Gb 2820 Vig. A. life Gb 2820 omoH 900 20 Druck u. Verlag der Kunstanstalt, Glauchau. E. DIENER. Ecce Homo. Ev. Joh. 19 V. 5. Evangelisches Gesangbuch Provinz Sachsen. 1883. berausgegeben Druck u. Verlag Ecce Homo, Evangelisches Gesangbuch für die Provinz Sachsen. Auf Beschluß der Provinzialsynode ausgearbeitet und herausgegeben mit Genehmigung der kirchlichen Behörden. 不 Magdeburg. Königl. Hofbuchdruckerei von Karl friese. 1883. Gb 2820 ( butonals esplikaung 0 Joirbae Univ.- Bibl. Giessen I. Advent. II. Weihnachten III. Neujahr IV. Epiphanias V. Bassionszeit VI. Ostern VII. Himmelfahrt VIII. Pfingsten IX. Trinitatis. X. Kleine Feste. Inhalt. A. festlieder. B. Kirche und Gnadenmittel. VI. Taufe( Ronfirmation) VII. Abendmahl.. L. Gottesdienst II. Bitte und Trost der Kirche III. Ausbreitung der Kirche IV. Kirchweih und Einführung von Predigern. V. Wort Gottes.. ● C. Heilsordnung. I. Buße II. Glaube und Rechtfertigung III. Heiligung. IV. Liebe zu Jesu Seite 1 13 27 36 39 59 78 90 103 . 109 114 124 137 144 148 156 . 166 . 186 . 209 233 281 IV I. Bitte... II. Lob und Dank III. Morgenlieder. IV. Tischlieder. V. Abendlieder VI. Anfang und Schluß der Woche VII. Auf Reisen VIII. Hausstand. . IX. Obrigfeit X. Gewitter XI. Ernte XII. Krieg und Friede ● Anhang. Inhalt. D. Gebetslieder. E. Kreuz und Trostlieder. I. In allgemeiner Not II. In und nach Krankheit III. Für Witwer, Witwen und Waisen ● F. Die letzten Dinge. I. Sterben und Begräbnis. ( Beim Tode von Kindern) II. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben Seite 316 329 350 370 372 386 389 391 395 398 398 401 405 460 463 467 496 501 519 A. Feftlieder. GIN I. Advent. 1. A Mel.: Aus meines Herzens Grunde( 27). uf, auf, ihr Reichsgenossen! eur König kommt heran: empfanget unverdrossen den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen! der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da; seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden zu nennen, da wir ihn finden können in Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten! der König ist nicht fern; seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern; der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Frisch auf, ihr Hochbetrübten! der König kommt mit Macht! an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht: nun wird kein Angst noch Bein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 5. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu besehn, dieweil er kommt geritten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 6. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch seine Gnad und Wort. O König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 1 2 A. festlieder. 7. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du gehst den Sündern Dein König kommt in niedern 2. Mel.: Er ist mein Himmel, meine Wonne( 16). Hüllen, ihn trägt der lastbarn Ef'lin Füllen: empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspalmen, bestreu den Pfad mit grünen Halmen! So ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. nach; drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. w 3. Dein Reich ist nicht von H dieser Erden, doch alle Erdenreiche werden dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Fahn. allomalle de Joh. Rift 1607-1667. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fesseln Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hienieden kommst zu erneuen deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen, und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völfer und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. fr. Rückert 1788-1866. I. Advent. 3. Eigne Melodie. Gottes Sohn ist kommen uns allen zu Frommen hier auf diese Erden in armen Gebärden, daß er uns von Sünde freie und entbinde. 2. Er kommt auch noch heute und lehret die Leute, wie sie sich von Sünden zur Buß sollen wenden, von Irrtum und Thorheit treten zu der Wahrheit. 3. Die sich sein nicht schämen, seinen Dienst annehmen durch ein'n rechten Glauben mit ganzem Vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd vergeben. 4. Denn er thut ihn'n schenken in den Sakramenten sich selber zur Speise, sein Lieb zu beweisen, daß sie sein genießen in ihrem Gewissen. 5. Die also fest gläuben und beständig bleiben, dem Herren in allem trachten zu gefallen, die werden mit Freuden auch von hinnen scheiden. 3 6. Denn bald und behende kommt ihr letztes Ende, da wird er vom Bösen ihre Seel erlösen und sie mit sich führen zu der Engel Chören. 7. Von da wird er kommen, wie denn wird vernommen, wenn die Toten werden erstehn von der Erden und zu seinen Füßen sich darstellen müssen. 8. Da wird er sie scheiden: seines Reiches Freuden erben alle Frommen, doch die Bösen kommen dahin, wo sie müssen ihr Untugend büßen. 9. Ei nun, o Herr Jesu, schick unsre Herzen zu, daß wir alle Stunden recht gläubig erfunden, darinnen verscheiden zu ewigen Freuden. Joh. Horn 1547. 1* 4 A. festlieder. 4. Es ist das Heil uns kommen her( 25). Gott Lob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große Treue des ewgen Gottes offen bar; und nun will er aufs neue den alten hochbeschwornen Bund, 5. Hierzu erhalt uns, Herr, dein den einzig festen Glaubensgrund, Wort, samt Tauf und Abenddurch seinen Geist uns lehren. mahle, so wandern wir mit Freuden fort in diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, laß Kirche, Schul, Tauf und Altar uns deine Wege zeigen. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm dem höchsten Herrn zu singen! Dein königliches Priestertum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu ſeinem Tempel weihet! 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld des Gottes aller . Gnaden! Des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin, denn sie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. erweist, erneuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh uns an, der dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben. 4. Ach Herr, gieb uns den neuen Geist und mach uns durch die Güte, die sich an uns aufs neu 6. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, dein Wort, das Gottes Weide heißt, der Herde rein zut geben. Laß alle Hörer Thäter sein, damit kein heuchlerischer Schein des Glaubens Kraft verleugne. 7. So halten und vollenden wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei befehlen wir es dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; kommt aber einst die Ewigkeit, dann wird sie triumphieren. Cornelius Hecker 1699-1743. I. Advent. 5. Mel.: Nun komm, der Heiden Heiland( 7). Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jacobs Heil der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, 5 wie du gerne thust, rein von allem Sündenwust. 6. Und gleichwie dein Zukunft war voller Sanftmut, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin und des Satans schlaue List sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich aller Ängste frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan; 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst prächtig wiederkommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht beſtehn. Heinr. Held um 1650, 6. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht( 17). Hosianna! Davids Sohn kommt: 2. Hosianna ſei gegrüßt! Komm, in Zion eingezogen. Auf, bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen, streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen, zeuch zu unsern Thoren ein; du sollst uns willkommen sein. 6 A. Festlieder. 3. Hosianna! Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite, alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast; ach, so laß uns unverdrossen deinem Scepter dienstbar sein; herrsche dut in uns allein. 5. Hosianna! steh uns bei; o Herr, hilf, laß wohlgelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 6. Hosianna! laß uns hier an den Ölberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten, wenn wir in der Ewigkeit schauen deine Herrlichkeit. 7. Hosianna! nah und fern! Eile bei uns einzugehen, du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hosianna, bist du da? Ja, du kommst! Hallelujah! Benj. Schmold 1672-1737. 7. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht( 17). Komm, du wertes Löscgeld, dessen alle Heiden hoffen: komm, o Heiland aller Welt, Thor und Thüren stehen offen; komm in göttlich hoher Zier, komm, wir warten mit Begier! 2. Zeuch auch in mein Herz hinein, o du großer Ehrenkönig;: laß mich deine Wohnung sein! Bin ich armer Mensch zu wenig, ei, so soll mein Reichtum sein, wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an mit den Sieges- Palmenzweigen; so viel ich nur immer kann, will ich Ehre dir erzeigen und im Glauben dein Verdienst mir zueignen zum Gewinnst. 4. Hosianna, Davids Sohn! ach Herr, hilf, laß wohlgelingen, laß dein Scepter, Reich und Kron uns viel Heil und Segen bringen, daß in Ewigkeit besteh: Hosianna in der Höh! Joh. Gottfr. Olearius 1635-1711. I. Advent, 8. Eigne Melodie. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König 70% 12 **** aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heilig keit, sein Scepter ist Barmherzigkeit; all unsre Not zu End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von That. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat; wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet das Herz in euch bestellt, 199915 bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott 7 ein. Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet jei mein Gott, mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit; die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad. 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meines Herzens Thür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ergen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr. 9. Mel.; Helft mir Gotts Güte preisen( 27). Mit Ernst o Menschenkinder, Georg Weißel 1590-1635. aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 8 A. Festlieder. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Thal laßt sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, Nun jauchzet, all ihr Frommen, zu dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit, zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. Bo 10. Eigne Melodie. 2. Rein Scepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt: im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt; er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. innak 4. Ach mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. v. 1-3 Dalentin Chilo 1607-1662. intit 3. Ihr Mächtigen der Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Herren Zorn euch rührt. dieser bösen Zeit, die ihr an 4. Ihr Armen und Elenden in allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen, dem Könige zu singen, der ist eur höchstes Gut. I. Advent. 5. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und alles Leid und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ists, der hel11. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. Nun kommt das neue Kirchenjahr, des freut sich alle Christenschar; dein König kommt! drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich. Hallelujah. 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer wieder fort, das uns den Weg Sieh, dein König kommt zu dir!" Seele, das sind frohe Worte; sprich: mein König komm zu mir, sieh, ich öffne dir die Pforte, zeuch mit deiner Sanftmut ein, was du findest, das ist dein! fen kann: macht eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer 1606-1673. 2. Komm, ich bin dein Eigentum schon seit deinem Wasserbade; komm, dein Evangelium werde mir ein Wort der Gnade; du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 9 12. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht( 17). zum Leben weist: Gott sei für seine Gnad gepreist. Hallelujah. 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Hallelujah. Joh. Olearius 1611-1684. 3. Komm und räume alles aus, was du hasfest und mich reuet; tkomm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut alles wieder rein und gut. 4. Komm in deinem Abendmahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir und mein Leben sei in dir. 10 A. festlieder. 5. Komm und bring den Tröster mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. Oder schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget! und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: Komm, Herr Jesu!" rufen mag. Ph. fr. Hiller 1699-1769. 13. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. Warum willst du draußen Ja auch, was noch ärger iſt, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Gewissen mit vergiften Schlangenbissen. stehen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohl gefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen! 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad absagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. 11 4. Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern. meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends tief hinein: da ist Trost, der mich betrübt, Freude die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär; hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichtum, was ists mehr als ein Stücklein armer Erd? hab ich Lust, was ist sie wert? was ists, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gereuet? I. Advent. 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht, laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo zeucht er bei dir ein; sein Gang ist zu dir gefehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gieb dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, flag ihm, was dich drück und quäle. Wie soll ich dich empfangen 201 und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergehe, mir kund und wissend sei. 14. Mel.: Balet will ich dir geben( 28). 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll 11 8. Was du Böses hast begangen, das ist alles abgeschafft. Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünde Macht und Kraft. Chriſti Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt 1602-1676. dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 12 A. Festlieder. 4. Ich lag in schweren Banden: du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden: du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammers Last, die kein Mund aus fann sagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt! ihr habet die Hülfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zer= streuen in einem Augenblick. Er kommt, er fommt ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande scind. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm! Ach komm, o Sonne! und hol uns allzumal zum ergen Licht und Wonne in deinen Freudensaal. Paul Gerhardt 1607-1676 II. Weihnachten. II. Weihnachten. 15. Mel.: Aus meines Herzens Grunde( 27). Der heilge Christ ist kommen, der teure Gottessohn; des freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron, auch was auf Erden ist soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben, heilgen Christ. 13 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos! Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß. Er will, daß alle rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde ist gefangen, erlöset ist der Sinn, die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himheilge Christ ist da! Er ruft euch insgemein mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die mel nun aus dem Weltgetüm- Pforten, ihr Kinder, kommt hermel auf einem sichern Steg. E. M. Urndt 1769-1860. ein!" 16. Mel.: Vom Himmel hoch da komm ich her. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völfer haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 14 A. Festlieder. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir; Ich fomm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern." Gelobt sei, der da kommt im Herrn. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut. Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Welt- und Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht. 9. Durch Eines Sünde ficl die Welt; ein Mittler ists, der sic erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der zu des Vaters Rechten sizzt? 10. Jauchzt Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. fürchtegott Gellert 1716-1769. 17. Mel.: Nach einer Prüfung kurzer Tage( 15). 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein; der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. II. Weihnachten. 3. In diesem Lichte fannst du sehen das Licht der flaren Seligfeit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht schon in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft Du wesentliches Wort, von Anfang her gewesen, du Gott, von Gott gezeugt, von Ewigkeit erlesen zum Heil der ganzen Welt! o mein Herr Jesu Christ, willkommen, der du mir zum Heil geboren bist. 2. Komm, o selbständig Wort, und sprich in meiner Seele, daß mirs in Ewigkeit am Troste nimmer fehle; im Glauben wohn in mir und weiche nimmer nicht, laß mich auch nicht von dir abweichen, schönstes Licht! 15 dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 18. Mel.. O Gott, du frommer Gott( 26). Im 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtswonne, und lehre mich die Weihnachtskunft, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. Kaspar fr. Nachtenhöfer 1624-1685. 3. Du wesentliches Wort, warst bei Gott, ch geleget der Grund der großen Welt, da sich dein Herz beweget zur Liebe gegen mich. Ja, du warst selber Gott, damit du machst im Fleisch Sünd, Höll und Tod zu Spott. 4. Was hat, o Jesu, dich von Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmelsthron dich in die Welt gezogen? Ach deine große Lieb und meine große Not hat deine Glut entflammt, die stärker als der Tod. 16 A. Festlieder. 5. Du bist das Wort, durch das die ganze Welt vorhanden; denn alle Dinge sind durch dich zum Licht erstanden. Ach, so bin ich, mein Heil, auch dein Geschöpf und Gab, der ich ja, was ich bin, von dir empfangen hab. 6. Gieb, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz ergebe, auch dir allein zum Preis auf dieser Erde lebe; ja, Jesu! laß mein Herz ganz neu geschaffen sein und dir bis in den Tod gewidmet sein allein. Ermuntre dich, mein schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein Kind, das Ewigvater heißt, mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam, und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien. 7. Ach laß nichts in mir sein, was du nicht hast geschaffen; reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen. Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan; du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn. 19. Eigne Melodie. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, du König aller Ehren, willkommen, Jesu, Gottes Lamm, ich will dein Lob vermehren; ich will dir all mein 8. Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; laß an mir deinen Glanz, mein Gott, nicht sein vergebens! Weil du daß Licht der Welt, so sei mein Lebenslicht, o Jeſu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laurentius Laurenti 1660-1722. Leben lang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt hinein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Freudenpracht, ja dein erwünschtes Leben für solche Feind hingeben? II. Weihnachten. 4. O großes Werk, o Wundernacht, dergleichen nie gefunden! du hast den Heiland hergebracht, der alles überwunden; du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 5. liebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Gebärden, mein Bruder, den ich lieber hab als alle Schätz auf Erden, komm, Heiland, in mein Herz hinein, komm eilend, laß die Krippe sein, komm, komm, ich will bei Zeiten die Stätte dir bereiten. Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! 20. Mel.: Warum sollt ich mich denn grämen. 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zu gute; 6. Sag an, mein Herzensbräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach, nimm von mir, Leib, Seel und Geist, ja alles, was Mensch ist und heißt; ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 17 7. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist, und hast die Welt bezwungen: hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. Joh. Rift 1607-1667. Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns giebt, was er liebt über alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 2 18 A. festlieder. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich uns selbst verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, giebt sich an, unser Lamm zu werden; unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Heil und Fried erwirbet. 6. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 7. Ei, so kommt und laßt uns laufen; stellt euch ein, groß und klein, kommt mit großen Haufen; liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 8. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 9. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost, hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 10. Die ihr arm seid und elende, Glaubens Hände! Hier sind alle kommt herbei, füllet frei eures guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 11. Süßes Heil, laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du biſt meines Lebens Leben! Nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 12. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine Last all auf deinem Rücken: kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 13. Ich bin rein um deinetwillen; du giebst gnug Ehr und Schmuck, mich drin einzuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen; o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen! II. Weihnachten. 14. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Mit dir 21. Eigne Melodie. Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des freuet sich der Engel Schar. Kyrieleis. 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe findt: in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Kyrieleis. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß, er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. 4. Das ewge Licht geht da herein, giebt der Welt ein'n neuen Schein; es leucht wohl mitten will ich endlich schweben voller Freud, ohne Zeit, dort im andern Leben. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr englischen Chöre, singet dem Herren, dem Heiland 19 119 Paul Gerhardt 1607-1676. in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hier ward und führt uns aus dem Jammerthal; er macht uns Erbn in seinem Saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis. 22. Mel.: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an, des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigfeit. Kyrieleis. Dr. M. Luther 1483-1546. der Menschen, zur Ehre; sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2* 20 A. festlieder. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden, Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut: freut euch, Hirten und Herden. 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste bier beuget; sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget. Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd: alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimniß verstehen? hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen: gehet hinein, macht euch dem Kinde gemein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? du willst dich selber, dein Herze der Liebe, mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken? Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben, ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein: ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren; komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich verloren; wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, der du mich liebend erkoren. 8. Menschenfreund Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben; laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben; gieb mir doch bald, Jesu, die Kindesgestalt ewig mich dir zu ergeben. Gerhard Tersteegen 1697-1769. 23. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit( 25). es ist mein Geist und Sinn; Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohlgefallen. II. Weihnachten. 2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren, und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todesnacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! . 4. Ich sehe dich mit Freuden an, und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, bleib ich anbetend stehen. daß mein Sinn ein Abgrund wär, und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich, in seinem höchsten Thron, der heut aufschleußt sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn.. 21 5. Du fragest nicht nach Luſst der Welt, noch nach des Leibes Freuden: du hast dich bei uns eingestellt an unsrer Statt zu leiden. Suchst meiner Seelen Trost und Freud durch dein selbsteignes Herzeleid: das will ich dir nicht wehren. 6. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freude. 24. Eigne Melodie. 7. Zwar sollt ich denken, wie gering ich dich bewirten werde: du bist der Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde; doch bist du so ein lieber Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt 1607-1676. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein../ 22 A. festlieder. 3. Er äußert sich all seinr Gewalt, wird niedrig und gering, und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding../ 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, nimmt von ihr seine Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, ./denn er ist Davids Reis,./ 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an und giebt uns in seins Vaters Reich/ die klare Gottheit dran../ 5. Das aus sein'm Stamm ent- 8. Heut schleußt er wieder auf sprießen sollt in dieser letzten Zeit, die Thür zum schönen Paradeis; durch welchen Gott aufrichten der Cherub steht nicht mehr dafür, wollt/ sein Reich, die Christen- Gott sei Lob, Ehr und Preis!./heit../ Nicol. Herman † 1561. Nun singet und seid froh, jauchzt all und singet so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht doch wie die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und, du bist A und O. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel sein! Wie könnte wohl noch freundlicher der treue Jesus sein!./* 25. Eigne Melodie. 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kindlein, zart und rein, durch alle deine Güte; o liebstes Jefulein, zeuch mich hin nach dir, zeuch mich hin nach dir. 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld. Wir wären all verdorben durch Sünd und Eitelkeit, so hat er uns erworben die ewge Himmelsfreud; eia, wärn wir da, eia, wärn wir da. 4. Wo ist der Freudenort? Nirgends sonst als dort, da die Engel singen mit den Heilgen all, und die Psalmen klingen im hohen Freudensaal. Eia, wärn wir da, eia, wärn wir da. Nach dem Lateinischen In dulci jubilo.. II. Weihnachten. 26. Mel.: Wie herrlich ists, ein Schäflein Christi werden( 23). Liebe, die den Himmel hat zerrissen, die sich zu mir ins Elend niederließ, was für ein Trieb hat dich bewegen müssen, der dich zu mir ins Jammerthal verwies? Die Liebe hat es selbst gethan, sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du für mich das größte Wunder thust; die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, daß mir zu gut du unter Dornen ruhst. O unerhörter Liebesrat, der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesenket hat! 3. Die Liebe ist mein Anverwandter worden, mein Bruder ist selbst die Barmherzigkeit, die Gottheit selbst lebt nun in meinem Orden, die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit. Das Leben selbst ist Mensch geboren, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verloren. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgeföhnet, die Reinigkeit der Seelen wiederbracht; 23 sie wird als Braut der Gottheit nun gekrönet, da sie der Himmel selbst so angelacht. Die Menschheit wird nun ganz erneut und als ein reiner Thron der Gottheit eingeweiht. 5. Die Weisheit ſpielt nun wieder auf der Erden, dadurch das Paradies im Menschen grünt. Nun können wir aus Gott geboren werden, weil die Geburt des Herren dazu dient. Die neugeborene Seele spürt, daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. 6. Kein Elend kann nun unserm Herzen schaden, Immanuel ist bei uns in der Not; ich gehe nur zu ihm, dem Quell der Gnaden, so dient mir selbst das Elend und der Tod. Der Jammer hängt mir nur noch an, der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, dieweil sie selbst durch ihn verdammet ist; was schaden nun der 24 A. festlieder. Seele ihre Flammen, weil Christi Blut und Wasser in sie fließt? Immanuel löscht ihren Trieb; er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Ich habe nun ein ewges Leben funden, viel Reichtum, Ehr und Wonne schenkt er mir; ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin Yom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 27. Eigne Melodie. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. vergnügt und ganz gestillt, weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott, er will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, erfreue dich in dieser Liebesmacht! Des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, und der Verlust ist völlig wiederbracht. O ewig, ewig wohl ist mir, daß ich in Christo nun das Wohlgefallen spür. Chr. Friedr. Richter 1676-1711. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippe, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. II. Weihnachten. 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin: was liegt doch in dem Krippelein? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jefulein. 8. Sei willkommen, du edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß? 10. Und wär die Welt vielmal so weit von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 25 11. Der Sammet und die Seide dein, das ist grob Heu und Windelein, darauf du Kön'g so groß und reich herprangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. 13. Ach mein herzliebcs Jesulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuen sich der Engel Schar und singen uns solch neues Jahr. Dr. M. Euther ein Kinderlied auf die Weihnacht Christi 1535. 28. Mel.: Vom Himmel hoch da komm ich her. Dom Himmel kam der Engel Schar, erschien den Hirten offenbar; sie sagten ihn'n! Ein Kindlein zart das liegt dort in der Krippen hart. 2. Zu Bethlehem in Davids Stadt, wie Micha das verkündet hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland iſt. 26 A. festlieder. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eur Fleisch und Blut; eur Bruder ist das ewge Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott; laßt zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. Wir singen dir Smmanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgenstern, du Jungfrau Sohn, Herr aller Herrn. Hallelujah. 29. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet haſt. Hallelujah. 5. Er will und kann euch lassen nicht, seht ihr auf ihn eur Zuversicht; es mögen euch viel fechten an, dem sei Troß, ders nicht lassen kann. 3. Von Anfang da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Hallelujah. 6. Zuleßt müßt ihr doch haben recht, ihr seid nun worden Gotts Geschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich allezeit. mod commi Dr. Matin Luther 1483-1546. 4. Vor andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Herd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wenn er dir sang auf Saitenspiel. Hallelujah. 5. Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm; ach, daß die Hülfe bräch herein, so würde Jacob fröhlich sein. Hallelujah. 6. Nun du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Hallelujah. Univ.- Bibl. Giessen III. Neujahr. 7. Du kehrst in fremder Haufung ein, und sind doch alle Himmel dein; du liegst an deiner Mutter Brust und bist doch aller Engel Lust. Hallelujah. 8. Du bist der süße Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Herz hält dich für Greul und bist doch nichts als lauter Heil. Hallelujah. 9. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Hallelujah. pal 10. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zu= wieder sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Hallelujah. 27 11. Bin ich gleich Sünd und Schulden voll, hab ich gelebt nicht wie ich soll: ei, kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Hallelujah. 12. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, du würgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Not Hallelujah. 13. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigenthum und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Hallelujah. 14. Ich will dein Hallelujah hier mit Freuden fingen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Za Zahl. Hallelujah. Paul Gerhardt 1607-1676. III. Neujahr. 30. Mel.: Vom Himmel hoch da komm ich her( 4). Das alte Jahr vergangen ist. Wir danken dir, Herr Icsu Christ, daß du uns in so großr Gefahr behütet haft lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, ewiger Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 28 A. festlieder. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, es ist der Seelen höchster Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünde Bahn und fromm zu werden fangen an, keinr Sünd des alten Jahrs gedenk, ein gnadenreich Neujahr uns schenk: Das Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz, und was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Thränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur giebt? warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen-, du armes Herz, warum? 5. Christlich zu leben, seliglich zu sterben und hernach fröhlich am jüngsten Tage aufzustehn, mit dir in Himmel einzugehn; 31. Mel.: Herzlich thut mich verlangen( 28). 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: daß diese arme Erde nicht unsre Hei6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr! Joh. Steueclein( P1 1545-1613. mat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen die Thränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im selgen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wissens, die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit; nur immer vorwärts sehen mit selger Freudigkeit; wird uns durch Grabeshügel der klare Blick verbaut: Herr, gieb der Seele Flügel, daß sie hinüberschaut. III. Neujahr. 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns heimatwärts. Und ist es 32. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her( 25). Das liebe neue Jahr geht an, das alte hat ein Ende; drum jauchzt und freut sich jedermann, erhebt sein Herz und Hände zu unserm Gott im Himmelsthron, dankt ihm und seinem lieben Sohn, auch Gott dem heilgen Geiste. 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gott Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht das bekannt uns, die wir warn verloren. Im selgen, lieben Gotteswort geschrieben ists an manchem Ort und wird uns flar verkündet. uns hienieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein. Eleonore Fürstin Reuß 1835. 29 3. Die reine Lehr und Sakrament wir habn in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande. Gott frönt das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 4. Das danken wir dem lieben Herrn und freun uns solcher Güte. Er woll den Feinden steurn und wehrn und uns hinfort behüten. Er geb ein selig neues Jahr und helf uns zu der Engel Schar, da wolln wir ihn schön preisen! Cyriacus Schneegaß 1546-1597.. 33. Mel.: Herzlich thut mich verlangen( 28). Durch Trauern und durch Plagen, durch Not, durch Angst, durch Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch Sorgen groß und klein, bin ich, Gott Lob, gedrungen; dies Jahr ist hingelegt: dir, Gott, sei Lob gesungen, mein Herze wird erregt. 30 A. Festlieder. 2. Der du mich haft erbauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, du bist mein fester Trost; dich laß ich ferner walten, wenn mich die Not anstoßt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich, gieb, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armut drücken, ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen, ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen, ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben, Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Ängsten schweben, mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden, ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden, Herr, dein Will ist auch mein. 6. Soll ich gen Himmel dringen, gar gern, o Gott, mein Licht. Soll mich die Höll verschlingen, ach, dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet die rote Höllenglut; du aber biſt verfühnet durch deines Sohnes Blut. 7. Heut ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnad sei heut auf mich neu ausgegossen, mein Herz werd auch erneut. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden; dein Wort verspricht es mir. Gottfr. Wilh. Sacer 1635-1699. 34. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit( 25). Gott Lob! ein Schritt zur Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet; o Quell, daraus mein Leben fließt, daraus sich alle Gnad ergießt in meine Seel zum Leben. III. 27eujahr. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzulange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir und. ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht mein Herz, daß sich entzündet was in mir ist, und mein Gemüt sich so mit dir verbindet, daß du in mir und ich in dir, und ich doch immer noch allhier will näher an dich dringen. 4. O daß du selber kämest bald! Ich zähl die Augenblicke. Ach komm, eh mir das Herz erkalt und sich zum Sterben schicke. Komm doch in deiner Herrlich keit, schau, deine Braut hat sich bereit, die Lampen sind geschmücket. 5. Doch sei dir ganz anheimgestellt die rechte Zeit und Stunde; wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 31 6. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebensfürst, dich ganz mit mir vereinen wirst und mir dein Erbe schenken. 7. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet, und also auch von dieſer Zeit ein neuer Schritt vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 8. Wenn auch die Hände lässig sind und meine Kniee wanken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke und ich himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 9. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken; so dir der Lauf zu langsam däucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe. 32 A. festlieder. 10. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was 35. Eigne Melodie( 27). Helft mir Gotts Güte preiſen, ihr Christen insgemein, mit Sang und andern Weisen, ihm allzeit dankbar sein, vornehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr geendet, die Sonn sich zu uns wendet: das neu Jahr ist nicht weit. 2. Erstlich laßt uns betrachten des Herren reiche Gnad und so gering nicht achten sein unzählig Wohlthat; stets führen zu Gemüt, wie er dies Jahr gegeben all Notdurft diesem Leben und uns vor Leid behüt'. heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. 2. H. Frande 1663-1727. 3. Lehramt, Schul, Kirch erhalten in gutem Fried und Ruh; Nahrung für Jung und Alte bescheret auch dazu, und gar mit milder Hand sein Güter ausgespendet, Verwüstung abgewendet bei uns von Stadt und Land. 4. Er hat unser verschonet aus väterlicher Gnad; wenn er sonst hätt belohnet all unsre Missethat mit gleicher Straf und Pein, wir wären längst gestorben, in mancher Not verdorben, dieweil wir Sünder sein. 5. Nach Vaters Art und Treuen er uns so gnädig ist. Wenn wir die Sünd bereuen, glauben an Jesum Christ herzlich ohn Heuchelei, thut er all Sünd vergeben, lindert die Straf daneben, steht uns in Nöten bei. 6. All diese Güt wir preisen, Vater ins Himmels Thron, die du uns thust beweisen durch Christum deinen Sohn; und bitten ferner dich, gieb Heil zum neuen Jahre, vor allem Leid bewahre und nähr uns mildiglich. Paul Eber 1511-1569. III. Neujahr. 36. Mel.: Unser Herrscher, unser König( 20). Hilf, Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, gieb mir Buße für die Sünd; hilf, daß sie mir nimmer schade, sondern bald Verzeihung find, Herr, in dir; nur du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 3. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe Jesus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in seinem Zion schallen; und so oft wir nach dem Ort, da sein und voll Angst und Zagen bin; stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 37. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht( 17). 33 4. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 5. Jesu laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr; freudich will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Joh. Rist 1607-1667. Name thronet, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu teil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 3 34 A. festlieder. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 38. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren( 2). Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen; 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Bagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 5. Alle Sorgen, alles Leid joll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterfeit uns zum Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Benj. Schmold 1672-1732. 5. Also auch und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trübsal blißen, in seinem Schoße sizzen. 6. Ach Hüter unsres Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammerpforten und laß an allen Orten auf so viel Blutvergießen die Friedensströme fließen. III. Neujahr. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen: laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Gedanken den hochSegnet uns zu guterletzt auch noch dieses Jahres Ende! Segnet fünftig, segnet jetzt, o ihr treuen Jesushände; segnet daß an Leib und Seele niemand etwas Gutes fehle. 2. Helft, so wir gefallen sind, helft uns wieder aufzustehen; lehrt uns treulich und geschwind betrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 39. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 35 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt 1607-1676. in den Wegen Jesu gehen, daß an Weisheit, Gnad und Segen wir auch täglich wachsen mögen. 3. Ja, versiegelt dieses noch, o ihr treuen Jesushände, am Beschluß des Jahres doch, daß wir alle bis ans Ende Glauben immer fester fassen, nichts von ihm uns trennen lassen. Ch. C.£. von Pfeil 1712-1784. 3* 36 A. festlieder. IV. Epiphanias. 40. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht( 17). Jesu, großer Wunderstern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken fann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe; laß es auch bewährt und rein in des Elends Ofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir genügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bitter Reu; ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an! Erdm. Neumeister 1671-1756. 41. Mel.: Valet will ich dir geben( 28). Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. König aller Ehren, Herr dich hinweiset, dazu das göttlich Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mag werden zur ewgen Seligkeit. 2. Von deinem Reiche zeugen die Leut aus Morgenland, die Knie sie vor dir beugen, dieweil sie dich erkannt. Der Stern auf 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf hohem Rosse, trägst keine güldne Kron, sizt nicht in festem Schlosse; hier hast du Spott und Hohn. IV. Epiphanias. 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schüßen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sitzen; die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. Den Werde licht, du Stadt der Heiden, und du Salem, werde licht; schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 42. Eigne Melodie.( 20). 2. Dunkelheit die muf te weichen, c's dies Licht kam in die Welt, dem fein andres ist zu gleichen, welches alle Ding erhält. Die nach diesem Glanze sehen, dürsen nicht im Finstern gehen. 37 Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Not. 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern, halt falsche Lehr und Sünden von meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erfenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behm 1557-1622. 3. Ach, wie waren wir verblendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Gebärden hafteten nur an der Erden. 4. Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht, Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt' es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 38 A. festlieder. 5. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches soviel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles übrig blieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch des Glaubens Liebeswerke folgen in Gerechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. Wer im Herzen will erfahren und darum bemühet ist, daß der König Jesus Christ sich in ihm mög offenbaren, der muß suchen in der Schrift, bis er diesen Schap autrifft. 8. Dein Erscheinung müss' erfüllen mein Gemüt in aller Not; dein Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod. Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 43. 2. Se muß gehen mit den Weisen, bis der Morgenstern aufgeht und in Herzen stille steht; so kann er sich selig preisen, weil des Herren Angesicht glänzt von Klarheit, Recht und Licht. 9. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo ppir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Joh. Rift 1607-1667. Mel.: Unerschaffne Lebenssonne( 18). 3. Denn wo Jesus ist geboren, da erweiset sich gar bald seine göttliche Gestalt, die im Herzen war verloren: seine Klarheit spiegelt sich in der Seele kräftiglich. 4. Alles Fragen, alles Sagen wird von diesem Jesu sein und von dessen Gnadenschein, dem sie fort und fort nachjagen, bis die Seele in der That diesen Schatz gefunden hat. V. Passionszeit. 5. Jesu, laß mich auf der Erden sonst nichts suchen, als allein, daß du mögest bei mir sein und ich dir mög ähnlich werden in dem Leben dieser Zeit und in jener Ewigkeit; V. Passionszeit. 44. 6. So will ich mit allen Weisen, die die Welt für Thoren acht, dich anbeten Tag und Nacht und dich loben, rühmen, preisen, liebster Jesu, und vor dir christlich wandeln für und für. Laurentius Laurenti 1660-1722. Eigne Melodie. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, terbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. 45. Mel: Nun laßt uns den Leib begraben( 4). Die Seele Christi heilge mich, sein Geist versetze mich in sich, sein Leichnam, der für mich verwundt, der mach mir Leib und Seel gesund. 39 Ulte Kirche. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß des Speers aus seiner Seite floß, das sei mein Bad, und all sein Blut erquicke mir Herz, Sinn und Mut. 40 A. Festlieder. 3. Der Schweiß von seinem Angesicht laß mich nicht kommen ins Gericht: sein ganzes Leiden, Kreuz und Bein, das wolle meine Stärke sein. 4. O Jesu Christ, erhöre mich! Nimm und verbirg mich ganz in dich, schließ mich in deine Wunden ein, daß ich vorm Feind kann sicher sein. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er, als ein stilles Lamm, dort so blutig und so bleich zu sehen hängend an des Kreuzes Stamm; wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht! 5. Ruf mir in meiner letzten Not, und setz mich neben dich, mein Gott, daß ich mit deinen Heilgen alln laß ewiglich dein Lob erschalln. Joh. Scheffler 1624-1677. 46. Mel.: Herr und Ältster deiner Kreuzgemeinde. Eines wünsch ich mir vor allem andern, eine Speise früh und spät, selig läßts im Thränenthal sich wandern, wenn dies Eine mit uns geht: unverrückt auf einen Mann zu schauen, der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlik niedersank und den Kelch des Vaters trank. 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld; hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein! sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen: das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund! — 2lbert Knapp 1798-1864. V. Passionszeit. 47. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. Ein Lämmlein geht und trägt dein Sagen." die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergiebt sich auf die Würgebank, verzeiht sich aller Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: Ich wills gern Leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. ,, Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zu Straf und Zornesruten: die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten." 3. ,, Ja, Vater, ja, von Herzens grund, leg auf, ich will dirs tragen; mein Wollen hängt an deinem Wund, mein Wirken ist 41 Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen; mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen Fr und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. 42 A. festlieder. 6. Erweitre dich, mein Herzensschrein, du sollst ein Schatzhaus werden der Schäße, die viel größer sein als Himmel, Meer und Erden. Weg Ehr und Tand der eitlen Welt, weg Reichtum, Gold und alles Geld, ich hab ein Beffres funden; mein großer Schak, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 7. Das soll und will ich mir zu Nuß zu allen Zeiten machen; im Streite soll es sein mein Schuß, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls sein mein Wasserquell, in Einsamkeit mein Sprachgesell, zu Haus und auch auf Reisen. 8. Was schadet mir des Todes Gift? dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonne Hize trifft, so kanns mir Schatten geben; setzt mir der Wehmut Schmerzen zu, so findt ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker. Und wenn des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 9. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darin kleiden. Es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt 1607-1676. 48. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. Es ist vollbracht! Er ist verschieden, mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürst entschläft im Frieden, die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht; o großes Wort: Es ist vollbracht! V. passionszeit. 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen; des Lebens Wort muß sprachlos sein, das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umfaßt ein Stein; die höchste Kraft ist nun verschmacht, o wahres Wort: Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Ihr meine Sünden verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: Des Sohnes Blut erlangt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O süßes Wort: Es ist vollbracht! Herr Jesu Christ, dein teures Blut ist meiner Seele höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 49. Mel.: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht( 4). 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 43 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin, dich wünschen Engel zu umfangen: ruh auch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht: o tröstlich Wort: Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel sind allhier zugegen, ich schlummre sanft mit Jakob ein, die Himmelspfort ist aufgemacht, o Lebenswort: Es ist vollbracht! Salom. Frand 1659-1725. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Blut, dein Lebenssaft giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius 1611-1684. 44 A. Festlieder. 50. Mel.: Herr, wie du willst, so schicks mit mir( 25). Herr Jesu, deine Angst und jerr Jesu, deine Angst und auf daß du für uns schafftest Rat und unsre schwere Missethat bei Gott versöhnen möchteſt. Bein und dein betrübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit sein, die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große Not und deinen herben, bittern Tod, dieweil ich lebe, denken. 2. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen: ach, liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnad für Recht ergehen. 3. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, ertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, Herr, zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog vor aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 4. Drum will ich jetzt zur Dankund wenn du zu der Seligkeit barkeit von Herzen dir lobſingen, mich wirst hinkünftig bringen: so will ich daselbst noch viel mehr zusamt dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafür loben. 51. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. err, stärke mich, dein Leiden Pein und dein betrübtes Leiden 5. Herr Jesu, deine Angst und laß meine letzte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe. Amen. Unbekannt. 1674. 2. Duwolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gematert und zerschlagen die Sünde tragen. v V. Passionszeit. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gefrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet; du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenfet. 45 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 52. Eigne Melodie. 7. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahingegeben. 8. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben. D gieb zu diesem seligen Geschäfte stets neue Kräfte. Th. f. Gellert 1716-1769. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen. Ich, ach Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 46 A. Festlieder. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 8. Doch ist noch etwas, was dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 9. Weils aber nicht besteht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. Jesu, deine Passion will ich jetzt bedenken, wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach und Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 11. Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu schäßen, wirst du es doch nicht gar bei Seite setzen; in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wohl wird klingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann 1585-1647. 53. Mel.: Jesu, Leiden, Bein und Tod( 31). jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. V. Passionszeit. 2. Gieb, daß ich recht sehen mag deine Angst und Bande, dein Verspeien, Schläg und Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron, Speerund Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, in den Marterstunden. 3. Doch laß mich ja nicht allein deine Marter sehen; laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach, die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde; diese hat gemartert dich, daß ich Gnade finde! 4. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Sünden dich martre Jesu, deine tiefen Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs- und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein; die verleidet meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. nicht aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was mein Heiland büßen mußt mit so großen Leiden? 47 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jeſu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle. Dich und deine Passion laß mich gläubig fassen; liebet mich der liebe Sohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Zieb um Lieb. Indes laß dies Lallen bessern Dank ich dorten gebJesu, dir gefallen. Siegm. v. Birken 1626-1681. —1 54. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele( 33). 2. Will sich denn in Lüsten weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden, bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 48 A. Feſtlieder. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Sündenbahn, da nichts ist als Jubilieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Centnerlast, die du ausgestanden hast: so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Sa, für alles, das mich fränket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du für mich bist gestorben. 5. Auf dich seß ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht; dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe Teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. Jesu, der du wollen büßen für die Sünden aller Welt durch dein teures Blutvergießen; der du dich hast dargestellt als ein Opfer für die Sünder, die verlornen Adamskinder: Ach laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich: kein Feind kann verletzen mich! Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann 1585-1647. 55. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben( 35). 2. Rette mich durch deine Plagen, wenn mich meine Sünde plagt; laß, ach laß mich nicht verzagen, weil du selbst für mich gezagt. Hilf, daß mich dein Angstschweiß kühle, wenn ich Drangsalshite fühle: Ach laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! V. Passionszeit.. 