mit allen engeln ewig dir. O treuer heiland, laß uns dein Jm leben und im tobe sein. 11. Sei der verlaßnen vater, Derin irrenden berather, Der unversorgten Mel. Allein gott in der höh' sei c. gabe, Der armen hülf und habe. 10. Gieb deinen reichen segen Zu allen guten wegen. Laß großen, herr, und kleinen Die gnadensonne scheinen. 12. Hilf gnädig allen tranken; 514. Wer schuf die sonne und Gieb fröhliche gedanken Den kummer vollen seelen, Die sich mit sorgen quälen. den mond, Uns licht und freud zu geben? Gott ist es, der uns noch verschont, Und noch 13. Vor allem, herr, verleihe Uns erhält im leben; Er forget für uns deinen geift aufs neue, Der uns tag und nacht; Auf, laßt uns feine mit tugend ziere, Und so zum him- güt und macht, Voll frohen dants, mel führe. Sip pa 80fsi erheben. - - 11. Neujahrs- Lieder. andping 14. Das wollest du uns geben, Du herr von unserm leben; So gehen wir im segen Der ewigkeit entgegen. 210 2. Herr, der da ist, und der da war! Von dankerfüllten zungen Sei dir für das verfloßne jahr Ein heilig lied gesungen; Für leben, wohlfahrt, Mel. Vom himmel hoch da ic. trost und rath, Für fried und ruh, für jede that, Die uns durch dich 513. Verfloffen ist das alte jahr, Das uns ein jahr der gnade war; Herr jesu, freudig bringen wir Dir unsern frohen dank dafür. 2. O gottes eingeborner sohn, Wir nahen uns zu deinem thron, Und bitten um barmherzigkeit Für deine ganze christenheit. 3. Erhalte doch an jedem vrt, Zum unterricht und trost dein wort; Erhalt uns, deinem dienste treu, Von find und aberglauben frei. 4. Laß uns dem bösen widerstehn, Und freudig deine wege gehn; Bestrafe dann durch dein gericht Des alten jahres sünden nicht. 5. Beweiſ in dieſem lahreach An neue väterlich; über unser ganzes Land, und jegne Huldreich jeden stand. 16. Dem leib gieb fein bescheiden theil, Den seelen stets inehr licht und heil, und laß dies jahr, das wir dir weihn, Ein gnadenreiches jahr uns fein. Bovt dan eine 3. Laß auch dies jahr gesegnet sein, Das du uns neu gegeben. Verleih uns kraft, denn sie ist dein, In deiner furcht zu leben. Du schüßzest uns und du vermehrst Der menschen glück, wenn sie zuerst Nach deinem beifall streben. 4. Gieb uns, wofern es dir gefällt, Des lebens ruh und freuden; Doch schadet uns das glück der welt, So gieb uns freuz und leiden. Nur gieb zugleich ein freudig herz, Und laß uns nicht in noth und schmerz Die glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem volte väterlich In diesem jahre wieder. Erbarme der verlaßnen dich, Nähr unſre armen that, und laß dich, gott, mit heil Gieb glück jeder guten und rath Auf unsern fürsten nieder. Auf seinem sluhle throne; Daß tu6. Daß weisheit und gerechtigkeit gend und zufriedenheit In unserm lande wohne; Daß treu und liebe bei uns sei; Dies, herr und vater, dies verleih In christo, deinem Si p del mo@ disi dy s grusgre all thipipsd dit is suid and 7. Laß fromm uns leben, uns jum glüd; Dann schredt uns nicht sohne. puliadidle oitin@ 12) Von den vier Jahreszeiten. minn ald madratis avier a. Vom Frühling. WIR JAdus, dur bl Mel. Sollt' ich meinen gott. sanfte chöre; Hier der lauten nachti515. dem Bring gall, Dort der lerche frohen schall! auch du ihm lob und dant! Preis ihn fröhlich, mein gefang. och am himmel steht die uns nun ihr licht. Alles leben athmet wonne, Wonn ist jedes angesicht. Pracht des frühlings senkt sich nieder In die wälder, auf die flur. Die erstorbene natur Lebet auf und wirket wieder. Opfre meinem schöpfer dant! Preis ihn fröhlich, mein gesang. 5. Duftend und im feierfleide Prangt die blüthenreiche flur; Jede blume lächelt freude Vor dem schöpfer der natur, Der mit thau die erde tränket Und sie wärmt, bis ihre saat, Wenn sie sich entwickelt hat Sich von früchten schwer nun senket. Bringe meinem schöpfer dank! Preis ihn fröhlich, mein gefang. 2. Schreckenvolle stürme heulen Nun nicht durch die luft daher, Und die vollen fegel eilen Ruhig wieder hin aufs meer. Nicht mehr strömen regengüsse, Deren fluth das thal erfüllt, und kein dicker nebel hüllt Stadt und land in finsternisse. Opfre meinem schöpfer dant! Preif' ihn fröhlich, mein gesang. 3. Munter zu der arbeit wallet Nun der landmann hin ins feld, Und sein fröhlich lied erschallet Hoffnungsvoll dem herrn der welt. Er vertraut die saat der erde, Ehrt durch fromme zuversicht Seinen gott und zweifelt nicht, Daß sie gut gerathen werde. Opfre meinem schöpfer dank! Preis ihn fröhlich, mein gesang. 6. Dieser frühling, wie geschwinde, O mein gott, wird er verblühn! Wie ein schiff vom stoß der winde Fortgeführt, wird er entfliehn! Aber dort vor deinem throne Wird ein ewger frühling sein; Ewig wird er die erfreun, Die dich ehrn in deinem sohne. Opfre meinem schöpfer dant! Preis' ihn fröhlich, mein gefang. 7. Diese herrlichkeit der erde Ift ein schatten von dem licht, Das ich ewig schauen werde Dort vor gottes angesicht; Auch das freudenvollste leben 4. Seht, wie in die weiten felder hier auf erden, ist nur todt Gegen Freudenvoll die heerden ziehn; Fröh jenes, das mir gott Dort verheißen lich wandern durch die wälder Satter hat zu geben. Opfre meinem schöpfer thiere schaaren hin. Hört der vögel| dant! Preif' ihn ewig mein gefang. 31134 315 SRET dog and ram 150 sonil Cas ipply podshb. Vom Mel. Xaein gott in der höh' sei 2c. 516. gott! fo bald der tag erwacht, Erfreuft du, was da webet; llnd abends danket deiner ter macht, was auf der erde lebet. Voll segens machst du unser land, Und schentest uns mit milder hand Die frucht, die uns ernähret. 231 2. Dit giebst uns regen früh und spät, Und jeder grashalm zeuget, Von dir, vor desfen majestät Die volle ähr fich neiget. Daß flur und auen sich erneun, Dazu giebt deine hald gedeihn Durch sonnenschein und regen. 3. Du frönst mit unerschöpfter hand Das jahr in sommerzeiten, Und schütteft Sommer. auf das ganze land Des segens lieblichkeiten. Es trifft von ihrem milden guß nun über berg und thal dein fuß. Wir freun uns seiner spuren. 4. Das forn von deinem segen schwer, Bedecket nun die feider; Die freude breit't sich weit umber, Auf wiesen und durch wälder. In jedem thier, das du ernährst. Und dem du überfluß gewährst, Mit freuden fatt zu werden. 5. Der fromme landmann bringt dir dank Für deinen milden segen. Dir schallt sein froher lobgefang Aus voller brust entgegen. Wir stimmen in sein lied mit ein, Und wollen bir, herr, dankbar sein Für so viel reiche gaben. 232 Dritte Abtheilung. natiogo e Bom Herbst. no Mel. Erhalt uns, herr, bei deinem, c. 517. u gott und vater aller wie es dir gefällt; Doch theilest du die jahreszeit Mit weiser unparteilichkeit. 2. Der nahen fonne glanz und kraft Hat uns nun freud und brod verschafft; Nun eilt sie andern brüdern zu: So welf und gnädig herrscheft du. 3. Zwar flieht uns jetzt die sommerlust, Dafür erfreuft du unsre brust Mit dieses jahres speif und trant; Ddafür sagen wir dir dant. d. puntse Mel. Auf chriftenmensch! auf! Vom biter . 519. SI 4. Bald wird ersterben die natur; Jedoch sie schläft und ruhet nur, Empfängt zum neuen Das deine hand ihr wieder schafft. Erleichtre allen ihre noth, Die in der 5. Inmittelst fegne uns, o gott! rauhen jahreszeit Kein obdach so wie uns erfreut. Bar 2. Daß nicht in tiefem schlummer Des lebens licht verlischt, und daß mich, frei von fummer, Ein fanfter falaf erfrischt: Dies dant ich deiner macht und deiner vatertreue. Durch 6. Der armen hütten decke du Dat deinem segen, vater, zu. Wenn frost, wenn hungersnoth sie drückt, Schaff hülfe, welche sie erquict. 79000 7 brug ibin 518. Des jabres schönheit ist nun fort! Wie traurig stehn die triften! Es stürmt ein ungestümer nord Aus schwer beladnen Tüften. Die erde starrt vom froste nun, Und ihre nahrungskräfte ruhu. 5. Vor tausenden bist du beglückt, 2. Wohl mir bei dieser rauhen zeit! Die in der stille tlagen, Da wärm Ich darf vor frost nicht beben. Mich und nahrung dich erquict In diesen schützt mein dach, mich wärmt mein Heid, Und brod erhält mein leben. rauhen tagen. Lobsinge, frohes herz. Auf meinen betten schlaf ich ein Und in mir, Und bringe gott den dant tann mich sanfter ruhe freun. inte dafür. 3. So bats der arme bruder nicht, alldestde 6. Sich nicht auf das, was dir Dem brod und kleidung fehlet. Den, noch fehlt, und mancher mehr befizet; wenn es sehr daran gebricht, Frost Nein; auf die noth, die andre quält, oder hunger quälet. Und dreifach, Auf gott, der dich beschüßzet. Ach fühlt er seine pein, Wenn krankheit vater! lindre jeden schmerz, Und gieb plagt und finder schrein. d mir ein zufriednes Herz. -doil annst 8 dal suo and drin of 016 dall cladem fie bin ichs aufs neue Mit heiterm mächtiger, ich hebe muth erwacht. Mein aug empor zu ud foom Ars dir. Preis dir, durch den ich Lebe, traue stets auf dich. 3. Beschützer unsrer seelen, Ich Und neuer dank dafür! Herr, deine für mich wählen? D wähle du für Was soll ich huld ist groß. Und niemals hat das mich! Gieb, was mir nützlich ist. Lallen Des dankens dir mißfallen, Gott, dem ich alles dante, Mich Das aus dem Herzen floß. stärke der gedanke: Daß du stets um mich bist. 4. Er stärke mich, mit frenden Zu thun, was dir gefällt; Er tröste mich im leiden; Und will die lust der welt Mich jemals nach sich ziehn, Helf er Winter. 4. Ozaudre, zandre nicht, mein herz. Ihm liebreich zuzueilen! Füht seinen jammer, seinen schmerz, Dein brod mit ihm zu theilen; Wer seiner brüder noth vergißt, Berdient nicht, daß er glücklich istnomal vi mult got mind Jos dar grad 19 13) Morgen- Lieder. ist on t Rel. Xus meines herzens grunde 2c. 13. 233 den ganzen tag Mich so vor dir, herr, wandeln, Daß ich nicht blos fromm handeln, Nein, auch fromm denken mag. niein herz bewahren, Helf er mir die gefahren Der fünde sehn und fliehn. 5. Beglücke du die meinen Nach beiner gütigteit. Verlaß der armen 2. Fromm laß mich, doch gesellig; teinen, Wend alles berzeleid. Du Klug, doch von falschheit rein; Freiwillst zwar gern erfreun, Eilst allen müthig, doch gefällig; Und start zur beizustehen: Doch soll der liebe flehen tugend sein: Auch standhaft in der Dir auch gefällig fein.anoth; Kein zorn schwäch meine liebe, 6. Gott, dem ich angehöre, Dein Kein ernst der sanftmuth triebe, Kein segen ruh auf mit. Mein seufzen, scherz die furcht vor gott. meine zähre, Erbarmer, ist vor dir; Deß soll mein herz sich freun: Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe oder lebe, So bin ich ewig dein. ards do not den d dul 3. Was dein gebot verletzet, Laß nie mit lust mich schaun; Wenn es die welt ergötet, Erweck es mir doch ( bi graun. Schnell wirkt des lasters gift. Richts nichts fei mir verhafter; Doch daß mein haß das laster, Richt meinen nächsten trifft. Mel. Gott des himmels und der 2e.1 520. Der du alle deine werte gott, von ewigteit, Du bist auch mit huld stärke 3hnen nahe in der zeit. Deine güt und deine treu Ist mit jedem morgen neu.ednodobottim und 4. Des nächsten ehre schmälern, Entehrt mein christenthum. Ein ruhm aus fremden fehlern 3ft schande und kein ruhm. Laß mich das richten flichn; Nie schlimm, was gut ist, deuten, Und seh ich andre gleiten, Es jedem aug entziehn. 2. Unter vielen millionen Siehst du liebreich auch auf mich; Sicher läsfest du mich wohnen, Und beschirmst mich väterlich. Dafür preist mit neuem dant Dich mein froher lobgefang. 43. Darf ich, erd und staub, es wagen, Hent zu dir empor zu sehn? Meinen fummer dir zu tlagen? Kindlich frei dich anzuflebn? Ja durch christum habe ich Dieses zutraun gegen dich. 5. Bei fleiß und arbeit schleiche Rein geiz sich in mein herz, Und fremde noth erweiche Mich leicht zu edlerm schmerz. ein glück, das andern blilhet, Empöre mich zum neide; Und fein genuß der freude Berzärtle mein gemüth. 4. Du läßt meine fümmernisse, Bin ich redlich fromm, entfliehn. So wie alle finsternisse, Da die morgensonn erschien. Keine forge raubt dann mir Meine freudigkeit zur dir. 5. Du gewährst mir neue stunden Zur vollbringung meiner pflicht, Werd ich da nur treu befunden, So bin ich voll zuversicht, Wenn mein richter nun erscheint, Der erhabne menschenfreund. Morgen- Lieder. 6. Stärke du mich schwachen; leite Mich mit deinen segnungen. Ich ergebe mich auch heute Deinen weisen fügungen. Herr, mich sieht dein vaterblick: D, wie groß ist dies mein glüc. ng of popsmb dun don 39 Mel. Aus meines herzens grunde ic. pid 6. Bewahr an diejem tage Mich vor gefahr und leid. Und trifft mich eine plage, So gieb gelaffenheit; Rur hilf, o vater, mir, Daß ich sie nicht verschulde, nicht murre, chriftlich dulde, Boll zuversicht zu dir. 17. Wie bald ist überwunden Das leiden dieser zeit; Auf wenig bange stunden Folgt glid in ewigkeit: Dies stärket mich in noth, Daß ich nicht ängstlich zage; Am letzten meiner Gieb dies mir muth im tod. meiner tage 18. Der tod tomm, willst du, heute; Denn da ich dein, herr, bin, So giebst du, daß er leite Gewiß zu dir mich hin; Und wenn er tommen soll, Soll er mich frei von fünden, Dir wohlgefällig finden: Dann vater, sterb ich wohl 521. Des morgens erste stundeel ie föhön leuchtet uns der 26. mein gott dir weihn. Mein Herz stimmt mit dem 522. Dich feh ich wieder, more freue munde zu deinem lobe ein. Ja, laß mich der ebeln pflicht, Dem höchsten Dritte Abtheilung.t 234 lobzusingen. Ich will voll frommer dautbegier, mildefter erbarmer, dir Preis und anbetung bringen. Schöpfer, Bater! Deine treue Rührt aufs neue Mein gemüthe. Froh empfind ich deine güte. od 2. Du warst auch diese nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich So hülfreich mir bewiesen? Bu meinem leben jetzest du Jetzt einen neuen tag hinzu: Sei hoch dafür gepriesen! Durch dich Bin ich, Und ich merte Neue stärke, Dich erhebe Herz und mund, so lang ich lebe. 3. Verleih, o gott der lieb und macht, Daß sünd und gram, wie diese nacht, Auf ewig von mir fliehe! Daß ich die kurze lebenszeit In christlicher zufriedenheit zu nützen mich bemühe. Prüfe, Siehe, Wie ichs meine, Dir ist keine Meiner sorgen, Auch die fleinste, nicht verborgen. 4. 3ch bin ein christ; o herr, verleih, Daß ich des namens würdig feil Mein ruhm sei deine gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein irrend schaaf; erhalte mich, Mein hirt, auf beinem pfade. Stärt mich, Daß ich Stets mich übe, Deine liebe zu betrachten, Ueber alles dich zu achten. 5. Auch im geräusch der welt soll mich Der heilige gedant an dich Oft still zu dir erheben. Im dunkeln thale wall ich hier; Einst nimmst du mich hinauf zu dir, Bum licht und höhern leben. Auf dich Hoff ich. Herr, ich werde Mich der erde Gern entschwingen, Dir dort ewig lobzusingen. 4. Vergoffen hast du mir zu gut, Sohn gottes, dein so theures blut! Du bisis, der liebreich für mich starb, Und mir des vaters huld erwarbeniss 5. Du tarbst ja auch zu meinem heil, Durch dich hab ich am himmel theil; Ich kann durch dein verdienst allein Hier ruhig und dort selig sein. 6. Gott, heilger geist, du, deffen fraft In uns ein neues leben schafft: Das gute, was ich hab an mir, Kommt durch dein wort, kommt ganz von dir. 7. Durch dich erkenn ich, als ein christ. Daß gott mein trener vater ist; Und daß mein herz ihn findlich ehrt, hat mich dein theures wort gelehrt. 8. Dies wort ist meiner seelen licht, Dies giebt mir fraft und zuversicht In aller trübfal, aller noth, Und endlich auch gewiß im tod. 9. Drum preis ich dich zur mor masingen-( mittags-, abends-) zeit, Dreieiniger, Voll dankbarkeit, Für deine langmuth und geduld, Für alle proben deiner huld. : c. himmel. Mor beinen tren teet 523. Du fufft, von vaterhuld erfüllt, Mich gott, nach deinem ebenbild; Ich bin und leb allein durch dich, Du nährst, erhältst und schützest mich. pod 2. Wie oft warst du mit hülfe nah, Wenn ich den tod fast vor mir sah! Wie oft fant ich in meinen lauf, Und bu halfst väterlich mir auf. 10. Sei auch nun ferner, herr, mein schutz, So biet ich jedem unfall truß: Leib, feel und leben, hab und gut Befehl ich deiner vaterhut. 11. Verleih, o herr, zu deinem ruhm, Daß immerfort mein christenthum Aufrichtig und rechtschaffen sei, nicht augenschein, noch heuchelei. 12. Dann wird mein ende felig sein; Und bricht dein großer tag herein, So wecke und verkläre mich! Dann preis' ich ewig, ewig dicht omist Melodie. In bekannter 30 524. Gott des himmels und erden, Vater, und heilger geist! Der es tag und nacht läßt werden, Sonn und mond uns scheinen heißt; Dessen starte hand die welt Und was drinnen ist, erhält. 2. Gott, ich danke dir von herzen, Daß du mich in dieser nacht Vor gefahr, angst, noth und schmerzen Haft so gnädiglich bewacht, und bei aller meiner schuld, Mich noch trägst mit vaterhuld. 3. Gesundheit, leben und verstand Empfing ich; herr, aus deiner hand, 3. Ich gedent an meine sünden, An Ein chriftlich herz, das gern vergiebt, die strafen, die mir drobn; Laß mich Und alles gute redlich liebt. ritrost und gnade finden! Denn ich glaub 13. Morgen- Lieber. 101901 an deinen sohn, Der für meine missethat Sich am freuz geopfert hat. 4. Dir will ich an diesem morgen Ganz zu deinem dienst mich weihn; Will für meine seele sorgen, Wid dir treu, gehorsam sein: Dann werd ich erschrecken nicht, Wenn erscheinet dein gericht. 3683 105. Auf der bahn der tugend leite Du mich selbst, verlaß mich nicht; Und verleihe mir auch heute Muth und kraft zu jeder pflicht. Dein geschenk, die gnadenzeit, Werde nie von mir entweiht. 6. Deinem schutze sei ergeben Alles, was ich hab und bin. Dir vertrau 235 5. O du, den meine seele preist! Erwecke mich durch deinen geist Zur übung meiner pflicht; Er helfe meiner schwachheit auf, Bis ich vollende meinen lauf. Mel. Befiehl du deine wege ic. ich feel und leben, Werk auf dich die 526. Lobt gott am frohen morgen, ihn, in forgen mich zu deinem ruhm, Denn ich bin dein eigenthum. 907. Hülfe wollest du mir senden, Wenn gefahr und noth mir droht; Alles mir zum besten wenden, Es sei leben oder tod. Sterb ich, herr, so bringe du mich zu jener himmelsruh. 8. Höre, gott, was ich begehre: Gieb mir, was dein wort verheißt! Dir sei preis und dank und ehre, Dir, o vater, sohn und geist; Du erhörst gebet und flehn; Ewig will ich dich erhöhn. 3. Ein jedes gut, deß ich mich freu, Empfang ich jego wieder neu Aus deiner milden hand. Mein auge wird, wohin es blickt, Von wundern deiner huld entzückt. 6. Ein gut gewissen sei mein theil, Dies wirk in mir, o herr, mein heil, Und segne meinen fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, Und alles steht in deiner hand. 7. Die blume fleidest du mit pracht, Nährst jeden vogel, gott der macht! Bin ich nicht mehr denn sie? Ich werfe meine sorg auf dich, Du, mein Erbarmer, sorgft für mich. der nacht, Da wir ganz ohne sorgen Sanft schliefen, für uns wacht. Der uns im schlaf erquicket, Und unfre fraft erneut; Für uns die erde schmüktet, Uns jeden tag erfreut. 2. Jhn preist der engel heere Mit hohem lobgefang; Auf, singt in ihre chöre, Auch euern frohen daut. Wer sollte gott nicht loben, und ihm nicht dankbar sein? Da seiner güte proben Sich jeden tag erneun. Top Mel. Warum betrübst du dich zc. Chm, der das licht 3. Dir will ich mich ergeben, Durch den ich leb und bin; Denn dies mein irdisch leben Eilt schnell zum tode hin; Bald ist es Doch 525. S teben hieß, und mich hängt an dieſer zeit, An ihren schnellen stunden, Das glück der ewigkeit. gesund erwachen ließ. Sei preis und froher dank! Ihm bring ich dieses opfer heut; Ihm sei mein ganzes herz geweiht. 2. Sieh, herr, ich unterwinde mich, Mit dir zu reden, obgleich ich Zum theil nur asche bin. Gleich einem tobten lag ich hier, Daß ich noch lebe, dank ich dir. T 4. Dies reize meine seele 3um fleiß im guten an, Daß ich nichts denk und wähle, Was dir mißfallen kann: Dann kann ich nicht verderben; Ich fürchte nicht den tod: Ich werde selig sterben, Denn ich bin dein, o gott. 5. Dann tröstet mich der glaube: Ich werd nicht ganz vergehn! Ich werd erweckt vom staube Zum himmel auferstehn. Dies will ich nicht vergessen, Und dieser hoffnung voll, Will täglich ich ermessen, Was ich dann werden soll. 6. Durch dies gestärkt ermüde Jc in der tugend nicht. Mich stärket gottes: friede Wit fraft und zuversicht. Ich siege in dem streite, Des sieges John ist nah. Getroft! vielleicht ist heute Des tampfes ziel schon da... ipidnit 4. Dich, dem ich nichts vergelten tann, Dich, vater, bet ich findlich an; Ich opfre dir mein herz. Ein Herz, voll lieb und zuversicht, Ein dankbar herz verwirfst du nicht. 100 236 Dritte Abtheilung. Mel. Ich dant dir schon durch 24. all dat wenied as erwachen meine sorgen, Jedoch, auch 527. Mein erst geschäft sei mein vertraun zu dir. Ich werse preis und dank! Er hebe, gott, o feele! Der herr hört deinen Tobgefang, Lobsing ihm meine seele. meinen tummer hin, Auf dich, durch den ich leb und bin. 213 2. Mich selbst zu schützen ohne macht, Lag ich, und schlief in frieden. Wer schafft die sicherheit der nacht, Und ruhe für die müden. 2. Jch bin noch immer auf der erde, Wo alles wohl sich mischt mit weh, Und ich, zu größerer beschwerde, So manchen fehltritt noch begeh. Gott, der mich schützet und ernährt, Wär ich doch deiner liebe werth an 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein leben zu bewahren? Wer stärkt mein blut in seinem fleiß, Und schützt mich vor gefahren? 4. Wer lehrt das auge sein pflicht, Sich sicher zu bedecken; Wer rust dem tag und seinem licht, Uns wieder aufzuwecken? 8 wicbe 5. Du bist es, gott und herr der welt, Und dein ist unser leben. Du bift es, der es uns erhält, Und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seift du, gott der macht! Gelobt sei deine treue, Daß ich nach einer fanften nacht Mich dieses tags erfreue. 201 7. Laß deinen segen auf mir ruhn, Mich deine wege wallen, Und Lehre du mich selber thun Nach deinem wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr: Auf dich hofft meine seele. Sei mir ein retter in gefahr; Ein vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein herz voll zuverficht, Erfüllt mit lieb und ruhe; Gin weises herz, das seine pflicht 10. Daß ich, als dein gehorſam kind, Dir zu gefallen strebe: Dir treu ergeben, gut gesinnt In deinem reiche lebe. 11. Daß ich, dem nächsten beizustehn, Nie fleiß und arbeit scheue, Mich gern an andrer wohlergebn, And ihrer tugend, freue. 12. Daß ich das glück der lebenszeit Jit deiner furcht genieße, Und meinen lauf mit freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Mel. Wer nur den lieben gott ic. 528. Mein gott, auch dieser neue morgen VerTündigt deine gnade mir. Mit mir 3. Laß den entschluß mein Herz erfüllen, Stets gern zu thun, was dir gefällt. Es gehe mir nach deinent willen, O weiser herrscher aller welt! Schließ mich in deine vorsicht ein, Dein will ich tod und Lebend sein. 4. Vergieb mir, vater, alle fünde. Vergieb, was ich nicht recht gethan. Nimm mich zu deinem gnadentinde Und meines mittlers willen an. In seinem namen bitt ich dich! Er litt und starb ja auch für mich. upds) 5. Hilf du in allen sachen rathen; Jch bin mir selbsten nicht genug. Behüte mich vor missethäten, Vor böser menschen list und trug: Erhalt mich auf der tugend bahn; Was ich dann thu, sei wohlgethan. jeden frodys 6. Bewahre mir leib, feel und leben, Verwandte, freunde, ehr und gut. Willst du mir freuz zu tragen geben, So stärke mich mit troft und muth; Und willst du mich mit glück erfreun, So laß mich dir auch dantbar sein. Mel. Christus, der ist mein Leben. 529. N leben! Dit fröhlichem och läßt der mich gemüth Eil ich, ihn zu erheben, Er hört mein frohes lied. 2. 3u ihm ruft mich jetzt wieder Der morgensonne pracht. Ich falle vor ihm nieder. Der sie und mich gemacht. 3. Du herrscher aller welten nimmst dich auch meiner an; Wie soll ich dir vergelten, Was du an mir gethan? 4. di Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur vertrauen und liebe, gott, von mir. 5. Drum will ich dir lobsingen, Mich deines namens freun, Nach 13. Morgen- Lieber. Cinisel Mein ganzes deiner gnade ringen, Herz dir weihn. 6. O tilger meiner fünden, Mein heiland, jesu chrift! Laß mich den troft empfinden, Daß du mir gnädig bist. 237 7. In allen meinen thaten Wollst du mir selber rathen; Mich stets zum besten leiten; 3um himmel auch bereiten. 8. Auf allen meinen wegen Begleite mich dein segen: Dein wort fei meine fpeise Auf meiner pilgerreife. 30 7. Dir hab ich mich ergeben, Ich freue mich in dir. Viel köstlicher als leben, Ist deine güte mir. 8. führe mich auch heute Auf wahrer tugend pfad. Du, ewigweiser! rath. leite Mich selbst nach deinem Das seh; O dann wach ich anders auf. 9. Noch eins laß mich christlich weise herz. Auf dich stets auf zusehen In freuden, wie im schmerz. 10. Laß mich am ersten trachten Nach dem, was dir gefällt: Mehr deinen beifall achten, als allen ruhm der welt. Mel. Werde munter mein gemüthe ic. 531. Wenn ich einst von jenem schlummer, Welcher tod heißt, aufersteh; Und erlöst von allem fummer, Jenen schönen morgen Schon am ziel ist dann mein lauf. Sorgen, die mich ängstlich machten, Werd ich dann für träume achten. 2. Hilf, daß keiner meiner tage, Geber der unsterblichkeit. Im gericht mich einst verklage, Er sei ganz von mir entweiht. Auch nech jetzt bin ich erwacht, Dant sei deiner güt und macht; Laß mich heilig und im segen Jeden tag zurücke legen. 11. Laß mich dir findlich trauen, Das gute redlich thun, Getrost gen himmel schauen, In deinem willen ruhn. be 12. Daß frei vom dienst der fünde, Getrost und glaubensvoll, Der tod alsdann mich finde, Wenn ich einst Perben dus lontant que In bekannter Melodie. dann des todes pein; Laß mich da am stärksten sein, Daß ich ihn zum himmel weise, Und dich, herr des Hallst todes, preise. 530. Wach ach auf, mein herz, und singe Dem schöpfer aller dinge, Dem geber aller güter, Des menschen treuem hüter. Onopod Mel. Nun dantet all, und 2 Ing 2. Mit göttlichen erbarmen Be 532. Zu deiner ehr bin ich 3" du armen; mein vertrauen, Der sonne licht zu schauen. erwacht, Drum bring ich ruhm und preis Dir, gott, der durch die ruh der nacht Uns zu era quicken weiß. 3. Und dies, herr, ist geschehen: Ich kann das licht noch sehen. machst, daß ich aufs neue Mich meines lebens freue. Du 2. O vater, deine gütigteit Jft alle morgen neu. Du thuft uns wohl zu. aller zeit, Und groß ist deine treu. 4. Du mußt ein opfer haben; Hier bring ich meine gaben: Mein Teib, mein feel und leben Sei dir, 3. Jetzt schenkst du mir zu meinem heil Bon neuem einen tag. Gieb, daß ich davon jedes theil Mit weisheit nützen mag. MISI Herr, ganz ergeben. 5. Hör meinen dant, mein flehen: Du fannst ins herze sehen, und weißt, daß ich zur gabe Für dich nichts beffers habe. 4. Die zeit, in deinem dienst vollbracht, Bringt ewigen gewinn, So fließe vor dir, gott der macht, Auch dieser tag mir hin. 6. Du wollst in meinen tagen Mich ferner huldreich tragen: Mir deinen fegen senden; e Dein wert an mix vollenden. Bil smisd Indo Imislio got 190 3. Daß ich froh gen himmel sehe, Wenn mein letzter tag erscheint. Wenn zum dunkein ihal ich gehe, Und meint nun um 5. Gieb, daß ich fern vom müssiggang. In meinem stande tren, Und wem ich kann, mein lebenlang Be reit zu dienen sei. bedrys 150 med 30 now and im Horrectes Dritte Abtheilung. 238 6. Jnt allem, was ich denk und thu', Sei dein gebot vor mir; Und wenn ich von geschäften ruh, So sei mein herz bei dir. 7. Was du mir zum vergnügen giebst, Vermehr in mir die luft, Ganz dein zu sein, der du mich liebst Und so viel gut's mir thun thust. schis 2murid 8. Wenn sorg und tummer mich befällt, So laß mich auf dich schaun, Und deiner vorsicht, herr der welt, Mit frohem muthe traun. 2. Stets verehret, hochgepriesen Sei mein treuer gott von mir, Was du guttes mir erwiesen, Dankt mein ganzes leben dir. Du haft, war ich's schon nicht werth, Dennoch mein gebät erhört, Das ich heut, als ich erwachte, Dir durch) jesum glaubig brachte. 3. Gott, da ich voll dants erzähle, Wie so groß dein wohlthun war; Stellen sich auch meiner seele Die begangnen sünden dar. Ihre zahl ist gar nicht klein. Denn nicht wort und wert allein: Nein, gedanken und geberden können mir zu sünden werden. 9. An deiner gnade g'nüge mir! Sie ist mein bestes theil; Mein troft und meine zuflucht hier, und dort mein volles heil. Juk sturs you allo dull: bis 14) Abend- Lieder. jochi mars Mel. Werde munter, mein gemüthe: c. STRUT oder tod Uns im sichern schlafe droht, 533. Au o feele! werde mun- Schickst du aber schnelles sterben, So geschehs nicht zum verderben. ter! Lob ist immer deine pflicht: Denn die sonne geht zwar unter, Aber gottes güte nicht, Heut' auch hat sie mich genährt; Heut auch freud und troft gewährt, Vor gefahren mich beschüßet, Meine schwachheit unterstützet. 7. Höre, vater, ach erhöre. Was dein kind von dir begehrt. O sohn gottes, dir zur ehre Werd es mir durch dich gewährt. Heilger geist! verlaß mich nicht, Gieb mir kraft und zuversicht. Hör, dreieiniger! mein fle hen. Amen! ja! es wird geschehen. Mel. Nun ruhen alle wälder zc. 534. Befreit von allem kummer, Ruht nun in süßem schlummer Ein theil der müden welt. Auf, sammelt euch, ihr träfte! Zum seligsten geschäfte, zu einem dant, der gott gefällt. 2. Lobsinge, feel'! und sage, Wie auch an diesem tage Mein gott mir wohlgethan. Durch jesu blut verföhnet, Mit gnad und heil gefrönet, Bet ich dich, bater, findlich an. 4. Doch, von ernster ren durchdrungen, Wag ich's, gott, mich dir zu nahn. Sieh nicht die beleidigungen, Sieh den tod des mittlers an. Sprech 3. Dein ist's, daß ich noch lebe, Jetzt deine treu erhebe, Mich deiner liebe fren'. 3u jeglichem geschäfte Verliehst du mir die träfte, Und mich frei von straf und schuld; Schent standest mir auch segnend bei. mir ferner deine huld; Laß vergebung 4. Zwar want ich oft und gleite. aller fünden Mich durch meinen mitt- Ich weiß, mein gott, auch heute Ter finden. Sind meiner fehler viel; Doch du 5. Gieb nun bis zum frohen morgen hast mich geleitet. Und, wenn mein Meinem Leibe sanfte rub, Durch dich fuß gegleitet, Es nicht gestattet, daß schlaf ich ohne sorgen, Wenn ich ich fiel. f& blafe, wachest du. Seel und leib befehl ich dir; Walt allmächtig über mir. Sei auch du der gott der meinen; Laß sie ruhen als die deinen. 6. Ach laß uns kein banges schrecken, Weder raub noch feuersgluth, Flöglich aus dem schlaf erwecken: Halt uns, herr, in deiner hut. Hilf, wenn tranfheit 5. Umsonst sinnt mein gemüthe. Wie es, herr! deine güte Noch wiürdig preifen soll. Doch hab ich fie empfunden, Denn jede meiner stunden Ist, vater, deines wohlthuns voll. 6. Stets bist du hoch zu loben. Von deiner liebe proben Zeugt nicht der tag allein! Gott! deine liebe wollte, 14. Daß selbst die nacht auch sollte Für uns reich an erquicung sein. 7. Wenn wir die augen schließen. Im schlaf nichts von uns wissen, Bewahret uns dein schuß. Willst du mich nun beschirmen, So biet ich allen stürmen und aller lift der bosHeit trut.no 201 31301 Abend- Lieder. 8. Jch darf nicht ängstlich bebent, Denn der bewahrt mein leben. Der selbst, der mir es gab. Bis ich die wallfahrt schließe und ewig sein genieße, Bieht er von mir die hand nicht ab. 9. Nun, vater, ich befehle Dir alles, leib und seele, Und schlaf in ficherer ruh. Ich trau auf deine guade. Was ist wohl, das mir schade? Allmächtiger, mein schuß bist du. G25 dal! Mel. Nun danket alle gott:. 535. Der tag( das jahr) ist wieder hin; Und diesen theil des lebens, Wie hab ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab ich mit allem ernste Dem guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir nicht meiner pflicht gelebt? 239 16. Und wie genoß mein herz Des umgangs süße stunden? Fühlt ich der freundschaft glück? Hab ichs mit dant empfunden? War stets mein ernst auch sanft, Mein scherzen unschuldsvoll? Und hab ich nichts gered't, Das ich bereuen soll? 7. Hab ich die meinigen Durch forgfalt mir verpflichtet? Sie durch mein beispiel still Zum guten unterrichtet? War zu des mitleids pflicht Mein Herz nicht zu bequem? Ein glück, das andre traf, War das mir angenehm? 2. Hab in der furcht des herrn Jch ihn auch angefangen? Mit dant und mit gebät, Mit eifrigem verlangen, Als ein geschöpf von gott, Der tugend mich zu weihn, Und züchtig und gerecht, Und gottes freund zu sein? 3. Hab ich in dem beruf, Den gott mir angewiesen, Durch eifer und durch fleiß Ihn, meinen gott, gepriesen? Mir und der welt genügt, Und jeden dienst gethan, Weil ihn der herr gebot. Nicht weil mich menschen sahn? 4. Wie hab ich diesen tag( dieses jahr) Mein eigen herz regieret? Hat mich im stillen oft Ein blick auf gott gerühret? Erfreut ich mich des Herrn, Der unser flehn bemerkt? Und hab ich im vertraun Auf ihn mein Herz gestärkt? sp 5. Dacht ich bei dem genuß Der güter dieser erden An den allmächtigen, Durch den sie sind und werden? Verehrte ich ihn recht? Empfand ich feine huld? Trug ich das glück mit dant, Den unfall mit geduld? 8. War mir mein fehltritt leid, Sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir Ein unerlaubt verlangen? Und wenn in dieser nacht ( diesem jahr) Gott über mich gebeut, Bin ich, vor ihm zu flehn, Auch willig und bereit? 9. Gott! der du alles weißst, Was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch Die schwachheit meiner seelen. Vergieb durch christi blut, Mir die verletzte pflicht; Vergieb und gehe du Nicht mit mir ins gericht. 10. Ja, du verzeihest dem, Den seine fünden kränken; Du liebst barmherzigkeit, Und wirst auch mir sie schenken. Auch diese nacht( dieses jahr) bist du Der wächter über mir. Leb ich, so leb ich dir! Sterb ich, fo sterb ich dir. d Mel. In dich hab ich gehoffet ic. ür alle 536. Gott water, sohn und heilger geist! Jhr bin ich zu geringe. Vernimm den dant, Den Lobgesang, Den ich dir findlich finge. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, Hast großes hent an mir gethan, Mir mein gebät gewähret; Haft väterlich Mein haus und mich Beschützet und ernähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein geschent; Der geist mit dem ich dein gedent, Ein ruhiges gemüthe. Was ich vermag, Bis diesen tag. Ist alles deine güte. 4. Sei auch, nach deiner lieb' und macht, Mein schuß und schirm in 240 Dritte Abtheilung. dieser nacht; Vergieb mir meine fün- 5. Du führst aus dunkler ferne den. Und tommt mein tod, Mein herr Den mond und tausend sterne Mit und gott, So laß mich gnade finden. majestät herauf: Sie leuchten, dir meere, Mel. In allen m meinen thatenmur ehre, Hoch über erd und bus Und deine hand lenkt ihren lauf. 537. He is bilen tag Groß, wenn der abend thauct; Groß in err, der mir das 6. wenn der morgen gegeben, Dich bet ich findlich an! Ich bin viel zu geringe Der treu, die ich besinge, Die du bisher an mir gethan der stillen nacht; Im sonnenschein und sturme, Am menschen und am wurme; Groß zeigst du, bater! deine macht. 2. Mit dankendem gemüthe Freu' ich mich deiner gite; Ich freue mich in dir. Du giebst mir fraft und stärke, Gedeih'n zu meinem werfe, Und schafft ein reines herz in mir. 7. Voll ordnung, pracht und stärke Stehn deiner hände werke In deiner schöpfung da. Wie kann ich dirs vergelten? Du gott und herr der welten Warst auch mit deiner huld mir nah. 3. Gott! welche ruh' der seelen, Nach deines worts befehlen Einher im Leben gehu; Auf deine güte hoffen, Im geist den himmel offen, Und dort den preis des glaubens sehn. 8. Wem tann ich ohne grauen Mich froher anvertrauen, Allmächtiger, als dir? Ja, vater! dir befehle Ich darum leib und feele, Verherrliche dich auch On an mir. 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im staube, Zu dir, o gott, mein heil; Ich bin der schuld entladen, Ich bin bei dir in gnaden; Und in dem himmel ist mein theil. 5. O leite mich in segen Dem großen ziel entgegen, Dahin dein wort mich weist. Mein Leben und mein ende Ist dein, in deine hände Befehl ich, vater, meinen geist. 9. Dir dafür ruhm zu fingen, Und ferner dant zu bringen, Sei meine liebste pflicht. Ich leg nun meine glieder Getrost und freudig nieder; Du wachst für mich, ich sorge nicht. 10. Soll mir der schlaf zum leben Noch neue träfte geben, So schlaf ich fröhlich ein: Soll er mein leben enden. So wirst du mich vollenden Und auch mein gott im tode seinus bus udi Mel. Werde munter mein gemüthe 2. ht Mel. Nun ruhen alle wälder 2.539. Sint ich einst in ienen 538. ett fint die sonne niedes der, Die stille nacht todes finstre nacht, Wo kein frommer tommt wieder, Und schlaf und ruh' mehr zum tummer Dieser zeitlichkeit mit ihr. Sie schenkt uns neue träfte erwacht: O dann schlaf ich anders Für jedes tags geschäfte; Das danken ein; Weg aus dieses Lebens pein Eil de wir, o vater! dir. ich hin zu deren hütten, Die vorden auch standhaft litten. godisplasid 2. Noch wach ich und erzähle mit tiefgerührter feele, Was du an mir gethan; Sei dankbar, mein gemüthe! Besing des schöpfers güte! Stimm' 2. Jetzt hoff ich noch aufzuwachen Aus dem schlaf für diese zeit. Laß mich doch stets fertig machen, Vater! zu der ihm ein frohes loblied an. jind ewigteit, Daß ich, als ein wandrer, sei Wacker, tugendhaft und frei Von den lüsten dieser erde, Wenn ich abgerufen werde. tum hi 3. Laß mich meine tage zählen; Wie ein strom verlaufen sie; Laß das beste theil mich wählen, Daß ich, nach des Lebens müh. Rube, freude, sicherheit, Wonne, ewge seligkeit, Dort vor deinem thron genieße, So wird om mir mein sterben süße nsned 3. Bon dir tommt jede gabe; Das leben, das ich habe, Die sicherheit der nacht. Auch alle andre güter Verdant ich treuer hüter, Blos deiner vaterhuld und macht. tion sa Insmbia 4. Du läßt es finster werden und hüllst den freis der erden In schwarze dunkelheit. Doch auch in dunkler stille Wohnst du mit deiner fülle und zeigst uns deine herrlichkeit 14. Mel. Nun sich der tag geruhet 2c. oder: Ycun danket aul', und 2c. Abend- Lieder. 540. So fliehen unsre tage hin! Auch dieser ist nicht mehr. Die nacht, der müden trösterin, Eilt wieder zu uns her. 2. Nur du, herr! bleibest wie du bist, Du schläfft und schlummerst nicht; Die finsterniß, die uns umschließt, Ist deinem auge licht. 75 3. Voll zuversicht befehl ich mich Dir auch in dieser nacht; Ich bin getrost, ich trau auf dich; Mich schützet deine macht. 4. Hab ich an deiner gnade nur Noch theil, o herr, mein gott! So fürcht ich keine kreatur, Und scheue nicht den tod. dog- on nous 4381631 b. Abend- Lied In voriger Melodie. 541. Nun bricht die finfire nacht herein: Die ruhe wünschen wir; Doch ehe wir noch schlafen ein. Spricht unser herz mit dir. 2. O vater, gott und herr der welt! Den niemand sehen kann, Du siehst, wer dir zu füßen fällt, Sieh' uns auch gnädig an. 3. Der tag, den wir nunmehr vollbracht, Der war, o höchster, dein, Dir sollt er auch bis in die nacht Von uns geheiligt ſein. 4. Doch ach! wir müssens nur gestehn, herr! daß fleisch und blut Auch heute manches hat versehn, War gleich der wille gut. 1er 2015] 5. Drum schenk uns gnad von deinem thron; Sieh unsre schuld nicht an, Und denke, daß dein theurer sohn Für uns genug gethan. Mel. Wenn wir in höchsten ic. 542. Unwiederbringlich schnell 241 5. Zwar ich erkenne meine schuld, Mit reue fühl ich sie; Doch, mein verföhner, beine huld, Wie troftvoll ist mir die. die uns gott verlieh'n. Die woche kommt( Das jahr tritt ein) und eilt davon! Vergangen ist auch diese( diejes) schon.sgol Evangel. luth. 6. Jch eil im glauben zu dir hin, Und weiß, wie sicher ich Im schatten deiner flügel bin; Du wachest über mich. 7. Flieht, bange forgen, weit von mir, Du, jesu! wohn allein In meinem herzen, weih es dir zu deinem tempel ein. In meiner pilgrimszeit; So führe 8. 3ft dies vielleicht die letzte nacht mich durch deine macht zum licht der ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Dein bin ich auch im tod! Du, mein erretter! bist bei mir, Und hilfft aus aller noth. am Sonntage. 6. Schreib das, was du uns heut' gelehrt. In unsre herzen ein, Und lasse uns, die wirs gehört, Dir auch gehorsam sein. dein wort, Und thu uns ferner wohl; 7. Gieb, daß stets fruchtbar fei Damit wir dir auch immerfort Treu dienen, wie man soll. der G 8. Nun suchen wir, gott! unfre ruh; Steh deinen kindern bei, Und lasje keinem übel zu, Daß es uns schädlich sei. 9. So stehen wir, wenn dirs gefällt, Froh wieder morgen auf; Und wir vollbringen in der welt Dann glücklich unsern lauf. dozi toim C. Am Ende der Woche. cu madodi drif 2. Dank dir, du ewig emig trener gott! Für deinen beiſtand in der noth. Für tage, proben treu': Denn deine huld war täglich neu. 3. Wenn unser herz von schuld befreit Sich mancher guten that erfreut: Weß war die fraft? wer gab 16 10. Und dann führst du uns, wenn es zeit, Auch in den himmel ein. Da wird in deiner herrlichkeit Für uns stets freude sein. Dritte Abtheilung. 242 gedeihn? Dir, herr, gebührt der ruhm allein. 4. Oft fehlten wir und merktens nicht, Verzeih uns die verlette pflicht. Du siehst, erbarmer! unsre reu: Um christi willen sprich uns frei. 5. Wir eilen mit dem strom der zett Stets näher hin zur ewigkeit. Du hast die stunden zugezählt, Die letzte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers lebens! mache du Shan spist 910 DISUS 15) Bei a. Vor Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 543. Dich bitte ich, gott, beweife, Wie gut thu's meinst mit mir; Beglücke meine reise, Denn ich vertraue dir. Auf allen meinen wegen Begleite väterlich Mit deinem schutz und segen, Mit deiner hülfe mich. 2. Ich bin in deinen händen, Deß soll mein herz sich freun; Denn du tannst rettung senden, Wo mir gefahren dräun. Bin ich bei dir in gnaden, So fürcht ich nichts, o gott! Du wehrest allem schaden, Mein ret ter in der noth. dullisd b. Nach glücklich Mel Wer nur den lieben gott 2c. TO JEITSGS 544. Dant fei bir, vater meines lebens, Du haft mich froh zurückgebracht; Ich flehte nicht zu dir vergebens, Du hast mich väterlich bewacht: Durch deine gnade bin ich hier, Dein schuß und schirm war über mir. 2. Gesundheit hast du mir verliehen Und schaden von mir abgewandt; Du baft geseguet mein bemühen Durch Deine milde vaterhand; Auch meiner Uns selber recht geschickt dazu, Daß nicht indem wir sicher sind, Der tod uns unbereitet find't. 7. Ist einst die zahl der stunden bt ber ftundert voll, Die jeder hier durchleben soll: So führ uns aus der übungszeit zu jener frohen ewigteit. R 8. Da sind wir unsers heils gewiß: Da wechseln licht und finsterniß, Wie hier auf erden, ferner nicht; Herr, unser gott! verlaß uns nicht. Reisen. der Reise. 3. So will ich denn mein leben Getroft und wohlgemuth, Dir, vater! übergeben, und deiner treuen huth: Erhalte meine kräfte; Beglücke meinen fleiß und meiner pflicht geschäfte, zu deinem ruhm und preis. lieben 4. Laß dir auch meine lieben Zum schutz empfohlen sein; Nichts müſſe uns betrüben, Dein troft uns siets erfreun. Und sehen wir uns wieder Jn ruh und wohlergebn, Wie follen unsre lieder Dann deine huld erhöhn. vollbrachter Reise. therellag Boie seelen wandtest du, O herr, so manches gute zu. 3. Nun kann ich wieder mit den freun; Mit ihnen mein gebät vermeinen Mich deiner gut und hülfe einen, Und dir des dantes opfer weihn; Daß du mit deiner vaterhand Gefahr und schaden abgewandt. 4. Sei ewig, gott, sei hochgepriesen Für alles gute, das du mir Auf meiner reise haft erwiesen; Mein frohes lob gefalle dir: Dir will ich nun mich ferner weihn, Dein lebend und im tode sein. SC 16) Vor und bei der Erndte. Sun sid In voriger Melodie. bühret ruhm und dank. Du hörst das 545. Dir, milder geber aller schrei'n der jungen raben, Und aller gaben, Herr! dir gebögel lobgesang. Oneige jetzt dein ohr lignan 243 2. Die Kleinste deiner treaturen Macht deitte weisheit offenbar. Man fiehet deiner güte spuren und deine macht von jahr zu jahr. Ein ieder tag belehret mich: Du seist mein gott; drum preis' ich dich.ma dor Stine 1910 but this tilpiction Adoro dun 3. Bater, du haft aus erbarmen, Uns unwürdige ernährt. Du haft reichen, du hast armen Milder gaben viel gewährt. Gott, der uns viel guts erwiesen, Sei gelobt und hochgepriesen. ist der 4. Du hast sonnenschein und regen Uns zur rechten zeit geschickt, Daß 3. Du sorgst nach treuer väter man deinen vatersegen Allenthalben weise Für alle werte deiner hand; hat erblickt. Berg und thäler, tiefen, Und allem fleische giebst du speise, höhen Lassen deine huld uns fehen. Beschirmst und segneft jedes land; Du liebest unveränderlich; Der bösen felbst erbarmst du dich. is du 4. Der erdtreis ist von deiner gütte, Von deiner weisheit ist er voll. Herr, unterweise mein gemüthe, Wie ich dich würdig loben foll; Gieb, daß mein herz dich freudig liebt, Dich, der mir so viel gutes giebt. 