GB Go 4080 Gesangbuch zum Gottesdienstlichen Gebrauch für Evangelische Gemeinden. Mit Genehmigung des Königlichen Konfiftoriums der Provinz Brandenburg. Zehnte Auflage nebst Anhang. 2Berlin 1883. Verlag von Trowitsch und Sohn. Leipzigerstraße 133. Go 4080 KEX BERLIN Univ.- Bibl. Giessen Vorrede. Seit geraumer Zeit hat sich namentlich in der hiesigen Hauptstadt ein beharrliches Verlangen ausgesprochen, daß aus dem reichen Liederschatze, welcher ein eigentümliches und ausgezeichnetes Befiktum der deutschen evangelischen Kirche ist, eine dem gegenwärtigen Bedürfnisse angemessene Auswahl getroffen werden möchte, die das Vorzügliche der einzelnen vorhandenen Liedersammlungen möglichst in sich vereinigte. Dieses Verlangen wurde auf Veranlassung der obersten geistlichen Behörde von der im Jahre 1817 hier versammelten Kreis- Synode ernstlich erwogen; demzufolge aus den Mitgliedern dieses Vereins unter höherer Genehmigung eine besondere Kommission gebildet und beauftragt wurde, nach Maßgabe der allgemeinen von der Synode festgestellten Grundsätze den vorliegenden Liederstoff jenem Zweck gemäß zu bearbeiten, worauf die Kommission ihr Geschäft sofort mit Freudigkeit begann. Sie erlitt während ihrer Arbeit durch das Ausscheiden der in das Land der Vollendeten abgerufnen Pröpfte Hanstein und Ribbeck einen tiefbetrauerten Verlust, suchte solchen jedoch durch die Wahl andrer Teilnehmer zu ersetzen, und ihr gegenwärtiger Bestand ist aus den Namen der Unterzeichneten zu ersehen. Vorrede. Unter die Aufgaben selbst, welche der Kommission gestellt waren, und die sie zu lösen wenigstens mit anhaltendem Fleiße bemüht gewesen ist, gehört zunächst eine sorgfältige Berücksichtigung der älteren Kirchengesänge aus dem Zeitraume von der Reformation an bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts, von denen in möglichst beträchtlicher Anzahl diejenigen ausgewählt werden sollten, welche sich durch Tiefe der Empfindung und kräftigen Ausdruck der from= men Gesinnung auszeichnen und besonders in der hiesigen Stadt und Provinz unter die bekannten und geschätzten Kernlieder gerechnet werden. Eine gleiche Rücksicht war ferner der Kommission auf diejenigen neuern Kirchengesänge empfohlen worden, die wegen ihrer weiten Verbreitung bereits eine Art von Bürgerrecht haben, vorausgesetzt, daß es ihnen nicht an allem dichterischen Werte mangle, noch die darin enthaltene Moral zu abgeschlossen und unverbunden mit der christlichen Glaubenslehre erscheine, noch diese Lieder sich mehr für die häusliche Erbauung als für den kirchlichen Gebrauch eignen, in welchen Fällen der Kommission unbenommen blieb, den Ausfall derselben durch andere weniger bekannte Lieder neuerer Zeit zu ergänzen, denen eine günstige Aufnahme gewünscht werden mußte. IV Fürs dritte lag den Unterzeichneten ob, von den verschiedenen Auffassungsweisen der christlichen Glaubenslehre keine ausschließlich zu begünstigen, aber auch keiner ihre Stelle zu verweigern, die als Äußerung des frommen Gefühls sich mit der evangelischen Wahrheit und mit dem Wesen eines kirchlichen Buches in Einklang bringen läßt. Was viertens die Melodieen betrifft, so sollte das neue Gesangbuch dazu beitragen, den vorhandenen großen Reichtum musterhafter Choräle in Gebrauch zu erhalten, und es sollte zugleich da, wo zu demselben Liede mehrere Melodieen gesungen werden können, jederzeit diejenige vorgezeichnet werden, welche für den Inhalt, die Zeit und den Ort die angemessenste ist. Zuleht lag es keineswegs in der Überzeugung der Synode, daß in Gesangbüchern dieser Vorrede. Art, welche nicht den Bedürfnissen der wissenschaftlichen Forschung, sondern allein der öffentlichen Erbauung sowohl der jetzt lebenden, als der nächstfolgenden Geschlechter gewidmet sind, an den aufgenommenen Liedern durchaus nichts geändert werden dürfe. Vielmehr sollte zwar jedem Liede sein eigentümliches Gepräge gelassen, aber die schonend bessernde Hand unbedenklich angelegt werden, wenn die natürliche Gedankenfolge in einem Liede zu auffallend vernachlässigt war und dennoch der Inhalt auf eine leichtere und einfachere Weise geordnet werden konnte; wenn die Melodie notwendig einen Ruhepunkt gebot, wo im Terte die Periode oder der Sah noch keinen Schluß enthielt- auf welchen dem Gefühle so unangenehmen und für die Andacht beim Gesang so störenden Übelstand auch die vorzüglichsten Liederdichter nicht sorgsam genug geachtet haben, und dessen Entfernung eben so notwenig, als meistens sehr schwierig ist; endlich wenn der Ausdruck sprachwidrig, oder für den guten Geschmack anstößig, oder nicht verständlich genug gefunden ward. Diese Grundsätze hat die Kommission bei der Vollziehung ihres Auftrages zwar beständig vor Augen gehabt, aber auch die Überzeugung erlangt, daß jedes Unternehmen dieser Art noch weit von der beabsichtigten Vollkommenheit entfernt bleiben und nimmermehr den so sehr verschiedenen Anforderungen und Erwartungen aller einzelnen Beurteiler entsprechen werde. V Nach vollendeter Arbeit ist die Handschrift dem Königlichen Konfiftorium der Provinz Brandenburg übergeben, von demselben ge= prüft und mehrere Monate hindurch in dessen Geschäftslokale zur Einsicht der Sachverständigen ausgelegt, hernach aber dem Königlichen Ministerium der geistlichen Angelegenheiten überreicht worden. Nachdem nun diese hohe Behörde zum kirchlichen Gebrauch dieses Gesangbuches die erbetene Genehmigung erteilt hat, so erscheint es hiermit in Druck, und es bleibt uns daher nur noch die eifrige Bitte zu Gott übrig, daß er den vieljährigen auf dieses Gesangbuch verwendeten Fleiß nicht ungesegnet lassen, dieser in der Lauterkeit der Vorrede. Liebe dargebotenen Gabe die Herzen der Glaubensgenossen zuwenden und, wo sie Eingang und Annahme findet, unter christlichen Gemeinden dazu reiches Gedeihen geben wolle zur Beförderung des Reiches Christi und zum Preise seines hochgelobten Namens. Berlin, den 25. August 1829. VI Brescius. Küster. Marot. Neander. Ritschl. Schleiermacher. Spilleke. Theremin. Wilmsen. Vorrede zur achten Auflage. Das zuerst im Jahre 1829 zu Berlin mit Genehmigung der evangelischen kirchlichen Ober- Behörde erschienene und dann in sechs nachfolgenden Auflagen verbreitete Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauch für evangelische Gemeinden hat durch die Aufnahme, welche es gefunden und in der es sich behauptet, hinreichend bewiesen, daß es einem damals weithin und tief empfundenen Bedürfnisse entsprach und für die vollkommnere Aneignung und Benutzung des evangelischen deutschen Liederschakes in kirchlichen Versammlungen einen fühlbar gesegneten Übergang und Fortschritt bezeichnet. Wenn indessen schon die ersten Herausgeber das Geständnis öffentlich abgelegt haben, daß diese Lieder- Sammlung von der beabsichtigten Vollkommenheit noch fern sei, so hat sich auch wirklich seit mehreren Jahren bei einem ansehnlichen Teil unserer Kirchengenossen ein weiter gehendes Verlangen kund gegeben, welchem seine Berechtigung, eben weil es auf dem heiligsten Lebensgebiete hervorgetreten, nicht abgesprochen werden darf. Unverkennbar hat sich neuerdings der kirchliche Sinn noch in höherem Grade und größerem Umfange, als es im Zeitpunkte der ersten Herausgabe des Buches der Fall war, sowohl überhaupt den Liedern von älterer Bewährung, als auch den älteren Lesarten der einzelnen, wieder zugewandt. Demzufolge empfingen die unterzeichneten, älteren und ordnungsmäßig neu hinzu getretenen Mitglieder der für das Gesangbuch Vorrede zur achten Auflage. bestehenden Kommission amtliche Beranlassung, das jetztzeitige Erfordernis einer weiteren Vervollkommnung des fraglichen Bestandes in Erwägung zu nehmen. Im Hinblick auf die Geschichte und den heutigen Gebrauch des Gesangbuches haben wir, abgesehn von wenigen und leisen nachträglichen Berichtigungen, wie sie bereits bei der Ausgabe vom Jahre 1843 vorgenommen worden, Bedenken getragen, in demselben TextVeränderungen vorzunehmen, und vorgezogen, es mit einem Anhange zu versehen, in welchen teils die vielseitig verlangten älteren Texte und Lesarten einiger der bekanntesten und beliebtesten Lieder, teils die am meisten noch vermißten neu aufgenommen werden könnten. VIII Nach treulich erwogener und vereinbarter Auswahl, welche in Bezug auf ihren Umfang zugleich dahin festgestellt worden ist, daß in Gemäßheit der mit jetzigem Verleger getroffenen Verabredung eine Preiserhöhung der gangbarsten Exemplare fast nicht stattfindet, werden mit dieser neuen Ausgabe, unter fortlaufender Zahl von Nr. 877 an, noch vier und siebenzig Lieder, und zwar ältere Terte vier und dreißig, neu aufgenommene vierzig, den Gemeinden zum andächtigen Gebrauche dargeboten. Wir thun dieses in der glaubensvollen Zuversicht, der Herr, an dessen Wort und Ruhme sich die Kirche durch das geförderte Einstimmen in die frommen Gesänge seiner Zeugen erbauet, werde auch das in dieser Weise bereicherte Liederbuch mit bleibendem Segen begleiten. Berlin, den 13. Oktober 1852. Bachmann. Büchsel. Dr. Couard. Dr. Ehrenberg. Dr. Marot. Dr. Neander. Dr. Nitzsch. Dr. Pischon. Schult. I. Allgemeine Bitten. Eigene Melodie. Oder: Chriftus, der if mein Leben. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben immerfort zu Ehren deinem Namen; daß uns dein guter Geist regier', auf ebner Bahn zum Himmel führ' durch Jesum Christum! Amen. 1. Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des Bösen Macht und List! 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns in diesem Horte sei Trost und Heil Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. beschert! 3. Ach Gott, verlaß mich 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du himmlisch Licht, den Glauben in uns pflanze, damit wir irren nicht! nicht, reich du mir deine Hände, daß ich die Pilgerschaft im Glauben wohl vollende. Hier in dem finstern Thal sei du mein helles Licht, mein Stecken und mein Stab; ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, gieb Wollen und Vermögen zu deines Namens Ehr'! 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starter Held, daß wir dem Feind zum Truke besiegen Sünd' und Welt! 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not! Mel. Kommt her zu mir sc. 2. Nh Gott, gieb du uns beine Gnad', all unsre Sünd' und Missethat reumütig zu erfennen, zu glauben fest an Jesum Christ, der unser Herr und Meister ist und uns will Brüder nennen! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, lehr deinen Weg mich wallen, und laß mich nimmermehr in Sünd' und Thorheit fallen. Verleih mir deinen Geist, gieb Glaubenszuversicht; und wenn ich straucheln will, dann, Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht in Nöten und Gefahren; wo niemand schützen kann, kannst du mich wohl bewahren. Wenn sich Versuchung naht und Stärke mir gebricht, so weiche nicht von mir, verlaß mich Schwachen nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, gieb Wollen und Vermögen; in 1 Allgemeine Bitten. allem meinen Thun begleite mich| lich Herz, das dich für alles preift; dein Segen. Was mein Beruf ver- erfülle selbst im größten Schmerz langt, was mir gebeut die Pflicht, mit Frieden meinen Geist. vollbringt nur deine Kraft; drum, Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, daß ich mich dir ergebe, voll Lieb' und Hoffnung sei; recht glaub' und christlich lebe. Bereite mich schon hier, zu schaun dein Angesicht, und auch im Tode noch, mein Gott, verlaß mich nicht! 3. Zeuch meine Seele ganz zu dir und deiner Liebe hin; und mehr sei deine Gnade mir als irdischer Gewinn. Mel. Nun sich der Tag 2c. 4. gütiger, allein bei dir steht aller Menschen Heil. Nur du kannst segnen; 2. Aus Staube schufst du mich, der Staub soll sich zu dir erheben; ich, der Verwesung sichrer gieb auch mir an deinem Se- Raub, soll ewig bei dir leben. gen Teil. 3. Was ist der Mensch, wie 2. Erleuchte du mir den Ver- arm, wie bloß, wie elend hier stand, was gut ist, einzusehn, auf Erden! Was ist der Mensch, und leite mich an deiner Hand, wie frei, wie groß, wie selig soll den Weg des Heils zu gehn. er werden! 4. Lockt mich die schnöde Lust der Welt, dann steh mir Schwachen bei, daß ich in dem, was dir gefällt, fest und beharrlich sei. 5. Gieb mir zu jeder guten That von oben her Gedeihn, und reize mich, mit Hülf' und Rat den Nächsten zu erfreun. 8. Verleih mir bei des Lebens Last den Trost der Ewigkeit, bis mich, wie du verheißen hast, vollkommne Wonn' erfreut. 6. Die Sorge für mein irdisch Glück werf ich allein auf dich; auf mir auch ruht dein Vaterblick; ich weiß, du sorgft für mich. Mel. Ich dank' dir schon zc. 5. Allmächtiger, der seinen Thron im Himmel hoch erhöhet, erhöre mich, der Erde Sohn, der betend vor dir stehet! 4. Welch einen Vorzug gabst du mir, da du Vernunft mir schenktest und einen Strahl des Lichts von dir in meine Seele senktest! 5. Ja, du hast mir das höchste Pfand von deiner Huld gegeben, da du auch mir den Sohn gefandt und in ihm Heil und Leben. 6. Darum, Herr, beug' ich meine Knie' vor dir, der mich erhoben; den Engeln gleich, soll ich, wie sie, anbeten dich und loben. 7. Verleih mir nur die Wissenschaft, mein wahres Glück zu finden, und gieb mir Willen, Mut und Kraft, mich selbst zu über7. Gieb mir ein immer fröh- winden. Allgemeine 8. Was das Gewissen mir verbeut, lehr mich voll Abscheu fliehen und sein Gebot mit Freudigkeit und heil'gem Ernst vollziehen. 9. 3um Mitgefühl erweck mein Herz, wenn meine Brüder leiden; und laß an meines Feindes Schmerz sich nie mein Auge weiden. 10.3m Glück und Unglück from men Mut, das ist's, was ich erflehe; was du, mein Bater, willst, ist gut, und was du willst, ge= schehe! 11. Nichts hilft mir aller Menschen Gunst, den Himmel zu erwerben; drum lehre du mich felbst die Kunst, einst froh in dir zu sterben. Bitten. 3 2. Voll wahrer Demut sei und freundlich, was ich sage; und fällt mir etwas schwer, gieb, daß ich's still ertrage, und ich durch Unmut nicht dem Nächsten sei zur Last, so daß du Freud' und Ruhm an deinem Kinde hast. Mel. Nun lob' mein' Seel' zc. 6. Dein Name werd' erhoben, Gott, Vater der Barm3. Wie du auch, Herr, mich breiten, lehr mich auf Jesum sehn, führst, laß mich dein Reich auslaß seinen Geist mich leiten, der dir getreu zu sein mich allewege lehrt und mehr und mehr in mir das Bild des Herrn verklärt. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns 2c. 8. Für unsre Brüder beten wir mit frommer Inbrunst, Gott, zu dir; gieb, der du aller Vater bist, gieb jedem, was ihm heilſam iſt. 2. Du sandtest deinen ein'gen herzigkeit! du, der mir stets von Sohn für alle von des Himmels oben auf meine Bitte Kraft ver- Thron; verbreite, Herr, sein Licht leiht! Mein Wollen und Voll- und Recht im ganzen menschbringen kommt, Höchster, nur lichen Geschlecht. von dir; o send in allen Dingen auch ferner Hülfe mir, daß ich das Meine thue im Namen Jesu Christ, bis deines Voltes Ruhe mein Teil auf ewig ist. 3. Bring alle Völker in dein Reich; die Letzten mach den Ersten gleich, und schaffe so zu deinem Ruhm dir überall ein Heiligtum. Mel. Gott, du frommer Gott 2c. 4. Auch die Verirrten führe der Herde Christi wieder zu, du 7. Dich, Bater, ruf ich an mach fie im Glauben fest und treu, daß auch ihr Wandel lauter sei. 5. Ach viele, viele tragen noch sei mir süß; und gieb mir dies des Sündendienstes schweres Joch! dabei, daß ich in allem Thun Gieb ihnen, Herr, zur Buße bei dir im Geiste sei. 3eit, zu schaffen ihre Seligkeit. um Gnade, und Stärke; dein Segen aus der Höh' begleite meine Werke! Gehorsam 1* 4 6. Schenk allen Frommen freud'gen Mut, gern zu entbehMel. Schmücke dich zc. ren zeitlich Gut, und lente ihres 10. Gott, vor dem die EnGeistes Blick hin auf des ew'gen Lebens Glück. gel knieen und in hoher Andacht glühen! du er7. Hör unser brünstiges Gebet, laubst auch mir, zu beten, finddas allen Brüdern Heil erfteht; Laß sie gesegnet sein in dir, dann preisen wir dich für und für. Allgemeine Bitten. lich vor dich hinzutreten. Und du blicst, wie Väter pflegen, liebreich deinem Kind entgegen; ja, du giebst, noch eh ich flehe, mir schon mehr, als ich verstehe. Met. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 9. Gott, deine Güte reicht ſo 2. Dennoch höre, Vater, höre, weit, so weit die Wol- was ich demutsvoll begehre: eifken gehen; du frönst uns mit riger möcht' ich entbrennen, dich Barmherzigkeit und eilst, uns zu suchen, dich zu kennen; daß beizustehen. Herr, meine Burg, mich, wo ich immer lebe, deine mein Fels, mein Hort, vernimm Herrlichkeit umschwebe, und ich mein Flehn, hör auf mein Wort, dich bei Freud' und Schmerzen denn ich will vor dir beten. immer hab' in meinem Herzen. 2. Jch bitte nicht um Überfluß, um Schätze dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erfennen. 3. Christus bleibe meine Freude, daß ich nie von ihm mich scheide, der durch Leben und durch Sterben mich erlöste vom Verder= ben; daß auch, wenn der Frevler Rotten über seine Lehre spotten, niemand je den Ruhm mir raube, daß ich treulich lieb' und glaube. 3. Jch bitte nicht um Ehr' und 4. Deinen Geist, der Gläub'gen Ruhm, so sehr sie Menschen rüh- Führer, gieb auch mir, Gott, ren; des guten Namens Eigen- zum Regierer, daß ich stets den tum laß mich nur nicht verlieren. Pfad erwähle, der zum Heil Mein wahrer Ruhm sei meine führt meine Seele; daß ich ernst Pflicht, der Ruhm vor deinem nach Wahrheit ringe und der Angesicht und frommer Freunde Sünde Macht bezwinge, in des Liebe. Geistes Kraft und Freude fröhlich sei, auch wenn ich leide. 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes 5. Willst du, Herr, in dieLeben; im Glücke Demut, Mut sem Leben auch noch Irdisches in Not, das wollest du mir ge- mir geben: so erhalt mir Mut ben. In deiner Hand steht meine und Kräfte, segne des Berufs Zeit, lağ du mich nur Barmher- Geschäfte, daß ich, Dürftige zu zigkeit vor dir im Tode finden. laben, ferner mög' ein Scherf Allgemeine Bitten. lein haben, und im Kreise deiner Treuen Friede mich und Lieb' erfreuen. 5 wohl ein übel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ein Werk von deiner Hand, von dir empfing ich den Verstand; erleucht ihn durch dein Herr, wie du willst, so göttlich Wort, führ ihn zur Wahrmir im immer Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zc. 11. Leben und im Sterben; mein Herz verlangt allein nach dir, Herr, laß mich nicht verderben! Erhalt mich nur in deiner Huld und gieb im Leiden mir Geduld; dein Will' ist doch der beste. 6. Was du mich lehrst, das ist mein Heil, dir folgen, fei mein bestes Teil; nach deines Reichs Gerechtigkeit, laß, Herr, mich trachten allezeit. 2. Zucht, Ehr' und Treu' verleihe mir und Freud' an deinem Worte; hilf, daß ich wanke nie von dir, dem wahren Seelenhorte. 7. Ich bin zu schwach aus eigGieb, was mir dient zur Seligkeit, und laß mich meine Lebenszeitner Kraft zum Kampf mit meiner Leidenschaft, drum ziehe du mit in deiner Furcht vollbringen. Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 3. Wenn ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt soll scheiden, verleihe dann mir deine Gnad', daß es gescheh mit Freuden. Herr, Seel' und Leib befehl' ich dir; ein sel'ges Ende gieb du mir durch Jesum Christum. Amen. 5. Daß ich mich deiner mög' erfreun, wollst du mir, Herr, stets nahe sein; um meines Glaubens mich zu freun, laß ihn durch Liebe thätig sein. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Teil, in seinem Fleiße Glück und Heil. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir, ein Herz voll Demut, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebelang. 3. Seimein Beschützer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist 9. Schenkt deine Hand mir überfluß, so mach mich weise im Genuß, und laß die Dürft'gen zu erfreun, mich einen frohen Mel. Herr Jesu Chrift, mein's 2c. c) 12. tomme vor dein Angesicht, verwirf, o Gott, mein Flehen nicht: vergieb mir alle meine Schuld, du, Gott der Gnade und Geduld. 10. Giebst du Gesundheit, so verleih, daß ich sie deinem Dienste weih', und daß aus Sorgsamkeit für sie ich niemals mich der Pflicht entzieh'. 11. Erwede mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rat und Trost und Beispiel giebt. 6 Allgemeine Bitten. 12. Bestimmst du mir einläng-| den; beständig sein verleihe mir res Ziel und werden meiner Tage im Glück und auch im Leiden. viel: so bleibe meine Zuversicht, Aus freier Gnade segnest du; verlaß mich auch im Alter nicht! es mag niemand ererben noch erwerben ohn' dich die wahre Ruh' und Seligkeit im Sterben. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner gnädig an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild, mein großer Lohn! In eigener Melodie. 13. h ruf zu dir, Herr 5. Ich lieg' im Streit und widerstreb', hilf, o Herr Christ, mir Schwachen; in deiner Gnad' allein ich leb', du kannst mich stärker machen. Laß in dem bösen Stündlein mich, will Mut und Kraft mir schwinden, StärJesu Christ; ich bitt', tung finden, und dann zuletzt erhör mein Flehen; laß gnädig durch dich in allem überwinden. doch zu dieser Frist mich deine Hülfe sehen: den rechten Glauben, Herr, ich mein, und daß ich möge zu dem Nächsten nük zu sein, das wollest du mir geben. Mel. Herzlich thut mich zc. 14. Laß mich dein ſein und bleiben, du treuer Gott und Herr! Von dir laß nichts mich treiben, halt mich bei reiner Lehr'! Laß, Herr, mich ja nicht wanken, verleih Beständigteit. Dafür will ich dir danken 2. Jch bitte mehr noch, Herr, mein Gott! du wirst mir's nicht versagen: daß ich nicht sei der Frevler Spott, die nicht nach jetzt und zu aller Zeit. Christo fragen. Und wenn ich scheiden soll, mich stärk, daß ich Mel. Ich dank' dir schon zc. auf dich mög' bauen und nicht 15. Mein Aug' und Herz auf mein Verdienst erhebe zu Werk, sonst werd' ich dich nicht nes Himmels Höhen! Hier, wo schauen. ich bete, siehst du mich und hö3. Verleih, daß ich aus Her- rest auf mein Flehen. zensgrund den Feinden mög' ver= geben; verzeih mir auch zu dieser Stund', schaff mir ein neues Leben. Dein Wort laß meine Speise sein, die Seel' damit zu nähren, mich zu lehren, wie ich, im Herzen rein, dich würdig soll verehren. 2. Laß mich mit Herzensreinigkeit, Herr, vor dein Antlik treten, und zu dir, wie dein Wort gebeut, in Geist und Wahrheit beten! 3. Doch du kannst nicht ein sündlich Flehn, o Heiligster, erhören; vor dir kann kein Betrug bestehn, dich täuschen keine 4. Laß weder Lust noch Furcht mich hier von deiner Liebe schei- 3ähren. Allgemeine Bitten. 4. Das Herz muß ohne Heuchel-| schein nach deinem Reiche streben, voll Demut, Reu' und Einfalt sein, sich findlich dir ergeben. 5. Ach schaff ein solches Herz in mir und mach es rein von Sünden! Ich suche dich mit Heilsbegier; Gott, laß mich bald dich finden! 7 3. Daß ich in Wahrheit könne sprechen: du bist mein Vater, bist mein Heil; voll Gnade heilst du mein Gebrechen und schenkest mir an Christo Teil; du bist mein allerbester Freund, der's allzeit herzlich mit mir meint. 6. Ja mach durch deinen Sohn mich frei vom Joche dieser Erde; durch deinen Geist erschaff mich neu, auf daß ich heilig werde. 7. Dein Wort, Herr, hilf mir recht verstehn zu meinem Heil und Segen, daß ich nicht möge irre gehn von deiner Wahrheit Wegen. 8. Den Himmel und die Ewigkeit laß mich im Geist umfassen, und was mich einst im Tode reut, von ganzer Seele haffen. 9. Dies ist mein Flehn, erhöre mich um deines Sohnes willen! Mit wahrer Inbrunst bitt' ich dich; du wirst es, Herr, erfüllen! 4. Denn darf ich dich nur Vater nennen, o Abgrund der Barmherzigkeit, so wird mir nichts mehr schaden können, so dient zum Heil auch Kreuz und Leid. Mir wird das Bitterste versüßt, wenn du in meinem Herzen bist. 5. Drum gieb, daß ich recht kindlich glaube, in dir getroft und unverzagt, und nichts den sel'gen Trost mir raube, den mir dein Wort hat zugesagt. Dein Geist erkläre meinem Geist, was Gnad' und Vatertreue heißt. 6. Du, unerschaffnes, höchstes Wesen, hast vor der Welt an mich gedacht, mich schon, da ich noch nicht gewesen, zum Erben deines Heils gemacht; ich sollte dein in Christo sein und frei Mel. daß ich tausend 2c. 16. Mein Gott, du weißt am von aller Schuld und Pein. allerbesten, mir 7. Dein Kind, mein Jesus, zu meinem Heil gereicht, des müsse sich mein Herz getrösten, so oft hat vollendet, was du beschlossen dein Rat mich niederbeugt. Auf vor der Zeit, hat Schuld und dich allein, Herr, laß mich baun Strafen abgewendet, erworben und dir mit ganzem Herzen traun. 2. Reiß alles weg aus meiner Seele, was dich nicht sucht und deine Ehr'; wenn ich mir meine Schuld verhehle, so prüfe mich je mehr und mehr; zeig mir, wie ich beschaffen bin, und gieb mir meines Heilands Sinn. mir die Seligkeit. Dein Geist macht mir dies Heil bekannt, sein 3eugnis ist mein Unterpfand. 8. Was soll ich von der Güte sagen, die ich auch sonst bisher gespürt, mit der du mich in meinen Tagen so wunderbar, so treu geführt, und welche mir in 8 Ewigkeit hält unvergänglich Gut bereit! 9. Weil ich denn auf so viele Weise, mein Vater, bin dein Eigentum: so gieb, daß ich dich würdig preise und freudig mehre deinen Ruhm; laß mich dir die nen allezeit in Unschuld und Gerechtigkeit. Allgemeine Bitten. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mach durch diese Himmelslehre mein Herz zu deinem Heiligtum: so wird dein Wort in mir gedeihn und reich an guten Früchten sein. 3. Gedente meiner, wenn ich bete, und laß dein Ohr mir offen stehn; wenn ich in Christo vor dich trete, laß gnädig, was ich bat, geschehn; was sonst ich fleh', wollst du verleihn, wenn mirs tann gut und selig sein. Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Ich harre dein mit frohem Mut, auch wenn die Welt mir wehe thut. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 17. Mein ein lieber Gott, gedenke meiner, sei mit mir jetzt und allezeit. Denn außer dir ist nirgend einer, der 18. mich mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir: du vergißt mein nicht. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und gieb mich nicht der Sünde hin. Weil ich, so lang' ich hier noch walle, zum Guten schwach und träge bin: so stärke mich in meinem Lauf, hilf gnädig meiner Schwachheit auf. 5. Gedenke meiner, wenn ich leide; wen hab' ich sonst, als dich allein, der bei der Menschen 6. Gedente meiner, wenn ich sterbe und mich die ganze Welt vergißt; versete mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist; denn bliebst du nicht im Himmel mein, so würd' er mir kein Himmel sein. In eigener Melodie. Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, in dem wir alle sind, von dem wir alles haben; gieb mir gesunden Leib, und daß in solchem Leib ein' unverletzte Seel' und rein Gewissen bleib'. 2. Verleih mir Lust und Kraft, zu thun, was mir gebühret, wo= zu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und was in dir gethan, das laß gelingen wohl. 3. Hilf, das ich rede nur, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn' Verdruß. 4. Wenn Trübsal bricht herein, so laß mich nicht verzagen; gieb einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen. Bedarf ich Rat und Trost, so schenk mir einen Freund, der in Gefahr und Not es treulich mit mir meint. Allgemeine Bitten. 9 5. Laß mich in Christi Sinn] 3. Auch unter bangem Sehnen, mit jedem freundlich leben, doch auch unter heißen Thränen hoff' auch mit festem Mut dem Bösen ich auf dich, mein Gott! Ich widerstreben. Um Reichtum bitt' will mein ganzes Leben dir kind= ich nicht; doch, segnest du mein lich übergeben und treu dir sein Thun, so laß auf meinem Gut bis in den Tod. nur nie ein Unrecht ruhn. 4. Du, Vater, sollst mich füh6. Soll ich auf dieser Welt ren, mir Herz und Sinn regieren mein Leben höher bringen, mit durch deines Geistes Zug. Steh' manchem sauern Tritt hindurch ich bei dir in Gnaden, was könnte ins Alter dringen, so gieb mir, mir dann schaden? Du bist mir Herr, Geduld, vor Sünd' und Schutz und Schirm genug. Schand' bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich auf Christi Tod einst froh von hinnen scheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden. Dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh' an ihrer Seite hab! 5. Dein Wort voll Treu' und Wahrheit sei meiner Seele Klarheit und meines Pfades Licht. Es soll mein Sehnen stillen und meine Brust erfüllen mit froher Glaubenszuversicht. 8. Wenn deine Stimm', o Herr, die Toten einst erwecket: so öffne auch die Gruft, die mein Gebein bedecket. Durch deiner Allmacht Wort ruf meinen Leib hervor und führ ihn schön ver- Mel. O wie selig sind die Seelen zc. tlärt zu deiner Engel Chor. 6. 3u dir führt mich vom Staube einst der, an den ich glaube, mein Heiland, Jesus, ein; da werd' ich, rein von Sünden, bei dir und ihm mich finden und ewig deiner Huld mich freun. 20. We er auf seinen Heiland trauet, hat auf Mel. In allen meinen Chaten 2c. einen Fels gebauet und besitzt 19. Vor or dich, Herr, will ich den Himmel schon. Ob er gleich treten, um glaubens- muß zeitlich leiden, einst genießt voll zu beten; mein Heil kommt er ew'ge Freuden dort vor sei= nur von dir. Ich suche nichts nes Jesu Thron. hienieden, als, Vater, deinen Frieden; du giebst ihn gern, ver leih ihn mir. 2. Ob ich begabt soll werden mit Gütern dieser Erden, leg' ich in deine Hand. Laß mir nur das gelingen, daß ich hindurch mag dringen zu jenem ew'gen Vaterland. 2. Herr, du wollest mich bereiten zu des Himmels Seligkeiten, die mein sehnend Herz begehrt. Du kannst kräft'gen, stärken, gründen, daß den Gnadenlohn wir finden, den dein Wort uns hoffen lehrt. 3. Schreibe, Herr, auch all die Meinen in die sel'ge Zahl der 10 Vom christlichen Gottesdienste. Deinen, laß sie in der Irre nicht. Herden bald herzugeführet werZiehe sie nach oben träftig, sei den durch der Wahrheit hellen durch deinen Geist geschäftig, Schein, daß sie Alle dich erken= bringe sie zum wahren Licht. nen, dich den ein'gen Hirten nen4. Ja laß auch die andern nen, gehn in deinen Himmel ein. II. Vom christlichen Gottesdienſte. hat er vorgeschrieben und selbst den Ruhetag geweiht; auf, auf! des Herrn Gebot zu üben, zu seinem Dienst sei gern bereit! Mel. Wach auf mein Herz 2c. 21. Auf, auf, ihr meine Lie der, auf, Herz und Geist und Glieder, dem Höchsten Lob zu singen und Opfer ihm zu bringen! 2. Er hat die Nacht gewendet, das Licht herabgesendet; ich schlief ohn' alle Sorgen, erwachte froh am Morgen. 3. Nun sei Leib, Seel' und Leben ihm ferner auch ergeben! Laß gnädig dir vor allen dies Opfer, Herr, gefallen. 4. Bor Sünden mich behüte nach deiner großen Güte, so, daß ich ewig bleibe ein Glied an Chrifti Leibe. 2. Auf! laß die Welt aus deinem Sinne, dein irdisch Werk muß ferne stehn; du sollst zu höherem Gewinne in deines Gottes Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten, froh zu vermehren seinen Ruhm, in tieffter Demut zu verrichten dein geistlich Werk und Priestertum. 3. So bin ich, Gott, vor dir erschienen und fleh' um deines Geistes Kraft; wie kann ich dir wohl würdig dienen, wenn er nicht in mir wirkt und schafft? Wie soll ich freudig vor dich 5. Gieb Hoffnung und Vertreten, wenn er nicht stillt der trauen, getroft auf dich zu bauen. Sünden Schmerz? Wie kann ich Dein Geist mich hülfreich stärke gläubig zu dir beten, wenn er zur Fördrung guter Werke. nicht stärkt mein blödes Herz? 6. Erhör die frommen Beter, bekehr die übertreter, sei gnädig mir und allen nach deinem Wohlgefallen. 4. Rann meines Herzens Harfe flingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich zu dir empor mich schwingen, wenn nicht dein Arm mich aufwärts führt? Kann ich ein reines Opfer werden, wenn 22. Be eschwertes Herz, leg ab nicht dein Feuer auf mich fällt, die Sorgen, erhebe in mir verzehrt die Lust der Erden dich, gebeugtes Haupt! es kommt und mich belebt für jene Welt? der angenehme Morgen, da Gott 5. Erkauft hat Jesus mich so zu ruhen uns erlaubt. Die Ruhe teuer, zu seinem Tempel mich Mel. Die Tugend wird durchs 20. Vom christlichen Gottesdienste. 11 geweiht. Hier sei dein Herd, hier 4. Vergebens lockt die Welt sei dein Feuer, die Fülle deiner zu ihren Freuden; mein Geist Herrlichkeit! Vollführe, was du soll sich auf Gottes Auen weiangefangen, neig auch zu mir den, ich will an seines Wortes dein Angesicht, dann ist der Seele Gnadengaben die Seele laben. aufgegangen des Sabbaths rechtes Freudenlicht. 5. O laß auch heute deinen Geist mich lehren, mich immer mehr vom Eitlen abzukehren; regiere mich, daß meine ganze Seele nur dich erwähle. Mel. Ach bleib mit deiner Gnade zc. 23. De er Herr, an dessen Güte sich Erd' und Himmel freun, der segne, der behüte dich, seines Volks Verein. 6. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte, er bringe Trost und Ruh' in mein Gemüte, den 2. Der Herr, reich ohne Gren- Trost, den Christus allen hat zen an Gnad' und an Geduld, laß hell und mild dir glänzen das Antlitz seiner Huld. 3. Der Herr, dein Gott, erhebe den Blick voll Freundlichkeit, daß er dir Frieden gebe, wie feine Welt ihn beut. 4. Gesegnet bleib im Namen des dreimal heil'gen Herrn! sein ganzes Volk sprech': Amen! uns segnet Gott so gern. erworben, da er gestorben. 7. Dich bet' ich an, du Todesüberwinder! der heut erstanden ist zum Heil der Sünder, die in des Todes finstern Schatten saßen, von Trost verlassen. 8. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erde, gieb, daß er mir zum wahren Sabbath werde! Lob sei Erlöser, deinem großen Namen auf ewig, Amen! Mel. Mel. Herzliebster Jesu, was haft zc. Ulun danket alle Bott 2c. 24. Dies ist der Tag zum Se= 25. Dit, unſerm Gott, ſei gen eingeweihet! ihn Lob für deines Worfeiert gern, wer deiner, Gott, sich tes Lehren! den Sündern riefst freuet. O laß auch mich mit Freu- du zu, sich ernstlich zu bekehren; den vor dich treten, dich anzubeten! Betrübten gabst du Trost, den 2. Dich rühmt der Lobgesang Schwachen Mut und Kraft und der Himmelsheere! auch dieses Bust zur Heiligung in ihrer PilHaus erschall' von deiner Ehre; gerschaft. auch unser Dank und unsers Geistes Flehen soll dich erhöhen! 3. Wie freu' ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Dürstenden des Lebens Bäche fließen, und wo dein Heil von der Erlösten 3ungen froh wird besungen! fest die Hoffnung sei! 2. O segne nun dein Wort, daß es uns ganz durchdringe und durch des Geistes Kraft auch reiche Früchte bringe; daß unser Glaube dir bis in den Tod getreu, die Liebe unverfälscht und 12 Vom christlichen Gottesdienste. 3. Gieb, daß wir immerdar Deinen. Heil uns, wenn wir oft dich findlich fürchten mögen, da- vor dir andachtsvoll erscheinen. Du heim und in der Welt, auf allen erfreust unsern Geist, wenn wir vor unsern Wegen! Dein Segen sei dich treten, Herr, dich anzubeten. mit uns, den uns dein Wort verheißt, dein Fried' in Ewigkeit, o Bater, Sohn und Geist! 2. Deines großen Namens Ruhm ist nicht auszudenken; teines Tempels Heiligtum kann dich, Herr, umschränken; doch auch hier strömt von dir Gnad' und reicher Segen deinem Volk entgegen. 3. Von dem Weltgeräusch entMel. Komm, heiliger Beift 2c. 26. Erheb uns zu dir, du, ist war sein wird, Ewiger! Du Unerforschter und Bekannter! du aller fernt, das den Geist zerstreuet, Himmel Erstaunen! Vor dem sein sammelt er sich hier und lernt, Knie der Cherub beugt und nie- was in dir erfreuet. Gitles Glück der seine Krone wirft! du, weicht zurück vor den höhern Gavor dem bald Sünder weinen, ben, die uns wahrhaft laben. bald Lobgesang zu stammeln wagen, Unendlicher, Unendlicher! 4. Unser Herz erweitert sich, wenn wir Brüder sehen, die hier still und feierlich mit uns vor dir stehen. Jeder nennt und befennt ihn, den du zum Leben haft der Welt gegeben. 2. Entreiß uns der Welt, wedt uns auf von unsrer Eitelkeiten Traum! Es ruh' auf uns des Sabbaths Stille, damit im Himmel wir wandeln! O sei, wie du verheißen hast, Versöhner, mitten unter uns! Denn sich, in deinem großen Namen sind wir versammelt anzubeten, Erhabener, Erhabener! 3. Laß fern von uns sein, heil'ger Gott, was irdisch und nicht himmlisch ist! 3u tlein sei hier im Heiligtume uns jeder Erdengedanke! Hier fühl' es unser Herze ganz, daß es im Staub tragen, ohne zu verzagen. ein Fremdling ist! Baß, Herr, zu unserm Vaterlande hinauf die gläub'ge Seele steigen, hinauf zu dir, hinauf zu dir! Mel. Mache dich, mein Beift zc. 27. Froh versammeltfind wir hier, Bater! als die 5. Fest verknüpft der Liebe Band hier uns mit den Brüdern; alle fühlen sich verwandt, Hohe wird bereut, wir verzeihn dem mit den Niedern. Haß und Streit Feinde, werden alle Freunde. wedt, Licht und Trost verbreitet, 6. Hier wird Freudigkeit geSünder werden aufgeschreckt und lernt das Herz hier gestärkt erzu dir geleitet; Not und Schmerz ertönt, ist das Wort des Lebens; 7. Ja, dein Wort, das hier bracht es nicht vergebens. Selig er, der uns mit dir versöhnt, ist jeder Christ, der es achtsam höret und durch Thaten ehret. 8. Gott, wir wollen oft und gern hier vor dir erscheinen und Vom chriftlichen Gottesdienste. 13 mit Jesu unserm Herrn, fester| ten wir: Laß nur dich uns finuns vereinen. Er allein soll es den, ganz in dir verschwinden. sein, den sich unsre Seele stets zum Führer wähle. 6. Du durchdringest alles; laß dein Licht uns spüren, kräftig unser Herz berühren, wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, daß wir so, still und froh, deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. Mel. Wunderbarer König c. 28. 6° ott ist gegenwärtig! Basset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm neige! Wer ihn kennt, wer ihn nennt: fallt in Demut nieder, gebt das Herz ihm wieder! 7. Mach uns nur einfältig, innig, abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden! Mach uns reines Herzens, daß wir deine Klarheit völlig schaun in Geist und Wahrheit; laß das Herz himmelwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebeuget dienen; heilig, heilig, 8. Komm, in uns zu wohnen! heilig singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, ver- Schon auf dieser Erden möchten nimm unsre Stimm', wenn auch wir dein Tempel werden. Komm, wir Geringen unser Opfer brin- du gütig Wesen, dich in uns ver= kläre, deine Lieb' in uns ver= mehre. Wo wir gehn, wo wir stehn, laß uns dich erblicken, ganz zu dir uns schicken. gen. 3. Wir entfagen willig allen Eitelkeiten, die mit deinem Dienste streiten. Wir geloben heilig, Seele, Leib und Leben dir zum Eigentum zu geben. Du allein Mel. Liebfler Jesu, wir sind hier zc. sollst es sein, den wir liebend ehren, dem wir angehören. 29. Gott sei Dank, der mit 4. Majestätisch Wesen, möchten wir dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möchten wir, wie Engel, immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß uns dir für und für trachten zu 2. Freudig gehn wir jetzt hingefallen, heil'ger Gott, in allen. aus, wandeln heim auf unsern uns war an der Andacht heil'gem Orte; reiche Nahrung bot er dar unserm Geist aus seinem Worte; unser Beten, Hören, Singen ließ er uns zum Heil gelingen. 5. Geist, der alles füllet, aller Dinge Leben, du, in dem wir find und weben! Meer ohn' Grund und Ende, dich erforscht fein Denken, in dich wollen wir Wegen. Nun begleit' in unser Haus uns der hier empfangne Segen, daß wir bleiben in dem Lichte von des Herren Angesichte. 3. Unsern Ausgang jegne Gott, uns senten. Nur nach dir trach- unsern Eingang gleichermaßen; 14 Vom christlichen Gottesdienste. segne unser täglich Brot, segne| leer, hier stillt sich mein banges unser Thun und Lassen; segne Sehnen bei dem Zuruf: Weint uns mit fel'gem Sterben und nicht mehr! Aus der Welt voll mach uns zu Himmelserben. Kampf und Streit zu des Himmels Herrlichkeit, zur Gemeine sel'ger Frommen hat der Herr sie aufgenommen. 30. Mel. Werde munter, mein 2c. ehr und heilig ist die Stätte, wo die Christen zu dir flehn. Laß, so oft ich sie betrete, mich, o Herr, dein Antlitz sehn. In der Welt ist Sorg' und Streit, all ihr Glück ist Eitelkeit. Hier find' ich, von ihr geschieden, deine Ruh' und deinen Frieden. 2. Heil'ges Wort der ew'gen Wahrheit, das dem Irrtum uns Klarheit unsres Geistes Finsternis. Meine Schuld enthüllst du mir, jeder Trug entflieht vor dir; wo du, heil'ges Wort, erklungen, hast du Mark und Bein durchdrungen. 3. Weinend und mit bangem 3agen trat ich oft ins Heiligtum. Doch bald stillte meine Klagen, Herr, dein Evangelium. Ich gab mich in Gottes Hand, und zum Mittler hingewandt, hab' ich, ganz in ihn versunken, gern den Leidenstelch getrunken. 4. Knie' ich an des Altars Stufen, ein gebeugter Sünder, hin, hör' ich heil'ge Stimmen rufen: Sei getrost, dir ist verziehn! Hoch begnadigt steh' ich auf, fröhlich fördr' ich meinen Lauf, und mein Herz ist voll Vertrauen, was ich glaube, dort zu schauen. 5. Sieht mein Auge, naß von Thränen, der Geliebten Stellen 6. Bin auch ich dereinst verschwunden aus der frommen Hörer Zahl, werd' ich einst nicht mehr gefunden bei des Herrn geweihtem Mahl: dann ins höh're Heiligtum ging mein Geist mit Preis und Ruhm, daß er ewig sich vereine mit der himmlischen Gemeine. Mel. Ach was soll ich Sünder zc. 31. schienen, der mich dein gedenken heißt und mich zu dem Himmel weist; sieh, ich komme, dir zu dienen an dem Tage deiner Ruh'; gieb mir Schwachen Kraft dazu. 2. Halte fern an diesem Morgen von mir das Geräusch der Welt, die mir nur zu leicht gefällt. Brich die Macht der eitlen Sorgen, daß ich heut, von allem frei, dir allein ergeben sei. 3. Schmücke mich mit deinen Gaben, stärke mich mit deiner Kraft, die den neuen Menschen schafft. Welche Wonne werd' ich haben, wenn in heiliger Begier ich mich freue, Herr, in dir! 4. Gieb, dağ mich dein Wort durchdringe, steh mit deinem Geist mir bei, daß es in mir kräftig sei. Wenn ich bete, wenn ich singe, siehe du mich gnädig an, und laß mich dein Heil empfahn. Vom christlichen Gottesdienste. 15 5. Laß mich nicht in Sünde dich unser Dank und dort ein fallen, laß mich fest im Glauben ew'ger Lobgesang. stehn, voll Vertrauen auf dich sehn. Lieber Vater, hilf uns allen, daß der Ruhe heil'ger Tag uns ein Segen werden mag! Mel. Liebster Jesu, wir 2c. 34. Jesus, wir erscheinen hier, deine Mel. Liebster Jesu, wir sind hier 2c. zu schmecken! Deine Gnad' erflehen 32. Herr, vor deinem Ange- wir, Herz und Ohren zu erwecken; daß deine Demut stammelt; siehe gnädig auf uns nieder und nimm an uns versammelt; o verwirf die zum Trost mit Freuden hören. 2. Öffne deines Dieners Mund, Bitten nicht, die dein Volk in gieb ihm deines Geistes Gaben, daß er mög' aus Herzensgrund mit des Wortes Kraft uns laben, stärk' auf unsrer Pilgerreise. und daß uns die Himmelsspeise des Dankes Lieder. 2. Laß das Wort, das hier er schallt, tief in unsre Seele dringen und mit göttlicher Gewalt jeden Widerstand bezwingen; daß es unsern Sinn erneue und das Herz mit Trost erfreue. 3. Dein Gebot, das wir erkannt, hilf du selbst uns treulich üben, dich und den du uns gesandt, Jesum Christum, herzlich lieben. daß weder Leid noch Freude je deiner uns scheide. 3. Dir, dem Vater und dem Geist, soll das Herz geheiligt werden! Hilf nur, daß wir allermeist uns erheben von der Erden, um mit innigem Verlangen deine Gaben zu empfangen. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns 2. 33. Hier sind wir, Gott, und flehn um verfage deinen Geist uns nicht; lehr uns dein heilig Wort verstehn und freudig deine Wege gehn. 2. Mach uns von allem Irrtum frei, erhalt im Glauben uns getreu, daß wir dir dienen allezeit in Wahrheit und Gerechtigkeit. In eigener Melodie. 35. Liebster Jeſu, wir ſind dich und Wort anzuhören! Lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet, wo der Geist, den du gesandt, nicht mit Rlarheit uns erfüllet. Gutes denken, thun und dichten, mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, 3. Erhöre uns von deinem Licht von Licht aus Gott geboren, Thron durch Jesum Christum, mach uns allesamt bereit, öffne deinen Sohn! Auf Erden preist Herzen, Mund und Ohren; unser 16 Vom christlichen Gottesdienste. Beten, Flehn und Singen laß, o Bater, dir, so sandtest du auch Herr Jesu, wohl gelingen! Hoffnung mir. 5. Doch höher ward mein Geist erhoben in meiner Miterlöften Mel. Ich danke dir, o Gott 2c. 36. Nimm jett hinweg, o Schar, wenn sie, gemeinsam dich Gott, was uns kann zu loben, im Heiligtum verstören, was hindern kann den sammelt war, und in Begeist'= Einfluß deiner Lehren, daß bei rung sich ihr Chor zu deinem der Erde Sorgen nicht verweilen Throne schwang empor. Gedanken, die gen Himmel sollen 6. Drum will ich mit den fromeilen; laß Herz und Sinne ganz men Scharen zu deinem Tempel zu dir sich kehren, so kann im Se- freudig gehn, wo einst auch die gen uns dein Diener lehren. versammelt waren, die nun vor deinem Throne stehn; sie schauten auch im dunklen Wort, von AnMel. O daß ich tausend Bungen 2c. 37. Noch fing' ich hier aus dunkeln Fernen, Herr meines Lebens, dir mein Lied, bie gesicht schaun sie dich dort. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns 2c. einst weit über allen Sternen 38. Bater, send uns deidich mein verklärtes Auge sieht; dein teures Wort verheißt, er nen Geist, den uns dann schallet dir im Jubelklang dring' in unsre Herzen ein, daß mit allen Sel'gen mein Gefang. fie dein heil'ger Tempel sein! 2. Wohl mir, du schauest auf mich nieder, steigt mein Gebet zu dir hinan; du hörst den Dank der schwachen Lieder und nimmst mein Flehen gnädig an. Wenn sich mein Herz zu dir erhebt, fühl' ich mich neu durch dich belebt. 2. Entzünd in Andacht unser Herz, lent unsre Sinnen himmelwärts, und mach uns alle= samt bereit, zu hören, was dein Wort gebeut. 3. Erfüll uns ganz mit deibens Zuversicht, daß wir in Jeſu nem Licht, gieb uns des GlauNamen flehn und würdiglich dein Lob erhöhn. 3. Wie selig wart ihr, stille Stunden, da ich das Lob des Höchsten sang; Entzückung hab' ich da empfunden, die durch die frohe Seele drang; indem dir, Gott, mein Dank erscholl, ward ich der reinsten Wonne voll! 4. Hab' ich mir nicht die Paft hier Lob, Preis und Ruhm, wie in des Himmels Heiligtum! der Leiden oft durch ein Trostlied leicht gemacht? nicht statt Mel. des Kummers Ruh' und Freu- 39. den in mein beklommnes Herz 4. Dir, Gott, den Erd' und Himmel preist, dir, Vater, deinem Sohn und Geist erschalle Wie schön leucht't uns 2c. Sei uns geſegnet, Tag des Herrn! zu Gottes gebracht? Klagt' ich mein Leid, Preise nah und fern erwacht der Vom chriftlichen Gottesdienste. 17 Christen Menge. Ihr Lobgesang voll Andacht sie betrete, wie reichtönt spät und früh; zum Heilig- lich werd' ich dann belohnt! ich tume wallen sie in festlichem Ge- kann mich deines Wortes freun dränge. Froher schallen hier die und in dir froh und selig sein! Lieder, wo die Brüder, anzubeten, find vereint vor Gott getreten. 2. Wohl dem, der kommt zu deiner Hütte und dich mit ganzer 2. Komm, Geist der Andacht Seele preist! Du hörst sein Lob und der Ruh'! auch unsern Tem- und seine Bitte und stärkst mit pel weihe du zu feierlicher Stille. neuer Kraft den Geist, daß er Mach unser Herz vom Irrtum auf deiner Wahrheit Bahn unlos; uns werde Gottes Name sträflich vor dir wandeln kann. groß, sein Wille unser Wille. Fromme Liebe, Brudertreue mög' aufs neue uns beleben, Jesu Vorbild nachzustreben. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen dem, der es recht zu Herzen nimmt; es giebt den Trost auf Trübfalswegen, daß du sie uns zum Heil bestimmt; verleiht im Kampfe Mut und Kraft, und Mel. Lobe den Herren, den 2c. 40. Pater, erhöre das Flehn ist ein Schwert, das Sieg ververeinten Geschafft. meine, daß uns das Licht der Erkenntnis in Klarheit erscheine, 4. Gott, laß auch mir dein und nicht zu spät, wer deine Antlitz scheinen; dein Sabbath Wahrheit verschmäht, seine Ver- bring' auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen blendung beweine! vor dir an heil'ger Stätte bin; laß unser Lob, das wir dir weihn, ein dir gefällig Opfer sein. 2. Möge die Predigt die Herzen der Sünder gewinnen und nicht vergeblich die Thräne der Rührung verrinnen! Wo nicht dein Licht 5. Ja, du bist Sonn' und Schild mächtig das Dunkel durchbricht, den Frommen, du bist ihr Segen kann nicht das Schauen beginnen. und ihr Heil; wenn sie im Glau3. Laß uns, die wir nach dem ben vor dich kommen, wird Gnad' Namen des Heilands uns nen- um Gnad' ihr selig Teil. Was nen, ihn als die Quelle des Lichts du verheißest, stehet feft; wohl und des Lebens erkennen. Ihm, dem, der sich auf dich verläßt. der uns lehrt, wie dein Volk würdig dich ehrt, ihm laß die Herzen entbrennen! Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 42. 3 ström auf uns der Deige dich uns ohne Hülle, Gnaden Fülle, daß, o Herr, an deinem Tage unser Herz der Welt entsage; daß wir uns zu dir erNamens Ehre wohnt! Wenn ich heben durch die Macht, die dir 2 Mel. daß ich tausend Bungen ac. 41. Mielieblich ist doch Herr, die Stätte, wo deines 18 Bekenntnis des Glaubens an Gott den Dreieinigen. gegeben; daß die glaubende Ge-| Chöre? Feiernd tragen sie die meine mit dem Vater sich vereine. Palmen, ihr Triumph erschallt. 2. O daß wir entladen würden von Psalmen! Herr, du selber von der Erde schweren Bürden wollst mich weihen diesem Sab= und des Sabbaths sanfte Stille bath deiner Treuen. auch die Seele ganz erfülle! daß von fern aus deinen Höhen wir des Lichtes Aufgang sehen, das uns völlig einst verkläret, wenn 4. Möge dein Verdienst bedecken meiner Seele Schuld und Flecken, daß ich dort kann mit den Deinen würdig und ge= der Sabbath ewig währet. schmückt erscheinen; dort, wo du 3. Was ich strahlen seh' am voll Huld und Gnaden uns zu Throne, ist es nicht der Sieger deinem Mahl geladen, wo die Krone? Was von dort herab ich Streiter nicht mehr ringen, we höre, sind's nicht überwinder- jie Siegeslieder singen. III. Bekenntnis des Glaubens an Gott den Dreieinigen. In eigener Melodie. 43. Allein Gott in der Höh' dich unser Aller. sei Ehr' und Dank 4. O heil'ger Geist, du höchfür seine Gnade, darum daß nun stes Gut, du all'rheilsamster Tröund nimmermehr uns rühren ster! vors Teufels G'walt fortkann kein Schade; ein Wohl- an behüt, die Jesus Christ ergefalln Gott an uns hat, nun löste durch große Mart'r und ist groß' Fried' ohn' Unterlaß, bittern Tod. Abwend all unsern all Fehd' hat nun ein Ende. Jamm'r und Not, dazu wir uns verlassen. Bitt' von unsrer Not, erbarm 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich für deine Ehr', wir danken, daß du, Gott Vater, ewig- Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. lich regierst ohn' alles Wanken. 44. Ganz unermess'n ist deine Macht, Du riefft mich, Bater, aus dem Nichts zum fort g'schieht, was dein Will' frohen Anschaun deines Lichts, hat bedacht; wohl uns des fei- dich soll mein Herz erheben. nen Herren! Schon hier im Laufe dieser Zeit 3. O Jesu Christ, Sohn ein- hat deine Huld und Freundlichgebor'n deines himmlischen Va- teit viel Gutes mir gegeben. Doch ters, Versöhner der'r, die war'n nicht allein für diese Welt, die verlor'n, du Stiller unsers Ha- kein vollkommnes Glück enthält, ders; Lamm Gottes, heil'ger zur Wonne, die kein Ende nimmt, Herr und Gott, nimm an die hat mich dein Gnadenrat be Bekenntnis des Glaubens an Gott den Dreieinigen. 19 stimmt. O Bater, Gott, wie liebst| ger, in Ewigkeit, in Ewigkeit sei du mich, wie liebst du mich! unsre Seele dir geweiht! Dein freuet meine Seele sich. 2. Sohn Gottes, uns zum Heil gesandt, Erlöser, der mit treuer Hand zu Gott die Seinen leitet! 45. Für mich auch gabst du dich daott, der Bater, wohn uns bei und laß uns hin und hast, wenn ich dein Jün- nicht verderben, mach uns aller ger bin, mir ew'ges Heil berei- Sünden frei und hilf uns selig sterben! Vor dem Bösen uns betet. 3war seh' ich jetzt des Him wahr, mit Glauben und Vertrauen mels Glück von ferne nur mit schwachem Blick; doch schon ent- laß fest auf dich uns bauen, bis wir dein Heil dort schauen. In zückt mich jene Welt, die Gott Versuchung und Gefahr laß alle den Gläub'gen vorbehält. Einst rechten Christen mit deiner Kraft preif' ich dich, o Gottes Sohn, sich rüsten und trotzen Satans o Gottes Sohn, im höhern Licht Listen. Amen, Amen, dies ſei vor deinem Thron! wahr, so singen wir Hallelujah! 2. Jesus Christus, wohn uns bei zc. 3. Heil'ger Geist, uns wohne bei 2c. In eigener Melodie. 3. Geist Gottes, unsre Zuversicht, verlaß, verlaß uns Schwache nicht und stärt uns unsern Glauben! Zeuch uns zu Gott und seinem Sohn, und laß durch nichts den Gnadenlohn der künft'gen Welt uns rauben. Lenk von Mel. Allein Gott in der Höh' sei zc. dem Eitlen dieser Zeit uns auf 46. Gott in der Höh' ſei das Heil der Ewigkeit; Sinn und Gemüt ergeben wir im Leben und im Sterben dir. O Gottes Geist, das Heil des Herrn, das Heil des Herrn zeig' uns, so sterben wir einst gern! Ehr' und Ruhm und Dank für seine Gnade. Wir sind sein Volk und Eigentum, was ist's, das uns nun schade? Sein Rat ist unsre Seligkeit, zu segnen ist er stets bereit, erhebet seinen Namen! 4. Dreieiniger, sind wir ganz dein, wie selig können wir dann sein! Lehr uns dies Glück recht achten. Was diese Welt beut, sättigt nicht, stets trügt uns ihrer Weisheit Licht: nach dir nur laß uns trachten. Dir, Schöpfer und Erlöser, dir, und dir, Geist Gottes, bringen wir gemeinsam in 3. Jesu Christ, des Höchsten dem Heiligtum mit Freuden Preis Sohn, für uns ein Mensch gebound Dank und Ruhm. Dreieini- ren, du kamst von deines Vaters 2* 2. Gott Vater, wir erheben dich mit freudigem Gemüte, du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und stets geschieht, was du bedacht; wohl uns, daß du regierest! 20 Bekenntnis des Glaubens an Gott den Dreieinigen. Thron, zu suchen, was verloren. Du Mittler zwischen uns und Mel. Komm, heiliger Geift zc. Gott, hilf uns im Leben und im 48. Lob, Preis und Ehre Tod, erbarm dich unser 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott, erleuchte, beßre, tröste uns, die der Herr durch seinen Tod vom Sündendienst erlöste! Steh du mit deiner Kraft uns bei, daß unser Herz dein Tempel sei und wir einst selig sterben. bringen wir, unser Gott und Vater, dir. Wie groß und viel sind deine Werke, du Gott der Macht und der Stärke! Dein ist der Erdkreis und in dir, o Höchster, find und leben wir; du trägst uns alle voll Erbarmen auf deinen treuen Vaterarmen. Hallelujah! Hallelujah! 47. Ha Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 2. Bob, Preis und Ehre, Heiallelujah, Bob, Preis land dir! Verlorne Sünder wa= und Ehr' sei unserm ren wir; du bist am Kreuz für Gott je mehr und mehr für alle uns gestorben, haft ew'ges Heil seine Werke! Sein ist das Reich, uns erworben. Wer zu dir kommt, die Herrlichkeit, weit über alle wer an dich gläubt und in VerHimmel weit herrscht er mit Huld suchung treu dir bleibt, der soll, und Stärke. Singet, bringet befreit vom Fluch der Sünden, frohe Lieder, fallet nieder, zu er- Erbarmung, Gnad' und Leben heben ihn, durch den wir sind finden. Hallelujah! Hallelujah! und leben! 3. Lob, Ehr' und Preis dir, 2. Hallelujah, Dank, Preis Geist des Herrn! Wir waren und Ruhm sei von uns, deinem einst von Christo fern, entfremEigentum, Sohn Gottes, dir ge- det von dem wahren Leben, mit fungen! Du Mittler zwischen uns Finsternis ganz umgeben. Du und Gott hast durch Gehorsam hast durch deines Wortes Macht bis zum Tod das Leben uns auch uns zum Licht aus Gott errungen. Heilig, selig ist die gebracht; du lehrst uns leben, Freundschaft und Gemeinschaft lehrst uns sterben und weihest uns aller Frommen, die durch dich zu Himmelserben. Hallelujah! zum Vater kommen. Hallelujah! 3. Hallelujah, du Geist des 4. Lob, Preis und Ehre brinHerrn, sei nie von unserm Geiste gen wir, Dreieiniger, in Demut fern, mit Kraft ihn auszurüsten; dir. Es müsse jedes Land der Erdu machst uns gläubig, weis' und den voll deiner Herrlichkeit wer= rein, hilfft uns getrost und sieg- den. Wie selig, wie begnadigt ist reich sein im Kampf mit unsern ein Volk, des Zuversicht du bist. Lüften. Leit uns, stärk uns, daß, Anbetungswürd'ger, deinem Nain Freude wie im Leide Gott er- men sei ewig Ruhm und Ehre. geben, wir zu seiner Ehre leben. Amen. Hallelujah! Hallelujah! 21 da wurden, Herr, auch wir; wir leben und wir sterben dir! HalleLujah! Bekenntnis des Glaubens an Gott den Dreieinigen. Mel. Es woll' uns Gott 2c. 49. Gott, wir ehren deine Macht, wir preisen dein Erbarmen, daß gnädig du an uns gedacht und Heil gesandt uns Armen: Du bist voll Gnade, wir voll Schuld, wir tot, du bist das Leben; hast dich nach deiner großen Huld zu eigen uns ge= 3. Preis ihm! Er führt auf geben; o Abgrund aller Liebe! steiler Bahn, führt zum Himmel 2. Wir beten dich als Vater uns hinan. Geheiliget hast du an, du liebest uns als Kinder, uns dir; dir leben und dir sterdas hat dein Wort uns fund ge- ben wir! Hallelujah! 2. Preis ihm! Er liebt von Ewigkeit! wird ein Mensch, stirbt in der Zeit. Erlöst, erlöst haft du uns dir; dir leben und dir sterben wir! Hallelujah! than zum Heil und Trost der Sünder. Wie ist doch voller Lieb' und Huld dein väterlich Gemüte! Du bist voll Langmut, übst Geduld, Erbarmen, Treu' und Güte; o Vaterherz voll Gnade! 4. Sing, Psalter! Freudenthränen, fließt! Heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott! Jehovah, dir, dir leben und dir sterben wir! Hallelujah! 3. O Jesu, teurer Gottessohn! In eigener Melodie. Du licht vom wahren Lichte! Vor 51. Wir glauben all' an Eis dir, dem rechten Gnadenthron, wird Sünd' und Tod zu nichte; du bist der Grund der Seligkeit, das Heil, darauf wir hoffen; dein Gnadenbrunn steht allezeit für unsre Seelen offen; du Urquell alles Segens! nen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden; er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren, allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren; er forget für uns, hüt't und wacht,:,: es steht alles in seiner Macht. 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott! wehr in uns dem Verderben, laß uns durch Chrifti Kreuzestod der Sünd' und Welt absterben! zerstöre du des Bösen Reich, schlag seine Macht darnieder, damit wir Jesu Christo gleich und seines Leibes Glieder in Wahrheit sein und bleiben. 2. Wir glauben auch an Je= sum Chrift, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren; von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren, durch den heil'gen Geist im Glauben, für uns, die wir war'n verloren, am Kreuz ge= und er erhält seine storben und vom Tod:: wied'r wundervolle Welt! Du sprachst, auferstanden ist durch Gott. Mel. Gelobet feift du, Jefu Chrift zc. 50. P reis ihm! Er schuf 22 Preis der göttlichen Eigenschaften. 3. Wir glauben an den heil'gen| sein mächtiges Gebot uns erschuf Geist, Gott mit Vater und dem und uns erhält, der voll WeisSohne, der aller Blöd'n ein heit, Güt' und macht stets für Tröster heißt, uns mit Gaben alles sorgt und wacht. zieret schöne, die ganze Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben. Hier all' Sünd' vergeben werden; das Fleisch soll uns wieder leben: nach diesem Elend ist bereit't:,: uns ein Leben in Ewigkeit. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes eingebornen Sohn, der Mensch für uns geworden ist und nun herrscht auf Gottes Thron; der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. In eigener Melodie. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, dessen gnadenvolle Kraft an unserm Herzen sich erweist, Rat und Troft und Hülf uns Einen Gott, Herrn schafft. Gott, für Zeit und Ewigund Vater aller Welt, der durch feit segne deine Christenheit! 52. Wir glauben all' an IV. Preis der göttlichen Eigenschaften. Met. Komm, heiliger Geift zc. 53. Afeliger Gott, vor der Zeit war deine Macht und Herrlichkeit und wird inEwigteit bestehen, wenn Welten untergehen. Beseligt fühlet sich mein Geist, so oft er deinen Namen preist. Wie köstlich ist mir's, dir lobsingen, dir danken, Herr, dir Ehre bringen. Hallelujah!:,: 2. Groß ist dein Name, wunderbar, du, der da ist und der da war! Wer kann sich bis zu dir erheben, dein Antlik schaun und leben? Kein Bild ist, das dir, Höchster, gleicht, so weit auch deine Schöpfung reicht. Du bist ein Geist; nur Geister können dich fühlen und dich Vater nennen. Hallelujah!:;: 3. Du bist's allein, Herr, dem kein Tod durch alle Ewigkeiten droht. Kein andrer konnte je dir Leben, du Lebensurquell, geben. Du bist durch dich; dein Dasein ist ein Strom, der unversieglich fließt, die Fülle aller Seligkeiten in deine Welten zu verbreiten. Hallelujah!:: 4. Allwissender Gott, helles Licht umstrahlt dein göttlich Angesicht! Du bist's, der alles kennt und siehet; nichts ist, was dir entfliehet. In die Bergangenheit zurück schaust du mit sonnenhellem Blick; und was die Zukunft einst erfüllet, das liegt schon deinem Aug' enthüllet. Hallelujah!:: 5. Herr, was dein Wille uns gebeut, ist Wahrheit und Gerechtigkeit. Nie kann dein weiser Ratschluß fehlen, das Beste stets zu wählen. So oft ich dir auf deiner Bahn von ferne nachseh', 23 Preis der göttlichen Eigenschaften. bet' ich an; und fromme Zuver- Tage, so linderst du doch jede sicht im Leiden erfüllt mein Herz Plage und Trost und Hoffnung mit sanften Freuden. Hallelu- fehlt mir nie. In Freude wie in jah!:,: Schmerz erfähret stets mein Herz deine Liebe. Ob alles bricht: ich zage nicht, du bleibest meine Zuversicht. 6. seliger Geist, führe du uns deinem Lichte wieder zu, die du nach deinem Bilde schufest, in Christo uns berufest! O, welche Seligkeit, welch Heil wird unser aller Erb' und Teil, wenn wir im Sohn dich recht erkennen und gläubig unsern Vater nennen! Hallelujah!:,: Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 54. Auf, erwacht, ihr heil'gen Triebe! Gelobt sei Gott, Gott ist die Liebe und wird es sein in Ewigkeit. O wie soll ich Worte finden, den Ruhm 4. Bin ich gleich befleckt von Sünden, doch läsfest du mich Gnade finden durch den, in welchem du uns liebst. Du willst aller Sünder Leben und hast uns deinen Sohn gegeben, mit dem du uns nun alles giebst. Gott, mein erstaunter Geist freut deiner sich und preist deine Liebe. Dir soll allein mein Herz sich weihn und dir in Liebe eigen sein. Mel. Sei Kob und Ehr' dem zc. der Liebe zu verkünden, die ewig 55. Der Herr ist Gott und segnet und mehr! Herr, vor dir? Nur fühlen kann lockt ihm, alle Frommen! Wer ich hier: du bist Liebe. Wie selig ist, wer nie vergißt, daß du, o Gott, die Liebe bist! ist ihm gleich, wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß, er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Wundervoll sind deine Werke; ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meine Seele beuget 2. Ihn trifft kein Wechsel flücht'sich. Doch, wo Macht und Weis- ger Zeit in seines Himmels Höheit wohnen, da seh' ich auch die hen, und seine Größ' und HerrBiebe thronen, und voll Ver- lichkeit wird ewiglich bestehen. traun erheb' ich mich. Was ist, Wir Menschen sind von gestern das mich noch schreckt? Mein her; eh Erd' und Himmel ward, Glaubensblick entdeckt nichts als war er, und ewig wird er bleiben. Liebe. Des Tages Pracht, die dunkle Nacht preist deiner Liebe Wundermacht. 3. Des Ew'gen Thron umgiebt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Kraft erfüllet. Er bleibt derselbe immerdar, verborgen und doch offenbar in seiner Werke Wundern. 3. Freude strömet mir und Segen mit jedem Morgen neu entgegen, du, Gott der Liebe, sendeft sie. Trüben sich auch meine 24 Preis der göttlichen Eigenschaften. 4. Wo wären wir, wenn seine| hast du und willst gern mir's Kraft uns nicht gebildet hätte? geben. Ja, es kommt, was mir Er tennet alles, was er schafft, frommt, was ich bin und habe, der Wesen große Kette. Bei ihm mir als deine Gabe. ist Weisheit und Verstand, und er umspannt mit seiner Hand die Erde samt dem Himmel. 5. Ist er wohl einem von uns fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? 3. Und in jede Seele, Gott, Die Finsternis ist vor ihm Licht, senkst du milde Güte, daß sie bei Gedanken selbst entfliehn ihm der Brüder Not Hülf' und Ret= nicht, er sieht sie schon von ferne. tung biete. So verband deine Hand alle Millionen, die auf Erden wohnen. 6. Wer hält den Weltbau ohne dich? Wer schüßt ihn vor dem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle. Du bist voll Freundlichkeit und Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, bist unser Gott und Vater. 2. Wie von dir die Liebe stammt, womit Väter lieben, die in Mutterherzen flammt und die Brüder üben: so weckt auch nur dein Hauch all die edlen Triebe treuer Freundesliebe. 4. Und was wirst du denen nicht, Gott der Liebe, schenken, die sich voller Zuversicht, ganz in dich versenken! Deine Huld tilgt die Schuld, und mit ew'gen Freuden wird fie Christus weiden. 7. Du, Höchster, du allein bist gut, gerecht in deinen Wegen. Wohl dem, der deinen Willen und dich Bater nennet, was der 5. Wer in ihm dir wohlgefällt thut, ihm nur folgt Heil und teure Nam' enthält, alles fühlt Segen! Du hast Unsterblichkeit und kennet, den erhebt und beallein, bist selig, wirst es ewig lebt Glauben ohne Wanken stets sein, du Urquell aller Freuden. zu Trostgedanken. Mel. Straf mich nicht in 2c. 56. Dir strebt meine Seele zu, Gott, mein Heil, mein Leben! alles, was mir fehlt, 8. Dir nur gebühret Lob und 6. Ja, wie wird mein Herz Dank, Anbetung, Preis und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? erquickt, wenn ich dir nur klage, was mir fehlet, was mich drückt, jede Sorg' und Plage. Auch die Not, die noch droht, zeigt sich gleich mir kleiner, denk' ich, Bater, deiner. 7. O, wer giebt, wie du, so viel, wer so überschwänglich Freuden ohne Maß und Ziel hier schon unvergänglich! Und enthält diese Welt so viel für die Deinen, was wird dort erscheinen! 25 Preis der göttlichen Eigenschaften. Mel. Ein Lämmlein geht zc. Mel. Liebfter Jesu, wir zc. 57. Getreuer Gott, wie viel 58. Gott, Allweiſer, wer bin Geduld erzeigest du ich, deine Weisheit zu uns Armen! Wir häufen täglich ergründen? Alle Himmel rühmen dich, jeder Wurm kann dich vertünden; doch welch Auge kann erspähen Gottes Tiefen, Gottes Höhen! Schuld auf Schuld; du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, sein Sinn ist dir entgegen: und doch, o Va= ter, suchst du ihn von seinen Sünden abzuziehn, zur Beßrung zu bewegen. 2. Deiner Welten weites Au rühmt in ungemeßnem Kreise, aller Himmel Wiederhall jauchzt zurück: der Herr ist weise, und in seiner Weisheit Händen ruhn getroft der Himmel Enden. 2. Du willst die Menschen väterlich durch Wohlthun zu dir locken; der Menschen Elend jam= mert dich, selbst wenn sie sich verstocken; zur Buße giebst du ihnen Raum und läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen, du wartest sein, du ſuchest Frucht, und auch, wenn du umsonst gesucht, läßt du ihn nicht vergehen. 3. Und der Mensch, der Erdenstaub, will den Ratschluß Got= tes sichten? Er, des kleinsten Lüftchens Raub, wagt des Ew'gen Weg zu richten? So dürft' er sich je vergessen, Gott nach seinem Maß zu messen? 4. Was dein Rat, o Herr, 3. Beweisest du so große Huld beschleußt, wohl mir, kann kein selbst an den frechen Sündern: Thor verhindern. Walte fort um wie viel mehr trägst du Ge- und sei gepreist demutsvoll von duld mit deinen schwachen Kin- deinen Kindern! Ob sie's oft dern; du warnest sie vor der nicht fassen mögen, dennoch all Gefahr, reichst ihnen deine Hülfe dein Thun ist Segen. dar, vom Fall sich zu erheben; 5. Du führst mich dem Himdu lockest sie voll Freundlichkeit mel zu, deinem Arm darf ich und bist als Vater stets bereit, vertrauen. Ew'ge Weisheit, rede in Christo zu vergeben. du! Auf dein Zeugnis kann ich bauen. Bleibst du heute mir verborgen, dich verklärt der nächste Morgen. 4. Laß diese Langmut und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren; nie müsse deine Vaterhuld zur Sicherheit uns führen! Trag uns 6. Einst erscheint mir sonnenerbarmend fernerhin; doch gieb hell, was hier Dunkel noch um= uns auch dabei den Sinn, daß hüllet, und an deinem ew'gen wir die Sünde hassen und uns Quell wird des Geistes Durst noch in der Gnadenzeit den gestillet. Jetzt verleihe mir, auf Reichtum deiner Gütigkeit zur Erden weise durch dein Wort Buße leiten lassen. zu werden. 26 Preis der göttlichen Eigenschaften. merdar soll deines Namens Ehre, dein Bob in meinem Munde sein. . 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. In eigener Melodie. 59. Gott ist mein Lied! er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam', und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's, so sind und leben Welten. Und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 13. Du tränkst das Band, führst uns auf grüne Weiden, und Nacht und Tag und Korn und 4. Unendlich reich, ein Meer Wein und Freuden empfangen von Seligkeiten, ohn' Anfang wir aus deiner Hand. Gott und Gott in ew'gen Zei14. Kein Sperling fällt, Herr, ten! Herr aller Welt, wer ist ohne deinen Willen; sollt ich dir gleich? mein Herz nicht mit dem Troste 5. Was ist und war im Him- stillen, daß deine Hand mein mel, Erd' und Meere, das ten- Leben hält? net Gott; und seiner Werke Heere 15. Ist Gott mein Schuk, will sind ewig vor ihm offenbar. Gott mein Retter werden, so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Trut! 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er wirkt und schafft, was früh und spät ich thue; vor ihm verbirget keiner sich. 7. Er ist mir nah, wohin ich Mel. Auferstehn, ja auferflehn 2c. immer gehe, ob ich ans Meer, 60. Gott ist treu und alle ob ich gen Himmel flöhe, so ist. er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und jeden Wunsch der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. Morgen neu ist seine ew'ge Treu. O daß ihm glühte mein Dank für seine Güte, tagtäglich neu wie seine Treu'! 2. Gott ist treu; er hält, was er verspricht; er läßt die Seinen 9. Er wog mir dar, was er nicht. In banger Stunde, treu mir geben wollte, schrieb auf seinem Segensbunde, eilt er hersein Buch, wie lang' ich leben bei und macht uns frei. sollte, da ich noch unbereitet war. 3. Gott ist treu; und was er 10. Nichts, nichts ist mein, das will und thut, ist immer recht und Gott nicht angehöre. Herr, im- gut. Nie droht die Stimme des Univ.- Bibl. Giessen Preis der göttlichen Eigenschaften. 27 Herrn in Zorn und Grimme; nur Er tröstet nach dem Weinen und Liebe spricht, drum beb' ich nicht. läßt aus trüber Nacht die Freu4. Gott ist treu; er forget väterlich für sein Geschöpf, für mich. Zum Heil der Seele lenkt er selbst Schwäch' und Fehle, daß seine Treu' vollkommen sei. 5. Gott ist treu; uns stärket seine Macht und nimmt uns wohl in acht. Und sinkt der Glaube uns leicht noch hier im Staube, er richtet auf und stärkt zum Lauf. 6. Gott ist treu. Osüßes Gnadenwort, sei du mein Fels und Hort! Ob alles scheide, bleibst du doch meine Freude. Die Welt vergeht, dies Wort besteht. densterne scheinen. Der Trübsal heft'ger Sturm geht auf sein Wort vorbei. Sei, Seele, nur ge= trost, Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu. Er stillet dein Begehren; er will dein Glaubensgold in Trübfalsglut bewähren. So nimm den Kreuzeskelch von ihm ohn' alle Scheu! der Lebensbecher folgt. Gott ist und bleibt getreu. Mel. Werde munter, mein 2c. 62. Gott, vor desſen Angesichte nur ein reiner Mel. Solt, du frommer Gott 2c. Wandel gilt, ew'ges Licht, aus 61. Gott ist und bleibt getreu. Er hört nicht auf zu lieben, pflegt er gleich oft und tief die Seinen zu betrüben. deſsen Bichte stets die reinste Wahrheit quillt! Heilig und gerecht bist du, und dein Wort ruft allen zu: heilig und gerecht zu werden, sei Er prüfet durch das auch unser Zweckt auf Erden. Kreuz, wie rein der Glaube sei, 2. Heilig ist dein ganzes Wewie standhaft die Geduld. Gott ist und bleibt getreu. sen und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen und so 2. Gott ist und bleibt getreu. bleibst du für und für. Was dein Er hilft ja selber tragen, was Wille wählt und thut, ist uner uns auferlegt, die Last der sträflich, recht und gut, und mit schweren Plagen. Er übt oft deines Armes Stärke wirkst du strenge Zucht und bleibet doch stets vollkommne Werke. dabei ein Vater, der uns liebt. Gott ist und bleibt getreu. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. 3. Gott ist und bleibt getreu. Nie besteht vor dir der Sünder; Er weiß, was wir vermögen, denn du bist vollkommen rein. und nie wird er zu viel uns Nur der Fromme kann sich dein, Schwachen auferlegen. Er macht Heiliger, in Demut freun. Wer sein gläubig Volk von allen Ban- beharrt in seinen Sünden, kann den frei und rettet aus der Not. vor dir nicht Gnade finden. Gott ist und bleibt getreu. 4. O so laß uns nicht verscher4. Gott ist und bleibt getreu. zen, was dein Rat uns zuge 28 Preis der göttlichen Eigenschaften. dacht! Schaff in uns, Herr, 4. Und stürzen Felsen sich ins reine Herzen, töt in uns der Thal, so daß von ihrem mächt'= Sünde Macht; denn was sind gen Fall die Erde weit erzittert: wir, Gott, vor dir? wie so leicht, bleibt deiner Liebe Bund mit ach! fallen wir? Wer kann merten, wer kann zählen, Heiligster, wie oft wir fehlen? mir doch ewig unerschüttert. 5. Was flag' ich denn voll Traurigkeit, daß alle Güter die5. Uns von Sünden zu erlöser Zeit schnell wie ein Hauch sen, gabst du deinen Sohn da vergehen? da du das Gut der Gühin; o so reinige vom Bösen ter bist, das ewig wird bestehen. durch ihn unsern ganzen Sinn. 6. Was ist's, daß meine Seele Gieb uns, wie dein Wort ver- zagt, wenn mein Gewissen mich heißt, gieb uns deinen guten verklagt, daß ich an dir gefündigt? Geist, daß er unsern Geist regiere Bleibt ewig doch dein teures Wort, und zu allem Guten führe. das Gnade mir verkündigt. 6. Keiner sündlichen Begierde 7. Was flag' ich? Liebest du bleibe unser Herz geweiht. Un- mich doch mit aller deiner Liebe sers Wandels größte Zierde sei noch und wirst mich ewig lieben; wahrhafte Heiligkeit. Mach uns hast selber meinen Namen dir deinem Bilde gleich; denn zu in deine Hand geschrieben. deinem Himmelreich willst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. 8. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein und ewig, ewig wird er's sein; nichts kann mich von ihm scheiden! Die Welt vergeht mit ihrer Lust; Gott bleibt mit Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 63. Gott, wie du bist, so seinen Freuden! warst du schon, noch che du von deinem Thron sprachst dein allmächtig ,, Werde", und riefest aus dem Nichts hervor den Himmel und die Erde. In eigener Melodie. 64. err, du erforschest mich; mein Ruhen und Bewegen ist besser dir als mir be= 2. Du wirst auch bleiben, wie wußt; du siehst es, wenn in du bist, wenn längst die Erde meiner Brust sich, wie der Welnicht mehr ist mit ihren Herr- len Sturm, empörte Lüfte regen. lichkeiten; wenn längst die Käm- Schon eh die Zunge spricht, ist pfer nicht mehr hier um jene dir mein Wort bekannt, und Krone streiten. was ich denk' und thu', das steht in deiner Hand. 3. Wie du, so bleibet auch dein Wort und wird in Kraft sich fort und fort unwandelbar erhalten, wenn alle Welten, die du schufft, wie ein Gewand veralten. 2. O Allmacht, die kein Mensch auf Erden kann verstehen! Wo ist der Ort, der mich versteckt, den Inicht alsbald dein Aug' entdeckt? Preis der göttlichen Eigenschaften. Führ' ich gen Himmel auf zu den gestirnten Höhen: mein Gott, so bist du da; läg' ich im tiefsten Grund: auch dort thust du dich mir als Gott und Herrscher kund. 29 7. Wie aber? fehlt es dir vielleicht an Donnerschlägen, dem Sünder, der sich widersetzt und frevelnd dein Gebot verletzt, zu zeigen, daß du ihn bald in den Staub kannst legen? Und würde fühner noch sein stolzer, frecher Sinn: bald wirft ihn deine Hand tief in den Abgrund hin. 8. Ich hass' im rechten Ernst, die dich, den Höchsten, hassen und wenn ich seh', wie trotziglich sie sich empören wider dich, so kann ich kaum den Zorn in seine Grenzen fassen. Schon lodert er empor, doch um Erbarmen fleht für sie sogleich zu dir mein brünstiges Gebet. 3. Könnt' ich den Himmelstreis, der Sonne gleich, durchstreichen bis dahin, wo sich ihre Glut löscht in der letzten Meeresflut: so würde mich auch da dein starker Arm erreichen. Die Hülle finstrer Nacht deckt meine Sünden nicht; vor deiner Klarheit Glanz wird Finsternis zum Licht. 4. Und, Herr, wie sollte dir verborgen sein mein Leben, der du, eh ich das Licht geschaut, den Leib mir künstlich haft gebaut und den lebend'gen Geist, der in ihm wirkt, gegeben; der du zuvor bestimmt, seit aller Ewigkeit, was mir begegnen ſoll im Laufe meiner Zeit? 5. So wunderbar bist du! dies muß mich überzeugen, daß ich mit unverfälschtem Sinn dir Dank schmale Himmelsbahn. und Ehrfurcht schuldig bin, da Erd' und Himmel nicht von dei9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; sieh, ob ich noch in Heuchelei, ob ich auf bösem Wege sei, und hilf mir, daß ich rein vor dir dereinſt erscheine. Weil aber hier mein Fuß gar leicht noch straucheln tann, so leite du mich selbst die Mel. Herzliebster Jesu zc. nen Kräften schweigen, ſo daß 65. auchzt unſerm Gott mit man eh Sand der Wüsten freudigem zählen kann, als was du großer ist barmherzig und von großer Gott, für Wunder hast gethan? Güte; er sorgt, daß uns im Schuhe seiner Gnade kein Unfall schade. 6. Mein Herz ist dessen voll; und das ist mein Vergnügen, daß ich mit Ernst den ganzen Tag dein göttlich Thun betrachten mag und wie sich alles muß nach deiner Ordnung fügen. Ja, wenn die Sinne sich vom Schlafe losgemacht: so merk' ich, daß ich auch im Traum an dich gedacht. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, läßt nicht die schweren Strafen uns empfinden, die wir durch Mißbrauch der empfangnen Gaben verdienet haben. 3. So hoch und weit, wie seine Himmel reichen, so groß sind sei 30 Preis der göttlichen Eigenschaften. ner Macht und Gnade Zeichen bei ich in deinen Händen. Durch dich denen, die in heil'ger Furcht ihn nur leb' und atme ich, und lieben und Gutes üben. deine Rechte schützet mich. 4. So ferne, wie der Abend 2. Des Herzens Tiefen kenneft steht vom Morgen, nimmt er du, du prüfest meine Seele. Du hinweg der Seele Angst und siehest, was ich Gutes thu', du Sorgen, und schenket nach der siehst auch, wenn ich fehle. Nichts, Sünde bittern Schmerzen Trost nichts kann deinem Aug' entunserm Herzen. fliehn und nichts mich deiner 5. Wie sich erbarmt ein Vater Hand entziehn. seiner Kinder, so gern erbarmt der Herr sich aller Sünder, wenn samkeit mein Herz zu dir erhebe 3. Wenn ich in stiller Einsie auf seine Gnadenstimme hö- und über deine Huld erfreut, ren und sich bekehren. mich gänzlich dir ergebe, so hörst 6. Er schlägt und heilt, ver- du es und stehst mir bei, daß wundet, läßt genesen; er weiß, ich dir immer treuer sei. der Mensch ist ein gebrechlich Wesen, und das Geschöpf, genommen von der Erden, muß Erde werden. 4. Du merkst es, wenn des Herdu tennest auch die böse That, zens Rat verkehrte Wege wählet; 7. Wie Gras verwelkt, so müs- Ernst und Liebe strafft du mich die sich der Welt verhehlet. Mit sen wir vergehen, wie Blumen, wenn die Stürme drüber wehen; 3u meiner Beßrung väterlich. und unsre Stätte wird nach wenig 5. Du hörest meinen Seufzern Stunden nicht mehr gefunden. 8. Von Ewigkeit zu Ewigkeit bewähret sich Gottes Huld an jedem, der ihn ehret. Leite du auch mich auf ebnem Pfade, du Gott der Gnade! zu, daß Hülfe mir erscheine; mit Baterliebe zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, 9. So werd' ich deinen Frie- dies tief in meine Seele, daß sie den hier genießen, mein Leben nur dich, mein Gott und Herr, wird in Hoffnung froh verfließen, zu ihrer Zuflucht wähle und stets und dort werd' ich mit deiner dein heilig Auge scheu', dir treu Engel Chören dich ewig ehren. und dir gehorsam sei. Mel. Mach's mit mir, 2c. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich mit Mut und Kraft, getrost vor dir zu wan66. Nie ie bist du, Höchster, von uns fern, du deln. Daß du, o Gott, stets um wirkst an allen Enden. Wo ich mich seist, das tröst' und bere nur bin, Herr aller Herrn, bin meinen Geist. Preis der göttlichen Eigenschaften. 31 Gebot erfülle, stell' ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. In eigener Melodie. 67. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm ge= bührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen sein. Sie stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; sie tröste mich in Not und Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Mel. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Gr, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Heil genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Blick, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du geschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten so wie mich. 2. Könnt' ich das Heer der Sterne zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller Seelen von ihrem ersten Ursprung her: so wär' ich weiser, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel je= mals werden, doch gegen Gott wüßt' ich noch nichts. 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet die Tiefe der Unend5. Dies ist mein Dank, dies ist lichkeit und alle Welten, die er sein Wille, ich soll vollkommen bauet, die Zeiten und die Ewigsein, wie er. So lang' ich dies keit! O du, der alles weiß und Die Tugend wird zc. 68. Wo sind die Weisen, die mich lehren, wie unser Gott allwissend ist? Wer kann mir den Verstand erklären, des Wissen keine Grenz' umschließt? Wer schauet ihn von Angesichte, wenn er auch noch so hoch sich schwingt? Der Höchste wohnt in einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge dringt. 32 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. nennet, was ist und werden soll| Gott kann mich finden, wie tief und war, wie bist du jedem, verborgen ich auch sei. Rein der dich kennet, unendlich groß Weltmeer kann vor ihm mich und wunderbar! decken; kein falscher Schein betrüget ihn; mir folgten seines 3ornes Schrecken, könnt' ich gleich aus der Welt entfliehn. 4. Ja dich bewundern, dir vertrauen, ist meinem Geiste Luft und Pflicht! Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich 6. Wer kennt der Seele dunkle begreifen kann ich nicht. Gott, Tiefen? Wer darf dem eignen nach dem Licht, in dem du woh- Herzen traun? Allwissender, du nest, forsch' ich mit heiliger Be- wollst mich prüfen, du wolleft gier; du siehst es gnädig und ganz mein Herz durchschaun! Er= belohnest mit Weisheit meinen blickst du mich auf bösen WeDurst nach dir. gen, so führe mich auf deine 5. Die Weisheit warnet mich Bahn, und laß mich einst am Ziel vor Sünden, vor Selbstbetrug den Segen der Frömmigkeit von und Heuchelei. Ich denke stets, dir empfahn! V. Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. Mel. Sei Lob und Ehr' 2c. 69. De em Menschen glänzt, o Gott, dein Licht in himmlischen Gedanken; er naht sich dir, ihn hemmen nicht der niedern Wesen Schranken. Hoch steht er über ihrem Heer; dein Ebenbild besitzt nur er, Vernunft, die höchste Gabe. 2. Mit ihr empfing er auch von dir die Herrschaft dieser Erde und Sinn und Kraft, daß alles hier durch ihn geordnet werde. Vernunft macht Müh' und Arbeit leicht; wohin das Auge nicht mehr reicht, das kann doch sie ergründen. deine Spur, wie in der Welten Ferne. Das Leben schmückt ihr Unterricht, sie bringt ein hoffnungsreiches Licht auch in die Nacht der Leiden. 4. Durch sie erkennt der Mensch das Band der reinen Bruderliebe, liebt nun ein größres Vaterland und fühlet höh're Triebe. Auch Mut verleiht sie uns und Kraft im Kampfe mit der Leidenschaft, lehrt uns nach Freiheit ringen. 5. Allein dies Licht versant in Nacht, getrübt ward seine Klarheit; des Irrtums und der Sünde macht hielt auf die Macht der Wahrheit; da lockt' uns falscher 3. Sie führt vom Schauplatz Weisheit Wahn hin auf der schnöder Natur zu dir uns über den Lüste Bahn, da herrschte Sterne, zeigt uns im Kleinsten das Verderben. Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 33 6. Doch nun, in Jesu- rühmt war allein, doch nicht verlassen: es laut stieg uns das Wort Gott half mir gnädig aus der hernieder; von ihm belehrt, auf Not. ihn erbaut, schau'n wir das Licht nun wieder. Wir haben Teil an seinem Geist, der dem Verderben uns entreißt und uns zum Vater leitet. 3. Gott ist mit mir! Was kann mir schaden? Was kann die Welt mir übles thun? Wie gut ist's, aller Sorg' entladen, Herr, unter deinen Flügeln ruhn. Ich preise dich, Fels meiner Stärke, Gott, meine Zuflucht, mein Panier! Wenn ich auf deine Führung merke, wie weis' und gut erscheint sie mir. 4. Du führtest mich auf dunteln Wegen, verbargst vor mir 8. Daß wir der Wahrheit dein Angesicht und kamst mir doch Quell uns rein in Christi Lehr' mit Huld entgegen, warst in der erhalten, voll Wachsamkeit und Finsternis mein Licht. Ihr güldMutes sein im Kampf mit Trug- nen Seile treuer Liebe, zieht mich gestalten! Nicht Unglaub' oder zu meinem Schöpfer hin! Wie Heuchelei, nicht Aberglaub' und schäm' ich mich der niedern Triebe, Schwärmerei soll je von dir uns der ich so hoch begnadigt bin! scheiden. 5. Ich fliehe des Verächters Pfade, den eitle Weltluft ganz umstrickt; ich suche Gott und seine Gnade, die mich so oft der Not entrückt. Ich will bis zu der letzten Stunde mich meines Gottes dankbar freun; sein Lob soll stets in meinem Munde, sein Ruhm 7. Dank dir, der uns so herrlich schuf, so gnädig uns erneuet! O folgten stets wir deinem Ruf und würden ganz befreiet! Gehorsam sei uns heil'ge Pflicht, daß wir durch Sinnentaumel nicht zurück ins Elend sinken. Mel. Die Tugend wird 2c. 70. Der er Herr ist gut! 3hr Himmel höret und jauchzt mir nach: der Herr ist gut! Er hat mein Leid in Lust verkehret; Gott ist's, der große Wunder thut. Wer zu ihm naht in meinem Herzen sein. mit gläub'gem Beten, dem wen= det er sich freundlich zu; wer auf Mel. O daß ich tausend zc. ihn baut in seinen Nöten, der 71. Der Himmel Ruf erzählt findet Rettung, Trost und Ruh. ehret 2. Ich sah den Himmel schwarz sten Weisheit, Lieb' und Kraft; umzogen und bald umfing mich die ausgespannte Feste lehret: finstre Nacht. Hoch türmten sich groß ist der Herr, der alles schafft, des Meeres Wogen, empört von und alle Welten weit und breit wilder Stürme Macht. Wie konnt' verkünden seine Herrlichkeit. ich Armer Hoffnung fassen, da keine Hand mir Hülfe bot? Ich 2. Von einem Tag zum andern flinget laut ihr gedanken3 34 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. volles Wort; von einer Nacht zur andern dringet ihr Zeugnis unaufhaltsam fort; das Ohr hört nicht der Stimme Schall, das Herz versteht sie überall. 3. Das Loblied aller Weltentreise geht mächtig aus in jedes Land und macht, zu seines Namens Preise, ihn auch der fernsten Welt bekannt, und der Ge= stirne hehrer Lauf hebt unser Herz zu Gott hinauf. 4. Sein Arm bereitete der Sonne hoch an dem Himmel ihr Gezelt; sie geht heraus mit Freud' und Wonne, läuft ihren Weg gleich wie ein Held; ihr Glanz zerstreut die finstre Nacht und strömt hernieder Licht und Pracht. 5. Wie deiner Sterne Heer dort oben verkündigt deines Namens Ruhm, so soll auch unser Herz dich loben, voll Ehrfurcht in dem Heiligtum. Mehr noch, als dich durch Christum unser Geist. In eigener Melodie. 72. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre; ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere; vernimm, 0 Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und wärmt uns von ferne und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimm's und siehe die Wunder der Werke, so die Natur dir aufgestellt. Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählige Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? Ogieb ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Sein ist die Kraft, sein ist Himmel und Erde, mit seiner Rechten schützt er dich. Der alles schuf durch sein mächtiges Werde, Gott bleibt dein Vater ewiglich. 6. Er ist dein Schöpfer, ist Weisheit und Güte, dein Schirm und Schild, dein Hort und Heil. Olieb und ehr ihn von ganzem Gemüte, und nimm an einer Gnade Teil! Mel. Alle Menschen müssen 2c. 73. Dir, dem weißesten Regierer, Welten Preisgesang! Dir, du meines Lebens Führer, singt auch meine Seele Dant! Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, sorgest für mich väterlich. 2. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, daß von deinem Gnadenrufe ich den tiefen Sinn verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir, gabst in Christo alles mir. 3. Täglich warest du mir nahe, deine Weisheit lehrte mich; was Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 35 ich hörte, was ich sahe, zeigte 2. Wie groß ist Gottes Herrmir, o Bater, dich. Ja, du kamst lichkeit! Allmächtig sprach er: mit neuem Segen jeden Mor- Himmel, seid!" Zum Erdball gen mir entgegen; was der Seele sprach er: ,, Werde!" Und gleich, heilsam war, bot dein Geist mir zum Preise seiner Macht, stand reichlich dar. alles da voll Reiz und Pracht, der Himmel und die Erde. Schaffend sprach er's; da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 4. Darum will ich dir mit Freuden dankbar und ergeben sein, will auch unter Kreuz und Leiden dir ein Herz voll Demut weihn. Dich, o Herr, dich laß ich walten, du wirst mich stets aufrecht halten; sende Freude, sende Schmerz: 3. Wie sie so herrlich sind, so schön, einträchtig alle Gott erhöhn und seine Größe preisen. Wie immer preiset dich mein Herz. sind sie alle Bob und Dank, ein hoher jubelnder Gesang dem Gütigen, dem Weisen! Dabei sollt' ich fühllos schweigen, solcher Zeugen Loblied hören, und nicht Gottes Ruhm vermehren? 5. Herr, das höchste Gut im Leben ist und bleibt mir deine Huld; sie nur kann mir Freude geben und bedecken meine Schuld. Anders hab' ich kein Verlangen, als nur treu an dir zu hangen, fest mit dir vereint zu sein, um mich deiner ganz zu freun. 4. Für uns auch schuf der Herr die Welt, für uns auch hat er 6. Oder seligen Verbindung, breitet. Dem Herrn gebührt auch das Gezelt des Himmels ausgedu in mir und ich in dir! Dei- unser Preis; für uns hat er den ner Vaterhuld Empfindung werde Erdenkreis zum Wohnplaß zu= täglich neu in mir; bis ich rein bereitet. Felder, Gärten streuen und ganz vollkommen dich einst Segen uns entgegen, Wald und schau' mit allen Frommen, dort, Fluren zeigen seiner Güte Spuren. wo ich bin allezeit bei dir in der Herrlichkeit. 5. Und immer scheint der Sonne Licht, und die Natur ermüdet nicht, für uns sich schön zu schmücken; sie beut der Freuden viele dar, bleibt herrlich stets und wunderbar, mein Auge zu entzücken. Gott läßt nimmer diese Werke seiner Stärke hier veralten, bis er kommt, Gericht zu halten. Mel. Wie schön leucht't uns 20. 74. leug auf, mein Psalm, mein Lobgesang, Anbetung unserm Gott und Dant vor seinem Thron zu bringen! Er hört der Menschen Loblied gern, wenn höh're Geister auch dem Herrn erhabne Psalmen singen. 6. So hat mein Gott an mich Darum find auch mit den Hee- gedacht, so hat mich seine Huld ren, die ihn ehren, wir gerufen und Macht begnadigt und erhohin zu seines Thrones Stufen. ben! Des Höchsten Lob sei meine 3* 36 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. Luft; strömt hin aus meiner vollen| 6. Von dir, der dies an mir Bruft, ihr Lieder, Gott zu loben! gethan, werd' ich auch Speis' und Seele, rühm ihn, und es schalle Trank empfahn. Ist gleich mein von dem Halle deiner Lieder Got- Herz nicht frei von Schuld, doch tes Erd' und Himmel wieder! trau' ich deiner Vaterhuld: der du des Segens Quelle bist, du giebst auch mir, was heilsam ist. Mel. Vater unser im Himmelreich zc. 75. Gott, deine Güt' und 7. Verleih mir nur GenügsamMacht erhält, was feit mit dem, was deine Hand lebt und webt in deiner Welt; mir beut. Die kleinste Gabe und aller Augen harren dein, du weck' in mir ein findlich dantmögest sie mit Speis' erfreun; bar Herz zu dir, und lenke mich, und deine Hand, Herr, öffnet du treuer Gott, hin zu dem sich und sättigt alles väterlich. ew'gen Lebensbrot! 2. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch immer mein bescheiden Teil; du schenktest mir Mel. Aus meines Herzens 2c. voll Freundlichkeit mein täglich 76. Gott, der an allen EnBrot zu jeder Zeit. Kein Vaterden viel große Wunherz, an Liebe reich, ist dir an der thut, du bist's, in dessen Huld und Gnade gleich. 3. Ich weiß, Herr, deine Hand gewährt auch fünftig mir, was mich ernährt. Ich glaube fest, du thust mir wohl, so lang' ich hier noch leben soll, und giebst mir bis an meinen Tod ohn' Unterlaß mein täglich Brot. Händen mein ganzes Schicksal ruht; für diese Prüfungszeit hast du, Herr meiner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 4. Der Vogel bauet nicht das Land, du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume königlich, die keine Sorge kennt für sich. Wie sollt' ich sorgen spät und früh? Bin ich vor dir nicht mehr, als sie? 2. Eh ich das Licht erblickte und deine Huld verstand, da schon, o Gott, beglückte mich deine Vaterhand. Mein Lob ist zu gering, das Gute zu erheben, was ich in meinem Leben, D Herr, von dir empfing. 3. Drückt mich auf meinen Wegen gleich manche Last und Müh', so führt sie doch zum Se5. Mich schufst du nicht für gen und du erleichterst sie. Du diese Zeit, mein Ziel ist in der bleibst erbarmungsvoll, willst Ewigkeit. Mein Geist kann sich liebreich deinen Kindern des Lein dir erfreun und deinem Bilde bens Not vermindern und förähnlich sein. Dein heil'ger Sohn derst gern ihr Wohl. ward Mensch, wie wir, und einigt, Vater, uns mit dir. 4. Dies war in meinem Leben mir immer Trost und Licht, und Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 37 hat mir Kraft gegeben und frohe Bau bleibt unversehret, und die Zuversicht. Wenn ich bekümmert Stadt des Herrn besteht. war, so seufzt' ich und war stille, und dann entriß dein Wille mich immer der Gefahr. 8. Selbst der Feinde Trot und Mühe muß dir ebnen deinen Pfad; darum komm, o Herr, und ziehe ein in deine Gottesstadt. 5. Dein Name sei gepriesen, du Retter aus Gefahr, der sich an mir erwiesen so herrlich imwerdar. Mit Freuden will ich 78. des bringen Mel. Ringe recht, wenn 2c. 77. Gott der Macht, in deinem Ruhme keinem, als dir selbst bekannt; aus verborgnem Heiligtume waltest du mit starker Hand. und deiner Güte singen von Her- Sachen zen für und für! 2. Sterne glänzen und erblinden, Berge wehst du weg wie Spreu; Völker werden und verschwinden; alles Fleisch vergeht wie Heu. 3. Reiche schmetterst du zur Erde; Königsstühle stürzen ein; Hirten rufft du von der Herde, Herrscher ihres Volts zu sein. Mel. Jesu, meine Freude zc. 4. Wenn du anfängst auszugleichen, Herr, was kann vor dir bestehn? Alle Berge müssen weichen, alle Thale sich erhöhn. 5. Was der Menschen Kunst erhoben, ist auf leichten Sand geftellt: du gebeutst, es ist zerstoben, wie das Laub im Herbste fällt. 6. Aber wo auf Felsengründen deines Tempels Mauer ruht, droht von Fluten und von Winden fruchtlos die vereinte Wut. 7. Und ob alles sich empöret, ringsum alles untergeht: dieser Gott der wird's wohl machen, dem ich alle allzeit heimgestellt. Er hat mich erkoren, eh ich war geboren an das Licht der Welt; hat mir auch nach seinem Brauch, was von nöten, stets gegeben hier in diesem Leben. 2. Gott der wird's wohl machen. Oftmals Freud' und Lachen hat er mir beschert, hat mich nie ver= gessen, stets mir zugemessen was mich stärkt und nährt. Auch, wenn fast die Kreuzeslast seine Kinder hart gedrücket, hat er mich erquicket. 3. Gott der wird's wohl machen. Laß die Wetter krachen und die Stürme wehn. Wenn mit großem Grausen alle Welten brausen, will er bei dir stehn. Gott ist da mit Hülfe nah. Schlägt dich Unglück auch darnieder, Gott erhebt dich wieder. 4. Gott der wird's wohl machen. Mächtig in dem Schwachen ist er allezeit. Wem hat's je ge= fehlet, der zum Trost ihn wählet in dem größten Leid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz; alles steht in seinen Händen, Gott kann alles wenden. 5. Gott der wird's wohl machen, gnädig bei dir wachen, will dein 38 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. Stündlein nahn. Wenn des Le-| Wie sollt' ich nicht voll Zuversicht bens Jahre enden an der Bahre, mich stets auf dich verlassen? führt er himmelan. Festen Grund hat dieser Bund: alle, die in Christo sterben, sind des Himmels Erben. 3. Du trägst mich Sünder mit Geduld, und tilgst aus Gnaden meine Schuld, weil ich an Chriftum glaube. Du giebst mir Teil an seinem Heil; wer ist, der mir es raube? Mel. Nun danket alle Bott 2c. 4. Du bist mein Leben, Trost 79. Herr, ew'ger Gott! wie und Licht, hab' ich nur dich, ſo du, ist ewig deine frag' ich nicht nach dieser Erde Gnade, die unermüdet wacht ob Schätzen. Doch ohne dich kann deiner Frommen Pfade. Wie in niemals mich ein zeitlich Gut erder Mutter Arm das Kind ver- götzen. trauend ruht, so sind wir, treuer Gott, in deiner fichern Hut. 5. An dir hab' ich den besten Freund, der's immer treulich mit mir meint; wo find' ich deinesgleichen? Mit deiner Treu' stehst du mir bei, wenn Berg und Hügel weichen. 2. Du, Herr, bist unser Schirm; wenn Angst uns will erschrecken, dann eilt dein starker Arm, uns gnädig zu bedecken. Zu rechter Sache Schutz führst selber du den 6. Ich fürchte nicht der Feinde Krieg, zerstreust der Feinde Schar Drohn, ich achte nicht der Spötund krönst dein Werk mit Sieg. ter Hohn, nicht alles Leid der 3. Du bist die feste Burg, der Erden. Von dir gelenkt, muß, Hort, dem wir vertrauen; der was mich fränkt, mir doch zum starke Felsengrund, auf den wir Segen werden. sicher bauen. Sei unsre Zuversicht und Zuflucht für und für: ob Erd' und Himmel weicht, doch halten wir an dir. 7. Du willst mein ew'ges Wohlergehn; einst werd' ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden. An dir wird sich dann ewiglich dort meine Seele weiden. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 80. h freue mich, mein Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. Gott, in dir. Du bist 81. Ich weiß, daß all mein mein Trost, und was kann mir und o bei deiner Liebe fehlen? Du, Herr, Gott, in deinem Willen ruhn, bist mein und ich bin dein; von dir kommt Glück und Segen; was mangelt meiner Seelen? was du regierst, das steht und geht 2. Du hast in Christo mich er- auf rechten, guten Wegen. wählt und deinen Kindern zuge- 2. Es steht in keines Menschen zählt; wer kann die Gnade fassen!! Macht, daß alles, was sein Rat 39 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. bedacht, sich auch des Fortgangs bestes Teil sei deine Lieb' und freue; des Höchsten Rat macht Ehre. es allein, daß Menschenrat ge= deihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mut, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott doch selbst gewählet. 4. Es fängt sein Werk wohl mancher an so wohlbedächtig als er kann, und bringt's doch nicht zu stande; erbaut ein Haus und festes Schloß, doch nur auf losem Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn schon über Berg' und Klippen hin, und eh er sich's versiehet, liegt er darnieder, und sein Fuß hat sich umsonst bemühet. 6. Drum, Vater, schenke mir das Licht, das stets von deinem Angesicht in fromme Seelen dringet, und sie durch deines Geistes Kraft zur rechten Weisheit bringet. 7. Gieb mir Verstand aus deinen Höhn und laß mich nicht mit Trotz bestehn auf meinem eignen Willen; sei du mein Freund und treuer Rat, was gut ist, zu erfüllen. 8. Ist's Werk von dir, so gieb mir Glück, ist's Menschenthun, so treib's zurück und ändre du mein Sinnen; was du nicht wirkest, pflegt von selbst in turzem zu zerrinnen. 10. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring's zum guten Ende; was du selbst angefangen hast, vollbringen deine Hände. 11. Ist gleich der Anfang noch so schwer und scheint's, ich müsse durch ein Meer von bittern Sor= gen gehen; so lehr in meiner Schwachheit mich mit Inbrunſt dir flehen. zu 12. Wer fleißig betet, dir vertraut, wird alle Not, vor der ihm graut, mit tapferm Mut bezwingen; im schwersten Kampfe hilfst du ihm zuletzt den Sieg erringen. 9. Gieb du mir ein, was recht und gut, damit ich nicht auf Fleisch und Blut bei meinem Wollen höre; mein höchster Zweck, mein 13. Du bist mein Vater, ich dein Kind, was ich in mir nicht selber find', hast du in voller G'nüge; so hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 14. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr'; ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreu= ter Seelen vor deinem Volt und aller Welt, so lang' ich leb', erzählen. Mel. Vom Himmel hoch zc. 82. Mein Auge sieht, o Gott, dir. Von Throne hilf du mir. Mein Heil tommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein Herz, dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird! Der dich be 40 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. hütet, schlummert nicht; in Fin-| führt. Weil er ist bei Gott in sternis ist er dein Licht. Gnaden, kann ihm keine Trübsal schaden, denn der treue Gott regiert. 3. Kein übel sei dir fürchterlich, denn Gottes Rechte schützet dich. Durch seine treue Vaterhand wird aller Schaden abgewandt. 5. Was für Angst in ihrem Herzen über ihres Kindes Schmerzen 4. Sein Schutz gewährt dir eine treue Mutter spürt: solches Sicherheit; sein Trost füllt dich Mitleid, solch Erbarmen ist bei mit Freudigkeit; er leitet dich auf Gott; getrost, ihr Armen! denn ebner Bahn und nimmt dich der fromme Gott regiert. einst mit Ehren an. 6. Nun so tritt, um fest zu 5. Herr, segne und behüte mich! stehen, auf des Glaubens FelsenDu bist mein Heil, ich hoff' auf höhen: glaub und lieb, wie sich's dich; dein Segen folg' aus dieser gebührt! so wird alles wohl geZeit mir bis in jene Ewigkeit.lingen und du wirst mit Freuden singen, daß dein Herr und Gott regiert. Mel. Alles ift an Gottes 2c. 83. Meine Seele, laß Gott walten, der dich Mel. Sei Lob und Chr' dem zc. kann und will erhalten, der die 84. Menn ich, o Schöpfer, Seinen gnädig führt. Was dich deine Macht, die auch bisweilen plaget, trag es Weisheit deiner Wege, die Liebe, gern, sei unverzaget, denn der die für alle wacht, anbetend übergroße Gott regiert. lege: so weiß ich, von Bewund= rung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. In des Himmels weiter Ferne schau das helle Heer der Sterne auf und ab von Gott geführt. Schau das Meer, empört 2. Mein Auge sieht, wohin es von Winden, sich der Wogen blickt, die Wunder deiner Werke. Aufruhr schwinden, weil der Der Himmel, prächtig ausge= höchste Gott regiert. schmückt, preist dich, du Gott der 3. Sollte denn in Menschen- Stärke. Wer hat die Sonn' an dingen etwas seinen Lauf voll- ihm erhöht? wer kleidet sie mit hringen anders, als der Herr Majestät? wer ruft dem Heer es führt? Nein! fürwahr, es der Sterne? muß geschehen, was er für uns außersehen, denn der starke Gott regiert. 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? wer heißt die Himmel regnen? wer schließt den Schoß 4. Sterben, leben, weinen, der Erde auf, mit Gütern uns freuen muß zum besten dem ge- zu segnen? Du bist es, Gott deihen, den die Liebe Gottes der Herrlichkeit, und deine Güte 41 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. reicht so weit, so weit die Wol- zen ihre Lieder, daß ihre neuen ten gehen. Brüder dem Untergange sind ent= flohn. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Drum laß mich schon auf 5. Der Mensch, ein Leib, den Erden den Engeln ähnlich werdeine Hand so wunderbar berei- den, die selig vor dir stehn, datet; der Mensch, ein Geist, den mit ich ihnen gleiche in deinem sein Verstand dich zu erkennen Himmelreiche und dort dein Antleitet; der Mensch, der Schöpfung lit möge sehn. Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. 4. In solcher Geister Chören dich ewig zu verehren, Gott, welche Seligkeit! Der wird sie einst empfinden, der frei vom Dienst der Sünden, sich ihnen gleich zu werden freut. 6. Dann lehren sie mich droben, um würd'ger dich zu loben, des Himmels höhern Dank. In deinem Heiligtume wird dann zu deinem Ruhme der ganze Himmel ein Gesang. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag': Amen! und alle Welt fürcht' ihren Herrn und hoff' auf Mel. Jehovah ist mein Licht zc. ihn und dien ihm gern! Wer 86. Wie führſt du doch ſo selig, die Deiwollte Gott nicht dienen? 3. Bekehren sich die Sünder und werden deine Kinder durch Christum, deinen Sohn, dann jauchMel. In allen meinen Chaten 2c. nen! Ja, selig führst du sie, doch wunderbar. Du kannst es niemals böse mit uns meinen; du bist ge85. Mer zählt der Engel treu, dein Wort bleibt ewig wahr. Heere, die du zu Verschlungen oft, doch richtig ist deiner Ehre, Herr aller Welten, der Pfad, auf dem du deine Kinschufft? Sie freun sich, deinen der heißest gehn; wo unsre Augen Willen gehorsam zu erfüllen, zum nur Verwirrung sehn, da triumDienst bereit, wenn du sie rufft.| phiert zuletzt dein weiser Rat. 2. Sie eilen, in Gefahren den Frommen zu bewahren in seiner Pilgerzeit; sie freun an deinem Throne sich einst auch seiner Krone, wie ihrer eignen Seligkeit. 2. Du darfst dich nicht an solche Ordnung halten, wie uns Vernunft aus guter Meinung stellt. Dein Schwert kann jeden Knoten rasch zerspalten, und sanft wird er gelöst, wenn's dir gefällt. Die stärksten Bande trennt dein mächtig Wort. Was dir entgegen strebt, 42 das sintet hin; ein Wink von dir bricht auch den härt'sten Sinn und ungehemmt geht stets dein Ratschluß fort. Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 3. Was Menschenflugheit will zusammenfügen, zerstreust du weit umher in Ost und West; was unters Joch die Starten wollen biegen, das stellest du zum Zeichen frei und fest. Du knüpfest, was die Welt zerreißt, in Kraft; bricht fie, du baust; baut sie, du reißest ein. Ihr hellster Glanz erbleicht zum matten Schein, und Leben wird aus Todesgraun geschafft. 4. Wen unsre Meinung fromm und selig preiset, der ist oft längst aus deinem Buch gethan; wem sel'gen Ruh. niemand Zeugnis giebt noch Ehr' erweiset, den führst du in der Stille himmelan. Der Pharisäer Tisch läßt Christus stehn und speiset mit den Sündern ohne Scheu. Wer weiß, was immer deine Abficht sei? Wer kann der Weisheit tiefsten Grund erspähn? 5. O Vater, sei von uns gebenedeiet, der du uns aus dem Tod lebendig machst! Wenn uns dein Geist von oben Licht verleihet, dann sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Von je war unser Elend dir bekannt, der blöde Sinn, das zagend trotz'ge Herz, und klar geschrieben stand es allerwärts, wie es mit schwachen Kindern sei bewandt. der hin auf dich. So leitest du zuerst den Kinderschritt; dann kommt die Zeit, wo du uns Größres schenkst, dich deine Wohnung senkst und uns das Herz als der Weisheit Gaben teilest mit. 7. So gehst du mit uns nicht gemeine Wege; oft scheint es uns, als sei das Ziel verfehlt. Doch weißt du wohl, was sich im Herzen rege, und was uns frommt, wird stets von dir gewählt. Du hältst und trägst und greifest hülfreich zu, übst Vatertreu' und brauchst dein Vaterrecht, und so gelangt dein auserwählt Geschlecht zum Geist der Kindschaft und zur 6. Drum scheinst du bald uns härter anzugreifen, bald fährst du wieder mit uns säuberlich. Gelüftet uns, vom Wege abzuschweifen, so weist die Zucht uns wie8. Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gieb mir die Klugheit, die mir noch gebricht, die recht Natur von Gnade un= terscheidet, das eigne Licht von deines Geistes Licht. Nie will ich dich zu meistern mich getraun; drum brich den Willen, der sich selber liebt, weck auf den Sinn, der ganz sich dir ergiebt und sich genügen läßt, dir nachzuschaun. 9. So ziehe mich hinein in deinen Willen und führ und hege selbst dein armes Kind! Den Zweifel wird des Geistes Zeugnis stillen, sein Antrieb macht mich Christo gleich gesinnt. Mein ist nun alles, denn dein Sohn ist mein! und mir zu dienen schämt kein Engel sich; die Geister, mir verwandt, erwarten mich, und in das ew'ge Leben geh' ich ein. 10. Bis dahin stets von deinem Licht erquicket, bin ich schon selig, Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 43 weil dein Geist mich treibt; weil das schenkst du gnädig allen, und jedes Herzens Anblick mich be- sättigst, was da lebt, mit Freud' glücket, das in der Treu' und in und Wohlgefallen. Du giebst den der Liebe bleibt. Gott, du mein Schwachen Kraft und den Bealles, fülle ganz mein Herz! Ist's ladnen Ruh' und deckest unsre möglich, daß noch etwas den be- Schuld um Christi willen zu. trübt, der dich allein und in dir alles liebt? Nein, Freudenquell! auf ewig weicht der Schmerz. 6. Was frag' ich außer dir nach allem Glück der Erde, wenn ich nur deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde? Wie sanft ist dein Befehl: ,, Gieb mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg; ich bin dein Schild und Lohn!" Mel. Nun danket alle Gott 2c. 87. mie herrlich ist, o Gott, dein Nam' in allen Landen! Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Du sprichst, und es ge= schieht; gebeutst du, so ſteht's da. 88. Auch mich riefst du ans Licht und bist mit Huld mir nah. 2. Du bist der Gott der Kraft, dich preisen Erd' und Meere. Die Himmel ohne Zahl verkünden deine Ehre. Auch ich erhebe dich; mein Heil kommt nur von dir; du höreft auf mein Flehn und sendest Hülfe mir. Mel. Fren dich sehr, o meine 2c. Munderbar ist Gottes barlich ist sein Rat; doch ist herrlich sein Erquicken, dies erweist zuletzt die That. Die er liebt, betrübt er auch; dieses ist sein alter Brauch; laß dein Herz nur nimmer wanken, du wirst ihm dereinst noch danken. 2. Sieh auf deine vor'gen Tage, 3. Schau ich die Himmel an, sieh, was dich dein Leben lehrt: die du, Herr, ausgebreitet, der wie so manche Not und Plage Sonne Glanz und Pracht, den hat dein Gott in Heil verkehrt. Mond, den du bereitet: was ist in der dunklen Kreuzesnacht hast der Mensch vor dir, daß du, Herr, du oft voll Angst gedacht: ich sein gedenkst und ohne Unterlaß muß hülflos untergehen; doch uns Heil und Segen schenkst? ließ Gott dich Rettung sehen. 4. Bald teilst du Glück mir zu, 3. Höre, was dir Gott versprobald Leiden, die mich üben, und chen, was dir zugesagt sein mund; meiner Tage Zahl ist in dein nie hat er sein Wort gebrochen, Buch geschrieben. Du dachtest fest bleibt seiner Gnade Bund. gnädig mein, eh ich ins Leben Erd' und Himmel wird vergehn: tam; jahst mich, eh diese Welt noch ihren Ursprung nahm. Gottes Wort bleibt ewig stehn; darauf kannst du voll Vertrauen als auf einen Felsen bauen. 5. Was Leib und Seel' erquict, 44 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 4. Hält es Gott dir gleich ver-| kann deine Huld genießen. Vaborgen, wann und wie er helfen ter! Bater! ja dein Wille reicht will: mach dir darum keine Sor- die Fülle guter Gaben hier schon gen, sei in deinem Gott nur still. reichlich, uns zu laben. Er will prüfen, ob auch fest sich dein Herz auf ihn verläßt, ob du seinen Sinn wohl kennest und ihn kindlich Vater nenneſt. 5. Ja mein Gott, dich laß ich walten, dich, der du mein Vater bist; deine Huld wird mich erhalten, mir verleihn, was heilsam ist. Stärke meine Zuversicht, daß ich hoff' und zweifle nicht: wunderbar wirst du's noch schicken, um mich herrlich zu erquicken. 4. 3war ist es deiner Weisheit Brauch, dem Kelch der Erdenfreuden auch oft Bittres beizumischen. Doch ist die Trauerstunde da, so ist uns auch dein Beistand nah, die Seele zu erfrischen. Vater! Vater! mein Gemüte soll die Güte nie vergessen, die sich nimmer läßt ermessen. 5. Auch wenn mich Trug der Welt verwirrt und sich mein Herz von dir verirrt: doch übst du Batertreue. Denn deine grenzenlose Huld vergiebt den Reuigen die und dann aufs neue. Bater! Vater! dein Erbarmen mit uns Armen ist unendlich; wären wir nur stets erkenntlich! Mel. Wie schön leucht't uns zc. 89. sich mein Geist empor, o Schöpfer, den im Jubelchor die höhern Geister loben! Auch mich hast du hervorgebracht, auch uns hat deine Huld und Macht gleich 6. Und geb' ich dir mein gan= ihnen hoch erhoben. Vater! Va- zes Herz, so wird einst über jeden ter! so dich nennen, so dich ten- Schmerz mich deine Gnad' erheben. nen und erheben, was kann höh're Bald ist das Erdenthal durchreist, Würde geben? verherrlicht schwingt sich dann 2. Mein Leben ist in dieser Zeit mein Geist empor zum höhern Ledie Reise nur zur Ewigkeit auf ben. Bater! Vater! welch Entprüfungsvollen Wegen; doch weißt zücken, zu erblicken, was den Deinen du wohl, wie schwach wir sind, dort wird ohne Hüll' erscheinen! und führst auch mich, dein schwa- 7. Daß solches Lob mein Herz ches Kind, dem Ziele mild ent- dir bringt und solche Hoffnung gegen. Vater! Vater! alles leitest mich durchdringt, das dank' ich und bereitest du mit Liebe; o daß ich dir folgsam bliebe! deinem Sohne. Dein holder Vaternam' ertönt, seitdem er uns mit dir versöhnt, bei uns wie dort am Throne. Dort ja werden ewig schallen, nie verhallen unsre Chöre, dir und deinem Sohn zur Ehre. 3. Bewundernd seh' ich überall des Segens Quellen ohne Zahl in deiner Welt mir fließen. Da strömen tausend Freuden hin für meinen Geist, und jeder Sinn Von Christo dem Erlöser im allgemeinen. VI. Von Christo dent Erlöser im allgemeinen. wir den heil'gen Geift 2c. In eigener Melodie. Und: Kun bitten| blickt? Wer leitet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 2. Hier irren wir und fehlen, gehüllt in tiefe Nacht. Durch wen wird unsern Seelen ein wahres Licht gebracht? Von oben kommt die Klarheit, die alles uns erhellt, denn Christus ist die Wahrheit, er ist das Licht der Welt. 2. Wir schaun dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unsere Seele kann dich gewahren, 3. Wer giebt uns hier schon du kannst ihr fühlbar dich offen- Freuden, die niemand rauben baren, auch ungesehn. tann? Wer zeiget uns im Leiden 3. O wer nur immer bei Tag den Himmel aufgethan? Wenn und Nacht dein sich zu freuen vor dem Tod wir beben, wer recht wär' bedacht, der hätt' ohne giebt dem Herzen Ruh'? Heil! Ende von Glück zu sagen und Christus ist das Leben, führt seine Seele müßt' immer fragen: uns dem Vater zu. wer ist wie du? 90. Ah mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. 45 Mel. Mir nach, ſpricht 2c. 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, und stets voll Langmut die Schuld verzeihn, heilen, stil- 92. Du Urbild aller Frömlen, trösten, erfreun und segnen, und unsern Seelen als Freund begegnen, ist deine Lust. migkeit, Herr, wer tann dich erreichen? Mit dir, der ganz sich Gott geweiht, ist feiner zu vergleichen. Auf deinem Wandel, frei von Schuld, ruht, Jesu, deines Vaters Huld. 5. Ach gieb an deinem köstlichen Heil uns alle Tage reichlichen Teil, und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn' Unterlağ. 2. Wer lebte treuer wohl, als du, für Gottes heil'gen Willen? Das war dein Ruhm und deine Ruh', ihn freudig zu erfüllen. Nicht Ehr' und Herrschaft war dein Ziel, du suchtest nur, was Mel. Valet will ich dir geben 2c. 91. Aus irdischem Getüm- Gott geftel. mel, wo nichts das Herz erquidt, wer zeigt den Weg aum Himmel, wohin die Hoffnung 3. Wenn irgendwo sein Wort geschah, quoll Freud' aus deinem Herzen; wenn Irrende dein Auge 46 Von Christo dem Erlöser im allgemeinen. sah, empfandst du tiefe Schmer- die Welt geliebt, uns seinen Sohn zen. So hing an Gott dein gan- zu schenken! jer Sinn und immer sahst du nur auf ihn. 4. Ihn priesest du durch Wort und That vor aller Welt mit Freuden; du warst bereit, nach seinem Rat zu unserm Heil zu leiden, so daß, wie Gott die Liebe ist, du seines Wesens Abglanz bist. 5. Du zeigtest, daß des Frommen Not ihn nie zum Bösen reize; du warst gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Stets blieb Gott deine Zuversicht und dein Vertrauen wankte nicht. 8. Doch wird einst ewig bei dir sein, wer dir ist nachgewandelt; zu deiner Freude gehen ein, die hier wie du gehandelt. O laßt uns Gottes Willen thun und ganz in seiner Fügung ruhn! 2. Gedanke voller Majestät, umringt von Finsternissen, hoch über die Vernunft erhöht, stillst du doch mein Gewissen. Mel. Ich dank' dir schon 2c. 93. Gedanke, der uns Leben giebt, wer kann dich 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen, und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Kraft empfinden. 6. Auch als du riefft: mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verlassen! auch da wußt' Jesus Christ der Sünder Schuld 5. Nimm mir den Trost, daß unter bitterm Spott dein Herz getragen, daß er mein Gott und sich doch zu fassen; und was du Heiland ist, so werd' ich angsthofftest, ist geschehn, Gott ließ dich seine Hülfe sehn. voll zagen. 7. Nun hat dich Gott, dein Gott erhöht, ein Nam' ist dir gegeben, der über alle Namen geht, voll Kraft und Heil und Leben. Durch alle Himmel tönt dein Ruhm, die Herrschaft ist dein Eigentum. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rat von Jesu Tod ergründen, allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, so werd' ich irren müssen und, wer Gott ist und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein diesen Trost der Christenheit soll mir kein Spötter rauben, ich fühle seine Göttlichteit und halte fest am Glauben. 8. Des Welterlösers Eigentum, durch ihn des Himmels Erbe, dies bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Er hat mir seinen Geist gesandt, im Glauben mich zu stärken, und bildet mich durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang' ich seinen Willen gern mit reinem Herzen thue, so fühl' ich eine Kraft des Herrn ganz durchdenken: also hat Gott und schmecke Fried' und Ruhe. Von Christo dem Erlöser im allgemeinen. 47 Willen thun. 11. Und wenn mich meine treibe nun, daß gern sie meinen Sünde kränkt und ich zum Kreuze trete, so weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und ich ihn schauen werde, daß er mich einst zu sich erhebt vom Staube dieser Erde. 5. So sandte Gott von seinem Thron den eignen eingebornen Sohn; der Vater thut durch Christi Mund sein Wort und seine Liebe kund. 6. Des Sohnes Ruf ist: Men13. Erfüll mein Herz mit schen, hört, was euch der Gott Dankbarkeit, so oft ich dich nur der Liebe lehrt, liebt den, der nenne, und hilf, daß ich dich alle- euch zuvor geliebt und euch den zeit treu vor der Welt bekenne. Sohn zum Heiland giebt. 7. Mit meiner Liebe liebet euch. Ihr seid durch mich einander gleich, und weiht die neuen Kräfte gern dem Reiche Gottes, eures Herrn. 8. Gott, der du selbst die Liebe bist, die keines Menschen Sinn ermißt, gieß aus den Geist der Liebe nun, daß alle deinen Willen thun. 14. Soll ich dereinst noch würdig sein, für dich hier Schmach zu leiden, so müsse mich nicht Schmach noch Pein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, will ich noch sterbend denken, wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken! Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 95. Heil'ger Jesu, Heil'gungsquelle, wie strahlt dein Glanz so rein und helle, wie leuchtet deine Heiligkeit! Aller Glanz der Seraphinen, die Heiligkeit der Cherubinen ist gegen dich 2. Im Donner bebte Sinai als nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist sein Gesetz der Herr verlieh; er du mir; o bilde mich nach dir, grub's in Felsentafeln ein; doch du mein Alles! Jesu, hilf du auch des Volkes Herz blieb Stein. 94. Gott wollte nicht des Sünders Tod, gab ihm sein Wort und sein Gebot, that ernstlich seinen Willen kund, rief Israel in seinen Bund. auch mir dazu, daß ich auch heilig sei, wie du! 2. Frommer Jesu, dessen Leben dem Willen Gottes ganz ergeben, der bis zum Tod gehorsam war: lehr auch mich des Vaters Willen 4. Dann herrscht mein Scepter still und ergeben zu erfüllen, ihm väterlich, sie sind mein Volk, ihr zu gehorchen immerdar. Mach dir Gott bin ich, die Liebe lehr' und mich gleich gesinnt, wie ein gehor3. Da sprach voll Huld des Vaters Mund: Gestiftet werd' ein neuer Bund, tein toter Buchstab' auf dem Stein, die Liebe schreib' ins Herz ihn ein. 48 Von Christo dem Erlöser im allgemeinen. sam Kind, fromm und stille. Jesu, Thron umgeben, nicht Arglist hilf du auch mir dazu, daß ich noch Gewalt, nicht Freud' und sei fromm und still, wie du! Leiden von Gott mich scheiden. 2. Der Ew'ge, der hoch über Sonnen thronet, hat, uns zum Heil, auch nicht des Sohns verschonet; er hat aus Huld, damit wir konnten leben, ihn hingegeben. 3. Güt'ger Jesu, o wie milde, wie ähnlich deines Vaters Bilde, wie freundlich warest du gesinnt! Deiner Güte Glanz scheint allen; du richtest freundlich auf, die fallen, du suchest, die verloren sind. 3. Wie sollt' er uns mit ihm Oneig auch meinen Sinn zur nicht alles schenken, wenn wir in wahren Liebe hin, die nicht wan- seine Gnad' uns nur versenken? ket! Jesu, hilf du auch mir dazu, Ja, alles schenkt aus ewigem Erdaß ich auch gütig sei, wie du! barmen der Herr uns Armen! 4. Sanfter Jesu, wie geduldig trugst du die Schmach und littst unschuldig, und sprachst kein Wort der Drohung aus! Wer kann deine Sanftmut messen, bei der du dennoch nie vergessen den 5. Wir preisen dich, o Gott, Eifer für des Vaters Haus! der uns Verlornen herabgesandt Herr, mach vom Zorn mich frei! hat seinen Eingebornen, und brin= Gieb Sanftmut und verleih from- gen dankbar dir aus reinem Triebe men Eifer! Jesu, hilf du auch ein Herz voll Liebe. 4. So tnieet denn, ihr teu'r erlösten Brüder, voll heißen Danks vor seinem Throne nieder, bereit und freudig, ihm das ganze Leben zum Dienst zu geben! mir dazu, daß ich sanftmütig sei wie du! Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 5. Jesu, du mein Heil und Leben, du wolleſt ſelbſt die Kraft 97. Jeſus nimmt die Süngeben, zu deinem der doch Vorbild gleich! Gieb, daß mich dies Trostwort allen, die fern dein Geist durchdringe, daß ich von der rechten Bahn auf verviel Glaubensfrüchte bringe und kehrten Wegen wallen. Hier ist, tüchtig sei zu deinem Reich. Ach der sie retten kann: Jesus nimmt zeug mich ganz zu dir und lebe die Sünder an. selbst in mir, treuer Heiland! Jesu, hilf du auch mir dazu, daß ich bei dir einst finde Ruh'! 2. Reiner Gnade sind wir wert, doch er beut in seinem Worte, was ein reuig Herz begehrt; offen steht die Gnadenpforte, allen ist sie aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. Mel. Herzliebster Jefu: c. 96. bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, nicht Engel, die des Höchsten 3. Wenn ein Schaf verloren ist, führet es der treue Hirte, Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich Von Christo dem Erlöser im allgemeinen. 49 das Verirrte, daß es nicht ver-| bracht! Des ew'gen Todes Kette derben kann. Jesus nimmt die brach, besiegt war seine Macht. Sünder at. 4. Die Stimme schallt; schon wird die Welt von ihrem Ruf erfüllt, und jeder Gößentempel fällt und jedes Götzenbild. 5. Die Stimme des Erlösers tönt: der Sünder horcht und bebt; er hört, er sei mit Gott versöhnt, er staunt und glaubt und lebt. 4. Romniet alle, kommt herzu, kommet, ihr betrübten Sünder! Er verheißt der Seele Ruh', macht aus Sündern Gottes Kinder. Ungesäumt laßt uns ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden. Lağ, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden! Eins ist, was mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Mein Gewissen zaget nicht; wer will mich vor Gott verklagen? Der mir einst das Urteil spricht, hat auch meine Schuld getragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an. 6. Dereinst, wenn diese Stimme ruft, gehorchen Erd' und Meer, und es erhebt sich aus der Gruft der Toten großes Heer. 7. Die Stimme Christi spricht alsdann: Ihr Frevler, weicht von mir! Ihr Frommen, euch sei aufgethan des Paradieses Thür! 8. Die Stimme Jesu Christi schallt durch Erd' und Himmel fort. Sie wirkt mit Gottes Allgewalt: o merket auf sein Wort! 7. Jesus nimmt die Sünder an. Mich auch hat er angenommen, mir den Himmel aufgethan, selig werd' ich zu ihm kommen. Furcht- Mel. Vater unser im Himmelreich) 20. los end' ich meine Bahn: Jesus 99. Kein Lehrer iſt dir, Jeſu, nimmt die an. gleich, wie Mel. Lobt Gott, ihr Chriften zc. an Lieb' und Weisheit reich; du, ein Prophet in Wort und That, verkündigst uns des Ew'gen Rat! du 98. Ihr Bölter, höret Chriſti biſt geſalbt von Gottes Hand, der Wort, das laut zu dich vom Himmel hat gesandt. euch erschallt; es geht durch alle 2. Du wiesest uns die wahre Zeiten fort und wirkt mit All- Spur zu Gott, dem Schöpfer gewalt. der Natur; du haft den rechten 2. Die Stimme Jesu rufet Weg gezeigt, auf dem der Geist euch, die ihr mühselig seid, sie zum Himmel steigt. Was du ladet ein zu seinem Reich, sie vom Vater selbst gehört, das tröstet, stärkt, erfreut. hast du unverfälscht gelehrt. 3. Die Stimme Jesu Christi 3. Du bist das wahre Licht der sprach am Kreuz: Es ist voll- Welt. So hat Gott selbst dich dar 50 Von Christo dem Erlöser im allgemeinen. gestellt; so haben dich bekannt du magst dein Werk vollenden, gemacht die Wunder, die du hast und auf wunderbaren Wegen vollbracht. Du hast besiegelt durchführst du uns dem Ziel entgegen. den Tod, was du gelehret, sei 3. Größre Wunder sieht man von Gott. glänzen in des Gnadenreiches Grenzen. Wer vermag sie wohl zu zählen die von dir erlösten Seelen, die das Wort aus deinem Munde heiligt in dem Gnadenbunde, die gern alles für dich lassen und, wie du, die Sünde hassen? 4. Nachdem du eingegangen bist, wo aller Weisheit Urquell ist, machst du durch deiner Boten Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund; du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt. 5. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort; du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen heil' gen Geist, durch den du Kraft zum Glauben schenkst und unser Herz zum Guten lenkst. 4. In dem Reiche deiner Ehre dienen dir des Himmels Heere; durch frohlockende Gesänge preiset dich der Sel'gen Menge, die dort in des Himmels Auen dein verklärtes Antlik schauen und dich unermüdet loben, der zum Himmel sie erhoben. 6. O sende deinen Geist auch 5. Herr, in allen diesen Reimir, daß er mich zu der Wahr- chen! dir ist niemand zu verheit führ', daß ich, von Eigen- gleichen an dem Überfluß der dünkel frei, nur deinem Wort Schätze, an der Ordnung der Gegehorsam sei! Du, Sohn des sebze, an der Dauer der Regierung, Höchsten, sollst allein mein Lehrer an der Weisheit in der Führung, und mein Meister sein! an den Siegen über Feinde, an Beseligung der Freunde. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 6. Herrsch auch, Herr, in mei100. önig, dem kein Kö- nem Herzen, überwinde Furcht nig gleichet, vor und Schmerzen, steh mir bei, dem jeder Glanz erbleichet, du, wenn ich muß kämpfen, hilf mir des Vaters Eingeborner und zum alles Böse dämpfen, lehre mich, Herrschen Auserkorner, der zu eigen uns erworben, da du bist für uns gestorben, der nun ewig triumphieret und des ReichesScepter führet! dich recht zu lieben, freudig dein Gebot zu üben, daß ich mit dir mutig streite und einst herrsche dir zur Seite. 2. Himmel, Erde, Luft und Mel. Preis, Lob, Chr', Ruhm x. Meere sind, o Herr, voll deiner 101. mein Herz und Ehre; über Lebende und Tote herrschen deine Machtgebote; al- Sinn, vor Christi Throne tief Les steht in deinen Händen, daß darnieder. Zu seinen Füßen sinke Von Christo dem Erlöser im allgemeinen. 51 hin, und bring ihm deines Dan-| hin uns selbst mit allem, was kes Lieder. Erkenne, wie du selbst wir haben; nimm Leib und Seel', aus dir nichts bist, wie Gott nimm Herz und Sinn zum Eigenallein in dir nur alles ist. tum statt andrer Gaben. Be= reite selbst dir aus der Schwachen Mund ein würdig Lob; mach deinen Namen kund. 2. Wo wär' in dir ein Funke Kraft, wenn du sie nicht erlangt von oben? Wer hat dir Schutz und Ruh' geschafft vor deiner Feinde List und Toben? Wer bändigte des Bösen finstre macht? Wer hat der Wahrheit Glanz ans Licht gebracht? 8. Hierzu gieb einen Sinn und Mut; halt deine Gläub'gen fest zusammen, daß unser Herz von heil'ger Glut entbrenn' in deiner Liebe Flammen. Zu deinem Thron steigt unser Dank empor, bis würd'ger er erschallt im höhern Chor. 3. Wer hat dich aus der Not befreit, dein Leben der Gefahr entrissen? Wer krönt dich mit Barmherzigkeit? Wer läßt dich seine Rechte wissen? Ist er es nicht, der Mel. Ein Lämmlein geht zc. unerschöpfte Quell, der täglich 102. Rob, Ehre, Preis und noch uns zuströmt rein und hell? dir, o 4. Ja, deine Hand hat uns gefaßt und über all Verdienst und Hoffen hinweggethan der Sünden Last, daß nun der Himmel uns steht offen! Du machst das Herz von Furcht und Zweifel leer und sel'ger Friede waltet um uns her. Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für, wer kann dich g'nug erheben? Eh noch die Welt war, warst du schon, groß, herrlich und des Höchsten Sohn, ein Erbe seiner Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit und du beherrschest weit und breit 5. Was zwischen uns sich drängen will, hat deine Kraft gar bald der Kreaturen Heere. vernichtet; du hältst den Tempel 2. Dein sind sie, denn durch rein und still, den du dir selbst wessen Kraft ward Himmel, Meer in uns errichtet. Ja fest bestehet deine Herrlichkeit, die dir in uns der Vater hat geweiht. und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: werde! Du bist das Wort, durch welches Gott der ganzen Welt zu sein gebot, du bist's, der alles träget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd' und Himmel in sich schließt und was im Meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen, 7. So nimm dafür zum Opfer und hast selbst unser Fleisch und 6. Du überschüttest uns mit Lieb' und reinigst Herzen, Mund und Sinnen, daß wir aus deines Geistes Trieb dich immer lieber noch gewinnen. Du drücft dem Geist der Reinheit Siegel auf, daß unbefleckt wir enden unsern Lauf. 52 Von Christo dem Erlöser im allgemeinen. Blut freiwillig angenommen. Als| Gefeße sich ermüdet hat, wenn es Opfer brachtest du dich dar; zu zu dir, dem wahren Leben, naht retten, was verloren war, wardst und schmeckt in dir des ew'gen du ein Fluch auf Erden. O Huld, Vaters Güte! Da wird der Sündie sonst nichts Gleiches hat! dennot nicht mehr gedacht; zur Du starbst für unsre Missethat, sichern Ruh' ist dann das Herz ein Heiland uns zu werden. gebracht. 4. Du wardst es uns und bist 3. Und nun, je mehr es sich es noch jetzt auf des Himmels zum Vater kehret, je sel'ger wird's Throne; nimmst liebreich weg der und wächst an Heil'gungskraft, Sünde Joch samt ihrem schnö- durch die das Eitle wird hinwegden Lohne. Von ihrem Dienst geschafft, was sonst den Geist ge= uns zu befrein, betrübter Herzen dämpfet und beschweret. Jegläub'Troft zu sein, ist deines Herzens ger es sich der Vergebung freut, Freude. Du giebst den müden um desto kräftiger wird es erneut. Seelen Ruh' und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts ihn von dir scheide. 4. Wenn so in mir sich deine Klarheit spiegelt und mich umglänzet deines Lichtes Schein: 5. Du hörst der Deinigen Ge- dann kann das neue Leben recht bet und endest ihre Plage. Du gedeihn; der Weisheit Tiefen bleibst, bis Zeit und Welt ver- werden mir entsiegelt. Ich weiß, geht, bei uns noch alle Tage. ich bin durch dich mit Gott verHeil uns, wir sind dein Eigentum! wandt, und einst erkenn' ich, Herr, dir sei ewig Dank und wie ich bin erkannt. Ruhm für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin. Gieb mir, daß ich, so lang' ich bin, in deinem Dienst mich übe. 5. Was dem Gesetz unmöglich war zu geben, mit Lieb' und Lust, was Gott gebeut zu thun, das wirket leicht in mir die Gnade nun: sie heiligt immer mehr das ganze Leben. Von Kraft werd' ich zu neuer Kraft geführt und dein freundliches mit Geduld und Langmut stets regiert. 6. Das ist die Fülle von des Geistes Gaben, die niemals mir die Welt verleihen kann. Für Tand nur seh' ich ihren Reichtum an; er kann nicht die bedürft'ge Seele laben. Nur Jesus kann es, ihm gebührt der Ruhm, und jeder werde gern sein EigenMel. Mein Salomo, dein 2c. 103. Mein Lebensfürst! Regieren stillt alles Weh, das sonst den Geist beschwert. Wenn sich zu dir die Seel' in Sehnsucht fehrt, so wird sie bald den wahren Frieden spüren. Dein Gnadenblick nimmt Furcht und Unmut hin, zerschmelzt in Freud' und Liebe meinen Sinn. 2. Mein Seelenfreund! wie wohl wird dem Gemüte, das am tum! Von Christo dem Erlöser im allgemeinen. 53 7. Drum will ich ihm auch nur| kennst unser Unvermögen; schenk allein vertrauen. O such mich uns deines Heils Genuß, daß wir heim, du Aufgang aus der Höh'! daß ich mein Heil in deinem Lichte seh' und immer mög' auf deine Gnade bauen; und wenn mich meine Schwachheit niederschlägt, dann werde stets mir neuer Mut erregt. 8. So ruh' ich denn, mein Heil, in deinen Armen, du selbst sollst mir mein ew'ger Friede sein! In deine Kraft verspüren, nie im Kampf den Mut verlieren. 5. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, schallen aus des Herzens Grund. Dann wird alles jubilieren und dirsingen Herz und Mund, und einst überall auf Erden Jesus hochgelobet werden. Mel. Preis, Lob, Chr', Ruhm 2c. deine Huld, o Herr, hüll' ich mich 105. Sei hochgelobt, barm ein: herz'ger Gott, daß ich leb' und atme nur durch dein Erbarmen. Und da du mir mein ein und alles bist, hab' ich genug, wenn dich mein Geist genießt. du dich unser angenommen, und daß in unsrer Seelennot du uns zu Hülfe bist gekommen; du schenkest uns von deinem Him-= melsthron das ew'ge Wort, den eingebornen Sohn. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt zc. 104. Ohne dich, was find wir, Jesu? Dürftig, arm und jämmerlich! Ja, wir sind nur voller Elend; drum erbarm, o Jesu, dich! Laß dich unsre Not bewegen, die wir dir vor Augen legen. 2. Du segnest uns in ihm, dem Herrn, mit überschwänglich reichem Segen; und unsrer Armut gehst du gern mit deiner teuren Gnad' entgegen. Was sind wir doch, du allerhöchstes Gut, daß deine Treu' so Großes an uns thut? 2. Ohne dich, du Helfer Jesu, kommen wir nicht durch die Welt, 3. Was dringet dich? Wir weil sie fast auf allen Wegen sind ja nur ein arm Geschlecht, unsern Füßen Netze stellt. Hilf verlorne Kinder; wir sind ja alle uns alle Stricke meiden, daß wir von Natur verderbte Menschen, uns von dir nicht scheiden. alle Sünder; entfremdet alle= 3. Laß den Geist der Kraft, samt, o Gott, sind wir dem Herr Jesu, unserm Geiste Kraft wahren Leben, das da quillt aus verleihn, daß wir eifrig dir nach- dir. wandeln bei des Wortes hellem 4. Allein du, Vater, reich an Schein. Mache du, Herr, selbst Huld trägst Lieb' und Mitleid uns tüchtig, so wird unser Wandel richtig. mit uns Armen, und offenbarst bei unsrer Schuld in deinem 4. Gieb die Feinde, starter Jesu, Sohne dein Erbarmen. In ihm unter unsern schwachen Fuß! Du find wir, wie du zuvor bedacht, 54 mit dir versöhnt, dir angenehm gemacht. Von Christo dem Erlöser im allgemeinen. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Chrift zc. 106. 11 m Zion, Jesu, flossen einst von dei5. Du hast uns deinen Gnadenrat durch Jesum Christum wissen nem Auge Zähren, wie du stets lassen, erbaut durch ihn die Got sich nicht bekehren. Wer reuevoll um die Sünder weinst, wenn sie tesstadt, die alle Völker soll um- vor dir erscheint und über seine fassen. Er ist der Grund, auf Sünden weint, dem strömeſt, welchen alles steht, der Fels des Heils, der ewig nicht vergeht. 6. Du läsfest uns in Jesu Blut Heil, Leben und Versöhnung finden; sein bittrer Tod kommt uns zu gut und reinigt uns von unsern Sünden. O tiefe Lieb', o Wundergütigkeit, die unsre Seele von der Schmach befreit! 7. Mit dir hat Frieden er geschafft, da wir noch deine Feinde waren, und Frieden wird uns seine Kraft auch mitten in der Welt bewahren. Herrlichkeit, daß wir im Frieden stehn! nun können wir getrost zum Vater gehn. 8. Durch Jesum Christum unsern Hort, erkennen wir den Weg der Wahrheit, und wachsen immer fort und fort im Lichte zur vollkommnen Klarheit. Du selber bist das glänzend helle Licht, das in dem Sohn die Finsternis durchbricht. 9. Lebt in uns Christi Sinn und Geist, dann sind wir auch mit dir verbunden; was ist noch, das uns dir entreißt? wir haben volle G'nüge funden. In ihm find wir voll Nuh und Sicherheit und schmecken schon des Himmels Seligkeit. treuer Heiland, du Gewissensruh' aus deiner Gnadenfülle zu. 2. Herr, deine Thränen mache mir zu reichem Heil und Segen, daß sie, hab ich gefehlt vor dir, zur Buße mich bewegen. Du hast, o heil'ger Menschenfreund, für fremde Sünden einst geweint; wie könnt' ich meine eigund Gnade zu erflehn. nen sehn, ohn' hinzugehn zu dir 3. Hier muß ich oft in tiefstem Schmerz viel bittre Thränen weinen; wie oft drückt eigne Not mein Herz, wie oft die Not der Deinen! Doch, legt des Vaters Wille mir das Kreuz auf, dann schau' ich nach dir, der du in Not gewesen bist, Herr Jesu Christ! dies tröstet mich zu aller Frist. 4. Herr, du siehst meine Thränen an und du haft sie gezählet, wenn ich sie selbst nicht zählen kann, daß dir nicht eine fehlet; sie bleiben immerdar vor dir und neigen bald dein Herz zu mir, daß du erbarmend auf mich blickst und gnädig schickst, wodurch du wahrhaft mich erquickst. 5. Wer in Geduld hier Thränen sät und seinem Gott hält stille, der erntet, wenn er aufersteht, der Freuden reichste Fülle. Was dort an ihm wird offenbar, ist Von Christo dem Erlöser im allgemeinen. 55 hier noch keinem Auge klar; allein| zestod und stirbt für abgefallne der Erde Kreuz und Leid wird Sünder. nach der Zeit den Frommen Himmelsseligkeit. 4. Er stirbt! Ist der aus Gott geboren, der an dem Kreuze 6. Für deine Thränen dank' neigt sein Haupt? Was flügelt ich dir, sie sind mir Trost im ihr, ungläub'ge Thoren? Weg Leiden; auch noch im Tode sind Zweifel, der mir Jesum raubt! sie mir die Bürgschaft sel'ger Ich bete, Herr, vor dir im Freuden. Mein Herr und Gott, Staube. Du redest, und ein wenn du dereinst in deiner Herr- himmlisch Licht strahlt siegend lichkeit erscheinst und führest zur mir ins Angesicht. Du redest, Verklärung mich, dann preis' ich und, o Gott, ich glaube! dich für deine Thränen ewiglich. Mel. Mein Jesu, dem die zc. 107. Von meinem Jefu will ich singen. Aus Liebe kam er in die Welt, die ew'ge Wahrheit uns zu bringen, die alle Finsternis erhellt. Er kam, als noch des Irrtums Schatten rings auf dem ganzen Erdkreis lag, und auch die Weisen keinen Tag, kaum eine schwache Dämmrung hatten. 2. Vom Himmel kommt er, uns zu lehren; seht wie vor ihm die Erde schweigt! Die Heiden drängen sich zu hören, da sich der große Lehrer zeigt. Er lehret uns die Gottheit kennen und ladet uns zum neuen Bund; durch ihn darf unser blöder Mund Gott wieder unsern Vater nennen. 5. Ja Herr, du kannst dich nicht verhehlen, du bist der Sohn von Ewigkeit. So glaubten auch die großen Seelen, die Märtyrer der alten Zeit, die sich nach deinem Namen nannten und mit erhabnem Heldenmut auch auf der Folter, in der Glut dich, ihren Herrn und Gott, bekannten. 6. Verehrt, verehrt ihn, alle Lande! der Jesus, der im Grabe liegt, zerbricht des Todes eh'rne Bande, lebt ewig, und der Glaube siegt. Der Glaube, diese zarte Pflanze, grünt aus der Zeugen Blut hervor, und hebt im Sturm das Haupt empor mit immer ungeschwächtem Glanze. 7. Drum lehnt nicht mehr, ihr Nationen, euch gegen Christi Prez digt auf; ihr Völker und ihr auf 3. Dem schwer verschuldeten Ge- den Thronen, am Kreuze samschlechte, das ganz von Gott ge- melt euch zu Hauf! Wo sind wichen war, stellt sich der einzige die Feinde? Schon verschwunGerechte zum Opfer der Versöh- den! Ja alle Völker müssen sehn, nung dar. Verloren waren Adams daß Menschen Gott nicht widerKinder, versunken in die tiefste stehn, und Christi Reich hat Not, er giebt sich in den Kreu- überwunden. 56 Mel. Mir nach, spricht Chriftus 2c. 108. Welch hohes Beispiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt' ich mit heiliger Begier nicht dir zu folgen streben? Nicht gehn den Weg, den du betratst, nicht freudig thun, so wie du thatst? o Heiland Jesu Christ! wie teuer deinem Volke! Du hast durch deines Vaters Macht des Vaters Rat ans Licht gebracht, zerstreut des Irrtums Wolke. Taube hörten, Blinde sahen, es geschahen Wunderwerke, Zeichen deiner Gnad' und Stärke. 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, war rein wie deine Lehre; dein ganzer Wandel Heiligkeit, dein Ziel war Gottes Ehre; du gabft mit stillem, frommem Sinn dich in des Vaters Willen hin. 2. Verbreitet wurde, Herr, dein Licht durch Schwache nur, durch Weise nicht, dir folgten 3. Der Kummervollen Trost zu nicht die Hohen. Ist durch der sein, zu wehren jedem Leide, stets Großen mächt'ge Hand desGößenwohlzuthun und zu erfreun, war dienstes Greul verbannt, sein deine Sorg' und Freude, und eitler Wahn entflohen? Dein eines jeden Menschen Schmerz Werk war es, deine Gaben, Mittdurchdrang dein liebevolles Herz.ler, haben dich verkläret, uns 4. Du trugst mit Sanftmut den Weg zu Gott gelehret. und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; mit Sündern hattest du Geduld und batest für die Feinde; du warst gehorsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gott. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn, wir werden deinen Himmel sehn, den Preis für deine Leiden; der du für uns am Kreuze starbst, du teilst uns zu, was du erwarbst, des ew'gen Lebens Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! Von Christo dem Erlöser im allgemeinen. 5. Dies große Beispiel haft du mir, mein Heiland, hinterlassen, damit ich, voll Vertraun zu dir, es in mein Herz soll fassen. Nimm, sprichst du, meine Last auf dich, tomm, folge mir und sieh auf mich. 6. Ich komme, Herr! gieb Licht und Kraft, daß sich mein Glaube mehre und durch die Früchte, die er schafft, sich immerdar bewähre. Hilf, daß ich deinem Vorbild treu auch andern stets ein Vorbild sei. Mel. Wie schön leucht't uns zc. 109. Wie groß, wie angebetet ist dein 4. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgefang der Treuen, der Erlösten. Unzählbar sind die Scharen schon, die deiner sich, o Gottes Sohn, im Glauben froh getrösten. Alle Völker, Jesu, werden noch auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 5. Wie groß, wie angebetet ist 57 Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. dein Name, Heiland, Jesu Christ,| Freudenlicht, so oft ich kann sein wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh,' o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen! Ewig müsse dir zur Ehre ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen. Angesicht im Glauben recht erblicken. O Jesu, du mein höchstes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut kann meine Seel' erquicken! Stärke du mich, mein Erbarmer, daß ich Armer auf der Erde schon voll Himmelsfreude werde. 5. Und wie, Gott Vater, preif' ich dich, daß du von Ewigkeit auch mich in deinem Sohne lieder Morgenstern! best! Als Sünder war ich noch dein Feind, da hat er mich mit dir vereint, der du durch ihn vergiebest. In ihm hab' ich schon hienieden deinen Frieden; meinem Glauben kann nichts seine Krone rauben. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 110. mie herrlich strahlt O welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in finstre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben. Wer kann dich genug erheben? 2. Du, hier mein Trost und dort mein Sohn, du Gottes eingeborner Sohn, der du im Himmel thronest, aus vollem Herzen preif' ich dich! Wenn ich dich habe, fühle ich, wie du den Deinen lohnest. Zu dir komm' ich; wahrlich keiner tröstet deiner sich vergebens, wer dich sucht, du Brot des Lebens. 3. In dir nur kann ich selig sein. O geuß tief in mein Herz hinein die Flammen deiner Liebe! daß ich voll heil'ger Inbrunst sei, dein Kreuz zu tragen mich nicht scheu' und dein Gebot gern übe. Treuer Heiland, den ich fasse und nicht lasse, ach erwähle dir zu eigen meine Seele! 4. Von Gott strahlt mir ein 6. Ihm, welcher Sünd' und Tod bezwang, ihm töne froher Lobgesang von seinen Gläub'gen allen. Dem Lamme, das erwürget ist, dem Lebensfürsten Jesu Christ soll Ruhm und Preis erschallen. Schallet freudig, Jubellieder, hallet wieder, daß die Erde voll von seinem Ruhme werde. Mel. Die Tugend wird durchs 2c. 111. Wie sollen wir dir, Vater, danken? Nein, deine Lieb' ist viel zu groß, ist unaussprechlich, ohne Schranten, du giebst den Sohn aus deinem Schoß. Du sendest uns den Eingebornen von deinem Thron zum Staub herab, zu uns Gefallnen, uns Verlornen und weihest ihn für uns dem Grab. 2. Frohlocket ihm! Er steigt herUniv.- Bibl. Giessen 58 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. nieder, ein Mensch, gleich uns kommt her von dir. Der Gott, ein Mensch zu sein; er nennet der seinen Sohn gegeben, giebt Sünder seine Brüder und macht mit dem Sohn auch alles mir. sie von der Sünde rein. Damit 5. Ach daß wir ganz in Liebe wir wieder Gott gefallen, ver- brennten zu dir, dem Herrn in gießet er sein teures Blut; er Knechtsgestalt! Ach daß wir besbringt Unsterblichkeit uns allen, ser danken könnten; die wärmund Lieb' ist alles, was er thut.sten Herzen sind zu kalt! O möcht' 3. O Liebe, Liebe deinesglei- uns doch dein Geist entzünden, chen ist in der ganzen Schöpfung gäbst du uns göttliches Gefühl! nicht! Kein Lobgesang kann sie kein Mensch kann würdig fie erreichen, nicht, was der Engel empfinden die Liebe ohne Maß Zunge spricht. Des Himmels Herr- und Ziel. lichkeit verlassen, um hier verfolgt, erwürgt zu sein, wer kann die Huld, die Demut fassen? So lieben kann der Sohn allein. 6. O habe Dank für deine Liebe! Ich lebe dir allein, mein Heil! Wer jett, auch jetzt noch Sünder bliebe, Gericht und Elend wär' sein Teil. Denn auf den Wolken wirst du kommen, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, die Sünder richten und die Frommen erhöhn zu dir an deinen 4. Nun wissen wir, Gott voll Erbarmen, daß ewig du die Liebe bist. Zu deinen offnen Vaterarmen führt uns Erlöste Jesus Christ. Nun fließt von dir nur Heil und Leben, nur Seligkeit Thron. VII. Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 112. lo hat Gott die Welt geliebt, die Welt voll Sündenschuld, daß er den ein'gen Sohn ihr giebt; wie groß ist Gottes Huld! 2. Was sein erbarmungsvoller Rat beschloß von Ewigkeit, die große wundervolle That, vollführt er in der Zeit. wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde an. 4. Ich freue mich, o Herr, in dir: du wirst ein Mensch, wie ich. Was fehlt mir nun? Ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 5. Was mir zur Seligkeit gebricht, das, Herr, erwarbst du mir: Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab' ich nur in 3. Er, unser Heil und höchstes Gut, der alle segnen kann, nimmt, dir. Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. 59 6. Dein Mangel wird mein| Herr ist Mensch geboren. Uns allen überfluß, dein Leiden stillt mein kommt dies so zu gut, daß nun Leid, dein Niedrigsein schafft mir auch unser Fleisch und Blut durch Genuß der höchsten Herrlichkeit. Christum wird erneuet. 7. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn in dieser Freudenzeit! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron; erheb ihn, Christenheit! Mel. Herr Jesu Chrift, dein Kripplein c. 113. uf, Christenheit, sei hoch erfreut! denn Gottes Sohn ist für uns Mensch geboren. Nimm freudig teil an seinem Heil; wer an ihn glaubt, wird nimmermehr verloren. 2. O große That! Nach seinem Rat hat Gott uns seinen ein'gen Sohn gegeben: als Gnadenpfand ward er gesandt und bracht' uns allen Trost und ew'ges Leben. 3. O Seligkeit! der Sünde Leid nimmt er von uns, die wir von Adam stammen. Mit uns ist Gott in aller Not! Wer will die, so in Christo sind, verdammen? 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank; du siehest auch auf mich voll Huld hernieder. Auf, Christenheit, sei hoch erfreut! des Höchsten Sohn bringt das Verlorne wieder. 2. Er ist das Wort, das alles schafft, das alles hebt und träget, der reine Glanz, die ew'ge Kraft, durch die sich alles reget: die sich in unsre Schwachheit hüllt, auf daß nun Gottes Ebenbild könn' in uns sichtbar werden. 3. Die Welt lag tief in finstrer Nacht, in Furcht und Todesschrecken; sie konnte nicht aus eigner Macht sich Heil und Licht erwecken; nun kommt das unumschränkte Licht und will mit hellem Angesicht in alle Herzen Leuchten. 4. Drum irre, Mensch, nicht ferner blind auf des Verderbens Wegen. Umfasse den, der treu gesinnt dir gnädig kommt entgegen. Ergieb dich ja der Trägheit nicht: Christ will dir Leben, Kraft und Licht aus seiner Fülle schenken. 5. So nimm mein Herz, Herr Jesu Christ, mein Heiland, Licht und Leben. Gestalt es so, wie deines ist, dazu sei dir's gegeben. Treib aus die alte Finsternis und heil der Sünden Schlangenbiß; dann bist du mir geboren. Mel. Allein Gott in der Höh' zc. Mel. Wir Christenleut' 2c. 114. Auf, freuet euch von 115. Auf, schicke dich, recht ihr, die ihr wart verloren! Nun wird das große Wunder kund: der feierlich Fest mit Danken zu begehen! Lieb' ist der Dank, der Lobgefang, durch 60 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. den wir ihn, den Gott der Lieb', geboren! Sein Licht erhellt die erhöhen. dunkle Welt; des Lichtes Kinder gehen nicht verloren. 2. Sprich dankbar froh: Gott hat also die Welt in seinem ein'= gen Sohn geliebet! O wer bin ich, daß Gott für mich selbst seinen Sohn aus Huld und Gnade giebet! 2. Welch eine Nacht! DerSterne Pracht wich vor dem Glanz der frohen Himmelschöre. Die Erd' erklang vom Lobgesang, der jauchzend rief: Gott in der Höh' sei Ehre! 3. Im Fleisch erscheint er, unser Freund, zur Zeit da wir noch 3. So tönt es laut: der VaGottes Feinde waren; er wird ter schaut versöhnt herab, auf uns gleich, um Gottes Reich und Erden herrscht sein Friede. Wem seiner Liebe Rat zu offenbaren. schlägt die Brust nicht jetzt voll 4. An ihm nimm teil, er ist Lust, voll Seligkeit bei diesem das Heil; bekehre dich und glaub' Segensliede? an seinen Namen. Ihn ehret nicht, wer zu ihm spricht: Herr, Herr! und doch nicht sucht ihm nachzuahmen. 4. So singt auch ihr und dantet hier dem, dessen Ruhm die Himmel wiederhallen, und lebt hinfort nach seinem Wort; dann ruht auf euch sein gnädig Wohl= gefallen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, o Gottes Sohn! bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troft erfreun und dein das bei gedenken. 5. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dant, denn mir auch bringt dein Sohn des Himmels Segen. Tod und Gericht erschreckt mich nicht; der Zukunft Nacht geh' ich getrost entgegen. 6. Rat, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! Die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. Mel. Wie wohl ist mir zc. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft 117. gern, und wer ihn sucht, uns Dein Mittler kommt; auf, blöde Seele, den wird sein Name trösten. die des Gesetzes Donner schreckt, Hallelujah! Hallelujah! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten. die trauert, daß so schwere Fehle dich, die Gott rein erschuf, befleckt. Der Fluch erlischt, die Bande springen, es lösen sich die festen Schlingen, die den befangnen Geist beklemmt. Nun kannst du Heil 116. Bringt frohen Dank und Freiheit hoffen. Gott ist verund Lobgesang dem söhnt, sein Himmel offen, dein Herrn, der uns zum Heile ward gnadenreicher Mittler kommt. Mel. Wir Christenleut' zc. Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. 61 2. Dein Lehrer kommt; laß deine| losen Völkerscharen; den Götzen Ohren auf seinen Mund gerichtet dienen sie nicht mehr, sie geben sein. Er zeigt den Weg, den du Gott allein die Ehr', der sie verloren; er flößt dir Licht und im Licht läßt wandeln. Wahrheit ein. Was tief in Schatten war gestellet, hat dein Prophet dir aufgehellet und die Gewalt der Nacht gehemmt. Er macht dir fund des Vaters Willen und giebt dir Kraft, ihn zu erfüllen; dein weisheitsreicher Lehrer kommt. 3. Dein König kommt, doch ohne Prangen, an Armut nur zeigt er sich reich. Auf, deinen Fürsten zu empfangen, der dir an Schwachheit wurde gleich! Komm, lege dich zu dessen Füßen, der so dich wird zu schützen wissen, daß dich tein Angststrom überschwemmt. Komm, schwöre hier zu seinen Fahnen, so ziemt es treuen Unterthanen; dein längst ersehnter König kommt. 2. Kaum war erschienen Gottes Sohn, des Bundes Volk zu weiden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein heller Stern, führt sie zu Christo, ihrem Herrn, sie kommen anzubeten. 3. Wär' unsern Vätern nicht, o Gott, dein himmlisch Licht erschienen: wir würden, der Vernunft zum Spott, noch falschen Göttern dienen. Nur deine Huld hat uns befreit von jenem Dienst der Eitelkeit; gepriesen sei dein Name. 4. O mache du uns selbst bereit, im Licht vor dir zu wallen, und lehr uns thun zu jeder Zeit nach deinem Wohlgefallen; denn wer in Christo dich erkennt und sich nach seinem Namen nennt, darf nicht im Finstern wandeln. 4. Dein alles kommt, dich zu ergötzen, dein höchstes Gut ist vor der Thür. Wer dieses Gut recht weiß zu schätzen, vertauschet gern die Welt dafür. Ergreif es denn mit Glaubenshänden, da dich, mein Geist, von allen Enden der Gnaden Fülle überströmt; eröffne auch ihnen geh' im Siegeslauf deines Herzens Thüren, ihn in das Sonnenlicht der Wahrheit sein Eigentum zu führen; dein auf, daß sie zum Heil gelangen. unvergänglich alles kommt. 5. Noch ist das Licht, das er gebracht, nicht allen aufgegangen; viel Tausende sind von der Nacht des Irrtums noch umfangen; Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 118. Der em Erdkreis strahlt ein Licht vom Herrn, das ihn soll offenbaren. Es leuchtet nah, es leuchtet fern zahlMel. Der Tag, der ift so freudenreich sc. 119. Der Heiland, dessen sich im Geist die Schar der Väter freute, der Heiland, welcher Jesus heißt, ist uns geboren heute. Wär' er uns Sündern nicht geborn, wir wären allzumal 62 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. verlorn, nun bringt er Heil uns| lich, hilf uns Schwachen, daß allen. Gottes Sohn, Herr Jesu wir machen, beten, ringen, und Christ, der du Mensch geworden zu deinem Reiche dringen. bist, dein Lob soll stets erschallen! Mel. Vom Himmel hoch zc. 121. Die ies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Chrift im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Väter haben sein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward: da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, den ew'gen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fas2. Willkommen, Friedensfürst sen will, so steht mein Geist und Held, Erlöser, Mittler, Heil vor Ehrfurcht still. Kein endder Welt, willkommen hier auf licher Verstand ermißt, wie groß Erden! du kommst der sünd'gen die Liebe Gottes ist. Welt zu gut, du kleidest dich in Fleisch und Blut, willst unser Bruder werden. Ja du, Jesu, kommst uns Armen voll Erbarmen mild entgegen, wandelst unsern Fluch in Segen. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 120. Der Heiland kommt, Lobsinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das Heilig, Heilig singen! Er kommt, der eingeborne Sohn, verläßt des Himmels hohen Thron, um Heil der Welt zu bringen. Preis dir, daß wir von den Sünden Rettung finden, Gnad' empfangen und zum Himmelreich gelangen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ew'ge Seligkeit; sei hoch dafür gepriesen! O Herr, zu arm und schwach find wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns erwiesen! Da wir allhier im Verderben müßten sterben, bringst du Leben; o was kannst du Größres geben? 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz und wollen fromm in Freud' und Schmerz nach deinem Vorbild wandeln. Verwirf dies unser Opfer nicht, und gieb uns deines Geistes Licht, wie dirs gefällt, zu handeln; zeig dich freund4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigt sich der Herr der Welt; nimmt selbst an unsrer Menschheit teil, erscheint im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir. Er spricht: Im Buche steht von mir. Gott, deinen Willen thu ich gern, drum, Zion, preise deinen Herrn. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet' ich an! 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut; wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, du bist es, der das Herz erhöht! Ge Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. danke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut! 9. Durch eines Sünde fiel die Welt; ein Mittler hat sie hergestellt. Nun schreckt uns nicht mehr das Gericht, da er beim Vater für uns spricht. Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. 122. Dies ist der Tag der Fröhlichkeit, den Gott selbst hat erforen; dies ist die gnadenreiche Zeit, da Jesus ward geboren. Drum singen wir jetzt hocherfreut: Herr, dir sei Preis in Ewigkeit! des großen Gottes Freundlichkeit. Das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Welt- und Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht. 63 10. Ihr Himmel, singt im Jubelton, daß uns erschien des Höchsten Sohn! Du, Erde, bet' in Ehrfurcht an dies Wunder- alle Welt hinein; er treibet weg werk, das Gott gethan! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ, im Himmel und auf Erden ist! 2. Heut hat der Herr den Sündenstand der ganzen Welt gewendet und gnädig zum Erlösungspfand ihr seinen Sohn gesendet. Drum singen wir jetzt hocherfreut, Herr, dir sei Preis in Ewigkeit. 3. Was vor der Zeit beschlossen war, ist in der Zeit erfüllet; in Christo beut das Heil sich dar, das alle Sehnsucht stillet. Drum singen wir jetzt hocherfreut: Herr, dir sei Preis in Ewigkeit! 2. Du darfst, o Seele, nicht versäumen, zu suchen solchen Gnadenschein; der Glanz in diesen niedern Räumen dringt weit in Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 123. Dies ist die Nacht, der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; einst werden Sonn' und Mond vergehen, dies strahlt in alle Ewigkeit, und wird mit ſeinem hellen Schein dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen heller scheinen dein Glaubens- und dein Liebes- Licht. Mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen ihren Schein, so mußt du selbst nicht dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. Mel. Helft mir Gott's Güte zc. 124. Dir, Jeju, tönt vom Staube mein Lied hinauf zum Thron; in dir erkennt der Glaube des ew'gen Vada mir erschienen ters Sohn. Du Glanz der Herr 64 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. lichkeit! um unser Heil zu grün-| gebracht. Nun leuchtet uns im den, zu retten uns von Sünden, tiefen Thal der ew'gen Morgenerschienst du in der Zeit. röte Strahl. 2. Was läßt sich dir vergleichen, 3. Er kam, des Vaters Ebendu unerschaffnes Wort? Wer kann bild, in menschliche Natur gedein Lob erreichen? Herr, keiner hüllt, damit auch wir ihm würhier und dort! Du, dem sich de- den gleich auf Erden und im mutsvoll der höchste Seraph beu- Himmelreich. get und tief verhüllt dir schweiget, wer preist dich, wie er soll? 3. Du kamst; die Nacht muß schwinden, uns glänzt ein reines Licht, in welchem wir empfinden der Kinder Recht und Pflicht. Nun sehn wir hocherfreut, wie Gott uns zärtlich liebet, im Sohn, den er uns giebet, sich uns zum Vater beut. 4. Der jetzt im Himmel herrlich thront, hat unter uns als Mensch gewohnt, und führet uns mit sichrer Hand ein treuer Hirt, ins Vaterland. richt. 5. Dein ist das Reich der Wahrheit, wo sich die Deinen freun in immer höh'rer Klarheit, von Sünd' und Mängeln rein. O seliger Gewinn! Dich, Heiland, innig lieben, treu deinen Willen üben, das führt zum Himmel hin. 5. Empor zu ihm, mein Lobgesang, dem schon der Engel Lied erklang! Welch hoher Freudentag ist da! Ihr Christen, fingt Hallelujah! 4. Uns Ruh' und Trost zu geben, zu tilgen unsre Schuld, Mel. Von Gott will ich nicht zc. zu Gott uns zu erheben, littit 126. Erhebt den Herrn, ihr er du, Herr, mit Geduld. Du starbst, doch hielt dich nicht der Tod in seinen Banden; jetzt, da du auferstanden, erschreckt uns kein Gewas er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott will nicht unsern Tod, er hat den Sohn gegeben, damit wir durch ihn leben, er= löst von Sünd' und Not. 2. O sehet, welche Liebe hat uns der Herr erzeigt, mit welchem Batertriebe das Herz zu uns ge= neigt! Sein eingeborner Sohn kommt, Rettung aus Verderben uns Sündern zu erwerben, herab vom Himmelsthron. Mel. Vom Himmel hoch zc. 125. mpor zu ihm, mein Lobgesang, dem einst das Lied der Engel flang! Der hohe Freudentag ist da, lobfinget, Gottes Heil ist nah. 3. Er kam zu uns auf Erden zu der bestimmten Zeit, trug Mühe und Beschwerden in tiefer Niedrigkeit. Der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freu2. Geboren ward in dunkler den, bis er durch Todesleiden Nacht, der uns des Lebens Licht sein großes Werk vollbracht. Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. 65 4. Er hat's vollbracht! O brin-| ihr Angesicht; sie eilen, ihm zu get Gott euren Lobgesang! Er- dienen und scheuen Bethlems Arlöste Menschen, singet dem Mitt- mut nicht. Wie herrlich glänzt ler ewig Dant. Wo niemand die Erde aus dunkler Nacht herhelfen kann, da hilft er gern aus vor! Ihr Hüter dieser Herde, Gnaden, heilt unsrer Seele Scha- hört ihr der Engel Chor? Mit den. O nehmt ihn gläubig an! euch zu jener Krippen naht sich mein Geist entzückt; begeistert singt, ihr Lippen, dem Herrn, den ich erblickt! 5. Du Freund der Menschenfinder, verwirf uns, Jesu, nicht. Dein Name, Heil der Sünder! ist unsre Zuversicht. Wir sind 2. Mit euch, ihr Engelchöre, auf ewig dein. Hilf du die Macht vereint sich unser Lobgesang; ja der Sünden uns träftig über- Erd' und Himmel höre und teile winden und dir gehorsam sein. der Erlösten Dant. Anbetung 6. Ja, Heiland, wir ergeben sei auf Erden dem Sohn, der uns dir zum Eigentum! Schon ewig war, den, unser Heil zu hier soll unser Leben verkünden werden, ein sterblich Weib ge= deinen Ruhm; und wenn wir bar. Hier fließen Freudenzähdort dich sehn, soll in der En- ren, ein 3oll der Lieb' und gel Chören dich unser Loblied Treu'; wir huldigen und schwöehren und ewig dich erhöhn. ren und weihn uns ihm aufs neu. 3. O du, durch den ich lebe, du öffnetest den Himmel mir; nimm du mein Herz, ich gebe den letzten Hauch noch freudig dir! Wie selig kann ich sterben, mich hält das Grab ja nicht! den Himmel soll ich erben und fürchten kein Gericht. Ihr seid wohl heilig, Engel; 2. Wer kommt, wer kommt, wer ist der Held voll göttlich doch ward er euch nicht gleich. hoher Macht? Messias ist's. Lob- Ich kämpfe mich durch Mängel, fing ihm, Welt, dir wird dein doch dring' ich in sein Reich. Heil gebracht. