go 337 キ 特 gefangbuch für die evangel.- lutherische Kirche in Bayern. XXX PARKER UMITT ITVER Verkaufspreis: ungebunden 85 Pfennig. 0 1800 Kraft des der allgemeinen Pfarrwittwen- Raffe zustehenden Verlagsrechts dermalen im Verlag bei U. E. Sebald, Buchdruckereibesizer in Nürnberg. 1882. 40 A Go Cb 3377 Univ.- Bibl. Giessen 1 Kar( Hleh!!! Privilegium. Wir Maximilian Joseph, von Gottes Gnaden König von Bayern. Nachdem Wir unterm 26. December vorigen Jahrs die Einführung eines neuen Gesangbuches für sämmtliche protestantische Gemeinden Unseres Königreiches genehmigt haben, so finden Wir uns nunmehr bewogen, zur bessern Begründung einer Versorgungs- Anstalt für Pfarrers- Wittwen und Waisen das Privilegium auf dieses Gesangbuch sowohl, als auf alle noch erscheinenden liturgischen Schriften zum kirchlichen Gebrauche, so wie auf die protestantischen Religionsbücher zum Unterrichte in Schulen, der zu errichtenden allgemeinen Pfarr- Wittwen- Kassa zu verleihen. Wir ertheilen daher dieser allgemeinen Pfarr- WittwenKasse das Recht, die obgedachten Bücher, zur Erzielung der möglich wohlfeilsten Preise und der nöthigen Gleichförmigfeit, ganz allein zu verlegen, zu drucken, auszugeben und feil zu haben, und dieselben durch ihre aufgestellten Kommissionarien im ganzen Königreiche verkaufen zu lassen. Demzufolge verbieten Wir allen Unsern Unterthanen, insonderheit aber allen, in Unsern Staaten angesessenen Buchdruckern und Buchhändlern bei Vermeidung Unserer allerhöchsten Ungnade und einer Strafe von Ein Hundert Dukaten, wovon jedesmal die Hälfte Unserer Staats- Kaffe, die andere Hälfte aber der allgemeinen Pfarr- Wittwen- Kasse zufallen soll, sich unter keinerlei Form und Vorwand, weder mitteloder unmittelbar, einen Nachdruck oder Debit gemeldter Bücher und Schriften zu erlauben. Zugleich ermächtigen Wir die allgemeine Pfarr- Wittwen- Kaffe- Administration zur Sicherung dieses Privilegiums, IV bei verspürten Eingriffen mit Hülfe Unserer Obrigkeiten gegen die Beeinträchtigenden einzuschreiten, die unrechtmäßigen Auflagen wegnehmen zu lassen, und nach den darüber erhaltenen Weisungen damit zu sehalten; weswegen auch zu Jedermanns Kenntniß und Warnung, die in dem Verlage der Pfarr- Wittwen- Kaffe erscheinenden Schriften mit einem besondern Stempel vor der Abgabe bezeichnet werden sollen. Zu dessen Urkunde haben Wir diesen Brief allerhöchst eigenhändig unterschrieben, Unser königliches geheimes Infiegel aufdrucken lassen und die Bekanntmachung desselben durch das Regierungsblatt befohlen. Gegeben in unserer Haupt- und Residenzstadt München den vierten August im Ein Tausend acht hundert und eilften Jahre, Unsers Reiches im Sechsten. Mar Joseph. Graf von Montgelas. Auf königl. allerhöchsten Befehl, der General Secretär F. Robell. Inhalts- Verzeichniß. Erste Abtheilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. Lob- und Danklieder Nr. 1-14. Gebetlieder Nr. 15-31. Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieber Nr. 32-43 = Bweite Abtheilung. Hohe Fest- und Feiertagslieder. 1) Die hohen Feste und Festzeiten. Advent Nr. 44-54. Anfang des Kirchenjahres Nr. 55-56. Weihnacht Nr. 57-71. Neujahr Nr. 72-82. Epiphanias Nr. 83-87. ( Darstellung Christi Nr. 88-89.) Passionszeit und Charfreitag Nr. 90-111. ( Begräbniß Jesu Nr. 112-114.) Oftern Nr. 115-133. ( Dftermontag Nr. 134.) Himmelfahrt Nr. 135-145. Pfingsten Nr. 146-161. Trinitatisfest Nr. 162-169. 2) Kirchliche Feiertage. Reformationsfeft Nr. 170-171. Kirchweihfest Nr. 172-173. Bußtag Nr. 174-177. Erntefest Nr. 178–179. Geburts- und Namenstag des Landesherrn Nr. 180-181. Dritte Abtheilung. Kirchliche Handlungen. 1) Die heiligen Sacramente. Taufe Nr. 182-186. Abendmahl Nr. 187-201. ( Nach dem Abendmahl Nr. 202-207.) 2) Die andern kirchlichen Handlungen. Confirmation Nr. 208-211. Beichte Nr. 212-218. Ordination Nr. 219-220. Trauung Nr. 221-224. Begräbniß Nr. 225-230. ( Bei Kinderleichen Nr. 231-232.) VI Inhalts- Verzeichniß. Vierte Abtheilung. Der christliche Glaube. Allgemeine Glaubenslieber Nr. 233-239. Gott der Vater. Wesen und Eigenschaften Nr. 240-248. Schöpfung und Erhaltung Nr. 249-254. ( Von den Engeln Nr. 255-256.) Vorsehung und Regierung Nr. 257-264. Gott der Sohn. Versöhnung und Erlösung Nr. 265-278. Jesuslieder Nr. 279-296. Gott der heilige Geift Nr. 297-300. Wort Gottes Nr. 301-311. Kirche und Reich Gottes Nr. 312-327. Missionslieder Nr. 328-336. Fünfte Abtheilung. Das christliche Leben. Sündenbekenntniß und Buße Nr. 337-349. Rechtfertigung und Gnadenstand Nr. 350-367. Kampf der Heiligung Nr. 368-380. Früchte der Wiedergeburt Nr. 381-402. Kreuz- und Trostlieder Nr. 403-430. Morgenlieder Nr. 431-456. Tischlieder Nr. 457-461. Abendlieder Nr. 462-485. ( Am Schluß der Woche Nr. 486-487.) ( Am Sonntagabend Rr. 488-489.) Haus- und Ehestand Nr. 490-495. ( Kinder Nr. 496-497.) ( Freunde Nr. 498.) Obrigkeit Nr. 499-500. Krieg und Friede Nr. 501-504. Mißwachs und Theuerung Nr. 505-507. Krankheit und Seuchen Nr. 508-510. Allerlei gemeine Noth Nr. 511-514. Sechste Abtheilung. Von den letzten Dingen. Tod Nr. 515-546. ( Tod und Begräbniß von Kindern Nr. 547-549.) Auferstehung, Gericht und ewiges Leben Nr. 550-568. 93, 2002421 Alphabetisches Melodieen- Verzeichniß. - - Nr. 534. Nr. 91.1 f Nr. 337, 23. Nr. 556, 143, 184, 206. Nr. 260, 144, 290. Nr. 106, 259. 346. 1. Ach Gott, erhör mein Seuffen Nr. 408. 2. Ach, Gott und Herr Nr. 338, 142, 309. 3. Ach, Gott vom Himmel Nr. 301, 506, 507. 4. Ach Jesu, dessen Treu Nr. 24, 342, 426. 5. Ach, was soll ich Sünder Nr. 47, 51. 6. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig 7. Ach, wir armen Sünder 8. Allein Gott in der Höh Nr. 164, 10. 9. Allein zu dir, Herr Jesu Christ 10. Alle Menschen müssen sterben 11. Alles ist an Gottes Segen 12. Als Jesus an dem Kreuze 13. An dir allein, an dir Nr. 14. An Wasserflüssen Babylon 15. Auf, auf, mein Herz, und du 16. Auf diesen Tag bedenken wir 17. Auferstehn, ja auferstehn Nr. 230. 18. Auf, ihr Heiden, lobet Nr. 331. 19. Auf meinen lieben Gott 20. Aus meines Herzens Grunde 21. Aus tiefer Noth schrei ich22. Beschränkt, ihr Weisen 23. Beschwertes Herz, leg ab 24. Christe, du Lamm Gottes a. Chrift fuhr gen Himmel 25b. Christ ist erstanden Nr. 98, 199. Nr. 32. Nr. 136. - - - - - 1 - 1 - - - - - 98 - - Nr. 432, 49, 52. Nr. 174, 175, 341. Nr. 356, 363. Nr. 34. - - - Nr. 406, 340. - Nr. 115. c./ Christus ist erstanden Nr. 118. 26. Christ lag in Todesbanden 27. Christum wir sollen loben schon 28. Christus der ist mein Leben 29. Christus, der uns selig macht 30. Da Christus geboren war Nr. 187. Nr. 135. Ang lo Nr. 117. Nr. 462, 463. Nr. 529, 21, 127 Nr. 90. Nr. 67, 514. - VII VI 0 D D VIII - 31. Dank sey Gott in der Höhe 32. Den die Hirten lobten sehre 33. Der lieben Sonne Licht 34. Der Tag mit seinem Lichte 35. Die güldne Sonne 36. Die Himmel rühmen 37. Die Nacht ist kommen 38. Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz Nr. 439. Nr. 464. 1 - 1 - - 14 - Nr. 247. 167, 481. 39. Dieß sind die heilgen zehn Gebot Nr. 302. 40. Dir, dir, Jehova, will ich Nr. 26, 332. 41. Du großer Schmerzenmann- Nr. 95. 42. Ein feste Burg Nr. 170. 43. Gins ist noth; ach Herr Nr. 288. 44. Erhalt uns, Herr Nr. 313, 314, 460, 465, 486, 500. 45. Ermuntre dich, mein schwacher Geist Nr. 65, 547. 46. Erschienen ist der herrlich Tag 138, 449. Nr. 120, 125, 137, Nr. 249, 351. Nr. 294. Nr. 475, 228. Nr. 469. - - - 47. 8 ist das Heil 254, 277, 326, 350. 48.& s ist genug, Nr. 538, 536, 549. 49. Es ist gewißlich an der Zeit 344, 566. L 50. G3 foftet viel, ein Christ Nr. 392, 393. 51. Es spricht der Unweisen Mund 384. 52. 3 woll uns Gott genädig Nr. 328, 182. 53. Fahre fort, fahre fort Nr. 320. 54. Freu dich sehr, o meine Seele 195, 243, 256, 300, 388, 446. - - Nr. 418. Nr. 267, 9, 123, 124, 235, 248, - - - - 55. Freuet euch, ihr Christen Nr. 66. 56. Fröhlich soll mein Herze Nr. 62, 159. 57. Gelobet seyst du, Jesu Christ 58. Gelobt sey Gott im höchsten Thron 59. Gib dich zufrieden und sey stille 60. Gott, den ich als Liebe fenne 61. Gott, der Vater, wohn uns bei 62. Gott des Himmels und der Erden 284, 452. 63. Gott ist mein Lied 64. Gott lebet noch - - Nr. 246. - Nr. 530, 153, 156, 160, 333, 348, 373, 385, 386, - - indah Nr. 550, 191, 196, 197, 234, Nr. 468, 27 Nr. 181, 221, 264, 304, Nr. 57, 55, 63. Nr. 119. Nr. 410. Nr. 508. Nr. 163. - Nr. 437, 33, 155 Nr. 60, 531. 65. Gott Lob! Nun ist die Nacht- Nr. 451. 66. Gott sey gelobet und gebenedeiet 67. Gottes Sohn ist kommen 68. Gott sorgt für dich Nr. 414. 69. Herr Christ, der einig Gott's Sohn70. Herr Gott, dich loben alle wir 71. Herr Gott, dich loben wir 72. Herr Gott, nun schleuß 73. Herr Jesu Christ, dich zu uns 434, 454. Nr. 528. 74. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut 510, 517. - - - - - 75. Herr Jesu Christ, meins Lebens 76. Herr, wie du willt 77. Herzlich lieb hab ich dich- Nr. 18, 213. 78. Herzlich thut mich verlangen - - - - - 1 100306, 409, 525, 533, 548. 9. Herzliebster Jesu, was hast du 80. Heut triumphiret Gottes Sohn 81. Hüter, wird die Nacht 82. Ich armer Mensch 83. Ich bin ja, Herr, in 84. Ich dank dir schon 85. Ich danke dir, o Gott 86. Ich hab mein Sach- 87. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Nr. 17. - Nr. 535. - 88. Ich ruhe nun in Gottes Armen- Nr. 198. 89. Ich will dich lieben 90. Jehova, Jehova Nr. 14. Stadt Nr. 162. 91. Jehova ist mein Licht Nr. 262. 92. Jerusalem, du hochgebaute 93. Jesaia, dem Propheten 94. Jesu, der du meine Seele 95. Jefu, hilf fiegen Nr. 377, 321, 505. 96. Jesu, meine Freude 423, 480. - - Nr. 298, 329, 473. Nr. 521, 251, 345, 368, 425, 503. - Nr. 1. - - Nr. 283. Nr. 202, 193. - Nr. 453, 445. Nr. 215, 177, 218, 222, 310, 444. deiner Macht Nr. 532. Nr. 455, 456. Nr. 435. - Nr. 25, 96. Nr. 31, 46, 433, 438. - Nr. 36, 37, 38, 372, 431, Nr. 212, 102, 103, Nr. 524, 19, 77, 89, 100, 1 IX Nr. 343, 105, 285, 299. Nr. 282, 158, 261, 295, 419, Nr. 97, 12, 134, 217, 97. Jesu, meines Lebens Leben 224, 272, 391, 498. 98. Jesus Christus, unser Heiland, der den Nr. 116. 99. Jesus Christus, unser Heiland, der von Nr. 190. 100. Jefus, meine Zuversicht Nr. 558, 54, 86, 108, 131, 173, 269, 542, 544, 546, 561. Nr. 93, 109, 317, 400. Nr. 121, 122. Nr. 552. - - X 101. Sn dich hab ich gehoffet Nr. 16, 183, 499. 102. Komm, Gott Schöpfer Nr. 147, 146, 150. 103. Komm, heiliger Geist, Herre Gott Nr. 148, 157. 104. Kommt her zu mir-Nr. 22, 238, 297, 316. 105. Lasset uns den Herren Nr. 7, 129, 253, 389. 106. Liebster Jesu, wir sind hier 311, 539. Nr. 8, 69. Nr. 13. 107. Lobe den Herren, den mächtigen 108. Lobe den Herren, o meine Seele 109. Lobet den Herren alle, die Nr. 440, 436, 513. 110. Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich Nr. 61, 70. 111. Machs mit mir, Gott 397, 398. - - - 112. Macht hoch die Thür 113. Mein Auge wacht 114. Meinen Jesum laß ich nicht 291, 421. - - - Nr. 483. - - - 1 - - 115. Meine Seele, willst du ruhn 116. Mein Freund zerschmelzt 117. Mein Herzens- Jesu 447, 478. 118. Mein Jesu, dem die Seraphinen 119. Mein Seel erhebt den Herren 120. Mit Fried und Freud fahr ich 121. Mit meinem Gott geh ich 122. Mitten wir im Leben Nr. 123. Morgenglanz der Ewigkeit Nr. 442. 124. Nun bitten wir den heilgen Geist Nr. 149. 125. Nun danfet alle Gott Nr. 3, 165, 166, 504. 126. Nun danfet all und bringet 127. Nun freut cuch, lieben 1 Nr. 5, 6. Nr. 265, 56, 72, 81, 126, 139, 239, 268, 280. Heiland Nr. 44. 128. Nun komm, der Heiden 129. Nun laßt uns den Leib 466, 519. 130. Nun laßt und Gott 131. Nun lob, mein Seel 132. Nun preiset alle 133. Nun sich der Tag 134. daß ich tausend Zungen 364, 366. 135. D du Liebe meiner Liebe Nr. 526, 80, 252, 370, 371, - - Nr. 4. Nr. 39, 40, 41, 43, 161, 185 1 1 - Nr. 292. Nr. 28, 30, 319, 323, 327, 336, - Nr. 281, 53, 78, 209, 216, Nr. 396. Nr. 324. Nr. 266. Nr. 88. Nr. 472, 355, 484, 497. 515. - 1 - Nr. 457, 75, 204, 258, 441, 443. Nr. 2, 82, 203, 236, 240, 502. 7 Nr. 45, 334. Nr. 225, 111, 113, 229, Nr. 476, 227, 395, 448, 488. Nr. 11, 68, 178, 244 Nr. 104, 211 136. Durchbrecher aller Bande Nr. 374, 271, 308. 137. O Ewigkeit, du Donnerwort Nr. 555, 278, 330, 567. 138. Gott, du frommer Gott Nr. 20, 42, 79, 219, 231, 237, 270, 390, 450. Herre Gott, dein göttlich Wort Nr. 303, 305, 540. Jesu Christ, meins Lebens Licht Nr. 522, 74, 92 192, 200, 276, 354, 467, 527, 560. Jefulein süß Nr. 151. 10 139. 140. 141. 142. 143. Lamm Gottes unschuldig Nr. 189. liebster Herr Jesu Christ Nr. 394. 144. O Traurigkeit Nr. 112, 110, 114, 479. 145. Welt, ich muß dich lassen - -- - - - - Nr. 516, 99, 232, 255, 257, 362, 420, 427, 470, 482, 485, 489, 509, 537. 146. Dwie selig seyd ihr doch Nr. 554, 553. 147. Ninge recht, wenn Gottes Gnade Nr. 378, 424. 148. Ruhet wohl, ihr Todtenbeine Nr. 226. 149. Schaffe in mir, Gott Nr. 188. - - — - - Nr. 415. 150. Schmücke dich, o liebe Seele Nr. 194, 273, 274, 461. 151. Schwing dich auf zu deinem Gott Nr. 353, 367,401, 494. 152. Seelenbräutigam Nr. 286, 210, 223, 289. 153. Sollt es gleich bisweilen scheinen 154. Straf mich nicht in deinem Born 155. Unser Herrscher, unser König 156. Valet will ich dir geben 559, 562. - - - - 157. Vater unser im Himmelreich Nr. 15, 339, 405, 512, 518 158. Verleih uns Frieden gnädiglich Nr. 501. 159. Vom Himmel hoch da komm ich her Nr. 58, 59, 71, 130. 160. Von Gott will ich nicht lassen Nr. 382, 50, 407. 161. Wachet auf, ruft uns Nr. 551, 132, 133, 201, 376, 565. - 1 Nr. 176, 29, 375, 568 Nr. 35, 361, 563, 564. Nr. 523, 48, 64, 83, 352, 545 - IL 169. Werde Licht, du Stadt Nr. 170. Werde munter, mein Gemüthe 474, 477, 492, 496. - 162. Warum sollt ich mich denn gråmen 163. Was Gott thut 164. Was mein Gott will 165. Weil nichts gemeiner ist 166. Welt, ade, ich bin Nr. 557. 167. Wenn mein Stündlein Nr. 520. 168. Wenn wir in höchsten Nöthen 428, 458. Nr. 412. Nr. 416, 179, 263, 296, 399, 429. Nr. 403, 369, 383, 411. Nr. 145, 205, 275, 379. X1 - 84, Nr. 511, 73, 381, 404, 76. Nr. 471, 85, 128, 387 XII 171. Wer nur den lieben Gott läßt- Nr. 413, 186, 208, 347, 349, 357, 358, 359, 360, 402, 417, 422, 487. 172. Wer weiß, wie nahe mir Nr. 541, 107, 543. 173. Wie groß ist des Allmächtgen 174. Wie schön leuchtet Nr. 245, 322, 365, 430. Nr. 279, 87, 140, 154, 169, 172, - Schöpfer Bater 207, 220, 335, 491, 495. 175. Wie wohl ist mir, o Freund 176. Wir glauben all 177. Wir glauben all 178. Wo Gott, der Herr, nicht 179. Wo Gott zum Haus nicht 180. Wunderbarer König- Nr. 181. 3euch ein zu meinen 182. Beuch meinen Geist 183. 3ion flagt mit Angst - - - - - - - — Nr. 168. Nr. 171, 312, 380. Nr. 490, 493. 250, 241, 242. Nr. 152, 141, 180. Nr. 307. Nr. 315, 94, 101, 214, 318. Nr. 287, 293. ger Nr. 233. Erste Abtheilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. 1. $$$$$ Lob- und Danklieder. Erster Chor. 1. Herr Gott, dich lo. ben wir, dich), Ba ter in wig feit, Eigne Melodie. ( . • All En gel und Him- mels- heer $ auch Che- ru- bim und Se- ra. phim Het lig ist unser Gott! Dein göttlich Macht undHerrlichkeit Der hei li gen zwölf Boten Zahl die theu ren Märtrer all- zu- mal Die gan ze wer the Christenheit dich, Gott Ba- ter, im höchsten Thron, den hei- li- gen Geist undTröster werth Bet. m. Not. Herr Gott, wir dan. ken dir; ( Altkirchlich.) 1527. 3weiter Chor. ehrt die Welt weit und breit. und was die net deiner Ehr ,. Beide Chöre. fin gen im mer mit hob er Stimm: Het lig ist " un fer Gott! $ Het lig ist unser Gott, der Herre Ze. ba. Erster Chor. oth! 3weiter Chor. geht û ber Himmel und Erden weit. und die lieben Prophe- ten all. lo- ben dich, Herr, mit großemSchall. rühmt dich auf Erden al le zeit: dei nen rechten und ei- ni- gen Sohn, mit rech- tem Dienst fie lobt und ehrt. . 1 XII 171. 172. 173. 174. 175.£ 176. S 177. S 178. S 179. S 180. S 181. 182. 183. 2 Lob- und Danklieder. Erster Chor. 3. Du König der Eh- ren. Jesu Christ, 车 共 der Jungfrau Leib nicht haft verschmäht, du hast dem Tod zerstört sein Macht du fizst zur Rechten Gottes gleich ein Rich- ter du zu fünf- tig bist Run hilf uns, Herr, den Dienern dein, laß uns im Him- mel ha- ben Theil bilf deinem Volk, Herr Jesu Chrift, wart und pfleg tbr zu al- ler Beit, 5. Täglich, Herr Gott, wir lo- ben dich Be. but uns heut, o treu- er Gott, Sey uns gnå dig, o Herre Gott, Beig uns dei- ne Barmherzig- keit, auf dich hoffen wir, lie- ber Herr, Beide 3 weiter Chor. Gott Va- ters ewiger Sohn du bist; $ zur Io sen das menschlich Geschlecht; und all Chri- sten zum Himmel bracht; mit aller Ehr ins Va- ters Reich; al- les, das todt und lebend ist. die mit deim theurn Blut er- lö- set seyn, mit den Heiligen in e- wi- gem Heil und se gen, das dein Erbtheil ist; und heb sie hoch in Ewig- feit. und ehrn dein Namen ste- tig- lich. vor al.ler Sünd und Mis- se- that! sey uns gnädig in aller Noth: wie unser Hoffnung zu dir steht; in Schanden laß uns nim- mer- mehi Chöre. men! Dr. Martin Luther, geb. 1483,+ 154 2. & # Lob- und Danklieder. Eigne Melodie. 1. Nun lob, mein Seel, den Herren, fein Wohlthat thut er meb. ren, hat dir dein Sünd ver ge ben $ er rett dein ar mes Le ben, 6 mit rech- tem Trost be. schüttet, der Herr schafft Recht, be- hü. tet, 2. Er hat uns wissen lassen sein herrlich Recht und sein Gericht, darzu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht. Sein 3orn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob den, die fürchten ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unser Sünd dahin. 3. Wie sich ein Mann erbar met über sein junge Kindelein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn findlich fürchten rein; er kennt das arm Gemächte und weiß, wir sind nur Staub, ein nichtiges 3. 1. Nun dan fet al. le Gott der große Din ge thut Eigne Melodie. 3 1540. was in mir ist, den Namen sein; ver- giß es nicht, o Her- ze mein! und heilt dein Schwachbeit groß. nimmt dich in seinen Schoß. ver- jüngt dem Ad. ler gleich; die lei den in seim Reich. Geschlechte, ein Blum und fallend Laub: der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da: also der Mensch vergehet, sein End das ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine bleibt stet und fest in Ewigkeit bei seiner lieben S'meine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren, und treibt sein heiligs Wort; mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Joh. Graumann, geb. 1487,+ 1541. Grüger. 1649. mit Her- zen, Mund und Händen, an uns und al len En. den 1* XII 171. 172. S 173. 174. S 175.£ 176. S 177. S 178. 179. 1 180. 181.2 182. A 183. A 4 Lob- und Danflieder. der uns von Mut- ter- leib un zäb lig viel zu Gut 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, ja, uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sey 4. A Eigne Melodie. und Kin- des- bei nen an und noch jez. und ge. than. Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone: dem dreieinigen Gott, als der im Anfang war, und ist und bleiben wird jetund und immerdar. Martin Rindkart, geb. 1586, † 1649. # 1 1. Mun prei- set al.le Gottes Barmher zig- keit, lob ihn mit Schalle, sei. ner Gna. den. 2. Der Herr regieret über die ganze Welt, was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben, 1: Psalter und Harfen ihm Ehre geben.:| 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern seyn, zu grünen Weiden stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, |: machet uns ledig von allen Sünden.:| 1 v. Löwenstern. 1644. wer the ste Chri- sten-heit! Er läßt dich freund- lich zu fich la den, 6 freu e dich, Israel, sei. ner Gnaden. Freue dich, Is. ra. el, 4. Er gibet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und spaten Regen, 1: füllet uns alle mit seinem Segen.:| 5. Drum preis und ehre sein Barmherzigkeit, sein Lob vermehre wertheste Christenheit! Uns sol hinfort kein Unfall schaden: 1: freue dich, Israel, seiner Gnaden.:| Matth. Avelles von Löwenstern, geb. 1594, † 1648. 5. Lob- und Danklieder. Eigne Melodie. 1 Uun dan fet all und bringet Ehr, 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und wo tein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muths, die Straf erläßt, die Schuld vergibt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. 1. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust! Ich fing und mach auf Erden fund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seyst, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt boch über uns gesetzt? Wer ist 5 dem, dessen Lob der En- gel Heer im Himmel stets ver- meldt. Crüger. 1658. thr Menschen in der Welt, Im obigen Ton. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn in Israelis Land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sen er stets unser Heil, und bleib auch, wann wir von der Erd abscheiden, unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Moft zu seinen Beiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Ges blut? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werthen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach, Herr mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles thun; du hältst die Wach an 6 unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, herzlich bei. 9. Du strafft und Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu sehr; ja, endlich nimmst du unsre Schuld und wirfft sie in das Meer. Lob- und Danklieder. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sey; kein Zähr- und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wann uns die Erd entgeht. 13. Woblauf, mein Herze, sing 7. h und spring und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schaß, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was tränfst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht! 16. Hat er dich nicht von Jus gend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment. Nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nichts darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich seyn. Paul Gerhardt, geb. 1606. † 1676. Schop. 1641. Mel. Lasset uns den Herren preifen 2c. 1. Sollt ich meinem Gott nicht fingen? Denn ich seh in al len Dingen, Ist doch nichts als lauter Lie- ben, Sollt ich ihm nicht fröh- lich seyn? wie so gut ers mit mir mein. das sein treu- es Her- ze regt, das ohn En de bebt und trägt, die in sei nem Dienst fich ú- ben. Ar les Ding währt seine Beit, Gottes Lieb in& wig feit # Lob- und Danklieder. 2. Wie ein Adler sein Gefle- re hat er mir zum Dienst bestellt; der über seine Jungen streckt, also bat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wes sen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält. Thier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er gibt ihn für mich bin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein theures Blut gewinn. D du ungegründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Licb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelpfort; daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Noth zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in Acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Gwigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Hees 7 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Ges müth, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan umgeführt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher gerührt. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten ist geAlles Ding währt seine Zeit, Gotmeint, in die Ferne weggewendet. tes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus der Bahne weicht: also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu Gut, will mein Fehlen mit der Nuth und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Beit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläs ge, ob sie mir gleich bitter feind, Lob und Dankliedet. erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. dennoch, wenn ichs recht erwäge, mach der Pein, wers- erivarten fand find es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenfe und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinn entgehn: Christenkreuz hat seine Maße and muß endlich stille stehn. Wann der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, so heb ich meine Hände zu dir, Va= ter, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 8 8. # 9 f Eigne Melodie. ren, 1. fo.be den Herren, den mäch- ri- gen König der Eb mei- ne ge lie be te See le, das ist mein Be- geb. ren; 1 Lob- ge sang hö ren! 2. Lobe den Herren, der alles so berrlich regieret, der dich auf Adelers Fittigen ficher geführet, der dich erhält, wie es dir immer gefällt; haft du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen fom met zu Hauf, Pfal.ter und Har fe, wacht auf, laf ſet den 1 3 1668. Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige fann, der dir mit Liebe begegnet! 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht; lobend beschließe mit Amen! Joachim Neander, geb. 1640, † 1680. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 1523. 1. Sey Lob und Ehr sem höchsten Gut, dem Vater al ler Gü te, dem Gott der alle Wun- der thut, dem Gott, der meinGemüthe Sob- und Danflieder. mit seinem reichen Troft erfüllt, Gebt un- ferm Gott die Eb. re! 2! Gs danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht: Gebt unserm Gott die Ehre! 1-3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten; darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich: Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn in meiner Noth: ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dant, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die Ehre! 10. 9 dem Gott, der al len Jammer stillt: 6. Wenn Trost und Hülfermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Bateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh: Gebt unserm Gott die Ehre! 77. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, o Gott, dein Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre fich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gözen macht zu Spott; der Herr ist Gott, der Herr ist Gott: Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angeficht mit jauchzenvollem Springen, bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht: Gebt unserm Gett die Ehre! Joh. Jat. Schüß, geb. 1640, † 1690. Mel. Allein Gott in der Höh 2c.( Altkirchlich) 1540. 啡 1. Bringt her dem Her- ren Lob und Ehr aus freu- di- gem Gemü. the; ein Je der Gottes Ruhm vermehr und preise seine Güte. em 10 Ach lo. bet, Iv . Lob und Danklieder. 2 bet al le Gott, der uns be fret et aus der Notb, und dan tet seinem Na. men. 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält: drum danfet seinem Namen. 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben; der uns durch seine Engel schüßt und täglich gibet, was uns nüßt: drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben, und uns die selge Lebensfron durch seinen Tod erworben; der worden ist der Höll ein Gift und Frieden hat mit Gott gestift: drum danket seinem Namen. 11. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und alles Gute noch verheißt, uns stärket, kräftigt, gründet; der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort: drum danket feinem Namen. 6. Lobt Gott, der auch dieß gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das ei hat Allen dargestellt und seinen Gläubgen vorbehält: drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Fürstenthum und Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat; ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. Cyriafus Günther, geb. 1650,+1704. Eigne Melodie. 1738. 1. daß ich tausend Jungen bät- te und einen tausend- fachen Mund! so stimmt ich damit in die Wet- te vom al- ler- tief- sten Herzensgrund ein Loblied nach dem an- dern an von dem, was Gott an mir ge- than. 2. O daß doch meine Stimme Laufe geht! Ach wär ein jeder schallte bis dahin, wo die Sonne Puls ein Dank, und jeder Odem steht! O daß mein Blut mit Jauch- ein Gesang! zen wallte, so lang es noch im 3. Was schweigt ihr denn, ihr Lob- und Danflieder. meine Kräfte? Auf, auf! braucht allen euren Fleiß, und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir. Ihr schwanken Gräslein in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet seyn, und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in fich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sey, o allerliebster Vater, unendlich Lob für jede Gab; Lob sey dir, mildester Berather, für alles, was ich bin und hab, für alles Gute in der Welt, das du zu meinem Heil bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sey gepriesen, daß dein erbarmungsvolles Herz fich mir so hülfreich hat er wiesen, und mich durch Blut und Todesschmerz von Satans Macht und Grausamkeit zu deinem Eigenthum befreit. 8. Auch dir sey ewig Ruhm und Ehre, o heilig werther Gottes Geist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 11 Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott zZebaoth! Du trägft mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher 10. Vor Andern füß ich deine Ruthe, die du mir aufgebunden hast. Wie viel thut sie mir doch zu Gute, und ist mir eine sanfte Last. Sie macht mich fromm und zeigt dabei, daß ich von deinen Liebsten sey. 11. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage getreu durch alles hast geführt. Denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 12. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig seyn. 13. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wann der Mund wird kraftlos seyn, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 14. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin. Im Himmel soll es besser werden, wann ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Icbarni Menger geb. 1658,+1734. 10 zeit Ma We er durc fet i 3 hat, aus aller seine bet, sein 4 feine storb fron der und drum 11. $ 2. schalli fteht! zen n 12 12. Lob- und Danklieder. Mel. Jesu, meines Lebens 2c. 1687. 1. Wo mit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Be.ba- oth? Sen de mir da zu von oben dei nes Gei- ftes Kraft, mein Gott! . Denn ich kann mit nichts er reichen deine Grad und Lie- bes- zei- chen. # T a Tausend, tau- send- mal sey dir, großer König, Dank dafür! mal sey dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 6. Ja, Herr, lauter Gnad und Wahrheit sind vor deinem Angesicht; du, du trittst hervor in Klarheit, in Gerechtigkeit, Gericht, daß man soll aus deinen Werken deine Güt und Allmacht merken. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 3. Denk ich nur der Sündenstraßen, drauf ich häufte Schuld mit Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmuth und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen haft getragen mit Erbarmen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 7. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu berei ten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich überlege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich fein Biel zu finden, noch den Grund hie zu ergründen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 8. Wie ein Vater nimmt und gibet, nachdems Kindern nüßlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist, und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs Höchste kommen. Lausend, tausendmal sey dir, großer stonig, Dank dafür! 5. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sündenhöhle möchte zu 9. tich hast du auf Adlersflüden Wunden fliehn, die mich ausgeföhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausend, tausend. geln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunders bar errettet mich; wenn schien alles Lob- und Danflieder. 13 zerrinnen, ward ich deiner Hülf deine Freundlichkeit; und durch ch innen. Tausend, tausendmal dich, o Geist der Gnaden, werd y dir, großer König, Dank dafür! ich stets noch eingeladen. Tausend, 10. Fielen tausend mir zur Sei- tausendmal sey dir, großer König, en und zur Rechten zehnmal mehr, Dank dafür! ließest du mich doch begleiten durch der Engel startes Heer, daß den Nöthen, die mich drangen, ich bin dennoch stets entgangen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! spligt 11. Vater, du haft mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du hast zu mir geneiget, Jesu, 13. bis in Lod; mei nem Gott. 1. fo.be den Herren, o met ne See le! weil ich noch Stunden auf Er den zäh. le, Eigne Melodie. S 12. Tausendmal sey dir gesungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für, ewig, ewig danken dir! Ludw. Andr. Gotter, geb. 1661,+ 1735. Der Leib und Seel ge ge 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu threm Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hülfe der Gott Jakobs ist; welcher vom Glauben sich nichts läßt trennen und hofft getroft auf Jesum Christ. Wer die en Herrn zum Beistand hat, findet " 1713. prie fen früh und spat. Halle. lu ja, Hal.le. lu. ja! Ich will ihn lo ben will ich lob. fin. gen. ben hat, wer- de ge. am besten Rath und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Beigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft; die hart Gebund TRU PRIP sch fte zen 14 nem macht er frei; seine Genad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn. Wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist der Fremden Truk; Wittwen und Waisen hält er Schuß. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verfehrte Schritte, und fallen selbst 14. F- 1 Gebetlieder. ¡ U in ihren Strick. Der Herr i nig ewiglich. Zion, dein sorgt stets für dich. Hallel Halleluja! Hei lig! er schallen. 15. 8. Rühmet, ihr Menschen, hohen Namen des, der so gri Wunder thut. Alles, was Ode hat, rufe Amen und bringe Lok mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geift. Halleluja, Halleluja! Eigne Melodie. Se ho va, Je ho va, Je ho. va! $ S Johann Daniel Herrnschmidt, geb. 1675, † 1723. Eb- re, Macht und Ruhm. Amen, Amen! Bis einst derTempel dieser Wel auf dein Wort in Staub zerfällt, soll in un- sern hal len das Heilig! Heilig Salle lu. Knecht. 1815. Dei nem Namen sey ja, Eigne Melodie. Gebetlieder. Hal le lu 1 ja! 1540 1. Va ter un ser im Himmel- reich, der du uns alle bei ßeft gleich Brü der seyn und dich ru sen an, und willt das Besten von uns ban $ Gebetlieder. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist; willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gib auch dieß dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sey. 6 Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen fauern Tritt hindurch ins Alter dringen: so gib Geduld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 43 9. Gott Vater, dir sey Preis hier und im Himmel oben! Herr Jesu, Gottes Sohn, ich will dich allzeit loben! Dheilger Geist, dein Ruhm erschall je mehr und auf Christi Tod abscheiden; die mehr! Dreieinger Herr und Gott, Seele nimm zu dir hinauf zu dei- dir sey Lob, Preis und Ehr! nen Freuden; dem Leib ein RäumLaß mich an meinem End Joh. Heermann, geb. 1585, 1647. 21. 22 4 19 lein gönn bei meiner Eltern Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seiten hab. 8 Wenn du die Todten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. Mel. Cbriftne der ist mein 2c. 1. Ach bleib mit deiner Gna de 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth! daß uns beid hier und dorte sey Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht! Dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr! Dein daß uns hin fort nicht schade bes bösen Feindes Lift. Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du starter Held! daß uns der Feind nicht truge, noch fäll die böse Welt. Bulpius? 1609. bei uns, Herr Jefu Chrift! 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! Josua Stegmann, geb. 1588, † 1632. Mel. Kommt ber zu mir ze. 1. A Gott, gib du uns deine Gnad, 1534. daß wir all Sünd und Misse- that 2* 10 TIM TIK KARTEN. STREET zen 20 buß fer- tig lich . - der zu hel fen ein Meister ist, 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben immer fort, zu Ehren deinem Namen; 23. S er fen.nen Gebetlieder. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Chrift zc. aller Gü. te, F 1. Der gib uns, lie ber her re Gott, vor Schaden uns be- hü S und glauben fest an Je- sum Chrift, " wie er sich selbst- thut nennen. daß uns dein guter Geift regier, auf ebner Bahn zum Himmel führ, durch Jesum Christum. Amen! Samuel 3ehner, geb. 1594, † 1635. dir herr, al fein 2. Erbarm dich unser, Jesu Chrift, du Brunnquell der Genaden, und hilf uns; denn allein du bist, der wehren kann dem Schaden. Errett dein Volk aus aller Noth, das du mit deinem theuren Blut erlöset hast von Schuld und Pein der Sünden sein, mit Trost und Rath allzeit erschein. 24. $ du Ba ter all uns re Sünd und Mis. ſe that, 1545. . te, und wend von uns dein streng Gericht, ftets die- nen und ge. bor. sam seyn. mit deinem Geist ver laß uns nicht, daß wir im Glauben recht und rein. Mel. Ach Jesu, dessen Treu 2c. 3. Erhör, Gott Vater, unsre Bitt, hilf uns und sey uns gnädig! Herr Chrift, hör uns und uns vertritt, von Sünden sprich uns Ledig! Erhör uns, heilger Geist, zugleich in unsrer Nothnicht von uns weich! Du willst ja nicht des Sünders Tod, o treuer Gott: hilf uns endlich aus aller Noth! 1659. 1. Ach Gott, verlaß mich nicht! gib mir die Gna- den Hän de; adh füh re mich, dein Kind, daß ich den Lauf vol- len. de $ $$$ 25. FE Gebetlieder. zu meiner Se lig. keit, S mein Stab, mein Hort, mein Schup; 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! regiere du mein Wallen; ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen, gib mir dein guten Geist, gib Glaubens- Zuverficht, sey meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! ich ruf aus Herzensgrunde, ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wann mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! sey du mein Lebens licht. Mel. Herr Christ, der einig zc. nach deiner Gnad er freu. en mein Gott, ver sag mirs nicht. 2. Vergib mir meine Sünden und wirf fie hinter dich, laß allen 3orn verschwinden und hilf mir gnädiglich. Laß deine Friedensgaben mein armes Herze laben; ach Herr, erhöre mich. 3. Vertreib aus meiner Seeach Gott, ver laß mich nicht! $ 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! ach lasse dich bewegen; ach Vater, fröne du mit reichem HimmelsSegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, o großer Gott, recht glauben, chriftlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Noth und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Salomon Franc, geb. 1659,+ 1725. 1. Herr Je su, Gna- den- son- ne, laß Le- ben, Licht und Wonne 21 s wahr- baf- tes Lebens licht, mein bid des An- ge sich: " 1524. und met nen Geist er neuen; len den alten Adamsfinn, und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, mein Seelenbort, und TIM TRY 91584.91 合金 83 張 。 scha stely zen Gebetlieder. 22 öffne mein Verständniß durch dein heiliges Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Truß der Höllenpført. 5. Komm, mich mit Kraft zu rüsten, und freuzge mein Begier sammt allen bösen Lüsten, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seelen an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig 26. möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Muth; denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu; gib, daß ich deinen Willen gedenke zu erfüllen, und steh mir kräftig bei! Rotter Ludw. Andr. Gotter, geb. 1661, † 1735. Eigne Melodie. 2. 3euch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl, und dir darob im Herzen sing und spiel. 1. Dir, dir, Je- ho- va, will ich sin- gen; denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lie- der bringen: ad) gib mir deines Geistes Kraft dazu, 1704. daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn ge fällig ist. 1 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sey, daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dieß aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht, und wird gewiß Gebetlieder. von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 23 und thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir! ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jett und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barthol. Graffelius, geb. 1677, † 1724. 7. Wohl mir, daß ich dieß Zeugniß habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, die gibst du 27. Mel. Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz 2c. 1. Ge den fe mein, mein liebster Gott, im besten! Ich hoff auf dich; wes soll ich sonst mich trösten? 1555. 4. Gedenke mein; wie könntst du mein vergessen? Es war ja schon dein Lieben unermessen zu meinem Heil, da ich noch nichts bedacht; nun hat dein Sohn mich ganz zu dir gebracht. 5. Gedenke mein, wenn ich mein Das soll mein Trost im Tod und Le ben seyn, wenn du nur sprichst: Mein Kind, ich den ke dein. 2. Gedenke mein; doch denke Herz ausschütte, um etwas Guts nicht zum Schaden der Sünden- im Namen Jesu bitte. Dein heilschuld, damit mein Herz beladen. ger Geist steh meiner Schwachheit Es reuet mich, was ich von Jugend bei, daß jeder Wunsch in Jesu an, auch unerkannt, hab wider dich Amen sey. gethan. 3. Gedenke mein um meines Jesu willen! Laß ihn an mir sein Dentwort auch erfüllen und gültig seyn bei dir: es ist vollbracht. Sein Blut und Tod hat alles wohl gemacht. 6. Gedenke mein, daß ich stets christlich lebe, mit allem Ernst den Sünden widerstrebe. Ach, wirk in mir das Wollen und die That; mein Lebenlang sey du mein treuer Rath. 7. Gedenke mein und lasse mir genügen an deiner Huld, wenn ich muß unterliegen, wenn mich ein Kreuz und auch die Schwermuth drückt; denkst du an mich, so wird mein Herz erquickt. 8. Gedente mein in tranf- und schwachen Tagen; sey du mein Arzt, 10 AND BARCAREEEEEEEEEEE fet ſchal steht zen 24 so darf ich nicht verzagen. Ist es mir gut, hilfst du mir wieder auf; tommt meine Zeit, schließ ich getroft den Lauf. Gebetlieder. 9. Gedenke mein, laß mich mein End bedenken und mich zuvor in Jesu Wunden senken. Verlaß mich nicht im leßten Kampf und Streit; nimm mich zu dir im himmlischen Geleit. 10. Gedenke mein und denke 28. 鮮 VÀ RA M Mel. Mein Herzens. Jesu zc. 1. Ach Gott des Himmels, las- se mir den uns so va ter lich von dir gib Je dem immer- dar nach Noth auch der Meinen nach meinem Tod, laß Allen Hülf erscheinen, die mich geliebt und dir sind lieb und werth, daß uns zugleich der Himmel sey beschert. 11. Gedenfe mein auch in dem stillen Grabe, daß Seel und Leib vereinte Freude habe. Vergiß mein nicht, ich denke ewig dein mit Ruhm und Dank; mein Gott, gedenke mein! Joh. Matth. Englert, geb. 1661, † 1733. und ein genügsam Herze! Gib Mäßigkeit und Dankbarkeit, wenn du uns viel beschieden; und wenn uns weniger bereit, so mach uns doch zufrieden. Leg uns nur deinen Segen zu; wo man dir traut, erstattest du durch Segen alle Mängel. 3. Gib, daß uns keine Sorge frißt; laß ein abgöttisch Geizen, das alles Uebels Warzel ist, uns nicht zu Lüften reizen; laß mich die Lügen nicht zum Schild, das Gold mir nicht zum Gößenbild, den Bauch aum Gott nicht machen. 4. Laß mich nicht Ehre, Lust und Geld mir selbst zum Strick verlangen; gebrauch ich etwa die 1668. und Allen auf der Er- den beschiednen Theil stets werden; fein zu- ge- dach- tes täglich Brod ser Welt, laß mich nicht daran hangen. Die Zeit ist furz, uns ruft das Grab; laß mich daß haben, was ich hab, als wenn ich es nicht hätte. 5. Ach präge stets mir in den Sinn, daß ich, um hauszuhalten, gesetzt in deine Güter bin, fie redlich zu verwalten. Es eilt ja schon der Lag herzu, da willst du, daß ich Rechnung thu von allen deinen Gütern. 6. Gib Frieden und Zufriedenheit auf allen unsern Wegen; verleih uns fromme Obrigkeit und fröne fie mit Segen; die Untern lehre insgemein gewissenhaft, ges Gebetlieder. borsam seyn und für die Obern beten. 7. Laß deiner Gnade Sonnenschein in unserm Lande glänzen; laß keine Feinde bei uns ein und 29. Mel. Straf mich nicht in deinem zc. ㅋㅋ 1. Bet Ge- mei- ne, heil- ge dich mit dem beil- gen De- le; Je su Geist er gieße sich dir in Herz und See- le. Laß den Mund 3 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhangen. Heilger Rauch sey es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 25 schüße unsre Grenzen; laß deiner Engel starke Schaar um uns bei drohender Gefahr zur festen Mauer werden. Pb. Fr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. al·le Stund vom Ge bet und Fleb en bei Itg u ber, geb.en. 3. Das Gebet der frommen Schaar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet; und da ist Jesus Christ Priester und Verfühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Herz zen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen; was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten! 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier alle fich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen: wie muß das erschallen! ( Rosenmüller 1655?) 1694. 8 6. O, so betet alle drauf, betet immer wieder! Heilge Hände hebet auf, heilget eure Glieder; heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget; betet, daß es dringet. 7. Betet, daß die lette Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe; stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen. 8. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und daß der Heilgen Kunst, beten, wie ers liebet; das gescheh je und je, wie ers vorgenommen, auf sein endlichs Kommen. 9. Dieß Verlangen muß vorher in der Seele glimmen, so macht aus dem Bitten er Donner, Bliz und Stimmen, die ergehn und ge= schehn, daß die Feinde beben und Gott Ghre geben. Christoph Carl Ludwig von Pfeil geb. 1712,+ 1784. 26 30. Gebetlieder. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine ic. 1. Gott, det ne Gü- te reicht so weit, du frönst uns mit Barmherzig- keit Herr, met ne Burg, mein Fels, mein Hort, so weit die Wol- ken geb.en; und eilft uns bei- zu- fteb. en. auf mein Wort; denn ich will vor 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein 31. te vernimm mein Flehn, mert be ten. 1668. dir wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und froumer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Sebaoth, auch nicht um langes Leben. Jm Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. Univ.- Bibl. Giessen 9 Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+1769. 1555. 1. Ich kom me vor dein An- ge. ficht, ver- wirf, o Gott, mein Flehen nicht, ver- gib mir al- le mei- ne Schuld, du, Gott der Gna- den und Ge- duld. 2. Schaff du ein reines Herz in Hand; von dir empfing ich den mir, ein Herz voll frommer Lieb zu Verstand: erhalt ihn mir, o Herr dir, ein Herz voll Demuth, Preis mein Hort, und stärk ihn durch dein und Dank, ein ruhig Herz mein göttlich Wort. Leben lang. 3. Sey mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ift wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen seyn; laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thatig seyn. 4. Ich bin ja, Herr, in deiner 6. Das ist mein Glück, was du Sonntags- und allgemeine Gottesdienstlieder. 27 mich lehrst; das sey mein Glück, verleih, daß ich sie nüß und dankdaß ich zuerst nach deinem Reiche tracht und freu in allen meinen Pflichten sey. bar sey, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieb. 7. Bin ich zu schwach aus eigner Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft, so ziehe du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Troft und Beispiel gibt. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gib deinem Knecht ein måBig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir leberfluß, so laß mich mäßig im Ge. nuß und, dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber seyn. 10. Gib mir Gesundheit und 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an und sey durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! Ch. F. Gellert, geb. 1715, 1769. Sonntags- und allgemeine Gottesdienstlieder. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel: dann, Herr, Herr, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht! 32. Eigne Melodie. 1. Auf, auf, mein Herz, und du, mein ganzer Sinn, 1830. wirf al les heut, was Welt ist, von dir hin! Heut hat das Werk der Schöpfung an- ge- fan- gen, da diesem Rund das Licht ist auf- ge gangen. 2. Auf, auf, mein Herz, leg alles du von Arbeit und von Sünden, Irdsche ab; heut Jesus ist erstan- daß er in dir mög seine Ruhe finden. den aus dem Grab; heut hat er fein Erlösungswerk geendet; heut hat er auch den Geist herabgesendet. 3. Dieß heilge Heut heißt dich auch heilig seyn: Gott diesen Tag bei dir will ziehen ein. So ruhe 1 4. Gott gibet dir sechs Tage für den Leib: der siebente der Seele eigen bleib; fie muß ja auch von sieben einen haben, daß fie sich mög mit Himmelsspeise laben. 5. Viel Sünden dir die Woche Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder. P 28 ladet auf: an diesem Tag mit Bitten Gnade fauf. Leg ab die Last, geh, Gottes Wort zu hören; dieß laß dich heut die Wochenwege lehren. 6. Sechs Tage dich Gott segnet, schüßt und nährt: heut er dafür mit Dant will seyn geehrt. Der erste soll heut für die andern bitten, daß Gott sie woll mit Segen überschütten. 7. Gott wöchentlich gibt sieben Tage dir: gib einen du, den ersten, ihm dafür; der erste wird die an dern sechse zieren, wirst du heut Gott im Mund und Herzen führen. 8. Am ersten du nach Gottes Reiche tracht, obschon die Welt nur 33. deiner Andacht lacht; der Schad ift ihr, dir aber wirds gedeihen; Gott alles Glück auf dich wird reichlich streuen. 9. An diesem Tag hab deine Lust am Herrn; was dein Herz wünscht, wird er dir geben gern; befiehl Gott heut all deine Weg und Sachen und hoff auf ihn: gewiß, er wirds wohl machen. 10. Wirft aber du ihm nehmen seinen Tag, so macht er dir die sechse voller Plag. Wer ehret Gott, den ehrt er auch auf Erden; wer ihn veracht, soll auch verachtet werden. Sigm. v. Birken, geb. 1626, † 1681. Mel. Gott des Himmels 2c. 1. Großer Gott von al ten Bei- ten, des sen hand dessen Treu auf allen Sei- ten mich von Ju 3. Habe Dank für deinen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt, und von Herzen bet und fingt, daß es durch die Wolken bringt. heu te weckt des Tages Lauf 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden; denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Himmel weist. $ Albert. 1642. die Welt re- giert, gens auf ge- fübrt; mich zu lau. ter An dacht auf. 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigenz thum; alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Casp. Neumann, geb. 1648, † 1715. 34. Sonntags- und allgemeine Gottesdiensiliever. Eigne Melodie. " 1. Be- schwer- tes Herz, leg ab die Sor gen, es fommt der an ge. neb me Morgen, ge- büc tes haupt; da Gott zu ruh- en hat be fob. len en hat er laubt, Ruhe ein ge weiht; auf, auf, du hast vor- bin viel Beit Her ren ab ge- ftob len. s 2. Auf, laß Egyptens eitles Wesen, die Stoppeln und die Ziegeln, stehn; du sollst bethautes Manna lesen und in des Herren Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten und zur Vermehrung seines Ruhms die Werke deines Priesterthums in tiefster Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott, ich bin vor dir erschienen und gebe auf dein Winken Acht; wie kann ich dir gefällig dienen, wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie wird mein Herz in dir erfreuet, wenn er nicht stillt der Sünden Qual? Wie bet ich, wenn er meine Schal mit reinem Weihrauch nicht bestreuet? 4. Kann meine Harfe lieblich flingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die düstre Nacht Jurchdringen, wenn dieser Leitstern nich nicht führt? Kann ich ein süBes Opfer werden, wenn diese Flamm nicht in mich fährt und mich 29 Babn, 1852. er be be dich, da Gott zu rub. und selbst die dem Dienft des in deiner Lieb verzehrt, und hebet von dem Staub der Erden? 5. Mein Jesus hat mein Herz so theuer zu seinem Tempel eingeweiht; hier ist sein Herd, hier ist sein Feuer, die Fülle seiner Herrlichkeit, sein Heiligthum, sein Stubl der Gnade, sein Licht und Recht; das Himmelbrod, die Geistesfrucht, und sein Gebot erfüllen diese Bundeslade. 6. Herr, höre, was ich innig bitte, vergönne meiner frommen Seel, die Thür zu hüten deiner Hütte, die ich vor großen Schlössern wähl. O Paradies, o liebste Kirdhe, o Außenwerk, o feste Pfort der Gottesstadt, o stiller Port, o 3ions schönstes Vorgebirge. 7. Hier such ich mir ein Neft zu bauen; hier find ich meinem Grab ein Mal. Indessen geb sich mir zu schauen, o Lebenslicht, dein Gnadenstrahl, so feir ich recht den Tag der Sonnen, so hab ich meine Rub Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder. 30 in dir; ach, habe du dein Werk in mir, vollführe, was du hast begonnen. 8. Wann sich des Lebens Werktag enden, so ruh von allem Frohndienst los mein Geist in = deinen Vaterhänden, mein Leib in seiner Mutter Schoß, bis bei: des feiern wird dort oben, wo man in sicherm Frieden ruht, nichts denket, redet oder thut, als dich zu lieben, dich zu loben. Christ. Wegleiter, geb. 1659, 1706. 35. fe 1. Chut mir auf die schöne Pfor- te, führt in Gottes Haus mich ein; ach, wie wird an diesem Dr- te meine See le fröh- lich seyn! Mel. Unser Herrscher, unser 2c. $ Hier ist Got tes Ange ficht; 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung haft genommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch doch in mein Herze ein, laß es deinen Tempel seyn. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß meinSingen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn in mich fällt; gib mir Licht in dem 36. Neander? 1680. hier ist lauter Troft und Licht. Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laßdeintheuresKleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zumLeitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmels brod, tröste mich in aller Noth. Benj. Schmolck, geb. 1672, † 1737. Eigne Melodie. 1651. 1. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, dein heil- gen Geist du zu uns sent mit Lieb und Gnad er uns re gier und uns den Weg zur Wahrheit fül P Commings- und augemeine Gottesdienstlteder. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der 37. 1. Herr, öffne mir die Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe seyn. 31 Herr, und schauen dich von Angesicht im ewgen Heil und selgem Licht. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund; dein Wort macht Leib 4. Ehr sey dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreifaltigkeit scy Lob und Preis in Ewigkeit! Herzog Wilhelm II. von SachsenWeimar, geb. 1598, † 1662. Im vorigen Ton. und Seel gesund; dein Wort ist, das mein Herz erfreut; dein Wort gibt Troft und Seligkeit. 3. Ehr sey dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sey Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Olearius, geb. 1611, † 1684. 38. Im vorigen Lon. 1. Gott, du höchster Gna- haft; die Werk der Lieb find diedenhort, verleih, daß uns dein gött- ser Schein, dadurch wir Christi lich Wort von Ohren so zu Herzen Jünger seyn. dring, daß es sein Kraft und Schein bollbring. 2. Der einig Glaub ist diese Kraft, der fest an Jesu Christo 3. Verschaff bei uns auch, lieber Herr, daß wir durch deinen Geist je mehr in deim Erkenntniß nehmen zu und endlich bei dir finden Ruh. Konrad Hubert, † 1668. 39. Eigne Melodie. 1. Lieb- ster Je su, wir sind hier, len- fe Sin nen und Be gier Able. 1664. dich und dein Wort anzu hören; auf die süßen Himmels- lehren, daß die Herzen von der Er den ganz zu dir ge- zo- gen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umbüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit bellem Licht erfüllet; Gutes denfen, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren. 32 Sonntags- und allgemeine Gottesdienstlieder. mach uns allesammt bereit, öffne Bitten, Flebn und Singen laß, Herzen, Mund und Obren; unser Jesu, wohl gelingen. Tobias Clausnißer, geb. 1619,+18 40. Able. 16 Mel. Liebster Jesu, wir ic. 1. Mun Gott Lob! es ist voll.bracht Sin- gen, Be ten, Lehren, Hören Gott hat alles wohl gemacht, drum laßt uns sein Lob ver- mehre $ 4 unfer Gott sey boch ge preiset, 2. Weil der Gottesdienst ist aus, und uns mitgetheilt der Segen; so gebn wir mit Freud nach Haus, wandeln fein auf Gottes Wegen. Gottes Geist uns ferner leite und uns alle wohl bereite. 41. Im obigen 1. Herr, vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sieh gnädig auf uns nieder! 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in 42. fee daß er uns so wohl ge. spei. ſet 3. Unsern Ausgang fegne Got unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben, und mach uns zu Himmelserben. Hartmann Schenf, geb. 1634. † 1681. Ton. unsre Seelen dringen. Laß es uns sern Sinn erneuen und das Herz mit Trost erfreuen. 3. Dein Gebot mach uns bekannt, und hilf selbst es treulich üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum, herzlich li daß kein Schmerz und keine- erde uns von deiner Liebe scheide. Daniel Schiebeler, geb. 1741, Mel. D Gott, du frommer Gott zc. fomm zu mir durch dein Wort, 1. Bleib ja bei mir, mein Gott, so wird kein Irr- weg mich bring mich zur Friedens- stadt, 71. 1710. laß mich dein Wort re- gieren, be trü ben noch ver- füh- ren; + WY fomm tn der letzten Noth, ins Le ben durch den Tod. Komm mir zu Trost und ud, wenn diese Welt vergehet, nn Himmel, Erde, Gut und Ehr nicht mehr bestehet, und führ mich 43. 44. Adventlieder. Gott versieg le nun das Wort daß die Her- zen fort und fort in dein Reich zu deiner Herrlichten mein König, daß ich dich dort lob in Ewigkeit. Sperr Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. al der uns durch das Wort er bau.e, daß man des- sen Früchte schaue. Bweite Abtheilung. Fest: und Feiertagslieder. I. Die hohen Feste und Festzeiten. Adventlieder. t. m. Not. in uns, das wir an ge bd ret. bleiben von dem Geist ge- leb- ret, Able. 1664. Eigne Melodie. * H Mad, goch die Thür, die Thor macht weit! Es kommt der Herr der 198 pellant mein Schöpfer reich von Rath. 1704. ein Rönig al ler Rö. nig reich, ein Hei- land ich bift zu gleich, der heil und Leben mit sich bringt; mes der bal- ben jacht, mit Freuden singt: Ge lo. bet sey mein Gott, 8 35 Advenflieder. 34 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligfeit, sein Scepter ist Barmherzigfeit; all unsre Noth zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sey mein Gott, mein Heiland groß von That. 3. D wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit fich lauter Freud und Wonn. Gelobet sey mein Gott, mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die 45. 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach, zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein; dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sey ewig Preis und Ehr! Georg Weissel, geb. 1590,+ 1635. Mel. Nun komm, der beiden 2c.( Altkirchlich).) 1524. Thor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit; die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sey mein Gott voll Rath, voll That, voll Gnad. 1. Gott sey Dant durch al. le Welt, und der Sün- der Trost und Rath 2. Was der alten Väter Schaar böchster Wunsch und Sehnung war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt nach Herrlichkeit. 3. 3ions Hüif und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohlzweigestammte Held, hat fich treulich eingestellt. 4. Sey willkommen, o mein Heil! dir Hosanna, o mein Theil! Nichte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. 3euch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von allem Sündenwust. der sein Wort be ständig hält, zu uns ber ge wen det hat. 6. Und gleichwie dein Zukunft war voller Sanftmuth, ohn Gefahr, also sey auch jede eit deine Sanftmuth mir bereit. 7. Tröste, treinen Sinn, weil ich schwach bin, und des Satans schle vor mir vermif t sich zu hoch 8. Tritt 1 entzwei, daß dir im Gla bleibe zugeth 9. Daß, w chlangen Kopf er engsten frei, m und an selig du, du Lebensfürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. Heinrich 46. Adventlieder. Mel. Herr Gott, dich loben alle ze. 1. Herr Je- su Chri- fte, Got tes Sohn, der du vom hoh- en Himmelsthron 2. Wir danken dir mit Herz und Mund demüthiglich zu aller Stund, daß du uns schenkest zum Erbtheil durch dein Zukunft das ewge Heil. 3. Wir bitten dich, o treuer Herr, weil nun das End nicht mehr ist 47. her ab bist kommen in die Welt und uns zu Gut dich ein ge ftellt? fern, du wolleft uns zu Gnaden dein dir lassen stets befohlen seyn. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen 2c. 70 35 1555. 4. Hilf, daß wir leben würdiglich und in dir sterben seliglich, daß wir lieben und loben dich hier zeitlich und dort ewiglich. David Böhme, geb. 1605, † 1657. 1. Kommst du, kommst du, Licht derheiden? Ja, du kommst und säumeft nicht, 2. Ja, du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Jungfraun- Sohn! Meine Sinnen spüren schon deinen gnadenvollen Segen und die Wunder deiner Kraft, welche Frucht und Leben schafft. weil du weißt, was uns ge- bricht. D du ftar fer Trost im Leiden, 3. Able mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin! Schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüthe. 1657. Je su, meines Her- zens Thür steht dir of fen, fomm zu mir. Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelen- Gast, lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben: Liebe, Glauben und Geduld und Bereuung meiner Schuld mich zu dir seyn hoch erhaben: dann ſo will ich für und für Hofianna fingen dir. Ernst Gbristoph Homburg, geb. 1606. +1681. 3* 36 werne. 48. Adventlieder. Mel. Valet will ich dir 2c. 1. Wie soll ich dich empfangen, und wie be- gegn' ich dir? Dal ler Welt Ver- lan- gen, o mei- ner See- len Bier! O Je su, Je su, se Be S da mit, was dich er. go Be, 1 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne 3weige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in fretem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es tann und weiß. 3. Was hast du unterlasser zu meinem Troft und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stund in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mit großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichtbum thut. Teschner. 1615. 5. Nichts, nichts hat dich getrie ben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Blagen und großen Jammerlaft, die kein Mund aus kann sagen, so fest umfangen haft mir selbst die Fa del bei, mir fund und wissend sey. 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze fich häuft je mehr und mehr. Seyd unverzagt! ihr habet die Hülfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet zichen mit eures Armes Macht. Er kommt, er fommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vör eurer Sündenschuld. Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wabren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Des Herr wird sie zerstreuen in ei nem Augenblick. Er kommt, et kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 10. Gr fommt zum Weltgerichte, 37 Adventlieder. zum Fluch dem, der ihn flucht, mit fomm, o Sonne! und hol uns allGnad und süßem Lichte dem, der zumal zum ewgen Licht und Wonne ihn liebt und sucht. Ach komm, ach in deinen Freudensaal. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 49. 1598. 0. Mel. Aus meines Herzens 2c. 1. Mun jauchzet all, ihr From men, zu dieser Gna- den- zeit, weil un ser heil ist kommen, der Herr derHerr- lich- teit; der No speise fen, i 4. der: wenn vollem bedach zwar oh ne stol $ . ze Pracht, und ganz- lich zu 2. Kein Scepter, feine Krone sucht er auf dieser Welt; im hoheft Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hie seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. . zerstö ren 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr berathen werden und gehn die rechte Bahn, die nach dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten der Bahn. Born euch rührt. 50. des Teu- fels Reich und macht. 4. Ihr Armen und Clenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seyd dennoch wohlgemuth, laßt eure Lieder klingen und thut dem König fingen; der ist eur höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eur Klag und Weinen verwandelen in Freud. Er ifts, der helfen kann; balt't eure Lampen fertig und seyd stets sein gewärtig, er ist schon auf O Doch mäch- tig, zu ver bee. ren Mel. Von Gott will ich 20. den Gott aus Gnad allein Mich. Schirmer, geb. 1606, † 1673, 1. Mit Ernst, o Menschen finder, das Herz in euch be- stellt; bald wird das heil der Sün- der, der wun- der- star- te held, er sprochen bat zu geben, 1571. Univ.- Bibl. Giessen der Welt zum Licht und Le bent, bei al. len feb ren ein. CAHA ग erat ze 38 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt. Macht alle Bahnen recht, die Thal laßt seyn erhöhet; macht niedrig, was hoch stehet, was trumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demuth liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richin Adventlieder. 51. tig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Beuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar seyn. Valentin Thilo, geb. 1607,+ 1662. Mel. Ach, was soll ich Sünder 2c. 1. Hot an na Davids Sohne! der jetzt bei uns febret ein, der soll hoch.ge. Io. bet seyn, 1657. Durch die Welt er schall und geh: 2. Den die Alten mit Verlangen oft gewünscht, gerufen oft, seinen Eintritt stets gehofft, der läßt sich von uns empfangen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 3. Friede muß vom Himmel thauen; denn erschienen ist die Zeit, daß der Herr der Herrlichkeit sich im Fleische låsset schauen. Durch die Welt erschall und geh: Hofianna in der Höh! 4. Kommt, dem Könige zu hulden treu nach Unterthanenpflicht; denn ihr sollet ferner nicht fremde Dienstbarkeit erdulden. Durch die Welt erschall und geb: Hosianna in der Höh! der da kömmt vom Himmelsthro- ne. Ho si. an na in der Söb! 5. Kommet her, ihr blöden Herzen, seht des Herren Sanftmuth an; seine Gütigkeit die kann heilen alle Sündenschmerzen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 6. Seht, ihr Sünder, den Ge rechten, der euch seine Heiligkeit anlegt als ein Ehrenkleid und will euer Recht verfechten. Durchei Welt erschall und geh: tna dem Tüc? in der Höh! in ei 7. Seht den Helfer mmen, euch zu rathen irth, in dem Leben, in dem er hat auf sich genommen die Welt erschall und gekna in der Höh! abrlic u we erichte ļ $ Adventlieder. 8. Seht, ihr Armen, seht den Armen, der von seiner Armuth euch hier und ewig machet reich; er will euer sich erbarmen. Durch die Welt erschall und geh: Hostanna in der Höh! 9. Herr, o Herr, laß wohl gelingen! Diesen Tag hast du gemacht, dieser Tag hat Freuden bracht; in der Höh! 52. ibm Ho si an " 39 drum wir alle billig fingen: durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 10. Hosianna Davids Sohne! der jetzt bei uns kehret ein, der soll hochgelobet seyn, der da kömmt vom Himmelsthrone. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna Christian Keymann, geb. 1607, † 1662. Mel. Aus meines Herzens c. Ihr Chri- sten, geht ber für, 1 1. Auf, auf ihr Reichs.ge nos sen! Eur König kommt her- an. em pfab et un 1 1 ver dros sen den großen Wun- der- mann! ; 1 1 gen na sin 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher 2 Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nachtmahi, Lauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; seyd fröhs lich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern; der Herr will in der Noth mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 1 4. Nun hört, ihr frechen Sünder: der König merket drauf, wenn ihr verlornen Kinder in vollem Lasterlauf auf Arges seyd bedacht, ja thut es ohne Sorgen; 1598. laßt uns vor allen Din gen mit hei It ger Be gier. $ 1 gar nichts ist ihm verborgen, er gibt auf alles Acht. 5. Seyd fromm, ihr Unterthanen, der König ist gerecht; laßt uns die Weg ihm bahnen und machen alles schlecht. Fürwahr er meint es gut; drum lasset uns die Plagen, welcher uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Muth. 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch; er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich; der an ein Thier gedacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur bes gehren, das steht in seiner Macht. 7. Frisch auf, ihrHochbetrübten, der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon Adventlieder. 40 längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Bein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder seyn. 8. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu beschn, dieweil er fommt geritten start, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 9. Der König will bedenken die, welch er herzlich liebt, mit köstlichen 53. Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort; ja König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 1. Ho sian- na! Davids Sohn Auf, be rei- tet ihm den Thron, 10. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du jagst den Sündern nach: drum wollen wir all ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hofianna singen und ewig dankbar seyn. Joh. Rift, geb. 1607, † 1667. Mel. Meinen Jesum 2c. 3. Hosianna! Friedensfürst, Gh. renkönig, Held im Streite, alles, was du bringen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. streu et Pal men, ma chet Bahn, 2. Hofianna, sey gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen. Unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Beuch in deinen Thoren ein; du sollst uns willkommen seyn. 4. Hosianna! lieber Gast, wir find deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast: ach, so laß uns unverdrossen deinem Scepter dienstbar seyn, berrsche du in uns allein. 5. Hoftanna! fomme bald, die Nach Hammerschmidt. 1658. fommt in Bi on ein gezo. gen. seßt ihm tausend Eb- ren bo. gen, " daß er Ein- jug bal ten kann. Verheißung zu erfüllen. Sollte gleich die Knechtsgestalt deine Majestät verhüllen, o so fennet Zion schon seinen Herrn und Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei; o Herr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst feinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna nah und fern! Gile, bei uns einzugeben. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hosianna, bist du da? Ja, du kommst, Halleluja! Benjamin Schmold, geb. 1672, † 1737 54. Anfang des Kirchenjahres. Mel. Jesus, meine Buversicht zc. 1. Sieh, dein König kommt zu dir! sprich: mein König, komm zu mir, 2. Komm, ich bin dein Eigenthum schon seit deinem Wasserbade; fomm, dein Evangelium werde mir ein Wort der Gnade; du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hasfest, was mich reuet; fomm und reinige dein Haus, daß die Sünde hat entweihet. Mache felbst mit deinem Blut alles wieder ein und gut. 55. jeuch mit deiner Sanftmuth ein; was du fin- dest, das ist dein. 4. Komm in deinem Abendmahl, daß du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sey in dir! 41 Grüger.( 1653) 1658. See le, das sind froh.e Worte; sieh, ich öffne dir die Pfor- te, Anfang des Kirchenjahres. Mel. Gelobet seyft du, Jesu Christ zc. dein König kommt, drum freue dich, Halle lu ja! 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer wieder fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sey für seine Gnad gepreist, Halleluja! 5. Komm und bring den Tröster mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß id) bis auf jenen Tag: Komm, Herr Jesu! rufen mag. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699, † 1769. 1. Nun kommt das neue Kirchenjahr, des freut sich al- le Cbriftenschaar: Altdeutsch. 1524. du wer- thes 3i on ewig lich, 3. Gott, was uns deine Wahrs heit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für, Halleluja! Job. Olearius, geb. 1611, † 1684. 42 56. e秋冬 Weihnachtslieder. durch seinen Geist uns leb. ren. 2. Auf, Zion, Preis und Chr und Ruhm dem höchsten Herrn zu fingen! Dein königliches Priesterthum muß Dank zum Opfer brins gen. Gelobt sey Gott, der durch fein Wort die Christenheit und die sen Ort zu seinem Tempel weihet. Mel. Nun freut euch, lieben zc. 3. Wir sind nicht werth der neuen Huld des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin; denn fie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. 57 1. Gott Lob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große Treu.e des ew- gen Gottes of fen- bar; und nun will er aufs Neu- e den al ten hoch- be- schwornen Bund, den einzig fe- ften Glaubensgrund. L 4. Ach, Herr, gib uns den neuen Geist und mach uns durch die Güte, die sich an uns aufs Neu erweist, erneuert im Gemüthe. Den neuen Menschen zieh uns an, der dir al7. So halten und vollenden wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei bejehlen wir es dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Strait; fommt aber einst lein gefallen kann in seinem ganzen die ewigkeit, dann wird sie trium. Leben. phiren. Heinr. Gornel. Hecker, geb. 1699, † 1744. Besty 1523. 5. Hiezu erhalt uns, Herr, dein Wort sammt Tauf und Abendmahle, so wandern wir mit Freuden fort in diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, laß Kirche, Schul Tauf und Altar uns deine Wege zeigen. 6. Gib deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, dein Wort, das Gottes Weide heißt, der Heerde rein zu geben; laß alle Hörer Thäter seyn, damit fein heuchlerischer Schein des Glaubens Kraft berläugne. Weihnachtslieder. Eigne Melodie. Altdeutsch. 1524. 1. e. lo. bet seyft du, Jesu Christ, daß du Mensch ge- bo- ren bist 1 Weihnachtslieder. von einer Jungfrau, das ist wahr, Ky ri e leis. s -2. Des ewgen Vaters einig Kind jegt man in der Krippen findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. 4. Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht woh! mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis./ 43 des freu- et sich der En- gel Schaar. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward, und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erben in seim Saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser fich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis. 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis. Dr. Martin Luther, geb. 1483,+15.46. Ein Kinderlied auf die Weihnachten vom Kindlein Jesu. 58. Eigne Melodie. der guten Mähr bring ich so viel, 2. Guch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserforn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne feyn. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will cuch führn aus aller Noth. Er will eur Heiland selber seyn, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott, der Vater, hat bereit, daß 1540. 1/ Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gu- te neue Mähr, da von ich singn und sa- gen will. ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippen, Windelein so schlecht; da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich feyn und mit den Hirten gehn hins ein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. Weihnachtslieder. 44 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin; was liegt doch in dem Krippelein? was ist das schöne Kindelein? es ist das liebe Jefulein. 8. Bis willekomm, du edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Glend her zu mir: wie soll ich immer danken dir? 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir: wie aller Welt Macht, Ehr und Gut für dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. 13. Ach, mein herzliebes Jesus lein, mach dir ein rein sanft Bette lein, zu ruhen in meine Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesſe dein. 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß. 10. Und wär die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu seyn ein enges Wiegelein. 15. Lob, Ghr sey Gott im höch. 11. Der Sammet und die Sei- sten Chron, der uns schenkt seinen den dein, das ist grob Heu und eingen Sohn; des freuen sich der Windelein, drauf du König so groß Engel Schaar und fingen uns solch und reich herprangst, als wärs dein neues Jahr. Himmelreich). 59. 14. Davon ich allzeit fröhlich sey, zu springen, fingen immer frei das rechte Susannine schon, mit Herzenslust den süßen Lon. Mel. Vom Himmel hoch 2c. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 1540. 1. Dom Himmel fam der En- gel Schaar, er- schien den Hir- ten of- fen- bar; sie sag ten ihn: ein Kindlein zart, das liegt dort in der Krip- pen bart, 2. Zu Bethlehem, in David und die Höll: Gotts Sohn ist wors Stadt, wie Micha das verkündet den eur Gesell. hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. 3. Des sollt ihr billig fröhlich seyn, daß Gott mit euch ist worden ein; er ist geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewig Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel 5. Er will und kann euch lassen nicht, seßt ihr auf ihn eur Suverficht. Es mögen euch Biel fechten an: dem sey Troß, ders nicht lassen kann. 6. 3ulegt müßt ihr doch haben Recht; ihr seyd nun worden Gotts Geschlecht. Des danfet Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich alle Zeit. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546 60. DE Weihnachtslieder. bie auf die fe Eigne Melodie. 1. Gottes Sobn ist fom- men Er. den daß er uns von Sün, de 2. Die sich sein nicht schämen, und sein Dienst annehmen durch ein rechten Glauben, mit ganzem Vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd vergeben. 3. Die also bekleiben, und beständig bleiben, dem Herren in allem 61. uns al. len zu From men Altkirchlich. 1531. in ar men Ge Eigne Melodie, 4. Er liegt an seiner Mutter Brust; ihr Milch die ist sein Speis, an dem die Engel sehn ihr Luft, 1: denn er ist Davids Reis,:] B 45 ber. den, frei et und ent bün, de. trachten zu gefallen, die werden mit Freuden auch von hinnen scheiden. 4. Ei nun, Herre Jesu, schicke unser Herzen zu, daß wir alle Stunden rechtgläubig erfunden darinnen verscheiden zur ewigen Freuden. Böhm. Brüder( Joh. Horn), 1544. Hermann. 1560. 1. Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Him- mel. reich und schenkt uns sei- nen Sohn, und schenkt uns sei nen Sohn. 2. r kömmt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß 1: in einem Krippelein.:| 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und gering, und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, 1: der Schöpfer aller Ding.:||: die klare Gottheit dran.:| 5. Das aus seim Stamm entsprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott aufrichten wollt 1: sein Reich, die Christenheit.:| 6. Er wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an, und gibt uns in seins Vaters Reich 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel sern! Wie könnt er doch sern freundlicher. 1: der liebe Jesus mein!:| 46 Weihnachtslieder. 8. Heut schleußt er wieder auf der Cherub steht nicht mehr dafür; die Thür zum schönen Paradeis:: Gott sey Lob, Ehr und Preis!: Nikol. Hermann, † 1561. 62. ( Krüger. 1656. 高 1. Fröhlich soll mein Her- ze sprin- gen dieser Zeit, da vor Freud al le En Eigne Melodie. S gel fin' gen. Hört, hört, wie mit vol len Cho. ren a al. le ift ren! lau te ruft: Christus Luft bo ge 2. Heute geht aus seiner Kam- quält, was euch fehlt; ich bring mer Gottes Held, der die Welt alles wieder. reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir Mensch zu Gute; Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können haffen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns seyn gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, gibt sich an unser Lamm zu werden; unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod, Heil und Fried erwirbet. 6. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: laffet fahren, o lieben Brüder, was euch . . 7. Ei, so kommt und laßt uns laufen! Stellt euch ein, Groß und Klein, kommt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gernLicht undLabsal gönnet. 8. Die ihr schwebt in großem Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn Drt, da hinfort euch kein Kreuz wohl, er wird euch führen an den wird rühren. 9. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sey ge trost, hier wirdgefunden, der in Eil machet heildie vergiften Wunden. 10. Die ihr arm seyd und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände. Hier sind alle gute Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 11. Süßes Heil! laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist mei nes Lebens Leben: nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 12. Ich bin rein um deinetwillen; du gibst gnug Ehr und Schmuck mich drin einzuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein 63. P Weihnachtslieder. Mel. Gelobet seyst du, Jesu 2c. Hal le lu ja. . 1. Wir sin- gen dir, Im- ma- nu- el, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgenstern, da Jungfraun- Sohn, Herr aller Herrn! 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja. 47 Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen. 13. Ich will dich mit Fleiß bewahren; ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 3. Bom Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schaar. Halleluja. 4. Vor Andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Heerd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wann er dir sang auf Saitenspiel. Halleluja. 5. Ach, daß der Herr aus Zion kam und unsre Bande von uns nähma! Ach, daß die Hülfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich seyn! Halleluja. Altdeutsch. 1524. 6. Nun du bist hier, da liegest hältst in dem Kripplein deine Rub; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja. 7. Du fehrst in fremder Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein, trinkst Milch aus einer Menschenbrust, und bist doch aller Engel Lust. Halleluja. 8. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid; bist aller Heiden Troft und Licht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. Halleluja. 9. Du bist der süßte Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Her, hält dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja. 10. Ich aber, vein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so 48 viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. Weihnachtslieder. 11. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider seyn mein armes Herz; und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 12. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, erwähltest, was die Welt veracht, warst arm und dürftig, nahmst vorlieb da, wo der Mangel dich hintrieb. Halleluja. 13. Darum so hab ich guten Muth, du wirst auch halten mich für gut. O lieber Herr, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 14. Bin ich gleich Sünd und Laster voll, hab ich gelebt, nicht wie ich soll, ei, kommst du doch deswe64. H Des freuen sich dort gen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja. 15. Hätt ich nicht auf mir Sündenschuld, hätt ich kein Theil an deiner Huld vergeblich wärst du mir geborn, wenn ich nicht wär in Gottes Zorn. Halleluja. 4 Mel. Valet will ich dir geben 2c. Ds E 220 16. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei; du trägst den Zorn, erwürgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Noth. Halleluja. 1. Ihr Chri- ften aus er foren, der Hei land ist ge. bo ren, 17. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigenthum und will, so viel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja. 18. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Teschner. 1615. ben die Gott den Ba- ter To ben 2. So fingen sie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, freut euch von Herzen alle ob diesem Kindelein! Euch, euch ist es gegeben, euch ist das Heil bereit, daß ihr bei Gott sollt leben in fteter Seligkeit. 3. Kein Mensch sich ja betrübe, denn dieses Kindelein euch bringet bört gu- te neue Mähr; er kommt auf Er- den ber. der heilgen En gel Schaar, jetzt und fort im mer dar. Fried und Liebe; was wollt ihr traurig seyn? Den Himmel er dem schenket, der an ihn glaubet fest; an diesen Schap gedenfet, er ist der allerbest. 4. Nun seyd ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schaar; denn Christus bat zerbrochen, was euch OM E Weihnachtslieder. zuwider war: Tod, Teufel, Sünd und Hölle jetzt liegen ganz geschwächt; Gott gibt die Ehrenstelle dem menschlichen Geschlecht. 5. Drum wir auch nun dich loben, Jesu, zweistammger Held, daß 65. Eigne Melodie. D Dieß ist die Nacht, dar. in es fam 49 du herab von oben bist kommen in die Welt. Komm auch in unfre Herzen und bleibe für und für, daß weder Glück noch Schmerzen uns trennen ab von dir. Georg Werner, geb. 1607,+ 1671. 1. Er- mun- tre dich, mein schwacher Geist, und tra.ge groß Ver. lan- gen, ein Kind, das Ewig va ter heißt, mit Freuden zu empfangen. 1 da durch die Welt mit Treu en 2. Willkomm, o süßer Bräutigam, du König aller Ehren! Willkomm, o Jesu, Gottes Lamm! Ich will dein Lob vermehren; ich will dir all mein Lebenlang von Herzen sagen Preis und Dant, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3.D großer Gott, wie konnt es seyn, dein Himmelreich zu lassen, zu tommen in die Welt herein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Himmelsrracht, ja selbst dein theures Leben für solche Feinde geben? 4. O großes Werk, o Wundernacht! dergleichen nie gefunden, du bast den Heiland hergebracht, der alles überwunden; du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Vet. m. Not. Schov. 1641. und menschlich We sen an sich nahm, 1 als sei ne Braut zu fret en. 1 Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 5. Sag an, mein Herzensbrdutigam, mein Hoffnung. Freud und Leben, mein edler 3weig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, ja alles, was Mensch ist und heißt; ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 6. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sey dir von mir ge fungen, daß du mein Bruder wor den bist und hast die Welt bezwungen. Hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben! Johann Rift, geb. 1607, † 1667. 4 Weihnachtslieder. 50 66. Eigne Melodie. Hammerschmidt. 1646. ( Das Lied beginnt und schließt mit einem vom Chor gesungenen Halleluja.) Cher: Hal.le.lu ja, hal le luja, sa le lu- ja, sal- le- Iu- ja! 1 . Salle lu ja, Hal. le luja, Salle lu ja, hal le- lu- ja! . Halle. In ja, Hal. le lu ja, salle lu- ja, hal le. lu.ja! Bem.: 1. freu- et euch, ihr Chri- sten al.le, freu. e sich, wer im- mer fann! Gott hat viel an uns ge- than. daß er uns so hoch ge acht, ? Freu- de, Freu- de über Freu- de; Won- ne, Won- ne über Won- ne! 2. Sieh doch, sieh, o meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der dunkeln Höhle hart sich bettet dir zu Gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr; so laß mich von dir nicht wanken, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz Freu et euch mit großem Schalle, sich mit uns be- freundt ge macht. Christus wehret al lem Lei de; S Je- sus ist die Gnaden son ne. und Sinn Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. 4. Jesu nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder; gib der ganzen Christenschaar Frieden und ein seligs Jahr. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wenne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. Christ. Keymann, geb. 1607,+1662. 67. Weihnachtslieder. Me 1. Da Christus geboren 2c.( Altkirchlich?) 1544. J 1. Wun- der- ba- rer Gna- denthron, Gott und Mensch, ein kleines Kind, das man in der Krip- pen findt, rühmt die ganze Christen- heit! 2. Du bist arm und machst zugleich uns an Leib und Seele reich; du wirst flein, du großer Gott, und machst Höll und Tod zu Spott; al ler Welt wird offenbar, ja auch deiner Feinde Schaar, daß du Gott bist wunderbar. 68. 57 großer Held von E. wig keit, dessen Macht und Herr- lich- keit T 6 Got- tes und Ma- ri en Sohn, S Mel. D daß ich tausend Bungen 2c. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleis nen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. Laß mir deine Güt und Treu täglich werden wieder neu; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Noth und Tod anficht; laß mich deine Herrlichkeit, deine Wundergütigkeit schauen in der Ewigkeit. Joh. Olearius, geb. 1611,+ 1684. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit. Wann Sonne, Mond und Stern bergeben vielleicht in noch gar tur. 1. Dieß ist die Nacht, da mir er- schie- nen, des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem al le En- gel die- nen, bringteicht in meineDunkelheit; 1738. und dieses Welt- und Him- mels- Licht weicht hunderttausend Sonnen nicht. zer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Echein dein Himmel und dein Alles seyn. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr duntel seyn. 5. Drum, Jesu, schöne Weih 52 nachtsonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sey meine Weihnachtwonne und lehre mich die Weih, 69. Weihnachtslieder. jeh et doch da, S 70. Mel. Lobe den Herren, den ze. 1. Jauch- zet, ihr him- mel, frob'lo- det, ihr En- gel, in Chören! fin get dem Her- ren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! . for nen sich feb. ren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut. Freuet euch, Hirten und Heerden! 3. Sehet dieß Wunder, wie tief fich der Höchste hier beuget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer kann bieß Geheimniß verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu seben; tretet herzu, sucht bei dem Kinde die Ruh, die ihr zum Vater wollt gehen. 2Enachtkunft, wie ich im Lichte wandeln soll und sey des Weihnachtglaubend voll. Casp.Fr.Nachtenhöfer, geb.1624,+ 1685. Gott will so freundlich, so 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voll von 1668. nab Me 1. Lobt Gott, ibr( hriften 2c. zu den Ver. Liebe mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst fich freuen darin und fich in Demuth versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herz in der Liebe ver= binde, du sollst es seyn, den ich erwähle allein; ewig entfag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren; komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren; wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, der du mich liebend erforen. 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben; Herr, nimm mich hin, hilf mir, in findlichem Sinn ewiglich dir nur zu leben. Gerb. Tersteegen, geb. 1697, † 1769. Hermann. 1560. 1. 3m- ma- nu- el! der Herr ist hier und nimmt mein Fleisch an fich; Weihnachtslieder. Im- ma nu el! ist Gott mit mir, 1 wer ist dann wi. der mich? 2. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb den eingebornen Sohn uns gibt, 1: wie hat er uns so lieb!:] 3. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit von Jesu fest beschlossen hat, 1: das thut er in der Zeit.: 4. Er, unser Heil und höchstes Gut, der Alle segnen kann, nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut, 1: doch chne Sünde an.:| 5. Du wunderbarer Gottmensch wirst auch mir Rath, Kraft und 71. Mel. Vom Himmel hoch zc. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 53 wer ist dann wi der mich? 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Chrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. Held, mein Retter und mein Friedes fürst, 1: du Heiland aller Welt.:| 6. Was mir zum Seligseyn ges bricht, das, Herr, erwarbst du mir: Versöhnung, Leben, Trost und Licht, 1: das hab ich nun an dir.:| 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil, dein Leiden stillt mein Leid; durch deine Knechtsgestalt, mein Heil,|: gewinn ich Herrlichkeit.:] 8. Gelebt sey Gott, gelobt sein Sohn in dieser Freudenzeit! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! : Erheb ihn, Christenheit!:| Heinr. Corn. Hecker, geb. 1699,+ 1743. 1. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt ge- dacht! 4. Damit der Sünder Gnad ers hält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Ihn prei- je, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 1540. Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir. ,, Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern"; gelobt sey, der da kommt im Herrn. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedcfürst auf den die Väter hoffend sahn, dich Gott Messias, bet ich an 54 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier und Gottes Kinder wer. den wir. Neujahrslieder. 72. 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ibn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 10. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Er8. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie ers hält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters den ist. Schoße fist? Neujahrslieder. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 1. Das lie be neue Jahr geht an, das ai- te bat ein Ende; drum freu- et sich heut Je- der- mann, er hebt sein Herz undhän- de auch Gott dem heil gen Gei. fte. 2. Gott Vater hat den Sohn gefandt, Gotts Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht solchs bekannt uns, die wir warn verloren: im selgen, lieben Gottes Wort geschrieben ists an manchem Drt, und wird uns klar verkündet. 1523. zu un- serm Gott insHimmels Thron, danft ihm und seinem lie- ben Sobn, 3. Die reine Lehr und Sacrament wir habn in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande; Gott krönt das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 4. Das danken wir dem lieben Herrn und freun uns solcher Güte; er woll den Feinden steurn und wehrn und uns hinfort behüten. Er geb ein selges neues Jahr und helf uns zu der Engel Schaar, da wolln wir ihn schön preisen. Cyriakus Schneegaß, † 1597. 73. Neujahrslieder. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 1. Das alte Jahr ver gangen ist; wir dan- ken dir, Herr Je- su Chrift, 4. Hilf, daß wir von der Sünd ablan und fromm zu werden fahen 74. daß du uns in so großer G'fahr be hü tet haft lang Beit und Jahr. 2. Wir bitten dich, du ewger an; kein'r Sünd im alten Jahr Sohn des Vaters in dem höchsten gedenk; ein gnadenreich Neujahr Thron, du wollst dein arme Chri- uns schenk. stenheit bewahren ferner alle Zeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, welchs ist der Seelen höchster Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steb uns bei. Mel. D Jefu Chrift, meins 2c. 55 1555. 3. Gedente nicht der Missethat, damit wir, Jesu, früh und spat so oft gefandelt wider dich; vergib und gib uns gnädiglich. 5. Chriftlich zu leben, seliglich zu sterben und hernach fröhlich am jüngsten Tag wied'r aufzustehn, mit dir in Himmel einzugehn; 6. 3u danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. DJesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. Joh. Steuerlein, geb. 1546, † 1613 zu flieh- en aller La ster Schaar 2. Gib neuen Segen, Glück und Heil; hilf, daß wir sämmtlich haben Theil an dem, was uns, du höchstes Gut, erworben hat dein theures Blut. 4. Vergib uns alle Sünd und Schud, gib in der strengen Noth Geduld; dein guter Geist uns wohne . 1. Das alte Jahr ist nun da hin; er neu re, Je fu, herz und Sinn, 1630. in die- sem lie- ben neuen Jahr. bei, sein Hülf und Trost stets bei uns sey. 5. Gleichwie das güldne Sonnenlicht die Strahlen wieder zu uns richt, so laß, Herr, deinen Gnadenschein und wieder zugewendet seyn. 6. Laß deine Hülfe allezeit, du Menschenfreund, uns seyn bereit, bis wir einmal nach dieser Zeit eingehen in die Ewigkeit. Ernst Chrift. Homburg, geb. 1605, t 1681. 66 75. Neujahrslieder. Mel. Nun laßt uns Gott, dem ze. 1. Mun laßt uns gehn und tre- ten C zum Herrn, der un serm Le S bis hie, ber Kraft gege. ben. 2. Wir gehn dahin und wandern deiner Hulde, ein Herz, das sich von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. gedulde. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 9. Schleuß zu die Jammerpforten und laß an allen Orten auf so viel Noth und Leiden uns sehen beßre Zeiten. 6 ben 4. Also auch und nichts minder läßt Gott ihm seine Kinder, wann Noth und Trübsal blißen, in seinem Schoße figen. 5. Ach Hüter unsers Lebens! fürwahr, es ist vergebens mit unferm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sey deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sey den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen uns rer Freuden. 8. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und 76. mit Singen und mit Be ten Selnecker? 1587. 10. Sprich deinen milden Se gen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 11. Sey der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 12. Hilf gnädig allen Kranken; gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 13. Und endlich was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 14. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Mel. Werde Licht, du Stadt 2c. 1. Hilf, Herr Je- su! laß ge. lin. gen, Laß es neue Kräfte brin gen, Neu- es Glua und neues Le. ben 1738. bilf, das neue Jahr gelt an. daß aufs Neu ich wandeli fann. wol- left du aus Guaden geben. Neujahrslieder. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müsse mir durch dich gerathen und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wann ich schlafe, wann ich wache, wolleft du, Herr, bei mir seyn; geh ich aus, steh mir zur Seiten, fehr ich heim, wollst du mich leiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets bemübe, dich zu preisen mehr und mehr. Herr, ich weiß, es wird vor allen dieß mein Opfer dir gefallen. 5. Laß dieß seyn ein Jahr der Gnaden, laß mich büßen meine Sünd; hilf, daß sie mir nicht mög schaden, sondern bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 77. $ 57 A 6. Tröfte mich mit deiner Liebe, nimm, Gott, mein Flehen hin. Sieh, wie sehr ich mich betrübe, ja voll Anaft und Sagen bin. Stärke mich in meinen Nöthen, daß mich Sünd und Tod nicht tödten. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dieß Jahr mir heilig sey, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhie auf Erden fromm und selig möge werden. 8. Jesu, richte mein Beginnen, Jesu, bleibe stets bei mir; Jesu, zähme mir die Sinnen, Jesu, sey nur mein Begier; Jesu, sey mir in Gedanken, Jesu, lasse nie mich wanten. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wann ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, geb. 1607,+ 1667. Mel. Herzlich thut mich zc. 1. Burch Trauern und durch Pla- gen, durch Noth, durch Angst und Bein, durch Hoffnung und durch Kla- gen, bin ich, Gott Lob! gedrungen; Haßler? 1613. B durch man- chen Sor- gen- stein dies Jahr ist hinge legt: 1 dir, Gott, sey Lob ge sun gen! Das Herz ist mir bewegt. 2. Der du mich haft erbauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Theil. Du hast mich wobl Neujahrslieder. 58 erhalten, haft reichlich mich getröst; dich laß ich ferner walten, wenn Unfall mir zustößt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich. Gib, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich; dir ist mein Will ergeben, ja er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu seyn. 4. Nach dir soll ich mich schicken und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armuth drücken? ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen? ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in 78. Aengsten schweben? mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krantheit leiden? ich will gehorsam seyn. Soll ich von hinnen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 1. Je- sus soll die Lo. sung seyn, Je- su Name soll al lein 6. Soll ich zum Himmel dringen? gar gern, o Gott, mein Licht! Soll mich die Höll verschlingen? ach, dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet die rothe Höllengluth; du aber bist verfühnet durch deines Sohnes Blut. 7. Heut ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnade sey heut auf mich neu ergossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. G. W. Sacer, geb. 1635,+ 1699. Mel. Meinen Jesum lag tch 2c. Hammerschmidt. 1658. die in feinem Bunde stehn 2. Jesu Name, Jefu Wort soll in den Gemeinden schallen; und so oft wir nach dem Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. da ein neues Jahr er schie- nen; de nen zum Pa- nie- re die. nen, und auf seinem Wege gehn. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen seyn. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterfeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sey Sonn und Schild, welcher allen Kummer ftillt. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. 79. Mel. Neujahrslieder. D Gott, du frommer Gott zc. 1. Ein Jahr der Sterblich- teit, ist aber mals dahin und wieder um ein Theil . nun mehr zurück. ge legt 2. Herr, deine Güte machts, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank in Gnaden von uns an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 3. Wir schließen uns aufs Neu in dein so treues Sorgen, in dein Erbarmen ein; da sind wir wohl geborgen, da ist das feste Schloß vor aller Feinde Truß, da findet allezeit dein Bolf in Nöthen Schuß. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärf im Glauben, laß uns den alten Grund der Wahrheit Niemand rauben. Erneure Herz und Sinn, und das geschenkte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht. 80. 59 1. Ein Jahr geht nach dem an- dern bin Ach, möch te doch der trä ge Sinn 1710. der kurzen Lebens- ta- ge. mit seiner Luft und Pla- ge, durch Got- tes Schuß und Kraft. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmuth in uns allen; und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen, so stärke die Geduld, und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten; verleib an Seel und Leib, was Jedem ist vonnöthen, und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden seyn; du machst doch alles gut. 7. Wem du das Ziel bestimmt, in diesem Jahr zu scheiden, den wollst du, treuer Gott, in Gnaden vollbereiten! Laß ihn im Glauben hier beschließen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf! Henr. K. v. Gersdorf, geb. 1648, † 1726 Schein. 1628. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. von uns.rer Bil- ger- schaft der Ewig- teit ent- ge- gen. bieß flet gt ger er wä gen! Ach, brachte doch ein je des Jahr viel neue, gu te Früchte dar! $ 60 2. Allein, allein wo ist die Frucht, die wir bisher getragen? Wie oft hat Gott umsonst gesucht, wie hat er müssen flagen! Es that ihm weh, wenn seine Hand anstatt der Frucht nur Blätter fand. Neujahrslieder. 3. Haut ab, spricht er, den fahlen Baum, der keine Früchte träget. Was nimmt er andern Saft und Raum? Komm, Tod, der alles schläget, komm, leg die Art der Wurzel an, thu einen Streich, so ifts gethan. 81, 4. Allein der trèue Heiland spricht: Laß ihn noch dieß Jahr stehen! Trägt er noch keine Früchte nicht, ich hoff sie noch zu sehen. Ach, halt des strengen Urtheils Lauf doch dieß Jahr noch, mein Vater, auf. - 5. So gib denn, lieber Heiland, Kraft, dieß Jahr viel Frucht zu bringen. Ach, laß doch deines Geis stes Saft in unsre 3weige dringen, und schütte du auf jedes Haus viel Gnade, Kraft und Segen aus. Joh. Jat. Rambach, geb. 1693,+ 1735. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 1523. 1. Gott ruft der Sonn and schafft den Mond, dieTag undJabr uns geben. Er schüßet, was auf Erden wohnt, er fichert unser Le- ben; er ists, der schafft und sorgt und wacht; auf! laßt uns ibn, den Gott der Macht, mit Preis und Dank er he ben. 2. Herr, der da ist, und der da war, von dankerfüllten Zungen sey dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. - 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet seyn, daß du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft,- die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden; nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern. Fürsten nieder. 6. Daß Weisheit und Gerechtigfeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sey: dieß, lieber Va82. Neujahrslieder. Je ho va, des fen Treu S $ $ 45 Mel. Nun lob, mein Seel 2c. 1. Herr, der du dei nen Namen durch Wohlthun an uns herrlich machst. und über dei nem Sa- men, den du erwählst, so liebreich wachst, 61 ter, dieß verleih in Chrifto, deinem Sohne! Chr. F. Gellert, geb. 1715,+ 1769. S und stündlich sich aufs Neue e Ent- flam- me mein Ge müthe, 3. Herr, wie muß ich mich schämen, daß ich so schlecht dafür gedankt! Du ließt mich alles nehmen, was ich von deiner Hand verlangt. Doch dir mich ganz zu geben, im Glauben dir allein mit Leib und Geist zu leben, dir redlich treu zu 1540. uns un verändert liebt, uns zu bewun- dern gibt! das dei nen Ruhm be- singt, und für so rei che Gü. te ein ar mes pfer bringt. 2. Unendlicher Erbarmer! Er- seyn und ganz in dich zu dringen, staunend bet ich vor dir an. Wer fehlt zwar der Wille nicht, wohl bin ich Staub, ich Armer, daß du aber das Vollbringen, zu dem ich so viel an mir gethan? Anstatt im mich verpflicht. Born zu lohnen, wie ich um dich verschuldt, trägst du mich mit Verschonen und zärtlicher Geduld. Dein vielfach milder Segen bekrönte jeden Schritt, und auf gebahnten Wegen ging Gnad und Wahrheit mit. " 4. Wie manche schöne Stunden der schnell entflohnen Gnadenzeit sind ungebraucht verschwunden und im Geräusch der Welt entweiht! Wie viele von den Gaben, die du mir hast gegönnt, sind ungenügt vergraben und freventlich verschwendt! Wie war ich doch so träge, zu thun, was mir gebührt, wie langsam auf dem Wege, der in den Himmel führt! 5. Laß, Jesu, Gnade finden die Seele, die nicht ruhen kann, als bis die Laft der Sünden von dem 62 Gewiffen abgethan. Ach, sprich ein Wort und blicke auf dein gebeugtes Kind, wirf hinter dich zurücke, was sich von Schulden findt; laß keine mich beschämen und in das neue Jahr nichts von dem alten nehmen, was dir mißfällig war. 6. Laß deinen Geist mich stärten, zeuch immer näher mich zu dir, und laß mich stündlich merken, wie mächtig deine Kraft in mir. Hilf, Herr, laß wohl gelingen, gib Glauben, Muth und Fleiß, dir viele Frucht zu bringen zu deines Namens Preis. Laß mich stets brünstig flehen und auf die Ewigkeit den guten Samen säen, der sich der Ernte freut. 7. Soll mir ein Jahr der Leiden und Prüfungen bestimmet seyn, 83. Epiphaniaslieder. € stellt sich auf allen Seiten bei mir des Kreuzes Trübsal ein: nun so gescheh dein Wille; nur schenke mir in dir Gelassenheit und Stille und halte fest bei mir. Ich weiß, von guten Händen kommt doch nichts Böses her; das Kreuz das sie mir senden, drückt doch niemals zu schwer. 8. Hast du, Herr meiner Tage, in diesem Jahr mein Ziel bestimmt, in dem der Wallfahrt Plage und Schmerz und Leid ein Ende nimmt: o mit welch großen Freuden, wenndeineGottesmacht ihr gnädig Vollbereiten an mir zu Stand gebracht, sink ich dir in die Hände und feire mit der Schaar, die triumphirt ohn Ende, mein Hall- und Jubel- Jahr! Andreas Rebberger, geb. 1716, † 1769 Epiphaniaslieder. Mel. Valet will ich dir: c. B 1. König al ler Eh ren, Herr Je su, Da- vids Sohn, dein Reich soll e wig währen, im Himmel ist dein Thron. Hilf, daß all hier auf Er den Teschner. 1615. dein Reich bekannt még werden 2. Von deinem Reich auch zeugen die Drei aus Morgenland; die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn'n bist bekannt. Der neuStern auf dich weiset, dazu das göttlich den Menschen weit und breit zur ew gen Se lig. feit. Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt; doch achtest du gar wenig vergänglich Epiphaniaslieder. Gut und Geld; prangst nicht auf einem Rosse, trägst keine güldne Kron, figst nicht, in festem Schlosse, hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret; dein Glanz erstreckt sich weit; dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden fizen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf! 84. BEE 63 Dein Güte schenf mir Armen und segne meinen Lauf; mein Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Noth. 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönsten Stern; laß falsche Lehr und Sünden seyn von meim Herzen fern; hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jegt und in Ewigkeit. Martin Pehemb, geb. 1557, † 1622. Eigne Melodie. 1. Wer- de Licht, du Stadt der Hei- den, schaue, welch ein Glanz mit Freuden If Gott hat de- rer nicht ver- ges.sen, 2. Dunkelheit, die mußte weichen, als dieß Licht kam in die Welt, dem kein andres ist zu gleichen, welches alle Ding erhält: die nach die sem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir verblendet, ehe noch dieß Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel Jedermann; unsre Augen und Geberden klebten einzig an der Erden. 