5. Das saamlorn wird in deinem namen Auf Hoffnung in das feld gestreut; Allgütiger, du gabst dem saamen, Da du ihn schufft, die fruchtbarkeit, Bur aussaat giebst du auch allein Dem landmann traft, zeit und gedeihn. 6. Was dürr ist, feuchtest du mit regen; Was falt ist wärmt dein sonnenschein; Du theils die zeiten, wie den segen, Zu unserm besten weislich ein. Bei wärme, hitze, tält und frost Grünt, wächst und reifet unsre kost. 7. Kommt, preift des schöpfers huld und stärke, Bringt seinem namen ehre dar! Groß ist der herr, und seine werke Sind herrlich, groß und wunderbar! Kommt, laßt uns seine macht erhöhn! Mel. Nun danket all' e. Der herr ist gut! sein lob ist schön. 547, Gott forgt für uns! o fingt ihm dant, Ihr chriften, fingt ihm gern! Bom aufgang Song bis zum niedergang Trägt uns die huld des 16. Vor und bei der Erndte. 2001 2 ju mir! Du forderst dant; ich dante dir. 5. Ach! wer ist, der deine güte Dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares gemüthe Für die große wohlthat an; Unser mund soll stets erschallen: Gott macht fatt mit wohlgefallen. 6. Hilf uns, herr, daß trank und speise, Die uns deine huld gewährt, Ja nicht, nach der fünder weise, Werd' zu unserm fluch verzehrt: Bleiben wir in alten sünden, Kann das gute leicht verschwinden. 7. Schent uns auch vergnügte herzen; Stolz und geiz laß ferne fein; Laß den undant nichts verscherzen; Gieb uns ferner dein gedeihn. Willig laß mit deinen gaben uns die dürf tigen auch laben. 8. Laß es deinem wort gelingen, Daß auch wir zu deiner ehr', hier schon reichlich früchte bringen: Stärke du uns immer mehr. Schent' uns auch, nach allem leide, Droben mehr als erndtefreude. Eigene Melodie. 546. Gott im himmel und auf erden, Herrscher in der ganzen welt; Laß das herzwurm Reicht seine gnad und macht; 2. Bom menschen bis zum kleinsten voll preises werden, Da man dir zum sonnenschein, so wie im sturm, fuße fällt, Für den nahen erndtefegen Dant und opfer darzulegen. Ift er auf heil bedacht. 2. Herr! dir jauchzen feld und auen, Wald und hügel zeugt von dir; Ueberall läßt du dich schauen: Und undankbar schwiegen wir, Gleich als ob zu deiner ehre Feld und au so schön nicht wäre. 3. Mit frob gerührter seele bringt Ein herz voll dant ihm dar! Die ähre, die vom segen finkt, Ist sein; gott frönt das jahr. 4. Ja, höchster! wir verehren bi Mit findlich frohem dant; Du nährst 16* 244 Dritte Abtheilung. 2212229 uns und giebst mildiglich Auch mehr| Viel gute frucht zu bringen: So will als speis und trant. ich dir Dereinst dafür In ewigkeit lobsingen. 5. Fried' und gesundheit, fraft, gedeihn zu unser hände fleiß: Auch das giebst du, und dir allein Gebührt dafür der Mel. Wer nur den lieben gott it. 6. Laß reines segens übersfluß uns 549., et endte, chen Womit nun auch nützlich sein; Und hilf uns, daß wir beim genuß Uns dessen mäßig freun. du, höchster, uns erfreust, Ein jeder froh empfinden lernte, Wie reich du, uns zu segnen, feist; Wie gern du unsern mangel stillst, Und uns mit speis' und frend' erfüllst. 7. Vermehr in uns die zuversicht, Dir ewig zu vertraun, Bis wir dereinst in deinem licht Des glaubens erndte schaun. minds 2. Du siehst es gern, wenn deiner güte, vater! unser herz sich freut; Und ein erkenntliches gemüthe Auch Mel. In dir hab ich gehoffet: c. edas, was du für diese zeit Uns zur doin id 1 sdtiensp sodingd aus deinen Händen nimmt. 548. Liebreicher gott, dein fe- erquicung haft bestimmt Mit dank se genswort Erzeiget sich noch immerfort In seiner traft auf erden, Daß unser feld Mit nutz bestellt und angebaut kann werden. 3. So kommt denn, gottes huld zu feiern, Kommt christen, laßt uns seiner freun; Und bei den angefüllten scheuern Dem herrn der erndte dankbar sein. Ihm, der uns stets versorger war, Bringt neuen dant zum opfer dar. 4. Nimm gnädig an das lob der liebe, Das unser Herz dir, vater, weiht. Dein segen mehr in uns die triebe zum thätgen dant, zur folg samkeit; Daß preis für deine vatertreu Auch unser ganzes Leben sei. 5. Du nähreft uns blos aus erbarmen, Dies treib auch uns zum wohlthun an. Nun sei auch gern ein troft der armen, Wer ihren mangel stillen kann. Herr! der du aller vater bist, Gieb jedem, was ihm nüßlich ist. 6. Thu deine milden segenshände, Uns zu erquicken ferner auf. Versorg uns bis an unser ende, Und mach in unserm lebenslauf Uns die im kleinsten auch getreu; Daß einst uns größres glück erfreu. 7. Bewahr uns den geschenkten fe gen; Gieb, daß uns sein genuß gedeih. Und unser herz auch seinetwegen Dir dankbar und ergeben sei. Du, der uns täglich nährt und speist Erquick auch ewig unsern geist. tops) 2. In hoffnung streun wir samen aus; Doch segnest du nicht feld und haus, So ist die müh vergebens. Nur deine fraft und güte schafft Uns unterhalt des lebens. 3. Laß unsre saat geseguet sein; Gieb regen, wind und sonnenschein. Daß wachsthum und gedeihen Uns spät und früh. Nach sorg und müh', Einst wiederum erfreuen. 4. Bewahre sie das ganze jahr Vor fo vielfältiger gefahr, Die sie leicht kann verletzen, Und den, den heut Sein feld erfreut! In kummer bald versetzen. 5. Bei solcher saat seh ich allhier Zugleich manch tröstlich bild von mir. Denn unter sturm und winden Erhebt sie fich: So muß auch ich Beim freuz den himmel finden. 6. Und wie das förnlein erst verdirbt, und in der erde gleichsam stirbt um neue frucht zu bringen; So werd', o gott! Ich durch den tod Ins beßre leben dringen. 7. Auf diesen seligen gewinn Freut sich bereits mein herz und sinn; Muß Die Nach deinem rath, Gleich öfters hier bestellen. n voriger Melodie. 8. Nur mache mich, o gott; be- 550. Wir fingen, herr, von deinen segen, Wiereit 3m glauben und gottseligkeit wohl sie nicht zu zählen sind. Du giebst som med moder 16. Vor und bei der Erndte. uns sonnenschein und regen, Frost, hitze, donner, thau und wind; So blüht und reifet unsre saat, Nach deinem wundervollen rath. 2. Der himmel träufelt lauter güte, Die erd' ist deiner schätze voll: Damit ein achtsames gemüthe Dich finden und bewundern foll, Dich, der durch seine weise macht Das alles hat hervorgebracht. 3. So sei die liebe denn gepriesen, Gepriesen sei die wunderkraft. Die auf den feldern, auf den wiesen Den erdbewohnern nahrung schafft. Du nähreft uns, wir werden satt; Du giebst's, daß man noch übrig hat. 6. Ja, wenn wir, vater, dein vergeffent, Der du so liebreich an uns denkst, So muß der fluch den segen freffen, Mit dem du feld und haus beschenkst. Wird auch der vorrath nicht zerstreut, So mangelt doch zufriedenheit. 7. So wollen wir denn hier auf erden, Des guten samens auszu4. Du schüttest deines segens fülle streun, Nie milde, nie verdroffen wer Herab, die wir doch nicht verdient. den, Und uns vielmehr der erndte freun, Es ist allein dein guter wille, Daß Die einst nach dieser zeit der saat, feld und an und garten grünt, Und Dein rath für uns ersehen hat. # 2 551. Prei Mel. Was gott thut, das ist zc. reist, christen, mit zufrie: denheit, Breifst gott! den herrn der erndte, Daß sich nicht ganz die fruchtbarkeit Von au und feld entfernte. Noch stets erhält Er feine welt; Was nöthig ist zum Leben Will er uns alles geben. 2. Er ist der herr; in seiner hand Ift, was die erbe bringet. So sehr auch menschenfleiß das land Baut, pfleget und bedünget: Kommt doch allein Von ihm gedeihn. Nur er, er läßt die saaten Blühn, reifen und gerathen. ad di hus 3. Oft fehn wir froh in hoffnung schon Der reichsten erndt' entgegen, Und plötzlich ist er uns entflohn, Der uns gezeigte segen. Gott nimmt und giebt, Was ihm beliebt, Daß er als Herr der erde Von uns verehret werde. 4. Beigt auch gleich nicht so sichtbar sich Der reichthum seiner gaben; So diox 356 m I 245 uns, sind wir es gleich nicht werth, Die frucht der erde reichlich nährt. Bei sparsamer Erndte.d 5. Bewahre ferner unsre saaten, Und unsre Häuser, hab und gut, Bewahre uns vor missethaten; Vor wollust, geiz und übermuth; Weil sonst im reichsten überfluß, Die feele doch verderben muß. Mel. Auf meinen lieben gott sc. 552. G ichtigt deine hand O höchster, das Land. Zu deinem vaterherzen Erhebt in 90 giebet er doch sicherlich, So viel wir nöthig haben; Ist stets bedacht, Voll gnad' und macht, Die fenen zu er halten. Die ihn nur lassen walten. 5. Und o, was ist's für ein ge= winn, An dem sich g'nügen laffen; Was da ist, und mit heiterm finn Das feste zutraun fassen. Daß, der die welt Regiert und hält, Auch uns, so lang wir leben, Was nöthig ist, wird geben. 6. Ja, höchster, wir verehren dich In allen deinen wegen, Und trauen unveränderlich Auf deinen milden segen. Auch unser brod Wirst du uns, gott, Von zeit zu zeit gewähren, Wenn wir dich findlich ehren. 7. Wir beten demuthsvoll dich an, Der alles weislich füget, Deß vorsicht niemals irren tann. Deß wohlthun niemals trüget. Froh danten wir, Erhalter, dir, Und preisen deine güte Mit g'nügsamen gemüthe.. biele 2093 Saaji 17) In allgemeiner Noth. ist dul bayglig no bittern schmerzen Sich das gebät der armen; Erhör' es mit ertarmen. 2. Du etst des Landes noth, Sie tam auf dein gebot. Du kannst mit 246 stan Dritte Abtheilung.at mächt'gen händen Sie lindern und heiligster, mit deinem wort, Wie mit Ein wort aus deinem scherzen; wilde sittenmunde Verändert zeit und stunde. losigkeit, Gestärkt durch falsche sicher3. O herr, wir murren nicht; Ge- heit, Steunt oftmals feine grenzen. recht ist dein gericht Bei allem, was 3. Wir flehn, allmächtiger, zu dir, wir dulden; Denn groß sind unsre Du wollft dem übel wehren; Noch schulden, Und du bestrafft uns min- mancher kann, das hoffen wir, Zu dir der, Als wirs verdient, wir fünder. sein herz bekehren. Nur beispiel, schein und lust der welt 3st. was ihn in verblendung hält, Daß er dem bösen folget. 4. Erbarme dich, getreuer gott, Der tiefgefallnen seelen, Die jetzt verführt, in sünden tod, Jhr wahres wohl verfehlen. Der wahrheit licht erleuchte sie, Und furcht der strafe schrecke die, Die nicht die liebe bessert. 5. Die aber thun, was dir gefällt, Erhalt in deinem segen; Gieb ihnen fraft, trotz aller welt. Zu gehn auf rechten wegen. Laß deine treue vaterhand Sein deinen findern wohlbekannt, Daß sie dir treu verbleiben. 6. Ein vater und ein hirte meint Es treulich mit den seinen; Mehr bist du, größrer menschenfreund, Dur fannst's nicht böse meinen; Drun trau'n wir dir, und bitten dich: Erhalt' uns ferner väterlich In deiner furcht und liebe. 4. Doch, vater, deine huld Ist größer, als die schuld. Gedente an die deinen, Die reuend vor dir weinen; Gedenke mit erbarmen An die gebeugten armen. 5. Verkürze doch, o gott, Die dauer unsrer noth! Laß. die voll angst dir flehen, Trost und erleichtrung sehen; Verwandle alles leiden In neue lebensfreuden. 6. Doch wenn, herr aller welt, Es dir noch nicht gefällt. Die trübjal zu entfernen: So stärt uns, daß wir lernen, Mit ehrfurchtsvollem schweigen, Vor dir uns findlich beugen. 7. Ja, deine züchtigung Leit uns zur besserung, Laß sie die sichern schrecken, Die schläfrigen erwecken, Auf dein gebot zu merken, Und redlich fromme stärken. 8. Wenn unser herz dich liebt, So wird, was uns betrübt, uns doch zum heil gedeihen, Und uns zuletzt erfreuen; So wird uns deine gnade Bum licht auf dunklem pfade. 9. So stärke denn das herz, Daß auch im größten schmerz Es nie an muth uns fehle; sprich zu unsrer feele: Getrost; dich soll tein leiden d Von meiner liebe scheiden. Mel. Wenn wir in höchften sc. 554. Sehn wir nun trübfal unr uns her, Und wissen feinen ausgang mehr, Und finden weder schuts noch rath, Ob wir auch sorgen früh und spat. sidan 2. Dann ist es unser troft allein, 553. zu dir, du treuer Daß wir uns deiner noch erfreun, gnug ermessen? Lebt gleich so mancher Zügellos, Und ſeiner pflicht vergeſſen; Doch schonst du seiner lange zeit, Und trägst ihn mit barmherzigkeit: Und willst nicht sein verderben. Du bester helfer in der noth. 3. und Hinauf zu dir in unserm schmerz Und flehn dich um begnadigung Und aller strafen linderung. 2. Der Leichtsinn herrschet immer- 4. Nach deiner gnade fagest du Sie but Sie fort In der verlehrten Herzen, Die, allen, die drum bitten, zu Durch 10. Am schluß von unserm lauf, Dann flärt sich alles auf; Dann wird die aussicht heiter; Dann thränt fein auge weiter; Und dieses lebens leiden Verwandeln sich in freuden. alors stra 7. Dir treu zu sein, ist freilich schon Gewinn für dieses leben; Dochy wirst du einstens größern lohn Den trengebliebnen geben. Dann wandeln wir in deinem licht! Dann wird uns sel'ge ferner nicht Des lasters anblick tränken. mel. Xus tiefer noth schrei ich ne. err, beine langmuth ist 18. Witterungs- Lieder. 247 den, der unser mittler ist, Durch| Bergelt nach unsrer schuld uns nicht, unsern heiland, jesum christ.sch Steh uns in allen nöthen bei Und mach' uns aller plage frei. 5. Drum tommen wir, herr unser gott, Und flagen dir all' unsre noth. Ach, deine vateraugen sehn. Wie so verlassen wir da stehn. 6. Nur du bist unsre zuversicht, 7. Dann danken und Lobsingen wir Mit freud' erfülltem herzen dir: Gehorsam deinem theuren wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. 5 El dull bilang sid mullus am in an chung 18) Witterungs- Lieder. 25f31d slog osim a. Um Regen. In bekannter Melodie. Hilf uns im elend! du allein Kannst unserm helfer und erretter sein. 6. Ach, gieb uns noch zu rechter zeit Den regen, der das land erfreut, Der die zerborstne erde träntt Und sich in ihre tiefen sentt. 555. Sen wir Gebeugt, doch glaubensvoll zu dir; Wir rufen dich im himmel an, Daß er für uns werd' aufgethan. 2. Die felder sind ein dürres land, Von langer hitze ausgebrannt Sich. es verdorret immer mehr, Send einen milden regen her. nissuno m 3. Betäubt und mit gebeugtem haupt, Der hoffnung und des troft's beraubt, Schaun wir das feld und sind betrübt, Weil es uns fein gewächs nicht giebt. 4. Entträftet steht fast alles da, Dem gänzlichen verderben nah. Die Hoffnung, die das feld uns gab, Nimmt jeden tag zusehens ab. 9. Wir wollen dir gehorsam sein Und dir nur unser leben weihn. Tröst 5. Wir alle schrei'n aus tiefer noth; uns, o herr, verlaß uns nicht Und Nimm uns nicht unser täglich brod: stärt uns selbst in jeder pflicht. 109 nu sig Mit theurung und mit hungersnoth; 7. Straf unsre fünden nicht, o gott, Bergieb uns gnädig unsre schuld, Du gott voll liebe, voll von huld. 8. Sei gnädig uns durch deinen sohn, Der mit dir herrscht auf deinem thron; Er ist's, der liebreich für uns spricht, Drum wende, herr, doch dies gericht. 1136 no dib. Nach erhaltenem Regen. Mel. Ach bleib mit deinem sc. 556. Ein milder regen sinket Erquickend auf die flur, Wie labt sie sich, wie trintet Ihn freudig die natur. 1117, 110750TS 2. Die sanften ströme fühlen Der lüfte weites meer. Und die geschöpfe fühlen nicht mehr sich träg' und schwer. get, Und hitz' und flieh'n; Der frommen danklied steiget Hinauf und preiset ihn. 4. Mit freud' im angesichte Sieht man jetzt flur und feld, Erquickt hat gott die früchte, Der vater dieser welt. sind von 338) top 85. Nun wird die faat, die ähren Bon gottes jegen voll, Der ſeine menschen nähren, Und sie erfreuen soll. 6. Auf, preifet gottes milde! Er ist's, der regen schickt. Und lechzendes gefilde Voll vaterhuld erquict. 7. Du sendest, vater, regen, Giebst milden sonnenschein; Du eilst, mit 3. Gott spricht, Det schwei- deinem segen Uns alle zu erfreun. 8. Ach, laß uns nicht vergebens Doch diese huld empfahn, Erhalter niers lebens, zu dem wir dankbar nah'n. 9. Laß teine huld vergebens Uns ie von dir empfahn, Und nimm, herr S unsers lebens. Dich unser ferner an mond moved and onli 248 Dritte Abtheilung. Sun diuj all and media malin c. Um Sonnenschein. Mel. Aus tieffter noth schrei zc. 557. gott, bu lannst den himmel ganz Mit wollen überziehen: Doch müssen vor der sonnen glanz Sie, wenn du willst, entfliehen; Halt doch den regen jetzt zurück und laß der sonne frohen blick Uns wiederum erfreuen. 2. Die felder trauern weit und breit, Die früchte leiden schaden; Sie find von vieler feuchtigkeit Ertränkt und 5. Gieb uns, o du liebreicher gott, überladen. Dein segen, den du uns Den heitern schein der sonne, Und gezeigt, Der sich betrübt zur erde| überschütt uns nach der noth Mit neigt, Scheint nahe dem verderben. freude, luft und wonne; Und zeig uns jetzt nach deiner treu, Daß außer dir tein segen sei Jm himmel und maj 2 3. Herr! unsre sünd und missethat Hat dieses wohl verdienet; Jedoch erzeig' uns deine gnad', Weil uns dein auf erden. Stop AR 3. Herr, dein erbarmen tann Kein menschenfinn erreichen; Wer ist dir, höchster, gleich? Wenn berg und hügel weichen, Wenn erde, sonn' und mond Aus ihrem laufe gehn: Bleibt deine gnade doch Stets unbeweglich stehn. lis mulai daclisd ajan sohn verfühnet. Wir nahen dir voll reu uns nun. Wir wollen ernstlich buße thun Und unser leben Sonnenschein.mol Mel. D gott, du frommer gott tc. 4. Durch wolfen-ließest du Das 558. Mein gott! du bist ge- sonnenlicht bedecken: Wind, regenrecht. Und auch dabei voll liebe, Selbst, wann es dir gefällt, Daß leiden uns betrübe; Scheint's gleich, als dächtest du, Bei unsrer sündenschuld, Nicht mehr an uns, dein voll, Mit vatertren' und huld. wetter, sturm Erfüllten uns mit schrecken, Weil man den himmel nicht, Nur stetes regnen, sah, Und unsers landes frucht War dem verderben nah. 2. Wir reizen freilich dich Gar oft mit unsern sünden, Und gleichwohl Läsfest du Ung huld und gnade finden: Wenn du den arm auch schon zu strafen ausgestreckt, und der gedrohte schlag Die menschen heilsam schreckt. anadspred mig sodiad sio 1396 und laß uns hülfe sehen; Mach 4. Gedent, o gott! an deine treu deine gnade bei uns neu, Um die wir findlich flehen; Entzeuch uns deine trauerzeit, Du bist ja unser vater. freundlichkeit Doch nicht bei dieser 559. d. Nach erlangtem Mel. Nun ruhen alle wälder ac. jammervolle tage. Da so viel angst und plage Uns hart betroffen hat. Ein großes nisb 19) Lieder bei Feuersnöthen. syid topral me 191700130 35 schien die sonne wieder; Das trauern 5. Doch, herr, auf deinen wint ErUnd preifen deine huld, Daß du auf ist vorbei; Wir singen freudenlieder, unser flehn, Bei unsrer kümmerniß, Erbarmungsvoll gesehn. 6. Ja, herr, wir preisen dich Mit freudigem gemüthe. O forg' auch fernerhin Für uns mit vatergüte; Gieb uns zu rechter zeit Thau, regen, sonnenschein: Wir wollen dir dafür Bon herzen dankbar sein. sidit 39 a. Für Abgebrannte. maaß von thränen Jst bei dem bangen fehnen Jetzt unsre speise früh und spat. 2. Drum fallen wir in buße Dir, höchster gott, zu fuße, Erkennen unfre 20. Beim schuld. Erbarme dich der fünder, Verstoß nicht deine finder, Erzeug' uns wieder gnad' und huld. 3. Gedent an deine treue, Wir flehen voller reue, Ach, mert auf unser flehn! Du bist ja unser bater, Erhalter und berather, Laß uns nicht gänzlich untergehn. 4. So groß der sünden schade: So ist doch deine gnade Noch größer, als die schuld. Du kannst uns nicht verder ben: Denn christi blut und sterben Erwarb uns deine gnad' und huld. 5. Wir flehn durch seine wunden, Wo wir stets heil gefunden: Ach! gieb uns trost und heil. Laß sich um deren willen Doch unser elend stillen, Gieb uns an deiner gnade theil. 6. Es soll dir leib und leben zu b. Nach der Mel. Wenn wir in höchsten:. 560. St ott, deffen macht des feuers fraft Zum segen und verderben schafft: Mit welcher schrecklichen gewalt Verwüstet's! und wie leicht, wie bald. 2. So manche Häuser hat's verzehrt: So mancher menschen glück zerstört! Auch dies hat deine hand gethan; Wir weinen, herr, und betent ant. 3. Wir weinen; doch verehren wir Auch deine huld; sie half auch hier, Und hielt der flammen schnellen lauf, Der übrigen, zu schonen, auf. 4. Mit unsern brüdern seufzen wir In ihrem jammer, gott, zu dir! Laß sie nicht hilflos; tröste die, Die du gebeugt haft, segne sie. Gewitter. 249 deinem dienft ergeben und aufgeopfert sein. Dein geist, herr, soll uns führen Und jederzeit regieren: Dein wort, o herr! soll uns erfreun. 7. Indessen gönn' uns armen, O vater! dein erbarmen, Und steh' uns mächtig bei: Daß fünftig neuer segent Auf allen unsern wegen, Nach deiner huld, stets bei uns sei. 8. Ersetze, was zusammen Wir durch die wuth der flammen So schleunig eingebüßt. Erfülle dies begehren; Du wirst uns, gott, gewähren, Was unsrer wohlfahrt dienlich ist. 9. Erbaue, was zerstöret, Und was die gluth verzehret; Steu'r fünftig allem brand; So wollen wir von neuem Uns deiner güte freuen, Und ehren dankbar deine hand. Und nicht vor seinem donner heidnisch beben, Und nicht( denn er tann segnen und uns schützen) Vor seinen blitzen. 2. Sie können tödten und uns unsre Heerden; Zerstörer sein, und auch wohlthäter werden; Soll aber dann, dain Feuersgefahr.dord das anst 5. O gieb, daß, wer verschont ward, nicht vergesse seiner schönsten pflicht, Der pflicht, betrübte zu erfreun, Barmherzig und auch mild zu sein. 6. Was du uns nimmst, das tannst du, gott, Auch wieder geben; jede noth In heil verwandeln; weis' und gut Ist alles, was dein wille thut. 7. Gieb unterwerfung und geduld, Daß wir nie deiner vaterhuld Verlustig werden: voll vertraun, Dich, wo fein leid ist, einst zu schaun. in 8. Schütz unser ganzes vaterland Vor mangel, seuchen, frieg und brand! Gieb, weil du unser vater bist, Uns allen, was uns selig ist. Inybod 20) Beim Gewitter. bahw Mel. Herzliebster jesu, was haft: c. ober: Ist auch ein gott? wer ic. ommt, laßt uns gott und wenn sie die welt erschüttern, Der fromme zittern? Culle 3. absicht, sie bebent 561. Keine größerheben; sollen, Wo donner unter ſeinem throne rollen; Und daß, wo blitze flammen, dann zur rache Sein zorn erwache? 4. Sie zeugen ja, wie alle deine werte, O gott! von deiner weisheit huld und stärke. Gleich herrlich ist im sturm und in der stille Dein rath und wille. 250 Dritte Abtheilung. 5. Bon tiefer chrfurcht, herr, vor 3. O allmacht unsers herrn. O dir durchdrungen, Sehn wir in der gülte, der nichts gleichet! O weisheit, natur erschütterungen, Auch güte, die die fein wit Der sterblichen erreichet! fie schmücket und belebet, Selbst wenn Laß deine größe uns In deinen werfie bebet. ten sehn, und selbst im wetter auch Uns deine huld verstehu. 6. Fruchtbarer wird sie dann, wie deine frommen, Geprüft zu werden, oft in trübfal tommen. Wir leiden, durch geduld in edlen werken uns mehr zu stärken. 7. Dann reifen fröhlicher der tugend saaten 3u mannigfaltigern und schönern thaten. Sie werden, wenn die trübsal sie bewähret, Nur mehr verfläret. 8. So strahlt, wenn donner die natur erschüttern, In größrer schönheit sie nach ungewittern, Als schmückte sie nun eine neue sonne Mit neuer wonne. 9. Verderbenschwangre dünft' entfliehn und seuchen, Die uns und unsern Heerden drohn, entweichen; Auch wirkt auch Bei frommen das vertrauen. athmen wir, von leichter luft um- An uns liebt unser gott Zwar ehrgeben, Mehr traft, mehr leben. erbietigkeit, Doch mehr noch zuversicht, Mehr noch gelassenheit. 10. So steigt, wenn einst am größten aller tage Für fromme nicht mehr sein wird leid und flage, Empor nach jenes weltgerichts getümmel Ein neuer himmel. 7. Und sollte dieser sturm Dir etwa schaden bringen, So suche chriftlich start Die unruh zu bezwingen. Es tann dir nichts geschehn, Als was durch ihn geschicht; Und das ist alles gut, Begreifst du es schon nicht. 11. Wir werden dann zu einem neuen leben Hervorgehn, werden dir entgegenschweben, In diesen neuen himmel aufgenommen Mit allen frommen. 8. Doch, weil so fester muth In unsrer macht nicht stehet, Und man sich nur durch dich Zu dir, herr! erhöhet: So flehe ich zu dir, Der alles gute schafft, Gieb mir, dir zu vertraun, Muth, willigkeit und fraft. 9. So oft wir blitzen fehn, So oft wir donnern hören, Laß uns durch Hoffnung dich Und auch durch ehrfurcht ehren, hat deine gute schon Den blits hervorgebracht. So ist sein strahl doch auch Ein werkzeug deiner macht. 12. Weil wir noch hier sind, sei von uns erhoben! Dann werden wir mit neuer traft dich loben; Dir bringen, herr, für alle deine werte, Preis, dank und stärke. all vid pind nimi nd Mel, Nun bantet alle gott 20. 4. Denn, wenn darüber gleich Luft, erd' und meer erschüttern, So darf ein frommes herz Doch darum gar nicht zittern. Schreckt dich des schöpfers macht; So dente froh dabei, Daß sie auch groß genug Zu deinem schutze sei. 5. Du ehrst, o christ! ihn nicht, Wenn du nur knechtisch bebest, Bei jedem donnerschlag In ängsten troftlos schwebest; Sieh deinen starten gott Doch nicht so machtlos an, Daß er im wetter dich Nicht auch beschützen kann. 6. Es wirket seine macht Ein ehrfurchtsvolles grauen; Doch diese macht 562. höchster! bessen fraft Luft, meer und erde träget; Der erde, luft und meer Durch einen wint beweget: Ich traue deiner güt', Und ehre deine macht, Obschon bei deinem bliz Der donner schreckend tracht 2. Du fibrest väterlich. Der saat zum reichen seegen, In wollen über uns Den oft gewünschten regen Durch wind und wetter her, Machst durch der blitze brand Die luft von dünsten rein Und tränist das dürre land. 10. Was ist's, das dir dein nichts Mehr fühlbar machen könnte. Omensch! als dieser Sturm Empörter elemente? Er predigt, sterblicher, Der oft fo tropig ist. Mit lauter stimme dir, Wie flein, wie schwach du bist. 11. Gott, der die wolfen lentt, Erbarme dich aus gnaden, Laß dies gewitter doch, D vater! uns nichts schaden; Gieb, daß der feuerstrahl, 21. In Wassersnoth. 251 Wind und der schloßzen heer Uns nicht lieb' und macht Bedecken und beschiran leib und gut, Allmächtiger versehr. 12. Ach, laß in der gefahr, Bei bonner, blik und stürmen, Uns deine men! Vor allem aber gieb, Wenn die gefahr vorbei, Daß dir für schutz und Huld Auch jeder dankbar sei. 2 Gewitter. sur# 9 todag 516 4. Wie lieblich hebt sich das geMel. Wer nur den lieben gutt 2. 563. So ist nach gottes rath und wille, Dies wetter glücklich nun vorbei, Und bei der angenehmen stille Lebt alles auf und lebt neu. Herz! fordert dies treide, Getränket durch den regenguß! Und wie vergnügt betritt die weide Der neu belebten thiere füß! Der muntern vögel frohes heer Singt froher des erhalters ehr'. nicht deinen dank! Und deinen frohen segen Der blitz und donner deiner hand, 5. es uns mancher Er babut den weg wohlthät'gem regen, Und fruchtbarkeit strömt auf das land. Drum wird dir, wann der frevler zagt, Vom christen freudig Nach dem Lobgefang? 2. O feele preise den erretter; Der feine große traft bewies: Den starten gott! der sich im wetter So majestätisch hören ließ; Der selbst des blitzes strahlen lenkt. Und stets an uns in dank gesagt. bang anu gnaden denkt. in36. Jetzt sprichst du zwar nicht mehr aus wettern, Doch heilig bleibst du für und für; Dein blitz droht nicht mehr zu zerschmettern, Doch bleib ich ehrfurchtsvoll vor dir; Du bleibst stets meine zuversicht, Ich liebe dich. und zage nicht. madog nonds! tibodirocall andradi 3. Wann die erhitzten dünste glühen, So, daß die menschen und das vieb Den obem matt und schmachtend ziehen, Wie froh, wie munter werden sie, So bald nur in die schwüle luft Der donner fühle winde ruft.de 21) In Wassersnoth. Mel. Was mein gott will, das 2c. as 28.1 564. Wir sind innoth! Laß uns, tiger! Um jesu chrifti willen! Act 2. Ach hilf uns, herr, Allmächogott, Die fluth nicht überschwemmen! Nimm uns in acht; Wehr' ihrer macht; Du kannst die wogen hemmen. Verbirgjetzt nicht Dein angesicht: Gedent an uns in gnaden. Gott, wenn uns jetzt Dein arm beschützt: Was kann die fluth uns schaden? du allein Kannst uns befrein, Kannst sturm und wellen stillen! Erbarme dich; Hilf väterlich; Beschütz' uns gut und leben! Dann wollen wir Dir, gott! dafile Dant, preis und ehre geben. 111303 4320 d x tnd# 1tris ansel Jain linde blom old i Nach geendigter un Mel. Nun banket alle gott be. MONTES di and SiQ- Jpän Wassersnoth. us Daß du von herzen boch Die menschen nie betrübst, Und im betrilben auch Sie, als ein vater, liebst. 3. Nun ist der sturm vorbei, Die fluth hört auf zu toben. Gott! du haft fie bedroht, Mit starter hand von oben. Die wasser laufen ab, Der mensch wird wieder froh, Der voll von furcht und angst, Nach hohen orten floh. 4. So sei denn nun gepreift, O vater aller güte! Nimm an, was 565. ber und dank ſei dir großer gott! gefungen, Daß du durch deine macht Die wilde fluth bezwungen. Es tobete der wind, Das waffer schreckte sehr, Die wellen rauschten schon Fast über uns daher. isigin 2. Doch mitten in der fluth Bewiefest du erbarmen, Und halfft uns väterlich. Du zeigtest an uns armen, 252 Dritte Abtheilung.delbst dnn duite wir dir jetzt Aus dankbarem gemüthe| zur ehre leben, Und nicht mehr, wie Für deine große treu Zum opfer brin- bisher, Mit sünden widerstreben: So gen dar; Selbst unser herz soll sein halt denn ferner auch mit deinen Der lob- und dankaltar. strafen ein, Und laß in deiner hand 5. Wir rühmen deine macht; Denn die gebot den wellen, Daß sie sich uns eingezeichnet ſein. legeten, Und uns nicht konnten fällen; Du sprachest nur ein wort: Bis hier her sollt ihr gehn! Da konnten wir uns gleich Frei und errettet sehn. 6. Wir wollen dir hinfort Allein 7. Erfreue nun das land, Das du bisher betrütbet! Erquicke, Herr! dein volt, Das sich dir, herr, ergiebet Bu ewig treuem dienst; Gieb neue fruchtbarkeit. Und schent auf diese fluth Uns segensvolle zeit. rom#Tun Idal og 22) In Kriegszeiten. dall and smiod thin Mel. Uch gott vom himmel ic. 566. Ac fch gott! wir treten hier vor dich Mit traurigem gemüthe; Wir bitten dich demüthiglich: Rett uns durch deine güte. Schau, wie die große friegsgefahr Sich zu uns naht und auch sogar Uns zu verderben drohet. 2. Gedente, vater! doch nicht mehr, Daß wirs verschuldet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr Die uns verTiehnen gaben Oft schändeten, und lange zeit Zur wollust, pracht und sicherheit Undankbarlich mißbrauchten, Mel. Wer nur den lieben gott ze. 3. Oft ward, der unser nächster 567. Es zieht, o gott! ein frieist, Gedrücket und betrogen; Durch schein des rechts, gewalt und list Das seine ihm entzogen. Drum drückt uns deine schwere hand. Die fünde, die wir nie erkannt, Wird öffentlich vergolten. über unser haupt einher. Doch, bist du unser schutz und retter, So fürchten wir uns nicht so sehr, Wie heftig auch gefahr und noth Den völkern und den ländern droht. 4. Verzeih uns alle missethat Um jesu chrifti willen. Da er für uns gelitten hat, kannst du dies unglück fillen. Dein sohn, der unsre sünden trägt. Die du ihm selber auferlegt, Ist ja auch unser mittlere 5. Um seinetwillen schone du Und stille unfre tlagen, Verleih uns wie der fried' und ruh, Und wehre allen plagen. Erbarm, o herr! erbarme dich, Und rette uns doch gnädiglich Von frieg und triegsbeschwerden. 6. O gott! du kannst der fürsten Herz, Wie wasserbäche Lenten. Ach! laß fie doch der völler schmerz Recht väterlich bedenken. Fräg ihnen und den räthen ein, Was heißt, der länder väter sein; Damit sie frieden lieben. 7. O herr! wir fallen dir zu fuß Und bitten um erhörung. Gieb wahren ernst zur wahren buß Und eifer zur bekehrung; Damit wir nicht an unserm theil Durch neue sünden unser heil. Den frieden, selbst verhindern. 8. Breit wieder über unser land Die flügel deiner gnaden. Beschütz und segne jeden stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche gütigkeit Und vatertreu zu jeder zeit Mit dankbarkeit erheben. 2. Gieb, vater, in so trüben tagen Uns nur den sinn, auf dich zu sehn, Und da, wo andre trostlos zagen. Mit zuversicht zu dir zu flehn; Weil nie doch menschenhülfe nützt, Wenn deine rechte uns nicht schützt. 3. Kein blinder zufall herrscht auf erden; Du bist es, der die welt regiert. Ein jeder wird schon inne werden, Daß deine hand die welt regiert. Drum wollen wir, herr, voll vertraun, Auf deinen schutz und hülfe baun.mice 4. Wir fallen gern in deine arme, O vater der barmherzigkeit! Und flehen demuthsvoll: erbarme Dich über uns, zu dieser zeit! Laß gnade nur für recht ergehn, So bleiben wir noch aufrecht stehn. 22. In Kriegszeiten. 253 sollen nur durch angst und pein Geläutert und gereinigt sein. 5. Und findet, herr, dein weiser| unfrer noth erbarmst du dich. Wir: wille Noch ferner züchtigungen gut; So fassen wir in frommer stille Dennoch zu dir den frohen muth: Daß du gewiß zur rechten zeit uns zu erretten seist bereit. 7. Froh werden auch wir rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns verborgnen 6. Du züchtigest doch stets mit maßen schlüssen. Zum heil uns auch durch noth Und meinst es immer väterlich; Auch die bahn. Du bleibest unsre zuversicht. uns wirst du nicht ganz verlassen; Und Barmherziger, verlaß uns nicht. 2709 310 17sin Nach erlangtem Frieden. In voriger Melodie. elobt, gelobt seift du mit 568. der du liebreich an uns denkst. Und nun auch nach des frieges leiden Des friedens wonne wieder schenkst! Du heißest die verwüstung fliehn, Und sicherheit und segen blühn. Mel. Sei lob und ehr' dem höchsten 2c. 2. Herr, das thust du; was du 569. Gott, unser froher lobgefang dir behüteft, Dem darf sich kein zerstörer nahn. Wenn du, allmächtiger, ge- sum preise! bieteft, ft alle zwietracht abgethan. Auch über uns hast du gewacht! Auch uns die ruh zurückgebracht. 3. christen! fühlt das ganze, und preiset Frohlockend hin, der uns erfreut, Der feines armes macht Beweiset, Und bei der macht barmherzigkeit! Der uns auf gnadenslitgeln trägt, Und wunden heilet, die er schlägt. 4. Preist ihn durch freudiges vertrauen; Ihr seht, was seine hillte tann. Er läßt sie uns auch ferner schauen Und nimmt sich unsrer mäch: tig an. Wo wir nichts können, nichts verstehn, Wird, was uns nützt, durch ihn geschehn. 5. Preist ihn durch wohlthun und erbarmen, Wo ihr der brüder noth erblickt, Daß ihr die leidenden und armen Speist, tränket, fleidet und erquickt; Damit sich alles, alles freu, Und durch den frieden glücklich sei. 7. Nimm, vater, unsers dantes wieder Von lieder Auch jetzt mit wohlgefallen an! dir, der uns so wohl gethan. Herr, unser gott, dich loben wir! Herr, gott, wir danken, danken dit. Ho 6. Preist, preist ihn durch ein frommes leben; Dies ist der beste lobgesang. So viel ist uns von ihm gegeben! So sehr verdient er diefen dant! lasset herz und wandel rein Und ihm ein würdig opfer fein. Vernimm gerührter herzen dank, Daß du nach vaterweise Uns wieder haft so wohl gethan, Und alle zwietracht abgethan, Der völker be us! dich erbarmet. 2. Wie sehr ward nicht so manches land Von friegeslast beschweret; Von der zum streit erhobenen hand Geängstigt und verheeret! Nur du hast größerm leid gewährt, Du haft gebät und flehnt erhört; Auch diese noth geendet. 3. Wo furcht brach, we moroge auf die berzen Wo zucht und ordnung niederlag, Das mordgewehre schreckten, feld erschlagne deckten: Da kehrt zurück die goldne zeit, Erholung, ruhe, sicherheit, Und deines segens fülle. 4. Der landmann sammelt ungestört In ausgeleerte scheuern, Was gott, ihm deine hand bescheert, Froh deine huld zu feiern. Gerechtigkeit und güt und tren Begegnen wieder sich aufs nen, Der länder glück zu bauen. addose 5. Gott, unser vater, sei gepreist. Daß du die herzen lenkest, lind in der herrscher sinn und geist Die friedensliebe senfest! Herr, dir gebühret unser dant, Und dich preist anser lobge jang; Der du so gern erfreueft. 254 Dritte Abtheilung. 6. Wehr ferner nun, nach deiner In mißbrauch nicht verkehren, Und treu, Wehr mächtig allen triegen, nicht durch stolz, durch üppigteit Daß uns der friede lang erfren; Laß Durch leichtsinn, ungerechtigkeit Uns menschenliebe fiegen! Beschütze du mit eigne noth bereiten. starker hand Des fürsten stuhl, das ganze land, Und jedes standes wohl fahrt. 8. Erhebt, erhebt gott immerdar, Den geber aller güter! Er ist und bleibet, wie er war, Der menschen freund und hüter. Gleich herrlich, so von rath als that, Hilft er, wie er geholfen 7. Wir trann auf dich, nur wollst du auch Uns wahre weisheit lehren, Daß wir des friedens rechten brauch hat. Ihm sei allein die ehre. www med sin stoc 23) In Theuerung. Mel. Von gott will ich nicht sc. u befter troft 4. Die früchte laß gerathen, Und deine uns du die 570. D Beherrscher aller welti jaaten, So oft fie traurig stehn. Herr, Dit vater, voll erbarmen, Der ewig glauben hält! Du unsre zuversicht. Zu dem wir alle flehen, Auf den wir findlich sehen, Verlaß, verlaß uns nicht, baue selbst das land, Tränk es mit thau und regen, Und füll es an mit segen Aus deiner milden hand. 2. Erbarmender, ach wende Der zeiten schweren lauf; Thu deine milden hände, uns zu versorgen, auf! Was irgend leben hat, Nährst du mit wohl gefallen. Nähr uns auch! schaff uns allen, Bei unserm mangel, rath. 3. Herr, der du auch uns schufest, Steh uns mit hülfe bei. Allmächtiger, du rufest Dem nichts, damit es fei; Bu helfen ist dir leicht, Du kannst dem mangel wehren, In überfluß ihn lehren, Wenns uns unmöglich däucht. sredi 5. Erhör uns, vater, fröne Das jahr mit deinem gut, Daß sich das herz gewöhne zu wohlgefaßtem muth. Lehr es, sich deiner freun; Stets zutraun zu dir haben, und deine segensgaben Durch mißbrauch nie entweihn. 6. Allgütiger! wir hoffen Auf dich und deine treu. Oft hat uns noth betroffen, Und da stand'st du uns bei Sprich nur dein mächtig wort! Das wird den mangel heben: Wir werden froher leben, Dich preisen hier und dort. win ndi fisrt 24) Bei gefährlichen Seuchen. Seuchen. bein auge nicht bewacht: Wer wacht, wer hilft uns armen? Erretter, dir, Dir flehen wir; Du wollest dich erbarmen. oped an Du Mel. In bir hab ich gehoffet ic. 4. Rein reichthum schützt, lein stand, 571. Du, gott, bist unsre hülffein ort; Hier weinen witwen, eltern uns bort, da Die seuch' erreicht Auch den, der fleucht, Den frommen, wie den fünder. 5. Deß alles sind wir werth! doch wir Beweinens, gett, und flehn zu dir, Du wollest uns vergeben! Wir wollen gern Dir, unserm herrn. Gehorchen, bir nur leben. 2. Der feuchen gift verbreitet sich Weit um uns her; erbarme dich; Laß uns nicht plößlich sterben! Entzeuch dem tod Uns, der uns droht; Entreiß uns dem verderben. 3. Du bist ein gott, der gern verjeiht; Laß uns denn noch barmherjigkeit Bor deinem throne finden; Und dein gericht Bertilg uns nicht 7. Sei mit den sterbenden, daß fie In unbeweinten sänden! 6. Auch glauben wir an deinen sohn, Um jefu willen duld uns schon Und laß uns troft erscheinen! Stred aus bie hand, Und laß das land Nicht länger bülflos weinen. Dein antlik schaun und alle die Noch 25. In Frankheiten. leben, die bewahre; Trost in dem schmerz, Daß bald ihr herz, Wie gern du hilfst, erfahre. OR 8. Das ganze volt frohlockt dir 255 dann, Und betet dich, erretter, an, Und preiset deine guade: Dann wandeln wir, o gott, vor dir, Mit freuden deine pfade. id psd mism 25) In Krankheiten. Mel. Wer nur den lieben gott c. Mel. Hus tiefster noth schrei ze. 572. Ah! tönnt ich doch mit 573., lieber gott! ich bitte A deinen gliedern Im tempel, jesu, dich erhöhn, Und frau denvoll mit deinen brüdern Das dentmal deines tod's begehn; Doch weil mich noth und krankheit plagt, Ist diese freude mir versagt. dich! mir und andern tranken, Und jegne jeden doch. wie mich Mit heiligen gedanken, Gieb uns gelassenheit und ruh; Und unser bester arzt sei du, In schmerzen unfer tröster. 2. Sieh hier auf meinem trankenbette Feir' ich dein abendmahl allein. Doch herr, ich weiß, an jeder stätte Hast du verheißen, nah zu sein. Wo je ein frommer seufzt und weint, Da bist du, großer menschenfreund. 3. Um troft ist meinem herzen bange; Ich suche, herr, dein ange sicht. Um deine hülfe, gott, wie lange Ruf ich! und du erhörst doch nicht! Ach, stärke bei des leibes schmerz Mein banges und beklemm tes herz. slaidim 4. Vielleicht, o herr! empfang ich Heute Zum letzten mal dein leib und blut; Drum gieb dadurch dem herzen freude, Und der verzagten seele muth. Noch einmal, jesu, flebe ich; Ach tröste und erfreue mich. 2. Belohne, treuer vater, die, Die liebreich meiner pflegen: Für ihre trene segne sie Wit deinem reichen segen. Gieb gegen sie mir freundlichkeit, Laß mich aus unzufriedenheit, Sie nie durch murren fränken. 3. Soll diese frantheit tödtlich fein, Soll ich die welt verlassen; So laß von fündenlieb mich rein nt glanben dich umfassen. Gieb lust und traft zu jeder pflicht, Lehr mich, im glauben ans gericht, Die liebste sünde hassen. 4. Doch willst du, bester vater, mir Gesundheit wieder schenken; So fleht mein herz dankbar zu dir, Es allzeit so zu lenten, Daß ich in meiner pilgrimszeit Mit neuer treu und redlichkeit Auf deinen wegen wandle. ni 5. Du weißt, wie wenig ich vermag. Du wollest selbst mich leiten; Und recht auf meinen sterbetag Durch frömmigteit bereiten: Daß über alles, alles ich Dich lieb, und dankvoll gegen dich, Dir lebe, gott, dir sterbe. 5. Laß das gedächtniß deiner leiden Mir schwachen trost und kraft verLeihn. Laß es die quelle sanfter freuden Und jenes lebens vorschmack sein. Dein leiten, dein versöhnungstod Erquicke mich in meiner noth. Bd 6. Ich sehe schon den himmel offen: Ich tröst mich meiner seligkeit. Was fannst du; seele, größres hoffen, Als was dir da dein gott verleiht? Nun Mel. Nun sich der tag geendet ac. ober: Sun banket aul', und sc. Ant 574. tag tomm ein neues leiden her, Mein herz erbebt davor nicht mehr. vollbracht Mit aller seiner noth. Nur deiner vaterlieb und macht Verdant ich es, o gott. 7. Und naht der tod mit seinen schrecken, Ich bin getroft und zage micht. Vom tode wirst du mich er wecken, Jch fürchte, herr, nicht dein gericht. Ich bin getroft, dein leib und blut Giebt mir im tode trost 3. Ach, ohne dich, allgütiger, Verwand muth. ul 2. Wärst du nicht meines Lebens traft, Mein retter und mein heil; So würd in meiner pilgrimschaft Rein trost mir je zu theil. Insbe ging ich in der noth; Bon freudig 256 feit und hoffnung leer dich mein tod. ong Dritte Abtheilung. Wär ohne 524 4. Doch welchen trost fühlt nun mein herz: Du bist und bleibst mein gott! Dein wort verfüßt mir meinen schmerz. Und lindert meine noth. 5. Froh kann ich mich dem schlaf vertraun, Auch schlafend bin ich dein, Vor keinem unfall soll mir graun, Du wirst mein helfer sein. 6. Und sollt, o vater, diese nacht Auch kommen selbst der tod: Wohl mir, dann ist mein lauf vollbracht, Geendigt alle noth. mein herz; zum himmel sei Gerichtet mein bestreben. 7. Ach. jeden, jeden augenblick, Laß mich, mein gott, dir weihen! Zieh von der erde mich zurück; Laß nichts den geist zerstreuen; Kein glück der welt, kein traum der zeit, Gott, und das glück der ewigkeit, Sei meine höchste freude.#he 8. Ach, zum gebäte schenke mir Noch munterfeit und stärke; Mein herz wird sonst entfernt von dir, Und träg zum guten werfe. Will gleich mein geist, der leib ist schwach: Hilf deinem finde, vater, mach, Daß deine kraft ich spüre. das 9. Laß nicht zu, daß der krankheit pein zu groß mir schwachen werde; Laß deine gnade mich erfreun Und mildre die beschwerde. Du, vater, weißt, was jeden tag Dein schwaches find ertragen mag. Hilf mir, erbarm dich meiner. si 110p Mel. Wenn mein stündlein c. 575. Dein wille, bere und vater, ist, Daß ich jetzt schmerzen leide: Doch weiß ich, daß du vater bist, Und dies ist meine freude. Dir ist die trankheit wohl bekannt; Mein leben steht in deiner hand, Du zählest meine tage. id di Mel. Wer nur den lieben gott se. 2. Wenn in mir manchen augenblick Gefundes blut geflossen: So schenttest du mir, gott, dies glück, Das ich so oft genoffen. Oft war ich frei von jedem schmerz. War gutes muths; drum, o mein herz, Leid jetzt auch unverdrossen. 576. De er morgen kommt, und meine klage Wird auch mit diesem morgen neu, Wie traurig eilen mir die tage Der bangen 3. Nein, bester vater, gieb nicht| pilgrimschaft vorbei! Der sonne neuzu, Daß ungeduld mich fränke; Gieb geschenktes licht Erheitert meine seele deinen geist mir, der mir ruh Für nicht. 