3. Mache mich durch deine Bande von des Satans Banden frei; hilf, daß dein erlittne Schande meine Kron und Ehre sei. Trost der Seelen, Heil der Erden, laß mich nicht zu Schanden werden: Ach, laß zc. 4. Rede durch dein Stilleschweigen, liebster Jesu, mir das Wort, wenn mich Sünden überzeugen und verklagen fort und fort, wenn mein bös Gewissen schreiet und mir mit Verdammnis dräuet: Ach, laß zc. 5. Laß mich Freudenrosen brechen, liebster Jesu, meine Zier, von den Dornen, die dich stechen; Jesu, nahe dich zu mir; kröne mich mit Huld und Gnade, daß kein Sündendorn mir schade: Ach, laß 2c. 6. Ach, laß deine tiefen Wunden frische Lebensbrunnen sein, wenn mir alle Kraft verschwunden, wenn ich schmacht in Seelenpein; 49 sent in Abgrund deiner Gnaden alle Schuld, die mich beladen: Ach, laß zc. 7. Ach, zerbrich des Eifers Rute, ach, erzeige Gnad und Huld! Tilge doch mit deinem Blute meine schwere Sündenschuld; laß mich in der Angst der Sünden Ruh in deiner Seite finden: Ach, laß 2c. 100 IND 8. Hilf, daß mir dein Dürsten nüße, das am Kreuze dich geplagt, wenn ich lechze, wenn ich schwitze, wenn mich meine Sünde jagt; laß mich deinen Durst genießen, laß mir Lebensströme fließen: Ach, laß zc. 9. Jesu, komm mich zu befreien durch dein lautes Angstgeschrei; wenn viel tausend Sünden schreien, stehe doch mir Armen bei; wenn mir Wort und Sprach entfallen, laß mich sanft von hinnen wallen: Laß mir deine Todespein Leben, Heil und Himmel ſein! Unbekannt 1697. 50 A. Festlieder. 56. Jesu, meines Lebens Eigne Melodie( 35). Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben! Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend, tausendmal sei dir zc. 3. Wunden ließest du dir schlagen, ohne Maßen littest du, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh. Ach, du Ach, du haft zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausend 2c. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dornen dich gekrönet; was hat dich dazu bewegt? daß du möchtest mich ergeten, mir die Ehrenkron aufsetzen. Tausend, tausend zc. 5. Du hast wollen sein geschlagen, mich zu lösen von der Pein; fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein, daß ich möchte trostreich prangen, haft du sonder Trost gehangen. Tausend, tausend 2c. 6. Du hast dich mit Not bedecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tausend, tausend 2c. 7. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und Übermut, dein Tod meinen Tod versüßet; es kommt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausend zc. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, für die tausendfachen Plagen, für dein Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. E. Ch. Homburg 1605-1681. V. Passionszeit. 57. Eigne Melodie, oder: O Durchbrecher aller Bande. du Liebe meiner Liebe, du merwünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens mir zu gute als ein Opfer eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Ölberg sich betrübt, Liebe, die mit Sorg und Sehnen unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, den, so niemand konnte stillen, hat dein Sterben hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, bis sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuletzt umfangen wollt, Liebe, die aus Liebserbarmen mich zuletzt in höchster Huld ihrem Vater 51 überlassen, die selbst starb und für mich bat, daß mich nicht der Zorn sollt fassen, weil mich ihr Verdienst vertrat. 5. Liebe, die mit so viel Wunden sich mit mir als ihrer Braut unauflöslich hat verbunden und auf ewig angetraut, Liebe, laß auch meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein, in dem blutverwundten Herzen, sanft in dir geſtillet sein. 6. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft an deinem Herzen ruh! ang d 7. Liebe, die sich tot gekränket und für mein erfaltet Herz in ein kaltes Grab gesenket, ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben: nimm mich ewig liebend an. Unbekannt 1697. 4* 52 A. festlieder. 58. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. dienet hat: dienet hat: gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner. Gnad. Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenfron! Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet: gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet, wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn ver5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelsluſt. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! V. Passionszeit. 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deine Todesschmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein. Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. a will ich 53 nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. 59. Mel.: Christus, der uns selig macht( 31). O hilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bittres Leiden, daß wir dir stets unterthan all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. t 60. Eigne Melodie. Paul Gerhardt 1607-1676. 10 m. Weiße+ 1540. all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! 54 A. Festlieder. 2. Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! 61. Eigne Melodie. Traurigkeit, o Herzeleid! ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind wird ins Grab getragen. 2. O große Not! der Herr ist tot, am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. shi asiguin 3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. 3. Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu, o Jesu! n. Decius † 1541. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, o Glaubensgrund, wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O selig ist zu aller Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab versenket. 007. O Jeju, du mein Hülf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen: hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. Joh. Rist 1607-1667. V. Passionszeit. 62. Mel.: Welt, ich muß dich lassen( 11). Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt, aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 194 150 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll; die Geißeln 55 und die Banden und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja, läsfest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir 3. Wer hat dich ſo geſchlagen, läſfest du dich krönen mit Dornen, mit Geduld. die dich höhnen, und leidest alles mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übelthaten weißt du nicht. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein; du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9. Nun ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. Univ.- Bibl. Giessen 56 A. Festlieder. 10. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergeben, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 11. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie strenge seine Ruten, wie heiß der Strafe Gluten, will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Mut und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 13. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. Sei mir tausendmal gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 14. Ans Kreuz will ich mich schlagen mit dir und dem absagen, was meinem Fleisch gelüst; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich iſt. 15. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt 1607-1676. 63. Mel.: Bion flagt mit Angst und Schmerzen( 33). 2. Ich umfange, herz und küsse der gekränkten Wunden Zahl und die purpurroten Flüsse deiner Füß und Nägelmal. O wer kann doch, schönster Fürst, den so hoch nach uns gedürst, deinen Durst und Liebsverlangen völlig fassen und umfangen. V. passionszeit. 3. Heile mich, o Heil der Seelen wo ich frank und traurig bin, nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht; wird, o Arzt, dein Blut mich neßen, wird sich all mein Jammer setzen. 4. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. So ruhest du, o meine Ruh, in deiner Grabeshöhle, und erweckst durch deinen Tod meine tote Seele. 64. Mel.: Traurigkeit, o Herzeleid. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken: sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 57 Du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 5. Diese Füße will ich halten auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten und mich selber freundlich an von des hohen Kreuzes Baum und gieb meiner Bitte Raum, sprich: Laß all dein Trauern schwinden, ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt 1607-1676. 4. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 5. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt, doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 6. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis ins Grab gedenken. Salomon frand 1659-1725. 58 A. festlieder. 65. Eigne Melodie. Wenn meine Sünd mich fränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, wer es betrachtet recht! Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Leben lang für deine Pein und Schmerzen, o Jeju, Lob und Dank, für deine Not und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen! Gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und folge dem Exempel, das du mir vorgeſtellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und mei nen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennuß und Heuchelschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. imk 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und des versichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdeſt mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius 1601-1673. VI. Ostern. Ice 66. Mel.: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht( 4). Wir danken dir, Herr Jeſu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut; 2. Und bitten dich, wahr'r Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden rot, erlös uns 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns wirst verlassen nicht, sondern ganz treuvon dem ewgen Tod und tröstlich bei uns stehn, daß wir durchs uns in der letzten Not. Kreuz ins Leben gehn. 790 31917 VI. Ostern. add 67. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, reich uns dein allmächtige Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein, Eigne Melodie. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht! Wie kömmt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 59 2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei. Eh ers vermeint und denket, ist Christoph fischer † 1600. Christus wieder frei und ruft Victoria! schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält. mirs 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb erworben ist. 60 A. festlieder. 4. Die Höll und ihre Rotten die frümmen mir kein Haar, der Sünden kann ich spotten, bleib allzeit ohn Gefahr; der Tod mit seiner Macht wird nichts bei mir geacht, er bleibt ein totes Bild und wär er noch so wild. 5. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn; sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht; das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick. 6. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll; ich bin stets sein Gefell. 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit 7. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und brauch mich nicht zu kehren an einzig Ungemach; es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben ſtillt. 68. Eigne Melodie. 8. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gefrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt 1607-1676. daß er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ. Kyrieleis. 3. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. Ulte Kirche. VI. Ostern. 69. Eigne Melodie. Christ lag in Todes Banden für unsre Sünd gegeben: der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein und singen: Halle lujah. Hallelujah! 2. Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das macht alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in sein'm Reich gefangen. Hallelujah! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kommen und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt, da bleibt nichts denn Tods Gestalt, den Stachel hat er verloren. Hallelujah! 4. Es war ein wunderlich Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift 61 hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus dem Tod ist worden. Hallelujah! 5. Hier ist das recht Osterlamm, das hat uns Heil erworben; das ist an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb gestorben; des Blut zeichnet unsre Thür; das hält der Glaub dem Tod für; der Würger kann uns nicht rühren. Hallelujah! 6. So feiern wir das hoh' Fest mit Herzens Freud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt. Er ist selber die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleuchtet. unsre Herzen ganz. Der Sünden Nacht ist vergangen. Hallelujah! 7. Wir essen und leben wohl zum süßen Brod geladen, der alt Sauerteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Christus selbst die Kost will sein und speisen die Seel allein: der Glaub will keins andern leben. Hallelujah! Dr. M. Luther 1483-1546. 62 A. festlieder. 70. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her( 25). Der Hölle Pforten sind zerſtört, der Tod ist nun verschlungen, des Satans Reich ist ganz verherrt: Lob sei dir, Gott, gesungen! Der Sünder Macht ist abgethan; durch Christum ist die Himmelsbahn uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des ersten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erforen. Der starke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Hent ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht gebrochen und stecket auf des Heils Panier, gleich wie er hat gesprochen. Er bringt nach wohlgeführtem Streit uns wieder Fried und Freudigkeit, ja alle Himmelsschäße. 4. Drum lasset uns in Fröhlichkeit Herz und Gemüt erheben, weil uns ist diese Gnadenzeit vom Himmel wieder geben. Wir haben Christi Reich und macht; er ist hinweg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Not, liegt in dem Staub der Erden; der vormals starke Seelentod hat müssen kraftlos werden. Des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeugnis obgesiegt und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit wie Christus auferstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfreud eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen auch, wie Paulus schließt, die andern Glieder wohnen. Mich. Schirmer 1606-1673. 71. Eigne Melodie. Erschienen ist der herrlich Tag, Herr, heut triumphiert, all sein dran sich niemand gnug Feind er gefangen führt. Hallefreuen mag; mag; Christ, Christ, unser unser lujah! VI. Ostern. 2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Hallelujah! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, weil ihn besiegt des Lebens Herr; zerstört ist nun all seine Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Hallelujah! Frühmorgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht; vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Hallelujah. 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen, gleich als wär ich tot, läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn nach Trauern, Freud und Wonn. Hallelujah. 72. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang bleibt mein Heiland in Todes Zwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehrn sein Siegesfähnlein schwingt. Hallelujah. 63 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, all's, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darniederlag. Hallelujah! 5. Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Hallelujah fein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstanden bist. Hallelujah! Nicol. Herman † 1561. 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält, drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Hallelujah. 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf, ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Hallelujah. 6. Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Hallelujah. 64 A. festlieder. 7. Wie tief Kreuz, Trübsal oder Pein, mein Heiland greift allmächtig drein; führt mich heraus durch seine Hand, wer mich will halten, wird zu Schand. Hallelujah. 8. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Hallelujah. 9. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich, sterb ich, so nimmt er mich zu sich, wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Hallelujah. Hallelujah! jauchzt ihr Chöre, fingt Jesu Christo Preis und Ehre, wie groß, wie herrlich ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und macht! Preis ihm, er hats vollbracht! Hallelujah! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 10. Mein Herz darf nicht entsetzen sich: Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Hallelujah. 11. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt; dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah. Joh. Heermann 1585-1647. 73. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todesfetten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn in Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht das Licht des ewgen Tages ruft. VI. Oftern. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Hallelujah! Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus, unser Mittler, lebt. 2. Dem Teufel hat er seine Macht zerstört, verheert mit großer Kraft, wie pflegt zu thun ein starker Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Hallelujah! 74. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. Heut triumphieret Gottes Sohn, keit mit Freuden in dein Herrlichkeit! Halleluj.h! der vom Tod ist erstanden schon mit großer Pracht und Herrlichkeit, des dank'n wir ihm in Ewigkeit. Hallelujah! 3. lieber Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, führ uns durch dein Barmherzig65 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne! wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsres Grabes Dunkel bricht. O, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden und uns umstrahlt des Him mels Licht! mels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran, wir folgen dir in deine Ruh. G. B. funt 1734-1814. 4. Hier ist doch nichts denn Angst und Not: wer glaubet und hält dein Gebot, der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein'n schnöden Tod. Hallelujah! 5. Nun kann kein Feind uns schaden mehr, ob er gleich wütet noch so sehr; er liegt im Staub, der arge Feind, und wir nun Gottes Kinder seind. Hallelujah! 5 66 A. festlieder. 6. Dafür wir danken allzugleich und sehnen uns ins Himmelreich. Es ist am End; Gott helf uns alln, so singen wir mit großem Schalln: Hallelujah. 75. Mel.: Valet will ich dir geben( 28.) Ich geh zu deinem Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man fann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht: wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt; weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 7. Gott dem Vater im höchsten Thron, samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Hallelujah! Baf. foertsch † 1619. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu, so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei: wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. VI. Oftern. 7. Du wirst den Ölberg zeigen, wo man gen Himmel fährt, da will ich fröhlich steigen, bis daß ich eingekehrt in Salems Frie76. bi br Mel.: Jesus meine Zuversicht. Jesus lebt, mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. denshäuser, da heißts: Victoria! Da trägt man Siegesreiser; ach wär ich nur schon da! B. Schmold 1672-1737. 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. bi 67 4. Jesus lebt! sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. fürchtegott Gellert 1716-1769. 5* 68 A. festlieder: 77. Eigue Melodie. Jesus, meine Zuversicht und mein Heiland, ist im Leben: dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden: das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser Leib, von Gott erbaut, wird verklärt mich dann umgeben: Gott wird werden angeschaut dann von mir im neuen Leben, und in diesem Leib werd ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen: ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 7. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausstehen: hier geh ich natürlich ein, gesät, himmlisch werd ich auferdort da werd ich geistlich sein. 8. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder, gebt nicht statt der ruft euch wieder, wann die letzt Traurigkeit, sterbt ihr, Christus Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. lacht des Todes und der Höllen, 9. Lacht der finstern Erdenkluft, denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. VI. Oftern. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt sollt auferstandner Siegesfürst, du Leben aller Leben, heut bringst du Friede, da du wirst zur Frende uns gegeben; vor bracht die Not dich in den Tod, jetzt bist du auferstanden und frei von Todesbanden. 78. Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. 2. Die Last und unsrer Sünden Schuld ließ dich in Fesseln fallen, du gabest dich aus großer Huld ans Kreuz zum Heil uns allen. Nun sind wir frei von Stlaverei, darinnen wir gefangen, weil du hervorgegangen. 3. Nun geht uns fröhlich wieder auf die rechte Gnadensonne; die vor erstarb in ihrem Lauf, giebt Strahlen neuer Wonne; jetzt ist die Seel mit Freudenöl von dir gefalbet worden und steht im neuen Orden. 69 werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Louise Henriette von Brandenburg 1627-1667. 4. Die Kraft von deiner Majestät bricht selbst durch Grab und Steine, dein Sieg ists, der uns mit erhöht zum vollen Gnadenscheine. Des Todes Wut, der Hölle Glut hat alle Macht verloren und wir sind neu geboren. 5. O daß wir diesen teuren Sieg lebendig möchten kennen, und unser Herz bei diesem Krieg im Glauben möchte brennen! Denn anders nicht kann dieses Licht uns in das Leben führen, wo wir nicht Glauben spüren. 6. So brich denn selbst durch unser Herz, o Jesu, Fürst der Ehren, und laß vorher die Glaubenskerz sich in uns Schwachen mehren, daß wir in dir die offne Thür zur ewgen Ruhe finden und auferstehn von Sünden. 70 A. Festlieder. 7. Erscheine uns mit deiner Güt, wenn wir in Buße weinen, und laß uns deinen teuren Fried zum ersten Anblick scheinen, so können wir, o Held, mit dir die rechten Ostern feiern und uns in dir erneuern. 79. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. Tod, wo ist dein Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hölle? was fann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, als Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang, jedennoch er sie dämpfte; ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 8. Ach, laß das wahre Auferstehn auch uns in uns erfahren und aus des Todes Grabe gehn, daß wir den Schatz bewahren, das teure Pfand, das deine Hand zum Siegen uns gegeben, so gehn wir ein zum Leben. J. H. Boehmer 1674-1749. 3. Lebendig Christus kommt. herfür, den Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Höllen Schloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf; er ist der Überwinder. 4. Des Herren Rechte die behält den Sieg und ist erhöhet, des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegen stehet. Tod, Teufel, Hölle, Welt und Sünd durch Christi Sieg gedämpfet sind, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt, er lebt, ob er gleich stirbet. VI. Ostern. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 7. Das ist die reiche Osterbeut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier Sei fröhlich alles weit und breit, was vormals war verloren, weil heut der Herr der Herrlichkeit, den Gott selbst auserkoren zum Sündenbüßer, der sein Blut am Kreuz vergossen uns zu gut, vom Tod ist auf erstanden. 80. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her( 25). 2. Wie schön hast du durch deine Macht, du wilder Feind des Lebens, den Lebensfürsten umgebracht! Dein Stachel ist vergebens durch ihn geschossen, schnöder Feind, du hättest wahrlich wohl gemeint, er würd im Staube bleiben. 71 sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 8. Tod, wo ist dein Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hölle? was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. Just. Gesenius 1601-1673. 3. Nein, nein, er trägt sein Haupt empor, ist mächtig durchgedrungen durch deine Bande, durch dein Thor, ja hat im Sieg verschlungen dich selbst, daß, wer an ihn nur gläubt, von dir jetzt ein Gespötte treibt, und spricht: Wo ist dein Stachel? 4. Denn deine Macht die ist dahin und keinen Schaden bringet dem, der sich stets mit Herz und Sinn zu diesem Fürsten schwinget, der fröhlich spricht:„ Ich leb, und ihr sollt mit mir leben für und für, weil ich es euch erworben." 72 A. festlieder. 5. Der Tod hat keine Kraft nicht mehr, ihr dürfet ihn nicht scheuen. Ich bin sein Siegsfürst und sein Herr, des sollt ihr euch erfreuen; dazu so bin ich euer Haupt, drum werdet ihr, wenn ihr mir glaubt, als Glieder mit mir leben. 6. Der Höllen Sieg der ist auch mein, ich habe sie zerstöret; es darf nicht fürchten ihre Pein, wer mich und mein Wort höret. Und weil des Teufels Macht und List gedämpft, sein Kopf zertreten ist, mag er ihm auch nicht schaden. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such was droben, als ein Christ, der geiſtlich auferstanden. 7. Nun, Gott sei Dank, der uns den Sieg durch Jesum hat gegeben, und uns den Frieden für den Krieg und für den Tod das Leben erworben, der die Sünd und Tod, Welt, Teufel, Höll und was in Not uns stürzet, überwunden! Paul Gerhardt 1607-1676. 81. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her( 25). Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thür gebrochen aus dem Grab herfür, der ganzen Welt zur Wonne. 3. Vergiß nun was dahinten ist und tracht nach dem was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer ihn heben; es kann ein Christ Sorgenstein: dein Jesus wird Wonne leben. Wirf dein Anbei Kreuzespein in Freud und liegen auf den Herrn und sorge ist auferstanden. nicht, er ist nicht fern, weil er VI. Ostern. 5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn mit ihrer Salbungsgabe, so wirst du sehn, daß Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw aus Judas Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat, uns zum Heil, gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde Schau getragen. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch über winden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 73 8. Scheu weder Teufel, Welt und Tod, noch gar der Hölle Rachen; denn Jesus lebt, es hat fein Not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 9. Ach mein Herr Jesu, der du bist von Toten auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die überwunden durch dein Blut: Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. Laur. Laurenti 1660-1722. 82. Mel.: O Durchbrecher aller Bande( 34). Wandle leuchtender und schöner, Ostersonne, deinen Lauf; denn dein Herr und mein Verföhner stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, bargst du dich in nächtgen Flor; doch jetzt komm hervor und leuchte, denn auch er stieg längst empor! 74 A. festlieder. 2. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Himmel aus; denn dein Herr ist nicht geschieden, er zerbrach des Todes Haus. Deine starken Felsen bebten, als er seinen Geist verhaucht, grüße nun den Neubelebten, wonnevoll in Licht getaucht! 6. Sieh, er reicht dir hülfreich, gnädig die durchbohrten Hände o hin, macht dich der Betäubung ledig, weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe sollst du scheuen, darum bleibe nicht zurück, raff dich auf, dich zu erfreuen an des neuen Lebens Glück! 3. Doch du selber, meine Seele, sag, wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewaltgem Arm durchbrach? Feierst du sein Auferstehen auch in rechter Osterfreud? Kann man an dir selber sehen, welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm auferstanden aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden losgerungen, frei gemacht? Oder liegst du noch verborgen und in deinen Sünden tot? Kündet deinen Ostermorgen noch kein helles Morgenrot? zu erheben, komm, der Fürst des Lebens ruft:, Wache auf zum neuen Leben, steig herauf aus deiner Gruft." 5. O dann laß dich nicht bedecken länger mehr die finstre Nacht; sieh, dein Herr ist, dich zu wecken, von dem Tode aufgewacht! komm, vom Schlaf dich 7. Steig empor zum neuen Leben, denn du schliefest lang genug; Kraft zum Leben wird dir geben, der für dich den Tod ertrug. Fang nur an erst aufzustehen; fühlst du dich auch noch so matt, der wird dir zur Seite gehen, der dich auferwecket hat. 8. O bedenke und erwäge, wie du gehn magst, nicht so lang! Solch Bedenken macht nur träge, macht dich mehr noch schwach und krank. Keine Hülfe wird versagen er, wenn du nur erst begannst, wird dich auf den Armen tragen, wo du selbst nicht gehen kannſt. VI. Ostern. 9. Sieh, dein Herr ist auferstanden, daß du könntest auferstehn, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit 83. Mel.: Christus der ist mein Leben( 1). Willkommen Held im Streite, aus deines Grabes Kluft, wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Hier ist der alten Schlange der harte Kopf zerknirscht, und uns ist nicht mehr bange bei dir, o Siegesfürst. 