1738. und du Sa- lem, werde Licht; über deinem Hauptanbricht: die im Finstern sind geses sen. 8 der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn; ewig, Herr, will ich dir danken, daß du haft so wohl gethan und uns diesen Schaß geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gib, Herr Jesu, Kraft und 4. Gottes Rath war uns ver- Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit borgen; seine Gnade schien uns durch geliebte Glaubenswerke folnicht; Klein und Große mußten gen in Gerechtigkeit, und hernach sorgen, jedem fehlt' es an dem Licht, im Freudenleben heller als die das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorgegangen ist Sterne schweben. 8. Dein Erscheinen müß erfül len mein Gemüth in aller Noth Epiphaniaslieder. 64 dein Erscheinen müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 9. Jesu, laß mich endlich gehen 85. freudig aug der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Johann Rist, geb. 1607, † 1667. Schop. 1642. Mel. Werde munter 2c. 1. freu- et euch, ibr Got- tes Rin- der! prei- set mit mir Gottes Macht; freu- et euch, ihr ar men Sün- der! laßt der Welt den Stolz und Pracht; freut euch, daß euch Gott regiert uns nun Gottes Rin- der nen- nen. Gottes Güt und Macht, so wird er euch geben Kraft, daß ihr auch zu ihm könnt kommen und euch freuen mit den Frommen. 4. Aller Heiden Trost ist kommen, Jesus, unser Freudenlicht, der Beschirmer aller Frommen, unser Schuß und Zuversicht. Preiset seine Güt und Treu, die uns noch wird immer neu, so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu Johann Olearius, geb. 1611,+ 1684. Grüger.( 1653) 1658. daß wir ar men Hei- den können 2. Seine Herrschaft sich erstrecket über alles, was da lebt; seine Hand schüßt und bedecket, was sich reget, webt und schwebt. Wenn er spricht, so geht sein Wort schnell wie Blizz und Donner fort; es durchdringet Geist und Leben und kann Trost und Hoffnung geben. und zu set ner Kirche führt, 3. Nun, ihr Sünder hier auf Erden, wollt ihrs haben endlich gut, wollt ihr Gottes Kinder werden, ei, so ändert euern Muth! Preiset leben. 86. Mel. Jesus, meine Zuversicht ze. 1. Je su, großer Wun- der- stern, meine See le will so gern der aus Jakob ist er schie- nen, dir an deinem Fe.ste die nen; nimm, ach nimm doch gnå dig an, was ich Ar mer schen- ten fann. 2. Nimm das Goid des Glau- habe und damit beschenket bin; so bens hin, wie ichs von dir selber ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen seyn. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir genügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wann ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 87. T Epiphaniaslieder. Mel. Wie schön leuchtet 2c. 1. Wie herrlich strahlt der Morgenstern! Glanz Got- tes, der die Nacht durchbricht, Glanz gebt auf vom Herrn! fin stre See len Licht, Dein Wort, Je su, # 65 4. Nimm die Myrrhen bittrer Neu; ach, mich schmerzet meine Sünde. Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesu, nimm mein Opfer an! Erdm. Neumeiſter, geb. 1671,+ 1756. 2. Du hier mein Trost und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des MenschenSohn, desHimmelsgro: Ber König! von ganzem Herzen preis ich dich; hab ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zudirkomm ich; wahrlich Keinertröstetdeinersichvergebens, sucht er dich nur, Herr des Lebens. 3. Durch dich nur kann ich selig sehn; o drücke tief ins Herz mir ein Empfindung deiner Liebe, damit ich ganz dein eigen sey, aus Weltsinn deinen Dienst nicht scheu, gern deinen Willen übe. Nach dir, nach dir, den ich fasse und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele.. Vet. m. Not. 1599. und zum Leben; wer kann dich ge nug er be ben? D welch ein du bringst in Wer jollte icin nicht acht): ten? die nach der Wahr- beit schmach tent. ist voll Klar beit, führt zur Wahrheit 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß dein Angesicht ich einstenswerd er= blicken. Du wirst indeß durchdeine Kraft, die Ruh in müden Seelen schafft, mich stärken und erquicken. Tröste du mich Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis ich dich! Von Ewigkeit her hast du mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich mit dir vereint; er ist mein Bruder und mein Freund: was ist, das mich betrübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zumFreunde, und dann fürchte keine Feinde. 5 66 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse froher Lobgesang mit jedem Tag erschallen! Dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen! Lönet, tönet, Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 7. Wie freu ich mich, o Jesu 88. th Darstellung Christi. 30 th Christ, daß du der Erst und Lette bist, der Anfang und das Ende! Ich gebe, Heiland, meinen Geist, wenn er sich einst dem Staub entreißt, in deine treuen Hände. Ewig werd ich, Herr, dort oben hoch dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Antlig schaue. 1. Mit Fried und Freud ich fahr da. hin 2. Das macht Chri- stus, wahr Gottes Sohn, 3. Den hast du Al len für- ge- ftellt ist das Heil und se lig Licht 4. Er . 89. Darstellung Christi. Eigne Melodie. 1. Ge. troft ist mir mein 2. den du mich, Herr, haft 3. zu seinem Reich die Herz und Sinn, seh. en lan, ganze Welt 4. jur leuch- ten, die dich kennen nicht, " er fey 1. Wie Gott mir ver bei ßen hat, 2. daß das Leben mein 3. durch dein theu er heilsam Wort, 4.& r ist deins Polfe If ra. el Joh. Adolph Schlegel, geb. 1721, 1793. 1. Herr Jesu, Licht der Hei den, wir fom men jetzt mit Freuden Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. in die sen deinen Tempel 1 in Gottes Wil der treu e mit großen für die Luther? 1524. - Hei Gna Hei . le. S der Tod ist mein Schlaf worden. und Heil in Roth und Ster. ben. an allem Drt er schol. Ien. der Preis, Ebr, Freud und Won ne. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Haßler? 1613. S land, den, den, le. fannt, fanft und stil und macht be heißen la. den und zu wei• den. der Frommen Schaß und Lies, durch deines Gei- stes Trieb und suchen mit Begier . nach Si me ons Ex em pel 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. Vassionslieder. 3. Sey unfer Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Bagheit Gluth und Flamme, in Noth ein Freudenstrahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß einst, wie Simeon, ein jeder Christ fann fingen den schönen Schwanenton: Mir werden nun 90. th Passionslieder. Eigne Melodie. ( Christus, der uns selig macht.) dich, großer Gott, all- hier. mit Frieden mein Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch draut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zuweilen mich hart und ängstlich an, daß oft vor Angst und Heulen ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds ge= schehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer fla res Licht. Joh. Frand, geb. 1618, † 1677. bilf, Chri- fte, Got- tes Sohn, durch dein bit, ter Lei daß wir stets dir un ter. than del nen Tod und sein Ur- sach Altkirchlich? 1531. 67 . all Un tu gend mei. den, den, fruchtbar. lich be den fen, dafür, wie wohl arm und schwach, dir Dank o pfer schenken. Mich. Weiß( 1531). 5* 68 91. fe 1. Ach, wir armen Sün- der! unire Mij- se- that, da rin wir empfangen Passionslieder. und ge- bo- ren sind, hat ge- bracht uns al le in folch große Noth, daß wir un ter- wor- fen sind dem ew- gen Zud. Ky.ri. e Chri fte 1 Eigne Melodie. le. i. son! 2. So nicht wäre kommen Christus in die Welt und an sich genommen unser arm Gestalt, hätten wir seyn müssen ewiglich in Noth; Christ hat sich gegeben für uns in den Tod. Kyrie eleison! Christe cleison! Kyrie eleison! e. 92. 3. Solche große Gnad und våterliche Gunst hat uns Gott erzeiget lauter gar umsonst. Des solln wir uns trösten gegen Sünd und Altdeutsch. 1534 Mel. O Jesu Christ, meins 2c. Ky rie e le t son! Tod und nicht gar verzagen vor der Höllen Gluth. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 4. Darum wolln wir loben, danken allezeit dem Vater und Sohne und dem heilgen Geist; bitten, daß fie treiben all Noth von uns fort, und daß wir stets bleiben an Gotts beilgem Wort. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! Rady laus tibi Christe um 1559. e le i fon! nimm un ser G'bet mit Gna- den an, 2. Dein Güt so groß ans Kreuz dich bracht, dadurch wir ledig sind gemacht; denn Adams Sünd und Bande schwer trägst du und lösest fie, o Herr! 3. Dein ist der hohe Himmels1630. # 1. Herr Christe, treu er Hei. land werth, einSchöpferhimmels und der Erd, zu deinem Lob und Preis ge- than. thron, noch wirst du eines Menschen Sohn, und weigerst dich des Sterbens nicht, eins schmählichen Tods wirst hingericht. 4. Du läßt dir Bande legen an, auf daß wir Freiheit mögen han; Passionsliecer. die Schuld du trägst, die ewig Schmach zu wenden und all Ungemach. 5. Am Kreuz du hängest angehaft't, die Erd bewegest du mit Kraft, befiehlst den Geist ins Vaters Hand, und Finsterniß bedeckt das Land. 93. 69 6. Bald stehst du auf, ein Siegesherr, und leuchtest in des Vaters Ghr; deins Geistes Kraft, du König fromm, uns allezeit zu Hülfe komm! Eigne Melodie. Vincentius Schmuck, geb. 1565, 16.28. ( Nach Rex Christe factor omnitron.) 1. Herz- liebster Je- su, was hast du ver- bro- chen, daß man ein solch scharf 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für feine Knechte. Grüger. 1640. Ur- theil hat ge- spro- chen? Was ist die Schuld, in was für Mif.fe- tha. ten 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen; Gott liegt gefangen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu der bift du gera- then? 2. Du wirst gegeißelt und mit Scheitel war nichts Guts zu finDorn gefrönet, ins Angesicht ge- den. Dafür hätt ich dort in der schlagen und verhöhnet, du wirst Hölle müssen ewiglich büßen. mit Essig und mit Gall getränket ans Kreuz gehenfet. 3. Was ist die Ursach aller solcher Vlagen? Ach, meine Sünden baben dich geschlagen! Ich, mein Herr Jesu! habe dieß verschuldet, was du erduldet 7. O große Lieb, o Lieb- obn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße. Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 8. Ach großer König, groß ju allen Zeiten! Wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten! Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich fanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme, wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß fie Passionslieder. 70 aufs Neue nicht mein Herz entzunden mit alten Sünden. 11. Weil aber dieß nicht steht in eignen Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften: so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für nichts mehr achten; ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren als les wagen, fein Kreuz nicht achten, 94. teine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todes schmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dieß alles, obs für schlecht zwar ist zu schäßen, wirst du, o Herr, nicht gar bei Seite sehen. In Gnaden wirst du dieß von mir annehmen, mich nicht beschämen. 15. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone: so will ich dir, wenn alles wird wohlflingen, Lob und Dank fingen. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Mel. Bion Hlagt mit 2c. 1. Se fu, dei ne tie fen Wun- den, ge ben mir zu allen Stun- den Fällt mir et was Ar- ges ein, die er- lau- bet mei- nem Her- zen 2. Will sich dann in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut: so gedenk ich an dein Leiden; bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollustbahn, da nichts ist als Jubiliren, alsdann schau ich emfig an deiner Marter Gentnerlast, die du ausgestanden haft: so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Luft vertreiben. Grüger. 1640. dei ne Qual und bitterer Tod Trost in Leibs. und See- len- noth. dent ich bald an dei- ne Pein, mit der Sün- de nicht zu scherzen. 4. Ja für alles, was mich fränket, mir dein Leiden Hülfe schafft; wenn mein Herz hinein sich sentet, schöpft es neue Lebenskraft; deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen; du bist meine Zuversicht Dein Lod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann tödten nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet mir Trost, Schuß und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. Passionslieder. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind ich feine Schmerzen auch im legten Kampf und Streit; ich überwunden. 95. 1. Du großer Schmerzenmann, Eigne Melodie. Herr Je su, dir sey Dank für deine See len, angst, 71 verberge mich in dich, welch Feind will verlegen mich? Wer fich legt in deine Wunden, der hat glücklich Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Bopelius? 1682. . vom Ba- ter TO ge schlagen, für alle dei ne Vlagen, für dei ne Band und Noth, für deine Geiße lung, 2. Ach, das hat unsre Sünd und Missethat verschuldet, was du an unsrer Statt, was du für uns erduldet. Ach, unsre Sünde bringt dich an das Kreuz hinan, o unbeflecktes Lamm, was hast du sonst getban? 3. Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben; dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Theil. 4. O hilf, daß wir uns auch zum Kampf und Leiden wagen und unter unsrer Last des Kreuzes nicht verzagen; hilf tragen mit Geduld durch deine Dornenkron, wenns Adam Thebesius, geb. 1596,+ 1652. 96. Mel. Herr Christ, der einig zc. für dei nen bit• tern Tod. kommen soll mit uns zum Blute, Schmach und Hohn. 5. Dein Angst komm uns zu Gut, wenn wir in Mengsten liegen; durch deinen Todeskampf laß uns im Tode fiegen; durch deine Bande, Herr, bind uns, wie dirs gefällt; hilf, daß wir freuzigen durch dein Kreuz Fleisch und Welt. 6. Laß deine Wunden seyn die Heilung unsrer Sünden; laß uns auf deinen Tod den Trost im Tode gründen; o Jesu, laß an uns durch dein Kreuz, Angst und Bein dein Leiden, Angst und Noth ja nicht verloren seyn. 1524. 1. Wenn meine Sünd mich fränken, o mein Herr Je- su Chrift, so laß mich wohl be denken, wie du ge- stor- ben bist, 72 Passionslieder. wad al- le mei- ne Schulden- laft auf dich genom- men bat. 2.0 Wunder ohne Maßen, wer es betrachtet recht: es hat sich martern lasſen der Herr für seinen Knecht! Es hat sich selbſt der wahre Gett für mich verlornen Menschen gegeben in den Ted. 3. Was fann mir denn nun schaden der Sünden große Zabl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld it algumal begablt durch Christi theures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und 4. Drum fag ich dir von Herzen jest und mein Lebenlang für solche Bein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Noth und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Be97. am Stamm des beil- gen Kreuzes gier, daß mir nie komme aus dem Einn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollte auch seyn Schmach und Erett, bilf mir geduldig tragen; gib, e mein Herr und Gott, daß ich verläugne diese Welt und folge dem Grempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann, obn Gigennuß und Heuchelschein, und wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten fräftiglich in meinen legten Stunden und des versichern mich: weil ich auf dein Berdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, geb. 1601,+ 1671. Figne Melodie. 1. Je- fu, meines Lebens Le ben, der du dich für mich gegeben Tau fend, tau- send- mal sey dir, 1687. Je- su, mei- nes To. des Trd, in die tief ste See lennotb, in das äußer- fte Ber der. ben, nur daß ich nicht möchte ster- ben. lieb- fter Je su, Dank da für. 1 Paffionslieder. 2. Du, achei haft ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottes- Sohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Wunden läsfest du dir schlagen; alle Marter trågest du, um zu heilen meine Plagen und zu seßen mich in Ruh; ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart verböhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dornen dich gekrönet. Was hat dich dazu bewegt? daß du möchtest mich ergößen, mir die Ehrenkron aufseßen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 73 trostreich prangen, hast du sonder Troft gehangen. Tausend, tauſendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Du hast dich mit Schmach bedecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen seyn gequälet. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demuth hat gebüßet meinen Stolz und Uebermuth; dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zu Gut; dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun ich danke dir von Herzen, Herr, für die gesammte Noth, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod. Für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar seyn. Ernst Chr. Homburg, geb. 1605, † 1681. 5. Du hast wollen seyn geschlagen, mich zu lösen von der Pein; fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher seyn; daß ich möchte 98. Mel. An Wasserflüssen Babylon zc. 1525. 1. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ih. rer Kinder; es geht und trä get mit Geduld die Sün- den al ler Sün.der; es gebt da bin, wird matt und tranf, ergibt sich auf die Wür- ge- bank, verzeibt sich aller Freu- den; es nimmer an Schmach, hebu und Spott, Angst, Wun- den, Strie- men, Kreuz und Tod, und spricht: Ich wille gern 74 Paffiondlieder. oder: let den. Tel. S den. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zur Straf und 3ornes Nuthen; die Straf ist schwer, der Born ist groß; du kannst und sollst fie machen los durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Bater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen. Mein Wollen hängt an deinem Mund; mein Wirken ist dein Sagen. Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleichwie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollt seyn meines Herzens Licht, und wann mein Herz in Stücke bricht, sollt du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigenthum beständiglich verschreiben. zu Gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtniß schließen. 6. Erweitre dich, mein Herzensschrein, du sollt ein Schathaus werden der Schätze, die viel größer seyn, als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schäßen dieser Welt, weg Ehre, Wollust, Pracht und Geld! Ich hab ein Bessers funden: mein großer Schaß, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage fingen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir 7. Das soll und will ich mir zu Nuß zu allen Zeiten machen; im Streite soll es seyn mein Schuß, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wann mir nichts mehr schmecken will, soll mich dieß Manna speisen; im Durst solls meine Quelle seyn, bin ich verlassen und allein, soll es mein Tröster heißen. 8. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut das ist mein Leben. Wann mich der Sonnen Hiße trifft, so kann mirs Schatten geben. Seßt mir der Wehmuth Schmerzen zu, so find ich bei dir meine Nuh, als auf dem Bett ein Kranker; und wann des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anfer. 9. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so laß dieß Blut mein Purpur seyn, ich will mich darein fleiden; es foll seyn meines Hauptes Kron, in wel Paffionslieder. cher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohl= 99. Mel. D Welt, ich muß dich 2c. 1. Welt, sieh hier dein Leben dein Heil sinkt in den Tod; 75 geschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. $ 4 läßt wil. lig sich beschweren 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt. Aus seinem edlen Herzen vor unerschöpftem Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3 Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Uebelthaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, daß dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch; dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal seyn. 1598. am Stamm des Kreuzes schweben: der große Fürst der Eh ren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 7. Du sepest dich zum Bürgen, ja läsfest dich gar würgen für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9. Nun ich kann nicht viel geben will ich thun: es soll dein Tod und in diesem armen Leben; Eins aber Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich wills vor Augen seßen, mich stets daran ergößen, ich sey auch, wo ich sey; es soll mir seyn ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 11. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie schrecklich seine Ruthen, wie zornig seine Flus Paffionslieder. 76 then, will ich aus deinem Leiden schn. 12. Jch will darin erblicken, wie ich mein Herz soll schmücken mit stillem, sanftem Muth; und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 13. Wenu böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 100. 14. Ich will mich mit dir schlagen and Kreuz und dem absagen, was meinem Geist gelüft. Was deine Augen bassen, das will ich fliebn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 15. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thras nen, die dir gefloffen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Nuh. Mel. Herzlich thut mich zc. D Haupt, zum Spott ge bun den . Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. V1.0 Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und vol. ler hobn! O haurt, sensi schön gezie. ret Haßler? 1613. mit einer Dor nen- fron! mit böchster Ebr und Bier, jesta. ber böchst schim- pfi. ret, gegrü get feyst du mir! 2. Du edles Angesichte, davor selbst verschuldet, was du getragen sonst schrickt und scheut das große bast! Echau ber, bier steh ich ArWeltgewichte, wie bist du so be- mer, der Zorn verdienet bat, gib freit, wie bist du so erbleichet, wer mir, o mein Erbarmer, den Anblick hat dein Augenlicht, dem sonst kein deiner Gnad. Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht? 3. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last; ich hab es Grfenne mih), mein Hüter; mein Hirte, ninim mich an! Von dir, Quell aller Güte., ist mir viel Guts gethan. Dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost; dein Geist bat mich begabet mit mancher Himmelsluft. Passionslieder. 5. Ich will hier bei dir steben, berachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht geben, wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haurt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 6. 8 dient zu meinen Freuder und kömmt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 7 Sch danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines 101. 77 Todes Schmerzen, da due so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich balte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erfalte, in dir mein Ende fer 8. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wann ich den Tod soll leiden, so tritt du dann berfür. Wann mir am allerbängsten wird um das Herze seyn, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Bein. 9. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuześneth. Da will ich nach dir blicken; da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, geb. 1606.+ 1676. Mel. Zion flagt mit Angst zc. 1. Sey mir tau sendmal gegrü. Bet, Je su, der du selbst ge- bü- Bet ach, wie ist mir doch so wobl, Grüger. 1640. an dem Kreuze, da du stir- beft 2. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich frant und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich qualen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht, und ich selber mir gemacht; wird, o der mich je und je geliebt. das, wo mit ich dich betrübt; wann ich fnten und lie- gen foll und um meine See le wir. beft. Arzt, dein Blut mich neßen, wird sich all mein Jammer seßen. 3. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz binein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen seyn: du bist doch Univ.- Bibl. Giessen Panonslieder. mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Diese Füße will ich halten, auf das Best ich immer kann; schaue meiner Hände Falten und 102. HET Mel. Herr Jesu Christ, du zc. Laß mich an dei- ne gro- se Noth mich selber freundlich an von des hohen Kreuzes Baum, und gib meiner Bitte Raum; sprich: Laß all dein Trauren schwinden; ich, ich tilg all deine Sünden. 1 1. Herr Je fu, dei ne Angst und Bein laß mir vor Au- gen all- zeit seyn, die weil ich le.. be, den ken. 2. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. Ach, liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen seyn, laß Gnad für Recht ergehen. 3. Du baft berlaffen beinen Thron, bist in das Elend gangen, vertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rath und unsre schwere Missethat bei Gott versöhnen möchtest. Paul Gerhardt( nach Bernhard von Clairvaur), geb. 1606, † 1676. 103. 1. Ich danke dir für deinenTod, Herr Jesu, und die Schmerzen, die du in deiner letzten Noth empfandst in deinem Herzen. Laß 1594. und dein betrübtes Lei- den die Cünde zu ver- mei- den. und dei- nen herben, bittern Lod, Im obigen Ton. 4. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir loba singen; und wenn du zu der Seligkeit mich wirst hinkünftig brins gen, so will ich daselbst noch vielmehr zusammt dem ganzen Hims melsheer dich ewig dafür loben. 5. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zuflucht seyn, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod sein sanft beschließe meine Noth und selig sterbe. Amen. die Verdienste solcher Pein ein Labsal meiner Seelen seyn, wenn mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Hulb, Paffionslieder. die du mir hast erzeiget, da du mit Bahlung meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach, neig dich auch zu mir mein Gott, wenn ich gerath in Todesnoth, damit ich Gnade spüre. 3. Laß meine Seel in deiner 104. Eigne Melodie. 79 Gunst aus ihrem Leibe scheiden, auf daß an mir nicht sey umsonst dein theuer werthes Leiden; nimm fie hinauf zur selben Frist, wo du ihr licbster Jesus bist, und laß mich ewig leben. Johann Scheffler, geb. 1624, † 1677. dei nes Lei- dens, mir zu Gu- te, . 1 1. du Liebe meiner Lie- be, du erwünschte Se lig feit, die du dich aus höchstem Triebe in das jam- mer- vol- le Leid und bezahlt mit dei nem Blu- te 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Delberg fich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, den, so Niemand konnte stillen, hat dein Sterben hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört; Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, da sich Kraft und Athem endt; Liebe, die fich liebend neiget, da sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die mit so viel Wunden gegen mich, als seine Braut, unauflöslich sich verbunden und auf ewig anvertraut; Liebe, laß auch 1698. als ein Schlachtschaf ein gestellt, alle Misfe that der Welt. meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein in dem blutverwundten Herzen sanft in dir gestillet seyn. 5. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft in deiner Seiten rub! 3 6. Liebe, die sich todt gekränket und für mein erfaltes Herz in ein faltes Grab gesentet, ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dant, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erwerben; nimm mich ewig liebend an! Scheffler, geb. 1624, † 1677. 80 105. Baffionslieder. Mel. Jeju, der du meine Seele zc. 1. 3e.ju, der du wollen bû. gen durch dein theures Blut- ver- gie- Ben, als ein Opfer für die Sün- der, ach, laß dei ne To des pein 2. Rette mich durch deine Plagen, wenn mich meine Sünde plagt; laß, ach laß mich nicht verzagen, weil du selbst für mich gezagt: hilf, daß mich dein Angstschweiß tühle, wenn ich Drangsalshiße fühle. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 3. Mache mich durch deine Bande von des Satans Banden frei; hilf, daß dein erlittne Schande meine Kron und Ehre sey. Trost der Seelen, Heil der Erden, laß mich nicht zu Schanden werden! Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 4. Rede durch dein Stilleschweigen, liebster Jesu, mir das Wort. Wenn mich Sünden überzeugen und verklagen fort und fort, wenn mein bös Gewissen schreiet und mir mit Verdammniß drauet: ach, laß deine Todespein nicht an mir verLoren seyn! 5. Laß mich Freudenrosen brechen, liebster Jesu, meine Zier, von den Dornen, die dich stechen; Jesu, nahe dich zu mir! Kröne mich mit Huld und Gnade, daß kein Sündendorn mir schade. Ach, laß deine 1662. für die Sünden aller Welt der du dich baft dar gestellt die ver- dammten 2. dams- fin- der: nicht an mir ver lo ren seyn! Todespein nicht an mir verloren seyn! 6. Heile des Gewissens Striemen, nimm von mir der Schmerzen Last durch die Geißeln, durch die Niemen, welche du gefühlet hast, daß ich böser Knecht der Sünde Satans Streiche nicht empfinde. Ach, laß deine Todesrein nicht an mir verloren seyn!* 7. Ach, laß deine tiefen Wunden frische Lebensbrunnen seyn, wenn mir alle Kraft verschwunden, wenn ich schmacht in Seelenpein. Sent die Schuld, die mich beladen, in den Abgrund deiner Gnaden. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verLoren seyn! 8. Ach, zerbrich des Eifers Nuthe, ach, erzeige Gnad und Huld, tilge doch mit deinem Blute meine schwere Sündenschuld; laß mich in der Angst von Sünden Ruh in deiner Seite finden. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 9. Jesu, komm, mich zu befreien durch dein lautes Angstgeschrei: wenn viel tausen's Sünden schreien. stehe doch mir Armen bei; wenn Passionslieder. 81 mir Wort und Sprach entfallen, Laß mir deine Todespein Leben, laß mich sanft von hinnen wallen. Heil und Himmel seyn! 106. Eigne Melodie. 1. Als Jesus an dem Kreuze hing, da hatt er Angst und Schner zen. das faß, o Mensch, zu Herzen. 2. Die erste Nede, wie er bat, betraf des Baters Güt und Rath: Vergib dem Volk die Sünden; es kennt nicht seine Missethat; ach, laß es Gnade finden! 3. Das andre Wort, womit er lehrt, ward zu des Schächers Trost gehört: Dein Leid wird in Vertrauen, dein Tod ins Paradies verkehrt, mich heut allda zu schauen. 4. 3um dritten stund die Mutter dar, da sprach er: Weib, daß mich gebar, dieß ist dein Sohn geblieben; Johannes, nimm der Mutter wahr, die sollt du kindlich lieben. 5. 3um vierten rief er aus: Mich dürft! Wornach, du großer Lebensfürst? den Menschen Heil zu bringen. Wenn du von hinnen scheiden wirst, so wird es dir gelingen. 6. 3um fünften schrie er heftig107. Altdeutsch. 1545. der Tod schier Seel und Leib um- fing, Was da aus seinem Mun- de ging, lich: Mein Gott, mein Gott, entzeuchst du dich? Wie? hast du mich verlassen? Ich leide Noth und ängste mich; doch kannst du mich nicht hassen. 7. 3um sechsten nehmet dieß in Acht: Mein Leiden ist nunmehr vollbracht, so viel die Schrift erweiset. Ein Sünder, der in Buß erwacht, wird hier mit Trost gespeiſet. 8. Daß fiebent ist sein letztes Wort: Herr, zeuch mit meinem Getste fort; es geht nunmehr zum Ende; den übergeb ich dir, mein Hort, in deine Baterhände. 9. Wer recht hierüber in sich schlägt, wer Christi Pein und Wort erwägt und sich zu Gott erhebet, dem wird die Gnade beigelegt, wodurch er ewig lebet. Ernst Lange, geb. 1650, † 1727. Mel. Wer weiß, wie nahe 2c. 1. Es ist vollbracht! Er ist verschieden, der Frie- de- fürst entschläft im Frieden; Vet. m. Not. 1715. mein Je- sus schließt die Augen zu; die Lebens son ne geht zur Rub 6 82 Passionslieder. und sinkt in stil le To- des nacht; 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen; das ewge Wort muß sprachlos seyn; das Herz der Treue wird gebrochen; den Fels des Heils umfaßt ein Stein; die höchste Kraft ist nun verschmacht; o wahres Wort: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Jhr meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her bör ich verkünden: des Sohnes Blut erlangt Gehör; am Kreuz bats Frieden uns gemacht. Osüßes Wort: es ist vollbracht! 108. 5. G8 ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel find allhie zugegen; ich schlummre sanft mit Jakob ein: die Himmelpfort ist aufgemacht. O Lebenswort: es ist vollbracht! Salomon Frand, geb. 1659,+ 1725. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Grüger.( 1653) 1658. o großes Wort: es ist voll- bracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Leichnam hin; dich wünschen Engel zu umfangen: ruh auch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht; o tröstlich Wort: es ist vollbracht! . 1. See le, geb auf Gol gatba, und be den fe, was dich da 1 wilst du un empfindlich seyn, 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen. Ach der übergroßen Noth! es ist ja mein Jesus todt. 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hab ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Bein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, gibst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von jeg dich unter Je su Kreu ze für ein Trieb zur Fuße reize; o so bist du mehr als Stein. des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe. Dein im Blute wallend Herz seßet mich in tausend Schmerz. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr diese Plagen dir vergelten; du verbindest mich zu sehr; alle Güter, tausend Welten, alles wäre noch kein Dank nur für deinen Gallentrank. 6. Nun, ich weiß noch was für dich: ich will dir mein Herze geben. Dieses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du Passionslieder. mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend seyn. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Thüre; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Noth verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürft, bis du mich erquicken wirst. 83 hen; laß mich dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen; führ in allem Kreuze mich wunderlich und seliglich. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmä- ist vollbracht! 109. 9. Endlich laß mich meine Noth auch geduldig überwinden; nirgend sonst wird mich der Tod als in deinen Wunden finden. Wer sich hier ein Bette macht, spricht zuletzt: Es uns zu er lö. sen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unfrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll Hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. Mel. Herzliebster Jesu, was zc. B 1. Herr, står fe mich, dein Lei- den zu be den fen, mich in das Meer der Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. Grüger. 1640. Lie- be zu ver fen- fen, die dich be wog, von al·ler Schuld des Bö.sen 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt in Gott ist, Gnad und Lieb erweisen; uns kömmt es zu, fie demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich 9. So sey denn ewig auch von tief, und es erhebt mich wieder, mir gepriesen für das Erbarmen lehrt mich mein Glück, macht mich das du mir bewiesen. Du hast. 6* 84 mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit 110. fle= Passionslieder. Freuden deinen Willen üben. O gib zu diesem seligen Geschäfte mir neue Kräfte. Mel. D Traurigkeit 2c. 1. Am Kreuz erblaßt, der Mar- ter Laft, der To- des- qua- len mü.de, 2. Ein heilger Schmerz durchbringt mein Herz, und, Herr, was fann ich sagen? Nur an meine Bruft kann ich tief gebeuget schlagen. 3. Du liebtest mich und gabest dich zum Opfer für die Sünden. Wo ist größre Liebe je, größre Huld zu finden? 111. fe findet mein Er lö- ser erst in dem Grabe Friede. 4. Du hasts gethan; dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei babest hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth eh Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715, 1769. R. Haffe? 1641. ren. Der Erfinder meines Heils wird mirs einst erfiären. 7. Allmächtig rief er, der ent schlief, den Lodten, sie erstanden! Leicht entschwingt der Lebensfürst sich den Todesbanden. 8 Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, erforsche mich und siehe, wie ichs meine; ja, du siehest, wenn ich still meinen Dant dir weine. 10. Bergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. Christoph Friedr. Neander, geb. 1724,+ 1802. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 1. Wir dan- ken dir, Herr Se- fu Christ, und haft uns durch dein theures Blut 1544. daß du für uns ge- stor- ben bist, gemacht vor Gott ge- recht und gut. Begräbniß Jesu. 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch dein heilig fünf Wunden roth, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der legten Noth. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, rett uns durh dein allmächtig Hand, daß wir im Kreuz 112. 1. O Traurigkeit, o Herzeleid, ist das nicht zu beklagen? Gott, des Vaters einigs Kind, wird ins Grab getragen. Begräbnis Jesu. Eigne Melodie. Siebe Nro. 110. 2. O große Noth, Gott selbst liegt todt; am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenfind! nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, daß Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 85 geduldig seyn, uns trösten deiner schweren Pein, 113. 1. Der du, Herr Jesu, Ruh und Rast in deinem Grab gehalten hast, gib, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. 4. Und schöpfen draus die 3uversicht, daß du uns wirft verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, bis wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Bischer, † 1600. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Muth, die du erkauft ni: deinem Blut, und führ uns in des 5. O süßer Mund, o Glaubensgrund, wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O lieblichs Bild, schön, zart und mild, du Schmerzsohn der Jungfrauen, Niemand kann dein heißes Blut sonder Neu anschauen. 7. D selig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab gefentet. Mel. Nun laßt uns den Leib ze. Siehe Nro. 111. 8. D Jesu, du mein Hülf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen, bilf, daß ich mich bis ins Grab nach tir möge sehnen. Johann Rift, geb. 1607, † 1667. Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gottes Lamm, getödtet an des Kreuzes Stamm. Laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben seyn. Georg Werner, geb. 1607,+1671 86 114. e1. So ruh- est du, 115. 鮮魚 und erweckst durch deinen Tod 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jest ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach, du bist kalt, mein Aufenthalt! das macht die heiße Liebe, die dich in das kalte Grab durch ihr Feuer triebe. Osterlieder. Mel. O Traurigkeit zc. Christ ist 4. D Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? o mei- ne Ruh, in dei- ner Gra- bes- böh- le, er stan mei ne tod te See le. 5. Sie wird mir seyn ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. Osterlieder. des folln wir al. le frob 6. Gar nichts verdirbt; der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. Eigne Melodie. den 7. Indeß will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senten, und an deinen bittern Lod bis in Lod gedenken. Salomon Franc, geb. 1659, † 1725. n. Haffe? 1611. von der Mar- ter Kyrie leis! Wär er nicht er stan. den, war ver gan- gen; sett daß er er- stan- den ist, H Altdeutsch. 1535. seyn, Christ soll unser Trost seyn. 1 al$ le; die Welt die so lob'n wir den Herren Jefum Chrift! Ky. ri. e. leis! Hal le lu ja, $ $ Sal. le lu 116. 卷 . 1 ja, Osterlieder. Hal le. S al le froh seyn, Christ soll un- fer Trost seyn; Ky ri. e. lets! Alte Kirche. 1 Eigne Melodie. ist auf er. stan den; 2. Der ohn Sünden war geboren, trug für uns Gottes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Kyrie eleison! 117. Ky ri. e e le. i. son! 1. Sesus Christus, un ser heisland, der den Tod über wand, 1. Chrift lag in Lo des. ban. 2. Den Lod 3. Je sus 4. 8 war ein wun- der- lich 5. So fei ern wir das bob $ lu, ja! Eigne Melodie. die Sünd bat er â - -- 87 . Des solln wir 1535. ge fan. gen. . 3. Tod, Sünd, Leben und Genad, alls in Händen er hat. Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Kyrie eleison! Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. den, * für un ser Sünd ge ge ben; Niemand zwingen konnt bei allen Menschen- fin- dern; Christus, Gottes Sohn, an un- frer Statt ist kom men Krieg, Feit 1524 da Tod und Le ben run- gen; mit Her- zeus- freud und Won- ne, und bat uns bracht das Le ben. kein Unschuld war ju finden; 1. der ist wie der er stan $ den 2. Das macht- alles un ser Sünd, " 3. und hat die Sünde ab gethan, da mit dem Tod ge- nom. men 4. Das Le $ ben be bielt den Sieg, es bat den Tod 5. das uns der Herrscheinen läßt; er tft fel ber ver- schlun- gen; die Sonne, 88 1. Des wir fol.len fröhlich seyn, 2. da von kam der Tod so bald 3. all sein Recht und sein Gewalt; 4. Die Schrift hat ver- tün- det das, 5. der durch seiner Gna- den Glanz sterlieder. 118. B 1. und fin- gen: Halle lu.. ja, 2. hielt uns in feim Reich ge- fan- gen. 3. den Stachel hat er berloren. 4. ein Spott aus dem Tod ist worden. 5. der Sünden Nacht ist ver- gan- gen. Eigne Melodie. 1. Christus ift er ftan den B Gott lo. ben und dankbar seyn und nahm über uns Gewalt; da bleibt nichts denn Todsgestalt; wie ein Tod den an- dern fraß; leucht un ser Herzen ganz; er 6 Salle Inja! 2. Der für uns sein Leben in den Tod gegeben, der ist nun unser Ofterlamm, daß wir uns freuen allesammt. Halleluja! 3. Der am Kreuz gehangen, kein Troft konnt erlangen, der lebet nun in Herrlichkeit, uns zu vertreten stets bereit. Halleluja! 4. Der so ganz verschwiegen zur Höllen gestiegen, den wohlgerüsten Starken band, der wird nun in der Höh erkannt. Halleluja! halle. Halle. Hal- le Hal. le. Halle " $ In. ja! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Altdeutsch. 1531. Iu. ja! ja! Iu ja! Int. ja! von des To. des des freu- et sich der En- gel Schaar und singt im Himmel im- mer- dar. " Ban den; Eigne Melodie. . 5. Der da lag begraben, der ist nun erhaben, und sein Thun wird fräftig erweist und in der Christenheit gepreist. Halleluja! 6. Er läßt nun verkünden Vergebung der Sünden, und wie man die durch rechte Buß nach seiner Ordnung suchen muß. Halleluja! 7. D Chrifte, Ofterlamm, freis uns heut allesammt, nimm weg all unser Missethat, daß wir dir singen früh und spat. Halleluja! Böhmische Brüder 1531. Bulpius? 1609. 119. $ 1. Ge- lobt sey Gott im böchften Thron sammt seinem ein ge bor nen Sohn, Ofterlieder. der für uns hat genug ge.than. Hal- le- Iu- ja, Hal- le. Iu. ja, Salle luja! 2. Des Morgens früh am dritten Tag, weil noch der Stein am Grabe lag, erstund er frei ohn alle Klag. Halleluja:::: 3. Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Noth, versühnet Sünd und Missethat. Halleluja:::: Mons hal le lu ja! s 89 120. $ 1. Erschienen ist der berr lich Tag, dran sich Niemand gnug freu- en mag. 4. Nun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod erstanden bist, verleihe, was uns selig ist. Halleluja!:,::: Eigne Melodie. 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Noth hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 5. O mache unser Herz bereit, damit wir, von der Sünd befreit, dir mögen singen allezeit: Halleluja:,::;: Böhmische Brüder 1531. 3. Sein Raub der Tod mußt geben her; das Leben siegt und ward ihm Herr; zerstört ist nun all seine Macht; Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! Chrift, unser Herr, heut trium- phirt; all sein Feind er ge- fan- gen führt. N. Hermann. 1560. 4. Die Sonn, die Erd, all Creatur, und was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darnieder lag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröhlich seyn, fingen das Halleluja fein und loben dich, Herr Jesu Christ, zum Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Nikol. Hermann. † 1561 Ofterlieder. 90 121. # 1 म्म 1. Heut tri um- phi- ret Got- tes Sohn, der von dem Tod er- stan- den schon. Eigue Melodie. Sal le lu ja, hal. le luja! mit großer Pracht und Herr lich- keit, 1 des dank'n wir ibm in E. wig. feit. Hal le luja, hal le luja! . 2. Dem Teufel hat er sein Gewaltzerstört, verheert in aller G'stalt, Halleluja, Halleluja! wie pflegt zu thun ein starker Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja, Halleluja! 3. O süßer Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Halleluja! führ uns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Halleluja, Halleluja! 4. Hier ist doch nichts denn Angst und Noth; wer glaubet und hält dein Gebot, Halleluja, Halleluja! der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein schnöden Lod. Halleluja, Halleluja! 122. 1. früh morgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Halleluja, Halleluja! Bertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja!:,: 1601. 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Noth verschlossen, gleich als wär ich todt, Halleluja:: äßt du mir 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr, ob er gleich murrt, ists ohn Gefähr. Halleluja, Halleluja! Er liegt besiegt, der arge Feind, dagegen wir Gotts Kinder seind. Halleluja, Halleluja! 6. Dafür danken wir alle gleich und sehnen uns ins Himmelreich, Halleluja, Halleluja! Es ist am End; Gott belf uns all, so singen wir mit großem Schall: Halleluja, Halleluja! Im obigen Ton. 7. Gott dem Vater im höchsten Thron, sammt Christo, seinem lieben Sohn, Halleluja, Halleluja! dem heilgen Geist zu gleicher Weis in Ewigkeit sey Lob und Preis. Halleluja, Halleluja! Basilius Förtsch, † 1619. früh die Gnadensonn aufgehn, nach Trauern Freud und Wonn, Halles luja!:,: 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt im Todeszwang. Halleluja:,: Den dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ghren seine Siegsfahn schwingt. Halleluja!:,: Ofterlieder. 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz ge fangen hält. Halleluja:: Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja!:,: 5. In Kurzem wach ich fröhlich auf; mein Ostertag ist schon im Lauf. Halleluja:,: Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja!:,: 6. Am Kreuz läßt Christus öffentlich vor allem Volke tödten sich. Halleluja: Da er durchs Todes Kerker bricht, läßt ers die Menschen sehen nicht. Halleluja!:,: 7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt; kein groß Gepräng ihm bie gefällt. Halleluja:,: Was schlecht und niedrig geht herein, soll ihm das Allerliebste seyn. Halleluja!:,: 8. Hier ist noch nicht ganz fund gemacht, was er aus seinem Grab gebracht, Halleluja:,: der große Schat, die reiche Beut, drauf sich ein Christ so herzlich freut. Halleluja!:,: 9. Der jüngste Tag wird zeigen an, was er für Thaten hat gethan, Halleluja:,: wie er der Schlangen Kopf zerknickt, die Höll zerstört, den Tod zerdrückt. Halleluja!:,: 10. Da werd ich Christi Herrlichkeit anschauen ewig voller Freud; Halleluja:,: ich werde sehn, wie alle Feind zur Höllenpein gestürzet seind. Halleluja!:,: 91 sich nicht regt, Halleluja:,: geht aus dem Grab in eigner Kraft; Lod, Teufel, Höll nichts an ihm schafft. Halleluja!:,: 11. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst todt und 12. Wunder groß, o starter Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Halleluja:,: Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja!:,: 13. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; Halleluja:: wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja!:,: 14. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Halleluja:,: Wo er jest lebt, da muß ich bin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja!:,: 15. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engel Brüderschaft. Halleluja:,: Durch ibn bin ich mit Gott versöhnt; die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja!:,: 16. Mein Herz darf nicht entseßen sich; Gott und die Engel lie= ben mich. Halleluja:,: Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja!:,: 17. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Halleluja!:,: Dort wollen wir auf beßre Weiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja!:,: Johann Heermann, geb. 1585, † 1617 92 123. Ofterlieder. Mel. Es ist das Heil uns 20. 1. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o höl- le? Was kann uns jeßt derTeufel thun, wie grausam er fich stel.le? Gott sey ge- dankt, der uns den Sieg . durch Jefum Chrift ge ge ben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang; jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Ferse sticht, so fieget fie doch darum nicht; der Kopf ist ihr zertreten. 1523. 3. Lebendig Christus kommt herfür; den Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Höllen Schloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen; nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann balten auf; er ist der Ueberwinder. 4. Des Herren Rechte die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg gedämpset seind; ihr Zorn ist kraftlos worden. so herr- lich hat nach diesem Krieg Chrifti Worten glaubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht, und unvergånglich Wesen. 7. Das ist die rechte Ofterbeut, der wir theilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Chriſti verklärtem Leibe. 8. D Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jeßt der Teufel thun, wie grausam er fich stelle? Gott sey gedankt, der und den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. Justus Gesenius, geb. 1601,+1671. 5. Es war getödtet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So Jemand 124. Im obigen Ton. 1. Der Hölle Pforten sind zer- des Satans Reich ist ganz verheert; stört; der Tod ist nun verschlungen; Lob sey dir, Gott, gesungen! der Ofterlieder. Sünden Macht ist abgethan; durch Chriftum ist die Himmelsbahn uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des ersten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erforen. Der starke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht gebrochen, und stecket auf das Heilspanier, gleichwie er hat versprochen; er bringt nach wohlgeführtem Streit uns wieder Fried und Freudigkeit, ja alle. Himmelsschätze. 4. Drum lasset uns in Fröhlich keit Herz und Gemüth erheben, weil 125. 93 uns ist diese Gnadenzeit vom Himmel neu gegeben. Wir haben Christi Reich und Macht; er ist hinweg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Noth, liegt in dem Staub der Erden; der vormals starke Seelentod hat müssen kraftlos werden. Des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeugniß obgesiegt und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit, wie Christus, auferstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfreud eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen auch zu aller Frist die andern Glieder wohnen. Mich. Schirmer, geb. 1606, † 1673. N. Hermann. 1560. Mel. Erschienen ist der zc. 1. Wir danken dir, Herr Jefu Chrift, daß du vom Tod er- stan- den bist, und haft dem Tod zerstört sein Macht und uns das Leben wiederbracht. Hal le luja! 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, nimm von uns unsre Missethat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein treue Diener seyn. Halleluja! 126. 3. Gott Bater in dem höchsten Thron sammt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sey Lob und Preis. Halleluja! Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 1523. 1. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist bin, die Sonn ist aufgegan- gen; er mun tre dei- nen Geist und Sinn, den Heiland zu empfan- gen, 94 perleder. der beu- te durch des To- des Thür der ganzen Welt zur Won- ne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben, vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich beben gen Himmel, da dein Jeſus ist, und such, was droben, als ein Chrift, der geistlich auferstanden. 3. ergiß nur, was dahinten ist, and tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sey erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und siebe nach des Hi mels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn beben; es kann ein Christ bei Kreuześrein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht; er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut fiegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde Schau getragen. 127. fe6. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. ge- bro den aus dem Grabberfür 7. Scheu weder Teufel, Welt, noch Tod, noch gar der Höllen Rachen; dein Jesus lebt, es bat kein Noth; er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt, als ein gefrönter Siegesheld; drum wirst du überwit. en. 8. Ach, mei: Jert Jesu, der du bist von Todten auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 9. Sen hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gib uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden. Laurent. Laurentii, geb. 1660, † 1722. Bulvius? 1609. Mel. Cbriftus der ist mein Leben 2c. # will fom- men, Held im Strei- te, 4 Wir triumphi ren beu te aus deines Gra- bes Kluft! um dei ne lee. re Gruft. Ofterlieder. 2/ Der Feind wird Schau getragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. 3 In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach, theile doch die Beute bei deinen Gliedern aus; wir alle fommen heute deswegen in dein Haus 5 Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret seyn, uns einen Schaß hier finden, der ewig kann erfreun. 128. 6./2 Wir sind mit dir geſtorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns tåglich für. 7. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auf erstehn. 95 8. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon: Triumph! Penj. Schmolcf, geb. 1672,+ 1737. Mel. Werde munter 2c. Scop. 1642. EE 1. Jauchzet Gott in allen Lan- den! Jauchze, du er. löste Schaar! Denn der Herr ist auf er stan- den, der für uns ge- töd- tet war. Je sus hat durch seine Macht welches er auf sich ge- nom- men, 2. Sünde, was kannst du mir schaden? Nun erweckst du keine Noth; alle Schuld, die mich beladen, ist bezahlt durch Christi Lod; das Geseß hat er erfüllt, also Fluch und Born gestillt und mir durch sein Wiederleben die Gerechtigkeit gegeben. 3. Hölle, wo find deine Banden? Strick und Ketten find entzwei; da mein Jesus auferstanden, bin ich vom Gefängniß frei; und wie seine Höllenfahrt im Triumph vollzogen das Erlo fungs- werk vollbracht, da er in das Fleisch ge- fem- men. ward, so ist seinen Reichsgenossen nun der Himmel aufgeschlossen. 4. Tod, du kannst an mir nichts haben, muß ich gleich zu Grabe gehn; die mit Jesu find begraben, werden mit ihm auferstehn. Sterben ist nun mein Gewinn, also fahr ich freudig hin, da der Trost vor Augen schwebet: Jesus, dein Erlöser, lebet. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet, welches ich gewißlich weiß; gebet, ihr Erlösten, gebet seinem Namen Ofterlieder. 96 Dank und Preis! Singet, fingt Halleluja! Rufet, ruft: Der Sieg ist da! Singt und ruft in allen 129. Mel. Laffet uns den Herren 2c. 1. Me- ber- win- der, nimm die Palmen, Das mit froh- en D.• ster- psalmen Landen: Heut ist Christus aufer. standen! Erdm. Neumeister, geb. 1671, † 1756. Wo ist nun der Fein- de Po- chen da des To- des Nacht vor- bet, Tod und Hölle Ite. gen da: 2. Stecke nun dein Siegeszeichen auf der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sey Dank, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs Liebliche gefallen. Freud und Wonne grünen da: Gott sey Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuchtung deinen Knechten, daß fie geistlich auferstehn. Hält der Schop. 1641. die dein Bolt dir beu te bringt, Den er fämpften Sieg be fingt. und der Wür ger Mord- ge- schret, und sein Sta.chel ist zer- bro- chen? Gott sey Dant, Halle. Iu. ja! Schlaf uns noch gefangen, o so fördre du den Lauf; rufe mächtig: Wachet auf; denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da: Gott sey Dank, Halleluja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die leßte Stunde schlägt, wie du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da: Gott sey Dant, Halleluja! 6. Beige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das kühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren; un Opteriteder. fer Hirte hütet da: Gott sey Dank, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunklen Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst 130. 97 du die Krone geben; dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben, und wir sprechen auch allda: Gott sey Dank, Halleluja! 2016 Mel. Vom Himmel hoch zc. 3. Schau über dich und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint; er ist dein König und dein Freund. 1. Erinn.re dich, mein Geist, er- freut des hohen Tags der Herrlichkeit. Halt im Gedächtniß Je- sum Ghrift, 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sey mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist, und der da war! Sein Name sey gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der verz gleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? Christian Ludw. Taddel, geb. 1706, † 1775. 6. Bor seinem Thron, in seinem Reich unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig seyn, Herr, diese Herrlichkeit ist mein. 7. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Pet. m. Not. 1540. der von dem Tod er standen tit. Bertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 8. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. 9. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 10. 3u welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 11. Nie fomm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich in Lieb und Treu zu deinem Bilde stets erneu. 12. r ists, der alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod ers standen ist. Christi. Fürchteg. Gellert geb. 1715,+ 1769. 7 98 131. $ Ofterlieder. Mel. Jefus, meine Zuvericht ze. Grüger.( 1653) 1658. 1. 9e fus lebt, mit ihm auch ich: Er, er lebt und wird auch mich 1 Er ver flärt mich in sein Licht; 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrsahen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine 3uversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, fündigt wider Gottes Ehre; Gnade bat er zugesagt, daß der Sünder sich befebre. Gott verstößt in Christo nicht; dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; sein sey auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sern und den Lüften widerstreben. Er ver132. dieß ist meine Zu ver sicht. läßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewis, nichts soll mich von Jesu scheiden. keine Macht der Finsterniß, feine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Tod, wo sind nun dei- ne Schre- cen? von den Todten auf er we den. 1. alleluja, jauchzt, ihr Gböre, Er, der Held, zer- riß die Banden er, der die Macht Christian Fürchteg. Gellert, the day geb. 1715, † 1769. Mel. Wachet auf, ruft zc. Wie groß, wie bet lig ist sein Tag! er, der für uns im Gra- be lag. 1599. fingt Je su Christo Lob und Eb- re! des To- des und ist auf e an- den, Sein ist Ge- walt und Macht, Breis ibm, er hats vollbracht! Hal- le. Iu- ja! Er hats vollbracht, des Todes und des Grabes bat. Ofterlieder. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Eatans Reich bezwungen, von Todesketten uns befreit. Wir, von Gott gefallne Sünder, find nun mit ihm versöhnt, find Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist! Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir 99 theuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig seyn, Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht; denn Jesus, unser Mittler, lebt. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide; lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er erstritt. Send ihr gleich des Grabes Kinder, er ist des Todes Ueberwinder; er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig fern? Getrost könnt ihr euch freun. Jesus lebet in Ewigkeit; zu aller Beit ist er zur Hülfe uns bereit. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns seyn, wenn Gottes Sonne durch unfres Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsterniß verschwinden, und uns umstrahlt des Himmels Licht. Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todes bahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Ruh. Gottfr. Bened. Funf, geb. 1734, † 1814. 133. 3d Im vorigen Ton. 1. Lobt den Höchsten, Jesus lebet! Erlöste Menschen, kommt, erhebet des Welterlöfers Majestät. Hörte, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. D Seele, dein Gesang erschall auch ihm zum Dank, ihm zur Ehre. Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 3. Tod, wo sind nun deine Echrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Cinst wird er zum bessern Leben sich von der Erde Staub erheben, wann Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie erneut zur Frühlingszeit die junge Schöpfung sich erfreut. 4. Auferstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergebn, die dein Fuß betrat. Nie gefühlte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg errungen hat. Ginst sind sie unser Theil; einst krönet uns das Heil deines Lebens. Halleluja, der Herr ist nah! Bald ist der Tag des Sieges da. 100 134. Oftermontag. Dstermontag. Mel Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Bween der Jünger gebn mit Sehnen über Feld nach Em- ma- us; ihre Au gen sind voll Thränen, ibre See le voll Verdruß, und sie wechseln Kla ge wor- te; . un ser Jesus gar nicht weit 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; fie bejammern voller Schmerzen ihre Noth und lingemach. Manches wandert gar alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sey? 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, so ist Christ der dritte Mann; er bemerket die Gebrechen, redet, was uns trösten kann. Denn er fann uns nicht versäumen, wie wir glaubensios oft träumen. Er bat alles im Gesicht; seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und der Sünde nachgehangen; o der unglückfelgen Zeit, die man dergestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren; Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wiederbracht. 1687. 5. Hat sich eine Noth gefunden, so ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als doch es ist von ihrem Dr- te und ver treibt die Trau- rig- keit. ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir. Kommt die Welt, mich anzufeinden, ach, so sey du auch allhier. Wenn die Teufel auf mich bligen, wollst du trösten und beschützen; komm, in meinem Geist zu ruhn; was du willst, das will ich thun. 7. Bin ich traurig und betrübet, so gib nur in meinen Sinn, daß mich deine Seele liebet, und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre fromme Seelen, wenn sie tief in Kummer stehn; wenn sie in verborgnen Höhlen, Kammern, Feld und Wäldern gehn, ihrem Kummer nachzusinnen. daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen, ach, so nimm mich auch mit Himmelfahrtslieder. 101 dir; laß mich deine Freuden thei- dich deine Kinder bitten. Dank sey len, sey und bleibe stets bei mir. dir, o lieber Gast, daß du mich ges Bleibe doch in unsrer Mitten, wie tröstet hast. Job. Neunherz, geb. 1653, † 1737. 135. $ Himmelfahrtslieder. 1 Cbrift fuhr gen Himmel, was fandt er uns her. nie. Der? Kyrie leis! Den Trö- ster, den hei- li- gen Geift, zu Trost der ar men Chri- sten-heit. Eigne Melodie. Sal le. lu. ja! 9 136. hal, le Christ will un ser Troft seyn. . Iu, ja, Hal. le. Iu ja, Eigne Melodie. uns ar me Sün- der hie auf Erd, Altdeutsch. 1545. ben. obn ibn fein Hoffnung ba 2. Drum sey Gott Lob, der Weg ist g'macht, und steht der Himmel offen. Christus schließt auf mit E des folln wir al le frob seyn, Ky ri e leis! Alte Kirche aus dem 15. Jahrhundert. 1. Auf diesen Tag be- den- fen wir, daß( 5hrift gen Himmel g'fah ren, und danken Gott aus böchster B'gier, mit Bitt, er woll be. wah ren 1537. die wir von we- gen mancher G'fährd P hal le lu ja, hal- le. Iu- ja! großer Pracht; vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll; dabei er sich doch . 102 Himmelfahrtslieder. rüsten soll, dem Herren nachzufol- thun uns zu Gottes Kindern: die gen. Halleluja, Halleluja! schn hinauf, und Gott berab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zusammen kommen. Halleluja, Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wann uns Gott zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir dann jetzt bekennen! Da wird sich finden Freud und Muth zu ewger Zeit beim höchsten Gut; Gott woll, daß wirs erleben! Halleluja, Halleluja! Joh. 3wick,+ 1542. 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ist nicht Ernst zum Herren; denn er wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts: oll der seyn recht, wird auch gewiß das Leben schlecht zu Gott im Himmel g'richtet. Halleluja, Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fäbt in uns an, bis wir den Vater finden und flichen stets die weltlich Bahn, 137. Mel. Erschienen ist zc. 1. Nun freut euch, Gottes Kinder all! Der Herr fährt auf mit großem Schall. Lob- sin- get ihm, lob in get ihm. Hal le lu ja! 2. Die Engel und all Himmelsheer erzeigen Christo göttlich Ehr und jauchzen ihm mit frohem Schall, das thun die lieben Engel all. Halleluja! 3. Daß unser Heiland Jesus Christ, wahr Gottes Sohn, Mensch worden ist, des freuen sich die Engel sehr und gönnen uns gern solche Gbr. Halleluja n. Hermann. 1560. 4. Der Herr hat uns die Stätt bereit, bei ihm zu seyn in Ewigkeit. Wir erben nun das Himmelreich, wir sind den lieben Engeln gleich. Halleluja! 5. G3 hat mit uns nun nimmer ob sin get ihm mit lau- ter Stimm. Noth. Die Sünd, der Satan und der Tod allsammt zu Schanden wor den sind durch Gottes und Marien Kind. Halleluja! 6. So danfet nun dem lieben Herrn und lobet ihn von Herzen gern; lobsinget mit der Engel Chor, daß es zum Himmel schall empor. Halleluja! 7. Gott Vater in der Ewigkeit, cs sagt dir deine Christenheit groß Ebr und Dank mit höchstem Fleiß, zu allen Zeiten Lob und Preis. Halleluja! 8. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, gewaltig, herrlich, prächtig, Himmelfahrtslieder. schön, es dankt dir deine Christenheit von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja! 9. O heilger Geist, du wahrer 138. 1. Es fähret heute Gottes Sohn hinauf zu seines Vaters Thron. Er gehet ein zur Herrlichkeit, die überall ist ausgebreit't. Halleluja! 2. Er hat zerstört des Teufels Macht, sein Heer erlegt und umge= bracht, wie mit Gewalt ein starker Held im Treffen seine Feinde fällt. Halleluja! 103 Gott, der du uns tröst in aller Noth, wir rühmen dich, wir loben dich und sagen dir Dank ewiglich. Halleluja! Erasmus Alberus,+ 1553. Im vorigen Ton. 3. 3wing unser Fleisch, Herr Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, daß wir, indem du uns machst rein, theilhaftig deines Sieges seyn. Halleluja! gedämpft, weil du uns hast das Heil erkämpft, tilg aus sein Werk, daß er nicht mehr sich wider unsre Seel empör. Halleluja! 5. 3euch und führ uns mit dir zugleich als Gotteskinder in dein Reich, da wir ein ewig Freudenlied dir aufzuopfern find bemüht. Halleluja! 6. Gott Vater, sey von uns gepreist sammt deinem Sohn und heilgen Geist, der heilge unsrer Seelen Grund, damit dir danke Herz und 4. Laß seyn den Feind in uns Mund. Halleluja! 139. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 1523. 1. Auf Ghrifti Him- mel- fahrt al.lein ich meine Nachfabri gründe, und al len 3wei fel, Angst und Pein hiemit stets über- win- de. Denn weil das Haupt im Himmel ift, wird sei ne Glie der Jesus Chrift â zur rech- ten Beit nach- ho. len. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgendé Ruh erlangen. Denn wo mein Schap gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mög meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dir gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dieß mein Flehen. Josua Wegelin,+ 1640. 104 140. Himmelfahrtslieder. S Mel. Wie schön leuchtet 2c. 1. Ach, wun der großer Sie- ges. held, zur Rechten det nes Vaters Kraft, trä ger al= ler Welt, Schaar ge bracht zur Haft, # machtig, präch. tig tri um phi reft, 2. Dir dienen alle Cherubim; viel tausend hohe Seraphim dich, Siegesfürsten, loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben; singet, klinget, rühmt und ebret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. heut hast du dich bis auf den Tod 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder, ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Friede, Freude, Stärk und Kraft, Erquicung, Labsal, Herzensfaft wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge mein Gemüthe, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Chr erweise. 4. 3euch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun und Wandel seyn, wo Zucht und Demuth tritt S Tod und Leben ist, Herr Christ, dir unter geben. $ ge. se ver le. 1599. tu Sündender Fein de Bet Bet; ju bi li reft: 1 herein, all Ueppigkeit verachten; Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sey zu finden. ta 5. Sey, Jesu, unser Schuß und Schaß, sey unser Ruhm und fester Plaß, darauf wir uns verlassen; laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen; du, du bist allein uns zu Gut, o Jesu, durch dein theures Blut ins Heiligthum gegangen; komm schier, hilf mir, denn so sollen, denn so wollen wir am Ende fröhlich klopfen in die Hände. Ernst Ghristoph Homburg geb. 1605,+ 1681. 141. Himmelfahrtslieder. Mel. 3euch ein zu meinen 2c. 1. Gott fähret auf gen Himmel mit frob em Ju. beljchall, mit präch ti- gem Ge- tüm- mel und mit Po sau nen- ball. = Lob- singt, lob. sin. get Gott! dem Köni ge der Het den, 2. Der Herr wird aufgenommen, der ganze Himmel lacht, um ihn gehn alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein die lautern Cherubinen, den hellen Seraphinen muß er willkommen seyn. 3. Wir wissen nun die Stiege, die unser Haupt erhöht; wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, will uns nicht nach sich lassen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herre macht uns Plaß; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schaß. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, dahin sey das Verlangen, dorthin sey euer Lauf! 5. Laßt uns gen Himmel dringen 142. bin, da du bift. 1. Beuch und nach dir, Grüger. 1653. 105 lob- fingt, lob- singt mit Freu- den dem Her ren 3e ba oth! . Mel. Ach, Gott und Herr 2c. S mit herzlicher Begier, laßt uns zugleich auch singen: dich, Jesu, suchen wir, dich, o du Gottes Sohn, dich Weg, dich wahres Leben, dem alle Macht gegeben, dich, unsres Hauptes Kron. 6. Fahr hin mit deinen Schäßen, du trugesvolle Welt! Dein Koth kann nicht ergößen; weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis; der Herr ist unsre Freude und köstliches Geschmeide; zu ihm gilt unsre Reis. 7. Wann soll es doch geschehen? wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichfeit? Du Tag, wann wirst du seyn, daß wir den Heiland grüßen, ihn ewig nicht mehr missen? Komm, stelle dich doch ein! Gottfr. Wilh. Sacer, geb. 1635, † 1699. 1627. so lau- fen wir mit berz- li- chem Ber- lan- gen o Jefu Chrift, aus dieser Welt ge gangen. Himmelfahrtslieder. 106 2. Beuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege. Wir irrn sonst leicht und find rerscheucht vom rechten Lebenswege. 3. 3euch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß 143. uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 4. 3euch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nachfabren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Schaaren. Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. 1. Sie- ges- fürst und Ehren könig, Alle Himmel sind zu wenig, follt ich nicht zu Fuß dir fal Ten, Ludämilia Elisabetha, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt, geb. 1640,+ 1672 Singe? 1690. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht verstch? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, du ver flär. te Ma- je. ftät! du bist drüber hoch er böht; und mein Herz vor Freu- de wal- len, aka wenn mein Glaubens- qug entzückt 2. Sch ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Schaaren alle rufen Gloria, sollt ich nicht zu Fuße fallen, und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubilirt, weil mein König triumphirt? bis 3. Weit und breit, du Himmels5. Geist und Kraft nun überflies Ben; drum wirk in mir kräftiglich, zum Echemel deinen Füßen alle Feinde legen sich. Aus Zion den Scepter sende weit und breit bis sonne, deine Klarheit sich ergeußt, zur Welt Ende, mache dir auf Erund mit neuem Glanz und Wonne den Bahn, alle Herzen unterthan. alle Himmelsgeister speist; prächtig 6. Du kannst alles aller Orten wirst du aufgenommen, freudig heißt nun erfülln und nahe seyn; meines man dich willkommen. Schau, ich/ armen Herzens Pforten stell ich of armes Kindlein hier, schrei auch Ho- fen, komm herein! Komm, du Köfianna dir! nig aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in deinem Himmelsthron. dei ne Herr lich. Eeit er blickt? nær in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich.com 7. Deine Auffahrt bringt mir eben Gott und Himmel innig nah; lehr mich nur im Geiste leben als vor deinen Augen da; fremd der Himmelfahrtslieder. 107 Welt, der Zeit, den Sinnen, bei Himmelreich verseßt, da mich Jesus dir abgeschieden drinnen, in das nur ergößt. Gerb. Tersteegen, geb 1697,+ 1769. 144. Mel. Alles ist an Gottes 2c. 1. Jesus Christus herrscht als Kö- nig; al les legt ihm Gott zu Fuß. £ Je sus sey der Herr zu nennen, 2. Fürstenthümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft, dort im Himmel, bier im irdischen Getümmel, ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr, der Herr ist Giner, und demselben gleichet keiner; nur der Sohn der ist ihm gleich. Deffen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 4. Gleicher Macht und gleicher Ghren sigt er unter lichten Chören über Gottes Cherubim. Aller Welt 145. 1738. al les wird ihm un- ter- tha- nig, Alle Zunge soll be ten nen, dem man Ehre ge. ben muß. und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 5. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte, und du Schaar, die Palmen trägt, und ihr Märtrer mit der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 6. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, weil ich noch ein Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König; alles sey ihm unterthänig; ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. Mel. Weil nichts gemeiner ist als sterben 2c. 1731. 1. 3um Himmel bist du ein- gegangen, mit Preis ge front, Herr Se- fu Chrift; wie foll- te mich nun nicht verlangen, auch dort zu seyn, wo du nun bist? Ich bin ja nur ein Pilgrim bier; nimm in die Heimath mich zu dir. 2. Vom Tode standst du auf zum mel ein; so muß sich auch mein Leben und gingst verklärt zum Him- Geist erheben, soll ich nicht todt in 108 Sünden seyn. Ein neues Leben wirk in mir, so komm ich einst gewiß zu dir. Pfingstlieder. 3. Am Delberg fingen deine Leis den mit bittern Todesängsten an; am Delberg gingst in hohen Freuden du siegreich deine Himmelsbahn. So folgt auf Leiden Herrlichkeit; zu beiden mache mich bereit. 4. Du hobest segnend deine Hände beim Scheiden von den Deinen auf; o hilf, daß einst auch ich vollende, von dir gesegnet, meinen Lauf. Wenn ich von dir gesegnet bin, dann fahr in Frieden ich dahin. 146. 5. Ich sehe dir mit Glaubensblicken in deinen Freudenhimmel nach; mein Herz soll sich an dir erquicken, der mir die Bahn zum Himmel brach. Sieht dich auch hier mein Auge nicht, doch bleibst du meine Zuversicht. 6. Einst wirst du herrlich wiederkommen, gleichwie du aufgefahren bist; dann werd ich völlig aufgenommen, wo mir bereit mein Erbtheil ist. So leb ich nun im Glaumit dir. ben hier, im Schauen aber dort Pfingstlieder. Mel. Komm, Gott Schöpfer 2c. 1. Komm, heilger Geist, o Schöpfer du, er- füll mit Gnaden, sü- ßer Gast, 2. Der du ein Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebesquell, du Lebensbronn, du Herzenssalbung, Gnadensonn! 3. Du siebenfaches Gnadengut, du Hand des Herrn, die Wunder thut, du lösest aller Zungen Band, gibst frei das Wort in alle Land. 4. 3ünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das Herz in Liebesbrand, stärk unser schwaches Altkirchlich. 1524. sprich deinen armen Seelen zu; die Brust, die du ge- schaffen hast. Fleisch und Blut durch deiner Gotte heit starken Muth 5. Den Feind treib von uns fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir, durch deine Huld geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, und wie den Sohn man eh ren foll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gefandt. Alte Kirche 147. Pfingstlieder. Eigne Melodie. 1. Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist, mit Gnaden fie füll, wie du weißt, 2. Denn du bist der Tröster genannt, des Allerhöchsten Gabe theur, ein geistlich Salb an uns gewandt, ein lebend Brunn, Lieb und Feur. 3. 3ünd uns ein Licht an im Verstand, gib uns ins Herz der Liebe Brunst, das schwach Fleisch in uns dir bekannt, erhalt fest dein Kräft und Gunst. 4. Du bist, mit Gaben siebenfalt, der Finger an Gotts rechter Hand; des Vaters Wort gibst du gar bald mit Zungen in alle Land. 148. daß dein Geschöpf vor- hin seyn. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Fried schaff bei uns deine Gnad, daß wir deim Leiten folgen gern und meiden der Seelen Schad. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, dazu Jesum Christ, sein Sohn, daß wir des Glaubens werden voll, dich, beider Geist, zu verstehn. 7. Gott Vater sey Lob und dem Sohn, der von den Todten auferstund, dem Tröster sey dasselb gethan in Ewigkeit alle Stund. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Altdeutsch? 1524. Eigne Melodie. 1. Komm, bei li ger Geist, Herre Gott! 109 be- such das Herz der Menschen dein, Altkirchlich. 1524. Er- füll mit deiner Gnaden Gut -+ det ner Gläubgen Herz, Muth undSinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n. das Volk aus aller Welt Zungen; D Herr, durch deines Lich- tes Glast zu dem Glauben versammlet hast das sey dir, Herr, zu Lob ge fun gen: Hal- le. lu- ja, hal- le- Iu- ja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort! und lehr uns Gott recht erkennen, Laß uns leuchten des Lebens Wort, von Herzen Vater ihn nennen. D 110 Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jefum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen: Halleluja, Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Troft! Nun hilf uns fröhlich und 149. Pfingstlieder. . getrost in deim Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. Herr, durch dein Kraft uns bereit, und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir bie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen! Halleluja, Halleluja! Dr. M. Lutber, geb. 1483,+ 1546. The Altdeutsch? 1524. Eigne Melodie. 1. Mun bit- ten wir den bei li gen Geist • Glau- ben aller meist, daß er uns be. hü te an un- jerm En- de, wann wir heim- fahrn aus diesem 2. Du werthes Licht, gib uns deinen Schein; lehr uns Jesum Christ fennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis! 3. Du süße Lieb, schenk und deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von 150. Mel. Komm, Gott Schöpfer 2c. E. len de. Kyrie leis! Herzen einander lieben und im Friede auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis! 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Lod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. P um den rechten 1. beil- ger Geist, du ew- ger Gott, von Herzensgrund ich ruf dich an, 2. Ach, sey mein Trost und Zuversicht, laß mich in Sünd verzagen nicht; wend ab von mir des FeinAltkirchlich. 1524. du höchster Trö- ster in der Noth, wollst meine Bitt nicht feh- len lan. des List, erhalt mich fest an Jesum Christ; 3. Daß ich demselben allezeit Pfingstlieder. 111 Bahn, christlich mein Lebn zu stellen an, daß ich nach dieser Eterblichkeit erlangen mög die ewge treulich zu dienen sey bereit, und ibn in wahrem Glauben rein erkenne für den Heiland mein. 4. Leit mich auf rechter, ebner Freud. 151. pe Mel. O Jesulein süß, o Jefulein mild zc. 1. bei li ger Geist, o bei li. ger Gott, B 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott, gib uns die Lieb zu deinem Wort, zünd an in uns der Liebe Flamm, darnach zu lieben allefammt. D heiliger Geist, o heiliger Gott! al. ler Roth, du bist ge- sandt vons Himmels Thron, von Gott dem 3. D heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr unsern Glauben immerfort. An Christum Niemand glauben kann, es sey denn durch dein Hülf gethan. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 4. heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht und durch dein gött152. . Vater und dem Sohn. D bei li ger Geist, o hei li. ger Gott! lich Wort, lehr uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Eigne Melodie. 1650. 1. Beuch ein zu mei- nex Ebo- ren, der du, da ich ge boren, o hoch gelieb.ter Geift du Tro. ster werth in 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigest uns die Himmels= pfort, laß uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich. heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Noth und Tod. Wir singen dir Lob, Ehr und Dank allzeit und unser Lebenlang. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Grüger. 1653. mit bei den gleichen Thrones, fey mei- nes Her- zens Gaft, mich neu ge bo- ren bait, des Vaters und des Sob nes, mit bei den gleich ge preift. Pangstlieder. 112 2. 3euch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ghr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Neben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt, als wie mit einer Fluthe mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilig Dele, dadurch gefalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigenthum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöthen Gott schüßt im Heiligthum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl. Es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der Allen belfen kann. Haß, Neid und Streit. Der Feind schaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thun zuz sammen, die voller 3wietracht seind. 8. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt; kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Troftes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit; willst nicht, daß uns berrübe Born, 3ant, St 9. Beschirm die Obrigkeiten, bau unsrer Fürsten Thron, daß sie und wir gedeihen; schmück als mit einer Kron die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 10. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widerseßet und, was dein Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. 11. Gib Freudigkeit und Stärke, zu steben in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden kein Chrift ergebe sich. 12. Nicht unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn; und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände bin, wenns mit uns bie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. 153. Pfingstlieder. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 1. du al. ler süßte Freu.de, o du al- ler- schön- stes Licht, der du uns in Lieb und Lei de un be fu chet läs- fest nicht: ohn Aufhören al le Dinge, 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann. Wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen an. Ach, ergib dich, fomm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein Regen ausgeschütt, bringst vom Vater und vom Sohne nichts als lauter Segen mit: laß doch, o du werther Gast, Gottes Segen, den du hast und verwaltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen. 113 1555. Geist des Höch- sten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirft 4. Du bist weis' und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund; zählst den Staub des kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund: nun du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sey; drum gib Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und sauber ist, fleuchst hingegen Schand und Sünden, hasfest Schlangentrug und List: mache mich, o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und hell; laß Pet. m. Rot. bo re, ho re, was ich sin ge. mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne fiehest. 6. Du bist, wie ein Schäflein pfleget, frommes Herzens, sanftes Muths, bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Bösen alles Guts: ach, verleih und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. $ 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, ei so bin ich gnug getröst. Laß mich seyn dein Eigenthum, ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Ich entsage, Herr, dem allen, was dir deinen Ruhm benimmt; meiner Seel soll nichts gefallen, als allein was von dir kömmt. Was der Satan will und sucht, will ich halten als verflucht; ich will seinen schnöden Wegen mich mit Ernst zu wider legen. 9. Nur allein, daß du mich stärfest und mir treulich steheft bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, 8 114 daß mir Hülfe nöthig sey. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen bin, mach ihn allerdinge neue, daß sich mein Gott meiner freue. Pfingstlieder. 10. Sey mein Retter, halt mich eben; wenn ich sinke, sey mein Stab; 154. Mel. H Wie schön leuchtet 2c. wenn ich sterbe, sey mein Leben; wenn ich liege, sey mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, ei so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst dein' Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, geb. 1606. † 1676. 1. O heil ger Geist, kehr bei uns ein Du Him mels licht, laß deinen Schein dei ne Wohnung seyn.. in uns träftig seyn Son ne, Won ne, 1599. und laß uns bei uns und o fomm, du her zens son ne! zu fte ter Freud und Won- ne! wenn wir be- ten: zu dir kommen wir ge. tre ten. 2. Du Quell, drauß alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugniß lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dit zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh und stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir nun leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamhimmlisch Le ben willst du ge ben, fraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schuß begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner Weisheit reichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelsthau, lag dich in unsre Herzen träftiglich und Pfingstlieder. 115 schent uns deine Liebe, daß unser wir führen unsre Lebenszeit, sey un Sinn verbunden sey dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben.. sers Geistes Stärke, daß uns forthin sey unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine todten Werke. Nühre, führe unsre Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. 7. Gib, daß in reiner Heiligkeit Michael Schirmer, geb. 1606, † 1673. 155. Mel. Gott des Himmels 2c. 1. Komm, o fomm, du Geist des Lebens, wah- rer Gott von E. wig feit! Dei ne Kraft sey nicht ver- ge.bens, sie erfüll uns je. der. zeit; 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht. Dein Erkenntniß werde groß und mach uns vom Irrthum los. Mibert. 1642. so wird Geist und Licht und Schein in dem dunklen Herzen seyn. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange? o so mach du den Beschluß; sprich der Seele tröstlich zu und gib Muth, Geduld und Ruh. 3. Beige, Herr, die Wohlfahrtsstege; das, was wider dich gethan, räume ferner aus dem Wege; schlecht und recht sey um und an. Wirke Reu an Sünden Statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugniß uns empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich gründen, wenn sich Noth und Drangsal findt; denn des Vaters liebe Ruth ist uns alle Wege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wann wir beten, und vertritt uns allezeit; so wird unfre Bitt erhört und die Zuversicht gemehrt. 1 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist. Schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schuß und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser seyn! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so verfich'r uns mehr und mehr als des Himmelreiches Erben jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. Ivachim Neander, geb. 1640, † 1680 8* 116 156. Pfingstlieder. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. 1. Gott, gib ei nen mil- den Re- gen; Va ter, gib vom Himmel Se- gen, Laß des heil gen Geistes Gab wie die star fen Ströme flie- jen 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur: solltest du denn, der du heißt guter Bater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir seyn und lehren mich in der Wahrheit feste stehen und auf dich im Glauben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sey tausendmal willkommen, laß mich deinen Tempel seyn. Reinige du selbst das Haus meines 157. 1555. denn mein Herz ist dürr wie Sand. trän. te du dein dur- stig Land! über mich von o. ben ab und mein ganzes Herz durchgießen. Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön, laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gib mir einen starken Muth, heilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott hintreten und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir ergeben; dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Bater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelsweisen. Morig Kramer, geb. 1646, † 1702. Altdeutsch. 1524. Mel. Komm, heiliger Geist 2c. 1. Wer recht die Pfingsten feiern will, der werd in seinem Herzen stil; wo rin der heilige Geist re giert: $ Rub, Friede, Lieb und Einigkeit sind Zeichen einer solchen Zeit, der ist es, der zur Andacht führt. Pfingstlieder. Er kann kein Weltgetümmel lei. den; die ses mei den 3 und Gott al- lein ge- hor- sam seyn. 2. Sein Tempel ist da aufge- uns erleucht, ein Licht, dem Nacht richt; da dient man ihm nach rechter Pflicht, da gibt er Klugheit und Verstand, da wird der Sprachen Grund erkannt, der Zungen Feuereifer glimmt; er zeigt, was Niemand sonst vernimmt, schenkt das Bermögen auszusprechen, was der Vernunft, dem Wiß der Frechen und aller List zu mächtig ist. 3. Nun dieses ist der Geist aus Gott, der Frommen Trost, der Bösen Spott. Die sich der Sündenlust entziehn und Buße thun, empfahen ihn. Auf wem er ruhet, der wird rein. Er geht zu keinem Stolzen ein, verleiht der Demuth reiche Gaben; der geistlich Arme soll sie haben; denn sein Gebet wird nicht verschmäht. 4. 68 ist der Odem und der Wind, der Seelen anbläst und entzündt, der von des Herren Munde webt und, was erstorben ist, belebt. 8 ist ein Wort, das neu gebiert, des Deutung man im Werke spürt, ein Beugniß, das zum Glauben treibet und das Geseß ins Herz einschreibet, daß Jedermann es wissen fann. 117 5. Es ist die Kraft, die alles regt, ein Strahl, der durch die Felsen schlägt, ein heller Glanz, der wer je nes liebt, muß und Schatten weicht, ein Lehrer, der aufs Gute dringt, ein Helfer, welcher Stärke bringt, ein Rath, der uns zurechte weiset, ein Labsal, das mit Gnade speiset und den erquickt, den Glend drückt. 6. Es ist der Ausfluß aus der Höh, der Weisheit unerschöpfte See, ein Wasser, daß vom Unrecht wäscht, ein Quell, der Durst und Sehnsucht löscht, ein Brunnen, welcher ewig quillt und das Gemüth mit Gütern füllt, ein Vorrath und verheißner Segen, ein Himmelsthau und milder Regen, der das erzieht, was grünt und blüht. 7. Es ist ein Del, des Lauterfeit zu Königen und Priestern weiht, die Salbung, die, uns mitgetheilt, die Wunden und Verderbniß heilt; ein Abgrund, drin die Wahrheit steckt, die sich dem innern Aug entdeckt, wogegen Kunst und menschlich Wissen der Thorheit ähnlich werden müssen; sie machet frei von Heuchelei. 8. Du theurer Gast und höchste Gab, sey unser Beistand, Trost und Stab, an den sich das Vertrauen hält, wenn uns Versuchung überfällt. Vermehr in uns die Zuversicht, wehr aller Furcht, verlaß 118 Pfingstlieder. uns nicht, daß wir in Noth nicht Tod besiegen, wenn und die Beit unterliegen, vielmehr beherzt den das Ende dräut. Ernst Lange, geb. 1650, † 1727. 158. C Mel. Jefu, meine Freude zc. 1. Schmückt das Fest mit Mai. en, denn der Geift der Gna den zün det Opfer an; ma chet ihm die Bahn. euch mit Licht und Seif er füt. len 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rath und That, starker Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unferm Pfad, gib uns Kraft zur Pilgrimschaft, laß und deine theuern Gaben zur Genüge- laben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor. Gib uns Kraft, zu beten und vor Gott zu treten, sprich du felbst uns vor. Gib uns Muth, du höchstes Gut, tröst uns fräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; laffe Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; hun dertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. Rebmt ihn ein, so wird sein Schein 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, heilge Liebesgluth; laß dein sanftes Wehen über uns ergeben, dämpfe Fleisch und Blut; Grüger. 1656. 1 • en, las set Blu men streu hat sich ein ge la. den: S und den Rum mer stillen. laß uns doch am Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen, und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und auß; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus. Werthes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße und durch Finsternisse sen du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Noth mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werther Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig und erfreuen. Benj. Schmolc, geb. 1672,+ 1737. 159. Pfingstlieder. Mel. Fröhlich soll mein Herze zc. 119 1. Höch- fter Trö- fter, komm ber nie der, Geift des Herrn, sey nicht fern, s Grüger. 1556. sal. be Je. su Glieder. Er, der nie sein Wort ge- brochen, 4. Beig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: Ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden! Unsre Sünd wird nicht gerochen; Jesu Blut mas chet gut, was die Welt verbrochen. 5. Weckt uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe; reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Berstockung sterben. 6. Geist der Weisheit, gib uns 160. Je sus, hat del nen Rath fet nem Volk versprochen. 2. Schöpfer, unsers neuen Le- allen durch dein Licht Unterricht, wie bens, jeder Schritt, jeder Tritt ist wir Gott gefallen; lehr uns freudig ohn dich vergebens. Ach, das See- vor Gott treten, sey uns nah und lenwerf ist wichtig! Wer ist wohl, sprich: Ja, wenn wir gläubig beten. wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; Fins ist noth für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gib uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen; laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. Mel. Freu dich sehr ze. 8. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gib, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sey in Schwachheit unsre Stüße, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshiße. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude. Ehrenfried Liebich, geb. 1713, † 1780. 1555. 1. Der du uns als Ba ter lie beft, treuer Gott, und deinen Geist de nen, die dich bit ten, gi best, ja nur um ibn bit ten beigt; S de muths voll fleb ich zu dir: Ba ter, sen de ihn auch mir, S 120 Pfingstlieder. daß er meinen Geift er neu.e 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Chre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht ers fennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich dich, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth deiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindestreu stets vor deinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der 161. und ihn dir zum Tempel weih. e. Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich lieb und Sanftmuth übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nüßlich werden. 7. Lehre du mich selber kennen, die verborgnen Slinden sehn, sie voll Neue Gott bekennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, mich zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Bittern hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerf in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. D so seße durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selges Ende herrlich sich an mit vollende! David Bruhn, geb. 1727, † 1782 Mel. Liebster Jesu, wir sind ze. Ahle. 1664. # 1. Komm auf uns, o Geift des Herrn, lehr uns zu dem Ba ter be. ten, und be leb uns, daß wir gern und voll Glaubens zu ihm tre ten, 162. so wird er um Chri fti wil len un ser Bit- ten gern erfüllen. 2. O du Geist der Herrlichkeit, aus nach Wohlgefallen. Neich find wohn und wirke in uns allen; jedes wir versehn mit Gaben, wenn wir Herz sey dir geweiht, schmück es deine Salbung haben. [ Siehe Lieder vom heiligen Geist.] #t Trinitatisfestlieder. Trinitatis festlieder. Das Sanctus deutsch. Eigne Melodie. Je fata, dem Pro- phe. ten, bas ge- schab, daß er im Geist den 1 jei nes Klei- des Saum den Chor fül- let ganz. Her ren i Ben sab auf einem hohen Thron in hel. lem Glanz, raph bei ihm dar an; 121 fie die Füße gar, Luther. 1526. sechs Flü- gel sah er . Es stun den zween Se. mit zween ver- bar- gen fie ihr Ant- liz klar, mit zween be deck.ten ei nen je den- ban; und mit den an- dern zween fie flo gen frei; 1 gen an der rie fen sie mit großem G'schrei: Hei- lig ist Gott, der Ser re 3e ba oth! Heilig ist Gott, der her re 3e. ba otb! S Sei lig ift Gott, der Herre 3e. ba. oth! Sein Ebr die gan, je 122 Trinitatisfestlieder. Welt er fül- let bat! Von dem G'schrei zittert Schwell und Balken gar; 163. CONT COND das Haus auch ganz voll Rauchs und e. bel war. Eigne Melodie. } 1. Gott, der Vater, wohn uns bei mach uns al- ler Gün- den frei für dem Teufel uns be wagt, dir uns laf sen ganz und gar, und auf dich laß uns bau. en, entflieh en Teu- fels Li. ften, Amen, A.men! das sey wahr, 2. Jesus Christus wohn uns bei u. f. w. 164. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Altdeutsch. 1524. und laß uns nicht ver der. ben, und helf uns se lig ster ben: s balt uns bei fe stem Glauben, mit al len rech- ten Christen aus Herzensgrund vertrauen, mit Waffen Gotts uns fri. ften: • so sin gen wir Halle lu ja 3. Heilig Geist der wohn uns bei u. f. w. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Eigne Melodie. all Fehd hat nun ein Ende. ( Altkirchlich.) 1540. · 1. Al- lein Gott in der höb sey Ehr und Dank für jei ne Gnade. da- rum daß nun und nimmermehr uns rüh- ren kann kein Scha- de. Ein Wohlge falln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Un ter lag; Trinitatisfestlieder. FE 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessen ist dein Macht, fort g'schieht, was dein Will hat bedacht; wohl uns des feinen Herren! 3. D Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Baters, Versöhner der, die warn verlorn, zu wir uns verlassen. du Stiller unsers Haders: Lamm 165. 123 Gottes, heilger Herr und Gott! nimm an die Bitt von unsrer Noth; erbarm dich unser aller. du höchste Ma je stät, 1 Mel. Nun danfet alle 2c. 1. Du drei mal gro ßer Gott, dem Hei lig. Het lig! singt 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, du all'rheilsamster Tröster, vors Teufels G'walt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Lod! Abwend all unsern Jamm'r und Noth, da3. Mein Schöpfer! Mensch und Thier und alles andre Wesen läßt deiner Allmacht Pracht ganz flärlich an sich lesen; ein jedes Wunder lobt dich ja in der Natur: Stern', Element, Gewölf und alle Creatur. du al. ler Herren Herr, 2. Dich bet ich jeßund an, dir Lob und Dank zu lallen, mein Halleluja laß dir gnädig wohlgefallen, du allerhöchstes Gut und gnadenvolle Sonn, du aller Gaben Meer und unerschöpfter Bronn. 4. Es muß dich Jedermann den treuen Vater preisen; du führest wunderbar, willst reib und Seele speisen, erbörest das Gebet, erfrischeft unsern Muth; wir sind viel zu gering, was deine Treue thut. Nikolaus Decius, um 1526. Grüger. 1649. dem Erd und Himmel die nen, die Schaar der Se. ra phi. nen; du hel fer in der Notb, ba S Je ho 3e ba oth! 5. Heiland, Immanuel, Lamm Gottes ohne Sünden, mein Jeſu, deine Lieb kann kein Verstand ergründen; das Halleluja singt dir, als dem wahren Christ, das menschliche Geschlecht, das nun erlöset ist. 9 " 6. Du nahmest Fleisch an dich und tratest in die Mitten, trugſt unsre Sündenschuld, bast bis aufs Blut gelitten. Doch dieß dein Blut und Lod erwirbt uns lauter Heil, macht, daß wir selbst an Gott mun können nehmen Theil. 7. O Herr, Gott heilger Geist, du Geist voll reiner Flammen, durchs Evangelium bringst du das Volk zusammen, das Christum fennt und ehrt; du machest alles licht, gibst Trinitatisfefilieder. 124 neue Feuergluth, damit kein Glaub gebricht. 8. Ach, allerhöchster Trost und bester Weisheitslehrer, Erleuchter, Heiliger, Aufrichter und Befehrer, du theilst die Gaben aus, erfüllest uns mit Kraft, die der Verderbniß wehrt und Gutes in uns schafft. 9. Gott, Bater, Sohn und Geist, Gin Gott und Eins in Dreien, ge166. VE priesne Majestät, die stets zu bene. deien: laß auf der rechten Bahn uns allezeit bestehn, und durch ein seligs End zu unserm Erb eingehn 10. Eaß, o dreieinger Gott, dein Gnadenantlig leuchten; dein edler Segensthau woll unser Herz befeuchten! Wir hoffen ja auf dich, du läßt uns nicht im Spott; wir fingen: Gloria! Gelobt, gelobt sey Gott! Grüger. 16-19. Mel. Nun danket alle 2c. 1. Ge lo bet seg der Herr, mein Schöpfer, der mir hat mein Vater, der mich schützt der je den Au. gen. blick 2. Gelobet sey der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem theuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sey der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir inein Herz erquicft, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft. 167. mein Gott, meinlicht, mein Leben, mein Leib und Seel ge geben, von Mutter. lei be viel Guts an mir ge than. 4. Gelobet sey der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet. Gelobet sey der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der heilge Geist, an, 5. Dem wir Halleluja mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschaar das Heilig, Heilig! fingen; den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit: gelobet sey mein Gott in alle Ewigkeit! Johann Olearius, geb. 1611,+ 1684. Mel. Die Sonn hat sich mit 2c. 1. Drei ei nig feit, der Gottheit wab. rer Spiegel, 1555. v Licht rom Trinitatisfestlieder. Licht, als des sen All- macht- flügel 3. O reicher Schatz, o unumschränktes Wesen, wer hat wohl je dein Heimlichkeit gelesen? O tiefer Brunn, o unerforschte Pracht, wie groß, ach Gott, wie groß ist deine Macht! diesen Erd- freis streckt und al le Welt mit seinem Schirm be- deckt! 2. Wir loben dich, sobald die Sonn erwachet, und wenn sie jetzt den späten Abend machet; was lebt und webt auf dieser Erde weit, ist alles, Herr, zu deinem Dienst bereit. 5. Drum lehre, Herr, du selbst uns, ohne Trennen, in Einem Drei, in Dreien Eins erkennen! Ach, lehr uns doch, Gott Vater, Sobn und Geist, daß du ein Gott in drei Personen heißt. 4. Wer kann doch hier, Herr, deine Weg erfinden? Wie sollt ein Mensch wohl dein Gericht ergründen? Wo Gott nicht selbst mich unterweisen wird, so bleibe ich verloren und verirrt. 168. Eigne Melodie. der uns hilft in aller Notb, 125 sich um und um durch 6. Gib, daß dieß Wort tief unsern Sinn durchdringe: von ihm, durch ihn, in ihm sind alle Dinge! Dem großen Gott sey Ehr in Ewigfeit! Ja, Amen, ja, fingt alle Christenheit. 1. Wir glauben all an Ei- nen Gott, 7. Dein Nam ist groß; dein Reich, Herr, in uns wohne; dein Will uns leit; ernähr uns und verschone; Versuchung wehr; erlös aus böser Zeit. Dein ist das Reich, die Kraft und Herrlichkeit. Joh. Franck, geb. 1618, † 1677. 1699. Va- ter, Sohn und heilgen Geist, den die Schaar der En. gel preist, " alles wir fet, thut und schafft der durch seine große Kraft 2. Wir glauben auch an Jesum uns führt ins Himmels Thron, der Christ, Gottes und Marien Sohn, uns durch sein Blut und Tod hat der vom Himmel kommen ist und erlöst aus aller Noth. 126 3. Wir glauben an den heilgen Geist, der von beiden gehet aus, der uns Trost und Beistand leist aller Zeit! 169. 豆 Trinitatisfestlieder. Klin. get, 1. Hal le lu ja! Lob, Preis und Ehr von wig feit zu Ewig. feit Gott je mehr und mehr al. len ihm bereit Mel. Wie schön leuchtet zc. . wider alle Furcht und Graus. Hetlige Dreifaltigkeit, sey gepreist zu fin• get: Tobias Glausniger, geb. 1619, † 1684. für a. le Dant, Weisheit, Drei mal bei lig, 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sey auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft, und fich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen und erlaben. 3. Halleluja! Gott heilger Geist sey ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem BräutiPreis und Ehre jey dem Herrn der Himmelshee re! 1599. sey un serm jey in uns jei ne Wer. fe; Kraft und Stär. fe! hoch und herr- lich! gam uns zugeführt, den Hochzeittag erforen! Heil uns, Heil uns! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hoflanna. 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sey unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmel Schaar und singet nun und immerdar mit Freuden Amen, Amen! Klinget, singet: Dreimal heilig, hoch und herrlich! Preis und Ehre sey dem Herrn der Himmelsheere! Barthol. Graffelins, geb. 1677,+ 1724 11.3. 170. Reformationsfestlieder. II. Kirchliche Feiertage. Reformationsfestlieder. Eigne Melodie. 1. Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waf. fen. Er hilft uns frei aus al. ler Roth, die uns jeßt hat be trof. fen. 9 fein grau sam Rü ftung ist; 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erforen. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth; und ist kein ander Gott; das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel war und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. 171. 127 Luther. 1529. Der alt bö. je Feind mit Ernft ers jetzt meint; groß Macht und viel Lift Eigne Melodie. auf Erd ist nicht seins glei chen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er fich stellt, thut er uns doch nicht, das macht, er ist gericht; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, fie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. $ 1535. 3 1. Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält, wenn un- fre Feinde to. ben; und er unserer Sach nicht zu fällt im Him- mel hoch dort o ben; 128 wo er Ji ra els Schuß nicht ist S Neformationsfestlieder. 1 so ists mit uns ver lo ten. 2. Was Menschenkraft und Wiß anfäht, soll uns billig nicht schrecken; er siget an der höchsten Stätt, der wird ihr'n Rath aufdecken. Wenn fies aufs flügste greifen an, so geht doch Gott ein andre Bahn; es steht in seinen Händen. 172. fe 3. Sie wüthen fast und fahren her und wolln sich hoch vermessen; zu würgen steht all ihr Begehr, Gott ist bei ihn'n vergessen. Wie Meereswellen hochher gehn, nach Leib und Leben sie uns stehn, des wird fich Gott erbarmen. 4. Ach, Herr Gott, wie reich tröftest du, die gänzlich sind verlassen! Der Gnaden Thür steht nimmer zu; Vernunft kann das nicht fassen. B [ Siehe Kirche und Wort Gottes.] und selber bricht der Fein- de Lift: Kirchweih festlieder. Gottes Freundlich- keit, Her ren 3e ba. oth Sie spricht: Es ist nun alls verlorn, da doch das Kreuz hat neugeborn, die deiner Hülf erwarten. 5. Die Feind find all in deiner Hand, dazu all ihr Gedanken; ihr Anschläg find dir wohlbekannt: hilf nur, daß wir nicht wanken. Vernunft wider den Glauben ficht, auf3 Künftig will fie trauen nicht, da du wirst selber trösten. 6. Den Himmel und auch die Erden hast du, Herr Gott, gegründet; dein Licht laß uns helle werden, das Herz und werd entzündet in rechter Lieb des Glaubens dein, hilf bis ans End beständig seyn, die Welt laß immer murren. Justus Jonas, geb. 1493, † 1555. Mel. Wie schön leuchtet zc. 1. Kommt ber, ihr Christen, vol. ler Freud, die Stimm des Dan. tes un ferm Gott, $ Sin get, briu get 6 1599. schöne Weisen. erzäh. let laßt uns dem fommt ber und laßt er. Elin gen mit froh em Munde fin. gen. lagt uns prei. fen Kirchweihfestlieder. $ Gottes Ga. ben, 2. Wir gehn in diesem Gottes- da ihm das Reich genommen; er haus ein Jahr nun wieder ein und aus, und hören da verkünden den edlen Schaß, das Gnadenwort, das uns entdeckt des Lebens Pfort, Vergebung unsrer Sünden. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 3. Da sehen wir mit Freuden an die Dienste, die man leisten kann dem Herrn in seinem Tempel; da hört man mit Erstaunen zu, was Gott für große Thaten thu, die Wunder ohn Erempel. Singet, bringet schöne Weisen, laßt und preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 4. Da wird Gerechtigkeit gelehrt; da wird Gottseligkeit gemehrt; da wird der Glaub entzündet, Geduld, Lieb, Hoffnung, keusche Zucht und was noch mehr des Geistes Frucht, wird alles da gegründet. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 5. O große Wohlthat, die Gott thut! o heilig, gnadenreiches Gut! Kommt her, kommt, liebe Christen! Da wohnt der Herr der Herrlichkeit; wohl denen, die sich allezeit zu seinem Dienste rüsten. Einget, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. die wir bier ge nos sen ba. ben. 6. Das ist der Ort, den David liebt, dahin er seine Seufzer gibt, Vet. m. Not. 129 S wünscht nicht seine Königszierd; wann werd ich, sagt er mit Begierd, in Gottes Tempel kommen? Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 7. Und zwar wie sollte doch jetzund nicht seyn voll Jauchzen unser Mund? Was Andre müssen meiden, die gerne mit der Kirchgemein im Hause Gottes wollten seyn, genießen wir mit Freuden. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 8. Wie mancher Ort ist nun zerstört, da sonst ward Gottes Wort gelehrt! Die Kirchen sind zerfallen. Hier stehn noch Thür und Pfeiler feft; wir hören Gottes Wort aufs best in seinem Tempel schallen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 9. Da Andre mit betrübtem Klang anstimmen müssen den Gesang, ja gar wohl gänzlich schweigen, da fingen wir noch voller Freud, man hört der Orgel Lieblichkeit, man darf sich fröhlich zeigen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier empfangen haben. 10. Bedenke dieß, o Christgemein, und jeßt mit Dank vor Gott erschein, laß dich mit Rühmen hören: Gelobt sey Gott, durch dessen. 9 Kirchweihtestlieder. 130 Güt hier dieses Kirchhaus ward behüt vor feindlichem Zerstören. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 11. Ja, der du hier hast Feur und Herd, o Gott, dein Nam werd hoch geehrt, der Nam von großen Thaten. Gelobt sey Gott an diesem Ort, allwo sein heilig theures Wort bisher so wohl gerathen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt 173. uns preisen Gottes Gaben, die wir hier empfangen haben. 12. D Herr, noch Eines bitten wir, laß uns auch fünftig für und für allhier zusammen kommen; bcwahr die Kirch und die Gemein und die darinnen Lehrer seyn; so werden dir die Frommen singen, bringen schöne Weisen und dich preisen für die Gaben, die sie zu genießen haben. Mel. Jesus, meine Zuversicht ze. 1. Ach, wie beilig ist der Ort! Hier, hier ist des Himmels Pfort; bier er. schallt sein theu res Wort; 2. Heil war in des Zöllners Haus, weil er Christum aufgenommen; und hier rufet Jesus aus: Selig sind, die zu mir kommen! Deren Herzen nimmt er ein, daß fie seine Tempel seyn. Joh. Chrift. Arnschwanger, geb. 1625,+ 1696. 3. D welch Heil ist bis hieher diesem Hause widerfahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, der sich uns will offenbaren, woher hätten wir den Geist, der den Weg zum Himmel weist? Grüger.( 1653) 1658. Ach, wie se lig ist die Stät- te! hier er bö ret Gott Ge- be. te; v wie bei. lig ist der Ort! 4. O wie lieblich, o wie schön sind des Herren Gottesdienste! Laßt uns froh zu ihnen gehn; hier erlangt man zum Gewinnste einen Schap, der ewig währt, den kein Rost noch Raub verzehrt. 5. Bleibe bei uns, liebster Gast; speis uns gnädig mit dem Worte, das du uns gegeben hast, Jesu, stets an diesem Orte! Laß die Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn! Benj. Schmold, geb. 1672,+ 1737. 174. Bußtagslieder. Bußtagslieder. Eigne Melodie. wer fann, Herr, für dir blei. ben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Für dir Niemand fich rühmen kann, des muß dich fürchten Jedermann und deiner Gnade leben. S 1. Aus tie fer Roth schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Ru fen; dein gnä dig Dh- ren febr zu mir und mei- ner Bitt fie öffen. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort, das ist mein Troft und treuer Hort; des will ich allzeit harren. 10 Denn so du willt das seh. en an, was Sünd und Un- recht ist ge.than, 175. 1. Aus tiefer Noth laßt uns zu Gott von ganzem Herzen schreien, bitten, daß er aus seiner Gnad und woll vom Uebel freien, uns alle Sünd und Missethat, die unser Fleisch begangen hat, als ein Vater verzeihen. 2. Wir flehn: D Gott Bater, fieb an uns virmen und Elenden, 131 1024, Im obigen Ton. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sey der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Ifrael erlösen wird aus seinen Sünden allen. Dr. M. futber, geb. 1483,+ 1546. die wir sehr übel habn gethan mit Herzen, Mund und Händen, und verleib, daß wir Buße thun, und die in Christe, deinem Sohn, zur Seligkeit vollenden. 3. Unser Schuld ist sehr groß und schwer, von uns nicht auszurechnen; doch dein Barmherzigkeit ist mehr, die kein Mensch kann aus 9* Bußtagslieder. 132 sprechen. Die suchen und begehren wir, hoffen, du werdests, Herr, an dir mit nicht lassen gebrechen. 4. Du willt nicht, daß der Sünder sterb und in Verdammniß fahre, sondern daß er mehr Gnad erwerb und sich darin bewahre. So hilf uns nun, o Herre Gott, auf daß uns nicht der ewge Tod in Sünden widerfahre. 5. Wenn du nun vor Gerichte gehn und mit uns wolltest rechten, o wie würden wir da bestehn, und wer würd uns verfechten? Herr, fieh uns barmherzig an und hilf uns wieder auf die Bahn zur Pforte der Gerechten. o nimm uns auf in deinen Schoß, und laß uns nicht verzagen! O hilf, daß wir getroft und frei, ohn arge List und Heuchelei, dein Joch zum Ende tragen! 7. Sprich uns durch deine Boten zu, bezeug unser Gewissen; stell unser Herz durch sie zur Ruh, thu uns durch sie zu wissen, wie Christus für deim Angesicht all unfre Sachen hab geschlicht: des Trosts laß uns genießen. 8. Erhalt in unsers Herzens Grund deinen göttlichen Samen, und hilf, daß wir den neuen Bund in deines Sohnes Namen vollenden in aller Wahrheit, also der Kronen der Klarheit versichert werden. Böhmische Brüder. 1531. Eigne Melodie.( Rosenmüller 1655?) 1694. 6. Wir opfern uns dir, arm und bloß, durch Reu niedergeschlagen; Amen! pulse 176. 1. Straf mich nicht in dei nem 3orn, ach, laß mich nicht seyn ver lorn, hat die Sünd dich entzündt. lösch ab in dem Lam mem deines Grimmes Flam- mne. 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Rette mich aus jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. großer Gott, ver-scho.ne; nach Verdienst nicht lob- ne! 3. Beig mir deine Baterhuld, stärk mit Trost mich Schwachen; ach, Herr, hab mit mir Geduld, mein Gebeine frachen; heil die Seel mit dem Del deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 4. Ach, sieh mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hülfe harren; ich verschmacht, Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Thränengüssen. 1, Bußtagslieder. 5. Ach, ich bin so müd und matt von den schweren Plagen; mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hülfe fragen: wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermuthshöhle? 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor 177. 133 sein Antlig treten. Teufel, weich; Hölle, fleuch! Was mich vor gefränket, hat mir Gott geschenket. 7. Bater, dir sey ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicher Weis, der allzeit zu loben; beilger Geist, sey gepreist, hochgerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Joh. Gg. Albinus, geb. 1621, † 1679. Mel. Ich armer Diensch 2c. 1. Wir lie- gen bier zu dei- nen Füßen, ach, herr von großer Güt und Tren, und füb- len leider im Ge wissen, wie sebr dein Born entbrennet ſey. 3. Doch, Bater, denk an deinen Namen; gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen; dein Eidschwur zeu get selbst davon: du willst der Sünder Tod ja nicht; ach, geh nicht mit uns ins Gericht! Möd. 1820. Das Maß der Sünden ist er füllt; ac web uns, wenn du ftra fen willt! 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder. Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungerathnen Kinder, die auf verkehrten Wegen gehn. Kein Wunder, wenn dein Racheschwert uns längstens hätte aufgezehrt. 4. Der Mittler steht ja in der Vitten; wir schaun zu seinen Wunden auf. Er hat für unsre Schuld gelitten uud leiftet dir die Zahlung drauf. Verbirgst du deinen Gnadenschein, so muß sein Blut verloten seyn. 5. Dieß theure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade haſt erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 6. Ach, laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Huld verlassen stchn. Ach, sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los. 7. Steckt ein das Schwert, das uns will schlagen, den Würger laß vorüber gehn. Gib unser Brod in unsern Tagen. Laß keine solche Zeit entstehn, daß man dein Wort uns theuer macht, und unser Herz dabei verschmacht. 8. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile • Erntefestlieder. gen und deine seyn mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Israel wird in der Hütte Jakobs add schrein: Der Herr soll mein Gott ewig seyn! Benjamin Schmold, geb. 1672,+ 1737. 134 Zeit. Laß Lieb und Treu fich stetig füssen und fördre die Gerechtigfeit. Krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut. 9. So wollen wir dir Opfer brin178. fel Erntefestlieder. Mel. D daß ich tausend zc. 1. Gott, von dem wir al les ba ben, die Welt ist ein sehr großes Haus; bu a ber thei. left dei- ne Ga ben recht wie ein Vater drinnen aus. 1738. Dein Segen macht uns al- le reich; ach, lie- ber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle Weise, was anfangs schien, als wär zählen, die heut bei dir zu Tische es todt, bis in der Ernte Jung und gehn? Doch muß die Nothdurft Alt erlanget seinen Unterhalt. feinem fehlen; denn du weißt allem vorzustehn, und schaffest, daß ein jedes Land sein Brod bekommt aus deiner Hand. 5. Nun, Herr, wer fanns genug bedenken? der Wunder sind hier gar zu viel. So reich als du kann Niemand schenten, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle werth. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung fäet und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, 6. Wir wollens auch niemals die das Land begießt, des Himmels Thau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brod; es mehret sich vielfältger 179. vergessen, was uns dein Segen bringet ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal seyn; und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dant. Gasp. Steumann, geb. 1648, † 1715. 1690. Mel. Was Gott thut 2c. 1. Was Gott thut, das ist wohl ge.than; so den ken Got tes Rint der. Er fieb- et fie oft sau. er an und liebt sie doch nicht min- der Zum Geburts- und Namenstag des Landesherrn. 135 Er zieht ihr Herz nur him- mel- wärts, wenn er sie läßt auf Erden $ ein Ziel der Pla gen werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; gibt er, so kann man nehmen; nimmt er, wir sind nicht übler dran, wenn wir uns nur bequemen. Die Linke schmerzt, die Rechte herzt, und beide Hände müssen wir doch in Demuth küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weist uns oft den Segen, und eh er noch gedeihen kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein der Schatz will seyn, so macht er andre Güter durch den Berlust uns bitter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wenn man nach reichem Säen doch wenig Garben ernten kann, so ists vielleicht geschehen, weit Gott auch Frucht bei uns gesucht und doch hat müssen flagen, daß wir so schlecht getragen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, wir müssen besser werden; man baue nur die Herzen an, so folgt die Frucht auf Erden. Den be Mangel muß ein Ueberfluß zu andrer Zeit erseßen und Feld und Herz ergößen. 6. Was Gott thut, das ist wohl. gethan; das Feld mag ledig stehen, wir gehn getroft auf Zions Bahn und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brod, so hats nicht Noth; die Welt muß eh verderben, als wir vor Hunger sterben. 7. Was Gott thut, das ist wohigethan; so wollen wir stets schließen, und ist bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ists genung zur Sättigung, wenn Gott die Nothdurft segnet, obs auch nicht Vorrath regnet. 8. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wie er es nun gefüget, so nehmen wir es billig an und find dabei vergnüget. Er, unser Gott, weiß, was uns noth; laßt in Geduld uns fassen: er wird uns nicht verlassen. Benjamin Schmold, geb. 1672, † 1737. [ Siehe Lob und Danklieder.] Lieder zum Geburts- und Namenstag des Landesherrn. 180. Mel. 2euch ein zu meinen 2c. 1. Dir, höch- fter Herr und König dir ist man un. ter.thänig, Grüger. 1653. der Kont ge und Herrn du herrschest nah und fern, 136 Bum Geburts- und Namenstag des Landesherrn. du un ser herr und Gott, zum Schu- ge start und mächtig, 2. Nach deines Wortes Lehre ist auch die Obrigkeit von dir und dir zur Ehre; ihr Schwert, das Frevlern braut, empfing fie nur von dir. Wer ihr zuwider lebet, der, Höchster, widerstrebet dir selbst sowohl als ihr. 3. Du, höchster Herrscher, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich den König ehre, wie es dein Wort uns heißt. Er trägt ja, Gott, dein Bild; und wenn wir seinen Willen in Furcht und Lieb erfüllen, wird dein Will auch erfüllt. 181. the 4. Laß deines Geistes Gaben stets reichlich auf ihm ruhn; laß ihn, auch hoch erhaben, gern deinen Wil len thun. Du herrschest selbst im an Ehren groß und prächtig, ein hel fer in der Noth. Land; das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten; es steht in deiner Hand. 5. G8 leuchte, Gott der Güte, dem Könige dein Licht; Gerechtigfeit behüte ihn allzeit im Gericht. Laß stets durch sein Bemühen die Frommen sicher wohnen; nie laß ihn Frevler schonen, selbst stets das Unrecht fliehn. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. du bist al- lein thr Herr 2. Weltbeherrscher, laß sie nie die rechte Bahn verlieren; bewahre 1 6. Gib, daß durch sein Regieren wir mit 3ufriedenheit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott, du segnest gern; wir bitten ohn Ermüden: Gib Segen, Heil und Frieden durch Jesum, unsern Herrn! 1. Der Thron der Welt be herrscher ist Sie sind nur Staub; du a. ber bist 1524. Das Reich ist dein und dein die Welt; du, der sie schuf und sie erhält, ein Schemel deinen Füßen. Gott, dem sie die nen müssen. scher. stets vor Schmeichlern sie, daß die fie nicht verführen! Lehr sie ihr eis gen Herz durchschaun und nur mit Furcht sich selber traun und dich um Weisheit bitten. Taufe. 3. Gib Friede, halte sie zurück bor ungerechten Kriegen! Ihr Ruhm sey der, mit strengem Blick die Lafter zu besiegen. Wenn aber Bölter fie zum Streit durch Unrecht reizen, dann gebeut dem Siege, sie zu schüßen! 4. Unendlicher, regiere sie, daß fie getreu dir dienen; verlaß mit deiner Huld sie nie, noch ihr Geschlecht nach ihnen. Die Furcht vor dir, Barmherzigkeit und Weisheit mit Dritte 182. 137 und Gerechtigkeit sey ihres Hauptes Krone. 5. Ach, laß dein Wort auch auf dem Thron, Jehova, Glauben finden; laß Fürsten auch auf deinen Sohn fest ihre Hoffnung gründen. Gott, sie sind Sünder sowie wir; laß sie doch nicht ihr Theil bloß hier in diesem Leben suchen. Dritte Abtheilung. 6. Erhöre, Vater, dieß Gebet, sey gnädig uns und ihnen. So weit dein Reich, die Erde geht, soll, Herr, dir alles dienen. Nimmst du dich allzeit unser an, so werden Fürst und Unterthan in deinem Schatten wohnen. Balth. Münter, geb. 1735, † 1793. Kirchliche Handlungen. I. Die heiligen Sacramente. Taufe. Mel. Es woll uns Gott ze. 1 1. Chrift, unser Herr, zum Jordan tam nach seines Ba- ters Bil len, von Sanet Johann's die Taufe nabm, fein Werk und Amt zur fül. len. Da wollt er ftif. ten uns ein Bad, es galt ein neues Le ben. er fäufen auch den bit. tern Lod 1525. . zu waschen uns von Sünden, durch sein selbst Blut und Wunden; Taufe. 138 2. So hört und merket alle wohl, was Gott heißt selbst die Taufe, und was ein Christe gläuben soll, zu meiden Reperhaufen: Gott spricht und will, daß Wasser sey, doch nicht allein schlecht Wasser; sein heiligs Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohn Maßen, der ist allhie der Täufer. 3. Solchs hat er uns beweiset flar mit Bildern und mit Worten. Des Vaters Stimm man offenbar daselbst am Jordan hörte. Er sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen; den will ich euch befohlen han, daß ihr ihn höret alle und folget seinen Lehren. 4. Auch Gottes Sohn hie selber steht in seiner zarten Menschheit; der heilig Geist herniederfährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran, wenn wir getaufet werden, all drei Person getaufet han, damit bei uns auf Erden zu wohnen sich ergeben. 5. Sein Jünger beißt der Herre 183. fes Chrift: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren. Wer glaubet und sich tausen läßt, soll dadurch selig werden; ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll erben. Mel. In dich hab ich zc. er zeig ihm dei- ne Gua- de. 6. Wer nicht glaubt dieser großen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist verdammt zum ewgen Tod, tief in der Höllen Grunde. Nichts hilft sein eigen Heiligkeit, all sein Thun ist verloren; die Erbsünd machts zur Nichtigkeit, darin er ist geboren, vermag ihm selbst nicht helfen. 7. Das Aug allein das Wasser fieht, wie Menschen Wasser gießen; der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi, und ist für ihm ein rothe Fluth, von Christus Blut gefärbet, die allen Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 1. Gott Ba- ter, bô.re uns- re Bitt, theil die- fem Kind den Se- gen mit, E S daß ihm die selb nicht scha de. 1536. 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf durch dieses Bad der heilgen Lauf zu deinem Glied und Erben, Es sey dein Kind; nimm weg seinSünd. damit es dein mög allzeit seyn im Leben und im Sterben. 3. Und du, o allerwerthster Geist, Taufe. jammt Vater und dem Sohn gepreist, wollst gleichfalls zu uns kommen, damit zur Stund in deinen Bund es werde aufgenommen. 184. Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. 1. Lasset mich mit Freuden sprechen: der bei menschlichen Gebrechen was sind alle Schä.ße nu ße, 1 Nach der Laufhandlung. 4. Dheilige Dreieinigkeit, dir sey Lob, Ehr und Dank bereit für dieſe große Güte. Gib, daß dafür wir dienen dir; vor Sünden uns behüte. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! Und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 185. 139 Ich bin ein ge tauf. ter Cbrift, dennoch ein Kind Got- tes ist; Hinge? 1690. da ich einen Schaß be. fi. ße, der mir al les heil ge bracht und mich e wig se lig macht? B • • 2. Keine Sünde macht mir 4. Freudig sag ich, wenn ich bange; ich bin ein getaufter Christ! Denn ich weiß gewiß, so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jefu, durch dein Blut entbinden, weil das theure Wasserbad mich damit besprenget hat. sterbe: Ich bin ein getaufter Christ; denn das bringt mich zu dem Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mir der Glaube, daß mir doch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 1 Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 5. Nun, so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens seyn. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdm. Neumeister, geb. 1671, † 1756, Able. 1664. 1. fieb- ster Je su, wir sind bier, deinem Worte nach zu le. ben; die ses Rind- lein kommt zu dir, weil du den Befehl ge.ge ben. 140 Taufe. daß man sie zu dir bin führe, denn das Himmelreich ift ib. re. • 2. Ja, es schallet allermeist die ses Wort in unsre Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen, tritt mit deinem Glanz berfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken; laß es bald nach dieser Fluth dei nen Purpurmantel decken; schenk 186. ihm deiner Unschuld Seide, daß es ganz in dich fich kleide. 5. Hirte, nimm dein Schäflein an; Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; Friedefürst, schent du ihm Friede; Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe! 6. Nun wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Du un- er- forschlichs Meer der Gnaden, es het let an mir allen Schaden, Die Sündfluth geb.et über hin, 2. Wie groß find, Jesu, deine Gaben! Du kommst mit Wasser und mit Blut; und wenn wir dieſe Schäße haben, so erben wir das höchste Gut. Wenn ich damit gezeichnet bin, so ist der Himmel mein Gewinn. 3. Was frag ich nach der eitlen Chre? ich bin des Allerhöchsten Kind, weil ich in deren 3ahl ge= höre, die aus Gott selbst geboren find. Kein Ehrenstand ist diesem Neumarf. 1657. wie se lig ist dein Was- fer. bad! den Adams Fall ver- ur- sacht hat. wenn ich in dieser Ar. dhe bin. gleich; das ist mein Recht zum Himmelreich. 4. Du schreibeft mich ins Buch des Lebens, du, meines Lebens Leben, ein. Ach, lasse mich doch nicht vergebens auf deinen Tod getaufet feyn. Ja, schreibe mich so träftig an, daß mich kein Fluch vertilgen kann. 5. Hab ich dir Herz und Hand gegeben, so gib mir, Jefu, deine Gnad, auch dem Versprechen nach juleben, das selbst dein Geist verfiegelt hat. Des Satans Werk und Wesen sey kein Hinderniß an meiner Treu. 6. Erhalte mich durch deine Taufe 187. He 1. Chri ste, du Lamm Gottes, 2. Christe, du Lamm Gottes, Abendmahlslieder. Abendmahlslieder. SAL SHO Eigne Melodie. 1. erbarm dich un- ser! 2. erbarm dich unser! 188. der du trägst die Sünd der Welt: der du trägst die Sünd der Welt: 3. Chri fte, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt: 141 im Bündlein der Lebendigen und führe mich in meinem Laufe vom Irdischen zum Himmlischen, daß ich durch diesen Jordan geh und dort im Lebenslande steh! Benjamin Schmold, geb 1672, † 1737. 3. gib uns deinen Frie- den! Eigne Melodie. 1. Lamm Gottes unschuldig, all zeit ge fun. den dul dig, Er- barm dich un ser, 1 Schaf- fe in mir, Gott, ein rei- nes Her- ze und gib mir einen neuen, ge all Sünd hast du ge. tra wis- sen Geift. Verwirf mich nicht, verwirf mich nicht von deinem Ange- sicht, #h 1545. von deinem An- ge- ficht und nimm deinen bei. li gen Geist nicht von mir. 189. Eigne Melodie. le Mon al $ 5 D A..., men! Wiener? 1651. " gen, Je su! am Stamm des Kreuzes ge- schlachtet, wie wohl du wardit ver- ach- tet: . 1540. sonst müß- ten wir ver za gen. . 142 Abendmahlelieder. 2. D Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlach am Stamm des Kreuzes geschlachtet, ellzeit gefunden duldig, wiewohl du wardst verachtet: all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. D Lamm Gottes unschuldig, tet, allzeit gefunden duldig, wies wohl du wardst verachtet: all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gib uns deinen Frieden, o Jesu! Nik. Decius, um 1526. 190. F 1. Se sus Chri ftus, un ser heiland, a Born Eigne Melodie. . wandt, durch das bit. ter 2. Daß wir nimmer des vergesfen, gab er uns sein Leib zu essen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. half er uns aus der Sil. Ien Pein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl Acht auf sein Sachen! Wer unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empsäht. 4. Du sollt Gott den Bater preiz sen, daß er dich so wohl wollt speisen, und für deine Missethat in den Tod sein Sohn geben hat. 5. Du sollt glauben und nicht wanken, daß ein Speise sev den Kranken, den ihr Herz von Sünden schwer und für Angst ist betrübet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barmberzigkeit sucht ein Herz in großer der von uns den Gottes Lei. den 1524. fein Arbeit; ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; kein Arzt ist dem Starken noth, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was fonnt erwerben, was dürft ich denn für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Herzensgrunde und bekennest mit dem Mun de, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise dein Seel erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, deinen Nächsten sollt du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Abendmahlslieder. 191., Mel. Es ift gewißlich an der 2c. zu dei ner Lie be herr- lich- teit 1. Herr Je su Christ, bu böch- stes Gut, du Brunnquell al·ler Gna- den! Wir kommen, dei- nen Leib und Blut, wie du uns haft ge- la- den, zuz essen und zu trin- fen. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke! Schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste seyn, und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelewesen. 192. Mel. O Jesu Chrift, meins 2c. 143 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall; ich bin frant, unrein, nackt und bloß, blind, arm: ach Herr, mich nicht verstoß. 1535. 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht, du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitfleid. und un- frer Seelen Se lig feit 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich: In meiner Schwachheit heile 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Noth uns für und für von dir nicht wieder treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. 1. Je- su, du mein Bräu- ti- gam, der du aus Lieb am Kreuzes stamm für mich den Tod ge- litten haft, genommen weg der Sünden Last. mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein. 1630. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glaubensferz; in Reichthum meine Armuth kehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das rechte Himmelsbrod, dich Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir ge nehm. 144 7. Lösch alle Laster aus in mir; mein Herz mit Lieb und Glauben gier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Chr. 8. Gib, was mir nügt an Seel und Leib; was schädlich ist, fern von mir treib; tomm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch dieser Mahlzeit Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 193. H 1. Herr Je su bei dir al Abendmahlslieder. mich bewir. the! du mir ge ben. wol left du wei. den . 10. Vertreibe alle meine Feind die sichtbar und unsichtbar seind; den guten Vorsatz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir. Mel. Gott sey gelobet und zc. bri- ste, mein ge treu er Hir te, lei ne find ich Heil und Leben; 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt; ach, laß mich meine Tag in Ruh und Friede christlich. bringen zu, 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann, geb. 1585,+ 1647. . und zum fri- schen Was ser führn, Ky ri. e. le i son! 2. All andre Speis und Trank ist ganz vergebens; du bist selbst das Brod des Lebens. Kein Hunger plaget den, der von dir isset, alles Jammers er vergisset. Kyrieleison! Du bist die lebendige Quelle, zu der ich mein Krüglein stelle; laß Ryri e le ison! Dein arm Schäf- letn 3 Altdeutsch? 1524. auf If ra els Bergen in Freu. den fomm, mit Gnaden was ich darf, fannst da das Le ben her thut rübru. FOUR mit Trost es fließen voll, so. wird meiner Seele wohl. Kyrieleison! 3. Laß mich recht trauern über meine Sünde, doch den Glauben auch anzünde, den wahren Glauben, mit dem ich dich fasse, mich auf dein Verdienst verlasse. Kyrie Abendmahlslieder. leison! Gib mir ein recht bußfertig Herze, daß ich mit der Sünde nicht scherze, noch durch meine Sicherheit mich bring um die Seligteit. Kyrieleison! 4. Mir ist befleckt sehr greulich mein Gewissen; ach, laß ein Bluts. tröpflein fließen aus deinen Wunden, welche du empfangen, da du bift am Kreuz gehangen. Kurieleison! Wird damit mein Herze gerühret, wirds von Stund an rein gezieret durch dein Blut mit Glauben schön, kann in dir vor Gott bestehn. Kyrieleison! 5. Der darf des Arztes, den die Krankheit plaget, mit Begier er nach ihm fraget; o süßer Jesu, schau, wie tiefe Wunden werden auch in mir gefunden. Kyrieleison! Du bist ja der Arzt, den ich rufe, auf den mit Verlangen ich hoffe. Hilf, o wahrer Mensch und Gott! hilfst du nicht, so bin ich todt. Kyrieleison! 145 von Sünden frei, dir zu dienen Kraft verleih. Kyrieleison! 6. Du rufest Alle zu dir in Genaden, die mühselig und beladen; all ihre Missethat willst du verzeihen, ihrer Bürden sie befreien. Kyrieleison! Ach, komm selbst, leg an deine Hände, und die schwere Last von mir wende. Mache mich 194. 7. Du wollest Geist und Herze zu dir neigen; nimm mich mir, gib mich dir eigen. Du bist der Weinstock, ich bin deine Rebe; nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyrieleison! Ach, in mir find ich eitel Sünden, in dir müssen sie bald verschwinden; in mir find ich Höllenpein, in dir muß ich selig seyn. Kyrieleison! 8. Komm, o mein Freund, tomm, du schönste Krone! Iesu, komm und in mir wohne! In mir will ich dich mit Gebet oft grüßen, ja mit Lieb und Glauben küssen. Kyrieleison! Komm und schenke mir deine Liebe, so wird nichts seyn, das mich betrübe, deine Sanftmuth und Geduld, die Frucht deiner Gnad und Huld. Kyrieleiſon! 9. Dieß sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Lebenssaft ertheilen, daß ich aus mir nun all Untugend reiße, dir zu dienen mich befleiße. Kyrieleison! In dir hab ich, was ich soll haben, deiner Gnaden Brünnlein mich laben. Laß mich ewig seyn in dir und bleib ewig auch in mir. Kyrieleison!. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Eigne Melodie. 1. Schmücke dich, o lie.be See le! Laß die dunk le tomm and hel- le Licht ge- gangen, fan- ge herr. lich Crüger. 1649. Sündenhöh- le, an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Ga- te la den; Pet. m. Not. 10 146 Abendmahlslieder. der den Himmel kann ver- wal ten, will jeßt Herberg in dir hal- ten. 2. Gile, wie Verlobte pflegen, nähret, und daß mit dem Saft der deinem Bräutigam entgegen, der Reben uns wird Christi Blut gemit süßen Gnadenworten flopft an geben. Oder großen Heimlichkei deines Herzens Pforten. Eile, fie ten, die nur Gottes Geift fann ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu deuten! seinen Füßen, sprich: Mein Heil, laß dich umfassen; von dir will ich nicht mehr lassen. 6. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig haft dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergoffen, das uns jetzt kann kräftig tränten, deiner Liebe zu gedenken. 3. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach deiner Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürften nach dem Trank des Le= bensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine. 4. Heilge Luft und tiefes Bangen nimmt mein Herze jest gefangen; das Geheimniß dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist wohl auch ein Mensch zu finden, der dein Allmacht sollt ergründen? 5. Nein, Vernunft, die muß hier weichen, kann dieß Wunder nicht erreichen, daß dieß Brod nie wird verzehret, ob es gleich viel tausend 195. fhe 8. Jesu, wahres Brod des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Scha den sey zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dieß Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jeßt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Joh. Frand, geb. 1618, † 1677. 1555. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 1. Herr, du haft für al le Sün- der wo das Brod der armen Kin- der ei nen rei- chen Tisch ge- deckt, nach des Vaters Lie. be schmeckt. Heu te nun bin ich dein Gast, wie du mir be foh, len haft; S Abendmahlsteder. aber bilf auch, daß mein Herze 2. Räume, bitt ich, mein Gemüthe rein von allem Argen aus, daß auch meines Herzens Hütte werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, liebe mich und laß deinen Tisch auf Erden mir zum halben Himmel werden. 3. Kann der Herr dem Knechte fchenken auch sein eigen Fleisch und Blut: ach, so hilf mir recht bedenfen, was hier deine Liebe thut; und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung haft gegeben. 4. Nimm jeßt die Vernunft gefangen, daß ich glaube schlecht und recht, und erwecke mein Verlangen, wenn das Fleisch den Eifer schwächt, bis ich fühle meine Noth und mich sehne nach dem Brod, welches allen Hunger stillet und mein Herz mit Gott erfüllet. 5. Denke doch, du Fürst des Lebens, denke, daß du Jesus heißt, denke, daß du nicht vergebens für die Welt gestorben seyft: drum er 196. 147 nicht mit deiner Wohlthat scher, ze. höre, was ich bitt, theile mir dich selber mit und laß heut in mein Gewissen Blut aus deinen Wunden fließen. boren, nähr uns auch durch deine 6. Sind wir doch aus dir geKraft; und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hülfe schafft: ach, so laß dein Brod und Wein meines Herzens Manna seyn, daß die Wirtung dieser Speise fünftig in der That sich weise. 7. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freudenmuth, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch Niemand lasse rauben. 8. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Lod; laß mich auch Niemanden hassen, der mit mir genießt dein Brod; nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir seyn und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. Casp. Neumann, geb. 1648, † 1715. Mel. Es ist gewißlich zc. 1535. 1. Halt im Gedächints Je- sum Chrift, o Mensch, der auf die Er. dell vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bru der da zu werden. 10* 148 Abendmahlslieder. Vergiß nicht, daß er dir zu Gut dank ihm für diese Lie be. 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist, und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod, und dich erlöst aus aller Noth; dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der auch am dritten Tage fiegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Noth und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht, sein Unschuld Leben wiederbracht; dank ihm für diese Liebe. # 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die 197. bat an- genommen Fleisch und Blut; Stått dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der einst wird wieder kommen und sich, was todt und lebend ist, zu richten vorgenommen. D denke, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Noth mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Syriakus Günther, geb. 1650,+1704. Mel. Es ist gewißlich zc. 1535. 1. Wie heilig ist die Stätte hier, wo ich voll An- dacht steh- e! Sie ist des Himmels Pforte mir, die nun ich offen sebe! D Lebensthor, o Zisch des Herrn! vom Himmel bin ich nicht mehr fern und füh le Got. tes Näh. e. 2. Wie heilig ist dieß Lebens- vor dem des Herzens Angst und brod, dieß theure Gnadenzeichen, Noth und alle Qualen weichen Abendmahlelieder. O Brod, daß meine Seele nährt, o Manna, daß mir Gott beschert, dich will ich jest genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Tranf, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüth mit Lob und Dank und heilger Freud erfüllet. Lebenstrank, o heilges Blut, das einst geflossen mir zu Gut, dich will ich jest empfangen. 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein; mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll, und er in mir will leben. 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, da198. 149 mit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich; was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sey und bleibe. Von dir sen ganz mein Herz erfüllt, Herr, laß dein heilig Ebenbild beständig an mir leuchten. 7. Nun du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben; in dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben! Nach Val. Ernst Löscher, geb.1673,+ 1749. Mel. Ich ruhe nun in Gottes 2c. 1. Mein Je su, der du vor dem Scheiden uns haft die Früchte dei- uer Lei den 3. Es wird dem zitternden Gewissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sey zerrissen, daß unsre Handschrift sey zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sün4 1713. in deiner lek- ten Trauernacht in einem Te- sta- ment vermacht, es prei- jen gläubige Gemüther dich, Stifter dieser hohen Gü. ter. den in deinen blutgen Wunden finden. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtniß bei uns neu; man fann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sey. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen verneuern sich in unsern Herzen. 4. Das Band wird fester zugezogen, daß dich und uns zusammenfügt. Die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, fühlt, wie fie neue Stüßen friegt. Wir werden mehr in solchen Stunden mit dir zu Einem Geist verbunden. 5. Dieß Brod kann wahre Nahrung geben; dieß Blut erquicket unsern Geist. G8 mehrt sich unser 150 innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. Abendmahlslieder. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande in Herz und Eine Seele seyn. Der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, der Schwachheit voll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll, ja daß du 199. fe uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. 8.D theures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Dieß Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschnack jener Freuden. 9. Dir sey Lob, Ehr und Preis gefungen! Ein solcher boher Liebesschein verdient, daß aller Engel Zungen zu dessen Ruhm geschäftig seyn. Wird unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich vollkommner loben. Mel. An Wasserflüssen 2c. 1. Ich komme, Herr, und suche dich Gott, mein Erbar- mer, würdge mich sten. Joh. Jakob Rambach, geb. 1693,+ 1735. Ich lie- ge bier vor dei- nem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, ich suche Ruh und fin. de fie oder * T müb. se lig und be la den. des Bunders dei. ner Gna- den. mich det.ner zu ge trösten. Ich fühle mei- ner Sünden Müh; 1525. Tö Tösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an; du bist das Heil der Sünder. Du bast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an sich verfühnet. im Glauben der Erdein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit Abendmahlslieder. 151 3. So freue dich, mein Herz in mir! Er tilget deine Sünden und läßt an seinem Tische hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sey getrost, mein Sohn! die Schuld 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein ist dir vergeben. Du bist in meis nen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. stock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Wein200. Mel. D Jesu Christ, meins 2c. Gebot; ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinen Willen. Laß mich von nun an würdig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Chrifti. F. Gellert, geb. 1715,+ 1769 1. Herr, der du als ein stil. les Lamm am mar- ter vol len Kreuzes stamm $ 5 jur Tilgung meiner Sün- den- last dich auch für mich ge. o. pfert haft: 3. Hier labet mich als deinen Gost der Leib, den du geopfert hast, dein Blut, das, o Herr Jesu Christ, am Kreuzesstamm vergossen ist. 4. D Heiland, hilf mir, daß ich ja mit tiefer Ehrfürcht dir mich nab! O Herr, mein Mund empfahe nicht des Lebens Speise zum Gericht. 1630. 2. Hier feir ich deinen Mittler- nach begehrt, der Wohlthat ganze tod; hier nährst du mich mit Him- Größ ermißt und deiner Liebe nie. melsbrod; hier ist das unschäßbare vergißt. Gut, das du mir gibst, dein Leib und Blut. 5. Hilf, daß mühselig und beschwert mein gläubges Herz dar 6. Ich, Erd und Asche, bins nicht werth, daß so viel Heil mir widerfährt; du willst, o Höchster, nicht verschmähn, zu meinem Herzen einzugehn. 7. Mein Herz steht offen, richte du dirs selbst zu deiner Wohnung zu; wirf alle Laster ganz hinaus, schmück es mit jeder Tugend aus. 8. Du kommst; gesegnet seyft du mir! Du bleibst in mir, ich bleib in dir; ich end in dir einst meinen 152 Lauf, und du weckst mich vom Tode auf. 9. Ich liebe dich, Herr, unverrückt, wenn auch das schwere Kreuz mich drückt; wenn Leib und Seel verschmachtet mir, doch lieb ich dich und bleib bei dir. Abendmahlslieder. 10. Auch stärkt mich dieses Mahles Kraft auf meiner ganzen Pilgerschaft, mit Allen in den Kampf zu gehn, die mir nach meiner Seele stebn. 201. Ginst feiern wir 11. G8 steuert allem Stolz und Neid, verknüpft zu Lieb und Einige feit, gibt Trost, der nie das Herz verläßt, und macht den guten Vorsag fest. 202. 12. Und wenn du mich, o Lewirst, erquickt mit Freuden ohne bensfürst, zur Seligkeit vollenden Zahl mich dort dein ewges Abendmahl. sey mit ten unter uns, v Gott! und sprich uns los von Sünd und Tod! Mel. Wachet auf, ruft 2c. Herr, du wollt uns vor be rei ten zu dei- nes Mab- les Se- lig- fei- ten; Laß uns, Leben zu empfab- en, mit glaubensvol- lem Herzen nab- en bat ge frei fet Gett, zu Gu. te. dein laß uns ewig seyn. Anien, Amen! An be tung Dir! Joh. Adolvh Schlegel, geb. 1721,+ 1793. Wir find, o Je fu, dein; das große Abendmahl bei dir! Nach dem Abendmahl. Eigne Melodie. 1599. Friedr. Gottl. Klopstock, geb. 1724, † 1803. 1. Gott sey ge. lo. bet und ge be. ne dei et, mit seinem Fleische und mit seinem Blu- te; Rp ri e le. i jon! Altdeutsch? 1524. der une fel ber das gib uns, herr Herr, durch dei- nen Abendmahlslieder. bei li gen Leichnam, der von deiner Mutter Maria fam, 12. dich- zwungen hat] 13. uns nim- mer laß] und das hei. li ge Blut . Ky ri. e. le. i son! . 2. Der heilig Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größer Güte fonnt er uns geschenken, dabei wir sein solln gedenken. Kyrieleison! Herr, dein Lieb so groß dich zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder that, und bezahlt unfre Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyrieleison! 203. bilf uns, Herr, aus aller Roth. 3. Gott geb uns allen seiner Gnaden Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kyrieleison! Herr, dein heilig Geist und nimmer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arm Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleison! Dr. M. Luther, geb. 1483, 1546. Mel. Nun lob, mein Seel 2c. 1. Wie wohl hast du ge. la. bet, ja mich so reich be ga. bet, Dwun der sa me Spei. fe, 153 o Liebemabl, das ich prei. se wie bast du doch er. qui det Mein Geift der bat er bli, det 1540. S o liebster Je su, dei- nen Bast, daß ich jest fühle Freud und Raft. ofü ßer Lebenstrank, mit einem Lob- ge- sang, mein Leben, Herz und Mutb! das aller böchste Gut. 154 2. Bei dir bab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit; du bast mir voll gemessen den edeln Kelch, der mich erfreut. Ach, Gott, du haft erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig jegt sich neiget mein Herz in Liebesbrunft. Du hast mich lassen schmecken das edle Himmelsbrod; binfort kann mich nicht schreden Welt, Teufel, Sünd und Tod. Abendmahlslieder. 3. So lang ich leb auf Erden, preis ich dich, liebster Jesu, wohl, daß du mich läsfest werden von dir und durch dich satt und voll. Du hast mich selbst getränket mit deinem theuren Blut, dich mir ins Herz gesenket, o unvergleichlich Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat, der nimmer fann verderben, mein Trost, Schuß, Hülf und Rath. 4. Wie kann ich aber fassen, Herr Jesu, daß du mit Begier dich haft so tief gelassen vom Himmelsfaal herab zu mir? Du Schöpfer aller Dinge, besucheft deinen Knecht; ach hilf, daß ich dir bringe ein Herz, das fromm und recht, daß gläubig dir vertraue, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlig schaue dort in der Ewigkeit. 5. Du bists, der ewig bleibet; 204. ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet; Herr, ich bin arm, und du bist reich; du bist sehr groß von Güte, fein Un. recht ist an dir; ich, sündhaft im Gemüthe, kann fehlen für und für: noch kommest du hernieder und nimmst mich Sünder an; was geb ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? 6. Ein Herz, das recht bereuet, ein Herz, das ganz zerknirschet ist, das ist, was dich erfreuet, mein Gott und Herr, zu jeder Frist. Du wirst es nicht verachten; bilf, daß ich emfig bin, nach deiner Gunst zu trachten. Nimm doch in Gnaden hin das Opfer meiner 3ungen; dir sey von Herzensgrund jeßt Lob und Preis gesungen, Herr Gott, durch meinen Mund. 7. Wohl mir, ich bin versehen mit Himmelsspeis und Engelstrank; nun will ich rüstig stehen, zu singen dir Lob, Ehr und Dank. Fahr wohl, du Weltgetümmel, du bist ein eitler Tand; ich seufze nach dem Himmel, dem rechten Vaterland. Fahr wohl, dort werd ich leben ohn Angst und Herzeleid; mein Gott, du wirst mir geben die ewge Seligkeit. Job. Rist, geb. 1607,+ 1667. Mel. Nun laßt uns Gott, dem 2c. Selneder? 1587. E 1. Jefu, mei.ne Won.ne, du met ner See- len Sou ne, म du Freund lichfter auf Erden, laß mich dir dankbar werden. Abendmahlslieder. 2. Wie kann ich gnugsam schåBen dieß himmelsüß Ergößen und diese theuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs verdanken, o Herr, daß du mich Kranten gespeiset und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, der du so viel empfunden. 5. Dir dant ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir dank ich für dein Sehnen und heißvergoßne Thränen. 6. Dir dant ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüthe dein übergroße Güte; dieß theure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 205. 155 8. Herr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zugemessen die träftge Himmelsspeise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich annoch empfinde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben! Was kannst du Werthres geben? 11. Ach laß, Herr, meine Seele in dieser Leibeshöhle doch allzeit mit Verlangen an deiner Liebe hangen. 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten. 13. Nun kann ich nicht verderben; drauf will ich seltg sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rift, geb. 1607, † 1667. Mel. Weil nichts gemeiner ist als sterben 2c. 1731. # 1. Gott Lob! ich bin aufs Neu er- qui- det mit Chri fti theu rem Leib und Blut. Das Heil, das bier mein Geist erblicket, macht allen meinen Schaden gut. Mein Glaubejauchzt und freuer sich; denn Jesus Christus starb für mich. 2. Gott Lob! die ganze Last der Sünden ist nun aus Gnaden weggeschafft. Mich aller Schulden zu entbinden, hat Jesu Blut die volle Kraft. Heut nahm ich ja der Freibeit Pfand beim Abendmahl aus seiner Hand. wissen fühlt sich in Jeſu Tod gestillt. Ich seh die Handschrift ganz zerrissen, die mich vorhin mit Furcht erfüllt. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, werd an sein Vaterberz gewöhnt. 3. Gott Lob! mein zagendes Ge. 4. Gott Lob! der süße Seelenfriede kehrt wieder in mein Herz 156 zurück. Wie war ich doch so krank, so müde, bis meines Jesu Gnaden blick aufs Neue sich zu mir gelenkt und Trost und Ruhe mir geschenkt. 5. Gott Lob! in dem erfreuten Herzen wohnt Jesus und die Seligkeit. Der Hoffnung weichen alle Schmerzen; leicht wird das Leiden dieser Zeit. Ein ewigs Glück lacht 206. Abendmahlslieder. 8 FE mir von fern; drum harr und glaub und duld ich gern. Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. 1. Dan- fet, dan fet Gott mit Freu- den, Macht die großen Se lig. kei- ten 6. Gott Lob! mit Freuden will ich sterben; der Himmel ist mir aufgethan. Dort darf ich auch mit Jesu erben nach einst durchwallter Leidensbahn, und mit der außer= wählten Zahl halt ich erst dann recht Abendmahl. Maria Cl. Silberrab, geb. 1750,+ 1815. Hinge? 1690. dan fet ihm vor dem Altar, 2. Ja, wir preisen Gottes Gute; denn sie währet ewiglich. O wie freut sich das Gemüthe, daß der Herr so gnädig sich gegen uns auch jest erwiesen! Jmmerdar sey er gepriesen; groß ist seine Huld und Treu, und auch heute ward fie neu. 3. Heilig, heilig, heilig werde, Gott, dein Nam uns mehr und mehr; alle Himmel sammt der Erde zeugen laut von deiner Ehr. Dir, Herr, fingen Seraphinen dreimal 207. was der Herr für Gna de schen- ket, dan- ket ihm mit Herz und Mund! die ses heil- gen Mah. les fund, . da er selbst und speift und tränket; daß er uns so freundlich war. Heilig, die dir dienen. Droben in dem Heiligthum schallet deines Namens Ruhm. 4. Gott, der Herr und Vater, segne uns in seinem lieben Sohn; und des Vaters Sohn begegne uns von seinem Gnadenthron; und der Herr, der Geist, bereite uns zur Herrlichkeit und leite uns zu seinem Frieden! Ja, Amen! sprecht Halleluja! Nif. Kaiser, geb. 1734,+ 1800. Mel. Wie schön leuchtet zc. Wir nab, en uns, o Gottes Sohn, im Nacht mahl deiner Leib, dein Blut; 1599. von Dank durch dieß komm auf drun gen dei nem Thron; ewig uns zu Gut . 208. men, Confirmation. . men! Welche Freu.den war ten droben, wo wir dich obn En. de du hast uns nun gege ben und stärt in uns dein Le. ben. II. Die andern kirchlichen Handlungen. Confirmation. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. lo. ben. 3. Doch habe ich dir Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zuge sagt; ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigenthum zu seyn gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werfen ab. 157 nach dem Leiden 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste 1. Ich bin ge- tauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geift; ich bin ge- zählt zu deinem Sa- men, zum Bolt, das dir ge bei- ligt heißt; $ Neumark. 1657. ich bin in Christum ein- ge senkt, ich bin mit seinem Geist be- schenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in aller Noth und Pein, o guter Geist, mein Tröster seyn. stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs Neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn; es sey in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternissen, ich bleibe mit dir unvermengt; hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut be 154 Connemanon. heilger Geist; halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben beißt; so leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Job. Jat. Rambach, geb. 1693, † 1735. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. Nach Hammerschmidt. 1658. sprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich; Gott hört es, ich entfage euch. 7. Laß diesen Borsaß nimmer wanten, Gott Vater, Sohn und 209. 1.. wig, e wig bin ich dein, bin auf dich, um dein zu seyn. Def fen soll mein Herz sich freun; s 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe nun dein Kind und Erbe bin, daß ich dich zum Bater habe! Deine Gnade macht mich rein; droben soll ichs ewig seyn. 3. Ich, ein Sünder von Natur, ich Gefallner soll auf Erden eine neue Creatur, soll, o Gott, dir ähnlich werden. Heilig, heilig soll ich seyn; Jesus und sein Geist ist mein. 4. Treue hab ich oft gelobt, doch verletzt den Bund der Taufe. Wenn die Luft in mir getobt, ließ ich ab vom Glaubenslaufe. Aber nimm mich wieder ein; dein, Herr, will ich ewig seyn. 210. theu er dir, mein Gott, er- kau- fet; Va- ter, Sohn und Geist ge- tau- fet. e. wig, e. wig bin ich dein. 5. Ich entfag, o Satan, dir, dir, o Welt, und dir, o Sünde. Euch entsag ich, weicht von mir, dem erlösten Gotteskinde! Gure Luft ist Tod und Pein; ich will meines Gottes seyn. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich auf dem schmalen Wege übe gute Ritterschaft und nur Jesu leben möge. Er wird Gnade mir verleihn, treu bis in den Tod zu seyn. 7. Höre mich; denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Laß mich hier im Glauben dein, dort im Schauen selig seyn. Joh. Andreas Cramer, geb. 1723, † 1788. Dreje. 1698. Mel. Seelenbräutigam 2c. 1. Don des Himmels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist derStärke; $ 5 gib uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu seyn. Confirmation. 2. Mach uns selbst bereit, gib uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen theures Blut floß auch uns zu Gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, daß wir unsern Bund erneuern und mit Wahrheit dir betheuern, deine Bahn zu gehn, Weltluft zu verschmähn. 211. 159 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn in den Himmelshöhn. Samuel Marot, geb. 1770. Mel. D Du Liebe meiner Liebe zc. 1698. . 1. Bei dir, Je su, will ich blei- ben, stets in deinem Dienfte stehn; nichts soll mich von dir ver. trei.ben, will auf det nen Wegen gehn. Du bist mei nes Lebens Le ben, meiner See- le Trieb und Kraft, wie der Wein- stock sei- nen Re- ben 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getrofter werden, als bei dir, Herr Jefu Chrift, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen theuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib zu- strömt Kraft und Lebensfaft. ich, so in Freude, wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Russ aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nur auf dieser Erden nahe, bis mein Tag fich neigt. Wenn es einst will Abend werden und die Nacht herniedersteigt, wenn mein Aug wird dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nady Der Seimatt reift./ Garl Joh. Phil. Spitta, geb. 1801. 160 212. fe Beichtlieder. Beichtlieder. Eigne Melodie. 1. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, sieh doch, wie ich in meinem Muth und in mir bab der Pfei- le viel, mich ar men Sün. der drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet haft am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht mit großem Weh in meinen Sünden untergeh, noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte ganz verloren seyn, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht und fast beginnt zu springen, dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, fommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und wollte gern 1594. du Brunnquell al- ler Gna den, mit Schmerzen bin be- la- den, die im Ge- wis- sen ob ne Biel im Blute dein von Sünden abge. waschen seyn, wie David und Ma. nasse: 6. So tomme ich zu dir allhie in meiner Noth geschritten, und thu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Vergib mir alles gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. Ach, Herr, vergib mirs doch, mein Gott, um deines Namens willen, und thu in mir die große Noth der Uebertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb, und dir hinsort zu Ehren leb im kindlichen Gehorsam. 8. Stärf mich mit deinem Freu dengeist, heil mich durch deine Wunden; hilf mir zu deines Namens Preis in meiner legten Stunden, und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im wahren Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten. Barth. Ringwaldt, geb. 1530,+ um 1598. 213. 2$$$$$$ $$$$ Beichtlieder. Mel. Herzlich lieb hab ich zc. Bor G'richt, Herr Je. su, steh ich hie, beug in Demuth meines Herzens Kute und seufze mit Web- klagen: Mein große Sünd und Mis se. that 214. mich ver- klagt und ver. dammet hat; doch will ich nicht ver. za. gen. Herr Je su Christ, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein, S 1 weil ich fest glau be und da- bei im Herzen ha be wab.re Reu. 161. Bor 1577. Herr Je su Christ, des dank ich dir, des dank ich dir, ich will mich bef fern, bilf du mir! 1 Mel. Zion klagt mit Angst ze. Mei ne Sünden ängsten mich, + und be kenne meine Sünden; 2. Weil du heißest Alle kommen, die beladen sind, zu dir, bin ich auch nicht ausgenommen, noch gewiesen von der Thür deiner Gnaden, sondern du willst und wirst mich noch Vet. m. Not. 1. O du Schöpfer al ler Din.ge, bö re, böre mein Ge.bet, das ich je zo vor dich bringe, weil mein Herz in lengsten steht. ka Grüger. 1640. da rum komm ich auch vor dich ach Herr, laß mich Gnade fin. den! dazu von den Sünden, die mich drücken, ganz entbinden und erquicken. 3. Dein Wort bleibet ungebrochen, das du einmal hast geredtz 11 / L. nun hast du, o Gott, gesprochen: gnädig mir; ich fall dir in deine Such mein Antlig im Gebet. Darum fomm ich auch vor dich, such dein Antlig; ach, laß mich bei dir Trost und Gnade finden, sprich mich los von meinen Sünden! Arme: ach Herr, meiner dich erbarme. 7. Ich verläugne nicht die Sünden, ich verläugne nicht die Schuld; aber laß mich Gnade finden, trage, Herr, mit mir Geduld; alles, was ich schuldig bin, will ich zahlen, nimm nur hin die Bezahlung meines Bürgen, der sich ließ für mich erwürgen. 4. Sieh die Handschrift, die ich gebe hier in deine Hand, o Gott, drin du sprichst: So wahr ich lebe, ich will nicht des Sünders Lod, sondern daß er sich bekehr von den Sünden, und begehr ewiglich mit mir zu leben, so will ich ihm alls vergeben. 5. Nun wohlan, du wirst nicht lügen; ich halt mich an deine Wort, will darauf in Demuth biegen meine Knie an diesem Ort, und bekennen meine Sünd: Ich bin das verlorne Kind, daß vom Teufel oft verblendet deine Güte hat verschwendet. 6. Weiter will ich nichts mehr sagen und allein an meine Brust mit dem armen Zöllner schlagen: Gott, es ist dir wohl bewußt, daß ich hab gesündigt dir; aber sey doch 215. 캠 8. Nun, o Vater aller Gnaden, siehe dessen Leiden an! denn er hat erseßt den Schaden; er hat für mich gnug gethan. Durch ihn bin ich ganz erlöst, dessen ich mich jego tröst, weil in seinen tiefen Wunden ich nun Fried und Ruh gefunden. 9. Ich will auch hierauf genießen Christi wahren Leib und Blut, meiner Seele und Gewissen zur Erquickung und zu Gut. Gib, daß würdig ich genieß, Jesu, dich, und schmeck, wie süß und wie freundlich du bist denen, die sich nach dir herzlich sehnen. Joh. Heinr. Galisius, geb. 1633,+ 1698. Sid 1820. Eigne Melodie 1. Ich armer Mensch, ich armer Sünder steb hier vor Gottes An- gesicht: ach Gott, ach Gott, verfabr gelin- der und geh nicht mit mir ins Gericht! Gott, mein Er- bar- mer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, du allerliebstes Baterherz! Wollst alle Sünde mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz! Erbarme dich zc. Gr.bar- me dich, er bar- me dich, 2. Wie ist mir doch so herzlich bange von wegen meiner großen Sünd, bis daß ich Gnad von dir erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich zc. Beichtlieder. 4. Wahr ist es, übel steht der Schade, den Niemand heilet außer du. Ach, aber ach! gib Gnade, Gnade! ich laß dir doch nicht eher Ruh. Erbarme dich zc. 5. Nicht wie ich hab verschuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sünd. O treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder für dein Kind. Erbarme dich zc. 216. 7. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei; weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschrei: Erbarme dich zc. Christoph Titius, geb. 1641, † 1703. Mel. Meinen Jesum laß ich ic. Nach Hammerschmidt. 1658. $ 1. Je sus nimmt die Sünder an! wel che von der rechten Bahn Hier ist, was sie ret ten fann: 2. Keiner Gnade sind wir werth; doch hat er in seinem Worte eidlich fich dazu erklärt; fehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an! 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, daß es nicht verderben fann: Jesus nimmt die Sünder an! 4. Kommet alle, fommet her, fommet, ihr betrübten Sünder; Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an! 163 6. Sprich nur Ein Wort, so werd ich leben; sag, daß ich armer Sünder hör: Geh hin, die Sünd ist dir vergeben; nur sündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich zc. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Bergebung finden, daß dieß Wort fa get doch dieß Trostwort Allen, auf ver.fehr- ten Weg verfallen. P Je sus nimmt die Sünder an! mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 6. Ich bin ganz getrosten Muths; ob die Sünden blutroth wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in Schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Mein Gewissen nagt mich nicht; Moses darf mich nicht verflagen; der mich frei und ledig spricht, hat die Sünden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 8. Jesus nimmt die Sünder an! Auch mich bat er angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an! Erdm. Neumeister, geb. 1671, 1756. 11* 164 217. fet Beichtlieder. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. 3ch er be. be mein Ge- mü- the denn ich ten ne dei- ne Güte, Nur Veräch ter dei ner Huld 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir; daß ich richtig wandeln möge, führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Vertrauen; ficher kann ich auf dich bauen. Deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich ver- ge- bens. 3. Ach gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht. Laß mich Gnade vor dir finden, geh nicht mit mir ins Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Bater, ja verzeihen. Oso höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten 218. 1687. sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir; o wie theu. er ist sie mir! stür. • zet ib. re eigene Schuld. auf dem Sündenwege machst du mein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! Du verwirfst ihn nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner überwinden. Ach bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stårke mich! Aus dem bayr. Gesangbuch von 1811. Mel. Ich armer Mensch zc. Mock. 1820. 1. Mein Jesus ist ein Freund der Seelen, die in der Angst undSündennotb nur ihn zu ih- rem Trost sich wählen, der sie ge- liebt bis in den Tod. 5 Sie fol len Ruh von ihm empfahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. Beichtlieder. 2. Wenn das verdammende Gewissen sie bis zur Hölle niederbeugt; wenn Thränen ohne Hoffnung fliesen, ists Jesus doch, der ihnen zeigt, wie man dem Fluch entrinnen fann; mein Heiland nimmt die Sünder an. 3. Er kam vom Himmel zu uns nieder, ein Fluch zu werden für die Welt. O dankt ihm laut, erlöste Brüder! Er hat den Frieden hergestellt, indem er Gott genug gethan; mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. Wie willig hat er einst sein Leben zur unerhörten Todespein für uns am Kreuz dahin gegeben! Wer wollte nun noch traurig seyn? Er zeigt zum Himmel uns die Bahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. Hört dieß, ihr angefochtnen Seelen; eilt alle, flieht in Jesu Schoß! Er macht von allem, was euch quälen und schaden kann, auf ewig los. Er ist mit Huld euch zugethan; mein Heiland nimmt die Sünder an. 165 7. Auch sendet er in unsre Herzen den wahren Tröster, seinen Geist; der stillet aller Sünden Schmerzen, wenn er auf Jesu Tod uns weist. Wer ist, der uns verdammen kann? Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Gr bringt in seinen offnen Armen versöhnt zu eurem Gott euch hin, und neigt zum ewigen Erbar men des liebevollen Vaters Sinn, den Jesus nur versöhnen kann; mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Nichts, nichts tilgt seines Mitleids Triebe. Wenn auch kein Strahl der Hoffnung scheint, so zage nicht; er ist die Liebe; er ist dein Netter und dein Freund. Heil Allen, die im Ernst sich nahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Komm glaubensvoll! Er stillt dein Sehnen und schließt des Jammers Pforte zu. Er trocknet liebreich deine Thränen und schenkt den Müden süße Ruh. O selig, wer noch weinen kann! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 10. Vernimm denn seinen Ruf und zähle mit Vorsicht jeden Tag des Heils. Ach eil, errette deine Seele und triff die Wahl des besten Theils! Flich heute noch der Sünde Bahn und komm; heut nimmt dich Jesus an. 11. Hier find wir, Heiland aller Sünder! Erbarme dich und mach uns rein; so wollen wir, der Gnade Kinder, dir ewig dafür dankbar seyn, weil dann ein Jeder rühmen kann: Gott Lob, auch mich nahm Jesus an! Aus dem bayr. Gesangbuch von 1811. 166 219. for fEL Ordinationslieder. Ordinationslieder. Me 1. D Gott, du frommer 2c. 1. Herr Je su, der du selbst und, was du aus dem Schoß den rechten Weg zu Cott sey für dein Pre digt am: . 2. Du bist zwar in die Höh zum Vater aufgefahren; doch gibst du noch der Welt dein Wort mit großen Schaaren, und baust durch diesen Dienst die Kirche, deinen Leib, daß er im Glauben wachs und sest ans Ende bleib. 3. Hab Dank für dieses Amt, wodurch man dich selbst höret, das uns den Weg zu Gott und die Versöhnung lehret, durchs Evangelium ein Häuflein in der Welt berufet, sammlet, stärkt, lehrt, tröstet und erhält. 4. Erhalt uns diesen Dienst bis an das End der Erden, und weil die Ernte groß, groß Arbeit und Beschwerden, send selbst Arbeiter aus, mach solche klug und treu, daß Feld und Baumann gut, die Grnte reichlich sey. 5. Die du durch deinen Ruf der Kirche hast gegeben, erhalt bei reiner Lehr und einem heilgen Leben; leg deinen Geist ins Herz, das 1710. von Gott als Leh- rer fom- men des Ba ters hast ge- nom men, mit Wort und Werf gelebrt, ge lobt von deiner Heerd. Wort in ihren Mund; was jeder reden soll, das gib du ihm zur Stund. 6. Ach, segne all dein Wort mit Kraft an unsern Seclen; laß deinen Schäflein nie an guter Weid es fehlen; such das verirrte selbst, bind daß verwundte zu, das schlaferde weck auf, daß müde bring zur Ruh. 7. Bewahr vor Keßerei, vor Menschenlehr und Dünkel; lehr uns nach deiner Art im Tempel, nicht im Winkel; behüt vor Aergerniß, vor Spaltung, welche trennt; er halte rein und ganz dein Wort und Sacrament. 8. Bring, was noch draußen ist, zu deiner kleinen Heerde; was drinnen ist, erhalt, daß es gestärket werde; durchdring mit deinem Wort, bis Heerde und der Hirt im Glauben, Herr, an dich zusammen felig wird. Eberhard Ludwig Fischer, geb. 1695,+ 1773. 220. feOrdinationslieder. 1 Mel Wie schön feuchtet zc. 1. O Je su, Herr der Herr- lich- keit, du siehst auf die er. Tö. ste Welt, dei ner Christen- heit, wie es dir gefällt, Von dir sind wir du Hir te dei forgst, daß sie fe S auch er wäh. let, I 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, gottselig und gewissenhaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß der Seelen nicmals fehlen und die Heerden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gefandt; Herr, segne sein Geschäfte. Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ibn, bilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sey, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer 167 • den Er. lösten, die du seg nen willst und trösten. 1599. du König regierst sie, ner Heerden, lig werden. 31 gezäh let Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegen führen! Seelen als ein theures Pfand; laß Du gibst ihm unter seine Hand die keine ihn verlieren! Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. 6. Sey uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir beißen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland! Gott mit dir! Amen, Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Job. Daniel Carl Bickel, geb. 1737,+1809. 158 221. Trauungslieder. Trauungslieder. mel. Es spricht der Unwetsen zc. 1. Herr Gott, der du den Ebe stand ge ordnet baft auf Er. den, daß dein Geschöpf durch die ses Band fell frohund glücklich werden; und se ße ibn zu . e laß durch deinen Gnaden schein ihn al le zeit voll Se- gen seyn h 1524. . ren. 2. Du wollst des Feindes Hinterlist durch deinen Schuß verwehren; du weißt, wie er geschäftig ist, dein heilsam Werk zu stören. Daß nun durch seine Bosheit nicht des Herzens Fried und Eintracht bricht, so steure seinen Werken. 3. Die Seelen laß in Lieb und Leid getreu beisammen stehen und in der wahren Frömmigkeit auf deinen Wegen gehen. Wohl dem, der dich vor Augen hat! In allem wird ihm Rath und That nach seinem Wunsch gelingen. 4. Laß auch dabei Beruf und Stand sich deiner Güte freuen, durch deine reiche Segenéhand die Arbeit wohl gedeihen; so fehlet unsrer Nahrung nichts, ob wir im Schweiß des Angesichts das Brod gleich müssen essen. 5. Hert, wenn du Jemond segnen willt, so kann es Niemand wehren. Der Delkrug, welchen du gefüllt, ist niemals auszulceren. Aus Mangel machst du Ueberfluß, und sprichst du nur ein Wort, so muß auch Wein aus Wasser werden. 6. Dringt auch das liebe Kreuz herein, so darf man nicht verzagen. es muß ja wohl ein Wechsel seyn von gut und bösen Tagen. Du hast uns schon den Trost geseßt, daß alle Dinge doch zuletzt zu unſerm Besten dienen. 7. Daß Brod des Lebens wirst du uns im Himmel endlich ſchenfen. Die Quelle deines Freudenbrunns wird uns da ewig tränken, so daß uns hier und dort nichts fehlt; denn wir sind hier und dort vermählt dem Bräutgam unſrer Seelen. Erdm. Neumeiſter, geb. 1671, 1756. 222. Trauungslieder. Mel. Ich armer Mensch zc. 1. Es hat der Herr zu al len Zeiten der Seinen ganzenkauf bedacht; er ist es, der auf al- len Sci- ten von Anfang ihren Weg bewacht Mel. Seelenbräutigam zc. 1. Je- su, geh vor an bis auf ein haar von ihrem Haupt; wohl dem, der seiner Fübrung glaubt! 2. Er spricht: Befiehl mir deine Wege; sie sind in mir schon außersehn. Trau meiner treuen Vaterpflege, so wird es gut und selig gehn; so geb ich dir auf jedem Schritt auch meines Geistes Leitung mit. 3. Sich nun, o Herr, auf diese Seelen und laß sie dir befohlen seyn; laß sie nur deine Wege wählen, mach sie mit deinem Blute rein, bis sie zu deinem Reich eingehn und ewig jauchzend vor dir stehn! 223. 169 Mod. 1820 3. Rühret eigner Schmerz jemals unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu bei224. auf der Lebensbabu; und wir wollen nicht verweilen, Dreje. 1698. dir ge treulich nachzu ei. len; führ uns an der Hand bis ins Va- ter- land. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. Mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. den; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang; führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nöthge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Nit. Ludwig, Graf v. Zinzendorf. geb. 1700, † 1760. 1687. Mach, Herr, Ein Herz aus den zweien durch der Liebe se stes Band; gie Be Segen und Gedeih- en auf den neu erwählten Stand; 170 laß sie alt bei fam- men werden und viel Gutes sehn auf Er.den. Steh bei ih Begräbnißlieder.. 225. nen in der Noth, und sey e wig unser Gott. Caspar Neumann, geb. 1648, † 1715. [ Siebe Haus- und Ebestand.] Begräbnißlieder. Eigne Melodie. 1. Mun laßt uns den Leib be gra- ben, er werd am jüngsten Tag aufstehu 2. Grd ist er, und von der Erden, wird auch zu Grd wieder werden, und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gottes Posaun wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhier aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöſet hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Glend ist kommen zu eim felgen End; er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag; der Leib schläft bis an jüngsten Tag, an welchem Gott ihn verklä226. s 1544. dar an wir kein Zweifel haben, S und un.ver.wes. lich bervorgebn. ren und ewger Freud wird ge= währen. 6. Hier ist er in Angst gewesen; dort aber wird er genesen in ewiger Freud und Wonne, leuchten wie die belle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hier schla sen, und gehn all heim unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß; denn der Tod kömmt uns gleicher Weis. Eigne Melodie. 1 Rub et webl, ihr Tod ten bei. ne, 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst vons Teufels G'walt und ewger Pein; ihm sey Lob, Preis und Ehr allein. M. Weiß( 1531). Störf. 1711. in der stillen Ein- sam- feit! Begräbnißlieder. rub- et, bis das End er scheine, 2. Nur getrost, ihr werdet leben, weil das Leben, euer Hort, die Verbeißung hat gegeben durch sein theuer werthes Wort: Keiner soll im Tod verderben, die in seinem Namen sterben. 3. Und wie soll im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war, den der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schaar, die er selbst mit Blut und Sterben hat gemacht zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind. Muß der Leib im Grab erkalten, 227. rufen wird aus eu ren Grüf. ten zu den freien Himmelslüften. da man nichts als Asche findt, wird doch Gott, was vor gewesen, wieder neu zusammen lesen. SICCATOYinta 1. Ei, wie so sanft entschliefest du 2. Sein Leiden hat dich frei gemacht von aller Angst und Bein; sein letztes Wort: Es ist vollbracht! das singt dich lieblich ein. Mel. Nun sich der Tag 2c. 3. Du läßt dich zur Verwandelung in dieß Gefilde sän, mit Hoff nung und Versicherung, viel schöner aufzustehn. und liegst nun da in süßer Ruh 4. Verbirg dich unserm Angesicht im fühlen Erdenschoß! Du hast das 171 da der Herr euch zu der Freud 5. Jesus wird, wie er erstanden selber an dem dritten Tag, gleichfalls seine Reichsverwandten führen aus des Todes Schmach zu dem ewgen Himmelsfrieden, den er seinem Volk beschieden. 6. Ruhet wohl und sanft im Kühlen eine noch so kurze Zeit; es läßt sich schon nahe fühlen die so frohe Ewigkeit, da ihr sollt mit neuem Leben euch vor Gottes Thron erheben. Friedr. Conrad Hiller, geb. 1662, † 1726. 1698. nach manchem schweren Stand, in deines Heilands Hand. Deine ausgericht, empfängst ein selig Loos. 5. Wir wissen, daß der Bräutigam, der ewig treue Hirt, dich, sein schon hier geliebtes Lamm, auch dort nicht lassen wird. 6. Er führe seine ganze Heerd, die sich zu ihm gesellt, und die ihm ist so theur und werth, auch vollends durch die Welt! Gottfried Neumann, um 1736. 172 228. fel $ Begräbnißlieder. Mel. Der lieben Sonne Licht zc. 229. fe 1. Bie Christen gehn von Ort zu Ort und kommen in den Frie- densport Gott nimmt sie nach dem Lauf das Waizenkorn wird in sein Beet 2. Wie seyd ihr doch so wohl gereift! Gelobt seyn eure Schritte, du friedevoll befreiter Geist, du jeßt verlaßne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch, Glieder, deckt mit fanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 1. Nun bringen wir den Leib zur Ruh 1723. durch mannig- faltgen Jammer und ruhn in ihrer Kam- mer. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; lern hier, was unser Les ben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Noth kommt endlich noch zulegt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lemit seinen Ar.men auf; auf Hoffnung schöner Frucht ge- sät. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Offenbarung; indessen bleibt das Pilgerkleid in heis liger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß in Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ und gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan! Nif. Ludwig, Graf v. Binzendorf, geb. 1700, † 1760. 1544. und de cen ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Er- de werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. benszeit; auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen fich Begräbnißlieder. In allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gråbern stehn, soll Jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm Jeder seiner Seele wahr! 230. 231.ht Eigne Melodie. 173 9. Wann unser Lauf vollendet ist, so sey uns nah, Herr Jesu Chrift! Mach uns das Sterben zum Gewinn; zieh unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antlig ewig sehn. Ehrenfr. Liebich, geb. 1713,+ 1780. 1. Auf- er- ftehn, ja auf- er- ftehn wirst du, mein Staub, nach kur. zer Rub! Unsterblichs Le- ben wird, der dich schuf, dir ge. ben. Hal le lu ja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, die mit ihm starben. Halleluja! dann uns seyn. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Loiden sind dann nicht mehr. 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds 1. Shr El- tern, gu, te Nacht! ich fahr zu Je, su hin ju Je. su, welcher mich 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligthume zu seines Namens Ruhme. Halleluja! Mel. D Gott, du frommer 2c. Stadler. 1820. Friedrich Gottlieb Klopstock, geb. 1724,+ 1803. in. nun geht es an ein Schei- den; in sei ne Himmels.freu- den, 1 wig, feit 1710. an. lacht; 1J0 174 CEN Begräbnißlieder. ach, wei. net, wei. net nicht, 2. Ihr Eltern, gute Nacht! hört auf, um mich zu klagen, da jest mein zarter Leib wird in das Grab getragen; wißt, daß die Seele ist zur Himmelsruh gebracht; ach, weinct 2c. 3. Ihr Eltern, gute Nacht! sehr herrlich ist zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die Gott den Frommen hat aus Gnaden zugedacht; ach, weinet zc. 232. 1. Wenn flei- ne Himmels er ben Mel. D Welt, ich muß dich zc. so büßt man sie nicht ein; ibr Ef. tern, gute Nacht! 4. Ihr Eltern, gute Nacht! muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, wenn Gott mit euch und mit der Welt ein Ende macht; ach, 1 vum Ba ter auf ge. boben, 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, wenn er nun über sie gebeut? weinet 2c. 5. Ihr Eltern, gute Nacht! die Angst und Marterstunden, die sind in dieser Welt nun völlig überwunden; mein Leib schläft sanft, bis daß er wiederum erwacht; ach, weinet 2c. 1598. in threr Unschuld ster- ben, sie werden nur dort o ben a damit sie un ver lo ren seyn. 3. O wohl auch diesem Kinde; es stirbt nicht zu geschwinde. Zieh hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind Job. Andr. Rothe, geb. 1688,+ 1758 ++++ Weath оut отиите it stugenctrient. Vierte Abtheilung. Der christliche Glaube. Der Glaube im Allgemeinen. 233. Eigne Melodie. 1. Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, Er will uns all- zeit er. nähren, der sich zum Baster ge- ben hat, daß wir jei ne Kinder wer. den. allem Unfall will er weh. ren, er for get 6 110 Luther. 1524. f es stebt af. les in fei ner Macht. 2. Wir glauben auch an Iesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Eh ren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben, für uns, die wir warn verloren. am Leib und Seel auch wohl be wah- ren; für uns, büt't und wacht, hüt't und wacht; kein Leid soll uns wi- der- fab- ren; Kreuz gestorben 1: und vom Tod:) wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt, und mit Gaben zieret schöne; die ganz Christenheit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben. Hier 176 Der Glaube im Allgemeinen. all Sünd vergeben werden; daß diesem Glend: ist bereit:| uns ein Fleisch soll auch wieder leben, en, nach Leben in der Tr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. 234. Mel. Es ist gewißlich an der zc. 1. Gottes Sohn, Herr Je su Christ, nicht Je der man- nes Ding es iſt, H Drum hilf du mir von oben her, und daß ich drin ver. har. re. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Jesu Christe, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich gelobet und gepreist in dem dreieingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil das wahr Erkenntniß finden, wie der nur an dir habe Theil, dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mir gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, ins Herze es wohl fasse, daß fich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse, daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, mein lebendiger Glaube. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen Wunden ich bleib allzeit eingeschlossen, und durch den Glauben auch die Welt, und was 1535. daß man recht könne gläu- ben, noch standhaft zu ver- bleiben. des wahren Glaubens mich gewähr, dieselb am höchsten bält, allzeit für Schaden achte. 6. Wär auch mein Glaub wie Senfkorn klein, und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig seyn, daß deine Gnad mich stärke, die das zerbrochne Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht auslöschet in den Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sey, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sey lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich immer stärken, daß er sey fruchtbar für und für und reich an guten Werken, daß er sey thätig durch die Lieb, mit Freuden und Geduld sich üb, dem Näch)sten fort zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich übe gute Ritterschaft, zu dir allein mich MEGAVEAROTSES UND STAICTUMA Der Glaube im Allgemeinen. 177 wende in meiner letzten Stund und was sich vom Glauben in mir findt, Noth, des Glaubens End durch deinen Tod, die Eeligkeit erlange. 10. Herr Jesu, der du angezündt das Fünklein in mir Schwachen, ben folg das Schauen. du wollst es stärker machen. Was du gefangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glaus David Denicke, geb. 1603,+ 1680. 235. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 1. Der Glaub ist eine Zu- ver- sicht zu Gottes Gnad und Güte; der blo je Beifall tbut es nicht, es mug Herz und Ge. mu. the zu Gott völlig ge- rich- tet seyn und gründen sich auf ibn al lein ohn Wan- ken und ohn Zwei fel. 2. Wer sein Herz also stärkt und steift in völligem Vertrauen, und Jesum Christum recht ergreift, auf sein Verdienst thut bauen, der hat des Glaubens rechte Art und kann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 3. Das aber ist kein Menschenwerk, der Glaub kommt von dem Herren; drum bitt, daß er ihn in dir stärk und täglich woll vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, die guten Werke, bei dir seyn; sonst ist dein Glauben eitel. 236. 1523. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich wolln rübmen und böse Werke nehmen an, so Christen nicht geziemen. Wer das tbut, der soll wissen frei, daß sein Glaub nur sey Heuchelei und werd zur Höll ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst seyn angelegen, daß er aufrichtig jeder Frist sich halt in Gottes Wegen, daß sein Glaub ohne Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sey und vor dem Nächsten leuchte. Ludw. Andr. Gotter(?), geb. 1661, † 1735. Mel. Nun Iob, mein Scel zc. 1. gdy weiß, an wen ich glâu. be. bei dessen Wort ich bleibe, Vernunft darf hier nichts fa. gen, Vet. m. Net. 1540. Mein Je. sus ist des Glaubens Grund, und das be- ken- net Herz und Mund. sie jey auch noch so klug. 12 Ver Glaube im Augemeinen. Wer Fleisch und Blut will fra gen, " Ich folg in Glaubens- leh ren was die je mich läst hören, & 2. Herr, stärke mir den Glauben; denn Satan trachtet Nacht und Tag, wie er dieß Kleinod rauben und um mein Heil mich bringen mag. Wenn deine Hand mich führet, so werd ich sicher gehn; wenn mich dein Geist regieret, wirds selig um mich stehn. Ach, ſegne mein Vertrauen und bleib mit mir vereint: so laß ich mir nicht grauen und fürchte keinen Feind. 237. 1 1. Herr, oh ne Glauben fann ach, da rum le. ge mir muß un beweg. lich seyn. 3. Laß mich im Glauben leben; soll auch Verfolgung, Angst und Bein mich auf der Welt umgeben, so laß mich treu im Glauben seyn. Im Glauben laß mich sterben, wenn sich mein Lauf beschließt, und mich das Leben erben, daß mir verheißen ist. Nimm mich in deine Hände bei Leb- und Sterbenszeit, so ist des Glaubens Ende der Seelen Seligkeit. Erdm. Neumeister, geb. 1671,+ 1756. 1710. Mel. D Gott, du frommer Gott z den wab- ren Glauben bei: 2. Laß mich insonderheit, daß du feyst, herzlich gläuben; was mir dein Wort verheißt, bei dem laß fest mich bleiben: daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seyst, und daß ihn deine Hand aus allen Nöthen reißt. der fällt in Selbstbe trug. nicht Je der- man- nes Ding 8 der heil- gen Schrift al. lein; S dir Niemand wohlgefallen; vor an dern Ga- ben al. len denn der ist, wie du weißt, und kommt von dei . nem Geist. 3. Herr, laß mich auf dein Wort von ganzem Herzen trauen, und stets auf deine Treu und Wahrheit feste bauen. Gib, daß ich dir in Noth und Kreuz und Tod getreu und durch des Glaubens Kraft allzeit gehorsam sey. HOMEROMA und caterima Der Glaube im Allgemeinen. 4. Mein Jesu, laß mich dich im Glauben wohl erkennen, dich meinen Herrn und Gott, Trost, Schuß und Heiland nennen. Laß mich im Glauben thun, was mir dein Mund gelehrt, daß dich Herz, Mund und That als den Erlöser ehrt. 5. Mein König und Prophet, fomm, herrsch in meiner Seelen. Regier und führe mich, wollst dich mit mir vermählen. Du sollst mein König seyn, dem ich gehorchen will, mein Lehrer und Prophet, des Willen ich erfüll. 238. ich hoff ein e Mel. Kommt her zu mir 2c. 1. So boff ich denn mit fe- ftem Muth auf Gottes Gnad und Christi Blut; ** wig Leben. 179 6. Ich will auch, Herr, an dich, als Hohenpriester, gläuben; laß, Jesu, dein Verdienst den Grund des Glaubens bleiben, daß meine Seele sich hierauf getreu und fest, als auf mein einzig Heil und wahren Trost verläßt. 7. Ach, Jesu, stärke mich in diesem meinem Glauben; laß mir ibn weder Tod, noch Welt, noch Teufel rauben. Bleib in demselben stets genau mit mir vereint, daß ich dein und du mein, o theurer Seelenfreund! H hat mir das Recht zur Se- lig- keit 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben, im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geistes Gaben! Peter Busch, geb. 1682,+ 1741. 1534. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, 239. Gott ist ein Va- ter, der verzeiht, in seinem Schn ge. ge ben. versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort um deines Namens willen; laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Troft erfüllen! Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, † 1769. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 1523. 1. Ich weiß, an wen mein Glaub sich bält; kein Feind soll mir ibn rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben 12* 180 Wesen und Eigenschaften Gottes. Dort schau ich, was ich hier ge glaubt. Wer ist, der mir mein Erbtbeil raubt? 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit, erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? Es ruht in Je. su Hân. den. 1 3. Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum, du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu, du reichst mir meine Krone. 240. OND 4. Herr, lente meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sey mein Wandel! 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott beilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Zu diesem Glück bin ich erfauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt: mein find des Himmels Freuden. 7. Wie groß ist meine Herrlichkeit, empfinde sie, o Seele! Vom Land der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Secle! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Christoph Christian Sturm, geb. 1740, † 1786. Vater. Gott der Wesen und Eigenschaften. Mel. Nun lob, mein Seel zc. 1. Man lobt dich in der Stil= le, Des Rühmens ist die Fül. le Du bist doch Herr auf Er. den, 1540. du hoch er hab. ner 3i. ons Gott! vor dir, o Herr Gott Ze ba oth! der Frommen zu ver sich 441 Wesen und Eigenschaften Gottes. in Trüb sal und Be- schwer den Drum soll dich stünd lich eh. ren Dei. E T 1. numschränkte Lie be, daß sie in die Strah- len und dei- nen Ruhm ver meh. ren, Ien fann. 2. Dein müssen, Herr, sich freuen sehr herrlich in der Welt gemacht; die Gläubigen von ganzer Seel und unaufhörlich schreien: Gelebt sey der Gott Israel! Sein Name sey gepriesen, der große Wunder thut, und der auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut. Nun das ist meine Freude, daß ich an ihm stets kleb und niemals von ihm scheide, so lang ich leb und schweb. denn als die Schwachen kamen, haft du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich, Herr, mein Gott, im Leben und dort in Ewigfeit. 3. Herr, du hast deinen Namen Joh. Rift, geb. 1607, † 1667. 241. Er den tan gen, wär mend schmücken, Mel. Wunderbarer König zc. läßt du die Dei nen nicht. • nen mit der Sonne schei. nen. mein Mund vor Je der mann 181 io lang er[ al 2. Wasser, Luft und Erde, ja Dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte; deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben im mer berrlicher erhoben. O wie weit, 1 gönne blöden Augen, die sonst kaum auf dei- ner Langmuth blicken, die den Erdkreis Neander? 1680. und zugleich freu- den- reich Bö. sen und den o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu 182 leiden, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte drauet und erbarmt fich wieder, legt die Pfeile gerne nieder. Tiefen Schmerz fühlt dein Herz, wenn durch ernste Strafen du mußt Beßrung schaffen. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade 242. Wesen und Eigenschaften Gottes. #c Mel. Wunderbarer König 2c. vor ibn tre ten. vor ihm beu ge. Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen sentet, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sey gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest; deiner Hand sey Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Bions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jaf. Rambach, geb. 1693, † 1735. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig, heilig! fingen alle Engelchören, wann sie dieses Wesen ehren. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unfre Opfer bringen. 1. Gott ist gegen wär tig; las fet uns an be ten Gott ist in der Mit- ten! alles in uns schweige 1 Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nie der, kommt, er gebt euch wieder. 3. Wir entsagen willig allen Gitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigenthum ergeben. Du allein sollst es seyn, unser Gott und Herre; dir gebührt die Ehre. Neander? 1680. und in Ehrfurcht und sich in- nigst 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich, wie die Engel, immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen. 5. Luft, die alles füllet, drin wir immer schweben, aller Dinge Grund und Leben! Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder! Ich fent mich in dich hinunter; ich in dir, du in mir, laß mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. Wesen und Eigenschaften Gottes. 6. Du durchdringest alles, laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken laſsen. 7. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanfte und im stillen Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag 243. Mel Freu dich sehr zc. 183 in Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts, wie ein Adler, schweben und in dir nur leben. 1. Gott, vor des sen An- gesichte ew. ges Licht, aus dessen Lich. te 8. Herr, komm in mir wohnen, laß mein Geist auf Erden dir ein Heiligthum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, siz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken. Gerb. Tersteegen, geb. 1697,+ 1769. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir; ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für; was dein Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder ähnlich deinem Bilde seyn. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein; du bist nur der Frommen Freund, lebelthätern bist du feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. dei nes Namens Heilig, keit wer de stets von uns ge scheut; 4. O so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. 1555. laß sie uns doch kräftig drin- gen, nach der Heiligung zu ringen. Schaff in uns stets reine Herzen, tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt; und wer fann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin; o so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn! Gib uns, wie du selbst verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Keiner fündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht; unsers Wandels größte Bierde sey rechtschaffne Heiligkeit. Mach uns deinur ein reiner Wandel gilt; stets die reinste Klar- heit quilt, 184 Wesen und Eigenschaften Gottes. nem Bilde gleich; denn zu deinem die erheben, die im Glauben heilig Himmefreich wirst du, Herr, nur leben. 244. Mel. O daß ich tausend zc. 1. Gebt bin, ibr gläubi- gen Ge- dan- kfen, ins wei- te Feld der Ewig- feit; er- hebt euch über af. le Schranken der alten und der neuen Zeit; 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. er wägt, daß Gott die Lie- be sey, tie ewig alt und es wig neu. der Creaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, wo mit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein; dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 3. Sein Rathschluß war, ich follte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gnadenthron, in dessen Blute follt ich rein, geheiliget und selig seyn. 3. C. 3immermann, geb. 1702, 1783. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 1738. 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe empor zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugniß gibt: Gott hat mich je und je geliebt! 6. Wer bin ich unter Millionen 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Nuh. Der feste Grund hat dieses Eiegel: Wer dein ist, Herr, den fennest du! Laß Erd und Himmel untergebn, dieß Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Muth und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Beit. Der Glaube schwingt sich durch die Sterne und sicht ins Reich stray Wesen und Eigenschaften Gottes. der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbtheil und gelobtes Land. 11. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so föstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 245. B Gigne Melodie. Nein, jei ne Liebe zu er.messen, Der Herr hat mein noch nie verges- sen; 2. Wer hat mich wunderbar berettet? der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? er, dessen Nath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind fie dein. Sieb, darum mußte Cbristus leiden, damit du fönntest selig seyn. 12. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Shor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. 1. Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ift der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit ver- bär- te tem Gemü the den Dank er stickt, der ibr gebührt? 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren? und seine Güte nicht verTMR 185 Job. Gottir. Hermann, geb. 1707, † 1791. Phil. E. Bach. 1787. sey ewig mei ne größte Pflicht. ver- giß, mein Herz, auch seiner nicht. F... stehn? er sollte rufen, ich nicht hös ren? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dieß ist sein Wille: ich soll vollkommen seyn, wie er. Je mehr ich dieß Gebot ers fülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit feble, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen seyn! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu 186 Wesen und Eigenschaften Gottes. weihn. Sie tröste mich zur Zeit meinem Herzen die Furcht des leßder Schmerzen, sie leite mich gur ten Augenblicks. Zeit des Glücks, und sie besieg in 246. 1. Gott ist mein Lied! Eigne Melodie. er ist der Gott der Stärke; und groß sind jei ne Wer. fe, 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in eigen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich)? 5. Was ist und war in Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforfchet mich und dich. Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. Auang. 1760. 8. Er fennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch), groß ist sein Nam und al.le Himmel sein Gebiet. wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seyd sein Loblied und sein Pfalm. 13. Du tränfst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 7. Er ist dir nah), du sigest oder 14. Kein Sperling fällt, Herr, gehest; ob du ans Meer, ob du gen ohne deinen Willen; sollt ich mein Himmel flöhest, so ist er allent- Herz nicht mit dem Troste stillen, halben da. daß deine Hand mein Leben hält? Gott mein Netter werden, so frag 15. Ist Gott mein Schuß, will ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truß. Christian Fürchteg, Gellert geb. 1715, † 1769. 247. 每 Wesen und Eigenschaften Gottes. Eigne Melodie. 1. Die Himmel rühmen des E.wi- gen Ehre; ihr Schall pflanzt seinen 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 143 Na meni fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn prei- sen die Meere; 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub 248. 187 ver nimm, o Mensch, ihr gött. lich Wort! 2. Wer trägt der Himmel un- fühllos beschaun? Durch wen ist zählbare Sterne? wer führt die alles? O gib ihm die Ehre! Mir, Sonn aus ihrem Zelt? Sie kömmt ruft der Herr, sollst du vertraun. und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich als ein Held. Quanz. 1760. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 5. Mein ist die Kraft, mein Himmel und Erde; an meinen Werten kennst du mich. Ich bins und werde seyn, der ich seyn werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins; mich liebe von ganzem Gemüthe und nimm an meiner Gnade Theil. Christ. Fürcht. Gellert, geb. 1715,+ 1769. in seinem ganzen We. sen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn 1523. 1. Der Herr ist Gott und keiner mehr! Frohlockt ihm, al. le From- men! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so berr- lid), so vollkom- men? Der Herr ist groß, seiu Nam ist groß! Er ist un end lich, grenzenlos 1 außzusprechen? wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menz 188 schen sind von gestern her; eh noch die Erde ward, war er, war, eh die Himmel waren. Schöpfung und Erhaltung. 3. Des Ewgen Thron umgibt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Größ erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und doch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und er umspannt mit seiner Hand die Erde sammt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er fichts gewiß, er sieht es schon von ferne. 249. que 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle; du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Untadelhaft bist du und gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst vergiltst mit Wonne; du haft es ewig seyn, haft Freuden, Gott, die Fülle. Schöpfung und Erhaltung. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre; kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere. Der Herr ist Gott und keiner mehr; wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Joh. Andr. Gramer, geb. 1723,+ 1788. Mel. Dank sey Gott in der Höbe zc. S 1. Du, meine See le, fin. ge. dem, welchem al le Dinge, Ich will den her ren dro ben 1 ich will ihn herzlich lo ben, 1605. wohl auf und fin- ge schön zu Dienft und Willen stehn. hier prei sen auf der Erd; so lang ich le. ben werd. 2. Ihr Menschen, laßt euch leb- euch doch nicht bethören die Welt ren, es wird euch nüßlich seyn; laßt mit ihrem Schein. Verlaffe sich ja teiner auf Fürsten Macht und Gunst, weil sie, wie unser einer, nichts sind als nur ein Dunst. 3. Was Mensch ist, muß erblase sen und sinken in den Tod; er muß den Geist auslassen, selbst werden Erd und Koth. Allda ists denn geschehen mit seinem klugen Rath, und ist frei klar zu sehen, wie schwach sey Menschenthat. Schöpfung und Erhaltung. 4. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil! Wer dem sich anvertrauet, der bat das beste Theil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schaß geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 5. Hier sind die starken Kräfte, die unerschöpfte Macht; das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht, der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer, der Fisch' unzählge Heerde im großen, wilden Meer. 6. Hier sind die treuen Sinnen, die Niemand Unrecht thun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, und was er spricht, ge250. Lob ge fal Ien. " dir weg liefen. 1 1. Wunder- barer König, Herrscher von uns al.len, Deine Va- ters- Güte # schicht, und wer Gewalt muß letz den, den schüßt er im Gericht. 7. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod; er nährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungersnoth; macht schöne, rothe Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. Eigne Melodie. laß die Stimmer, flin. gen. 193 189 8. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht, und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht; er liebet alle Frommen, und die ihm günstig seind, die finden, wann sie kommen, an ihm den bez sten Freund. 9. Er ist der Fremden Hütte; die Waisen nimmt er an, erfüllt der Wittwen Bitte, wird selbst ihr Trost und Mann. Die aber, die ihn has sen, bezahlet er mit Grimm; ihr Haus, und wo sie saßen, stürzt er mit Ungeſtüm. 10. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm. Der Herr ist ewger König, ich eine welke Blum. Jedoch weil ich gehöre gen 3ion in sein Zelt, ists billig, daß ich ehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. Neander? 1680. Hilf uns noch, stärkuns doch, laß die Bungen singen, lag dir un ser bast du lassen trie- fen, ob wir schon von Schöpfung und Erhaltung. 2. Himmel, lobe prächtig deines den Staub darnieder. Er ist Gott Schöpfers Thaten, mehr als aller Zebaoth; er nur ist zu loben hier Menschen Staaten. Großes Licht und ewig droben. der Sonnen, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen; lobet gern, Mond und Stern, seyd bereit, zu ehren einen solchen Herren. 3. D du, meine Seele, singe fröhlich, finge, finge deine Glaubenslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, flinge; wirf dich in 251. TYU Mel. Herr, wie du willst ac. 1. Herr Gott, du bist von Ewig- feit und blei best son der En. de; die Welt so groß, das Meer so breit sind Wer ke dei ner Hän- de; zeugt uns von deinem We 2. Du bist voll Glanz und Majestät, voll Herrlichkeit und Stärke, und wer dein Wesen nicht versteht, dem zeigen deine Werke, daß du ein Herr der Herren bist, und deine Macht unendlich ist im Himmel und auf Erden. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halleluja finge, welcher Chriftum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir, glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Ioach. Neander, geb. 1640, † 1680. des Himmels Bau, der Erden Last, und was du, Herr, ge- schaf- fen hast, = S 3. Ich ehre dich in solcher Pracht im Herzen und mit Worten; mein Geist erwäget Lag und Nacht dein Heil an allen Orten; mein Mund bekennet Jedem frei, daß sonst kein Gott und Herrscher sey, als du, den wir verehren. 1525. 4. Ach, aber wie entseßlich blind find Menschen, die doch sehen! Ja, Menschen, die vernünftig sind, verläugnen dich und schmähen: Wo ist fen. der Herr? es ist kein Gott! Vermeßnes Wort, verruchter Spott, der aus der Hölle stammet. 5. Zeigt euch denn nicht der Sinnen Licht, was euer Wahn bestreitet? Wer hat das Erdreich zugericht, den Himmel ausgebreitet? Wer hat der Sterne großes Heer, das tief und reich belebte Meer so wunderbar geschaffen? 6. 3 muß ein großer Meister seyn, ein Wesen, dem nichts gleichet, das diesem allen Glanz und Schein, Kraft und Bewegung reichet. Gewiß, wer dieses überlegt, dem wird sein steinern Herz bewegt, den wahren Gott zu glauben. 7. Ach, Gott, erwecke doch die Sappfung und Stvaltung. 137 Welt, die ganz im Argen lieget, Gott, und will es Alle lehren, sollt dich und dein Wort verächtlich hält und Sünd zur Sünde füget; du schlägest fie, sie fühlens nicht; ach, wenn sie doch dein Strafgericht noch zur Erkenntniß brachte. auch der fremden Kinder Spott sich noch darüber mehren; ich weiß gewiß, ich traue dir, du wirst noch ihnen und auch mir, daß du regierest, zeigen. 8. Ich glaube, Herr, du bist mein Martin Günther, geb. 1720. 252. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 1. Herr, deine All macht reicht so weit, Nichts ist, das deiner Herr- lich- keit 3. Die Menge deiner Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Gesetze steigt, so die Natur bewegen. Du hast gemacht der Ordnung Band und hebst es auf durch deine Hand. Es ist kein Ding so groß und schwer, das dir zu thun un- mög- lich wär. 2. Du hast dieß große Weltgebau allmächtig aufgeführet; es zeus gen Erd und Himmel frei, daß sie dein Arm regieret. Dein Wort, daß sie geschaffen hat, ist ihnen an der Pfeiler Statt. 5. O welche Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wenn nach der langen Todesnacht die Leiber auferstehen, wenn du des Leibes armen Rest mit Herrlichkeit umkleiden läßt! 4. Die Größe deiner Wundermacht, die Christum auferwecket, der todt war in das Grab gebracht, wird fund und aufgedecket, wenn unfres blöden Glaubens Licht durch alle Nacht der Zweifel bricht. 253. Schein. 1628. als selbst dein Wesen rei- chet. und deinen Thaten gleichet. 6. O Allmacht, mein erstaunter Geist wirft sich vor dir zu Boden; Herr, der mit Recht ein König heißt von Lebenden und Todten, mach mich zu Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. Ach, zünd in mir den Glauben an, der einzig an dir hange, daß mein Herz muthig werden kann, indem ich dich umfange, und traue deiner Gotteskraft, die alles kann, die alles schafft. Nach Joh. Jak. Rambach).(?) Mel. Lasset uns den Herren 2c. 1. Gott, durch dessen Wort entsprossen des sen Allmacht aus- ge- flos- sen S Schop. 1641. Himmel, Er de sammt dem Meer, in der Gre, a tu ren Heer, 192 Schöpfung und Erhaltung En- gel machst du gleich den Winden und zu Flam- men dei ne Kuecht, daß dir die net ihr Geschlecht, die zu deinem Breis sich finden: Gott, dich lob ich in der Zeit 2. Herrlich ist dein schönes Wesen; Licht und Sonne ist dein Kleid, der du vor der Welt gewesen unverändert ohne Zeit; der den Himmel du gezieret mit den Sternen ohne Zahl, sie mit Schönheit allzumal majestätisch aufgeführet: Gott, dich lob ich in der Zeit und dort in der Ewigkeit. 3. Welche Zunge kann erreichen deine Weisheit, deine Macht? Herr, wer ist dir zu vergleichen, wer hat solches je erdacht? Um von dir gez speist zu werden, reget sich das 254. 47 und dort in der Ewigkeit. ganze Feld; deiner Güt ist voll die Welt; alles rühmet hoch auf Erden: Gott, dich lob ich in der Zeit und dort in der Ewigkeit. 4. Herr, dir wollen wir lobsingen, ewig rühmen, preifen dich, Jauchzen soll dir, Bater, klingen, der uns führt so gnädiglich, bis du uns wirst Wohnung geben in der schönen Himmelsstadt, die kein Aug und erheben deinen Ruhm nach erschauet hat; da soll Herz und dieser Zeit in der süßen Ewigkeit. Mel. Es ist das Heil 2c. 1. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner We die Lie be, die für Nl- le wacht. an be tend über le ge, 1523. so weiß ich, von Be wundrung voll, nicht, wie ich dich er- be- ben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge ficht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? wer kleidet sie mit Majestät? wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? wer beißt die Himmel regnen? wer schließt den Schoß der Cayopfung und Erhaltung. Erden auf, mit Vorrath uns zu deine Hand so wunderbar bereitet, segnen? Gott der Macht und der Mensch, ein Geist, den sein Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht Verstand dich zu erkennen leitet, der so weit, so weit die Wolken reichen. Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm; dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ebre! 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott unser Vater sey gepreist, und alle Welt sag: Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? 5. Der Mensch, ein Leib, den Chr. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, † 1769. 255. feVon den Engeln. Mel. O Welt, ich muß dich laffen 2c. 1. Du Herr der Se ra phi.nen, und zu Ge bo te stehn, der reinen Him- mels- gei- ster, 2. Die Fürsten und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, gibst du zu meiner Wacht; sie sehn dein Angesichte im höchst vollkommnen Lichte, doch nehmen sie auch mich in Acht. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüthe für diese Wunderschaar; ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, die mich beschirmen vor Gefahr. 4. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüthen durch diese Himmelswach; laß fie auf meinen Vet. m. Not. 193 1598. dem tau send En- gel die nen 1 du wunder großer Meister mein Mund soll deinen Ruhm er- böhn. Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen in wah rer Heiligkeit; wie sie die Kinder lieben und sich in Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen, den laß mich auch erfüllen; sie leben keusch und rein: o laß mich nichts beflecken, und mich an allen Ecken vor diesen reinen Geistern scheun. 7. Und endlich, wenn ich scheide, 13 194 Schöpfung und Eihaltung. fo führe mich zur Freude auf ihren loben und in dem Himmel droben Armen ein; da werd ich dich erst dir und den Engeln ähnlich seyn. Nach Benj. Schmold, geb. 1672, 1737 256. fre Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 1. Schup- gott, dessen star- te Rechte Zuflucht, Schirm und Schatten gibt, der das menschliche Geschlechte wie ein treu er Vater liebt, der in die fer großen Welt E der als Herr der Eugelschaa- ren 2. Viele heilge Seraphinen singen dir ein Heilig für; zehnmal bunderttausend dienen, viele tausend jauchzen dir. Was betannt und unbekannt, ist ein Werk von deiner Hand. Die Herrschaften und die Thronen loben Gott in lichten Kronen. 3. Herr, was sind wir, daß du Engel uns zu unsern Wächtern gibst? Menschen sind wir voller Mängel, Menschen, die du dennoch liebst. Engel, die dich allzeit sehn, follen uns zu Diensten stehn; Engel hüten uns als Kinder, heilge Engel schüßen Sünder. 1555. 4. Engel sinds, die nach den Proben nun beständig Gutes thun, die dich unaufhörlich loben, die in deinem Himmel ruhn, die gehorsam, alles, was er schuf, er hält, al les kann und will be wab. ren. keusch und rein, die der Menschen Freunde seyn, die ihr Antlig ohne Flecken doch vor dir in Demuth decken. 5. Heere, welche die bewachen, die dich fürchten, großer Gott, die ein schrecklich Lager machen gegen aller Feinde Rott; diese sehn in deinem Licht, Bater, stets dein Angesicht; Diener, die zu deinen Füßen dir in Ghrfurcht dienen müſsen. 6. Gott der Engel, Herr der Helden, ach, was sind wir Menschen doch, daß wir so viel vor dir gelten? O wie hältst du uns so hoch! Deine Engel dienen uns, sind die Zeugen unsres Thuns. Laß uns auch mit diesen Chören ewig dich im Himmel ehren. Th. Fr. Hiller, geb. 1699, † 1769. 