6. Voll Hoffnung wend ich mich zu dir, Dir will ich mich ergeben; Schent wahren ernst und weisheit mir, Wie du befiehlst, zu leben. Bewahre nur vor heuchelei, O gott, meine seele schenke! Den geist, der start.2. Noch immer bin ich auf der erde, in schwachen ist; Damit ich als ein Wo mich gefahr und noth umringt, wahrer christ Dies leiden willig trage. Wo täglich härtere beschwerde Zu tlagen und zu thränen zwingt: Noch immer fleh ich unerhört Ulm rettung, die mein herz begehrt. ng gall 4. Vergessen laß mich8, vater, nie, Du seist und bleibst die liebe. Gieb nicht zu, daß mein herz doch je Ungläubig sich betrübe. Trug jefus nicht auch meine schuld? Ist grenzenlos nicht deine huld, Nicht ewig deine liebe? 3. Herr, eile doch, mir beizustehen, Verlaß den schwachen pilger nicht! O neige, vater, auf mein flehen Zu mir dein gnädig angesicht; Gieb mir geduld, und bei dem schmerz Ein hoffend und zufriednes herz. 5. Das eilen meiner lebenszeit, Laß mich, mein gott, erwägen: Der todesnacht, der ewigkeit, Flieg ich stets mehr entgegen. Erst dann, wenn 4. Mir ist mein schicksal noch verdies mein geist bedenkt, Sich recht zu dir, zum himmel lenkt. Wird mir mein schmerz zum segen. borgen, Das diesen tag mich treffen soll. Auf dich, gott, werf ich meine sorgen: Du kennst und suchst mein wahres wohl; Und was dein rath beschließt und thut, Ist immer höchse gerecht und gut. 5. Soll ich die last noch länger tragen. Ich halte deiner fügung still. Mit In Krankheiten. 257 derfant; Mein bester freund und tröster, Ach siehe! dein erlöster Liegt jetzt nach deinem willen frant.. stundir zufrieden, will ich sagen: Herr, wie du willst, nicht wie ich will; So laß mich ohne falschen schein Geduldig, wie mein heiland, sein.m 6. Nach allen leidensvollen den Rückt einst mein ende doch herbei: Dann hab ich ewig überwunden, Und bin von aller trübsal frei; Und ich empfang von deinem thron Ten 3. Jetzt, da ich schmerz empfinde, mir verheißnen gnadenlohn. ori mod Dent ich an meine fünde Dit wahrer 7. Gestärkt durch diesen frohen glauren und leid. Du hast mich stets ben Vollend' ich meinen leidenspfad. geliebet Und treu an mir geübet; Herr, stärke; stärke meinen glauben Doch liebte ich dich nicht allzeit.ise Auch dann, wann sich der tod mir naht. Vielleicht erscheint er heut'; wohl mir! Dir lebt ich! Und dann sterb ich dir. 2. Wie viel gesunde stunden Sind wie ein strom verschwunden! Wie schnell verfloß ein jahr! Tu, herr, hast mich gestärket; Ich hab es kaum gemerket, Daß ich gesund und glücklich war. TIC 4. Ich warf mich nicht in demuth Und nicht in wahrer wehmuth Bor dir, erhabner, hin. Jetzt wirfst du meine glieder Aufs trankenbette nieder, Und lehrst mich, daß ich erde bin.. Mel. Aus tiefer noth schrei ich c. 577. Die krankheit, du gerechter gott, Die ich jetzt an mir spüre, Bezeugt mir, daß ich meinen tod tets in und bei mir führe; Ja, jede stunde, jede zeit Erinnert mich der sterblichkeit und spricht: dent an dein ende. 2. Du haft die schmerzen auferlegt, Die meine glieder tragen; Doch da mich deine liebe schlägt, Willst du mir damit sagen: Des todes urfach' ift in dir, Dein leben aber fommt. von mir Und steht in meinen händen. 3. Ja wahrlich! deine vaterhand Will mich durch leiden rühren, Und mich von allem eiteln tand zu edlern sorgen führen. Wenn ich gleich sehr entträftet bin, Wird, doch dein treuer vatersinn Viir, wo es dienlich, helfen. 4. Beschlöffest du in deinem rath, Ich sollte länger leben; So fannst du leicht auch in der that Den mitteln träfte geben. Ist aber dies dein weiser schluß, Daß ich nunmehro sterben muß, So bin ich auch zufrieden. 5. Dies eine bitt ich: heile nur Die wunden meiner feelen, Wenn gleich im leiblichen die fur Und alle mittel fehlen. Denn leb ich fromm por dir, o gott! So werd ich auch bis in den tod Stets deine wege preisen. 920 nidnads! Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 5. Ich wandte meine träfte Nicht stets zum Hauptgeschäfte, Jüicht stets zur tugend an. Das fühl ich jetzt mit reue, Gelob dir wahre treue, Dieweil ich gutes denken fann. 6. Wie oft bin ich beim beten Ohn' ernst vor dich getreten, Wie laulicht sucht ich dich! Jetzt lernt mein herz nun ringen Und ernslich zu dir dringen, Jetzt ruf ich zu dir flehentlich. 7. So hilfft du, berr, in gnaden Und heilst den seelenschaden, Wenn du den förper stäubst. Diein leiden wird mir segen! Auch auf den rauhen wegen Seh ich, daß du die liebe bleibst. 8. Vernimm mein gläubig flehen, Laß mich doch bülfe sehen, Verbirg dich nicht vor mir. Mein bester helfer. eile, Erquicke, lindre, heile, Denn meine hoffnung steht zu dir. 9. Vermindre meine plage, Verlängre meine tage. Wenn es mir nützlich ist. Im neugeschenkten leben Will ich mich dir ergeben, und rühmen, daß du hülfreich bist. naiigis 10. Doch soll ich bald erblaffen lind diese welt verlassen, So wajine mich mit muth. Laß mich mein haus bestellen. Und machs in allen fällen Mit mir und mit den meinen gut. por Mel. Wer weiß, mie nahe mirac. 578. Mein eft, der voll 579. Sie kommt, ſie kommt, die schmerzen Und matt stunde! Schon ist am leib und herzen Am ölberg nie- der richter vor der thür! Was für Evangel. luth. 17 Dritte Abtheilung. 258 ein wort aus seinem munde, Bestimmt mein ewig schicfal mir? ,, komm, du 580. 3Boll schmerz und ungeMel. Befieht du deine wege zc. eit, die zähle, mach! Betrübt ist meine seele, Und kraft und odem schwach; Fast jeder morgen mehret Besorgniß mir und schmerz, Doch gott will sein geehret; Ehr ihn auch nun, mein herz.nu zur höllenpein." 2. Herr, zeige mir noch vor dem grabe, Lehr mich recht, wie mein herz es meint, Und was ich zu erwarten habe, Wenn jesus zum gericht erscheint. Bin ich noch nicht auf rechter bahu, So nimm dich, vater, meiner an. 3. Allwissender, ist mein vertrauen Auf jesum auch von rechter art? Nicht, wie auf ihn die heuchler banen, Bei denen er zum spotte ward; Die niemals auf sein beispiel sehn, Nie folgsam seine wege gehn. 4. Hat auch mein glaube dank und liebe, Vor dir, mein gott, in mir erzeugt? Entflammte er, der demuth triebe, Damit ich findlich mich gebeugt, Wenn du mich als ein vater trugst, Wenn du mich als ein vater schlugst? 2. Was zieht dich noth und plage Von freud und danken ab? Gedenk der ersten tage, Die dir dein vater gab. O tage! reich an freuden, An tausend segen reich! Was sind nun dieje leiden, Vergleich ich sie mit euch? 9. Gott! richter! vater! schone, schone! Weil er den felch des leidens trant. Gieb traft mir zu der siegestrone, Die er dem frommen christ errang; Dann sag ich durch des glaubens macht Getroft und froh; es ist vollbracht. 3. Daß ihr mich einst beglücket, Wem dank ichs? gottes huld! Daß trankheit mich jetzt drücket, Wem dank ichs? meiner schuld! Nun muß mir schmerz beweisen, Was leichtfinn oft vergißt, Daß unser leib nicht eisen, Sein bau nicht ewig ist. 4. Mein gott! in tiefer reue Mir meiner schuld bewußt, Komm ich, der ungetreue, Und schlag an meine brust Laß mich nur guade finden; So duld ich demuthsvoll, Was mich von meinen sünden Zum guten leiten soll. 5. Denn du lenkst unsern herzen Selbst plagen zum gewinn; Beigst mir in großen schmerzen, Wie schwach, wie nichts ich bin; Und läss'st mich inne werden, Daß diese ganze welt, Und alles gut der erden nicht troft für mich enthält. 5. Du willst, ich soll die sünd' verLaffen: Thu ich es treu und mit geduld? Bergab ich denen, die mich Hassen, Mit Hand und herzen ihre schuld? That ich auch einem menschen leid, Der über mich noch rache schreit? 6. Empfahl ich dir auch recht die meinen? Hab ich auch treu für sie gewacht? Darf ihrer keiner darum weinen; Daß ich nicht als ihr freund gedacht; Und sterb ich in der zuverficht: Der herr verläßt die meinen nicht? 6. Du machst mich los von sünden, 7. Such ich in deinem wort erquil- Dämpfst meinen übermuth, Und läsfest Tung. Wenn mir um trost jetzt bange mich empfinden, Das leiden sei mir wird? Sehnt sich mein herz nach der gut. Du zeigst mir in der nähe Tod, entzüdung. Die mir der herr, mein ewigkeit, gericht. Wenn ich nun in guter birt, Erworben, und in jener mich gehe, Verstößest du mich nicht. welt, Am quell des Lebens vorbehält? 8. Mir fagt dein wort und mein gewissen, Daß ich ein übertreter bin. Laß ich auch fromme thränen fließen Und fliebe betend zu dir hin? Bleib ich getrost durch christi tod, Auch wenn des grabes schrecken droht? 7. O gott! dein weg ist güte, Und ewig wird ers sein. Drück tief in mein gemüthe Mir diese wahrheit ein. Daß in den tiefsten nöthen Ich doch von dir nicht laff'. Und scheint's. du wollst mich tödten, Ich dich im glauben faft'. 8. D. schent mir licht und gnade! Lebendig einzusehn, Es sei für mich tein schade, Den trübfalsweg zu gehn! Damit die last ich trage Jn siegen der geduld, Und nimmermehr verzage Au dir und deiner huld. dist me 16. In Todesnöthen. 9. Nun, so gescheb dein wille; Getreuer gott! zu dir Jft meine seele stille: Denn täglich hilfft du mir. Nach der Mel. Aus meines herzens grunde ic. 581. Als in der krankheit schmerzen Die seele fast verfant, Und nun aus vollem herzen Mein flehn zum himmel drang: Da hörte gott mein flehn; Der treue, der erhalter! Nun soll auch den erhalter Wein dant und lob erhöhn. 2. Herr über tod und leben, Dn meiner väter gott! Wie soll ich dich erheben, Mein heil, mein herr, mein gott? Zu wenig ist mein dant; Wer hat dich g'nug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, Der engel lobgefang. 30 Mel. Nun laßt uns den leib 2c. 582. Des es todes graun, des grabes nacht Flieht, herr, vor deiner wahrheit macht; Mein geist, erhellt von deinem licht, Bebt vor des leibs zerstörung nicht. 2. Es falle nur die hütte hin, Mit der ich hier umgeben bin; Ich selber, lebend, wie zuvor, Schwing aus den trümmern mich empor. 3. Ein innres mächtiges gefühl Verkündigt mir mein höh'res ziel; Dies streben nach der ewigkeit Erhebt mich über erd' und zeit. 259 Wovor follt ich erbeben? Du bist, o gott, mein theil; Im tode, wie im leben Bist du mein licht und heil. 26) In Todesnöthen. 4. Dich, höchster, hab ich hier erkannt, Voll liebe vater dich genannt; In dieser seelen würde liegt Ein hoffnungsgrund, der nimmer trügt. 5. Dein sohn zeigt mir die beffre welt; Nun ist mein glanbe festgestellt. Wie herrlich wird der menschheit werth Durch jesu zusag aufgeklärt. 6. Glückselge aussicht auch für mich! Entzückt hebt meine seele sich; Ich jeb im geist des christen lohn, Ich sehe meinen himmel schon. Sanders Genesung. 3. Und doch von dir zu schweigen, Wär eine frevelthat, Ich will's, ich will's bezeugen, Wie gott errettet hat. Hört's, menschen! gott nur fann Vergeben und erretten. Ach, wenn wir gott nicht hätten, Wer hülf' uns armen dann? nun ganz leben, eigenthum, Mein 4. Dir will ich Und sein dein fünftiges bestreben ei deiner gnade ruhm: Dir weih ich meine zeit; Vor dir will ich stets wallen, Dir dienen und gefallen In alle ewigkeit. 12 dog opbirey 8. Biel freude gabst du mir schon hier, O gütiger, wie dant ich's dir? Stets folgte kleiner'm ungemach Die größere versüßung nach. 9. So hat schon dieser findheitsstand Der höhern hoffnung unterpfand; Die liebe, die mich hier beglückt, Die bleibt und segnet unverrückt. 10. Des freudigsten vertrauens voll, Erwart' ich, was mir werden soll, Wenn ich, von sünd' und noth befreit. Nun reife zur vollkommenheit. 11. Der tod darf mir nicht schreftend sein; Er führt zum wahren leben ein. Durch gottes fraft befiegt mein herz Der trankheit last, der trennung schmerz. 12. Wenn hier von uns, die gott vereint, Der letzte auch hat ausgeweint, Dann wird ein frohes wiedersehn Auf ewig unser glück erhöhn. 13. Herr unsrer tage, führe du Uns alle diesem ziele zu, Daß uns, bei standhaft frommer treu, Des lebens end' erfreulich sei. 7. Da was dein rath zu meinem wohl geordnet hat; 583. Mein troft and Mel. D jesu chrift, mein's kebens*. err jesu, meines Lebens Genieße deines gnadenblicks And ber vollendung meines glücke. meine zuversicht! Tief beugt mich 17* Dritte Abtheilung. 260 meiner leiden last; Ach unter ihr erlieg ich fast. 2. Mein gott, wo nehin ich kräfte her? Der gang zur ewigteit ist schwer. Nimm deinen pilgrimm an der hand, Und führ ihn in das vaterlandas 3. Jn mir tobt jetzt des todes schmerz, Voll ist davon mein armes herz; Es schreiet sehnsuchtsvoll in mir: Nimm mich, o herr, nimm mich zu dir. 4. Jch seh zu deinem freuz empor, Und halte mir dein sterben vor. Denn nichts fann, selbst in todespein, Mir tröstender, als dieses sein. 5. Wenn dann mein sterbend haupt fich neigt, Und sich mein grab mir traurig zeigt; So sei dein wort: es ist volbracht! Mein licht in meiner todes nacht. 6. Mit fieg gefrönt gingst du in's grab, Ich folge dir getrost hinab. Ich geh zu gott mit freuden hin, Und lauchze, daß ich selig bin. dio119900 7. Jch trane, herr, auf deinen tod, In meiner letzten todesnoth; So schließ ich meinen lebenslauf. Und du nimmst mich im himmel auf. Wohin ich ging, wobin ich fah, War mir stets deine güte nah. 4. Auch jegt auf meinem sterbebette Sieh meine noth mit mitleid an; Erquicke, lindere, errette! Denn du bist's, der mir helfen kann. Stärk' mich im guten bis ans end', Damit ich tren den lauf vollend'. 9. Unsterblich werd ich auferstehn, Verklärt werd ich den vater sehn, Und du machst mich in deinem reich Auf ewig deinen engeln gleich. 5. Mein heiland, treib die furcht zurücke, Besiege meinen letzten feind, lent auch im sterben meine blicke Auf deinen tod, o seelenfreund! Sprich mir trost, muth und freude zu, Mach ende, bringe mich zur ruh. 6. Jhr, meine güter dieser erben, Ihr machet mir den tod nicht schwer; Denn jetzund werd' ich selig werden, Drum brauch ich eurer nun nicht mehr. Du, gott bist's, wenn das eitle weicht, Der mir des lebens trone reicht. 7. Jch übergebe dir die meinen. Du vater der barmherzigkeit; Laß ihnen stets dein troftlicht scheinen, und bleib ihr gott zu aller zeit. Behüte sie vor ungemach, und bringe sie mir selig nach. bon odore 800 8. Am tag du mich, Da flebt mein ange froh auf dich: 585. S tob erheben, Selbſt nah Mel. Wer nur den lieben gott ze. gott, im In jenes schreckliche gericht Führst du mich, deinen freund, ja nicht. am grabe dant ich dir. 3um segen gabst du mir mein leben, und auch zum segen nimmst du's mir. Mein leben sucht ich dir zu weihn; Drum bleib ich auch im tode dein. 2. Gott, welche feierliche stunden, Wenn du mich nun der erd entziehst, Auf mich, den du getreu befunden, Mel. Wer weiß, wie nahe ze. 584. 2 faffe, vater deine glauben fest; Verlaß den nicht an seinem ende, Der ewig sich auf dich verläßt; Du bist mein gott von jugend auf, Hilf glücklich enden meinen lauf. 2. Du hast nach deiner batergüte Beständig wohl an mir gethan; ErHör auch meine letzte bitte: Nimm, gott, mich dort zu ehren an! Ach! bater, ach! noch eins ist noth; Ein gutes end', ein selger tod. 3. Der leib wird schwach, die morsche hütte, In der mein geist bier wohnt, zerfällt; Schon gehen meine müden schritte Den weg zu gott aus dieser welt. Ich bin getroft und zage nicht; Denn gott ist selbst mein heil und licht. 4. Wie? sollt ich vor dem tode beben, Da du, erlöser, für mich starbst? 3. Du hast mich je und je geliebet, Er ist durch dich der weg zum leben, Versorgt, gestärkt, geschützt, regiert, Das du am freuze mir erwarbft, Wie Mich oft erquict, durch leid geübet, bu ihn gingst, will ich ihn gehn, Wi Oft wunderbar, stets wohl geführt. du, werd' ich auch auferstehn... remslica Allmächtiger, in dein gericht Gehst du mit mir, erlösten, nicht. 26.In Todesnöthen. 261 5. Laß auch das grab in seiner 6. Wie wird mir dann zu muthe nähe Mir noch die letzten schrecken dräun, Du, herr, auf den ich hoffend fehe. Wirst auch noch dann mein beistand sein. So nah dem lohn, den gott verspricht, So nah am ziele zag ich nicht.gat ni sim dhed 7. Wann ich in jener großen stadt, Die gottes hand gegründet hat, Im anschaun mich verliere! Wann ich in deinem himmelreich, Den engeln 6. Du wacheft über meine seele, Wenn sie ihr haus, den leib, verfiert, Giebst deinen boten dann be fehle, Der sie zu deinen freuden führt, und dir selber gleich Ein neues leben Zu denen der rechtschaffne christ Durchführe. jefu tod berechtigt ist. des 7. Ich will dich noch im tod erheben. Selbst nah am grabe preif' ich dich; Denn ewig werd' ich bei dir leben. Und da erfreu' ich ewig mich; Für mich ist selbst der tod gewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin. arsd tummer, müh' und qual, Doch nur noch wenig tage; Dann eile ich aus diefer zeit hintber in die ewigkeit. Weit weg von jeder plage. sein, wenn alle todten, groß und klein, O jesu! vor dir stehen! Wenn du mich dann beim namen nennst, Vor gott und engeln mich bekennst, Ich ewig dich soll sehen. dulis 9. Befreit und ewig fern von qual! Erquidt mit freuden ohne zahl, Gott immer, immer näher; Dann steigt Mel. Kommt her zu mir, spricht: c. 586. Noch walte ich im thra- mit jedem augenblic Der feele un nenthal, Gedrückt von aussprechlich glüd Noch unaussprechlich höher. 10. Und aller seraphinen schaar. Und wer auf erden heilig war, Sind alle meine brüber; Sind alle nur ein leib mit mir, Und fingen ewig, iesu, dir Aus frohem munde lieder: 3. Wohl meinem geist, wenn er dann ruht, Wenn er rechtschaffen, fromm und gut, Wenn thaten ihn begleiten! Wenn er vereint mit jesu christ. Unsträflich, rein und fähig ist Zum glück der ewigteiten. 8. Jah, ich, der jetzt noch thränen weint, Ich werde, wenn der herr erscheint, Dann leuchten, wie die sonne! Ich fünder, werd' von fünden rein, Ich sterblicher, unsterblich sein, Jch, gottes bild und wonne. 2. Dann finkt der leib ius tühle grab, Der staub zu allem staub herab, Nicht sterblich mehr zu leben: Mit 11. Wie sind der freuden, herr, fo freiem flug und frohem blick Kehrt der entbundne geist zurück zu dem, der ihn gegeben. di goy 700 O freuden ohne maaß und Hoch über alles sehnen! O ewigteit! O ewigteit! Was ift bas leiden dieser zeit? Wie nichts sind alle thränen. mis aidot mis 4. hohes glitc, borgott ftehn! O freude, jesus, dich zu sehn, Und mit dir deine glieder! Bu seviel! ziel, 12. Cei start! sei freudenboll mein geift! Gott lebt, gott hält, was er verheißt! Gott ist der gott der from men! Glaubs nur, nichts ist für dich gott dem aus zu fchooß Der eigne john gekommen. Mel! Dewigkeit, du dennerivert 2cist hen dich in deinem licht von ange 587, Mann, heilans, meine größter aller brüder.snis) ni ndi stil 5. Doch erst am tag des auferstehus, Am tag des frohen wieder sehns! Wenn nen wird diese erde; Am tag, wo gottes wunderkraft Mich ganz verklärt und neu erschafft! Was ich erst dann sein werde. pilgerzeit un ganz durchlebt ist, und der streit Des glaubens ausgestritten! Wann taum mein sterbend herz mehr spricht: Dann jesu tonim und schweige nicht zu seinen legten bitten; Erhöre mich, wann mein gebät Um troft zu die, um gnade fleht. 262 2. Wann mich kein freund mehr trösten kann, und doch mein herz bebt, fage dann: Die fünd' ist dir vergeben! Ach, wann des todes schrecken mich Ergreifen, dann, mein heiland, sprich: Ich leb' und du sollst leben! Dies wort von dir nur, und mir g'nügt; Des todes schrecken sind besiegt. Dritte Abtheilung.02 3. Dann droh mir nicht dein ange ficht, Gleich missethätern, das gericht, Und laß mich nicht verderben. Nicht sterben laß mich, herr, wie die. Die dich verwarfen, die sich nie Bereiteten zu sterben! Was ist so furchtbar, als der tod. Der ewige verwerfung droht? 4. Ach, sterben, sterben wird den tod, Der ewige verwerfung droht, Wer, Herr, dein heil verachtet! Wer nicht in deinem blute rein, Sich boshaft weigert, fromm zu sein, Mit vorsatz dich nicht achtet; Ach, den ergreift der tod, ber tod, Der ewige verwerfung droht. -choraj Buomu boll bille pil 2. Des lebens und des todes herr! Nun ist für ihn die zeit nicht mehr! Du haft gezählt des hauptes haar, Sein todesjahr Bestimmt, als teine zeit noch wahrort ist fro 3. Erfüllt ist seiner leiden zahl; Er Teibet jetzt bas letztemal! Ach! sei in feiner todesnoth Sein freund und gott; Ein schlummer sei für ihn der tod. didas Fürbitte für einen Sterbenden.. duMel. Ich hab' mein fach' gott. 588. u wollst erhören gott. fein flehn! Nicht ins gerichte mit ihm gehn, Der jetzo deiner ewigteit Sich naht, befreit Nun balb von dieser eitelfeit. Ilsia 4. Bollende, vater, feinen lauf, Nimm ihn zu deinem frieden auf! Berlaß ihn, wenn sein herz nun bricht Verlaß ihn nicht. Herr! herr! mit beinem gnadenlicht. 5. Von angst des tobes ift der frei, Der bir geweibt ist, bir getren; Ihm ist er teine strafe. Gelobet fei der herr, mein licht; Des todes nacht schreckt mich ja nicht: Mir wird er nur zum schlafe. Es ist ein finstrer weg; doch mir Ein weg zum leben und zu dir.. brud 5 Erleichtre ihm den letzten schmerz! Bon dir erquidet, ruh sein hera! Durch jesu tobes schweiß und blut, So ihm zu gut Bergoffen, stärke feinen muth. 330 st Box til dop is in 6. Gelobet sei der herr, mein schild, Der mich mit rub' und troft erfüllt, Mit willigkeit zu sterben! Ich glaub' an ihn, und bin gewiß, Er führt mich aus der finsterniß Zu seiner freuden erben. Dwelchen jubel stimm ich dann Dem todes überwinder an. 7. Gieb deinen fremmen, jesu, traft. Den schwersten schritt der pilgerschaft Getrost, wie du, zu enden. Sprich zu den schwachen seelen: ich Bin ener heiland; freut euch! sprich: Ich will euch nun vollenden! Erquice sie und nach dem streit Erhöhe sie zur seligkeit. 911000 100 100G pac hom 6. In ihm vermehre deine rub! Sein armes herz erquide du, Geist gottes, laß ihn im vertraun, Auf iesum schaun, Und so entgehn des todes graun. 15 7. Mach ihn getroft, o geift des Herrn! Zeig ihm den gnadenlohn von fern; Laß ihn den himmel offent sehn, Und jesum stehn, Bereit, ihn gnätig zu erhöhn. 8. Ach gnade, gnad' ergeb für recht! Denn von dem menschlichen geschlecht Ist selbst der heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott! ohne deine huld sich freun? 9. Sei richter ihm nicht fürchterlich; Erbarme seiner seele dich! Auch aus der tiefe rufet fie; Erhöre sie; Erlöse, gott! erlöse fie. isprio u thi 10. Behüte ihn in seinem tod; 3bn segne, segne, fegne gott! Wenn nun sein ange sterbend bricht, Leit ihn dein licht; Tröst ihn vor beinem angesicht. The bottog oor got m 209 13 ur du tröllad mop das ist mod d In voriger Melodie. 589. egrabt den leib in seine590. Grabt mein verwesliches ihm gebein, ihr noch richters stimme ruft. Wir säen ihn: sterblichen, nur ein? Es bleibt, es einst blüht er auf Und steigt verklärt bleibt im grabe nicht: Denn jesus zu gott hinauf. kommt und hält gericht. 2. Aus staube schuf ihn einst der herr. Er war schon staub, und wirds nur mehr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht Dercinst aus dieser todesnacht. 3. Des frommen seele lebt bei gott, Der sie aus aller ihrer noth, Aus aller ihrer misjethat Durch seinen fohn erlöset hat. 27) Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den leib zc. 4. Hier hat ihn trübsal oft gedrückt; Nun wird er, gott, von dir erquict. Hier trug er jesu sanftes joch; Entschlief im tod und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein grab, Run wischt gott seine thränen ab. Was sind die leiden dieser zeit, Gott, gegen deine herrlichkeit? mis 6. Nun, du erlöster, schlaf in ruh. Wir gehn nach unsern hütten zu. Und machen zu der ewigkeit Durch glaub' und tugend uns bereit. akt g 823 7. Ach, jesu christ! dein bitt'rer tod Stärk uns in unsrer letzten noth! Laß unsre ganze feele Sein, Und selig unser ende sein. MRISO E A HO 35 661 ae 898 253 door Boland 194 1 33ml on 10 fi 35@ and 151179 stdel@ sesta ji( odnj Sad) pal C vilasdien upp floor 3 asasian chi as did 5679 250 1o si 2. Du wirst mein aufgelöst gebein, O du verwesung, weit verstreun; Allein gezählt ist, wie mein haar, Mein staub, gott wedt mich wunderbar. idole di deff. 3. Gott ift barmherzig, und verstößt Im tode nicht, die er erlöst, Die nicht, für deren missethat Der mittler fich geheiligt hat. 1115 263 4. Bei euch hat trübsal mich ge drückt, Nun hat mich gottes ruh erquict: Ich trug des heilands sanftes iodh, Entschlief im tod, und leb' doch noch. tiop 5. Ihm blieb ich treu bis an mein grab; Nun wischt er meine thränen ab. Was sind die leiden jener zeit, Gott, gegen deine herrlichkeit? 6. Nun lasset mich in meiner ruh' lind geht nach euern hütten zu; Schafft, daß ihr selig werdet; ringt Bis ihr euch auch der erd' entschwingt. Smu tolinds. aim tim ili mirt Ju mille indoflammid afjirde tule to this dig op tog modsi monism t 35 sdssat 1siss) o Tull dilist tbe this sbich) Hu danguspe ndiyo ut aid 300 joi3 msmis Burk samog mapiduri Onl 801 TAG OFE $ 14 883 $ 8 ere ndi drz stapar Bodil 85@ 30m sis prom 8s@ Sadurg Ssd ng Boot 85@ 48 andpijas no chi ed i sliomedog.01 wid di 360 13 dalis chi id did 081 stod on daileed püsidade do 2 808 M spade ouied ad dans TS allo nos trisk odioelog dan dim stislps. smis mi disl uts 100m 35d 5m alsmmil nj 256 Bed mod dim sadnars 3d du C Bird ignis 264 Register der Gesänge, 198 bon nach dem Alphabet, und auf die Nummer der Lieder disid 82 eingerichtet. 33 Simif Brotbi Bulsi- mbin sdorg mid Jonid og E Ach gott vom Himmel fiech 216 Christ, alles, was dichobus 344 Ach, gott! wir treten 566 Ach! könnt ich doch mit deinten 1572 Ach, lieber gott! ich bitte dich Ach, sieh ihn dulden, bluten* 119 Ach, wann werd' ich von Christe, du lamm gottes 115 Spoil 10 ador 544 461 Ach wider dich, mein gott Allein gott in der höh' sei Allein zu dir, herr jesu christ Alle menschen müssen sterben Allen menschen und auch mit Allen, welche nicht vergeben Alles ist an deinem segen Aumächtiger, ich hebe si Allmächtig- großer gott Allwissender vollkommner geist Als in der trantheit schmerzen Also hat gott die welt geliebt Am freuz erblaßt, der marter Anbetung, lob und preis Anbetungswürd'ger gott An dich, mein gott, zu denken Auch diesen tag hab' sich Auf, christen, bringet preis Auf, christen, laßt uns unsern Auf, christen, preist mit mir Auf christi himmelfahrt allein Auf deine weisheit schauen Auf gott und nicht auf Auf, jesu freunde! frenet Auf meinen lieben gott Auf, o feele! werde munter Auf! schicke dich recht feierlich Aus deiner milden segenshand Aus einem tief vor dir Aus freudigem gemüthe Befiehl du deine wege Befreit von allem fummer Begleite mich nach golgatha Begrabt den leib in seine Beherrscher himmels und der Bewahre mich, herr, daß der Bringt preis und ruhm dem up 573 Dant jei dir, vater meines Das glück ist groß, das Das grab ist leer: deß Daß ich mich, mein gott Dein bin ich, gott; dein ist Deine leiden, gottés sohni Dein heiland lebt Deines gettes freue dichi 334 103 144 Dein heil hat heut, voltimi 15194 Dein heil, o christ, nicht zu Dein reich, o gott, ist herrlich Dein sind wir, gott, in 276 277 31 3278 226 440 448 339 519 54 14 581 Dein wort, o höchster, ist Dein wille, herr und vater 77 Den höchsten öffentlich Der am kreuz ist meine liebe Der du alle deine werte 140 157 227 575 182 484 131 520 1 331 441 Der du die liebe selber bist 574 Der du selbst die wahrheit bist 183 363 Der du uns das heil errungen 78 Der du uns als vater liebest 66 Der du uns mit deinem blute 165 309 364 268 158 145 341 2 340 228 159 576 342 184 533 535 82 409 405 518 279 406 498 521 582 146 543 96 371 328 522 229 Der freuden füll' ist, gott Der herr hat alles wohl Der herr ist gott und keiner Der letzte meiner tage Der morgen kommt: und Der spötter strom reißt viele ndso Der tag( das jahr) ist wieder Der wollust reiz zu widerstr. Des jahres schönheit ist nun Des leibes warten und ihn 399 z 155 Des morgens erste stunde Des todes graun, des grabes 343 Dich bet' ich an, erstandner 534 Dich bitt' ich, gott, beweise 130 Dich bitt' ich, heiland aller 589 Dich, herr und vater 35 Dich, höchster, ehrerbietig 308 Dich seh' ich wieder 142 Die auf der erde wallen 143 268 355 40 Die bahn ist ranh, auf der Die feinde deines freuzesz Die ihr christi jinger seid Die finder, der wir uns Die frankheit, du gerechter Dir dant ich für mein leben Dir gott, dir will ich fröhlich Dir gott, sei preis und dank Dir hab' ich mich ergeben ud Dir, milder geber aller gabent Dir, unserm gott, ist niemand Dir, vater, der du deinend Dies ist der tag, an welchem Dies ist der tag den gott op 83 Du, aller menschen vater 455 Du bester troft der armend 570 Du bist ein christ, was 485 199 86 499 zid 577 372 23 56 d Du bist o unermeßlicheri hi Du bist's, dem ehr und ruhm Du, der frommen beste do Du, der kein böses thut Du, der menschen heil und Du, der voll blut und Register. 265 427 Ein milder regen sintet misd 556 Cin ruhiges gewissent 217 no 236 463 d( 383) 218 9 ad 3) 310) Eins ist noth; o herr, dies Ein starter schutz ist unser Erbarm dich, berr! mein Erhabner gott, was reicht id Erhalt uns, herr, beidd 219 Erh It uns, herr, diem nofiod 492 Erhebt den herrn, ihr frommen Erhöhter jesu, gottes fohned Erhör uns, gott, wir flehent Erinure dich, mein geist Er ist erstanden, jesus 1 15 148 Er fommt, er kommt zum nd 262 Erlöser, der im staube d ud 116 Ermuntre, seele, dich und d 311 Es eilt der letzte von den 419 Es freu' der fürst des landes 493 Es ist noch eine ruh vorhanden 270 8 ist vollbracht! ruft nach 133 61 Es lag die ganze weltsm ni od 199 105 Es wolle gott uns gnädigilind 220 132 68 zieht, o gott! ein friegesw.ni 567 Es züchtigt deine hand mm 552) 428 167 Ew'ge liebe mein gemüthe 68 418 Du fühlst, o christ! das leiden Du führer, der mit treuer Du gab'st mir, ew'ger, dieses Du, gott, 422 545 41 166 423 19 373 168 Du, gott, derre bülf' al 571 Sern sei mein leben ud som 447 runsre zuflucht Du, gott, du bist der herr Du gott und vater aller welt Du hast gestiftet, herri Du hast, meint vater und in Du, herr, bist meine zuversicht Du, herr der seraphinen bet 346 51 67 261 473 147 Fest glaub ich, daß, was 295 432 509 Freue dich! des herreno mism149 517 Freiwillig hast du dargebracht 496 Froblocke, mein gemüthe 150 106 345 151 Froblockt, ihr christen no Für alle güte sei gepreist rou 536 Fürwahr, du bist, o gott sdom 142) Sabilesarsa ning herr haft ausim so 200 Du, herr und vater meiner 230 Gedante, der uns Leben giebt 69 424 488 Gehorsam ist die beste in 337 Geist von vater und vom fi 169 Gelobet seist du jefu gilid dnu 84 Gelobt, gelobt seist du 568 Gelobt seist du, berrod manisd 1201 Gerechter gott! vor dein 18mm 20 Gern will ich mich ergeben ano 231 Getreuer gott, wie vielhodzolin 30 Getroft und freudig geh ich no 232 Geweiht zum christenthumeid 198 Gieb, gott, wenn ich dir nid 393 Gieb, herr, daß dein theures 891 474 Gieb mir, o gott, ein berisd Gott deine gnade sei gepreist 442 Gott, deine gnad' ist unser usa Gott, deine güte reicht Gott, deine weise macht d d TO 446 374 Du tlagst und fühleft die Du läsest, herr, unded doil Du liebst, o gott, gerechtigkeit Du, o herrscher, stiegst mi 382 Durch dich, gott, bin ich 502 Durch dich, ogroßer gott. Tu schufft, von baterbuldi 523 Du stelltest dich zum mittler ma73 Du, vater deiner menschent. 13332 Du weiser schöpfer allero 16 Du wesentliches ebenbildg sau 100 Du willst, es herr, mein 400 Du wollst erhören, gottu 1588 God malls mal d Tin fremdling bin ich ins 269 Ein herz, o gott, itt top 429 Ein lamm geht hin und trägti 120 85 464 356 43 Register. 95 Herr, der du mir das leben 44 Herr, der du willig als 449 Herr der zeit und ewigkeit 70 Herr des himmels! starter 347 Herr, dir gelobt mein herz 524 Herr, dir sei preis! ich glaub' 410 Herr, du bist meine zuversicht 560 Herr, du erforschest mich 357 Herr, du fährst mit glanz und 36 Herr, du hast in deinem 266 Gott, dein unsichtbares wefen Gott, der an allen enden p Gott, der du die menschen Gott, der du für uns deinen Gott der wahrheit dessen Gott des himmels und g Gott, dessen hand die welt Gott, dessen macht des feuers Gott, dessen nam' ist wie Gott, desjen starke hand Gott, dessen weisheitsvoller Gott, dir gefällt kein gottlos Gott, dir sei mein danten Gott, du bist heilig und mot 62 Gott, du bist von ewigteit Gott, du hast in deinem john 11 170 Gott, durch den wir sind 503 Herr, du tennest mein 500 312 Herr, du wollst sie vorbereiten Herr gott, dich loben wir Herr gott, du bist die zuflucht Herr, hier siehst du uns Herr, hier steht unser hirt Herr, höre mein gebät Joll Herr, ich bin dein eigenthum Herr, ich bitte, stärke Herr, ich hab aus deiner 1482 465 86 71 Gott, durch welchen alle Gottes sohn ist kommen Gott, hätte dein geliebter Gott hat in meinen tagen si Gott, heilig sei dein nam' und Gott im himmel und Gott ist mein herr! auf Gott ist's, der das vermögen Gott kann allein das beste. Gott, mache du mich selbst Gott, meine ganze seele Gott, mein vater, deine Gott sorgt für uns find Gott, unser frohe Lobgefang Gott vater, an erbarmen Gott, vor dessen angesichtes 21 Gott werde stets von dirudd 57 Grabt mein verwesliches Großer gott, erhabnes ands 63 Großer mittler, der zurm160 Groß ist des höchsten gilte med 376 Gut und heilig ist dein wille u is 3dolsp Heil deinem volte, bem Heil uns! aus unsrer top stbo 72 Held aus davide stamm bi im 384 Herr, allerhöchster gott. 297 Herr, an dir hab' ich gefündigt 280 Herr, deine allmacht reichtug dis18 Herr, deine langmuth ist sehr 553 deine rechte undndd 189 590 338 2nd 1191 Herr, deine sanftmuth ist im 450 Herr, dein gesetz, das du sid 190 Herr, den die sonnen undanisd Herr, der but alles giebst mid Herr, der du feinen je smisd 504 324 tds 516 Herr jesu christ, du höchstes Herr jesu chrift, mein herr Herr jesu, deine angst und 185 Herr jesu, gnadensonne 411 Herr jesu, meines Lebens 425 Herr, laß mich doch and 537 mis 202 420 log 4 Herr, laß nach eitler ehre 45 Herr, mache meine seele stille 375 Herr, meiner seele großen 547 Herr, mein erlöser, der 569 Herr, mein licht, erleuchte bol 358 Herr, neige mein gemüthe Herr, ohne glauben kann Herr, sei gelobet, daß Herr, stärke mich, dein 123 490 186 152 15 161 52 64 203 365 510 Jch bin ein chrift, gott ifti 394 Jch bin getauft, nach jesu 194 Jch bin ja, herr, in deiner 12 195 495 313 263 233 234 107 314 583 ' dop 414 415 348 401 451 fnd 187 443 298 281 235 385 27 212 770 104 Herr, unser gott, erbarmed 491 Herr, vor deinem angesicht 475 Herzlich lieb' hab ich dich Hier bin ich, jesu, zu fosil 204 hier ist mein herz, herrido 335 Silf, herr, laß es wohlgelingen 511 Hilf, jesu, daß ich meinen hid Hilf mir, mein gott. hilf315 od am himmel steht die Höchster, dent' ich an die 19100 Höchster tröster, tomm Hör unser gebät, geift des 444 515 282 171 172 Jauchzt unserm gott, er ist 24 Jch armer mensch 283 316 5196 286 Ich bin mit deiner huldd426 Ich bin, o gott, dein eigenthum Ich deut' an dein gerichte Ich erhebe mein gemüthe Ich fasse, vater, deine hände Ich flehe, gott vont ewig Ich freue mich der frohen zeit Ich freue mich, mein Register. Jetzt fintt die sonne nieder Jhm, der das licht entstehen In allen meinen thaten In unserm fummer kommen Ist auch ein gott? wer I gott für mich, so trete Ist nun auch meine stunde 58 264 da Kein lehrer ist dir, jefu Klag nicht, mein herz Köftlich, o mein heiland Romm auf uns, o geift Komm betend oft und Komm, heiliger geift, erfüll' Komm, o tomm, du geift Komm, schöpfer, komm 284 584 mm 285 254 10336 32 Ich fühle, daß ich sterblich in 237 Ich geh' einst ohne bebeno 255 Ich glaub' an gott, den Ich hab' in gottes herz und Ich hab' in guten stunden Ich hoff', o gott mit festem Ich tomme, friedensfürst, zu Ich tomme, herr und 205 Ich komme vor dein angesicht 359 Ich komme vor dein anges., du 505 Ich preise dich, o herr206 3 singe dir mit herz undi ab366 Ich finge meiner seelendi no 46 Ich weiß, an wen mein glaub' 301 Ich weiß, mein ende nahet p238 Ich weiß, mein gott, daß Ich weiß, und bins gewiß Ich will dich, gott, imo Ich will in stiller einsamkeit Jesu christ, durch deine Jesu christe, dessen wunden Jesu christe; wir sind Jesu, freund der Jeju, meine freude la menschent. Jesu, meiner seelen lichtmu do Jesu, meines Lebens leben Jesus christus hat sein leben Jesus lebt, mit ihm auch 208 153 Jesus meine zuversichtbar 195 256 Kommt, finder, anzubeten Kommt, laßt uns gott und Kommt und laßt euch jefum idst bust Luß deinen geist mich stets Laß doch in meines 108 2125 Lobt gott am froben morgen 476 Lobt gott, ihr christen 207 386 Mache dich, mein geist Mache doch der spötter Man lobt dich in der stille Mein auge sieht, o gott Meine lebenszeit verstreicht Meinen jesuin laß ich nicht Mein erlöſser, gottes sobn Mein erst geschäft sei preis 134 538 525 Laß doch, o jesu, laß dein Laß mich des menschen 395 286459 5349 319 176 117 377 Laß mich doch nicht, o gott id 416 Laß mich doch, o mein gott. Laß mich, höchster, darnach Laß mich, e herr, in allen 430 Laß, vater, deinen guten. 299 Laßt uns doch christo dankbar 300 Laßt unserm gott uns fingen Laßt uns mit ehrfurchtsvollem Laßt uns unserm gott lobsingen Lebt christus, was bin Liebreicher gott, dein segensw. Liebster vater, ich, dein Lob, ehre, preis und dank Lob, ehr' und dank sei Lob sei dem allerhöchsten Lobsinge gott, o christenheit Lobsinge gott! dank, preis Lobfinge gott, er schuf 506 Lobsinget gott und betet an 113 Lobt den höchsten, jesus 47 302 585 267 489 # 561 318 miss 109 329 221 87 88 154 548 287 74 565 89 79 33. 37 25 155 526 90 402 and 304 190367 49 240 387 110110 527 19271 19378. 48 Mein ganzer geift, gett 555 Mein geist erstaunt, allmächt. Mein glaub ist meines 5 65. 310558 350 15003 325 403 303 Mein gott, auch dieser neue 239 Mein gott, dir ist bewußt 101 Mein gott, du weißt am 10 Mein gott, du bist gerecht 517 Mein gott, du wohneft zwar 192 Mein gott, erschaffen haft 173 Mein gott, ich weiß wohl 360 Mein heiland, beine größe 477 Mein heiland lebt, er hat 174 Mein herz, ermuntre dich 379 175 Mein jefu, der voll schmerzen 241 75 257 1578 1104 466 31528 $ 268 Mach jesu, du hast unsre 91 Mein jesu für dein herz126 Mein jesus ist mein leben 242 Mein jesus lebt, mach ich doch 156 Mein jesus triumphiret nsmisd 162 Mein leben steht in gottesi o 243 Mein schutz ist gott, ihn bod 351 Mein vater und mein gott bin 320 Mit dir geh' ich an mein him 412 Mit dir, o höchster friede Thi 467 Mit freuden laßt uns tretenim 512 bint go? Nach deinem rath, o gott 413 Nach dir verlanget mich Nach einer prüfung furzer Nach meiner feelen seligkeit Nicht mürrisch, finster Nicht um ein flüchtig gut Nie will ich wieder sluchen Nimm gott, den wir 288 0 333 sd od smimol of 177 Schaffet, schaffet, menschent. 290 452 hice dich, erlöste sim id p 210 Schon ist der tag von gott san 265 Noch läßt der herr mich 529 Schiltze die deinen, die nach 222 22 586 Noch nie hast du dein wort Noch walle ich im thränenthal Nun bitten wir den heil'gen Nun bricht die finfire nacht Nun dan ket alle gotta Nun habe dant für deine Schwingt, heilige gedanten, aiur do7 178 Sehn wir nur trübsal gnus 554 Seele, tomm zum golgatha, 19 136 Sehr groß, herr, ist die dig i 223 Seht, welch ein mensch! ac nic 127 Seht, welch ein mensch, wie 128 541 380 213 Nun ist der tag der seligkeit d 98 Nun ist alles wohlgemacht op 139 30p 1999 Selig, gott! sind die, died 245 Selig find des himmels erben, 246 Seid barmherzig, menschen Sei hochgepriesen, herr Sei lob und ehr' dem höchsten Register. 272 404 456 19100 3250 christenheit, sei hocherfreut daß doch bei der chad der du einst gestorben idul du, mein mittler und gott, aus deinen werken gott, bei dir ist heil und gott, des gnadenvollers gott, du bist die liebe ANDA gott, du bist mein preis gott, du frommer gott gott, du fannst den himmel gott, erbarme väterlich gottes sohn, herr jesu gott, ich preise deine gott, sobald der tag erwacht großer gott, du reines 108 heil'ger geist, lehr' bei Oheil'ger geist, laß uns diog herr, mein gott! ichid 501 herr, wenn deine lehten Ohöchster, dessen kraft : D jammervolle tage, da 12 77 92 549 209 214 D jesu christe, gottes lamm D jesu, dir sei ewig dant O jeju, jefu, gottes fohn and 388 Djefu, wahrer frömmigkeit der 389 D tönnt' ich dich, mein gott 368 lamm gottes, unschuldig de 118 O schrecklichs leid der ewigteit 273 D vater der barmherzigkeit su O vater send' uns deinen geist 289 480 468 welch' ein unschätzbares O welt, fiehe hier dein Leben la 135 O wie unaussprechlich selig do 274 nodnu nsing# and the Preist christen, mit od 551 and emot 197 497 26 Quelle der vollkommenheit 150-300 244 Sei, seele, start und Gamis 121 Sei, weltversöhner, sei susirds 457 111 6 Sei zufrieden, mein Sich'rer mensch, noch ist es Sich, gott und herr, wir Sie kommt, sie kommt, die Singt unserm gott ein frohes Sink ich einst in jenen 486 321 557 80 76 445 So flichen unsere tage hin, dh540 507 So früh bringt, gott, mich 110 508 305 So gehst du, jesus, willig HUR 124 59 Sohn, der uns verheißen war 516 Sohn gottes, eingeborner. 179 So jemand spricht: ich liebe 180 So ist nach gottes rath und 478 So lang ich athme, gott tuo m top Sollten menschen, meine 479 Sollt' ich jetzt noch, da mir 562 So wahr ich lebe, spricht a 559 So weit nur deine sonne 563 1100 370 453 390 292 27 369 431 181 51 638 $ 291 137 579 8 min 539 Tag, den mir der herr Treuer gott, wir danken Register. Vater, den mein herz Berbittre dir dein leben nicht Berfloffen ist das alte jahr Verleih uns frieden gnädiglich Voller ehrfurcht, dank und Voll freud' und frommer Bom himmel ward der engel Von dir, v vater, nimmt Bon gott will ich nicht laffen Vorbild wahrer menschenliebe 215 483 17 Unendlicher, den keine zeit913 Unerforschlich sei mir immer Unschuld'ger jesu, was hast du 129 Unwiederbringlich schnell 542 470 494 471. 306 391 323 Wer kann doch, großer gott Wer kann, gott, je was Wer nur den lieben gott 361 354 514 249 469 53 307 Wer schuf die sonne und den Wer weiß, wie nahe mir Wer zählt der engel heere 454 Wie flieht dahin der menschen 421 513 Wie getroft und heiter 224 Wie groß ist des allmächt'gen 28 211 Wie groß, wie angebetet ist 70392 381 Wie grundlos sind die tiefensbi 122 93 Wie heilsam ist doch, herr Wie herrlich, jesu, starter 352 Wie mächtig spricht in meiner 472 102 Wie mannigfaltig sind 487 9433 ( 163 408 Wie sanft sehn wir den 530 Wie selig bin ich, wenn 258 Wie jelig lebt ein mensch 266 Wie soll ich dich empfangen 248 Wie theuer, gott, ist deine 293. 589 Wie ungewiß ist, herr 251 531 Wie viele freuden dank ich 3 colla ain Wer durch dein wort ist neu Wer gehorcht, der thu's mit Wer gottes wege geht Wer gottes wort nicht hält Wach auf, mein Herz, und Wachet auf! ruft einst Wachet auf vom schlaf, ihr Wann einst mein sterbend Wann, heiland, meine Wann ich einst von jenem Wann ich, gott, meinen geist Warum betrübst du dich Warum erbebst du, meine Warum sollt' ich mich denn Was gott thut, das ist Was hilft es mir, ein Was ich nur gutes habe Was ist der mensch, deff' Was ist mein leben auf der Was ist mein zeitlich allotince 438 296 Was ist's, daß ich mich quäle Was kann ich doch für dant Was soll ich ängstlich tlagend 353 Was sorgst du ängstlich für 247 Weh' dem, der leugnet Welch glück, o gott, ist Wenn christus seine firche Wenn einst in meinem grabe Wenn ich auf gottes wegen Wenn ich, o gott, von dir Wenn ich o schöpfer, deine Wenn mich die fünden Wer bin ich? wichtig ist die Sp in stod dtolt menied than thre Saada sd siislasiti d no Ins astigitzendik noo duy nedanams 269 ic 250 326. 458 81 e 2017 29. 609 $ 11 Wie wichtig ist doch der 434 Wie wird mir dann, mein 259 Wie wohl thust du, mein 435 Will mich, o gott, bienieden 436 Willst du der weisheit quelle 322 Wir, der erde pilger, find 396 Wir erscheinen heut vor dir 112 Wir freuen uns, herr jesu 437 Wir glauben an den eingen Wir menschen sind zu dem Wir sind in noth, laß uns Wir singen, berr, von deinen Wo find ich gott, den meine Wohlauf, mein herz, verlaß 10 Wohl dem, der beff're schätze 462 Wohl dem, der richtig 225 Wort, aus gottes munde 260 Wo soll ich fliehen hin 267 407 chilijih 397 Seit, die ich seufzend zähle 580 39 Bu deiner ehr' bin ich erwacht 532 114 Bu dir, mein gott, der du 398 Bur grabesruh, entschließest 362 6141 del spildiz yomis zsm rom in ng Bood sijed inimsr nad zim si spitisj tosid s spid allogred 252 275 439 330 258 481 164 34 188 564 550 327 97 17 417 od 460 193 294 270 OTA 138 AGE Afd. on fit from mined sig og mi dog snor Botteg Einige Gebeteili og jor 8pm 01 1. 