3. Der Feind wird Schau getragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott! 4. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied. Du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 5. Ach teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus. Wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 75 gehn! Willst du ihm dich nur ergeben, streift er deine Ketten ab, und du siehst dein altes Leben hinter dir als leeres Grab. C. J. Ch. Spitta 1801-1859. 6. Schwing deine Siegesfahnen auch über unser Herz und zeig uns einst die Bahnen vom Grabe himmelwärts. 7. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 8. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 9. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur, dorten selig mit dir auch auferstehn. 10. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden, und rufen schon Triumph. Benj. Schmold 1672-1237. 76 A. festlieder. 84. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist und hast dem Tod zerstört sein Macht und uns das Leben wiederbracht. Hallelujah! 2. Wir bitten dich durch deine Gnad: Nimm von uns unsre Missethat und hilf uns durch 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. die Güte dein, daß wir dein treue Diener sein. Hallelujah! 85. Mel.: Wo Gott zum Haus Wo willst du hin, weils Abend ist, o liebster Pilgrim, Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein und kehr in meinem Herzen ein. 3. Eh hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o 3. Gott Vater in dem höchsten Sohn, dem heiligen Geist in Thron samt seinem eingebornen gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Hallelujah! Thomas Hartmann, um 1604. nicht giebt sein Gunst( 4). wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden kann, damit die dunkle Sündennacht mich nicht verführt, noch irre macht. 5. Besonders aus der letzten Not hilf mir durch einen sanften Tod. Herr Jesu! bleib, ich halt dich fest; ich weiß, daß du mich nicht verläßt. VI. Oftern. 86. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben( 35). TIPROS 3 wee ween der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seelen voll Verdruß, und sie wechseln Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; sie bejammern voller Schmerzen ihre Not und Ungemach. Manches wandert gar alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei? 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, so ist er der dritte Mann; er bemerket die Gebrechen, redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir glaubenslos oft träumen. Er hat alles im Gesicht; seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und der Sünde nachgehangen; o der unglückselgen Zeit, die man der77 gestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren; Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wiederbracht. 5. Hat sich eine Not gefunden, so ließ er mich nicht allein, Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre: o, so ist er mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe weiter doch bei mir. Kommt die Welt mich anzufeinden, ach, so sei du auch allhier. Will der Satan auf mich blizen, wollst du trösten und beschützen; komm, in meinem Geist zu ruhn; ich will dir nichts Leides thun. 7. Bin ich traurig und betrübet, so gieb nur in meinen Sinn, daß mich deine Seele liebet und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 78 A. Festlieder. 8. Tröst auch andre fromme Seelen, wenn sie tief in Kummer stehn; wenn sie in verborgnen Höhlen, Kammern, Feld und Wäldern gehn, ihrem Kummer nachzusinnen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? m bim 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen, ach so nimm mich auch mit dir; laß mich deine Freuden teilen, sei und bleibe stets bei mir. Bleibe doch in unsrer Mitten, wie dich deine Kinder bitten. Dank sei dir, du lieber Gast, daß du mich getröstet hast! Joh. Neunherz 1653-1737. VII. Himmelfahrt. 87. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern( 25). Uch wundergroßer Siegesheld, erhoben; singet, klinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich gesehet zur Rechten deines Vaters Kraft, der Feinde Schar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verlezet; mächtig, prächtig triumphierst du, jubilierst du, Tod und Leben ist, Herr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich Siegesfürsten loben; weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder, ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben, Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft und was dem Herzen Labsal schafft, wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge mein Gemüte, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweiſe. VII. Himmelfahrt. 4 Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten; laß unser Thun und Wandel sein, wo Zucht und Demut tritt herein, all üppigkeit verachten. Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schatz, sei unser Ruhm und fester Play, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns was droben ist, auf Erden wohnet Trug und 79 List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davidssohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Komm schier, hilf mir; dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. E. Ch. Homburg 1605-1681. 88. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. Auf Christi Himmelfahrt allein hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn, nach ihm mich sehr verlanget. ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Bein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh erlangen; denn wo mein Schatz gekommen 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt ſpüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen. Nach Josua Wegelin 1646. 80 A. festlieder. 89. Eigne Melodie. Christ fuhr gen Himmel, was sandt er uns hernieder? den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Kyrieleis. 2. Er sitzt zu des Vaters Rechten, da teilt er aus seinen Knechten seines Geistes Gab und Gnad, daß uns kein Sünd noch Teufel schad. Kyrieleis. sieget, bebet, ihr Feinde, und gebet die Flucht. Zion hingegen, sei innig vergnüget, labe dein Herze mit himmlischer Frucht; ewiges Leben, unendlichen Frieden, Freude die Fülle hat er uns beschieden. 3. Von dannen wird er kommen, zu richten Bös' und Fromme, herrlich mit großer Gewalt, wie er auffuhr in solcher Gestalt. Kyrieleis. 2. Stärket die Hände, ermuntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen Gott: Jesus, die Liebe, versüßet die Schmerzen, reißet aus Ängsten, aus Jammer und Not; ewig muß unsere Seele genesen in dem holdseligsten, lieblichen Wesen. 4. Auf sein Zukunft wir hoffen, die Zeit ist schier verlaufen, der jüngste Tag ist nicht weit, des freut sich alle Christenheit. Kyrieleis. 90. Eigne Melodie, oder: Jesu hilf siegen, du Fürste des Lebens. Einer ist König, Immanuel Alte Kirche. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, schlage die Rute des Vaters nicht aus; bitte und schöpfe aus göttlicher Fülle Kräfte, zu siegen im Kampfe und Strauß: Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen: Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen. 4. Zion, wie lange hast du nun geweinet? Auf, und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freuden erscheinet tausendmal hell er, als du es geglaubt. Jesus der lebet, die Liebe regieret, die zu den Quellen des Lebens dich führet. VII. Himmelfahrt. 5. Laufet nicht hin und her, cilet zur Quelle; Jesus der bittet: Kommt alle zu mir! Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle fließen die Ströme des Lebens allhier. Trinket, ihr Lieben, und werdet erquicket, hier ist Erlösung für alles, was drücket. 6. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, die euch der König des Himmels anbeut; selbst er, Jehovah, wird Siegern zum Lohne: wahrlich, dies Kleinod verlohnt sich den Streit; streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, selber Jehovah wird Sie gern zum Lohne, 2. Der Herr wird aufgenommen; der ganze Himmel lacht; um ihn gehn alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen 7. Droben in Salem, da, da wird man sehen eine gewaltige, siegende Schaar deine unendliche Hoheit erhöhen, alles, was Odem hat, ruft: Er ists gar! Sehet, wie Kronen und Throne hinfallen; höret, wie donnernde Stimmen erschallen. 91. Gott Mel.: Aus meines Herzens Grunde( 27). jott fähret auf gen Himmel mit frohem Jubelschall, mit prächtigem Getümmel und mit Posaunenhall. Lobsingt, lobsinget Gott! Lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth! 81 8. Reichtum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist! Wenn ich da stünde, o wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Fesseln, zerreißt. Amen, die Liebe wird wahrlich erhören, alles, was in mir ist, lobe den Herren! J. E. K. Ullendorf 1693-1773. Jesum ein die lautern Cherubinen; den hellen Seraphinen muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun die Stiege, die unser Haupt erhöht; wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, will uns nicht nach fich lassen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 6 82 A. Festlieder. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herr macht selbst uns Plaz; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, dahin sei das Verlangen, dahin sei unser Lauf! 5. Laßt uns gen Himmel dringen mit herzlicher Begier; laßt uns zugleich auch singen: Dich, Jesu, suchen wir, dich, o du Gottes Sohn, dich, Weg, dich, Wahrheit, Leben, dem alle Macht gegeben, dich, unsers Herzens Kron. 6. Ade mit deinen Schäßen, du Truges volle Welt! Dein Tand kann nicht ergeßen. Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, der Herr ist unsre Freude und köstliches Geschmeide; zu ihm geht unsre Reis'. 2. Dein Geschäft auf dieser Erde und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, das ist gänzlich ausgemacht; da du 7. Wann soll es doch geschehen, wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, daß wir zu seinen Füßen anbetend ihn begrüßen? Komm, stelle dich doch ein! Gottfr. Wilh. Sacer 1635-1699. 92. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben( 35). Großer Mittler, der zur Rechten seines großen Vaters sitt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt, den auf dem erhabnen Throne in der königlichen Krone alles Heer der Ewigkeit mit verhülltem Antlitz scheut: bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. in dem obern Heiligtum, die er3. Nun ist dieses dein Geschäfte worbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. VII. Himmelfahrt. 4. Deines Volkes werte Namen trägest du auf deiner Brust und an den gerechten Samen denkest du mit vieler Lust; du vertrittst, die an dich gläuben, daß sie dir vereinigt bleiben, bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach da zielt dein Bitten hin. 6. Zwar in deines Fleisches Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, hast du dich vor Gott gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen; o mit welcher Niedrigkeit batest du zur selben Zeit! 93. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. Hallelujah! wie lieblich stehn hoch über uns die Himmelshöhn, seit du im Himmel sizest, seit du vom ewgen Zion dort aussendest dein lebendig Wort und deine 83 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht unterstüßt, da in der vollkommnen Hütte die verklärte Menschheit sitzt; nun kannst du des Satans Klagen majestätisch niederschlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut. 8. Die Verdienste deiner Leiden stellst du deinem Vater dar und vertrittst nunmehr mit Freuden deine teurerlöste Schar, daß er möge Kraft und Leben deinem treuen treuen Volke geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 9. Großer Mittler, sei geprieſen, daß du in dem Heiligtum so viel Treu an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm. Laß uns dein uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. 3. J. Rambach 1693-1735. Herde schüßzest. Fröhlich, selig schaut der Glaube von dem Staube auf zum Sohne: meine Heimat ist am Throne! 84 A. Feſtlieder. 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; was ist ihr tausendfacher Strahl? was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, das dir vom holden Angesicht ausgeht mit ewger Wonne! Spende, sende deine hellen Lebensquellen reichlich nieder, großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, ich weiß, daß dort ein Auge wacht, das einst um uns geweinet, das einst für uns im Tode brach; es ist dein Aug, es bleibet wach, bis net die Sonne scheinet. O wer nunmehr nimmer klagte, nimmer zagte, seit du wachest und aus Nächten Tage machest. 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, ein Himmel neigt sich drüber her, dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, da wallt man sicher früh und spät vor Feindeslist und Schaden. Keiner deiner Auserwählten, Geistbeseelten bleibt verlassen; treu will ihn dein Arm umfassen. Herr, auf Erden muß ich leiden und bin voller Angst und Weh; warum willst du von mir scheiden? warum fährst du in 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, zu dir, wenn sich das arme Herz verwundet und zerstoßen; du brichst nicht das zerstoßne Rohr, und wenn der Docht sein Öl verlor, kommt neues hergeflossen. Im Licht soll nicht eine fehlen von den Seelen, die zum Leben dir dein Vater übergeben. 6. O selger König, Jesu Christ, wie wundervoll und heilig ist, was uns in dir geschenket! In dir, der Gottes Kinder schirmt, bleibt unser Anker, wenn es stürmt, auf ewig eingesenket. Hier, hier sind wir festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile, dann hinauf zum ewgen Heile. 2. Knapp 1798-1864. 94. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele( 33). die Höh? Nimm mich Armen auch mit dir, oder bleibe doch in mir, daß ich dich und deine Gaben täglich möge bei mir haben.. VII. Himmelfahrt. 2. Laß mir doch dein Herz zurücke und nimm meines mit hinauf; wenn ich Seufzer zu dir schicke, thue mir den Himmel auf; und wenn ich nicht beten kann, rede du den Vater an, denn du sigst zu seiner Rechten; darum hilf uns, deinen Knechten. 3. Zeuch die Sinnen von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himmlisch werde, ob ich gleich noch sterblich bin, und im Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit; bis wir auch zu dir gelangen, wie du bist vorangegangen. 4. Dir ist alles übergeben, nimm dich auch der Deinen an. Hilf mir, daß ich christlich leben und dir heilig dienen kann. Kommt Jhr aufgehobnen Segenshände voll Heil, voll Wunderkraft des Herrn, ihr wirkt und waltet bis ans Ende uns ungesehn, doch niemals fern! Im Segnen seid 85 der Satan wider mich, ach so wirf ihn unter dich zu dem Schemel deiner Füße, daß er ewig schweigen müsse. 5. Meine Wohnung mache fertig droben in des Vaters Haus, da ich werde gegenwärtig bei dir gehen ein und aus; denn der Weg dahin bist du, darum bringe mich zur Ruh, und nimm an dem letzten Ende meinen Geist in deine Hände. 95. Mel.: Wie groß ist des Allmächtgen Güte( 29). 6. Komm, Herr, wann es Zeit ist, wieder, wie du es verheißen hast, und erlöse meine Glieder aus des Grabes dunkler Last; richte dann die böse Welt, die dein Wort für Lügen hält; und nach ausgestandnem Leide führ uns ein zu deiner Freude. Kaspar Neumann 1648-1715. ihr aufgefahren, im Segnen kommt ihr einst zurück; auch in des Glaubens Zwischenjahren bleibt ihr der Seelen Trost und Glück. 86 A. festlieder. 2. Ihr segnet Christi Schar hienieden mit Freude, die ohn Ende währt; ihr legt auf sie den hohen Frieden, den keine Welt uns sonst beschert. Ja, segnend ruht ihr auf den Seinen, dies beugt und stärkt uns bis ins Grab; und wenn wir Sehnsuchtsthränen weinen, so trocknet dies die Thränen ab. 3. Ihr zieht mit Gotteskraft die Herzen zu ihm und an sein Herz hinauf; ihr stillt, ihr heilt die Seelenschmerzen, ihr helst der Schwachheit mächtig auf. Ihr brecht den Zwang, der Herzen fettet, ihr faßt und stärkt des Pilgers Hand, ihr hebt, ihr tragt und ihr errettet und führt uns bis ins Vaterland. 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde nebst der ungezählten Herde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seen, in den Wäldern sind, 4. Einst öffnet ihr die Himmelsthore der treuen Erdenpilgerschar und reicht dem Überwinderchore des ewgen Lebens Kronen dar. Dann, dann, mit jeder Gottesgabe, mit jedem Heil begabt durch euch, jauchzt eurem goldnen Königsstabe des weiten Himmels Königreich. K. B. Garve 1763-1841. 96. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. König, dem kein König gleichet, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben. Tiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. dessen Ruhm kein Mund erreichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten: 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und, wie du, das Unrecht hassen. VII. Himmelfahrt. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Monarch in dreien Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Überfluß der Schäßze, an der Ordnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Scharen alle rufen Gloria: sollt ich nicht 87 Bürger haben! Du beschützest deine Freunde; du bezwingest deine Feinde. 97. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben( 35). Siegesfürste, Ehrenkönig, höchstverklärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht! Sollt ich nicht zu Fuße fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug betracht deine Herrlichkeit und Macht? pud tam 190 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Luſt und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, laß mich dich im Glauben küssen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden und mit streiten, dort mit herrschen dir zur Seiten! 3. J. Rambach 1693-1735. zu Fuße fallen und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergenßt und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgeister speist; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen; schau, ich armes Kindlein hier ruf auch Hosianna dir. 83 A. Festlieder. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Aus Zion das Scepter sende weit und breit bis zum Weltende. Mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du gen Himmel fahren bist; o starker Gott, Immanuel, stärk uns an Leib, stärk uns an Seel. Hallelujah. 6. Du kannst alles aller Ortent nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stell ich offen: Komm herein! Komm, du König aller Ehren! du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron. 98. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 2. Nun freut sich alle Christenheit und jubiliert ohn alles Leid. Gott Lob und Dank im höchsten Thron, unser Bruder ist Gottes Sohn. Hallelujah. 7. Deine Auffahrt bringt mir eben Gott und Himmel innig nah. Lehr mich nur im Geiste leben, als vor deinen Augen da; fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen in das Himmelreich versetzt, da mich Jesus nur ergetzt. 6. Tersteegen 1697-1769. 3. Gen Himmel aufgefahren hoch, ist er doch allzeit bei uns noch; sein Macht und Reich unendlich ist, wahr'r Gott und Mensch zu aller Frist. Hallelujah. 4. Wohl dem, der ihm vertrauen thut und hat an ihm nur frischen Mut. Welt, wie du willst, wer fragt nach dir? Nach Christo steht unsie Begier. Hallelujah. VII. Himmelfahrt. 5. Er ist der Herr und unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst; das G'fängnis er gefangen hat, daß uns der bittre Tod nicht schad. Hallelujah. 6. Wir freuen uns aus Herzensgrund und singen fröhlich mit dem Mund: Der unser Bruder, Fleisch und Blut, ist unser allerhöchstes Gut. Hallelujah. 7. Durch ihn der Himmel unser ist. Hilf uns, o Bruder, Jesu Christ, daß wir nur fest trauen auf dich und durch dich leben ewiglich. Hallelujah. 89 2. Zeuch uns nach dir in Liebsbegier, ach reiß uns doch von hinnen, so dürfen wir nicht länger hier den Kummerfaden spinnen. 8. Amen, Amen, Herr Jesu Christ, der du gen Himmel fahren bist, behalt uns, Herr, bei reiner Lehr, des Teufels Trug und Listen wehr. Hallelujah. 9. Komm, lieber Herr, komm, es ist Zeit zum Weltgericht in Herrlichkeit; führ uns aus diesem Jammerthal in deinen ewgen Himmelsfaal. Hallelujah. 10. Amen singen wir noch einmal, wir sehnen uns ins Himmels Saal, da wir mit allen Engeln dein das Amen wollen singen fein. Hallelujah. Unbekannt 1611. 99. Mel.: Ach Gott und Herr! Zeuch uns nach dir, so laufen sind abgeneigt vom rechten Lebenswege. wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 4. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 5. Zeuch uns nach dir nur für und für und gieb, daß wir nachfahren dir in dein Reich und Christ, ach führ uns deine Him- mach uns gleich den auserwählten melsstege; wir irrn sonst leicht, Scharen. 3. Zeuch uns nach dir, Herr fr. fabricius 1642-1703. 90 A. Festlieder. VIII. Pfingsten. 100. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele( 33). Gott, gieb einen milden Regen, denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, tränke du dein durstges Land; laß des heilgen Geistes Gab über mich von oben ab wie die starken Ströme fließen und mein ganzes Herz durchgießen. 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur: solltest du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich, in der Wahrheit fest zu stehen und auf dich im Glauben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tausendmal willkommen; laß mich deinen Tempel sein. Säubre du nur selbst das Haus meines Herzens; wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön; laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starken Mut, heilige mein Fleisch und Blut; lehre mich vor Gott hintreten und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir ergeben; dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelweisen. Moritz Kramer 1646-1702. VIII. Pfingsten. 101. Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Gott Bater, sende deinen Geist, den uns dein Sohn erbitten heißt, aus deines Himmels Höhen; wir bitten, wie er uns gelehrt, laß uns doch ja nicht unerhört von deinem Throne gehen. 2. Dein Geist hält unsres Glaubens Licht, wenn alle Welt dawider ficht mit Sturm und vielen Waffen; und wenn auch gleich der Fürst der Welt selbſt wider uns sich legt ins Feld, so kann er doch nichts schaffen. 3. Er reißt der Höllen Band entzwei, er tröst't und macht das Herze frei von allem, was uns kränket; wenn uns des Unglücks Wetter schreckt, so ist ers, der uns schützt und deckt viel besser, als man denket. 4. Er macht das bittre Kreuze süß, ist unser Licht in Finster nis, führt uns als seine Schafe, hält über uns sein Schild und macht, daß seine Herd in tiefer Nacht mit Fried und Ruhe schlafe. 1 91 5. Der Geist, den Gott vom Himmel giebt, der leitet alles, was ihn liebt, auf wohlgebahnten Wegen, er setzt und richtet unsern Fuß, daß er nicht anders treten muß, als wo man findt den Segen. 6. Er macht geschickt und rüstet aus die Diener, die des Herren Haus in diesem Leben bauen; er ziert ihr Herz, Mund und Verstand, und läßt sie, was uns unbekannt, zu unserm Besten schauen. 7. Er öffnet unsres Herzens Thor, wenn sie sein Wort in unser Ohr als edlen Samen streuen; er giebet Kraft demselben Wort, und wenn es fället, bringt ers fort und läßt es wohlgedeihen. 8. Er lehret uns die Furcht des Herrn, liebt Reinigkeit und wohnet gern in frommen, keuschen Seelen; was niedrig ist, was Tugend ehrt, was Buße thut und sich bekehrt, das pflegt er zu erwählen. 92 A. Festlieder. 9. Er ist und bleibet stets getreu und steht uns auch im Tode bei, wenn alle Ding abstehen; er lindert unsre letzte Qual, läßt uns hindurch ins Himmels Saal getrost und fröhlich gehen. 102. Mel.: Warum sollt ich mich denn grämen. Höchster Tröster, komm hernieder, Geist des Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Icsus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsres neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach das Seelenwerk ist wichtig; wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Weck uns auf vom Sündenschlafe! rette doch heute noch die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung ſterben. 10. Nun, Herr und Vater aller Güt, hör unsern Wunsch, geuß ins Gemüt uns allen diese Gabe; gieb deinen Geist, der uns allhier regiere und dort für und für im ewgen Leben labe. Paul Gerhardt 1607-1676. 4. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns recht vor Gott zu treten; sei uns nah und sprich: Ja, wenn wir gläubig beten. 5. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. streben! Schenk uns Kraft, tu6. Hilf uns nach dem Besten gendhaft und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 7. Sei in Schwachheit unsre Stüße, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshiße. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude. Ehrenfried Liebich 1713-1780. VIII. Pfingsten. 103. Eigne Melodie. Komm, heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die 104. Eigne Melodie. Komm, heiliger Geist, Herre Gott! erfüll mit deiner Gnaden Gut deinr Gläubigen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n. Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen, das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Hallelujah, Hallelujah! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. Herr, behüt vor 93 Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens, Hallelujah! Hallelujah! Alte Kirche. fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesum mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah, Hallelujah! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in dein'm Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah, Hallelujah! Dr. Martin Luther 1483-1546. 94 A. Festlieder. 105. Eigne Melodie( 19). Komm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit, deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit; so wird Geist und Licht und Schein in den dunkeln Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir andres nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde groß und mach uns von Irrtum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege, führe uns auf ebner Bahn; räume ferner aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugnis fühlen, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn alleine zielen, wenn sich Not und Drangsal findt; denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit; so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Trost bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? o so mach uns den Beschluß: sprich der Seele tröstlich zu und gieb Mut, Geduld und Ruh. 7. du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist: schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod und Spott uns desselben mag berauben, sei du unser Schuß, o Gott; sagt das Fleisch gleich immer: Nein, laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr als des Himmelreiches Erben jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. Heinr. Held, um 1650. VIII. Pfingsten. 106. Mel.: Aus meines Herzens Grunde( 27). Komm, Tröster, komm hernieder vom hohen Himmelsthron auf Christi Freund und Brüder; komm eilig, komm und wohn im Herzen allermeist mit deinem Licht und Gaben, dasselbige zu laben, komm, werter heilger Geist. 2. Du bist ein Trost der Frommen, gieß aus dein heilges Öl, und laß es zu mir kommen, daß sich mein Herz und Seel erfreuen inniglich; komm, Tröster, zu erquicken die Seelen, die sich bücken im Geist demütiglich. 3. Laß allen Trost verschwinden, den mir die Welt verspricht bei ihrem Dienst der Sünden, der mich doch tröstet nicht; was Jesus mir anpreist, dem will ich feste gläuben, du sollst mein Tröster bleiben, du o Gott, heilger Geist! 4. Du kannst mein Herz erfreuen und kräftig rüsten aus, ja ganz und gar erneuen mein armes Herzenshaus; drum komm, mein schönster Gast! und bleib im Tod und Leben als Tröster mir ergeben, bis mein Gesicht erblaßt. 95 5. Der du als Gott ausgehest vom Vater und dem Sohn, und mich im Geist erhöhest zu Gottes Stuhl und Thron, kehr gnädig bei mir ein, und lehr mich Jesum kennen, ihn meinen Herren nennen mit Wahrheit, nicht zum Schein. 6. Du kommst ja von dem Vater, der meine Seele liebt, drum sei auch mein Berater; wenn mich die Welt betrübt, so komm und tröste mich und stärk im Kreuz und Leiden mein Herz mit vielen Freuden, daß es erquicke sich. 7. Ja, zeug in meinem Herzen von Jesu ganz allein, von seinem Tod und Schmerzen und seiner Wahrheit Schein; daß ich, ganz überzeugt, kein Bild in meiner Seelen als Jesum mög erwählen, bis sich mein Herz ihm gleicht. 8. Leit mich mit deinem Finger, o Geist von Gottes Thron! und sei mein Herzbezwinger, daß mich kein Schmach noch Hohn, kein Trübsal, keine Not von meinem Jesu scheide, im Kreuz sei meine Freude, mein Trost bis in den Tod! Laur. Laurenti 1660-1722. 96 A. Festlieder. 