Martin Leist, Buchbinderei, Schreib-& Zeichenmaterialien- Handlung, sowie Stempel- Distribution in Cassel, Marktstrasse und Marställerplatz- Ecke Nr. 1, empfiehlt alle Sorten Schreibbücher, Schreibhefte jeder Art, Bibeln, Gesangbücher etc. WAAAAAAAR дв ib 4123 Heffischer Landeskatechismus mit einer Auswahl von Sprüchen, Psalmen und Kirchenliedern. Sechste, verbesserte Auflage, besorgt von Pfarrer Friedrich Opper, Rektor zu Kaffel. Kaffel, 1882. Verlag von Theodor ay. 2 Gb 4123 Einige Denksprüche bewährter Christen. Spes mea Christus. ( Meine Hoffnung ist Christus.) M. Antonius Corvinus. Des Christen Herz auf Roser geht, Wenn's mitten unterm Kreuze steht. Dr. Martin Luther. Die Worte: ,, Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben," wollte ich für tausend Welten nicht hingeben, sie sind der Grund meines Glaubens. Ernst, Herzog zu Sachsen. Wir haben einen freundlichen und milden Herrn; er thut alles umsonst. Laffet uns nachfolgen den Fußstapfen deffen, welchen alle Welt preisen und verherrlichen soll. Univ.- Bibl. Giesser Patricius Hamilton. ( Aus seinen Abschiedsworten an seine Mitstudierenden in Marburg im Jahre 1527, kurz vor seinem am 29. Februar 1528 in seinem schottischen Vaterlande in den Flammen des Scheiterhaufens erfolgten Märtyrertode.) Jesus Christus, gestern und heute, und derselbe auch in Ewigkeit. Hebräer 13, 8. 1" 3 4 Bist du ein Chrift? Ja, Herr. Woher weißt du das? Daher, daß ich getauft bin auf den Namen unseres Herrn Jesu Christi und die christliche Lehre weiß und glaube. Welches ist denn die christliche Lehre? Die in den Schriften Mosis, der Propheten und Apostel verfasset und begriffen ist. Wie viel Hauptstücke hat die christliche Lehre? Fünf. 1) Die zehn Gebote. 2) Die Artikel des christlichen Glaubens. 3) Das Gebet des Herrn. 4) Das Sakrament der heiligen Taufe. 5) Das Sakrament des Leibes und Blutes unseres Herrn Jesu Christi.( Das heilige Abendmahl.) Wozu dienen diese allesamt insgemein? Daß wir erkennen: Erstlich, wer wir seien, und wie wir mit unserm Herr Gott stehen. Danach, wer unser Herr Gott sei, und wie wir mit ihm mögen versöhnet und vereinigt werden. Das erste Hauptstück. Bom Gesetz des Herrn. 5 Wie wird das Gesetz des Herrn abgeteilt? Erstlich in zehn Worte oder Gebote, und dieselbigen wiederum in zwei Tafeln, also daß Gott in der ersten Tafel die Gebote von seiner Liebe, in der andern aber die Liebe des Nächsten beschrieben. Wie heißt das erste Gebot? Ich bin der Herr dein Gott, der ich dich aus Egyptenland aus dem Diensthauſe geführet habe. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. 6 Was ist das? Wir sollen Gott vor allen Dingen recht erkennen, über alles fürchten, lieben und ihm allein vertrauen. 200 1. Moses 22. 7 Wie heißt das zweite Gebot? Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der Herr dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsuchet der Väter Missethat an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied derer, die mich hassen; und thue Barmherzigkeit an viel Tausenden, die mich lieb haben und meine Gebote halten. 8 Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir ihn auf keinerlei Weise abbilden, auch durch und vor keinen Bildern, oder nach unserm eigenen Wahn und Gutdünken, sondern allein nach seinem Wort dienen und ehren. 2. Moses 32, 1-6. 9 Wie heißt das dritte Gebot? Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht mißbrauchen, Apostelgeschichte 13, 6-11. 10 denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken. Wie heißt das vierte Gebot? Gedenke des Sabbathtages, daß du ihn heiligest; sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken, aber am siebenten Tage ist der Sabbath des Herrn deines Gottes, da sollst du kein Werk thun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, 11 noch deine Magd, noch dein Vieh, noch der Fremdling, der in deinen Thoren ist. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbathtag und heiligte ihn. 12 Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen. Lufas 10, 38-42. Wie heißt das fünfte Gebot? Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest im Lande, daß dir der Herr dein Gott giebt. KKRACKE 13 Lukas 15, 11 ff. 14 Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten, noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben. Lukas 2, 51. Wie heißt das sechste Gebot? Du sollst nicht töten. on, 1. Moses 4, 3--8. 15 16 Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöten. FVRACKE Lukas 10, 30-37. Wie heißt das siebente Gebot? Du sollst nicht ehebrechen. W.M. Johannes 8. HTT!? الا ۱۰ ۱۱ ۱۶۰ ۹ ON 17 18 Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein jeglicher soll sein Gemahl lieben und ehren. Wie heißt das achte Gebot? Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unseres Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut oder Nahrung helfen bessern und befördern. Apostelgeschichte 5, 1-6. G 2* 19 20 Wie heißt das neunte Gebot? Du sollst kein falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, afterreden oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, gutes von ihm reden und alles zum besten kehren. ANASONIFANT APTEEKODE PARCADED RE STENCIA W.MACK WIT Matthäus 26, 59 a. 60. LLI 21 22 Wie heist das zehnte Gebot? Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses, laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles, was dein Nächster hat. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch ihm sein Weib, Kinder und Gesinde abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Ja, daß wir uns vor allen bösen Lüsten, Begierden und Gedanken wider unsern Nächsten und die Gebote des Herrn hüten. SC 1 1. Könige 21, 19. 23 24 Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Verflucht sei, wer nicht alle diese Worte des Gesetzes erfüllet, daß er's thue.[ 5. Moses 27,26.] Welcher Mensch aber dieselben thut, der wird dadurch leben.[ 3. Moses 18, 5.] Was ist das? Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten. Darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne thun nach seinen Geboten. 25 Wozu sind uns die zehn Gebote Gottes nüße? Zu zweierlei: Erstlich zeigen sie die Sünde an und offenbaren Gottes Zorn über die Sünde, dadurch wir verursacht werden, Vergebung der Sünden und Trost wider Gottes Zorn und den ewigen Tod bei unserm Herrn und Heiland Jeſu Christo zu suchen. Zum andern lehren sie, welches die guten Werke sind, so die Gläubigen und Neugeborenen zu thun schuldig sind, ihren Gehorsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Vater im Himmel damit zu beweisen. 26 Matthäus 17. Das andere Hauptstück. Von den Artikeln des chriftlichen Glanbens. Wovon handelt der erste Artikel? Von der Schöpfung. 27 Wie lautet der erste Artifel? Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Grden. 28 1. Moses 1. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib, Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; 29 dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter, mit aller Notdurft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Gefährlichkeit beschirmet, und vor allem Übel behütet und bewahret. Und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne all' mein Verdienst und Würdigkeit; das alles ich ihm zu danken, zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Univ.- Bibl. Giessen 30 KAACKE 1. Moses 3. Wovon handelt der andere Artikel? Von der Erlösung. Wie lautet der zweite Artikel? Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren von Maria der Jungfrau, Lukas 2. 31 Nihalles 32 gelitten hat unter Pontio Pilato, 00 W.MACKWITZ Johannes 19. gekreuzigt, gestorben und begraben, T Matthäus 27. 3 33 34 niedergefahren zu der Hölle, am dritten Tage wieder 83 INRIS Matthäus 27, 50. auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, fizet zu der Rechten Gottes, Matthäus 28. 35 3* 36 des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlorenen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reiche unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Apostelgeschichte 2. Wovon handelt der dritte Artikel? Von der Heiligung. 37 Wie lautet der dritte Artikel? Ich glaube an den heiligen Geist, 38 eine heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der heilige Geist hat mich durchs Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten, Mz Apostelgeschichte 9, 1-7. 39 @ 40 gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, UMAC Apostelgeschichte 17. NO 2 KAUGUMO 41 sammelt, erleuchtet, heiliget und bei Jesu Christo erhält im rechten einigen Glauben, in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergiebt, und am jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird, und mir samt allen Gläubigen in Christo ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Wozu dienen uns die Artikel des christlichen Glaubens? Daß wir unsern Gott daraus erfennen lernen, wer er sei in seinem Wesen, und was sein gnädiger Wille gegen uns sei. Wer ist nun Gott in seinem Wesen? Es ist Gott der Vater, Gott der Sohn, Gott der heilige Geist, drei unterschiedliche Personen in einem einigen, ewigen, unzertrennlichen Wesen. 42 Was ist der gnädige Wille Gottes? Daß er uns will unsere Sünden vergeben und mitteilen das ewige, selige Leben. Wozu nützet uns die Erkenntnis göttlichen Wesens und Willens? Daß wir dadurch einen rechten Glauben überkommen und durch den Glauben selig werden. Was ist der seligmachende Glaube? Es ist nicht allein eine bloße Erkenntnis und Beifall, sondern ein herzliches Vertrauen zu Gott, daß er mir meine Sünde wegen des teuren Verdienstes Jesu Christi, unsers einigen Mittlers, vergebe, die Gerechtigkeit und ewige Seligkeit aus Gnaden schenke. Woher kommt denn solcher Glaube? Er kommt nicht aus unserer eigenen Vernunft noch Kraft, sondern vom heiligen Geist, welcher denselben durch die Predigt des Evangeliums wirket und verschafft. Das dritte Hauptstück. Vom Gebet des Herrn. Wie lautet das Gebet des Herrn? 43 Unser Vater, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden. 44 Unser täglich Brot gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Matthäus 6, 9-13. Lukas 11, 1-4. 45 46 Wie wird das Gebet des Herrn abgeteilt? In drei Stücke: 1) In die Vorrede. 2) In die sieben Bitten. 3) In den Beschluß. Wie lautet die Vorrede? Unser Vater, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. Wie lautet die erste Bitte? Geheiliget werde dein Name. Was ist das? 47 Gottes Name ist zwar an sich selbst heilig, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes danach leben; das hilf uns, lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes Lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes; da behüt uns vor, himmlischer Vater! 48 Wie lautet die andere Bitte? Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist giebt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben und göttlich leben hier zeitlich und dort ewiglich. Markus 10, 13-16. 