257. fe 1.41 1 Borschung und regierung. Vorsehung und Regierung. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ze. der alles kann und hat; 1. In allen mei nen Tha- ten laß ich den höchsten ra.then, the folls anders wohl gelin gen, 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe; mein Sorgen ist umsonst. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich stells in seine Batergunst. 3. 8 kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen, und was mir selig ist; ich nehm es, wie ers gibet; was ihm von mir geliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt; leb ich nach seinen Sägen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nügt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 100 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zich ich fort, in Schwachheit und in 1598. er muß zu allen Dingen, selbst ge, ben Se- gen, Rath und That. Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich allzeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen; mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sey heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sey nun, Seele, deine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Nath. Auf der Reise. 10. Ich zieh in ferne Lande, zu nüßen einem Stande, zu dem er mich bestellt; fein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, faffen, zu dienen treulich seiner Welt. 11. Bin ich in wilder Wüsten, 13* 196 Borsehung und Regierung. so bin ich doch bei Christen, und Schuß den frommen sind wir so Christus ist bei mir; der Helfer in weit nun kommen, und wissen selGefahren, der kann mich doch be- ber fast nicht wie. wahren, wie dorten, ebenso auch hier. 12. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her, Gesundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben und alles, was ich noch begehr. 13. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und ste; durch seinen 258. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren: c. der Brunn der ew- gen Güter, 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe; der Reichthum seiner Fülle gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Auen weiden, führt mich zum frischen Quellen, schafft Rath in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Noth zu rücken. 14. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüthe nicht was Vergeblichs zu, so werd ich Gott noch, preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. 1. Der Herr, der al. ler En den 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 15. Indeß wird er den Meiner mit Segen auch erscheinen, ihr Schuß wie meiner seyn, wird beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten können überein. Paul Flemming, geb. 1609,+ 16 10. S. Und ob ich gleich vor Andern in finsterm Chal muß wandern, Selnecfer? 1587. re giert mit seinen Hän- den, der ist mein Hirt und Hü. ter. fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vom Ungelücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schüßst mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du sehest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Dele und füllest meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Muthes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest und Frommseyn wohl belohnest. 259. Vorsehung und Regierung. $ Mel. Als Jesus an dem Kreuze 2c. Altdeutsch. 1545. 1. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun und Werk auf dei- nem Wil- len ruhn, von dir kommt Glück und Se gen: was du re gierst, das geht und steht $ auf rech- ten, gu ten We gen. 197 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, wo wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch rühmen, fing'n und loben. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß sein Rath werd ins Werk gebracht und seines Gangs fich freue; des Höchsten Rath der machts allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, dieß oder jenes sey ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. 4. Drum, lieber Vater, der du Kron und Scepter trägst im Himmelsthron und aus den Wolken bligest, vernimm mein Wort und höre mich vom Stuhle, da du sigest. 5. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 6. Gib mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen; sey du mein Freund und treuer Nath, was gut ist, zu erfüllen. 7. Prüf alles wohl und was mir gut, daß gib mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, daß ver= wehre. Der höchste Zweck, das beste Theil sey deine Lieb und Ehre. 8. İsts Werk von dir, so hilf zu Glück; ists Menschenthun, so treibs zurück und ändre meine Sinnen; was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in Kurzem zu zerrinnen. 9. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast, durch Weisheit deiner Hände. 10. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur, ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 11. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, da ihm sonst vor 198 Vorschung und Regierung. graut, mit tapfrem Muth bezwin- Kind; was ich bei mir nicht bab gen; sein Sorgenstein wird in der und find, hast du zu aller Gnüge; Gil in tausend Stücke springen. so hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 12. Der Weg zum Guten ist fast wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig gehet, tommt endlich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 13. Du bist mein Vater, ich dein 14. Dein soll seyn aller Ruhm und Chr; ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volf und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. 260. Paul Gerhardt, geb. 1606, 1676. 1738. Eigne Melodie. 1. Alles ist an Gottes Se. gen und an seiner Gnad ge- le gen über alles Geld und Gut; wer auf Gott sein Hoffnung je. Bet, der be hält ganz un ver. le get 2. Der mich hat bisher ernähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer ſeyn. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig find; ich begehr nach dem zu ringen, was der Seele Ruh kann bringen, und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt; 261. $ ei nen frei en hel den muth. meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet; alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Ulm 1676. Mel. Jeju, meine Freude zc. $ 1. Gott der wirds wohl machen, dem ich alle Sachen Er hat mich er foren, eh ich noch ge boren Grüger. 1656. allzeit heim- ge- ſtellt. bin in die se Welt; Vorsehung und Regierung. bat mir auch nach seinem Brauch, was von nö- then, stets ge geben bier in diesem Leben. 2. Gott der wirds wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Luft geschenkt, der mich nie vergesfen, der mit Kleid und Essen täglich mich bedenkt; auch wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich drücket, bat er mich erquicket. 3. Gott der wirds wohl machen; er wird selber machen über deiner Noth. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt die Angst geschwinde, wie der Rauch im Winde. 4. Gott der wirds wobl machen; mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der 262. $€Mel. Jehova ist mein Licht zc. 1. So führst du doch recht se lig, Herr, die Deinen, Wie könntest du es böse mit uns meinen, mei- stens wun der. lich! fann ver läugnen sich? auf ihn gestellet alles Herzeleid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz; alles steht in ſeinen Händen, Gott kann alles wenden. 5. Gott der wirds wohl machen, wenn des Todes Nachen gleich ist aufgethan; wenn die Lebensjahre liegen auf der Bahre, führt er himmelan. Dieser Bund hat seinen Grund: die gelebt und leben werden, kommen in die Erden. 6. Gott der wirds wohl machen, der den alten Drachen dämpfet ritterlich; führt er gleich die Seinen über Stock und Steinen vielmals wunderlich: sey bereit zu Freud und Leid; Gott befiehl nur deine Sachen, Gott der wirds wohl machen. Grust Stockmann, geb. 1634,+ 1712. 199 felt- fam aus zu sehn; 1 dar auf du läßt die Kinder zu dir gehn; 1598. ja se lig und doch da dei- ne Treu nicht Die Wege sind oft krumm und doch ge- rad, da pflegt es wun- derdoch tri um phirt zu- lept dein hober Rath. 200 Vorsehung und Regierung. 2. Dein Geist hängt nie an doch nie so frei; die Sachen sind menschlichen Gesetzen, so die Ver- zu klar, der Sinn zu grob. aunft und gute Meinung stellt. Den 3weifelsknoten kann dein Schwert verlegen und lösen auf, nachdem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei, was sich entgegen sept, muß sinken hin; ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, theilt dein Verstand in Oft und Westen aus; was Mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfft in Kraft; sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein; ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten seyn; dein Geist bei Lodten Kraft und Leben schafft. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, so hast dus schon aus deinem Buch gethan; wem aber Niemand will dieß Beugniß weisen, den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speisest mit den Sündern, sprichst fie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sey? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb. Der Worte Pracht und Ruhm mag dir nicht taugen; du gibst den Nachdruck durch des Geistes Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob, sie sind versteckt, der Blinde geht vorbei; wer Augen hat, sieht sie, 6. D Herrscher, sey von uns ges benedeiet, der du uns tödtest und lebendig machst! Wenn uns dein Geist der Weisheit Schatz verleibet, so sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt bei uns, wir spielen mit; bei uns zu wohnen ist dir lauter Luft, die reget sich in deiner Vaterbrust und gängelt uns mit zartem Kinderschritt. 7. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, die Ohnmacht und der Sinnen Unverstand; man kann uns fast an unsrer Stirn ableſen, wie es um schwache Kinder sey bewandt. Drum greifft du zu und hältst und trägest fie, brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu; wo Niemand meint, daß etwas deine sey, da hegst du selbst dein Schäfchen je und je. 8. Also gehst du nicht die gemeinen Wege; dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du schst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne hast; wer meint, er habe deinen Rath gefaßt, der wird am End ein Anders oft gewahr. 9. O Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gib mir der Klugs heit scharfen Unterscheid, dadurch Natur von Gnade wird entscheidet, das cigne Licht von deiner Heiterkeit. Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht, brich ganz ents zwei den Willen, der sich liebt; ers weck die Lust, die sich nur dir ergibt and tadelt nie dein heimliches Gericht. Vorsehung und Regierung. 10. Eo zich mich denn hinein in deinen Willen und trag und beg und führ dein armes Kind; dein innres Zeugniß soll den Zweifel stillen, dein Geist die Furcht und Lüfte überwind. Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein; dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir. Ich brenne nun nach dir in Liebsbegier; wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! 263. fe= 1 201 11. Drum muß die Creatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft fich; die Geis ster, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt! Ifts möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell, weich ewig, aller Schmerz! Gottfr. Arnold, geb. 1666, † 1714. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. 1. Bu, Herr, bist mei- ne 3u- ver- sicht, mein bester Trost im Leben. Nie fehlt es mir an Trost und Licht, dir hab ich mich er geben. mir gnügt dein wei.ser Wil- le. 2. Wer wollte dir, mein Gott, nicht traun? Du bist der Schwadhen Stärke; die Augen, die auf dich nur schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. Du bist mein Gott; auf dein Ge- bot wird meine See le stil le; 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten eilst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf 1690. A $ Gott; der Thoren Trost verschwindet, wann der Gerechte in der Noth Hülf und Erbarmung findet. Wann jener fällt, ist er ein Held; er steht, wann Sünder zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Sieh auf das große Beispiel hin, das Jesus dir gelassen; sieh ihn im Kampf, sie sterbend ihn den Bater noch umfassen! O möchtest du zu deiner Ruh auf Jesum Christum schauen und lernen Gott vertrauen! 6. Drum bebe nicht, wann um dich her sich Wetterwolken sammeln. Gott hilft, wann Christen freuden 202 Vorsehung und Regierung. leer zu ihm um Gnade stammeln. Allmächtiger, verlassen und sich im Die Zeit der Qual, der Thränen Kummer fassen? Zahl zählt er; er wägt die Schmer- 8. In deine Hand empfehl ich zen und wälzt sie weg vom Herzen. 7. Herr, du bist meine ZuverFicht; auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wann ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, mich, mein Wohlseyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sey du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schaue. Gbr. Christi. Sturm, geb. 1740,+ 1786. 264. A Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 1. Der Herr ist mein ge treuer Hirt, mir wird kein Gutes fehlen; der Hü. ter, der nicht schläft noch irrt, kann mir nur heil er wählen. Er wel det mich auf grü. ner Au, des Gei- stes seiner Ging 2. Er führet mich zum reinen Quell, der mein Gemüth beglücket, zum Wasser, welches frisch und bell den schwachen Muth erquicket. Er leitet mich auf rechter Babn; er nimmt sich meines Ganges an um feines Namens willen. 3 de. 1524. 3. Und ob ich wall im finstern Thal, fürcht ich doch keinen Schaden; sein Auge wachet überall, ich bin der Sorg entladen. Sein Stab und Stecken trösten mich; auf seine Treu und Macht kann ich gar ruhig mich verlassen. 4. Du machst mir einen Tisch die Sveisse gibt vom Lebensthau bereit im Auge meiner Feinde, verscheuchest Angst und Traurigkeit, sprichst freundlich zu dem Freunde; du salbst mein Haupt mit Del, du schenkst mir voll den Becher ein und lenkst zum Himmel hin mein Sehnen. 5. Ja, Gutes und Barmherzigkeit wird lebenslang mir werden; ich bleib im Haus des Herrn die Zeit, die ich noch leb auf Erden; und ist des Lebens Wallfahrt aus, dann trägt mich in sein Vaterhaus der Flügel treuer Liebe. Dr. Joh. Friedr. v. Mever, geb. 1772,+ 1848. 265. Gott der Sohn. Gott der Sohn. Versöhnung und Erlöſung. Eigne Melodie. was Gott an uns ge- wen det hat, 1. Nun freut euch, liesben Chri- sten gmein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir ge trost und all in Ein mit Luft und Lie- be singen, gar theur bat ers er wor, ben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälet' Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein: die Sünd hat mich beseffen. 3. Mein gute Werk die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will hasset Gotts Gericht, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn sterben bei mir blieb: zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammerts Gott in Ewigkeit mein Glend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr fein Scherz, er ließ sein Bestes kosten. 203 5. Er sprach zu seinem lieben Schn: Die Zeit ist hie zurbarmen; fahr hin, meins Herzens werthe Kron, und sey das Heil dem Ar1523. und seine süße Wun- derthat; men, und hilf ihm aus der Sünden Noth, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward; er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt; er ging in meiner armen G'stalt; den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollt du seyn; uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben: daß leid ich alles dir zu Gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein: da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater 201 Versöhnung und Erlösung. mein fahr ich von diesem Leben. gelehrt, das sollt du thun und lehDa will ich sehn der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübniß trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. ren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren; und hüt dich für der Menschen G'saß davon verdirbt der edle Schatz. Das laß ich dir zur Lette! 10. Was ich gethan hab und Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. 266. Mel. Mein Seel erhebt den 2c. • 1. Durch Adams Fall ist ganz ver- derbt menschlich Na- tur und We sen; das selb Gift ist auf uns ge erbt, daß wir nicht mochten g'ne sen $ ohn Got tes Trost, der uns er. löft 3. Wie uns nun eine fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall find ewigs Tods gestorben, also hat Gott durch Christus Tod verneut, das war verdorben. 1525. S 4. So er uns denn sein Sohn bat g'schenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, getödt't, gen Himmel g'fahren, dadurch wir seyn von Tod und dar ein die Schlang E- vam bezwang, Gotts Zorn auf sich zu la den. Bein erlöst, so wit vertrauen in diesen Hort, des Vaters Wort: wem wollt für Sterben grauen? 2. Weil denn die Schlang Evam hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, welchs sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht bat den Tod, so war je noth, daß uns auch Gott sollt geben sein lieten Sohn, der Gnaden Thron, in em wir möchten leben. hat von dem großen Scha- den, 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rath und ewigs Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schuß, daß wir mit Truß an ihn fest sollen glauben, darum uns bald kein Macht noch G'walt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verrucht; sein Heil ist auch noch ferren, der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herren; denn wer ihm will ein ander Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft in Gott und dem vertraut, der wird je nicht zu Schan Gott der Sohn. den; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich geht zu Handen viel Unfall hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost, er hilft sein Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus HerzensGrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilges Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld, denn in dein Huld seß ich all mein 267. Eigne Melodie, Ani # 1. Es ist das Heil uns kommen ber die Wer ke helfen nimmermehr, 205 Vertrauen; wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein Füßen ist dein heilges Wort ein brennende Lucerne, ein Licht, das mir den Weg weist fort; so dieser Morgensterne in uns auf. geht, sobald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist den'n g'wiß verheißt, die Hoffnung darein haben. Lazarus Spengler, geb. 1479,+ 1534. er ist der Mitt ler wor. den. 2. Was Gott im G'ses geboten bat, da man es nicht fonnt halten, erhob sich Zorn und große Noth vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G'seß erfordert allermeist; es war mit uns verloren. Der Glaub sieht Jesum Christum an, der bat gnug für uns all ge.than; 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott bätt sein G'ses drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; so ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die fündig Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, dieselbig Art aus eignen Kräften lassen, wiewohl es oft versuchet ward, noch mehrt sich Sünd ohn Maßen, wann 1523. von Gnad und lauter Gü- ten; fic mô gen nicht be hü- ten. $ Gleißners Werk er hoch verdammt, und je dem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren. 5. Noch muß Geseß erfüllet ſeyn, sonst wärn wir all verdorben; darum schickt Gott sein Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz Geseß hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es fonnt halten, so lerne jeßt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalte: Nicht mehr denn: lieber Herre mein! dein Tod wird mir das Leben seyn, du haft für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag 206 Versöhnung und Erlösung. dein Wort kann nicht betrügen; rechten Zeit, was Gottes Wort zunun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: wer, glaubt in mich und wird getauft, demselben ist der Himm'l erkauft, daß er nicht wird verloren. sage; wenn das geschehen soll zur Freud, sest Gott kein g'wisse Tage; er weiß wohl, wenns am besten ist, er braucht an uns kein arge List, das solln wir ihm vertrauen. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub gibt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht lasset. Mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. 9. Es wird die Sünd durchs G'seß erkannt und schlägt das G'wissen nieder: das Evangelium kommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder und spricht: Nur freuch zum Kreuz herzu, im G'seßz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk die kommen g'wißlich her aus einem rechten Glauben; denn das kein rechter Glaube wär, wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dabei wir'n Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart't der 268. 12. Ob fichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken; denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken; sein Wort das laß dir g'wisser seya, und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 13. Sey Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutthat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist; der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns ang'fangen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd steh wie im Himmelsthrone, das täglich Brod noch heut uns werd, wohl unsrer Schuld verschone, als wir auch unsern Schuldgern thun, mach uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Uebel. Amen! Paul Speratus, geb. 1484,+ 1554. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 1523. $ 1. Wenn dein herzliebster Sohn, o Gott, nicht wär auf Er- den kom men und bätt, da ich in Sün- den todt, mein Fleisch nicht angenommen; fo müßt ich ganz vel loren seyn £ um meiner Sünden wil. Ien. und ewig lei- den Qual und Pein Gott der Sohn. 2. Jeßt aber hab ich Ruh und Was mir durch seine Marterfron Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlast für mich hat selbst getragen. Er hat mit dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ tödten sich, auf daß ich felig würde. 3. Drum ist getroft mein Herz und Muth mit findlichem Vertrauen; auf dieß sein theures Mittlerblut will ich mein Hoffnung bauen, daß er für mich vergossen hat, gewaschen ab die Missethat und mir das Heil erworben. 4. In seinem Blut erquick ich mich und komm zu dir mit Freuden; ich suche Gnad und hoff auf dich, von dir soll mich nichts scheiden. 269. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 1. Got tes und Ma- ri en Sohn, Mitt ler, Bür- ge, Guadenthron, erworben hat dein lieber Sohn, soll mir kein Teufel rauben. 5. Nichts hilft mir die Gerechtigkeit, die vom Gescß herrühret; wer sich in cignem Werk erfreut, wird jämmerlich verführet; des Herren Jesu Wert allein, das machts, daß ich kann selig seyn, der ichs mit Glauben fasse. 6. Gott Vater, der du alle Schuld auf deinen Sohn geleget, Herr Jesu, dessen Lieb und Huld all meine Sünde träget, o heilger Geist, des Gnad und Kraft allein das Gute in mir schafft, laß mich ans End beharren! Jeb. Heermann, geb. 1585, † 1647. Grüger.( 1653) 1658. 3. Alles Heil kommt mir von dir, Heiland aller armen Sünder. Dein Tod war die Lebensthür und des 270. € Priester, König und Pro. vbere, der am Kreuze fich erhöh. re, gib, daß dich mein Glau- be kenn 2. Du, mein süßer Jesus, bist Todes Ueberwinder; laß auch deimir geboren, mir gestorben. Was zerstört in Adam ist, hast du wiederum erworben; gib, daß ich in wahrer Treu auch dein Eigenthum stets sey. 207 und dich meinen Je sum nenn. B nes Leidens Bein mein Verdienst und Glaube seyn. Mel. D Gott, du frommer 20 1. Du wesent li- ches Wort, du Gott von Gott ge zeugt, 4. Tod und Hölle sind durch dich, großer Sieger, überwunden, und durch diesen Sieg hab ich Nuh im Tod und Grab gefunden; durch dich werd ich auferstehn und getrost zum Richter gehn. Gasy. Neumann, geb. 1648, † 1715. 1710. vom Anfang ber gewesen. von Ewigkeit er. le sen s Berfonnung und Erlösung. zum Heil der ganzen Welt, o mein Herr Jesu Chrift, will fom men, der du 2. Was hat, o Jesu, dich vom Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmelsthron dich in die Welt gezogen? Ach, deine große Lieb und meine große Noth hat deine Gluth entflammt, die stärker als der Tod. mir zum Heil ge. bo ren bist. was du nicht hast geschaffen, reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen. Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan; du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn. 5. Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; ach, laß an mir dein Glanz, mein Gott, nicht seyn vergebens. Weil du das Licht der Welt, so sey mein Lebenslicht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laur. Laurentii, geb. 1660, † 1722 3. Gib, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz ergebe, auch dir allein zum Preis auf dieser Erden lebe. Ja, Jesu, laß mein Herz ganz neu geschaffen seyn und dir bis in den Tod gewidmet seyn allein. 4. Laß gar nichts in mir seyn, 271. Mel. O Durchbrecher aller zc. 1. Du bist in die Welt ge fom.men, Gettes Sohn, du höchstes Gut, da hast du an dich ge nommen unser menschlich Fleisch und Blut; und wir all zu mal, wir Sündér, daß er nun als sei ne Rin- der 1 1704. 2. Ich, auch ich kann mich des trösten und ist ewig mein Gewinn, daß ich unter den Erlösten und dein Bruder worden bin. Liebster Jesu, o mein Leben, sage doch mir Armen an, was ich dir dagegen geben, und wie ich dir danken kann. 3. Mag dir denn mein Herz gefind durch dich mit Gott ver- jöbut, uns mit Heil und Guade frönt. fallen, ist die Gabe nicht zu klein Ach, gewiß vor andern allen wirk dir das gefällig seyn. Zwar das Lpfer ist geringe und verächtlich anzusehn; doch weil ichs im Glauben bringe, wirst du solches nicht verschmähn. 4. Nun so legt mein Herz fich Ooll ret Soon. wie er ist, werde, wenn ich ende meine Zeit. nieder, o Immanuel, vor dir; aber habe diese Herrlichkeit, daß ich auch, ich will auch hinwieder dein getreues Herz dafür. Ohne dieß kann ich nicht leben und nicht leben ohne dich; doch du haft dein Wort gegeben, daß du mein bist ewiglich. 5. Leib und Seele mag verschmachten, Erd und Himmel fahre hin! Nichts ist neben dem zu achten, daß Gott worden, was ich bin. Und ich armer Staub und Erde 272. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Großer Mittler, der zur Rechten und die Schaar von seinen Knechten 6. O wie hoch bin ich gesegnet! Ob mir Elend, Schmach und Noth, ob mir alles Kreuz begegnet, ob auch endlich selbst der Tod, Jesu, mich will von dir reißen, reißt mich dennoch nichts von dir; denn dieß Wort muß ewig heißen: Ich in dir und du in mir! E. Neumeister, geb. 1671,+ 1756. den auf dem er hab nen Throne 1 1 al les Heer der E. wigkeit 2. Dein Geschäft auf dieser Er den und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, das ist gänzlich ausgemacht; da du bist für uns gestorben, ist und Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte in dem obern Heiligthum, die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzutheilen, die zum Thron der Gnaden eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werthe Namen trågest du auf deiner Brust, und an Pet. m. Not. 953 T 1687. seines großen Ba- ters fit in dem Reich der Gna- den schüßt, in der königlichen Kro- ne mit ver büll tem Antelty scheut. den gerechten Samen denkest du mit vieler Lust; du vertrittst, die an dich glauben, daß sie dir vereinigt bleiben; bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Glend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach, da zielt dein Bitten hin. 6. 3war in deines Fleisches Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, hast du dich vor Gott gestellt, bald mit 14 206 ZIU Bersöhnung und Erlöpna verjöhnung und Erlösung. Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen; o mit welcher Niedrigkeit batest du zur selben Beit! 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht unterstützt, da in der vollkommnen Hütte die verklärte Menschheit sitzt; nun kannst du des Satans Klagen majestätisch niederschlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut. 8. Die Verdienste deiner Leiden sellest du dem Vater dar, und vertrittst vor ihm mit Freuden deine 273. theur erlöste Schaar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben, und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 9. Großer Mittler, sey geprieſen, daß du in dem Heiligthum so viel Treu an uns bewiesen; dir sey Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Noth, wenn den Mund verschließt der Tod. Joh. Jak. Rambach), geb. 1693, † 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. 1. Ad- nig, dem kein König glei- chet, dem als Gott das Reich ge- büh- ret, dem das Recht ge hört zum Throne Grüger. 1649. den so viel Voll kom- men bei: ien 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dent ungezählten Heere der Geschöpfe in den Feldern, in den Seen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigenthum gegeben. Thiere, Men fchen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes, nach dem Recht des Gnadenbundessen Ruhm fein Mund er- rei- chet, der als Mensch den Scep- ter füh- ret, als des Vaters eingem Soh- ne, frö-nen, zie- ren und beglei ten! des, sich von dir regieren lassen und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlig schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. O Monarch in dreien Reichen, dir ist Niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäße, an der Ordnung der Geseße, an Voll Gott der Sohn. 211 kommenheit der Gaben, welche deine genießen, gläubig dich ins Herze Bürger haben; du beschüßest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. schließen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich in Gehorsam üben; 6. Herrsche auch in meinem Her- hier mit ringen, dulden, streiten, zen über Zorn, Lust, Furcht und dort mit herrschen dir zur Seiten. Schmerzen; laß mich deinen Schuß 274. Im vorigen Ton. 1. Heiland, deine Menschenliebe men, da du für die ärmsten Armen war die Quelle jener Triebe, die dein unschäßbar theures Leben in dein treues Herz bewogen, dich in den ärgsten Tod gegeben, da du in unser Fleisch gezogen, dich mit der Sünder Händen, alle Leiden Schwachheit überdecket, dich vom zu vollenden und den Segen zu Kreuz ins Grab gestrecket. Oder erwerben, als ein Fluch haft wol-. wunderbaren Triebe deiner treuen len sterben. Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weinen, Jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren, sterben für die årgsten Sünder: das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, Johann Jakob Rambach, geb. 1693,+ 1735. 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen dich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu dir locken, mit Verzehrung deiner Kräfte, war dein tägliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbar6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schaar zu beten und die Mörder zu vertreten. 7. Demuth war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Geschlechder gebeugt zu dir gekommen? Ote; diese Demuth, gleich den Tauwie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Krante angesprochen! wie pflegtest du zu eiien, das Gebetne mitzutheilen! ben, war ohn Falsch, voll Treu und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret und durch Vorsicht wohl bewahret. meiner Sünden Meng und Flecken. 8. Herr, laß deine Liebe decken Du hast das Gesetz erfüllet, des Geseßes Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deis ner Liebe. Johann Jakob Rambach, geb, 1693,+ 1735. 14* 2212 275. Versöhnung und Erlösung. Mel. Weil nichts gemeiner ist als sterben 2c. 1. Herr von un end- li- chem Er- bar- men, du un er- gründ- lich Liebesmeer, ich dan ke dir mit an dern Armen, mit einem ganzen Sün- der- heer 2. Für dein so allgemein Erldsen, für die Bezahlung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und 1731. für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt ge- wesen ist. mich auf diesen Grund. Erhalte nur durch deine Treu mich bis ans Ende auch dabei. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, weil doch des Glaubens Kraft und Triebe ein Werk der Allmacht Gottes heißt, für die Befestigung darin dankt dir mein neu geschaffner Sinn. 3 für das Wort von deiner Huld, ja 7. Und fechten Satan, Welt und für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 4. Für dein so tröstliches Versprechen, daß deine Gnade ewig sey; wenn Berge bersten, Hügel brechen, so bleibt dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Him. mel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine theuern Sacramente, die Siegel deiner wahren Schrift, wo Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift, für diese Gnaden in der Zeit dankt dir mein Herz in wigkeit. Lüfte mich in dem bösen Stündlein an, gib, daß ich mit dem Schild mich rüste, der ihre Pfeile löschen kann. Doch weil ich schwach, so lasse du kein allzustark Versuchen zu. 8. Laß mir dein allgemein Erbarmen, das allgemeine Lösegeld, den allgemeinen Ruf der Armen, den allgemeinen Trost der Welt, die Mittel, welche allgemein, zum festen Grund des Glaubens seyn. 9. Du gabst ja mir auch solche Gnaden, auch ich, ich habe Theil daran; ich lag ja mit in gleichem Schaden, für mich ist auch genug gethan; an deinen Worten, Trost und Heil gehört mir mein besond res Theil. 10. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich dir zum Lobe seyn; versichere mein Herz daneben, es reiße weder Lust noch Pein mich von der Liebe Gottes hin, weil ich in Jesu Christo bin. 11. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Höll. 6. Ja, Mund und Herze soll dir danken; doch bittet auch mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wanken und gründe in sich schließt, nichts soll mich von Gott der Sohn. der Liebe scheiden, die da in Chrifto Treu, zähl mich den Auserwählten Jesu ist. Ja, Amen! Vater aller bei. 276. 3 Mel. O Jefu Chrift, meins 2c. 2. Das heilige, unschuldge Lamm, das an dem rauhen Kreuzesstamm für meine Seel gestorben ist, erkenn ich für den Herrn und Christ. 1. Christi Blut und Ge rech- tig- keit, das ist mein Schmuck und Eh- renkleid, q 3. Ich glaube, daß sein theures Blut das allerunschäßbarste Gut, und daß es Gottes Schäße füllt und ewig in dem Himmel gilt. 4. Und würd ich durch des Herrn Verdienst auch noch so treu in seinem Dienst, gewänns auch allem Bösen ab und stürb der Sünde bis zum Grab; 5. So will ich, wenn ich zu ihm komm, nicht denken mehr an gut und fromm, sondern: da kommt ein Sünder her, der gern ums Lösgeld ſelig wär! 213 damit will ich vor Gott be stehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 7. Und weil ich wußte, daß sein Blut die Sünd wegschwemmt mit seiner Fluth, und daß man nicht muß willgen ein, ließ ich mirs eine Freude seyn. 6. Wird dann die Frage vorgebracht: Was hast du in der Welt gemacht? so sprech ich: Dank sey meinem Herrn, konnt ich was Guts thun, that ichs gern. 277. Phil. Friedrich Hiller, geb. 1699, † 1769. 1630. 8. Wenn nun kam eine böse Lust, so dankt ich Gott, daß ich nicht mußt; ich sprach zur Lust, zum Stolz und Geiz: Dafür hing unser Herr am Kreuz. 9. So lang ich noch hienieden bin, so ist und bleibet das mein Sinn: ich will die Gnad in Jesu Blut bezeugen mit getrostem Muth. 10. Gelobet seyst du, Jesu Christ, daß du ein Mensch geboren bist, und hast für mich und alle Welt bezahlt ein ewig Lösegeld. Mel. Es ist das Heil zc. 22 11. König der Ehren, Jesu Christ, des Vaters einger Sohn du bist; erbarme dich der ganzen Welt und segne, was sich zu dir hält. Nift. Ludwig, Graf v. 3inzendorf. geb. 1700, † 1760. 1523. 1. Auf, Christen, laßt uns un- fern Gott mit frob- em Dank er be ben! Er hat nicht Lust an un- jerm Tud, will, daß wir ewig le. ben. 206 HITA 214 Verighnuma inia Teita Versöhnung und Erlösung. Was uns zum Hei- le no- thig iſt, er bar mungsvoll be rei. tet. 1 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, für unsre Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er wards und hat sein Werk vollbracht und sich nach kurzer Grabesnacht gen Himmel aufgeschwungen. 3. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist sein leberwinder! Die Furcht vor ihm hinwegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. Eröffnet ist uns nun die Bahn, die von der Erd uns himmelan zur ewgen Wonne leitet. 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes. Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu Gut sich bis zum Tod erniedrigt! 278. das hat er uns durch Jesum Chrift 6. D laßt uns ihm uns anvertraun und seine Stimme hören, auf unsers Mittlers Hülfe baun, ihn mit Gehorsam chren. Das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite uns auf dieser Bahn, zieh uns zu deinem Sohne! Er ging als Vorbild uns voran; dort reicht er uns die Krone. Dort haben wir an seinem Heil, an ſeinem Himmel ewig Theil und preisen deine Liebe. Joh. Sam. Diterid), geb. 1721,+1797. Grüger. 1653. Mel. D Ewigkeit, du 2c. 1. Ich schäme mich des Heilands nicht, vor dem voll froh- er 3u- ver- sicht Gott, welch ein theures, werthes Wort: ich hier dein Kind, dein Erbe dort, mein Knie sich dank- bar beu, get. wie mir dein Geift be zeu get; durch ihn ge recht und se lig seyn. ich soll durch Jesum Christum rein, 2. Froh fühlt mein Herz die Gotteskraft, die in der selgen Wissenschaft von dem Erlöser lieget; die alle Kenntniß dieser Welt, und was sie Neizendes enthält, unendlich überwieget. Mein größtes Glück, mein höchster Ruhm ist Jesu Evangelium. Jesuslieder. 3. Auf ewig ist mein bestes Theil; in keinem Andern ist mir Heil und Recht zum ewgen Leben, Vergebung meiner Sündenschuld, der Beifall Gottes, seine Huld und Seelenruh gegeben. Ich steh im Glauben, bin ein Christ, an dem nun nichts verdammlich ist. 4. Mir widerfuhr Barmherzig279. Jesuslieder. 6 feit; mit himmlischer Zufriedenheit lohnt Gott mich schon hienieden. Ich bete voller Zuversicht; mich schreckt kein Tod und kein Gericht; mein Geist fühlt Gottes Frieden. Auf ewig ist mein Herz, Gott, dein, auf ewig deine Gnade mein. 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht; nichts raubt mir meinen Trost und Muth, nicht Leiden, nicht Gefahren. Durch den ich alles hier vermag, mein Gott wird bis auf jenen Lag mein Erbtheil mir bewahren. Ja du, der mich berief, bist treu; gib, daß ichs auch im Glauben sey. Friedr. Wilh. Loder, geb. 1757,+ 1823. Eigne Melodie. 1. Wie schön leucht uns der Morgenstern du Sohn Da. vids aus Ja kobs Stamm, Wabr- heit von dem Herrn, und mein Bräu- ti- gam, 215 1 1599. voll Gnad und mein König die füße Wurzel Jej je; haft mir mein Herz be. fef- fen, 4 lieb lich, freundlich, schön und herr- lich, groß und ehr. lich, reich von Gaben, hoch und sehr prächtig er haben. 2. Gi meine Perl, du werthe Milch und Honig. Ei mein BlümKron, wahr Gottes und Marien lein, Hosianna! himmlisch Manna, Sohn, ein hochgeborner König! das wir essen, deiner kann ich nicht Du bist des Herzens schönste Blum; vergessen. dein süßes Evangelium ist lauter 3. Geuß sehr tief in mein Herz WEBFAR is Th 216 hinein, du heller Jaspis, edler Stein, die Flamme deiner Liebe. Ach, möcht es seyn, daß ich durch dich an deinem Leibe ewiglich ein ebend Gliedmaß bliebe! Nach dir wallt mir mein Gemüthe, ewge Güte, bis es findet dich, deß Liebe es entzündet. Jesuslieder. 280. fel 4. Bon Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn du mich mit den Augen dein so freundlich thust anblicken. O Herr Jesu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimun mich freundlich in dein Arme, daß ich warme werd von Gnaden; auf dein Wort komm ich geladen. 5. Herr Gott Vater, mein starfer Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut; er ist mein Schaß, ich bin sein Braut, sehr hoch in ihm erfreuet. Eia, Eia, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben. Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. 3wingt die Saiten zu süßem Klang und laßt den hohen Lobgesang ganz freudenreich erschallen: daß ich möge mit Jefu fein, dem wunderschönen Bräutgam mein, in steter Liebe wallen. Singet, springet, jubiliret, triumphiret, dankt dem Herren! Groß ist der König der Ehren. SE 7. Wie bin ich doch, so herzlich froh, daß mein Schaß ist das A und Q, der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen! Komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, deiner wart ich mit Verlangen. Phil. Nicolai, geb. 1556,+ 1608. Mel. Nun freut euch, lieben zc. 1523. 1. Such, wer da will. ein an der Ziel, die Se lig feit zu finden; mein Herz allein be- dacht soll ieyn, auf Ghristum sich zu gründen. Ca.. Sein Wert ist wahr; sein Werk ist klar; jein beilger Mund hatKraft und Grund, all Feind zu über. win den. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen fann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, Ichüslieder. der cuch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stand von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird seyn dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein 281. 217 Ghr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. Signe Melodie. Er ist met nes Lebens Licht; 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll- Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, alle meine Sinne weichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht frommer Christen Glaube pranget. Mich 282. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Georg Weissel, geb. 1590, † 1635. 1. Meinen Je sum laß ich nicht; weil er sich für mich ge. ge. ben, so er- for- dert mei- ne Pflicht, un ver. rückt an ihm zu kle. ben. 1. ge fu. meine Freude. Ach, wie lang, ach lan ge Nach Hammerschmidt. 1658. € 1 mei nen Je sum laß ich nicht. erfreut sein Angesicht; meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele seufzt und stöhnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich freiet vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, ach ihm ewig an der Seiten; Chritus wird mich für und für zu den Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christ. Keymann, geb. 1607, † 1662. Eigne Melodie. Grüger. 1656. meines Herzens Wei de, ist dem Herzen ban ge YAG 218. $ Je su, met ne 3ier! und ver- langt nach dir! Jesuslieder. Gottes Lamm, mein Bräu, ti. gam, al ger dir soll mir auf Er den nichts sonst Lie- bers wer- den. unbewußt! Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, muß ich gleich viel leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, Stolz und Pracht, dir sey ganz, o Lasterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister; denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Manna seyn. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine 2. Unter deinen Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei; laß sie Unheil trüten, laß den Satan wüthen, mir steht Jesus bei. Ob die Welt gleich bricht und fällt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Troß dem alten Drachen, Trop dem Todesrachen, Troß der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar sidhrer Nuh; Gottes Macht hält mich in Acht; Grd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schäßen! Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren! Ich mag euch nicht hören, bleibt mir Freude. 283. Johann Franc, geb. 1618, † 1677. 1738. Eigne Melodie 1. Ich will dich lieben, mei- ne Stär- fe; ich will dich lieben mit dem Wer- fe ich will dich lie- ben, mei- ne Bier; und immer währen der Be- gier; E ich will dich lieben, schön- stes Licht, 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben, Gottes Lamm, als meinen Bräutigam. bis mir das Her. ze bricht. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh; es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät geliebt. Jesuslieder. 4. Ich lief verirrt und war verblendet; ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ist durch dich geschehn, daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du süßer Mund, daß du mich machst gesund. 284. 219 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleuchte Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone; ich will dich lieben, meinen Gott; ich will dich lieben ohne Lohne, auch in der allergrößten Noth; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Joh. Scheffler, geb. 1624, † 1677. Albert. 1642. Mel. Gott des Himmels 2c. 1. Lie- be, die du mich zum Bil de Liebe, die du mich so mil de 1 Liebe, dir er geb ich mich, 2. Liebe, die du mich erforen, eh als ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, 285. dei- ner Gott- heit bast gemacht; nach dem Fall hast wie der bracht: S dein zu bleiben e dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich ewig liebet und für meine Seele bitt: Liebe, die das Lösgeld gibet und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Met. Jesu, der du meine 2c. Jett . 1. Je su, meiner See- le Le ben, dir will ich mich ganz er geben, wig lich. 6. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub der Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Job. Scheffler, geb. 1624, † 1677. $ 1662. meines Herzens höchste Freud, je go und in E. wig, fett. 220 Jesuslieder. Meinen Gott will ich dich nen- nen daß ich dein bin und du mein; ich will feines An.dern seyn. 2. Deine Güt hat mich umfangen, ch mich noch die Welt umfing; dir bin ich schon angehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schoß hat mich aufgenommen, da ich an das Licht gekommen: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir siets deine Güt; deines Geistes Trieb und Segen regte mir oft mein Gemüth, so ich etwa ausgetreten, daß ich wieder kam mit Beten: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 4. Ja, in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du haft meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. und vor aller Welt be- ten- nen, 5. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich betrübe, tröst sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, sie gibt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter: ich bin dein, und du bist mein; ich will feines Andern seyn. 6. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude, trotz daß mich was von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 7. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigenthum; dir allein ich mich ergebe, du bist meiner Seelen Ruhm, meine Zuverficht und Freude, meine Süßigkeit im Leide: ich bin dein, und du biſt mein; ich will keines Andern seyn_ 8. Höre, Jesu, noch ein Flehen, schlag mir diese Bitt nicht ab: wenn mein Augen nicht mehr sehen, wenr ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich seufzend doch noch sagen: Ich bir dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. Christian Scriver, geb. 1629, † 1693. Drese. 1698. 286. # 1. Seelenbräutigam, Je su, Gottes Lamm! ba- be Dank für deine Liebe. Eigne Melodie. die mich zieht aus reinem Triebe von der SündenSchlamm, Jesu, Gotteslamır Jesuslieder. 2. Deine Liebesgluth stärket Muth und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemuth deine Liebesgluth. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu erseßen, was verloren, durch dein Blut so roth, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für. Deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir auch gram, Held aus Davids Stamm! 221 9. Wer der Welt abstirbt, emsig sich bewirbt um den lebendigen Glauben, der wird bald empfindlich schauen, daß Niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 7. Großer Friedefürst! wie hast du gedürst nach der Menschen Heil und Leben und dich in den Tod gegeben, da du riefft: Mich dürft! großer Friedefürst. 8. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib! 287. 10. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Sch; ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich). 11. Wenn ich weinen muß, wird dein Thränenfluß meine Thränen auch begleiten und zu deinen Wunden leiten, daß mein Thränenfluß bald sich stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs Neu wiederum erfreu, freuest du dich auch zugleiche, bis ich dort in deinem Reiche ewiglich aufs Neu mich mit dir erfreu. 13. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenfron folgt auf Spott und Hohn. 14. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde, und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 15. Du mein Preis und Ruhm, werthe Himmelsblum! in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur fann gefallen, werthe Himmelsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese, geb. 1630, 1718 Eigne Melodie. 1704. 1. Wie wohl ist mir, v Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe rub! Ich stei- ge aus der Schwermuth Höhlen und et le deinen Armen zu. 222 Jejusteder. th Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden E die Liebe strahlt aus deiner Brust. hier ist mein Himmel schon auf Erden: wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir ju- chet Rub und Luft? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sey also! Ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht.. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anfer reicht. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, blißt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle mir im Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flich in deine heilgen Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen: du bist mein Heil, wer will verdammen? die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreuzeswüsten, ich folg und lehne mich auf dich. Du nährest aus den Wolfenbrüsten und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen: genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag Andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Muth in dir, der du verläsfes keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, wenn er aus mördervoller Hecken gelanget in die Sicherheits Mein Licht, so will ich auch mi Freuden aus dieser finstern Wildniß scheiden zu deiner Ruh den Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freuni der Seelen, so wohl, wenn ich mic lehn auf dich! Mich kann Welt Noth und Tod nicht qualen, wei du, mein Gott, vergnügest mich Laß solche Ruh in dem Gemüth nach deiner unumschränkten Güt des Himmels süßen Vorschmac seyn. Weg, Welt, mit allen Schmei cheleien! nichts kann als Jesu mich erfreuen. O reicher Troft mein Freund ist mein! Wolfgang Chriftopb Deßler geb. 1660, † 1722. 288. Jesusneder. Eigne Melodie. 1. Cins ist noth; ach Herr, dieß Eine Alles Andre, wie's auch scheine, mah- res Vergnügen er ja get. $ S 223 dar- un- ter das Herze sich na get und plaget und dennoch kein 3. Wie Maria war beslissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ, ihr Herze entbrannte, dieß einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belchren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr Alles in Einem geschenkt. ( 1680) 1704. Ob 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Viele zum größeren Haufen sich fehren, so soll doch mein Herze dir einzig gehören; denn dein Wort, o Jeſu, ist Leben und Geist; was lebore mich erfen.nen doch! ist ja nur ein schweres Joch, al les er ießt, so werd ich mit Einem in Al- lem er güßt. 2. Seele, willt du dieses finden, ist wohl, das man nicht in Jesu fuchs bei keiner Creatur; laß, was geneußt? irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur, wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demuth und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. Er. lang ich dieß Ei ne, das 1 â 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein theures Opferblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet 224 zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergånglichen Lust; dein Leben sey, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich bedeckt die Gnadenfluth; du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, in findlichem Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jego meine Seel ergößt, 289. Jejusteder. 1. Wer ist wohl wie du, Mel. Eeelenbräutigam 2c. weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßres kann also mein Herze erla ben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles seyn. Prüf, erfahre, wie ich meine, tilge allen Heuchelschein; sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; gib, daß ich hier alles nur achte für Koth, und Jesum gewinne: Dicß Eine ist noth. Joh. Heinr. Schröder, geb. 1666,+1728. Drese, 1698. Je- su, süße Rub! Un- ter Vie- len aus: er- fo- ren, Le ben de rer, die ver- lo- ren, und ihr Licht da zu, Je fu, fü ße Rub! 5. Höchste Majestät, König und Prophet! deinen Scepter will ich küssen; ich will sitzen dir zu Füßen, wie Maria that, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigenthum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigenthum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmutb Schild deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nid gilt, als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der 2. Leben, daß den Tod, mich aus aller Noth zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Noth hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu Schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts o Held! Deputult. zur Welt will hin, daß ich nicht in der trüben Nacht will des Hermög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sey du mein Gewinn, gib mir deinen Sinn. zens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken. Habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht! 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsege, und mich nicht in seinem Nepe Satan halte auf; fördre meinen Lauf. 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gib. 11. Wenn der Wellen Macht 290. fe 440 12. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüfte hasse, gib mir, böchstes Gut, durch dein theures Blut. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Lodesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. 3. Wenn die Seraphim mit Schrecken sich vor seinem Glanz bedecken, spiegelt sich sein Angesicht in der Seele, die ihn kennet und von seiner Liebe brennet, hier schon mit enthülltem Licht. Joh. Anaft. Freylinghausen, geb. 1670, † 1739. 4. Nach Jehovas höchsten Ehren wird in allen Himmelschören Vet. m. Not. 1. wie se lig sind die See- len, die mit Je su sich vermählen, 1738. die sein Lebenshauch durchweht, daß ihr Herz mit heißem Trte. be stünd- lich nur auf ſei. ne Liesbe und auf seine Nähe geht. 2. O wer fasset ihre Würde, die nichts, das herrlicher, geschaut, als bei dieses Leibes Bürde im Ver- ein Herz, daß er erlesen, und mit borgnen schon fie schmückt! Alle dem das höchste Wesen sich zu einem Geist vertraut. mmel sind zu wenig für die Seele, der ihr König solches Siegel aufgedrückt. 5. Drum wer wollte sonst was lieben und sich nicht beständig üben, dieses Königs Freund zu seyn? Muß man gleich dabei was leiden, sich von allen Dingen scheiden, bringts ein Tag doch wieder ein. 6. Schenke, Herr, auf meine Bitte mir ein göttliches Gemüthe, einen königlichen Geist, mich als dir verlobt zu tragen, allem freudig 15 226 Jejusteder. 8. Ohne Fühlen will ich cauen, bis die Zeit kommt, ihn zu hauen, und vorbei die letzte Nacht, da mein Geist zum obern Leben aus der Tiefe darf entschweben und nach seinem Bild erwacht. Nach Christian Friedrich Richter ( aus Knapps Liederschap), geb. 1676, † 1711. Mel. Meinen Jesum laß ich 2c. Nach Hammerschmidt. 1658. abzusagen, was nur Welt und irdisch heißt. 7. So will ich mich selbst nicht achten, sollte gleich der Leib verschmachten, bleib ich Jesu doch getreu. Sollt ich feinen Trost er blicken, will ich mich damit erquicken, daß ich meines Jesu sey. 291. 1. See- le, was er- müdst du dich die doch bald ver- zeh- ren sich Su dhe Je sum und sein Licht; S 1 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebensquelle zu, da kannst du fie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, die das finstre Reich gebieret; laß nur den dein Labsal seyn, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 5. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Biel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. in den Dingen die ser Er. den, und zu Staub und A. sche werden? 3 al. les Andre hilft dir nicht. 6. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Höchsten wohlgefällt, und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 7. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren; bleib nicht liegen in dem Tod! bist du nicht zum Reich erforen? Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 8. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 9. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, fich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. Jejusteder. 10. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und fein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 292. Mel. Mein Freund zerschmelzt zc. 1. Wie berr- lich ists, ein Schäflein Christi wer. den, Kein höherer Stand ist auf der ganzen Erden, Huld des treuften Hir ten stehn! rückt dem Heiland nach zu gehn. 227 11. Sey im Uebrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht; alles André hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf, geb. 1684, † 1754. 2. Hier findet es die angenehmsten Auen, hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt; kein Auge kann die Gnade überschauen, die es allhier in reicher Menge schmeckt; hier wird ein Leben mitgetheilt, das unaufhörlich ist und nie vorübereilt. das trifft ein solches Schaf bei seinem Hir.ten an. 3. Wie läßt sichs da so froh und ruhig sterben, wenn hier das Schaf im Schoß des Hirten liegt! Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfärben, sein treuer Hirt hat Höll und Tod besiegt. Büßt gleich der Leib die Regung ein, so wird die Seele doch kein Raub des Moders seyn. 4. Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen, wenn gleich vor Born der ganze Abgrund schnaubt; es wird es ihm kein wilder Wolf 1704. und in der als un vers Was al le Welt nicht ge- ben kann, entwenden, weil der allmächtig ist, an den es glaubt. Es kommt nicht um in Ewigkeit, und wird im Todesthal von Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gute Tage sehen, der mache sich zu dieses Hirten Stab; hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen, da ihm die Welt vorhin nur Träber gab. Hier wird nichts Gutes je vermißt, dieweil der Hirt ein Herr der Schäße Gottes ist. 6. Doch dieß ist nur der Vorschmact größrer Freuden; es folget noch die lange Ewigkeit; da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, wo der kristallne Strom das Wasser beut. Da sichet man erst klar und frei, wie schön und auserwählt ein Schäflein Jesu sey. Joh. Jat. Rambach), geb. 1693, † 1735. 15* 228 293. Jesuslieder. Mel. Wie wohl ist mir zc. feuda 1704. 1. Ich will dich immer treu- er lieben, mein Heiland, gib mir Kraft dazu. Die Welt hat mich lang umgetrieben; nun schenkst du mir die wahre Rub: die Ruh, mit der nichts zu ver gleichen, der alle Königskronen weichen, die uns den Him- mel of- fen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zer. flö- ße vor dei ner Liebe Wun- der größe, die al les Wissen über steigt. 2. Wie freundlich hast du mich gezogen, wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich flohe dich und griff betrogen nach Herzeleid und Ungemach; du aber nahmst ohn mein Verlangen in deiner Liebe mich gefangen und wecktest meinen todten Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue mein ganzes Herz, das ich dir weihe; entreiß mirs doch und nimms dir hin. 4. Mir ist am ſeligsten gerathen, wenn ich aus eigner Wahl nichts thu; ein Andrer sinn auf große Thaten; mein Geist erblicet eine Ruh, worin er leidend das vollführet, was von des Geistes Tricben rühret, und das heißt recht in Gott gethan. O mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich recht zu lieben an. 5. Getreuer Jesu, soll ich hoffen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen dem, welcher ernstlich Hülf begehrt. Ich flieh zum Reichthum deiner Güte, durchleucht mein finsteres Gemüthe, daß ich, was du nicht selber bist, erfenn und haß und dämpf und tödte; so schau ich nach der Morgenröthe, wie hell die Sonne selber ist. 3. Adam Flessa, geb. 1694,+ 1776. 3. Ich hange nicht an deinen Gaben, dich, Jesu, such ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden seyn. Vertausch den Trieb nach Güßigkeiten mit der Begierde, still zu leiden, und mach in allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, mein eignes Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts denn du mehr übrig sey. 294. Jesuslieder. Mel. Den die Hirten lobten 2c.( Altkirchlich?) 1559. 1. Je su, dei- ner zu ge. den ken, fann dem her zen Freude schen- fen; # doch mit welchen Himmels- trän- ken 2. Lieblicher hat nichts geklungen, holder ist noch nichts gesungen, sanfter nichts ins Herz gedrungen, als: Mein Jesus, Gottes Sohn! 3. Tröstlich, wenn man reuig stehet, herzlich, wenn man vor dir flehet, lieblich, wenn man zu dir gebet, unaussprechlich, wenn du da. 4. Du erquickst das Herz von innen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Freude muß vor dir zerrinnen; Niemand sehnt sich gnug nach dir. 229 5. Schweigt, ihr ungeübten Zungen! welches Lied hat ihn besungen? Niemand weiß, als ders errungen, was die Liebe Christi sey. 6. Mit Maria will ich flehen; ich will früh zum Grabe gehen und ihm nach dem Herzen sehen mit den Augen des Gemüths. 7. Jesu, wunderbarer König, dem die Völker unterthänig; alles ist vor dir zu wenig, du allein bist liebenswerth. 8. Wenn du uns trittst vors Gesichte, wird es in dem Herzen lichte, alles Gitle wird zunichte, und die Liebe glühet auf. 9. Milder Jesu, laß mirs glücken, laß mich deine Füll erquicken, laß labt uns dei. ne Gegen wart! mich dich im Geist erblicken, Herr, in deiner Glorie. 10. Wo ich lebe auf der Erde, such ich dich, o Hirt der Heerde, fröhlich, wenn ich finden werde, selig, wenn ich dich erhalt. 11. König, würdig aller Kränze, Quell der Klarheit ohne Grenze, komm der Seele näher, glänze, bleib du, längst Erwarteter! 12. Jesu, Glorie der Zeiten, gehst du? ich will dich begleiten; bleibt mein Herz nur dir zur Seiten, o so raubt dich Niemand mir. 13. Himmelsbürger, kommt gezogen, öffnet curer Thore Bogen, rust, von Freuden überwogen: Holder König, sey gegrüßt! 14. Brunnen der Barmherzigkeiten, Licht der unumschränkten Wetten, treibe weg die Dunkelheiten, gib uns deiner Klarheit Blick. 15. Dich erhöhn des Himmels Heere, dich besingen unsre Chöre; du bist unsre Macht und Ehre, du haft uns mit Gott versöhnt. 16. Jesus herrscht in großem Frieden; er bewahrt sein Volk hienieden, daß es von ihm ungeschieden, fröhlich ihn erwarten kann. 17. Jesus ist zum Vater gangen, hat den vorgen Glanz em 230 pfangen; aber meines Geists Verlangen ist ihm dorthin nachgeeilt. 18. Jesus, den wir jetzt mit Loben und mit Psalmen hoch er295. f Jesuslieder. 1. Je fus A er hoben, Jesus hat aus Gnaden droben Friedensstätten uns bestellt. ift mein Leben, ist mei. ne Son ne, Mel. Jeju, meine Freude ze. fest bis in den Tod; in der größten Noth. Nik. Ludwig, Graf v. 3inzendorf ( nach Bernhard v. Clairvaux), geb. 1700,+ 1760. 3. Die mit Thränen fäen, wenn die Winde wehen, die der Feind erweckt, werden dort mit Freuden ernten nach dem Leiden, wo kein Feind mehr schreckt. Nach der Müh, die sie allbie dulden, wird fie Gott ergößen mit des Himmels Echäßen. Grüger. 1656. Leid ich gleich in jei nem Reid). 4. D ihr frommen Seelen, die thr euch mit Quälen bringet turch die Welt; die ihr öfters weinet, wenn kein Trost erscheinet, wenn euch Kreuz befällt; denket doch bei diesem Joch an die Kron in jenem Leben, die euch Gott wird geben. 5. Wenn die Sünden fränken, dem ich mich er- ge. ben mei ne Freud und Won ne so werd ich mit ihm re. gie. ren und dort tri um phi ren. 2. Die mit Jesu leiden, werden so laßt uns bedenken, daß nach mit ihm weiden in dem Sternen- Gottes Rath Jesus Straf erdulfeld; die mit Jesu sterben, werden det, und was wir verschuldet, auss mit ihm erben, wo ihr Reich bestellt. gestanden hat. Kämpfen wir mit Ihre Kron und Siegeslohn sind, ihm allhier, so wird er uns helfen wo Gott die Engel loben, sicher kämpsen und die Sünde dämpfen. aufgehoben. 6. Seyd getreu, ihr Herzen, bei des Kreuzes Schmerzen bis an euer End! Jesus wird euch trösten, wenn er den Erlösten ihr Gefängniß wendt. Nach dem Nu folgt eine Rub; Gott wird lassen nach dem Weinen euch die Sonne scheinen. 7. Nun, Herr Jesu, stärke, die des Satans Werke und das Reich der Welt in fich lassen stören und sich zu dir kehren, sey ihr starfer Held, sey ihr Schuß und starker Trup, Truß im Leben und im Sterben, bis sie alles erben. ( Aus Freylinghausens Gesangbuch., 296. Gott der heilige Geist. Mel. Was Gott thut zc. 297. 231 1. Bich, Je sum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz er. ge. ben. Du kennst dießherz, das redlich spricht: Nur Ei, n i nem will ich le- ben. Du, du al. lein, du sollst es seyn; du sollst mein Trost auf Er. den, # mein Glück im Himmel wer den. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: Die deiner sich nicht schämen, die kann dir Niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich erfreut um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 1690. flich zu dir; du eilst zu mir; wann mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: 4. Dich, Jesum, laß ich ewig Mein Freund ist mein, und ich bin nicht; du stärkest mich von oben. sein; er ist mein Schuß, mein TröAuf dich steht meine Zuversicht, ster, und ich bin sein Erlöster. wann meine Feinde toben. Ich Ehrenfried Liebich, geb. 1713,+1780. Gott der heilige Geist. Mel. Kommt her zu mir 2c. 1534. 1. Gott Va ter, sen de deinen Geist, den uns dein Sohn erbit. ten heißt, aus deines Himmels Höhen! Wir bit- ten, wie er uns ge- lehrt; 232 Gott der heilige Geist. laß uns doch ja nicht un er bört 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd ist dieser edlen Gabe wertb; bei uns ist kein Verdienen; hier gilt gar nichts als Lieb und Gnad, die Christus uns verdienet hat mit Büßen und Verfühnen. 3. Es jammert deinen Vaterfinn der große Jammer, da wir hin durch Adams Fall gefallen; durch dieses Fallen ist die Macht des bösen Geistes leider! bracht auf ihn und auf uns allen. 4. Wir halten, Herr, an unserm Heil.und sind gewiß, daß wir dein Theil in Christo werden bleiben, die wir durch seinen Tod und Blut des Himmels Erb und höchstes Gut zu haben treulich gläuben. 5. Und das ist auch ein Gnadenwerk und deines heilgen Geistes Stärk; in uns ist kein Vermögen. Wie bald würd unser Glaub und Treu, Herr, wo du uns nicht stündeft bei, sich in die Asche legen! 6. Dein Geist hält unsers Glaubens ht, wenn alle Welt darwider ficht mit Sturm und vielen Waffen; und wenn auch gleich der Fürst der Welt selbst wider uns sich legt ins Feld, so kann er doch nichts schaffen. 7. Wo Gottes Geist ist, da ist Sieg; wo dieser hilft, da wird der Krieg gewißlich wohl ablaufen. Was ist doch Satuns Reich und Stand? Wenn Gott, der Herr, erhebt die Hand, liegt alles schon bei Haufen. von deinem Thro• ne geben. 8. Er reißt der Höllen Band entzwei; er tröst und macht das Herze frei von allem, was uns fränket. Wenn uns des Unglücks Wetter schreckt, so ist ers, der uns schüßt und deckt viel besser, als man denket. 9. Er macht das bittre Kreuze süß, ist unser Licht in Finsterniß, führt uns als seine Schafe, hält über uns sein Schild und macht, daß seine Heerd in tiefer Nacht mit Fried und Ruhe schlafe. 10. Der Geist, den Gott vom Himmel gibt, der leitet alles, was ihn liebt, auf wohlgebahnten Wegen. Er setzt und richtet unsern Fuß, daß er nicht anders treten muß, als wo man findet Segen. 11. Er macht geschickt und rüstet aus die Diener, die des Herren Haus in diesem Leben bauen; er ziert ihr Herz, Muth und Verstand, läßt ihnen, was uns unbekannt, zu unserm Besten schauen. 12. Er öffnet unsers Herzens Thor, wann sie sein Wort in unser Ohr als edlen Samen streuen; er gibet Kraft demselben Wort, und wenn es fället, bringt ers fort und läffets wohl gedeihen. 13. Er lehret uns die Furcht des Herrn, liebt Reinigkeit und wohnet gern in frommen, keuschen Seelen. Was niedrig ist, was Tugend ehrt, was Buße thut und sich bekehrt, das pflegt er zu erwählen. 14. Er ist und bleibet stets ge Gott der heilige Geist. 233 Gottes Hütte tragen. treu und steht uns auch im Tode wird er dort zur ewgen Freud in bei, wenn alle Ding abstehen; er lindert unsre legte Qual, läßt uns hindurch zum Himmelssaal getrost und fröhlich gehen. 16. Nun, Herr und Vater aller Güt, hör unsern Wunsch, geuß ins Gemüth uns allen diese Gabe. Gib deinen Geist, der uns allhier res giere und dort für und für im ewgen Leben labe. 15. O selig, wer in dieser Welt läßt diesem Gaste Haus und Zelt in seiner Seel aufschlagen. Wer ihn aufnimmt in dieser Zeit, den Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 298. Mel. Herr Jesu Chrift, meins 2c. 1. Er- neu- re mich, o em ges Licht, und laß von deinem An- ge- ficht 1 mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und er fül. let ſeyn. horsam leist und nichts sonst, als was du willst, will. Ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sinnen gebn, laß sie nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau, o ewges Licht, von Angesicht zu Angesicht. Joh. Friedr. Ruopp, † 1708. 2. Ertödt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sündenwuſt; ach, rüſt mich aus mit Kraft und Muth, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Ge299. Mel. Jeju, der du meine Seele zc. 1676. 1. Geist vom Vaster und vom Sohne, in dem höchsten Himmelstbro- ne, 1662. 2. Komm, erleuchte meine Sinne; komm, durchstrahle den Verstand, daß die Finsterniß zerrinne s gleicher Ma je stät und Kraft gie se neu en Le bens saft in mein Herz, Seel und Gemü the, daß der Reichthum deiner Gü te S und die Stär, fe deiner Hand an mir Schwachen werd er kannt. und nicht nehme überhand. Deffne meiner Seelen Augen, daß sie zu erkennen taugen der Geheimniß ties Gott der heilige Geist. 234 fen Grund, die uns lehret Christi Mund. 3. Niemand ohne dich verspüret reiner Gottesliebe Brunst; wen nicht deine Gnade rühret, den bethöret eitler Dunst. Komm, ach komm, mein Herz entzünde, daß ich nichts in mir empfinde, als der Liebe heiße Gluth, die allein in Jesu ruht. 4. Laß mich alles Eitle hassen, da die Welt sich drin verliebt, und mit Liebesarmen fassen, dem sich Seel und Geist ergibt, Jesum, den die keuschen Seelen sich für ihren Schatz erwählen, daß ich dessen ganz allein und zu eigen möge seyn. 5. Ach, der Unflath meiner Sünden ist dir mehr als mir bewußt. Du allein, Herr, fannst ergründen, wie die angeborne Lust, die von Adam ist ererbet, Leib und Seele hat verderbet; drum so steure Fleisch und Blut, das sonst nichts als Böses thut. 300. 6. Gib mir Kraft, zu widerstehen, wenn die böse Luft sich regt. Laß es nimmermehr geschehen, daß ich werde gar erlegt; steh mir in dem Kampf zur Seiten, hilf mir ritterlich bestreiten diesen Feind, der in mir wohnt und mit Tod und Hölle lohnt. 7. Du bist heilig, laß mich werden rein und heilig immer mehr; tödt die Glieder, die auf Erden widerstreben deiner Ehr. Laß mich in dem neuen Leben wachsen und dahin bestreben, daß die Seel mit Gottes Bild auf ein Neues werd erfüllt. 8. Endlich, wenn ich soll durchs Leiden meinem Heiland folgen nach, und zu meines Herren Freuden gehen durch viel Ungemach: leite mich durch deine Güte, daß mein Geist, Seel und Gemüthe lobe dich in süßem Ton sammt dem Bater und dem Sohn. Gottfr. Hoffmann, geb. 1669, † 1728. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. 1. Ed. ler Geist im Himmelsthro- ne, mit Gott Ba- ter und dem Soh- ne, ach, er gieße deine Treu & 1555. Ei nes We sens, Ei- ner Kraft schwacher See- len Le. bens- saft: in mein Herz und mach es neu, daß Gott selbst mit sei- ner Ga be 2. Du bist Gottes starker Finger, der der Sünden Macht zerbricht, Satans mächtiger Bezwinger, meiner Seelen helles Licht; nung Gottes werden. Luft, in mir zu woh- nen, ha be. tehrest du nur bei mir ein, ach, so wird mein Herze rein und auch schon auf dieser Erden eine Woh. Wort Gottes. 235 3. Geist der Weisheit, komm gen niederdrückt, wenn ich traurig und leite mich zum rechten Weisheitsquell, geh und stehe mir zur Seite, mach mein finstres Herze hell; Himmelsglanz es ganz durchleucht, daß es Gottes Einn erreicht, bis ich nach den Trauerstunden jene Seligkeit gefunden. 4. Geist des Trostes, in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bei; wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu; gib mir ein gelassen Herz, daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seelen bei dir finde und mich stets mit dir verbinde. 5. Geist des Raths, wie oft verschwindet Rath und That in Angst und Noth! Wenn mein Herz nicht Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod Herz und Au301. pe und gebückt und vor Jammer muß vergebn, ach, so bleib du bei mir stehen. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe suchet an dir seine Lust. Schmeckt mein Herz nur deine Güte, so verlachet meine Brust, was die Welt für Luft erdenkt; Weltlust nur die Seele kränkt; rechte Freude muß den Frommen einzig von Gott selber kommen. 7. Geist des Betens, lehr mich beten: Abba, Vater in der Höh! Treibe mich, vor Gott zu treten, und gib, wenn ich vor ihm steh, daß mein Bitten kräftig sey; steh mir stets mit Seufzen bei, sprich in mir in Gottes Namen nach dem Flehn ein kräftig Amen! Wort Gottes. Psalm 12. Eigne Melodie. 1. Ach, Gott vom Himmel, sieh dar ein Wie we. nig sind der Heil- gen dein, Dein Wort man läßt nicht ha- ben wahr; Johann Gottfried Hermann. geb. 1707, † 1791. bei allen Menschen kindern. 2. Sie lebren eitel falsche List, was eigen Wiß erfindet; ihr Herz nicht Eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet. Der wählet dieß, 1524. und laß dich des er bar men! ver las sen sind wir Ar. men. der Glaub ist auch ver- lo- schen gar der ander daß; fie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll außrotten alle Lahr, 236 Wort Gottes. die falschen Schein uns lehren; da- slebenmal bewährt, wird lauter funzu ihr 3ung stolz offenbar spricht: Trop! wer wills uns webren? Wir haben Recht und Macht allein; was wir sehen, das gilt gemein; wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gett: Ich muß auf seyn; die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein; ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch fie greifen an und seyn die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur 302. fe Eigne Melodie. den; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. E8 will durchs Kreuz bewähret seyn da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahe ren rein vor diesem argen G'schlechte, und laß uns dir befohlen seyn, daß sichs in uns nicht flechte! Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese lose Leute sind in deinem Volk er= haben. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 1. Dieß sind die heil- gen zehn Ge. but, durch Mo- sen, sei nen Die- ner treu, Ky ri. e e. le. i. fon! 2. Ich bin allein dein Gott, der Herr; kein Götter sollt du haben mehr; du sollt mir ganz vertrauen dich, von Herzensgrund lieben mich. Kyrie eleison! 3. Du sollt nicht führen zu Unehrn den Namen Gottes, deines Herrn; du sollt nicht preisen recht noch gut, ohn was Gott selbst redt und thut. Kyrie eleison! 4. Du sollt heilgen den siebten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollt von deim Thun lassen ab, daß Gott sein Werk in dir hab. Kyrie eleison! 1525. die uns gab un ser Herre Gott hoch auf dem Berg Sina, i. 5. Du sollt ehrn und gehorsam seyn dem Vater und der Mutter dein, und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langs Leben han. Kyrie eleison! 6. Du sollt nicht tödten zorniglich, nicht hassen, noch selbst rächen dich; Geduld haben und sanften Muth, und auch dem Feind thun das Gut. Kyrie eleison! 7. Dein Eh sollt du bewahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein, und halten keusch das Leben dein, mit Zucht und Mäßigkeit fein. Kyrie eleison! Wort Gottes. 8. Du sollt nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern Jemands Schweiß und Blut; du sollt aufthun dein milde Hand den Armen in deinem Land. Kyrie eleison! 9. Du sollt kein falscher Zeuge seyn, nicht lügen auf den Nächsten dein; sein Unschuld sollt auch retten du und seine Schand decken zu. Kyrie eleison! 237 wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber thut. Kyrie eleison! 10. Du sollt deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus; du sollt ihm 303. 11. Die Gebot all uns geben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollt und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. Kyrie eleison! 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist; es ist mit unserm Thun verlorn, verdienen doch eitel Zorn. Kyrie eleison! Dr. M. Luther, geb. 1483, t 1546. Eigne Melodie. 1. Herre Gott, dein gött- lich Wort bis durch dein Gnad uns ist ge jagt, S und an de re A. po. stel mehr Das dan ken dir mit Fleiß, daß wir 2. Daß es mit Macht an Tag ist bracht, wie klärlich ist vor Augen. Ach Gott, mein Herr, erbarm dich der, die dich noch jetzt verläugnen, und achten sehr auf Menschen lehr, darin fie doch verderben. Deins Worts Verstand mach ihn'n bekannt, daß sie nicht ewig sterben. 3. Hilf, Herre Gott, in dieser Noth, daß sich die auch bekehren, die nichts betrachtn, dein Wort verachtn, und wollens auch nicht lehren. Sie sprechen schlecht, es sey nicht recht, und habens nie gelesen, auch nie gehört das edle Wort; ists nicht ein teuflisch Wesen? 1527. ist lang verdun- felt blie. ben, was Pau- lus hat ge- schrie- ben aus deim gött li- chen Munde. er le bet hab'n die Stunde, 4. Ich glaub g'wiß gar, daß es sey wahr, was Paulus uns thut schreiben. Eh muß geschehn, daß alls vergeh, dein göttlich Wort soll bleiben in Ewigkeit, war es auch leid viel hart verstockten Herzen; febrn sie nicht um, werdn sie darum leiden gar große Schmerzen. 5. Gott ist mein Herr! so bin ich der, dem sterben fommt zu Gute. Dadurch uns haft aus aller Last erlöst mit deinem Blute. Das dant ich dir, drum wirst du mir nach dein'r Verbeißung geben, was ich dich bitt; verfag mirs nit im Tod und auch im Leben. 400 woll Wolles. 6. Herr, ich hoff je, du werdest die in keiner Noth verlassen, die dein Wort recht als treue Knecht im Herz und Glauben fassen. Gibst 304. ihn'n bereit die Seligkeit, und läßt sie nicht verderben. D Herr, durch dich, bitt ich, laß mich fröhlich und willig sterben. Paul Speratus(?), geb. 1484,+ 1554. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. ť 1. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geist- lich ist, un tüch- tig; dein We sen, Wille und Ge bot ist viel zu hoch und wichtig: $ ² B den Weg zu dir nicht wei fet. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohlbekannt dein Will und deine Rechte; zum legten ist dein lieber Sohn, o Bater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. · 1524. wir wissens und versteh.ens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht 3. Für solches Heil, Herr, sey gepreist; laß uns dabei verbleiben, und gib uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte gläuben, das selb annehmen jederzeit mit Sanftmuth, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött sammt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gib du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Deffn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter seyn, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Wege wird der Same fort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Same, so in Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich allhie dem guten Lande und seyn an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem gutem Herzen. 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, den Weg der Sünder meiden gib, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus 2011 TIILY. die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dampfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg seyn die Leuchte unsern Füßen; erhalt es bei uns klar und rein; hilf, daß wir drauß genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß 305. f wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner ten. Hilf, Jesu, daß uns deine Ehr dein Wort sich weit ausbreiLehr erleuchten mög und leiten. D heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. David Denicke, geb. 1603,+ 1680. Mel. D Herre Gott, dein 2c. 1. Herr 3e.baoth, dein heilges Wort, daß wir darnach an al- lem Ort 403 1 ist worden tund aus deinem Mund rein, schlecht und recht, durch dei- ne Knecht, 2. Dieß Wort, das jetzt in Schriften steht, ist fest und unbeweglich; zwar Erd und Himmel untergeht, doch Gottes Wort bleibt ewig; kein Höll, kein Plag, noch jüngster Tag vermag es zu vernichten; drum denen soll seyn ewig wohl, die sich darnach recht richten. 3. Es ist vollkommen, hell und flar, die Richtschnur reiner Lehre; es zeigt uns auch ganz offenbar Gott, seinen Dienst und Ehre, und wie man soll hie leben wohl, Lieb, Hoffnung, Glauben üben; drum fort und fort wir dieses Wort von Herzen sollen lieben. 4. Im Kreuz gibts Luft, in 1527. das du uns haft gege ben, solln richten Lehr und Le.. ben, und in der Schrift beschrie- ben vom heilgen Geist ge- trie- ben. Traurigkeit zeigt es die Freudenquelle; den Sünder, dem die Sünd ist leid, entreißt es aus der Hölle, gibt Trost an Hand und macht bez kannt, wie man soll willig sterben, und wie zugleich das Himmelreich durch Christum zu ererben. 5. Nun, Herr, erhalt dein heilges Wort, laß uns sein Kraft empfinden; den Feinden steur an allem Ort, zeuch uns zurück von Sünden, so wollen wir dir für und für von ganzem Herzen danken. Herr, unser Hort, laß uns dein Wort fest halten und nicht wanken. Christian Knorr von Rosenroth, geb. 1636, † 1689. 306. fe $$$ Mel. Herzlich thut mich ze. 1. Wohl dem, der Je sum lie. bet = der wird niemals be trü. bet Wo Je sus sich be. fin. det, 1 wer sich auf Je. sum grün. det, 2. Bist du vielleicht verirret vom rechten Lebensport, hat dich die Welt verwirret; fomm, hier ist Gottes Wort; dieß wird dir klärlich weisen die rechte Tugendbahn, darauf du müsseft reisen, wenn du willst himmelan. 3. Bist du vielleicht betrübet, ja wirst du fort und fort in Kreuz und Noth geübet: komm, hier ist Gottes Wort; dieß wird dich schon erquicken, daß, wenn gleich Höll und Welt dich wollten unterdrücken, du doch behältst das Feld. 4. Hast du dich lassen blenden, so daß bald hier, bald dort du tappest an den Wänden: komm, hier ist Gottes Wort; dieß machet, daß 307. und dessen Him- mels- wort, Haßler? 1613. vons Teu- fels Höllenmord. da steb et al les wohl; a · der le bet le bensvoll. · die Blinden sich zu dem rechten Steg hinwieder können finden von ihrem Irreweg. 5. Wirst du gleich auch geführet durch den stockfinstern Ort, da sonst der Tod regieret: fomm, hier ist Gottes Wort; dieß ist der Stab und Stecken, mit diesem kannst du dich vors Teufels List und Schrecken beschüßen mächtiglich. 6. Hilf, Jesu, daß ich liebe dein seligmachend Wort, daß ich mich stets drin übe; hilf, liebster Seelenhort, daß ichs in meinem Herzer bewahr durch deine Huld, damit ir Kreuzes Schmerzen es Frucht trag in Geduld. Mel. Zeuch meinen Geist 2c. Anna Sophia, Landgräfin v. Heifengeb. 1638,1683. 1698 1. Sollt ich aus Furcht vor Menschenkindern des Geistes Trieb in mir verbinders und nicht, bei so viel heu- chel- schein, ein treu er Beu- ge Gottes fewn? Wort Gottes. 241 2. Sollt ich des Höchsten Wort 9. Wes ist das Amt, das ich verschweigen, und nicht dem Hause Jakob zeigen, wie schändlich sichs vor Gott verstellt, darum, weils Menschen nicht gefällt? hier trage? Wer forderts, daß ichs. ihnen sage? Ists nicht des großen Gottes Mund, der thut durch mich fich ihnen kund? 3. Sollt ich den falschen Christen heucheln und der gottlosen Rotte schmeicheln um eine Hand voll zeitlich Korn, und zu entgehn der Menschen Born? 4. Sollt ich die Bösen selig preifen, die weder Licht noch Glauben weisen, um deren Gunst- und Liebeswind, die doch nur Feinde Gottes find? 5. Wer sind sie denn, die mich verlassen und mich als ein Fegopfer bassen? Wer sind sie, die so zorniglich ihr Herz verbittern wider mich? 6.& sind nur Menschen, die mit Sünden und losen Stricken sich verbinden, ein Nichts, ein Gras, ein schnödes Heu, ein Dampf und leichtverwehte Spreu. 7. So boch sie sind in ihren Sinnen, so werden sie doch endlich innen, daß all ihr Thun zur Hölle fährt und nur auf furze Zeit hie währt. 8. Wer bin ich denn, den sie verschmähen? Ists denn auf mich nur angesehen? Ist Gott nicht, der mich reden heißt, und treibt mich nicht sein werther Geist? 308. 10. Gi, sollt mein Gott mich nicht auch schützen, wenn sie mit Wüthen auf mich blißen? Sollt dessen Huld in aller Pein mir nicht ein süßes Labsal seyn? 11. Du kennst mich ja, du Menschenbüter, daß mirs nicht um die schnöden Güter zu thun, noch um die Gunst der Welt, die Manchen so gefangen hält. 12. Die Liebe Chrifti, die mich dringet, die ists, die mich im Geiste zwinget, mit Rufen, Locken, Bitten, Flehn der Menschen Seelen nachzugehn. 13. Darüber will ich gerne leiden, kein Kreuz noch Spott der Bösen meiden; sey du mir nur bei Hohn und Spott nicht schrecklich, du getreuer Gott! 1. Herr, dein Wort, die ed. le denn ich zieh es al. ler Vet. m. Not. 14. Ich weiß, dein Wort wird endlich siegen, das finstre Reich muß unterliegen; den Sieg wird man in Kurzem schn, sollts auch durch märtrerblut geschehn. 15. Ach, stärke du mich doch, mein Retter, damit auch unter Sturm und Wetter mein Beugniß fest und freudig sey. Es ist ges wagt! Gott steh mir bei! Job. Jos. Winckler, geb. 1670,+ 1722. Mel. O Durchbrecher aller zc. Ga. be, ha. be 1704. die sen Schaß er bal te mir; und dem größten Reichthum für. 16 242 Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Wort Gottes. Mir ists nicht um tau- send Wel- ten, 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn! Laß mich 309. 1. Gott ist mein Hort, a. ber um dein Wort zu thun. eifrig seyn beflissen, dir zu dienck früh und spat, und zugleich zu deinen Füßen sißen, wie Maria that. Nik. Ludwig, Graf v. 3inzendorf, geb. 1700, † 1760. Mel. Ach, Gott und Herr 2c. 310. fel und auf sein Wort joll mei- ne Sec le trau- en. Ich wand- le hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß im- Licht nicht durch dein Wort ermerdar mich seine Kräfte schmecken; schienen. laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 6. Nun darf mein Herz in Nel und Schmerz der Sünden nich verzagen; nein, du verzeihst, lehrs meinen Geist ein gläubig Abb. sagen. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. 3ur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 1627. 5. Des Ewgen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär mir dieß Leben! 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte Durch meine Müh vermag ich nie; dein Wort gibt mir die Kräfte 8. Herr, unser Hort, laß un dieß Wort; denn du hasts uns ge geben. Es sey mein Theil, es se mir Heil und Kraft zum ewge Christian Fürchteg. Gellen geb. 1715,+ 1769. Möd. 1820 Mel. Ich armer Mensch zc. 1. Dein Wort, o Höchster, ist vollkommen; es lehrt uns unsre ganze Pflid es gibt demSünder und dem Frommen zum ke- ben sichern Un- ter- rich WITI ONllte. O se lig, wer es achtsam bört, 2. 68 leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß, verkündigt Gnade, Heil und Segen und machet unser Herz Jewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben, lehrt, wie viel Guts du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Herr, deine Tröstungen sind 311. be- wahrt und mit Ge- hor- fam curt! besser, als alles Silber, Gold und Geld, ein Schaß, weit köstlicher und größer, als alle Schäße dieser Welt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit Lust betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt. Laß mich darauf gehorsam achten, was dein Befehl von mir begehrt: so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. 240 3. A. Gramer, geb. 1723, † 1788, ( nach dem bayr. Gesangbuch von 1811.) Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. Ahle. 1664. fer 1. Herr, mein Licht, er- leuchte mich, daß ich dich und mich er.ken- ne; daß ich voll Ver trau en dich mei- nen Gott und Va ter nen.ne. # Wabrbeit lehrt dein Wort auf Er- den; laß mich dadurch weise werden. 2. Lautre Wahrheit ist dein Wort; lehre mich es recht verstehen; hilf du selbst mir, immerfort deutlicher es einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, was zu meiden mir gebühret. werd ichs an mir erfahren, was es denen fest verspricht, die es hören und bewahren; mir auch wird es dann im Leiden eine Quelle wahrer Freuden. 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen; laß mich auch beflissen seyn, den er kannten Weg zu gehen; sonst würd ich bei allem Wissen seinen Trost entbehren müssen. 4. Folg ich seinem Unterricht, so 5. Laß mich hier schon in der Zeit dein Erkenntniß stets vermehren. Find ich manche Dunkelheit bei des Glaubens hohen Lehren: laß mich Zweifelsucht entfernen und in Demuth glauben lernen. 6. Immer lente meinen Sinn von dem Wechselglück der Erde auf 16* 244 Kirche und Reich Gottes. den ewigen Gewinn, daß ich frei deinem Wort gemäß zu handeln und selig werde. Was sind Güter und vor dir gewissenhaft als dein dieser Seiten gegen jene Herrlich- treues Kind zu wandeln, so wird -teiten? einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. 7. Gib mir täglich neue Kraft, Nach Heinr. Corn.Hecker, geb.1699,+ 1743, v. Joh. Sam. Diterich, geb. 1721, † 1797. 312. Kirche und Reich Gottes. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht zc. B 1. Wär Gott nicht mit uns die se Zeit, so foll If ra el sa gen, wär Gott nicht mit uns die je Beit, wir hätten mußt ver za gen, die so ein ar- mes häuflein sind, ver acht von so viel Menschenkind, 1 a die an uns se gen al le. 1 1535. 2. Auf uns ist so zornig ihr Sinn, wo Gott hätt das zugeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn als die ein Fluth ersäuft, und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen; wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unser Seel entgangen; Strick ist entzwei, und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gotts Himmels und Erden. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Altkirchlich? 1543. 313. the 1. Er- halt uns, Herr, bei dei nem Wort und steu- re dei- ner Feinde Mord, Eigne Melodie. die Je sum Christum, dei nen Sohn, wol- len stürzen von deinem Thron... 2. Beweis dein Macht, Herr stenheit, daß sie dich lob in EwigJesu Christ, der du Herr aller Her- feir. ren bist, beschirm dein arme Chri3. Gott, heilger Geist, du Trö Kirche und Reich Gottes. 245 fter werth, gib deim Volk ein'rlei legten Noth, gleit uns ins Leben Sinn auf Erd, steh bei uns in der aus dem Tod. Dr. M. Luther, geb. 1483. † 1546. 314. 1. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlichs Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. Im vorigen Ton. 2. In dieser schwer'n, betrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sacrament rein b'halten bis an unser End. 3. Du aber selbst dein Kirch erhalt, wir sind sonst sicher, faul und kalt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, schaff, daß es schall an manchem Ort. 4. Erbalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirchen Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel 315. zu; auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Secten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den frechen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erheben hoch, und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Lehr und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern ja dein ist; darum so steh du denen bei, die bei deim Wort sich finden frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirchen starker Schuß; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts Bessers suchen mehr. 9. Gib, daß wir leben in deim Wort und darauf muthig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelsfaal. Rif, Selnecker, geb. 1532, † 1592. Grüger. 1640. Eigne Melodie. 1. Bi on tlagt mit Angst und Schmerzen, die er trägt in seinem Her- zen, Ach, spricht sie, wie hat mein Gott und läßt mich mit Jammer pres- sen! 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand in dem Leid, der läßt sich vergebens suchen jept in meiner Traurigkeit. Ach, 31. on, Got- tes werthe Stadt, die er ihm er wäh- let hat. mich ver lassen in der Noth, Mei- ner hat er ganz ver- ges. ſen. will er denn für und für grausam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht, wie vorbin, erbarmen? APAY 246 3. 3ion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seei und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein; wo mag eine Mutter seyn, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge laſsen? 4. Ja, wenn man auch sollte finden einen solchen Mutterfinn, da die Liebe könnt verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin; meine Treu bleibt gegen dir, Zion, o du meine Zier! mein Herz hast du mir besessen; deiner kann ich nicht vergessen. 316. Kirche und Reich Gottes. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schree den kann; schau doch, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie kann es denn anders seyn? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern will ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen; du liegst mir in meinem Schoß, wie die Kindlein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich soll keine Zeit, keine Noth, Gefahr noch Streit, ja die Hölle selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann, geb. 1585,+ 1647. 317. Mel. Kommt her zu mir 2c. 1. Ver- za- ge nicht, du Häuflein klein, obschon die Fein de wil- lens seyn_ S dich gänzlich zu ver- stö ren, da von dir wird recht angst und bang; 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten; er wird durch seinen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und suchen dei- nen Untergang, es wird nicht lang. e währen. und sein Wort, muß Welt, Teufe und Höllenpfort, und was dem thut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mi uns, und wir mit Gott; den Siewolln wir erlangen. 1534. Jat. Fabricius, geb. 1593, † 1654. ( Gustav Adolphs Schlachtgefang b Mel. Herzliebster Jesu, was 2. E 1. Chri. fte, du Bei- stand deiner Kreugge mei- ne, Lügen.) Grüger. 1640 et- le, mit Hülf uni Kirche und Reich Gottes. Ret tung uns erschei- ne; steu- re den Fein den, ih- re Blut-ge.rich te ma che zu nich: te. . 2. Streite doch selber für uns arme Kinder; wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder. 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere; Friede zugleich der Obrigkeit gewähre; Friede dem 318. Herzen, Friede dem Gewissen gib zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben; also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Heerde, Himmel und Erde. 247 Mel. Zion flagt mit Angst ze. Wenn er straft, fo liebt er auch, Mattbä. Apelles von Löwenstern, geb. 1594, 1648 ( Srüger. 1640. 1. Bi on, gib dich nur zu frie- den, Gott ist noch bei dir da rin; du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Va- ter- sinn. 3ion, ler ne dieß be- den- fen; 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden, tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen: Ach und Weh! schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schlafend in der Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen; diese Fluth wird bald sich legen. dieß ist sein ge liebter Brauch: wa- rum willst du dich so kran- ken? nicht wanten aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen oft dein Trank und Speise seyn; stimmt dein Seufzen und dein Stöhnen auch in deine Lieder ein; kränkt der Neid dir Herz und Muth, kommst du hier um Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen; du kannst deinem Gott vertrauen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn; dennoch hat es keine Noth in dem Leben und im Tod: Zion, du kannst doch Herzeleid, dennoch wirst du nicht 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit viel Qual und 248 Kirche und Reich Gottes. zu Schanden, denk nur an die schöne Gnadensonne, Jesus ChriEwigkeit; sey getroft und wohlgemuth; denn der Herr ists, der es thut: 3ion, Gott wird dich schon stärken; dieses mußt du eben merken. ftus, naht zu dir, gibt dir einen Freudengruß und den rechten Friedenskuß: Zion, wo ist nun dein Klagen? jetzt kannst du von Freuden sagen. 6. Freue. dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; gib dich nur in Gottes Hände, der macht dich von allem frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freudenkron: 3ion, Gott, dein Schuß, wird wachen und die Welt zu Schanden machen. 7. Halleluja! deine Wonne bricht anjeßt mit Macht herfür; denn die 319. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. 8. Freuet euch, ihr Himmelserben, freuet euch mit Zion hier! Die vor Jammer wollten sterben, sollen leben für und für. Dort ist nicht mehr Angst und Qual in dem schönen Himmelssaal: Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli, um 1660. 1. Va ter der Barmherzigkeit, ge- sam- melt zur. po stel. zeit du hast durch deines Geistes Kraft zu deinem Reich be. ru. fen. 2. Aus ihrer Mannigfaltigkeit des Streits und vieler Sprachen, dadurch fie in der Welt zerstreut fich von einander brachen, hat sie dein guter Geist geführt und sie mit Herrlichkeit geziert in Einigkeit des Glaubens. 3. Ach, sey doch auch zu dieser Beit uns, Vater, wieder gnädig, und mach uns von dem Zank und Streit hinwieder frei und ledig. Gib, daß dein Häuflein für und für in Einem Geiste diene dir, in deiner Liebe lebe. 1668. der du dir deine Heer den und herr- lich las- fen werden, die große Schaar der Hei- denschaft 4. Ach, sich doch, wie des Satans List sie jämmerlich zertrennet, wie man im Streit der Lieb vergißt, im Unverstande brennet, wie alles in Verwirrung geht, da Eins das Anore nicht versteht und sich um nichts entzweiet. 5. Ach, Herr, hilf solchem Uebel ab, versammle deine Heerde, daß unter deines Wortes Stab sie wieder einig werde, und das Band der Vollkommenheit, die Liebe, uns aus allem Streit in deinem Geiste bringe Kirche und Reich Gottes. 249 6. Wie lieblich ists, wenn Brü- Wohlgeruch erfüllet, und wie vom der sich in rechter Treu verbinden, im Haus des Herrn einmüthiglich fich stets zusammenfinden, wenn sie im Geist zusammenstehn, zu Gott in Einem Sinne gehn und halten an mit Beten. Hermon fällt der Thau ringsum auf Zions Berg und Au und alles Land erquicket: 7. Gleichwie der edle Balsam dort von Aarons Haupte quillet, der ringsumher den ganzen Ort mit 320. Eigne Melodie. 8. Also fleußt Gottes Geist und Gnad von Chrifto zu uns nieder auf die, er erwählet hat, auf alle seine Glieder. Das ist die Frucht der Einigkeit: Heil, Segen, Leben alle Zeit und alle Himmelsgüter. Heinr. Georg Neuß, geb. 1654, † 1716. 1. fab. re fort, fab- re fort, 3i- on, fah- re fort im Licht! mache deinen dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, nimm nicht an das Bild des Drachen! 3ion, wenn fie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 1704. Leuchter bel.le, laß die er ste Lie- be nicht, su- che stets die Lebensquel- le; a E Bi on, drin.ge durch die enge Pfort! fah re fort, fab.re fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, frumm und schlecht, prüfe recht, leide ohne Scheu Trübsal, Angst prüfe recht! mit Spott und Hohne, sey bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich: leide dich, leide 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, beides das, was 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott, stärke dich mit Geist und Leben; sey nicht wie die Andern todt, sey du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft für Heuchelschein dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Sion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet; zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, 3ion halte deine Treu, laß dich ja nicht 250 laulich finden; auf, daß Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was da321. Kirche und Reich Gottes. hinten: Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Joh. Euieb. Schmidt, geb. 1669, † 1745. 1698. V Mel. Jesu, hilf siegen 2c. # 1. Großer Im- ma- nu el, schau.e von oben auf dein er lö- ftes, er. sieh e doch, wie die Ty ran nen noch to- ben, wie sie ver- feh- ren die f kauf tes Geschlecht; Lü- gen und Irrthum muß gel.ten auf Er- den; Wahr- heit und Recht! e- 1¹e f Unschuld und Wahrheit muß Ke. Be rei wer den. 2. Seelen, die sonsten sehr eifrig nen, recht zu gebrauchen, was du gerungen, werden jetzt müde und uns geschenkt. Wolln wir dir dieschlafen fast ein. Scheints doch, nen in heiliger Stille, sagt man, als wenn sie der Arge bezwungen, es sey das nur eigener Wille. nicht mehr so eifrig im Kampfe zu seyn. Alles wird irre, weil Argwohn regieret, und auch einfältige Herzen verführet. 5. Weil denn die Armen so seufzen und stöhnen, komm doch, o Jesu, und mache dich auf; rett uns von Allen, die troßig uns höhnen und uns oufhalten in unserem Lauf; kräftig und freudig die Wahrheit zu lehren, wollest du schenken, dem Vater zu Ehren. 3. Schmerzlich erfährt man, wie Kinder sich trennen, welche die himmlische Mutter gebiert; wie auch die Brüder einander nicht kennen, herzliche Freundschaft sich täglich verliert, Viele fich scheiden, und Viele fich spalten, weil man die Liebe so lässet erkalten. 4. Lange, ach lange schon seufzen die Deinen, daß man uns Freiheit und Freudigkeit fränkt, mit dir, o Heiland, es treulich zu mei322. 6. Willige Opfer wird alsdann dir bringen nach dem Triumphe die heilige Schaar; liebliche Lieder da werden erklingen, wenn nun beginnet das selige Jahr, welches zu Zions Errettung erscheinet und uns zur völligen Freude vereinet. Christian Andr. Bernstein, † 1699. Ph. E. Bach, 1787. Mel. Wie groß ist des zc. 1. Sch lo be dich von ganzer Seelen, dir wol- len eine Kirch er wählen, daß du auf diesem Er- den- Freis o Gott, zu deines Na- mens Preis Kirche und Reich Gottes. da rin- nen sich viel Menschen finden auf daß von al- len ib. ren Sünden 2. Du rufest auch noch heut zu gründen, als auf den Grund, den Tage, daß Jedermann erscheinen du gelegt; hilf uns aus Gnaden foll; man höret immer deine Klage, daß nicht dein Haus will werden voll; deswegen schickst du auf die Straßen, zu laden Alle, die man findt, und willst auch die berufen lassen, die blind und lahm und Krüppel sind. überwinden, weil stets auch noch der Feind sich regt; und wo noch Runzeln sind und Flecken, die Christi Braut sich angehängt, die wollst du mit der Liebe decken, mit der du uns den Sohn geschenkt. 3. Du hast dir, Gott, aus vie len Zungen der Völker eine Kirch erbaut, darinnen dein Lob wird besungen, die deinem Worte gläubig traut; du hast ihr Christum ja gegeben zu ihrem königlichen Haupt: so führ es nun zum rechten Leben, was deine heilge Kirche glaubt. 5. Erhalt uns, Herr, im wahren Glauben und frommen Leben bis ans End; ach, laß uns ja den Schatz nicht rauben: dein heilig Wort und Sacrament. Erfüll die Herzen deiner Christen mit Geistessegen, Fried und Freud, daß sie in Lieb und Treu sich rüsten zur ungefärbten Einigkeit. 4. Wir wollen auf nichts Andres Fr. Conr. Hiller, geb. 1662, † 1726. 323. Mel. Mein Herzens Jesu zc. 1. Ich glaube, daß die Heiligen weil sie in einer Gna de stehn So Bie le Chriftus machet rein, 251 zu einer bei- li- gen Gemein, sie Christi Blut nun wasche rein. und al le Himmels- schä. Be. 2. 3war nicht das gleiche Schickfal fällt hienieden jedem Gliede; es dauern noch in dieser Welt die äußern Unterschiede: dem Einen fällt ein armes Loos, der Andre ist geehrt und groß; das will ein Christ nicht ändern. 1668. im Geist Gemeinschaft ba- ben, und Eines Gei- stes Ga- ben. die haben all sein Gut gemein 3. Doch in der neuen Creatur ist Keiner klein, noch größer; wir haben Einen Christus nur, den einigen Erlöser, das Licht, das Heil, den Morgenstern; Wort, Tauf und Nachtmahl unsers Herrn ist Allen gleich geschenket. Kirche und Reich Gottes 252 4. Da ist kein Knecht, noch Freier mehr; da sind sie alle Kinder; der Reichthum macht hier keine Chr, die Armuth keinen Sünder. Gott sieht hier nicht Personen an, indem der Reiche arm seyn kann, der Arme reich an Gnaden. 5. Die Sonne der Gerechtigkeit will Allen Gnade geben; der Geist gibt Allen allezeit als Gottes Odem Leben, weil uns der Vater alle liebt, so wie der Himmel uns um gibt; wir haben gleiche Güter. 6. Ein Himmel, Eine Seligkeit, Ein Vorbild und Ein Hoffen, Ein Recht, Ein Vaterherz im Leid, Ein Segen steht uns offen. Uns führt Ein Weg dem Himmel zu, wir hoffen alle Eine Ruh, allein durch Einen Glauben. 7. Wir leiden mit, wir ziehen an ein herzliches Erbarmen; und wenn das Herz nichts weiter kann, so seufzt es für die Armen. Denn solch ein Glied, dem durch sein Herz nicht geht der andern Glieder Schmerz das hat gewiß kein Leben. 8. So trägt ein Glied des andern Last um seines Hauptes wil len; wer seiner Brüder Lasten faßt, lernt das Gesetz erfüllen, wo Christus uns zum Vorbild geht; dieß töniglich Gebot besteht in Einem Wörtlein: Liebe! 9. Wie ist der Heilige so groß, der mir hier vorgegangen, mit dem ich als ein Kreuzgenoß Gemeinschaft soll erlangen! Bedenk, mein Herze, wer es ist! es ist der Heiland, Jesus Christ, der Sohn des Allerhöchsten. 10. Ich will mich der Gemeinschaft nicht der Heiligen entziehen; wenn meine Brüder Noth anficht, so will ich sie nicht flichen. Hab ich Gemeinschaft an dem Leid, so laß mich an der Herrlichkeit auch einst Gemeinschaft haben! Phil. Fr. Hiller, geb. 1699, † 1769. 324. Shel 1. Dein Wort, o Herr, bringt uns zusammen, daß wir in der Gemeinschaft stehn; es läßt an uns die fü gen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn; Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen 2c. 1704. 熱 # wir werden durch das Wort der Gnaden auch zurGemeinschaft jenerSchaar, die um das Lamm beständig war, ge lockt und kräftig ein ge la den. $ 2. Nur Menschen, die von Gott koren, die läßt er Wunderlicbe geboren, die unter Einem Haupte sehn. Gemeinschaft mit dem Bater stehn, die hat der Herr sich auser haben und mit dem Sohn im beil Kirche und Reich Gottes. 253 gen Geist, das ist, was ihre Seele Schmerzen; eins reicht dem andern speist; nur das kann sie vollkommen laben. seine Hand, und wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß, bis zu dem völligen Genuß des großen Guts: ich, ich in ihnen! 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, ist Christus und sein theures Blut; das einge Ziel, darauf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut; sein Wort die Regel, die wir kennen, sein Geist das Band, das uns umschlingt; die Seelen all, die er durchdringt, sind, was wir heilge Kirche nennen. 4. Was ist das für ein himmlisch Leben, mit Vater, Sohn und beilgem Geist in seliger Gemeinschaft schweben, genießen das, was Gott geneußt! Wie flammen da die süßen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus; hie wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und herzt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Gerechtigkeit; der heilge Geist tritt mit dem Dele des Friedens und der Freude zu; dann schmeckt das Herz die Gottes- Ruh; die Kraft durchdringet Leib und Seele. 6. Die Eines Herren Leib gegeffen, die stehen auch für Einen Mann; macht sich der Feind an eins vermessen, sobald greift er sie alle an; fie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft; sie wollen von der Brüderschaft der Heilgen nicht das Kleinste missen. 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen durchs Thränenthal ins Vaterland, versüßen sich die bittern Aus Bunsens Gesangbuch. 325. Wenn Christus seine Kirche schüßt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sigt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet seinen Ruhm und hält das Christenthum; mag doch die Hölle wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts, des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrift mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sey Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth schrecken? im Tod; was will uns denn er= Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, † 1769. 