107. Eigne Melodie. Nun bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrie eleison. 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schcin, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrie eleison. 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Kyrie eleiſon. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrie eleison.. Dr. Martin Luther 1483-1546. 108. Mel.: Werde munter, mein Gemüte( 33). du allersüßste Freude, o du. Ach ergieb dich, komm zu mir allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbe suchet läsfest nicht: Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich finge. in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserforen. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein Regen ausgeschütt't, bringst vom Vater und vom Sohne nichts als lauter Segen mit. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und verwaltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen. VIII. Pfingsten. 4. Du bist weis' und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund; zählst den Staub des kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gieb Weisheit und vor allem, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und lauter ist; fliehst hingegen Schand und Sünden, weil du lauter Klarheit bist. Mache mich, o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und hell, laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne siehest. 6. Du bist wie ein Hirte pfleget, frommen Herzens, sanften Muts; bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Bösen alles Guts. Ach verleih und gieb mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, ei so bin ich gnug getröst; laß mich sein dein Eigentum; ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 97 8. Nur allein daß du mich stärkest und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hülfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, mach ihn allerdinge neue, daß sich mein Gott meiner freue. 9. Sei mein Retter, halt mich eben, wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, ei so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst dein' Auserwählten weiden. Paul Gerhardt 1607-1676. 109. Mel.: Erquicke mich, du Heil der Sünder( 14). Gott, o Geist, o Licht des Lebens, das uns im Todesschatten scheint, du scheinst und lockst so lang vergebens, weil Finsternis dem Lichte feind: o Geist, dem keiner kann entgehen, ich laß dich gern mein Innres sehen. 7 98 A. festlieder. 2. Entdecke alles und verzehre, was nicht in deinem Lichte rein, wenn mirs gleich noch so schmerzlich wäre, die Wonne folget nach der Pein: du wirst mich aus dem finstern Alten in Jesu Klarheit umgestalten. 3. Dem Sündengift ist nicht zu steuern, durchsalbe du mich, dann geschichts; du mußt von Grund aus mich erneuern, sonst hilft mein eignes Trachten nichts; o Geist, sei meines Geistes Leben, ich kann mir selbst kein Gutes geben. 4. Du Atem aus der ewgen Stille, durchwehe sanft der Seele Grund, füll mich mit aller Got tesfülle, und da, wo Sünd und Greuel stund, laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, im Geist und Wahrheit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen sei kindlich folgsam deinem Trieb; bewahr mein Herz und alle Sinnen untadelig in Gottes Lieb: dein In- mir- beten, Lehren, Kämpfen laß mich auf keine Weise dämpfen. 6. Geist, o Strom, der uns vom Sohne eröffnet und krystallenrein aus Gottes und des Lammes Throne nun quillt in stille Herzen ein, ich öffne meinen Mund und sinke hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen von allem abgekehrt dir nah; ich will die Welt und mich vergessen, dies innigst glauben: Gott ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, man harret deiner nie vergebens. Gerhard Tersteegen 1697-1769. 110. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne. Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten: zu dir kommen wir getreten. VIII. Pfingsten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben! 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen; gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, auch wenn wir leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamkraft empfinden, und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schuz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 99 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitsreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe! Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit; sei unsres Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Mich. Schirmer 1606-1673. 7* 100 A. festlieder. 111. Mel.: O Jesulein süß, o Jefulein mild. heiliger Geist, o heiliger Gott, du Tröster wert in aller Not! Du bist gesandt vons Himmels Thron von Gott dem Vater und dem Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott, gieb uns die Lieb zu deinem Wort; zünd an in uns der Liebe Flamm, darnach zu lieben allesamt. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 3. heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr unsern Glauben immerfort; an Christum niemand glauben kann, es sei denn durch dein Hülf gethan. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch dein göttlich Wort; lehr uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn. Oheiliger Geist, o heiliger Gott! Schmückt das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an; denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen, machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigest uns die Himmelspfort; laß uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Not und Tod. Wir sagen dir Lob, Ehr und Dank allzeit und unser Leben lang. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Johann Niedling(?) um 1655. 112. Mel.: Jesu, meine Freude. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und That, starker Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad: Gieb uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine teuren Gaben zur Genüge laben. VIII. Pfingsten. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen, führ den Geist empor; gieb uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor; gieb uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. GoldnerHimmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt; und verleih, daß es gedeih, hundertfältig Früchte bringe und ihm stets gelinge. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut; laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch das Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen und das Böse fliehen. Zeuch ein zu deinen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist 101 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus; wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße und durch Finsternisse sei du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich fiegen. 113. Eigne Melodie, oder: Aus meines Herzens Grunde. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt; dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land; bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benj. Schmold 1672-1737. des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 102 A. Festlieder. 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du haft ihn umgebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilge Öle, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten Gott schützt im Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl; es steigt zum Himmel an, es läßt nicht ab und steiget, bis der sich helfend neiget, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnenFreudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thun zusammen, die voller Zwietracht seind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze, weite Welt; kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gieb doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd, bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Herd! Laß blühen wie zuvor die Länder, so verheeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuerszorn. 10. Beschirm die Obrigkeiten, bau unsres Fürsten Thron, steh ihm und uns zur Seiten; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. IX. Trinitatis. 11. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widerseßzet und was dein Herz ergeget, aus unserm Herzen reißt. 12. Gieb Freudigkeit und Stärke zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut; hilf tämpfen ritterAllein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade; ein Wohlgefalln Gott an uns hat: nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. lich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich. 103 13. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit uns hier wird aus: so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. IX. Trinitatis. 114. Eigne Melodie. Paul Gerhardt 1607-1676. ungemessn ist deine Macht, fort gschieht, was dein Will hat bedacht. dacht. Wohl uns des feinen Herren. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz aller. 3. Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der'r, die warn verlorn, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not: erbarm dich unser 104 A. Feftlieder. 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, du all'rheilsamster Tröster, vors Teufels G'walt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset 115. Mel.: Nun danfet alle Gott. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. durch große Martr und bittern Tod, abwend all unsern Jammr und Not; dazu wir uns verlassen. Nikolans Decius † 1541. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet. Gelobet sei der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist, 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig, Heilig! singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit. Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit. Joh. Olearius 1611-1684. IX. Trinitatis. 116. Eigne Melodie. Gott der Vater wohn uns bei und laß uns nicht verderben; mach uns aller Sünden frei und helf uns selig sterben. Vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben, und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen; dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten ChriHallelujah, Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke; von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Hallelujah, Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft und 105 sten entfliehn des Teufels Liſten, mit Waffen Gottes uns rüsten. Amen, Amen! das sei wahr, so singen wir Hallelujah! 117. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 2. Jesus Christus wohn uns bei und laß uns u. s. w. 3. Der heilge Geist wohn uns bei und laß uns u. s. w. Dr. Martin Luther 1483-1546. sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Hallelujah, Gott heilger Geist sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeittag erkoren. Heil uns! Heil uns! da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna! 106 A. festlieder. 4. Hallelujah, Bob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen. Stimmt an mit aller Himmelschar und singet nun und heilige Dreifaltigkeit voll Majestät und Ehren, wie kann doch deine Christenheit dein Lob genug vermehren? Du bist sehr hoch und wundersam, ganz unbegreiflich ist dein Nam, dein Wesen unerforschlich. 118. Mel.: Allein Gott in der Höh sei Ehr. 2. Wir danken dir, daß deine Gnad, auch weil wir hier noch leben, in deinem Worte so viel hat uns offenbar gegeben, daß du bist wahrer Gott und heißt: Gott Vater, Sohn und heilger Geist, dreifaltig und doch einig. immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 3. O Vater, aller Dinge Quell und Ursprung, sei gepriesen für alle Wunder, klar und hell durch deine Macht erwiesen. Du, Vater, hast vor aller Zeit den eingen Sohn von Ewigkeit, dein Ebenbild, gezeuget. Barth. Craffelius(?) 1677-1724. 4. Du hast gemacht den Erdenfreis nach deinem Wohlgefallen, uns Menschen drauf zu deinem Preis, daß wir dein Lob erschallen. Auch wird durch deines Mundes Wort dies alles immer fort und fort erhalten und regieret. 5. Drum steh, o Vater, ferner bei uns, deinen armen Kindern, und alle Schulden uns verzeih als bußfertigen Sündern; aus unsern Nöten mannigfalt errette uns und hilf uns bald, wie du uns hast versprochen. 6. O Jesu Christe, Gottes Sohn, von Ewigkeit geboren, uns Menschen auch im Himmelsthron zum Mittler auserforen, durch dich geschieht, was nur geschicht, o wahrer Gott, o wahres Licht vom wahren Gott und Lichte! IX. Trinitatis. 7. Du bist des Vaters Ebenbild und hoch vom Himmel kommen; als eben war die Zeit erfüllt, hast du Fleisch angenommen, hast uns erworben Gottes Huld, bezahlet unsre Sünd und Schuld durch dein unschuldig Leiden. 8. Nun sißest du zur rechten Hand des Vaters hoch erhoben, beherrschest alle Leut und Land und dämpfst der Feinde Toben. Hilf uns, o wahrer Mensch und Gott, wir wollen dir für deinen Tod und alle Wohlthat danken. 10. Herr, du gebierest durch die Tauf uns wiederum aufs neue, hernachmals auch nimmst du uns auf, wenn du giebst wahre Neue; durch dich wird unsre Hoffnung fest, und wenn uns alle Welt verläßt, bleibst du bei uns im Herzen. Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib 107 11. Wir bitten dich demütiglich, daß es ja mög durchdringen, was wir für Seufzer oft vor dich in unsrer Not vorbringen, und wenn die letzte Stund da ist, so hilf, daß wir auf Jesum Christ getrost und selig sterben 9. O heilger Geist, du werte Kron, Erleuchter unsrer Sinnen, der du vom Vater und vom Sohn ausgehest ohn Beginnen, du bist allmächtig und ohn End, der Vater und der Sohn dich sendt, im Glauben uns zu leiten.. Erden. 12. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, für alle Gnad und Güte sei immerdar von uns gepreist mit freudigem Gemüte. Des Himmels Heer dein Lob erklingt, und heilig, heilig, heilig! singt; das thun wir auch auf 119. Eigne Melodie. Justus Gesenius 1601-1671. und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren; er forget für uns, hüt't und wacht: es steht alles in seiner Macht. 108 A. Feftlieder. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren; von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestorben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 120. Eigne Melodie. Wir glauben all an einen Gott, Vater, Sohn und heilgen Geist, der uns hilft in aller Not, den die Schar der Engel preist, der durch seine große Kraft alles wirket, thut und schafft. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, die ganze Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben; hier all Sünd vergeben werden, das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Dr. Martin Luther 1483-1546. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes und Marien Sohn, der vom Himmel kommen ist und uns führt ins Himmels Thron, der uns durch sein Blut und Tod hat erlöst aus aller Not. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, der von beiden gehet aus, der uns Trost und Beistand leist't wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit, sei gepreist zu aller Zeit. Tobias Clausnitzer 1618-1684. X. Kleine feste. X. Kleine Feste. a. Darstellung Jesu im Tempel. 121. Eigne Melodie. Herr Gott, mun schleuß den Himmel auf, mein Zeit zum End sich neiget, ich hab vollendet meinen Lauf, des sich mein Seel sehr freuet; hab gnug gelitten, mich müd gestritten, schick mich fein zu zur ewgen Ruh. Laß fahren was auf Erden, will lieber selig werden! 2. Wie du mir, Herr, befohlen hast, hab ich mit wahrem Glauben mein'n lieben Heiland aufgefaßt in mein' Arm, dich zu schauen. Hoff zu bestehen, will Herr Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier nach Simeons Erempel dich großen Gott allhier. 109 frisch eingehen vom Thränenthal zum Freudensaal. Laß fahren was auf Erden, will lieber selig werden! 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon im Frieden zu dir fahren, befiehl mich Christo, deinem Sohn, der wird mich wohl bewahren, wird mich recht führen, im Himmel zieren mit Ehr und Kron; fahr drauf davon. Laß fahren was auf Erden, will lieber selig werden! 122. Mel.: Balet will ich dir geben( 28). Cobias Kiel 1584-1627. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort: vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicher Weis auf Glaubensarmen trage wie hier der alte Greis. 110 A. festlieder. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, im Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zagheit Glut und Feuer, in Not ein Freudenstrahl, in Krankheit ein Befreier, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß einst wie Simeon ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden mein Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. Mit Fried und Freud ich fahr dahin in Gottes Wille; getroft ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille; wie Gott mir verheißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig mir auch graut. Ich wohn in deinem Herzen und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 123. Eigne Melodic. 2. Das macht Christus, wahr'r Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, hast sehen lan und g'macht bekannt, daß er sei das Leben und Heil in Not und Sterben. 6. Hier blickst du zwar die Deinen so fremd und strafend an, daß oft vor Angst und Weinen ich dich nicht sehen fann; dort aber wird geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Joh. Frand 1618-1677. 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen Gnaden; zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zu' rleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Dr. Martin Luther 1483-1546. X. Kleine feste. b. Johannistag. 124. Mel: Freu dich sehr, o meine Seele( 33). Tröstet, tröstet meine Lieben, tröstet mein Volk! spricht mein Gott. Tröstet, die sich jetzt betrüben über Feindes Hohn und Spott! Weil Jerusalem wohl dran, redet sie gar freundlich an, denn ihr Leiden hat ein Ende, ihre Ritterschaft ich wende. 2. Ich vergeb all ihre Sünden, ich tilg ihre Missethat, ich will nicht mehr sehn noch finden, was die Straf erwecket hat; sie hat ja zwiefältig Leid schon empfangen, ihre Freud soll sich täglich neu vermehren und ihr Leid in Freud verkehren. Du Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn; du wundergroßer Meister der reinen Himmelsgeister, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 111 3. Eine Stimme läßt sich hören in den Wüsten weit und breit, alle Menschen zu bekehren: Macht dem Herrn den Weg bereit! machet Gott ein ebne Bahn! alle Welt soll heben an, alle Thäler zu erhöhen, daß die Berge niedrig stehen! c. Michaelistag. 125. Mel.: Welt, ich muß dich lassen( 11). 4. Ungleich soll nun eben werden, und, was höckricht, werden schlecht, alle Menschen hier auf Erden sollen leben schlecht uns recht; denn des Herren Herrlichkeit, offenbar zu seiner Zeit, macht, daß alles Fleisch kann sehen, wie, was Gott spricht, muß geschehen. Joh. Olearius 1611-1684. 2. Die Fürsten und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, giebst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Angesichte in höchst vollkommnem Lichte, doch nehmen sie auch mich in acht. 112 A. festlieder. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüte für diese Wunderschar. Ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, die mich beschirmen vor Gefahr. 4. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüten durch diese Himmelswach; laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben und wahre Demut üben, so mach auch mich dazu bereit. 2. Wir preisen dich insonderheit, daß du die Engelscharen zu deinem Lobe hast bereit, auch uns mit zu bewahren, daß unser Fuß an den laß auch mich erfüllen. Sie 6. Sie thun ja deinen Willen; Ieben keusch und rein; o laß mich nichts beflecken, auch wenn mich Schatten decken, stets dieſe reinen Geister scheun. 7. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein. Da werd ich erst dich loben und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich sein. Benj. Schmold 1672-1737. 126. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit( 25). unsern Wegen sein, sich stoße und verletze. Gott, der du aus Herzens- keinem Stein, wenn wir auf grund die Menschenfinder liebest und uns zu aller Zeit und Stund viel Gutes reichlich giebest, wir danken dir, daß deine Treu bei uns ist alle Morgen neu in unserm ganzen Leben. 3. Was ist der Mensch allhier auf Erd, den du so wohl bedenkest und achtest ihn so hoch und wert, daß du ihm dazu schenkest mit andern auch noch diese Gnad, daß er die Himmelsgeister hat zu seinem Schutz und Hütern? X. Kleine feſte. deinem Wort haft vorgestellt voll Weisheit, Macht und Güte. 4. Herr, diese große Freund- du uns in der ganzen Welt und lichkeit und wunderbare Güte erheischet von uns allezeit ein dankbares Gemüte. Darum, o Gott, so rühmen wir die große Lieb und danken dir für solche hohe Gnade. 5. Es ist der starken Helden Kraft gestanden uns zur Seiten, durch sie hast du uns Ruh verschafft zu diesen bösen Zeiten, die Kirche und die Obrigkeit, ein'n jeden auch für sich allzeit, in seinem Stand erhalten. 6. Verleih, o Herr, durch deine Gnad, daß wir fest an dir bleiben und ja nicht selbst durch Übelthat die Engel von uns treiben; gieb, daß wir rein und heilig sein, demütig und ohn Heuchelschein dem Nächsten gerne dienen. 7. Gieb auch, daß wir der Engel Amt verrichten dir zu Ehren und deine Wunder allesamt ausbreiten und vermehren, die 113 8. Und wie du durch die Engel haft aus Not uns oft geführet, so daß uns manche schwere Last und Plage nicht berühret, so thu dasselbe auch hinfort, befiehl, daß sie an allem Ort sich stets um uns herlagern. 9. Laß deine Kirch und unser Land der Engel Schuß empfinden, daß Fried und Heil in allem Stand sich bei uns möge finden; laß sie des Teufels Mord und ist und was sein Reich und Anhang ist durch deine Kraft zerstören. End den Satan von uns jagen 10. Zulegt laß sie an unserm und unsre Seel in deine Händ und Abrahams Schoß tragen, da alles Heer dein Lob erklingt und heilig, heilig, heilig! singt ohn einiges Aufhören. Justus Gesenius 1601-1671. 8 B. Kirche und Gnadenmittel. I. Gottesdienst. 127. Mel.: Wo Gott zum Haus nicht giebt sein Gunst( 4). runn alles Heils, dich ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir; aus deiner Gottheit Heiligtum dein hoher Segen auf uns komm. 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib: er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte ſeine Macht vor allem Übel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, uns leuchten laß sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig ſei. 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, sein Antlik über uns erheb, daß uns sein Bild werd eingedrückt und geb uns Frieden unverrückt. Geist, o Segensbrunn, der ewig 5. Jehovah, Vater, Sohn und fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll. Gerhard Tersteegen 1697-1769. 128. Mel.: Alle Menschen müssen sterben( 35). Das ist eine selge Stunde, Jesu, da man dein gedenkt und das Herz von Herzensgrunde tief in deine Wunden senkt. Wahrlich, nichts als Jesum kennen, Jeſum suchen, finden, nennen, das erfüllet unsre Zeit mit der höchsten Seligkeit. I. Gottesdienst. 2. Jesu, deine Gnadenquelle fließt so gern ins Herz hinein, deine Sonne scheinet helle: denn du willst genossen sein; und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil dein Brünnlein voll, unaufhörlich schöpfen soll. 129. Mel.: Herr und Ältster deiner Kreuzgemeinde. Die wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein; und zum Zeichen, daß dies 3. Nun, so laß auch diese Stunde dein Gedächtnis in uns sein, in dein Herzen, in dem Munde leb und herrsche du allein. Laß uns deiner nie vergessen; wie Maria einst gesessen, da sie dir hat zugehört, mach das Herz dir zugekehrt. Ernst Gottlieb Woltersdorf 1725-1761. Gott ist gegenwärtig! Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder, kommt, ergebt euch wieder. 115 Lobgetöne deinem Herzen angenehm und schöne, sage,„ Amen" und zugleich: ,, Friede, Friede sei mit euch!" 130. Mel.: Wunderbarer König. Chr. Renatus Graf von Zinzendorf 1727-1752. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig! heilig! heilig! singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 8* 116 B. Kirche und Gnadenmittel. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre! 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allem. 5. Luft, die alles füllet, drin wir immer schweben, aller Dinge Grund und Leben; Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder, ich senk mich in dich hinunter. Ich in dir, du in mir, laß mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles; laß dein schönes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten: laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 7. Mache mich einfältig, innig, abgeschieden, sanfte und in ſtillem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag im Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. 8. Herr, komm in mir wohnen, laß mein'n Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden: komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, siz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken. Gerhard Tersteegen 1697-1769. 131. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. Gott Lob, der Sonntag kommt das Licht gemacht, mein Heil herbei, die Woche wird nun hat mir das Leben bracht. Hallelujah. wieder neu. Heut hat mein Gott I. Gottesdienst. 2. Das ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist, und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. Hallelujah. 3. Das ist der rechte Sonnentag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet Großer Gott von alten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt: heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 132. Mel.: Gott des Himmels und der Erden( 19). 2. Ach wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Himmel weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind unsre besten Sorgen, 117 sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Hallelujah. 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort; führ mich zur Himmels- Ehrenpfort; laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich. Hallelujah. Joh. Olearius 1611-1684. wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet't und singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner, als Gott dienen, was ist süßer, als sein Wort? da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht't. 5. O mein Gott, sprich selber Amen; denn wir sind dein Eigentum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann 1648-1715. 118 B. Kirche und Gnadenmittel. 133. Mel.: Jesus, Jesus, nichts als Jesus( 19). Hallelujah! schöner Morgen, schöner als man denken mag! Heute fühl ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunkeln Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt, Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au. Da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte, heute hab ich sonst zu thun, denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gotteswerk für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird das Kleid mir schicken, das ich ihm zu Ehren trag, sein Blut und Gerechtigkeit ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein, denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schäßen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sinnen und bereite selbst die Brust, lağ mich Lehr und Trost gewinnen, gieb zu deinem Manna Luſt, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund, mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier bet't und singt, solches in dein Herze dringt. 9. Gieb, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist; segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbaths bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. Jon. Krause 1701-1762. I. Gottesdienst. 134. Eigne Melodie. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, dein'n heilgen Geist du zu uns send, mit Hülf und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht sein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt. Herr, öffne mir die Herzensthür, zich mein Herz durch dein Wort zu dir, laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund, dein Wort 119 3 Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Tom Licht. 134 135. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Herzog Wilhelm II. zu Sachsen- Weimar(?) 1598-1662. ists, das mein Herz erfreut, dein Wort giebt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Olearius 1611-1684. 120 B. Kirche und Gnadenmittel. 136. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. Heut eut ist des Herren Ruhetag, vergesset aller Sorg und Plag, treibt eure Wochenarbeit nicht, kommt vor des Höchsten Angesicht. Hallelujah. 2. Tret't her und fallt auf eure Knie vor Gottes Majestät allhie. Es ist sein Heiligtum und Haus, wer Sünde liebt, gehört hinaus. Hallelujah. 