49 F.K. 50 Wie lautet die dritte Bitte? Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Gottes guter, gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Wann Gott allen bösen Rat und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unseres Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende. Das ist sein guter, gnädiger Wille. Lukas 22, 41-45. 51 52 Wie lautet die vierte Bitte? Unser täglich Brot gieb uns heute. Was ist das? Gott giebt täglich Brot auch wohl ohne unsere Bitte allen bösen Menschen, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns solches erkennen lasse, und wir mit Danksagung empfahen unser täglich Brot. Was heißt denn täglich Brot? Alles, was zur Leibes Nahrung und Notdurft gehört, als: Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vich, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und getreue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Lutas 5, 1-11. FAMAME 53 54 Wie lautet die fünfte Bitte? Und vergieb uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünde und um derselben willen uns solche Bitte nicht versagen. Denn wir sind der keines wert, das wir bitten, haben's auch nicht verdient: sondern er wolle es uns alles aus Gnaden geben, denn wir täglich viel sündigen und wohl eitel Strafe verdienen; so wollen wir zwar wiederum auch herzlich verzeihen und gerne wohlthun denen, die sich an uns versündigen. SILLE Lukas 15, 11 ff. 55 56 Wie lautet die sechste Bitte? Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar niemand, aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge, noch verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster, und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. ant L Matthäus 22, 15-22. 57 58 Wie lantet die siebente Bitte? Sondern erlöse uns von dem Bösen. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet als in einer Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Ubel Leibes und der Seele, Guts und Ehre erlöse und zuleßt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere und mit Gnaden aus diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Amen. W.MAL KW/ 71.00 Lukas 4, 40. Chitil 59 60 Wie lautet der Beschluß des Gebets des Herrn? Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Gwigkeit. Amen. Was ist das? Wir erkennen hiermit, daß uns Gott dieses alles, welches wir bitten, geben wolle und könne zu Lob und Preis seines herrlichen Namens. Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitte sei dem Vater im Himmel angenehm und erhöret, denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns wolle erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, Ja, es soll also geschehen. Wozu dienet uns das Gebet des Herrn? Daß wir erkennen, alles, was zur Aufenthaltung dieſes zeitlichen und Erlangung des ewigen Lebens gehöret, fönne man nirgend anders woher haben, denn von Gott, und es derohalben von ihm mit gläubigem Herzen bitten und erlangen. 61 Das vierte Hauptstück. Vom Sakrament der heiligen Taufe. Was sind die heiligen Sakramente? Es find göttliche Handlungen, darinnen uns Gott mit sichtbaren Zeichen die unsichtbare Gnade und verbeißenen Güter nicht allein anbildet, sondern auch versiegelt und übergiebt. Wozu sind die Sakramente eingesetzt? Zur Bestätigung unseres Glaubens an die göttliche Verheißung. Wieviel Sakramente sind im neuen Testament? Zwei: die Taufe und das Abendmahl des Herrn. Was ist die Taufe? Es ist eine göttliche Handlung, in welcher uns Gott mit dem sichtbaren Wasserbad im Wort die unsichtbare Gnade und verheißenen Güter, nämlich den heiligen Geist und das Blut Jeju Chriſti, so uns wäschet und reiniget von allen unsern Sünden, nicht allein anbildet, sondern auch versiegelt und übergiebt. 62 Matthäns 3, 13-17. TUNAS www M Tim Wie lauten die Worte der Einsetzung der heiligen Taufe? Also, Matthäi am letzten: 63 Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Und Marci am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. Was nüket uns die Taufe? Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns zu seinen Kindern angenommen und wolle sich in allen Dingen. als ein gnädiger Vater gegen uns erzeigen. Wo stehet dieser Nut beschrieben? Zu Tito am dritten Kapitel: Gott macht uns selig nach seiner Barmherzigkeit durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. 64 Wie kann Wasser solche großen Dinge thun? Wasser thut's freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Worte Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe, aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie St. Paulus sagt zu Tito am dritten Kapitel. Was bedeutet denn solch Waffertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Sankt Paulus zu den Römern am sechsten Kapitel spricht: Wir sind samt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist von den Toten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. Das fünfte Hauptstück. Vom heiligen Abendmahl. Was ist das Abendmahl unseres Herrn Jesu Chrifti? Das Abendmahl des Herrn ist ein Sakrament oder göttliche Handlung, da der Herr Christus selbst gegenwärtig uns mit dem sichtbaren Brot und Wein die unsichtbare Gnade und verheißenen Güter, nämlich seinen wahren Leib, für uns gebrochen, und sein wahres Blut, für uns vergossen zur Vergebung unserer Sünden, nicht allein anbildet, sondern auch versiegelt und übergiebt. Heff. Landeskatech. 65 5 66 EKRACKE 1. Korinther 11, 21-25. Welches sind die Worte der Einsetzung des Abendmahls des Herrn? Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Gedächtnis. 67 Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Univ.- Bibl. Giessen 5* 68 Wozu ist uns das Abendmahl des Herrn nütze? Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich unsern Vater im Himmel erzürnet haben, will er doch uns solches verzeihen und unser gnädiger Vater sein und bleiben. Und ist also die Taufe eine Versicherung, daß uns Gott zu Kindern angenommen hat; das Abendmahl aber, daß er uns unseres Ungehorsams nicht will entgelten lassen. Kann denn leiblich Essen und Trinken solche großen Dinge thun? Effen und Trinken thut's freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden," welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sakrament; und wer denselbigen Worten glaubt, der hat, was sie sagen, nämlich: Vergebung der Sünden. Wer empfähet denn solches Sakrament würdiglich? Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht, aber der ist recht würdig und wohl geschickt, wer den Glauben hat an diese Worte:„ Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden." Wer aber diesen Worten nicht glaubet oder daran zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt. Denn das Wort: Für euch" erfordert eitel gläubige Herzen. Etliche Fragen und Antworten, welche der Prediger bei der Konfirmation vor der Einsegnung an die Kinder eins nach dem andern richtet: Fr. Antw. Fr. Antw. Fr. 69 Antw. Glaubest und bekennest du dieses alles von Herzen, was du von der christlichen Lehre jetzt gesagt haft? Ja, Herr! Widersagst du dem Teufel, allen seinen Werken und Wesen und aller weltlichen Bosheit? Ja, Herr! Willst du denn auch dich in den Gehorsam der christlichen Kirche ergeben, und nachdem du glaubest und bekennest, hinfort thun und leben, und was du allhier zusageft, treulich halten? Ja, Herr, durch die Gnade und Hilfe unseres Herrn Jesu Chrifti! Einsegnung der Konfirmanden. Der Prediger legt die Hand auf und spricht: Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, gebe dir seine Gnade, Schutz und Schirm vor allem Argen, tärke und Hilfe zu allem Guten, um des teuren Verdienstes unseres einigen Erlösers Jesu Christi willen. Amen! A. Sprüche zum Statechismus. Einleitung. 1) Matthäus 16, 26. Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele, oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse? 2) Matthäus 6, 33. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. 3) 2. Petri 1, 21. Es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. 4) 2. Timotheus 3, 15-17. Weil du von Kind auf die heilige Schrift weißt, kann dich dieselbe unterweisen zur Seligkeit durch den 70 Glauben an Christum Jesum. 16. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nübe zur Lehre, zur Strafe, zur Befferung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, 17. daß ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt. 5) Hebräer 4, 12. Das Wort Gottes ift lebendig und kräftig und schärfer denn kein zweischneidiges Schwert, und durchdringet, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. 6) Hebräer 1, 1. 2. Nachdem vor Zeiten Gott manchmal und auf mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, 2. hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzt hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat. 7) Römer 3, 23. Es ist hier kein Unterschied; sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie an Gott haben sollten. 8) Psalm 103, 8-13. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. 9. Er wird nicht immer hadern, noch ewiglich Zoru halten. 10. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. 11. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. 12. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Übertretung von uns sein. 13. Wie sich ein Bater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, so ihn fürchten. 9) Johannes 3, 16. 17. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. 10) 1. Timotheus 1, 15. Das ist je gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen. 11) 1. Johannes 1, 7. Das Blut Jesu Christi, Gottes Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. 12) Römer 1, 16. Jch schäme mich des Evangeliums von Christo nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben. Das erste Hauptſtück. Bom Geseß des Serrn. 71 Einteilung und Hauptinhalt. 13) Matthäus 22, 37-40. Jesus sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte. 38. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. 39. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. 40. In diesen zwei Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Das erste Gebot. 14) Matthäus 6, 24. Niemand kann zwei Herren dienen. Entweder wird er einen haffen und den andern lieben; oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Rep. 2. Matthäus 6, 33. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes 2c. 15) 1. Johannes 2, 15-17. Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. 16. Denn alles, was in der Welt ist,- nämlich des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. - 17. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust, wer aber den Willen Gottes thut, der bleibt in Ewigkeit. Haltet fest an der Demut, denn Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen giebt er Gnade. 