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 127. r kommt, er kommt, der starte Held voll göttlich hoher Macht; sein Arm zerstreut, sein Blick erhellt des Todes Mitternacht. In bekannter Melodie. 3. Dir Menschgewordner, bringen wir Anbetung, Preis und Dant. An deiner Krippe schalle 129. Ermuntre dich, mein schwacher Geist, und dir der Erde Lobgesang. trage groß Verlangen, den Heiland, den der Himmel preist, mit Freuden zu empfangen. Dies ist 128. tommt und Sera- die Nacht, in der er kam und phinen verhüllen ihm| menschlich Wesen an sich nahm. Mel. Nun lob' mein' Seel' zc. 5 66 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Er will durch sein Erscheinen hin, mich soll kein Glück, kein uns ganz mit Gott vereinen. Leiden von deiner Liebe scheiden. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, du König aller Ehren! Willkommen, Jesu, Gottes Lamm, ich will dein Lob vermehren! Ich will dir all mein Lebelang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 7. Noch sieht dich zwar mein Auge nicht, doch du wirst wiederkommen; dann schauen dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen; dann werd' auch ich, Herr Jesu Christ, dich sehn, so herrlich wie du bist, und ewig dich dort oben mit allen Sel'gen loben. Mel. Nun ruhen alle Wälder c. 3. O wie ist deine Huld so groß, ich kann sie nimmer fassen! Du hast dich aus des Vaters Schoß zu uns herabgelassen. Hier war- 130. Erweitert Thor und teten dein nichts als Not, Ver- die Straßen zieren; empfangt Thüren; laßt schön achtung, Rummer, Schmerz und ihn in der Welt! Jauchzt eurem Tod; und doch kamst du auf Er- Herrn entgegen, der jetzt zum den, der Menschen Heil zu werden. Heil und Segen als König sei4. O große That, o Wunder- nen Einzug hält! nacht, von Engeln selbst besungen! 2. Wer ist's, wer läßt sich hören Du hast den Helfer uns gebracht, als König aller Ehren? Der Herr der Sünd' und Tod bezwungen, der Herrlichkeit. Der Herr kommt und jetzt, zur Herrlichkeit erhöht, start und mächtig, er zeigt sich herrscht auf dem Thron der Ma- groß und prächtig, der Herr, jestät, um Heil und ew'ges Le- der kräftig ist im Streit. ben den Gläubigen zu geben. 3. Erhöhet Thor und Thüren, den Helden einzuführen! Wer ist's, der Einzug hält? Der König aller Ehren, der Herr von allen Heeren, der Ehrenkönig aller Welt. 5. O du, des Vaters ein'ges Kind, du Hoffnung aller Frommen, durch den nun Gottes Kinder sind, die dich, Herr, aufgenommen. Komm, Jesu, in mein o ihr ze. Herz hinein und laß es deine Mel. Laffet uns den Herren preisen, Wohnung sein; dahin geht mein Verlangen, dich würdig zu empfangen. 131. wig sei dir Lob gesungen hier und einst 6. Du, des sich meine Seele vor deinem Thron, daß du uns freut, mein höchstes Gut, mein das Heil errungen, menschgewordLeben, was soll ich dir aus Dankbarkeit für deine Treue geben? Herr, was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zu eigen ner Gottessohn! Uns zu gut ins Fleisch gekommen bist du voller Freundlichkeit; ja du hast vor aller Zeit dich schon unser ange 67 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. nommen. Sei gelobt, Herr Jesu| Meine Lieb' und Seligkeit, ChriChrist, daß du unser Bruder bist! stus, ist geboren heut. 2. Sei gelobt, Herr, dir gebühret unser Dank in Wort und That; herrlich hast du ausgeführet deines Vaters Gnadenrat. Huldreich hast du dich vermählet unsrer menschlichen Natur, und vor aller Kreatur sie allein dir ausgewählet. Du erhobst sie, Gottes Sohn, mit dir auf der Gottheit Thron. 6. Du, o Gottes höchste Gabe, du, des Vaters ein'ger Sohn, du, der Seelen reichste Habe und des Glaubens größter Lohn! Lağ mich neu geboren werden, bilde mich nach deinem Sinn, nimm mich ganz zu eigen hin, daß ich dein schon sei auf Erden; dann lobsingt mein Leben dir, treuer Heiland, für und für. 3. Du erschienest hier auf Erden, Mittler zwischen uns und Gott, unser Friedensfürst zu werIn eigener Melodie. den, Retter aus der Sündennot. 132. Freuet euch, ihr Christen du hast das Kreuz ge= duldet, haft mit Gott uns ausgeföhnt und mit seiner Huld getrönt uns, die wir so viel verschuldet. Dies ist unsre Zuversicht einst im Tod und im Gericht. wer immer kann, Gott hat viel an uns gethan; freuet euch mit Jubelschalle, Gottes Sohn hat uns gebracht, was die Sünder selig macht! Freude, Freude über Freude, Christus wehret allem Leide, Wonne, Wonne über Wonne, Jesus ist die Gnadensonne! 4. Nein Gott kann mich nimmer hassen, ob ich gleich ein Sünder bin. Nimmer kann mein 2. Sieh, o siehe, meine Seele, Gott mich lassen, denn er heget wie dein Heiland kommt zu dir, Vatersinn. Gnade schenkt er sei- brennt in Liebe für und für! nen Knechten in dem Sohne, der Daß kein himmlisch Gut dir mich kennt und mich seinen Bru- fehle, läßt er Hoheit und Geder nennt. Christus sitzt zu Gottes walt und erscheint in KnechtsRechten; durch ihn bin ich Gott gestalt. Freude, Freude 2c. vereint, Gott mein Vater, Gott mein Freund. 3. Jesu, wie soll ich dir danten, daß du mich vom Tod befreit, mir gebracht die Seligkeit? Ach, laß mich von dir nicht wanten, nimm mich dir zu eigen hin, gieb mir deinen Geist und Sinn! Freude, Freude zc. 5. Wird das Leben doch mein Leben, leuchtet mir doch selbst das Licht. Alles Heil ist mir gegeben; was ist, das mir noch gebricht? Seht, es fleußt der Quell der Freuden aus dem hohen Himmels= saal in das niedre Erdenthal und erquickt mich unter Beiden. an, schente, was uns trösten kann. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden 68 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Komm, erquide deine Brüder, wir werden uns erheben zu der gieb der ganzen Christenschar göttlichen Natur, wenn wir folFrieden und ein sel'ges Jahr. gen deiner Spur. Freude, Freude über Freude 2c. Mel. Ach was soll ich Sünder 2c. 133. Freuet euch, ihr lieben Brüder, denn vom Himmel strahlt ein Licht, das durch unser Dunkel bricht; nun bringt das Verlorne wieder, der in unser Fleisch sich hüllt, Gottes Sohn und Ebenbild. 2. Seine Zukunft wird besungen von den Engeln, die entzückt auf dies Wunder hingeblickt; und es preisen ihre Zungen, daß der Herr an uns gethan, was kein Engel fassen kann. 3. O wie mußtest du uns lieben, da du aus des Vaters Schoß kamst, zu teilen unser Los, und dich fühltest angetrieben, uns, die wir im Staube gehn, gleich den Engeln zu erhöhn. In eigener Melodie. 134. Get elobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, ja fürwahr! des freuet sich der Engel Schar. Hallelujah! 5. Ja du wolleft, Herr, uns führen durch der Liebe Wundertraft zu des Lichts Genossenschaft, und uns hier schon lassen spüren, daß uns knüpft ein festes Band an das ew'ge Vaterland. 2. Des ew'gen Vaters ein'ger Sohn kommt herab von seinem Thron; mit unserm armen Fleisch und Blut bekleidet sich das ew'ge Gut. Hallelujah! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, liegt dort in Mariens Schoß; er ward ein Kindlein, der die Welt mit seinem Wort allein erhält. Hallelujah! 4. Das ew'ge Licht dringt nun herein, giebt der Welt ein'n neuen Schein; es leuchtet mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Hallelujah! 4. Werde auch in uns gebo= 5. Der Sohn verläßt des Himren und durchleuchte du uns ganz, mels Zelt, wird ein Gast in o du himmlisch reiner Glanz! dieser Welt und führt uns aus Gottes Bild, das wir verloren, dem Jammerthal als Erben in sei durch dich, du Heil der Welt, den Freudensaal. Hallelujah! wieder in uns hergestellt. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm'; uns in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Hallelujah! 7. Das hat er alles uns ge= than, seine Lieb' zu zeigen an; des freut sich alle Christenheit und dankt es ihm in Ewigkeit. 6. Nun, dein paradiesisch Leben dringt mit deinem Gnadenschein wieder mächtig in uns ein, und Hallelujah! Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Mel. Gott sei Dank in aller 2c. 135. Heiland, den uns Gott verhieß, den der Himmel jauchzend pries, als den Sündern du zum Dienst huldreich auf der Erd' erschienst. 2. Wie dein Nam' ist auch dein Ruhm hier in deinem Eigentum. Du kamst, unser Heil zu sein, uns von Sünden zu befrein. 3. Start in deines Vaters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rat und Hülf' entblößt, sind nun, Herr, durch dich erlöst. 4. Auf, die ihr erlöset seid, preiset ihn in Ewigkeit! rühmt ihn, der aus Liebe starb und den Himmel uns erwarb. 5. Nimmer sei durch unsre Schuld fruchtlos deine Gnad' und Huld; das durch dich erworbne Heil bleibe ewig unser Teil. 6. Dein freu' unsre Seele sich; unser Leben preise dich. Und dein Geist, du Heil der Welt, lehr' uns thun, was dir gefällt. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 136.$ err Jesu, Trost der Heiden, der Völker Heil und Licht, wir suchen dich mit Freuden und frommer Zuversicht; nach Simeons Erempel zieht 69 zum Preis, auf Glaubensarmen trage, wie dort der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, sei Troft uns in der Pein, im Dunkeln unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein. Will uns der Mut entschwinden, sei unser Hoffnungsstrahl; ein Stern, der uns läßt finden den Weg durchs Todesthal. 4. Herr, laß es uns gelingen, wenn unser Leben flieht, mit Simeon zu singen das frohe Abschiedslied: Nun werden mir in Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab' erblickt. 5. Ja, ja, ich hab' im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, dich, dem mein Herz vertraut. Du wohnst in meinem Herzen und in dem deinen ich; auch in des Todes Schmerzen bau' ich getroft auf dich. 6. Hier will es oft mir scheinen, du sähst mich strafend an, daß ich vor Angst und Weinen dich kaum erkennen kann; dort aber wird's geschehen, daß in des Himmels Licht ich ewig werde sehen dein freundlich Angesicht. Mel. Gottes Sohn ist kommen 2c. heilige Begier in dieſen deinen 137. Jauchzet all, it Tempel, o Heiland, uns zu dir. men, Christus getommen! Er, dem Engel dienen, ist im Fleisch erschienen, daß er von der Sünde gnädig uns entbinde. 2. Du wirst noch jetzt gefunden, o Herr, an jedem Ort, wo Gläub'ge sind verbunden auf dein Verheißungswort; vergönnst noch alle Tage, daß man dich, Gott 2. Er komint auch noch heute, 70 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. steht uns treu zur Seite, stillet| Bild liegt stets mir im Gemüte. gern die Schmerzen der zerbroch- Und wie könnt' es auch anders nen Herzen; will uns von dem sein. Wie könnt' ich deinen GnaBösen heilen und erlösen. denschein aus meinem Herzen lassen? 3. Seines Wortes Weide füllet uns mit Freude; seine Gnadenzeichen will er dar uns reichen. Sein Geist soll uns stärken zu des Glaubens Werken. 4. O wohl allen denen, die nach ihm sich sehnen, ihn im Glauben fassen, nimmer von ihm lassen; nie sich seiner schämen, sein Kreuz auf sich zu nehmen! 4. Ich lag in tiefster Todesnacht, du wurdest meine Sonne, 5. Er, dem sie hier dienen, die mir im Herzen angefacht Licht, wohnt und lebt in ihnen, läßt, Leben, Freud' und Wonne. O was sie erflehen, in Erfüllung Sonne, die des Glaubens Licht gehen; führt nach allem Leiden in meinem Herzen aufgericht't, sie zu ew'gen Freuden. wie schön sind deine Strahlen! 5. Mit Freuden blick' ich auf dich hin und kann nicht satt mich 6. Jauchzet all', ihr Frommen! Er wird wieder kommen in der Hoheit Lichte zu dem Weltge- sehen. Doch nimmer wird mein richte; dann wird er die Seinen um sich her vereinen. blöder Sinn dein Wesen ganz verstehen. O daß mein Geist ein Abgrund wär' und meine Seel' ein tiefes Meer, daß ich dich möchte fassen! 6. Wenn bitterlich mein Herze weint und keinen Trost kann finden, dann rufst du mir: Ich bin dein Freund, ich) tilge deine steh' an deiner was du in 138. Trippe hier, o 3efu, deinem Sinn, da ich dein Brudu mein Leben! zu dir komm' der worden bin, die Kindschaft ich und schenke dir, was du mir dir zu geben? haft gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel' und Mut, nimm alles hin und laß dir's wohlgefallen. 2. Du hast mich ganz und gar erfüllt mit deiner Lieb' und Güte, dein hoher Glanz, dein göttlich 7. Jesu, unser Leben, du wollst gnädig geben, daß wir alle Stunden werden treu erfunden und nach sel'gem Sterben deinen Himmel erben. 3. Da ich noch nicht geboren war, bist du mir schon geboren, und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt', erkoren. Noch war ich nicht ans Licht gebracht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden. Mel. Es ist gewißlich an der Beit: c. 7. So hoff' ich denn, du werdest mir dies eine nicht versagen, daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. In mir soll deine Wohnung sein, komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden! Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Mel. Jesu, meine Freude 2c. 139. Jesus ist gekommen, Bahn. danket ihm, ihr 71 Geistes Kraft ihm ebnen soll die 2. Seht, wie die Hand des Frommen, dankt ihm, daß er Herrn ihn in die Wüste leitet, kam; daß er hier auf Erden, wo er das Wort vernimmt, das unser Heil zu werden, seine ihn zum Dienst bereitet. Begeistert Wohnung nahm. Mensch, wie als Prophet steht er am Jordan wir, erschien er hier, um des da und ruft: bekehret euch, das Vaters gnäd'gen Willen an uns Himmelreich ist nah! zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, danten, daß er allen Freund und Bruder ist. Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo teil, und durch seiner Sendung Gaben an Gott selbst zu haben! 3. Er predigt allem Volk, der Buße strenger Lehrer, ein brennend, scheinend Licht, ein mächtiger Bekehrer, des heil'gen Eifers voll, der ohne Schonung straft; auf seiner Seele ruht Elias' Geist und Kraft. 3. Keine Macht der Sünden wird uns überwinden; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen gänzlich uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, wird uns immer Hülfe senden, daß wir siegreich enden. 4. Im Jordan weihet er, die sich zum Herrn bekehren, auch Jesus tritt zu ihm, die Taufe zu begehren. Der Geist läßt sich herab, des Vaters Ruf ertönt und zeigt den Heiland an, der alle Welt versöhnt. 5. Allein zu Jesu hin verweist er seine Jünger, allein auf Jesum zeigt sein ausgestreckter Finger, und laut verkündigt er, was ihm das Herz bewegt: seht, das ist Gottes Lamm, das unsre Sünde trägt! 6. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, in festem Glauben faßt und auch im Leben preiset. Wer seinem Taufbund treu sich Jesu ganz ergiebt, der ist in ihm von Gott 4. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Retter schaun. Heil und ewig Leben wird er allen geben, die ihm fest vertraun. Er ward hier versucht, wie wir, drum wird er der Schwachheit schonen und aus Gnaden lohnen. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 140. Welt, mit Sünd' m Dunkeln lag die begnadigt und geliebt. 7. Dazu erweckt auch uns Jound Fluch beladen, da offenbarte hannes Amt und Lehre, zu unGott die Fülle seiner Gnaden; serm wahren Heil und unsers des Höchsten Sohn erscheint, ihm Mittlers Ehre. Wer Buße thut gehet der voran, der in des und glaubt, hat Frieden allezeit; 72 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. wer Buße thut und glaubt, ererbt die Seligkeit. ist und aller Welt Verlangen. Erhebe seinen Ruhm, stimm Hosianna an, bring, was zu seinem Dienst die Liebe bringen kann. Mel. Ach was soll ich Sünder zc. 141. ommst du, kommst du, Licht der Heiz 2. Statt ihm den Weg zu streun mit grünem Laub der Palmen, den? Ja, du säumest länger nicht, empfang ihn hocherfreut mit deidenn du weißt, was uns gebricht, nes Dankes Psalmen und sprich: o du starter Trost im Leiden! Gepriesen sei der Heiland Jesus Komm, o Jesu, auch zu mir, Christ, der aus des Vaters Schoß offen ist des Herzens Thür. auf Erden kommen ist! 2. Ja, du bist bereits zugegen, 3. Wir danken dir, o Herr, du Weltheiland, Gottes Sohn! daß du zu uns gekommen, daß du Meine Seele labt sich schon an hast Fleisch und Blut wie Kinder dem gnadenvollen Segen, welchen angenommen. Sanftmütig kamst deine Wunderkraft durch den du, arm, ein König ohne Pracht, Glauben in uns schafft! Herrlichkeit und Macht. und doch der ew'ge Sohn, voll 3. Heil'ge mich durch deine Liebe, die dem Eitlen mich entreißt, und gieb Gnade, daß mein Geist sich in deinem Lieben übe. Recht dich lieben, o mein Licht, kann aus eigner Kraft ich nicht! 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, daß ich aus des Herzens Grund innig rühme deine Güte, die auch mir, Herr Jesu Christ, lebenslang geworden ist. 5. Gieb mir deines Geistes Gaben, Liebe, Glaube und Geduld, daß ich einst durch deine Huld, über Sünd' und Welt er haben, mit den Sel'gen singe dir: Hosianna für und für. 4. Erscheinst du, Gottes Sohn, als Mensch auf dieser Erden, muß dann nicht unser Herz voll Trost und Frieden werden? Drum haft du deinen Glanz in Niedrigkeit gehüllt, daß unsre Angst und Furcht auf ewig sei geſtillt. zum großen Weltgerichte; o laß 5. Erscheinen wirst du einst Wahrheit Lichte, daß wir dann uns wandeln stets in deiner auch getrost dir, unserm Richter, nahn und unsern Gnadenlohn aus deiner Hand empfahn. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 6. Das Hosianna wird alsdann von neuem klingen, dann werden wir vereint mit Engelscharen singen: Gelobt sei Gottes Sohn, der ewig war und tomm, den König ist, gelobet jei der Herr, der zu empfangen, der unser Heiland Heiland Jesus Christ! 142. omm, Tochter Zion, Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Mel. Nun preisfet alle Gottes C. 143. Laßt ihn uns preisen, den Friedefürst und Held, schon früh verheißen ward er der sünd'gen Welt. Die Völker fahn ihm lang' entgegen, hoffend auf Heil und auf ew'gen Segen. 2. Berreiß den Himmel!" so flehten brünstig sie unterm Getümmel irdischer Lebensmüh': ,, Erscheine endlich hier auf Erden, der du uns Rettung und Trost sollst werden!" 73 4. Was sind wir, daß das höchste Gut so große Dinge an uns thut? Was sind wir, daß uns Gott so liebt, uns seinen Sohn zum Heiland giebt? In eigener Melodie. 144. Rob sei dem allerhöch5. So nimm ihn denn mit Freuden an, mach ihm zu deinem Herzen Bahn: gieb dich ihm ganz zu eigen hin und lebe stets in seinem Sinn. 6. Bei solcher Treu' giebt er dir Teil an dem von ihm erworbnen Heil; doch hörst du seine Stimme nicht, so wartet deiner das Gericht. 3. Nun ist erfüllet die Zeit, die Gott ersehn; nun ist enthüllet das Heil aus seinen Höh'n; gestillt das sehnliche Verlangen, ewiges Licht ist uns aufgegangen. 4. Nun wird gepredigt des Höch8. Dann trifft die Sünder ew'ge Pein; die Frommen gehn sten gnäd'ges Jahr, alles erledigt, zum Leben ein, und in des Vawas noch gebunden war; belohnt ters ew'gem Reich macht er sie der Dulder treues Hoffen; Gläu- seinen Engeln gleich. bigen steht nun der Himmel offen. 7. Wie er voll Huld und Freundlichkeit erscheint in dieser Gnadenzeit, so kommt er einst mit Majestät, zum Richter aller Welt erhöht. 9. Gelobt sei von uns Jesus Christ, der uns zum Heil erschienen ist! Gelobt sei Gott, der ihn gesandt; sein Ruhm erfülle mend sah er unsre Not und sandte Jesum, seinen Sohn, zu uns von seiner Himmel Thron. In eigener Melodie. 2. Ihn sandt' er, unser Trost 145. Lobt Gott, ihr Chriſten, zu sein, vom Sündendienst uns allzugleich in seinem zu befrein, mit Licht und Kraft höchsten Thron! Er schleußt uns uns beizustehn und uns zum Himmel zu erhöhn. auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn.:,: 3. O welch ein liebevoller Rat; 2. Der Sohn kommt aus des welch unaussprechlich große That! Vaters Schoß, ein Heiland uns Welch Gnadenwerk, dem keines zu sein, er wird ein Mensch), gleicht, das nie der Menschen wird arm und bloß, uns ewig Lob erreicht! zu erfreun.:,: 74 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. 3. Der alle Dinge trägt und 4. Macht hoch das Thor, die hält mit göttlicher Gewalt, kommt Pforten weit, ihn zu empfangen arm und niedrig in die Welt, er- seid bereit und öffnet eure Herscheint in Knechtsgeſtalt.:,: zen gern dem Ehrenkönig, eurem 4. Er wechselt mit uns wunder- Herrn! So kommt er freundlich bar, nimmt unsre Armut an, auch zu euch und mit ihm Glück uns aber beut er Güter dar, die und Heil zugleich. niemand schätzen kann.:,: 5. Ja komm, mein Heiland, 5. Er wird ein Kind, um uns auch zu mir, geöffnet ist des das Recht der Kindschaft zu ver- Herzens Thür; ach zeuch mit leihn. Preis' ihn, begnadigtes Ge- deiner Gnade ein; erfüll uns schlecht: das ew'ge Erb' ist dein.:,: ganz mit ihrem Schein; dein 6. Heut ist des Paradieses Geist regier' uns allezeit und Thor uns wieder aufgethan, der führ' uns einst zur Seligkeit! Cherub steht nicht mehr davor: kommt, kommt und betet an!:,: Mel. Von Gott will ich zc. Mel. Vater unfer im Himmelreich c. 147. Mit Ernst, ihr Menschenkinder, bestellt das Herz in euch, es kommt das 146. Macht hoch das Thor, Heil der Sünder, der Held, an die Pforten weit: er kommt, der Herr der Herrlich teit! Der Himmel ist sein Königreich und alle Welt dient ihm zugleich. Er ist's, der Heil und Leben bringt, dem laut die Schar der Frommen singt. Gnad' allein der Welt zum Licht Wundern reich; er den aus und Leben der Vater hat gegeben, will bei uns kehren ein. 2. Er ist gerecht, wie keiner mehr, Sanftmütigkeit geht vor ihm her; sein Scepter ist Barmherzigkeit und seine Kron' ist Heiligkeit. Er wendet alle unsre Not und macht uns frei von Sünd' und Tod. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, räumt fort, was ihm verhaßt; die Thäler füllet aus, erniedriget die Höhen und laßt ihm offen stehen ein jedes Herz und Haus. 3. Ein Herz, das Demut liebet, das will der Herr erhöhn; 3. O wohl dem Land, o wohl ein Herz, das Hochmut übet, das der Stadt, die diesen König bei wird zu Grunde gehn; ein Herz, sich hat! Wohl allen Herzen ins- das lauter ist und folget Gottes gemein, da dieser König ziehet Leiten, das kann sich recht bereiein! Ein unvergänglich Freu- ten, zu dem kommt Jesus Christ. denlicht strahlt aus von seinem Angesicht. 4. Ach mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit aus Güte und Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. 75 Erbarmen, Herr Jesu, selbst beMel. Wie schön leucht't uns 2c. reit! 3euch in mein Herz hinein; o komm mit deinem Segen! Ich 149. Nun iſt die Finsternis harre dir entgegen, dein ewig mich zu freun. den sehn den Morgen schon und finden den Erretter. Du, den Gott in die Welt gesandt, zerstörtest mit gewalt'ger Hand die Tempel falscher Götter. Du selbst sammelst deine Herde; Himmel, Erde sahn mit Freuden Gottes Sohn die Menschen weiden. Mel. Wachet auf, ruft uns 20. 148. Nacht umhüllte rings die Erde, da sprach noch einmal Gott: es werde! und Licht entströmte seinem Thron. Christus tam, das Licht der Hei- 2. Der Gottheit Fülle wohnt den, der Hirt will selbst die Herde in dir; Gott fommt durch dich, weiden; als Mensch erscheinet mein Heil, zu mir und zeigt mir Gottes Sohn. Er hat in unsre seine Liebe. Du nimmst mein Nacht der Wahrheit Licht gebracht. Jauchzt ihm alle! In seinem Schein sollt ihr euch freun und schon auf Erden selig sein. sterblich Wesen an und brichst zum Leben mir die Bahn, daß ich nicht hülflos bliebe. Ewig, Herr, soll mein Gemüte deine Güte hoch erheben; du, mein Heiland, bist mein Leben. 2. Dieses Licht erlischt nie wieder, sein Glanz strahlt herrlich zu uns nieder und Gottes Heil ist uns bekannt. Tragt es nun von Volk zu Volke, zerstreut des 3rrtums düstre Wolke, erleuchtet werde jedes Land. Ihr Völker, nehmt ihn auf und richtet euern Lauf froh gen Himmel. Er geht voran und macht euch Bahn, am Ziel die Krone zu empfahn. 3. Hört im Geist der Engel Chöre: Gott in der Höh' sei Preis und Ehre! stimmt ein in ihren Lobgesang. Kommet zu dem Mahl der Gnaden, zu dem auch ihr seid eingeladen, und bringt ihm ewig Preis und Dank; entbrennt in Sinn und Mut von heil'ger Liebe Glut. Glaub' und Hoffnung trägt euch empor zum Himmelsthor, hinauf zu dem, der euch erfor. 3. Ein Herz, das deine Wahrheit liebt und dir sich kindlich übergiebt, das kannst du nicht verschmähen. Wer sich zu deinen Füßen setzt und sich an deinem Wort ergößt, wird, wie du bist, dich sehen. Bei dir bleib' ich trotz dem Spötter. Sonst kein Retter ist auf Erden, durch den Sünder selig werden. 4. Ich will mich dir zum Opfer weihn und so dir ewig dankbar sein, mein Licht, mein Heil, mein Tröster! Ich bete dich in Demut an. Wer ist, der mich verdammen kann? ich bin ja dein Erlöster. Bon dir nehm' ich Gnad' in Fülle, Fried' und Stille; Freud' und Segen find' ich, Herr, auf deinen Wegen. 76 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag zc. ein Hirt noch wacht bei seinen un kommt das neue Licht in Juda's Grenzen. So Schafen. Da seht! ein neues 150. Nun Kirchenjahr; des kann am Mittag nicht die Sonne freue sich der Christen Schar. glänzen. Dein König kommt, drum freue dich und nimm ihn auf herzinniglich. Hallelujah! 2. Von einem Jahr zum an- ten. Vom Himmel kommt der dern fort vernehmen wir sein Gna- Held euch mild entgegen; hier denwort, das uns den Weg zum ist das Heil der Welt, der VölLeben weist; Gott sei dafür von ter Segen. uns gepreist. Hallelujah! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt und was den Glauben in uns mehrt, das laß zu unserm Heil gedeihn; dir jei Lob, Ehre, Preis allein. Hallelujah! Mel. Mein Freund zerschmelzt 2c. 152. Sohn Gottes, der vom tet, der du zu mir herab ins Himmel sich gesenElend kamst, was für ein mächt'ger Trieb hat dich gelentet, daß niedre Knechtsgestalt du an dich nahmst? Die Liebe hat's allein gethan, sie sah erbarmend mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du für mich das größte Wunder thust. Die Liebe bringt dir Kämpf' und bittre Schmerzen, da, mir zu gut, du unter Dornen ruhst. O unerhörte Liebesglut, da selbst das ew'ge Wort nahm an sich Fleisch und Blut. 3. Der Sohn des Höchsten ist mir gleich geworden; ein Mensch, 3.Froh ward, wer seinen Tag wie wir, der Herr der Herrlichim Geist gesehen; des Glaubens teit. Die Gottheit selbst tritt in Auge mag, was fern, erspähen. der Menschen Orden, die EwigDoch der Erwartung Schmerz stieg feit vermählt sich mit der Zeit. immer höher, da rief Gott Trost Das Leben tehret bei uns ein; ins Herz der frommen Seher. es wohnt das Licht der Welt bei uns mit seinem Schein. 4. So wird in ihm die MenschMel. Es traure, wer da will zc. 151. tomm, du Trost der Welt, hör' unser Flehen; komm, Rat und Kraft und Held aus Gottes Höhen! Gesalbter, komm herab, dein Volk zu führen; komm, Friedensfürst, dein Stab soll uns regieren! 2. So fang der Väter Mund, die Gott sich weihten und sich im alten Bund des neuen freuten. Sie sahn manch hundert Jahr dem Herrn entgegen, der längst verheißen war der Welt zum Segen. auf den sie harrten! Ihr dürft, 5. Triumph, der Herr ist da, Hallelujah! nun nicht mehr war4. Auf Erden herrscht die Nacht, die Völker schlafen; kaum daß Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. 77 9. Auf, auf, mein Geist, stimm an die Freudenlieder, erhebe dich durch seiner Gnade Macht! Des Himmels heller Glanz bestrahlt dich wieder; was du verlorst, ist völlig wiederbracht. O welch ein überschwänglich Heil! Die Kindschaft Gottes wird durch Christum mir zu teil. heit ausgeföhnet, die Reinigkeit der Seelen wiederbracht. Wir sind in ihm mit Ehr' und Ruhm gekrönet, da er uns von der Sünde frei gemacht. Die Erde wird durch ihn erneut; sie wird zum reinen Thron der Gottheit eingeweiht. 5. Die Weisheit wohnt nun wieder auf der Erden, ein neues Paradies hebt für uns an. Nun können wir aus Gott geboren werden, wenn wir dem Menschgebornen Mel. Mein Salomo 2c. gläubig nahn. Die neugeschaffne 153. So ist denn nun die Seele spürt, daß sie ein höhrer Hütte aufgebauet, Geist aus Nacht und Tod geführt. die rein des Höchsten Ebenbild 6. Kein Elend kann nun mei- uns zeigt; vor der das Heer des ner Seele schaden: Immanuel ist Himmels tief sich neigt und sie mit bei mir in der Not. Ich darf zu freudiger Bewundrung schauet, ihm nur gehn, dem Quell der weil ihresgleichen diese weite Welt Gnaden, so hab' ich Trost für an Pracht und Herrlichkeit nicht Elend, Schmerz und Tod. Der in sich hält. Jammer, der noch an mir klebt, 2. Doch der weiß hier nichts kann nicht verderblich sein, weil Herrliches zu preisen, der das Christus in mir lebt. nur sieht, was sich von außen 7. Die Sünde kann mich auch zeigt. Der fasset nicht, was in den nicht mehr verdammen, denn mei- Staub uns beugt, wer alles richnes Heilands Tod kommt mir tet nach gewohnten Weisen; vor zu gut; und drohen mir verderb- ihm bleibt diese Trefflichkeit verlich ihre Flammen, so lösch' ich steckt, die nur durch Gottes Licht sie mit Christi teurem Blut. wird aufgedeckt. 8. Durch ihn hab' ich ein ewig Leben funden, das mir viel Reichtum, Lust und Ehre schafft. Er ist mit mir, ich bin mit ihm verbunden und fühle täglich seiner Liebe Kraft. Ich bin ver-= gnügt und ganz gestillt, weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb' erfüllt. Mein Jesus dämpft den bösen 3. Vollendet ist die Hütte, die Trieb: er läßt die Seele nicht, ich meine, in deiner Menschheit, er hat sie viel zu lieb. ew'ger Gottessohn. Du kamst herab von deines Vaters Thron, daß deine Herrlichkeit in ihr er= scheine; und so hat Gottes hohe Majestät den Tempel unter uns, der ewig steht. 4. O großes Werk, Geheimnis sondergleichen! Wer hat wohl je so Herrliches gehört, daß in die Menschheit Gott ist eingekehrt! 78 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Anbetend schweigt, ihr werdet's Retter Gottes Sohn; mit ihm nicht erreichen; verehret still die erschien das Leben, mit ihm des unumschränkte Kraft, die euch zum Himmels Lohn! Heil dies große Wunder schafft. 2. Kommt, laßt uns nieder5. Durch Christum wohnt der fallen vor unserm Mittler Jesus Gottheit ganze Fülle nun allezeit Christ, ihn preisen, daß er allen im menschlichen Geschlecht, und Erretter, Freund und Bruder ist. nimmer weicht von uns sein Licht Er gleicht der Morgensonne in und Recht; das ist des Vaters ihrem ersten Strahl, verbreitet gnadenvoller Wille. Schwand uns Licht und Wonne und Leben die Hütte gleich aus dem Ge- überall. Von ihm strömt Heil sicht, doch weicht die Gottheit aus und Gnade auf unsre Welt herder Menschheit nicht. ab; er führt auf lichtem Pfade uns über Tod und Grab. 6. Und Christus bleibt erhöht, ein Thron der Gnaden, den En- 3. Frohlockt, ihr Mitgenossen gel auch gelüftet anzuschaun; ihm der Sünde und der Sterblichkeit, nahn die Gläubigen sich voll Ver- nun ist nicht mehr verschlossen trau'n und werden ihrer Schuld der Eingang zu der Herrlichkeit! von ihm entladen; Versöhnung, 3u unsrer Erde nieder kommt sonst in Bilder eingehüllt, ist uns Gottes ew'ger Sohn und hebet in ihm wahrhaftig nun erfüllt. seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlornen Hort; hier sind wir Gottes Kinder und Gottes Erben dort. 7. Sohn Gottes, du, der vormals angenommen zu unserm Trost die menschliche Natur, die nur in dir nicht zeigt der Sünde Spur; du, aus der Höh' zu uns herab gekommen, nimm unser Herz zu deiner Hütte hin, bis du auch uns hinauf kannst zu dir ziehn. 4. Du, dem die frohe Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt. Auch du warst hier auf Erden, was deine Brüder sind, erduldeteft Beschwerden wie jeglich Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder sein, wenn sie entrückt der Erden sich deines Anschauns freun. Mel. Nun lob' mein' Seel' zc. 154. Von dieser Erden Staube steigt auf zu dir mein Lobgesang; dir, Herr, an den ich glaube, bringt meine 5. Schmückt uns die SiegerSeele Preis und Dank. In dir, trone, wenn wir zum Himmel find dem Menschgebornen, soll alle erhöht, dann stehn wir nah am Welt sich freun, und jeder der Throne und schauen deine MajeVerlornen sei froh, erlöst zu sein. stät. Nicht mehr aus dunkler Ferne Uns Sündern ward gegeben zum steigt dann das Lob zu dir, weit Von der Erscheinung und Geburt Jesu Chrifti. über Sonn' und Sterne erhaben jauchzen wir; und mit des Himmels Heere schallt unser Lobge= sang: dem Ewigen sei Ehre, dem Weltversöhner Dank! 79 tröstlich, du Fels des Heils, du Lebenshort! von den 3. Wie glorreich Banden des Todes auferstanden Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 2c. 155. Wa as in der heil'gen Nacht erklang aus sel'ger Geister Heer, das sei auch unser Lobgesang, Gott in der Höh' sei Ehr'! 2. Von aller Welt erschalle dir, o Jesu, Dank und Lob! dich, unsern Retter, preisen wir, der uns vom Staub erhob. hast du den Tod besiegt! bist herrlich aufgefahren, thronst unter Himmelsscharen, bis alles dir zu Füßen liegt. 4. Wie groß sind deine Werke! Wie preis' ich deine Stärke! Wie herrschest du allein! Wer wäre nicht, o König, dir treu und unterthänig, um stets in deiner Huld zu sein? Mel. Valet will ich dir geben c. 157. Wie soll ich dich empfangen und wie 3. Du sprachst zur Finsternis: entweich! da floh des Irrtums begegn' ich dir, o aller Welt VerNacht. Du hast das lichte Got- langen, o meiner Seelen Zier! tesreich in Herz und Welt ge- O Jesu, Jesu, zünde dein Licht bracht. der Seele an, daß sie erkenn' und finde, was dir gefallen kann! 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin; ich will in Freudenpsalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 4. Nun bürgen Sorge selbst und Schmerz für unsrer Kind= schaft Recht. Zum Vater hebt sich unser Herz; wir sind ja sein Geschlecht. 5. Dank dir, daß du uns Brüder nennst: darauf ruht unser Heil; wen du als Bruder anerkennst, hat ewig an dir teil. 3. Was hast du unterlassen zu meiner Seligkeit, da über alle Maßen mich drückte Schmerz und Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried' und Freude lacht, da bist, mein Heil, du kommen und hast mich froh gemacht. Mel. Nun ruhen alle 2c. 156. mie lieblich tönt die Runde, sie geht von Mund zu Munde, daß ein Erlöser ist. Ja lieblich und erquickend, beseligend, entzückend ist schon dein Name, Jesu Christ! 2. Wie süß ist deine Lehre, wie groß ist deine Ehre, wie heilig ist dein Wort! Wie ist dein Blut so köstlich; wie ist dein Tod so schenkst große Güter mir, die nim4. Ich lag in schweren Banden; du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden; du kommst und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren; 80 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. mer sich verzehren und bleiben für und für. Mel. Vom Himmel hoch zc. 5. Nichts, nichts hat dich ge- 158. Willkommen, gnaden= trieben zu mir vom Himmelswie zelt, als dein getreues Lieben, glänztest du in Himmelspracht! du Heiland aller Welt. Du littest Wie freute sich der Engel Schar, tausend Plagen, du trugst der als Jesus Christ geboren war! Sünde Last und keiner darf verzagen, den du erlöset haft. 2. Bewundernd beteten sie an, daß sie den Trost der Völfer 6. Das schreib dir in dein sahn. Voll Ehrfurcht hört der Herze, du hochbetrübtes Heer, bei Hirten Ohr, was jauchzend sang deinem Gram und Schmerze, der des Himmels Chor. sich häuft mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 3. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' und Fried' auf Erden weit umher! Sein Wohlgefallen habe nun der Herr auch an der Menschen Thun! 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie 4. Die Hirten beten an und ihr ihn wollet ziehen mit eures gehn, in Bethlehem ihr Heil zu Armes Macht. Er kommt, er sehn, und wer den Neugebornen kommt mit Willen, ist voller Lieb' sah, sprach hocherfreut: der Herr und Lust, all Angst und Not zu ist da. stillen, die ihm an euch bewußt. 5. Wer ist wohl diesem Kinde 8. Schreckt euch der Feinde gleich? Es bringt der Gnade Tücke und ihr vermeßnes Dräun: sel'ges Reich. Wie hoch sind wir in einem Augenblicke wird sie der von Gott geliebt, daß er den Herr zerstreun. Er kommt, er ein'gen Sohn uns giebt. kommt, ein König, dem alle Macht und Lift der Hölle viel zu wenig zum Widerstande ist. 6. Der Sohn, der alles trägt und hält, kam uns zu gut in unsre Welt; auf Erden hat, wie 9. Einst wird er wiederkom- wir, gewohnt, der in dem höchmen, den Bösen zum Gericht, den sten Himmel thront. Scharen seiner Frommen mit 7. Ja, Gottes Lieb' ist unbeGnad' und süßem Licht. Komm, schränkt. Der Gott, der seinen Jesu, unsre Sonne, und leit uns Sohn uns schenkt, giebt alles, allzumal zu ew'ger Freud' und was uns heilsam ist, auf ewig Wonne in deinen Himmelsfaal. nun durch Jefum Chrift. Vom Leiden und Tode Jesu. VIII. Vom Leiden und Tode Jesu. Mel. Dir, dir, Jehovah will ich c. hoher Ruhm blieb auch im schwer159. Ah, jieh ihn dulden, sten Kampf dein Eigentum. o 6. bluten, sterben, meine Seele; jag ihm frommen Dank! Sieh Gottes ein'gen Sohn und Erben, wie mächtig ihn die treuste Liebe drang! Wer hat wohl je so heiß wie er geliebt, der auch sein Leben für die Feinde giebt? Herr, dies dein Beispiel soll mich lehren, des Lebens Unschuld sei mein Ehrenkleid. Gern will ich deine Stimme hören und freudig thun, was mir dein Wort gebeut. Die Dankbarkeit dringt innigst mich dazu; wer hat es mehr um mich verdient als du? 81 2. Wie dunkel waren jene Stunden, o Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden; und ach, es floß zum Heil und Trost für mich! Noch heute ruft es mir ermunternd zu, daß du mich liebst, du heil'ger Dulder du. 3. So sollt' es sein: du mußtest leiden; dein Tod macht mir des Vaters Liebe kund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, ein Siegel auf den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott zum Opfer gab für mich, so feste steht's, er liebt mich väterlich. 4. Nun bin ich dein und Gottes Erbe, nun seh' ich in sein Baterherz hinein. Wenn ich im Glauben leb' und sterbe, dann ist die Seligkeit des Himmels mein. Ob Sonn' und Mond und Erde untergehn: mir bleibt doch ewig Gottes Gnade stehn. 7. Nie will ich mich am Feinde rächen: für deine Mörder flehte dein Gebet; nie Gottes Führung widersprechen, wenn sie auch durch die Nacht der Trübsal geht. Auf Dornen gingst du selbst zum Ziele hin; ich folge dir, ich dein Jünger bin. weil 8. Was fürcht' ich noch des Grabes Schrecken? dein Tod nahm ja dem Tode seine Macht. Mag meinen Leib die Erde decken; zum Leben bist du, Lebensfürst, erwacht: zum Leben geh' auch ich aus meiner Gruft verklärt hervor, wenn deine Stimme ruft. 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, den dir, mein Retter, treue Liebe bringt. Noch heißern Dank will ich dir sagen, wenn dir mein Geist im Chor der Engel singt. Dann stimmen alle Sel'gen jauchzend ein; der ganze Himmel wird dann Zeuge 5. Ja mir zum Trost und dir zur Ehre gereicht dein Leiden sein. und dein Kreuzestod; bestätigt hat er deine Lehre, die nie ver- Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid! 2c. geht, wenn gleich die Hölle droht. 160. Am Kreuz erblaßt, Der Unschuld Friede und ihr der nach 6 82 schwerem Kampf entnommen, ist im Grabe Jeſus nun erst zur Ruh' gekommen. Vom Leiden und Tode Jesu. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz; ach Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich voller Wehmut schlagen. 3. Du schirmest mich und über dich gehn aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, göttlicher Erretter. 4. Du hast's gethan; dich bet' ich an, du König der Erlösten. Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht, riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei, für uns hingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rat fass' ich hier nicht im Staube. Dort schau' ich in hellem Licht, was ich fromm hier glaube. 7. Als er gebot, gab selbst der Tod zurück, was er bezwungen. Leicht hat sich der Lebensfürst selbst dem Grab entschwungen. 8. Des Todes Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn es wird durch deinen Tod mir ein Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich; erforsche mich und siehe, wie ich's meine; ja du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 161. An deine Leiden denten wir, Herr Jesu Christ, und danken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 2. Wir folgen dir im Geiste nach zu jeder Stufe deiner Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan und beten dich bewundernd an. 3. Wir segnen, Herr, den Dornenpfad, den, uns zu gut, dein Fuß betrat; uns strömet Kraft und Trost und Ruh' aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Bater liebt, den Reuigen die Schuld vergiebt, den starken Trost in aller Not erwarb, Erlöser, uns dein Tod. und sich zur bessern Welt er5. Daß ewig unsre Seele lebt hebt, die Lehre muß nun feft bestehn, dein heil'ges Reich kann nicht vergehn. 6. Mit ungewissen Schritten geht auf eigner Bahn, wer dich verschmäht. und zweifeln nicht, du bist uns Wir glauben dir Leben, Trost und Licht. 7. Voll Dank und Freude folgen wir dir, unserm Herrn und Retter, hier; dort führst du, nach vollbrachter Zeit, uns zu des Himmels Herrlichkeit. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. 10. Herr, ich bin dein; du 162. Bereite dich, o Chrift, wir gehen im Geist wollest mein in Ewigkeit geden- hinauf gen Golgatha, auf dessen ten. Ganz will ich aus Herzens- blutgetränkten Höhen, was nie grund mich in dich versenken. ein Engel faßt, geschah. Vernimm Vom Leiden und Tode Jesu. 83 an diesem heil'gen Orte des ster-[ rief: warum, Gott, hast du mich benden Erlösers Worte, und eigne verlassen? Wie beugt ihn unsre ihre Kraft dir an. Sie können rei- Schuld so tief! Doch selbst in chen Trost im Leben und einst im diesen dunklen Stunden, da er das Tode Troft dir geben, wenn sonst Schrecklichste empfunden, bleibt dich nichts mehr trösten kann. Gott noch seine Zuversicht. Muğ ich den Kelch des Leidens trinfen, will meine Seele ganz versinken, dann, Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! 2. Er läßt mit liebevollem Herzen den Blick auf seinen Feinden ruhn; vergieb, ruft er in seinen Schmerzen, sie wissen, Herr, nicht, was sie thun. Der menschenfreundlichste der Beter fleht noch am Kreuz für Missethäter, die auf ihn häufen Bein und Schmach. O Mensch, den Rach' und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Erlöser nach! 6. Mich dürftet! flagt erschöpft von Schmerzen, entblößt von allem, was erquickt, der Göttliche, der aller Herzen mit Trost und Hülfe gern beglückt. Noch immer ruft er um Erbarmen aus tausend hülfsbedürft'gen Armen, die Blöße, Durst und Hunger drückt. O selig, wer den Ruf erfüllet! denn wer der Armen Klagen stillet, der hat den Hei3. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als unter Leiden ohne Zahl der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch land selbst erquict. empfahl! Ach, seh' ich einst um 7. Nun enden sich die schweren mich die Meinen in meiner letz- Leiden, der Heiland spricht: es ten Stunde weinen, so soll dies ist vollbracht! O Wort des SieWort mir Trost verleihn: den tief ges, Wort der Freuden! du der Seinen Schmerz betrübte, der nimmst dem Tode seine Macht. auch im Tode sie noch liebte, wird Heil uns! wer darf es nun wohl auch der Meinen Helfer sein. wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen? Er starb für uns und wir sind sein. Gieb, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: es ist vollbracht, ich bin nun dein. 4. Verzagt nicht, reuige Verbrecher: wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund des Weltversöhners spricht: Er ruft ihm tröstend zu: noch heute wirst 8. Das letzte Wort aus deinem wahrlich du an meiner Seite mit Munde, als schon dein Aug' im mir im Paradiese sein! O Herr, Tode brach, sprech' ich in meiner laß an des Todes Pforte einst letzten Stunde dir, mein Erlöser, diese gnadenvollen Worte auch gläubig nach. Du riefest: Vater, mich im letzten Kampf erfreun! ich befehle in deine Hände meine 5. Wer kann die hohen Leiden Seele! und sterbend neigte sich fassen, als Christus an dem Kreuze dein Haupt. Auch ich befehl' an 6* 84 Vom Leiden und Tode Jesu. meinem Ende einst meinen Geist| Blut nicht Hohn? Nein, ich will in Gottes Hände: dann schau' ihn einzig lieben, meinen Jesum ich, was ich hier geglaubt. nie betrüben. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. O mein Herz, was zagest In eigener Melodie. 163. Christe, du Lamm du? Sich, aus heil gem Mittlerstriebe schafft dir Jesus sterbend Gott ist hier, Gott verzeiht durch Ruh'. Wer verdammt mich? Christum mir: drum, aus dantbar reinen Trieben, will ich Je= sum wieder lieben. Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden. Amen! Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 164. De er am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb' ist Jesus Christ. Weichet all ihr eitlen Triebe, fern sei, was nicht himmlisch ist. Lust der Welt ist nicht von Gott, ihre Liebe bringt den Tod. Meinen Jesum nur zu lieben, dazu fühl' ich mich getrieben. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Spötter, was verlachst du mich, daß ich mich im Glauben übe? Starb mein Heiland nicht für mich? Jesus ist mein Friedensschild, Jesus ist mein Lebensbild: meinen Jesum will ich lieben und mich stets im Glauben üben. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du besiegst mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich ging ins Gericht! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? Spräch' ich seinem Liebe. Prüft mich beide, Luft 5. Der am Kreuz ist meine und Schmerz, ob ich ihm wohl treu verbliebe. Von ihm scheidet nichts mein Herz, keine Macht, kein Gold, kein Ruhm, keine Schmach, kein Martertum: dem bisher ich treu verblieben, Jesum will ich ewig lieben. Mel. Chriftus, der ist mein Leben: c. 165. Die Sonne stand vers finstert, der Mittag ward zur Nacht; nun hat er überwunden und spricht: es ist vollbracht. 2. Des Tempels Gründe wankten, der Vorhang riß entzwei; so wird der Welt verkündet, der 3ugang sei nun frei. 3. Denn er ist durchgedrungen für uns zu Gottes Thron, der ew'ge Hohepriester, des Allerhöchsten Sohn. 4. Rein Opfer mehr darf bluten, der Fried' ist nun gemacht, und aller Welt Erlösung durch seinen Tod vollbracht. 5. O du, der mich versöhnte dem Richter aller Welt, du haft Vom Leiden und Tode Jesu. 85 das Heil der Sünder auf ewig| Ehrenkron' erstritten; Preis, Anhergestellt. betung, Dank sei dir lebenslang, mein Heil, dafür. 6. Nun wohnt in sichrer Ruhe das menschliche Geschlecht: dein 4. Herr, der tausendfache Volk regierst du herrlich nach Schmerzen mir zu Liebe gern erdeinem heil'gen Recht. 7. Einst führest du die Deinen in deines Vaters Reich und machst an Ehr' und Würde sie seinen Engeln gleich. trug, deinem mitleidsvollen Herzen war mein Friede Lohn genug. Trost in meinen letzten Stunden floß auch mir aus deinen Wunden; Herr, ich dank', ich danke dir einst im Tode noch dafür. 8. Den Tod darf ich nicht fürchten, der mich von hinnen rafft: er ist schon überwunden durch deines Todes Kraft. 9. Durch ihn komm' ich zum Ziele, vollbracht ist dann mein Lauf; dann nimmt in seine Hände auch mich der Vater auf. Mel. Jesu, meines Lebens 2c. 166. Du, der Menschen Heil 5. Ruh' im Leben, Trost am Grabe, welch ein seliger Gewinn, den ich dir zu danken habe, dir, des ich auf ewig bin! Dir mein ganzes Herz zu geben, deinem Vorbild nachzustreben und der= einst zu sterben dir, Herr, dies sei mein Dank dafür. und Leben, des sich 167. Djen, jobald sie zion Mel. O Haupt voll Blut 2c. u, dessen Augen flossich hingegeben, Ursprung meiner sahn, zur Frevelthat entschlossen, Seligkeit; du, der lieber wollte sich seinem Falle nahn: wo ist sterben, als mich lassen im Verder- das Thal, die Höhle, die, Jesu, dich ben; ach, wie dank', wie dank' ich verbirgt? Verfolger seiner Seele, dir, mein Erlöser, g'nug dafür! habt ihr ihn schon erwürgt? 2. Gottes Ratschluß zu er2. Welch ängstlich banges Klafüllen, gingst du deine Leidens- gen hörst du, Gethsemane! Wer bahn; ja, du stiegst um unsert- ist der Mann der Plagen, der willen gern den Todesberg hinan. langsam Sterbende? Es ist das Du vergaßeft eigne Schmerzen, Heil der Sünder, der Mittler trugst nur unsre Not im Her- für die Welt, der, statt der Menzen; diese Liebe preisen wir, ewig schenkinder, hier ins Gericht sich sei dir Dank dafür. stellt. meine Seele freut, der für mich 3. Frevler krönten dich zum Hohne, o du König aller Welt, und im Schmuck der Dornenkrone wurdest du zur Schau gestellt. Das Kampfe siegt! 3. Seht, wie er tief im Staube, bedeckt mit Angstschweiß liegt und doch sein starker Glaube im heißen Schon naht die hast du für mich gelitten, mir dielfreche Rotte, die kein Erbarmen 86 Vom Leiden und Tode Jesu. rührt, die unter Hohn und Spotte| 3agen und bist bis in den Tod ihn zu dem Nichtstuhl führt. 4. Sein Volk im wilden Grimme erweicht sein Anblick nicht und nicht des Mitleids Stimme, die aus dem Heiden spricht. Mit frechem Hohngelächter ruft ihre blinde Wut: auf unsre Söhn' und Töchter komm', wie auf uns, sein Blut! 5. Sie häufen seine Plagen noch auf der Todesbahn; er wird ans Kreuz geschlagen; o Seele, bet ihn an! Ihn höhnt in Wort und Mienen sein Volt bei seinem Schmerz; er ruft: Vergieb es ihnen! In Liebe bricht sein Herz. 6. Bald nahet sich sein Scheiden, des Todes stille Nacht; nun enden seine Leiden, er stirbt, es ist vollbracht. Es hat nun überwunden aus Juda's Stamm der Held; Versöhnung ist gefunden für die gefallne Welt. 7. Der du zum Heil der Sünder dein Haupt am Kreuz geneigt, du Freund der Menschentinder, hier liegen wir gebeugt, dir danken wir im Staube, dir, der uns Heil gewann. Dich preist der Deinen Glaube; nimm unser Opfer an. betrübt; wie sollte mir das Herz nicht schlagen, der ich der Sün= den viel verübt? Mir ziemt es, daß ein Herz voll Reu' stets mei= nes Betens Anfang sei. 3. Du meidest selbst der Jünger Blicke und suchest fern die Einsamkeit; so zieh' auch ich mich still zurücke und fliehe, was mein Herz zerstreut. Mit dir laß mich alleine sein, wenn betend ich vor Gott erschein'. zur Erden, fällst nieder auf dein 4. Du wirfst dich knieend hin Angesicht; so soll die Demut sich gebärden, wenn sich das Herz mit Gott bespricht. Tief beug' ich vor ihm meinen Sinn, ich, der ich Staub und Asche bin. 5. Du rufest zu dem lieben Vater, greifft voll Vertrauen ihm ans Herz; dein Vater ist auch mein Berater, drum ruf' ich mit dir himmelwärts. und Liebe sind mir not, sonst Ach Glaub' ist mein Beten falt und tot! 6. Geduld'ger Jesu, du bleibst stille; dreimal erneut die Bitte sich; gewiß ist auch an mich dein Wille, ich soll anhalten kräftiglich. Find' ich nicht Ruh' beim ersten Mal, so ruf' und bet' ich ohne Zahl. Mel. O daß ich tausend zc. u gehst Garten, 7. Dein Wille senkt sich in den 168. Dort zu beten; ich willen des ewig weisen Vaters geh' im Geist, mein Jesu, mit. ein; so soll auch mein Gemüt Laß mich an deine Seite treten; sich stillen, dann wird mein Flehn ich weiche von dir keinen Schritt. erhöret sein. Auch ich bet' in Dein Beispiel zeige mir dabei, Gelassenheit: dein Will', o Gott, welch ein Gebet gesegnet sei. gescheh' allzeit. 2. Du gehest zitternd und mit 8. Du, Herr, erlangtest so im Vom Leiden und Tode Jesu. 87 Flehen Trost, Kraft, Sieg, Le- zum Freudenopfer bringen. Mein ben, Herrlichkeit, und so soll es ganzes Leben weih' ich dir, es auch mir ergehen in dieser mei- soll nun dankbar für und für ner Gnadenzeit; auf gleiches Be- in deinem Dienst verfließen; und ten folgt auch mir der gleiche was du mir zu gut gethan, das Segen, Herr, wie dir. will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. In eigener Melodie. 169.& in Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder. Es gehet mit gelaßnem Sinn und schweigend seinen Weg dahin, begiebt sich aller Freuden; es sieht die Marter, die ihm droht, und will die Schmerzen und den Tod doch gern aus Liebe leiden. 5. Wohl auf, mein Herz, und öffne dich, dir soll ein Kleinod werden! kein Schatz, wie dieser, findet sich im weiten Schoß der Erden. Weg Ehr' und Lust der eitlen Welt! was vor dem allen mir gefällt, hat nun mein Herz gefunden. Dies ist mein Schatz und höchstes Gut: Versöhnung, Jesu, durch dein Blut und Heil aus deinen Wunden. 6. Dies teure Gut soll allezeit 2. Dies Lamm ist Jesus, unser zum Segen mir gedeihen, mich Freund, der Retter vom Verder- träftigen in jedem Streit, in ben, der nach des Vaters Rat Trübsal mich erfreuen; und naht erscheint, am Kreuz für uns zu die Todesstunde sich, so schau' sterben. Wunderlieb', o Lie- ich glaubensvoll auf dich und besmacht, Gott hat, was nie ein werde selig enden. Ich trete dann Mensch gedacht, uns seinen Sohn zu deinem Thron und den vergeschenket. O unerhörte Liebes- heißnen Gnadenlohn nehm' ich that, daß, der in sich das Leben aus deinen Händen. hat, sich in den Tod gesenket. 3. So lang' ich lebe, will ich Mel. Ein Lämmlein geht 2c. dich aus meinem Sinn nicht laf- 170. sen; mit starker Liebe hältst du mich, so will auch ich dich fassen. Nur dir gefallen sei mein Ruhm; ich will mich dir zum Eigentum auf ewig übergeben. Nur du bist meine Zuversicht, und wenn mein Aug' im Tode bricht, bist du auch dann mein Leben. Erforsche mich, erfahr mein Herz und sieh, Herr, wie ich's meine; ich denk an deines Leidens Schmerz, an deine Lieb', und weine. Dein Kreuz sei mir gebenedeit. Welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Hab' ich dies wohl genug bedacht und dich 4. Ich will von deiner Freund- aus aller meiner Macht genug. lichkeit, mein Jesu, täglich singen dafür gepriesen? und mich dir selbst zu aller Zeit! 2. Rat, Kraft und Friedefürst 88 Vom Leiden und Tode Jesu. und Held, in Fleisch und Blut| Pein für den, der dich verachtet, gekleidet wirst du das Opfer für nicht, solcher Gnade wert zu sein, die Welt, und deine Seele leidet. im wahren Glauben trachtet! Du zagest in Gethsemane, fühlst der dein Verdienst zwar eingeunsrer Sünden schrecklich Weh, die steht, dich aber durch sein Leben Strafen sonder Ende; auf dich schmäht, durch seine Laster höhnimmst du der Menschen Schuld net. Wer dich nicht liebt, kommt und giebst, mit göttlicher Geduld, ins Gericht; wer nicht dein Wort dich in der Sünder Hände. hält, liebt dich nicht, ihn hast du nicht versöhnet. 3. Erniedrigt bis zur Knechtsgestalt, voll Krankheit und voll 7. Du hast gesagt, du wirst die Schmerzen, ertrugst du Spott, Kraft zur Heiligung mir schenSchmach und Gewalt mit gott- ken; dein Blut ist's, das mir ergebnem Herzen. Wir sahn dich, Trost verschafft, wenn mich die der Verheißung Ziel, doch da Sünden kränken. Laß mich im Eiwar nichts, was uns gefiel, und fer des Gebets, laß mich in Lieb' nicht Gestalt und Schöne. Vor und Demut stets vor dir erfundir, Herr, unsre Zuversicht, ver- den werden. Dein Heil sei mir barg man selbst das Angesicht; ein Schirm in Not, mein Stab dich schmähn des Bundes Söhne. im Glück, mein Schild im Tod, 4. Ein Opfer nach dem ew'gen mein letzter Trost auf Erden. Rat, beschwert mit unsern Plagen und deines Volkes Missethat, gemartert und zerschlagen, still und el. Wie wohl ist mir, o Freund zc. geduldig wie ein Lamm, gehst 171. Erhabner Dulder, deine du den Weg zum Kreuzesstamm, um Seelen zu erretten. Dein Werk im Todesschmerz, du folgest Liebe vollbringt ihr Leben gabst du auch für mich, der Erbarmung Triebe, bringst denn Gott warf alle Sünd' auf Frieden in des Sünders Herz. dich, damit wir Friede hätten. Du bist die Wahrheit und das 5. Du neigst dein Haupt, es Leben; um uns zur Kindschaft zu ist vollbracht; du stirbst, die Erd' erheben, betrittst du deine Leidenserschüttert. Die Arbeit hab' ich bahn. Wer dich im Glauben dir gemacht; Herr, meine Seele angenommen, darf als ein Kind zittert. Was ist der Mensch, den zum Vater kommen und soll der du befreit! o laß in heißer Dant- Gnade Trost empfahn. barkeit mich deine Gnad' empfinden, und deine Liebe dringe mich zur Gegenliebe, daß ich dich nie freuzige mit Sünden. 6. Welch Warten einer ew'gen 2. Verkläret hast du Gott auf Erden, verherrlicht seines Namens Ruhm; du hast durch Martern und Beschwerden uns dir erkauft zum Eigentum. Wir sollten frei Vom Leiden und Tode Jesu. 89 3. Verleih uns Weisheit, Kraft und Stärke, uns deinem Dienste vom Dienst der Sünden, geheiligt| bereut. Der Herr hat unsre Last deinen Tod verkünden und deinem getragen, Gott ist ein Vater, der Bilde ähnlich sein. Welch hohes verzeiht. Nur laßt uns wandeln 3iel, wonach wir streben; o laß in der Liebe, daß wir aus dankbar uns nie in unserm Leben dein frommem Triebe auch unsern heiliges Verdienst entweihn! Brüdern gern verzeihn. Wenn Rach' und Zorn das Herz entzünden, wer kann des Herren ganz zu weihn und durch Voll- Lieb' empfinden und seines Heiles bringung guter Werke stets wirk- sich erfreun? sam für dein Reich zu sein. Gieb, daß wir freudig von dir zeugen, damit sich alle zu dir neigen, die jetzt noch ferne von dir stehn. Bald sei auf dieser ganzen Erde ein Hirte nur und eine Herde: dies ist, o Vater, unser Flehn. 4. Oft geht der Weg durch nächtlich Grauen, auf dem uns Gott zum Ziele führt, doch wollen wir fest darauf bauen, daß er uns väterlich regiert. ,, Mein Vater! es gescheh' dein Wille", sprachst du in demutsvoller Stille, als du zum Tode warst betrübt. Herr, der uns vorangegangen, laß uns den Kindessinn erlangen, der sich in deinen Rat ergiebt! 7. Der Herr hat mächtig überwunden und giebt uns seinen guten Geist, der uns in der Versuchung Stunden den sichern Weg zum Beben weist. Getrost ging er dem Tod entgegen, weil ihn sein Gott, der Welt zum Segen, als Sühnungsopfer dargestellt. Stärk uns, Herr, in Versuchungszeiten, auf daß wir wachen, beten, streiten und siegen über Sünd' und Welt. 8. Ja, hilf uns alles überwinden, was unserm wahren Leben droht, erlös uns von der Macht der Sünden, bewahr uns vor dem ew'gen Tod. Laß wandeln uns in deinem Lichte, vor deinem heil'gen Angesichte, fern von der Sünde finstrer Nacht. O hilf, daß in der letzten Stunde der Sieges= 5. In deinem segensvollen Leben war dir kein irdisch Glüd gewährt; du hast, von Dürftigkeit umgeben, der Erde Güter gern entbehrt. Des Vaters gnaden- ruf aus deinem Munde der unsre reichen Willen durch Thun und sei: es ist vollbracht! Leiden zu erfüllen, war deine 9. Dein ist das Reich, die Macht Speise, Gottes Sohn. Auch uns, und Ehre, das Richteramt an Gotwenn Not und Mangel drücken, tes Thron. Dich preisen aller Enwird Gott mit reichem Trost er- gel Chöre, du bist wahrhaftig Gotquicken, du selbst, Herr, bist der tes Sohn. Nimm auch von unDeinen Lohn. serm schwachen Herzen den Dank für deine Todesschmerzen, bis unser sterbend Auge bricht, und wir 6. Und kein Erlöster darf verzagen, der ernstlich seine Schuld 90 Vom Veiden und Tode Jesu. in jenen Himmelshöhen dich, mit heißen Zähren ihm heute unsern Herrn und Heiland, sehen Lieb und Treue schwören? Es von Angesicht zu Angesicht. ist vollbracht! Mel. Es ift genug! so zc. 172. Es ist vollbracht, das Opfer für die Welt; 6. Es ist vollbracht! Herr, ewig feierlich sei mir dein Todestag, dich preif' ich jetzt und einst noch preise dich mein letzter Herzensdas Licht der Wahrheit siegt. Nun schlag! Hinauf zu dir blick' ich endlich wird des Irrtums Nacht am Ziele und ruf' in freud'gem erhellt, die auf der Menschheit Dankgefühle: Es ist vollbracht! liegt. Der Welterlöjer hat vollendet, wozu der Vater ihn ge= sendet. Es ist vollbracht! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 2. Es ist vollbracht! Durch Lei- 173. Es ist vollbracht! so den ohne Zahl that er für uns ge= ruft am Kreuze des nug. Er ruhet nun von aller bit- sterbenden Erlösers Mund. Dies tern Qual, die er aus Liebe trug. Wort voll Trost und Leben reize Sein Geist, entnommen dem Ge- zur Freude mich aus Herzenstümmel steigt triumphierend auf grund. Was Gott auch mir zum zum Himmel. Es ist vollbracht! Heil bedacht, das große Opfer ist vollbracht. 3. Es ist vollbracht; des Vaters Rat erfüllt zu seinem Preis und Ruhm! Der Vorhang riß; auf ewig ward enthüllt der Liebe Heiligtum. Der seinen Mördern auch vergeben, bringt allen Heil und neues Leben. Es ist vollbracht! 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben, verdunkelt wird der Sonne Schein; in Tote dringt ein neues Leben, sie sollen Wunderzeugen sein; der Vorhang reißt, die Erde kracht und die Versöhnung ist vollbracht. 4. Es ist vollbracht! Wer sah 3. Wie viel, mein Heil, haft nicht Gottes Spur, als er am du erduldet, als dir das Herz im Kreuz entschlief? Die Sonn' er- Tode brach! Du hast den Fluch losch, verhüllt war die Natur, die hinweggewendet, der auf der Erd' erbebte tief. Zerrissen wur- Welt voll Sünden lag; verden Felsenwände bei des erhabnen schwunden ist des Todes Nacht, Mittlers Ende. Es ist vollbracht! seitdem du riefft: es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Wie blieb' 4. Ich sehe den am Kreuze hanein menschlich Herz wohl kalt und gen, der mich vom ew'gen Tod ohne Dank an dessen Kreuz, der befreit. Nekt, fromme Thränen, unterm tiefsten Schmerz für uns meine Wangen, seid Zeugen meizum Tode sant! Wer sollte nicht ner Dankbarkeit! Er, den mein Bom Leiden und Tode Jesu. Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist vollbracht! 91 der Sieg gelungen, indem das Herz ihm brach. 5. O hilf mir nun auch, Herr, vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt, laß nach der Heiligung mich ringen, zu der dein Tod mir Kraft gewährt. Mich dir zu weihn, bin ich bedacht, bis einst mein Leben ist vollbracht. 3. Es ist vollbracht! Nun ferner nicht geweint! In dir vollend' auch ich; bin ich mit dir, du mit mir vereint, so sieg' ich, Herr, durch dich. werde meine Sünden, des bittern Todes Macht durch dich bald überwinden; dann ruf' auch ich: vollbracht! Ich 6. Und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung ausersehn, so will ich, mit ergebnem Herzen, durch alle Not und Trübsal gehn. Dann ruf' ich in der Leidensnacht voll Hoff nung aus: es ist vollbracht! 7. Fühlt einst mein Herz des Todes Schrecken, dann, Herr, erleichtre mir die Last: auch sterbend laß den Trost mich schmecken, daß du den Tod besieget hast. So tret' ich in des Todes Nacht mit dem und Gerechtigkeit macht, daß ich Triumph: es ist vollbracht! 2. Dein Blut, mein Schmuck und Ehrenkleid, dein' Unschuld kann vor Gott bestehn und in des Himmels Freud' eingehn. Mel. Die Seele Chrifti heil'ge mich sc. 175. Heures Blut iſt dein meiner Seelen höchstes Gut, das tröstet, stärkt und macht allein vor Gott mich aller Sünden rein. Mel. Jerusalem, dit zc. 174. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, ist vollbracht! so mein Gnadenthron, dein Blut, ruft des Heilands das in mir Leben schafft, erfülle Mund; o triumphierend Wort! mich mit neuer Kraft. Es macht auch mir der Schuld Vergebung tund, es gilt noch fort und fort. Vollbracht ist nun sein Leben, das er auch mir geweiht, für mich auch hingegeben zu meiner Seligkeit. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich erschrecket Sünd' und Tod, dann laß mich diesen Trost erfreun: dein Blut macht mich von Sünden rein. 2. Es ist vollbracht! Das Leiden ist vollbracht, nun sinkt er Mel. Mir nach, spricht 2c. in den Tod; da hat er auch an 176. Herr Jeſu Chrift, du meine Schuld Gotteslamm, der auch meine Not. Wie hat der du viel Angst und Plagen für Held gerungen mit Schmerzen, meine Schuld am Kreuzesstamm Angst und Schmach! ihm ist geduldig haft getragen, verleih 92 Vom Leiden und Tode Jesu. auch mir in Leidenszeit Geduld hier vor dir gebüdt im Staube, und wahre Tapferkeit. verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte! 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken: allein sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Nichts Größres ist in Gott, als Lieb' erweisen, und uns gebührt, sie demutsvoll zu preisen und zu bewundern, wenn Gott Gnad' erzeiget, wie hoch sie steiget. 9. Mein Herz ergreift, Herr, dein Verdienst im Glauben, nichts soll den Trost, den du erwarbst, mir rauben. Du starbst für mich; nun bin ich, wenn ich sterbe, des 2. Ich kann nicht ohne Kreuz und Leid zur Freude dort gelan= gen; du selbst bist zu der Herrlichkeit nur durch das Kreuz gegangen: drum will auch ich in Not und Bein, wie du, mein Herr, geduldig sein. Mel. Herzliebster Jefu zc. 177. err, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Du, Gottes Sohn, wirst Mensch, gleich uns, auf Erden, Himmels Erbe. willst bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt, gemartert und zerschlagen, In eigener Melodie. die Sünde tragen. 3. D wunderbarstes aller 178. Herzliebster Jeſu, was Gnadenwerke! Es zu ergründen daß dir das Todesurteil ward hast du verbrochen, fehlt dem Geist die Stärke; mein gesprochen? was ist die Schuld, Herz erbebt, ich seh' und ich wofür so harte Strafen dich, empfinde den Fluch der Sünde. Heil'ger, trafen? 4. Gott ist gerecht, ein Richter alles Bösen; Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. Schmach gekrönet, ins Angesicht 2. Du wirst gegeißelt und zur geschlagen und verhöhnet und, wie es Missethätern nur gebühret, zum Kreuz geführet. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es beugt mich tief und es erhebt mich wieder, entsündigt mich, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. sach' solcher Plagen? Ach, meine 3. Was ist doch wohl die UrSünden haben dich geschlagen; ich selbst, Herr Jesu, habe das verschuldet, was du erduldet. 6. Herr, mein Heil, an diese Strafe! Der gute Hirte 4. Wie wunderbarlich ist doch dessen Blut ich glaube, ich liegel leidet für die Schafe; die Schuld Vom Leiden und Tode Jesu. bezahlt der Herr für seine Knechte, er, der Gerechte. 93 schwebt er da mit unsrer Schuld beladen, dem Opfertode nah. 5. O große Lieb', o Lieb' ohn' alle Maßen, daß du dich also für uns martern lassen! Was kann ich dir dafür, o Herr, mein Leben, zum Opfer geben? 6. Ich will stets dankvoll deine Huld betrachten, will dich nur lieben und der Welt nicht achten; nur deinen Willen thun, mich selbst bekämpfen, die Lüste dämpfen. 7. Zu deiner Ehre will ich alles wagen, kein Kreuz mehr achten, teine Schmach und Plagen; nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 8. Dies alles wollest du, Herr, nicht verschmähen, auf mein ge= ringes Opfer gnädig sehen; durch deinen Geist mich Schwachen täglich stärken zu guten Werken. 9. Wenn dort, Herr Jesu, einst vor deinem Throne auf meinem Haupte glänzt die Ehrenkrone, dann soll mein Lob mit aller Engel Chören dich ewig ehren. 3. Fallt nieder, bebt, ihr Sünder, verhüllt das Angesicht: jetzt ist für Adams Kinder der Mittler im Gericht. Wer nun der Sünden Greul nicht haßt, häuft auf den Tag des Zornes sich selbst des Zornes Last. Mel. Wenn meine Sünd' mich 2c. in an dein Kreuz 179. ner, stärke mich. Dich gläubig anzubeten, sehnt meine Seele sich. Laß mich mit Zittern und Vertraun, was du für uns erlitten, in heil'ger Andacht schaun. 2. Des großen Dulders Seele ist bis zum Tod betrübt; so innig, meine Seele, hat Jesus dich geliebt. In heißen Ängsten 4. Es präge eurem Herzen sich tief und kräftig ein: der Preis so vieler Schmerzen soll eure Rettung sein. O nehmt an seiner Gnade teil, erkennet seine Liebe, verwerft nicht euer Heil. 5. Vernehmt es auch, ihr Spötter, die ihr den Mittler schmäht, er ist auch euer Retter, ach, höret sein Gebet: Sie wissen nicht, was sie begehn; vergieb, o Vater, ihnen!" war auch für euch sein Flehn. 6. Ihr, eurer Brüder Feinde, eure Brust und schlagt an werdet Menschenfreunde, verdammt der Rache Lust; vergeltet euren Haffern nie, selbst denen, die euch fluchen; vergebt und fegnet fie. 7. Noch währen seine Qualen, vollen Schalen des noch trägt er unsre Schuld; er Leidens mit Geduld. So hoch hat Gott die Welt geliebt, daß in den Tod am Kreuze er Jesum Christum giebt. 8. Vor deines Todes Schrecken erblaßt der Sonne Licht und Finsternisse decken des Himmels Angesicht. Nun sinkt er in des Todes Nacht; erbarm, o Gott, 94 Vom Leiden und Tode Jesu. dich unser! Er stirbt: Es ist in deiner letzten Not gefühlt vollbracht. in deinem Herzen. Laß das Verdienst von solcher Pein ein Labsal meiner Seele sein, wann mir die Augen brechen. Mel. Es ist genug! so zc. 180. h bin erlöst durch Gott, zu mir auch in der Todesnot, auf daß ich Gnade finde. meines Mittlers 2. Ich danke dir für deine Blut, durch seines Kreuzes Tod; du zur Tilgung meiner Schuld Huld, die du mir hast erzeiget, da mit Gott versöhnt, fühl' ich nun dein Haupt am Kreuz geneiget. Trost und Mut und fürchte keine Ach, neige dich, mein Herr und Not. Die Weisheit hat mein Heil erfunden, der Tod ist siegreich überwunden; ich bin erlöst! 2. Ich bin erlöst! Mich trifft 3. Erhalt in deinem Dienst mich des Donners Spruch vom Sinai treu, bis Leib und Seele scheiden, nun nicht; mein Heiland nahm daß nicht an mir verloren sei dein von mir den schweren Fluch, teures, wertes Leiden. Und wenn befreit mich vom Gericht. Mich mein Lauf vollendet ist, nimm schrecken nicht mehr meine Sünden, mich hinauf, Herr, wo du bist, der Vater läßt mich Gnade finden; daß ich dort mit dir lebe. ich bin erlöst! 3. Ich bin erlöst! Was ist In eigener Melodie. Oder: Freu dich noch, das mich schreckt? Licht wird die Todesnacht, aus der sehr 2c. Wunden, mich bald der Herr des Lebens 182. Jeju, deine tiefen weckt zu der Verklärung Pracht. Werd' ich ins stille Grab ge= tragen, so ruh' ich nur von Prüfungstagen; ich bin erlöst! 4. Ich bin erlöst! In Friede fahr' ich hin, ist meine Stunde da. Der Tod wird mir zum seligsten Gewinn, mein Retter ist mir nah; er wird zu einem bessern Leben dann den befreiten Geist erheben; ich bin erlöst! Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zc. 181. h banke dir für deinen Tod, o Herr, Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in meiner Seelennot; fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein, diese wehret meinem Herzen mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will sich an der Weltlust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk' ich an dein Leiden, dieses dämpft die böse Glut; will sich der Versucher nahn, schau' ich deine Martern an, halt ihm vor die Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Auch für alles, was mich und für die Schmerzen, die du träntet, geben deine Wunden Vom Leiden und Tode Jesu. 95 Kraft, wenn darein mein Herz| sich die Sünder, daß sie nun sich senket, wird mir Ruh' und sind Gottes Kinder. Heil geschafft; deines Trostes Süßigkeit wendet jedes bittre Leid. Alles hast du mir erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Aber auch die Sünde weicht niemals ganz aus unsern Herzen, und bis wir das Ziel erreicht, fehlt es nicht an bittern Schmerzen. Du mußt, Vater, uns Gedeihen durch des Geistes Kraft 4. Auf dich setz' ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht! Mir erregt der Tod kein Grauen, verleihen. mich erschreckt nicht das Gericht; durch dich, Fürst der Seligkeit, Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid! zc. fieg' ich auch im letzten Streit; wer da ruht in deinen Wunden, der hat Leben Mel. Liebfler Jesu, wir 2c. 183. Jesus Christus, Gottes Lamm, ist für unsre Schuld gestorben, hat gebüßt am Kreuzesstamm und die Freiheit uns erworben. Wer die Sünde nun bereuet, wird durch Christi Tod erfreuet. 2. Gott, der selbst die Liebe ist, zeigt, wie hoch er uns geliebet, da sich willig Jesus Christ in den Tod für Sünder giebet, uns, bisher des Todes Knechte, zu verwandeln in Gerechte. 3. Sind wir nun versöhnt mit Gott, weil sein Sohn sich hingegeben, wie vielmehr bringt aus dem Tod der Erstandne uns zum Leben; selig macht er seine Brüder, heilig seines Leibes Glieder. 184. Jhr Augen, weint! der der Heil'ge, der Gerechte wird verachtet, wird verschmäht, stirbt den Tod der Knechte. 2. Ihr Augen, weint! der Menschenfreund trägt unerhörte Plagen. Ach, für unsre Missethat wird er so geschlagen! 3. Ihr Augen, weint! der Menschenfreund beschließt sein teures Leben. Wer wird nun den Leidenden Trost und Hülfe geben? 4. Ihr Augen, weint! der Menschenfreund sinkt in des Grabes Höhle; Finsternis und Gram bedeckt seiner Jünger Seele. 5. O weint nicht mehr! Kann wohl der Herr je die Verwesung sehen? Nein, er wird nach kurzer Rub' siegreich auferstehen. Mel. Mein Jesu, dem die 2c. 4. Sind mit Christo wir ver- 185. Kommt, die ihr Jeſu Kreuz erhebet, heut eint, so liebt Gott uns in dem Sohne; wer in ihm gerecht erscheint, darf sich nahn des Vaters Throne. Freudig rühmen ist des Heilands Todestag. Schaut ihn, durch dessen Tod ihr lebet, auf dem auch eure Sünde lag. Ihr 96 Christen, laßt der Erde Freuden und ihre Kümmernis zurück und richtet eures Geistes Blick auf eures Heilands Todesleiden. Vom Leiden und Tode Jesu. recht üben; und du trägst Elend, 6. Wir sollten Stolz und UnKreuz und Schmach? Wir sollten. die nicht herzlich lieben, für die 2. Wir bringen Dank aus dein Herz in Liebe brach? Der frommen Herzen, in Lieb' ent- Rachsucht sollten wir nicht brannt, erfüllt von Scham, dir, wehren, nicht auch dem Feinde der die Last von bittern Schmerzen gern verzeihn? Versöhner, o der als unser Mittler auf sich nahm. ist nicht dein, den nicht dein Tod Heil dir, der uns das Heil er= fann Liebe lehren! rungen im bangen, schweren Todesstreit! Lamm Gottes, bis gen, da wir dich schweigend dul7. Wir sollten je in Trübsal flain Ewigkeit sei auch von uns den sehn? wenn uns Verfolgung dein Ruhm gesungen! droht, verzagen, da Leiden deinen 3. Wenn uns die Schuldge- Sieg erhöhn? Befiehlst, in dunkler fühle drücken, ist's Golgatha, wo- Nächte Grauen, von Gott verhin wir fliehn und dort des lassen, du dich Gott, so wollen Blutes Ström' erblicken, die auch wir in Schmach und Spott, wie für uns um Gnade schrien. Wir du, des Vaters Herz vertrauen. wollen, wo für unsre Sünden du dich am Kreuz geopfert hast, die Freiheit von der Sünde Last und von der Sünde Herrschaft finden. stunden bleibst du, Herr, unsre 8. Auch in den bängern TodesZuversicht; im Glaubensblick auf deine Wunden erschreckt des 4. Dahin, wo uns dein Blut Grabes Nacht uns nicht. Wenn sich erstritten, gehn wir, dir unser das Auge schon verdunkelt, so set Blut zu weihn. Wo du für uns des Geistes Aug' erfüllt von den Tod gelitten, werd' unser deines Heldentodes Bild, das wie Leben gänzlich dein. Wie du, o der Morgenstern uns funkelt. Herr, um unsertwillen gehorsam wurdest bis zum Tod, so wollen freudig dein Gebot auch wir treu bis zum Tod erfüllen. Mel. Herzliebster Jeſu zc. 186. Laß deinen Geiſt 5. Dein Leidenskampf, o Heimich stets, mein land, stärke, dein Sieg befeure Mut Heiland, lehren, dein göttlich und Kraft zum Glaubenskampf, Kreuz im Glauben zu verehren, zu jedem Werke, das Ehre dir und daß ich getreu in dem Beruf der Freude schafft. Wie uns durch Liebe mich christlich übe. Lust die Sünd' auch reize, sie hat an uns nicht weiter teil; wir fliehn und meiden, Herr, diese 2. Das Gute thun, das Böse fliehn zu dir, zu deinem Heil und Pflicht lehrt mich dein heilig holen Kraft von deinem Kreuze. Leiden. Könnt' ich zugleich das Vom Leiden und Tode Jesu. 97 Böse mir erlauben und an dich und bete: so darf auch ich des glauben? Heiles der Erlösten mich sicher trösten. 3. Da du dich selbst für mich dahingegeben, wie dürft' ich noch nach meinem Willen leben und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd' ich matt in übung guter Werke, so sei's mir Stärke. 4. Wie sollt' ich nicht des Lebens Kreuz und Plagen mit stiller Demut und Geduld ertragen, da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? 5. Wie sollt' ich meine Miterlösten hassen, für welche du dein Leben selbst gelassen? Ich will für alle, die mich untertreten, gleich dir noch beten. 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 12. Seh' ich dein Kreuz den. Klugen dieser Erden ein Ärgernis und eine Thorheit werden, so sei's doch mir, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 13. Wenn mich im Sterben meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; dein Kreuz sei, wenn ich einst den Tod erleide, mir Fried' und Freude. Mel. Die Tugend wird durchs: c. 187. Qaß mir die Feier deiner erhabner Mittler, heilig sein! Sie lehre mich die Sünde meiden und dir mein ganzes Leben weihn. Ich seh' auf dich, der so ent= 8. Welch großes Heil! du schlossen für mich die Laft des littest uns zu gute, ich bin ver- Kreuzes trug, der mir zum Heil föhnt in deinem teuren Blute. sein Blut vergossen, des Herz Du hast auch mir, da du für mich noch sterbend für mich schlug. gestorben, dies Heil erworben. 2. Mir sollen diese Feierzeiten nicht ohne reiche Frucht entfliehn; zum Kreuze will ich dich begleiten und eitlen Freuden mich entziehn. Ich will gerührt umgeben, einst ewig leben. die Huld ermessen, womit dein 10. Ja, wenn ich stets der Herz die Welt umfaßt; wie Tugend Pfad betrete, im Glau- tönnt' ich undankbar vergessen, ben kämpf', im Glauben wach' was du für mich erduldet haft? 7 7. Ein reines Herz, gleich deinem reinen Herzen, dies ist der Dank für deine Todesschmerzen; und Gott giebt Kraft, flehn wir in deinem Namen, dir nachzuahmen. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben, so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben; so werd' ich dort, von Herrlichkeit 98 Vom Leiden und Tode Jesu. 3. So will ich in der Andacht trugest du, uns vom Fluch zu Stunden dich, Herr, im Geiste retten, daß wir im Gewissen Leiden sehn, für dein Verdienst Ruh', mit Gott Friede hätten. und deine Wunden mit Dant und Thränen dich erhöhn. Dein Leiden sei mein höchster Segen, dein Tod mein seligster Gewinn; mein gläubig Herz schlägt dir entgegen, weil ich durch dich gerettet bin. 4. Was ein neues Leben schafft uns deines Leidens Kraft und und zur Beğrung leitet, hat dein Kreuz bereitet. Stark im Glauben kann ich nun nach der Tugend ringen, Gottes Willen bezwingen. freudig thun, Sünd' und Welt 5. Froh kann ich dem Todes4. Seid jetzt, seid mir auf immer teuer, Gethsemane und Golgatha, ihr Stätten, wo die Welt die Feier der wundervollsten thal nun entgegensehen und zu Liebe sah! Dorthin will ich voll iener Welt einmal ohne Schrecken Andacht schauen, wo mein Erlöser gehen; denn du hast aus aller litt und starb, und noch im Tode Not Rettung mir errungen und dem vertrauen, der mir die durch deinen Kreuzestod meinen Seligkeit erwarb. Tod bezwungen. Mel. Chriftus, der uns selig 2c. 188. Mein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest und erhöht auf Gottes Thron jetzt noch für mich bittest! Welche Wohlthat, Herr, ist mir dein versöhnend Leiden! O wie dank' ich würdig dir, Ursprung meiner Freuden! 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auf mich auch kommen. Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, du hast es in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. vom Kreuz stets mit Mut belebe; 7. Gieb, daß mich das Wort daß ich jedem Sündenreiz stand2. Dir, dem Herrn der Herr- haft widerstrebe. Treib mich lichkeit, war es ja gegeben, ohne mächtig dadurch an, Gottes Ernst Schmerzen, ohne Leid ewig froh zu scheuen und, was unrecht ich zu leben. Aber, o der großen gethan, innig zu bereuen. Huld! daß ich selig würde, über-| nahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 8. Stärke mich durch deinen Tod in den letzten Stunden. Du hast deines Todes Not siegreich 3. Nun kann meine Missethat überwunden. O so hilf dazu auch noch Bergebung finden: denn du mir; laß mich fröhlich scheiden; starbst nach Gottes Rat für der Herr, dann dank' ich ewig dir Menschen Sünden. Unsre Lasten für dein bittres Leiden. Vom Leiden und Tode Jesu. 99 wirst nicht durch dies Gericht erJein Herr und schüttert, daß dein Herze bricht? 5. Dein ist die Schuld, nimm dies in acht, du haft den Herrn ans Kreuz gebracht; ihm, der für dich sein Leben gab, folg in das Grab und stirb dem Sündenleben ab. Mel. Herzliebsler Jefit zc. 189. Mei Heiland, laß mir's gehn zu Herzen, wie hoch du mich geliebt in deinen Schmerzen. Gieb, daß ich mög' des Fleisches Lüste dämpfen; hilf selbst mir kämpfen! 2. Der du im Grabe Ruhe haft gefunden, nachdem für uns am Kreuz du überwunden, gieb Ruhe, wenn man mich nach meinen Tagen ins Grab wird tragen. 3. Gieb süße Ruhe durch dein bittres Leiden; nimm auf die Seele zu des Himmels Freuden, die du, o Herr, auf ewig mir erworben, da du gestorben. Mel. Ich hab' mein' Sach' 2c. 190. Nun ist es alles wohl gemacht; mein Jesus ruft: es ist vollbracht. Er neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Leben, welches nie verdirbt. 2. Der Herr der Herrlichkeit erbleicht, der Lebensfürst, dem niemand gleicht. Welch Wunder zeigt uns Gottes Macht: in dunkle Nacht 6. Ach Vater! unter Pein und Hohn erblaßt am Kreuz dein ein'ger Sohn: da dies geschieht für meine Schuld, trägst du Geduld und schenkst in ihm mir deine Huld. 7. Ertöte selbst in meiner Brust, mein Heiland, jede böse Lust: dein Tod, der mir das Leben schafft, verleih mir Kraft, zu üben gute Ritterschaft. 8. Ich will zu deinem Kreuze gehn und fest im Glauben auf dich sehn: dein Tod soll meine Zuflucht sein, auf ihn allein ſchlaf ich einst sanft und selig ein. verhüllet sich der Sonne Pracht! 3. Die Erde bebet fürchterlich: der Heil'gen Gräber öffnen sich; der Vorhang reißt von oben an, daß jedermann das Heiligtum nun schauen kann. 4. Weil denn die Kreatur fich regt, so werd' auch du, o Mensch, bewegt. Ein Fels zerreißt und du 9. Ich danke dir, Herr Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist; ich preise dich hier in der Zeit und nach dem Streit voll Freud' und Wonn' in Ewigkeit. Mel. Herzlich thut mich 2c. 191. Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn! o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron'! o Haupt, das sonst getragen die höchste Ehr' und Zier, doch schimpflich nun geschlagen, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, das sonst, der Sonne gleich, gestrahlt 7* 100 Vom Leiden und Tode Jeju. im hellsten Lichte, wie bist du Todesschmerzen, da du's so gut nun so bleich; dein Blick mit gemeint. O gieb, daß ich mich Kraft gefüllet, der sonst die Welt halte zu dir und deiner Treu' geschreckt, wie ist er jetzt verhüllet, und, wenn ich einst erkalte, in mit Dunkel ganz bedeckt! dir mein Ende sei. 3. Die Farbe deiner Wangen 9. Wenn ich einmal soll scheiden, und deiner Lippen Rot ist hin so scheide nicht von mir; wenn und ganz vergangen in deiner ich den Tod soll leiden, so tritt Todesnot. Was hat dem Tod du dann herfür; wenn mir am gegeben, o Jesu, diese Macht, allerbängsten wird um das daß er dein heilig Leben versenkt Herze, sein, so reiß mich aus in seine Nacht? den Ängsten kraft deiner Angst und Bein. 4. O Herr, was du erduldet, ist alles meine Last: ich, ich hab' 10. Erscheine mir zum Schilde, es verschuldet, was du getragen zum Trost in meinem Tod, und haft. Schau her, hier steh' ich laß mich sehn dein Bilde in deiner Armer, der Zorn verdienet hat; Kreuzesnot: da will ich nach dir gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad'! blicken, da will ich glaubensvoll fest an mein Herz dich drücken: wer so stirbt, der stirbt wohl. 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an. Du haft, Quell aller Güter, viel Gutes mir gethan. Oft hast du mich gelabet, mit Himmelsbrot gespeist, mit Trost mich reich begabet durch deinen freud'gen Geist. Mel. Chriftus, der uns selig zc. 192. hilf, Chrifte, Gottes Sohn, durch dein bittres Leiden! daß nicht Kreuz, 6. Ich will hier bei dir stehen, nicht Spott und Hohn uns von verachte mich doch nicht; von dir dir mag scheiden, daß wir will ich nicht gehen, wenn dir dein deines Kreuzes Schmach fruchtHerze bricht. Dich halt' ich noch barlich bedenken, dafür, wiewohl umschlungen in meinen Armen arm und schwach, dir Dankopfer fest, wenn von dem Tod be- schenken. zwungen das Leben dich verläßt. 7. Es dient zu meinen Freuden und thut mir herzlich wohl, daß 193. Mel. Herzliebster Jefu, was 2c. Lamm, das keine ich mich in mein Sünde Heil, versenken soll. Ach könnt' das nie die Schuld geteilt, die ich, o mein Leben, an deinem uns bedecket, und reiner ist, als Kreuze hier mein Leben von mir alle Seraphinen, die jetzt dir geben, wie wohl geschähe mir! dienen. 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deine 2. Warum muß ich dich sehn am Kreuze schweben, von Schmach 4022 101 bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe wird mit Engelzungen von uns besungen. Vom Beiden und Tode Jesu. und Hohn und bittrer Qual umgeben? Warum mußt du den Tod sogar empfinden, den Sold der Sünden? 3. Fürwahr, du trugest meine Not und Schmerzen, die Strafe lag auf dir und deinem Herzen; mich wolltest du durch deine Wunden heilen, mir Ruh' erteilen. 4. O habe Dank für dein unendlich Lieben, das dich für mich in Not und Tod getrieben, daß du den Zorn, der über mich sollt' kommen, auf dich genommen. 2. O Lamm Gottes zc. Gieb 5. Ich nehm' es an, das Heil, so du erworben, da du für mich uns deinen Frieden, o Jesu! am Kreuze bist gestorben; der Tod kann mir, weil ich der Schuld entladen, nun nicht mehr schaden. 6. Ach stärke nur durch deine Kraft den Glauben, daß er sich diesen Schak nicht lasse rauben, der nimmer mag mit allem Gut der Erden erworben werden. 194. Lamm Gottes, unschuldig, für uns am Kreuze gestorben! den Tod littst du geduldig und hast uns Leben erworben. Die Sünd' haſt du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 7. Laß deines Leidens Frucht mich stets genießen, laß seinen Trost auf mein Gewissen fließen; dein Sterben sei zu steter Lust und Freude des Geistes Weide. 8. Der Sünde, die dich hat ans Kreuz geschlagen, will ich von ganzem Herzen nun entsagen: es foll forthin in mir sich nichts erkühnen, ihr noch zu dienen. In eigener Melodie. 9. Nur dir, nur dir, Lamm Gottes, sei mein Leben zum Eigentum auf ewig hingegeben! wozu du mich durch deinen Tod und Wunden so hoch verbunden. 10. Nichts fann und soll hinfort von dir mich scheiden; ich Mel. Auf meinen lieben 2c. 195. welch ein herber Schmerz, mein Jesu, für dein Herz! ihn hast du mehr empfunden als Banden, Spott und Wunden: die kleine Zahl von Freunden kränkt dich gleich deinen Feinden. 2. Raum naht sich die Gefahr, so zagt der Jünger Schar: sie fliehn, die sich vermaßen, dich nimmer zu verlassen; die Schwüre sind gebrochen, die kaum ihr Mund gesprochen. 3. Dein Petrus selbst erschrict, der fühn das Schwert gezückt. Er flicht, eh Bande drohen; doch da er feig entflohen, geht er zurück verwegen dem tiefern Fall entgegen. 4. Wo ist sein hoher Sinn? Sein Eifer ist dahin; er, der dich frei bekannte, dich Gottes Sohn einst nannte, läßt sich durch 102 Furcht bethören, dich treulos abzuschwören. 5. Wie schwach ist Fleisch und Blut! Traut niemals fühnem Mut! Bald liegen wir im Staube, erloschen ist der Glaube und unser Mut gedämpfet: ach, Christen, wacht und kämpfet! 6. Doch, Herr, dein Liebesblick bringt Petrum bald zurück; er fühlet tief im Herzen der Reue bange Schmerzen und weinet bittre Thränen, die sich nach Gnade sehnen. 7. Er sucht und findet sie; drum, Sünder, zaget nie. Die Reue muß euch beugen; doch laßt die Zweifel schweigen: so groß sind keine Sünden, sie können Gnade finden. Vom Leiden und Tode Jesu. ich hätte leiden müssen, den Tod hatt' ich verdient. Die Martern und die Banden hast du, Herr, ausgestanden, auf daß ich sei mit Gott verfühnt. des Kreuzes schweben, dein Heil finkt in den Tod! der große Fürst der Ehren läßt willig fia beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 5. Du gingest mir zum Segen dem Todeskampf entgegen mit starkem Heldenmut; du starbst, daß ich nicht sterbe, noch ewiglich verderbe; o unerhörte Liebesglut! mein Heil, für deine Wunden, 6. Hoch bin ich dir verbunden, für deine Angst und Pein; was will ich dankbar legen an deinen Seel' und Leib vermögen, das Dienst und Ruhm allein. 7. Ich kann zwar nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Seel' und Beib sich scheiden, mir tief Mel. Uun ruhen alle Wälder 2c. 196. Welt, sich hier dein in meinem Herzen ruhn. Leben am Stamm 8. An dich will ich stets denken und meine Augen lenken auf deinen Kreuzestod; er ist des Glaubens Siegel, der Unschuld heller Spiegel, mein bester Trost in aller Not. 2. Tritt her und schau mit 9. Ich will darin erblicken, wie Fleiße, wie ist mit blut'gem ich mein Herz soll schmücken mit Schweiße des Mittlers Leib be- stillem sanften Mut, und wie ich deckt. Welch unerhörte Schmerzen mich soll üben, aus Herzensgrund fühlt er in seinem Herzen, da er zu lieben, wenn mich verfolgt den Kelch des Leidens schmeckt! der Feinde Wut. 3. Wer hat dich so geschlagen? 10. Wenn gift'ge 3ungen wer ist's, der diese Plagen dir stechen, wenn Spötter Hohn mir aufgebürdet hat? Du bist ja sprechen und meines Falls sich nicht ein Sünder, wie andre freun: will ich das Unrecht Menschenkinder, und nicht be- dulden und alle ihre Schulden, wie fleckt von Missethat. ds du, mein Heiland, gern verzeihn. 11. Wofür du mußtest leiden, 4. Ich bin's, ich sollte büßen, Vom Leiden und Tode Jesu. 103 das will ich ernstlich meiden, will eint; seines Sterbens Wunderkraft, thun, was dir gefällt; ich will die in Toten Leben schafft, wird der Sünd entsagen, ans Kreuz mir Schmerz und Freude geben, die Lüste schlagen; gekreuzigt soll wird mich beugen und erheben. mir sein die Welt. 12. Es ström' aus deinen Wunden in meinen letzten Stunden mir Trost und Frieden zu. Nimm mich an meinem Ende, o Herr, in deine Hände und führe mich zur ew'gen Ruh'.. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. 197. Richtet auf des Heiz Vernunft ihr Denken hin, so will fie allein sich weiden an des Dulders hohem Sinn; sie verdammt der Feinde Wut, die vergoß des Heil'gen Blut, und flagt über Christi Schmerzen; doch es heiligt nicht die Herzen. 2. Aber meines Geistes Sehnen 5. Alle Hoffart drückt sie nieder, hebt in Kleinmut mich empor, giebt in Schwachheit Stärke wieder, zieht aus Zweifeln mich hervor; hält mich zwischen Lust und Leid in der rechten Mäßigkeit: ja mir ist der höchste Frieden durch des Heilands Kreuz beschieden. ſucht den höheren Gewinn: zum Ersterben zu 6. O geheimnisreiche Liebe, die sich mir im Glauben schenkt! wenn wecke neue Lebenstriebe, mein Blick zum Kreuz fich lenkt. Alle Kraft und alles Heil deines Leidens sei mein Teil; alles andre mag vergehen, bleibet mir dein Kreuz nur stehen. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 198. Seht, welch ein Menſch das! Menschen, hier zusammen: ihr ungerechten, seht die Unschuld hier verdammen; Unheil'ge, sehet hier den Heiligsten verhöhnt, mit Dornen nur zum Spott des Himmels Herrn gekrönt. tief verderbten Sinn. Mir soll Christi Schmach und Bein nicht ein rührend Bild nur sein; nein, ins Herz will ich ihn schließen, seines Todes Kraft genießen. 2. Seht, welch ein Mensch ist 3. Dies Geheimnis seiner Schmerzen, das verborgen ist der Welt, hat der Glaube meinem Herzen in das hellste Licht gestellt. das in Schmach und Schmerz Alle sündliche Begier tötet Christi und Wunden! Hat eure KnechtTod in mir, und durch ihn wird schaft nicht den Freiesten gemir gegeben, aufzustehn zum bunden? Hat eure Luft nicht ihm der Schmerzen Füll' erregt? Ift's eure Bosheit nicht, die an das Kreuz ihn schlägt? neuen Leben. 4. Drum in meines Herzens Grunde trag' ich ihn, den Seelenfreund, der zum ew'gen Gnadenbunde mit den Gläub'gen sich ver3. Seht, welch ein Mensch ist das! Ja, opfert Thränenfluten, 104 Vom Leiden und Tode Jeju. denn eure Blutschuld macht des 2. Du denkest ohne Schaudern Heilands Herz verbluten! Geht nie an diese Wut der Sünder. nicht vorüber hier; doch seht Du sprichst: die Rache strafte sie durch allen Schmerz, seht durch die und straft noch ihre Kinder. O offne Brust in eures Jesu Herz. Seele, denkst du auch dabei an deine Sünden; bist du frei von Schuld am Tode Jesu? 4. Seht, welch ein Mensch ist das! Kommt, Menschen hier zu= sammen, zergeht in Dankbarkeit, erglüht in Liebesflammen! So lang' das Auge blickt, sei nie der Wunsch gestillt, die Herrlichkeit zu schaun, die ihn am Kreuz erfüllt. 3. Wird er nicht auch für deine Schuld verschmähet und schlagen? Muß Jesus nicht voll zer= Lieb' und Huld auch deine Sünden tragen? Ja er versöhnt durch seinen Tod auch dich mit damit du lebest. dem gerechten Gott und stirbt, 5. Seht, welch ein Mensch ist daß, wie reich an Trost und Gnaden! Seht, welche Segensfüll' 4. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn, aus ihm sich will entladen, seit du Tilger meiner Sünden! versein vergoßnes Blut der Sünde tritt mich an des Vaters Thron Macht bezwingt, so oft sein und laß mich Gnade finden. Laß Blick vom Kreuz in eure Seelen deines Todes Schmach und Pein dringt. Gerechtigkeit und Heil mir sein um deiner Liebe willen. 6. Seht, welch ein Mensch ist das! Zieht er nicht von der Erden euch nach, fühlt ihr euch nicht zu Gott erhoben werden? Sterbt nicht der Sünd' ihr ab, indem das Haupt er neigt; lebt ihr nicht himmlisch auf, wenn er zum Himmel steigt? dir, und ewig will ich's halten: so 5. Ich schwöre, Weltversöhner, wahr du lebest, soll in mir nie deine Lieb' erkalten; ich will nicht scheuen deine Schmach, ich will das Kreuz dir tragen nach, nur dir zur Ehre leben. Mel. Traurigkeit, o fjergeleid! zc. Mel. Aus tiefer not c. 200. o ruhest du, o meine 199. Seht, welch ein Mensch! Grabeshöhle und erweckst durch Ruh', in deiner liegt erstorbne auf ihm die Last der Sünder! Wie unaussprechlich duldet er für 2. Man senkt dich ein nach euch, ihr Menschenkinder! Des vieler Pein, du meines Lebens ew'gen Vaters heil'gen Sohn Leben; dich hat jetzt ein Felsentrifft wilder Feinde Spott und grab, Fels des Heils, umgeben. Hohn und tausendfache Plagen. 3. Doch Preis sei dir, du 105 Vom Leiden und Tode Jeju. konntest hier nicht die Verwesung| Ihr, die ihr euern Heiland ehrt, sehen! bald hieß dich des Höchsten fühlt seiner Liebe hohen Wert, die Macht aus dem Grab erstehen. selbst die Feinde segnet. Auch uns hat er durch sein Gebet des ew'gen Richters Gnad' erfleht. Zu unsers Herzens Trost und Ruh' sagt er auch uns Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt seist du für deinen Tod, der uns versöhnt mit unserm Gott! 4. O Lebensfürst! ich weiß, du wirft auch mich zum Leben wecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in stillem Frieden liegen: denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Nein, nichts verdirbt, der Leib nur stirbt, doch wird er auferstehen und in der Verklärung Glanz aus dem Grabe gehen. 7. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senten und an deinen bittern Tod bis zum Tode denken. 3. Das ist der Segen deiner Huld, daß Gott auch bei gehäufter Schuld die Sünder gern verschonet; daß er so liebreich ihrer denkt und ihnen Frist zur Buße schenkt, nicht nach Verdienst belohnet. Wohl mir, daß ich auch rühmen kann: auch mich, mich Sünder nimmt Gott an; dies Heil hat deines Todes Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. Jesu Christ, mein Herr und Gott, durch deinen Tod vertrittst du mich bis an den Tod! Mel. Herzlich lieb hab' ich dich sc. m die 4. Wird je mein Herz von 201. 1 Günderwelt ruft Gottes Sohn, am Kreuz gequält, Trofte leer, weil meiner Sünden großes Heer aufs neue mich erals er die Welt versöhnet. Wie schrecket: o dann versichre mich tief verwundet es sein Herz, daß aufs neu', du stehest mir als ihn bei seinem herben Schmerz Mittler bei, der meine Schuld ihr Spott so frech verhöhnet! Er bedecket. Blick' ich dann glaubensschaut auf sie mit mildem Sinnvoll auf dich, so tröste deine und wendet sich zum Bater hin, Gnade mich und stärke mich mit Bitten stets gewährt; deiner Kraft am Ziele meiner ruft, daß es Erd' und Himmel Pilgerschaft. Herr Jesu Christ, hört: vergieb, o Gott, und führe der Letzte Kampf wird mir vernicht sie ins Gericht; denn was süßt, weil du mein Trost im sie thun, verstehn sie nicht. Tode bist. der 2. Bewundernd seh' ich diese Huld! Wie göttlich groß ist die Geduld, die Mördern so begegnet. 5. Den sanften, liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine 106 Vom Leiden und Tode Jesu. Seele. Gieb, daß bei der Ver- Kein Sterblicher kann dich erfolgung Schmerz ich dir des reichen und keiner aus der EngelFeindes hartes Herz und meine schar. Des ew'gen Vaters Thron Sach' empfehle. Entflammet verlassen, um hier am Kreuze mich der Rache Glut, o so be- zu erblassen und uns vom Tode sänft'ge meinen Mut. Erinnre zu befrein; des Himmels unträftig mich daran, was du zum nennbare Freuden vertauschen Vorbild mir gethan, Herr Jesu mit der Erde Leiden: kann eine Chrift, als du am Kreuz durch Liebe größer sein? dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad' erfleht. 3. Wer diese Liebe tennt, der bete sie mit der tiefsten Ehrfurcht 6. Mich heil'ge dein Ver- an. Wir wollen deiner Todessöhnungstod, daß ich befolge dein stätte, o Herr, uns gläubig Gebot und ganz dir ähnlich dankbar nahn. Hier stehn wir werde. Ja ziehe mich, erhöhter unter deinem Kreuze, daß uns Held, zu dir hinauf von dieser dein hohes Vorbild reize, zu thun, Welt, zum Himmel von der Erde. was Liebe uns gebeut; du lehrst Du bist der Deinigen Panier; uns, ohne Drohn und Klagen die zeuch uns dir nach, wir folgen Lasten unsrer Brüder tragen: dir und können dann ohn' Ende wir sind zu folgen dir bereit. dein und deiner Fürsprach' uns erfreun. Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ, wie selig ist ein Mensch, dem du ein Heiland bist! Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. 202. Voll Siebe war, o Herr, dein Leben, von Liebe zeugte jede That; zum Opfer dich für uns zu geben, war deines Vaters heil'ger Rat. Ihn zu will'gem vollziehn 4. Das Herz zur Liebe zu entzünden, blick' ich hinauf nach Golgatha; der Kränkung Schmerz zu überwinden, erwäg' ich fromm, was dort geschah. Auch meine Feinde will ich lieben, der Brüder teinen je betrüben, für welche du gestorben bist; auch unter Opfern und Beschwerden will ich des nächsten Helfer werden; hilf mir dazu, Herr Jesu Christ. mit Herzen, betratest du den Weg Mel. Wenn meine Sünd' 2C. der Schmerzen und gingst in tauſendfache Not; warst voll Er- 203. Von Furcht dahinbarmen gegen Feinde, du liebtest Petrus dich; bald straft ihn ſein gerissen, verleugnet deine schwachen Freunde und liebtest sie bis in den Tod. Gewissen, da weint er bitterlich. Dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz, er fleht zu dir um Gnade und du stillst seinen Schmerz. 2.0 Liebe, Liebe sondergleichen, wie göttlich groß, wie wunderbar! Vom Leiden und Tode Jesu. 107 2. Betrübt ist meine Seele, mit Mel. Herzlich thut mich verlangen c Reu' und Schmerz erfüllt; wenn ich es auch verhehle, dir' ist es doch enthüllt. Bekennen will ich es vor dir: oft hab' ich dich verleugnet, vergieb, vergieb es mir! Freuden und dem, 204. Weg, Welt, mit deinen was dir gefällt: dich, Jesu, ſeh' ich leiden, du Opfer für die Welt! Du hast durch tausend 3. Oft hat mich Furcht ge- Schmerzen und deines Todes beuget; ich ward der Menschen Kraft den Frieden meinem Knecht, wenn ich nicht laut ge- Herzen und ew'ges Heil verschafft. zeuget von dir und deinem Recht. Ja brach ich je die Christenpflicht, so sprach auch ich mit Petrus: ich kenne Jesum nicht. 2. Weil dich die Welt verachtet, werd' ich mit Ruhm geschmückt; weil du am Kreuz geschmachtet, darum werd' ich erquickt. Dein Gott, der dich verlassen, tritt näher nun zu mir, ich darf ihn. 4. Ich seh' jetzt, ich empfinde die Größe dieser Schuld; vergieb auch diese Sünde nach deiner gläubig fassen: dies, Heiland, großen Huld. Erbarmend sahst dank' ich dir. du Petrum an, auch mich laß diese Gnade, o Herr, mein Heil, empfahn! 5. Laß dieses Herz voll Reuc von nun an stärker ſein und mit erneuter Treue sich deinem Dienste weihn; daß auch in Trübsal und in Not ich, Herr, getreu dir bleibe, getreu bis in den Tod. 3. Die ausgestreckten Hände, sie fegnen den, der glaubt; daß ich einst selig ende, neigst du am Kreuz dein Haupt. In deiner offnen Seite seh' ich dein liebend Herz, das giebt mir Kraft zum Streite und Ruh' in jedem Schmerz. 4. Mag denn die Welt dein 6. Bewahr' ich deine Gnade, Leiden und seinen Trost verfolg' ich dir standhaft nach, wer schmähn: ich bleibe voller Freuden ist dann, der mir schade, was an deinem Kreuze stehn. O Jesu, fürcht' ich Hohn und Schmach? deine Liebe trieb dich in Tod Die Spötter mögen mich ver- und Grab: ich sterb' aus gleichem schmähn; sie werden mich mit Triebe der Sünde gänzlich ab. Ehre von dir verherrlicht sehn. 7. Nichts soll von dir mich trennen; ich will es gern und In eigener Melodie. frei vor aller Welt bekennen, 205. Wenn mich die Sünden daß dein o tret' ich freudig vor Gericht und Herr Jesu Christ, so laß mich wohl du, o Herr, verleugnest mich vor bedenken, wie du gestorben bist, dem Vater nicht. und alle meine Schuldenlast am 108 Vom Leiden und Tode Jesu. Stamm des heil'gen Kreuzes auf Heuchelschein, und wie du mir dich genommen haft. erwiesen, aus reiner Lieb' allein. 2. Wunder ohne Maßen, 8. Baß endlich deine Wunden betracht es, Seele, recht: es hat mich trösten träftiglich, wenn in sich martern lassen der Herr für den letzten Stunden mein Auge seinen Knecht! der, welcher ist blickt auf dich. Auf dein Vermein Herr und Gott, hat sich dienst nur will ich traun, dann für mich verlornen gegeben in wirst du mich annehmen, dich ewiglich zu schaun. den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden die Schuld, die mich betrübt? Ich bin bei Gott in Mel. Nun ruhen alle Wälder 20. Gnaden, der seinen Sohn mir 206. Wer kann die Beiden giebt; der mich erlöst durch Christi fassen, die du, Blut, daß ich nicht mehr darf Herr, so gelassen für mich erduldet fürchten der Höllen Qual und haft! Daß ich gerettet würde, Glut. trugst du die schwerste Bürde und nahmst auf dich auch meine Baft. die Qual, die du empfunden, 2. Laß deine letzten Stunden, 4. Drum fag' ich dir von Herzen jetzt und mein Leben lang für deine Bein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank; für deine mich trösten und erfreun. G² Not und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb' und Treu'. lehre mich dein Leiden den Dienst der Sünde meiden und ganz mich deinem Dienste weihn. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie tomme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. das selbst in Todesschmerzen für 3. Du starbst mit einem Herzen, deine Feinde bat: so will ich mich nun üben, den, der mich fränkt, was er that. zu lieben; oft wußt' auch er nicht, 6. Mein Kreuz und meine der sich auf dein Erbarmen am 4. Du gabest Trost dem Armen, Plagen, der Menschen Spott und Kreuze erst verließ: wenn ich im Hohn hilf mir geduldig tragen, Glauben sterbe, bin ich des o Gottes ew'ger Sohn! Laß Himmels Erbe und folge dir mich verleugnen diese Welt und ins Paradies. folgen dem Exempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn' Eigennuß und 5. Du sorgteft für die Deinen, die du um dich sahst weinen, gabst ihrem Herzen Ruh': so send auch, wenn ich scheide, in ihrem bittern Leide den Meinen Trost und Frieden zu. Vom Leiden und Tode Jesu. 109 Kreuzespein. 6. Du mußtest, matt von geduldig sein, uns trösten deiner Plagen: mich dürftet! schmachtend flagen, und keiner labte dich: doch ich kann nie verschmachten, denn du wirst meiner achten, du labeft und erquickest mich. 4.3u dir steht unsre Zuversicht, du werdest uns verlassen nicht; mit deiner Gnade bei uns stehn, bis wir zu deinem Reich eingehn. 7. Du riefft mit Angst und Beben, von Todesnot umgeben: Verläßt du mich, mein Gott? Werd' ich dereinst erblassen, du Mel. Fren dich sehr, o meine zc. wirst mich nicht verlassen; du 208. Wir sind alle Jesu fühltest selbst des Todes Not. Glieder und mit seinem Blut erkauft; darum komm auf uns hernieder, Geist, der uns mit Feuer tauft. Benke du den ernsten Sinn auf des 8. Du sprachst an deinem Biele in freudigem Gefühle des Siegs: Es ist vollbracht! Sehr mich mein Werk vollbringen und Heilands Leiden hin; hilf, daß einst zum Ziele dringen durch wir es würdig feiern, sein Gedeines Sieges Kraft und macht. dächtnis fromm erneuern. 9. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getrost den Geist dahin: wenn ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle, o dann ist Sterben mein Gewinn! Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 207. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und unsrer Sünden schwere Last am Kreuz auf dich genommen haft. 2. Sohn Gottes und des Menschen Sohn, verherrlicht nun nach Schmach und Hohn, erlös uns von dem ew'gen Tod und tröft uns in der letzten Not. 2. Stell den Mittler unsres Bundes uns in seiner Würde vor; bring die Reden seines Mundes vor das aufgeschloßne Ohr. Führ uns nach Gethsemane, daß dort unser Aug' ihn seh', wie des Todes Nacht ihn schrecket und ihn blut'ger Schweiß bedecket. 3. Zeig uns ihn, den Sanften, Reinen, unter seiner Mörderschar. Ach es gab auf Erden keinen, welcher so verachtet war! Doch er hat der Frevler Hohn, Purpurmantel, Dornenkron', alle Qual, die er empfunden, fiegreich duldend überwunden. 4. Geh mit uns dem Opferlamme auf dem blut'gen Pfade 3. O reich uns deine starke nach; zeig uns an dem KreuHand in unserm Kreuz und zesstamme seine Hoheit, seine Prüfungsstand! damit auch wir Schmach. Um sein festes Gott 110 Von der Auferstehung Christi. vertraun und des Heil'gen Tod| bestimmt, bei dem zu leben, der zu schaun, trag uns auf der den Geist Gott übergeben. Andacht Flügel zu dem nachtbedeckten Hügel. 6. Du begnadigte Gemeinde, blick zu deinem Haupt empor, 5. Seine letzten Worte schreibe zu dem göttlich großen Freunde, uns ins Herz mit Flammenschrift, den zum Retter Gott erfor: daß nun keiner trostlos bleibe, schöpfe Wonn' und Seligkeit dir den das Los des Todes trifft: aus seiner Leidenszeit; reiß dich seit ,, es ist vollbracht" ertönt, sind los von dem Getümmel, und wir nun mit Gott versöhnt, sind dein Wandel sei im Himmel. IX. Von der Auferstehung Chriſti. Mel. Chrift lag in Codesbanden zc. 209. A Gott, mich drückt ein schwerer Stein, wer will ihn von mir nehmen? Du kennest meines Herzens Pein und mein geheimes Grämen: Jesus lebt und ich bin tot; wer oben. rettet mich aus dieser Not, daß ich ihn nicht kann finden vor Sünden? daß du mögst auferstehen durch 4. Er ist nun auferstanden heut, ſeine Kraft zur Seligkeit und fröhlich mit ihm gehen durch viel Trübsal, Angst und Qual und durch das finstre Todesthal, zur Freud' und Wonn' erhoben dort 5. Dein Jesus läßt dich nicht zurück, weil er vorangegangen, so du nur mit dem Glaubensblick willst immer an ihm hangen. Er wird dich dem Grab entziehn ohn' all dein Sorgen und Bemühn und nehmen deine Schmerzen zu Herzen. 6. Die Engel Gottes sind bei dir, die dich zu Jesu leiten und auf dem Weg zur Lebensthür mit 3. Betrübtes Herz, verzage Flammen für dich streiten. Suchst nicht, dein Jesus ist erstanden, der du deinen Seelenfreund? Mit Tod und Höllenmacht zerbricht seinen Jüngern geh vereint, wo und löst der Sünde Banden: er von Todesbanden erstanden. er wird auch durch seinen Tod 7. Such ihn nicht mehr in dich reißen aus der Sündennot seinem Grab, nein, wer mit ihm und zu dem Geistesleben er- erstanden und folget seinem Hirheben. tenstab, bei dem ist er vorhanden. 2. Wer wälzet diesen Stein von mir, der mich so hart beschwert? Wann öffnet sich die Grabesthür, wann wird mir Trost gewähret? Soll ich aus dem Tode nicht durchbrechen zu dem Himmelslicht? Wer will mich von den Retten erretten? Von der Auferstehung Christi. Darum prüf, o Mensch, dein Herz, thu Buß' in wahrer Reu' 111 In eigener Melodie. und Schmerz, ſo ist der Stein 211. Auf, auf, mein Herz, gehoben von oben. 8. Flieh aus dem Grab ins wahr, was heut geschehn! Gott Himmelszelt, dein Leben dort zu läßt nach großem Leiden ein finden; geh aus im Glauben von großes Licht uns sehn. Mein der Welt, laß alles Eitle Heiland war gelegt da, wo man schwinden: so wird Jesus dir uns hinträgt, wenn der befreite zum Heil erscheinen als dein Geist der Erde sich entreißt. bestes Teil, du wirst ihn nach Verlangen umfangen. 9. O Jesu, laß mich auferstehn im Geist und mit dir leben, bis du mich selig wirst erhöhn und mir die Krone geben, die du mir nach dieser Zeit bereitet in der Herrlichkeit, wo deiner die Erlösten sich trösten. 2. Er war ins Grab gesenket, man hört ein Hohngeschrei: doch eh der Feind es dentet, ist Christus wieder frei. Er tritt als Held herfür und schwingt sein Siegspanier. Wer ihn am Kreuze fah, ruft jetzt Hallelujah! 3. Nun dräun der Hölle Rotten vergebens mir Gefahr; kühn darf ich ihrer spotten, sie frümmen Mel. Sollt ich meinem Gott 2c. 210. 2men, deines Grabes mir kein Haar. Nun wird des Todes Macht getroft von mir Friede wird auch verlacht. Wie er auch schreckt, er unser Grab durchwehn, wenn wir, von der Wallfahrt müde, gilt mir als ein Schattenbild. ruhn, um froher zu erstehn. Amen, Fürst der Auferstehung, der des Grabes Siegel brach, zeuch durch Grab und Tod uns nach zu des Wonnereichs Erhöhung, wo dem Tod, der uns versöhnt, aller Himmel Loblied tönt. 2. Großer Erstling deiner Brüder, ja, du ziehest uns nach dir; du, Haupt, ziehst deine Glieder, und wie du, so leben wir. Ja wir werden auferstehen, weil du auferstanden bist! werden dich, Herr Jesu Christ, einst in voller Klarheit sehen. Jetzt, o Herr, und ewiglich leben wir allein durch dich. 4. Nun mag die Welt mich Hassen, mit ihrem 3orn mir drohn und, bin ich ganz verlassen, mich schmähn mit bittrem Hohn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht; das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick. 5. An Chrifto bleib' ich hangen als seines Leibes Glied, wohin der Herr gegangen, er mich auch nach sich zieht. Er bricht durch Welt und Not, besieget Sünd' und Tod; ich bin in seinem Schutz und biete allem Truß. 6. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, 112 Von der Auferstehung Christi. daran mit goldnen Worten der hin; laßt uns ihm zur Ehre Spruch gelesen wird: wer dort leben, dann ist Sterben uns wird mit verhöhnt, wird hier Gewinn. Haltet unter Lust und auch mit gekrönt; wer dort mit Leiden im Gedächtnis Jeſum sterben geht, wird hier auch mit Christ, der vom Tod erstanden ist: erhöht. unvergänglich sind die Freuden des, der nach dem Himmel strebt. Hallelujah! Jesus lebt. Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 212. Auferstanden, auferstanden ist der 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder, er sei euer Lobgesang! Held, der uns versöhnt! Seht, Bringt dem Todesüberwinder wie hat nach Schmach und ewig Ehre, Preis und Dank! Banden Gott mit Ehren ihn Rühmt es in Versuchungsstunden, gekrönt! Dort auf seines Vaters wenn euch Sünd' und Elend Throne, über Schmerz und Tod droht; rühmt es in der Todesnot: erhöht, herrscht er nun in unser Herr hat überwunden, Majestät. Fallet nieder vor dem der uns einst zu sich erhebt. Sohne, der uns einst zu sich Hallelujah! Jesus lebt. erhebt. Hallelujah! Jesus lebt. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 2. Singt dem Herrn, er ist erstanden, der da starb auf 213. Auf, ihr Christen, laßt Golgatha. Rühmt es laut in allen uns singen und unLanden, was sein Mund verhieß, serm Heiland Ehre bringen, der geschah. Wer kann ihm noch aus dem Grabe steigt empor! widerstreben? Mächtig steigt der Jesus Christus ist erstanden und Held empor; im Triumph bricht hat den Tod gemacht zu Schanden, er hervor. Seht des Abgrunds geöffnet ist des Grabes Thor. Pforten beben, da ihr Sieger fich erhebt. Hallelujah! Jesus lebt. Glanz der Herrlichkeit, der ewig uns erfreut! Hallelujah! der 3. Uns vom Tode zu befreien, und sieget über Tod und Welt. starke Held gewinnt das Feld jant er in des Grabes Nacht; 2. Ob wir endlich müssen uns zum Leben zu erneuen, steht sterben, wir werden darum nicht er auf durch Gottes Macht. Tod, verderben, der Tod ist uns des du bist in Sieg verschlungen, Lebens Thür: denn weil Christus deine Schrecken sind gedämpft, auferstanden, bleibt keiner in des deine Herrschaft ist bekämpft, Todes Banden, mit unserm und das Leben ist errungen; Haupte leben wir. Den Leib ob man unsern Leib begräbt, zerstört der Tod; den Geist trifft Hallelujah! Jesus lebt. teine Not. Hallelujah. Von 4. Aus dem Grab uns zu allem Leid sind wir befreit und erheben, ging er zu dem Vater gehen ein zur Seligkeit. Von der Auferstehung Christi. Mel. Jesus, meine Buversicht zc. Mel. Chrift lag in Todesbanden 2c. 215.Bringt Preis und Ruhm 214. Auf mein Herz! des Herren Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben: Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben! O wie hoch sind wir getröst't! Jesus hat die Welt erlöst. dem Heiland dar, frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getötet war, ist dem Gericht entnommen. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auf2. Er, der ew'ge Gottessohn, erstanden. Hallelujah! sei nun ewig auch gepriesen; 2. Dein Leben in der Majeseiner Feinde Schar zum Hohnstät befestigt unsern Glauben. hat er siegreich sich erwiesen: Wer kann, da dich dein Gott hat erfüllet durch die That, was erhöht, uns nun den Trostgrund sein Mund geredet hat. rauben: daß du von der Sünde macht Befreiung hast ans Licht gebracht, den Himmel aufgeschlossen? Hallelujah! 3. Unsre Schuld ist freilich groß, doch wir dürfen nicht verzagen, denn der Bürg' ist frei und los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gefrönt und wir sind nun Gott versöhnt. 113 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Retten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten; muß gleich unser Fleisch und Bein erst in Staub verwandelt sein. 4. Sterben war der Sünde Sold; nun ist Christus unser Leben, der das Lösegeld gezollt und sich selber hingegeben; er 4. Erstandner, ich frohlocke hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. dir; mein ist dein Sieg und Leben. Du lebst und herrschest, um auch mir dein ew'ges Heil zu geben; meiner Seele Trost zu sein, zum Guten Kraft mir zu verleihn und mich zu Gott zu führen. Hallelujah! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden. Im Frieden Gottes laß mich Ruh' für meine Seele finden. Schaffe deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle. Hallelujah! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, die Toten zu er= 8 6. Herr, dies glaub' ich dir zum Ruhm, und mein Trost ist nicht vergebens. Ich bin nun dein Eigentum, du, mein Herr, du Fürst des Lebens. Hocherfreuet sing' ich dir jetzt und ewig Dank dafür. 3. Gott selbst hat dich dem Grab entrückt, dich, seinen Sohn, zu ehren; der Wahrheit Siegel aufgedrückt hat er auf deine Lehren. Deines Todes hohen Wert hat er aufs herrlichste erklärt, da er dich auferwecket. Hallelujah! 114 Von der, Auferstehung Christi. wecken. Du rufest, und der Macht des Grabes ist gedämpft; Gräber Nacht wird uns nicht seht Jesum hier sein Haupt erlänger decken. Wie du auferstan- heben, nun er den Sieg auch den bist, so werd' auch ich, Herr uns erkämpft. Er läßt uns dies Jesu Christ, durch dich einst auf- zur Losung hier: ich leb' und erstehen. Hallelujah! ihr lebt auch mit mir. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln, und jederzeit nach deinem Sinn und heil gem Vorbild handeln; daß ich, wenn ich auf ersteh' und dich, des Todes Sieger, seh', vor dir dann nicht er- ihr lebt auch mit mir. schrecke. Hallelujah! Füßen, liegt auch die Sünde hin2. Und wie der Tod zu seinen gestreckt; er weiß die Gräber aufzuschließen, er stürzet alles, was mich schreckt. Drum steht auf seinem Siegspanier: ich leb' und 8. Da, wo du bist, da soll 3. Mein Jesu, Wahrheit, Weg auch einst dein Jünger mit dir und Leben, der Leben giebt und leben. Du wirst ihn, wenn du leben lehrt, wie soll ich jenen nun erscheinst, zu deiner Freud' Sieg erheben, der ganz der erheben. Laß dies auch mein Erbteil sein, so werd' ich ewig des mich freun, daß du vom Tod erstanden. Hallelujah! Feinde Macht zerstört? Sie liegen dort, du rufest hier: ich leb' und ihr lebt auch mit mir. 217. De Mel. O daß ich) tausend Bungen 2c. er Tod ist tot, nun fiegt das Leben, die 4. Wohlan, belebe deine Glieder, erstorben bleibe keins zurück. Die Lebenssonne leuchte wieder, verklär uns zu des Himmels Glück. Dein Wort bestehe für und für: ich leb' und ihr lebt auch mit mir. In eigener Melodie. 216. Christ ist erstanden von der Marter alle. Des soll'n wir alle froh sein. Christus will unser Trost sein. Hallelujah! Mel. Erschienen ist der herrlich' 2c. 2. Wär' er nicht erstanden, so wär' die Welt vergangen. Seit er auferstanden ist, erhöhn wir den 218. Grinnre dich, mein Herrn Jesum Christ! Hallelujah! hohen Tags der Herrlichkeit; Geist, erfreut des 3. Hallelujah! Hallelujah! halt im Gedächtnis Jesum Christ, Hallelujah! Des soll'n wir alle froh sein. Trost sein. Christus will unser Hallelujah! der von dem Tod erstanden ist. Hallelujah! 2. Entbrenn in Lieb' und Dank für ihn, als ob er heute dir er= schien, als spräch' er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir. Hallelujah! Von der Auferstehung Christi. 115 3. Schau über dich und bet| Heiland, schuldig bin; verleih mir ihn an: der Erdkreis ist ihm un- Kraft, dir treu zu sein, in dir mich terthan; er lebt und herrscht, mit täglich zu erneun. Hallelujah! Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. Hallelujah! 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit. Hallelujah! 5. Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit dem vergleicht, was ich durch Gottes Sohn erreicht? Hallelujah! 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! Hallelujah! 7. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllest mein Vertraun, dich in der Herrlichkeit zu schaun. Hallelujah! 12. Du bist's, der alles in uns schafft, dein ist das Reich, dein ist die Kraft. Gelobet seist du, Jesus Christ, der von dem Tod erstanden ist! Hallelujah! Mel. Erschienen ist der herrlich' 2c. 219.& r lebt, der Herr der Herrlichkeit, er lebt, Das frohlocke, Christenheit! Grab ist leer, der Sieg ist sein und des Triumphes Segen dein. Hallelujah! 2. O feire diesen großen Tag! Er lebet, der im Grabe lag; er hat der Feinde Schar bekriegt und in dem Kampfe obgesiegt. Hallelujah! 3. Gelobt, gelobt sei Jesus Christ, daß er vom Tod erstanden ist! Kann noch des Todes Pfeil uns drohn? Des Grabes Schrecken sind entflohn. Hallelujah! 8. Dereinst, wenn du, o Lebensfürst, die Welt zu richten kommen wirst, soll ich aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. Hallelujah! 9. Mit deiner heil'gen Engel Schar soll ich dich loben immerdar; mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. Hallelujah! 10. welch ein Ruhm, o welch ein Heil wird, Mittler, uns durch dich zu teil! Wer mit dir stirbt, o Gottes Sohn, ist mit dir auf= erstanden schon. Hallelujah! Mel. Ein' feste Burg zc. 11. Nie komm' es mir aus 220. Gr lebt, o Freudenmeinem Sinn, was ich dir, I wort, er lebt, der 8* 4. Er lebt; dies stärket mein Vertraun; auf diesen Felsen will ich baun. Der Herr hat aus des Grabes Nacht Unsterblichkeit ans Licht gebracht. Hallelujah! 5. Verheißen hat er, unser Hort: auch ihr sollt leben; welch ein Wort! Das Haupt läßt seine Glieder nicht; dies bleibet meine Zuversicht. Hallelujah! 116 Von der Auferstehung Christi. Heiland aller Sünder; der Feinde Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Heer erschrickt und bebt seinem überwinder. Er stritt mit Heldenmut, vergoß für uns sein Blut; durch seinen Kreuzestod erwarb er uns bei Gott Vergebung unsrer Sünden. 221. Feiert, Christen, dieſe Herr hat überwunden; Heil dem, Stunden, denn unser der sich zu ihm bekennt! Christus hat den Tod bezwungen; nun sei ihm Lob und Dank gesungen, 2. Er lebt, des Vaters ew'ger nun jauchze, wer nach ihm sich Sohn, erhöht zu seiner Rechten. nennt! Er sank zur Gruft hinab, Er herrscht und hilft von seinem doch er verließ das Grab triumThron auch seinen schwachen phierend. Das Reich ist sein, Knechten. Er lebt nun ewiglich durch ihn allein gehn wir zu und ewig schützt er mich; er thut seiner Freude ein. mit starker Hand den Feinden Widerstand; sie können mir nicht schaden. mich siegen; vor dir muß Furcht 2. Du, mein Glaube, lehrst 3. Er lebt, Gott hat ihn auf der Unsterblichkeit. Drücken mich und Gram erliegen, du Glaube erwedt, Gott wird auch mich er- der Erde Leiden, sie weichen vor wecken. Der Tod, der aller Herzen des Himmels Freuden; ich kämpfe schreckt, kann mich nicht mehr er- hier nur kurze Zeit. Geht vor schrecken. Sein Stachel, seine mir hin ein Freund: dort werd' Kraft, die Sünd', ist weggeschafft; ich neu vereint mit ihm leben. der treue Zeuge spricht: Wer glaubt, der stirbet nicht; des tröst' ich mich von Herzen. Bei jedem Schmerz erhebt mein Herz sich, freudig hoffend, himmelwärts. 4. Er lebt, der unbezwungne Held; besingt, ihr Engelchöre, befingt, ihr Völker aller Welt, des Mittlers Ruhm und Ehre! Erhebt des Siegers Macht, der von dem Tod erwacht, der unsern Tod bezwingt, der uns das Leben bringt und mächtig für uns streitet. laß jeden meiner Lebenstage an 3. Daß ich nicht im Tode zage, guten Werken fruchtbar ſein. Meinem Heiland schon auf Erden im Sinn und Wandel ähnlich werden, dies führet mich zum Himmel ein. So leb' ich in der Zeit schon für die Ewigkeit und Ehrenkron', die mir verheißt des mein harret an Gottes Thron die 5. Er lebt, o Christen, laßt uns heut frohlockend ihn erheben! Ew'gen Sohn. Laßt uns von nun an jederzeit ihm wohlgefällig leben. Wir sind sein Eigentum, erkauft zu seinem Ruhm; sein wollen wir allein Mel. Lasset uns den Herren preisen, o ihr zc. tot und lebendig ſein und sein 222. Feſt des Lebens le auch willkommen, heil'ges Von der Auferstehung Christi. Mel. Sei Lob und Ehr' 2c. Fest, sei uns gegrüßt! Also] jauchzt die Schar der Frommen, die aus Gott geboren ist. Aus 223. Freiwillig haft du dargebracht für uns, o der Gottheit ew'ger Fülle wogt Herr, dein Leben; du hattest, es ein tiefes Lebensmeer in dem zu lassen, Macht, Macht, wieder Weltkreis weit umher, dringt dir's zu geben. Und darum liebte auch in des Grabes Stille. Aller dich dein Gott, weil du es willig in Christen Preisgesang tönt dir, den Tod für deine Feinde gabest. Gott des Lebens, Dank. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen. Er krönte dich mit Herrlichkeit, die Engel selbst nicht fassen. Das Kreuz, daran man dich erhöht, wird das Panier der Majeſtät, denn du gingst aus dem Grabe. 3. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott, denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen mächtig Wort auch 3. Heil uns! wir auch werden leben, ob das Herz im Tode bricht, werden siegreich uns ich einst ewig lebe. erheben zu des Himmels ew'gem 4. Wir sind nun göttlichen durch dich des Licht. Des verklärten Lebens Geschlechts, Sonne heilt dann jeden Erden- Himmels Erben. Süß ist die schmerz und des müden Pilgers Hoffnung deines Knechts, in Herz fühlet sel'ger Geister Wonne. dieser will ich sterben. Wie du Dann erst wird uns offenbar, vom Tod erstanden bist, so werd' welch ein Gut dies Leben war. auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. 2. Siegreich trat zurück ins Leben Jesus aus des Grabes Nacht, und es ist ihm nun gegeben alle Herrlichkeit und macht. Über unsre Erde wehte wunderbare Himmelsluft aus der auf gesprengten Gruft, als Gott seinen Sohn erhöhte. Nun schafft er die Menschheit um durch sein Evangelium. 117 4. Auf! nach jenem höhern Leben laßt uns in der Prüfungszeit duldend, kämpfend, wirkend el. Erschienen ist der herrlich' 2c. aufgeht, streben, stark durch Lieb' und 224. Frühmorgens, da die Heiligkeit. Wer da hat, dem wird gegeben: jedes Wert in mein Heiland Christus aufersteht; die Erde bebt, es bebt das Grab, Gott gethan treibt mit neuer Kraft uns an, fröhlicher in Gott den Stein wälzt Gottes Engel zu leben. Wer so geistlich auf- ab. Hallelujah! ersteht, wird mit Christo einst erhöht. 2. Vertrieben ist der Sünden Nacht, des Todes und der Höllen 118 Von der Auferstehung Christi. Macht; o Wunder groß, o starker| sein Werk vollbracht. Hallelujah! Held! wo ist ein Feind, den er des Menschen Sohn trägt nun nicht fällt? Hallelujah! davon des herben Kampfes reichen Lohn. 3. Herr, der du aus dem Grabe bringst, die Siegesfahne glorreich schwingft, auch mich weckst du jum Leben auf, mein Ostertag ift schon im Lauf. Hallelujah! 2. Glorreich hat der Held gerungen, der Hölle finstre Macht bezwungen und uns von Straf und Schuld befreit. Wir, die 4. Lebt Christus, was bin ich tief gefallnen Sünder, find nun betrübt? Ich weiß, daß er mich durch Christum Gottes Kinder und herzlich liebt; und stürb' auch Erben seiner Seligkeit. Wir sind alle Welt mir ab, g'nug, daß durch ihn versöhnt, den Gott mit ich Chriftum bei mir hab. Preis gekrönt. Hallelujah! wir Hallelujah! sind nun sein und ihm allein soll unser ganzes Herz sich weihn. 3. Nun kann uns der Tod nicht 5. Er weidet, schützt und tröstet mich; sterb' ich, nimmt er mich auf zu sich. Wo er jetzt lebt, da komm' ich hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Hallelujah! schrecken, einst wird der Herr uns auferwecken durch seiner Stimme Wundermacht. Er wird unbergänglich Leben und Herrlichkeit 6. Durch seiner Auferstehung den Seinen geben, die ihren Lauf Kraft komm' ich zur Himmels- in ihm vollbracht. Wir werden bürgerschaft; durch ihn nimmt auferstehn, zu seiner Freud' einGott mich gnädig an, wer ist, gehn. Hallelujah! o Siegesheld, der mich verdammen kann? in jene Welt zeuch uns dir nach, Hallelujah! wann dir's gefällt. 7. Für solchen Trost, Herr Jesu Christ, lobsingt dir, was auf Erden ist; wir werden würd'ger dich erhöhn, wenn wir dereinst Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. dein Antlik sehn. Hallelujah! 226. Hallelujah! Jeſus lebet. Auf, ihr Erlösten, und erhebet des großen Mittlers Majestät. Hört's, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum, denn Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 225. Hallelujah! jauchzt, ihr Jesus lebet; Gott hat ihn aus Chöre, singt Jefu dem Staub erhöht. Ihm jauchze Christo Lob und Ehre! sein herr- Preis und Dant, o Seele, dein lich großer Tag ist da. Er zer- Gesang! Hallelujah! Dich, groriß des Todes Banden, der Held Ber Held, erhebt die Welt, weil ist aus dem Grab erstanden, der deine Hand den Sieg behält. nimmer die Verwesung sah. Sein 2. Jesu Jünger, wehrt dem ist Gewalt und Macht; er hat Leide! Lobsinget ihm und nehmt Von der Auferstehung Christi. 119 voll Freude am Siege teil, den Hallelujah! der Herr ist nah, er erstritt. Seht, der Tod ist bald ist der Tag des Sieges da! überwunden, die ganze Hölle ist gebunden; er herrscht, der für euch starb und litt. Laßt seine Feinde ihr könnt Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 2c. ört's daß euch freun. Jesus lebet von 227. Sejus lebt, von ToEwigkeit zu Ewigkeit, derselbe gestern und auch heut. desbanden frei! daß er nun ewig um uns schwebt so nah, so mild und treu.:,: 3. Ihr auch dürft nicht trostlos beben, ihr Sünder, Gott will 2. Er lebet, der im Grabe euch vergeben, wenn ihr die Schuld war, er lebt für uns fortan; mit Ernst bereut. Durch des Toitun geht das große Gnadendes überwinder ist er versöhnt jahr für all die Seinen an.: und gegen Sünder ein Vater der Barmherzigkeit. Der Heiland steigt empor, nun ist des Himmels Thor allen offen. Gott ist versöhnt! Vom Himmel tönt der Freudenruf: Gott ist versöhnt! 3. Versiegelt ist der Friedensbund, der uns mit Gott vereint. Nun thut ein Tag dem andern tund: Gott selbst ist unser Freund.:,: 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt; alles lebet, so wie erneut zur Frühlingszeit sich alles regt und alles freut. 4. Entsündigt dürfen alle nun gen Himmel fröhlich schaun und an dem Vaterherzen ruhn mit Herzen voll Vertraun.:,: 5. Uns schreckt nicht mehr des Grabes Nacht. Wo ist des Todes Sieg? Das Leben ist ans Licht gebracht, seit er dem Grab entstieg.:,: 6. Das Himmelreich, neu aufgethan, wird uns zum Vaterland; uns führt des Vaters Sohn heran mit treuer Bruderhand.:: 7. Drum zagen wir um feinen mehr, dem hier das Auge bricht; bald wirft er neue Blick umher im ew'gen Freudenlicht.:,: 5. Wandeln wir auf deinen Wegen, o Auferstandner, welch ein Segen erwartet uns am Ziel der Bahn! Nach des Lebens Kampf und Leiden erhebst du uns 8. Verloren ist ihm keine zu ew'gen Freuden, die uns dein Kampf und Sieg gewann. Bald Saat, mit Thränen hier gesind sie unser Teil; bald krönet streut; die Ernte jeder guten uns das Heil deines Lebens. That reift dort in Herrlichkeit.:,: 120 Von der Auferstehung Christi. 9. Und wenn wir nach ein- werd' ich dich erblicken, der mich ander fort von hier nach Hause vom Tode wedt. gehn, Gott, welch ein Schaun empfängt uns dort und welch ein Wiedersehn!:,: 10. Für jeden, der darnieder lag, von Gram und Schuld gepreßt, sei Christi Auferstehungstag ein Auferstehungsfest!:,: Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! dir will ich mich ergeben auch in der letzten 228. h geh' zu deinem Not. Grabe, du Sieges= Kummer in deinem Frieden ein, Dann schlaf' ich ohne fürst und Held; die Hoffnung, und wach' ich auf vom Schlumdie ich habe, ist nur auf dich ge- mer, wirst du mein Loblied sein. stellt. Du lehrst mich fröhlich sterben und fröhlich auferstehn und mit den Himmelserben ins Land des Lebens gehn. 2. Du hast geweiht die Erde, in die man dich gelegt, daß mir nicht bange werde, wenn meine Stunde schlägt. Was an mir ist vom Staube, geb' ich dem Staube gern, weil ich nun freudig glaube: die Erde ist des Herrn. höhen und reichst mir deine Hand, 5. Du fährst zu Himmelsdaß ich dir nach kann gehen ins rechte Vaterland. Da ist es sicher wohnen im Glanz der Herrlichteit, da warten mein die Kronen, die deine Hand mir beut. 3. Du schlummerst in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh' im Schoß der Erde habe, schließt sich das Aug' einst zu. Nun soll mir garnicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 229. Ich weiß, daß mein schon hier mein Leben; wer gläuErlöser lebt, er ist big sich zu ihm erhebt, darf vor dem Tod nicht beben. Ich folg' ihm nach, der Bahn mir brach; auf Todesnacht und Grauen folgt sel'ges Licht und Schauen. 2. Du lebst, du lebst, du starter Held, du Todesüberwinder! du bist das Heil der ganzen Welt, du bist der Trost der Sünder. Wer dich umfaßt, dem wird die Last der Sünden abgenommen, der darf zum Vater kommen. 3. Du lebst, mein Arzt, du 4. Dein Grab schließt Stein heileft noch und täglich mein Geund Siegel und du bist dennoch brechen; du stärkest mich, was frei; auch meines Grabes Riegel zag' ich doch bei meiner Seele bricht deine Macht entzwei. Du Schwächen? O leb in mir, daß ich wirst den Stein schon rücken, in dir auch selig leben möge der mich im Tode deckt, dann und wandeln deine Wege. Von der Auferstehung Christi. 121 4. Du lebst, du bist in Nacht sein Herz, das nicht vor Freuden mein Licht, mein Trost in Not bebt? Jesus lebt!:,: und Plagen; du weißt, was 2. Jesus lebt!:,: Fürchtet euch, alles mir gebricht, du wirst mir's ihr Christen, nicht! Christus will nicht versagen. In Zweifeln Rat die Seinen schirmen. Aus der und Kraft zur That, im ode Nacht führt er zum Licht; Freude fel'ges Leben wirst du den Dei- folgt den Leidensstürmen. Giebt's nen geben. ein Herz, das mutlos noch erbebt? Jesus lebt!:,: 5. Bereite dir noch mehr mein Herz für deine Seligkeiten, so lang' ich gegen Lust und Schmerz in dieser Welt muß streiten. Gieb, daß ich treu im Kampfe sei, dann wird auch mir zum Lohne der 232. Jeſus lebt, mit ihm Mel. Jesus, meine Buversicht 2c. auch ich; Tod, wo Krone. In eigener Melodie. 230. Jesus Christus, unser Heiland, der glor= reich überwand, ist auferstanden und frei von Todesbanden. Preis dem Auferstandnen! 2. Christus, aller Sündenschuld rein, litt für uns Straf' und Pein, hat uns versöhnet, mit Gottes Huld gekrönet. Preis dem Auferstandnen! 3. Christus siegt durch Gottes Allmacht, ist aus dem Grab erwacht; schenkt allen Leben, die ihm sich ganz ergeben. Preis dem Auferstandnen! Mel. Fahre fort,:,: Bion 2c. 231. Jefus lebt!:,: Christen, hört und auch ihr sollt mit ihm leben; der zu Gott sich jetzt erhebt, wird euch einst zu sich erheben. Giebt's sind nun deine Schrecken? Jesus lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verflärt mich in sein Licht, das ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, das ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, raubt dem Mittler seine Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht, das ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein, allem Bösen widerstreben. Er verläßt die Seinen nicht, das ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, teine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt 122 Von der Auferstehung Christi. Kraft zu jeder Pflicht, das ist und Dank, der uns den Sieg meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! gegeben und, was in Sünd' und Tod versant, hat wiederbracht zum Leben. Der Sieg ift unser: Jesus lebt, der uns zur Herrlichkeit erhebt. Gebt unserm Gott die Ehre! Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. Und: In eigener Melodie. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 233. Kommt, betet an bei 234. Christi Gruft, ihr asset uns den Herren preisen, o ihr Christen tiefbetrübten Herzen; schöpft Mut überall! Kommet, laßt uns Dank und frische Lebensluft und stillet erweisen unserm Gott mit froeure Schmerzen; denn Jesus, der hem Schall! Der da lag in To= im Grabe lag, ist auferstanden desbanden, weil er sich für uns diesen Tag und hat den Tod verbürgt, Gottes Lamm, am besieget. Kreuz erwürgt, Jesus Christus ist erstanden. Weicht nun, Gram und Traurigkeit, freue dich, o Christenheit! 2. 3hm, der den ew'gen Gnadenbund gegründet durch sein Leiden, ihm danket heut mit Herz und Mund für diesen Tag der Freuden. Er nahm dem Tode nun die Macht; das Leben ist uns wiederbracht und unvergänglich Wesen. 3. Nun treten, die den Herrn erkannt, in Glaubenskraft zusammen; weil aus dem Grab er auferstand, kann niemand sie verdammen. Durch ihn gehn wir nun insgemein zum neuen Leben fröhlich ein; das hat er uns erworben. 4, Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gottestindern und ewig in der Herrlichkeit von allen über windern. Gieb uns, Erstandner, Mut und Kraft, daß wir den Kampf der Ritterschaft im Glauben gut vollenden. 5. Gott, unserm Gott, sei Lob 2. Mußte gleich der Held auch sterben, sant er in des Grabes Nacht; hatte doch, ihn zu verderben, die Verwesung keine Macht. Da der Erde Pfeiler beben, steigt er aus der Erd' empor, bricht ins Leben neu hervor, Leben uns und Heil zu geben. Obgesiegt hat er im Streit; freue dich), o Christenheit! 3. Wo sind nun des Todes Waffen? wo des Höllenrufs Triumph? Was kann nun der Feind noch schaffen? Se Pfeile wurden stumpf. Christus ist der Angst entnommen und mit Ehren angethan, daß er selig machen kann, die durch ihn zum Vater kommen. Sein ist Macht und Herrlichkeit; freue dich, o Christenheit! 123 Von der Auferstehung Christi. 4. Solches sind die edlen Ga- Gott uns schauen der From= ben, die sein Auferstehn uns men Vaterland. schafft, daß wir volle G'nüge haben in des neuen Lebens Kraft. Seines Sieges Preis und Früchte teilet er den Seinen zu: Hoffnung, Trost, Gewissensruh, Freudigkeit einst im Gerichte und des Himmels Seligkeit. Freue dich, o Christenheit! 5. Sehnsuchtsvoll laßt uns verlangen nach dem Herrn und seinem Heil. Auch wir werden dann empfangen unser teu'r erworbnes Teil. Er geht auf in unsern Herzen, laßt uns mit ihm auferstehn, mit ihm ein zum Himmel gehn, wo er stillet alle Schmerzen. Wonne wird dann alles Leid; freue dich, o Christenheit! 6. Meinen Leib wird man begraben, doch er schläft auf ewig nicht; neues Leben wird er haben, schön verklärt in Glanz und Licht. Das Verwesliche muß sterben, irdisch wird es ausgesät, bis es himmlisch einst ersteht, um das Reich des Herrn zu erben, ihn zu schauen allezeit. Freue dich, o Christenheit! 2. Froh führte Gottes Sonne den festlich hohen Tag herauf; da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels uns erhebt; Gedanke, der im Leiden mit reichem Trost belebt; des höhern Lebens Quelle, mein Schild in jeder Not! Wo ist dein Sieg, o Hölle? wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund erbebet; die Wächter fliehn, das Grab ist leer. Der tot war, sich, er lebet! er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. Der Jünger Herzen wanken, schwach ist ihr Glaubenslicht; sie sehn ihn, freun sich, danken, sind nun voll Zuversicht. Sie sehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist gelehrt. Die Götzentempel liegen; der Erdtreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ihn werd' ich ewig schauen, wenn er auch mich er= hebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. Met. Nun lob' mein' Seel' zc. 235. Lobsinge, meine Seele, dem Welterlöser, bet ihn an! Lobsing ihm und erzähle, was er zu deinem Heil gethan! Er hat für dich gerungen und hat durch seine Macht des Todes Macht bezwungen, das Mel. O daß ich tausend Jungen 2c. Leben wiederbracht. Des Grabes furchtbar Grauen entweicht, der Herr erstand; durch ihn läßt steht mein Haupt und triumphiert. 236. Mein Jeſus lebt, mag ich doch 124 Von der Auferstehung Christi. Nun muß auch ich das Leben des wollen wir uns trösten erben, weil Not und Tod die samt unsern miterlösten. Macht verliert. Mich schreckt nun teine Zukunft mehr: mein Jesus lebt, sein Grab ist leer. 3. Erschein uns nur mit deiner Huld, so oft wir vor dir flehen, daß Frucht wir bringen in 2. Mein Jesus lebt, er hat Geduld, bis wir dein Antlit bezwungen, was mir das Leben sehen. So werden wir, o Herr, rauben kann; er hat mir Heil mit dir die rechten Ostern feiern, und Sieg errungen und alles ist und uns im Geist erneuern. ihm unterthan. Der Hölle tiefster Abgrund bebt, denn überall Mel. Allein Gott in der Höh' sei zc. schallt's: Jesus lebt! 238. Tod, wo ist dein 3. Mein Jesus lebt, das Grab Stachel nun, wo ist offen: so geh' ich freudig in ist dein Sieg, o Hölle? Was die Gruft. Nun kann ich auch kann forthin der Feind uns thun, im Tode hoffen, daß mich sein wie grausam er sich stelle? GeWort ins Leben ruft. Wie lieb- endet ist der große Streit: Gott lich schallt die Stimme hier: ich sei gelobet, der uns heut durch leb' und ihr lebt auch mit mir! Christum Sieg gegeben! 2. Denn aus des dunkeln Grabes Thor und aus des Todes Banden geht Christus lebend nun hervor; der Herr ist auferstanden. Nichts hält in seinem Siegeslauf des Lebens mächt'gen Fürsten auf; der Held hat überwunden. 4. Mein Jesus bleibe denn mein Leben; der Tod soll mir nicht schrecklich sein. Ihm will ich mich getrost ergeben, mich seiner noch im Tode freun, weil er zum Himmel mich erhebt, so wahr er Jesus ist und lebt. Mel. Was Gott thut, das 2c. 3. Der Arm des Herrn hat obgesiegt; er ist mit Glanz erhöhet, und unter seinem Arm erliegt, was ihm entgegen stehet. Der Tod hat ferner keine Macht, das Leben ist uns wiederbracht 237. auferstandner Siegesfürst, dich wollen wir erheben, der du aufs neu' gegeben wirst auch uns zum neuen und unvergänglich Wesen. Leben. Durch unsre Not ge= bracht zum Tod, bist du nun auferstanden und frei von Todesbanden. 4. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, erstehen auch die Glieder. 2. Daß wir nun geistlich auf- Wer Jesu Christi Worten gläubt, erstehn aus unserm Sünden- im Tod und Grabe der nicht grabe, daß wir das ew'ge Leben bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. fehn, ist deine teure Gabe; was 5. Das ist die große Seligkeit, deine Kraft für uns geschafft, der wir teilhaftig werden: Heil, Von der Auferstehung Christi. 125 Frieden und Gerechtigkeit im daß mich deine Seele liebet und Himmel und auf Erden. Still daß ich der Deine bin. Laß in warten wir bis auf den Tag, dir mich Ruhe finden, auf dein wo wir, wie Christus uns ver- Wort die Hoffnung gründen: sprach, auf ewig bei ihm leben. Wer die Thränensaat gestreut, erntet einst die Seligkeit. 239. T Mel. Jesu, meiner Seele 2c. rauernd und mit bangem Sehnen wandelt dort ein Jüngerpaar; Jesu fließen ihre Thränen, der ihr Freund und Lehrer war. Doch eh sie's zu hoffen wagen, nahet er, um den sie klagen, ihr Begleiter ist er schon; schnell ist nun ihr Gram entflohn. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; sie bejammern, voll von Schmerzen, ihre Not, ihr Ungemach; manches wandelt ganz alleine, daß es in der Stille weine: aber Jesu tröstend Wort scheuchet jeden Kummer fort. 3. Oft schon hab' auch ich empfunden: Jeſus läßt mich nie allein; in den trüben Unglücksstunden stellt er unverhofft sich ein. Wenn ich traurig mich beschwere, als ob er zu ferne wäre, o so ist er mir schon nah und mit seiner Hülfe da. 6. Tröst auch andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, oder in der stillen Kammer tief bekümmert zu dir flehn. Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: 3agender, was trauerst du? 4. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner nah bei mir! Sucht die Welt mich anzufeinden, o so wend' ich mich zu dir. Wenn mich Trübsalswetter schrecken, wollst du mächtig mich bedecken; hab' ich zum Gefährten dich, ist kein Feind mir fürchterlich. 7. Wenn es einst will Abend werden und der Lebenstag sich neigt, wo dem blöden Aug' auf Erden nirgends sich ein Helfer zeigt: bleibe dann an meiner Seite, gieb mir Sieg im letzten Streite, daß ich bis ans Ende treu, jener Krone würdig sei. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 240. Triumph! Triumph! bringt Dank dem, der des Todes Macht bezwang, den herrlich Gott erhöhte. Der hohe Sieger überwand; Nacht war um ihn und sie verschwand in helle Morgenröte. Bebet, gebet, stolze Spötter, unserm Retter Preis und Ehre; glaubt an ihn und seine Lehre! 2. Heil uns, Triumph! das Grab ist leer. Fest stehet, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! er hat den Tempel 5. Bin ich traurig und betrübet, aufgebaut, den blinde Wut ge= dann ruf du mir in den Sinn, brochen. Keine Macht hält diesen 126 Von der Auferstehung Christi. Sieger: Gottes Krieger ist er=| 6. An dich, an dich, mein Jesu, standen, macht der Hölle Wut will ich glauben, in dir allein bin zu Schanden. ich gerecht; und bin ich dein, wer könnte dir mich rauben? Du schirmst dein auserwählt Ge3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab! Sei mir gegrüßt, mein künftig Grab, du Wohnung schlecht. ernster Stille! Nach wen'ger Tage schnellem Lauf nimmst das Verwesliche du auf, des Geistes morsche Hülle. Herrlich werd' ich auferstehen, einzugehen zu dem Leben, das mein Heiland mir wird geben. 8. So steh' ich auf und fühle Christi Kräfte, was ich gesehn, das zeuge ich. Ich schmeck' im Geist des Lebensbaumes Säfte Mel. Triumph, Triumph des 20. 241. Triumph, Triumph und find' im Paradieſe mich. dem Herrn! Er 9. Der erste Himmel ist nunmehr veraltet, die erste Erde fleucht dahin; für mich ist Erd' und Himmel neu gestaltet, seit ich erneut in Christo bin. lebt, er lebet! Wir sind und leben auch in ihm. Triumph, er siegt! der Feinde Schar erbebet und ihm lobsingen Seraphim. in mir lebet; der alte Mensch 7. Ich lebe nicht, weil Christus muß untergehn. Der Tag bricht der neue Mensch muß auferstehn. an, die dunkle Nacht entschwebet; 2. Der Tod und seine Macht ist überwunden, des Todes Stachel ist entzwei; der Sünde Schrecken sind für uns verschwunden, und wir sind ihrer Banden frei. 3. Wir sind in ihm versöhnet und entsündigt, getilget ist nun unsre Schuld; in seinem Tod ist uns das Heil verkündigt, die Klage weichet seiner Huld. sehe Siegespalmen, die Schar 10. Triumph, Triumph! Ich der Sel'gen zeigt sich schon; mein Ohr vernimmt die hohen JubelKönigs Thron. psalmen an meines ew'gen Mel. Sollt' ich meinem Gott zc. 99 4. Ihr Christen, freuet euch 242. berwinder, nimm die mit Jubelschalle, lobt euern 3ion heute bringt, das mit Palmen, die dir König, euern Hort! Erhebt den frohen Osterpsalmen deinen Retter, ihr Erlösten alle, jauchzt großen Sieg befingt. Du hast mit dem Himmel fort und fort. dich emporgeschwungen aus der dunkeln Grabesnacht, haft dein hohes Werk vollbracht und der Feinde Wut bezwungen. An dem Tag, wo dies geschah, singen 5. Mit unserm Herrscher herrschen wir nun fröhlich und sind von dem Gesetze los: geliebt in dem Geliebten sind wir selig und ruhen in des Vaters Schoß wir Hallelujah! Von der Auferstehung Christi. 127 2. Pflanze deine Siegspaniere 6. Tilge das verzagte Grauen, auf das Grab zu deinem Ruhm; wenn die letzte Stunde schlägt; großer König, fomm, regiere nun laß den Geist die Krone schauen, die Welt, dein Eigentum. Du, die uns schon ist beigelegt. Laß den alle Himmel loben, unterwirf in unsern höchsten Nöten, laß in der Erde Kreis; und es diene unsrer Todespein felsenfest den dir zum Preis auch der Höllen- Glauben sein, daß der Tod uns mächte Toben. Uns sei stets als nicht tann töten; denn du, Herr, Helfer nah; dann ertönt's: bezwangst ihn ja; Gott sei Dank, Hallelujah! Hallelujah! 7. Neige deines Scepters Spite 3. Teile, großer Fürst, die uns voll Gnad' und voller Huld Beute deiner armen Herde mit, einft von deinem Richtersite und die in froher Sehnsucht heute sich nicht auf unsre Schuld. Gieb vor den Thron der Gnade tritt. uns dann das ew'ge Leben, und Gieb uns allen deinen Frieden, die ganz befreite Brust wird in gieb uns Kraft und frohen Mut: engelgleicher Luft ewig deinen dann ist uns ein herrlich Gut Ruhm erheben; denn wir singen und ein lieblich Los beschieden; auch allda: Gott sei Dant, nichts erschreckt dann fern und Hallelujah! nah und man singt: Hallelujah! Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn; 243. Wenn der Gedanke mich erschreckt, daß gieb Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistig auferstehn; hält der dieſer Leib von Erde im Grabe Schlaf uns noch gefangen, o so einst mit Staub bedeckt, selbst Erd' und Asche werde: dann fördre unsern Lauf. Rufe fleißig: wachet auf! denn die Schatten sind stärkst du, mein Erlöser, mich, vergangen und der helle Tag ist dann giebt mir Mut der Glaub' da! Gott sei Dant, Hallelujah! an dich, der du bist auferstanden. 2. Du konntest durch der Gottheit macht aus deinem Grabe gehen und aus der kurzen Todesnacht zum Trost mir auferstehen. Der dir das Leben wiedergab, wird einst auch mich aus meinem Grab zum Leben auferwecken. 5. Zeige, wenn der blöde Kummer über Gruft und Bahre weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Deines geist'gen Leibes Glieder bleiben nicht des Todes Raub; selbst des ErdenLeibes Staub wird verklärt und grünet wieder, denn dein Aug' bewacht ihn ja; Gott sei Dant, Hallelujah! 3. Der Tod zerstöre mein Gebein, du hast ihn ja bezwungen, da du nach bittrer Todespein zum Leben durchgedrungen. Nun hoff' ich, daß Gott aus der Gruft auch 128 Von der Auferstehung Christi. mich dereinst ins Leben ruft,| Herrlichkeit bin ich von aller wenngleich mein Leib verweset. Todesqual befreit. 4. Du sprichst ja: Friede sei 3. Hier ist noch Dunkel, dort mit euch, ich leb' und ihr sollt ist Helle, hier wein' ich manche leben; mir ist die Macht, mir bittre Thräne noch, dort aber ist das Reich vom Vater über- strömt die Freudenquelle, denn geben. Welch tröstend Wort! dort bin ich erlöst vom Sündenmein Herr und Gott, nun fürcht' joch. Brich, morsche Hütte, brich ich nicht mehr Grab und Tod, nur immer ein, mein Geist wird du wirst mich zu dir ziehen. dort berklärt und selig sein. 5. Ich weiß, daß du verherrlicht lebst, so werd' auch ich dich sehen, wenn du zum Schauen die erhebst, die hier im Glauben stehen. Dich, den ich hier im Glauben sah, dich schau ich dort und bin dir nah in deinem ew'gen Reiche. 4. Dir dank ich dieser Hoffnung Freude, Erstandner; weil du lebst, so leb' auch ich. Wenn ich in dir die Seele weide, Verklärter, dann verklärt sie sich durch dich; die Hoffnung seliger Unsterblichkeit wirkt hier schon himmlische Zufriedenheit. 6. Wie werd' ich da mich deiner freun an deines Vaters Throne! dann wirst du mein Mel. Chriftus, der ist mein Leben c. Vollender und reichen mir die Krone; dann wird ein höh'rer 245. Wi illkommen nach dem Lobgesang von dir, der Tod und Grab bezwang, durch alle Himmel dringen. der Grabeskluft! Wir triumphieStreite, Held, aus ren heute an deiner leeren Gruft. 2. Du hast nun überwunden der Feinde Macht und Spott: wir haben Trost gefunden; mit uns ist unser Gott. 3. Der Fried' ist uns erstritten und jeder Schrecken flieht. In der Gerechten Hütten erschallt das Siegeslied. 4. Teil uns des Sieges Beute, den Trost nun reichlich aus; wir alle kommen heute voll Hoffnung in dein Haus. Mel. Dir, dir, Jehovah zc. 244. mie jauchzt mein Geist schon hier im Staube, wenn er an dich, Erstandner, innig denkt! Wie triumphiert mein Christenglaube, wenn er sich in dein offnes Grab versenkt: ich schaue nun getroft ins eigne Grab, aus deiner Gruft erblüht der Hoffnung Stab. 2. Ich seh den Frühling jetzt erwachen, ein frohes Bild der Auferstehung mir. Ich darf des Todes Drohn verlachen, Erstandner, neues Leben strahlt von dir. In jenes ew'gen Lebens 5. In deines Grabes Staube liegt unsre Schuld bedeckt; dein tröstet sich der Glaube, daß uns tein Tod mehr schreckt. 6. Du hast das Heil erworben, wir preisen dich dafür. Sind wir Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 129 mit dir gestorben, so leben wir auch über unser Herz und zeig mit dir. 7. Wir wollen sonder Grauen mit dir zum Grabe gehn, da wir, um dich zu schauen, einst selig auferstehn. 8. Schwing deine Siegesfahnen Mel. Nun freut euch, lieben. 246. Auf Christi Himmelfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiemit stets überwinde. Denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ aus Gnaden nach sich ziehen. X. Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 2. Gen Himmel fuhr mein Heiland auf, um Gaben zu empfangen. Zu ihm blickt nun mein Geist hinauf mit sehnendem Verlangen. Denn wo mein Schak, ist auch mein Herz. Es schwingt zu ihm sich himmelwärts vom Staube dieser Erde. uns einst die Bahnen vom Grabe himmelwärts. 3. Du, Herr, der Gutes in uns schafft, hilf uns den Lauf vollbringen und start in deines Geistes Kraft dir nach zum Himmel dringen; dann scheiden wir, wann dir's gefällt, mit Freuden einst von dieser Welt. Erhöre, was wir flehen. 9. Was kann uns wohl noch schaden? des Todes Pfeil ist stumpf; wir sind bei Gott in Gnaden und rufen schon: Triumph! Mel. Berfließ, mein Geift, in 2c. 247. Auf, fingt mit uns, ihr hohen Himmelsscharen, dem Herrn, der sein Triumphfest hält! Mit großer Pracht ist er hinaufgefahren und unter ihm liegt nun die Welt. Er fährt dahin, wo er sonst war, und ist verherrlicht wunderbar vom Vater, der ihn zu der Erden gesandt, ein Opfer uns zu werden. 2. Dein Haupt hat nun der Herr, dein Gott, gekrönet mit Glanz und Ehre, Preis und Ruhm. Sie stehen tief beschämt, die dich verhöhnet, als du kamst in dein Eigentum. Es hat dich Gott, dein Gott, erhöht; dein Name über alles geht, was in den Himmeln und auf Erden nur Großes mag genennet werden. 3. Hast du uns gleich dein Angesicht entzogen, so leuchtet doch auch uns dein Licht, so bleibst du doch den Deinen stets gewogen, vergisfest ihrer nimmer nicht. Du 9 Univ.- Bibl. Giessen 130 Von der Himmelfahrt Jesu Christi. ziehest uns an deine Brust voll| liebt der Gott, der dich gesendet, Lieb' und es ist deine Lust, dich und seine Huld wird uns zu uns zu nahn zu allen Stunden; teil. Verklärt erhebst du dich Heil allen, welche dich gefunden! vom Staube; dir nach schwingt 4. Wie gut, daß du zum Vater sich der Deinen Glaube und bist gegangen; dein Hingang dringet bis zu Gottes Thron. schaffet große Frucht. Wer durch Dort, sieht er, krönt nach allen des Glaubens Band an dir bleibt Leiden dein Gott mit Sieg und hangen, der findet bei dir, was er ew'gen Freuden dich, Gottes und sucht. Ins Heiligtum, wo man des Menschen Sohn. dich ehrt, ist ihm der Eingang nicht verwehrt; der Vorhang ist schon längst zerrissen, wer will, kann deiner ganz genießen. 2. Du scheidest und die Jünger fallen anbetend auf ihr Angesicht. Sie sehn die Wolken dich umwallen in Majestät voll Himmels5. Die Hoffnung bleibt auf licht. Noch segnest du die treu festem Grunde stehen, daß wir Geliebten, du senkest Trost auf nach wohl vollbrachtem Lauf in die Betrübten, strömst frohe deiner Majestät dich werden Hoffnung in ihr Herz. Sie sehn, sehen; dahin blickt unser Auge wie du von Gott gekommen, auf. Wir stehen dann an deinem wirst du nun wieder aufgeThron und nehmen unsers nommen; zu hoher Wonne wird Glaubens Lohn, die Seligkeit, ihr Schmerz. die nie wird enden, Vollendeter, aus deinen Händen. In eigener Melodie. 248. Chrift fuhr gen Him3. Auch ich seh' auf, du mein Vertreter, und bet' in Freudenthränen an. Ich weiß, daß auch ein schwacher Beter im Staube dir gefallen kann. Gieb meinem Glauben Mut und Leben, zu mel. Was fandt' dir sich immer zu erheben, zu er uns hernieder? Den Tröster, dir, der uns mit Gott vereint. den heiligen Geist, zum Trost a du, des tünft'gen Lebens der armen Christenheit. Gelobt Sonne, des Himmels und der jei Gott! 2. Hallelujah! Hallelujah! Bruder und mein Freund. Erde Wonne, du bist mein Hallelujah! Des soll'n wir alle froh sein. Christus will unser, 4. Einst wirst du herrlich wiederTrost sein. Gelobt sei Gott! kommen. Erlöser, komm! so rufen wir. Im Thränenthal schaun deine Frommen voll heißer Sehnsucht auf zu dir. Mit Wonne sehn sie dir entgegen, erwartenheil von dir und Segen und Teil an deiner Herrlichkeit; du wirst den Mel. Wie wohl ist mir, o Freund sc. 249. Dein Wert, Erlöser, ist vollendet, vollendet ist auch unser Heil. Uns Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 131 Gläub'gen, die hier weinen, vom| grüßen und fallen ihm zu Füßen? Himmel als ihr Freund erscheinen, Komm, stelle dich doch ein! in Freude wandeln alles Leid. Mel. Nun lob' mein' Seel' 2c. 251. Du gingst zum höchſten Lohne ins Haus des ew'gen Vaters ein; nun ist des Siegers Krone und Ruhm und Herrlichkeit ist dein. Wir aber, voll Verlangen, schaun dir, o Jesu, nach und hoffen zu empfangen, was uns dein Mund versprach. Die Stätt' uns zu bereiten, gingst du, o Herr, voran; auch uns zum Himmel leiten 2. Der Herr wird aufgenommen in Himmelsglanz und Pracht. Um ihn stehn alle Frommen, die willst du auf sichrer Bahn. er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein die hohen Seraphinen; den hehren Cherubinen muß er willkommen sein. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 250. Der er Herr fährt auf gen Himmel mit frohem Jubelschall, mit prächtigem Getümmel und mit Posaunenhall. Lobsingt, lobsinget Gott, lobsingt in frohen Chören dem Könige der Ehren, dem Herren Zebaoth! 3. Auch wir gehn von der Erden, der Heiland ging voran; wir sollen himmlisch werden, er bricht uns selbst die Bahn. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, dahin kehrt das Verlangen, dahin nehmt euern Lauf. 2. Die Qual, die du empfunden, des Erdenlebens bittres Leid, wie sind sie jetzt entschwunden vor Himmelsglanz und Herrlichkeit! So sind auch unsre Leiden bald wie ein Traum entflohn, und ew'ge Himmelsfreuden sind dann der Frommen Lohn. Was sollten wir denn zagen? Wir blicken himmelwärts und sind bereit zu tragen des Lebens kurzen Schmerz. 3. Einst wird die Wahrheit 4. Fahr hin mit deinen Schätzen, siegen; du ew'ge Wahrheit, siegtest du trügerische Welt. Sollt' uns ja! Wenn Feinde sie bekriegen, dein Glanz ergößen? dort ist, bist du mit deinem Schutze nah. was uns gefällt. Der Herr ist wird auch ein Ziel des Spottes, unser Ruhm, der Herr ist unsre wer dich im Glauben ehrt: er Freude und köstliches Geschmeide, steht im Schutze Gottes, der das ew'ge Eigentum. fichern Sieg gewährt. Wer freudig hier gestritten für Wahrheit, Recht und Licht, schaut in den ew'gen Hütten dich einst von Angesicht. 4. Voll heil'ger Rührung wallen 9* 5. Wann soll es doch geschehen, wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? Tag, wann wirst du sein, da wir den Herrn be 132 Von der Himmelfahrt Jesu Christi. wir an der Frühentschlafnen Grab'| Du vertrittst, die an dich glauben, und minder brennend fallen der daß sie dir vereinigt bleiben; in Wehmut Thränen drauf herab. des Vaters Haus teilst du jedem Du willst ja, daß die Deinen seine Wohnung zu. dort ewig bei dir sein; uns mit dir zu vereinen, gingst du zum Himmel ein. Die hier von uns geschieden, sind dort im Vaterland; einst winkt zum ew'gen Frieden auch uns des Vaters Hand. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir aus Erbarmen über all ihr Elend bricht. Daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, darauf geht dein Bitten hin. Mel. Alle Menschen müssen 20 252. Großer Mittler, der zur Rechten seines 6. Einst in deines Fleisches Tagen hast du dich vor Gott gestellt, als auf dir, Versöhner, lagen großen Vaters sitzt und die Schar schwer die Sünden aller Welt. von deinen Knechten in dem Wie hast du geweint, gerungen, Reich der Gnaden schüßt, dir auf bis dein Flehn zu Gott gedem erhabnen Throne in der drungen; wie batst du zu jener königlichen Krone bringet aller Zeit, Herr, in deiner Niedrigkeit. Engel Heer tief anbetend Preis und Ehr'. 2. Was vollendet sollte werden, wie es Gottes Rat bedacht, dein Geschäft auf dieser Erden und dein Opfer ist vollbracht. Da du bist am Kreuz gestorben, ist uns Gnad' und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt auch unsern Sieg uns sehn. 7. Jetzt ist kräftiger dein Flehen, seit du Sieger wardst im Streit und verklärt in jenen Höhen throust in voller Herrlichkeit. Nun kannst du des Feindes Klagen majestätisch niederschlagen und es redet uns zu gut träftig dein vergoßnes Blut. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte in des Himmels Heiligtum, zu verbreiten Lebenskräfte durch dein Evangelium. Allen willst du Gnad' erteilen, die zu dir im Glauben eilen, und dein Geist macht allen kund deinen hohen Gnadenbund. 8. Großer Mittler, ſei gepriesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm für die Treu', die du bewiesen, hier und dort im Heiligtum! Dein Verdienst wird uns vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; wenn der Tod den Mund uns schließt, sprich für uns, Herr Jesu Christ. 4. Deines Volkes teure Namen trägst du stets auf deiner Brust; Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. welche female en dit tamen, 253. Herr, du fährſt in stand sind und bleiben deine Lust. Freuden auf zu Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 133 Mel. Wie schön leucht't uns zc. deiner Herrlichkeit und mich drücken noch die Leiden dieser unvollkommnen Zeit. Gieb mir, Jeſu, Mut und Kraft, hier in 254. dieser wundergroßer Siegesheld! wie herrPilgrimschaft so zu wan- lich, Heiland aller Welt, haft deln meine Wege, daß ich dein du dein Werk vollendet! Nun stets bleiben möge. reicht der Vater dir den Lohn 2. Laß mir deinen Geist zu und du nimmst wieder ein den rücke, ziehe ganz mein Herz zu Thron, von dem er dich gesendir, daß ich nach dem Himmel det. Mächtig, prächtig triumblicke mit der sehnlichsten Be- phierest und regierest du, o Kögier. Ja, laß deine Kraft al- nig; alles ist dir unterthänig. lein in mir Schwachen mächtig 2. Dich soll die Schar der sein; und du selber wollst im Cherubim und aller heil'gen SeBeten bei dem Vater mich ver= raphim mit lauter Stimme loben; dich, der uns selig treten. hat 3. Lehre mich die Welt ver- gemacht und nun mit Majeſtät achten und was in ihr Eitles ist; nach dem Reiche lehr mich trachten, dessen Herr und Haupt du bist. Hier schon in der Prüfungszeit sei mein Ziel die Ewigkeit, daß, wenn ich dorthin gelange, ich des Glaubens Lohn empfange. und Pracht zum Himmel sich erhoben. Singet, bringet, Engelhöre, Ruhm und Ehre! ihm vor allen lasset Dank und Preis erschallen. 3. Du bist das Haupt, die Glieder wir; zu uns herab fommt nur von dir Bicht, Freude, 4. Ruft mein Gott früh oder Trost und Leben. Des heil'gen späte mich zu meines Grabes Geistes Wunderkraft, die alles Ruh: so bereite mir die Stätte Gute wirkt und schafft, wird in des Vaters Hause zu und uns durch dich gegeben. Dringe, erleuchte mir die Nacht, die dem zwinge mein Gemüte, deine Herzen bange macht. Du hast Güte hoch zu preisen, Ehr' und ja den Tod bezwungen und für Dank dir zu erweisen. uns den Sieg errungen. 4. Zeuch uns, o Jesu, ganz 5. Kommst du endlich glor- zu dir, hilf, daß wir alle für reich wieder als der Richter aller und für nach deinem Reiche trachWelt, dann belebe diese Glie- ten. Laß suchen uns, was dir geder, die das Grab umschlossen fällt, und gieb, daß wir die ganze hält. Ja, verkläre du mich ganz, Welt mit ihrer Lust verachten. schmücke mich mit Himmelsglanz, Nähre, mehre deiner Liebe heil'ge stelle mit den treuen Knechten Triebe, daß kein Leiden je uns mich, o Herr, zu deiner Rechten. könne von dir scheiden. 134 Mel. Was Gott thut, das ift 2c. 255. Triumph! ihr Himmel, freuet euch, lobfinget Gottes Sohne! Er ziehet ein zu seinem Reich, empfängt des Siegers Krone. Mit Majestät wird er erhöht und herrscht nach Kampf und Leiden, umstrahlt von Himmelsfreuden. 3. Mag der Krieg die Welt zerrütten, Friede schwebt um deinen Thron. In Palästen und in 2. Doch schließet ihn kein Him- Hütten ist er deiner Frommen mel ein, er wirkt noch fort auf Lohn, bist du Sonne, Schirm und Erden; noch sollen, die ihr Herz Schild dem, der dein Gesek erfüllt. ihm weihn, durch ihn beseligt werden. Mit Mut hinan die steile Bahn! Uns lohnt nach Kampf und Leiden der Herr mit ew'gen Freuden. 3. So wahr, als Jesus Christus spricht: ich leb' und ihr sollt leben, erhebt sich einst zum ew'gen Licht der Geist, von Gott gegeben. Still sinkt ins Grab der Leib hinab, da ruht er aus von Leiden; einst teilt er Himmelsfreuden. 4. Triumph! ihr Christen, freuet euch! der Tod ist nun bezwungen; wir haben teil an Jesu Reich, er hat es uns errungen. Auf, Dank und LobMel. daß ich tausend Jungen 2c. um du sejang! Wir gehn durch Kampf 257. 3 eingegangen, mit und Leiden mit ihm zu seinen Freuden. Preis gekrönt, Herr Jesu Christ! wie sollte mich nun nicht verlangen, auch dort zu sein, wo du nun bist? Ich bin ja nur ein Pilgrim hier; nimm in die Heimat mich zu dir. Von der Himmelfahrt Jesu Christi. Mel. Komm, o komm, du 2c. 256. 3 Du dem Vater hingegangen bist du glorreich aus der Zeit; Herr, du haft die Kron' empfangen, herrschest nun in Ewigkeit. Groß und herrlich ist dein Reich; nichts ist deiner Herrschaft gleich. 