254 326. Kirche und Reich Gottes. Mel. Es ist das Heil 2c. 1. Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zerstören. Du aber, Mistler, Gottes Sohn, kannst ihrem Troße weh- ren. Dein Thron besteh. et e- wig- lich; f 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herrschaft noch auf Erden weit verbreiten, und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen! die Macht der Höl- le rü B sten. 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehen, daß sie sich noch bekehren! Lehr fie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 327. 1523. ver geb- lich wird sich wi der dich 5. Uns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unsere Glaubens uns gewiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk dir unter= than, gern dein Geseß erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dan vor deinem Angesicht die Menschenfinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich Herr, alle deine Frommen, uni freun des großen Tages sich, da de wirst wiederkommen. Dann wer den wir, o Gottessohn, den unverheißnen Gnadenlohn, dein Him melreich, ererben. Balth. Münter, geb. 1735, † 1793. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. 1. Je- fu, Licht und Heil der Welt, dein Wort, das Gottes Rath enthält, 1668 der du in die sem Leben zur Richtschnur uns ge- ge- ben, Missionslieder. du bist der Herr der Christen- beit, dir aus den Menschen sam- melst. 2. Du willst sie als dein Eigenthum zur wahren Weisheit leiten, und durch dein Evangelium zur Seligkeit bereiten. Du, Herr, bist groß von Rath und That, und was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Du bist der Deinen Trost und Heil; so viel nur an dich glauben, die haben an dem Segen Theil, den uns kein Feind kann rauben. 3ufriedenheit und Himmelsruh fließt allen schon auf Erden zu; dein ist des Guten Fülle. 4. Mag auch der Spötter immerhin auf deinen Ruf nicht hören, und mancher in verkehrtem Sinn fich wider dich empören; es fällt doch deine Kirche nie; du hältst, und du beschüßest sie durch deines Geistes Weisheit. 328. fe= die du voll Huld und Freundlichkeit 5. Dein ist das Reich und dein die Kraft; wer sollte dir nicht trauen? auf dich, der alles kann und schafft, nicht seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; bilf, daß wir stets mit frohem Muth dich vor der Welt bekennen. 6. 3war kämpfen wir noch manchen Streit auch mit uns selbst auf Erden; doch werden zur Vollkommenheit auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh; dann krönest und belohnst du sie mit Preis und ewger Freude. 7. Dann sehn wir dich in Majestät, und uns gleich deinen Engeln zu nie empfundnem Glück erhöht, befreit von allen Mängeln. Dann preisen wir frohlockend dich, daß deine Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrlicht! Joh. Sam. Diterich, geb. 1721,+ 1797. Missionslieder. Eigne Melodie. 255 100 1. Es woll uns Gott ge nå- dig seyn und seinen Segen ge. sein Antlig uns mit bel- lem Schein er- leucht zum ewgen Le daß wir er. fen.nen sei. ne Werk, Y 1525. ben; $ . ben, * und was ibm liebt auf Er den, 2274 206 Wijnonslieder. f und Jesus Christus heil und Stärk und sie zu Gott be. teh ren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Nichter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich 329. H 1. Je- su Chri- ste, wah- res Licht, 2. 3. beilig- al. fer das Volk in guten Thaten; das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl gerathen. Uns segen Vater und der Sohn, uns segen Gott der heilig Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Dr. M. Luther, geb. 1483.+ 1546. Mel. Herr Jesu Christ, meins zc. bekannt den Hei- den werden ** * 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad, und sein verwundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör; die Stummen richtig reden 330. ** - er- leuch- te, die dich kennen nicht, und brin ge sie zu deiner Heerd, daß ih- re Seel auch se- lig werd. 2. Erfüll mit deinem Gnadenschein, die in Irrthum verführet seyn, auch die, so heimlich fichtet an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 1676. 1. Die Macht der Wahrbeit bricht herfür des Reichs Erkenntniß geb. et auf lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sey. Mel. D Ewigkeit, du 2c. 5. Erleuchte, die da sind verblendt; bring her, die sich von uns getrennt; versammle, die zerstreuet gehn; mach feste, die im Zweifel stehn: 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Grüger. 1653. und flopft an vieler Herzen Thum und füb.ret ih- ren schnellen Lau Weissionslieder. daß man sie woll ein laf. sen; durch al. ler Völ fer Straßen; er. öffnet sich nun allzu 2. Seht, was der Herr für Wunder thut! Er gibet seinen Boten Muth und Kraft den Wahrheitszeugen, die er aussendet spät und früh; was sie gehört, posaunen sie und könnens nicht verschweigen. Sie breiten aus zu seinem Ruhm daß ewge Evangelium. 3. Ich lasse, spricht das A und O, vom ewgen Evangelio die Botschaft nun ertönen; ich laß ausrufen Fried und Freud, wie alles Volk soll seyn bereit, mit mir sich zu versöhnen. Mein Engel, der die Botschaft bringt, sich mitten durch den Himmel schwingt. 4. Er wird gesehen überall; man höret seinen Friedenshall; den Völfern, Sprachen, Zungen wird meine Gnade weit und breit, der Reich, thum meiner Gütigkeit verkündigt und gesungen; man rufet aus bald hier, bald dar das große Hall- und Jubeljahr. 331. f S 1. Auf, ihr Hei den, Io. bet Gott, so euch in der Finster niß B 257 ja, das Erkenntniß sammt dem Reich gleich. 5.& 3 hören die Geheimnisse jest Würdge und Unwürdige, die hier auf Erden leben; sie hören diese Freudenpost, dieß große Zeugniß nun getrost und können sich ergeben dem großen König aller Welt, der Liebe, Bund und Gnade hält. Eigne Melodie. 6. Ich habe die Unwissenheit bisher in der vergangnen Zeit aus Gnaden übersehen; nunmehro da aufgeht das Licht, werd ichs so überseben nicht, wie bis daher geschehen. Die Wahrheit will, wie sichs gebührt, mit Dank seyn zu Gemüth geführt. 7. Ich, ich will machen alles neu; die Creatur soll werden frei vom Dienst der Eitelkeiten. Wohl dem, der dieses fassen kann, und nimmt in meinem Sohn mich an zu diesen frohen Zeiten. Wie selig ist, der diesen Tag des Heiles jetzt erkennen mag! Aus v. Raumer's Gej. Buch. zu dem wah- ren Licht gebracht, Vet. m. Not. 1713. der euch aus des Lo- des Schatten, vor mals ganz um ge- ben hat. ten, und euch Ar- me nicht ver acht't; 17 258 # Missionslieder. lo bet set ne große Gü te stets mit dankba- rem Gemü.the. 2. Alle Völker, preiset Gott, der 3. Gnad und Wahrheit, die da aus unverdienter Gnade hat durch ist durch den Herren Christum komseinen Sohn gemacht, daß der alte men, so wir auch von feiner Füll Fall nicht schade, der euch hilft durch den Glauben angenommen, durch Christi Tod aus der Sünd walte mächtig allezeit über uns in und aller Noth; preiset solche große Ewigkeit; rühmet solche große Güte Güte stets mit dankbarem Gemüthe. stets mit dankbarem Gemüthe. 332. mel. Dir, dir Jehova 2c. 1. Wach auf, du Geist der ersten Zeu- gen, die Tag und Näch- te nimmer schwei- gen, 3i ons Mau- ern stehn, Feind entgegen gehn, und aller Völker Schaa- ren zu dir bringt, ja de ren Schall die ganze Welt durchdringt 1511 2. O daß doch bald dein Feuer brännte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Ernte doch die Hände! Gib Knechte, die in treuer Arbeit stehn! Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 1704. 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten seyn; laß eilend Hülf uns der Wächter, die auf und die ge trost dem widerfahren und brich in Satans Reich und Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach, daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sey kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach, führe bald dadurch mit Haufen der wesponsiteder. 259 Heiden Füll zu allen Thoren ein! daß Kirch und Schul ein Garten Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. O beßre 3ions wüste Stege, und was den Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege. Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, 333. Gottes sey. 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes seyn; ja, sige du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer überall ers stehn, die für die ganze Kirche bes tend flehn. E. Heinr. v. Bogazky, geb. 1690,+1774. Mel. Freu dich sehr, o 2c. 1. Herr, wie sind noch viel der Hei- den, die in To- des- schat ten gehn! Komm, o Hirt, auch sie zu wei. den; kannst du sie ver. ir ret sehn? Nimm der Heer. de selbst dich an, 334. fe all auf weitem Er- den- run- de 2. Herr, laß deine Boten eilen, fende Knechte mehr noch aus, deine Gaben auszutheilen, sie zu laden in dein Haus. Manchen Jüngling, dir versöhnt, laß mit Gnad und Geist gekrönt dem gebundnen Knecht der Sünden deinen großen Namen künden. 1555. füge zu dem Gnaden bun de. 3. Herr, wir sind ja deine Christen, sollten wir nicht Herz und Hand zu dem großen Baue rüsten deines Reichs in allem Land? Gib ein Herz in Liebe warm, das des Jammers sich erbarm, und die vielen weit Verirrten bring zu dir, dem guten Hirten. Mel. Nun komm, der Heiden 2c.( Altkirchlich.) 1524. füh. re fie des Lebens Bahn; 1. Se fu, bit tend kommen wir mit den Dei nen jeßt zu dir; me S bör auf unser kind. lich Flebn, 2. Jesu, ziehe bei uns ein, laß uns ganz dein eigen seyn; schenk was wir bitten, laß ge- fchehn! uns allen deinen Geist, den dein theures Wort verheißt. 17* 260 Missionslieder. 3. Weck die todte Christenheit keine List noch Macht; schaffe Licht aus dem Schlaf der Sicherheit; in dunkler Nacht. mache deinen Ruhm bekannt überall im ganzen Land. 6. Gib den Boten Kraft und Muth, Glaubenshoffnung, Liebesgluth; laß viel Früchte deiner Gnad folgen ihrer Thränensaat! 7. 3ion, danke deinem Herrn, was du bittest, thut er gern; ja, er kommt mit seinem Reich; was ist seinen Freuden gleich? 4. Laß dein Wort zu dieser Zeit kräftig schallen weit und breit! Allen Heiden werde kund deiner Gnade Friedensbund. 5. Thu der Völker Thüren auf; deines Himmelreiches Lauf hemme 335. OND Mel. Wie schön leuchtet zc. 1. Wie groß, wie an Wie hell wards in Herrscher Jefu Chrift, Leh. re, wie zer, riß. ge. be tet ift der Fin ster. niß 1 Als du, Herr, kamst, hör. ten Taube, 2. Nur Schwache warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo find sie? wo die Hohen? und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und ihre Schatten flohen? Nicht fie, Jesu, deine Lehren, die wir hören, machen weise, dir zum Ruhm und Gott zum Preise. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden genießen, weil du für uns starbst, was du uns durch dein Blut erwarbst, der Engel hohe Freuden. 228 1599. dein Name, durch deine wie theu. er det nem Vol. ke! wie floh des Irr- thums Wol- ke! half den Kranken; Stum- me fan gen, dir zu danken. und der Glau, be Was sind Menschen, daß auch Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn an dich sie glauben wollen? 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert, eine kurze Zeit für uns von Gott verlassen. Und nun mit Preis und Ruhm gekrönt, nun machst du selig, die versöhnt der Sünde Greuel hassen. Sündern willst du Heil und Leben wieder geben; richtest Alle, die nur wollen, auf vom Falle. 5. Bom Aufgang schallt zum Niedergang dein Wort und auch der Lobgesang erretteter Gerechten. Missionslieder. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer, Jesu, Jesu, werden mehr auf Erden dir lobsingen, Preis und Ruhm und Dank dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Herrscher Jesu Christ, 336. H 261 wie herrlich bei den Deinen! Doch, führst du uns zu deiner Ruh, o wie weit herrlicher wirst du den Deinen dann erscheinen! Ewig müsse dir zur Ehre ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! Nach dem bayr. Ges..Buch von 1811. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. 1. Wir sind ver- eint, Herr Je- su Christ, der Menschensohn al lein du bist, der.der ist die ganze Welt; ÊT ' dir dei nes Rei- ches Kinder! 2. Ja Erstgebørner, ewger Fürst der Könige auf Erden, von allen Heiden sollst und wirst du angebeDas glauben und drum hoffen wir, die du zum Werke rufft, von dir auch unsrer Saat Gedeihen. tet werden. 3. Gib uns durch deines Gei. stes Kraft, Herr Jesu, heiße Liebe, die Eintracht, Muth und Eifer schafft, daß sich ein Jeder übe, für in dei nem heilgen Na.men; der så et guten Sa- men; 1668. o pflanze selbst im wü- sten Feld sich und Andre stets zugleich nach dem verheißnen Gottesreich vor allem Ding zu trachten. 4. Was wirds doch einst für Freude seyn, wenn deine Schnitter ernten, und Alle dann sich ewig freun, die deiner harren lernten! Wir harren dein; o siege du in deinen Gliedern, bis die Ruh für Gottes Volk erscheinet. Jola 108 303 Rud. Stier, geb. 1800. † 1862 262 337. 粼 Sünde und Buße. Fünfte Abtheilung. Das christliche Leben. Sünde und Buße. Eigne Melodie. 1. XI. lein zu dir, Herr Se fein Trost mag mir sonst wer. den. S ich ruf dich an, 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß, und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen, und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan, so werd ich los der Sünden Last; Herr, halt mir fest, wes du dich mir versprochen hast. su Christ, steht auf Er. den. Ich weiß, daß du mein Tro. ster bist; 1545. 3. Gib mir nach dein'r Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine Süßigkeit mög inniglich anschauen; vor allen mein Hoffnung auf Er den war kein Mensch ge- born, der mir aus Nö. then hel- fen kann; Von An- be- ginn ist nichts er forn, zu dem ich mein Vertrau. en han. Dingen lieben dich, und meinen Nächsten gleich als mich; am letzten End dein Hülf mir send, da durch behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sey Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jefu Christ, seim liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem werthen heilgen Geist, der allezeit uns Hülfe leist, daß wir ihm seyn zum Dienst bereit hier in der Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Johann Schneesing, † 1567. Sünde und Buße. 338.43 34 1. Ach, Gott und Herr, Eigne Melodie. wie groß und schwer sind mein begangne Sün- den; 3. 3u dir flich ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet; ach Gott, zürn nicht, geh nicht ins G'richt, dein Sohn hat mich ver= fühnet. da ist Nie- mand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit, bis an der Welte Enden, und wollt los seyn des Kreuzes mein, würd ich doch solchs nicht wenden. so fahr hie fort, nur schone dort und laß mich hier wohl büßen. 5. Gib, Herr, Geduld, vergib die Schuld, verleih ein g'horsam Herze; laß mich nur nicht, wie's oft geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 6. Handle mit mir, wie's dünket dir, durch dein Gnad will ichs leiden; wollst mich nur nicht dort ewiglich von deiner Liebe scheiden. Martin Rutilius, geb. 1550, † 1618. 4. Solls ja so seyn, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, 339. 263 Mel. Vater unser 2c. 1627. von sei ner Bos.heit kehre sich 2. Dieß Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd; hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar durch einen theuern Eid; o selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherbeit, denk nicht: es ist noch gute 3cit; ich will erst fröhlich seyn auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, 1540. 1. So wahr ich le- be, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; vielmehr ist dieß mein Wunsch und Will, daß er von Sün- den bal- te stil, und lebe mit mir ewig lich. alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist zwar stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn, und seiner Seelen selbst nicht schont, der wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Ghad hat dir zugesaget Gott 264 von wegen Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt; daß du mußt sterben, ist dir kund, verborgen ist des Todes Stund. Sünde und Buße. 6. Beut lebst du, heut bekehre dich; eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen frank, ja wohl 340. El gar todt. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel dort brennen muß. Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich jetzt komme bald zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sey bereit. Johann Heermann, geb. 1585,+ 1647. 1. Wo soll ich flieh en hin, Wenn al le Welt her fä- me, 2. D Jefu voller Gnad, auf dein Gebot und Rath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewissen ein Gnadentropflein fließen. 3. Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zu Gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde und ihr nicht mehr gedenk, ins Meer fie tief versenke. 4. Du bist der, der mich tröst, weil du mich haft erlöst. Was ich gesündigt habe, hast du verscharrt im Grabe; da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. 5. Ist meine Bosheit groß, so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Kreuz umfasse, und mich darauf verlasse; wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. do 1605. mit viel und großen Sün- den? wo kann ich Ret tung finden? weil ich be schwe ret bin mein Angst sie nicht weg näh me. 6. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich haben will, ist alles mir zu Gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 7. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich ſie schlagen: dein Blut darf ich nur schweigen. zeigen, so muß ihr Truß bald 8. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stärk und Kraft, daß auch kann reine, ja gar aus Teufels Raein Tröpflein kleine die ganze Welt chen frei, los und ledig machen. 9. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich; jetzt kann ich nicht verderben, dein Neich muß Sünde und Buße. 265 ich ererben; denn du hast mirs er ich mög alles meiden, was mich und worben, da du für mich gestorben. 10. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Glied auf ewig bleibe. Johann Heermann, geb. 1585, † 1647. 341. Me 1. Aus tiefer Noth 2c. 1. Ba ter der Barm her zig feit, ich fal. le dir zu Fuße; ver- stoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch end- lich Bu, ge; was ich be- gan gen wi der dich, ver- zeih mir al- les gná. dig. lich durch deine große Gü te. 2. Durch deiner Allmacht Meisterthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Nath, worin es mir sonst fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meis ner dich erbarmen. O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, sieh an mein täglich Rufen.. 4. Laß deiner Wunden theures Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zu Gut, daß ich nicht muß verderben. Bitt du 342. 1524. den Vater, daß er mir im 3orn nicht lehne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O beilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust ansicht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun und nimmermehr Begier nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Truß und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Noth und dann der letzte Feind, der Tod, nur sey die Thür zum Leben. David Denicke, geb. 1603,+ 1680. Mel. Ach Jesu, dessen Treu 2c. $ 1. Je su, vol. ler Kraft! D Het land, vol.ler Gü Jaß > dei, ne Lieb und Kraft er füllen mein Ge mu 1659. te! the 266 Sünde und Buße. ich weiß sonst keinen Trost auf die fer ganzen Welt, wo nicht sich dei. ne Gnad 2. Betrübt ist mir mein Herz von wegen meiner Sünde, die ich mit Traurigkeit und tiefster Reu empfinde; o wie hat doch das Gift, das auf uns ist geerbt, aufs allergreulichste uns durch und durch verderbt! 3. Wie oft hat mir dein Wort das Böse untersaget, und mein Gewissen mich in Aengsten angeklaget! Wie oft hat mich dein Wort bald so, bald so geschreckt, und mein Verderben mir im Grunde aufgedeckt! 343. fe 4. Doch bleib ich immer noch in meinem Glend liegen, und kann nicht über mich und meine Sünde siegen; mich schließet ihre Macht in ihre Fesseln ein; ich muß ein Sclav der Lust und meines Fleisches seyn. 5. O Jesu, der du hast die Finsterniß der Höllen durch Blut und Tod bestegt, du kannst die Feinde fällen, die jego wider mich und meine Seele stehn; sprich nur Ein Wort, so muß ihr Troß und Macht vergehn. 6. Ach, laß mir offen stehn die I mir Ar men juge. fellt. Quelle deiner Wunden, dadurch hab ich doch schon die Sünden überwunden; dem Vater bin ich ja durch dich schon ausgeföhnt, daß mich nun seine Gnad durch dein Verdienst bekrönt. 7. Dieß glaub ich, fühl ich schon die Menge meiner Sünden, drückt mich gleich ihre Last, muß ich gleich Born empfinden, so weiß ich doch, du hast schon solchen Zorn gestillt, der Sünden Macht zerstört und das Gesetz erfüllt. 8. Ich wende mich zu dir, der du mich kannst erquicken; läßt du mich deine Huld und Freundlichkeit erblicken, so weicht die Unruh weg der Sünden Macht zerbricht, ich finde Fried und Ruh in deinem Angesicht. 9. Nun du, mein Heiland, du kannst mich doch nicht verlassen, da meine Glaubensarm' dich suchen zu umfassen; schließ ewig mich in dich und deine Liebe ein; dein will ich hier und dort, und keines Andern seyn. Eigne Melodie. 1. Se su, der du mei. ne See le aus des Teufeis finst- rer Höh- le träf- tig lich her. aus.ge. ris- sen, 1662. hast durch dei nen bittern Lod und der schweren Sün- den- notb und mich sol- ches laifen wij- sen Sünde und Buße. durch dein gnaden- rei- ches Wort: sey doch jeßt, o Gott, mein Hort. 2. Herr, ich muß es ja bekennen, Herr, kannst es wehren, daß ich daß nichts Gutes wohnt in mir; nicht den Fluch darf hören: Ihr zu daß zwar, was wir Wollen nennen, meiner linken Hand seyd von mir halt ich meiner Seele für; aber noch nie erkannt. Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen aller meiner Fehler Zahl; mein Gemüth ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Qual, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach, vergib mir, was verborgen; rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. 4. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Seligkeit zu Gut; und dieweil du so zerschlagen hast die Sünd am Kreuz getragen, o so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sey. 5. Wann ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach, so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, 344. 267 6. Du ergründest meine Schmerzen, du erkennest meine Pein; es ist nichts in meinem Herzen, als dein herber Tod allein. Dieß mein Herz von Leid bedränget und mit deinem Blut besprenget, das am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 7. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; deine Treue wird erfüllen, was du selber haft gesagt, daß auf dieser weiten Erden Keiner soll verloren werden, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 8. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht; du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht; deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Johann Rift, geb. 1607.+ 1667. Mel. Es ist gewißlich ze. 1535. 1. Ich will von mei- ner Mis- se- that zum Her ren mich be keh ren; du wol left selbst mir HülfundRath hie zu, o Gott, be sce- ren und deines guten Geistes Kraft, der neu- e Her- zen in uns schafft. 268 Sünde und Buße. aus Gna den mir ge wäh ren. 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend selbst empfinden; er ist ohn deines Geistes Licht blind, taub und todt Sünden. Verkehrt ist Wille, Sinn und Thun; des großen Jammers wollst du nun, o Bater, mich entbinden. 3. Du hast in Christo mich erwählt tief aus der Hölle Fluthen; es hat mir sonst auch nicht gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sey, hast du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Vaterruthen. 1 4. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich beslissen? Nein! eines Andern zeihet mich mein Herz und mein Gewissen; darin ist leider nichts gesund, an allen Orten ist es wund, von Sündenschuld zerriſsen. 5. Die Thorheit meiner jungen Jahr, die Menge meiner Sünden verklagen mich zu offenbar; sie sind nicht zu ergründen. Und ihrer keine ist so klein, daß sie nicht sollte schon allein dein Strafgericht entzünden. 6. Bisher hab ich in Sicherheit ganz unbesorgt geschlafen, gedacht: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, 345, es hat Geduld der Hirte mit den Schafen. 7. Dieß alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zersprin gen; ich sehe deines Donners Macht und Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 8. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh zu deinen Wunden; laß mich da eingeschlossen seyn und bleiben alle Stunden; du hast ja, o du Gotteslamm, all unsre Sünd am Kreuzesstamm gebüßt und überwunden. 9. Dieß stelle deinem Vater für, daß er sein Herze lenke, und gnädig wiederkehr zu mir, nicht meiner Schuld gedenke, und alle meine Sündenlast, die du auf dich genommen hast, ins tiefe Meer versenke. 10. Hierauf will ich nun jederzeit mit Ernst und Sorgfalt meiden der schnöden Lüfte Eitelkeit und lieber alles leiden, denn daß ich Sünd mit Willen thu; ach Herr, gib du stets Kraft dazu, bis ich von hinnen scheide. Louise Henriette, Churfürstin von Brandenburg, geb. 1627, t 1667. ( Nach dem Bayreuth. G..B.) Mel. Herr, wie du willst 2c. 1525. 1. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, mein Herz ist ganz ver.der.bet; es fühlt von Sünden großen Schmerz, die ihm sind an ge er. bet, f Sünde und Buße. 3 und die es noch thut ohne Scheu; ach ma- che, daß es wie- der ſey, · wie du es bast er schaffen. 2. Gib mir auch einen neuen Geist, der wie du sey gesinnet, der stets dir anhangt allermeist und was du willt, beginnet; gib, daß ich hasse Fleisch und Blut, den Glauben üb in sanftem Muth, Zucht, Demuth, Hoffnung, Liebe. 3. Verwirf von deinem Angeficht, ob ich es gleich verdienet, mich, allerliebster Bater, nicht, weil Jesus mich verfühnet. Ach, laß doch nun und nimmermehr mich fallen als dein Kind so sehr, daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, daß ich, als nie entführt von dir, stets deine sey und bleibe; beherr346. 1. An dir al lein, sche mein Herz, Sinn und Muth durch deinen Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, hilf und vergib die Sünden, und sucht dann meine Seele dich, so laß dich von ihr finden, und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, darinnen Trost und Leben ist: Troß Sünde, Tod und Teufel! 269 6. Dein heilger Geist erhalt mich doch mit seinem Freudenöle, damit nicht das Verzweiflungsjoch verder= be meine Seele; sey du mein Freund, o Herr, allein; ach, laß mich deine Freude seyn und führe mich zur Freude. bin typ Eigne Melodie. Ludäm. Elif., Gr. zu Schwarzb. Rudolst., geb. 1640, † 1672. an dir hab ich ge fün- digt Sieh, Gott, auch mei- nen Jam- mer an. 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach, Gott, mein Gott! wie lange soll Kuecht. 1815. und ü bel oft an dir gethan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch ver kündigt. ich sorgen? wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir Sunde und Buße. 270 nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlig finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Erfreue mich um deines Sohnes willen, du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder 347. Mel. Wer nur den lieben 2c. Wie hoch, wie hei. lig dei Ge- bot! 2. Aus meiner Noth, aus meiner Tiefe ruf ich zu dir, zu dir allein. Wenn ich zu einem Andern riefe, es würde doch vergeblich seyn. Mein Schreien steigt zu dir empor: Herr, öffne mir dein gnädig Ohr! 1. Herr, der du in der Höb.e woh- nest, ich lie ge tief ge- beugt vor dir. Herr, der eu richtest und be lob- nest, wie tief ist Sünd und Schuld in mir! 3. Herr, willst du ins Gerichte gehen, der du unendlich heilig bist: ach, wer wird dann vor dir bestehen, wenn er auch sonst unsträflich ist? Dein Auge, das nicht fehlen kann, trifft überall noch Fehler an. freudig wallen und lehre du dein heilig Recht mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile, du mein Schuß, mir beizustehen und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seelen an. Chr. F. Gellert, geb. 1715,+ 1769. 4. Und, ach, mir wird die Welt zu enge, wenn des Gesetzes Donner schlägt, und meiner Uebertretung Menge das ängstliche Gewissen regt, das dich als einen Richter scheut, der Rechnung heischt und Strafe draut. 5. In deiner Hand steht Tod und Leben; du bist es, den man Neumark. 1657. # D Abgrund tiefer See len.noth! fürchten muß. Doch, Herr, du kannst und willst vergeben aus deiner Gnaden Ueberfluß. Dein Wort, das Wort des Lebens, spricht: du willst den Tod des Sünders nicht! 6. Es heißt mich auf das Opfer schauen, das mehr als alle Sünden gilt. Es heißt mich auf den Felsen bauen, aus dem der Strom der Gnade quillt, die alles tilget, was mich quält, und gibt mir alles, was mir fehlt. ♦ 7. Dein guter Geist will mich erfreuen, und sich mein Herz zum Tempel weihn; ich soll den Richter nicht mehr scheuen, aus Gnaden frei und selig seyn. O Licht, das durch die Seele bringt und Licht in finstre Tiefen bringt! 8. Trifft mich denn hier das Loos der Deinen, dein Kreuz, daß jeder Jünger trug: o endlich wird ein Sünde und Buße. Tag erscheinen, da du mir rufft: Es ist genug! Nur sey mein Leiter, bis es tagt, mein Trost, wenn alles Trost versagt! 271 Sünden, ich bin von Straf und Knechtschaft los. O Gnade, die nicht zu ergründen, Erlösung, die unendlich groß, die aus der tiefsten Noth befreit, und führt zur höchsten Seligkeit! 11. O Vater, nimm für dein Erbarmen, o Sohn, für dein Versöhnungsblut, o Geist, du Trost der geistlich Armen, für deiner Gaben reiches Gut von Herz und Lippen Dank und Ruhm, und mich zu deinem Eigenthum. Paul Gottl. Werlbof, † 1767. 9. Ich hoff auf dich, du Kraft der Schwachen, auf dich, du Licht in Finsterniß, auf dich, mein Hiter, du wirst wachen, mein Heil, du kommst und hilfft gewiß, wie angst mir auch die Trübsalsnacht um Hoffnung, Trost und Hülfe macht. 10. Genug, ich bin befreit von 348. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 1. Höchster, denk ich an die Güte, o so wird mein ganz Ge- mü the 1555. die du mir bis. her er zeigt, zu der tiefsten Scham ge- beugt, daß ich dich gering geschäßt, dein Gebot hint ange. sept und dich, der du mich ge. lie. bet, 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig seyn. O wie hab ich sie entweiht! Ach, zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machte sie das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst du mir; aber ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! mit Ver- geh- un- gen be. trü. bet. 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und von meinem Seelenschaden frei zu werden mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. 5. Ach, an dir hab ich gesündigt, Gott, mein Vater, ohne Scheu; dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindestreu. Ach, vergib, was ich gethan; nimm mich doch erbarmend an, führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade. Sunde und Buße. 6. Dir ergeb ich mich aufs Neue; gib, daß mein gebeugter Geist deiner Baterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 349. $ 1 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu seyn. Stehe mir stets mächtig bei, daß mein Herz dir heilig sey; dich zu lieben, dir zu leben, sey mein herzliches Bestreben. 3. S. Diterich, geb. 1721, † 1797. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 1. Gott, dir ge- fällt kein gottlos We- sen; Drum laß von Sünden mich gene- sen ein Herz, das sich vom Sinn der Welt 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschämung sehn, durch Christum vor dir Gnade finden und standhaft deine Wege gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun, mein Leben deinem Dienste weihn. 3. O stärke mich in dem Gedanfen, gib meinem Vorsaß Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanten, so hilf der Unentschlossen heit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit findlich treuem Neumart. 1657. wer bös ist, blei- bet nicht vor dir. und schaff ein rei- nes Herz in mir, entfernt und un be fleckt erhält! Geiste dir bis zum Tod ergeben sey; so sieg ich über Sünd und Welt und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wenn ich je aus Schwach beit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht; o Herr, mach in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß! Erquicke mich mit deinen Freuden, schaff ein getrofstes Herz in mir und stärke mich in allen Leiden mit froher Zuversicht zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit mich uns gestörtes Glück erfreut. 3. S. Diterich, geb. 1721, † 1797 Rechtfertigung und Gnadenstand. Rechtfertigung und Gnadenstand. 350. ਆਪ Mel. Es ist das Heil zc. 1. Der Glaube macht allein ge- recht durch Christum, ders erwor- ben; tein Werk er wirbt das Himmelreich, weil alls an uns verdorben; thu Bu ße, glaub und lie be. $ doch ist ohn Lieb der Glaube todt; drum, willst du mei.den ew- ge Noth, fep Ift 2. Die Liebe ist des Nächsten und seinen Tod du seyst gerecht, Knecht, die thu aus gutem Herzen; und flich, zu seyn der Sünden dabei nur glaube recht und schlecht, Knecht: Gott will uns all bedaß bloß durch Christi Schmerzen kehren. 351. Mel. Dunk sey Gott in der Höhe zc. 1. Ich bin bei Gott in Gna den was fann mir end lich scha den? er auf meiner Seiten, 273 1523. laß im mer mich be strei ten 2. Was wird mich können schei den von Gottes Lieb und Treu? Verfolgung, Armuth, Leiden und Trübsal mancherlei? Laß Schwert und Blöße walten; man mag durch tausend Pein mich für ein Schlacht. schaf balten: der Sieg bleibt dennoch mein. 3. Ich kann um dessentwillen, Vet. m. Not. S 1605. durch Chri- sti Blut und Tod; Noth? Was acht ich al. le + gleichwie er wabr.lich ist, Hol len lift. auch al. le der mich geliebet hat, gnug meinen Unmuth stillen und fassen Trost und Rath; denn das ist mein Vertrauen, der Hoffnung bin ich voll, die weder Drang noch Grauen mir ewig rauben soll: 4. Daß weder Tod noch Leben. und keiner Engel Macht, wie hoch sie möchte schweben, kein Fürstens 18 . 274 Rechtfertigung und Gnadenstand. thum, kein Pracht, nichts dessen, oder raffen. Denn diese gründet was zugegen, nichts, was die Zufunft hegt, nichts, welches hochgelegen, nichts, was die Liefe trägt, sich auf Christi Tod und Sterben; ihn fleh ich gläubig an, der mich, sein Kind und Erben, nicht lassen will noch kann. 5. Noch sonst, was je erschaffen, von Gottes Liebe mich soll scheiden 352. Simon Dach, geb. 1605,+ 1659. Teschner. 1615. $ Mel. Valet will ich dir 20. 1. Gott für mich, so tre. te jo oft ich ruf und be. te, Hab ich das Haupt zum Freun- de was fann mir thun der Fein.de 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sey, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem strengen Sig: ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuerhiß. 5. Mein Jesus hat gelöschet, was mit sich führt den Tod; der gleich alles wi. der mich; weicht alles bin ter sich. und bin ge liebt bei Gott, 1 und Wider sa cher Noit? ists, der rein mich wäschet, macht schneeweiß, was ist roth; in ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmuth, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Muth; die Höll und ihre Flammen löscht meines Heilands Blut. Kein Urtheil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, gibt Ses gen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und Hearfertigung und Gnacensiano. meinem Munde, Gott aber wohl ich lassen sorgen, dem ich mich zugebewußt, der an des Herzens Grunde sagt. Es foste Leib und Leben und erfiehet seine Lust. alles, was ich hab; an dir will ich feft kleben und nimmer lassen ab. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil, mein Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein harte, schwere Last zu leiden und zu tragen, geräth in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen die sind sein täglich Brod. / 12. Das ist mir nicht verborgen, doch bin ich unverzagt; dich will 353. fe 13. Die Welt die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich. Kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hungern und kein Dürsten, kein Armuth, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung seyn. 14. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und fein Leiden, kein Angst, kein Herzelcid, was man nur fann erdenken, es sey klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Springen und kann nicht traurig seyn, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Eigne Melodie. 1. Schwing dich auf zu dei- nem Gott, Wa• rum liegst du Gott zum Spott Mer fest du nicht Satans List? Ebeling 1666. du be trüb, te See.le! in der Schwermuthshöh- le? er will durch sein Kämpfen del nen Trost, den Je sus Chrift dir s er wor. ben, däm.rfen. 2. Schüttle deinen Kopf und was erneurst du deinen Stich. sprich: fleuch, du alte Schlange! machst mir angst und bange? Ift 18* 276 Stechtfertigung und Gnadenstand. dir doch der Kopf zerknickt, und ich Dringt das liebe Kreuz herein mit bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 3. Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen. Denn das ist das Lösegeld meiner Missethaten; damit ist der ganzen Welt und auch mir gerathen. 4. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigenthum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, bracht er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 5. Stürme, Teufel und du Tod, was könnt ihr mir schaden? deckt mich doch in meiner Noth Gott mit seiner Gnaden; der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 6. Nun auf diesen heilgen Grund bau ich mein Gemüthe, sehe, wie der Feind zur Stund zwar dawider wüthe; gleichwohl muß er lassen stehn, was Gott aufgerichtet; aber schändlich muß vergehn, was er ſelber dichtet. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? 354. 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruthen; bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will aufs Gute ziehen? Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen. Wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig tlagen, sondern hat vollkommne Lust dort in Christi Garten, dem er einig recht bewußt, endlich zu gewarten. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen; aber endlich bringt das Jahr, wonach ste fich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 11. Gi, so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr! Gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr; er wird helfen. Amen! Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 1630. Mel. O Jesu Christ, meins 2c. 1. Herr Jesu Christ, dein theures Blut ist meiner See- len höchstes Gut; das stärkt, das labt, das macht al.lein mein Herz von allen Sün- den rein. Rechtfertigung und Gnadenstand. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein theures Blut, dein 355. 277 Lebenssaft gibt mir stets neue Lebenskraft. Mel. Mit meinem Gott geb ich 2c. 4. Herr Jesu, in der legten Noth, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dieß mein Labsal seyn: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius, geb. 1611, † 1684. was mangelt meiner See 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt; mag mich die Welt doch has sen. Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlaffen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Chrifto mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil: dieß tröstet meine Seele. fve 1. Ich freue mich, mein Gott, in dir und bin getroft, wenn ich dich hier 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint, wo find ich deines gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. & orth 1594. zu meinem Theil mir wähle. Du, Herr, bist mein, und ich bin dein: 明す [ e? 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht; in dir leb ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du fegnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ers gehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden. An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herze weiden. 9. Noch hats kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir Niemand rauben. Salomo Liscow, geb. 1640, † 1689. 278 356. Rechtfertigung und Gnadenstand. auf die Gleichen nicht erreichen; fr Eigne Melodie. 1. Beschränkt, ihr Weisen dieser Welt, und läugnet, daß sich Gott ge- fellt 1731. die Freundschaft immer mit de nen, die ihn ist Gott schon al, les und ich nichts, ich Schatten, er der Quell des Lichts, er noch so stark, ich noch so blo.de, er noch so rein, ich noch so schnö.de, er noch so groß, ich noch so klein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 2. Mein Goel, mein Immanuel, Ghr bei unsrem Bund im höchsten mein Mittler konnte Mittel finden, sich meiner hochbedrängten Seel, die ihn herabzog, zu verbinden; mein Salomo, mein Jonathan, mein Bräutigam, mein Gott und Mann kam von dem Himmel auf die Erden, mein Muth- und Blutesfreund zu werden, Ein Leib und Geist, mein Fleisch und Bein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne, nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seinen Thron, auch seine Krone; ja was er redet, hat und thut, sein Wort, sein Geist, sein Fleisch und Blut, was er geleistet und erstritten, was er gewonnen und erlitten, das räumet er mir alles ein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 4. Ich finde Nußen, Luft und Grade; er heischet von mir sonst nichts mehr als Glauben, und ich nichts als Gnade. O wohl der Wahl, die uns gefügt, weg Reu und Tausch, ich bin vergnügt in ihm und er mit mir zufrieden; drum bleibt bei beiden ungeschieden ein Herz und Münd, ein Ja und Nein! mein Freund ist mein, und ich bin sein! 5. 3war kann er aller Christen Muth mit seiner Liebe sattsam wei den; wir dürfen um das höchste Gut nicht eifern, noch einander neiden. Durch unsern größesten Genuß erschöpft sich nicht sein Ueberfluß; so will ich ihn zwar keinem läugnen, doch mir vor allen Andern eignen. Welt, zank dich um das Mein und Dein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 6. Mein Freund ist meiner Seele Rechtfertigung und Gnadenstand. 279 Geist, mein Freund ist meines Le- an mir habe, ist alles seine Gnabens Leben; nach ihm, der mich sein eigen heißt, und sonst nach Keinem will ich streben, dem ich mich, der sich mir ergibt, den ich und der mich wieder liebt, von dem ich nichts mehr kann begehren, der mir nichts Beßres kann gewähren. Dieß Licht verdunkelt jeden Schein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 7. Ohn ihn ist mir der Himmel trüb, die Erd ein offner Höllenrachen; hingegen kann mir seine Lieb die Einöd selbst zu den machen. Ohn ihn ist mir trop aller Meng die Weil zu lang, die Welt zu eng; ich bin, wenn Feind und Freunde fliehen, wenn sich die Engel selbst entziehen, zwar einsam, aber nicht allein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 8. Sein ist mein Leib und meine Seel, die er erschuf und auch erlöfte, hier nährt und falbt mit seinem Del, bis er dort beide ewig tröfte. Sein ist mein Muth, sein ist mein Sinn, sein ist, was ich vermag und bin; ja was ich in und 357. dengabe, die macht mich auch vom Undank rein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 9. Sein ist mein Glück und meine Zeit, sein ist mein Sterben und mein Leben, zu seinem Ehrendienst geweibt, von ihm bestimmt und ihm ergeben. Es kommet, was ich laß und thu, von ihm her und ihm wieder zu; sein sind auch alle meine Schmerzen, die er ihm zärtlich zieht zu Herzen, er fühlt und ahndet meine Pein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 10. 8 zürn und stürme jeder Feind; er macht nicht, daß ich viel erstaune. Der Nichter ist mein bester Freund; drum schreckt mich nicht die Weckpofaune. Ob Erd und Himmel bricht und tracht, ob Leib und Seele mir verschmacht, ob mein Gebeine muß verwesen, so wird mein Wahlspruch doch zu lesen noch haften an dem Grabes- Stein. mein Freund ist mein, und ich bin ſein! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Christ. Wegleiter, geb. 1659,+ 1706. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der Neumarf. 1657. 1. Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen An.ter e wig hält; wo anders als in Je su Wunden? da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der un- be- weg- lich steht, wenn Erd und him- mel un ter- gebi. sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. Rechtfertigung und Gnadenstand. 280 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen feyn; deswegen fam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen flopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Lod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden; da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig fenten, dem will ich mich getrost vertraun; und wenn mich meine Sünden fränken, nur bald nach Gottes Herze schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmhergigkeit. 6. Wird alles Andre weggerissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen, und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit. 358. 7. Beginnt das Irdische zu drü cken, ja, häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß, darüber sich mein Geist zerstreut, doch hoff ich auf Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt; so sing ich einstens hocherfreut: o Abgrund der Barmherzigkeit! Mel. Wer nur den fieben Gutt 2c. 1. Ich weiß von keinem an- dern Grunde, ich weiß von keinem an- dern Bunde, Joh. Andr. Rothe, geb. 1688, 1758. Neumarf. 1657. als den der Glaub in Chrifto hat; von fet nem an- dern Weg und Rath, als daß man e lend, arm und bloß sich legt in seines Va- ters Schoß. 2. Ich bin zu meinem Heiland Ruh; er ist mein Kleinod und mein kommen und eil ihm immer besser Theil und außer ihm weiß ich kein za; ich bin auch von ihm aufge- Heil. nommen und finde bei ihm wahre 3. Ich bleib in Christo nun ers Rechtfertigung und Gnadenstand. funden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer sicher seyn; Gott sieht auch mich in Christo an, wer ists, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir aicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Kreuze haft; dieß aber macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 281 rücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sey! 7. Und da ich so in Chrifto blei be, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn; da kann mein Wachsthum vor sich gehn. 8. Ich bleib im tiefsten Demuthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn, und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig seyn. 2. Das Lamm hat mich mit seinem Blute gezeichnet in des Lebens Buch, und mir erlanget alles Gute, Erlösung von dem Tod und Fluch. Was ists doch, was mein Herze quält? Ich bin zum Himmel auserwählt. 3. Obgleich im schwarzen Buch 9. O Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam seyn, so reißet nichts den Grund Carl Heinr. v. Bogazky. geb. 1690, † 1774. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in allem ihn nur an, nach seinem Wint einherzugehen, daß nichts mein Ziel ver- mir ein. 359. Im vorigen Ton. 1. Ich bin im Himmel ange- der Sünden viel Stunden aufges schrieben; ich bin ein Kind der schrieben stehn, läßt Jesus mich Seligkeit. Was kann die Sünde doch Gnade finden und läßt das mich betrüben und alles Leiden die Lebensbuch mich sehn; da schau ich ser Zeit? Ich weiß, daß ich von meine Gnadenwahl und steh in Anbeginn in Christo auserwäh- seiner Kinder Zahl. let bin. 4. Auf Jesum will ich fröhlich sterben; ich will des Glaubens Hochzeitkleid nur in des Lammes Blute färben, so geh ich ein zur Seligkeit und zu dem großen Abendmahl. O freudenvolle Gnadenwahl! 5. Kein Teufel soll den Trost mir rauben, daß ich erwählt von 282 Rechtfertigung und Gnadenstand. Anbeginn, daß ich aus Gnaden sterbe drauf. Auf Christum schließ durch den Glauben an Christi Blut ich meinen Lauf. erlöset bin. So leb ich denn und 360. Joh. Ernst Wenigk, um 1732. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. Neumark. 1657. 1. Mir ist Er- barmung wi- der- fah- ren, Erbarmung, de ren ich nicht werth; das zähl ich zu dem Wunder-ba.ren, mein stolzes Herz bats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin er. freut 2. Ich hatte Gottes Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden seyn; er hat mich mit sich selbst verfühnet, macht durch das Blut des Sohns mich rein. Warum? ich war ja Gottes Feind!- barmung hats so treu gemeint! Er3. Daß muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 361. und rühme die Barmherzig- keit. 4. Dieß laß ich kein Geschöpf mir rauben, dieß soll mein einzig Rühmen seyn; auf dieß Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Noth, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmer nicht von mir und führe einst im Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hocherfreut und rühme die Barmherzigkeit. Ph. Friedr. Hiller, geb. 1699, † 1769. Neander? 1680. Mel. Unser Herrscher, unser 2c. Die ses macht mich un. ver- zagt, 2. Das sind Worte für die Blöden, die sind alles Glaubens werth; das heißt an die Herzen reden, das ist Trost, wie man begehrt: Gottes Gnade weicht dir nicht, weil es dein Erbarmer spricht. 1. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hü- gel! und der Frie- de bat dieß Siegel, Gottes Gna de weicht mir nicht; daß Gott sei nen Bund nicht bricht! weil es mein Er bar mer sagt. 3. Hier ist Kraft für alle Müden, die so manches Elend beugt. Man findt Gnade, man hat Frieden, welcher alles übersteigt. Mein Erbarmer, sprich mir du dieß in allen Nöthen zu. Rechtfertigung und Gnadenstand. 4. Wenn mich meine Sünden schmerzen und der Strafen lange Pein, ach, so rede meinem Herzen deinen Trost und Frieden ein: daß du mir in Jesu Christ ewig ein Erbarmer bist. 362. se non) estet! 283 5. Gib mtr einen starken Glauben, der dein Wort mit Freuden faßt, so kann mir der Tod nicht rauben, was du mir geschenket haft; auch die Hölle nimmt mir nicht, was mein Heiland mir verspricht. Ph. Friedr. Hiller, geb. 1699, † 1769. Mel. D Welt, ich muß dich lasſen 2c. 1. Die Sün- den sind ver- ge. ben! für den ge qual- ten Geist; in dem ist Ja und A men, 2. Das ist auch mir geschrieben, auch ich bin von den Lieben, weil Gott die Welt geliebt; auch ich kann für die Sünden bei Gott noch Gnade finden; ich glaube, daß er mir vergibt. 3. Mein Hauptgesuch auf Erden soll die Vergebung werden, so wird mein Tod nicht schwer. O in den Sünden sterben, ist ewiges Verderben; denn Gott vergibt dort keine mehr. aslin 4. Hier ist die Zeit der Gnaden, der Angst sich zu entladen, auf Gottes Wort zu ruhn, die Seele 363. das ist ein Wort zum Leben 1598. fie finds in Je su Na men, was Gott uns Sün- dern je vers beißt. zu erretten, zu glauben und zu beten, und das in Jesu Namen thun. 5. Ach Gott, laß meiner Seelen es an dem Trost nicht fehlen, daß du die Schuld vergibst; wenn ich mich betend beuge, so sey dein Geist mein Zeuge, daß du dein Kind in Christo liebst. 6. Wenn ich von hinnen scheide, so mach mir das zur Freude, daß Im Glauben ich begnadigt bin! der Vergebung, in Hoffnung der Belebung geh ich alsdann im Frieden hin. Ph. Friedr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. Mel. Beschränkt, ihr Weisen ac. + 31. Mein Hei- land nimmt die Sün- der an; kein Mensch, kein En gel trösten fann, 1731. die unter ih rer die nirgend Ruh und 284 Rechtfertigung und Gnadenstand. Last der Sünden Rettung finden, den'n selbst die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel seyn, den'n Moses schon den Stab ge- bro- chen und sie der Hölle zu ge.spro- chen, wird diese Freistatt auf- gethan: mein Heiland nimmt die Sün der an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden; er senkte sich in ihre Noth und litt für sie den bittern Tod; nun da er denn sein eigen Leben zur theuern Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: er nimmt die Sünder an. 3. Nun ist sein aufgethaner Schoß ein sichres Schloß gejagter Seelen; er spricht sie von dem Urtheil los und tilget bald ihr ängstlich Qualen; es wird ihr ganzes Sündenheer ins unergründlich tiefe Meer von seinem reinen Blut versenket; der Geist, der ihnen wird geschenket, schwingt über sie die Gnadenfahn: mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen blutbefloßnen Armen; das neiget dann den Vatersinn zu ewig währendem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindesstatt, ja alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Thür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Sachäi Haus, wie sanft stillt er dort Magdalenen den Strom der bittern Reuethränen, und denkt nicht, was sie sonst gethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen. Nun dieß hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen; nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt, und wen sein Sünden Rechtfertigung und Gnadenstand. 285 seine Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. greul betrübet, zu dem, der keinen die Hände binden, und du sollst von sich weist, der sich gebeugt zu ihm begibet. Wie? willst du dir im Lichte stehn und ohne Noth verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da dich zu retten er erschienen? nein! verlaß die Sündenbahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt, komm nur, so gut du weißt zu kommen; wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch friechend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegengeht; wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armer Mensch, heran. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: ich habs zu arg gemacht, ich hab die Güter seiner Gnaden zu lang und schändlich umgebracht; er hat mich oft umsonst geladen. Wofern dus jeßt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts 364. 10. Doch sprich auch nicht: es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnadenpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Händen zu; wer seiner Seelen Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgethan; heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder, erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufgeschloßnes Liebesherz; und wenn wir unser Glend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein Jeder- sagen kann: Gott Lob! auch mich nimmt Jesus an. Leov. Franz Friedr. Lehr, geb. 1709, 1744. Mel. O daß ich tausend zc. 2. Aus Gnaden! hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin; Gott, der aus Lieb im Fleisch erschienen, bringt uns den seligen Gewinn, daß uns sein Tod das 1738. 1. Aus Gnaden soll ich se lig werden; Herz, glaubst dus oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd ge- berden? Ifts Wahr- heit, was die Schrift verspricht, H so muß auch dieses Wahrheit seyn: aus Gna- den ist der Himmel dein. Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! merk dieß Wort: aus Gnaden, so oft dich deine Sünde plagt, so oft dir will der 286 Rechtfertigung und Gnadenstand. Satan schaden, so oft dich dein Dann, wann der Sünder sich beGewissen nagt. Was die Vernunft fehret, so lernt er erst, was Gnade nicht fassen kann, das biet't dir sey; beim Sündgen scheint die Gott aus Gnaden an. Gnad gering, dem Glauben ists ein Wunderding. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast. Was nöthigt' ihn, dein Freund zu werden? sags, wenn du was zu rühmen hast! Wars nicht, daß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnaden! dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt; was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! doch du, sichrer Sünder, denk nicht: wohlan! ich greif auch zu. Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh. Doch den geht seine Gnad nicht an, wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! wer dieß Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. 365. Hepp f 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wanns unter den Verzweiflungsschmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl; ich) fenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich beilen soll; mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. 10. Aus Gnaden! die wird mich bedecken; ich schwinge meine Glaubensfahn und geh getrost trop aller Schrecken und Zweifel fort nach) Kanaan. Ich glaub, was Jesu Wort verspricht, ich fühl es, oder fühl es nicht. Mel. Wie groß ist des 2c. 1. Verlaß mich nicht, bis ich er fal- te! Stärkmich, daß ich dich glaubig halte, Ghristian Ludw. Scheidt, geb. 1709,+ 1761. Ph. E. Bach. 1787. Für mich in mei- nen Prüfungsjah- ren Ich bin, wie meine Bä ter waren, Erleuchte mich, mein Lebenslicht! o Herr, du mei- ne 3u- ver- sicht! den Weg, den ich nicht fin- den kann! dein Bürger und dein Wandersmann. 2. Erhör mich, wann ich zu dir Treue mit Waffen deiner Nitterchreie, gib meiner Seele große schaft! Und wenn, gleich Löwen Kraft; umgürte mich nach deiner nach dem Raube, der Feind nach Rechtfertigung und Gnavenstand. 287 meiner Seele brüllt, dann sey dein Jesu wohnen; ich soll, wie er, unWort, dein Geist, dein Glaube sterblich seyn. mein Schwert, mein Harnisch, Helm und Schild! 6. 3um selgen Anschaun Gottes kommen, den großen Bundesfürsten sehn, mit Gottes Heer, mit tauſend Frommen durch alle Himmel ihn erhöhn; ohn Thränen, Furcht, Ge fahr und Leiden, mehr Glück genießen, als ich weiß: das, Herr, find deines Reiches Freuden, und nach vollbrachtem Kampf der Preis. 3. Ich suche dich, laß mich dich finden! Laut seufzt mein durstig Herz nach dir; verbirg im Aufruhr meiner Sünden dein gnädig Antlitz nicht vor mir! Was willst du mit dem Staube rechten? du kennst mein fündiges Geschlecht; prüfst du, so ist von deinen Knechten kein einziger vor dir gerecht! 4. Sollt ich vor deinem Fluche beben? Mich trifft er nicht, denn ich bin rein; mein Heiland starb, so muß ich leben; er überwand, der Sieg ist mein! Was schaden mir der Hölle Flammen? ich erbe meines Vaters Gut! Ich bin sein Kind, wer will verdammen? Ich bin versöhnt durch Chriſti Blut. 5. D komm, du Blut des Menschensohnes mit aller deiner Seligfeit! Gib mir zur Rechten deines Thrones das Erbe deiner Herrlichfeit! Ich mag sie nicht, die Erden kronen, sie sind für meinen Wunsch zu klein! Weg, Staub, ich soll bei 7. So gib denn Glauben deinem Streiter, der durch die Liebe thätig sey. Mach mich getrost, in Hoffnung heiter, demüthig, keusch, versöhnlich, treu, gutthätig, weich bei fremden Schmerzen, heiß im Gebet und still im Spott, zum Lode reif, voll Ruh im Herzen, arm vor der Welt, und reich Gott. 8. Und wird nun bald der Tag erscheinen, der Tag des Kampfes und der Ruh: dann lächle mir, wenn Freunde weinen, die Freude jenes Lebens zu. Dann sey mein Ende, wie dein Ende; dann schmück sich meine Seele schön, um im Triumph durch deine Hände zu deinen Wonnen einzugehn! A. G. 2. Hering, † 1770. 366. fele 1. Gott, deine Gna- de bringt uns Le- ben; sie schafft uns heil und See- lenruh. Dein ists, die Sünden zu ver. ge- ben, und willig ist dein Herz dazu. Mel. D daß ich tausend zc. 1738. Du nimmst die Sünder gnä- dig an, die sich voll Reu.e zu dir nabn. 2. Uns, uns Verlorne zu erret- Sohn. Er litt, damit wir Frieden ten, gabst du für uns selbst deinen hätten, für uns den Tod, der Sünde Rechtfestigung und Gnadenstand. 288 Lohn. O Gott, wie bast du uns geliebt, welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dant, ewig Dank sey deiner Treue, die Niemand gnug erheben fann! Nun nimmst du jede wahre Reue um Christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt und glaubig seinen Mittler ehrt! 4. Du rettest ihn von allen Plagen, die dem Gewissen furchtbar find; er kann getrost und freudig fagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind. Mein Jesus ists, der für mich litt und mich noch jetzt bei Gott vertritt. ewgen Gute und macht getroft selbst in dem Tod. Er ist schon in der Pilgerzeit ein Borschmack jener Seligkeit. 7. Laß, Bater, denn auch mich empfinden, wie köstlich dieser Friede sey! Auch mich sprachst du von meinen Sünden und ihren Strafen völlig frei. Denn der, der Aller Sünden trug, that sterbend auch für mich genug. 8. O laß mich dieß im Glauben fassen und, Vater, mich voll Zuversicht auf deine Treue stets verlassen! Wenn alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt; sein Heil steht unbeweglich fest. 5. D Herr, wie ruhig ist die Seele, die ganz sich deiner Gnade freut! Seys auch, daß irdisch Glück ihr fehle; nie fehlt ihr doch Zufriedenheit. Denn überwiegt dein Heil nicht weit die Welt und ihre Herrlichkeit? 6. Dein Friede stärkt mit frohem Muthe das Herz auch in der größten Noth, gibt Hoffnung zu dem s 3. S. Diterich, geb. 1721,+ 1797. 367. Mel. Schwing dich auf ze. Ebeling. 1666. Schützt dich sei• ne 9. Lobfingend will ich dich er heben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in findlichem Gehorsam weihn. Herr, du bergabst mir meine Schuld; nie, nie vergeß ich diese Huld! 1. Dei nes Got. tes freu- e dich, Sor get er nicht vä. ter. lich), Borsicht nicht, dank ihm, mei- ne See le! daß kein Gut dir feb. le? wann e fah ren drâu. en? . " f Ists nicht Se lig. keit und Pflicht, fei ner dich zu freu, en? 2. Ja, mein Gott, ich hab an lich Wort hier zum Guten lenket dir, was mein Herz begehret, einen und mit Himmelswonne dort meine Bater, welcher mir, was mir nügt, Seele tränket. gewähret; der mich durch sein gött3. Wenn ich dich, mein Hert Kampf der Heiligung. und Gott, findlich fürcht und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl! wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht auf zum Himmel blicken; selbst der Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz ich dann; wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth, du gabst mir das Leben, und du wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub 368. 289 an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von ihm mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblich. keit, Heil des bessern Lebens, himme lische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wann mein Lauf bollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Gib mir nur, so lang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußt seyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sey mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 9. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie mit entschloßnem Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Baltbas. Münter, geb. 1735, † 1793. Kampf der Heiligung. Mel. Herr, wie du willst ic. 1525. $ 1. fab. Ba- ter, det nen guten Geist mich in ner lich re gie. ren, daß ich all. zeit tbu, was du beißt, und mich nicht lag ver. führen, daß ich dem Ar gen wi.der. fteb und nicht von deinem Weg ab.geb zur Rech ten o. der Lin.. ten. 2. Db böse Lust noch mannig- bilf, daß ich ihr alsobald im Anfalt mich anficht, weil ich lebe, so fang widerstrebe, und daß ich da Vet. m. Not. 19 Kampf der Heiligung. 290 vergesse nicht die Todesstunde, das Gericht, den Himmel und die Hölle. 3. Gib, daß ich denke jederzeit an diese letzten Dinge und dadurch alle Sündenfreud aus meinem Herzen bringe, damit ich mög mein Leben lang dir dienen ohne Furcht und 3wang in willigem Gehorsam. 369. 4. Gott Vater, deine Kraft und Treu laß reichlich mich empfinden. O Jesu Christe, steh mir bei, daß ich könn überwinden. Hilf, heilger Geist, in diesem Krieg, daß ich da immer einen Sieg erhalte nach dem andern. David Denicke, geb. 1603,+ 1680. Mel. Was mein Gort will ic. 1. Sey Gott ge treu, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Le.. ben, leg die fen Stein zum ersten Grund, bleib ihmal lein er ge.. ben. 1 Denk an den Kauf in dei- ner Tauf, 1540. bei seinem Gid, in Ewig- feit 2. Sey Gott getreu, laß keinen Wind des Kreuzes dich abkehren; ist er dein Vater, du sein Kind, was willst du mehr begehren? Dieß höchste Gut macht rechten Muth; kann seine Huld dir werden, nichts Bessers ist, mein lieber Christ, im Himmel und auf Erden. 3. Sey Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von dessen Liebe scheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du fühnlich glauben. 4. Sey Gott getreu in deinem Stand, darein er dich geseßet; wenn er dich hält mit seiner Hand, wer ist, der dich verleßet? Wer seine Gnad zum Schilde hat, dem kann da er sich dir verschrie- ben als Baster dich zu lie.. ben. kein Teufel schaden; ist diese Wehr um einen her, so bleibt ihm wohl gerathen. 5. Sey Gott getreu, fein liebes Wort standhaftig zu bekennen; steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hålt, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 6. Sey Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit unter thm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht; wär ja der Fall geschehen, so sey bereit, durch Buß bei Zeit nur wieder aufzustehen. 7. Sey Gott getreu bis in den Tod und laß dich nichts abwenden 291 treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sey, wie er dir hat verheißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Himmel dir aufsegen, da wirst du dich fort ewiglich in seiner Treu ergößen. Michael Frand, geb. 1609, † 1667. Kampf der Heiligung. er wird und kann in aller Noth dir treuen Beistand senden. Und käm auch gleich das höllisch Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du blei best unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben 370. dig be 1. Mir nach, spricht Christus, un ser Held, mir nach, ihr Chri- sten al. le! Ver laug net euch, ver laßt die Welt, folgt mei- nem Rufund Schalle; Mel. Machs mit mir, Gott zc. Schein. 1628. nehmt eu er Kreuz und Un- ge mach auf euch, folgt meinem Wan- del nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht wenn er den Feldherrn an sieht euch für mit heilgem Tugendleben; gehn. wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 5. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Bier. 4 3. Mein Herz ist voll Demüthigfeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der fleußt zu jeder Zeit von süßem Sanftmuthöle. Mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, 371. 6. So laßt uns nun dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen und wohlgemuth, getroft und gern bei ihm im Leiden stehen! Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler, geb. 1624, † 1677. Im obigen Ton. 1. Auf, Chriftenmensch! auf, 2. Der Teufel kommt mit seiner auf zum Streit! Auf, auf zum List, die Welt mit Pracht und Ueberwinden! In dieser Welt, in, Brangen, das Fleisch mit Wollust, dieser Zeit ist keine Ruh zu finden. dich, o Christ, zu fällen und zu fanWer nicht will streiten, trägt die gen; streitst du nicht wie ein tapfrer Kron des ewgen Lebens nicht davon. Held, so bist du hin und schon gefällt 19* 292 3. Gedenke, daß du zu der Fahn deins Feldherrn hast geschworen; denk ferner, daß du als ein Mann zum Streit bist außerkoren; ja denke, daß ohn Streit und Sieg nie Reiner zum Triumph aufstieg. 4. Wer überwindt und friegt den Raum der Feinde, die vermessen, der wird im Paradies vom Baum des ewgen Lebens essen. Wer überwindt, den soll kein Leid noch Tod berührn in Ewigkeit. Kampf der Heiligung. 5. Wer überwindet, der soll dort in weißen Kleidern gehen; sein guter Name soll sofort im Buch des Lebens stehen; ja, Christus wird 372. ihn offenbar bekennen vor der Engel Schaar. 6. Wer überwindt, soll ewig nicht aus Gottes Tempel gehen; er soll drin wie ein himmlisch Licht und güldne Säule stehen; der Name Gottes, unsers Herrn, soll leuchten von ihm weit und fern. 373. Puth 7. So streit denn wohl, streit teck und fühn, daß du mögst überwinden; streng an die Kräfte, Muth und Sinn, daß du dieß Gut mögst finden. Wer nicht will streiten um die Kron, bleibt ewiglich in Spott und Hohn. Joh. Scheffler, geb. 1624, † 1677. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend 2c. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüth, o Brunnen unerschöpfter Güt. 1. Ein reines Serz, berr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thür, ver trei. be fie und laß nicht zu, 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür; ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus. 1651. daß fie in mei- nem Herzen rub. 4. Und mache denn mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich; gib Weisheit, Stärke, Rath, Verstand aus deiner milden Gnadenhand: 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigenthum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Neuß, geb. 1654,+1716 Mel. Freu dich sehr, o 2c. 1555. 1. Schaf- fet, schaf- fet, Menschen- tin- der, schaf- fet eu- re Se lig. feit; bau et nicht wie fresche Sün der nur auf ge- gen- wärt.ge Beit sondern schau- et Kampf der Heiligung. über euch, rin- get nach dem Himmel reich, und be müb et euch auf Er den, wie ihr mö.get se lig werden. r 2. Daß nun dieses mög geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und desselben Neigung gehen; sondern was Gott will und thut, daß muß einzig und allein eures Lebens Richtschnur seyn, es mag Fleisch und Blut in allem übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach, zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt; daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja, daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, felig, wer im Kampf besteht und die Sünden in sich dampfet, selig, wer die Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 293 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig feyn, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein; ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen hat bei Christen keine Statt; sündlich Neden, üppig Lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen; denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen; er ists, der des Geistes Del und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. D so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sün denglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzestod darnieder, bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab; was euch ärgert, senkt ins Grab und denkt mehrmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte. 9. Bittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heis land, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht; gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen! es geschehe, Amen! Gott versiegle dieß in mir, auf daß ich in Jesu Namen so den Glau Kampf der Heiligung. benskampf ausführ. Er, er gebe das Wert, daß ich wache, bete, Kraft und Stärk und regiere selbst ringe und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter, geb. 1661, † 1735. 374. Eigne Melodie. 294 1. Durchbrecher al. ler Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lau ter Lust und Himmel iſt: u be fer ner dein Gerichte 1 bis dein treu- es An- ge sich. te 2. Jsts doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk. Hiezu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es von dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen sind geacht, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns veracht't und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Creatur um Erlösung seufzen, beten von der Schwachheit der Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, wenn auch schon der Geist in Zeiten sich auf etwas Beßres schickt. 1704. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, reiße du das Band entzwei, daß wir durch die Weltgeschäfte durchwi der un sern Adams finn, uns führt aus dem Ker fer bin. gebrochen stehen frei; weg mit Menschenfurcht und Zagen, weich, Vernunftbedenklichkeit, fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit. 6. Herr, zermalme, brich und reiße die verboste Macht entzwei, denke, daß ein armer Mensche dir im Tod nichts nüße sey. Heb ihn aus dem Staub der Sünden, wirf die Schlangenbrut hinaus, laß uns wahre Freiheit finden in des Vaters Hochzeithaus. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit. Wie dus nöthig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 8. Herrscher, herrsche; Sieger, flege; König, brauch dein Regiment, führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End! Aus dem Kerker laß die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst gefangen in Lust und Gefälligkeit, ach, so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitelkeit; denn die Last treibt uns, zu rufen, alle schreien wir dich an; zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn. Kampf der Heiligung. 10. Ach, wie theur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu seyn; drum se wahr du bist ge375. denn es ist 295 storben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen und verklärt ins beste Bild. Der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich füllt. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß uns mit gekreuzigt seyn, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan! du wirst nicht säumen, laß uns nur nicht lässig seyn; werden wir doch als wie träumen, wann die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold, geb. 1666,+ 1714. Mel. Straf mich nicht in zc.( Rofenmüller. 1655?) 1694. s 1. Ma che dich, mein Geist, bereit, daß dich nicht die böse Beit Sa tans Lift zur Ver- su. chung fom- men. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folger sonst darauf eine lange Strafe, und die Noth sammt dem Tod möchte dich in Sünden unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag finden, weils ihm sonst ein Leichtes ist, dich zu wadhe, fleh und be. te, te; un- ver- hofft be tre. ů ber vie. le From men 6 überwinden; und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sich, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wach dazu auch über dich, über Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List, kann sich selber heucheln und in Hoffart schmeicheln. ● Kampf der Heiligung. 296 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten seyn, wenn er soll was geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 376. 9. Doch wohl gut! es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Ges bet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir gläubig bitten. Mel. Wacher auf, ruft zc. 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burchard Freystein, † 1720. 1. Ku stet euch, ihr Christen- leu- te; Wappnet euch mit Gottes Worte bier ist Im- ma. nu. el. ja Sa tan selbst hat eur begehrt. da mit ihr blei bet un- ver- sehrt. durch die sen held, 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget fie, die ihr seyd Chriften, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens. Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel, da ist Freude. Wohlan, so seyd zum Kampf bereit, so frönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, ch ihr kommt auf die Todtenbahre; 1599. die Fein de su- dhen euch zur Beu- te, und kämpfet frisch an je dem Dr.te, und wir be bal ten mit das Feld. Ist euch der Feind zu schnell, Ho si an na! Der Star- te fällt R kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wann Gott wird die Todten weden, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob! wir sind versöhnt; daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mache die zu Ueberwindern, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe Kampf der Heiligung. in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Geuß aus auf und den Geist, dadurch die Liebe 377. #P Mel. Jeju, bilf siegen ze. 297 fleußt in die Herzen, so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends,(?)+1721. drin get her ein; schädlich zu seyn; 1. Je fu, bilf siegen, du Für- fte des Le- bens; sieh, wie die Finster- niß wie sie ihr böl- li- sches Heer nicht ver ge- bens mächtig auf- führet, mir Satan der sin.net auf al- ler. hand Ranke, wie er mich sichte, ver sto re und frän. fe. 2. Jesu, hilf fiegen, der du mich erfaufet, rette, wenn Fleisch und Blut, Satan und Welt mich zu berücken ganz grimmig anlaufet, oder auch schmeichelnd sich listig verstellt. Wüthen die Feinde von außen und innen, laß mir, Herr, niemals die Hülfe zerrinnen. 3. Jesu, hilf fiegen! ach wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für; laß es zu meiner Demüthigung dienen, und mich doch schmecken dein kräftig Verfühnen. 4. Jesu, hilf fiegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Macht der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt; hilf, daß ich dann vor mir selber erröthe und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch tödte. 1698. . 5. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gib, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb; laß mich eindringen ins göttliche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. Jesu, bilf siegen und laß mich nicht sinfen, wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken; laß dann viel heller doch deine Kraft sehn; steh mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich fämpfen und prüfen die Geister. 7. Jesu, bilf fliegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfest und schlummerst nicht ein; laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du verheißen, mein Fürsprech zu seyn; wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. Kampf der Heiligung. 298 8. Jesu, hilf fiegen, wenn alles verschwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur seh, wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß seyn ein verschüchtertes Neh; ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang, so will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein 378. Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! 10. Jesu, hilf fiegen! Wenns nun kommt zum Sterben, mach du mich würdig und stetig bereit, daß ich mich könne recht nennen dein'n Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Troft und Leben! Joh. Heinr. Schröder, geb. 1666, † 1728. Eigne Melodie. 1. Rin- ge recht, wenn Gottes Gna. de daß dein Geist sich recht ent la de 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß dich) keine Zeit gereuen, wäre auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse haft bezwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 1784. dich nun zieb et und be- kehrt, von der Last, die ihn beschwert. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du fäglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das Beste, Nückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaf fen nach der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen; fliehe träge Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen; gib der Lust den Zügel nicht. Willst du die Begierden füllen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Fleischesfreiheit macht die Seele falt und sicher, frech und stolz; frißt hinweg des Glaubens Dele, läßt nichts als ein faules Holz. Kampf der Heiligung. 12. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 13. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu Gut. 14. Wahre Treu hat viel zu weinen, spricht zum Lachen: du bist toll! weil es, mann Gott wird erscheinen, lauter Heulen werden soll. 15. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schaß doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 299 18. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Gluth? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 16. Dieß bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und fürchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 19. Gile, wo du dich erretten und nicht mit verderben willt; mach dich los von allen Ketten, fleuch als ein gejagtes Wild. 20. Lauf der Welt doch aus den Hånden, dring ins stille Zoar ein. Gile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein. 21. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborgnen Bann, fuch in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 22. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam kommt und winkt und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 23. Gile, lauf ihm doch entgegen, sprich: Mein Licht, ich bin bes reit, nun mein Hüttlein abzulegen, mich dürft nach der Ewigkeit! Joh. Jof. Winckler, geb. 1670,+1722 1731. 17. Denkt bei jedem Augenblice, obs vielleicht der letzte sey; bringt die Lampen ins Geschicke, bolt stets neues Del herbei. 379. B 1. Du Va- ter dei- ner Menschenkin- der, der du die Lie be fel bez bist, und dessen Herz auch ge- gen Sün- der noch gu tig und voll Mit- leid ist, Mel. Weil nichts gemeiner ist als sterben 2c. im Leben und im To.de seyn. 3. Vertilge, Herr, durch deine Liebe in mir die Liebe zu der Welt und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn mir das Gitle noch gefällt. Wie könnt ih je die Creatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deines Namens laß mich von ganzem Her- zen dein 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Bater liebst, und so gefinnt zu seyn mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 200 300 Kampf der Heiligung. willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Sorgfalt meiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich beflissen seyn. 380. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trübsal führt zu ew. gen Freuden; wer ihre Last gern auf sich nimmt, sie willig trägt und weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstüßt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, so ist auch Sterben mein Gewinn; so werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. Balthasar Münter, geb. 1735, † 1793. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht zc. 1. Herr, står fe meinen schwachen Muth, dich treu- lich zu be fen- nen und troß der Fein de Hohn und Wuth den Dei- nen mich zu nen- nen. Gib, daß ich ohne heuche. lei 1535. dein e wig Lob ver. kün. de. 2. Ich weiß, es geht der Zeugen Pfad durch manches Ungewitter; denn wen dein Licht erleuchtet hat, dem wird die Weltlust bitter. Je mehr er Welt und Sünde haßt, um desto schwerer wird die Last; des Kampfes wird kein Ende. 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, mag nicht die Wahrheit hören; und wer ihm von der Buße spricht, will nur den Frieden stören. Das Wort vom Kreuz war allezeit der armen Welt, und ists noch heut, gar eine harte Rede. 4. Und doch will ich verzagen durch dei- ne Gna de start und frei nicht, mag sie gleich drohn und lügen; denn Gottes Wort und Gettes Licht muß doch am Ende siegen. Wie sollt ich zweifeln noch daran? Hat er doch mein Herz aufgethan, das troßge und verzagte! 5. Und der mein stolzes Herz gewann, das ganz und gar verkehrte, der Allen helfen will und kann, gleichwie er mich bekehrte: sein Scepter bleibt in: Ewigkeit; zuletzt doch werden weit und breit die Starfen seine Beute. 6. So bleib ich ruhig denn da bei, von seiner Huld zu zeugen Früchte der Wiedergeburt. und stören soll mich kein Geschrei, ihm meine Knie zu beugen! Es hilft mir ja der starke Held, daß nicht die Furcht vor dieser Welt mich treibt, ihn zu verläugnen. 7. Und will die Welt, nach seinem Rath, mich drum mit Füßen treten: er lehrt für ihre Missethat mich glaubig flehn und beten. Und regt sich noch des Zornes Flamm: 381. ein Blick auf ihn am Kreuzesstamm dämpft ihr unheilges Feuer. 8. Der Feinde Fluch verkehret er erbarmungsvoll in Segen und stärket mich, der treue Herr, auch unter harten Schlägen, hilft, daß ich ohne Heuchelei von seiner Gnade stark und frei durch Wort und Wandel zeuge. Aus Knapp's Liederschap. Früchte der Wiedergeburt. Mel. Wenn wir in böchsten 2c. 301 1. Bwei Ding, o Herr, bitt ich von dir, die wol- left du nicht weigern mir, 4. Sonst wenn zu satte ich würd seyn, verläugnet ich den Herren mein, und saget: Was frag ich nach 382. 1555. weil ich in diesem E lend bin, bis mich mein Stündlein nimmt da- hin. 2. Verfälschte Lehr, Abgötterei, Gott? ich bin versorgt in aller auch Lügen ferne von mir sey; Ar- Noth. muth und Reichthum gib mir nicht, doch solches ich noch ferner bitt: 3. Ein ziemlich Nothdurft schaff dem Leib, daß ich kann nähren Kind und Weib, oder kein Noth und Mangel sey, und auch kein Ueberfluß dabei. 5. Oder wenn Armuth drückte mich, zum Stehlen möcht gerathen ich, oder mit Sünd trachten nach Gut, ohn Gottes Scheu, wie Mancher thut. Eigne Melodie. 6. Des Herren Segen machet reich ohn alle Sorg, wenn du zugleich in deim Stand treu und fleißig bist und thust, was dir befohlen ist. Paul Eber, geb. 1511,+ 1569. 1571. 1. Von Gott will ich nicht lassen; denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst ir- ret sehr, 302 Früchte der Wiedergeburt. rei chet mir sei ne hand; thut er mich wohl ver for gen, 2. Wann sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findt fich Gott gar balde; sein Macht und Gnad bewährt hilfet aus aller Noth, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit. Es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sey es heimgestellt, mein Leib, mein Seel, mein Leben sey Gott, dem Herrn, ergeben; er schaffs, wie's ihm gefällt. 4. 8 fann ihm nichts gefallen, denn was mir nüßlich ist. Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, sein allerliebsten Sohn, durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret: lobt ihn ins Himmels Thron. 383. fel 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welch's er uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt. Sonst verdirbt alle Zeit, die wir zubring'n auf Erden. Wir sollen selig werden und bleib'n in Ewigkeit. den 2. bend wie den Mor. gen â sey, wo ich woll, im Land. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrer stolzen Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd begraben; wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren geführt in Abrams Schoß; der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß uns nicht irren des Teufels listig Art. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freude voll; dieselb ohn einig Ende, dieweil ich Chriftum fenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben uns und Gnad. Auch Gott, der heilig Geist, im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet; ihm sey Lob, Ehr und Preis. Ludw. Helmbold, geb. 1532, † 1598. Mel. Was mein Gott will 2 ¢ 1. Wer Gott vertraut, bat wohl ge- baut wer sich verläßt auf Je- sum Gbrist, 1540. im Himmel und auf Er.. den; dem muß der Him- mel wer.. den. Fruchte der Wiedergeburt. Dar- um auf dich all Hoffnung ich 384. fea Herr Jesu Christ, mein Trost du bist 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt darnieder; und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 1. Herr, deine Rechte und Ge bot wollst du mir, o ge treu er Gott, daß ich zum Guten wil lig ſen, s was du befiehlst, voll, brin 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich fürcht und liebe, auf Menschentrost und Hülf nicht bau, noch mich darum betrübe, daß großer Leute Gnad und Gunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Wiß und Kunst mir nicht zum Abgott werde. in To- des Notb und Schmerzen. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mir wohl geben, was mir ist noth, du treuer Gott, in dies'm und jenem Leben. Gib wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach, böre, Herr dieß mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen. Aus dem 16. Jahrb. $ 3. Hilf, daß ich deinen Nam'n und Bund aus deinem Wort erkenne, auch niemals dich mit meinem Mund ohn Herzensandacht nenne, daß ich bedenke jeden Tag, ganz fest und steif thu se zen; 303 Hous Fad- distvede 1524. darnach wir fol. len leben, ins Her je sel ber ge ben, und ob- ne Falsch und Heuche lei ge. wie stark mich meine Laufzusag zum Dienste dir verbindet. 4. Am Tage deiner heilgen Ruh laß mich früh vor dich treten, die Zeit auch heilig bringen zu mit Danken und mit Beten, daß ich bab alle Lust an dir, dein Wort gern hör und dir dafür mein dankbar Opfer bringe. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, so vorgesegt mir werden, laß mich ja ehren allezeit, daß mirs wohl geh auf Erden; für ihre Sorg Fructe der wiedergeburt. 304 und Treu laß mich, wann sie auch werden wunderlich, Furcht, Ehr und Dank erweisen. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach aus Zorn und Feindschaft übe, dem, der mir anthut Troß und Schmach, verzeihe und ihn liebe, sein Glück und Wohlfahrt Jedem gönn, schau, ob ich Jemand dienen fönn, und thu es dann mit Freuden. 7. Unreine Werk der Finsterniß laß mich mein Lebtag meiden, daß ich für böse Luft nicht müß der Hölle Qual dort leiden; schaff in mir, Gott, ein reines Herz, daß ich schandbare Wort und Scherz und alle Unzucht fliehe. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr und böser. Ränte schäme; mein Herz von Geiz und Unrecht tehr, und fremdes Gut nicht nehme, auch von der Arbeit meiner Händ, was übrig ist, auf Arme wend, und nicht auf Pracht und Hoffart. von ihm abwende Schmach und Schimpf, doch Böses nicht gut heiße. Gib, daß ich lieb Aufrichtigkeit, und Abschen habe jederzeit am Lästern und am Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut nicht wünschen noch begehren; was aber mir vonnöthen thut, das wollst du mir gewähren; doch daß es Niemand schädlich sey, ich auch ein ruhig Herz dabei und deine Gnad behalte. 11. Ach, Herr, ich wollte deine Recht und deinen heilgen Willen, wie mir gebührt als deinem Knecht, ohn Mangel gern erfüllen; doch fühl ich wohl, was mir gebricht, und wie ich das Geringste nicht vermag aus eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke; verleih, o Jesu, Gottes Sohn, daß ich thu rechte Werke; o heilger Geist, hilf, daß ich dich von ganzem Herzen und als mich den Nächsten treulich liebe. Lucas Ofiander, geb. 1534, † 1604. 1555. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Glimpf zu retten mich befleiße, 385. Le 1. Kommt und laßt euch Je fum leh ren, fommt und ler.net all. zu mal, welche die find, die ge hö. ren in der rech- ten Chriften Zabl: " Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. die be kennen mit dem Mund, glauben auch von Herzensgrund, und be mühen sich da ne ben, Guts zu thun, so lang sie le. ben. 2. Selig find, die Demuth haben Gott werd allein gepreist, danken und sind allzeit arm im Geist, rüh- dem auch für und für: denn das men fich gar keiner Gaben, daß Himmelreich ist ihr. Gott wird Früchte der Wiedergeburt. 305 7. Selig sind, die funden wers den reines Herzens jederzeit, die in Werk, Wort und Geberden lie ben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern die mit Ernst sie meiden, werden schauen Gott dort zu Ehren segen, die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, da fich göttlich Trauern findt, die beseufzen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd; welche deshalb traurig gehn, oft vor Gott mit Thränen stehn: diese sollen noch mit Freuden. auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmuth spüren kann, welche Hohn und Troß verschmerzen, gerne weichen Federmann; die nicht suchen eigne Nach und befehlen Gott die Sach: diese will der Herr beschüßen, daß sie noch das Land besigen. 8. Selig sind, die Friede machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried und Ruh, rathen allerseits dazu, sich auch Friedens ſelbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig find, die müssen duls den Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es doch nicht verschulden und gerecht befunden seyn. Ob des Kreuzes gleich ist viel, sepet Gett doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit der Ehrenkronen. 5. Selig sind, die sehnlich fireben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben kein Gewalt noch Unrecht sey; die da lieben gleich und recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen: die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen fremder Noth, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behülflich find mit Nath, auch wo möglich mit der That, werden wieder Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. Lun 411 386. Im vorigen Ton. 1. Wohl dem, der den Herren fabren, wie sich mehrt alles, was scheuet und sich fürcht vor seinem in seinem Leben ihm vom Himmel Gott! Selig, der sich herzlich freuet, ist gegeben. zu erfüllen sein Gebot; wer den öchsten liebt und ehrt, wird er2. Seine Kinder werden stehen, wie die Rosen in der Blüth; sein 20 Bet, m. Not. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten doch aus Gnaden fähig werd. Bater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. Job. Heermann, geb. 1585, 1647.. Früchte der Wiedergeburt. 306 Geschlecht wird einher gehen voller Gnad und Gottes Güt; und was diesen Leib erhält, wird der Herrfcher aller Welt reichlich und mit vollen Händen ihnen in die Häuser senden. 3. Das gerechte Thun der Frommen steht gewiß und wanket nicht; sollt auch gleich ein Wetter kommen, bleibt doch Gott, der Herr, ihr Licht; tröstet, stärket, schüßt und macht, daß nach ausgestandner Nacht und nach hochbetrübtem Weinen Freud und Sonne wieder scheinen. 4. Gottes Gnad, Huld und Erbarmen bleibt den Frommen immer feft; wohl dem, der die Noth der Arme ihm zu Herzen gehen läßt und mit Liebe Gutes thut, den 387. wird Gott, das höchste Gut, au der Fülle seiner Gaben, als der liebste Vater laben. 5. Wer Betrübte gern erfreuet, wird vom Höchsten hoch ergößt; was die milde Hand ausstreuet, wird vom Himmel wohl ersetzt. Wer viel gibt, erlanget viel; was sein Herze wünscht und will, das wird Gott mit gutem Willen schon zu rechter Zeit erfüllen. 6. Wenn das Unglück will ankommen, das den rohen Sünder plagt, bleibt der Muth ihm unbenommen und sein Herze unverzagt; unverzagt, ohn Angst und Pein bleibt das Herz, das sich allein seinem Gott und Herrn ergibet und in ihm die Brüder liebet. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. Mel. Werde munter, mein 2c. Psalm 1. der hin- ge- gen liebt und eh. ret, 2. Wohl dem, der mit Luft und Freude das Gesetz des Höchsten treibt, und hier als auf süßer Weide Tag und Nacht verharrend bleibt; dessen Segen wächst und blüht wie ein Balmbaum, den man sieht bei den Flüssen an den Seiten seine frischen Zweig ausbreiten. Schop. 1642. 1. Wohl dem Menschen, der nicht wandelt in gott lo fer Leu- te Rath; wohl dem, der nicht un- recht han- delt, noch tritt auf der Sünder Pfad; $ der der Spöt ter Freundschaft fleucht, und von ihren Ses feln weicht, was uns Gott vom Him- mel leb.ret. 3. Also, sag ich, wird auch grünen, wer in Gottes Wort sich übt; Luft und Erde wird ihm dienen, bis er reife Früchte gibt; feine Blätter werden alt und doch niemals ungestalt; Gott gibt Glück zu seinen Thaten; was er macht muß wohlgerathen. Früchte der Wiedergeburt. > 4. Aber wen die Sünd erfreuet, mit dem gehts viel anders zu; er wird wie die Spreu zerstreuet von dem Wind im schnellen Nu. Wo 388. 307 der Herr sein Häuflein richt't, da bleibt kein Gottloser nicht. Summa: Gott liebt alle Frommen, und wer bös ist, muß umkommen. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 1555. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. 1. Sey ge treu bis an das Ende, Lei dest du gleich harte Stände, Ach, das Lei den die fer Beit B 2. Sey getreu in deinem Glauben! Lasse dir den festen Grund niemals aus dem Herzen rauben, halte den Gewissensbund, der geschlossen in der Tauf, sag ihn Gott nicht wieder auf. Der ist gottlos und verloren, wer meineidig ihm geschworen. 3. Sey getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe, ob er dich gleich hat betrübt. Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat, so mußt du verzeiben eben, soll Gott anders dir vergeben. 4. Sey getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach von der Liebe Jesu scheiden, murre nicht mit Weh und Ach. Hilft dir denn die Ungeduld? Nein, sie häufet 389. dau re red lich aus den Streit! end- lich ist der Sieg be reit. ist nicht werth der Herr lich. Feit, 3 die dein Je sus dir will ge- ben dort in je nem Freuden le. ben. nur die Schuld. Der trägt leichter, wer da tråget mit Geduld, was Gott aufleget. 5. Sey getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willt, er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wünschen werd erfüllt. Hoffe fest, Gott ist schon hier, sein Herz bricht ihm gegen dir; hoffe nur, Gott ist vorhanden; Hoffnung macht dich nicht zu Schanden. 6. Sey getreu bis an das Ende, daß nicht Marter, Angst und Noth dich von deinem Jesu wende, sey ihm treu bis in den Tod! Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. # 1. Las jet uns mit Je su zieh- en, in der Welt der Welt ent- flieben, Fenj. Prätorius, um 1661. Schop. 1641. Mel. Lasset uns den Herren 2c. feinem Vor- bild fol. gen nach, auf der Bahn, die er uns brach. 20. 308 Früchte der Wiedergeburt. im- mer- fort zum Himmel rei- fen, f glau- ben recht und le. ben fein, Treuer Je su, bleib bei mir; 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leiden folgen Freuden; Armuth hier macht dorten reich. Thränensaat die erntet Lachen; Hoffnung tröstet mit Geduld. Es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir; dort theil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jefu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewiglichen. Noth. Laßt uns 390. in der Lieb den Glauben wei- sen. geht vor, ich fol. ge dir. tödten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wieder geben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deis nes Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir. Ach, erkenn uns für und für, trauter Freund, als deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Sigm. v. Birken, geb. 1626,+1681. ir disch noch, doch himmlisch seyn, Mel. D Gott, du frommer 2c. 1. Ver- su chet euch doch selbst, ob Christus in euch ist, in De mutb und Geduld, I 1 1710. ob ihr im Glau- ben fteh. et, ob ihr ihm auch nach- geb. et in Sanft- muth, Freundlichkeit, in Lieb, dem Näch. sten stets 821 die nen jend bereit. 2. Der Glaube ist ein Licht, im neuert Herz und Muth, macht uns Herzen tief verborgen, bricht als zu Gottes Kind. ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen, erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gefinnt, er3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und thut in Einfalt es dem Nächsten wieders Früchte der Wiedergeburt. geben; dieweil er überreich in Christo worden ist, preift er die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in 3uversicht, was Gott im Wort zusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwermuth wird verjaget. Sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, bält Sturm und Wetter aus, besteht in Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Gottes Händen nimmt alle Dinge an, nicht zürnen thut, nicht schänden; denn alles uns zu Nuß und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind, er gibt zum Gnadenthrone sein eingebornes Kind; er liebt uns in dem Sobne, sest Liebe gegen Haß; wer gläubig dieß erkennt, wird bald in Lieb entzündt, die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott gethan, thun wir dem Nächsten eben; droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; flucht er, so segnen wir. In Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels. Chrenkron. 8. Sept Gott uns auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen: der 391. 309 Glaube bringt Geduld, erleichtert alle Plagen; statt Murren, Ungeberd wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Noth von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen, wie auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen; verzaget an sich selbst, erkennet sich für nichts, sucht bloß in Christo Kraft, der Quelle alles Lichts; 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn; flieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht, im Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet; denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk; sich, ob du auch so thust. 12. O Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der guten Werk berauben. Wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus; du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus. Joachim Justus Breithaupt(?), 1719. Mel. Jesu, meines Lebens 2c. 1687. F 1. Gott, mein einziges Ver- trauen, Gott, du mei. ne Bu ver sicht! Deine Augen zu dir schauen, dei ne Hülf versag mir nicht: laß mich nicht vergeb. lich schrei en, son- dern hör und laß ge- deib- en; 310 Früchte der Wiedergeburt. so will ich Gott hal ten still: 2. Du hast mich von Kindesbeinen stets geleitet und geführt; durch mein Klagen und mein Weinen wird dein Vaterherz gerührt, daß mirs Hülf und Nahrung sende, Noth und Trübsal von mir wende; drum halt ich dir ferner still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 3. Führe mich, wohin du denfest, daß es mir am besten ist; wenn du nur, mein Gott, mich lenkest, geht mirs wohl zu jeder Frist; laß mich dir, mein Gott, vertrauen, und auf deine Gnade bauen; laß mich dir nur halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 4. Muß ich Schmerz und Qual empfinden, und mit Galle seyn getränkt, mich gleich einem Würmlein winden, mit viel Unglück seyn umschränkt; doch will ich es alles tragen, und darum doch nicht verzagen, sondern will Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. He 5. Bin ich gleich veracht auf Erden, und muß dulden Spott und Hohn, werd ich doch erhöhet werden dort in deinem Himmelsthron. 392. Gott, dein Will ist auch mein Will. Wenn mich alle Menschen hassen, will ich mich auf Gott verlassen; so will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 6. Alles sey dir heimgestellet, schaff es, wie du willt, mit mir: Tod und Leben mir gefället, willig, willig folg ich dir; wird des Kreuzes Joch mich drücken, wirst du wieder mich erquicken. Drum will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. Geistes le ben; 7. Laß mich nur den Himmel erben, mach mich weder arm noch reich; christlich leben, selig sterben, so werd ich, den Engeln gleich, Hei lig, Heilig, Heilig! fingen und dir mein Lobopfer bringen; so will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 8. Nun, mein Gott, in deine Hände geb ich Seele, Leib und Gut; alles mir zum Besten wende, und halt mich in deiner Hut! Dieses bitt ich nochmals fühnlich, gib mir nur, was mir ist dienlich, so will ich dir halten stil: Gott, dein Will ist auch mein Will. 1. Cs to ftet viel, ein Cbrift zu seyn Elisabetha Eleonora, Herzogin zu Sachsen- Meiningen, geb. 1658,+ 1729. Eigne Melodie. 1704 und nach dem Sinn des retnen denn der Natur geht es gar sau. er ein, $ HE Früchte der Wiedergeburt. sich immerdar in Chri fti Tod zu geben; und ist hier gleich ein Kampf wohl aus. ge richt, 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die leicht ihr Gift in unsre Fersen bringen; da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht das Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit 1: die Wichtigkeit.:| 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit bedenket, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets ins Himmlische versenket. Wohl kostets Müh; die Gnade aber macht, 1: daß mans nicht acht.:| 4. Man soll ein Kind des Höchsten seyn, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich seyn, so lieblich im Gefichte, dieweil ihn da die wesentliche Pracht: vollkommen macht!:| 5. Da wird das Kind den Badas machts noch nicht, das machts noch nicht. ter sehn; im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durchgehn, und es mit Gott zu Einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn?|: Wer mags verstehn?:[ 6. Was Gott genießt, genießt es auch; was Gott befißt, wird ihm in Gott gegeben; der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde seyn, s: als Gott allein.:] 7. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsterniß zu reißen. Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sich doch nach der Arbeit ruhn,|: wie wohl wirds thun!:) 31 393. 1. Es ist nicht schwer, ein Christ zu seyn und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. 3war der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Seit 1: den schweren Streit.: 2. Du darfst ja nur ein Kindlein seyn; du darfst ja nur die leichte Im vorigen Ton. Christian Friedrich Richter. geb. 1676, † 1711. Liebe üben. O blöder Geist, schau nur, wie gut ers mein; das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr; 1: es ist nicht schwer.:| 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, die P12 Früchte der Wiedergeburt. Unlust schafft in bir dein eigner ter wird nichts Schlimmes mit dir Wille. Drum übergib ihn willig in den Tod, 1: so hats nicht Noth.: thun; vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken; ja, siehst du endlich ferner keine Spur,: so glaube nur.:| 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Bater, fich mein Glend gnädig an!|: so ifts gethan.:] 7. So wird dein Licht aufs Neu entstehn, und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, fich doch, wie ein wahrer Christ: so felig ist!:| 5. Besiß dein Herze in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merfest. Bersiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so fieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; so ist dein Fehl und findliches Verfehn:| als nicht geschehn.:| 8. Auf, auf, mein Geist! was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, geneuß die süße Rub; im Frieden sollst du vor dem Vater 6. Laß nur dein Herz im Glau- schweben. Die Sorg und Last wirf ben ruhn, wenn dich wird Nacht nur getroft und fühn 1: allein auf und Finsterniß bedecken; dein Va- ihn.:| Christian Friedrich Richter, geb. 1676, 1711. 394. Mel. D liebster Herr Jeju 2c. 1. Sieb, wie lieb.lich und wie fein wenn ihr Thun einträchtig ist, 2. Diesen ja verheißt der Herr reichen Segen nach Begehr und das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. us 3. Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit; brich in deiner Kirche an, daß die Welt es sehen fann. 4. Jesu, Haupt der Kreuzgemein, mach uns alle, Groß und Klein, 1544. ifts, wenn Brü- der fried. lich seyn; ob- ne Falschheit, Trug und List. durch dein Evangelium ganz zu deinem Eigenthum. 5. Sammle, großer Menschen. hirt, alles, was sich hat verirrt; laß in deinem Gnadenschein alles ganz vereinigt seyn. 6. Bind zusammen Herz und Herz; laß uns trennen feinen Schmerz; knüpfe selbst durch deine Hand daß geweihte Brüderband. Früchte der Wiedergeburt. 313 7. Kraft, Lob, Ehr und Herr- der, wie er ist Drei in Ein, uns lichkeit sey dem Höchsten allezeit, in ihm läßt Eines seyn! Michael Müller, geb. 1673, † 1704; und Christian David, geb. 1690,+1751. 395. Mel. Nun fich der Tag 2c. 1. Merk, See le, dir das große Wort: wenn Je- sus winkt, so geb; wenn er dich zieht, so ei la fort; wenn Je sus hält, so steb. s 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; wenn er dich liebt, so ruh; wenn er dich aber schilt, so sprich: Ich brauchs, Herr, schlage zu. 3. Wenn Jesus seine Gnadenzeit bald da, bald dort verklärt, so freu dich der Barmherzigkeit, die Andern widerfährt. 396. S 1698. 4. Wenn er dich aber brauchen will, so steig in Kraft empor; wird Jesus in der Seele still, so nimm auch du nichts vor. Mel. Meine Seele, willst du zc. 5. Kurz, liebe Seel, dein ganzes Herz sey von dem Tage an bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz dem Lamme zugethan. 1. See le, wenn du stets willst ruhn und dir immer Gu. tes thun, 3. Unser Geist ist oft verkehrt, daß er, was ihm dünft, begehrt, uns gar oft zur sauern Bürde, wenn es nicht verhindert würde. Wohl willst du ba ben, was besteht: 2. Wenn du, o mein lieber Christ, annoch eigenwillig bist, wär es auch in solchen Dingen, die Gott scheinen Ruhm zu bringen, und Gott denkt nicht auch dahin, so verdirbt dein Eigensinn. 1690. suchst du aller Angst und Pla gen dich beständig zu entschia- gen, laß es geben, wie es geht. und selig ist man dran, wenn es Gott allein gethan. 4. Wenn der Ausgang nicht erfüllt, was das Herz sich eingebildt, und der Sinn sich vorgenommen, dann muß Sorg und Kummer fom men. Sprich, wo bleibt zu solcher Zeit christliche Gelassenheit? 5. Wenn dir jede Kleinigkeit dein verwöhntes Herz zerstreut, und 314 Früchte der Wiedergeburt. was sich nicht nach dir strecket, Un- gut gemeint, ob es noch so widrig geduld und Zorn erwecket: sage, scheint. wie gelangest du zu der wahren Christenrub? 7. Gott hat, wie es sich gebührt, nun so lange Zeit regiert; drum so laß in allen Sachen deinen Schöpfer ferner machen. Endlich singst du mit Bedacht: Gott hat alles wohl gemacht! Joh. Christoph Ruben, um 1712. Schein. 1628. 6. Gott schickt alles, was geschicht, es gefall uns oder nicht, es entstehe, wie es wolle, daß man dran sich prüfen solle; es ist alles 397. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 1. So Je- mand spricht: ich liebe Gott! der treibt mit Got tes Wahrheit Spott Gott ist die Lieb und will, daß ich 2. Wer dieser Erden Güter hat, und sieht die Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht und hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ebre schmäht und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten fehret, nicht dem Verleumder wider spricht, der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer zwar mit Rath, mit Troft und Schuß den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürftger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig und haßt doch seine Brüder, und reißt sie ganz dar nie. der. den Näch- sten lie- be, gleich als mich. forscht, obs ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 6. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet und ohne Nachficht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Ungestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu und sorgst dafür, so liebest du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Denk oft: Gott, Früchte der Wiedergeburt. was ich bin, ist dein; sollt ich gleich dir nicht gütig seyn? 10. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 11. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch von die315 sen, daß fiehet mein Erlöser an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch seyn und Gott in Brüdern nicht erfreun? 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 398. Im vorigen Lon. 1. Wer Gottes Wort nicht hält der flieht den Rath der Sünder, und spricht: Ich kenne Gott! der folgt Christi Beispiel als ein Christ, trüget; in solchem ist die Wahrheit und reinigt sich, wie er rein ist. nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, 399. 12. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Christ. Fürcht. Gellert, geb. 1715,+1769. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, so die Cherubim, Gott zu gehorchen, treibet. Gott ist die Lieb; an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715, 1769. Mel. Was Gott thut, das ist ze. 1690. 1. Auf Gott und nicht auf meinen Rath will ich mein Glü de bauen und dem, der mich er schaffen bat, mit gan zer See le trausen. als Gott und Ba ter tra, gen. . Er, der die Welt all- mächtig hält, wird mich in meinen La- gen 316 Früchte der Wiedergeburt. 2. Er sah von aller Ewigkeit, Noth hebt doch der Tod, und Chre, wie viel mit nüßen würde, be- Glück und habe verläßt mich doch stimmte meine Lebenszeit, mein im Grabe. Glück und meine Bürde. Was 5. An dem, was wahrhaft glück: zagt mein Herz? ist auch ein lich macht, läßt Gott es keinem Schmerz, der zu des Glaubens fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück Ehre nicht zu besiegen wäre? und Pracht find nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch versüßen. 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe! 6. Was ist des Lebens Herrlichfeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn; er hilft uns gern. Seyd fröhlich, ihr Gerechten; der Herr bilft seinen Knechten. Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715, 1769. Grüger. 1640. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei des sen Last wir flagen? Die größte 400. Mel. Herzliebster Jesu zc. 1. Herr, mein Ber- jöb. ner, der du für mich lit- test Gottes für mich bit test, er med in mir, du Mu- fter wab- rer e.be, der Sanftmuth Trie.be. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht nur Freunde, nein, selbst auch Feinde. und noch zur Rech: ten 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen und doch von Rachgier gegen Andre brennen? Sch follte jemals Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? POS 4. Wie kann ich Vater zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu vers zeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, wer, wie du, vergibet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Früchte der Wiedergeburt. Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß ich mich stets versöhnlich finden lasse und Rachgier hasſe. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergeben, so lehre mich ihr Unrecht übersehen. Laß mich auch, wenn sie mich empfindlich fränken, an dich gedenken. 8. Laß mich mit Sanftmuth meis nem Feind begegnen und so, wie du, den, der mir fluchet, segnen. 401. Mel. Schwing dich auf 2c. 1. Sollt ich jetzt noch, da mir schon dich ver laf sen, Got- tes Sohn, · mit den 2ü. sten dieser Bett und nicht mehr die Süßig feit 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruh gefunden! Mittler, heiltest du doch mir alle meine Wunden! Und ich sollte dein Gebot gleich dem Frevler hassen, und mein Recht an deinem Tod wieder fahren lassen? Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 9. Will zu der Nachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren, so laß, o Herr, mich, ihr zu wider. stehen, auf dich dann sehen. 10. Du schüßest den, der redlich bor dir wandelt und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. 3. S. Diterich, geb. 1721, † 1797. Ebeling. 1666. S 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, halt auf deine Lehren, lasse keine Macht noch List mir den Glauben wehren. Fielen tausend ab, nicht ich; mags die Welt verdrießen! sie wird mein Vertraun auf dich mir doch lassen müſſen. 4. Zeigt sie mir ein Heil wie du? bringt fie Kraft den Müden, 317 25 dei ne Güt er schienen, und der Sün- de dienen? wie der mich be. fle. den, dei ner Liebe schme. den? den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? gibt fie mir die Zuversicht, daß ich trog dem Grabe deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Nettet sie mich, wenn vor Gott einst die Völker stehen und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen; wenn der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der bier schmäbt, staunt und nicht mehr lachet? 6. O wie thörtcht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jeju, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße, da ich weiß, auf wessen 318 Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde! Früchte der Wiedergeburt. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht und Leiden sol402. len mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Sünde, Welt und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! Balth. Münter, geb. 1735, † 1793. Neumart. 1657. Mel. Wer nur den lieben 2c. 1. Mein be- ster Trost in die sem Le.ben ist ein Ge- bet zu meinem Gott; dieß kann mirkraft in Schwachbeit geben, Geduld und Muth in je. der Noth, bei je dem Gram, bei je dem Schmerz ein ruhi. ges, zu fried- nes Herz. Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirft er nicht. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt? wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Nichter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 6. Ruf ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlieh, so fleb ich nicht umsonst um Kräfte: der Gott der Stärke gibt mir sic. Er gibt aus väterlicher Huld mir Segen, Klugheit und Geduld. 3. Muß ich um des Gewissens willen ein Spott der Lasterhaften seyn, so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott; er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärft mich auf der Tugend Bahn. 7. Wenn meine böse Lust zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, dann bitt ich Gott; er hilft mir kämpfen und gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft bezwing ich jede Leidenschaft. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wann mich ein Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstand geflucht. Nein, meine Rach ist ein Gebet, das um Vergebung für ihn fleht. 8. Wenn ich im lepten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann, so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wann die Sprache mir vergeht, doch meine Seufzer noch versteht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht Plagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in diesem Aus dem bayr. Ges.- Buch von 1811. 403. ***** TATTITONAT Kreuz- und Trostlieder. Kreuz- und Trostlieder. Eigne Melodie. Er hilft aus Noth, der fromme Gott, 1. Was mein Gott will, das g'scheb allzeit; sein Will der ist der beste; zu helfen den'n ift er bereit, die an ibn glauben fe. ste. 3. Drum will ich gern von diefer Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wanns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in 404. fe 319 1540. und züch.tt get mit Maßen. 1 wer Gott vertraut, feft auf ibn baut, den will er nicht ver las sen. 2. Gott ist mein Trost, mein meiner letzten Stunden; o frommer Suversicht, mein Hoffnung und Gott! Sünd, Höll und Tod hast mein Leben; was mein Gott will, du mir überwunden. daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben; sein Wort ist wahr, " denn all mein Haar er selber hat gezählet; er hüt't und wacht, stets für uns tracht't, auf daß uns gar nichts fehlet. .. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 4. Noch Eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: wenn mich der böse Geist ansicht, laß mich doch nicht verzagen. Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr! zu Ehren deinem Namen; wer daß begehrt, dem wirds gewährt, drauf sprech ich fröhlich: Amen! Markgraf Albrecht v. Brandenburg. Gulmbach, geb. 1522, † 1557. 1555. 1. Hilf, Hel- fer, hilf in Angst und Noth; erbarm dich mein, o treu. er Gott! Ich bin ja doch dein liebes Kind troß Teu- fel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, mein Gott Herr Jesu Christ, du mein Gott und Herr; wenn ich dich hab, was und Erlöser bist. will ich mehr? Ich hab ja dich, 3. Des freu ich mich von Her325 ' n ANA - FR 1. ㎝ ㄇ 泓 油 ě 乳 乖 嘘 妍 油 加加 一 球 en in. bie och off sich ner en; du önerze abund licht 320 Kreuz- und Trostlieder. zen fein, bin gutes Muths und auf dein Nam'n; hilf, Helfer, hilf, harre dein; verlaß mich gänzlich drauf sprech ich Am'n! Martin Moller, geb. 1547,+ 1606. 405. Mel. Bater unser im Himmelreich ze. 1. Ach Gott, wie manches Herze. leid 1540. der schmale Weg ist Trüb sal voll, den ich zum Himmel wandern foll. Wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hülf und Nath allzeit gewiß gefunden hat; Niemand jemals verlaffen ist, der getraut hat auf Seſum Christ. 3. Jesu, mein Herr und Gott allein! wie süß ist mir der Name dein. 8 kann kein Trauern seyn so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr; kein Glend mag so bitter seyn, dein süßer Trost der linderts fein. 4. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 5. Kein besser Tren auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Chrift! Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt be geg.net mir in dieser Zeit; fich zwin- gen zu dem ew- gen Gut! mir ewig fest; du bist mein rechter, treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. 6. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir. Wenn ich in Nöthen bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sey. 7. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröhlich tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit, es dient zum Besten allezeit. Hilf mir mein Werk recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. 8. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt! Erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier: O mein Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller, geb. 1547,+ 1608. 406. el Kreuz und Trostlieder. : Eigne Melodie. 1. Auf met nen lieben Gott der kann mich allzeit ret. ten mein Un glück fann er wen. Dden, 2. Ob mich mein Sünd anficht, ill ich verzagen nicht; auf Chrium will ich bauen und ihm allein ertrauen; ihm thu ich mich ergeben Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Sterben mein Gewinn, und pristus ist mein Leben, dem hab mich ergeben; ich sterb heut oder rgen, mein Seel wird er vergen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der so g'duldig bist für mich am 07. Kreuz- uno Tropeder. ver trau dich ihm al. lein, 1. Was willt du dich be. trü. ben, Thu den nur herzlich lieben, und fördern deine Sachen, Denn Gott verlässet Keinen, auf ihn verläßt; er bleibt en Seinen, die ihm ver1st. Läßt fiche an wunderSet.m. Not. Mel. Von Gott will ich nicht zc. ß wir in Ewigkeit bleiben Allzeit dein außrziglich, m Chris n! +1659. trau ich in Angst und Noth, aus Trüb sal, Angst und No.then; steht alls in seinen Händen. Kreuz gestorben, haft mir das Heil erworben, auch uns allen zugleiche das ewge Himmelreiche: 5. Erhöre gnädig mich, mein am letzten Ende, nim Trost, das bitt ich dich, hilf mir deine Hände, daß ich selig abscheide mich in zur ewgen Himmelsfreulde. ich aus Herzensgrund; du wollest 6. Amen zu aller Stund sprech allen Beiten, auf daß wir deinen selbst uns leiten, Herr Christ, zu Namen ewiglich preisen. Amen! Sigmund Weingärtner, um 1609. 1571. 0 met ne Tie- be Seel? der heißt Im- ma, nu el; 1605. s er wird gut al les machen. wie dirs wird se lig seyn. lich, laß du dir gar nicht grauen; mit Freuden wirst du schauen, wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen, 21 525 er? 1613. je tránkt, el lenkt; und Bahn, en fann. as deinen illst thun. Teufel hie wird doch t zurücke jenommen, das muß inem 3wed Seele, hoff t wird dich er Kummer den rücken; so wirst du 1 der schönemSchmerze t; laß fahbetrübt und a doch nicht 320 zen fein, bin 78 ha gettomu frischem Muth; mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nüß und gut. Denn was Gott haben will, das kann Niemand verhindern aus allen Menschenkindern, so viel ihr'r sind im Spiel. Fam € € 121 Kreuz- und Trofilieder. Kreuz- und Trostlieder. 4. Wenn auch selbst aus der Höllen der Satan tropiglich mit seinen Rottgesellen sich seget wider dich, so muß er doch mit Spott von seinen Ränken lassen, damit er dich will fassen; denn dein Werk fördert Gott. 5. Er richt'ts zu seinen Ehren 408. fe und deiner Seligkeit; solls seyn, kein Mensch kanns wehren, wenns ihm wär noch so leid. Wills denn Gott haben nicht, so kanns Niemand forttreiben, es muß zurücke bleiben; was Gott will, das geschicht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, ihm sey es heimgestellt; nach nichts ich mehr sonst strebe, denn nur, was ihm gefällt. Sein Will ist mein Begier, der ist und bleibt der beste, das glaub ich stets und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir. 3. Heermann, geb. 1585, † 1647. 1662. Eigne Melodie. 1. Ach Gott, er- hör mein Seufzen und Web. kla- gen, laß mich in mei- net Noth nicht gar ver- za- gen; du weißt mein Schmerz, erkennst mein Han 5 haft du mirs auf ge. legt, so 2. Ohn deinen Willen kann mir nichts begegnen; du kannst verstoßen und auch wieder segnen. Bin ich dein Kind und habs verdient, gib wieder Sonnenschein nach trübem Regen. hilf mirs tragen. mitt'n in der Noth denk ich an Gott wenn er mich gleich mit Kreuz und Angst thut pressen. 5. 8 hat kein Unglück nich lang gewähret, es hat doch endi wieder aufgehöret; beut mir di Händ und mach ein End, auf de ser Erd mein Herz sonst nichts gebret. 6. Soll ich noch mehr nach nem Willen leiden, so steh nu Herr, mit deiner Kraft zur St fein ritterlich, beständiglich bff mein Widersacher all bestreitn, 7. Daß ich durch deine G 3. Pflanz nur Geduld durch deinen Geist ins Herze; hilf, daß ich mit der Büchtigung nicht scherze. 3u deiner Zeit wend ab mein Leid! Durch Mark und Bein dringt mir der große Schmerze. 4. 3ch weiß, du hast noch meiner nicht vergessen, daß mir mein Leid das Herze sollt abfreffen; Kreuz- und Tropeder. mög überwinden und mich allzeit in deinem Haus laß finden zu Preis und Dank mit Lobgefang; hilf, Herr, in Liebe mich mit dir verbinden. 409. $$$$ Mel. Herzlich thut mich zc. 1. se- fichl du dei. ne Wege, und was dein Her- ze fränkt, 8. Daß wir in Ewigkeit bleiben beisammen, und ich allzeit dein auserwählten Namen preis herziglich, das bitt ich dich, durch Jesum Chris stum, unsern Herren. Amen! Jaf. Peter Schechs, geb. 1607,+1659. Haßler? 1613. der al ler treu- ften Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wol. fen, Luft und Win- den der wird auch We ge fin. den, S 525 benn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muß erbeten Mehn. 3. Dein ewge Treu und Gnade, v Bater, weiß und sieht, was gut sey oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, vas deinem Rath gefällt. da dein Fuß geh. en tann. 2. Dem Herren mußt du nicht ruhn, wenn du, was deinen rauen, wenn dirs soll wohl ergehn; Kindern ersprießlich ist, willst thun. auf sein Werk mußt du schauen, 5. Und ob gleich alle Teufel hie wollten widerstehn, so wird doch ohne 3weifel Gott nicht zurücké gehn; was er ihm vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem 3wed und Ziel. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann Niemand hindern, dein Arbeit darf gibt Wege, Lauf und Bahn, 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sey unverzagt; Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer jagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur der Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fabren, was dein Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht 21* 324 Regente, der alles führen soll: Gott fißt im Regimente und führet alles wohl. Kreuz- und Trostlieder. 8. Ihn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath die Sach hinausgeführet, die dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöthen schweben, fragt er doch nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird 410. Gib dich zu frie den! $ 1 er dich entbinden, da dus am mind. sten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 1. Gib dich zufrieden und sey stil.le In ihm ruht aller Freu den Fül- le; 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davan mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron. Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freudenpsal. men dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth; stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen seyn, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676 Hinge? 1690. Eigne Melodie. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu dei- ner Wonne. 2. Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens; Kreuz, Angst und Roth kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden! 3. Wie dirs und Andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborin dem Gotte dei- nes Lebens! ohn ihn mühst du dich ver- ge- bens. gen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen; er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gib dich zufrieden! 4. Wenn gar kein Ginger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Trenster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und Kreuz- und Trostlieder. heimlich Grämen; auch weiß er Zeit, Dir's zu benehmen. Gib dich zufrieden! 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen; und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du fiegen; ob alle Fluthen einhergingen, dennoch mußt du oben liegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden! 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich Eingen füllen und deinen Leib zur Nothdurft stillen. Gib dich zufrieden! 9. Sprich nicht: ich sehe keine Mittel; wo ich such, ist nichts zum Besten! Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wann die Noth am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, tritt er herzu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden! 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib dich zufrieden! 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte; wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gib dich zufrieden! 13. Es tann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird sichs enden. Gib dich zufrieden! 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es kommt einmal der Tod behende, und alle Qual hat dann ein Ende. Gib dich zufrieden! 15. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Erwählten und Ges treuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden 320 32326 Kreuz- und Trostlieder. freuen, da sie den Grund, der nicht selbst hören sprechen: Gib dich zu kann brechen, den ewgen Mund frieden! Paul Gerhardt, geb. 1606, 1676. 411. Mel. Was mein Gott wil zc. 1. Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn er ge.. ben; was bo se scheint, ist mir Ge- winn, der Tod selbst ist mein Le.. ben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron $ ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben; wenn er mich auch gleich würf ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüth in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen; halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht geschaffen in dieß Leben; mein Gott ists, der mich zugericht, mir Leib und Seel gegeben; es ist sein Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns seinen Kindern diene; und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 1540. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut des Himmels auf ge- zv. gen; S gen. bleibt doch sein Herz ge.wo.. begehret, als sen mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret; hast spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh in deinem Frommen. 6. Fürwahr, der dich geschaffen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rath ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sey dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 7. Wenns Gott gefällt, so kanns nicht seyn, es wird dich leßt er= freuen; was du jept nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleichwie ein Dampf verschwinden.. 8. Gi nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände, nimm mich und mach es du mit mir bis Kreuz- und Trostlieder. an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nuß entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 9. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück seyn, will ichs geduldig leiden; soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich 412. of the 1. Wa rum sollt ich mich denn grå- men? Hab ich doch Chrt- stum noch, 327 führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Tos des Weg und finstre Straßen reis sen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Eigne Melodie. den mir schon Get tes Sohn 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hinziehen, wann ich werd von der Erd als ein Schatten flieben. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben; will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rau ben, 희 bei ge legt im Glau, ben? S 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt, sollt ich jetzt nicht Ebeling. 1666. auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Ges richt, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Notten können mir nichts mehr bier thun als meiner spotten? laß sie spotten, laß fie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Granen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, schleust 328 das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zur Himmelsfreuden. Kreuz- und Trostlieder. 9. Allda will in süßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort find die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. 413. Eigne Melodie. 1. Wer nur den lie- ben Gott läßt walten den wird er wun- der- lich er. hal ten 11. Herr, mein Hirt, Brunn atler Freuden, du bist mein, ich bin dein, Niemand kann uns scheiden; ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu Gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich leiblich werd umfangen. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. 3. Man halte nur ein wenig stille und sey doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Er fennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, was uns nüßlich sey; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns Neumarf. 1657. Wer Gott, dem Aller höchsten, traut, der bat auf ket- nen Sand gebaut. versehn, und läsfet uns viel Guts geschehn. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Web und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshiße, daß du von Gott verlassen seyst, und daß ihm der im Schoße sige, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und setzet Jeglichem sein Ziel. und hof- fet auf ihn al le zeit, in allem Kreuz und Traurig- keit. 6. Es find ja Gott sehr schlechte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reis Kreuz- und Trostlieder. 329 chem Segen, so wird er bei dir versicht auf Gott segt, den verläßt werden neu; denn welcher seine 3u- er nicht! Georg Neumarf, geb. 1621, † 1681. 414. fes Het Eigne Melodie. 1. Gott sorgt für dich, was willst du dich viel pla gen mit deiner Sorg, o Mensch, und gar ver za gen? 2. Kein Vöglein sorgt für seines Lebens Speise; es steht früh auf und singt nach seiner Weise ein Morgenlied; dann fleugt es in die Wälder, bald anderwärts durchsucht es alle Felder. er wird dich nicht ver- las- sen. Trau nur auf ihn, so wirst du Sorgen has- sen. 4. So, Menschenkind, mach es in deinen Sachen, laß Gott für dich nur immer sorgen, wachen; arbeit und bet, er wird dir alles geben, was nöthig ist zu deinem ganzen Leben. 5. Vertraue Gott und ehre seinen Willen, so wird er dich mit Gnad und Gut erfüllen; er forget schon, wie er dich mög erhalten; laß du nur Gott noch ferner für dich walten. Sim, Bornmeister, geb. 1652, † 1688. 3. Es weiß noch nicht, wo ihm hab hingeleget ein Körnlein Speiß der Gott, der alles tråget durch seine Macht; doch find't es alle Morgen sein Speis und Trank, läßt Gott noch ferner sorgen. 415. 1731. Eigne Melodie. Du bist sein Kind, 1657. 1. Sollt es gleich bis wei- len schei- nen, als wenn Gott ver- ließ die Seinen, o fo glaub und weiß ich dieß: Gott hilft end- lich doch ge wiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nöthig ist. Siel; er gibt, wem und wann er will. 3. Gleichwie Bäter nicht bald geben, wornach ihre Kinder streben: so hält Gott auch Maß und 4. Seiner fann ich mich getrosten, wenn die Noth am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gefinnt. 5. Troß dem Teufel! Troß dem 01 650 815D INSEE 321 dai zur 330 Drachen! ich kann ihre Macht verlachen! Troß dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. Kreuz- und Trostlieder. 6. Trop des bittern Todes zähnen! Troß der Welt und allen denen, die mir sind ohn Ursach feind: Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neis den! will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts darnach: Gott ist Richter meiner Sach. 416. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn ich nur den Himmel trieg, hab ich alles zur Genüg. 9. Ich will ihr ja gerne laffen, was ich doch nur müßte bassen; sie hab, was ihr wird zu Spott, und laß mir nur meinen Gott. Eigne Melodie. 10. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem Andern abe; legt man mich gleich in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab. Gbristoph Titius, geb. 1641, † 1703. drum laß ich ihn nur wal ten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab Geduld. Er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 1. Was Gott thut, das ist wohl ge.than, es bleibt ge- recht sein Wil- le; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm hal• ten stille. 1690. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß ju er hal ten; 3. Was Gott thui, das ist wohl gethan, er wird mich wohl bedenten; er, als mein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu: drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 17.r. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zulegt ich werd da weichen alle Schmerzen. ergößt mit süßem Trost im Herzen; 6. Was Gott thut, daß ist wohl gethan, dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in 417. Kreuz- und Troftlieder. 331 seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Sam. Rodigast, geb. 1649, † 1708 Neumark. 1657. Mel. Wer nur den lieben 2c. 1. Ich laj- se Gott in allem walten, ich will ihm gerne ftil- le hal ten, bet er mach es, wie es thm ge fällt: so lang ich hier leb in der Welt. Wie er, mein lieber Gott, es fügt, so bin auch tch sehr wohl ver- guügt. Höchsten Hand, und wie ers endlich mit mir fügt, so bin ich auch sehr wohl vergnügt. 2. Gehts gleich nicht stets nach meinem Willen, stürmt gleich ein Unfall auf mich zu, soll mich doch Gottes Wille stillen, der seßt mich in vergnügte Nuh: weil ich mit allem, was Gott fügt, im Leb'n und Sterben bin vergnügt. 3. Bin ich gleich nicht so hoch geschäßet, und nicht, wie Andre, groß und reich, werd ich dennoch in Gott ergößet mehr, als wär ich dem Reichsten gleich. Ich bin mit Wenigem vergnügt, wie mein getreuer Gott es fügt. 4. Wie oft entsteht ein Seelenschade durch das erscharrte Geld und Gut? Wie Mancher fällt aus Gottes Gnade durch Reichthum in die Höllengluth? deshalben bin ich wohl vergnügt mit dem, was Gott für mich verfügt. 6. Ich achte nicht des Glückes Lachen, wie freundlich es auch im. mer sey; ich laß mich auch nicht zaghaft machen durch seinen Grimm und Wütherei. Wie's Gott in beiden Fällen fügt, so bin und bleib ich wohl vergnügt. 7. In Gottes Hand steh ich geschrieben, der hat ja all mein Haar gezählt; drum kann kein Anstoß mich betrüben, wie sehr er gleich sonst schreckt und quält; ich leb in allem höchst vergnügt, wie mein getreuer Gott es fügt. 8. Mein Wille soll sich stets verpflichten, sowohl im Leben als im Tod nach Gottes Willen sich zu richten, so hat es mit mir keine Noth: weil ich mit dem, was Gott verfügt, im Leb'n und Sterben bin 5. Ich strebe nicht nach hohen Stufen, viel fichrer ist der Mittelstand: wie mich der Himmel hat berufen, wie mich selbst führt des vergnügt. 418. Eigne Melodie. 1731. 1. Gott le. bet noch! See le, was ver zagst du doch? . 82 m² 固 um 4 道 32 da ma Jur ich en fid te: TRR 6158 3.30 16 g fe De fd tr ge 332 Kreuz- und Trostlieder. al le Hülf auf Er den thut, Gott ist gut, der aus Er- bar- men der mit Kraft und star fen Ar.men maschet al. les wohl und gut; Gott kann besser, als wir den ten, al- le Noth zum Besten leu- fen. See le, so be den. fe doch: 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht? der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den Frommen weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. lebt doch unser Herr Gott noch. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden fränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdentreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir seyn. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gøtt noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was. verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen? nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn, es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! Joh. Friedr. Zihn, geb. 1650, † 1719. 419. fre Kreuz- und Trostlieder. Mel. Jesu, meine Freude zc. 1. Meine Seel ist ftil. le mein Herz ist ver. gnü get # mir zu helfen steht; nimmts an, wie es geht; 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu seyn aller Ort und Zeiten, und mag Keinen leiden, der ihr redet ein von der Welt, Ehr, Lust und Geld; wonach so Biel sind beflissen, mag fie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur Giner, sagt sie, und sonst Keiner wird von mir geliebt; Jesus, der Getreue, in dem ich mich freue, fich mir ganz ergibt. Er allein, er soll es seyn, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege in des Vaters Schoß; lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, 420. und bleibt Je sus un. ge. schie. den, so bin ich zu frie- den. P geht es von Sor- ge, Furcht und Gram; hat Gott dir zu= ge schicket; s 333 . zu Gott, def sen Wil. le mit dem, wie's Gott fü. get, Grüger. 1656. Mel. D Welt, ich muß dich 2c. 1. Mein Herz, gib dich zu frie- den nur zum Himmel zu, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket alles, was sie kränket, tief in Jesu Brust; sie wird stark durch Hoffen, und was sie betroffen, tråget sie mit Lust, fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beste. 6. Amen! es geschiehet, wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst gekost'te Leiden, und gehn an die Freuden. Joh. Casp. Schade, geb. 1666, † 1698. 1598. und blei- be ganz ge- schie.den die Noth, die dich jest drü- cet, sey still und halt dich wie ein Lamm 82 M m 3 K 昆 m Q 32 da zu id S fi T TIME 330 ul ge 834 Kreuz- und Trostliceer. 2. Mit Sorgen und mit 3agen and unmuthsvollen Klagen häufst Ju nur deine Pein; durch Stille seyn und Hoffen wird, was dich kept betroffen, erträglich, sanft und Keblich seyn. 3. Kanns doch nicht ewig währen, oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, abgewischt; wenns bei uns heißt: wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen: nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnenschein, nach rauhen Wintertagen muß uns der Lenz behagen; er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indeß ist obgemessen die Laft, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollte auch nur ein QuentTein seyn. 6. Denn es sind Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter, sondern Ruthen finds, damit Gott zum Guten die Seinigen hienieden schlägt. 421. 6 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm mißbehagt, den alten Menschen schwächen, den eignen Willen brechen, die Luft ertödten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er und in Nöthen auch lassen, ja gar tödten, und doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch schei den von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod seyn ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 1. Dennoch bleib ich stets an bir, tei ne Trüb sal drückt in mir 11. Drum gib dich ganz zufrieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Gram; vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hintragen zu dem Bräutigam. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. Joh. Anast. Freylinghausen, geb. 1670, † 1739. Nach Hammerschmidt. 1658. wenn mir alles gieich zu wider; die ge faß- te Hoff- nung nie der, daß, wenn alles bricht und fällt, 2. Leite mich nach deinem Rath. der wohl wunderlich geschiehet, aber endlich in der That auf die schönste den noch dei ne hand mich halt. Wohlfahrt siehet. Denn du führst es wohl hinaus, fieht es gleich verkehret aus. Kreuz- und Trostlieder.. 422. $ 1 335 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir ergehen, dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich feste stehen. Ich muß, Troß sey aller Pein! dennoch, dennoch selig seyn. Benj. Schmold, geb. 1672,+ 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Reumarf. 1657. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich gnug gekämpfet habe. Führe mich die Lebensbahn zu dem Himmel aus dem Grabe. Endlich zeige mir das Loos in der Außerwählten Schoß. 1. Je grö- her Kreuz, je náb. er himmel; bet Sünden- luft und Weltge- tüm- mel o se. lig ist der Mann geschäßt, 2. Je größer Kreuz, je beßre Christen; Gott streicht uns an den Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nie ein Thras nenthau hinein. Das Gold wird auf dem Feuerheerd, ein Christ in mancher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube; die Palme wächset bei der Last. Die Süßigkeit fleußt aus der Traube, wenn du fie wohl gefeltert hast; im Kreuze wächset uns der Muth, wie Perlen in gesalzner Fluth. wer ohne Kreuz, ist oh.ne Gott; vergißt man höl- le, Fluch undTod; den Gott in Kreuz und Trüb- sal setzt. nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft ge= gangen, der sehnet sich nach Kanaan; das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fleugt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth; das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; der Wind bläst nur die Flammen auf; und scheinet gleich derHimmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Gluth, gleichwie das Del im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; zerricbne Kräuter riechen wohl. Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Schaß uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel trägt. Ach, dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gefreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber seyn; 336 Kreuz- uno Trostlieder. daß mich die Ungeduld nicht reize, bis dort mein Kreuz die Krone so pflanz ein solches Herz mir ein, trägt. das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. 423. Mel. Jesu, meine Freude zc. 1. See le, fey zufrieden; Treib aus deinem Herzen das ist faf fe 1 $ al les gut. frischen Muth. mußt du weinen mehr als la 2. Scheint der Himmel trübe, und der Menschen Liebe stirbet ganz dahin; kommt das Mißgeschicke fast all Augenblicke und quält deinen Sinn: nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen, Gott wirds doch wohl machen. 3. Ungeduld und Grämen kann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich widerseget, wird nur mehr verleget; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Last den Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt; so muß auf das Weinen lau. ter Freude scheinen, die das Herz 424. was dir Gott Unge duld Crüger. 1656. be. schie. den, und Schmerzen, Ist die Noth dein täglich Brod, Mel. Ringe recht zc. chen, Gott wirds doch wohl machen. erquickt. Laß es seyn, wenn Angst und Pein mit dir schlafen, mit dir wachen, Gott wirds doch wohl machen. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich auszuhalten und Gott las sen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen; Gott wirds doch wohl machen. 6. Nun, so solls verbleiben, ich will mich verschreiben, Gott, getreu zu seyn. Beides, Tod und Leben, bleibet ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohl machen. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. 1784. 1. Gott wille machen, daß die Sachen gehen, wie es beil- fam ift. Kreuz- und Trostlieder. मि Laß die Wel.len ringsum schwel- len, wenn du nur bei Je su biſt. S 2. Wer sich fränket, weil er den ket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter! Gott dein Wächter schläfet ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzusehen, wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Gilen bleibt er stets ein Vaterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sey. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Laß dir süße seyn die Küsse, die dir Jesu Ruthe gibt. Der sie führet und regieret, hat nie ohne Frucht betrübt. 7. Willst du wanken in Gedanlen, faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, der auch mergen Herr ist über Leid und Freud. 8. Gottes Hände find ohn Ende; sein Vermögen hat kein Ziel. Ifts beschwerlich, scheints gefährlich, deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Zunder, da der Glaube Funken fängt. Alle Thaten sind gerathen jedesmal, wie ers verhängt. 10. Wann die Stunden sich ge425. 337 1. Wie Gott mich führt, so geschieht, was er mir Pet m. Not. funden, bricht die Hülf mit Macht, herein; und dein Grämen zu bes schämen, wird es unversehens seyn. 11. Eignen Willen zu erfüllen, leidet sichs noch ziemlich wohl; da ist Plage, Noth und Klage, wo man leiden muß und soll. 12. Drum wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willensruh! Wenn wir wollen, was wir sollen, fällt auch das Vollbringen zu. 13. Hoch zu preisen sind die Weisen, die schon in der Uebung stehn, die das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug ansehn. 14. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld; wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 15. Die da weichen und das Zeis chen ihres Bräutigams verschmähn, müssen fahren mit den Schaaren, die zur linken Seite stehn. 16. Aber denen, die mit Thra nen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. 17. Amen, Amen! in dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, wie und wann und was er will. Mel. Herr, wie du willst 2c. Jobann Daniel Herrnschmidt, geb. 1675, † 1723. 1525. will ich gebn, obu al les Eigen wäh. len; aus er jehn, wirds mir an keinem fehlen: 22 336 TIN TRU da all S FREE ni gri fet La do ein bli ter 338 f wie er mich führt, so geh ich mit in findlichem Ver. trau.. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehrn und wenden, sey ihm hiermit ganz heimgestellt, er mache, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. Kreuz- und roptever. 426. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen; scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rath wird doch erfülㄎ ㄎ und folge wil- lig Schritt für Schritt en. len, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest: was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken; kann ichs auch anfangs nicht verstehn: zuleßt wird er aufdecken, wie er nach seinem Vaterrath mich treu und wohl geführet hat. Dieß sey mein Glaubensanker. Lampertus Gedicke, geb. 1683, † 1735. Mel. Ach Jesu, dessen Treu 2c. S 1. Gott ist und bleibt ge treu; sein Herze bricht vor Lieben, die Sei nen zu be trüben. pflegt er gleichwohl ein- mal 1659. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glau be sey, wie stand haft die Ge. duld; Gott ist und bleibt ge treu. 2. Gott ist und bleibt getreu; und bleibet doch dabei ein Vater, er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen. Er braucht die Ruthe oft der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu: Kreuz- und Projineder. er weiß, was wir vermögen; er er stillet dein Begehren; er will dein pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen. Er macht sein Israel von Last und Banden frei, wann große Noth entsteht; Gott ist und bleibt getreu. Glaubensgold in Trübsalsgluth bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzfelch ohne Scheu; der Lebensbecher folgt; Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen; er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheinen. 68 geht der Kreuzessturm im Augenblick vorbei; sey, Seele, nur getroft; Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu; 427. Mel. D Welt, ich muß dich 2c. JJY 6. Gott ist und bleibt getreu; laß alle Wetter frachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Noth dir ewig nüße sey: so liebt der Höchste dich; Gott ist und bleibt getreu. th Gott weiß es, und Gott schütet; 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah; eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der alles ficht und hält; und was er mir beschieden, daß dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 1. Was ists, daß ich mich quä.le? Harr set ner, mei- ne See le, 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück 1598. harr und sey unverzagt! Du weißt nicht, was dir nu. Bet; er schü- get den, der nach ihm fragt. zu legen, das ewig wie mein Geift besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sey mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleget, wenns alle Welt auch schäßet, sey, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott; so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, 22* 3.36 040 ituz- und Zloquever. und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will be428. fe wahren? und er mein Gott bes wahret mich. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 2. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! du mußt es thun, du starker Gott; denn du sprichst: Ich will reißen dich aus aller Noth, glaubs ficherlich. 3. Hilf, Helfer, bilf in Angst und Noth! du mußt es thun, du treuer Gott; denn dir dein Vaterherze bricht, daß du mich kannst verlassen nicht. Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. 1. Silf, Hel- fer, bilf in Angst und Noth! du kannst es thun, du lieber Gott; $ denu du bist groß von Rath und That, wie's mancher Christ er. fab.ren hat. Gott; denn obs gleich währt bis in die Nacht, so bilfst du doch durch deine Macht. 5. So hilf nun Allen in der Welt, wie, wo und wenn es dir gefällt; so hilf auch mir zur rechten Zeit zu meiner Seelen Seligkeit. 6. Du kannst, du willst, du mußt es thun, du willst dein Wort ers füllen nun; so will ich dir stets dankbar seyn; hilf, Jesu, hilf! du fannst allein. Joh. Jat. Lang, geb. 1646, † 1690. 4. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! du willst es thun, du Amens429. 1555. Mel. Was Gott thut, das ist ze. · 1690. 1. Sey stil. le, müdge- qual tes Herz, das nur am Kummer fle- bet! Richt die Ge- dan- ken himmelwärts, hin, wo dein Vater le- bet. Bulegt ver jagt, wer im mer klagt. In Gott sollst du dich fas- sen; 3 er kann dich nicht ver lassen. was willst du dir ersinnen? was wirst du mit Vermessenheit je gegen Gott gewinnen? Du bist ja Staub; 2. Sep stille, finne nicht zu weit; ermann dich, glaub! er hat uns schon versehen, auch was wir nicht verstehen. 3. Sey stille, such bei Menschen Kreuz- und Troftlieder. nicht, was Menschen nicht vermögen! halt fest an Gott mit Zuverficht; darauf liegt aller Segen. Folg seinem Rath, geh seinen Pfad; laß dir den Herrn der Welten weit über Menschen gelten. 4. Sey stille, hast du lang geweint und wirds noch immer trüber; sag nicht: weil mir kein Licht erscheint, die Hülfe ist vorüber! barre fort, du hast sein Wort; er wird, so ists verheißen, dich noch aus allem reißen. 5. Sey stille, laß der Zweifel 430. 341 Macht nicht immer dich besiegen; laß Gottes Wahrheit in der Nacht des Kummers überwiegen. Du suchest Ruh; die hinderst du, so lang dich 3weifel quälen; nur Glaube stillt die Seelen. 6. Sey stille; endlich mit dem Tod muß alle Sorge schweigen; dann wird sich von dem Stand der Noth der rechte Anblick zeigen; da, da erscheint, wie gut gemeint die Leidensproben waren. Herr, laß michs froh erfahren! Mel. Wie groß ist des zc. 3. Wie sich aus deinen Todeswunden dein Blut zu meinem Heil ergießt: das sey in meinen băngsten Stunden, was mir den Leidenstelch versüßt; das gib als Balfam deinem Kranken, den Frieden Gottes flöß ihm ein, und wenn des dein Herz, die Rub- e- statt der Armen, dein Herz, das zärtlich voll Er- barmen 2. Du, unser heilger Blutsverwandter, der einst so heiß für uns geweint, o du mit jeder Noth befannter, erfahrner Arzt und Seelenfreund, eröffne du dein Herz dem Matten als eine ftille Felsenkluft, wo Kühlungen ihn sanft umschatten, wenn oft ein Schmerz dem andern ruft. Joh. Gottfried Schöner, geb. 1749,+ 1818. Ge- freu- zig- ter, zu deinen Füßen hebt aus dem Staube ich em- por mein Herz, wenn es von Gramzerrissen; es fucht dein Herz, dein Aug undOhr, Ph. E. Bach. 1787. die Niemand sonst er- qui- den tann, den Lei- den ben ist zu ge than. Glaubens Grund will wanken, so müß ihm das zur Stüße seyn. 4. Dein Aug mit jenem Blick voll Gnade, daß du dem Petrus zugewandt, daß er, verirrt auf dunklem Pfade, dich, guten Hirten, wiederfand: dein Aug begegne meinem Sehnen, das aufwärts seine Seufzer schickt; denn milder fließen meine Thränen, wenn du mich, Jeſu, angeblickt. 5. O du, mein freundlichster Regierer, seitdem ich wall im Pilgerland, sey ferner noch mein treuer Führer bis zu dem schönen Heimathland! halt mir dein Ohr für 342 alles offen, was ich dir klag im Kammerlein, und laß mich stets voll Demuth hoffen, daß es soll Ja und Amen seyn. 6. Du sahest segnend auf die Deinen, Herr, einst vom blutgen Kreuz berab; so sieh auch mich an 431. Morgenlieder. und die Meinen in jeder Stunde bis zum Grab. Wie wird uns seyn, befreit vom Staube, der oft den Geist mit Angst beschwert, wann endlich Hoffnung, Liebe, Glaube die fühnsten Bitten sieht erhört! Christi. Adam Dann, geb. 1758, † 1837. Morgenlieder. the Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend zc. 1. Die bel. le Sonn leucht jetzt herfür, fröhlich vom Schlaf aufsteh- en wir; Gott Lob! der uns heut die- se Nacht 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt; laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter seyn, 3. Daß unser Herz im G'borfam leb, deim Wort und Will'n nicht widerstreb, daß wir dich stets 432. $ be hüt hat vor des Teufels Macht. vor Augen han in allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk gerathen wohl, was ein Jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Nikolaus Hermann,+ 1561 1. Aus mei- nes Her- zens Grun. de in die ser Mor- gen- stun. de, 1 Eigne Melodie. D Gott in deinem Thron, durch Chri- ftum, un sern Her ren, 1 1651. S 1598. fag ich dir Lob und Dank da zu mein Le belang, dir zu Lob, Preis und Ehren, dein einge. bor. nen Sohn; 2. Und daß du mich aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor G'fahr und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demüthiglich, wollft mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüthen, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur- und Wassersnoth, vor Armuth und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellem Tod. Morgenlieder. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, wein Weib, Gut, Ehr und Kind sey dir, Herr, übergeben, dazu mein Hausgesind, als dein Geschenk und Gab, mein Eltern und Verwandten, Geschwister und Bekannten und alles, was ich hab. 433. fe 343 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammerthal sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe, und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen rathen, denn er all Ding vermag; er segne meine Thaten, mein Vornehmen und Sach; denn ich ihm heimge= stellt mein Leib, mein Seel, mein Leben, und was er mir sonst geben, er machs, wie's ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen ihm wohlgefallen lan, und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott hat b'scheiden in meim Beruf und Stand. Joh. Mathesius, geb. 1504.+ 1565. Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig hast behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zugebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch 1555. 1. Das walt Gott Ba- ter und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmelstbron, man dankt dir, eh die Sonn auf geht; wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Mor- Christi Blut, nimm mich auch diegen früh in rechter Andacht meine sen Tag in Hut, laß deine lieben Knie, und ruf zu dir mit heller Engelein mein Wächter und GeStimm, dein Ohren neig, mein fährten seyn. Red vernimm. 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit deinen Gaben zier; er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gib, daß ich meine Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag 344 verricht, zu deinem Lob und meinem Nuß, und meinem Nächsten thue Guts. Morgenlieder. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich vom Uebel abgewandt, mein Herz mit Sünden nicht beschwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Behüt mich heut und allezeit 434. fe vor Schaden, Schand und Herzeleid; tritt zwischen mich und meine Feind, so sichtbar und unsichtbar seind. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend zc. 9. Mein Aus- und Eingang heut bewahr, daß mir kein Ulebels widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hülf ist noth. Martin Behemb, geb. 1557, † 1622. 1651. 1. bei lige Drei fal tig feit, du hoch ge. Iob. te Einigkeit, # $ 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, daß mich der Satan nicht verlet, noch mich in Schand und Schaden sey. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Güte mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 435. Gott Va ter, Sohn und heilger Geist, heut diesen Tag mir Beistand letst! 4. Mein Schöpfer, steh mir träf tig bei, Christ, mein Erlöser, bei mir sey, o Tröster werth, weich nicht von mir, mein Herz mit deinen Gaben zier. 5. Herr, segne und behüte mich; erleucht mich, Herr, genädiglich; Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt. Martin Behemb, geb. 1557,+ 1622. dei- nen lieben Sob- ne, mancherlei Gefahren, Eigne Melodie. 1. Ich dan. fe dir, o Gott, in deinem Throne durch Je- sum Christum, daß du mich wol.len die- se Nacht bewahren vor Schaden und vor A. G. 1664. und bit te dich, wollst mich an diesem Tage be hü ten auch vor Sün- den, Schand und Pla. ge. S Morgenteder. 2. Denn ich dir, Herr, in deine Hånd befehle mein Leib und Gut und meine arme Seele; dein heiliger Engel zu allen Zeiten, der sey und bleib bei mir auf allen Seiten, auf daß der bös Feind, so arg und geschwinde, ganz keine Macht an mir zu üben finde. 3. Den lieben Frieden ferner uns verleihe, und unsre Nahrung reichlich benedeie; die Pest von unfrer Stadt und Land laß wallen, dein Wort in Ruh und Fried noch länger schallen. Wend Theurung ab, dein Segen laß uns füllen nach deinem Wort und väterlichen Willen. 436. fe 1. In die- ser Mor- genstund will ich dich Io. ben, o Gott, mein Vater, Mel. Lobet den Herren, alle zc. will ich jezt pret sen. 2. Du hast mich an das Tagslicht lassen kommen, auch durch die Tauf in dein Reich aufgenommen, und läsfest mich in deinem Sohn entbinden von Schuld und Sünden. . 345 4. Ich bitt für die, Gott, so dich Vater nennen, insonderheit dein reines Wort bekennen, für alle meine Blutsfreund und Verwandten, sie seyn gleich hier oder in fremden Landen; vor allem Unfall wollst du fie bewahren, laß ihnen alles Gutes widerfahren. 5. All, welche sind betrübt, frank dir in Noth Verlangen, die wolleft und gefangen, tragen, o Herr, nach du von allem ihren Besen aus lauter Gnaden endlich gar erlöſen; all ein selges End uns insgesammt be= arme Sünder zu dir, Herr, bekehre, schere! in dem Himmel o ben; was du für Gna de mir stets thust er. weisen, . 3. Du gibest mir den heilgen Geist daneben, daß er mich lehr und führ in meinem Leben, damit ich lern auf dich alleine schauen und dir vertrauen. 4. Du hast mich allzeit väterlich ernähret, was ich bedurft, mir immerzu bescheret, und wenn mich Grüger. 1653. Noth und Unglück hat berühret, bald drauß geführet. 5. Jeßt hast du auch durch det ner Engel Schaaren mich lassen Heut in dieser Nacht bewahren, daß mich darin kein Unfall hat erschrecket, noch aufgewecket. 6. Herr, mit meinem Munde und Gemüthe erzähl und rühm ich solche große Güte, die ich empfangen hab an allen Enden aus deis nen Händen. 7. Ich bitt, du wollest über mir 346 Morgenlieder. fort walten, und mich auch heute Tag mich stärken durch deine Kraft diesen Tag erhalten, daß Satan in mein's Berufes Werken, auf daß nicht durch seine List und Pfeile ich möge in denselben allen dir mich übereile. wohlgefallen. 8. Hilf, daß ich bleib, wie zusteht frommen Christen, rein von der Welt und ihren Sünden- Lüsten, daß ich auch meinen eignen bösen Willen nicht mög erfüllen. 9. Herr, laß in deinen Schuß seyn eingeschlossen Leib, Seele, Freunde, Kinder, Hausgenossen, und was ich sonst durch deine milde Gabe auf Erden habe. 10. Die Obrigkeit erhalt bei gutem Stande, gib Friede, Glück und Heil im ganzen Lande; behüt uns allerseits, o Herr, in Gnaden vor Schand und Schaden. 11. Du wollest auch an diesem 14371 12. 3ulegt verleih, wenn ich aus diesem Leiden, es sey heut oder morgen, werd abscheiden, daß ich auf Christi Tod mög fröhlich sterben, den Himmel erben. 13. So bin ich dann an Leib und Seel genesen, und wohl auf dieser Welt allhie gewesen, dort habe ich das rechte Kleinod funden, hier überwunden. 14. Das hilf mir, Vater, der du mit dem Sohne und heilgen Geist regierst in einem Throne; gib, daß ich dessen, was ich jett begehret, ja werd gewähret. J. Reichenwald oder J. Gesenius, geb. 1601, † 1671. Albert, 1642. Eigne Melodie. 1. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und beil- ger Geift, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, des sen star- te Hand die Welt 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jegt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hülf und Rath ist für meine Misfethat. und was drinnen ist, er hält. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sey und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort; nirgends als von dir allein kann ich recht bewahret seyn. * Morgenlieder. 6. Meinen Leib und meine Seele fammt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand; Herr, mein Ehre und mein Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum! 438. gle. Mel. Herr Gott, dich loben alle zc. 347 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert, geb. 1604,+ 1668. 1. Vor deinen Thron tret ich hie- mit, o Gott, und dich de- mu- thig bitt; 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderlich und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir; des Lebens Nothdurft gibst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich im Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du hast mich durch Blut erlöset von der Höllengluth, das schwer Geseß für mich erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt, und mir das Herz im Leib verzagt, alsdann brauchst du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht verdammt. 1555. 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht zu deinem Ebenbild; in dir web, leb und schwebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. ach, wend dein gnä- dig An. ge sicht von mir, dem armen Sün, der, nicht! Verdienst allein hier ruhig und dort selig seyn. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, des Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich lauter dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sacrament behalt und lieb bis an mein End; 7. Du bist mein Fürsprech alle geit, mein Heil, mein Trofi und meine Freud; ich kann durch dein 10. Daß ich fest in Anfechtung steh und nicht in Trübsal untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freuden überwind. 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Morgenstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat, 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib über mir heut ausgespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schuß ich dir befehl. 13. Hilf, daß ich sey von Her { 348 zen fromm, damit mein ganzes Chris stenthum aufrichtig und rechtschaffen sey, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Grlaß mir meine Sündenschuld und hab mit deinem Knecht Geduld; zünd in mir Glauben an 439. Morgenlieder. mit ihrem Glänzen Eigne Melodie. und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gib. 1. Die güldne Son- ne, voll Freud und Wonne, bringt un- fern Grenzen 15. Ein selig Ende mir bescher, am jüngsten Tag erweck mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich. Amen, Amen, erhöre mich! Bodo v. Hodenberg, geb. 1604,+ 1650. ein berzer qui- den des, lieb. li. ches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen dar nie der; 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sey mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns fingen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles sey Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüther; dankbare Lieder find Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergößt. Ebeling. 1666. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke muu ter und fröhlich, schau.e den Himmel mit meinem Gesicht. und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schan de, des Lucifers Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn. aber nun steh ich, bin 6. Laß mich mit Freuden, ohn alles Neiden, sehen den Segen, den du wirft legen in meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, unchriftliches Rennen nach Gut mit Sünde, daß tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald das Lüftlein des Todes drein bläst. Alles in Allen muß brechen und fallen; Himmel und Erden die müssen daß werden, was sie vor ihrer Erschaffung gewest. 8. Alles vergehet; Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergib und schone; laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen seyn abegewandt. Sonsten regiere, mich lenke und führe, wie dirs gefället; ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit 440. vergennever fei- nem Namen sin- gen F 20. bet den her ren! 1 329 mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dieß heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste; Gott ist das Süßte und Allerge wißte, aus allen Schäßen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, mit Gallen tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen: wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, bast niemals Keinen zu sehre betrübt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonnen erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille hab ich zu warten im himmlischen Gars ten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Eigne Melodie. 1. fo.bet den Herren alle, die ihn ehren! Laßt uns mit Freuden Grüger. 1653. und Preis und Dank ju sei- nem Al- tar bringen. 2. Der unser Leben, das er uns 3. Daß unsre Sinnen wir noch gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den Herren! brauchen können, und Hand und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren! 533 4. O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach, laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben. Lobet den Herren! www.gentleder. 5. Gib, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unverhindert gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! 6. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen. Lehr uns verrichten heilige Geschäfte, und wo 441. # $ Mel. Nun laßt uns Gott, dem 2c. 1. Wach auf, mein Herz, und sin ge dem Ge ber al ler Gü ▪ ter, 2. Heut, als die dunklen Schatten mich ganz umfangen hatten, hat Satan mein begehret, Gott aber hats verwehret. wir schwach sind, da gib du uns Kräfte. Lobet den Herren! 7. Nicht unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! 8. Herr, du wirst kommen und all deine Frommen, die sich bekehren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig fingen: Lobet den Herren! Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege; Troß dem, der dich betrüge; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; von Noth bin ich befreiet, dein Schuß hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch, Farr und Widder sind mein Gebet und Lieder. Selnecfer? 1587. dem Schöpfer al. ler Dinge, dem frommen Menschen hü- ter. 6. Die wirst du nicht verschmähen; du kannst ins Herze schen und weißest, daß zur Gabe ich ja nichts Bessers habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen, den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sey deine Hütte, dein Wort sey meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1670. 442. corgentever. Eigne Melodie. 1. Mor genglanz der Ewig. keit, schick uns die se Morgen zeit und ver- treib durch dei- ne Macht 2. Deiner Güte Morgenthau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schaar, immerdar.de 3. Gib, daß deiner Liebe Gluth unsre falten Werke tödte, und er weck uns Herz und Muth bei erstandner Morgenröthe, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Laß uns ja das Sündenkleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Gerechtigkeit mög als 3. Er ist mein Schuß gewesen, daß ich frisch und genesen an diefem Tag aufstehe, und meine Pflicht angehe. 4. G8 hätten tausend Schrecken mich grausam können wecken, wo er nicht selbst gewachet und alles gut gemachet. 5. Mein Leib, Seel und mein 001 1704. Licht vom un- er- schöpften Lich. te, dei ne Strahlen zu Gesichte un- fre Nacht. wie ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher seyn. 5. Ach, du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh, und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 443. Im Ton: Nun laßt uns Gott, dem 2c. 1. Auf, auf, ihr meine Lieder, mein Herz, mein Geist und Glieder, dem Höchsten Lob zu singen und Opfer ihm zu bringen. 2. Er hat die Nacht gewendet, das Licht herabgesendet, und mich ohn alle Sorgen erweckt an diesem Morgen. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne; führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Luft, die uns erhöht, nie vergeht. Christian Knorr von Rosenroth, geb. 1636, † 1689. Leben sey ferner ihm ergeben; hilf, Herr, auch heut und sende den Beistand deiner Hände, 6. Daß ich, von dir geführet und überall regierct, zu deines Namens Ehre mein ganzes Leben kehre. 7. Behüte mich vor Sünden, und laß mich stets empfinden ein Abscheu vor den Dingen, die deinen Born mir bringen. 8. Begnade mich mit Segen auf allen meinen Wegen, beglücke meine Thaten, und laß sie wohl gerathen. 9. Verleihe Kraft und Stärke, daß des Berufes Werke durch deines Geistes Senden ich möge glück lich enden. 323 corgennever. 10. Gib, daß mich deine Güte vor Unfall stets behüte, ja daß ich ewig bleibe ein Glied an deinem Leibe. 11. Mein Hoffen und Vertrauen laß nur auf dich hinschauen, daß fich mein Glaube mehre und dich mit Früchten ehre. 12. Laß Freunde und Verwandte, Wohlthäter und Bekannte, und die fich Christen schreiben, von dir bewahret bleiben. 13. Und sollt ich Schmach und Neiden, Kreuz und Verfolgung lei444. #ep den, so hilf mirs träftig tragen, und laß mich nicht verzagen. 14. Schüß alle hart Geplagten, erfreue die Verjagten, gib Brod und Trost den Armen aus Gnaden und Erbarmen. 15. Erhör auch alle Beter, bes febr die Uebertreter, sey gnädig mir und Allen nach deinem Wohlgefallen. 16. Insonderheit am Ende nimm mich in deine Hände, und laß mich selig sterben und ewges Leben erben. Johann Lassen, geb. 1636, † 1692. Mel. Ich armer Mensch 28. 4. Vergib mir, Vater, alle Sünden, die ich bei Tag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden, erhöre, was ich bet und 1. Mein Gott, nun ist es wie der Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nunwachen al le meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf. # Die Rub ist aus, der Schlaf da- hin, 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Glend hat, wo ich nur immer älter werde und bäufe Sünd und Missethat. O Gott, von dessen Brod ich zehr, wenn ich dir doch auch nüße wär! 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen, regier mich auch in dieser Welt. Ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen, mach alles so, wie dirs gefällt. Schließ mich in deine Vorsicht ein; dein will ich todt und lebend seyn. mid. 1820. und ich seh wie- der, wo ich bin. ich bin fing; denn wenn ich nur bei dir wohl steh, so acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen ras then; denn ich bin ſelber mir nicht flug. Behüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen List und Trug; laß mich den Tag wohl legen an und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, und laß den Hims mel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut; hilf, daß ich alles wohl verricht! Du wirst es thun, ich zweifle nicht. Gaspar Reumann, geb. 1648, † 1715. 445. Morgenlieder. Mel. Hüter, wird die Nacht zc. 1. See le, du mußt mun ter werden, zu be zah. Ien, was dein schwacher Trieb ver- mag. 2. Deine Pflicht die kannst du lernen von den Sternen, deren Gold der Sonne weicht; so laß auch vor Gott zerrinnen, was den Sinnen hier im Finstern schöne deucht. 3. Schau, wie das, was Odem ziehet, sich bemübet um der Sonne holdes Licht, wie sich, was nur Wachsthum spüret, freudig rühret, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. blickt her vor ein neuer Tag; komm, dem Schöpfer die ser Strahlen 353 denn der Er- den 1704. Morgen, laß ihn sorgen, der es wie die Sonne macht, welche freundlich pflegt die Höhen anzuſehen und auch in die Thäler lacht. 7. Dent, daß er auf deinen Wes gen ist zugegen, daß er allen Sündenwust, auch die Schmach verborgner Flecken kann entdecken und errathen, was du thust. 8. Wir sind an den Lauf der Stunden fest gebunden, der ents führt, was eitel heißt, und der dein Gefäß, o Seele, nach der Höhle eines Sterbgewölbes reißt. 4. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weihrauch, weil die Nacht, da dich Gott vor Unglücksstürmen wollen schirmen, ist so glücklich hingebracht. 5. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielst, aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 6. Kränkt dich etwas diesen 446. fbe 1. Gott, du Licht, das ewig blei. bet, das ohn al- len Wech- sel ist, das die Fin- fter nij ver- trei- bet, der du blei best, wie du hift; 9. Drum so seufz ich, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sey, und daß ich mit Lust und Wonne seh die Sonne, wann des Todes Nacht vorbei. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. E ich ver las se mei. ne Ruh; Bet. m. Not. Friedr. Rudolph Ludw. Freih. v. Caniş, geb. 1654, † 1699. 1555. ru fe: wer de Licht! mir zu, # 23 354 f Morgenlieder. 6 daß ich, der ich Nacht und Er, de, 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf; gib ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich seyn des Lichtes Kind, hilf mir, weil ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach, erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. 447. fup Mel. Mein Herzens- Jesu 2c. 1. Er. he be dich, o meine Seel! der Herr er scheint in If. ra. el, durch dein Licht ver- fläcret werde. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in meiner Pflicht; bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht; laß mein Lebensziel allein deines Namens Chre seyn; hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Näch sten übe. Er he be dich aus deinem Schlaf, in dem er dich er- leuchtet. 5. Führ mich einst zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht, heller als der Sonnenschein, schön, unsterblich, engelrein; laß sie seyn mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Sal. Franck, geb. 1659, † 1725. 2. Im Licht muß alles rege seyn und sich zur Arbeit wenden; im Licht singt früh das BVögelein, im Licht will es vollenden; so soll der Mensch in Gottes Licht aufheben billig sein Gesicht zu dem, der ihn erleuchtet. 3. Laßt uns an unsre Arbeit gehn, den Herren zu erheben; laßt 1668. die Finster niß ver geb.et; fein Licht am Himmel steh. et. daß er was Gutes in dir schaff, uns, indem wir auferstehn, beweis sen, daß wir leben; laßt uns in diesem Gnadenschein nicht eine Stunde müßig seyn; Gott ists, der uns erleuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort, und unser Werk bleibt liegen. Ach, hilf uns, Herr, du treuster Hort, daß wir uns nicht bes 355 fürchten vor dem Zorn, nachdem du fie erleuchtet. 7. Das Licht des Glaubens sey in mir ein Licht der Kraft und 5. Du zeigst, was zu verrichten Stärke; es sey die Demuth meine sey auf unsern Glaubens- Wegen; Zier, die Lieb das Werk der Werke. so hilf uns nun und steh uns bei, verleihe deinen Segen, daß das Geschäft von deiner Hand vollführet werd in alle Land, wozu du uns erleuchtet. Die Weisheit steht auf diesem Grund und öffnet beides Herz und Mund, dieweil die Seel erleuchtet. Morgenlieder. trügen; gib, daß wir greifen an das Werk, gib Gnade, Segen, Kraft und Stärk im Licht, das uns erleuchtet. 6. Ich flehe, Herr, mach uns bereit zu dem, was dir gefällig, daß ich recht brauch der Gnadenzeit; so flehen auch einhellig die Kinder, die im Geist geborn und die sich 448. FE Mel. Nun sich der Tag zc. 8. Herr, bleib bei mir, du ewges Licht, daß ich stets gehe richtig; erfreu mich durch dein Angesicht, mach mich zum Guten tüchtig, bis ich erreich die goldne Stadt, die deine Hand gegründet hat und ewiglich erleuchtet. Peter Lackmann, † 1713. 1. Nun sich die Nacht ge en det hat. die Fin- ster- niß zer- theilt, 2. So wachet auch, ihr Sinnen, wacht, legt euren Schlaf beiseit, zum Lobe Gottes seyd bedacht; denn es ist Dankenszeit. wacht al. les, was am Abend spat zu sei ner Ruh ge eilt. 6. Und diese deine Liebeshand hat heut bei mir gewacht, und allen Schaden abgewandt in dieser finstern Nacht. 7. In deinen Armen schlief ich ein; drum fonnte Satan nicht mit seiner List mir schädlich seyn, die er auf mich gericht. 8. Vor Wasser- und vor Feuersnoth hat mich, Herr, deine Güt, vor einem bösen schnellen Tod heut diese Nacht behüt. 3. Und du, des Leibes edler Gast, du theure Seele du, die du so sanft geruhet hast, dank Gott für seine Ruh. 1698. 4. Wie soll ich dir, du Seelenlicht, zur Gnüge dankbar seyn? Mein Leib und Seel ist dir vers pflicht, und ich bin ewig dein. 5. Dir geb ich, Jesu, diese Gab zu einem Unterpfand, dieweil ich fie empfangen hab von deiner Liebeshand. 9. Hab Dant, o. Jesu, habe Dank für deine Lieb und Treu, hilf, daß ich dir mein Leben lang von Herzen dankbar sey. 23* 356 Morgenlieder. meid. 10. Gedenke, Herr, auch heut an mein fühles Grab ich alles Böse an mich an diesem ganzen Tag, und wende von mir gnädiglich Noth, Jammer, Angst und Plag. 14. Gib deinen Segen diesen Tag zu meinem Werk und That, damit ich selig sagen mag: wohl dem, der Jesum hat! 11. Erhör, o Jesu, meine Bitt, nimm meine Seufzer an, und laß all meine Tritt und Schritt heut gehn auf rechter Bahn. 12. Ach laß, o Jesu, keine Sünd mich diesen Tag begehn; sonst möcht ich armes Sündenkind nicht wohl bei dir bestehn. 13. Wend meine Augen gnädig ab von dieser Eitelkeit, damit bis 449. 15. Wohl dem, der Jesum bei sich führt, schließt ihn ins Herz hinein: so ist sein ganzes Thun geziert, und er kann selig seyn. Mel. Erschienen ist der zc. 16. Nun dann so fang ich meine Werk in Jesu Namen an; er geb mir seines Geistes Stärk, daß ich sie enden kann. Joh. Friedr. Möchel, geb. 1661,+1729. Hermann. 1560. 1. Das wal- te Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an; das wal te Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht; drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dieß mein erstes Wort: 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und thut mir alles Guts; drum sprech ich auch nun gutes Muths: das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar seyn dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Nep und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Anfang und Mitte sammt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nüglich ist; drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnügets mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzensgrund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! Ist doch mein Werk mit Morgenlieder. 357 Gott gewagt; er wird mir gnädig. Gunst, nichts hilft Verstand, Wiß stehen bei; drum dieß auch meine Losung sey: das walte Gott! oder Kunst; mit Gott gehts fort, geräth auch wohl, daß ich kann saz gen glaubensvoll: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat; er gibt und nimmt, machts, wie er will; drum sprech ich auch fein in der Still: das walte Gott! 11. Theilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; mag hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Noth und gibt mir auch mein täglich Brod; nach seinem alten Baterbrauch thut er mir Guts; drum sprech ich auch: das walte Gott! 10. Nichts glücket ohne Gottes 450. e 12. Thu ich denn was mit Gottes Rath, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl gerathen muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: das walte Gott! Johann Betichius, um 1700. Mel. D Gott, du frommer 2c. 1. Je. su, süßes Licht, nun hat dein Gnaden- glanz nun ist, was an mir ist, und hat nun in Be gier 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenken mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen ganzen Tag, das soll mein Opfer seyn, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, ste sey dein Eigenthum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft; da haft du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sey denn auch mein Leib $ 1710. nun ist die Nacht ver gan gen; aufs Reue mich um fau gen; vom Schla fe auf geweckt, • zu dir fich aus• gestreckt. zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus. Ach, allerliebstes Leben, ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget; laß meiner Seelen seyn dein Bildniß eingepräget im güldnen Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keusch 358 heit und Geduld, durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demuth mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Laß mir dich diesen Tag stets vor den Augen schweben; laß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgeben, auf daß mein ganzes 451. f Morgenlieder. niß ist über- wun- den, hatten, Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. Eigne Melodie. 1. Gott Lob! Nun ist die Nacht verschwunden, 8. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geie stes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigenthum. Joachim Lange, geb. 1670, † 1744. 2. Wach auf, wach auf, mein Geist, und singe dem Vater aller Geister, bringe Preis, Lob, Ghr, Ruhm, Dank, Kraft und Macht; erkenne feine Huld und Treue, die alle Morgen sich aufs Neue ausbreitet und dich stets bewacht. 3. O daß doch mit der äußern Erden mein Innerstes auch licht mög werden! O daß mein Herz ein Himmel wär, ein Firmament, daran die Sonne, mein Jesus, meines Geistes Wonne, möcht scheinen zu des Schöpfers Ehr! Bahn. 1852. die Fin- ster. das Erd- reich, so die dunklen Schatten mit ihrer Macht umgeben das Licht des Himmels triumphirt; der güld- nen Son ne klar beit ziert. 4. O daß der finstern Nacht Geschäfte durch dieser Sonnen neue Kräfte zerstreuet würden, und mein Sinn zu ihrem Licht sich stets erhübe! daß ihr Einfluß starker Tricbe mich führte zu ihr selber hin! 5. Dieß ist mein Wunsch und mein Begehren; du, Vater, wollst mich des gewähren, sprich Amen selbst und Ja dazu; so werd ich auch nach diesen Tager und überstandnem Leid und Plagen genießen dort des Lichtes Ruh. Joh. Anast. Freylinghausen, geb. 1670, † 1739. 452. Morgenlieder. Mel. Gott des Himmels und 2c. क denn du willst für al le Treu 2. Segne heute mich von Neuem, weil du segnen kannst und mußt; denn mit Wohlthun zu erfreuen, das ist deine Herzenslust, und du machst die milde Hand täglich aller Welt bekannt. 3. Segne mich mit deinem Geiste, daß er heut mit seiner Kraft meinem Glauben Beistand leiste, daß er gute Werke schafft, und dem Bösen insgemein mag ein wackrer Gegner seyn. 檸 1. Höchster Gott, durch dei- nen Se- gen konnt ich fröhlich und gesund die se Nacht zu rü ce le- gen; da für preist dich Herz und Mund; * 1 4. Segne mich mit Christi Blute bei verübter Missethat, weil er das auch mir zu Gute mildiglich vergossen hat. Gläubig halte ich daran, daß mich nichts verdammen fann. 5. Segne mich mit deinem Worte, schreib es in mein Herz herein, daß es mag an jedem Orte meines Wan453. 359 Albert. 1642. nichts, als daß man dank bar sey. dels Nichtschnur seyn. Leuchtet mir dieß Lebenslicht, o so fehl und fall ich nicht. Eigne Melodie. 6. Segne mich in meinem Stande, zeuch mein Herz mit Klugheit an, daß ich solchen ohne Schande und mit Ehren führen kann. Gib dazu mein täglich Brod und was irgend sonst mir noth. 7. Segne mich in Kreuz und Leiden mit Vertrauen und Geduld; segne mich in Glück und Freuden mit dem Reichthum deiner Huld, daß ich dir im Kreuz getreu und im Glück voll Demuth sey. 8. Dann will ich für allen Segen Lob und Ehre, Preis und Dank dir zu deinen Füßen legen und es thun mein Leben lang, bis ich mit den Engeln dort vor dir jauchze fort und fort. Erdm. Neumeister, geb. 1671,+ 1756. bald zer rin nen, dar ein ich ver mi delt bin? 1704. 1. u ter, wird die Nacht der Sün- den nicht verschwin- den? 1 hü ter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finster niß der Sin- nen 360 2. Möcht ich, wie das Rund der Erden, lichte werden; Seelen. sonne, gebe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! Morgenlieder. 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen; aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Stärke in der Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lieben und der Nacht Geschäfte flichn? 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen so sich quälen, zünd ein Feuer in mir an; laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Bernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Icsus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken; Jesus muß die Sonne seyn. 454. Se 1. Die Nacht nunmehr ver gangen ist, wir dan ken dir, Herr Jesu Chrift, 3. Darneben gib uns Fried und Rub, und was uns nöthig ist dazu, durch deine starke Gnadenhand beschüße uns und unser Land. 8. Nur die Decke vor den Augen fann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine seyn. 9. Jesu, gib gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an; denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht nicht sehen kann. Christian Friedrich Richter, geb. 1676, † 1711. Mel. Herr Jefu Chrift, dich zu zc. 4. All Sünd und Schwachheit uns verzeih, ein gut Gewissen stets daß du uns frei von al ler Plag ge sund läßt sehen die ien Tag. 2. Wir bitten dich, du Gnadenstrahl, leucht uns in diesem Jammerthal, beschirm uns täglich und auch heut, bewahr uns ferner allezeit. verleih; gib, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufordern aus der Welt, so gib ein selig Ende hier, daß wir dort ewig seyn bei dir. 6. Jefu Christ, erbarme dich, hör unser Bitten gnädiglich; durch dein Verdienst, durch deinen Lod erlöse uns aus aller Noth. 1651. 455. Morgenlieder. Mel. Ich dank dir schon z M. Prâtorius? 1610. 1. Je su, meines Lebens Licht, nun ist die Nacht ver- gangen; mein Gei- stes- aug zu dir sich richt, 2. Du hast, da ich nicht sorgen fonnt, mich vor Gefahr bedecket, und auch vor Andern mich gesund nun aus dem Schlaf erwecket. 3. Mein Leben schenkst du mir aufs Neu, es sey auch dir verschrieben, mit neuem Ernst, mit neuer Treu dich diesen Tag zu lieben. 4. Dir, Jesu, ich mich ganz befehl; im Geiste dich verkläre, dein Werkzeug nur sey meine Seel, den Leib bewahr und nähre. 5. Durchdring mit deinem Lebenssaft Herz, Sinnen und Gedanken; bekleide mich mit deiner Kraft, in Proben nicht zu wanken. 6. Mein treuer Hirte, sey mir nab, steh immer mir zur Seiten, She 456. 1. Mein erst Gefühl sey Preis und Dank; erhebe Gott, o Secle! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing ihm, meine Seele! 361 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? dein An- blick zu em- pfangen. und wenn ich irre, wollst du ja mich wieder zu dir leiten. 7. Sey du alleine meine Lust, mein Schap, mein Trost und Leben; kein andres Theil sey mir bewußt, dir bin ich ganz ergeben. 8. 3eig mir in jedem Augenblick, wie ich dir soll gefallen; zich mich vom Bösen stets zurück, regiere mich in allem. 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. Im obigen Ton. 9. Gib, daß ich meinen Wandel führ im Geist, in deinem Lichte und als ein Fremdling lebe hier vor deinem Angesichte. 10. Ach, halt mich fest mit deiner Hand, daß ich nicht fall noch weiche; zeuch weiter durch der Liebe Band, bis ich mein Ziel erreiche. Gerb. Tersteegen, geb. 1697,+ 1769. 4. Gelobet seyft du, Gott der Macht, gelobt sey deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und Lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sey mir ein Netter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle. 362 7. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue, 8. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe, 9. Daß ich, dem Nächsten beiTischlieder. € 3 zustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue, Tischlieder. 457. the 1. Mun laßt uns Gott, dem Herren, dank- sa- gen und ihn eh. ren von we gen fei ner Gaben, 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben; dieselben zu bewahren, thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung gibt er dem Leibe, die Seele muß auch bleiben, wiewohl tödtliche Wunden sind kommen von den Sünden. 10. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Eigne Melodie. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben: Christus für uns gestorben, der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Un Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Selneder? 1587. die wir empfangen haben. fall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben, im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, wollst uns hinfort behüten, uns Große mit den Kleinen, du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gib ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch Jeſum Christum. Amen! Ludw. Helmbold, geb. 1532, † 1598. 458. ਨੂੰ 1. Bescher uns, Herr, das täg- lich Brod; vor Theurung und vorhungersnoth Mel. Wann wir in höchsten 2c. 1555. Tischlieder. Herr, thu auf dein milde be hût uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. 2. 6. Unser lieber Vater du bist, Hand, mach uns dein Gnad und weil Christus unser Bruder ist; Güt bekannt, ernähr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Vögelein. drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Nik. Hermann, † 1561. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm; denn aller Ding du Schöpfer bist, und allem Thier sein Futter gibst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. 5. Herr, gib uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr; vor Theurung, Seuchen, Krieg und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit. 363 Mel. Erhalt uns, Herr, bei 2c. 6. 459. Wir danken Gott für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben; wir bitten unsern lieben Herrn, er woll uns hinfort mehr beschern, er woll uns speisen mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns geben nach dieser Welt das ewge Leben. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht noth; du bist das rechte Lebensbrod. 460. # 1. Herr Gott, Ba- ter im Himmel- reich, wir, dei- ne Kin- der all- zu- gleich, 2. Thu auf dein reiche, milde Hand, behüt uns, Herr, vor Sünd und Schand und gib uns Fried und Einigkeit, bewahr uns auch vor theurer Zeit, 461. E Mel. Schmücke dich, o liebe zc. bitten dich jetzt aus Herzensgrund, speis uns al. le zu dieser Stund. 3. Damit wir leben seliglich, dein Reich besitzen ewiglich in unsres Herren Christi Nam'n. Wer das begehrt, der spreche: Am'n! Um 1589. Altkirchlich? 1543. Grüger. 1649. Speis uns, Baster, dei- ne Kinder, tröste die be. trüb- ten Sünder, sprich den Se gen zu den Ga- ben, welche wir jegt vor uns haben. 364 Abendlieder. daß sie uns zu die jem Le ben Stär. te, Kraft und Nahrung ge- ben, $ bis wir end- lich mit den Frommen zu der Himmelsmablzeit kommen. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. 462. fe Abendlieder. Mel. Chriftum wir sollen 2c. 1. O sel ges Licht, Drei- fal- tig- keit, du hodh ge lob- te Ei- nig. keit, S die Sonne weicht mit ihrem Schein, geuß dein Licht in das Herz hin- ein. Thron, und Jesus Christ, sein einger Sohn, mit sammt dem werthen heilgen Geist sey nun und immerdar gepreist. 2. Des Morgens, Herr, dich rühmen wir, am Abend beten wir zu dir, und preisen deine Herrlichkeit von nun an bis in Ewigkeit. 3. Gott Vater in dem höchsten 463. 1. Christe, du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag, du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach, lieber Herr, behüt uns heint in dieser Nacht vorm bösen Feind, und laß uns in dir ruhen fein und vor dem Satan sicher seyn. Altkirchlich. 1524 Im vorigen Ton. 3. Obschon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker seyn; halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seelen tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein heiligs Blut; das war des ewgen Vaters Rath, als er uns dir geschenket hat. 6. Befiehl deim Engel, daß er komm, und uns bewach, dein Eigenthum; gib uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Nuh. Abendlieder. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns 464. seyn. Du heilige Dreifaltigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Eigne Melodie. 365 Erasmus Alberus, † 1553. Nad: Christe qui lux es et dies. 1566. der Ruh zu pfle. gen. 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister, halt die Nachtwach gern, sey selbst unser Schutzherr! Schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel! 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufwachen und von dir nicht wanken, laß uns mit Züchten unser Thun und Dichten zu deim Preis richten. 465. 1. Die Nacht ist kom- men, drin wir ruhen sol- len, Gott walts zu Frommen nach seim Wohl- ge- fal- len, daß wir uns le gen in seim G'leit und Se- gen, 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, hilf den Gefangnen, tröste die Betrübten, pfleg auch der Kinder, sey selbst ihr Vormünder, des Feinds Neid hinder. 5. Bater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zukomme, dein Will werd beweiset, frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben, erlös uns. Amen! Böhmische Brüder. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 2c. Altkirchlich? 1543. 1. Hin unter ist der Sonnenschein, die finstre Nacht bricht stark bersein; leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Fin- stern tappen nicht. 2. Dir sey Dank, daß du uns rechn es unsrer Seel nicht zu, laß den Tag vor Schaden, Fahr und uns schlafen mit Fried und Rub. mancher Plag durch deine Engel haft behüt aus Gnad und väter licher Güt. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuerßnoth behüt uns heut, o lieber Gott! Nit. Hermann, † 1561. 3. Womit wir han erzürnet dich, dasselb verzeih uns gnädiglich und 366 466. Abendlieder. el. Nun laßt uns den Leib zc. 1. Je- su, treu- ster Heiland mein, ich geh in mein Schlafkämmerlein; 467. £ ₂ ich will mich le gen in die Ruh, schleuß du die Thür selbst nach mir zu. 2. Verzeih mein Sünd aus Gna- vor allem Ulebel und Gefahr mich den mir, schädliche Träum treib all und all fromm Christen bewahr. von hier, breit über mich dein Flügel aus, so stehn die Engel um das Haus. 4. Wenn ich nun schlaf, wach du für mich, treib alles Unglück hinter sich; laß mich zu deinem Lob aufstehn und fröhlich an mein Arbeit gehn. 3. Behüt vor Feur und Wassersnoth, vor einem bösen schnellen Tod; 1544. Mel. D Jesu Christ, meins ze.. 31 1630. 1. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du un fer Er. 1o. ser bist. uns b'hü- tet hast vor al- ler G'fahr durch deiner lieben En- gel Schaar. 2. Wir gehn nun, Herr, zu wir ein, hilf uns, dein armen Kinunsrer Ruh, o rechn es unsrer Seel delein. nicht zu, was wir leider! gesündigt ban, bergib uns alls, o Gottes Sohn! 5. G8 g'scheh, wie's kann, wir sind ja dein, erworb'n durch dein fünf Wunden rein; dir leben wir, dir sterben wir, dein Kindlein sind wir für und für. 3. Laß dein Engel stets bei uns seyn, die uns allzeit bewahren fein, daß der Teufel hab keine Macht an uns weder zu Tag noch Nacht. 4. Vor Feuer, Seeln- und Leibesnoth behüt uns, lieber Herre Gott; in deinem Namen schlaf'n 468. Eigne Melodie. Soos 6. Amen, Amen! zu guter Nacht, der Engel Gottes uns bewacht; Gott Lob und Dank in Ewigkeit, wir gehn zur Ruh ohn alles Leid. Nif. Selnecker, geb. 1532, † 1592. 1555. 1. Die Sonn hat sich mit ih- remGlanz ge- wen- det und, was sie soll, auf die sen Tag vol.len- det; Abendlieder. 40. 40 die dunkle Nacht dringt al- lent- hal ben zu, bringt Mensch und Thier und al. le Welt zur Ruh. 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage, daß du mich heut vor aller Noth und Plage durch deine Hand und hochberühmte Macht hast unverletzt und frei hindurch gebracht. 3. Vergib, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet; laß alle Schuld durch deinen Gnadenschein in Ewigkeit bei dir verloschen seyn. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht vertraue, und daß der Leib auf diesen schweren Tag sich seiner Kraft fein sanft erholen mag. 469. fest Eigne Melodie. 5. Bergönne, daß der lieben Engel Schaaren mich vor der Macht der Finsterniß bewahren, auf daß ich vor der List und Tyrannei der argen Feind im Schlafe sicher sey. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabs verstecken, so blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. den mat ten Er den freis. 367 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns hast den großen Tag bestimmt, dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. Josua Stegmann, geb. 1588, † 1632. Ebeling. 1666. 1. Der Tag mit seinem Lich te fleucht hin und wird zu nich, te; die Nacht kommt an ge gangen, mit Ruh. e 811 Der Tag der ist um- fan gen 3 333 ge en det; mein Herz zu dir sich wendet, der Tag und Nacht geschaffen zum Wachen und zum Schlafen, will fin. gen deinen Preis. 368 2. Wohlauf, woblauf, mein Pfalter, erbebe den Erbalter, der mir an Leib und Seelen viel mehr, als ich kann zäblen, hat heute Guts getban. All Augenblick und Stunden hat sich gar viel gefunden, womit er sein Gemüthe und unerschöpfte Güte mir klar gezeiget an. 3. Gleichwie des Hirten Freude, ein Schäflein an der Weide, sich unter seiner Treue ohn alle Furcht und Scheue ergößet in dem Feld und sich mit Blumen füllet, den Durst mit Quellen stillet, so bat mich heut geführet, mit manchem Gut gezieret der Hirt in aller Welt. 4. Gott hat mich nicht verlassen; ich aber hab ohn Maßen mich nicht gescheut, mit Sünden und Unrecht zu entzünden das treue Vaterherz. Ach, Vater, laß nicht brennen den Gifer, noch mich trennen von deiner Hand und Seiten; mein Thun und Ueberschreiten erweckt mir Reu und Schmerz. 470. Abendlieder. f 84 5. Erhöre, Herr, mein Beten, und laß mein Ulebertreten zur Rechten und zur Linken ins Meeres Tiefe sinken und ewig untergehn. Laß aber, laß dagegen sich deine Engel legen um mich mit ihren Waffen; mit dir will ich entschlafen, mit dir auch auferstehn. 6. Darauf so laß ich nieder mein Haupt und Augenlieder, will ruben ohne Sorgen, bis daß der güldne Morgen mich wieder munter macht. Dein Flügel wird mich decken, so wird mich nicht erschrecken der Feind mit tausend Listen, der mich und alle Christen verfolget Tag und Nacht. 7. Ich lieg bier oder stehe, ich siß auch oder gehe, so bleib ich dir ergeben, und du bist auch mein Leben, das ist ein wahres Wort. Was ich beginn und mache, ich schlaf ein oder wache, wohn ich als wie im Schlosse in deinem Arm und Schoße, bin selig hier und dort. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Mel. D Welt, ich muß dich zc. 1. un rub. en al le Wälder, Bieb. Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt. ibr auf, auf! ihr soll: be gin- nen, 2. Wo bist du, Sonne, blieben? die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine 1598. a. ber, mei. ne Sinnen. was eu rem Schöpfer wohl ge fällt. Wenne gar bell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen; die güldnen Sternlein prangen am Abendlieder. blauen Himmelssaal; so, so werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib der eilt zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schube, daß Bild der Sterblichkeit; die zich ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sey. Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht, geht und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch 471. 369 wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Grd. Pet. m. Not. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu find sie verschlossen, wo bleibt dann Leib und Seet? Nimm sie zu deinen Gnaden, sey gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. durch sein gna- den- reiches Wal- ten 2. Lob und Dank sey dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich bast bewahrt, auch die Feinde weggetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein. Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: dieß Kind soll unverleget seyn. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben kein Unfall noch Gefabr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schaar. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Eigne Melodie. 1. Wer de munter, mein Ge- mi the, daß ihr prei- set Gottes Güte, Schop. 1642. als er mich den ganzen Tag vor so man- cher schweren Plag und thr Sinne, geht her.für, welch er hat ge- than an mir, bat be schü- get und er. hal ten. 3. Keine Klugheit kann verstehen deine Güt und Wunderthat; ja kein Menschenkind kann sehen, was dein Hand erwiesen hat; deiner Wohlthat ist zu viel, sie hat weder Maß noch Ziel; Herr, du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 24 Abendlieder. 370 4. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Miffethat, die mein armes Herz beladen und so sehr vergiftet hat; treibe Satans List und Tück, Gott, durch deine Macht zurück. Du alleine kannst mich retten, strafe nicht mein Uebertreten. 5. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein; denn dein Sohn hat ausgeglichen mein Bergehn durch seine Pein. Ich verläugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich täglich in mir finde. 6. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkelt schier; tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 472. 7. Laß mich diese Nacht empfinden cine sanft und süße Rub, alles Uebel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen seind in deinen Schuß geschlossen. 8. Ach, bewahre mich vor Schre cken, schütze mich vor Ueberfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, halte fern des Krieges Schall, wend ab Feur- und Wasserśnoth, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. Eigne Melodie. ach Gott ins Himmels Throne, 9. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schuß und Rath; und mein Hort, du werther Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, das soll geschehen. Joh. Rist, geb. 1607,+ 1667. auf daß ich sicher wob 2. Ich ruf zu dir, Herr Jefu Christ, der du allein mein Helfer bist, laß kein Leid widerfahren, durch deinen Schutz vors Teufels Truß dein Engel uns bewahren. 1. Mit meinem Gott geh ich zur Ruh und: hu in Fried mein Augen zu; $ 1 1594. .ber uns wach bei Tag und Nacht, ne. 3. Beficht du deinen Engelein, daß sie stets um und bei uns seyn, all lebel von uns wende. Gott heilger Geist, dein Hülf uns leist an unserm legten Ende. 473. Abendlieder. Mel. Herr Jesu Christ, meins ze. ਸ 1. Gott Lob! Der Tag ist nun da. hin, daß ich den Abend hab er lebt, 2. Ach, Herr, sey gnädig, hab Geduld, vergib mir alle Sündenschuld; dein heilger Engel mich bewahr vor aller Angst, Noth und Gefahr. 474. Mel. Werde munter, mein 2c. denn die dunk le, fin.stre Nacht 1. Unsre mü den Au- gen lie der und des Lei- bes mat- te Glie der in der tiefen See ver de det 2. Ach bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet bast? Thu, ach thu bei Zeiten Buß, ach geh und fall ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverbohlen, daß ich diesen Tag vollbracht anders, als du mir befohlen, ja ich habe nicht bedacht des Berufes schmalen Steg, deinen vorgeschriebnen Weg, sondern dich, mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Wollust Straßen. drum ich, mein Gott, dir dankbar bin, 371 und deine Gnad ob mir auch schwebt. 3. Laß mich auch mit der Morgenstund aufwachen fröhlich und gesund, daß ich, Herr, deine Ehr ausbreit und dich dort lob in Ewigkeit. 1676. Scop. 1642. schließen sich jetzt schläfrig zu, grü- ßen schon die 2. bend- rub; bat des bellen Tages Pracht 24* und die Sterne auf. ge= ste det. 4. Ach, Herr, laß mich Gnad erlangen, gib mir nicht verdienten Lohn; laß mich deine Hut umfangen, sich an deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan; Bater, nimm den Bürgen an! Dieser hat für mich erduldet, was mein Unart hat verschuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich sanft und wohl; gib mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schiafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Mergenröth angehet, und man von der Nuh aufstehet. 372 6. Vater droben in der Höhe, dein Nam sey bei uns stets werth; dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brod werd uns be475. Abendlieder. f schert, und vergib uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld, laß uns nicht Versuchung tödten, hilf uns, Herr, aus allen Nöthen. Johann Franck, geb. 1618, † 1677. Eigne Melodie. 1. Der lie- ben Sonne Licht und Pracht die Welt hat sich zur Ruh gemacht; tritt an die Him- mels- thür E laß det ne Augen, Herz und Sinn 2. Ihr hellen Sterne, leuchtet wohl und gebet eure Strahlen; ihr macht die Nacht des Lichtes voll: doch noch zu tausendmalen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schuß, mein Schaß, mein Gigenthum. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Thieren; doch Einer ist, der droben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlummert, Jesu, nicht dein Aug auf mich gericht; drum soll mein Herz auch wachend seyn, daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dieß arme Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an; es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seelen Freund! 5. Mit dir will ich zu Bette 1723. hat nun den Tag voll- füb- ret; thu, Seel, was dir gebüh- ret: und bring ein Lied her für; auf Je sum seyn ge- rich- tet hin. gehn, dir will ich mich befehlen; du wirst, mein Schußherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Noth, auch selbsten nicht den Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 6. Ihr Höllengeister, packet cuch, hier habt ihr nichts zu schaffen; dieß Haus gehört in Jesu Reich, laßt es nur sicher schlafen. Der Engel starke Wacht hat es in guter Acht, ihr Heer und Lager hälts im Schuß; drum sey auch allen Teufeln Truß! 7. So will ich denn nun schlafen ein, Jesu, in deinen Armen; dein Aufsicht soll die Decke seyn, mein Bette dein Erbarmen; mein Schirm sey deine Brust, mein Traum die süße Lust, die aus dem Wort des Lebens fleußt und dein Geist in mein Herz ergeußt. 8. So oft die Nacht mein Ader Abendlieder. chlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dieß seyn mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall mög rufen überall: o Jesu, Jesu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein. 9. Nun, matter Leib, gib dich 476. der Eigne Melodie. 373 zur Ruh und schlaf fein sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille; schließt aber dieß mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! so ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, Jesu, Jesu, gute Nacht! Christian Scriver, geb. 1629,+ 1693. 1. Nun sich der Tag ge en det hat, und keine Sonn mehr scheint, 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfft noch schlummerst nicht; die Finsterniß ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. schläft alles, was sich ab. ge. matt, 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht, und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. 3war fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir flagt an; doch aber deines Sohnes Huld bat gnug für mich gethan. 5. Den seß ich dir zum Bürgen ein, wenn ich soll vors Gericht; ich fann ja nicht verloren seyn in solcher Zuversicht. 477. 1698. und was zuvor ge weint. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig seyn? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euern Lauf! Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die lette seyn in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du starker Sebaoth! Im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Noth. Johann Friedrich Herzog. geb. 1647, † 1699. Mel. Werde munter, mein 2c. Schop. 1642. 1. Herr, es ist von meinem Leben wie der um ein Tag da hin; leb re mich nun Achtung geben, ob ich fromm ge. we sen bin; 374 Abendlieder. zeige mir auch selber an, $ und bilf jetzt in al len Sachen 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen bat; denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld. Ich bin freilich schwer beladen; doch vergib mir alle Schuld. Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will ich noch deinen Willen tünftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüthe, daß der Schlaf nicht sündlich sey; decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus, und bewahre du das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück dürfe weinen. 478. dud felet so ich was nicht recht ge. than, gu- ten Fei- er a bend machen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rath und verhindere die That; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Heerde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. in meine Seel zum Leben. 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird seyn, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Gasp. Neumaun, geb. 1648, † 1715. 1668. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. 1. Gott Lob! ein Schritt zur Ewig feit zu dir im Fort gang dieser Beit o Quell, daraus mein Le- ben fleußt, ist a ber- mals vol.lendet; mein Herz sich jebu- lich wen- det, und alle Gna.de sich er- geußt Abendlieder. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzulange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist in mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 3. O daß du selber kämest bald, ich zähl die Augenblicke; ach, komm, eh mir das Herz erkalt und sich zum Sterben schicke. Komm doch in deiner Herrlichkeit! Schau, deine Braut hat sich bereit; die Lampen find geschmücket. 4. Doch sey dir ganz anheimgestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun ar richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 375 6. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich der Tag geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt nochmals vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 5. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor Jedermann dich darf den Bräutgam nennen, und du, o theurer Lebensfürst, dich dort mit mir vermählen wirst und mir das Erbe schenken. 479. 7. Wenn auch die Hände lässig sind, und meine Kniee wanken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke, und ich himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 8. Geb, Seele, frisch im Glauben dran und sey nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken; so dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe. 9. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. Aug. Herm. France, geb. 1663. † 1727. N. Haffe? 1641. Mel. D Traurigkeit zc. 1. Der Tag ist hin, mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Ta- ge, # Der uns völlig machen wird frei von 2. Die Nacht ist da, sey du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen; treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonnen Licht uns jetzt al ler Pla ge. gebricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne. 4. Des Mondes Schein fällt nun herein, die Finsterniß zu min 376 dern; ach, daß nichts Veränderlichs meinen Lauf möcht hindern! Abendlieder. 5. Das Sternenheer zu Gottes Ghr am tiefen Himmel flimmert; wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert. 6. Was sich geregt und vor bewegt, ruht jegt von seinen Werken; laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken. 7. Ein Jeder will bei solcher Still der süßen Ruhe pflegen; laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald fich legen. 8. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? wann der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 480. 1. hir- te deiner Schafe, dei- ne Bun- der- gü- te 9. In jener Welt, da diese fällt, die Zion noch macht weinen, foll noch heller siebenmal Mond und Sterne scheinen. Mel Jesu, meine Freude zc. 10. Alsdann wird nicht der Sonnen Licht Jerusalem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. um und um be. wahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Baterhuld; ein versöhnt Gewissen sey mein Nuhekissen, drum vergib die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 11. Halleluja! o wär ich da, da alles lieblich klinget, da man ohn Abwechselung Heilig, Heilig! finget. 12. Jesu du, mein Hülf und Ruh, laß mich dahin gelangen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. Joh. Anast. Freylinghausen, geb. 1670, † 1739. Grüger. 1656. der von feinem Schlafe war mein Schild undHü- te 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben; fie find mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen ohne Sorgen sey die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von deinen Schaa- ren et was wissen mag, den vergangnen Tag; ein. Du bei mir, und ich bei dir; also find wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns seyn. Sey du Schloß und Riegel; unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein! Deck uns zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. Abendlieder. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? wie bald roth, bald todt? Drum hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnoth, so will ich nicht wider dich; hab ich Jesum nur gefunden, sterb ich alle Stunden. 481. Mel. Die Sonn hat sich mit 2c. Ruh und Stil- le stre. det. 377 6. Nun wohlan, ich thue in getroster Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, treuer Hüter du! Gute Nacht! nimm mich in Acht, und erlebe ich den Morgen, wirst du weiter forgen. Penj. Schmolck, geb. 1672, † 1737. 