16) 1. Petri 5, 5. 17) Pfalm 33, 8. Alle Welt fürchte den Herrn und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnt. 18) Matthäus 10, 28. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und die Seele nicht mögen töten. Fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Hölle. 19) 1. Johannes 4, 19. 20. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebt. 20. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und haffet seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht? 72 20) 1. Johannes 5, 3. Das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten, und seine Gebote find nicht schwer. 21) Sprüche 23, 26. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz und laß deinen Augen meine Wege wohlgefallen. 22) 1. Petri 5, 7. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorgt für euch. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Troft und mein Teil, 23) Psalm 37, 5. Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen. 24) Psalm 73, 25. 26. nach Himmel und Erde. 26. Das zweite Gebot. 25) Sohannes 4, 24. Gott ist ein Geift, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. 26) Apostelgesch. 4, 12. Es ist in keinem andern Heil, ist auch kein 1 andrer Name den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden. Das dritte Gebot. 27) Matthäus 12, 36. Sh sage euch aber, daß die Menschen müssen Rechenschaft geben am jüngsten Gericht von einem jeglichen unnüten Wort, das sie geredet haben. 28) Galater 6, 7. Srret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten; denn was der Mensch sät, das wird er ernten. 8. Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geiste das ewige Leben ernten. 29) Matthäus 5,44. 45. Liebet eure Feinde; segnet, die euch sluchen; thut wohl denen, die euch haffen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen; 45. auf daß ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. 30), Matthäus 5, 37. Eure Rede sei: Ja, ja, nein, nein; was darüber ist, das ist vom Übel. 31) Hesefiel 17, 19. Carum spricht der Herr, Herr also: So wahr als ich lebe, so will ich meinen Eid, den er verachtet hat, und meinen Bund, den er gebrochen hat, auf seinen Kopf bringen. 73 32) Matthäus 15, 8. Dies Volk naht sich zu mir mit seinem Munde und ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir. 33) Jakobus 1, 22. Seid aber Thäter des Wortes und nicht Hörer allein, womit ihr euch selbst betrüget. 34) Matthäus 7, 15. 16 u. 21. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind fie reißende Wölfe! 16. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Difteln? 21. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Baters im Himmel. 35) psalm 50, 15. Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. 36) Psalm 103, 1-2. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. 2. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir gutes gethan hat. Das vierte Gebot. 37) Lutas 11, 28. Ja, selig find, die Gottes Wort hören und bewahren. 38) Roloffer 3, 16. Laffet das Wort Chrifti unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahtet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Übergang zur zweiten Tafel. 39) Johannes 13, 34. 35. Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habt. 35. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt. 40) Matthäus 7, 12. Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute thun follen, das thut ihr ihnen, das ist das Geseß und die Propheten. Das fünfte Gebot. 41) Sprüche 30, 17. Ein Auge, das den Bater verspottet und verachtet der Mutter zu gehorchen, das müssen die Naben am Bache aushacken und die jungen Adler fressen. 74 42) Ephefer 6, 1-3. hr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist billig. 2. Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat; 3. auf daß dir's wohlgehe und( du) lange lebest auf Erden. 43) 1. Timotheus 5, 8. So aber jemand die Seinen, sonderlich seine Hausgenossen, nicht versorgt, der hat den Glauben verleugnet und ist ärger denn ein Heide. 44) Psalm 133, 1. Siehe, wie fein und lieblich ist es, daß Brüder einträchtig bei einander wohnen. 45) Ephefer 6, 5-7. Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo, 6. nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen mit gutem Willen. 7. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn dienet und nicht den Menschen. 46) Kolosser 4, 1. Shr Herren, was recht und gleich ist, das beweiset den Knechten und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt. 47) Römer 13, 1. 4. Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. 4. Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zu gut. Thust du aber böses, so fürchte dich, denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin, eine Nächerin zur Strafe über den, der böses thut. 48) Hebräer 13, 17. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen, denn sie wachen über eure Seelen, als die da Nechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie das mit Freuden thun und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut. 49) 3. Mose 19, 32. Vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen und die Alten ehren. Das sechste Gebot. 50) 1. Moses 9, 6. Wer Menschenblut vergießt, des Blut soll auch durch Menschen vergossen werden, denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht. Irret euch nicht zc. Rep. 28. Galater 6, 7. 8. 51) 1. Johannes 3, 15. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Totschläger, und ihr wiffet, daß ein Totschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bl nd. 75 52) Römer 12, 19. Rächet euch selbst nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn; denn es steht geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. 53) Safobus 1, 19. 20. Ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. 54) Jesaia 58, 7. Brich dem Hungrigen dein Brot, und die, so im Elend sind, führe in dein Haus; so du einen nackend siehst, so kleide ihn, und entziehe dich nicht von deinem Fleische. 55) Römer 14, 7. 8. Unser keiner lebt sich selber und keiner stirbt sich selber. 8. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Das siebente Gebot. 56) Matthäus 5, 27. Shr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. 28. Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. 57) Matthäus 5, 8. Selig sind, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. 58) Psalm 51, 12. 13. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist. 13. Verwirf mich nicht von deinem Angeficht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 59) Philipper 4, 8. Weiter, liebe Brüder, was wahrhaftig ist, was chrbar, was gerecht, was teusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach. Das achte Gebot. 60) 1. Timotheus 6, 6-10. Es ist aber ein großer Gewinn, wer gottselig ist und lässet sich genügen; denn wir haben nichts in die Welt gebracht, darum offenbar ist, wir werden auch nichts hinaus bringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so lasset uns begnügen. 9-10. Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke und viele thörichte und schädliche Lüste, welche versenken den Menschen in Verderben und Verdammnis. Denn Geiz ist die Wurzel alles Übels. 76 61) Epheser 4, 28. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. 62) 1. Theffalonicher 4, 6. Daß niemand zu weit greife, noch vervorteile seinen Bruder im Handel, denn der Herr ist der Nächer über das alles. 63) 1. Johannes 3, 17. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und sieht seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? 64) 2. Theffalonicher 3, 10. Co jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen. Das neunte Gebot. 65) Sprüche 19, 5. Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft, und wer Lügen frech redet, wird nicht entrinnen. 66) Ephefer 4, 25. Leget die Lügen ab und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, fintemal wir unter einander Glieder sind. 67) Matthäus 7, 1-5. Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. 2. Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden. 3. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirft nicht gewahr den Balken in deinem Auge? 4. Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen? Und siehe, ein Balken ist in deinem Auge. 5. Du Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge; danach bestehe, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Das zehnte Gebot. 68) Sakobus 1, 12-15. Selig ist der Mann, der die Anfechtung, erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn liebhaben. 13. Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von Gott versucht werde, denn Gott ist nicht ein Versucher zum Bösen, er versucht niemand; 14. sondern ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eigenen Luft gereizt und gelockt wird. 15. Danach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde, die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert sie den Tod. 69) Galater 5, 24. Welche aber Christo angehören, die krenzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. 77 Der Nußen der Gebote. Rep. 28, Galater 6, 7. Srret euch nicht 2c. 70) Römer 3, 20. Darum daß kein Fleisch durch des Gesetzes Werk vor ihm gerecht sein mag; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. 71) Galater 3, 24. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. 72) Matthäus 11, 28-30. Rommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. 29. Nehmt auf euch mein Soch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. 30. Denn mein Soch ist sanft und meine Last ist leicht. Das zweite Hauptstück. Von den drei Artikeln des christlichen Glaubens. 73) Hebräer 11, 1. 6. Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht des, das man hofft, und nicht zweifelt an dem, was man nicht sieht. 6. Aber ohne Glaube ist es unmöglich, Gott gefallen, denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß er sei, und denen, die ihn suchen, ein Bergelter sein werde. 74) Matthäus 28, 18-20. Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19. Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes; 20. Und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. 75) 2. Korinther 13, 13. Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes ſei mit euch allen! Amen. Der erste Artikel. Vom Glauben an Gott, den Vater. Rep. 25. Johannes 4, 24. Gott ist ein Geist zc. 76) 1. Sohannes 1, 16. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 78 77) Psalm 115, 3. Unser Gott ist im Himmel, er kann schaffen, was er will. 78) Bsalm 33, 9. So er spricht, so geschieht's; so er gebeut, fo steht's da. 79) Psalm 139, 1-4. Herr, du erforschest mich und kennest mich, ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehest meine Gedanken von- ferne. Sch gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du Herr nicht alles wissest. 