2. Nur mit liebevollem Herzen, nicht mit Strenge herrschest du; linderst unsrer Seelen Schmerzen, giebst dem müden Herzen Ruh. Selig, wer zu dir sich fehrt, wenn er deine Stimme hört. den, Kronen santen in den Staub; 4. Reiche dieser Welt verschwannur dein Reich, Herr, ist bestanden, nie wird es der Zeiten Raub; ewig wird's durch dich bestehn. nimmer wird es untergehn, 5. Mehre stets die Zahl der Frommen, Herr, erweitre dein Gebiet; laß die Menge zu dir kommen, die noch deine Herrschaft flieht; führ uns alle nach der Zeit ein zu deiner Herrlichkeit. 2. Vom Tode standst du auf zum Leben, du gingst verklärt zum Himmel ein; so muß sich auch mein Geist erheben; ich darf nicht tot in Sünden sein. Ein neues 135 auch ich vollende, von dir gesegnet, meinen Lauf! Wenn ich von dir gesegnet bin, dann fahr' in Frieden ich dahin. Von dem heiligen Geist. Leben wirk in mir, so komm' ich einst gewiß zu dir. 3. Am Ölberg fingen deine Leiden mit bittern Lodesängsten an; am Ölberg gingst in hohen Freuden du siegreich deine Himmelsbahn: so folgt auf Leiden Herrlichkeit; zu beiden mache mich bereit. 4. Du bist von uns zwar auf gefahren, doch ist dein Wort noch immer hier. Laß dieses Kleinod mich bewahren; im Worte redest du zu mir, dies leitet meines Lebens Lauf und schließt mir deinen Himmel auf. 6. Ich sehe dir mit Glaubensblicken in deinen Freudenhimmel nach; mein Herz soll sich an dir erquicken, der mir die Bahn zum Himmel brach. Sieht dich auch hier mein Auge nicht, bleibst du doch meine Zuversicht. 7. Einst wirst du herrlich wiederkommen, gleichwie du aufgefahren bist; dann werd' ich völlig aufgenommen, wo mir 5. Du hobest segnend deine bereit mein Erbteil ist. So leb' Hände beim Scheiden von den ich nun im Glauben hier, im Deinen auf: o hilf, daß einst Schauen aber dort bei dir. XI. Von dem heiligen Geist. Mel. Auf meinen lieben Gott 20. 4. Dann steh' ich fest im Streit 258. Auf meinen Gott verläßt mein gläubig Herz sich fest. So oft ich im Gebete hin vor sein Antlik trete, will er sich zu mir wenden, mir Licht und Hülfe senden. und überwinde weit, erneut zu Gottes Bilde, bedeckt mit seinem Schilde; und wann dereinst ich sterbe, werd' ich des Himmels Erbe. 5. O du, des Vaters Geist, 2. Der Geist, den er verheißt, den Jesus uns verheißt, o ſei giebt Zeugnis meinem Geist, daß auch mir gewähret, der betend Gott mir, seinem Kinde, vergeben dein begehret! regiere meine alle Sünde, und steht mir bei auf Seele, daß sie nicht wank' und Erden, gerecht vor ihm zu werden. fehle. 3. Schwächt nur nie frevelhaft mein Herz der Gnade Kraft; beharr' ich im Bestreben, wie er mich treibt, zu leben; so kann ich überwinden den stärksten Reiz der Sünden. 6. Versiegelt bin auch ich, o Geist des Herrn, durch dich; du führst nach Kampf und Leide mich ein zu jener Freude, die Jesus allen giebet, die ihn hier treu geliebet. 136 Von dem heiligen Geiſt. Mel. Ein Lämmlein geht 2c. in Trübsal sprich du Trost uns zu, im Tode schenk uns Seelen259. Dich, Bater, preift ruh' und hilf uns überwinden. mein daß du den Sohn gegeben, der uns das ew'ge Heil errang unvergänglich Leben. Ich danke 260. und dir, daß du den Geist, der uns sandte von des Vaters Thron, den Weg der Wahrheit weist, den o Geist der Kraft und Stärke! Gläubigen gesendet. Auf Jesu Du gossest aus der Liebe Glut, Wort kam er herab, der seinen gabst Jesu Jüngern Heldenmut Boten Stärke gab, daß sie dein zu ihrem heil'gen Werke. Groß Wert vollendet. war die Ernte, schwer die Müh', doch, Geist des Herrn, du stärktest ſie. 2. Erfüllt von seiner Wundertraft, gehn sie, die Welt zu lehren; durch ihn, der neue Herzen schafft, 2. Da machte seiner Zeugen die Sünder zu bekehren. Die Mund die großen Thaten Gottes Völker hören hoch erfreut die tund, die Heiden zu bekehren; Botschaft ihrer Seligkeit, Ver- die Gößentempel wurden leer, nunft und Wahrheit siegen; der es schwand der falschen Götter Sünde finstre Nacht entfleucht, Heer samt Opfern und Altären. wo sich der Finger Gottes zeigt, Mut; und schwiegen sie, so sprach So siegreich war der Zeugen und Satan muß erliegen. Mel. Ewigkeit, du 2. ies ist der Tag, da ihr Blut. 3. Umsonst, daß wilder Eifer tobt und droht mit Blutgerüsten; Wort bis an der Erde Grenzen 3. Wie Gottes Blite ging ihr dein Name, Jesus, wird gelobt, fort, die Nacht wich vor dem es siegt die Treu der Christen. Lichte. Den beteten die Heiden Dein Geist, o Vater, stärket sie an, von dem wir einst die Kron' und die Bekenner wanken nie, empfahn, wenn er kommt zum selbst nicht in Todesleiden. Sie Gerichte. Das Kreuz des Mittlers bleiben ihrem Herrn getreu und überwand und ward des Heiles zeugen von ihm ohne Scheu, Unterpfand. nichts kann von ihm sie scheiden. 4. Noch jetzt bist du der Geist gehört, und die du, Geist des 4. Die Kirche, die ihm ander Kraft, noch jetzt der Menschen Herrn, gemehrt, wird ewiglich Lehrer, der Wollen und Voll- bestehen. Aus ihrer Mitte weichst bringen schafft, des Höllenreichs du nie; mit neuer Kraft belebst Zerstörer. O wirk in Sündern du sie, sie kann nicht untergehen. Reu' und Leid, in frommen Omach uns nur in deinem Seelen Fried' und Freud' und Reich den ersten Boten Christi Mut im Kampf der Sünden; gleich! 137 5. Wir beugen unsern Geist vor dir, Geist Gottes, alle flehen wir: du wollest bei uns bleiben. Geh ferner aus in alle Welt, damit, von deinem Licht erhellt, die Völker alle gläuben. Führe gnädig sie zur Wahrheit und zur Klarheit, daß die Erde, Geist des Herrn, dein Tempel werde. Von dem heiligen Geist. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 261. Dir jauchzet froh die Christenheit, du, Geist der Kraft und Herrlichkeit, du, aller Geister Leben. Als unsers Erbes Unterpfand bist du vom Vater ausgesandt, zum Tröster uns gegeben. Jesu Glieder wirst du führen und regieren; deine Gnade leit auch uns auf unserm Pfade. Mel. Ach alles, was Himmel zc. 262.& in heiliges Feuer 2. welch ein großer Tag erschien, als man die Flammen sah erglühn hell über jedem Haupte! Im Sturmwind thatest du dich kund; dein Zeugnis heiligte den Bund der Schar, die freudig glaubte. Mächtig 2. Ein heiliger Lichtstrahl kamst du, um die Schwachen umfloß sie mit Klarheit, nun stark zu machen; und erklungen ist das Heil in allen Zungen. durchdrang und beseelte die Männer, die Jesus zu Jüngern sich wählte, um auszugehn unter die Völker der Erden und Boten des ewigen Heils uns zu werden. sahen sie heller die himmlische Wahrheit; nun zeugten voll göttlichen Mutes die Frommen: der Herr ist erschienen, sein Reich ist gekommen. nun 3. O Dank für so viel göttlich Licht, das jede Finsternis durch bricht, für himmlische Belebung! Den Menschenherzen, alt und 3. Nun lockten umsonst die jung, schaffst Kräfte du zur vergänglichen Freuden; Heiligung, zu stiller Gotterge- schreckten vergebens die zeitlichen bung. Preis dir, Dank dir, Leiden; nun scheuten sie nicht daß du kräftig und geschäftig mehr Verspottung und Schande, uns belehrest, Jesum Christum nicht Todesgefahren, nicht Marter uns verklärest! und Bande. 4. Auch wir, die Christus sich erkauft, wir sind mit deiner Kraft getauft, die Welt zu überwinden. Wirt in uns allen Lieb' und Zucht und laß in uns des Glaubens Frucht sich hundertfältig finden. Gnädig hilf du Gottes Erben einst im Sterben, daß sie droben ewig deine Wunder loben. 4. Die Kraft aus der Höhe erfüllte die Herzen. Sie predigten Jesum in Trübsal und Schmerzen, getreu bis zum Tode mit freudigem Mute, versiegelnd ihr teures Bekenntnis mit Blute. 5. Auch uns sei die Wahrheit so heilig und teuer; Geist Gottes, beseel uns mit himmlischem Feuer. Gieb standhaften Mut uns, des 138 Von dem heiligen Geist. Heilandes Lehren im Leben, im Landen; dir dankt man im Leiden und Sterben zu ehren. Himmel. 12. Lob, Ehr' und Preis sei dir, o Gott, gesungen, dem Vater, Sohn und heil'gen Geiste. Mel. Danket dem Herrn, denn 2c. 263. Geist aller Geister, unerschaffnes Wesen, Amen. dein Name sei von allen hochgelobet. 2. Du Geist vom Vater, 264. Geist der Wahrheit, ew'ger Lebens, klar und unerschöpflich sich er- Weisheit Quelle kennen, Jesum lehre gießet. kann ich nur durch dich meinen 3. Du geheft aus vom Sohn, Herrn und Heiland nennen. Du ein Geist des Mundes, und nur kannst ihn mir verklären und salbest reichlich, die sich Gott mein Herz zu Gott bekehren. erwählet. 2. Du nur machst das Herz gewiß und erleuchtest meine Seele, daß ich in der Finsternis nicht den Weg des Heils ver5. Der Sünder wird durchs fehle; du führst mich auf Gottes Wort von dir geschlagen, dein Pfade, zeugst von Wahrheit und Hauchen tötet plößlich die Em- von Gnade. pörer. 3. Unser Tröster heißest du, überschwenglich kannst du tröſten, du erfüllst mit Himmelsruh die Gemüter der Erlösten, daß sie nach der Angst der Sünden Gottes Vaterhuld empfinden. 4. Mächtig stärkst du zum Gebet, weckst in uns inbrünst'ges Sehnen, das mit stillen Seufzern fleht und zur Wonne führt durch Thränen. Hoffnung und Geduld im Leiden ist dein Werk, du Geist der Freuden. 4. Was lebt und webet, hat von dir das Leben, der ganze Erdkreis ist voll deiner Güte. Mel. Liebfler Jesu, wir sind 2c. 6. Du rührst und schreckest Herzen und Gewissen, wer deinem Finger folget, ist genesen. 7. Das Licht, die Weisheit und die Kraft des Lebens schenkst du dem, der an Christi Namen glaubet. 8. Du lehrst uns findlich rufen: Lieber Vater! Wir wissen es, daß wir sind Gottes Kinder. 9. Du, Geist des Herrn, giebst Zeugnis unserm Geiste, vertrittst uns auch durch unaussprechlich Seufzen. 10. Das Fleisch ertötest du und stärkst die Seele; die Toten alle wirst du einst erwecken. 5. Heiligung und Reinigkeit und ein gottgefällig Leben, selige Zufriedenheit, wahre Weisheit kannst du geben. Selig, die an deinen Gaben teil durch Lieb' 11. Herr, unser Herrscher, und Glauben haben. herrlich ist deine Name in allen 6. Was mir fehlt, find' ich bei 139 Von dem heiligen Geist. dir, nur durch dich kann ich ge-| tum, erhöhest durch des Herrn nesen. Komm und wohne selbst Gemeinen des Kreuzes unbesiegten in mir, schaffe neu mein gan- Ruhm. Und wo du sprichst mit zes Wesen; dann wird meine Feuerzungen, beugst du zu sel'gen Schwachheit Stärke und ich wirke Huldigungen der Heiden überwundne Kraft. Der Hölle Reich Gottes Werke. muß dir mit Beben die Schar Gefangner wiedergeben, die es in Sünden hingerafft. 7. Sieh, ich öffne dir mein Herz, läutre du es auch durch Leiden, mache mich durch Not und Schmerz würdig deiner Himmelsfreuden. Hilf mir, Vater, beten, ringen und hindurch zum Ziele dringen. 4. Wer kann, wie du, mit Donnern reden, wenn du im Schlaf den Sünder schreckst? Wer tröstet so, wie du, die Blöden, wenn du die neue Sehnsucht weckst? Wenn sie in ihr Verderben schauen, Mel. Wie wohl ist mir, o 20. 265. Geift Gottes, aus des so lehrst du sie dem Ruf vertrauen, mit Gottes grüßt; wenn sich der Geist zwar willig zeiget, doch ihn des Fleisches Schwachheit beuget, bist du es, der das Leid versüßt. Ew'gen Fülle in unsern Geist herabgesenkt, der auch in unbemerkter Stille des Herzens Trieb gen Himmel lenkt; du, der einst Davids Psalm beflügelt, den Sehern Aug' und Mund entsiegelt, uns auch noch jetzt mit Glut durchdringt, auch jetzt uns Gottes Weisheit lehret und Christi Wahrheit uns verkläret: wer ist's, der würdig dich besingt? 2. Du Quell der reinsten Himmelsliebe, die in das Herz lebendig quillt und so des neuen Menschen Triebe mit heil'ger Gotteskraft erfüllt, du bist es, der die Schwachheit stüket, im Pilgerlauf sie stärkt und schützet, wenn sich die Seel' in Schlummer neigt; der o geschäh' es nicht vergebens! als Unterpfand des ew'gen Lebens uns hier des Himmels Krone zeigt. - 5. Du drückest der Bewährung Siegel den wohlgeprüften Seelen auf; du giebst den Zeugen Glaubensflügel und führst fie im Triumph hinauf. In aller Trübsal lehrst du beten, du selbst willst unsre Not vertreten, auch ohne Wort, mit starkem Flehn. Die Liebe führest du zum Throne und ihren Werken wird zum Lohne die Kraft, in Demut fest zu stehn. 3. Du bauest aus lebend'gen Steinen der Kirche reines Heilig6. Wenn Christus einst herniederschwebet auf das geschloßne Totenfeld, mit mächt'gem Wort es neu belebet zum Erbteil in der begren Welt; dann trägt in deiner Kraft die eine bewährte heilige Gemeinde zumThrone Herz und Psalm empor; dann ströme du durch alle Glieder die höh're 140 Von dem heiligen Geist. Glut der Himmelslieder zum| Kraft und Klarheit durch FährPreise dem, der uns erfor. lichkeit und Finsternis. Du bist der Beistand meines Lebens und niemals ruf' ich dir vergebens, Mel. Wie wohl ist mir, o 20. 266. Geist Gottes, wer wenn je mein Fuß den Pfad kann dich verste- verliert. Dein Wort kann jeden hen? Wer wandelt schon in dei- Wahn besiegen, dein Trost läßt nem Licht? Wer klimmt zu deiner niemals mich erliegen; du bist Weisheit Höhen? Der selbst sich es, der mich richtig führt. weise dünket, nicht. Ein Licht biſt du; doch nur den Blinden. Wer sinn beugen, daß mehr und mehr 5. Und will mich ja der Trübnoch bei sich weiß Rat zu finden, der Mut entsinkt: wenn Seufzer dem ist dein reicher Trost noch dann zum Himmel steigen, bist fern. Du wirst nur dem des Le- du's gewiß, der Hülfe bringt. bens Quelle, der an des Unter- Was auch in meiner Brust will ganges Schwelle, an sich verza- wanken, du hältst lebendig den gend, ruft zum Herrn. Gedanken, daß ich ein Kind der 2. Dann wirkest du und schmel- Gnade sei. Will meine Schwachzest Herzen, in Sünden tot und heit mich beschämen und mir der felsenhart, erregst in ihnen sel'ge Kindschaft Zeugnis nehmen: du Schmerzen und Traurigkeit der machst mich von mir selber frei. rechten Art. Du stellst im göttlichen Gerichte dem Sünder kräftig vors Gesichte, was Gott, Geset und Sünde sei. Erneurung will das Herz begehren, da fließen einsam bittre Zähren: die Zeugen wehmutsvoller Reu'. Prüfungsstunde, vor der ein Heil'6. Auch schlägt mir wohl die ger selbst erbebt, wenn aus des Abgrunds dunklem Schlunde Angst und Verzweiflung sich erhebt. Doch du trittst mir voll Troft zur Seistreiten, du reichst mir Wehr und ten; von dir gestärket kann ich Rüstung dar. Dann kann ich den Versucher dämpfen, den Kampf des Glaubens siegreich kämpfen; bald wird die Seele wieder klar. 3. Wenn Seelen so mit Not beladen nur sehnlich um Errettung flehn, enthüllet sich der Thron der Gnaden; du läsfest fie den Mittler sehn. Dann wandelt sich das bange Sehnen in einen Guß von Freudenthränen, die Trauernacht in helles Licht. Der Schuldbrief zeiget sich zerrissen, es schweigt das richtende Gewissen, da Jesu Blut Vergebung spricht. 4. Nun machst du mir, o Geist der Wahrheit, den Pilgerschritt fest und gewiß; du leitest mich in verbunden, an welchenmeine Seele 7. So hältst du mich mit dem glaubt; ich feire sel'ge Freudenstunden, wenn nichts mich trennt von meinem Haupt. In heiliger mein Geist aus jener Fülle, wo und sichrer Stille schöpft dann Gnad'aus Gnade sich ergießt. In der Begeistrung Augenblicken ge= Von dem heiligen Geist. 141 währest du mir ein Entzücken, das hilf mir gläubig auf ihn schaun mir des Himmels Vorschmack ist. und auf sein Verdienst nur baun, daß ich mög' auf mein Verlangen Gnad' um Gnad' von ihm empfangen. Mel. Freu dich sehr, o 2c. 267. Ge eist vom Vater und vom Sohne, du, 6. In des Lebens Müh' und der unser Tröster ist und von Leiden steh mit deinem Trost mir Gottes ew'gem Throne auf die bei, daß ich überall mit Freuden Gläub'gen sich ergießt, steh mit Gottes Führung folgsam sei. deiner Kraft mir bei, daß ich Gieb mir ein gelaßnes Herz; Gott geweihet sei und mein Herz laß mich selbst im Todesschmerz schon hier auf Erden mög' ein deines Trostes Kraft empfinden Tempel Gottes werden. und einst siegreich überwinden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. 268. Lente kräftig meinen Sinn auf das Wohl der Seele hin; lehrst dir mein Herz zum Thron, du mich das Rechte wählen, schenke dich mir immerdar, so werd' ich nie das Heil verfehlen. wie heut der frommen Schar. 2. Geist der Wahrheit, leite mich. Eigner Wille täuschet sich, daß er leicht des Ziels verfehlt und statt Heil sich Unglück wählt. 3. Geist des Trostes, tröste mich durch dein Zeugnis innerlich. Wenn mir mein Gewissen droht, hilf mir aus der Seelennot. 3. Heilige des Herzens Triebe, durch die Gnade schaff es neu, daß ich Gott vor allem liebe und ihm kindlich dankbar sei. Voll Vertraun auf ihn zu sehn, seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. Mel. Nun kommt der Heiden 2c. Geist vom Bater und vom Sohn, weihe 4. Warne mich, so oft zu Sünden mein Gemüt versuchet wird; laß mich bald den Rückweg finden, hab' ich mich von dir verirrt. 4. Geist des Betens, steh mir bei, wenn ich um Errettung schrei'; mach mein Bitten freudig, rein, so wird's auch erhörlich sein. 5. Geist der Heiligung, verklär Jesum in mir mehr und mehr. Mindre stets, was mich befleckt, mehre, was du selbst erweckt. 6. Geist des Glaubens, stärk in 5. Treib mich kräftig zum Ge- mir solchen Glauben für und für, bete, wenn mir Hülfe nötig ist, der mich Christo einverleibt und daß zu Gottes Thron ich trete zu guten Werken treibt. durch den Mittler, Jesus Christ; I 7. Geist der Lieb', erweck in mir Nimm in deine Zucht mein Herz, wirk in mir der Reue Schmerz, daß ich mich in Demut beuge und den Sinn zur Beßrung neige. 142 Von dem heiligen Geist. guter Gaben Füll' und Zier, daß| felig sterbe und das Himmelreich ich hülfreich, mild und treu, ererbe. deiner Gnade Werkzeug sei. 8. Geist der Hoffnung, rufe du meiner Seel' ermunternd daß ich deiner stets mich freu' und in Hoffnung selig sei. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier zc. 269. Gott, du haft in deinem Sohn mich von Ewigkeit erwählet, sende nun von deinem Thron, was zu meinem Heil noch fehlet; gieb mir deines Geistes Gaben, durch sie werd' ich alles haben. 2. Heil'ger Geist, mein Herr und Gott, mache du mich neugeboren; sonst bleib' ich in Sünden tot und bin ewiglich verloren; rette mich von dem Verderben, laß mich nicht in Sünden sterben. 3. Treib hinweg des Zweifels Nacht, halte die Vernunft in Schranken; wenn die Welt mich irre macht, laß mich nicht im Glauben wanken. Von dir will ich Weisheit lernen und mich nie von dir entfernen. 270. Mel. Warum follt' ich mich 2c. öchster Tröster, komm hernieder, Geist des Herrn, sei nicht fern, stärke Chrifti Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Christus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. uns allen durch dein Licht Unter2. Geist der Wahrheit, gieb richt, wie wir Gott gefallen. Laß uns freudig zu ihm treten; ſei uns nah und sprich: ja! wenn wir gläubig beten. 3. Hilf den Kampf des Glaubens tämpfen und mit Mut Fleisch und Stärke uns in allen Leiden, daß Blut, Welt und Sünde dämpfen. uns Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 4. Hilf nach Gottes Reich uns streben und verleih, daß wir treu unserm Heiland leben. Laß uns niemals stille stehen, treib uns an, seine Bahn festen Muts zu gehen. 5. Sei in Schwachheit unsre 4. Wecke auf mein sichres Stütze; labe du uns mit Ruh' Herz, daß ich stets mein Heil in der Prüfungshite; und, wenn bedenke und mich oft mit Reu' Gott uns nach dem Leide sterben und Schmerz über meine Sünden heißt, führ den Geist in des tränke; doch nach solchen Trauer- Himmels Freude. stunden tröste mich durch Jesu Wunden. Mel. Komm, heiliger Beift zc. 271. Hör unser Gebet, Geiſt 5. Glaube, Lieb' und Hoffnung sei stets das Kleinod meiner Seele; steh im Kampf mir mächtig der Gläub'gen Bitten gern. Wir bei, daß der Sieg mir niemals wollen unser Herz dir geben, o fehle. Gieb, daß ich einst lehre heilig uns leben! Der alles Von dem heiligen Geist. 143 Gute in uns schafft, rüft uns Seelen wieder aus der vermit Stärke, Mut und Kraft, worrnen Welt zu Hauf; schlingt daß nicht die List und macht der um sie seiner Liebe Neke, mit Sünde uns, Christi Jünger, ihm ein Geist und Leib zu sein überwinde. Wir flehn zu dir, und schreibt des Himmelreichs Gesetze mit Gottes Kraft in fie wir flehn zu dir! 2. Du, heiliges Licht, starker hinein. 3. Auf, auf, ihr Herzen und Hort, erleucht uns durch der Wahrheit Wort. Du wollest ihr Zungen, verfündigt Gottes immerdar uns leiten, daß unsre hohen Ruhm! sein Name werde Füße nicht gleiten: treib fern von uns des Irrtums Nacht, laß siegen deiner Wahrheit Macht, daß Jesus auf der ganzen Erde bekannt und angebetet werde. O hilf dazu, o hilf dazu! stets besungen von seinem heil'gen Eigentum. O daß ein Geist des Lebens wehe und, was nur Atem hat, erfüll', daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will! 3. Laß, freudiger Geist, voll Vertraun in Not auf deine Hülf uns schaun. Lehr uns, wenn wir zum Bater treten, mit froher Zuversicht beten. Mach uns durch deine Kraft bereit zum Sterben und zur Ewigkeit, daß wir mit frohem Mute ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Er höre uns, erhöre uns! halten, Sinn. 4.3m Geiste laßt uns Pfingsten geheiligt werde unser Denn ließt ihr noch die Sünde walten, wo bliebe dann des Heils Gewinn? Nur das heißt neu geboren werden, wenn Christi Geist auch in uns lebt und unser Sinn, schon hier auf Erden, durch himmlisch Thun zum Himmel schwebt. Mel. Die Tugend wird durchs 2c. 272. hr Christen, rühmt, 5. Laß, Jesu, nichts in uns vermindern des Glaubens hohe Zuversicht; o mach uns ganz zu Gottes Kindern durch deines erhebt und preiset Geistes Kraft und Licht. Ach aus einem Herzen, einem Mund zünde deine reine Liebe in unser die Gnade, die der Herr erweiset aller Herzen an und schaffe, daß in seinem neuen ew'gen Bund. mit heil'gem Triebe, was lebt, Er tränkt mit Himmelskraft die dich ewig lieben kann! Seelen und gießt den Geist der Kindschaft aus; zum Tempel will Mel. Lobe den Herren, den 2c. er ſie erwählen und weihen sie 273. Jhr, durch die Taufe zum dem 2. Der Heiland strömt auf geweihet, preiset den Tröster, der seine Glieder das Salbungsöl, die kräftig die Herzen erfreuet, den Feuertauf', bringt die zerstreuten uns der Sohn sendet vom ewigen 144 Thron, Weisheit durch ihn uns verleihet. Mel. Ein' feste Burg ist unser Bolt 20. 2. Wenn die Propheten das 274. Dunkel der Zukunft enthüllet, omm, Geist des Herrn, kehr' bei wenn sie gezeigt, was den Tiefen mir ein, nach dir steht mein der Gottheit entquillet: war's nicht der Geist, den unser Lobgefang preist, der sie mit Weisheit erfüllet? Verlangen; ich kann aus deiner Füll' allein, was mir gebricht, empfangen. Schaff Herz und Sinn mir neu, weck in mir wahre Reu'; sei meiner Seele Ruh, sprich mir Betrübten zu, schenk Weisheit, recht zu wandeln. 3. Er hat geleitet die Schwachen, von Jesu Erwählten, wenn sie die Thaten und Lehren des Meisters erzählten; hat sie gelehrt und ihnen Jesum verklärt, daß sie nicht irrten noch fehlten. 2. Laß mich mein Heil und Gottes Huld durch Sünden nicht verscherzen; gieb Glauben, Liebe 4. Ach! und auch uns noch und Geduld und Hoffnung bedeckte die Blindheit der Heiden, meinem Herzen. Vertritt beim unbekannt wären auch wir mit Beten mich mit Seufzen kräftigder Seligkeit Freuden: lernten lich; regiere meinen Sinn und wir nicht durch sein untrügliches richt ihn nur dahin, wo mein Licht Irrtum und Wahrheit zu Erlösſer lebet. scheiden. Von dem heiligen Geist. 5. Pflegen doch Väter auf Erden sich innig zu freuen, flehenden Kindern, was nützt und erquickt, zu verleihen: Vater, vielmehr gieb du der Bitte Gehör, uns durch den Geist zu erneuen. 6. Ja, uns erleucht' er in Christo, dich recht zu erkennen; treib' uns, in Liebe für dich und den Heiland zu brennen; dich und den Sohn, trotz aller Lästerer Hohn, frei vor der Welt zu bekennen. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 275. Komm, Gottes Geiſt, höchster du, den der Himmel nicht umfaßt, noch dieser Kreis der Erde: komm, offenbare dich auch mir, Gott, heil'ger Geist, daß ich in dir ein Geist mit Christo werde. Leite heute Geist und Sinnen, mein Beginnen und mein Leben, deiner Liebe nachzustreben. 2. Erquicke mich, du Friedens7. Freudigkeit geb' er uns, dir, wasser fleußt, du süße Freudengeist, du Brunn, draus Lebenswas uns quälet, zu tlagen, auch quelle, die allen Durst der Seele wenn die Hülfe verziehet, nicht stillt und aus der Gottheit Tiefe mutlos zu zagen. Schenkst du quillt ganz rein und ewig helle. Gedeihn, lehr' er uns, fromm Fließe, gieße deine Gaben, zu uns zu freun, würdigen Dank erlaben alle Müden, daß sie dir zu sagen. schmecken Trost und Frieden. Von dem heiligen Geist. 145 3. Sei meiner Ohnmacht Kraft und ihm aus ganzer Macht verund Macht, mein helles Licht in trauen. Hallelujah! Hallelujah! dunkler Nacht, das mich stets ficher führet; mein starker Hort zur bösen Zeit, mein kräftger Beistand in dem Streit, bis mich die Krone zieret. Schüße, stütze, Herr, mich Schwachen, stark zu machen meinen Glauben; laß mir nichts die Krone rauben. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getroft in deinem Dienst beständig bleiben, daß Trübsal' uns nicht abtreiben. Durch deine Kraft, Herr, uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah, Hallelujah! 4. Hilf mir in meiner letzten Not, versüße mir den bittern Tod, wenn Herz und Auge brechen. Sei meines Lebens Heil und Mel. Komm, heiliger Geift 2c. Licht, laß, wenn die Zunge nicht 277. Komm, Kraft des mehr spricht, dein Seufzen für mich sprechen. Laß mich endlich selig scheiden zu den Freuden aller Frommen; ach, wann werd' ich dahin kommen? Höchsten, komm herab, Pfand, das uns Gottes Gnade gab; du Segensquell, Born aller Gaben, nichts kann, wie du, die Seele laben. Komm, Gottes Geist, in unsern Geist, wie Himmelstau hernieder fleußt; komm mit der Friedenstaube Schweben und ruh auf uns, so lang' wir leben. Hallelujah, Hallelujah! In bekannter Melodie. 276. omm, heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubigen Herz, Mut und Sinn; 2. Komm, Geist der Wahrheit, dein' brünstige Lieb' entzünd in Gottes Licht; wo du fehlst, ist die ihn'n. Herr, durch deines Wahrheit nicht. Komm, uns mit Lichtes Glanz zu dem Glauben Weisheit zu erfüllen und unsers versammelt hast das Volk aus Geistes Durst zu stillen. Komm, aller Welt Zungen, das sei dir, leuchte du mit hellem Schein bis Herr, zu Lob gesungen. Hallein des Herzens Grund hinein. lujah, Hallelujah! O warn und strafe, wenn wir 2. Du, heiliges Licht, edler fehlen, und läutre aller Christen Hort, laß leuchten uns des Seelen! Hallelujah, Hallelujah! Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr', daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum Christ mit rechtem Glauben 3. Komm, milder Tröster! Wer, als du, bringt bangen Herzen Trost und Ruh' und Balsam für die innern Wunden und Himmelstau in heißen Stunden? Komm, gieb zu unsrer Ritterschaft uns 10 146 Von dem heiligen Geist. Heldenmut und Glaubenskraft, Flehn sei nicht vergebens, komm, und rüste selbst zum Gotteswerke erfüll uns jederzeit: so wird Geist, Seel' und Leib mit dei- Licht und heller Schein in dem ner Stärke. Hallelujah, Halle- dunkeln Herzen sein. lujah! 2. Gieb in unser Herz und 4. Komm, Quell der Liebe, Sinnen Weisheit, Rat, Verstand geuß sie aus ins Herz und über und Zucht, daß wir anders nichts Gottes Haus. Gieb, daß wir beginnen, als nur, was dein Gott mit reinen Trieben und Wille sucht; dein' Erkenntnis Christum in den Brüdern lieben. werde groß und mach uns vom Entflamm in Leid und Freude Irrtum los. stets die Glut des Dankes und 3. Zeig uns an die rechten Gebets. Erhöh uns vom Ge- Stege, führ uns stets auf ebner wühl der Erde, daß unser Wan- Bahn, räume ferner aus dem del himmlisch werde. Hallelujah, Wege, was im Lauf uns hindern Hallelujah! kann; und wer doch gestrauchelt 5. Weih uns zu deinem Tem- hat, dem gieb Reue nach der pel ein; was unrein ist, das That. mache rein. Was nah am Staube 4. Laß uns stets dein Zeugnis kriecht, erhebe; was schon er- merken, daß wir Gottes Kinder storben ist, belebe. Erwärme sind, daß wir unsern Glauben jedes talte Herz, lenk alle See- stärken, wenn sich Not und len himmelwärts. Vereine die Drangsal find't; lehr uns, daß zerstreuten Glieder und bringe des Vaters Zucht einzig unser das Verlorne wieder. Hallelujah, Bestes sucht. Hallelujah! 6. Wenn du nicht Beistand ihm verleihst, so strebt umsonst des Menschen Geist. Laß auf 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit: uns deine Grade regnen, tomm, so wird unser Flehn erhört und uns mit deiner Kraft zu segnen. Dann sind der guten Saat wir gleich und bringen Frucht zum Himmelreich. Dann führt zum Leben uns das Sterben und ewig sind wir Gottes Erben. Hallelujah, Hallelujah! die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach! mein Gott, mein Gott, wie lange? mach doch endlich den Beschluß! Dann sprich du uns tröstlich zu, und gieb Mut, Geduld und Ruh'. In eigener Melodie. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, Geist des Lebens, fördre in uns deine Werke; leite, wahrer Gott in Ewigkeit! Unser wie der Herr verheißt; gieb uns 278. omm, o komm, du 2 Von dem heiligen Geist. 147 Waffen in dem Krieg und erhalt[ daß er uns behüte an unserm Ende, uns in dem Sieg. wenn wir heimfahr'n aus diesem Elende. Erbarm dich, Herr! 8. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichr' uns mehr und mehr, daß wir dort das Reich ererben jener Herrlichkeit und Ehr', die Gott giebt durch Jesum Christ und die unaussprechlich ist. Mel. Uun sich der Tag 2c. 279. Nicht um ein flüchtig der Zeit, fleh' um deinen Geist, o Gott, den mir zur Seligkeit dein teures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehr' er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, wie dein Wort gebeut, gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk' er mich und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, besiegle deine Huld und waffne mich in jedem Schmerz mit Mut und mit Geduld. 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Christum erkennen allein, daß wir an ihn glauben, den treuen Heiland, der uns gebracht zum rechten Vaterland. Erbarm dich, Herr! 4. Alsdann hab' ich zu dir Vertraun durch deinen freud'gen Geist; er lehret mich fest darauf 281. baun, daß du mir gnädig seist. In eigener Melodie. 3. Du süße Liebe, du himmlisch Gut, laß uns empfinden der Liebe Glut, daß wir uns von Herzen einander lieben, eines Sinns des Herrn Gebot ausüben. Erbarm dich, Herr! un un bitten wir den heiligen Geist um 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' und Tod, daß uns Herz und Sinnen nicht gar verzagen, wenn unsre Sünden uns woll'n verklagen. Erbarm dich, Herr! Mel. Wie schön leucht't uns 2c. heil'ger Geiſt, kehr und 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß uns dein Trostwort hören; daß wir auch aller Christenheit in wahrer Glaubensden rechten Glauben allermeist, leinigkeit dein Zeugnis können leh280. 10* laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein in unsern Seelen kräftig sein zu steter Freud' und Wonne. Klarheit, Wahrheit, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten und in Demut zu dir treten. 148 Von dem heiligen Geist. ren. Hör uns, lehr uns; hilf müssen walten; Freude wollest uns allen, die noch wallen hier du erhalten. auf Erden, daß wir Zeugen Christi werden. 7. Gieb, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre Lebens3. Steh uns stets bei mit dei- zeit, sei unsers Geistes Stärke; nem Rat und führ uns selbst daß uns forthin sei unbewußt den rechten Pfad, die wir den die eitle Welt, der Sinnen Lust Weg nicht wissen. Gieb Kraft und alle toten Werke. Rühre, uns und Beständigkeit, dir treu führe unser Sinnen und Beginzu bleiben allezeit, auch wenn nen von der Erden, daß wir wir leiden müssen. Walte, halte Himmelserben werden. über denen, die sich sehnen, teil zu haben an der Fülle deiner Gaben. In eigener Melodie. 4. Stärt uns mit deiner Got- 282. heiliger Geist, o teskraft, zu üben gute Ritterschaft heiliger Gott! du in Drangsal und Beschwerden; Tröster wert in aller Not, dich auf daß wir unter deinem Schutz der Bater und sein ein'ger Sohn. hat gesandt vom Himmelsthron begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Geberden. Lindre, min- heiliger Geist, o heiliger Gott! dre Furcht und Grauen, daß wir schauen auf die Krone, die dem Sieger wird zum Lohne. 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott! wirk in uns allen fort und fort; entzünd in uns der und Frieden schafft. Oheiliger Liebe Kraft, die Eintracht, Heil Geist, o heiliger Gott! 5. Weich nicht von uns, du Lebenshort, und schaffe, daß bei Jesu Wort stets unsre Herzen brennen. So werden wir uns nimmermehr von seiner weisheit reichen Lehr' und seiner Liebe trennen. Neue Treue gieb den Schwachen, daß sie wachen und verlangen, nur dem Heiland anzuhangen. 3. O heiliger Geist, o heiliger Gott! mehr unsern Glauben immerfort; wer sich will Jesu Christo nahn, der muß von dir die Hülf' empfahn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott! erleucht uns durch dein göttlich Wort: mach uns den Vater recht bekannt und Jesum, den er uns gesandt. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. Du Himmelstau, ergieße dich in unsre Herzen träftiglich und mach uns sanft und milde; daß unser Herz mit Lieb' und Treu' dem Nächsten stets verbun- 5. O heiliger Geist, o heiliger den sei nach unsers Heilands Gott! du zeigest uns die HimBilde. Kein Neid, kein Streit melspfort', auf daß wir kämpfen dich betrübe, Fried' und Liebe ritterlich, zum Himmel dringen, Von dem heiligen Geist. 149 start durch dich. O heiliger Geist,| ten; laß deines Wortes Kraft o heiliger Gott! und Licht zur Leitung im Gewissen mich genießen, so werd' ich sicher nicht zum Falle fortgerissen. 6. heiliger Geist, o heiliger Gott! verlaß uns nicht in Not und Tod; wir weihn uns dir zum Eigentum und bringen dir Lob, Ehr' und Ruhm. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Mel. Ich ruf zu dir, Herr zc. 283. hochgelobter Gottes mir mit Gnad' entgegen; sei du, den Jesus uns verheißt, mit mir auf allen Wegen. Mit meiner Kraft ist nichts gethan; du mußt mir Gnade geben, fromm zu leben, und wenn ich selbst nicht kann, mein Herz zu dir erheben. 5. Und fühl' ich, was mir noch gebricht, dringt mich mein Herz, zu beten, so laß mit Kindeszuversicht mich zu dem Vater treten. Ach laß, du werter Geist von Gott, mich deinen Trost erblicken und erquicken, so wird die größte Not mich nie zu Boden 6. Ich achte nicht den Trost der Welt, der nur zu bald verschwindet; dein Trost ist's, der mich aufrecht hält, der meine Hoffnung gründet. Du bist mir Siegel, bist mir Pfand, daß ich als Kind und Erbe selig sterbe, hingeh' ins Vaterland und nimmermehr verderbe. 2. Geist Gottes, ach, was wäre ich, der Gottes Bild verloren, wenn du nicht durch die 7. Nun die Verheißung ist geTaufe mich von neuem hätt'st schehn: wenn wir in Christi geboren! Du hast durch deine Namen um Gottes Geist zum Gnad' in mir den Glauben an- Vater flehn, ist alles Ja und gezündet und gegründet, daß Amen. Wir flehen, Herr, um nun mein Herz in dir Trost, deinen Geist, du wirst um Christi Fried' und Freude findet. willen das erfüllen, was uns dein Wort verheißt, und unsre Sehnsucht stillen. 3. Herr, meine Kraft kommt nur von dir; hilf mir im Kampfe ringen, zu allem Guten schenke mir das Wollen und Vollbringen. Wenn ich aus Schwachheit irre Mel. Komm heiliger Geift 2c. geh', gieb, daß ich's bald em- 284. Welterlöſer, ſei gepreist, du fandtest pfinde und der Sünde mit Eifer uns den heil'gen Geist, der uns widersteh', das Böse überwinde. in alle Wahrheit leite und uns Er 4. Du weißt es ja, wie schwach zum Himmel zubereite. ich bin; du kannst, du wirst mich schenket uns zum Guten Kraft, stärkt stärken; erneure täglich meinen uns auf unsrer Pilgerschaft, hilft Sinn zum Fleiß in guten Wer- uns den Lauf zum Ziel vollbringen 150 und einst des Lebens Kron' er=| ringen. Hallelujah, Hallelujah! Mel. Dir, dir, Jehovah, will s 2. Die Schar der Boten wagt 285. Von dir, mein Gott, den Streit, durch deines Geistes und Von dem heiligen Geist. Kraft erneut, kämpft gegen falscher Leben, der du das Licht und Götter Heere, siegt durch die Wahrheit deiner Lehre. Gewaltig geht des Lebens Wort bis an der Erde Grenzen fort, erleuchtet alle Nationen, dringt von den Hütten zu den Thronen. Hallelujah, Hallelujah! Leben selber bist; ich bin mit Dunkel noch umgeben und weiß nicht, was dir wohlgefällig ist. O sende mir der Wahrheit hellen Schein, belebe mich, daß ich dir leb' allein. 3. Zu uns auch send ihn, deinen Geist, der uns den Weg der Wahrheit weist; sind dunkel unsers Lebens Pfade, erleucht' er sie durch deine Gnade. Er lehr' uns Gottes Heil verstehn; er leit' uns, wenn wir irre gehn, und sind wir in Gefahr, zu fallen, lehr' er uns festen Schrittes wallen. Hallelujah, Hallelujah! 4. Wo wir vereint sind vor dem Herrn, Geist Gottes, sei von uns nicht fern! Auf uns, die wir sind Christi Glieder, komm deine Segensfüll' hernieder. Gieb dem Verstande helles Licht, dem Herzen feste Zuversicht, daß uns von dem, den wir bekennen, nie weder Glück noch Leiden trennen. Hallelujah, Hallelujah! 2. Du sprachst, und aus den Finsternissen ging auf dein Wort des Lichtes Strahl hervor, nun ward die Welt der Nacht entrissen, die Sonne stieg in vollem Glanz empor: so sei durch deines Schöpferwortes Macht der Wahrheit Licht auch in mir angefacht. 3. Dich hat noch niemand je gesehen, dein ew'ger Sohn nur hat dich uns verklärt; doch wie kann ich sein Wort verstehen, wenn nicht dein Geist den rechten Sinn mich lehrt? Drum gieb mir, Gott, von oben deinen Geist, der mich in aller Wahrheit unterweist. 4. Dann werd' ich, Herr, dich recht erkennen, dich, der in Christo uns so hoch geliebt, und froh dich meinen Vater nennen, weil mir dein Geist der Kind5. Geöffnet ist dir unser Herz, schaft Zeugnis giebt: dann wird jeuch ein und lent es himmel- mir erst das Heil in Christo klar, wärts. Wir wollen nimmer das deiner Gnade ew'ger Ratwiderstreben, regiere unser gan- schluß war. jes Leben; und endet sich einst 5. Ergreife, Herr, mit deiner unsre Bahn, dann nimm dich Wahrheit die, so noch wandeln unsrer Schwachheit an, daß wir in der Sünde Nacht; sie leuchte in Chrifto freudig sterben, mit hier mit sanfter Klarheit, sie ihm das Himmelreich ererben. schrecke dort mit deines Donners Hallelujah, Hallelujah! Macht, daß die verstockten Sün 151 5. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern liebst du nicht, erleuchtest uns in Leiden mit deines Trostes Licht; nimm ferner mein dich an, wie du im heil'gen Worte mir oft schon haft die Pforte des Himmels aufgethan. 6. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe 3orn, 3wietracht, Haß und Neid; o mach mich sanft und mild, daß ungefärbte Liebe ich an den Brüdern übe, verklärt in Christi Bild. Von dem heiligen Geist. der in sich gehn und wahrer Reue voll um Gnade flehn. 6. Und merk' ich selbst mit bangem Herzen, daß ich bethört vom Weg des Heiles wich, dann stille meine bittern Schmerzen das teure Wort: der Mittler starb für dich; daß ich Vergebung find' in Jesu Blut; du aber gieb zur Behrung Kraft und Mut. 286. Mel. Von Gott will ich nicht zc. euch ein zu deinen Thoren, mein Herz steht dir bereit, der du mich neu geboren und meinem Gott geweiht. Du hochgelobter Geist vom Vater und vom Sohne, o komm und in mir wohne, wie Christi Wort verheißt! 2. 3euch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf' und Errettung schafft. Entsünd'ge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir den Gehorsam leiste, den ich dir schuldig bin. 3. Ich glich den dürren Reben, war tot und ohne Kraft, du hast das neue Leben in Christo mir verschafft; du wirkest mehr und mehr, daß ich stets an ihm bleibe und edle Früchte treibe zu Gottes Ruhm und Ehr'. 7. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, fannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohl gefällt: leit uns den Friedenspfad, verknüpf in allen Landen durch sanfte Liebesbanden, was sich getrennet hat. 8. Erhebe dich und steure auf Erden allem Leid, bring wieder und erneure das Heil der Chris stenheit. Laß steigen neu empor, was blinder Wahn verheeret, was 3weifelsucht zerstöret, es blühe, wie zuvor. 9. Regier in allen Reichen, bau unsers Königs Thron und laß nie von ihm weichen der Weisheit Ruhm und Lohn. Dem Alter gieb Verstand, gieb Frömmigkeit der Jugend; durch Gottesfurcht und Tugend besel'ge jeden Stand. 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; solch Beten wird erhöret, macht reicher Gaben voll; o lenke himmelan mein Flehn voll Glaubensstärkte, bis ich die Hülfe merke von dem, der helfen kann. 10. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, mach uns der ew'gen Güter teilhaftig für und für; vertreib den bösen Geist, der sich dir widersetet und, was 152 dein Herz ergöket, aus unserm Herzen reißt. 11. Richt unser ganzes Leben allein nach deinem Sinn und laß nach dem uns streben, was ewig bringt Gewinn; und kommt einst unsre Zeit, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des Himmels Herrlichkeit. Von der christlichen Kirche. Mel. Komm, Gott Schöpfer zc. 287. flehen wir, der neue Herzen in uns schafft; des Segens Fülle kommt von dir, durchdring uns ganz mit deiner Kraft. 2. Du bist, das ist dein Nam' und Ruhm, der Tröster, uns von Gott gesandt, salbst uns zu seibes Unterpfand. nem Eigentum, wirst unsers Er3. Erleucht uns mit der Wahrheit Licht, entzünd in uns der Liebe Glut; schenk uns Schwachheit Zuversicht und stärk in im Kampfe unsern Mut. 4. Gieb uns des Glaubens Freudigkeit, den Frieden, den die Welt nicht kennt; verbanne von uns und Streit und was uns von den Brüdern trennt. 3. Schaut in der Einfalt nur auf mich, die meinen führ' ich wunderlich, vertraut der Allmacht 5. Ja wohn in uns, du Geist des Herrn, weih uns zu deinem Tempel ein; wir folgen deinem 3uge gern und wollen dir gehorsam sein. XII. Von der christlichen Kirche. Händen! Das Leiden währet kurze Zeit, bis zum Triumph der HerrMel. Kommt her zu mir zc. 288. Auf Leiden folgt nach lichkeit, dann soll es selig enden. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zc. kurzem Streit Sieg und Triumph voll Herrlichkeit: so singt die kleine Herde, die 289. Das Amt der Lehrer, bald der allertreuste Hirt mit großer Kraft erlösen wird von dein soll auch Dank und Ehre Herr, ist dein; jeglicher Beschwerde. liebst, noch immer treue Lehrer sein, daß du der Kirche, die du giebst. 2. Er ruft: Seid, Kinder, wohlgemut, weil Gott, der große Wunder thut, für euch und mit euch streitet; ich bin der Herr, Immanuel, und gehe her vor Israel, mein Auge wacht und leitet. 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand! Sie sind, o Herr, von dir gesandt und pflanzen durch dein heilig Wort auf Erden Licht und Wahrheit fort. 3. Wir wollen ihres Amts uns freun, das Herz soll ihnen offen sein; dann wird, was ihre Rede Von der christlichen Kirche. 153 lehrt, in uns durch deinen Geist| wenn sie dein Wort verkünden; verklärt. 4. Ermahnen, warnen, strafen sie, so fehle der Gehorsam nie; was uns dein Mund durch sie gebeut, das bringt uns Heil und Seligkeit. gieb ihnen Unerschrockenheit, zu strafen unsre Sünden; tröst uns durch sie in aller Not, ihr Wort lehr' uns auf Christi Tod einst sanft und selig sterben. 5. Trifft sie Verfolgung oder Hohn, so hilf es ihnen tragen; bist du ihr Schild und großer Lohn, wie dürften sie verzagen? Du fandtest sie, sie ehren dich. Umsonst empören Frevler sich, die Wahrheit zu vertilgen. 6. Nein, fromme Lehrer zu erfreun, soll unsers Herzens Freude 6. Vergilt du ihnen, Herr, sein. O führe du, Herr, uns schon hier mit deinem reichen Sezugleich mit ihnen in dein Him- gen; sei ihre Zuflucht für und melreich! für, ihr Licht auf allen Wegen; und einst vor deinem Angesicht laß sie für treu erfüllte Pflicht Mel. Sei Lob und Ehr' dem 20. 290. Dein ist das Licht, das des Himmels Kron' ererben. uns erhellt, dein 5. Des treuen Lehrers schwere Pflicht erschwere Hohn und Undank nicht; denn das ist wahrlich uns nicht gut, wenn er sein Amt mit Seufzen thut. Mel. Nun fich der Tag ic. ist das Amt der Lehrer. Gott, welch Geschenk für deine Welt, für deines Worts Verehrer! Du 291. Der du noch in der letzten Nacht, eh sprichst durch deiner Boten Mund, du für uns erblaßt, den Deidamit dein Reich uns werde kund, nen von der Liebe Macht ins der Weg zum ew'gen Leben. Herz geredet haſt: 2. Erinnre deine kleine Schar, die sich so leicht entzweit, daß deine letzte Sorge war der Glieder Einigkeit. 2. Welch Amt, zu dämpfen jeden Wahn, das Laster zu bestreiten und Seelen auf der rechten Bahn zu Jesu hinzuleiten! Wie heilig, aber auch wie schwer! laß, die es führen, immer mehr des Amtes Würde fühlen. Mel. Herzliebster Jesu zc. 3. Gieb ihnen deiner Weis- 292. Des Herrn Gesetz ver= heit Licht und deines Geistes Gaben, daß sie durch ihren Unter- nen, sich hier in Lieb' und Friericht viel fromme Seelen laben. den zu vereinen, daß unter Einem Laß ihre Lehre wahr und rein, Hirten Eine Herde aus allen fest ihren eignen Glauben sein, werde. ihr Leben fromm und heilig. 2. Mit Einem Opfer sind wir 4. Erfülle sie mit Freudigkeit, Gott erkaufet und dazu all' auf 154 Von der christlichen Kirche. Eines Tod getaufet, daß jeder du fester Fels, auf dir, du bist nun mit ernstem, heil'gen Triebe den nächsten liebe. uns Schuß und Retter. Von dir allein kommt unser Heil; du bist der Deinen sichres Teil, der Hort, auf den wir trauen. 3. Die ja zu Einem Meister sich bekennen, die darf kein Streit um die Erkenntnis trennen; die Herzen, die sich Eines Heilands freuen, tein Haß entzweien. Gott, mit Loben und mit Beten; 2. Dich preisen wir, du großer dadurch wird unser Feind zu 4. Laßt uns wie Brüder bei Spott, du wirst ihn niedertreten. einander wohnen und, irrt ein Nimm uns als wie dein Aug' Bruder, seine Schwäche schonen; in acht; mit starken Flügeln deidenn uns gelingt nur durch ver= ner Macht beschirme die Vereinte Kräfte des Herrn Geschäfte. Laßnen. 5. Wer Gaben hat, der hat 3. Wir danken, Gott, von Hersie, Gott zu preisen, sie sollen zen dir für deine Wunderwerke; sich zu aller Wohl erweisen; wer was du gethan, verkünden wir selbstgefällig ist, der ist nicht und rühmen deine Stärke. Wie besser, wär' er auch größer. du uns gnädig angeblickt, wie du uns schon so oft erquickt, des freun wir uns ohn' Ende. 6. Wer heller sieht, sei stärker auch in Liebe, auf daß sich gern der Schwache mit ihm übe, zur 4. Dort jene troßen ohne rechten Freiheit frei sich lasse lei- Scheu auf ihre Ross' und Wagen; ten ohn' alles Streiten. uns aber stehst du, Höchster, bei, 7. Wie wir zuerst die Sonn' den Feind in Flucht zu schlaim Morgen sehen, eh sie hinauf- gen. Im Namen deiner Majeſtät steigt zu des Mittags Höhen: so wird uns das Siegspanier ersoll der Glanz, den Kinder Got- höht: Israels Hüter wachet. tes zeigen, stets höher steigen, 5. Du deckst uns vor der bö8. So wollen wir in Liebesen Welt in deinen sel'gen Hütweiter dringen und harren auf ten, du nimmst uns auf in dein des Gotteswerts Gelingen, daß Gezelt, wenn tapfer wir gestritunter Einem Hirten Eine Herde ten. Stets bleibst du unser Licht aus allen werde. und Heil, und wo es not, wirst du in Eil' in deiner Macht erscheinen. 6. So hältst du stets durch deine Kraft die fest, die nach dir fragen, und Trost und Ruhe herzlich wir, trotz wird geschafft nach herber Not wilder Trübfalswetter. Wir stehn, und Plagen. Die Rechte Gottes Mel. Nun freut euch 2c. 293. Dich Herr, dich loben Von der christlichen Kirche. bricht hervor, die Rechte Gottes schwebt empor, die Rechte Gottes steget. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. 294. Dich, Jesu, preiſen unsre Lieder, dich Herr, der seine Kirche stets regiert: du gabst uns einen Hirten wieder, du hast ihn dieser Herde zugeführt. Heil uns, daß du so treu die Deinen liebst und fromme Hirten deiner Herde giebst. Mel. Sei Lob und Ehr' dem e. 295. Die Feinde deines Kreuzes drohn dein Reich, Herr, zu zerstören; du aber, Mittler, Gottessohn, kannſt ihrem Troße wehren. Dein Thron bestehet ewiglich, vergebens wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Sei auch mit diesem deinem Knechte; mach offenbar durch ihn dein teures Wort, dein Licht und deine heil'gen Rechte, und wie du lohnst den Deinen hier und dort: so wird die Herde, die er weiden soll, durch seinen Dienst des wahren Glaubens voll. 155 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum konnt' auch feine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Verleih ihm Mut und Geistesstärke, erhalt in ihm den frommen Hirtensinn, daß er in seinem Amt und Werke seh' unverwandt, Herr, auf dein Vorbild hin. Ihn rühre weder Menschengunst noch Dräun; sein Hoffen gehe stets auf dich allein. 4. Verleih, daß tief ins Herz uns dringen des Lebens Worte, die sein Mund uns lehrt, so werden wir viel Früchte bringen, so wird durch ihn dein göttlich Reich gemehrt. Sei hier, o Herr, sein Schild und großer Lohn, dort preis' er dich samt uns vor deinem Thron! 3. Du wollest deine Herrschaft noch auf Erden weit verbreiten und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang bring' alle Welt dir Preis und Dank und glaub' an deinen Namen. 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren. Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläub'gen wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unfres Glaubens uns gewiß; vor Irrtum und vor Finsternis bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf eb 156 Von der christlichen Kirche. ner Bahn und heil'ge unsern ist gericht't, ein Wörtlein kann Willen; so wird dein Volk, dir un- ihn fällen. terthan, gern dein Gesetz erfüllen; 4. Das Wort sie sollen lassen bis du erscheinest zum Gericht stahn und kein'n Dank dazu und dann vor deinem Angesicht haben. Er ist bei uns wohl auf die Menschenkinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich, ererben. In eigener Melodie. 296. Gin' feste Burg ist unjer Gott, ein' gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alte böse Feind mit Ernste er's jetzt meint: groß' Macht und viele List sein' graufam' Rüstung ist; auf Erd'n ist nicht sein'sgleichen. dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie uns den Leib, Gut, Ehre, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie haben's kein'n Gewinn, das Reich Gott's muß uns bleiben. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' und wollten uns verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen; der Fürste dieser Welt, wie sauer er sich stellt, thut er uns doch nichts, das macht, er In eigener Melodie. 297. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, ſei deinem Volk ein starker Hort, wenn deines Sohnes Feinde drohn, zu stürzen ihn von seinem Thron. 2. Beweis dein' Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, und schirme deine Christenheit, daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gieb, heil'ger Geist, du Tröster wert, uns Einen Sinn hier auf der Erd', und hilf uns Leben durch den Tod. in der letzten Not, leit uns zum Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald ver= loren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer er ist? Er heißet Jesus Christ, der Herre Zebaoth, und ist kein andrer 298. Erhöre gnädig unser Gott, das Feld muß er behalten. Knecht, den du uns zugesandt. Flehen für deinen Stärk ihn mit Kraft aus deinen Höhen und rüst ihn aus zu seinem Amt und Stand. Durch deinen Geist nur wird er recht belehrt und seines Glaubens Zuversicht gemehrt. 2. Zu seinem Säen, Pflanzen, Von der christlichen Kirche. Bauen gieb dein Gedeihn, o Herr,| von oben her und laß ihn reiche In eigener Melodie. Früchte schauen zu unserm Heil 299. Es wolle Gott uns Was gnädig sein er verkündiget aus deinem Wort, seinen Segen geben, sein Antlit das bleib' und wirke bei uns fort und fort. uns mit hellem ein erleucht' zum ew'gen Leben: daß wir er3. Bewahre ihm die ganze kennen seine Werk' und was er Herde, die seiner Hirtentreu' du schafft auf Erden, und Jesu willst vertraun, daß keiner je Christi Heil und Stärk' bekannt verloren werde, daß alle dort den Völkern werden und sie zu dein Antlik mögen schaun. Laß Gott bekehren. deine Weisheit reichlich auf ihm ruhn, so wird ein leuchtend Vorbild uns sein Thun. 4. Dein Wort in seinem Munde gleiche dem Strom, der jeden Widerstand zerstört; vor seiner ernsten Rede weiche, was gegen Gottes Wahrheit sich empört. Sie sei ein Schwert, das in die Herzen dringt und die Verstockten auch zur Buße zwingt. 157 5. Verleih ihm deines Geistes Waffen, dem Spott und Drohn der Welt zu widerstehn; und wenn er unser Heil soll schaffen, laß ihn auf Lohn und Menschen gunst nicht sehn. Gieb, wenn er lehrt und warnt, ihm Kraft und Licht, und wenn er tröstet, feste Zuversicht. 2. So danken dir und loben dich, Herr Gott, die Völker alle, der ganze Weltkreis freuet sich und singt mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läsfeſt Sünd' nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es preise, Gott, und lobe dich dein Bolt in guten Thaten; das Land bring' Frucht und bere sich, dein Wort laß wohl geraten. uns segne Vater, Sohn und Geiſt, daß Gottes Reich sich mehre, den alle Welt in Demut preist und ihm allein thut Ehre. Nun sprecht von Herzen: Amen. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. 6. Wohlan! wir baun auf 300. Gwig weis und ewig deine Gnade, laß seinen Einmilde leitet gang hier gesegnet sein. Leit die Christenheit, deckt mit seiner ferner ihn auf ebnem Pfade Allmacht Schilde seine Kinder und laß sein Werk zu deinem weit und breit. Stehn sie mit Ruhm gedeihn. Sei mit uns, entschloßnem Mute fest im Kampfe Herr, wir sind auf dich getauft, für das Gute: o dann dürfen mit deinem Blut hast du uns sie vertraun und voll Hoffnung all' erkauft. vorwärts schaun. 158 Von der christlichen Kirche. 2. Alles Gute muß ja siegen| den, bis euch in der bessern Welt durch des Ew'gen starken Schutz. ganz das ew'ge Licht erhellt. Scheint es oft auch zu erliegen: allen Feinden beut es Truk. Gott wird in den wild'sten Stürmen mächtig Licht und Recht beschirmen. Eine feste Burg Mel. Run lob' mein' Seel' zc. ist Gott, aller Frevel wird zu 301. Fest steht zu Gottes Spott. Ruhme die Kirche, 3. Menschen können den ver- zum Heiligtume des Menschen die geweihte Stadt, die ihm dammen, der die Wahrheit liebt Sohn gebauet hat. Er wohnt und thut: doch sie selbst stirbt mit seiner Wahrheit in ihren nicht in Flammen, sinkt nicht mauern gern; sie glänzt in unter in der Flut. Und kein hoher Klarheit und freut sich frecher Spott wird hindern, daß ihres Herrn. Oft stürmten schon sich ihre Feinde mindern; wenn die Wogen des Krieges gegen sie: man wähnt, sie sei entehrt, umsonst, die Feinde zogen zurück wird sie herrlicher verklärt. und siegten nie. 4. Wie des Goldes echte Währung sich im Feuer erst ergiebt, so tritt aus des Streites Gährung auch die Wahrheit ungetrübt. Fruchtlos strebten oft Tyrannen, durch Gewalt sie zu verbannen; fruchtlos nahm oft Menschenwahn selbst den Schein der Wahrheit an. 5. Gott hilft seinem Reiche siegen, er, der selbst die Wahrheit ist; mag der Irrtum es betriegen, oder Bosheit, Trug und List. Und nichts hat es mit den Waffen irdischer Gewalt schaffen, weil es nur den Sieg erringt, wenn das Wort zum Herzen dringt. zu 2. Auf Felsengrund erbauet, ist sie zur Gottesstadt erhöht, die ihm allein vertrauet und ewig durch sein Wort besteht. Von ihren Bergen funkelt der Wahrheit Sonnenlicht, das, niemals mehr verdunkelt, durch alle Nebel bricht. So bleibt dem Wahn entrissen die gläub'ge Schar des Herrn; sie reinigt ihr Gewissen, gehorcht und dient ihm gern. 3. Die Krone der Belohnung winkt jedem Bürger dieser Stadt, der hier sich seine Wohnung erwählt und treu gestritten hat. Er fürchtet kein Verderben, bleibt hier in sichrer Ruh, und eilet einst im Sterben froh seiner Heimat zu. Vom Vater auf6. Auf denn, weihet euch dem Wahren, bleibt dem Guten immer treu! Drohten ferner auch Gefah- genommen, wird er ganz selig ren: der Befreier kommt herbet. sein mit den verklärten FromSuchet, Brüder, nur hienieden men, die ihres Lohns sich freun. Chrifti Wahrheit, Licht und Frie- 4. Frohlocke denn und singe, Von der christlichen Kirche. 159 Stadt Gottes, deines Königs| ihn unsern Herrn und Christ Ruhm! Breit aus sein Reich vor der Welt auch nennen. und bringe, die draußen sind, Wahr und frei, stark und treu ins Heiligtum, daß alle selig müssen sich die Seinen all' um werden, von seinem Wort be- ihn vereinen. lehrt, und freudig thun auf Erden, was seinen Namen ehrt; bis alles Volk erneuert und in sein Licht verklärt ein Fest des Friedens feiert, das ewig, ewig währt. Mel. Straf mich nicht in 2c. 302. Geift des Herrn, dein Licht allein 6. Ihn verklär' in deiner Kraft seiner Boten Lehre, daß als Chrifti Jüngerschaft sich sein Volk be= währe. Aller Welt Bau zerfällt; Himmel selbst vergehen: Christi Kreuz muß stehen. Mel. Es woll' uns Gott 20. 303. Gott, dir ſei ewig Preis und der Kirche leuchten, sonst wird daß du uns hast erkoren zu deieignen Wahnes Schein uns wie nem volt und Eigentum und Du Wahrheit deuchten. Dann ent- aus dem Geist geboren. zweit leerer Streit, die auf deine hast uns deines Wortes Licht Lehren einzig sollen hören. durch deinen Sohn gegeben; die, so ihm folgen, irren nicht; sie werden ew'ges Leben und volle G'nüge finden. 2. Lehr uns treu, du Geist des Herrn, nach der Wahrheit ringen, alle Menschenmeinung gern dir zum Opfer bringen. Wer sind wir? Drum nur dir bleibe Kraft und Ehre reiner Gotteslehre. 3. Lehr uns auch bei deinem Schein unsre Schwäche prüfen; ohne dich dringt niemand ein in des Herzens Tiefen. Nur die hier schon aus dir sind aufs neu' geboren, öffnen Aug' und Ohren. 4. Was den Frieden Gottes mehrt, das mach allen wichtig; was den Stolz des Wissens nährt, sei uns flein und nichtig. Eins ist not! Himmelsbrot laß uns niemals fehlen; wohl dann unsern Seelen! 2. Wie du durch treuer Knechte mund geredet hast vor Zeiten, so mach dein Wort auch ferner tund, laß es sich weit verbreiten. Gieb treue Hirten, die ihr Werk in deiner Furcht vollbringen, durch reine Lehr' mit Geist und Stärk' tief in die Herzen dringen und sie zu dir bekehren. 5. Der das Haupt der Kirche ist, ihn hilf uns bekennen und 3. Gieb, daß sie mit gottsel'gem Sinn ermahnen, strafen, trösten und führen treu zu Jesu hin die von ihm teu'r Erlösten. Laß uns des Wortes Thäter sein und nicht nur träge Hörer. Mit deinem Geist kehr bei uns ein dağ wir und unsre Lehrer des Glaubens Ziel erlangen. 160 Von der christlichen Kirche. im Glauben ein! Dann könnt ihr noch entrinnen dem Abgrund, der euch dräut, könnt Kronen noch gewinnen in einem bessern Streit. Mel. Einer ift König zc. Mel. Nun lob' mein' Seel' zc. 304. Gott ist ein Schuß in Nöten und seiner Kirche Zuversicht; wenn wir um Hülfe beten, versagt er seine Hülf 305. Großer Immanuel, von ihr nicht. Wenn gleich an allen Orten Gefahren sie bedräun, wenn deiner Gemeinde Bedrängnis und gleich der Hölle Pforten stets Not; sieh deiner Feinde verihren Kampf erneun, wenn macht messenes Toben und die Gefahr, und List verbündet sich rüsten die dein Erbteil bedroht; wie gegen sie: der Herr, der sie ge- sie noch immer bekämpfen den gründet, der Herr verläßt sie nie. Glauben, wollen dein Wort und 2. Sie ist ein Fels im Meere, dich selber uns rauben. es stürme wilder Wogen Flut: 2. Ist nicht die Macht des doch bricht sich, Gott zur Ehre, Verderbens gedrungen bis in an diesem Felsen ihre Wut. Sie der Deinen geheiligten Kreis? ist das Licht der Erden, vom Seelen, die früher so eifrig geHimmel uns gebracht, das nicht rungen, lassen jetzt nach in gottverlöscht kann werden in finstrer seligem Fleiß. Statt des VerMitternacht. Sie ist auf Berges- langens nach ewigen Gütern höhen die festgebaute Stadt, herrschet die Welt in den schwachen Gott läßt sie nicht vergehen, der Gemütern. ste gegründet hat. 3. Der Stadt geweihte Mauern Glaube geboren, aber er stirbt, 3. Oft wird im Herzen der sind auf des Glaubens Grund er- weil ihm Nahrung gebricht; lebt höht und darum wird sie dauern, er auch, hat er die Kraft doch ob Erd' und Himmel untergeht. verloren, völlig zu bringen durchs Wenn alles wankt und weichet, Finstre zum Licht, freudigen der Erde Bau zerbricht, wenn Mutes dich, Herr, zu bekennen. schauervoll erbleichet der Sonne Menschenfurcht höret man Weisstrahlend Licht, dann endlich wird heit jetzt nennen. vollführet, was Gottes Rat erdacht; die Kirche triumphieret versentet, die uns als geiſtige 4. Tief ist in Trauer die Kirche dann ob der Hölle Macht. 4. Bis dahin- wie viel Kin- Trennung so vieler gefränket; Mutter gebiert, tief durch die der, die für den Himmel sie ge- Einheit im Geifte sich täglich biert, wie viel bekehrte Sünder, verliert. Viele sich scheiden und die sie zu ihrem Heiland führt! viele sich spalten, weil man die Ihr, die ihr sie bekrieget, ihr Liebe so lässet erkalten. schaffet euch nur Pein; zu ihr, die doch einst sieget, geht bald zur Rechten herrschend und wal5. Du, der da fiket dem Vater Von der christlichen Kirche. 161 tend aus himmlischer Höh', gieb,| schwer Gericht der sichern Seelen daß im Kampf mit den feind- wartet! lichen Mächten Glauben und 4. Laß alle, die noch draußen Liebe und Kirche besteh'. Kräftig stehn, Herr, deine Stimme hören, und freudig die Wahrheit zu und die noch in der Irre gehn, lehren, laß uns gelingen dem sich bald zu dir bekehren. Du, Vater zu Ehren. der das Gute schafft, gieb uns Lieb' und Kraft; verleih uns tapfern Mut, zu wagen Gut und Blut zu deines Namens Ruhme. 6. Gieb, daß der Glaube mit himmlischer Klarheit dring' in das Duntel der Seelen hinein; daß sich die Liebe entzünd' an der Wahrheit, enger sich schließe der Christen Verein. Du bist der einzige Hirte der Herde: gieb, daß fie selber auch eine nur werde. Mel. Ein' feste Burg zc. 306. Herr, deine Kirche danket dir, noch wohnt dein Wort im Lande; von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Und kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schar, dann hilf, o Jesu Christ!! Besiege Macht und List durch deiner Allmacht Walten! 5. Die Zwietracht tilg an jedem Ort, erhalt uns Ruh' und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Du, der uns ging voran, ebne selbst die Bahn; und nach der Prüfungszeit führ uns zur Seligkeit der himmlischen Gemeinde. Mel. Mach's mit mir zc. 307. ört, die ihr der Gerechtigkeit, die ihr des Herrn begehret: zu ihm, der Hülf und Rettung beut, ſei euer Herz gekehret! Schaut an den Hort der Zuversicht, das Heil des Helfers säumet nicht. 2. Ja deine Kirche streitet noch, hilf du ihr mächtig stegen. Nimm ganz von ihr der Knechtschaft Joch, laß sie nicht unterliegen. Auf einen Felsengrund, so ver2. Der Herr wird Zions Herz heißt dein Mund, soll sie ge= bauet sein, trotz selbst der Hölle erfreun und seine Wüsten bauen; Dräun; des wollen wir uns die Öden werden Fluren sein, trösten. ein Paradies die Auen. Erschallen wird im Freudenklang ihr Dant, ihr heil'ger Lobgesang. 3. Eins ist, was schmerzlich uns bewegt: die Menge falscher Christen, die deinen heil'gen Namen trägt und doch nur dient den Lüften. Nur auf das Eitle hin steht ihr Herz und Sinn; ach, 3. Merkt auf, die ihr den Arm erkannt, der aller Enden schaltet: die Völker sind in dessen Hand, der hehr und heilig waltet. Seht sie bedenken nicht, was für ein Land und Inseln nah und fern, 11 162 Von der christlichen Kirche. sie harren auf den Arm des der nur nennen, wenn alle in Herrn. herzlicher Liebe entbrennen. 4. Schaut aufwärts zu des Himmels Höhn, blickt zu der Erde Gründen! Der Himmel wird wie Rauch vergehn, wie Dampf die Erde schwinden; das Heil des Herrn bleibt allezeit, nie wankt des Herrn Gerechtigkeit. 2. Wie nah uns auch stehn die natürlich Verwandten: uns bleiben die Brüder die nächsten Betannten. Wer noch ist bethört von der Liebe zur Welt, wenn er sich auch fälschlich als Bruder verstellt, den können wir nicht zum 5. O fürchtet nicht der Men- Genossen uns nehmen: er muß schen Schmähn, laßt euch ihr sich zur Reu' erst und Buße beDrohn nicht schrecken! Der Bösen quemen und darf des gekreuRat wird nicht bestehn, bald zigten Herrn sich nicht schämen. wird das Grab sie decken. Des Herrn Gerechtigkeit steht fest; wohl dem, der sich auf ihn verläßt! 3. Wer aber für Christum aufs neu' ist geboren, der ist uns von ihm auch zum Bruder erkoren. 6. Ist er's nicht, der im Meere Ein Vater, Ein Glaub', Eine Bahn dem Bundesvolk bestellte, Taufe, Ein Geist, der Jesum den Stolz zerschlug in seinem als einigen Heiland uns preist: Wahn, des Argen Trotz zer- das ist es, was Herzen kann schellte? Ist er's nicht, dessen jelig verbinden, daß Argwohn Gnadenruf sein Gottesreich durch und Eifersucht müssen verschwinChristum schuf? den; nur Friede ist in der Gemeinde zu finden. 7. Auf, Arm des Herrn, und waffne dich mit deiner alten Stärke! des Feindes Rat und Willen brich, zerstöre seine Werke! Ja Glaub' und Hoffnung ruhn auf dir; Herr, auf dein Heil vertrauen wir. 4. Wir sind ja desselbigen Reiches Genossen; dasselbige Blut ist für alle geflossen: drum jeder mit allen zum Vaterland dringt, für welches die Kirche stets kämpfet und ringt. Und jeder auch fühlet des andern Verderben, hilft gerne den Brüdern die Strone erwerben, wie jeder bereit ist, für alle zu sterben. In eigener Melodie. 308. Jhr Kinder des Höchsten, wie steht's um die Liebe? Gehorchet ihr willig 5. So halte der Geist uns von dem heiligen Triebe? Ist keine oben zusammen, durch alle verZertrennung der Geister geschehn? teil er die himmlischen FlamBleibt fest ihr im Bunde der Einigkeit stehn? Der Vater im Himmel kann Herzen erkennen; wir dürfen vor ihm ja uns Brü- Hier kann nicht mehr Streitsucht men; wenn Demut die Herzen vereiniget hat, dann findet kein Unterschied weiter hier statt. Von der christlichen Kirche. 163 stärke sie wieder. und Hassen regieren: der Trieb| Leiden ihren Mut darnieder, ist gemeinsam in allen zu spüren, uns näher zur Wahrheit in Liebe zu führen. 6. Und schüß uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von 6. Drum lasset uns freudig ihnen ganz uns wirst erlösen, bis uns lieben von Herzen, einander wir zu dir und den verklärten versüßen der Pilgerschaft Schmer- Frommen frohlockend kommen. zen; uns träftig ermuntern auf schwieriger Bahn und mutiger flimmen zum Ziele hinan. Ja Mel. Jesu, hilf fiegen zc. itten in Stürmen betet, daß Beistand der Vater 310. Mit und to benden Weluns sende, vereiniget brüderlich len, Christen, vertraut der allHerzen und Hände: so mehret mächtigen Hand! Die unter die Liebe sich bei uns ohn' Ende. Christi Befehle sich stellen, rettet er bald an das sichere Land. Wenn euch die dunkelsten Nächte bedecken, kann doch ihr Grauen euch wenig erschrecken. Mel. Herzliebster Jesu, was zc. 309. Daß doch, o Jesu, laß dein Reich auf Er2. Toben die Feinde zur Rechden unter den Sündern ausgebreitet werden. Auch ihnen ten und Linken, wütet verheerend schenke, deiner Leiden wegen, das Schwert: laßt Leben und Segen. blinkende nur, Stets o Christen, die Häupter nicht sinken, da sich im Herzen euch Christus verklärt. tann die Seele den Frieden erhalten, wenn sie den Schöpfer in allem läßt walten. 2. Gieb ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich gläubig ihren Heiland nennen; gieb ihnen Eifer, daß sie deinen Willen treulich erfüllen. 3. Weck ihre Herzen, auf die Schrift zu hören, die uns verkündigt deines Mundes Lehren. Wer sie nicht kennt, der suchet stets vergebens Worte des Lebens. 4. Erbarmer, steure deiner Feinde Grimme; die Deinen warne vor des Irrtums Stimme. Hilf ihnen prüfen und das Heil der Seelen weislich erwählen. 5. Sei du ihr Licht in allen Finsternissen; heile selbst ihr verwundetes Gewissen. Beugen hier 3. Darum verzehrt nicht im ängstlichen Sorgen Kraft und Ge= sundheit und flüchtige Zeit; bleibt doch im Rate des Höchsten verborgen, wann einem jeden sein End' ist bereit. Christen, es sind ja un= nötige Schmerzen, die sich bereiten die thörichten Herzen. 4. Gottes allmächtige Stärke beweiset auch in den Schwachen die fiegende Kraft, dadurch wird herrlich sein Name gepreiset, daß er den Zagenden Freudigkeit schafft. Auf dann, erhebt euch zu mut'gem 11* 164 Von der christlichen Kirche. Vertrauen, wenn ihr die Hülfe| uns frommt zur Seligkeit. Doch des Höchsten wollt schauen. mit gläubigem Vertrauen hält der Geist sich an dir fest und will. die Erlösung schauen, die uns nicht mehr sünd'gen läßt. Mel. O du Liebe meiner Liebe 2c. 311. Durchbrecher aller 6. Herrscher, herrsche, Sieger, Bande, der du siege! König, brauch dein RegiWelt und Tod bezwangst und ment! führe deines Reiches Kriege, aus der Erniedrung Stande dich empor zum Himmel schwangst! Um die Deinen zu erretten, willst du immer bei uns sein: so zer brich denn unsre Ketten, ende unsrer Knechtschaft Pein. mach der Stlaverei ein End'.. So treibt uns der Geist, zu rufen: nimm dich unsrer Schwachheit an; zeig uns nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 2. Daß du nichts von dem worben durch die bittre Kreuzes7. Hast du uns dir doch erverlierest, was der Vater dir pein; drum so wahr du bist ge= geschenkt; daß du uns zur Ruhe storben, mußt du uns auch machen führest aus dem Kampf, der uns rein. Rein ist, frei und ganz vollbedrängt: dazu wohnt in die kommen, ähnlich deinem heil'gen die Fülle aller Weisheit, Lieb' Bild, wer die Gnade hat genomund racht. Deines Vaters heil'ger Wille sei durch dich an uns vollbracht. men, die aus deiner Fülle quillt. 8. 3euch uns mit dir in dein Sterben, laß uns mit dir auf3. Schau hernieder, wie wir ringen, wie wir seufzen immer- erstehn; was dein Reich nicht dar. Laß zu dir die Bitte dringen, uns zu schützen vor Gefahr, uns allmächtig zu erlösen von untergehn. Herr, schon hebst du kann ererben, das laß in uns deine Rechte, doch wir müſsen wacker sein. Sehet, aus dem dem Dienst der Eigenheit, von Schoß der Nächte bricht der Freider List und macht des Bösen, heit Morgenschein. welches stets den Kampf erneut. 4. Herr, zermalme, Herr, zerstöre diese Macht der Finsternis; Mel. Herzliebster Jefu, was 2c. der preist nicht mehr deine Ehre, 312. Schütze die Deinen, den sie fort zum Tode riß. Heb die nach dir sich uns aus dem Staub der Sünden, nennen und dich, o Jesu, vor treib die Lust der Welt hinaus; der Welt bekennen; laß deinen laß uns wahre Freiheit finden Händen, wie du selbst verheißen, in des ew'gen Vaters Haus. nichts sie entreißen. 5. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in dieser Zeit; soll es leiden: wohl, so thue, was 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden, mach ihre Siege herrlicher auf Erden; gieb Mut 165 Von der christlichen Kirche. und Weisheit denen, die sie Leh-| dein Reich zerstören und dein ren, dein Reich zu mehren. Erbe frech verheeren. 3. So lange noch die Deinen müssen streiten, steh ihnen, Herr, mit deiner Kraft zur Seiten, und führ sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ew'gen Frieden. 4. Einst werden wir mit den verklärten Scharen, die vor uns hier getreue Kämpfer waren, dich, der zur Rechten Gottes ist erhoben, auf ewig loben. Mel. Ich bin ja Herr 2c. 313. Seht, was der Herr der Kirche thut: er giebet seinen Knechten Mut und reiche Kraft, von ihm zu zeugen. Sie gehen aus, die er gesandt, und machen uns den Herrn bekannt, vor dem sich aller Kniee beugen; sein ew'ges Evangelium verkünden sie zu seinem Ruhm. 2. Es gilt deines Namens Ehre, deiner Wahrheit Heiligtum, es gilt, Jesu, deiner Ehre, deines Leidens Kraft und Ruhm; deiner Auserwählten Schar sieht ihr Kleinod in Gefahr: dazu kannst du, Herr, nicht schweigen, deine Macht wirst du bezeigen. 2. Der Sünde Reich wird untergehn; dein Reich, o Jesu, wird bestehn und deine Herrschaft ewig währen. Du bist der Kirche star= ter Schutz und diesen Felsen wird kein Truß der Höllenpforten je zerstören! Erhalte sie dir stets getreu, daß sie dein Ruhm und Erbe sei! 3. Wo die Kirche ward bestürmet, warst du allezeit ihr Hort; du bist's auch, der sie beschirmet heute noch und immerfort. Sei auch der Verfolgung viel, du bestimmtest ihr das Ziel, du zerstreust der Frevler Rotten, die es wagen, dein zu spotten. 4. Herr, bekehre deine Feinde, daß sie folgen deinem Licht; stärt im Glauben die Gemeinde, mehre ihre Zuversicht; nimm dich der Verirrten an, führ sie auf die rechte Bahn; die sich um ihr Heil betrügen, führ zur Wahrheit von den Lügen. 5. Laß uns recht und redlich handeln, fliehen auch den bösen Schein; fromm in Taubeneinfalt wandeln und doch klug wie Schlangen sein; mache du uns selbst bereit, uns zu schicken in die Zeit, gieb uns Weisheit, daß wir meiden, je durch eigne Schuld zu leiden. 314. Terde, bleibe deiMel. Fren dich sehr, o meine zc. reuer Hirte deiner 6. Laß uns beten, laß uns waner Kirche Schuß, daß sie nicht chen, immer stehn auf unsrer Hut. erschüttert werde durch der Feinde Sei du mächtig in uns SchwaMacht und Truh; wenn sie uns chen; hilf du, so wird alles gut. vermessen drohn, dann hilf du Kämpfe du für uns im Streit und uns, Gottes Sohn, daß sie nicht verleih uns Tüchtigkeit, daß wir 166 deine Waffen führen, bis wir herrlich triumphieren. Von der christlichen Kirche. Mel. Mein Jesu, dem 2c. 315. Uns bindet, Herr, dein Wort zusammen, in der Gemeinschaft fest zu stehn, so daß der Liebe heil'ge Flammen stets in den Gläub'gen sind zu sehn. Wir werden durch dies Wort der Gnaden auch zur Gemeinschaft jener Schar, die längst vor uns hienieden war, gelockt und kräftig eingeladen. 5. Die sich nach Einem Meister nennen, stehn alle auch für einen Mann; vergebens will der Feind fie trennen; in einem greift er alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Heilands Kraft; denn er will von der Brüderschaft der Heil'gen auch nicht einen miſsen. 6. So wallen die verbundnen Herzen durchs Thränenthal ins Baterland, versüßen sich der Erde Schmerzen, eins reicht dem andern seine Hand. Und wollen sie einander dienen, so sehn fie 2. Der Glaubensgrund, auf mit des Glaubens Blick auf Jedem wir stehen, ist Christus und sum und ihr wahres Glück: sie sein teures Blut; das einz'ge Ziel, sind in ihm, er ist in ihnen. worauf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut. Die einz'ge Regel, die wir kennen, ist sein lebendig träft'ges Wort; nach tei: 316. ach auf, du Geiſt Me Dir, dir, Jehovah, will ich zc. nem Mann, nach keinem Ort soll je sich die Gemeinde nennen. 3. Was für ein reich beseligt Leben, mit Gott und seinem heil'gen Geist durch Christum in Gemeinschaft schweben und haben, was er uns verheißt! Was glühen da für sel'ge Triebe! hier schüttet in sein geistlich Haus Gott seine Gnadenfülle aus, hier wohnet er, die ew'ge Liebe. 4. Ja, uns liebt Gott als seine Kinder, schenkt uns den Geist, der Vater! schreit; des Sohnes Treue schmückt uns Sünder mit ewiger Gerechtigkeit. Und tritt der Geist mit seinem Öle des Friedens und der Freud' hinzu: o dann erquickt uns Trost und Ruh' und neue Kraft stärkt Leib und Seele. der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag' und Nächte nimmer schweigen und unverzagt dem Feind entgegengehn; ja, deren Ruf die ganze Welt durchdringt und, Herr, der Völter Scharen zu dir bringt! 2. Wer sendet uns so treue Knechte, von deiner Liebe Feuer ganz entbrannt? Noch sind dein Licht und deine Rechte, noch ist dein Heil nicht überall bekannt: das Feld ist weit, die Ernte groß und reich; Arbeiter sende du, den ersten gleich! 3. Breit aus dein Wort durch große Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein. Laß alles Volk dein Heil erfahren, füll jedes Land Von der christlichen Kirche. 167 mit deiner Wahrheit Schein. Weck füllt die Seelen, die dich wähIsrael aus seinem Schlaf mit len, läutert, reinigt, bis in dir Macht; die Heiden reiß aus ihrer sich alles einigt. Blindheit Nacht. 4. Herr, beßr' auch deines 3ions Stege und ebne deinem Worte Lauf und Bahn. Was hindern kann, räum aus dem Wege, dämpf und zerstör den falschen Glaubenswahn. Von Mietlingen mach deine Herde frei, daß Kirch' und Schul' ein Garten Gottes fei. 5. Du selber haft in deinem Worte uns diese Bitte in den Mund gelegt; du siehst, wie sie an jedem Orte die Herzen deiner Gläub'gen tief bewegt: drum neige dich zu unserm heißen Flehn; erhör uns, Herr, und sprich: es soll geschehn! 3. Herr, du giebst Sieg, dich preisen wir: der kalte Nordpol glüht von dir, o Licht, das allen scheinet! Des Negers Sklavenfette bricht, der Inseln Menge jauchzt dem Licht, das alle Völfer einet. Falscher Götter Tempelhallen sind zerfallen; auf den Trümmern stehet man das Kreuz nun schimmern. 4. Des blut'gen Halbmonds Licht erbleicht, des Öftens falscher Schimmer weicht vor deiner Wahrheit Sonne. Schon blickt mit reuiger Begier ein Häuflein Jakobs, Herr, nach dir, ahnt der Vergebung Wonne. Ist die Fülle aller Heiden einst mit Freuden eingegangen, wird auch Jakob Heil erlangen. Mel. Wie schön leucht't uns ic. 5. Dein Geist erfüll die Bo317. Was rührt so mächtigten all', laß ihres Wortes FreuSinn und Herz? Was hebt die Blicke himmel- denschall durch alle Länder drinwärts? Wem schallen die Ge- gen. Mit Kraft von oben angethan, fänge? Zu dir drängt sich aus fernem Land, vereinigt durch des Glaubens Band, der Völker frohe Menge. Heiland! Retter! deine Wahrheit füllt mit Klarheit unsre Erde, daß der Sünder selig laß sie bekämpfen Sünd' und Wahn und Heil den Völkern bringen. Dies nur wolle ihre Seele und befehle voll Vertrauen dir das Werk, an dem sie bauen. werde. 6. Vertilge alle Eigensucht, Gemächlichkeit und Leidensflucht, und 2. Ein himmlisch Feuer ist heil'ge dir die Herzen. Verleih entflammt durch dich, der aus zu jedem Opfer Mut, für dich dem Himmel stammt und uns zu wagen Gut und Blut, zu dulzum Himmel leitet. Es glüht den Hohn und Schmerzen. Hilf gewaltig fort und fort, wo sich uns, Heiland, und vermehre dir dein seligmachend Wort in Lau- zur Ehre deine Herde, bis dein terkeit verbreitet. Glaube, Liebe Reich vollendet werde. 168 Vom göttlichen Worte. Mel. Ein' feste Burg 2c. 3. Der Spötter mag die Wahr318. We enn Christus seine heit schmähn, uns kann er fie Kirche schützt, so nicht rauben. Der Frevler mag mag die Hölle wüten; er, der zur ihr widerstehn, wir halten fest Rechten Gottes sitzt, hat Macht, am Glauben. Gelobt sei Jesus ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, steht's da. Er schüßt zu seinem Ruhm sein Volk und Eigentum; mag doch die Hölle wüten! 2. Gott sieht's, wenn Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören und den Gesalbten, seinen Sohn, nicht wollen gläubig ehren. Dein teures Gotteswort, dein Kreuz, Herr, unser Hort, ist ihrem Wahn ein Spott; doch richtet sie einst Gott, sie mögen sich empören. 319. Dei Mel. Es ist das Heil uns 20. ein Recht, o Gott, und dein Gebot ist heilig, hehr und richtig; wir Menschen sind im Geiste tot und es zu thun nicht tüchtig; wir wissen's und verstehen's nicht, wenn uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht zeiget. Christ! wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Wahrheit nimmer rauben. XIII. Vom göttlichen Worte. 2. Drum hast du vormals ausgesandt Propheten, deine Knechte; sie machten dein Gebot bekannt und lehrten deine Rechte. Zuletzt tam selbst dein ein'ger Sohn zu uns herab von deinem Thron, uns Gnade zu verkünden. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, lagt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot, giebt uns Geduld in Not, und Kraft und Mut im Tod; was will uns dann erschrecken? ben und gieb uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte gläuben und es annehmen jederzeit mit Sanftmut, Ehrfurcht, Lieb' und Freud', als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott uns nicht vom Wort abwende, denn wer dich lästert, nimmt fürwahr mit Schrecken einst ein Ende. Gieb du selbst deiner Wahrheit Kraft, daß sie, die Licht und Leben schafft, die Seelen ganz durchdringe. 5. Herr, öffne du Verstand und Herz, daß wir dein Wort recht 3. Für solches Heil sei hoch fassen, in Lieb' und Leid, in gepreift, laß uns dabei verblei-| Freud' und Schmerz es aus der 169 Vom göttlichen Worte. Acht nicht lassen; daß wir nicht| Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. Hörer nur allein, nein, auch 320. Dein Wort, o Höchdes Wortes Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. men, vollkomes lehrt uns unsre ganze Pflicht; es weckt den Sünder, stärkt den Frommen, reicht alles dar, was uns gebricht. Oselig! wer es achtsam hört, bewahrt und durch Gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Irrtums Finsternis; es führt uns unserm Ziel entgegen und macht uns unsers Heils gewiß; es lehrt uns, daß durch Jesum Christ du unser Gott und Vater bist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, dich, der so väterlich uns liebt, mit Freuden dein 8. Hilf uns, so lang' wir leben Gebot zu üben, so wie dein hier, den Weg der Sünder mei- Sohn es hat geübt; es zeiget den, daß wir nur halten fest an uns den Gnadenlohn, der unser dir in Anfechtung und Leiden; rott aus, Herr, was dir nicht gefällt, hilf uns die Sorge dieser Welt und ihre Lüste dämpfen. 6. Der Sam' am Wege wird sofort vom Feinde weggenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen, und wenn der Sam' in Dornen fällt, hat Sorg' und Wollust dieser Welt bald seine Kraft ersticket. 7. Hilf, daß wir alle werden gleich, o Herr, dem guten Bande, mach uns an guten Werken reich in unserm Amt und Stande; laß Frucht uns bringen in Geduld, bewahren deine Lehr' und Huld in reinem, guten Herzen. 9. Dein Wort, o Herr, sei immerdar ein Licht auf unsern Wegen; erhalt es bei uns rein und klar und mach es uns zum Segen; es sei uns Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Vater, laß zu deiner Ehr' dein Wort sich weit ver= breiten; hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' erleuchten mög' und leiten. Oheil'ger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub', Lieb', Geduld und Hoffnung. harrt an deinem Thron. 4. Ja, deine heiligen Gesetze sind unsrer ganzen Liebe wert, sind köstlicher, als alle Schätze und was die eitle Welt begehrt; was aller Menschen Weisheit spricht, muß weichen, Herr, vor deinem Licht. 5. Drum soll das Wort, das du gegeben, stets meines Fußes Leuchte sein, zu dir soll es mein Herz erheben, mich stärken, trösten und erfreun. Noch sterbend will ich darauf baun; was es verheißt, werd' ich einst schaun. Mel. O daß ich tausend Jungen 2c. 321. Du haft mir, Gott, dein Wort gegeben; von Herzen preis' ich dich dafür. Es bringt mir Trost und Heil 170 und Leben; durch Christum schenktest du es mir. Wo strahlte mir der Wahrheit Licht, hätt' ich des Heilands Lehre nicht? 2. Auf ungewissem finstern Pfade würd' ein Raub des Irrtums sein; fern von der Hoffnung deiner Gnade müßt ich in dir den Richter scheun; mir fehlte Mut in jeder Not und stündlich schreckte mich der Tod. 3. Sie trägt der Weisheit Tiefen in schlichter Einfalt vor; sie weckt die, welche schliefen, führt sie zu Gott empor. Sie 3. Von allen jenen Finster- hilft dem Schwachen flehn, thut nissen hat, Herr, dein Wort auf des Geistes Augen, um mich frei gemacht; der Sünde Himmelslicht zu saugen und Gott Herrschaft mich entrissen, zerstreut ins Herz zu sehn. der Zweifel dunkle Nacht. Nun weiß ich, daß durch dich allein ich kann gerecht und selig sein. daß sie vom Himmel sei; wer 4. So weiß sie zu bewähren, 4. Ich weiß, wozu mich Gott fährt es täglich neu. So haben auf den Geist will hören, ererforen; mein Glaube giebt mir Zuversicht: im Tode geh' ich nicht verloren und komme nicht in das Gericht. Durch dein Verdienst werd' ich bestehn und mich zu deiner Rechten sehn. hier und dort Blutzeugen fie gepriesen und durch den Tod bewiesen, sie sei das Lebenswort. 5. Die Schrift kann uns nicht lügen, wie Gott uns niemals 5. Laß mich gehorchen deiner täuscht; sie kann in dem nicht Lehre mit wahrem Ernst und trügen, was sie von uns er= heil'ger Lust, und keines Spöt- heischt. So nimm ihr Zeugnis ters Trug zerstöre des Glaubens an, o hülfsbedürft'ges Herze, Trost in meiner Brust. An dei- ergreif die Himmelskerze, die nem Worte halt' ich fest, das stets dir leuchten kann! auch im Tod mich nicht verläßt. Vom göttlichen Worte. Mel. Helft mir Gott's Güte 2c. 322. Erkenne, mein Gemüte, den reichen Segen wohl, den dir aus Gottes Güte die Schrift gewähren soll. Der wahre Unterricht kommt nur durch Geistesgaben, wie Christi Jünger haben, durch die er zu uns spricht. 2. Wie stürzt des Wortes Stärke das Reich des Bösen um! wie baut es neue Werke durchs Evangelium! Wirft auch die Schrift das Herz erst fast zur Hölle nieder, erhebt sie es doch wieder und lenkt es himmelwärts. Mel. Liebster Jefu, wir sind 2c. 323.& wig wesentliches Licht, Gott, der du im Lichte lebest, aber auch dein Angesicht leuchtend über uns erhebest, Dank dir, daß den Finsternissen du so gnädig uns entrissen. 2. Deines Ebenbildes Licht ging durch unsre Schuld verloren, deine Stimme hörten nicht, die vom Vom göttlichen Worte. 171 Fleische sind geboren; so daß sie| daß stets im finstern Thale mir dich nicht mehr kannten und die des Lichtes Fülle strahle! Thorheit Weisheit nannten. 9. Herr, erhalt uns stets 3. Hüter, ist die Nacht da- dein Wort, daß dein Geist es hin? Ja, der Tag soll sie ver- uns verkläre. Führ in deinem treiben; drum ermuntre dich, Licht uns fort, daß dein Heil mein Sinn; wolltest du im Dun- sich bei uns mehre, bis vor deifeln bleiben? Gottes Gnad' ist nem Angesichte wir uns freun nun erschienen und will dir zum im reinsten Lichte. Leitstern dienen. 4. Ja erfüllet ward die Zeit, uns zur ew'gen Freud' und Mel. Ach Gott und Herr 2c. Wonne; schaut den Glanz der 324. Gott ist mein Hort, Herrlichkeit, Jesum, der Gerechten Sonne! ,, Werde Licht!" hat er gesprochen, und der Tag ist angebrochen. und auf sein Wort Ich soll meine Seele trauen. wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 5. Er durchdrang mit seinem Schein die von ihm gesandten 2. Dein Wort ist wahr; Lehrer; dieser strahlt noch hell laß immerdar mich seine Kräfte und rein durch die Schrift ins schmecken. Laß keinen Spott, Herz der Hörer. Wer zu diesem Licht sich wendet, wird vom Irrtum nicht geblendet. o Herr, mein Gott, vom Glauben mich abschrecken. 3. Wo hätt' ich Licht, wofern 6. So seh' ich in mir mein mich nicht dein Wort die WahrNichts und zugleich in Gottheit lehrte? Gott, ohne sie vermein Alles, meinen Mangel ständ' ich nie, wie ich dich würalles Lichts, das Verderben mei- dig ehrte. nes Falles, und wie Jesus mir auf Erden will ein Licht zum Himmel werden. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben; daß diese Zeit zur Ewigfeit mir sei von dir gegeben. 7. Du, mein Licht, erleuchte 5. Den ew'gen Rat, die mich, daß ich mich und dich erkenne und durch deinen Geist Missethat der Sünder zu ver= nur dich meinen Herrn und Hei- sühnen, den kennt' ich nicht, land nenne; töte selbst des Flei- wär' mir dies Licht nicht durch sches Dichten, lehr mich alles dein Wort erschienen. geistlich richten. 6. Nun darf mein Herz in 8. Dann glänzt mir im Him- Reu' und Schmerz der Sünden melslicht Gottes Gnad' und deine nicht verzagen: nein, du verLiebe, dann merk ich mit Zuver- zeihst; mich lehrt dein Geist im sicht auf des guten Geistes Triebe. Glauben Vater! jagen. 172 Vom göttlichen Worte. 7. Mich zu erneun, mich dir| Dunkelheit in mir will den Glauzu weihn, ist meines Heils Ge- ben stören, daß ich Zweifelsucht schäfte; durch eigne Macht wird's entferne und in Demut glauben nicht vollbracht, dein Wort allein lerne. giebt Kräfte. 8. Herr, unser Hort, bewahr dies Wort, das du uns haft gegeben. Es sei mein Heil, mein bestes Teil und führe mich zum Leben. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier zc. 325. err, mein Licht, er7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft stets auf richt'ger Bahn zu wandeln; leuchte mich, daß so wird einst in jenem Leben ich mich und dich erkenne, daß mich ein hellres Licht umgeben. ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne; durch dein Wort laß mich auf Erden Mel. Liebster Jefu, wir find 2c. weiſe zu dem Himmel werden. 326. Höchster Gott, dir danken wir, daß 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort, lehre mich, es recht verstehen, in dem Forschen hilf mir du uns dein Wort gegeben; innig bitten wir von dir: hilf fort und laß mich nicht irre gehen, uns heilig darnach leben. Gieb daß ich lern', was mir gebühret, und was mich zum Heile führet. 6. Laß mich glaubensvoll im Geist jenes Himmelserbe schauen, das dein heilig Wort verheißt allen, die auf Christum bauen; daß ich eifrig darnach trachte und die Lust der Welt verachte. 3. Doch laß nicht nur den Verstand in den Sinn des Wortes dringen: ist dein Wille mir bekannt, so hilf mir ihn auch vollbringen; sonst würd' ich bei meinem Wissen doppelt Strafe Leiden müssen. dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei durch Werke. 2. Uns, o Bater, lehrest du, was wir thun und glauben sollen: schenk uns deine Kraft dazu, gieb zum Wissen uns das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohlgelingen. 4. Gieb, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre, Mel. Gott des Himmels und 2c. aus Gottes Munde, Teures Wort daß ich, was es mir verspricht, 327. reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sei in meinen Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. das mein ganzes Herz bewegt, dich allein hab' ich zum Grunde 5. Bei dem Licht, das es meiner Seligkeit gelegt. In dir mir beut, laß sich mein' Er- treff' ich alles an, was zu Gott fenntnis mehren. Stärke mich, wo mich führen kann. Vom göttlichen Worte. 173 2. Will ich einen Vorschmack 4. Nicht nur der Geist der Weihaben von des Himmels Selig- sen, die Einfalt soll Gott preisen; keit: du kannst mich mit Manna laben, das des Geistes Kraft erneut; du bist mir zum Quell geschenkt, der die durst'ge Seele den Blöden und den Schwachen will er sich kennbar machen. 5. Der Demut stilles Sehnen, der Andacht brünst'ge Thränen eröffnen uns die Pfade der Wahrheit und der Gnade. tränkt. 3. Geist des Herrn, der ohne Wanten durch das Wort mich heil'gen will, lenke gnädig die Gedanken, mache ruhig mich und still, daß die Welt mich niemals stört, wenn mein Herz dich reden hört. 4. Gieb dem Samen einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker, wo dein Licht die Nacht vertreibt. Glauben präg dem Herzen ein, fern laß jeden Zweifel sein. 5. Was ich höre, laß mich merten, was du sagest, laß mich thun. 329. W Wird sich die Erkenntnis stärken, Mel. Wach auf, mein Herz 2c. 328. Wer Ohren hat, der höre die reine Gotteslehre, in Geist und Kraft verkündigt durch den, der uns entsündigt. 6. Ein Grundstein ist geleget, der das Gebäude träget; er ist der Weg, das Leben, der Weinstock, wir die Reben. laß die Liebe auch nicht ruhn, vom neuen Bunde, Evangelium, daß ich fest im Glauben steh', bis ich einst zum Schauen geh'. bald, da wir gesündigt, wurdest du verkündigt zu der Gnade Ruhm. Welches Heil ward uns zu teil durch die Botschaft, daß vom Bösen Gott uns will erlösen! 2. Aus Gottes Wort erfahret, wie Gott sich offenbaret dem, der ihn sucht und gläubet und in der Liebe bleibet. 7. O laßt an ihm uns bleiben, auf daß wir Blüten treiben, von ihm die Kraft empfangen, mit edler Frucht zu prangen. 3. Wir müssen Kinder werden! Die Weisheit dieser Erden kann nicht vor Gott bestehen auf ihren stolzen Höhen. Mel. Tesu, meine Freude zc. Lort aus Gottes Munde, Wort 2. Was sein höchster Wille in der Gnaden Fülle hat zuvor verfehn, was der Opfer Schatten vor= gebildet hatten, das ist nun geschehn; Gottes Rat wird nun zur That, ist in Jesu Ja und Amen, Preis sei seinem Namen! 3. Alles ist vollendet, uns ist zugewendet reiche Gnad' und Huld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben Tilgung unsrer Schuld. Jesus lebt und er entschwebt, um 174 Vom Gebet. auf Gottes Thron zu sitzen underregt. Er hat euch geladen, der sein Reich zu schützen. aus lauter Gnaden eure Schmer4. Uns, in Sünden Toten, zen trägt. Jesu Blut stärk' euren machen Jesu Boten Heil und Mut; Gott ist hier, der euch geLeben kund. Hehr und lieblich liebet und die Schuld vergiebet. klinget, Geist und Herz durch= dringet, was uns sagt ihr Mund: die Welt vergehet, fällt er doch 6. Dieser Grund bestehet; wenn Alle Welt wird nun erhellt; daß nicht ein. Darauf will ich bauen, man glaub' und sich bekehre, so soll mein Vertrauen evangeheißt die Himmelslehre. lisch sein. Auch will ich nun 5. Kommt, zerknirschte Herzen, würdiglich in der Kraft, die mir denen bittre Schmerzen das Gesetz gegeben, evangelisch leben. XIV. Vom Gebet. Wanken im Glauben mich gestöret, dem Gnadenstrom gewehret. Mel. Auf meinen lieben Gott zc. 330. Ah ewig heil'ger Gott, 5. Gieb du mir Zuversicht, mich drückt des daß ich, wenn mir's gebricht, vor Zweifels Not, ob nicht die viele dir, dem treuen Vater, dem Sünde, die ich in mir noch finde, freundlichen Berater, in frommen dir gänzlich wird verwehren, Kindesbitten mein Herze mög' mein Beten zu erhören. ausschütten. 2. Doch warum bet' ich nicht mit beßrer Zuversicht? Du, Herr, willst ja das Flehen der Sünder In eigener Melodie. nicht verschmähen, du lockest sie, 331. Dir, dir, Jehovah, will mit Beten vor deinen Thron zu treten. wo ist doch ein solcher Gott, wie ich singen! denn du? Dir will ich meine Lieder bringen, ach! gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 3. Wer nur es mutig wagt und eilet unverzagt, die Hülfe zu begehren, die du nur kannst gewähren, der soll von deinen Gaben, so viel ihm nüket, haben. 2. Zeuch, Vater, mich zu dei4. Darum fleh' ich zu dir: Ver- nem Sohne, damit dein Sohn zeih, o Bater, mir, daß sündliche mich wieder zieh' zu dir. Dein Gedanken und hin und wieder Geist in meinem Herzen wohne Vom Gebet. 175 und Sinnen und Verstand allein| du, des Macht unendlich ist, daß regier', daß ich des Himmels Frie- du, Gott, unser Vater bist. den schmeck' und fühl' und dankbar dir im Herzen sing' und spiel'. 3. Erfüllt mich, Höchster, dieser Friede, so ist vor dir mein Singen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, ich bete dich in Geist und Wahrheit an. So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Pfalmen sing' im höhern Chor. 4. Denn er kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; er lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugnis meinem Geist, ich sei dein Kind, Miterbe meines Herren Jesu Christ, durch den du mein versöhnter Vater bist. 5. Du, Vater, weißt, was uns ist not, gieb uns heut unser täg5. Wohl mir, daß ich dies lich Brot; doch gieb uns auch Zeugnis habe, drum bin ich vol- ein Herz dabei, das dankbar ler Trost und Freudigkeit und und genügsam sei. weiß, du giebst mir jede Gabe, die jetzt und ewig mir zum Heil gedeiht. Ja, Vater, du thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr'! 6. Wohl mir! ich bitt' in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, den deine Huld so hoch erfreut! Preis und Anbetung dir in Ewigkeit! 2. Weit über unser Denken, weit, geht deines Namens Herrlichkeit: ihn heilige, wer dich betennt und dich durch Christum Vater nennt. 3. Breit aus dein Reich und seinen Ruhm durch Jesu Evangelium; mach unser Herz ihm unterthan, so beten wir dich freudig an. 4. Nur das ist Heil und Se-. ligkeit, was uns dein Wille, Herr, gebeut: gieb, daß auf Erden er gescheh', so wie in deiner Himmelshöh'. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu 2c. des sich alle Him332. D", mel freun, auch unsre Seele freut sich dein, daß 6. Vergieb, vergieb uns unsre Schuld, trag unsre Schwachheit mit Geduld: so wie, von Rachbegierde rein, auch wir dem Bruder gern verzeihn. 7. 3u schwer sei die Versuchung nicht; Herr, stärk uns, wenn uns Kraft gebricht, steh uns zum Siege mächtig bei, mach uns im Guten fest und treu. 8. Erlös uns, o du treuer Gott, nach deinem Rat aus aller Not! Nimm nach vollbrachtem Prüfungslauf uns zu dem höhern Leben auf. 9. In deines Himmels Heiligtum, auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm. Dein ist die Macht, 176 Vom Gebet. die Herrlichkeit, von Ewigkeit zu den Teil und daß daran uns Ewigkeit. g'nüge. 6. Bergieb uns gnädig alle Schuld, womit wir sind beladen, trag fernerhin mit uns Geduld Mel. Aus tiefer Not zc. 333. Gott, der du unser Va- und nimm uns an zu Gnaden: ter bist, im Him- hilf uns, daß wir dir ähnlich mel hoch erhoben, und schauest, sein, von ganzem Herzen auch was auf Erden ist, von deinem verzeihn dem Nächsten seine Throne droben, Herr, unser Fehler. Trost und Zuversicht! verwirf das Flehn der Deinen nicht, erhör uns, deine Kinder. 7. Herr, in Versuchung führ uns nicht, laß uns nicht unterliegen; gieb uns die Kraft, die siegen. Doch ist die Prüfung uns gebricht, das Böse zu befür uns gut, so gieb durch deinen Geist uns Mut, gieb Freudigkeit und Stärke. 2. Preis dir, des Name heilig ist, laß uns ihm Ehre geben, wie groß und wunderbar du bist, mit Freudigkeit erheben, erkennen deine Macht und Treu', dir dienen ohne Heuchelei im Geist und in der Wahrheit. 3. Gieb uns in deinem Gnadenreich des heil'gen Geistes Gaben, daß wir mit deinem Wort zugleich Glaub', Lieb' und Hoffnung haben. Der Sünde Reich und macht zerstör, schüß deine Kirch' und sie vermehr in Einigkeit und Frieden. 4. Wie in dem Himmel für und für, gescheh dein Will' auf Erden, daß unser Wille und Begier dadurch gebrochen werden; verleih uns, Herr, in Freud' und Leid ein ruhig Herz, daß jederzeit dein Rat uns wohlgefalle. 5. Gieb unſer täglich Brot uns heut durch Arbeit unsrer Hände und was hier wahrhaft uns erfreut, uns mildiglich zuwende. Gieb fromme Obern, Fried' und Heil, auch jedem sein bescheiwollst du uns, Herr, erlösen; 8. Von allem übel, aller Not befrei uns von dem Bösen; und hilf uns im Leben und im Tod, wenn uns Kreuz und Trübsal plagt, gieb, daß wir froh und unverzagt des Glaubens Ziel erreichen. wahr, du wollest es erfüllen; 9. Dies alles, Vater, werde erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen. Denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht, die Ehre. Mel. Straf mich nicht in 2c. 334. Mache dich, mein Geift, bereit, wache, fleh und bete, daß dir nicht die böse Zeit plötzlich nahe trete; unverhofft ist schon oft über viele From= men die Versuchung kommen. Vom Gebet. Mel. Beuch meinen Geift 2c. Sündenschlafe, sonst 335. Mein Gott, ich klopf schnellem Lauf dich an deine Pforte Sieh, es und halte mich an deine Worte: Klopft an, so wird euch aufge= than! Ach nimm mein Seufzen gnädig an! 2. Wer kann durch sich das Gute haben? Du bist der Geber aller Gaben, du bist der Brunn, der immer quillt, das Gut, das alles Sehnen stillt. 3. Drum nah ich dir mit meinem Beten, mein Jesus heißt mich zu dir treten; dein Geist, der in mir Abba spricht, ist ja ein Geist der Zuversicht. 2. Säume nicht und wache auf von dem ereilt mit Gericht und Strafe. droht dir der Tod; nicht finden. laß dich in Sünden unbereitet 3. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, listig an sich bringe; wach und sieh, daß dich nie falscher Brüder Lügen um dein Heil betrügen. 4. Wache, hab auf dich wohl acht, trau nicht deinem Herzen; leicht fann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. Ach es ist voller List, weiß sich selbst zu schmeicheln, frommen Schein zu heucheln. 5. Aber bet auch stets dabei, bete bei dem Wachen, denn der Herr nur kann dich frei von der Trägheit machen; seine Kraft wirkt und schafft, daß du wacker bleibest und sein Werk recht treibest. 177 6. Glaube nur, in seinem Sohn wird er dich erhören, und dir deines Glaubens Lohn auf dein Flehn gewähren. Er ver- willen zu. heißt seinen Geist, mit ihm Kraft und Leben auf dein Flehn ju geber 7. Drum so laßt uns immerdar machen, flehn und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, brünft'ger vor ihn treten; denn die Zeit ist nicht weit, da von allem Bösen Gott uns wird erlösen. 4. Was ich bedarf in diesem Leben, das wollst du deinem Kinde geben; doch sorge, Vater, allermeist für das, was not ist meinem Geist. 5. Stärt in mir Hoffnung, Liebe, Glauben, daß mir kein Feind sie könne rauben, und rüste mich mit starkem Mut, zu siegen über Fleisch und Blut! 6. O laß mich allezeit genieBen, Herr, deinen Frieden im Gewissen; hab' ich gefehlt, so decke du die Schuld um Christi 7. Mach dankbar mich in guten Tagen, gieb mir Vertraun in Not und Plagen, daß ich in deiner Furcht mich freu', und voll Geduld im Kummer sei. 8. Das andre alles wirst du fügen, und deine Huld soll mir genügen; sie macht mir Glück und Unglück gleich, durch sie ist auch die Armut reich. 12 178 Vom Gebet. 9. So lang' ich walle hier im 7. So steig' ich denn die Leben, laß mir den Tod vor Bahn des Betens da hinan, wo Augen schweben, damit mein Gnad' auf Gnade fließet und Wandel christlich sei und ich sich auf uns ergießet. Ach höre, mich meines Endes freu! Gott des Bundes, die Rede meines Mundes! Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 336. 8. Thu auf, ich klopfe an! welche Seligkeit, Hilf, daß ich finden kann, wodaß wir zu aller nach ich sehnlich trachte, was Zeit mit unserm Flehn und ich am höchsten achte, was ich Beten zum Vater dürfen treten, vor allem wähle, die Wohlfahrt der hoch im Himmel thronet, im meiner Seele. reinsten Lichte wohnet. 2. Und wer nur im Gebet in Jesu Namen fleht, wird nicht vergeblich bitten; Gott wird ihn überschütten mit seinem reichen Segen des frommen Betens wegen. 9. O Gott, du hörst mein Flehn; es wird gewiß geschehn. Du wirst mit Vaterhänden, was ich hier bat, mir senden; du thust auf unser Flehen ja mehr, als wir verstehen. Mel. Nun freut euch, lieben zc. 3. Ein stiller Seufzer schon dringt zu des Höchsten Thron, entquoll er dem Gemüte, das tief in Andacht glühte; nie ist 337. Sollt' ich verzagt er unerhöret von Gott zurück- mich fürchten, dir zu nahen? von ferne stehn? gefehret. 4. Ja Himmelstrost und Ruh strömt jedem Beter zu. Er siehet Jakobs Leiter, wo Engel als Begleiter sein gläubig Flehn und Singen zum Stuhle Gottes bringen. Nein! freudig darf ich zu dir flehn und werde Hülf' empfahen. Du warest unser Vater schon, eh noch dein eingeborner Sohn uns alle dir versöhnte. 2. Du schufft uns, deine Kin5. Er steigt in tühnem Lauf der, dir, um unser dich zu zum Throne Gottes auf, und freuen; in deiner Liebe sollten Gott steigt liebreich wieder zu wir erwachsen und gedeihen. seinem Knechte nieder und lin- Du wolltest uns schon in der dert die Beschwerde und Sorge Zeit und mehr noch in der dieser Erde. Ewigkeit mit sel'gem Frieden segnen. 6. Gott hat ja zugesagt: wer ihm sein Leiden klagt, den will er auch erhören, ihm Hülf' und Trost gewähren; an seines Thrones Stufen soll er umsonst nicht rufen. 3. Weh uns, wir brachen dein Gebot und wurden alle Sünder! Nun traf Verdammnis, Qual und Tod die abgefallnen Kinder. Und doch, wie groß war deine Huld! Vom Gebet. 179 du wolltest selbst für unsre| beten schämet, der schämt sich, Schuld Erlösung uns bereiten. Gottes Kind zu sein. Wer, was 4. Dein Sohn, von aller zu seinem Frieden dienet, im Sünde rein, versöhnte dir uns Glauben sucht, der ehret Gott; wieder; nahm auf sich unsre doch wer zu bitten sich erkühnet, Straf' und Pein und nannt' was eitel ist, der treibt nur uns seine Brüder. Dem ganzen Spott. menschlichen Geschlecht ließ er, zu dir erhöht, sein Recht an deiner Vaterliebe. 3. Nahst du zu Gott in deinen Freuden, so schmeckst du, wie er freundlich ist; rufft du ihn an 5. Nicht zittern darf ich nun in Schmerz und Leiden, so fühlst vor dir, bin ich gleich schuld- du, wie er Leid versüßt. Flehst beladen; in Christo bist du Va- du, wenn innrer Trost dir fehlet, ter mir und nimmst mich an zu Gnaden. Ich darf mit freud'ger Zuversicht dir kindlich nahn und zweifle nicht, daß du mich, Gott, erhörest. bald findst du neue Stärk' und Kraft; betst du, wenn dich Versuchung quälet, Gott ist's, der hört und Hülfe schafft. 4. Betst du mit heiterem Ge= müte, voll Dank für seiner Führung Rat, so freust du dich aufs neu der Güte, womit er dich ge= Leitet hat. Schaust du mit gläub'= ger Andacht Blicken hin in des Ewigen Gezelt, so schmeckst du hier schon mit Entzücken die Kräfte der zukünft'gen Welt. Mel. Die Tugend wird durchs 2c. 338. Welch Glück, so hoch 5. So steh vor Gottes Angesichte in Christi Namen oft und gern, und prüfe dich in geehrt zu werden seinem Lichte und flage deine und im Gebet vor Gott zu Not dem Herrn. Er höret dich stehn! der Herr des Himmels an jeder Stätte, wohnt nirgend und der Erden vergönnet uns, minder oder mehr. Wo dich dein zu ihm zu flehn. Drum, willst Herz nur drängt, da bete! du du nicht dies Heil verscherzen, findest stets bei ihm Gehör. o Christ, sei wachsam zum Gebet! des Christen Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Bater, nie verschmäht. 6. Doch säum auch nicht, in den Gemeinen und öffentlich Gott anzuflehn, denn selig ist es, mit den Seinen, mit deinen Brüdern ihn erhöhn. Wo fromme Herzen sich entdecken, da reget eins das andre auf, und betend Beter zu 2. Spricht er nicht: bittet, daß ihr nehmet? ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich zu Gott zu 12* 6. Kommt, Christen, unser Vater ruft uns all' zu seinem Throne! vernichtet ist die weite Kluft, Gott liebt uns in dem Sohne. O betet, betet zu dem Herrn; er hört auf uns und ist nicht fern von denen, die ihn bitten! 180 Vom Gebet. erwecken, das fördert all' in ih- geschrei bei dir in Chrifto kräftig rem Lauf. sei, dein Herz zu mir zu wenden; sonst würdest du mir nim= mermehr so reichen Troft und Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. 339. We enn ich mein Herz süße Lehr, mein Gott, ins Herze bor dir, mein senden. Hort, in meiner Not ausschütte 5. So spür' ich, daß dein und voll Vertrauen auf dein tröstlich Ja die Seele schon ver= Wort um deine Hülfe bitte; gnüget, und ist auch nicht gleich wenn meine Seele zu dir schreit Hülfe da, mein Glaube dennoch und dir, o Gott, das schwere sieget. Wie in Geduld ein AckersLeid mit Flehn und Seufzen mann mit Zuversicht erwarten flaget; wenn sich mein Geist zum kann die schöne Frucht der ErHimmel schwingt und gläubig den: so harr' ich, bis dein Trost, durch die Wolken dringt: dann mein Gott, nach überstandner bin ich unverzaget. Angst und Not mir offenbar wird werden. 2. Ja ich werd' aller Freuden voll und selig im Gemüte, und 6. Vater, hilf nach deiner weiß nicht, wie ich preisen soll Macht, schaff Rettung, Troft und die Wunder deiner Güte, die sich Frieden, und gieb, daß ich nicht tief in mein Herze drückt und mich Tag und Nacht im Beten mög' gleich einem Tau erquickt, der ermüden. So will ich, bis dein von dem Himmel quillet; ja, Morgenlicht hervor aus dunkeln wie du in der Kreuzeslaft des Schatten bricht, vor dir mit Segens viel verborgen hast, das Beten ringen; ich halte fest an wird mir dann enthüllet. deinem Wort, bis ich einst freudig werde dort dir Dank und Ehre bringen. 3. Da wird mein Herz ein Gotteshaus und deines Geistes Kammer, mein Jammer bricht in Thränen aus und ist mir Mel. Dir, dir, Jehovah c. doch kein Jammer; die Wehmut 340. Wer ist wohl würdig, stärket meinen Geist, so daß sie taum noch Wehmut heißt, weil Gottes hocherhabner Majestät? sich zu nahen zu alle Pein verschwindet, und ich Wie darf der Mensch sich unter= auch in dem größten Weh wie fahen, den Ew'gen anzurufen im unter lauter Rosen geh, wo Gebet? Die Finsternis erbebet nichts als Luft sich findet. vor dem Licht; das Herz will beten und vermag es nicht. 4. So mert' ich denn und bin gewiß, daß du, mein Gott, mich liebest, weil du selbst in der Finsternis mir Licht und Freude giebest. Ich merke, daß mein Angst- Gottes Huld verdienet und uns 2. Doch Christus hat uns ausgefühnet, als er für uns vergoß sein teures Blut. Er hat uns Von der Taufe und Konfirmation. gebahnt den Weg zum höchsten Gut. Das Heiligtum ist uns jetzt aufgethan; in Christi Namen dürfen wir uns nahn. 3. Er selbst ist uns vorangegangen, vertritt beim Vater seine Gläub'gen nun. Seht, wie er brennet vor Verlangen, was sie in seinem Namen flehn, zu thun. In reicher Fülle beut er ewig dar des Heiles Güter groß und wunderbar. 181 gefällig ist. Laß mich nie anders vor dich treten, als daß ich hab' im Herzen Jesum Christ. Ach mache mich nur von mir selber frei, daß Christus alles mir in allem sei. 4. Nun kann und darf ich nimmer zagen, mein Sündenelend machet mich nicht scheu. Im Glauben will ich's fröhlich wagen; Gott selber steht durch seinen Geist mir bei. Und ruf' ich: Abba! gläubig in dem Herrn, so höret und erhöret Gott mich gern. 6. Sein Nam' sei mir ins Herz geschrieben; mein Werk sei nichts, das seine nur sei groß. In Christi Schmuck mußt du mich lieben; ohn' ihn steh ich vor dir beschämt und bloß. Mit ihm steht offen deines Hauses Thür; ohn' ihn verschließt sie sich auf ewig mir. 7. Nun, Vater, fülle meine Hände, zu dir heb' ich sie gläuAus deines big betend auf. Sohnes Fülle sende, was mächtig ist, zu fördern meinen Lauf. Hier ist mein Geist dir im Ge5. Stets lehre du mich also bete nah, einst schaut mein Auge beten, wie es, o Gott, dir wohl- dich. Hallelujah! XV. Von der Taufe und Konfirmation. Himmels ein. Nimm du dich seiner Seele an und führ es stets Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 341. Dir jei dies Kind, auf ebner Bahn. Herr, übergeben, dir, dessen Treu unwandelbar. Mel. Komm, heiliger Beift zc. Wir bringen es zum ew'gen Le- 342. Erhör,& Bater, du ben dir in der heil'gen Taufe das Flehn der Kindar. O segn' es, Heiland Jesu der, die hier vor dir stehn. ErChrist, der du ein Freund der barmend blick auf sie hernieder, Kinder bist. denn sie sind Christi Glieder. Gieb 2. Laß durch dies Siegel dei- ihnen, Vater, Sohn und Geist, ner Gnade sein Christenrecht be- den Segen, den dein Wort verstätigt sein und weih es in dem heißt; erfülle sie mit deinen GaWasserbade zum Erben deinesl ben, daß sie mit dir Gemeinschaft 182 Von der Taufe und Konfirmation. haben. Erhör uns, Gott! Erhör| reißen. Fromm und heilig will uns, Gott! ich sein; Jesus und sein Geist ist mein. 2. Sie wollen den Bund heut erneun, ihr Herz und Leben dir 4. Deine Hülfe ruf' ich an, zu weihn; sie wollen treu am lehre Herr, mich deine Wege. Glauben halten, nicht in der Leite mich auf ebner Bahn, daß Lieb' erkalten, auf Christi hohes ich richtig wandeln möge. Ja, Vorbild sehn und fest in ihrer du wirst mir Kraft verleihn, treu Hoffnung stehn. Dreieiniger, bis in den Tod zu sein. sprich du das Amen zu dem Gelübd' auf deinen Namen. Erhör uns, Gott! Erhör uns, Gott! Mel. Vom Himmel hoch zc. 3. O mache zum Kampf fie 344. Für diese Kinder beten wir mit heißer Inbereit, schenk ihnen Kraft und Freudigkeit, daß sie des Bösen brunst, Gott, zu dir, nimm du Macht bezwingen, des Glaubens dich ihrer gnädig an und leite Ziel erringen. Auch wir erneun sie auf ebner Bahn. mit Herz und Mund des Glau2. Erhalte sie vom Irrtum bens und der Treue Bund. Laß frei und mache sie im Glauben alle, die vereint hier flehen, treu, und, wenn Versuchung auch dort vereint dein Antlit ihnen naht, sei du ihr Helfer, sehen! Erhör uns, Gott! Er- Schutz und Rat. hör uns, Gott! 3. In Schmerz und Kummer tröfte sie, und in der Not verlaß sie nie. Gieb ihnen hier ZuMel. Meinen Jesum lak 2c. 343. Gwig, ewig bin ich friedenheit und dort des Himdein, teuer dir, mein Gott, erkaufet; denn ich ward, um dein zu sein, einst auf Christi Tod getaufet. Deſſen soll mein Herz sich freun; ewig, ewig bin ich dein. Mel. Die Tugend wird durchs 2c. 345. Getauft sein auf des Vaters und auf den Sohn und heil'gen Geist, welch hohes Gut, zu dem wir tamen, noch eh wir wußten, was es heißt! Nun in der Wahrheit unterwiesen, empfinden dankbar wir dies Heil, wir rufen aus: Gott sei gepriesen! auch uns, auch uns ward es zu teil. 2. Daß ich Gottes Kind schon bin, ist der Taufe sel'ge Gabe. Welch ein herrlicher Gewinn, daß ich Gott zum Vater habe! einst werd ich von Sünden rein; doch schon jeko bin ich sein. 3. Das ist Gottes Bund mit mir; das hat Jesus mir verheißen. Darum tracht' ich eifrig hier, mich der Sünde zu ent- dern, Herr, uns auf, und, daß 2. Du nahmst schon in der Kindheit Tagen zu deinen Kin 183 Von der Taufe und Konfirmation. wir nicht in Zweifel zagen, gabst| Zeugnis gebe unser Handeln, daß du uns Wort und Siegel drauf. uns dein heil'ger Geist regiert. In dieser Welt, noch voll des Bösen, versprichst du Vater uns zu sein, dein Sohn will uns vom Tod erlösen, dein Geist jum Guten Kraft verleihn. 3. Versöhnt sind wir und neu geboren durch deinen Geist von oben her. Ging uns in Adam viel verloren, in Chrifto giebst du uns weit mehr: hier schon im Glauben ew'ges Leben und Vorschmack künft'ger Seligkeit; dort wirst du uns die Fülle geben, zum Erbteil ew'ge Freudenzeit. 4. Und ist gleich hier noch nicht erschienen, was Gott den Seinen zugedacht, scheint's oft, als fragt' er nicht nach ihnen, indem der Frevel sie verlacht: doch steht des ew'gen Vaters Kindern stets alles Gute zu Ge= bot. Der uns den Sohn schon gab als Sündern, läßt die Erlöften nicht in Not. 7. O reinige durch deine Kräfte schon hier die fündige Natur! denn dieses heilige Geschäfte gelingt mit deiner Hülfe nur. Du haft in uns gewirkt das Wollen; erhalt uns diesem Willen treu! Vollende, was wir werden sollen, dein Werk in uns sei täglich neu! 5. Einst gleichen sie dem Erstgebornen, der gern die Jünger Brüder nennt, der sich zu seinen Auserkornen in Huld und Liebe stets bekennt. Und mit ihm werden sie einst prangen weit über aller Engel Glanz; wer denkt es aus, was sie erlangen, wer faßt die Kindschaft Gottes ganz! 6. Sie ist auch uns, auch uns erworben! Wir sagen laut vor aller Welt, daß unser Herz, der Sünd' erstorben, Gott liebt und sich an Christum hält. Wir wollen, Vater, vor dir wandeln, wie deinen Kindern es gebührt, und Mel. Nun lob' mein' Seel' zc. 346. Geweiht zum Christentume, sind wir, o Bater, dir geweiht, daß wir zu deinem Ruhme hier führen unsre Lebenszeit. Wir sollen deiner Liebe in Christo uns erfreun und deines Geistes Triebe allein gehorsam sein; damit wir hier auf Erden und dort vor deinem Thron des Heils teilhaftig_werden, das uns erwarb dein Sohn. 2. Auf dieses Lebens Pfade fing taum sich unsre Wallfahrt an, da hat schon deine Gnade unendlich viel an uns gethan; da zeigtest du uns Armen, den Pfad zum ew'gen Heil und gabst uns aus Erbarmen am Reiche Chrifti Teil. Du führtest unsre Seelen schon früh zur Wahrheit hin und lehrtest uns erwählen, was ewig bringt Gewinn. 3. Für diese große Güte gebührt dir unser Lobgefang; aus freudigem Gemüte erschallt dir unser Preis und Dant. Das Wasserbad im Worte hat Christo uns geweiht und offen steht die Pforte 184 Von der Taufe und Konfirmation. zur ew'gen Seligkeit. Gieb, daß feste stehn, wenn aber ich ihn wir stets ermessen, was uns dein überschreite, so laß mich nicht Wort verspricht, und nimmermehr verloren gehn; wo ich verließ vergessen, die dir gelobte Pflicht. die rechte Bahn, nimm wieder mich zu Gnaden an. 4. Ja, Vater, hilf uns allen in deinem heil'gen Willen ruhn 5. Ich gebe dir, mein Gott, und dir zum Wohlgefallen nach aufs neue Leib, Seel' und Geist deines Sohnes Lehre thun. Nimm zum Opfer hin; erwecke mich zu dich, so lang' wir leben, Herr, steter Treue, dein Geist regiere unsrer Seelen an; du nur ver- meinen Sinn. Weich, eitle Welt, magst zu geben, was wahrhaft du Sünde weich; Gott hört es, g'nügen kann. Und wenn dereinst jekt entsag' ich euch. wir sterben, so laß durch Jesum Christ das Kleinod uns ererben, das unvergänglich ist. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, sei ewig mein und laß Mel. Wer nur den lieben 2c. 347. h bin getauft auf dei- mich stets den Deinen sein! Mel. Mitten wir im Leben zc. nen Namen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, und so ist alles Ja und Amen, 348. Stärke, Jeſu, ſtärke ſie, deine teu'r Erlösten, was mir dein teures Wort heißt; ich bin in Christum eingesenkt, der mich mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in Not und Seelenpein, o guter Geist, mein Tröster sein. daß sie sich mit Zuversicht deiner Huld getrösten. Wach über ihre Seelen. Hier stehn sie und geloben dir: Herr, dein Eigentum sind wir. Du, Gottes ew'ger Sohn, du, Heiland aller Welt, du, der Deinen Haupt und Beschützer, du, Herr, treuer Hirt! laß sie nicht vergessen, ihrem Bunde treu zu sein bis an ihren Tod! 3. Ich aber hab' mich dir ver- 2. Viele schon gelobten auch, fest schrieben und angelobt, mich dir an dir zu halten: aber treulos zu weihn, dich als mein höch- ließen sie ihre Lieb' erkalten. Verstes Gut zu lieben, treu und ge- derben ward ihr Ende. Die heut horsam dir zu sein. Dem Dienst ihr Leben dir geweiht, schütze sie der Sünde sagt' ich ab, da ich vor Sicherheit! Du, Gottes ew'ger mich dir zu eigen gab. Sohn, du, Heiland aller Welt, du, der Deinen Haupt und Beschüker, du, Herr, treuer Hirt! 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl Von der Taufe und Konfirmation. leite diese Kinder, daß sie niemals irre gehn von dem Weg des Heils. 3. Lockt sie nun die arge Welt, hin zu ihren Lüften, Herr, dann wollst du sie mit Kraft aus der Höhe rüsten. Sei mächtig in den Schwachen; zum Kampf mit ihrem Fleisch und Blut schenk auch ihnen freud'gen Mut! Du, Gottes ew'ger Sohn, du, Heiland aller Welt, du, der Deinen Haupt und Beschützer, du, Herr, treuer Hirt! hilf du ihnen streiten und des Bösen Macht und List siegreich widerstehn. 4. Laß auch in der letzten Not sie dein Antlitz schauen und auf deines Todes Kraft ihre Hoffnung bauen. Laß sie in Frieden fahren und nimm sie auf mit uns zugleich in dein himmlisch Freudenreich! Du, Gottes ew'ger Sohn, du, Heiland aller Welt, du, der Deinen Haupt und Beschützer, du, Herr, treuer Hirt! sich voll Huld hernieder, hör auf unser heißes Flehn, und erhöre uns! 185 Durch ihn allein will er verzeihn und allen Sündern gnädig sein. ( Bei der Taufe eines Erwachsenen.) 2. Preis sei Jesu, Gottes Sohne, der uns am Kreuz des Lebens Krone und unvergänglich Heil errang. Alle Völker müssen kommen, ihn anzubeten mit den Frommen vom Aufgang bis zum Niedergang. Wohl dem, der ihn bekennt, ihn seinen Heiland nennt voller Glauben! dem drohen nicht Tod und Gericht; er dringt aus Finsternis zum Licht. 3. Gottes Geist werd' hoch erhoben, der unsre Herzen zeucht nach oben und reiche Gaben uns verleiht. Licht und Kraft strömt er hernieder auf Jesu Christi heil'ge Glieder, die er zum Tempel sich geweiht. Er pflanzt des Lebens Wort in Christi Kirche fort bis ans Ende. Und sie besteht, von Gott erhöht, ob Erd' und Himmel untergeht. Mel. Seelenbräutigam 2. 350. Von on des Himmels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke; gieb uns Kraft zum heil'gen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 349. njerm Gott laßt uns 2. Mach uns selbst bereit, gieb lobsingen, Jehovah unser Opfer bringen, nur ihm geuns Freudigkeit, unsern Glauben bühret Ruhm und Ehr'. Wie im zu bekennen und dich unsern Himmel, so auf Erden müss' er Herrn zu nennen, dessen teures von uns verherrlicht werden, der Blut floß auch uns zu gut. Herr ist Gott und keiner mehr. 3. Richte Herz und Sinn zu Er ist's, des ew'ger Rat uns dem Himmel hin, wenn wir unall' erwählet hat in dem Sohne.| sern Bund erneuern und gerührt 186 vor dir beteuern, deine Bahn zu gehn, Weltluft zu verschmähn. Mel. Beuch meinen Geift, triff 2c. Von der Taufe und Konfirmation. Stunde! Sie führt 4. Wenn wir betend nahn, 352. Wie heilig ist mir dieſe Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 2. Dich will ich über alles 5. Gieb auch, daß dein Geist, lieben, mit Eifer deinen Willen wie dein Wort verheißt, unauf- üben, doch ach! du weißt, wie löslich uns vereine mit der gläu- schwach ich bin, drum stärk in bigen Gemeine, bis wir dort mir den frommen Sinn. dich sehn und dein Lob erhöhn. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. 351. Mandelt glaubend eure Wege, Gott sei eure Zuversicht! Seid befohlen seiner Pflege, scheut auch seine Prüfung nicht! Treffen Schmerzen euch und Leiden, trübt euch schwerer Kampf die Freuden: seid voll Glaubens! Kampf und Leid führen euch zur Seligkeit. mich, Gott, zu deinem Bunde, und dir gelob' ich treu zu sein, mein ganzes Leben dir zu weihn. 2. Wandelt liebend eure Wege! Lieb' ist Christi neu Gebot. Dağ fie stets in euch sich rege, schaut auf seinen heil' gen Tod! Schaut der Liebe Sieg im Sohne; denkt der euch verheißnen Krone, die aus lichter Ferne schon beut der treuen Liebe Lohn. 3. Und dir, mein Heiland, der sein Leben für mich am Kreuz dahin gegeben, verpflicht' ich mich, mein Herr und Gott, getreu zu sein bis in den Tod. 4. Doch wenn ich jemals mich verirrte, so suche mich, mein guter Hirte, mit deinem treuen Liebesblick und bring zur Herde mich zurück. 5. Geist Gottes, Geist der Kraft und Liebe, dir weih' ich alle meine Triebe; erleuchte mich in Finsternis und mach im Glauben mich gewiß. fehle, und stärk im Kampfe meine 6. Erinnre du mich, wenn ich Seele; damit, von allem Bösen frei, mein Herz dein heil'ger Tempel sei. 7. So sei denn Treue dir geschworen, Dreieiniger, der mich erforen; und bis zum letzten Herzensschlag sei heilig mir mein Bundestag! 3. Wandelt hoffend eure Wege in des Geistes Freudigkeit! und daß niemand Zweifel hege, ob sein Wirken wohl gedeiht! Treu nur müßt ihr sein und beten, Mel. Es ist das Heil uns 2c. und der Geist wird euch vertreten. 353. Willkommen sei uns Glaubend, liebend, hoffend lebt, insgesamt, gebis euch Gott zu sich erhebt! liebtes Kind, willkommen! mit 187 Vom heiligen Abendmahl. Liebe, die von Christo stammt, auf unsern Armen; flehen voll jei von uns aufgenommen! Ins Vertraun zu dir, du wollst seiLeben tratst du ein, wie wir; ner dich erbarmen. Es ist dein das Recht an Christo ward auch und lebt durch dich, schüß und dir, du bist wie wir, berufen. segn' es väterlich. 2. Schwach und hülflos liegt 2. Empfange von der Christenheit des Glaubens hohen Segen; es da; sei du seine Kraft und geweiht sei nun zur Seligkeit Stärke. Bleib ihm huldreich imund wandl' auf Jesu Wegen! mer nah, daß es deine Hülfe Dazu geleit auf deinem Pfad dich merke, wenn auf seiner Lebenstreuer Liebe Trost und Rat bis bahn es sich selbst nicht leiten an des Lebens Ende. kann. 3. Gott! es ward zu seinem 3. Es gehet dir, wie Gott es fügt, was dir auch sei beschie- Heil in der Christenheit geboden; drum sei mit deinem Los ren; zu der Christen Erb und vergnügt, im Mangel auch zu- Teil hast du selbst es ausertofrieden. Und trifft dich Leiden, ren; zu der Christen Seligkeit Gott ist gut, er giebt dir zum weihet es die Taufe heut. Ertragen Mut, durch seines Sohnes Frieden. 4. Segne Vater, dieses Kind, daß es dich von Herzen ehre, daß es, Jesu gleich gesinnt, nur auf seine Stimme höre und, der Taufe Bund getreu, folgsam deinem Geiste sei. 5. Stärk es unter Luft und Schmerz, unter Arbeit und Beschwerde, gieb, daß rein und fromm sein Herz und sein Leben fruchtbar werde; führ es einst 354. 3 wir für dies Kind selig ſein. Du dir, Vater, beten zum Himmel ein, laß es ewig Mel. Jesus, meine Buversicht 2c. 4. In ihm freu deines Lebens dich: es sei ein Christenleben; empor zum Himmel müsse sich dein Geist und Herz erheben! Dann ftirbst du gern, wenn Gott dich ruft, und ruhst so sanft in deiner Gruft, wie jetzt in Mutterarmen. XVI. Vom heiligen Abendmahl. In eigener Melodie. zu seinem Mahl. Ich habe nun 355. Auf! auf! mein Geist, vom Himmelsbrot gegessen, bin erhebe dich zum Him- an des guten Hirten Tisch ge= mel, entreiße dich dem eiteln Welt- sessen und schmecke sel'ge Freuden getümmel, mein Jesus ladet mich ohne Zahl. 188 Vom heiligen Abendmahl. 2. Ich werde nun in Ewigkeit des Lebens nicht mir zum Gericht nicht dürsten, mir g'nügt die empfahn! Nein, dies Mahl erGnade meines Himmelsfürsten; wecke mich, inniger zu lieben er träntet mich, der selbst das dich, und mit heil'gem Ernst zu Leben ist. Kein Hunger wird meiden, was mich je von dir die Seele jemals drücken, des kann scheiden. Himmels Manna wird mich stets erquicken, und das bist du allein, Herr Jesu Christ. 3. Ich lebe nun und will mich Gott ergeben, doch ich nicht selbst, nein, Christus ist mein Leben; jo lebe denn in mir, o Gottes Sohn! Ich bin gewiß, daß Se= gen hier auf Erden und ew'ges Heil auch dort mir folgen werden, als ein vom Lamme mir erworbner Lohn. präge tief dem Herzen ein, daß 4. Diesen Vorsatz, den ich fasſe, folg', als dir allein. Ziehe selbst ich nimmer von dir lasse, teinem mich ganz zu dir; deine Gnade sei mit mir, daß ich alle Macht der Sünde als dein Jünger überwinde. 5. Sollt' ich dennoch wieder fehlen, wollst du mir zur Seite stehn; sollt' ich falsche Wege wählen, eile dann, mir nachzugehn. Suche den Verirrten auf, lenk zur Buße meinen Lauf, daß ich in des Vaters Armen Gnade finde und Erbarmen. Mel. Fren dich sehr zc. 356. Bang und doch vollsel'ger Freuden, tomm ich, Herr, auf dein Gebot und gedenk' an deine Leiden und an deinen Kreuzestod. Mittler, der du für uns starbst und ein ewig Heil erwarbst, komm mit deines Todes Segen meiner Seele jetzt entgegen. 2. Nimmer könnt' ich Gnade freundlich leiten und zum Himfinden vor des Heil'gen Ange- mel zubereiten. sicht; du nur tilgest meine Sünden und befreist mich vom Ge= Mel. Wer nur den lieben Gott zc. richt. Und dies Mahl aus deiner 357. Dant, Dank ſei dir für dein Erbarmen, Hand ist mir stets ein neues Pfand, daß mein Herz darf mit Vertrauen fest auf Gottes Gnade bauen. 6. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß dein Tod mein Leben ist; daß auch, wenn wir Schwache wanken, du der Deinen Stärke bist. Dir, der keinen je verläßt, dir vertrau ich froh und fest, du wirst mich stets o mein Erlöser, Jefu Chrift! Du, der du einst auch für mich Armen den Tod am Kreuz ge3. Möcht' ich, Jesu, nicht ver- storben bist! Was wär' ich, Heigebens mich zu deinem Tische land, ohne dich? Nur deine nahn! Möcht' ich dieses Brot Leiden trösten mich. Vom heiligen Abendmahl. 189 2. Du haft mir Lebensbrot| Sünden Gottes Frieden. Mehr geschenket; nun weiß ich, ich bin noch ist uns dort beschieden. ewig dein. Ich ward mit deinem Blut getränket; dies Blut macht meine Seele rein, befreiet mich von Sünd' und Schuld, erwirbt mir Gottes Gnad' und Huld. 3. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst, ich folge gern. Von Schmerz ge= quält, mit Angst umgeben, freut sich mein Geist nur seines Herrn. Durch dich versöhnt, erschreckt mich nicht des Grabes Graun, nicht das Gericht. Mel. Ach, schönster Jefu, mein 2c. 359. Dank, Jesu, dir, daß du beim Scheiden in deiner letzten Trauernacht uns hast die Früchte deiner Leiden zu seligem Genuß vermacht! Dich preisen gläubige Gemüter, den Stifter solcher hohen Güter. 2. So oft uns dieses Mahl erquicket, wird dein Gedächtnis bei uns neu, und jede Seele fühlt entzücket, wie brünstig deine Liebe sei. Dein blut'ger Tod mit ſeinen Schmerzen erneuert 4. Im Glauben will ich dich umfassen, gewiß, daß du mein Retter bist. Du wirst mich Schwachen nicht verlassen, mir sich in unsern Herzen. 3. Hier wird dem zagenden Gewissen versiegelt deiner Gnade Bund; daß unser Schuldbrief sei zerrissen, thust du im heil'gen Mahle kund; machst uns gewiß, daß unsre Sünden durch deinen Tod Vergebung finden. geben, was mir heilsam ist. Wenn du gebeutst, so endet sich mein Jammer und ich preise dich. 5. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt, da hör ich auch aus deinem Munde das 4. Das Band wird fester Urteil, das dein Wort verheißt: du, treuer Knecht, komm, nimm hier geschlungen, das uns mit nun teil an meiner Auserwähl- dir zusammenfügt, und inniger ten Heil! das Herz durchdrungen von Himmelsluft, die ganz genügt. Wir werden neu in solchen Stunden zu einem Geist mit dir Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 358. Dant, Jesu, dir! Ach verbunden. sind wir's wert, 5. Dies Brot kann wahre daß so viel Heil uns wider- Nahrung geben, und dieser fährt, du unser so gedenkest; Kelch erfrischt den Geist; es daß bis zum Tode du uns mehret sich das innre Leben, liebst, nun solch ein Gnaden- wenn unser Glaube dich geneußt. pfand uns giebst und dich so Wir fühlen neue Kraft und ganz uns schenkest? Heil uns Stärke zu jedem Kampf im allen! Wir empfinden rein von Glaubenswerte. 190 Vom heiligen Abendmahl. 6. Wir werden fester hier Herr, mich nicht vergebens vereinet mit deinen Gliedern empfangen am Altar das wahre insgesamt; so weit der Glanz Brot des Lebens, das du mir des Kreuzes scheinet, sind wir reichest dar; laß mir die heil'ge von einer Lieb' entflammt. Dies Schale mit deines Bundes Wein Bündnis muß sich fester schlie- bei diesem Glaubensmahle Trost Ben, wenn wir von einem Brot und Erquichung sein. genießen. 3. Wie kann ich wohl er7. Dein Leib soll uns zum gründen die Wunder deiner Lieb' Pfande dienen, daß unser Leib und Huld! Du selbst willst dich auch aufersteht; er wird einst verbinden mit mir, der ich bin aus dem Staub ergrünen, zur voller Schuld. Du, der da ewig Unverweslichkeit erhöht. Du, lebet, du kommst an Gnade Herr, willst uns ein ewig reich zu mir, der bald verschweLeben in himmlischer Berklä- bet, dem flücht'gen Schatten gleich. Du läsfest dich hernieder, ziehst mich zu dir hinan; was geb' ich, Herr, dir wieder, das dir gefallen kann? Mel. Nun lob' mein' Seel' 2c. 4. Ein Herz, von Reu' zerschlagen, das sich an deiner Gnade hält, das freudig will entsagen der Sünd' und aller Lust der Welt: das wirst du nicht verachten, das bring' und 360. Dem Worte deines geb' ich dir. Nach deinem Reiche Mundes will ich, trachten hilf du nun selber mir; o Herr, gehorsam sein; zum dann darf ich fest vertrauen, Mahle deines Bundes stell ich daß ich nach dieser Zeit dein auf dein Gebot mich ein. Die Antlitz werde schauen dort in bängste deiner Nächte schwebt der Ewigkeit. meinem Geiste vor; das Brot brach deine Rechte, den Kelch hielt sie empor. Des will ich jetzt gedenken, o du mein höchstes Gut; du willst mich speisen, tränken mit deinem Leib und Blut. 5. Hierauf will ich empfangen das Himmelsbrot, den Himmelstrant; laß, Herr, zu dir gelangen des demutvollen Herzens Dank. Hinweg das Weltgetümmel mit seinem eitlen Tand! ich wandle schon im Himmel, der Frommen Vaterland. Vereint mit dir zu werden, dies ist mein heißes Flehn; o Herr, laß hier auf Erden mich schon dein Antlitz sehn. rung geben. 8. Gottes Sohn, wie edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt! Nun wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Wir finden hier bei allem Leiden den rechten Vorschmack sel'ger Freuden. 2. Heil mir, ich soll genießen die Speise, die der Heiland beut, und Labung soll mir fließen aus jenem Kelch, den er geweiht. Laß, 191 lieben und ernstlich jede Sünde scheun. 8. 3u welchen Seligkeiten wirst du, o Herr, mich leiten, bleib' ich mit dir vereint! Ich werde zu dir kommen mit allen deinen Frommen, wenn einst dein großer Tag erscheint. Vom heiligen Abendmahl. Mel. Nun ruhen alle Wälder 20. 361. Dir schwör' ich ew'ge Treue, ich gebe, Herr, aufs neue mich dir zum Dienste hin; laß nie mich treulos brechen dies heilige Versprechen, es tomme nie aus meinem Sinn. 2. Damit ich treu dir bliebe, nahmst du mit reiner Liebe dich meiner Seele an. Weit mehr, als ich verstehe, mehr, als ich weiß und flehe, hast du, o Herr, für mich gethan. 3. Für mich hast du gerungen, für mich den Tod bezwungen, verscheucht des Grabes Nacht; du hast durch deine Leiden die Hoffnung ew'ger Freuden in meinem Herzen angefacht. 4. O Leben aller Leben! was hab' ich dir zu geben, was forderst du von mir? Du willst, daß meine Seele nur dich zum Führer wähle; o Herr, mit Freuden folg' ich dir! 5. In manchen stillen Stunden hat schon mein Herz empfunden, wie viel es dir verdankt. Nun stärke seine Triebe, so daß in ihm die Liebe zu dir, Erlöser, 363. Herr, der du als Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. niemals ein stilles gelitten an des Kreuzes Stamm und auch für meine Sündenlast aus Liebe dich geopfert haft. 2. Ich feire jetzt auf dein Gebot voll Reue deinen Mittlertod und preise deine Gnad' und Huld, durch die getilgt ist meine Schuld. 3. Hier schenkst du mir ein teures Gut, labst mich mit dei6. Nach deinem Wohlgefallen will ich hienieden wallen, du bist mein treuer Hirt. Zu dir will ich mich halten, bis einst mein Leib erkalten und in dem Grabe ruhen wird. Mel. Herzliebfter Jefu, was 2c. 362. Erlöser, der du selbſt uns hast gerufen, hier stehen wir an deines Altars Stufen. Mühselig und voll Reu', voll tiefer Schmerzen sind unsre Herzen. 7. So oft ich deiner Treue bei deinem Mahl mich freue, soll dies mein Vorsatz sein: Ich will dich nie betrüben, wie du die Brüder 2. Du hast verheißen, Müde zu erquicken und uns zu laben, wenn uns Lasten drücken. Du willst, wenn wir jetzt würdig dein gedenken, dich selbst uns schenken. 3. Wir kommen, Herr, und nehmen deine Speise und deinen Trank zu deines Todes Preise. Nun sind wir dein und bleiben dir ergeben in Tod und Leben. 192 Vom heiligen Abendmahl. nem Leib und Blut. O Liebe, zum Labsal für ihr schwaches welcher keine gleicht! Wun- Herz! Der ganzen Welt zu gut der, das kein Geist erreicht! vergosfest du dein Blut, Mittler Gottes! Auch die hier stehn und zu dir flehn, lağ dein Erbarmen reichlich sehn. 4. Ich soll mich deinem Mahle nahn, das Pfand der Seligkeit empfahn; Erhabner, du willst nicht verschmähn, zu meinem Herzen einzugehn. Gemeinde. 5. Bin ich, ein sünd'ger Mensch, Mel. Jefus, meine Zuversicht 1c. wohl wert, daß so viel Heil mir 2. Die ihr teuer seid erkauft, widerfährt? Mach selbst mein gläub'ge, miterlöste Brüder, all' Herz von Flecken rein und richt auf Chrifti Tod getauft, alle es dir zur Wohnung ein. seines Leibes Glieder: kommt, 6. Du kommst; gesegnet seist Versöhnte, kommt, erneut hier du mir! du bleibst in mir und den Bund der Seligkeit! ich in dir. Ich schmecke deine Freundlichkeit und weiß nichts mehr von Kampf und Streit. 3. Nehmt und eßt in diesem Brot Christi Leib, für uns gegeben! Nehmt und trinkt auf 7. Nichts scheidet ferner dich sein Gebot diesen Kelch zum und mich; mich liebest du, ich ew'gen Leben! Rein durch ihn liebe dich. Die Stärkung, die von aller Schuld, preiset dankdu mir gereicht, macht mir dein bar seine Huld. Joch gar sanft und leicht. 4. Gieb, daß sie voll Zu8. Ich lebe dir nur, meinem versicht deines Heils, o Herr, Herrn, und folge deinem Vor- sich freuen und, erleuchtet durch bild gern; mich locket nicht die dein Licht, deinem Dienste ganz ganze Welt; mein Will' ist nur, sich weihen; laß ihr Herz von was dir gefällt. Stolze rein, voll von deiner Demut sein. 9. Und wenn du mich, o Lebensfürst, zur Seligkeit vollenden wirst, dann labt mit Freuden ohne Zahl mich dort dein ew'ges Abendmahl. 5. Lehre sie, in böser Zeit über ihre Seelen wachen; bei des Lebens Kampf und Streit sei du mächtig in den Schwachen. Die gebeugt von ferne stehn, laß sie unerhört nicht flehn! 6. Nehmt und eßt in diesem du Leib, für uns geerr, 364. Hubereiten zu dei- geben! Nehmt und trinkt auf nes Mahles Seligkeiten, zeuch sein Gebot diesen Kelch zum ihre Seelen himmelwärts! Gieb, ew'gen Leben! Rein durch ihn daß sie sich würdig nahen, das von aller Schuld, preiset dankBrot des Lebens zu empfahen, bar seine Huld. Chor. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Vom heiligen 7. Hoherpriester, der du bist in das Heiligtum gegangen, sprich sie los, Herr Jesu Christ, wenn fie jetzt dein Mahl empfangen. Stärk du ihre Zuversicht, daß fie frei sind vom Gericht. Abendmahl. 193 reichen Pflicht gemacht. Du willst, daß deiner ich gedenke, drum gieb zur Übung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht, daß ich mich ganz in dich versenke. 2. Bewundernd denk' ich an 8. Augenblick voll heil'gen die Liebe, womit du unser Heil Grauns, voller Wonn' und sü- bedacht, an des Erbarmens starte Ben Lebens, teures Pfand des Triebe, die dich bis an das Kreuz fünft'gen Schauns, Vorschmack gebracht. O du, der starb, damit jenes höhern Lebens! Selig, wer, ich lebe, gieb selbst von deinem vom Geist bewegt, solchen Trost Todesschmerz heut solchen Einim Herzen trägt! druck in mein Herz, daß er mir stets vor Augen schwebe. 9. Nehmt und eßt in diesem Brot Christi Leib, für uns gegeben! Nehmt und trinkt auf 3. Ich übergebe mich aufs sein Gebot diesen Kelch zum neue, o du mein Herr und Heiew'gen Leben! Rein durch ihn land, dir, gelobe dir beständ'ge von aller Schuld, preiset dank- Treue bei deinem heil'gen Mahle bar seine Huld. hier. Auf deinen Tod bin ich getaufet, du starbst für mich, drum bin ich dein; dein eigen will ich ewig sein, weil du mich durch dein Blut erkaufet. Chor. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 4. Nie will ich vor der Welt 10. Eßt das Brot, das euch gegeben, und trinkt den Kelch zum ew'gen Leben; der Friede mich schämen, zu preisen deinen Christi sei mit euch! Einigt euch Kreuzestod, und will mit Freumit ihm im Glauben und laßt den auf mich nehmen um deinetsein Heil euch nimmer rauben, willen jede Not; dich will ich dann führt er euch zu seinem immer frei bekennen und bis Reich. Wacht! eure Seele sei zum Tode mich nicht scheun, ein bis in den Tod getreu! Amen, Herold deines Ruhms zu sein; Amen! Der Weg ist schmal; nichts soll mich, Heiland, von bleibt in der Zahl, die dort dir trennen. empfängt sein Abendmahl. 5. Ich will mit Ernst den Näch= sten lieben, wie du, mein Jesus, mich geliebt; Versöhnlichkeit und 365. Hier bin ich, Jeſu, zu Sanftmut üben, wie du an FeinMel. Mein Jesu, dem die zc. erfüllen, was du in den ste geübt. An deine Milde deiner Leidensnacht nach deinem will ich denken und an die schwere gnadenvollen Willen zur segens- Schuldenlaft, die du mir, Herr, 13 194 erlassen hast, das soll zur Liebe Kraft mir schenken. Vom heiligen Abendmahl. 6. Heut stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig 5. Wie sich des matten Wanlebt, und daß einst aus des Gra- drers Herz der frischen Quelle bes Staube dein Ruf, Erlöser, freuet, so werd' ich von der Seele. mich erhebt. Ich seh dich auf Schmerz in deinem Mahl bedes Vaters Throne, ich glaube, freiet. Du linderst meiner Sündaß du, Lebensfürst, von dort den Pein, du flößest deinen Trost einst wiederkommen wirst, zu rei- mir ein, so bin ich ganz erneuet. chen mir des Lebens Krone. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 366. h tomme als ein armer Gast, o Herr, zu deinem Tische, den du für mich bereitet hast, daß er mein Herz erfrische; und wenn mein Sehnen ist gestillt, daß auch der Dank, der mich erfüllt, in aller Dank sich mische. 2. Du selber sprichst in deinem Wort: ich bin das Brot zum Leben; dies Brot treibt auch den Hunger fort, den sonst nichts mochte heben; ich bin der Trant, wer glaubt an mich, dem will ist jetzt und ewiglich der Labung Fülle geben. 3. Ach führe mich, du treuer Hirt, auf deine Himmelsauen; ich gehe trostlos und verirrt, wenn ich dich nicht kann schauen. Laß strömen deine Gütigkeit, die du für alle hältst bereit, so deiner Hut vertrauen. mich dein teures Blut, daß mich tein falsches Erdengut von deiner Liebe scheide. 4. Herr, mit Verlangen such' ich dich auf deiner grünen Weide, dein Lebensmanna speise mich zum Trost in allem Leide. Es tränke 6. Vor allem aber wirk in mir den Ernst wahrhafter Reue, auf daß mein Herz sich für und für vor aller Sünde scheue. Fach in mir, Herr, den Glauben an, der dein Verdienst ergreifen kann, damit mein Geist fich freue. Gemüt, daß von der Welt ich 7. Entzünd in Andacht mein lasse und deine Bruderlieb' und Güt' in dieser Speise fasse; daß durch dein Lieben Lieb' in mir zu meinem Nächsten wachs herfür, ich auch den Feind nicht haffe. lenfreund, laß in mein Herz dich 8. So komm nun, treuer Seeschließen! Mit dir bin ich nun ganz vereint; ich will von keinem wissen, als nur von dir, o Gotteslamm! der du auch mich am Kreuzesstamm aus Not und Tod gerissen. Dank für deine Gnadengaben, 9. Oliebster Heiland, habe für deine Speise, deinen Trank, die mich erquicket haben; mit Himmelsgütern wirst du mich, o Lebensfürst, einst ewiglich in deinem Reiche laben. Vom heiligen Abendmahl. Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. 367. tomme, Herr, und suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich des Siegels deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, ach laß mich Tröstung finden. Ich fühle meiner Sünden Pein; ich suche Ruh', du, Herr, allein, kannst mich der Schuld entbinden. 195 bleib ich vereint als Rebe hier, um gute Frucht zu bringen. Du kräftigeſt und stärkeſt mich, und durch die Liebe gegen dich wird mir der Sieg gelingen. 2. Ich bete dich im Glauben an, du bist das Heil der Sünder; weil du für uns genug ge= than, sind wir nun Gottes Kinder. Ich denk' an deine Leidensnacht und an dein Wort: Es 5. Ja, Herr, ich kenne dein Gebot und will es treu erfüllen. Verleih mir Kraft durch deinen Tod und heil'ge meinen Willen. Hilf, daß ich möge eifrig sein, mit Freuden dir mein Herz zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung zu deinem Ruhm beweisen. Mel. Es ist gewißlich an der Beit zc. 368. Ich preiſe dich, o Herr, mein für deine ist vollbracht," das uns mit Gott Todesleiden. Hab' ich an ihren verfühnet. Du warst gehorsam bis zum Tod und trugst unschuldig Schmach und Not, die wir allein verdienet. Früchten teil, so schmeck' ich sel'ge Freuden. Du wardst ein Opfer auch für mich; o gieb, daß meine Seele sich des ewig freuen möge. 3. Nun darf mein Herz nach Trost und Ruh' vergebens nicht verlangen; in deinem Mahle läsfest du mich Gnad' um Gnad' empfangen. Ich rufe, du erhörst mich schon, sprichst liebreich: Sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben!" Wie sollt' ich dir, der für mich starb und mir so großes Heil erwarb, nicht ganz zur Ehre leben? 2. Du läsfest mich in deinem Tod das wahre Leben finden. Erlösung aus der größten Not, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuz gestorben. 3. Ein Pfand ist mir dein Abendmahl von deiner großen 4. Mein ist das Glück der Se- Liebe. Du trugest willig Angst ligkeit, ich halt' es fest im Glau- und Qual, daß ich nicht elend ben, und nimmer müsse Sicherheit bliebe. O stärke mein Vertraun mir dieses Kleinod rauben. Du zu dir, daß ich, so lang' ich lebe bist der Weinstock und mit dir hier, auf deine Gnade baue. 13* 196 Vom heiligen Abendmahl. 4. Ich fühle, Herr, von Reu zu teil, und Licht ward mir geund Schmerz die Bürde meiner sendet: wie weit gefördert wär' Sünden; laß mein vor dir ge- mein Heil, hätt' ich sie angebeugtes Herz nur deinen Trost wendet! O Herr, ich hab' es empfinden, den Trost, daß du nicht gethan, steh' noch am Anaus freier Huld auch mir Ver- fang jener Bahn, die zu dem gebung meiner Schuld beim Va- Leben führet. ter haft erworben. 4. Dich, der mich je und je 5. Die Stärkung, die dein geliebt, sollt' ich von Herzen lieMahl verschafft, werd' ewig mir ben; die Vorschrift, die dein zum Segen; es rüste mich mit Wort mir giebt, sollt' ich mit neuer Kraft, zu gehn auf deinen Eifer üben; doch nicht von HerWegen, zu wirken, was dir wohl- zen liebt' ich dich, und nicht vergefällt, und alle Furcht und Lust herrlicht ward durch mich dein der Welt voll Mut zu über- Ruhm und heil'ger Name. winden. 5. O Herr, ich schäme mich vor 6. Laß deiner Leiden Zweck dir, ich sehe meine Sünden. Ach! und Frucht mir stets vor Augen möchte sich mein Herz in mir schweben; nimm weg, was mich zur Buße recht entzünden; möcht' zu hindern sucht, für deinen ich mit solcher Traurigkeit, die Ruhm zu leben; nur auf dein teinen Sünder je gereut, der SünVorbild laß mich sehn und im- den Schuld bereuen! mer fest im Glauben stehn, der mich zum Himmel führet. Mel. Aus tiefer Not 2c. 6. du, der Bund und Treue hält, laß, Jesu, mir's gelingen; das Opfer, das dir wohlgefällt, laß mich zum Altar bringen! Mein Opfer sei ein solches Herz, das ganz zerknirscht von Reu nem Mahl erscheinen, bei dir zu und Schmerz nach deinem Trost finden Trost und Licht, mit dir sich sehnet. mich zu vereinen. Ich seh' in diesem Augenblick auf meinen Lebensweg zurück, seh' in mein Herz und weine. 369. dh will, Herr, meine Zuversicht, bei dei7. Wer gläubig, Jesu, dich umfaßt und wünscht, in dir zu leben, der ist dir ein willkommner Gast, dem willst du Gnade 2. Ich fühle, daß verbotne Luft geben. Mein Glaube hält sich feft mit Macht in mir regieret, bin an dich; ich bin gewiß, es habe manches Fehltritts mir bewußt, mich dein Tod mit Gott versöhnet. wozu sie mich verführet. Mein Innres ließ ich unbewacht; die Sünde war, wo nicht vollbracht, Mel. Gott, du frommer Gott x. im Innern doch begangen. 3. Von oben ward mir Kraft! 370. h will, o Jesu, dich und deinen Tod be= 197 Vom heiligen Abendmahl. kennen. O möchte doch mein Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. Herz von Dank und Siebe 371. Jeſu, Freund der brennen! Ich komme glaubensvoll mich deinem Mahl zu nahn, will jetzt deinen Leib, ich will dein Blut empfahn. 2. Herr, diese Güter sind mein inniges Verlangen. Bereite du mein Herz, sie würdig zu empfangen; mir soll dein Abendmahl ein rührend Denkmal sein von deiner Lieb' und Treu', von deiner Angst und Pein. 3. Aus Liebe kamst du, Herr, und hast dein teures Leben für meine Seligkeit zum Opfer hingegeben. Du starbst und schenktest mir dies unschätbare Gut, du hast es mir erkauft mit deinem teuren Blut. Heiland der verlornen Sünder, der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzesschmach hat wollen dulden: wer kann fassen das Erbarmen, das du trägest mit uns Armen? In der Schar erlöster Brüder fall' ich dankend vor dir nieder. 2. Ja auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll' entgegen; in dem Elend meiner Sünden soll bei dir ich Hülfe finden; meine Schulden willst du decken, mich befrein von Furcht und Schrecken; willst ein ewig sel'ges Leben als des Glaubens Frucht mir geben. 4. Dir, Heiland, will ich mich 3. Mich, den Zweifelnden, mit Seele, Leib und Leben, mit den Schwachen, willst du fest allem, was ich bin, zum Opfer im Glauben machen, ladest mich wiedergeben. Onimm, mein zu deinem Tische, daß mein Herz Herr, mich ganz zum Eigentume sich dort erfrische. So gewiß ich hin, der ich so teuer dir zum Wein genossen, ist dein Blut Dienst erkaufet bin. für mich geflossen; so gewiß ich Brot empfangen, werd' ich Heil in dir erlangen. 5. Laß wahre Liebe mich an meinem Nächsten üben und, wie du mich geliebt, selbst meine Feinde lieben; wir sind ja insgesamt auf deinen Tod getauft und alle durch dein Blut zum ew'gen Heil erkauft. 6. Hilf, daß ich als ein Christ nur dir zu Ehren lebe, dir gleich gesinnet sei und nach dem Himmel strebe. Gieb durch dein Abendmahl mir dazu Lust und Kraft; gieb mir den Himmel einst am Ziel der Pilgerschaft. 4. Ja du kommst, dich mit den Deinen in dem Nachtmahl zu vereinen. Du, der Weinstock, giebst den Reben Mut und Kraft zum neuen Leben. Durch dich muß es mir gelingen, reiche, gute Frucht zu bringen und durch Frömmigkeit zu zeigen, daß ich gänzlich sei dein eigen. 5. Nun, so sei der Bund erneuet und mein Herz dir ganz ge weihet! Auf dein Vorbild will ich 198 Vom heiligen Abendmahl. sehen und dir nach, mein Hei- mit welcher Freude wollt' ich land, gehen. Was du hassest, nahn, das Brot des Lebens zu will ich hassen, stets von dir empfahn! mich leiten lassen; was du liebest, will ich lieben, nie durch Untreu' dich betrüben. 6. Doch ich kenne meine Schwäche; schwer ist, was ich dir verspreche. Werd' ich dir auch Glauben halten und im Guten nie erkalten? Osteh du mir bei und stärke mich zu jedem guten Werke. Hilf, daß ich die Lust zur Sünde durch dich kräftig überwinde. 7. Gieb, daß ich und alle Christen sich auf deine Zukunft rüsten, daß, wenn heut der Tag schon käme, keinen, Herr, dein Blick beschäme. Schaff ein neues Herz den Sündern, mache sie zu Gottes Kindern, die dir leben, leiden, sterben, deine Herrlichkeit zu erben. 8. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schaun und ewig chren! Hallelujah, welche Freuden sind die Früchte deiner Krankenbette feir' ich dein Abend2. Ach hier auf meinem weiß, an jeder Stätte willst du mahl allein! Doch, Herr, ich den Deinen nahe sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, erquickst du ihn, o Menschenfreund. 3. Um Trost ist meinem Herzen bange; ich suche, Herr, dein Angesicht; o du, an dem ich gläubig hange, entzeuch mir deine Hülfe nicht! Ach stärke bei des Leibes Schmerz mein banges und verzagtes Herz! 4. Laß das Gedächtnis deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft verleihn, mir eine Quelle sel'ger Freuden und jenes Lebens Vorschmack sein; dein Leiden, dein Versöhnungstod erquicke mich in meiner Not. offen und fühle Himmelsfelig5. Ich sehe schon den Himmel teit. Nun darf ich alles, alles hoffen von dem, der mir die Leiden! Danket, danket, fromme auch der Leiden Heer, mein Schuld verzeiht. Umringt mich Herzen, ewig ihm für seine Herz erbebt davor nicht mehr. Schmerzen! 6. Und naht der Tod mit seinen Schrecken, ich bin getrost und zage nicht. Vom Tode wirst du mich erwecken; ich komme nicht in das Gericht. Wohl mir, daß ich dein eigen bin, nun ist auch Sterben mein Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 372. Könnt' ich doch, Herr, mit meinen Brüdern in deinem Tempel dich erhöhn und andachtsvoll mit deinen Gliedern das heil'ge Bundesmahl begehn; Gewinn! Vom heiligen Abendmahl. 199 Mel. Fren dich sehr, o meine 2c. sein guter Geist, den sein teures 373. ommt und eßt das Wort verheißt, wird zu allen guten Werken dich bei deiner Schwachheit stärken. Brot des Bundes, kommt und trinkt von diesem Wein! Dem Gebote deines Mundes, Herr, will ich gehorsam sein. Du gabst in den Tod dich hin, mir zum ewigen Gewinn, willst mir Gnad' um Gnade schenken, und ich sollte dein nicht denken? 2. Nein, dich soll mein Mund bekennen vor der Welt bis in den Tod; nichts soll je von dir mich trennen, weder Glück, noch Angst und Not. Meiner Seele Ruhm bist du, meines Herzens Troft und Ruh; denn ich kann für meine Sünden nur durch dich Vergebung finden. 3. Unter meinen Miterlöften komm' ich, Herr, zu deinem Mahl, hier mich deiner zu ge= trösten mit der treuen Jünger Zahl. Alle, die sich dir ge= weiht, bist zu segnen du bereit; freundlich willst du mit den Deinen dich im Abendmahl vereinen. Mel. Dir, dir, Jehovah, will 2c. 374. Mun habe Dank für dein Erbarmen, Sohn Gottes, heil'ger Mittler, Jesu Christ! Versöhnt mit Gott hast du mich Armen, da du für mich am Kreuz gestorben bist. Laß deines bittern Leidens Angst und Bein bis an mein Ende mir vor Augen sein. 4. Ja, dem Wort, das du gesprochen, glaub' ich fest und preise dich: für mich ward dein Leib gebrochen und dein Blut floß auch für mich. Sollt ich Gott noch ängstlich scheun? Nein, ich darf mich seiner freun: der den Sohn für mich gegeben, giebt mit ihm mir Heil und Leben. 2. Heil mir, mir ward dein Brot gebrochen, mir ward gereicht, Herr, deines Bundes Wein! Aus Herzensgrund hab' ich versprochen, dir, treuster Heiland, ewig treu zu sein. Gerühret schwör' ich nun noch einmal dir; schent zur Erfüllung deine Gnade mir. 3. Im Streite hilf mir überwinden und gieb mir Kraft auch zu der schwersten Pflicht. Bewahre mich vor neuen Sünden; naht sich Versuchung, so verlaß mich nicht. Und dein für mich Kreuz vergoßnes Blut am schenk' mir im Todestampfe Trost und Mut. 4. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, die des Erlösers Heil, wie mich, erfreut, euch lieb' ich stets als meine Brüder, als Mitgenossen seiner Herrlichkeit. Wir alle haben einen Herrn und Gott; uns alle speist und tränkt 5. Nie vergiß es, meine Seele, was der Herr an dir gethan; dank ihm innig und erwähle seines Lebens heil'ge Bahn. Glaube fest, ein Wein, ein Brot. 200 Bom heiligen Abendmahl. 5. Wie jego wir versammelt dein teures Leiden, du Ursprung waren, um seine Gnade dankbar meiner Freuden. zu erhöhn, so werden mit der Engel Scharen wir einst vor Lieben, das dich ans Kreuz ge5. Dir dant' ich für dein seinem Thron anbetend stehn trieben; du wolltest für mich und preisen, als sein Erb' und sterben, daß ich dein Reich sollt' Eigentum, ohn' Ende seines erben. Namens hohen Ruhm. 6. Mit euch vor ihm einst zu erscheinen zum sel'gen Anschaun müte den Reichtum deiner Güte; 6. Jetzt schmecket mein Geseiner Herrlichkeit, will ich mich das heil'ge Pfand der Gnaden hier mit euch vereinen, treu zu tilgt meiner Seele Schaden. vollbringen, was sein Wort ge= beut; dann geh' ich freudig im die ich noch in mir finde, aus 7. Du wollest nun die Sünde, Triumph mit euch, ihr Aus- meinem Herzen treiben erwählten, in sein Himmelreich. tkräftig in mir bleiben. und 7. So soll denn weder Spott noch Leiden, nicht Ehr' und langen an deiner Liebe hangen; 8. Laß stets mich mit VerFreude, nicht die Lust der Welt gieb mir Geduld im Leiden, mich, Herr, von deiner Liebe laß mich von dir nichts scheiden. scheiden, die selbst im Tode noch mich schützt und hält! Du, Herr, derben; in dir werd' ich einst 9. So fürcht' ich kein Verdu bist und bleibest ewig mein! sterben und fröhlich auferstehen, o laß auch ewig mich dein eigen um ewig dich zu sehen. fein! In eigener Melodie. Mel. Wadh auf, mein Herz ze. 375. Jesu, meine Wonne, 376. Schmüde dich, o meine du meiner Seelen Trauerhöhle, komm ans helle Seele, laß die dunkle Sonne, du Freundlichster von Licht gegangen, fange herrlich an allen, laß dir mein Sob gefallen! zu prangen! Denn der Herr, voll Heil und Gnaden, will zu seinem Tisch dich laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Wohnung in dir halten. 2. Wie kann ich würdig schäzen das himmlische Ergößen, womit die teuern Gaben in deinem Mahl mich laben? 3. Du hast dich mir geschentet, gespeist mich und getränket; geheilt hast du mich Kranken, wie soll ich's dir verdanken? 4. Ich preise dich von Herzen für alle deine Schmerzen und für pflegen, eile deinem Freund ent2. Froh, wie treue Freunde gegen, der mit seinen Gnadenlaben. Öffn' ihm schnell die gaben jetzt dein armes Herz will Geistespforten, sprich zu ihm mit Vom heiligen Abendmahl. 201 süßen Worten: Komm, ich will| Tisch gekommen. Laß dies heil'ge dich mit Verlangen als den lieb- Mahl mich stärken zu des Glauften Gaft empfangen! 3. Wer ein Kleinod will erringen, pflegt sonst Gold dafür zu bringen; doch für diese teuern Gaben will er irdisch Gold nicht haben. In der Berge tiefsten Gründen ist kein solcher Schatz zu finden, den man fönnt' als Zahlung reichen für dies Kleinod sonder gleichen. bens guten Werken, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög' ein Gast im Himmel werden. 6. Jesu, meines Lebens Sonne! Jesu, meine Freud' und Wonne, den allein ich mir erwähle, Hort des Heils und Licht der Seele! Sieh mich hier zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen diese deine Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. Mel. Belobet feift du zc. 4. Ach wie hungert mein Gegedentet sein, der für euch starb. dieses Brot, des Mittlers Blut müte nach des Menschenfreundes ist dieser Wein; empfangt es und Güte! Ach wie pfleget mich zu dürften nach dem Quell des Lebensfürsten! Nimmer hör' ich auf mit Thränen mich nach seinem Mahl zu sehnen, daß in diesem Brot und Weine Christus sich Gemeinde. mit mir vereine. 7. Jesu, wahres Brot des Lebens, deine Huld sei nicht vergebens, daß ich, mir zum Heil und Frommen, sei zu deinem Chor. 377. Verkündigt alle feinen Tod! 5. Ja auf wunderbare Weise wird dies Mahl mir Seelenspeise. Christus selbst will, mir zum Leben, sich darin als Nahrung geben! Wo ist wohl ein Mensch zu finden, der dies Wunder kann ergründen? Oder gro- Sagt's euren Brüdern, Ben Heimlichkeiten, die nur Got- kam und alle Sünden tes Geist kann deuten! 2. Herr, wir empfahn mit Preis und Dank diese Speis' und diesen Trank und glauben, daß du, Jesu Christ, für unsre Schuld geopfert bist am Kreuzesstamm. Chor. 3. Verkündigt alle seinen Tod! Er ist unser Herr und Gott. daß er auf sich nahm aus Gnad' und Huld. Gemeinde. 4. Die ganze Welt hast du befreit von der Ungerechtigkeit. Dein Blut macht uns von Sünden rein, des wollen wir auch 3eugen sein vor aller Welt. Chor. 5. Verkündigt alle seinen Tod! Haltet willig sein Gebot; sein göttlich Vorbild schauet an und folgt 202 Vom heiligen Abendmahl. ihm standhaft auf der Bahn, so Manna, das mir Gott gedie er betrat. währt, dich will ich jetzt genießen. Gemeinde. 6. Herr, wir sind ganz dein Eigentum; unser Wandel sei dein Ruhm. Durch gute Werke danten wir, Vollender unsers Glaubens, dir für deinen Tod. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüt mit Lob und Dank und heil'ger Freud' erfüllet! O Lebenstrank, o heil'ges Blut, das einst geflossen mir zu gut, dich will ich jetzt empfangen. Alle. 7. Vom Aufgang bis zum 4. Welch Glück und welch ein Niedergang bringet dem Ver- Ruhm ist mein, welch Heil hab' söhner Dank und machet in der ich gefunden! mein Jesus kehret Gnadenzeit euch würdig jener bei mir ein, mit ihm werd' ich Seligkeit, die er erwarb. verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll und er in mir will leben! Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 378. Vollendet ist die Bundesfeier, verkündigt 5. O wär' doch auch mein wurde, Herr, dein Tod! Stets Herz geweiht zu einer heil'gen bleib' uns dein Gedächtnis teuer Stätte, damit der Herr der Herrund unvergeßlich dein Gebot; lichkeit an mir Gefallen hätte! O dann freuen wir, o Gottes Sohn, wäre doch mein Herz der Ort, an uns deiner einst vor deinem Thron. welchem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. 6. Mein Jesu, komm und heil'ge 379. Wie heilig ist die mich! was sündlich ist, vertreibe, Stätte hier, wo damit ich nun und ewiglich dein ich voll Andacht stehe! sie ist des Tempel sei und bleibe. Von dir Himmels Pforte mir, den ich sei ganz mein Herz erfüllt, und jetzt offen sehe. O Lebensthor, laß dein heilig Ebenbild be= o Tisch des Herrn, vom Himmel ständig an mir leuchten. bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 7. Nun, du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gege2. Wie heilig ist dies Lebens- ben. In dir, der mich so hoch bebrot, dies reiche Gnadenzeichen, glückt, will ich nun immer leben. vor dem des Herzens Angst und Laß mich, mein Heiland, allezeit, Not und alle Qualen weichen! von nun an bis in Ewigkeit Brot, das meine Seele nährt, mit dir vereinigt bleiben. Von der Buße. XVII. Von der Buße. In eigener Melodie. Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 380. Ah, Gott und Herr, 381. Ach, Herr, dir ist bewie groß und schwer sind meine viele Sünden! Wie drückt mich doch ihr hartes Joch; wo kann ich Rettung finden? wußt die innre böse Lust, die Quelle meiner Sünden, die niemand kann ergründen, der Same, der stets bleibet und alles Unkraut treibet. 2. Wohin ich flieh', verfolgen sie mit ihrer Pein mich Armen. 2. Des Herzens böser Grund In dieser Not tenn' ich, o Gott, wird oft durch Thaten kund; kein Heil, als dein Erbarmen. 3. Ich flieh' zu dir, sei gnädig mir, ob ich's gleich nicht verdienet. Geh mit mir nicht, Gott, ins Gericht, dein Sohn hat mich verfühnet. der Funke wird zu Flammen, sie schlagen hell zusammen, eh ich erwach' und merke des alten Menschen Werke. 4. Soll's ja so sein, daß Straf' und Pein auf Sünden folgen müssen, o so verleih mir doch dabei den Frieden im Gewissen. 5. Verfahr mit mir, wie's dünket dir, ich will demütig leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich von den Erlösten scheiden. 6. Das thust du nicht, mit Zuversicht darf es mein Glaube hoffen. Mir steht, o Gott, durch Christi Tod ja auch dein Himmel offen. 203 7. Nur daß ich treu dem Heiland sei, gieb mir bis an mein Ende, und daß den Lauf zu dir hinauf im Glauben ich vollende. 8. Dir, Gott, sei Ruhm! dein Eigentum bleib' ich in Jesu Namen. Ich zweifle nicht, denn Jesus spricht: Wer glaubt, wird selig. Amen. 3. So hab' ich wider dich, den Nächsten und auch mich viel= fältig, Herr, mißhandelt, bin oft den Weg gewandelt, der ab vom Ziel sich wendet und in Verdammnis endet. 4. Doch du, mein Jesu, hast der Schulden schwere Last auf dich allein genommen. Wie du für mich gekommen, komm' ich nun schuldbeladen zur Fülle deiner Gnaden. 5. Vergieb, Erlöser, mir, verwirf mich nicht von dir! Kann ich die Schuld nicht zählen, will ich doch nichts verhehlen, weil du allein vom Bösen mich kräftig kannst erlösen. 6. Hart drückt der Sünde Joch, doch mächt'ger wirken noch die Kräfte deiner Gnade; es weichet jeder Schade, willst du aus deinem Leben die rechte Kraft mir geben. 204 Von der Buße. Mel. Herr, ich habe zc. 7. Wenn ich aber unterliege, so hilf du mir wieder auf, daß durch deine Kraft ich siege und vollbringe meinen Lauf; mich nicht in meiner Brust! wie regt befehlend deinen Händen mög' doch in Adams Erben immer sich ich ritterlich einst enden. 382. Ah mein Jesu, welch Verderben wohnet die böse Bust! Ja ich muß es wohl bekennen, ich bin Fleisch von Fleisch zu nennen. Mel. Bu, o schönes 2c. von der Sünde, 2. Wie verkehrt sind meine 383. Ah wann werd' ich Wege! wie verderbt ist doch mein Sinn, der ich zu dem Guten träge, Gott, mein Vater, völlig frei, aber schnell zum Bösen bin. Du daß ich ganz sie überwinde, ganz nur fannst mich von den Ketten dir wohlgefällig sei? Noch nicht, und vom Tod der Sünde retten. ich gesteh's mit 3ähren, kann ich 3. Hilf mir durch den Geist ihrer mich erwehren; sie verder Gnaden von der angestamm- sucht mich wider dich, und noch ten Not, und den tiefen Seelen- oft besiegt sie mich. schaden heile, Herr, durch deinen Tod! Was dein Reich nicht kann ererben, laß in deinem Tod ersterben. 4. Denn hier unten von der Erden kam mir keine Hülfe mehr; follt' ich frei und lebend werden, mußt's geschehn von oben her; nur dein Geist kann mich erneuen und mir Lebenskraft verleihen. 2. In der Andacht sel'gen Stunden, wenn ich, Herr, dein Wort gehört, hab' ich oft das Glück empfunden, das die Frömmigkeit gewährt. Nichts wünscht' ich alsdann hienieden mir so sehr, als innern Frieden, als ein Leben, dir geweiht, in des Glaubens Seligkeit. 