5, 4. Herr, frühe wollest du meine Stimme hören? frihe will ich mich zu dir schicken, und darauf merken. 318 imon 1) Morgengebete. a. Längere Morgen- Andacht.| Glauben an jesum, meinen Heiland, seine Erlösung und Lehre, die so zuverlässig meine Seele, wenn sie darauf achtet, weise und gut macht. Stärke meinen Vorsatz, auch diese mir auf's neue geschenkte Zeit meines Lebens mit und treuem dir zu heiligen und die Bewahrung eines unverletzten Gewissens höher zu achten, als alles Irdische, was ich mir durch die Sünde verschaffen könnte. deine Gnade habe ich wieder diesen Tag erlebt, und mit dankbarem Herzen erkenne ich auch darin, wie viel ich dir schuldig bin. Daß ich mich durch den Schlaf erquickt, an meinen Kräften jego von neuem gestärkt, und durch den Anblick des Tageslichts und der fichtbaren Natur erfreuet finde: das ist dein Wert. O gieb, daß ich das mit Aufmerksamkeit bedenke, und ja deiner nie vergesse, dem allein ich mein Leben und dessen Erhaltung zu danken habe. Dein allmächtiger väterlicher Schutz war über mir, da ich, meiner selbst nicht bewußt, in unbesorgter Ruhe lag; und nun stellest du mich in deine Welt hin, daß ich dich in deinen Werken sehen und bewundern und mit wiederhergestellter Munterfeit meine Geschäfte wahrnehmen kann. So läsfest du mich auch an mir selbst erfahren, daß deine Güte alle Morgen neu, und deine Treue groß ist. Nimm dafür, o mein Gott, das demüthige freudige Lob meiner Seele an. Erhalte mich auch heute bei dem einigen, daß ich dich stets auf die rechte Art vor Augen habe, daß ich der christlichen Frömmigkeit und Tugend unverrüdt treu bleibe, da ich doch auf keinem andern Wege ein wirklich zufriedenes Herz und wahres dauerhaftes Glück finden kann. Hilf mir immer mehr zu einer richtigen lebendigen Erkenntniß dessen, was zu meinem Besten dienet. Befestige in mir den hoj quamidabrouil Entferne von mir alle gefährliche Versuchungen, zu welchen mein Beruf, mein Umgang, meine Verbindung mit Andern, auch selbst meine eigene natürliche Gemüthsart mir Gelegenheit geben könnten; und wenn solche Versuchungen mir nahe kommen sollten, so stehe mir bei, o Gott! und unterstütze | meine dann vielleicht wanfende Seele durch den großen Gedanken deiner Gegenwart, deiner Wohlthaten und deiner Vergeltung! damit ich nicht von dir abweiche, nicht in Sünden gerathe, und mich nicht der tröstlichen Beruhigung eines guten Gewissens und deines Beifalls beraube. Gieb dein Gedeihen zu einem jeden dir wohlgefälligen Vorhaben, womit ich heute zu thun haben werde, und verleihe mir Muth und Kräfte, das recht auszurichten, was in meinem Stande und Berufe mir obliegt. Bewahre meine Gesundheit, mein Vermögen und meinen guten Namen vor Schaden. Walte mit deiner gnädigen Beschirmung über meine Angehörigen, daß uns der freudige Genuß deiner wohlthätigen Güte durch keinen Unglücksfall gestört werde. Soll ich aber auch, nach deinem Rath, heute meinen Antheil an den Bitterfeiten des Lebens empfinden und von Widerwärtigkeiten 1. Morgengebete. 271 auch Du und Bekümmerniß befallen werden: so für die Gnade, daß du mich waffne mein Gemüth mit der christ- diesen Tag haft erleben lassen. lichen Standhaftigkeit und Ergebung hast mich die Nacht über beschützt und in deinen Willen, mit dem findlichen durch den Schlaf erquickt; und von dir Vertrauen auf dich, und mit der getro- habe ich die Munterkeit, mit welcher sten Hoffnung einer bessern Zukunft. ich nun abermals die Vollbringung durch welche das Gefühl der Leiden der mir obliegenden Pflichten überso sehr gemildert, und ihre Last um nehmen kann. Gieb mir dies so zu fo Vieles erträglicher gemacht wird. erkennen, daß es mir nie aus dem Führe du mich, Herr, wie es dir Sinn komme, wie ich dir ganz angewohlgefällt; denn du weißt besser, höre, und wie viel ich dir schuldig bin. was mir gut ist, als ich selbst. 3u dir, liebreicher Vater aller Men schen, der du allen gütig bist, und dich aller deiner Werfe erbarmest, zu dir bete ich auch für alle Diejenigen, die neben mir von deiner Güte leben. Er fülle die Welt mit deinem Segen, der alles erfreuet. Segne unsern Landesherrn, sein Haus und seine Regierung, zur Sicherheit und zum Wohlergeben so vieler Tausenden. Freite über alle Stände und alle Ordnungen meiner Nebenmenschen deine Wohlthätigfeit aus, und wirke dabei die Gesinnungen in ihnen, daß sie darin deine Bater Hand erkennen und desto dankbarer gegen dich werden mögen. Und so gehe ich, mein Gott und Bater, an die heutigen Pflichten meines Lebens, mit einem dir geweihten Herzen. Sei du mit mir, so werde ich sicher bleiben, und kein Uebel fürchten. Dies hoffe ich von dir nach deiner Barmherzigkeit, und nach der Ver heißung, die du mir durch Jesum Christum gegeben hast. Amen! Klagl. Jerem. 3, 23. 24. Die Barmherzigkeit des Herrn ist alle Morgen neu, und deine Treue, o Gott, ist groß. Der Herr ist mein Theil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. b. Kürzeres Morgengebet. bun P₁. 63, 7. Wenn ich erwache, so rede ich von dir. Herr, mein Gott, du Erhalter und Wohlthäter meines Lebens, dir dante ich jego wieder mit erfreuetem Herzen Leite mich nun auch an diesem heutigen Tage mit deiner Gnade auf lauter guten Wegen. Bewahre mich vor aller Ungerechtigkeit und Sünde, die doch am Ende nichts anders, als das äußerite Elend nach sich ziehet. Mache mich wachsam und start gegen die Versuchungen, die mir heute vortommen könnten, damit ich nicht am Abend Bergehungen gegen dich, und Untreue gegen mein Gewissen, mit bittern Schmerze zu bereuen habe. Gieb meinen rechtmäßigen Geschäften und Unternehmungen einen guten Fortgang, da ohne dein Gedeihen doch alle unsere Arbeit vergebens ist. Wende Gefahr und Unglück ab von mir und von denen, die mir angehören. Erbarme dich auch nach deiner väterlichen Güte aller Menschen, die mit mir deine Kinder sind, und laß die Welt deines Segens voll werden. Dir, mein Gott, übergebe ich also auch für heute mein Herz, mein Leben und meine Schicksale. Erhalte mich in deinem Wohlgefallen und in deiner Liebe, und laß dann alles, was mir begegnen soll, zu meinem Besten dienen. Du wirst mich gnärig erhören, wie du durch Jesum Chriftum mir verheißen hast. Amen. 1991. 73, 23. 24. Je Ich bleibe stets an dir; denn du hälst mich bei meiner rechten Hand, und leitest mich nach deinem Rath, und nimmst mich endlich mit Ehren an. Mehrere gute Gebete am Morgen sind in den Morgenliedern dieses Gesangbuchs von Nummer 519 bis 532 enthalten. Bamiam por mo 272 c. An Sonn- und Festtagen, bet dem Morgengebete hinzusid zufügen, shpes Gott; darum ist es für mich höchst nothund zu den Absichten zu gebrauchen, wendig, denselben nach seinem Willen zu welchen er ihn mir gegeben hat. Verleihe mir auch insonderheit. o Gott, die Gnade, daß ich mir den heutigen Tag nach deiner Absicht und zu meinem eignen Besten recht zu Nuße mache. Es ist Wohlthat für meine Seele, daß eigene Zeiten verordnet und bestimmt sind, an welchen das Andenken an dich und die Sorge für mein geistiges Wohl stärker und feierlicher erweckt werden soll. Mache also den Eindruck davon in meinem Gemüthe auch heute so lebendig, daß ich mich von allen irdischen Zerstreunngen mehr, als sonst, losreiße; mit 1) Vor allen Dingen will ich mir deßwegen jetzo wieder den Gedanken tief und lebendig ins Gemüth prägen, Hauptzweckt meines Lebens ist, weil ich daß Rechtthun und Gottgefallen der dabei allein ein ruhiges Herz und eine freudige Hoffnung durch Jefum Christum, meinen Heiland, haben kann. 2) Ich will mich hieran diesen Tag über, so oft ich kann, auch während meiner Geschäfte, und unter den Um- ständen, worin ich mich etwa befinden mag, wenigstens mit einem kurzen ernstlichen Gedanken, zu erinnern aus dem Sinn komme, wozu ich in der Welt lebe. Ont rufe und in dem enigen, was ich mit andern Menschen zu thun habe, mir heute aufstoßen möchten! und ich will auf meiner Hut sein, daß ich mich nicht zu etwas Bösem hinreißen lasse. ernsthafter Ueberlegung meine Gedan- suchen, damit es mir ja nie ganz ten zu diesem wichtigen Geschäfte sammle; den öffentlichen Unterricht aus deinem Worte mit Aufmerksam3) Ich will zum voraus mit Aufmerk feit höre und annehme; bei der geten zu Verfündigungen in meinem Besamkeit bedenken, was für Gelegenhei meinschaftlichen Anbetung mit meinem Nebenchristen mein Herz, so viel leb hafter gerührt, zu dir erhebe; und in meinen eigenen Andachtsübungen und Betrachtungen ein ernstliches Nachdenfen auf mich selbst und auf meine weitere Besserung richte. Laß mich auf solche Weise von diesem Tage wahren Segen erfahren, dessen ich mich in dem Wachsthum meiner Erkenntniß, in der Ermunterung meiner Gottfeligfeit und in der Stärkung meines Vertrauens und meiner Hoffnung noch auf meine folgende Lebenszeit erfreuen könne. Heilige mich ganz dir und deiner Verehrung, so werde ich glüclich sein und dir dafür danken in Ewigkeit. Amen. had mynd 1. Morgengebete. d. Nöthige Entschließungen am 3 Morgen. 3 find 16 hud Pf. 25, 4. 5. ind him Herr, zeige mir deine Wege, und lehre ner Wahrheit und lehre mich; denn bu bist der Gott, der mir hilft. Sch habe alles, und also auch die en neuen Tag meines Lebens, von Neigung meines Gemüths wachen, von 4) Besonders will ich über die welcher ich weiß, daß sie am meisten in mir herrscht und am leichtesten mich übereilet. 5) Ich will, so viel es sich thun läffet.. solche Gesellschaften, Berbindungen und Unternehmungen vermeiden, wo entweder ein äußerliches Vergnügen eine Absicht auf zeitlichen Gewinn zu zu leicht mein Gewissen betäuben, oder: leicht mein Herz verblenden, und mich verleiten könnte, etwas zu reden oder Rene kosten würde. zu thun, was mich hernach bittere. 10 6) In den Verrichtungen meines Berufes will ich mit Treue und Fleiß. arbeiten; nicht allein um meines eigenen Vortheils willen, sondern auch es Gottes Ordnung und Wille ist, der mich zu dem Ende in diesen meinen Stand gesetzt hat, daß ich barin thätig und nüßlich sein soll. 1. Morgengebete. 273 7) Jeder Betrug in meinen Ge- 12) Bei allem aber, was mir Erschäften, jede Berückung meines Näch- freuliches und Glückliches widerfähret, sten, jedes unrechtmäßige Mittel des auch bei den gewöhnlichsten täglichen zeitlichen Erwerbes, oder irgend einer Wohlthaten der Gesundheit, der Erandern zeitlichen Absicht, soll mir ein nährung, des Genusses von Speise Abschen sein, so sehr auch etwa das und Trank, der Gemächlichkeiten des Urtheil und die Gewohnheit meines Lebens, die ich etwa genieße: bei dem als es immer mehr zurechtfertigen scheinen mag. Denn Gott sieht mich, und ihm muß ich Rechenschaft davon geben. innolys zur Gewohnheit machen, mit dankbarem Herzen an Gott, den gütigen Geber desselben, zu denfen, weil das an sich selbst so billig ist, und weil zugleich dadurch meine Freude an solchen Gaben so viel reiner und rührender wird. 18) bei allen meinem Verfahren gegen meinen Nebenmenschen soll mir die große heilige Regel vor Augen schweben: ihnen das zu thun, was ich mit Filstrad un ligkeit will, das sie mir thun möchten. 13) Uleberhaupt will ich den seligen Gedanken von der beständigen Gegenwart meines Gottes so feste zu halten, und in meinem Gemüthe immer so nahe zu haben suchen, daß er bei jeder Gelegenheit bald in mir mertlich und rege werde, daß er mich in Gefahren der Versuchung warne und stärke! daß er mein Vergnügen reinige und erhöhe, daß er die last der Leiden mir erleichtere, und daß ich also, gleichsam in seiner steten Begleitung, den ganzen Tag über so viel sicherer und froher wandele. 9) Wenn mir heute ein Hülfsbedürftiger bekannt, oder in Erinnerung gebracht wird, so will ich mit herzficher Willigkeit nach meinen Um ständen und nach dem Maaße meines Vermögens, und durch eigene Wildthätigkeit, oder durch Fürsprache, Rath und Trost die Liebe an ihm beweisen, die ich, als Mensch und als Christ, ihm schuldig bin.d Bod 310) Jch will mich sorgfältig hüten, daß ich meinen Angehörigen, Hausgenossen, Freunden oder anderen, mit welchen ich sonst umgehe, durch Wort oder Thaten keinen Anstoß gebe, damit ich nicht die schwere Verantwortung auf mich lade, ihnen eine Ursache zur Sünde und zum Verderben geworden zu sein. Vielmehr foll es mir mit Ernst am Herzen liegen, wo ich kann, und wo irgend ein guter Erfolg davon zu hoffen ist, durch meine Reden, Ermahnungen und Vorstellungen, wenigstens durch mein eigenes gleichförmiges, gewissenhaftes Verhalten meinem Nächsten zu feiner Besserung oder Befestigung im Und du, allwissenter und heiliger Guten beförderlich zu sein. in Gott, bist Benge dieser meiner Vor2011) Vielleicht soll mich heute auch sätze; sei du aber auch mein Beistand noch eine Noth und Plage befallen; sie zu erfüllen. Lehre mich thun nach und dann will ich mein Gemüth in deinem Wohlgefallen, denn du bist Geduld und Gottergebenheit fassen, mein Gott; dein guter Geist führe mit der festen Ueberzeugung, daß mich auf ebener Bahn. Amen.ut mein Vater im Himmel das, woran 1 HALIS[ nop mortis 14) Auch dies Heute wird bald nicht mehr sein, und ist dann, was seine Dauer betrifft, unwiderruflich und auf ewig verschwunden. Nur die Folgen und Früchte davon, wie ich diesen Tag angewendet habe, die bleiben: es sei nun zum Guten oder zum Bösen; zu meinem Glück, oder zu meinem Elende. Ich will mit Gottes Hülfe dafür sorgen, daß es kein verlorner Tag, tein Tag des künftigen Vorwurfs und eines schretkenden Andenkens für mich sein möge. ich nicht durch eigene Thorheit und d f. 119, 5. Sünde schuld bin, gewiß auch für D, daß mein Leben deine Rechte mit mich zu etwas Gutem lenten werde. ganzem Ernst hielte. mis all 18 Evangel. luth. 274 ** im Boor de molin is( 3) Jordblodier 80ubilo ong babiluri do suis atsiinit ndous nad ise cunos Timis 150 stoddod? amis dung 2) Abendgebete. and a. Längere Abend- Andacht. 1. Sam. 7, 12. Bis hierher hat uns der Herr geholfen. gumbir adet mildt those dodaj m de Sodround coollig das wahre Glück meines Lebens zerstöret oder vermindert habe. Gieb nicht zu, guter und heiliger Gott, daß ich unwissend und gleichgültig jeder Regung in meinem Gemüthe, jeder Absicht bei meinen UnternehVerhalten zugesehen, und untrüglich mungen, jedem Schritte in meinem Barmherziger Gott, ich kommie erkannt, was darin gut oder böse jetzt am Ende dieses Tages wieder ist: und also sind dir in dem hellsten mit Dank und mit Gebet vor dich, Lichte auch alle die Vergebungen und der du mir bis hierher geholfen, und Fehler offenbar, deren ich mich schulauch heute deine wohlthätige Güte dig gemacht, und wodurch ich, in so mannigfaltig bewiesen hast. Dein größeren oder geringerem Maaße, Auge hat über mich gewacht und deine Hand hat mich geleitet, daß ich vor Unglück bewahrt geblieben Von dir ist mir Gedeihn und Fortgang in meinen Verrichtungen gekommen, darüber hinweg gebe. Stelle mir indem du meine Gesundheit und meine Kräfte erhalten, mir Muth und Freudigkeit zu meinen Berufspflichten gegeben, und auch die äußerlichen Umstände zu meinen Nutzen gelentet hast. Dir allein habe ich auch jede angenehme Stunde und Empfindung zu danken, deren ich heute in dem Genusse der Gaben der Natur und in der Verbindung mit der menschlichen Gesellschaft froh geworden bin. Selbst die erquickende Ruhe des Schlafes, der ich mich jetzo überlassen will, ist deine Wohlthat, um mich durch erneuerte Kräfte zu demjenigen, was ich morgen zu thun habe, so viel geschichter zu machen. So sichtbar wird mir in dem allen, wenn ich es nur recht bedenken will, deine liebreiche Fürsorge; Und so viel Ursache habe ich, mit dankbarer Seele mich dessen zu freuen, was du an mir thuft. Ja, mein Gott, dir will ich danken und deinen Namen lobsingen, der bu so gnädig bist.# vielmehr mein Unrecht so klar vor Augen, daß es einen tiefen, dauernden Eindruck in meine Seele mache, und daß ich mit Reue und Schaam das betrachte, wodurch ich dir mißfällig und meiner eigenen Wohlfahrt schädlich geworden bin. Vergieb mir dann, nach deiner väterlichen Erbar mung die von mir begangenen Fehltritte, und laß den seeligen Trost des Glaubens an Jesum Chriftum, meinen Heiland, und an die Verheißungen seiner heiligen Lehre in mir leben dig werden, daß redliche Bereuung und thätige Umkehrung zu dir, für Niemand vergeblich sein soll. Aber laß dann auch diese ernstliche Empfindung meiner Schuld und deiner Gnade bei mir zu einem fräftigen Antriebe werden, immer treuen Eifer in meiner Besserung und Gottſeligteit zu beweisen: damit ich mich ja nicht zu meinem eigenen Schaden, in unfruchtbaren Abbitten berubige, sondern vielmehr in den folgenden Wäre doch nur auch dieser Tag Tagen meines Lebens wirklich Früchte in allen Stülden so von mir ange meiner Reue und meines besseren Vorwendet, daß ich mich deßhalb mit fatzes zeige. Mache mich aufmerksam einem ganz reinen und zuversicht auch auf die Mängel, die mir gerin lichen Herzen vor dir darstellen ger scheinen möchten; und lehre mich dürfte! Du, o Herr, tennest mich und so über mich selbst wachen, daß ich alle meine Wege. Du haft heute aus eigener glückseliger Erfahrung 2.Abendgebete. hilj53.8 275 b. Kürzeres Abendgebet. 40 an Pf. 63, 7. Se Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich. inne werde, wie sehr jeder Wachs thum in der Lauterkeit und Unschuld des Herzens auch meine Zufriedenheit und Freude durch Jesum Christum vergrößert.de Wer weiß, wie viel Zeit mir noch zu diesem Wachsthum im Guten übrig sein mag! Ein Theil derselben ist auch schon mit dem heutigen Tage wieder vorbei; und so komme ich mit jedem zurückgelegten Schritte meiner die gegenwärtige Vorbereitungs; it auf höret und die vergeltend: Ewigkeit anfängt. Gott, verleihe mir die Weisheit, das zu bedenken, und also auf die mir verborgene Stunde bereit zu sein, da ich dir von dem Gebrauche meiner Tage Rechenschaft geben und die Folgeit desselben erfahren soll. Erinnre selbst mich daran, wie leicht ein jeder Tag für mich der letzte sein fann, und bewahre mich dadurch vor dem gefährlichen Aufschub der Sorge für meine Seele und vor aller Verwahrlosung dieser meiner wichtigsten Angelegenheit. Gnädiger Gott, unter deiner Beschützung und Leitung ist nun auch dieser Tag wieder von mir zurückgelegt; und ich beschließe ihn mit dem innigsten Danke gegen dich, für alles das Gute, welches du mir an dembeen, haft widerfahren laſſen; für die mir für Ansh an? mdog Pi. 4, 9. did Ich liege und schlafe ganz mit Frie den; denn du, Herr, bilfest mir, daß ich sicher wohnen15 die Abwendung so manches, sonst möglichen Unglücks, für den gesegneten Fortgang meiner Geschäfte, und auch für die Wohlthat, daß ich mich num einer erquickenden Ruhe überlassen kann. Das erkenne ich mit gerührtem Herzen, und freue mich deiner Güte. Siehe du aber auch mit Langmuth auf die Fehler, mit welchen ich an dem heutigem Tage mein Herz und mein Leben etwa befleckt habe, und mache sie in meinen eigenen Augen so offenbar, daß ich sie mit ernstlicher Empfindung berene, und mit treuer Gewissenhaftigkeit fürs tünftige vermeide. Laß mich dann mit Freudigkeit Antheil haben an der Vergebung der Sünden und an deiner Gnade, welche auch mir dein Sohn Jesus Christus, durch seinen Tod verschafft, und durch seine heilige Lehre versichert hat. In dieser Gesinnung und in dem Vertrauen auf deine Barmherzigkeit suche ich nun die leibliche Rube. Tu, Allmächtiger und Allgütiger, wachest über mich während der Zeit, da ich zu meiner Beschützung selbst nichts vermag. Nimm mich auch diese Nacht über in deine väterliche Aufsicht und Beschirmung. Wende Gefahr, Schrecken und Unglücksfälle ab Gieb mir, da wieder ein Tag davon mir und von den Meinigen, von hin ist, hierdurch einen neuen lebendiesem Orte und von allen Menschen. digen Eindruc von der schnellen Laß einen sanften gesunden Schlaf mit Flucht meiner Lebenszeit, und hilf zu meiner Erholung und Erquickung mir, einen jeden Theil derselben so gereichen und laß mich Morgen mit anzuwenden, daß ich auch vor dent neuem Dante gegen dich, mit nenen letzten meiner Tage, der vielleicht Borsätzen zur christlichen Rechtschaf- bald und unvermuthet kommen mag. fenheit und mit neuer Thätigkeit zu nicht erschrecken darf. meinen Geschäften fröhlich wieder er- Darauf lege ich mich nun auch wachen. Deine Gnade fei mit mir jetzt getrofst zur Ruhe und übergebe jetzt und immerdar. Amen. Margeist s mich, die Meinigen und alle Menschben deinem allmächtigen väterlichen Schußze! Wache du über mich mit deiner Liebe, so wird fein Verderben mich treffen und wenn ich Morgen erwache, soll mein Herz wieder mit 18* 276 Freuden deines Preises voll sein. Segne mich mein Gott und Vater nach deiner ewigen Güte, um Jesu Christi, meines Erlösers, willen. Amen! 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn Zur Prüfung am Abend lese man das Lied in diesem Gesangbuch Nr. 535: ,, Der Tag ist wieder hin zc." Auch mehrere gute Abendgebete find enthalten in den Abendliedern dieses Gesangbuchs von Nr. 533 bis 542. mri wudisbol slid ng disp me mfipiuniti i simmet of an ir vadi Pf. 40, 12. i stad Laß deine Güte und Treue mich alle Wege behütenden augüdi spbürug sinn 3d im 19id di sisilibied Colla libid pop otro sd to sim no calor SINDBAD dito go 33) Tägliche Erweckung zum frommen Sinn und www.se Wandel vor Gott, mod 1100C 30mnino slangsteg med sitt buo on olla j: 0 a. Vertrauen auf Gott und rechtmäßige Gesinnung gegen ihn. so meiner Seele, zuläsfest, daß ich nach unzähligen Wohlthaten, die du mir unermeßlichen, unaussprechlichen, A JUST GE erwiesen hast, in irgend eine vorsätzBarmherziger Vater und Schöpfer liche Sünde gegen dich falle; oder der Menschen, von dir allein muß daß meine Andacht und Christentuich alles, was zur Nahrung, Begend einige Abnahme leide: so nimm Kleidung und Erhaltung meines Lei mir lieber, so bitter und peinlich es bes und Lebens, und überhaupt zu mir auch immer sein mag, meine Gemeinem ganzen Glücke in Zeit und sundheit, meine Bequemlichkeit, mein Ewigkeit nothwendig und ersprießlich irdisches Vermögen( meine Ehrenstelist, erwarten; und ich kann dies len in der Welt); und belege mich auch, nach deiner gnädigen Zusage, dagegen mit schmerzhafter, langwie bei einem redlichen Gehorsam gegenriger Krankheit, bitterer Armuth, deine Gesetze erwarten. In deine unschuldiger Verachtung, und andern allmächtigen treuen Vaterhände lege Leiden dieses bald, bald vorübereiich daher alles, was du mir von lenden Lebens. Nur bitte ich dich irdischen Gütern, an Bequemlichkeit, inbrünstig, laß mich nicht meine LeiVergnügen und Ehre verliehen hast. den etwa durch Unmäßigkeit, durch in Demuth nieder. Dank sei dir, Lieblosigkeit, oder sonst eine VerVater! für den fröhlichen Genuß, letzung meiner Pflichten selbst verurden du mir davon bisher, wider alles sachen. Und wenn dann ein Leiden mein Verdienst, geschenkt bast. Durch aus deiner Hand über mich kommt, deine Gnade will ich mich bereit hal- oder auch etwa durch meine Schwachten, dies alles wenn du es befiehlst, heit verursacht würde: so laß es freudig wieder hinzugeben. Ja, ich mich, nach deiner väterlichen Absicht, bitte dich herzlich, laß mir alle meine in der Beherrschung aller unordentirdischen Vortheile nicht einen Augen lichen Begierden, in dem himmlischere blick länger, als es mit Bewahrung Sinn, in der allerfeligsten Kunst, und Stärkung meines Glaubens und deinem Willen schlechterdings zu dem guten Gewissens bestehen kann. Laß meinigen zu machen, befestigen und feinen meiner Wünsche, wovon du, stärken, und meiner Seele die himmnie irrende Weisheit! einsiebest, daß lischen Früchte einer festgegründeten es thöricht ist. und meiner unsterb- und geübten Tugend geben. Laß lichen Seele zum Fallstrick und Ver- mich auch auf den Fall vorbereitet derben gereichet, erfüllt werden; son sein, wenn du von mir, für den beru vereitele fie alle. Ehe du, o Vater Dienst der Wahrheit und der Tugend * 81 und Wandel vor Gott.bilpi 8 277 meinem Thun und Vornehmen mit meinem Erlöser sage: Gott nicht mein, sondern dein Wille geschehe; daß ich allzeit und unter allen Umständen dich findlich fürchte, liebe und dir vertraue, und mit deiner väterlichen Regierung immer zufrieden, ruhig und dankbar bin. Amen. d meine irdischen Vortheile( meine Gü- Wünschen und Hoffnungen, bei allem ter, mein Amt, meine Ehrenstellen, und selbst mein Leben) zum Opfer fordern, und mich in die Umstände führen solltest, wo ich, um ein un verletztes Gewissen zu bewahren, meine Vorzüge und Bequemlichkeiten aufgeben, und mich drückenden Um ständen blosstellen müßte.- So soll denn von nun an alles, was irgend einer Verdrießlichkeit oder mürri schen Klage über deine Regierung ähnlich sieht, mir abscheulich und aus meinem Herzen und Munde ver: Durch deine Gnade, du heiligstes bannet sein. Dagegen will ich mich und vollkommenstes Wesen, will ich es treulich bestreben, alle Mühseligkeiten stets zu meinen Hauptgeschäfte madieses Lebens, die Beschwerden eines chen, meine Seele von allem Unflat siechen Leibes, und was du mir sonst des für mich so thörichten, und die an andern Trübsalen hinzufügen möch- so abscheulichen Stolzes zu reinigen. teft, nicht allein mit demüthiger Er- Ach! noch immer ist in meinem Hergebung in deinen Willen, sondern zen ein so trauriger Ueberreft dieser auch als Erhörung meiner frommen schändlichen und schädlichen GemüthsGebete, und als wahre Wohltbaten art und der ehemaligen bösen Gemit einem dankbaren und heitern wohnheit und Fertigkeit, vorhanden, Herzen zu tragen, und zu meiner der mich an der Ausübung der Tuimmer größern Reinigung und Bef- gend so sehr hindert, und mich in ferung anzuwenden. Auch will ich so manche, und selbst grobe Fehlmich befleißigen, ein aufgeräumtes tritte stürzt. So will ich denn( du freundliches Wesen im Umgange mit Gott, einziger Geber aller meiner neinen Nebenmenschen immer mehr| Kraft zum Guten, wirft mir helanzunehmen, um dadurch deiner gött- fen!) so will ich denn mir die Be lichen Regierung in der Welt Ehre, trachtung und Empfindung immer und meinen Nebenmenschen Freude zu gewohnter, geläufiger und träftiger machen. Wie viel tausendmal habe zu machen suchen, daß ich alle meine ich dir, mein Gott! zu danken Ur- Kräfte und Gaben nur von dir emfache gehabt, daß du eheden die pfangen babe: daß ich sie nur dazu jenigen Wünsche vereitelt, diejenigen empfangen habe, um dadurch VerAbsichten mich nicht hast erreichen gnügen, Ruhe und Wohlfahrt in Lassen, die mir damals so angenehm deiner Familie, unter meinen Nebenwaren, und mir zu meinem Wohl menschen auszubreiten, und daß ich anentbehrlich schienen! Hättest du mich folglich ein schändlicher Rebelle in deidaß vermeinte Glück erlangen lassen, nem liebevollen Reiche werde, wenn das ich so ängstlich und raftlos suchte; ich eine deiner Kräfte und Gaben hättest du mir die Vortheile ge- dazu mißbrauche, irgend einen deiner währet, die ich als mein Glück fo Menschen ohne Roth und Recht zu sehnlich wünschte; so wäre mein gan- tränten, zu betrüben, zu beleidigen zes irdisches und ewiges Wohl zer- und zu schädigen. Ich will es oft nichtet. Dies seh ich jeho ein, da erwägen, daß ich nur eine gar sehr der Ausgang deiner weisen und git geringe Brauchbarkeit in deinem) tigen Führung vor mir liegt. O! Dienste habe, vielleicht auch durch dies stärke mich; daß ich schlechter- Nachlässigteit und Trägheit schuld dings keinen andern Willen habe, als daran bin; und daß hingegen so viele den deinigen; daß ich bei allen meinen hunderte meiner Nebenmenschen viel lodreg odrüm b. Demuthsübung.ai in 278 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn größere Kenntniße und Geschicklich sonders derer, die sich mit mir um feiten besitzen, und deinem Reiche einerlei Gache und Vortheile bewerweit mehrere und wichtigere Dienste ben, fliehe; so wie die übergroße leisten. Ich will es nie vergessen, Begierde nach Ruhm und Beifall vor daß der Tadel und die Widersprüche, der Welt; damit sie alle Regungen die ich von Andern erfahre, in dei- eines gebieterischen und auffahrendert ner Hand Segnungen werden, und Wesens, sogleich mit unerbitterlicher Mittel sind, meine Einsichten zu Strenge aus meiner Seele verbanne. berichtigen, meine Handlungen zu O Vater! jene uneingeschränkte, unbessern! und so manche Tugenden zu verbrüchliche Unterwerfung unter dich, üben. Oft will ich es meinem Ge- jene bescheidene Meinung von mir müthe vorhalten, daß die wahre Ehre selbst, und jene liebevolle Beurtheinicht in den meist leichtsinnigen, ver- lung und aufrichtige Werthschätzung änderlichen und nichts bedeutenden meiner Neben menschen erhalte und Urtheilen der Welt, sondern nur in vermehre täglich in mir; jene christdem Ruhme vor dir, und in deinem Gelassenheit bei den auch ungeBeifall besteht: und insbesondere soll rechten und bittern Widersprüchen es mir nie aus dem Sinn fommen, und Tadel Anderer; jener sanfte, daß ich durch mein ehemaliges sünd- nützliche menschenfreundliche Gebrauch liches Leben, und durch meine noch aller meiner Kräfte und Gaben; diese immer fortdauernde große und vielächte Demuth deines Sohnes und fältige Mängel, Schwachheiten und meines Herrn, ach, diese Zierde Fehltritte, von dir nicht allein gar meiner Seele, und diese Grundlage nichts Gutes, sondern vielmehr Strafe aller meiner Tugenden, laß immer verdiene. Ach, wie würde es mit mehr mein Eigenthum werden. Darmir stehen, wenn du mit mir nach um bitte ich dich um Jesu Christi Gerechtigkeit, ohne Erbarmung ver- willen. Amen! Supro g fahren wolltest! Herr, mein Gott! thue durs durch deine allwaltende Vorsehung, sollte es mich auch die träntendsten Urtheile und Verachtung meiner Nebenmenschen kosten; thue alles, so bitter und peinlich mir es immer fein mag, um diesen Unter der Aufsicht deiner schützenStolz, den ich hasse, aber doch noch den Vorsehung, mein Gott und immer so sehr in mir fühle, zu Vater, und unter dem Einfluß deischwächen und allmählich mit der ner herzlenkenden, bessernden Kraft, Wurzel auszurotten. Gieb jenen Be- will ich zu allen Zeiten meine chrifttrachtungen die Kraft in meinem liche Mäßigkeit und Keuschheit 310 Herzen, daß ich dadurch alle Re- bewahren und zu stärken trachten. gungen der Unzufriedenheit bei den Alle Gelegenheit zu jenen- unwürTrübfalen meines Lebens, alle Re- digen, schimpflichen, viehischen Lügungen einer aufblähenden Meinung sten; alle neugierigen Anblicke, und von meinen Einsichten, Gaben und allen unvorsichtigen Genuß der NahBorzitgen; oder einer verächtlichen rung will ich mit aller Sorgfalt, Meinung von meinen Nebenmen- aber auch mit aller christlichen Klugfchen, und insbesondere von denen, heit zu vermeiden suchen. Da, wo die mit mir in einerlei Geschäften ich diesen Gelegenheiten und Gefah ( oder Amte) arbeiten, mit Ernst ren nicht ausweichen lann, ohne anterbrüde; die Unleidlichkeit bei mich in engftlichkeit, Mutblofigkeit, den Widersprüchen und dem Tadel Bestürzung und öftere Versuchung zu Anderer, und alle verächtliche Beur- setzen, oder irgend eine meiner Pfliche theilung meiner Nebenmenschen, beten zu vernachlässigen oder zu übers muraplan Mäßigkeit. dam c. Um Keuschheit und d und Wandel vor Gott. schlign 279 treten! da will ich ihnen getroft und Vorsicht, Selbstbeherrschung und Entmuthig entgegen und zu mir damit mich daran zu gewöhnen, und die ja nicht deine Geschenke schändlichergefährlichen Eindrücke davon auf weise mißbrauche, noch meine christmeine Seele zu verringern. Du, all- liche Arbeitsamkeit, Andacht, Keuschwissen der Vater! der du weißt, daß beit, und andere Tugenden deines ich es nicht aus Selbstvermessenheit Gesetzes, hindere und mir selbst oder Kühnheit thue, sondern in der erschwere. Mit solcher christlichen frommen Absicht, deinen Willen desto Mäßigkeit will ich denn trachten, dein besser, leichter und freudiger zu kostbares Geschent, meine Gesundheit üben: du wirst mich gewiß mit dei- und Leben, zu erhalten und zu be ner Gotteskraft da nicht verlassen, nutzen. Ich will dir meine herzliche und mich der Sünde zur Beute nicht Dankbarkeit für deine väterliche Fürhingeben. Mit einem demüthigen sorge zu beweisen, und meine AnHerzlichen Danke nehme ich zu mei- dacht und chriftliche Tugenden auf ner Stärkung die trostvolle Zusage eine edle Art zu bewahren und zu deines Evangelii an, daß du die üben suchen. Lehre mich, Vater, unwillkürlichen Regungen dieser und eben solche Mäßigkeit auch in dens anderer mir abscheulichen Gedanken Gebrauche aller deiner andern irdiund Begierden, die ich hasse, be- schen( Süter, aller auch unschuldigen kämpfe, und zu verhindern suche, mir Vergnügungen des Lebens, die du um Jesu Christi willen gar nicht zu- mir gönnest. Ich will sie besitzen rechneft; hingegen jeden treuen Kampf und genießen mit dem lebhaften dawider mit einem höhern Grade Gefühl der Geringfügigkeit und Verdeines Beifalls und Vaterliebe beloh- gänglichkeit aller, auch der besten nest. Hierdurch gestärket, will ich irdischen Güter, und mit der stands alle muthlose Furcht und Nengstlich haften Entschlossenheit, sie auf deiteit ihrentwegen verbannen, und sie nen Befehl in deine wohlthätige Ba übersehen und verachten; aber auch terhand gern zurück zu geben. Ich durch deine Gnade, mein Gott, ihnen will sie besitzen und genießen als ein nicht den geringsten Aufenthalt in Christ, der unendlich bessere Güter meiner Seele gestatten, sondern sie fennet, und für eine selige Ewigkeit augenblicklich durch Gebet, durch arbeitet. Stehe du mir dazu bei, Nachdenken und Betrachtung, oder um Jesu, meines Erlösers, willen. auch durch heilsame Beschäftigung. Amen. mit Haß und Abschen in ihrer ersten Geburt ersticken; und diesen treuen, edlen, chriftlichen Glaubenstampf. mit unverbrüchlicher Treue fortsetzen, erquickt und gestärkt durch das frühfreude und Mitleid. Zaid liche Bewußtsein: daß du der liebe- Liebreicher und gnädiger Gott und volle Zeuge und Richter desselben bist. Schöpfer deiner Menschen, unendlich Und so will ich mich von ganzem gütiger und wohlthätiger Regent der Herzen bestreben, daß ich dir heute ganzen Welt! jedes rechtmäßige Verund jederzeit mit einer ganz unbe- gnügen meiner Nebenmenschen ist ein fleckten Reinigkeit der Seele, der Geschent deiner allgemeinen VaterRede und des Wandels diene, und liebe: Neid. Mißgunst, schadenfrohes dir durch Jesum Chriftum wohlge- Wesen machen mich folglich zu einem falle. Auch bitte ich dich um die Rebellen in deinem liebevollen Reiche. Gnade, mich so zu regieren, daß ich Durch diese feindseligen Leidenschaften die Speisen, den Trant und die werde ich den niedrigsten und unwürSahrungsmittel, die deine Baterliebe digsten Geschöpfen, ja dem Teufel und mir schenken wird, jederzeit mit aller seiner höllischen Gesellschaft ähnlich, und urderindo d. Um brüderliche Liebe, Mit 280 in den allerunfeligsten Zustand gestürzt, wo ich, ohne Gotteslästerung, von dir teine Gnade und Antheil an dem Verdienste deines Sohnes erwarten kann. Weit, weit größere Ehre und Freude schaffet es mir, wenn ich mit Selbstüberwindung das Vergnügen meiner Rebenmenschen empfinde, als wenn ich den glänzendsten Ruhm, und den lautesten Beifall der ganzen Welt erhielte. Und je mehr Selbstüberwindung mir diese Tugend fostet, desto edler und wichtiger ist sie, nach deiner liebreichen Schätzung! und allen den Verlust, den ich je an eigenem irdischen Ruhm, Bequemlichkeit, und andern Gütern der Erde leiden tänn, ersetzet sie mir durch den höhern Grad deines Beifalls und Baterliebe unendlich. Durch diese Betrachtung gestärkt, will ich mir denn jene höllischen Leidenschaften, Neid, Mißgunst und Schadenfreude, immer verhaßter und abscheulicher machen, und fie, wenn sie sich in meiner Seele regen, mit aller Macht daraus verbannen. Hingegen will ich mich immer mehr an eine zärtliche, christlich- brüderliche Theilnehmung bei der Noth meiner Nebenmenschen zu gewöhnen suchen; sie als die meinige ansehen und fühlen, sie auf alle mir mögliche Art, mit Geld, durch thätigen Beistand, und vornemlich mit meinen Kräften und Gaben, zu erleichtern oder zu endigen suchen; und mich in die Bereitschaft versetzen, sie ihnen, wenn es deiner Weisheit so ge fiele, abzunehmen, und an ihrer Stelle zu tragen. Bu diesem Ende will ich, fo viel immer möglich ist, keinen Armen, der sich an mich wendet, gehen faffen, ohne ihn selbst zu sprechen. Kann ich ihm gleich nicht helfen, so fann ich ihm doch vielleicht Muth und Troft einsprechen; oder er hilft mir durch diesen Anblick seiner Noth, daß ich dankbarer gegen dich, meinen wohlthätigen Vater, der du mich, ohne mein Berdienst, mehr als ihn beglücket hast, und mitleidiger gegen deine Menschen werde. Insbesondere aber will ich mich, weil mir dies am schwersten wird, immer mehr befleißigen, jedes rechtmäßige Bergnilgen meiner Nebenmenschen, Tägliche Erweckung zum frommen Sinn besonders derer, die mit mir einerlei Stand, Amt und Vortheile haben, als mein eigenes Vergnügen mit Freuden zu empfinden: vornemlich aber da, wo es meinen eigenen irdischen Ruhm und Ehre verdunfelt, und meine irdischen Vortheile verringert. Auch da will ich mich bestreben, ihr Bestes auf alle mir mögliche Art zu suchen, zu befördern, durch gelegentliche, rühmliche Urtheile. Warnung vor Schaden, und Vereitlung böser Anschläge gegen sie, oder durch nützliche Rathschläge, Nachrichten und Empfehlungen, oder auf andere mir mögliche Art und Weise; auch wenn das Gespräch hierauf in Gesellschaft fällt, so will ich durch geflissentliche Fortsetzung desselben meinen Neid zu kränken, und meine brüderliche Gemüthsart zu stärken suchen. Herr, mein Gott! hilf mir auch hierin die traurigen Ueberreste meines ehemaligen bösen unchristlichen Lebens immer mehr vernichten. Gieb mir Gegenwart des Gemüths und Weisheit, daß ich diese Christen- Tugend nicht blos zur Hälfte ausübe; nicht blos mein Herz vom Neide reinige, sondern auch die, noch se sehr schwache, zärtliche Mitfreude stärke, und die Mittel dazu immer besser erkenne, und treuer anwende. um Jefu Chrifti, deines Sohnes, des größten Menschenfreundes willen, bitte ich dich hierum. Amen. e. Um Nachsicht, Sanftmuth, Leutseligkeit und Langmuth. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist, der mit den Sündern nicht nach Verdienst verfährt, und die so oft wiederholten Fehltritte und Schwachheiten der Menschen mit unbegreiflicher Geduld und Schonung trägt! O laß mich doch, mein Gott! durch die dankbare Erinnerung des unermeßlichen Reichthums deiner langmuth, Vatertreue, Nachsicht, Herablassung, Leutseligkeit und Freundlichkeit, welche du mir um Jesu Christi willen inimerfort schenteft. erweckt und gestärkt werden, mich von aller auffahrenden Heftigteit, Ungestim und Wandel vor Gott.shilg 8 2819 and Hitze zu reinigen, die einem Inter Kleinigkeiten zu bemerken, und mit aller than und Kinde des so herablassenden Treue und Luft ins Werk zu richten; freundlichen Gottes, und einem Erlö- und dies will ich thun, nicht etwa aus feten des so fanftmüthigen Heilandes Schmeichelei und Menschengefälligkeit, äußerst, äußerst schimpflich ist. Laß sondern durch die edle Begierde, dir, mich täglich erweckt und gestärkt wer- mein Gott, ähnlich zu werden; und den, diesen bösen Regungen mit aller deine Menschen aufs möglichste zu verWachsamkeit den Eingang in meine gnügen, will ich mich antreiben und Seele zu verschließen; und wenn sie sich erwecken lassen, nicht allein in großen da einsinden, mir alsdann keine Rede und wichtigern Dingen, sondern auch in und That eher zu erlauben, bis ich die Kleinigkeiten gütig, sanft und freundSache dir im Gebet vorgetragen, und lich zu sein, und andern wohlzuthun mir da eine dir gefällige Art des Ver- auf die gefälligste Weise. Dies soll fahrens vorgeschrieben habe. Ja, mein mich antreiben, die Ehre meiner NeGott! unter deinem Beistand will ich benmenschen mit der größten Zärtlichmich als ein Christ befleißigen, sowohl feit zu behandeln, und allezeit wohl bei den Unordnungen und Bergehungen eingedenk zu sein, welche schmerzende derer, die mir untergeben sind, als auch Kränkungen Andern durch die Verbei allem dem, was mir an meinen lebung ihrer Ehre und guten Namens Nebenmenschen unangenehin und ver- verursacht werden; den großen Zweck, drießlich ist, mich an eine immer grö- zu vergnügen und wohlzuthun, will ich Bere Nachsicht zu gewöhnen. Ich will stets vor Augen haben. Das, das ist mich bemühen, die nöthigen Erinne- Ehre, Ruhm und Glück für mich, rungen, Verweise oder Bestrafungen, die einen Christen, der berufen ist, Segen ich Andern zu geben habe, mit einem von dir zu empfangen und Segen unter fanften und leutseligen Wesen zu geben; deine Menschen zu verbreiten. O Gott! und in der Belehrung und Besserung laß mich dies bei teiner Gelegenheit der Irrenden und Fehlenden nie zu vergessen, und erhöre mich um Jesu ermüden; aber ich will auch, so viel Christi willen. Amen! isbconsc immer möglich, die sanften Mittel den strengen vorziehen; und überhaupt so fanft gegen andere sein, als firenge gegen mich selbst. Dazu hilf mir durch bein Beispiel und dein Wort um deiner unendlichen Güte willen. Amen! 19705% 1300( Ind 3 rd sorg i Ssi oms f. Um chriftliche Gefälligkeit und 2 dnd Freundschaft.ne suis Alles das, mein Gott! was irgend einem meiner Nebenmenschen, ohne Noth und Recht, nur einen mißvergnügten Augenblick verursacht, will ich mir immer verhaßter und abscheulider zu machen, und alles mürrische, verdrießliche und unfreundliche Wesen immer mehr und mehr abzulegen suchen. Dagegen will ich mich( hilf du mir selbst dazu!) immer mehr gewöhnen, alles, was irgend einem meiner Nebenmenschen ein rechtmäßiges Vergnügen und unschuldige Freude macht, auch in 5 205m THS sid g. Um christliche Liebe gegen us loud Feinde. di Nol Sollten mir auch, o Gott, unter deiner allwissenden und väterlichen Vorfebung, Beleidiger, auch grobe Belei diger und Feinde begegnen: o so will ich aus herzlicher Dankbarkeit für deine ganz unermeßliche Gnade, auch meinen ärgsten Feinden sogleich und von ganzem Herzen vergeben, da du mir solche Beleidigungen um Jesu Christi willen vergeben haft, gegen welche auch die gröbsten Feindseligleiten der ärgsten Bösewichter gegen mich wie nichts zu rechnen sind. Ich will auch meinen ärgsten Feinden aus eben dieser Ursache alles Gute aufrichtig gönnen und anwünschen: jeden mir möglichen Dienst ihnen gerne leisten; und nach dem Muster meines Herrn Jesu Christi, durch Wohlthun und Liebe sie zu besiegen trachten. Diese 282 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn. Gesinnungen, barmherziger und verzei-| will ich wachsam auf den Beruf und die hender Gott! Verleihe, erhalte und Gelegenheiten sein, die du mir giebst, befestige in mir, zur Ehre deines Na- vor der Welt ein dankvolles Bekenntniß mens und deiner heiligen Religion, meiner unendlichen Verpflichtung gegen und zu meiner eigenen Ruhe und deine Religion, und das göttliche, ewig Seligkeit. Amen! theure Verdienst meines getrenzigten Heilandes abzulegen. Bei allen schickir nopinglichen Anlässen will ich es meinen Neh. Um Heiligung der Reden und benmenschen sagen, daß ich alle meine 6 mis Gewissensruhe, alle meine Kraft, Licht und Stärke zum Anfange in der Tugend, alle Freuden dieses Lebens, allen Trost im Tode, alle frohe Aussichten jenseits des Grabes nur dem Verdienste Jesu zu danken habe; und hierdurch will ich suchen mich und meine Nebenmenschen immer mehr zur ehrfurchtsvollen tiefen Werthschätzung und treuen Ausübung dieser ewig, ewig ersprieß lichen Religion zu erwecken. Verleihe mir dazu Kraft und Gnade, Gott der Wahrheit und meines Heils! um Jesu Cbristi willen. Amen! asdan, u des ganzen Betragens. Laß mich, o Gott, stets bedenken, daß auf mein Verhalten im Umgange mit andern Menschen so viel ankommt, und daß üble Reden nicht selten, eben so viel Unheil stiften als üble Thaten. Gieb, daß ich mich daher bei meinen Reden und in meinem ganzen Betragen sowohl bei den Geschäften meines Standes( und Amtes), als im Umgange mit Andern, einer sorgfältigen Ueberlegung immer mehr befleißige. Laß mich da, nach dem Muster deiner Trene und Wahrhaftigkeit, die allerstrengste christliche Aufrichtigkeit üben, und mir nicht he das geringste unwahre Wort gestatten. i. Um christlichen Gebrauch der Laß mich auch über mein Herz fleißig Vergehungen, Thorheiten und wachen, daß nicht etwa der Anfang der Heuchelei sich bei mir einschleiche, das Laster meiner Nebenmenschen. zu scheinen, was ich nicht bin, oder es Wenn ich Thorheiten, Vergehungen mehr zu scheinen, als ichs bin. Ja, und Laster von meinen Nebenmenschen unter deinem Beistand fasse ich hiermit fehe oder höre; so laß, o mitleidsvoller die feste Entschließung: allenthalben und barmherziger Gott! diese traurifoll mich der christlichliebevolle Geist gen Erfahrungen meine Menschenliebe in der Beurtheilung meiner Nebenmen gegen sie nicht schwächen; und verhindre schen so regieren, daß ich nie eine Un- dies in mir durch die erweckenden Lehren wahrheit, nie etwas erdichtetes Böses deiner Religion. Denn diese überzeugt oder Nachtheiliges von ihnen sage; daß mich, daß auch dem ärgsten Bösewicht, ich ihre Mängel, Fehler und Berge- in jedem Augenblicke, der Zutritt zu hungen auf jede rechtmäßige Art unter deiner Gnade eröffnet ist, um durch sie drülde und verberge! daß ich davon nie gebeffert, geheiliget, begnadiget und ohne Roth, nie anders, als zu irgend zu deiner Freundschaft wieder aufgeeiner guten Abficht, und immer mit nommen zu werden: und daß böſe einem innern Widerwillen, immer mit Neigungen und Handlungen bei meinen dem Wunsche, das Gegentheil fagen zu Nebenmenschen Unwissenheits- und fönnen, spreche. Die allgemeine Men- Schwachheits- Sünden sein können, schenliebe, diese große und heilsame welche bei mir den Verlust des GnaPflicht des Christen soll mich vielmehr antreiben, daß ich aller anderer Menschen rühmliche Eigenschaften und Hand lungen sorgfältig bemerke, und diese zum liebsten Inhalte meiner Unterredungen und Gespräche mache Auch denstandes unausbleiblich verursachen würden, weil ich mehr Erkenntniß und Mittel zur Besserung habe. Dann aber laß mich auch eben diese traurigen Er fahrungen von den Thorheiten, Ver gebungen und Eastern nach der Beleh an und Wandel vor Gott.it& 283: rung deines Wortes, als ein Christ hierdurch die Erhaltung meiner Chrigebrauchen. Laß mich sie anwenden, stentugend mir so sehr erleichtert und mich zur Demuth zu erwecken und zu mir mein Leben heilsam, und nützlich stärken; indem ich mich dadurch an für mich und andere gemacht wird. Ich mein eigenes ehemaliges Sündenleben, preife dich, gnadenvoller Gott, daß du und an die noch fortwährenden großen mir bisher dies Leben, diese Kräfte und Mängel und Flecken meiner Tugend Munterkeit meines Leibes und Geerinnre. Laß mich sie anwenden, meine müths, den fröhlichen Gebrauch meiner Dankbarkeit gegen dich zu erwecken Augen und anderer Sinne, meiner Verund zu stärken durch die Erinnerung nunft und Sprache, und andere irdische deiner unermeßlichen Gnade, die mich Gaben anvertraut hast, und mir daaus dem Abgrunde des Lasters und des durch das ehrenvolle Zeugniß giebst, Unglücs herausgerissen, und mich vor daß du mich in deinem Reiche noch so manchen großen Sünden bewahret nüßlich findest. Aber nicht blos mein hat. Laß mich sie zur Erweckung und Mund, sondern auch mein Herz und Stärfung meiner eigenen Vorsicht und Wandel soll dir dafür danken, indem. Wachsamkeit gebrauchen, durch die Be ich diese deine Geschenke als ein treuer trachtung, daß ich selbst den Saamen Haushalter gebrauche. Durch deine zu allen solchen und andern Lastern in Gnade will ich die Geschäfte in dem mir trage, und meine Tugend ohne Stande und Berufe( in dem Amte und Vorsicht und Wachsamkeit jeden Augen- Posten), den du mir in deiner Welt, blick gleichen tödtlichen Gefahren ausgesetzt sein kann. Laß mich endlich angewiesen hast, weil sie einen Haupttheil meines Christenberufs hier in diezur Wohlthätigkeit erweckt und gestärkt werden, daß ich dies allergrößte Elend meiner Nebenmenschen mit herzlicher Theilnehmung empfinde, und, anstatt sie durch Verachtung, Haß und harte Begegnung zu erbittern und in das Elend noch tiefer hinein zu stürzen, vielmehr alle Gelegenheiten forgfältig bemerke und treulich gebrauche, um durch ihre Besserung ein Wohlthäter sowohl an ihnen, als an deinem ganzen Reiche auf der Erde zu werden. Laß mich auch hierin das Beispiel meines menschenfreundlichen Erlösers stets zum Muster und zur Nachfolge vor Augen haben, und erhöre mich um dessentwillen. Amen! h. dun piet k. Um christlichen Gebrauch der Zeit, Kräfte und Gaben Gottes. Mit Herzlichem, ehrfurchtsvollem Dante erkenne und rühme ich deine Gnade, mein Gott, daß du mich hier auf der Erde in ein arbeitsames Leben, in einen solchen Stand und Verbindung gesetzt hast, wo mich eine Arbeit nach der andern beschäftigen muß, und eben vörderst ausrichten mit aller Treue, mit Anstrengung aller meiner Kräfte, und nöthiger Selbstüberwindung in gewissenhafter Hintansetzung der mir angenchmern Beschäftigungen. Ich will sie stets mit freudiger Unverdrossenheit, als einen christlichen Gottesdienst, verrichten; ich will dabei mit einem findlichen Vertrauen dich ehren, und deswegen die Beschwerden, als deine Anordnung geduldig tragen, die mir etwa meine eigene Schwachheit des Leibes oder andere zufälle dabei verur-> sachen, und ich will zufrieden sein, wenn ohne meine Schuld der gute Erfolg meiner Geschäfte mißlingen sollte. Ich will vielmehr ohne alle ängstliche Uleberlegungen und unruhige Bestrebungen, den Fortgang und Ausgang davon lediglich deiner weisen und väterlichen Vor lehung überlassen. Insbesondere schenke mir, Bater meiner Seele, deine Gnade, daß ich die Geschäfte meines Berufs immer mehr mit einer recht christlichen Lauterfeit ausrichte. Reinige mich von der großen Anhänglichkeit an dem irdi schen Lobe und Beifalle, und von aller übertriebenen Begierde, dadurch mir zeitliche Vortheile zu erwerben. Seße: 284 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn doch deswegen mein Herz, durch die Liebe zu dir und durch die christliche Hoffnung jenes ewigen Lebens, immer mehr in die allerfeligste Berfassung, daß ich alle meine Geschäfte, wo möglich o mein Gott! nur ganz allein in der edlen Absicht thue, dadurch dir zu gefallen, deinen Befehl anszurichten, deinem Reiche nützlich zu werden, und für die selige Ewigkeit heilsam zu ar beiten. Wie vernünftig, wie edel, wie heilsam ist es doch für mich, wenn ich bei solchem Herzen und Leben, es dir lediglich überlasse, ob, und wieviel irdische Ehre, Beifall und andere zeitliche Güter du mir durch meine Geschäfte schenken willst. Durch deine Gnade will ich mich aber auch bereit halten, die andern menschenfreundlichen Handlungen, wozu ich in dem Laufe eines jeden Tages Gelegenheit und Kräfte finde, mit aller Trene und Lust auszurichten. Wo ich meinen lieben Nebenmenschen mit Belehrung und gutem Rathe zu statten kommen, liebreichen freundlichen Umgang mit ihnen pflegen, thätige Unterstützung, Erquicung, Erfreuung, Aufmunterung zum Guten, oder etwa dergleichen ihnen geben oder durch Andere verschaffen kann; dann will ich nie vergessen an ihrer Wohlfahrt und an der Wohlfahrt deines Reichs, o Gott, zu arbeiten. Die Wohlthaten, die du mir selbst an Leib und Seele erzeigen wirst, will ich mit frohem dankbarem, unschuldigem, zufriednem Herzen genießen. Ich will darin deine Baterliebe schmecken und empfinden, mich über dich freun, und durch solche Freude meine Dankbarkeit und willigen Gehorsam gegen dich zu stärken suchen. Jede Freude, die mir auf dem Wege durch dieses Leben begegnet, laß mich mit einem solchen Herzen voll von Zärtlichkeit gegen dich und voll Liebe zu deinen Menschen, so ganz und inniglich genießen. Denn du, Vater der Frende! gieb sie uns nur dazu, daß wir uns for freuen sollen; und sie so frendig genießen, ist Gehorsam gegen dich. Ich will endlich die allerfeligste Erlaubniß, die du mir durch Jesum geschentet haft, in jedem Augenblicke mit kindlicher Freimüthigkeit mich dir zu nahen, sorgfältig benutzen; ich will das beständige Andenten an dich in mir erhalten; meine Seele mit öfteren gottseligent Empfindungen, Betrachtungen oder auch Seufzern und Gebeten für mich und meine lieben Nebenmenschen, zu dir empor schwingen, und mich also in die christliche Gesinnung des beständigen Gebets immer mehr zu versetzen suchen. Freund und Vater meiner Seele! hilf du mir zu der Gegenwart des Gemüths, daß meine Pflichten, nebst den großen Bewegungsgründen und den schicklichen Mitteln, sie zu erfüllen, mir zu jeder schicklichen und bequemen Zeit einfallen, und mich zut allen jenen guten, edlen, seligen Thaten stärken. Schaffe du selbst in mir, was dir wohlgefällt. Ewig sei dir Ehre und Anbetung gebracht. Amen! bild 1. Aufmunterung zu solchem ns Wandel vor Gott. So vor dir, mein Gott, zu wandeln; so vor dir als ein Christ zu wachen, zu kämpfen, zu beten, zu denken, zu wollen, und zu handeln, soll mich ermuntern: 1) Die tindliche Liebe und Dankbarkeit gegen dich. Ganz unzäblich und unermeßlich sind deine Wohlthaten, womit du mich durch das Verdienst Jesu Chrifti erfreuet haft, und noch immerfort erfreuest. Jeder Tag, jede Nacht sind mit neuen Gunstbezeigungen bezeichnet. Der sanfterquickende Schlaf, den du mir schenkest! dieser fröhliche Gebrauch meiner Augen. Ohren und anderer Sinne, meiner Vernunft und Sprache; die Verrichtung meiner dir wohlgefälligen und der Welt heilsamen Geschäfte: mein zeitlicher Wohlstand; meine Gemüths- und Leibeskräfte; die gnädige Erlaubniß, zu dir zu beten: diese neue Nahrung für meine Seele. Doch, Herr! mehr als Haare auf meinent Haupte, mehr als Sandkörner an dem Ufer des Meeres, mehr als Strahlen aus der Sonne seit dem Anfang der Welt gefahren sind, sind die Gunstbezeigungen, die du mir bisher apilis und Wandel vor Gott.ssda erwiesen hast, und noch immerfort durch alle Ewigkeiten erzeigen willst. Gott! wie äußerst schändlich und strafbar wird für mich jede Sünde! wie stark und viel sind die Bande der Liebe und Treue, womit ich dir zum kindlichen Gehorsam verbunden bin! O, ich müßte der aller niederträchtigste, schändlichste Mensch, ein rechtes Scheusal und Schandfied in deiner Schöpfung sein, wenn ich mich nun noch von irgend einer Sünde wollte sclavisch beherrschen, und durch irgend etwas in deinem Dienste muthlos und verdrossen machen lassen. Gott! mein Vater! gieb mir Weisheit und Kraft, daß ich in dem Laufe eines jeden Tages deine vorzüglichen Liebesproben forgfältig bemerte; mein Herz zu dir, dem so liebreichen, so großmüthigen und freundlichen Wohlthäter, durch innige Empfindungen oder auch Seufzer und Gebete des Ruhms und Dankes empor hebe, und dadurch dieser meiner noch so sehr schwachen Liebe und Dankbarkeit gegen dich neue Nahrung und Stärke verschaffe. So laß denn auch heute meine Seele immer mehr mit der allertiefsten Ehrfurcht und Anbetung deiner unermeßlichen Majestät, und mit einer recht zärtlichen Liebe gegen dich, mein Vater, angefüllet werden; und hierdurch neue Gottestraft zum Hasse und ewigen Kampf wider alle Sünde, und zu einem ungetheilten recht willigen freudigen Gehorsam gegen alle deine, auch noch so bittern Schickungen, und gegen alle deine, auch noch so schweren Befehle empfangen. 285 Freunde und Vater, ähnlich zu werden, und in allen Stücken meiner erhabenen Würde gemäß zu denken, zu begehren und zu handeln.d 1900 1890 begierde, durch die Betrachtung der Größe, der Vorzüge und Glückseligkeit, die ich als ein Christ besitze und dereinst noch besitzen werde. Diese edle Empfindung meiner allererhabendsten Würde um Jesu willen dein Freund und Kind zu sein, soll mich mit Etel und Abschen gegen alle Sünde, als die alleräußerste Schande anfüllen; mir Ehrfurcht gegen mich selbst, und ein demüthiges Selbst gefallen einflößen, und dadurch ein träftiger Antrieb werden, daß ich aus aller Macht dahin strebe, dir, meinem Ich ermuntere mich dazu 3) durd die christliche erleuchtete Selbstliebe. Zum Ruhme deiner Barmherzigkeit muß ich es bekennen, daß dein redlicher Dienst bisher, aller seiner vielen und großen Mängel und Flecken ungeachtet, eine so göttliche Ruhe, Zufriedenheit. Heiterkeit und so manche himmlis be Freuden in meiner Seele verbreitet hat. Nur die Sünde allein ist der einzige Feind und Störer meines Glücks. Diese will ich daher von ganzem Herzen hassen und fliehen, und alle meine Kräste darauf richten, daß ich die Zahl meiner christlichen, gottseligen Gesinnungen und Thaten immer vermehre, und dadurch neue göttliche Ruhe und Freude in meine Seele leite. Ich erinuntere mich 4) dazu durch das lebhafte Andenken att deine Allge genwart. In alle Ewigkeit kann ich dir die allerfeligste Belehrung, die mir deine Religion giebt, nicht genug verdanken, daß du, mein allmächtiger, allwissender, unendlich liebreicher Gott: und Vater, mir allenthalben und zu allen Zeiten, im Hause und außer dem Hause, bei meinen Arbeiten und Ergözungen, in meiner Einsamkeit undin meinen Gesellschaften, bei meinen Leiden und Frenden, unmittelbar zugegen, und der allwissende liebevolle Zeuge meiner Handlungen, Reden, Begierden, und der geheim sten Gedankenmeiner Seele bist. So ich denn, zu befallen, und es mir nie an Kraft zum Guten fehlen kann; denn deine Macht ist mir stets zur Seite. So weiß ich auch, daß nicht das Geringste von allen dem, was ich in deinem redlichen Dienste unternehme, verloren ist. Jede gottselige Ergebung in deinen Willen, womit ich die Mühseligkeiten bei meinen, Arbeiten, die Trübfale dieses Lebens, die Krankheiten oder Beschwerden eines stechen Leibes, die du mir etwa auflegen möchtest, ertrage, fennest du; jede Selbstüberwindung, die ich mir bei dem. 286 Gebete für die, welche zum heiligen Genusse der Nahrung und erlaubter die Beschwerden und Mühseligleiten Vergnügungen, oder bei den Beleidigungen anderer, bei den Regungen des Stolzes, oder bei andern Gelegenheiten, aus Gehorsam gegen dich anthne, ist dir nicht verborgen; jeder treue Kampf, den ich gegen die Unmäßigteit, Heftigkeit, Born und andere Reizungen führe! jede fromme auch blos innere Bestrebung, womit ich dir wohl sugefallen trachten werde, siehest du, Alwissender; ja, jeden Kummer, jede Sehnsucht, jeder Seufzer, den mir die Empfindung meines geistigen Unvermögens, und das Andenken der bessern ewigen Welt auspresset: dies alles, so schuldig, so unvollkommen und wenig bedeutend es auch ist, wird von dir, meinem Gott, mit Gnade bemerkt; bleibt, wenn ich es selbst schon lange vergessen habe, deinem allwissenden Verstande ewig gegenwärtig; wird mir von dir um Jesu willen mit deinem Beifalle und größern Liebe belohnt; mir ein Dentmal vor dir im Himmel, und wird mich noch nach Jahrhunderten in deinem Himmel ergötzen. Dies soll mir dieses Leibes und Lebens mich niederschlagen; wenn die Peinlichkeiten bei den Kämpfen wider die Sünde mich muthlos und verdrossen machen wollen; oder wenn die Mühe, die mein verdorbenes Herz mir bei der Ausübung und Befolgung deiner Gebote verurs fachet, mir eine Last werden will! alsdann laß die fröhliche Erwartung des fünftigen bessern, durch die volltommenste Tugend und feurigste Andacht ewig beglückten Lebens, und die Erinnerung, daß mich jeder Augenblick dahin einführen kann, meine Anter, meine Stüße, mein Labsal werden. Da will ich dann meine Glaubensblicke in jene ewige Welt richten, sie att mein Baterland heften, und mich dadurch göttlich stärken. Du bist meine Hülfe. So will und so werde ich heute, mein Gott, und in der folgenden Zeit meiner Tage lebent, daß ich in jedem Augenblicke mit Zustimmung meines Gewissens und mit Uebereinstimmung meines ganzen Lebens, sagen tann: ,, ich habe den edlen Glaubenskampf getämpfet. neue Lust und Stärke einflößen, allent, ich habe den Lauf vollendet, ich habe halben nur nach gläubigen edlen Wer- Treue gegen dich bewahret. Darum ten, und hierdurch nach dem ewigen liegt nun auch die Krone der TuLeben mit Geduld zu trachten. mgend für mich bereitet da, welche Endlich 5) laß mir das große Zieldu, Herr, mein gütiger Richter mir aller christlichen Wünsche, Hoffnungen und allen den vielen tausenden geben und Bestrebungen, die selige Ewigkeit..wirst, die dich von Herzen lieb haben." nie aus dem Geficht kommen. Wenn Amen! Amendspidunt uspilio itd of bon dio suisd of most opinions@ 19²0 1921 midag dig 4) Gebete für die, welche zum heiligen Abendmahl 3072 saus Roth no sin tim 3 dei sind misd " gehen wollen. a. Nachdenken über den Zweck und Nutzen des heiligen Abend mahls. 1979( 3ds Das heilige Abendmahl, das von Jefu Christo gestiftet und eingesetzt, und dessen Genuß mir und allen Bekennern seiner heiligsten Religion anbefohlen ist, ist eine gottesdienstliche Handlung, die eben so wenig, als die übrigen An ordnungen seiner Religion vorsätzlich Janeiro d unterlassen darf, wenn ich ein Christ sein will.Bielmehr lege ich durch diesen Genuß ein feierliches Bekenntniß ab, daß ich ein Christ bin, daß ich es für eine Ehre und Glück halte, ein Chrift zu sein und daß ich mich meines Erlösers vor Gott und aller Welt rühme und freue. Und will ich von diesem Genusse Nußen haben, so bin ich nicht nur verbunden, mich desselben oft zu bedienen, und den Genuß fleißig zu mollis Abendmahl gehen wollen. 287 empfinde ich, wenn ich in mein voriges Sündenleben zurüd sehe! Mehr als Sand am Meer sind seine Gnaden! An dies alles erinnert mich das Gedächtniß meines Erlösers, in welchem und durch welchen mir alle diese Gnaden wiederfahren sind und noch wiederfahren! und dies soll, dies muß mich nothwendig zur aufrichtigsten innigsten Dankbarkeit, Verehrung und Liebe gegen Gott, meinen höchsten Wohlthäter und treuesten Freund, erwecken. Dieser Genuß des heiligen Abendmahls aber soll mir 1) ein demüthiges und herzliches Lobopfer für die unermeßliche Gnade meines Gottes sein, daß er mir durch Jesum Christum die Mittel zu meiner Besserung, Begnadigung und Seligkeit geschenkt, und mir so unzähliche schändliche und strafAH HATTEa dal bare Sünden vergeben hat. Welch eine Der Genuß des heiligen Abendunaussprechliche Wohlthat ist es, daß mahls soll mir 2) eine dankbare ErGott der Welt und mir einen Erlöser innerung und Berherrlichung des am geschenkt, der mir durch seine heiligste Kreuze gestorbenen Erlösers sein. Lehre den deutlichsten und zuverlässig- Jesus, der Sohn Gottes, der allersten Unterricht von dem Willen meines erhabenste, der Gegenstand des allerSchöpfers, von meiner Bestimmung, höchsten Wohlgefallen Gottes, stirbt von meinen Pflichten, von dem Wege am Kreuze aus Gehorsam gegen seinen zu meiner Glückseligkeit, und dabei die himmlischen Bater! Was für Begriffe trostreiche Versicherung gegeben hat, daß giebt mir diese Unterwerfung von seiner er für meine Sünden gestorben sei, da- erhabenen Seele! mit welcher Ehrmit ich durch ihn Gnade, Vergebung, furcht muß ich ihn nicht preisen und Unsterblichkeit und ewiges Leben er verehren! Wie muß mir nicht dieser langen sollte! Ach, was würde aus Anblick die Wahrheit tief einprägen, mir geworden sein; wo wollte ich daß nichts als liebevoller Gehorsam Ruhe des Gewissens, Muth und Kraft gegen Gott, uns vor ihm theuer zum Anfange und Fortgange in der und werth mache! Dies soll meinen Tugend, hernehmen, wenn ich nicht himmlischen Sinn mit neuer Stärke die Wahrheiten der Religion und das beleben. Nicht in den Gütern die Verdienst meines Heilandes hätte! fer Welt, nicht in dem Beifalle und Welch eine unaussprechliche Liebe Got- Ruhme, dem Ansehen, dem Gelde tes, bie so viel für mich gethan, mir und der Macht der Erdel sondern so viel vergeben hat! Was thut Gott in dem Besitze der durch Jesum, den nicht noch an mir, indem er mir den Gekreuzigten, uns erworbenen göttGenuß dieser Gnade noch immer fortlichen Gnade und Seligkeit im Himmel, soll ich von nun an mit verstärktem Eifer mein Ein und Alles suchen. feget; mich in der Theilnehmung an der christlichen Religion und der Erlösung Jesu noch immer bleiben Ich soll mich dabei 3) des Heilanläßt; mir tägliche Erweckungen, täglich des dankbar erinnern, der für unsre Hülfsmittel zur christlichen Frömmig- Sünde gestorben ist. Welch ein einfeit schenkt; mir jede Stufe der Hei- leuchtender schrecklicher Beweis bes ligung erleichtert; mir die Versuchun heiligsten Hasses Gottes gegen alle gen zur Sünde überwinden, und die Sünde, und seiner allervollkommensten Hindernisse auf dem Wege der Tugend Strafgerechtigkeit! Dies soll denn auch bestegen hilft! Welche unermeßliche meinen Haß und Abschen gegen alle Reichthümer von Langmuth, zärt- und jede Sünde verstärken. Keine licher Batertreue, Sorgfalt und Be- einzige Sünde darf ich begen. Jede mübung für meine Besserung, welche soll ich verabscheuen, ewig haffent Barmherzigkeit, Wohlthätigkeit und und verbannen. Auch alles Guild Freundlichkeit Gottes erblicke und der Welt soll mir nichts werth, foll wiederholen; sondern mir auch richtige Begriffe davon zu machen, und mit bem Gebrauche deffelben die rechten Absichten und eine schickliche christliche Gemüthsverfassung zu verbinden. Gebete für die, welche zum heiligen 288 mir schrecklich sein, wenn ich es durch Sünden erkaufen muß. Dies aber soll auch meinen Glauben, mein Vertrauen auf Gott durch Jesum Christum stärken und neu beleben. Durch seinen Tod find nun alle meine Sünden versöhnet; auch alle meine noch fortdauernden Mängel und Schwachheiten gut gemacht. Nun kann mein Glaube in Gott einen gnädigen Gott anbeten, zuversichtlich seinen ununterbrochenen Beistand zu allem Guten bis an meinen seligen Tod erwarten, und freudig nach dem bessern, in Tugend und Andacht voll kommnen Leben aussehen. Dies soll endlich meine treueste, dankbarste, zärtlichste Gegenliebe gegen meinen Erlöser, an welchen und durch welcben Gott solche Wunder einer unermeßlichen Liebe bewiesen hat, stärken und mit neuer Kraft beleben. Endlich 4) soll mir dieser Genuß eine dankbare Erinnerung und Lobpreisung des Heilands sein, der für alle Menschen gestorben ist. Wie theuer, wie unermeßlich theuer ist also ein Mensch in den Augen meines Heilandes und meines Gottes; und ich, ich sollte den nicht ehren, dem nicht wohlwollen, den nicht herzlich lieben, für den Jesus sein Leben gelassen, für den Gott seinen Sohn dahin gegeben hat? Ja, hier im Abendmahle überzeuge ich mich aufs neue von meiner Pflicht einer allgemeinen Menschenliebe, und wiederhole dazu meine heiligsten Gelübde. Bei dem Brode, von dem ich in Gesellschaft mit meinen vornehmen und niedrigen, mit meinen reichen und armen Nebenmenschen effe; bei dem Freundschaftsbecher, aus welchen ich mit ihnen allen trinke; bei diesem Ehren- und Freubemmable des Menschengeschlechts, zu Bin ich durch Jesum wirklich selig. dem ich geladen werde, bei dem Leibe geworden? Genieße ich wirklich, we und Blut meines Brubers und Herrn, nigstens dem Anfange nach, die Freis gelobe und schwöre ich: Neid, und heit, die er den Menschen zu verschaffen Groll, und Haß, und Lieblosigkeit in die Welt gekommen ist? Bin ich frei follen meine ärgsten Feinde; jeder von dem heidnischen Aberglanben und Mensch, auch der niedrigste Knecht, der jüdischen Aengstlichkeit, in Absicht auch mein ärgster Feind, soll ein auf Religionssachen und gottesdienstGegenstand meines Wohlwollens; liche Gebäuche? frei von allen knechtiAntern Bergnügen machen und Wohlschen Gesinnungen gegen Gott, und von thun soll meine Freude sein!" allen feindseligen Gesinnungen gegen " 1 b. Selbstprüfung vor dem Ged nusse des heiligen Abendmahls. Dies soll die Absicht, dies soll der Nutzen, dies sollen die Gesinnungen und die Gemüthsfassung sein, womit und weswegen ich mich bei dem Tische des Herrn für seinen Jünger und Nachfolger erkläre, und durch diese heilige Handlung es jedermann sage, daß ich mich glücklich schätze, Gemeinschaft mit ihm zu haben, und sein Verehrer, feine Erlöster, sein Unterthan zu sein. Aber habe ich diese Absicht wirklich? Habe ich die Eigenschaften an mir, die wahre Christen haben müssen? Halte ich Jesum Chriftum für denjenigen, der er wirklich ist? Verehre ich ihn als den Sohn und Gesandten Gottes, als den Herrn und König der Welt? Weiß ich was er zum Besten der Menschen gethan und gelitten hat, und empfinde ich den Werth seiner großmüthigen, alles für uns aufopfernden Liebe? Habe ich eine hinlängliche, eine zu meiner Besserung und Beruhigung hinlänglidhe Erkenntniß von der Lehre, die er vom Himmel gebracht und uns durch seine Boten kund gemacht, und von den Regeln des Verhaltens, die er mir vorgeschrieben hat? Halte ich diese Lehre für wahr und göttlich? Sehe ich diese Vorschriften als Gesete an, denen. ich allen Gehorsam schuldig bin? Verlaffe ich mich auf seine Berheißungen. als auf Zusagen Gottes, die mich unmöglich täuschen könnten? Ehre ich ihn also mit wahrem Glauben, mit dem festen Zutrauen, daß ich unter seiner Anführung und in seiner Nachfolge nicht irre gehen, und des Ziels der Vollkommenheit nicht verfehlen kann? 289 Bemühe ich mich insbesondere, um immer mehr ein Christ, und dadurch immer seliger zu werden? Bemüthe ich mich ernstlich, meinen Sinn und mein Verhalten ganz nach dem Sinne und dem Verhalten Jesu Christi einzurichten? Dies, dies ist ja das wesentlichste Kennzeichen des wahren Christen. Mein Heiland selbst sagt mir: Wer mein Jünger sein will, der verläugne sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich, und folge mir nach. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thun sollt, wie ich euch gethan habe. Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch geliebet habe. Und feine Boten rufen mir allenthalben zu: Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus gesinnt war! sehet auf Jesum, das höchste Muster der Treue und Standhaftigkeit; wer in ihm bleibt, wer seiner Gemeinschaft sich rühmen will, der soll auch wandeln, gleichwie er gewandelt hat. Kommt denn wohl Bin ich ferner so gegen meine Nemeine Gesinnung und Denkungsart, benmenschen gesinnt, wie Jesus gegen kommt mein Verhalten mit dem Sinne die Menschen gesinnt war? Verhalte und dem Verhalten meines Herrn über ich mich so gegen sie, wie er sich gegen ein? Könnte wohl Derjenige, der die sie verhielt? Er liebte fie alle als Geschichte Jesu läse, und dann ein seine Brüder, als Kinder seines Vaunbemerkter Zeuge meiner Gesinnun- ters, und schloß selbst seine Feinde gen und meiner Handlungen wäre, und Verfolger nicht von seiner Liebe den richtigen Schluß daraus ziehen, aus. Er suchte ihnen allen nützlich daß ich mir die Person, deren Geschichte er gelesen, zum Muster vorgesetzt hätte, und daß sich eine merkliche Aehnlichkeit zwischen ihr und mir jeigte? Hol Vater verehrte? Ziehe ich, gleich ihm, seine Gunst und sein Wohlgefallen allen Gütern und Freuden dieser Erde, dem Beifall der ganzen Welt vor Ist es mir, gleich ihm, vornehmlich darum zu thun, seinen Willen zu erfüllen, die Absichten, weswegen er mich auf den Erdboden und in den Stand, worin ich mich befinde, gesetzt hat, zu erreichen; die Gaben und Kräfte, die er mir verliehen, auf die nüglichste Art anzuwenden, und seine Ehre durch ein heiliges Leben zu be fördern? Richte ich, wie mein Heiland that, meine Gedanken und mein Herz auf Gott, um ihm alles Gute, als unverdiente Wohlthaten, zu verdanken, und alles Böse, als weise, gültige Schickungen seiner Borsehung, von seiner väterlichen Hand anzunehmen? Finde ich, gleich meinem Heilande, ein inniges Vergnügen daran, mich mit meinem Geiste zu ihm zu erheben; mich mit seiner Anbetung und Lobpreisung zu beschäftigen; ihn öffentlich und gemeinschaftlich mit meis nen Brüdern zu verehren, und durch dies alles Gemeinschaft mit ihm zu haben, und mich seiner nähern Ge meinschaft immer fähiger zu machen? Bin ich so gegen Gott gesinnt, wie Jesus Christus gegen seinen himmlischen Vater gesinnt war? Wird mein Herz von den Empfindungen der Ehrfurcht, der Liebe, des Gehorsams, der Unterwerfung, der Dankbarkeit, des Vertrauens gegen dieses erhabenste Wesen belegt, wie Jesus zu allen Zeiten und unter allen Umständen seinen Evang. Luth. zu werden, that gerne allen Gutes und ließ sich auch durch ihren größten Undank nicht abhalten, solches zu thun. Er war gegen Jedermann gerecht, billig, freundlich, gütig, herablassend; bewies sich gegen alle demüthig, fanft müthig, geduldig, versöhnlich; ob er gleich die größten Vorzüge vor allen besaß, und niemanden die geringste Ursache gegeben hatte, ihn zu beleis digen, oder ihm mit Verachtung zu begegnen. Nie vergalt er Böses mit Bösem, oder Scheltworte mit Schelte worten; nie rächte er sich selbst, ob er 19 Abendmahl gehen wollen. stadsta die Menschen? frei von der Herrschaft der Sünde und des Lasters? von der Tyrannei unordentlicher Begierden und Leidenschaften? von der sllavischen Furcht vor dem Tode und der Hölle? Gebete für die, welche zum Heiligent 290 gleich dazu die Macht in Händen hatte, und das Unrecht allemal ganz allein auf der Seite seiner Beleidiger war. Enthaltsamkeit, Selbstverleugnung, Aufopferung, Leiden, Reden, Thun, alles war dem Besten seiner Brüder, dem Heile der Menschen, gewidmet. Ist dies auch die Art, wie ich alle meine Nebenmenschen ansehe; wie ich fie liebe, wie ich mit ihnen umgehe, wie ich ihre zeitliche und geistliche Glücse lichkeit suche und befördere? Sind dies die Regeln, denen ich in meinem Verhalten gegen sie folge, ich mag es mit Niedrigen oder mit Vornehmen, mit Armen oder mit Reichen, mit Klugen oder Einfältigen, mit Feinden oder mit Freunden zu thun haben? Denke und empfinde, und arbeite und lebe ich eben sowohl und noch mehr für Andere, als für mich selbst? Welche Vortheile, welche Vergnügungen, welche Bequemlichkeiten opfere ich ihnen wohl auf? Strebe ich wenigstens ernstlich und unablässig darnach, mir diesen demilthigen, versöhnlichen, gemeinnützigen, großmit thigen Sinn Jesu recht zu eigen zu machen, und darin meine Ehre und Glückseligkeit zu suchen, wenn ihn auch alle Welt für Schwachheit, für Niederträchtigkeit, für Mangel des Muths und der Empfindlichkeit halten sollte? Bin ich endlich so gegen die gegenwärtigen und zukünftigen Dinge gefinnet, wie Jesus Christus gesinnet war? Beurtheile ich die Güter, die Vorzüge, die Vergnügungen der Erde wie er sie beurtheilte? Halte ich Ach, welche wichtige, viel in sich fie, gleich ihm, filir Dinge, die keinen fassende Fragen! wie kann ich mit großen Werth haben, deren Besitz Ueberzeugung und Beruhigung darwir nie zum letzten Ziele unseres Be- auf Ja antworten! vielleicht ist mir strebens allein machen, die wir nicht manche darunter noch ganz fremd; als Endzwecke, sondern als Mittel, unsre Kräfte und unsere Tugend zu üben und andern wohlzuthun, schätzen und lieben dürfen? Suche ich in dem Besitze und in dem Genusfe dieser Dinge eben so wenig meine ganze höchste Glückseligkeit, als er sie darin fuchte? Bin ich gleich ihm, bereit, alle diese Dinge, ja mein Leben selbst, fahren zu lassen, und sie meinem Gevielleicht habe ich über manche davon noch nie ernstlich nachgedacht und doch ist keine einzige darunter unnöthig. So soll, so muß ich sein, wenn ich ein Christ sein, wenn ich mich bei dem Genusse des heiligen Abendmahls meines Gottes und meines Erlösers dankbar freuen will. Denn wer Christi Sinn nicht hat, der ist nicht sein. Wer sich nicht aufrichtig und unnach / de wiffen und meiner Pflicht aufzuopfern, wenn ich sie nicht behalten kann, ohne diese zu verletzen? Wollte ich lieber noch so arm, noch so verachtet, in den Augen der Welt noch so elend sein, als daß ich vorsätzlich Böses thun, und die Gesetze meines Gottes übertreten sollte? Suche ich hingegen in der Erkenntniß der Wahrheit, in der Ausübung der Tugend, in einem frommen, wohlthätigen, gemeinnittyzi gen Leben meinen größten Gewinn und meine ganze Ehre, wenn ich gleich vor der Welt unbekannt und wenig geachtet und unbelohnt bleibe? Ge währet mir jeder Sieg, den ich über mich selbst erhalte; jede gute That, die ich verrichte; jeder Schritt, woz durch ich mich der christlichen Vollkommenheit nähere, mehr wahres Vers gnügen, als der glückliche Fortgang meinerirdischen Geschäfte?-Betracie ich mich, gleich meinem Erlöser, als einen Gast und Fremdling hier auf Erden, der seine höhere Bestimmung stets vor Augen hat, nach dem Hause seines Vaters eilet, und schon jetzt mit seinen vornehmsten Gedanken und Begierden da ist, wo er ewig zu sein gedenket? Sind Tod, Gericht und Ewigkeit, sind die Schicksale, die in der zukünftigen Welt auf mich warten, meinem Geiste oft gegenwärtig, und gewöhne ich mich daran, stets fo zu denken, zu urtheilen, zu handeln, wie ich dereinst wünschen werde, gedacht, geurtheilt und gehandelt zu haben? THE B Kom Abendmahl gehen wollen. O 291 Täffig bemühet, in allen Stücken so digen hast du zur Erkenntniß diefes wie er, gefinnet zu sein, und sich so, wie er, zu verhalten: dem wird der Name, den er trägt; die Lehre, die er bekennt; das Abendmahl, das er hält: dem werden alle äußeren Merkmale, Vorzüge und Uebungen eines Christen nichts helfen. Ich kann es nicht lengnen, ich bin noch weit, noch immer weit von der Vollkommenheit dieser Christen gesinnung und dieses Christenwant dels entfernt. Was will ich also thun? Um mich bei dem heiligen Abendmahle nicht mit Heuchelei für einen Christen auszugeben; um mich da mit gegründeter Zuversicht der Seligkeiten zu getrösten, die mir mein Gott durch Jefum verheißen und bereitet hat, will ich von nun an meine tägliche Beschäftigung daraus machen, meinem Gott, meinem Erlöser immer ähnlicher zu werden, und bei dem heiligen Abendmahle meine Vorsätze und Entschließungen zum Guten stärken und befestigen, und mir Gottes Kraft zu ihrer Ausübung erbitten.#d großen Heils gebracht. Auch mir bietest du, auf die billigsten Bedingun gen, Vergebung der Sünden, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen die feierlichsten Pfänder und Versicherungen mittheilen, wenn ich mit wahrer Bußfertigkeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorfatze, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. O Gott! wie wollte ich dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, wenn ich mich durch diese Beweife deiner Güte nicht zur Buße und zur Dankbarkeit leiten ließe! Nein, ferne sei es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundere die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und selig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, unter wel hen du mir alle diese unschätzbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. O Gott! verzeihe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zuwider gehandelt; daß ich mich nicht dant barer und gehorsamer gegen dich. meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernt; aber fiehe, ich tomme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: Ihr sollt mein Antlitz suchen. Ich suche es, o Herr! verbirg dein Angesicht nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote soll mein ganzes übris ges Leben gewidmet sein. Ich entsage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein heiliger Wille foll von nun an die einzige Richtschnur mei nes Verhaltens sein. Ach schenke mir selber Kraft und Stärke, mein Gelübde zu erfüllen! Laß die Betrach tung deiner unendlichen Liebe; laß den Genuß der Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn c. Um Vergebung der Sünden. # 33 Herr, Herr Gott, barmherzig, gnäbig, geduldig, von großer Güte und Trene! der du Gnade beweisest, und vergiebst Missethat, Uebertretung und Sünde: dich bete ich an als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als väterlichen Liebe gegeben hast. Du haft ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt gesandt, auf daß alle, die an ihu glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du haft ihn für uns in den Tod dahingegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwür 292 Gebet nach dem heiligen Abendmahl. empfangen werde; laß die Hoffnung ich nicht der Undankbarste, der Nieder zukünftigen Herrlichkeit, die du derträchtigste unter allen Sterblichen mir vorhältst, so gesegnete Eindrücke sein, wenn ich dein vergäße, wenn auf mich machen, daß ich alle Ver- ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgülsuchungen zum Bösen mit neuem tigkeit an dich gedächte; wenn ich mich Muthe bestreite, alle Pflichten meines weigerte, dir die Ehre und den Dank himmlischen Berufs mit neuer Gorg- zu geben, die dir gebühren? Nein, falt erfülle, und dir bis in den Tod göttlicher Erlöser! ich folge deiner getreu bleibe. Amen! liebreichen Einladung mit Begierde und mit Freude. Jch komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu befennen, und es jedermann zu sagen, daß ich es für mein größtes Glück und meinen höchsten Ruhm Göttlicher Erlöser, Herr Jesu Chrift! halte, dein zu sein. Ich komme, als bu haft ein Gedächtniß der Wunder ein mühseliger und beladener Sünder, deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Ruhe für meine Seele zu suchen, und Stunden vor deinem Leiden setztest du ergreife mit bußfertigem Glauben die das heilige Abendmahl zum Troste Gnade, die du mir anbietest, und das deiner Berehrer, und zur Stärkung große Heil, das du gestiftet bast. Ich ihres Glaubens ein: und du läsfest fomme, dir für dein Leiden und Stermich auch noch jetzt einladen, diese ben feierlich zu danken, mich dir zum feierliche Handlung gemeinschaftlich Eigenthum aufzuopfern, und den heimit meinen Nebenchristen zu begehen.| ligen Borsatz zu erneuern, nicht mehr Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommnen Mittler zwischen Gott und Wienschen, daß ich deine Lehre und dein Heil tenne; daß ich dich meinen Herrn und Erlöser nennen, mich deiner feligen Gemeinschaft rühmen, und zu deinen Erlösten und Freunden zählen darf! D, wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade sein! Wie unerträglich würde mir die Laft meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schredlich der Anblick des Todes und des Grabes sein, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsre Sünden dahingegeben und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hätteft! Ja, alles Licht, das mich erleuchtet; aller Trost, der mich er quidet; alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschente deiner unverdienten Liebe. Wie theuer foll mir denn nicht bein Gedächtniß sein! Würde mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie und alle Menschen zu verpflichten. O Herr, laß mein Vorhaben gesegnet sein! Erlaube nicht, daß ich blos mit den Lippen zu dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfeft, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoff nung dadurch in mir gestärkt, und ich auf das kräftigste bemogen werde, die Versprechungen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treue zu halten. Amen! d. Vor dem Genusse des heispolul se ligen Abendmahls. e. Nach dem heiligen Abendmahle. So habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen 293 5. Gebete für Kranke und bei Sterbenden. Baters und Wohlthäters, gewidmet.| dankbar gegen dich, und so feindselig So habe ich mich verpflichtet, als ein gegen mich selbst handle. Sei du in Jünger und Nachfolger meines hoch- meiner Schwachheit mächtig. Befegelobten Erlösers zu leben, und ihn stige meine guten Entschließungen, und mit meinem Geiste und meinem Leibe, verleihe mir Gnade, an der Ausfühdie beide sein Eigenthum find, zu rung derselben unverzüglich und unerpreisen. Wie heilig sind diese Ver- müdet zu arbeiten. Schente mir neue pflichtungen! Wie undankbar, wie Kraft deines Geistes, und leite mich unglücklich würde ich nicht sein, wenn durch ihn zu allen Tugenden, damit ich diese Zufagen vergäße, wenn ich ich meine Heiligung treu und redlich diese Versprechungen nicht hielte! Welch vollende. Bewahre mich vor allzugeeine Verantwortung, welch ein Ge- fährlichen Versuchungen; stärte mich, richt würde ich zu erwarten haben, allen Reizungen zum Bösen zeitig zu wenn ich nun noch der Sünde diente; widerstehen, und laß mich die ewige wenn ich nicht alle Fehler, alle böse Seligkeit, zu welcher du mich durch Gewohnheiten, die ich an mir habe, Christunt berufen und erlöset haft, nie ernstlich bestritte; wenn ich eben so aus den Augen verlieren. So werde träge und nachlässig im Guten wäre, ich den guten Kampf tämpfen, den als ich es ehemals gewesen bin! So Glauben behalten, und meinen Lauf würde ich mich ja aller Vorrechte und glücklich vollenden. So werde ich Seligkeiten, die ich als ein Chrift dereinst die Krone der Gerechtigkeit besitze, verlustig, und meine Berdamm- aus deiner Hand empfangen, und niß um so viel schwerer machen. Ach dir Lob und Ehre bringen in EwigGott! laß es nicht zu, daß ich so un- teit. Amen! 42 m2 Jun 14 alun da savings Ted all o mgr. 8amiss sid duit gil:: dl und bei Sterbenden. 5) Gebete für Kranke a. Demüthigung vor Gott in Krankheit. verursachet hat, hast du es immer weislich gewendet. Gott, das alles erkennt meine Seele wohl! Ich bin Nun erfahre auch ich es in der zu geringe aller deiner BarmherzigThat, mein Gott! was der Mensch feit, und meine Seele ist stille zu dir, ist, wie hinfällig und wie leicht seine ohne dessen Willen und Leitung mir Gesundheit und Kraft dahin ist! aber nichts begegnen kann! Auch das wirst Dant sei dir, daß ich weiß: du tön- du wohl machen. Stärke mich in dienest nie deinen schwachen Geschöpfen sem dankbarem, dir ergebenen und verzu viel auflegen, du habeft auch jede trauenden Sinn. Füge sonst es mit Laft der Krankheit gemäßiget, daß fie der Dauer und mit dem Ausgang erträglich sei, und du werdest auch meiner Krankheit, wie es dein väterdiese Veränderung mir zum Besten die licher Wille ist. Ich weiß nicht, welnen lassen. Was sollt ich also unru- ches besser für mich und meine Verhig tlagen oder ängstlich sorgen? bindung in der Welt sein möchte, ein Was kann ich besseres thun, als zu langes aber kurzes Krantenlager, das dir aufzusehen, dem Gott, der da Leben oder der Tod. Wähle du für hilft, and der es nie böse meinen mich! Auf dich traue ich! Nur lehre kann. Du haft mich bisher so väter- mich in meiner vielleicht noch ganz lich geleitet, mir so manche Freude turzen Lebenszeit, meine Seligkeit mit geschenket, und mehr Gutes an mir ganzem Ernst schaffen. Wie ich diese getban, als ich bitten und verstehen Zeit bisher angewendet habe; wie ich fonnte. Auch mit alle dem, was mir mit den mir verliehenen Kräften und jemals Leid, Unruhe oder Schmerz Gelegenheiten zum Guten umgegan 294 5. Gebete für Kranke und bei Sterbenben. gen bint; wie ich gegen alle meine| sind, die Friedfertigen, die SanftNebenmenschen gesinnet gewesen bin; milthigen, die ein aufrichtiges Verwie ich mein Herz und mein Leben langen haben, gut zu sein, und so rein von lasterhaften Neigungen und nach der Gerechtigkeit hungern und Gewohnheiten zu bewahren gesucht dürften! Das erwecke mich, mein Herz habe; wie werth mir die Religion von allem dem loszureißen, was es gewesen, und wie tren ich in ihrer noch an das Irdische fesselt, noch so Erkenntniß und Uebung gewesen bin; viel Gutes zu thun, als ich kann, und das ist die ernsthafte Ueberleging, die allen um mich her durch Geduld, ich jetzt anzustellen habe. Gieb, daß durch Ergebung in deinen Willen, ich sie weder scheuen, noch leichtsinnig durch frohe Erwartung des Zukünfdamit zu Ende eilen, und mir die tigen erbaulich zu werden. Dann tröste mich, o Gott, deine Liebe; dann sei mir die Nacht des Grabes nicht fürchterlich; dann laß mich in der ruhigen, freudigen Gesinnung beharren. Herr, ich warte auf bein Heil Amen lui Tröstungen des Evangelii Jefu Christi fälschlich zueignen möge. Auch für mich ist freilich bei dir viel Verge bung; auch mir willst du Barmhergigkeit wiederfahren lassen. Es ist doch aber auch gar ju gewiß, daß ich mit den Gesinnungen, die ich mit mir aus dieser Welt nehme in der zufünftigen fortleben werde, und wie meine Aussagt ist, so auch die Erndte Siehe in diesem Gesangbuche das Lied für mich sein wird. Stets sei mir Nr. 588, wo auch noch mehr gute also der Zuruf Jesu Christi erinner- Gebete fürs Kranke von Nr. 572 lich: Selig sind, die reines Herzens bis Nr. 587 anzutreffen sind b. Gebet bei Sterbenden. m sdhedast ind dhe sino sistd( omt es ad flod to 25110 2od tod tingimor mong ilal tid og 110om si mism in 179 gigano round roll ging od ni as dhi duo doles use id all obs@ sim d distins and Boar 100 mm 300 10 stard gillaid sios vim pantig dug off i grim and tumnot sugged sidindo i mided stelt oma sisemis sid ni bim stb9 mpom Ideas de dibi id isi im - a gys vid ordinad must stabis saab mind sinn tim sot spl idman sos dono food ad op 15: propeux msd dim da 100 19 a od jogijimop til 16 n La misd 83 similismo di dilgoats -o din satisi sbildungsds sold -25% snim da doim xil offed Bobru on the Moononi non mis tem mis] 15 150 i pdid aspzoj dbilgub 1900. gall pre end palmsino spid de soprola sinund: asid hi mal Bolk od 500 sdsad and 100 mid datutun d this luk 10im ouism slöd sin 83 736 dnu 30id illud 2003 sal uit font aun im sipil sub alaid dois didapat flod tar megang si add sampan did is dun silbri mandolis in wad tim og sin mig dagal: ni horoo pupidilimsRs dar som ofrimisleg dil in Som om den solg dit dan asid di Blending sim od sto tin cul stomal guip mo adumalldis? elcsi 1. Morgengebete. Berzeichniß der Gebete. Seite 270 271 s. An Sonn- und Festtagen, bei dem Morgengebet hinzuzufügen 272 d. Nöthige Entschließungen am Morgen 272 a. Längere Morgen- Andacht b. Kürzeres Morgengebet 2. Abendgebete. ● a. Längere Abend- Andacht. b. Kürzeres Abendgebet. ● . ● 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn und Wandel vor Gott. d. Um brüderliche Liebe, Mitfreude und Mitleid e. Um Nachsicht, Sanftmuth, Leutseligkeit und Langmuth f. Um christliche Gefälligkeit und Freundschaft a. Vertrauen auf Gott und rechtmäßige Gesinnung gegen ihn. 276 b. Demuths- llebung. 