80) psalm 139, 7-10. Wo soll ich hingehen vor deinem Geist? Wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da; nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meere, so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten. 81) Psalm 90, 2-4. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Der du die Menschen läsfest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder. Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. 82) Psalm 104, 24. Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du haft sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. 83) 1. Petri 1, 16. Es steht geschrieben: 3hr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. 84) Römer 2, 6-8. Gott wird geben einem jeglichen nach seinen Werken, nämlich Preis und Ehre und unvergängliches Wesen denen, die mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben; aber denen, die da zänkisch sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber dem Ungerechten, Ungnade und Zorn. Rep. 8, Psalm 103, 8-13. Barmherzig und gnädig ist der Herr 2c. 85) psalm 33, 4. Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiß. 86) hebräer 3, 4." Ein jegliches Haus wird von jemand bereitet; der aber alles bereitet, das ist Gott. 87) Römer 1, 19. 20. Daß man weiß, daß Gott sei, ist ihnen offenbar, denn Gott hat es ihnen geoffenbart, 20. damit daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man - 79 des wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt, also daß sie keine Entschuldigung haben. 88) 1. Moses 1, 26. 27. Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden friechet. Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und er schuf sie, ein Männlein und ein Fräulein. 89) hebräer 1, 14. Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgefandt zum Dienst um derentwillen, die ererben sellen die Seligkeit? 90) Psalm 145, 15. 16. Aller Augen warten auf dich, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. 16. Du thust deine Hand auf und erfüllst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. 91) psalm 33, 13-15. Der Herr schaut vom Himmel und sieht aller Menschen Kinder. Von seinem festen Thron sieht er auf alle, die auf Erden wohnen, er lenkt ihnen allen das Herz, er merkt auf alle ihre Wege. 92) Römer 8, 28. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Der zweite Artikel. Vom Glauben an Gott, den Sohn. 93) Matthäus 1, 21. Maria wird einen Sohn gebären, des Name sollst du Jesus heißzen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden. 94) Micha 5, 1. Du Bethlehem Ephrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, welches Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. 95) Sesaia 9, 6. Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, und er heißt Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig- Vater, Friede- Fürst. 96) Johannes 1, 1. 2. 3m Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. 2. Dasselbige war im Anfang bei Gott. 97) Johannes 8, 58. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe denn Abraham ward, bin ich. 98) Koloffer 2, 9. In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. 80 99) Johannes 10, 30. Jch und der Vater sind eins. 100) Galater 4, 4. 5. Da aber die Zeit erfüllt ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, 5. auf daß er die, so unter dem Gesetze waren, erlöste, daß wir die Kindschaft empfingen. 101) Johannes 1, 14. Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Bater, voller Gnade und Wahrheit. 102 a) Philipper 2, 5-8. Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Chriftus auch war, 6. welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich sein, 7. sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Geberden als ein Mensch erfunden. 8. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. 103) 1. Petri 2, 21-23. Sintemal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß. ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen, welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward; nicht drohte, da er litt; er stellte es aber dem heim, der da recht richtet. 104) Johannes 14, 6. Jch bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich. 105) Hebräer 7, 26. 27. Einen solchen Hohenpriester sollten' wir haben, der da wäre heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher, denn der Himmel ist. 27. Dem nicht täglich not wäre, wie jenen Hohenpriestern, zuerst für eigene Sünde Opfer zu thun, danach für des Voltes Sünde; denn das hat er gethan einmal, da er sich selbst opferte. 106) 2. Korinther 5, 19. Gott war in Christo und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünde nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. 107) Sefaia 53, 4. 5. Fürwahr er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott gestraft und gemartert wäre. 5. Aber er ist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. 81 108) 1. Petri 1, 18. 19. Wiffet, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber und Gold erlöst seid von eurem eitlen Wandel nach väterlicher Weise, 19. sondern mit dem teuren Blute Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Rep. 11. 1. Sohannes 1, 7. Das Blut Jesu Christi 2c. 102 b) Philipper 2, 9-11. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: 10. daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, 11. und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. 109) Johannes 18, 37. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König. Jefus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. 110) Apostelgeschichte 3, 15. Den Fürsten des Lebens habt ihr getötet, den hat Gott auferwecket von den Toten, des sind wir Zeugen. Auch Apostelgeschichte 10, 40. 41. Denselben hat Gott 2c. 111) Johannes 11, 25. 26. Jch bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. 26. Und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? 112) Apostelgeschichte 10, 42. 43 Er hat uns geboten, zu predigen dem Volke und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Toten. 43. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. 113) 2. Korinther 5, 10. Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhle Christi, auf daß ein jeglicher empfange, nach dem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böſe. 114) Matthäus 25, 31-34. 41. 46. Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhle seiner Herrlichkeit, 32. und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, 33. und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Heff. Landeskatech. 6 82 34. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. 41. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. 46. Und sie werden in die ewige Bein eingehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Der dritte Artikel. Vom Glauben an Gott, den heiligen Geist. 115) 1. Korinther 12, 3. Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. 116) Epheser 4, 3-6. Seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. 4. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. 5. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, 6. ein Gott und Bater( unser) aller, der da ist über euch alle und durch euch alle und in euch allen. 117) 1. Korinther 3, 11. Einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Rep. 12. Röm. 1, 16. Jch schäme mich des Evangeliums 2c. 118) Matthäus 7, 13. 14. Geht ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführt, und ihrer sind viele, die darauf wandeln. 14. Und die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind ihrer, die ihn finden. 119) 1. Johannes 1, 8. 9. So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht uns. 9. So wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergiebt und reinigt uns von aller Untugend. Rep. 7. Römer 3, 23. Es ist hier kein Unterschied zc. 120) 2. Korinther 7, 10. Die göttliche Traurigkeit wirket zur Seligkeit eine Reue, die niemand gerent; die Traurigkeit aber der Welt wirket den Tod. 121) Apostelgeschichte 16, 30. 31. Was soll ich thun, daß ich selig werde? Glaube an den Herrn Jesum Christum, so wirst du und dein Haus selig. 83 122) Sohannes 3, 36. Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm. 123) Römer 3, 28. So halten wir es nun, daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben. Wir werden ohne Verdienst zc. Nicht um der Werke willen zc. Lies Römer 3, 24. Titus 3, 5-7. Es sei Rep. 112. Apostelgeschichte 10, 43. Von diesem zeugen zc. 124) Johannes 3, 3. 5. 6. Wahrlich, wahrlich ich sage dir: denn, daß jemand von nenem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen.- 5. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 6. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. 125) Matthäus 16, 24. Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Krenz auf sich und folge mir. 126) 2. Korinther 5, 17. Jst jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden. 127)( Galater 5, 22-24. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. 23. Wider solche ist das Gesetz nicht. 24. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüften und Begierden. 128) Hebräer 13, 14. Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. 129) Philipper 1, 21. 23. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. 23. Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christo zu fein, welches auch viel besser wäre. 130) Hebräer 9, 27. Ten Menschen ist gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht. 131) Römer 6, 23. Der Tod ist der Sünden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jefu, unserm Herrn. 132) Johannes 5, 28, 29. Verwundert euch des nicht, denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören. 29. Und werden hervorgehen, die da gutes gethan haben, zur 84 Auferstehung des Lebens, die aber übels gethan haben, zur Auferstehung des Gerichts. 133) 1. Korinther 15, 42-44. Also auch die Auferstehung der Toten. Es wird gefät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 43. Es wird gefät in Unehre und wird auferstehen in Herrlichkeit; es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. 44. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Hat man einen natürlichen Leib, so hat man auch einen geistlichen Leib. 134) Philipper 3, 20. 21. Unser Wandel ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, 21. welther unseren nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, womit er kann auch alle Dinge sich unterthänig machen. 135) Offenbarung 21, 4. Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen; und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen. 136) 1. Korinther 2, 9. Das fein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, das hat Gott bereitet denen, die ihn lieben. Das dritte Hauptstück. Vom Gebet des Serrn. Vorrede. 137) Matthäus 7, 7-12. Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgethan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da suchet, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgethan. 