3. Mit beruhigtem Gewissen 5. Schaffe, Herr, ein reines der Erlösung mich zu freun, treu Herze, einen neuen Geist in mir, den heiligsten Entschlüssen, folgdaß ich nun nicht länger scherze sam deinem Wort zu sein, meimit der fündlichen Begier. Hilf nes Glaubens Frucht zu zeigen, mir selber mutig kämpfen und in der Heiligung zu steigen, ach die Macht des Feindes dämpfen. du weißt, wie immerdar dieser Wunsch im Herzen war. 6. Laß durch Wachen, Beten, Ringen stark mich werden, Fleisch und Blut in des Geistes Joch zu zwingen, bis der Feind doch endlich ruht, reize mich durch jene Krone, daß ich meiner niemals schone! zerstöret und der heiße Eifer kalt, 4. Doch die Sehnsucht wird wenn sich Leidenschaft empöret und die Lust im Herzen wallt. Beichtlich bin ich zu verleiten durch den Reiz der Eitelkeiten, der mich 205 Von der Buße. überall umringt und mein kraft deiner Angst und Schmerzen; schwaches Herz bezwingt. nimm meiner dich beim Vater an, der du für mich genug gethan: so werd' ich los der Sündenlast. Mein Glaube faßt, was du mir zugesaget hast. 5. Weh mir, daß ich deinen Willen, den ich doch so lieb gewann, nicht mit Freudigkeit erfüllen, nicht beständig halten kann! Ach wer wird mich von dem Bösen, von der Sünde ganz erlösen? O ich Armer, wer befreit mich vom Dienst der Sinnlichkeit? 6. Doch du läsfest Heil versprechen unsrer fündigen Natur, tilgst durch Christum ihr Gebrechen, zeigt sich wahre Reue nur. Ohne diese Hoffnung würde allzuschwer mir meine Bürde, und ich könnte niemals dein, o du höchstes Gut, mich freun. 3. Verleih mir aus Barmherzigfeit des Glaubens Kraft und Stärke, auf daß ich deine Freundlichkeit im Geiste fühl und merke; vor allen Dingen liebe dich und meinen Nächsten gleich als mich. Hilf mir in meiner Letzten Not, mein Herr und Gott! der du für mich besiegt den Tod. 4. Preis sei Gott auf dem höchsten Thron, dem Vater, reich an Güte, und Jesu Christo, seinem Sohn, der gnädig uns behüte, und seinem werten heil'gen Geiſt, der uns den Weg zum Himmel 7. Laß mich merken, wo ich wante, daß ich strebe, fest zu stehn, und mich stärke der Gedanke, meinem Heiland nachzugehn. Führe, Gott, mich täglich weist! So singet alle Christenweiter, und dein Geist sei mein heit hier, in der Zeit, und dort Begleiter, bis ich in der Ewig- in sel'ger Ewigkeit. feit dringe zur Vollkommenheit. In eigener Melodie. In eigener Melodie. 384. ein zu dir, Herr 385. An dir allein, an Jesu Christ, steht dir hab' ich gesündigt und übel oft vor dir gethan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an. freudig mein Vertrauen. Ich weiß, daß du mein Heiland bist; auf wen sollt' ich sonst bauen? Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden ist kein Mensch geborn, der aus der Not mir Seufzen nicht verborgen, helfen kann; dich ruf' ich an, von dir nur kann ich Hülf' empfahn. 2. Herr, meine Schuld ist übergroß und reuet mich von Herzen; erbarme dich und sprich mich los 2. Dir ist mein Flehn, mein und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang' verbirgst du dich vor mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir 206 Von der Buße. nicht nach meiner Schuld. Ich| ob du nicht wollest streben nach suche dich, laß mich dein Antlik reiner Seelen Zier. Entsage nun finden, du Gott der Langmut der Welt. Er will dir Heilung und Geduld. schenken, dein Herz und Sinnen lenken auf das, was ihm gefällt. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade trösten, Gott, Vater der Barmherzigkeit. schente mir den Frieden der Erlösten; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre mich dein heilig Recht; laß stets mich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. Sünden drückt mich mit herber 4. Ja, Herr, die Laft der Pein. Wie soll ich Ruhe finden, als nur durch dich allein! Mir flagt von meinen Thaten, kann droht, was ich verdient! Verdas allein mir raten, daß mich dein Sohn verfühnt. 5. Mit diesem starken Glauben tret' ich vor deinen Thron; 6. Herr, eile du, mein Schuß, du wirst mich nicht berauben mir beizustehen, und leite mich des Heils in deinem Sohn. Ein auf ebner Bahn. Er hört mein flehend Angesicht, ein Herz, in Schrein, der Herr erhört mein Reu' gebrochen, das dir sich neu Flehen und nimmt sich meiner versprochen, verachtest du ja nicht. Seele an. 6. So sei in deinem Namen gesegnet dieser Tag! Sprich auf mein Bitten Amen, daß ich Mel. Aus meines Herzens 2c. 386. Auf, auf, an diesem mich trösten mag! Laß deinen Morgen schwing guten Geist das Herz mit Glaudich, mein Herz, empor! Um ben schmücken, mit Freuden es für dein Heil zu sorgen, tritt erquicken, das jetzt in Thränen an das Licht hervor! Wohl ist fleußt. es endlich Zeit, den Abgrund zu verlassen, die Finsternis zu hassen, die dir Verderben dräut. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 2. Dies ist ein Tag der Reue, bekenne deine Schuld mit Thrä- 387. Aus einem tief vor nen, komm und schreie zu Gott dir um Gnad' und Huld. Wie zen ruf' ich zu dir in meinen lange schliefst du doch! Wach Sündenschmerzen. O mache mich, auf und treib von hinnen die Gott, meines Kummers ledig Nacht aus deinen Sinnen, jetzt und ſei mir gnädig. heißt es heute noch. 2. Beschämt erkenn' und fühl' 3. Noch läßt der Herr dich ich meine Sünden. Laß, Vater, leben und trägt Geduld mit dir, mich Erbarmung vor dir finden. Von der Buße. Willst du auf Schuld und übertretung sehen, wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben. Du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; uns soll die Größe deiner Liebe lehren, dich treu zu ehren. 207 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen. Auf dich verlassen will ich mich, auf dich mein Herz soll trauen. Was mir verheißt dein wertes Wort, das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4. Verzeihe mir in Christo meine Fehle; dein harrt im Glauben meine müde Seele! Laß Trost und Ruh, um des Versöhners willen, mein Herz erfüllen. 4. Und ob es währt bis an die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So ist des rechten Christen Art, der aus dem Geist geboren ward und seines Glaubens lebet. 5. Vom Abend an bis zu dem frühen Morgen hoff' ich auf dich, o stille meine Sorgen! Du schenkest ja Beladenen und Müden gern deinen Frieden. 5. Ob bei uns ist der Sünde viel, bei Gott ist viel mehr Gnade. Sein' Macht zu helfen 6. Ja, hoffe nur, mein Herz, hat kein Ziel, wie groß auch sei auf Gottes Gnade! sie ist viel der Schade. Er ist allein der größer, als dein Seelenschade, gute Hirt, der einst sein Volk und endlich wird sie dich von erlösen wird von allen Sünden. allem Bösen gewiß erlösen. Amen. Mel. Die Tugend wird 2c. In eigener Melodie. 388. Aus tiefer Not ruf' 389. Chrift, prüfe dich an ich zu dir, Herr jedem Tage mit Gott! erhör mein Flehen! nicht Ernst vor Gottes Angesicht! ins Gericht wirst du mit mir, der Gnade suchet, gehen. Denn wolltest du das sehen an, was Sünd' und Unrecht ist gethan, wer könnte vor dir bleiben! Hör, was der innre Richter sage, verachte seine Warnung nicht! Prüfst du dich streng, so wirst du finden, wie viel noch deiner Tugend fehlt, daß du noch 2. Bei dir gilt nichts, denn oft den Weg der Sünden und Gnad' und Gunst, die Sünde nicht den Weg des Heils erwählt. 2. So lernest du dein Herz zu vergeben. Es ist all unser Thun umsonst auch in dem bewahren; dies Herz, das dich besten Leben; vor dir sich nie- so oft betrügt. Nun schaut dein mand rühmen kann, es muß Auge die Gefahren, die nur ein dich fürchten jedermann und harter Kampf besiegt. Für jeden deiner Gnade leben. Tag, der dir verliehen, ruft Gott 208 Von der Buße. dich einft zur Rechenschaft. Laß noch sieht mein Blick auf die nicht die Gnadenzeit entfliehen breite Bahn zurück. und beßre dich durch Gottes Kraft. 3. Als zuerst ich voll Entzücken, 3. An jedem Abend, jedem Bater, dich im Sohne fand und Morgen bedenke, was dir Gott mit andachtsvollen Blicken deinem gebeut; vergiß nicht über eitlen Throne nahe stand, wie war da Sorgen das Trachten nach der der Reiz der Sünden mir so Seligkeit! Einst würdest du zu leicht zu überwinden, wenn ich spät beklagen, wenn du die War- dachte, wie du liebst, der du so nung nicht gehört, daß dir von die Schuld vergiebst. allen Erdentagen kein einziger zurücke kehrt. 4. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! 4. Drum prüfe heute noch dein Alles Eitlen war ich müde und Leben, denn noch ist diese Stunde verschmähte niedre Luft. Um nur dein; wird dich des Todes Nacht umgeben, dann ist nicht Zeit mehr, zu bereun. Ihn, dessen Augen alles prüfen, ihn täuscht der Trug mehr, als alles wert. des Heuchlers nicht; er schauet in des Herzens Tiefen und bringt einst alles an das Licht. deine Huld zu haben, mißt' ich gern des Glückes Gaben, und ein Herz, das dich verehrt, war mir Stunden, reich an himmlischem 5. Doch der Andacht heil'ge Gewinn, ach wohin sind sie ge= schwunden, wo die sel'ge Ruhe hin? Wenn ich jetzt auch im Gebete hin vor Gottes Antlik trete, wird des Herzens Innigkeit durch der Welt Geräusch zerstreut. Mel. Alle Menschen 2c. 390. D", u, der Herz und Wandel kennet, Ewiger, erforsche mich! Ach ich war von dir getrennet, aber du sehen, denen Beten Thorheit 6. Wenn die spöttisch auf mich erbarmtest dich. Du vernahmst deucht, wenn sie mein Vertrauen mein Flehn und Sehnen, sahst schmähen, wird es bald aus mir auf meiner Reue Thränen; da verscheucht. Macht die Menge der bergabft du mir die Schuld, Verächter meinen Glauben zum nahmst mich auf mit Baterhuld. Gelächter: so vergess' ich leicht der Pflicht und bekenne Christum nicht. 2. Forsche selbst in meinem Herzen, sieh, es fehlt und wanfet noch, fühlt noch unter Sorg' und Schmerzen oft der Sünde gen vor der Wahrheit Feinden 7. Und doch bebten Christi Zeuschweres Joch. Strauchelnd, un- nie, seine Lehre zu verschweigen, gewiß und träge wandl' ich auf zwangen keine Schrecken sie. Auf dem schmalen Wege und zu oft des Martertodes Wegen gin Von der Buße. 209 gen sie dem Lohn entgegen, durf-| Willen widerstrebt, so hilf mir ten froh im Geiste sehn Christum redlich kämpfen und stärke meiGott zur Rechten stehn. nen schwachen Mut, daß ich der Leidenschaften Glut durch dich, Herr, möge dämpfen. 4. Ich bin ein Mensch; du kennest mich, wie schwach sind meine Kräfte! doch meine Seele hofft auf dich beim Heiligungsgeschäfte. Du wirst mir gnädig Kraft verleihn, mein Herz je mehr und mehr erneun, vor dir gerecht zu leben. Dafür will ich, dein Eigentum, o Vater, deines Namens Ruhm in Ewigkeit er= heben. 8. Der du sie mit Kraft von oben so zum Kampfe stark gemacht und in jene Welt erhoben, wo ihr Lauf nun ist vollbracht, hilf auch mir den Spott bezwingen, um zum Siege durchzudringen! Bater, bis ans Ende sei dir mein ganzes Herz getreu. Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. 391. rbarm dich, Herr! schwach ist mein Herz, geneigt zu Eitelkeiten, läßt bald durch Freude, bald durch Mel. Herzlich lieb hab' ich zc. Schmerz sich auf den Irrweg 392. Gott, der du unsre Zuflucht bist! Herr, leiten. Gleich einem Rohr, vom Wind bewegt, wankt, durch der Lüste Reiz erregt, auch oftmals meine Seele. Wann komm' ich zu der wahren Ruh', daß ich stets sichre Tritte thu' und nur das Gute wähle? unser Mittler, Jesu Christ! Geist Gottes, Geist der Gnaden! o Heiliger! wir flehn zu dir, dein Gnadenantlik suchen wir mühselig und beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott 2. O laß mein Herz nicht fer- der Langmut und Geduld! ernerhin in seiner Neigung wan- höre gnädig unser Flehn, daß fen. Erhebe den verirrten Sinn der Versöhnung Heil wir sehn. zu himmlischen Gedanken. Wenn Herr, unser Gott! verbirg uns deines guten Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft, so wird es mir gelingen. Ich will 2. Wir haben unsern Bund mich deinem Dienste weihn, gieb entweiht, gebrochen unsern teuren du von oben mir Gedeihn, von Eid und deinen Weg verlassen. dir kommt das Vollbringen. Doch reuig kehren wir zurück; o 3. Und wenn ich auf der Tu- richt auf uns der Gnade Blick, gend Bahn auch oft noch glei- zu der wir Hoffnung fassen. Sie tend walle, so nimm dich mei- leit' uns auf den ebnen Pfad, ner Schwachheit an und hilf, daß den uns dein Wort bezeichnet hat, ich nicht falle. Wenn sich die daß nie Versuchung oder Wahn Lust in mir erhebt, die deinem der Sünd' uns mache unterthan. 14 nicht dein Angesicht und geh mit uns nicht ins Gericht. 210 Von der Buße. Herr, unser Gott, groß von Ge- Leid der Pilgerzeit führ uns zu duld! vor aller Schuld behüt' deiner Herrlichkeit. uns deine Baterhuld. 3. Schüß uns vor Irrtum Mel. Bion klagt mit Angst zc. und Gefahr; erhalte deiner from 393. Gott, ich will mich ich lauter bin vor dir. Du kennst ernstlich prüfen, ob meines Herzens Tiefen, ach entdecke sie auch mir. Laß durch deinen Geist mich sehn, ob ich kann vor dir bestehn, ob ich auch aus reiner Liebe deinen Willen treulich übe. men Schar der Glaubenseintracht Segen. Uns leite, Gott, dein guter Geist, wie uns bein teures Wort verheißt, auf allen unsern Wegen. Laß auch in Lehr' und Wandel rein die Diener deines Wortes sein und gieb an deiner Wahrheit Heil auch Irrenden und Zweiflern Teil. Herr, unser 2. Vor der schwachen Menschen Gott! breit aus dein Wort an Augen g'nüget äußrer Werke jedem Ort und laß es wachsen Schein. Was vor dir, o Herr, fort und fort. soll taugen, muß aus dir ge= 4. Dein Segen komm' auf boren sein. Nicht nur das, was unser Land, daß wir, beschirmt wir gethan, auch die Absicht von deiner Hand, des Friedens siehst du an. Deine Liebe muß Glück genießen. Wend ab von uns durch deine Hut der Fluten und der Flammen Wut, des Krieges Blutvergießen. Noch lange sei der Vaterblick des Königs seiner Völker Glück, o schütt auf ihn und auf sein Haus die Fülle deines Segens aus! Herr, unser Gott! schüß unser Land mit starter Hand, beglück und segne jeden Stand. uns dringen, gute Werke zu vollbringen. 3. Ach! dem Leben gleich verschwinden meine guten Thaten mir! denn forsch' ich nach ihren Gründen, so steh' ich beschämt vor dir. Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; nichtig ist, was ich vollbrachte, ohne daß ich dein gedachte. 5. Vernimm der Leidenden Gebet, und wer zu dir im Glauben fleht, dem hilf aus seinen Nöten! Gieb Kranken Vinderung und Ruh; die Sterbenden erlöse du, erhör ihr letztes Beten. Mach alle Unterdrückten frei; steh Witwen, Herr, und Waisen bei; vernichte der Verfolger Rat und wehre jeder bösen That. Herr, unser Gott, durch Freud' und 4. Oft nahm schnöde Eigenliebe meine ganze Seele ein; folgend meiner Ehrsucht Triebe streb' ich nur nach eitlem Schein. Und was ist nun mein Gewinn? meinen Lohn hab' ich dahin; auf die Krone jenes Lebens harren Mietlinge vergebens. 5. Herr, vor deinem heil'gen Throne gilt nur lautre Frömmigteit. Ach, vergieb in deinem Sohne, Von der Buße. 211 Thränen folgen nach. was mein Herz so tief bereut!| die Gewalt der Sünde, zu späte Ich bekenne meine Schuld, decke sie mit deiner Huld; alles Eigne, Herr, zerstöre, daß ich ganz dir angehöre. 4. Wer löst mich von den Sklavenketten, wer schafft in meinem Innern Ruh? Nur du, Erlöser, kannst mich retten, ich eile deiner Gnade zu. Mit dir, du Gottes Sohn, verbunden, ist nichts verdammlich mehr mir! Ich wandl' im Geist und 6. Ja laß alle meine Werke Früchte deiner Liebe sein! Sie verleih' mir Kraft und Stärke, Seel' und Leben dir zu weihn; daß ich als dein Eigentum treulich fördre deinen Ruhm und, kann gesunden, lebst du in mir von deiner Huld getrieben, dich und ich in dir. auf ewig möge lieben. an Mel. Schmücke dich 2c. 395. err, du wollest meiner schonen, nicht nach meinen Werken lohnen! Wer vermag wohl zu bestehen, wenn du ins Gericht willst gehen? Keiner, keiner ist zu finden rein vor dir und frei von Sünden; alle müssen flehend sprechen: Herr, du wollst die Schuld nicht rächen! 2. Sündlich bin ich ja geboren, habe, Herr, dein Bild verloren; wo ist Rettung nun zu finden aus dem schnöden Joch der Sünden? Sieh mich hier zu deinen Füßen Zähren bittrer Reu' vergießen; Heil und Hülfe kommt mir Armen nur aus göttlichem Erbarmen. Mel. Die Tugend wird durchs ic. 394. Gott, welcher Kampf in meiner Seele, welch steter Widerspruch in mir! Der Geist will, daß ich Gutes wähle, er sehnt sich heiß, o Gott, nach dir. Das Fleisch strebt gegen diesen Willen, es ringt nach Sinnenlust allein; und werd' ich fein Gesetz erfüllen, so wird nicht fern die Sünde sein. 2. Von doppeltem Geset regieret, wie ist mein Wesen rätselhaft! Wenn mich der Wahrheit Strahl berühret, so schmeck' ich Frieden, fühle Kraft; doch wenn des Irrtums dunkle Schatten mir rauben dieses reine Licht, gleich fühl ich mich im Lauf ich will, doch ich vollbringe nicht. ermo 3. Mit Maria Magdalenen dank' ich dir, o Herr, in Thränen; 3. Der beste Vorsatz, den ich will, wie Petrus, heilsam weifasse, verfliegt oft wie ein Traum- nen, mich aufs neu' mit dir vergeficht. Ich thu' das Böse, das einen. Ja die Sünd' ist mir verich hasse, das Gute, das ich liebe, geben, Christus hat geschenkt das nicht. Getrieben wie ein Schiff Leben; ja es schwinden Angst und vom Winde, wenn Maft und Leiden, Christus schenkt mir HimSteuerruder brach, fall' ich in melsfreuden. 14* 212 Litanet. Chor. 396. Herr, Herr Gott! Gemeinde. Erbarme dich. Jefu Chrift! Chor. Gemeinde. Erbarme dich. Chor. Herr, Herr Gott! Gemeinde. Erhör uns. Chor. Herr Gott, Vater im Himmel! Gemeinde. Erbarm dich über uns. Von der Buße. Gemeinde. Erbarm dich über uns. Chor. Herr Gott, heiliger Geist! Gemeinde. Erbarm dich über uns. Chor. Sei uns gnädig. Gemeinde. Verschon uns, Herr, Herr unser Gott! Chor. Sei uns gnädig. Gemeinde. Hilf uns, Herr, Herr unser Gott. Chor. Vor allen Sünden, Vor allem Irrtum. Vor allem übel: Chor. Chor. Vor Satans Trug und List, Herr Gott, Sohn, der Welt Hei- Bor ew'ger Höllenpein: Vor bösem, schnellen Tod, land! Gemeinde. Behüt uns, Herr, Herr unser Gott! Chor. Vor Pest und teurer Zeit, Vor Feu'r und Wassersnot, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Krieg und Feindes Wut: Gemeinde. Behüt uns, Herr, Herr unser Gott! Gemeinde. Behüt uns, Herr, Herr unser Gott! Chor. Durch Christi heil'ge Zukunft in das Fleisch, Durch sein unschuldig Leben und Verdienst, Durch seinen letzten Kampf und Kreuzestod, Durch sein Erstehn und seine Himmelfahrt! Gemeinde. Hilf uns, Herr, Herr unser Gott! Von der Buße. Chor. Wir arme Sünder bitten: Chor. Christi heilige Kirche schützen und regieren, Gemeinde. Chor. Du wollest uns erhören, Herr, Wachstum und Gedeihen wollest Herr unser Gott! du der Frucht des Feldes geben, Treue Knechte stets in deine Ernte senden, Christi Reich in aller Welt verbreiten, Deines Geistes Kraft zum Worte geben, Alle Diener deiner Kirch' in Lehr' und Leben rein erhalten. Aller Ärgernis und Spaltung wehren, Alle Abgefallnen und Verführten wiederbringen, Alle Schwachen und Verzagten stärken. Gemeinde. Erhör uns, Herr, Herr unser Gott! Gemeinde. Erhör uns, Herr, Herr unser Gott! 213 Alles ehrliche Gewerbe fördern, Allen in der Not mit Hülf' erscheinen, Alle Schwangren und Gebärenden bewahren, Alle Kranken pflegen und erquicken, Alle Witwen und Verwaisten schützen und versorgen, Die ohn' ihre Schuld Gefangnen bald erlösen, Unsern Feinden gnädiglich verzeihn und sie bekehren, Allen Sterbenden ein selig Ende geben, Aller Menschen dich erbarmen. Gemeinde. Erhör uns, Herr, Herr unser Gott! Chor. O Jesu Christe, Gottes Sohn! Gemeinde. Chor. Allen christlichen Regenten wollst Erbarm dich über uns. du Fried' und Eintracht geben, Unsern König leiten und samt seinem Hause schirmen, Allen Obrigkeiten Kraft und Weisheit schenken, Unsere Gemeinden segnen und behüten, In den Ehen Fried' und Treu' verleihen, In den Schulen fromme Lehr' und Zucht erhalten. Chor. du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt! Gemeinde. Erbarm dich über uns. Chor. du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt! Gemeinde. Erbarm dich über uns. 214 Chor. O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt! Gemeinde. Gieb deinen Frieden uns. Chor. Jesu Chrift! Gemeinde. Erhöre uns. Chor. Herr, Herr Gott! Gemeinde. Von der Buße. Erbarme dich. Chor. Gemeinde. Christe! Erbarme dich. Chor und Gemeinde. Herr, Herr Gott! Erbarme dich. Amen. 397. In eigener Melodie. err, ich habe mißgehandelt und mich drückt der Sünden Last; ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget haft; jetzt möcht' ich vor deinem Schrecken gern die bange Seele decken. nennen. darf mich nicht dein Kind mehr Ach nimm mich zu Gnaden an, richte nicht der Sünden Menge, Herr, nach des Gesetzes Strenge. 4. Siehe, wie mein Auge thränet über meine Sündenschuld; siehe, wie mein Herz sich sehnet, Gott, nach deiner Vaterhuld. Willst du nicht mein Flehn erhören und mir Gnad' und Trost gewähren? 5. Ja ich hoffe; hingegeben hat sich Christus in den Tod, mir zur Rettung und zum Leben, hat mich dir bersöhnt, o Gott! feines Heils darf ich mich trösten mit den Scharen der Erlösten. 3. Drum muß ich es nur bekennen: Herr, ich habe mißgethan, 6. Laß nun deinen Geist mich leiten, stets zu thun, was dir ten mit der Sünde, mit der Welt; gefällt; laß mich unermüdet streinimmer laß mich wieder wanten, so will ich dir ewig danken. In eigener Melodie. 398. err Jesu Chrift, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden! ich komme mit gebeugtem Mut, mühselig und beladen; denn meiner Sünden großes Heer und beugt mich tief darnieder. belastet mein Gewissen schwer 2. Aber wohin sollt' ich fliehen? Du wirst allenthalben sein. Wollt ich über Meere ziehen, Not, nimm sie von meinem 2. Erbarm dich mein in solcher stieg' ich in die Gruft hinein, Herzen, du hast sie ja durch hätt' ich Flügel gleich den deinen Tod gebüßt mit bittern Winden: dennoch würdest du Schmerzen. Hilf, daß ich nicht mich finden. Sünden untergeh', noch ewiglich vor Angst und Weh in meinen verzage. Von der Buße. 215 3. Fürwahr, gleich einem| männlicher Held, ein Sieger im schweren Stein drückt mich die Kampf mit dem Fleisch und der Last der Sünden; wer rettet Welt! mich aus dieser Pein, wo soll 2. Noch will Feind mit ich Ruhe finden? Bei dir, mein Feind verbunden meiner Seele Heiland, nur bei dir! Verloren Sieger sein; ist ein Anfall wär' ich dort und hier, wenn überwunden, bald stellt sich ein ich dein Wort nicht hätte! andrer ein. Stets wissen fie 4. Doch durch dies teure Wort dahin die Waffen zu kehren, wo erwacht mein Herz zu neuem ich noch am schwächsten bin, Leben, Erquichung hat es mir ihnen zu wehren; und wähnt' gebracht, ich darf nicht trostlos ich, ich wäre dem einen entflohn, beben, denn Gnad' und Selig- so war ich verwundet vom ankeit verheißt dein Wort, wenn deren schon. mit zerknirschtem Geist ich, Herr, zu dir mich wende. 5. So fleh' ich denn zu deiner Huld: laß mich Vergebung finden; du wollest von der Sündenschuld aus Gnaden mich entbinden, auf daß ich, aller Unruh frei, mit Gott versöhnt und selig sei und dir zu Ehren lebe. 6. Herr, der du mir dies Heil verleihst, durch den ich Trost gefunden, stärk mich mit deinem Freudengeist auch in den letzten Stunden und nimm mich dann, wenn dir's gefällt, im Glauben selig, von der Welt zu deinen Auserwählten. Mel. Eins if not, ach Herr 20. err, wie mancherlei 399. 3. Muß sich denn mein Herz nicht scheuen, so zum Gnadenstuhl zu gehn, da des innern Richters Dräuen mich nicht mehr läßt findlich flehn? Ich beb', ich erröte; doch, weil ich nicht siege, ist's anders denn möglich, als daß ich erliege? Ich fürchte den Ausgang, der Kampf ist zu schwer; ich Armer, ich hoffe auf Rettung nicht mehr. 4. Doch zur Welt kann ich nicht treten, sie gewährt mir keine Ruh. Drum, o Gott, mit bangem Beten sag' ich neuen Ernst dir zu. Ich spüre ja deine verborgenen Triebe; mich ziehet erbarmend die ewige Liebe; ich wag' es von neuem, zum Vater zu gehn, aufs neue um Gnad' zu du stets an mir noch sehn! 5. Herr, wie tief muß ich mich Täglich hörst du mein Ver- beugen, daß du mich noch immer sprechen, täglich stehst du mein liebst! O ich kann vor Scham Vergehn! Ach daß ich doch erst nur schweigen, daß du mir so unerschütterlich stände, nicht mehr viel vergiebst! Ich kann aus den das ermattende Wanken empfände! Augen dies nimmermehr setzen, Ach würd' ich im Glauben ein ich will dich durch Sünde nicht 216 Von der wieder verletzen. O göttliche Liebe, besige mein Herz! Dich je zu betrüben, nur dies sei mein Schmerz. 6. Dein, o Vater, stets zu bleiben, darauf ist mein Sinn gestellt. Möge nur dein Geist mich treiben, daß ich thu', was dir gefällt. Ach gründe, befestige, Mel. 3ion klagt mit Angst zc. stärke, vollende mich unter dem 401. Höchſter, denk' ich an zum die Treue, Gieb du mir aus göttlicher Fülle mir bisher erzeigt, o dann fühlt du die Kraft, die endlich die Krone von Scham und Reue sich mein des Sieges mir schafft. Herz vor dir gebeugt. Dich, der du mich stets geliebt, hab' ich oft und schwer betrübt; oft folgt' ich dem eignen Willen, statt den deinen zu erfüllen. ist, o Herr, dein Eigentum, und 2. Alle Kraft, die ich besitze, du willst, daß ich sie nüße mir Doch bethört von Eitelkeit hab' zum Heil und dir zum Ruhm. ich oftmals sie entweiht und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich leicht mich willig finden. Mel. Herr Gott, dich loben alle zc. 400. Hier bin ich, Herr, du rufest mir; du ziehest mich, ich folge dir, be trete freudig deine Bahn; ach Heiland, nimm mich gnädig an! 2. Ich fühl' es tief: ich komme spät, lang' hab' ich deinen Ruf verschmäht, und doch trugst du mich mit Geduld und gingst mir nach mit Gnad' und Huld. Buße. gebracht; wie selig hast du mich 6. Dein Ruf hat mich zu dir gemacht! Und nun erhalte deine Hand mich auch in meinem Gnadenstand! 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu; von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Was mir fehlte, gabst du mir; aber ach, wie 4. Noch bin ich wie auf wil- dankt' ich dir? Deiner hab' ich dem Meer, zu oft nur braust oft vergessen, deine Liebe nicht ein Sturm daher; leicht stürzt ermessen. mich schnöder Lüfte Macht tief in des Abgrunds finstre Nacht. Fehler zog dein göttlich Wort 4. Meine mir verborgnen 5. O reiche deine Hand mir ans Licht; warnend mahnt' es dar, daß ich entrinne der Gefahr! meine Seele an das End' und Du weißt, o Herr, wie schwach ich bin; hältst du mich nicht, so fink' ich hin. das Gericht. Doch umsonst war dein Bemühn, mich durch Ernst zu I dir zu ziehn; ja selbst deiner Güte 3. Nun aber säum' ich länger nicht, zu suchen, Herr, dein Angesicht. Ich komm', erfüllt von wahrer Reu, hilf, daß ich auch beständig sei. Von der Buße. Zeichen konnten nicht mein Herz erweichen. 5. Jetzt erkenn' ich meine Sünden, beuge mich, o Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden, neige Herr, dein Ohr zu mir! Ach vergieb, was ich gethan, nimm mich aus Erbarmen an, führe mich vom Sündenpfade auf den sel'gen Weg der Gnade! 217 erscheinen, dem du Licht und Recht gebracht. 3. Kann ich wohl durch eigne Stärke Lichteswerke in der Finsternis vollziehn? Kann ich Liebe selber üben, Demut lieben und die dunklen Wege fliehn? 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn! Gieb, daß mir's an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu sein! Rüste mich zum ernsten Streit, schenke mir Beharrlichteit, daß ich mög' ans Ziel ge= langen und das Kleinod dort empfangen. 6. Ja, du siehest meine Reue, siehst mein gläubiges Vertraun, o 5. Daß sich länger nicht die so laß mich denn aufs neue, Herr, Seele in mir quäle, zünde du dein freundlich Antlitz schaun! dein Feuer an! Laß mich finstern Was dein Sohn am Kreuz er- Sohn der Erden helle werden, warb, als er für die Sünder daß ich Gutes wirken kann. starb: Frieden, Heil und ew'ges Leben wollst du mir aus Gnaden geben. 4. Möcht' ich wie das Rund der Erden lichte werden! Seelensonne, geh mir auf, mir, der kalt sich fühlt und trübe! Jesu Liebe, fomm, beschleunige den Lauf! In eigener Melodie. 402. üter, wird die Nacht 6. Eignes Licht kann wahres Leben mir nicht geben; Jesus muß die Sonne sein! Auf mein Herz muß Jesus blicken, es erquicken mit dem wahren Himmelsschein. 7. Nur daß keiner möge säumen, wegzuräumen, was sein Angesicht verhüllt. Und soll Jeſu Licht den Seinen heller scheinen, sei das Auge rein und mild. 8. Drum weil hierzu blöde Augen doch nicht taugen, rühre du sie, Heiland, an. Denn das ist die größte Plage, daß am der Sünden nicht Tage ich das Licht nicht sehen verschwinden? Ist nicht diese kann. Nacht bald hin? Wird das Dunkel vor den Sinnen nicht zerrinnen, womit ich umhüllet bin? 2. Wir sind ja der Nacht entnommen, ich weile noch in Nacht! Darum daß du mein erbarmest dich, daß wollst du mir, dem Deinen, auch du mich Sünder noch verschonst Mel. Erbarm dich mein c. 403.ch Staub vom Staube, wer 218 Von der Buße. und mir nicht nach Verdienste dich zu sich rief. Sink in den Lohnst. Zum Glauben und zum Staub vor ihm hinab, der in Thun zu schwach, geb' ich gar dem Sohn dir alles gab. leicht der Sünde nach, und oft entsinkt mir Kraft und Mut im schweren Kampf mit Fleisch und Blut. 6. Ja du erbarmst, Versöhnter, dich in dem Versöhner über mich! Vom Leibe dieses Tod's befreit, schau ich einst deine Herr2. Wie schnell ist von der lichkeit. Ob Angst des Todes in rechten Bahn zum Irrweg oft mir bebt, sterb' ich doch dem, der der Schritt gethan! Mein gan- ewig lebt. Verdammt mich auch zes Herz, o Gott, erschrict, wenn noch oft mein Herz, ist größer es in diesen Abgrund blickt; Gott doch, als mein Herz. wie bald folgt neue Missethat der Schuld, die Gott verziehen hat. Herr! Herr! mein ganzes Mel. Es ist gewißlich 2c. Herz erschricht vor dieser Tief, 404. Ich will von meiner es mich zu 3. Vertreib, o Gott, des Irr- dem Herrn bekehren, du wolleft tums Nacht, entreiße mich der ſelbst mir Hülf und Rat, o Sünde Macht! Wie glänzet dei- treuer Gott, bescheren und deiner Streiter Schar, die einst im nes guten Geistes Kraft, der Kampfe standhaft war und die neue Herzen in uns schafft, aus nun, weil sie überwand, den Gnaden mir gewähren. Lohn empfing aus deiner Hand. Sie ist gefrönt, ich bin im Streit, o gieb auch mir Beständigkeit! tur ja nicht sein Elend selbst 2. Der Mensch kann von Naempfinden; entbehrt er deines Geistes Licht, so bleibt er tot in Sünden; verkehrt ist Wille und Verstand, er tann, wie viel er sonst erkannt, sich doch nicht selbst ergründen. 4. Schmal ist der Weg zu deinen Höhn und wenige sind, die ihn gehn. Die Pfort' ist eng, und der nur dringt durch sie zu Gott, der mutig ringt. Ich komme vor dein Angesicht und fleh' an und führe mir zu Sinnen, 3. Aus Gnaden klopfe bei mir um deiner Gnade Bicht. O laß, was Böses ich vor dir gethan, mein Vater, laß mich dein im so kann mein Heil beginnen; so Leben und im Tode sein! wird erweicht mein hartes Herz, 5. Der mir in Christo alles ich bin zerknirscht in Reu' und gab, mit Gnade blick auf mich Schmerz, und heiße Thränen herab, auf mich, der Sünde schnel- rinnen. len Raub, den Himmelserben und den Staub. Sink tief, o Seele, gewandt den Reichtum deiner 4. Wie hast du doch auf mich nieder, tief, vor dem, der stets Gnaden, den rechten Arzt hast Von der Buße. du gesandt für meiner Seele Schaden; du hast in dieser Gnadenzeit mich bald durch Freude, bald durch Leid zu seinem Heil geladen. 5. Bisher, wenn deine Stimme rief, hab ich sie überhöret, ich lag in Sicherheit und schlief, von Erdenluft bethöret. So hätt' ich durch gehäufte Schuld beinah ermüdet deine Huld, mein ew'= ges Heil zerstöret. 219 Reu' und Schmerz erkennen ihren Schaden. 6. Doch endlich aus dem Schlaf erwacht, will mir das Herz zer springen, ich sehe des Gesetzes Macht und Schrecken auf mich dringen; des Todes und der Hölle Reich regt sich, sie wollen mich zugleich schier zum Verzagen bringen. 2. Es heißt: Er nimmt die Sünder an! Drum komm zu dem, der helfen kann, such Ruh' in seinen Armen! Komm weinend, komm in wahrer Buß' und fall im Glauben ihm zu Fuß, er wird sich dein erbarmen! 3. Verlässet wohl ein treuer Hirt sein Schäflein, wenn es sich verirrt? Er sucht es mit Verlangen; er läßt die andern alle stehn, dem einen sorglich nachzugehn, das eine zu umfangen. 4. So sucht der Heiland, Jesus Christ, die Seele, die verloren, ist, bis daß er sie gefunden. Ach laß dich finden, wenn er lockt, o Sünder, bleibe nicht verstockt, noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb' ist 7. Nimm du, Herr Jesu, mich in Schuß, ich flieh' zu deinen Wunden, so biet' ich Tod und Hölle Truß, ich hab' Erlösung funden. Damit ich möchte selig groß! Mühselig komm' ich, arm sein, hast du der Sünde Kraft und bloß, ach laß mich Gnade und Pein am Kreuzesstamm em- finden! Verloren war ich und pfunden. verirrt; Herr, nimm mich auf, du treuer Hirt, und tilge meine Sünden. 8. So will ich denn mein Lebenlang mit Ernst die Sünde mei6. Dem Bösen will ich sterden; dies, mein Erlöser, sei der Dank für deine Lieb' und Leiden. ben ab und aus der Sünde fin= Steh du mit deinem Geist mir sterm Grab erstehn zum neuen bei, erhalte deinem Dienst mich Leben. Ich will in wahrer Heiligtreu, laß mich einst selig scheiden. teit dir dienen noch die kurze Zeit, die mir zum Heil gegeben. Mel. Kommt her zu mir 2c. hr armen Sünder, 405. In eigener Melodie. tommt zu Hauf, zu Jesu lentet euren Lauf, mühdie Sünder an, selig und beladen! Er öffnet sein erbarmend Herz für alle, die in die unter ihrer Laft der Sünden 406. Mei ein Heiland nimmt 220 Von der Buße. tein Mensch, kein Engel trösten| lich aufgethan! Mein Heiland tann, die nirgend Ruh' und Ret- nimmt die Sünder an. tung finden. In ihrer tiefen Seelennot, wenn das Gesetz Ver- sehn, wie sich's nach allen Sün5. O solltest du sein Herze dammnis droht, wenn sie ver- dern sehnet wenn sie noch in der klaget das Gewissen und sie der Frre gehn, wenn schon ihr Auge Gnade Kraft vermissen, sehn sie vor ihm thränet! Er streckt die die Freistatt aufgethan: mein Hei- Hand nach Zöllnern aus, er land nimmt die Sünder an. scheut nicht ihr verachtet Haus; 2. Sein überschwänglich lie- den reuevollen Magdalenen stillt bend Herz trieb ihn von seinem er so mild die heißen Thränen, Thron zur Erden. Ihn drang der gedenkt nicht, was sie sonst, ge= Sünder Weh und Schmerz, ein than. Mein Heiland nimmt die Tilger ihrer Schuld zu werden; Sünder an! er senkt sich ganz in ihre Not und schmeckt für sie den bittern Tod. Nun, da hat er sein eigen Leben, sie zu verföhnen, hingegeben, und für die Welt genug gethan, so heißt's: er nimmt die Sünder an! 3. Nun nimmt er auf in seinen Schoß die bangen und verzagten Seelen; er spricht sie von dem Urteil los und endet bald ihr ängstlich Quälen; es wird ihr ganzes Sündenheer wie in ein unergründlich Meer durch sein Verdienst hinabgesenket, sein Geist wird ihnen dann geschenket zum Führer auf der Gnadenbahn: mein Heiland nimmt die Sünder an! 4. So bringt er sie dem Vater hin, trägt sie in jeinen treuen Armen, das neiget dann den Vatersinn zu lauter herzlichem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindes Statt und alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben; die Pforte zu dem ew'gen Leben wird ihnen fröhPetrum an, obgleich sein Fall 6. Wie freundlich blickt er ihn tief betrübet. Seht, wie er Feinde lieben kann, da seinen Mördern er vergiebet! Wie huldvoll macht am Kreuz sein Mund dem Schächer Gnad' und Leben kund! Obgleich die Jünger ihn verlassen, eilt er, sie liebend zu umfassen; sie dürfen dem Erstandnen nahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 7. Und dies hat er nicht nur gethan, da man ihn sah auf Erden wallen: noch jetzt nimmt er die Sünder an und läßt sein Gnadenwort erschallen, denn ewig bleibet er sich gleich, an Lieb' und an Erbarmen reich! Wie er war unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 8. So komme mit gebeugtem Geist, wen seine Sünde tief betrübet, zu ihm, der keinen von 221 Von der Buße. sich weist, der reuevolle Sünder| Wer auch das Heute nur verträuliebet! Wie? willst du nicht met, hat leicht die Gnadenzeit verdein Heil verstehn, mutwillig säumet. Ihm wird hernach nicht noch verloren gehn, nachdem der aufgethan! Heut komm! heut Retter dir erschienen? willst du nimmt dich Jesus an. noch jetzt der Sünde dienen? Onein, verlaß die Sünden bahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 12. O zeuch uns alle recht zu dir, holdsel'ger Heiland aller Sünder, erfüll mit himmlischer Begier uns, die von Gott ge= 9. Komm nur mühselig und wichnen Kinder! Zeig uns bei gebückt, komm nur, wie er dich unserm Seelenschmerz dein un= heißet kommen; wenn auch die aussprechlich liebend Herz, und Last dich niederdrückt, du wirst wenn wir unser Elend sehen, doch gnädig angenommen. Sieh, so laß uns ja nicht stille stehen, wie sein Herz dir offen steht bis daß ein jeder sagen kann: und wie er dir entgegengeht! Gottlob! auch mich nimmt Je= Wie hat er dich gelockt mit sus an! Flehen, wie lang' sich nach dir umgesehen! So komm denn, Mel. Jesu, der du meine Seele sc. Sünder, komm heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 10. Sprich nicht: ich sündigte zu schwer, ich bin zu sehr mit Schuld beladen! Für mich ist keine Rettung mehr! Mich nimmt der Herr nicht an zu Gnaden! Wenn du es jetzt nur redlich meinst, nur ernstlich deinen Fall beweinst, so laß die bangen Zweifel schwinden, du wirst vor ihm noch Gnade finden! Er hilft, wenn niemand helfen kann! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 11. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, jetzt muß ich noch der Welt genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnadenpforte schließen! Nein, weil er ruft, so höre du und tritt zum Gnadenstuhl hinzu! du majestätisch We407. O sen, dessen Glanz die Himmel füllt, der du mich hast auserlesen, daß ich sei dein Ebenbild! Wenn ich dich, des Lichtes Quelle, mir im Geist vor Augen stelle: ach wie finster, arm und klein schein' ich dann mir selbst zu sein! 2. Meinem sündigen Gemüte fehlt der ersten Schönheit Spur; lautre Wahrheit, reine Güte sind in mir nicht von Natur; was ich in mir selber finde, ist nur Elend, Tod und Sünde, mein von dir entfernter Sinn neigt sich zum Verderben hin. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist ein Werk von deiner Hand, eine freie Gnadengabe, mir durch Christum zugewandt. Zu dem Heiligungsgeschäfte giebt dein Geist 222 Von der Buße. allein mir Kräfte; nähmest du zu- Kräfte, das Fleisch verhindert flir rück, was dein, ach was würde übrig sein! und für der Heiligung Geschäfte; das Gute, das ich lieben soll, 4. Selbst die Menge deiner wird von mir unterlassen, mein Gaben macht nur meinen Un- Herz ist ganz des Bösen voll, dank kund; denn wie oft hab' ich das ich soll fliehn und haffen. vergraben das mir anvertraute Pfund; oftmals hab' ich es ver- ich an bei so verderbtem Wesen? 4. O treuer Hort, was fang' schwendet, selten treulich ange= Wo find' ich, was mir helfen wendet: o wie häuft sich meine kann? Wie soll ich doch genesen? Schuld durch Verachtung deiner Ach in mir selbst ist keine Straft, Huld! nicht dein Geist, der alles schafft, zur Buße mich zu führen, wo mein schwaches Herz will rühren. 5. Steh du in dieser Not mir 5. Sieh, ich liege hier im Staube tief vor dir, mein Gott, gebeugt; mich erhebet nur mein Glaube, der mir den Erlöser zeigt, durch ihn hoffet bei, du Urquell aller Gnaden! mein Gemüte fest auf deine und mach durch deine Kraft mich Vatergüte; stärke meine Zuver- frei, heil meiner Seele Schaden; sicht, Gott, mein Gott, verwirf gieb mir dein Licht, daß ich mich nicht! durch dich mich selber kann verstehen, durch deine Wahrheit Lehre mich erkennen mein VerMel. Durch Adams Fall 20. 408.3efu, meine Zu- sehen. versicht, mein Hei- 6. Erweiche du mein hartes land und mein Leben, verstoße Herz, daß es vor dir sich beuge, du mich Sünder nicht, für den daß es, erfüllt von Reu' und du dich gegeben; du starbst für Schmerz, zu deinem Recht sich mich den bittren Tod, mir neige; ach mach es durch den Gnade zu erwerben, drum hilf Glauben rein und gieb gerechte mir aus der Sünde Not und Werke; ja kehre du selbst bei mir laß mich nicht verderben. ein, o meiner Seelen Stärke. 2. Es fehlet meinem Geiste Licht, mein Elend einzusehen, und aus mir selber weiß ich nicht den rechten Weg zu gehen; im Herzen regt sich Eitelkeit, Stolz, Weltluft, Eigenliebe, das Glück, das mir die Erde beut, entzündet meine Triebe. 7. Zerstör in mir die Eitelkeit, brich meinen bösen Willen und laß mich, was dein Wort gebeut, durch deinen Geist erfüllen; laß in mir Demut, Mäßigkeit, des Geistes Früchte prangen, erfülle du mich jederzeit mit heiligem Verlangen. 3. Die Macht der Sünde herrscht 8. Du, Bater, bist's, der in in mir und schwächt der Seelel uns schafft das Wollen und Voll Von der Buße. 223 bringen, verleih zur Heiligung| mein schwaches Herz den Strom mir Kraft und laß es mir ge- der Gnade fließen. Ich fleh', ich lingen; laß deinen Frieden auf laß dich nicht, bis deine Segensmir ruhn, gieb Trost, gieb Mut, fraft in mir den Tod besiegt gieb Stärke, dann kann ich dei- und neues Leben schafft. nen Willen thun, dann wirk' ich deine Werke. Gott, du frommer Gott 2c. 409.Jefu, sich darein, und hilf mir Ar men siegen! Mein Herz fühlt nichts als Tod, mein Geist muß unterliegen. Das Wollen hab' ich wohl, doch das Vollbringen nicht, weil es dem matten Geist an aller Kraft gebricht. 2. Die Sünd' hat mich bestrickt, der Tod hat mich gefangen. Wohin ich wende mich, nichts stillet mein Verlangen. VerMel. 6. Du hast es zugesagt, du willst mich gern erquicken, wenn mein verkehrter Sinn sich nur zu dir will schicken; wenn er dir opfert auf, was ihm für Freude galt, daß deine Liebe nur gewinn' in mir Gewalt. 7. So nimm denn alles hin, ich will mir nicht mehr leben, ich will mich ganz und gar in deine Führung geben. Ach, fasse mich nur fest, mach mich von Sünden frei, damit forthin mein Herz dein reiner Tempel sei. Mel. Aus tiefer Not zc. mein' ich hoch zu stehn, so lieg' ich tief im Staub, und mein gehoffter Ruhm wird nun des 410. Mensch, ermuntre Spottes Raub. deinen Sinn! wie lange willst du schlafen? Auf, 3. 3war lauf' ich immerdar, auf, die Stunden gehn dahin, doch kann ich Ruh' nicht finden. schon nahen Gottes Strafen! Nichts kann des Armen Herz vor ihm besteht der Sünder von seiner Last entbinden. Es nicht, und geht er mit dir ins deckt mir das Gesetz nur meine Gericht, wo willst du Rettung Sünden auf und reicht mir doch finden? nicht dar die Kraft zum Himmelslauf. 4. Du, Jesu, du allein, kannst meinen Sammer wenden; mein Können stehet nur in deinen starten Händen. Geußt du mir nicht die Kraft zu neuem Leben ein, so wird mein Sehnen selbst zu nichts als lauter Pein. 5. Drum, Herr, erbarme dich, ich liege dir zu Füßen. Laß in 2. Das eitle Wesen dieser Zeit hat dich mit Nacht bedecket, daß aus dem Schlaf der Sicherheit dich keine Warnung wecket. Du freuest dich der trägen Ruh' und drückest gern die Augen zu, dem Lichte zu entweichen. 3. Gott rufet laut: du schlummerst fort; er droht dir: doch vergebens. Er zeiget dir in seinem 224 Von der Buße. Wort die Strafe jenes Lebens:| Augen klar und helle, ja heller du aber merkest wenig drauf, als die Sonne sind; dir ist mein fährst fort in deinem Sünden- Herz ganz aufgedecket mit allem, lauf, willst keinen Führer leiden. was es in sich trägt, mit jedem Trieb, der es bewegt, mit jeder Lust, die es beflecket. 4. Dein Heiland weinet über dich: du lachst in deinen Sünden; er sucht und locket dich zu sich: du läßt dich nimmer finden. Er fleht: du nimmst kein Bitten an; er thut mehr, als ein Bruder kann: du spottest seiner Liebe. 2. Nur reine Herzen sollen schauen, o Heiliger, dein Angesicht; drum überfällt mich Angst und Grauen, seh' ich mich in der Wahrheit Licht. Mit Wehmut fühl' ich mein Verderben, doch ruf' ich voll Vertraun zu dir: schaff, Gott, ein reines Herz in mir, das Böse lağ in mir ersterben. 5. Du siehst, wie mancher Sünder fällt, wenn Gott die Strafe sendet: doch bleibest du ein Kind der Welt, von ihrem Tand verblendet. Des Nächsten Sturz erschreckt dich nicht; du glaubst, daß Gottes Zorngericht dich niemals treffen werde. 3. Ist es der Sünde gleich gelungen, von dir, mein Gott, mich abzuziehn, so laß von nun an unbezwungen mich ihrer 6. Gott, laß in mir nach dei- Macht und List entfliehn. O ner Huld der Gnade Licht ent- waffne mich mit Kraft und brennen, damit ich meiner Sün- Stärke durch den gewissen neuen den Schuld recht gründlich mög' Geist, den uns dein Wort er= erkennen. Jesu, Glanz der bitten heißt, in dir zu thun des Herrlichkeit, durchleuchte meine Glaubens Werke. Sicherheit, daß ich mein Elend schaue. 4. Durch meine Schuld und übertreten bin ich ganz unwert 7. O heil'ger Geist, Laß dei- deiner Huld; doch nah' ich, nen Strahl durch meine Seele Herr, mich dir mit Beten und dringen; hilf, daß ich endlich seufz': ach, habe du Geduld! mög' einmal den Sündenschlaf Vergieb, was ich gesündigt habe, bezwingen. Gott, thu mir Herz verwirf, verwirf mich Sünder und Augen auf, daß mich der nicht, o Herr, von deinem Anfichre Sündenlauf nicht zur gesicht ein Gnadenblick mich Verdammnis führe. wieder labe. Mel. Mein Jesu, dem die 2c. 411. reines Weſen, lautre Quelle, o Licht, das nie in Nacht zerrinnt, du, dessen 5. Dein Geist, den du mir hast geschenket als deiner Liebe Unterpfand, der jedes Herz mit Wonne tränket, in dem er seine Wohnung fand: er werde nie von mir ge= nommen; laß mich mit ihm ver Von der Buße. 225 siegelt sein, bis meiner Hütte| starb aus Liebe zu uns Armen, Bau fällt ein und ich zu dir, Herr, werde kommen. und uns ein ew'ges Heil erwarb, du wollst dich mein erbarmen! Auch mich hast du versöhnt mit Gott, hilf mir aus meiner Seelennot, und gieb mir deinen Frieden. 6. Weil aber sich in mir noch findet das Zagen, das die Sünde bringt, wenn sie im Kampf uns überwindet und unter ihre Herrschaft zwingt: so wollest du mit süßer Freude, die aus dem Born der Liebe fleußt, erquicken meinen matten Geist und ihn befrein von seinem Leide. 7. Ich bleib' an deiner Gnade hangen und falle nicht aus ihrem Bund; des Herzens innerstes Verlangen ist dir, dem Herzenstünd'ger, fund. So sende mir nun zum Vollbringen den Geist der Freud' und Willigkeit; dann werd' ich jetzt und allezeit dir meines Dankes Lieder singen. Mel. Aus tiefer not c. 412. Bater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße, der du mich in der Gnadenzeit noch immer rufft zur Buße. Was ich begangen wider dich, vergieb mir alles gnädiglich, durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deiner Weisheit heil'gen Rat zeig an, was mir noch fehlet; lent meinen Willen, gieb mir Kraft! du bist's allein, der in uns schafft das Wollen und Vollbringen. 3. O Jesu, der am Kreuze 4. Fest trau ich auf dein teures Blut, auf dein unschuldig Sterben; dies kommt mir träf= tiglich zu gut und läßt mich nicht verderben. Vertritt du bei dem Vater mich, damit ich jetzt und ewiglich mich deiner Gnade freue. 5. O heil'ger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanten, wenn die Versuchung mich ansicht, so laß mein Herz nicht wanten. Daß unbefleckt mein Wandel sei, steh du mit deiner Kraft mir bei und wohn in meinem Herzen. 6. Und wenn mein letztes Stündlein schlägt, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich die Furcht, die dann sich regt, durch Christum möge dämpfen; so wird mir Krankheit, Angst und Not, ja selbst der letzte Feind, der Tod, die Thür zum ew'gen Leben. Mel. Ans tiefer Not 2c. 413. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, noch ist's nicht rein von Sünden, noch muß ich oft mit bitterm Schmerz des Bösen Macht empfinden. Viel Unrecht hab' ich schon gethan; ach nimm dich mei15 226 ner gnädig an, entreiß mich dem Verderben. Von der Buße. Mel. Auf, hinauf zu deiner zc. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, der dich in Wahrheit 414. Schwing dich auf, o Liebe und deinen Willen allermeist mit Lust und Freuden übe. Hilf mir verleugnen Fleisch und Blut und gieb, daß ich mit Kraft und Mut die Lust der Welt bekämpfe. dem Staube, steig empor! Auf, meine Seele, aus verlaß die dunkle Höhle; glänzend bricht dein Licht hervor. Hier ist dein Heil, welches lauter Freude bringet, daß dein Lobgesang erflinget: Gott ist mein Teil. 3. Verwirf von deinem Angeficht mich nicht, wie ich's verdienet; entzeuch mir deine Gnade nicht, dein Sohn hat mich verfühnet. In Christo darf ich mich dir nahn, in ihm nimm du mich wieder an und zähl mich zu den Deinen. 3. Alles, alles ist besieget, was 4. Den heil'gen Geist nimm Verdammnis dir gedroht; Christi nicht von mir, den bösen Geist Leiden überwieget aller Sünde vertreibe, auf daß ich, nie ent- Angst und Not. fernt von dir, dein eigen sei und kein Tod. Darum wehre deinem Nun schreckt bleibe. Dein Geist regiere mei- 3agen; denn du kannst frohnen Sinn, dann hab' ich seli- lockend sagen: versöhnt ist Gott! gen Gewinn im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, vergieb mir meine Sünden, und suchet meine Seele dich, so laß dich von ihr finden; und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, darinnen Trost und Leben ist, das komm' auch mir zu Gute! von Sünden, nagt dich des Ge2. Fühlst du dich beschwert wissens Schmerz: Gnade, Guade ist zu finden für ein reuerfülltes Herz. Hier ist der Held, der die Sünde überwunden und Erlösung hat erfunden für alle Welt. 6. Dein Freudengeist erhalte mich und stärke meine Seele, damit sie nicht ohn' Ende sich mit Furcht und Zweifeln quäle. Sei du mein Hort, o Herr, allein! Ach laß mich deine Freude sein und führe mich zur Freude! 4. Siehst du nur auf deine Sünden, so glänzt dir kein Gnadenschein; willst du fröhlich überwinden, so muß Christus in dir sein. Er ist das Licht, von ihm strahlt der Glanz der Freuden, an ihm muß das Herz sich weiden, drum laß ihn nicht. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. 415. Sieh, mein Heiland, wie mir die Kraft gebricht! Manwie ich wanke, sich, cher zweifelnde Gedanke trübet mir der Hoffnung Licht; träge schleich' ich auf dem Pfad, den ich mutig Von der Buße. 227 erst betrat, und ich wende fast ner Sünd', hier find'st du Trost die Blicke zur verlaßnen Welt zurücke. und Heil und Gnad', die Gott dir zugesaget hat durch einen heil'gen, teuren Eid; o selig, dem die Sünd' ist leid! 2. Was willst du dich fruchtlos quälen, spricht in mir der 3weifel oft; wirst du dennoch nicht verfehlen, was du übereilt gehofft? Wird wohl Gottes Gnad' und Huld tilgen deine Sünden schuld? Wird wohl seine Kraft dich Schwachen jemals frei von Sünden machen? 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: noch hab' ich lange Zeit; ich will mich erst des Lebens freun, und werd' ich dessen müde sein, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 3. Gieb mir andere Gedanken, 4. Wahr ist es, aus Barmgieb, Herr, meiner Seele Ruh, laß mich wallen ohne Wanten herzigkeit ist zur Vergebung Gott meinem Ziel im Himmel zu. bereit; doch wer auf Gnade sünLaß mich baun auf deine Kraft, digt hin und bleibt bei seinem die ein festes Herz uns schafft; bösen Sinn, wer seiner Seele laß mich deine Lieb' empfinden, selbst nicht schont, dem wird einst nach Verdienst gelohnt. die versöhnet alle Sünden. 5. Gnad' hat dir zugefaget 4. Herr, du hast, da du gelitten, uns bis in den Tod ge- Gott durch Jesu Christi Blut liebt; haft den Deinen Sieg er- und Tod; doch sagen hat er nicht stritten, da Gehorsam du geübt. gewollt, ob du bis morgen leDer du haft die Welt besiegt, ben sollt; daß du mußt sterben gieb mir Kraft, die nicht erliegt; ist dir kund, verborgen ist die wie du alles überwunden, sieg' Todesstund'. auch ich, mit dir verbunden. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich; eh morgen kommt, kann's Mel. Vater unser im Himmelreich 2c. ändern sich; wer heut ist frisch, 416. o wahr ich lebe, gesund und rot, ist morgen spricht dein Gott, trank, vielleicht auch tot. Stirbst mir ist nicht lieb des Sünders du nun ohne Reu' und Leid, so Tod, vielmehr ist dies mein büßest du in Ewigkeit. Wunsch und Will', daß in der Sünd' er stehe still, von seiner Bosheit wende sich, und lebe mit mir ewiglich. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm' zu dir und mich bekehre unverweilt, eh mich mein Ende über2. Dies Wort bedent, o Men- eilt, auf daß ich heut und jederzeit schenkind, verzweifle nicht in dei- zu meiner Heimfahrt sei bereit. 15* 228 Von der Buße. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. 4. Verscherzen konnt' ich wohl 417. Vor dir, Herr Jesu, mein Heil durch meine Sünden, steh' ich hie und doch Gnade konnt' ich nicht aus beug' in Demut meine Knie, eignen Kräften finden. Selbst vernimm mein ängstlich Klagen; fallen konnt' ich wohl und ins für meine Sünd' und Missethat Verderben gehn, doch nur durch find' ich auf Erden keinen Rat, deine Kraft konnt' ich vom Fall doch will ich nicht verzagen. erstehn. Herr Jesu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Sün- stärktest meine Seele, du zeigtest 5. Du richtetest mich auf, du mir den Weg, daß ich des Ziels nicht fehle. Gott sei gelobt, daß ich der Sünde nun entsagt und toter Werke Dienst mich nicht bei dir verklagt. den rein; dies Wort, Herr, glaub' ich zweifelsfrei und trag' im Herzen wahre Reu'. Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ, ich flieh' zu dir und will mich bessern, hilf du mir! Mel. Gott, du frommer 2c. as kann ich doch 418. Wa für Dant, o Herr, mein Gott, dir sagen, daß du mich mit Geduld so lange hast getragen, da ich, von Sündenluft und Eitelkeit bethört, auf deinen Gnadenruf, o Bater, nicht gehört! 2. Unendlich große Gnad' erwiesest du mir Armen: ich häufte meine Schuld, du mehrtest dein Erbarmen; ich widerstrebte dir, die Buße wollt' ich nicht, du schontest meiner noch und gingst nicht ins Gericht. 6. Nun fleh' ich, Herr, zu dir: laß mich nie wieder fallen, so lang' ich hier noch soll nach deideinen Geist, der in mir mächtig nem Rate wallen. Verleih mir sei und täglich mein Gemüt zu deinem Dienst erneu'. 7. Ach leit und führe mich, du treuer Gott, auf Erden, ich kann durch dich allein hier recht geführet werden. Will ich mein verführt, ich finde nur mein Heil, Führer sein, so werd' ich bald wenn mich dein Geist regiert. 8. Mein Vater und mein Gott, erhör mein brünstig Flehen; mein Heiland, Gottes Sohn, laß deine Kraft mich sehen; o werter heil'ger Geist, regier mich allezeit, 3. Durch dich bin ich bekehrt so bin ich selig hier und dort und deinem Dienst ergeben; dir in Ewigkeit. dank' ich nun gerührt, Herr, für das neue Leben. So weit die Wolken gehn, reicht deine Güt' Mel. Ihr Seelen, sinkt 2c. und Macht, sie hat mein Herz 419. Wer bin ich, Herr erweicht und mich zu dir gebracht. I in deinem Von der Buße. 229 Erkennst du mich, wie ich mich nicht verlassen, wirst mich mit tenne? Und wenn ich mich den Deinen nenne, ist nichts in mir, das widerspricht? starkem Arme fassen, bis fest mein Gang und sicher ist. 9. Ja laß mich, stark in deiner Kraft, der Welt ge= heimstem Zug entfliehen, des 2. 3st mir dein Joch ein sanftes Joch? Ist dein Gesetz mir heil'ges Sollen? Wie, oder Geistes Odem in mich ziehen, g'nügt für festes Wollen ein der mich zum neuen Menschen leerer Wunsch dem Schwachen schafft. noch? 3. Schein' ich das immer, was ich bin, und bin ich immer, was ich scheine? Weiß ich stets selbst, wie ich es meine, und ist einfältig stets mein Sinn? 10. Dir sei zum vollen Eigentum, Herr, Leib und Seel' und Geist gegeben! Nicht ich, du müssest in mir leben, zum Heile mir und dir zum Ruhm. 11. Komm, sei du meines 4. O Herr, beschäme mich Geistes Geist, sei meines Lebens vor dir, wenn mich dein Geist innres Leben! Kein Wunsch soll nicht treu erfindet! Du, der dem mehr widerstreben, daß du des Herzens Tief' ergründet, im Herzen König seift. nimm alle Falschheit weg von mir! 5. Mel. Was mein Gott will zc. Daß ich auf deinem Prüfungsherd dereinst besteh' der Bäutrung Feuer und draus hervorgeh' als ein Treuer, an Sinn und Zweck vor dir be währt. 420. Wer in der Schwachheit sicher ist und bleibt in Sünden liegen und meint, er sei ein guter Christ, den wird sein Wahn betrügen. Den Himmelsweg, den schmalen 6. Dies Ziel ist, ach! noch fern von mir! Zu wantel- Steg hat nie sein Fuß betreten, mütig und zu träge ist noch auch sieht er nicht in Gottes mein Herz auf deinem Wege! Licht, was Kämpfen sei und Nein, noch besteh' ich nicht vor dir. Beten. 7. Erhalte mir die Augen wach und meinen Fußtritt unverdrossen. Der Geist ist willig und entschlossen, doch bleibt das Fleisch noch immer schwach. 2. Was gern die Welt nur Schwachheit heißt, ist ihrer Bosheit Stärke, dadurch vermehrt der böse Geist gar mächtig seine Werke. Lenk deinen Lauf, mein Herz, hinauf, zu Gott steh dein Verlangen! Des Heilands 8. Der du im Helfen Meister Hand zerreißt das Band, womit bist, du wirst den Schwachen du bist gefangen. 230 Von der Buße. 3. Der erste Schritt im Tiefen bald lässig, bald mit Christentum ist: von der Sünde Vorsatz hin! Mich warnt im scheiden; strebst du nach wahrem Stillen mein Gewissen: betrüg, Glaubensruhm, so mußt du o Mensch, dich selber nicht! Weltlust meiden. Wenn Christi Geneigt, mein Unrecht nicht zu Geist die Seele reißt aus ihren wissen, vergess' ich, was mein Todesbanden, so spürt sie Kraft, Innres spricht. die Jesus schafft, mit dem sie auferstanden. 2. Ich wandle ruhig auf dem Pfade des Leichtsinns und der 4. Mein Jesu, steh mir mäch- Eitelkeit; ein falsches Baun auf tig bei, laß mich gekräftigt wer- Gottes Gnade vermehret meine den, Gerechtigkeit und Stärke Sicherheit. Ich denke nach vollsei in dir mein Teil auf Er- brachten Sünden doch ohne den. Uns, dein Geschlecht, Buß' an Jesum Christ; Vermachst du gerecht und willst die gebung hoff' ich leicht zu finden, Schwachen stärken, daß sie in weil er für mich gestorben ist. dir, Herr, für und für die Macht der Gnade merken. 3. So bleiben unrein meine Triebe und unerleuchtet mein 5. Brich durch, o starker Verstand; leer ist mein Herz Gottessohn, und laß auch uns von Gottes Liebe und nur dem durchbrechen, uns freudig nahn Eitlen zugewandt. Mein Glaub' dem Gnadenthron, nicht mehr ist tot und ohne Früchte, mein von Schwachheit sprechen. Denn Wandel ohne Besserung, und deine Hand hat ja das Pfand des dennoch hoff' ich im Gerichte, Geistes uns gegeben, dadurch wir o Gott, von dir Begnadigung. frei von Furcht und Scheu im Streite siegreich leben. 4. Weh mir Verblendetem! 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft hintergehn! Ich nahe mich dem wie lange werd' ich mich selber mehr ist, daß wir das Fleisch Untergange und will doch die bekämpfen und hilf uns Satans Gefahr nicht sehn. Erwecke, Gott, Macht und List und alle Feinde mich aus dem Schlafe, zeig mir dämpfen, daß, wenn die Welt die Größe meiner Schuld! Ach uns Netze stellt, sie uns doch eile nicht mit mir zur Strafe nicht berücke, vielmehr in Not, und hab', o Vater, noch Geja selbst im Tod uns deine Kraft erquicke. duld! 5. Sieh, in der Tiefe meiner Seele ist alles deinen Augen Licht. Was ich auch vor mir Mel. Die Tugend wird durchs 2c. 421. Wie fürcht' ich mich, selbst verhehle, verbirgt sich deimein Herz zu nen Blicken nicht. Neiß mich aus prüfen, mich zu erforschen, wer meinen Finsternissen, entfalte du ich bin! Wie blick' ich über seine mein Herz vor mir, und mäch Von der Buße. 231 tig treibe mein Gewissen zur| und Hort, nicht weichen, dich nicht Buße mich und, Gott, zu dir! lassen. Wie viel auch meiner Fehle sind: bin ich durch Christum doch dein Kind, du mein verföhnter Vater. 6. Der du die Herzen prüfst, bekehre, erleuchte, beßre, leite mich, daß ich auf deine Stimme höre und traue gläubig dann auf dich! Laß fest in deiner Furcht mich stehen, vor dir sei Herz und Wandel rein, so werd' ich der Gefahr entgehen, betrogen von mir selbst zu sein! Mel. Aus tiefer not zc. 422. Wie ist mein Herz so fern von dir, du Urquell alles Lebens! Dein Friede wohnt noch nicht in mir und Ruh' such' ich vergebens; verlaß mich, Gott, mein Vater, nicht, verbirg mir nicht dein Angesicht, um deiner Gnade willen. 5. Wohl mir! so fürcht' ich feinen Streit; du kannst mich sieghaft machen; du giebst den Bangen Freudigkeit und Kraft und Mut den Schwachen. Du, Gott, bist meiner Seele Licht; hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erde. 3. Ich bin zu schwach, aus eigner Macht zu dir mich aufzuschwingen und durch der Anfechtungen Nacht zum Licht hindurch zu dringen. Du, Herr, mußt meine Stärke sein, nur du kannst Trost und Kraft verleihn, auf dich steht mein Vertrauen. Mel. Mein Jesu, dem 2c. Wie oft hab' ich den Bund gebrochen, den ich, o Gott, mit dir gemacht! Wie oft dir treu zu sein versprochen und des Versprechens nicht gedacht! Jetzt nah' ich bange mich aufs neue dir, 2. Umhüllt von Dunkelheit Herr, vor dem ich strafbar bin; bin ich, mich fasset Angst und ich wein' und sinke vor dir hin, Beben; mein Herz sucht Licht durchdrungen ganz von Scham und ängstet sich, doch fruchtlos ist sein Streben. Der Kampf, der täglich sich erneut, die Bürde meiner Sterblichkeit beugt in den Staub mich nieder. 4. Mit festem Glauben an dein Wort will ich dich kräftig fassen; ich will von dir, mein Fels 423. und Reue. 2. Die Angst ist groß, die ich empfinde, denn dein Gesetz verdammet mich; wie ein Gebirge liegt die Sünde auf mir und drückt mich fürchterlich. Die ganze Reihe von Vergehen, die mich beflecken, zeigt sich mir; wohin entflieh' ich, Gott, vor dir? Wie soll ich Schuldiger bestehen? 3. Groß ist die Schuld, doch dein Verschonen ist größer noch, als meine Schuld. Nicht nach Verdienst, nach Gnade lohnen willst du dem Sünder, Gott der Huld! Sieh in mir Ármen und 232 Von der Buße. Verlornen nicht meine Schuld ich hab' oft gebrochen, was ich und Missethat! In dem, der mich versöhnet hat, sich mich, in deinem Eingebornen! mit Mund und Herzen dir versprochen. Vergieb! du weißt ja, wie ich es bereut. 4. Heil mir! durch ihn wird mir vergeben, sein Blut tilgt hier verleihst, wie weit müßt ich 4. In so viel Zeit, als du mir allen meinen Schmerz, und Wonne im Heil schon sein gekommen! Gottes, neues Leben durchströmt Und doch, wie wenig hat noch nun mein beklommnes Herz. Ihr abgenommen des Fleisches Macht, Kummerzähren, werdet Thränen, wie schwach ist noch der Geist! wie sie die Freude weinen lehrt; mein banges Seufzen ist erhört, statt Klagen soll nun Jubel tönen. die vergangne Zeit, die mir ſo 5. Oft denk' ich: könnt' ich ohne Nußen ist verlaufen, ach könnt' ich die noch einmal wieder kaufen; nun würde sie weit besser dir geweiht! mich nicht freun, so hoff' ich 6. Doch, kann ich deiner Hülfe 5. Du, dessen mächtiges Durchdringen in Sündern neue Herzen schafft und, deine Werke zu vollbringen, sie himmlisch stärkt, o Geist der Kraft! So lang ich meine Heiligung vergebens und Schwacher wall' auf Erden, stärk auch der Überrest des kurzen mich, daß deine Gnade nicht mir Lebens wird besser nicht als das einst zum schrecklichen Gericht durch vergangne sein. neues Sünd'gen möge werden! In eigener Melodie, 424. Wie schnell verstrich, o Herr voll Mild' und Huld, ein großer Teil mir schon von diesem Leben! Sollt' ich von deinem Gut dir Rechnung geben, mit Seel' und Leib blieb' ich in deiner Schuld. 7. Willst du noch Frucht vom dürren Baume sehn, so mußt du Kräfte mir von oben senden. Mein ganzes Heil ist, Herr, in deinen Händen, nach Seel' und Leib, mein Leben und Bestehn. rung g'nug belehrt, daß auch beim 8. Doch bin ich durch Erfahlängsten Leben hier auf Erden, das niemals kann von mir errungen werden, was dir genügt, mir wahre Ruh' gewährt. 2. Herr, mein Gott und Bater, deine Treu hat reichlich mir und unverdient geschenket; und hat ein Leid zuweilen mich nur immer fort, führt mich zum 9. So flieht, ihr Tage, denn getränket, du wolltest nur, daß Ziel, verdoppelt euer Eilen! Mich ich nicht sicher sei. 3. Ja, du hast deine Vater- weilen; nur bald von hier und listet nicht auf Erden länger zärtlichkeit noch nie verletzt; nur desto eher dort! Von der Buße. 233 10. Dort ist der Hafen der 3. Nach seinem Ebenbild schuf gewünschten Ruh', dort wird der Gott der Menschen Seele, daß müde Streiter einst bekränzet! sie zu ihrem Ziel die Heiligung Dort, wo der Preis für seine erwähle; in unsre Herzen schrieb Pilger glänzet, reicht Jesus mir er das Gesetz des Rechts; der die offnen Arme zu. Geist, der in uns denkt, iſt 11. Doch, wenn ich länger göttlichen Geschlechts. hier noch wallen soll, so gieb, 4. Hat er nicht seinen Sohn o Herr, daß ich mich wach er- für dich dahin gegeben, auf daß halte, daß nie in Sicherheit mein Mut erkalte, und mache mich des rechten Eifers voll! du ewiglich durch ihn sollst selig leben? Belastet hatte dich der Sünde schwerer Fluch, da kam dein Seelenfreund und that für dich genug. 12. O möcht' ich als dein teures Eigentum Geist, Seel' und Leib von Flecken rein bewahren! Doch soll ich strauchelnd neue Schuld erfahren: laß mich nicht sinken, stärt mich wiederum! 13. Je länger ich auf deinem Wege geh', je voller gieb dein Licht mir zu erkennen und auch mein Licht laß immer heller brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne steh'! 5. Ist, wie von Anbeginn, nicht Gottes Geist noch kräftig, ist er nicht immerdar zu unserm Heil geschäftig? Nimmt er sich, wenn wir flehn, nicht unsrer Schwachheit an und weiset durch das Wort uns auf die rechte Bahn? 6. Ach ja, mein treuer Gott, du willst mich zu dir ziehen, ich aber suchte nur dein Gnaden= werk zu fliehen; es lieget nicht an dir, der es gar treulich meint, mein Herz, daß ich bin mir heimlich selbst der allerärgste Feind. Mel. O Gott, dit frommer Gott 2c. 425. Woran liegt's doch, dich der Unmut quälet und daß dir immer noch die Kraft zum Guten fehlet? Auf, prüfe dich vor Gott, geh in den innern Grund, durch ernstes Forschen nur wird dir die Ursach' tund. 2. An Gott liegt's wahrlich nicht, denn er ist ja die Liebe, jei. 7. Nun, Herr, erforsche mich und prüfe meine Wege, bewahre meinen Fuß vor jedem falschen Stege, erleuchte meinen Sinn und stehe du mir bei, daß deine Gnade nicht an mir vergeblich sein Herz ist immerbar voll 8. Der Seelen Auge laß in süßer Liebestriebe; er ist getreu mir einfältig werden, es blicke und fromm, sein Bund steht nicht zugleich gen Himmel und ewig feft, er teilt sich selber mit zur Erden; vollbringe selbst dein dem, der ihn wirken läßt. Werk, du fingst es an in mir, 234 so freuet sich mein Geist auf ewig, Herr, in dir. Vom Glauben. Sprichst du: dir ist vergeben! so fühl' ich neues Leben. 4. 3war viel noch mangelt mir, doch bin ich reich in dir, von dir kommt jede Gabe, die da ich beschweret ich noch nötig habe; der Sünde Reiz zu dämpfen, hilfst du mir siegreich kämpfen. 5. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich; 2. Du, Jesu, rufest mir; nun kann ich nicht verderben, drum flieh' ich, Herr, zu dir. dein Reich muß ich ererben, 3u deiner großen Güte kommt denn du haft mirs erworben, mein betrübt Gemüte; laß du da du für mich gestorben. auf mein Gewissen den Trost der Gnade fließen. Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 426. Wo to soll ich fliehen hin, bin und tief gebeugt von Sünden? Wo soll ich Rettung finden? Ach aller Welt Erbarmen giebt keinen Trost mir Armen. 6. O führe Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, das 3. Wie groß die Schuld auch alles zu vermeiden, was mich sei, du machst mich von ihr von dir kann scheiden, daß ich frei, wenn ich dein Kreuz um- an deinem Leibe ein Glied auf fasse und mich auf dich verlasse. ewig bleibe. XVIII. Vom Glauben. Mel. Du, o schönes Weltgebäude zc. Jesus rettet dich und nimmt deine Schuld auf sich. 427. Auf u zagendes Gewissen! sei getrost und fasse Mut; deiner Not bist du entrissen durch des Mittlers teures Blut. Laß dein Trauern, laß dein Weinen, denn Gott läßt dir Gnad' erscheinen; du bist frei und sollst allein deines Jesu ewig sein. Beben, du, der Seele bestes Teil, 3. Ja, mein Heiland, du mein du haft Ruhe mir gegeben, und in dir find' ich mein Heil. O wie groß ist dein Erbarmen, das du zugewandt mir Armen! wie vergelt' ich deine Huld, die vertilget meine Schuld? 4. Herr! mein Heil ist deine 2. Drücket dich die Last der Gabe, hilf, daß ich dir dankbar Sünden, zitterst du, beladnes sei; nimm mein alles, was ich Herz, kannst du nirgends Ruhe habe, nimm es hin für deine finden, stillet niemand deinen Treu! Richte Sinne und GeSchmerz, kann gleich aus den müte auf den Reichtum deiner Sündenketten dich kein Mensch, Güte; du sollst ewig und allein tein Engel retten: Heil dir! meines Herzens Freude sein. Vom Glauben. 235 deine Gnade loben, mehr, als ich sie hier preisen kann; dort bin ich ganz gerecht und rein und ewig selig, ewig dein. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 428. Au [ us Gnaden soll ich selig werden und nicht durch meiner Werte Wert. Welch Heil, daß Gott mich schon auf Erden gerecht und für sein Kind erklärt! Durch Heiland soll ich rein, aus Gnaden ewig selig sein. Gottes Gnad' und Treue, daß 2. Aus Gnaden! denn wer ihn der Tod des Sünders nicht, kann verdienen, was Sündern vielmehr sein Leben freue; er ist Gottes Sohn erwarb, als er, der Kindschaft sichrer Grund, zu ihrem Heil erschienen, den auf Gottes Wort und seinen Opfertod am Kreuze starb? Der Bund, auf Jesum selbst geteine Sünde je gethan, betrat gründet. freiwillig diese Bahn. 2. Und dieser Glaub' ist der Beweis, daß Gott nicht gern betrübe; vielmehr, zu seiner Güte Preis, in seinem Sohn uns liebe. Denn durch ihn ist mein Herz gewiß, daß Jesus mich dem Fluch entriß, dem ich entgegen eilte. 3. Er richtet auf und giebt mir Mut, zum Vater mich zu nahen, Vergebung durch des Sohnes Blut und Gnade zu empfahen. Und was Gott weiter noch verheißt, das sieht mit Zuversicht mein Geist, als wär' es gegenwärtig. Mel. Es ist das eil x. meinen 429. Der Glaube ist die zu 3. Aus Gnaden that er's; freut euch, Sünder! ihr werdet rein in seinem Blut, ihr werdet durch ihn Gottes Kinder, wenn ihr nur glaubt und Buße thut. Welch Heil, das er nur geben kann: aus Gnaden nimmt er Sünder an. 4. Wohlan, mit freudigem Gemüte erkenn und preise Gottes Huld; doch trotze nicht auf seine Güte, daß du nicht häufest Schuld auf Schuld; denn wer auf sie zu freveln wagt, dem ist ihr reicher Trost versagt. 5. Hilf du aus Gnaden, Herr, mir streiten, und werd' ich matt, so steh mir bei, damit, wenn meine Füße gleiten, ich vor dem Fall behütet sei. Durch deine Kraft nur kann ich stehn und der Versuchung Macht entgehn. 4. Er träftiget mir Herz und Sinn, daß ich zum Ew'gen dringe, schon hier in Hoffnung selig bin und nach dem Himmel ringe. Gott ist mein Hort, sein Sohn mein Heil, sein Geist das Pfand, ich habe Teil an Gottes Vaterliebe. 5. Ich fürchte nicht der Hölle 6. Aus Gnaden einst zu dir Heer, die Pein von ihren erhoben, bet' ich mit allen Flammen; ich bin kein Kind des Sel'gen an und will, Herr, Zornes mehr, Gott kann mich nicht 236 Vom Glauben. verdammen. Mein Teil ist an] Kreuz gehangen; doch ist er dem Friedensort, ich höre meines siegreich seiner Schar zu Gott Heilands Wort: die Sünd' ist vorangegangen. Ihm gehn die dir vergeben. Glaubenshelden nach, die seine 6. Und stürmen Sorgen auf Zeugen waren, sie stehen mutig mich zu, verwirrende Gedanken: in der Schmach, in Trübfal und der Geist des Herrn gewährt mir Ruh' und läßt mein Herz nicht wanten. Der Glaube fürchtet keinen Schmerz; ich weiß, daß Gottes Baterherz das Beste stets nur meinet. Gefahren. 7. Er übt durch solche Kämpfe mich, um mein Vertraun zu stärken, und durch die Trübfal mehret sich der Fleiß in guten Werken. Verehr' ich Christum, meinen Herrn, folg' ich ihm nach und dien' ihm gern, so werd' ich überwinden. 3. Ja kühn und sicher wandelt der, der Christo sich ergeben, voll Zuversicht im wilden Meer, im Tod noch voller Leben. Froh schauen wir die Tapferkeit der Streiter für den Glauben und spotten der Verwegenheit, die droht, ihn uns zu rauben. 4. So laßt auch uns in Christi Schutz der Feinde Heer vertreiben und, allem Hohngeschrei zum Truß, mit unsern Vätern gläuben. Wer unsern Herrn zum Beistand hat, das Herz voll seiner Freuden, der wird auch gern durch seine Gnad' 8. Ich weiß, auf wen ich bauen kann, ich weiß, an wen ich glaube; der Vater nimmt als Kind mich an und hebt mich um seinetwillen leiden. aus dem Staube. Die Welt mag um mich her vergehn: ich falle nicht, ich bleibe stehn; ich glaube seinem Worte. Mel. Preis, Lob, Chr' c. 431. Dep er Grund, auf dem Mel. Was mein Gott will 2c. 430. Der er Glaube ist's, der mein Glaube ruht, ist fest, mag auch die Welt vergehen. Sein Siegel ist des Wunder schafft, Mittlers Blut und dessen glor= kann's gleich die Welt nicht reich Auferstehen. O Glaube, du, fassen. Was Gott gefällt, wirkt des Christen schönster Ruhm! seine Kraft, wenn wir ihn Wie selig, wer dich hat zum walten lassen: wer nur recht Eigentum! freudig glauben kann, der wird sein Ziel erreichen; denn ihm ist alles unterthan, ihm müssen Berge weichen. 2. Ich kannte nicht den Weg zum Heil, mein Auge deckten dichte Hüllen, nur Wahn und Irrtum war mein Teil; nichts 2. Der, des die Welt nicht konnte meine Sehnsucht stillen, würdig war, hat selbst am bis ich das Wort des ew'gen Be Vom Glauben. 237 bens fand, das Himmelslicht, vor| in das Gericht will gehen. Das dem die Nacht entschwand. Beste selbst, was ich je unter= 3. Daß mich bei meiner Sün- nommen, bleibt unvollkommen. den Schuld nicht Furcht und Zweifel ganz verzehren, daß ich vertrau' des Vaters Huld, dies dank' ich Jesu heil'gen Lehren. Ich weiß, ich bin versöhnet durch sein Blut, und fühl' im Herzen Zuversicht und Mut. 4. Ich war betrübt bis in den Tod, von Leid und Sorgen rings umgeben; mich konnte nicht aus tiefer Not der Freunde Rat und Trost erheben. Der Glaube nur hat stets mit seiner Macht ein neues Leben in mir angefacht. 5. Erhalte mir, o Gott, dein Wort als meines Lebens höchste Freude; es sei mein Trost, mein Licht, mein Hort, mein letztes Labsal, wenn ich scheide. Dort oben noch will ich dich, Herr, erhöhn, daß mir so großes Heil durch dich geschehn. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 432. Der Werke Ruhm muß vor der Gnade 4. Und wenn gleich Gott der guten Werke denket und reichlich uns dafür Belohnung schenktet, so thut er's doch allein aus freiem Triebe, aus Gnad' und Liebe. 5. Nur du, o Jesu, tilgest meine Sünden; bei dir nur tann die Seele Frieden finden. Auf dein Verdienst, mein Heiland, will ich bauen, dir ganz vertrauen. 6. Doch wehe mir, wollt' ich zum Dienst des Bösen die Gnade brauchen, die mich soll erlösen, und dich, den Liebe in den Tod getrieben, nicht wieder lieben! 7. Nein, falscher Trost soll nimmer mich verführen; Gottseligkeit soll meinen Glauben zieren; dir Jesu, will ich ganz mein Herz ergeben, in dir nur leben. Mel. Alle Menschen müssen 2c. du Armer giebst dich schwinden, Verdienst kann nicht 433. Du sollst glauben und den Weg zum Himmel finden; dem Gläub'gen nur will Gott bangen Zweifeln hin? Du sollst das ew'ge Leben durch Christum beten zum Erbarmer, und dir fehlt der Kindessinn? Kindlich geben. 2. Wer zählet sie, die Flecken mußt du hier vertrauen, dort unsrer Seele? Wer merket wohl, wirst du den Ausgang schauen. wie oft er täglich fehle? Wer Jesu Ausgang ward erst klar, als er auferstanden war. darf, als Lohn den Himmel zu verdienen, sich wohl erkühnen? 2. Glaube giebt der Andacht 3. Nie kann ich vor dem Heili- Flügel, Glaube hebt zu Gott emgen bestehen, wenn er mit mir por; Glaube bricht des Grabes 238 Vom Glauben. Riegel, selbst der Ewigkeiten Thor;| Treu kann ihr Versprechen nicht Glaube geht durch Flamm' und vergessen oder brechen. Fluten, ließ die 3eugen freudig bluten, und sie überwanden weit, sicher ihrer Seligkeit. 2. Mögen auch die Berge weidhen und die Felsen untergehn, unser Fels ist sonder Gleichen, 3. Glaube hilft die Welt be- Gottes Bund bleibt ewig stehn. siegen, macht die schwerste Prü- Fallt, ihr Hügel, immer hin! fung leicht; ihm muß alles un- Unfres Gottes Vatersinn kann terliegen, selbst die Macht der Sünde weicht. Ob du schon im Kampf erlageft und nun an dir selbst verzagest, kämpfe stärker, kämpfe fort, denn der Herr ist Schutz und Hort. kein Fall, kein Schlag erschüttern, wenn auch alle Welten zittern. 3. Er hat sich mit uns verbunden durch den Bund, der ewig gilt; dieser Bund wird fest erfunden, ist uns ewig Schirm und Pfeil, Gott bleibt ewig unser Schild. Nichts vermag der Feinde Teil, dies hat uns sein Mund geschworen, als sein Geist uns 4. Darfst du im Vertraun ermüden, wenn die Hülfe noch verzieht? Stehe fest in Gottes Frieden, der die rechte Zeit er= fieht. Den hat Täuschung nie betroffen, der gehorsam blieb im Hoffen. Glaube fest: der alles schafft, giebt dir auch zum Glauben Kraft. 5. Hast du nicht schon oft er fahren, wie er dir zur Seite stand? Hast du nicht des Wunderbaren Wunderausgang oft ertannt? Mußt du denn ihn immer sehen, ganz des Ew'gen Rat verstehen? Selig, selig, die nicht neu geboren. Seele! Trau auf Gott, der für 4. Drum sei ruhig, meine dich wacht, daß kein Zweifelmut dich quäle in des Kummers finste rer Nacht. Wer sich ganz auf Gott verläßt, der steht unbewegt und fest; dein Erbarmer wird dich stützen, seine Treue dich beschützen. Mel. Preis, Lob, Ehr' 2c. sehn und doch fest im Glauben 435. Herr, du biſt unſre Zue stehn. versicht, die Feste deiner Frommen! Wer auf dich traut, der wanket nicht, kein übel darf ihm nahe kommen. Denn stark bist du und weis' und gnadenreich und lauter Lieb', o Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer zagte denn in Zweifelmut, ungläubig und mit trägem Herzen? Nein! was du thust, ist Mel. Werde munter mein zc. 434. Gottes Mund hat uns verheißen und sein Wort ist uns ein Pfand, daß uns keine Macht soll reißen aus des treuen Vaters Hand. Darum fürchten wir uns nicht, ob auch Erd' und Himmel bricht; seine Vom Glauben. 239 alles gut; Kraft sprießt aus zur Erden und nahm darnach überwundnen Schmerzen, und den Himmel ein. Von dannen Jüngerkraft zu Jüngerkraft ge- sandt' er nun den Geist, der uns fügt wird eine Macht, die Höll' den Weg zum Leben weist. und Tod besiegt. 3. O welch ein ewig fester Grund, auf den dein Volk den Glauben gründet! Und welch ein freud'ger Liebesbund, der Seel' und Seel' auf dich verbindet! Wo Liebe wohnt, da fliehen Sorg' und Pein; sie flößet Trost den wunden Herzen ein. 4. Drum fest, o Gott, auf dich gebaut, steh' unser Glauben, Lieben, Hoffen! Wer heldenmütig dir vertraut, dem stehn des Himmels Schätze offen. So weiche denn auch Furcht und Kümmernis! Dem Glaubenskampf sind Sieg und Preis gewiß. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden in Christi Tod verschlungen hat! Nun wir durch ihn Vergebung finden, nun findet kein Verdammen statt; denn Christi Blut hat uns befreit und rufet laut: Barmherzigkeit! 5. Wird nun auch alles mir entrissen, was Leib und Seel' erquicken kann: muß ich auch jeden Trost vermissen und nimmt kein Freund sich meiner an, scheint die Errettung noch so weit: mir bleibt des Herrn Barmherzigkeit! 6. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; er wird mein Herz gewiğlich stillen, wenn es nur seiner nicht vergißt. So steh' ich fest Mel. O daß ich tausend Bungen 2c. 436. h habe nun den in Freud und Leid, mich hält des Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo 7. An diesem Grunde will ich anders, als in Jesu Wunden? halten, wie mich auch Sturm da lag er vor Beginn der Welt. Ob Erd' und Himmel untergehn, der Grund bleibt unbeweglich stehn. und Meer bewegt, ich lasse seine Gnade walten, so lang' in mir das Herz noch schlägt. So ruf' ich immer hocherfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt, der Herr ist's, der mit Bater- Mel. Ewigkeit, du Donnerwort zc. armen sich gnädig zu uns Sün- 437. Ich schäme mich des neigt; er will den Tod Heilands nicht, vor des Sünders nicht, weil ihm dem voll froher Zuversicht mein sein Herz vor Mitleid bricht. Knie sich dankbar beuget. Gott! 3. Wir sollen nicht verloren wer- welch ein teures, wertes Wort: den; Gott will, uns soll geholfen ich, hier dein Kind, dein Erbe sein; drum kam sein Sohn herab dort, wie mir dein Geist bezeuUniv.- Bibl. Giessen 240 Vom Glauben. get; ich soll durch Jesum Christum| bete, stärkt meine Seele sich; hab' rein, durch ihn gerecht und selig ich das Haupt zum Freunde, sein. bin ich geliebt von Gott, was schaden mir die Feinde, was acht' ich ihren Spott? 2. Froh fühlt mein Herz die Gottestraft, die in der sel'gen Wissenschaft von dem Erlöser lieget, die alle Kenntnis dieser Welt und was sie reizendes enthält, unendlich überwieget. Mein größtes Glück, mein höchster Ruhm ist Jesu Evangelium. 3. Auf ewig ist's mein bestes Teil, in keinem andern hab' ich Heil und Kraft zum ew'gen Leben; Vergebung meiner Sündenschuld, 3. Der Grund, drauf ich mich der Beifall Gottes, seine Huld ist gründe, ist Christus und sein mir durch ihn gegeben. Ich steh' Blut, bei ihm allein ich finde im Glauben, bin ein Christ, an das ew'ge wahre Gut. An mir dem nun nichts verdammlich ist. dieser Erd', was Christus mir ge und meinem Leben ist nichts auf geben, das ist der Liebe wert. 4. Er ist mein Ruhm und 4. Mir widerfuhr Barmherzigteit, mit himmlischer Zufriedenheit lohnt Gott mich schon hienieden. Ich bete, voll von Zuversicht, Ehre, mein Glanz und helles mich schreckt tein Tod und kein Licht; wenn er in mir nicht Gericht, mein Geist fühlt Gottes wäre, hätt' ich den Frieden nicht; Frieden. Gott, ewig ist mein Herz in ihm kann ich mich freuen, nun dein und ewig deine Gnade hab' einen Heldenmut, darf das mein. Gericht nicht scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht; nichts raubt mir meinen Trost und Mut, nicht Leiden, nicht Gefahren. Durch den ich alles hier vermag, du, Gott, wirst bis auf jenen Tag mein Erbteil mir bewahren. Ja du, der mich berief, bist treu: hilf, daß ich's auch im Glauben sei. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 438. ft Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; so oft ich sing' und feste, ich rühm' es ohne Scheu, 2. Ich weiß und glaub' es daß Gott, der Höchst' und Beste, mein Freund und Vater sei. Weil er in schweren Fällen mir in Sturm und Wellen ich niemals will zur Rechten stehn, so werd' untergehn. 5. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg' und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin; und wenn sich hier und dorten Gefahr und Schrecken find't, vertritt er mich mit Worten, die unaussprechlich sind. 6. Sein Geift spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiſte, der bei ihm suchet Ruh', und wie er hat erbauet dort eine neue Stadt, 241 3. Laß von dem großen Gnadenheil den rechten Sinn mich fassen, daß der nur an dir habe teil, dem du die Schuld erlassen. Hilf, daß ich geh' auf richt'gem Steg; du selbst, Herr Jesu, bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Vom Glauben. wo Aug' und Herze schauet, was es geglaubet hat. 7. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht't, wenn ich einst fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Verseufz' ich auch hienieden mit Thränen manche Zeit, mein Jesus und sein Frieden durchfüßet alles Leid. 4. Ist auch mein Glaube noch 8. Mag denn die Welt ver- so klein, ein Senfkorn, kaum zu gehen mit ihrer Pein und Bust; merken, wollst du doch wirksam ich werde Christum sehen, des in mir sein und seinen Wachstum bin ich mir bewußt; nichts kann stärken. Das schwache Rohr zervon ihm mich scheiden, nicht brichst du nicht, verlöschest tein Leben und nicht Tod, mich ruft zu seinen Freuden dereinst mein Herr und Gott. noch glimmend Licht, bist mächtig in den Schwachen. 9. Mein Herz ist voller Freude und kann nicht traurig sein, ich weiß von keinem Leide, seh' lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, bist du, Herr Jesu Christ, und was mich fröhlich machet, ist, was im Himmel ist. 5. Herr, durch den Glauben wohn in mir, daß er zu deinem Preise in guten Werken für und für sich fruchtbar hier erweise; daß ohne Trug und Heuchelei er durch die Liebe thätig sei, dem Nächsten treu zu dienen. Mel. Herr Jesu Christ, ich zc. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, 6. Insonderheit gieb mir die Kraft, daß einst an meinem Ende ich übe gute Ritterschaft, 439. O in dir den Lauf vollende. Was du meiner Seele Leben! Was mir du begonnen hast, vollführ, daß zum Glauben nötig ist, kann ich sich mein Glaube dort bei dir mir selbst nicht geben; drum hilf verwandle, Herr, in Schauen. du mir von oben her, den wahren Glauben mir gewähr und laß mich drin beharren. Mel. Bu, o schönes 2c. 2. Behr du und unterweise 440. Schweiget, bange 3weifel, schweiget, mich, daß ich den Vater kenne, daß ich mit Freuden, Jesu, dich mein Erbarmer ist getreu, und den Sohn des Höchsten nenne, sein Geist in mir bezeuget, daß und den, der uns zum Himmel[ ich Gott versöhnet sei. Mir drohn weist, des Vaters und des nicht der Hölle Flammen und Sohnes Geist, mit gleicher will mich mein Herz verdamEhrfurcht preise. men, täuschen soll mich nicht sein 16 242 Schmerz; Gott ist größer, als mein Herz. 2. Er, der das Verborgne tennet, schaut auch in mein Herz hinein, weiß, wie es vor Sehn- 7. Fest am Glauben will ich sucht brennet, ganz sich seinem halten, wird auch alles mir geDienst zu weihn; sieht den raubt; Gottes Gnade Laff' ich Kummer meiner Seele, der mich walten und erhebe froh mein beugt, so oft ich fehle; und nicht Haupt. Mich soll keine Schmach, meiner Zweifel Wahn, meinen tein Leiden je von seiner Liebe Glauben sieht er an. scheiden. Darauf steh' ich felsenfest, daß Gott nimmer mich ver3. Und wie nie sein Urteil wantet, wantt auch nie sein läßt. ew'ger Rat. Rühmet, Christen, danket, danket! groß ist, was er an uns that. Und den Sündern, Vom Glauben. zur Rechten Gottes fizet, auf mich sieht, mich mächtig schüket, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Not erlöst. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. den Verlornen, gab er seinen 441. Seid geſegnet, heil'ge wahrlich, alles giebt Gott, der in dem Sohn uns liebt. meine Schuld betrübt, wo ich wo mich blick auf Jesu Wunden, fühle, 4. Mir auch ist sein Sohn wie er mich geliebt! Dann entgegeben, durch den Glauben ist weicht der Zweifel Heer, Furcht er mein. Ja ich weiß, ich werde bedränget mich nicht mehr, und leben und in ihm einst selig sein. der Geist der Kraft und Wahrheit Mich jah Gott von seinem naht sich mir in Himmelsklarheit. Throne, mich erwählt' er in 2. Dann entwind' ich mich dem dem Sohne, eh noch seiner All- Staube, schaue sehnend himmelmacht Ruf mich und alle Wesen wärts; auf zu Gott schwingt schuf. sich mein Glaube, betend öffnet sich mein Herz; Christi Geist durchdringet mich und vertritt mich kräftiglich. Bald strömt Friede, Heil und Segen mir von Gottes Thron entgegen. 5. Wer will ferner den verklagen, den Gott selber auserwählt? Wer darf zu verdammen wagen, den er zu den Seinen zählt? Hier ist Gott, nichts kann mich schrecken, seine Gnade 3. Aber der verlornen Tage will mich decken; war ich gleich sind noch immer gar zu viel, der Sünde Knecht, er, mein wo ich müd' am Abend klage: Gott, spricht mich gerecht. Heute keinen Schritt zum Ziel! 6. Teuer bin ich ihm erworben, Das ist noch der Geist der Welt, Heil mir, hier ist Jesus Christ, der mich so gefangen hält. Diese er, der auch für mich gestorben, Knechtschaft, Herr, zerstöre, daß auch für mich erstanden ist; der ich ganz dir angehöre. Vom Glauben. 243 Mel. Wie mohl ist mir, o 20. tum deiner Güte, wie wird mein 442. Ich habe o hab' ich nun den lechzendes Gemüte mit Kräften Fels erreichet, wo- jener Welt erfüllt! O Herr, ich rauf mein Glaube sicher ruht; den bin viel zu geringe, zu unwert Fels, der keinen Stürmen weichet solcher hohen Dinge! und keiner wilderregten Flut. Er nichts, was vor dir gilt! kann vor der Gewalt der Wellen, selbst vor der ganzen Macht der Höllen mir Schutz und Sicherheit verleihn. Mein Herz, verbanne Furcht und Grauen! Hier kannst du dir nun Hütten bauen, nur hier muß deine Wohnung sein. 5. Nun laß die Tiefen immer brausen; es wüte ungestüm das Meer! Ich sehe ohne Furcht und Graufen auf aller finstern Mächte Heer. Der Tod selbst tann mich nicht erschrecken, mein Fels, mein Heiland wird mich decken, auch in der allerbängsten Zeit. Ihr Berge möget untergehen, mein Fels bleibt ewig, ewig stehen, auf ihm ruht meine Seligkeit. 2. Mich warf die Menge meiner Sünden wie ein empörtes Meer herum; ich ward ein traurig Spiel den Winden, ward des Verderbers Eigentum. Mir drohte furchtbar mein Gewissen mit grauenvollen Finsternissen, mit ew'ger Qual und Seelennot. 443. Ich sah mich schon mit Angst und Beben der offnen Hölle hingegeben, und rang mit Leben und mit Tod. 3. Doch mitten in des Todes Nöten erblickte Jesus meinen Schmerz; es drang mein thränenvolles Beten in sein erbarmend Mittlerherz. Er hielt mir vor sein Kreuz und Sterben und sprach: ich lass' dich nicht verderben, tritt nur im Glauben fühn herzu. Geheilt bin ich durch seine Wunden, ich habe Trost bei ihm gefunden und für mein Herz die wahre Ruh'. 4. Und wie so wohl ist meiner Seelen nun, treuer Seelenfreund, bei dir! Was könnte mich noch länger quälen? Der größte Schmerz liegt hinter mir. Bei solchem ReichMel. Kommt her zu mir zc. o hoff' ich denn mit festem Mut auf Gottes Gnad' und Christi Blut; ich hoff' ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht zur Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir und deiner Gnade teil, teil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und erfüllet sein von deines Geistes Gaben. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt himmlische Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, es giebt dem müden Herzen Ruh' und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein 16* 244 Vom Glauben. Hort, den Glauben an dein gött- vertreten; wenn er mich zu lich Wort, um deines Namens sichten wagt, Christus hat für willen; laß ihn mein Licht auf mich gebeten. Daß mein Mittler Erden sein, ihn täglich mehr für mich spricht, das ist meine mein Herz erneun und mich mit Zuversicht. Trost erfüllen. 4. Würd' es Nacht vor meinem Schritt, daß ich keinen Ausgang wüßte, und mit ungewissem Tritt ohne Licht verzagen müßte:. Mel. O daß ich tausend zc. 444. Sollt er was sagen und nicht halten? Sollt' er was reden und nicht thun? Kann je der Wahrheit Christus ist mein Stab und Licht, das ist meine Zuverſicht. 5. Mag die Welt im MißKraft veralten? Sein liebe- geschick beben oder ängstlich wallend Herz je ruhn? O nein, flagen; ohne Halt ist all ihr fein Wort steht felsenfest; wohl Glück, wahrlich, sie hat Grund, dem, der sich auf ihn verläßt! zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, das ist meine Zuversicht. 6. Will der Herr durch strenge 2. Drum sucht bei dir die Seele Frieden, verleih ihn du, o Jesu, mir! Und trifft mich Zucht mich nach seinem Bild Prüfung noch hienieden, behalte geſtalten, dennoch will ich ohne du mich fest an dir, daß ich mit Flucht seiner Hand nur stiller Glaubensfreudigkeit in dir vollhalten. Er übt Gnad' auch im ende meine Zeit. Gericht, das ist meine Zuversicht. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts; wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst verspricht's; sollt' ich seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich mich ewig fassen, hat zu viel an ewig nicht, das ist meine Zumich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, das ist meine 3uversicht. 445. Start ist meines Jesu Hand, und er wird versicht. 2. Sieht mein Kleinmut auch 446. Gefahr, fürcht' ich auch zu unterliegen: Christus beut die Hand mir dar, Christus hilft dem Schwachen siegen. Daß mich Gottes Held verficht, das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich verklagt, Christus hat mich schon Mel. O Gott, du frommer 2c. Versuchet euch doch Glauben stehet, ob ihr auf selbst, ob ihr im Christum nur und auf sein Vorbild sehet. Versuchet euch doch recht, ob Christus in euch lebt, denn Christi Leben ist's, wonach der Glaube strebt. 2. Der Glaube ist ein Licht, im Herzen tief verborgen, bricht als 245 Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 447. Wen enn heiße Thränen mir entfließen, mein Herz mit Angst und Schmerzen ringt, dann sink' ich, Herr zu 3. Er schöpft aus Christo deinen Füßen und finde, was Heil, Gerechtigkeit und Leben, mir Tröstung bringt; dann wird und will, was er empfing, gern der Glaube mir ein Licht, das andern wiedergeben. Dieweil er meines Rummers Nacht durch= überreich in Christo worden ist, bricht. preist er die Gnade hoch, betennet Jesum Christ. Vom Glauben. ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen, erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gefinnt, und wer ein Sünder war, wird durch ihn Gottes Kind. 2. Du, Heiland, bietest jedem Müden Erquickung, Mut und 4. Er nimmt mit Freuden an, Hoffnung an und schenkeft ihm was Gott im Wort verkündet; den innern Frieden, den ihm der Zweifel muß entfliehn, die die Welt nicht geben kann. Durch Hoffnung wird begründet; die dieses Friedens Kraft erfreut, hält in jeder Not sich an dem wird ihm der Glaube Seligkeit. Worte fest, daß Gott uns alle 3. Auch wenn wir zweifelnd Ding' zum Besten dienen läßt. oft uns grämen, wenn Kleinmut 5. Im Glauben wissen wir, unsern Geist verstimmt, willst du daß Gott den Sohn gegeben, uns Schwache nicht beschämen, der uns dem Tod entreißt und so lang' ein Funke Glaubens führt zum ew'gen Leben. Und glimmt; du fachst ihn an, du weil wir Gottes Lieb' in seinem nährest ihn, und bald wird er Sohn erkannt, so ist von Ge- von neuem glühn. genlieb' auch unser Herz entbrannt. 4. Du stärkst die schon gesunknen Hände, du stärkst des 6. Die Liebe dringt empor, matten Kämpfers Fuß, giebst mit Gott sich zu verbinden, sie der Versuchung solch ein Ende, kann in ihm allein, was sie ver- daß unser Dank dich preisen langet, finden. Den Nächsten muß, und führeft durch die liebet sie, wie Gott uns hat ge- Prüfungszeit uns hin zu deiner liebt, und fluchet uns der Feind, Herrlichkeit. ste segnet und vergiebt. 7. Gieb diesen Glauben mir, 5. Des Glaubens Kraft ist unsre Stärke, er überwindet eine o Herr, verleih ihm Stärke; er Welt und wirket in uns Gottes bringe stets in mir die Frucht Werke und Tugend, die ihm der guten Werke! Da, wo ein wohlgefällt; und jeder Sieg, den Feuer brennt, strahlt auch des er uns schafft, belebt das Herz Lichtes Schein; wo wahrer Glaube mit neuer Kraft. ist, da müssen Werte sein. 6. Verleih, o Herr, mir diesen 246 Vom christlichen Leben 2c. Glauben, laß ihn in Biebe thätig gen; o Lebensfürst, erbarme dich, sein; nichts müsse dieses Heil mir rauben, fern bleibe jeder Heuchelschein; dann werd' auch ich in jener Welt den Auserkornen zugesellt. nimm weg der Seele Plagen. Du weißt gar wohl, was mir gebricht; ich bin entfernt von deinem Licht: hilf, Jesu, dem Beladnen. 3. Du bist der Arzt, der Kranke heilt, und treulich ihrer pfleget; der Hirt, der zu den Schäflein eilt, und sie zur Herde träget. Krank und ermattet fühl' ich mich; o heile, stärk und weide mich: hilf, Jesu, hilf dem Schwachen. Mel. Aus tiefer tot schrei 2c. 448. Wo soll ich hin? Wer nimmt mich an? Wer führet mich zum Leben? Wo niemand, Herr, mir helfen 4. Du rufft uns zu: ich bin das kann, kannst du mir Frieden ge- Licht! du sprichst: ich bin das Leben. Die sich verirrten, suchest du; ben! die an dich glauben, dürfen den Müden schenkst du wahre nicht in Not und Tod erbeben. Ruh': hilf, Jesu, dem Verlaßnen. O Herzog meiner Seligkeit, steh 2. Des Todes Leib beschweret auch mir bei im letzten Streit, mich, die Sünde macht mich za- hilf, Jesu, mir im Sterben. XIX. Vom christlichen Leben und Wandel im allgemeinen. Mel. Wachet auf, ruft zc. ner Kraft! Strauchelt nicht hier in den Schrankten! Ungläub'ge 449. Auf, erhebet euch, ihr nur bringt Furcht zum Wanken; Christen! zum Streit Mut ist des Glaubens Eigenmüßt ihr euch mächtig rüsten; schaft. Und wer ermüden will, denn euer hat der Feind begehrt. schau' unverwandt aufs Ziel. Waffnet euch mit Gottes Worte, Da ist Freude! Wohlan, so seid und jeder kämpf' an seinem Orte, zum Kampf bereit, dann krönet damit ihr bleibet unversehrt. euch die Ewigkeit. Drängt euch die Übermacht, nehmt Christi Fahn' in acht! Ihm die Ehre! Mit diesem Held, trotz aller Welt, behaltet ihr gewiß das Feld. bahre: drum streitet recht die 3. Dorthin führt die Todeswen'gen Jahre; wie kurz ist diefes Lebens Lauf! Wenn die Toten einst erstehen, die Sünder 2. Laßt euch nicht die Bust be- ihren Richter sehen, steht ihr zu thören, die ihr dem Herrn wollt ew'gen Freuden auf. Ja, ihr angehören, und stehet fest in sei- seid Gott versöhnt; daß euch die Vom christlichen Leben zc. 247 Welt noch höhnt, währt nicht fröhlich durch des Lammes Blut. lange, und Gottes Sohn hat längstens schon euch beigelegt die Ehrenkron'. Sollten wir nun allhier nicht auch streiten für und für? 5. Wer der Sünde Knechtschaft liebet, der hat wenig Luft zum Streit; wer sich ihrem Dienst ergiebet, der versäumt die Gnadenzeit; Sündennacht, Höllenmacht hat ihn in den Schlaf gebracht. 6. Aber wen die Weisheit lehret, Freiheit sei des Christen Teil, wessen Herz zu Gott sich kehret, seinem allerhöchsten Heil, sucht allein ohne Schein Chrifti freier Knecht zu sein. Mel. Meine Hoffnung fiehet 2c. 7. Gott giebt seinen frommen Knechten dort der Treue Gna450. Auf, ihr Christen, denlohn. In den Hütten der Christi Glieder, Gerechten schallet dann ihr Siegeshanget fest an eurem Haupt. Auf! ton, wo fürwahr Gottes Schar wacht auf! ermannt euch wieder, Christum lobet immerdar. eh der Feind die Seele raubt; denn er beut Kampf und Streit Christo und der Christenheit. 4. Jeju, mächt'ger überwinder! dir nach zeuch die verlornen Kinder, die du erkaufft mit deinem Blut! Stärt in uns das neue Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Geuß auf uns deinen Geist, durch den die Liebe fleußt in die Herzen! So halten wir getreu an dir in Tod und Leben für und für. Mel. Ach was soll ich Sünder zc. 2. Folgt des Heilands Kreuzes- 451. Auf, ihr Streiter, durchgedrungen, auf, und fahne, trauet seinem starken Arm! Tobt auch auf des Kampfes Plane folgt dem Heiland nach, selbst seiner Feinde wilder Schwarm; Christi Heer kann viel mehr, wenn es stehet um ihn her. durch Marter, Tod und Schmach. wie er sich hat aufgeschwungen, ringt ihm nach in seiner Kraft; er ift's, der den Sieg verschafft. 3. Nur auf Christi Wort gewaget mit Gebet und Wach samkeit; dies allein macht unverzaget und recht tapfre Kriegesleut'; Christi Wort ist der Hort, der uns schirmet fort und fort. 2. Kein Erlöster müsse sagen, ihm gebreche Kraft und Mut zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen, weil der Herr die Wunden heilt und den Schwachen Kraft erteilt. 3. Sind wir schwach: bei ihm 4. Seine Kraft hat schon em- ist Stärke; sind wir arm: der pfunden vieler Heil'gen starter Herr ist reich; wer ist unsrem Mut, da sie haben überwunden Fürsten gleich? Seine Macht thut 248 Vom christlichen Leben zc. Wunderwerke; sagt, ob der nicht| 4. Der Weg ist oftmals enge, helfen kann, dem der Himmel unterthan? 4. Ja er kann und will uns schirmen; höret auf, verzagt zu sein, auf den Feind dringt mutig ein, mag er drohen, mag er stürmen; wißt, der Weg zur Seligkeit fordert Mut, Geduld und Streit. ist einsam, rauh und steil; ihn deckt der Dornen Menge, doch führet er zum Heil; er bringt uns ja ans Ziel! So wandeln wir denn weiter und folgen unserm Leiter, mit ihm gelingt uns viel. der Heiland gehet mit; er selbst 5. Ja laßt getrost uns gehen, will bei uns stehen bei jedem sauern Tritt. O habt nur Glaubensmut, dann wird mit Gnadenblicken er euer Herz erquicken, ihr seid in treuer Hut. 5. Nun so wachet, kämpft und ringet, bleibet wacker im Gebet, bis ihr auf der Höhe steht. Wenn ihr Siegesfahnen schwinget, wenn der Erde Werk gethan, hebt des Himmels Wonne an. Mel. Von Gott will ich zc. 452. Auf, Pilger! laßt uns eilen, Gefahr ist im Verzug, wozu das träge Weilen? die Zeit enteilt im Flug! Auf! stärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern, und denkt: das End' iſt gut. 6. Auf! laßt uns fröhlich wallen, eins durch der Liebe Band, dem Herrn zum Wohlgefallen, in diesem Pilgerland. Wir wollen friedsam sein, nicht auf dem Wege streiten und uns in bösen Zeiten einander gern erfreun. len, so tritt der Stärkre zu. Die 7. Und sollt' ein Schwacher falLiebe dient gern allen und schaffet Trost und Ruh'. Schließt euch nur fester an, so wird es euch bringen auf eurer Lebensbahn. gelingen, das Schwerste zu voll2. Es kann uns nie gereuen, sei noch so rauh der Pfad, wir tennen ja den Treuen, der uns ren, drum haltet mutig aus, 8. Es wird nicht lange wähgerufen hat. Getrost sei Herz bald gehn wir ein mit Ehren und Sinn, und jeder Pilger in unsres Vaters Haus. Dort richte mit heiterm Angesichte den sollt ihr Müden ruhn, Gott Lauf zur Heimat hin. eurem Heiland kommen; wie schaun, mit allen Frommen zu wohl, wie wohl wird's thun! 3. Daß wir der Welt nicht dienen, des wollen wir uns freun; hier ist noch nicht erschienen, was wir einst werden sein. Ihr Lieben, seid nicht bang'! Mel. Es wolle Gott uns 2c. verachtet tauſend Welten, ihr 453. Bewahr, o Gott, mich, Toben und ihr Schelten, und geht nur euren Gang. mein Gemüt bethöre, als habe Vom christlichen Leben 2c. der schon g'nug gethan, der dir giebt äußre Ehre. Du, Ew'ger, bist ein reiner Geist, in dir ist lauter Klarheit! Drum gieb, daß, wie dein Wort uns heißt, im Geist und in der Wahrheit wir gläubig dich anbeten. 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, die Herr! zu Jesu sagen und nicht mit rechtem Ernst zugleich der Heiligung nachjagen. Nur die nach deinem Willen thun, sind wahrhaft deine Kinder, sie läsfest du in Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verworfen werden. 249 3. Wohin, wohin von dir, o Jesu, gingen wir? Nein, Geber ew'gen Lebens, die Welt lockt uns vergebens; sie kann mit allen Schätzen, was du giebst, nicht ersetzen. 3. Darum laß mich vom Glauben nicht ein heil'ges Leben trennen; durch treue Übung meiner Pflicht laß Jesum mich bekennen. Gieb, daß mein Glaube thätig sei und reiche Früchte bringe; daß ich, vom Joch der Sünde frei, mit Eifer darnach ringe, das Kleinod zu erlangen. Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 454. Bist du ein Freund des Herrn, so folg ihm treu und gern. Einst schmückt er dich zum Lohne mit jener Ehrenkrone, die in dem ew'gen Leben er wird den Seinen geben. 4. Wie manche zwar sind schon von dir hinweggeflohn! Erst schwuren sie mit Freuden, sich nie von dir zu scheiden: doch in der Trübsal Tagen sahn wir sie dir entsagen. 5. Wißt, daß ihr selbst euch haßt, wenn ihr von Christo laßt. Hier wird es euren Seelen an wahrer Ruhe fehlen, dort werdet ihr mit Grauen den ernsten Richter schauen. 6. Herr, stärke meine Treu' und mach sie täglich neu, daß keine Last noch Mühe mich deinem Dienst entziehe; dann leb' ich ungeschieden von dir in ew'gem Frieden. 2. Doch weichen darfst du nicht, dies fordert deine Pflicht; dich hat er sich erworben, als Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 455. Blick hin in die vergangnen Zeiten, o Christ, mit ernstem, frommem Sinn! In der Erinnrung noch bereiten sie dir den köstlichsten Gewinn, wenn sie dich lehren, daß allein die Heil'gung soll dein Streben sein. 2. Gedenke dankbar aller Freuden, womit dich Gottes Huld erquickt, doch dank ihm auch für jedes Leiden, das er er für dich gestorben. Die Liebe dir weislich zugeschickt, denn muß dich treiben, auf ewig sein zu bleiben. alles, was er an dir thut, ist ewig weise, ewig gut. 250 Vom christlichen Leben zc. 3. Vergiß nicht, wie er dich dem, der ewig liebt, und ew'ges beschützte, wenn sich Gefahren dir Heil den Seinen giebt. genaht, dir schenkte, was dir wahrhaft nützte, oft eh es noch dein Flehn erbat, und wie er Mel. O daß ich tausend 2c. oft dir mehr gewährt, als je 456. D em Heiland folgt, dein Wunsch von ihm begehrt. wer hier auf Erstrebt, und, daß er möge selig den mit Eifer nach dem Guten werden, hienieden schon dem Himmel lebt, stets vorwärts dringt und nie vergißt, wozu er außertoren ist. dann 4. Denk an die große Zahl der Stunden, die Gott zu deinem Heil dir gab; sind sie in seinem Dienst verschwunden, schrecken dich nicht Tod und Grab, dann ist die hingeschwundne Zeit gewonnen für die Ewigkeit. 2. Wie Jesus seines Vaters Willen mit Luft und Freude hat 5. Denk an die gottgefäll'gen gethan, so wirkt bald sichtbar, Werke, die du im Glauben hast bald im Stillen, der Fromme gethan, dank ihm für die ver- Gutes, wo er tann; er nuget liehne Stärke und wandle fort jeden Augenblick zu Gottes Ruhm auf seiner Bahn; dann giebt und andrer Glück. dir Zeugnis Gottes Geist, daß 3. Ihn schrecken keine Hinderdu ein Kind des Höchsten seist. nisse, durch Glaub' und Hoffnung 6. Doch sich dabei auch voller stärkt er sich und seine heiligen Reue zurück auf deiner Sünden Entschlüsse stehn fest und unSchuld, such für die oft verletzte erschütterlich; auf Jesum sieht er Treue Vergebung in des Mittlers unverwandt und thut, was er Huld, und laß die Fehler, die für recht erkannt. dich reun, nun Mittel dir zur Weisheit sein. 7. O säume nicht, dies turze Leben dem weißesten Gebrauch zu weihn, es ward vom Schöpfer dir gegeben, hier guten Samen auszustreun. Dort reift die Frucht von deiner Saat, Vergeltung folgt der guten That. 8. Dann blickst du an des Lebens Ziele mit Ruh' auf das Vergangne hin, bist selig schon im Vorgefühle, und Sterben wird dir zum Gewinn. Du gehst zu 4. Er kämpft entschlossen für das Gute, gleich ihm, der für das Gute starb und uns am Kreuz mit seinem Blute zum Kampfe Mut und Kraft erwarb. Die Liebe Christi, die ihn dringt, stärkt ihn, daß er den Sieg erringt. 5. Und steht er einst am großen Ziele, wo herrlich sein Erlöser thront, dann zählet er der Siege viele und alle werden ihm belohnt. Herr, unser Heiland, führe du uns alle diesem Ziele zu! Vom christlichen Leben zc. 251 Mel. Von Gott will ich zc. daß ich nicht falle, hab immer 457. Die Fülle guter Gaben auf mich acht! Wenn ich im Straucheln bin, halt mich in deinen Schranken; wenn meine Schritte wanken, gieb du mich nicht dahin! wohnt, Gott, bei dir allein, und was wir sind und haben, ist, Vater, alles dein. Du Ursprung alles Lichts! du wollest Licht und Leben auch mir von oben geben. Giebst du, so fehlt mir nichts. 2. Seit ich, durch deine Gnade, mein Elend tief erkannt, hat sich vom Sündenpfade mein Herz zu dir gewandt. O daß mich deine Kraft befest'ge nun und gründe, bis ich das Leben finde, das Jesus mir verschafft! 7. Laß du mein letztes Scheiden in Frieden, Herr, geschehn und zu des Himmels Freuden der= einst mich auferstehn. Auf ewig o schenk mir, einst mit dir! Lebenssonne, aus Gnaden diese Wonne! Ja du gewährst sie mir! 4. Gieb mir den Geist der Liebe, der Sanftmut und der Treu', daß ich aus reinem Triebe dem Nächsten hülfreich sei. Vor allem gieb Gedeihn, die, so dich jetzt noch fliehen, zu dir, o Herr, zu ziehen, daß sie sich ganz dir weihn. 3. Laß niemals mich vergessen die Größe meiner Schuld, auf 458. daß ich mög' ermessen die Tiefe deiner Huld. Entflamme Herz und Sinn, nach dir nur zu verlangen, dir einzig anzuhangen, durch den ich selig bin. 5. Versucht zu neuen Sünden mich Satans Macht und List, so hilf du überwinden, der in mir mächtig ist. Mit dir kann ich voll Mut um jene Krone ringen; mit dir muß mir's gelingen, der große Wunder thut. Mel. Nun ruhen alle zc. 6. Ich Erdenpilger walle hier oft in finstrer Nacht; ach hilf, Du ſollst in allen Sachen Gott den Anfang machen aus treuer Schuld und Pflicht. Wem hast du Dank zu geben für alles Heil und Leben? Nur ihm; von dir entspringt es nicht. 2. Der Mensch mit seinem Dichten weiß wenig auszurichten, was gut zu heißen sei. Was will dein eitles Sinnen, du armer Staub, beginnen, steht dir nicht seine Hülfe bei! 3. Drum sei nicht zu verwegen auf deines Amtes Stegen und fleuch den eignen Ruhm. Dir sollst du nicht vertrauen, auf deine Kraft nicht bauen, sie ist ja nicht dein Eigentum. 4. Schlag an die Himmelspforten mit starken Glaubensworten, da bitte Kraft dir aus; daher wird Segen fließen und reichlich 252 sich ergießen auf dich und auf dein ganzes Haus. Vom christlichen Leben zc. 6. Leb' ich in steter Traurigteit, sind wenig gute Stunden in meiner kurzen Lebenszeit: ich habe Gott gefunden! der tröſtet mich gar süßiglich, will vom Schmerz entbinden; drum nich kann ich überwinden. Mel. Was Gott thut, das 2c. 459. in Chrift, ein tapfrer Kriegesheld, voll Geist, voll Kraft und Stärke, verleugnet sich, bezwingt die Krieg mit meinen Glaubens7. Und wie ich immer führte Welt, zerstört des Satans Werte, waffen, so werden sie den letzten kämpft innerlich und äußerlich; Sieg im Sterben mir verschaffen. wo sich auch Feinde finden: er Ob Grab und Tod auch furchtkann sie überwinden. bar droht, die Schrecken bald 2. Ich habe fruchtlos mich ge- verschwinden, und ich werd' quält und gab mich fast verloren, überwinden. bis ich den Helfer mir erwählt, 8. Das Kleinod ist mir vor= des Geist mich neu geboren. Wer gesteckt, ich soll nur tapfer will die Kraft, die alles schafft, tämpfen. Drum bleibt mein wer Christi Macht ergründen, Arm stets ausgestreckt, mit Gott durch die wir überwinden? den Feind zu dämpfen. Nur un3. Auf Eitles war mein Sinn verzagt und frisch gewagt; ich gestellt, auf falsche Lust und seh' die Krone binden, drum Ehre, ich lebte nach dem Lauf will ich überwinden. der Welt und nicht nach Chriſti Lehre. So ist's nicht mehr; Gott sei die Ehr'! Ich streite mit den Mel. Nun ruhen alle 2c. Sünden und will sie überwinden. 460. Einst selig dort zu 4. Die Menschen flößten Furcht und bleibt auf Erden mein heiwerden, das ist mir ein, gefallen wollt' ich allen; liger Beruf. Gott, dem ich freu jetzt aber fürcht' ich Gott allein dig glaube, weckt mich einst aus und will nur ihm gefallen. Der dem Staube, er, der aus Staube Menschen Gunst ist eitler Dunst. mich erschuf. Mag sich ihr Haß entzünden, doch werd' ich überwinden. 2. Die Erde, da wir wallen, 5. Die Welt mit ihrem Spott ist nur ein Pilgerland; zum oft straucheln, stehn und fallen, und Hohn erhebet mich zu Ehren, Himmel soll uns leiten, zur fie muß an meiner Himmels- Ewigkeit bereiten der Frommen tron' die Edelsteine mehren. Der kurzer Übungsstand. Herr ertrug, daß man ihn schlug, er ließ sich schmähn und binden; auch ich will überwinden. den von meinem Gott mich schei3. So soll nicht Lust noch LeiI den, der ich unsterblich bin. Was christlichen Leben zc. 253 Wozu Teil, Gott ewig Lob zu singen: so sei auch hier schon unser Heil, für alles Dank zu bringen. Vom ist mein irdisch Leben? ist mir's gegeben? Wie lange währt's, so ist's dahin! 4. Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Er8. Dort wird das große Ziel erreicht, vor unserm Herrn zu den mein heiliger Beruf. So stehen; wer hier ihm als sein sei all mein Bestreben, nur ihm allein zu leben, ihm, der zur Ewigkeit mich schuf. Jünger gleicht, soll, wie er ist, ihn sehen. Mel. Ich dank' dir schon 2c. 461. Erhebet, Christen, euren Sinn; was hangt ihr an der Erden? Schaut fest nach eurem Ziele hin: ein Christ muß himmlisch werden. 3. Wer Gott erkennt, der suchet ihn, kann nicht an Eitles denken, lernt sich dem Joch der Sorg' entziehn und sich zum Ew'gen lenken. 2. Was beut die Welt euch ob hier auch von außen kein lockend an? Nur Tand und Schimmer sie schmückt; was ihnen nicht'ge Dinge! Wer einen Him- der König des Himmels gegemel hoffen kann, schätzt irdisch ben, das wird nur vom Auge Gut geringe. des Geistes erblickt; was viele verachten bei irdischem Trachten, hat ihre erleuchteten Sinnen ge= zieret und sie zu der himmlischen Würde geführet. 4. Auch wenn die Last der Erd' ihn drückt, wird er nicht mutlos zagen, er kennt ja den, der ihn erquickt und weiß sein Leid zu tragen. 5. Wo uns kein Schmerz mehr treffen kann, wo Lebensströme fließen, dort schaut er hin, schaut himmelan, den Schmerz sich zu versüßen. 9. Drum hilf, Erlöser, uns schon hier das Herz zu dir erheben, daß wir entschlafen einst in dir und ewig mit dir leben. 6. Dort haben wir ein ew'ges Haus, die Stätt' ist uns bereitet; dort teilt Gott seine Kronen aus: wohl dem, der tapfer streitet. 7. Dort ist der Engel schönes In eigener Melodie. 462.& glänzet der Chriſten inwendiges Leben, 2. Sie gleichen im äußern den Kindern der Erde und tragen auch an sich des Irdischen Bild, sie fühlen wie andre der Menschheit Beschwerde, oft sehn sie die Sonne der Freude verhüllt; sie stehen und wandeln, sie reden und handeln, wie jeder es treibet in zeitlichen Dingen, doch kann sie die weltliche Luft nicht bezwingen. 3. Denn innerlich sind sie von göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; es lodert in ihnen die himmlische 254 Vom christlichen Leben zc. Flamme, entzündet von oben, ge- und nach des reinen Geistes Sinn nähret von dort; die Engel, als zu leben; zwar der Natur geht es Brüder, erfreun sich der Lieder, gar bitter ein, sich immerdar in die hier von den Lippen der From- Christi Tod zu geben; doch führt men erklingen und bis in das die Gnade selbst zu aller Zeit himmlische Heiligtum dringen. den schweren Streit. 4. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, sie blei- ein Kind, du darfst ja nur die 2. Du darfst nur werden wie ben ohnmächtig und schützen die Liebe kindlich üben. O blöder Welt, sie schmecken den Frieden Geist, wie gut ist Gott gesinnt! bei allem Getümmel, sind arm, das kleinste Kind kann ja die doch sie haben, was ihnen ge- Mutter lieben; drum zage nicht fällt; sie stehen im Leiden und und fürchte nicht so sehr, es ist bleiben in Freuden, sie scheinen nicht schwer. ertötet den äußeren Sinnen und führen das Leben des Glaubens von innen. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit seiner Gnade fülle; der fromme Gott 5. Wenn Christus, ihr Leben, will ja nicht deinen Schmerz, die sich wird offenbaren, wenn er Unlust schafft in dir der Eigensich einst allen in Herrlichkeit wille; drum übergieb ihn willig zeigt, dann wird auch den from- in den Tod, so hat's nicht not. men und gläubigen Scharen die Krone des ewigen Lebens ge- mer hin, der ja das Herz ver4. Wirf nur getroft den Kumreicht; sie werden regieren, mit geblich schwächt und plaget; erihm triumphieren, wie leuchtende wecke nur zum Glauben deinen Sterne des Himmels dort pran- Sinn, wenn Furcht und Weh gen, wenn aller Welt Schimmer an deinem Herzen naget; sprich: in Nacht ist vergangen. an, so ist's gethan. Vater, schau mein Elend gnädig 6. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du ewige Sonne der inneren Welt, laß deinen ver- duld, wenn du nicht gleich des 5. Faß nur die Seele in Geborgenen Weg uns erwählen, wie Vaters Hülfe merkest, und fehlest oft auch die Menge für thöricht du noch oft aus eigner Schuld, ihn hält. Hier wenig geschätzet, so sieh, daß du dich durch die und oftmals verletzet, hier stille Gnade stärkest, dann ist vor mit Chrifto im Vater gelebet, das ist es, was einst uns zum Himmel erhebet. Gott dein kindliches Versehn als nicht geschehn. Mel. Es koftet viel zc. 463. ist nicht schwer, ein Christ zu sein 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn Nacht und Finsternis dich wird umgeben; dein Vater wird dir nichts zu leide thun, du brauchst niemals vor Vom christlichen Leben zc. 255 einem Sturm zu beben; ja, siehst reinen Himmelssinn im Herzen du auch von Hülfe keine Spur, träget. Sei hoch das Ziel, die o glaube nur! Gnade macht es leicht, daß man's erreicht. 7. So wirst du bald den Morgen sehn, du wirst dein Heil in voller Klarheit schauen; wie du geglaubt, wird dir alsdann geschehn, und Gott erfüllt dein findliches Vertrauen. O Seele, sieh, wie doch ein wahrer Christ so selig ist! 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, dich deinem Gott ganz findlich zu ergeben? Geneuß, o Herz, der süßen Himmelsruh', im Frieden sollst du bei dem Vater leben. Drum sei dies deine Sorg' und Müh' allein, ein Christ zu sein. In eigener Melodie. 464. G 3 fostet viel, ein Christ zu sein und nach des reinen Geistes Sinn zu leben; denn der Natur geht es gar bitter ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben, auch ist's mit Einem Kampf, den wir vollbracht, nicht ausgemacht. 4. Schon hier wirst du den Bater sehn, in seinem Anschaun sel'ge Luft empfinden, wirst über Zeit und Welt erhaben stehn, und dich mit Gott zu einem Geist verbinden; schon hier erglänzet dann dein Angesicht im Himmelslicht. 5. Dort schaust du einst die Weisheit ganz, die dich mit Mutterliebe stets geführet; dich frönet Gott mit jenem Perlen= tranz, der Christi Streiter nach dem Kampfe zieret. Was nie ein menschlich Auge hier gesehn, wird dort geschehn. 6. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich aus der Nacht der Finsternis zu reißen. Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft dir Gott verheißen. Wie gut wird sich's doch nach der Arbeit ruhn, wie gut wird's thun! Mel. Herr, nicht schicke deine 2c. 465. Folge mir, ruft uns 2. Auf Schlangen müſſen Chriihren Fuß das was ihr hienieden setzen; da kostet's Müh', bittet, will ich geben. Gehet nur auf seiner Hut zu stehn, soll den rechten Steg, folget, ich bin tötlich nicht der gift'ge Stich ver- selbst der Weg. Mich müßt ihr letzen. Wer hier nicht wacht und zum Führer wählen, sucht ihr betet immerdar, kommt um für- Ruh' für eure Seelen; lernt von wahr. mir, im Herzen rein, sanft und reich an Demut sein. 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, wenn man mit Ernst die 2. Ja, Herr Jesu, deinen WilHerrlichkeit erwäget, die hier und len sollt' ich freudiglich erfüllen, ewiglich ein Mensch erfährt, der denn der Weg zur Seelenruh' und 256 Vom christlichen Leben zc. die Wahrheit selbst bist du; sollte| pfahn. Hier laß uns dir gläubig nimmermehr mich schämen deine trauen, dort dein Antlik selig Last auf mich zu nehmen, folgen schauen; jenes gieb uns in der sollt' ich, doch wer schafft dazu Zeit, dieses in der Ewigkeit. mir, dem Schwachen, Kraft? 3. Herr, du selbst giebst Kraft und Stärke zur Vollbringung Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. guter Werke, drum kann ich dir 466. Früh oder ſpät des Tofolgen nach, bin ich von Natur Raub wird diegleich schwach. Will mich auch ser Leib verderben: doch er allein die Welt umstricken und dir, sinkt in den Staub, mein Geist Heiland, mich entrücken: täuscht wird nimmer sterben. Doch war= mich ihre List doch nicht, denn tet mein nach dieser Zeit Verdu leuchtest mir, mein Licht. dammnis oder Seligkeit. 4. Niemals will ich, Herr, dich laffen, fest im Glauben dich um- soll der Christ nach seinem Heile 2. Mit Furcht und Zittern fassen, deine Gnade stärket mich ringen, nicht suchen, was auf in der Treue gegen dich. Gern Erden ist, hinauf zu Gott sich laff' ich die Weltlust schwinden, schwingen, getrost den Pfad der um in dir mein Heil zu finden; Trübsal gehn und der Versuchung was die Welt giebt, ist Betrug, widerstehn. wer dich hat, der hat genug. 5. Du bist vor uns hergegan- fen muß, noch bin ich in den 3. Ich weiß, daß ich noch laugen ohne Stolz und eitles Pran- Schranken; das Ziel ist fern, gen, reich an Freundlichkeit und Huld, unter Sündern voll Geduld; ja dich hat dein treues Lieben gar bis in den Tod getrieben, als der fünd'gen Welt zu gut floß am Kreuz dein teures Blut. mein schwacher Fuß beginnet oft u wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf meiner schweren Pilgerschaft! 6. Laß auch uns in solchen Schranken freudig laufen sonder Wanken, daß uns Lieb' und Freundlichkeit fest verbind' in die ser Zeit; laß uns selbst in Kreuz und Leiden nicht von deiner Liebe scheiden, daß wir, Herr, auf dein Gebot treu dir folgen in den Tod. 4. So lang' ich noch ein Fremdling hier in diesem Leibe walle, so schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und lente meines Lebens Bahn durch deinen Geist zu dir hinan! Kind zu sein und dein Gebot zu 5. Es sei mein Ruhm, dein üben; mein höchstes Gut, mich 7. Laß, o Herr, es uns gelin- dein zu freun, von Herzen dich gen, unsern Lauf so zu vollbrin- zu lieben; mein Trost, auf deigen, daß wir froh dem Ziel uns nen Schuß zu baun; mein Hoffen, nahn um das Kleinod zu em- dich dereinst zu schaun. Vom christlichen Leben zc. 257 6. Und dieser Hoffnung helles 4. Nur frisch an allen Enden Licht soll mir kein Zweifler die Arbeit angefaßt! Mit unrauben; was meines Heilands verdroßnen Händen sei wirksam Wort verspricht, das halt' ich ohne Rast! Das ist der rechte fest im Glauben; die er als Mut. Streu aus den edlen SaJünger hier erkannt, die reißet men, arbeit in Gottes Namen, nichts aus seiner Hand. so keimt und wächst es gut. 7. Heil mir, daß ich dein 5. So wird von Stund' zu eigen bin, nichts fann von dir Stunde das Feld des Herrn gemich scheiden; der Tod auch ist deihn, und bald auf seinem für mich Gewinn, er führt zu Grunde kein Unkraut sichtbar ew'gen Freuden. Gieb, daß ich sein. Schlag alles aus dem Sinn, dir im Leben treu, durch dich was sonst dich hielt gefangen, im Tode selig sei. dein Wünschen und Verlangen, und gieb dich gänzlich hin. Mel. Nun ruhen alle 2c. Mel. Aus meines Herzens 20. 467. eh hin nach Gottes 468. Willen in Gieb, Gott, wenn ich dir diene, daß ich und Vertraun, lern das Gebot mich nie erkühne, darüber stolz erfüllen, sein großes Feld zu zu sein! Wer kann bei seinen baun! Frag nach der Ernte Werken, wie oft er fehlet, merken? nicht! Du darfst den Lohn nicht Wer ist von Mängeln völlig messen, mußt Freud' und Lust retn? vergessen, nur sehn auf deine Pflicht. 2. Such' ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? Fühl' ich der Tugend Würde und trag' ich ihre Bürde auch immer mit 3u2. Willst du nur sein geborgen und vor der Welt geehrt, so kannst du nicht besorgen, was deinem Herrn gehört. Sieht je- friedenheit? mand auf Gewinn und trachtet hier auf Erden nur glücklicher zu werden, der hat den Lohn dahin. 3. Entzieh' ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen, aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 3. Doch hast du deine Gaben dem Dienst des Herrn geweiht, so wirst du Augen haben, zu 4. Der Sünden meiner Jusehn, was er gebeut. Das thuc gend, der Mängel meiner Tustill und gern! Du darfst nicht gend, o Herr, gedenke nicht! zaudernd wählen, nicht rechnen Willst du mit deinen Knechten, und nicht zählen; er ruft, du wie sie's verdienen, rechten, so folgst dem Herrn. trifft sie alle dein Gericht. 17 258 Vom christlichen Leben 2c. 5. Doch wenn auch, dir zur feierlich anrufe, Hocherhabner, Ehre, rein meine Tugend wäre: dich, durch den ich bin und lebe: wes ist dies Eigentum? Wer dann sei von Trug und Heuchelei ließ mich unterrichten? Wer ließ mein Herz und meine Zunge frei. in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? da dich schmähn und frech mit 3. Wenn Frevler auch noch Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken! Weh dem, der wähnt, durch falschen Eid 6. Wer gab mir, dich zu lieben und dein Gebot zu üben, die Lust und Freudigkeit? Wer stärkte meine Kräfte im Heili- die Schmach der Ungerechtigkeit gungsgeschäfte? Wer gab mir hier vor der Welt zu decken! Mut und Sieg im Streit? Weh ihm, er stürzet freventlich in ewiges Verderben sich. 7. Du schaffst, daß ich dich wähle, du lehrest, wenn ich fehle, 4. O Seele, wenn du noch mich meine Schuld bereun; du dich liebst, bedenk, was du zum ziehst mich ab von Sünden und Pfande giebst: dein Glück, dein läßt mich Gnade finden und ew'ges Leben! Verwirf nicht mit giebst zur Beßrung das Gedeihn. Verwegenheit dein Teil an Gott 8. Sollt' ich mich des erheben, und Seligkeit; wer kann dir's was du mir, Herr, gegeben? wiedergeben? Was hilft dir Hab' ich zum Lohn ein Recht? dann die ganze Welt? Nichts Könnt' ich auch alles üben, was hat ste, das dich schadlos hält, du mir vorgeschrieben: wer bin ich? ein unnüter Knecht. 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Ewigkeit, du ic. 469. Gott, der du selbst Trost nicht mehr mein Herz erdie Wahrheit bist, freut, dein Trost nicht, wenn vor dir, der rein und heilig ist, ich sterbe: wer wird mich dann foll ich nur Wahrheit sprechen. von Qual befrein? Dann besser, Dich täuschet nie ein falscher nie geboren sein. Mund, des Lügners Frevel ist dir kund, und einst wirst du ihn und Geld, und nicht die Macht 6. Drum soll nicht Ehre, Gut rächen; laß darum stets mein der ganzen Welt mich blenden Ja und Nein aufrichtig und voll und verführen; und drohte mir Wahrheit sein. auch Schmerz und Leid, ich will 2. Gott, wenn ich schwörend doch meine Seligkeit mutwillig vor dir steh', hinauf zu deinem nicht verlieren. Es gilt fein Himmel seh' und meine Hand Leid, kein Glück der Zeit, nein, erhebe; wenn ich zum Zeugen es gilt Gott und Ewigkeit. Mel. Vom christlichen Leben zc. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 470. Gott ist's, der das Mel. Sollt' ich meinem Gott 2. Vermögen schafft, 471. Heilig, heilig ist dein ; Vater, dein Gebot! Dir gehorcht in tiefer Stille deine Schöpfung, großer Gott! Die im Himmel dir lobfingen, stehn um deinen Thron bereit, freuen sich der Seligkeit, deinen Willen zu vollbringen. Nur der Mensch erkennt es nicht für sein Heil und seine Pflicht. das Gute zu vollbringen; giebt zur Arbeit Lust und Kraft und läßt sie wohl gelingen. Was mit des Höchsten Willen stimmt, wird, wenn man's freudig unternimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. 2. Gott segnet den, der eifrig strebt, vor ihm gerecht zu werden, und treu nach seinem Willen lebt, schon gnädig hier auf Erden; er reicht ihm dar mit milder Hand in seinem Amt, Beruf und Stand, was ihm wahrhaftig nüket. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er frönet sie mit Gnaden; was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schutz bedeckt er sie und stärket bei des Lebens Müh' ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gieb, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß deinen Weg ich gehe. Laß mich, wie mir's dein Wort gebeut, nach deines Reichs Gerechtigkeit vor allen Dingen trachten. 259 5. Mein Vater, ich befehle dir die Werke meiner Hände! Sei überall, mein Gott, mit mir, daß ich sie wohl vollende! O hilf, zu deines Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. 2. Dir gehorchet nah und ferne aller deiner Welten Heer, deine Sonnen, deine Sterne, Sturm und Donner, Erd' und Meer! Alles dienet deinem Willen! Alles, Schöpfer, was du schufft, eilt und drängt sich, wenn du rufft, dein Gebot, Herr, zu erfüllen. Nur des Menschen Herz allein will dir nicht gehorsam sein! 3. Oft empört sich seine Seele stolzen Mutes wider dich; deine göttlichen Befehle wirft er fre= velnd hinter sich. Du sollst ihn nicht mehr regieren! Klug genug nach seinem Wahn, wählt er selbst sich eine Bahn, die ihn soll zum Heile führen, und geht mit bethörtem Sinn auf verkehrten Wegen hin. 4. Vater, lehr uns all' empfinden, wohin eigner Wille führt! Lenk uns ab vom Pfad der Sün= den, deren Lust nur Tod gebiert! Mach uns deinen Willen wichtig! Jeden Irrweg hilf uns fliehn, der uns könnte dir entziehn, denn dein Weg allein ist richtig! Mach 17* 260 Vom christlichen Leben 2c. im Geist uns täglich neu und in in Gnaden meinen Gang gewiß guten Werken treu! und fest mein Lebenlang, daß un5. So wird hoch verherrlicht verführt vom Weltverkehr ich werden deine Weisheit, Huld wall' auf deiner Spur einher. und Macht, und dein Wille hier 2. Denn ohne dich und deinen auf Erden wie im Himmel froh Geist bin im Gedräng' ich hier vollbracht! Alle Werke deiner verwaist. Wohl mir, wenn ich Hände werden unterthan dir nach deinem Sinn mit Gottes sein, alle deinem Dienst sich Freunden selig bin und fern weihn bis an deiner Schöpfung mich halte von der Schar, die Ende, bis die Fülle dieser Zeit meiner Seele droht Gefahr. eingeht in die Ewigkeit. Mel. Seelenbräutigam 2c. 472. err, du gingst voran auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; hin zum Vaterland leit uns deine Hand. 4. 3u leicht erstirbt im Weltgewühl des Herzens besseres Ge2. Soll es hart ergehn, hilf fühl. Des Geistes Ruf wird uns feste stehn, daß wir nie in überhört, des Wortes Saat im schweren Tagen unterm Kreuze Reim zerstört. Und wer vermutlos flagen; denn durch Trüb- bürgt die fünft'ge Zeit, die uns sal hier geht der Weg zu dir. Ersatz des Schadens beut? 3. Rührt ein eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden: Herr, gieb du Geduld zu beiden! Richte du den Sinn auf das Ende hin! 3. Ein Umgang, welcher schuldlos schien, zog manchen zum Verderben hin. Ein Augenblick Ergöglichkeit stürzt oft in grenzenloses Leid. Herr, hilf mir, daß ich wachsam sei, und schütze mich vor später Reu. 4. Ordne lebenslang also unsern Gang! Halt uns auch auf rauhem Wege stets in deiner treuen Pflege! Und nach solchem Lauf thu dein Reich uns auf. wankt und fällt, durch Beispiel, 5. Wie mancher strauchelt, Witz und Spott der Welt! Durch leichter siegen Fleisch und Blut. fie gewinnt das Böse Mut, und verführt durch Hohn manch Der Afterweisheit frecher Scherz züchtig Herz. gewühl, richt Aug' und Herz 6. Entwöhne mich dem Weltaufs ew'ge Ziel, das nur der reine Sinn erreicht, der nicht zum breiten Weg entweicht, und durch deinen Geist sich rein erauf vom der Welt Mel. Vater unfer im 2c. 473. guter Bahn zu deierr, führe nem Himmelreich hinan! Erhalt hält. Vom christlichen Leben zc. 261 7. O wer, von dir als dein 6. Laß mich meine Besserung erkannt, in dir sein Heil und über alles wichtig achten und Leben fand, dem fehlt nie Licht nach meiner Heiligung mit dem in Dunkelheit, der Freund nicht regsten Eifer trachten; denn mein in der Einsamkeit. Verließ' ihn harrt vielleicht noch heut das gleich die ganze Welt, du, du Gericht der Ewigkeit. bist's, der ihn schadlos hält. 7. Deine Gnade steh' mir bei, so zu wandeln auf der Erde, daß ich reich an Früchten sei und einst reif zum Himmel werde; Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 474. Herr, ich hab' aus und ist einst mein Ende da, o deiner Treu', mir zum Heil, noch Zeit in Händen. Gieb, daß ich beflissen sei, sie In eigener Melodie. auch weislich anzuwenden; denn 475. Herr Jeſu, Gnadenwer zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die mir zugezählten Stunden! Wie ein Traum sind sie dahin und auf ewig dann verschwunden; nur der Augenblick ist mein, des ich mich noch jetzt fann freun. sonne, wahrhaftes Lebenslicht, gieb Leben, Licht und Wonne dem blöden Angesicht. Nur du kannst mich erfreuen und meinen Geist erneuen, Herr, versag mir's nicht. D 2. Vergieb mir meine Sünden, demütig bitt' ich dich; laß Trost bei dir mich finden und hilf mir 3. Laß mich dieser Flüchtigkeit gnädiglich. Laß deine Friedensmeiner Tage nie vergessen! Ogaben die bange Seele laben; wie wichtig ist die Zeit, die du mein Jesu, höre mich. mir haft zugemessen, da, was 3. Vertreib aus meiner Seele hier von uns geschieht, ew'ge den alten bösen Sinn, daß ich Folgen nach sich zieht! nur dich erwähle zum seligen 4. Reize mich dadurch zum Gewinn. Dir will ich mich erFleiß, jede Stunde auszukaufen, geben und dir zu Ehren leben, und zu wirken dir zum Preis, weil ich erlöset bin. eh die Zeit des Heils verlaufen, 4. Befördre dein Erkenntnis die zu meiner Seligkeit deine in mir, mein Seelenhort, und Gnade mir verleiht. öffne mein Verständnis durch 5. Deine schonende Geduld dein heilsames Wort, damit ich trage mich hier nicht vergebens; an dich gläube, in deiner Wahrnein mich weise deine Huld auf heit bleibe und wachse fort und den ernsten Zweck des Lebens, fort. daß für meiner Seele Wohl ich stets sorge, wie ich soll. 5. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus 262 Vom christlichen Leben zc. innerm Triebe dich ewig lieben Ehr' allein mein Endzweck sei, pb, kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. was ich thu', auch niemals mich gereu', und ob ich stets an meinen Taufbund denke, ob ich auch heil'ger werd' und reich an frommer That, und völlig sei bereit, wenn sich mein Ende naht. 6. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut; das sind die Gnadenwerke, die dein Geist in mir thut; mein eigenes Beginnen, mein Denken und mein Sinnen ist nimmer recht und gut. 7. Du Geber aller Gnaden, du Brunnquell aller Treu', wend allen Seelenschaden, und mach mich täglich neu; gieb, daß ich deinen Willen beständig mög' erfüllen, und steh mir kräftig bei. ferne von uns allen, erfüllst mit 4. Du bist, mein Gott, nicht deiner Gegenwart die Welt; dies reize mich, zu thun, was dir ge= fällt, dies warne mich, in Sünden nicht zu fallen; dein heil'ges Recht sei stets vor meinem Angesicht und deine Gnade sei mein Trost, mein Heil, mein Licht. Mel. Mein Salomo, dein 2c. 476. 5. Mein Seligsein laß mich mit 3ittern schaffen, was eitel ist, mit allem Ernste fliehn; und thun dem nach deinem Wohl- entziehn, so reiche du mir deines gefallen, dein guter Geist führ Geistes Waffen, und in Vermich auf ebner Bahn, daß ich suchung steh mit deiner Kraft dich mehr und mehr erkennen mir bei, daß ich nicht zaghaft kann und mit dem Sinn schon bald und bald vermessen sei. hier im Himmel wallen. Hilf, daß ich fort und fort im Glau- soll mir nicht grauen, ich scheue 6. Was du verhängst, davor ben stark und treu und rein nichts, tein Leiden, keine Not; ich von Eigenlieb und schnöder WeltLuft ſei. will getreu dir sein bis in den Tod; ich darf ja dir und deiner 2. Kein Heuchelschein, kein talt Kraft vertrauen: die Sorge, die noch laulich Wesen beflecke mich, uns drückt, den Kummer, der dir sei mein Herz geweiht, und uns plagt, kennst du und hilfst rechter Ernst sei meine Frömmig- gewiß, wie du uns zugesagt. teit. Zu deinem Dienste hast du mich erlesen, drum leuchte mir, o Herr, dein Licht auf meinen Gang, daß ich durch Sinn und That dich preise lebenslang! nen Gütern schmecken, schon hier 7. Laß mich schon hier von deiempfinden deine Hülf' und Macht, bis du hindurch zum Himmel mich gebracht, dann wird ein Lob das 3. Gieb, daß ich stets mein andere erwecken; und selig schauet Sorgen darauf lenke, ob deine dann in deines Himmels Licht 263 Vom christlichen Leben 2c. auch mein verklärtes Aug' dein noch lebe. Er ist zum Vorbild herrlich Angesicht. mir gestellt, ich sterbe mit ihm dieser Welt, weil ich mich ihm ergebe. Mel. Kommt her zu mir sc. 7. Durch ihn kann ich mich 477. Herr, meiner Seele dein erfreun und ewig dir verden zum Gut mir dein heil'ges Wort erklärt, mir wählen. Mich stärket deines laß mich mit Ernst bedenken, Geistes Kraft; im Kampfe meidaß ich sie ehre, wie ich soll, und ner Ritterschaft kann mir der auf die Sorge für ihr Wohl Preis nicht fehlen. mög' allen Eifer lenten. 2. Welch Heil hast du ihr zugedacht; wie viel hat deine Gnad' Mel. Eins ift not, o Herr 2c. erzog unsrer Seligund Macht schon hier an fie ge- 478. feiten, führ uns in wendet! Du schufft sie, Herr, dein Heiligtum, hilf, daß wir dein Bild zu sein, und hast uns, um es zu erneun, den Sohn uns recht bereiten, zu verkünden deinen Ruhm. Laß unsre Bitte herabgesendet. dein Herze jetzt rühren, du haft uns erkaufet, du wirst uns auch Vater 3. Drum aufwärts richte sich mein Sinn, weil ich ja nur ein Pilger bin für kurze Zeit auf Er- führen; wir wollen dem den. Durch Glauben und Gottseligkeit soll größerer Vollkommenheit ich einst teilhaftig werden. zum Opfer dastehn, und mit dir durch Leiden zur Herrlichkeit gehn. 2. Er hat uns zu dir gezogen, und du zogst zu ihm uns hin; 4. 3u solchem Ziele willst du so hat Liebe überwogen unfres mich durch dieses Leben väter- Herzens starren Sinn. Drum lich nach kurzer Mühe führen. wollen wir freudig in dir auch laß mich nicht durch eigne Schuld absterben der Welt und des die Frucht von deiner Lieb' und eigenen Herzens Verderben; in Huld, das ew'ge Heil verlieren. deinen Tod, Herr, laß gepflanzet uns sein, sonst dringen wir nimmer zum Leben hinein. 3. Denn noch immer sucht die Sünde so viel Ausflucht überall, wie sie unsern Willen binde und bereite uns den Fall. Es bleibet das Herz an dem Kleinsten noch 6. So leb' ich denn im Glau- fleben und will sich nicht völlig ben schon an meinen Heiland, zum Sterben ergeben, es wendet deinen Sohn, was ich im Fleisch Entschuldigung überall vor, wir 5. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir; drum schaff, o Gott, ein Herz in mir, das alle Sünde hasset, die Schuld vor dir mit Ernst bereut und dann mit voller Freudigkeit auf Christum Hoffnung fasset. 264 Vom christlichen Leben zc. leihen der Täuschung ein williges| seiner Pein mein ganzes Selbst Ohr. ertötet sein. 4. Drum, du Todesüberwinder, nimm dich unser mächtig an, greife du ins Herz der Sünder, reiß heraus den falschen Wahn. Olaß sich dein neues erstandenes Beben in unsern erstorbenen Her zen erheben, laß deine vollkommene Klarheit uns sehn, auf daß wir als neue Geschöpfe erstehn. 5. Kehre die zerstreuten Sinnen aus der Vielheit in das Ein', daß sie wieder Raum gewinnen, nur von dir erfüllt zu sein. Ach wirf du die Mächte der Finsternis nieder, erneue die Kräfte des Geistes uns wieder, daß er aus der Fülle der Gnaden sich nähr' und mutig sich gegen die Anfechtung wehr'. 6. Bebensfürst, so lieb und labe die begnadigte Natur; wirke fort mit deiner Gabe in der neuen Kreatur! Dein Eden erblüh' in den Seelen der Deinen, und bald laß die selige Stunde erscheinen, wo du dich in allen Erlösten verklärst und allen auch hier schon das Leben gewährst. liebe, und mich in deinem Willen 3. Ich fühle wohl, daß ich dich übe, jedoch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. ser Erden durch deinen Geist ge4. Ich muß noch mehr auf dieheiligt werden, der Sinn muß tiefer in dich gehn, und unbeweglich muß ich stehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hier helfen nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirtet sein. 6. Doch tenn' ich wohl dein treues Lieben, du bist noch immer treu geblieben; ich bin gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 7. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du ersiehest deine Zeit und giebst mir Frieden nach dem Streit. ner Seelen ich dir, mein Vater, 8. Drum will die Sorge meiganz befehlen; ach drück es fest in meinen Sinn, daß ich in dir nur selig bin. Mel. Beuch meinen Geift zc. 9. Wenn ich mit Ernst hieran 479. Sier legt mein Sinn gedenke und mich in deine Tiefe sich vor dir nieder, senke, so werd' ich von dir anmein Geist sucht seinen Ursprung geblickt und wieder; Herr, dein erfreuend Grund erquict. in des Herzens Angesicht verbirg vor meiner Armut nicht. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben, laß mich in Christi Tode sterben; o möchte doch in selber bist. 10. So wächst der Eifer mir Sieges Beute und fühle, daß im Streite; ich habe schon des es Wahrheit ist, daß du die Liebe Vom christlichen Leben zc. Mel. Meinen Jefum laff ich zc. 480. immelan geht unsre Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort zum Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und du kannst, was irdisch heißt, nicht zu deinem Ziel erlesen. Wer da weiß, woher er stammt, ist fürs Ew'ge nur entflammt. 3. Himmelan! ruft Gott mir zu in des heil'gen Wortes Lehren; das weist mir den Ort der Ruh', dem ich einst soll angehören. Wähl' ich dies zur Leuchte mir, wandt' ich schon im Himmel hier. 265 Triebe bei des Wortes hellem Licht! Was der Mund des Herrn gebeut, das ist eure Seligkeit. 4. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon auf wärts steigt, über Sonnen, über Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 481. Mel. Liebe, die du mich zc. ört das Wort voll Ernst und Liebe, das zu euch der Heiland spricht; hört's und prüft des Herzens 2. Nicht aus Sinais Gewittern donnert hier des Herrn Gebot, daß die Herzen bang erzittern, weil es Zorn und Strafe droht. Selig preisend thut sein Mund euch den Sinn des Vaters kund. 3. Selig sind die geistlich Armen, denn das Himmelreich ist ihr; ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ew'gen Gnade Thür. Da wird ohne Maß gewährt, was ihr sehnend Herz begehrt. 4. Selig sind, die Leid empfinden auf des Lebens schmaler Bahn. Ihre Traurigkeit wird schwinden, reicher Trost wird sie umfahn; denn sie wirkt zur Seligteit Reue, welche nie gereut. 5. Selig sind, die sanften Mutes und in Demut milde sind; sie erfreuen sich des Gutes, das kein Trotz und Streit gewinnt. Durch der Sanftmut stille Macht wird das Schwerste leicht vollbracht. 6. Selig sind, die hier mit Schmachten dürften nach Gerechtigkeit; die nach Gottes Reiche trachten, nicht nach Gütern dieſer Zeit. Wo der Born des Lebens quillt, wird ihr Seelendurft geſtillt. 7. Selig sind, die voll Erbarmen auf der Brüder Leiden jehn und den Schwachen, Kranken, Armen freudig eilen beizustehn. Noch vor Gottes Thron erfreut einst auch sie Barmherzigkeit. 266 Vom christlichen Leben zc. 8. Selig sind die reinen Herzen, 3. Dein Sohn hat mich mit die nicht Sünd' und Welt um- seinem Blut erkauft, nicht daß strickt, die mit schnöder Lust nicht ich nur der Hölle möcht' entscherzen, weil nur Heil'ges sie gehen: dein Ebenbild soll neu tzückt. Einst im reinen Him- in mir entstehen, dazu bin ich melslicht schaun sie Gottes An- mit deinem Geist getauft. gesicht. 4. Mein Leib und Seel' soll als dein Eigentum von dir, o Gott, und deiner Gnade zeugen; der Mund soll immer meinen Dank verschweigen, der Thaten Stimm' erhebe deinen Ruhm. 5. Möcht' ich zu meinem Trost des Glaubens Kraft an seinen 10. Selig sind, die als Ge- Früchten doch beständig merken, rechte dulden Kreuz, Verfolgung, so reizt' ich andre auch zu guten Schmach, als des Herrn getreue Werken, erbaute sie durch das, Knechte bis zum Tod ihm folgen was ich geschafft. nach. Groß ist dort, vor Gottes Thron, seiner überwinder Lohn. 6. So leb' ich ganz in deines Sohnes Reich, wenn ich nicht 11. Seid ein Salz, ein Licht Herr zu meinem Herrn nur sage, der Erde, laßt der Wahrheit nein auch sein Joch und seine Früchte sehn, daß durch euch Lasten trage, ihm an Geduld verherrlicht werde euer Vater in und auch an Treue gleich. den Höhn. Ob der Erdball untergeht, sein Gebot, sein Wort besteht. 9. Selig sind, die Frieden bringen, Schuld und Kränkung übersehn, Feindeshaß mit Huld bezwingen, für Verfolger segnend flehn. Trifft sie auch der Menschen Spott: seine Kinder nennt fie Gott. 7. Nimm alles weg, was dir, o Gott, mißfällt, was mich noch kann aus deinem Himmel schlieBen, und laß mich reichlich alles Heil genießen, was der erfährt, der an dein Wort sich hält. Mel. Wie schnell verstrich zc. ich 482. 3h fühle wohl, selbst verdient' es nicht, daß du, Gott, dem Verberben mich entrifſeft; denn 483. I bringen, das ist Mel. Valet will ich dir geben 2c. Leben wenn du mir nach meinen Thaten missest, spricht mich des Todes schuldig dein Gericht. hier mein Beruf, soll nach dem Himmel ringen, für welchen 2. Die Gnade nur in Christo Gott mich schuf. In dieser Welt macht mich frei; nun kann ich voll Sünden soll ich nur ihm dich in guten Werken preisen mich weihn, im Glauben überund durch den Fleiß der Hei- winden und dann erst selig sein. ligung beweisen, wie hoch ich dir, o Gott, verbunden sei. 2. Das hat in frühen Jahren mich Gottes Wort gelehrt, und Vom christlichen Leben 2c. 267 bald hab' ich erfahren, nur das sei| mein Ringen vergebens, furchtbar meiner wert. Ich sah im herbsten die Macht, die mich täglich beLeide bewährt der Gläub'gen droht. Stehst du mir, Jesu, nicht Mut, sah, welche reine Freude schützend zur Seite, wie könnt' ich auf dem Gehorsam ruht. tämpfen und siegen im Streite? 3. Ich sah die Streiter Gottes, die sich der Lust entsagt, troß alles frechen Spottes in Kämpfen unverzagt; ich sah, wie jener Krone schon hier ihr Herz sich freut, vertrauend reichem Lohne nach treu vollbrachter Zeit. 4. O Gott, auch mich verlanget in deinem Reich zu sein; doch meine Seele hanget noch nicht an dir allein. Den Himmel möcht' ich erben, doch lieb' ich noch die Welt. Herr, welch ein Verderben, das mich gefangen hält! 5. Ich wandl' auf deinem Wege, doch unftät ist mein Sinn; bald werd' ich matt und träge, bald schleich' ich mutlos hin. Zum Ziele möcht' ich dringen, doch schlummr' ich oftmals ein; ich lasse nach zu ringen und will doch Sieger sein. 6. Möcht' ich an dir nur hangen, o Gott, allein an dir! du hast es angefangen das gute Werk in mir; o möchtst du mir nun senden zur Hülfe deinen gnädig so vollenden, was mir dein Wort verheißt. 2. Jesu, hilf siegen; ein sündlich Verlangen kämpfet in mir mit des Höchsten Gebot. Nimm du den Willen des Fleisches gefangen, bring durch dein Sterben der Sünde den Tod. Und daß mir möge, was gut ist, gelingen, gieb du das Wollen und gieb das Vollbringen! 3. Jesu, hilf siegen, sonst muß ich verzagen, wenn mein Gewissen das Urteil mir spricht, wenn mich die Sünden der Jugend verklagen, und ich erbebe vor Gottes Gericht. Wenn solche Schrecken die Seele bestürmen, wollest du mich, o Versöhner, beschirmen. 4. Jesu, hilf siegen; wer mag sonst bestehen wider den trüglich verschlagenen Feind? Wer mag dem Vater der Lügen entgehen, wenn er als Engel des Lichtes erscheint? Du bist die Wahrheit, mein göttlicher Meister; lehr mich sie finden und prüfen die Geister! 5. Jesu, hilf fiegen, hilf wachen und beten! Herr, durch dein Flehen, das alles vermag, wollest du mich bei dem Vater vertreten! Hüter, dein Auge bleibt immerdar wach; wenn mich der Schlummer der TrägIn eigener Melodie. 484. Jeju, hilf fiegen, du heit befallen, laß, mich zu wecken, Fürfte des Lebens; sich, wie ich schweb' in Gefahren 6. Jesu, hilf siegen, wenn und Not; schwach ist mein Wollen, alles verschwunden, was ich auf 268 Vom christlichen Leben 2c. könnt ihr mutvoll stehen. Erden mein eigen genannt; wenn den Harnisch: legt ihn an, so auch die Freunde, sonst treu mir verbunden, kalt und entfremdet sich von mir gewandt. Dennoch soll nimmer mein Herz sich betrüben, bist du, o Jesu, mein Teil nur geblieben. 4. Mit seiner Hölle Graun umhüllt, schießt Satan Flammenpfeile. Ergreift, ergreift des Glaubens Schild, schüßt euch mit Christi Heile. Mit diesem Helm deckt euer Haupt, kämpft mit des Geistes Schwerte; das ist es, was kein Tod euch raubt, das mächtige, bewährte. 7. Jesu, hilf siegen, wenn einst ich soll sterben, mache von Furcht vor dem Tode mich frei, zeige das Reich mir, das der soll ererben, der bis ans Ende geblieben dir treu. Laß auch zuletzt mich im Kampf nicht erliegen, reiche die Hand mir, o Jesu, hilf siegen! 5. Wer überwindet, soll den Tod, den ew'gen Tod nicht sehen; verging' er auch in seiner Not, dort wird er nicht vergehen. Nach dieses Lebens kurzem Streit, nach seinen kurzen Leiden, wird euch der Unschuld weißes Kleid, Gerechtigkeit, bekleiden. Mel. Was mein Gott will 2c. 485. hr Mitgenossen, auf zum Streit, damit uns Gott belohne! Es gilt das 6. Ach Hüter, ist die Nacht Reich der Herrlichkeit, der über- bald hin, die dunkle Nacht der winder Krone. Der Weichende Erden? Wenn ich einst überwird nicht gekrönt; wie hat der winder bin, wird Licht das Herr gestritten! Die Sieger nur Dunkle werden. Dann seh' ich hat er versöhnt, als er für uns in dem Lebensbuch, Dank sei gelitten. dir! meinen Namen. Des Kampfs, des Leidens ist genug, erlöset bin 2. Miterben, haltet an und jeht empor zum großen Lohne; ich. Amen! denn nur durch unsre Feinde geht der Weg zu jener Krone. Ob tausend auch zur Rechten Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. euch, zur Linken tauſend fänken: 486. In deiner Liebe, Gott, Gottes Reich; er wird die Kraft euch schenken. nicht zu will ich mich stets zu deinen Freunden halten; gestärkt, ermuntert wird mein Herz mit ihnen dir froher dienen. 3. 3war groß ist unsres Kampfs Gefahr, doch laßt uns nicht erschrecken. Mit uns ist 2. Ein reger Trieb zur HeiliGott, und wunderbar wird uns gung verbinde uns in dem sein Schild bedecken. Er stärkt, Kampfe wider Welt und Sünde, der mächtig stärken kann, wenn daß der Versuchung keiner unwir um Hülfe flehen; er reicht terliege, daß jeder siege. Vom christlichen Leben zc. 269 3. Laß ihren Eifer in der Tu-| Gaben, daß Gott werd' allein gegend Werken auch meinen Fleiß preist: Heil folgt ihnen für und und meinen Eifer stärken, um für, denn das Himmelreich ist ihr; nicht, wenn sie dein Werk mit die sich selbst gering hier schätzen, Freuden treiben, zurück zu wird Gott einst zu Ehren setzen. bleiben. 3. Selig sind, die Leide tragen, 4. Laß mich mit Lust den daß sie täglich sich vergehn, die Rat der Weisen hören; gieb, voll Wehmut es beklagen, wenn daß sie gern und freundlich mich site andre straucheln sehn: Gott, belehren, und brauch' ich Trost, voll Langmut und Geduld, decket mich, ihren Miterlösten, voll ihre Sündenschuld, und sie sollen Mitleid trösten. hier auf Erden, mehr noch dort getröstet werden. 5. Gieb, daß sie warnend mir zur Seite gehen, und, fall' ich, bald mir helfen aufzustehen, daß deine Bahn mit neuem Mut ich walle und dir gefalle. 6. Sind wir nicht darum eines eibes Glieder, nicht alle eine Kinder, alle Brüder, daß wir einander fördern in dem Streben, dir, Herr, zu leben? 7. O darum laß, die du gefügt zusammen, einander stets zur Heiligung entflammen und so einst alle durch vereintes Ringen zum Himmel dringen. 4. Selig sind die frommen Herzen, die, mit Sanftmut angethan, willig Hohn und Troh verschmerzen, auch dem Feind' in Liebe nahn: Gott, der mächtig helfen kann, nimmt sich ihrer Sache an; allen, die zum Schutz ihn wählen, wird's an keinem Gute fehlen. 5. Selig sind, die eifrig streben nach des Herrn Gerechtigkeit, daß ihr ganzes Thun und Leben nie von Unrecht sei entweiht; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes Ruhm vermehrt: Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. Gott wird ihr Verlangen stillen, 487. om ommt und laßt den sie mit seiner Gnad' erfüllen. Herrn euch lehren, 6. Selig sind, die voll Erkommt und lernt aus seinem barmen mitempfinden fremde Wort, welche Christo angehören als die Seinen hier und dort: die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, in des Heilands Liebe brennen und ihn ohne Scheu bekennen. Not; gern sich wenden zu dem Armen, brechen freundlich ihm ihr Brot, und, wo Rat und That gebricht, im Gebet ermüden nicht. Solche werden Hülf' empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 2. Selig sind, die Demut 7. Selig sind, die funden werhaben und sich fühlen arm im den reines Herzens jederzeit, die Geist, sich nicht rühmen ihrer in Werken und Gebärden lieben 270 Vom christlichen Leben 2c. Zucht und Heiligkeit: solche, denen erweisen. Treuer Jesu, bleib bei nicht gefällt die unreine Luft der mir, geh voran, ich folge dir. Welt, sondern die sie ernstlich meiden, werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die friedlich leben und in frommer Einigkeit; die, wo Streit sich will erheben, ihn zu schlichten sind bereit: wer den Brüdern Liebe lehrt, ist dem Gott des Friedens wert; drum, die Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die still erdulden Schmach, Verfolgung, Angst 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod wehrt dem ew'gen Tod, und Bein, die hier leiden ohn' rettet uns von dem Verderben, Verschulden und das Kreuz des Herrn nicht scheun: sei der Trübsal noch so viel, setzet Gott doch Maß und Ziel, herrlich wird er sie belohnen, mit des ew'gen Lebens Kronen. das dem sichern Sünder droht. Laßt uns sterben, weil wir leben, sterben unsern Lüsten ab: so wird er uns aus dem Grab in des Himmels Leben heben. Jesu, sterb' ich, sterb' ich dir, daß ich lebe für und für. 10. Leite mich zu allen Zeiten, Herr, und steh mir kräftig bei, daß so hoher Seligkeiten ich aus Gnaden fähig sei. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub' an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße guter Werke. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich! Nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht dorten reich; Thränenfaat bringt Heil und Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld, denn es scheint durch Gottes Huld nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid' ich mit dir, dort gieb deine Freude mir! Mel. Sollt ich meinem Gott 2c. 488. asset uns mit Jesu ziehen, seinem Vor4. Passet uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wieder geben. Jesu, unser Haupt du bist; wir sind deines Leibes Glieder! Wo du lebst, da leben wir, ach erfenn uns für und für, Seelenfreund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Mel. wie felig seid ihr doch 2. bild folgen nach, in der Welt der 489. Lebet, Chriſten, so allWelt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach! Lasset uns zum Himmel reisen, irdisch noch schon himmlisch sein, glauben recht und leben rein, Glauben in der Lieb'| hier auf Erden, daß ihr Christo möget ähnlich werden, der aus dem Leiden ging zum Vater in das Reich der Freuden. 2. Seht auf die mit eifrigem Vom christlichen Leben zc. Verlangen, die ihm nach und euch sind vorgegangen; schaut Mel. Beuch meinen Geift 2c. an ihr Leben und das Beiſpiel, 490. Mein Gott, ach lehre das sie euch gegeben. wer 3. übet willig eures Meisters Lehren; folgt ihm nach, wollt ihr ihm angehören, entsagt dem allen, was der eitlen Welt nur tann gefallen. 4. Opfert ihm euch auf und eure Glieder, fallet unterm Kreuze vor ihm nieder, im Kreuzesorden seid ihr seine Knecht' und Ritter worden. 5. Haltet euch an ihn, da ihr müßt streiten, bleibt beständig, er steht euch zur Seiten, er hilft euch ringen, giebt euch Kraft, den Sieg davon zu bringen. 271 Jesu Jünger sei zu nennen; und wirt in mir zu deinem Ruhm das echte, wahre Christentum. 7. Nur daß ihr im Glauben mutig kämpfet und in seiner Kraft die Sünde dämpfet, die sich stets reget und der Seele heimlich Schlingen leget. 2. Hilf, daß ich dir mich ganz ergebe, daß ich mir sterb' und dir nur lebe; vom Eigenwillen mach mich frei und mach in mir, Herr, alles neu. 3. Entreiße du mein Herz der Erden, laß einen Geist mit dir mich werden; nimm mich zu deinem Opfer hin und gieb mir meines Jesu Sinn. 4. Regiere, Vater, meine Seele, daß ich den schmalen Weg erwähle, dem Heiland folge treulich nach und Ehre such' in Christi Schmach. 6. Er giebt auch, wenn ihr 5. Verleih mir zur Entsagung dereinst sollt scheiden, seinen Frie- Kräfte, daß ich an Christi Kreuz den in den letzten Leiden, und mich hefte, daß mir die Welt läßt euch hoffen, was auf Erden gekreuzigt sei und ich dir immer niemand angetroffen. bleibe treu. 6. Stärk in mir Glauben, Hoffnung, Liebe, und gieb, daß ich sie thätig übe, daß ich, ent= fernt von Heuchelei, ein wahrer Jünger Jesu sei. 7. Gieb, daß ich so auf die8. Wer nun glücklich diesen ser Erde des Christennamens Kampf geendet, und den schwe- würdig werde; und wirk in mir ren Lauf zum Ziel vollendet, zu deinem Ruhm das echte, dem wird die Krone der Ge- wahre Christentum. rechtigkeit zum Gnadenlohne. 9. Also lohnt der Richter allen denen, die ihn lieben, und sich Mel Nun sich der Tag 2c. nach ihm ſehnen; er kennt die 491. Mein Gott, das Herz Seinen, die drauf warten, daß er wird erscheinen. bringe zur Gab' und zum Geschenk; du for= 272 Vom christlichen Leben 2c. derst dieses ja von mir, des bin| dem Nächsten dien' ohn' Heuchelei, ich eingedenk. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du. O welch ein heilsam Wort! Es zeigt den Weg zur wahren Ruh', zum Frieden hier und dort. 13. Dir geb' ich mich zu eigen 3. So nimm mein Herz, o Ba- hin, zu thun, was dir gefällt. ter, an, verschmäh die Gabe nicht, Ich weiß, daß ich der Deine bin, obgleich dem, was ich geben kann, der Deine, nicht der Welt. der Wert vor dir gebricht. 4. Noch ist das Herz voll Eitel- Mel. Wer nur den lieben Gott zc. keit und nicht vom Bösen frei; noch ist es mit sich selbst im Streit 492. Mein Gott, du prüfft und fühlt nicht wahre Reu'. des Herzens Triebe, dringst in der Seele Tiefen ein; du weißt, ob ich dich wahrhaft liebe und hassest allen falschen Schein. Du bringest alles an den Tag, was noch so tief verborgen lag. 2. Bet' ich in deinem Heiligtume, so darf nicht bloß die Lippe flehn; und sing' ich, Herr, von deinem Ruhme, muß es aus Herzensgrund geschehn. Wenn sich mein Blick zum Himmel lenkt, sei auch der Geist in dich versenkt. 3. Die Frömmigkeit flieht je8. Mit dir, o heil'ger Geist, den Schimmer und sie bedarf laß mich auch in Gemeinschaft des Scheines nicht. Der Fromme sein; ergieß um Christi willen täuscht und heuchelt nimmer und dich tief in mein Herz hinein. scheuet nie der Wahrheit Licht. 9. Hilf, daß ich sei im Glau- Wer Gottesfurcht im Herzen hat, ben treu an Christum, Gottes beweist es auch in Wort und Sohn, und ihn bekenne sonder That. Scheu, trotz seiner Feinde Hohn. 10. Hilf, daß ich sei im Hoffen fest, voll Demut und Geduld; daß ich, wenn alles mich verläßt, vertraue Gottes Huld. 11. Hilf, daß mein Lieben lauter sei und wachse immer mehr, 5. O beuge meinen starren Sinn, erweich dies harte Herz, daß es vor dir sich werfe hin in Thränen und in Schmerz. 6. Dann rein'ge du, Herr Jesu Christ, mich durch dein teures Blut, weil du am Kreuz gestorben bist, mir und der Welt zu gut. zu Gottes Preis und Ehr'. 12. So nimm mein Herz zum Tempel ein, o Gott, schon in der Zeit und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. 7. Gieb mir nach deiner Mittlerhuld an deiner Gnade Teil; es ist zur Tilgung meiner Schuld doch außer dir kein Heil. spotten, wer heuchelnd spricht, er 4. Nicht ungestraft wird deiner sei ein Christ. Du hast gedrohet, auszurotten, was von dem Geist der Lügen ist; die sich durch frommen Schein erhöhn, die werden dort mit Schmach bestehn. Vom christlichen Leben 2c. 5. Was hilft es, vor den Menschen prangen, wenn mir dein Wohlgefallen fehlt? Drum gieb, o Herr, daß mein Verlangen die lautre Wahrheit nur erwählt. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir, o schaff ein reines Herz in mir! 6. Giebt mir doch nur ein gut Gewissen in Trübsal Trost und Freudigkeit, läßt mich getroft die Augen schließen, hinübergehn ohn' Angst und Leid. Schlaf' ich mit reinem Herzen ein, so werd' ich bei dir selig sein. 273 5. Dir bleib' ich dann getreu im Thun und Leiden und werde Sünd' und Unrecht ernstlich meiden. Mich fesselt nicht die schnöde Lust der Welt, ich suche nur, was, Heil'ger, dir gefällt. ken und steh mir bei in allen meinen Werken. Gieb immerdar, daß ich auf dich nur seh', damit durch mich dein Wille stets gescheh'. Mel. Der Tag ift hin, mein 2c. 493. Mein Vater, laß mich mir werd' ausgestreut. mer2. Du wirkest selbst dein Wollen und Vollbringen, durch dich allein kann mir mein Werk ge6. Wie selig dann, wenn ich nichts mehr begehre, als einzig nur, Herr, deines Namens Ehre. Des Nächsten Glück und mein zutünft'ges Heil ist dann die Frucht der Arbeit und mein Teil. 7. Laß alles wohl zu seiner Zeit geschehen und hin aufs Ziel, das vor mir steht, mich sehen, daß gute Saat zur frohen Ewigteit durch all mein Thun von 8. Wie fröhlich wird mein Herz, wenn jenes Leben den Glauben frönt, mein Vater, dich erheben! Wie sanft werd' ich dort nach der Arbeit ruhn, wie wohl wird mir die Freudenernte thun! Mel. Mach's mit mir 2c. lingen. Fang' ich's nur recht in 494. Mir nach, ſpricht deinem Namen an, so ist zum unser Ziel der größte Schritt gethan. Held, folgt meinem Vorbild, 3. Laß mir den Strom der Gnade reichlich fließen und deinen Geist sich in mein Herz ergießen. Laß dies Herz nicht mehr auf sich beruhn; in dir allein kann ich das Gute thun. Christen; verleugnet euch, verlaßt die Welt mit ihren eitlen Lüften; nehmt auf euch Kreuz und ngemach und folget meinem Wandel nach. 2. Ja, Herr, dein Vorbild 4. Wenn so mich nur dein leuchtet mir zu einem heil'gen heil'ger Geist regieret und mei- Leben. Wem anders sollt' ich nen Geist in alle Wahrheit füh- wohl, als dir, zu folgen mich ret, dann schreit' ich fort auf der bestreben? Du zeigst den Weg gewissen Bahn aus Kraft in zum wahren Wohl, und wie ich Kraft und täglich himmelan. richtig wandeln soll. 18 274 Vom christlichen Leben 2c. 3. Dein Herz ist ganz von sich ihn zum Herrn erkoren, daß fie Lieb' erfüllt, von Sanftmut und seinem Dienst sich weihn. Dazu von Güte; das Wort, das dei- weck in unsern Herzen, Gott, der nem Mund' entquillt, erquicket Buße sel'ge Schmerzen; mach uns das Gemüte; und dein erbarmend durch den Glauben neu, seine Herz entbrennt selbst für den Frucht sei Lieb' und Treu. Feind, der dich nicht kennt. 4. Du zeigst, was wahrhaft schädlich ist, lehrst uns die Sünde meiden und von des Herzens Trug und List uns reinigen und scheiden. Du bist der Seelen Fels und Hort und führst uns zu der Himmelspfort'. 5. Fällt's uns zu schwer, du gehst voran, stehst helfend uns zur Seite; du kämpfest selbst und brichst die Bahn, bist alles in dem Streite. Ein Kriegsmann darf nicht stille stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn. 2. Immer sei die Hoffnung sehnlich, das Gebet an Andacht reich, unsre Sanftmut Jefu ähnlich, ihm das Herz an Demut gleich; die Geduld unüberwindlich, das Vertraun zum Vater findlich. So bild uns zu Christi Ruhm als sein teures Eigentum. 3. Unser Herz sei stets im Himmel, denn auch unser Schat ist da. Wir entziehn uns dem Getümmel, sei in heil'ger Still' uns nah! Laß sich unsern Sinn gewöhnen, sich nach jener Welt zu sehnen, denn dein auserwählt Geschlecht hat des Himmels Bürgerrecht. 6. Wer mehr, als dich, sein Leben liebt, wird's ohne dich verlieren; wer's ganz in deinen Dienst ergiebt, wird's hier schon himmlisch führen; wer dir nicht 496. Nach meiner Seelen folgt in Kreuz und Leid, ift Seligkeit laß, Herr, unwert deiner Herrlichkeit. Mel. Aus tiefer Not 2c. mich eifrig ringen. Sollt' ich die 7. So laßt uns denn mit kurze Gnadenzeit in Sicherheit unserm Herrn, wohin er führet, verbringen? Wie würd' ich einst gehen, und wohlgemut, getrost vor dir bestehn? Wer in dein und gern bei ihm im Leiden Reich wünscht einzugehn, muß stehen. Denn wer nicht tämpft, reines Herzens werden. trägt auch zum Lohn des Lebens Krone nicht davon. Mel. Jefu, der du meine Seele 2c. 495. M öchten wir, aus 2. Wer erst am Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden siehet und, wenn er nicht mehr sünd'gen kann, zu deiner Gnade fliehet, der geht den Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, Gott geboren, dein Unterricht in deinem Wort wahre Jünger Christi sein, die bezeichnet. Vom christlichen Leben 2c. 275 3. Du rufft uns hier zur Hei-[ sich der Erde Fürsten neigen. Die ligung, drum laß auch hier auf Welt verlangt, mich ihrem Dienst Erden des Herzens wahre Besse- zu weihn; ich bin ein Chrift, rung mein Hauptgeschäfte wer- darf ich mich sklavisch beugen? den. Daß ich auf deinen Wegen geh' und im Gericht dereinst besteh', sei meine größte Sorge. 3. Es braust der Sturm, der Tag der Not erscheint, und Tausend seh' ich schreckenvoll erzittern. 