277 c. Um Keuschheit und Mäßigkeit 278 279 280 281 281 282 ● g. Um christliche Liebe gegen Feinde h. Um Heiligkeit der Neden und des Betragens. i. um christlichen Gebrauch der Vergebungen, Thorheiten und Laster unserer Nebenmenschen.. ● a ● k. Um christlichen Gebrauch der Zeit, Kräfte und Gaben Gottes 1. Aufmunterung zu solchem Wandel vor Gott.. 5. Gebete für Kranke und bei Sterbenden. a. Demilthigung vor Gott in Krankheit b. Gebet bei Sterbenden 4. Bebete für die, welche zum heiligen Abendmahl gehen wollen. ● a. Nachdenken über den Zweck und den Nutzen des heiligen Abendmahls... t. Selbstprüfung vor dem Genusse des heiligen Abendmahls e. Um Vergebung der Sünden d. Vor dem Gebrauche des heiligen Abendmahls e. Nach dem heiligen Abendmahle ♦ ♦ ● ● ● • ● • 274 275 ● 282 283 284 286 288 291 292 292 293 294 419 មុន ន អន ម ម ម 1sdspa- gabicated todapansit dung LI ៧១០( ១៤( ដា ប 12 ses reng, ngenghaiist galathedralalian & isdepribano song d PEpaid midad hdult_dmmnuSUN យ ទី andrit» dailPDEY dodenduself sold dising Nada dhalik du did hindings initial ( ខ្ញុំ ផ duskuky, phunaSihari[ 1 indzsFdam is thating it i ១៤២,១ ភូ យ៉ ict linda , Susports and dun s td slpilise all d padata asifiads if musdsiri ត and inspididatination i ២ 3gpiseofuja hauntr! 1 ១០ ជ្ជ ង 308 E msgidandmade, islist masuhisat, siderinside) mollout Fii nined dishut is ថា ស ខ វិថី សហ ព័ sandndf/ usgilibdata id_rd_ging 1 schl> ph១០១) agodadamsgilad, ed spadsensiti sdound) midfsdfsd dipies N9d9d is diminar rise: WdHdid its Evangelien und Episteln auf alle Sonn- und Festtage. Am 1. Sonntage des Advents. Laßt uns ebrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet Evangelium, Matth. 21, 1-9. a sie nun nahe bei Jerusalem Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zwei, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu Jemand etwas wird fagen; so sprecht: Der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zions: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen bin, und thaten, was ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber vieles Volk breitete die Kleider auf den Weg; die andern bieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hostanna, dem Sohne Davids; gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel, Röm. 13, 11:14. wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Am 2. Sonntage des Advents. Evangelium, Luc. 21, 25-36. esus Es werden Zeichen geſchehen an der Sonne, und Mond, und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wann aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr es an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wiffet, daß das Reich Gottes ich aber Aber wissen, nämlich die Zeit, daß die dies Geschlecht wird nicht vergehen, Stunde da ist, aufzustehen vom bis daß es alles geschehe. Himmel Schlafe( fintemal unser Heil jetzt und Erde werden vergeben, näher ist, denn da wir es glaubten); meine Worte vergehen nicht. die Nacht ist vergangen, der Tag bültet ench, daß eure Herzen nicht aber herbei gekommen; so laßt uns beschweret werden mit Fressen und ablegen die Werke der Finsterniß; Saufen und mit Sorgen der Nahrung und anlegen die Waffen des Lichts. und komme dieser Tag schnell über 1 Ev. Luth. Am 2., 3. und 4. Sonntage des Advents. 2 ench: Denn wie ein Fallstrick wird er kommen über Alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem Allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Epistel, Röm. 15, 4-13. Lieben Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussäßigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Bolt von Johannes: Was seid ihr hinausBrüder: Was aber zuvor Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der gegangen in die Wüste zu sehen? geschrieben ist, das ist uns zur Wind hin und her wehet? Oder was Lehre geschrieben, auf daß wir durch seid ihr hinausgegangen zu sehen? Geduld und Trost der Schrift Hoff- Wolltet ihr einen Menschen in weichen nung haben. Gott aber der Geduld Kleidern sehen? Siehe, die da weiche und des Trostes gebe euch, daß ihr Kleider tragen, sind in der Könige einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Christo. Auf daß ihr ein- Häusern. Oder was seid ihr hinausmüthiglich mit einem Munde lobet gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Gott und den Vater unseres Herrn der auch mehr ist, denn ein Prophet. Propheten sehen? Sa, ich sage euch, Jesu Christi. Darum nehmet euch Denn dieser ist es, von dem geschrieben unter einander auf, gleichwie euch stehet: Siehe ich sende meinen Engel Christus hat aufgenommen zu Gottes vor dir her, der deinen Weg vor dir Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Chri- bereiten soll. stus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Epistel, 1. Cor. 4, 1-5. Gottes, zu beſtätigen die Verheißung Dafiti für Chrifti Diener und afür halte uns nämden Vätern geschehen. Daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigteit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden mit seinem Volk. Und aber mal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermal spricht Esaias: Es wird sein die Wurzel Jeffe, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes. Am 3. Sonntage des Advents. Evangelium, Matth. 11, 2-10. Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist es ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem Jeglichen von Gott Lob wiederfahren. Am 4. Sonntage des Advents. Evangelium, Job. 1, 19-28. Da aber Johannes im Gefängnißnd dies ist das Zeugniß Johannis, da von er seiner Sünger zwei, und ließ ihm salem Priester und Leviten, daß sie sagen: Bist du, der da kommen soll, ihn fragten: Wer bist du? Und er oder sollen wir eines andern warten? bekannte, und leugnete nicht; und er Jesus antwortete und sprach zu ihnen: bekannte: Ich bin nicht Christus. Gehet hin, und saget Johannes wie- Und sie fragten ihn: Was denn? der, was ihr sehet und höret; die Bist tu Elias? Er sprach: Ich bin Am 1. und 2. heiligen Christtage. 3 es nicht. Bist du ein Prophet? Und ließe mit Maria, seinem vertrauten er antwortete: Nein. Da sprachen fie zu ihm: Was bist du denn? Daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben: Was sagst du von dir selbft? Er sprach: Sch bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Esaias gesagt hat. Und die gefandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht fennet. Der ist es, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara, jenseits des Jordans, da Johannes taufte. Epistel, Phil. 4, 4-7. Lieben Brüder: Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal fage ich: Freuet euch! Eure Lindigfeit lasset fund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe! Sorget nichts: sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Am heiligen Christtage. Evangelium, Luc. 2, 1-14. 8 begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schatzung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und Jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein Jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war; auf daß er sich schätzen Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es was ren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen, ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Epistel, Tit. 2, 11-14. Es ist erſchienen die heilsame Gnade allen tiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des groJesu Christi. Der sich selbst für uns ßen Gottes, und unsers Heilandes gegeben hat, auf daß er uns erlöſete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Am 2. Christtage, oder am Tage St. Stephani. Dedern und Schriftgelehrten und Evangelium, Matth. 23, 34-39. er Herr sprach zu den PhariObersten der Juden: Siehe, ich sende zu euch Propheten, und Weise, und Schriftgelehrte, und derselben werdet 1* 4 Am Tage St. Johannis des Evangelisten. ihr etliche tödten und krenzigen, und Als er aber voll heiliges Geistes etliche werdet ihr geiffeln in euren war, sab er auf gen Himmel, und Echulen, und werdet fie verfolgen sabe die Herrlichkeit Gottes, und von einer Stadt zu der andern; auf Jesum stehen zur Rechten Gottes, und daß über ench komme alle das gerechte sprach: Siehe, ich sehe den Himmel Blut, das vergossen ist auf Erden, offen, und des Menschen Sohn zur von dem Blute an des gerechten Abels, Rechten Gottes stehen. Sie schrien bis auf das Blut Zacharias, Bacha- aber laut, und hielten ihre Ohren rias Sohn, welchen ihr getödtet habt zu, und stürmten einmüthiglich zu ihm zwischen dem Tempel und dem Altar. ein, und stießen ihn zur Stadt hinaus, Wahrlich ich sage euch, daß solches und steinigten ihn. Und die Zengen alles wird über die Geschlecht kom- legten ab ihre Kleider zu den Füßen men Jerusalem, Jerusalem, die du eines Jünglings, der hieß Saulus.. tödtest die Propheten, und steinigest, Und steinigten Stephanum, der anrief die zu dir gefandt sind! wie oft habe und sprach: Herr Jesu, nimm meinen ich deine Kinder versammeln wollen, Geist auf! Er knieete aber nieder, wie eine Henne versammelt ihre Küch- und schbrie laut: Herr, behalte ihnen lein unter ihre Flügel, und ihr habt diese Sünde nicht! Und als er das nicht gewollt. Siehe, euer Haus soll gesagt, entschlief er. euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen bis ihr sprecht: Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Am Tage St. Johannes des Apostels und Evangelisten. Evangelium, Joh. 21, 15-24. a sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Sesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andernmale zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schaafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? Und sprach zu ihm: Herr du weißt alle Dinge, du weißt daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schaafe. Section, Apost. Besch 6, 8.15 und Dº 7, 55-59. tephanus aber, voll Glauben und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen etliche auf von der Schule, die da heißt der Libertiner und der Cyrener, und der Alexanderer und derer, die aus Cicilien und Asien waren, und befragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehört Lästerwerte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk, und die Aeltesten und die Schriftgelehrten; und traten herzu, und rissen ihn hin, und führten ihn vor den Rath; und stellten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gesetz Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören, und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn Alle, die im Rath saßen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein Anderer wird dich gürten, und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen witrde. Und da er das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte 5 Am Sonnt. n. d. Christtage. Am Neujahrstage. sich um, und sahe den Jünger folgen, bar werden. Und es war eine Prophewelchen Jesus lieb hatte, der auch tin, Hanna, eine Tochter Phanuels, an seiner Brust am Abendessen gele- vom beschlech e Asser, die war wohl gen, und gesagt hatte: Herr, wer ist es, der dich verräth? Da Petrus diesen sahe, spricht er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbet nicht. Und Sesus sprach nicht zu ihm: Er stirbet nicht, sondern: so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben, und wir wissen, daß sein Zeugniß wahrhaftig ist. betagt, und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Witwe bei vier und actzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbe trat auch hinzu zu derselben Stunde, und pries den Herrn, und redete von ihm zu alle, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten, nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie wieder nach Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, oller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Galater 4, 1-7. 1 fection, Sirach 15, 1-8. olches thut Niemand, denn der den Herrn fürchtet, und wer fich fage aber: So lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm an Gottes Worte hält, der findet sie. und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller( Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Bater. Also auch nir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weiße, und unter das Gesetz gethan; auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfangen, wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes, und wird ihn tränken mit Wasser der Weisheit. Da durch wird er stark werden, daß er fest stehen kann; und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeinde. Sie wird ihn frönen mit Freude und Wonne, und mit ewigem Namen begaben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen nichts von ihr. Am Sonnt. nach d. Christtage. Evangelium, Luc. 2, 33-40. Und sein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von Jesu geredet ward, und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gefeßt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein deine Seele auf daß vieler Herzen Gedanken offenAm Neujahrstage. Evangelium, Luc. 2, 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kind sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Epistel, Gal. 3, 23- 29. he denn aber der Glaube kam, wurden wir unter verwahrt, und verschlossen auf den 6 Am Sonnt. n. d. Neuenjahr. Am Fest Epiphaniä. Glauben, der da sollte offenbaret wer- Am Fest Epiphaniä, oder der den. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben würven. Nun aber der Glanben gekom. men ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Got tes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie Viele eurer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Chrifti, so seid ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. Am Sonntage n. d. Neuenjahr. Evangelium, Matth. 2, 13-15. Da aus aber hinweg gezogen waren, fiehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traume, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fliehe nach Egyptenland, und bleib allda, bis ich bir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kinblein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich nach Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodes. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Epißel, Tit. 3, 4-7. Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 2, 1-12. a Jesus war zu BethDlehem im jüldischen Lande, zur siehe, da Zeit des Königs Herodes, kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem, und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem. Und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande: denn also stehet geschrieben durch jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und wies sie gen Bethlehem, und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr es findet, so sagt mir es wieder, daßß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siebe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern fahen, wurden sie hoch erfreuet; und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und fielen nieder und betetett es an. Und thaten ihre Schätze auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Dª a aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes unseres Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit, machet er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegoffen hat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch deffelben Gnade gerecht und Erben und die HerrHoffnung, das ist je gewißlich wahr. lichkeit des Herrn gehet auf über dir.. Lection, Jes. 60, 1-6. Mache dich auf, werbe& icht, denn 7 Am 1. u. 2. Sonnt. n. d. Erscheinung Christi. Denn siebe, Finsterniß bedecket das er mit ihnen redete. Und er ging Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher, mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade, bei Gott und den Menschen. Epistel, Röm. 12, 1-6. lieben dieſe alle versammelt kommen zu dir. Jurch die Barmherzigkeit Gottes, Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob vertlindigen. daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, weldhes sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich; sondern verändert euch durch Verneuerung euers Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige, und der vollkommene Gottes Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von sich halte, denn sichs gebührt zu halten; sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein Seglicher, nachdem Gott ausgetheilt hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in Einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des anderen Glied, und haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Am 1. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Luc. 2, 42-52. a Jesus zwölf Sahr alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem, und suchten ihn. Und es begab sich nach drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel fizzen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragte, und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siebe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, was meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das Am 2. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Joh. 2, 1-11. n nd am dritten Tage war eine Hochzeit zu Cana, in Galiläa, und die Mutter Jefu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesus zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern. Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkriige gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Sesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Am 3. Sonntage n. d. Erscheinung Christi. 8 Wasser. Und sie fülleten fie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es. Ais aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam( die Tiener aber wußten es, die das Wasser geschöpfet hatten), da rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, alsrann den geringeren; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Und siehe, ein Aussäßiger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an, und sprach: Ich will es thun, sei gereinigt. Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es Niemand; sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn, und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gefund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sonmein Knecht gesund. Denn ich bin ein dern sprich nur ein Wort, so wird Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin; so gehet er; und zum andern: Komme her; so kommt er. Und thut er's. Da das Jesus hörete, verzu meinem Knechte: Thue das; so wunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrl ch, ich Lieber Epistel, Röm. 12, 6- 16. ieben Brüder: Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat Jemand Weiſsa gung, so sei fie dem Glauben ähnlich. Hat Jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret Jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet Jemand, so warte er des Ermahnens. Giebt Jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret Jemand, so sei er sorgfältig. llebet Jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter ein- sage euch, solchen Glauben habe ich ander sei herzlich. Einer komme dem in Israel nicht gefunden. Aber ich sage andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid euch: Viele werden kommen vom Mornicht träge, was ihr thun sollt. Seid gen und vom Abend, und mit Abrabrünstig im Geist. Schicket euch in ham und Isaac und Jacob im Himdie Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, Reichs werden ausgestoßen in die melreich sitzen. Aber die Kinder des geduldig in Trilbfal, haltet an am äußerste Finsterniß hinaus, da wird Gebet. Nehmet euch der Heiligen Noth- jein Heulen und Zähnklappern. Und burst an. Herberget gerne. Segnet, Jesus sprach zu dem Hauptmanne: die euch verfolgen; segnet und fluchet Gehe hin: bir geschehe, wie du ge nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt glaubt hast. Und sein Knecht ward einerlei Sinn untereinander. Trachtet gesund zu derselben Stunde. nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Am 3. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 8, 1-13. Jesus aber vom Berge herab ging, folgte ihm viel Volks nach. Epistel, Röm. 12, 17-21. altet euch nicht selbst für klug. Bergeltet Bisſes Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Frieden. Nächet euch selber nicht, meine Liebsten. sondern gebet Am 4., 5. und 6. Sonnt. n. d. Erscheinung Christi. 9 Raum dem Zorn; denn es steht ge| kam sein Feind, und säete Unkraut schrieben: Die Rache ist mein, ich zwischen den Waizen, und ging dawill vergelten, spricht der Herr. So von. Da nun das Krant wuchs, nun deinen Feind hungert, so speise und Frucht brachte, da fand sich auch ihn; dürftet ihn, so tränke ihn. Wenn das Unkraut. Da traten die Knechte du das thust, so wirst du feurige zu dem Haushalter, und sprachen: Koblen auf sein Haupt sammeln. Laß Herr, hast du nicht guten Saamen dich nicht das Böse überwinden, son auf deinen Acker gesäet? Woher hat dern überwinde das Böse mit Gutem. er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethau. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen, und es ausgäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Laffet beides mit einander wachsen, bis zu der Erndte; und um tern sagen: Sammelt zuvor das Undie Erndtezeit will ich zu den Schnitfkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Waizen sammelt mir in meine Scheuern. Am 4. Sonntage nach der Erscheinung Chriſti. Evangelium, Matth. 8, 23- 27. Un [ nd Jesus trat in das Schiff und seine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erhob sich ein großes Ungestüm im Meer, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf und sprachen: Herr hilf uns, wir verder ben. Da sagte er zu ihnen: Shr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrohete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Epistel, Röm. 13, 8-10, eid Niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüsten; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfaffet: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Am 5. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 13, 24-30. esus legte ihnen ein ander Gleichmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker Epistel, Coloss. 3, 12-17. ( o ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld; und vertrage einer den andern, und vergebet euch untereinander, so Jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut, mit Worten, oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Am 6. Sonntage nach der Erscheinung Chriſti. Evangelium, Matth. 17, 1-9. und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jakobum, Am Sonntage Septuagesima. 10 und Johannem, feinen Bruder, und führete fie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward verkläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete, und sprach zu Jeſu: Herr, hier ist gut sein, willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Most eine, und Elias eine? Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolfe, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschracken sehr. Sefus aber trat zu ihnen, rührte sie an, und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhuben, sahen sie Niemand, benn Jesum alleine. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dies Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. gung aus menschlichem Willen herr sondern die heiligen vorgebracht, Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Am Sonntage Septuagesimä. Evangelium, Matth. 20, 1-16. Cesus Epistel, 2. Petri 1, 16-21. Jeas Himmelreich ist gleich einem Haushalter, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus, um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markte müssig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müssig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müssig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns Niemand gebinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird soll euch werden. Da es nun W ir haben nicht den klugen Fabeln Abend ward, sprach der Herr des gefolget, da wir euch kund ge- Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe than haben die Kraft und Zukunft die Arbeiter, und gieb ihnen den Lohn unsers Herrn Jesu Christi; sondern und hebe an, an den letzten bis zu den wir haben seine Herrlichkeit selber Erften. Da kamen die um die eilfte gesehen, da er empfing von Gott dem Stunde gedinget waren, und empfing Bater Ehre und Preis, durch eine ein Seglicher seinen Groschen. Da aber Stimme, die zu ihm geschah von der die ersten kamen, meinten fie, sie würgroßen Herrlichkeit dermaßzen: Dies den mehr empfangen, und sie empfinist mein lieber Sohn, an dem ich Wohl- gen auch ein Jeglicher seinen Groschen. gefallen habe. Und diese Stimme ha- Und da sie den empfingen, murrten ben wir gehöret vom Himmel gebracht, sie wider den Hausvater, und sprada wir mit ihm waren auf dem heili- hen: Diese letzten haben nur eine gen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkelen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie keine WeissäStunde gearbeitet, und du haft sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm was bein ist und gehe hin. Ich will aber diesen letzten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht Macht zu Am Sonntage Seragesima. 11 thun was ich will, mit dem Meinen?| trug hundertfältige Frucht. Da er fiehest du darum scheel, daß ich so gültig bin? Also werden die Letzten die ersten, und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. Epistel, 1. Cor. 9, 24. 27. u. 10, 1-5. Wiffet ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein Jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges: Sene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Sch laufe aber also, nicht als auf das Ungewisse; Sch| felig werden. fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Bäter sind alle unter der Wolken gewesen, und sind alle durch das Meer gegangen, und sind alle unter Mosen getauft, mit der Wolke und mit dem Meere; und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; fie tranfen aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher war Chriftus. Aber an ihrer vielen hatte Gott teinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. das fagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen: Was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist es gegeben zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon ſehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber dies Gleichniß: Der Saamen ist das Wort Gottes. die es hören; darnach kommt der TeuDie aber an dem Wege sind, das sind, fel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und Die aber auf dem Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und geben hin, unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten ande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Epistel, 2. Cor. 11, 19-33. u. 12, 1-9. Lichen Brüder: Ihr vertraget gern Ihr vertraget, so euch Jemand zu die Narren, dieweil ihr flug seid. Knechten machet, so euch Jemand schindet, so ench Jemand nimmt, fo euch Jemand trotzet, so euch Jemand in das Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun Jemand fühn ist( ich rede in Thorheit, darauf bin ich auch fühn. Sie sind Ebräer; ich auch. Sie sind Ifraeliten; ich auch. Sie sind Abrahams Samen; ich auch. Sie sind Diener Christi( ich rede thörlich), ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, Am Sonntage Sexagesimä. Evangelium, Luc. 8, 4- 15. Da a num vieles Volk bei einander war, und aus den Städten zu Jesu eilten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus zu säen seinen Saamen, und indem er jäete, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verborrete es, darum daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf, und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gutes Land, und es ging auf, und 12 Am Fastnachts- Sonntage. dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Jemand mich höher achte, denn er Tag und Nacht habe ich zugebracht an mir siehet oder von mir höret. in der Tiefe( des Meers). Ich habe Und auf daß ich mich nicht der hooft gereiset, ich bin in Fährlichkeit hen Offenbarung überhebe, ist mir gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämunter den Mördern, in Fährlichkeit lich des Satans Engel, der mich mit unter den Juden, in Fährlichkeit Fäusten schlage, auf daß ich mich unter den Heiden, in Fährlichkeit in nicht überhebe, dafitr ich dreimal den Städten, in Fährlichkeit in der dem Herrn geflehet habe, daß er Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, von mir wiche. Und er hat zu mir in Fährlichkeit unter den falschen gesagt: Laß dir an meiner Gnade Brüdern, in Müh und Arbeit, in viel genügen, denn meine Kraft ist in Wachen, in Hunger und Durst, in den Schwachen mächtig. Darum will viel Fasten, in Frost und Blöße. ich mich am allerliebsten rithmen Ohne was sich sonst zuträgt, nämlich meiner Schwachheit, auf daß die daß ich täglich werde angelaufen, Kraft Christi bei mir wohne. und trage Sorge für alle Gemeinden. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damascus der Landpfleger des Königs Areta, verwahrte die Stadt der Damasker, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße; doch will ich kommen auf die Gefichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht. Gott weiß es). Derselbe waro entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselben Menschen( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward entzückt in das Paradies, und hörte unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann Da von will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheiten. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht Am Fastnachts- Sonntage. Esto mihi oder Quinquagefimä genannt. Evangelium, Luc. 18, 31-43. esus nahm zu sich die Zwölfe, und ben hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden und er wird verspottet, und geschmähet und verspeiet werden. Und sie werden ihn geisfein und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der Keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wusten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörete das Volk, daß durchhin ging, forschte er, was das wäre? Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber, und er rief und sprach: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Die aber vorne an gingen, bedroheten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jesus aber stand stille, und ließ ihn zu sich führen. Da sie ihn abe: nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, das ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, dein Glaube hat bir gehol Am 1. Sonntage in der Faster.. 13 W fen, und alsbald ward er sehend, und Teufel versucht würde. Und da er vierfolgte ihm nach, pries Gott, und zig Tage und vierzig Nächte gefaftet alles Volk, das solches sahe, lobte Gott. hatte, bungerte ihn. Und der Versucher Epistel, 1. Cor. 13, 1-13. trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes enn ich mit Menschen- und mit Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönen des Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüste alle Geheimnisse und alle Erfenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib bren= nen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nütze. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht. Sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das ihre, fie lässet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, ste freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie strenet sich aber der Wahrheit; sie verträgt alles, sie glaubet alles, fie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwert. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da rebete ich wie ein Kind, und war flug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ab, was findisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenn ich es stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. werden. Und er antwortete, und Mensch lebet nicht vom Brod allein, sprach: Es stehet geschrieben: Der sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gebet. Da führete ihn der Teufel mit sie in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Biſt du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du den Fuß nicht an einen Stein stößest. Da sprach Jesus ben: Du sollst sott, deinen Hearn, zu ihm: Wiederum stehet auch geschrienicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr bohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt, und ihre verrlichkeit; und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich andich weg von mir, Satan, denn es betest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe stehet geschrieben: Du sollst anbeter Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dienten ihm. Am 1. Sonntage in der Fasten, Invocavit genannt. Evangelium, Matth. 4, 1-11. a ward Jesus vom Geist in die Wüsten geführt, auf daß er von dem Epistel, 2. Cor. 6, 1-10. Lieben Brüder, wir ermahnen euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der am Tage des Heils geholfen. Sebet, Tag des Heils. Lasset uns aber Niemand irgend ein ergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde. Sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes, nätben, in Aengsten, in Echlägen, in in großer Geduld, in Trübfalen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geifte, Am 2. und 3. Sonntage in der Fasten. 14 in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte, als die Verführer und doch wahrhaftig, als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch Viele reich machen, als die Nichts ir ne haben, und doch Alles haben. Am 2. Sonntage in der Fasten, Reminiscere genannt. Evangelium, Matth. 15, 21-28. Und Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend Tyrus und Sydon. Und siehe, ein Cananäisches Weib ging aus derselben Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner; meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihn seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß fie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er aber antwortete und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schaafen von dem Hause Israel. Sie tam aber, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht sein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glanbe ist groß, dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselben Stunde." Epiftel, 1. Theff. 4, 1-7. Weit eiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein Jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und daß Niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Am 3. Sonntage in der Fasten, Oculi genannt. Jeu Evangelium, Luc. 11, 14-28. esus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen spraen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er vernahm aber ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich triebe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahrt, sv bleibt das seine mit Frieden; wenn aber eint stärkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von den Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, suchet Ruhe und Am 4. Sonntage in der Fasten. findet sie nicht; so spricht er: Jch will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin; und wann er kommt so findet er es mit Besemen gekehret und geschmückt. Dann geht er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselben Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib der dich getragen hat, und die Brüste, die du gefogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Epistel, Ephes. 5, 1-9. ( o seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleich wie Christus uns hat geliebt, und sich selbst dargegeben für uns, zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet; auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziement, sondern vielmehr Danksagung. Denn das follt ihr wissen, daß kein Hurer noch Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Götzendiener), Erbe hat an dem Reiche Christi und Gottes. Laßt ench Niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser Willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. 15 ging hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf, und sieht, daß vieles Volk zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen? ( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: Zwei hundert Pfennige werth Brodes ist nicht genug unter sie, daß ein Jeglicher unter ihnen ein Wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf GerstenBrode und zwei Fische, aber was ist Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es daß unter so viele? Jesus aber sprach: war aber viel Gras an dem Orte. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselben gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie, und füllten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gersten- Broden, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zumt Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Am 4. Sonntage in der Fasten, Lätare genannt. Epistel, Gal. 4, 21- 31. ( aget mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, habt ihr das Gesetz nicht gehöret; Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freyen. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der Evangelium, Joh. 6, 1-15. Darnach fuhr Jesus weg über das aber von der Freyen, ist durch die VerMeer an der Die bedeuten Galiläa. Und es zog ihm vieles Volk nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber etwas. Denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist Am 5. und 6. Sonntage in der Fasten. 16 die Agar. Denn Agar heißt in Arabien der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, dies ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Sei fröhlich du Unfruchtbare, die du nicht gebierest; und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind Isaaks, nach der Verheißung Kinder. Aber gleich wic zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgeten den, der nach dem Geist geboren war, also gebet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohne; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohne der Freyen. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freyen. Am 5. Sonntage in der Fasten, Judica genannt.. Evangelium, Joh. 8, 46-59. esus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort: darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete, ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher geſtorben ist, und die Propheten sind gestorben? Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete! So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sei euer Gott, und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham. euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sahe ihn, und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahr alt, und haft Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. Epistel, Hebr. 9, 11-15. Christus aber ist gekommen, daß er ſek ein Güter, durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also ge= bauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die wie viel mehr wird das Blut Chrifti, Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, der sich selbst ohne allen Wandel durch unser Gewissen reinigen von den todten den heiligen Geist Gott geopfert hat, Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist die unter dem ersten Testament wazur Erlösung von den Uebertretungen, heißene ewige Erbe empfangen. ren, die, so berufen sind, das verAm 6. Sonntage in der Fasten, Palmarum genannt, Evangelium, siehe am ersten Sonntage des Advents. Epistel, Philipp. 2, 5-11. in Jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, Am 1. und 2. heiligen Ostertage. 17 hielt er es nicht für einen Raub, Gott feget den alten Sauerteig aus, auf gleich sein; sondern äußerte sich selbst, daß ihr ein neuer Teig seid, gleich wie und nahm Knechtsgestalt an, ward ihr ungesäuert seid. Denn wir haben gleich wie ein anderer Mensch, und auch ein Osterlamm, das ist Christus, an Geberden als ein Mensch erfun- für uns geopfert. Darum laffet uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schaltheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und Wahrheit. den. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: Daß in dem Namen Jesu fich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf der Erde, und unter der Erde find; und alle Zungen bekennen und fiche, zwei aus den Jüngern des an sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters. Am heiligen Oster- Tage. Evangelium, Marc. 16, 1-8. Und da der Sabbath vergangen war, und Maria Jacobi, und Salome, Specerei, auf daß sie kämen und Jesum salbten. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht; ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, und ist nicht hier, siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und saget es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gefaget hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Entsegen angekommen, und sagten Niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Am zweiten Oster- Tage. Evangelium, Luc. 24, 13- 35. Epistel, 1. Cor. 5, 6-8. Ser Suer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum (@s. Luth.) Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feldweges weit, deß Name heißet Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so rebeten, und befragten ſich mit einihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwis schen euch handelt unterwegs, und seid traurig? Da antwortete einer mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen gesche= hen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes und gefreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Ssrael erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, da solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O, ihr Thoren und träges Herzens, zu 2 18 Am 1. Sonntage nach Ostern. glauben allem dem, das die Propheten gehänget. Denselben hat Gott aufergeredet haben; mußte nicht Christus wecket am dritten Tage, und ihn lassen solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit offenbar werden, nicht allem Volk, soneingehen? Und fing an von Mose und dern uns, den vorerwählten Zeugen allen Propheten, und legte ihnen alle von Gott, die wir mit ihm gegessen Schriften aus, die von ihm gesagt wa- und getrunken haben, nachdem er ren. Und sie kamen nahe zum Flecken, auferstanden ist von den Todten. da fie hingingen, und er stellte sich, als Am 1. Sonntage nach Ostern, wollte er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag Quasimodogeniti genannt. Evangelium, Joh. 20, 19-23. Abend aber hat sich geneiget. Und er ging hinein, Ada die Finger versammelt, und bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankte, brach es, und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselben Stunde, fehrten wieder gen Jerusalem, und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simon erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre, an dem, da er das Brod brach. die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das fagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Bater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden erlaffet, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Section, Ap. Gesch. 10, 34-41. etrus aber that seinen Mund auf P der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Bolk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern 38raels gesandt hat, und verkündigen las sen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herr über Alles, die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott denselben Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umhergezogen ist, und hat wohl gethan, und gesund gemacht Alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen Alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet, und an ein Holz Epistel, 1. Joh. 5, 4-10. Gott überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt die Welt überwindet, oder der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist, und das Wasser, und das Blut; und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ibm. Am 2. und 3. Sonntage nach Ostern. 19 Am 2. Sonntage nach Ostern, ein Kleines, so werdet ihr mich nicht Mifericordias Domini genannt. sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Evangelium, Joh. 10, 12-16. Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist ch bin ein guter Hirte: Ein guter das, daß er saget, über ein Kleines? Hirte läffet sein Leben für die Wir wissen nicht, was er redet. Da Schaafe. Ein Miethling aber, der nicht merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollHirte ist, deß die Schaafe nicht eigen ten, und sprach zu ihnen: Davon fragt sind, siehet den Wolf kommen, und ver- ihr untereinander, daß ich gesagt habe: läffet die Schaafe und flieht; und der Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich Wolf erhaschet und zerstreuet die nicht sehen, und aber über ein Kleines, Schaafe. Der Miethling aber flieht, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, denn er ist ein Miethling, und achtet der wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet Schaafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, weinen und heulen, aber die Welt wird und erkenne die Meinen, und bin be- sich freuen; ihr aber werdet traurig fannt den Meinen, wie mich mein sein, doch eure Traurigkeit soll in Vater kennet und ich kenne den Vater Freude verkehret werden. Ein Weib, und ich lasse mein Leben für die Schaafe. wenn sie gebähret, so hat sie TraurigUnd ich habe noch andere Schaafe, die keit, denn ihre Stunde ist gekommen; sind nicht aus diesem Stalle. Und die- wenn sie aber das Kind geboren hat, selben muß ich herführen, und sie werdenkt sie nicht mehr an die Angst um den meine Stimme hören, und wird der Freude willen, daß der Mensch Eine Heerde und Ein Hirte werden. Epistel, 1. Petr. 2, 21-25. enn dazu seid ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in ſeinem der schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunder ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schaafe; aber ihr seid nun bekebret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen; und an demselben Tage werdet ihr mich nichts fragen. mres, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen Etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er faget zu uns: Ueber Epistel, 1. Petr. 2, 11-20. Lieben Brüder, ich ermahne euch, als Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten; und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von llebelthätern, enre guten Werke sehen, und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptlenten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Ulebelthäter, und zu Lobe Am 3. Sonntage nach Ostern, Gottes, daß ihr mit Wohlthun verden Frommen. Denn das ist der Wille Jubilate genannt. stopfet die Unwissenheit der thörichten. Evangelium, Joh. 16, 16-23. Menschen, als die Freien, und nicht eber ein Kleines, so werdet ihr mich als hättet ihr die Freiheit zum Deckelnicht sehen, und aber über ein Kleider Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Shr Knechte seid unterthan mit aller Furcht beu Herrn, 2* Ueber 20 Am 4. und 5. Sonntage nach Ostern. nicht allein den Gütigen und Gelinden, zeuget nach seinem Willen durch das sondern auch den Wunderlichen. Denn Wort der Wahrheit, auf daß wir wären das ist Gnade, so Jemand um des Ge- Erstlinge seiner Kreaturen. Daram, wissens Willen zu Gott das Uebel ver- lieben Brüder, ein jeglicher Mensch trägt und leidet das Unrecht. Denn sei schnell zu hören, langsam aber zu was ist das für ein Ruhm, so ihr um reden, und langsam zum Zorn. Denn Missethat willen Streiche leidet? Aber des Menschen Zorn thut nicht, was wenn ihr um Wohlthun willen leidet vor Gott recht ist. Darum so leget ab, und erduldet, das ist Gnade bei Gott. alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzt ist, welches kann eure Seelen selig machen. Am 4. Sonntage nach Ostern, Cantate genannt. Evangelium, Joh. 16, 5-15. un aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch gerebet habe, ist euer Herz voll Traurens geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so tommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbe kommt, der wird die Welt strafen, um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbe wird mich verklären, denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. Nun Am 5. Sonntage nach Ostern, Rogate genanni. Evangelium, Joh. 16, 22:30. ahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet; es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselben Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will. Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich Jemand frage, darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen biſt. Epistel, Sak. 1, 22-27. Epistel, Sak. 1, 17-21. eid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch lle gute Gabe und alle vollkommene selbst betriiget. Denn so Jemand ist Gabe kommt von oben herab, von ein Hörer des Worts, und nicht ein dem Vater des Lichts, bei welchem ift Thäter, der ist gleich einem Manne, keine Veränderung noch Wechsel des der sein leibliches Angesicht im Spiegel Lichts und Finsterniß. Er hat uns ge-/ beschauet. Denn nachdem er sich beAle Am Fest der Himmelfahrt Christi. Am 6. Sonnt. n. Ostern. 21 schauet hat, gehet er von Stund an davon, und vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Geseß der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich Femand unter euch läßt dunken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführt sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Bater ist der: Die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. nommen ward, nachdem er den Apofteln ( welche er hatte erwählt,) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte, welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte, durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sons dern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( ſprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Waffer getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lang nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich 38rael? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit ober Am Fest der Himmelfahrt Christi. Evangelium, Marc. 16, 14-20. da die der Vater offenbarte sich der Herr und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten, auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird felig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besfer mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, warb er aufgehoben gen Himmel, und fizet zur rechien Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte Am 6. Sonntage nach Ostern, Exaudi genannt. Evangelium, Joh. 15, 26-27 und 16, 1-4. kommen mit ihnen, und bekräftigte das Wort We wird, welchen ich euch senden durch mitfolgende Zeichen. werde vom Bater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Section, Ap. Gesch. 1, 1-11. ie erste Rede habe ich zwar gethan lieber Theophile, von allem dem, das Jesus anfing, beides, zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgevorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Serusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolfe | nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, stehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. 22 Am heiligen Pfingsttage. Sie werden euch in den Bann thun.| freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch zum Bater; denn der Vater ist größer, tödtet, wird meinen, er thue Gott einen denn Und nun habe ich es euch Dienst daran. Und solches werden sie gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, euch darum thun, daß sie weder meinen wenn es nun geschehen wird, daß ihr Vater noch mich erkennen. Aber solches glaubet. Ich werde hinfort mehr nicht habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn viel mit euch reden, denn es kommt der die Zeit kommen wird, daß ihr daran Fürst dieser Welt, und hat nichts an gedenket, daß ich es euch gesagt habe. mir. Aber, auf daß die Welt erkenne, Solches aber habe ich euch von Anfang daß ich den Vater liebe, und ich also nicht gesagt, denn ich war bei euch. thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. Epistel, 1. Petr. 4, 8-11. ( o seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander, ohne Murmeln. Und dienet einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnaden Gottes. So Jemand redet, daß er es rebe, als Gottes Wort. So Jemand ein Amt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesum Christum, welchem sei Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lection, Apost. Gesch. 2, 1:13. Am heiligen Pfingst- Tage. Evangelium, Job. 14, 23-31. Cesus antwortete, und sprach zu ihm: Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilt, als wären fie feurig; und er setzte sich auf einen Seglichen unter ihnen. Und wurden Alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschahe, kam die Menge zusammen. und wurden bestürzt, denn es hörte ein Wer mich liebet, der wird mein Jeglicher, daß sie mit seiner Sprache Wort halten; und mein Vater wird ihn redeten. Sie entsetzten sich aber Alle, lieben, und wir werden zu ihm kommen, verwunderten sich und sprachen unterund Wohnung bei ihm machen. Wer einander: Siehe, sind nicht diese Alle, aber mich nicht liebet, der hält meine die da reden, aus Galiläa? Wie hören Worte nicht. Und das Wort, das ihr wir dann ein Seglicher seine Sprache, höret, ist nicht mein, sondern des Va- darinnen wir geboren sind? Parther ters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wird es euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien, und in Judäa und Cappadocien, Ponto und Asien, Phrygien und Pamphilien, Egypten und an den Enden der Lybien, bei Cyrene, und Ausländer von Nom, Juden und Judengenoffen, Creter und Araber! wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reben. Sie entsetzten sich aber Alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Am 2. heiligen Pfingsttage. Am Sonntage Trinitatis. 23 Jet Am zweiten Pfingst- Tage.. mus, ein Oberster unter den Juden. Der Evangelium, Joh. 3, 16-31. kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach gesus sprach zu Nicodemo: Also hat zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist Gott die Welt geliebet, daß er seinen ein Lehrer von Gott gekommen; denn eingeborenen Sohn gab, auf daß Alle, Niemand kann die Zeichen thun, die du die an ihn glauben, nicht verloren wer- thuft, es sei denn Gott mit ihm. Jesus den, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gefandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist; und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht. Denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der basset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestrafet werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Lection, Ap. Gefch. 10, 42-48. antwortete, und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden: Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Semand geboren werde aus dem Waffer und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden. Der Wind blässet, wo er will, und du höreft sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. kommt, und wohin er fährt. Also ist ein er Herr hat uns geboten zu prediz gen dem Volk, und zu zeugen, daß icodemus antwortete und sprach zu er ist verordnet von Gott, ein Richter ihm: Wie mag solches zugehn? Jesus der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch ein Meister in Israel, und weißt das antwortete, und sprach zu ihm: Bist du seinen Namen Alle, die an ihn glauben, nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage Vergebung der Sünden empfangen sol- dir: Wir reden, das wir wissen, und ien. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf Alle, die dem Worte zuhörten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen werde. Denn sie hörten, daß fie mit Zungen redeten, und Gott hoch priefen. Da antwortete Betrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getruft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleich wie auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. zeugen, das wir gesehen haben, und ihr bet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen nehmet unser Zeugniß nicht an. GlanDingen sage, wie würdet ihr glauben, fagen würde? Und Niemand fährt gen wenn ich euch von himmlischen Dingen immel, denn der vom Himmel hernies der gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistel, Röm. 11, 33-36. Am Sonntage Trinitatis, oder, am sest der beil. Dreifaltigkeit. Evangelium, Joh. 3, 1-15. welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erkennt& 8 war aber ein Mensch unter den niß Gottes! Wie gar unbegreiflich find Pharisäern, mit Namen Nicode- seine Gerichte, und unerforschlich seine 24 Am 1. und 2. Sonntage nach Trinitatis. Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn ihnen ginge, so würden sie Buße thun. erkannt? Oder, wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder, wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit, Amen. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstünde. Am 1. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 16, 19-31. 8 war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf und sahe Abraham von ferne und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Bater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarum, daß er das Neußerste seines Fingers ins Wasser tauche und tühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet und du wirst gepeiniget. Und über das Alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht und auch nicht von dannen zu uns herüber fabren. Da sprach er: So bitte ich dich, Bater, daß du ihn sendest in meines Baters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an die sen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselben hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu Epistel, 1. Joh. 4, 16-21. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebt. So Jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Am 2. Sonntage nach Trinitat. zu. Evangelium, Luc. 14, 14-24. Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud Viele daUnd sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist Alles bereitet. Und sie fingen an, Alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker kauft und muß hinausgehen und ihn ge= besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Andere sprach: Sch habe fünf Joch Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, ste zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen und Krüppel, und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr es ist geschehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus an Am 3. und 4. Sonntage nach Trinitatis. 25 die Landstraßen und an die Zäune lieret, die nicht ein Licht anzünde und und nöthige ste herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich fage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. fehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Frenet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Ve Epistel, 1. Joh. 3, 13-18. erwundert euch nicht, meine Britder, ob euch die Welt haffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebt, der bleibt im Tode. Wer seinen Bruder haffet, der ist ein Todtschläger; und ihr wiffet, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber Jemand dieser Welt Güter hat und siehet seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Epistel, 1. Petr. 5, 6-11. ( o demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorget für euch. Seid nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe und suchet, welchen er verschlinge. Dem widersteht fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit, in Christo Jesu, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, fräftigen, gründen. Demselben sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Am 3. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 15, 1-10. 5s naheten aber zu Jesu allerlei Zöll- Am 4. Sonntage nach Trinitat. ner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß, und sprach: welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schaafe hat und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seinen Freunden und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so fie der einen verEvangelium, Luc. 6, 36-42. arum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wir euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, ge= rütteltes und überflüssiges Maas wird man in euren Schoos geben; denn eben mit dem Maas, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? 26 Oder, wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Am 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Röm. 8, 18-23. enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie von unterworfen hat auf Hoffnung. Denn dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Am 5. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 5, 1-11. Es begab sich aber, da fich das Volk ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie sunken. Da das Simon Petrus sabe, fiel er Jesu zu. den Knieen und sprach: Herr, gebe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken angekommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit= einander gethan hatten, deffelbigen die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen, gleichen auch Jakobum und Johannem, und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie führten die Schiffe zu Lande und verließen alles und folgeten ihm nach. Epistel, 1. Petr. 3, 8- 15. Endlich aber seid allesammt gleich gesinnet, mitleidig, Gottes, und er stand am See Genezareth und sabe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Netze. Da trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führte. Und er setzte sich und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe und werfet eure Meße aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Neß auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kämen und hülfen ihnen barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Echeltwort, sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes: er suche Friede und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn sieht auf die, die da Böſes thun. hören wer ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet ench aber vor ihrem Trotzen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. Am 6. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Matth. 5, 20-26. s sei denn eure Gerechtigkeit beffer, der und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten, wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber fage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder saget: Racha! Am 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. der ist des Raths schuldig. Wer aber faget: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf den Altar opferst, und wirft allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe: So laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Cei willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter und der Richter überantworte dich dem Diener und werdest in den Kerler geworfen. Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Epistel, Röm. 6, 3-11. W iffet ihr nicht, daß alle, die wir in Jefum Christum getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? so sind wir mun mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferweckt von den Todten, durch die Herrlichkeit des Baters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein. Dieweil wir wisfen, daß unser alter Mensch ſammit ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinført der Siinde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden und wissen, daß Christus, von den Todten er: wecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem mal, daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Chrifto Jesu, unserm Herrn. Am 7. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Marc. 8, 1-9. der Zeit, da vieles Volk da war, 34 27 seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharrt und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüsten, baß wir sie fättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß fie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode und dankte und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselben vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte und bieß dieselben auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. Epistel, Röm. 6, 19-23. d der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder bege= ben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr ihr nun zu der Zeit für Frucht? welcher frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber Knechte geworden, habt ihr eure Frucht seid von der Sünde frei und Gottes daß ihr heilig werdet; das Ende aber Günden Gold, aber die Gabe Gottes das ewige Leben. Denn der Tod ist der ist das ewige Leben, in Christo Jesu unserm Herru. Am 8. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Matth. 7, 15-23. ehet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schaafskleidern zu euch kommen; inwendig aber find fie reißende Wölfe. An ihren Früchten 28 Am 9. Sonntage nach Trinitatis. Trauben lesen von den Dornen, oder| Güter umgebracht. Und er forderte ihn Feigen von den Disteln? Also, ein jeg- und sprach zu ihm: Wie höre ich das von ficher guter Baum bringet gute Früch dir? Thue Rechnung von deinem Hauste; aber ein fauler Baum bringet arge halten? denn du kannst hinfort nicht Früchte. Ein guter Baum kann nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter arge Früchte bringen, und ein fauler sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Baum kann nicht gute Früchte bringen. Mein Herr nimmt das Amt von mir, Ein jeglicher Baum, der nicht gute graben mag ich nicht, so schäme ich mich Früchte bringet, wird abgebauen und zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun in das Feuer geworfen. Darum, an will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. werde, daß sie mich in ihre Häuser nehEs werden nicht Alle, die zu mir sagen: men. Und er rief zu sich alle Schuldner Herr, Herr, in das Himmelreich kom- seines Herrn und sprach zu dem ersten: men; sondern die den Willen thun Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? meines Vaters im Himmel. Es werden Er sprach: Hundert Tonnen Dels. Und Viele zu mir sagen an jenem Tage: er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, Herr, Herr, haben wir nicht in deinem seze dich und schreibe flugs funfzig. Namen geweisfaget? Haben wir nicht Darnach sprach er zu dem andern: Du in deinem Namen Teufel ausgetrie- aber, wie viel bist du schuldig? Er ben? Haben wir nicht in deinem sprach: Hundert Malter Weizen. Und Namen viel Thaten gethan? Dann er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief werde ich ihnen bekennen: Ich habe und schreibe achtzig. Und der Herr euch noch nie erkannt, weichet alle fobete den ungerechten Haushalter, von mir, ihr lebelthäter. daß er flitglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind flüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen, in die ewigen Hütten. Epistel, Röm. 8, 12-17. ( o find wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die find Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Der felbe Geist giebt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Am 9. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 16, 1-9. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Epistel, 1. Cor. 10, 6-13. Das ist aber uns zum Vorbild geſchehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener Etliche worden, als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei trieben und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihn versuchten und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener Etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer fich Am 10. und 11. Sonntage nach Trinitatis. läßt dünfen, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch teine, denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. 29 es ist ein Herr. Und es find mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gett, der da wirket Alles in Allen. Ja einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demselbigen Geist; einem Andern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem Andern sagung; einem Andern Geister zu unterWunder zu thun; einem Andern Weisscheiden; einem Andern mancherlei Sprachen; einem Andern die Sprachen auszulegen. Dies aber Alles wirkt derselbige einige Geist und theilt einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. Am 11. Sonntage nach Trinitatis. Am 10. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 19, 41- 48. u Evangelium, Luc. 18, 9-14. er Etlichen, nd als er, der Herr Jesus, nahe hinzu kam, sabe er die Stadt an, und weinete über sie und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du anch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, en allen Orten angsten und werden ſelbst vermaßen, daß fie fromm dich schleifen und keinen Stein auf dem wären und verachteten die Andern, andern lassen, darum, daß du nicht ein solches Gleichniß: Es gingen zwei erkennet hast die Zeit, darinnen du Menschen hinauf in den Tempel zu beimgesucht bist. Und er ging in den beten, einer ein Pharisäer, der andere Tempel und fing an auszutreiben, die ein Zöllner. Der Pharisäer stand und darinnen verkauften und kauften; und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder habt es gemacht zur Mördergrube. auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweiUnd er lehrte täglich im Tempel. Aber mal in der Woche und gebe den Zehnten die Hohenpriester und Schriftgelehrten von Allem, was ich habe. Und der Zöllund die Vornehmsten im Boll, trach- ner stand von ferne, wollte auch seine teten ihm nach, daß sie ihn umbrächten Augen nicht aufheben gen Himmel; und fanden nicht, wie sie ihm thun sondern schlug an seine Brust und sollten; denn alles Volk hing ihm sprach: Gott, sei mir Sünder gnäan und hörete ihn. dig! Ich sage euch! Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1. Cor. 12, 1-11. V on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den wurtet. Darum thue ich euch kund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber Epistel, 1. Cor. 15, 1-10. h ch erinnere euch aber, lieben Brilder, des Evangelii, das ich euch vera fündigt habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hät 30 tet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch Viele leben, Etliche aber sind entschiafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobe, darnach von allen Aposteln. Am 1: zten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln; als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe vielmehr gearbeitet, denn sie Alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Am 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. Am 12. Sonntage nach Trinitatis. Und Evangelium, Marc. 7, 31-37. nd da der Herr Jesus wieder ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zeben Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders und legte ihm die Finger in die Ohren und spützte und rührte seine Zunge und fabe auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephatal das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf und das Band seiner Zunge ward los und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maaße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Epistel, 2. Cor. 3, 4-9. in solches Vertrauen aber haben wir zu nicht, daß wir tüchtig sind von uns selbst, etwas zu denken, als von uns selbst, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott; welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israels nicht konnder Klarheit willen seines Angesichts, ten ansehen das Angesicht Mosis, um die doch aufhörte. Wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammaiß predigt, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit predigt, überschwengliche Klarheit. Am 13. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 10, 23:37. esus wandte sich zu seinen JünSelig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet und haben es nicht gesehen; und hören, das ihr höret und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächfter? Da antwortete Jesus und sprach: Am 14. Sonntage nach Trinitatis. Es war ein Mensch, der ging von Jerufalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog und da er ihn sabe, ging er vorüber. Desselben gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin und da er ihn sahe, jammerte ihn seiner, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Del und Wein und hob ihn auf sein Thier und führete ihn in die Herberge, und pflegte seiner. Des andern Tages reisete er und zog heraus zwei Ground gab sie sprach zu ihm: Pflege seiner und so du was mehr wirst darthun, will ich dir es bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünkt dich, der unter diesen breien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Epistel, Gal. 3, 15-22. 31 Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißung? Das sei ferne. Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Am 14. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 17, 11-19. [ nd es begab sich, da Jesus reisete Samaria und Galilää. Und als er in gen Jerusalem, zog er mitten durch einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und spras chen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sabe, daß er gesund worden war, kehrete licher Weise reden: Verachtet man Stimme und fiel auf sein Angesicht zu und mit lauter doch eines Menschen Testament nicht, seinen Füßen und dankte ihm und das wenn es bestätiget ist und thut auch war ein Samariter. Jesus aber antnichts dazu. Nun ist ja die Verheißung wortete und sprach: Sind ihrer nicht Abraham und seinem Saamen zugesagt. zehn rein geworden? Wo sind aber die Er spricht nicht, durch die Saamen, als neune? Hat sich sonst keiner gefunden, durch viele, sondern als durch einen, der wieder umkehrete und gäbe Gott durch deinen Saamen, welcher ist die Ehre, denn dieser Fremdling? Und Christus. Ich sage aber davon: das er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe Testament, das von Gott zuvor bestäti- hin, dein Glaube hat dir geholfen. get ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verbeißung sollte durch das Geſetz aufhören, welches gegeben über vierhundert nachher. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenket. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Saame käme, dem die Verheißung geschehen ist und ist gestellt von den Engeln, durch die Hand des Epistel, Gal. 5, 16-24. Nieben Brüder, wandelt im Geiſt, ſo werdet ihr des nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch. Dieselbige find wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wolltet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesebze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, 32 Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Born, 3ant, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Chriftum angehören, die freuzigen ihr Fleisch, sammt den Lüsten und Begierden. Am 15. und 16. Sonntage nach Trinitatis. Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Ni Evangelium, Matth. 6, 24-34. iemand kann zweien Herren dienen, entweder er wird einen haffen, und den anderen lieben, oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an; sie säen nicht, sie erndten nicht, fie sammeln nicht in die Scheunen und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; fie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; follte er das nicht vielmehr euch thun? Dihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine forgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epistel, Gal. 5, 25 n. 6, 1-10. ( o wir im Geiste leben, so laßt une auch im Geiste wandeln. Laßt uns nicht eitler Ehre geizig sein unter einander( uns) zu entrüsten und zu haffen. Lieben Brilder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Laft, so werdet ihr das Gefeß Christi erfüllen. So aber sich Jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Seglicher aber priife sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine eigene Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er erndten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben erndten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so laffet uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genoffen. Am 16. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 7, 11-17. und es begab sich darnach, daf Jesus mit Nain ging und seiner Jünger gingen viel mit ihm und vieles Bolf. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siebe, da trug man einen Todten heraus 33 säer, auf einen Sabbath, das Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist es auch recht auf den Sabbath beilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt und er nicht alsbald ihn heraus zieht am Sabbathtage? Und fie fonnten ihn darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, Epistel, Ephes. 3, 13-21. wie sie erwählten oben an zu sitzen und sprach zu ihnen: Wenn du von Lieben Brüder, darum bitte ich, daß Jemand geladen wirst zur Hochzeit, ihr nicht müde werdet um meiner so sebze dich nicht oben an, daß nicht Triibsal willen, die ich für euch leide, etwa ein Ehrlicherer, denn du, von welche euch eine Ehre sind. Derhalben ihm geladen sei; und so dann kommt, beuge ich meine Kniee gegen den Vater der dich und ihn gelaben hat, spreche unsers Herrn Jesu Christi, der der zu dir: Weiche diesem! und du müsseft rechte Vater ist über Alles, was da dann mit Schaam unten an sigen. Kinder heißt im Himmel und auf Erden, Sondern, wenn du geladen wirst, so daß er euch Kraft gebe nach dem Reich- gehe hin und setze dich unten an, auf thum seiner Herrlichkeit, stark zu werden daß, wenn da kommt, der dich geladen durch seinen Geist an dem inwendigen hat, spreche zu dir: Freund, rücke Menschen und Christum, zu wohnen hinauf; dann wirst du Ehre haben vor durch den Glauben in eurem Herzen, denen, die mit dir zu Tische sizen. und durch die Liebe eingewurzelt und Denn wer sich selbst erhöhet, der soll gegründet zu werden, auf daß ihr erniedriget werden; und wer sich begreifen möget mit allen Heiligen, selbst erniedrieget, der soll erhöhet welches da sei die Breite und die werden. Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllt werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich thun kann über Alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Am 17. Sonntage nach Trinitatis. ber ein einziger Sohn war seiner Mutter und sie war eine Witwe und vieles Volk aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselben und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu und rührte den Sarg an und die Träger standen. Und er sprach: Süngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Epistel, Ephes. 4, 1-6. ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie es sich gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld und vertraget Einer den Andern in der Liebe und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater( unser) Aller, nd es begab sich, daß Jesus kam in der da ist über euch Alle und durch ein Haus eines Obersten der Phari-| euch Alle und in euch Allen. 3 Am 17. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 14, 1-11. Un ( Ev. Luth.) 34 Am 18., 19. und 20. Sonntage nach Trinitatis. Am 18. Sonntage nach Am 19. Sonntage nach Trinitatis. Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 34-46. a aber die Pharisäer hörten, daß Jefus den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten ste fich. Und Einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zwei Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dünkt euch um Chrifto? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn: da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn, Seße dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel, 1. Cor. 1, 4-9. d renthalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht in aller Lehre und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt, an irgend einer Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesu Christi. Welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jefu Chrifti. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Evangelium, Matth. 9, 1-8. a trat er, der Herr Jesus in das und kam in seine Stadt. Und siehe, da und wieder herülber brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er mein Sohn, deine Sünden sind dir verzu dem Gichtbrüchigen: Sei getroft, geben. Und stehe, Etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen; Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe heim. Und er stand auf und wunderte es sich und preisete Gott, der ging heim. Da das Volk das sahe, versolche Macht den Menschen gegeben hat. Epistel, Ephes. 4, 22-28. o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüfte in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffner Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab mit seinem Nächsten, fintemal wir untereinander Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Zorne untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Am 20. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 2-14. Das Himmelreich ist gleich einem Kö nige, der seinem Sohne Hochzeit Am 21. Sonntage nach Trinitatis. machte. Und sandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit rufeten, und sie wollten nicht kommen. Abermal fandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen, stehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine sen und mein Mastvieh ist geschlachtet und alles bereit, tommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen feine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zor nig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste warens nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen und brachten zusammen, wen fie fanden, böse und gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen und sabe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereingekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an: Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 5. 15-21. ( o fehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen sondern als die Weifen. Und schicket cuch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes. Und redet untereinander von Pfalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen: Und saget Dank allezeit für alles, Gott und den. Vater in dem Namen unseres Herrn Jesu Christi. Und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. 35 Evangelium, Joh. 4, 47-54. hd es war ein Königischer, deß Sohn lag frank zu Capernaum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläa und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er hinab käme und hülfe seinem Sohne; denn er war tedtkrant. und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm fagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es beffer mit ihm geworden war. Und fie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläa kam. Epistel, Ephes. 6, 10-17. ulett, in viele find verufen, aber wenige find 3 lent seren, und in der Macht ſeiaußerwählt. ner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Tenfels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu fämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tag' Widerstand thun und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So ftehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit; und an Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet feid. Vor allen Dingen aber 3* Am 22. und 23. Sonntage nach Trinitatis 36 ergreifet den Schild des Glaubens, mit ihr könnet alle rige Pfeile des Bösewichts und net met den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 18, 23-35. Epistel, Phil. 1, 3-11. ch meinem oft urer gedente( welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch Alle und thue das Gebet mit Frenden), über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselben in guter Zuversicht daß der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir von euch allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr Alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zenge, wie mich nach euch Allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und anstößig, bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit die durch Jesum Christum geschehen ( in euch), zur Ehre und Lobe Gottes. Das Da König, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verlaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts und ließ ihn los und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an und würgte ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn in das Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mit-| fingen in seiner Rede. Und sandten zu techte solches sahen, wurden sie sehr ihm ihre Jünger, sammt Herodes Diebetrübt und kamen und brachten vor ner und sprachen: Meister, wir wissen ihren Herren alles, was sich begeben daß du wahrhaftig bist und lehrest den hatte. Da forderte ihn sein Herr vor Weg Gottes recht und du frageft nach sich und sprach zu ihm: Du Schalts- Niemand, denn du achtest nicht das Anfnecht, alle deine Schuld habe ich dir sehen der Menschen. Darum sage uns, erlassen, dieweil du mich batest; solltest was dünkt dich: Ist es recht, daß man du denn dich nicht auch erbarmen über dem Kaiser 3ins gebe oder nicht? Da deinen Mitknecht, wie ich mich über nun Jesus merkte ihre Schalkheit, dich erbarmet habe? Und sein Herr sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ward zornig und überantwortete ihn ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. den Peinigern, bis daß er bezahlte Und sie reichten ihm einen Groschen dar. alles was er ihm schuldig war. Also Und er sprach zu ihnen: Weß ist das wird euch mein himmlischer Vater auch Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen thun, so ihr nicht vergebet vont eurem zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu Herzen, ein Jeglicher seinem Bruder ihnen: So gebet dem Kaiser, was des seine Fehler. Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Am 23. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 15-22. a gingen die Pharisäer hin und Am 24. und 25. Sonntage nach Trinitatis. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon. Epiftel, Phil. 3, 17-21. olget mir, lieben Brüder und sehet auf die, die also wandeln wie ihr uns habet zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber fage ichs auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Chrifti, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. 37 Am 24. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 9, 18-26. a Jesus solches mit ihnen redete, Epiftel, Coloff. 1, 9-14. Derhalben auch wir, von dem Tage da wir es hören wir nicht auf für euch zit betent und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand: daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem gefallen und fruchtbar seid in allen guten Werken und wachset in der Erkenntniß Gottes und gestärfet werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Bater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheile der Heiligen im Licht. Welcher uns errettet hat voit der Obrigkeit der Finsterniß und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes. An welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Am 25. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 24, 15-28. enn ihr nun werdet den Westeel der Verwüstung, davon und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, gesagt ist durch den Propheten Daniel, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber daß er stehet an der heiligen Stätte komm und lege deine Hand auf sie, so( wer das liefet, der merke darauf!). wird sie lebendig. Und Jesus stand auf Alsdann fliehe auf die Berge, wer im und folgte ihm nach und seine Jünger. jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Und siehe ein Weib, das zwölf Jahre den Dache ist, der steige nicht hernieder, Blutgang gehabt, trat von hinten zu etwas aus seinem Hause zu holen. ihm und rührte seines Kleides Saum an. Und wer auf dem Felde ist, der kehre Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte nicht um. seine Kleider zu holen. ich nur sein Kleid anrühren, so würde Wehe aber den Schwangern und Säuich gesund. Da wandte sich Jesus um, gern zu der Zeit. Bittet aber, daß und sahe sie und sprach: Sei getrost eure Flucht nicht geschehe im Winter. meine Tochter, dein Glaube hat dir ge- oder am Sabbath. Denn es wird alsholfen. Und das Weib ward gesund zu dann eine große Trübsal sein, als nicht derselben Stunde. Und als er in des gewesen ist, von Anfang der Welt Obersten Haus kam und sahe die Pfeifer bisher und als auch nicht werden wird. und das Getümmel des Volks, sprach er Und wo diese Tage nicht würden verkürzu ihnen: Weichet, denn das Mägdleinzet, so würde kein Mensch selig; aber ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie um der Auserwählten willen werden verlachten ihn. Als aber das Volk aus getrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand, da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht er scholl in dasselbige ganze Land. die Tage verkürzet. So alsdann Jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Chrifti und falsche Propheten aufste 38 Am 26. Sonntage nach Trinitatis. hen und große Zeichen und Wunder| Böcken scheidet. Und wird die Schafe thun, daß verführet werden in den Irrthum( wo e8 möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste; so gehet nicht hinaus. Siehe, er ist in der Kammer; so glaubet es nicht. Denn gleich wie der Blitz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. zu seiner Rechten stellen und die Bucke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen und ihr seid zu mir gekommen. Dann Epistel, 1. Theff. 4, 13-18. Dir der, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die Andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben daß Jesus gestorben und auferstangen ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder tommen vom Himmel; und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 25, 31-46. We enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er stten auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den und fragen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeiset? Oder durstig und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gaft gesehen und beherberget? Oder nackt und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich trant oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen? und der König wird antworten und fagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage ench: Was ihr gethan habt einem unter die sen meinen greingsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mit, ihr Versluchten, in das ewige Fetter, das bereitet iſt dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mich nicht gespeiset. Jch bin durstig gewesen und ihr habt mich nicht getränket. Jch bin ein Gast gewesen und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antwor ten und sagen; Herr, wann habent wir dich gesehent hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackt, oder krank, oder gefangen und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Am 27. Sonntage nach Trinit. Am Tage Mar. Rein. 39 Epißtel, 2. Theff. 1, 3-10. Wi ir sollen Gott danken allezeit um euch, heben Beliver, wie es billig ift, denn euer Glaube wächset sehr und bie Liebe eines Jeglichen unter euch Allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen uuter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübfalen, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Goit recht richten wird und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet; nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen. Euch aber, die ihr Trubsal leidet, Ruhe mit uns, wann nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner Kraft und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unse: s Herrn Jefu Chrifti; welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Angesicht des Herrn und von seiner herrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen und wunderbar mit allen Gläubigen. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 17, 1-9. Siehe oben am 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epiftel, 2. Petri 3, 3-13. Lieben Dieben Brüder: wisset das aufs Erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nach dem die Väter entschlafen sind, bleibet es Alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber Muthwillens wollen sie nicht wissen daß der Himmel vor Zeiten auch war; dazu die Erde aus Wasser und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit bie Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jepund und die Erde werden burch sein Wort gesparet, daß sie zum Fener behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosea Menschen. Eins aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist, wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Berheissung, wie es Etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß Semand verloren werde, sondern daß sich Jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Huze zerschmelzen und die Erde und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das Alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Un Am Tage Mariä Reinigung. Evangelium, Luc. 2, 22-32. nd da die Tage ihrer Reinigung brachten sie das Kind Jusu gen Jerunach dem Gesetz Mosis kamen, salem, auf daß sie ihn darstellten dem Herrn( Wie den geschrieben steht in dem Gesetz des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiligt heißen;) Und daß sie gäben das Opfer, nach dem gesagt ist im Gesetz des Herrn: Ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels und der heilige Geist warin ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geiste er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und kam aus Auregen des Geistes in 40 Am Tage der Verkündigung Mariä. den Tempel. Und da die Eltern das zu ihe: Fürchte dich nicht, Maria, du Kind Jesas in den Tempel brachten, hasi nade bei Gott gefunden. Siehe, daß fie für ihn thäten, wie man pfle- d: wirst schwanger werden im Leibe; get nachtem Gesetz; da nahm er ihn und einen Sohn gebären, deß Namen auf seine Arme und lobte Gott und sollst du Jesus heißen. Der wird groß sproch: Herr, nun läsfest du deinen und ein Sohn des Höchsten genannt Diener in Frieden fahren, wie du werden; und Gott der Herr wird ihm gesagt hast; denn meine Augen haben den Stuhl seines Vaters Darir geben beinen Heiland gesehen, welchen du und er wird ein König sein über das bereitet hast vor allen Völkerr, ein Haue Jacoba etsiglich und seines KöLicht zu erleuchten die Heiden und zum nigsreics wird kein Ende sein. Da Preis tein- 8 Volks Israel. sprach Maria zu dem Engel: Wie soll Sas zugehen? Sintemal ich von feinem Manne weiß. Der Engel ant wortete und sprach zu ih:: Der heilige Geist wird über dich tommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und stehe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Niter und gehet jetzt im sechsten Monden, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd: mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied you thr. Section, Maleach. 3, 1-4. iehe, ich will meinen Engel senden der vor mir her den Weg bereiten soll. Und ćaid wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht und der Ergel des Bundes, deß ihr begebit. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wann er wird erscheinen? Denn er ist wie das Fener eines Gold: schmiedes und wie die Seife der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levis reinigen und läutern wie Gold und Silber; dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Judas und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Am Tage der Verkündigung Mariä. Evangelium, Luc. 1, 26-38. Und nd im sechsten Monden war der Engel Gabriel gesandt von Gott, in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause Davids und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßet seist du Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeiete unter den Weibern. Da sie ihn aber sahe, erschrack sie über seine Rede und gedachte, welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach Section, Jes. 7, 10-16. Und der Herr redete abermal zu Ahas und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott; es sei unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Abas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan! so höret ihr vom Hause Davids: Ist es euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum, so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lernet Böses verwerfen und Gutes erwählen, wird das Land, dafür dir grauet, verlassen sein von seinen zween Königen. Kleine Katechismus Herrn Dr. Martin Luthers. Der Fünfzehnte Auflage. N. G. Elwert'sche Universitäts- Buchhandlung in Marburg. 1878. Frage und Antwort für die Kinder, so da sollen confirmiret und zum erstenmal zur Communion gelassen werden. Ja, Herr! Der Kirchendiener fragt das erste Kind: Bist du ein Christ? Woher weißt du das? Daher, daß ich getauft bin auf den Namen unsers Herrn Jesu Christi, und die christliche Lehre weiß und glaube. Welches ist denn die christliche Lehre? Die in den Schriften Mosis, der Propheten und Apostel verfasset und begriffen ist. Wie viel Hauptstücke hat die christliche Lehre? Fünf. Die zehen Gebote Gottes. Das erste: Das andere: Die Artikel des christlichen Glaubens. Das dritte: Das Gebet des Herrn. Das vierte: Das Sacrament der heiligen Taufe. Das fünfté: Das Abendmahl des Herrn oder das Sacrament des Leibes und Blutes unseres Herrn Jesu Christi. Wozu dienen uns diese allesammt insgemein? Daß wir erkennen: erstlich, wer wir seien, und wie wir mit unserm Herr Gott stehen. Darnach, wer unser Herr Gott sei, und wie wir mit ihm mögen versöhnt und vereiniget werden. 2 Das erste Hauptstück. Das erste Hauptstück. Von den heiligen zehen Geboten Gottes. Wie lautet das erste Gebot? Du sollst keine andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und ihm allein vertrauen. Das andere Gebot. Du sollst den Namen Gottes deines Herrn nicht unnützlich führen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselbigen in allen Nöthen anrufen, beten, loben und ihm danken. Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbige heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohl gehe und du lange lebest auf Erden. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth haben. Das fünfte Gebot. Du sollst nicht tödten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibes- Nöthen. Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Das erste Hauptstück. Das fiebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und Lieben, daß wir unserm Nächsten sein Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst kein falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten. Was ist das? it be Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, afterreden oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden, und alles zum Besten kehren. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. 3 Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechten an uns bringen; sondern ihm dasselbe zu behalten, förderlich und dienstlich sein. Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder alles, was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesind oder Vieh abspannen, abdringen, oder abwendig machen, sondern bei denselbigen anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Jch, der Herr, dein Gott, bin ein starker, eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsuchet an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausendste Glied. Was ist das? Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten, darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, Das andere Hauptstück. die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne thun nach seinen Geboten. 4 Wozu sind uns die zehn Gebote Gottes nüße? Zu zweierlei: Erstlich zeigen sie uns die Sünde an, und offenbaren Gottes Zorn über die Sünde, dadurch wir verursacht werden, Vergebung der Sünden und Trost wider Gottes Zorn und den ewigen Tod bei unserm Herrn und Heiland Jesu Christo zu suchen. Zum andern lehren sie, welches die guten Werke seien, so die Gläubigen und Neugebornen zu thun schuldig sind, ihren Gehorsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Vater im Himmel damit zu beweisen. Können wir denn auch mit unsern guten Werken Gottes Gebot und Gefeß erfüllen? Ach nein! denn unsere guten Werke sind nicht vollkommen gut, dieweil wir arme Sünder sind, und wenn wir schon wollen Gutes thun, so liegt uns doch das Böse an. Nöm. Kap. 7. Wer hat denn das Gesetz und die zehn Gebote Gottes erfüllt? Christus Jesus, Gottes und Marien Sohn, der ist ganz heilig und gerecht, der hat für uns dem Gesetz genug gethan, anders nicht, als ob wir selbst das Gesetz gehalten hätten, und um desselbigen willen gefallen Gott auch unsere guten Werke, die wir durch Gottes Gnade im Glauben thun, ihm zu seinem Lob und Ehren, und unserm Nächsten zu Dienst, ob schon Mangel an denselbigen ist. Das andere Hauptstück. Von den Artikeln des christlichen Glaubens. Welches sind die Artikel des christlichen Glaubens? Diese sind sie: Der erste, von der Schöpfung. Der andere, von der Erlösung. Der dritte, von der Heiligung. Wie lautet der erste Artikel? Von der Schöpfung.. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Das andere Hauptstück. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat, sammt allen Creaturen, mir Leib und Seel, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh, und alle Güter, mit aller Nothdurft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich verforget, wider alle Gefährlichkeit beschützet und beschirmet und vor allem Uebel behütet und bewahret und das alles aus lauter väterlicher göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne all mein Verdienst und Würdigkeit, des alles ich ihm zu danken und zu loben, und dafür zu dienen, und gehorsvm zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. 5 Wie lautet der andere Artikel? Von der Erlösung. Ich glaube an Jesum Chriftum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist; geboren aus Maria der Jungfrau; gelitten unter Pontio Pilato; gekreuziget, gestorben und begraben; niedergefahren zur Höllen; am dritten Tage auferstanden von den Todten; aufgefahren gen Himmel; sizzet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten. Was ist das? Jch glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich armen, verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem beiligen theuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reiche unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden von den Todten, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewislich wahr. Wie lautet der dritte Artikel? Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist; eine heilige christliche Kirche; die Gemeinschaft der Heiligen; Vergebung der Das andere Hauptstück. Sünden; Auferstehung des Fleisches, und ein ewiges Leben. Amen. 6 Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigner Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben, oder zu ihm kommen kann, sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, sammlet, erleuchtet, heiliget, und bei Jesu Christo erhält im rechten einigen Glauben, in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt, und am jüngsten Tage mich und alle Todten auferwecken wird, und mir samt allen Gläubigen in Christo ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Wozu dienen uns die Artikel des christlichen Glaubens? Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, wer er sei in seinem Wesen, und was sein gnädiger Wille gegen uns sei. Wer ist nun Gott in seinem Wesen? Er ist Gott der Vater, Gott der Sohn, und Gott der heilige Geist, drei unterschiedliche Personen in einem einigen, ewigen, unzertrennlichen Wesen. Sind denn drei Götter? Nein: Es ist nur ein einiger Gott, welcher sich in dreien, unterschiedlichen Personen geoffenbaret hat. Was ist der gnädige Wille Gottes? Daß er uns will unsere Sünden vergeben und mittheilen daß ewige, selige Leben. Was nüßet uns die Erkenntnis göttlichen Wesens und Willens? Daß wir daraus einen rechten Glauben überkommen, und durch den Glauben selig werden. Welche unter den dreien Personen ist Mensch geworden? Die andere Person, als nemlich der ewige Sohn Gottes. Wer ist nun Christus unser Erlöser in seiner Person? Er ist wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria ge= boren, mein Herr. ( Oder kürzer:) Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch, oder Gottes und Marien Sohn. Das dritte Hauptstück. Welches ist denn die größte Wohlthat dieses deines Erlösers Jesu Christi? Er hat mich armen, verlornen und verdammten Menschen erlöset, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels. Warum hat er dich erlöset? Auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Glaubst du auch, daß Christus, dein Herr, bei seiner lieben Kirche allhier auf Erden und auch bei dir sei? 7 Ja, mein lieber Herr Christus, wahrer Gott und Mensch, ein Herr über alles, ist nach seiner Verheißung bei mir und allen seinen Gläubigen, der ist mein Herr und König, welcher, wie er mich erlöset hat, also schüßet und schirmet er mich auch, und will mich endlich in sein herrliches Reich nach diesem Leben aufnehmen. Wodurch wirst du vor Gott gerecht und selig? Durch kein ander Werk, als durch den ganzen allerheiligsten Gehorsam meines Herrn und Erlösers Jesu Christi, und durch sein allerbitterstes Leiden und Sterben, das halt ich mit feſtem Glauben und darauf stehet all meines Herzens Vertrauen und Zuversicht. Woher kommt die Bekehrung zu Gott und der Glaube an Jesum Christum? Es ist eine Gabe des heiligen Geistes, der wirket und gibt mir sie, durch sein heiliges Wort und Evangelium und die heiligen Sacramente. Das dritte Hauptstück. Bom Gebet des Herrn. Wie lautet das Gebet des Herrn? G3 lautet also: Vater Unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brod gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. 8 Das dritte Hauptstück. Wie lautet die Vorrede im Vater Unser? Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater bitten. Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geheiliget werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig, als die Kinder Gottes, darnach leben. Das hilf uns, lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiligt unter uns den Namen Gottes; davor behüte uns, lieber himmlischer Vater! Die andere Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist gibt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden. Was ist das? Gottes guter gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht, und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen, und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns Das dritte Hauptstück. vest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger, guter Wille. Die vierte Bitte. Unser täglich Brod gib uns heute. Was ist das? Gott gibt das tägliche Brod auch wohl ohne unsere Bitte allen bösen Menschen: aber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns solches erkennen laße, und wir mit Danksagung empfangen unser täglich Brod. 9 Was heißt denn täglich Brod? JANA Alles, was zur Leibesnahrung und Nothdurft gehört, als Essen und Trinken, Kleider, Schub, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und getreue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und vergib uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehn wolle unsere Sünde, und um derselben willen unsere Bitte nicht versagen; denn wir sind der keines werth, was wir bitten, habens auch nicht verdienet, sondern er wolle uns alles aus Gnaden geben, denn wir täglich viel sündigen und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben, und gerne wohl thun denen, die sich an uns verfündigen. Die sechste Bitte., Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar Niemand, aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser eigen Fleisch nicht betrüge noch verführe in Misglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster, und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Das vierte Hauptstück. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Ulebel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, als in einer Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Uebel Leibes und der Seele, Guts und Ehre erlöse, und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere, und mit Gnaden aus diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Amen. 10 Was heißt Amen? Daß ich soll gewis sein, solche Bitten seien dem Vater im Himmel angenehm und erhört; denn er selbst hat uns geboten also zu beten, und verheißen, daß er uns wolle erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, Ja, es soll also geschehen. Wozu dienet uns das Gebet des Herrn? Daß wir erkennen, alles, was zur Erhaltung dieses zeitlichen, und Erlangung des ewigen Lebens gehöret, könne man nirgends anders woher haben, denn von Gott, und es derohalben von ihm mit gläubigem Herzen bitten und erlangen. Das vierte Hauptstück. Vom Sacrament der heiligen Taufe. Was sind die heiligen Sacramente? Es sind göttliche Handlungen, darinnen uns Gott mit sichtbaren Zeichen( oder: in seinem Wort verfaßten Elementen) die unsichtbaren, verheißenen Gnadengüter versiegelt und übergibt. Wozu sind die Sacramente eingesetzt? Zur Bestätigung unsers Glaubens an die göttliche Verheißung. Wie viel sind Sacramente im neuen Testament? Zwei: die Taufe und das Abendmahl des Herrn. Zum ersten: Was ist die Taufe? Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in welcher uns Gott durch das Waßerbad und Wort unsere Sünde gnädiglich um Jesu Chrifti willen vergibt, nimmt uns an zu seinen Kindern und macht uns zu Erben aller seiner himmlischen Güter. Oder: Die Taufe ist nicht allein schlecht Waßer, sondern sie ist das Waßer in Gottes Gebot verfaßet und mit Gottes Wort verbunden. Das vierte Hauptstück. Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Matthäi am letzten: ,, Gehet hin in alle Welt, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes". 11 Zum andern: Was gibt oder nügt die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottes? 11 Da unser Herr Christus spricht, Marci am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt". Zum dritten: Wie kann Waßer solche große Dinge thun? Wajer thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Waßer ist, und der Glaube, so solchem Wort Gottes im Waßer trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Waßer schlecht Waßer, und keine Taufe: aber mit dem Wort Gottes ist es eine Taufe, das ist: ein gnadenreich Waßer des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie Sanct Paulus sagt zum Tito am dritten Kapitel: Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegoßen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht, und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung, das ist gewißlich wahr. Zum vierten: Was bedeutet denn solch Waßertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Neue und Buße soll ersäuft werden, und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? St. Paulus zu den Nömern am sechsten spricht: Wir sind samt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleichwie Christus ist von den Todten auferwecket durch die Herrlichfeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. . Das fünfte Hauptstück. Wozu nüßt uns die Taufe? Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns zu seinen Kindern angenommen, und wolle sich in allen Dingen als ein gnädiger Vater gegen uns erzeigen? 12 Warum sprichst du in der Auslegung des Catechismi: Die Taufe wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit, so doch allein der Herr Christus solches gethan hat? Der Herr Christus hat uns alles dieses erworben in seinem Leiden und Sterben, aber mit der heiligen Taufe hat er es uns geschenket und zugeeignet. Das fünfte Hauptstück. Vom Abendmahl des Herrn oder vom Sacrament des Altars. Was ist das Abendmahl des Herrn? Das Abendmahl des Herrn ist ein Sacrament oder göttliche Handlung, da der Herr Christus selbst gegenwärtig ist, und übergibt uns mit Brod und Wein seinen wahren Leib und Blut, zur gewissen Versicherung, daß wir Vergebung der Sünden haben und mit ihm in Ewigkeit leben sollen. Was ist das Sacrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brod und Wein, uns Christen zu eßzen und zu trinken von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten und Apostel, Matthäus, Marcus, Lucas und St. Paulus. Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete, und brachs, und gabs seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin und eßet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtnis". Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch, nach dem Abendmahl, dankete, und gab ihnen den, und sprach: Nehmet. hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis". Daß fünfte Hauptstück. Was nüget denn solch Eßen und Trinken? Das zeigen uns die Worte an: Für euch gegeben und vergoßen, zur Vergebung der Sünden". Nemlich, daß uns im Sacrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird: Denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Eßen und Trinken solche große Dinge thun? Eßen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen:„ Für euch gegeben und vergoßen zur Vergebung der Sünden", welche Worte sind neben dem leiblichen Eßen und Trinken, als das Hauptstück im Sacrament, und wer denselbigen Worten glaubet, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nemlich Vergebung der Sünden. Wer empfängt denn solch Sacrament würdig? Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl geschickt, der den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergoßen zur Vergebung der Sünden". Wer aber diesen Worten nicht glaubet, oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn das Wort: Für euch" erfordert eitel gläubige Herzen. 13 Wozu ist das Abendmahl des Herrn nüße? Wir werden damit versichert, daß ob wir gleich unsern Vater im Himmel erzürnet haben, will er uns doch solches verzeihen und unser gnädiger Vater sein und bleiben. Und ist also die Taufe eine gewisse Versicherung, daß uns Gott zu Kindern angenommen hat; das Abendmahl aber, daß er uns unsers Ungehorsams nicht will entgelten lassen. Was empfängst du im heiligen Abendmahl? Den wahren Leib und Blut unjers Herrn Jesu Christi, unter dem Brod und Wein. Warum gehest du zum Tisch des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Christum durch die Nießung seines Leibes und Blutes stärke, und meine arme Seele tröste. Glaubest du und bekennest dies alles von Herzen, was du von der christlichen Lehre jest gesagt haft? Ja, Herr. Willst du dich denn auch in den Gehorsam der christlichen Kirche ergeben, und nachdem du glaubest und bekennest, hinfort thun und leben, und was du allhier zusagest, treulich halten? Ja, Herr, durch die Gnade und Hülfe unsers Herrn Jesu Chrifti. 14 Von der Beichte. Von der Beicht e. Was ist die Beichte? Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: Eins, daß man die Sünde bekenne; das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfange, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel.. Welche Sünden soll man beichten? Vor Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wißen und fühlen im Herzen. Welches sind die? Da sieh deinen Stand an nach den zehen Geboten: ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht oder Magd seiest? ob du ungehorsam, untreu, unfleißig, zornig, unzüchtig, gehäßig gewesen bist? ob du jemand Leid gethan haft mit Worten oder Werken? ob du gestohlen, versäumet, verwarloset, oder sonsten Schaden gethan haft? Ein Mensch, wann er beichten will, soll also zum Beichtiger sagen: Ehrwürdiger, lieber Herr, ich bitte Euch, Ihr wollet meine Beicht hören, den mir die Vergebung meiner Sünden sprechen um Gottes willen. Wann dann der Beichtiger ja gesagt hat, so sagt er weiter also: Ich armer Sünder erkenne in meinem Herzen, und bekenne mit meinem Munde, daß ich nicht allein in Sünden empfangen und geboren, sondern auch mit allerhand wirklichen Sünden, bösen Gedanken, Worten und Werken, Gott meinen Herrn gröblich erzürnt, und hiermit zeitlicher und ewiger Strafe schuldig worden bin. Solches ist mir nun von Grund meines Herzens leid, habe aber Zuflucht zu seiner Gnade und Barmherzigkeit, und bitte ihn demüthig, daß er um des Todes Jesu Christi, seines lieben Sohns und meines Erlösers willen, mir meine Sünden verzeihen wolle. Damit ich aber der Vergebung derselben desto gewisser sein, auch das hochwürdige Abendmahl des Herrn morgen, geliebt's Gott, desto freudiger empfangen möge, so bitte Euer Ehrwürden, Ihr wollet mir vermöge Eures Amts, aus Gottes Wort mit Trost zusprechen, und die selige Absolution meiner Sünden an Christi statt widerfahren lassen. Ich will ins künftige durch die Gnade Gottes und den Feistand des heiligen Geistes mein Leben beßern und frömmer werden. Eine kurze Beicht für die Einfältigen. Würdiger, lieber Herr, ich bekenne Gott und Euch, daß ich ein armer Sünder bin: Denn ich habe gesündiget wider Gott und meinen Nächsten; bin auch sonsten in allen Geboten Gottes sträflich. Das ist mir nun von Herzen leid: Aber ich bitte um Gnade. Ich will mich beßern, und mit der Hülfe Gottes frömmer werden. Besondere Fragstücke. Besondere Dr. M. Luthers für die, welche zum heiligen Abendmahl gehen wollen. Fragstück e Glaubest du, daß du ein Sünder bist. Ich glaube, ich bin ein Sünder. Ja! ich hoffe es. Wie weißt du das? Aus den zehen Geboten, die ich nicht gehalten habe. Sind dir deine Sünden auch leid? Ja, es ist mir leid, daß ich wider Gott gesündigt habe. Was hast du mit deinen Sünden bei Gott verdient? Seinen Zorn und Ungnade, zeitlichen Tod und ewige Verdammniß Römer 6. Hoffest du auch selig zu werden? Weß tröstest du dich denn? Meines lieben Herrn Christi. 15 Wer ist Christus? Gottes Sohn, wahrer Gott und Mensch. Wie viel sind Götter? Nur einer, aber drei Personen, Vater, Sohn und heiliger Geist. Was hat denn Christus für dich gethan, daß du dich sein tröstest? Er ist für mich gestorben, und hat sein Blut am Creuß für mich vergoßen, zur Vergebung meiner Sünden. Ist der Vater auch für dich gestorben? Nein, denn der Vater ist nur Gott, der heilige Geist auch, aber der Sohn ist wahrer Gott und Mensch für mich gestorben, und hat sein Blut am Creuß für mich vergoßen. Wie weist du das? Aus dem heiligen Evangelio und aus den Worten vom Sacrament, und bei seinem Leib und Blut im Sacrament mir zum Pfand gegeben. Wie lauten diese Worte? „ Unser Herr Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete, und brachs und gabs seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin und eßet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, solches thut zu meinem Gedächtnis". Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und viele vergoßen wird, zur Vergebung der Sünden: solches thut, so oft ihrs trinket zu meinem Gedächtnis". 16 So glaubest du, Besondere Fragstücke. daß im Sacrament der wahre Leib und das wahre Blut Christi sei? Ja, ich glaube es. Was bewegt dich, daß zu glauben? Die Worte Christi, Nehmet hin und eßet, das ist mein Leib. Trinket alle daraus, das ist mein Blut. Was sollen wir thun, wenn wir seinen Leib eßen und sein Blut trinken, und das Pfand also nehmen? Wir sollen seinen Tod und sein Blutvergießen verkündigen, und gedenken, wie er uns gelehrt hat:„ Solches thut, so oft ihrs thut zu meinem Gedächtnis". Warum sollen wir seines Todes gedenken und denselben verkündigen? Daß wir lernen glauben, daß keine Creatur hat genug thun können für unsere Sünden, denn Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, und daß wir lernen, erschrecken vor unsern Sünden, und dieselbige lernen groß achten, und uns seiner allein freuen und trösten, und also durch denselbigen Glauben selig werden. Was hat ihn denn bewegt, für deine Sünden zu sterben und dafür genug zu thun? Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und andern Sündern, wie geschrieben stehet. Joh. 14. Nöm. 5. Gal. 2 und Ephes. 5. Cap. Warum willst du zum Sacrament gehen? Auf daß ich lerne glauben, daß Christus um meiner Sünden willen aus großer Liebe gestorben sei, wie gesagt. Und darnach auch von ihm lerne Gott und meinen Nächsten lieben. Was soll einen Christen reißen und vermahnen, das Sacrament deß Altars oft zu empfahen? Von Gottes wegen sollen ihn beide, des Herrn Christi Gebot und Verheißung, darnach auch seine eigene Noth, so ihm auf dem Halse liegt, treiben, um welcher willen solch Gebieten, Locken und Verheißung geschieht. Was soll aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen kann, oder keinen Hunger noch Durst zum Sacrament empfindet? Tem kann nicht beßer gerathen werden, als daß er ernstlich in seinen Busen greife, ob er auch Fleisch und Blut habe, und glaube doch der Schrift, was sie davon sagt. Gal. 5. Röm. 7. Zum andern, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt ſei, und denke, daß es an Sünden und Noth nicht fehlen werde, wie die Schrift sagt. Joh. 15 u. 16. 1 Joh. 2 u. 5. Zum dritten, so wird er auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äußerlich laßen wird, wie ihn die Schrift nennet. Joh. 8. u. 16. 1 Petr. 5. Eph. 6. 2 Tim. 2. Gebete. 17 Morgensegen. Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesunt Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Nebel, auf daß dir all mein Thun und Leben möge wohl gefallen. Denn ich befehle mich, mein Leib und Seel', und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Abendsege n. Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochgelobet in Ewigkeit. Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Bater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde wo ich Unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, mein Leib und Seele. und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Gebet vor dem Eßen. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, du thust deine milde Hand auf, und sättigest alles, was da lebet mit Wohlgefallen. Vater unser 2c. Herr Gott, himmlischer Bater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebet nach dem Eße it. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich; der allem Fleisch seine Speise giebt, der dem Vieh sein Futter giebt, den jungen Naben, die ihn anrufen. Er hat nicht Lust an der Stärke des Nosses, noch Gefallen an jemandes Beinen; der Herr hat Wohlgefallen an denen, die ihn fürchten, und auf seine Güte warten. Vater unser 2c. Wir danken dir, Herr Gott, himmlischer Vater, durch Jesum Christum unsern Herrn, für alle deine Gaben und Wohlthaten, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. 18 Die Haustafel.. Die Haus: 2 a fel. Den Bischöffen, Pfarrherren und Predigern. Ein Bischoff soll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, fittig, mäßig, gastrei, lehrhaftig, als ein Haushalter Gottes, nicht ein Weinsäufer, nicht beißig, nicht unehrliche Handthierung treiben, sondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wol fürstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit nicht ein Neuling, der ob dem Wort halte, das gewis ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen durch die heilsante Lehre, und zu strafen die Wiedersprecher. 1 Tim. 3, v. 2. Tit. 1, 6. Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsorgern zu thun schuldig sind? Gßet und trinket, was sie haben, denn ein Arbeiter ist seines Lohnes werth. Luc. 10, v. 7. Der Herr hat befohlen, daß die, so daß Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelium nähren. 1 Cor. 9, v. 11. Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Jrret euch nicht Gott läßt sich nicht spotten. Gal. 6, v. 6. 7. Die Aeltesten, die wohl fürstehen, die halte man zweifacher Ehren werth, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Dennt es spricht die Schrift: Du sollst dem Ochsen der da drischet, das Maul nicht verbinden. 1 Tim. 5, v. 17. 18. 5 Buch Mos. am 25, v. 4. Wir bitten euch, lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbeiten, und euch fürstehen in dem Herrn, und euch vermahnen, habt sie desto lieber um ihres Werks willen, und seid friedsam mit ihnen. 1 Teff. 5, 12. 13. Gehorchet euren Lehrern, und folget ihnen, denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie es mit Frenden thun und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut. Heb.13. v.17. Von weltlicher Obrigkeit. Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott Wo aber Obrigkeit ist, die ist von von Gott geordnet. Wer sich nun wieder die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung, die aber widerstreben, werden über sich ein Urtheil em= pfangen. Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. Röm. 13, v. 1. 2. 4. Von den Unterthanen. Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist. Matth. 22, v. 21. So seid nun aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewißens willen. Deshalben müßet ihr auch Schoß geben; denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schuß sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebührt, Zoll, dem der Zoll gebührt, Furcht, dem die Furcht gebührt, Ehre, dem die Ehre gebührt. Nöm. 13. v. 5. 6. 7. Die Haustafel. So ermahne ich nun, daß man für allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf das wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen, in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit, denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott unserm Heiland. 1 Tim. 2, v. 1. 2. 3. 19 Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit unterthan und gehorsam sein. Tit. 8, v. 1. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Nache über die Uebelthäter und zum Lobe der Frommen. 1 Petr. 2, v. 13. 14. Den Ehe- Männern. Ihr Männer wohnet bei euren Weibern mit Vernunft und gebet dem weiblichen, als dem schwächsten Werkzeug, seine Ehre als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. 1 Petr. 3, v. 7. Und seid nicht bitter gegen sie. Col. 3, v. 19. Den Ehe- Frauen. Die Weiber seien unterthan ihren Männern, als dem Herrn wie Sara Abraham gehorsam war, und hieß ihn Herr, deren Töchter ihr worden seid, so ihr wohl thut, und nicht so schüchtern seid. 1 Petr. 3, v. 6. Den Eltern. Ihr Väter reizet eure Kinder nicht zum Zorn, daß sie nicht schen werden, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn. Ephef. 6, v. 4. Den Kindern. Ihr Kinder seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist billig; ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot das Verheißung hat, auf das dirs wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Eph. 6, v. 1. 2. 3. Den Knechten, Mägden, Taglöhnern und Arbeitern. Ihr Knechte seid gehorsam euren leiblichen Herren, mit Furcht und Zittern in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo. Nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi. Daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen mit gutem Willen. Laßet euch dünken, daß ihr dem Herrn dienet und nicht den Menschen und wißet, was ein jeglicher Gutes thun wird, das wird er von dem Herrn empfangen, er sei ein Knecht oder ein Freier. Eph. 6, v. 5-8. Den Hausherren und Hausfrauen. Ihr Herren thut auch dasselbige gegen sie, und lasset das Drohen, und wißet, daß auch euer Herr im Himmel ist, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Den Alten. Du aber rede wie es sich geziemet, nach der heilsamen Lehre zu den Alten, daß sie nüchtern seien, ehrbar, züchtig gesund im Glauben, in der Liebe und in der Geduld. Den alten Weibern desselbigen gleichen, daß sie sich stellen, wie den Heiligen geziemet, nicht Lästerinnen seien, nicht Weinsäuferinnen, gute Lehre Die Haustafel. rinnen. Daß sie die jungen Weiber lehren züchtig sein, ihre Männer lieben, sittig sein, kensch, häuslich, gütig, ihren Männern unterthan, auf daß nicht das Wort Gottes verlästert werde. Tit. 2, v. 1. 5. 20 Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen seid den alten unterthan, und beweißet darinnen die Demuth, denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demüthigen gibt er Gnade. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1 Petr. 5, v. 5. 6. Den Jungfrauen. Eine fromme christliche Jungfrau soll nicht sorgen, wie sie den Leuten, sondern wie sie Gott gefalle( wie Maria die Mutter Gottes, welche allen Jungfrauen eine rechte Krone gewesen ist, gethan hat), auf daß sie heilig sei, beides am Leibe und auch am Geist. 1 Cor. 7, v. 34. Und so sie Eltern oder Oberherrn hat, soll sie sich ohne derselben Rath und Willen nicht verändern oder verheirathen. 2 Buch Mos. 22, v. 17. Den Wittwen. Welche eine rechte Wittwe, und einsam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott, und bleibet im Gebet Tag und. Nacht. Welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig todt. 1 Tim. 5, v. 5. 6. Der Gemeine. Liebe deinen Nächsten als dich selbst; in diesem Worte sind alle Gebote begriffen. Röm. 13, v. 9. Und haltet an mit Beten für alle Menschen. 1 Tim. 2, 1. Ein jeder lern sein Lection, So wird es wohl im Hause stohn. Amen. Marburg Universitäts- Buchdruckerei.( R. Friedrich). ورود IX ( و کا دوران - a to 6 6 6 6 6 6 6 6 MEC Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8