9. Welcher ist unter euch Menschen, so ihn sein Sohn bittet um Brot, der ihm einen Stein biete? 10. Oder so er ihn bittet um einen Fisch, der ihm eine Schlange biete? 11. So denn ihr, die ihr doch arg seid, könnt dennoch euren Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird euer Bater im Himmel gutes geben denen, die ihn bitten. 138) 1. Timotheus 2, 1-4. So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle 85 Menschen, 2. für die Könige und alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit; 3. denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott, unserm Heilande, welcher will, daß allen Menschen geholfen werde, und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 139) Johannes 16, 23. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: So ihr den Bater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er's ench geben. Erste Bitte. Rep. 117. 1. Korinther 3, 11. Einen andern Grund 2c. Zweite Bitte. Rep. 2. Matthäus 6, 23. Trachtet am ersten 2c. Rep. 114. Matthäus 25, 34. Da wird dann der König 2c. Dritte Bitte. Rep. 15. 1. Johannes 2, 15-17. Habt nicht lieb die Welt 2c. Rep. 92. Römer 8, 28. Wir wissen aber, daß 2c. Vierte Bitte. 140) Jakobus 1, 17. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Beränderung, noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Rep. 90. Psalm 145, 15. 16. Aller Augen 2c. Rep. 60. 1. Timotheus 6, 6-10. Es ist aber ein großer Ge winn 2c. Fünfte Bitte. Rep. 119. 1. Johannes 1, 8. 9. Co wir sagen, wir haben 2c. Rep. 7. Römer 3, 23. Es ist hier kein Untersch. 2c. 141) Matthäus 6, 14. 15. So ihr den Menschen ihre Fehler vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben; so ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben. Rep. 112. Apostelgeschichte 10, 43. Von diesem zeugen zc. Rep. 29. Matthäus 5, 44. 45. Liebet eure Feinde 2c. 86 Sechste Bitte. Rep. 68. Jakobus 1, 13-15. Niemand sage, wenn er 2c. Rep. 68. 1, 12. Selig ist der Mann zc. Siebente Bitte. 142) Römer 12, 12. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Das vierte Hauptstück. Vom Sakrament der heiligen Taufe. Rep. 84. Matthäus 28, 19. Darum gehet hin zc. 143) Apostelgeschichte 2, 38. Thut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes. 144) Titus 3, 5. Nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit macht er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes. Rep. 124. Johannes 3, 5. Es sei denn, daß jemand 2c. 145) Galater 3, 26-27. Shr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viele ener getauft sind, die haben Christum angezogen. 146) Epheser 4, 22-24. So leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet. 23. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts. 24. Und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. 147) Markus 10, 14. Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes. 87 Das fünfte Hauptstück. Bom Sakrament des heiligen Abendmahls. Die Einsegungsworte stehen: 1. Korinther 11, 23-25. Der Herr Jesus 2c. 148) Johannes 6, 53-56. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschen Sohnes und trinken sein Blut, so habt ihr fein Leben in euch. 54. Wer mein Fleisch ist und trinkt mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken. 55. Denn mein gleisch ist die rechte Speise, und mein Blut ist der rechte Trank. 56. Wer mein Fleisch ist und trinkt mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm. 149) 1. Korinther 10, 16. 17. Der gesegnete Kelch, welchen wir seg. nen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? 17. Denn ein Brot ist es, so sind wir viele ein Leib, dieweil wir alle eines Brotes teilhaftig sind. 150) 1. Korinther 11, 28. 29. Der Mensch prüfe sich selbst, und also effe er von diesem Brote und trinke von diesem Kelche. 29. Denn wer unwürdig ist und trinkt, der ißt und trinkt sich selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib tes Herrn. 151) Matthäus 5, 23. 24. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; 24. so laß allda vor dem altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Habe. Rep. 119. 1. Johannes 1, 8. 9. So wir sagen 2c. 152) Psalm 51, 19. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. Rep. 72. Matthäus 11, 28. 29. Kommet her zu mir zc. Rep. 10. 1. Johannes 1, 7. Das Blut Jesu Christi 2c. 153) Johannes 20, 22, 23. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist. 23. Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. 88 B. Die 6 Pfalmen, welche gelernt werden sollen, sind: 1) Psalm 1. V. 1. Wohl dem, der nicht wandelt im Nat der Gottlojen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sizet, da die Spötter sitzen, V. 2. sondern hat Lust zum Gesetz des Herrn und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht. Birim V. 3. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wafferbächen, der seine Früchte bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und was er macht, das gerät wohl. V. 4. Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut. V. 5. Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gericht, noch die Sünder in der Gemeine der Gerechten. V. 6. Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergeht. 2) Psalm 23. Ein Psalm Davids. V. 1. Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. V. 2. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zum frischen Wasser. V. 3. Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße, um seines Namens willen. V. 4. Und ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich fein Unglüch, denn du bist bei mir; dein Stecken und Stab tröstet mich. V. 5. Du bereitest vor mir einen Tisch gegen meine Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. V. 6. Gutes und Barmherzigfeit werden mir folgen mein Lebenlang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. 3) Psalm 90. V. 1. Ein Gebet Moses, des Mannes Gottes. V. 2. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden, und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. V. 3. Der du die Menschen läffest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder. B. 4. Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. V. 5. Du 89 läffeft fie dahinfahren wie einen Strom, und( sie) find wie ein Schlaf, gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird, V. 6. das da frühe blüht und bald welk wird und des Abends abgehauen wird und verdorrt. V. 7. Das macht dein Zorn, daß wir so vergehen, und dein Grimm, daß wir so plötzlich dahin müffen. V. 8. Denn unsere Missethat ftelleft du vor dich, unsere unerkannte Sünde in das Licht vor deinem Angesicht. V. 9. Darum fahren alle unsere Tage dahin durch deinen Zorn, wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz. V. 10. Unser Leben währet siebenzig Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Sabre, und wenn es föstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon. V. 11. Wer glaubt es aber, daß du so sehr zürnest? Und wer fürchtet sich vor solchem deinem Grimm? V. 12. Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir flug werden. V. 13. Herr, kehre dich doch wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig. V. 14. Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. V. 15. Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden. V. 16. Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Ehre ihren Kindern. V. 17. Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserèr hände bei uns, ja das Werk unserer Hände wolle er fördern.. 4) Psalm 103. Ein Psalm Davids. V. 1. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. V. 2. Lobe den Herrn, meine Secle, und vergiß nicht, was er dir gutes gethan hat, V. 3. der dir alle deine Sünden vergiebt und heilt alle deine Gebrechen, V. 4. der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit, V. 5. der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst, wie ein Adler. V. 6. Der Herr schafft Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden. V. 7. Er hat seine Wege Mose wissen laffen; die Kinder Israel sein Thun. V. 8. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. V. 9. Er wird nicht immer hadern, noch ewiglich Zorn halten. V. 10. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Miffethat. V. 11. Denn so hoch der Himmel über der 90 Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. V. 12. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Übertretung von uns sein. V. 13. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, so ihn fürchten. V. 14. Denn er fennt, was für ein Gemächte wir sind; er gedenkt daran, daß wir Staub sind. V. 15. Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde. V. 16. Wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte fennt sie nicht mehr. V. 17. Die Gnade aber des Herrn währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind V. 18. bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, daß sie danach thun. V. 19. Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich herrscht über alles. V. 20. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Wortes. V. 21. Lobet den Herrn alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen thut. V. 22. Lobet den Herrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft. Lobe den Herin, meine Seele. 5) Psalm 130. V. 1. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. V. 2. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. V. 3. So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen? V. 4. Denn bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte. V. 5. Ich harre des Herrn, meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort. V. S. Meine Seele wartet auf den Herrn von einer Morgenwache bis zur andern. V. 7. Ifrael hoffe auf den Herrn; denn bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm. V. 8. Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden. 6) Psalm 139, 1-12. 23. 24. Ein Psalm Davids, vorzufingen. V. 1. Herr, du erforschest mich und kennest mich. V. 2. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehest meine Gedanken von ferne. V. 3. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. V. 4. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest. V. 5. Du schaffst es, was ich vor oder hernach thue, und hältst deine Hand über mir. V 6. 91 Solches Erkenntnis ist mir zu wunderlich und zu hoch, ich kann es nicht begreifen. V. 7. Wo soll ich hingehen vor deinem Geist? Und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? V. 8. Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da. V. 9. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer; V. 10. fo würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten. 3. 11. Spräche ich: Finsternis möge mich decken, so muß die Nacht auch Licht um mich sein. V. 12. Denn auch Finsternis nicht finster ist bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis ist wie das Licht. V. 23. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich es meine. V. 24. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. C. 16 Stirchenlieder. 1) Liebster Jesu, wir sind hier 2c. Wenn ich, o Schöpfer, deine 2c.. Befiehl du deine Wege zc. 4) Ich habe nun den Grund zc. 2) 3) 5) Dies ist der Tag, den Gott 2c. 6) Wie soll ich dich empfangen 2c.. 7) O Haupt, voll Blut zc.. 8) Ein feste Burg 2c.. 9) Jesus, meine Zuversicht 2c. 10) Meinen Jesum laß ich nicht zc.. 11) Eins ist not, ach Herr 2c. 12) Wie herrlich strahlt 2c. 13) Wer nur den lieben Gott 2c.. 14) Nun danfet alle Gott zc. Ref. Ges. Nr. " 1 " 1 17 11 "" 11 11 " f 17 17 11 11 "" " 1 " 1 "" 38 "" 15) Warum sollt ich mich 2c.. 16) Was Gott thut, das ist zc.. Anmerkung. Die Lieder 8, 3 und 7 werden nach dem Urtert gelernt. PP " F PP 11 " PP " P PP ( 2 " P 19 " IP 4452 67 92 109 115 133 208 270. 315 317 318 380 450 524 525 92 I. Drei Kirchenlieder im Urtext. 1)( Nr. 208 des Ref. Ges., 218 des Luth. Ges., Kernl. 60.) 1. Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Behr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jeht hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst er's jest meint, groß Macht und viel List fein graufam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins gleichen! 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten! 1. Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nicht, 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dir's soll wohl ergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. daß macht, er ist gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen! 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, 2)( Nr. 67 des Ref. Gef., 343 Luth. Ges., Kernl. 116.) Gut, Ehr, Kind und Weib; laß fahren dahin, fie habens kein Gewinn: daß Reich muß uns doch bleiben! Dr. Martin Luther( 1483-1546). Mit Sorgen und mit Gråmen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein' ew'ge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Besen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg' hast du allerwegen an Mitteln fehlt's dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn: was er ihm vorgenommen und was er haben will, daß muß doch endlich kommen Zu seinem 3weck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer jagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit: so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf! auf! gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll: Gott figt im Regimente und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten: er ist ein weiser Fürst, und wird sich so verhalten, daß du dich wandern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Nat die Sach' binausgeführet, die dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn, und thun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und sollst du für und für in Angst und Nöten schweben, fragt' er doch nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da du's am mind'sten gläubft. Er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 93 11. Wohl dir, du Kind der Treue; du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron'! Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand; und du fingst Freudenpfalmen" dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End', o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not; stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt( 1607-1676). 94 3)( Nr. 133 bes Ref. Ges., 1. O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn; o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron'; o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr' und Zier; jeht aber höchst verhöhnet, gegrüßet feist du mir! 2. Du edles Angesichte, dafür sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so beſpeit, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht bat alles hingenommen, bat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, waß du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, i bab es selbit verschuldet, was du getragen bast. Schau ber, bier steh ich Armer, der Zorn verdienet bat; gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! 132 Luth. Ges., Kernl. 32.) 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts getban: dein Mund hat mich gelabet mit süßer Gnadenkofl, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht, von dir will ich nicht gehen, wann dir dein Herze bricht; wann dein Haupt wird erblassen im lehten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Jch danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da du's so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich balte zu dir und deiner Treu, und wann ich nun erkaite, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, ſo tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein. 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsternis umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wobl. 2. Mein Auge siebt, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. 95 II. 13 Kirchenlieder aus dem heffischen reformierten Gesangbuch. 1)( Ref. Ges. Nr. 4, Kernl. 70.) 1. Liebster Jesu! Wir sind hier, uns mit Licht von Gott erfüllet. dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier zu des Himmels süßen Lehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. Paul Gerhardt( 1607-1676). Glaubend lehr aufs Wort uns merken; laß es uns zu Leben stärken! 3. D du Glanz der Herrlichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren! Heiligster! Von Ewigkeit hast du dir uns auserkoren; lehre deines Himmels Erben, lehr uns leben, lehr uns sterben. Tobias Clausniger, † 1684. 2)( Ref. Ges. Nr. 44, Luth. Ges. Nr. 39.) 1. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht,| Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, preist dich, du Gott der Stärke! die für alle wacht, anbetend überlege: Ber hat die Sonn an ihm erhöht? Ber fleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? 96 Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, als nur die Wolken gehen! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Burm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt meinem Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist! erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag': Amen! und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Christian Fürchtegott Gellert( 1715-1769). der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Rubm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 3)( Ref. Gef. Nr. 92.) 1. Ich habe nun den Grund gefunden, Das heißt die Wunden recht verbinden, der meine Hoffnung ewig hält: Wo anders als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt: Ein Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. da findet kein Verdammen statt; weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt: Es sind die offnen Liebesarmen des, der sich zu dem Sünder neigt; er geht nicht mit uns ins Gericht und will den Tod des Sünders nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein! deswegen kam sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel siegreich ein. Nun ruft sein Wort und Geist uns zu: Kommt her zu mir, bei mir ist Ruh. 4. Abgrund, welcher unsre Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! 5. Darcin will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getroft vertraun, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir entrissen, was Leib und Seel erquicken kann; muß ich des Lebens Freuden missen und nimmt kein Freund sich meiner an; scheint die Errettung noch so weit: mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Ich kann in meinen besten Werken, wenn ich noch so behutsam bin, gar manchen, manchen Fehler merken; o, wie fällt aller Ruhm dahin! doch bleibt mir noch der Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; Er wird gewiß sein Wort erfüllen, er, der die Seinen nicht vergißt: 2. Die Völker haben dein geharrt. Doch als die Zeit erfüllet ward, da sandte Gott von seinem Thron dich, Heil der Welt! dich, seinen Sohn! 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist voll Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 4)( Ref. Ges. Nr. 109, Luth. Ges. Nr. 83, Kernl. 12.) 1. Dies ist der Tag, den Gott gemacht.| auf den die Bäter hoffend sahn; Sein werd' in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 5. Dein König, Zion! kommt zu dir; er kommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun; er bilft dir gern. Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst! Immanuel und Friedefürst! sie währet ja in Ewigkeit, die göttliche Barmherzigkeit. Heff. Landeskatech. 97 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang ich hier auf Erden bin; der Gnade Gottes will ich trauen. Fällt alles andre gleich dahin, so sing ich einst nach dieser Zeit: Abgrund der Barmherzigkeit. Andreas Roth, † 1768. 7. Du, unser Trost und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. du bist es, der das Herz erhöht. 8. Gedanke voller Majestät! Gedanke voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zag ich nun, wenn der mich schüßt, der in des Vaters Schoße figt! 10. Sauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der beiligsten Geburt! und Erde, die ihn heute fieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! der uns solch großes Heil gebracht, 11. Herr, der du uns den Tag gemacht, dich preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Christian Fürchtegott Gellert( 1715-1769). 7 98 5)( Ref. Ges. Nr. 115, Luth. Ges. Nr. 81, Kernl. 2.) 1. Wie soll ich dich empfangen, o Jesu, meine Zier! o aller Welt Verlangen, wie gerne will ich dir mein Herz zum Tempel weihen! Nur zeige du mir an, womit ich dich erfreuen, wie ich dir dienen kann. 2. Dort streut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz gerührt? Es zeigt durch frohe Psalmen, waß es für Regung spürt. Dich, Herr, soll es erheben, denn dir gebühret Ruhm, dir soll es Ehre geben, dies Herz dein Eigentum. 3. Nichts hast du unterlassen zu unsrer Seligkeit, als wir im Staube saßen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Fried und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, daß sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichtum thut. 5. Was hat dich, Herr, getrieben, dich, den kein Himmel hält, als nur dein teures Lieben, womit du diese Welt bei ihren lauten Klagen, bei ihrer Jammerlast, bei ihren tausend Plagen so fest umfangen hast. 