4. Was eitler Sinnenluft ge- 3ch bebe nicht, im Himmel ist fällt, kann nie uns wahrhaft mein Freund; ich bin ein Christ, nüßen. Was hülfe mir's, könnt' mich kann kein Leid erschüttern. ich die Welt und all ihr Gut be= siten, wenn ich dafür an mei= nem Heil, an meines Wesens beßrem Teil auf ewig Schaden litte? 4. Mir naht die Schar, die sich von Gott verlor, ich soll mit ihr zu wandeln mich entschließen. Sie lockt und droht, ich schenk' ihr nicht mein Ohr. Ich bin ein Christ, ich bleib' zu Jesu Füßen. 5. Dort naht sich mir des Kreuzes Christi Feind, hier locken mich der Spötter freche Rotten. Sie rufen laut, doch mir, mir winkt mein Freund. Ich bin ein Christ, follt' ich mit ihnen spotten? 5. Was führt uns zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit auch selbst im Tode geben? Nicht Menschen gunst, nicht irdisch Glück, nur Gottes Gnade, nur der Blid auf jenes Lebens Freuden. 6. 3war thränenvoll ist mei6. O laß mich, Herr, der Erde Tand und ihre Lüste fliehen, ner Wallfahrt Bahn, und reich und jenem Ziel sei zugewandt mein eifrigstes Bemühen. O stärke mich, mein Gott, dazu, so find' ich hier schon wahre Ruh' und dort das ew'ge Leben. an Pein und arm an Glück und Freuden; doch tröst' ich mich: mein Herzog geht voran. Ich bin ein Christ, ich will mit Christo leiden. In eigener Melodie. 497. Nicht diese Welt, die in ihr Nichts vergeht, nicht Güter, die vor ihr als köstlich gelten, nicht eitles Glück hat sich mein Wunsch erfleht. Ich bin ein Christ, ich suche beßre Welten! 7. Und wird mich einst, wenn es der Herr gebeut, mein letzter Tag zur Ruh' des Grabes bringen, so sterb' ich dann mit Mut und Heiterkeit. Ich bin ein Christ, ich kann den Tod bezwingen. 8. Dann, wenn dereinst beim großen Weltgericht der Sünde Knecht' und Christi Feinde beben, so tröstet mich des Glaubens Zuversicht: ich bin ein Christ, ich 2. Ich bin bestimmt, des Königs Knecht zu sein, vor welchem werde ewig leben! 18* 276 Vom christlichen Leben zc. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 498. Nicht nur ftreiten, überwinden muß, wer Hilf mir dringen in dein Leben, du, der mir zum Heile starb und mir Kraft zum Kampf erwarb! nach der Krone ringt! Mühvoll ist der Kampf der Sünden! Selig, mem der Sieg gelingt! Shn 499. empfangen Jubellieder, freudig schaut am Ziel er nieder auf des heißen Streits Gefahr, der sein Los hienieden war. Mel. O daß ich tausend zc. daß von meinen Lebenstagen doch feiner ganz verloren geh'! Die unbenutten Stunden nagen das Herz noch spät durch Gram und 2. Glorreich, Herr, hat über- Weh; und den entflohnen Augenwunden deiner Zeugen glänzend blick bringt dann kein leerer Heer; und sie sahen dunkle Stun- Wunsch zurück. den, und ihr Kampf war heiß 2. Laß jeden Teil des kurzen und schwer, schwerer, als im Lauf Lebens, o Gott, mir wert und der Zeiten ich ihn jemals werde streiten: denn das Schwert der Feinde ruht, trieft nicht mehr von Christenblut. 3. überwunden, überwunden haft du, Herr der Herrlichkeit! 3. Vom schnöden Dienst der Todesschweiß und Blut und Wun- Nichtigkeiten, die Schaden brinden zeugen von dem ernsten Streit. gen, nicht Gewinn, die gegen deiTausendfache Angst und Schmer- nen Willen streiten, befreie gnäzen lasteten auf deinem Herzen: dig Herz und Sinn! Ja, Herr, dennoch unterlagst du nicht selbst dein Diener will ich sein; der dem härtesten Gericht. Erde Tand ist mir zu klein. 4. Wer kann das Geheimnis faffen? Wer? Wie hoch er sich auch schwingt! Gott hat seinen Sohn verlassen, welcher mit dem Tode ringt! Dennoch ist Triumph sein Ende; er giebt sich in Gottes Hände; schon umhüllt von Todesnacht, ruft er aus: Es ist vollbracht! teuer sein! Die Zeit verschwinde nicht vergebens, die meinem Heil ich sollte weihn! Die kurze Lust der Eitelkeit wird sonst zu spät von mir bereut. 4. Wenn mich die Last der Arbeit drücket, und undant meiner Mühe lohnt, das Auge matt nach Ruhe blicket, und Sorg' und Kummer bei mir wohnt: so ist, zu thun, was Gott gebeut, doch ein Gedanke, der erfreut. 5. Was sind meine kurzen Leiden gegen die, so Christus litt, und was gegen jene Freuden, die mir Christi Tod erstritt! Und doch folg' ich dir mit Beben! nicht, eh es Nacht wird, ruhn. 5. Noch ist es Tag; du wollst mich stärken in rechter gläub'ger Christentreu', auf daß ich zeig' in meinen Werken, wie heilig dein Gebot mir sei. Viel ist für mich noch hier zu thun; ich darf Vom christlichen Leben zc. 277 6. Ich fasse Mut, es eilt die 5. Für dich hat er die Schmerzen Stunde: sie soll nicht ungemukt und die Banden und alle Angst entfliehn! Es sei gelobt mit Herz des Todes überstanden; so ist und Munde, kein Leichtsinn störe gewiß, daß, wer nicht mit ihm mein Bemühn! Dem Herrn der stirbt, auch nicht die Frucht des Zeit und Ewigkeit sei jeder Lebens mit erwirbt. Augenblick geweiht! 7. Dann seh' ich von der Laufbahn Ende einst froh auf meine Tage hin und sage: Herr, durch deine Hände empfing ich, was ich hab' und bin; auch was ich that, ist ja nicht mein, dein sei der Ruhm, die Ehre dein! 6. Wie er empor zur himmlischen Erhöhung als Sieger drang nach seiner Auferstehung: so dringst auch du einst in sein himmlisch Reich, hängst du nur treu an ihm und wirst ihm gleich. 7. Was ist es denn, daß wir uns seiner schämen, nicht seine Schmach mit Freuden auf uns nehmen? Er sendet uns, wie Gott ihn hat gesandt; was er empfing, wird uns auch zugewandt. Mel. Der Tag ist hin 2c. 500. Menschentind! was trägst du in Gedanken? Nichts Sterbliches füllt 8. Wie unser Herr und Heiland hat gewandelt, nach welcher ja der Seele Schranken! Nur Art die Welt mit ihm gehandelt, dem, der recht an Jesum Chri- das bleibt mit Recht auch seiner stum denkt, wird, was sein Herz Knechte Zier; ihr höchster Ruhm, ersehnt, von Gott geschenkt. ihr Heil und ihr Gebühr. 2. Er müsse stets dir im Gedächtnis schweben, der Spiegel sein, darin du schaust dein Leben! Dein Herz und Sinn sei ganz zu ihm gewandt; durch ihn erst wird dir dein Beruf bekannt. 9. Was er gethan in dem Erlösungswerke, das that der Held aus eigner Gottesstärke: Wir wirken auch, von seinem Geiſt beseelt; wir leiden mit, durch seine Kraft gestählt. 10. Durch seinen Sieg sind. wir nun Gottes Kinder, der Sünde feind, des Fleisches überwinder; durch seinen Geist verkünden wir sein Wort und fahren hin zum sel'gen Friedensport. 3. Da Christus ist zu deinem Heil geboren, so bleibe nicht im Irdischen verloren; so mußt auch du, durch ihn von Sünden rein, ein neuer Mensch, vom Geist gezeuget sein. 4. Wie dir zu gut sein Leben er geführet, so folge du mit Geist und Kraft gezieret, in In eigener Melodie. ſtillem Sinn, wie er in Demut 501. Ringe recht, wenn Gotging, und liebevoll, wie er die tes erbarWelt umfing. mend zu dir kehrt, daß dein Geist 278 sich ganz entlade von der Last, die ihn beschwert. Vom christlichen Leben 2c. 2. Ringe, denn die Pfort' ist enge und der Lebensweg ist schmal, immer stehn hier im tapfern Streiter! tämpfet recht 11. Drum wohlauf, ihr Gedränge Christi Streiter all- und macht euch Bahn, geht auf zumal. geht ihr himmelan. Christi Wegen weiter, denn so 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 6. Schaffe ja mit Furcht und Zittern deiner Seelen Seligkeit, laß dein Herz durch nichts er schüttern, wenn der Feinde Macht dir dräut. 4. Ringe, deine Lieb' erglühe, halbe Liebe hält nicht stand, daß dein Herz der Welt entfliehe, sei es ganz für Gott entbrannt. 5. Hast du nun die Perl' er- Herr, wir sind bereit! rungen, denke nicht, nun ist's gethan; noch ist alles nicht bezwungen, was der Seele schaden fann. 7. Deine Krone halte feste, halte männlich, was du hast, recht beharren ist das Beste, Rückfall bringt dir neue Last. 8. Wahre Treu' liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, suchet Ruhe nicht und Pflege, hält sich selber nichts zu gut. Krieg, forgt nur, wie sie überden Sieg. winde, kämpft, bis sie erlangt 9. Wahre Treu' kommt dem Getümmel eitler Weltlust niemals nah; ist ihr Schat doch in dem Himmel, darum ist ihr Herz auch da. 10. Wahre Treu' führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Stunden, bis euch der Erlöser 12. Gilet, zählet Tag' und winkt, und wenn ihr nun überwunden, Gottes bringt. euch zum Schauen sei euch Ruf zur Seligkeit, eilet 13. Einst die Hütte abzulegen, freudig ihm entgegen, sprechet: Mel. Freu dich sehr, o meine 20. 502. Schaffet, o ihr Meneure Seligkeit! Bauet nicht, wie schenkinder, schaffet sichre Sünder, auf die ungewisse 3eit; unverweilt bekehret euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch hier auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Soll nun dies an euch geBlut; und der Welt zu widersteschehen, so bekämpfet Fleisch und hen, rüstet euch mit Kraft und Mut; Gottes Wille muß allein eures Lebens Richtschnur sein, Freude bringen oder Schmerzen. mag es eurem schwachen Herzen pfet; selig, wer im Kampf besteht, 3. Selig, wer im Glauben tämwer in sich die Sünde dämpfet und den Reiz der Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Vom christlichen Leben zc. 279 Himmel will ererben, muß zu- Heuchelschein, ein treuer Zeuge vor mit Christo sterben. 4. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg' und lässig sein, so kann es euch nicht gelingen, nie kann euch der Sieg erfreun. Ohne tapfern Streit und Krieg folget nimmer Ruhm und Sieg; nur dem Sieger reicht zum Lohne dort der Herr die Ehrenkrone. 5. An der Welt Gefallen tragen findet nicht bei Christen statt; nach der Lust der Sinne jagen macht des Geistes Kräfte matt. Wer sich nicht verleugnen kann, der gehört nicht Christo an; Christen müssen sich bequemen, Christi Joch auf sich zu nehmen. Jesu sein? 2. Sollt' ich des Höchsten Wort verschweigen, nicht meinen Glauben offen zeigen, nicht vor der Welt bekennen frei, daß ich ein Jünger Christi sei? 3. Die sollt' ich Gottes Kinder nennen, die weder Gott noch Christum kennen? Nicht strafen sollt' ich unverstellt, was ihm, dem Heiligen, mißfällt? 4. Ja mag die Welt mich schmähn und hassen, mich hart verfolgen, mich verlassen: ich achte ihrer Bosheit nicht, weil Gottes Stimme in mir spricht. 5. Sein ist das Amt, das ich verwalte; er treibt mich, daß ich nicht erkalte; er ist es, der mich wirken heißt, und Kraft giebt mir sein Freudengeist. 6. Wollt ihr werden Christi Glieder, die sein reiner Geist bewegt, so schlagt alles in euch nieder, was sich noch von Sünde regt; was euch ärgert, senkt ins Geiste zwinget, mit Rufen, Grab, was euch hindert, werfet ab; denket stets an Christi Worte: Gehet durch die enge Pforte. 6. Die Liebe Christi, die mich dringet, sie ist's, die mich im Locken, Bitten, Flehn der Menschen Seelen nachzugehn. 7. Amen, es geschehe, Amen! Gott, versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen so den Kampf des Glaubens führ'. Er verleihe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel dringe. Mel. Beuch meinen Geift 2c. 503. Sollt ich aus Furcht 7. Für dich, o Herr, will ich mit Freuden die tiefste Schmach der Welt erleiden; mir bleibet bei der Bösen Hohn doch deiner Gnade reicher Lohn. 8. Hier ist mein Blut, hier ist mein Leben, es sei dir alles hingegeben! Dein Wille soll an mir geschehn, laß mich nur deinen Ruhm erhöhn! Mel. Meinen Jesum laff 20. vor Menschenkin- 504. Steil und dornig iſt dern des Geistes Trieb in mir der Pfad, welcher verhindern; nicht, fern von allem zur Vollendung leitet; selig ist, 280 wer ihn betrat und mit frohem Mute streitet! Selig, wer den Lauf vollbringt und das hohe Ziel erringt. Vom christlichen Leben zc. dir ohne Zwang; er hält dein Wort aus reiner Liebe Drang. 3. Wie treu vollbrachte deinen Willen dein Sohn, der mir zum 2. Den am Kreuz wir bluten Muster vorgestellt! O möcht sehn, Jesus hat dies Ziel er- auch ich ihn so erfüllen und rungen und sich zu des Himmels gern mich selbst verleugnen samt Höhn triumphierend aufge- der Welt! Wie Jesus bis zumt schwungen; als er rief: es ist Tod gehorsam war, bringt, wer vollbracht! war besiegt des Todes Macht. dich liebt, sich selbst zum Opfer dar. 3. Preis, du hoher Sieger, dir! Zieh dir nach die Schar vollbringen, darf ich mit Fleisch 4. Doch, soll ich dein Gebot der Streiter! Wandeln sie durch und Blut zu Rat nicht gehn; Stürme hier, jenseit ist es still dies hat nur Lust an ird'schen und heiter. Unsrer Hoffnung Dingen und will dem Trieb' winkt der Lohn, Heiland, dort des Geistes widerstehn. Denn, an deinem Thron. sich nur ein Gesetz, das streitet ach! in unsern Gliedern findet wider dich. 4. Auf dann, Streitgenossen, geht mutig durch des Lebens Wüste! Seht auf euren Führer, fleht, daß er selbst zum Kampf euch rüste! Seine Gotteskraft allein kann in Schwachen mächtig ſein. Mel. Dir, dir, Behovah zc. 505. Was bring' ich dir, o Gott, für Gaben, wenn mich dein Wohlgefallen soll erfreun? Gehorsam willst du von mir haben, kein Opfer sonst soll angenehm dir sein. Du bist der Herr; o wär' ich ganz dein Knecht! Was du gebeutst, ist alles gut und recht. 2. Ja Gott, dein Recht ist, zu befehlen, und mir gebührt, gehorsam dir zu sein. Laß mich das beste Teil erwählen, mein Wille stimme mit dem deinen ein. Der wahre Christ gehorcht Geseke dem innern Menschen 5. Drum grabe du, Herr, dein tief und kräftig ein, daß ich nie deinen Bund verletze und mich von Untreu' immer halte rein. Laß mich an deinem Joch mit Freuden ziehn, den Reiz der Welt mit weiser Vorsicht fliehn. 6. Sobald ich deine Stimme höre, sei auch mein Herz auf ihren Ruf bereit, daß ich dein Wort in Demut ehre und flügle nicht, wo es mir klar gebeut. Du willst, ich soll ein Hörer nicht allein, nein, auch des Worts getreuer Thäter sein. im Kreuze ein Herz, das deine 7. Und endlich gieb mir auch Basten willig trägt, daß ich dich nicht zum 3orne reize durch Murren, wenn du Leiden auferlegt. und züchtigst du: ich sink' an deine Vom christlichen Leben zc. Brust, und alle Last wird mir zur Himmelslust. Mel. Herr, ich habe mikgehandelt 20. 506. Weg mit dem, was Klugheit scheinet der bethörten, eitlen Welt, wenn's mich nicht mit ihm vereinet, dem ein findlich Herz gefällt, und der nur sich offenbaret, wo die Einfalt wird bewahret. 2. Was mich nicht zu Gott kann führen, was nicht ihn in mir verklärt, soll nicht meine Seele rühren, wie es auch die Welt verehrt; mit der wahren Weisheit Schätzen kann nur Jesus mich ergötzen. 281 2. Viele sind hervorgezogen aus der Drangsal wilden Wogen durch der Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist Gottes Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 3. Böses meiden, Gutes lieben, trachten nach Gerechtigkeit, Selbstverleugnung redlich üben, Christo folgen allezeit, das heißt wahre Weisheit haben, welche Seel' und Geist tann laben. 4. Darum sollst du niemals trauen jener falsch berühmten Kunst, nie auf eitle Weisheit bauen, die vergehet wie ein Dunst; ach wie bald, wie bald verschwindet, was sich nicht auf Jesum gründet. 3. Scheinst du gleich von ihm verlassen, doch wird seine Hand dich fassen; glaube nur und zweifle nicht! Kämpfe standhaft ohne Wanken, bald wirst du ihm freudig danken, bald durch= strömt dich Kraft und Licht. 4. Wende von der Welt die Blicke, schau' nicht seitwärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit. Nur zu deinem Helfer wende Herz und Augen, Sinn und Hände, bis er himmlisch dich erfreut. 5. Schließ dich in die stille Kammer, schütte deines Herzens Jammer in das treue Baterherz. Weißt du Worte nicht zu finden; kannst du nur dein Leid empfinden, flag auch schweigend ihm den Schmerz! 6. Kräftig ist ein solches Schweigen; Gott wird sich als Bater zeigen, glaube, daß er dich erhört, weil dein Heiland didy verstehet und zum Vater für dich flehet, der dem Sohn sein Flehn Mel. wie selig sind die Seelen 2c. gewährt. 507. Weiter mußt du tämpfen, ringen, willst du durch zum Lichte dringen; also, Seele, muß es sein! Doch durch alle Dunkelheiten wird dein Heiland dich begleiten, Mut flößt er dem Schwachen ein. 7. Nun, so will ich nie verzagen, will vor Gottes Thron mich wagen, kindlich und voll Zuversicht! Kämpfen will ich ohne Wanken, bald wird froh mein Herz ihm danken, bald durchströmt mich Kraft und Licht. 282, Vom christlichen Leben zc. Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. Angst und Not, von Verfolgung 508. Wer Gottes Wort oft umgeben, weil die Welt auf nicht hält und allen Wegen seinem Lauf sich fekt entgegen. spricht: ich kenne Gott! der lüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Unser Heiland Jesus Christ hat des Kreuzes Last getragen. Wer sein wahrer Jünger ist, darf nicht vor dem Kreuze zagen: denn der höchste Ruhm auf Erden ist dem Heiland ähnlich werden. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein' Erkenntnis steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rat der Sünder, folgt Jesu Vorbild gern und treu und ringt, daß er ihm ähnlich sei. 4. Nur dann thu' ich, was Gott gefällt, wenn ich Gehorsam übe; wer die Gebote treulich hält, in dem ist Gottes Liebe. Ein täglich that'ges Christentum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 3. Die Propheten allesamt, die nunmehr den Himmel zieren, wurden von der Welt verdammt, eh sie konnten triumphieren. War nicht der Apostel Leben aller Marter hingegeben? 4. Wandelt auf dem engen Steg, der euch zu dem Leben führet! Weichet von em breiten Weg, der ins Elend sich verlieret! Wer sich trennt von Gottes Sohne, hat Verdammnis einst zum Lohne. 5. überschwenglich ist das Heil, das nach dieses Lebens Schmerzen dort bei Christo wird zu teil den bewährt erfundnen Herzen. Solchem Heile kann auf Erden nie ein Kreuz verglichen werden. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe Mel. Seelenweide, meine 2c. bleibet. Die Lieb' iſt's, die die 510. Wer sich dünken läßt Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb'; an seinem Heil hat ohne Liebe niemand Teil. Mel. Liebfler Befu, wir sind 2c. 509. Wer nach seines Herrn Gebot und gottselig hier will leben, ist von mancher wohl sich vor dem Fall; es umschleicht uns, wo wir gehen, die Versuchung überall. 2. Falsche Freiheit bringt Verderben, Knechtschaft ist ihr sichrer Lohn; wahre Freiheit zu erwerben, sprich nie dem Ge= wissen Hohn. Vom christlichen Leben 2c. 283 3. Sicherheit wird dich be- siehet, daß er in Wahrheit werde trügen, Lässigkeit thut nimmer frei; der stark in Chrifto mutig gut; läßt du in den Schlaf dich kämpft und Welt und eignen wiegen, so mehrt sich des Feindes Willen dämpft. Mut. 2. Wohl dem, der ihn erwählt zum Wege, zum Lichte, dem er folget nach, der wandelt auf dem schmalen Stege und auf sich nimmt des Heilands Schmach! Wer nicht mit ihm zum Ölberg steigt, dem wird nicht Tabors Glanz gezeigt. 5. Ist der Geist auch noch so willig, bleibt das Fleisch doch immer schwach; giebst du nach, so trifft dich billig deiner Feig- 3. Was hilft's, daß Christus ist heit bittre Schmach. geboren und uns die Kindschaft wieder bringt? Dem bleibt das Himmelreich verloren, der nicht hinein durch Buße dringt, daß Gottes Geist ihn neu gebiert 7. Wohl dem, der stets wacht und er ein göttlich Leben führt. und flehet, der sein Heil mit 4. Was helfen dem des HeiZittern schafft! Wenn er unbe- lands Lehren, der die Vernunft weglich stehet, wird der Sichre zum Meister nimmt, auf eigne weggerafft. Weisheit nur will hören und 8. Wohl dem, der mit Glau- nur nach ihr sein Thun bebensöle seine Lampe früh ver- stimmt? Wem Christi Wort sieht! das errettet seine Seele, nicht alles gilt, des Sehnsucht wenn auch lang' der Herr verzieht. wird auch nicht gestillt. 9. Hüter deiner Menschenherden, der du schläfft und schlummerst nicht, laß mich täglich wackrer werden, wandeln stets in deinem Licht. 5. Was hilft uns Christi heil'ges Leben, an Demut, Lieb' und Milde reich, wenn wir, der Selbstsucht hingegeben, nicht wandeln seinem Vorbild gleich? Der bloße Glaub' ist leerer Schein, er muß durch Liebe thätig sein. 6. Was hilft dem Christi Angst und Leiden, der nicht mit ihm ins Leiden geht? Nur der hat Teil an seinen Freuden, der auch am Kreuze bei ihm ſteht. Wer hier noch scheuet Spott und Hohn, empfängt dort nicht die 4. Petrus, welcher sich vermessen, bis zum Tode treu zu sein, hat der Warnung kaum vergessen, so muß er den Fall bereun. 6. Unser Feind ist stets in Waffen, nie ficht ihn der Schlummer an; willst im Eifer du erschlaffen, o dann ist's um dich gethan. 10. Stärke du die trägen Sinne, halte fertig mich zum Streit, daß ich, rufft du mich von hinnen, wachend sei und wohl bereit. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 511. Mohl dem, der sich mit Ernst bemühet, daß er ein Jünger Christi jei, der unverwandt auf Christum Ehrenkron'. 284 7. Was hilft uns Christi Tod und Sterben, wenn wir uns selbst nicht sterben ab? Du liebst dein Leben zum Verderben, legst du die Lust nicht in sein Grab. Umsonst gab Christus sich dahin, stirbt nicht in dir der alte Sinn. Liebe zu Gott und zu Christo. 8. Was hilft dir Christi Auferstehen, bleibst du noch in den Sünden tot? Was hilft dir sein gen Himmel gehen, macht dir die Welt noch Sorg' und Not? Was hilft dir sein Triumph und Sieg, führst du nicht mit dir selber Krieg? 9. Wohlan, so lebe, thu' und leide, wie Christus dir ein Vorbild war. Nimm seine Unschuld dir zum Kleide, so bleibst du in der Seinen Schar. Wer Christum liebt, der strebt allein, in allem Christo gleich zu sein. verbinden, noch ist die Gnadenzeit. Wollt ihr die Kron' em= pfangen, dringt eifrig hin zum Ziel; wer Großes will erlangen, der mühet gern sich viel. 2. Soll er sich zu euch neigen, so sucht ihn in Geduld; gelassen sein und schweigen erwirbt euch seine Huld. Soll er sich euch vereinen, sucht ihn in Niedrigkeit; die hoch zu stehen meinen, verfehlen seiner weit. 3. Drückt euch das Kreuz hienieden, sucht ihn in eurer Pein; leicht sind von ihm geschieden, die mit der Welt sich freun. Und tommt's mit euch zum Sterben, sucht ihn mit gläub'gem Sinn, er läßt euch nicht verderben, der Tod ist euch Gewinn. 4. Sucht ihn im Himmel droben, im Chor der Seraphim; die ihn hier liebend loben, sind dort auch nah bei ihm. Sucht ihn im tiefsten Herzen, dies ist 512. Wollt ihr den Heiland sein Heiligtum; so preist ihr, finden, so suchet frei von Schmerzen, auf ewig ihn noch heut; eilt, ihm euch zu seinen Ruhm. Mel. Ich dank' dir, lieber 20. XX. Liebe zu Gott und zu Christo. ihrer Rühmt sich die Welt Bust: mir ist ohn' dich kein Heil Mel. O daß ich tausend Bungen 2c. 513. 2h! wenn ich dich, bewußt. mein Gott, nur habe, nach Erd' und Himmel frag' ich nicht. Nichts ist, das meine Seele labe, als du, mein Gott, mein Trost, mein Licht. tröstet meine Seele sich. Und 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten, ich hoffe doch gez trost auf dich. Nichts will ich Schmerz und Plagen achten; dein Liebe zu Gott und zu Christo. 285 stünd' auch alles wider mich, hab'| Mag drum Seel' und Leib verich, Allmächtiger! doch dich. schmachten, dich will ich stets 3. Dich haben, Gott, heißt höher achten; was auf Erden alles haben, was nur die Seele ich verlier', find' ich besser doch wünschen kann. An dir will ich in dir. mich ewig laben, nimm dich nur meiner gnädig an. Dann sprech' ich: du bist, Herr, mein Teil und meines Herzens Troft und Heil. Mel. Helft mir Gott's c. 515. An dich, mein Gott, gedenken, ist Freud' und Troft für mich; wenn Gram und Angst mich kränken, so blickt mein Aug' auf dich; dann min= wird mein Herz. dert sich der Schmerz, dann fliehn die bangen Sorgen wie Nebel Reich der Herrlichkeit, und wie vor dem Morgen, und leichter allen nah und ferne Christus seine Gnade beut. Aber wenn sie hören sagen: du mußt Chrifti Kreuz auch tragen, wenn du willst sein Jünger sein, stimmen wenige mit ein. 2. Denk' ich an deine Liebe, wie werd' ich dann entzückt! Ich fühl' in heil'gem Triebe mich ganz zu dir entrückt; dir, Herr, mein Herz zu weihn, dich findlich zu erheben, zur Ehre dir zu leben, soll meine Wonne sein. 3. Mit hoffendem Gemüte gedent' ich deiner Treu' und harre deiner Güte, fie ist mir täglich neu. Werf' ich die Last auf dich, so wird die Arbeit süße, in der ich Schweiß vergieße; du unterftüßest mich. Mel. Wu, o schönes 2c. 514. Alle Christen hören gerne von dem 2. Lieblich ist es wohl, zu hören: ihr Beladnen, kommt zu mir! Aber das sind harte Lehren: gehet ein zur engen Thür! Fröhlich jauchzend folgen alle, bei des Hosianna Schalle, doch will bis in Tod und Pein keiner sein Begleiter sein. 3. Jesum treu und einzig lieben, darum, weil er Jesus ist, alles, was er fordert, üben, das kann nur der wahre Christ. Sollt' auch alles von ihm fliehen, jeder Trost sich ihm entziehen, wird er sagen für und für: dennoch bleib' ich stets an dir. 4. Ja, Herr, nur um deinetwillen bist du wert, geliebt zu sein; mein Verlangen kannst du stillen, du bist gütig, heilig, rein. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb und gnadenvoll mir Armen auf ewig Trost erwarb. Du bist in Christo mein, nun kann ich Hoffnung fassen, du kannst dein Kind nicht lassen, wirst stets mein Helfer sein. 5. Wie gut ist's, dein gedenken mit frommem Christensinn! Das Herz aufs Eitle lenken, bringt 286 nimmermehr Gewinn. Ich halte mich an dich! Dies giebt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Freude, dies stärkt im Tode mich. Liebe zu Gott und zu Christo. 6. Drum will ich an dich denten, so lang' ich denken kann; mag man ins Grab mich senken, 6. Alles, was irdisch ist, trachder Geist geht himmelan. Ver- tet, die Christen zu plagen; centgißt auch mein die Welt, ge- nerschwer werden die Bürden, denkst du, Herr, doch meiner, wenn du nicht hilfft tragen. Stehe wenn auch auf Erden keiner mich mir bei, mache von Schwachheit im Gedächtnis hält. mich frei, mit dir darf nimmer ich zagen. Mel. Lobe den Herren, den 2c. 516. Christe, mein Leben, mein mein Glauben, mein Wallen, der du uns giebest, was Christen kann einzig gefallen, Heiland, dahin lenke der Gläubigen Sinn, Ruhm dir zu bringen vor allen. 5. Friedefürst, laß mich im Glauben dir treulich anhangen, eile, zu stillen mein Wünschen, mein höchstes Verlangen! Tilge in mir, was mich kann scheiden von dir, nimm mich dir selber gefangen. 3. Laß nur das eine, was not ist, stets in mir bestehen, mag dann auch immer das Eitle und Nicht'ge vergehen. Himmlische Lust senkest du mir in die Brust, sie nur hab' ich mir ersehen. 7. Was dir entgegen, das will ich auf immer nun hassen, will dich mit Liebe, mein Heiland, auf ewig umfassen. Du sollst mir sein wollte je, Herr, dich lassen? Reichtum und alles allein; wer Mel. Wie wohl ist mir zc. Dich will ich immer will ich mit Freuden erheben, will mich auf ewig zum Eigentum gänzlich dir geben. Bin ich nur dein, das ist Gewinn mir allein, dann ist gesegnet mein Leben. 2. Dich, meine Wonne, dich 517. treuer mein Heiland, gieb mir Kraft dazu! will mich in deinen Wegen üben, denn nur bei dir ist wahre Ruh'; die Ruh', mit der nichts zu vergleichen, der alle Herrlichkeiten weichen, die uns schon hier den Himmel giebt! Ach nimm für alle deine Treue mein Herz, das dir allein ich weihe, und ewig bleibt's von dir geliebt! 4. Herzog des Lebens, du wollest mich selber regieren, so daß Mel. Valet will ich dir geben 2c. ich heilig und felig mein Leben 518. Du, der ſein Blut und den Geist, den du den Deinen verleihst, reich- williglich am Kreuz dahin gegefür mich so lich im Herzen mich spüren! ben, wie lieb' ich, Jesu, dich! Dir Liebe zu Gott und zu Christo. 287 ewig anzuhangen, das ist mein Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. Wunsch allein. O möchte dies Verlangen, doch ganz gestillet sein! 519. Durch des Mittlers 2. Des Reichtums Glanz und Schätze, der Ehre Schmeichelei, und was mich sonst ergötze, wird leicht mir ungetreu. Die Großen, die mich schützen, sie sinken bald in Staub; und will ein Freund mich stüßen, er wird des Todes Raub. 2. Wenn ich meinen Heiland 3. Nur deine Lieb' und Güte läßt keinen Wechsel zu, drum sebe, geb' ich alles andre hin, findet mein Gemüte bei dir nur wahre Ruh'! Gern teilt die Himmelsfreuden mit mir dein treues Herz; und wie bei Freundes Leiden, weinst du bei meinem Schmerz. denn ich find' in seiner Nähe unaussprechlichen Gewinn. Was mich wahrhaft kann erfreun, hab' ich nur bei ihm allein; wenn ich mich mit ihm vereine, bleibt er ewig auch der Meine. 4. Und bei so viel Gebrechen, wie übest du Geduld! du heilest unsre Schwächen und tilgest unsre Schuld. Ich preise dein Erbarmen, das meine Mängel sieht, und liebevoll mich Armen für jene Welt erzieht. sind wir aller Sünden frei, können unsre Herzen weiden an des Vaters Lieb' und Treu'. Gottes Friede strömt uns zu, füllt das Herz mit sel'ger Ruh; alle Angst, die wir empfunden, ist getilgt durch Jesu Wunden. 5. Verlockt mich falscher Schimmer noch von der rechten Bahn, du läsfest mich doch nimmer und nimmst dich meiner an. Wo du mich weißt zu finden, sucht deine Treue mich, und lockt vom Weg der Sünden mich wieder hin zu sich. 6. So werf' ich denn mit Freuden die Luft der Erde hin und such' im Thal der Leiden den rechten Himmelssinn. Wohl dem, der deinem Walten sich gänzlich übergiebt! Die Krone wird erhalten, wer bis ans Ende liebt. 3. Jhn, ihn selber will ich haben, nur in ihm erfunden sein. Sagt mir nichts von hohen Gaben, noch von guter Werke Schein! 3u des Himmels Heiligtum führt mich nicht der eigne Ruhm; nichts giebt mir ein Recht zum Leben, er muß mir's aus Gnaden geben. Mel. O daß ich tausend zc. 520. Du, Bater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist und dessen Herz auch gegen Sünder voll Langmut und Erbarmen ist: Laß mich von ganzem Herzen dein in wahrer Gegenliebe sein. 2. Verleih, daß ich als Kind dich liebe, da du als Vater mich geliebt, und mich in jeder Tugend übe, die hier mein Heiland hat 288 Liebe zu Gott und zu Christo. geübt. Was dir gefällt, gefall' lang' ich dies eine, das alles auch mir; nichts scheide mich, ersetzt, so werd' ich mit allem mein Gott, von dir. in einem ergött. 3. Durch deine Liebe, Herr, 2. Seele, willst du dieses finbefreie mich von der Liebe die- den, such's bei keiner Kreatur, jer Welt und mach mich fest in laß nichts Irdisches dich binden, meiner Treue, wenn Fleisch und schwing' dich über die Natur, Blut mir Netze stellt. In mir wohn' deine Liebe nur, nicht Liebe zu der Kreatur. wo Gott und die Menschheit in einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendige Teil, dein ein und dein alles, dein ewiges Heil. 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern üben, was dein Wort gebeut; kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine 3. Dir ist auch das Glück beWilligkeit. O rechne mir nach schieden, das Maria sich erlas, deiner Huld die Schwachheit, Va- als, erfüllt von sel'gem Frieden, ter, nicht zur Schuld. sie zu Jesu Füßen saß. Ihr 5. Hilf, daß aus Lieb' ich brannte das Herz, um die heialles leide, was mir dein weiserligen Lehren von Jesu, dem Rat bestimmt. Du führst durch himmlischen Meister zu hören; Trübjal den zur Freude, der ihr Geist war allein nur in Christi Kreuz gern auf sich nimmt. Jesum versenkt, so wurde ihr 3hm trägt das Leiden dieser Zeit alles in Einem geschenkt. einst Früchte der Gerechtigkeit. 6. In deiner Liebe laß mich sterben, dann ist auch Sterben mein Gewinn; dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Dort lieb' ich reiner noch, als hier, dich, Gott der Liebe, für und für. 4. Also richt auch mein Verlangen treuer Heiland, nur nach dir; laß mich innig an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Wie viele dem Eitlen begierig anhangen, ich richte auf dich nur mein sehnlich Verlangen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist, das in dir nicht die Seele geneußt? In eigener Melodie. 5. Aller Weisheit höchste Fülle 521. ins ist not, o Herr, in dir ja verborgen liegt; gieb dies eine lehre mich nur, daß sich auch mein Wille erkennen doch; alles andre, wie's gern in solche Schranken fügt, daß auch scheine, ist ja nur ein schwe- immer die Demut und Einfalt res Joch, darunter die Seele mit regieret, die mich zu der Weisheit, Sorgen sich plaget und dennoch die himmlisch ist, führet. Ach tein volles Genügen erjaget; er- wenn ich dich, Jesu, recht kenne Liebe zu Gott und zu Chrifto. 289 und weiß, so hab' ich der Weis-| dienen, der uns so wohl bedacht. heit vollkommenen Preis. Sie leuchtet aus dem Sohne, den 6. Ist denn auch mein Herz er uns zugesandt von seines oft trübe, zagend über seine Himmels Throne, als seiner Schuld, so gedenk' ich deiner Gnade Pfand. Liebe, denke, Herr, an deine Huld. Durch dich sind die Deinen von Sünde entbunden, als du haft die ew'ge Erlösung gefunden; du bist zur Gerechtigfeit allen gemacht, als du dich am Kreuze zum Opfer gebracht. 2. Uns ward als Mensch geboren des ew'gen Vaters ein'ges Kind, sonst gingen wir verloren, die allzumal gefallen sind. Wir sollen durch ihn leben, mit Gott versöhnet sein, und ihm uns wiedergeben, das ganze Herz ihm weihn. Er will uns nicht nur retten, er schenkt auch seinen Geist, damit wir alles hätten, was uns sein Bund verheißt. 7. Und so gieb, daß meine Seele auch zu deinem Bild erwacht; du bist, Herr, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, das ist, mein Erlöser, in dir mir gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 3. Der lebt nach Gottes Willen, der gegen ihn in Lieb' ent= brannt; er kann die Glut nicht stillen, bis sie zum Nächsten sich gewandt. Die Armen muß er speisen, Verlaßnen Helfer sein, Verirrte unterweisen, selbst Feinde gern erfreun. Es ist ein findlich Zeichen, wenn man die Brüder liebt; der Vater thut desgleichen, der alles Gute giebt. 4. O laßt auf ihn uns sehen und folget ihm mit Eifer nach! bedenket, was geschehen, zu tilgen unsre Sünd' und Schmach. Wir trugen kein Verlangen, doch hat er uns befreit; er ist uns nachgegangen aus lauter Gütigkeit. Wir gingen wüste Pfade, verirrten Schafen gleich, da rief uns seine Gnade zum sel'gen Himmelreich. Mel. Nun lob' den Herrn 2c. 522. 6° ott ist die wahre Liebe, weil Liebe nur ohn' End' ihn treibt; was ist, das den betrübe, der sie um- 5. Nun hat er uns gefunden, faßt und in ihr bleibt? Dazu ist wir haben ihn im Sohn erkannt, sie erschienen, uns Kindern tund er hat sich uns verbunden, wir gemacht, daß wir dem freudig fühlen uns mit ihm verwandt. 19 8. Ja, mein Jesu, du alleine sollst mein ein und alles sein, prüf, erforsche, wie ich's meine, tilge allen Heuchelschein; sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich selber auf richtigem Wege; laß Schmach mich nicht achten, nicht Leiden, nicht Tod, um dich zu gewinnen, dies eine ist not. 290 Liebe zu Gott und zu Christo. Olasset uns ihn lieben, der uns Thron des Himmels kommen ist, zuerst geliebt, und stets ist treu dein Bruder hier zu werden; geblieben, wie sehr wir ihn be- vergiß sein nicht, denn dir zu trübt. Wollt ihr ihn alle kennen, gut verband er sich mit Fleisch so thut, was ihm gefällt. Ach! und Blut, dank ihm für diese Laßt in Liebe brennen das Herz Liebe. vor aller Welt. Mel. Alles ist an Gottes 2c. 523. Großer König, den ich ehre, der durch seines Geistes Lehre mir sein Licht hat angezünd't, der jetzt und zu allen Zeiten durch viel tausend Gütigkeiten alle Herzen sich gewinnt. 3. Möge mich dein Geist er neuen und mich dir zum Tempel weihen, der dir ewig heilig sei; laß die Herrschaft mich gewinnen über Lust und Furcht der Sinnen, rein'ge mich und mach mich frei. 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten; da er am Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil erstritten, besieget hat er Sünd' und Tod und dich erlöst aus aller Not, dank ihm für diese Liebe. 2. Sieh, auch meins will ich dir geben, dir soll es aufs neue leben, lebe du dann auch in mir! dank ihm für diese Liebe. Dir soll es sich ganz verbinden und zugleich den alten Sünden ewiglich entsagen hier. 4. Laß in meines Herzens Garten aller Tugend schönste Arten blühn in Kraft und Lieblichkeit! Öffne drin die Lebensquelle, die ohn' Ende rein und helle strömet in die Ewigkeit. 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der aus des Todes Banden als Held hervorgegangen ist, mit ihm bist du erstanden; das Leben hat er wiederbracht und uns gerecht vor Gott gemacht, 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die bleiben allezeit und schauen seine Stätte zu bereiten, da du sollst Herrlichkeit, dank ihm für diese Liebe. Christ, der einst wird wieder5. Halt im Gedächtnis Jesum tommen, zu richten, was auf Erden ist, die Bösen und die Frommen; o sorge, daß du dann bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, daß ich dich fortan mit wahrem Glauben fasse, und nie, was du an mir gethan, aus meinem Herzen alt im ich in aller Not Mel. Es ist das Heil 2c. 524. Hefum Chrift, den mich trösten mög' und durch den Heiland, der auf Erden vom Tod zu dir ins Leben dringe. 3 Liebe zu Gott und zu Christo. 291 lieb hab' ich dich sc. err Jesu Christ, mein höchstes Gut, in dem allein mein Glaube ruht, nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und ob mir unter Kreuz und Not und unter Marter, du, meines Herzens Freude! ich Angst und Tod auch Seel' und bleibe fest und treu an dir, so Leib verschmachten, ja gäb' es ist auch nichts, was dich von mir, was unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierest meines Lebens Lauf, hilfft gnädig meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Chrift! Herr Jesu Christ, du bist mein Licht; ich folge dir, so irr' ich nicht. auch der Qual noch mehr, die schrecklich, gleich der Hölle wär', mein Glaube wird nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil und meines Herzens Trost und Teil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ! Herr Jesu Christ, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich Mel. Herzlich 525. 2. Du leitest mich nach deinem nicht verläßt. Rat, der anders nichts beschlossen 5. Nun Herr, ich halte mich hat, als was mir Segen bringet. zu dir, du aber hältst dich auch Geht's gleich zu Zeiten wunder- zu mir, und das ist meine Freude. lich, so weiß ich dennoch, daß Ich sehe meine Zuversicht auf durch dich der Ausgang wohl dich, mein Fels, der nicht zergelinget. Nach schwerem Gang bricht, in noch so großem Leide. auf rauher Bahn nimmst du Dein Thun soll alles und allein mich dort mit Ehren an, wo in meinem Mund und Herzen mich vor deinem Thron erfreut sein, bis ich dich werd' im die Krone der Gerechtigkeit. Herr Himmel sehn, wo alle Sel'gen Jesu Christ! Herr Jesu Christ, um dich stehn. Herr Jesu Christ! bei dir allein wünsch' ich mir Herr Jesu Christ, ich warte ewiglich zu sein. drauf, du kommst und nimmst mich zu dir auf. 3. Mein Sinn ist ganz zu dir gericht't, hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so könnte keine 526. Luft für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Leihe du mir immer mehr die Fülle Erden mein, möcht' ich auch nicht deiner Gaben. Die ganze Welt auf Erden sein, denn auch die erfreut mich nicht, nach Erd' und ganze weite Welt hat nichts, was Himmel frag' ich nicht, wenn ich mir wie du gefällt. Herr Jesu nur dich kann haben. Auch wenn Christ! Herr Jesu Christ, wo dul mein Herz im Tode bricht, bist 19* In eigener Melodie. erzlich lieb hab' ich o 292 Liebe zu Gott und zu Christo. du doch meine Zuversicht, du, nicht Bestand, des bin ich worden meines Herzens höchstes Gut, innen, drum schwingt aus dir der mich erlöst hat durch sein sich mit Begier mein freier Geist Blut. Herr Jesu Christ! Herr von hinnen. Jesu Christ, mein Gott und Herr, verlaß, verlaß mich nimmermehr! 2. Du, Gott, du bist das höchste Gut, nach dir steht mein Verlangen. Ach möcht' ich doch 2. Es ist ja dein Geschenk und mit festem Mut dir immerfort Gab', Leib', Seel' und alles, anhangen! O wäre doch das was ich hab' in diesem armen Sündenjoch von mir hinwegge= Leben. Daß ich es brauch' zum nommen, damit einmal ich zu Lobe dein, zum Nutz' und der Zahl der Sel'gen möchte Frommen der Gemein', wollst tommen. du mir Gnade geben. Behüt 3. Ich seh', es kann die ganze mich, Herr, vor falscher Lehr', Welt mit allen ihren Schäßen in mir den rechten Glauben mehr, in allem Kreuze stärke mich, daß ich es trage williglich. Herr Jesu Christ! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! hilf mir stieben; nur Gott allein wird auch in der letzten Not! und was den Sinnen wohlge= fällt, die Seele nicht ergöken; ihr Glanz verschwind't wie Rauch im Wind und alles muß zer3. Laß deinen Engel bei mir sein, der mich nach überstandner Pein zur Ruh' des Himmels trage. Den Leib laß sanft im Grabe ruhn, bis du erscheinst, es aufzuthun, an jenem großen Tage; alsdann erwed vom Tode mich, daß meine Augen schauen dich, in sel'ger Ruh', o Gottes Sohn, mein Mittler und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ! Herr Jesu Christ, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. ewig sein: wohl allen, die ihn lieben. 4. Wie konnt' es doch zuvor geschehn, daß ich gefolgt den Lüsten? Wie konnt' ich so weit irre gehn, o Welt, in deiner Wüsten? Nun seh' ich ein, es war nur Schein, was ich mir Glück ließ dünken; ich lief fürwahr dabei Gefahr, in ew'gen Tod zu sinten. Mel. Was mein Gott will 2c. 5. Gieb, daß ich meinen Sinn zu dir hinauf gen Himmel schwinge, mit Lieb' und herzlicher Begier nach deiner Gnade ringe und mich allein in dir mag freun, Gott, meiner Seele Leben! Du allermeist kannst meinem Geist die beste Fülle geben. 527. H ier ist mein Herz, Herr, nimm es hin, dir hab' ich mich ergeben! Hinweg, o Welt, aus meinem Sinn mit deinem schnöden Le6. Drum schwinde hin, was nichtig ist, ich will es lassen fahben. Dein Thun und Tand hat ren. Du, Gott, der du mein Liebe zu Gott und zu Christo. 293 alles bist, du wirst mein Herz ich um meinen Herrn. Sonst bewahren, daß es nicht acht' auf Lust und Pracht, nur dich allein verlange und bis zum Tod dir, Herr und Gott, mit wahrer Treu' anhange. fühlt' ich mich verwiesen und meiner Heimat fern. Weg, was sonst Freuden schafft, die er nicht mit mir teilet! Weg, was sonst Wunden heilet, als seiner Liebe Kraft. 6. Mein Herr, mein Licht, mein Leben läßt mich nicht untergehn, und ich bleib' ihm ergeben, Mel. Aus meines Herzens 2c. 528. h habe den gefunden, ohne segnen kann; ihm bleib' ich fest verbunden, trotz Hohn und Druck und Bann. Welch Heil ist meinem gleich? Ich bin der Welt entkommen; er hat mich aufgenommen in Gottes Bund und Reich. aber seh' ich ihn; sein bin ich, er der Meine, zum ewigen Vereine wird er mich zu sich ziehn. In eigener Melodie. 529.h habe g'nug, mein Herr ist Jesus Christ, mein Herr ist er allein; 2. O tommt zu ihm gegangen, der keinen von sich stößt! Ich war mit Not umfangen, und er hat mich erlöst. Mein Los war Stlaverei, gebunden Herz und sein. Ich will ganz meinem Leben; er hat mich frei gegeben, Gott anhangen und nicht mehr nun bin ich wahrlich frei. per nur sein Knecht und treuer Jünger ist, darf ohne Sorgen nach der Welt verlangen, so hab' ich g'nug. 3. Nun sei mein Los auf Erden, von Welt und Weltglück 2. Ich habe g'nug, ich bin fern sein treuer Knecht zu wer- der Sorgen los und kränke nicht den, wert dieses treuen Herrn. mein Herz; ich bin vergnügt Das ist mein Ehrenstand, daß und sit' in Gottes Schoß, der ich ihm angehöre. O daß ich nie verlöre, was ich in Christo fand! lindert allen Schmerz; ich sorge nicht mehr für mein Leben, der Höchste kann mir alles geben: ich habe g'nug. 4. Mir fließe keine Stunde von meiner Zeit vorbei, daß ich 3. Ich habe g'nug und sorge in seinem Bunde nicht stillglück- für den Geist, das andre fällt selig sei. So nah mit ihm ver- mir zu; nur Gottes Reich, das eint als Reb' und Stamm zu Jesus suchen heißt, das giebt werden, das ist das Glück auf mir wahre Ruh'. Ich trachte Erden, was meine Sehnsucht nur, des Vaters Willen in Kraft meint. des Geistes zu erfüllen: drum 5. In lauter Paradiesen leb' hab' ich g'nug. 294 4. Ich habe g'nug; ich lieg' an Jesu Brust, da schwindet aller Schmerz. Was will ich mehr? Dort find' ich Himmelslust, dort stillt sich ganz mein Herz; im Vorschmack weiß ich schon auf Erden, was mir im Himmel einst soll werden: ich habe g'nug. Liebe zu Gott und zu Christo. melawonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du Gotteskraft, die neues Leben schafft. Stegen, und laß mich nicht mehr 6. Erhalte mich auf deinen irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleuchte meine Seele ganz, du reiner Himmelsglanz! In eigener Melodie. 530.J will dich lieben, 7. Gieb meinen Augen süße Thränen, gieb meinem Herzen meine Stärke, dich, fromme Glut; vermehre stets meiner Seele Ruhm und Zier; nach dir mein Sehnen, du einzig ich will dich lieben durch die Heil und höchstes Gut; laß meiWerke und mit der heiligsten Be- nen Sinn, Geist und Verstand gier; ich will dich lieben, schönstes stets sein zu dir gewandt. Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, Krone, dich, meinen Herrn und 8. Ich will dich lieben, meine mein Leben, dich, meiner Seele meinen Gott, dich lieben auch besten Freund; ich will dich lie- bei Schmach und Hohne und in ben und erheben, so lang' dein der allergrößten Not; ich will Gnadenglanz mir scheint; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis dich lieben, Gottes Lamm, das einst das Herz mir bricht. litt am Kreuzesstamm. 4. Ich ging verirrt und war verblendet, ich suchte, doch ich fand dich nicht, ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; doch nun ist es durch dich geschehn, daß ich mein Heil gesehn. 3. Ach daß ich dich so spät erkannte, du hochgelobter Heiland Mel. Trau auf Gott in allen 2c. du! daß ich nicht früher mein 531. Jefu, der du deine durch dich nannte, du höchstes Gut und wahre Ruh'! O wie ist tief mein Herz betrübt, daß es dich spät geliebt! des Geistes Triebe in die Herzen sich ergießen und im Glauben dich genießen: 2. Wer kann sagen und beschreiben, was es sei, in dir stets bleiben, stets im Glauben dir anhangen und in Liebe dich umfangen? 3. Gieb uns Kraft, die Sereiten und zu stillen Schmerz ligkeiten deiner Lieb' uns zu beund Thränen derer, die nach 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß du dem Geiste Licht gebracht; ich danke dir, du Him- dir sich sehnen. Liebe zu Gott und zu Christo. 295 4. O unendlich hohes Wesen, 5. Du vergänglich Wesen, das in dem wir allein genesen, mach die Welt erlesen, ich entsage dir. uns würdig, dich zu sehen, in In mir sollt ihr Sünden keine den Himmel einzugehen. Stätte finden, bleibet fern von mir. Gute Nacht, du Stolz und Pracht; ganz sei dir, ungöttlich Leben, gute Nacht gegeben! 5. Daß, wenn wir dich freudig schauen in den schönen Himmelsauen, wir dir Hallelujah singen; hilf, Herr, laß es wohl gelingen. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Herr und Meister tehret bei mir ein. Was mich auch betrübe, wenn ich ihn nur In eigener Melodie. 532. Jefu, meine Freude, liebe, muß mir Freude sein. hier und Weide, Jesu, meine Zier! ach Hohn, dennoch bleibst du, auch wie lang', wie lange ist dem im Leide, Jesu, meine Freude. Herzen bange, wie verlangt's nach dir! Ich bin dein, und du bist mein; Gottes Lamm, mir Mel. Alle Menschen müssen 2c. soll auf Erden, nichts sonst lie- 533. Jesus ſchwebt mir in Gedanken, Jesus ber liegt mir stets im Sinn; von 2. Unter deinem Schirmen bin ihm will ich nimmer wanten, ich vor den Stürmen aller Feinde sänk' auch alles um mich hin. frei. Laß die Felsen splittern, laß Er ist meine Seelenweide, meiden Erdkreis zittern, mir steht Je- nes Herzens höchste Freude, meisus bei. Ob die Welt in Trümnes Lebens schönste Zier, Jesum mer fällt, ob auch Tod und Hölle lieb' ich für und für. schrecken: Jesus will mich decken. 2. Jesu hab' ich mich ergeben, 3. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme, Jesus stil- denn ich bin auf ihn getauft. let sie. Mag der Tod sich nahen, Ihm zu Ehren will ich leben, mich das Grab umfahen, Jesus der mich durch sein Blut erkauft. läßt mich nie. Mich schreckt nicht an ihm will ich treulich halten; das Weltgericht, freudig, daß ich nur sein Geist soll in mir walJesum sehe, blic' ich auf zur Höhe. ten; seinem Vorbild folg' ich gern, 4. Weg mit allen Schätzen, Jesus steht mir nimmer fern. du bist mein Ergößen, Jesu, 3. Jesus soll in allen Leiden meine Lust! Weg, ihr eitlen mein getreuster Beistand sein. Ehren, die gar leicht bethören, Nichts, nichts soll mich von ihm bleibt mir unbewußt! Elend, scheiden, keine Qual noch SeeNot und Schmach und Tod soll, lenpein. Keine Trübsal, teine wie viel ich auch muß leiden, Schmerzen, reißen ihn aus meimich von dir nicht scheiden. nem Herzen; wenn mich alle Welt 296 Liebe zu Gott und zu Christo. verläßt, Jesum halt' ich immer meinem Herzen vor allem tief sich fest. ein das Bild von deinen Schmer4. Jesus soll auch einst im zen und deiner Kreuzespein. Sterben meiner Seele Labsal sein. 5. Dies Bild, o Herr, zerJenes sel'ge Reich zu erben, dazu streuet die Nacht, die mich bedeckt, hilft nur er allein. Durch ihn wenn das Gewissen dräuet und sollen alle Frommen zu des Him- das Gericht mich schreckt. Dies mels Klarheit kommen. Jesus Bild laß vor mir schweben in hält, was er verspricht, Jesum meiner letzten Not; wie in dir Laff' ich ewig nicht. war mein Leben, sei auch in dir mein Tod. Mel. Herzlich thut mich zc. 534. n meines Herzens Grunde, Herr, wohne du allein, zu jeder Zeit und Stunde kann ich dann fröhlich sein. Wenn alles um mich trübe, umwölkt und finster ist, so strahlt doch deine Liebe in mir, o Jesu Christ. 2. Du bist die Himmelswonne, 535. I Herz befangen, das Mel. Mein Jesu, dem die zc. en Thorheit ein die mein Verlangen stillt, du bist mir Licht und Sonne, du bist mir Hort und Schild. Wen dieser Schild beschirmet, wem diese Sonne scheint, der ruht, auch wenn es stürmet, ist froh, außer Gott die Ruhe sucht; gejagt von irdischem Verlangen irrt es umher, als auf der Flucht! Wer für das Eitle nur entbrennet, bald dies, bald jenes sich erwählt, hat seines wahren Ziels verfehlt, weil er nicht seinen Ursprung kennet. auch wenn er weint. 6. In diesem teuren Bilde laß dann dich von mir schaun, auf deine Gnad' und Milde im Glauben fest mich traun. Auch in der Todesstunde kann ich noch fröhlich sein, wenn in des Herzens Grunde du wohnest, Herr, allein. 3. Mit Kraft und Mut befeelet dein Gnadenschimmer mich; doch Mut und Stärke fehlet, gekommen, ein Hauch und Strahl 2. Du, der du bist von Gott von seinem Geist, hast nicht der wenn dieser Schein erblich. Wahrheit Ruf vernommen, wenn wenn mir's an Vertrauen, an Licht und Kraft gebricht, dann laß aufs neu' mich schauen dein gnädig Angesicht. du dich mit der Welt noch freust. hier auf der Erde willst du finden, was dir allein der Himmel giebt, ach glaube, wer die Welt nur liebt, des Thorheit ist nicht zu ergründen. 4. So oft vor meinen Blicken erscheint dein teures Bild, stets werd' ich mit Entzücken und reichem Trost erfüllt; doch prägte 3. Wie kann das Sterbliche vergnügen die Seele, die unsterblich Liebe zu Gott und zu Christo. 297 ist? Soll denn das Ew'ge unter=| richt sich verloren und in die liegen dem, was besteht so kurze Frist? Wie kann, was irdisch ist, ergötzen den, der dem Himmel angehört? Du bist von Gott so hoch geehrt, und weißt nicht deinen Wert zu schätzen. Ferne hingewandt, wird von dem Vater froh erkannt und wie von neuem ihm geboren. 4. O Schmach, so giebst du deine Würde und deine Herrlichkeit dahin; erliegst der selbst erwählten Bürde und bleibest fern von Gottes Sinn! Gott hat zum Tempel dich erkoren; bist du es nicht, welch große Schuld! Verscherzest du des Schöpfers Huld, dann besser, du wärst nie geboren. 8. 3u Gott, o Seele, mußt du dringen; ach geh zu deiner Ruhe ein. Dein heißer Wunsch wird dir gelingen, ergiebst du dich dem Herrn allein. Du schmeckst schon hier den innern Frieden, den dir die Welt nicht geben kann; dort fängt die Seligkeit erst an, da du von Gott nie wirst geschieden. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. 536. Nebst du in mir, o 5. Dring ein zu Gott, verlaß die Sünden, sag ab der Thorheit dieser Welt! Dein Herz kann dann erst Ruhe finden, wenn nur der Himmel dir gefällt. Dein Weg ist schlüpfrig, du wirst gleiten, wenn du recht fest zu stehen meinst; doch wenn du dich mit Gott vereinst, dann stehst du fest zu allen Zeiten. wahres Leben, so sterb' in mir, was du nicht bist. Ein Blick von dir kann Bepres geben, als was der Welt das Beste ist. O Jesu, du sollst mein verbleiben; nichts soll mich von der Liebe treiben, die du mir zugesaget hast. O sel'ge Fülle, die mich tränket, wenn sich mein Herz in dich versenket und deine Gnade mich umfaßt. 6. Das Kindlein ruht in sichrem Frieden gar sanft auf 2. Aus Liebe, Herr, bist du seiner Mutter Schoß; der gestorben, damit wir nicht verWandrer wird nach dem Er- loren gehn. Olaß mein Herz, müden des Tages Last und das du erworben, nun auch für Hiße los; die Fesseln werden ab- dich in Flammen stehn. Laß genommen, die den Gefangnen mich im Kampf nicht unterliegen, sonst gedrückt; das Schifflein laß mich in deiner Liebe siegen, ist dem Sturm entrückt und ja siege du nur selbst in mir: so in dem Hafen angekommen. werd' ich fröhlich triumphieren, 7. Es finden unter dem Ge- so wird dein Todessieg mich fieder der Mutter ihre Küchlein zieren, so leb' und leid' und Ruh', das Schäflein kennt den sterb' ich dir. Hirten wieder, er führet es der 3. 3ünd auch in mir der Liebe Herde zu; der Sohn, der thö- Flammen zum Dienste deiner 298 Liebe zu Gott und zu Christo. dein Glieder an. Halt uns in einem 2. Liebe, die mich hat erforen, Leib zusammen, daß keine Macht eh ich noch ins Leben kam; uns trennen kann. Wenn ich Liebe, welche Mensch geboren nur bin wie du gesinnet, dein meine Schwachheit an sich nahm; Bild in mir Gestalt gewinnet Liebe, dir ergeb' ich mich, und dein Gebot mir heilig ist; zu bleiben ewiglich. so werd' ich Freund' und Feinde 3. Liebe, die durch Tod und lieben, so wird ihr Kummer mich Leiden für mich hat genug gebetrüben, wie du mir vorgegangen bist. than; Liebe, die mir ew'ge Freuden, Heil und Seligkeit gewann; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Gieb mir des Glaubens Licht und Kräfte, daß er die rechten Früchte treibt. Mach mich jur Rebe voller Säfte, die fest an ihrem Weinstock bleibt. Du bist der Fels, auf den ich baue; du bist mein Heiland, dem ich traue, du bist des Glaubens fester Grund. Wenn sich die Zweifelsstunden finden, so laß dein Licht mir nicht verschwinden und mach den tranken Geist gesund. 4. Liebe, die mit Kraft und Leben mich erfüllet durch das Wort; Liebe, die den Geist gegeben mir zum Trost und Seelenhort; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die hat überwunden meinen harten, stolzen Sinn; Liebe, die mich hat gebunden, daß ich ganz ihr eigen bin; 5. Laß meine Hoffnung nicht Liebe, dir ergeb' ich mich, dein erliegen, hilf, daß dein Kreuz zu bleiben ewiglich. ihr Anker sei; mit dir kann ich 6. Liebe, die, zu Gott erhöhet, die Furcht besiegen, dein Tod mir erhält, was sie erstritt; macht mich von Schrecken frei. Liebe, die stets für mich flehet Die Welt mag auf das Eitle und mich träftiglich vertritt; bauen, ich aber will auf dich nur Liebe, dir ergeb' ich mich, dein schauen, o Jesu, wahrer Hoffnung zu bleiben ewiglich. Licht; ich will in Trübsal dich umfassen, du wirst den Schwachen nicht verlassen, denn deine Liebe wanket nicht. Mel. Komm, o komm, du Geift 2c. 537. Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit 7. Liebe, die mich schützend decket, wenn des Todes Macht mir dräut; Liebe, die mich auferwecket und mich führt zur Herrlichkeit; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. haft gemacht; Liebe, die du mich Mel. Meinen Jesum laff ich nicht zc. so milde nach dem Fall mit heil einen Jesum laff' ich bedacht; Liebe, dir ergeb' ich mich, nicht! was könnt' dein zu bleiben ewiglich. ich wohl Begres haben? Niemand 538. Me 299 an ihm hangen, in ihm leben? Er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum lass' ich nicht. 2. Jesum lass' ich nimmer nicht, bis an meines Lebens Ende, und voll Glaubenszuversicht geb' ich mich in seine Hände; Herz und Mund mit Freuden spricht: Meinen Jesum Laff' ich nicht. Liebe zu Gott und zu Christo. fann mit Troft und Licht, so wie er, die Seele laben. Alles, was mir Freude giebt, hab' ich, weil mich Jesus liebt. 2. Er ist mein, und ich bin sein! Liebe hat uns fest verbunden, gegen alle Seelenpein find' ich Trost in seinen Wunden. Auf ihn bau' ich felsenfest, voller Hoffnung, die nicht läßt. 3. Ohne Jesum würde mir schon die Welt zur Hölle werden; mit ihm aber hab' ich hier schon den Himmel auf der Erden. Mangel kenn' ich nicht und Not; er speist mich Himmelsbrot. mit 3. Laß vergehen mein Gesicht, aller Sinnen Kraft entweichen, laß das letzte Tageslicht dem gebrochnen Aug' erbleichen, wenn des Leibes Hütte bricht, meinen Jesum lass' ich nicht. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, wenn ich bin dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht aller Frommen Glaube pranget; ewig glänzt mir dort sein Licht, meinen Jesum lass' ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht, nur nach ihm mein Herz sich sehnet; Jesum such' ich und sein Licht, ihn, der mich mit Gott versöhnet; er befreit mich vom Gericht, meinen Jesum lass' ich nicht. 4. Eine Stunde, wo ich ihn suche recht ins Herz zu schließen, giebt den seligsten Gewinn, läßt mich wahre Luft genießen; ein zu ihm gewandter Blick bringt mir tausend Heil zurück. 5. Schickt der Vater Kreuz und Schmerz, Jesus soll sie selbst besiegen, spricht: du zerschlagnes Herz, meine Gunst laß dir genügen!" Also stärkt er die Geduld durch Versichrung seiner Huld. 6. Niemals zeigt sich Unbestand, Jesu, mir in deiner Gnade; Mel. Ach Gott und Herr 2c. ich du hältst mich an deiner Hand, 540. Mein Freund ist daß nichts meiner Seele schade; und so geht die Prüfungsbahn immer sicher himmelan. In eigener Melodie. bin sein, ihm hab' ich mich ergeben. Ich bin bereit, in Freud' und Leid, o Jesu, dir zu leben. 2. Du riefest mich, ich glaubt' an dich, nun will ich nie dich lassen. Und immer wirst du, er fich für mich gegeben; sollt' Lebensfürst, mich gnadenreich ich nicht aus Dank und Pflicht umfassen. 539. Meinen Jeſum laff ich nicht, weil 300 Liebe zu Gott und zu Christo. 3. Mir zum Gewinn gabst du starter Hort, bei dem ich Zudich hin, zu leiden und zu ster- flucht finde, denn der ist sicher ben. Durch dich versöhnt, werd' nur, den deine Hand beschirmt. ich gekrönt zum rechten Himmelserben. 5. Mein Hirte, weide mich auf deinen grünen Auen, und 4. Einst werd' ich gleich in führe mich zum Quell lebend'gen Deine Reich den frohen Engeln Wassers hin; verirr' ich mich von werden, wo ich forthin gesichert dir in Wüsten voller Grauen, bin vor dieser Welt Beschwerden. dann bringe mich zurück, weil ich dein eigen bin. 5. Drum, o Herr Christ, du einzig bist mein höchster Schatz auf Erden! Mein Lebenslicht, o laß mich nicht von dir geschieden werden. 6. Mein Ein und Alles du, mit dir laß Eins mich werden; so wird mir Alles nichts, du wirst mir Alles sein; und ist die Stunde da, zu scheiden von der Erden, dann geh' in Frieden ich zu deinen Freuden ein. Mel. Mein Vater, zeuge mich zc. 541. Me ein Heiland, bilde du mich ganz nach In eigener Melodie. deinem Bilde und schaffe selbst 542. Mein Jeſu, dem die in mir die neue Kreatur, auf wenn daß ich heilig sei, demütig, weis' dein Befehl an sie ergeht, nur und milde und in mir ausgetilgt mit verdecktem Antlik dienen im des alten Menschen Spur. Glanze deiner Majestät: wie sollten meine blöden Augen, die der verhaßten Sünde Nacht noch so viel trüber hat gemacht, dein helles Licht zu schauen taugen? 2. Doch gönne meines Glaubens Blicke den Eingang in dein Heiligtum, daß deine Gnade 3. Mein Leben, leb in mir mich erquicke zu meinem Heil und laß in dir mich leben; ich und deinem Ruhm! Von fern bin ja ohne dich zum Guten steht die beschämte Seele; doch gänzlich tot. Du bist das Le- wenn sie reuevoll sich beugt, bist bensbrot, du kannst mir Nah- du es, der sich gnädig neigt, rung geben und laben meinen und spricht: ,, du bist's, die ich Geist in aller seiner Not. erwähle." 4. Mein König, schütze mich, so oft noch Welt und Sünde mit Güte dem Herzen, das nach Gnade 3. Ja zeige, Jesu, dich voll ihrer List und macht auf meine Lechzt! Hör auf das sehnende Seele stürmt. Sei du mein Gemüte, wie es, ,, Gott sei mir 2. Mein Licht, erleuchte mich, führ mich in alle Wahrheit und bringe meinen Sinn zur rechten Lauterkeit; vertreib den Lügengeist durch deines Wortes Klarheit, damit ich wacker sei in jedem Kampf und Streit. Liebe zu Gott und zu Christo. 301 gnädig!" ächzt. Dein Blut ist| lang' in mir das Herz noch schon für mich geflossen, um schlägt; und wenn es einst sich wegzunehmen Schuld und Pein; nicht mehr regt, soll immer doch wie sollt'st du mir nicht gnädig die Liebe währen. sein? Nein, Herr, du kannst mich nicht verstoßen. Mel. Die lieblichen Blicke 2c. 4. Ich bin geheilt durch deine Wunden, mit Gott versöhnt ge= 543. Mein thörichtes Herz, warum schwankest hör' ich dir; und bleib' ich fest mit dir verbunden, so ist ver- du noch? Was hilft's dir, zu dammlich nichts an mir. Laß ringen nach irdischen Dingen und immer zu ziehen am sündlichen nun in deinem Licht mich wandeln, daß ich in Herzensfreudig- Joch? Das nötigste Teil iſt teit, Herr, als dein Jünger allezeit nach deinem Worte möge handeln. Jesus, dein Heil. Drum lente den Sinn auf Jesum nur hin. 2. In ihm ist die Fülle von allem, was gut; was fleischlich vergnüget, das schadet und trüget, es schwächet den Glauben, entträftet den Mut. Wer alles verläßt und hanget nur fest an Jesu allein, kann wahrhaft sich freun. 5. Reich mir die Waffen aus der Höhe, und stärke mich durch deine Macht, daß ich den guten Kampf bestehe, wenn deiner Feinde Haß erwacht; dann wird dein Gnadenreich auf Erden, worin dein heil'ges Recht regiert und uns zu Fried' und Freude führt, auch durch mich ausgebreitet werden. 6. So will mein Herz dich, Herr, umfassen, bereit es dir zu deinem Thron! Du hast aus Liebe ja verlassen den Himmel einst, o Gottes Sohn! So laß denn jetzt die gläub'ge Seele dir Freudenthron und Himmel sein, daß fie, geheiliget und rein, vor deinem Vater dir nicht fehle. 3. Er ist uns der treuste und innigste Freund. Schon hier will er laben mit himmlischen Gaben das Herz, das in Liebe mit ihm sich vereint. Wie einst er beglückt, wenn er uns entrüdt zum himmlischen Licht, das fassen wir nicht! 4. So ziehe, mein Jesu, mich gänzlich zu dir, laß in mir zerrinnen die Täuschung der Sinnen, ertöte des sündlichen Fleisches Begier. Dein himmlischer Glanz durchleuchte mich ganz, hinführo allein dein eigen zu sein. 7. Ich steig' hinauf zu dir im Glauben, steig du in Lieb' herab zu mir! Laß nichts mir diese Freude rauben; erfülle ganz mich nur mit dir! Ich will dich lieben, dich verehren, so Freuden, nach deinem Gefallen 5. Mein Wille sei gänzlich in deinen versentt! Mein Wirken, mein Leiden, die Schmerzen, die 302 sei alles gelenkt! Dir geb' ich mich hin mit liebendem Sinn; Mel Schmücke dich, zc. ach lebe in mir, so leb' ich in 545. Nein, nichts Höhres dir. Glaube, nichts erhebt mich mehr vom Staube, als daß mir zum Heil und Leben Gottes Sohn sich hingegeben. Daß ich einen Heiland habe, mich an seinen Gütern labe und in sein Verdienst mich kleide: dies ist meiner Seelen Freude. Liebe zu Gott und zu Christo. Mel. Mein Salomo, dein 2c. 544. Mir wallt das Herz, so oft es sein gedenket, den Lieb' und Huld von seinem Throne drang und unsre Niedrigkeit zu teilen zwang. Gedanke, der mich ganz auf Jesum lentet! Ist mir's im Ernst um Seligkeit zu thun, kann ich getrost in seiner Liebe ruhn. 2. Ich mag kein Heil, als nur in Jesu haben; ich mag tein Licht, das nicht aus Jesu strahlt; der Friede, den sein teures Blut be= zahlt, ist nirgends sonst; er muß damit begaben, mein Jesus, der für mich am Kreuze starb und mir dadurch die Seligkeit erwarb. 2. Sein will ich mich gläubig freuen, meinen Bund mit ihm erneuen; denn auf meiner Pilgerreise nährt er mich mit Himmelsspeise. Daß ich einen Heiland habe, der mit treuem Hirtenstabe mich zu grünen Auen leitet: dies hat Liebe mir bereitet. die sich hülfreich mir erwieſen, die 3. Ew'ge Liebe, sei gepriesen, den Mittler hat getrieben, mich bis in den Tod zu lieben. Daß ich einen Heiland habe, der mich liebte bis zum Grabe, der nun lebt als überwinder: dies ge= währet Trost dem Sünder. 3. Wie hoch der Geist der Jünger auch gestiegen, ihr höchstes Wissen blieb das Kreuz des Herrn: so finden auch die Gläub'gen nah 4. Trot'ge und verzagte Herund fern in seinem Kreuz daszen achten nicht des Heilands feligste Genügen; wer in ihm Schmerzen, können, ach, so leicht einzig sucht der Seele Heil, dem vergessen, was sie ernstlich nie wird die höchste Weisheit auch ermessen. Daß ich einen Hei zu teil. land habe, an dem ich mich weid' und labe: ginge mir dies Heil verloren, wär' ich besser nie ge4. Wir sehen ja die Scharen seiner Zeugen, wir kennen den, der uns erkauft sich hat; er that, boren. er litt, er büßt' an unsrer Statt, 5. Fehlt er mir, so weicht mein wir müssen uns vor seinem Scep- Friede; ohn' ihn ist die Seele ter beugen; er ist so groß und müde, Licht und Trost bleibt mir ist zugleich so gut, wir opfern verschwunden, bis ich wieder ihn ihm von Herzen Gut und Blut. gefunden. Daß ich einen Heiland Liebe zu Gott und zu Chrifto. 303 habe, reich an jeder Himmels- uns Zeuge sein von seiner Kraft, gabe: dies allein erweckt aufs vor der das Dunkel muß ent= neue meinen Mut und meine fliehen, die alles aus dem Nichts Treue. erschafft. 6. Sollte jemals meiner Seelen Kraft und Ruh' und Freude fehlen, will ich flehend zu ihm blicken, und er wird mein Herz erquicken. Daß ich einen Heiland habe, des ich bleibe bis zum Grabe, der mich macht zum Himmelserben: darauf will ich freudig sterben. 4. Durch Lieb' allein ward er bewogen, daß sich zum Bild er Menschen schuf, und, als die Sünd' uns ihm entzogen, uns wieder rief mit heil'gem Ruf. So, Seele, sucht er auch noch heute, wie er mit Liebe dich umfah'; schenkt gern dich seinem Sohn zur Beute und bleibt dir dann in Gnaden nah. Mel. Die Tugend wird zc. 5. Er überschüttet dich mit Segen, er speiset dich mit Himmels= 546. daß ich Gott erken- brot, er ist dein Licht auf deinen lernte und nen Wegen und führt dich mächwandelte den Weg des Rechts, tig aus dem Tod, er tränkt dich daß ich vom Eitlen mich ent- aus den Lebensbächen, in Nöten fernte, denn ich bin göttlichen stehet er dir bei, im Kreuz wird Geschlechts! Der Herr ist über er dir Heil versprechen, und stets alle Schätze! er ist und bleibt bleibt seine Liebe neu. das höchste Gut; und wenn ich mich an ihm ergötze, so fühl' ich, wo man sicher ruht. 2. Denn was hier herrlich scheint auf Erden, ist wie ein Rauch, der schnell vergeht; ein Reichtum, der geraubt kann werden, ist Lust, die nur im Traum besteht. Ein solcher Schatz wird nicht besessen, und solcher Trost schwächt nur den Mut; die ird'sche Freud' ist leicht vergessen, Gott aber ist ein ew'ges Gut. 6. O Seele, die dies Gut darf schmecken und seine Kraft erfahren hat, laß immer stärker dich erwecken und such es eifrig früh und spat! O ringe drum mit heißen Thränen, nichts halte dein Verlangen auf! Beginne stets mit neuem Sehnen, nichts locke dich vom rechten Lauf. 7. Kein Kreuz und keine Lust soll stören die Liebe zu dem ew'gen Gut: nein, alles muß die Glut vermehren und stärken 3. Und dieses Gut ist lauter unsern Glaubensmut, und alles Liebe, das rufet alle Kreatur. muß zu ihm uns treiben, der Gott schuf in heißem Liebestriebe Andacht Feuer fachen an, uns die ganze herrliche Natur. Sie Christo inn'ger einverleiben, der soll zu ihm hinauf uns ziehen, unsre Seelen sich gewann. 304 Liebe zu Gott und zu Christo. Mel. Wie wohl ist mir, o freund zc. mir Geist und Leben sein; daß ich nach deinem Wohlgefallen in Ehrfurcht möge vor dir wallen, zeuch mein Herz völlig zu dir hin; laß mich in Worten und in Werken auf deinen Wink und Willen merken, und töt in mir den eignen Sinn. 547. höchstes Gut, o Licht und Leben, o treuer Hirt, o Vaterherz! nur dir hab' ich mich übergeben, mein Geist und Sinn strebt himmelwärts. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll sein Kind regieren, so geh' ich mit ihm aus und ein. Ach, Herr, erhöre meine Bitte, und lenke gnädig meine Tritte, ich gehe keinen Schritt allein. 2. Wenn du mich führst, kann ich nicht gleiten, dein Wort muß ewig feste stehn; du hast versprochen mich zu leiten, zu meiner Seite stets zu gehn. Du wirst nicht mein Vertraun beschämen; sein in Ewigkeit. will ich dich nur zu allem neh-| men, so willst du mir auch alles sein. Ach laß mich niemals von dir irren, dann wird mein Sinn jich nie verwirren, dann blendet mich kein falscher Schein. 3. Herr, mache mich recht treu und stille, daß ich dir immer folgen kann. Nur dein, nur dein vollkommner Wille sei für mich Schranke, Ziel und Bahn. Mich soll nichts ohne dich vergnügen; laß mir nichts mehr am Herzen liegen, als deines großen Namens Ruhm; der sei allein mein Ziel auf Erden; ach laß mir's nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. 4. Laß deinen Geist mich täglich treiben, Gebet und Flehen dir zu weihn. Dein Wort laß mir im Herzen bleiben und in 5. Dich lob' und lieb' ich fromm und stille und ruh' als Kind in deinem Schoß. Ich schöpfe Trost aus deiner Fülle, mein Herz ist aller Sorgen los. Ich ich zum Himmel möge dringen, forge nur vor allen Dingen, daß zu deinem Dienst bin ich bereit. Ach zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrinnen und dein mich Mel. Ich ruf zu dir, Herr zc. 548. Jeſu Chrift, mein du treuster Freund der Seelen, des Liebe so viel an mir thut, daß ich es nicht kann zählen: gieb, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög' umfangen und als dein Eigentum an dir nur einzig hangen. 2. Hilf, daß sonst nichts in meiner Seel', als deine Liebe wohne; gieb, daß ich deine Lieb' erwähl' als meine Zierd' und Krone. Rott alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, daß Herz, Gemüt und Sinn in deiner Liebe brennen. 3. Wie freundlich, selig, süß 305 Mel. Valet will ich dir geben 2c. wohnt, kann nichts 549. O Jeſu, Freund der Liebe zu Gott und zu Christo. und schön ist, Jesu, deine Liebe. Wo diese entstehn, was meinen Geist betrübe. Drum laß nichts andres denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, nichts verehren, als deine Güt' und dich, der du sie noch kannst mehren. 4. Du bist allein die wahre Ruh', in dir ist Fried' und Freude, drum wendet sich mein Herz dir zu, daß es an dir sich weide. Du bist das rechte Himmelsbrot, durch das ich Stärkung finde und die Sünde samt aller Angst und Not im Glauben überwinde. lich lieb' ich dich! Wenn mich die Sorgen quälen, stärkst und erquickst du mich; dann schwinden alle Leiden der kurzen Pilgerzeit vor den vollkommnen Freuden der nahen Ewigkeit. 2. Nichts, nichts soll meinem Herzen so teuer sein als du; denn deinen Todesschmerzen verdank' ich Trost und Ruh'. Dir will ich angehören mit allem, was ich bin, dich über alles ehren mit dankerfülltem Sinn. 3. Was kann mein Herz beglücken, als deine Huld allein? Wer mich im Tod erquicken? Wer da mein Tröster sein? Nur du kannst alles geben, was wahrhaft mich erfreut; bei dir ist ew'ges Leben, ist Heil und Seligkeit. 5. Du hast mich je und je geliebt und mich zu dir gezogen. Eh ich noch etwas Gut's geübt, warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, mich diese Liebe leiten und begleiten, so daß sie immerfort mir kräftig steh' zur Seiten. 6. Sie müsse, wo ich irre geh', alsbald zurecht mich führen, und 4. Was soll ich trostlos klagen? Du bist ja, Herr, bei mir; muß ich das Kreuz auch tragen, ich in dem Amt, worin ich steh', folge freudig dir. Geduldig will mein ganzes Thun regieren; daß ich auch andre deinen Rat und gute Werke lehre, Sünden wehre, und den, der Böses that, mit Ernst zu dir bekehre. ich leiden Verfolgung, Schmerz und Hohn; nichts soll von dir mich scheiden, von dir, o Gottes Sohn. 7. So sei denn meine Freud' im Leid, in Schwachheit mein Vermögen, bis ich dereinst nach Kampf und Streit mich kann zur Ruhe legen. Alsdann laß deine Liebestreu Erquicung mir juwehen, mir beistehen, daß ich getroft und frei mög' in dein Reich eingehen. 5. Du Herrlichkeit der Erden, vergebens lockst du mich; kann ich einst selig werden, wie gern entbehr' ich dich! Wo Jesus Hütten bauet, da, da ist gut zu sein; wenn ihn mein Aug' einst schauet, wie will ich dann mich freun! 6. Sei denn in jedem Beide, im Tode sei mit mir, und führ, 20 306 o meine Freude, mich näher dann zu dir. Wenn mich kein Leid mehr rühren, kein Tod mehr töten kann: wie werd' ich triumphieren, wie selig bin ich dann! Liebe zu Gott und zu Christo. vom Kreuz gedrückt, so fühlt er dennoch sich erquickt, weil er tann dein genießen. Endlich zeigt sich nach dem Leide volle Freude, und die Stunden alles Trauerns sind verschwunden. Mel. Wie schön leacht't uns 20. 5. Kein Auge hat jemals gesehn, noch kann ein Mensch es 550.Jeju, Jesu, Gottes hier verstehn und würdig g'nug Sohn, mein Hei- beschreiben, was denen dort für land und mein Gnadenthron, Herrlichkeit bei dir und von dir du weißt, daß ich dich liebe; ist bereit, die in der Liebe blei= vor dir ist alles sonnenklar, dir ben; freudig werd' ich dort erist mein Herz auch offenbar mit fahren mit den Scharen der jedem seiner Triebe; herzlich Gerechten, wie du lohnst den such' ich dir vor allen zu ge- frommen Knechten. fallen, nichts auf Erden kann und soll mir lieber werden. 2. Das ist mein Schmerz und tränket mich, daß ich nicht so fann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Je mehr die Lieb' in mir entbrennt, um so viel mehr mein Herz erkennt, wie es dich lieben sollte! Laß mich innig deine Güte im Gemüte oft empfinden, ganz für dich mich zu entzünden. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Freude sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt, was mir Wort vor Augen stellt, aus Liebe mich stets übe; bis ich endlich werde scheiden und voll Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da wird in der Verklärung Licht dein gnadenvolles Angesicht mir keine Hülle decken; da werd' 3. Durch deine Kraft gelingt ich deine Süßigkeit, die mich es mir, daß, wie mein Herz sich hienieden schon erfreut, in reiner sehnt nach dir, ich auch an dir Liebe schmecken. Ewig bin ich kann hangen. Nichts auf der dann erquicket und geschmücket ganzen weiten Welt, nichts, was mit der Krone, die dem Glauben den Sinnen wohlgefällt, stillt wird zum Lohne. jemals mein Verlangen. Nur du, Jesu, kannst mich laben, ich muß haben für die Triebe meiner Sehnsucht reine Liebe. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 4. Denn wer dich liebt, den 551. Quelle der Vollkomliebest du, schaffst seinem Herzen mein Gott, wie lieb' ich dich, und menheiten, Gott, Fried' und Ruh' und trösteft mit welchen Seligkeiten segnet sein Gewissen; ob er auch wird deine Liebe mich! Seel' und Leib Liebe zu Gott und zu Christo. mag mir verschmachten: hab' ich dich, darf ich's nicht achten, mir wird deine Lieb' allein mehr als Erd' und Himmel sein. 2. Dent' ich deiner, wie erhebet meine ganze Seele fich; wie getröstet, wie belebet fühl' ich mich, O Gott, durch dich! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmernis und Schmerz! 3. Floß aus deiner Gnadenfülle mir nicht tausend Gutes zu? Daß ich ward, gebot dein Wille, daß ich noch bin, wirkest du. Daß ich denke, daß ich wähle, dafür dankt dir meine Seele, dankt dir, daß sie dich erkennt und in Christo Vater nennt. 307 der Frommen lieb' ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen kennen, ehren und erfüllen, und du reichst an deinem Thron mir der treuen Liebe Lohn. 4. Du entrisfest dem Verderben mich durch deinen Sohn, o Gott, ließest den Gerechten sterben, und zum Heil ward mir sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, hast du mir durch ihn gegeben, ewig soll ich dein mich freun, soll dein Kind und Erbe sein. Mel. Mein Heiland nimmt zc. 552. Sagt immer, Weise dieser Welt, man sei nur Freund von seinesgleichen, und leugnet, daß sich Gott gesellt mit denen, die ihn nicht erreichen. Ist Gott schon alles und ich nichts, ich Schatten, er der Quell des Lichts, er noch so start, ich noch so blöde, er noch so rein, ich noch so schnöde, er noch so groß, ich noch so klein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 2. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne, nicht nur sein Leiden, Kreuz und Grab, auch seinen Thron und seine Krone. Ja was er redet, hat und thut, sein Wort und Geist, sein Fleisch und Blut, was er gewonnen und erstritten, was er geleistet und gelitten, dies alles will er mir verleihn: Mein Freund ist mein und ich bin sein. 5. Heil mir, wenn ich es empfinde, welcher Liebe wert du bist, und mein Herz vom Haß der Sünde inniglich durchdrungen ist. Wenn auf dein Gebot 3. Mein Freund ist meiner Seeich achte, nur nach deinem Bei- len Geist, mein Freund ist meines fall trachte; dann strahlt mir Lebens Leben; nach ihm, der mich der Freude Licht, und ich bin den Seinen heißt, und sonst nach voll Zuversicht. keinem will ich streben. O wohl 6. Noch lieb' ich dich unvoll- der Wahl, die uns gefügt! Sie kommen, meine Seel' erkennt reut mich nie, ich bin vergnügt dies wohl, dort im Vaterland in ihm, der auch mit mir zufrie20* 308 Liebe zu Gott und zu Christo. den. Drum bleibt bei Leiden un-| Mel. Jefus, meine Buversicht zc. geschieden ein Herz und Mund, ein Ja und Nein! Mein Freund 553. Seele, was ermüd'st du ist mein, und ich bin sein! dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald ver= zehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und auf Erden; nun aber muß, seit sein Licht, alles andre hilft dir 4. Der Himmel ist ohn' ihn getrübt, die Hölle nur fand ich er mich liebt, die Wüste mir ein nicht. Eden werden. Ohn' ihn ist in 2. Sammle den zerstreuten der frohsten Meng' die weite Sinn, laß ihn sich zu Gott aufWelt mir doch zu eng, ich bin, schwingen; richt ihn stets zum wenn alle Freuden fliehen, wenn Himmel hin, laß die Gnade dich selbst die Brüder sich entziehen, durchdringen. Suche Jesum und zwar einsam, aber nicht allein: sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Mein Freund ist mein, und ich bin sein. 3. Du verlangst oft süße Ruh', dein verschmachtet Herz 5. Sein ist mein Werk, sein zu laben; eil der Lebensquelle ist mein Ruhm, seitdem ich mich zu, da kannst du sie reichlich von ihm ließ finden; ich hatte haben. Suche Jesum und sein sonst zum Eigentum nur Sünd' Licht, alles andre hilft dir nicht. und Tod, den Sold der Sünden. 4. Fliehe die unsel'ge Pein, Doch hat mein Freund auch so das finstre Reich gebieret, laß diese Last zusamt dem Kreuz auf nur den dein Labsal sein, der sich gefaßt, er nimmt die auf- zur Glaubensfreude gehäuften Strafen, die nach des Suche Jesum und sein Licht, führet. Richters Spruch mich trafen, und alles andre hilft dir nicht. senkt sie in sein Grab hinein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 5. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget als dem Höchsten wohlgefällt und dein Ursprung in sich träget? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 6. Vergeblich zülrnt und stürmt der Feind, wenn die Posaunen alles wecken, dann ist der Richter selbst mein Freund, wie sollte 6. Du bist ja ein Hauch aus sein Gericht mich schrecken? Ob Gott und aus seinem Geist ge= Erd' und Himmel bricht und boren, bist erlöst durch Jesu Tod kracht, ob Leib und Seele mir und zu seinem Reich erforen. verschmacht't, muß mein Gebein Suche Jesum und sein Licht, alles dann auch verwesen, bin ich andre hilft dir nicht. doch ewig dann genesen; man les' auf meinem Leichenstein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein. 7. Zu dem Strome mußt du nahn, der vom Thron des Lammes fließet, Gnad' um Gnade zu empfahn, die sich reichlich dort er Liebe zu Gott und zu Christo. gießet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 9. Geh' einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer ewig deinen Geist erquicken. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 309 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Weltlust, Ehr' und Freud' sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit. In eigener Melodie. 554. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron: schwache Thränen, kindlich Sehnen, bring' ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden, bin ich auch nur Erd' und Thon. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 555. Was giebst du denn, o mein Gemüte, Gott, der dir täglich alles giebt? Womit vergiltst du seine Güte, mit der er dich von je geliebt? Es muß das Allerbeste sein, dem Herz genügt das Herz allein. 4. Hör, wie kläglich und beweglich dir die treue Seele singt! wie demütig und wehmütig deines Kindes Stimme klingt! Laß dich finden, laß dich finden, denn mein Herze zu dir dringt. 2. Du mußt, was Gottes ist, ihm geben; der Welt gebühret nicht dein Herz. Bei Gott allein ist wahres Leben und bei der Welt nur Angst und Schmerz. a dir, o Gott, dir soll allein mein ganzes Herz gewidmet sein. 2. Sieh doch auf mich, Herr, 3. So nimm nun hin, was das bitt' ich, leite mich nach deinem Sinn, dich alleine ich nur dir gehöret, das Herz, das sich meine, dein erkaufter Erb' ich bin. dir ganz geweiht; und dieser Laß dich finden, laß dich finden, Bund bleib' ungestöret von nun gieb dich mir, und nimm mich hin. an bis in Ewigkeit. Dir geb' 3. Herr erhöre, ich begehre ich alles, es ist dein, nie will nichts als deine freie Gnad', die ich eines andern sein. du giebest, den du liebest und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden, der hat alles, der dich hat. Mel. Die Tugend wird durchs ic. 556. Was wär' ich ohne dich gewesen und ohne dich, was würd' ich sein? Ich könnte nie von Angst genesen, in weiter Welt ständ' ich allein. Nichts wüßt' ich sicher, was ich liebte, die Zukunft wär' ein 310 dunkles Grab, und wenn mein Herz sich tief betrübte, wer senkte Trost auf mich herab? Liebe zu Gott und zu Christo. 2. Oft möcht' ich bitter weinen, daß mancher dich vergißt, der du doch für die Deinen am 2. Haft aber du dich kund ge- Kreuz gestorben bist. Von Liebe geben, ist ein Gemüt erst dein nur durchdrungen hast du so gewiß: wie schnell verzehrt dein viel gethan, hast Heil der Welt Licht und Leben dann jede öde errungen, und ach! wer denkt Finsternis. Mit dir bin ich aufs daran? neu' geboren, die Welt wird mir verklärt durch dich; das Paradies, das mir verloren, blüht herrlich wieder auf für mich. noch immer jedem bei; und wenn 3. Du stehst voll treuer Liebe dir keiner bliebe, du bleibst doch stets getreu. O diese Liebe sieget, 3. Ja, du mein Heiland, mein und sie ergreifet mich; das Herz Befreier, du Menschensohn voll voll Rührung schmieget sich inLieb' und Macht, du hast ein niger an dich. allbelebend Feuer in meinem In- 4. Ich habe dich gefunden! nern angefacht. Durch dich seh' Laß du auch nicht von mir! Laß ich den Himmel offen, als mei- ewig mich verbunden, eins ewig ner Seele Vaterland; ich kann sein mit dir! Einst schauen alle nun glauben, freudig hoffen und wieder voll Glaubens himmelfühle mich mit Gott verwandt. wärts und sinken liebend nieder 4. O gehet aus auf allen We- und fallen dir ans Herz. gen und ruft die Irrenden herein; stredt allen eure Hand entgegen Mel. Herr, ich habe mißgehandelt zc. und ladet froh sie zu uns ein! 558. We enn ich nur den Der Himmel ist bei uns auf Heiland habe, wenn Erden, das kündigt ihnen freu- er nur mein eigen ist, wenn dig an, und wenn sie unsres mein Herz nur bis zum Grabe Glaubens werden, ist er auch seiner Treue nicht vergißt; o ihnen aufgethan. dann weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Lieb' und Freude. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 557. Wenn alle untreu 2. Wenn ich nur den Heiland habe, laß ich alles andre gern, folg' an meinem Pilgerstabe treuwerden, erhalte gesinnt nur meinem Herrn, mömich dir treu, daß Dankbarkeit gen immerhin die andern auf auf Erden nicht ausgestorben sei. dem breiten Wege wandern. Für mich umfing dich Leiden, du starbst für mich in Schmerz; drum geb' ich dir mit Freuden auf ewig hin mein Herz. 3. Wenn ich nur den Heiland habe, schlaf' ich sanft und selig ein; ewig wird die höchste Gabe mir sein treues Lieben sein. Mir Liebe zu Gott und zu Christo. 311 kann vor dem Tod nicht grauen, sonst nichts gilt, als dein eigen jenseit werd' ich Jesum schauen! Bild. Mel. Seelenbräutigam zc. 559. Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh'? Von dem Vater auserforen, Leben derer, die verloren; von dir strömt uns zu Licht und süße Ruh'. 2. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll' der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 3. Großer Siegesheld! Sünde, Tod und Welt hast du mächtig überwunden und ein ew'ges Heil erfunden für die sünd'ge Welt, durch dein Blut, o Held! 4. Höchste Majestät! König und Prophet! ich will demutsvoll dich ehren und auf deine Stimme hören, denn dein Reich besteht, höchste Majestät! 5. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigentum, durch des Geistes Bicht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigentum, du mein höchster Ruhm. 8. Sucht mein eitler Sinn in der Welt Gewinn, o dann lenke die Gedanken, daß sie nimmer von dir wanken; sei du mein Gewinn, gieb mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf möge sichern Schritts vollbringen und die Sünd' in ihren Schlingen mich nicht halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög' und beten, freudig vor dein Antlik treten; ungefärbte Lieb' in die Seele gieb. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; hab' auf mich dann acht, Hüter in der Nacht. 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüfte hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut. 13. Soll's zum Sterben gehn, willst du bei mir stehn, mich 6. 3euch zu dir mein Herz, durchs Todesthal begleiten und daß in jedem Schmerz deine Kraft zur Herrlichkeit bereiten; laß mich mich ganz erfülle und mein ban- dann dich sehn, dir zur Rechten ges Sehnen stille! 3euch mein stehn. gläubig Herz zu dir himmelwärts. 7. Deiner Sanftmut Schild, Mel. Mein Jesu, dem die zc. deiner Demut Bild mir anlege, 560. Wie dank ich's, Heiin mich präge, daß kein Zorn land, deiner Liebe, noch Stolz sich rege; vor dir daß du, des Höchsten ein'ger Sohn, 312 Liebe zu Gott und zu Christo. für mich aus gnadenvollem Triebe sich weist, und nur die lautre verließest deinen Himmelsthron? Liebe taugen. Wie dank' ich's deinem treuen Herzen, daß du vom Tode mich befreit und mir die ew'ge Seligkeit erworben hast durch Todesschmerzen? Hände, aufs neue sei dir's zu6. Ich heb' empor zu dir die gesagt: Ich will dich lieben sonder Ende, für dich sei alles dran gewagt. Ach laß, o Herr, mir 2. Du hast dich meiner ange- deinen Namen und das Verdienst nommen, durch dich allein ist es von deiner Pein im Herzen eingeschehn, daß ich der Finsternis gegraben sein, so lang' ich hier entkommen, um in dein helles noch walle. Amen. Licht zu sehn. Du hast mir köftliches Geschmeide, das Kleid des Heiles zugewandt, mir mitgeteilt mel. O daß ich tausend Bungen 2c. der Kindschaft Pfand, des Geistes sel'ge Ruh' und Freude. 561. Wo find' ich Gott, den meine Seele 3. Doch wär' es, daß mein Geist noch hinge durch manche mit Inbrunst über alles liebt? Fäden an der Welt und sein Ver- Gott, den ich mir zum Ziel erlangen worauf ginge, das dir, o wähle, des Lieb' allein mir Heil'ger, nicht gefällt: ach wäre Freude giebt? Wann kommt die dies, o du mein Leben, so komm Zeit, da er als Freund noch mit liebender Gewalt, zerreiße inn'ger sich mit mir vereint? diese Fäden bald; dir sei mein Wille ganz ergeben. 2. Wie hocherfreut wollt' ich dich preisen, lernt' ich dich ken4. Hier ist mein Herz und nen, wie du bist! Zwar deine meine Seele, ach nimm sie dir Werke schon beweisen, wie hoch zu eigen hin, daß sie dein Geist und hehr dein Wesen ist; doch zum Tempel wähle und walte selbst ihr wunderbarster Glanz fort und fort darin. Aus Liebe zeigt deine Herrlichkeit nicht ganz. kamst du einst hernieder, die Liebe, die dich zu uns zog und Mensch zu werden dich bewog, die zieh' auch jetzt zu mir dich wieder. 3. Ich schaue hier dich nur im Spiegel, und nur in Schwachheit bet' ich an! O hätte meine Seele Flügel, sich dir, Erhabner, 5. Zerbrich, vernichte und zer- mehr zu nahn! wie würde ste malme, was deinem Willen nicht sich deiner freun! wie selig, wie gefällt! Ob mich die Welt an verherrlicht sein! einem Halme, ob sie an Retten feſt 4. Dürft' ich am Fuße deines mich hält; das gilt ja gleich in Thrones mit deinen Engeln, Herr, deinen Augen, da nur ein ganz dich sehn! Könnt' ich, Erlöster befreiter Geist, der alles Eitle von deines Sohnes, mit seinen Sel'gen Liebe zu Gott und zu Christo. dich erhöhn: welch hohes Loblied stimmt' ich an, ich, der ich hier nur stammeln kann. 5. Doch hör' ich andachtsvoll und stille auf jedes Loblied der Natur, und richtet kindlich sich mein Wille auf deines Wortes Stimme nur, dann geht mir hier das Licht schon auf, das ficher leitet meinen Lauf. 6. Wie eifrig werd' ich dann mich üben, daß ich dir wohlgefällig sei! Wie immer inniger dich lieben und lauter preisen deine Treu'! Und wie entweicht die eitle Luft dann immer mehr aus meiner Brust! 7. Noch hab' ich nicht dies Ziel erreichet, noch dien' ich oft der Eitelkeit; wenn auch nicht ganz die Liebe weichet, von Bauheit bin ich oft nicht weit. O mache mehr und mehr mich frei, daß ich nur dir gehorsam sei. 8. Ja heil'ge mich in deiner Wahrheit und mehr in mir der Liebe Glut, bis ich dich schau' in voller Klarheit, dich, meiner Seele höchstes Gut! Dann lieb' ich dich, o Gott, allein, wie selig werd' ich dann nicht sein! 313 Mel. Wir Chriftenleut' 2c. 562. Mohin, wohin, mein Herz wo quillt der Born, der matte Seelen labe? Wo suchest du die wahre Ruh'? Den Schatz ergräbt tein Fleiß, wie tief er grabe! 2. Die Welt verspricht und hält doch nicht; die Weisheit lehrt und kann's doch nimmer lehren. Vom Himmel kommt, was Seelen frommt; nur Gottes Herz kann Herzen Heil gewähren. 3. Vom Himmelsthron kam Gottes Sohn, von Gott gefandt, mit Gott uns zu verbinden. Du, Jesu, du rufft allen zu: Kommt her zu mir! so sollt ihr Rube finden. 4. Und Liebe spricht dein Angesicht, Heil Gottes spricht aus jedem Wort' und Werke. Und eine Schar, die elend war, kommt her von dir, berneut mit Gottes Stärke. 5. Hier komm' auch ich; ich glaub' an dich; ich komm', ich komm', o Jesu, Trost der Müden! Was alle Welt mir vorenthält, gieb du mir, Gottes Sohn, den Gottesfrieden! XXI. Vertrauen auf Gott. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. machen; laß deinen Trost auch 563. , Bater, Vater, mich empfahn! höre, was ich von 2. Wie viele tausend Herzen dir begehre, und sich mich hast du von bittern Schmerzen gnädig an! Du bist die Kraft der und großer Not befreit! Stets Schwachen, kannst Tote lebend halfst du den Betrübten, die dich 314 voll Inbrunst liebten; zu dir halt' ich mich allezeit. wie gefleht am Gnadenthron! Bist du, Seele, durchgedrungen durch die Angst und siegest schon? oder säumt des Helfers Rechte? 3. O Allmacht, Weisheit, Güte, erquide mein Gemüte, du bist ja stets dir gleich. An Mitteln werden dunkler noch die Nächte, und an Wegen zu meinem Heil und Segen bist du, Herr, unaussprechlich reich. noch der bittern Thränen mehr? häuft sich stets der Leiden Heer? 2. Nah ist meines Helfers 4. Oft läßt du mich empfangen Rechte, sieht sie gleich mein Auge weit über mein Verlangen, weit nicht; weiterhin im Thal der mehr, als ich versteh'; und jetzt Nächte strahlt mir meines Retters wär' es vergebens, wenn ich zum Licht. Gott, mein Gott wird mir Herrn des Lebens, zu meinem begegnen und sein Antlik wird Gott und Helfer fleh'? mich segnen, jetzt noch ist die Prüfungszeit, jetzt sei, Seele, stark zum Streit. Vertrauen auf Gott, 5. Nein, ich will dich nicht lassen, im Glauben dich umfassen, als ständest du vor mir. Ich weiß, du hörst mein Sehnen; ich weiß es, meine Thränen sind alle, pfunden, als das Opfer Gott Herr, gezählt von dir. befahl, und er in den Prüfungs3. Was hat Abraham emDu sprichst in deinem stunden stieg zum Berg in TodesWorte: klopf an die Gnaden- qual? Drum, wenn eben so erpforte, so wird sie aufgethan! schüttert meine Seele schmachtend Du hältst, was du versprochen, zittert, harr' ich, Vater, gleichhaft nie dein Wort gebrochen und falls dein; mir auch wirst du hilfft, wo niemand helfen kann. gnädig sein. 7. Sollt' ich denn dir nicht trauen, nicht findlich zu dir schauen, nicht frei von Zweifeln sein? Ja, Retter aller Frommen, von dir wird Rettung kommen, du wirst mich Armen bald befrein! 8. An dir halt' ich mich feste; ich weiß, du willst das Beste; o Gott, erbarme dich! nimm von mir, was mich drücket, gieb mir, was mich erquicket, erhör um Christi willen mich! 4. Abraham! so scholl die Stimme in des überwinders Ohr; Herr, mit solcher Gnadenstimme ruf auch meine Seel' empor! Sieh, wie ich hier lieg' und flehe und vor Trauern fast vergehe! In der trüben Stunde Graun lehre mich gen Himmel schaun. 5. In der Kirche ersten Tagen, welch ein hehrer Lobgesang, der auch unter Todesplagen aus der Zeugen Mund erklang! Und nicht jeder ward erquicket und wie Stephanus entzücket, der den Mel. Du, o schönes Weltgebäude 2c. 564. Ach wie hat mein Herrn in jenen Höhn sah zu Herz gerungen! Gottes Rechten stehn. T Vertrauen auf Gott. 6. Dennoch stritten sie mit Mute, wenn die trübe Stunde tam, priesen den in ihrem Blute, der sie so der Erd' entnahm. Bracht' auch nicht ein schnelles Ende sie in ihres Vaters Hände, starben sie auch Tage lang: den noch scholl ihr Lobgesang. 7. Schaue solcher Helden Glauben, meine Seele, glaubend an! Laß nichts dir die Krone rauben! leid und flimme stets hinan! Laß kein Trübsal und tein Leiden dich von Gottes Liebe scheiden! Nichts, was jetzt und künftig ist, scheide dich von Jesu Christ. 5. Plötzlich überfällt mich wieder Sorge der Vergänglichkeit, irdisch Hoffen, irdisch Leid; und dann sint' ich mutlos nieder, suche bei den Menschen Ruh', und mein Helfer bist doch du. 6. Ach vergieb mir, wenn dem Staube sich mein leicht gebeugter Geist immer noch so schwer ent= reißt! Ach vergieb mir, wenn mein Glaube oft noch wanket und nicht fest sich auf deine Treu' verläßt! 7. Täglich laß mein Herz empfinden, wenn es sich auf Menschen stüßt, daß nicht Mel. Ach was soll ich zc. 565. A wie ist der Menschen Liebe so veränderlich, so kalt! wie er Menschenhülfe nützt. Allen Troſt laß mir verschwinden, bis ich wieder flieh' zu dir; und dann, stirbt sie doch so bald! Setze Vater, hilf du mir! nie auf diese Liebe, die nicht 315 aber ach! die Kräfte fehlen, und wie treu du bist und gut, das vergißt oft Fleisch und Blut. hält, was sie verspricht, Seele, deine Zuversicht! In eigener Melodie. 2. Aber deiner Liebe trauen, 566. Alles ist an Gottes Vater, das gereuet nie, denn Segen und an ein starker Fels ist sie; die auf seiner Huld gelegen. Gott ist diesen Felsen bauen, wohnen unser höchstes Gut; wer auf ihn unverletzt und sehn ruhig selbst die Hoffnung schet, der bleibt die Welt vergehn. ewig unverletzet und hat immer frohen Mut. 2. Du, der mich bisher ernähret, so viel Wohlthat mir gewähret, bist und bleibest ewig mein. Du, der meinen Lauf regieret und mich wunderbar geführet, wirst mein Schuß auch ferner sein. 3. Täglich sag' ich meiner Seele: Gottes Lieb' und Vatertreu' wird mit jedem Morgen neu; ihn, den Ewigen, erwähle dir zum Freund und jauchze dann, daß kein Feind dir schaden fann! 4. Ja ich will nur dich erwählen, treuer Vater, dir allein will ich mein Vertrauen weihn; 3. Soll ich ängstlich sein um Sachen, die nur Sorg' und Un 316 Vertrauen auf Gott. ruh' machen und vergebliches gen, die, wenn wir sie erringen, Bemühn? Nein ich will nach Gütern streben, die dem Herzen Frieden geben und im Tode nicht entfliehn. des Unglücks Quelle sind. Vom falschen Schein geblendet, dem Eitlen zugewendet, sind wir für wahre Güter blind. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was mir gut ist, wirst du schicken, wenn es deinem Rat gefällt. Dir will ich mich ganz ergeben, Leid und Freude, Tod und Leben, alles sei dir heimgestellt. 4. Auf deinen Willen achten, nach deinem Reiche trachten, ge= währt mir wahre Ruh'. Dies Teil will ich erwählen, was könnte dann mir fehlen? Mein höchstes Gut, o Gott, bist du. 5. Dein ewiges Erbarmen, dein Beistand wird mir Armen in Trübsal Mut verleihn. Dein Ratschluß sei mein Wille; laß mich in frommer Stille, Herr, deiner Führung mich erfreun. 6. Laß mich nicht zagend wanken, wenn zweifelnde Gedanken mir deinen Trost entziehn. Auch dann, Herr meines Lebens, laß niemals mich vergebens zu dir, dem treuen Helfer, fliehn. 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen ganz gewiß zu seiner Zeit. Dir hab' ich nichts vorzuschreiben; wie du willst, so muß es bleiben, wann du willst, ich bin bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, wollst du Kraft und Trost mir geben und zum Himmel mich erziehn! Nur, was himmlisch ist, bestehet; alles Irdische vergehet, fährt gleich wie ein Strom dahin! 7. Versüße meine Leiden durch deines Geistes Freuden, dein Friede wohn' in mir; drückt mich die Last der Schmerzen, dann sprich zu meinem Herzen: ich, dein Erretter, bin bei dir. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 567. Auf deine Weisheit schauen und deiner Güte trauen, Gott, welche Selig- 8. Was sollt' ich mich beteit! Dies mildert alle Leiden, trüben? Muß denen, die dich schafft mir die reinsten Freuden lieben, doch alles Segen sein. und führt mich zur Zufrieden- Ich bin ja dein Erlöster; sonst heit. weiß ich keinen Tröster, sonst keinen Schuß als dich allein. 2. Dir, Herr, ist nichts verborgen, du kennst auch meine Sorgen, da du mein Vater bist. Mel. Singen wir aus 2c. Du schenktest mir das Leben, du 568. Auf den Nebel folgt wirst mir alles geben, was mir zum Heile nötig ist. 3. Wir streben oft nach Dindie auf Trauern Freud' und Wonn'; auf die schwere, bittre Pein stellt sich 317 Troft und Labsal ein. Meine Mel. Was Gott thut, das ift 2c. Seele, die zuvor sich in finftre 569. Auf Gott und nicht Nacht verlor, dringt zum Lichte jetzt empor. Vertrauen auf Gott. 2. Gott läßt keinen traurig stehn, noch im Elend ganz ver= gehn, der sich ihm zu eigen schenkt und in ihn sich ganz versenkt. Wer auf Gott sein Hoffen setzt, der gewinnet doch zuletzt, was in Ewigkeit ergött. 3. Ach wie oft gedacht' ich doch, als das schwere Trübfals= Joch hart auf meinen Schultern lag, manche Nacht und manchen Tag: Nun ist alle Hoffnung hin, nichts erfreut mehr meinen Sinn, nur der Tod ist mein Gewinn! 4. Aber Gott erbarmte sich, heilt und hielt mich väterlich, daß ich, was sein Arm gethan, nie genugsam preisen kann. Da ich weder hier noch da einen Weg zur Rettung sah, war mir seine Hülfe nah. will stets mein Glück ich bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 5. Nun, so lang' es Gott gefällt, daß ich leb' in dieser Welt, soll mir seiner Wunder Schein stets vor meinen Augen sein. Ich will all mein Lebelang meinem Gott mit Lobgesang dafür bringen Preis und Dank. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was agt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott tennet, was mein Herz begehrt, er merkt auf meine Bitte und hätte gnädig sie gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich recht väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille nur geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir flagen? Die größte Not hebt einst der Tod, und Ehre, Glück und Habe ver= läßt uns doch im Grabe. 5. An dem, was Seelen glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen. Gesundheit, Reichtum, Ehr' und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal 6. Ich will gehn in Angst und Not, ich will gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein und doch allzeit fröhlich sein. Wem der Stärkste auch versüßen. bei will stehn, wen der Höchste will erhöhn, der kann nicht zu Grunde gehn! 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunIden! Was ist das Leiden dieser 318 Vertrauen auf Gott. Zeit? wie bald ist's überwunden!] Kummer dich auch plagt, Gott Hofft auf den Herrn! er hilft uns wird deine Unruh' stillen; traue gern; seid fröhlich, ihr Gerechten! seiner Vaterhuld, er giebt der Herr hilft seinen Knechten. Tröstung und Geduld. In eigener Melodie. 570. Auf meinen lieben Gott trau' ich in 2. Mußt du gleich auf rauher Bahn durch viel Kreuz und Trübfal wallen; nimm es nur geduldig an, also hat es Gott Angst und Not. Er tann mich gefallen. Glaube, das ist recht allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten. Mein Unglück kann er wenden; es steht in seinen Händen. und gut, was dein treuer Vater thut. 2. Wenn mich die Sünd' anficht, verzagt mein Herz doch nicht. Auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen! in ihm ist Kraft und Leben, ihm will ich mich ergeben. 3. Bleibe deinem Gott getreu, sucht er dich auch heim mit Schmerzen, halte dich von Unmut frei, dulde mit gelaßnem Herzen; über jede Not der Welt sieget, wer an Gott sich hält. 4. Füge dich in Gottes Brauch: Christen müssen dulden, hoffen. 3. Nimmt auch der Tod mich hat nicht deinen Heiland auch hin, ist Sterben mein Gewinn, hier viel Leid und Kreuz geund Christus ist mein Leben; troffen? Folg in Demut deinem er wird sein Reich mir geben. Ich sterb' heut oder morgen, dafür laff' ich Gott sorgen. Herrn; was Gott auflegt, trage gern. 5. Kronen folgen auf den 4. Du, mein Herr Jesu Christ, Streit, kämpfe nur mit festem der du aus Liebe bist am Kreuz Glauben; keine Leiden dieser für mich gestorben, du hast das Zeit können Gottes Heil dir Heil erworben und schaffst nach rauben. Leide, bet und lebe kurzem Leiden den Deinen ew'ge rein, selig wird dein Ende sein. Freuden. 5. Amen aus Herzensgrund iprech' ich zu aller Stund'. Du Mel. Wer nur den lieben Gott zc. wollst, Herr Chrift, uns leiten, 572. Befehl dem Höchsten uns auf daß wir deinen Namen ohn' Ende preisen. Amen! deine Wege und mache dich von Sorgen los, vertraue seiner Vaterpflege; für ihn ist nichts zu schwer und groß, das er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur haft walten lassen, da hat er alles wohl Mel. Meinen Befum laff ich 2. 571. Auf, mein Herz, sei unverzagt, unterwirf dich Gottes Willen; welcher Vertrauen auf Gott. 319 gemacht, und was dein Denken 8. Dir sei auch Dank und Lob nicht kann fassen, das hat er längst zuvor bedacht. Wie es sein Rat hat außersehn, so und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Lebenstage von Angst und Kummer sein befreit; wie leicht wird alle Not und Plage dir werden in der Prüfungszeit, wenn du nichts wünscheft auf der Welt, als was Gott will und ihm gefällt. 4. An wahrem Glück wird dir's nicht fehlen, wenn du dein Herz gewöhnst und lehrst, nur das, was Gott will, zu erwählen, und deinem eignen Willen wehrst. Gott ist voll Weisheit und Verstand; du irrest leicht und baust auf Sand. 5. Gieb meinem Herzen solche Stille, mein Jesu, daß ich sei vergnügt mit allem, was des Baters Wille mit mir und meinem Leben fügt. Nimm dich nur meiner Seele an, so hab' ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thust's, sie ist die deine und kostet dir dein teures Blut; b mache sie von Sünden reine, Gott wohlgefällig, fromm und gut. Ja laß mich dir empfohlen sein, so trifft mein ganzes Wünschen ein. 7. Indes sei stets, mein Gott, gepriesen für alle Sorgfalt, die du mir, noch eh ich war, schon hast erwiesen. Du hast ja, treuer Hirte, dir zum Eigentum auch mich erwählt und mich den Deinen zugezählt. gegeben, daß du oft unvermutet haft für mich gesorgt in meinem Leben und mich befreit von mancher Last. Ach! alles ist ja nüh und gut, was deine Fügung mit mir thut. 9. Dort werd' ich deiner Liebe Thaten erst preisen in Vollkommenheit. Dort läßt du mir den Wunsch geraten, daß ich im Licht der Ewigkeit erkenne, wie mich hier dein Rat aufs seligste ge= führet hat. In eigener Melodie. 573. Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohlergehn, auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starter Held, und bringst zum Stand und Wesen was deinem Rat gefällt. 4. Weg' hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht, dein 320 Vertrauen auf Gott. Thun ist lauter Segen, dein in Angst und Nöten schweben, Gang ist lauter Licht, dein Werk frag' er doch nicht nach dir. kann niemand hindern, dein Arbeit kann nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. daß du ihm treu verbleibst, so 10. Wird's aber sich befinden, wird er dich entbinden, da du es nimmer gläubst; er wird dein 5. Und ob gleich alle Teufel Herz erlösen von der so schweren hier wollten widerstehn, so wird Last, die du zu keinem Bösen doch ohne Zweifel Gott nicht bisher getragen hast. zurücke gehn; was er sich vor= genommen und was er haben Treue, du hast und trägst da11. Wohl dir, du Kind der will, das muß doch endlich kom= men zu seinem Zweck und Ziel. schreie den Sieg, die Ehrenkron'; von mit Ruhm- und Dankge= 6. Hoff, o du arme Seele! Gott giebt dir selbst die Palmen hoff und sei unverzagt; Gott in deine rechte Hand, und du wird dich aus der Höhle, da dich singst Freudenpsalmen dem, der der Kummer plagt, mit großen dein Leid gewandt. Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn' der schönsten Freud'. Ende mit aller unsrer Not, stärk 12. Mach End', o Herr, mach unsre Füß' und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu' empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 7. Auf, auf, gieb deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht, laß fahren, was die Herzen betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles führen joll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. Mel. Mein Salomo, dein 2c. was 8. Ihn, ihn laß thun und 574. B willst du bange forwalten, er ist ein weiser Fürst gen und willst dich ängstigen bei und wird sich so verhalten, daß Tag und Nacht um das, was du dich wundern wirst, wenn doch nicht steht in deiner Macht? er, wie ihm gebühret, mit wun- Oft kommt aus Sturmes Nacht derbarem Rat das hat hinausge- ein schöner Morgen, daß, wer führet, was dich geängstigt hat. am Abend kläglich trauernd singt, des Morgens schon Gott Jubellieder bringt. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Troft verziehn und thun an seinem Teile, als hätt' 2. Ermüdet Herz! du mußt dich in seinem Sinn er deiner sich be- nicht verlieren. Gedenke nur des geben, und sollt'st du für und für ew'gen Vaters Treu'. Der deinen Vertrauen auf Gott. 321 Rummer fennt, der macht dich| Er höret deine Klagen und liebt frei; sich durchs Gewölk im Him- dich väterlich. mel ihn regieren! Der alles ihm zum Wohlgefallen schafft, des Anblick giebt dir neue Lebenskraft! 3. Erniedrigt Herz! erhebe nur die Schwingen des Glaubens und der Hoffnung da hinauf, wohin der Fromme richtet seinen Lauf! Mit Gottes Hülfe wird es dir gelingen! Bald ziehst du aus das traurige Gewand und trittst in den erhöhten Freudenstand. 4. Verstummend Herz, laß durch das Kreuz dich trösten! dein Jesus auch verstummte wie ein Lamm; doch siegt' er sterbend an des Kreuzes Stamm und zieht empor zu sich einst die Erlösten. Drum weiche nicht von seinem Kreuz zurück; du wirst erquickt durch manchen Gnadenblick. 5. O selig Herz, so bist du wohl beglücket; denn hast du hier an Jesu Leiden Teil, so strömt dir dort aus seiner Fülle Heil, wenn du gen Himmel wirst zu ihm entrücket. Das ist der Glaube, der besieget weit die Angst, die uns auf Erden ist bereit. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 575. Christ, alles, was dich fränket, befiehl getrost dem Herrn; er, der die Himmel lentet, ist auch von dir nicht fern. Warum willst du verzagen? zu Gott erhebe dich. 2. Wenn dich die Sünden schmerzen, so fühle deine Schuld; doch trau mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet die Reu, die Gott gefällt; allein den Tod gebieret die Traurigkeit der Welt. 3. Wenn deine Feinde wüten, wie groß ihr Zorn auch sei, dein Gott wird dich behüten, bleib du nur ihm getreu. Gehorchen seinen Winken nicht immer Erd' und Meer? Laß deinen Mut nicht sinken; dein Schirm und Schild ist er. 4. Auch in den bängsten Leiden sei stark in seiner Kraft! Ergieb dich ihm mit Freuden, er ist's, der Hülfe schafft. Er weiß ja, was dir fehlet in jedem Augenblick; und was dein Vater wählet, führt dich zum wahren Glück. 5. Der Gott, auf dessen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen gerecht und weis' und gut. Will auch dein Herz oft wanken, als dächt' er deiner nicht, wirst du ihm doch einst danken; er hält, was er verspricht. 6. Denk jenes Worts und weine voll Freud und Dank, o Christ: Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? Und könnt' sie sein vergessen, vergess' ich doch nicht dein. Wer könnte dies ermessen, und dennoch troftLos sein! 7. Ergreif in festem Glauben 21 322 Vertrauen auf Gott. den Trost der Ewigkeit; wer kann 5. Dabei soll's denn bleiben! das Heil dir rauben, das Gott ich will nie mich sträuben, folgden Frommen beut? Auf kurze sam Gott zu sein. Stets in Tod Prüfungstage folgt ew'ger Preis und Leben, bleib' ich ihm ergeund Dank; dann schweiget jede ben; ich bin sein, er mein. Ihm, Klage und wird ein Lobgesang. dem Herrn, vertrau' ich gern; wunderbar mag Gott es machen, wohl wird er's doch machen. Mel. Jesu, meine Freude zc. 576. Christ, aus deinem Herzen banne Sorg' und Mel. Von Gott will ich nicht zc. Schmerzen, schöpfe neuen Mut! 577. De ein harr' ich und Wenn dich Leiden drücken, wird bin stille, getroft, dich Gott erquicken, was er schickt, o Gott! in dir; dein väterlicher ist gut. Wenn dich Not ringsum Wille geschehe stets an mir! Du bedroht, Sorgen stets mit dir bist mein bestes Teil; was könnte erwachen: wohl wird's Gott mich betrüben? Bringt denen, doch machen. die dich lieben, nicht selbst ihr Leiden Heil? 2. Bricht mit jedem Tage eine neue Plage über dich herein; drängen dich die Feinde, treten bleibt meine Zuversicht; du wirst 2. Dein heiligweises Walten fern die Freunde und vergessen mich aufrecht halten, wenn jede dein: zagend Herz, zähm deinen Stüße bricht. Mein Flehen höSchmerz und befiehl Gott deine rest du, wenn in der stillen Sachen, denn er wird's wohl Kammer mein Herz in seinem machen. 3. Du führst Christi Namen; Christum nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Dulde und sei 3. Du wirst mich nicht verstille, deines Vaters Wille führt säumen, ob auch dein Arm verdurch Nacht zum Licht. Der steht zeucht, und, wie in schweren fest, der Gott nicht läßt; Gott Träumen, mir Kraft und Hülf' ist mächtig in den Schwachen, entweicht. Du prüfft mich nur, und er wird's wohl machen. mein Gott, daß sich die Treu' 4. Herrlich ist die Krone, die bewähre und zu des Heilands der Christ zum Lohne seiner Treu' Ehre besiege jede Not. empfängt. Nur nichts selbst ver- 4. Du giebst mir Kraft zum schuldet und dann froh erduldet, Siege und stehst mir mächtig was dein Gott verhängt. Kämpf bei, daß ich nicht unterliege, als Held! mag doch die Welt wie schwach ich immer sei. Du deiner Hoffnung spöttisch lachen, nimmst mein trankes Herz in wohl wird's Gott doch machen. deine Hut und Pflege und bahRuh'. Jammer bei dir sucht Trost und Vertrauen auf Gott. neft mir die Wege zur Freude durch den Schmerz. 5. Du, du bist meine Freude, mein Helfer in der Not! Von deiner Liebe scheide nicht Leben mich, noch Tod! Dein Antlitz leuchte mir in meiner bängsten Stunde! Ich bin mit dir im Bunde, ich leb' und sterbe dir. Mel. Wer lieben Sonne Licht zc. 578. Der em Heiland nach, mein Geist und Herz, auf seinen Dornenwegen! Bekämpfe mutig Leid und Schmerz, dem Siege folget Segen. Nur fröhlich aufgefaßt die leichte Liebeslast! Sind doch die Leiden dieser Zeit nicht wert der künft'gen Herrlichkeit. 323 Balsam triefen. Doch selbst im Sturm bist du, Herr, meine Sonn' und Ruh, die mich recht mildiglich ergötzt, wenn mich des Kreuzes Druck verletzt. 2. Du, Herr, siehst meine Schwachheit an, du kennest mein Vermögen und mehr, als ich ertragen kann, wirst du nicht auf erlegen. Leg auf, ich halte still, denn was dein Ratschluß will, das ist mein allerbestes Teil, du willst der Deinen wahres Heil. 5. Ja, Heiland, du bist Sonn' und Schild den Gläubigen auf Erden, die deinem frommen Leidensbild hier sollen ähnlich werden, eh sie die Herrlichkeit der tünft'gen Welt erfreut, die dem die Siegespalme reicht, der dir im Kampf des Leidens gleicht. 6. Mein Herz kann diese Leidensehr', o Jesu, kaum recht fassen; doch reiche mir die Bürde her, wer kann sein Heil wohl haffen? Mit Jesu hier gehöhnt, mit Jesu dort gekrönt; mit Jeſu hier vom Kreuz gedrückt, mit Jesu ewig dort erquickt. 7. Wohlan, so will ich in Geduld nach deinem Willen leiden, den bittern Kelch füllt deine Huld zuletzt mit süßen Freuden. Im Kreuz' erblick ich schon die mir verheißne Kron'; du leuchtest in Geduld mir vor, ich folge dir zum Sternenthor. 3. Du selber gingst zu Ehren ein durch Schmerz und bittres Leiden, wie könnt' ich wohl dein Jünger sein, wollt' ich in Rosen weiden! Der Himmelslilien Glanz 579. Der Weg ist gut, der Mel. Herzliebster Jefu, was 2c. wächst aus dem Dornenkranz; durch das dem, der die Schmach des Kreu- führet. Man findet Gott, wenn zes trägt, wird Herrlichkeit dort man sich selbst verlieret. Gefahr und Not treibt die beherzten beigelegt. 4. Wie stünd' es um der Gär- Streiter beständig weiter. ten Pracht, wenn alle Lüfte 2. Gott, welcher stets nach Lieb' schliefen? Nur Sturm und sanf- und Weisheit handelt, macht, daß tes Wehen macht, daß sie von der Mensch durch rauhe Wege wan21* 324 Vertrauen auf Gott. belt, wenn sein Gemüt das Glück| telt. Solch sel'ge Hoffnung, solin guten Tagen nicht weiß zu chen festen Glauben kann nietragen. mand rauben. 3. Der Herr will nicht die schon geplagten Seelen durch neue Lasten nur noch härter quälen; er will auch nicht gewaltsam zu sich ziehen, die vor ihm fliehen. 4. Ist aber wo ein Herz, das ihm gehöret und das sich noch mit halbem Willen wehret, das rettet er, denn Seelen sind ihm teuer, als aus dem Feuer. 5. Er zieht von dieser Erde nicht'gen Freuden den schwachen Geist zurück durch harte Beiden; er selbst erweckt bei Seufzen Schmerz und Thränen ein himmlisch Sehnen. 10. Ja solltest du auch ohne dein Verschulden um Jesu willen Schmach und Tod erdulden: verzage nicht, Gott läßt die Kraft dich finden, zu überwinden. 11. Der Herr ist selbst den duldet, wird die Kron' empfanTodesweg gegangen; wer mit ihm gen; der Herr wird, die ihm alles hingegeben, zu sich erheben. 12. Blick auf die Wolke der verklärten Zeugen, die jetzt vor seinem Thron die Palmen neigen. Wie kamen sie zur Fülle jener Freuden? War's nicht durch Leiden? Mel. Was Gott thut zc. 6. O seid gesegnet mir, ihr fel'gen Schmerzen! Dies Sehnen wecktet ihr in meinem Herzen; 580. Die Bahn ist rauh, tein Leid kann nun den freien Geist ermüden, er lebt im Frieden. auf der ich hier zu meiner Heimat walle. Wie viel Gefahren drohen mir! Oft bin du nicht mein Trost und Licht, ich nah dem Falle. Gott, wärst mein Heil in finstern Tagen, wie ängstlich würd' ich zagen! tlommne Herz vor Menschen sich 2. Wie oft muß das bes 8. So wird das Gold von geheimste Schmerz sich im Geverschließen! Vor dir darf der Schlacken mehr gereinigt, das bet ergießen; dann schaffest du Herz mit Gott noch inniger ver- mir Trost und Ruh aus deiner einigt; die ihm ergebne stille Gottesfülle, und meine Seel' Glaubenstreue stärkt sich aufs ist stille. 7. Nichts wird mir schwer, bleib' ich mit Gott verbunden, ich fühle keinen Schmerz in Leidensstunden und wandle, dantbar für des Höchsten Gnade, durch rauhe Pfade. neue. 3. Ich glaube, was dein Wort 9. Durch Finsternis, die un- verspricht: du sorgst für meine sern Weg umdunkelt, sehn wir Tage; dein Auge schläft und das Kleinod, das von oben fun- schlummert nicht, dein Ohr hört Vertrauen auf Gott. 325 nur Schmerz und Leiden fand. meine Klage. Du krönst mich da mein Glück bereitet, wo ich einst, wenn du erscheinst, in deinem Heiligtume mit Wonne, Preis und Ruhme. 4. O dann wird alle Traurigteit aus meinem Herzen schwinden; vergessen werd' ich alles Leid und nur dein Heil empfinden; mein Lobgesang, voll Preis und Dank, wird dir zum Wohlgefallen durch deinen Himmel schallen! 5. Mich kann, bin ich Erd' entrückt, nicht mehr Sünd' entweihen; mit Unschuld steh ich dann geschmückt in deiner Sel'gen Reihen. Ich schau im Licht dein Angesicht, und ew'ger Himmelsfrieden ist mir durch dich beschieden. der die 5. Wenn ich verlassen scheine, im Beide zag' und weine, was wünscht mein schwaches Herz? Es will dir nicht vertrauen, den Ausgang will es schauen und trägt mit Ungeduld den Schmerz. 6. Drum will ich findlich 6 Drum will ich dieses Lebens Schmerz, mein Gott, ge- schweigen, mich deinem Willen duldig tragen; beruhigt soll beugen bei allem, was du schickst; mein gläubig Herz nicht mehr dich will ich glaubend fassen; du von Unmut klagen. Du bist kannst mich nicht verlassen, der bereit, zur rechten Zeit, o Gott, du die Deinen gern beglückst. von allem Bösen mich herrlich zu erlösen. 3. Was helfen meine Sorgen? Ist mir mein Glück verborgen; dir, Herr, verbirgt sich's nicht. Dir, dir, will ich vertrauen, auf deine Liebe bauen, du, Vater, weißt, was mir gebricht. 4. Warum ich heute flehe, das möchte, wenn's geschähe, schon morgen mich gereun. Nur einen Wunsch vor allen laß dir, o Herr, gefallen, den Wunsch: zufrieden stets zu sein. im ganzen Leben, im Unglück wie im Glück; dir dank' ich Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 581. Dir hab' ich mich er- Auge schließt. geben, mein Gott, 7. Nicht das, warum ich flehe, dein Wille nur geschehe, und was mir selig ist; drum will ich, dir ergeben, getroft und ruhig leben, bis einst der Tod mein 2. Du bist's, der für mich wachte, noch eh ich war und dachte, mich führte deine Hand; du hast mich treu geleitet, auch Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. meine Freuden, dich preif' ich 582. Dir trau ich, Gott, auch im Leiden bis an den letzten Augenblick. nicht, wenn mir gleich von der Freude Licht der letzte Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und wahre Freude 326 Bertrauen auf Gott. findet. Von jeher hast du mich Willst du auch sorgen ohne Ruh', geführt und meines Lebens Lauf du wirst doch nichts gewinnen. regiert; du haft mit treuer Bater- Wird nicht gewährt, was du behand mir alle Not zum Heil gehrt, sollst du darum dich gewandt. Mein Herr und Gott, grämen? Gott lebet noch, dem ich trau auf dich! ich trau auf traue doch, er wird es auf sich dich! Ich kämpf und siege, nehmen. Gott, durch dich! 2. Wird mir der Leiden Last Herr der Welt, der immer wohl 2. Dort oben herrscht der zu schwer, und fühl ich keine regieret, der alles schützet, trägt, Stärke mehr, sie länger noch zu erhält tragen; dann blickt mein Auge führet. Der Herr bewacht mit und voller Weisheit himmelwärts, und neu gestärkt Vorbedacht der Menschen ganzes fühlt sich mein Herz, im Leid Leben. Gott herrschet noch, das nicht zu verzagen. Bald ist der glaube doch, er wird das Beſte Thränen Maß erfüllt, und meiner Seele Schmerz gestillt; bald hast du, Gott, mein Flehn erhört, mein Herz geprüft und geben. mich bewährt. Du treuer Gott, sein Ratschluß will Verschiedenich danke dir! ich danke dir dich preist mein Loblied für und für. heit, er giebt nicht alles allen. Hier giebt er viel, dort setzt er Ziel der Fülle seiner Gaben. O was du wirst nötig haben. glaube doch, Gott schenket noch, 3. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen jene Herrlichfeit, die du willst offenbaren! 4. Nur fordert er den rechten Auch mir reichst du an deinem Brauch der anvertrauten Gaben Thron mit allen einst der Dulder und will des Menschen Arbeit Lohn, die treu im Leiden waren; auch in seinem Dienste haben. zum höhern Lichte dort verklärt, Auf treuen Fleiß zu seinem erkenn' ich ganz der Prüfung Preis läßt er Gedeihen kommen; Wert, genieße froh der Leiden Gott segnet noch, das glaube Frucht, womit du hier mich doch, das Wirken seiner Frommen. heimgeſucht. Herr, mein Gott! dir will ich traun! dir will ich traun! denn einst werd' ich dein Antlik schaun. 3. Die Gaben seiner Gütigteit verteilt er nach Gefallen; 5. Geht's gleich den Frommen oftmals schlecht, und freuen sich die Bösen; gilt Unrecht gleich oft mehr, als Recht: laß mich dies christlich lösen. Gott ordnet schon den Gnadenlohn, die Frommen einst zu zieren. Drum flagest du glaub' ich doch, er liebt mich noch, und kränkest deine Sinnen? lund künftig werd' ich's spüren. Mel. Was mein Gott will 2c. 583. Du u bist ein Christ, was Vertrauen 6. So leg' ich denn mein ganzes Thun, o Herr, in deine Hände; ich lasse Angst und Sorgen ruhn, mein Kummer hat ein Ende. Ich bleibe still, nur wie Gott will, mag künftig alles gehen. Gott hilft mir doch, das glaub' ich noch; sein Wille muß geschehen. Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. 584. Du, der einst unsre Trauer teilte, der auf Gott. 327 Schild; sieh in ihr deiner Mutter Bild. 6. Nimm auf die Waise, die im Sterben der Vater glaubend zu dir wies; laß sie den letzten Segen erben, den er ihr scheiweinte an des Freundes Grab, dend hinterließ. Ja laß, ja laß der einer Mutter Schmerzen sie thun, was sie versprach, als heilte und ihren Sohn ihr wie- ihm das Aug' im Tode brach. der gab, erschein, erschein als 7. Du hast geweint; wir Tröster und als Freund, auch müssen weinen und Schmerzen jetzt noch, wo ein Auge weint. dulden bis ans Grab, doch einst 2. Wenn trostlos in der stillen versammelst du die Deinen, und Kammer ein Armer, ein Ver- trocknest ihre Thränen ab. Dort laßner bebt, und jedes Bild von wird, dort wird kein Jammer, seinem Jammer mit tausend keine Pein, kein Weinen und Schrecken vor ihm schwebt; dann kein Schmerz mehr sein. komm, dann komm mit mildem Angesicht und ruf ins Herz ihm: Weine nicht! 3. Wenn Unterdrückte zu dir flehen, die Feindes Haß darniederbeugt, wenn sie bekümmert um sich sehen und sich kein Retter ihnen zeigt; o dann, ja dann erbarm dich ihrer Pein, dann wolle du ihr Retter sein! 5. Ist von dem Freund der Freund geschieden, und weint der Hinterlaßne laut: dann, Herr, gieb seiner Seele Frieden, mach mit dem Himmel ihn vertraut; er lern', er lern' es, daß Gott wieder giebt, was wir in dir und ihm geliebt. Mel. Wie groß ist des c. 585. D¹ u flagest über die Beschwerden des Loses, das dir Gott verliehn; ganz glücklich wünschest du zu werden und siehst dies Ziel dir stets entfliehn. O wehre mißvergnügten Zähren, besinne dich und sieh zurück! Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 4. Die Mutter, welche dich geboren, empfahlst du deines Freundes Treu'. Der Witwe, die den Sohn verloren, steh auch mit gleicher Liebe bei. Sei du, sei du ihr Helfer und ihr friedenheit; die wahre Ruhe der 2. Nicht hoher Stand, nicht äußre Güter sind Quellen der Zu 328 Vertrauen auf Gott. Gemüter gedeiht nur bei Ge- und Tugend nie getrachtet und nügsamkeit. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht hast! Dent, jeder Stand hat seinen Frieden und jeder Stand auch seine Last. die nun büßen für der Weltlust Freuden, ein christlich Leiden? 4. Doch selbst, wenn du uns strafft, will deine Gnade zurück uns führen zu des Heiles Pfade; 3. Gott, unser Herr, verteilt du willst uns wecken aus dem den Segen uns väterlich mit Sündenschlafe durch Schmerz und milder Hand, nicht stets, wie Strafe. wir zu wünschen pflegen, doch mir zum Besten dienen müssen. 5. Jag' ich nur nach dem stets, wie er es heilsam fand. Frieden im Gewissen, wird alles Willst du vermessen ihn verflagen, daß seine Liebe dich ver- Du, Herr, regierst, und ewig gißt? Er ist auch liebreich im wirkt dein Wille Gutes die Versagen, er weigert nur, was schädlich ist. Fülle. 6. Ich bin ein Gast und 4. Verzehre nicht des Lebens Pilger auf der Erden, nicht hier, Kräfte in träger Unzufriedenheit. erst dort soll ich ganz glücklich Besorgst du des Berufs Geschäfte, werden; und was sind gegen so nikest du die Lebenszeit. Bei euch, ihr ew'gen Freuden, des regem Fleiß sich Gott ergeben, Lebens Leiden! das ew'ge Heil in Hoffnung sehn, das ist der Weg zu Ruh' und Leben; Herr, lehre diesen Weg uns gehn! 7. Und wenn ich nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Christi Jünger leid' und dulde, so kann auch ich des Heiles der Erlösten mich sicher trösten. Mel. Herzliebster Jefu, was ic. 586. Ein Herz, o Gott, in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 8. Ich bin ein schwacher Mensch, den Leiden kränken; doch in der Not an Gott, den Helfer, denken, dies wirkt Vertraun und stärket unsre Herzen in allen Schmerzen. 9. Schau über dich! wer trägt 2. Wie oft, o Gott, wenn wir der Himmel Heere? Mert auf! das Böse dulden, erdulden wir wer spricht: bis hieher! zu dem nur unsrer Thorheit Schulden, Meere? Ist er nicht auch dein und Christenkreuz dünkt uns der Fluch der Sünden, den wir empfinden. Helfer und Berater, ewig dein Bater? 3. Ist deren Qual, die deinen Rat verachtet, nach Gottesfurcht Allweise wissen? Jetzt weißt du 10. Willst du so viel als der nicht, warum du leiden müssen; Vertrauen auf Gott. 329 allein du wirst, was seine Wege| lebten, die ihm starben, bringen waren, nachmals erfahren. jauchzend ihre Garben. Mel. Die Tugend wird durchs zc. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen und mit dem Trost der Hülfe, die wir 588. Gntehre nicht mit merken, andre zu stärken. bangen Klagen den Gott, der dich aus Liebe schuf. Des Lebens Mühe zu ertragen und froh zu sein ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden auf deiner turzen Lebensbahn; sieh nur, daß sie dir heilsam werden, und bete Gottes Ratschluß an. 12. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung giebt dem Glauben Mut und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Not noch feste. Hoffe das Beste! Mel. Werde munter, mein 2c. 587. Ginst ist alles Reid vergangen wie ein kurzer Traum der Nacht, wenn der Herr, die hier gefangen, ihrer Bande ledig macht. Dann wird unser Herz sich freun, unser Mund voll Dankes sein, jauchzend werden wir erheben ihn, der Freiheit uns gegeben. 2. Herr, erhebe deine Rechte, richt auf uns den Vaterblick, aus der Fremde ruf die Knechte in die Heimat bald zurück. Unser Los ist Kampf und Leid, kürz uns ab die Prüfungszeit, führ uns, wenn wir treu gestritten, in des sel'gen Friedens Hütten. 2. Gott selbst hat dir dein Los beschieden; nimm's dankbar an aus seiner Hand; erfülle jede Pflicht zufrieden, die er mit diesem Los verband. Gott schenket gnädig dir die Kräfte, erhält und stärkt sie väterlich; sie brauchen, das ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Heil für dich. 3. Sind andern durch des Himmels Segen mehr Güter anvertraut als dir, soll doch kein Neid in dir sich regen; dent, wer ist Gott, und wer sind wir? Was dir, was deinem Nächsten nüket, weiß er dies besser nicht als du? Wenn er dich nährt, regiert und schützet, was fehlt dann noch zu deiner Ruh? 3. Ernten sollen wir mit 4. Du prangest nicht mit hohen Freuden, was wir weinend aus- Würden; beneide nicht der Großen gesät; jenseits reift die Frucht Glück! Sie seufzen unter schweren der Leiden, und des Sieges Bürden, und oft stürzt sie ein Palme weht; Gott reicht uns Augenblick. Dir ward kein Überdes Glaubens Lohn gnädig dar fluß gewähret; ihn wünschen, durch seinen Sohn; die ihm das ist Selbstbetrug! Wer gern, 330 was Gott versagt, entbehret, der ist beglückt und reich genug. Vertrauen auf Gott. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich bedarf und mehr verliehn, du wollst Zufriedenheit mir geben und eitlen Sorgen mich entziehn! In Demut laß mein Herz sich üben und stets sich deiner Güte freun; dich fürchten, dir vertraun, dich lieben, soll ewig meine Freude sein. 2. In Finsternissen irrt hienieden des schwachen Sterblichen Verstand; er faßt nicht, daß zu seinem Frieden auch Trübsal ihm ward zugesandt; erst an dem Ziel von seinem Lauf klärt sich ihm Gottes Ratschluß auf. er dich stets geführt; wie oft, wenn Dunkel um dich lag, aus Nacht hervor das Licht dir brach. 3. Dort findest du, von Licht umflossen, auch deiner Erdenthränen Lohn. Schau! ihre Saat ist aufgeschossen und blüht in reicher Fülle schon. Im Kummer ward sie ausgestreut, bald reift fie für die Ewigkeit. 5. Gott, gnädig, wenn du uns erhörest und giebst, was unser Wunsch erbat: oft gnädiger, wenn du zerstörest der eigenwill'gen Thorheit Rat: ich harr' auf dich mit festem Mut, denn was du sendest, ist mir gut. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 589. Entschwinge dich, mein Geist, den Nächten, in welche dich die Schwermut hüllt! Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Du kennest, Mel. Es koftet viel, ein Chrift zc. was dir gut ist, nicht, fleug auf 590. Er wird es thun, zu seinem höhern Licht! der treue 6. Die Lieb' hat mir den Pfad bestimmet, den ich auf Erden wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krümmet, ich geh' ihn hoher Ahnung voll. Einst werd' ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit sehn. dich über dein Vermögen nicht versuchen; er bleibt dir noch ein Vater in der Not, sein Segensmund wird seinem Kind nicht fluchen; vernimm es nur, wie er so freundlich spricht: verzage nicht, verzage nicht! 2. Bedenk, daß du berufen bist, in Gottes Reich durch Trübsal einzugehen. Du glaubest ja, du seist ein wahrer Christ, so laß nun auch die Probe davon sehen; dein Christentum wird erst in der Gefahr recht offenbar, recht offenbar. 4. Drum heb empor die trüben Blicke, wenn sich dein Weg 3. Du hast genug vom Kreuz in Nacht verliert. Dich leitet gehört, genug gerühmt des KreuGott! o denk zurücke, wie gnädig zes reichen Segen, doch haftet Vertrauen auf Gott. 331 mehr, was die Erfahrung lehrt;| 2. Drum auf, mein Herz, drum laß es gern auf deine verzage nicht, wenn Sorg' und Schultern legen; trag's in Ge- Leid dich drücket! Auf, fliehe duld, so wird dir Kraft und zu dem ew'gen Licht, das kräftigHeil, ja Kraft und Heil zuletzt lich erquicket! Halt in Geduld zu teil. dem Vater still, wenn er durch Zucht dich läutern will. Geduld bringt Mut und Kräfte. 3. Erwarte nur die rechte Zeit, so wirst du wohl empfinden, wie Gott in Lieb' und Freundlichkeit sich wird mit dir verbinden. Er wird nach ausgestandner Pein dein Labsal unaufhörlich sein. Geduld wird nicht zu Schanden. 4. Dein Herr geht dir als Beispiel vor: wie vieles mußt' auf Erden Christus leiden, eh er sich hob zur Herrlichkeit empor, wo er nun hat und giebt die ew'gen Freuden. Wer treulich kämpft, empfängt an Gottes Thron des Sieges Lohn, den ew'gen Lohn. 5. Drum hoff auf den, der Vater heißt, er meint es gut in allen deinen Leiden, was dich betrübet, was dein Herz zerreißt, soll niemals dich von seiner Liebe scheiden; sei wohlgemut, der Hülfe Stund' ist da, dein Gott ist nah, dein Gott ist nah. 6. Es bricht sein Herz ihm gegen dich; er spricht: ich will mich über dich erbarmen; du, liebes Kind, haft niemand sonst als mich, drum halt' ich dich in meinen Vaterarmen. Vernimm, o Christ, was er so freundlich spricht, und zage nicht, nein, zage nicht. 4. Nur frisch im Glauben fortgekämpft, bis sich die Stürme legen; durch Kreuz wird alle Lust gedämpft, die sich im Fleisch will regen, der Geist vom Eitlen abgelenkt, daß er sich ganz in Gott versenkt. Geduld erringt die Gnade. 5. Vom Herrn wird keiner dort gekrönt, der nicht für ihn gestritten, der, wenn die Spötter ihn verhöhnt, nicht gern mit ihm gelitten; wer aber Jesu Kreuz hier trägt, dem wird sein Schmuck dort angelegt. Geduld erlangt die Krone. Mel. Es ist das Heil uns c. Mel. Jefu, meine Freude zc. 591. Gift gewiß ein 592. Es ist Gottes Wille! köstlich Ding, recht Banges Herz, ſei in Geduld sich fassen und Gottes stille in der Traurigkeit. Was heil'gem Rat und Wink sich dir Gott beschieden, dient zu willig überlassen, wie in dem deinem Frieden, beides, Luft und heitern Sonnenschein, so auch Leid. Er verhängt, was uns bebei trüber Not und Bein: Ge- drängt; schlägt er uns auch ganz duld erhält das Leben. darnieder, doch erhebt er wieder! 332 2. Es ist Gottes Wille! Leide nur und hülle in Geduld dich ein. Sein Rat ist verborgen, Herrn Erhöhung ab. Vertrauen auf Gott. aber laß ihn sorgen, bis es Zeit wird sein. Endlich scheint, wie er's gemeint, nach dem Regen hell die Sonne; auf die Angst folgt Wonne. er steigt ins Thal der Niedrigkeit hinab und harrt getrost dem 3. Geduld, mein Herz, bis er dir winkt, zu ihm ins Freudenreich zu treten. Und wenn auch alles bricht und sinkt, Geduld im Leiden, Wachen, Beten! Nicht lange mehr, dann ist das Dulden aus; mit jedem Schritt 3. Es ist Gottes Wille! Liegt doch Lust die Fülle in des Kreuzes Last. Schau nur unbe- nahst du dem Vaterhaus. weget auf die Hand, die schläget, bis du sie gefaßt. O sie heilt, Mel. Ermuntre dich, mein 2c. ob sie auch weilt, reicht nicht stets den Kelch der Leiden, tränket 594. Getrost! mein Leiden auch mit Freuden. hat ein ich 4. Es ist Gottes Wille! Drum, darf nicht mutlos trauern; ist o Herz, sei stille auch in Kreuzes- auch der Trübsal noch so viel, pein. Mag es bitter scheinen, sie wird nicht ewig dauern. Wer muß es doch den Seinen lauter glaubensvoll mit Thränen jät, Labsal sein. Folgte Not mir bis der wird, wenn reif die Ernte zum Tod, tröst' ich mich doch steht, auch seine Garben bringen in der Stille: es ist Gottes und Freudenlieder singen. Wille! 2. Den Abend lang weint oft mein Herz, am Morgen kommt die Freude, die Stunde bringt und nimmt den Schmerz, die Ruhe folgt dem Leide. Ich weiß, daß Leiden dieser Zeit nicht wert sind jener Herrlichkeit, die nach dem Kampf auf Erden mir offenbar soll werden. Mel. Preis, Lob, Chr' 2c. 593. Gebuld! wie sehr der Sturm auch weht; Geduld! wenn Trost und Hoffnung schwindet, wenn alles scheinbar rückwärts geht und Gottes Hand sich nirgends fin3. Der Himmel droht nicht det! Er schützt dich doch mit immerdar mit Sturm und Ununsichtbarer Hand und führt gewittern; so läßt auch Gott dich treu bis in das Vaterland. nicht in Gefahr die Seinen 2. Geduld! nach manchem immer zittern. Wer heute noch fauern Schritt wird deine Bahn in Thränen schwimmt, das Brot von Segen triefen. Der Glaube des Elends seufzend nimmt, kaun wagt auch kühnen Tritt, durch- morgen sich schon laben an wandelt mutig Höhn und Tiefen: Gottes Gnadengaben.. Vertrauen auf Gott. 4. Drum fürcht' ich nicht, du könneft mein, o Vater, ganz vergefsen und habest mir nur Angst und Bein auf Erden zugemessen. Du bist getreu, dein Angesicht verbirgst du deinem Kinde nicht, mit gnadenvollen Blicken kommst du, mich zu erquicken. 5. Getrost! mein Glaube sieget schon; das Joch seh' ich zerbrochen; wie eine Mutter ihrem Sohn, hast du mir zugesprochen. Ich eile wie dein Kind zu dir, und du, Erbarmer, reichest mir zur Hülfe deine Hände; so hat die Not ein Ende. 333 all dein Sehnen; gieb dich zufrieden. In eigener Melodie. 595. Gieb dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens; in ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn' ihn mühst du dich vergebens. Er ist der Quell der reinsten Wonne, macht alles hell, ist deine Sonne; gieb dich zufrieden. 4. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen, ob alle Fluten dich umringen, du wirst doch nicht unterliegen. Gott ist nicht fern, steht in der Mitten und höret gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden. 5. Verzieht die Hülfe gleich sehr lange, endlich wird sie dennoch kommen; macht dir das Harren oftmals bange, glaub, es dient zu deinem Frommen. Rein Heil gedeiht in kurzen Stun= den, nur mit der Zeit wird es gefunden. Gieb dich zufrieden. 6. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was lebt und webet auf der Erden, kann die Trübsal nicht vermeiden. Wo ist ein Haus, das könnte sagen: ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gieb dich zufrieden. 2. Der Gott des Trostes und 7. Ein Ruhetag ist noch vorder Gnade liebt mit treuem Vater- handen, unser Gott wird uns herzen; steht er bei dir, wird erlösen, er wird zerbrechen unsre dir nichts schaden auch die Pein Banden, uns befrein von allem der größten Schmerzen. Kreuz, Bösen. Einst kommt der Tod, Angst und Not kann er bald wen- von Gott gesendet, und alle Not den, ja selbst den Tod hat er in ist dann geendet. Gieb dich zuHänden. Gieb dich zufrieden.frieden. 3. Wie dir's und andern oft 8. Der Herr führt dich zu jenen ergehe, ist ihm wahrlich nicht ver- Scharen der Erwählten und Ge= borgen; er sieht und kennet aus treuen, die hin mit Frieden sind der Höhe des betrübten Herzens Sorgen, er fasset auf die heißen Thränen, zu ihm hinauf dringt gefahren und sich nun in Frieden freuen. Wer mit Geduld das Kreuz getragen, hört einst die 334 Vertrauen auf Gott. Huld des Höchsten sagen: Gieb| Wüsten reisen, doch würde Gott dich zufrieden. mich speisen. Mel. Was Gott thut 2c. 596. Gott lebt! Wie kann 6. Gott lebt! Wohlan, ich zage nicht! Gott hört, ihm will ich klagen. Gott sieht, ich such' ich traurig sein, als sein Angesicht. Gott führt, er wär' kein Gott zu finden? Er wird mich trageft. Gott liebt weiß gar wohl von meiner Pein, und giebt; nur unbetrübt! er die ich hier muß empfinden. Er wird mir endlich geben, auch kennt mein Herz und meinen dort mit ihm zu leben. Schmerz: ich kann ihm alles flagen und darf nun nicht verzagen. In eigener Melodie. 2. Gott hört, wenn niemand 597. Gott will machen, daß hören will! Wie sollte mir denn bangen, als könnt' an der Erhörung Ziel mein Seufzen nicht gelangen! Ruf' ich empor, so hört 2. Wollt'st du denken, Mensein Ohr, sein Amen schallet wie- schen lenken und dein Helfer der, und Hülfe steigt hernieder. schliefe fest; würd'st mit Klagen 3. Gott sieht! Wie klaget denn du dich plagen, wenn der Wind mein Herz, als säh' er nicht dir widrig bläst. mein Weinen! Vor ihm muß 3. Doch wer Leiden gern will der geheimste Schmerz ganz offen- meiden, häufet leicht sich Schuld bar erscheinen. Zur Erde fällt auf Schuld. Darum trage deine nicht ungezählt die kleinste mei- Plage fein getrost und mit Gener Zähren, er wird mir Trost duld. gewähren. die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wel= len um dich schwellen, wenn du nur bei Jesu bist. 4. Um zu stillen eignen Willen, leidet wohl noch mancher gern. Du sollst tragen Not und Plagen, weißt du auch, dein Wunsch bleibt fern. 5. Glaube feste, daß das Beste über dich beschlossen sei. Ist dein Wille nur fein stille, wirst du ganz von Kummer frei. 5. Gott giebt! Er wird mein 6. Drum wohl denen, die sich täglich Brot für heut und mor- sehnen nach des Willens Still' gen geben; ich werd' auch in der und Ruh'. Wirst du wollen, größten Not durch seine Gnade was wir sollen, kommt auch bald leben. Wär' ich auch arm, fern die Kraft dir zu. sei der Harm; müßt' ich durch 7. Rühm und preise die als 4. Gott führt! So geh' ich immer fort auf allen meinen Wegen. Mag mir die Welt bald hier, bald dort arglistig Schlingen legen, so wird er mich zwar wunderlich, doch selig immer leiten, daß nie mein Fuß kann gleiten. Vertrauen auf Gott. 335 weise, die in solcher Übung stehn| heitrer Sonnenschimmer, der und auf Freuden wie auf Lei- Kreuzweg führt ins Paradies. den nur mit Hiobs Augen sehn. 3u Gott sei deine Seele still, es gehe dir, wie Gott es will. 8. Mag Gott eilen, mag er weilen, fühle stets sein Vaterherz! Den laß sorgen, der auch morgen Herr ist über Freud' und Schmerz. 599. 9. Es geraten Menschenthaten immer nur wie er's verhängt. jedem Leiden, das mich kränkt; Solche Wunder sind der Zunder, dran der Glaube Funken fängt. denn es geschieht ja nur dein Wille, der alles mir zum Besten 10. Wenn die Stunden sich ge- lenkt. Du bist's, der alles änfunden, dann bricht mächtig Hülf' dern kann, und was du thust, herein; und dein Grämen zu ist wohlgethan. beschämen, wird es unversehens ſein. 11. So sei's, Amen! In dem Namen unsres Jesu halte still. Es geschehe und ergehe, was und wie dein Gott es will. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. mache meine Heele stille bei Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 598. alt an, mein Herz, in deinem Glauben, Beständigkeit ist Kronen wert; wer diesen Anker sich läßt rauben, der bleibt im Sturm nicht unversehrt; wer aber fest an Jesu hält, der steht, wenn Erd' und Himmel fällt. 2. Du führst uns auch auf rauhen Wegen zu deiner Kinder Seligkeit; von jeder Trübsal ernt' ich Segen, ist dir nur, Gott, mein Herz geweiht. Der Ausgang wird stets herrlich sein, sieht's gleich der blöde Geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfung hast bestimmt; dein Vaterherz steht jedem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns frommt, verborgen; genug für 2. Halt ein mit deines Un- uns, daß du's erkannt. Wie oft muts Klagen, ein köstlich Ding sind unsre Wünsch' und Sorgen ist die Geduld; wenn wir voll Thorheit und voll UnverLeid gelassen tragen, gewinnen stand. Du leitest uns auf ebner wir des Vaters Huld; wer Gott Bahn, und läsfest uns kein Unsich murrend widersetzt, hat seine Kindespflicht verletzt. heil nahn. 5. Nur du erkennst, o Gott, 3. Halt aus, die Prüfung währt das Beste, und dies erwählt dein nicht immer, die Hoffnung sieget Vaterherz. Mach mich in diesem ganz gewiß. Auf Sturm folgt Glauben feste, dann überwältigt 336 Vertrauen auf Gott. mich kein Schmerz. Ich dulde| ten thun und kämpfen, die Feinde mit Gelassenheit; was Gott will, das gescheh' allzeit. dämpfen. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, die mich von aller Not befreit; denn einmal führst du deine Frommen zur völligen Zufriedenheit, und dann wird hilf, Helfer! Amen. ihnen offenbar, daß nur dein Rat der beste war. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 7. Dort ernt' auch ich von meinen Plagen auf ewig fel'ge 601. Hier lieg' ich, Herr, vor Früchte ein, wird mein Herz, statt aller Klagen, nur voll des frohen Lobes sein: der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles mit mir wohlgemacht. Mel. Herzliebfter Jesu, was 2c. 600. err, unser Gott, laß nicht zu Schanden werden die Frommen, die in Nöten und Beschwerden, bei Tag und Nacht, auf deine Hülfe bauen, und dir vertrauen. 5. Du bist der Held, du fannst die Mächt'gen zwingen, du kannst den Schwachen Hülf' und Ret= tung bringen; wir traun auf dich und flehn in Jesu Namen: 2. O wehre, Herr, den Stolzen, die dich hassen und sich allein auf ihre Macht verlassen; ach wende doch mit gnädigem Erbarmen dich zu uns Armen. 3. Sei unser Beistand wider unsre Feinde; sprichst du ein Wort, so werden sie bald Freunde; fie müssen Wehr und Waffen, uns zum Segen, schnell niederlegen. deinem Angesicht! Wo ist mein froher Glaube, wo meiner Hoffnung Licht? Wo sind die heitern Stunden, da dich mein Auge sah? Ach alles ist verschwunden, und nur mein Schmerz ist da. 2. Ich fühle Furcht und Schrecken, wenn mich Gefahr bedroht, als könnte mich nicht decken dein Arm in jeder Not; als wäre dir verborgen, was meine Seele quält; als wollest du nicht forgen, wo mir's an Hülfe fehlt. 3. Kann deine Macht nicht wenden, was unabwendbar scheint, und Licht und Hülfe senden dem, der im Dunkeln weint? Bist du nicht, der du warest? Ift's nicht dein heilig Wort, wo du dich offenbarest, als unser Schild und Hort? men herab voll Gnad' und Huld; 4. Sieh, Vater, auf mich Arvergieb mir aus Erbarmen des 4. Wir haben niemand, dem Zweifelmutes Schuld. Geängstet wir uns vertrauen, es ist um- und zerrissen siehst du, o Gott, sonst auf Menschenhülfe bauen; mein Herz; gieb Frieden dem Ges mit dir nur wolln wir Tha- wissen, und stille meinen Schmerz. Vertrauen auf Gott. 337 5. Du hast ja nur Gedanken Mel. O daß ich tausend 2c. des Friedens über mich; dein 603. Ich bin in allem Rat wanken, wohl zufrieden, ich nur fest auf dich. Du wirst und bleibe ruhig und vergnügt, mir alles geben, was mir dein weil Gottes Huld mir ist beWort verspricht; dein Wort schieden, weil Jesus mir im führt mich zum Leben, drum Herzen liegt, weil Gottes Geist, wank' und weich' ich nicht. dem ich geweiht, mit seinem 6. Laß Berg und Hügel wei- Wort mein Herz erfreut. chen, dein Friedensbund steht fest. 2. Wird mir für Freude Leid Der wird das Ziel erreichen, der gesendet und für das Leben einst still sich führen läßt. Wie sich die Bahn auch wende, die ich hier wandeln soll, getrost ruf ich am Ende: der Herr macht alles wohl! der Tod: ich bin zufrieden, alles wendet zu meinem Heil der treue Gott. Was Gott gebeut, das ist mein Will', und wie er's fügt, so schweig' ich still. 7. Drum fasse dich, o Seele, und traure nicht so sehr; was dich auch immer quäle, bald flagest du nicht mehr. Er kommt, er kommt, dein Retter, er kommt und zögert nicht; durch Wolken, Sturm und Wetter dringt seiner Gnade Licht. 3. Um mich hab' ich mich ausgekümmert, die Sorg' ist ganz auf Gott gelegt! Ob Erd' und Himmel gleich zertrümmert, so weiß ich doch, daß er mich meinem Gott, so frag' ich nichts trägt. Und halt ich fest an nach Not und Tod. Mel. Chriftus, der uns selig sc. 602. 4. Mit deinen Leid- und Freudengaben, wie du sie giebst, bin Gottes, Gott zufrieden sein: Gott, möcht' ich ist mein, wer kann solchen Sinn stets haben, führt uns wohl scheiden? Dringet auch er mich bis ins Grab hinein! das Kreuz herein und das bittre Das schafft die rechte Heiterkeit Leiden; laß es dringen, kommt in Lebens- und in Sterbenszeit. es doch von geliebten Händen, und eh ich's geahnet noch, wird Gott alles wenden. Mel. Was mein Gott will zc. 2. Gottes Kinder säen zwar 604. Ich habe Gottes Weg traurig und in Thränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach ist froh und stille, und gern, wie sie sich sehnen; denn es kommt er mich führt, zu gehn, ist nun Er stand ja die Erntezeit, da sie Garben mein fester Wille. binden, da wird all ihr Kreuz doch mir immer bei, merkt' ich und Leid Ziel und Ende finden. nur auf sein Winken: ihm will 22 338 ich folgsam sein und treu, bis meine Tage sinken. 2. Oft schien mir wohl die Last zu schwer, die mich darnieder drückte; dann ging ein Engel vor mir her, der tröstend nach mir blickte. So kommt in schwache Seelen Mut! Ich folge, statt zu fliehen; mir ahnte, Leiden sei mir gut, ich sah den Lohn erblühen. Vertrauen auf Gott. was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Denn Gott ist mein, und ich bin sein, was ist wohl, das mir schade; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Thun voll Gnade. 5. So wirk' ich bei des Tages Schein, freu' mich an Gottes Segen und, bricht des Todes Nacht herein, geh' ich ihr froh entgegen. Beruhigt kann ich rückwärts sehn auf dieses Lebens Mühen und voll Vertraun hinübergehn, wo ew'ge Freuden blühen. 2. Das kann mir fehlen nimmerinehr, mein Vater muß mich lieben; schickt er auch Trübsal groß und schwer, so will er mich nur üben, will mein Gemüt in seiner Güt' gewöhnen fest zu stehen; halt ich dann stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Nun seh ich ein, wie gut es war, daß Gott mich oft betrübte; ich weiß, wie Sorgen und Gefahr des Geistes Kraft mir übte. Ging ich in steter 3. Ist, was ich bin und habe, Lust nur hin, was wäre mir mein? gab ich mir selbst das geblieben? Am Schmerzenstag Leben? Sein Werk bin ich, er hat Christi Sinn sich mir ins hat allein mir Seel' und Leib Herz geschrieben. gegeben. Ich gab mir nicht des 4. So lern' ich in das beßre Geistes Licht, er läßt es in mir Land des Herzens Hoffnung scheinen: wer so viel thut, des leiten, geschieden von der Erde Herz und Mut kann's nimmer Tand und ihren Nichtigkeiten. böse meinen. Ich lerne so mit richt'gem Blick der Erde Güter schätzen und über alles äußre Glück die Ruh' der Seele setzen. 4. Wer schützt mich in Gefahr und Not? Es ist sein gnäd'ges Walten; ich wäre längst schon falt und tot, hätt' er mich nicht erhalten. Sein Arm allein läßt groß und klein in reger Kraft bestehen; was er nicht hält, das bricht und fällt und muß in nichts vergehen. 5. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und löblich sein Regieren; die Zeit und Stund ist ihm bekannt, sein Werk hinaus zu führen. Er weiß, wann Freud', er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er thut, ist alles gut, ob's noch so traurig Mel. Was mein Gott will 2c. 605. Ich hab' in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben; schiene. 339 Leid in Ewigkeit die Deinen triumphieren. Vertrauen auf Gott. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Lebensgang beschweret; Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. haft spät und früh viel Sorg 606. Ich hab' in guten und zu Stunden 7 zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh' zu deinem Frommen. bens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl: so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 7. Es kann bei lauter Sonnenlicht das Feld nicht Früchte tragen: so reift auch Menschenwohlfahrt nicht bei lauter guten Tagen. Wie bitter sei die Arzenei, schafft sie doch neues Leben: so muß das Herz sich oft durch Schmerz zu seinem Heil erheben. 8. Ei nun, mein Gott, so fall' 3. Dir will ich mich ergeben ich dir getrost in deine Hände; nimm du mich auf und mach's und mehr als Ruh' und Leben mit mir, wie du willst, bis ans dich lieben, meinen Herrn. Dir Ende. Nur du, Herr, weißt, nur will ich vertrauen und nicht wodurch dem Geist sein wahres Heil entstehe und deine Ehr' sich mehr und mehr vor aller Welt erhöhe. auf Menschen bauen; du hilfft und du erretteſt gern. 4. Du willst uns alle Sünden, wenn wir nur Reu' empfinden, in Christo gern verzeihn. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte zum du, Heiligungsgeschäfte, und Gott, willst mein Beistand sein! 9. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm' ich's an mit Freuden; soll's aber Kreuz und Trübsal sein, will ich's geduldig leiden. Willst du allhier das 5. Wenn ich in Christo sterbe, Leben mir zum späten Ziel er- bin ich des Himmels Erbe; was halten: wie du mich führst und schreckt mich Grab und Tod? führen wirst, so laß ich gern Auch auf des Todes Pfade verdich walten. trau ich deiner Gnade; du, Herr, bist mit mir in der Not. 2. Ich bin ja, Herr, ein Sünder, und du strafft viel gelinder, als ich es wohl verdient. Sollt' ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 10. Und soll ich einst des Todes Weg und finstre Straße 6. Ich will dem Kummer gehen, so zeige du mir Bahn wehren, dich durch Geduld verund Steg und laß dein Licht ehren, im Glauben zu dir flehn. mich sehen. Mein Hirt bist du, Ich will den Tod bedenken, du, der zu der Ruh' des Himmels Herr, wirst alles lenken, und mich wird führen, wo nach dem was mir gut ist, wird geschehn. 22* 22 340 Vertrauen auf Gott. Mel. O daß ich tausend Bungen 2c. zu Schanden werden läßt. Ihr 607. h laffe Gott in Antergrund ist Gott allein; drum sein und Wille bleibt der beste Rat; und gern will ich ihm stille halten, Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. wie er's für mich beschlossen hat. 608. Jesus kommt, von Nicht ich, der treue Gott allein, allem Bösen uns, 2. Sollt' ich des Nächsten Glück beneiden? für ihn soll meines Glückes Meister sein. seine Gläub'gen zu erlösen; er kommt mit Macht und HerrlichGott hat es so teit. Einst, an seinem großen gefügt. Wer andrer Tage, verwandelt sich der FromWohl nicht sieht mit Freuden, men Klage in ewige Zufriedenist in sich selber mißvergnügt. heit. Sei fröhlich, Volk des Ein reines Herz, ein froher Mut Herrn! Er kommt, er ist nicht ist mehr als alles Geld und Gut. fern, dein Erretter. Dein Schmerz ist kaum ein Morgentraum, bald macht er ew'gen Freuden Raum. 3. Wir müssen uns in alles schicken, denn alles kommt von lieber Hand; auch wenn mich Centnersorgen drücken, bleibt dieser Trost mir zugewandt. Ich weiß, daß alles, was mich fränkt, Seht die Kron' am Ziele pran= Gott endlich doch zum Besten gen und kämpft und ringt, fie 2. Augenblicke dieser Leiden, was seid ihr gegen jene Freuden der unbegrenzten Ewigkeit! lenkt. zu erlangen, die ihr dazu berufen seid! Euch halt' in eurem 4. Wenn länger auch der Herr Lauf kein Schmerz des Lebens verziehet, die Hülfe kommt zu auf, überwinder! Das Ziel ist rechter Zeit; der Blume Schmuck, die später blühet, prangt oft in schönster Lieblichkeit. Das übereilen bringt nur Pein, das Gute will erwartet sein. nah, bald seid ihr da, dann singt ihr froh Hallelujah. 3. Der sich euch zum Volk erwählet, der eure Thränen alle zählet, stritt auch mit uner5. Gott kennt die rechten schöpftem Mut. Wie hat Jesus Freudenstunden, er prüft vorher nicht gerungen, wie tief war er nur die Geduld; und hat er sie von Angst durchdrungen, wie bewährt gefunden, so krönt uns seufzt' er laut, wi floß sein seine Baterhuld. Was wir nicht Blut! Doch sahn die Feinde hofften mehr, geschieht, und tausendfache Freude blüht. nicht auf seinem Angesicht bange Schrecken. Gestärkt von Gott in seiner Not, drang er zum Leben durch den Tod. 6. So laß ich Gott in allem walten, das steht in meiner Seele fest. Ich will mich an 4. Wir, Genossen seiner Leiden, die Hoffnung halten, die nicht wir ernten einst auch seine Freu Vertrauen auf Gott. 341 den, gehn standhaft wir des Blöße Qual, des Wetters Kreuzes Bahn. Laßt uns kämpfen, Drangsal leidet. laßt uns ringen, mit unserm 5. Er, der den Raben Futter Haupt hindurch zu bringen und giebt, erhält auch euer Leben: jene Krone zu empfahn! Sein hat er euch doch so hoch geliebt, ist Gewalt und Kraft, die neues euch seinen Sohn zu geben! Leben schafft in den Schwachen. Die ihm vertraun, fest auf ihn baun, die werden seine Hülfe schaun. 5. Ja du kommst, von allem Bösen uns, deine Gläub'gen, zu erlösen, des sind wir froh und danken dir. Auch in bangen Prüfungstagen soll unser Herz doch nie verzagen, auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist; wir traun dir, Jesu Christ, und sind stille. Wenn gleich die Welt in Trümmer fällt, fest stehet, wer zu dir sich hält! 6. O Vater, Vater, sollten wir dich nicht durch Glauben preisen und, frei von irdischer Begier, im Wirken Treu' erweisen? 7. Wie treu bist du für uns bemüht, der alles gnädig lenket, uns hier fürs Himmelreich erzieht, dort ew'ges Leben schenket. 8. Dein Reich, welch unnennbares Heil, welch hoher Schatz der Seele! Dies, dies werd' unser Erb' und Teil, ob, was vergeht, auch fehle. 9. Herr, gieb uns deinen guten Geist und nie entzeuch ihn wieder! 3u allem, was dich ehrt und preist, weck' er uns Seel' und Glieder! Mel. Ich dank' dir schon 2c. 609.hr, deren Herzen noch bethört nach) Glück der Erde schmachten, laßt uns zuerst und ungestört nach dir gute Früchte geben. Gottes Reiche trachten. 2. Der Vater weiß, was ihr bedürft, und kennet eure Sorgen; wohl dem, der auf den Herrn Mel. Nun ruhen alle Wälder 20. fie wirft, der ist stets wohl ge- 610. In allen meinen Thaten laß ich den 10. Ja, Vater, darin sei verehrt, daß wir als Christi Reben, nach deiner Pflege vollem Wert, 3. Sorgt, wie es Gläubigen Höchsten raten, der alles kann gebührt, daß rein sei Beib und und hat; er muß zu allen Dingen, Seele, und daß ihr einen Wandel soll's anders wohl gelingen, uns führt, der seinen Ruhm erzähle! selber geben Rat und That. 4. Er, der die Blumen schmückt 2. Nichts ist es spät und frühe im Thal, das Lamm der Herde um meine Sorg' und Mühe, kleidet, schafft, daß ihr nicht der nichts hilft die Ungeduld; er 342 Vertrauen auf Gott. mag's mit meinen Sachen nach geschaffen hat; es gehe, wie es seinem Willen machen, ich stell' gehe, dein Vater in der Höhe, es ganz in seine Huld. der weiß zu allen Sachen Rat. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen und was mir selig ist; ich nehm' Mel. Ans tiefer not c. es, wie er's giebet, was ihm mit 611. Mach's, lieber Gott, wie dir's mir beliebet, das will auch ich zu jeder Frist. in allen meinen Sachen! Mein 4. Ich traue seiner Gnaden, Hoffen ist auf dich gestellt, du die mich vor allem Schaden, vor wirst's am besten machen. Dein allem übel schütt; folg' ich des Wort ist mir ein sichres Pfand, Herrn Gesetzen, so wird mich ich schau' auf deine starke Hand, nichts verletzen, nichts fehlt mir die kann bald alles ändern. dann, was wahrhaft nützt. 2. Scheint's auch bedenklich 5. Er wolle mich entbinden oft zu stehn, ich bleibe unver= von aller Last der Sünden, durch- zaget. Was du willst, das muß streichen meine Schuld; er wird doch geschehn, wohl dem, der's auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und haben auf dich waget! Du, Höchster, kannst in kurzer Zeit all meine Not und Traurigkeit in Freud' und Heil verkehren. noch mit mir Geduld. 6. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, erwach' ich morgens wie der, sei ich hier oder dort: in Schwachheit und in Banden ist nirgend Not vorhanden, mich tröstet überall sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will ihn freudig überstehn. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. Zweifel vor, der dies und das 3. 3war tritt wohl oft ein will sprechen: doch du wirst das gebeugte Rohr nicht ganz und gar zerbrechen. Den Docht des Glaubens, der nur glimmt, und bloß von dir noch Kräfte nimmt, den läßt du nicht erlöschen. 4. Schent mir Geduld und stärke mich, wenn ich in Schwachheit leide: ich halte mich allein an dich, und dies ist meine Freude. Die Welt sei Welt und bleibe Welt, du bist der Schatz, der mir gefällt, nach dir steht mein Verlangen. 5. Wenn du mich schlägst, so 9. So sei nun, Seele, seine preis' ich dich und will die Rute und traue dem alleine, der dich küssen; denn auch im Kreuze läßt Vertrauen auf Gott. 343 zu, in ihm hat die Seele Ruh. du mich dein Vaterherz recht| ken. Sorgen kommt dem Schöpfer wissen. Das wallt vor Freude gegen mich; du sprichst: mein Kind, ich werde dich nicht lassen noch versäumen! 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt Gott mitten in dem Leiden; Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer in Gottes Armen liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seel' ist still zu Gott; alle Klagen sind verschwunden, und so hab' ich jede Not, jeden Kleinmut überwunden; froh vertünd' ich allezeit Gottes Huld und Freundlichkeit. 6. Dies tröstet meinen blöden Mut, daß mich kein Unfall tränket; du machst doch endlich alles gut und besser, als man denket. Wer weiß, wie nah die Freudenzeit, da alles mir nach Wunsch gedeiht und mir die Sonne scheinet. 7. Drum weiche, Sorg' und Traurigkeit, ich bin in Gott zu= frieden. Gott hat mir schon Mel. Herr, ich habe mißgehandelt zc. jur rechten Zeit mein Teil und Heil beschieden. Ist mir's auch 613. Meine Seele, laß es gehen, wie in diejetzt noch unbekannt, so kann's doch bald des Höchsten Hand ser Welt es geht, laß auch gerne das geschehen, was dein Herz ans Licht des Tages führen. hier nicht versteht: bleib, 0 Seele, fromm und stille, dent, es waltet Gottes Wille. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 612. Meine Seele giebt ſich hin in des Vaters Herz und Hände; ich erwart' im stillen Sinn seiner Wege ziel und Ende; mein Vertraun ist fest und groß, denn ich ruh' in Gottes Schoß. 2. Ist dir gleich die Welt zuwider, bist du selbst der Freunde Spott, drücken Feinde dich darnieder, so vertraue deinem Gott: bleib, o Seele, fromm und stille, dent, es waltet Gottes Wille. 3. Ist auch in dem bangen Herzen nichts, als Kummer, 2. Meine Seele murret nicht, Sorg' und Leid, zagst du unter ist in Gottes Rat ergeben; für- herben Schmerzen hier in dieser der soll mein Wille nicht, nur Sterblichkeit: bleib, o Seele, der seine in mir leben; was fromm und stille, dent, es walsich ungeduldig regt, sei in Christi tet Gottes Wille. Grab gelegt. 4. Gott erbarmt sich seiner 3. Meine Seele sorget nicht, Frommen, wenn das Kreuz sie will nicht lang' an morgen den- hat bewährt, läßt sie zu dem ten; ob mir Irdisches gebricht, Frieden kommen, den schon lange will ich mich darum nicht trän- fie begehrt: bleib, o Seele, fromm 344 Vertrauen auf Gott. und stille, denk, es waltet Got- Schoß, in sein Antlik schauen tes Wille. und ihm kindlich trauen, welch 5. Nach dem Regen scheint die ein selig Los! Ruhe fleußt aus Sonne, Freude folgt auf Trau- stillem Geist! Wer sich weiß in rigkeit; Angst verwandelt sich in Gott zu schicken, den wird er Wonne, und in Himmelslust das erquicken. Leid: bleib, o Seele, fromm und stille, dent, es waltet Gottes Wille. Mel. Fren dich sehr, o meine 2c. 6. Sollst du von der Erde schei= 615. Meine Sorgen, Angst den, scheide nur getroft zu Gott; und Plagen nehGott giebt dir des Himmels Freu- men mit der Zeit ein End'; den, warst du treu bis in den nicht auf ewig währt das Kla= Tod: bleib, o Seele, fromm und gen, welches Gott am besten stille, dent, es waltet Gottes Wille. kennt; drum will ich gelassen sein, nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Son= nenblicken meinen matten Geist erquicken. 2. Was mit Thränen wird gesäet, wächst zur Freudenernte auf; wenn die Dornen abgemähet, trägt man edle Frucht zu Hauf; nur im Kampfe wird erreicht jenes Ziel, das Gott uns zeigt; will man dieses Kleinod finden, so muß man erst überwinden. Mel. Jefu, meine Freude zc. 614. Mei eine Seel' ist stille, weil ja Gottes Wille mir zu helfen steht. Mit dem, was Gott füget, ist mein Herz vergnüget, nimmt es, wie es geht. Geht die Bahn nur himmelan und von Jesu unge schieden, so bin ich zufrieden. 2. Dir will ich anhangen, das fei mein Verlangen, Gott, bei dir zu sein! Keinen will ich hören, der mich will bethören mit dem falschen Schein! Was der Welt allein gefällt, Luft und Ehr' und irdisch Trachten will ich gar nicht achten. 