3. Ganz unerträglich ist sein Grimm, doch hört er gern der Armen Stimm, deswegen lobt ihn allesamt, das ist der Christen rechtes Amt. Hallelujah. 4. Rühmt unsers Gottes Meisterthat, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt und was dieselbe in sich hält. Hallelujah. 5. Erkennt mit dankbarem Gemüt, wie er allein durch seine Güt uns täglich schützet und ernährt und manches Unglück von uns kehrt. Hallelujah. 6. Denkt auch, daß heut geschehen ist die Auferstehung Jesu hrist, dadurch die wahre Freudigkeit in aller Not uns ist bereit. Hallelujah. mit Fleiß den Tag nach rechter 7. Drum wollen wir begehn Christenweis, wir wollen aufthun unsern Mund und sagen das von Herzensgrund: Hallelujah, 8. Gott, der du den Erdenkreis erschaffen hast zu deinem Preis, uns auch bewahrt so manches Jahr in vieler Trübfal und Gefahr; Hallelujah, 9. Hilf, daß wir alle deine Werk voll Weisheit, Güte, Macht und Stärk erkennen und je mehr und mehr ausbreiten deines Namens Ehr. Hallelujah. 10. liebster Heiland Jesu Christ, der du vom Tod erstanden bist, richt unsre Herzen auf zu dir, daß sich der Sündenschlaf verlier. Hallelujah. 11. Gieb deiner Auferstehung Kraft, daß dieser Trost ja bei uns haft, und wir uns drauf verlassen fest, wenn uns nun alle Welt verläßt. Hallelujah. I. Gottesdienst. 12.O heilger Geist, laß uns 13. Erleuchte uns, du wahres dein Wort so hören heut und Licht, entzeuch uns deine Gnade immerfort, daß sich in uns durch nicht, all unser Thun also regier, deine Lehr Glaub, Lieb und daß wir Gott preisen für und Hoffnung reichlich mehr. Halle- für. Hallelujah. lujah. 138. Mel.: Jesus, meine Zuversicht( 17). 121 137. Mel.: Herzlich thut mich verlangen( 28). Laß mich dein sein und bleiben, laß mich nur nicht wanken, gieb du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nicht treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nic. Selneccer 1532-1592 Licht vom Licht, erleuchte mich bei dem neuen Tageslichte; Gnadensonne, zeige dich meinem muntern Angesichte, wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbath fröhlich sei. 2. Brunnquell aller Seligkeit, laß mir deine Ströme fließen, mache Mund und Herz bereit, deiner Gnade zu genießen. Streu das Wort mit Segen ein, laß es hundertfrüchtig sein. Unbekannt 1646. 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget, sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrtum mich betrüget, und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit heilig, heilig, heilig! singen, und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flügeln schwingen. Gi b mir einen Vorschmack ein, wie es wird im Himmel sein. 122 B. Kirche und Gnadenmittel. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies ins Herze. Offenbare dich doch mir und gieß meiner Andachtskerze immer neue Nahrung zu, o du Liebesflamme du. 6. Dieser Tag sei dir geweiht, weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 139. Eigne Melodie. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr als Salomon; laß mich deine Weisheit hören; ich will deinen Gnadenthron mit gebeugten Knieen ehren, bis mir deine Sonne lacht und den schönsten Sonntag macht. Benj. Schmold 1672-1737. Thut mir auf die schöne Pforte, führet mich in Zion ein, ach wie wird an diesem Orte meine denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, mach uns allesamt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohlgelingen. Tobias Clausnitzer 1618-1684. 140. Mel.: Jesus, Jesus, nichts als Jesus( 19). Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. I. Gottesdienst. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir; wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zich das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt, gieb mir Licht in dem Verstande und, was mir wird vorgeſtellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, 123 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben, halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören und dein Wille werd erfüllt, nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt, speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not. 141. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 7. Öffne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann, lasse mir dein Manna tauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammerthal, Herr, zu deinem Ehrensaal. Benj. Schmold 1672-1737. segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. Hartm. Schend 1634-1681. 124 B. Kirche und Gnadenmittel. 142. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. Zeige dich uns ohne Hülle, ström auf uns der Gnade Fülle, daß an diesem Gottestage unser Herz der Welt entsage! Daß durch dich, der starb, vom Bösen uns Gefallne zu erlösen, deine glaubende Gemeine mit dem Vater sich vereine. 2. O daß frei von Erdenbürden und der Sünde Lasten würden unsre Seelen, unser Wille sanft wie diese Sabbathstille! Daß von fern in deinen Höhen wir des Lichtes Aufgang sähen, das die Selgen dort verkläret, wenn der Sabbath ewig währet! 3. Was ich strahlen seh am Throne, ist es nicht der Sieger Krone? Was von jenen Höhn ich höre, sinds nicht überwinderchöre? Feiernd tragen sie die Palmen, ihr Triumph erschallt von Psalmen. Herr, du selber wollst mich weihen diesem Sabbath deiner Treuen. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 4. Decke meiner Blöße Schande mit dem festlichen Gewande deiner Unschuld, daß am Tage deines Mahls ich froh es wage dort zu wandeln, wo voll Gnaden deine Schar du eingeladen, wo nicht mehr die Streiter ringen, wo sie Siegeslieder singen. fr. Gottlieb Klopstod 1724-1803. II. Bitte und Trost der Kirche. 143. Eigne Melodie( 4). 2. In dieser letztn betrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sacrament rein behalten bis an das End. II. Bitte und Trost der Kirche. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar sicher, träg und kalt; gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an manchem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh, viel Sekten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erheben Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes Liſt. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 125 hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 144. Mel.: Christus der ist mein Leben. 8. Dein Wort ist unsres Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Gieb, daß wir lebn in deinem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Unbekannt 1611. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht, dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 126 B. Kirche und Gnadenmittel. 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trute, noch fäll die böse Welt. 145. Eigne Melodie( 25). Ach Gott vom Himmel sieh darein und laß dich des erbarmen! Wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen! Dein Wort man läßt nicht haben wahr; der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Wiß erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet; der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not. Josua Stegmann 1588-1632. 3. Gott woll ausrotten alle gar, die falschen Schein uns lehren; dazu ihr Zung stolz offenbar spricht: Troy! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir sehen, das gilt gemein; wer ist, der uns soll meiſtern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feuer siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein, da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht't stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argen G'schlechte und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte! Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Dr. M. Luther 1483-1546. II. Bitte und Trost der Kirche. 146. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen( 25). Christe, du Beiſtand seiner Kreuzgemeine, eile, mit Hülf und Rettung uns erscheine! Steure den Feinden; ihre Blutgerichte mache zu nichte. 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder. Die Gnade sei mit allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern. PRA 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns gar kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit. 147. Mel.: Christus, der ist mein Leben( 1). 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Ren; und wenn uns ja will grauen, so bleibts: der Herr ist treu. 127 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre. Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen gieb zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. Matth. Upell. v. Löwenstern 1594-1648. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du kommst; so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; denn sie flößt zu den Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt, der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 128 B. Kirche und Gnadenmittel. 7. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Thaten thut 148. Eigne Melodie. Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsgleichen. 8. Herr, laß es dir gefallen! Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen, die Gnade sei mit mir! fr. phil. Hiller 1699-1769. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir. sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erforen. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht: ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens fein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. Dr. M. Euther 1483-1546. II. Bitte und Trost der Kirche. 149. Eigne Melodie( 4). Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Es wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlik uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren.' 150. Eigne Melodie. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 129 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gieb dein'm Volke einen Sinn auf Erd; steh bei uns in der letzten Not, g'leit uns ins Leben aus dem Tod. Dr. M. Luther 1483-1546. DITS0 läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten: das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohlgeraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! 5135 Dr. M. Luther 1483-1546. 9 130 B. Kirche und Gnadenmittel. 151. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Herr, unſer Gott, laß nicht zu schanden werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte Hoffen und zu dir rufen! QUI 2. Mache zu schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach kehre dich mit Gnaden zu uns Armen, laß dichs erbarmen; 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde, sie müssen Wehr und und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. Herz und Herz vereint zuſammen sucht in Gottes Herzen Ruh. Laffet eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu. Er das Haupt, wir seine Glieder; er das Licht und wir der Schein; er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir sind sein. drake 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen, vergebens ists auf Menschenhülfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Joh. Heermann 1585-1647. and 152. Mel.: O du Liebe meiner Liebe( 34). 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenfinder, und erneuert euren Bund, schwöret unserm Überwinder Lieb und Treu aus Herzensgrund; und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt II. Bitte und Trost der Kirche. 3. Legt es unter cuch, ihr wies dein letzter Wille war. Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr euch selbst Eintrag Ja verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klarheit in der That erleuchtet iſt. thut. 4. Einer reize doch den andern kindlich, leidsam und gering unserm Heiland nachzuwandern, der für uns am Kreuze hing. Einer soll den andern wecken, alle Kräfte Tag für Tag nach Vermögen dran zu strecken, daß man ihm gefallen mag. 5. Hallelujah! Welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist! 6. Ach du holder Freund, vercine deine dir geweihte Schar, daß sie es so herzlich meine, MA 131 7. So wird dein Gebet erfüllet, daß der Vater alle die, welche du in dich verhüllet, auch in feine Liebe zieh, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 8. Liebe, hast du es geboten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll. Geister lebensvoll. Zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir als die von einem Stamme stehen auch für einen Mann. 9. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden, kein getrenntes Glied mehr ist; und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein: also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nik. Ludw. Graf v. Zinzendorf 1700-1760. 9* 132 B. Kirche und Gnadenmittel. 153. Mel.: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht( 4). Jesu Christe, wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfülle mit dem Gnadenschein die in Irrtum verführet sein, auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad, und sein verwund't Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube fet. Derleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein andrer nicht, 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann 1585-1647. 154. Eigne Melodie. der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. Dr. Martin Luther 1483-1546. 155. Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Derzage nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde willens sein dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang: es wird nicht lange währen. II. Bitte und Trost der Kirche. 2. Tröste dich nur, daß deine 3. So wahr Gott Gott ist und Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten. Er wird durch seinen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort und was dem thut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott: Gott ist mit uns und wir mit Gott, den Sieg wolln wir erlangen. Michael Altenburg 1584-1640. 156. Mel.: Wo Gott der Herr nicht bei uns hält( 25). Gott nicht mit uns diese Zeit, so soll Israel sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit, wir müßten gar verzagen, die so ein armes Häuflein sind, veracht von so viel Menschenfind, die an uns setzen alle. Wär är 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; wo Gott hätt das zugeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn, als die ein Wo o Gott der Herr nicht bei uns hält, wenn unsre Feinde toben, und er nicht unsrer Sach zufällt im Himmel hoch FRIS 133 Flut ersäuft und über die groß Wasser läuft, und mit Gewalt verschwemmet. 157. Eigne Melodie( 25). 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei, und wir sind frei: des Herren Name steht uns bei, des Gottes Himm'ls und Erden. Dr. Martin Luther 1483-1546. dort oben, wo er Israels Schuß nicht ist und selber bricht der Feinde List, so ists mit uns verloren. 134 B. Kirche und Gnadenmittel. 2. Was Menschenkraft und Wiß anfäht, soll uns billig nicht schrecken, er sizet an der höchsten Stätt, der wird ihr'n Rat auf decken. Wenn sies aufs flügste greifen an, so geht doch Gott ein andre Bahn; es steht in seinen Händen. 3. Sie wüten fast und fahren her und thun gar hoch vermessen, zu würgen steht all ihr Begehr, Gotts ist bei ihn'n vergessen. Wie Meereswellen einhergehn, nach Leib und Leben sie uns stehn: des wird sich Gott erbarmen. 4. Sie stellen uns wie Ketzern nach, nach unserm Blut sie trachten, noch rühmen sie sich Christen auch, die Gott allein groß achten. Ach Gott, der teure Name dein muß ihrer Schalkheit Deckel sein, du wirst einmal aufwachen. 5. Aufsperren sie den Rachen weit und wollen uns verschlingen; Lob und Dank sei Gott allezeit, es wird ihn'n nicht gelingen. Er wird ihr'n Strick zerreißen sehr und stürzen ihre falsche Lehr: sie werdens Gott nicht wehren. 6. Ach Herr Gott, wie reich tröstest du, die gänzlich sind verlassen. Die Gnadenthür steht nimmer zu, Vernunft kann das nicht fassen, sie spricht: Es ist nun all's verlorn! da doch das Kreuz hat neugeborn, die deiner Hülfe warten. 7. Die Feind sind all in deiner Hand, dazu all ihr Gedanken, ihr Anschlag ist dir wohlbekannt, hilf nur, daß wir nicht wanken; Vernunft wider den Glauben ficht, aufs Künft'ge will sie trauen nicht, da du wirst selber trösten. 8. Den Himmel und auch die Erden hast du, Herr Gott, gegründet; dein Licht laß uns helle werden, das Herz uns werd entzündet in rechter Lieb des Glaubens dein, bis an das End beständig sein. Die Welt laß immer murren. Justus Jonas 1493-1555. II. Bitte und Trost der Kirche. 158. Zion flagt mit Angst und Schmerzen( 33). Zion, gieb dich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschieden; er hat einen Batersinn. Wenn er straft, so liebt er auch; dies ist sein beliebter Brauch: Zion, lerne dies bedenken; warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden, tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen ach und weh, schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schliefe er in Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn; dennoch hat es keine Not in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus den wohlgefaßten Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen deine schönsten Perlen sein, dringt dein Seufzen und dein Stöhnen auch in deine Lieder ein, muß dein Purpur sein 135 das Blut und der Mangel Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid: ei du wirst doch nicht zu Schanden, denk nur an die Ewigkeit. Sei nur fröhlich, wohlgemut: denn der Herr ists, der es thut: Zion, Gott wird dich schon stärken; dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun ist das Ende und der Abend schon herbei; gieb dich nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn giebt er dir die Freudenfron. Zion, du wirst wieder lachen; drum so laß die Welt nur machen. 7. O ihr Engel, Himmelserben, freuet euch mit Zion hier; denn die jetzt hat wollen sterben, soll nun leben für und für und sich freuen ohne Zahl in dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli † nach 1674. 36 B. Kirche und Gnadenmittel. 159. Eigne Melodie( 33). Zion flagt mit Angſt und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er sich erwählet hat: Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich verlassen in der Not, und läßt mich so harte pressen, meiner hat er ganz vergessen! 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand jeder zeit, der läßt sich vergebens suchen jetzt in meiner Traurig feit. Ach will er denn für und für so gar grausam zürnen mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht wie vorhin erbarmen? Suoduor 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein: wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, wer ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier; du hast mir mein Herz besefsen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als meinen Händen hab ich dich geschrecken kann. Siehe, hier in anders sein? Ich muß ja ge= schrieben an. Wie mag es denn denken dein; deine Mauern muß ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen, du liegst mir auf meinem Schoß wie die Kindlein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Not, Gefahr und Streit, ja der Satan selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann 1585--1647. III. Ausbreitung der Kirche. III. Ausbreitung der Kirche. 160. Mel.: Valet will ich dir geben( 28). Der du das Volk regierest, das dein im Glauben ist, und uns wie Lämmer führest, o Hirte, Jesu Christ! Sieh an die irre Herde, die dein von Anfang war, und sprich dein göttlich ,, Werde", das einst die Welt gebar. SUM bubu 2. Laß Licht aufs neue geben in diese finstre Welt und gieß des Geistes Leben auf dieses Totenfeld. Halt Abraham die Treue, mach die Gefangnen frei, daß Israel sich freue und Jakob fröhlich sei. 137 3. Dein Israel erwecke du, nun der Heiden Licht, und strahle sonder Decke ihm klar ins Angesicht. Was sie sich aufgeladen und du erfüllt nach Recht: dein Blut komm jetzt in Gnaden auf dein erwählt Geschlecht. 4. So sinken alle Mauern und Brüder sind vertraut, so wird ein Salem dauern aus allem Volk erbaut, so wird ein Leib nur leben in seines Hauptes Schein, ein Tempel sich erheben und du der Eckstein sein. 3. fr. v. Meyer 1772-1849. 161. Mel.: Herzlich thut mich verlangen( 28). Der du zum Heil erschienen der allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gefellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am dürren Holze versöhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus; von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 138 B. Kirche und Gnadenmittel. 3. Im schönen Hochzeitskleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Friede werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgeföhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht geſtellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht! auch sie hast du geEine Herde und Ein Hirt! wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf, und werde licht! Jesus hält, was er verspricht. graben in deinen Priesterschild, am Borne sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den 6. So sprich dein göttlich Werde, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn, daß, wo man Teufeln fröhnet und vor den Gößen kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht! 162. Mel.: Jesus, meine Zuversicht( 17). 7. Wir rufen, du wirst hören; wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen! Wie viele sinds noch nicht! O du, der uns versprochen, werd aller Heiden Licht! 20lbert Knapp 1798-1864. Heiden, blinde Pitger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. III. Ausbreitung der Kirche. 4. Sieh, das Heer der Nebel ruft: Es werde Licht! Jesus hält, flieht vor des Morgenrotes Helle was er verspricht. und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle, ihn umleuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan: rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundesengel Bahn; großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus 139 2. Nicht wir haben dich erwählet, du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrat; unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 163. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. Einer ists, an dem wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erfauft mit seinem Blut; unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder! Verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht. fr. Ud. Krunimacher 1767-1845. Drum brich den eignen Sinn, denn Armut ist Gewinn für den Himmel; wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. D Herr Jesu, Ehrenkönig, die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus! Send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 140 B. Kirche und Gnadenmittel. 4. Schau auf deine Millionen, die noch im Todesschatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern! Seit Jahrtausenden ist ihnen kein Evangelium erschienen, kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, zeuch uns voran und mach uns Bahn; gieb deine Thüren aufgethan! 5. Deine Liebe, deine Wunden, die uns ein ewges Heil erfunden, dein treues Herz, das für uns fleht, wollen wir den Seelen preisen und auf dein Kreuz so lange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig iſt dein Wort, es richtet und durchbohrt Geist und Seel; dein Joch ist süß, dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe! Was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten, auf deine Kraft vertrauen wir. vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp 1798-1864. 164. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. König Jesu, streite, siege, daß feld. Erhöre unser Flehn und alles bald dir unterliege, was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, laß wehen deinen Lebensodem durchs ganze weite Totenlaß es bald geschehn! Amen, Amen! So rühmen wir und jauchzen dir ein Hallelujah für. und für. Unbekannt 1852(?). III. Ausbreitung der Kirche. 165. Mel.: Komm, o fomm, du Geist des Lebens( 19). Licht, das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern, aus Gott entglommen, treib hinweg die alte Nacht. Zeuch in deinen Wunderschein bald die ganze Welt hinein. 2. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, einen recht gepriesnen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz thut auf, eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ. 3. Heile die zerbrochnen Herzen, baue dir Jerusalem und verbinde unsre Schmerzen; denn so ist dirs angenehm. Herr, thu auf des Wortes Thür, rufe allen: Kommt zu mir! daß doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und bald die ganze Welt erkennte, daß du bist König, Gott und Herr! 141 4. Es sei feine Sprach noch Rede, da man nicht die Stimme hört, und kein Land so fern und öde, wo nicht dein Geseß sie lehrt. Laß den hellen Freudenschall, laß ihn ausgehn überall. 5. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer, laufe deinen Heldenpfad; strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat; 0 erleuchte, ewges Wort, Ost und West und Süd und Nord, 166. Mel.: Errett mich, o mein lieber Herre. 6. Und erquick auch unsre Seelen, mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen. Vor den Stolzen uns bewahr; ja, laß deinen Himmelsschein unsers Fußes Leuchte sein. Rud. Stier 1800-1862. 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme jetzt hier, jetzt dort in Ost und West, dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst- und Freudenfest. 142 B. Kirche und Gnadenmittel. 3. Und noch entzünden Himmelsfunken so manches falte, tote Herz und machen Durstgefreudetrunken und heilen Sünd und Höllenschmerz; 4. Verzehren Stolz und Eigenliebe und sondern ab, was unrein ist, und mehren jener Flamme Triebe, die nur auf dich gerichtet iſt. 5. Erwecke, läutre und vereine des ganzen Christenvolkes Schar und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starker Gotteshauch, dein Feuermeer ström nicht vergebens; ach zünd in unsern Herzen auch. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen, die auf der Maur als treue Wächter stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegengehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. trennt, zusammen und baue 7. Schmelz alles, was sich deinen Tempel aus: laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. flamme doch bald die ganze, weite 8. Beleb, erleucht, erwärm, entWelt und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefürst und Held. 9. Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubelharmonien, und alle, die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes hin. 3.£. fricker † 1766. 167. Mel.: Dir, dir, Jehovah, will ich singen. 2. O daß dein Feur doch bald entbrennte, o möcht es doch in alle Lande gehn! ach Herr, gieb doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein! die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. III. 2usbreitung der Kirche. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. siche, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig hierum anzuflehn! Drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn". 11 4. So gieb dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein, laß eilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht herein. Obreite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach, daß die Hülf aus Zion käme! o daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! o würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei. 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen; es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! ach führe bald dadurch mit 143 Haufen der Heiden Füll in alle Thore ein! ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. Obeffre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, ach räum aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Mietling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 8. Laß jede hoh' und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein, ja, size du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treuer Lehrer viel und Beter sein, die für die ganze Kirche flehn und schrein. 9. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, giebst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! K. H. v. Bogatzky 1690-1774. 144 B. Kirche und Gnadenmittel. 168. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. Zieht in Frieden eure Pfade! froh bei Tag und Nacht. Lebt Mit euch des großen Gottes Gnade und seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, gehts unter Sonnenschein und Stürmen getrost und wohl, lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern spät und frühe! Vergeßt uns nicht in seinem Licht und wenn ihr sucht sein Angesicht. 9040 110 6. J.£. Knak 1806-1878. IV. Kirchweih und Einführung von Predigern. 169. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. Gott Vater, aller Dinge Grund, gieb deinen Vaternamen fund an diesem heilgen Orte! Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte! Wohne, throne hier bei Sündern als bei Kindern voller Klarheit; heilge uns in deiner Wahrheit! 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dies Gotteshaus ist dir geweiht, o laß dirs wohlge fallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen! Einheit, Reinheit gieb den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden und nimm von uns allen Schaden. 3. Gott heilger Geist, du wertes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden! Gieß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus; mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, früher, später gehts zum Sterben; hilf uns Jesu Reich ererben! IV. Kirchweih und Einführung. 4. Dreieiniger Gott! Lob, Dank und Preis sei dir vom Kinde bis zum Greis für dies dein Haus gesungen! Du hast's geschenkt und auferbaut, dir ists geheiligt und 170. Mel.: In dieser Morgenstund will ich dich loben( 6). Herr, vor dem sich Erd und Himmel beuget, du Gottessohn, von Ewigkeit gezeuget, blick auf der Deinen Flehn und Dankeslieder huldreich hernieder! 2. Dies Haus, o Herr, ist deinem Dienst geweihet; hier schmecken deine Gläubgen hocherfreuet das Blut, den Leib, den du zu unserm Leben dahingegeben. 3. Hier wird in deinem heilgen Wasserbade die Schuld getilgt, geheilt der Seelenschade; hier weihen wir, o Todesüberwinder, dir unsre Kinder. 4. Hier finden Kranke Heilung, Kraft die Müden, die Blinden Licht, die Sünder Seelenfrieden; hier atmen freier bei des Lebens Schmerzen die wunden Herzen. 5. Des Ewgen Vorhof ist an diesem Orte, das Heiligtum des Herrn, des Himmels Pforte, 145 vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten, Herr, wir bitten: stell uns droben in den Tempel, dich zu loben! 2lbert Knapp 1798-1861. stets offen allen, die dem ewgen Leben entgegenstreben. 6. Mag bei der Stürme Wüten alles zittern, die Kirche steht ein Fels in Ungewittern und bleibet bei der Hölle wildstem Trutze in Christi Schuße. 7. Drum freun wir uns der heilgen Tempelweihe und bitten: Herr, Allgütiger, verleihe, daß uns geleite dein mildreicher Segen auf allen Wegen! 8. Nichts raube uns des Herzens fromme Freude, oft kehre dieser Tag zurück, oft weide dein Volk, o Herr, sich an den Himmelsgaben, die hier uns laben. 9. Lob und Anbetung töne dir, o Vater, dir Gottes Sohn, dir Tröster und Berater! Lehr uns, dein Volk, durch alle Ewigkeiten dein Lob ausbreiten. Alte Kirche. 10 146 B. Kirche und Gnadenmittel. 171. Mel.: Werde munter, mein Gemüte( 33). Hilf uns, Herr, in allen Dingen, daß wir unser Amt und Werk wohl anfangen und vollbringen, gieb uns Weisheit, Kraft und Stärk! Ohne deine Hülf und Gunst ist all unser Werk umsonst; hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohlgelingen. 2. Hilf uns, Herr, an allen Orten, wo wir dein bedürftig sein; brich der Hölle Macht und Pforten und gieb deinem Häufelein, deiner armen Christenheit, Liebe, Fried und Einigkeit. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohlgelingen. 3. Hilf uns, Herr, in allen Nöten, aller Trübsal und Gefahr; laß uns keine Drangsal töten, nimm doch unser also wahr, daß Kreuz, Elend und Verdruß uns zum besten dienen muß. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohlgelingen. 4. Hilf uns, Herr, aus allem Leide in der letzten Todesnot, laß uns fahren hin mit Freude und durch deinen bittern Tod kommen in das Paradeis, uns zur Freude, dir zum Preis. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohlgelingen. 5. Hilf uns, Herr, in letzten Zügen, hilf, nach unsrer Zuversicht, laß uns ritterlich obsiegen und zu schanden werden nicht. O Herr Jesu, deine Hand leist uns Hülfe und Beistand, daß wir nach vollbrachtem Ringen Lob und Dank dir ewig singen. Martin Rindhart 1586-1649. 172. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. Jesu, Herr der Herrlichkeit, sie selig werde! Von dir sind du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Herde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sørgst, daß wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. IV. Kirchweih und Einführung. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Himmel führen und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen, und die Herden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt. Herr, segne seine Werke! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun gieb Weisheit ihm und Stärke. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, laß ihn sein Amt mit Freuden thun, nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gieb uns 147 ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer, laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegen führen. Du hast die Seelen all gezählt, du willst es nicht, daß eine fehlt, laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, reich die Hände, daß am Ende Hirt und Herde treu von dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn, du kommst im Namen unsers Herrn, in Jesu Christi Namen. Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir, Amen, Amen! Mit dir gehrt wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. J. D. C. Bickel 1737-1809. Univ.- Bibl. Giessen. 10* 148 B. Kirche und Gnadenmittel. V. Wort Gottes. 173. Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. Dein Wort, o Herr, ist mil- Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Sc tten bis zu den ewgen Hütten. der Tau für trostbedürftge Seelen; laß keiner Pflanze deiner Au den Himmelsbalsam fehlen; erquickt durch ihn laß jede blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Keil, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschaltet. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilgerreise; es führt auch Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte: wo wendet' ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein:„ Komm, du bist mein!" das rief mir nicht vergebens, ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segensbund: dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es mir aus Geist und Mund und nie von unserm Samen. Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. 7.O sende bald von Crt zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von. Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. C. B. Garve 1763-1841. V. Wort Gottes. 174. Eigne Melodic. Dies sind die heilgen zehn Gebot, die uns gab unser Herre Gott durch Mosen, seinen Diener treu, hoch auf dem Berg Sinai. Kyrie eleison. 2. Ich bin allein dein Gott und Herr; kein Götter sollst du haben mehr; du sollst mir ganz vertrauen dich, von Herzensgrund lieben mich. Kyrie eleison. 3. Du sollst nicht führen zu Unehrn den Namen Gottes, deines Herrn; du sollst nicht preisen recht noch gut, ohn was Gott selbst redt und thut. Kyrie eleison. 4. Du sollst heilgen den siebnten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollst von dein'm Thun lassen ab, daß Gott sein Werk in dir hab. Kyrie eleison. 5. Du sollst ehrn und gehorsam sein dem Vater und der Mutter dein, und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langs Leben han. Kyrie eleison. 149 6. Du sollst nicht töten zorniglich, nicht hassen, noch selbst rächen dich; Geduld haben und sanften Mut und auch dem Feind thun das Gut. Kyrie eleison. 7. Dein Eh' sollst du bewahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein', und halten keusch das Leben dein mit Zucht und Mäßigkeit fein. Kyrie eleison. 8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß und Blut; du sollst totorn aufthun dein milde Hand dent Armen in deinem Land. Kyrie TE NO eleison. 9. Du sollst kein falscher Zeuge sein, nicht lügen auf den Nächsten dein; sein Unschuld sollst auch retten du und seine Schand decken zu. Kyrie eleison. 10. Du sollst deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus; du sollst ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber thut. Kyrie eleison. 150 B. Kirche und Gnadenmittel. 11. Die Gebot all uns gegeben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollst und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. Kyrie eleison. 175. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit( 25). Gesetz und Evangelium find beide Gottes Gaben, die wir in unserm Christentum beständig nötig haben; doch bleibt ein großer Unterschied, den nur ein solches Auge sieht, daß Gottes Geist erleuchtet. 2. Was Gott in dem Gesetz gebeut, ist uns ins Herz geschrieben: wir sollen nämlich jederzeit Gott und den Nächsten lieben. Daß aber Gott die Welt geliebt und seinen Sohn für Sünder giebt, das muß er selbst entdecken. 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist; es ist mit unserm Thun verlorn, verdienen doch eitel Zorn. Kyrie eleison. Dr. M. Luther 1483-1546. 3. In dem Gesetz wird unsre Pflicht uns ernstlich vorgetragen; das Evangelium kann nicht als nur von Gnade sagen; das zeigt dir, was du thun sollst, an; dies lehrt, was Gott an dir gethan; das fordert, dieses schenket. 4. Was das Gesetz dir Guts verspricht, wird dir nicht zugewendet, es sei denn, daß du deine Pflicht vollkommen hast vollendet. Was Christi Gnade Guts verheißt, wird dem, der gläubig sich erweist, frei und umsonst gegeben. 5. Wo das Gesetz den Sünder find't, da schlägt es ihn darnieder; das Evangelium verbind't und heilt die Wunden wieder: das predigt Sünde, Zorn und Fluch, dies öffnet dir des Lebens Buch in des Erlösers Wunden. 6. Das decket dir dein Elend auf, dies saget von Erbarmen; das schläget unbarmherzig drauf, dies hebt und trägt die Armen; daß zeigt und dräuet dir den Tod, dies hilfet dir aus Tod und Not und bringt dir Geist und Leben. V. Wort Gottes. 7. Mein Gott, laß diesen Unterschied mich in der That erfahren: laß Sündenangst mit Trost und Fried sich in der Seele paaren; treib mich, o Herr, durch dein Gesetz in deiner Gnade holdes Netz, in des Erlösers Arme. 176. Mel.: Ach Gott und Herr. Gott ist mem Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; lafz immerdar mich seine Kräfte schmecken; laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie ver= stünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben: zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 151 8. Gieb aus dem Evangelio mir Kräfte, dich zu lieben und als dein Kind, das frei und froh mich im Gesetz zu üben; gieb Gnade, daß ich meine Pflicht mit Heiligkeit und Zuversicht in Lieb und Glauben leiste. J. J. Rambach 1693-1735. 5. Dein ewger Rat, die Missethat der Sünde zu verfühnen, den fennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort; denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben. Chr. fürchtegott Gellert 1716-1769. 152 B. Kirche und Gnadenmittel. 177. Mel.: O Durchbrecher aller Bande( 34). Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schaß erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thu. 178. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. Prediger der süßen Lehre, die ich mit Erstaunen höre, großer Arzt der Menschenkinder, du Evangelist der Sünder und Prophet des neuen Bundes, laß die Worte deines Mundes, deine Stimme an die Herden mir zu Geist und Leben werden 2. Hallelujah, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn! Laß mich eifrig sein beflissen dir zu dienen früh und spat und zugleich zu deinen Füßen sizen, wie Maria that. Nik. Ludwig Graf von Zinzendorf 1700-1760. 2. Deine beiden Testamente mache mir zum Elemente. Sende deines Geistes Treiben, mir dein Wort ins Herz zu schreiben; denn es ist auf alle Weise meiner Seele beste Speise. Wer kann sonst vom ewgen Leben meinem Herzen Nachricht geben? 3. Herr, dein Wort ist wie ein Hammer, schlägt und zeigt den Seelenjammer, es erquickt mich wie der Regen, leuchtet mir auf allen Wegen, stärket meines Geistes Kräfte, schmeckt wie Milch und Honigsäfte, ist ein Stab für matte Glieder und ein Schwert dem Feind zuwider. 4. Diesem Worte will ich trauen und darauf beständig schauen; sonst ist doch kein Licht vorhanden. Fremde Lehre macht zu schanden: aber dein Gesetz und Gnade leitet mich auf rechtem Pfade. Herr, mein Glauben und mein Lieben hat den Grund: Es steht geschrieben. V. Wort Gottes. 5. Lehre mich dein Wort betrachten, mit Begierde darauf achten. Lehre michs im Geist verstehen: laß es mir zu Herzen gehen. Mache, daß ichs fröhlich glaube und kein Zweifel mir es raube: daß ichs mit Gehorsam ehre und sonst keine Stimme höre. 6. Laß dein Wort mich kräftig laben, fest es in der Seele haben; deine Wahrheit nicht zerrütten, keine Kraft davon verschütten; fest an der Verheißung bleiben, die Gebote willig treiben; keinen Schritt vom Worte weichen, deines Weges Ziel erreichen. 7. Was die Welt bekennt und lehret, was mein Herz erdenkt und ehret, was der böse Geist erdichtet, wird von Gottes Wort. Teures Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt, in dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 153 gerichtet. Weg mit euch, ihr falschen Geister, mir ist gnug an einem Meister! wißt, daß euch der Fluch verzehret, wenn ihr selbst auch Engel wäret. 8. Selig, selig sind die Seelen, die sich sonst kein Licht erwählent als allein das Wort des Lebens! Diese glauben nicht vergebens, weil sie Gottes Rat ergründen und sein Herz im Worte finden. O, ein unschäßbares Wissen! Andre Weisheit kann ich missen. 179. Mel.: Komm, o komm, du Geist des Lebens( 19). 9. Licht und Kraft und Mut und Freude, wahrer Trost im tiefsten Leide, Schutz vor allerlei Gefahren und ein ewiges Bewahren: das sind dieses Wortes Früchte. Alles andre wird zu nichte, alles andre muß vergehen: Gottes Wort bleibt ewig stehen. E. G. Woltersdorf 1725-1761. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränkt. 154 B. Kirche und Gnadenmittel. 3. Du, mein Paradies auf Erden, schließ mich stets im Glauben ein; laß mich täglich klüger werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnade, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. 5. Lasse mich in diesen Schranten sonder eitle Sorgen sein. Schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gieb dem Samforn einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker, und was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß. den Zweifel ferne sein. Mir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und 7. Was ich lese, laß mich merken, was du sagest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben. stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gieb, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege Was ich hier zu Grunde. lege, nur nach dieser Richtschnur gehn. müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und That in den größten Nöten hat. 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein. Drücke drauf ein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benj. Schmold 1672-1737. 180. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit( 25). wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. V. Wort Gottes. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohlbekannt dein heilger Will und Rechte. Zum letzten ist dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist, laß uns dabei verbleiben und gieb uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb annehmen jederzeit mit Sanft mut, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött samt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Öffn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 155 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Same, so in Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten, fruchtbarn Lande und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande; viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben: hier, den Weg der Sünde meiden; gieb, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden; rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen; erhalt es bei uns klar und rein; hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 156 B. Kirche und Gnadenmittel. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und VI. Taufe. 181. Eigne Melodie( 36). Christ unser Herr zum Jordan kam nach seines Vaters Willen, von St. Johann die Taufe nahm, sein Werk und Amt zu erfüllen: da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, ersäufen auch den bittern Tod durch sein selbst Blut und Wunden; es galt ein neues Leben. leiten. heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. David Denicke 1603-1680. 2. So hört und merket alle wohl, was Gott heißt selbst die Taufe und was ein Christe glauben soll, zu meiden Keßerhaufen. Gott spricht und will, daß Wasser sei, doch nicht allein schlecht Wasser, sein heilig Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohn Maßen, der ist allhier der Täufer. 3. Solche hat er uns beweiset klar mit Bildern und mit Worten, des Vaters Stimm man offenbar daselbst am Jordan hörte. Er sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen, den will ich euch befohlen han, daß ihr ihn höret alle und folget seiner Lehre. 4. Auch Gottes Sohn hier selber steht in seiner zarten Menschheit, der heilge Geist herniederfährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran, wenn wir getaufet werden, all drei Person getaufet han, da mit bei uns auf Erden zu wohnen sich ergeben. VI. Taufe. 5. Sein'n Jüngern heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren. Wer gläubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden, ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll erben. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist verdammt zum ewgen Tod tief in der Höllen Bott ott und Vater, nimm jekund dieses Kind von unsern Armen; nimm es auf in deinen Bund, und erzeig ihm dein Erbarmen, daß es alle Lebenstage deiner Kindschaft Zeichen trage. 2. Wasche es mit deinem Blut, treuer Jesu, von den Sünden; laß in seiner Taufe Flut den 157 Grunde. Nichts hilft sein eigne Heiligkeit, all sein Thun ist verloren, die Erbsünd machts zur Nichtigkeit, darin ist er geboren, er mag sich selbst nicht helfen. 182. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 7. Das Aug allein das Wasser: sieht, wie Menschen Wasser gießen, der Glaub im Geiſt die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi, und ist vor ihm ein rote Flut, von Christi Blut gefärbet, die allen Schaden heilen. thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen... Dr. M. Luther 1483-1546. geerbten Fluch verschwinden und sein Leben sein Leben auf der Erden deinem Vorbild ähnlich werden. 3. Und du, werter heilger Geist, schenk ihm deine Gnadenkräfte; treibe, wie dein Bund verheißt, selbst in ihm des Heils Geschäfte, daß es stets an Jesu Leibe ein. lebendig Gliedmaß bleibe. Unbekannt 1267. 158 B. Kirche und Gnadenmittel. 183. Mel.: Nach einer Prüfung furzer Tage( 15). Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt; ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Not und Bein, o guter Geist, mein Tröster sein 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt: ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besit von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse, ich bleibe mit dir unvermengt; hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich: Gott hört es, ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir; so lob ich dich dort für und für. J. J. Rambach 1693-1735. VI. Taufe. 184. Mel.: Aus meines Herzens Grunde( 27). Caffet die Kindlein kommen zu mir, spricht Gottes Sohn, sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Kron; auch für die Kindelein, daß sie nicht wärn verloren, bin ich ein Kind geboren; drum sie mein cigen sein. 2. Der Herr gar freundlich füsset und herzt die Kindelein, bezeugt mit Worten süße, der Himmel soll ihr sein, dieweil sein teures Blut, das aus sein'n heilgen Wunden am Kreuzesstamm geronnen, auch ihnen kommt zu gut. Lasset mich voll Freuden sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind Gottes ist! Was sind alle Schätze nüße, da ich einen Schatz besige, der mir alles Heil gebracht und mich cwig selig macht? 159 3. Drum nach Christi Verlangen bringet die Kindlein her, damit sie Gnad erlangen, niemand es ihnen wehr. Führet sie Christo, zu; er will sich ihr'r erbarmen, legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh, 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ihr Seele Gott gefällt; denn sie sind Gottes Erben, lassen die schnöde Welt; sind frei aller Gefahr und dürfen hier nicht leiden. Sie loben Gott mit Freuden dort bei der Engel Schar. 185. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben( 35). Conr. Becker 1561-1604. 2. Keine Sünde macht mir bange: Ich bin ein getaufter Christ! denn ich weiß gewiß, so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das teure Wasserbad mich damit besprenget hat. 160 B. Kirche und Gnadenmittel. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Thrannei machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ! denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben Liebster Jesu, hier sind wir, deinem Worte nachzuleben: dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe, denn das Himmelreich ist ihre. ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mich der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wiederschafft. 186. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 2. Ja, es schallet allermeiſt dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu geboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 5. Nun so soll ein solcher Segen nur ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdm. Neumeister 1671-1756. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen; tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken; und zugleich mit dieser Flut laß es dein Verdienst bedecken; schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es ganz in dich sich kleide. VI. Taufe. 5. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, sei du sein Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe. 187. Mel.: O du Liebe meiner Liebe( 34). Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ich irgend besser haben als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut: mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht ange161 6. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmold 1672-1737. hören, der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich so in Freude, wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich in Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein Tag sich neigt, wenn es nun will Abend werden und die Nacht hernieder steigt. Lege segnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, sprich dann: Kind, hier gehts zu Ende, aber dort lebt. wer hier glaubt!" 11 162 B. Kirche und Gnadenmittel. 6. Bleib mir dann zur Seite stehen, wann mir Grauen macht der Tod als das kühle, scharfe Wehen vor des Himmels Morgenrot. Wird mein Auge dunkler, Jesu, meiner Seele Leben, meines Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz ergeben jezzo und in Ewigkeit. Meinen Gott will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein, ich will feines andern sein. an 188. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben( 35). 2. Deine Güt hat mich umfangen, als mich erst die Welt empfing; du bist mir schon nachgegangen, als ich noch nach dir nicht ging; dein Schoß hat mich aufgenommen, wenn ich nur bin zu dir kommen: ich bin dein und du bist mein, ich will keines andern sein. trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist. 3. Jrr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich betrübe, tröst't sie mich im harten Lauf; K. J. Ph. Spitta 1801-1859. bin ich arm, ſie giebt mir Güter; haßt man mich, sie ist mein Hüter: ich bin dein und du bist mein, ich will keines andern sein. 4. Ja in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret: ich bin dein und du bist mein, ich will keines andern sein. VO 5. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude. Trotz dem, der mich von dir scheide! Ich bin dein und du bistmein, ich will feines andern sein. estis VI. Taufe. Bi 6. Drum, ich sterbe oder lebe, meine Zuversicht und Freude, bleib ich doch dein Eigentum; an dich ich mich ganz ergebe, du bist meiner Seele Ruhm, meine Süßigkeit im Leide: Ich bin dein und du bist mein, ich will feines andern sein. Chr. Scriver 1629-1693. 189. Mel.: Was mein Gott will, das g'scheh allzeit( 39). Sei Gott getreu, halt seinen sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du kühnlich glauben. Bund, o Mensch, in deinem Leben! Leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein ergeben! Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keine HAL ANTOO Not des Kreuzes dich abkehren: ist er dein Vater und dein Gott, was willst du mehr begehren? Dies höchste Gut macht rechten Mut: kann seine Huld dir werden, nichts besser ist, mein lieber Christ, im Himmel und auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Qust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, 163 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, darin er dich geſetzet: wenn er dich hält mit seiner Hand, wer ist, der dich verleget? Wer seine Gnad zur Brustwehr hat, kein Teufel kann ihm schaden; wen dies Panier beschützet hier, dem bleibet wohl geraten. 100 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen, steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 11* 164 B. Kirche und Gnadenmittel. 6. Sei Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht. Wär ja der Fall geschehen, so sei bereit durch Buß bei Zeit nur wieder aufzuſtehen. 7. Sei Gott getreu bis in den Tod und laß dich nichts abwenden! Er wird und kann in aller Not dir treuen Beistand senden, und Don des Himmels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke! Gieb uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, gieb uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen teures Blut floß auch uns zu gut. käm auch gleich das Höllenreich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 190. Mel.: Seelenbräutigam. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und ge8. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweiſen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kronzum Gnadenlohn im Himmel dir aufsetzen: da wirst du dich dann ewiglich in seiner Treu ergetzen. Mich. frand 1609-1667. rührt vor dir beteuern, deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gieb auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn. Samuel Marot 1770-1865. VI. Caufe. 191. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 165 Gemeinde: Kinder: Por dir, Todesüberwinder, stehn 3. Laß dich halten und umdeine teurerlösten Kinder, ihr Lobgesang sei dir gebracht! Freudig gehn sie dir entgegen, weil du der Liebe reichsten Segen den Kinderfeelen zugedacht. Dein Auge sieht sie hier im Jugendschmuck vor die knien und beten. Herr! sie sind dein; laß ihre Reihn dir an dein Herz geleget sein! fassen, ich will dich ewig nicht verlassen, verlaß auch du mich ewig nicht! Schüße mich vor Welt und Sünde und offenbare deinem Kinde dein gnadenvolles Angesicht; auf daß ich Tag für Tag in dir mich freuen mag still und heilig, und mich dein Mund zu jeder Stund erinnre an den Liebesbund. und Kinder: 2. Friedefürst, ich ward erkoren am ersten Tag, da ich geboren, zu deinem selgen Gnadenkind; du gabst mir des Himmels Gaben, weil wir nichts Gutes eigen haben und ohne dich verloren sind. Jesu, meine Ruh! ich greife freudig zu nach den Gaben, die du mir heut zur Seligkeit durch dein Erbarmen hast erneut. Gemeinde und Kinder: 4. O du Hirt erkaufter Seelen, ich muß des rechten Wegs verfehlen, wenn meine Seele von dir geht; darum gieb mir Licht und Stärke und Glaubensmut zum guten Werke, zum Ringen, Wachen und Gebet, bis ich den, Pilgerstand im ewgen Vaterland selig ende, und du, o Sohn, der Treue Lohn mir reichst von deinem Gnadenthron. om hud 21. Knapp 1798-1864. 166 B. Kirche und Gnadenmittel. VII. Abendmahl. 192. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit( 25). Du Lebensbrot, Herr Jesu bereuen ja mit Schmerzen; du hingeopfert Osterlamm, du meiner Seele Bräutigam, laß mich dich recht genießen. Christ, mag dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben, so bitt ich dich demütiglich, du wollest so bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 2. Auf grüner Aue wollest du, Herr, diesen Tag mich leiten, den frischen Wassern führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar fündlich, matt und krank; doch laß mich einen Gnadentrank aus deinem Becher schmecken. 3. Du gnadenreiches Himmelsbrot, du wollest mir verleihen, daß ich in meiner Seelennot zu dir mag kindlich schreien; des Glaubens Kleid bedecke mich, auf daß ich möge würdiglich an deiner Tafel sitzen. 