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbetrübtes Heer! Bei denen Gram und Schmerzen sich häufen immer mehr, seid unverzagt, erblicket die Hilfe vor der Thür; der euer Herz erquicket und tröstet, stehet hier. 7. Sollt euch nun noch erschrecken der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil, macht sie zu Gottes Kindern und Gott zu ihrem Teil. 8. Laßt eure Feinde drauen, weicht darum nicht zurück, der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, der große König! der Nächer eilt geschwind! stürzt, Feinde! die zu wenig zum Widerstande sind. 9. Du kommst zum Weltgerichte, verklärter Menschensohn, in majestätschem Lichte! und mit dir kommt dein Lohn. Geh auf, o wahre Sonne! und leucht in vollem Glanz, erfüll mit ew'ger Wonne das Herz der Deinen ganz. Paul Gerhardt( 1607- 1676). 6)( Ref. Ges. Nr. 270, Luth. Ges. Nr. 256, Kernl. 146.) 1. Jesus, meine Zuversicht und mein Heiland, ist im Leben! dieses weiß ich, sollt' ich nicht auch zu sterben mich ergeben? was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht! 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! ich werd auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Gemeinde Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; er hält mich bei meiner Hand in den dunkeln Todesstunden, er führt mich auf rechter Bahn und nimmt mich zu Ehren an. 4. Fleisch bin ich und muß daher auch einmal zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit bei ihm sei in Ewigkeit. 5. Dann umgiebt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich fest glaube; Gott wird dann von mir geschaut, wenn ich aufsteh' aus dem Staube. Ja, in diesem Fleisch werd' ich sehen, mein Erlöser, dich. 6. Ob dies Aug' im Tode bricht, wird's doch meinen Netter kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! 99 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig untergeben, irdisch werd ich ausgefät, himmlisch werd ich auferstehen. zu verwesen sink ich ein; dann werd ich unsterblich sein. 8. Freudig bin ich und getrost! dann steigt mein Versöhner nieder. Wann ich sterb', ist er mein Trost, und den Toten ruft er wieder, wenn einst die Posaune klingt, die durch alle Gräber dringt. 9. Und mich schreckte noch der Tod? mich die Gräber und ihr Grauen? meinen Mittler, meinen Gott, Jesum Chriftum werd ich schauen! Dann wird Leben, Sieg und Heil, ewig, ewig sein mein Teil. 10. Nur daß du dich, Seel, erhebst von den Lüsten dieser Erden und schon hier dem Gotte lebst, mit dem du vereint sollst werden! Willst du seines Heils dich freun, mußt Du, Seele, heilig sein. Luise Henriette von Brandenburg( 1627-1667). 7* 100 7)( Ref. Ges. Nr. 315, Luth. Ges. Nr. 387, Kernl. 101.) 1. Meinen Jesum laß ich nicht. Da er sich für mich gegeben, follt ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm hangen, in ihm leben? Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesus bleibt mein Teil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Ihm geb ich zum Eigentum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Wenn mein Auge schon verlischt, Bang und Lippen sich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sinnen mir ersterben, und das matte Herz nun bricht: laß ich meinen Jesum nicht. 1. Eins ist not! ach, Herr, dies eine lehre meine Seele doch! auch beim schimmerreichsten Scheine ist sonst alles nur ein Joch, unter dem das Herz sich plaget und doch keine Rub erjaget. Alles aber wird ersett, wenn dies eine mich ergeht. 4. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh leuchtet dort, mich zu erquicken, ewig mir sein Angesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Seele, willst du dieses finden: fuch's bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten; schwing dich über die Natur, 5. Weder Welt noch Himmel ist's, was mein sehnlich Herz begehret. Du allein, mein Jesu, bist's! Denn für mich mit Fluch beschweret, wandtest du Zorn und Gericht. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 8)( Ref. Ges. Nr. 317, Luth. Ges. Nr. 383, Kernl. 98.) 6. Dich mein Jesu, balt ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr sein vergeßt! Ihr beraubt euch ew'ger Freuden. Selig aber, der da spricht: Meinen Sesum laß ich nicht. Chr. Keymann, † 1662. wo der Gottheit Füll erscheinet, mit der Menschheit fest vereinet. Da, da ist das beste Teil, da dein Alles, da dein Heil. 3. So wollt' einst Maria wissen, was dies einzige verhieß, als sie sich Jesu Füßen lehrbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! fie vergißt die Welt und fic, sieht und hört nur, Jesu, dich. 4. So steht, Jesu, mein Verlangen gang und einzig nur nach dir. Ach, ich dürft' an dir zu hangen! neige du dein Herz zu mir! Wenn auch viele träg verweilen, brenn' ich doch, dir nachzueilen. Jesu, Geist und Leben ist, was von deinen Lippen fließt. 5. Ja, mich reizt der Weisheit Fülle, die in dir verborgen liegt. Hilf mir nur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt, daß die Demut mich regieret und zur rechten Weisheit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, fenn ich dich, mein Jesu, nur. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig, köstlich Blut. Mir auch haft du, Herr, erworben, als du an dem Kreuz gestorben, meinen Schmuck, das reine Kleid gültiger Gerechtigkeit. 7. Nun so gieb, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild erwacht. Mir bist du, den ich erwähle, auch zur Seiligung gemacht. Was nur dient zum wahren Leben, das ist mir in dir gegeben. Ach! entreiß mich ganz der Welt, daß ich thu, was dir gefällt. 8. Herr, was soll ich mehr verlangen, da in dir mein Herz nur ruht? Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; bast mich meiner Band entbunden, ewige Erlöfung funden, daß ich mich Gott freudig nahn, kindlich Abba rusen kann. 9. Volle G'nüge, Fried und Freude ist's, was meine Seel ergeht. Hirt, auf wie so gute Weide bast du mich, dein Schaf, verseht. Jesu! soll ich dich nur haben, was kann mich wohl süßres laben? Wo ist, was mich mehr erquickt, als wenn dich mein Glaub erblickt? 9)( Ref. Ges. Nr. 318, Luth. Ges. Nr. 163, Kernl. 102.) Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Stern Jakobs! sieb nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmachten. 101 10. Drum sollst du mir nur das eine, du nur sollst mein Alles sein. Prüf' und forsche, wie ich's meine, und tilg' allen Heuchelschein. Wenn die Welt bald lockt, bald höhnet, sich das Fleisch nach eitlem sehnet, auch die Hölle stürmt und droht, währ ich dich, denn eins ist not. Joh. Heinrich Schröder( 1666-1699). 1. Wie herrlich strahlt der Morgenstern! Jesu! o welch ein Glanz geht auf im Herrn! wer sollte sein nicht achten? Jesu! schön und prächtig! groß und mächtig! reich an Gaben! über alles hoch erhaben! 102 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn! des Himmels großer König! aus vollem Herzen preif' ich dich! hab' ich nur dich, so rühret mich, was alle Belt reizt, wenig. Komm doch, Komm doch! wahrlich keiner tröstet deiner, Brot des Lebens, wenn ihn hungert, sich vergebens. 3. Jn dir nur kann ich selig sein. Geuß tief, tief in mein Herz hinein die Flamme deiner Liebe! daß in mir nichts als Inbrunst sei, kein Weltfinn deine Leiden scheu', kein Undank dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich fasse und nicht lasse, ewig wable, dürftet meine ganze Seele. 4. Bon Gott strahlt mir ein Freudenlicht, so oft dein lieblich Angesicht sich neigt mich anzublicken. Mein Jesu, du mein höchstes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut fann Seelen recht erquicken. Speif' mich, tränk mich, Seligmacher! daß ich Schwacher, daß ich Erde, Himmelsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preif' ich dich? Gott, ewig, ewig hast du mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm fest vereint. Er selbst mein König, ist mein Freund. Troß' dem nun, was betrübet! Seele! Seele! ihn, den Sieger stolzer Krieger, wähl' zum Freunde und dann fürchte keine Feinde. 6. Ihm, welcher Höll' und Tod bezwang, ihm, ihm müss' unser Lobgesang mit jedem Tag erschallen: dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet! Tönet! Jubellieder! schallet wieder, daß die Erde ganz voll seines Lobes werde. 7. Wie frcu ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst' und Lehte bist, der Anfang und das Ende. Du schließest selig meinen Lauf, Du weckst mich auch von Toten auf; des klopf' ich in die Hände. Amen! Amen! ja wir müssen denn wir wissen, wem wir trauen, noch dereinst dein Antlig schauen. - Philipp Nicolai, † 1608. 10)( Ref. Ges. Nr. 380, Luth. Ges. Nr. 354, Kernl. 130.) 1. Ber nur den lieben Gott läßt walten| so kommt Gott, eh wir's uns versehn, und hoffet auf ihn allezeit, und lässet uns viel Guts geschehn. den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit; wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Web und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 103 4. Er kennt die wahren Freudenstunden, weiß, wenn ein Glück uns nüßlich sei; und wenn er uns bewährt erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei: 5. Denk nicht in deiner Drangsalshihe, daß dich dein treuer Gott vergißt, und daß der ihm im Schoße size, der reich und groß und mächtig ist; die Zukunft ändert oft sehr viel; und sehet jeglichem ſein Ziel. 6. Was sind vor Gott der Menschen Sachen? Sein starker Arm vermag sogleich den Reichen klein und arm zu machen, wie leicht ist es bei dem gethan, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 3. Man halt in frommer Ehrfurcht stille den Armen aber groß und reich; und warte, bei sich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad und beilger Bille und sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verrichte deine Pflicht getreu, trau ihm und seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu; denn wer nur seine Zuversicht auf Gott sett, den verläßt er nicht. Georg Neumark( 1621-1681). 11)( Ref. Ges. Nr. 450, Luth. Gef. Nr. 380, Kernl. 80.) 1. Run danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden; der mächtig uns erhält und von der Kindheit an uns so viel Gutes thut, mehr als man zählen kann. 2. Er, unser Vater, woll' ein fröblich Herz uns geben; der Herr laß uns, sein Volk, in stetem Frieden leben und unsre Nachwelt auch, daß seine Gnad und Treu das ganze Land umfab, sein Segen mit uns ſei. 104 3. Der große, starke Gott woll' uns von allem Bösen, und was uns schaden kann, gewaltiglich erlösen; er schüß' uns in Gefahr, er helf' uns allezeit, so lang er uns dahier das Leben noch verleiht. 12)( Ref. Gef. Nr. 524, Luth. 1. Warum sollt' ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Ich kam unter Angst und Nöten, hilfelos, arm und bloß einst ans Licht getreten: nichts nehm ich auch von der Erde dann mit mir, wenn ich bier einst verscheiden werde. 4. Dir, Gott, dir, und nicht uns sei Ehr und Preis gegeben, was in uns ist, ſoll stets, Herr, deine Huld erheben. und stehn wir einst verklärt in deinem Heiligtum, so sei dein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. Martin Rintart, † 1649. Gott allein ift es, der's gegeben. Fordert er es einstens wieder, nehm er's hin, ich preis ihn doch durch meine Lieder. Gef. Nr. 435, Kernl. 