3. Nein, ach nein, nur einer, sag' ich, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jesus, der Getreue, des ich mich erfreue, der sich ganz mir giebt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe, einzig ihm nur lebe. 4. Gottes Güt' erwägen und sich gläubig legen in des Vaters 3. Auf dem Wege zu den Sternen ist des Kreuzes Last gar viel; sie zu tragen mußt du lernen, sonst gelangst du nicht zum Ziel; zu der ew'gen Gottesstadt tomint nur, wer geduldet hat; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 4. Wahrlich! es sind alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübsal herge= kommen, vor des Lammes Stuhl zu stehn, prangend in der Ehrentron' stehen sie vor Gottes Thron; weil sie glücklich triumphieret, sind mit Palmen sie gezieret. Vertrauen auf Gott. 345 5. Darum trage deine Ban-| Eitlen schwächen, und an dem den, meine Seel', und dulde dich; Wesen dieser Welt. Gott hilft, du wirst nicht zu 6. Er will uns dadurch lehSchanden, alle Stürme legen sich. ren, wie wir ihn sollen ehren Nach dem Blik und Donner- mit Glauben und Geduld, und schlag folgt der angenehme Tag; schien es auch in Nöten, als auf den Abend folgt der Mor- wolle Gott uns töten, uns doch gen, und die Freude nach den getrösten seiner Huld. Sorgen. Mel Nun ruhen alle Wälder 2c. und bleibe 616. Mein Herz, gieb dich ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram; die Not, die jetzt dich drücket, hat Gott dir zuge= schicket, ihm halte still, von dem sie kam. 2. Mit Sorgen und mit Pla= gen, mit unmutsvollen Klagen häufst du nur deine Pein. Durch Stillesein und Hoffen wird, was 7. Was will uns auch wohl scheiden von Gott und seinen Freuden, die er dort offenbart? Ich lebe oder sterbe, so Himmels Erbe mir ew'ges Teil bewahrt. ist des als mein 8. Darum gieb dich zufrieden, mein Herz und sei geschieden von Sorge, Furcht und Leid; bald wird Gott Engel senden, die sanft auf ihren Händen dich tragen zu der Herrlichkeit. dich jetzt betroffen, erträglich dir Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. und heilsam sein. 617. ur kurz ist unsre Prüfungszeit, nur und 3. Kann's doch nicht ewig währen; oft hat Gott unsre Zäh- turz des Lebens Kampf ren getrocknet, eh man's meint; wenn es noch heißt: wie lange wird meiner Seele bange? ist Gott schon nah, und Hülf' erscheint. Streit! bald folgen ew'ge Freuden! Was jene Welt uns vorbe= hält, lohnt reichlich alle Leiden. 2. Die Wege, die des Vaters Rat den Kindern vorgezeichnet 4. Und wenn ich's recht er- hat, sind nicht der Menschen wäge, so sind's nur Liebesschläge, Wege. Doch fasset Mut, sein womit er uns belegt; nicht Weg ist gut; sei, ihn zu gehn, Schwerter find's, nur Ruten, mit nicht träge. denen er zum Guten zu züchtigen die Seinen pflegt. 3. Die Frommen tragen still ihr Kreuz und murren nicht, 5. Er will uns so erziehen, denn Gott gebeut's; sie gehen daß wir vor allem fliehen, was hin und weinen. Doch täuscht ihm nicht wohl gefällt, will un- fie nicht die Zuversicht, bald sern Willen brechen, die Lust am wird die Sonne scheinen. 346 Vertrauen auf Gott. 4. Ja, Gott ist liebreich und 5. Hier in meinem Pilgergetreu; glaubst du, daß Gott stande sei mein Teil Zufriedendie Liebe sei, so hemme deine heit! Dort in meinem VaterKlagen. Das Leiden drückt; doch lande wohnt die wahre Sewas Gott schickt, hilft er auch ligkeit. Führt mein Gang zum gnädig tragen. Himmel ein, mag er immer dun5. Er wog vor Anbeginn der kel sein! Zeit nach deiner Kraft mit Freund- 6. Darum auch auf rauhen lichkeit die Bürde deiner Schmer- Wegen, meine Seele, klage nicht! zen; er wog auch schon den Was hier schmerzet, wird dort Gnadenlohn dir zu mit treuem Segen, was hier Nacht ist, wird Herzen. dort Licht; und ich faff' erst Gottes Sinn, wenn ich ganz vollendet bin. Mel. Gott des Himmels und 2c. Mel. In dich hab' ich gehoffet c. 618. Sei auch unerforschmer Christ, wenn lich immer mei- 619. Sei unverzagt, o from= nes Gottes Weg und Rat, sei die Nacht auch ohne Schimmer, du in Kreuz und Trübfal bist, die mich hier umschattet hat: doch befiehl Gott deine Sachen; trau ist alles, was er thut, wie's auch ihm allein in Not und Pein, er scheine, weis' und gut. weiß es wohl zu machen. 2. Kein Leiden kommt von 2. Sollt' ich Gottes Rat nur loben, wo ich seine Weisheit seh'? ungefähr, Gott sendet es von Ist's nicht Gnade nur von oben, oben her, er hat dir's auser= wenn ich seinen Weg versteh'? sehen; darum sei still, und was Jeder fündigt, welcher klagt, daß Gott will, das laß du nur geihm Gott mehr Licht versagt. schehen. 3. Soll ein Vater unterlassen, dein Herz, so blicke gläubig him3. Und bräche schier der Gram was dem Kinde Thorheit ist? melwärts, Gott kann sein Kind Kühner Tadler! Engel fassen, nicht hassen; wenn du ihn liebst, was dein Geist hier nicht ermißt. Hier sollst du dem Herrn vertraun und nur glauben, noch nicht schaun. dich ihm ergiebst, wird er dich nicht verlassen. 4. Soll er deine Wünsche fragen bei der Leitung seiner Welt? Soll der Heil'ge nicht versagen, was nur deiner Bust gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 4. Nicht immer währt der Frommen Leid, der Herr verändert Stund' und Zeit, er tann noch Freude geben. Durch Freud' und Schmerz macht er das Herz geschickt zum ew'gen Leben. 5. Von Alters her hat ja die Schar der Heiligen durch viel Vertrauen auf Gott. Gefahr und Leiden wandeln müssen; warum wollt'st du allein von Ruh' und nichts von Trübsal wissen? 347 aber eigner Will' und Rat wählt oft einen falschen Pfad. 4. Bleib' ich stehn auf niedern Stufen, will ich in das Herz 6. Drum bet und hoffe stets mir rufen, daß ich, vieler Sorgen auf Gott in aller deiner Angst frei, vor dem Sturz gesichert sei. und Not; wie er will, laß es Doch, wenn Gott mich wollt' gehen. Sein Will' ist gut, be- erheben, will ich ihm nicht widerhalte Mut, du wirst noch Wun- streben; er wird mir die Kraft der sehen. verleihn, im Beruf getreu zu sein. 7. Gott, der du unser Tröster bist, laß jeden, der hier traurig ist, des Glaubens Trost empfinden; durch Leiden übst du, den du liebst, o hilf uns überwinden! Mel. Herr, nicht schicke deine 2c. 620. 5 oll ich denn mich täglich fränken, 5. Will die Armut meiner Hütten er mit Segen überschütten, so verleih' er nur zugleich, daß die Seele werde reich. Doch ift Armut mir beschieden, bin ich auch damit zufrieden; denn auf diese arme Zeit folgt die reiche Ewigkeit. 6. Wird mir Gott Gesundheit ängstlich an das Künft'ge denten? Soll ich abends nie mit geben, will ich eifrig danach streRuh' meine Augen schließen zu? ben, daß ich fördre mehr und Soll es immer vor mir stehen: mehr meines Gottes Ruhm und wie wird's einst noch mir er- Ehr'. Aber auch in Krankheitstagen möge Gottes Geist mir gehen? da die Sorge mich nur quält und doch ihres Ziels ver- sagen, daß solch herbe Arzenei mir zum Heile nötig sei. fehlt? 7. Soll ich noch viel Jahre zählen, mit des Lebens Not mich quälen, kommt doch auch wohl mancher Tag, daß mein Herz 2. Gott, der mich bisher erhalten, höret nimmer auf zu walten; oder sollt' er jetzt allein seines Waltens müde sein? Wohl, ich will das Sorgen lassen und sich freuen mag. Aber käm' ich zu ihm Vertrauen fassen; wie bald hinüber, wär' mir solches er mich auch führen will, meine desto lieber, weil ich käm' aus Seele bleibe still. aller Not hin zu meinem Herrn und Gott. 3. Wie's auch in der Welt mir gehet, er ist's, der allein verstehet, 8. Alles sei Gott heimgegeben, was mir heilsam ist und gut Freud' und Trübsal, Tod und oder was mir Schaden thut. Laß Beben; es geschehe, was sein ich ihn für mich nur wählen, Rat über mich beschlossen hat. wird kein wahres Gut mir fehlen; Ich will mich nicht länger från 348 ten, sondern dies allein bedenken, daß nach Gottes Gnadenschluß Christen alles frommen muß. Vertrauen auf Gott. In eigener Melodie. Mel. Ach was soll ich Sünder 20.. 621. Sollt es gleich bis 622. Sollt' ich meinem Gott nicht trauen, als verließe Gott die Seinen; o so glaub' und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die Gott aufgeschoben, hat er brum nicht auf gehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wann's heilsam ist. 3. Wie nicht gleich die Väter geben, wonach ihre Kinder streben; so giebt Gott auch, wann er will. Harre seiner und sei still. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wann die Not am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gefinnt. 5. Troß der Welt und ihrer Rotten, ich kann ihre Macht verspotten; drückt auch schwer des Kreuzes Joch, Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Mögen mich die Menschen kränken und auf mein Verderben denken; sind sie mir ohn' Ursach' feind, Gott im Himmel ist mein Freund. Gott, nur habe, dann hab' ich das beste Teil und bei dir einst ew'ges Heil. 7. Darf ich von der Welt nichts hoffen, steht mir doch der Himmel offen, und ist da mein Platz bestellt, was frag' ich dann nach der Welt? der mich liebt so väterlich; der so treulich sorgt für mich? Sollt' ich auf den Fels nicht bauen, welcher ewig feste steht, wenn die ganze Welt vergeht? 2. Gott weiß alles, was mich drücket, meine Leiden, meine Not, steht mir bei bis in den Tod. Er weiß, was mein Herz erquicket, seine Lieb' und Vatertreu' ist mir jeden Morgen neu. 3. Der die Vögel all' ernähret, der die Blumen schmücket schön, die am Abend noch vergehn, dessen Gnade ewig währet: sollte der verlassen mich? Nein, ich trau' ihm sicherlich! 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte und nach der Gerechtigkeit, die der Glaube mir verleiht: wenn ich eitles Gut nicht achte, segnet Gott mich früh und spat, segnet Denken, Wort und That. 5. Darum sorg' ich nicht für morgen, denn was noch zukünftig ist, irrt mich nicht, ich bin ein Christ. Meinen Gott nur laß ich sorgen: denn es g'nügt, daß jeder Tag seine Plage haben mag. 6. Wohl mir, ich bin hoch erfreuet, denn ich glaube feftiglich: 8. Wenn ich bis zu meinem Gott, mein Vater, sorgt für mich. Grabe, dich, mein Herr und Herz und Sinn ist mir erneuet, Vertrauen auf Gott. 349 denn ich weiß, Gott liebet mich, selber bist, und schaffeft, daß mir Gott versorgt mich ewiglich. jedes Leid zum Segen wird in Ewigkeit. Mel. Gott des Himmels 2c. 3. Ist alles dunkel um mich her und meine Seele freudenleer, 623. Tief zwar beugt die so bleibst du meine Zuversicht, und in der Nacht strahlt mir dein Licht. Not des Lebens, doch erliegt kein gläubig Herz! Christen trifft kein Leid vergebens, hin zu Gott hebt sie der Schmerz. Was sind Leiden dieser Zeit? Nur der Weg zur Herrlichkeit. 2. Unser Leiden ist verschuldet, wie es uns auch hart bedrängt; darum standhaft nur geduldet, was der Vorsicht Rat verhängt, bis dir einst der Tag erscheint, wo dein Auge nicht mehr weint. 3. Führt der Herr dich gleich auf Erden manchen tief verhüllten Pfad, niemals darfst du irre werden an der ew'gen Liebe Rat. Droben wird vollkommen flar, was hienieden dunkel war. 4. Seele, bleibe Gott ergeben, want in deinem Glauben nicht; 4. Wie oft, Herr, weint' ich, ach wie oft; doch bald halfft du mir unverhofft. Am Abend war ich schwer bedrüct, am Morgen schon durch dich erquickt. 7. Die Stunde kommt früh oder spät, wo Dank und Freud' aus Leid entsteht, wo er als die in seiner Gnade leben, haben Vater sich beweist und deiner feste Zuversicht. Mag der Welt- Trübsal dich entreißt. kreis untergehn, Gottes wird doch bestehn. Mel. Wo Gott zum Haus 2c. 624. Von dir, o Vater, nimmt mein Herz, was du mir sendest, Freud' und Schmerz mit Dank und mit Vertrauen an, weil deine Hand nur segnen kann. prüft, die ihr zu ihm um Hülfe 5. Sagt alle, die der Herr gerieft: hat er wohl jemals das Gebet der Demut und Geduld verschmäht? 2. Du wählst nur, was mir heilsam ist, weil du die Liebe 6. Nein, nie ist seine Hülfe fern, nie ist zu turz der Arm des Herrn; er bleibt der Helfer immerdar, wie er's zu allen Seiten war. Kind 8. Wenn niemand dich erquicken kann, so schaue deinen Heiland an, schütt aus dein Herz in seinen Schoß, denn seine Macht und Huld ist groß. 9. Er selbst, der Menschen treuster Freund, hat hier im Thränenthal geweint; er weiß, was Schmerz und Kummer ist, er weiß zugleich, wie schwach du bist. 10. Er hilft gewiß, nur zweifle nicht; er hält gewiß, was er ver 350 Vertrauen auf Gott. spricht. Die kurze Trauer dieser hier auf Erden, noch mehr in Zeit verwandelt sich in Seligkeit. Ewigkeit. 6. Darum, ob ich hier dulde viel Sorg' und bittern Schmerz, wie ich's auch oft verschulde, doch tröstet sich mein Herz. Ich bleibe freudenvoll und geb' an meinem Ende die Seel' in Gottes Hände, er machet alles wohl! In eigener Melodie. 625. Von on Gott will ich nicht lassen, denn er verläßt mich nicht; ich will im Glauben fassen, was mir sein Wort verspricht. Er reicht mir seine Hand, er weiß mich zu versorgen, am Abend, wie am Morgen; das hab' ich oft erfannt! In eigener Melodie. 2. Wenn Menschenhuld und 626. Warum betrübst du dich, mein Herz, Lieben in Ungunst sich verkehrt, und kränkest dich in bangem ist er doch treu geblieben dem, Schmerz um eitles Erdengut? der ihn liebt und ehrt. Er hilft Vertraue deinem Gott allein, aus aller Not, erlöst aus allen denn Erd' und Himmel sind ja Banden, macht frei von Sünd' sein. und Schanden und rettet selbst vom Tod! 2. Dich lassen kann und will er nicht; er weiß gar wohl, was dir gebricht, und welche Last dich drückt. Er ist dein Vater und dein Gott und steht dir bei in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, weiß ich, daß du mich nicht vergißt, du väterliches Herz! Ich, Staub und Asche, habe hier sonst keinen Trost, als nur von dir. 4. Ein Thor trotzt auf sein irdisch Gut; ich trau' auf Gott mit stillem Mut, bei Wenigem vergnügt. Mir bleibt die frohe Zuversicht: wer Gott vertraut, dem fehlt es nicht. 5. Bobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns alles 5. O Gott, du bist so reich schenkt! Gesegnet ist die Stunde, noch heut, wie du gewesen alledarin man sein gedentt! So zeit; zu dir steht mein Vertraun. braucht man recht der Zeit! Wir machst du mich an der Seele reich, sollen selig werden in ihm schon so gilt mir andrer Reichtum gleich. 3. Auf ihn will ich vertrauen, auch in der schwersten Zeit; er läßt sein Heil mich schauen und wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt! Leib, Seele, Gut und Leben hab' ich ihm übergeben; er macht's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, als was mir nüklich ist; er meint's gut mit uns allen, er schenkt uns Jesum Christ. Von seinem Himmelsthron hat reichlich er bescheret, was ew'ges Heil gewähret, in seinem lieben Sohn. Vertrauen auf Gott. 6. Des Zeitlichen entbehr' ich gern, hab' ich das Ew'ge nur vom Herrn; die Bust der Welt vergeht; sie währt nur eine kurze Zeit und hilft mir nichts zur Seligkeit. 7. O Herr, mein Gott, wie dank' ich dir, daß du durch deinen Sohn auch mir dein Heil haft offenbart. Verleih mir nun auch feste Treu', daß einst bei dir mein Erbteil sei. 351 ist Gott und straft gelinde, seine Treu' steht mir bei, daß ich Lindrung finde. 6. Satans Macht und seiner Rotten ist zu schwach und vermag nichts, als mein zu spotten; laß sie spotten, laß sie lachen! Gott mein Heil wird in Eil' sie zu Schanden machen. Glauben? 2. Ich bin an das Licht getreten arm und bloß, hülfelos, unter Angst und Nöten; nichts nehm' ich auch von der Erde dann mit mir, wann von hier einst ich scheiden werde. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; muß er auch dem Tod erliegen, still und gut soll sein Mut auch den Tod beIn eigener Melodie. 627. Warum sollt' ich mich siegen. denn grämen? hab' ich doch Christum noch, wer will ihn mir nehmen? wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im 8. Kann mich doch der Tod nicht töten, sondern reißt meinen Geist aus viel tausend Nöten; schleußt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, daß ich kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Dann wird an vollkomm= nern Schäßen sich mein Herz nach dem Schmerz ewiglich ergößen. Wer mag bleibend Gut hier finden? Was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein, Gott 10. Was sind dieses Lebens allein hat es mir gegeben; will Güter? Unbestand, eitler Tand, er's mir nicht mehr gewähren, nehm' er's hin, Herz und Sinn soll ihn dennoch ehren. Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn' Ende laben. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst 11. Herr, mein Hirt, Brunn und Pein, sollt' ich drum ver- aller Freuden! du bist mein, ich zagen? Der es schickt, der wird bin dein, niemand kann uns es wenden, er weiß wohl, wie scheiden. Ich bin dein, weil du er soll all mein Unglück enden. dein Leben und dein Blut, mir 5. Gott hat mich bei guten zu gut, in den Tod gegeben. Tagen oft ergött, sollt' ich jetzt 12. Du bist mein, weil ich nicht auch etwas tragen? Fromm dich fasse und dich nicht, o mein 352 Vertrauen auf Gott. Licht, aus dem Herzen lasse. Laß| ist und bleibt ein ew'ges Gut; mich hingelangen, da du mich Erdenglück zerfällt und bricht, und ich dich ewig werd' umfangen. Himmelsgüter schwinden nicht. 7. Sieh auf deine Lebensbahn, frage die vergangne Zeit, was der Herr an dir gethan, wie so oft er dich erfreut. Du empfingſt in reichem Maß, und begehrst ohn' Unterlaß? 8. Gott ist gnadenreich und treu; was er thut, ist wohlgethan; er nur weiß, ob heilsam sei, was du wünschest zu empfahn. Ist dir's gut, so geht er's ein; ist's dein Schade, spricht er: Nein. Mel. Nicht so traurig, nicht so ic. 628. Warum trauerst du so sehr, meine Seel', und bist betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr' nicht so viel, als andern, giebt? Sei vergnügt in deinem Gott; haft du Gott, so hat's nicht not. 2. Meinest du, daß du ein Recht auf des Lebens Güter haft? Nein, das menschliche Geschlecht ist auf Erden nur ein Gast. Gott ist Herr in seinem Haus; wie er will, so teilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, daß du habeft Erdenglück; schau den Himmel über dir, dahin richte deinen Blick, da ist Ehre, da ist Freud' ohne End' und ohne Neid. 4. Der ist thöricht, der sich kränkt um die Güter dieser Zeit, wenn ihm Gott dagegen schenkt, was besteht in Ewigkeit! Bleibt der Himmel dein Gewinn, fahr' die Erde immer hin. 9. Darum richte dich empor, meine Seel', und traure nicht; laß die Sorgen! tritt hervor an des Glaubens Freudenlicht. Wandelst du in seinem Schein, wirst du allzeit fröhlich sein. 10. Führe deinen Lebenslauf, deines Gottes eingedenk; wie er's giebt, so nimm es auf, als ein wohlbedacht Geschenk; geht's durch Trübfal, laß es gehn. Gottes Gnade bleibt dir stehn. Mel. Warum sollt' ich mich zc. 629. Warum willſt du 5. Schaue doch die Güter an, armes Herz, dir zum Schmerz, doch für morgen, die dein Herz für Güter hält, voller Kleinmut sorgen? Wozu ob wohl eins dir folgen kann, dient ein täglich Grämen? Hoff wenn du gehest aus der Welt. auf Gott, deine Not will er Alles bleibet hinter dir, trittst von dir nehmen. du in des Grabes Thür. 2. Gott hat dir geschenkt das 6. Aber was die Seele nährt, Leben, Seel' und Leib, darum Gottes Wort und Christi Blut, bleib ihm allein ergeben. Er wird von keiner Zeit verzehrt, wird ferner alles schenken; trau Vertrauen auf Gott. 353 ihm fest, er verläßt nicht, die dort nie im Glauben wanken. an ihn denken. 3. Frage nicht: was wird mich nähren? Gott wird dir alles hier, was dir fehlt, gewähren. Frage nicht: wie wird mir's gehen? Solches hat Gottes Rat längst zuvor versehen. In eigener Melodie. 630. Wa as Gott thut, das ist wohl gethan, es 4. Nährt den Vogel in den bleibt gerecht sein Wille; wie er Lüften nicht der Herr? Weidet fängt meine Sachen an, harr' er nicht das Tier auf Triften? ich sein und bin stille; er ist Kleidet er des Grases Blume mein Gott und weiß in Not nicht mit Pracht, seiner Macht, mich mächtig zu erhalten, drum seiner Huld zum Ruhme? laß ich ihn nur walten. 5. Und auf mich sollt er nicht 2. Was Gott thut, das ist achten? In der Not ließe Gott wohl gethan, sein Wort kann niehilflos mich verschmachten? Ich bin sein, mir soll nicht grauen; väterlich liebt Gott mich, ihm will ich vertrauen. mals trügen, er führet mich auf rechter Bahn, drum laß ich mir genügen an seiner Huld und hab' Geduld. Er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 6. Nur der Glaube fehlt auf Erden. Wär' er da, müßt' uns ja, was uns not ist, werden. Wer Gott kann im Glauben fassen, dem fehlt nicht Trost und Licht; Gott wird ihn nicht lassen. 7. Wer nach Gottes Reiche trachtet, immerfort auf sein Wort mit Gehorsam achtet, dem wird auch von Gott hienieden, was erfreut in der Zeit, gnädiglich beschieden. Lob und Preis sei deinem Namen; denn mein Teil, Hülf' und Heil bleibst du ewig. Amen. 8. Drum sei dir, Gott, übergeben, was mir fehlt und mich quält hier in diesem Leben. Da du sorgst, so will ich schweigen, und es soll demutsvoll dir mein Knie sich beugen. 9. Ich will dir mit Freuden danken fort und fort, hier und 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan, er wird mich wohl bedenken; er als mein Arzt, der heilen kann, wird mich mit Gift nicht tränken. Gott ist getreu und steht uns bei; auf ihn nur will ich bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann, ihm will ich mich er= geben. Nach allem Leid kommt einst die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, lass' ich mich doch 23 354 Vertrauen auf Gott. nicht schrecken, weil ich zuletzt doch| trauet und gläubig auf ihn bauet, werd' ergötzt mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerwird doch zuletzt erquickt. zen. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan, dabei will ich verbleiben, es mag mich auf die rauhe Bahn Kreuz, Not und Elend treiben. Auch noch im Tod wird mich mein Gott in seinen Armen halten, drum laß ich ihn nur walten. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 631. Was hilft's, daß ich mich quäle und fürchte manches Leid? Entreiß dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl! Wovorsoll ich mich scheuen, da alles seinen Treuen zum Besten dienen soll? 2. Was hülfe dir dein Sinnen, wie dir's noch gehen mag? Was würdest du gewinnen durch Sorgen Nacht und Tag? Befiehl es Gott allein; laß seine Hand dich führen, die wird dich so regieren, wie dir's wird heilsam sein. 5. So fall' ich denn mit Freuden in Gottes Arme hin; von ihm kann mich nichts scheiden, weil ich sein eigen bin; er bleibt auch ewig mein und wird mir alles geben, was meinem Stand und Leben wird gut und selig sein. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 632. Was ist's, daß ich mich quäle? Harr auf den Herrn, o Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüket; Gott weiß es und beschützet allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah; eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. 3. Was dich will niederschlagen und was dich schmerzt und kränkt, das magst du dem nur 4. Ich lebe nicht auf Erden, flagen, der alles weislich lenkt. ganz glücklich hier zu werden; Wirf alle Sorg' auf ihn, erhebe die Lust der Welt vergeht. Ich dein Gemüte zu seiner Vatergüte, soll durch Gottes Segen den so wird dein Kummer fliehn. Grund zum Glücke legen, das ewig wie mein Geist besteht. 4. Er wird dich wohl versorgen, der deiner liebreich denkt; vielleicht 5. Was dieses Glück vermehret, ist nah der Morgen, wo Gott dir sei mir von dir gewähret! Gott, Freude schenkt! Wer hoffend auf du gewährst es gern. Was dieses ihn blickt, wer fest auf ihn ver- Glück verletzet, wenn's alle Welt Vertrauen auf Gott. 355 auch schäket, sei, Herr mein Gott, Christi Tod ist alle Not des Tomir ewig fern. des überwunden. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, ist Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott, so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Schwachen Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn du mich willst bewahren? Und du, mein Gott, bewahrest mich. Mel. Es ist gewißlich zc. 634. Wenn gleich aus tiefer Mitternacht Gewitter um mich bliken, so zag' ich nicht, mein Vater wacht, er wacht, mich zu beschützen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie verließ, wird nimmer mich verlassen. 2. Sein Auge schauet in mein Herz und zählet meine Sorgen, tein Seufzer bleibet und kein Schmerz dem Vaterblick verborgen. Er sendet mir das Leiden zu, daß seiner nicht in stolzer Ruh' mein schwaches Herz vergesse. In eigener Melodie. 633. Wa mas mein Gott will, gescheh' allzeit, sein Will' ist stets der beste; zu helfen dem er ist bereit, der an ihn 3. Gesegnet sind die Leiden glaubet feste. Er hilft aus Not, mir, die mich der Welt entziehen. der fromme Gott, und züchtiget Sie lehren mich, mein Gott, zu mit Maßen. Wer Gott vertraut, dir und deiner Gnade fliehen, fest auf ihn baut, den wird er und einst, wenn ich vollbracht nicht verlassen. den Lauf, geht mir die ew'ge Sonne auf, der alles Dunkel weichet. ser Welt des Höchsten weiser Wille: auch dann gescheh', was ihm ge= 2. Mein Gott ist meine 3uversicht; er ist mein Licht und Leben; faßt seinen Rat mein 4. Von jedem Schmerz dereinst Herz auch nicht, doch soll's nicht befreit, werd' ich, Herr, bei dir widerstreben. Sein Wort ist wahr, Leben und selig dann selbst für er hat das Haar auf meinem das Leid dir Preis und Ehre Haupt gezählet; er sorgt und geben. Wohl denen, die dem wacht, nimmt mich in acht, giebt Herrn vertraun und ihre Hoffalles, was mir fehlet. nung auf ihn baun, nie werden 3. Ruft einst mich ab von die- sie zu Schanden. In eigener Melodie. fällt, ich will ihm halten ſtille. 635. Wer nur den lieben Dir, befehl' Seel' Gott läßt walten in meinen letzten Stunden; durch und hoffet auf ihn allezeit, den 23* 356 Vertrauen auf Gott. wird er wunderbar erhalten in nur getreu und trau des Himaller Not und Traurigkeit; wer mels reichem Segen, so wird er Gott, dem Allerhöchsten, traut, bei dir werden neu; denn wer der hat auf keinen Sand gebaut. nur seine Zuversicht auf Gott 2. Was helfen uns die schwe- setzt, den verläßt er nicht. ren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen Mel. Nun preiset alle 2c. unser Ungemach? Wir machen 636. Wie bist du, Seele, in unser Kreuz und Leid nur größer mir so sehr bedurch die Traurigkeit. trübt? Dein Heiland lebet, der dich ja treulich liebt. Ergieb dich gänzlich seinem Willen, er kann alleine dein Trauern stillen, er kann alleine dein Trauern stillen. 2. Bist du in Nöten, ach harre nur auf Gott, trau seiner Gnade in Seel'- und Leibesgewendet, ist es auch noch, der not! Der vormals deine Angst dir noch, der dir Hülfe sendet. Hülfe sendet, ist es auch 3. Sei nur geduldig und bleib stille, sei stets in deinem Gott vergnügt und harre, wie sein heil'ger Wille und seiner Weisheit Rat es fügt. Gott, der in Christo uns erwählt, weiß auch am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freu denstunden, weiß, ob das Glück uns heilsam sei; hat er uns nur getreu erfunden, so stehet er uns Hülfreich bei; Gott kommt, eh wir es uns versehn, und lässet uns viel Gut's geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangfals- Hitze, daß du von Gott verlassen seist, und daß der wahres Glück besike, den alle Welt als glücklich preist. Die Zeit verändert oft sehr viel und setzet jeglichem ein Ziel. nach Verdienst geschätzt, mußt du 3. Bist du bei Menschen nicht viel dulden, was dein Herz tief ehret, dem ist der herrlichste verletzt, bedenke, wen der Höchste Ruhm gewähret, dem ist der herrlichste Ruhm gewähret. nem Heiland reich, kein Gold, 4. Bist du in Jesu, in deitein Silber ist diesem Reichtum gleich. Hast du nicht, was dich 6. Es sind ja Gott geringe hier ergöket, g'nug, wenn der Sachen und seiner Allmacht gilt Himmel dir's dort ersetzet, g'nug, es gleich, den Reichen klein und wenn der Himmel dir's dort arm zu machen, den Armen aber ersetzet. groß und reich; er ist der Herr, der jedermann erhöhen und auch stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen; verricht das Deine 5. Sei doch zufrieden, o du betrübtes Herz, wirf auf den Vater, was dir bringt Sorg'und Schmerz. Wer ist wohl je zu Schanden worden, der sich bewährt in dem Kreu Vertrauen auf Gott. 357 zesorden, der sich bewährt in dem| Drum, Seele, dring getroft zu Kreuzesorden. deinem Herrn, er segnet gern, er segnet gern. 6. Drum, liebe Seele, wirf alles Trauern hin, geduldig leide, stille nur deinen Sinn. Ergiebst 5. Der Himmel und die Erd' ist dein, er schenkt sie dir in du hier dich Gottes Willen, dort Christo, meine Seele; so nimm wird mit Freuden er dich erfüllen, dort wird mit Freuden er dich erfüllen. in heil'ger Glaubenskraft sie ein und denke nicht, daß dir noch etwas fehle. Bleib nur bei Gott, so bleibest du zugleich auch ewig reich, auch ewig reich. Mel. Es koftet viel ein Chrift zc. 637. Mirf alle Sorgen hinter dich, mein Herz, und sei in deinem Gott Mel. Mach's mit mir, Bott 2c. zufrieden! Sei still; denn er 638. Wohl dem, der sich gewährt dir sicherlich, was nötig ist zu deinem Heil hienieden; warum willst du in eitler Müh' und Pein, in Müh' und Pein unruhig sein? 2. Wohlan! sei gutes Muts im Herrn, vertrau dich gänzlich seinen Vaterhänden. Er ist mit seiner Hülfe ja nicht fern, und bald wird sich sein Segen zu dir wenden. Such ihn allein, wenn etwas dir gebricht, und sorge nicht, nein, sorge nicht. 3. O trachte nur mit Ernst danach, daß du mit ihm dich innig mögst verbinden, und werde nur im Glauben nimmer schwach, so läßt er dich auch alles andre finden: er ist und bleibt dein Vater und dein Gott, dein treuer Gott in aller Not. auf recht kindlich kann verlassen; mag ihn auch treffen Sorg' und Not, mag auch die Welt ihn hassen, so bleibt er doch in sich vergnügt, sein Freund ist Gott, der alles fügt. 2. Die böse Welt mag immerdar ohn' Ursach' mich befeinden, kann sich nur immer mehr mein Sinn mit meinem Gott befreunden. Ich troße mutig jedem Feind! Wer schadet mir, ist Gott mein Freund? 3. Ich murre nicht, daß ich hier oft viel habe dulden müſsen; mich hat ja Gott ganz unverhofft aus mancher Angst gerissen: da lernt' ich recht, daß Gott allein der Menschen bester Freund muß sein. 4. Und will, ob meiner Sündenschuld, mein Herz mich hart verklagen; spricht es mir ab des Vaters Huld: doch darf ich nicht verzagen. Wer ist, der mich verdammen kann? Gott ist mein 4. Nah dich zu ihm, er rufet dich, er spricht: wie könnt' ich dich, mein Kind, verlassen? Mein Herz bewegt von Liebe sich in mir, daß ich dich muß mit Gnad' und Huld umfassen! Freund und nimmt mich an! 358 Vertrauen auf Gott. 5. Ja selbst des Grabes finstre] Hoheit Glanz versinkt in TodesNacht kann mich nicht mehr er- nacht. schrecken; ich weiß, mich wird 3. Viel fichrer ist mein Trost, durch seine Macht der Herr einst ich weiß, an wen ich glaube. auferwecken. Mit Christo werd' Wo ist der mächt'ge Feind, der ich dann vereint, durch ihn ist mir dies Kleinod raube? Ich) ewig Gott mein Freund. stehe fest in Gott, ihm hang' 6. So geh' ich freudig durch ich einzig an, dem keine Not zu die Welt, getrost und stark im groß, der helfen will und kann. Glauben! Wer fest an seinen 4. 3u ihm, dem treuen Gott, Gott sich hält, dem kann die ist meine Seele stille; sein Arm Welt nichts rauben! Gott ist ist ewig stark und gnadenvoll sein mein Freund, mein Schuk, mein Wille. Sein Gang ist wunderRat! wohl dem, der Gott zum bar, unendlich seine Kraft; fie Freunde hat! hat von Alters her stets Hülf' und Rat geschafft. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 5. Drum halt' ich mich zu 639. Wohl dem, der unGott, und das ist meine Freude, sern Gott zum wenn ich ihm danken kann nach Helfer sich erwählet, der findlich überstandnem Leide, wenn mein ihm vertraut, was seinem Herzen erquicktes Herz ihn rühmt mit fehlet. Wohl dem, der auf den allem Fleiß und ihm ein LobHerrn allein sein Hoffen stellt, lied singt zu seines Namens auf ihn, der Trost verspricht und Preis. ewig Glauben hält. 6. Gieb, daß ich stets, mein 2. Wer hier auf Menschen Gott, an dir fest hangen bleibe, traft und Menschengunst ver- daß weder Glück noch Not mich trauet, der hat fürwahr sein jemals von dir treibe. Verleih Glück auf bloßen Sand gebauet; mir deinen Geist und schenk mir betrüglich und gering ist aller neue Kraft, zu üben immerdar Menschen Macht, und aller die gute Ritterschaft. XXII. Lob- und Danklieder. und säume nicht! Sei still und fanft und himmelwärts erhoben zu Gott, des Herzens Troft und Zuversicht. Er ist allein Lob, zu loben, erhebe dankbar dich Ehre, Preis und Ruhm zu nehMel. Jehovah ist mein Licht 2c. 640. Auf, auf, mein Geist! den Herrn der Welt 359 dein Haus zu Kindern dir er= wählt. Jetzt zwar schau ich dich nur in dunklem Licht; doch tommt, ich weiß es, fünftig noch der Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag von Angesicht zu frohem Angesicht. Lob- und Danklieder. men würdig stets und überall; ihn preis auch du! mit frohem Jubelschall geh ein in sein erhabnes Heiligtum! 2. Der Herr ist zwar ein unbegreiflich Wesen, drein sich vergeblich der Verstand verliert; doch kannst in seiner Welt du deutlich lesen, wie wunderbar sein weiser Rat regiert. und fennet seinesgleichen es weichet alles seiner Majestät, vor der die Kreatur mit Zittern steht, dieweil er wohnt in unnahbarem Licht. Mel. Ich finge dir zc. Er hat 641. Auf, Chriſten, bringet nicht; und Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd' und Meer und alle Himmel hält. 2. Frohlockt mit jubelreichem Schall Gott unserm höchsten Gut, der große Wunder überall auch an uns Menschen thut. 3. Von unsrer zarten Kindheit an war seine Hülf' uns nah; auch wo kein Mensch mehr retten tann, steht Gott als Retter da. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir, was uns erfreut und nährt, und alles, was der Seele hier Zufriedenheit gewährt. 5. Ist dornenvoll auch unser Pfad, und beugt uns oft der Schmerz, Gott prüfet nur nach seinem Rat und stärkt durch Not das Herz. 3. Ja er, der Lebensgrund von allen Dingen, er ist fürwahr ein unzugänglich Licht: doch wird im Licht zu wandeln mir gelingen, so decket sich mir auf sein Angesicht. Denn wie er ist und lebt im Licht allein, so birgt er sich dem, der das Dunkle liebt, und liebet den, der sich dem Recht ergiebt; der wohnet stets in seiner Strahlen Schein. 4. O selig, wer also den Herrn erkennet und findlich zu ihm Vater sagen kann; o selig, wen auch er den Seinen nennet, wen er als Kind des Hauses siehet an! Mit Kindern geht fein 6. Nach Väter Weise träget Vater ins Gericht, so hat auch er uns Schwache mit Geduld, er Geduld, übt Langmut aus er züchtigt wohl, doch nie zu und hat mit Seligkeit geschmückt schwer, und tilget unsre Schuld. sein Haus, wo Liebe herrscht, wo Gnade nie gebricht. 5. Drum auf! Ich will, o Herr dich froh erheben, weil du auch mich zu denen haft gezählt, die du in Christo hast 8. Gott ist getreu und läßt gebracht zum Leben und in uns nicht; wohl allen, die ihm 7. Sein Wort weckt das Ge= wissen auf, ruft uns zur Besserung, sein Geist stärkt uns im Tugendlauf, schafft unsre Heiligung. 360 Lob- und Danklieder. traun, sie werden einst sein An- Nichtigkeiten brennt des Altars gesicht in sel'gem Lichte schaun. Flamme nicht, wie doch Licht von seinem Licht sollte lautern Schein verbreiten. O wann Mel. Sollt' ich meinem zc. 642. Auf ihr Christen, strahlt sein Heiligtum ganz in Gott zu loben, fleckenlosem Ruhm? seine Huld und seinen Rat, ihn, 5. Demut schlägt die Blicke des Macht durch tausend Proben nieder; doch giebt Glaube Zuversich an uns verherrlicht hat. sicht, hebt die feuchten Augen wie3war kein Mensch kann ihn er- der, und die Herzen werden Licht. messen; Gottes Gnade, welch ein Meer! Wer sind wir, und was ist er? Doch wer kann des Dants vergessen? Und er nimmt das Scherflein an, das ein Armer opfern kann. Nein du kannst uns nicht verlassen, schonest, trägest und vergiebst; wie du unaussprechlich liebst, das kann kaum die Seele fassen. Groß, ja groß ist Menschenschuld; göttlich groß ist Gottes Huld. 2. Preis dem Bischof unsrer 6. Laß vom Jüngsten bis zum Seelen! Dank dem Hirten seiner Greise Zeugen deiner Kraft uns Schar! nie ließ er ein Gut uns sein, daß sie reich sich stets erfehlen; treu nahm er der Herde weise in der Gläubigen Verein! wahr. Seines Wortes träft'ge Wenn wir Großes schon erfuhren, Nahrung, seines Geistes Unter- Größres ist uns aufgespart, das richt, dieses reine Himmelslicht, uns dort wird offenbart in des seines Hirtenstabs Bewahrung, Himmels sel'gen Fluren, wo uns welcher Segensström' Erguß! alle unverrückt Herrlichkeit in welch ein Himmelsvorgenuß! Fülle schmückt. 3. Daß sein geist'ger Tempel stehet auch in Stürmen unversehrt, daß sein Friede drinnen Mel. Lobe den Herren, den 2c. wehet, das ist ew'gen Dantes wert. 643. Danket mit Freuden, Beben seines Zions Gründe, wenn der Geist der Sünd' und ter der Gnade, ihr, die er segnet Welt es belagert und umstellt: und führet auf ebenem Pfade; wer zerstört die Macht der die ihr ihn tennt, Vater in Sünde? Nicht der Streiter Arm Christo ihn nennt, preiset dent und Fleiß, ihm, ur ihm ge- Vater der Gnade! bührt der Preis. 2. Oft ist sein Thun vor den 4. Doch mit Herzenskümmer- Augen der Menschen verborgen, nissen kämpft der Seinen Dank- eh es erscheinet, zagt alles, ver= gefühl, weil wir, ach, bekennen sunken in Sorgen; ist es gemüssen, wir sind ferne noch schehn, haben wirs heute gesehn, vom Ziel. Oft gedämpft durch ach! so vergessen wir's morgen. Bob- und Danklieder. 361 3. Kinder des Vaters im Mel. Gott des Himmels und sc. Himmel, erkennet die Gaben, die wir, gesegnet von ihm, dem Er. 644. Dantt dem Herrn, ihr Gottesknechte, barmenden, haben. Sind wir kommt, erhebet seinen Ruhm! es wert, daß er uns leiblich er- das erlösete Geschlechte ist und nährt und auch die Seele will bleibt sein Eigentum. Christus laben? bleibt in Ewigkeit, wie er gestern war und heut. 2. Segnend walten nun die Hände eures Gottes euch zum Heil, seine Liebe sonder Ende reichet jeglichem sein Teil; er bleibt allen zugewandt, die durch Jesum ihn erkannt. 4. Habt ihr nicht täglich die Gnade des Höchsten erfahren? Dentet, wie oft euch kein Sterblicher konnte bewahren; doch er erschien, ihr wart gerettet durch ihn, nicht mehr bedrängt von Gefahren. 5. Die ihr die Hülfe des 3. Haltet nur in allen Dingen Ewigen habet gesehen, mehr euch nach unsres Gottes Treu'. noch empfinget, als bitten ihr Paßt euch nichts zur Freude könnt und verstehen, preiset und bringen, eh euch unser Gott erliebt den, der die Sünden ver- freu'; und betrifft euch Schmerz giebt, segnet, eh wir zu ihm flehen. und Not, Jesus fleht für euch zu Gott. 4. Alle, die auf Menschen Wahn, nur die unserm Gott bauen, gehn zu Grund in ihrem vertrauen, wandeln auf der sichern Bahn. Jesu Jüngern wird bekannt Gottes Hülf' und starke Hand. 5. Danket Gott, ihr Gottes7. Wer zu ihm rufet in tnechte! tommt, erhebet seinen Nöten, den will er erhören; sind Ruhm! du erlösetes Geschlechte, wir errettet, so sollen wir dank- weih dich ihm zum Eigentum! bar ihn ehren. Folgt seinem Christus bleibt in Ewigkeit, wie Wort, fahret im Danken nur er gestern war und heut. fort, er wird euch alles gewähren. 6. Wer ihm nun danket, wird immer mehr Gaben empfangen, Wachstum im Glauben, im Hoffen und Lieben erlangen. Gott reichet dar gern seiner Gläubigen Schar mehr, als sie von ihm verlangen. 8. Hilf mir, mein Vater, dir Mel. Ich finge dir mit Herz zc. mit heiligen Werken, 645. Du biſt's, dem Ehr' in danken folgsam und ge= Gebote nur merken, mutig dir bührt, und dies, Herr, bring' traun, still in der Not auf dich ich dir; mein Schicksal hast du schaun, du nur kannst wahrhaft stets regiert und stets warst du mich stärken! mit mir. 362 Lob- und Danklieder. 2. Wenn Angst und Not sich und der zu deinem Gnadenthron mir genaht, so hörtest du mein den Zugang mir erwarb. Flehn und ließest mich, nach deinem Rat, Hülf' und Errettung fehn. 11. Lobt Gott in seinem Heiligtum, erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd' ist voll von rettet gern. 3. Wenn ich in Schmerz und seinem Ruhm: er hilft und Krankheit sank und rief: Herr, rette mich! so halfft du: dich erhebt mein Dant, denn ich genas durch dich. 4. Betrübte mich des Feindes Haß, so tlagt' ich dir den Schmerz: Du halfft mir, daß ich ihn ver- Gott und was er dir gethan; 13. Vergiß nicht, Seele, deinen gaß, und gabst Geduld ins Herz. verehr und halte sein Gebot und 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit uns bald vorübergehn, will uns, nach kurzer erhöhn. Prüfungszeit, zum ew'gen Glück 5. Wenn ich den rechten Pfad bet ihn ewig an. verlor, mich schuldbeladen sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Gnade war mir nah. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 6. Seufzt ich im Leiden: 646. Du, meine Seele, Herr, wie lang'? hast du dich weggewandt? War mir Trost und Hülfe bang', so half mir deine Hand. singe, wohlauf, um ihn zu erhöhn, dem Herrn, dem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Vater droben will ihn herzlich loben, so lang' hier preisen auf der Erd', ich mein Leben währt. 7. Er half, noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er und giebt zur Tugend Mut. schauet auf Jakobs Gott und 2. Wohl dem, der einzig 8. Herr, für die Leiden dank Heil! wer ihm sich anvertrauet, ich dir, dadurch du mich geübt, der hat das beste Teil; der hat und für die Freuden, welche mir den Schatz erlesen; unangefochten dein milder Segen giebt. ruht sein Herz und ganzes Wesen in Gott, dem höchsten Gut. 9. Dir dank' ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich und unerschöpfte Macht, das 3. Bei ihm ist alle Stärke erfreut. Ich schau' in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. predigen die Werke, die er hervorgebracht. Der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen 10. Ich danke dir für deinen Heer, und was durch Gottes Sohn, der für mich Sünder starb, Werde sich regt im weiten Meer. Lob- und Danklieder. 363 4. Sein ist der treufte Wille,| schon in Kleinmut hin, ahnete er giebt mit milder Hand dem mein trüber Sinn nichts als seine Segensfülle, den er getreu bange Trauerstunden: Herr, dann erfand. Gott hält sein Wort sprachst du nur ein Wort, und mit Freuden, geschehn muß, die Sorgen eilten fort. was er spricht, und wer Ge= walt muß leiden, den schützt er im Gericht. 3. Ja was du mir, Herr, bereitest, das ist Freude, Heil und Glück; daß du wunderbar 5. Er ist das Licht der Blin- mich leitest, sagt mir jeder den, thut auf der Tauben Ohr, Augenblick. Wärest du nicht und die sich schwach befinden, mein Erbarmer, schirmtest du gehn stark durch ihn hervor; er mein Leben nicht, ach wo fänd' ist der Fremden Hütte, die ich Trost und Licht, wie verWaisen nimmt er an, erfüllt lassen wär' ich Armer! Wohl der Witwen Bitte, schafft Hülfe jedermann. mir, Herr, daß du regierst und nach deinem Rat mich führst! 6. Ach ich bin viel zu wenig, zu preisen seine Ehr': er ist der ew'ge König, ich bin von gestern her; jedoch weil ich gehöre gen 3ion in sein Zelt, geziemt mir's, daß ich mehre sein Lob vor aller Welt. 4. Immer will ich dir vertrauen, dir, der alles weislich fügt, gläubig zu dir aufwärts schauen, wenn der Mut mir faſt erliegt. Preis sei dir, des ich mich freue, der so Großes an mir thut und im Segnen niemals ruht, Preis sei deiner Vatertreue; da ich sonst nichts geben kann, nimm mein Loblied gnädig an! Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 647. Fe reude wallt in meinem Herzen! O wie 5. O bewahr am guten Tage freundlich, Gott, bist du! du ent- mich vor Stolz und Sicherheit, fernest Sorg' und Schmerzen, halte fern von mir die Klage führst mir Heil und Segen zu. in der schwersten Prüfungszeit! Was ich bin, vermag und habe, Baß mich im Genuß der Freuden strömt aus deiner Fülle her, stets auf deinen Willen sehn und nichts kommt mir von ungefähr; auch dann noch aufrecht stehn, alles, Herr, ist deine Gabe, alles wenn sie wieder von mir scheiden. wird durch deine Hand abge- Hier nur wechseln Freud' und wehrt und zugewandt. Leid, dort ist ew'ge Seligkeit. 2. Du gebeutst, und schnell entfliehet, was mit Sorgen mich erfüllt, und mein frohes Auge Mel. Nun lob' mein' Seel' 2c. fiehet, wie dein Ratschluß fich 648. Frohlockend laßt uns enthüllt. die Hoffnung treten schon verschwunden, sank ich Gott mit Preis und Ruhm! Mit 364 freudigen Gebeten lobt ihn in feinem Heiligtum! Ihn, der an allen Enden beglücktet und erfreut und der mit Vaterhänden uns führt zur Seligkeit. Er träget selbst die Sünder und hilft dem Mel. Ich dank' dir, lieber Herre 2c. Schwachen gern. Lobt ihn, ihr 649. Gott, meine ganze seine Kinder! Ihr Christen, dankt ihm gern. Seele deiLob und Danklieder. oben zu uns dein Angesicht, bis wir dich würd'ger loben dort in dem ew'gen Licht! nen Ruhm bekannt. Dir dank' 2. Ihr, Eines Hauptes Glieder, ich und erzähle die Wunder vereinigt liebreich Herz und deiner Hand. Mein Herz ist Mund! Durch Christum alle froh, ich singe aus tief bewegter Brüder, macht eures Vaters Brust: du, dem ich Lieder bringe, Gnade fund! 3u Einem Heil du, Herr, bist meine Luft! berufen, habt alle Einen Sinn; 2. Du sikest auf dem Throne, so tretet zu den Stufen des als Richter aller Welt, der, Gnadenthrones hin! Der Zwie- jeglichem zum Lohne, gerecht sein tracht Geist verschwinde, verbannt Urteil fällt. Wenn Menschen fei Haß und Neid, und jedes frevelnd schmähen dein heiliges Herz empfinde der Liebe Seligkeit. Gebot, dann schiltst du, sie ver3. Sieh, König aller Ehren, gehen vor deinem Zorn, o Gott! auch uns erfüllt von Einem 3. Gott wägt die Welt und Geist, hier, wo in vollen Chören übet ein heiliges Gericht; wer dich unser dankbar Loblied preist. Trug und Bosheit liebet, bleibt In Einem lauten Tone singt vor dem Höchsten nicht. Die durch dein ganzes Reich dir, Wage sinkt und steiget, wie sein Vater und dem Sohne, die Gesetz gebeut, und jedes Volk beChristenheit zugleich. Die Ein- zeuget des Richters Heiligkeit. tracht ihrer Lieder steigt auf mit hohem Klang, schallt durch die Himmel wieder; welch englischer Gefang! 4. Du bist ein Fels der Frommen, ein Fels in jeder Not. Sie traun auf dich und kommen zu dir, dem treuen Gott. 4. Und wenn an heil'ger Stätte Die Thränen, die sie weinen, einmütig wir dich so erhöhn, sind dir bekannt und wert, verdann willst du die Gebete der säumen willst du keinen, der gläub'gen Seelen nicht ver- deinen Schuß begehrt. schmähn. Du hörst, wenn wir 5. Freut euch. des Herrn und von Herzen dir danken, treuer preiset ihn laut vor aller Welt, Gott, für Lindrung unsrer der herrlich sich beweiset und, Schmerzen, für Rettung aus was er zusagt, hält. Nach überder Not. Oneig auch jetzt von wundnen Leiden erschallt im Hei Lob- und Danklieder. 365 ein Wort gekommen, das ew'ge Gnade mir verspricht? Fallen können Berg' und Hügel, doch fest steht seines Bundes Siegel, von uns weicht seine Gnade Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 650. Gott, wer ist dir zu nicht. So treu von jeher schon vergleichen, und liebt er nun in dem Sohn uns als Bater. O betet an! Ihr dürft euch nahn, und danket ihm ligtum, dir, Geber hoher Freuden, Anbetung, Preis und Ruhm. wer ermißt in deinen Reichen, wie viel sich Geister dein erfreun? Ungezählte Sonnen ge- am Gnadenthron. ben zahllosen Welten Licht und Leben; du schufft, du hältst sie auch allein. Doch ist der Welten Raum nur deines Kleides Saum, 651. Hir! Herr Gott, err loben Herr und Schöpfer! Dich aber selbst, der du ihn wölbst, dich wir danken dir! Du ew'ger faffen die Gedanken kaum. Vater, dich erhebt, was weit und Die Him2. Und in diesem Heiligtume, breit auf Erden lebt. dem Tempel voll von deinem mel und der Engel Schar lobRuhme, ist auch die Stätte mir fingen, Herr, dir immerdar. Die erbaut. Ich darf vor dein Antlik Cherubim und Seraphim vertreten, zu dir mit allen Wesen künden stets mit hoher Stimm': beten, auf die dein Auge segnend Heilig ist unser Gott, heilig ist schaut. Wer deine Lieb' erkennt, unser Gott, heilig ist unser Gott, dich gläubig Vater nennt, der der Herr, Herr Zebaoth. Die Himmel und der Erden vergeht nicht. Ich Erdenstaub, ich fallend Laub, mir ist die Kreis sind voll von deines Ewigkeit gegönnt. Namens Preis. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die Propheten allzumal, der Märtyrer hellglänzend Heer verherrlicht Die ganze rühmt dich Dich, Vater 3. Schwing dich denn empor und singe, bis über alle Himmel dringe zu Gott, o Seele, dein ewig deine Ehr'. Gefang! Höher als die Himmel werte Christenheit gehen, und höher als die Ster- auf Erden allezeit. nenhöhen geht Gottes Gnade, auf des Himmels Thron, und geh' mein Dank. Barmherzig Christum, deinen einz'gen Sohn, schauet er auf alle Menschen her, den heil'gen Geist, den Tröster die ihn fürchten. Er sorgt und wacht, hat auf uns acht; drum sorg' und fürchte keiner mehr. wert, im Glauben sie bekennt und ehrt. In eigener Melodie. König der Ehren, Jesu Christ, 4. Hab' ich's nicht von ihm des Vaters ew'ger Sohn du bist. vernommen? Ist nicht zu mir Du nahmest an, der Welt zu gut, 366 Lob und Danklieder. gleich Menschenkindern, Fleisch unwandelbar Nat, Kraft und und Blut; des Todes Stachel Heil und Friede war. brachest du, und führst uns all' dem Himmel zu. Zur Rechten Gnaden zum Bunde seines Volks 2. Welches Heil, aus freien Gottes nun erhöht, teilst du des geladen, zur Kindschaft auserBaters Majestät, und wenn der wählt zu sein! sich des Heilands Bau der Erde bricht, erscheinest freun zu können, vor tausenden du und hältst Gericht. So flehn ihn sein zu nennen und froh zu wir, nimm in deine Hut, die rühmen: er ist mein! Welch undu erkauft mit deinem Blut. schäßbarer Bund, auf ew'gem Laß uns im Himmel haben Felsengrund fest erbauet! Wer Teil an aller Frommen ew'gem ihm sich weiht, reift in der Zeit Heil; hilf deinem Volk, Herr schon für des Himmels Seligkeit. Jesu Christ, und segne, was 3. Volk, dem er den Gottes= dein Erbteil ist. Regier die Dei frieden, des Himmels Bürgernen allezeit und heb sie hoch in recht beschieden, verkünde laut Ewigkeit! sein Recht und Licht. Könnt auch Dich loben täglich wir, o Herr, eine Mutter dessen, den sie im verkünden ewig deine Ehr'. Be- Schoße trug, vergessen: der Herr hüt uns bis auf jenen Tag, daß vergißt doch unser nicht! Sein jeder rein erscheinen mag. Er- Trost nur und sein Rat hält barm dich unser, treuer Gott, uns auf rechtem Pfad. Halleerbarm dich unser aller Not; lujah! sein Angesicht bleibt unser Barmherzigkeit laß uns geschehn, Licht, sein Wort der Stab, der so wie wir hoffend zu dir flehn. nie zerbricht. Auf dich steht meine Zuversicht; zu Schanden werd' ich ewig nicht. Amen. Mel. Wachet auf, ruft uns 20. 652. Herzen, wallt mit frohen Schlägen voll Lob und Dank dem Herrn entgegen, der uns bis hierher hat gebracht! Singet in erhabnen Weisen, den Segensrat des Herrn zu preisen, die reiche Huld, die starke Macht! Doch blöden Auges nur folgt unser Geist der Spur des Barmherz'gen, der seiner Schar 4. Trifft nun auch die Seinen Schweres; es ist kein Spiel des Ungefähres, der Herr ist's, der es uns beschied. Glaub' und Zuversicht gereuen nie einem von des Herrn Getreuen, auch wo Der er keinen Ausgang sieht. unsre Haare zählt, der weiß auch, was uns fehlt, und erbarmt sich. Er lenkt hinauf der Seinen Lauf und schließt des Himmels Schätze auf. 5. Selig, wer aus diesen Schäßen schon hier weiß Herz und Geist zu letzen, und wer im Glauben treu beharrt. Doppelt selig, wer den Danklieder. 367 lujah! Er will und spricht, und strahlend bricht aus Finsternis hervor das Licht. Segen auf reichen Wucher auszulegen in seinem Dienst gewürdigt ward! Wie weiht dem guten Herrn der Treuen Schar so gern Leib und Seele! Und was er sagt, wird unverzagt auf seinen Beistand hin gewagt. 3. Unser Gott herrscht ohne Schranken, er wendet Völkern die Gedanken, er macht zu Nichts der der Bösen Rat. Nur sein Rat 6. Sieh! in Lieb' und Dank bleibt ewig stehen; was er beergossen sehn Christi Jünger und dacht, das muß geschehen, er ist Genossen schon manches hohe 3iel erreicht. Leit auf alle ihre Pfade, o Herr, ein Bächlein deiner Gnade, das bis ins ew'ge Leben reicht. Sei mit uns fort und fort in allem Thun und Wort und mit allen, die deine Hand in jedem Land zum Bund auf deinen Sohn verband. gleich groß an Rat und That. Wohl uns, daß er regiert, der alles herrlich führt! Hallelujah! Die auf ihn schaun und ihm vertraun, die wandeln ohne Furcht und Graun. 4. Send uns ja in voller Klarheit, o Gott, dein Licht und deine Wahrheit, daß sie uns leiten überall. Laß uns auf des Glaubens Schwingen zu jenen lichten Höhen dringen, zu der Berklärten Jubelschall. In deinem Himmelreich sind wir dann Engeln gleich. Hallelujah! Wir gehen ein, bei dir zu sein und dein auf ewig uns zu freun. 5. Bis dahin lasset uns mit Beten oft vor des Höchsten Altar treten, vor Gott, der unsre Schuld vergißt, der der Gläub'gen Schild und Sonne und unsre Freud' und höchste Wonne durch Christi groBes Opfer ist. Was wir in ihm erflehn, das wird Gott nicht Lob und a Mel. Wachet auf, ruft uns 20. 653. aucht, ihr auserwählten Kinder, und preist den Herrn, erlöste Sünder, die seine Gnade hoch erfreut! Laßt die Stimme laut erklingen, ein wohlgefällig Lied zu singen, voll Demut und voll Dankbarkeit. Und schaut mit frohem Mut, was er noch an euch thut. Hallelujah! Sein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit, und er hält's gewiß. 2. Der im reinsten Lichte woh- verschmähn. Hallelujah! Gott, net, bei dem Gerechtigkeit stets führe du uns alle zu dem ew'gen thronet, der giebt an Licht und Reich und seiner Ruh'. Recht uns Teil. Alles predigt seine Ehre; er ordnete der Sterne Heere, er ordnet auch der Men- 654. Jch, der ich oft in tieMel. Nun frent euch, lieben 2c. an Welt, fes große den Herrn, der sie erhält. Halle- Not muß gehen, will dennoch 368 Lob- und Danklieder. Gott mit großer Freud' und deiner herrlich schönen Pracht bis Herzenslust erhöhen! Mein Gott an mein Ende reden. und König, höre mich, ich will ohn' Ende preisen dich und deinen Namen loben. 7. Und was ich rede, wird von mir manch frommes Herze lernen; dein Ruhm wird glän= 2. Ich will dir mit der Mor- zen für und für, hoch über allen genröt' ein täglich Opfer brin- Sternen. Durch alle Welten weit gen. So oft, Herr, deine Sonn' und breit wird man von deiner aufgeht, will ich mein Loblied Herrlichkeit und starken Hand singen. So soll auch bis zur erzählen. späten Nacht das Rühmen deiner hohen Macht mein Werk sein und Geschäfte. 8. Wer ist so freundlich, Herr, wie du? so gnädig im Erdulden? Wer deckt mit solcher Lang= 3. Die Welt dünft uns gar mut zu so viele schwere Schulschön und groß und reich an den, die aus der ganzen weiten Gut und Gaben, und was sie Welt bis zu dem hohen Himträgt in ihrem Schoß, will gern melszelt ohn' Ende fich erheben? ein jeder haben: und ist doch 9. Es muß ein treues Herze alles lauter Nichts; eh man es sein, das uns so hoch kann lierecht genießt, zerbricht's und geben, da wir doch alle, groß und het schnell zu Grunde. 4. Der Herr allein ist groß und schön, unmöglich auszuloben, den Engeln selbst, die ewig stehn vor seinem Throne droben. Ob aller Stimme sich erhebt, so wird doch keiner, der da lebt, des Höchsten Größ' aussprechen. flein, des Guten wenig üben. Gott muß nicht anders sein als gut, daher fleußt seiner Güte Flut auf alle seine Werke. 10. Drum sollen, Herr, dir immerdar all deine Werke dan= ten, voraus die Heil'gen, deren Schar dir dient ohn' alles Wan5. Die Alten, die nun nicht ken; sie sollen deines Reichs Gemehr sind, die haben dich ge- walt und unvergängliche Gestalt priesen; so hat ein jeder auch mit tausend Zungen rühmen. sein Kind zu gleichem Dienst gewiesen; die Kinder werden auch nicht ruhn und werden doch dein Werk und Thun, Gott, nicht vollkommen preisen. 6. Wie mancher hat zu seinem Heil dein Lob mit Fleiß getrieben, und siehe! mir ist doch mein Teil zu loben übrig blieben. Ich will von deiner Wundermacht und 11. Sie sollen rühmen, daß dein Ruhm durch alle Welt erklinge, daß jedermann im Heiligtum dir Dienst und Opfer bringe. Dein Reich, das ist ein ew'ges Reich, und deine Herrschaft ist dir gleich, der du kein End' erreichest. 12. Der Herr ist bis an unsern Tod beständig bei uns allen, er Lob- und Danklieder. 369 leichtert unsre Kreuzesnot und Last; dem aber, der sie kränkt hält uns, wenn wir fallen. Er und haßt, wird er das Urteil steuert manchem Unglückslauf und sprechen. hilft uns freundlich wieder auf, wenn wir darnieder liegen. 13. Herr, aller Augen sehn auf dich, zu deinem Stuhl gefehret. Du bist's allein, der väterlich, was lebt und webt, ernähret. Du öffnest deine milde Hand, machst satt und froh, was auf dem Land, im Meer und Lüften schwebet. In eigener Melodie. 14. Du meinst es gut und 655. Ich finge dir mit Herz und thuft uns wohl, auch da wir's oft nicht denken, und doch ist mancher fummervoll, verzehrt sein Herz mit Kränken; er sorgt und fürchtet Tag und Nacht, Gott lass' ihn gänzlich aus der Acht und habe sein vergessen. 15. Nein! Gott vergißt der Seinen nicht, er hält uns Bund und Treue, sein Herz bleibt stets auf uns gericht't, daß er zuletzt erfreue. Geht's auch zuweilen wunderbar, ist er doch heilig immerdar, gerecht in seinen Wegen. 16. Gott ist zu helfen stets bereit dem, der ihn findlich ehret; und wer in Demut zu ihm schreit, der wird gewiß erhöret. Gott weiß wohl, wer ihm hold und treu, und dem steht er allmächtig bei in allen seinen Nöten. 18. So will ich denn zu aller Stund' das Lob des Höchsten singen, es soll aus tieffstem Herzensgrund hinauf zum Himmel dringen. Und also thu' auch immerfort, was lebt und webt an jedem Ort; das wird Gott wohlgefallen. 17. Den Frommen wird kein Gut versagt, Gott thut, was sie begehren; er mißt das Unglück, das sie plagt, und zählt all ihre 3ähren. Er löset endlich ihre meines Lebens Lust, ich sing' und mach' auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad' und ew'ge Quelle bist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Segen fließt. 3. Was sind wir doch und haben wir, was kann uns hier erfreun, das uns nicht käme, Herr, von dir und deiner Huld allein? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmt uns bei des Winters Frost, wer bricht der Stürme Macht, wer hat mit Korn und Öl und Most uns väterlich bedacht? 6. Wer giebt uns Leben, Kraft und Mut, wer schützt mit starker Hand des güldnen Friedens edles Gut in unserm Vaterland? 24 370 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles thun, in deiner Obhut stehen wir und können sicher ruhn. Lob-- und Danklieder. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, beschirmst uns gnädig in Gefahr und stehst uns treulich bei. 9. Du trägst uns Sünder mit Geduld und strafft nicht allzusehr, ja tilgest liebreich unsre Schuld und wirfft sie in das Meer. 10. Oft, wenn der Christ verlaſſen ſcheint, haſt du ihn schon gestärkt, und teine Thräne, die er weint, bleibt von dir unbemerkt. 11. Des Lebens Mangel füllest du mit ew'gen Gütern aus und führest uns zur wahren Ruh' einst in des Himmels Haus. 12. Drum auf, mein Herz, sei froh und sing und habe guten Mut; dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut. 13. Er ist dein Schatz, dein Erb' und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Troft und Heil, er läßt dich ewig nicht. 14. Was träntst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. glücks Lauf zum Segen dir gekehrt? 16. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'. thun und red ihm nicht darein; 17. Ei nun, so laß ihn ferner so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Mel. Nun danket alle Bott 2c. mei656. Ich will dem Schöpfer nem Vater bringen; mein ihm geweihtes Herz soll sich der Welt entschwingen. Ich überschau' die Bahn, die ich zurückgelegt, und innig wird mein Herz von seiner Huld bewegt. 2. Du hast mich wunderbar geschaffen und bereitet und mich, o treuer Gott, an deiner Hand geleitet; in drohender Gefahr standst du mir mächtig bei, und deine Güte ward mit jedem Morgen neu. 3. Oft, wenn ich unruhvoll an ferne Tage dachte, und manche trübe Nacht durchweinte und durchwachte; war's nicht ein eitler Wahn, der meinen Geist geplagt? Mein wahres Glück, o Herr, hast du mir nie versagt! 4. Preis sei dir dargebracht für trüb' und frohe Stunden! Wer 15. Hat er dich nicht von nie ein Kreuz gekannt, hat nie Jugend auf versorget und er- sein Glück empfunden. Oft führte nährt? Wie oft hat er des Un- schneller mich zum Heil der Lei Lob- und Danklieder. 371 denspfad, oft reiste später mir dir Gesundheit verliehen, dich das Glück aus Thränensaat. freundlich geleitet. In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet! 5. Mich lehrt dein teures Wort dich, wie du bist, erkennen; dich nicht bloß meinen Herrn, nein, dich auch Vater nennen. Ich sehe mein Geschick als Himmelsbürger ein und weiß: ich bin nicht hier, um ewig hier zu sein. 6. So hoch hast du die Welt, so hoch auch mich geliebet, daß deine Gnade mir in Christo alles giebet. Sein Kreuz bringt Segen mir, sein ganz Verdienst ist mein; ich bin im Leben jetzt und einst im Tode dein. 5. Lobe den Herren und preise des Ewigen Namen! Alles, was Odem hat, preise des Heiligen Namen! Er ist dein Licht! Seele, vergiß es ja nicht, lob ihn in Ewigkeit. Amen. 7. Bald ist die kurze Bahn der Pilgerschaft zu Ende; alsMel. Nun lob' mein' Seel' zc. dann befehl ich dir den Geist 658. Man lobt dich in der in deine Hände. Laß mit ver= klärtem Blick dein Angesicht mich sehn und durch ein beßres Lob dich ewig dort erhöhn. Stille, du großer, hocherhabner Gott; des Rühmens ist die Fülle vor deinem Thron, Herr Zebaoth! Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht, in Trübfal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht; drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, eint mit den himmlischen Chö- so lang' ich lallen kann. ren! Kommet zu Hauf! Psalter 2. Es müsse dein sich freuen, und Harfe wach' auf! Lasset wer deine Macht und Gnade den Lobgesang hören! fennt, und stets dein Lob erneuen, wer dich in Christo Vater nennt. Dein Name sei gepriesen, der große Wunder thut; du haft auch mir erwiesen, was mir ist nüß und gut. Nun, das ist meine Freude, zu handeln fest an dir, 3. Lobe den Herren, der künst- daß mich und dich nichts scheide, lich und fein dich bereitet, der so lang' ich walle hier. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der, wie auf Flügeln des Adlers, dich sicher geführet, der dir gewährt, was dich erfreuet und nährt, dank es ihm, innigst gerühret. 24* In eigener Melodie. 657. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren! lob ihn, o Seele, ver 372 3. Herr, du haft deinen Na- Ruhm der Engel Heer im Himmen so herrlich in der Welt ge- mel stets erhebt. Lob und Danklieder. # macht und eh wir flehend kamen, 2. Ermuntert euer Herz und hast du schon längst an uns ge- fingt Gott, unserm höchsten Gut, dacht. Du hast mir Gnad' er der Wunder überall vollbringt zeiget; Herr, wie vergelt ich's und große Dinge thut. dir? Ach bleibe mir geneiget, dein Segen ruh' auf mir; den Kelch des Heils erheben will ich dann allezeit, dich preisen hier im Leben und dort in Ewigkeit. 3. Der uns vom Mutterleibe wo kein Mensch uns helfen kann, an frisch und gesund erhält, und sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich oft betrübt, doch gnädig unser denkt, die Straf' erläßt, die Schuld verIn eigener Melodie. 659. Nun banket alle Gott giebt, und uns viel Gutes schenkt. mit Herzen, Mund 5. Er geb' uns auch ein fröhund Händen, der große Dinge lich Herz, erfrische Geist und thut an uns und aller Enden; Sinn und werfe Sorge, Furcht der uns von Mutterleib und Kin- und Schmerz ins Meeres Tiefe desbeinen an bis diesen Augen- hin. blick unzählig Gut's gethan. 6. Er lasse seinen Frieden 2. Der ewigreiche Gott woll' ruhn auf unserm Vaterland; er uns bei unserm Leben ein im- gebe Glück zu unserm Thun und mer fröhlich Herz und edlen Heil in jedem Stand. Frieden geben, und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und auch dem heil'gen Geist im hohen Himmelsthrone, dem dreieinigen Gott, als der im Anfang war und ist und bleiben wird jekund und immerdar. 7. So lang' er uns allhier erhält, sei er stets unser Heil; und wenn wir scheiden aus der Welt, so bleib' er unser Teil. 8. Er drück' uns, wenn das Herze bricht, die Augen gnädig zu und zeig' uns dann sein Angesicht dort in der ew'gen Ruh'. In eigener Melodie. 661. Nun un lob den Herrn, Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 2c. o Seele! was in dir ist, den Namen sein! Vergiß nicht und erzähle, was er gethan, dich zu erfreun! Er hat ihr auf Erden lebt, dem, dessen die Schuld vergeben, denn seine 660. Nun un danket all' und bringet Ehr', die Lob und Danklieder. = Gnad' ist groß, er schükt dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß; er tröstet und erquicket, verjünget deine Kraft, und was sein Rat dir schicket, hat immer Heil geschafft. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maßen folgt dem, der nicht sein Bündnis bricht. Den Zorn läßt er bald schwinden, straft nicht nach unsrer Schuld, er läßt uns Gnade finden und trägt uns mit Geduld. Nun dürfen wir nicht forgen, fern läßt er von uns sein, wie Abend von dem Morgen, die Sünd' und ihre Pein. 3. Wie Väter sich erbarmen, wenn ihre Kinder hülflos schrein; so hilft der Herr uns Armen, wenn wir ihn fürchten kindlich rein. Er kennet unsre Schwäche, er weiß, wir sind nur Staub, wie Gras auf dürrer Fläche und wie ein fallend Laub; sobald der Wind nur wehet, sind sie nicht länger da: also der Mensch vergehet, ihm ist sein Ende nah. 4. Nur Gottes Gnad' alleine steht fest und währt in Ewigkeit; fte bleibt in der Gemeine, die seinem Dienst sich gläubig weiht. Wenn seinen Bund wir halten, bleibt er uns treu gesinnt, es reicht sein gnädig Walten auf Kind und Kindestind: drum laßt uns ihn verehren, den heil'gen Engeln gleich, die seinen Ruhm vermehren in seinem Himmelreich. 373 In eigener Melodie. 662. daß ich tausend 3ungen hätte und einen tausendfachen Mund, mit allen Wesen um die Wette lobt' ich dann Gott aus Herzensgrund. Denn was der Herr an mir gethan ist mehr, als ich erzählen fann. 2. O daß doch meine Stimm' erschallte bis dahin, wo die Sonne steht! o daß mein Blut mit Freuden wallte, so lang' es durch die Adern geht! O wäre jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, mäch= tiger Herr Zebaoth! Du leitest mich nach deinem Rat, der nur mein Heil beschlossen hat. 4. Drum schweiget nicht, ihr meine Kräfte; auf, auf, braucht allen euren Fleiß, und euer freudigstes Geschäfte sei meines Gottes Ruhm und Preis. Auf, meine Seel', ermuntre dich und lobe Gott herzinniglich. 5. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr zarten Blumen auf den Feldern, verherrlicht Gott durch eure Zier! Für ihn müßt ihr belebet sein; auf, stimmet lieblich mit mir ein! 6. Ach alles, alles, was nur Leben und Lebensodem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen 374 gepat. Nie kann ich würdig 663. Pimmel Gott, bicy geben, den Herrn zu preisen früh Mel. Triumph, Triumph! es 2c. reis dir, du aller g'nug erhöhn die Wunder, welche um mich stehn. loben wir, Herr Zebaoth. Heer7. Bob sei dir, Herr, mein scharen singen deinen Ruhm in Gott und Vater, für Leib und deines Himmels Heiligtum. O Seel', für Hab' und Gut. Sob nimm voll Huld das Opfer an, sei dir, mildester Berater, daß das unser Stammeln bringen du mich nimmst in deine Hut. kann. Auch in der größesten Gefahr ward ich dein Aufsehn stets gewahr. 2. Du thronst im Glanz des ew'gen Lichts, wir sehn und fühlen unser Nichts. Und doch wir uns findlich deinem Thron. in Chrifto, deinem Sohn, nahn Dir nahn wir uns und zittern nicht, denn Liebe strahlt dein Angesicht. Lob und Danklieder. H 8. Mein treuster Heiland, sei gepriesen, daß du durch deinen Todesschmerz mir dein Erbarmen haft bewiesen, geheilet mein verwundet Herz. Von Sünden haft du mich befreit, mich dir zum Eigentum geweiht. 9. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heiligwerter Gottesgeist, für deine süße Himmelslehre, die mir den Weg zum Leben weist. Was Gutes soll durch mich gedeihn, das wirkt dein göttlich Licht allein. 10. Ich will von Gottes Güte fingen, so lange sich die Zunge regt. Ich will ihm Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt. Ja wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm' ich noch mit Seufzern ein. 3. Nein deine Huld, o Vater, preist nie würdig ein erschaffner Geist; die Huld, der unser lallend Flehn gefällt, wie himmlisch Lobgetön, die uns durch Glück und Trübsal übt und immer Heil und Segen giebt. 4. Ja Gutes und Barmherzigfeit umfing all unsre Lebenszeit, felbst in dem tief empfundnen Schmerz lag Segenstraft für unser Herz. Und nie wird deine Liebe ruhn, uns, deinen Kindern, wohlzuthun. 5. Auf dich allein vertrauen wir, denn lauter Gnade quillt aus dir. Wir werfen alle Sorg' 11. Ach nimm das arme Lob auf dich, du sorgest für uns auf Erden, mein Gott, in allen väterlich; dein Vaterblick macht Gnaden hin. Im Himmel soll's froh und leicht, wenn Leid das vollkommner werden, wenn ich Herz darniederbeugt. den Engeln ähnlich bin. Dann sing' ich dir im höhern Chor viel tausend Hallelujah vor. 6. Du führest uns an treuer Baterland. Und dort, o dort bes Hand durchs dunkle Thal zum reitest du uns schon die Friedens Bob- und Danklieder. 375 stätte zu. Bald stehn auch wir die alles, alles wohl bedacht; dort schön geschmückt und ganz durch Himmelsluft erquickt. gebt unserm Gott die Ehre! 7. Mach uns des Lebens Pilgerzeit zum Rüsttag jener Seligkeit. Laß uns, bis wir dein Antlitz schaun, mit festem Mut auf dich vertraun, und wird die Leibeshütte schwach, der Geist sei willig, klar und wach. 8. Stets brünft'ger sei die Dankbarkeit, die unser Herz dir, Vater, weiht; fest sei der Schritt auf rechtem Pfad, ein Hallelujah jede That, ein jeder Seufzer ein Gebet, bis dort dich unser Bob erhöht. 9. Vermehre deines Namens Ruhm, die Welt sei ganz dein Heiligtum; mit uns gieb allen Menschen Teil an deines Reiches ew'gem Heil. Dein Herz thut diesem Flehn sich auf; ja Bater, du sprichst Amen drauf. feinem ganzen Königreich herrscht Weisheit, Lieb' und macht zu= gleich; gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott erschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In Mel. Es ist das Heil uns 2c. 664. Se ei Lob und Ehr' 6. Wenn Menschenhülfe nichts mehr fann, wenn Rat und Trost verschwinden, nimmt Gott sich unser gnädig an, läßt seine dem höchsten Gut, Hülf' uns finden; er neigt sich väterlich dem zu, der nirgend anders findet Ruh; gebt unserm Gott die Ehre! aus freudigem Gemüte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Bater aller Güte. Er ist's, der allen Jammer stillt und uns mit reichem Troft erfüllt; gebt unferm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Not: ach Herr! vernimm mein Schreien! da half mein Retter mir vom Tod, ließ Trost mir angedeihen. Drum dank' ich, Gott, drum dank' ich dir, ach danket, danket Gott mit mir; gebt unserm Gott die Ehre! 5. Sein Volk verläßt der Höchste nicht, ist nie von ihm geschieden; er ist der Frommen Zuversicht, ihr Segen, Heil und mit Mutterhänden Frieden; leitet er die Seinen liebreich hin und her; gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Bebelang, o Gott, mit Freuden ehren; man soll, Herr, meinen 2. Es danken dir des Himmels Lobgesang an allen Orten hören. Heer', o Herrscher aller Thronen, Mein Geist und Leib ermuntre die Heere, die in Luft und Meer sich, mein ganzes Herz erhebe und auf dem Erdkreis wohnen; dich; gebt unserm Gott die fie preisen deine Schöpfersmacht, Ehre! 376 8. Jhr, die ihr Christi Namen 4. Seinen Geist, den edlen nennt, gebt unserm Gott die Führer, giebt er mir in seinem Ehre; ihr, die ihr Gott als Wort, daß er werde mein ReVater kennt, gebt unserm Gott gierer, meiner Seele Trost und die Ehre. Verstumme nun der Hort; daß er mein Gemüt erFrevler Spott, der Herr ist fülle mit dem hellen GlaubensGott, der Herr ist Gott; gebt licht, das des Todes Nacht durchunserm Gott die Ehre! bricht und mein banges Herz macht stille. Alles Ding währt feine Zeit, Gottes Lieb' in Lob und Danklieder. = In eigener Melodie. 665. Sollt ich meinem Ewigkeit. Gott nicht singen, 5. Himmel, Erd' und ihre sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Heere hat er mir zum Dienst Seh' ich doch in allen Dingen bestellt; wohin ich mein Auge seiner Liebe Gnadenschein. Ist's kehre, beut er dar, was mich doch nichts, als lauter Lieben, erhält. Tier' und Kräuter und was sein treues Herz bewegt, Getreide in den Gründen, auf das ohn' Ende liebt und trägt, der Höh', in den Wäldern, in die in seinem Dienst sich üben. der See, geben Nahrung mir Alles Ding währt seine Zeit, und Freude. Alles Ding währt Gottes Lieb' in Ewigkeit. seine Zeit, Gottes Lieb' in 2. Wie ein Adler sein Ge- Ewigkeit. fieder über seine Jungen streckt, so hat alle Tage wieder mich des Höchsten Arm bedeckt. Aus dem Nichts trat ich ins Leben auf des Vaters mächt'gen Ruf; und das Leben, das er schuf, hat auch stets sein Schuß umgeben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 6. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich jeden lieben Morgen schaue neue Lieb' und Güt'. Wäre nicht mein Gott gewesen, er, der Seinen Zuverficht, o fürwahr, ich wäre nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 3. Seinen Sohn, den Eingebornen, giebt er aus Erbarmen 7. Wie ein Vater seinem hin für mich Armen und Verlor- Kinde niemals ganz sein Herz nen zu des ew'gen Heils Gewinn. entzeucht, wenn es gleich, ver O du Gnade sonder Schranken, führt zur Sünde, aus dem unergründlich tiefes Meer, dich rechten Pfade weicht, also trägt umfassen nimmermehr unsre Gott mein Vergehen, straft menschlichen Gedanken! Alles gelinde meine Schuld und Ding währt seine Zeit, Gottes läßt dann voll Gnad' und Lieb' in Ewigkeit. Huld mich sein Antlik wieder Lob- und Danklieder. 377 sehen. Alles Ding währt seine Andacht Opfer bringen, mischt Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. er seiner Stimme Klang in der Engel Lobgesang. 8. Sind gleich bitter mir die Schläge von des Höchsten mächt'ger Hand, dennoch, wenn ich's recht erwäge, sind sie nur ein Liebespfand, Zeichen, daß er mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch die Trübsal zu ihm lente. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 9. Dies will ich zu Herzen fassen, dieser Trost bleibt fest mir stehn; Gott schickt alles Kreuz mit Maßen, Christentrübsal muß vergehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 10. Weil denn ohne Ziel und Ende deiner Liebe Gaben sind, o so heb' ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dir aus aller meiner Macht anzuhangen Tag und Nacht, hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lieb' und lob' in Ewigkeit. 2. Alle Millionen Werke, die dein Allmachtswort erschuf, preisen deine Huld und Stärke jauchzend mit vereintem Ruf. Und wir sollten fühllos schweigen? Uns schufst du dir ja zu eigen, hauchtest uns, dein Bild zu sein, deines Geistes Odem ein. 3. Ja wir wollen stets dich loben. Herr, was ist des Menschen Kind! Du hast uns so hoch erhoben, daß uns Engel Brüder sind. Dich kann jeder fühlen, sehen, aus den Werken dich verstehen, deiner Größe sich erfreun und dir Lieb' um Liebe weihn. 4. Durch dich herrscht der Mensch auf Erden über alle Kreatur, foigsam dienen ihm die Herden, zinsbar ist ihm Wald und Flur; auch des wilden Meeres Schlünde, auch des Berges tiefe Gründe öffnen sich vor seiner Hand, machen ihm dein Lob bekannt. 5. Gott der Huld, aus deiner Fülle sammeln wir von Jahr zu Jahr; du versorgst mit Brot und Hülle deiner Menschenkinder Schar; spendest tausend gute Gaben, Leib und Seel' und Geist zu laben. Deine Hand verläßt uns nicht: du bleibst Mel. Alle Menschen müssen 2c. 666. Tief gebeugt vor dir unsre Zuversicht. im Staube beten wir, o Herr, dich an, aber kindlich wagt der Glaube dir, o Vater, sich zu nahn. Wo des Himmels Chöre singen und der 6. Und mit welchem Schatz von Gnaden thatst du dich den Menschen kund, da du riefft, sie einzuladen an dein Herz in deinen Bund: laß die Meere wütend 378 Lob- und Danklieder. wallen, Berge weichen, Hügel verlassen und gehäufet Schuld fallen; deine Gnade weicht uns auf Schuld, so vermag ich kaum nicht, du bleibst unsre Zuver- zu fassen deine Langmut und sicht. Geduld; unermüdet hat mich 7. 3war so wie die Blüt' am Armen stets getragen dein ErStrauche welft das Fleisch und barmen. Tausend zc. sinkt ins Grab, doch der Geist aus Gottes Hauche sinkt nicht mit zur Gruft hinab. Eilt, ihr Jahre, eilt, ihr Zeiten, fließt ins Meer der Ewigkeiten, lebend steigt der Geist empor in der ew'gen Geister Chor. 8. Uns soll dieses Erdenleben Schule für den Himmel sein. Preis dir, der den Sohn gegeben, uns dem Himmelreich zu weihn! Täglich wollen wir aufs neue ihm beweisen Lieb' und Treue und hinauf an seiner Hand wallen in das Vaterland. Mel. Jefu, meines Lebens 20. 667. W omit soll ich dich wohl loben, den kein Engel würdig preist? Sende mir, o Herr, von oben Kraft dazu durch deinen Geist, sonst tann nie mein Lob erreichen deiner Huld und Liebe Zeichen. Tausend, tausend Mal sei dir, Gott der Gnaden, Dank dafür. 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht und den Reichtum deiner Güte froh erhebe Tag und Nacht, weil dein väterliches Sorgen sich erneut mit jedem Morgen. Tausend zc. 3. Dent' ich, wie ich dich 4. Du, Herr, bist mir nachgegangen, als, verführt von Fleisch und Blut, ich mein einiges Ver= langen richtete auf irdisch Gut; durch dich lernt' ich darauf achten, wonach Christen sollen trachten. Tausend zc. 5. Du, Herr, hast mich lassen finden Rettung aus der Seelennot, denn Vergebung meiner Sünden schafft mir Christi Kreuzestod; Kraft zur Beßrung, Heil und Leben hast du mir durch ihn gegeben. Tausend zc. 6. Ja, Herr, lauter Gnad' und Wahrheit ist vor deinem Angesicht; täglich tritt in neuer Klarheit deine Batertreu' ans Licht, und in allen deinen Werten kann man ihre Spuren merken. Tausend 2c. 7. Bald mit Lieben, bald mit Leiden, kommst du, Herr, mein Gott, zu mir, daß in Schmerzen und in Freuden sich mein Herz ergebe dir und daß gänzlich mein Verlangen möcht' an deinem Willen hangen. Tausend zc. 8. Wie ein Vater nimmt und giebet, je nachdem es Kindern frommt, so hast du auch mich geliebet, Segen ist, was von dir fommt. Selbst die Not, die du gesendet, hast du stets zum Heil gewendet. Tausend zc. Lob und Danklieder. 379 9. Tausend Mal will ich dich| euer Loblied hören! Preise deinen loben, will dir singen Preis und Schöpfer, Sonne, deren Strahlen Dank für die Gnade, die von dieses große Rund bemalen. oben hat geleitet meinen Gang. Mond und Stern', ehrt den Du, Herr, wollst mich ferner Herrn, ihr, der Almacht Werke, leiten und zum Himmel mich be- rühmet seine Stärke. reiten. Ewig, ewig bring' ich dir Preis und Lob und Dank dafür. 3. O du, meine Seele, singe fröhlich, singe ihm, dem Schöpfer aller Dinge! Was da Odem holet, falle vor ihm nieder, bringe Dank- und Freudenlieder! Er ist Gott Zebaoth, alles soll ihn loben, hier und ewig droben. In eigener Melodie. 668. W underbarer König, Herrscher von uns allen! Laß dir unser Lob ge= 4. Hallelujah finge, wer den fallen. Deine Gnadenströme läßt Herrn erkennet und in Christo du auf uns fließen, ob wir schon Bater nennet! Hallelujah singe, dich oft verließen. Demutsvoll, welcher Christum liebet, ihm von freudig soll unsre Stimm' er- Herzen sich ergiebet! Welches klingen, unser Herz dir singen. Heil ist dein Teil! Einft wirst 2. Jauchzet laut, ihr Himmel, du dort oben ohne Sünd' ihn unserm Gott zu Ehren, lasset loben. XXIII. Liebe zu dem Nächsten. Mel. An Wasserflüssen 2c. dir folgten Lieb' und Freundlich669. De er du die Liebe teit auf allen deinen Wegen. Dein selber bist und warnend Wort, dein weiser Rat, gern die Menschen segnest, ja dein milder Trost und jede That dem auch, der dein Feind noch war göttliches Erbarmen. Du ist, mit Gnad' und Huld begegnest: übernahmst die schwerste Pein, o bilde meinen Sinn nach dir, uns vom Verderben zu befrein, und laß mich doch, mein Heiland, und starbst zum Heil uns Armen. hier in deinen Wegen wandeln; die können teine Christen sein, die sich nicht andrer Wohlfahrt freun, nicht menschenfreundlich handeln. 3. Auch jetzt noch auf der Hime mel Thron bist du das Heil der Sünder; auch da bleibst du, o Gotz tes Sohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Dei2. Dein ganzes Leben in der nen wahre Ruh' und die VerirrZeit war für die Menschen Segen; I ten suchest du auf rechten Weg zu 380 Liebe zu dem Nächsten. leiten; du hörst der Seufzenden ja deiner Mörderschar noch Gebet und brauchest deine Gnad' erflehet. Majestät, nur Segen auszu= breiten. 3. Vergebung lehrst du mich durch dein Vergeben. Herr, dir Gieb, daß nie Haß und Groll mein Herz beschwere und daß ich liebevoll dein Vorbild ehre. 4. So darf ich deiner Huld 4. O laß in meiner Pilgrim- zum Ruhm will ich der Sanftschaft mich auf dein Vorbild mut leben. sehen. Erfülle mich mit Luft und Kraft, dem Nächsten beizustehen, betrübter Herzen Trost zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu mich furchtlos nahen und auch klagen, und dem, der mir sein für meine Schuld Erlaß emHerz vertraut, die Lieb', auf die pfahen. Um Unrecht will ich er freundlich baut, nicht treulos mir das Herz nicht quälen und zu versagen. meine Sache dir getroft em= pfehlen. hilf, daß ich wache, der Sünde 5. Hilf mir im Glauben stehn, Rache. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld des Nächsten Fehler decken; mit Sanftmut, Mitleid und Geduld zur Behrung ihn erwecken; zu entgehn, der eignen und fündigt er auch oft an mir, Feind in dein Erbarmen, daß Schleuß mich mit Freund und so laß mich, gleich gesinnet dir, einst vor dir vereint sich all' von Herzen ihm vergeben; dann wirst du mich, Herr Jesu Christ, der du die Liebe selber bist, zu deinem Reich erheben. umarmen. Mel. Uun ruhen alle Wälder zc. 671. D", u, aller Menschen Vater, du, Helfer und Berater in allem, was uns drückt! Die Güter, die wir haben, find deiner Milde Gaben; von dir tommt, was das Herz erquickt. und trägest auch die Sünder mit 2. Du segnest deine Kinder Langmut und Geduld. Zu ew'gen Seligkeiten willst du uns alle leiten; wie groß, o Herr, ist deine Huld! 2. Mein Heiland, ach wie viel hast du ertragen! mit Sanft= 3. Voll Freundlichkeit und mut ohne Ziel, mit Schmach Milde sei auch nach deinem Bilde und Plagen, hast dir zum mein dir geweihtes Herz, daß ich Sühnaltar dein Kreuz erhöhet, der Not der Armen mich liebreich Mel. Es traure, wer da will c. 670. Die Rach', o Herr, ist dein, du willst vergelten; drum will ich stille sein, nicht schmähn noch schelten. Ach Schmach und Unrecht drückt; doch wohl den Herzen, die, mit Geduld geschmückt, den Druck verschmerzen. Liebe zu dem Nächsten. mög' erbarmen und willig lindern ihren Schmerz. 381 der Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sei dir, Gott, gethan. 4. Hilf, daß ich freudig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Heiland that, der Leid und Kummer stillte und jedes Flehn erfüllte, wenn ihn ein Armer gläubig bat. 5. Zum Fleiß in guten Wer- Kummer andre stärkt; nichts ten soll mich der Glaube stär- bleibt, so klein es ist, von dir, ken, daß Wohlthun dir gefällt. Herr, unbemerkt. Wer seine Brüder liebet und ihnen freudig giebet, der säet für die fünft'ge Welt. 6. O möcht' ich reichlich säen! Nie wird die Saat vergehen, die ich hier ausgestreut; denn einst vor Gottes Throne find' ich zum Gnadenlohne die Freuden einer Ewigkeit. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 672. Gieb mir, Gott, Herz, das je= den Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Not betrübet, ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht, und sich um andrer Glück, wie um sein eignes, müht. 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich willig eilen, von dem, was du mir gabst, ihm liebreich mitzuteilen; nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu sein und mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Trost, mit dem mein Blick den Schwerbedrängten segnet; ein Rat, mit dem mein Mund im 5. Sucht wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder 3wist zu schlichten. Aus Schmähsucht kränke nie mein Mund des nächsten Ruh', er rühme sein Verdienst, deck' seine Fehler zu. 6. Die Rach' ist dein, o Gott, du sprichst: ich will vergelten! drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. 7. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken; zu warnen, die auf dich und dein Gebot nicht merken; die Sünder von der Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn. 8. O heilige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe, durch deine Lieb' und Furcht zu wahrer 3. Das sei mein Gottesdienst, Menschenliebe. Wer nicht den mit Hülf' und Rat zu dienen, Nächsten liebt, geht nicht zum den Brüdern beizustehn, auch Himmel ein! Laß diese Wahrunbemerkt von ihnen. Mich heit, Gott, mir stets vor Augen treibe nicht erst Dank zu mil- sein. 382 Liebe zu dem Nächsten. Mel. Herzliebster Jesu zc. 673. err, mein Versöhner, der du für mich littest, und noch zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck in mir, du Vorbild wahrer Liebe, der Sanftmut Triebe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Wann schaltst du wieder, da man dich gescholten? Du segnetest mit Wohlthun nicht bloß Freunde, auch deine Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen und doch von wilder Rachbegierde brennen? Ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich ,, Vater" zu dem Höchsten sagen und Groll im Herzen gegen Brüder tra= gen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen aufs neue das Gedächtnis deiner Schmerzen; was hast du nicht in deinen Leidensstunden für mich empfunden! meinem Feind begegnen, den, der 9. Laß mich mit Sanftmut mir flucht, wie du, voll Großmut segnen. Herr, mache gegen alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 10. Will je zur Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein zeitlich Glück verlieren, o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, aufs Ew'ge sehen. 11. Du liebst den, der die Hand zum Frieden reichet, der nie von deinem heil'gen Pfade weichet: o laß durch Sanftinut mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. Mel. O du Liebe meiner 20. 5. Wer nicht vergiebt, der wird 674. Herz und Herz verehet für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, wer wie du vergiebet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß niemals die unsel'ge Luft der Rache mich strafbar mache. zusammen, suchet Ruh' in Gottes Herz, lohnt mit reiner Liebe Flammen eures HeiLands Lieb' und Schmerz! Er das Haupt, wir seine Glieder; er das Bicht, wir dessen Schein; er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir sind sein. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich, ihr Unrecht übersehen; laß mich, wenn sie mich auch empfindlich tränken, an dich gedenken. 2. Kommt, des Gottesreiches Kinder, und befestigt euren Bund; schwöret Treu' dem überwinder allesamt aus Herzensgrund! Und wenn noch dem Kreis der Liebe Festigkeit und Stärke fehlt, fleht, Liebe zu dem Nächsten. 383 bis durch des Geistes Triebe er| und will, daß ich den Nächsten des Bundes Kette stählt. liebe, so wie mich. 3. Solche Liebe nur genüget, wie in seinem Herzen wohnt, die dem Kreuz fich willig füget, die auch nicht des Lebens schont. So wollt' er für Sünder sterben, und für Feinde floß sein Blut. Allen soll sein Tod erwerben ew'gen Lebens höchstes Gut. 4. Darum, treuster Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß sie's so von Herzen meine, wie's dein letzter Wille war. Jeder reize stets den Andern, helfe gern mit Rat und That, dir, o Heiland, nachzuwandern auf der Liebe sel'gem Pfad. 5. Du, der seiner Schar geboten, daß sie Liebe üben soll, mehre sie, weck auf die Toten, mach die Trägen geistesvoll! Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, so daß auf der ganzen Erden kein getrenntes Glied mehr ist. 6. So wird dein Gebet er höret, durch den Sohn sind alle frei, und die Welt wird recht belehret, wie dein Reich so selig sei. Preis dem Vater aller Geister, der in dir erschienen ist, und dir, unserm Herrn und Meister, der du alle zu dir ziehst. Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. 675. S ( o jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Jesu Lehre Spott und tritt sie frech darnieder. Gott ist die Lieb' 2. Wer dieser Erde Güter hat und macht, wenn Brüder leiden, die Hungrigen nicht liebreich satt, läßt Nac nicht kleiden; der übertritt die erste Pflicht, er hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer zwar mit Rat, mit Trost und Schutz den Nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuk, aus Weichlichkeit ihm nüket, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Nächsten nicht.. 4. Wer kräftig zwar die Niedern schirmt, doch sie mit Härte quälet, wer ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet; wie bleibt bei solchem Ungestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? 5. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 6. Ein Heil ist unser aller Gut, wie sollt' ich Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut, wie mich, erkaufen lassen? Daß er mich hat mit sich vers sühnt, hab' ich dies mehr als fie verdient? 7. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr von meinen Tagen; ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 384 Liebe zu dem Nächsten. 8. Was ich den Frommen hier die Berge zu versehen durch des gethan, den kleinsten auch von Glaubens starke Kraft, die der diesen, das siehet mein Erlöser Wunder Fülle schafft: alles ist an, als hätt' ich's ihm erwiesen. für nichts zu schätzen, wenn darin Wie könnt' ich Jesu Jünger sein der Liebe Geist sich nicht kräftig und ihn in Brüdern nicht er- auch beweist. freun? 9. Ein unerbittliches Gericht wird über den ergehen, der, untreu seiner Christenpflicht, nicht 4. Gäb' ich alle meine Habe auch den Armen freudig hin; opfert' ich mich selbst dem Grabe, meinem Nächsten zum Gewinn; rettet, die ihn flehen. Drum ließ ich meinen Leib gleich brengieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. nen und ertrüge jeden Schmerz: ist von Liebe leer mein Herz, würd' es mir nichts nüßen können. Nur der Liebe reine That ist der wahren Freuden Saat. Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 676. Unter allen großen 5. Glaube, Hoffnung, Liebe Gütern, die uns leiten uns nicht nur im PilgerChristus zugeteilt, ist die Lieb' stand; ihre Kraft wird uns bein den Gemütern Himmelsbalsam, gleiten in das wahre Vaterland. der sie heilt; ist ein Stern, der Ja es strecken ihre Grenzen sich herrlich strahlet, und ein Klei- bis in die Ewigkeit, und doch nod, dessen Preis niemand aus- wird die Liebe weit über Glaub' zusprechen weiß, weil kein Gold und Hoffnung glänzen. Sie schafft es je bezahlet; ist die Macht, die Heil und Segen hier, sie bejedermann zwingen und erfreuen seligt für und für. kann. 6. du Geist der reinen 2. Liebe kann uns alles ge- Liebe, Segensquell in Freud' und ben, was auf ewig nützt und Schmerz! laß mich spüren deine ziert; sie kann unsre Seel' erhe- Triebe, komm und senk dich ben, sie ist's, die uns aufwärts in mein Herz; laß mich kräftig führt. Menschen- oder Engel- widerstreben allem, was nicht gut zungen, welche Kraft sie auch es meint mit dem Freunde, mit beseelt, wenn dabei die Liebe dem Feind, und mich reizt, nur fehlt, sind noch nie ins Herz mir zu leben. Geist der Liebe, gedrungen: nur ein Erz- und lenke hin zu der Liebe meinen Echellenklang ist ihr flüchtiger Sinn. Gesang. 3. Was ich von der Weisheit Mel. Aus tiefer Rot schrei' 2c. höre, die in alle Tiefen bringt, 677. Verleih mir, Jeſu, von geheimnisvoller Lehre, die sich deinen dem auf zum Höchsten schwingt; selbst Feinde zu vergeben; laß mich, der Seligkeit der Christen in diesem Leben. 385 ich dein Jünger bin, nach Fried'] Herz bereit, in wahrer Lieb' und und Eintracht streben. Wie könnt' ich hegen bittern Zorn, da aus der Gnade süßem Born nur Heil mir quillt und Leben. Einigkeit den Nächsten zu umfassen. 2. Ein Vater hat uns auserwählt zu seines Hauses Kindern; ein Heiland brachte, was uns fehlt, Versöhnung allen Sündern; ein Geist uns allesamt regiert und zu des Himmels Erbe führt, wenn wir ihn nur nicht hindern. 5. Nimm hin, o Bruder, meine Hand, reich deine mir zum Frie3. Wie dürft' ich wegen kleiner den. Aus unserm Herzen sei verSchuld den schwachen Bruder bannt, was uns bisher geschieden. hassen, da Gottes Bangmut und Den Seligen im Himmelreich Geduld mir große Schuld er sind wir durch wahre Liebe gleich Laffen? Nein immer sei mein und selig schon hienieden. 4. In einem Herrn ließ Gottes Rat uns Heil und Gnade finden; ein gnadenreiches Wasserbad macht rein uns von den Sünden; ein Abendmahl uns alle speist; wie sollte nicht ein Herz und Geist uns allesamt verbinden? XXIV. Seligkeit der Christen in diesem Leben. Mel. Lobe den Herren, den 2c. D 678. Alles ist euer, Worte des ewigen Lebens! Fühle fie, gläubige Seele, voll heiligen Alles ist dein! Irdischen Menschen allein tönen die Worte vergebens. 2. Göttliche Würde, entzückende Hoheit des Christen! Wallt er gleich dürftig und einsam in traurigen Wüsten, findet er gleich Thoren, geachtet und reich, nie kann nach Eitlem ihn lüften. Güter der Thoren im Sturme verwehen. Wohl ihm, er faßt statt der vergänglichen Last Güter, die nimmer vergehen! 4. Alles, was Freude gewähret Bebens! im irdischen Leben, alles, wovor noch die Kinder der Welt hier erbeben, Leben und Tod ist euch auf Gottes Gebot unter die Füße gegeben. 5. Alles ist euer, ihr Christen! vom Himmel hernieder schauet der Mittler auf seine ihm ähnlichen Glieder. Höret, er spricht: 3. Immer das Auge gerichtet Fürchte, du Häuflein, dich nicht, nach heiligen Höhen, sieht er die alles ist euer, ihr Brüder! 25 386 Seligkeit der Christen in diesem Leben. 6. Seid ihr auch elend, ver- Seele Flehn, selbst mein Verlassen, verfolgt und gefangen, stummen hörte. fließen euch Zähren des Grams 4. Wohl mir, wenn meine von erbleichenden Wangen: dro- Seele fleht, erhoben aus dem ben im Licht, freut euch, da Staube, und wenn durch brünfließen sie nicht! Dort ist das stiges Gebet sich stärkt mein Alte vergangen! schwacher Glaube: wie steig' ich 7. Die ihr mit Christo einst dann empor zu der Sieger Chor! herrschet, singt Lieder der Feier! Ich ruhe ganz in dir, mein Geist Freut euch der Hoheit, die Chri- ist nicht mehr hier, ich bin in stus errungen so teuer, die er Hoffnung selig! erwarb, als er auf Golgatha 5. Von deiner Gotteskraft bin starb. Amen, ja alles ist euer! ich, Unendlicher, umgeben. Du siehst mich, ich empfinde dich; schaun werd' ich dich und leben. Ja hier und dort und da ift mein Gott mir nah! Gedanke Mel. Ein' feste Burg 2c. meiner Ruh', wie reich an Heil bist du! Wie reich an wahrem Troste. 679. Auf ewig ist der Herr mein Teil, mein Führer und mein Tröster! Er ist mein Gott, mein Licht, mein 6. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Heil und ich bin sein Erlöster! doch nicht durch mein Vermögen. Ja du verwirfst mich nicht, Daß ich des Herrn bin, ist in selbst dort im Gericht; mit jenes mir sein gnadenreicher Segen. Lebens Ruh' erquickst, beschattest mein Gott ich lebe dir und ich du mich schon in diesem Leben! sterbe dir! Ja Vater, Vater, dein will ich auf ewig sein und ewig dein mich freuen! 2. Wie oft ist schon von seiner Pein mein Herz durch dich genesen, fern von der Welt, mit dir allein, du Wesen aller Wesen! Mel. Chriftus, der uns selig 2c. Er, der die Welt erschuf durch 680. Deines Gottes freue ihm, der Allmacht Ruf, war mein getreuer Gott, half mir in meiner Not und gab mir seinen Frieden! meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schützt er dich nicht jederzeit, wenn Gefahren dräuen? Ist es dir nicht Seligkeit, seiner dich zu freuen? 3. Den Glauben hielt ich immer fest, den Gottes Wort mich lehret: daß er die Seinen nicht verläßt, ihr Leid in Freude 2. Ja, mein Gott, ich hab' an tehret. Die Trübsal dieser Zeit, dir, was mein Herz begehret: allen Kampf und Streit konnt' einen Vater, welcher mir jedes ich durch ihn bestehn, der meiner Heil gewähret; der mich durch sein Seligkeit der Christen in diesem Leben. 387 göttlich Wort hier zum Guten zerreißt? Du mußt nur an ChriLenket und mit Himmelswonne stum den Friedefürst glauben, dort meine Scele tränket. das giebt dir den Frieden, den niemand kann rauben. 3. Jesus ist nach deinem Rat in die Welt gekommen, alle meine Missethat hat er wegge nommen. Gläubig gründ' ich mein Vertraun auf sein heilig Leiden, nichts kann, die auf Christum baun, jemals von dir scheiden. 4. Nun darf ich mit Zuversicht auf zum Himmel blicken; Besten dir dienet. selbst der Leiden acht' ich nicht, 3. Nahm er dich aber zum wie sie mich auch drücken. Hoff- frohen Genossen des Bundes, nung und Zufriedenheit wohnen der stillet den inneren Streit: mir im Herzen, und ihr Trost halte dein Herz denn der Sünde erhebt mich weit über alle verschlossen, dem Herren zum Eigentum sei es geweiht! Mit ihm sich recht innig in Liebe verbinden, heißt fester und fester den Frieden sich gründen. Schmerzen. 5. Nun kann ich, mein Herr und Gott, dich in Christo lieben, treu und redlich dein Gebot und mit Freuden üben; seliger Em= pfindung voll ist mein ganz Gemüte, und ich preise, wie ich soll, deine Huld und Güte. 4. Liebe und übe, was Jesus dich lehret, und was er gethan hat, dasselbige thu. Hasse und lasse, was Jesus dir wehret, und was er gemieden, das meide auch du. Der Friede beglückt, die sich Christo ergeben, die mit ihm in Unschuld und Heiligkeit leben! 5. Viele verführet ein irdisch Verlangen, sich Lust zu erjagen auf trüglicher Bahn; doch sie gewinnen nur Sorgen und Bangen und treffen den Frieden In eigener Melodie. 681. Frieden, ach Frieden, des Herzens nicht an; und einst, den göttlichen Frie- statt den ewigen Frieden zu finden, erwartet nur Qual sie, die Strafe der Sünden. 6. Gieb mir nur, so lang' ich hier noch als Pilger walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr mein Gott, gefalle. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 2. Hat er nicht bittere Leiden ertragen, die Menschen zu retten von ewiger Pein? Darum, o Seele, sollst nimmer du zagen, du sollst dich des liebenden Vaters erfreun. Denn alles vergiebt er, durch Christum verfühnet, und macht, daß auch Leiden zum den, vom Vater durch Christum im heiligen Geist; ach wie erlanget das Herz ihn hienieden, wenn 6. Christus ruft immer: o Zion, oft es die Reu' und die Sorge bedenke, was dienet zum Frieden 25* 388 Seligkeit der Christen in diesem Leben. und wahrhaft dir nükt. Gleich- die noch im Staube wallen, wie die Küchlein, daß niemand die Hoffnung, daß dereinst die sie kränke, der Flügel der sorgen- ew'ge Krone dem Sieger lohne. den Mutter beschützt, so will ich, wenn Leiden und Tod dich bestürmen, mit göttlicher Kraft dich erretten und schirmen. 6. Und wenn zuletzt wir mit dem Tode ringen, deck' uns dein Engel, Herr, mit sanften Schwingen und trag' uns hin, von 7. Christus, o Herr, der mit allem Kampf geschieden, zum mächtigem Walten beruhigt den ew'gen Frieden. äußern und inneren Streit, hilf du uns selber das Bündnis zu Mel. Wie wohl ist mir, o 20. halten, das Frieden und selige 683. Gott, deine Gnad' Ruhe verleiht! Ward dieses zum ist unser Leben, fie Ziel uns auf Erden beschieden, schafft uns Heil und Seelenruh; so führest du einst uns zum du kannst allein die Schuld ver= ewigen Frieden. geben, und willig ist dein Herz dazu. Also hast du die Welt geliebet, die durch die Sünde Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 682. Gieb deinen Frieden dich betrübet, daß du für sie uns, du Gott der Stärke! Im Frieden nur gedeihen deine Werke; und daß wir auch im Kampfe nicht ermüden, stärk' uns dein Frieden. giebst deinen Sohn. Du sandtest ihn, uns zu erretten, er litt, damit wir Frieden hätten, für uns den Tod, der Sünde Lohn. 2. Gieb Frieden, daß sich stets die Seel' erneue, auch schwer versucht nicht want' in ihrer Treue, noch je im Taumel hingerissen werde vom Geist der Erde. 3. Ist unser Leben nicht in dir verborgen, so ist's ein eitler Streit mit Not und Sorgen; drum birg uns, Herr, in deines Friedens Schatten, wenn wir ermatten. 2. Ich preise dankvoll deine Treue, die niemand g'nug er= heben kann! Nun nimmst du, Gott, des Sünders Reue in Christo voll Erbarmen an, nun darf er angstvoll nicht verzagen, er tann getrost und freudig sagen: was schadet mir? Gott ist für mich! Der an dem Kreuz für mich gelitten, wird auch für mich beim Vater bitten, und mein erbarmt der Vater sich. 3. 4. Schwül ist des Lebens Tag und ohn' Erquicung, sein Abend oft noch stürmisch, voll Be drückung, und stets bedürfen wir auf rauhen Wegen des Friedens Segen. Herr, wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut. Ob auch der Erde Glück ihr fehle, schmeckt sie doch Him= melsseligkeit. Wer deinen Frie5. Was du genährt in deinen den, Gott, genießet, hat, was Heil'gen allen, das gieb auch uns, das Leben ihm versüßet, und Seligkeit der Christen in diesem Leben. 389 reichen Trost in allem Leid. Dein ew'ge Gaben; ich hoff' im SterFriede stärkt zu frohem Mute, ben das, was Jesus mir erwarb, giebt Hoffnung zu dem ew'gen zu erben. Gute und einst zum Sterben Freudigkeit. 4. O Vater, laß auch mich empfinden, wie köstlich dieser Friede sei! Auch mich sprachst du von meinen Sünden und ihren Strafen völlig frei. Dies will ich fest im Glauben fassen und mich auf deine Treu' verlassen, die bleibt, wenn alles wankt und bricht. Ich weihe deinem Dienst mein Leben, lobfingend will ich dich erheben, Gott, ewig meine Zuversicht! 6. Oso kann mich selbst der Tod nicht schrecken; Gott, du wirst ja meinen Leib erwecken. Mir darf nicht grauen, in die offne Gruft hinab zu schauen. 7. Freundlich sprichst du: Geh in deine Kammer, ruhe nun von allem deinem Jammer! Mich sollst du sehen; auch dein Staub soll herrlich auferstehen. 8. Hör' ich einst des Richters Ruf erschallen: kommt! wie sollte mir der Mut entfallen? Zu seiner Rechten steh' ich dann mit seinen treuen Knechten. Mel. wie selig feid ihr 2c. 9. Preis und Ehre will ich 684. Gott, ich preise dich dir dann bringen und des mit allen From- Mittlers hohen Ruhm befingen. men! gnädig hast du mich auch Durch seine Wunden hab' ich angenommen, haft mir vergeben, Heil und Seligkeit gefunden. fröhlich kann ich meines Glaubens leben. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 2. Furcht und Angst mag 685. Gottlob! ein Schritt sichre Sünder schrecken; mich wird zur Ewigkeit ift meines Jesu Huld bedecken. Wie abermals vollendet; zu dir im dürft' ich zagen? Er erlöst mich Fortgang dieser Zeit mein Herz von der Sünde Plagen. sich sehnlich wendet; o Quell, 3. Kinder dieser Welt, die daraus mein Leben fleußt, darGott nicht lieben, müßten trost- aus sich alle Gnad' ergeußt zu los sich im Leid betrüben. Mir meiner Seele Leben. werden Leiden durch des Glaubens Kraft zu sel'gen Freuden. 2. Jch zähle Stunden, Tag' und Jahr', und wird mir fast zu 4. Not und Trübsal tönnen lange, bis ich verkläret immermir nicht schaden; du, mein dar, o Leben, dich umfange, Gott, gedenkst an mich in Gna- damit, was sterblich ist an mir, den; du willst mich üben, dich, verschlungen werde ganz in dir wie Jefus liebte, treu zu lieben. und ich unsterblich werde. 5. Elend sind, die keine Hoffnung haben; aber ich erwarte 3. Doch sei dir ganz anheim gestellt die Zeit, da ich soll schei 390 Seligkeit der Christen in diesem Leben. den; ich kämpfe hier, wenn dir's Seelen Weide, der Trost, der gefällt, den guten Kampf mit allen Kummer stillt. Gedenk' ich Freuden; geduldig schreit' ich wei- sein, so hab' ich Mut, auch wenn ter fort, bis ich gelange an die das Kreuz mir wehe thut. Pfort' der Gottesstadt dort oben. 3. Doch suchen andre ihr Er4. Wenn auch die Hände lässig gößen im leeren Tand der Eitelsind und meine Kniee beben, so keit und freuen sich bei solchen beut mir deine Hand geschwind, Schätzen, die bald vergehn im mich Schwachen zu erheben; er- Lauf der Zeit. Mit diesen Thofüll' mit deiner Kraft mein Herz, damit ich freudig himmelwärts ohn' Unterlaß mich schwinge. 5. Geh, Seele, frisch im Glauben dran, und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken. So dir der Lauf zu langsam däucht: der Geist kann, wie der Adler fleucht, voraus zum Himmel eilen. 6. Mein Geist und Sinn, Herr Jesu Christ, ist schon bei dir dort oben; du selbst, weil du voll Liebe bist, hast mich zu dir erhoben. Fahr hin, was heißet, Stund' und Zeit, ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe! Mel. O daß ich tausend Bungen 2c. 686. Gott fieht auf uns mit Wohlgefallen, wenn unsre Seele fröhlich ist, und Freudenlieder ihm erschallen, wodurch das Leid wird uns versüßt. Ift doch sein Geist ein Freudengeist, der uns im Herrn uns freuen heißt. 2. Erwecke, Gott, in mir die Freude, die nur aus deiner Gnade quillt; dein Sohn sei meiner ren mich zu freun, dies, Herr, laß ferne von mir sein. 4. Die eitle Luft kann nur betrügen, auf Lachen stellt sich Trauern ein; nur das wird imdeiner mich kann freun. Ist dein mer mich vergnügen, wobei ich Wort meine höchste Lust, so dringt fein Schmerz in meine Bruſt. 5. An Jesum will ich stets gedenken, dann werd' ich alles Kummers frei; in ihn will ich mich ganz versenken, damit in mir sein Friede sei. Erschein' ich auch voll Traurigkeit, bin ich doch fröhlich alle Zeit. 6. So kann ich hier den Vorschmack haben von dem, was uns bereitet ist dort, wo der Reichtum deiner Gaben sich auf die Deinigen ergießt; zum Himmel führest du sie ein, da wird der Freuden Fülle sein. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. ab' ich ein gut Ge= 687. wissen nur, wohl mir, was fürcht' ich dann? Nichts ist für mich in der Natur, was mich erschrecken kann. 2. O welch ein köstlicher Gewinn, wenn meine Sünde schweigt, Seligkeit der Christen in diesem Leben. und mir, daß ich begnadigt bin, der Geist des Herrn bezeugt. 3. Laß es der Pflichten schwerste sein, da du dich selbst bekriegst! O welch Gefühl wird dich erfreun, wenn nach dem Kampf du siegst! 391 11. Der Christ spricht freudig: ob die Welt, ob Erd' und Himmel bricht, Gott ist es, dessen Hand mich hält, ich weich' und wanke nicht! 4. Welch Glück, bin ich mir selbstbewußt, die Welt verſuchte 688. habe, ist einzig deine Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. err, was ich mich, ich widerstand der bösen Lust, und die Versuchung wich! Gabe, die du aus Gnaden giebst; du haft mir neues Leben in dei= nem Sohn gegeben; wer bin ich, daß du so mich liebst? 5. Ein ruhig's Herz wird jedes Glück des Lebens mir erhöhn, läßt mich in jedem Augenblic froh in die Zukunft sehn. 2. Herr, daß ich Glauben habe, 6. Was ist, das in dem tief- ist einzig deine Gabe, durch Glausten Schmerz mit reichem Trost ben bin ich dein; der Glaube erfüllt? Nur ein im Herrn zu- macht mich fröhlich, macht heilig friednes Herz, das jeden Kum- mich und selig, durch ihn geh' ich zum Himmel ein. mer stillt. 7. Was hält den Sinn vom Eitlen fern, giebt zur Entsagung Mut? Ein ruhig Herz, das in dem Herrn erkennt sein höchstes Gut. 8. Kann ich getroft gen Himmel sehn, hab' ich nur Ruh' bei Gott, so kann ich Menschen gunst verschmähn und achte keinen Spott. 9. Sieh, alles um dich her entweicht, bald naht die letzte Nacht; ein ruhig Herz macht alles leicht, bricht selbst des To= des Macht. 3. Herr, daß ich Liebe habe, ist einzig deine Gabe, der du die Liebe bist. Von deiner Lieb' entzündet, durch sie mit dir ver= bündet, fühl' ich, was kein Ver= stand ermißt. 4. Herr, daß ich Hoffnung habe, ist einzig deine Gabe, die Hoffnung, dich zu schaun. Zwar ist's noch nicht erschienen, doch will ich treu dir dienen und fest auf die Verheißung baun. Mel. Wachet auf, ruft uns 2C. 10. Wohl dem, der dieſe Ruh' 689. Herr, aus deiner Gna meigenießt, dem sein sagt, daß er versöhnt durch Christum ist und nichts ihn mehr verflagt. nem Geist die sanfte Stille, in der ich deinen Willen thu'; seit ich dir mein Herz ergeben, er 392 Seligkeit der Christen in diesem Leben. wacht' ich erst zum wahren Le- gläub'ges Herz getroft und freuben, kenn' ich erst echte Seelen- dig himmelwärts. Den Frieden, Gott, mit ruh. dir erkämpfte Christus mir; ihm offen, mein Geist frohlockt in 5. Ja ich seh' den Himmel sei Ehre! So ward ich frei durch sicherm Hoffen, ich habe dort deine Treu', der Geist von oben mein Bürgerrecht. Ich darf nicht schuf mich neu. im Kampf ermüden, da solches 2. Muß ich noch mich selbst Heil der Herr beschieden dem ausbezwingen, so werd' ich Sieg auf erkorenen Geschlecht. Dort fühl Sieg erringen, und jeder giebt ich ganz erneut die volle Seligmir neue Kraft. Wenn ich gern feit meines Glaubens. Ich freu' das Beste wähle, so fühlt sich mich dein; das Wort ist mein: selig meine Seele in deines Reiches Bei Christo soll sein Diener sein. Bürgerschaft. Ja welche Seligteit, vom Sündendienst befreit dir leben, was recht ist thun it freudig nun in deinen Bater- 690. Hich erringen! Zu Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. err! kann armen ruhn. welchen Höhn darf ich mich schwin3. Beugt mich auch die Schwach- gen! Mein Wandel soll im Himheit nieder, so richtest du mein mel sein! O du Wort voll Herz doch wieder mit deinem heil'gen Bebens und doch voll Troste huldreich auf; und zum Wonn' und ew'gen Lebens! Im Heiligungsgeschäfte erhöht dein Himmel soll mein Wandel sein! Geist mir Mut und Kräfte und Erstaunend sink' ich hin, ich fördert mich in meinem Lauf. ahne, wer ich bin, wer ich sein Die du in Chrifto liebst, die tann. Ich trage noch des Todes trägst du und vergiebst ihre Joch; im Himmel soll ich wanSchwächen. Und lebenslang ist deln doch! Lieb' ihr Dant, und immer fester wird ihr Gang. 2. Schwing dich denn zu diesen Höhen und lern im Lichte 4. Drum will ich nicht ängst- Gottes sehen, wer du, versöhnte lich zagen, wenn mir in meinen Seele, bist! Mit dem seligsten Pilgertagen Gefahren auch und Entzücken wirst du in diesem Leiden drohn. Auch auf dornen- Licht erblicken, wer, Seele, dein vollem Pfade bleibt mir Gewiß- Versöhner ist. Du, durch sein heit deiner Gnade; du bist der Opfer rein und stark, dich ihm Deinen Schild und Lohn. Zum zu weihn ohne Wanken. Er, Heil muß auch die Pein des Le- Gottes Sohn, der reichen Lohn bens dem gedeihn, der dich liebet. den Gläub'gen giebt an seinem Drum blickt im Schmerz mein Thron. Seligkeit der Christen in diesem Leben. 393 3. Wort vom Anfang, Einge-| Dort strahlt dein Angesicht im borner! eh du herabkamst, Aus- reinsten Himmelslicht allen Fromerkorner, lag auf dem Erdkreis men. Dort werden wir, BarmDunkelheit. Du erschienst, du herz'ger, dir ein Lob bereiten Licht vom Lichte, wir schaun in für und für. deinem Angesichte nun deines Va= ters Herrlichkeit. Ja Wahrheit, Trost und Ruh' strömt, Herr, von dir uns zu, wenn wir glauben. Du vollbracht! tums Nacht, die Sünde selbst weicht deiner Macht. 4. Wenn die Seel' in tiefe Stille versunken ist, wenn ganz ihr Wille der Wille des ist, der sie liebt; wenn ihr inniges Vertrauen sich fast erhebt zum sel'gen Schauen und Liebe sie für Liebe giebt; wenn sie versichert ist, dein Tod, Herr Jesu Christ, sei ihr Leben: wie hoch entzückt, wie reich erquickt ist sie, schon ganz der Erd' entrückt! Mel. Ich dank' dir, lieber 20. 691. Ich bin der Angst ent= nommen, Gott blickt mich gnädig an. Ich darf mit seinen Frommen mich wieder zu ihm nahn. Dahin sind meine Schmerzen, mein Mittler stillte sie; ach solche Ruh' im Herzen fühlt' ich als Sünder nie. 2. Der Lüste wild Getümmel schweigt nun in meiner Brust; getroft blick' ich zum Himmel, mir meines Heils bewußt. Ich bin von Seelenleiden befreit und ohne Pein; nun kehren reine Freuden auch wieder bei mir ein. 5. Ja dann ist ihr schon gegeben ihr neuer Nam' und ew'ges Leben, im Himmel ist ihr Wan= del dann! Stark, den Streit des Herrn zu streiten, sieht sie die giebst? Ich fühl's, daß aus dem Krone schon von weiten, die Staube mich nur die Gnade zog Kron' am Ziel, und betet an. und daß dich nur mein Glaube Preis, Ehr' und Stärk' und Kraft sei dem, der uns erschafft, ihm zu leben! Und ihm sei Dank und Lobgefang, der für uns ging des Todes Gang. zu solcher Huld bewog. 6. Preis auf seinem Himmelsthrone dem Vater und dem ew'gen Sohne, ihm, der da ist und der da war! Lauter Weisheit, Gnad' und Stärke und Wunder sind, Herr, deine Werke; dort sind sie ganz uns offenbar! 3. Was ist's, o Gott der Treue, daß du so hoch mich liebst und auf das Flehn der Reue mir meine Schuld ver4. So sei denn nun mein Leben, Erbarmer! ewig dein, mich ganz dir hinzugeben, soll meine Freude sein. Der Sünde Macht. zu dämpfen, die Lust der Welt zu fliehn, den guten Kampf zu tämpfen, das nur sei mein Bemühn. 5. Und wankt auf diesem Pfade mein ungewisser Tritt, so lente, 394 Geist der Gnade, allmächtig meinen Schritt! Dir folg' ich freudig immer, dir folg' ich bis ins Grab: verlassen wirst du nimmer den, der sich dir ergab. Seligkeit der Christen in diesem Leben. 9. Du, Geist der Gnaden, steh mir bei, und laß mich ja nicht fallen. Mach meinen Gang gewiß 692. Komm, Geift des und frei, lehr deinen Weg mich Mel. Ich dank' dir schon durch 2c. Herrn, du Her- wallen. zensgast, du Labsal meiner Seelen! Wenn du nur Wohnung in mir hast, was kann mir dann noch fehlen? 10. Nimm du mein Herz zur Wohnung ein und stärf es aus der Höhe: dann werd' ich völlig jehe. 2. Rott aus, du unsers Er- selig sein, wenn ich Gott ewig bes Pfand, was nicht dein eigen heißet. Ach beut dem Willen selbst die Hand, der sich der Welt entreißet. 8. Wie leicht ist nun des Heilands Joch! wie sanft ist seine Bürde! wo wäre da ein Leiden noch, das nicht zum Segen würde? 5. So kehrt Gott zu den Seelen ein mit allen seinen Gütern, und herrlich strahlt sein Gnaden= schein aus gläubigen Gemütern. 3. Ich öffne dir Herz, Seel und Sinn mit innigem Ver= langen, dich, meine Ruh' und mein Gewinn, recht freudig zu empfangen. Mel. Gott des Himmels und 2c. 4. Du schenkst uns reine Him- 693. Mei eines Lebens beste melslust, von dir kommt Kraft und Leben; du giebst den Frieden in die Brust, den nie die Welt kann geben. Freude ist der Himmel, Gottes Thron; meiner Seelen Trost und Weide ist mein Jesus, Gottes Sohn. Was mein ganzes Herz erfreut, ist in jener Herrlichkeit. 11. Mein Gott, wann zeuchst du mich zu dir? Wann werd' ich dahin kommen, daß ich dein Antlitz für und für anschaue mit den Frommen? 7. Das Herz, aus dem die Sünde wich, erfüllen Himmelstriebe, und Gott und Seele ein'gen sich in recht vertrauter Liebe. 2. Andre mögen sich erquicken an den Gütern dieser Welt; ich 6. So wird des Feindes Macht will nach dem Himmel blicken, zerstreut, die Welt wird über diesem ew'gen Ruhezelt, denn wunden, des Geistes Leben ist der Erde Gut vergeht, Jesus erneut, die Freiheit ist gefunden. und sein Reich beſteht. 3. Reicher kann ich nirgends werden, als ich schon in Jesu bin. Alle Schätze dieser Erden sind ein schnöder Angstgewinn. Jesus Seligkeit der Christen in diesem Leben. 395 ist das rechte Gut, welches sanft| Verleih mir, Herr, Beständigder Seele thut. 4. Glänzet gleich das Weltgepränge, ist es lieblich anzusehn, währt es doch nicht in die Länge, es ist bald damit geschehn; plößlich pflegt es aus zu sein mit des Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, deren Fülle Jesus hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt; es vergeht zu feiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Dieser Welt in Lust genießen möge nur die eitle Schar, ein Tag zu des Heilands Füßen ist mehr, als sonst tausend Jahr; zu des Herren rechter Hand ist mein auserwählter Stand! teit, daß diesen Trost in allem Leid nichts meiner Seele raube. Tief präg es meinem Herzen ein: welch Heil es ist, ein Christ zu sein. 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zur sel'gen Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staube kehrt zurück der Staub, mein Geist wird nicht des Todes Raub; du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst, ich bin ein Christ und mein beruhigt Herz vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Teil mir zu, hier kurzen Schmerz, 7. Müht euch ab in nicht'gen Dingen, meine Seele sucht sie nicht. Ich will nach dem Him- dort ew'ge Ruh'. mel ringen, dort glänzt mir das 4. Was seid ihr Leiden dieser ew'ge Licht; da find' ich des Glaubens Lohn, die verheißne Zeit, wenn ich auf jene HerrlichEhrenkron. teit mit froher Hoffnung schaue? Bald ruft mein Herr und Hei8. Ach verleih mir einst die land mich und er belohnt mich Wonne, Herr, zur Rechten dir ewiglich, weil ich ihm hier vers zu stehn; sei dort meine ew'ge traue; bald, bald verschwindet Sonne, die mir nie kann unter- aller Schmerz, und Himmelsgehn. Ja nimm, nach vollbrach- freuden schmeckt mein Herz. tem Lauf, mich, o Herr, zu dir hinauf. Mel. Ewigkeit, du 2c. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schmachvoll Joch in meinem Lauf auf Erden. Mit Freuein Glaub' ist mei- den üb' ich meine Pflicht; doch nes Lebens Ruh' fühl' ich wohl, ich bin noch nicht, und führt mich deinem Himmel was ich dereinst soll werden; mich zu, o du, an den ich glaube! beuget täglich meine Schuld, doch 694. Me 396 weiß ich auch: Gott trägt Geduld. Seligkeit der Christen in diesem Leben. nicht verzagen; dein Wort, das meinen Geist erquickt, hilft jedes Elend tragen; es lehrt mich wohl, daß ich einst soll mit dir, Herr Jesu, leben; wie sollt' ich nicht, o du mein Licht, mich hier schon dir ergeben? 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, in der ich lag, gerissen. Nur dir verdank' ich meine Ruh'; denn meine Wunden heiltest du und stilltest mein Gewissen, und fall' ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. Lust nicht länger in mir walten; 3. Die Welt soll nun mit ihrer ein Beßres ist mir ja bewußt, daran will ich mich halten; es soll mein Sinn sich schwingen hin zu dir mit Freud' und Wonne; 7. Gelobt sei Gott! ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht du bist mein Teil, mein ewig vergebens. Ich wachse in der Heil und meiner Seelen Sonne. Heiligung und spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 4. Heil mir! durch dich bin ich befreit von Sorge, Angst und Schrecken; du läsfest deine Herrlichkeit mich schon hienieden 8. Dank sei dir, Vater, Dant schmecken; ich kann die Welt nun und Ruhm, daß mich dein Evan- als ein Held im Glauben übergelium lehrt glauben, hoffen, winden! Komm, Ewigkeit, ich lieben. Was mir schon jetzt in bin bereit, das Eitle mag ver= dieser Zeit den Vorschmack giebt schwinden! der Seligkeit, wie sollt' ich das nicht üben? Erhalte stets mein Mel. Wo ist der Schönfte zc. Herz dabei, so preif' ich ewig 696. Nennt immer, eitele Gemüter, die Erde Mel. Was mein Gott will 2c. 695. Mein Gott, erschaffen hast du mich zu deinem Freudenleben, das weiß und glaub' ich festiglich, das soll mein Herz erheben! Erweckt von dir, will ich schon hier nach solchem Leben trachten und in der Zeit die Ewigkeit hoch über alles achten. euer Vaterland; ich habe Höheres erkannt, den Herrn und seine Himmelsgüter. Drum seh' ich mich auf dieser Erden für einen Gast und Fremdling an und sehne mich erlöst zu werden von dies ser rauhen Pilgerbahn. 2. Hätt' ich die ganze Welt gewonnen, die Seele bliebe dennoch leer! Der Erde Sorgen drücken schwer, und ihre Luft ist bald zer2. Wenn Kreuz und Trübsal ronnen. O daß mich Gottes Enmich hier drückt, will ich doch gel trügen dahin, wo du, mein 397 Seligkeit der Christen in diesem Leben. Heiland, bist, wo Fried' und 2. 3n dir nur ist die Seele Freud' und volles G'nügen der still; wer dich, o Gott, nicht Deinen ew'ges Erbteil ist! suchen will, kommt nie zum wahren Frieden. Hat er der Freuden noch so viel, und du, o Gott, bist nicht sein Ziel, bleibt er vom Heil geschieden. 3. Dies Heimweh Gott verbundner Herzen wächst mächtig unter Kreuzes Last; hier find' ich nirgends Ruh' und Rast; es drängen sich Gefahr und Schmer-= 3. Ein unaussprechlich Gut zen. Wenn sich die Trübfalsflut ist da geheimnisvoll dem Fromergießet, wird der beengten Brust men nah, dem es die Seele so bang'; bis daß des Lebens füllet. Er hat es nun im Geist Zeit verfließet, ruf' ich gar oft: gesehn, bleibt voller Lieb' und ach, Herr, wie lang'! Ehrfurcht stehn, beschämt und doch gestillet. 4. Doch sehn' ich mich nach deinem Himmel, mein Vater, mit Gelassenheit; ich harre still der rechten Zeit, die mich erlöst vom Weltgetümmel. Die Prüfung, die du mir erwählet, ist meinem Herzen nie zu viel; du bist's, der meine Tage zählet, ich setze dir nicht maß noch Ziel. 4. Was in des Frommen Herzen lebt, was ihn zu sel'ger Wonn' erhebt, wer kann es deutlich nennen? Was ihm von oben kommt herab, wie Gott sich ihm zu eigen gab, das kann der Stolz nicht kennen. 5. Du, Herr, der über Tod 5. In reinerm Licht geht er und Leben die unumschränkte einher und kennet kaum sich Herrschaft übt, wirst jedem, der selber mehr, er ist wie neu gedich treulich liebt, die lang' er- boren. Er übet Gutes, eh er's sehnte Freiheit geben. Fest, doch denkt; der Trieb, der sonst ihn abgelassen, will ich hoffen, bis gelenkt, hat seine Kraft verloren. endlich deine Stund' erscheint; fie kommt, ich seh' den Himmel offen; dort bin ich ganz mit dir vereint. 6. Vor nichts ist seinem Herzen bang', er übet alles ohne Zwang, Verläugnen, Leiden, Beten. Wie leicht und lieblich ist ihm nun! Er kann aus Liebe alles thun, was andre niemals thäten. Mel. Kommt her zu mir 2c. Gott, dich kennt die Welt nicht recht; ihr stolzer Sinn wähnt 697. 7. Der Sturm der Leidenschaften schweigt, der harte Sinn ist ganz erweicht, und so das fich gerecht, sie täuscht sich bis Herz genesen, und nirgend in ans Ende, will heilig leben ohne dich, vergöttert selbstgefällig sich; o daß sie dich doch fände! der Seele 3wist, kein Widerspruch und keine List, wahr ist sein ganzes Wesen. 398 Seligkeit der Christen in diesem Leben. 8. Dies hatt' ich außer Gott 5. Sie gehn, mit allen Kräften gesucht: nun hab' ich's, als des in des Berufs Geschäften sich Glaubens Frucht, und lass' es Gottes Ruhm zu weihn und niemals wieder. O Gott, von dabei unverrücklich und ohne dem ich mich gewandt, den leider Störung glücklich im Umgang ich erst spät erkannt, komm, sent mit dem Herrn zu sein. dich in mich nieder. 9. Dann ruht, o Gott, in dir mein Geist, der nicht mehr in der Irre kreist wie in verlornen Jahren. Du, Gott, genügest mir allein, bei dir will ich auf ewig sein Vaterschoß. sein und deine Lieb' erfahren. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 698.felig Los hienieden, wenn still in Gottes Frieden die Seele sicher ruht! Dem Glaubenskampf zum Lohne, schmückt diese Siegerkrone schon hier der Jünger festen Mut. 2. Dann fühlt an Gottes Herzen, befreit von Sorg' und Schmerzen, das Herz ein reines Glück; ihm ist das ew'ge Leben in dieser Ruh' gegeben, es kehrt nicht mehr zur Welt zurück. 3. Was andre Seelen naget, mit Furcht und Hoffnung plaget, stört nicht des Jüngers Ruh'. Was Christi Zeichen träget, was für sein Reich sich reget, dem Lenkt sich seine Neigung zu. 6. O wär' es ganz das meine, dies auserkorne reine, dies friedensvolle Los! Weg, Welt, mit deiner Fülle! Mein Thun sei Gottes Wille, mein Ruheplatz 4. So wirkt der lautre Wille und brennt in heitrer Stille, nie flammt er stürmisch auf! Sich gern in allen Dingen dem Herrn zum Opfer bringen, das ist der Christen Lebenslauf. In eigener Melodie. 699. Ursprung des Lebens, o ewiges Licht, wo niemand vergebens sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, die lauter und helle in reichlicher Fülle vom Himmel her fließt und sich in die gläubigen Seelen ergießt. 2. Du sprichst: wer begehret zu schmecken schon hier, was ewiglich nähret, der komme zu die träftiglich laben: o tretet im mir. Seht himmlische Gaben, Glauben zur Quelle heran, hier ist, was euch ewig beseligen kann. 3. Mein Hirt und mein Hüter, ich komme zu dir, gewähre die Güter des Heiles auch mir. Du fannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen; du siehest, wie elend und dürftig ich bin, drum gieb deine Gaben aus Gnaden mir hin. 4. O Brunnquell, du labest Geist, Seele und Mut, und wen du begabest, hat himmlisches Gut. Seligkeit der Christen in diesem Leben. 399 Dies recht zu genießen, kann| unaussprechlich ist ihr Heil: alles versüßen; es singet, es Gottes eingeborner Sohn ist ihr jauchzet das fröhliche Herz, es Schild und großer Lohn! weiß nichts von Kummer und nagendem Schmerz. 5. Drum wolleft du geben dem sehnenden Geist, was dienet zum Leben und du nur verleihst. Gieb heilige Triebe, ins Meer deiner Liebe zu senken den frommen und gläubigen Sinn, und ziehe mich gänzlich zum Himmlischen hin. 6. Und trifft mich auch Leiden, Verfolgung und Bein, so laß mich mit Freuden gehorsam dir sein; denn alle die, welche mittrinken vom Kelche, den du hast getrunken im Beiden allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. O gieb, daß ich werde einst droben erquickt, wo keine Beschwerde die Deinen mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille, wo seliger Friede, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. 4. Bricht Gefahr und Not herein, wird sie dennoch fröhlich sein; er, den sie im Herzen hat, weiß in allen Dingen Rat. 5. Wandert sie im finstern Thal, nah ist Jesus überall; er läßt sie im Dunkel nicht, er ist stets ihr helles Licht. 6. Wenn sie alle Welt verläßt, hält sie doch am Glauben fest, bis ihr allerbester Freund ihr zu Hülf' und Trost erscheint. 7. Würde auch ihr Glaube schwach, läßt sie doch im Flehn nicht nach; Jesus sendet seinen Geist, der dem Kleinmut fie entreißt. 8. O der großen Seligkeit! Jesus stillet alles Leid, er erquicket bis ans Grab, trocknet alle Thränen ab! Mel. Ach wie nichtig, ach wie zc. 701. Mel. Nun komm, der Heiden 2c. wie wichtig und wie richtig ist der Christen Leben! Frei von Unruh' und von Sorgen bleibt es 700. Geligkeit, deren ist in Gott verborgen. wer nennt die heute so wie morgen, denn es sich die Seele freut, die treu liebet Jesum Christ und in ihm vergnüget ist? 2. O wie wichtig, wenn gleich flüchtig, sind der Christen Tage! Wer sich durch die Zeit gerungen und zum Ew'gen aufgeschwungen, dem ist jeder Tag gelungen. 2. Alles, was der Welt gefällt, Ehre, Wollust, Gut und Geld, giebet fie mit Freuden hin, Jesus bleibet ihr Gewinn. 3. Sie besitzt das beste Teil, 3. Unvergänglich, überschwänglich ist der Christen Freude! Freude, die in Gott gegründet, 400 Seligkeit der Christen in diesem Leben. die den Geist mit ihm verbindet, zu deiner Lehrer Füßen so viel Freude, die kein Ende findet. Jünger thöricht macht! Mir soll 4. Nie erliegend, immer sie- Jesu Kreuz und Pein meine gend ist der Christen Stärke! höchste Weisheit sein; und der Weil Gott selbst in ihnen streitet, Ort, da ich mich übe, ist die sie zum Kämpfen recht bereitet, Schule seiner Liebe. herrlich sie zum Siege leitet. 2. Brüstet euch, ihr stolzen 5. Unverderblich, nimmer sterb- Geister, mit dem Beifall dieser lich ist der Christen Ehre! Drückt Welt, mit der Schar, die um die Schmach der Welt sie nieder, euch Meister voll Bewundrung Gottes Huld erhöht sie wieder: sich gestellt! Dent' ich meines fie find Christi Freund' und Heilands Schmach, seinem Tod Brüder. am Kreuze nach: was ist dann der Ruhm der Weisen, die der Erde Kinder preisen? 6. Ohne Wanken, sonder Schwanken ist der Christen Wissen! Weil ihr Wissen und ihr Denken sie allein auf Christum lenken, um in Gott sich zu versenken. trachten nach dem Trost der 3. Mögt ihr, Thoren, immer Eitelkeit und nur nach den 7. O wie g'nügend, nimmer Erde beut: ich hab' ein viel Gütern schmachten, die euch diese trügend sind der Christen Schätze! begres Teil in des Kreuzes Was die wahren Christen haben, reichem Heil; wenn ich dies erfind die unsichtbaren Gaben, wo- langen werde, rühret mich kein nach keine Diebe graben. Glück der Erde. 8. O wie wichtig und wie richtig ist der Christen Herrschen! Hier ist Demut ihre Krone, dort erlangen sie zum Lohne ew'ge Herrschaft mit dem Sohne. 9. Mach mich tüchtig, daß ich richtig, Herr, den Lauf vollende. Laß mich machen, beten, ringen, mutig hin zum Ziele dringen; gieb zum Wollen das Vollbringen. 4. Komm, o komm, aus Gott geboren, Lehrer, unterrichte mich! Komm, ich öffne Herz und Ohren, weise werd' ich nur durch dich! deiner Lehren hohe Kraft bilden Deines Kreuzes Wissenschaft, mich zu jenem Leben, das du willst den Deinen geben. 5. Präge, Jesu, meiner Seele diese höchste Weisheit ein, mich zu strafen, wenn ich fehle, mich zu trösten in der Pein. Bei des nahen Todes Schmerz stärke sie 702. Rühme, Welt, dein das bange Herz, flöße in den eitles Wissen, dei- letzten Stunden Balsam mir in ner hohen Worte Pracht, die meine Wunden! Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 401 bringt Ruh'. Gieb im Glauben Herz und Sinn Gottes Geist zu eigen hin. Gott iſt die Ruh'! Gut, uns 7. Ruhe zeigt sich allermeist, laben kann; Stille und ein guter wo Gehorsam blüht. Ein in Mut steigen himmelan. Die Gott ergebner Geist macht ein suche du! hier ist keine wahre still Gemüt, wirft Seelenruh'. Ruh', wende dich dem Himmel Selig ist, der also liebt, daß er zu. Gott ist die Ruh'! Gottes Willen übt. Gott ist die Ruh'. Seligkeit der Christen in diesem Leben. Mel. Seele, was ist Schönres 2c. 703. Ruhe ist das beste 2. Ruhe suchet jedermann, allermeist ein Christ. Denk auch du, mein Herz, daran, wo du immer bist. O suche Ruh'! In dir selber wohnt sie nicht; such mit Fleiß, was dir gebricht. Gott ist die Ruh'! 3. Ruhe giebet nicht die Welt, ihre Freud' und Pracht. Nicht giebt Ruhe Gut und Geld, Lust und Gunst und Macht. Drum siehe zu! Wer aus Gott geboren ist, sieht auf das, was droben ist; Gott ist die Ruh'! 4. Ruhe geben kann allein Jesus, Gottes Sohn, der uns alle ladet ein vor des Himmels Thron zur wahren Ruh'. Wer den Ruf vernommen hat, gehe ein zur Gottesstadt. Gott ist die Ruh'! 5. Ruhe beut er williglich den Mühsel'gen an; und erquicken wird er dich, wie es niemand kann. Drum komm herzu. Trägst du gleich der Leiden viel, Gott setzt allem Leid ein Ziel. Gott ist die Ruh'! 8. Ruhe hat, wer willig trägt Christi sanftes Joch; alle Last, die er auflegt, ist ja lieblich doch und schaffet Ruh'. Trage still die Last des Herrn, Gottes Hülf' ist dir nicht fern. Gott ist die Ruh'. 9. Nun so suche Ruh', mein Herz; Ruh' sei dein Gewinn; auf und steige himmelwärts, auf zu Jesu hin. Er ist die Ruh'. In der Zeit ist keine Ruh', wende dich dem Ew'gen zu. Gott ist die Ruh'! Mel. Lobe den Herren, den 2c. 704. Seele, wohlauf! des Unendlichen Gnade zu loben, die dich zur Würde des ewigen Lebens erhoben! Herrlich und groß ist schon hienieden dein Los, größer und herrlicher droben. 2. Preis der erbarmenden Huld, die mit heiligem Munde dich, die Verlorne, berief zu dem göttlichen Bunde! Alles vergeht, 6. Ruhe kommt aus Glauben diese Gemeinschaft besteht ewig her, der nur Jesum hält. Jesus auf ewigem Grunde. machet leicht, was schwer, richtet 3. Kannst du hienieden der auf, was fällt. Sein Geist Hoffnungen Ende nicht sehen, 26 402 Seligkeit der Christen in diesem Leben. dennoch umleuchten dich Strahlenbürger Orden, zum Eigentum aus himmlischen Höhen, daß du des Herrn getauft. Der Geist, mit Mut wähleft für flüchtiges der mir zum Pfand geschenket, Gut Schäße, die nimmer ver- macht meinen Geist gewiß und gehen. fest, daß auch bei allem, was mich kränket, mein Glaube mich nicht zweifeln läßt. 4. Freue dich, Seele! um dieses gebrechliche Leben darfst du auch wandelnd im finsteren Thale nicht beben! Ewiges Sein will in der Sel'gen Verein dir der Verherrlicher geben. 4. Nur eins bekümmert meine Seele und macht das Herz mir sorgenvoll, ob mir das Ehrenkleid nicht fehle, wenn ich sein Mahl dort schmecken soll. Ich weiß, vor meines Königs Augen gilt nur ein reiner, freier Geist; vor ihm kann nur das Herze taugen, das sich der Erde ganz entreißt. 5. Ein Glaube, der nur ihn erwählet und still in seiner Liebe ruht, zu heißer Liebe uns beseelet, die seinen Willen treulich kein Bürger dieser Eitelkeit; hier thut; der ihn bis an das Kreuz soll mir keine Wohnstatt werden, begleitet und achtet nicht die in Eile wall' ich durch die Zeit. Schmach der Welt, für Gottes Die Heimat such' ich in der Ehre mutig streitet: das ist der Höhe, wo mein geliebter Vater Schmuck, der ihm gefällt. wohnt und wo ich meinen Bruder sehe, der zu der Rechten Gottes thront. 5. Freut euch, ihr Erben des Himmels, in heiliger Feier! Diese Verheißung, sie hebt den verhüllenden Schleier. Welch Paradies, das er den Treuen verhieß! Schauet, dies alles ist euer! Mel. Wie groß ist des 2c. 705. S o bin ich nun tein Kind der Erden, 6. Nur du, mein Heiland, kannst es wissen, wie viel mir noch hieran gebricht. Mein Auge 2. Bald sind die wen'gen schwebt in Finsternissen, mich Trauerstunden bei Hoffnung und selber kenn' ich Armer nicht. Doch Geduld entflohn; bald hab' ich ist ein inniges Verlangen in mir völlig überwunden, die frohste durch deinen Geist erregt, dir Stunde nahet schon; aus dieses ganz und einzig anzuhangen Lebens engen Grenzen schwingt mit allem was mein Herz bedann mein Geist sich himmelan, und dort, wo Luft und Wonne glänzen, wird ihm die Pforte aufgethan. 3. Ich bin dazu geschaffen worden, dazu durch Christi Blut erkauft und zu der Himmelswegt. 7. Was ich nicht habe, kannst du geben, was ich nicht bin, das bist du mir. Nimm hin mein Herz, es zu beleben, ich überlass' es gänzlich dir. Gieb mir den Glauben und die Liebe und bilde 403 Seligkeit der Christen in diesem Leben. mich nach deinem Bild; erfülle in das Grab zur Ruhe leget. mich mit heil'gem Triebe, zu Mag da der Leib vergehn im leiden, wo du's haben willt. Schoß der Erden, uns bleibt 8. Hier reich' ich schwörend die Hoffnung stehn, ihm gleich beide Hände und sage dir aufs zu werden. neue zu: Ich liebe dich bis an 4. Drum ist der Herr mein mein Ende, du, meiner Seelen Teil, spricht meine Seele, dem wahre Ruh'. Ich liebe dich ich mein ganzes Heil allein em= nicht nur in Freuden, wenn du pfehle. Kann er mein Trost und erquickest meinen Geist, ich liebe Licht auf ewig werden, nach dich auch unter Leiden, und Himmel frag' ich nicht, nicht wenn dein Ruf mich sterben nach der Erden. heißt. 9. So komm' ich dir geschmückt entgegen, du nahst er- Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. barmend dich zu mir; du krönest 707. Vor seinen Augen mich mit ew'gem Segen und öffnest mir des Himmels Thür. Seligkeit; sich ihm zu eigen geben Wann werd' ich dich, mein Heil, ist, was allein erfreut. Nichts umfangen? und wann, ach wann können und nichts wissen, nichts verklärst du mich? O laß mich wollen und nichts thun, als Jesu bald dahin gelangen, dann lob' folgen müssen: das heißt in und lieb' ich ewig dich! Frieden ruhn. 2. Der Christ steht aus dem Schlafe in Christi Freundschaft 706. Mel. Es traure, wer da will c.auf und fürchtet keine Strafe ( o lang' es Gott im ganzen Tageslauf. Und ift gefällt, daß seine der Tag vollendet, so legt er Kinder noch wallen auf der sich zur Ruh', von Christo unWelt, sind sie auch Sünder. verwendet thun sich die SinAllein ihr Mittler ist voll Heil nen zu. und Gnaden und sorget, daß 3. So geht er fest und stille fein Christ je nehme Schaden. dahin bei Tag und Nacht; auf 2. Er will barmherzig sein, Jesum ist sein Wille, nicht auf ist sehr geduldig, siehst du dein die Welt bedacht. hört und Unrecht ein und giebst dich schul- sieht und fühlet, hört, sieht und dig. Der Trost bleibt dir nicht fühlt doch nicht, und weiß, vom fern, daß deine Sünden durch Schmerz durchwühlet, kaum, daß das Verdienst des Herrn Ver- ihm Weh geschicht. gebung finden. 3. Er trocknet Thränen ab, er hebt und träget, bis man uns 4. Gewiß, wer erst die Sünde getilgt durch Christi Blut und gleich dem frommen Kinde auf 26* 404 Seligkeit der Christen in diesem Leben. ihn lenkt Sinn und Mut, kann 4. Meinen Jesum werd' ich auch gottselig handeln und kann sehen und froh zu seiner Rechten bald anders nicht. Herr Jesu, stehen in vollem Glanz und lehr uns wandeln in deiner hellem Licht. Mir wird nicht Augen Licht. mehr knechtisch grauen, Gott, meinen Heiland, werd' ich schauen von Angesicht zu Angesicht. Bei aller Traurigkeit führt zur Zufriedenheit diese Hoffnung, die er, mein Hort, mir fort und fort verheißt in seinem wahren Wort. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 708. as bewegt mich wohl, zu trauern? mein Leiden wird nicht ewig dauern, es währt nur einen 5. Nun kann mich kein Tod Augenblick. Schwing dich auf zu mehr schrecken; im Glauben kann jener Freude, o Seele, die du ich hier schon schmecken die Kräfte trägest Leide, laß hinter dir die der zukünft'gen Welt. Ich bin Welt zurück. Wer keine Hoffnung schon in Hoffnung selig, mein hat, der wird vom Seufzen matt Glaube macht mich allzeit fröhund erlieget; nur wer ein Christ lich, weil er das Unsichtbare hält. von Herzen ist, hat Freudigkeit Getrost ist stets mein Mut, zuzu jeder Frist. letzt wird alles gut, wenn wir 2. 3war bekümmert mich die glauben; wer glaubt, behält Sünde, die ich an mir und an- durch dich das Feld, o Jesu, dern finde, so lang' ich leb' in und besiegt die Welt. dieser Welt; diese will ich stets beklagen, doch nicht in meinem Schmerz verzagen, da mein VerMel. Herzliebster Jesu, was 2c. trauen Jeſum hält; durch seinen 709. Was murren über Kreuzestod bin ich versöhnt mit Gott. Jesu! Jesu! wie wohl ist mir, wenn ich allhier in diesem Glauben traue dir! 3. Meine Schuld ist mir vergeben, ich habe Teil an jenem Leben; das weiß' und glaub' ich festiglich! Lob sei Gott! der nicht gedentet der Sünden, die mein Herz gefränket, und sich erbarmet über mich. Was kann der Feind mir thun? Ich bin und heiße nun Kind und Erbe; durch Gottes Sohn besik' ich schon in Hoffnung jene Ehrenkron'. Erben? Die eigne Sünde nur ist ihr Verderben; sie jagen nach der Thorheit eitlen Freuden und finden Leiden. 2. Ach wären wir vom Jüngling bis zum Greife gehorsam Gottes Willen, fromm und weise, wie glücklich würden wir schon hier auf Erden, wie selig werden! 3. Unzählbar sind der ew'gen Liebe Gaben, die gern mit reinen Freuden uns will laben; von allen Seiten strömt uns Heil und Segen reichlich entgegen. Seligkeit der Christen in diesem Beben. 405 4. Die Sünde konnt' allein| beschieden, und schmeckt auch in dies Glück zerrütten, sie stürzet der Not den höhren Frieden. Throne und verwüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht jedem Tage mit neuer Plage. 5. Nie kann der Sünder froh gen Himmel schauen, an Gott nicht denken ohne Furcht und Grauen, vor Tod und Grab und vor dem künft'gen Leben muß er erbeben. 6. Sei uns von allen, treuer Gott, gepriesen, daß du uns hast den Weg zum Heil gewiesen und Kraft verleihen willst, die Macht der Sünden zu überwinden. 8. Laß uns dir immer mehr geheiligt werden, dann sind die Deinen wir schon auf der Erden und scheiden einst im gläubigen Vertrauen, dich dort zu schauen. 3. Wer Jesum bei sich hat und seine Gaben, der mag mit ihrer Lust die Welt nicht haben. Wer reich in Christo ist, hat g'nug auf Erden und kann in Ewigkeit nicht reicher werden. 5. Wer Jesum bei sich hat, darf nicht erschrecken, wenn ihm 7. Heil uns, dein Sohn er der Sünden Schuld will Angst schien, uns zu erlösen und zu erwecken. Wer Jesum bei sich befrein vom schweren Joch des hat, wird nicht verderben; wer Bösen; sein Geist macht uns aus Sesum bei sich hat, wird selig schuldbeladnen Sündern zu sterben. Gottes Kindern. Mel. Es traure, wer da will c. 710. We er Jesum bei sich hat, kann sicher stehen und wird im Unglücksmeer nicht untergehen. Wenn ihn der Herr beschützt, was kann ihm schaden? Er wandelt überall auf ebnen Pfaden. 4. Wer Jesum bei sich hat, kann ruhig wallen; er zeigt den Himmelsweg den Seinen allen. Wer ihm getreulich folgt, wird niemals gleiten, denn ihm steht immerdar der Herr zur Seiten. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 711. Wie groß ist deine Herrlichkeit, schon hier, o Christ, in dieser Zeit und noch viel mehr dort oben. Von allem, was die Welt dir zeigt, ist nichts, was dieser Würde gleicht, zu der du bist erhoben! Christus Jesus salbt die Seelen, die ihn wählen, und sie haben in ihm seines Geistes Gaben. 2. Teilhaftig göttlichen Geschlechts, erfreust du dich des hohen Rechts, dich Gottes Kind zu 2. Wer Jesum bei sich hat, der nennen. Sieh, welche Ehre, welhat den Himmel, und ihn vergnü- chen Ruhm giebt dir der Herr get nicht das Weltgetümmel; er zum Eigentum; mag es die Welt nimmt geduldig an, was Gott verkennen! Mag sie auch hie stolz 406 Seligkeit der Christen in diesem Leben. sich blähen, dich verschmähen, ja zu sehen, wenn er dich läßt dich hassen, deinen Ruhm muß fie dir lassen. auferstehen. 3. Ein König, Priester und Prophet, der vor des Höchsten Throne steht, wirst du von Gott gelehret! Du wirst begabt mit hoher Macht, daß herrlich werde hier vollbracht, was Gottes Ruhm vermehret. Klarheit, Wahrheit, wird gegeben deinem Leben durch den Glauben, und ihn kann kein Feind dir rauben. 4. Du bist mit Jefu fest vereint; der Herr ist auch dein treuster Freund, des Liebe dich erquicket. Er hat dir seines Geistes Pfand von seinem Thron herabgesandt und dir ins Herz gedrücket. Eilst du ihm zu, so wird Frieden dir beschieden; dein Verlangen bleibe stets, ihm anzuhangen. 7. O Chrift, in welchen hohen Stand setzt dich des Höchsten Gnadenhand! Bedenke deine Würde! Fühl deine Hoheit jederzeit, in aller deiner Niedrigkeit, und trag auch ihre Bürde! Lebe, strebe, daß dein Adel ohne Ta= del immer bleibe; darum liebe, hoff und gläube. Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. 712. Wie groß, wie herrschon hier im Prüfungsleben! Ich darf den frohen Kindesblick, mein Gott, zu dir erheben. Bin ich gleich Staub, o Herr, vor dir, doch schenkst du deinen Frieden mir. O Himmel auf der Erde! 5. Durch ihn stehst du mit Gott im Bund; er wählet deines Herzens Grund, darin er Wohnung machet. Er hat zu seines Namens Ruhm, dich auserwählt zum Eigentum, darüber er stets wachet. Gott pflegt, Gott trägt ward dein Kind, dein Erbe. 2. Wer bin ich ärmster, daß du mein auf deinem Thron gedenkest und mir die Macht, dein Kind zu sein, durch Jesum Christum schenkest? Wie fühlt mein Wesen sich gestärkt! dir blieb auch ich nicht unbemerkt und in den Armen voll Erbarmen dich Geringen, daß kein Leid dich kann bezwingen. 3. Du haft aus tiefer Seelennot mich gnädig aufgenommen; nun darf ich frei auf dein Ge6. Nie machet eines Menschen bot, zu dir, mein Vater, komMund die hohe Ehr' und Würde men. Ich fleh' in Kindeszuverkund, die dich schon ziert auf Er- sicht, und du verschmähst das den; weit weniger ist offenbar, Flehen nicht, und thust noch was einst die Zukunft machet über Flehen. klar, daß du ihm gleich wirst werden. Ewig selig mit den Frommen wirst du kommen, Gott 4. Was ist der Erde Last und Gram? Was sind nun alle Leiden, seit sie mein Bruder auf sich 407 Seligkeit der Christen in diesem Leben. nahm, und gab mir Himmels- schon auf Erden; dem muß ja freuden? Das Herz verschmachtet volle G'nüge werden, der in dir mir nicht mehr, denn überall und findet Ruh' und Lust. rund umher, fließt Tau des Friedens Gottes. 5. Ich steh' im Glanz des Gnadenthrons, froh wie der Engel einer. Vergäß' ein Mutterherz des Sohns, sein Herz vergißt nicht meiner. Er leitet mich mit milder Hand so zart am unsichtbaren Band, als führt' er nur mich einen. 2. Die Welt mag sich mir feindlich zeigen; es sei also, ich acht' es nicht. Will sie sich freundlich zu mir neigen, ich flieh' ihr trügend Angesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Auch in den stärksten Trübfalswellen kann 6. Ja Gutes und Barmherzig- deine Treu' mich sicher stellen, feit läßt er mich hier empfan- die mir den festen Anker reicht. gen. Mein Herz darf schon in 3. Will mich die Last der Sündieser Zeit am Vaterherzen handen drücken, blitzt auf mich des gen. Mit dem begnadigten Ge- Gesetzes Weh: nur du kannst schlecht genieß' ich hier schon mich dem Fluch entrücken, drum Kindesrecht, bis ich's dort voll schau' ich gläubig in die Höh'. genieße. Ich fliehe, Herr, zu deinen Wunden, da hab' ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen: du bift mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 7. Dort in der Auserwählten Kreis, die Gottes Thron umringen, will ich mit höhren Kräften Preis dem Gott der Liebe fingen, der solch ein Heil an mir vollbracht, und ihn für seine Lieb' und Macht anbetend ewig rühmen. In eigener Melodie. 713. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh'! Ich steig' aus dunkler Schwermutshöhle und eile deinen Armen zu. Dann muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit der Fülle hoher Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel 4. Lenkst du durch Wüsten meine Reise, ich folg' und lehne mich auf dich; du giebst mir aus den Wolken Speise und tränkest aus den Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb' und Segen; genug, wenn ich dich bei mir hab'! Ich weiß, wen du willst herrlich zieren, und über Sonn' und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, ich seh' ihn an mit frohem Mut; denn du, mein Leben, 408 Seligkeit der Christen in diesem Leben. hafsest keinen, des Herz und Seele| 5. Wie fest und stark ist im in dir ruht. Wie kann des Gebete, wie findlich seine ZuWeges Ziel mich schrecken, da versicht! Er weiß, Gott hört an aus der Nacht, die mich wird jeder Stätte und giebt ihm gern, decken, ich eingeh' in die Sicher- was ihm gebricht; ja immer heit? Mein Licht, so will ich mehr, als er begehrt, wird ihm denn mit Freuden aus dieser von oben her gewährt. finstern Wildnis scheiden zur sel'gen Ruh' der Ewigkeit. Mel. O daß ich tausend Bungen 2c. 714. Wohl dem, der aus dem Geist geboren ein neues Herz von Gott empfängt und, ihm zum Eigentum erforen, sich ganz zu seinen Wegen lenkt! Wer Christo folgt, ihm gleich gesinnt, ist selig auch als Gottes Kind. 2. Der Sünde Finsternis entrissen und frei von ihrer Sklaverei, ist er beruhigt im Gewissen, vom Fluche des Gesetzes frei. Mit Gott aufs innigste bereint, sieht er im Vater auch den Freund. 6. Und immer lenkt zu seinem Heile, was auch geschieht, des Baters Huld; auch wenn er fällt, wird ihm zu teile mehr als Verzeihung und Geduld. Der Geist hilft seiner Schwachheit auf und fördert weiter seinen Lauf. 4. Gott schenkt zu jedem guten Werte ihm seinen Geist der Heiligung, zu jedem Siege neue Stärke, im Leiden Trost und Linderung; ja schon in dieser Prüfungszeit den Vorschmack jener Herrlichkeit. 7. So wandelt er auf Gottes Wegen und freuet seiner Gnade sich; was er beginnt, gerät zum Segen, er liebt den Nächsten brüderlich. Mag dann die Welt ihn immer schmähn, vor Gott wird er dereinst bestehn. 8. Versichert, daß er selig werde, ist er vergnügt bei jedem Los, entbehret gern die Luft der Erde und fühlt im Herrn sich reich und groß. Was eitlen Herzen wohl gefällt, darauf ist nie sein Wunsch gestellt. 3. Er kann mit Zuversicht verlangen, was Gottes Sohn uns schon erwarb; er wird, was 9. Sieht er den Tod von ferne er bedarf, empfangen, weil Je- kommen, er freut sich, daß die sus ihm zum Heile starb: Licht Stund' erscheint; ihm wird die aus der Höh' und Mut und Bürde abgenommen, und der Kraft zum Kampf in seiner Pil- sie löset ist sein Freund. Wenn geschaft. Gott ihn nicht zurück mehr hält, schwingt er sich gern zur beßren Welt. 10. Wie selig, wer aus Gott geboren ein neues Herz von ihm empfängt und, ihm zum Eigentum erforen, sich ganz zu seinen Wegen lenkt. Wie ruhig, ja wie 409 Seligkeit der Christen in diesem Leben. selig ist im Leben und im Tod Früchten reich, dessen Zweige sich ein Christ! verbreiten an des klaren Baches Seiten. 3. Also wird gedeihn und grünen, wer in Gottes Wort sich übt; Luft und Sonne muß ihm dienen, bis er reife Früchte giebt. Werden seine Blätter alt, bleiben sie doch wohlgestalt't; Gott giebt Glück zu seinen Thaten, alles muß ihm wohl geraten. Mel. Werde munter, mein 2c. 715. Wohl dem Menschen, der nicht wandelt in der Gottvergegnen Rat! Wohl dem, der nicht unrecht handelt, noch tritt auf der Sünder Pfad; der der Spötter Freundschaft fleucht und aus ihrer Mitte weicht; der von Herzen liebt und ehret, was uns Gott vom Himmel lehret. 4. Aber wen die Sünd' er= freuet, dessen Glück kann nicht bestehn, wie die Spreu vom 2. Wohl dem, der mit Lust Wind zerstreuet, wird er plötzlich und Freude das Gesetz des untergehn. Kommt der Herr Höchsten treibt; welcher, wie und hält Gericht, so entrinnt der auf süßer Weide, stets in Got- Sünder nicht, und es werden tes Worte bleibt. Er ist einem nur die Frommen in sein Reich Baume gleich, der an edlen dort aufgenommen. XXV. Vom Tode. Mel. 3ion klagt mit 2c. sterben muß. Menschen, als der Sünde Erben, bleibt der Sünden 716. h Herr! Lehre mich Sold: ste sterben. bedenken, daß ich 3. Wenn wir kaum geboren endlich sterben muß: oft laß werden, ist vom ersten Lebensmeinen Sinn sich lenken auf des tritt bis ins kühle Grab der Lebens ernsten Schluß. Stell Erden nur ein kurz gemeßner ihn meinen Augen für und er- Schritt; ach mit jedem Stundenwecke die Begier, mich nach deinem schlag nähert sich der letzte Tag, Wort in Zeiten auf den Abschied und in jedem Lebensjahre sind zu bereiten. wir alle reif zur Bahre. 2. Endlich muß ein Licht ver= brennen; endlich läuft die Sanduhr ab. Also muß auch ich bekennen: Staub vom Staube sinkt ins Grab! Fest besteht der ew'ge Schluß, daß, was lebet, 4. Predigen nicht meine Glieder täglich von der Sterblichkeit? Leg' ich mich zur Ruhe nieder, seh' ich mich im Leichenkleid. Ja, der Schlaf stellt treu und wahr mir des Todes Abbild dar, und 410 Vom Tode. das Bette will mir sagen: so gegeben; du nahmst ihn uns, wirst du ins Grab getragen. wir trauern und sind stille, gut ist dein Wille! 5. Ach wer weiß, in welcher Stunde uns die letzte Stimme 5. Er gab den Geist in seines weckt; denn Gott hat die dunkle Mittlers Hände, im Glauben Kunde keinem Menschen noch selig sei auch unser Ende: du entdeckt. Wer sein Haus hat wollest, Herr, mit ihm und mit wohl bestellt, geht getroft aus den Deinen uns dort vereinen. dieser Welt. Aber Sicherheit im Leben kann nur Furcht im Tode geben. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 6. Drum auch in gesunden 718. Gemeinde. Begrabt den Leib in seine Jahren will ich niemals sicher Gruft, bis ihn des Richters sein, will die Beßrung nicht ver- Stimme ruft! Wir säen ihn, sparen, bis die Schwachheit bricht einst blüht er auf und steigt verherein. Täglich will ich Buße klärt zu Gott hinauf. 2. Eine Stimme. Senkt mein verwesliches Gebein, o ihr noch Sterblichen, nur ein! Es bleibt im dunkeln Grabe nicht, mein Jesus kommt und hält Gericht. 3. Die Gemeinde. Der Leib, nur ein belebter Staub, muß werden der Verwesung Raub. Er ruht und schläft, bis er erwacht an jenem Tag aus Todesnacht. thun und dann froh im Glauben ruhn, daß der Tod mich frei von Sünde und mit dir verföhnet finde. Mel. Herzliebster Jefu 2c. 717. Am [ m Grabe stehen wir und opfern Thränen, wir schauen in die Gruft mit bangem Sehnen, da du, o Bater, einen deiner Frommen von uns genommen. 2. Er liebte dich und strebte, deinen Willen als Jesu Jünger treulich zu erfüllen; gottselig war und deinem Rat ergeben sein ganzes Leben. 3. Mit ihm ist uns ein Freund ins Grab getragen; sein treues Herz wird nicht mehr für uns schlagen; nun kann sein Rat, des wir uns sonst erfreuten, uns nicht mehr leiten. 4. Eine Stimme. Mag die Verwesung dich zerstreun, du bald zerfallendes Gebein; gezählt ist, wie des Hauptes Haar, mein Staub! Gott weckt mich wunderbar. 5. Die Gemeinde. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie befreit von aller Not und fie von ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Nimm Preis und Dank, 6. Eine Stimme. Der Alldaß du in diesem Leben zum barmherz'ge gehet nicht mit den Segen den Entschlafnen uns Erlösten ins Gericht, für die der 411 In eigener Melodie. 719. Christus, der ist mein Du 7. Die Gemeinde. Leben, und Sterben wandeltest im finstern Thal und mein Gewinn. Ihm will ich littest hier viel Schmerz und mich ergeben, in Frieden fahr' Qual; du trugest deines Hei- ich hin. lands Joch, nun bist du tot und lebest doch. 8. Eine Stimme. Bei euch hat Trübsal mich gedrückt, nun hat mich Gottes Ruh' erquict. Im finstern Thale wandelt' ich, doch führte Gottes Rechte mich. 9. Die Gemeinde. Er litt Vom Tode. Mittler litt und starb, und ihnen Gnad' und Heil erwarb. 12. Eine Stimme. Ja, lasset mich in meiner Ruh' und gehet euern Hütten zu! Schafft eure Seligkeit und ringt, bis ihr euch auch der Erd' entschwingt! 2. Ich eile gern von hinnen zu ihm, dem Bruder mein, den bei ihm zu sein. Himmel zu gewinnen und dort 4. Wenn mir die Augen viel mehr, der uns versöhnt und brechen, der Atem stockt im Lauf, seine Sieger herrlich krönt. Oder Mund nicht mehr kann ew'ger Lohn für kurze Pein, sprechen: Herr, nimm mein dann wird's wie Träumenden Seufzen auf! uns sein! 5. Wenn mir Sinn und Ge10. Eine Stimme. Ich danken vergehen wie ein Licht, trug sein Joch bis an mein das hin und her muß wanken, Grab, nun trocknet er die Thränen weil Nahrung ihm gebricht: ab. Was sind die Leiden jener 6. Alsdann fein sanft und Zeit, Gott, gegen deine Herr- stille, wenn kommt mein Stünlichkeit! delein und es gebeut dein Wille, 11. Die Gemeinde. Nun, laß, Herr, mich schlafen ein. 7. Dann wollst du bei mir du Erlöster! schlaf in Ruh'! wir bleiben, wenn's Abend worden gehen unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit mit ist, und alle Furcht Freud' und Zittern uns bereit. bis sich mein Auge schließt. vertreiben, 13. Die Gemeinde. Gotteslamm, dein bittrer Tod stärk' uns in unsrer letzten Not! Laß unsre ganze Seele dein und felig unser Ende sein! 3. Nun hab' ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Rot, durch seine heil'gen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. Mel. Gott hab' ich alles 2c. 720. Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit; in deiner Hand steht unsre Zeit. Der du gezählt des Hauptes Haar, hast, eh ich war, mir auch bestimmt mein Todesjahr. 2. Ist nun vollendet unsre Bahn, so nimm dich unser gnä 412 Vom Tode. dig an. Hilf uns in unsrer letzten der verstockte Sünder mit bangem Not, Herr unser Gott, ein sanf- Herzen nahn; wo selbst der freche ter Schlaf werd' uns der Tod. Spötter nicht mehr zu spotten wagt und vor der Gläub'gen Retter erzittert und verzagt. 3. Und macht ihn schwer der Krankheit Schmerz, so stärke das beklommne Herz; halt uns in deiner Vaterhut, gieb uns den Mut, der ganz in deiner Fügung ruht. 3. Wenn, diese Bahn zu gehen, dein Will' einst mir gebeut; wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit; wenn meine Kräfte beben und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in solcher Angst, der du 5. Zeig uns die Herrlichkeit zum Heil der Sünder selbst mit des Herrn und unsres Glaubens dem Tode rangst. Wenn bei Lohn von fern; laß uns, wenn des Kampfes Ende mich Todeswir zum Vater flehn, in Christo schrecken faßt, dann nimm in sehn, wie er uns liebt, zu dem deine Hände, den du erlöset hast. wir gehn. 5. Des Himmels sel'ge Freu6. Ach Gnad' ergehe dann für den ermißt tein sterblich Herz; Recht, denn von dem sterblichen o Trost für kurze Leiden, für Geschlecht ist auch der Heiligste kurzen Todesschmerz. Dem Sünnicht rein. Wer kann je dein, denüberwinder sei ewig Preis Gott, ohne deine Gnade sein? und Dank; Preis ihm, der für 7. Osei mit deiner Gnad' uns Sünder den Kelch des Todes uns nah, ist unsre letzte Stunde trant. da. Wenn unser Auge sterbend bricht, leit' uns dein Licht, so fehlt uns Trost im Tode nicht. 4. Geist Gottes, in uns wirke du die sel'ge Hoffnung ew'ger Ruh', damit in gläubigem Vertraun und ohne Graun wir in die Nacht des Todes schaun. 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, und aufgelöst zu werden mit heil'ger Furcht sich freun. Bereit, es ihm zu geben, sobald ihr Gott gebeut, gehn sie getroft durchs Leben hin zur Unsterb= Mel. Herzlich thut mich c. 721. Die auf der Erde wallen, die Sterblichen sind Staub, sie blühen auf lichkeit. und fallen, des Todes sichrer Raub. Die Stund' ist uns verborgen, da Gottes Stimme ruft; doch jeder neue Morgen bringt 722. Die Christen gehn in Mel. Der lieben Sonnen Licht 2c. näher uns zur Gruft. Welt 2. Getroft gehn Gottes Kin- mannigfachen Jammer, bis auf der die öde, dunkle Bahn, zu den Weg zum Himmelszelt, sie Vom Tode. 413 ruhn in stiller Kammer. Nach 4. Es hilft nicht Kunst noch wohl vollbrachtem Lauf nimmt Wissen, wir werden hingerissen, Gott die Seele auf; das Weizen- der morgen, dieser heut. Was forn streut Gottes Hand auf hilft der Schlösser Menge? Wem Hoffnung in sein heil'ges Land. hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 2. Die ihr schon aufgebrochen seid aus eurer Brüder Mitten, wir freun uns eurer Seligkeit und folgen euren Schritten! Der nun befreite Geist ist himmelwärts gereist; die Hülle findet ihre Ruh' im Grab, und Liebe deckt sie zu. 5. Was sind der Erde Thronen? es können alle Kronen vom Tode nicht befrein. Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur auch bedecken, das Scepter Sicherheit verleihn? 6. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre vor unser Haus gebracht; dann müssen wir von hinnen, eh wir uns noch besinnen, und uns um= fängt des Grabes Nacht. 3. Sie bleibt, bis ihre Stunde schlägt, in heiliger Verwahrung, bis sich das neue Leben regt am Tag der Offenbarung. Und dann, welch selig Los in Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ' uns gleiche Bahn so tief hinab, so hoch hinan! 7. Dies laßt uns wohl bedenken, das Herz zum Himmel lenken, wo alles ewig steht. Wer dorthin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, weil sie Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 723. Die Herrlichkeit der mit ihrer Lust vergeht. Erden Staub und Asche werden; kein Fels, kein Erz bleibt stehn. Das, was Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu 2c. uns hier ergöket, was man als ewig schätzet, muß wie ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen? Sie währen kurze Zeit. Was ist der Menschen Leben? Mit Pracht und Glanz umgeben, ist's doch nur Tand und Eitelkeit. 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und unser Leib verblichen, ist's um der Ehre Dunst gethan. 724. Dir ſterb' ich einst, wenn ich dir, Jesu, lebte; o daß dein Bild im Sterben vor mir schwebte! Dann geh' ich still, in Gott getrost wie du, durch dich gerecht, in meines Grabes Ruh'. 2. Wer also stirbt, der weihet durch sein Sterben die Seinen auch zu frohen Himmelserben; verherrlicht wird durch ihn die Gotteskraft, die aus dem Schmerz am Grabe Wonne schafft. 3. Bin ich zu schwach, dich sterbend noch zu preisen, so wollst du doch die Gnade mir erweisen, 414 Vom Tode. daß nicht mein Tod dem Schwa-| mich! Du wolltest, Herr, wo du chen Anstoß sei, mein letztes bist, sei auch ich. Wort noch zeige meine Treu'. 5. Drum sinn' ich schon auf 4. Getrost und sanft aus Dank- und Freudenlieder zu frommer Christen Mitte zu dir Gottes Preis, für mich und zu gehn, das, Herr, ist meine meine Brüder, weil du mit uns Bitte! so wird mein Tod Er- durch Todesschatten dringst und höhung deines Ruhms und ein uns bei dir zum ew'gen Leben Beweis der Kraft des Christen- bringst. tums. 5. 3um Lobgesang für mein erfülltes Hoffen stehn mir ja dort Mel. Wenn einft mein Stündlein 2c. die Ewigkeiten offen; hier gieb mir nur, sich neigt, das Flehn zu dir in meinem Geist nicht schweigt. 726. Du wirst, o Bater, für mein auch einst im Tode sorgen, bleibt mir gleich, wie ich sterben soll, nach deinem Rat verborgen. Mein Ende steht allein bei dir; erhalte nur den Glauben mir, daß du es weislich ordnest. Sieg giebt mir 2. Gieb, daß ich meine höchste Lust an meinem Heiland habe, und, seiner Liebe mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe, daß ich auf den, der für mich starb, und Trost und Hoffnung mir erwarb, stets unverzagt vertraue. Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu 2c. 725. Du u Lebensfürst, dein Vertrauen, du zähmst den Tod, nun darf mir nicht mehr grauen, du führest selbst mich durch das finstre Thal und machst zur Ruh', was andern wird zur Qual. 2. Jetzt ist der Tod ein Ausgang aus dem Jammer, ein 3, möchte des Bewußtseins Eingang hin zur stillen Friedens- Kraft mir bleiben bis ans Ende, kammer, ein Übergang, bis mein daß auch am Ziel der Pilger= getreuer Hirt den Leib verklärt schaft das Herz zu dir sich wende, zur Seele bringen wird. und eingedenk der Lieb' und Treu', die täglich an mir wurde neu, mein Geist von hinnen 3. Das ist der Tod! soll er noch Menschen schrecken? Vielmehr er soll ermuntern uns und scheide. wecken, er, der die Saat zur vollen Reife bringt, daß jenseits dann der Ernte Jubel flingt. 4. Doch soll ich durch Gewalt, o Gott, schnell oder angstvoll sterben, so führe nur auch so der 4. Was du so oft und teuer Tod mich zu des Himmels Erben! uns verheißen, es solle nichts Drum hilf mir, daß ich allezeit aus deiner Hand uns reißen, zur Rechenschaft vor dir bereit das stehet fest: kein Zweifel störe die Welt verlassen könne. Vom Tode. 415 5. Fehlt es mir einst an Freu-| nur der Gläub'gen Heer frohdigkeit im Kampf mit großen Schmerzen; will weichen die Gelassenheit aus meinem bangen Herzen: dann, treuer Vater, rechne du des Glaubens Schwächen mir nicht zu, nein hilf mir sie besiegen. 6. Wenn ich einst nicht mehr denken kann, im Tode nicht mehr beten; dann nimm die stillen Seufzer an, laß Chriftum mich vertreten. Ist er, den du erhörst, nur mein, so bin auch ich, mein Vater, dein im Leben und im Tode. Mel. Aus tiefer Not 2c. 727. in Bilger bin ich in der Welt, voll lockend vor dir stehen. 4. Wie manche Nacht hab' ich in Schmerz der Krankheit durchgeweinet; wie seufzet oft das bange Herz, wenn nirgend Hülf erscheinet: doch meine Thränen stillen sich, denn jenes Leben tröstet mich, das mich mit dir vereinet. 5. Wenn mich der Zukunft Dunkel schreckt, die Not der späten Tage, wenn jene Last mir Sorg' erweckt, die einst als Greis ich trage, so schöpf' ich aus der Ewigkeit mir reichen Trost für diese Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 6. Wenn einst, der jetzt noch ferne droht, der Tod mir näher winket und nach der Erdentage Not mein Haupt zum Schlummer finket, so bin zum Sterben ich bereit und tröste mich der Herrlichkeit, die mir entgegen winket. Müh' sind meine Tage; so manche Not, die mich befällt, reizt noch mein Herz zur Klage; doch, Herr, der Trost der Ewig teit versüßt mir meiner Tage Leid, daß ich's geduldig trage. Mel. Chriftus, der ift mein 2c. 2. Der Sünde Joch, das auf mir liegt, drückt nieder meine 728. inft geh ich ohne Beben zu meinem Seele. Wie leicht ist doch mein Tode hin, denn Christus ist mein Herz besiegt: wer weiß, wie oft Leben und Sterben mein Geer fehle? Doch einst werd' ich winn. vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein; dies tröstet meine Seele. 