1. Der Abend kommt, die Sonne sich ver.de.cfet, und alles sich zur O mei ne Seel, mert auf, wo blei best du% In Gottes Schoß, sonst nirgends hast du Ruh. 2. Der Wandersmann legt sich ermüdet nieder; das Vöglein fleugt zu seinem Neste wieder; die Schäflein ziehn in ihre Hürden ein; laß mich zu dir, mein Gott, gefehret seyn! 3. Ach, sammle selbst Begierden und Gedanken, die noch so leicht aus Schwachheit von dir wanken; mein Ruheplaß und Heimath, thu dich auf, daß ich in dir beschließe meinen Lauf. 4. Recht väterlich hast du mich heut geleitet, bewahrt, verschont, gestärket und geweidet; ich bins nicht werth, daß du so gut und treu; mein Alles dir zum Dank ergeben sey! 1555. 5. Vergib es, Herr, wo ich mich heut verirret und mich zu viel durch dieß und das verwirret! G8 ist mir leid, es soll nicht mehr geschehn; nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. 6. Da nun der Leib sein Tagwerk hat vollendet, mein Geist sich auch zu seinem Werke wendet, zu beten an, zu lieben inniglich, im stillen Grund, mein Gott, zu schauen dich. 7. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget; mein Geist vor dir, o Majestät, sich beuget. Ins Heiligthum, ins Dunkel fehr ich ein; Herr, rede du, laß mich ganz stille seyn. 8. Mein Herz fich dir zum Abendopfer schenket; mein Wille sich in dich gelassen senket. Begierden, schweigt! Vernunft und Sinnen, still! mein müder Geist im Herrn jeßt ruhen will. 9. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben; laß nicht den Geist 378 zerstreut in Unruh schweben! Mein treuer Hirt, führ mich in dich binein, in dir, mit dir kann ich vergnüget seyn. 10. Im Finstern sey des Gei482. the f 34 Abendlieder Mel.& Welt, ich muß dich sc. stes Licht und Sonne, im Kampf und Kreuz mein Beistand, Kraft und Wonne; deck mich bei dir in deiner Hütte zu, bis ich erreich die volle Sabbathsruh. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, t 1769. 1598. 1. Nun sich der Tag ge. en. det, und dan tet in. nig. lich; mein Herz zu dir sich wen det 2. Die stille Zeit sey, Jesu, dir geweiht; laß nichts die Einsamkeit vor dir entweihen. Schleuß selber du mein Herz vor allem zu, damit es sich in Ruh mög in dir freuen. dein hol des An- ge sich te $ zum Ge gen auf mich rich- te, 2. Ich schließe mich aufs Neue in deine Batertreue und Schuß und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Naheseyn. 3. Daß du mich herzlich liebest, daß du mich stets umgibest und rufft zu dir hinein, daß du ver- fer Zeit. 483. Eigne Melodie. $ 1 1. Mein Auge wacht jezt in der stillen Nacht; nun ist mein Herz be. HE dacht, dich, Gott, zu lo. ben. Ach, schen- ke mir Kraft, zu lobsingen dir $ er leuchte und ent jun de mich. gnügst alleine so wesentlich und reine, laß allezeit mir heilig seyn. 4. Ein Tag der sagts dem andern, mein Leben sey ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhne! mein Heim iſt nicht in diemit deinen Heil- gen bier und denen dro- ben. 1731? 3. Wie preis ich dich, mein Jeſu, daß du mich aus Gnaden kräftiglich zu dir gezogen! Ach hätte doch mit größrer Treue noch sich deinem sanften Joch mein Herz gebogen. 4. Gott voll Huld, du trägst mich mit Geduld, vergabst so oft die Schuld, als ich dich flehte; und dann sprachst du mir wieder freundlich zu und schenktest süße Ruh mir im Gebete. Abendlieder. 5. Herr, ich bin dein und will es ewig seyn; ach, zeuch mich ganz hinein, daß ich nicht wanke. Wann kommt die Zeit, daß ich dir ganz geweiht, zum heilgen Schmuck bereit, als Sieger danke? 6. Doch deine Gnad, die angefangen hat, wird auch nach deinem Rath das Werk vollenden. Ich trau es dir; ach, stärk den Glauben mir; ich laß mich für und für nur deinen Händen. 484. 1. für al le Gü. . Mel. Mit meinem Gott geh ich zc. 379 7. Mein einzges Gut, in dem mein Sehnen ruht, du machst mich wohlgemuth in deiner Liebe; o hauche dann den Funken stärker an, daß ich dich lieben kann mit mächtgem Triebe. Ihr bin ich zu geringe. 8. Beim Sturm der Welt sey Anker, der mich hält, und birg mich in dein Zelt, wenn alles zaget; in Noth und Pein nimm mich, o Liebe, ein, so harr ich findlich dein, bis daß es taget. 9. Preis, Lob und Ehr sey dir je mehr und mehr, Jehova, hoch und hehr, in Jesu Namen, im Staube hie oft unter Streit und Müh, und einst in Harmonie der Engel. Amen! Gerb. Tersteegen, geb. 1697,+ 1769. den ich dir kind.lich sin. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret, haft väterlich mein Haus und mich beschüßet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüthe, te sey ge- preist, Gott, Bater, Sobu und beil- ger Geist! 1594. Ver nimm den Dank, den Lobge- sang, * 1* ge. was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sey auch nach deiner Lieb und Macht mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sünden. Und fkommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden. Chrifti, Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. 880 485. fe * Abendlieder. Mel. Welt, ich muß dich zc. 1. Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag ge- ge- ben, dich bet ich kind- lich an. # der Treu.e, die ich singe, 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Nuh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, 1598. Ich bin viel zu ge ringe daß id) die Zeit hab û. berlebt, 2. Gott Lob für seine Güt und Treu, die mir ist alle Morgen neu, der mir beisteht durch seine Kraft, der mir Trost, Rath und Hülfe schafft. 3. Was ich versehn, vergib, mein Gott, durch deines Sohns Kreuz, und die du heut an mir gethan. und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen; ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 3um Wochenschluß. Mel. Erhalt uns, Herr, bei zc. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen; dein Name sey gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. 486. fe 1. Gott Lob! die Woch ist auch da- hin; drum ich dir bil- lig dankbar bin, Altkirchlich? 1543. und deine Gnad noch ob mir schwebt. Hohn und Spott; gib ferner Segen, Fried und Freud und endlich deine Seligkeit. 4. Ehr sey dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sey Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Dlearius, geb. 1611, † 1684. Abendlieder. 487. $ 1 1. So ist die Woche nun ge- schlossen, doch, treuer Gott, dein Her- ze nicht; wie sich dein Segensquell er goi- sen, so bin ich noch der 3u- ver- sicht, Whing Fold Mel. Wer nur den lieben 2c. f daß er sich weiter hin er- gießt 2. Ich preise dich mit Hand und Munde; ich lobe dich, so hoch ich kann; ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gibst du auch die Kraft, zu tragen; zudem es ist voll Heil und Frucht durch deine Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich dir dafür. 4. Nur Eines bitt ich über alles; ach, du versagst mir solches nicht: gedenke feines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht, mein Jesus, der die Missethat auf ewig schon gebüßet hat, 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen; du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünd ist leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll, als ein Gerechter, leben soll. 381 Neumarf. 1657. und un auf hörlich auf mich fließt. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen, und so will ich den Wochenschluß vergnügt und froh zurückelegen, da mich der Trost erheben muß, daß ich in Chrifto folle dein und schon, in Hoffnung selig seyn. 7. Doch da mein Leben zuges nommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen, und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs Neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja! da theilt dein Wort und Haus den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im Voraus preisen, was du mir künftge Woche gibst; du wirst es in der That beweisen, daß du mich je und immer liebst, und leitest mich nach deinem Rath, bis Leid und Zeit ein Ende bat. Erdmann Neumeiſter. geb. 1671, † 1756. 382 488. $ 2. O Gott, du großer Herr der Welt, den Niemand sehen kann, du siehst ja mich in deinem Zelt, bör auch mein Seufzen an. Abendlieder. Sonntagsabendlied. Mel. Nun sich der Tag geendet bat zc. 1. Mun bricht die fin- stre Nacht herein, 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders dein; drum hätt er auch bis in die Nacht dir sollen heilig seyn. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn; denn ich bin Fleisch und Blut, und pfleg es öfters zu versehn, wenn gleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gnadenthron, sieh meine Schuld nicht an, und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug gethan.. 489. £$ 茶茶 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein, und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam seyn. B jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, geh, re. de vor mit Gott. 7. Erhalte ferner noch dein Wort, und thu uns immer wohl, damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh; o Vater, steh mir bei und gib mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sey. 9. Gib Allen eine gute Nacht, die heute cht gelebt, und befre den, der unbedacht hat wider dich gestrebt. 10. Woferne dir mein Thun gefällt, so hilf mir morgen auf, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. Mel. D Welt, ich muß dich lasſen 2c. 1. Der Sabbath ist ver- gan- gen, 1698. des Tages Glanz ist todt; 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein; da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbath ewig seyn. Cafp. Neumann, geb. 1648,+41715. nach Her- zenswunsch er. füllt; mit Lebens- brod ge- spei. set 1598. ich ba be mein Verdan- gen Gott hat mich unter wei. set, und meiner See. le Durst ge stillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh; denn allen Sündenschaden deckt Jefus nun in Gnaden mit seinem Purpurmantel zu. 3. O du dreieinigs Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin; ich habe Licht vom Lichte, dein leuchtend Angefichte nimmt alle Finsterniß dahin. 4. Du wirst schon bei mir wa490. Haus- une@peprane. 491. f chen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zu Schanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnüget; denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel; es träumt mir nur vom Himmel; ach, wer doch nur bald droben wär! Benj. Schmolcf, geb. 1672, 1737. Haus- und Ehestand. Mel. Wo Gott zum Haus 2C. 300 1. Wohl dem, der in Gotts Furchte steht, und auch auf seinem Wege geht; 1535. dein eigen Hand dich nähren soll, 2. Dein Weib wird in deim Hause seyn, wie eine N. voll Trauben fein, und dein Kinder um deinen Tisch, wie Delpflanzen, gesund und frisch. 3. Sieh, so reich Segen hängt dem an, wo in Gotts Furchte lebt 5. Fristen wird er das Leben dein und mit Güte stets bei dir ein Mann; von ihm läßt der alt seyn, daß du sehen wirst KindesFluch und Zorn, den Menschenkin= kind, und daß Israel Friede findt. dern angeborn. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. so lebst du recht und geht dir wohl. 4. Aus Zion wird Gott segnen dich, daß du wirst schauen stetiglich das Glück der Stadt Jerusalem, für Gott in Gnaden angenehm. Mel. Wie schön leuchtet zc. 1. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, Wie steigt und neigt sich deine Gab 1599. im Stan.de, und al, les 384 क da dein Segen ist, Gut so mild her ab Haus- und Chestand. wa n sich an dich tep 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn und unverrückt Seisammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue; kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, an Aesten schön, an Zweigen reich, das Weib gleich einem Neben, der seine Träublein trägt und nährt, und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben; wohl dir, o Zier, Mannessonne, Hauseswonne, Ehrenkrone; Gott denkt dein auf seinem Throne. 4. Seyd gutes Muths! wir sind es nicht, die diesen Orden aufgericht, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der 492. fan ge $ im Stan de aus deiner fleißig bal ten die im Dr. den eines Lebens einig worden. heil ger Eh. e! heil gen Höb. e, C Jung und Al: ten, beste Freund und Rather; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 5. 3war bleibts nicht aus, es kömmt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen lässet fließen. Jedennoch wer sich in Geduld ergibt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Leide, meide nur ein wenig; unfer König wird behende machen, daß die Angst sich wende. Mel. Werde munter, mein 2c. 6. Wohl her, mein König, nab herzu! Gib Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh, in Aengsten Trost und Freude; des sollt du haben Ruhm und Preis, wir wollen singen bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Wil len zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen! Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Schop. 1642. 1. Wer den Eh stand will er wäh fen, daß er ihn bei gu ter Rub, ohne Sorge, Gram und Quä- len mö- ge glücklich bringen zu, es mit Be ten an; so ist es recht wohl ge.than. Haus- und Ehestand. und Gott wird es also fügen, daß es bei de kann vergnügen. 2. Dann ist es wohl angefangen, wenn Gebet und reifer Rath beiderseits vorhergegangen; da verspürt man in der That, daß Gott selbst das Liebesband knüpfet und aus seiner Hand Segen und ein friedlich Leben will dem neuen Paare geben. 3. Dieser Friede, dieser Segen bringet Ehre, Gut und Freud; wo man bleibt auf Gottes Wegen, gibt er auch die Seligkeit. Glücklich geht die Heirath an, wenns heißt: das hat Gott gethan! Gott der hat es so gefüget, daß zwei Herzen sind vergnüget. Joh. Olearius, geb. 1611,+ 1681. 493. Mel. Wo Gott zum Haus 2€. 1. Wohl einem Haus wo Jesus Christ allein das All in Al- lem ift! 3. Wohl, wenn ein solcheshaus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt! 385 Ja, wenn er nicht da- rin- nen war, wie fin- ster wärs, wie arm und leer! Hand ein Jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart! 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort! Pet. m. Not. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer 1535. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind auf Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück! Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohlfolchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause diesen Bund; wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn! Gbristerb Garl Ludwig von Pfeil, geb. 1712,+1784. 25 38 PRIR TROT TOMY 386 494. 高 Haus- und Ehestand. Mel. Schwing dich auf 26. . 1. fang dein Wert mit Je su an, Je sum ruf zum Bei- stand an, Steh mit Je su Mor- gens auf, 1 • S führ mit Je su dei nen Lauf, 2. Morgens soll der Anfang seyn, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer seyn stets in deinen Nöthen. Morgens, Abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüthen; er wird dich vor ihrer Lift schützen und be hüten. Seß nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände, und glaub sicher, daß allein er dein Une glück wende. 495. & t. ne gan ze Le bens zeit Se. gen nur dar. ein, Je sus bats in Hän- den; $ Je sus wirds wohl en den. " flei ne, geh mit Je su schlafen; S Mel. Wie schön leuchtet zc. S las se Je sum schaf. fen. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, o so hat es keine Noth, wirst den 3weck erlangen. Es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben; endlich wird dir Gott dein Theil auch im Himmel geben. 1. 3ch und mein Haus, wir sind bereit, Du sollst der Herr im Hau je seyn; Ebeling. 1666. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sey dir übergeben; es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jept an, Jesu, in beim Namen, laß es doch seyn wohlgethan! Darauf sprech ich: Amen! mit Seel und Leib zu daß wir dir wil. lig from me, rei ne 1599. pir, Herr, die gib deinen dienen. dienen. Haus ge mei. ne • mach aus Al. Ien; dir nur soll sie wohl ge fal. len. # Haus- und Chestand. 2. G8 wirke Burch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns, wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dieß Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und Alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen seyn bereit, voll Demuth, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; Keinem fehle, dran man fennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet seyn auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit findlichem 496. 387 Gemüthe, selig, fröhlich selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichthums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demuth leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schäßen einer Welt nicht zu erseßen. 6. Und endlich flehn wir aller meist, daß in dem Haus fein andrer Geist, als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohlbestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles lieblich ziere. Sende, sende ihn uns allen, bis wir wallen heim, und oben dich in deinem Hause loben. Carl Joh. Phil. Spitta, geb. 1801. 2 Mel. Werde munter, mein 2c. Schop. 1642. 1. Sor ge doch für mei. ne Kinder, Ba ter, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sün- der, sind sie dir doch zu- ge.than, und durch dei nes Sohnes Blut gleichwohl dein erworb- nes Gut; dar- um wirst du sie aus Gna- den wohl be- schü- ßen und be. ra then. 2. Sie sind dir von Kindesbei- men auf, daß sie, wenn sie sollnen und von ihrer ersten Stund ten sterben, wären deines Reiches zugeeignet als die Deinen, und Erben. durch deinen Gnadenbund hast du fie in ihrer Tauf väterlich genom3. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr 25* 388 als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätt in Angst und Noth gestürzt, ja das Leben abges türzt; aber deine Batertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet seyn und mit dankbarem Gemüthe solchen Glücksund Segensschein rühmen und für Jedermann deine Wohlthat zeigen an, ach, so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 5. Sammlen Andre große SchäBe, suchen in der Welt ihr Heil, daß fie Geld und Gut ergöße, so bist du mein einzig Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse fie in teiner Noth und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 6. Schüße sie vor bösen Leuten 497. Haus- und Ehestand. 1. fremmer Gott, Kindes Fürbitte. Me 1. Mit meinem Gott geh ich zc. und vor der Verführer Schaar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß sie ihre Lebensjahr in der Gnade bringen zu, bis du sie wie mich zur Rub wirst ins füble Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben hier und, wo es dir gefällt, was zu deiner Ehre geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag, nach so vielem Kreuz und Leide, ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Bater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt bescheret. Ewig sey dein Nam geehret. Ludw. Heinr. Schloffer, geb. 1663, † 1723. frinchi 1594. ich dan- te dir, daß du so liebe Eltern mir er bal. ten bei dem Le 2. Verzeihe mir die Missethat, die dich und sie beleidigt hat, laß mich es nicht entgelten, daß ich, mein Gott, auf dein Gebot geachtet hab so selten. 3. Gib mir ein Herz, das dantaus Gna- den hast ge geben, und noch zur Zeit sie mir zur Freud .. ben. bar sey und meiner Eltern Gifer scheu, nicht thu, was ihn erreget, auch nimmermehr sich ihrer Lehr aus Bosheit widerleget. 4. Laß oft mir kommen in den Sinn, wie sauer ich der Mutter Freundschaft. bin vom Anfang her geworden, und wie für mich der Vater sich bemühet aller Orten. 5. Gib meinen Eltern Fried und Ruh, es decke sie dein Segen zu, hilf ihr Kreuz ihnen tragen, 389 behüte sie doch spat und früh vor Trübsal, Angst und Plagen. 6. Und wenn dahin ist ihre Zeit, so führ sie aus der Sterblichkeit hinauf zum Reich der Ehren; ich bringe dir viel Lob dafür, wenn du mich wirft erhören. Freundschaft. 498. $ 5 1. Herr, ich bit te dich, er wäh le mir aus aller Menschen Meng ei ne from me, heil ge See le, die an dir fein fieb und häng. Mel. Jeju, meines Lebens 2c. auch nach deinem Sinn und Gei- fte Troft der in der Noth besteht, 2. Laß mich Davids Glück erLeben, gib mir einen Jonathan, der mir sein Herz möge geben, der auch, wenn nun Jedermann mir nichts Gutes mehr will gönnen, sich nicht laffe von mir trennen, sondern fest in Wohl und Weh als ein Felsen bei mir steh. 3. Dwie groß ist meine Habe, o wie köstlich ist mein Gut, Jesu, wenn mit dieser Gabe dein Hand meinen Willen thut, daß mich meines Freundes Treue und beständigs Herz erfreue: wer dich fürchtet, liebt und ehrt, dem ist solch ein Schak beschert. 4.Gute Freundesind wieStäbe, 1687. mir stets Troft und Hülfe lei ste, Hül fe, die von Her- zen geht. da der Menschen Gang sich hält, daß der schwache Fuß sich hebe, wenn der Leib zu Boden fällt. Wehe dem, der nicht zum Frommen solches Stabes weiß zu kommen! der hat einenschweren Lauf; wenn er fällt, wer hilft ihm auf? 5. Nun, Herr, laß dirs wohlgefallen, bleib mein Freund bis in mein Grab! Bleib mein Freund, und unter allen mein getreuster, stärkster Stab. Wenn du dich mir wirst verbinden, wird sich schon ein Herze finden, das, durch deinen Geist gerührt, mir was Gutes gönnen wird. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 390 499. Obrigkeit. Obrigkeit. Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 1. Der du fannst nichts als gu tig seyn, du wol- left dei- ner Gü te Schein, D o Herr, all de nen gön- nen, die sich mit Mund und Herzensgrund ਸੰ al lein zu dir be ten nen. 2. Insonderheit nimm wohl in Acht den Fürsten, den du uns gemacht zu unsres Landes Krone; laß immerzu seyn Fried und Ruh auf seinem Stuhl und Throne. 3. Helt unser liebes Vaterland in deinem Schoß und starker Hand, bebüt uns allzusammen vor falscher 500.000 1536. Lehr und Feindes Heer, vor Pest und Feuersflammen. 4. Nimm all der Deinen eben wahr und treib, o Herr, die böſe Schaar von Jungen und von Alten, daß deine Heerd hier zeitlich werd und ewig dort erhalten. the dơng chí N Rel. Erbalt uns, Herr, bei 2c. Altkirchlich? 1543. 1. bei lige Drei- ei- nig- teit, B die dei ne treu e Ba- ter- band 2. Dein guter Geift fie leit und führ und segne ihr Thun für und für, daß fie voll Weisheit und Verstand chriftlich regiere Leut und Land er- balt uns un- fre Db.rig- feit, $ ge fe get felbst in diesen Stand. 3. Damit wir führen unter ihr ein still, geruhig Leben hier, und dermaleinst mit ihr, mein Hort, be stehen wohl im Himmel dort. Nemilie Juliane, Gräf. v. Schwarzb.. Rudolstadt, geb. 1637.- 1706 501. 502. es ist doch ja tein an, drer nicht, Krieg und Friede Krieg und Friede. Denn du, un ser Gott, al- lei- ne. Eigne Melodie. Der leih uns Frie- den gnà- dig- lich, Herr Gott, zu un fern Zeiten; S Wohl auf und nimm nun wie 46 . Mel. Nun lob, mein Seel 2c. 1. Gott Lob! nun ist er schol.len das ed le Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen soi. len die Spieß undSchwerter und ihr Mord. • der o Deutschland, und sing Lie- der Er be be dein Ge mu the 391 Altkirchlich? 1535. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Herr, dei ne Gnad und ü. te 2. Wir haben nichts verdienet, als schwere Straf und großen Born, weil stets noch bei uns grünet der freche, schnöde Sünden- Dorn. Wir find fürwahr geschlagen mit harter, scharfer Ruth, und dennoch muß der für uns könn- te streiten, 1540. dein Sai- ten- spiel hervor, im boben, vollen Gbor. und dan ke Gott und sprich: bleibt dennoch ewig lich. man fragen: wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse; Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Sep tausendmal willkommen, Krieg und Friede. 392 du theure, werthe Friedensgab! Jest sehn wir, was für Frommen bein bei uns Wohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt ihm selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns Niemand beffer in unsre Seel und Herz hinein, als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein; ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Haid; ihr Gräber voller Leichen und tapfrem Heldenschweiß von Männern, deren gleichenauf Erden man nichtweiß. 503. 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Thränenbach aus beiden Augen rinnen; geh in dein Herz und denke nach: was Gott bisher gesendet, das hast du ausgelacht. Nun hat er sich gewendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Dringen zu deinem Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutesthun. 6. Ach, laß dich doch erwecken! wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als der letzte Schrecken dich schnell undplößlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sey unerschrocknes Muths; der Friede, den er gibet, bedeutet alles Guts; er will die Lehre geben: das Ende naht herzu; da sollt bei Gott ihr leben in ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Mel. Herr, wie du willst: c. baft väterlich ver zieh 2. Herr, der du deines Eifers Gluth zuvor oft abgewendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb undHuld gesendet: ach from mes Herz! ach unser Heil! nimm weg und heb auf in der Eil, was uns anjeto fränket. 1. Herr, der du vor mals haft dein Land mit Gnaden an ge. bli det, = und des ge fang- nen Ja- kobs Band gelöst und ihn er. qui cket, 2 1525. S der du die Sünd und Mis- se: that, die dein Volk vor be- gan- gen bat, .. en; 3. Lösch aus, Herr, deinen gros ßen Grimm im Brunnen deiner Gnaden! erfreu und tröst uns wiederum nach ausgestandnem Schaden! Willst du denn zürnen ewiglich, und sollen deine Fluthen sich ohn alles End ergießen? Krieg und Friede. 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben? und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach, geuß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 5. Ach, daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede soll an allem Ort, wo Christen wohnen, werden; ach, daß uns Gott doch sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende. 6. Ach, daß doch diese böse Zeit jetzt wiche guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hülfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, 504. 393 wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, denkrieg und alle andere Noth nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unsermLand und überall recht werd erkannt, ja stetig bei uns wohne. 8. Die Güt und Treue werden schön einander grüßen müssen; Gerechtigkeit wird einhergehn, und Friede wird sie küssen; die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes thun; das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Mel. Nun Danfet alle zc. 1. Herr Gott, dich lo: ben wir, laß dei nes Geistes Gluth so fin• gen wir mit Luft: 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüthe; es steiget unser Lied bis an die Himmelsthür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir Grüger, 1649. re- gier, Herr, un fre Stimmen, in unsern Her- zen glim men. Komm, komm, p ed le Flamm, ach fomm zu uns all bier, Herr Gott, dich lv ben wir. für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Bier; drum jauchzet alles Volt: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jahren der Was 394 Mißwachs und Theuerung. fen schweres Joch und frechen wieder aufgethan; Herr Gott, Grimm erfahren. Jest rühmet wir danken dir. unser Mund mit Herzlicher Begier: Gott Lob! wir sind in Ruh; Herr Gott, wir danken dir. 5. HerrGott, dichloben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert zer brochen und zerschlagen; der Strick ist nun entzwei, darum so fingen wir mitHerz und Zung und Mund: HerrGott, wir danken dir. 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar haft weggeraffet. Es hat die Vater Hand uns deine Gnadenthür jetzt 505. Mißwachs und Theuerung. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den edlen Fürstenstamm und des sen grüne Reiser bisher erhalten hast; gib ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr, Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfüll jetzt nach Begier, o Vater, unsern Wunsch: Herr Gott, wir danken dir. Johann Franck, geb. 1618, † 1677. Mel. Jesu, hilf siegen 2c. mächtigen Hand; fel sich tes Land; S S 1. Chri- sten er warten in aller lei Fällen Je- sum mit sei- ner all. mit ten in Stürmen und to- ben- den Wel·len sind sie ge- bau et auf wenn sie be füm- mer- te Nächste kann doch ihr Grau en fie we 2. JauchzendieFeinde zur Rechten und Linken, hauet und frisset das blinkende Schwert, lassen doch Christen die Häupter nicht sinken, denen sich Jesus im Herzen verklärt. Wüthen die Feinde mit Schnauben und Toben, lernen sie Gottes Gerechtigkeit loben. 1698. be de den, nig er schre den. 3. Geben die Felder den Samen nicht wieder, bringen die Gärten und Auer nichts ein, schlagen uns Schlossen die Früchte darnie der, brennendie Bergevonhitigem Schein: kann doch ihr Herze den Frieden erhalten, weil es den Schöpfer in allem läßt walten. Mißwachs und Theuerung. 395 4. Viele verzehren in ängstlichen Leiden und Tod. Willst du mit Sorgen Kräfte, Gesundheit und leben, so mußt du mit sterben; ane Kürze der Zeit, da doch im Rathe ders kann keiner den Himmel erdes Höchsten verborgen, wann und erben. wo Jedem sein Ende bereit; find es nicht alles unnöthige Schmerzen, die ihr euch machet, o thörichte Herzen! 5. 3weifel und Sorge geziemt nicht den Frommen; Glauben und Hoffen bringt Ehre bei Gott. Seele, berlangst du, zur Ruhe zu kommen, hoffe dem höllischen Feinde zu Spott. Ob auch die göttliche Hülfe verborgen, traue dem Höchsten und meide die Sorgen. 6. Freue dich, wenn du statt freundlichen Blicken mancherlei Jammer, Anfechtung und Noth duldest, und wisse, was Gott will erquicken, muß erst mit Jesu durch 1 506. 7. Völlige Wonne, verklärete Freude, himmlische Güter, undenkliches Heil werden dir einsten auf ewiger Weide unter den Engeln und Menschen zu Theil, wann in der Herrlichkeit Christus wird kome men und zu sich sammeln die Schaaren der Frommen. 8. Seine allmächtige Stärke be weiset in den Ohnmächtigen mächtige Kraft; dann wird alleine sein Name gepreiset, wann er den 3agenden Freudigkeit schafft. Darum, o Jesu, gib, daß ich dir traue, wenn ich die Hülfe nicht sichtbar. lich schaue. Christian Ludw. Edeling, † 1742. In Dürre. Mel. Ach, Gott vom Himmel zc. 1. Ach, ber- re, du ge rechter Gott, mit unsrer Sünd und Misse- that, so müssen wir ver- schmach- ten. 2. Herr, unsre Sünd bekennen wir, die wollst du uns verzeihen; all unsre Hoffnung steht zu dir, Trost, Hülf thu uns verleihen; gib Regen und den Segen dein um deines Namens willn allein, Herr, unser Gott und Tröster! 1524. wir ha- bens wohl ver. die. net daß un- ser Feld nicht grü- net, daß Bieb und Menschen traurig seyn; wenn du zuschleußt denHimmel dein, 3. Gedenke, Herr, ak deinen Bund um deines Namens willen; wir bitten dich von Herzensgrund, thu unsre Noth doch stillen vom Himmel mit dem Regen dein; denn dein ist der Himmel allein, ohn dich fann er nicht regnen. 396 Krankheit und Seuchen. 4. Es steht in feines Andern mächtig ist der Name dein; solchs Hand, daß er sollt Regen geben; kannst du alles thun allein, Herr, den Himmel hast du ausgespannt, unser Gott und Tröster! darinnen du willst schweben. AllBei anhaltender Nässe. 507. indu Mel. Ach, Gott vom Himmel 2c. for f 1. Gott, der du das Fir- ma- ment und fannst hin- wie- der- um be bend halt doch mit vielem Regen ein, daß un ser Land sich freu. e. 2. Die Felder trauern weit und breit; die Früchte, leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe find beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Miſsethat und ganz verkehrtes Leben, so dei nen Born entzündet hat, daß wir in Nöthen schweben; du zeigest uns, was wir gesollt; weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. HER 508. mit Wol- ken thuft be, de den, das Son- nen- licht er we. den: 1524 und gib uns wie der Sonnenfchein, 4. Doch dente wieder an die Treu, die du uns haft versprochen, und wohne uns in Gnaden bei, die wir dich findlich suchen. Wie hält sich so hart dieser Zeit dein Herz und deine Freundlichkeit; du bist ja unser Vater. 5. Gib uns von deinem Him. melssaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sey im Him mel und auf Erden. Krankheit und Seuchen. du Eigne Melodie. 1713. 1. Gott, den ich als Lie be fen.ne, der du Krankheit auf mich legst Krankheit und Seuchen. und des Lei dens Hiz s er regst, daß ich da von glüh und bren. ne: S 397 bren ne doch das Bó. se ab, das den Geist bis ber ge hin. dert S und der Liebe Re- gung min- dert, die mir oft- mals kommt von dir. 2. In der Schwachheit sey du träftig, in den Schmerzen sey mir süß, schaffe, daß ich dein genieß, wenn die Krankheit streng und hef tig; denn was jeßt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark verzehret, was den Körper jeßt beschweret, hat die Liebe selbst erregt. 3. Leiden ist jetzt mein Geschäfte; anders kann ich jetzt nichts thun, als nur in dem Leiden ruhn; leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jest mein Gewinnst, das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich fanft und stille; Leiden ist mein Gottesdienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an; denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden; auch die Labung, die man mir zu deß Leibes Stärfung gibet, kommmt von dir, der mich geliebet; alles kommt, mein Gott, von dir. 509. 5. Laß nur nicht den Geist ermüden bei des Leibes Mattigkeit, daß er sich zu aller Zeit in dich sent in Lieb und Frieden; laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seelen Auffahrt hindern und die Ruhe in mir mindern, unterstüße- du das Herz. 6. Hilf mir, daß ich ganz bes scheiden, ganz in Ruh mit Freund lichkeit, stille mit Gelassenheit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, wird errettet von den Sünden; und je mehr der Leib muß schwinden, wird der Geist in uns erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben und dem Kreuze meinen Leib; gib, daß ich mit Freuden bleib an dich völlig übergeben; denn so weiß ich festiglich, ich mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr kann verderben, denn die Liebe reinigt mich. Christian Friedrich Richter, geb. 1676, † 1711. mel. D Welt, ich muß dich 2c. 1598. 1. Ich hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ob ne Babl. So will ich denn ge- laf. fen 398 Krankheit und Seuchen. mich auch in Lei. den fas sen; welch Le. ben hat nicht sei ne Qual? S 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlichs Weh erdulden, daß doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfft, und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist 510. noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Troft und Leben seyn. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bet mir in der Noth. 6. Jch will dem Kummer weh. ren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken; der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Christ. Fürchteg.Gellert, geb.1715, † 1769 Mel. Herr Jefu Chrift, du 2c. 1. from mer und ge treu- er Gott Es hat uns eine große Noth 1594. Aller, die auf dich hoffen! durch deine Hand gestrof. fen. Dein Zorn der drückt uns mit Gewalt, und wirft die Menschen jung und alt mit schwerer Krankheit nie. der. 2. Du bist gerecht, und dein de; fehr doch dein Vaterangesicht Gericht kann unser Keiner strafen; zu deinem lieben Kinde. Laß fal von wegen unsrer Sünd geschicht, len den gerechten Grimm, zu Gna daß wir so schnell entschlafen. Ja den uns aufs Neu annimm um unsre große Missethat dich so gar deines Namens willen. hoch bewogen hat, dein Pfeil in uns zu schießen. 3. Herr, vergib, und straf uns nicht im Born so gar gespwin4. Sieh, Herr, wie wir betrübet gehn, trafilos, mit Furcht umgeben, in engst und großen Sorgen stehn, und in viel Kummer schwe Allerlei gemeine Noth. wirst wohl deine Zeit ersehn, wenn uns hierin soll Hülf geschehn, des wolln wir dir vertrauen. ben. All unsre Nahrung welket hilf uns nach deinem Wohlgefalln, sehr; Lehramt und andre Ordnung du weißt die rechte Maße, und mehr geht nicht in vollem Schwange. 5. Laß ab von uns mit deiner Ruth, thu deinen Grimm aufbeben; was hast du Nuß an unserm Blut? du hast ja Lust zum Leben, und bist ein Gott, von Wahrheit fest, der seinen Zorn bald fahren läßt, wenn man dich herzlich bittet. 6. Dein Will gescheh! wir bitten all, in Noth uns nicht verlasse; Christo, unserm Herren. Allerlei gemeine Noth. Eigne Melodie. 399 7. O heilger Geist, mit deiner Kraft, die sterben sollen, stärke, daß man des Glaubens Ritterschaft an ihrem End vermerke, und fie also mit Fried und Freud den Abs schied nehmen aus der Zeit in 511. Be 1. Wenn wir in höch- sten Nö- then seyn und wissen nicht, wo aus noch ein, 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre 512. und finden we. der Hülf noch Rath, ob wir gleich sorgen früb und spat: 2. So ist dieß unser Trost al- Gott, und flagen dir all unser lein, daß wir zusammen insgemein Noth, weil wir jeßt stehn verlassen dich anrufen, o treuer Gott, um gar in großer Trübsal und Gefahr. Rettung aus der Angst und Noth, 3. Und heben unser Aug'n und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz, und suchen der Sünd Vergebung und aller Strafen Linderung, 6. Sieh nicht an unser Sünden groß, sprich und derselb'n aus Gnas den los, steb uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 1555. 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam seyn nach deinem Wort, dich allzeit preisen hie und dort. Mel. Vater unser im Himmelreich zc. Paul Eber, geb. 1511, † 1569. 1540. fimm von uns, herr, du treu- er Gott, die schwere Straf und große Roth, 400 Allerlei gemeine Noth. die wir mit Sün- den ohne Bahl ver- die net haben allzu mal; be hüt vor Krieg und theurer Beit, 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir flehn um Gnad und nicht um Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wollt'st nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach, Herr Gott, durch die Treue dein mit Troft und Rettung uns erschein; beweis an uns dein große Gnad, und straf uns nicht auf frischer That; wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sey. 513. 1 vor Seuchen, Feur und großem Leid. 4. Gedenk an deins Sohns bittern Tod, sieb an sein heilig Wuns den roth, die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. Mel. Lobet den Herren, alle 2c. no Crüger. 1653. und zu dir ru. fen. 2. Mache zu Schanden Alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, tehre dich. mit Gnaden zu uns Armen, laß dichs erbarmen; 5. Leit uns mit deiner rechten Hand und segne unser Stadt und Land; gib uns allzeit dein heilig Wort, behüt vors Teufels Lift und Mord, verleih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir seyn. Martin Moller, geb. 1547, † 1606 1. Herr, un- ser Gott, laß nicht zu Schan- den werden die, so in ih- ren 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden fie bald Nö- then und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Gü- te hof. fen Freunde; sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben Niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ist auf Menschen Hülfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. Allerlei gemeine Noth. 401 5. Du bist der Held, der sie kann dich, wir schrein in Jesu Namen: untertreten und das bedrängte kleine hilf, Helfer. Amen! Häuflein retten; wir traun auf Job. Heermann, geb. 1585,+1647. Mel. Da Christus geboren war zc.( Altkirchlich?) 1544. 514. $ 1. Creu er Wächter Jira el, der du weißest al les Leid dein hülf- reiches Angesicht. 2. Schau, wie große Noth und Qual trifft dein Volk jeßt überall; täglich wird der Trübsal mehr, hilf, ach hilf, schüß deine Chr; wir verderben, wir vergehn, nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hohepriester, Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns versöhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Höllen Gluth, wiederbracht das höchste Gut. o du Wäch.ter, der du nicht schläfft noch schlummerst, zu uns richt 4. Sigest jest ins Vaters Reich, ihm an Macht und Ehren gleich, unser einger Gnadenthron, seine böchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt. des fich freu et Leib und Seel, 5. Kläglich schreien wir zu dir, flopfen an die Gnadenthür, wir, Pet. m. Not. deiner ar men Christen heit: die du mit höchstem Nuhm dir erfauft zum Eigentbum. Dein Er barmen hat kein End, deines Bas ters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt, als deiner starken Hand, Menschenhülf ein Jesus Hülfe leist! Hilf mit hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, und mit Zittern sie anschau. 7. Höchster Hort, Immanuel, du Beschüßzer meiner Seel, Gott mit uns in aller Noth, Gott um uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit! Trotz dem, der uns thut ein Leid; Gottes Straf ist ihm bereit. 8. Deines Vaters starker Arm, komm, und unser dich erbarm; laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde 26 402 Rotten trenn, daß dich alle Welt erfenn, aller Herren Herren nenn. vom 200e. 9. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuren fann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zu nicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 515. Sechste Abtheilung. Von den letzten Dingen. 10. Jesu, wahrer Friedensfürst, der der Schlange hat zerknirscht ihren Kopf durch seinen Tod, Frieden wiederbracht bei Gott, gib uns Frieden gnädiglich! so wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. Vom Tode. Eigne Melodie. 1. Mit. ten wir im Leben find wen suchn wir, der Hül. fe thu, du e mi. ger Gott, die dich, Herr, er zür net bat. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. " # das bist du, Herr, al. lei ne. Uns reu et un- ser Mis- se- that, Altdeutsch? 1524. mit dem Tod um fan gen; To des Notb. Ky ri. e. let. son! $ daß wir Gnad er lan gen? bei li ger, star fer Gott, bei li- ger, barm- her- zi- ger Hei. land, s laß uns nicht ver- sin. ken Hei li ger Herre Gott, in des bit, tern Vom Tode. 403 2. Mitten in dem Tod anficht 3. Mitten in der Höllen Angst uns der Höllen Rachen; wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? das bist du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmher zigkeit unser Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, starfer Gott, heiliger, barmherziger Heis land, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Gluth. Kyrieleison! unser Sünd uns treiben; wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 516. Eigne Melodie. 1. Welt, ich muß dich laf. fen, ins e wig Va ter. land; dar ju mein Leib und Le. ben 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden; das Ewig muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dabin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott abzogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sey. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antliß will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. 1598. ich fahr da bin mein Straßen mein Geift will ich auf geben, S â se. Ben in Gottes gnå dig hand. $ 5. Die Sünd mag mir nicht schaden: erlöst bin ich aus Gnaden, umsonst, durch Christi Blut; kein Werk kömmt mir zu Frommen, so will ich zu ihm kommen allein durch wahren Glauben gut. 6. Ich bin ein unnüß Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach meim Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit; hier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben, mein Seele fich vom Leibe scheidt. 26* 404 8. Damit fahr ich von hinnen; o Welt, thu dich besinnen, denn du mußt auch hernach; thu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad begehren, im Glauben sey du auch nicht schwach. Vom Tode. 9. Die Zeit ist schon vorhanden, hör auf von Sünd und Schanden, und richt dich auf die Bahn mit 517. th Beten und mit Wachen; sonst all irdische Sachen sollst du gutwillig geben dran. 10. Das schenk ich dir am Ende; wohlan, zu Gott dich wende, zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein Abschied zu Herzen, meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Joh. Heffe, geb. 1490,+ 1547. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes zc. 1. O Mensch, bedenk zu dieser Frist, denn nicht all- hie dein Blei- ben ist, Es ist dein Leben, wie ein heu, welche der Wind ver. ja. get. 2. Gedent, du bist hier nur ein Gast und kannst nicht länger bleiben; die Zeit läßt dir kein Ruh noch Rast, bis sie dich thut vertreiben. So eile zu dem Vaterland, das dir Christus hat zugewandt durch sein heiliges Leiden. 3. Daselbst wird rechte Bürgerschaft den Gläubigen gegeben: dazu der Engel Brüderschaft, ein gar herrliches Leben; mit solcher Won518. 1594. was dein Ruhm ist auf Er den; du mußt zur Leiche werden. und fleugt dahin, gleichwie die Spreu, ne, Freud und Luft, die auch kein Mensch hat hie gekost, noch je ein Herz erfahren. 4. Nun laßt uns wachen alle Stund und solches wohl betrachten. Die Lust der Welt geht bald zu Grund; die sollen wir verachten und warten auf das höchste Gut, das uns ewig erfreuen thut. Das helf uns Christus. Amen! Job. Hesse, geb. 1490, † 1547. Mel. Vater unser im Himmelreich zc. 1540. 1. Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst undSpott, für mich am Kreuz auch end- lich starbst und mir deins Baters Huld erwarbit: Vom Tode. ich bitt durchs bit ter Lei den dein, du wollft mir Sün- oer gnädig seyn. 2. Wenn ich nun fomm in Ster- nicht mehr gedenf, aus Gnaden bensnoth und ringen werde mit mir das Leben schenk, wie du haft dem Tod, wenn mir vergeht all zugesaget mir in deinem Wort, das mein Gesicht, und meine Ohren trau ich dir: hören nicht, wenn meine 3unge nichts mehr spricht, und mir vor Angst mein Herz zerbricht, 3. Wenn mein Verstand sich nichts mehr b'sinnt, und mir all menschlich Hülf zerrinnt: so komm, Herr Christe, mir behend zu Hülf an meinem legten End und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual! 1 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt, so nimm sie, Herr, in deine Händ. Der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis sich der jüngst Tag naht herzu. 5. Ein fröhlich Urständ mir verleih, am jüngsten G'richt mein Fürsprech sey und meiner Sünd liglich. 519. 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er schon hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und ihn mitnehmen in mein Reich, da soll er dann mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach, Herr, vergib all unser Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sey, deim Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen se 405 Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 1. In Chri fti Wun- den schlaf ich ein, ja Ehri ft Blut und G'rechtig fett, 2. Damit will ich vor Gott bez fiebn, wenn ich zum Himmel werd eingebn; mit Fried und Freud ich fahr dabin, ein Gotteskind ich all geit bin Paul Eber, geb. 1511,+ 1569. 1544. die machen mich von Sünden rein, das ist mein Schmuck und Ehrenfleid, 3. Dank hab, mein Tod! du führeft mich, ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt fein; Herr Jesu, stärf den Glau ben mein! C Paul Eber, geb. 1511,+1569. 406 520. seh Vom Tode Eigne Melodie. 1. Wenn mein Stündlein vor- handen ist, mein Seel an mei nem leg- ten End so gleit du mich, Herr Jesu Chrift, mit Hülf mich nicht ver laſ. ſe; du wollst sie mir be wah ren 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, mein G'wissen wird mich nagen, denn ihr sind viel, wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen. Gedenken will ich an dein Tod, Herr Jesu, und dein Wunden roth, die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnoth und Schmerzen. 521. 1559. und soll hin- fabrn mein Straße, befehl ich dir in deine Händ, Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewigs Leben hast du mir mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben. Mein höchster Trost dein Auffahrt ist; Tod's Furcht kann sie vertreiben. Denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. Eigne Melodie. Nikolaus Hermann; † 1561. 1525. 1. Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Ster- ben. A ein zu dir steht mein Be- gier, laß mich, Herr, nicht ver der. ben; er halt mich nur in dei- ner Huld! sonst wie du willst, gib mir Geduld; dein Will. der ist Der be.. fte. 2. Zucht, Ghr und Treu verleih Worte; behüt mich, Herr, vor falmir, Herr, und Lieb zu deinem scher Lehr und gib mir hier und Vom Tode. dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, 522. Eigne Melodie. 407 verleih, o Herr, mir deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir, o Herr, ein seligs End gib mir durch Jesum Christum. Amen! Gafp. Melissander, geb. 1540, † 1591. 1. Je- su Christ, meins Lebens Licht, mein Hort, meinTroft, meinZuversicht! 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins himmlisch Paradeis. Da ist mein rechtes Vaterland, darauf du dein Blut hast gewandt. 3. 3ur Neis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat; allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! Auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich sehr der Sünden Last. Herzen schrei; hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen werden blind. 8. Dein letztes Wort laß seyn mein Licht, wenn mir der Tod das Herze bricht; behüte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 9. Dein Kreuz laß seyn mein Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heilig Grck; die reinen Grabetücher dein laß meine Sterbefleider seyn. 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein in meiner letten Lodespein: dein Blutschweiß mich tröst und erquick; mach mich frei durch dein Band und Strick. 1630. 5. Dein Hohn und Spett, dein Dornenkron laß seyn mein Ehre, Freud und Wonn; dein Durst und Gallentrank mich lab, wenn ich sonst feine Stärkung hab. 6. Dein Angstgeschrei komm mir zu Gut, bewahr mich vor der Höllen Gluth; die heiligen fünf Wunden dein laß in Angst meine Zuflucht seyn. 7. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in meinem 10. Laß mich durch deine Nägelmal erblicken meine Gnadenwahl; durch deine aufgespaltne Seit mein arme Seele heimgeleit. 11. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf mein leßte Heimfahrt bau; thu mir die Himmelsthür weit auf, wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. 12. Am jüngsten Tag erweck mein Leib; hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht treffe dein Gericht, welche daß erschrecklich Urtheil spricht. Vom Tode. 408 13. Alsdann mein Leib verneure ganz, daß er leucht wie der Sonnen Glanz und ähnlich sey deim klaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. 523. & F 14. Wie werd ich dann so fröhlich seyn, werd singen mit den Engelein und mit der Auserwählten Schaar ewiglich schaun dein Antlig klar. Martin Febemb, geb. 1557,+ 1622. Teschner. 1615. Gigne Melodie. 1. Da- let will ich dir geben, Dein sündlich, bo.ses Leben im Himmel ist gut wohnen, da 2. Rath mir nach deinem Herzen, o Iefu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon. Verkürz mir alles Leiden, stärf meinen blöden Muth, laß selig mich abscheiden, sep mich in dein Erbgut. wird Gott e wig loh. nen 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf fann ich fröhlich seyn. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Noth, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut't zu todt. 524. dem, der ihm dient all. bier. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deine offne Seit, rück fie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins Himmelsschloß; ewig ist der genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam aufs Beste ins Buch des Lebens ein, und bind mein Seel gar feste ins schöne Bündlein ein der, die im Himmel grünen und ver dir leben frei; so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sey. Balerius Herberger, geb. 1562, † 1627. Faßler? 1613. du ar ge, falsche Welt! durchaus mir nicht ge fällt; $ bin auf steht mein Be. gier: Eigne Melodie. 1. Herzlich thut mich ver lan gen weil ich bier bin um. fan. gen nach einem sel. gen End, mit Trüb fal und Elend; Vom Tode. ich bab Luft, ab. zu scheiden 8 1411 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teuf'l und Höll; es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum follt mir denn grauen vorm Tode, Höll und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein seligs Kind. 3. Obgleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, willig zu sterben dir. Ich weiß ein bessers Leben, da meine Seele fährt hin, des freu ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib wird in der Erden von Würmern zwar verzehrt, doch auferwecket werden, durch Christum schön verklärt; wird leuchten als die Sonne und leben ohne Noth in Himmelsfreud und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt gleich reizet, länger zu bleiben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, 409 von dieser ar gen Welt, sehn mich nach ew. gen Freu den; D Je su, komm nur bald. . all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte, es währt ein kleine Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. ihr Vielgeliebten mein! trauert nicht 6. Gesegn euch Gott der Herre, allzusehre über den Abschied mein, beständig bleibt im Glauben, wir werd'n in kurzer Zeit einander wies der schauen dort in der Ewigkeit. 7. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein; gib mir ein seligs Ende, send mir dein Engelein; führ mich ins ewge Leben, daß du erworben hast, durch dein Leiden und Sterben, und blutiges Verdienst. von dir, Herr Jesu Christ! Den 8. Hilf, daß ich ja nicht weiche schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mag fröhlich fingen: Gott Lob! es ist vollbracht. Christoph Knoll, geb. 1563,+ 1621. 525. Im vorigen Ton. 1. Ich hab mich Gott ergeben, o. Welt, was acht ich dein? Der dem liebsten Vater mein; hier ist kein Immerleben, es muß geschieden seyn. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dabin. Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein, mich nicht zu sehr beladen, weil ich wegfertig bin. In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber 3. Ach, selge Freud und Wonne hat mir der Herr bereit, da Chri 4.08 410) stus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meis 526. fe m Vom Tode. Hg nen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen; ich weiß von feiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt fleißig ja in Acht! In Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach. Jobanu Stegfried, geb. 1564,+ 1637. Schein. 1628. 1. Machs mit mir, Gott, nach dei- ner Güt, ver sag mir nicht, was ich dich bitt: 高 Eigne Melodie. so nimm fie, Herr, in deine Händ! Ift alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, lieber Herr; du wirst mich nicht verderben; ach, du bist ja von mir nicht fern, ob ich gleich hie muß sterben, verlassen meine lieben Freund, die's herzlich gut mit mir gemeint. und Sünd mir können nichts mehr schaden; bei dir, o Herr, ich Nettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schivinget, in deine Händ sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Noth und Trübsal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt 527. hilf mir in meinem Lei den; wenn mei- ne Seel soll scheiden, 5. Warum sollt ich denn traurig seyn, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Unschuld rein, wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Herm. Schein, geb. 1586,+ 1630. Mel. D Jesu Christ, meins 2c. 1630. 1. Sharmer Mensch doch gar nichts bin, Gott's Sohn allein ist mein Gewinn; daß er Mensch worden, ist mein Trost; er hat mich durch sein Blut er- löft. 2. Gott Bater! regier du mich Leb'n, allzeit in meinem Herzen mit deinem Geist beständiglich; laß schweb'n. deinen Sohn, mein Trost und 3. Wenn mein Stündlein vor). Vom handen ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ! denn ich bin dein, und du bist mein; wie gern wollt ich bald bei dir seyn. 4. Herr Jesu Christe, hilf du 528. ( 529.) Tode. ( 411) mir, daß ich ein Zweiglein bleiban dir, und nachmals mit dir aufersteh, zu deiner Herrlichkeit eingeh. laß fahren, was auf Er den, 2. Wie du mir, Herr, befohlen hast, hab ich mit wahrem Glauben mein lieben Heiland aufgefaßt in mein Arm, dich zu schauen. Hoff zu bestehen, will frisch eingehen vom Thränenthal zum Freudensaal; laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. sa mr dog ANIP 3001 2144 Eigne Melodie. Nil 1. Herr Gett, nun schleuß den Himmel auf, mein Zeit zum End sich nei get; ich hab vol len det meinen Laus, des sich mein Seel sehr freu et. $ sum, Von Joh. Leon, um 1607.. Hab guug ge- lit- ten, mich müd ge- strit- ten, schick mich fein zu zur ew- gen Ruh, Nach Ph. Melanchthons: nulla miser novi solatia. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm seyn. Eigne Melodie. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth; M. Altenburg. 1620. 7 will lie ber, se lig werden. 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon imFriedenzu dir fahren, befiehl mich Christo, deinem Sohn, derwirdmichwohlbewahren, wird mich recht führen, im Himmel zieren mit Kron und Ehr, will sonst nichts mehr; laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. Mich. Altenburg(?), geb. 1583, † 1640. Vulrins? 1609. 1. Chri ftus der ist mein Leben, Ster ben ist mein Gewinn; dem bab ich mich er ge ben mit Freud fabr ich da bin. durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Athem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! Vom Tode. 412 5. Wenn mir Herz und Gedanten zergehn als wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wann ihm die Flamm gebricht; 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein, nach 530. deinem Rath und Willen, wenn kommt mein Stundelein. 7. Und laß mich an dir kleben und bleiben allezeit, und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Simon Graf( 3), geb. 1603,+ 1659. Eigne Melodie. 1. Fren dich sehr, o mei. ne Seele, weil dich nun Christus, dein Her re, Aus Trüb.sal und großem Leid die fein Ohr je bat ge hö. ret, 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann, daß sein Weg ein End mög han: so bab ich gewünschet eben, daß ich enden mög mein Leben. 3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter Dornen spißig gar, also auch die Christen gehen in lauter Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind unter ungestümem Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 4. Die Welt, Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei feinem Muth. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz find unsre Tag: wann wir nur 1555. und ver- gts all Roth und Qual, ruft aus diesem Jam- mer- thal. sollst du fahren in die Freud, und in Ewigkeit auch wäh- ret. geboren werden, Jammer gnug findt sich auf Erden. 5. Wenn die Morgenröth her. leuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher streichet, Müh sich findt an allem End; unsre Thränen sind das Brod, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn hört auf zu scheinen, hört nicht auf das bittre Weinen. 6. Drum, Herr Chrift, du Mors gensterne, der du ewiglich aufgehst, sey du jetzt von mir nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöst; hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren' heut. Ach, sey du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 7. In dein Seite will ich fliehen auf meim bittern Todesgang, durch dein Wunden will ich ziehen in Vom Tode. mein himmlisch Vaterland; in das schöne Paradies, das dein Wort dem Schächer wies, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, ob mir das Gehör verschwindt, meine 3ung nichts mehr fann sprechen, mein Verstand sich nicht befinnt, bist du doch mein Licht, mein 531. 9. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, führt aus diesem Jammerthal; seine Freud und Herrlichkeit sollt du sebn in Ewigkeit, mit den Engeln jubiliren, in Ewigkeit triumphiren. Gaspar von Warnberg, um 1620. Mel. Gottes Sohn ist tommen 2c. Altkirchlich. 1531. 1. Herr, nun laß in Frie. de, dei nen Die ner fab ren se lig und im Stil. Ien, 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben; Christus mich geleitet, welchen Gott bereitet zu dem Licht der Heiden, daß uns sept in Freuden. 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, ritterlich gekämpfet, manchen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. 413 Hort, bist mein Leben, Weg und Pfort; du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 4. Thränen muß ich lassen, weinen ohne Maßen, schwere Gänge laufen, mit der Christen Haufen über Sünden klagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden; Gott will mich erlösen bald von allem Bösen; es soll besser werden, als es war auf Erden. le bens- fatt und mü. de, zu den Him.mels. schaa $$ rent, doch nach dei. nem Wil- Ien. 6. Frieden werd ich finden, ledig seyn von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr dürfen streiten; mich soll ganz umgeben himmlisch Freudenleben. 7. Mir ist beigeleget, wo man Scepter träget, eine schöne Krone zum Genadenlohne; da werd ich ergößet und zur Ruh geseßzet. 8. Mein Erlöser lebet, der mich selber hebet aus des Todes Kammer; da liegt aller Jammer; fröhlich, ohne Schrecken will er mich aufwecken. 9. Dieser Leib soll gehen und in Klarheit stehen, wenn die Todten werden erstehn von der Erden; Christum werd ich schauen, darauf kann ich trauen. 10. Shme will ich singen, Lob 414 und Ehre bringen, rühmen seine sen seinen Namen ohn Aufhören. Güte mit Seel und Gemüthe, preiAmen! 532. SOM 20De. $$$$ Eigne Melodie. du unter hältst mir auch das Le- ben; auch wieder gute Nacht muß ge- ben; 1. Ich bin ja, Herr, in dei- ner Macht, du haft mich an das Licht gebracht, du kennest mei- ner MondenBabi, weißt, wann ich diesem Jammertbal David Böhme, geb. 1605,+ 1657. das weißt du, Va. ter, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun als dich allein, der mir in meiner leßten Pein mit Trost und Rath weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode ringen? wenn allen Sin nen Kraft gebricht, thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 3. Herr Jesu, ich, dein theures Gut, bezeug es selbst mit deinem Blut, daß ich der Sünde nicht geböre. Was will von mir der Bösewicht, daß er mich schreckt mit dem 533. 1. Ich bin ein Gast auf Er. den Gericht? Komm, rette deines Leis dens Ehre. Du gibst mich nicht in fremde Hand, da du so viel an mich gewandt. 4. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du läsfest mich mein wahres Theil in deinen offnen Wunden finden. Hier lach ich aller Macht und Noth; laß kommen Hölle, Fluch und Lod, fie sollen mich nicht überwinden. Dieweil ich lebte, war ich dein; jest kann ich keines Andern seyn.s Simon Dach, geb. 1605, † 1659. guchig Haßler? 1613. Mel. Herzlich thut mich zc. der Himmel soll mir wer- Den, wo, wie und wann ich sterben soll, hier reis ich bis zum Gra be; Ibert. 1648. und hab hier fei- nen Stand; da ist mein Vater land. dort in Der ew gen Ruh Vom Lode. # ist Gottes Gna- den. ga be, 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Her zens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; manch Wetter kam entgegen und bat mir Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rath. Wie mußten sie sich plagen, in was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und 3agen sank oft ihr armes Herz! 5. Die frommen, heilgen See len, sie gingen fort und fort und änderten mit Quälen den erstbewohnten Ort; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt' in des Grabes Schoß. 6. Ich habe mich ergeben in glei. ches Glück und Leid; was will ich besser leben in dieser legten Zeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten seyn; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 7. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine 415 die schleußt all Ar. beit zu. Straßen, die zu der Heimath führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 8. Mein Heimath ist dort droben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 9. 3u dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin; je länger ich hier walle, je minder find ich Freud, die meinem Geist gefalle, das meist ist Herzeleid. 10. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel; ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wann dein Herz will; fomm, mach ein selig Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, daß wende durch deinen Arm und Kraft. 11. Was ich bisher besessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich denn binaus, und was ich hier ge= brauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgebauchet, so scharrt man mich ins Grab. 12. Du aber, meine Freude, du, meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne nebst Ändern leuchten soll. Vom Tode. 416 13. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich 534. singen von deinem großen Thun, und frei von allen Dingen in meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. Eigne Melodie. 1. Ach wie flüchtig, ach wie nich. tig Wie ein Strom beginnt zu rin- nen f so fährt un fre Beit von hinnen. 2. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unfre Schöne, sehet! 4. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Dichten! Der die Kunst hat liebgewonnen und manch schönes Werk ersonnen, ist dem Tod doch nicht entronnen. 535. ist der Menschen Leben! und mit Lau- fen nicht bält tn- nen 1661. 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schäße! Es fann Gluth und Fluth entstehen, dadurch, eh wir uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Prangen! Der im Purpur hoch vermessen ist gleich wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nich tig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, daß muß fallen und vergehen; wer Gott fürcht, wird ewig steben. Michael Frand, geb. 1609,+ 1667. 1598. Mel. Ich hab mein Sach Gott 2c. Wie We nig den. Een an die Stund 1. Wie fleucht da bin der Menschen Beit, wie ei let man zur E- wig- keit! wie schweigt da von der trå.ge Mund! von Herzens Grund, Vom Tode. 2. Das Leben ist gleichwie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütten wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn! Gib, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter 536. Hey Mel. Es ist genug 2c. 417 Noth? Lust, Ehr und Reichthum in dem Tod? O Mensch, du laufst dem Schatten zu! Das merke du, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir; o mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das seyn, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh? Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. Joach. Neander, geb. 1640,+ 1680. 2. G3 ist vollbracht! mein Jesus hat auf sich genommen meine Schuld; er selber hat am Kreuzesstamm für mich, o ungemeine Huld! gebüßet, und in Jesu Wunden hab ich die rechte Freistatt funden: es ist vollbracht! 1. Es ist vollbracht! Gott Lob, es ist vollbracht! MeinJesus nimmt mich auf. Fahr bin, o Welt; ihr Freunde, gu- te Nacht! Ich en de meinen Lauf bei Je su Kreuz mit tau- fend Freuden; ich feb ne mich, von bier zu schei- den; 3. Es ist vollbracht! weg Krankheit, Schmerz und Pein! weg Sorgen! weg Verdruß! Sein Golgatha soll mir ein Thabor seyn; mein matter, müder Fuß wird hier auf biesen Friedenshöhen frei von Beschwerd und Banden gehen; es ist vollbracht! Vet. m. Not. Ahle. 1662. es tft voll bracht! 4. Es ist vollbracht! hier schweb ich frei von Noth; wie wohl, wie wohl ist mir! Hier speiset mich der Herr mit Himmelsbrod und zeigt mir Salems 3ier; hier hör ich mit der Selgen Singen den süßen Ton der Engel klingen: es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! der Leib mag immerhin der Würmer Speise seyn; ich weiß ja, daß ich Staub und Asche bin. Gott wird mein Fleisch und Bein, wenn er die Gräs ber wird aufdecken, an jenem Tage schon erwecken; es ist vollbracht! 6. G8 ist vollbracht! Gott Lob, 27 Vom Tode. 418 es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf. Fahr hin, o Welt; ihr Freunde, gute Nacht! Ich schließe meinen Lauf und allen Jam537. Mel. D Welt, ich muß dich 2c. mer, der mich troffen. Wohl mir, ich seh den Himmel offen; es ist vollbracht! Andreas Gryphius, geb. 1616, † 1664. 1. Die Herr- lich- keit der Er den nicht Stein noch Erz be. stehn. was wir für ewig schäßen, 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen, und dieser Mund erblichen, so fragt kein Mensch, was wir gethan 3. 8 hilft fein weises Wissen; wir werden hingerissen ohn allen Unterscheid. Was nüßt der Schlösser Menge? dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dieß alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen, und saurer Schweiß erwirbt; was Menschen hier besigen, kann für den Tod nicht nüßen; dieß alles stirbet, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? wo wirst du Chr erlangen, die nicht zulegt in Trümmer fällt? 6. Wie eine Rose blühet, wenn 1598. muß Rauch und A- sche wer- den; Was uns hier kann er gößen, wird als ein leichter Traum ver- gehn. sie die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehens fällt: 7. So wachsen wir auf Erden und hoffen, groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch eh wir zugenommen und recht zur Blüthe kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 8. Wir rechnen Jahr auf Jahre indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht; drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erden sagen gute Nacht. 9. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genossen, ist wie ein Strom verflossen, und wessen wird das Künftge seyn? 10. Verlache Welt und Ehre sammt ihrer Kunst und Lehre, und ruf den Herren an, der immer Kö Vom Tode. nig bleibet, den keine Zeit vertreibet, der dich auch ewig machen fann. 11. Wohl dem, der auf ihn trauet! er hat recht fest gebauet, 538. $ 1 Eigne Melodie. 419 und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Allmacht selbst erhält. Andreas Gryphius, geb. 1616, † 1664. Ahle. 1662. 1. Es ist ge nug! so nimm, Herr, meinen Geift zu 3i. ons Geistern hin; lös auf das Band, das all. ge- mach schon reißt; be frei- e diesen Sinn, s der sich nach sei- nem Gotte seh net, der täglich flagt und nächt- lich thrä- net: 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt; die sündliche Begier mit ihrem Gift hat mich fast gar erstickt, nichts Gutes wohnt in mir. Was täglich mich von Gotte trennet, was täglich mein Gewissen brennet, des ist genug. 3. 8 ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Laft! Ich neze manche Nacht die harte Lagerstatt mit Thränen; wie lang, wie lang muß ich mich sehnen? Wann ists genug? 539. 08 es ist genug. 4. Es ist genug! wenn nur mein Jesus will, er kennet ja mein Herz; ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust abnaget, zurücke legt und zu mir saget: es ist genug. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus! Mein Jesus kömmt, nun gute Nacht, o Welt! ich fahr ins Himmelshaus, ich fahre sicher hin im Frieden; mein großer Jammer bleibt darnieden. Es ist genug! Franz Joach. Burmeister, † 1688. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. ble. 1664. 1. fiebster Ba- ter, soll es seyn, daß ich heut an die sem Ta ge leßtmals mit Gebet er schein und dir meine Noth vor trage, # ach, so ridh. te meine Sinnen nach den hohen Him- mels- jin- nen. 2. Tausend- und viel tausend- daß in deiner Kinder Zah! du mir mal sey, o Bater, hoch gepriesen, eine Stell gewiesen, daß ich dich 27* Vom Tode. 420 hab lernen kennen und in Christo Vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sey deines hohen Namens Ehre, deine Güte mancherlei, deine Kraft und wahre Lehre. Ich will dich dort ewig loben, wenn ich bin zu dir erhoben. 4. Dein Reich hast du auch zu mir hier in Gnaden lassen kommen, mich berufen und zu dir aus des Satans Macht genommen. Jesus hat mir Heil und Frieden durch sein Blut und Tod beschieden. 5. Darum wart ich mit Begier ganz getrost aufs Reich der Ehren; nichts durchaus ist mehr allhier, so mich soll davon abkehren. Komm, o König, laß erscheinen, was ich hoff und all die Deinen. 6. Deinem Willen thu ich mich ganz zu einem Opfer geben; hab ich hier nicht völliglich nach demselben können leben, so werd ich doch dort erfüllen mit den Engeln deinen Willen. 7. Täglich Brod und mancherlei, was zu meinem Stand gehöret, hast du, Vater, mild und treu mir Zeit Lebens auch bescheret. Nun du Himmelsbrod willst geben, laß ich gern dieß arme Leben. 8. Bleiben gleich die Meinen hier, die mich länger möchten sehen, weiß ich doch, daß nur bei dir steht ihr Weh und Wohlergehen. Sch befehle deiner Güte, was mir lieget im Gemüthe. 9. Nun, o Vater, laß du mir alle Schulden seyn vergeben, daß ich rein und frei zu dir fahr aus diesem Sündenleben. Jesus hat mir Gnad erworben, mit ihm ist die Schuld gestorben. 10. So vergeb ich auch gar leicht, wie du, Bater, hast geheißen. Aller Zorn und Nach entweicht, ich will lauter Lieb erweisen. Weil du, Gott, so viel erlassen, will ich Mensch auch Niemand hassen. 11. Rückt der letzte Kampf herzu, tobet heftig Sünd und Hölle, daß sie mir die Himmelsruh raub und meinen Glauben fälle, so steh du auf meiner Seiten, die Versuchung zu bestreiten. 12. Mach mich alles Uebels los, gib der Sündennoth ein Ende. Ich ergebe ganz und bloß mich in deine Vaterhände; wollest mich von allem Bösen, wie du weißt und kannst, erlöſen. 13. An dem allen zweifl' ich nicht, denn du bist der Himmelskönig. Zu dir ist die Zuversicht, Welt und Höll ist dir zu wenig; deine Kraft wird nie vergehen, deine Herrschaft ewig stehen. Veit Ludwig von Seckendorf, geb. 1626, † 1692. 540. f 1. So fomm, gelieb- te Todesstund, komm, Ausgang meiner Lei den; ich jeuf je recht von Herzensgrund nach je. nen Himmelsfreu. den. Mel. D Herre Gott, dein göttlich zc. " 1527. Vom Tode. Ach, liebster Tod, komm bald ber- an, 3. Doch, Jesu, deine Liebe macht mir alle Furcht verschwinden; ich werd in dieser Todesnacht dich, Lebensfürsten, finden. Ich finde, ja ich halte dich, mein Leben, mein Verlangen; mein Leben, du wirst selber mich mit deinem Licht umfangen. 4. Drum sterb ich nicht in die sem Tod, der Tod ist nur mein Leben; nach kurzem Kampf, nach kurzer Noth ist dort ein ewig Schweben voll Herrlichkeit, voll Ruh und Freud, voll Fried, voll Trost und Wonne, voll Seligkeit, wo allezeit Gott selber ist die Sonne. 5. Der Herzog meines Lebens ist durch Tod zum Leben gangen, und ich werd auch zu meinem Christ auf diesem Weg gelangen. Der lepte Schritt zur Seligkeit geschieht durch selig Sterben. Ist er, mein Haupt, in Herrlichkeit, wie soll sein Glied verderben? 421 in weißen Klei- dern an ge.than vor Got- tes Thron zu pran- gen. 2. Ihr schwachen Glieder scheut den, wirf alles Eitle willig hin; euch zwar, so früh entseelt zu wer- die Erd muß Erde werden. Die den; die Seele selber kann nicht Seele bleibt in Gottes Hand in gar ohn alle Pein der Erden, dar- ewigem Vergnügen, das Menscheninnen sie bisher gelebt, den letzten weisheit und Verstand zu fassen Abschied sagen; bald ist sie freu- nicht genügen. denvoll, bald schwebt sie wieder voller Zagen. 7. An uns stirbt nichts als Sterblichkeit, wir selbst sind unverloren; der Leib wird nur der Last befreit und himmlisch neu geboren. Denn was man hier verweßlich sät, was hier verdirbt im Dunkeln, das wird, sobald es aufersteht, voll Glanz und Schönheit funkeln. 8. Drum gebt, ihr schwachen Glieder ihr, euch willig hin der Erden; es wird von eurer Zahl und Zier ja nichts verloren werden. Der Leib, der vormals mich bedeckt, wird dort mich wieder kleiden, wenn ich, in meinem Fleisch erweckt, be= schaue Gott in Freuden. 6. Drum zage nicht, mein schwacher Sinn, verlaß den Leib der Grich war te mit Ver lan- gen, 9. Dem ich im Glauben hier gedient, der wird mich dorthin bringen, wo tausend, tausend vor mir find und ewig Heilig! fingen. D Herrlichkeit, wie find ich mich, wenn engelreine Seelen mit dem verklärten Leibe sich vor Gottes Stuhl vermählen! 10. Gott selbst mit seinem Angesicht wird ewig mich erquicken; ihn werde ich in seinem Licht zur Wonne mir erblicken. Und was 422 Vom Tode. all meine Lebenszeit von ihm mir der Ewigkeit vor meinen Augen Guts geschehen, das wird im Licht stehen. Phil. Jat. Spener, geb. 1635, † 1705. 541. 1715. Eigne Melodie. 1. Wer weiß, wie nah. e mir mein En.de! Ach, wie geschwinde und be. hen.de Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, 2. 3 kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, und wenn ich einmal sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sey für und für und seufze stets in allen Fällen: Herr, wie du willt, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, mache nur mit meinem Ende gut. 5. Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer diese Welt; gib, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sey vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jesu bin geht dießeit, her kommt der Tod. fann kommen meine To. des noth! machś nur mit meinem En de gut. zu, darin ich mich fest glaubig winde; das gibt mir die ersehnte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sey Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 8. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Lauf; daher bist du mir auch gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kann er meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 10. So fomm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Blut Bom Tode. schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 11. Ich leb indeß mit dir vergnüget und sterb ohn alles Kümmerniß; mir gnüget, wie mein 542. f 423 Gott es füget, ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut. Aemilie Juliane von Schwarzburg, Rudolstad:(?), geb. 1637,+ 1706. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Grüger.( 1653.) 1658. 1. Lieb.fter Se- fu! laß mich nicht, schau auf mich, wenn ich muß tämpfen. wenn der Tod die Glie der bricht, hilf, daß ich ihn möge dämpfen. 4. Süßer Jesu! laß mich nicht, wenn du siehst, ich soll gesegnen; führe mich, du bist mein Licht, laß die Engel mir begegnen, daß sie 543. und durch dei nen Kreuzes. tod 2. Treuer Jesu! laß mich nicht, denn du bist ein Arzt der Schwachen; ja, du hast dich mir verpflicht, daß du willt mich selig machen; meine Kräfte neigen sich, o mein Jesu! stärke mich. 3. Starker Jesu, laß mich nicht, weil ich doch an dir nur hange; mich erschreckt zwar das Gericht, und die Sünde macht mir bange; aber dein Verdienst und Huld decket alle meine Schuld. über win den al le Noth. mich zur süßen Ruh tragen nach dem Himmel zu. 5. Treuer Jesu! laß mich nicht, denn ohn dich will ich nicht sterben; Niemand, wie dein Mund selbst spricht, kann chn dich den Himmel erben; darum bleib, ach bleib in mir, daß ich selig sterb in dir. 6. Jesu! laß auch diese nicht, so dann bitter um mich weinen; laß dein gnädig Angesicht ihnen stets mit Trost erscheinen; zeuch sie aus dem Ungemach endlich in den Himmel nach! Bach. Herrmann, geb. 1643. † 1716. Mel. Wer weiß, wie nabe 2c. 1. Ich ster. be täglich), und mein Leben Wer kann mir einen Bür- gen ge- ben, 1715. eilt immerfort zum Grabe hin. ob ich noch morgen le- bend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt ber; ac, wer nur immer fer- tig wär! 424 Vom Tode. 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden tråget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schleußt Keinen aus; mein Leib ist auch ein Todtenhaus. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten; er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Reich der Todten; wohl dem, der Hauß und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt; hilf, daß ich jeden Seigerschlag an meinen Abschied denken mag. 5. Es fann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war. Den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Todtenbahr. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 544. 2 6. Ein einzger Schlag fann alles enden, und Fall und Tod beisammen seyn. Doch schlage nur mit Vaterhänden und schleuß in Christi Tod mich ein, daß, wann der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Herz sich schleußt. Drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. 8. Kann ich die Meinen nicht gesegnen, so segne du sie mehr als ich. Wenn lauter Thränen mir begegnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich seyn. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig seyn. Benj. Schmold, geb. 1672,+ 1737 Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Grüger.( 1653.) 1658. 1. Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe; und wie we.nig ists vielleicht, das ich noch zu le- ben ha. be? Denk, o Mensch, an dei nen Tud, säume nicht; denn Eins ist notb. wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen. Bom Tode. das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern 545. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 420 nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind ihn durch Bertraun, sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich stets bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Christ. Fürcht. Gellert, geb. 1715, † 1769. Teschner. 1615. 1. Die auf der Er.de wal.len. die Sterb lidhen sind Staub. Sie blüh- en auf und fallen, des To des fich- rer Raub. Ber bor. gen ist die Stun. de, Doch je de, je de Stun. de . 2. Getroft gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spöt ter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter, erzittert und verzagt. 3. Wann diese Bahn zu gehen, dein Will einst mir gebeut, wann nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, wann meine Kräfte beben, und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! da Gottes Stimme ruft: bringt näher uns der Gruft. 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst. Und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast. 5. Des Himmels Wonn und Freuden faßt nie ein sterblich Herz. O Troft für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todesüberwinder sey ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank. Vom Tode. 426 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die aufgelöst zu werden mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es Gott 546. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Grüger.( 1653.) 1658. 1. Geht nun bin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns mü- de; von der Er de scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Frie- de, 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wann die Winde drüber wehn. zu geben, wann er, ihr Herr, gebeut, gehn sie getrost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Aus dem bayr. Gesangbuche v. 1811. denn mir ruft die süße Ruh 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet; lege felbst mich nun hinein in das Bette fonder Pein. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden sind nur Leiden, deine Schönheit Unbestand, citel Wahn und Trug und Land. 5. Darum leste gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht! Denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr erbleichet ganz. 6. Ihr, die nun in Trauer geht, von den Engeln dro.ben zu. fahret wohl, ihr lieben Freunde; was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann ewig seyn. 7. Weinet nicht, daß ich nun will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrthum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Theil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilges Blut floß der ganzen Welt zu Gut. 9. Beint nicht! Mein Erlöser lebt; hoch vom finstern Grdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Eraft Moriz Arndt, geb. 1769. 547. Vom Tode. Tod und Begräbniß von Kindern. Mel. Ermuntre dich, mein 26. 1. Du bist zwar mein und bleis beft mein; wer will mirs an- ders sa- gen? Doch bist du nicht nur mein allein; der Herr von ew- gen Za. gen dich, o mein Kind, mein Wil. le, 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut ewiglich mir wünschen und erwählen. Ich wollte sagen: Bleib bei mir; du sollst seyn meines Hauses Bier; an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. 427 der hat das mei ste Recht an dir, der fordert und er hebt von mir 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Muth; in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr; Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, draus Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. Schop. 1641. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn; und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel folle leben. Ich sprech: ach weh! mein Licht verschwindt; Gott spricht: willkomm, du liebes Kind; dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. mein Herz und Wun- sches Fül. le. 5. O süßer Rath, o schönes Wort, und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein, Unglück und kein Kränken, teir Angst, kein Mangel, kein Versehn; bei Gott kann Keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und lie bet, wird nimmermehr betrübet. 6. Ach, sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, Gottes Namen chren, der heilig, wenn deine Sinne sich erhöhn und heilig, heilig ist, durch den auch du geheiligt bist; ich weiß, ich würde müssen vor Freuden Thränen gießen. 7. Nun es sey ja! und bleib also: ich will nicht um dich weinen; du lebst und bist von Herzen froh, fichst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh, da leb und bleib nur immerzu; wills Gott, werd ich mit Andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 428 548. 要$$ Vom Tode. Mel. Herzlich thut mich 2c. 1. So hab ich ob ge sie get; mein Lauf ist nun vollbracht. $ 8 Ich bin gar wohl ver gnü get; Ibr a. ber, mei. ne Lie ben, thut nicht so äng. ftig. lich. Was wollt ihr euch be trů. ben? 2. Denkt, Vater, wie viel Sorgen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann widerfahren, das fürchtet, der es liebt; den Kummer könnt ihr sparen, drum seyd doch unbetrübt. 3. Ach, Mutter, laßt die Zähren, stellt euer Klagen ein, des Höchsten sein Begehren das muß erfüllet seyn; warum ihr jezo weinet und gar so kläglich thut, das ' st sehr wohl gemeinet: Gott machet alles gut. Haßler? 1613. 4. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Reis hinleget und kommet glücklich an, die Freude, die empfindet ein Schiffer, wenn er schier ein sichern Hafen findet, die spür ich jetzt bei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmer zen, fahr immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand; zu tau send gu ter Nacht! Stebts doch sehr gut um mich. mich trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 6. Die noch auf Erden wallen in irrthumsvoller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewigfeit. Viel besser, wohl gestore ben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. 7. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegsmann prangt. Aus jenen Himmelslenzen hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werthe Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. kuna 8. Noch neßet ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir; euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab; die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 9. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit. Will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 429 daß Leid und sprecht: Gott hats Daß es sobald geschehen, thut Gotgegeben, Gott nimmts! er hat es tes Baterhand. Gott wird das Recht, bei ihm steht Tod und Le- Leid euch stillen; ich sterbe nicht zu ben; der Mensch ist Gottes Knecht. jung; wer stirbt nach Gottes Wil10. Daß ihr mein Grab müßt len, der stirbt schon alt genung. sehen, zeigt unsern schwachen Stand. Gottfr. Wilhelm Sacer, geb. 1635, † 1699. 549. Mel. Es ist genug 2c. el 1. Beuch hin, meinkind! denn Gott selbst fordert dich aus die fer ar- gen Welt. dein Tod be trů bet mich; doch weil es Gott ge- fällt, Ich lei de zwar, $ 19 so un ter laß ich alles Kla- gen und will mit stil. lem Geiste sagen: 2. 3euch hin, mein Kind! der Schöpfer hat dich mir nur die Welt gelichn. Die Zeit ist weg; darum befiehlt er dir, jest wieder abzuziehn. Seuch hin! Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß geschehen; zeuch hin, mein Kind! 550. ਨੂੰ 3. 3euch hin, mein Kind! im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird fein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Aengsten schweben; dort kannst du ewig fröhlich leben; zeuch hin, mein Kind! Able. 1662. Beuch hin, mein Kind! 4. 3euch hin, mein Kind! wir folgen alle nach, so bald es Gott gefällt. Du eilest fort, eb dir das Ungemach verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude; zeuch hin, mein Kind! 5. 3euch hin, mein Kind! die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seelchen ist entbunden, du hast im Herren überwunden: zeuch hin, mein Kind! Gottfr. Hoffmann, geb. 1658,+ 1712. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Eigne Melodie. 1. Es ist gewißlich an der Zeit, in feiner großen Herrlich keit, 1535. daß Gottes Sohn wird kom- men zu richten Bös und From- men. 458 auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Dann wird das La- chen werden theur, wann alles wird ver- gehn im Feur, wie Petrus da von schreibet. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welte Ende. Darauf bald werden auferstehn all Todten gar behende. Die aber noch das Leben han, die wird der Herr von Stunde an verwandeln und verneuen. 3 Darnach wird man ablesen bald ein Buch, darin geschrieben, was alle Menschen, jung und alt, auf Erden han getrieben; da dann gewißlich Jedermann wird hören, was er hat gethan in seinem ganzen Leben. 4. D weh demselben, welcher hat des Herren Wort verachtet, und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut getrachtet. Der wird fürwahr gar kahl bestehn und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 551. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd eingezeichnet funden. Daran ich denn auch zweifle nicht; denn du hast ja den Feind gericht und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Fürsprecher sey, wenn du nun wirst erscheinen, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen, auf daß ich sammt den Brüdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns haft erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage! Den Leuten wird auf Erden bang von wegen vieler Plage. Komm doch, komm doch, du Richter groß, und mach uns bald in Gnaden los von allem Uebel. Amen! Barth. Ringwaldt, geb. 1530, † 1598. Jalat 1599. fughed Eigne Melodie. 1. Wa chet auf, ruft uns die Stim- me Mit ter nacht heißt die je Stun. de; der Wächter sehr hoch auf der Binne; sie ru- fen uns mit bellem Munde: wach auf, du Stadt Jeru. ja 1em! . wo seyd ihr klu- gen Jung- frau en? Wohl auf, der Bräutgam kömmt! B stebt auf, die Lam- pen nehmt!$ al le. lu. ja! Macht euch bereit 1 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. ibr müs set ihm entgegen gehn. S zu der Hochzeit; 2. Zion hört die Wächter singen; das Herz thut ihr vor Freuden springen; sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden start, von Wahrheit mächtig; ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hostanna! Wir folgen all zum Freudensaal das Halleluja für und für. und halten mit das Abendmahl. 552. 3. Gloria sey dir gefungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen find die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir Eigne Melodie. 431 Weit u ber Berg und Tha. Ie, Phil. Nicolai, geb. 1556,+ 1608. 1. Se ru sa lem, du hoch- ge- bau- te Stadt, wollt Gott, ich wär in dir; schwingt es sich ů. ber al.= le 2. O schöner Tag und du viel schönste Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust, mit freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland? 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft, so wunmein sehn- lich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Melch. Frant? 1663. weit ü. ber bla- ches Feld und eilt aus dieser Welt. derlich die Stätt der Element, fährt auf Elid Wagen mit großer Engelschaar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, sey nun gegrüßet mir, thu auf die Gnadenpfort; wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit 432 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schaar kommt dort gezogen schon? Was auf der Erd von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Thranenland; Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 553. ME= 7. Wann dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine man singt in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit, 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön auf Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und lieblichen Getön sich regt der Freudensaal, mit hunderttausend 3ungen, mit Stimmen noch vielmehr, wie von Anfang gesungen das große Hime melsheer. Joh. Matth. Mevfart, geb. 1590.+ 1642. 3. Grüger. 1649. Mel. Dwie selig feyd zc. 1. wie mögen wir doch unser Leben Ruh und tausend Freu. Den? 2. Müssen wir nicht auch nach kurzen Jahren zu den Todten in die Grube fahren? Es wird geschehen, daß ein Jeder seinen Lohn soll sehen. 3. Wenn die Welt ihr Ende nun genommen, und der Richter wird vom Himmel kommen, der wird entdecken alles, was wir meinten zu verstecken. 4. O was wird er für ein Urtheil fallen, wenn er unser Thun wird vor sich stellen, wenn er wird ib rer Luft er ge: ben, und uns selbst scheiden so der Welt und von der Frommen finden, wie wir hie gelebt in lauter Sünden? 5. D Herr Christe, wollest meiner schonen, und mir Sünder nach Verdienst nicht lohnen! Ich will verlassen alle Welt und ihre Lüfte Hassen. 6. Forthin soll mein Leben dir zu Ehren nimmer sich von deinem Wort abkehren. Dein will ich bleiben; keine Welt soll mehr von dir mich treiben. 7. Deine Gnadenthür steht Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 433 len offen, die auf dich in diesem deine Wunden, da ich meinen SünLeben hoffen; die ohn dich sterben, müssen dort mit Leib und Seel verderben. den Rath gefunden; dein Kreuz und Leiden führet mich zu wahren Himmelsfreuden. Heinrich Albert, geb. 1604,+ 1668. 8. Darum schließ ich mich in 554. Im vorigen Ton. 1. O wie selig seyd ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seyd entgangen aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Sammer. Kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle 555. fe Thränen; habt das schon, wornach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was durch Keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hie bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen; lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach, geb. 1605, † 1659. Crüger. 1653. Eigne Melodie. An fang fon der En.de! nicht, wo ich mich hin wen- de; 1. Ewig- feit, du Donnerwort! DEwig- feit, Zeit ohne Zeit! O Schwert, das durch die Seele bohrt! Ich weiß vor gro- ßer Trau- rig- keit mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gau men klebt. 2. Kein Unglück ist in aller 3. DEwigkeit, du machst mir Welt, das endlich mit der Zeit nicht bang! O ewig, ewig ist zu lang! fällt, und ganz wird aufgehoben. hier gilt fürwahr kein Scherzen. Die Ewigkeit hat nur kein Ziel; Drum wenn ich diese lange Nacht fie treibet fort und fort ihr Spiel, zusammt der großen Pein betracht, läßt nimmer ab zu toben. Ja, wie erschreck ich recht von Herzen. Nichts mein Heiland selber spricht: ihr ist zu finden weit und breit fo Wurm und Feuer stirbet nicht. schrecklich, als die Ewigkeit. Pet. m Not. 28 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 434 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht; wie strafest du den bösen Knecht so hart im Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du die lange Pein bestellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen! Betracht es oft, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermuntre dich, vers lornes Schaf, und beßre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe 556. f Eigne Melodie. Zeit; es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag. Wer weiß doch, wann er sterben mag? 6. Ewigkeit, du Donnerwort! O Schwert, das durch die Seele bohrt! O Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wann es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Johann Rift, geb. 1607,+ 1667. Hinge? 1690. 1. Al le Menschen müs- sen sterben, alles Fleisch ver- geht wie heu; was da le bet, muß ver.der- ben, soll es an ders wer den neu; dieser Leib der muß ver we sen, wenn er an ders soll ge ne sen der so großen Herrlichkeit, 2. Drum so will ich dieses Leben, wann es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnoth ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben: drum fahr ich mit Freud dahin, hier aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreieinigkeit. die den From- men ist bereit. 4. Da wird seyn das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, stehen da vor seinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hobe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen fizet die ge zwölfte Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. D Jerusalem, du schöne, ach auferpegung, Strays and civiyey seven. wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in fanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne! jepund gehet auf die Sonne, jepund gehet an der Lag, der fein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket 557. Eigne Melodte. 100 diese große Herrlichkeit; jepund werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid; mit der goldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Johann Georg Albinus, als geb. 1624, † 1679. 1. Welt, a. de, ich bin dein mü de, ich will nach dem Himmel zu; 2. Wenn ich werde dahin kom men, bin ich aller Krankheit los, und der Traurigkeit entnommen, ruhe sanft in Gottes Schoß. In der Welt ist Angst und Noth, endlich gar der bittre Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. Rosenmüller. 1649. da wird seyn der rechte Frie. de und die stolze See len ruh. 3. Was ist hier die Erdenfreude? Nebel, Dunst und Herzeleid; hier auf dieser schwarzen Haide find die Lafter ausgestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöne finget Gottes auserwählte Schaar. Heilig, Heilig, Heilig! klinget in dem Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lau ter i tel. feit; S in dem Himmel al le zeit Friede, Ruh und Se lig feit. Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn und ein steter Jammerton; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 5. Nichts ist hier denn lauter Weinen, keine Freude bleibet nicht; will uns gleich die Sonne scheinen, so verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Noth, Sorgen und der bittre Tod; in dem Himmel allezeit Friede, Rub und Seligkeit. 6. Nun es wird dennoch geschehen, daß ich auch in kurzer Zeit meinen Heiland werde sehen in der großen Herrlichkeit. Denn bei uns ist lauter Noth, Müh und Furcht 28* 400 ausschung, Velicht und ewiges reven. zuletzt der Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 7. D, wer nur dahin gelanget, wo jegund der schöne Chor in vergüldten Kronen pranget, und die Stimme schwingt empor! Denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Thun ist Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr? daß ich mich doch mög 558. f besprechen mit dem Schönsten für und für. Welt, du hast nur Sturm und Streit, lauter Qual und Traurigkeit; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 9. Jest will ich mich fertig machen, daß mein Thun vor Gott besteh, daß, wenn alles wird zerkrachen, es heißt: tomme, und nicht: geh. Welt, bei dir ist Angstgeschrei, Sorge, Furcht und Heuchelei: in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. Joh. Gg. Albinus, geb. 1624,+ 1679. Grüger.( 1653) 1658. Eigne Melodie. 1 1. Jesus, meine 3u versicht Die ses weiß ich; sollt ich nicht was die Ian ge To des. nacht 2. Jesus, er mein Heiland, lebt. Ich werd auch das Leben schauen, seyn, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden. Meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. und mein Hei- land, ist im Leben. da rum mich zufrieden ge. ben, mir auch für Ge. dan fen macht? 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich gläube; Gott wird werden angeschaut dann von mir in diesem Leibe, und in diesem Fleisch werd ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Nur die Schwachheit um und an wird von mir seyn abgethan. 4. Ich bin Fleisch und muß da- 7. Was hier kranket, seufzt und her auch einmal zu Aschen werden; fleht, wird dort frisch und herrlich das gesteh ich, doch wird er mich gehen. Irdisch werd ich ausgesät; erwecken aus der Erden, daß ich himmlisch werd ich auferstehen. Hier in der Herrlichkeit um ihn seyn geh ich natürlich ein; nachmals mög allezeit. werd ich geistlich seyn. 437 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 8. Seyd getrost und hocherfreut! wird Schwachheit und Verdruß lieJesus trägt euch, meine Glieder; gen unter eurem Fuß. gebt nicht Statt der Traurigkeit! sterbt ihr, Jesus ruft euch wieder, wenn die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 9. Lacht der finstern Erdenkluft; lacht des Todes und der Höllen! denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann 559. Mel. Valet will ich dir ze. 10. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu seyn. 1. Er mun tert euch, ihr Frommen, jeigt eurer Lam- pen Schein! Der A. bend ist ge- fom men, die fin- stre Nacht bricht ein. Es hat sich auf ge. ma chet S auf! be tet, fämpft und wa. chet, 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Del, und seyd des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel; die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah; begegnet ihm im Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsgenossen! der Bräutgam ist nicht weit. Louise Henriette, Churfürstin von Brandenburg, geb. 1627, † 1667. Teschner. 1615. 4. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen; der schönte Frühlingsschein verheißt Erquidungszeiten; die Abendröthe zeigt der Bräu ti gam mit Pracht; . S bald ist es mit: ter nacht. den schönen Tag von weiten, davor das Dunkle weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Geberden und seyd nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seyd, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit leben und regieren, und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphiren in curer Siegeskron. 7. Hier sind die Siegespalmen; hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Waizenhalmen im Frieden nach 438 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. dem Streit und nach den Winter- erwünschte Sonne, und fördre deitagen; hier grünen die Gebein, die nen Lauf! O Jesu, mach ein Ende dort der Tod erschlagen; hier schenkt und führ uns aus dem Streit; wir man Freudenwein. heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laur. Laurentii, geb. 1660, † 1722. 8. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf; geh auf, 560. Mel. O Jesu Chrift, meins 2t. 1. Sündenmensch, be- denk den Tod, 1630. der leß- ten Stun- de AngstundNotb; 1 mach dich mit wab- ter Buß bereit, 2. Besißest du die ganze Welt mit höchster Ehr und allem Geld, erfreut es dich ein kleine Zeit und dienet nicht zur Ewigkeit. zu le ben in der G. wig feit. Schuld, die wider deine Seele streit: so bist du frei in Ewigkeit. 3. Erschallt in deinen Ohren nicht: ihr Todten, kommet vor Gericht? Ist doch der jüngste Tag nicht weit, dem folgen wird die Ewigkeit. 5. Unzählig ist der Sternen Heer, die Tropfen und der Sand am Meer; doch haben sie Maß, Ziel und Zeit und gleichen nicht der Ewigkeit. 6. Besinn und denke fort und fort, was ewig! für ein Donner4. Wenn du begehrest Gottes wort. Ach, feiner Zeiten Zeit beHuld, so meid der Sünden schwere freit dich von der ewgen Ewigkeit. 561. Mel. Jesus, meine 3uversicht 2c. Grüger.( 1653) 1658. 1. Himmel- an geht un- fre Bahn; wir sind Gä ste nur auf Erden, bis wir dort nach Ka na an durch die Wüste kommen werden. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist! denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erleHier ist unser Pilgrims stand, dro- ben un fer Ba ter land. sen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung bin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 439 weist mir den Ort der Ruh, wo denn ihr Licht ist viel zu klein geich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. gen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach himmelan! das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelsluft vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benj. Schmolck, geb. 1672, † 1737. Teschner. 1615. 4. Himmelan! denk ich allzeit, wann er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 5. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; 562. Mel. Valet will ich dir zc. 1. Ich geb zu deinem Gra- be, du gro. Ber weil ich die Hoffnung habe, daß du mir wie man fann fröhlich ster. ben auch mit den Himmels. er. ben 2. Du liegest in der Erde und haft sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was zu dem Staube kehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu, so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seiten steht. 4. Dein Grab war wohl verD.ster. fürst, zeigen wirst. und fröhlich auf. er stehn, eins Land des Lebens gehn. siegelt, doch brichst du es entzwei; wenn mich der Lod verriegelt, fo bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich 440 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. dir ergeben in meiner leßten Noth. ich fröhlich steigen, bis daß ich eins Ich will mein Bette machen in gefehrt in Salems Friedenshäuser; deine liebe Gruft; da werd ich schon da heißts: Halleluja! da trägt erwachen, wenn deine Stimme rust. man Siegesreiser; ach, wär ich nur 7. Du wirst den Delberg zeigen, schon da! wo man gen Himmel fährt; da will Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. 563. Mel. Unser Herrscher, unser ze. Neander? 1680. 1. Je rusa. lem, du schöne, da man Gott beständig ehrt und das himm- lische Ge to ne: Heilig, Sci- lig, Hei- lig! hört; ach, wann komm ich doch ein- mal 2. Ach, wie wünsch ich, dich zu schauen, Jesu, liebster Seelenfreund, dort auf deinen Saleméauen, wo man nicht mehr flagt und weint, sondern in dem höchsten Licht schauet Gottes Angesicht! 3. Komm doch, führe mich mit Freuden aus der Fremde hartem Etand; hol mich heim nach vielen Leiden in das rechte Vaterland, wo dein Lebenswasser quillt, das den Durst auf ewig stillt. 4. O der auserwählten Stätte, o der Wohnung voller Zier! Ach, daß ich doch Flügel hätte, mich zu schwingen bald von hier nach der 564. Im obigen Ton. 1. Wer sind die vor Gottes wann er seinen Feind geschlagen, Throne? was ist das für eine hingestrecket in den Sand? WelSchaar? träget jeder eine Krone, cher Streit und welcher Krieg hat glänzen wie die Sterne klar; Hal- gezeuget diesen Sieg? leluja fingen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, hin zu deiner Bür- ger Zahl? neuerbauten Stadt, welche Gott zur Sonne hat! 5. Soll ich aber länger bleiben auf dem ungestümen Meer, wo mich Sturm und Wellen treiben durch so mancherlei Beschwer, ach, so laß in Kreuz und Pein Hoffnung meinen Anker seyn. 6. Laß dein Angesicht nur winken, so ist Wind und Meer gestillt. Christi Schifflein kann nicht sinken, wär das Meer auch noch so wild; obgleich Mast und Segel bricht, läßt doch Gott die Seinen nicht. Nach Friedr. Courad Hiller, aus dem Württemberger Gesangbuch. 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, das bestäubet Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. teine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo find diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gerungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod bezwungen, folgend nicht dem sündgen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel erlitten Trübsal, Schmerzen, Angst und Noth, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End; Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind 3weige eines Stammes, der uns Huld und Heil ge bracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligthum. 565. . 441 8. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gebet ich zu dir wende, weil ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit; treibe, Herr, die Feinde weit. 9. Hilf mir in dem Kampfe fies gen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Noth, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 10. Daß mein Theil sey bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnentnommen, als dein dir getreues lich sind, daß auch ich der Noth Kind dann, genahet zu dem Thron, nehme den verheißnen Lohn. 11. Weiches Wort faßt diese Wonne, wann ich mit der heilgen Schaar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne flar! Amen, Lob sey dir bereit, Dant und Preis in Ewigkeit! Heinr. Theobald Schend, † 1727. Mel. Wachet auf, ruft zc. e 1. Se lig sind des Himmels Er. ben, die Todten, die im Her- ren sterben, Nach den legten Au- gen bli den des Todesschlummers folgt Entzücken, zur Auf. er steb.ung ein geweiht. folgt Won ne der Un- sterb- lich. feit. 1599. Im Frie den rub.en fie, Tos von der Er. de Müb. Ho si an na! vor Gottes Thron, au seinem Sohn, begleiten ihre Wer fe fic. 442 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 2. Dank, Anbetung, Preis und die Sonne scheint uns alsdann; Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sey dir, Versöhner, Jesu Christ! Shr, der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sant, wie wir, ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hats vollbracht! nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne seyn. er ist die Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkel, nicht von fern Nun weinen wir nicht mehr, das Alte ist nicht mehr, Halleluja! Er sank hinab, wie wir, ins Grab. Er ging zu Gott, wir folgen ihm. Friedr. Gottlieb Klopstod, geb. 1724,+ 1803. 3. Nicht der Mond, nicht mehr 566. Mel. Es ist gewißlich an 2c. the 1. Groß wird des Sün- ders E.lend seyn, un end- lich schwer zu tragen. Ach, unter des Ge- wis- sens Pein wird seine See le za gen, wann ihn, den nichts zur Buße weckt, zur Rechen- schaft ihn for. dert. 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden find in dem Dienst der Eitelkeit vergebens ihm verschwunden! Er hat des Lebens 3weck verfehlt, o welche Reu ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes eitle Gut, worauf sein Wunsch sich lenkte? wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, womit er Andre kränkte? Gebeugt ist jetzt sein troßig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 1535. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erder Tag des Weltgerichts erschreckt, wählte; nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Nichters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und selber sein Gewissen spricht: Du bist ein Uebelthäter! Von Gottes Angesicht verbannt, fühlt er, was sonst er frech verkannt: Gott ist gerechter Richter. 6. Sünder, sichre Sünder, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch Wahn bethören, zur Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Begrung sey noch immer Zeit, und fern sey noch die Ewigkeit, fern des Gerichtes Strafe. 7. Sie kömmt, ihr mögt, was Gott euch droht, bezweifeln oder 567. 443 glauben; und leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Behrung rauben. Seßt noch will Gott Erbarmer seyn, will eure Sünden noch verzeihn. O suchet seine Gnade! Joh. Christi. Grot, geb. 1733,+ 1800. Grüger. 1653. Mel. Ewigkeit, du zc. 1. Der unsre Menschbeit an sich nabm, als er uns ju ver föhnen kam, nicht fern ist seit ner 3u- funft Zeit, in al ler seiner Herrlichkeit $ tommt einft zu rich ten wie der; steigt Je sus dann hernie der; . $ Der Tag des Schre- dens nab. et fich! 2. Warum verzeucht er? fragt der Spott. Wo bleibt der Sünden Nächer, Gott? Hört, Sünder, börtö mit Beben: euch, die ihr frech ihm widerstrebt und in der Bosheit ficher lebt, zur Beßrung Frist zu geben! Doch bald ist euer Maß erfüllt; bald kommt der Richter und vergilt! 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird euch, wann der Richter droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Zorné decken; denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchterlich. ver- nimms, o Welt, und begere dich! 4. Wann furchtbar seiner Donner Schall und tonender Posaunen Hall der Erde Grund erschüttern, und plößlich nun der Bau der Welt wankt, trachend stürzt, in Trümmern fällt, wann selbst die Himmel zittern, und vor den Richter hingerückt der Spötter glaubet und erschrickt: 5. Dann ist nicht mehr zur Bußé Zeit; wo werdet ihr Barmherzigkeit und Gnad und Rettung finden, die ihr der Bosheit Maß noch häuft? Fühlt, eh euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden, daß ihr nicht selbst euch einst verflucht und in Verzweiflung Lindrung sucht. 6. Mein Herz erschricht; es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir, ich bin ein Missethäter! Begnadige, wenn dein Gericht auch mir mein ewig Urtheil spricht, mich, Herr, den Uebertreter! Du, der die Sünder nicht verstößt, du, Jesu, hast auch mich erlöst! 7. Tag Gottes, Tag der Ewigkeit, du predigst uns den Weith der Zeit laut mit des Donners Stimme! Reizt, Menschen, nicht 444 durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht schnell ergrimme; denn schrecklich Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 568. fre wird der Sünder Pein, und groß der Frommen Wonne seyn! Gottfr. Bened. Funt, geb. 1734,+ 1814. Mel. Straf mich nicht zc.( Rofenmüller 1655?) 1694 1. Herr, ich bin dein Eigen- thum, dein ist auch mein Leben; mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mirs ge ge. ben. Bä. ter. Itch führst du mich. meinem Biel ent- ge. gen. 2. Ginst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, und ich soll zur Rechenschaft dann gerufen werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten; du, du willst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe! Wehe mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet! 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben! Möcht ich immer meiner Pflicht treu zu bleiben streben! daß ich nie thöricht sie außer Augen sege, nie sie frech verlege. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft, nur, was gut ist, wählen. -Oes auf des Lebens We. gen Gib, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute darauf vorbereite. 6. Beigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflehe. Wann der Tød schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ichy, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: such in mir dein Leben, dann ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Gerichts werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben. Balth. Münter, geb. 1735, † 1793. Register. [ Nach den Nummern der Lieder.] Nr. Ach bleib bei uns, Herr Jesu.. 314 Befiehl du deine Wege 21 24 301 405 Ach bleib mit deiner Gnade Ach Gott des Himmels, laffe 28 Ach Gott, erhör mein Seufzen.. 408 Ach Gott, gib du uns deine... 22 Ach Gott und Herr, wie groß.. 338 Ach Gott, verlaß mich nicht. Ach, Gott vom Himmel. Ach Gott, wie manches Ach, Herre, du gerechter Gott... 506 Ach wie flüchtig, ach wie nichtig. 534 Ach, wie heilig ist der Ort.. 173 Ach, wir armen Sünder 91 Ach, wundergroßer Siegesheld... 140 Allein Gott in der Höh..... Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 337 Alle Menschen müssen sterben 556 Alles ist an Gottes Segen. Als Jesus an dem Kreuze 164 260 106 .... 110 443 Das alte Jahr ist nun dahin... 52 32 72 Das alte Jahr vergangen Das liebe neue Jahr geht an... Das walte Gott, der helfen.... 449 Das walt Gott Bater und Gott 433 367 Deines Gottes freue dich Am Kreuz erblaßt.. An dir allein, an dir hab. Auf, auf, ihr meine Lieder. Auf, auf, ihr Stetchsgenossen Auf, auf, mein Herz.... Auf, Christen, laßt uns unsern.. 277 Auf, Chriftenmensch! auf, auf.. 371 Auf Christi Himmelfahrt allein... 139 Auf diesen Tag bedenken wir 136 Auferstehn, ja auferstehn. 230 Auf Gott und nicht auf...... Auf, ihr Heiden, lobet Auf meinen lieben Gott Aus Gnaden soll ich selig.. 364 Aus meines Herzens Grunde 432 Aus tiefer Noth laßt uns....... 175 Bus tiefer Noth schrei ich....... 174 Der Glaub ist eine Zuversicht... 235 ........ ....... 399 331 406 Dein Wort, o Herr, bringt...... 324 Dein Wort, o höchster, ift.. ..... 310 421 Dennoch bleib ich stets an...... 481 Der Abend kommt, die Sonne.. Der du, Herr Jesu, Rub und.. 113 Der du kannst nichts, als gütig. 499 Der du uns als Bater liebest... 160 Der Glaube macht allein 350 ... ...... ***** ......... ...... ........ ... ...... .... ...... .... .......... ........ Nr. 409 34 29 42 Bei dir, Sefu, will ich bleiben... 211 Bescher uns, Herr, das täglich... 458 Beschränkt, ihr Weisen dieser 356 Beschwertes Herz, leg ab... Bet Gemeine, heilge dich Bleib ja bei mir.. Bringt her dem Herren Lob..... 10 Christe, du Beistand deiner..... 317 Christe, du bist der helle Tag.... 463 Christe, du Lamm Gottes. ..... 187 Chriften erwarten in allerlei Christ fuhr gen Himmel... Christi Blut und Gerechtigkeit Christ ist erstanden Chrift lag in Todesbanden..... 117 Christ, unser Herr, zum,...... 182 Chriftus der ist mein Leben...... 529 Chriftus ist erstanden. 505 135 276 115 118 ....... ... ..... 346 Dantet, danket Gott mit .... ¡' ............. ........... ...... 206 74 73 44146 MFA..... virgiftet. Nr. Edler Geist im Himanesthrone.. 300 Ein feste Burg. ... 170 Ein Jahr der Sterblichkeit Ein Jahr geht nach dem Ein Lämmlein geht und trägt Ein reines Herz, Herr Eins ist noth; ach Herr. Ei, wie so sanft entschliefest Erhalt uns, Herr, bei. Erhebe dich, v meine Seel........ Erinnre dich, mein Geist Ermuntert end, ibr Frommen Ermuntre dich, mein schwacher Erneure mich, o ewges Licht. Erschienen ist der berrlich Es fäbret beute Gottes Es hat der Herr zu allen........ Es ist das Heil uns Es ist genug, so nimm Es ist gewißlich an der Zeit Es ist nicht schwer, ein Christ Es ist vollbracht! Er ist 71 68 Es ist vollbracht, Gott Lob ..... 468€ kostet viel, ein Christ 302 Es woll uns Gott genädig. 362 Ewig, ewig bin ich dein Fahre fort, fahre fort, Zion 26 Der Herr, der aller Enden Der Herr ist Gott und keiner..... 248 Der Herr ist mein getreuer....... 264 Der Hölle Pforten sind 124 Der lieben Sonne Licht und..... 475 Der Sabbath ist vergangen...... 489 Der Tag ist bin, mein Geist...... 479 Der Tag mit seinem Lichte....... 469 Der Thron der Weltbeherrscher... 181 Der unsre Menschheit an........ 567 Dich Jesum, laß ich ewig nicht 296 Die auf der Erde wallen......... 545 Die Christen gehn von Ort....... 228 Die Feinde deines Kreuzes... ....... 326 Die güldne Sonne, voll Frend 439 Die belle Sonn leucht 431 Die Herrlichkeit der Erden....... 537 Die Himmel rühmen 247 330 464 Die Macht der Wahrheit Die Nacht ist kommen, drin Die Nacht nunmebr vergangen 454 Dieß ist der Tag, den Gott. Dieß ist die Nacht, da mir Die Sonn hat sich mit ihrem Dies sind die heilgen zehn Die Sünden sind vergeben Dir, dir, Jehova, will ich Dir, höchster Herr und König Dreieinigkeit, der Gottheit Du bist in die Welt gekommen... 271 Du bist zwar mein und bleibest... 547 Du dreimal großer Gott 165 255 Du großer Schmerzenmann....... 95 Du, Herr, bist meine Zuversicht... 263 Du Herr der Seraphinen Du, meine Seele, finge. Durch Adams Fall Durch Trauern und durch Du unerforschlichs Meer der 186 Du Bater deiner Menschenkinder.. 379 Du wesentliches Wort 270 ....... .......... ... **** ***...*.... Nr. 258 *****... ***** *** *** ******. ..... ....... .... ........ ....... ..... ***......* 180 167 249 266 77 79 80 98 372 288 ...... 227 313 447 130 .... 559 65 298 120 138 222 ...... ...... ......... ********* Fang dein Werk mit Freu dich sehr, o meine ****** ********** 267 538 550 393 107 536 392 328 209 320 494 530 66 85 62 Freuet euch, ihr Christen.. Freuet euch, ihr Gottes Kinder.. Fröhlich soll mein Herze. Früh morgens, da die Sonn. Für alle Güte sey Gedenfe mein Geht hin, ihr gläubigen 122 484 27 ..... 244 Geht nun hin und grabt mein.. 546 299 Geist vom Bater und vom...... Gekreuzigter, zu deinen Füßen.. 430 166 Gelobet sey der Herr, mein.. Gelobet feyft du, Jesu Christ.... 57 ... ***.*. ******** ...... ..... ...... .... 261 Gelobt sey Gott im höchsten. 119 Gib dich zufrieden und sey stille.. 410 Gott, deine Gnade bringt uns.. 366 Gott, deine Güte reicht so weit.. 30 Gott, den ich als Liebe tenne 508 Gott, der Vater, wohn uns 163 Gott der wirds wohl machen Gott des Himmels und der 437 Gott, dir gefällt fein........... 349 Gott, du Licht, das ewig 446 Gott, durch dessen Wort........ 253 Gottes Sohn ist kommen....... 60 Gottes und Marien Sobn... 269 Gott fähret auf gen Himmel.. .... 141 Gott, gib einen milpen Regen. 156 Gott ist gegenwärtig; laffet 242 Gott ist mein Hort .... 309 Gott ist mein Lied/............. 246 Gott ist und bleibt getreu...... 426 Gott lebet noch... 418 Gott Lob! Der Tag ist nun.... 473 Gott Lob! die Woch ist auch. 486 Gott Lob! ein neues Kirchenjahr.. 56 Gott Lob! Ein Schritt zur.. 478 Gott Lob! ich bin aufs Neu.... 205 Gott Lob! Nun ist die Nacht.... 451 Gott Lob! Nun ist erschollen.... 502 Gott, mein einziges Vertrauen.. 391 Gott ruft der Sonn und 81 Gott sey Dank durch alle Welt.. 45 Gott sey gelobet und gebenedeiet.. 202 Gott sorgt für dich, was........ 414 Gott Vater, höre unsre Bitt..... 183 Gott Vater, sende deinen Geist.. 297 Gott versiegle nun das Wort.. 43 Gott, vor dessen Angesichte. ...... 243 Gott wills machen, daß die..... 424 Großer Gott von alten Zeiten.. 33 Großer Immanuel, schaue von.. 321 Großer Mittler, der zur... ......... 272 Groß wird der Sünder Elend 566 .... ******** **** ***** ******.. *** ****** ....... egiper. ... Nr. Nr. 196 Halleluja, jauchzt, ihr Ghöre.... 132 Halleluja! Lob, Preis und...... 169 halt im Gedächtniß Heiland, deine Menschenliebe.... 274 Herr Christe, treuer Heiland. Herr, deine Allmacht reicht 92 ... 252 Herr, deine Rechte und Gebot... 384 Herr, dein Wort, die edle....... 308 Herr, der du als ein stilles Herr, der du deinen Namen Herr, der du in der Höhe... 347 Herr, der du mir das Leben..... 485 Herr, der du vormals bast ..... 200 82 503 195 Herr, du bast für alle Sünder Herr, du wollst une vorbereiten.. 201 Herr, es ist von meinem Leben.. 477 Herr Gott, der du den Ehestand.. 221Herr Gott, dich loben wir 1 Herr Gott, dich loben wir, regier.. 504 Herr Gott, du bist von Ewigkeit.. 251 Herr Gott, nun schleuß den..... 528 Herr Gott, Vater im............ 460 Herr, ich bin dein Eigenthum... 568 Herr, ich bitte dich, erwähle. ..... 498 Herr Jesu Christ, dein theures.. 354 Herr, Jesu Christ, dich zu uns.. 36 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, fieh doch Herr Jefu Chrift, du höchstes Gut, wir kommen ...... 441 ..... *** ******* ..... 212 ... 191 Herr Jesu Christe, Gottes Sohn.. 46 Herr Jesu Christe, mein getreuer.. 193 Herr Jesu Christ, wahr Mensch.. 518 Herr Jesu, deine Angst und Pein.. 102 Herr Jesu, der du selbst von.... 219 Herr Jesu, Gnadensonne........ Herr Jesu, Licht der Heiden Herr, mein Licht, erleuchte...... 311 Herr, mein Versöhner, der du... 400 Herr, nun laß in Friede. ........ 531 Herr, öffue mir die Herzensthür.. 37 25 ..... 89 448 Nr. 18 524 Ich und mein Haus wir find Ich weiß an wen ich gläube. 121 428 Ich weiß, an wen mein Glaub.. 404 Ich weiß, mein Gott, daß 259 293 Herr, obue Glauben fann...... 237 380 Herr, stärke meinen schwachen Herr, stärke mich, dein Leiden 109 Herr, unser Gott, laß nicht.. 513 275 Herr, von unendlichem Herr, vor deinem Angesicht.. 41 Herr, wie du willst, so schicks.... 521 Herr, wie sind noch viel 333 Herr Zebaoth, dein heilges...... 305 Herzlich lieb hab ich dich.... Herzlich thut mich verlangen Herzliebster Jesu, was hast.. 93 Heut triumphiret Gottes Hilf, Helfer, hilf, du kannst Silf, Helfer, bilf in Angst.. Hilf, Herr Jesu! laß gelingen 76 Ich weiß von feinem andern... 358 Himmelan geht unsre Bahn... 561 Ich will dich immer treuer 283 Hinunter ist der Sonnenschein.. 465 3ch will dich lieben, meine Hirte deiner Schafe.. 480 Ich will von meiner Misffetbat... 344 348 Je größer Kreuz, je näher 452 Jehova, Jehova, Jehova 159 Jerusalem, du hochgebaute Jesaia, dem Propheten, das Jesu, bittend kommen wir Jesu, deiner zu gedenken Jesu, deine tiefen Wunden Jesu, der du meine Seele Jesu, der du wollen büßen. Jesu, geb voran......... Jesu, großer Wunderstern Jesu, hilf fiegen, du Fürste. Jesu, meine Freude Jesu, meiner Seele Leben Jesu, meines Lebens Leben Jesus Christus herrscht als ..... 422 14 552 162 Höchster, denk ich an Höchster Gott, durch deinen Höchster Tröster, komm. Hosianna Davids Sohne 51 Hosianna! Davids Sohn kommt.. 53 Hüter, wird die Nacht der...... 453 Jauchzet Gott in allen Landen.. 128 Jauchzet, ihr Himmel. 334 294 94 69 343 105 223 86 377 282 ..... 285 Jesus Christus, unser Heiland, ....... der den Tod Jesus Christus, unser Heiland, der von uns Jesus ist mein Leben Jesus lebt mit ihm auch ich ... ... Hegister. ..... .......... ...... ........ ........ ...... .. ... ...... ..... ... ......... ..... ....... Ich armer Mensch doch gar..... 527 Ich armer Mensch, ich 215 Ich bin bei Gott in Gnaden.... 351 Ich bin ein Gast auf Erden.... 533 Ich bin getauft auf deinen...... 208 Ich bin ja, Herr, in deiner..... 532 Ich bin im Himmel.. Ich danke dir für deinen Tod Ich danke dir, o Gott, in....... Ich erhebe mein Gemüthe Ich freue mich, mein Gott Ich geh zu deinem Grabe Ich glaube, daß die Heiligen.... 323 3 habe nun den Grund....... 357 ......... ... ...... ....... 359 103 435 Nr. 509 199 31 Ich hab in Gottes Herz und 411/ 3d bab in guten Stunden Ich hab mich Gott ergeben..... 525 Ich komme, Herr, und suche 3ch tomme vor dein Angesicht Ich lasse Gott in allem 3ch lobe dich von ganzer Ich ruf zu dir, Herr Jesu 3d schäme mich des Heilands Ich finge dir mit Herz und Ich sterbe täglich. 417 322 17 278 6 543 495 217 355 562 .... ..... ... ... ... ..... ..... ...... .... ..... ..... ..... ...... ***** 236 239 97 144 116 190 295 131 ...... Nr. Nr. 483 Mein Auge wacht....... …... Mein bester Trost in diesem..... 402 Mein erst Gefühl fey .... 456 64 Meine Lebenszeit verstreicht Meine Seel ist stille ..... 544 419 70 Meinen Jesum laß ich nicht... 281 Mein Gott, nun ist es wieder... 444 257 Jesus, meine Zuversicht. ......... 558 Jesus nimmt die Sünder an.... 216 Jesus soll die Losung seyn. 78 Ihr Christen außerkoren Ihr Eltern, gute Nacht......... 231 Immanuel! der Herr ist hier In allen meinen Thaten In Chrifti Wunden schlaf ich In dich hab ich gehoffet.. In dieser Morgenstund will.... 436 It Gott für mich... 352 Komm auf uns, o Geist des... 161 Komm, Gott Schöpfer, heiliger. 147 Komm, heilger Geist, o Schöpfer. 146 Komm, heilger Geist, Herre....... 148 Komm, o komm, du Geist des 155 Kommst du, kommst du, Licht.... 47 Kommt her, ihr Christen, voller.. 172 Kommt und laßt euch Jesum 385 König, dem kein König.......... 273 Laffet mich mit Freuden sprechen. 184 Lasset uns mit Jefu ziehen..... 389 Laß mich dein sehn und 19 Laß, Vater, deinen guten Geist.. 368 Liebe, die du mich zum Bilde.... 284 Liebster Jesn, laß mich nicht..... 542 Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte.. 19 Mein Heiland nimmt die........ 363 16- Mein Herz, gib dich zufrieden ... 420 Mein Jesu, der du vor dem..... 198 Mein Jesus ist ein Freund 218 Merk, Seele, dir das große.... .... 395 Mir ist Erbarmung widerfahren. 360 Mir nach, spricht Christus.. ..... 370 Mit Ernst, o Menschenkinder.... 50 Mit Fried und Freud ich fahr... 88 Mit meinem Gott geh ich ... 472 Mitten wir im Leben Morgenglanz der Ewigkeit Nimm von uns, Herr, du Nun bitten wir den heilgen Nun bricht die finstre Nacht Nun bringen wir den Leib Nun danket alle Gott Nun danket all und bringet Nun freut euch, Gottes Kinder 137 Nun freut euch, lieben Christen.. 265 Nun, Gott Lob! es ist 515 442 ...... 512 149 ..... 488 229 3 ....**** 5 40 Liebster Jesu, wir sind hier, dich Nun jauchzet all, ihr Frommen.. 49 Nun kommt das neue und.. 55 225 75 457 2 4 Nun ruhen alle Wälder ...... Nun sich der Lag geendet hat.. 470 ... 476 Nun sich der Tag geendet, mein. 482 ....... .... ....... ....... .... **** Register .... 39 ....... Liebster Vater, soll es seyn...... 539 Lobe den Herren, den mächtigen. 8 Lobe den Herren, o meine.. 13 Lobet den Herren alle, die ihn... 440 Lobt den Höchsten, Jesus lebet Lobt Gott, thr Christen, alle..... Mache dich, mein Geist, bereit.. Madh, Herr, Ein Herz Machs mit mir, Gott, nach Macht boch die Thür Man lobt dich in der Stille.. ..... 185 133 61 375 ..... Nun laßt uns den Leib Nun laßt uns gehn und Nun laßt uns Gott, dem Nun lob, mein Seel, den Nun preiset alle.. ...... 224 526 44 240 D du allerfüßte Freude 29 ...... ..... …......... ...... ....... ..... ..... 449 Nun sich die Nacht geendet hat.. 448 D daß ich tausend Bungen 11 . 153 ***** 450 ..... Nr. Rr 554 214 D du Liebe meiner Liebe....... 104 D wie mögen wir doch unser.... 553 D Durchbrecher aller Bande..... 374 D du Schöpfer aller Dinge D Ewigkeit, du Donnerwort..... 555 D frommer Gott, ich danke...... 497 D frommer und getreuer Gott 510 D Gott, der du das Firmament. 507 D Gott, du frommer Gott....... 20 D Gott, du höchster Gnadenhort. 38 D Gottes Sohn, Herr Jesu 234 D Gott, von dem wir alles..... 178 D Haupt voll Blut und........ 100 D heilger Geist, du ewger....... 150 D heilger Geist, fehr bei uns.... 154 D heilige Dreieinigkeit 500 D heilige Dreifaltigkeit... 434 D heiliger Geist, o heiliger.... 151 D Herre Gott, dein......... D hilf, Christe, Gottes Sohn.... 90 D Jerusalem, du schöne...... ...... 563 D Jesu Christe, wahres Licht.... 329 D Jefu Chrift, meins Lebens 522 D Jesu, du mein Bräutigam.. 192 D Jesu, Herr der Herrlichkeit.... 220 D Jefu, Licht und Heil der 327 D Jefu, meines Lebens Licht 455 D Jesu, meine Wonne. 204 303 D Jesu, süßes Licht 450 D Jesu, treuster Heiland mein... 466 Jesu, voller Kraft. 342 83 ..... D König aller Ehren D Lamm Gottes unschuldig 189 D Mensch), bedenk zu dieser..... 517 D selges Licht, Dreifaltigkeit 462 D Gün denmensch, bedenk... ........ 560 D Tod, wo ist dein Stachel 123 D Traurigkeit, o Herzeleid.... 112 D Bater der Barmherzigkeit, der 319 D Bater der Barmherzigkeit, ich. 341 D Welt, ich muß dich lassen..... 516 D Welt, sich hier dein Leben.... 99 .. Register. ..... .......... ***.***. ... .... ..... ....... .... ............ ........... .... ..... **.**. D wie selig seyd ihr doch, ihr Dwie selig sind die Seelen Ringe recht..... 290 378 188 Ruhet wohl, ihr Todtenbeine .... 226 Rüftet euch, ihr Christenleute.... 376 Schaffe in mir, Gott, ein. Schaffet, schaffet, Menschenkinder. 373 Schaff in mir, Gott, ein reines.. 345 Schmücke dich, o liebe Seele..... 194 Schmückt das Fest mit Maien... 158 Schußgott, dessen starte Rechte... 256 Schwing dich auf zu deinem..... 353 Seele, du mußt munter Seele, geh auf Golgatha. Seelenbräutigam Seele, sey zufrieden. 445 108 286 423 ...... 396 565 388 Seele, was ermüdst du dich...... 291 Seele, wenn du stets willst. Selig find des Himmels... Sey getreu bis an das Ende Sey Gott getreu........ 369 Sey Lob und Ehr dem höchsten. 9 Sey mir tausendmal gegrüßet. 101 Sey stille, müdgequältes Herz.... 429 Stegesfürst und Ehrenkönig. 143 Sieh, dein König kommt zu Sieh, wie lieblich und wie 54 394 262 548 238 .... 397 487 415 307 So Jemand spricht: ich liebe So ist die Woche nun.......... So fomm, geliebte Todesstund... 540 Sollt es gleich bisweilen Sollt ich aus Furcht vor Sollt ich jetzt noch, da mir Sollt ich meinem Gott nicht Sorge doch für meine Kinder So ruhest du, o meine Ruh. So wahr ich lebe, spricht. 401 7 ........ ... ..... ..... ..... So führst du doch recht selig So hab ich obgesteget. So hoff ich denn mit ... .... ..... ... ..... ..... .... .... .. 496 114 339 .............. Nr. Nr. 520 84 383 Wer ist wohl wie du... 564 Speis uns, Bater, deine Kinder. 461 Wenn mein Stündlein..... Straf mich nicht in deinem Born 176 Wenn wir in höchsten Nöthen... 511 Such, wer da will 280 Werde Licht, du Stadt der Thut mir auf die schöne Pførte. 35 Werde munter, mein Gemüthe... 471 Treuer Wächter Ifrael........ 514 Wer den Ehstand will erwählen. 492 Ueberwinder, nimm die Valmen 129 Wer Gottes Wort nicht hält..... 398 Unfre müden Augenlieder...... 474 Wer Gott vertraut, hat Unumschränkte Liebe, gönne.... 241 Balet will ich dir geben........ 523 Vater unser im Himmelreich.. 15 Bergib uns, lieber Herre Gott... 23 Berlaß mich nicht, bis ich erkalte. 365 Verleih uns Frieden gnädiglich.. 501 Versuchet euch doch selbst... 390 Verzage nicht, du Häuflein.. 316 Vom Himmel hoch da komm ich. 58 Vom Himmel kam der Engel.... 59 Bon des Himmels Thron...... 210 Von Gott will ich nicht lassen... 382 Vor deinen Thron tret ich... ....... 438 Vor G'richt, Herr Jesu, fteh ich.. 213 Wach auf, du Geist der ersten.. 332 Wach auf, mein Herz, die Nacht. 126 Wach auf, mein Herz, und Wachet auf, ruft uns die........ 551 Wär Gott nicht mit uns......... 312 Warum sollt ich mich denn...... 412 Was Gott thut, das ist wohlge. than, es bleibt...... 245 335 289 Wer nur den lieben Gott läßt... 413 Wer recht die Pfingsten feiern... 157 Wer sind die vor Gottes Wer weiß, wie nahe mir mein... 541 Wie fleucht dahin der Menschen. 535 Wie Gott mich führt, so will 425 Wie groß ist des Allmächtgen.. Wie groß, wie angebetet ist.... Wie heilig ist die Stätte hier 197 Wie herrlich ists, ein Schäflein.. 292 Wie herrlich strahlt der 87 Wie schön ists doch, Herr Jesu... 491 Wie schön leucht uns der....... 279 Wie soll ich dich empfangen 48 Wie wohl hast du gelabet.. 203 Wie wohl ist mir, o Freund... ..... 287 Willkommen, held im Streite.... 127 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, 441 daß du für uns Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser.... ..... ...... ..... . ...... .... ..... 179 407 Was Gott thut, das ist wohlge. than, so denken..... Was ists, daß ich mich quäle.. 427 Was mein Gott will, das g'scheh. 403 Was willt du dich betrüben Weicht, ihr Berge, fallt. ......... 361 Welt, ade, ich bin dein müde.... 557 Wenn Christus seine Kirche 325 Wenn dein herzliebter Gohn.... 268 Wenn ich, o Schöpfer, deine 254 Wenn kleine Himmelserben... ...... 232 Wenn meine Sünd mich fränken. 96 ..... Register. .... 416 ...... ...... ..... ... .... ... ......... ..... ....... ............ 451 **** 111 Wir danken dir, Herr Jesu Chrift, daß du vom... Wir danken Gott für seine.. Wir glauben all an Einen Gott, 233 ....... Schöpfer Wir glauben all an Einen Gott, 467 125 ..... 459 ..**.* Bater 168 Wir liegen hier zu deinen Füßen 177 Wir Menschen sind zu dem..... 304 Wir nahen uns, o Gottes....... 207 Wir sind vereint, Herr Jesu..... 336 Wir singen dir, Immanuel. 63 29* 452 Register. Nr. Wo Gott, der Herr, nicht bei.... 171 Wohl dem, der den Herren.... ..... 386 Wohl dem, der Jesum liebet..... 306 Wohl dem, der in Gotts Furchte. 490 Wohl dem Menschen, der nicht.. 387 Wohl einem Haus, wo Jesus.. 493 Womit soll ich dich wohl 12 Wo soll ich fliehen hin........ 340 Bunderbarer Gnadenthron. 67 ...... Nr. 250 Wunderbarer König... Beuch ein zu meinen Zhoren.... 152 Beuch hin, mein Kind... ........... 549 3euch uns nach dir......... 142 3ion, gib dich nur zufrieden. ..... 318 3ion tlagt mit Angst und 315 Bum Himmel bist du............ 145 3ween der Jünger gehn mit.... 3wei Ding, o herr, bitt ich.. ..... 134 ..... 381 ....... 156 Anhang kurzer Gebete, welche sämmtlich aus Habermanns Gebetbuch genommen sind mit Ausnahme des Reisegebetes und der den Sterbenden in den letzten Zügen vorzusprechenden Gebete. Morgensegen am Sonntag. Herr, himmlischer Bater, ewiger Gott, gebenedeiet sey deine göttliche Kraft und Allmächtigkeit, gelobet sey deine grundlose Güte und Barmherzigkeit, gepreiset sey deine ewige Weisheit und Wahrheit, daß du mich in dieser gefährlichen Nacht mit deiner Hand bedecket und unter dem Schatten deiner Flügel haft sicher ruhen und schlafen lassen, auch vor dem bösen Feind und allen seinen heimlichen Listen und Tücken bewahret und ganz väterlich beschirmet. Darum lobe ich dich um deine Güte und um deine Wunder, die du an den Menschenkindern thuft, und will dich bei der Gemeine preisen; dein Loh soll allweg in meinem Munde seyn, meine Seele soll allzeit dich, meinen Herrn, rühmen und was in mir ist, deinen heiligen Namen preisen, und will nimmermehr vergessen alles, was du mir Gutes gethan hast. So laß nun bir gefallen das Lobopfer aus meinem Munde, welches ich dir des morgens früh in Einfältigkeit meines Herzens bringe. Ich rufe zu dir von ganzem Gemüth, du wollest mich heute biefel Tag auch behüten vor aller Gefahr Leibes und der Seelen und deinen lieben Engeln über mir Befehl thun, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen. Umgib mich zuringst mit deinem Schilde und führe mich auf dem Steig beiner Gebote, daß ich unsträflich wandele in deinem Dienst, wie die Kinder des Tages, zu deinem Wohlgefallen. Wehre dem bösen Feind und allen Nergernissen dieser Welt, darzu steure meinem Fleisch und Blut, daß ich nicht, von ihnen überwältiget, etwan gröblich wider dich handele und dich mit meinen Sünden erzürne. Regiere du mich mit deinem heiligen Geist, daß ich nichts vornehme, thue, rede oder gedenke, denn allein was dir gefällig und zu Ehren deiner göttlichen Majestät gereichet. Siehe, mein Gott, ich übergebe und opfere dir mich heut ganz und gar eigen in deinen Willen, mit Beib und Seele, mit allem Vermögen und Kräften, innerlich und äußerlich. Mache du mich dir zu einem Opfer, das da lebendig, heilig und wohlgefällig sey, damit ich dir einen vernünftigen und angenehmen Gottesdienst leiſte. Darum, du heiliger Bater, allmächtiger Gott, laß mich dein Eigenthum seyn, regiere mein Herz, Seel und Gemüth, daß ich nichts, denn dich, wisse und berstehe. Herr, früh wollest du meine Stimme hören, früh will ich mich zu dir schicken und darauf merken, früh will ich dich loben und des Abends nicht aufhören, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! Abendsegen am Sonntag. Ewiger Gott, barmherziger Bater, ich hebe meine Hände auf zu dir, wie ein Abenbopfer, und sage dir von Herzen Lob, Preis und Dant, daß du mich diesen Tag und die ganze Zeit meines Lebens vor allem Uebel und Unfall durch den Schutz deiner lieben Engel wider den bösen Feind gnädiglich beschirmet haft. Ich bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich heute diese Nacht ferner mit deinen heiligen Engeln umgeben, daß sie sich zuringst um mich lagern und eine Wagenburg um mich schlagen, auf daß ich des bösen Feindes Fallstrick und arger List möge entfliehen. Laß mich, dein armes Geschöpf, deiner Güte und Barmherzigkeit Morgensegen am Montag. befohlen seyn. Schüße mich mit deinem ausgestreckten Arm; denn von Herzen begehre ich dein des Nachts, dazu mit meinem Geist in mir mache ich allezeit zu dir. Ich harre deiner Güte, und meine Seele hoffet auf dich, lebendiger Gott; denn du bist meine Buflucht und treuer Heiland. Siehe, Herr, wir schlafen oder machen, so sind wir bein; wir leben oder sterben, so bist du ja unser Gott, der uns geschaffen hat. Darum schreie ich zu dir: laß beine Gnabe nicht fern von mir seyn, beschirme mich mit deinem Schilb. Erhalte mich, daß ich geruhiglich liege und sanft einschlafe und gesund wieder erwache. Dede mich in deiner Hütten zur bösen Beit, verbirg mich heimlich in deinem Gezelt und erhöhe mich auf einen Felsen, so werd ich mir nicht grauen lassen; und ob ich schon wanderte im finstern Thal, werde ich kein Unglück fürchten; denn du bist bei mir, dein Steden und Stab trösten mich. So verleihe mir nun deine Gnade, daß mein Beib schlafe, die Seele aber allzeit zu dir wache, und daß ich dich stets in meinem Herzen habe, und du nimmermehr aus meinem Gemüthe tommest, auf daß mich die Nacht der Sünden nicht überfalle. Be wahre mich vor bösen, schändlichen Träumen, vor unruhigem Wachen und uns nüßen Sorgen, vor argen, schweren Gedanken und vor aller Qual. Siehe, mein Gott und Herr, in deinen gnädigen Schuß befehle ich dir mein Leib und Geele( meine Liebe Eltern, Geschwister) und Alle, die mit mir Blutfreundschaft oder sonsten verwandt sind. Du getreuer Gott und Vater, du hast uns ge macht, wir sind deiner Hände Wert und Schafe deiner Weide. Laß dirs ge fallen, Herr, daß du uns errettest, wende deine Barmherzigkeit nicht von uns, laß deine Güte und Treue allweg uns behüten. Darum bedecke uns in dieser Nacht mit deiner Güte, umfahe uns mit deiner Gnade auf allen Seiten, une terlege uns mit deiner Barmherzigkeit, daß wir an Geel und Beib behütet werden. Amen! 454 Morgensegen am Montag. Ddu unsterblicher, gütiger und barmherziger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, dieweil du deinem Bolt im Gesetz geboten hast, dir alle Morgen ein Brandopfer zu thun, dich damit zu loben und dir zu danken für deinen gnädigen Schuß, so bringe ich dir jetzt auch das Lobopfer, das ist, die Frucht meiner Lippen und preise deinen heiligen Namen, daß du mich durch deine große Gnade und Barmherzigkeit heut diese Nacht vor allem Uebel und Scha den an Leib und Seele behütet und wider meinen Widersacher, den bösen Feind, ganz väterlich erhalten hast. Denn wo du nicht mein Schild und Beis stand wäreft gewesen, so hätte mich unzähliges Unglüd verderbet, daß ich nicht gesund hätte mögen aufstehen. Darum danke ich dir jetzt billig für deine gnädige Beschüßung. Weiter schreie ich zu dir aus Grund meines Herzens, und mein Gebet kommt früh vor dich, früh suche ich dich und bitte, du wolleft mich mit allem, was mir zuständig ist, heut ferner behüten vor der List und Gewalt des Teufels, vor Günden, Schanden und allem Uebel. Komme du mir zuvor in dieser Frühstunde mit deiner Gnade, sintemal ich ohne dich nichts bermag, und hilf, daß ich an diesem Tage alle meine Wert in deinem Namen christlich anfahe und seliglich vollführe zu Ehren deiner göttlichen Majestät und zu Nuß meines Nächsten. Bewahre meine Seele, Verstand, Vernunft, Sinne und Gedanken, all mein Thun und Lassen, daß der leidige Teufel mir nicht könne schaden. Beschüße mich vor der Seuche, die im Mittag verderbet; behüte mich vor allen meinen Feinden, sichtbaren und unsichtbaren, daß sie mich mit ihren Listen und Tücken, mit all ihrer Gewalt und Bosheit, heimlich und öffent lich nicht können verlegen noch beschädigen. Herr Gott Vater und Herr meis nes Lebens, behüte mich auch vor unzüchtigem Gesichte, und wende von mir alle böse Lüste. Baß mich nicht in Schlemmen und Unteuschheit gerathen und behüte mich vor unverschämten Herzen. Hilf, daß ich durch deine Gnade das Aug, so mich ärgern will, ausreiße und von mir werfe durch Ablegung böser Abendsegen am Montag. Morgensegen am Dienstag. 455 und unreiner Begierden des Herzens. Nimm von mir hinweg alles, was dir mißfällt und mir schädlich ist; gib mir, was dir wohlgefällt und mir nüßlich ist, auf daß ich dir in wahrem Glauben diene. Siehe mich an, du heiland aller Welt, mit den Augen deiner Barmherzigkeit und erleuchte mein Herz und Augen, daß ich wandele in dem Glanz deiner Gnaden, so über mir aufgehet, auf daß ich dich, das ewige Licht, nimmermehr verliere. Amen! - Abendsegen am Montag. du starter, lebendiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, ich danke dir, daß du mich heute diesen Tag durch deinen göttlichen Schutz vor allem Schaden und Gefahr gnädiglich behütet hast, daß ich nicht bin kommen in Feuersnoth, daß mich Wasserfluthen nicht ersäuft haben, daß ich nicht bin gefallen in die Schärfe des Schwerts, daß mich die Feinde nicht ermordet und böse Leute nicht beschädigt haben, in Summa, daß ich nicht kommen bin in Gefährlichkeit Leibes und Lebens; das alles habe ich allein deiner Barmherzigteit zu danken, der du mich auf allen meinen Wegen und Stegen behütest. Ich bitte nun ferner, du wollest mir vergeben alle meine Günde, die ich wider dich gethan habe, und mich sammt Allen, so mir verwandt sind und zugehören, heut diese Nacht und die ganze Zeit unsers Lebens auch gnädiglich bewahren vor aller Angst und Beschwerniß, vor des Teufels List und Geschwindigkeit, damit er uns Tag und Nacht gedenket zu bestricken. Behüte uns auch vor der schädlichen Bestilenz, die im Finstern schleichet; bewahre uns vor dem Strid des Feindes. Errette uns, daß wir nicht kommen in das Netz des Jägers, so unserer Seelen nachstehet. Beschüße uns auch vor schweren Sichtungen und Gebrechen, vor Furcht und Schrecken des Feindes, vor allem Uebel Leibes und der Seelen; denn du bist mein gewaltiger Schuß, meine große Stärke, mein Schirm wider alle Pfeile des Satans, mein Licht in Finsterniß und Schatten des Todes. Du bist unsre feste Burg, unser Wehr und Waffen, unser Nothhelfer, auf den wir hoffen. Darum, du getreuer Gott, laß beine Augen über uns offen sehn und bewahre uns in dieser Nacht vor aller Gewalt und Anfechtung des bösen Feindes, sey unser Wächter und Hüter, umgib uns mit deinem Schuß, auf daß der Teufel uns nicht könne beschädigen; denn bei dir allein steht unser Heil, zu dir allein hebe ich meine Augen auf, daher mir Hülfe tommet; meine Hülfe tommt vom Herrn, der Himmel und Erden gemacht hat. Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren sehen; wie die Augen der Mägde auf die Hände ihrer Frauen: also sehen unsre Angen auf den Herrn, unsern Gott, bis er uns gnädig werde. Sen uns gnädig, Herr, sey uns gnädig; denn wir sind arm und elend. Erhebe über mich das Bicht deines Antliges und erleuchte meine Augen, daß ich nicht im Tod entschlafe, der lebest und regierest in Ewigkeit. Amen! Morgensegen am Dienstag. Gelobet fey Gott, der Schöpfer Himmels und der Erden, gelobet ſen der Herr, der allein Wunder thut, und gelobet sey sein heiliger Name ewiglich! Der den Tag und die Nacht durch seine göttliche Weisheit geschaffen und unterschieden hat, dazu verordnet, daß, so lang die Erde stehet, sie nicht sollen aufhören, auf daß der Mensch des Nachts möge seine Ruhe haben und am Tage wieder an seine Arbeit gehen. Herr, wie sind deine Werke so groß und viel, du hast fie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll beiner Güter. Für solche deine Wohlthaten sollen wir dir danken, ehe die Sonne aufgehet, und vor dich treten, wenn das Licht hervorbricht. Darum preise ich dich jest auch, daß du mich in dieser Nacht hast sicher schlafen und ruhen lassen, auch wiederum fröhlich und gesund erwachen, dazu vor aller des Feindes Gewalt und Bosheit väterlich beschirmet. Ich bitte dich, du wollest meine Seele in 456 Abendfegen am Dienstag. deine Händ einschließen, meinen Leib nach deinem Wohlgefallen gesund erhal ten und mich vor allem Uebel und Schaden behüten. Sey du mein gewaltiger Schuß, meine große Stärke, mein Schirm wider die Hiße, meine Hütte wider den heißen Mittag, meine Hut wider das Straucheln, meine Hülfe wider den Fall, auf daß mich kein Uebel treffe. O gütiger Gott, weil die Stunde auch da ist, aufzustehen vom Schlaf der Sünden und aller Ungerechtigkeit, sintemal unser Heil jeßt gar nahe ist, denn die Nacht ist vergangen und der Tag herbeikommen, so hilf, daß wir ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichts, auf daß wir ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Geilheit und Unzucht, nicht in Hader und Neid, sondern doß wir anziehen Jesum Christum im wahren Glauben, und christlichem Wandel. Derhalben wecke mich alle Morgen, wecke mir das Ohr, daß ich mit gläubigem Herzen dein heiliges Wort höre, dasselbige in meinem Gedächtniß behalte, auf daß ich meine Ohren neige zu dem Schreien und Flehen der Armen und Elenden, dieselben in ihrer Noth nicht verlasse. Und wenn ich wieder in meiner Angst zu dir rufe, so erhöre du auch die Stimme meines Flehens, und verachte nicht, das Seufzen in meiner letzten Noth. Laß mein Gebet früh vor dich kommen. Neige deine Ohren zu meinem Schreien. Erfülle uns früh mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sehn in dir unser Leben lang. Amen! Abendsegen am Dienstag. Herr, gütiger Gott, heiliger Vater, des Tages schreie ich zu dir mit meiner Stimme; wenn mir Angst ist, rufe ich zu dir, und des Abends gedenke ich an deine Güte und Freue, bie du mir erzeiget hast, und sonderlich preise ich dich jezund, daß du mich aus lauter Gnad und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit, heut diesen verschienenen Tag vor unzähligem Schaden und Gefahr, die mich hätten treffen können, so ganz väterlich behütet haft, daß ich durch keinen bösen jähen Tod dem Satan heimgegefallen bin, daß ich von Ungewitter, Hagel und Bliz nicht bin versehret worden, daß mich große Sturmwinde nicht beschädiget haben, und daß mich der böse Feind nach seiner höllischen Sucht auf keine andere Weise hat dürfen antasten. Dafür fag ich bir jegt und allezeit Lob und Dank und bitte dich um des bittern Leidens Jesu Christi willen, du wollest mir verzeihen alle Mißhandlungen, so ich heut wider dich gethan habe, und mich die zukünftige Nacht auch gnädiglich bewahren vor meinem Widersacher, dem leidigen Teufel, sowie vor allem Schrecken und Entseßen des Nachts. Behüte mich auch mit allem, was ich habe, vor Wassers- und Feuersnöthen, vor allem Uebel Leibes und der Seelen. Laß mich geruhiglich ohn alle Sorg und Bekümmerniß einschlafen, auf daß ich auch in Finsterniß das Licht deines göttlichen Glanzes über mich scheinend möge sehen mit den Augen meines Herzens; denn du bist ein helles und wahrhaftiges Licht, welches da erleuchtet alle Dunkelheit, die uns umfangen hat. Du, Herr Gott, bist bei mir, du bist mein Fels, mein Burg, mein Erretter, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schuh. Herr, mein Gott, zu dir breite ich des Nachts meine Hände aus: komme zu mir, wie ein Spatregen, der das Land befeuchtet. Bleibe bei uns Herr; denn der Tag hat sich geneiget, und ist Niemand, der uns in dieser Finsterniß schüße, denn du allein, unser Gott. Eile mir zu helfen und schüße mich in dieser Nacht, daß mein Geist in Sünden nicht entschlafe, und meinem Leib kein Uebel widerfahre. Wecke mich zu rechter und bequemer Zeit, und laß mich hören Freud und Wonne; denn ich habe Lust zu deinem Wort und Zeugnissen; die sind meines Herzens Trost. Gib, daß für meine Ohren nicht komme eine traurige Botschaft, und wende die Augst meiner Seelen; denn du fannst allein mein Leben fristen und mich mit allerlei Segen erfüllen in Christo Jesu, un ferm Herrn. Amen! Morgen- und Abendsegen am Mittwoch. Morgensegen am Mittwoch. Almächtiger, barmherziger Gott, nachdem alle deine Creaturen dich ohne Unterlaß loben und preisen sollen, welches auch thun die Vögel unter dem Himmel, die früh gegen dem Tage mit ihrer Stimme aufs lieblichste dich, ewigen Gott, als ihren Herrn und Schöpfer rühmen, so danke ich dir jetzt auch von Herzen, daß du mich die vergangene Nacht und alle vorige Zeit meines Lebens unter deinen Schuß und Schirm bis auf diese gegenwärtige Stunde erhalten hast, und mich aus dem Schlaf und Finsterniß dieser Nacht erwecket, fröhlich und gesund hast lassen aufstehen. Ich bitte dich durch die heilwärtige Auferstehung Jesu Christi von den Todten, du wollest mich fürder auch behüten vor allem Unglück und Uebel, sammt Alen, die mir mit Blutsfreundschaft und sonsten verwandt sind. D Herr, hilf deinem Volk und segne dein Erbe, und weide sie und erhöhe sie ewiglich. Du wollest mich auch in dieser Frühstunde mit deiner Barmherzigkeit erfüllen, daß ich heut mit Freuden diesen ganzen Tag in deinen Geboten, ohne alle Todsünde zubringe. Erzeige mir deine Gnade; wie eine Thauwolke des morgens und wie ein fruchtbarer Thau, der früh Morgens sich ausbreitet und das Land befeuchtet, also wollest du deine Güte über mich ausstrecken, mein träges Gemüth erfrischen, daß ich wacker und fröhlich deinen Willen thue. Regiere mich mit deinem heiligen Geist, daß ich dir mit reinem Herzen möge dienen in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligteit, die dir gefällig ist. Behüte mich, daß ich heut nicht wider dich fündige und etwan mein Gewissen beflecke mit fleischlichen Büsten, welche wider die Seele streiten. Bewahre auch meine Bunge vor Bösem und meine Lippen, daß sie nicht falsch reden oder trügen. Schandbare Wort und Narrentheiding, die den Christen nicht geziemen, laß ferne von mir seyn. Hilf, daß ich mit meinen Lippen Niemand ärgere noch afterrede, urtheile oder verdamme, auch Niemand lästere oder schmähe. O daß ich könnt ein Schloß an meinen Mund legen und ein fest Siegel auf mein Maul drücken, daß ich dadurch nicht zu Fall käme, und meine Bunge mich nicht verderbete! Gib Gnade, daß ich mich selbst in meinen Gebrechen erkenne und strafe, damit ich nicht in dein gestreng Urtheil und Gericht falle. Solches verleihe mir, ewiger Gott, durch Christum, deinen lieben Sohn. Amen!. 457 Abendsegen am Mittwoch. bu heilige Dreifaltigkeit, in Einem göttlichen Wesen, der du bist mein Leben, Heil und ewiger Trost, dir sage ich mit Mund und Herzen Lob und Dank, daß du mich diesen Tag über gnädiglich behütet haft. Ich bitte deine göttliche Güte, du wollest alle meine Missethat bedecken, allermeist aber, was ich heut wider dich und deine heilige Gebote mit meiner Zungen, mit unnüßen, vergeblichen Worten, mit Afterreden und sonsten gesündiget habe, und wollest mich diese zukünftige Nacht auch bewahren vor allem Schaden und Ge fahr; denn zu dir allein habe ich all mein Vertrauen. Gott, wie dein Name ist, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Ende; deine Rechte ist voll Gerechtigkeit. Darum befehle ich meinen Leib und Seele in deine Hände. So gebenedeie mich nun die göttliche Majestät, und beschirme mich die heilige Dreifaltigkeit, und erhalte mich die ewige Einigkeit. Es beschütze mich die unermeßliche Barmherzigkeit, es vertheidige mich die unaussprechliche Mildigkeit, es erfreue mich die unendliche Süßigkeit, mich, bedecke die höchste Wahrheit Gottes, mich stärke die tiefeste Erkenntniß Christi, mich bewahre die grundlose Gültigkeit des Herrn. Die Gnade des Vaters regiere mich, die Weisheit des Sohns erquice mich, die Kraft des heiligen Geistes erleuchte mich. Mein Schöpfer stehe mir bei, mein Erlöser helfe mir, mein Tröster beiwohne mir. Der Herr segne mich und behüte mich; der Herr erleuchte sein Angesicht über mich und sey mir gnädig; der Herr' erhebe sein Angesicht auf mich und gebe 458 Morgen- und Abendsegen am Donnerstag. mir Friede. Dieser Schuß und Segen der einigen und ewigen Gottheit sey heut und allzeit zwischen mir und allen meinen Feinden, sichtbaren und unsichtbaren, daß sie sich zu mir nicht können nahen, noch mich beschädigen. Gleichwie die Wolkensäule in der Wüsten sich machte zwischen das Heer der Egypter und das Heer Israel, daß diese und jene nicht konnten zusammentommen, damit den Kindern Israel kein Leid widerführe; also wollest du zwis schen mir und allen meinen Feinden eine Feuermauer und Unterschied seyn, daß sie mich nicht berühren. Erhalte mich auch an meinem letzten Stündlein, wenn meine Augen nimmer sehen, meine Ohren nimmer hören, und wenn meine 8unge nimmer redet, wenn meine Hände nimmer greifen, und die Füße nimmer gehen mögen, so stehe mir bei, du hochgelobte Dreifaltigkeit, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen! Morgensegen am Donnerstag. Herr Jesu Christe, der du bist das ewige, wahre Sicht, welches da vers treibet die Finsterniß des Nachts und Schatten des Todes, deinen Namen will ich rühmen, dir will ich lobsingen und danken, daß du mich in dieser Nacht so gnädiglich behütet und aus der Finsterniß an das Licht gebracht hast. Mich haft du bewahret vor dem Grauen des Nachts, bor den Pfeilen, bie des Tages fliegen, vor der Bestilenz, die im Finstern schleichet, vor der Seuche, die im Mittag verderbet. Auch du hast meine Seele mit deinem Schild umringet und Bewachet, wie ein Hirt seine Heerde bewachet. Dazu alles, was ich habe, ist durch deine große Barmherzigkeit unversehrt behütet worden. Für solchen gnädigen Schuß und alle deine Wohlthaten sey bir Lob und Preis gesagt; von deiner Macht will ich reden und des Morgens deine Güte rühmen; denn du bist meine höchste Zuversicht, meine feste Burg, meine starke Hülfe, mein treuer Gott, auf den ich traue du erfreuest mein Herz und machest mir fröhlich das Angesicht. Ich bitte dich durch deine heilige Geburt und Menschwerdung, du wollest an diesem Tage deine Barmherzigkeit über mich lassen aufgehen und hervorbrechen, wie die schöne Morgenröthe, und zu mir kommen, wie der Frühregen. Erleuchte meine blinde Natur und verdunkelt Herz mit dem Glanz deines göttlichen Lichtes, auf daß du in meinem Herzen aufgehest, der du bist der rechte Morgenstern und das wahrhaftige Licht, welches erleuchtet die menschen zum ewigen Leben. Behüte mich auch heut vor allem Uebel, sey mir gnädig, Herr; denn auf dich harre ich, meine Seele wartet auf dich von einer Morgenwache bis zur andern. Sey du mein Arm früh, dazu mein Heil zur Beit der Trübsal. Beschirme mich an Leib und Seele, daß mir kein Uebels begegne, und teine Plage zu mir nahe. Treibe fern von mir alle böse Geister, stehe du bei mir wider die Boshaftigen, tritt zu mir wider die Uebelthäter und fchüße mich, daß die Hand der Widerwärtigen mich nicht berühre. Herr, unser Gott, fördere das Wert unserer Hunde bei uns, ja das Wert unserer Hände wollest du fördern. und unsere Arme stärken, auch unsere Finger lehren halten deine Gebote, daß wir heut nicht wider dich sündigen. Solches verleihe uns um deiner Barmherzigkeit willen, welche für und für währet in Ewigkeit. Amen! Abendsegen am Donnerstag. Gelobet fey Gott der Vater durch Jesum Christum im heiligen Geist, ein einiger, ewiger Gott, der durch seine mannigfaltige Güte mich armen Sünder und elenden Menschen heut diesen Tag gnädiglich bewahret hat vor allen feurigen Pfeilen des Satans, die des Tages fliegen, vor der Seuche, die im Mittag verderbet, dazu vor dem jähen schnellen Tod, und vor allem Schadeu väterlich behütet. Herr, deine Güte reichet, so hoch der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Du bist gnädig und barmherzig; alle 459 Morgensegen am Freitag. beine Werke find löblich. Ich bitte dich, mildreicher Gott, du wollest mir aus Gnaden verzeihen alles, was ich heut wider dich gethan habe, es sey mit Werten, Worten und Gedanken. Wollest auch deine Barmherzigkeit zu mir richten und mich die zukünftige Nacht lassen einschlafen und ruhen, daß ich dich, der du bist die ewige Ruhe, nun und nimmermehr verlasse, sondern in bir bleibe durch den Glauben und unter deinem Schirm sicher wohne, auf daß sich der böse Feind nicht dürfe zu mir nahen und mir keinen Schaden könne zufügen. Herr, du bist mein Sicht und mein Heil; vor wem sollt ich mich fürchten? Du bist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? Auf dich verlässet sich mein Herz, und mir ist geholfen. Du bist mein Trost und gewaltiger Schuß, deine rechte Hand stärket mich, deine Rechte tröstet mich, und unter dem Schirm deiner Arme habe ich Zuflucht. Siehe, mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du mir, und des Nachts schweige ich auch nicht, und du erhörest mich. Wenn ich mich zu Bette lege, so bente ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir; denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel ruhe ich meine Seele hanget dir an, beine rechte Hand erhält mich. Wenn ich im Finstern sige, so ist doch der Herr mein Sicht und mein Heil. O gütiger Gott, verleihe mir Gnad, daß, wenn mein Sterbstündlein herzunahet, und ich ins Tobbette zur ewigen Ruhe mich soll niederlegen, daß ich durch deine Hülfe im rechten, festen Glauben getroft und unverzagt möge seliglich zum ewigen Beben einschlafen. Indeß enthalte mich dir, daß ich allzeit wache, nüchtern und mäßig lebe und in christlicher Bereitschaft erfunden werde, fintemal ich nicht wissen kann, zu welcher Stunde bu, unser Gott, kommen wirst und mich von hinnen abfordern, auf daß ich würdig werde, zu stehen vor des Menschen Sohn, und nicht zu Schanden werde in seinem Gericht, der mit dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen! Morgensegen am Freitag. Gebenedeiet seh Gott, mein Schöpfer; gebenedeiet sey Gott, mein Heis land; gebenedeiet sey Gott, mein höchster Trost, der mir gibt Gesundheit, Seben und Segen, der mein Schuß und Hülfe ist und mich an Leib und Seele nach seiner großen und hochberühmten Barmherzigkeit in dieser vergangenen Nacht vor mancherlei Beschädigung des Satans behütet und gesund an dieſen Tag hat tommen lassen. Ich bitte dich, himmlischer Vater, durch den blutigen Schweiß Jesu Christi, deines lieben Gohns, du wollest mich heut diesen Tag auch in deinen göttlichen Schuß nehmen, mich beschirmen und handhaben, innerlich und äußerlich, daß mir tein Arges widerfahre; denn in deine Hände thu ich befehlen heut und alle Tage mein arme Seele, meinen elenden Beib, mein dürftiges Leben, meine Sinne, Vernunft, Verstand und Anschläge, alle meine Gedanken, Wort und Werke, mein Thun und Lassen, meinen Eingang und Ausgang, mein Gehen und Stehen, mein Sizen und Liegen, meinen Willen und Rathschlag, mein Dichten und Erachten, meinen Glauben und Befenntniß, und was ich auswendig und inwendig bin und vermag, das Ende meines Lebens, den Tag und die Stunde meines Lodes, mein Sterben und Auferstehen. Herr Gott, schaffe du es mit mir, wie du willst und weißest, was zu deiner Ehr und zu meiner Seligkeit das Beste ist. Erhalte mich in deiner Furcht und wahrer Erkenntniß. Behüte mich vor den Werken der Ungerechtigkeit, und so ich etwa wider dich aus Gebrechlichkeit würde sündigen, so bitte ich dich, du wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir nehmen, deine Gnade nicht von mir wenden, deine Hülfe mir nicht entziehen; denn es ist sonst kein anderer Gott noch Helfer, vor dir ist kein anderer gemacht, so wird auch nach dir kein anderer seyn; du, du bist der Erste und der Letzte, und au Ber dir ist kein Gott. Darum rufe ich zu dir allein: laß deine Güte über mich walten, laß mich früh hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich; leite meis uen Fuß auf rechter Straßen, daß ich nicht wandele im Rath der Gottlosen 460 Abendsegen am Freitag. noch trete auf den Weg der Sünder, noch size, da die Spötter sigen, sondern daß ich all meines Herzens Buft und Biebe habe zu deinem Wort und Geboten und in denselbigen mich übe Tag und Nacht, durch unsern Herrn Jesum Chris stum. Amen! Danksagung für das Leiden Christi. Ich danke dir, Herr Jesu Christ, wahrer Gott und Mensch, daß du mich armen Sünder und verdammten Menschen ohn all meine Werke, Verdienst und Würdigkeit durch dein heilig Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöset haft. O Herr Jesu Christe, wie groß ist dein Beiden! wie schwer ist deine Bein! wie viel ist deiner Marter, wie tief sind deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist dein Tod! wie unaussprechlich ist deine Liebe, damit du mich deinem lieben Bater versöhnet hast, da du am Delberg blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwißet, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen, und daselbst von allen deinen Jüngern verlassen, in die Hände der schnöden Juden und gottlo-. sen Schaar dich willig für mich ergeben, welche dich hart und ungeschwungen gebunden, von einem ungerechten Richter zum andern unbarmherzig geführet. Daselbst bist du fälschlich verklaget, verurtheilet und verspeiet, verhöhnt und mit Fäusten in das Angesicht geschlagen worden; du bist um unsrer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen, gegeißelt und mit Dornen gekrönet und jämmerlich zugerichtet, wie ein armer Wurm, der nicht einem Menschen ähnlich gewesen; denn du warest der Allerverachtetst und Un werthest, voller Schmerzen und Krankheit, also daß es auch ein heidnisch Herz erbarmet hat und gejagt: sehet, welc ein Mensch ist das! Du bist von wegen meiner Mißhandlung mitten unter zweien Uebelthätern gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazut in deinem höchsten Durst mit Essig und Gallen getränkt, und mit großen Schmerzen hast du deinen Geist aufgegeben, auf daß du unsere Schuld bezahlest, und wir durch deine Wunden geheilet würden. D Herr Jesu Christe, für diese und andere alle deine Marter und Bein sage ich dir Lob und Dank und bitte dich: laß dein heiliges, bitter Leiden und Sterben an mir nicht verloren seyn, sondern gib, daß ich mich desselben zu jeder Zeit von Herzen tröste und rühme, auch dasselbige also begehe und betrachte, daß alle böse Büste in mir ausgelöschet und gedämpfet, dagegen aber alle Tugenden eingepflanzet und gemehret werden, auf daß ich, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit lebe und deinem mir gelassenen Vorbilde nachfolge, in deine Fußstapfen trete, das Uebel mit Geduld vertrage und das Unrecht mit gutem Gewissen leide. Amen! Abendsegen am Freitag. Gelobet fey der Herr, der allein Wunder thut, und gelobet sey sein heiliger Name ewiglich, und alle Lande müssen seiner Ehre voll werden. Ich will täglich rühmen von Gott, und des Abends soll ihm mein Mund danken für und für. Denn wenn ich schreie, so erhöret er mich, und wenn ich flehe, so neiget er seine Ohren zu mir; wenn ich bete, merket er auf meine Stimme. Der Herr ist meine Zuversicht und Stärke, eine Hülfe in den großen Nöthen, die mich troffen haben. Darum sage ich bir, ewiger Gott, Lob und Preis, daß du mich heut diesen Tag väterlich behütet haft vor allem Unfall und Schaden, so mir hätten können begegnen. Mein Herz ist fröhlich, und meine Seele preiset dich um alle deine Güte und Barmherzigkeit. Meine Bunge soll ihr Gespräch von dir haben und immer sagen: hochgelobet sey Gott, gesegnet sey sein heiliger Name! Ich bitte dich, du wollest mir aus Gnaden nachlassen alles, was ich heut wider dich gesündigt habe, und mich diese zukünftige Nacht sammt allem, was mir zustehet, auch schüßen. Sen bu mein Schild und mein Schat Morgen- und Abendsegen am Sonnabend. 461 ten über meiner rechten Hand. D Herr, behüte mich vor allem Uebel, behüte meine Seele, sey mir gnädig; denn auf dich allein traue ich. Ich hoffe auf den Herrn und rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meines Jammers ein Ende machet. Siehe, der mich behütet, schläfet nicht. Siehe, der Hüter Israel schläft noch schlummert nicht; er wird meinen Gang erhalten auf rechter Bahn, daß ich nicht strauchele, und meine Tritt nicht wanten; er wird meinen Fuß nicht gleiten lassen, denn sein Wort ist ein Licht auf meinen Wegen. Darum wenn ich mich lege, so werde ich mich nicht fürchten, sondern süße schlafen und werde mich nicht fürchten vor plötzlichem Schrecken, noch vor dem Sturm der Gottlosen, wenn er fommt; denn du behütest meinen Fuß, daß er nicht gefangen werde, und errettest mich von den Stricken des Todes. O Herre Gott, erhebe über mich das Licht deines Untlißes, auf daß ich mich lege und schlafe ganz mit Frieden und sicher wohne unter beinem Schirm; denn du allein, Herr, hilfest mir. Auf deinen Namen will ich mich nun zur Ruhe niederlegen und meine Augenlieder lassen schlummern. Du, Herr Gott, wirst mich fröhlich wieder erwecken zu Lob und Ehr deiner göttlichen Majestät durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! Morgensegen am Sonnabend. du wahrer, unsterblicher Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, zu dir erhebe ich mein Gemüth mit schuldiger Dankbarkeit; deine Gerechtigkeit will ich nicht verbergen in meinem Herzen, von deiner Wahrheit und von deinem Heil will ich reden, ich will nicht verhelen deine Güte und Treue vor der großen Gemeine, und alles, was du mir Gutes gethan hast, will ich nicht verschweigen; denn es ist ein föstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des morgens deine Gnade und des Abends deine Wahrheit verkündigen. Darum preiset dich meine Seele, daß du mich in dies ser Nacht durch deine überschwängliche Barmherzigkeit beschützet hast. Geſegnet bist du, Herr Gott Bebaoth, der du dich gnädig erzeigest Allen, die nach dir fragen und dein Heil lieben. Gesegnet ist dein großer Name in allen Landen, der unser Schuß und Hülfe ist. Gesegnet sind alle beine Werke, die du an den Menschenkindern thust. Ich bitte dich, du wollest mich heut diesen Tag auch behüten, daß mir der böse Feind keinen Schaden zufüge, und die Hand der Gottlosen mich nicht berühre. Herr Gott, mein Heiland, früh mache ich zu dir, früh rufe ich zu dir: hilf, daß ich die Wert meines Berufs und was mir befohlen ist, fleißig und treulich ausrichte zu beinem Lob und meines Nächsten Besserung, damit ich das Licht dieses Tages und deiner Creaturen nicht mißbrauche zur Sünde oder zur Eitelkeit, dich nicht beleidige mit meinem Thun und Lassen, und den Bund meiner heiligen Taufe nicht übertrete. Verleihe mir auch Gnade, daß ich mich hüte vor ben sechs Stücken, die bu hafsest, und bor dem siebenten, daran du einen Greuel hast, als da sind hohe Augen, falsche Bungen, Hände, die unschuldig Blut vergießen, ein Herz, das mit böjen Tücken umgehet, Füße, die behend sind, Schaden zu thun falscher Beuge, der frech Lügen redet, und der Hader zwischen Brüdern anrichtet. Bor solchen und dergleichen Lastern bewahre mich, mein Gott, daß ich nimmermehr darein gerathe, ober bewillige, sondern lehre mich thun nach deinem Willen: denn du bist mein Gott und Herr, dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn, daß ich dir diene in unsträflichen Wandel, dazu all mein Thun und Leben dir gefalle in Christo Jesu. Amen. Abendsegen am Sonnabend. Lob sey dir, du höchster und unsterblicher Gott, Lob sey deiner milden Gate und Barmherzigkeit, Bob sey deiner ewigen Weisheit und Wahrheit, der du mich diesen Tag vor allem Schaden und Uebel behütet hast. Ich bitte dich, 462 Beicht und Communiongebete. bu wollest deine Güte, so du an mir angefangen hast, gnädiglich vollenden, und mich heut diese Nacht auch lassen ruhen unter deinem höchsten Schirm und mich mit deinen Fittigen bedecken. Baß meine Zuversicht seyn unter dem Schatten deiner Urme, daß ich kein Unglück fürchte. Behüte mich, mein Gott, wie ein Augapfel; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel. Herr, du bist mein Gut und mein Erbtheil; mein Heil stehet in beinen Händen; hilf mir durch deine Güte, daß nicht Furcht und Bittern über mich komme und mich Grauen des Nachts nicht überfalle. Sey mir gnädig, denn auf dich trauet meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht. Ich suche den Herrn in meiner Noth; meine Hand ist des Nachts ausgestreckt und lässet nicht ab; benn meine Seele hat sonst keinen Trost, so weiß ich auch von teinem Helfer im Himmel und auf Erden, denn von bir allein. Zu Mitternacht, so ich erwache, gedent ich an deinen Namen, daß er so lieblich ist, und an deine Güte und Treue, die du mir erzeiget hast, und banke bir für die Rechte deiner Gerechtigkeit. Wenn ich betrübt bin, so bente ich an Gott; wenn mein Herz in lengsten ist, so rede ich von meinem Heiland; denn er führet meine Seele aus dem Verderben und errettet mich von den Banden des To des. Herr Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir, daß du mir vergeben wollest alle meine Mißhandlungen, damit ich diese Wochen und heut wider dich gethan habe. O Herr, errette meine Seele um beiner Barmherzigteit willen. Du bist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig. Der Herr behütet die Einfältigen. Wenn ich niederliege, fo hilft er mir auf. Darum will ich fröhlich seyn und dich preisen und rühmen auf meinem Bager; denn die Zeit meines Lebens wird mir aufgehen, wie der Mittag, und das Finster wird mir ein lichter Morgen seyn, und werde mich des trösten, daß du, Gott, meine Hoffnung und Ruhe bist im Beben und Lode. Ich werde mich legen, und Niemand wird mich aufwecken. So befehl ich nun mein Beib und Seele in deine Hände, du treuer Gott; du hast mich erlöset durch Jesum Chris stum, unsern Herrn. Amen! Beicht- und Communion- Gebete. Sündenbekenntniß vor Gott. Gerechter Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender Mensch bekenne, daß ich nicht allein in Sünden empfangen und geboren bin, sondern auch die ganze Beit meines Lebens, von Kindheit auf bis auf diese gegenwärtige Stunde, mit vielen schweren Sünden zugebracht habe; denn ich dich, meinen Herrn und Gott, nicht von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräf ten und von ganzem Gemüthe geliebet und gefürchtet, dir, auch nicht über alle Dinge vertrauet, deinen heiligen Namen nicht von Herzen angerufen und ges preiset habe, sondern denselbigen mißbrauchet mit Fluchen, Schwören, Lügen and Trügen; die Predigt deines heiligen Worts habe ich oftmals versäumet, verachtet, mich gar wenig daraus gebessert. Auch habe ich meinen Nächsten nicht geliebet als mich selbst, sondern ihn gehasset, verachtet, beleidigt, Schaden gethan und lassen geschehen, habe mich also alles Bösen lassen gelüsten, und den Bund meiner heiligen Taufe übergangen. Und wie ich wider dich gesün diget habe, es sey mit Werken, Worten oder Gedanken, heimlich oder öffentlich, und alle meine verborgene Fehler, welcher du, als ein Herzenstündiger, mich schuldig weißest, besser, denn ich selbst, die bekenne ich mit herzlicher Reue und Leid. Ich bin ja ein unnüzer Knecht, und habe gesundiget in den Himmel und vor dir, bin nicht werth, daß ich dein Kind heiße und meine Augen zu dir aufhebe, denn ich dich mit vielen großen Sünden heftig erzürnet, meine arme Seel und Gewissen hart beschweret habe, welche mich drücken, und wie eine schwere Bast sind sie mir zu schwer worden: so komm ich doch in der Zeit der Gnaden und wende mich von deiner strengen Gerechtigkeit zu beiner grundlo Gebet vor und nach der Beichte. 463 sen Barmherzigkeit. D Herr Gott, fey gnädig mir armen Sünder, vergib mir meine Sünde, nimm an zur Bezahlung derselbigen den unschuldigen Tod Jesu Christi, deines lieben Sohnes, verleihe mir Besserung meines Lebens. Amen! Gebet vor der Beichte. Allmächtiger Gott, himmlischer Bater, dieweil ich jetzt auf Erkenntniß meiner Sünden, zur Stärkung meines schwachen Glaubens, hingehen will zur Beichte, allda die Absolution und Vergebung der Sünden zu empfahen, so bitte ich dich von Herzen: gib mir deinen heiligen Geist, daß ich dieses hohe Gnadenwerk mit rechtem Glauben und christlichem Verstande ansehen und bedenken möge, und dann nicht zweifeln, sondern fest und gewiß glauben möge, was der Diener deines Worts allda in der Beichte und Absolution nach deinem Befehl mit mir redet und handelt, daß dem allen eigentlich und gewiß also sey, und daß du selbst in der Stimme deines Dieners mich allda von meinen Sünden absolvirest und entbindest. Gib auch, daß ich mich dieser Entbindung und Absolution jetzt und allezeit trösten möge, zu gewisser Versicherung deiner Gnade und des ewigen Bebens, durch deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland, Christum Jesum. Amen! Gebet nach der Beichte. allmächtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Bater, ich sag dir von Grund meines Herzens Lob, Ehr und Dank für diese große Gnade und Wohlthat, die du mir jetzt so väterlich erzeiget hast, indem du mich armen Sünder abermal in Gnaden angenommen, und mir durch die heilige Absolution alle meine Sünden verziehen und vergeben und das ewige Leben aufs Neue wiederum zugesaget und versprochen hast, um deines lieben Sohnes Christi Jesu willen. Ich bitte dich herzlich, du wollest mich in solcher Gnade allezeit väterlich erhalten, und mir deinen heiligen Geist verleihen, daß ich diejer jeßt empfangenen gnadenreichen Vergebung festiglich glaube, und mich der= selben jetzt und allezeit in allen Anfechtungen und Widermärtigkeiten tröſten, und mich daher alles Guten zu dir versehen möge. Verleihe mir auch die Gnade deines heiligen Geistes, daß ich der Sünden hinfort je länger je feinder werde, mich davor fleißig hüte, und meinem Fleische nicht mehr seinen Willen lasse, zu fündigen, sondern daß ich demselben durch ein stark Gebet in meinem Beruf widerstehen, und mein ganzes Leben nach deinem Willen anstellen und führen möge. Und was ich darin zu schwach bin, wie ich dir denn meine Schwachheit mit tiefem Seufzen noch immerdar betenne, so wollest du durch dein starkes Wort und heiligen Geist mir beistehen und überwinden helfen. Alles um und durch deinen lieben Sohn, meinen Herrn und Heiland, Jesum Christum. Amen! Gebet vor Empfahung des heil. Abendmahls. Perr Jesu Christe, der du mit deinem heiligen Munde selber fageft: Wer hungrig und durstig sey, der soll zu dir kommen, du wolleft ihn speisen und tränken, daß ihn nimmermehr hungern und dürften soll. Ach Herr, hier tommt zu dir eine arme, hungrige und dürftige Seele nach einer Speis und Trank der ewigen Gerechtigkeit und Seligkeit. Odu Brod des Lebens, speise mich armen Hungrigen mit deinem wahren Leib. O du Brunn des Lebens, tränke und erquicke mich Durstigen mit deinem wahren Blut, auf daß ich, gesättigt und erquicket, aus diesem Jammerthal mich zu dir hinauf in den Him mel erhebe, da du sigest zur Rechten deines himmlischen Vaters und vertrittst uns, da ich dich alsdann ohne Hunger und Durst, in ewiger Freud und Froh Gebet, wenn man zum Altare hingehet. Lockung sammt deinem Vater und dem heiligen Geist preisen werde in Ewigkeit. Amen! 464 Wenn man zum Altare hingehet. Gott, sey mir armen Sünder gnädig, gib mir deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sacrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen! Bei Empfahung des Leibes Chrifti. Sey mir willkommen, du süßer Herr Jesu Christe, mit der blen Speise deines allerheiligsten Beibes, den du mir jetzt unter dem Brod zu essen gibest, wie du ihn für mich in den bittern Tod gegeben hast! Den laß mir gedeihen zum ewigen Leben. Amen! Herr Jesu, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben sum ewigen Beben. Amen! Bei Empfahung des Blutes Christi. Sey mir willkommen, du süßer Herr Jesu Christe, mit dem edlen Trank beines theuern Blutes, das du mir jetzt im Wein zu trinken gibest, wie du es am Kreuz vergossen hast, zur Vergebung der Sünden. Das las mir gedeihen zum ewigen Leben. Amen! Herr Jesu, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen! Wenn man vom Altare hinweg gehet. Herr Jesu Christe, mit was Herzen, Bunge und Worten soll ich deine große Güte aussprechen, so du mir jetzt hast widerfahren lassen, indem du dich felber mit allem, was dein ist und dir zugehöret, mir geschenket und gegeben hast. Ach, laß dir gefallen die geringe, demüthige Rede meines Mundes, und fey mit dem einfältigen Bob zufrieden, das ich dir jetzt in diesem meinem ge brechlichen Fleisch und Blut sagen kann, bis du mich gar zu dir einholest, da ich dich von Angesicht zu Angesicht schauen und mit allen Engeln und Außerwählten ohne Aufhören ehren und preisen werde. Amen! Herr Jesu. Amen! Danksagung nach dem heil. Abendmahl. 1. O du mein lieber Herr Jesu Christ, ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jezo abermal väterlich an deinem Tische mit deinem Betb und Blut gespeiset und getränket hast, und bitte dich von Herzen: laß mir solches gedeihen zu Stärkung meines Glaubens, zu sicherer Begleitung aus diesem Jammerthal in das ewige Leben. Amen! 2. D Jesu Christe, unser rechter und ewiger Hoherpriester, der du fizest zur Rechten Gottes auf dem Stuhl der Majestät im Himmel und bist ein Pfleger der heiligen Güter und der wahrhaftigen Hütten, die nicht mit der Hand gemacht ist, du bist durch dein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen und hast uns eine ewige Erlösung erfunden, da du dich selbst ohne allen Bandel durch den heiligen Geist deinem lieben Vater aufgeopfert hast, unsere Gewissen zu reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott. Wir danken dir von ganzem Herzen, daß du den schmählichen Tod am Kreuz Gebet auf der Reise. Gebet im Ungewitter. 465 mit willigem Gehorsam, aus herzlicher Liebe, mit großer Unschuld und unaussprechlicher Geduld, für uns arme Sünder gelitten hast, dazu dieß hochwürdige Sacrament zum ewigen Gedächtniß und Erinnerung deiner göttlichen Huld und Treue gegen uns, auch zu einem gewissen Unterpfand, Siegel und Verficherung der Vergebung unserer Sünden eingesetzet und uns zu derselbigen Gemeinschaft berufen und kommen hast lassen, damit du unsere hungerige und durstige Seelen gespeiset und getränket haft zum ewigen Leben. O Herr Gott, wie ist deine Liebe so groß, wie unaussprechlich ist deine Barmherzigkeit und unerforschlich deine Gnade, sintemal du Niemand ausschließest von diesem hohen Abendmahl, wo sich nur ein Mensch selbst nicht absondert und unwürdig machet. Wenn nun Jemand hungert oder dürstet, der wird allhie gesättiget; wer dürftig und arm ist, der findet allhie alle Schäße und Reichthum des Lebens. Wer geängstet ist, der überkommt allhie Ruhe; wer trant ist, der erlangt die Arznei und Gesundheit der Seelen; wer mit Sünden beladen ist, der hat allhie Erquicung seines Gewissens; wer im Tode ist, der findet das ewige Leben. So hilf, gütiger Gott, daß uns dieß heilige Sacrament gereiche zur Seligkeit, und daß wir hinfort halten an dem Bekenntniß der Hoffnung und nicht wanten; denn du bist treu in deiner Verheißung, auch daß wir unter einander unfer selbst wahrnehmen mit Reizen zur Liebe und guten Werken und nicht verlassen unsere Versammlung, sondern uns untereinander ermahnen und das so viel mehr, so viel wir alle sehen, daß sich der Tag nahet, und das Ende unsers Lebens herzu dringet, auf daß wir fröhlich erwarten deiner Zukunft. Amen! - Gebet auf der Reise. ( Aus dem alten Ansbacher Gesangbuche.) err Jesu Christe, du allmächtiger Hüter und Wächter Israel, unser Immanuel, der du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben, in deinem Namen will ich mich jest auf den Weg machen; ich bitte dich von Grund meines Herzens, du wollest meinen Aus- und Eingang segnen und behüten von nun an bis in Ewigkeit. Du sprichst ja: ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollt, ich will dich mit meinen Augen leiten. Ach Herr, so bewahre mich nun wie einen Augapfel auf allen meinen Wegen und Stegen, richte deinen Weg vor mir her und leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen. Erhalte mich durch deinen heiligen Geist bet reiner Zehr und deinem heiligen Wort, daß ich nicht abweiche vom rechten Weg deiner Befehle; behüte mich vor falscher Lehre und führe mich auf rechter Straßen um deines Namens Ehre willen; sey mir gnädig um deiner Wahrheit willen und bringe mich nach glücklicher Verrichtung meiner Reise und Geschäfte wieder frisch und gesund nach Hause um deiner Gerechtigkeit willen, so will ich deine Güte und Treue rühmen, so lang ich lebe, und deinen Namen loben und preisen immer und ewiglich. Amen! Herr Jesu. Amen! Gebet im Ungewitter. Großmächtiger Gott, deinem Namen sollen alle Gewaltige auf Erden Ehre bringen und dich, ewigen Gott, anbeten im heiligen Schmuck; denn du bist der Herr im höchsten Thron, du beweisest deine Kraft und Macht an allen Orten. Die Stimme des Herrn gehet auf großen Wassern, der Gott der Ehren donnert, die Stimme des Herrn gehet herrlich und mit Macht. Die Erde bebet und wird beweget, und die Grundveste der Berge regen sich. Dampf gehet aus von seiner Nasen, und verzehrend Feuer von seinem Munde, daß es dabon blitet. Dein Gezelt um dich her ist finster, und schwarze, dicke Wolken, darinnen du verborgen bist, und Dunkel ist unter deinen Füßen; vom Glanz 466 Danksagung nach dem Ungewitter. bor dir trennen sich die Wolken; der Herr donnert im Himmel, und der Höchste lässet seinen Donner aus. Du bringest hervor die Winde aus deinen verbors genen Löchern und treibest sie wieder an ihren Ort, wenn sie deinen Befehl ausgerichtet haben. Es ist dir alles unterworfen; alle Dinge erkennen dich für ihren Schöpfer und zittern vor deiner göttlichen Majestät. Die hohen Berge und die Abgründe der Tiefen erschrecken, wenn du zornig bist; der ganze Erdboden zittert, Meer und Wasser fließen vor deinem 8orn. Die Stimme des Herrn hauet wie Feuerflammen; die Stimme des Herrn erreget die Wüs sten; der Herr bleibet König in Ewigkeit, er wird seinem Volt Kraft geben, der Herr wird sein Volt segnen mit Frieden. O gütiger Gott, behüte uns vor deinem grimmigen Born, der unerträglich ist; vergib uns unsere Sünde; ere leuchte dein Antlitz über uns und sey uns gnädig. Bewahre unser Leib und Leben, Haus und Hof vor Entzündung des Wetters, vor Schießung der Strahlen, vor Donnerschlag und allem Verderben. Desgleichen beschüße die Früchte auf dem Felde vor Schlossen und Hagel, vor großer Wasserfluth und vor allem Schaden. O heiliger Gott, behüte uns vor einem bösen Tode. Gott der Vater, der seinen Sohn des Kreuzes Bein für mich hat lassen leiden, erhalte mich. Jesus von Nazareth, ein König der Juden, für mich gestorben, bewahre mich. Der heilige Geist, der mich gezeichnet hat mit der Salbung und mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes, beschirme mich, daß mir kein Unfall widers fahre. Amen! Danksagung nach dem Ungewitter. Almächtiger Gott, himmlischer Bater, der du gesagt haft im 50. Psal men: rufe mich an in der Noth, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen! wir sagen bir von Grund unserer Herzen Lob und Dank, daß du un fer Gebet in Gnaden erhöret und dieß zornige Wetter also hast vergehen las fen, daß uns dadurch an Leib und Gut kein Schade geschehen ist. Damit hast bu abermal uns zu erkennen geben wollen dein getreues Vaterherz, daß du nicht mit uns nach unsern Sünden handeln wollest und uns nicht nach unse rer Missethat zu vergelten begehrest. Verleihe uns, barmherziger Vater, um deines lieben Sohnes Christi Jesu willen, daß wir uns nach solchen deinen ernstlichen und väterlichen Warnungen beständiglich bessern, in deiner Furcht hinfür leben und auf die Zukunft deines lieben Sohnes uns gefaßt und täglich bereit machen, damit wir ihm mit Freuden entgegen ziehen und den neuen Himmel, in welchem Freude, Friede und Gerechtigkeit wohnen wird, einnehmen und mit dir in deiner seligen Anschauung ewiglich besitzen mögen durch denfelben deinen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland, Jesum Christum. Amen! Gebete für Kranke und Sterbende. Während der Krankheit. 1. Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und lässest Niemand über sein Vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die Bers suchung also ein Ende gewinne, daß wir sie ertragen mögen, ich bitte dich in meinen großen Nöthen und Schmerzen: laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden; stärke mich, daß ichs mit Geduld ertragen möge und an deiner Barm herzigkeit nimmermehr verzage. O Christi, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünde ges storben bist, zu dir rufe ich aus Grund meines Herzens: erbarme dich über mich armen Sünder, vergib mir alle meine Mißhandlungen, die ich wider dich in meinem ganzen Leben gethan habe, laß mich im Glauben nicht sinken. D Gott, heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Noth, erhalte mich in der Gebete für Kranke in den letzten Zügen. 467 Geduld und rechter Anrufung, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Noth, leite mich aus diesem Jammerthal in bas rechte Vaterland. Amen! 2. O starker, allmächtiger Gott, der du bist gnädig und barmherzig, ges buldig und von großer Güte und Treue, vergibst Sünde und Missethat, zu dir rufe ich, du wollest mir alle meine Sünden aus Gnaden verzeihen und meine Seele wider alle Anfechtung stärken und erhalten. Komm mir zu Hülfe und stehe mir bei, daß der Glaube in mir nicht wanke, die Hoffnung nicht verzage, bie Biebe nicht erkalte, menschliche Schwachheit vor Schrecken des Todes nicht versinke. Und wenn mein Stündlein kommt, so laß mich im Frieden fahren; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet haft vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volks Ifrael. An diesen Heiland glaube ich, auf ihn hoffe ich. Ach Herr, laß mich nicht zu Schanden werden; denn du bist meine Hülfe und Stärke. Siehe mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit und wende zu mir deine väterliche Huld durch Jesum Christum, deinen Sohn, der mit seinem heiligen Leiden und Sterben uns eine ewige Erlösung erworben hat. Amen! 3. O Bater aller Gnaden, erbarme dich über meine arme Seele, vergib mir alle meine Sünde, die ich wider dich leider! gethan habe. Berachte nicht dein armes Geschöpf, verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Work bin, laß den nicht umkommen, welchen du gemacht und geschaffen hast; denn auf dich hoffe ich, du bist meine Hülfe und mein Gott. Christe, wahrer Heiland, der du bist das Lamm Gottes, welches da trägt die Sünde der Welt, und mich mit deinem Blute gewaschen und gereiniget hast, ich bitte dich durch bein bitteres Leiden, sonderlich und allermeist das du gefühlet hast zu der Stunde, da deine edelste Seele ausging von deinem allerheiligsten Leibe: erbarme dich über meine arme Seele in ihrem Ausgang und führe sie zum ewigen Leben. Gott heiliger Geist, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des bösen Feindes, stärke mein Vertrauen, daß ich feftiglich glaube eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben. So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist in deine Hände, du getreuer Gott, du hast mich erlöset, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen! ( Die nachfolgenden Gebete sind aus dem alten Nürnberger Gesangbuche.) Ein Gebet der Umstehenden für den Kranken, der in den letten Zügen liegt. Almächtiger, gütiger Gott, der du unser Leben erhältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen deiner Barmherzigkeit wenden zu diesem kranten Menschen, und ihn erquicken an Leib und Seele, ihm alle Sünde aus Gnaden vergeben. Nimm das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Christi, deines lieben Sohns, für die Bezahlung seiner Missethat; denn er auch auf desselben Namen getauft und mit desselbigen Blut gewaschen und gereiniget ist. So errette ihn nun von des Leibes Qual und Pein, verkürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und wider alle Anfechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glauben ritterlich tämpfe und überwinde. Verleihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben; schide deine heiligen Engel her, daß sie ihn begleiten zur Versammlung aller Außerwählten in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen! Andere furze Gebete, in den letzten Zügen vorzusprechen. 1. Ach Herr, allmächtiger Gott, nun ist mein Zeit dahin, und wird mein Leben abgerissen, da leide ich Noth, daraus du, Herr, allein kannst hel fen; verkürz und lindere mir dieselben. Mir ist um Trost sehr bange, o Herr, 468 Andere Gebete, in den letzten Zügen vorzusprechen. Nimm dich meiner Seelen herzlich an, daß sie nicht verderbe, und wirf alle meine Sünde hinter dich zurück, um des theuren Verdienstes Jesu Christi, deines Sohnes willen. Amen! 2. Herr Jesu, du trener Heiland aller deren, die auf dich trauen, verlaß mich nicht, der ich meine Hoffnung in dieser so großen Noth allein auf deine Barmherzigkeit setze. Laß auch die liebliche und seligmachende Stimme in meinen Ohren erschallen, welche du dem Schächer am Kreuz haft hören lassen: Heut wirst du mit mir in dem Paradiese seyn. Denn ich sage von Herzen mit dem Apostel: Ich habe Lust abzuscheiden und bei meinem Herrn Christo zu seyn. Amen! 3. O himmlischer Bater, sprich mir diese freudenreiche Trostwort in mein geängstetes Herz hinein: Er begehret meiner, so will ich ihm aushelfen. Er fennet meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Er rufet mich an, so will ih ihn erhören. Ich bin bei ihm in der Noth, ich will ihn herausreißen und zu Ehren machen. Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil. Nun, ich liege jetzt auch da vor dir mit meinem Gebet, nicht auf meine Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. Ach Herr, höre! Ach Herr, sey gnädig! Ach Herr, mert auf und thue es, und verzeuch nicht, um dein selbst willen, mein Gott! 4. Ach du getreuer, allmächtiger Gott! Meine Sprach ist mir entfallen; es vergehet mir das Gesicht und Gehör; es verschwinden alle meine Sinn allmählich; meine Kräfte verlassen mich, und will mir jetzt aller Creaturen Hülf zerrinnen. Ich bin sehr schwach und matt, tröfte und erquicke du mich, und prich meiner Seelen zu: Heut, in diesem Nu und Augenblick wirst du bet mir im Paradiese sehn. Mein süßer Herr Jesu Christe! du bist mein Leben; laß Sterben mein Gewinn seyn, weil du mich mit deinem theuern Blut so theuer erkauft hast. Amen! 5. Allmächtiger, ewiger Gott, laß dich erbarmen das ängstliche Seufzen und Wehklagen dieses sterbenden Menschen und nimm ihn auf in dein Himmelreich, das du ihm und allen Gläubigen aus Gnaden von Anfang der Welt bereitet haft. Entbinde ihn gnädiglich, o Herr, und nach Bezahlung menschlicher Schulden tröste ihn mit deinen Auserwählten ewiglich durch deinen lieben Sohn, unsern Herrn Jesum Christum. Amen! as in Valet- Segen.ali Es segne dich, du liebe Seele, Gott der Vater, der dich so herrlich nach seinem Ebenbild erschaffen hat! Es segne dich Gott der Sohn, der dich mit seinem Blut und Tod so theuer erfauft und erworben hat! És segne dich Gott der heilige Geist, der dich zu seinem Tempel bereitet und geheiligt hat! Der gnädige und barmherzige Gott wolle dich durch die Kraft des bittern Leidens und Sterbens Jesu Christi, auch durch den Dienst der heiligen Engel, führen in den Schoß Abrahams, in das ewige Baterland, daß du daselbst mit allen Auserwählten in unaussprechlicher Freud und Herrlichkeit leben mögest! Unser Herr Jesus Christus sey bei dir, daß er dich beschüßze; in dir, daß er dich erquicke; bor dir, daß er dich in Himmel führe; nach dir, daß er dich erhalte; über dir, daß er dich segne, hie zeitlich und dort ewiglich, der mit dem Vater und heiligen Geist lebet und regieret in alle Ewigkeit. Amen! nebozqurtu 2009 Ordnung und Form des Hauptgottesdienstes an Cressi Sonn- und Festtagen. Revidirte Ausgabe. Verkaufspreis: ungebunden 14 Pfennig. Kraft des der allgemeinen Pfarrwittwenkasse zustehenden Vers lagsrechts dermalen im Verlag bei 11. E. Sebald, Buchdruckereibesißer in Nürnberg. PFARRER I. Sonntäglicher Hauptgottesdienst, wenn keine Communion stattfindet. 1. Gesang eines Anfangsliedes, während dessen der Geistliche an den Altar tritt und in Wechselwirkung mit der Gemeinde den Introitus( Eingang) sammt dem Gloria patri( Ehre sei dem Vater 2c.) singt oder spricht, und zwar in folgender Weise: 2 Geistlicher( Gegen den Altar.) 1. Gott sei uns gnädig und barmherzig, 2. Er lasse uns sein Antlig leuchten, 3. Es segne uns Gott, unser Gott. Gemeinde: chen Se= gen. 1. Und ge be uns seinen gött- li== 2. Daß wir auf Erden er kennen sei- ne We= ge. 3. Es seg ne uns Gott, und gebe uns seinen Frieden. Geistl. Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerbar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. E Sem. men. Ober: Geistl. 1. Jch will den Herrn Loben allezeit; em. The 2. Meine Seele soll sich rühmen des Herren, 3. Preiset mit mir den Herren, 4. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ift. 1. Sein Lob soll im- mer- dar in meinem Mun- de sein. 2. Daß die Elen- den es hören = 3. Und lasset uns sei nen Na- men 4. Wohl dem, der auf und sich freu- en. er höhen. S ihn trau- et. GeiftL Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gem. 2= men. Bemerkung. Statt des Introitus mit dem Gloria patri fann an Sonntagen auch blos ein Anfangslied gesungen werden. 2. Das Confiteor oder Sündenbekenntniß mit dem Kyrie. a) Das Confiteor. Geiftl.( Gegen die Gemeinde.) Geliebte in dem Herrn! Eröffnet eure Herzen! Laffet uns Gott unsere Sünde bekennen und im Namen unseres Herrn Jesu Christi um Vergebung bitten! Sprechet mir nach mit Herzlicher Begierde zu Gott, im Glauben an den Herrn Jesum Christum durch den heiligen Geist:( Gegen den Altar) Ich armer fündiger Mensch bekenne Gott, dem Allmächtigen, meinem Schöpfer und Erlöser, daß ich nicht allein gesündiget habe mit Gedanken, Worten und Werken, sondern auch in Sünden ems pfangen und geboren bin, so daß meine ganze Natur und all mein Wesen vor seiner Gerechtigkeit sträflich und verdammlich ist. Darum fliehe ich zu seiner grundlosen Barmherzigkeit, suche Gnade und spreche: Gott sei mir Sünder gnädig. Ja, gnädiger und barmherziger Gott, du wollest dich unser aller erbarmen, uns unsere Sünde verzeihen und deinen heilis gen Geist geben, auf daß wir durch denselben deinen göttlichen Willen erfüllen und das ewige Leben empfangen mögen. Amen. Oder folgende kürzere Form: Demüthiget euch, Geliebte, vor dem Herrn im Gefühle eurer Unwürdigkeit, Sünde und Schuld. Flehet ihn an um Hilfe, um Gnade und Vergebung. Sprecht mit dem Zöllner: Gott sei mir Sünder gnädig! Gem. Herr, Herr, Gem. b) Das Kyrie. Geistl. Ryrie eleison! Gem: er barm dich un- ser! Christe, erbarm dich unser! = er- barm dich un- ser! Oder: Gem. Geistl. Christe eleison! Herr, er bar= me dich! Christe, er bar= me dich! Geistl. Kyrie eleison! Herr, er barm dich über uns! 3. Die allgemeine Absolution mit dem Gloria, a) Die allgemeine Absolution. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Der allmächtige und barmherzige Gott hat sich unser ers barmet, seinen einigen Sohn für unsere Sünde in den Tod gegeben und um seinetwillen uns verziehen; auch allen denen, die an seinen Namen glauben, Gewalt gegeben, Gottes Kinder zu werden und ihnen seinen heiligen Geist verheißen. Lobsinget ihm, lobsinget seinem Namen! Oder: Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Gott erbarmet sich unser. Er hat nicht Lust an dem Tode des Sünders, sondern daß der Sünder sich bekehre und lebe. Er hat seinen Sohn in die Welt gesendet und in den Tod dahin gegeben, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Darum lobfinget ihm, lobsinget seinem Namen! b) Das Gloria in excelsis, oder: Ehre sei Gott in der Höhe 2c. Geist l.( Gegen den Altar.) Ehre sei Gott in der Höhe! Gem. Und auf Er- den Fried, und den Menschen ein Wohl- ge- fal- len. Geistl. Wir loben dich, wir benedeien dich, wir beten dich an, wir preißen dich, wir sagen dir Dank um deiner großen Ehre willen, Herr Gott, himmlischer König! Gott, allmächtiger Vater! Herr, eingeborner Sohn Jesu Christe, du Allerhöchster, und dir du heiliger Geist! Herr Gott, Lamm Gottes, ein Sohn des Vaters, der du hinnimmst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! Der du hinnimmst die Sünd der Welt, nimm auf unser Gebet! Der du sikest zur Rechten des Vaters, erbarm dich unser! Denn du allein bist heilig, du bist allein der Herr, du bist allein der Höchst, Jesu Christe, mit dem heil'gen Geist in der Herrlichkeit deines Vaters. Gem. ( Ursprünglich.) 2= = 5 7 = = === = men. 6 A Bemerkung. Statt des: Und auf Erden Fried 2c. mit dem darauf folgen. den: Wir loben dich zc., fann von der Gemeinde auch das Lied: Allein Gott in der Höb sei Ebr 2c. gesungen werden. Oder leichter: Geist l.( Gegen die Gemeinde.) Gem. Die Collecte mit vorausgehender Sa= Gem. 4. Der Herr sei mit euch! men. lutation. ( Begrüßung.) 2 men. = Und mit deinem Geist. Geistl. Laßt uns beten:( Gegen den Altar.) Dallmächtiger Gott und Vater! Wir bitten dich, gib deiner Gemeinde deinen Geist und göttliche Weisheit, daß dein Wort unter uns laufe und wachse und mit aller Freudigkeit, wie sich's gebührt, gepredigt, und deine heilige chriftliche Ge meinde dadurch gebessert werde, auf daß wir mit beständigem Glauben dir dienen, und im Bekenntniß deines Namens bis ans Ende verharren, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herren. 5. Die biblische Lection. Nach der Verlesung spricht der Geistliche: Dieß sind die Worte unserer heutigen Epistel( unseres heutigen Evangeliums). Der Herr segne sie an unsern Seelen durch die Kraft seines heili gen Geistes, und erhalte uns sein heiliges, theures Wort in Ewigkeit. Gem. Gem. 2 6. Das Credo oder Glaubensbekenntniß. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Lasset uns endlich auch vor Gott treten mit dem Lobopfer und Bekenntniß unseres gemeinsamen christlichen Glaubens. Bekennet und sprechet mit mir also:( Gegen den Altar.) Ich glaube an Gott den Bater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, sigend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.* ✰ = men. X= Bur besonderen Auszeichnung der Feste fann an diesen statt des apofto. Itschen das nicänisch- konstantinopolitanische Glaubensbekenntniß gebraucht werden, welches also lautet: men. Ich glaube an einen Gott, allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und an den einigen Herrn Jesus Christus, den ein gebornen Sohn Gottes, aus dem Vater vor aller Zeit geboren, Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahren Gott von wahrem Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alle Dinge gemacht sind, der um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel herabgestiegen und Fleisch geworden ist vom heiligen Geiste aus Maria der Jungfrau, und ist Mensch geworden, auch gekreuziget für uns unter Pontio Pilato, gestorben und begraben, auferstanden am dritten Tage nach der Schrift, aufgefahren gen Himmel, siket zur Rechten des Vaters, und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Todten, so daß seines Reiches kein Ende sein wird. Ich glaube auch an den heiligen Geist, der da ist Herr und macht lebendig, der von dem Vater und dem Sohne ausgeht, mit dem Vater und Sohne zugleich angebetet und geehrt wird und durch die Propheten geredet hat. Ich glaube eine heilige, allgemeine und apostolische Kirche. Auch bekenne ich eine einige Taufe zur Vergebung der Sünden, und warte auf die Auferstehung der Todten und ein Leben der zukünftigen Welt. Gem. A # men. Hierauf folgt: 7. Das Haupt- oder Predigtlied. 8. Die Predigt. 9. Das allgemeine Kirchengebet. 10. Fürbitten und Verkündigungen. 11. Vater unser und Se genswunsch. 12. Gesang eines Liederverses, während deffen der Geistliche an den Altar tritt und sodann 13. den Schluß des Gottesdienstes in folgender Weise abhält: Geistl.( Gegen den Altar.) Unsere Hilfe stehet im Namen des Herrn, Halleluja! Gem. Der Him- mel und Er- de gemacht hat. Hal le- lu ja! Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Laßt uns beten: ( Gegen den Altar.) Collecte mit Amen der Gemeinde. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Der Herr fei mit euch! Sem. Und mit deinem Geist. Geistl. Laßt uns benedeien den Herren! Gem. Gott jei e wig- lich Dank! Oder leichter: Gem. = Gott sei e wig- lich Dank! Geistl. Der Herr segne euch und behüte euch 2c. Oder: 2= men. A= men. Bemerkung. Wird das allgemeine Kirchengebet am Altare, gesprochen, fo ist die Ordnung folgende: 1. Bersitel. 2. Kirchengebet mit Vater un ser und Amen der Gemeinde. 3. Salutation, Benedicamus und Segen. JU II. Sonntäglicher Hauptgottesdienst, wenn Communion stattfindet. Wenn sich an den Hauptgottesdienst die Communion anschließt, so wird jener bis zum Segenswunsch nach der Predigt ganz in der oben Nr. bezeichneten Weise abgehalten. Nach diesem Segenswunsch singt die Gemeinde, während der Geistliche an den Altar tritt, Nr. 188 des Gesangbuches: ,, Schaffe in mir Gott 2c." oder ein anderes geeignetes Lied, worauf die Handlung in folgender Weise vor sich geht: 1. Präfation mit dem Sanctus. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Der Herr sei mit euch! Gem. Und mit dei nem Geistl. Die Herzen in die Höhe! Gem. Er he ben wir zum Herrn. S = Geistl. Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gotte. Gem. Geiste. Das ist würdig und recht. Geistl.( Gegen den Altar.) Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ists, daß wir dir, Herr, heiliger, allmächtiger Vater, ewiger Gott, allezeit und allenthalben Dank sagen, durch Jesum Christum, unsern Herrn, durch welchen deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herrschaften, fürchten die Mächte, die Himmel, und aller Himmel Kräfte, sammt den seligen Seraphim mit einhelligem Jubel preisen. Mit ihnen laß auch unsere Stimmen uns vereinen und anbetend zu dir sprechen: Gem. $ Hei- lig, hei- lig, heilig ist der Her- re Ze- ba= oth! Al- le Land in der Hö- he! Hei Na- men des Herrn! Ho- fi- an- na in der Hö- he! S lig, hei Ze= ba- oth! Voll Erd- reich dei= na sind sei- ner Ehre voll. Ho- fi- an- na = : Ge- be- ne- deit sei, der da kommt im Oder: lig heilig ist Gott, der Herr find Him=== mel und Eh: re, Ho- st ner in der 11. = an== Höh. e! Se be= ne dei et sei, der da kommnt im Na- men des Herrn! 12 Doan in der Söh= e! Bemerkung. Statt dieser beiden Sanctus fann auch gesungen werden: fo 都 盎 Heilig ist Gott der Ba- ter, hei- lig ist Gott der Sohn, hei- lig ist Gott der heilge Geist! Er ist der Her- re Zebaoth! na Al- leLand sind seiner Eh- re voll. Ho- st- an- na in der Hö- he! Ge be- ne- deit sei, der da kommt im Namen des Her- ren! Ho- si an na in der Höh e! a) Abendmahlsgebet. b) Das Vater unser. c) Gesang des Christe du Lamm Gottes 2c." von Seiten der ( Ges.- Buch Nr. 187.) Gemeinde. " Sem. 2. d) Die Einsepungsworte mit dem darauffolgenden Segens wunsche: Der Friede des Herrn set mit euch allen. 32 men. 3. Austheilung des heiligen Abendmahls unter Gemeindegesang. 4. Collecte. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Danket dem Herrn; denn er ist freundlich; Gem. Und seine Gü te wäh- ret e= wig- lich. Geistl. Laßt uns beten:( Gegen den Altar.) Wir danken dir, allmächtiger Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe des Leibes und Blutes deines lieben Sohnes Jesu Christi haft erquicket, und bitten deine Barmherzigkeit, daß du uns solches gedeihen lasseft zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen, um Jesu Christi, unseres Herren willen. Gem. Geistl. X- men. 5. Der Segen. Der Herr segne euch und behüte euch u. s. w. Gem. 2= men. 15 Oder: 2- men. 14 III. Introiten und Versikel für den Hauptgottes= dienst. A. Introiten für die Festtage. 1. Advent. Geift. 1. Sofianna dem Sohne Davids, Halleluja! 2. Freue dich, du Tochter Zion, 3. Siehe, dein König kommt zu dir, 4. Herr, zeige mir deine Wege, e m. 1. Ge- lo- bet sei, der da kommt im Namen des Herrn, Halle- lu- ja! 2. Und jauchze, du Tochter 3. Ein Ge- rech- ter. Je- ru- sa- lem; und Hel- fer. ne Stei- ge. 4. Und leh- re mich deiGeistl. Ehr sei dem Vater 2c. ft Gem. A= men. 2. Weihnachtsfest. Geiftl. 1. Uns ist ein Kind geboren, 2. Welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, 3. Singet dem Herrn ein neues Lied; Sem. 1. Ein Sohn ist uns ge ge- ben, 2. Und er heißt Wunderbar, Rath, Kraft, Held, Ewig- Bater, Friedefürst 3. Denn er thut Wun- der. Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. A= men. 7. Charfreitag. Geistl. 1. Siehe, das ist Gottes Lamm, 2. Fürwahr er trug unsre Krankheit, 3. Er ist um unsrer Missethat willen verwundet, 4. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe. Gem. ( Das Gloria patri fällt an diesem Tage weg.) S ind 1. Das der 2. Und lud auf sich uns Welt Sünde trägt. re Schmer= zen. zer- schla 9 gen. 3. Und um unsrer Sünde willen. 4. A= ber der Herr warf unser aller Sün- de auf ihn. Sem. 8. Dfterfest. Geistl. 1. Der Herr ist auferstanden und Simoni erschienen, Halleluja! 2. Was suchet ihr den Lebendigen bei den Todten? Halleluja! 3. Mit Ehre und Schmuck hat ihn Gott gekrönet, Halleluja! 17 S 1. Der Herr ist wahrhaftig aufer- standen, Hal- le- lu 2. Er ist nicht hier, er ist aufer- standen, Hal- le- lu 3. Und ihn zum Herrn gemacht über M- les, Hal- le- lu= jal 2 ja! ja! 18 Geist. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. Gem. 9. Simmelfahrtsfeft. Geistl. Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? 2 Hal- le= lu ja! Geistl. Wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren, wird er kommen. Gem. = men. # Geistl. Frohlocket mit Händen, alle Völfer! Gem. POP Halsle- lu- ja, Hal- le- lu- ja, Hal- le- lu- ja! Gem. Und jauch- zet Gott mit fröh- li- chem Schal= le. Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. A ; men. 10. Pfingstfest. Geistl. 1. Der Weltkreis ist voll Geistes des Herrn. Gem. fl- s1 1. Hal- le- lu- ja! Geistl. 2. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. 3. Ich will Waffer gießen auf das Durstige, 4. Ich will meinen Geist auf deinen Samen gießen, 5. Dieß ist der Tag, den der Herr macht; 6. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Sem. 2. Unser Gott kommet und schweiget nicht, Hal- le- lu- ja! 3. Und Ströme auf das Dür re. 4. Und meinenSegen auf deine Nachkommen, Halle- lu- ja! 5. Las- set uns freuen und fröhlich. darinnen sein. 6. Schmücketd.Fest mitmaien bis an dieHörner des Al- tars. Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. A Gem. C men. 19 11. Trinitatisfest. Geistl. 1. Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, 2. Drei sind, die da zeugen im Himmel, der Vater, das Wort und der Heilige Geist, 3. Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge; voll. se drei sind eins. 2 S men. 1. Alle Lan- de sind sei-. ner Ehre 2. Und die8. Jhm sei Eh- re in Ewigkeit. A 20 Geistl. Ehr sei dem Vater zc. Gem. 2= 12. Erntefest. Geistl. 1. Lasset uns dem Herrn frohlocken, men. 2. Laffet uns mit Danken vor sein Angesicht kommen, 3. Denn in seiner Hand ist, was die Erde bringet. ( Bet dürftiger Ernte.) Geistl. 1. Befiehl dem Herrn deine Wege, Gem. 1. Und jauchzen dem. 2. Und mit Psalmen = 3. Und die Höh- en der Berge sind auch sein. Gem. Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. ( Bei dürftiger Ernte.) 1. Und hoffe auf ihn; er wirds wohl machen. Gem. ● men. Hort unseres Heils. bent. ihn lo A= 13. Reformationsfest. Geiftl. 1. Herr, unser Gott, sei mit uns, 2. Thue wohl an Zion nach deiner Gnade, 3. Herr, dein Wort ist die rechte Lehre; 1. Wie du ge- we- sen bist mit un 2. Und bau- e die Mauern zu = fern Vä Je $ tern. - ru- sa- lem. 3. Hei- lig- teit ist die Zier- de deines Hauses e wig- lich. GeistL Ehr sei dem Vater zc. Gem. 2= men. Bemerkung. Statt des Introitus mit dem Gloria patri fann auch an Festtagen blos ein Anfangslied gesungen werden. 14. Kirchweihfest. Geistl. 1. Jauchzet dem Herrn alle Welt. 2. Gehet zu seinen Thoren ein mit Danken, 3. Danket ihm, lobet seinen Namen; f Sem. 1. Dienet dem Herrn. mit Freu= den. mit Lob. 2. Zu seinen Vorhöfen. 3. Denn der Herr ist freundlich u seine Güte wäh- ret ewiglich. Geistl. Ehr sei dem Vater zc. Gem. B. Schlußverfitel für die Festtage. 1. Advent. Geistl. Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja! A= men. Sem. 21 = Und machet sei- ne Stei- ge richtig, Hal- le lu ja! F 22 2. Weihnachtsfest. Geistl. Das Wort ward Fleisch, Halleluja! Gem. Und wohnete unter uns, Halleluja! 3. Neujahr. Geistl. Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für, Halleluja! Gem. Du bist unser Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, Halleluja! 4. Epiphaniasfest. Geistl. Lobet den Herrn, alle Heiden, Halleluja! Gem. Preiset ihn, alle Völker, Halleluja! 5. Bußtag. Geistl. Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht. Gem. Vor dir ist kein Lebendiger gerecht. 6. Gründonnerstag. Geistl. Er hat ein Gedächtniß gestiftet seiner Wunder. Gem. Der gnädige und barmherzige Gott. 7. Charfreitag. Geistl. Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet. Gem. Sondern ihn für uns alle dahin gegeben. www.practa 8. Dfterfest. Geistl. Der Tod ist verschlungen in den Sieg, Halleluja! Gem. Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat, Halleluja! 9. Himmelfahrtsfest. Geistl. Gott fähret auf mit Jauchzen, Halleluja! Gem. Der Herr mit heller Posaune, Halleluja! 10. Pfingstfeſt. Geistl. Herr, lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen, Halleluja! Gem. Dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn, Halleluja! 23 to allo 11. Trinitatisfest. Beistl. Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist Halleluja! Gem. Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit, Halleluja! 1 12. Erntefest. Geistl. Aller Augen warten auf dich, Herr, Halleluja! Gem. Und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, Halleluja! 13. Reformationsfest. Geist. Herr, dein Wort bleibet ewiglich, Halleluja! Gem. Deine Wahrheit währet für und für, Halleluja! canting 14. Kirchweißfest. Geistl. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, Halleluja! 6em. Und den Drt, da deine Ehre wohnet, Halleluja! 24 C. Schlußverfitel für die gewöhnlichen Sonntage zur Auswahl. Geistl. Es segne uns Gott, unser Gott, Halleluja! Gem. Und alle Welt fürchte den Herrn, Halleluja! Geiftl. Herr, hilf deinem Volte und segne dein Erbtheil, Halleluja! EP Gem. Weide sie und erhöhe sie ewiglich, Halleluja! Geißl. Rufe mich an in der Noth, so will ich dich erretten, Halleluja! Gem. Und du sollst mich preisen, Halleluja! Geiftl. Wir haben einen Gott, der da hilft, Halleluja! Gem. Und einen Herrn, der vom Tode errettet, Halleluja! Geiftl. Herr, dein Wort ist unsers Fußes. Leuchte, Halleluja! Gem. Und ein Licht auf unsern Wegen, Halleluja! Geistl. Heilige uns, Herr, in deiner Wahrheit, Halleluja! Gem. Dein Wort ist die Wahrheit, Halleluja! Geistl. Herr, Lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen; Gem. Dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Geistl. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Gem. Und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat 1. Bersikel. Geistl. Herr, vernimm mein Flehen um deiner Wahrheit willen. Halleluja. Gem. Erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen. Halleluja. 2. Salutation und Collefte mit dem Amen der Gemeinde. 3. Verlesen eines biblischen Abschnittes. Gem. Amen. Geistl. Kyrie, Gem. Gebetsgottesdienst. Gem. Geistl. Christe, Geistl. Kyrie, Gem. 4. Die Litanei. Gem. Geiftl. Christe, & lei= : = lei & lei son! = son! M10 son! Er- hö- re uns! 25 26 Geistl. Herr, Gott Vater im Himmel! Herr, Gott Sohn, der Welt Heiland! Herr Gott, heiliger Geist! Gem. Geistl. Sei uns gnädig! Gem. Er- barm dich ü- ber uns! Gem. Geistl. Sei uns gnädig! Ver- schon uns, lieber Herre Gott! Sem. Hilf uns, lieber Herre Gott! Geistl. Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Uebel, Vor des Teufels Trug und Bift, Vor bösem schnellen Tod, Vor Pestilenz und theurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und Ungewitter, Vor Feuer und Wassersnoth, Vor dem ewigen Tod Be- hüt uns, lieber Herre Gott! Geistl. Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt, In unsrer letzten Noth, Am jüngsten Gericht Gem. Hilf uns, lieber Herre Gott! Geistl. Wir armen Sünder bitten: Gem. Du wol- lest uns er hören, lieber Her- re = Gott! 27 Geistl. Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Ale Pfarrherren und Diener der Kirche im heilsamen Wort und heiligen Leben behalten, Allen Rotten und Nergerniffen wehren, Alle Irrigen und Verführten wieder bringen, Den Satan unter unsre Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Bröden helfen und sie trösten, Allen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, Unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, Unsere Obern, Schule und Gemeine segnen und behüten, 28 Allen, so in Noth und Gefahr sind, mit Hilfe erscheinen, Allen Schwangern und Säugenden fröhliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangene los und ledig lassen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und fie bekehren, Die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhören. Gem. Er hör uns, lieber Herre Gott! = Geistl. D Jesu Christe, Gottes Sohn, Gem. Er barm dich über uns! Geistl. D du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Gem. Er barm dich über uns! ; Geistl. D du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Gem. Er- barm dich über uns! Geistl. O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Gem. Geistl. Christe, Sem. Geistl. Kyrie, Sem. Ver- leih uns ste= ten Fried! Gem. Er höre uns! = Geistl. Christe, &= Lei= G= lei Geiftl. und Gemeinde: = son! son! Ryrie, e lei= son! = Ici F 20== men. 23 30 Anhang. Liturgie für die Geburts- und Namenstage des Königs und der Königin. Zum Anfang. Geistl. Sem. Geistl. Gem. O Herr, er zeig uns deine Barm- her- zig- keit. P f Gem. Und ver- lei- he uns dein Heil. D Herr, seg ne den Kö- = fen. Und er- hö- re uns gnä- dig- lich, wenn wir zu dir ru- Geift. nig, Rüste deine Die- ner mit Ge- rech- tig- keit, Und laß dei- ne Heiligen sich freu- E en. Geistl. O Herr, hilf dei- nem Volk, Sem. Und seg ne dein Erb= theil. = Geistl, Ehr' sei dem Vater 2c.* 2c. Gem. Gem. f Herr, Herr, 2= men. er- barm dich un- ser! Christe, erbarm dichunser! er- barm dich un- ser! Geistl. Ehre sei Gott in der Höhe Gem. 31 Und auf Er- denFried, und den Menschenein Wo Chor. Wir loben dich zc. Amen. 32 Geistl. Der Herr sei mit euch. Gem. Geistl. Gebet. Gem. Gem. Geistl. Biblische Lektion. Und mit deinem Geist. Geistl. Segen. Gem. Amen. A= men. #E Schluß. Geikt. Der Herr denke an uns und segne uns. Halleluja! Gem. Er segne, die den Herrn fürchten. Halleluja! Geistl. Der Herr sei mit euch. Gem. Und mit deinem Geist. Und laß A Geistl. 2aßt uns benedeien den Herren. Gem. Gott sei ewiglich Dank. = men. B 1-3 le* 22 forz macht? 1 of no tene Eft 199 Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 15 14₂ 6 17 Farbkarte# 13 3 Green ¹8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 ( O) 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8