128.) Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der hat's in Händen; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergeht; sollt ich jest nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ganz und gar verlassen. ist nicht mein; 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen; Gott, mein Heil, 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, wird in Eil dringt herein sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt' ihn auch der Tod bekriegen, Christi Blut und sein Mut hilft auch den besiegen. nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöten, endigt dieses Lebens Leiden und giebt mir einst dafür alle Himmelsfreudeu. 8. Denn kein Tod kann mich ertöten; du bist mein, ich bin dein: 9. Dann werd ich mit bessern Schäßen Geist und Herz auf den Schmerz ewig dort ergehen. Hier ist kein recht Gut zu finden: was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 13)( Ref. Ges. Nr. 525, Luth. 1. Was Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille. Bie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille; er ist mein Gott, der in der Not 105 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. eitler Tand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freudenk niemand kann uns scheiden! ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut für mich hingegeben. 12. Du bift mein, weil ich dich faffe und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. Paul Gerhardt( 1607-1676). Ges. Nr. 436, Kernl. Nr. 127.) 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er lässet mich nicht fallen, er führet die auf rechter Bahn, die seine Wege wallen. Trost und Geduld giebt seine Huld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 106 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weiß nur, was uns nühet; wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stüßet! Ja seine Treu ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er eß meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Bahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil er zulegt mich doch ergeht mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben! Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten, drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast( 1649-1708). D. Gebete aus der hessischen Kirchenagende. 1. Sonntags- Gebet vor der Predigt am Altar. O himmlischer Bater, ewiger und barmherziger Gott, wir arme Sünder erscheinen vor Deiner göttlichen Majestät und bekennen, wie die Wahrheit ist, daß wir nicht allein empfangen und geboren sind in aller Bosheit und Verderbnis, und daher geneigt zu allem Bösen, aber unnüz zu einigem Guten, sondern auch, daß wir mit unserm sündlichen Leben noch ohne Unterlaß Deine heiligen Gebote übertreten, dadurch wir Deinen Zorn wider uns reizen und nach Deinem gerechten Urteil auf uns laden zeitliche und ewige Strafen. 107 Aber, o Herr, wir tragen Reue und Leid, daß wir Dich erzürnet haben, wir verklagen selbst uns und unsere Laster und bitten von Grund unserer Herzen, daß Deine Gnade zu Hilfe fomme unserm Elend und Jammer. Du wollest Dich derhalben, o allergütigster Gott und Bater, über uns erbarmen und uns verzeihen alle unsere Sünden, um des teueren Leidens und Sterbens willen Jesu Christi, Deines Sohnes. Und demnach wir in Deinem Namen jest versammelt sind, Dein Wort zu lernen und unsre Not Dir vorzutragen, so wolleft Du uns beiwohnen mit der Gnade Deines heiligen Geistes, daß wir Dein Wort andächtig und heilsamlich hören, in einem feinen, guten Herzen bewahren, vielfältige und Dir wohlgefällige Früchte bringen, und unser Gebet auch also zu Dir verrichten, daß wir von Dir erhört, mit Deiner mächtigen Hilfe erfreut und verursacht werden, Dir mit fröhlichem Herzen zu danken. Ach, Herr, höre, ach, Herr, sei gnädig, ach, Herr, merke auf und thue es um Dein selbst und um Deines allerliebsten Sohnes Jesu Christi willen. Amen. 2) Beichtfragen bei dem heiligen Abendmahl. Geliebte im Herrn, weil der Apostel erfordert, daß der Mensch sich prüfen und also von dem Brote des Herrn essen und von dem Kelche des Herrn trinken soll, so frage ich( der Prediger) euch: a. Erkennt und bekennt ihr mit reuigem, bußfertigem Herzen eure Sünden, mißfallt ihr euch deswegen selbst und gebt euch schuldig Gottes Zorns, des ewigen Todes und der Verdammnis? Antwort mit lauter Stimme seitens der Kommunikanten: Ja. 108 b. Begehrt ihr denn von Grund eurer Herzen Gnade und glaubt ihr, daß Gott nicht nur aus lauter Gnade um des teuren Verdienstes und einigen Opfers Jesu Christi willen euch alle eure Sünden vergeben, sondern auch dessen durch den Gebrauch des heiligen Abendmahls versichern, und darin mit dem gekreuzigten Leibe und vergoffenen Blute des Herrn Jesu Christi speisen und tränken und zum ewigen Leben stärken und erhalten wolle? Antwort: Ja. c. Habt ihr auch den gewissen und festen Vorsag, euer sündliches Leben hinfort zu bessern, wider den Teufel, die Welt und euer eigen Fleisch zu streiten und euren Glauben durch die Liebe gegen Gott und den Nächsten in findlicher Geduld und Gehorsam beharrlich zu beweisen? Antwort: Ja. 3) Gebet vor dem heiligen Abendmahl. Geliebte im Herrn, demütigt euch vor Gott, befennet eure Sünde und bittet um Vergebung im Namen des Herrn Jesu Christi; sprechet mir nach mit herzlichem Seufzen und Glauben zu Gott, dem ewigen Vater unsers Herrn Jesu Christi: O allmächtiger, ewiger, barmherziger Gott, Vater unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi, wir arme sündhafte Menschen erkennen, bekennen und klagen vor Deiner göttlichen Majestät, daß wir in Sünden empfangen und geboren und also von Natur Kinder des Zornes sind, daß wir in allem unserm Leben Dich vielfältig erzürnet haben mit Gedanken, Worten und Werken; Dich, unsern Schöpfer, Erlöser und Heiligmacher, haben wir von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüte und 109 allen unsern Kräften nicht geliebet, auch nicht unsern Nächsten wie uns selbst, wie Du uns doch geboten und befohlen hast. Wir geben uns deshalb schuldig Deines Zorns und Gerichts, des ewigen Todes und der Verdammnis. Wir haben aber Zuflucht zu Deiner grundlosen Barmherzigkeit, suchen und begehren Gnade und bitten Dich von Grund unsers Herzens, Du wollest Dich unser erbarmen und alle unsere Sünden gnädiglich verzeihen und wahrhaftige Besserung verleihen, um Deines geliebten Sohnes, unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi und um Deines allerheiligsten Namens Ehre willen, Herr, sei uns armen Sündern gnädig. 4) Gebet bei dem heiligen Abendmahl. Barmherziger, ewiger, allmächtiger Gott, himmlischer Vater, der Du uns in Deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, Namen zusammenzukommen und Dich um alle unsere Notdurft anzurufen befohlen und solch unser Gebet gnädiglich zu erhören verheißen und zugesagt hast, auf denselben Deinen Befehl und gnädige Verheißung erscheinen wir allhier vor Deiner göttlichen Majestät und bitten von Grund unsers Herzens, Du wollest um Deines lieben Sohnes Jesu Christi willen uns alle unsere Sünden verzeihen und mit Deinem heiligen Geist unsere Herzen begnadigen, daß wir in wahrem Glauben Dich anrufen, für alles Anliegen Deiner lieben Kirche und eines jeden Gliedes bitten, und was zu Deiner Ehre und Wohlfahrt der lieben Gläubigen dienlich ist, erlangen mögen. Erstlich bitten wir Dich für Deine Kirche und Gemeinde, erlöse und behüte sie vor allen den Bischöfen und Vorstehern, die Du nicht gesandt hast, und gieb solche Diener, die alle Deine 110 zerstreuten Schäflein treulich suchen und zu unserm Herrn Jesu Christo, dem einigen guten Hirten, führen, und welche sie zu ihm geführt haben, nach Deinem göttlichen Willen und Wohlgefallen täglich im Glauben und christlichen Gehorsam erbauen und stärken, damit bei uns und allenthalben alles gottlose Wesen, alle Geften und aller falscher Gottesdienst abgeschafft und ausgetilgt werde, und wir in rechter Erkenntnis Deines einigen geliebten Sohnes und in wahrem Glauben einhellig, einträchtig und christlich unter einander leben zu Deinem Lobe und unserer und unsers Nächsten Besserung. Wir bitten Dich auch für unsere ordentliche Obrigkeit, gieb, daß sie Dich und Deinen Sohn Jesum Christum wahrhaftig erkenne und bekenne und in solcher Erfenntnis und Bekenntnis Deine liebe Christenheit christlich und treulich regiere, und alles Arge bei ihren Unterthanen, die da Werke Deiner Hände und Schafe Deiner Weide sind, abschaffe, alles Gute pflanze und fördere, damit wir, frei von Furcht der Feinde, Dir dienen in aller Heiligkeit und Gerechtigkeit. Desgleichen bitten wir Dich, gütiger Gott und Vater, für alle Menschen, bekehre zu Deinem lieben Sohne alle, so ihn noch nicht fennen, und die Du zu ihm bekehrt hast, denen gieb, daß sie in seiner Erkenntnis, im Glauben und im Gehorsam immer wachsen und zunehmen, und für alle, so da in Anfechtung, Jammer und Trübsal sind, welche Du uns zum Erempel züchtigest, bitten wir auch, tröste sie und hilf ihnen aus allen Nöten und gieb uns, daß wir deine värterliche Warnung an ihnen zu Herzen nehmen und uns selbst richten und bessern, daß wir nicht müssen von Dir gerichtet werden. 111 Dieweil wir auch in Deines lieben Sohnes Namen zu Deinem Wort, Gebet und Gebrauch des heiligen Abendmahls versammelt sind, so wollest Du uns geben und verleihen Deinen heiligen Geist, daß durch rechte Betrachtung Deines göttlichen Gesetzes und seligmachenden Evangeliums wir zur wahrhaftigen Buße und Bekehrung zu Dir erweckt, unsern Gottesdienst Dir zu Lobe und uns zur Beförderung unserer Seligkeit verrichten mögen. So gieb uns den Leib und das Blut Deines lieben Sohnes in dem heiligen Sakramente mit wahrem Glauben zu genießen, daß er in uns und wir in ihm leben, und wir, durch dieses hochwürdigen Sakraments würdigen Gebrauch im Glauben gestärkt, alle unsere Gedanken, Worte und Werke zu Deinem Preise und des Nächsten Besserung richten, damit Dein Name an uns also mehr geheiligt, Dein Reich gemehrt und bei uns auf Erden alles mit solcher Lust und Liebe nach Deinem heiligen Willen geschehe, wie es im Himmel geschieht. Dazu gieb uns auch unser täglich Brot, alle Leibes Notdurft, Gesundheit, Friede und andere zeitliche Gaben, dieselbigen Dir zu Lob und Aufenthaltung dieses vergänglichen Lebens zu gebrauchen, und verzeihe uns unsere tägliche Übertretung und Sünde, wie jetzt vor Deinen göttlichen Augen wir allen denen verzeihen, die uns jemals Leids gethan haben, und laß den Versucher, den bösen Feind, nimmermehr mit seiner Anfechtung bei uns überhand nehmen, sondern erlöse uns von ihm und allem Bösen, denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. 00A Druckerei des Rauhen Hauses in Hamburg. 1882. Inches 1 Centimetres Blue 2 1 3 4 Cyan 2 144 5 ¹6 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8