2. Ich fürchte nicht die Schrecken der finstern Erdengruft: der wird mich auch erwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Hier wandeln viele vor mir hin, die, Jesu, dich ver= 3. Und riefe mich, zu scheiden, schmähen; tief kränket mich ihr auch heute schon mein Gott, so stolzer Sinn, daß sie dein Heil folg' ich ihm mit Freuden und nicht sehen; dort sieht mein sterb' auf sein Gebot. Auge sie nicht mehr, ich sehe! 4. Des Lebens Kraft und Fülle 416 welk' immer hin, wie Laub, und dieses Leibes Hülle sei der Verwesung Raub! 5. Ich hoff' ein beßres Leben, das ewiglich besteht. Ein Leib wird mich umgeben, der nimmermehr vergeht. Vom Tode. 6. Dann eil' ich dir entgegen, mein triumphierend Haupt; ich ernte ew'gen Segen und schau', was ich geglaubt. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 729. Gitle Welt, dein bin ich müde; wann, sterben, daß ich Jesum möge sehn und sein ew'ges Heil erwerben; ach! möcht' es doch bald geschehn! Nahet euch, Erlösungsstunden, da ich, aller Angst entbunden, von der rauhen Lebensbahn mich kann schwingen himmelan. 5. Jesus Christus ist mein Leben, und das Sterben mein Gewinn. Engel, kommt, mich zu umschweben, tragt zu Gott die Seele hin! Schon hab' ich von jedem Frieden sel'ges Vorgefühl hienieden, darum wünsch' ich dort zu sein, wo mich Schauen wird erfreun. ach wann erquicket mich Himmels- 6. Euch, die ihr mich hier geruh' und ew'ger Friede, wann liebet, die mit mir ein Sinn ruft mich mein Gott zu sich? verband, die mein Scheiden jetzt Rufe, Herr, ich will mit Freu- betrübet, euch befehl' ich Gottes den aus des Lebens Trübsal Hand. Gott versorget, Gott bescheiden, denn ich weiß, durch schützet, er wird geben, was euch Christi Blut machest du mein nüket: also ist mein Haus beEnde gut. stellt, gute Nacht, du eitle Welt. 2. Dem ist vor dem Tod nicht bange, der des armen Lebens satt und dies Jammerthal schon lange mühevoll durchwandelt hat. 730. Er wird alle Stunden zählen, bis Befreiung seiner Seelen und das Ende aller Not ihm erscheinet mit dem Tod. Mel. Ich habe g'nug 2c. s ist genug! ſo nimm, Herr, meinen Geist zu Zions Geistern hin; lös auf das Band, das schon allmählich reißt, befreie meinen Sinn. O stille doch dies heiße Sehnen und mach ein Ende meinen Thränen: es ist genug! 3. 3war ich bin nicht ungeduldig, daß mich Kreuz und Elend drückt; mehr zu leiden wär' ich schuldig, als mein Gott mir zugeschickt. Weiß ich doch, daß mich kein Leiden kann von seiner Liebe scheiden; auch das Kreuz, von ihm gesandt, soll 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt durch unsrer Sünde Schuld; sie hatt' in mir des Guten Lieb' erstickt, geraubt mir deine Huld. Sie hatte mich mir sein ein Gnadenpfand. von Gott geschieden, gestöret meiner Seele Frieden: es ist genug 4. Darum nur wünsch' ich zu Vom Tode. 417 3. Es ist genug des Kreuzes,] 3. Es ist vollbracht! Hinweg das mich fast herab zur Erde sind Angst und Pein, sind Sor= beugt. Wie schwer, o Gott, gen, Gram und Schmerz; sein wie hart ist diese Last, die Golgatha soll mir ein Tabor nimmer von mir weicht! Ich sein; wie freuet sich mein Herz! muß wohl unter heißen Thränen Bald werd' ich zu des Friedens mich herzlich nach Erlösung seh- Höhen aus allen meinen Kämpfen nen: drum ist's genug! gehen. Es ist vollbracht! 4. Es ist genug, wenn Gott, 4. Es ist vollbracht! Ich dringe mein Heiland, will, er kennet ja froh hindurch; nichts fesselt mich mein Herz; ich harre sein und noch hier. Ich steig' empor zu halte ruhig still; er heilet jeden jener Himmelsburg, schon zeiget Schmerz; was meine sieche Brust sie sich mir. Ich seh' durch ihre getragen, nimmt er hinweg und goldnen Pforten, was niemand wird dann sagen: Es ist genug! sagen kann in Worten. Es ist vollbracht! 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so ende meinen Lauf; entrücke mich dem Jammerthal der Welt, nimm mich zu dir hinauf. Heil mir! Ich fahre hin in Frieden, mein Kreuz und Elend bleibt hienieden: Es ist genug! 5. Es ist vollbracht! Mein Leib mag immerhin bald Staub und Asche sein; der Heiland, des ich ewig, ewig bin, verklärt einst mein Gebein. Ich fürchte nicht des Grabes Schrecken, denn Gottes Sohn wird mich erwecken. Es ist vollbracht! Mel. Es ist genug, so nimm 2c. 6. Es ist vollbracht! Gott Lob, 731. Es ist vollbracht, es ist vollbracht! Mein Jeſus Gott Lob, es ist nimmt mich auf! Fahr hin, o vollbracht! Mein Jesus nimmt Welt! ihr Freunde, gute Nacht! mich auf. Fahr hin, o Welt! Ich ende meinen Lauf. Das ihr Freunde, gute Nacht! ich beste Teil hab' ich getroffen; Heil ende meinen Lauf. Verschwun- mir! Ich seh' den Himmel offen. den sind all meine Leiden; in Es ist vollbracht! Jesu scheid' ich voller Freuden. Es ist vollbracht! Mel. Mit Fried' und Freud' sc. 2. Es ist vollbracht! Mein Jesu nahm auf sich, als Mittler, 732. Get etrost und freudig meine Schuld. Am Kreuzesgeh ich hin nach stamm litt er und starb für Gottes Willen; bald wird sich mir mich; o welche große Huld! Ich sein Vatersinn ganz enthüllen; hab' in meines Heilands Wun- gnädig wird er mir verleihn, was den auf ewig volle Ruh' ge- Christus mir erworben. funden. Es ist vollbracht! 2. Erbarmend sprach der Herr 27 418 zu mir: dir ist vergeben; ich gebe meinen Frieden dir, du sollst leben; fürchte nichts, denn du bist mein, ich habe dich erlöset. Vom Tode. andern hin, wohl aus den Augen und dem Sinn. Und ob du hoch gepriesen bist, die Welt ver= gißt dein, wenn dich Grabesnacht umschließt. 3. Dies ist mein Trost: ich bin erlöst und Gottes Erbe; ich 6. Gieb, Herr, daß ich beweiß, daß er mich nicht verstößt, denken lern': nie sei mein Ende wenn ich sterbe. Tod, wo ist von mir fern; daß ich nie set nun deine Macht, wo ist dein der Stimme taub: auch du bist Sieg, o Hölle? Staub und wirst dereinst des 4. Gott ist mein Fels, auf Todes Raub! ihn allein will ich vertrauen. Ich sehne mich, bei ihm zu sein, ihn zu schauen. Lange dürftet schon mein Herz, ihn droben anzubeten. 7. Ich fürcht' ihn nicht, denn er entrückt uns nur dem Leiden, das uns drückt. Schließt er mein irdisch Auge zu, dann führest du, o Herr, mich zu der ew'gen Ruh'. 8. Der Leib, ins stille Grab versenkt, ruht dann, von keinem Und froh Mel. Ich hab' mein' Sach' zc. 733. Gott hab' ich alles Schmerz bedrängt. heimgestellt, er schwingt sich der Geist hinan mach's mit mir, wie's ihm ge- die Himmelsbahn, mit neuem fällt. Mit Freuden bin ich stets Leibe angethan. bereit, wenn er's gebeut, zu scheiden aus der Zeitlichkeit. 2. Es ist ja dieses Jammerthal voll Angst und Trübsal überall; und unser Leben schnell verstreicht, dem Pfeil es gleicht, der eilend hin zum Ziele fleucht. 9. 3war harret meiner dein Gericht, o Gott, doch ich verzage nicht. Ich weiß, dein Sohn vergoß sein Blut auch mir zu gut; das hebt und stärket meinen Mut. 10. Mich hält dein Sohn an 3. Nichts hilft dem Menschen seiner Hand, mit dem der Glaube Gut und Geld, denn nackt und mich verband. Bin ich auch nicht bloß kam er zur Welt; und von Sünden rein, ich bin ja unser aller harrt das Los, auch sein! Mir können keine Strafen nackt und bloß zu finken in der dräun. Erde Schoß. 4. Wer weiß, wann Gottes Stimme ruft? Den Jüngling auch empfängt die Gruft. Und wer am Morgen froh erwacht, hat oft vor Nacht schon seinen Lebenslauf vollbracht. 5. Man trägt eins nach dem 11. Dich schau' ich dann, du ew'ges Licht, von Angesicht zu Angesicht. Und fern von jedem Erdenleid, in Herrlichkeit, lob' ich dich, Herr, in Ewigkeit. 12. Amen, mein frommer, treuer Gott! bescher uns einen sel'gen Tod! Gieb, daß wir mögen freu Vom Tode. denreich, den Engeln gleich, vereinigt sein in deinem Reich! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 734.$ err Gott, du kennest meine Tage, du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Reim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind, drum mache du mich allezeit zum Sterben fertig und bereit. 419 sterben und leben so, als lebt' ich nicht, dann kann die Seele nicht verderben, wenngleich mein Aug' im Tode bricht; mein Tod ist süß, ich sterbe dir, denn du, mein Heiland, lebst in mir. 2. Du hast mir meine Zeit gegeben und ihr zugleich das Bald mein kurzes Leben für diese Ziel bestimmt. Wer weiß, wie Welt ein Ende nimmt; drum flöße mir die Weisheit ein, aufs End stets bedacht zu sein. 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, mich ganz der Sünde zu entziehn, mich von der Weltlust zu entfernen und um den Himmel zu bemühn. Ein sel'ges Ende erst beweist, was Christentum und Glaube heißt. 4. Früh will ich nach der Heimat trachten, in der ich ewig bleiben kann, vor allem auf den Himmel achten, den Christus mir hat aufgethan; so wird mein Haus hier auf der Welt und auch im Himmel wohl bestellt. 5. Mein Herz ist nur im Himmel droben, dort ist der Seele Erb' und Teil; bei Christo ist mir aufgehoben der Freuden Fülle, ew'ges Heil; mir ist das Eitle viel zu schlecht, im Himmel ist mein Bürgerrecht. 6. Wohlan! so will ich täglich 7. So kommt, ihr feierlichen Stunden, komm, eile, mein Erlösungstag, da ich, von aller Not entbunden, zum Leben sterDa find' bend dringen mag. ich in des Höchsten Hand mein Eden und mein Vaterland. Mel. Herr Jesu Chrift, wahr'r 2c. 735. Her mein Herr und Gott, der du erlittest Angst und Spott, für mich den Tod am Kreuze starbst und mir des Vaters Huld erwarbst. 2. Ich bitte dich kraft deiner Pein, du wollst mir Sünder gnädig sein, wenn ich nun komm' in Sterbensnot und ringe mit dem bittern Tod. 3. Wenn mir vergehet das Gesicht, dann sende mir des Glaubens Licht; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, dann nimm mein stilles Seufzen an. 4. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt und Menschenhülfe ganz zerrinnt, dann steh nach deiner Lieb' und Treu' in mei= nem letzten Kampf mir bei. 5. Führ mich aus diesem Jammerthal, verkürze mir des Todes Qual! laß deinen Geist dann bei mir sein, daß ich schlaf" sanft und selig ein. 27* 420 Vom Tode. 6. Den Leib laß ruhn in sei- und zu deinem Thron hinauf ner Gruft, bis ihn dein großer lenkt sie freudig ihren Lauf. Tag einst ruft; zerreiße dann mit starker Hand des Todes und des Grabes Band. 7. Dann denk, o Herr, nach deiner Huld nicht meiner großen Sünden Schuld und lasse dort mit dir zugleich mich ewig sein in deinem Reich. 8. Ich halte fest und zweifle nicht bei dem, was mir dein Wort verspricht: wer an mich glaubt, obschon er stirbt, das ew'ge Leben doch erwirbt. Mel. Jesut, der du meine Seele zc. 736. in Frieden fahren und 4. Wenn die matten Augen brechen, sei der Geist doch hoch erfreut, mög' an meinem Staub sich rächen dieser Welt Vergänglichkeit. Auch der Leib, der in der Erden erst als Staub zu Staub muß werden, wird dereinst verklärt und schön durch die Allmacht auferstehn. 5. Treuer Vater! ich befehle meinen Geist in deine Hand: führe die verklärte Seele in das rechte Vaterland. Nach der Trübfal, nach dem Leiden überschütte sie mit Freuden, daß kein Leid und kein Geschrei, daß kein Schmerz und Tod mehr sei. bei Jesu Christo sein, wo sich 6. Und in meinen letzten 3ü= die verklärten Scharen in dir, gen bleib, o Jesu, du bei mir: ihrem Gott, erfreun. Christus hilf mir kämpfen, hilf mir siegen! ist und bleibt mein Leben; er Ewig hängt mein Heil an dir. der Weinstock, ich der Reben. Mit dem innigsten Entzücken Drum ist Sterben mein Gewinn: will ich an mein Herz dich Gott, nimm meine Seele hin! drücken! Kämest du, o Herr, 2. Von der Erde schon be- schon heut! Komm, die Seel' freiet, sehnet sich mein Geist ist ganz bereit. nach dir; Christus hat mein Herz erneuet, öffne nun die In eigener Melodie. Himmelsthür! Herr, willst zu ew'ges Leben mir zum Gna- 737. einer Macht, du in in denlohne geben! Hallelujah der Zeit, Lob und Preis in Ewigkeit. hast mich an das Licht gebracht und du erhältst mir auch das 3. Ist dein Kommen gleich Leben; du tennest meiner Monverborgen, kommst du doch zur den Zahl, weißt, wann ich dierechten Zeit und bringst den ver- sem Erdenthal auch wieder gute klärten Morgen ungetrübter Se- Nacht muß geben; wo, wie und ligkeit. Aus der dunklen Erden- wann ich sterben soll, das weißt höhle eilt dann die erlöste Seele du, Herr des Lebens, wohl. Vom Tode. 421 2. Wen hab' ich doch als dich| Sünders willst du nicht, drum allein, der mir in meiner letzten schreckt mich nicht dein streng Pein kann Trost und Rat und Gericht, weil du auch mich in Hülfe bringen? Wer nimmt sich Christo liebest; drum fahre meiner Seele an, wenn nun Furcht und Zweifel hin! Ich mein Leben nichts mehr kann weiß, daß ich des Herren bin und ich muß mit dem Tode ringen, wenn allen Sinnen Kraft gebricht: thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, schon lieg' ich kraftlos da, dem letzten Augenblicke nah, von Todesangst schon überfallen, Gehör und Rede nehmen ab, die Augen sehen nur das Grab; doch kränkt die Sünde mich vor allen, die Stimme des Gewissens spricht: Gerecht ist Gott! er hält Gericht! 7 Herr Jesu Christ, dein teures Blut vergossest du auch mir zu gut, ich weiß, daß ich dir angehöre. Fällt ja in meiner Todespein mir noch ein banger 3weifel ein, so rette deines Leidens Ehre; du hast so viel an mich gewandt, o laß mich nicht aus deiner Hand! 4. Ich höre der Posaune Ton, ich sehe meinen Richter schon und um ihn alle Völker stehen; geöffnet liegt vor ihm sein Buch, schon hör' ich des Gesetzes Spruch, ihn wendet nicht mein ängstlich Flehen; Verdammnis ist des 8. Nein! nein! ich glaube fest, mein Heil, ich hab' an dir auf ewig Teil, du bist im Tode noch mein Leben! So sieg' ich über Angst und Not, ob auch die Hölle und der Tod mit ihren Schrecken mich umgeben: dieweil ich lebe, bin ich dein; dein werd' ich auch im Tode sein. Sünders Teil, er hat kein Recht an 5. Kein Geld noch Gut errettet mich, umsonst erbeut ein Bruder sich, den sünd'gen Bruder zu erlösen. Ein jeder wird alsdann empfahn den Lohn für das, was er gethan, in dem Gericht schützt nichts den Bösen. Wer hilft mir sonst in dieser Not, thust du es nicht, mein Herr und Gott? Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. 738. ch sterbe täglich, und mein eilt immer zu dem Grabe hin; wer kann mir sichre Bürgschaft geben, daß ich noch morgen lebend bin? Der Tod, der Tod kommt her, hin geht die Zeit, ach, wär' ich täglich doch bereit! 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten, eh er die Sichren überfällt. Drum mußt du schnell ins Land der Toten, wohl dir, ist Herz und Haus bestellt. Oft hängt, oft hängt an einem Augenblick dein ew'ges Unglück 6. In meiner Seele großem Schmerz erheb' ich zu dir Aug' und Herz, der du die Missethat vergiebest; den Tod des oder Glück. 422 Vom 3. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie du mir gegeben, das ist und bleibt mir doch weiß ich nicht, wo, wie und unbekannt; drum gieb, drum wann? Vielleicht werd' ich der gieb, Herr, daß ich jeden Tag Welt entnommen, bevor ein meinen Abschied denken neuer Tag bricht an, vielleicht ist schon mein Ziel bestimmt, eh diese Stund' ein Ende nimmt. an mag. 4. Es kann vor Abend anders werden, als es den Mor- 2. Dies alles kann mich nicht gen mit mir war; wo ich auch betrüben, in Gottes Hand steht wandle hier auf Erden, steht meine Zeit. Der Menschen Tage neben mir die Totenbahr'. Ein sind geschrieben in seinem Buch Schritt, ein Schritt nur ist es von Ewigkeit; ist das, was bis dahin, wo ich des Grabes sterblich, abgethan, dann fängt Beute bin. unsterblichs Leben an. 5. Vielleicht kann ich kein Wort 3. Ich weiß aus Gottes teumehr sagen, wenn sich am Ziel rem Worte, der Tod sei Gläumein Auge schleußt; drum bet' bigen kein Tod; er ist mir eine ich in gesunden Tagen: Herr! Himmelspforte, das Ende aller dir befehl' ich meinen Geist. Und meiner Not, ein sanfter Abend, wenn und wenn ich kaum noch der mich fühlt, wenn ich des feufzen kann, dann nimm des Tages Last gefühlt. Heilands Fürsprach' an. 6. Kann ich nicht segnen dann die Meinen, so segne du sie, Herr, für mich; wenn um mich her sie zagend weinen, o Vater! so erbarme dich: dann laß, dann laß auch der Verwaisten Schrein durch deinen Sohn erhörlich sein. Tode. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 739. Ich weiß, es wird kommen, 7. Dringt endlich mir der Tod zum Herzen, so schließ mir, Herr, den Himmel auf; verkürz des letzten Kampfes Schmerzen und führe mich zu dir hinauf. Dann sterb', dann sterb' ich ohne Angst und Pein, und selig wird mein Ende sein. 4. Drum harrt mein sehnendes Verlangen, bis mich der Tod der Erd' entrückt. Mit Freuden will ich ihn empfangen, weil Jesus diesen Boten schickt, der nach des Lebens Angst und Pein mich führet in den Himmel ein. Seele im wahren Glauben fertig, 5. Laß nur, Herr Jesu, meine stehn, daß ich nicht meines Ziels verfehle, wenn ich einst muß von hinnen gehn. O mache du mein Herz bereit zur Reise nach der Ewigkeit. 6. Gieb, daß ich stets in Buße lebe, verleih mir ein geheiligt Herz, wenn ich den Geist dir übergebe, dann tröste mich dein Vom Tode. 423 Todesschmerz; so scheid' ich freu-| einst mein Auge bricht; mit allen dig von der Welt, wo, wie und Sel'gen schaue ich dann dein wann es dir gefällt. Angesicht. Mel. Beficht du deine Wege 2c. Gottes Rat er= Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 740. 3 geben, verlaff ich 741. Mein Gott, ich weiß gern die Welt; ich geh' zum beğren Leben, sobald es Gott sterbe, ich weiß, wie bald der gefällt. Was wär's, das mich Mensch vergeht, und finde hier betrübte? Dort schau' ich ewig kein sichres Erbe, kein Gut, das den, der meine Seele liebte, noch ewiglich besteht: drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht eh ich ihn gesehn. selig sterben kann. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: kommt her, beladne Herzen, ihr findet bei mir Ruh'. Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, auch mich erfreun und in der letzten Stunde mir Geist und Leben sein. 3. Mit dir muß es mir glücken, daß ich den Kampf besteh', wenn 3. Mein Gott, ich weiß nicht, ich mit gläub'gen Blicken auf wie ich sterbe, wie mich des dich, mein Heiland, seh'; auf Todes Hand berührt! dem einen dich, der du für Sünder selbst mit dem Tode rangst, als mächt'ger überwinder ihn auch für mich bezwangst. wird das Scheiden herbe, sanft wird der andre heimgeführt: doch wie du willst, nur das verleih, daß ich getroft im Scheiden sjei. 4. Der frohe Siegsgedanke: 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ist dein Stachel, Tod? stärkt wo ich sterbe und welcher Hügel mich, daß ich nicht wanke in einst mich deckt; g'nug, wenn meiner Todesnot. Durch dich ich dieses nur erwerbe, daß ich wird, wenn ich sterbe, das Ster- zum Leben werd' erweckt: wo ben mir Gewinn; ich bin des dann mein Grab auch möge Himmels Erbe, weil ich dein sein, die Erd' ist allenthalben dein. eigen bin. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, ob es nicht heute noch geschieht, daß mich des Todes Hauch entfärbe, der Blume gleich, die schnell verblüht: drum mache täglich mich bereit zum Hingang in die Ewigkeit. 5. Dein Blut kann nicht ver= 5. Nun, treuer Vater, wenn gebens für mich geflossen sein; ich sterbe, so nimm du meinen du schreibst ins Buch des Lebens Geist zu dir; ich weiß, daß ich auch meinen Namen ein. Du dann nicht verderbe, lebt Christus bist's, dem ich vertraue, bis und sein Geist in mir: darum 424 erwart' ich glaubensvoll, wo, wie und wann ich sterben soll. Vom Tode. verklärten Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. Mel. Jesus, meine Buversicht 2c. 742. Meine Lebenszeit ver7. Tritt im Geist zum Grab oft hin; siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr, daß ich streicht, stündlich Erde bin, lehre du mich selbst eil' ich zu dem Grabe; und wie bedenken. Lehre du mich's jeden wenig ist's vielleicht, das ich Tag, daß ich weiser werden mag. noch zu leben habe? Denk, D Mensch, an deinen Tod; säume nicht, denn eins ist not. In eigener Melodie. 2. Lebe, wie du, wenn du 743. Mit Fried' und Freud' stirbst, wünschen wirst, gelebt fahr' ich dahin, ist's zu haben. Güter, die du hier Gottes Wille. Getrost ist mir erwirbst, Würden, die dir Men- mein Herz und Sinn, sanft und schen gaben, nichts wird dich im stille. Wie Gott mir verheißen Tod erfreun; diese Güter sind hat: der Tod ist mir ein nicht dein. Schlummer. 3. Nur ein Herz, das Gutes 2. Das dank' ich Christo, liebt, nur ein ruhiges Gewissen, Gottes Sohn, dem Trost der das vor Gott dir Zeugnis giebt, Frommen, der zu uns von des wird dir deinen Tod versüßen; Vaters Thron ist gekommen, daß dieses Herz, von Gott erneut, und auch im Sterben. er Heil und Leben sei in Not giebt im Tode Freudigkeit. 3. Den hast du allen vorge= 4. Wenn in deiner letzten Not stellt mit großen Gnaden, zu Freunde troftlos um dich beben, seinem Reich die ganze Welt dann wird über Welt und Tod eingeladen durch dein teuer heildich dies reine Herz erheben; sam Wort, das überall erschollen. dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 4. Er ist das Heil und sel'ge Licht den Völkern allen, daß einst, die es noch sehen nicht, in ihm wallen; er giebt Heil der ganzen Welt, ihm sei Preis, Dank und Ehre. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lerne nur den Tod nicht scheun, lerne seiner dich erfreun. 6. überwind ihn durch Vertraun; sprich: ich weiß, an wen 744. Mit In eigener Melodie. itten in dem Leben sind wir vom Tod ich gläube, und ich weiß, ich werd' ihn schaun einst in dem umfangen; wer ist, der uns Hülfe Vom Tode. schafft, daß wir Gnad' erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die den Zorn verdienet hat. Heiliger Herr und Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken in der bittern Todesnot. Erbarme dich unser! 2. Mitten in dem Tode wird das Gericht uns dräuen; wer will uns aus solcher Not gnadenvoll befreien? Das thust du, Herr, alleine. Dich jammert unsre Sünd' und Leid, du thust uns Barmherzigkeit. Heiliger Herr und Gott! Heiliger starter Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Lağ uns nicht verzagen, wenn wir vor Gerichte stehn. Erbarm dich unser! 425 freit von jeder Laft der Erde, Gott schauen werde. 3. Mitten in dem Weltgericht, wo die Schuld uns schrecket, ach zu wem fliehn wir dann hin, der uns gnädig decket? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut dieser sünd'gen Welt zu gut. Heiliger Herr und Gott! Heiliger starter Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nimmer fallen aus des rechten Glaubens Trost. Erbarm dich unser! 2. Sei mir willkommen, heiß ersehnte Stunde, wenn scheidend ich mit schon erblaßtem Munde den preis' im Tode, der auf höhre Stufen mich nun gerufen. 3. Wie bin ich doch des langen Weges müde! Mein ein'ger Wunsch ist jenes Lebens Friede, wo jedes Herz, wie schwer es sei verwundet, in Gott gesundet. 4. O ging' ich bald, sei's auch auf dunklen Wegen, dem Morgen meines höhern Seins entgegen! wandelt' ich schon, wo am hellern Tage verstummt die Klage! 5. Doch dürfen wir in Un= geduld und Thränen uns nach dem Ziel der Laufbahn schmerzlich sehnen? Ist's frömmer nicht, vor Gott sich findlich beugen und ruhig schweigen? 6. Der Vater nur weiß, was dem Kinde nüket; er ist es, der mit Lieb' uns unterstützet. Wer ist wohl je an seiner Hand erlegen auf rauhen Wegen? 7. Auch mir sind heilsam dieser Erde Leiden, durch die sich einst vom Gold die Schlacken scheiden, daß ich gereift für himmlische Genüsse die Heimat grüße. Mel. Herzliebfler Jesu, was haft zc. 745. 8. Drum, bis auf dein Geheiß der Tod erscheinet und ich die letzten Thränen ausgeweinet, schlüge und bald die müde gebeut dein heiliger, dein weiser Seel' hinübertrüge, wo ich, be- Wille mir tiefe Stille. daß mir der Erlösung Stunde 426 Vom Wachet auf, ruft uns 2c. Der Chor. 9. Ganz dir ergeben will ich ruhig warten; du lohnst auch mir, wie allen, die dein harrten, wirst mich, wenn ich vollbracht 747. Selig find des Himdies Prüfungsleben, zu dir er- Toten, die in Christo sterben, zur mels Erben, die heben. Auferstehung eingeweiht! Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit! Mel. Jesu, meine Freude zc. 746. Rube, fromm be= In Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh'! Hyosianna! Vor Gottes Thron zu seinem Sohn folgt ihnen ihrer Werke Lohn! stattet, du von Schmerz ermattet, unter Christen hier. Wir, die Blicke senkend, dein in Wehmut denkend, weihen Thränen dir. Als ein Christ hast du gelebt, wandeltest auf Gottes Wegen höherm Licht entgegen. 2. Droben einst belohnen dich des Richters Kronen, der die Thaten wägt; hier sind unserm Kreise deiner Treu' Beweise bleibend eingeprägt. Ruh in Frieden dann! dein Geist ist zu Christo aufgenommen in das Chor der Frommen. Tode. Die Gemeinde. Mel. Jesus, meine Buversicht 2c. 2. Staub bei Staube ruht ihr nun in dem friedevollen Grabe! Möchten wir, wie ihr, auch ruhn Ach, der Welt entrannt ihr schon, in dem friedevollen Grabe! fandet eurer Arbeit Lohn. 3. Jesu will's! Wir leben noch, leben noch in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, alle, die die Kron' erstritten. Endlich, endlich kommt der Tod, führt, wie sie, auch uns zu Gott. 4. Jesus lebte selber hier, lebte selbst in Pilgerhütten; ach viel mehr, viel mehr als wir hat der Göttliche gelitten. Standhaft laß im Kampf uns stehn, stets auf dich, Vollender, sehn! 5. Was ist dieses Lebens Zeit? Eine schwüle Mittagsstunde; 4. Nun ruht Staub Staube, doch dein sel'ger Glaube lebet in uns fort. Wo der Weltverfühner, sind auch seine dennoch hängt die Seligkeit an Diener, welch ein tröstlich Wort! der kurzen Lebensstunde; ew'ges Traurig scheiden wir von hier; Leben oder Tod wägt uns zu doch erhört wird unser Flehen der heil'ge Gott. durch solch Wiedersehen. 6. Jesu, unsre Zuversicht, un3. Du bist wohl geborgen, wir voll Leid und Sorgen, daß der Tod uns schied. Die velağnen Deinen stehn am Grab und weinen, daß ihr Glück verblüht; bringen dir, verklärter Geist, Dank für alle Lieb' und Treue, für des Beispiels Weihe. bei Mel. Vom ser Teil ist einst das Leben; wenn auch unser Auge bricht, wirst du es aus Gnaden geben; deinen Frieden gabst du schon uns zum Pfande, Gottes Sohn. 7. Wer an dir im Glauben hält, den wirst du einst auferwecken. Diese Kraft der begren Welt laß bei unserm Tod uns schmecken. Gieb uns mehr noch als wir flehn, mehr noch als wir jetzt verstehn. 427 Verstorbene Kinder an ihre Eltern. Mel. Ich dank' dir, lieber 2c. 748. So hab' ich obgesieget, mein Lauf ist nun vollbracht; nur meine Hülle lieget und schläft in Todesnacht. Des Vaters treue Liebe sieht sehnend in mein Grab, die Mutter wendet trübe die nassen Augen ab. 2. Jhr netet eure Wangen, ihr Eltern, über mich, euch hat das Leid umfangen, daß euch das Herz fast bricht. O tröstet euch, ihr Lieben, thut nicht so ängstig= lich! Was wollt ihr euch betrüben? steht's doch gar wohl um mich. Tode. Der Chor. 8. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Versöhner, Jesu Christ! Ihr, der überwin3. Denk, Vater, wie viel Sorder Chöre, bringt Dank, An- gen, wie manche bange Nacht, betung, Preis und Ehre dem wie manchen düstern Morgen Lamme, das geopfert ist! Er ein liebes Kind oft macht. Was sant, wie wir, ins Grab; laßt ihm kann widerfahren, das es liebt; den nun vom Weinen ab, ihr Er- fürchtet, der lösten! Nicht Schmerz, nicht Pein, Kummer kannst du sparen, drum nur Wonn' allein wird an des sei nicht so betrübt. Lammes Throne sein! Die Gemeinde. 4. Ach Mutter, laß die Zähren und stell dein Klagen ein. Muß nicht des Herrn Begehren an uns erfüllet sein? Das, was du jetzt beweinest, was dir so wehe thut, ist besser, als du meinest; denn Gott macht alles gut. 9. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann! Er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn! Heil, 5. Wohl ist nun eurem Kinde, nach dem wir weinend rangen, das jetzt dem Schiffer gleicht, der nun bist du, Heil, uns aufge- schnell bei günst'gem Winde den gangen, nicht mehr im Dunkeln, Hafen hat erreicht; dem Pilger, nicht von fern. Nun weinen wir der die Mühe des Weges nicht nicht mehr! Das Alt' ist nun nicht mehr! Hallelujah! Er ging voran des Todes Bahn, wir folgen ihm einst himmelan! gespürt, weil ihn ein Richtsteig frühe dem Ziel hat zugeführt. 6. Dahin sind Angst und Schmerzen, auf immer, immer 428 Vom Tode. hin, ich freue mich von Herzen, dein Beispiel und dein Wort. daß ich erlöset bin; ich leb' in Uns, die deinen Wert gesehn, tausend Freuden in meines Gottes kann dein Bild nie untergehn, Hand, mich trifft forthin kein und dir folget noch im Grabe Leiden, das dieser Welt bekannt. Lieb' und Dank als fromme 7. Die noch auf Erden wallen Gabe. in irrtumsvoller Zeit, vermögen 4. Gott, der du ihn uns gekaum zu lallen von froher Ewig- schenket, dir sei Preis und Dank teit. Viel besser wohl gestorben dafür! Der du ihn zum Heil als mit der Welt gelebt! Ich gelenket, Dank, o Jesu, Dank hab' das Erb' erworben, nach sei dir! Lenke stets auch unsern dem der Fromme strebt. Sinn auf das ew'ge Erbteil hin! Gieb uns allen, was wir flehen, dort ein sel'ges Wiedersehen. 8. Ihr weiht mir Blumenkränze, wie man den Sieger ehrt; im ew'gen Himmelslenze wird Schönres mir gewährt. Das ist die grüne Krone, die ew'ge Siegespracht, womit von seinem Throne mich Gottes Sohn bedacht. Fürbitte für Sterbende. Mel. Bion klagt mit Angst 2c. Mel. Mitten wir im Leben sind zc. 750. Stärke, die zu dieser Zeit, da wir, Herr, dir singen, müde, sprach749. Soll denn alles, alles los und voll Schmerz mit dem enden in Verwesung Tode ringen! Du nur kannst ſie und in Staub? Läßt der Tod aus erquicken. Sie liegen da und sehn seinen Händen nimmermehr den hinab in das schauervolle Grab. teuren Raub? Blicket hoffnungs- O Vater, unser Gott! O Mittler, los hinab unser Aug' ins öde Jesu Chrift! Heil'ger Geist, barmGrab? Ist auf ewig nun verlo- herziger Tröster! Ew'ger Gott ren, was sich unser Herz erkoren? und Herr! Laß sie nicht ver2. Nein, du bist uns nicht sinken in des Todes letzter Angst! verloren, ob dein Leib auch bald Sei ihr starker Schutz! zerfällt, denn dein Geist weilt 2. Wer mit einem Trunke labt neugeboren schon in einer beßren deiner Jünger einen, der soll dort Welt. Was du Wahres hier mit frohem Mut im Gericht er= gedacht, was du Gutes treu voll- scheinen. Wir labten gern die bracht, reift zu ew'gem Heil und Matten. Doch da sie nichts mehr Segen dort vergeltend dir ent- laben kann, flehen wir für sie dich an. O Vater, unser Gott! 3. Auch bei uns, die dich be- O Mittler, Jesu Christ! Heil'weinen, wirkest du in Segen fort; ger Geist, barmherziger Tröster! unvergessen von den Deinen bleibt Ew'ger Gott und Herr: Laß sie gegen. Vom Tode. 429 4. Weil du vom Tod erstanfreudig stehen in der Stunde des Gerichts! Sei ihr starker Schutz! den bist, werd' ich im Grab 3. Ach weil Jesus Christus nicht bleiben: mein höchster Trost selbst diesen Kelch getrunken und, dein' Auffahrt ist, sie kann die von größrer Qual umringt, ist Furcht vertreiben: denn wo du ins Grab gesunken: um seines bist, da komm' ich hin, daß ich Todes willen hör unser thränen- stets bei dir leb' und bin, drum voll Gebet, das für sie um Gnade fahr' ich hin mit Freuden. fleht! Vater, unser Gott! Mittler, Jesu Chrift! Heil'ger Geist, barmherziger Tröster! Ew'ger Gott und Herr! Laß sie sanft entschlummern und einst fröhlich auferstehn! Sei ihr starker Schuh! Mel. Wenn mein Stündlein 2c. enn einst mein 751. Wenn einst Stündlein kommen ist, daß ich nun soll erblassen, so steh mir bei, Herr Jesu Christ, du wollst mich nicht verlassen. An meinem letzten End' befehl' in deine Händ' ich meine Seel', du wirst sie wohl bewahren. 2. Die Sünde wird mich tränken sehr, mein Herz mich hart verklagen; der Schuld ist viel wie Sand am Meer, so daß ich möcht' verzagen. Doch denk' ich in der letzten Not an deinen bittern Kreuzestod, so hab' ich Trost und Frieden. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst' ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib' in Todesnot und Schmerzen. Und wenn ich sterbe, sterb' ich dir, ein ew'ges Leben haft du mir durch deinen Tod erworben. Mel. Jesu, meines Lebens 2c. 752. Wer mit gläubigem Gemüte an dem Sohne Gottes hing, wer für seine Ehre glühte und auf seinen Wegen ging, dessen Angedenken ehre, wenn er stirbt, die fromme 3ähre, und mit seinem teuren Bild bleibe jedes Herz erfüllt. 2. Er hat jenen Ruhm erworben, welcher immerdar besteht, und mit ihm ist nicht gestorben, was er Gutes ausgesät; dieses bleibt, wie in den Stunden, wo die Sonne schon verschwunden, noch der Abendröte Schein bleibet, um uns zu erfreun. 3. So auch ließ er seiner Thaten vollen Segen uns zurück, und ihm reift aus diesen Saaten jetzt des Himmels ew'ges Glück. Gott, der Richter aller Welten, wird sie offenbar vergelten; alle bringt er an das Licht, nur der Fehler denkt er nicht. 4. Preist den Herrn, daß seine Gnade Kraft dem nun Verklärten gab, um der Wahrheit heil'ge Pfade fest zu wandeln bis ans Grab; preist den Herrn, der ihn 430 Vom Tode. geliebet, ihn durch weise Zucht| wohn', erwecke mich, o Gottes geübet und ihn der verderbten Sohn, daß ich mich stets erhalte Welt hat zum Beispiel aufgestellt. wach und jeden Tag, eh ich noch sterbe, sterben mag. 5. Dieses bleib', als sein Vermächtnis, ewig unserm Herzen wert, und es werde sein Gedächtnis, wie er es verdient, geehrt! Gleich ihm laßt uns eifrig streben, Christo, unserm Herrn, zu leben, freudig, wie auch er gethan, wandeln auf des Heiles Bahn. 6. Ehren also wir die Brüder, die man zu dem Grabe trug, o dann ehrt man so uns wieder, wenn auch unsre Stunde schlug. Dann wird mancher Fromme sagen: würdig ist er unsrer Klagen, würdig, daß man ihn beweint, denn er war des Heilands Freund. Mel. Ich hab' mein' Sach' 2c. 753. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit! 5. Was hilft die Welt in letzter Not? Lust, Ehr' und Reichtum in dem Tod? Was fehrst du dich dem Eitlen zu, es flieht im Nu und führt dich nicht zur wahren Ruh'! 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Bust! Mir ist das höchste Gut bewußt, das such' ich eifrig für und für, das bleibet mir; Herr Jesu, zeuch mein Herz zu dir! 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist, ich traue dir; laß Berg' und Hügel fallen hin, mir ist's Gewinn, wenn ich bei meinem Jesu bin. 4. So lang' ich in der Hütten 7. Wie wird mir sein, wenn ich dich seh' und dort vor deinem Throne steh'! Dann ist verschwunden diese Zeit mit ihrem Leid, und ich geh' ein zur Herrlichkeit. Das Ende der Frommen. wie eilen wir zur Ewigkeit! wie Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. mancher sinkt in Todesnacht, eh 754. Wie sanft sehn wir den Frommen er's gedacht und sich dazu bereit gemacht. 2. Das Leben ist gleich einem Traum, ist nur ein Land und nicht'ger Schaum; der Blume gleicht's, die heute steht und schnell vergeht, sobald der Wind darüber geht. nun bald der Erd' entnommen, sich seinem Ziele nahn: wo von den eitlen Freuden die Sünder trostlos scheiden, gehn seine höchsten Freuden an. 2. Er freut sich auf sein Ende und hebt voll Dank die Hände zu seinem Vater auf: gesichert vor Verderben, kann er nun fröhlich sterben nach einem wohl= vollbrachten Lauf. 3. Sein ruhiges Gewissen bebt nicht vor Finsternissen der Bahn, die er nicht kennt: des Todes Vom dunkle Pfade erhellt ihm Gottes Gnade, den er in Christo Vater nennt. 4. Mit dankendem Gemüte preist er des Mittlers Güte, der ihn dem Tod entreißt, sein Herz, zu Gott erhoben, empfängt den Trost von oben und Fried' und Freud' im heil'gen Geist. 5. Er tröstet noch die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und segnet sie; und seiner Treue wegen erfüllet Gott den Segen, verlässet und versäumt sie nie. 6. Die Engel steigen nieder, voll heil'ger Jubellieder die Seele zu empfahn: er stimmt in ihre Chöre, bringt seinem mittler Ehre, der Großes auch an ihm gethan. Tode. 431 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Not im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben für die Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsres Lebens fleinster Teil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Dem Tode folget das Ge= richt; da bringt Gott alles an das Licht; des Herzens Rat wird offenbar und was uns hier verborgen war. 7. Herr, lehre mich im Leben dem Glauben nachzustreben, der solches Heil erwirbt: mein ist des Himmels Erbe, wenn ich so selig sterbe, wie der gerechte Fromme stirbt. Mel.: laßt uns den Leib 2c. 755. Wi ie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrtum wahr. 6. Da nun der Tod dir täglich dräut, so sei stets wacker und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig iſt. 7. Ein Seufzer in der letzten Not, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht noch nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folget, sich vom Bösen kehrt; ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'. Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Das, was dem Höchsten wohlgefällt, das Ziel, das er dir vorgestellt, und was dir ewig Heil verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Die Liebe in des Glaubens Kraft ist, was dir ew'ges Heil 432 Vom Tode. verschafft, sie, zum Beruf dir Frucht des Geistes in mir vorgestellt, sie ist's allein, was sei; Gott gefällt. 13. Daß ich zu dir um Gnade 12. Gieb, Herr, daß ich fleh', dem Bösen rüstig widersteh' an jedem Tag mein Herz vor und endlich in des Glaubens dir erforschen mag, ob Liebe, Macht mit Freuden ruf': es ist Demut, Fried' und Treu' die vollbracht! XXVI. Vom ewigen Leben. In eigener Melodie. die, mit Himmelsglanz umgeben, 756. Alle Menschen müssen stehen vor des Ew'gen Thron; sterben, ihre Herr- wo der Seraphinen Chöre dem lichkeit verblüht, niemand kann Anbetung weihn und Ehre, den den Himmel erben, der zuvor ihr ew'ges Loblied preist, Gott, den Tod nicht sieht! Erde bin den Vater, Sohn und Geist. ich und zur Erden muß mein Leib einst wieder werden, soll er herrlich auferstehn und zum höhren Leben gehn. 2. Darum will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott gefällt, gern in seine Hände geben und verlassen diese Welt; denn ich bin durch Christi Leiden dort ein Erbe seiner Freuden, und in meiner letzten Not ist mein Trost des Mittlers Tod. 5. Wo die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sitet der Apostel Zahl, wo von Anfang alle Frommen sind zur ew'gen Ruh' gekommen, wo auch die, so ich beweint, mit dem Heiland sind vereint. 6. Alle, die sein Kreuz getragen und gekämpft des Glaubens Streit, sehn verwandelt ihre Plagen dort in Fried' und Seligkeit; weihn ihm ihre Jubellieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn, der sie erwählt und den Seinen beigezählt. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben, drum geh' ich mit Freuden hin; aus dem eitlen Weltgetümmel 7. Gottes Stadt, voll ew'ger schwing' ich mich empor zum Schöne! o wie herrlich glänzest Himmel, wo ich in dem reinsten du! o welch lieblich Lobgetöne Licht schaue Gott von Angesicht. hört man dort in sel'ger Ruh'! 4. Dort in jenem Freuden- O der großen Freud' und Wonne, Leben find' ich Millionen schon, dort geht auf die wahre Sonne, Vom ewigen Leben. und der helle Tag bricht an, der kein Ende nehmen kann. 8. Ich entbrenne vor Verlangen, was ich glaub' im Licht zu sehn: meine Krone zu empfangen und verklärt vor Gott zu stehn. Sinte hin, mein Leib, zum Staube; denn ich weiß, an wen ich glaube, mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh' zu Christo hin. In eigener Melodie. 757. Auferstehn, ja aufer= stehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh'! Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben! Hallelujah! 2. Wieder aufzublühn werd' ich gesät! Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben; er sammelt uns, die starben, ins Himmelreich! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag! Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich! 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein; mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden! Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr! 5. Ach! ins Allerheiligste führt mich mein Mittler, ihn schau' ich! Im Heiligtume leb' ich zu seinem Ruhme! Hallelujah! 433 und Heil und ewig Leben! dies willst du auch aus Gnaden mir mit den Erlösten geben: dort werd' ich, was mein Sehnen stillt und mich mit reiner Lust erfüllt, in voller G'nüge finden. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 758. Der Freuden Quell 2. Dich, den ich hier voll Zuversicht schon Vater durfte nennen, dich lern' ich dann im hellern Licht, in deiner Liebe tennen; mit hoher Freude bet' ich dann auf ewig dein Erbarmen an, das mich zum Himmel führte. 3. Dort sind sie alle mir enthüllt, die Wunder deiner Stärke, und mit Entzücken ganz erfüllt erheb' ich deine Werke; volltommner als hier in der Zeit strahlt mir dann deine Herrlichkeit im höhren Glanz entgegen. 4. Da werd' ich deinen gnäd'gen Rat noch mehr als hier verstehen, dir danken, daß den richt'gen Pfad dein Geist mich lehrte gehen; und daß auch, wo du mich betrübt, mich deine Weisheit nur geübt und mich zu dir gezogen. 5. 3um Ziele reiner Heiligkeit werd' ich, o Gott, dann dringen und, was dein Wille mir gebeut, mit Freudigkeit vollbringen; ich fühle dann die reinste Luft, bin keiner Sünde mir bewußt und schmecke deinen Frieden. 6. Den Heiland, den ich hier geliebt, seh' ich dort mir zur Wonne; die Herrlichkeit, die ihn ist, Gott, bei dir umgiebt, wird mir zur ew'gen 28 434 Vom ewigen Leben. Sonne. Auch da ist er mein dein Freund mit Preis sich aus Herr und Freund, durch ihn dem Grab' erheben. Dann zeigt bin ich mit dir vereint und allen die That, Herr Jesu Christ, daß Auserwählten. du der Fürst des Lebens bist, zum Schrecken aller Sünder. 7. Der Freuden Fülle ist bei dir, mein Gott, in jenem Beben; 5. Dann sammeln sich um da wirst du überschwenglich mir deinen Thron die Deinen, Herr, was mich erfreuet geben; da mit Freuden; du giebst der währt mein Glück in Ewigkeit, Treue ew'gen Lohn, vergiltst der nichts fehlt ihm an Vollkommen- Erde Leiden. Sie ernten dann heit. hilf es mir erreichen. nach Gottes Rat der Freuden Füll' aus Thränensaat im Reiche deiner Gnade. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. 6. O möcht' auch ich dem 759. Der Heiland kommt Weltgericht getroft entgegensehen zum Weltgericht, und dort vor deinem Angesicht den Erd' und Himmel ehren! mit den Erwählten stehen! Durch o weigert euch, Erlöste, nicht, dich von Angst und Furcht bejetzt auf sein Wort zu hören. freit, im Schauen deiner HerrWer hier ihn bloß den Herrn lichkeit jauchzt dir dann meine genannt und ihn nicht durch die That bekannt, der wird dort nicht bestehen. Seele. 2. Herr, ich will deiner Ma- Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. jestät mit frommer Treue dienen, ist gleich, wie Gott dich hat er 760. Der letzte meiner Tage ist mir viel= leicht nicht fern; o dann wird alle Klage ein Lobgesang dem höht, uns noch nicht ganz erschienen. Was uns hier noch verborgen war, wird einst vollkommen offenbar, wenn du wirst Herrn. Vollbracht ist dann mein Lauf, geendet ist mein Leiden, mich nimmt zu seinen Freuden der Herr, mein Mittler, auf. wiederkommen. 3. Wenn dann der Weltkreis vor dir bebt, in seinem Grund erschüttert, und alles, was auf Erden lebt, vor bangem Warten zittert, wenn alle Engel um dich stehn, dann werden Erd' und Himmel sehn, wie hoch dich Gott erhöhet. 2. Er hat mir durch sein Sterben den Himmel aufgethan, ich soll sein Reich ererben und ew'ges Heil empfahn. Von ihm bin ich ein Glied; hat sich mein Haupt erhoben, so weiß ich, daß 4. Dann werden, Herr, auf nach oben der Herr mich zu dein Geheiß die Toten wieder sich zieht. leben, dein Feind mit Furcht, 3. Nur meines Leibes Bürde Vom ewigen Leben. 435 verschließt die finstre Gruft. Mich| Tage, und dann wird alle Klage hebt zu höhrer Würde mein ein Lobgesang dem Herrn. Jesus, der mich ruft. Er gehet mir voran, und durch des Todes Grauen folg' ich ihm mit Vertrauen auf neuer Lebensbahn. 4. Schon strahlet meinen Blicken des höhren Lichtes Glanz; mit seligem Entzücken erfüllet es mich ganz. Da nenn' ich hocherfreut die Engel meine Brüder und sinke staunend nieder vor Gottes Herrlichkeit. Mel. Ewigkeit, du zc. 761. Der Tag, an dem mein Heiland spricht: kommt, Menschen, kommt vor mein Gericht! erfüllt mich nicht mit Beben. Der mich zu seiner Schar berief, auf dessen Tod ich hier entschlief, wird mich zu sich erheben. Ich kann auf die Verheißung baun, daß ich sein Antlik werde schaun. 5. Mit unverwelkter Krone ziert mich des Vaters Huld zum 2. Wie freu' ich mich der reichen Gnadenlohne, drum harr' großen Zeit, da ich zu seiner ich in Geduld. Der Dulder wird Herrlichkeit verklärt hinüber gehe! geehrt und mit dem Schmuck Heil mir, wenn ich, von Sünden bekränzet, worin der Sieger rein, mich seiner ewiglich zu glänzet, der sich im Kampf be- freun vor seinem Throne stehe, wo ich mit den Erlösten dann währt. ein höhres Lied ihm singen kann. 6. Dort steht die ew'ge Hütte, 3. Da, wo mein Heiland, die Gott hat auferbaut, wo in der Sel'gen Mitte sein Antlig Jesus, ist, wohnt Freude, die wird geschaut. Dort wird nicht kein Geist ermißt und seliges mehr geweint, dort herrschet Entzücken. Der Herr, mein Heil lauter Wonne, weil Gottes Gna- auf Erden schon, wie wird er densonne in alle Herzen scheint. dort vor seinem Thron mich 7. Laß mich im Glauben wunderbar erquicken! von ihm kräftig, im Lieben treu und strömt Seligkeit und Ruh' mir dann in ew'ger Fülle zu. rein, im Werk des Heils geschäftig auch unter Trübsal sein. Erhalte, Lebensfürst, mich treu Mel. Wenn wir in höchften 2c. in deinem Bunde, bis daß einst 762. Des Todes Graun, kommt die Stunde, wo du mich rufen wirst. flieht, Herr, vor deiner Wahrheit Macht; mein Geist, erleuchzur Erde meinen Sinn; des tet durch dein Licht, erbebt vor Lebens längste Dauer, sie ist der Verwesung nicht. 8. Nie beuge finstre Trauer doch bald dahin. Heil mir! er 2. Nur diese Hütte fällt ja hin, ist nicht fern, der letzte meiner mit der ich hier umgeben bin; ich 28* 436 Vom ewigen Leben. selber, lebend wie zuvor, schwing'| 11. Der Tod darf mir nicht aus den Trümmern mich empor. schreckend sein, er führt zum 3. Ein innres mächtiges Ge- wahren Leben ein. Durch Gottes fühl verkündigt mir mein höhres Kraft besiegt mein Herz der Ziel; das Streben nach Voll- Krankheit Last, der Trennung kommenheit erhebt mich über Schmerz. Erd' und Zeit. 12. Wann hier von uns, die 4. Dich, Höchster, hab' ich hier Gott vereint, der letzte auch hat erkannt, voll Liebe Vater dich ausgeweint, dann wird ein genannt; in dieser Seelenwürde frohes Wiedersehn auf ewig liegt ein Hoffnungsgrund, der unser Glück erhöhn. nimmer trügt. 13. Herr unsrer Tage, führe 5. Dein Wort zeigt mir die du uns alle diesem Ziele zu, beßre Welt; so ist mein Glaube daß uns bei standhaft frommer festgestellt. Wie herrlich wird Treu' des Lebens End' erfreuder Menschheit Wert durch Jesu lich sei. 3usag' aufgeklärt! 6. O sel'ge Aussicht auch für Mel. Kommt her zu mir 2c. mich! entzückt hebt meine Seele 763. Du ſiehſt, o Mensch, wie fort und fort sich! Ich seh' im Geist des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. 7. Da find' ich, was dein ew'ger Rat zu meinem Heil geordnet hat, genieße deinen Gnadenblick, und ganz vollendet iſt mein Glück. der eine hier, der andre dort der Welt muß Abschied geben. Der Tod hemmt endlich unsern Lauf, des Grabes Pforte thut sich auf uns allen, die wir leben. 2. Bedenk es weislich in der Zeit und fleuch den Schlaf der Sicherheit, erhalte dich stets wacker; das wird noch nicht das Ende sein, wenn man hinaus trägt dein Gebein zum stillen Gottesacker. 8. Viel Freude gabst du mir schon hier, o Gütiger, wie dank' ich dir! stets folgte kleinerm Ungemach die größere Versüßung nach. 9. So hat schon dieser Kindheitsstand der höhren Hoffnung Unterpfand; die Liebe, die mich hier beglückt, ist's auch, die ewig mich erquickt. 10. Des freudigsten Vertrauens voll erwart' ich, was mir werden soll, wenn ich, von Sünd' und Not befreit, nun reife zur Vollkommenheit. 3. Wir werden aus den Gräbern gehn und dann vor dem Gerichte stehn, das Christus selber heget, wann er in Herrlichteit sich zeigt und alle Welt, in Staub gebeugt, sich ihm zu Füßen leget. 4. Vernehmen wird dann alle Welt das Urteil, so der Richter fällt, die Sünder sollen büßen; Vom ewigen Leben. 437 da hilft tein Trug noch Heuchel- oft trüber Schmerz zum ew'gen schein, sich selbst der Missethat zu Leben leitet. Wir blicken in zeihn, zwingt alle das Gewissen. das tiefe Meer, den Grund zu schauen ist zu schwer, es sind die Tiefen Gottes! Mehr, viel mehr als wir verstehn, mehr als unsre Thränen flehn, giebt uns, der ewig liebte. 3. Sei stark, o Seel', und zage nicht, durchs finstre Thal zu wallen. Nah an des Thales Nacht ist Licht, und laute Jubel schallen. Dem letzten Seufzer, der entflieht, mischt sich der Engel heilig Lied zu des Erlösers Preise. Er erfüllt des Bundes Eid, er ist ganz Barmherzigkeit; Dank sei ihm, Ruhm und Ehre! 5. Ach Gott, fällt mir dies Urteil ein, so dringt es mir durch Mark und Bein, mein Herz fühlt Angst und Schrecken. Demütig ruf' ich Jesum an: du, der für mich genug gethan, laß dein Verdienst mich decken! 6. Ja, Herr, du meine 3uversicht, bist mir nicht schrecklich im Gericht, der Furcht bin ich entladen; zu deiner Rechten rufft du mich, aus deinem Munde höre ich den süßen Spruch der Gnaden. 7. Verleih, daß ich mit ernstem Sinn mich, weil ich noch bei Kräften bin, zum Sterben fertig halte und nicht in schnöder Sündenlust, Herr, deines Heiles unbewußt, zum ew'gen Tod erkalte. Mel. O daß ich tausend Bungen 2c. 765. Erhebe mit der Andacht Schwingen, mein Geist, dich über Welt und Zeit; laß deines Glaubens Blicke dringen ins Lichtreich der Unsterblichkeit; erwäge froh, was Christi Geist den standhaft Gläubigen Mel. Der Tag, der ist so zc. 764. inst reift die Saat! verheißt. mein Staub ersteht 2. Wer glaubt, hat Teil an Christi Ehre, an seiner Herrlichteit, wer liebt; einst schöpft aus ew'gem Freudenmeere, wer hier im Dulden sich geübt, und keines Menschen Mund beschreibt des Christen Heil, der standhaft bleibt. 3. Vollbracht! rief einst nach heißen Stunden am Kreuze Jesus Christus laut: gequält von 2. Das kommt in feines Schmerz und Todeswunden rief Menschen Herz, was Gott uns er zu Gott, dem er vertraut. dort bereitet, uns Pilgern, die Er ward erhört, die Stunde kam, zum neuen, ew'gen Leben. Er, der da kommt voll Majestät, wird mir's aus Gnaden geben. Im Schoße Gottes ruht mein Geist von allen Mühen aus und fleußt von Wonn' anbetend über. Ach mein Auge schaute nie, meinem Ohr ertönte nie solch Heil auf dieser Erde! 438 Vom ewigen Leben. die allen Schmerzen ihn ent-| Engel Luft! Gott, welch ein nahm. Trost im Erdenleide, der Himmel 4. Vollbracht! wie lang' es schon in meiner Brust! Ja reiauch noch währe, ruf' einst im nes Herzens will ich sein, und Todeskampf auch ich; getrocknet der Verheißung Füll' ist mein! wird dann jede Zähre, und ferner drückt fein Leiden mich. Ein Mel. Ewigkeit, du 2c. Herz, von Lieb' und Glauben 766. Erhöhter Jesu, Gottes voll, weiß, was es hoffen darf und soll. Sohn, der du schon längst der Himmel Thron als 5. Drum will ich ohne Mur- Herrscher eingenommen; du wirst ren tragen, so lang' du willst, dereinst zur rechten Zeit in der Prüfung Last; die Deinen großer Kraft und Herrlichkeit dürfen nicht verzagen, seit du, vom Himmel wieder kommen. Herr, überwunden hast. Sie Gieb, daß mit freudigem Verdringen, wie dein Wort ver- traun dich dann auch meine spricht, aus dunkler Nacht zum Augen schaun. sel'gen Licht. 2. Ist hier ein Geist, der fassen 6. Werd' ich vor Freude mich mag die Hoheit, die an jenem noch kennen, wenn ich dem Tag du wirst dem Blick ent= Staub entflohen bin? Wie an- falten? wann auf des Himmels ders werd' ich alles nennen, Wolken einst du mit der Engel wenn nun verkläret ist mein Heer erscheinst, um das Gericht Sinn. Von Irrtum und von zu halten? Dann sieht die Welt Sünden rein, bei dir, wie selig die Majestät, wozu dich Gott, werd' ich sein! dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit göttlicher Gewalt hinab und schafft ein neues Leben; auf deinen Wink muğ Erd' und Meer der Toten un= zählbares Heer dem Lichte wieder geben; was die Verwesung hier gefehn, muß aus den Grüften auferstehn. 7. Darf ich schon hier von Jesu stammeln, wie wird mir dort als Sieger sein, wenn Engel sich um mich versammeln, sich meiner Freuden mitzufreun. Umringt von der verklärten Schar, wie anders bin ich als ich war! 8. Ich wandle dann in jenen Höhen, wo ew'ge Paradiese blühn; von Angesicht werd' ich dich se= hen, vor dem der Sel'gen Scharen tnien. Dort trifft auch mich dein Gnadenblick; o welch ein unaussprechlich Glück! 9. Heil mir! mein harret ew'ge Freude, mein Herz fühlt einst der 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, daß alle den gerechten Lohn nach ihrer That empfangen. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, die Frommen gehn zum Leben ein, das sie durch dich erlangen. So zeigest du, Herr Vom ewigen Leben. 439 Jesu Christ, daß du der Men- und regieret der ew'ge Gottes= schen Richter biſt. 5. Gieb, wenn dein großer Tag erscheint, daß ich im Richter 4. Hier sind die Siegespalmen, auch den Freund, den Heiland hier ist das weiße Kleid; hier wiederfinde; daß ich mit Freuden tönen Freudenpsalmen, vollbracht vor dir steh' und ein zu deinemist Kampf und Streit: hier stehn Himmel geh', befreit vom Fluch die reichen Garben, hier hüllet der Sünde. Hilf, daß ich nuke das Gebein der Frommen, die diese Zeit, zu schaffen meine da starben, sich in Verklärung ein. Seligkeit. 6. Dein Name sei mir ewig wert, und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Dich, den der ganze Himmel preist, dich muß im Glauben auch mein Geist aus allen Kräften lieben; dann kann mit freudigem Vertraun ich dich an jenem Tage schaun. sohn, und ewig triumphieret ihr vor des Mittlers Thron. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 767. Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, bald bricht die Nacht herein. Macht eure Seelen fertig, der, des ihr harrt, ist nah, seid eures Heils gewärtig und singt Hallelujah. 2. Nicht lange wird er weilen, hebt eure Häupter auf, entgegen ihm zu eilen, beflügelt euren Lauf. Es nahn Erquickungszeiten, die Abendröte zeigt den schönen Tag von weiten, vor dem das Dunkel weicht. 5. Hier ist das Land der Wonne; hier sind die Friedensaun; hier sinket nie die Sonne, der Glaube wird zum Schaun. Mach, Herr, ein fröhlich Ende und führ uns aus dem Streit! Wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. 3. Die ihr Geduld getragen und treu befunden seid, geht ein nach Kreuz und Plagen zur Freude sonder Leid. Hier lebet Mel. Wie wohl ist mir, o Freund sc. 768. G s ist noch eine Ruh' vorhanden, auf, müdes Herz, und werde Licht! Hier seufzest du in schweren Banden, und deine Sonne schei= net nicht. Sieh auf den Heiland, der mit Freuden dich dort vor seinem Stuhl wird weiden; wirf hin die Last und eil hinzu. Bald ist der heiße Kampf ge= endet, bald ist der schwere Lauf vollendet, und du gehst ein zur ew'gen Ruh'. 2. Gott selber hat sie uns erkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; eh noch ein Mensch zur Welt geboren, hat uns die Liebe sie bestimmt. Der Mittler wollte darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben, er ruft, er lockt uns 440 Vom ewigen Leben. allzumal: kommt her zu mir, Mel. Wer nur den lieben Gott ic. ihr müden Seelen, bei mir foll 769. Es iſt noch eine Ruh' euch die Ruh' nicht fehlen, ich mach' euch frei von aller Qual. den Gott ergebnen Geist, wenn für je3. Was kann der Kranke hö- er sich dieses Körpers Banden her schätzen, als wenn in süßen nach Gottes Willen einst entreißt, Schlaf er finkt? Was kann den zur höhren Welt empor sich Wandrer mehr ergötzen, als wenn ichwingt und dort zur vollen ihm eine Ruhstatt winkt? Doch Freiheit dringt. was sie beide hier gefunden, es sind nur flücht'ge Ruhestunden, sie währen eine kurze Zeit; die bin ich dann! In deinem Himwahre Ruh' wohnt nur dort oben, dort ist sie allen aufgehoben und bleibet uns in Ewigkeit. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen und, Gott, wie selig mel aufgenommen, fang' ich das neue Leben an, wo keine Bürde mich mehr drückt und ew'ger Friede mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder 4. Dort wird man Freuden- trösten, so tröstet deine Gnade garben bringen, denn unsre mich; ich freue dann mit den Thränensaat ist aus. O welch Erlösten mich der Vollendung ein Jubel wird erklingen in ewiglich; dort machst du selbst unfres Vaters ew'gem Haus; mir offenbar, wie selig deine Schmerz, Leid und Tod muß Führung war. von uns weichen, wir werden unser Ziel erreichen und Jesum, unsern Heiland, sehn. Da wird er trocknen unsre Thränen und stillen seiner Gläub'gen Sehnen; was wir hier hofften, wird geschehn. 5. Da ruhen wir und sind in Frieden, von Arbeit, Müh' und Sorgen los. fasset dieses Wort, ihr Müden, legt euch in eures Jesu Schoß! Drum schwingt euch auf, wir müssen eilen, wir dürfen hier nicht länger weilen, dort wartet schon der Sel'gen Schar! Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren, umgürte dich zum Triumphieren; auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Klagen und werden froher Lob4. Da schweigen alle meine gesang; da bringt auch für der Erde Plagen dir meine Seele Preis und Dank; ich jauchze dann: es ist vollbracht, der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; du führst mich zu vollkommnen Freuden und frönest mich mit Preis und Ehr'. O unaussprechlich süße Ruh'! wie herrlich, Höchster, segnest du! 6. Gott, laß mir stets vor Augen stehen das Heil des Frommen, der dich liebt; daß er der Unruh' soll entgehen, die dieses Leben Vom ewigen Leben. 441 noch umgiebt, das flöße Mut bist du erwacht zum Leben aus und Kraft mir ein, dir auch im Beiden treu zu sein. des Todes Nacht. 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden, so hilf mir tragen meire Last und stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmut sich entreißt. 3. Welcher Glanz hat dich umfangen, seit dir der Tag ist aufgegangen, das Leben nach des Todes Nacht! Sei gesegnet, Amen, Amen, du siegst in Jesu Christi Namen, der sterbend auch für dich vollbracht. Nicht du, der Herr allein macht dich von Sünden rein aus Erbarmen. Du fällst nicht mehr, der Sel'gen kennt keine Sünd' und Schwachheit mehr. 8. Gieb, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbteil ist, ich gern des Heer Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; dann folgt auf meine Prüfungszeit gewiß vollkommne Seligkeit. 4. Mag den Leib die Erde decken, er ruhe! Der Verwesung Schrecken ergreifen deine Seele nicht. Weinend gehn wir, ihn zu säen, der unverweslich soll erstehen zur Herrlichkeit, nicht zum Gericht. Wir senkten ihn hinab; der Herr bewahrt das Grab, wo er schlummert. Nach kurzer Ruh' erstehst auch du und eilst dann 770. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. allelujah, Amen, Amen! du starbst auf Christi heil'gen Namen, vor dem sich Erd' und Himmel beugt. Gläubig gabst in seine Hände der Verklärung zu. du ihm an deiner Laufbahn Ende die Seele, die der Erd' entfleucht. Heil dir, erlöſter Geiſt, 771. meine Bäter waren. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. bin ich fremd, wie der nun am Thron ihn preist, deinen Heiland, der dich versöhnt, den Gott gekrönt, der ist's, dem nun dein Lob ertönt. Wie sollt' ich freudig nicht zur Heimat fahren? Mir ist mein Bürgerrecht schon aufgehoben beim Herrn dort oben. 2. Wenn dich hier die Sünd' erschreckte und dir der Gnade Trost 2. Dort, wo mein Fuß nicht verdeckte, verdammte dich doch irret mehr noch gleitet, ist mir nur dein Herz. Nun kann sie die ew'ge Wohnung schon bedich nicht mehr schrecken, nicht reitet; dort ist die Ruh' in mehr die Gnade dir verdecken, Gottes reinem Frieden auch mir der Herr ist größer als dein beschieden. Herz. Mehr als du je gefleht, mehr als der Mensch versteht, ist dir worden. Weil er's vollbracht, 3. Hier wall' ich, noch umhüllt mit Staub und Erde, umringt von Mängeln, Siechtum und 442 Beschwerde: dort werd' ich leicht und froh mit Legionen von Engeln wohnen. 4. Was hier die schwachen Hände sparsam nehmen, davon wird dort die Fülle mich umströmen; den Geist wird reine Freud' an Gottes Werken entzückend stärken. 5. Die kleine Kraft wird dort sich wuchernd mehren, das dunkle Wort sich heller stets verklären; in heil'ger Glut wird sich der Bund der Seelen, die Liebe, stählen. 6. 3war Gottes Kinder sind wir schon auf Erden; doch wer spricht aus, was wir dort oben werden! O Herrlichkeit, dort in des Lichtes Reichen ihm selbst zu gleichen! 7. Gott Lob, daß ich hier fremd bin, wie die Väter! Sie gingen früher heim, ich folge später. Gott Lob, ich werde zu der Heimat Freuden von hinnen scheiden. Vom ewigen Leben. 3. Er, dein König, der mich hier auf der Bahn des Friedens leitet, er, mein Heiland, hat in dir eine Stätte mir bereitet, und an deiner Bürger Heil hat auch meine Seele Teil. 4. Oft bet' ich zu meinem Herrn: ach, wann stillst du mein Verlangen? bin ich noch vom Ziele fern? werd' ich bald die Kron' empfan= gen? Auf die Stunde harrt mein Geist, die mich aller Not entreißt. 5. O wie wohl wird dann mir sein, wenn ich kann von hinnen scheiden, hinter mir der Erde Pein, vor mir sel'ge Himmelsfreuden! Nach des schwülen Tages Laft sucht der Wandrer Ruh' und Rast. 6. Nur die Kinder dieser Welt muß der Ruf zum Tod erschüttern. Wer an Gott sich gläubig hält, darf nicht bange sein und zittern. Eins mit Christo fürcht' ich nichts an dem Tage des Gerichts. 7. Daß ich diese Freudigkeit bis an meinen Tod empfinde, mache siegreich mich im Streit, Jesu, gegen Welt und Sünde! Mel. Meinen Jesum laff ich 2c. ier ist nur mein 772. Hier Prüfungsstand, Stärte mich in meinem Lauf hier ist nicht mein bleibend Erbe. und am Ziele nimm mich auf. Dort, dort ist mein Vaterland, Mel. Aus tiefer tot schrei 2c. das erreich' ich, wenn ich sterbe. Dann bring' ich dir, Herr, mein Gott, Preis und Dank für 773. Ich weiß, woran mein meinen hält, ich 2. Gottesstadt, die droben ist, weiß, an wen ich glaube; ich bin wo der Unsichtbare wohnet, wo ein Bürger jener Welt, leb' ich mein Mittler, Jesus Christ, die gleich noch im Staube. Was ich Vollendeten belohnet! Gottes- hier glaubte, schau' ich dort; der stadt, nie denk' ich dein, ohn' in Herr ist treu, er wird sein Wort Hoffnung mich zu freun! einst herrlich mir erfüllen. Vom ewigen Leben. 443 2. Hier seh' ich dunkel nur 2. O schöner Tag, o sel'ger mein Heil, dort werd' ich's ganz Augenblick, wann bricht dein empfinden; hier ist die Schwach- Glanz hervor, da frei und leicht heit noch mein Teil, dort bin zu reinem Himmelsglück sich ich frei von Sünden. Dort wird schwingt die Seel' empor, da ich an mir des Höchsten Bild, von sie übergebe in Gottes treue keinem Schatten mehr umhüllt, Hand, auf daß sie ewig lebe in in vollem Glanze strahlen. jenem Vaterland? 3. Das Leben hier ist nur ein 3. O Himmelsburg, gegrüßet Streit, dort winket mir die feist du mir, thu auf die GnaKrone; das volle Glück der denpfort'; wie lange schon hat Ewigkeit wird mir zum Gnaden- mich verlangt nach dir! Ich lohne. Du, hier auf Erden eile freudig fort, fort aus dem schon mein Ruhm, o Herr, wirst bösen Leben, aus jener Nichtigdort mein Eigentum: was kann teit, der ich war hingegeben in mir Größres werden? meiner Prüfungszeit. 4. Dies Heil hast du mir selbst erkauft durch deine bittren Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft, was kann mich von dir scheiden? du zeichnest mich in deine Hand: Du bist mir, ich bin dir bekannt, und nie wirst du mich lassen. 4. Was für ein Volk, welch eine edle Schar kommt dort ge= zogen schon! Was in der Welt von Auserwählten war, bringt mir die Ehrenkron'; sie wird mir zugesendet aus meines Jesu Hand, nun ich den Kampf vollendet in jenem Thränenland. 5. Drum lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel 5. Propheten groß, Apostel auf dich, auf meiner Seele Glück, hehr und hoch, Blutzeugen ohne auf Ewigkeit und Himmel. Die Zahl, und wer dort trug des Welt mit ihrer Herrlichkeit ver- schweren Kreuzes Joch und der geht und währt nur kurze Zeit; im Himmel sei mein Wandel. Tyrannen Qual! Ich seh' sie ruhmvoll schweben in sel'ger Freiheit Glanz, das edle Haupt umgeben von lichtem Sternenglanz. In eigener Melodie. 774. Jerusalem, du hochgebaute Stadt, ach 6. Und lang' ich an im schönen wär' ich schon in dir! Mein Paradies, im Heiligtum des hoffend Herz ist dieser Erden Herrn, dann schaut mein Geist, satt und sehnt sich fort von hier; was er einst glaubend pries, was weit über Berg und Thale, weit er gesehn von fern. O welche über Flur und Feld fleugt's Jubelklänge hört mein entzücktes auf zum Himmelssaale, vergißt Ohr, welch hohe Lobgesänge von die nicht'ge Welt. aller Sel'gen Chor! 444 Vom ewigen Leben. In eigener Melodie. 7. Was hier seufzet, was hier 775. ejus, meine Zuver- fleht, wird er herrlich dort ersicht und mein höhen: irdisch werd' ich ausgesät, Heiland, ist im Leben! Dieses himmlisch werd' ich auferstehen; weiß ich, sollte nicht sich mein hier verweset mein Gebein, dort Herz zufrieden geben, was die werd' ich unsterblich sein. lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 8. Seid getroft und hoch erfreut, ihr seid alle Christi Glie2. Jesus, er mein Heiland, der: gebt nicht Statt der Traulebt, ich werd' auch das Leben rigkeit, sterbt ihr, Christus ruft schauen, sein, wo mein Erlöser euch wieder, wenn einst die Polebt; warum sollte mir denn saune klingt, die durch alle grauen? Lässet auch ein Haupt Gräber dringt. sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 9. Lacht der finstren Erdenfluft, lacht des Todes und der Gruft euch dem Heiland zugeHöllen, siegreich sollt ihr aus der dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm ver- sellen; bunden, halt' ihn mit des Glaubens Hand fest in meinen letzten Stunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Staub und muß daher auch einmal zu Staube werden; das erkenn' ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög' allezeit. erhebt von den Lüsten dieser Er10. Nur daß ihr den Geist den und euch dem schon jetzt er= gebt, dem ihr dort vereint ſollt werden; schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu ſein. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 5. Einen Leib von Gott erbaut wird die neue Welt mir 776. Nach einer Prüfung geben; dann wird der von mir wartet uns die Ewigkeit. Dort, kurzer Tage er= geschaut, der mich will zu sich dort verwandelt sich die Klage erheben; im verklärten Leib werd' in selige Zufriedenheit. Hier ich Jesum sehen ewiglich. kämpft der Christ mit Ernst und Fleiß, und jene Welt reicht ihm den Preis. 6. Dann werd' ich im hellern Licht Jesum, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, kein 2. Wahr ist's, der Fromme Fremder nicht, werd' in seiner schmeckt auf Erden schon manchen Liebe brennen, und die Schwach- sel'gen Augenblick; doch alle Freuheit um und an wird von mir den, die ihm werden, sind nur sein abgethan. ein unvollkommnes Glück. Er Vom ewigen Leben. 445 bleibt ein Mensch und seine Ruh' das erwürget ward; und Chenimmt in der Seele ab und zu. rubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusch der eitlen Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 9. Da werd' ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 4. Hier, wo so oft die Tugend leidet, das Laster oft so glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt: hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu millionen Malen noch segnen, daß er mir ihn wies; da giebt mir wieder Gottes Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig singen dem Lamme, 5. Hier such' ich nur, dort werd' ich's finden, dort bin ich heilig und verklärt; dann werd' ich ihn erst ganz empfinden, der wahren Tugend hohen Wert; den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird des Vaters heilger Wille mein Will' und meine Freude sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt ein ewiger Gewinn mich fühlen, daß ich selig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden Mel. Kommt her zu mir zc. Thränenthal gedunkel sah; das wunderbar und 777. Noch wallen wir im heilig nennen, was Unerforschtes hier geschah; da schau' ich im Zusammenhang des Höchsten Rat mit Preis und Dank. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß das Glück erfreun, der Retter einer Seele sein. 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigfeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch der Augenblick voll Müh'! drückt von Kummer, Müh' und Qual, doch nur noch wenig Tage; dann ruft uns Gott aus dieser Zeit hinüber in die Ewigfeit und endet jede Plage. 2. Den Leib legt man ins stille Grab, zum Staube sinkt der Staub 446 Vom ewigen Leben. hinab, einst wird ihn Gott be- mel blickt, den du für uns beleben. Mit freiem Flug und reitet; wo deine milde Vaterhand frohem Blick kehrt der entbundne an neuen Wundern wird erGeist zurück zu dem, der ihn ge- tannt, die du dort ausgebreitet. geben. Mächtig fühl' ich mich getrieben dich zu lieben, der zum Leben 3. O welch ein Glück, vor Gott zu stehn, o Freude, Jesu, jener Welt mich will erheben. dich zu sehn und deines Reiches Glieder! zu sehen dich in deinem Licht von Angesicht zu Angesicht, dich ersten aller Brüder! 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? 3war schenkst du hier der Freu4. Wie werd' ich dann mich den viel, die zu gerührtem Dankdeiner freun, wenn zahllos der gefühl ein frommes Herz entErwachten Reihn vor dir ver- zünden; doch hier sind wir bei sammelt stehen; wenn du dann den Freuden noch mit Leiden meinen Namen nennst und vor stets umgeben: dort nur ist voll= den Engeln mich bekennst, die kommnes Leben. dich mit mir erhöhen. 3. Kein Tod ist da mehr und 5. Ich, der hier sorget noch kein Grab; dort trocknest du die und weint, ich werde, wenn dein Thränen ab von deiner Kinder Tag erscheint, verklärt und selig Wangen. Da ist kein Leid mehr, leben; ich Sündiger von Sünden kein Geschrei, denn du, o Herr, rein, ich Sterblicher unsterblich machst alles neu, das Erste ist sein, anbetend dich erheben. vergangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine Knechte, keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsres Gottes Heiligtum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. 7. Wie ist der Seligkeit so Dort schaut man ihn nicht mehr viel! O Freuden ohne Maß und von fern; dort wird der Herr3iel, weit über alles Hoffen!| lichkeit des Herrn ein würdig Ewigkeit, o Ewigkeit, was Lied gesungen. Völlig giebt sich ist das Leiden dieser Zeit? Ich den Erlösten, sie zu trösten, der seh' den Himmel offen. zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 6. Und aller hohen Geister Schar, und was auf Erden heilig war, find alle meine Brüder; sie alle sind vereint mit mir und fingen, treuer Heiland, dir des Dantes Jubellieder. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 5. Vor seinem Antlik wandeln fie, auf ewig frei von aller Müh', 778. Gott, wie wird und schmecken seine Güte. Die mein Geist ent- Liebe waltet dort allein, und zückt, wenn er empor zum Him- nimmer störet Furcht und Pein Vom ewigen Leben. 447 den Frieden im Gemüte. Kein| Thorheit nicht. Mich soll ihr Neid, kein Streit hemmt die Triebe meiner Liebe unter Seelen, die nun ewig nicht mehr fehlen. Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Wort und mein Gewissen lehren, du seist mein Richter dort. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand die, welche Liebe hier verband, als Jesu Christi Glieder. Ewig werd' ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln mir zum Segen dort die reinste Freundschaft pflegen. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; mit sehnsuchtsvollem Staunen seh' ich den Richterthron. Ich sehe, wie die Menge der Engel um dich steht! Wie zeuget dies Gepränge von deiner Majestät! 3. Umsonst flieht dann der Sünder vor deines Armes Kraft, Herr, alle Menschenkinder ziehst du zur Rechenschaft. Du rufft, und sie erscheinen! Laut tönt der Richterspruch den Sündern und den Deinen zum Segen oder 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn? Zur Rechten auf des Vaters Thron in jenen Himmelshöhen. Dort werd' auch ich, Herr Jesu Christ, der du der Deinen Wonne bist, dich mit Fluch. Entzücken sehen. Mein Hirt! dann wird von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stätt' auch mir bereit't, hilf mir sie auch erwerben! Laß mich eifrig darnach streben und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht; schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphiert ihr Hoffen; erlöst von aller Pein, sehn sie den Himmel offen und gehn zum Leben ein. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verschmäht und, schnöder Bust ergeben, nur auf das Fleisch gesät. Sie ernten nun Verderben von ihrer bösen Saat; des ew'gen Todes sterben, ist Sold der Miſsethat. 6. O laß mich oft erwägen dein künftiges Gericht, damit ich, mir zum Segen, empfinde sein Gewicht. Laß immer mich hienieden im wahren Glauben stehn; dein Gericht! dann scheid' ich einst in Frieden, zu vergelten, glaubt's auch die um in dein Reich zu gehn. 779. Richter aller Welten, ich denk' an du kommst, um Mel. Valet will ich 2c. 448 Vom ewigen Leben. In eigener Melodie. ich komme bald! ich und mit mir 780. O wie selig seid ihr mein Lohn; schau, dich erwartet doch, ihr From- schon deine Krone! Halt aus im men, die ihr durch den Tod zu Streit, turz ist die Zeit, wer Gott gekommen, ihr seid ent- glaubt, der überwindet weit! gangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Zuruf, der mich neu beseelet! mein Heiland lebt! weg, was 2. Wie im Kerker müssen wir mich quälet, auch ich soll da, wo hier leben, wo nur Furcht und er ist, sein. Mir die Stätte zu Grauen uns umschweben; selbst bereiten, schmeckt' er des Todes Freudenstunden sind mit Leid Bitterkeiten, nahm er das Reich und Sorgen oft verbunden. als Sieger ein. Von seinem Throne her fleußt welch ein Gnadenmeer! auf mich nieder. Er ist mein Hort und hier und dort mein Seligmacher fort und fort. 3. Und ich sollte troftlos beben, zu schwach, vom Staube mich zu heben, zu dem mich Kummer niederreißt? Nein das Haupt liebt seine Glieder, der Bruder schämt sich nicht der Brüder, groß ist, was Jesus uns verheißt! Die Thräne, die noch quillt, der Schmerz, der uns erfüllt, eilt vorüber; doch ewig neu ist seine Treu', daß alles durch ihn selig sei. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz noch Leiden störet eure Ruh' und eure Freuden. 4. Christus hat getrocknet eure Thränen, ihr habt schon, wonach wir uns noch sehnen, ihr hört und sehet, was hier keines Menschen Geist verstehet. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben, um des Himmels Frieden zu ererben, wer hier noch weilen und nicht freudig zur Vollendung eilen? 6. Komm, o Jeju, bald, uns zu erlösen von der Erde Last und allem Bösen; bei dir, o Sonne, ist der Frommen Herrlichkeit und Wonne. 4. So fahr fort und streu mit Weinen die edle Saat; Gott kennt die Seinen, für Ewigkeiten säest du. Nach des rauhen Win= ters Wüten erscheinen holde Frühlingsblüten, eilt bald die Erntezeit herzu. Dann geht der Christ hervor, singt mit der Sel'gen Chor Hosianna, preist Gottes Sohn, der reichen Lohn den Gläub'gen giebt vor seinem Thron. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 781. Reiß dich los, mein Geist, von Sorgen! Auf finstre Nacht folgt heller Morgen und strahlt in hehrer Lichtgestalt. Hör es, du, den Elend 5. Tag, dein harr' ich voll Enta beuget, so spricht der Herr, der zücken, mit nassen, sehnsuchtsvolwahrhaft zeuget: ich komme bald! Len Blicken zög' ich dich gern schon Vom ewigen Leben. 449 heut herbei! doch ich soll noch 5. Was hilft dann alle Größe, Fesseln tragen, noch oft vielleicht die hier den Reid erweckt, wenn im Stillen klagen, wie schwer der dort des Lasters Blöße kein fal= Leib des Todes sei. Getrost! zu scher Schein mehr deckt? Was meinem Glück bringt jeder Augen- hilft des Nachruhms Lüge, die blick mich ihm näher. Bald heißt auf dem Grabmal glänzt? Was es ja: die Stund' ist da! der sind des Helden Siege, den Heiland kommt! Hallelujah! Lorbeer hier bekränzt? 6. Wer wird an jenem Tage! dir, Herr, zur Rechten stehn und frei von aller Klage in deinen Himmel gehn? Wer gern der Jünger Zähren mitleidig abge= wischt und, ihrer Not zu wehren, den Labetrunk gemischt. 7. Wer immer in den Deinen dich selbst gesehn, geliebt, und auch der Kleinsten feinen aus Eigensucht betrübt, der wird von dir geladen zu ew'ger Freud' und Ruh', du, Richter voller Gnaden, sprichst ihm das Erbe zu. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 782. Sieh, Herr, ich bin verdrossen, zu thun, was dir gefällt, mein Herz wankt unentschlossen und neigt sich hin zur Welt. Mich drückt gleich schweren Ketten der Sünde Stlaverei; verzeuch nicht, mich zu retten, und mache selbst mich frei. 2. Geh auf in meiner Seele, geh auf mit deinem Glanz! Da mit ich dich erwähle, so zeige dich mir ganz! Ein Schrecken allen Sündern bist du, o reinster Geist, doch Vater deinen Kindern, wenn gnädig du verzeihst. Mel. Was mein Gott will 2c. 783. Wie jelig find die Toten nun, die 3. Sollt' einst dein Tag mich finden mit unbekehrtem Sinn, in dem Herren sterben; sie werstürb' ich in meinen Sünden, o den von der Arbeit ruhn und Gott! wo flöh' ich hin; wenn, der die Welt gegründet, sich ihr als Richter naht, und graunvoll sich entzündet der Sit der Missethat! ew'ges Heil ererben. O stärke, Herr, durch deinen Geist dies gläubige Vertrauen, daß wir im Sterben allermeist auf jenes Leben schauen. 4. Die Himmel alle schweigen, der Sünder wird verklagt und Mel. Wo Gott zum Haus 2c. muß nun laut bezeugen, was 784. mie unaufhaltſam sein Gewissen plagt. Er bebt schnell verfließt und weicht zurücke, und die die Zeit, die mir geliehen ist; fie Verdammnis glüht in dem er- rauschet wie ein Strom dahin, starrten Blicke, der seinen Rich- wer weiß, wie bald am Ziel ich ter flieht. bin. 29 450 Vom ewigen Leben. 2. Der Richterspruch der Ewig-| 3. Verachte denn des Todes keit erwartet mich nach dieser Zeit, Graun, mein Geist, er ist ein und offenbar wird, was ich sei: Weg zum Schaun, der Weg im ein Sünder oder Gott getreu. finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich, er führt zum Heiligtume dich, zum ew'gen Freudenmahle. Gottes Ruh' ist unvergänglich, überschwenglich; die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten! 3. Zum Anschaun Gottes geh' ich ein, ach! oder zu der ew'gen Pein. O Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß selig mich dein Antlitz schaun. 4. Verwirf, o Herr, nicht deinen Knecht, und Gnade, Gnad' er= geh' für Recht: Versöhner, Gottes Sohn, mein Heil, sei meine Zuflucht, sei mein Teil! 5. Berleih, o Gott, die Weisheit mir, daß ich mich halte treu zu dir! Dann leb' und sterb' ich dir allein, im Leben und im Tode dein. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Toten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater! ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich nur in Frieden enden. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. ie wird mir dann, 785. Wie o dann mir sein, 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern wenn ich, mich ganz des Herrn vom Ziel, an dem die Krone zu freun, in ihm entschlafen pranget: dann sei ein jeder Tag werde! Von keiner Sünde mehr geweiht dem Ringen um die entweiht, erhoben über Sterb- Seligkeit, nach der mein Herz lichkeit, nicht mehr der Mensch verlanget. Laß mich, Vater, von Erde! Freu dich, Seele! reiche Saaten, gute Thaten einst stärke, tröste dich, Erlöste, mit begleiten vor den Thron der dem Leben, das dein Gott dir Ewigkeiten! dann wird geben. 6. Wie wird mir dann, ach 2. Ich freue mich und bebe dann mir sein, wenn ich, mich doch, so beugt mich meines Elends ganz des Herrn zu freun, ihn Joch, der Fluch der Sünde nie- dort anbeten werde! Von keider. Der Herr erleichtert, was ner Sünde mehr entweiht, ein mich drückt; mein banges Herz, Mitgenoß der Ewigkeit, nicht durch ihn erquickt, glaubt und mehr der Mensch von Erde. erhebt sich wieder. Jesus Chri- Heilig! heilig! heilig! singen stus, laß mich streben, dir zu wir und bringen deinem NaLeben, dir zu sterben, deines men Ehr' und Preis auf ewig. Vaters Reich zu erben. Amen! 451 trüben, denkt: dort wird Freude sein. Vom ewigen Leben. In eigener Melodie. 786. Wird das nicht Freude sein, wenn dort zum sel'gen Schauen nach gläu- 787. Wottes Sohn, und Mel. Was Gott thut, das ift 2c. ir warten o bigem Vertrauen die Frommen gehen ein; wenn wir den Herrn erblicken, der ewig kann erquicken? Wird das nicht Freude sein? lieben dein Erscheinen. Bald ist die Wartezeit entflohn, bald kommst du zu den Deinen. Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt und sieht dir froh entgegen, du bringst ja Himmelssegen. 2. Wird das nicht Freude sein, wenn, die uns Gott genommen, dort uns entgegen kommen zum ewigen Verein; wenn liebend uns umschließen, die weinend wir verließen? Wird das nicht Freude sein? 2. Wir warten dein, doch mit Geduld, in unsern Prüfungstagen. Du hast dein Kreuz für unsre Schuld so demutsvoll ge= tragen: wie sollten wir uns nicht mit dir zum Kreuze gern be= quemen, bis du's hinweg wirst nehmen? 3. Wird das nicht Freude sein, wenn wir, befreit von Mängeln, mit Seligen und Engeln Gott dienen fromm und rein; wenn wir von Kümmernissen und 3. Wir warten dein, du hast Sorgen nichts mehr wissen? uns ja das Herz schon hingeWird das nicht Freude sein? nommen. Stets bist du uns im Geiste nah, doch willst du sichtbar kommen, und dann wirst du bei dir uns Ruh', bei dir uns Freude geben und ew'ges 4. Wird das nicht Freude sein, wenn in des Himmels Chören wir Gottes Lob vermehren und ewig Dank ihm weihn; wenn Himmelsleben. wir zum Throne dringen und heilig! heilig! singen? Wird das nicht Freude sein? 4. Wir warten dein, du kommst gewiß, dir flopfen schon die Herzen, vergessen aller Küm5. Ja das wird Freude sein, mernis, vergessen aller Schmerzen. die Güter dieser Erden, die Ehren Dereinst, dereinst, wann du ervoll Beschwerden, sie sind nur scheinst, soll unser Mund lob= eitler Schein. Darum ihr, meine fingen und ewig Dank dir Lieben, will euch mein Tod be- bringen. 29* 452 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. XXVII. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. A. Morgenlieder. mich in guten Tagen nicht übermütig sein und nicht kleingläubig Mel. Valet will ich dir geben 2c. 788. Auf, auf, den Herrn dagen, dringt gleich ein Kreuz herein. zu loben, erwache, mein Gemüt! Dem großen Va= ter droben erschall' ein frommes Lied! Denn wer erhielt mein Leben in der vergangnen Nacht? Der Herr, der mir's gegeben, der hat es auch bewacht. 2. Beschützer aller Welten, wie dank' ich würdig dir, wie soll ich dir vergelten, was du gethan an mir? Mein Opfer ist geringe, ein dir ergebner Sinn ist alles, was ich bringe, nimm du es gnädig hin. 6. Hilf, daß in meinem Stande ich thu', was dir ge= fällt; auch laß mich nicht in Schande geraten vor der Welt. Richt, Herr, mein ganzes Leben nach deinem Willen ein und laß mein Haus daneben von dir ge= segnet sein. 4. Send auch auf meinen Wegen mir deinen Engel zu und sprich du selbst den Segen zu allem, was ich thu'. Verleihe du mir Kräfte aus deines Himmels Höhn, daß des Berufs Geschäfte erwünscht von statten gehn. 7. Vor allem hilf mir sorgen, wie ich so leben mag, daß ich an jedem Morgen dent' an den letzten Tag; und wird er einst anbrechen, so gieb, daß ich erfreut von Herzen könne sprechen: Komm, Herr, ich bin bereit. 3. Verzeihe mir die Sünde, die ich bisher verübt, weil ich mit Reu' empfinde, daß ich dich so betrübt; verzeihe mir und In eigener Melodie. dämpfe die fündliche Begier, mit 789. Brich an, du schönes der ich täglich kämpfe, ja hilf du selber mir. Tageslicht, erschein in deinem Purpurkleide! Mit dir heb' ich mein Angesicht zum Quell des Lichtes und der Freude. Ja, Herr, zeuch meinen Geist und Sinn zu deinem Himmels= lichte hin! 2. Du hast mit deiner Liebeshand mich treu beschükt in Not und Plagen, Gefahren gnädig abgewandt, mich unverdient mit Huld getragen. Auch für den Schutz in dieser Nacht sei dir mein 5. Gieb mir vor allen Dingen getroften Mut und Geist, das freudig zu vollbringen, was mein Beruf mich heißt. Laß frommer Dank gebracht. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 453 3. Fach in mir heut von reget sich, ist munter, frisch und neuem an dein göttlich, geistig, wach. himmlisch Leben, daß ich auf deines Geistes Bahn nach Licht und Wahrheit möge streben, daß ich nicht lebe selber mir, nein Christus in mir für und für. 4. Gieb du, der alles in uns schafft, daß ich im Glauben mich erneue und durch des Glaubens Trieb und Kraft mich deinem Dienst mit Freuden weihe; in Bieb' entbrennet dann mein Herz auch bei des Nächsten Glück und Schmerz. 2. Auch du, mein Geist, ihr meine Kräfte, ermuntert euch, legt alle Trägheit ab! Gott lo= ben sei mein erst Geschäfte, den treuen Gott, der Seinen Schutz und Stab. Sein Auge schläft und schlummert ewig nicht, weil es der Gottheit nie an Kraft gebricht. 3. Gott ist mein Schöpfer und mein Vater, des Huld mir Leib und Seel' und alles gab; er ist mein Freund und mein Berater, was an mir gut ist, kommt von ihm herab. Er nährt und pflegt, er hält und träget mich, und 5. Ich tracht', o Gott, nach teiner Ehr', nur deine Kindschaft möcht' ich haben; auch keinen Reichtum wünsch' ich mehr, nur seine Treu' erneuert täglich sich. Christus kann die Seele laben; und wohnt dein Geist in meiner Brust, dann acht' ich keiner Erdenluft. 6. Mein Vater, dir ergeb' ich mich aufs neu' zu deinem Wohl gefallen. Hilf mir auch heute gnädiglich, in wahrer Furcht vor dir zu wallen! Laß all mein Thun in dir geschehn, dann wird mein Leben dich erhöhn. 4. Oft ging ich irr' auf finstern Wegen, da zeigt er mir sein freundlich Angesicht. Ich spürte feines Geistes Regen und kam zu seinem wunderbaren Licht. Mir war, als sei ich aus dem Schlaf erwacht und hinter mir läg' eine tiefe Nacht. 5. In Christo hat er mich geliebet, durch Christi Tod bin ich mit ihm versöhnt. Ogroße Huld, die mir vergiebet, o größre Huld, die mich mit Christo Mel. Dir, dir Jehovah zc. 790. Der frohe Morgen frönt! Ja durch den Sohn bin ich des Vaters Kind und erbe tommt gegangen. Güter einst, die ewig sind. das Dunkel weicht, der neue Tag bricht an! Bald wird die 6. Gott hat mir seinen Geist Sonn' am Himmel prangen, gegeben, ein himmlisch Licht dem seht, schon beginnt sie ihre Se- irrenden Verstand, der leitet mich gensbahn. Was in der Nacht zum wahren Leben, ist mir der erstarrt und schlafend lag, das Gnade fichres Unterpfand. Und 454 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. wenn ich schwach, gebeugt und lich fliehn die eitle Luft der elend bin, labt er mit Fried' Welt. O stärke selbst durch deine und Trost den blöden Sinn. Gnade mich, denn was vermag ich Schwacher ohne dich? 4. Laß diesen Tag mich so 7. Drum will ich, Gott, mich dir ergeben und deiner Treu' mich ewig anvertraun. Gehei- vollbringen, daß ich ihn ohne liget sei dir mein Leben, mein Reu' beschließen kann. Soll Auge soll beständig auf dich guter Vorsatz mir mißlingen, schaun, daß dieser Tag, zu dem so nimm als That den Vorsat ich bin erwacht, dir wohlgefällig gnädig an. Auch dieser Teil werde zugebracht. von meiner Übungszeit sei mir Gewinn noch für die Ewigkeit. 8. Ja segne, Vater, und behüte an Leib und Seele mich, denn ich bin dein. Das Antlitz deiner Lieb' und Güte erleuchte mich mit seiner Klarheit Schein. O richt auf mich dein gnädig Angesicht und gönne mir dein himmlisch Friedenslicht. 5. Gieb mir auch heute, was mir nüket, vor allem aber gieb ein ruhig Herz, das sich auf deine Weisheit stüket und dir vertraut auch in dem größten Schmerz. Du weist, was mir zum wahren Wohl gebricht, und dies versagst du meinen Bitten nicht. Mel. Dir, dir Jehovah zc. 791. Dich, dich, mein Gott, will ich erheben, du warst mein Schirm in der verfloßnen Nacht, erquicktest mich, erhieltst mein Leben und schafftest, daß ich fröhlich bin erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? 2. Auch über mir ist deine Güte noch immerfort an jedem 6. In diesem findlichen Vertrauen will ich an des Berufs Geschäfte gehn, auf deinen sichern Beistand bauen und deiner Fügung still entgegen sehn. Ich weiß, du führst mich stets auf rechter Bahn und nimmst mich einst gewiß zu Ehren an. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. Morgen neu; mit dankbar freu: 792. Dich ſeh' ich wieder, digem Gemüte fühl' ich die Größe deiner Vatertreu'. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun, auch er soll deinem Dienst geheiligt sein. 3. Vor deinen Augen will ich wandeln und redlich thun, was dir, mein Gott, gefällt; gewissenhaft in allem handeln und weisfreue mich der süßen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will voll frommer Dankbegier in dieser Morgenstunde dir Preis und Anbetung bringen. Schöpfer! Bater! deine Treue rührt aufs neue mein Gemüte, froh empfind' ich deine Güte. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 455 2. Du warst um mich in der du mir's gegeben, ich danke dieser Nacht, dein Auge hat mich dir dafür. Du hast, von Huld treu bewacht, dein Schild hat bewogen, mich aus dem Nichts mich bedecket. Zu meinem Leben gezogen, durch deine Güte bin fügest du jetzt einen neuen Tag ich hier. hinzu, da mich dein Licht erwecket. Kräftig strömet jetzt mir wieder durch die Glieder neues Leben: dafür will ich dich erheben. 3. Die Nacht entfloh auf dein Gebot! So gieb, daß auch von mir, mein Gott, die finstre Sorge fliehe; daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nutzen mich bemühe. Dir ist alles, was mir fehlet, was mich quälet, nicht verborgen, auf dich werf' ich meine Sorgen. 4. Ich bin ein Christ, o Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sei, mein Ruhm sei deine Gnade! Erleuchte mich mit deinem Licht, dann geh' ich recht und irre nicht von deiner Wahrheit Pfade. Gnädig hilf mir standhaft ringen, 5. Für alle meine Sünden, zu bezwingen Welt und Sünden, Herr, ließest du mich finden in um in dir mein Heil zu finden. Christo Gnad' und Huld. O 5. 3u dir, an dem mein Höchster, welch Erbarmen! du Glaube hält, soll auch in dem nahmest an mich Armen und Geräusch der Welt sich still mein tilgtest alle meine Schuld. Herz erheben. Bin ich vereinigt 6. Daß du mich liebreich nur mit dir, wirst du in aller führest, mit deinem Geist reUnruh' hier mir wahre Ruhe gierest, dies, Vater, dank' ich geben. Einst, Herr, hoff' ich dir. Daß du mein Leben fristest, dich zu loben, wo dort oben für mit deiner Kraft mich rüstest, die Frommen wird der ew'ge dies alles, Vater, dank' ich dir. Morgen kommen. 7. Was noch in diesem Leben mir frommt, wirst du mir ge= ben; du giebst's, ich hoff' auf dich. Ja, Vater, ich befehle dir Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 793. Dir bant ich für findlich Leib und Seele. Herr, mein Leben, Gott, jegne und behüte mich. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage und wandtest auch die Plage zu meiner Seelen wahrem Glück. 3. Ich bin nicht wert der Treue, der ich mich täglich freue, der Huld, die mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du kanntest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war. Noch konnt' ich dich nicht denken, zu dir das Herz nicht lenken, da wogst du schon mein Teil mir dar. 456 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Ich will dich lieben, meine 2c. 794. Ein neuer Tag, ein neues Leben geht mit der neuen Woche an; du in deiner Liebe ruhn und hilf, daß jeder diesen Tag mit dir beschließen mag. Mel. Es ist gewißlich an der zc. ben, was wollest, Gott, aufs neu' mir gez 795. Erheb, o meine Seele, dich, die Finsternis geben kann; denn hab' ich deine vergehet, schon zeigt der Glanz Gnade nicht, woher dann Trost des Tages sich, die Sonn' am und Licht? Himmel stehet. Zu Gott erhebe 2. Ich grüße diesen lieben deinen Sinn, daß er dein Werk Morgen, mich schützte deine Va- in dir beginn', indem sein Licht terhand, ich bin getrost, denn tausend Sorgen hast du schon 2. Laßt, Brüder, an das Werk gnädig abgewandt. Ach, Herr, uns gehn, den Herrn froh zu wer bin ich Armer doch? Du erheben; in Christo laßt uns sorgst, drum leb' ich noch. dir leuchtet. auferstehn und zeigen, daß wir 3. Nun das erkenn' ich, Herr, leben; laßt uns in seinem Gnaund gebe mich freudig dir zum denschein nicht eine Stunde müßig Opfer hin: doch weil ich hier, sein: Gott ist's, der uns erso lang' ich lebe, mit Not und leuchtet. Tod umfangen bin, so weich auch heute nicht von mir, die Hülfe steht bei dir. 3. Ein Tag geht nach dem andern fort, doch Gottes Werk bleibt liegen, weil ohne That, mit bloßem Wort, so viele sich betrügen! Gieb, daß wir freudig gehn ans Werk, verleih uns Gnade, Kraft und Stärk' im Licht, das uns erleuchtet. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn; erlöse mich vom Sündenjoche und laß mich jedes Unrecht fliehn. Gieb deinen Geist, der mich regier', auf ebner Bahn mich führ'. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer essen, so laß es doch gesegnet sein, und was du sonst mir zugemessen, das richte mir zum Beften ein; ich bitte nicht um Überfluß, gieb, was ich haben muß. 4. Du zeigst, was zu vollbringen sei auf unsern Glaubenswegen, so hilf nun auch und steh uns bei und gieb uns deinen Segen: dann geht, o Herr, dein Will' und Wort von Land zu Land, von Ort zu Ort, so weit dein Licht nur leuchtet. 5. Das Licht des Glaubens sei 6. Du thust gewiß, mein in mir ein Licht der Kraft und Gott, das Deine, ich will mit Stärke; die Demut werde meine dir das Meine thun. Behüte Zier und leucht' aus jedem Werke; beide, Groß und Kleine, laß sie der Geist der Weisheit steh' mir 457 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. bei und mache mich des Irrtums Hort; nirgends als bei dir allein frei, so bin ich ganz erleuchtet. kann ich recht bewahret sein. 6. Erheb auf mich dein Angesicht, o Bater, aus der Höhe, erhalte mir das rechte Licht, daß deine Weg' ich gehe, bis ich einst tomm' in jene Stadt, die deine Hand gegründet hat und ewiglich erleuchtet. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand; Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, schüße mich, dein Eigentum. In eigener Melodie. 796. 6° ott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist 797. Großer Gott, den Mel. Gott des Himmels und 20. erhält: alles preiset, der 2. Gott, ich danke dir von uns je und je geliebt, sich als Herzen, daß du mich in dieser Vater uns erweiset, uns den Nacht vor Gefahr, Angst, Not Sohn zum Heiland giebt, heute und Schmerzen hast behütet und weckt des Tages Lauf mich zur bewacht, daß des bösen Feindes lauten Andacht auf. List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden so wie diese Nacht vergehn, laß bei dir mich Gnade finden, glaubensvoll auf Jesum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 7. Deinen Engel zu mir sende, wenn Gewalt und List mir droht, alles mir zum Besten wende, es sei Leben oder Tod; sterb' ich einst, dann führe du mich zu deiner ew'gen Ruh'. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, eh erscheint dein großer Tag; dann beb' ich als Sünder nicht, wenn du kommst und hältst Gericht. 2. O wie lieb' ich diese Stunden, wo die Welt mich ruhen läßt, wo wir, treu in ihm verbunden, feiern unsres Heilands Fest, und er uns durch seinen Geist selbst den Weg zum Himmel weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Kraft zum Guten schenkt! Das sind doch die besten Sorgen, wenn sein Heil der Mensch bedenkt; wenn er betet, wenn er singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist sel'ger als Gott dienen! Was ist süßer als sein Wort! Laßt uns sammeln gleich 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein den Bienen, jeder trage Segen 458 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. fort! Selig ist, wer Nacht und schon hier, wie's im Himmel ist Tag gern darin sich üben mag. bei dir. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Mel. Valet will ich dir geben 2c. Eigentum, alles preise deinen Namen, alles mehre deinen 799. Lob jei dir, der den Morgen uns sendet Ruhm, bis es fünftig wird ge- nach der Nacht! Wir schliefen schehn, daß wir dich im Himmel ohne Sorgen, weil du für uns sehn. gewacht. Du, der die Erde schmücket und was da lebt er= freut, hast uns im Schlaf erquicket und unsre Kraft erneut. Mel. Meinen Jesum laff ich 2c. 798. Nicht vom Licht, er2. Von dir ist mir gegeben, leuchte mich bei dem Herr, was ich hab' und bin, doch neuen Tageslichte! Gnadensonne, dies mein irdisch Leben eilt schnell zeige dich meinem frohen Ange- zum Tode hin. Bald ist sie ganz fichte! Deiner Weisheit Himmels- verschwunden der Wallfahrt kurze glanz schmücke meinen Sabbath Zeit, doch hängt an ihren Stunganz. den das Heil der Ewigkeit. 2. Dieser Tag sei dir ge- 3. O teurer hoher Glaube: weiht, weg mit allen Eitelkeiten! ich werd' einst auferstehn, mein Ich will deiner Herrlichkeit mich Leib nur wird zu Staube, mein zum Tempel zubereiten, nichts Geist wird nicht vergehn! Laß begehren und nichts thun als in deiner Liebe ruhn! mich dies nie vergessen, der heilgen Hoffnung voll laß täglich 3. Brunnquell aller Seligkeit, mich ermessen, was ich einst laß mir deine Ströme fließen! Mache Mund und Herz bereit, ihre Fülle zu genießen. Streu das Wort in Segen ein, laß es hundertfrüchtig sein! werden soll. 4. Sollt' ich nach Reichtum trachten? Er täuschet nur das Herz. Nach Ehr' und Weltlust schmachten? Ihr Lohn ist Reu' und Schmerz. Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt sein. 5. Getrost, mein Geist, ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich 5. Mache Wohnung, Herr, stärket Gottes Friede mit Kraft bei mir, bau ein Paradies im und Zuversicht! Ermuntre dich Herzen; ruh in mir und ich in und streite, des Sieges Lohn ist dir, so quillt Freude selbst aus nah! Getrost, vielleicht ist heute Schmerzen, und ich schmecke dann des Kampfes Ende da. 4. Zünde selbst mein Opfer an, das schon auf den Lippen lieget, und erhelle mir die Bahn, wo kein Irrtum mich betrüget, wo kein falsches Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Ich dank' dir schon 2c. 800. Mei ein erst Gefühl sei Preis und Dank, erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken, wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 459 10. Daß ich, als ein getreuer Knecht, nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß noch Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Mel. Ich will dich lieben 2c. 801. Mein Gott, nun ist es wieder Mor= gen, die Nacht vollendet ihren Lauf. Nun wachen alle meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf: die Ruh' ist aus, der Schlaf dahin, ich sehe, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf. der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich nur immer älter werde und niemals rein von Missethat: lebt' ich doch stets nach deinem Sinn, o Gott, durch den ich bin! 3. Vergieb mir alle meine Sünden; o siehe meinen Mittler an und laß mich durch ihn Gnade finden, der für mich hat genug gethan! Ist deine Gnade nur mein Teil, so fehlt mir 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich nichts zum Heil. fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue. und Trug; laß mich den Tag 4. Hilf du in allen Sachen raten, denn wo wär' ich mir selbst genug? Bewahre mich vor Missethaten, vor böser Menschen List 460 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. nie leide; laß uns hell und sündenrein vor dir sein. 5. Bewahre mir Leib, Seel' 5. Ach du Aufgang aus der und Leben, Verwandte, Freunde, Höh', gieb, daß auch an jenem Hab' und Gut! Willst du mir Tage deine gläub'ge Schar erKreuz zu tragen geben, so gieb steh' und, erlöst von aller Plage, dabei mir frohen Mut; die auf der ew'gen Freudenbahn Freuden, die du willst verleihn, wallen kann. laß mir zum Segen sein. 6. Du gabst mir Kraft, jetzt aufzustehen, dein Aufsehn ist's, was mich erhält! Ich weiß nicht, wie mir's heut wird gehen, mach alles so, wie dir's ge- vergeht. fällt: dein will ich tot und lebend sein, ja dein, o Gott, allein. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, wo, was selig uns erhöht, nie wohl wenden an zum Guten, wie ich kann. Mel. Chriflus, der ist mein c. 803. Noch läßt der Herr mich leben, erIn eigener Melodie. 802. Morgenglanz schall ihm, o mein Lied; ich will der ihn froh erheben, der gnädig Licht auf mich sieht. Ewigkeit, vom unerschaffnen Lichte, hilf 2. Ich schaue freudig wieder in dieser Morgenzeit, daß dein der Morgensonne Pracht und Schein sich zu uns richte, und falle betend nieder vor ihm, der vertreib durch deine Macht unsre sie gemacht. Nacht. 2. Deiner Gnade Morgentau sent', o Herr, auf uns sich nieder, daß gleich Blumen auf der Au sich die Seel' erhebe wieder; Segen ström' auf deine Schar immerdar. 3. Du Herrscher aller Welten nimmst dich auch meiner an, wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Dir will ich freudig fingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. 5. Dir hab' ich mich ergeben, ich freue mich in dir; erfreuender als Leben ist deine Gnade mir. 6. Sie führe mich auch heute auf meines Heilands Pfad, du, ewig Weiser, leite mich selbst nach deinem Rat. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unfres Herzens Kält' ertöte, und erwecke Sinn und Mut bei der neuen Morgenröte, daß wir, deine Bahn zu gehn, recht aufstehn. 4. Schmück uns mit Gerechtigkeit als mit einem weißen Kleide, das von uns nie werd' entweiht und an seinem Glanz 7. O höre, was ich flehe: gieb mir ein weises Herz, daß ich auf Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 461 dich stets sehe, in Freude wie in so hat Geist, Seel' und Leib mit Schmerz. dir vereinigt sich. 8. Lehr mich am ersten trachten nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achten als allen Ruhm der Welt. 9. Bereit, den Lauf zu schlieBen, bewährt durch Glück und Not und ruhig im Gewissen, so finde mich der Tod. Mel. O Gott, du frommer 2c. 804. Jeju, jüßes Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich um= fangen. Gestärkt an Leib und Seel' bin ich vom Schlaf erwacht und wende mich zu dir, der stets mein Heil bedacht. 5. Auch heute schmücke mich mit Glauben und mit Liebe, mit Hoffnung und Geduld durch deines Geistes Triebe. Kann ich Gerechtigkeit zum Kleide nur empfahn, dann bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 6. Du, Herr, in dem wir sind, in dem wir alle leben, laß dein' Allgegenwart mir stets vor Augen schweben, damit mein ganzes Thun durch Herz und Sinn und mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund'. 7. O segne, Herr, mein Werk, mein Reden und mein Denken, durch deines Geistes Kraft wollst du es weislich lenken; laß alles nur geschehn zu deines Namens Ruhm, auf daß ich für und für verbleib' dein Eigentum. 2. Was soll ich dir, mein Gott, als Dankesopfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad' versenken. Mein Leib und Seel' und Geist sei mel. Meinen Jesum laff ich nicht zc. dein auf diesen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst 805. Schließzet euch, ihr Augen, auf! nichts vermag. 3. Ja dir zum Eigentum, Schaut das große Licht der ErEs erneuert seinen Lauf, Herr, weih' ich meine Seele; den! nimm sie in deine Hut, daß ihr um ein Leitstern euch zu werden. tein Gutes fehle; dir geb' ich Seht, die Sonne geht hervor, meinen Geist, verschmäh die Gabe sie weist euch zu Gott empor. nicht, verkläre dich in ihm durch deines Geistes Licht. 2. Seh' ich auf die Nacht zurück: glücklich ließ mich Gott 4. Ich will auch meinen Leib sie enden, und ich kann den zum Tempel dir ergeben, darin frohen Blick zu des Himmels du wohnen magst, o Herr, mein Höhen wenden. Möge dort Heil und Leben! Ja wohn und mein Wandel sein mit den leb in mir, beweg und rege mich, Frommen fromm und rein. 462 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 3. Herr, zu deines Namens 4. Dein Wort, Herr, ist geRuhm forge du für mich auch schehen, ich kann das Licht noch heute, daß mich als dein Eigen- sehen; dein ist es, daß aufs neue tum Gnad' und Segen stets ge- ich mich des Lebens freue. leite; was ich thun und reden soll, das gerate alles wohl. 4. Wenn mir Not vor Augen schwebt, soll mein Seufzen zu dir dringen, wenn das Herz vor Furcht erbebt, soll es sich zum Himmel schwingen, und die Antwort werde mir: fürchte nichts, ich bin bei dir. 5. Du willst ein Opfer haben: was bring' ich dir für Gaben? Ich fall' in Demut nieder und bring' Gebet und Lieder. In eigener Melodie. 806. ach auf, mein Herz, und singe 6. Du, der ins Herz kannst sehen, wirst diese nicht verschmähen, du weißt, daß ich zur Gabe nichts als dies Opfer habe. 5. Halte mein Gewissen frei, daß ich heut es nicht beflecke; 7. Du wollst dein Werk vollkommt Bersuchung auch herbei, enden, mir deinen Engel senden, gieb, daß es mich bald erwecke, der mich an diesem Tage auf daß ich heilsam bleib' und fley', und der Sieg mir nicht entgeh'í seinen Händen trage. 6. Alles werf' ich dann auf 8. Sprich Ja zu meinen Thadich, und so darf ich nimmer ten und laß sie wohl geraten; zagen, und dein Geist erleuchte den Anfang und das Ende, o mich, wohl zu nutzen Freud' und Herr, zum Besten wende. Plagen; so werd' ich gebessert sein, stellt sich heut der Abend ein. 9. Erhöre meine Bitte: mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise auf meiner Himmelsreise. Mel. Werde munter, mein 20. Geber aller Güter, der Menschen treuem Hüter. dem Schöpfer aller Dinge, dem 807. Wenn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh' und befreit von allem Kummer jenen schönern Morgen seh': o dann wach' ich anders auf! Schon am 3iel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Nur er konnt' in Gefahren mich väterlich bewahren, als mich die dunklen Schatten der Nacht umgeben hatten. 3. Du höchster Schutz der Müden, sprachst zu mir: schlaf in Frieden! kein Unfall soll dich schrecken, dein Vater wird dich decken. 2. Gieb, daß keiner von den Tagen dieser ernsten Prüfungs Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 463 zeit jenem Tag einst dürfe sa-| 4. Doch ich komme mit Vergen, er sei ganz von mir ent- langen, o mein Herzensfreund, weiht. Auch noch heute wacht' zu dir! Neige du dein Licht zu ich auf, Dank sei dir! Zu dir mir, da der Tag nunmehr verhinauf führe jeder meiner Tage mich durch Freude wie durch Plage. gangen! Sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Dunkel bricht. 5. Laß mich wohl die Tage 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr letzter nun er- zählen, die du mir noch gönnen scheint, wenn zum dunklen Thal willt. Ist mein Herz von dir ich gehe und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein und laß mich den Stärksten sein, daß ich ihn zum Himmel weise und dich, Herr des Todes, preise. B. Abendlieder. Mel. Ach was soll ich Sünder 2c. 808. Ah, mein Jeſu, sieh ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt und die Finsternis sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete: neige du zu deinem Sinn ganz mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn ge= schwinde wie ein Pfeil zur Ewigteit; selbst die längste Lebenszeit rauscht vorüber wie die Winde, strömt dahin schnell, wie ein Fluß stürzet seinen Wasserguß. 3. Und, mein Jesu, sich, ich Armer nehme dich nicht recht in acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte, mein Erbarmer! Ach wie mancher Tag geht hin, da ich kalt und träge bin. erfüllt, so wird nichts mich können quälen, denn wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 809. Auch dieses Tages Stunden sind mir, Gott Lob! verschwunden in ungestörter Ruh'! Bald sinkt die Sonne nieder, die stille Nacht kommt wieder und schließt uns sanft die Augen zu. 2. Laßt uns vor Gott erwägen, welch unverdienten Segen uns dieser Tag gebracht! Laßt uns von Dank entbrennen und tief gerührt bekennen: der Herr hat alles wohl gemacht! 3. Du, Gott der Treu' und Gnade, haft segensvolle Pfade uns bis hieher geführt. Nicht uns, dir sei die Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir geweiht. Wir schlummern ohne Sorgen, du weckst uns wieder morgen, hier oder in der Ewigkeit. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. In eigener Melodie. Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu 2c. hin, bei 811. Die Sonn' hat sich mit ihrem Glanz mir bleibe, o Seelenlicht, der gewendet und, was sie soll, auf Sünden Nacht vertreibe; geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, erleuchte mich in dieser Dunkelheit. diesen Tag vollendet; die Nacht bricht ein mit ihrer stillen Ruh' und schließet sanft die müden Augen zu. 464 810. De er Tag ist mein Jeju 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen! Die 2. Ich preise dich, du Herr Ehr' ist dein, wenn mir ein der Tag' und Nächte, daß deine Werk gelungen. Versteh' ich auch Hand und hochgerühmte Rechte nicht immer deinen Rat, du mich hat bewahrt vor aller Plag' führest stets mich auf den besten und Not, die überall dem Pfad. schwachen Menschen droht. 3. Vergieb, wo ich bei Tage 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet, daß Festigfeit im Guten mir noch fehlet. 1o gelebet, daß ich nach dem, Du weißt, o Gott, wie sehr was finster ist, gestrebet. Laß mein Herz dich liebt, und doch schein in Ewigkeit bei dir er= alle Schuld durch deinen Gnaden= wird noch dein Geist von mir betrübt. loschen sein. 4. Bergieb mir, Herr, es sagt mir mein Gewissen, daß Sünd' und Welt mich oft von dir gerissen. Es thut mir leid, ich stell' mich wieder ein; da ist die Hand: du mein und ich bin dein. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der dunkeln Nacht vertraue, daß für den Leib auf diesen schweren Tag des sanften Schlafs Erquicung folgen mag. 5. Du starter Schutz der Herzen, die dir trauen; o laß lange Nacht bedecken und in die 5. Herr, wenn mich wird die auch mich stets deine Hülfe Ruh' des tiefen Grabes strecken, schauen. Wenn über mich stets so blicke mich mit deinen Augen deine Gnade wacht, so fürcht' ich nicht des Bösen ist und an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. Macht. 6. Du schlummerst nicht, 6. Und laß darauf, zugleich wenn meine Kräft' erschlaffen; mit allen Frommen, mich zu o laß die Seel' im Schlaf auch dem Glanz des andern Lebens Gutes schaffen! O Lebenssonn', tommen. Laß mich das Licht erquide meinen Sinn; dich lass' des ew'gen Tages sehn, das ich nie, mein Licht; der Tag ist nimmermehr in Nacht wird unhin. tergehn. 465 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 812. Die ie Sonne senkt sich im Sonnenschein, im Sturme, am Menschen und am Wurme, nieder, die stille groß zeigst du, Schöpfer, deine Nacht kommt wieder und mit Macht. ihr Schlaf und Ruh'. Erschöpft sind unsre Kräfte vom schweren Tagsgeschäfte, bald schließen sich die Augen zu. 2. Noch wach' ich und erhebe dich, Gott, durch den ich lebe, daß du mein Vater bist. Mit Dank will ich erwägen, daß deiner Liebe Segen noch nie von mir gewichen ist. 8. Drum schwinde alles Grauen, dir will ich froh vertrauen, denn du sorgst auch für mich. Ja, Vater, ich befehle ge= trost dir Leib und Seele, du bist mein Gott, ich hoff' auf dich. 9. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben, so will ich des mich freun; soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden und auch mein Gott im Tode sein. 3. Von dir kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Sicherheit der Nacht. Du bist der Quell der Güter, mein Schutz und treuer Hüter, der, In eigener Melodie. wenn ich schlummre, für mich 813. Gott, Bater, Sohn wacht. und heil'ger Geist, 4. Du läßt es finster werden und hüllst den Kreis der Erden in tiefe Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnst du mit deiner Fülle und zeigst uns deine Herrlichkeit. der Güte, die mein Loblied preist, bin ich viel zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut an 5. Du führst aus weiter Ferne mir gethan, mir, was ich bat, den Mond und tausend Sterne gewähret: hast väterlich mein mit Majestät herauf. Sie leuch- Haus und mich beschützet und ten dir zur Ehre hoch über Erd' genähret. und Meere, und deine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Als Zeugen deiner Stärke stehn lauter Wunderwerke in deiner Schöpfung da; und du, der sie bereitet und Mond und Sterne leitet, du bist auch mir im Staube nah. 3. Du hast mir, was ich bin, geschenkt, den Geist, der deiner froh gedenkt, ein ruhiges Gemüte. Was meine Kraft je Gutes schafft, ist alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb' und macht mein Schutz und Schirm in dieser Nacht, vergieb 7. Groß, wenn der Morgen mir meine Sünden. Und kommt grauet, groß, wenn der Abend mein Tod, o Herr mein Gott, so tauet, groß in der stillen Nacht; laß mich Gnade finden. 30 466 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Uun ruhen alle Wälder 2c. bildern laß meine Seele frei, 814. Herr, der du mir das nichts möge fie ſich schildern, was Leben bis diesen ihrer unwert sei! von eitlen Sorgen mich jetzt zur Ruhe gehn und auf dem Kampfplatz morgen mit neuen Kräften stehn. 3. Doch sinkt des Todes Schlummer auf mich in dieser Nacht, der jedem Erdenkummer und Glück ein Ende macht: so will ich nicht erschrecken, mich ruft des Herrn Gebot, mein Gott wird mich erwecken, ein Schlaf nur ist der Tod. Tag gegeben, dich bet' ich findlich an! Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte freu' ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, nach deines Worts Be= fehlen einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen, im Geist Mel. Jesu, meine Freude 2c. den Himmel offen und dort den 816. Hirte deiner Herde! des 4. Ich weiß, an wen ich glaube und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil' ich der Ruh' entgegen, dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl' ich, Vater, meinen Geist. Nacht deckt die Erde, doch du schlummerst nicht. Deine Batermilde diente mir zum Schilde bei des Tages Licht. Auch bei Nacht nimm mich in acht; laß durch deiner Engel Scharen mächtig mich be= wahren. 2. Vor der Feinde Toben schütze, Herr, von oben mich mit deiner Huld. Ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergieb die Schuld. Jesus Christ mein Mittler ist, er hat das, was ich verschuldet, williglich erMel. Befiehl du deine Wege 2c. 815. Herr, es gescheh' dein duldet. Wille! mein Kör3. Laß auch meine Lieben keine per eilt zur Ruh'; mir fallen in Not betrüben, sie sind mein und der Stille die müden Augen zu. dein. Hältst du mit Erbarmen Erlaß mir Schuld und Strafe, mich in deinen Armen, schlaf daß ich, von Sünden rein, zum ich fröhlich ein. Du bei mir Tode wie zum Schlafe bereitet und ich bei dir, also sind wir möge sein. ungeschieden, und ich ruh' in 2. Von Angst und Schrecken- Frieden. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 467 4. Wie, wenn ich mein Bette 1 4. Und doch hab' ich, du bald im Grabe hätte? Jetzo rot, treuer Gott, unsträflich nicht ge= bald tot! Doch, hast du's be- wandelt, auch heute wider dein schlossen, scheid' ich unverdrossen, Gebot und wider dich gehandelt. Herr, auf dein Gebot. Nie setz' Ja nur zu oft vergaß ich dein ich mich wider dich. Jesus wird und suchte nicht dir ganz allein, nie von mir scheiden, drum sterb' mein Vater, zu gefallen. ich mit Freuden. 5. Gieb mir durch deines Geistes Licht Erkenntnis meiner Sünden. Laß mich vor deinem Angesicht in Christo Gnade finden. Verleih, daß ich in dieser Nacht, von deiner Güte, Gott, bewacht, in Ruh' und Frieden schlafe. 5. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab' ich dir ergeben, treuer Hüter du! In der Nacht nimm mich in acht und, erleb' ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. 6. Auch bitt' ich, treuer Vater, dich, behüte du die Meinen! Die Schwachen schütze väterlich und tröste, die da weinen! Gönn allen Kranken sanfte Ruh', die Sterbenden erquide du mit Hoffnung jenes Lebens! 7. Nun, Vater, übergeb' ich dir mich ganz mit Leib und Seele. Wacht nur dein Auge über mir, was ist dann, das mir fehle? Währt morgen noch die Gnadenzeit, so laß mich heiliger als heut nach deinem Mel. Nun freut euch zc. 817. Mit frohem Danke nah' ich mich dir, Gott, und falle nieder; denn du erwiesest heute dich als treuen Vater wieder. Viel mehr als ich erzählen kann hast du mir Gutes heut gethan, wie soll ich), Gott, dir danken? 2. Du, der erhält, was er erschuf, erhieltest mir mein Leben. Gesundheit, Kraft zu dem Beruf hast du mir heut gegeben. Willen leben! Mich führte deine Vaterhand, und manches Leid ward abge= wandt durch dein allmächtig Walten. Mel. Werde munter, mein c. 818. Nacht und Stille schließen wieder 3. Auch geistlich hast du mich genährt zu meiner Seele Frieden, unsre müden Augen zu, und mir deines Wortes Licht ge- des Leibes matte Glieder sehnen währt und reichen Trost be- sich nach Schlaf und Ruh': schieden. Du halfft in der Ver- meine Seele, säume nicht und suchung mir, dein heil'ger Geist gedente deiner Pflicht, dich zu zog mich zu dir und warnte vor Gott noch zu erheben, seinem der Sünde. Schutz dich zu ergeben. 30* 468 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 2. Prüfe dich mit Ernst und Lob beginnen, eh ihr dem Schlaf sage: nüßest du auch deine Zeit? euch übergebt. Wärst du schon an diesem Tage 2. Wo bist du, Licht, geblieGott zur Rechenschaft bereit? ben? Die Nacht hat dich verAch erwäg es, eins ist not! dent trieben, die Nacht, des Lichtes an Gott und an den Tod! Feind. Doch eine andre Sonne, Willst du ewig selig werden, mein Jesus, meine Wonne, ist's, mußt du heilig sein auf Erden. die mir hell im Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergan= 3. Herr, ich muß es dir gestehen: oft vergaß ich meine gen, die goldnen Sterne prangen Pflicht! Du, du kennest mein in jenen Himmelshöhn. So Vergehen, geh mit mir nicht ins werden, Herr, die Deinen einst Gericht! Mein Vertrauen grün- Sternen gleich erscheinen; auch det sich nur auf deinen Sohn ich werd' unter ihnen stehn. und dich, der du seinetwegen schonest und nicht nach Verdiensten Lohnest. 4. Ich will, der Ruh' zu pflegen, die Kleider von mir legen, das Bild der Sterblichkeit; einst 4. Herrscher über Tod und sinkt auch diese Hülle, und aus Leben, ach nimm mich zu Gnaden der Gnadenfülle schenkt Christus an. Du bist's, der die Schuld mir das Ehrenkleid. vergeben und die Strafe tilgen kann. Sieh ich komm' und suche dich, und mein Mittler spricht für mich: darum laß mich Gnade finden und vergieb mir meine Sünden. 5. Leb' ich morgen, Gott, so leite meinen Gang auf deiner Bahn; halte mich, daß ich nicht gleite, nimm dich meiner Schwachheit an! Gieb zu meiner Pilgrimschaft deines guten Geistes Kraft; fröhlich geb' ich dann am Ende meine Seel' in deine Hände. 5. Das Haupt, die Füß' und Hände sind froh, daß nun zu Ende des Tages Arbeit sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Ruhstätt' ihr begehrt; es kommen andre Zeiten, da wird man euch bereiten zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'. 7. Bald schließen sich in Frieden die Augen, die ermüden, wer schützt dann Leib und Seel'? wer wendet allen Schaden? Du bist es, reich an Gnaden, du In eigener Melodie. 819. Nun ruhet in den Wächter über Israel. Wäldern, in Städten und auf Feldern sanft schlummernd was da lebt; ihr 8. Bedecke, vor Gefahren mich mächtig zu bewahren, mit deinen Flügeln mich. Mag dann der aber, meine Sinnen, sollt Gottes Feind auch stürmen, willst du Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 469 8. Soll diese Nacht die letzte sein, faßt mich des Todes Hand, so führ mich, Herr, zum Himmel ein, ins ew'ge Vaterland. mich nur beschirmen, so ist er mir nicht fürchterlich. 9. Euch aber, meine Lieben, euch möge nicht betrüben ein Unfall diese Nacht. Schlaft ruhig bis zum Morgen, durch Gottes Schuß geborgen und seiner guten Engel Wacht. In eigener Melodie. 820. un sich der Tag geendet hat, die Sonne nicht mehr scheint, schläft, was von Arbeit müd' und matt und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, wirkst ohne Rast, du schläfft noch schlummerst nicht; ob uns die Finsternis umfaßt, bleibst du doch unser Licht. 3. Gedenke, Herr, nun auch an mich in dieser dunklen Nacht und halte du mich gnädiglich in deiner Hut und Wacht. 4. Ich fühle zwar der Sünden Schuld, die mich bei dir verklagt, doch hat mir deines Sohnes Huld Vergebung zugesagt. 5. Er hat für mich genug gethan, als er am Kreuze starb; ich nehm' den Trost im Glauben an, den mir sein Tod erwarb. Mel. Werde munter mein 2c. 821. Sin ich einst in jenen Schlummer, aus dem keiner mehr erwacht; geh' ich aus der Welt voll Kum= mer, Todesruh', in deine Nacht: dann schlaf' ich anders ein; weg aus dieses Lebens Pein wall' ich zu den ew'gen Hütten derer, die schon ausgelitten. 2. Jeko schlaf' ich, aufzuwachen noch für Tage dieser Zeit. Möcht' ich stets mich fertig machen, Vater, zu der Ewigkeit, daß ich wie ein Pilger sei, leicht bereit, von Bürden frei, froh zu scheiden von der Erde, wenn ich nun unsterblich werde. 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint, wenn mit nichterhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint. Stärker als mein Freund im Schmerz sei mein Gott verlangend Herz, daß ich, voll von deinem Preise, ihn zu dir gen Himmel weise. 6. Drauf thu' ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht über meine Ruh', wie kann mir bange sein? Mel. daß ich tausend Bungen 2c. 822. So ist die Woche nun 7. Weicht, nichtige Gedanken, verflossen, doch ewig, hin! hemmt nicht der Andacht Herr, bleibt deine Treu', wie sich Lauf, ich baue jeßt in meinem dein Segensquell ergossen, so Sinn Gott einen Tempel auf. fließet er mir täglich neu. Ich bin 470 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. der festen Zuversicht, daß deine| mich nach deinem Rat, bis Leid Huld mir nie gebricht. und Zeit ein Ende hat. 2. Ich preise dich mit frohem Munde und lobe dich, so hoch ich kann; ich rühm' aus meines Mel. Befiehl du deine Wege 2c. enn Licht und Herzens Grunde, was deine Lieb' 823. We Sonne scheiden, an mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein wertes Opfer ist. so sende meinem Geist des höhren Lichtes Freuden, das ihn zum Himmel weist. Hilf mir mein Heil besorgen, verändre meinen Sinn und schaffe, daß ich morgen in dir erneuert bin. 2. Ich seh' das Licht verschwinden, die trübe Nacht bricht ein; ach, Herr, laß meine Sünden auch mit verschwunden sein. Streich sie aus deinem Buche, das mich zum Schuldner macht, und rette mich vom Fluche, den ich mir selbst gebracht. 3. Hast du mich gleich in diesen Tagen mit manchen Leiden heimgesucht, so gabst du immer Kraft zu tragen, und auch die Trübfal brachte Frucht; auch in dem Kreuz, das du gesandt, hab' ich dein Vaterherz erkannt. 4. Nur eines bitt' ich, Herr, vor allen, o du versagst mir solches nicht: bin ich in Sünd' und Schuld gefallen, so geh mit mir nicht ins Gericht, weil Jesus meine Missethat durch seinen Tod versöhnet hat. 3. So lang' ich hier soll leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst scheiden muß. Doch kommt noch heut mein Ende, ist schon vollbracht mein Lauf, so nimm in deine Hände den Geist, o Bater, auf. 5. Ich bin dem Grabe näher kommen, dem Ziele meiner Prüfungszeit; wie meine Tage zugenommen, so nah' ich mich der Ewigkeit; soll dies die letzte Woche sein, so führe mich zum Himmel ein. C. Neujahrslieder. 6. Wenn aber morgen ich aufs neue den heil'gen Sonntag Mel. Ich dank' dir, lieber 2c. feiern kann, so blick die Sonne 824. Bis hieher ist's gedeiner Treue mich auch mit neuen lungen, vorüber Gnaden an; dann geh' ich ist das Jahr. Ich bin hindurch= freudig in dein Haus, da teilst gedrungen durch Sorgen und du reichen Segen aus. 7. So will ich jetzt und immer preisen, was du mir gabst und immer giebst; du wirst es durch die That beweisen, daß du mich je und immer liebst. Du führeft Gefahr. Nun schweige jede Klage, mein ganz Gefühl sei Dank. Dir, Hüter meiner Tage, erschalle Lobgesang! 2. Der du mich haft erhalten, mein Schöpfer und mein Hort, dich Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 471 laß ich ferner walten und traue des Lebens Müh'? Am Abend deinem Wort. Dir ist mein war mein Herz oft voll von Will' ergeben, er ist nicht weiter Gram und Sorgen, und an dem mein. Mein Herz, mein ganzes neuen Morgen verschwand mein Leben soll dir geheiligt sein. Gram und Schmerz. 3. In deinen Rat sich schicken, ist Weisheit und giebt Ruh'. Soll mich die Armut drücken, mein höchstes Gut bist du. Soll mich Verfolgung plagen, so schüßest du mich doch. Soll ich Verachtung tragen, ich trage, Herr, dein Joch. 4. Soll ich verlassen leben, verlaß nur du mich nicht. ich in Ängsten schweben, sei meine Zuversicht. Und soll ich Krankheit leiden, du wirst Geduld verleihn. Soll ich von hinnen scheiden, du führst zum Leben ein. 4. Gott, groß ist deine Stärke, groß deine Freundlichkeit! dich preisen deine Werke, du Herr der Welt und Zeit! Auch ich will lebenslang dich preisen, dich erhöhen, und auch mein letztes Flehen sei dir ein Lobgesang. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 2c. Soll 826. Erhebt, Bewohner dieser Welt, erhebt den Herrn der Zeit! Ein Opfer, das ihm wohlgefällt, ist Lieb' und Dankbarkeit. 2. Der Engel hoher Lobgesang preist seine Majestät; und so werd' auch durch unsern Dank dein Name, Gott, erhöht. Mel. Helft mir Gott's Güte 2c. 825. Des Jahres erſter 3. Mit Gütern fröntest du Morgen soll, das Jahr, versorgtest groß und Gott, dir heilig sein, ich will klein, nahmst unsres Lebens mich, fern von Sorgen, nur gnädig wahr, gabst Segen und deiner Güte freun. Bis hieher halfst du mir. Lobsing ihm, 4. Dein Wort erquickte Geist meine Seele! Lobsing ihm und und Sinn, gab in Versuchung erzähle, was er gethan an dir! Mut, auch was uns fränkte, 2. Ich überschau' die Pfade ward Gewinn, du machest alles der kurzen Pilgerschaft. Nah gut. Gedeihn. war mir deine Gnade, o Gott, 5. Dir, Gott und Vater, danund deine Kraft. Du führtest ten wir für dieses Jahres Heil voller Treu' mich meinem Ziel und flehn vertrauensvoll zu dir: entgegen, du gabst mir deinen sei ferner unser Teil! Segen und standst mir mächtig bei. 6. Der Obrigkeit gieb deinen Geist und Kraft von deinem 3. Erwäg' ich alle Freuden, Thron; beweis, o treuer Gott, die mir mein Gott verlieh, was du seist ihr Schild und großer sind dann alle Leiden? was ist Lohn. 472 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 7. Dein Segen komm' auf 4. Laß alle, die regieren, ihr unser Land, erhalt ihm Fried' Amt mit Segen führen und und Ruh'; ihm ström' aus schirmen Sitt' und Recht; daß deiner Gnadenhand stets neue Friede, Lieb' und Treue sich stets Wohlfahrt zu. bei uns erneue, bis auf das späteste Geschlecht. 5. Erhalt in jeder Ehe bei ihrem Wohl und Wehe recht= schaffne Frömmigkeit. In Unschuld und in Tugend erwachse unsre Jugend und sei zu deinem Dienst bereit. 6. Vater, wend' in Gnaden Krieg, Feuer-, Wasserschaden von deinen Kindern ab. Rein Unglücksfall vernichte des Landes reiche Früchte, die deine milde Hand uns gab. 7. Gedenke voll Erbarmen der Leidenden und Armen, daß sie sich deiner freun Den Waisen sei ein Vater, den Witwen ein Berater, du wollst ihr Schut 8. Wie Tau des Morgens breite sich dein göttlich Wohl= thun aus, und für dein Aufsehn rühme dich frohlockend jedes Haus. 9. Laß leuchten uns dein Angesicht, wenn Trübsal uns bedrängt; verlaß uns, o Erbarmer, nicht, bis uns das Grab umfängt. 10. Und endet in des Jahres Lauf sich unsre Lebenszeit, so nimm den Geist zu dir hinauf in deine Ewigkeit. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 827. Erhör uns, Gott, er- und Beistand sein. höre, breit deines Namens Ehre an allen Orten aus. Mit deinem reichen Segen komm gnädig uns entgegen und schütze, Herr, dein Erb' und Haus. 2. O laß dein Wort uns allen noch ferner rein erschallen und seiner Kraft uns freun. Gieb du getreue Lehrer, gieb under droßne Hörer, und laß uns fromme Thäter sein. 3. Du wollst das Land beglücken und stets mit Gnadenblicken auf unsern König sehn. Schüß ihn auf seinem Throne und laß, Herr, seine Krone in segensvollem Glanze stehn. 8. Sei du ein Arzt der Kranten, und die im Glauben wanken, zieh, Herr, zu dir hinauf. Den Alten hilf die Plagen, die Last der Jahre tragen, bis sie vollenden ihren Lauf. 9. Sei der Bedrängten Stüke und die Verfolgten schütze, gieb Trost in Todesnot. Die hier die Deinen waren, laß einst in Frieden fahren, send ihnen einen sanften Tod. 10. Nun, Gott, du wirst erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen froh das Amen in unsres Jesu Namen, so ist ge= wiß der Wunsch gewährt. 473 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Es ist das Heil uns C. teit auf seinem Stuhle throne; 828. Gott ruft der Sonne, daß Tugend und Zufriedenheit ruft dem Mond, in unserm Lande wohne; daß das Jahr darnach zu teilen; er, Treu' und Liebe bei uns sei: der im Himmel ewig thront, er dies, lieber Vater, dies verleih' heißt die Zeiten eilen: er ordnet in Christo, deinem Sohne. Jahre, Tag und Nacht, laßt uns erhöhn den Gott der Macht und dankbar vor ihm weilen! 2. Herr, der da ist und der mir preisen, auf, da war, dich rühmen alle Zungen! Christen, stimmet ein! laßt uns Dir sei für das entslohne Jahr ihm Dank erweisen und seiner ein heilig Lied gesungen; für uns erfreun! Er ist der Herr Leben, Wohlfahrt, Trost und der Zeit, hat ihren Lauf regieret, Rat, für Fried' und Ruh', für bisher uns treu geführet und jede That, die uns durch dich jetzt das Jahr erneut. gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben; verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Zu segnen bist du ftets bereit, wenn wir nach der Gerechtigkeit und deinem Reiche streben! Mel. Helft mir Gott's Güte 2c. 829. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden; doch schadet mir das Glück der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, auf daß mich nimmer Not und Schmerz von deiner Liebe scheiden. 2. Mit fröhlichem Gemüte laßt heut zu ihm uns nahn; denn er ist reich an Güte, hat viel an uns gethan; er hat mit milder Hand viel Segen uns gesendet, viel Unheil abgewendet von unserm Vaterland. 3. Er hat sein Wort erhalten, der Kirche Schutz gewährt, die Jungen und die Alten mit Himmelsbrot genährt. Aus unverdienter Huld hat unser er verschonet und keinem noch gelohnet nach seiner Sündenschuld. 4. Mit väterlicher Treue nimmt er uns Sünder an, wenn wir uns ihm voll Reue in Jesu gläubig nahn; durch ihn will er verzeihn und uns zum neuen Leben des Geistes Beistand geben, ihm wollen wir uns weihn. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der bedrängten Brüder. Gieb Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott, mit Heil und Rat auf unsern König nieder. 6. Daß Weisheit und Gerechtig- Zeit. Sei ferner unser Gott, 5. Sei, Vater, hochgepriesen für alle Gütigkeit, die du uns hast erwiesen in der vergangnen 474 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. versorg uns und bewahre auch deinen Höhen mit Huld auf unin dem neuen Jahre und hilf ser Volk und Land; gieb uns, aus aller Not. was wir in Christo flehen, aus deiner milden Vaterhand! Gott, stättige mit langem Leben den Herrscher, den du uns gegeben, Mel. Wie wohl ist mir, o 2c. err, den die Sonnen 830. Erden beſteh' Thron! Lehr du ihn selbst das and beglücken, daß wir in ihm dein Bild erblicken, und sei sein Schild und großer Lohn. 5. Tritt den Gewaltigen zur Seite, die um den Thron des Königs stehn, daß ihren Rat die Weisheit leite und sie des Volkes Wohl erhöhn. Sei mit den Obren unsres Landes, auf daß 2. Wie, Gott, dein Arm die zur Wohlfahrt jedes Standes ihr Welt bewahre, verkündigt jeder Amt und Wirken wohl gedeih'. Tag der Nacht; ein Jahr erzählt Du wollest deiner Güte Segen dem nächsten Jahre die großen auf alle treuen Bürger legen, Wunder deiner Macht. Dein daß jeder dir gehorsam sei. Stuhl, o Gott, bleibt ewig stehen; 6. Des Heiligtumes Diener du bist und bleibest, wir ver- stärke der Geist des Lichtes und gehen, wie schnell verströmet der Kraft, er, der zu ihrem unfre Zeit! Schon wieder ist ein Segenswerte das Wollen und Jahr vom Leben, das uns dein Vollbringen schafft! Der Lehrer Gnadenrat gegeben, im Abgrund Arbeit laß geraten, wenn sie der Vergänglichkeit. mit treuer Hand die Saaten der Weisheit und der Wohlfahrt streun! Bild auch das zarte Herz der Jugend, laß wahre Weisheit, fromme Tugend die Zierde unsrer Schulen sein! 7. Dies Flehn sei vor dir Ja und Amen! Du kannst mehr thun als wir verstehn; erhör uns, Gott, in Jesu Namen und laß uns deine Hülfe sehn! Wir trauen deiner Macht und Gnade, erhalt uns auf dem ebnen Pfade, den unser Herr uns wandeln lehrt. O segne, durch ihren Bau voll Pracht erhöhn, durch dessen Machtwort Welten werden und Welten wieder untergehn! Herr, den durch laute Lobgesänge der Kreaturen ganze Menge in aller Zeiten Lauf erhob! der Engel Chöre nachzuahmen, preist unsre Seele deinen Namen, und unsern Mund erfüllt dein Lob! 3. Kommt! heut sei uns ein Tag des Bundes! Dem frommen Bunde bleibet treu, und den Gelübden unsres Mundes stimm' ohne Falsch das Herz auch bei! Land, gelobe, Gott zu dienen, und du wirst wie ein Garten grünen, den er sich selbst gepflanzet hat. Laßt wandeln uns auf seinen Wegen, dann macht mit ihrem vollen Segen uns seine Batergüte fatt. 4. Gott, schau herab aus 475 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Vater, dir zum Preise auch dieses| neue Kräfte bringen, daß erneut Jahr und so beweise: du seist ich wandeln kann. Neues Heil es, der Gebet erhört. und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Baß dies sein ein Jahr der Gnaden, Herr, vergieb mir meine Schuld! Was der Seele möchte meines Lebens Reise. Froh tret' schaden, wende ab nach deiner ich meine Wallfahrt an, nach Huld! Laß mich wachen, beten, frommer Pilger Weise. Herr, ringen und durch dich die Welt mit Gebet und mit Gesang be- bezwingen. ginn' ich mutig meinen Gang, du wirst mich sicher leiten. 2. Mich schrecket nicht der Zukunft Nacht, die meinen Pfad umhüllet; ich weiß, daß einst durch deine Macht mir Licht aus Nächten quillet. Jetzt. faff' ich deinen Ratschluß nicht, doch einst, verklärt in deinem Licht, werd' ich ihn ganz verstehen. 3. Deine Kraft kann mich wohl stärken, daß mein Wandel richtig sei. Mach mich reich an guten Werken und in deinem Dienst getreu! Hab' ich dich, du Freund der Seelen, was kann mir zum Heile fehlen? Mel. Nun freut euch zc. 831. He eut öffnet sich die neue Bahn auf 3. Rauh oder eben sei mein Pfad, ich will ihn freudig gehen, denn deiner Liebe weiser Rat hat ihn für mich ersehen. Giebst du mir Freude, giebst du Not, giebst du mir Seben oder 4. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage mich auf deinen Händen, sei mein Beistand in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Mel. Wach auf, mein Herz 2c. Tod, es wird zum Heil mir 833. Nun laßt uns gehn dienen. treten mit 4. Mein Ziel sei nahe oder fern, das soll mein Herz nicht quälen; dir, meinem Gott und meinem Herrn, dir will ich mich befehlen. In deiner Hand steht meine Zeit, laß mich den Weg zur Ewigkeit nur selig einst vollenden. Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; im neuen wie im alten läßt er sein Wohlthun walten. 3. Er führt durch Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Furcht und große Mel. Unser Herrscher, unser 20. 832. Hilf, Herr Jefu, laß Schrecken, die alle Welt bedecken. Mütter unter Stürmen neue Jahr geht an! Laß es die lieben Kindlein schirmen, so gelingen, hilf, das 476 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. eilt Gott, in Gefahren die Seinen gangen! Schon ist ein neues anzu bewahren. 5. Ach, Hüter unsres Lebens, wir sorgen nur vergebens, wo nicht in allen Sachen für uns dein' Augen wachen. gefangen. Auf dich, o Gott, soll ganz allein mein Herz und Sinn gerichtet sein. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue, Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 2. Du hast das Dasein mir gegeben, nur dir allein gehört mein Leben. Dein ist die Kraft, dein ist die Zeit, nur deinem Ruhm sei sie geweiht. 7. Hör ferner unser Flehen und eil, uns beizustehen in allem Kreuz und Leiden, du Brunnquell aller Freuden. 3. O stärke, Vater, mein Verlangen, an deinem Willen festzuhangen. Vollführe du, was ich nicht kann, und leite mich auf ebner Bahn! 8. Gieb mir, gieb allen denen, die sich nach Hülfe sehnen, ein Herz, das dich nicht lasse und in Geduld sich fasse. 4. Und wank' ich oder sink' ich nieder, o so erhebe du mich wieder! Hilf gnädig meiner Schwachheit auf und fördre kräftig meinen Lauf. 5. Laß, Herr, dein himmlisch Reich auf Erden auch unter uns verbreitet werden. Bedeck mit deiner treuen Hand den König und das Vaterland. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 10. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 6. Laß alle, die die Welt regieren, mit Weisheit ihre Scepter führen. Ihr Thun sei nur Gerechtigkeit, nur Friede, was ihr Mund gebeut. 7. Laß treue Hirten, fromme Herden ein Herz und eine Seele werden, daß wahrer Glaub' und Liebestreu' die Zierde deiner Kirche sei. 8. Die Eltern, die heut zu dir flehen, laß Freud' an ihren Kindern sehen, und mach durch deines Geistes Kraft sie alle weis' und tugendhaft. Mel. Beuch meinen Geift zc. 9. Erfreue, Gott, durch deinen 834. Wie schnell ist doch Segen, die standhaft gehn auf deidies Jahr ver- Inen Wegen! Zeig deinen Arm, 11. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Gedanken den tiefbetrübten Seelen, die sich in Schwermut quälen. 12. Und was das allermeiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 13. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schare zum sel'gen neuen Jahre! Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 477 der Schwache trägt und freche zem sehn wir wieder, wie sie Sünder niederschlägt! empor am Himmel steigt. 10. Erhöre das Gebet der 4. So, ob auch wir veralten, Deinen! Laß nicht umsonst das ob Händ' und Herz erkalten, Elend weinen! Send eilend jedem Hülf' und Rat, der keinen Freund und Retter hat! ein Neues stellt sich ein! Wie viel wir abgenommen, so näher sind wir kommen der ew'gen Freude oder Pein. 11. Auf dich soll stets mein Auge schauen, auf dich, Herr, soll mein Herz vertrauen. du mein Freund und höchstes Gut, so wird mein Glaube Heldenmut. 5. Unendlich selig Wesen, durch Bist dessen Tod genesen, was Zeit und Jahre zählt; laß alle mit dir leben, für die du dich gegeben, die deinem Reiche du erwählt. 12. 3u meinem Heil und dir zum Preise setz' ich dann fort die Pilgerreise, bis mir am Ziele meiner Bahn dein Vaterhaus wird aufgethan. D. Jahreszeiten. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 2c. 13. Die Sonne gehet auf und 836. Die Ernt' ist da, nieder, ein Jahr vergeht, ein Jahr kommt wieder! Nur du, der allgenugsam ist, nur du bleibst ewig der du bist! schon winkt Halm den Schnitter in das Feld; so schalle denn ein Freudenpsalm dem großen Herrn der Welt. Mel Nun ruhen alle Wälder zc. 835. Wie viel wir Jahre zählen, so viel 2. Er ist's, der uns die Ernte giebt, er öffnet seine Hand. Heil uns, daß er beständig liebt und der Jahre fehlen von unsrer segnet unser Land. Lebenszeit! Auch unsre Kraft 3. Er senket in das Korn hinein verschwindet, wenn sich das Alter den Keim voll Lebenskraft, giebt findet, dem feltner Werk und ihm von oben Sonnenschein und That gedeiht. milden Nahrungssaft. 4. Oft zogen schwarze Wolken her, die mit Verderben drohn: Er sprach wir sahen sie nicht mehr, schnell waren sie entflohn. 5. Erhebet ihn, den Gott der Macht, der in Gewittern wohnt! 3. Weil jenes Jahr vergan- Ihm werde Lob und Dank gegen, hat dieses angefangen, daß bracht, er donnert und verschont. End' auf Anfang zeigt. Vor 6. Er will, und Segen strömt ging die Sonne nieder, in tur- daher, daß Mensch und Tier 2. Wie nun dies Jahr entfallen, und für das Erdenwallen die Bahn sich abgekürzt, so geht mit ihm verloren, was nur die Zeit geboren, die alles nieder= fällt und stürzt! 478 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. sich nährt; das Kornfeld, wallend 3. Das glänzende Gefilde, das wie ein Meer, ist frohen Dankes unser Aug' entzückt, ist Zeichen wert. deiner Milde, die alles gern erquict. In reichen Wogen wallet der segensvolle Halm, von jung und alt erschallet dir, Herr, ein Freudenpsalm. 7. So führet er die Erntezeit aufs neue nun heran, und jeder rühmt es hoch erfreut, wie wohl er uns gethan. 8. Des Schnitters Tag ist 4. Die Pracht der reichen lang und schwül, doch freudig ist Auen strömt Wonn' in unsre sein Mut, sein Auge sieht der Gar- Brust, doch mischt auch Furcht ben viel, er denket: Gott ist gut. und Grauen sich oft in diese Luft. 9. Ja groß ist deine Wunder- Du rufft vom Wolkensitze den macht, o Gott, im Wohlthun Boten deiner Macht, dem Wettergroß; sie wirkt am Tag und in sturm, dem Blitze, der Mittag der Nacht und wirket grenzenlos. wird zur Nacht. 10. Sie führet uns auf ebner Bahn, giebt Freud' und heilt den Schmerz. Nimm, Herr, auch unser Opfer an! Wir geben dir das Herz. 5. Der Donner rollt, es bebet die schwache Kreatur, doch neu, Herr, belebet dein Regen die Natur. Du schaffst zum Paradiese verweltte Fluren um, und Hügel, Thal und Wiesſe verkünden deinen Ruhm. Mel. Ich dank' dir, lieber 2c. 6. Der du die Erde schmückest mit wunderbarer Pracht und was da lebt beglückest durch 837. Dir, Gott der Huld deine Lieb' und Macht, dich und Stärke, er- müsse jeder loben, dir schalle schalle Preis und Dank; dich froher Dank, dich preist der loben deine Werke, dich rühmt Engel droben, dich preist auch auch mein Gesang. Es zeigt an unser Dank. allen Enden sich deiner Güte Spur: aus deinen Vaterhänden strömt Segen auf die Flur. Mel. O dak ich tausend Bungen 2c. 2. Wie prangt das Gold der 838. Dir, milder Geber Früchte, des Sommers Feierkleid! 11. Ja, dir nur sei es ganz geweiht in freudigem Vertraun! Wie schön ist dann die Erntezeit, wenn wir dein Antlitz schaun. Wir sehn im schönsten Lichte, dir gebühret Dank und Ruhm; Herr, deine Herrlichkeit. Wir denn alles, was wir sind und flehen nicht vergebens um Segen haben, ist ja dein Werk und für das Land; du, Vater unfres Eigentum. Mein Lobgefang steigt Lebens, du gabst mit reicher auf zu dir, o neige, Herr, dein Hand. Ohr zu mir! Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 479 2. Die kleinste deiner Krea-| Kommt, laßt uns seinen Ruhm turen macht deine Weisheit offen- erhöhn! bar; du zeigest deiner Güte Spuren und deine Macht von Mel. Helft mir Gott's Güte 2c. Jahr zu Jahr; der kleinste Halm 839. Du reicher Troſt der zu, daß niemand mächtig sei als du. 3. Du sorgst für uns nach Väter Weise, erhältst die Werke deiner Hand, giebst allem, was da lebt, die Speise, beschirmst und segneft jedes Land; du liebest unveränderlich, der Bösen selbst erbarmst du dich. o Herr der ganzen Welt, du Vater voll Erbarmen, der alles trägt und hält! Du, Gott, erhörst Gebet; erhöre, was im Staube vertrauensvoll der Glaube von dir in Not erfleht. 4. Voll ist der Erdkreis deiner Güte und deiner Weisheit ist er voll! Herr, unterweise mein Gemüte, wie ich dich würdig loben soll. Dir dankt nur wahrhaft, wer dich liebt, dich, der uns so viel Gutes giebt. 5. Das Saatkorn wird in deinem Namen auf Hoffnung in das Land gestreut, du schirmst, Allmächtiger, den Samen, dein ist der Erde Fruchtbarkeit; du giebst allein zur Arbeit Kraft, du bist's, der das Gedeihen schafft. 2. Sonst zeigte jeden Morgen dein Segen sich uns neu; o mach auch jetzt von Sorgen die bangen Herzen frei. Zu helfen ist dir leicht; du kannst dem Mangel wehren, in Überfluß ihn kehren, wenn's uns unmöglich deucht. 3. Den Reichen gieb Erbarmen bei der Bedrängten Schmerz, und zu erfreun die Armen sei Freude für ihr Herz; damit ſie mild ihr Brot den dürft'gen Brüdern brechen und diese dantbar sprechen: euch lohn' und segne Gott. 4. Die Früchte laß geraten, 6. Mild öffnest du den Schoß uns wieder zu erfreun, und allen der Erde, du tränkst die Flur unsern Saaten gieb Wachstum von oben her, giebst, daß die und Gedeihn. Mit milder Saat, erquicket werde und machst Vaterhand gieb Wärme, Tau die Ähre segenschwer; du träu- und Regen; dann kehret reicher felst mit dem fühlen Tau die Segen zurück in unser Land. Fruchtbarkeit auf Feld und Au'. 5. Allgütiger, wir hoffen auf 7. Kommt, preist des Schöpfers dich und deine Treu'. Oft hat Huld und Stärke, bringt seinem uns Not betroffen, doch standest Namen Ehre dar! Groß ist der du uns bei. Du hilfft und Herr, und seine Werke sind herr- rettest gern: so sei denn unser lich, groß und wunderbar! Wie Leben vertrauensvoll ergeben dir, köstlich ist dein Lob, wie schön! unserm Gott und Herrn. 480 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Es ist das Heil zc. der Erde, daß mit den Gaben 840. Gelobt sei, der den deiner Hand der Mensch gesegnet Frühling schafft, werde. Du sendest Hagel, Tau und Wind, die deiner Allmacht Diener sind, als deiner Liebe Boten. Gott, der den Erdkreis schmücket! Preis sei ihm, Ehre, Stärk' und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält, er liebt und segnet seine Welt, lobsinget seinem 7. Selbst wenn dein Donner furchtbar dräut, wenn Berg und Thal erzittern, strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht Namen. 2. Das Erdreich, das erstorben und Ungewittern. Bald bricht lag, erwacht und lebt nun wieder. die Sonne neu hervor, und alles Von Gott strömt jeden neuen jauchzt zu dir empor, vor dem Tag der Segen neu hernieder. die Wetter schweigen. Der Wurm, der in dem Staube 8. Von dir kommt, was uns webt, der Vogel der in Lüften hier erfreut, du Brunnquell aller schwebt, erfreut sich seines Lebens. Gaben; dort wirst du uns mit 3. Der Erde Antlik ist ver- Seligkeit in reichen Strömen jüngt, erheitert glänzt der Him- laben, wo wir die Majestät und mel, Gebirg' und Thal und Pracht der Wunder deiner Lieb' Wald erklingt von freudigem und Macht vollkommen werden Getümmel: der allen Sinn und schauen. Leben gab, schaut voller Gnad' und Huld herab auf seiner Schöpfung Werke. Mel. Ich finge dir mit 2c. 841. Gott sorgt für uns, 4. Doch fühllos nur und unbeseelt sind Auen und Gefilde; den Menschen nur hat Gott erwählt zu seinem Ebenbilde; der Mensch nur kann sich Gottes freun, ihn lieben, in ihm selig sein, ein ew'ges Leben hoffen. o singt ihm Dank! nie ist er von uns fern; vom Aufgang bis zum Niedergang strahlt uns die Huld des Herrn. 2. Den Menschen, wie den fleinsten Wurm, trägt seine Güt' und Macht; er ist im Sonnenschein und Sturm auf aller Heil bedacht. 5. Gott ist uns nah und feinem fern, lobjingt ihm, seine Werke! Die Welten sind erfüllt 3. Was wir auf Hoffnung vom Herrn, sind Zeugen seiner ausgestreut, hat reichlich er geStärke. Auch ich lobsinge freu- mehrt; er hat das Flehn um dig dir, denn überall bist du bei Fruchtbarkeit auch dieses Jahr mir mit Allmacht, Lieb' und erhört. Gnade. 4. Die Ähren sind von Segen schwer, mit Gut krönt Gott das Christen, bringt ihm 6. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst Jahr. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 481 Ruhm und Ehr' mit frommer freudig unser Mund dir Psalmen Rührung dar. finge. Gieb Kraft, daß wir in 5. Ja, Höchster, wir verehren alle Ewigkeiten dein Lob verdich mit kindlich frohem Dank; breiten. du nährst uns treu, giebst väterlich uns mehr als Speis' und Trank. Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c.) 843. Höher hebt sich Got6. Du giebst Gesundheit, tes Sonne, länger schenkst uns Kraft, Gedeihn zu strahlt ihr segnend Licht; alles unserm Fleiß; du bist es, der atmet neue Wonne, wenn sie den Frieden schafft, und dir ge- durch die Wolken bricht. Seht, bühret Preis. der Frühling senkt sich nieder in 7. Laß deiner Gaben über die Wälder, auf die Flur; die fluß uns nun auch heilsam sein, erstorbene Natur lebet auf und und gieb uns Weisheit beim wirket wieder. Opfert unserm Genuß, daß wir sie nie ent- Schöpfer Dant, preist ihn fröhlich weihn. mit Gesang! 8. Auf dich steht unsre 3u- 2. Fröhlich zu der Arbeit versicht; dir wollen wir ver- wallet nun der Landmann auf traun, bis wir dereinst im das Feld, und sein frommes höhren Licht des Glaubens Ernte Lied erschallet laut empor zum schaun. Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehret Gott durch Zuversicht, ist getrost und Mel. Gott, der du für uns 2c. 842. Herr, unser Herrscher, zweifelt nicht, daß ſie wohl gedankbar raten sen! Groß ist die Hülfe, die du uns erwiesen; wir baten dich, o Vater, reich an Segen, um milden Regen. Schöpfer Dant, preist ihn fröhlich mit Gesang! 3. Glänzend wie im Feierfleide prangt die blütenreiche 2. Er fällt herab, damit auf Au; jede Blume duftet Freude, deiner Erde, was welft und neu gestärkt vom Morgentau. lechzt, durch ihn erquicket werde. Horcht auf der Geschöpfe Chöre! Du willst, daß unsre hoffnungs- Alles, was auf Erden lebt, vollen Saaten uns wohlgeraten. alles, was in Lüften schwebt, 3. So weit nur, Höchster, deine bringet seinem Schöpfer Ehre. Himmel reichen, sehn wir ver- Bringt auch ihr dem Schöpfer breitet deiner Liebe Zeichen. Laß Dank, preist ihn fröhlich mit jetzt dein Wohlthun, das wir deut- Gesang! lich spüren, uns fräftig rühren. 4. Daß auch das Herz erweicht dir Ehre bringe und 4. Dieser Frühling, wie geschwinde wird er, kaum begrüßt, verblühn; wie die Spreu verweht 31 482 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. vom Winde, so wird seine denn ich bin dein und liebe dich, Pracht entfliehn. Aber, Gott, o Gott! vor deinem Throne wird ein ew'ger Frühling sein, ewig wird 6. Ja, dein bin ich, und deine Macht lenkt des Gewitters Lauf; er uns erfreun, wenn uns schmückt bald steigt in feierlicher Pracht des Himmels Krone. Opfert der Friedensbogen auf. unserm Schöpfer Dank, preist ihn fröhlich mit Gesang! Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schatten vor dem Licht, 845. das ich ewig schauen werde, dort Nobfing, ofrohes Erntefest, preis vor Gottes Angesicht. Auch das ihn mit Freudenpsalmen, der freudenreichste Leben hier auf Saat in Halmen sprießen läßt, Erden ist nur Tod, wahres Leben mit Ähren krönt die Halmen wird mir Gott einst in seinem und giebt, daß sie voll Frucht Reiche geben. Opfert unserm gedeihn, Tau, Regenguß und Schöpfer Dank, preist ihn ewig Sonnenschein. mit Gefang! 2. Im Wetterdunkel wandelt er, sät Heil aus milden Händen und fährt auf Blitz und Sturm einher, um Segen auszuspenden. mit Don844. gmmel fich, ein nern spricht, doch spricht die n Dunkel hüllt der Und wenn sie Liebe: zittert nicht! schweres Wetter dräut; ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 3. Bobsingt! uns füllte Got tes Hand die leeren Scheuern wieder. Odu vom Herrn begabtes Land, tön ihm des Dantes Lieder. Er dachte unsrer Schulden nicht, voll Gnade schien sein Angesicht. Mel. Nun sich der Tag 2c. 2. Auch wenn dein Blitz sich Bahnen bricht und flammend uns erscheint, auch wenn du donnerst, zürnst du nicht, bist Vater uns und Freund. 3. Dem Sünder nur, der dich 4. Noch strahlet seiner Sonne nicht kennt, sinkt in Gefahr der Huld auf Sünder und Gerechte; Mut, wer dich in Christo Vater noch schont, noch nährt er nennt, steht fest in deiner Hut. voll Geduld auch schuldbeladne 4. Dein Blitz kann töten! Doch tein Christ scheut, Vater, dein Gericht; wer deiner Gnade sicher ist, bebt vor dem Tode nicht. Knechte. O fallt mit neu entglühtem Sinn am Thron des guten Vaters hin. 5. Des Erdensegens reichen 5. Drum will ich still und Teil, wer mißt ihn, kann ihn ruhig sein, auch wenn dein wägen? Doch welch unendlich Donner droht; ich fürchte nichts, größres Heil beut Gott im Him Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. melssegen! Vergeßt, wenn euch sein Gut erlabt, nicht des, der euch so hoch begabt. 6. laßt uns guten Samen streun in gottgeweihten Thaten: Gern giebt er Tau und Sonnenschein zum Wuchs der edlen Saaten. Dann ziehn wir einst im Jubelchor zum Erntefest durch Salems Thor. 3. Und aus des Himmels Wolken träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf, sie wächst und reift, sie nähret und erfreut. 483 du, der so viel an uns gethan, wirst fünftig mehr noch thun. 8. Läßt du uns deine Freundlichkeit schon hier so herrlich sehn; was wird in der Vollkommenheit der fünft'gen Welt geschehn! Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 2c. Mel. Was Gott thut, das zc. as Gott thut, das immer wechseln 846. Noh ordentlich des ist wohlgethan; Jahres Zeiten ab; noch stets er- so denken Gottes Kinder. Wer gießt dein Segen sich auf uns, o Gott, herab. 2. Du winkst, so wärmt der Sonne Strahl, belebet neu das Land und schmücket Hügel, Berg und Thal mit lieblichem Gewand. auch nicht reichlich ernten kann, den liebet Gott nicht minder. Er zieht das Herz doch himmelwärts, obgleich wir oft auf Erden beim Mangel traurig werden. 4. Von dir gesegnet blüht der Baum und trägt uns milde Frucht, beut schattigen und stillen Raum dem, der Erfrischung fucht. 5. Des Herbstes Stürme sendest du, auch sie uns zum Gedeihn; du hüllest für des Winters Ruh' in Schnee die Fluren ein. 9. Dann dringt noch tiefer unser Blick in deine Wunder ein. O Herr, laß dies erhabne Glück uns stets vor Augen sein. 847. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan im Nehmen und im Geben; was wir aus seiner Hand empfahn, genüget uns zum Leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt; laßt uns in Demut schweigen und vor dem Herrn uns beugen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wer darf sein Walten richten, wenn er, eh man noch ernten kann, den Segen will vernichten? Weil er allein der Schat will sein, nimmt er uns andre Güter zum Heile der Gemüter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; es geh' nach seinem Willen. Läßt er uns auch den 7. Wir beten dich in Demut Mangel nahn, er weiß das Herz an, o Gott, und hoffen nun, zu stillen. Wer wie ein Christ 6. So waltest du in der Natur, stets unerschöpflich reich; du sorgst für jede Kreatur. Wer ist an Huld dir gleich? 31* 484 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. genügsam ist, kann auch an wenig Gaben mit Dankbarkeit sich laben. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolten reicht; wer dürfte undankbar 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; laßt in Geduld vergessen die Treue, die nie von uns fassen! Er nimmt sich unser gnädig an und wird uns nicht verlassen. Er, unser Gott, weiß, was uns not, und wird es gern uns geben. Kommt, laßt uns ihn erheben! uns weicht. Wir wollen deiner stets gedenken, des Wohlthun uns begnadigt hat, das Herz nach deinem Reiche lenken, dich preisen stets durch fromme That. Mel. Wie groß ist des c. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weisheit und Verstand; bewahr uns, daß wir nicht verschwenden die 848. Wir alle, Gott und reichen Gaben deiner Hand. Du Vater, bringen willst, wir sollen froh genießen dir Preis und Dank im Heilig- und dankbar im Genusse sein; tum, und unsre frohen Herzen gieb, daß mit ruhigem Gewissen fingen von deines Namens hohem Ruhm. Gekrönt hast du mit 6. Auch für den Armen kam deiner Milde rings um uns her dein Segen in solcher Füll' auf das ganze Land; dein Segen uns herab, wir wollen liebreich strömt auf die Gefilde aus deiner seiner pflegen von dem, was reichen Vaterhand. wir deiner Güte stets uns freun. deine Milde gab. Er danke 2. Du schenktest Sonnenschein heute mit uns allen, frohlocke und Regen für jede Frucht zu laut und bete an, daß du nach rechter Zeit, und gabst Gedeihen, deinem Wohlgefallen so Großes Kraft und Segen dem Samen, haft an uns gethan. den wir ausgestreut. Für Millionen deiner Kinder reicht deiner Gaben Fülle hin, du nährst den Frommen und den Sünder mit ewig treuem Vaterfinn. 3. Du giebst, uns liebreich zu versorgen, mehr, als wir bitten mit unsrer Hand die Erde, und traun auf dich, daß unser Fleiß verstehn: du wachst am von dir gesegnet werde. Du Abend und am Morgen und selbst verheißest gnadenvoll, daß hörest unser gläubig Flehn. Saat und Ernte währen soll, so Selbst unsern Undant, unsre lang die Erde ftehet. Sünden vergiebst du, der die Liebe ist; wir schmecken täglich und empfinden, wie gütig, Herr, du allen bist. 2. Was du verheißest, traf stets ein; gieb ferner deinen Segen, laß unsre Aussaat wohl gedeihn, gieb Sonnenschein und Regen! Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 849. Wir bauen, Gott, dein Geheiß Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 485 Vergebens bauen wir das Land, Gutes uns gethan, auf daß der wenn, Vater, deiner Allmacht Dank für deine Treu' ein dir Hand nicht unsre Arbeit segnet. geweihtes Leben sei. 3. O tröne aus Barmherzigkeit mit Segen unsre Fluren, zeig in des Landes Fruchtbarkeit uns deiner Gnade Spuren. Was unsres Fleißes Frucht zerstört, was Feld und Auen uns verheert, verhüte, Gott, aus Gnaden. 3. Und wie du selber nur aus Liebe uns schenkest unser täglich Brot, so weck in uns des Mitleids Triebe, laß fühlen uns der Brüder Not. Und weil du Reich' und Arme liebst, so dien' auch Beiden, was du giebst. 4. Erhalt uns, was nach deiner 4. Durch dich ist alles wohlHuld uns jetzt in Hoffnung geraten auf dem Gefild', das grünet; vergilt uns nicht nach wir bestellt: doch reifen auch des unsrer Schuld; straf nicht, wie Glaubens Saaten auf deines wir's verdienet. Dann schallet Sohnes Erntefeld? Sind wir unser Lobgesang dir, Vater, der auch, wenn er auf uns sieht, ein mit Speis' und Trank uns alle Acker, der ihm grünt und blüht? reichlich nähret. 5. Der List des Feindes wollst 5. Wir traun auf dich, du du wehren, wenn er geschäftig treuer Gott, der stets wohl Unkraut streut, die Frucht des hausgehalten! Du kennst am Wortes laß sich mehren zu deinem besten unsre Not, gern lassen Ruhme weit und breit, damit wir dich walten. Wir sind ja, am großen Erntetag ein jeder Herr, dein Eigentum; du wirst Garben bringen mag. für uns zu deinem Ruhm auch ferner gnädig sorgen. E. Allgemeine Landesangelegenheiten. Mel. daß ich tausend Bungen 2c. Mel. Ich finge dir mit Herz 2c. 850. Wir kommen, deine 851. Bringt Gott, ihr Huld zu feiern, Christen, Preis vor deinem Antlit uns zu freun; und Dank, ihm, der den Frieden bei reichlich angefüllten Scheuern schafft; erhebt mit frohem Lobdir, Herr der Ernte, Dank zu gefang die Wunder seiner Kraft. weihn, der du mit milder Vaterhand aufs neu' gesegnet unser Land. 2. Wer ist ihm gleich? Wer kann, wie er, was er beschließt, auch thun? Den Streitenden und ihrem Heer gebeut er, und sie ruhn. 2. Dein Lob, das wir gerührt verkünden, nimm es, o Vater, gnädig an, und tiefer stets lag 3. Er, aller Welten Herr und uns empfinden, wie viel du Gott, vernahm der Völker Flehn; 486 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. des blut'gen Krieges Angst und Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Not ließ er vorübergehn. 852. Gott, der des Feuers 4. Kein feindlich Schwert und schnelle Kraft zum schafft, kein Geschoß droht uns mehr Segen und Verderben fürchterlich; wo Menschenblut mit welcher schrecklichen Gewalt in Strömen floß, ergießet Segen verwüstet es, wie leicht, wie sich. bald! 2. Ach, wie viel Häuser hat's 5. Die Saat wird nun mit verheert, wie plötzlich MenschenSicherheit dem Boden anver- glück zerstört! Auch dies hat traut; das Feld giebt Frucht deine Hand gethan; wir weinen, zu seiner Zeit dem Landmann, Herr, und beten an! der es baut. 3. Wir klagen, doch verehren wir auch deine Huld, fie Half auch hier und hielt der Flammen schnellen Bauf, des übrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jammer, Gott, tröste die, die du gebeugt haft, zu dir: laß sie nicht hülflos, segne fie! 5. Und der Verschonte säume nicht, zu üben seine schönste Pflicht, die Pflicht, Betrübte zu erfreun, Verlaßnen Rat und Schutz zu sein. 6. Du kannst uns wieder jegnen, Gott, in Heil verwanvoll und gut ist alles, was dein deln jede Not. Ja weise, liebeWille thut. 7. Gieb Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Baterhuld mit frommer Zuverficht vertraun und stets auf deine Hülfe schaun. 6. In jedem Stand ist nun der Mut zur Arbeit neu erwacht, und sicher vor des Feindes Wut wird jedes Werk voll bracht. 7. Allgütiger, allein von dir fließt dieses Heil uns zu; dein waren, sind und bleiben wir, und unser Gott bist du. 8. Erweck uns selbst durch deinen Geist zum Dank, der dir gefällt, dich durch ein frommes Leben preist, das deine Rechte hält. 9. Lehr uns des Friedens hohen Wert mit weisem Ernst verstehn, und was das eitle Herz begehrt, in deiner Furcht verſchmähn. 10. Verleihe, daß Gerechtigfeit, daß wahre Lieb' und Treu', Vertrauen und Zufriedenheit im Lande herrschend sei. 11. Wir sehen, Gott, auf deine Hand mit freudigem Gemüt und hoffen auf das Vaterland, wo ew'ger Friede blüht. Mel. Nun lob' mein Seel' 2c. 853. Gottlob! es ist erschol= das edle Friedund Freudenwort, daß nunmehr Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 487 ruhen sollen die Waffen und des[ wach auf, wach auf, verstockte Krieges Mord. Nimm, Vaterland, Welt, bevor dich neues Schrecken nun wieder dein Saitenspiel her- gleich einem Wetter überfällt. vor und singe Freudenlieder im Wer aber Christum liebet, hab' hohen vollen Chor! Erhebe dein unerschrocknen Mut; der Friede, Gemüte zu dein Gott den er giebet, ist doch das höchfte Gut. Nach diesem laßt uns ringen, nicht achten Kampf und Streit, durch Tod und Leben dringen wir ein zur Herrlichkeit. sprich: Herr, deine Huld und Güte bleibt jetzt und ewiglich! 2. Was hätten wir verdienet, o Herr, nach unsrer Missethat, dieweil noch immer grünet bei uns der Sünden arge Saat! Für= wahr, wir sind geschlagen mit einer scharfen Rut, und dennoch 854. muß man fragen: wer ist, der Buße thut? Wir sind und blei- danken wir. Allmächtiger, du ben böse, du bist und bleibest schufft die Welt, dein Wille treu, machst, daß sich bei uns löse ist's, der sie erhält. Der Völker der Krieg und sein Geschrei. Schicksal wägst du ab, giebst 3. Sei tausendmal willkom- Fürsten ihren Herrscherstab; du men, du teures, wertes Friedens- segnest und du strafft das Land, gut! Nun sehen alle Frommen, und alles kommt aus deiner wie reicher Segen in dir ruht. Hand, Gott Schöpfer, unser In dich hat Gott versenket des Gott! Erhalter, unser Gott! Lebens höchstes Heil; wer dich Des Volks, des Königs Gott! verletzt und kränket, den trifft Jehovah Zebaoth! sein eigner Pfeil, er drückt ihn sich ins Herze und löscht aus Unverstand die goldne Freudenterze mit frevelhafter Hand. 4. Dies drückt uns niemand besser in unsre Seel' und Herz hinein als ihr, zerstörte Schlösser, ihr Städte voller Schutt und Stein, ihr vormals grünen Felder, noch mit Gebein bestreut, ihr sonst so dichten Wälder, die ihr verheeret seid; ihr Gräber voller Leichen, getränkt mit Blut und Schweiß der Helden, deren Gleichen auf Erden man kaum weiß. 5. Ach, laß dich doch erwecken, 3. Dies Glück hast du uns, 2. Wenn ein Tyrann das Scepter führt und, dir zum Hohn, sein Volk regiert, das ist, o Herr, dein Strafgericht, das schreckend zu den Menschen spricht. Doch wenn ein Fürst, mild und gerecht, regiert als dein getreuer Knecht, wenn er, auf frommer Tugend Bahn als leuchtend Vorbild geht voran; wenn mit des Volkes Glück zugleich er fördern will dein göttlich Reich; ein solcher Segen kommt von dir, und dir sei Lob und Preis dafür! Mel. Herr Gott, dich loben 2c. err aller dir, dir, Bater, 488 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Gott, gewährt durch einen König, der dich ehrt und der des Landes Vater ist, weil du sein Gott und Vater bist. Erhalt ihn seinem Volk, o Gott, erst spät entreiß' ihn uns der Tod; gieb bis zu diesem fernen Ziel uns noch durch ihn des Segens viel. Gieb stets zu seinem hohen Amt ihm Weisheit, die von oben stammt; und stark durch dich trag' er die Last, womit du ihn begnadigt hast. 4. Im Himmel einst lohn du ihm ganz durch einer höhren Krone Glanz. Wie schwer sein Weg dahin auch sei, dir, Herr der Herrscher, bleib' er treu. War Sorg' und Mühe hier sein Teil, so werd' ihm dort vollkommnes Heil. 2. Soll nun dein ernstes Strafgericht, o Herr, ohn' Ende währen? Willst du dein freundlich Angesicht nicht wieder zu uns kehren? Gott, unser Heiland, o erfreu mit deinem Gnadenschein aufs neu' uns, die dein Zorn erschrecket! Mel. Aus tiefer Rot 2c. 855. err, der du vormals haft dein Land mit Gnaden angeblicket, und wenn du Strafen ihm gesandt, es wiederum erquicket; der du mit väterlicher Huld verziehen deinem Volk die Schuld, gelöset seine Bande. 3. O würde mit Posaunenschall des Ew'gen Wort gehöret: daß Friede sein soll überall, wo Christus wird verehret; daß alle, denen er bekannt, die Waffen legten aus der Hand und bauten Friedenshütten! 4. Jhr zagt nicht, Heilige des Herrn; der Mut, der euch beseelet, hält die Verzweiflung von euch fern, so Gottvergeßne quälet. Gott, der da waltet weit und 5. Wir lassen, unser Gott, breit, ist auch zu helfen stets dich nicht, füll uns das Herz bereit all denen, die ihn fürchten. mit Zuversicht; erhöre gnädig 5. 3u ihm sei unser Herz das Gebet, das Segen ihm und uns erfleht. Dein Segen, Gott, sei ihm verliehn, behüte, schütze, segne ihn; dein gnadenvolles Angesicht umleuchte ihn mit deinem Licht; gieb deinen Frieden immerdar ihm jetzt und in der Sel'gen Schar. gewandt! Er wird zu uns sich wenden. Der Herr mit seiner starken Hand wird alle Drangsal enden, auf daß zu seines Namens Ruhm des ganzen Volkes Eigentum sei Wohlfahrt, Zucht und Ehre. 6. Wo Christen jetzt in blut'gem Streit einander treffen müssen, da wird dann die Gerechtigkeit sich mit dem Frieden tüssen; es werden da, wo jetzt das Schwert in Feindes Hand die Flur verheert, sich Güt' und Treu' begegnen. 7. Dann wird mit Regen und mit Tau Gott unsern Boden netzen, daß uns der werten Hei4440 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 489 mat Au erfreu' mit ihren| haft Großes uns gethan, nimm Schätzen. Doch bleibt, so viel unsres Dankes Opfer an. Wir er uns auch giebt, ein Herz, das flehn in gläubigem Vertraun, ihn vor allem liebt, die höchste laß fernerhin bein Heil uns seiner Gaben. schaun. Allmächtiger, der alles kann, vollende was dein Nat begann! Den du zum Herrscher uns verliehn, erhalte, stärke, segne ihn; und gieb uns, zu der Völker Glück, durch ihn den Frieden bald zurück. Mel. Herr Gott, dich loben 2c. err Gott, dich loben H wir! Herr Gott, wir danken dir! Bon Ewigkeit zu Ewigkeit ist dein das Reich, die Herrlichkeit. Die Welt, dein 3. Täglich, Herr Gott, wir Werk und Eigentum, verkündigt loben dich; dein freuen unsre deines Namens Ruhm. Der Herzen sich. Vor aller UngeEngel Heer, die Seraphim, lob- rechtigkeit behüt uns jetzt und singen dir mit hoher Stimm': allezeit! Sei gnädig uns, du heilig ist unser Gott! heilig ist treuer Gott, sei gnädig uns in unser Gott! heilig ist unser Gott! aller Not! O laß uns deine der Herr, Herr Zebaoth. Weit, Hülfe sehn, so oft wir findlich über alle Himmel weit geht zu dir flehn! Auf dich hofft deine Macht und Herrlichkeit: unser Herz, o Herr; verlaß die dein Wille schuf, dein Arm er- Deinen nimmermehr! Amen. hält, dein Wink beherrscht auch unsre Welt. Der Erde Völkern wägest du nach deinem Rat ihr Schicksal zu. Wer schützet mäch857. Mel. Nun danket alle Gott 2c. err Gott, dich loben wir für deine großen tig Thron und Land gerechter Gnaden! Du hast das Vater= Fürsten? Deine Hand! Du hast land der Kriegeslaft entladen, auch unser Flehn erhört, des hast gnädig uns verliehn des Glaubens hohen Mut bewährt; Friedens güldne Zier; drum du Herrscher über Kampf und jauchzet alles Volk: Herr Gott, Krieg gabst unsern Heeren Sieg dich loben wir! auf Sieg. 2. Herr Gott, wir danken dir! du sendest uns zwar Strafe; dein Ernst hat uns geweckt aus Frohlockend machet unserm Sündenschlafe, doch wieder aufgethan ward uns die Gnadenthür; des freut sich unser Herz. Herr Gott, wir danken dir! 3. Herr Gott, dich loben wir. Könnt' unser Mund wohl schweigen? Du hast den Königsstamm 856.$ 2. Allwissender, dein Auge sieht den Dank, der unser Herz durchglüht. unser Mund des Innern fromme Regung kund. Von deines hohen Namens Ruhm erschallet heut dein Heiligtum: der Herr ist gnädig, ist getreu, die Huld des Herrn ist täglich neu. Herr, du 490 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. bewahrt mit seinen 3weigen, 7. Beglückter Völker Liebe sei haft Kirch' und Land geschützt; sein edelster Gewinn und kein gieb Gnade für und für! die gerechter Seufzer schrei' um Rache Nachwelt singe noch: Herr Gott, wider ihn! dich loben wir! 4. Herr Gott, wir danken dir und preisen deinen Namen! Herr Gott, dich loben wir, und alle Welt sag' Amen! Was lebt und Odem hat, preist dich voll Dankbegier! Herr Gott, wir loben dich! Herr Gott, wir danken dir! Mel. Ich finge dir mit Herz 2c. 858. J deiner Stärke freue sich der König allezeit! Sein Auge sehe, Gott, auf dich, sein Herz sei dir geweiht! 2. Begnadiget mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedenk' er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll. 8. Um seinen Thron sei immerdar Recht und Gerechtigkeit! Beschüt ihn mächtig in Gefahr, wenn Feindes Macht ihm dräut! 9. Er suche nie des Helden Ruhm; doch zeucht er in den Krieg, zu schützen Recht und Eigentum, so gieb ihm Mut und Sieg! 10. Auch ihm hast du bestimmt das Ziel, das er erreichen soll. Herr, mache seiner Tage viel und jeden segensvoll! 5. Sei du sein Licht, sein Hort, sein Schild! Laß ihn dir ähnlich sein! Laß menschenfreundlich ihn und mild sein Volt, wie du, erfreun. 11. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb' und Dank gedacht. Erhör uns, Gott, dann jauchzen wir und preisen deine Macht. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 2c. 3. Der über Christen, Gott, 859. Kommt, bringt dem von dir zum Herrn verordnet ist, und sei deiner Kirche Schuß und Dank, der unser Flehn erfüllt; 3ier, er sei ein wahrer Christ! dem Herrn ertöne Lobgesang, der mächtig ist und mild. 4. Groß und voll Müh' ist seine Pflicht, und er ein Mensch wie wir. Ach! er bedarf vor andern Licht und Rat und Kraft von dir! 2. Der Friede kehrt durch ihn zurück, der Freude Ruf voran; ihm folgt der Völker Heil und Glück; das hat der Herr gethan! 3. Hinauf zu seinem ew'gen Thron drang unser Angstgeschrei; er sprach, des Krieges Wetter flohn; er sprach und wir sind frei, 6. Er zeig' auf seinem Throne sich als deinen treusten Sohn! den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schuß und Lohn! Jammer selbst im Sieg. 4. Frei ist das Volk, das Land ist frei, vorüber ist der Krieg, der Überwundnen Sklaverei, der Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 491 Witwenstand. 5. Der Donner schweigt, der uns geschreckt, zur Sichel wird das Schwert; bald steht mit Korn das Feld bedeckt, das sonst der Feind verheert. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 6. Dankt, dankt dem Vater, 861. Auf Gott nur will der uns liebt, der Freude schenkt nach Schmerz, der friedliche Gedanken giebt den Fürsten in das Herz. ich sehen, er hört der Witwen Flehen und nimmt sich meiner an. In meinen tiefsten Schmerzen bleibt er doch meinem Herzen der Fels, auf den ich bauen kann. 7. Die Völker, sonst in Haß entbrannt, sind freundlich nun vereint. Auch uns umschlingt ein Friedensband, verziehn sei jedem Feind. 2. Mich tröstet seine Gnade, er ist auf jedem Pfade bei mir bis an das Grab; er wird mich nicht verlassen! Dies Trostwort will ich fassen; es sei mein Stecken und mein Stab. 8. Dem Herrn, der uns in seiner Huld von aller Not befreit, laßt uns bezahlen unsre Schuld, und thun, was er gebeut. 9. Daß fünftig auch sein Angesicht uns bleibe zugewandt, und leuchte mit der Gnade Licht dem teuren Vaterland. F. Allgemeine Lebensverhältnisse. Trauung. Mel. Ich finge dir mit Herz 2c. 860. Auf euch wird Gottes Segen ruhn, er hat ihn euch gewährt. Geht hin und macht durch frommes Thun euch dieses Segens wert. 2. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit nach Gottes Willen schließt, und in des Himmels Herrlichkeit der Treue Lohn genießt. 3. Gott will ich gläubig lieben und gute Werke üben in stiller Einsamkeit. Er sieht es, wie ich's meine, er sieht auch, wenn ich weine, und giebt mir, was mein Herz erfreut. 4. Auch wenn ich mehr noch litte, bis zu dem letzten Schritte will ich ihm folgsam sein. Er prüft mich nur durch Beiden und führt zu höhren Freuden mich einst mit frommen Duldern ein. 5. So eilen meine Tage auch unter Last und Plage wie Träume schnell dahin; und ohne Widerstreben verlaſſ' ich einst das Leben mit stillem, ihm ergebnem Sinn. 6. Wenn ich dann einst dich schaue, auf den ich hier vertraue, mein Vater und mein Freund, wie will ich dann dich ehren, wie danken für die Zähren, die ich, als Witwe, hier geweint. 7. Den Gatten, den ich liebte, des Abschied mich betrübte, find' 492 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. ich in Gottes Hand. Wie wollen mein Heiland sagen: wie du, wir uns freuen und unsre Lieb' Gott, willst, nicht wie ich will! erneuen im thränenfreien Vater- Stärt mich, stärt mich, auch in land! der Krankheit Pein gelassen so wie er zu sein. Für Kranke. 6. Einst kommen doch der Mel. Wer weiß, wie nahe zc. Ruhe Stunden, des Lebens Ende 862. Der er Morgen kommt, rückt herbei; dann ist das Leiden noch währt die überwunden, ich bin von aller Plage, sie wird mit jedem Mor- Trübsal frei; du selbst, du selbst gen neu! Wie traurig fließen giebst mir, o Gottes Sohn, nach mir die Tage der bangen Prü- diesem Kampf den Gnadenlohn. fungszeit vorbei! Das Licht, das Licht, der neuen Sonne Licht erheitert meine Seele nicht! 2. Noch immer bin ich auf Vom Ehestande. Mel. Wie schön leucht't uns zc. der Erde, wo mich Gefahr und 863. Die Ehe foll uns Not umringt, wo mich die heilig sein! Gott drückende Beschwerde zum Klein- setzt und weihte selbst sie ein mut und zur Klage dringt. Ich mit Segen seines Mundes; und hoff', ich hoff' auf Lindrung Christi Lieb' hat sie erneut, vermeiner Pein; doch meine Hoff- föhnt, entsündigt und geweiht nung trifft nicht ein. mit Heil des neuen Bundes. 3. Herr, eile doch mir beizu- Preis ihm! Preis ihm! Treue stehen, verlaß mich in der Gatten gehn im Schatten seiner Schwachheit nicht; o neige auf Gnade selige Gemeinschaftspfade. mein brünstig Flehen zu mir 2. O wohl, ja zwiefach wohl dein freundlich Angesicht; verleih, verleih mir nur in meinem Schmerz Geduld und ein zufriednes Herz. dem Paar, das sich in frommer Christen Schar kann seines Heilands freuen, andächtig Herz und Mut erhöhn, zum Dankaltar des Bundes gehn und Geist und Kraft erneuen. Dank ihm, Dank ihm, der aus Gnaden uns geladen, hier auf Erden solches Erbteils froh zu werden. 3. Gesegnete des Herrn sind wir! Wohnt er nicht selbst und waltet hier, mit ihm sein holder 5. Soll ich die Last noch län- Friede? Ja, drückt uns auch des ger tragen, so halt' ich deiner Tages Last: in muntrer Eintracht Fügung still; mich lehret jal aufgefaßt drückt sie das Herz nicht 4. Noch ist das Schicksal mir verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch dich, o Vater, lass' ich sorgen: du kennst und willst mein wahres Wohl! Dein Rat, dein Rat, was er beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 493 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. müde. Preis ihm! Preis ihm!| tyrannisch zu gebieten, soll die Freundlich hört er, gern gewährt hart zu behandeln, die ihm dieer, was zwei Seelen treu ver- nen, sich nie erfühnen. einigt ihm empfehlen. 4. Freude, wenn der Ehe Frucht in frischer Kraft und frommer Zucht gedeiht zu Gottes Ehre, und wenn, mit Segen süß belohnt, Fleiß, Lieb' und Treu' im Hause wohnt und wehrt der Kummerzähre. Dank dir, Dank dir für die Spende deiner Hände! Solcher Gaben laß uns, Herr, nie Mangel haben. 5. O knüpfe fest der Seelen Band! Du wollst aus milder Vaterhand uns, was uns not ist, geben. Herr, führ uns mit der Liebe Stab bis in den Tod, ja übers Grab hin in das ew'ge Leben. Heil uns, Heil uns, wenn von allen dort erschallen Lobgesänge und inbrünft'ger Opfer Menge. 4. Daß Herren ihren Herrn im Himmel haben, soll jeder beim Gebrauche seiner Gaben, um nicht durch Willkür Dienende zu tränken, mit Ernst bedenken. 3. Wer seinem Hause vorsteht, soll sich hüten, was er befiehlt, 5. Wohlthätig sein und mild bei ihren Fehlern, nicht gleich bereit, den fargen Lohn zu schmälern, das lernt, wer sich, wie leicht er selbst kann fehlen, nicht will verhehlen. 6. Wer sucht, wie er beim Richter Gnade finde, wird liebreich sein, geduldig und gelinde, wird gern die Treu' ermut'gen und belohnen, des Irrtums schonen. leicht wird, wer regieret, zum 7. Doch Gott, wie leicht, wie mißbrauch seines Ansehns nicht verführet von Eitelkeit, von Liebe zum Gewinne, vom Eigensinne. 8. Laß jeden dann auf deine Rechte sehen, um seinem Hause flüglich vorzustehen. Gieb jedem auch zu diesem edlen Werke Licht, Mut und Stärke. Für Herrschaften. Mel. Gott, der du für uns 2c. 864. Die Menschen mögen herrschen oder die nen, du, Gott, bist Herr, und du verkündigst ihnen, wie sie's bedürfen als getreue Knechte, Gesetz und Rechte. Für Greise. 2. Gesetze, die sie heilig hal- Mel. Vater unfer im Himmelreich 2. ten ſollen, wenn sie im Herzen 865. Du, der das Lallen Frieden haben wollen und fest vereint sein durch der Liebe Bande in jedem Stande. nicht verschmäht, wodurch der Säugling dich erhöht, du hörst den Greis noch gnädig an, obgleich auch er nur stammeln kann. O Brunnquell aller Selig 494 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. teit, dir sei mein Dank, mein Bob geweiht. 2. Herr, deine Huld war stets mit mir, aus ganzer Seele bank' ich dir, daß deine Gnad' auch mich erwählt und deinem Erbe zugezählt. Welch Heil, das daraus auf mich fließt und mir das Erdenleid versüßt! 3. Wie langmutsvoll ertrugst du mich, wenn ich von deinem Wege wich; und lockte mich ein falsches Glück, dein guter Geist hielt mich zurück; dein Arm entriß mich der Gefahr, wenn mir um Rettung bange war.. 4. Durch Wolken brach dein Sonnenschein, durch Nächte brach dein Tag herein. Hier nahmest und dort mehrtest du, gabst Heil zur Arbeit und zur Ruh', und kommt die Zeit, wo Kraft ge= bricht, o deinen Schutz verlier' ich nicht. 5. Freun andre sich an Erdengut, worauf die bange Sorge ruht, ist mein der Schatz, der ewig währt, den weder Zeit noch Rost verzehrt, mein der auch, der von oben kam, und der die Macht dem Tode nahm. 6. Wie darf voll Angst und voll Vertraun ein Simeon gen Himmel schaun! Den Heiland hat sein Aug' erblickt, ihn hat er an sein Herz gedrückt; nun steht er fertig und bereit zur Einfahrt in die Ewigkeit. das beste Teil. Ich warte dein getroft und still, bis mich dein Ruf vollenden will. Herr! dein Stecken und dein Stab sei meine Stärke bis ans Grab. 8. Bis hierher hast du mich gebracht und alles, alles wohl gemacht. O wohl mir! auch beim letzten Schritt geht deines Trostes Engel mit und führt mich durch das dunkle Thor zum Lobgesang im höhren Chor. Trauung. Mel. Wie schön leucht't uns zc. 866. Du hast, o Gott der Einigkeit, den Stand der Ehe selbst geweiht; wie hoch ist er zu ehren! Vernimm jetzt unser innig Flehn; sich gnädig an, die vor dir stehn, ihr Bündnis zu beschwören. Laß sie, Vater, dir ergeben einig leben, treu sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben. 2. Nimm sie, o Gott, in deine Hut, daß ihnen nie ein wahres Gut zu ihrem Wohlsein fehle; im Glück laß sie sich deiner freun, im Leid einander hilfreich sein, Ein Herz und Eine Seele. Immer laß sie voll Vertrauen auf dich schauen, freudig sterben und vereint den Himmel erben. Mel. Herr Chrift, der einig' sc. 7. Auch mir ward deines 867. Du Stifter frommer Friedens Heil, auch meiner harrt! 495 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Paar! In dir, o Gott, bestehe Gebot gegeben, sich Schwächern sein Bündnis immerdar. Be- auch zum Dienst zu weihn. Wie herrschet ihre Triebe der Geist heilig, Gott, ist das Bemühn, der reinen Liebe, so wird ihr die Kinder weise zu erziehn. Hoffen wahr. 2. Begleite du die Lehren von ihrer neuen Pflicht zu deines Namens Ehren mit Salbung, Kraft und Licht; auf allen ihren Wegen bekräftige den Segen, den heut dein Diener spricht. 3. Und soll von Leid und Schmerzen ihr Stand begleitet sein, so sprich in ihre Herzen den Trost von oben ein; verleih Geduld und Stärke in ihrem Stand und Werke, bei aller Müh' und Pein. 4. Sei stets in ihrer Mitte und heil'ge ihren Bund; es sprech' auf unsre Bitte ein gnädig Ja dein Mund, und wie mit der Gemeine der Heiland sich vereine, mach auch an ihnen fund. Für Eltern. Mei. O daß ich tausend Bungen 2c. 868. Gieb zu dem wichtigen Geschäfte, die Kinder weise zu erziehn, o Gott, Verstand und Mut und Kräfte, und Segen kröne dies Bemühn: daß dir geweiht in Lieb' und Treu' ein jedes Haus dein Tempel sei. 2. Du rufft den Menschen in das Leben nicht für sein eignes Glück allein; du haft ihm das 3. Drum wohl den Eltern, die den Pflichten, wozu du sie berufst, getreu nur darauf ihre Sorgfalt richten, daß ihre Kinderzucht gedeih'! Wohl ihnen hier schon in der Zeit und einst in jener Ewigkeit. 4. Sie baun die Wohlfahrt zarter Jugend zu deines großen Namens Preis durch frommes Beispiel eigner Tugend und weiser Lehrer treuen Fleiß; und um Gedeihn fleht früh und spät zu dir, o Vater, ihr Gebet. 5. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit in ihr Gemüt die edlern Triebe früh zu senken, ist ihre Sorgfalt stets bemüht. Doch, widerstrebt das Kind der Pflicht, scheut auch den Ernst die Liebe nicht. 6. Für jedes Haus, für ganze Staaten ist's um so größerer Gewinn, je mehr die Kinder wohlgeraten, erzogen, Herr, nach deinem Sinn; Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried' und Ruh' nimmt um so mehr auf Erden zu. 7. O Gott, lehr Eltern dies erwägen! Erweck und fördre ihr Bemühn, daß unter deinem milden Segen sie ihre Kinder wohl erziehn. O laß sie, Herr, so glücklich sein, sich dessen hier und dort zu freun. 496 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Für Greise. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 869. 6° ott hat in meinen Tagen mich väterlich getragen von meiner Jugend auf; auch auf den rauhsten Wegen sah ich des Höchsten Segen; er lenkte meinen Lebenslauf. 7. Ich harre froh und stille, bis Gottes Gnadenwille mich krönet nach dem Streit. An meiner Laufbahn Ende sink' ich in Jesu Hände und er führt mich zur Seligkeit. Für Eltern. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 2. Erquicung folgt auf Sor- 870. Groß und heilig ist gen, wie oft ein heitrer Morgen würdig zu erziehen; die Pflicht, Kinder aus dunklen Nächten bricht; ja versäumt sie nicht! stets hab' ich erfahren, der Herr weiß zu bewahren und führt durch Finsternis zum Licht. Eltern, o Alles Böse lehrt sie fliehen, fliehn, was Wahn und Sünde nähret und der Seele Wohlfahrt störet. 3. War Menschenrat verge- 2. Meidet blinde Zärtlichkeit, bens, so kam der Herr des Le- Liebet nur mit dieser Treue, strebens und half und machte Bahn. bet, daß zu jeder Zeit euer Herz Ihn ließ ich thun und raten; sich ihrer freue! Heil euch, wenn denn er thut große Thaten und sie durch ihr Leben euren Ruhm nimmt sich seiner Kinder an. vor Gott erheben. 6. Nach wen'gen bangen Stunden hab' ich ganz überwunden: ich bin dem Ziele nah, dem Ziele meiner Leiden; o welche hohen Freuden erwarten meine Seele da! 4. Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen und dein Erretter sein! Dies hat mein Gott versprochen, der nie sein Wort gebrochen: des will auch ich, als Greis, mich freun. 5. Er wird auch schwachen Alten, was er versprochen, hal- 4. Bringt der Wahrheit helles ten; denn er ist fromm und Licht in das Dunkel ihrer Seele! Bin ich gleich schwach Sorgt, daß weiser Unterricht und müde, bei ihm ist Trost ihnen Recht und Pflicht empfehle, und Friede; er steht in aller daß kein blinder Aberglaube Not mir bei. ihnen Lieb' und Wahrheit raube. treu. 5. Öffnet eurer Jugend Sinn dem beseligendsten Triebe, weist die jungen Herzen hin zu des Kinderfreundes Liebe, daß, von ihm schon aufgenommen, sie durch ihn zum Vater kommen. 3. Stärket ihres Körpers Kraft, daß sich auch die Seele stärke, und was wahre Freuden schafft, darauf offnen Sinnes merke. Lehrt sie Weichlichkeit verachten und durch Fleiß nach Ruhe trachten. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 497 6. Wandelt stets auf richt'ger| zu deinem Preis vereinen! Aber Bahn, daß sie euer Vorbild sehen; doch froher noch müss' ihr kindlich führt sie sorgsam, lockt sie an, Leben deine Lieb' erheben. gleichen Wegs mit euch zu gehen! Laßt sie sehn, wie schon auf Erden wir im Glauben selig werden. 7. Strebt ihr, so für Gottes Reich eure Kinder zu erziehen: o dann, Eltern, freuet euch, hoher Lohn ist euch verliehen; ja schon hier strömt Gottes Segen euch in ihrem Dank entgegen. 8. Seht, sie thun, was Gott gefällt, streuen aus den edlen des Lebens Samen und erhalten in der Welt unbeschädigt euren Namen; ihnen winkt auf ihren Wegen eurer Liebe Lohn entgegen. 9. Welche Himmelsseligkeit wird durch eure Seelen dringen, wenn auch sie einst hocherfreut sich mit euch zum Throne schwingen! Dann, dann jauchzen Für Greise. Mel. Alle Menschen müssen ac. neue Lieder: Herr, wir bringen 872. Höchster Helfer, fei dir sie mein Beschirmer, steh mir bei. Hilf mir, daß ich eifrig lerne, was dein heil'ger Wille sei. Leite mich nach deiner Güte und er= 3. Odem deiner Liebe laß ihr Herz durchwalten, es zu deinem Ruhm entfalten! Reich an Jugendblüte müss' es dich erfreuen und zu edler Frucht gedeihen. Hilf mit Rat, hilf mit That vor der Schuld Gefahren Herz und Sinn bewahren. 4. Stärk, o Freund der Kinder, sie mit deinem Segen zu heißren Wegen. Vater deiner Kinder, jei bis in ihr Alter ihr Beschirmer und Erhalter! Geist des Herrn, sei nicht fern, sie durch alle Zeiten himmlisch zu geleiten. Fürbitte für die Kinder. Mel. Wunderbarer König 2c. 871. Herr und Gott der leuchte mein Gemüte; laß mir deine Morgen werden neu. Deinen! aus der Kinder Munde hat schon manche frohe Stunde dir ein Lob be= reitet. Laß dein Herz sich neigen auch zu unsern Kinderreigen; Lobgesang, schwach von Klang, ja des Säuglings Lallen läßt du dir gefallen! 2. Halte mich, o mein Erhalter! o mein Führer, weiche nicht! Führ mich auch im höhren Alter, wenn mir Lebenstraft gebricht. Gieb, daß ich die bösen Tage mit Geduld und Hoffnung trage, und laß mich in Sorg' und Schmerz finden ein befreundet 2. Hosianna- Töne, die dich kindlich preisen, reizen dich wie Engelweisen. Möchten doch die Herz. Lippen unsrer lieben Kleinen sich 3. Weiche nicht von meiner 32 498 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Seiten, wenn sich Angst und Ohn- Tage. Du ziehst durch Leiden macht häuft, wenn die schwachen mich zu dir und bleibst, mein Tritte gleiten und die Hand zum Vater, ewig mir ein Fels, auf Stabe greift. Wenn die Augen den ich baue. fast erblinden und die Lebensgeister schwinden: o so sei du selbst mein Licht, daß ich seh' dein Angesicht. 4. Wenn ich soll von hinnen scheiden, neige meinem Flehn dein Ohr; tritt auch in dem letzten Leiden mir als Helfer dann hervor. O mein Heiland, hab' Erbarmen! schenke deinen Trost mir Armen! hilf mir aus der bängsten Not bald durch einen sel'gen Tod. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, auch wenn der Tod erscheinet. Dich hält mein Glaube dennoch fest, wenn alles um mich weinet. Du bist es, der mir Ruhe giebt, wenn alle, die mich hier geliebt, an meinem Lager trauern. 4. Auch sie versäumst du, Vater, nicht, du stärkest ihre Herzen, giebst ihnen Trost und Zuversicht und linderst ihre Schmerzen. Ja 5. Meine Seele soll erheben dir, mein Gott, empfehl' ich sie, dich, o Herr der Herrlichkeit, laß sie auch in der Treue nie dort in jenem Freudenleben, des Glaubens Trost verlieren. wenn ich hier vollbracht den 5. Doch, bin ich von dem Streit. Ew'gen Dank werd' ich Ziel noch weit, das du mir dir bringen und vor deinem ausersehen, soll länger ich in Throne singen, daß du mich so dieser Zeit durch Angst und wohl bedacht und zum Himmel Trübsal gehen: so gieb mir, haft gebracht. Vater, deine Kraft, die Mut in jedem Leiden schafft, Geduld und Hoffnung wirket. Für Kranke. Mel. Wenn einst mein Stündlein 2c. 873. Nach einer bangen, schweren Nacht seh' ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht, du sahst auf mich hernieder. Ir meiner Angst fleht' ich zu dir, und du gewährtest gnädig mir des Glaubens Troft und HoffFür Hausgesinde. Mel. Gott, der du für uns 2c. 874. Nicht alle können herrschen; viele sollen gehorchen, wenn sie nützlich werden wollen, und willig, so verlangst du's, Gott, von ihnen, den Brüdern dienen. nung. 2. O hielten alle nur auf 2. So trag' ich willig jeden deine Rechte! Sie wären mehr Schmerz und meiner Krankheit dann als der Menschen Knechte; Plage, und dein erfreuet sich drum gieb den regen Trieb, dir mein Herz auch an dem bösen zu gefallen, doch ihnen allen. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 499 3. Gieb ihnen ein gehorsam Noch schreckt mich keines Spötters Herz und Treue, daß jeder seines Spott, noch ist er mir ein Quell Rufs von dir sich freue, daß sie der Freuden. Er ist mein Trost, mit Eifer stets der Herren Willen mein Rat, mein Licht, der Felsen genau erfüllen. meiner Zuversicht, der Freund, dem ich mich ganz ergebe, in dessen Huld allein ich lebe, in dem mein ganzes Wesen ruht, der nichts mir je zu Leide thut. 4. O wüßten wir doch nichts von falschen Händen, die Herrengut veruntreun und entwenden! Und wäre nie, wer Lohn empfängt und Pflege, zur Arbeit träge! 5. Und würde wahre Demut 2. Er leitet mich nach weisem Rat und offenbart sich meinem nie vergessen, daß keiner selbst- Herzen, ist ewig treu in Rat und flug, trotzig und vermessen sich That, bleibt bei mir, auch in billigen Befehlen widersetze, die Not und Schmerzen. Und ziehn Pflicht verletze. auch Wolken um mich her, doch fürchtet sich mein Herz nicht mehr; er ist mein Schuß in schwülen Tagen. Was sollt' ich über Unglück tlagen? Was Gott, mein Vater, mit mir thut heilig, recht und gut. 6. Auch was sie nicht versteht, vollbringt mit Freuden die Treu' und weiß gelassen auch zu leiden. Nie wird, wer weiß auch er hat zu bereuen, nach Rache schreien. alles 7. Wenn jeder freudig dir zum Wohlgefallen sein Werk verrichtet, wohl dann ihnen allen! Wie werden sie im Himmel und auf Erden gesegnet werden! 8. Und müßten sie auch harten Herren dienen; mit Wonn' und Ehre, Gott, vergiltst du ihnen. Des Lebens Abend kommt; dann ruhn die Müden in deinem Frieden. 9. Verherrlicht werden sie empfahn vom Sohne des Himmels Seligkeit zu ihrem Lohne, und, treu erfunden, in dein Reich erhoben dich ewig loben! 3. Er giebt und nimmt, wie's ihm gefällt, denn er ist Herr, es ist das Seine. Ich bin ein Gast auf dieser Welt, mein wahres Gut ist er, der Eine. Wer dies zum Geisteserbe hat, ist immer selig, reich und satt. In Armut, Elend, Schmach und Leiden ist Gott sein Gott, wer will sie scheiden? Darf ich mich seiner selbst erfreun, so ist mit ihm auch alles mein. 4. Die Thränen, die der Herr mir macht, sind alle von ihm selbst gezählet. Gott, der mein wahres Heil bewacht, weiß, was mich drückt, weiß, was mir fehlet. Wird meine Kraft in Trübfal weich, mit seiner Kraft hilft er 875. Noch heut ist Gott mein sogleich, und scheint sein Rat treuer Gott! Soll mich zu betrüben, so will er mich von ihm die Trübsalscheiden? meinen Glauben üben, so prüft er Bei Unglücksfällen. Mel. Beschränkt, ihr Weisen 2c. 32 500 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. mich, ob ich ihm treu, ob er Sie sind in der Taufe schon dir mein Heil, mein Alles sei. geweiht und deinem Sohn, darum leite deine Gnade sie auf ihrem Lebenspfade. 5. Ja köstlich, Herr, mein Fels, mein Hort, ist mir dein Denken, Thun und Lassen; recht 2. Der du sie bisher erhalten ist dein Weg und süß dein Wort, bei so manchem Unglücksfall, die Welt kann deinen Rat nicht wollest über sie nun walten imfassen, ihr ist dein Weg und merdar und überall. Bricht GeGang verkehrt. Dein Volk, das fahr für sie herein, wollst du ihr dich im Glauben ehrt, lernt hier Beschüßer sein; wenn in Not sie schon dreimal heilig singen, dort zu dir flehen, laß sie deine Hülfe wird dein volles Lob erklingen, sehen. wenn nun dein Prüfungsplan sich ganz verklärt im HimmelsSonnenglanz. 3. Dringt auf sie von allen Seiten der Verführer Schar heran; laß doch ihren Fuß nicht gleiten, halte sie auf rechter Bahn. Regt in ihrer eignen Brust sich mit Macht die böse Lust; gieb 6. Noch heut ist Gott mein treuer Gott, und wehe mir, wenn er's nicht bliebe! Lach' immerhin des Spötters Spott! dann, daß sie mutig kämpfen nichts scheide mich von Gottes und den Reiz der Sünde Liebe, nicht Trübsal, Angst, dämpfen. Verfolgungsnot, nicht Hunger, Blöße, Schmach und Tod, nicht Feuer, Schwert noch Folterleiden, nicht Gold, noch Herrlichkeit und Freuden, nicht Engel, Macht und Fürstentum; Gott ist mein Heil, Gott bleibt mein Ruhm! 4. Herr, erhalte deinem Reiche unsre Kinder stets getreu. O daß feines von dir weiche und der= einst verloren sei! Immer geh' ihr frommer Sinn und ihr Streben darauf hin, Christo ganz sich zu ergeben und zur Ehre dir zu leben. 5. Haben sie den Kampf ge= endet, obgesieget in dem Streit; haben sie den Lauf vollendet in des Glaubens Freudigkeit: dann o Vater, führe du sie der ew'gen Heimat zu, und laß sie nach sanftem Sterben deines Himmels Fürbitte für die Kinder. Mel. Werde munter, mein 2c. 876. Sorge, Herr, für unsre Kinder, sorge für ihr wahres Heil; sind fie gleich, wie wir, nur Sünder, haben sie an dir doch Teil. Frieden erben. Verzeichnis der Lieder. Nr. Nr. A. 113 246 567 Auf, Christenheit, sei 1 Auf Christi Himmelfahrt 330 Auf deine Weisheit schauen 2 Auf den Nebel folgt die Sonn' 568 209 Auf, du zagendes Gewissen 427 380 Auf, erhebet euch, ihr Christen 449 212 3 Auferstanden, auferstanden 381 Auferstehn, ja auferstehn 757 716 Auf, erwacht, ihr heil'gen 54 90 Auf euch wird Gottes Segen 860 Auf ewig ist der Herr mein 679 382 Auf, freuet euch von 159 Auf Gott mur will ich sehen 861 563 Auf Gott und nicht auf 114 569 450 Auf, ihr Christen, Christi Auf, ihr Christen, Gott zu 642 564 Auf, ihr Christen, laßt uns 213 565 Auf, ihr Streiter 451 Ach bleib mit deiner Gnade Ach ewig heil'ger Gott Ach Gott, gieb du uns deine Ach Gott, mich drückt ein Ach, Gott und Herr, wie Ach Gott, verlaß mich nicht Ach, Herr, dir ist bewußt Ach Herr! lehre mich Ach mein Herr Jesu, dein Ach, mein Jesu, sieh, ich trete 808 Ach mein Jesu, welch Ach, sieh ihn dulden, bluten Ach, Vater, Vater, höre Ach! wenn ich dich, mein 513 Ach wann werd' ich von der 383 Ach wie hat mein Herz Ach wie ist der Menschen Alle Christen hören gerne Alle Menschen müssen sterben Allein Gott in der Höh' sei Allein zu dir, Herr Jesu Christ 384 Alles ist an Gottes Segen 566 Alles ist euer, o Worte 678 Allgiltiger, allein bei dir Allmächtiger, der seinen Thron Allseliger Gott, vor der Zeit 53 Also hat Gott die Welt geliebt 112 Amen, deines Grabes Friede 210 Am Grabe stehen wir und Am Kreuz erblaßt An deine Leiden denken wir 161 An dich, mein Gott, gedenken 515 An dir allein, an dir hab' ich 385 Auch dieses Tages Stunden 809 Auf, auf, an diesem Morgen 386 Auf, auf, den Herrn zu loben 788 Auf, auf, ihr meine Lieder Auf, auf, mein Geist, den 640 Auf, auf, mein Geist, erhebe 355 Auf, auf, mein Herz, mit Auf, Christen, bringet 21 211 756 43 452 514 Auf Leiden folgt nach kurzer 288 258 Auf meinen Gott verläßt Auf meinen lieben Gott trau' 570 Auf, mein Herz! des Herren 214 Auf, mein Herz, sei unverzagt 571 Auf, Pilger, laßt uns eilen 4 Auf, schicke dich, recht feierlich 115 5 Auf, singt mit uns, ihr hohen Aus einem tief vor dir Aus Gnaden soll ich selig Aus irdischem Getümmel 717 Aus tiefer Not ruf' ich zu dir 388 160 247 387 428 91 B.. Bang' und doch voll sel'ger 356 Befiehl dem Höchsten deine 572 573 Befiehl du deine Wege 718 Begrabt den Leib in seine Beklommes Herz! was willst 574 Bereite dich, o Christ, wir Beschwertes Herz! leg ab die 22 Bewahr, o Gott, mich, daß 453 Bis hieher ist's gelungen 162 824 641 Bist du ein Freund des Herrn 454 502 Verzeichnis der Lieder. Nr. 789 Blick hin in die vergangnen 455 Brich an, du schönes Bringt frohen Dank und Bringt Gott, ihr Christen 851 Bringt Preis und Rühm dem 215 116 Nr. 759 Der Heiland kommt zum Der Herr, an dessen Güte 23 55 70 71 Der Herr fährt auf gen Himmel 250 Der Herr ist Gott und feiner Der Herr ist gut, ihr Himmel Der Himmel Ruf erzählt Der letzte meiner Tage Der Morgen kommt, noch Der Tag, an dem mein Heiland 761 163 Der Tag ist hin, mein Jeju 810 516 Der Tod ist tot, es siegt 760 862 217 Christ, alles, was dich kränket 575 Christ, aus deinem Herzen 576 Christe, du Lamm Gottes Christe, mein Leben, mein Christ fuhr gen Himmel Chrift ist erstanden Christ, priife dich an jedem Christus, der ist mein Leben D. 259 248 Der Weg ist gut, der durch das 579 216 Der Werke Ruhm muß vor 432 Des Herrn Gesetz verfündet 292 Des Jahres erster Morgen 825 Des Todes Graun, des Grabes 762 Dich, dich, mein Gott, will ich 791 Dich, Herr, dich loben herzlich 293 Dich, Jesu, preisen unsre 294 Dich seh' ich wieder, Morgenl. 792 Dich, Bater, preist mein Dich Vater, ruf ich an Dich will ich immer treuer Die auf der Erde wallen Die Bahn ist rauh, auf der Die Christen gehn in dieser 722 Die Ehe foll uns heilig sein 863 Die Ernt' ist da, schon winkt 836 Die Feinde deines Kreuzes 295 720 Die Fülle guter Gaben 249 Die Herrlichkeit der Erden 320 Die Himmel rühmen des 7 Dank, Dank sei dir für dein 357 Dant, Jeju, dir! Ach sind 358 Dant, Jesu, dir, daß du beim 359 Danket mit Freuden, o danket 643 Dankt dem Herrn, ihr 644 Das Amt der Lehrer, Herr 289 Deines Gottes freue dich 680 Dein harr' ich und bin stille 577 Dein ist das Licht, das uns 290 Dein Mittler kommt; auf 117 Dein Name werd' erhoben Dein Recht, o Gott, und dein 319 517 721 580 6 457 723 72 Dein sind wir, Gott, in Dein Werk, Erlöser, ist Dein Wort, o Höchster Dem Erdkreis strahlt ein Licht 118 Die Menschen mögen herrschen 864 Dem Heiland folgt, wer hier 456 Die Rach)', o Herr, ist dein 670 Dem Heiland nach, mein Geist 578 Dies ist der Tag, da Gottes 260 Dem Menschen glänzt, o Gott 69 Dies ist der Tag, den Gott 121 Dem Worte deines Mundes 360 Dies ist der Tag derFröhlichkeit 122 Der am Kreuz ist meine Liebe 164 Dies ist der Tag zum Segen 24 du die Liebe selber bist 669 Dies ist die Nacht, da mir 123 Der du noch in der letzten 291 Die Sonne senkt sich nieder 812 Der Freuden Quell ist 758 Die Sonne stand verfinstert 165 Der frohe Morgen kommt 790 Die Sonn' hat sich mit ihrem 811 Der Glaube ist die Zuversicht 429 Dir dank' ich für mein Leben 793 Der Glaube ist's der Wunder 430 Dir, dem weiseften Regierer Der Grund, auf dem mein 431 Dir, dir, Jehovah, will ich Der Heiland, dessen sich im 119 Dir, Gott der Huld und Der Heiland kommt, lobsinget 120 Dir hab' ich mich ergeben 389 719 73 -331 837 ✓581 Verzeichnis der Lieder. Nr. 261 Dir jauchzet froh die Dir, Jesu, tönt vom Staube 124 Dir, milder Geber aller Gaben 838 Dir schwör' ich ew'ge Treue 361 Dir sei dies Kind 341 582 25 Dir sterb' ich einst, wenn ich 724 Dir strebt meine Seele zu 56 Dir trau' ich, Gott, und Dir, unserm Gott, jei Lob Du, aller Menschen Vater 671 Du bist ein Christ, was flageft 583 Du bist's, dem Ehr' und Rühm 645 Du, der das Lallen nicht 865 Du, der einst unsre Trauer 584 Du, der Herz und Wandel 390 Du, der Menschen Heil und 166 Du, der sein Blut und Leben 518 Du, dessen Augen flossen 167 Du, des sich alle Himmel freun 332 Du gehst zum Garten 168 Du gingst zum höchsten Lohne 251 Du haft mir, Gott, dein Wort 321 Du hast, o Gott der Einigkeit 866 Du flagest über die Du Lebensfürst, dein Sieg Du, meine Seele, singe 646 Durch des Mittlers Blut und 519 Du reicher Troft der Armen 839 Du riefft mich, Vater, aus dem 44 Du siehst, o Mensch, wie fort 763 Du sollst glauben und du Du sollst in allen Sachen Du Stifter frommer Ehe Du Urbild aller Frömmigkeit Du, Vater deiner 585 92 520 Du wirst, o Vater, für mein 726 503 Ncr. 587 764 126 Erhöhter Jesu, Gottes Sohn 766 Erhöre gnädig unser Flehen 298 Erhör, o Vater, du das Flehn 342 Erhör uns, Gott, erhöre 827 Erinnre dich, mein Geist, Erkenne, mein Gemüte Er kommt, er kommt 218. 322 127 219 220 725 Er kommt und Seraphinen 128 Er lebt, der Herr der Er lebt, o Freudenwort, er Erlöser, der du selbst uns haft 362 Ermuntert euch, ihr Frommen 767 Ermuntre dich, mein schwacher 129 433 Erweitert Thor und Thüren 130 458 Er wird es thun, der treue 590 867 Es glänzet der Christen 462 Es ist genug! so nimm, Herr 730 Es ist gewiß ein köstlich Ding 591 Es ist Gottes Wille 592 Es ist nicht schwer, ein Christ 463 Es ist noch eine Ruh' vor= handen, auf 768 Ein Chrift, ein tapfrer 459 Ein' fefte Burg ist unser Gott 296 Ein heiliges Feuer durchdrang 262 Ein Herz, o Gott, in Leid 586 Ein Lämmlein geht und trägt 169 Ein neuer Tag, ein neues 794 Ein Pilger bin ich in der Welt 727 Eins ist not, o Herr, dies Einft geh' ich ohne Beben 460 Einft ist alles Leid vergangen Einst reift die Saat, mein Einst selig dort zu werden Eitle Welt, ich bin dein milde 729 Empor zu ihm, mein Lobgesang 125 Entehre nicht mit bangen 588 Entschwinge dich, mein Geift 589 Erbarm dich, Herr! schwach 391 Erforsche mich, erfahr mein 170 Erhabner Dulder, deine Liebe 171 Erhalt uns, Herr, bei deinem 297 Erheb, o meine Seele, dich 795 Erheb uns zu dir, du, der Erhebe mit der Andacht Erhebet, Christen, euren Sinn 461 Erhebt, Bewohner dieser Welt 826 Erhebt den Herrn, ihr 26 765 Es ist noch eine Ruh' vorhanden für 769 Es ist vollbracht, das Opfer 172 Es ist vollbracht, Gottlob, es 731 Es ist vollbracht! so ruft am 173 Es ist vollbracht! so ruft des 174 521 Es fostet viel, ein Christ zu 464 728 Es wolle Gott uns gnädig 299 504. Ewig, ewig bin ich dein Ewig sei dir Lob gesungen Ewig weis' und ewig milde Ewig wesentliches Licht Berzeichnis der Lieder. Nr. Nr. 58 852 469 343 Gott, Allweiser, wer bin ich 131 Gott, deine Gnad' ist unser 683 Gott, deine Güte reicht so weit Gott, deine Güt' und Macht Gott, der an allen Enden Gott, der des Feuers Gott, der du selbst die Gott, der du unser Bater bist 333 Gott, der du unsre Zuflucht 392 Gott der Macht, in deinem 77 Gott, der Vater, wohn' uns bei 45 Gott der wird's wohl machen 78 Gott des Himmels und der 796 Gott, dir sei ewig Preis und 303 Gott, du hast in deinem Sohn 269 Gottes Mund hat uns 434 28 Gott hab' ich alles heimgestellt 733 Gott hat in meinen Tagen 869 Gott, ich preise dich mit allen 684 Gott, ich will mich ernstlich 393 Gott in der Höh' sei Ehr' 46 Gott ist die wahre Liebe 522 Gott ist ein Schutz in Nöten 304 Gott ist gegenwärtig Gott ist mein Hort, und auf 324 Gott ist mein Vied, er ist 59 Gott ist's, der das Vermögen 470 Gott ist treu und alle Morgen 60 Gott ist und bleibt getreu 61 Gott lebt, wie kann ich traurig 596 Gottlob, ein Schritt zur Gottlob, es ist erschollen Gott, meine ganze Seele Gott ruft der Sonne, ruft Gott sei Dank, der mit uns Gott sieht auf uns Gott sorgt für uns, o fingt 841 Gott, Vater, Sohn und Gott, vor dem die Engel Gott, vor dessen Angesichte 62 Gott, welcher Kampf in meiner 394 Gott, wer ist dir zu vergleichen 650 Gott, wie du bist, so warst du 63 Gott will machen, daß 685 853 649 828 29 686 813 10 597 Gott wollte nicht des Sünders 94 Großer Gott, den alles preiset 797 Großer Immanuel, schaue 305 300 323 F. Feiert, Christen, diese Stunde 221 Fest des Lebens, fei 222 Fest steht zu Gottes Ruhme 301 Fleug auf, mein Psalm 74 Folget mir, ruft uns das 465 Freiwillig hast du dargebracht 223 Freude wallt in meinem 647 Freuet euch, ihr Christen alle 132 Freuet euch, ihr lieben Brüder 133 Frieden, ach Frieden, den 681 Frohlockend laßt uns treten 648 Froh versammelt sind wir hier 27 Frühmorgens, da die Sonn' 224 Früh oder spät des Todes 466 Für diese Kinder beten wir 344 Für unsre Brüder beten wir 8 G. Gedanke, der uns Leben giebt 93 Geduld! wie sehr der Sturm 593 Geh hin nach Gottes Willen 467 Geist aller Geister 263 Geist der Wahrheit, lehre 264 Geift des Herrn, dein Licht 302 Geift Gottes, aus des Ew'gen 265 Geist Gottes, wer kann dich 266 Geist vom Vater und vom Sohne, der 267 Geist vom Vater und vom Sohn 268 Gelobet seist du, Jesu Christ 134 Gelobt sei, der den Frühling 840 Getauft sein auf des Baters 345 Getreuer Gott, wie viel Geduld 57 Getrost, mein Leiden hat ein 594 Getroft und freudig geh' ich 732 Geweiht zum Christentume 346 Gieb deinen Frieden uns, o 682 Gieb dich zufrieden und sei 595 Gieb, Gott, wenn ich dir diene 468 Gieb mir, o Gott, ein Herz 672 Gieb zu dem wichtigen 868 9 75 76 Verzeichnis der Lieder. 505 Nr. Nr. 475 Großer König, den ich ehre 523 Herr Jesu, Gnadensonne Großer Mittler, der zur Herr Jeju, Trost der Heiden 136 252 Groß und heilig ist die Pflicht 870 736 H. Hab' ich ein gut Gewissen Hallelujah, Amen, Amen Hallelujah! jauchzt, ihr Chöre 225 Hallelujah, Jesus lebet! 226 Hallelujah, Lob, Preis und Ehr' 47 Halt an, mein Herz 598 Herr, laß mich in Frieden Herr, lehr mich thun nach 476 Herr, mache meine Seele stille 599 Herr, meiner Seele großen 477 Herr, mein Licht, erleuchte mich 325 Herr, mein Versöhner, der 673 Herr, stärke mich, dein Leiden 177 Herr und Gott der Deinen 871 Herr, unser Gott, laß nicht 600 Herr, unser Herrscher, dankbar 842 Herr, vor deinem Angesicht Herr! welch Heil kann ich Herr, wie du willst, so Herr, wie mancherlei Herzen, wallt mit frohen Herzlich lieb hab' ich dich Herzliebster Jesu, was hast Herzog unsrer Seligkeiten Herz und Herz vereint 32 690 Halt im Gedächtnis Jesum 524 Hehr und heilig ist die Stätte 30 Heiland, den uns Gott verhieß 135 Heil'ger Jesu, Heil'gungsquelle 95 Heilig, heilig ist dein Wille 471 Helft Gottes Huld mir preisen 829 Herr aller Herrscher, dir 854 Herr, alles, was ich habe Herr, aus deiner Gnadenfülle 689 Herr, deine Kirche danket dir 306 Herr, den die Sonnen 830 11 688 674 eut öffnet sich die neue Bahn 831 Hier bin ich fremd, wie meine 771 Hier bin ich, Herr, du rufest 400 Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen 365 Hier ist mein Herz, Herr Hier ist nur mein 855 527 772 253 472 395 ier legt mein Sinn sich vor 479 Sier lieg' ich, Herr, im Staube 601 Hier sind wir, Gott, und flehn 33 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 832 Himmelan geht unsre Bahn 480 in an dein Kreuz zu treten 179 Hirte deiner Herde 79 816 Herr, der du als ein stilles 363 Herr, der du mir das Leben 814 Herr, der du vormals hast Herr, du bist unsre Zuversicht 435 Herr, du erforschest mich; mein 64 Herr, du fährst in Glanz Herr, du gingst voran Herr, du wolleft meiner Herr, du wollst sie vollbereiten 364 Herr, es gescheh' dein Wille 815 Herr, es ist der Tag erschienen 31 Herr, ew'ger Gott, wie du Herr, führe mich auf guter 473 Herr Gott, dich loben wir für 857 Herr Gott, dich loben wir, Herr 651 Herr Gott, dich( Siegesdanklied) 856 Höchster Tröster, komm Herr Gott, du kennest meine 734 Herr, Herr Gott( Litanei) 396 Herr, ich hab' aus deiner Treu' 474 Herr, ich habe mißgehandelt 397 Herr Jesu Christ, dein teures 175 Herr Jesu Christ, duGotteslamm176 Herr Jesu Christ, du höchstes 398 Herr Jesu Christ, mein Herr 735 Jauchzet all', ihr Frommen 137 Herr Jesu Christ, mein höchstes 525| Jauchzt, ihr auserwählten 653 Höchster, dent' ich an die Treue 401 Höchster Gott, dir danken wir 326 Höchster Helfer, sei nicht ferne 872 270 481 Höher hebt sich Gottes Sonne 843 Hört das Wort voll Ernst Hört, die ihr der Gerechtigkeit 307 Hört's alle, hört's, daß Jesus 227 Hör unser Gebet, Geist des 271 Hüter, wird die Nacht der 402 687 770 399 652 526 178 478 506 Nr. 139 Nr. 1 65 Jesus Christus, unser Heiland 230 Jesus ist gekommen Jesus kommt, von allem Bösem 608 Jesus lebt! Christen hört es 231 Jesus lebt, mit ihm auch ich 232 Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an 97 Jesus schwebt mir in Gedanken 533 Jesus, wir erscheinen hier 3hr armen Sünder, kommt 405 3hr Augen, weint! der 775 34 184 528 273 308 3hr Christen, rühmt, erhebt 272 3hr, deren Herzen noch bethört 609 3hr, durch die Taufe demi Ihr Kinder des Höchsten 3hr Mitgenossen, auf zum 3hr Völker, höret Chrifti Wort 98 3m Dunkeln lag die Welt 140 3n allen meinen Thaten 485 Jauchzt unserm Gott mit Ich bin der Angst entnommen 691 Ich bin erlöst durch meines 180 Ich bin getauft auf deinen 347 Ich bin gewiß, daß weder 96 Ich bin Gottes, Gott ist mein 602 Ich bin ja, Herr, in deiner 737 Ich bin in allem wohl 603 Ich danke dir für deinen Tod 181 Ich, der ich oft in tiefes Leid 654 Ich freue mich, mein Gott, in 80 Ich fühle wohl, ich selbst Ich geh' zu deinen Grabe Ich habe den gefunden Ich habe g'nug, mein Herr ist 529 Ich habe Gottes Weg gesehn 604 Ich habe nun den Grund 436 Ich hab' in Gottes Herz und 605 Ich hab' in guten Stunden 606 Ich komme als ein armer Gast 366 Ich komme, Herr, und suche 367 Ich komme vor dein Angesicht 12 Ich lasse Gott in allem walten 607 Ich preise dich, o Herr, mein 368 In meines Herzens Grunde 534 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ 13 In Thorheit ist ein Herz Ich schäme mich des Heilands 437 3ft Gott für mich, so trete 438 Ich finge dir mit Herz und 655 K. Ich soll zum Leben dringen 483 Ich Staub vom Staube, wer 403 Ich steh' an deiner Krippe hier 138 Ich sterbe täglich und mein 738 Ich weiß, daß all mein Werk 81 Ich weiß, daß mein Erlöser 229 Ich weiß, es wird meine Ende 739 Ich weiß, woran mein Herz 773 Ich will dem Schöpfer Preis 656 Ich will dich lieben, meine Ich will, Herr, meine 610 3n deiner Liebe, Gott, nicht 486 3n deiner Stärfe freue sich 858 In Dunkel hüllt der Himmel 844 In Gottes Rat ergeben 740 535 372 Rein Lehrer ist dir, Jesu, gleich 99 König, dem kein König gleichet 100 Könnt' ich doch, Herr, mit Komm, beuge dich, mein Herz 101 Komm, Geist des Herrn, du 692 Komm, Geist des Herrn, fehr 274 Komm, Gottes Geist, komm 275 Komm, heiliger Geist, Herre 276 Komm, Kraft des Höchsten 277 Komm, o komm, du Geist 278 Kommst du, kommst du, Licht 141 Kommt, betet an 233 Kommt, bringt dem Ew'gen 859 774 Kommt, die ihr Jesu Kreuz 185 182 Komm, Tochter Zion, komm 142 531 Kommt und eßt das Brot 371 Kommt und laßt den Herrn 484 530 369 370 Ich will, o Jesu, dich Ich will von meiner Missethat 404 Jerusalem, du hochgebaute Jesu, deine tiefen Wunden Jesu, der dit deine Liebe Jesu, Freund der 373 487 Jesu hilf siegen, du Fürste Jeju, meine Freude 532 Laß deinen Geist mich stets 186 Jesus Christus, Gottes Lamm 183 Laß doch, o Jesu, laß dein 309 Verzeichnis der Lieder. 482 228 Verzeichnis der Lieder. Nr. Lasset uns den Herren preisen 234 Mein Heiland, bilde du Lasset uns mit Jesu ziehen 488 Laß mich dein sein und bleiben 14 Laß mir die Feier deiner Leiden 187 Laßt ihn uns preisen 143 Lebet, Christen, so allhier auf 489 Lebst du in mir, o wahres 536 Licht vom Licht, erleuchte mich 798 Liebe, die du mich zum Bilde 537 Liebster Jesu, wir sind hier 35 Lobe den Herren, den mächtigen 657 Lob, Ehre, Preis und Dank 102 Lob, Preis und Ehre bringen 48 Lob sei dem allerhöchsten Gott 144 Lob jei dir, der den Morgen 799 Lobsinge, meine Seele 235 845 Lobsing, o frohes Erntefest Lobt Gott, ihr Christen 145 Mache dich, mein Geist, bereit 334 Mach's, lieber Gott, wie dir's 611 Macht hoch das Thor, die 146 Man lobt dich in der Stille 658 Mein Auge sieht, o Gott, zu 82 Mein Aug' und Herz erhebe 15 Meine Lebenszeit verstreicht 742 Meinen Jesumlass'ichnicht, was 538 Meinen Jesum laff'ichnicht, weil 539 Mein Erlöser, Gottes Sohn 188 Mein erst Gefühl sei Preis 800 Meine Seele giebt sich hin 612 Meine Seele, laß es gehen 613 Meine Seele, laß Gott walten 83 Meine Seel' ist ſtille 614 Meines Lebens beste Freude 693 Meine Sorgen, Angst und 615 Mein Freund ist mein, und ich 540 Mein Glaub' ist meines Lebens 694 Mein Gott, ach lehre mich 490 Mein Gott, das Herz ich 491 Mein Gott, du prüfft des Mein Gott, du weißt am Mein Gott, erschaffen hast du 695 Mein Gott, ich flopp an deine 335 Mein Gott, ich weiß wohl, daß 741 Mein Gott, nun ist es wieder 801 492 16 507 Nr. 541 406 189 542 Mein Heiland nimmt die Mein Herr und Heiland, laß Mein Herz, gieb dich zufrieden 616 Mein Jesu, dem die Mein Jesus lebt, mag ich doch 236 Mein Lebensfürst, dein 103 Mein lieber Gott, gedenke 17 Mein thörichtes Herz, warum 543 Mein Vater, laß mich deine 493 Mir nach, spricht Christus Mir wallt das Herz, so oft 544 Mit Ernst, ihr Menschenkinder 147 Mit Fried' und Freud' fahr' ich 743 Mit frohem Danke nah' ich 817 Mitten in dem Leben sind Mitten in Stürmen und Möchten wir, aus Gott geboren 495 Morgenglanz der Ewigkeit 802 494 744 310 N. Nach einer bangen, schweren 873 Nach einer Prüfung kurzer 776 Nach meiner Seelen Seligkeit 496 Nacht umhüllte rings die Erde 148 Nacht und Stille schließen 818 Nein, nichts Höhres fennt 545 Nennt immer, eitele Gemüter 696 Nicht alle können herrschen 874 Nicht diese Welt, die in ihr 497 Nicht nur streiten, überwinden 498 Nicht um ein flüchtig Gut der 279 nie bist du, Höchster, von uns 66 Nimm jetzt hinweg, o Gott 36 Noch heut ist Gott mein Noch immer wechseln 875 846 Noch läßt der Herr mich leben 803 Noch sing' ich hier aus dunkeln 37 Noch wallen wir im 777 Nun bitten wir den heiligen 280 Nun danfet alle Gott 659 374 Nun danfet all' und bringet 660 Nun habe Dank für dein Nun ist die Finsternis entflohn 149 Nun ist es alles wohl gemacht 190 Nun kommt das neue Nun laßt uns gehn und treten 833 150 508 Nr. Nun lob den Herrn, o Seele 661 Nun ruhet in den Wäldern 819 Nun sich der Tag geendet hat 820 Nur kurz ist unsre Prüfungszeit 617 422224 Verzeichnis der Lieder. annnnnnnnnnnnnnnnnnna Nr. Welt, sieh hier dein Leben 196 wer nennt die Seligkeit 700, wie selig seid ihr doch, ihr 780 O wie wichtig und wie richtig 701 O wundergrößer Siegesheld 254 auferstandner Siegesfürst 237 daß ich Gott erkennen daß ich tausend Zungen daß mir der Erlösung O daß von meinen Lebenstagen 499 Odu majestätisch Wesen 407 Quelle der Vollkommenheiten 551 O Durchbrecher aller Bande 311 Gott, dich kennt 697 O Gott, du frommer Gott 18 Gottes Sohn, Herr Jesu 439 Gott, wie wird mein Geist 778 Gott, wir ehren deine Macht 49 O Haupt voll Blut und 191 Oheil'ger Geist, fehr bei uns 281 Oheiliger Geist, o heiliger 282 hilf, Christe, Gottes ohnt 192 Ohne dich, was sind wir, Jesu 104 hochgelobter Gottesgeift 283 Ohöchstes Gut, o Licht 547 552 413 375 440 Jesu Christ, mein höchstes 548 Jesu, Freund der Seelen 549 Jesu, Jesu, Gottes Sohn 550 Jesu, meine Wonne Jesu, meine Zuversicht Jesu, sieh darein Jesu, süßes Licht komm, du Trost der Welt 151 Lamm, das keine Sünde je 193 Lamm Gottes, unschuldig 194 O Menschenkind, was trägst du 500 Mensch, ermuntre deinen 410 reines Wesen, lautre Quelle 411 Richter aller Welten 779 selig Los hinieden 698 Tod, wo ist dein Stachel 238 Ursprung des Lebens Sagt immer, Weise dieser Schaffet, o ihr Menschenfinder 502 Schaff in mir, Gott, ein Schließet euch, ihr Augen, auf 805 Schmücke dich, o meine Seele 376 Schüße die Deinen, die nach 312 Schweiget, bange Zweifel 408 Schwing dich auf, o meine 414 409 Seele, was ermüdst du dich 553 804 Seele, wohlauf, des 704 Seht, was der Herr der Kirche 313 Seht, welch ein Mensch ist das 198 Seht, welch ein Mensch! wie 199 Selig find des Himmels Erben 747 Sei auch unerforschlich immer 618 Seid gesegnet, heil'ge Stunden 441 Sei hochgelobt, barmherz'ger 105 Sei Lob und Ehr dem Sei uns gesegnet, Tag des Sei unverzagt, o frommer Vater der Barmherzigkeit 412 Sieh, Herr, ich bin verdroffen 782 Vater, send uns deinen welch ein herber Schmerz welche Seligkeit Welterlöser, sei gepreist 664 39 699 619 38 Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig 554 Sieh, mein Heiland, wie ich 415 336 Sint' ich einst in jenen 195 821 284 So bin ich nun kein Kind der 705 P. 546 Preis dir, du aller Himmel 663 50 662 Preis ihm, er schuf und er 745 N. Reiß dich los, mein Geist, von 781 Richtet auf des Heilands Leiden 197 Ringe recht, wenn Gottes 501 Rühme, Welt, dein eitles 702 Ruhe, fromm bestattet Ruhe ist das beste Gut 746 703 Verzeichnis der Vieder. 509 Nr. Nr. 677 446 350 154 So hab' ich nun den Fels 442 So hab' ich obgesieget 748 Sohn Gottes, der vom Himmel 152 So hoff' ich denn mit festem 443 So jemand spricht: ich liebe 675 So ist denn nun die Hütte 153 So ist die Woche nun verflossen 822 So lang' es Gott gefällt Soll denn alles, alles enden Soll ich denn mich täglich Sollt' er was sagen und nicht Sollt' es gleich bisweilen Sollt' ich aus Furcht Sollt' ich meinem Gott nicht fingen? Verleih mir, Jesu, deinen Versuchet euch doch selbst Vollendet ist die Bundesfeier 378 Voll Liebe war, o Herr, dein 202 Von des Himmels Thron Von dieser Erden Staube Von dir, mein Gott, kommt 285 Von dir, o Vater, nimmt 749 Von Furcht dahin geriffen 203 620 Von Gott will ich nicht lassen 625 107 444 Von meinem Jesu will ich 621 Vor dich, Herr, will ich treten 19 Vor dir, Herr Jesu, steh' ich 417 Vor seinen Augen leben 706 624 503 707 665 Sollt' ich meinem Gott nicht trauen? 622 Sollt' ich verzagt von ferne 337 Sorge, Herr, für unsre Kinder 876 So ruhest du, o meine Ruh' 200 So wahr ich lebe, spricht 416 Start ist meines Jesu Hand 445 Stärke, die zu dieser Zeit Stärke, Jesu, stärke sie Steil und dornig ist der Pfad W. 316 806 626 627 628 Wach auf, du Geist Wach auf, mein Herz, und Wandelt glaubend eure Wege 351 Warum betrübst du dich Warum sollt' ich mich denn Warum trauerst du so sehr 750 Warum willst du doch für 348 Was bewegt mich wohl 504 Was bring' ich dir, o Gott Was giebst du denn, o mein Was Gott thut, das ist wohlgethan, es 629 708 505 555 Teures Wort aus Gottes 327 630 Tief gebeugt vor dir im Staube 666 Was Gott thut, das ist wohlTief zwar beugt die Not 623 gethan, fo 847 Trauernd und mit bangem Treuer Hirte deiner Herde Triumph, ihr Himmel, freuet 255 Triumph, Triumph, bringt 240 Triumph, Triumph dem Herrn 241 U1. 709 überwinder, nimm die 242 239 Was hilft's, daß ich mich quäle 631 155 314 Was in der heil'gen Nacht Was ist's, daß ich mich quäle 632 Was kann ich doch für Dant 418 Was mein Gott will, gescheh' 633 Was murren über Elend Was rührt so mächtig Sinn 317 Was wär' ich ohne dich gewesen 556 Weg mit dem, was Klugheit 506 Weg, Welt, mit deinen Weiter mußt du kämpfen 349 Welch Glück, so hoch geehrt zu 338 676 Welch hohes Beispiel gabst 108 Wenn alle untreut werden Wenn Christus seine Kirche Bater, erhöre das Flehn der 40 Wenn der Gedanke mich Verkündigt alle seinen Tod 377 Wenn einst mein Stündlein 751 204 Um Gnade für die Sünderwelt 201 Um Zion, Jesu, flossen einst 106 Uns bindet, Herr, dein Wort 315 Unserm Gott laßt uns Unter allen großen Gütern 507 557 V. 318 243 510 207 206 Wenn gleich aus tiefer Wenn heiße Thränen Wenn ich einst von jenem 807 Wenn ich mein Herz vor dir 339 Wenn ich nur den Heiland 558 Wenn ich, o Schöpfer, deine 84 Wenn mich die Sünden fränken 205 Wenn Licht und Sonne scheiden 823 Wer auf seinen Heiland trauet 20 Wer bin ich, Herr, in deinem 419 Wer Gottes Wort nicht hält 508 Wer Jesum bei sich hat 710 Wer in der Schwachheit sicher 420 Wer ist wohl wie du Wer ist wohl würdig, sich Wer kann die Leiden faffen Wer mit gläubigem Gemüte 752 Wer nach seines Herrn Gebot 509 Wer nur den lieben Gott Wer Ohren hat, der höre Wer sich dünken läßt, zu stehen Wer zählt der Engel Heere Wie bist du, Seele, in mir Wie dank' ich's, Heiland Wie fleucht dahin der 753 Wie führst du doch so selig 86 Wie fürcht' ich mich, mein Herz 421 Wie groß ist deine Herrlichkeit 711 Wie groß ist des Allmächt'gen 67 Wie groß, wie angebetet ist 109 Wie groß, wie herrlich ist mein 712 Wie heilig ist die Stätte hier 379 Wie heilig ist mir diese Stunde 352 Wie herrlich ist, o Gott, dein 87 Wie herrlich strahlt der 110 Wie jauchzt mein Geist schon 244 Wie ist mein Herz so fern von 422 Wie lieblich ist doch Herr, die 41 Wie lieblich tönt die Kunde Wie oft hab' ich den Bund Wie sanft sehn wir den 562 715 Wir alle, Gott und Vater! Wir bauen, Gott, auf dein Wir danken dir, Herr Jesu 559 Wird das nicht Freude sein 786 340 Wirf alle Sorgen hinter dich 637 Wir gl. all' an Einen Gott, Sch. 51 Wir gl. all' an Einen Gott, H. 52 Wir kommen, deine Huld zu 850 635 Wir sind alle Jesu Glieder 208 328 Wir warten dein, o Gottes 787 510 Wo find' ich, Gott, den 561 85 Wohin, wohin, mein Herz 636 Wohl dem, der aus dem Geist 714 560 Wohl dem, der sich auf seinen 638 Wohl dem, der sich mit Ernst 511 Wohl dem, der unsern Gott 639 Wohl dem Menschen, der Wollt ihr den Heiland finden 512 Womit soll ich dich wohl loben 667 Woran liegt's doch, mein Herz 425 Wort aus Gottes Munde Wo sind die Weisen Wo soll ich fliehen hin Wo soll ich hin? Wer Wunderbarer König Wunderbar ist Gottes Schicken 88 3. Zeige dich uns ohne Hülle 156 3euch ein zu deinen Thoren 286 423 Zu dem Vater hingegangen 256 754 Zu dir, Geist Schöpfer, flehen 287 Zu dir, Vater, beten wir 354 Wie schnell verstrich, o Herr 424 Zu dir schwingt sich mein Geist 89 Wie selig sind die Toten nun 783 3um Himmel bist du 329 68 426 448 668 42 Wie schnell ist doch dies Jahr 834 257 Verzeichnis der Lieder. Nr. 111 Nr. 634 Wie sicher lebt der Mensch, der 755 447 Wie sollen wir dir, Vater Wie soll ich dich empfangen Wie unaufhaltsam schnell Wie viel wir Jahre zählen 835 Wie wird mir dann, o dann 785 Wie wohl ist mir, o Freund 713 Willkommen, gnadenvolle 158 Willkommen nach dem Streite 245 Willkommen sei uns 353 157 784 848 849 Anhang. Mel. Chriftus, der ist mein Leben 2c. 877. Ach bleib mit deiner Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid' hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 2. In dieser letzt'n betrübten Zeit verleih uns, Herr, BeGnade bei uns, ständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament rein behalt'n bis an unser End. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht! Dein' Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein' Gnad und all's Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht trutze noch fäll' die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns; mein Herr und Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend' zc. h bleib bei uns, 878. Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist, dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 3. Herr Jesu, hilf, dein' Kirch' erhalt: wir sind gar sicher, faul und kalt; gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall' an allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. 5. Ach Gott! es geht gar übel zu, auf dieser Erd' ist keine Ruh', viel Sekten und viel Schwärmerei auf einen Haufen komm'n herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erhöhen hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr'. 7. Die Sach' und Ehr', Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsres Herzens Truk und deiner Kirche wahrer Schut; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts an= dres suchen mehr. 512 9. Gieb, daß wir leb'n nach deinem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelsfaal. Anhang. 8. Also, Herr Christ! mein' Zuflucht ist die Höhle deiner Wunden; wenn Sünd' und Tod mich bracht' in Not, hab' ich mich drein gefunden. 9. Darin ich bleib, ob schon der Leib und Seel' vonander scheiden: In eigener Melodie. 879. Gott und Herr, so werd ich dort bei dir, o Gott, wie groß und schwer sein in der ew'gen Freuden. sind mein' begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 10. Ehre sei nun Gott Vater, Sohn und heil'gem Geist zusammen! 3weifle auch nicht, wer 2. Lief' ich gleich weit zu die- weil Christus spricht: ser Zeit bis an der Welt ihr glaubt, wird selig. Amen. Ende und wollt' los sein des Kreuzes Pein, würd' es sich doch nicht enden. Mel. 3ion klagt mit Angst zc. 880.! wie will es 3. 3u dir flieh' ich, verstoß endlich werden? mich nicht, wie ich's wohl hab' Ach! wie will es laufen ab, daß verdienet; ach Gott! zürn nicht, ich stets hang' an der Erden geh nicht ins G'richt, dein Sohn und so wenig Andacht hab'? Ja, hat mich versöhnet. daß ich mit hartem Sinn ohne Buß' geh' immer hin? Jesu! mir mein Herze rühre, mich zur wahren Buße führe. 2. Ach! ich fühle teine Reue, und mein Sündenherz ist talt 5. Gieb, Herr, Geduld, ver- Ich erkenne ohne Scheue meine gieb die Schuld, verleih ein Fehler mannigfalt, und doch song'horsam Herze; laß mich nur der Traurigkeit lebe ich in Sichernicht, wie's oft geschicht, mein heit. Jesu! mich doch so regiere ,. Heil murrend verscherzen. daß ich wahre Buße spüre. 6. Handle mit mir, wie's dünket dir, nach deiner Gnad' will's leiden; laß nur nicht mich dort ewiglich von dir sein abgescheiden. 3. Ach! ich kann an Gott nicht denken, wie ich sollt' und gerne wollt'; denn mein Geist, der läßt sich lenken dahin, wo ich fliehen sollt', und klebt dem 7. Gleich wie sich fein ein so feste an, was zum Abgrund Vögelein im hohlen Baum ver- ziehen kann. Jesu! hilf mein stecket, wenn's trüb hergeht, die Herz aus Gnaden dieser schweLuft unftät Menschen und Vieh ren Last entladen. erschrecket: 4. Ach! weil denn mein Geist 4. Soll's ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünden folgen müssen: so fahr hier fort und schone dort und laß mich hier wohl büßen. 513 Anhang. 881. erstorben und mein Fleisch nimmt überhand, seh' ich kaum, was ich Mel. Von Gott will ich nicht laffen 2c. erworben, da ich mich von Gott gewandt. Mein Verderben mert' ich kaum, weil ich geb' dem Fleische Raum. Jesu! mir die Gnade gönne, daß ich die Gefahr erkenne. 5. Ach! so wache doch von Sünden auf, o du mein sichrer Geist. Suche Gott, weil er zu finden, weil er noch dein Vater heißt; komme, weil die Gnadenthür nun noch stehet offen dir. Jeju, zu so gutem Werte mich mit Herzensandacht stärke. 6. Ach! mein Herz, bedenk die Schulde, schau, wie weit du bist von Gott, wie du seine Gnad' und Hulde hast verworfen und verspott't, und wie du aus seiner Ruh' selbst der Hölle eilest zu. Jeju! mir mein Herze lenke, daß ich diese Not bedenke. Auf, auf! ihr Reichsgenossen, der König kommt heran, empfahet unverdrossen den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist sehr nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da; seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nachtmahl, Tauf' und Wort. 3. Auf, auf! ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern; der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf' erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 7. Ach! weil dann noch Zeit, zu kehren, so verlass' ich diesen Stand. Du, mein Jesu, wollst 4. Nun hört, ihr frechen mich hören und mir bieten deine Sünder, der König merket drauf, Hand; hilf mir Schwachen, hilf wenn ihr verlorne Kinder im mir auf, steure meinem Sünden- vollen Lasterlauf auf Arges seid lauf; Herr, um deiner Marter bedacht, ja thut es ohne Sorgen; willen, wirst du meinen Wunsch gar nichts ist ihm verborgen, er erfüllen. giebt auf alles acht. 8. Ach! ich kann schon tröstlich 5. Seid fromm, ihr Unterfinden, Jesu, hier in deinem thanen, der König ist gerecht. Blut die Abwaschung meiner Laßt uns die Weg' ihm bahnen Sünden. Dieses stärket meinen und machen alles schlecht. FürMut, dies erfrischet meinen Sinn, wahr, er meint es gut; drum ob ich gleich ein Sünder bin. lasset uns die Plagen, die er Jesu! mich forthin regiere, daß uns schickt, ertragen mit unerich ein fromm Leben führe. schrocknem Mut. 33 514 Anhang. 6. Und wenn gleich Krieg und sich selbst uns giebt durch seine Flammen uns alle rauben hin, Gnad' und Wort. König, Geduld! weil ihm zusammen hoch erhoben, wir alle wollen gehört doch der Gewinn. Wenn loben dich freudig hier und dort. gleich ein früher Tod uns, die uns lieb, genommen, wohlan, so find sie kommen ins Leben aus der Not. 12. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, ob wir gleich arm und schwach, du liebest unvergleichlich, du jagst den Sündern nach: drum woll'n wir all' in ein die Stimmen hoch erschwingen, dir Hosianna singen und ewig dankbar sein. 7. Frisch auf in Gott! ihr Armen, der König sorgt für euch, er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich; der an ein Tier gedacht, der wird auch euch ernähren, was Menschen nur begehren, das steht in seiner Mel. Meine Hoffnung stehet fefte 2c. Macht. 882. Auf ihr Christen, 8. Hat endlich uns betroffen Christi Glieder, viel Kreuz, läßt er doch nicht die ihr noch hangt an dem die, welch' auf ihn stets hoffen Haupt; auf! wacht auf! ermannt mit rechter Zuversicht. Von Gott euch wieder, eh ihr werdet hintommt alles her, der lässet auch geraubt. Satan beut an den im Sterben die Seinen nicht Streit Christo und der Christenverderben, sein' Hand ist nicht heit. zu schwer. 2. Auf! folgt Christo, eurem Helde, trauet seinem starken Arm, liegt der Satan gleich zu Felde mit dem ganzen Höllenschwarm; sind doch der noch viel mehr, die da stets sind um uns her.. 9. Frisch auf! ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht, an uns, sein' Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Uns wird kein' Angst und Pein noch Zorn hinführo schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 3. Nur auf Christi Blut gewaget mit Gebet und Wachsamkeit: dieses machet unverzaget 10. So lauft mit schnellen und recht tapfre Kriegesleut'. Schritten, den König zu besehn, Christi Blut giebt uns Mut dieweil er kommt geritten start, wider alle Teufelsbrut. herrlich, sanft und schön. Nun 4. Christi Heeres Kreuzesfahne, tretet all' heran, den Heiland so da weiß und rot gesprengt, zu begrüßen, der alles Kreuz ist schon auf dem Siegesplane versüßen und uns erlösen kann. uns zum Troste ausgehängt. 11. Der König will bedenken die, die er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der Wer hier kriegt, nie erliegt, sondern unterm Kreuze siegt. 5. Diesen Sieg hat auch em Anhang. 515 pfunden vieler Heil'gen starker| ton; da fürwahr! Gottes Schar Mut, da sie haben überwunden ihn wird loben immerdar. fröhlich durch des Lammes Blut. Sollten wir denn allhier nicht auch streiten mit Begier? Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 6. Wer die Sklaverei nur 883. Aus Gnaden soll ich liebet in der Zeit und Ewigkeit, selig werden! Herz, und den Sünden sich ergiebet, glaubst du's, oder glaubst du's der hat wenig Luft zum Streit. nicht? Was willst du dich so Denn die Nacht, Satans Macht, bös gebärden? Ist's Wahrheit, hat ihn in den Schlaf gebracht. was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein. 7. Aber wen die Weisheit Lehret, was die Freiheit für ein Teil, dessen Herz zu Gott sich tehret, seinem allerhöchsten Heil, sucht allein ohne Schein Christi freier Knecht zu sein. 8. Denn vergnügt auch wohl das Leben, so der Freiheit man geln muß? Wer sich Gott nicht ganz ergeben, hat nur Müh', Angst und Verdruß. Der, der kriegt recht vergnügt, wer sein Leben selbst besiegt. und 9. Drum auf! laßt uns überwinden in dem Blute Jesu Christ an unsre Stirne binden sein Wort, so ein Zeugnis ist, das uns deckt und erweckt und nach Gottes Liebe schmeckt. 10. Unser Leben sei verborgen mit Christo in Gott allein, auf daß wir an jenem Morgen mit ihm offenbar auch ein, da das Leid dieser Zeit werden wird zu lauter Freud'. 11. Da Gott seinen treuen Knechten geben wird den Gnadenlohn, und die Hütten der Gerechten stimmen an den Sieges2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen: die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn: daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden! So hart dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so schwer dein Herz dich auch verklagt: was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast. Was nötigt' ihn, dein Freund zu werden? Sprich, wes du dich zu rühmen hast? Gab er sich nicht zum Opfer dar und nahm dein Heil in Gnaden wahr? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in sei= nem Worte preist, worauf all 33* 516 unser Glaube ruht, ist: Gnade durch des Sohnes Blut. Anhang. 6. Aus Gnaden! Doch du, sichrer Sünder, denk nicht: wohlan, ich greife zu! Wahr ist's: Gott ruft verlorne Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh'; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, wer noch auf Gnade sünd'gen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret' ab von aller Heuchelei. Nur wenn der Sünder sich bekehret, dann lernt er erst, was Gnade sei; beim Sünde thun scheint sie gering: dem Glauben ist's ein Wunderding! 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenn's unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm' ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär'? 9. Aus Gnaden! Dies hör' Sünd' und Teufel! Ich schwinge meine Glaubensfahn' und geh' getrost, trok allem Zweifel, durchs rote Meer nach Kanaan: ich glaub', was Jesu Wort verspricht, ich fühl' es oder fühl' es nicht. Sünd' und Unrecht ist gethan: wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad' und Gunst, die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann; des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnaden leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen. Auf ihn will ich verlassen mich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort: das ist mein Trost und treuer Hort; des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen: doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So thu' Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel: bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. In eigener Melodie. 885. Der er Glaub' ist eine Zuversicht zu Got884. us tiefer not schrei tes Gnad' und Güte; der bloße ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein' gnädig' Ohren kehr zu mir und meiner Bitt' sie öffne. Denn so du willt das sehen an, was und ohn' Zweifel. Beifall thut es nicht; es muß Herz und Gemüte durchaus zu Gott gerichtet sein und gründen sich auf ihn allein, ohn' Wanken Anhang. 517 2. Wer sein Herz also stärkt Reichtum seiner Fülle giebt mir und steift im völligen Vertrauen die Füll' und Hülle. und Jesum Christum recht er= 3. Er lässet mich mit Freuden greift, auf sein Verdienst kann auf grüner Aue weiden, führt bauen: der hat des Glaubens mich zu frischen Quellen, schafft rechte Art und kann zur seli- Rat in schweren Fällen. gen Hinfahrt sich schicken ohne 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Not zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor andern im finstern Thal muß wandern, fürcht' ich doch keine Tücke, bin frei vorm Ungelücke. Grauen. 3. Das aber ist kein Menschenwerk: Gott muß es uns gewähren; drum bitt, daß er den Glauben stärk' und in dir woll' vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein in guten Wer ken an dir sein; sonst ist dein Glaube eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich nur rühmen und gehen auf der Sünden Bahn, das Christen nicht kann ziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, daß sein Glaub' nur sei Heuchelei und werd' zur Höll' ihn bringen. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schützt mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst sein angelegen, daß er aufrichtig jeder 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Frist sich halt' in Gottes We- Schmerzen erweckt in meinem gen, daß sein Glaub' ohne Heu- Herzen. chelei vor Gott dem Herrn recht= 9. Du salbst mein Haupt mit schaffen sei und vor dem Näch- Öle und füllest meine Seele, die sten Leuchte. leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maße. Mel. Wach auf, mein Herz, und 2c. 886. Det er Herr, der aller Enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ew'gen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Mutes, voll Lust, voll Freud' und Lachen, so lang' ich lebe, machen. 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest und fromm sein wohl be2. So lang' ich diesen habe, fehlt's mir an keiner Gabe; der lohnest. 518 Anhang. 12. Ich will dich hier auf mein Gott, daß ich mit deinen Erden und dort, da wir dich Heil'gen all'n mög' ewiglich dein werden selbst schaun im Himmel Lob erschall'n. droben, hoch preisen, sing'n und loben. In eigener Melodie. 887. Die wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein. Und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne deinem Herzen angenehm und schöne, sage: Amen! und zu gleich: Friede, Friede sei mit euch! Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 888. Die Seele Chrifti heil'ge mich, sein Geist versenke mich in sich, sein Leichnam, der für mich verwund't, der mach' mir Leib und Seel' gesund. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß des Speers aus seiner Seite floß, das sei mein Bad, und all sein Blut erquicke mir Herz, Sinn und Mut. In eigener Melodie. 889. glänzet der Christen inwendiges Leben, obgleich sie von außen die Sonne verbrannt; was ihnen der König des Himmels gegeben, ist keinem als ihnen nur selber bekannt. Was niemand verspüret, was niemand berühret, hat ihre erleuchteten Sinnen gezieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie scheinen von außen die schlechtesten Leute, ein Schauspiel der Engel, ein Ekel der Welt; und innerlich sind sie die lieblichsten Bräute, der Zierat, die Krone, die Jesu gefällt, das Wunder der Zeiten: die hier sich bereiten, den König, der unter den Lilien weidet, zu küssen, in güldenen Stücken gekleidet. 3. So sind sie des Adams natürliche Kinder und tragen das Bilde des Irdischen auch: sie leiden am Fleische wie andere Sünder, sie essen und trinken. nach nötigem Brauch. In leiblichen Sachen, im Schlafen und Wachen sieht man sie vor andern nichts Sonderlichs machen; nur daß sie die Thorheit der Weltlust verlachen. 3. Der Schweiß von seinem Angesicht laß mich nicht kommen ins Gericht, sein ganzes Leiden, Kreuz und Pein, das wolle meine Stärke sein. 4. O Jesu Christ, erhöre mich, nimm und verbirg mich ganz in dich, laß mich in deine Wunden ein, daß ich vorm Feind kann sicher sein. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, die Gott durch 5. Ruf mir in meiner letzten sein mächtig Wort selber gezeugt, Not und setz mich neben dich, lein Funke und Flämmlein aus Anhang. 519 göttlicher Flamme, die oben Je- der inneren Welt, gieb, daß wir rufalem freundlich gesäugt. Die die heimlichen Wege erwählen. Engel sind Brüder, die ihre Lob- wenn gleich uns die Larve des lieder mit ihnen gar freundlich| Kreuzes verstellt. Hier übel geund lieblich absingen; das muß nennet und wenig erkennet, hier dann ganz herrlich und prächtig heimlich mit Christo im Vater erklingen. gelebet, dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet. 5. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, sie bleiben ohnmächtig und schützen die In eigener Melodie. Welt; sie schmecken den Frieden 890. Es wollt uns Gott bei allem Getümmel, sie kriegen, genädig sein, und die Ärmsten, was ihnen gefällt. seinen Segen geben; sein AntSie stehen im Leiden, sie blei- litz uns mit hellem Schein er= ben in Freuden, sie scheinen er- leucht't zum ew'gen Leben; daß tötet den äußeren Sinnen und wir erkennen seine Werk' und führen das Leben des Glaubens was ihm liebt*) auf Erden, von innen. und Jesus Christus Heil und Stärk' bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst, wie er ist, öffentlich stellt, so werden sie mit ihm, als Götter der Erden, auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren und ewig florieren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren, da wird man die Freude gar offenbar spüren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle; und alle Welt die freue sich und sing' mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd' nicht walten: dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 7. Frohlocke, du Erde, und 3. Es danke, Gott, und lobe jauchzet, ihr Hügel, dieweil du dich das Volk in guten Thaten; den göttlichen Samen geneußt; das Land bringt Frucht und denn das ist Jehovah sein gött- bessert sich: dein Wort ist wohl liches Siegel, zum Zeugnis, daß geraten. Uns segne Vater und er dir noch Segen verheißt. Du der Sohn, uns segne Gott der sollst noch mit ihnen aufs präch- heil'ge Geist; dem alle Welt die tigste grünen, wenn erst ihr ver- Ehre thu', vor ihm sich fürchte borgenes Leben erscheinet, wo- allermeist. Nun sprecht von nach sich dein Seufzen mit ihnen Herzen: Amen.. vereinet. 8. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du himmlische Zierde*) beliebt. 520 Anhang. In eigener Melodie. 7. Halte aus:,: Zion, halte 891. dich fahre fort im Licht, laulig finden. Auf! das Kleinod mache deinen Leuchter helle, laß rückt herbei, auf! verlasse was die erste Liebe nicht, suche stets dahinten; Zion, in dem letzten die Lebensquelle; 3ion, dringe Kampf und Strauß halte aus:,: durch die enge Pfort': fahre fort:: In eigener Melodie. 2. Leide dich Zion, leide 892. Gelobet seist du, Jesu ohne Scheu Trübsal, Angst und Christ, daß du Spott und Hohne, sei bis in Mensch geboren bist von einer den Tod getreu, siehe auf die Jungfrau, das ist wahr, des freuet Lebenskrone; Zion, fühlest du sich der Engel Schar. Kyrieleis. den Schlangenstich, leide dich:,: 3. Folge nicht:: Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen, achte nicht ihr Gut und Geld, nimm nicht an den Stuhl des Drachen, Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht:: 4. Prüfe recht:: Zion, prüfe recht den Geist, der dich ruft zu beiden Seiten, thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beide das, was krumm und schlecht, prüfe recht:: SE 5. Dringe ein:,: Zion, dringe ein in Gott, stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft, für Heuchelschein, dringe ein:: 6. Brich herfür:: Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegebne Thür, brich herfür:,: 2. Des ew'gen Vaters einig find't, in unser armes Fleisch Kind jetzt man in der Krippen und Blut verkleidet sich das ew'ge Gut. Ryrieleis. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß, er ist ein Kindlein wor= den klein, der alle Ding' erhält allein. Kyrieleis. 4. Das ew'ge Licht geht da herein, giebt der Welt ein'n neuen Schein, es leucht't wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hier ward, und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erben in seinem Saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm', und in dem Himmel machet reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis. 7. Das hat er alles uns ge= than, sein' groß' Lieb' zu zeigen Anhang. 521 an, des freu' sich alle Christen-| darfst erzählen, magst du Gott heit und dank' ihm des in Ewig- gar tühnlich sagen; er ist nicht teit. Kyrieleis. fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden! In eigener Melodie. 893. Gieb dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens! In ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn' ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten treuen Herzens; wo er steht, thut dir teinen Schaden auch die Bein des größten Schmerzens; Kreuz Angst und Not kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden! 8. Sprich nicht: ich sehe keine 3. Wie dir's und andern oft Mittel, wo ich such', ist nichts ergehe, ist ihm wahrlich nicht zum besten; denn das ist Gottes verborgen, er sieht und kennet Ehrentitel: Helfer, wenn die Not aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu Hauf' all unser Sehnen. Gieb dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, ſo wirst du siegen; ob alle Fluten einher gingen, dennoch mußt du oben liegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden! 4. Wenn gar kein Ein'ger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlichs Grämen, auch weiß er Zeit, dir's zu benehmen. Gieb dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie du's halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat sein' Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden! am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden! 9. Bleibt gleich die Hülf' in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen! Macht dich das Harren angst und bange, glaube nur, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden! 10. Nimm nicht zu Herzen, 5. Er hört die Seufzer deiner was die Rotten deiner Feinde Seelen und des Herzens stilles von dir dichten, laß sie nur imKlagen, und was du keinem mer weidlich spotten, Gott wirds 522 Anhang. hören und recht richten. Ist laß uns nicht verderben, mach Gott dein Freund und deiner uns aller Sünden frei, und hilf Sachen, was kann dein Feind, uns selig sterben. Vor dem der Mensch, groß machen? Gieb Teufel uns bewahr, halt uns bei dich zufrieden! festem Glauben, und auf dich laß uns bauen, aus Herzens Grund vertrauen; dir uns lassen ganz und gar mit allen rechten Christen, entfliehn des Teufels Listen, mit Waffen Gotts uns rüsten. Amen, Amen, das sei wahr, so singen wir Hallelujah! 11. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn er's sehen fönnt' und wollte. Wo ist ein Glück so flar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: ich weiß durchaus von keinen Plagen! Gieb dich zufrieden! 12. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen derben 2c. müssen leiden: was lebt und webet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird In eigener Melodie. sich's enden. Gieb dich zufrieden! 895. Gott des Himmels 13. Es ist ein Ruhetag vor= und handen, da uns unser Gott wird Vater, Sohn und heil'ger Geist, lösen. Er wird uns reißen aus der es Tag und Nacht läßt den Banden dieses Leibs und werden, Sonn' und Mond uns allem Bösen. Es wird einmal scheinen heißt, dessen starke Hand der Tod herspringen und aus die Welt und, was drinnen ist, der Qual uns sämtlich bringen. erhält: Gieb dich zufrieden! 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen haft behütet und bewacht, daß des bösen Feindes Bist mein nicht mächtig worden ist. 14. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun in Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ew'gen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden! In eigener Melodie. der Vater, wohn uns bei, und 894. Gott, 2. Jesus Christus, wohn uns bei, und laß uns nicht ver= 3. Heiliger Geist, uns wohne bei, und laß uns nicht verderben, zc. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da allein Trost, Hülf' und Rat ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Anhang. 523 Morgen geistlich auferstehen mag| dringend an. Deiner Liebe Glanz und für meine Seele sorgen, daß, erscheine, du alleine bist's, der wenn nun dein großer Tag uns wahrhaft lieben kann. erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort. Nirgends als bei dir allein kann ich recht bewahret sein.. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein' Ehr' und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum. 4. Stelle selbst in meinem Herzen helle Kerzen himmlischer Gedanken auf. Wenn zu dir das Herz sie ziehen, muß es glühen für den heil'gen Glaubenslauf. 5. Flöße du mir Himmelsfäfte, reine Kräfte deines Gnadenlebens ein. So werd' ich, nur dich zu lieben, recht mich üben, treu in deinem Dienste sein. 6. Dente nicht mehr meiner Sünde, ach, entwinde ganz vielmehr mich ihrer Schuld. Halte mich in deinen Armen, voll Erbarmen leuchte deine Vaterhuld. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg' von mir wende und mich halt' in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh' mich nirgends je auf Erden trage nach dem Himmel zu. 7. Laß mich, Herr, aus deinen Schranken nimmer wanken, leb und wirke selbst in mir. Sağ Mel. Thu, Herr, mein Beschrei erhören 2c. fröhlich werden als, mein einzig Gut, in dir. Mel. Nun komm der Heiden zc. 896. Gott, nur du bist 897. Gott sei Dank durch meine Sonne, Heil alle Welt, der sein und Wonne, du bist meiner Wort beständig hält, und der Seele Licht. Nichts als Dunkel- Sünder Trost und Rat zu uns heit und Schmerzen bleibt im hergesendet hat. Herzen, wenn dein Gnadenglanz gebricht. 2. O vertreib die Finsternisse, weichen müsse deinem Lichte meine Nacht. Nacht und dunkel mögen schwinden, laß mich finden, was mein Auge helle macht. 3. O du Licht der Ewigkeiten und der Zeiten, blicke mich durch 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt nach Herrlichkeit. 3. 3ions Hülf' und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfraun Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingestellt. 524 4. Sei willkommen, o mein Heil! Dir Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. Anhang. 5. Zieh, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sünden Wust. 6. Und gleichwie dein' Zukunft war voller Sanftmut, ohn' Gefahr; also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit. 2. Der heil'ge Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte konnt er uns geschenken; dabei wir sein solln gedenken. Kyrie eleison. Herr, dein' Lieb' so groß dich zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder that und bezahlt unsre Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyrie eleison. 3. Gott geb' uns allen seiner 7. Tröste, tröste meinen Sinn, Gnade Segen, daß wir gehn weil ich schwach und blöde bin, auf seinen Wegen in rechter und des Satans schlaue List sich Lieb' und brüderlicher Treue, so hoch an mir vermißt. daß uns die Speis' nicht gereue. Kyrie eleison. 8. Tritt den Schlangenkopf Herr, dein heil'ger Geist uns entzwei, daß ich, aller Ängste nimmer Laff', der geb' uns zu frei, dir im auben um und halten rechte Maß', daß dein' an selig bleibe zugethan. arm' Christenheit leb' in Fried' 9. Daß, wenn du, o Lebens- und Einigkeit. fürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög' entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. Kyrie eleison. In eigener Melodie. 899.$ err Gott, dich loben wir; Herr Gott, wir danken dir! Dich, Vater In eigener Melodie. 898. Gott sei gelobet und in Ewigkeit, ehrt die Welt weit gebenedeiet, der und breit. All' Engel und uns selber hat gespeiset mit sei- Himmels Heer, und was dienet nem Fleische und mit seinem deiner Ehr', auch Cherubim und Blute; das gieb uns, Herr Gott, Seraphim singen immer mit zu gute. hoher Stimm': heilig ist unser Gott: heilig ist unser Gott: heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! Kyrie eleison. Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam, und das heilige Blut hilf uns, Herr, aus aller Not. Kyrie eleison. 2. Dein' göttlich' Macht und Herrlichkeit geht über Himmel und Erden weit. Der heiligen 525 Auf dich hoffen wir, lieber Herr: in Schanden laß uns nimmerAnhang. zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all', die teuren Märtrer allzumal loben dich, Herr, mit mehr. Amen. großem Schall. Die ganze werte Christenheit rühmt dich auf Erden allezeit. Dich, Gott Vater im höchsten Thron, deinen rechten und einigen Sohn, den heiligen Geist und Tröster wert mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. In eigener Melodie. 900. err Jesu Christ, dich zu uns wend, dein'n heil'gen Geist du zu uns send; mit Hülf' und Gnaden uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Nam' werd' wohl bekannt. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewiger Sohn du bist; der Jungfrau Leib nicht lobe dein, bereit das Herz zur hast verschmäht, zu erlösen das Andacht fein, den Glauben mehr, menschlich' Geschlecht. Du haststärk den Verstand, daß uns dein dem Tod zerstört sein' Macht, und all' Christen zum Himmel bracht. Du sitzt zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr' ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist alles, das tot und lebend ist. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Lid 4. Chr' sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'gen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die mit dein'm theur'n Blut erlöset sein. Laß uns im Himmel haben Teil mit den Heiligen in ewigem Heil. Hilf deinem Jeju Mel. Herr Chrift, der ein'ge c. Jesu Christ, Christ, und segne, das dein Erb- 901. Hermein Leben i teil ist, wart und pfleg ihr'r ein'ge Zuversicht, dir hab ich zu aller Zeit, und heb sie hoch mich ergeben, verlaß, verlaß mich in Ewigkeit. nicht! Ach! laß mich deinen 5. Täglich, Herr Gott, wir Willen beständiglich erfüllen, du loben dich und ehr'n dein'n meiner Seelen Zier! Namen stetiglich. Behüt uns 2. Ach! schenk mir deine Liebe, heut, o treuer Gott, vor aller mein Hort und Bräutigam, gieb, Sünd' und Missethat. Sei uns daß ich nicht betrübe dich, wergnädig, o Herre Gott: sei uns tes Gotteslamm. Ach! laß mich gnädig in aller Not. Zeig an dir hangen, im Herzen dich uns deine Barmherzigkeit, wie umfangen, denn du bist liebensunsre Hoffnung zu dir steht. wert. 526 3. In Liebe laß mich brennen Mel. Nun danket alle Gott 2c. und an dir halten fest, von dir 902.Herzliebſter Jeſu Chriſt, laß mich nichts trennen, du bist danken deiner der Allerbest'. Ach! laß mich Güte, daß du so willig bist, in mit dir sterben und nachmals unsrer ersten Blüte zu schenken auch ererben das Reich der Herr- solchen Sinn, der sich nach deilichkeit. nem beugt; ach, nimm doch alles hin, was uns von dir abzeucht. 4. Ach! laß mich allzeit bleiben ein grüner Reb' an dir, dir will ich mich verschreiben, ach! weiche nicht von mir; ich bleib' dir ganz ergeben im Tod und auch im Leben, ach! hilf mir Armen bald. 2. Hab Dank für deine Lehr' und allzu große Treue, erleucht uns mehr und mehr und unser Herz erfreue durch deinen Gnadenschein. Hilf, daß wir nehmen zu im Guten, führ uns ein zu= letzt in deine Ruh'. Anhang. 5. Nun Jesu! sei mein Leben, mein alles ganz allein! nach dir 3. Wir wollen nun hinfort zu laß mich stets streben, so werd' deinem Dienste leben, gehorchen ich selig sein. Ach! laß mich deinem Wort, das du uns haft dich stets suchen und alles das verfluchen, was mich von dir hält ab. 6. Gieb, daß ich mein Vertrauen nur setz' auf dich allein! Herr, laß mich auf dich schauen In eigener Melodie. 903. Hofianna, David Sohn! der in seines Vaters Namen sich erhebet auf den Thron über Jakobs Haus und Samen; Welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müssen dienstbar werden, das kein Ende jemals nimmt. 2. Sei gesegnet, teures Reich, 8. Nun, Vater, hör mein das ein solcher Herr besitzet, dem Ballen, mein Jesu, meine Bitt' tein Herr auf Erden gleich, der laß dir doch nicht mißfallen das Recht mit Nachdruck schützet. und selber mich vertritt. Gott, Schwinge dich mit stetem Flor heil'ger Geist, erfülle mein Herz, und in unverrücktem Frieden daß es sei stille und allzeit lobe unter Heiden, unter Jüden mit dich. vermehrtem Glanz empor. mich dich stets loben hier und hernach dort oben in alle Ewigteit. gegeben. Verleih Beständigkeit, behüt uns vor Rückfall, regier uns jederzeit, bekehr uns allzumal. 7. Mein Heiland, du wollst kommen, ja komm, ach komme doch! erlöse deine Frommen von allem Band und Joch. Ach! Jesu, komm und dämpfe das Fleisch, gieb, daß ich kämpfe allein durch deine Kraft. Anhang. 527 3. Deines Königs Majestät wird mir keinen Schaden thun. müsse jedes Volk verehren, und Drum seh' ich auch in meiner so weit die Sonne geht, müsse Not zuvörderst auf den lieben sich sein Ruhm vermehren. Gott. Selbst der kleinen Kinder Mund mache zum Verdruß der Feinde und zur Freude seiner Freunde seinen großen Namen kund. 3. Er hat mir's ja so oft versprochen, daß er mein Helfer wollte sein, ich weiß, er hält mir's ungebrochen, sein Wort trifft sonsten richtig ein. Drum seh' ich auch in meiner Not zuvörderst auf den lieben Gott. 4. Läßt Gott die Vöglein nicht verderben, ei nun, so glaub' ich steif und fest, daß er mich auch nicht Hungers sterben, noch sonst in Not verderben läßt. Drum seh' ich auch in meiner Not zuvörderst auf den lieben Gott. 5. Wohlan, ich will beständig bleiben bei Gott, in Not und Todesqual, von Gott soll mich kein Unglück treiben, drum sag' ich ein für allemal: ich seh in aller meiner Not zuvörderst auf 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen; ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz die Wege bahnen. Ich geselle mich im Geist zu derselben großen Reihen, die das Hosianna schreien, wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freuet euch, seid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich wird bei euch nun Raum gewinnen! Kommt und schwört den Huld'gungseid, kommt und küßt den Sohn der Liebe! Ach, daß den lieben Gott. niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist Seligkeit. Mel. Alle Menschen müssen 2c. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 904. J trau' auf Gott 905. Jesu, frommer Menschenherden guter in allen Sachen, und getreuer Hirt, laß mich auch denn wer wollt' sonst mein dein Schäflein werden, das dein Helfer sein? Ach, niemand hilft dem armen Schwachen, denn nur mein Gott, der thut's allein; drum seh' ich auch in meiner Not zuvörderst auf den lieben Gott. Stab und Stimme führt. Ach! du haft aus Lieb' dein Leben für die Schafe hingegeben, und du gabst es auch für mich, laß mich wieder lieben dich. 2. Und muß ich gleich zu trüben Zeiten was dulden, ei, was ist's denn nun? Ich will es herzlich gerne leiden, Gott let deine Lieb' hernieder, soll dir 2. Herden ihre Hirten lieben und ein Hirt liebt seine Herd', laß uns auch so Liebe üben, du im Himmel, ich auf Erd'. Schal 528 meine schallen wieder, wenn du rufft: ich liebe dich, ruft mein Herz: dich liebe ich! Anhang. 2. Daß wir nimmer des ver3. Schafe ihren Hirten kennen, gessen, gab er uns sein'n Leib dem sie auch sind wohl bekannt. zu essen, verborgen im Brot so Laß mich auch nach dir nur klein, und zu trinken sein Blut rennen, wie du kamst zu mir im Wein. gerannt; als des Höllen- Wolfes Rachen eine Beut' aus mir wollt machen, riefest du: ich kenne dich; ich auch rief: dich kenne ich! 4. Herden ihren Hirten hören, folgen seiner Stimm' allein. Hirten auch zur Herd' sich kehren, wenn sie blöken groß und klein; laß mich hören, wenn du schreiest, laß mich laufen, wenn du dräuest, laß mich horchen stets auf dich, Jesu, höre du auch mich. 5. Höre, Jesu, und erhöre meine, deines Schäfleins Stimm'; mich auch zu dir schreien lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm; lağ mein Schreien dir gefallen, deinen Trost hernieder schallen, wenn ich bete, höre mich! Jesu, sprich: ich höre dich! 6. Höre, Jesu, und erhöre, wenn ich ruf', anklopf' und schrei', Jesu, dich von mir nicht kehre, steh mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst; in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub' und fühle schon deinen Trost, o Gottes Sohn! das bitter Leiden sein half er uns aus der Höllen Pein. In eigener Melodie. 906. Heiland, der von uns den Gotteszorn wandt'; durch 3. Wer sich zu dem Tisch will machen, der hab' wohl acht auf sein' Sachen: wer unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollt Gott den Vater preisen, daß er dich so wohl wollt' speisen und für deine Missethat in den Tod sein'n Sohn geben hat. 5. Du sollt glauben und nicht wanten, daß er ein' Speif' ſei der Kranken, den'n ihr Herz von Sünden schwer und vor Angst ist betrübet sehr. 6. Solch' groß' Gnad' und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer Arbeit: ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn. 7. Er spricht selber: Kommt ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; kein Arzt ist dem Starken not, sein' Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was konnt erwerben: was dürft' ich denn. für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Herzensgrunde und bekennest mit dem Munde, ſo du recht wohl geschickt und die Speise dein' Seel' erquickt. Anhang. 529 10. Die Frucht soll auch nicht mir stößt zu Handen, so tröstet ausbleiben; deinen Nächsten sollt mich sein süßes Wort. du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, ich will ihn freudig über= stehn. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. allen meinen 8. Ihm hab' ich mich ergeben, 907. I faff ich den Höchsten zu sterben und zu leben, ſobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür lass' ich ihn sorgen, er weiß gar wohl die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich erschaffen hat; es gehe, wie es gehe, mein Vater in der Höhe weiß allen Sachen Rat und That. raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, uns selber geben Rat und That. um 2. Nichts ist es spät und frühe alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stell' es bloß in seine Gunst. 3. Es kann mir nichts ge= Mel. Herr Jesu Chrift, wahr'r: c. ſchehen, als was er hat ber- 908. In Chrifti Wunden ein, was ich nehm' es, wie er's giebet, was ihm von mir beliebet, das hab' ich willig auch ertiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem übel schützt; ich leb' nach seinen Säken: so wird mich nichts verletzen, auch nichtes fehlen, was mir nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks den Glauben mein! das Urteil sprechen und haben noch mit mir Geduld. machen mich von Sünden rein; ja, Christi Blut und G'rechtigteit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd' eingehn. 2. Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin, ein Gottestind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du führest mich, ins ew'ge Leben wandre ich, mit Christi Blut ge= reinigt fein: Herr Jesu, stärk Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 6. Leg' ich mich späte nieder, 909. ft Gott für mich, fo trete gleich alles erwach' ich oder zieh' ich fort: in Schwach- wider mich, so oft ich sing' und heit und in Banden und was bete, weicht alles hinter sich; 34 Anhang. 530 hab' ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott'? 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg' und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller 2. Nun weiß und glaub' ich feste, ich rühm's auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst' und Beste, mein Freund und Vater sei, und meiner Kraft. daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh', und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ew'ge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd', was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein' Ghre, mein Glanz und helles Licht, wenn der nicht in mir wäre, so dürft' und könnt' ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem großen Sih; ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuerhit'. 5. Mein Jesus hat gelöschet, was mit sich bringt den Tod, der ist's, der mich rein wäschet, macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 8. Und wenn an einem Orte sich Furcht und Schrecken find't, jo seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch' süßes Trostwort u, wie Gott dem Hülfe leiſte, der bei ihm suchet Ruh', und wie er hab' erbauet ein' edle neue Stadt, da Aug' und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil, mein Erbe mir prächtig zugericht't; wenn ich gleich fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und 6. Nichts, nichts kann mich ver- findet ein' harte, schwere Last dammen, nichts nimmet mir mein zu leiden und zu tragen, gerät Herz; die Höll' und ihre Flam- in Hohn und Spott, das Kreuz men, die sind mir nur ein Scherz. und alle Plagen, die sind sein Rein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt; weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. täglich Brod. 12. Das ist mir unverborgen, doch bin ich unverzagt. Gott will ich lassen sorgen, dem ich mich Anhang. 531 2. Was kann uns Wollust nügen, o werte Seel', in dieser Welt? Was kann uns Reichtum schützen, wenn uns der Würger überfällt? Die rechte Luft ist oben, wo mein Herr Jesus wohnt, den alle Zungen loben, der uns so reich belohnt, daß wir gekrönet werden im hohen Himmelssaal. Ach! eilt doch von der Erden zu seinem Hochzeitsmahl. zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab', an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein' Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein' Hindrung sein. 3. Was Pracht, was fröhlichs 14. Rein Engel, keine Freu- Seben, was Reichtum, Ehr' und den, kein Thron, kein' Herrlichkeit, Herrlichkeit? Der Himmel kann kein Lieben und kein Leiden, kein' uns geben, was uns an Leib und Angst, kein Herzeleid, was man Seel erfreut. In Jesu sich ernur kann erdenken, es sei klein götzen bleibt ewig süß und gut, oder groß, der'r keines soll mich lenten aus deinem Arm und Schoß. sein Reich für alles schätzen, erquicket Geist und Mut. In Jesu Reichtum haben, in Jesu sein geehrt, kann uns ohn' Ende laben, als er uns selbst gelehrt. 15. Mein Herze geht in Springen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud' und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich fingend machet, ist, was im Himmel ist. Mel. Uun lob' mein' Seel' den 2c. 910. Laß uns doch nicht begehren, o liebste Seel', in dieser Zeit das, was dich kann beschweren, ja hindern an der Seligkeit. Was will man Ehre suchen, die doch vergänglich ist, auch gar wohl zu verfluchen, als welch' in kurzer Frist uns grausamlich läßt fallen in Trübsal, Angst und Pein. Drum suchen wir vor allen bei Gott geehrt zu sein. 4. In Jesu hab' ich Güter, in Jesu hab' ich Lieb' und Lust, wie dir, du Menschenhüter, ist mehr denn allzuwohl bewußt. Laß mich die Welt verachten, das kränkt mich nicht ein Haar, ich will nach Ehren trachten, die frei sind von Gefahr; laß mich die Welt nur hassen, ich will mit Lieb' und Treu' nur meinen Je= sum fassen, so bleib' ich sorgenfrei. 5. Die Welt mag mich ver= fluchen, ist doch mein Segen Jesus Christ; in Jesu kann ich suchen und finden, was mir nüßlich ist; laß mich die Welt nur setzen in Angst und Traurigkeit, mein Je= sus fann ergößen mein Herz zu aller Zeit; und sollt' ich schon. 34* Anhang. 532 hier sterben noch mehr als tausendmal, kann ich doch nicht verderben, dort rührt uns keine Qual. 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 6. Das aber kann ich zeugen, das kann ich rühmen Tag und 4. Lobe den Herren, der deinen Nacht, daß mir mein Gott für eigen sein Königreich hat zuge- Stand sichtbar gesegnet, der aus dacht. Ihr Sterblichen auf Erden, dem Himmel mit Strömen der lebt wohl in dieser Welt. Ich soll Liebe geregnet; denke daran, gekrönet werden, mir ist ein Reich was der Allmächtige kann, der bestellt, ich soll mit Gott regieren, dir mit Liebe begegnet. den Erd' und Himmel preist, ich soll ein Leben führen, das unvergänglich heißt. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! alles, was Odem hat, lobe mit Abra7. O Jesu, meine Freude, hams Samen. Er ist dein Licht, wann kömmt die liebe Zeit her- Seele, vergiß es ja nicht! Lo= an, daß ich von hinnen scheide, bende, schließe mit Amen. daß ich dich herzlich loben kann? Wann werd' ich doch gezieret mit Kleidern weiß und hell? In eigener Melodie. Wann werd' ich aufgeführet zu 912. Mache dich, mein dir? Ach! laß mich schnell, bereit, Herr, güldne Kronen tragen, wache, fleh' und bete, daß dich welch' unvergänglich sind, dann nicht die böse Zeit unverhofft werd' ich dir behagen als dein betrete; denn es ist Satans Lift herzliebstes Kind. über viele Frommen zur Ver= suchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn mächtigen König der es folget bald darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. In bekannter Melodie. 911. Robe den Herren, den Ehren, meine geliebete Seele! das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset die Musikam hören! 3. Wache auf! sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache! 2. Lobe den Herren, der alles sonsten wird sein Licht dir noch so herrlich regieret, der dich auf ferne deuchten; denn Gott will Adelers Fittigen sicher geführet, für die Füll' seiner Gnadender dich erhält, wie es dir selber gaben offne Augen haben. gefällt; hast du nicht dieses verſpüret? 4. Wache, daß dich Satans Lift nicht im Schlaf antreffe, weil er Anhang. sonst behende ist, daß er dich beäffe; und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach und sich, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht liederlich Gottes Gnad' verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und be strickt, daß du schläfrig bleibest und sein Wert nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut! es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll' seiner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten. 533 wird richten und die Welt ver= nichten. 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Beit ist nicht weit, da uns Gott Mel. Liebster Jefu, wir sind 2c. 913. Meine Seel', ermuntre dich, deines Jeſu Lieb' bedenke, wie er für dich giebet sich, darauf deine Andacht lente. Ach, erwäg die große Treue und dich deines Jesu freue. 2. Sieh, der wahre GottesSohn ist für dich ans Holz gehänget, sein Haupt trägt die Dornenkron', sein Leib ist mit Blut vermenget, er läßt sich für dich verwunden; wo ist gröğre Lieb' gefunden? ewig leiden in der Hölle und von 3. Du, du solltest große Pein Gott verstoßen sein wegen vieler Sündenfälle; aber Jesus trägt die Sünden und läßt dich Genade finden. 4. Durch sein Leiden ist gestillt deines Gottes Zorn und Rache, er hat das Gesetz erfüllt, gut ge= macht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod umschränket und den Himmel dir geschenket. 5. Was zu thun, o liebes Herz, wie sollst du dich recht anstellen? Jesu Leiden ist kein Scherz, seine Liebe kein Verstellen. Denke drauf, was dir oblieget gegen den, der für dich sieget. 6. Ich kann nimmer nimmermehr das Geringste nur vergelten, er verbind't mich allzusehr. 534 Anhang. Meine Trägheit muß ich schelten,| treiben. Du wirst, Jesu, mich daß ich ihn so schlecht geliebet und nicht lassen, ewig will ich dich wohl gar mit Sünd' betrübet. umfassen. 13. Ist bereits schon jeho hier 7. Was geschehen, soll nun nicht hinfort mehr von mir ge- solche Freud' und Ruh' zu finden, schehen; mein Schluß sei nun wenn im Glauben wir mit dir fest gericht't, einen andern Weg uns, mein Jesu, recht verbinden, zu gehen, darauf ich nur Jesum schenkst du schon so viel auf suche und, was ihn betrübt, ver- Erden: ei, was will im Himmel fluche. werden. 8. Weg, ihr Sünden, weg von mir, euch kann ich an mir nicht leiden, euretwegen muß ich hier und dort von dem sein gescheiden, ohne welchen ist kein Leben, keine Gnade, kein Vergeben. 9. Du, mein Jesu, du mein Heil, dir will ich mich ganz verschreiben, daß ich dir, als meinem Teil, ewig will getreu verbleiben, dir zu leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu meiden. 14. Was für Luft und Süßigfeit, was für Freud' und Jubilieren, was für Ruhe nach dem Streit, was für Ehre wird uns zieren! Ewig, ewig berd' ich loben, wenn ich ganz in Gott erhoben. 15. Ach! ich freu' mich alle Stund' auf dies freudenvolle Leben, danke dir mit Herz und Mund, du, o Jesu! hast's gegeben; nur im Glauben laß mich's halten und dein'n Geist in mir stets walten. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, den ich mir zum Zweck gesetet; wie du mein, so will ich dein bleiben stets und unverletzet; Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. was du liebest, will ich lieben 914. Meine Sorgen, Angſt und was dich, soll mich betrüben. und Plagen laufen mit der Zeit zu End'; alles Seufzen, alles Klagen, das der 11. Was du willst, das sei Herr alleine tennt, wird, Gott mein Will', dein Wort meines Lob! nicht ewig sein, nach dem Herzens Spiegel, wenn du Regen wird ein Schein vieler schlägest, halt ich still; dein Geist tausend Sonnenblicken meinen bleibt mein Pfand und Siegel, matten Geist erquicken. daß ich soll den Himmel erben, darauf kann ich fröhlich sterben. 2. Meine Saat, die ich gefäet, wird zur Freude wachsen aus, 12. Nun so bleibt es fest wenn die Dornen abgemähet, so dabei: Jesus soll es sein und trägt man die Frucht zu Haus; bleiben, dem ich lebe, des ich wenn ein Wetter ist vorbei, wird jei; nichts soll mich von Jesu der Himmel wieder frei. Nach Anhang. 535 dem Kämpfen, nach dem Streiten| folgt ein angenehmer Tag, auf fommen die Erquickungszeiten. den Abend folgt der Morgen und die Freude nach den Sorgen. Mel. Don Gott will ich nicht zc. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, muß man leiden in der Still', daß uns auch die Dornen stechen; es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel ge- 915. Mit Ernst, o Men= schenkinder, das zeigt, das man nur im Kampf erreicht; will man hier das Klei- Herz in euch bestellt, damit das nod finden, so muß man erst Heil der Sünder, der große überwinden. Wunderheld, den Gott aus Gnad' allein der Welt zum Licht und Leben gesendet und gegeben, bei allen kehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haft. Macht alle Bahnen recht, die Thal' laßt sein erhöhet, macht niedrig, was boch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist besetzt; hier muß man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin sonder Streit, die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübjal hergekommen: darum fiehet man fie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen aus gezieret, weil sie glücklich trium= phieret. 6. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unverrückt: seine Freund' und Hochzeitgäste werden nach dem Streit beglückt; Israel erhält den Sieg nach geführtem Kampf und Krieg, Kanaan wird nicht gefunden, wo man nicht hat überwunden. 7. Darum trage deine Ketten, meine Seel', und dulde dich, 4. Ach mache du mich Armen 34 dieſer heil'gen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen; so werden Herz und Sippen dir ewig dankbar sein. In eigener Melodie. Gott wird dich gewiß erretten. 916. Mit Fried' und Freud' Das Gewitter leget fich; nach in dem Blitz und Donnerschlag Gottes Wille; getroft ist mir mein 536 Anhang. Herz und Sinn, sanft und stille. Gott! Heiliger starker Gott! Wie Gott mir verheißen hat: Heiliger, barmherziger Heiland! der Tod ist mein Schlaf worden. du ewiger Gott! laß uns nicht 2. Das macht Christus, wahr'r verzagen vor der tiefen HöllenGottes Sohn, der treue Heiland, glut. Kyrie eleison! den du mich, Herr, hast sehen lan, und macht bekannt, daß er sei das Leben und Heil in Not und Sterben. 3. Mitten in Höllen Angst unsre Sünd' uns treiben: wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, 3. Den du hast allen fürge- Herr Christ, alleine. Vergossen stellt mit großen Gnaden, zu ist dein teures Blut, das g'nug seinem Reich die ganze Welt für die Sünde thut. Heiliger heißen laden durch dein teuer Herre Gott! Heiliger starker heilsam Wort, an allem Ort er- Gott! Heiliger, barmherziger schollen. Heiland! du ewiger Gott! laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrie 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zu' rleuchten, die dich kennen nicht, und zu eleison! weiden. Er ist deins Volks Israel der Preis, Ehr', Freud' und Wonne. Mel. Auf! Christenmensch zc. 918. Mir nach, spricht Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle, verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle! nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. In eigener Melodie. 917. Mitt itten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen: wen suchen wir, der Hilfe thu', daß wir Gnad' erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die 2. Ich bin das Licht, ich leucht' dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger euch für mit heil'gem TugendHerre Gott! Heiliger starker leben; wer zu mir kommt und Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! du ewiger Gott! laß uns nicht versinken in des bittren Todes Not. Kyrie eleison! folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 2. Mitten in dem Tod anficht 3. Mein Herz ist voll Deuns der Hölle Rachen: wer will mütigkeit, voll Liebe meine uns aus solcher Not frei und Seele; mein Mund der fließt ledig machen? Das thust du, zu jeder Zeit von süßem SanftHerr, alleine. Es jammert dein' mutsöle; mein Geist, Gemüte, Barmherzigkeit unsre Sünd' und Kraft und Sinn ist Gott ergeben, großes Leid. Heiliger Herrel schaut auf ihn. Anhang. 4. Ich zeig' euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu rein'gen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ' euch zu der Himmelspfort. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh' voran, ich steh' euch an der Seite; ich tämpfe selbst, ich brech' die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 6. Wer seine Seel' zu finden 537 3. Du süße Lieb', schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis. 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod: daß in uns die Sinne nicht gar verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis. Mel. Liebfler Jest, wir find 2c. meint, wird sie ohn' mich ver= 920. Nun Gott Lob! es ist wer in mir verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. vollbracht, Singen, Beten, Lehren, Hören; Gott hat alles wohl gemacht, drum laßt uns sein Lob vermehren: unser Sott sei hoch gepreiset, daß er uns so herrlich speiset. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel' nachgehen, und wohlgemut, getrost und gern bei ihm im Leiden stehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. In eigener Melodie. 919. Nun bitten wir den heiligen Geist um 2. Weil der Gottesdienst ist aus, uns auch mitgeteilt der Segen; so gehn wir mit Freud' nach Haus, wandeln fein auf Gottes Wegen. Gottes Geist uns ferner leite und uns alle wohl bereite. 3. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, den rechten Glauben allermeist, segne unser Thun und Lassen, daß er uns behüte an unserm segne uns mit sel'gem Sterben Ende, wenn wir heimfahrn aus und mach' uns zu Himmelserben. diesem Elende. Kyrieleis. 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jesum Mel. Von Gott will ich nicht zc. Christ kennen allein, daß wir an 921. Nun jauchzet all', ihr ihm bleiben, dem treuen Heiland, in dieser der uns bracht hat zum rechten Gnadenzeit, weil unser Heil ist Vaterland. Kyrieleis. kommen, der Herr der Herrlichkeit, 538 zwar ohne stolze Pracht, doch In eigener Melodie. und un ruhen alle zu zerstören des Teufels Reich 922. N wälder Bie und Macht. Anhang. Menschen Städt' und Felder, es eurem 2. Er kommt zu uns geritten schläft die ganze Welt; ihr aber, auf einem Efelein und stellt sich meine Sinnen, auf, auf! ihr in die Mitten für uns zum sollt beginnen, was Opfer ein: er bringt kein zeitlich Schöpfer wohlgefällt. Gut; er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen thut. 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. 3. Kein Scepter, keine Krone Fahr hin, ein' andre Sonne, sucht er auf dieser Welt; im mein Jesus, meine Wonne, gar hohen Himmelsthrone ist ihm hell in meinem Herzen scheint. sein Reich bestellt; er will hier 3. Der Tag ist nun vergangen, seine Macht und Majestät ver- die güldnen Sternlein prangen hüllen, bis er des Vaters Willen am blauen Himmelssaal; also im Leiden hat vollbracht. werd' ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Ihr großen Potentaten, nehmt diesen König an, wenn ihr euch wollet raten und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, euch Gottes Zorn dann rührt. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh' ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr' und Herrlichkeit. 5. Ihr Armen und Elenden 5. Das Haupt, die Füß' und in dieser bösen Zeit, die ihr an Hände sind froh, daß nun zu allen Enden müßt haben Angst Ende die Arbeit kommen ſei. und Leid, seid dennoch wohlge- Herz, freu dich, du sollst werden mut, laßt eure Lieder klingen vom Elend dieser Erden und und thut dem König singen, der von der Sündenarbeit frei. ist eu'r höchstes Gut. 6. Nun geht, ihr matten 6. Er wird nun bald erscheinen Glieder, geht hin und legt euch in seiner Herrlichkeit und all eur' nieder, der Betten ihr begehrt. Klag' und Weinen verwandelen Es kommen Stund' und Zeiten, in Freud'. Er ist's, der helfen da man euch wird bereiten zur kann, halt't eure Lampen fertig Ruh' ein Bettlein in der Erd'. und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. 7. Mein' Augen stehn verdrossen, im Hui sind sie geschlossen; Anhang. 539 wo bleibt dann Leib und Seel'?| sind geacht't, weil des Kreuzes Nimm sie zu deinen Gnaden, Niedrigkeiten uns veracht't und ſei gut für allen Schaden, du schnöd' gemacht. Aug' und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu! meine Freude, und nimm dein Rüchlein ein; will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: dies Kind soll unverletet sein! 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben ein Un= fall noch Gefahr; Gott laff' euch selig schlafen, stell' euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Engel Schar. Mel. du Liebe meiner Liebe: c. 923. Durchbrecher aller Bande! der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist, übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis uns dein so treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung von Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so harte drückt, ungeacht't der Geist in Zeiten sich auf etwas Beğres schickt. 5. Ach! erheb die matten Kräfte, sich einmal zu reißen los und durch alle Weltgeschäfte durchgebrochen stehen bloß. Weg mit Menschenfurcht und 3agen; weich, Vernunft- Bedenklichkeit; fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Herr! zermalme, brich und reiße die verboste Macht entzwei! Denke, daß ein armer Mensche dir im Tod nichts nütze sei. Heb ihn aus dem Staub der Sünden, wirf die Schlangenbrut hinaus, laß uns wahre Freiheit finden in des Vaters Hochzeithaus. 2. Ist's doch deines Vaters 7. Wir verlangen keine Ruhe Wille, daß du endest dieses für das Fleisch in Ewigkeit: wie Werk: hiezu wohnt in dir die du's nötig findst, so thue noch Fülle aller Weisheit, Lieb' und vor unsrer Abschiedszeit. Aber Stärk', daß du nichts von dem unser Geist der bindet dich im verlierest, was er dir geschentet Glauben, läßt dich nicht, bis er hat, und es von dem Treiben die Erlösung findet, da ihm Zeit führest zu der süßen Ruhestatt. und Maß gebricht. 3. Ach! so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht, denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht't; ob wir wohl vor allen Beuten als gefangen durch des neuen Bundes Blut; 8. Herrscher, herrsche! Sieger, siege! König, brauch dein Regiment: führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End'; laß doch aus der Grub' die Seelen 540 Anhang. laß uns länger nicht so quälen, Vater fromm, ich armer Sünder denn du meinst's mit uns ja gut. zu dir komm' und bitt' dich durch 9. Haben wir uns selbst ge- den bittern Tod und heilige fangen in Lust und Gefälligkeit, fünf Wunden rot ach! so laß uns nicht stets hangen an dem Tod der Eigenheit; denn die Last treibt uns zu rufen, alle schreien wir dich an: zeig doch nur die ersten Stufen rechtigkeit. der gebrochnen Freiheitsbahn! 4. Dein's lieben Sohnes Jesu Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: laß deine Gnad' und Gütigkeit mehr gelten denn Ge5. Verschon, o Herr, laß deine 10. Ach! wie teu'r sind wir Huld zudecken alle meine Schuld: erworben, nicht der Menschen so werd' ich arm verlornes Kind Knecht zu sein. Drum, so wahr ledig und los all meiner Sünd'. du bist gestorben, mußt du uns 6. Ich will, o Herr, nach auch machen rein, rein und frei deinem Wort mich bessern, leben und ganz vollkommen, nach dem fromm hinfort, damit ich mög' besten Bild gebild't; der hat nach dieser Zeit gelangen zu der Gnad' um Gnad' genommen, Seligkeit. wer aus deiner Füll' sich füllt. 11. Liebe, zieh uns in dein In eigener Melodie. Sterben; laß mit dir gefreuzigt 925. Gott, du frommer sein, was dein Reich nicht kann du ererben; führ ins Paradies uns quell aller Gaben, ohn' den ein. Doch wohlan, du wirst nichts ist, was ist, von dem wir nicht säumen, wo wir nur nicht alles haben: gesunden Leib gieb lässig sein; werden wir doch als mir und daß in solchem Leib wie träumen, wenn die Freiheit ein' unverletzte Seel' und rein bricht herein. Gewissen bleib'. Mel. Nun laßt uns den Leib c. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gieb, treuer Gott, ich daß ich's thue bald, zu der Zeit, hab' gebrochen dein Gebot und da ich soll, und wenn ich's thu, sehr gesündigt wider dich, das so gieb, daß es gerate wohl. ist mir leid und reuet mich. 924. frommer und ge3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß tein unnützes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn' Verdruß. 2. Weil aber du, o gnäd'ger Gott, nicht hast Gefalln an meinem Tod, und ist dein herzliches Begehrn, daß ich mich soll zu dir bekehrn: 3. Auf dies Wort, lieber Anhang. 541 4. Find't sich Gefährlichkeit, so| sonst schön gezieret mit höchster laß mich nicht verzagen, gieb Ehr' und Zier, jetzt aber höchst einen Heldenmut, das Kreuz schimpfieret, gegrüßet seist du hilf selber tragen. Gieb, daß ich mir! meine Feind' mit Sanftmut 2. Du edles Angesichte, davor überwind', und wenn ich Rat sonst schrickt und scheut das bedarf, auch guten Rat erfind'. große Weltgewichte, wie bist du 5. Laß mich mit jedermann in so bespeit; wie bist du so erFried' und Freundschaft leben, bleichet, wer hat dein Augenlicht, so weit als christlich ist. Willst dem sonst kein Licht nicht gleichet, du mir etwas geben an Reich- so schändlich zugericht't? tum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen; so gieb Geduld, vor Sünd' und Schanden mich bewahr', auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn' bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh' an ihrer Seite hab'. 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen: des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, ich hab' es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh' ich Armer, der Zorn verdienet hat: gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad'! 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ift mir viel Guts gethan: dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 926. Haupt voll Blut dir dein Herze bricht; wenn dein und Wunden, voll Haupt wird erblassen im letzten Schmerz und voller Hohn! alsdann will ich dich Haupt, zum Spott gebunden mit meinen Arm und einer Dornenkron'! O Haupt, Schoß. Todesstoß, fassen in 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand nach meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm' und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. 542 Anhang. 7. Es dient zu meinen Freu- mich in Schand' und Schaden den und kommt mir herzlich setz'. wohl, wenn ich in deinem Lei3. Des Vaters Macht mich den, mein Heil, mich finden soll. heut anblick', des Sohnes Weis= Ach! möcht' ich, o mein Leben, heit mich erquick', des heil'gen an deinem Kreuze hier mein Geistes Glanz und Schein erLeben von mir geben, wie wohl leucht' meins finstern Herzens geschähe mir! Schrein. 8. Ich danke dir von Herzen, 4. Mein Schöpfer, steh mir o Jesu, liebster Freund, für träftig bei, o mein Erlöser, hilf deines Todes Schmerzen, da mir frei! O Tröster wert, weich du's so gut gemeint. Ach! gieb, nicht von mir, mein Herz mit daß ich mich halte zu dir und werten Gaben zier. deiner Treu', und wenn ich nun ertalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll schei5. Herr, segne und behüte mich; erleuchte mich, Herr, gnädiglich; Herr, heb auf mich dein den, so scheide nicht von mir; Angesicht und deinen Frieden wenn ich den Tod soll leiden, auf mich richt! so tritt du dann herfür. Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, reiß mich aus In eigener Melodie. den Ängsten kraft deiner Angst 928. hilf! Christe, Gottes Sohn, durch und Bein. dein 10. Erscheine mir zum Schilde, bitter Leiden, daß wir dir stets zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. unterthan, all Untugend meiden, deinen Tod und sein' Ursach' fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. In eigener Melodie. Lamm Gottes, unschuldig am 929. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns 2c. 927. heilige Dreifaltig- Stamm des Kreuzes geschlachtet, feit, o hochgelobte allzeit erfunden geduldig, wie= Einigkeit, Gott Vater, Sohn, wohl du wurdest verachtet: all heiliger Geist, heut diesen Tag Sünd' hast du getragen, sonst mir Beistand leiſt. müßten wir verzagen. Erbarm 2. Mein' Seel', Leib, Ehr' dich unser, o Jesu! und Gut bewahr', daß mir 2. Lamm Gottes, unschulfein Böses widerfahr' und mich dig zc. Erbarm dich unser, o der Satan nicht verletz', noch Jesu! Anhang. 543 3. Lamm Gottes, unschul- bei gutem Schein, will brüsten, dig 2c. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! fühlt jene Kampf und harten Streit. 5. Die Einfalt weiß von keiner Zierde, als die im Blute Christi liegt, die reine himmlische Begierde hat solche Thorheit schon besiegt; an einem reinen Gottestinde glänzt Gottes Name schön und rein; wie könnt' es denn vom eitlen Winde der Welt noch eingenommen sein? 6. Von Sorgen, Not und allen Plagen, damit die Welt sich selbst ansicht, vom Neid, damit sich andre tragen, weiß Christi Sinn und Einfalt nicht; den Schatz, den sie im Herzen heget, behält sie wider allen Neid; ist jemand, der Lust dazu träget, das macht ihr lauter Herzensfreud. 7. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, das sich mit Christi Einfalt schmückt. Geht hin, ihr 3. Die Himmelskost schmeckt thörichten Jungfrauen, harrt nur viel zu süße dem Herzen, das bis euch die Nacht berückt. Was in Jesu lebt: die Braut be- sind die Lampen ohne Öle? wahrt Haupt, Herz und Füße, Schein ohn' Einfalt und Christi und wo ihr etwas noch anklebt, Sinn. Sucht doch was Befres das zu dem Glanz der Welt ge- für die Seele und gebt der Welt höret, das ist ihr lauter Höllen- das Ihre hin. pein, und wo sie recht in Gott einkehret, da macht sie sich von allem rein. 8. Ach Jesu! drücke meinem Herzen den Sinn der lautren Einfalt ein, reiß aus, obschon 4. Die Einfalt Christi schließt mit tausend Schmerzen, der die Seele vor allem Weltge= Welt ihr Wesen, Tand und tümmel zu, da sucht sie in der Schein; des alten Drachen Bild dunkeln Höhle, in Horeb, Gott und Zeichen trag' ich nicht mehr, und ihre Ruh'; wenn sich das drum laß mich nur der Einfalt Heuchelvolk in Lüsten der Welt 3ier und Schmuck erreichen, das und ihrer Eitelkeit, auch wohl ist die neue Kreatur. 930. Mel. Die Tugend wird durchs 2c. süßer Stand, o selig Leben, das aus der wahren Einfalt quillt, wenn sich ein Herz Gott so ergeben, daß Christi Sinn es ganz erfüllt, wenn sich der Geist nach Christi Bilde in Licht und Recht hat aufgericht't, und unter solchem klaren Schilde durch alle falschen Höhen bricht. 2. Was andern schön und lieblich scheinet, ist solchem Herzen Kinderspiel; was mancher für unschuldig meinet, ist solchem Herzen schon zu viel. Warum? Es gilt der Welt absagen, hier heißt's: rührt kein Unreines an; das Kleinod läßt sich nicht erjagen, es sei denn alles abgethan. 544 Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 931. O Welt! sich hier dein Leben am Stamm Anhang. des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt. Aus seinem edlen Herzen, vor unerschöpften Schmerzen, ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Missethaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget und das betrübte Marterheer. 5. Ich bin's, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll'; die Geißeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel'. Dornen, die dich höhnen, und leideft alles mit Geduld. 6. Du nimmst auf deinen Rükfen die Lasten, die mich drücken, viel schwerer als ein Stein; du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 8. Du springst ins Todes Rachen, mich frei und los zu machen von solchem Ungeheu'r; mein Sterben nimmst du abe, vergräbt es in dem Grabe. O unerhörtes Liebesfeu'r! 9. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel' vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr'. 10. Nun ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben; eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich will's vor Augen setzen, mich stets daran ergößen, ich sei auch, wo ich sei; es foll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb' und unverfälschten Treu'. 12. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach' und Eifer gehn, wie grausam seine Ruten, wie zornig seine Fluten, will ich aus deinem Leiden sehn. 13. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem sanftem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 7. Du setzest dich zum Bürgen, 14. Wenn böse Zungen stechen, ja läßt dich gar erwürgen mir Glimpf und Namen brechen, für mich und meine Schuld. so will ich zähmen mich; das UnMir läsfest du dich krönen mit recht will ich dulden, dem Nächsten Anhang. 545 seine Schulden verzeihen gern| Lob vermehren, weil ich für und und williglich. für bleiben werd' in dir. 15. Ich will mich mit dir 6. Held aus Davids Stamm, schlagen ans Kreuz und dem deine Liebesflamm' mich ernähre absagen, was meinem Fleisch und verwehre, daß die Welt gelüft't; was deine Augen hassen, mich nicht versehre, ob sie mir das will ich fliehn und lassen, gleich gram, Held aus Davids so viel mir immer möglich ist. Stamm! 16. Dein Seufzen und dein 7. Großer Friedefürst, wie Stöhnen und die viel tausend hast du gedürst't nach der Thränen, die dir geflossen zu, Menschen Heil und Leben und die sollen mich am Ende in dich in den Tod gegeben, wie deinen Schoß und Hände be- du riefft: mich dürft't! großer gleiten zu der ew'gen Ruh'. Friedefürst! 8. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb' uns den Deinen, die dich kennen und nach dir In eigener Melodie. 932. Seelen Bräutigam, sich Christen nennen, denen du bist lieb, deinen Frieden gieb. Jesu, Gotteslamm, habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm, Jesu, Gotteslamm! = 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut; wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott! 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht; salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 9 Wer der Welt abſtirbt, emsig sich bewirbt um den le= bendigen Glauben, der wird bald empfindlich schauen, daß niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 10. Nun ergreif' ich dich, du mein ganzes Ich! Ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Wenn ich weinen muß, wird dein Thränenfluß nun die meinen auch begleiten und zu deinen Wunden leiten, daß mein Thränenfluß sich bald stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs neu', wiederum erfreu', freuest du dich auch zugleiche, bis ich dort in deinem Reiche ewiglich erfreu' mich mit dir aufs neu'. 5. So werd' ich in dir bleiben für und für; deine Liebe 13. Hier durch Spott und will ich ehren und in dir dein Hohn, dort die Ehrenkron'; hier 35 546 Anhang. im Hoffen und im Glauben, dort[ dahin und keinen Schaden brinim Haben und im Schauen; get dem, der sich stets mit Herz denn die Ehrenkron' folgt auf und Sinn zu diesem Fürsten Spott und Hohn. schwinget, der fröhlich spricht: ich leb' und ihr sollt mit mir leben für und für, weil ich es euch erworben. 14. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg enpfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 15. 5. Der Tod hat keine Kraft nicht mehr, ihr dürfet ihn nicht Du mein Preis und scheuen; ich bin sein Siegsfürst Ruhm, werte Sarons- Blum', in und sein Herr, des sollt ihr euch mir soll nun nichts erschallen, erfreuen; dazu so bin ich euer als was dir nur tann gefallen, werte Sarons- Blum', du mein Preis und Ruhm. Haupt, drum werdet ihr, wenn ihr mir glaubt, als Glieder mit mir leben. Mel. Uun freut euch, lieben: c. 6. Der Höllen Sieg, der ist auch mein, ich habe sie zerstöret; es darf nicht fürchten ihre Pein, wer mich und mein Wort höret. eut Und weil des Teufels Macht 933. Sei fröhlich alles weit und breit, was vormals war verloren, weil der Herr der Herrlichkeit, den und ist gedämpft, sein Kopf Gott selbst ausertoren zum Sün- zertreten ist, mag er ihm auch denbüßer, der sein Blut am Kreuz nicht schaden. vergossen uns zu gut, vom Tod ist auferstanden. 7. Nun, Gott sei Dank, der uns den Sieg durch Jesum hat 2. Wie schön hast du durch gegeben und uns den Frieden deine Macht, du wilder Feind für den Krieg und für den Tod des Lebens, den Lebensfürsten das Leben erworben, der die umgebracht! Dein Stachel ist Sünd' und Tod, Welt, Teufel, vergebens durch ihn geschossen, Höll' und was in Not uns schnöder Feind; du hättest wahr- stürzet, überwunden! lich wohl gemeint, er würd' im Staube bleiben. Mel. Was mein Gott will, das 2. 3. Nein, nein! er trägt sein 934. Sei Gott getreu, Haupt empor, ist mächtig durch= halt seinen Bund, gedrungen durch deine Bande, o Mensch, in deinem Leben! durch dein Thor, ja hat im Sieg Leg diesen Stein zum ersten verschlungen dich selbst, daß, wer Grund: bleib ihm allein ergeben; an ihn nur gläubt, von dir jetzt denk an den Kauf in deiner ein Gespötte treibt und spricht: Tauf', da er sich dir verschrieben wo ist dein Stachel? bei seinem Eid', in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 4. Denn deine Macht, die ist Anhang. 547 2. Sei Gott getreu, laß nicht| Buß' bei Zeit nur wieder aufden Wind des Kreuzes dich ab- zustehen. tehren. Ist er dein Vater, du sein Kind, was willst du mehr begehren? 7. Sei Gott getreu bis in den Tod und laß dich nichts Dies höchste Gut abwenden: er wird und kann macht rechten Mut; kann seine in aller Not dir treuen BeiHuld dir werden: nichts Beßres stand senden, und käm' auch ist, mein lieber Christ, im Himmel und auf Erden. gleich das höll'sche Reich mit aller Macht gedrungen, wollt' auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kron' zum Gnadenlohn im Himmel dir aufsetzen, da wirst du dich fort ewiglich in seiner Treu' ergötzen. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich kein' Bust noch Beiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden; sein' alte Treu' wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du fühnlich glauben. Mel. Bion klagt mit Angst zc. 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, darein er dich gesetzet; wenn er dich hält mit ſeiner Hand, wer ist, der dich 935. Sei mir tausendmal verletzet? Wer seine Gnad' zur gegrüßet, der mich Brustwehr hat, kein Teufel kann je und je geliebt, Jesu, der du ihm schaden. Wo dies Stacket um einen steht, dem bleibet wohl geraten. selbst gebüğet das, womit ich dich betrübt. Ach! wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen; steh fest darauf an allem Ort, Seele wirbest. laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, muß alles doch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn' alles Wanken stehen. 2. Ich umfange, herz' und füsse der gekränkten Wunden Zahl und die purpurroten Flüsse deiner Füß' und Nägelmal'. Ower kann doch, schönster Fürst, den so hoch nach uns gedürst't, deinen Durst und Liebsverlangen völlig fassen und umfangen. 6. Sei Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den 3. Heile mich, o Heil der Zügel nicht; wär' ja der Fall Seelen, wo ich frank und traugeschehen, so sei bereit, durch rig bin, nimm die Schmerzen, 35* 548 Anhang. die mich quälen, und den ganzen den Ausfluß deiner Gaben auch Schaden hin, den mir Adams mein dürres Herze laben. Fall gebracht und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich nehen, wird sich all mein Jammer setzen. 4. Schreibe deine blut'gen Wunden, mir, o Herr, ins Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich stets zu deinen Füßen deiner Lieb' und Gunst genießen. 2. Glaube, Weisheit, Rat und Stärke, Furcht, Erkenntnis und Verstand, das sind deiner Gottheit Werke, dadurch wirst du uns bekannt, dadurch weißt du recht zu lehren, wie wir sollen Jesum ehren. 3. Teurer Lehrer, Gottes Finger, lehr und schreibe deinen Sinn auch ins Herz mir, deinem Jünger, sebe dich auf mich auch hin, daß ich stets von deiner Fülle reichlich lern', was sei dein Wille. 4. Laß das Feuer deiner Liebe rühren meine Zung' und Mund, daß ich noch mit heißem Triebe 5. Diese Füße will ich halten auf das Best' ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten und mich selbsten freundlich an Gottes Thaten mache fund, laß dem hohen Kreuzesbaum, es Seel' und Herz entzünden, und gieb meiner Bitte Raum, auszubrennen alle Sünden. sprich: laß all dein Trauren schwinden, ich, ich tilg' all deine Sünden! 5. Leg hingegen meiner Seele deine heil'ge Salbung bei, daß mein Leib auch von dem Öle dein geweihter Tempel sei; bleib auch bei mir, wenn ich sterbe, daß ich Christi Reich ererbe. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. 936. Speis uns, o Gott, deine Kinder; tröste 6. Strahl der Gottheit, Kraft die betrübten Sünder; sprich den der Höhe, Geist der Gnaden, wahSegen zu den Gaben, die wir rer Gott, höre, wie ich Armer jeto vor uns haben, daß sie uns flehe, das zu geben, was mir Not, zu diesem Leben Stärke, Kraft laß den Ausfluß deiner Gaben und Nahrung geben: bis wir auch mein dürres Herze laben. endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Mel. Jesu Chrift, mein's Lebens 2c. 938. Va ater unser im Himmelreich, der du Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. 937. Strahl der Gottheit, uns alle heißest gleich Brüder sein Kraft der Höhe, und dich rufen an und willt das Beten von uns han: gieb, daß nicht bet' allein der Mund; hilf, Geift der Gnaden, wahrer Gott, höre, wie ich Armer flehe, das zu geben, was mir Not! laß daß es geh' aus Herzensgrund. Anhang. 549 2. Geheiligt werd' der Name 8. Von allem Übel uns erlös; dein: dein Wort bei uns hilf es sind die Zeit und Tage bös. halten rein, daß wir auch leben Erlöse uns vom ew'gen Tod und heiliglich, nach deinem Namen tröst uns in der letzten Not. würdiglich. Herr, hehüt uns vor Bescher uns auch ein selig End'; falscher Lehr', das arm' ver- nimm unsre Seel' in deine Händ'. führet Volk bekehr. 9. Amen! das ist: es werde 3. Es komm' dein Reich zu wahr! stärk unsern Glauben dieser Zeit und dort hernach in immerdar, auf daß wir ja nicht Ewigkeit. Der heilig Geist uns zweifeln dran, was wir hiermit wohne bei mit seinen Gaben gebeten han auf dein Wort, in mancherlei; des Satans Zorn dem Namen dein: so sprechen und groß Gewalt zerbrich, vor wir das Amen fein. ihm dein' Kirch' erhalt. 4. Dein Will' gescheh', Herr Gott, zugleich auf Erden wie im In eigener Melodie. Himmelreich: gieb uns Geduld 939. Verleih uns Frieden in Leidenszeit, Gehorsamsein in Lieb' und Leid; wehr und steur Gott, zu unsern Zeiten, es ist allem Fleisch und Blut, das ja doch kein andrer nicht, der wider deinen Willen thut. für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. Gieb unserm König und aller Obrig= keit Fried' und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein ge= ruhig und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen. 5. Gieb uns heut unser täglich Brot und was man darf zur Leibesnot; behüt uns, Herr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg' und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld vergieb uns Herr, daß sie uns nicht betrüben mehr, wie wir auch unIn eigener Melodie. da her, sern Schuldigern ihr' Schuld und 940. Vom Himmel hoch Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns all' bereit in rechter Lieb' und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geift anficht. Zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starten Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst't und durch des heil'gen Geistes Trost. ich bring' euch gute neue Mähr, der guten Mähr bring' ich so viel, davon ich singen und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eu'r Freud' und Wonne sein. 550 Anhang. 3. Es ist der Herr Christ Windelein, darauf du, König so unser Gott, der will euch führn groß und reich, herprangst, als aus aller Not, er will eu'r wär's dein Himmelreich. Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippen, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7 Mert auf, mein Herz, und sieh dort hin: was liegt dort in dem Krippelein? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jefulein. 8. Bis willkommen, du ebler Gast, den Sünder nicht ver= schmähet hast und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding', wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß? 10. Und wär' die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär' sie dir doch viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11 Der Sammet und die Seiden dein das ist grob Heu und 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir: wie aller Welt Macht, Ehr' und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 13. Ach, mein herzliebes Jesulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, singen immer frei das rechte Susaninne schon, mit Herzenslust den süßen Ton. 15. Lob, Ehr' sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen ein'gen Sohn! des freuen sich der Engel Schar und singen uns solch neues Jahr. Mel. Vom Himmel hoch, da komm' 2c. 941. Vom Himmel kam der Engel erschien den Hirten offenbar; fie sagten ihn'n: ein Kindlein zart das liegt dort in der Krippen hart, 2. Zu Bethlehem in Davids Stadt, wie Micha das verkündet hat. Es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eu'r Fleisch und Blut, eu'r Bruder ist das ewig Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd' und Tod? Ihr habt mit Anhang. 551 euch den wahren Gott. Laßt zür- Cymbeln schön. Von zwölf nen Teufel und die Höll'; Gott's Perlen sind die Thore an deiner Sohn ist worden eu'r Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur' Zuversicht. Es mögen euch viel' fechten an: dem sei Trok, der's nicht lassen kann. Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug' hat je gesehen, kein Ohr hat je gehört solche Freude; drum jauchzen wir und singen dir das Hallelujah für und für. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben Recht, ihr seid nun worden Gott's Geschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich allezeit. In eigener Melodie. 943. Was Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille, wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten, drum lass' ich ihn nur walten. In eigener Melodie. 942. Machet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne: wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde; fie rufen uns mit frohem Munde: wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohl auf! der Bräut'gam kommt, steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujah! Macht euch bereit zu der Hochzeit, ihr müsset ihm entgegen gehn! 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn, so laff' ich mich begnügen an seiner Huld und hab' Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 2. 3ion hört die Wächter 3. Was Gott thut, das ist singen, das Herz thut ihr vor wohlgethan, er wird mich wohl Freude springen, sie wachet und bedenken; er, als ein Arzt und steht eilend auf. Ihr Freund Wundermann, wird mir nicht tommt vom Himmel prächtig, Gift einschenken für Arzenei; von Gnaden stark, von Wahr- Gott ist getreu, drum will ich heit mächtig, ihr Licht wird hell, auf ihn bauen und seiner Gnade ihr Stern geht auf. Nun komm, trauen. du werte Kron', Herr Jeſu, 4. Was Gott thut, das ist Gottes Sohn! Hosianna! Wir wohlgethan, er ist mein Licht folgen all' zum Freudensaal und und Leben, der mir nichts Böses halten mit das Abendmahl. gönnen kann, ich will mich ihm 3. Gloria sei dir gesungen ergeben in Freud' und Leid, es mit Menschen und mit Engel- kommt die Zeit, da öffentlich erBungen, mit Harfen und mit scheinet, wie treulich er es meinet. 552 5. Was Gott thut, das ist| wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, lass' ich mich doch nicht schrecken; weil doch zuletzt ich werd' ergötzt mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. Anhang. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren wie irdisch Reichtum thut. 6. Was Gott thut, das ist 5. Nichts, nichts hat dich gewohlgethan, dabei will ich vertrieben zu mir vom Himmelsbleiben; es mag mich auf die zelt als das geliebte Lieben, darauhe Bahn Not, Tod und mit du alle Welt in ihren tausend Elend treiben, so wird Gott mich Plagen und großen Jammerlast, ganz väterlich in seinen Armen die kein Mund aus kann sagen, halten, drum lajs' ich ihn nur so fest umfangen hast. walten. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 944. Wie soll ich dich empfangen und wie begegn' ich dir? o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier! o Jesu, Jesu, sebze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergöße, mir kund und wissend jei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud'? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried' und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hülfe Labet und tröstet, steht allhier! vor der Thür: der eure Herzen 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht: er kommt, er kommt mit Willen; ist voller Lieb', und Luft, all' Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld. Nein! Jesus will sie decken mit seiner Lieb' und Huld! Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb', und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind' und ihrer Anhang. 553 Tück? Ihr Herr wird sie zer-| 6. Sich nicht an unsre Sünde streuen in einem Augenblick. Er groß, sprich uns derselb aus kommt, er tommt, ein König, Gnaden los, steh uns in unserm dem wahrlich alle Feind' auf Elend bei, mach uns von allen Erden viel zu wenig zum Wider- Plagen frei. stande seind. 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. 10 Gr kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad' und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach! komm, ach! komm, o Sonne! und hol uns allzumal In eigener Melodie. zum ew'gen Licht und Wonne in 946. Werde munter, mein deinen Freudensaal. ihr Sinnen, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat gethan an mir; da er mich den ganzen Tag vor so mancher Sorg' und Plag' hat erhalten und beschüket, daß mich Satan In eigener Melodie. 945. Wenn wir in höchsten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf' noch Rat, ob wir gleich sorgen nicht beschmitzet. früh und spat: 2. Lob und Dank sei dir ge2. So ist dies unser Trost sungen, Vater der Barmherzigallein, daß wir zusammen ins- teit, daß mir ist mein Wert gegemein dich anrufen, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not. 3. Und heben unser Aug' und Herz zu dir in wahrer Reu' und Schmerz und suchen der Sünd' Vergebung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich allen, die darum bitten dich im Namen dein's Sohn's Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. lungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch die Feind' hinweggetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ausrechnen deine Güt' und Wunderthat, ja kein Redner kann aussprechen, was dein' Huld erwiesen hat. Deiner Wohlthat ift viel, sie hat weder Maß noch Ziel, ja du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 5. Drum kommen wir, o 4. Dieser Tag ist nun verganHerre Gott, und klagen dir all gen, die betrübte Nacht bricht an, unsre Not, weil wir jetzt stehn es ist hin der Sonne Prangen, so verlassen gar in großer Trübsal uns all' erfreuen kann. Stehe und Gefahr. mir, o Bater, bei, daß dein 554 Anhang. Glanz stets vor mir sei und mein| träume stets, o Gott, von dir, taltes Herz erhitze, ob ich gleich daß ich fest an dir bekleibe und im Finstern size. auch schlafend dein verbleibe. 10. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh', alles übel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder( all die Mein'gen), Hab' und Gut, Freunde, Feind' und Hausgenossen sein in deinen Schuß geschlossen. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd' und Missethat, die mein armes Herz beladen und so gar vergiftet hat, daß auch Satan durch sein Spiel mich zur Hölle stürzen will; da tannst du allein erretten: strafe nicht mein übertreten. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell' ich mich doch wieder 11. Ach! bewahre mich vor ein, hat uns doch dein Sohn Schrecken, schüße mich vor Überverglichen durch sein' Angst und fall, laß mich Krankheit nicht Todespein. Ich verleugne nicht aufwecken, treibe weg des Krieges die Schuld, aber deine Gnad' und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. Schall, wende Feu'r- und Wassers- Not, Pestilenz und schnellen Tod, laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel' verderben. 12. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat, Jesu, den ich stets verehre, bleibe ja mein Schutz und Rat und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt: höre doch mein sehnlichs 7. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Herrlichkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, da es nunmehr dunkel schier, da ich mich so sehr betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 8. Schütze mich vors Teufels Flehen: Amen, ja, es soll geNetzen, vor der Macht der Fin- schehen! sternis, die mir manche Nacht zusetzen und erzeugen viel Verdrieß. Laß mich dich, o wahres 947. Licht, nimmermehr verlieren nicht, Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende? wenn ich dich nur hab' im Her- Hin geht die Zeit, her kommt zen, fühl' ich nicht der Seele der Tod. Ach, wie geschwinde Schmerzen. und behende kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 9. Wenn mein' Augen schon sich schließen und ermüdet schlafen ein, soll mein Herz dennoch beflissen und auf dich gerichtet sein. Meiner Seele mit Begier 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frü= Anhang. 555 hen Morgen war; denn weil ich| Tauf'; du bist mir auch daher leb' auf dieser Erden, leb' ich in gewogen, hast mich zum Kind fteter Todsgefahr. Mein Gott, genommen auf. Mein Gott, ich ich bitt' 2c. bitt' 2c. 3. Herr! lehr mich stets mein End' bedenken, und wenn ich einstens sterben muß, die Seel' in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß'. Mein Gott, ich bitt' zc. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für, und sage stets in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt' 2c. 5. Mach mir stets zuckersüß den Himmel und gallenbitter diese Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt' 2c. 10. Ich habe Jesu Fleisch gegessen, ich hab' sein Blut getrunken hier: nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib' in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt' 2c. 11. So tomm' mein End' heut oder morgen, ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt, ich bin und bleib' in deinen Sorgen, mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt' zc. 12. Ich leb' indes mit ihm vergnüget und sterb' ohn' alle Kümmernis; mir gnüget, wie mein Gott es füget, ich glaub' und bin es ganz gewiß, durch deine Gnad' und Christi Blut machst du's mit meinem Ende 6. Ach! Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste gut. Christi zu, darein ich mich fest gläubig winde, das giebt mir Mel. Komm, Herr Jesu, sei unser 2c. recht gewünschte Ruh'! Mein 948. Wir danken Gott für seine Gab'n, Gott, ich bitt' 2c. 7. Ich weiß, in Jesu Blut wir von ihm empfangen hab'n und Wunden hab' ich mir recht Wir bitten unsern lieben Herrn: und wohl gebett't; da find' ich er woll' hinfort uns mehr be Trost in Todesstunden und alles, schern und speisen uns mit seiwas ich gerne hätt'. Mein Gott, nem Wort, daß wir satt werden ich bitt' 2c. hier und dort. Ach lieber Gott, du wollst uns geb'n nach dieser Welt das ew'ge Leb'n. Amen. 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg' die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott. Mein Gott, 949. Wunderbarer König, Herrscher von uns In eigener Melodie. ich bitt' 2c. 9. Ich habe Jesum angezogen allen, laß dir unser Lob gefallen. schon längst in meiner heil'gen Deines Vaters Güte hast du las 556 Anhang. sen triefen, ob wir schon von dir| reinem Geiste dir Ehr' und Dienste wegliefen. Hilf uns noch, stärk leiste, die ich dir schuldig bin. uns doch, laß die Zunge singen, laß die Stimme flingen. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der 2. Himmel, lobe prächtig deines Tod durchdrang mein Leben, du Schöpfers Thaten, mehr als aller haft ihn umgebracht und in der Menschen Staaten. Großes Licht Tauf' erstickt als wie in einer der Sonnen, schieße deine Strah- Flute, mit dessen Tod und Blute, len, die das große Rund bemalen; der uns im Tod erquickt. Lobet gern, Mond und Stern, seid bereit zu ehren einen solchen Herren. 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe! finge deine Glaubenslieder; was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth; er ist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Hallelujah bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Hallelujah singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. O wohl dir, glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd' ihn loben. 4. Du bist das heil'ge Öle, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten Gott schützt im Heiligtum. 2. 3euch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf' und Errettung schafft. Entsünd'ge meinen Sinn, daß ich mit 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll, dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl; es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der allen helfen kann. Mel. Von Gott will ich nicht laffen 2c. euch ein zu meinen 6. Du bist ein Geist der Freuden, von Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches mal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pfor950. 3 horen, sei meines ten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, Herzens Gast, der du, da ich ge- ein Freund der Freundlichkeit, boren, mich neu geboren hast, o willst nicht, daß uns betrübe hochgeliebter Geist des Vaters Zorn, 3ant, Haß, Neid und und des Sohnes, mit beiden Streit. Der Feindschaft bist du gleiches Thrones, mit beiden feind, willst, daß durch Liebesgleich gepreist. flammen sich wieder thun zusammen, die voller 3wietracht seind. 8. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt, kannſt Menschenherzen wenden, wie dir es wohl gefällt: so gieb doch deine 557 und die Güter mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geist, der sich dir widersetzet und, was dein Herz ergöket, aus unsrem Herzen reißt. Anhang. Gnad' zum Fried' und Liebesbanden, verknüpf' in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd', bring' wieder und erneure die Wohl= fahrt deiner Herd'. Laß blühen, wie zuvorn, die Länder, so verheeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuerszorn. 12. Gieb Freudigkeit und Stärke zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut; hilf kämpfen ritterlich, damit wir über-= winden und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich. 10. Beschirm die Polizeien, bau unfres Königs Thron, daß er und 13. Richt unser ganzes Leben wir gedeihen, schmück, als mit einer Kron' die Alten mit Ver- allzeit nach deinem Sinn, und stand, mit Frömmigkeit die Ju- wenn wir's sollen geben ins Todes gend, mit Gottesfurcht und Tu- Hände hin, wenn's mit uns hier gend das Volk im ganzen Land. wird aus: so hilf uns fröhlich 11. Erfülle die Gemüter mit sterben und nach dem Tod er= reiner Glaubenszier, die Häuser lerben des ew'gen Lebens Haus. Verzeichnis der Lieder des Anhangs. A. Nr.| Ach bleib mit deiner Gnade 877 Meine Seel', ermuntre dich Ach bleib bei uns, Herr Jesu 878 Meine Sorgen, Angst und Ach Gott und Herr, wie groß 879 Ach! wie will es endlich 880 Auf, auf! ihr Reichsgenossen 881 Auf, ihr Christen, Christi Aus Gnaden soll ich selig Aus tiefer Not schrei ich zu Mit Ernst, o Menschenkinder 915 Mit Fried' und Freud' ich fahr' 916 917 Mitten wir im Leben find 882 Mir nach, spricht Christus 918 883 N. 884 Der Glaub' ist eine Zuversicht 885 Der Herr, der aller Enden 886 Die wir uns allhier beisammen 887 Die Seele Chrifti heil'ge mich 888 889 Es glänzet der Christen Es wollt uns Gott genädig 890 F. Fahre fort:: Zion, fahre fort 891 Gelobet feist du, Jesu Christ 892 Gieb dich zufrieden und sei 893 Gott, der Vater, wohn' uns 894 Gott des Himmels und der 895 Gott, nur du bist meine Gott sei Dank durch alle Gott sei gelobet und gebenedeiet 898 $ 5. 896 897 Herr Gott, dich loben wir 899 Herr Jesu Christ, dich zu uns 900 Herr Jesu Christ, mein Leben 901 Herzliebster Jesu Christ Hosianna, Davids Sohn Nr. 913 914 920 Nun bitten wir den heiligen 919 Nun Gott Lob! es ist Nun jauchzet all', ihr Nun ruhen alle Wälder 921 922 926 Durchbrecher aller Bande 923 Ofrommer und getreuer Gott 924 Gott, du frommer Gott 925 Haupt voll Blut und Oheilige Dreifaltigkeit hilf! Christe, Gottes Sohn 928 Lamm Gottes, unschuldig 929 Osüßer Stand, o selig Leben 930 O Welt! fieh hier dein Leben 931 927 932 Seelen- Bräutigam, Jesu, Sei fröhlich alles weit und 933 Sei Gott getreu, halt seinen 934 Sei mir tausendmal gegrüßet 935 Speis uns, o Gott, deine Strahl der Gottheit, Kraft 937 V. 936 Vater unser im Himmelreich 938 902 Verleih uns Frieden gnädiglich 939 903 Vom Himmel hoch da komm' 940 Vom Himmel kam der Engel 941 942 943 233. Wachet auf! ruft uns die Was Gott thut, das ist Wie soll ich dich empfangen 944 Wenn wir in höchsten Nöten 945 Werde munter, mein Gemiite 946 Wer weiß, wie nahe mir mein 947 Laß uns doch nicht begehren 910 Wir danken Gott für seine 948 Lobe den Herren, den mächtigen 911 Wunderbarer König, Herrscher 949 M. Mache dich, mein Geist, bereit 912 3euch ein zu meinen Thoren 950 Ich trau auf Gott in allen 904 Jefu, frommer Menschenherden 905 Jesus Christus, unser Heiland 906 In allen meinen Thaten 907 In Christi Wunden schlaf ich 908 Ist Gott für mich 909 L. 3. Inhalt. I. Allgemeine Bitten II. Vom christlichen Gottesdienſte. III. Bekenntnis des Glaubens an Gott den Dreieinigen 18-22 IV. Preis der göttlichen Eigenschaften 22- 32 V. Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung 32- 44 VI. Von Christo dem Erlöser im allgemeinen. 45-58 VII. Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi 58- 80 VIII. Vom Leiden und Tode Jesu IX. Von der Auferstehung Chriſti. X. Von der Himmelfahrt Jesu Christi XI. Von dem heiligen Geist XII. Von der christlichen Kirche. XIII. Vom göttlichen Worte XIV. Vom Gebet XV. Von der Taufe und Konfirmation XVI. Vom heiligen Abendmahl XVII. Von der Buße. XVIII. Vom Glauben XIX. Vom christlichen Leben und Wandel im allgemeinen. XX. Liebe zu Gott und zu Christo XXI. Vertrauen auf Gott XXII. Lob- und Danklieder XXIII. Liebe zu dem Nächsten XXIV. Seligkeit der Christen in diesem Leben XXV. Vom Tode XXVI. Vom ewigen Leben. XXVII. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse: A. Morgenlieder. B. Abendlieder C. Neujahrslieder. D. Jahreszeiten E. Allgemeine Landes- Angelegenheiten F. Besondere Lebensverhältnisse. Verzeichnis der Lieder Seite 1- 10 10-18 Anhang Verzeichnis der Lieder des Anhangs 81-110 110-129 129-135 135-152 152-168 168-174 174-181 181-187 187-202 203-234 234-246 246-284 284-313 313-358 358-379 379-385 385-409 409-432 432-451 452-463 463-470 470-477 477-485 485-491 491-500 501-510 511-557 558 Von der Zehnten Auflage dieses Gesangbuches sind drei Ausgaben in drei verschiedenen Schriftgrößen, die jedoch unter fich Seite auf Seite übereinstimmen, veranstaltet, und jede Ausgabe auf drei verschiedenen Papiersorten gedruckt worden. Die Preise find für ein ungebundenes Exemplar, mit Einschluß des Anhanges: Bezeichnung der Ausgabe. Miniatur- Ausgabe mit kleiner Schrift. Octav- Ausgabe mit gewöhnlicher Schrift Octav- Ausgabe mit grober Schrift... auf gewöhnlichem Druckpapier. M. Pf. M. Pf. M. Pf. 1 1 auf weißem Druckpapier. 85 1 40 888 1 50 75 2 50 auf VelinSchreibpapier. Druck von Trowitsch und Sohn in Berlin. 2 25 2 50 3 75 www Inches Centimetres Blue ¹2 3 4 Cyan 2 15 6 17 3 Farbkarte# 13 Green ¹8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8