4. Tilg allen Haß und Bitterkeit, o Herr, aus meinem Herzen, laß mich die Sünd in dieser Zeit nicht wert als der ich jetzt er5. Zwar bin ich deiner Gunst scheine mit Sünden allzuviel beschwert, die schmerzlich ich beweine; in solcher Trübsal tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmeſt. 6. Ich bin ein Mensch ganz mich heilen; erleuchte mich, denn voller Sünd, laß deine Hand ich bin blind, du kannst mir Gnad erteilen; ich bin verdammt, erbarme dich, ich bin verloren, suche mich und hilf aus lauter Gnaden. 7. Mein Bräutigam, komm her. zu mir und wohn in meinem Herzen; laß mich dich lieben für und für, vergessen meine Schmerzen. Ach, laß doch deine Süßigkeit für meine Seele sein bereit und stille ihren Jammer. VII. Abendmahl. 8. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, dich komm selbſt, mir zu h schenken: o Blut, das du vergossen bist, komm eilig, mich zu Gott sei gelobet und gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute; das gieb uns, Herr Gott, zu gute! Kyrieleison. 193. loscat Eigne Melodie. 2. Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam, und das heilige Blut hilf uns, Herr, aus aller Not. Kyrieleison. 91 3. Den heiligen Leib hat er für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte konnte er uns schenken, dabei wir sein solln gedenken. Kyrieleison. 167 tränken. Ich bleib in dir, du bleibſt in mir, drum wirſt du, goldne Himmelsthür, mich dort auch auferwecken. Joh. Rist 1607-1667. 4. Herr, dein Lieb so groß dich zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder that und bezahlt unsre Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyrieleison. 5. Gott geb uns allen seiner Gnade Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß die Speis uns nicht gereue. Kyrieleison. 6. Herr, dein heilger Geist uns nimmer laß, der geb uns zu halten rechte Maß, daß dein arm Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleison. Dr. M. Luther 1483-1546. 168 B. Kirche und Gnadenmittel. 194. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele( 33). Gott sei Lob, der Tag ist kommen, da ich Jesu werd vertraut, da ich, aller Schuld entnommen, werd in Gottes Huld geschaut. Gott sei Lob, daß mir bereit ist des Lammes Hochzeit heut, da sich Jesus mir zum Leben will auf ewig eigen geben. 2. Gott, ich komm bei frühem Morgen zu dir als dein liebes Kind, leg in deine Vatersorgen mich mit Leib und Seel geschwind. Abba, Vater, sorg für mich, daß ich ja heut würdiglich als dein Gast bei dir erscheine und mit Jesu mich vereine. 3. Christe, du Lamm Gottes, höre, weil du trägest meine Sünd, als mein Schaß und Wirt herkehre, deine Braut und Schaf mich find. Deiner Güte ich vertrau, führe mich auf grüner Au und speis mich, mir stets zu gute, heut mit deinem Leib und Blute. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder 4. Heilger Geist, den ich umfasse, bleibe heut und stets bei mir; mich mit Beistand nicht verlasse, sondern hilf, daß selig hier mir zum Nuße, Gott zum Preis, ich genieß die Himmelsspeis, daß ich darnach christlich lebe, freudig einst den Geist aufgebe. 5. Nun lieg ich dir, Gott, zu Füßen, Gottes Liebe schmücke mich! Meines Jesu Blutvergießen mache würdig mich durch sich! Hilfet mir dein Vaterherz, hilft mir Jesu Tod und Schmerz; hilft der Tröster mir auf Erden, muß ich ewig selig werden. Nem. Juliane, Gr. von SchwarzburgRudolstadt 1637-1706. 195. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit( 25). da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe! shi VII. Abendmahl. 2. Halt im Gedächtnis Jesum sollst bleiben allezeit und sehen Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Not; dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage; bedenke, daß er Fried gemacht, sein Unschuld Leben wiederbracht; dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du 169 Herr, dein herzliches Verlangen, da du in den Tod gegangen, mit den Deinen dich zu lezzen und dein Nachtmahl einzuseßen, dringt auch mich zum Tisch der Gnaden; du hast mich auch eingeladen; denn auch ich bin unter allen dir nicht aus dem Sinn entfallen. seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenommen. O denke, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 196. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 6. Gieb Jesu, gieb, daß ich dich fann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir gethan ,. mög aus dem Herzen lassen; daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther 1650-1704 2. Mich verlangt nach dieser Speise, noch eh ich von hinnen reise; mich verlangt nach diesem Tränken, eh man mich ins Grab wird senken; denn, ist Jesu Leib und Leben, ist sein Blut mir eingegeben, wird mein Leib im Auferstehen seinem Leibe ähnlich sehen. 170 3. Ich hab du stillst mein Verlangen Jesu Leib und Blut empfangen, nun hat mich sein Tod durchdrungen und selbst meinen Tod verschlungen, nun THE - B. Kirche und Gnadenmittel. - 197. Mel.: Schmücke dich, o liebe Secle. Herr, der du dein teures Leben in den Tod für mich gegeben zu erlösen mich von Sünden, wer kann deine Huld ergründen? Sieh, ich komm, von dir geladen, zu dem Mahle deiner Gnaden, will den Bund mit dir erneuen, deinem Dienst mich ganz zu weihen. 2. Heute sei der Bund erneuet; ganz sei dir mein Herz geweihet, dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestreben nur nach deinem Sinn zu leben; mich soll weder Lust noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 3. Ich gelob aus treuem Herzen, meiner Brüder Not und Schmerzen täglich brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Was du hassest, will ich hassen, 70305 hat er sein ewges Leben mir in seinem Blut gegeben, nun entschlaf ich voll Vertrauen, Jesum bald verklärt zu schauen. Chr. Karl Cudwig v. Pfeil 1712-1784. mur dein Wort mich leiten lassen, nie mit Vorsatz dich betrüben, alles, was du liebest, lieben. Gires. 4. Darum hilf du mir und stärke mich zu jedem guten Werke! Laß mich, weich ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten. Liebe schlug dir deine Wunden; dieses soll in trüben Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mich mit Himmelstrost erquicken. Christen sich auf deine Zufunft 5. Gieb, daß ich und alle rüsten, daß sich keiner vor dir schäme, wenn dein Tag schon heute käme. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren? di J. C. Lavater 1741-1801. VII. 2lbendmahl. 198. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seelc( 33). Herr, jerr, du haft für alle Sünder Eifer schwächt, bis ich fühle meine Not und mich sehne nach dem Brot, welches allen Hunger stillet und mein Herz mit Gott erfüllet. mo einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir befohlen hast; aber hilf auch, daß mein Herze nicht mit deiner Wohlthat scherze. ast, 2. Räume, bitt ich, mein Gemüte rein von allem Argen aus, daß auch meines Herzens Hütte werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jeſu, segne mich und laß deinen Tisch auf Erden mir des Himmels Vorschmack werden. 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut: ach, so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 171 4. Nimm jetzt die Vernunft gefangen, daß ich glaube schlecht und recht, und erwecke mein Verlangen, wenn das Fleisch den 5. Denke doch, du Fürst des Lebens, denke, daß du Jesus heißt; denke, daß du nicht vergebens für die Welt gestorben seist. Drum erhöre, was ich bitt, teile mir dich selber mit und laß heut in mein Gewissen Blut aus deinen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft; und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hülfe schafft: ach, so laß dein Brot und Wein meines Herzen's Manna sein, daß die Wirkung dieſer Speise künftig in der That sich weise. 7. Laß mich deine Liebeschmecken und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freudenmut, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch niemand lasse rauben. 172 B. Kirche und Gnadenmittel. 8. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod; laß mich auch niemanden hassen, der mit mir genießt dein Brot. Nimm mich ganz vollHerr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden: wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. kommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. 199. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. Herr, du wollst uns vollbereiten Tod. Wir sind, o Jeſu, dein, zu deines Mahles Seligkeiten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollem Herzen nahen und sprich uns los von Sünd und dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke; schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke. Kaspar Neumann 1648-1715. 200. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit( 25). 102 fr. Gottl. Klopstod 1724-1803. Hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelsweſen. in dir auch bis ans Ende bleiben; 3. Bleib du in uns, daß wir laß Sünd und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. Unbekannt 1724. VII. Abendmahl. 201. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. Herr Jesu, dir sei Preis und Dank für diese Seelenspeis und Trank, damit du uns begabet: im Brot und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig wohl zu gut und unsre Herzen labet, daß wir in dir und nach allem Wohlgefallen heilig leben: solches wollest du uns geben. 2. Du kehreſt, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel, dir Wohnung da zu machen: drum uns ein solches Herz verleih, das von der Weltlieb ledig sei und allen eitlen Sachen; bleibe, treibe unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten alles Irdsche zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein wertes Nachtmahl zum Gericht; ein jeder recht bedenke, daß wir mit diesem Lebensbrot im Glauben stillen 173 unsre Not; der Fels des Heils uns tränke, züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. 4. O daß wir solche Seligkeit erwarten möchten allezeit in Hoffnung und Vertrauen, und folgends aus dem Jammerthal eingehen in des Himmels Saal, da wir Gott werden schauen, tröstlich, köstlich uns als Gäste auf das beste bei ihm laben und ganz volle Gnüge haben. 5. Das gieb du uns von deinem Thron, o Jesu Christe, Gottes Sohn, giebs durch dein bitter Leiden. Dasselbe, weil wir leben hier, laß uns betrachten für und für und alles Böse meiden. Amen! Amen! Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, hilf uns fröhlich überwinden. Str. 1. 3. 4. von Bernhard v. Derschow 1591-1639. Str. 2 u. 5. Zusätze des hannoverschen Gesangb. von 1657. 174 B. Kirche und Gnadenmittel. 202. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. Ich komme, Herr, und suche schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben, du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. down pitind dich mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder; du hast die Handschrift abgethan und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht, und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet; du hast für mich dich dargestellt, Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir, er tilget deine Sünden und läßt an seinem Tische hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft und er erhört dich Eppgabary 4. Dein ist das Heil, die Seligfeit, bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja Herr, mein Heil ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod Laß mich von nun an würdig um Kraft zu meinem Willen. sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Ch. f. Gellert 1716-1769. VIL 2bendmahl. 203. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit( 25). Ich komm jetzt als ein armer tränke mich dein teures Blut, auf daß mich ja kein falsches Gut von deiner Liebe scheide. Gast, o Herr, zu deinem Tische, den du für mich bereitet hast, daß er mein Herz erfrische, und wenn mein Sehnen ist gestillt, daß auch der Dank, der mich erfüllt, in aller Dank sich mische. prohi 2. Nun sprichst du, Seelenbischof, dort: Ich bin das Brot zum Leben! Dies Brot treibt auch den Hunger fort, den sonst nichts mag aufheben; ich bin der Trank, wer glaubt an mich, dem wird der Durst nicht ewiglich im Herzen Qualen geben. 173 5. Gleich wie des Hirsches mattes Herz nach frischem Wasser schreiet, so schreiet auch mein Seelenschmerz: Ach, laß mich sein befreiet von meiner schweren Sündenpein, und schenk den Lebenstrant mir ein; dann bin ich benedeiet. 6. Vor allem aber wirk in mir ein ungefärbte Reue, daß ich vor sündlicher Begier mit ganzem Ernst mich scheue; zieh mir den Rock des Glaubens an, der dein Verdienst ergreifen kann, damit mein Herz sich freue. 3. Drum führe mich, o treuer Hirt, auf deine Himmelsauen, bis meine Seel erquicket wird, wenn du sie läsfest schauen die Ströme deiner Gütigkeit, die du für alle hast bereit, so deiner Brunst, daß ich die Welt verlaſſe 7. Entzünd in mir der Andacht Hut vertrauen. und deine Treue, Gnad und Gunst in dieser Speise fasse, daß durch dein Lieben Lieb in mir zu meinem Nächsten wachs herfür, und ich fort niemand 4. Ich armes Schäflein suche dich auf deiner grünen Weide; dein Lebensmanna speise mich zum Trost in allem Leide; es haffe. 176 B. Kirche und Gnadenmittel. 8. Ach führe mich nur selbst von mir; bei mir ist nichts denn Sterben; nimm aber mich, o Herr, zu dir, bei dir ist kein Verderben. In mir ist lauter Höllenpein, in dir ist nichts denn Seligsein mit allen Himmelserben. 9. Erneure mich, o Lebensstab, mit deines Geistes Gaben; laß mich der Sünde sagen ab, die mich sonst pflegt zu laben; regiere meinen trägen Sinn, daß er die Lüste werfe hin, die er pflegt lieb zu haben. Kommt her, ihr seid geladen, der Heiland rufet euch, der süße Herr der Gnaden, an Huld und Liebe reich; der Erd und Himmel lenkt, will Gastmahl mit euch halten und wunderbar gestalten, was er in Liebe schenkt. 10. So komm nun, o mein Seelenschap, dich kann ich nimmer missen; mein Herze giebt dir Raum und Plaß und will von keinem wissen als nur von dir, mein Bräutigam, dieweil du mich am Kreuzesstamm aus Not und Tod gerissen. 204. Mel.: Aus meines Herzens Grunde( 27). 2. Kommt her, verzagte Sünder, und werft die Ängste weg, kommt her, versöhnte Kinder, hier ist der Liebesweg: empfangt die Him11. O liebster Heiland, großen Dank für deine Seligkeiten; ich fühl der Sehnsucht heißen Drang und warte auf die Zeiten, in welchen du, o Lebensfürst, mich samt den Auserwählten wirst zur Himmelstafel leiten. Justus Sieber 1628-1695. melslust, die heilge Gottesspeiſe, die auf verborgne Weise erquicket jede Brust. 3. Kommt her, betrübte Seelen, die Not und Jammer drückt, mit Gott euch zu vermählen, der wunderbar beglückt; kommt, legt auf ewig ab der Sünde lange Säumnis, empfanget das Geheimnis, das Gott vom Himmel gab. VII. Abendmahl. 4. Owunderbare Treue, so lockst du mich zu dir? O wunderbare Weihe, so nahst du selig mir? Ich soll der Sünden Tod in deinem Blute trinken, vergehen und versinken in deiner Liebe, Gott? 5. O Wonne franker Herzen, die mir von oben kam! Verwunden sind die Schmerzen, getröstet ist der Gram: was von dem Himmel fleußt, hat lieblich sich ergossen, mein Herz ist gar durchflossen vom süßen Liebesgeist. 6. D Wonne kranker Herzen, die von den Sternen stammt und mir mit heißen Kerzen die selge Brust durchflammt, die unerKomm, mein Herz, in Jeſu Leiden deinen Hunger satt zu weiden. Stille hier dein sehnlich Dürsten in dem Blut des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe und in seinem Blut mich labe und in sein Verdienst mich kleide, das ist meines Herzens Freude. gründlich labt mit milden Himmelsbächen; wie kann die Zunge sprechen, wie groß mich Gott begabt! 177 7. Drum jauchze, meine Seele, hell aus der Sünden Nacht! Verkünde und erzähle die tiefe Wundermacht, die unermeßlich süß, ein Born der Liebe, quillet und jeden Jammer stillet, der fast verzweifeln ließ. 205. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 8. Drum jauchze, meine Seele, drum jauchze deinem Herrn! Verkünde und erzähle die Gnade nah und fern, den Wunderborn im Blut, die selge Himmelsspeise, die auf verborgne Weise dir giebt das höchste Gut. E. M. Urndt 1769-1860. 2. Zwar ich hab ihn alle Tage, wenn ich in sein Blut mich wage, er ist auf der Himmelsreise täglich meine Seelenspeise. Daß ich einen Heiland habe, bleibt mein Alles bis zum Grabe, und ich mag nichts anders wissen, als sein Leiden zu genießen. 12 178 B. Kirche und Gnadenmittel. 3. Dennoch will ich mit Verlangen auch sein Abendmahl empfangen. Hier darf Seel und Leib ihn essen, und so kann ichs nicht vergessen, daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, mein Erlöser war und bleibet. 4. Weil der Unglaub uns besessen, kann man nichts so leicht vergessen als den Tilger unsrer Sünden. Ja, auch mir wills oft verschwinden, daß ich einen Heiland habe; und dann weiß ich keine Gabe zur Versöhnung darzubringen; meine Schuld muß mich verschlingen. 5. Ach, wie werd ich da so müde! Wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, wenn mir dieses Licht entschwunden, daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe sanft und mild und voll Vergeben mir nichts ist als Heil und Leben. 6. Dich Sünder, ich Verdammter und von Sündern Abgestammter! Was wollt ich von Troste wissen, wäre dieses weggerissen, daß ich einen Heiland habe, dessen Blut mich Sünder labe. Besser wär es, nie geboren, als dies teure Wort verloren! 7. Sei gesegnet, ew'ge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, solch ein Denkmal selbst gestiftet, daß ich einen Heiland habe, der den Gang zum Kreuz und Grabe, ja den Schritt ins Todes Rachen gern gethan, mich los zu machen. 8. Will hinfort mich etwas quälen, oder wird mir etwas fehlen, oder wird die Kraft zerrinnen, so will ich mich nur besinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder, zugehöret. Ernst Gottl. Woltersdorf 1725-1761. VII. 2bendmahl. 206. Eigne Melodie( 14). Mein Jesu, der du vor dem Scheiden in deiner letzten Trauernacht uns hast die Früchte, deiner Leiden in einem Testament vermacht, es preisen gläubige Gemüter dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu; man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen erneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zagenden Gewissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift ſei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. 4. Das Band wird sester zugezogen, das dich und uns zusammenfügt; die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, fühlt, wie sie neue Stüßen kriegt; wir werden mehr in solchen Stunden mit dir zu einem Geist verbunden. 179 5. Dies Brot fann wahre Nahrung geben, dies Blut erquicket unsern Geist. Es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande ein Herz und eine Seele sein. Der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, das schwachheitvoll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll, ja, daß du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. 8. O teures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist verpflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 12* 180 B. Kirche und Gnadenmittel. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen; ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engel Bungen zu dessen Ruhm ge207. Mel.: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht( 4). Jesu, du mein Bräutigam, der du aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last: 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall, ich bin frank, unrein, arm und bloß: ach Herr, mein Gott, mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht, du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitkleid. schäftig sein. Wird unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich vollkommen loben. 3. 3. Rambach 1693-1235. 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich, in meiner Schwachheit heile mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glaubenskerz; mein Armut in Reichtum verkehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das wahre Himmelsbrot, dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mich zu deiner Ehr. 8. Gieb, was nüß ist zu Seel und Leib; was schädlich ist, fern von mir treib, komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. VII. Abendmahl. 9. Hilf, daß durch deines Mahles Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind, den guten Vorsatz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir. Jesu meine Wonne, du meiner Seelen Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. 208. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren( 2). 2. Wie kann ich gnugsam schäßen dies himmlische Ergezzen und diese teuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ichs dir verdanken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für 181 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt; ach laß mich meine Tag in Ruh und Frieden bringen christlich zu, 12. Vis du mich, o du Lebensfürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann 1585-1647. deine Schläg und Wunden, die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden, dir dank ich für dein Sehnen und heißvergossne Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben, dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 182 B. Kirche und Gnadenmittel. 8. Herr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zugemessen die kräftge Himmelsspeise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus meinem Fleische treiben und treiben träftig in mir bleiben. und 10. Nun bin ich losgezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben; was kannst du Wert'res geben? Schmücke dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle; komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden, der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 11. Laß, Liebster, meine Seele doch stets in dieser Höhle des Leibes mit Verlangen an deiner Liebe hangen. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten; eile, 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten. 209 a. Eigne Melodie. 13. Nun kann ich nicht verderben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Joh. Rist 1607-1667. fie ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: O Herr, laß dich umfassen, von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Zwar beim Kaufen teurer Waaren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; aber du willst für die Gaben deiner Huld kein Geld nicht haben, weil in allen Bergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, das den Trank in diesen Schalen und dies Manna kann bezahlen. VII. Abendmahl. 4. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten; wünsche stets, daß meine Seele sich durch Gott mit Gott vermähle. 5. Beides, Freude und auch Bittern, lässet sich in mir jetzt wittern. Das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht kann ergründen? 6. Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brot nie wird verzehret, ob es gleich viel tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! 183 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen; laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preise. 8. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig haſt dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Joh. Frand 1618-1677. 184 B. Kirche und Gnadenmittel. 209 b. Eigne Melodie. Schmücke dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle; komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen: denn der Herr voll Heil und Gnaden, will dich jetzt zu Gaste laden, der den Himmel fann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 4. Ach wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach deiner Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der 5. Beides, Lachen und auch wittern. Das Geheimnis dieser da mit dem Gnadenhammer Bittern, lässet sich in mir jetzt llopft an deine Herzenskammer; öffn' ihm bald die Geistespforten, red ihn an mit schönen Worten: komm, mein Liebster, laß dich küssen, laß mich deiner nicht mehr missen. 3. Zwar in Kaufung teurer Waaren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; aber du willst für die Gaben deiner Huld kein Geld nicht haben, weil in allen Bergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, das die blutgefüllten Schalen und dies Manna kann bezahlen. Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Stärke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht sollt ergründen? 6. Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brot nie wird verzehret, ob es gleich viel tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut geben. Oder großen Heimlichge= keiten, die nur Gottes Geist kann deuten. VII. Abendmahl. 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen: hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmels speise mir zum Heil und dir zum Preise. 8. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her getrieben, daß du willig haft dein Leben in den Tod für uns gegeben, und dazu ganz unver185 drossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann fräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Joh. Frand 1618-1677. C. Heilsordnung. I. Buße. 210. Eigne Melodie. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende und wollt los sein des Kreuzes mein, würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet; ach Gott, zürn nicht, geh nicht ins G'richt: dein Sohn hat mich verfühnet! 4. Solls ja so sein, daß Straf und Bein auf Sünde folgen müssen: so fahr hier fort und schone dort und laß mich hier wohl büßen. 5. Gieb, Herr, Geduld, vergieb die Schuld, verleih ein solgsam Herze; daß ich nur nicht, wie's wohl geschicht, mein Heil murrend verscherze. dir, ich leide gern hienieden; laß 6. Handle mit mir, wie's dünket mich nur nicht dort ewiglich von dir sein abgeschieden. 7. Gleich wie sich fein ein Vögelein im hohlen Baum verstecket, wenns trüb hergeht, die Luft unstät Menschen und Vieh erschrecket: 8. Also, Herr. Christ, mein Zuflucht ist in deinen tiefen Wunden. Wenn Sünd und Tod mich bracht in Not, hab ich da Trost gefunden. I. Buße. ob Seel einander einander 9. Darin ich bleib, und Leib hie von scheiden: so werd ich dort bei bir, mein Hort, sein in den ew gen Freuden. 211. Eigne Melodie( 18). Ach, was soll ich Sünder machen, ach, was soll ich fangen an? Mein Gewissen klagt mich an, es beginnet aufzuwachen. Dies ist meine Zuversicht: meinen Jesum laß ich nicht! 2. Zwar es haben meine Sünden meinem Jesum oft betrübt, doch weiß ich, daß er mich liebt, und er läßt sich gnädig finden. Drum ob mich die Sünd anficht: meinen Jesum laß ich nicht! 3. Obgleich schweres Kreuz und Leiden, so bei Christen oft entsteht, mir sehr hart entgegengeht, soll michs doch von ihm nicht scheiden. Auf ihn ist mein Herz gericht: meinen Jesum laß ich nicht! 4. Ich weiß wohl, daß unser Beben nichts als nur ein Nebel ist, denn wir hier zu jeder Frist 187 10. Ehre sei nun Gott Vater, Sohn und heilgem Geist zusammen. Ich zweifle nicht, weil Christus spricht: Wer glaubt, wird selig! Amen. v. 1-6 M. Rutilius 1550-1618. D. 7-10 Joh. Groß 1564-1654. mit den Tode sind umgeben, und wer weiß, was heut geschicht: meinen Jesum laß ich nicht! 5. Sterb ich bald, so komm ich abe von der Welt Beschwerlichkeit, ruhe bis zur vollen Freud und weiß, daß im finstern Grabe Jesus ist mein helles Licht: meinen Jesum laß ich nicht! 6. Durch ihn will ich wieder leben, denn er wird zur rechten Zeit wecken mich zur Seligkeit und sie mir aus Gnaden geben, muß ich schon erst vor Gericht: meinen Jesum laß ich nicht! 7. Drum, o Jesu, sollst mein bleiben, bis ich komme an den Ort, welcher ist des Himmels Pfort, wo du dann wirst einverleiben meine Seele deinem Licht: meinen Jefum laß ich nicht! Joh. Flitner 1618-1678. 188 C. Heilsordnung. 212. Eigne Melodie. Allein zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden! Ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch geborn, der mir aus Nöten helfen kann: ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen hab. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen; und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan, so werd ich los der Sünden Laft. Herr, halt mir fest, wes du dich mir versprochen haſt. Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen; dein gnädig Ohr neig her zu mir und meiner Bitt es dni 3. Gieb mir nach deinr Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine Süßigkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hülf mir send, damit behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte und Jesu Christ, sein'm lieben Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott, dem heiligen Geiste, der uns sein Hülf allzeit leiste, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und folgends in der Ewigkeit. 213. Eigne Melodie, oder: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. Joh. Schneefing † 1567. öffne; denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan: wer kann, Herr, vor dir bleiben? I. Buße. O 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann, des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. Durch Adams Fall ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen; dasselb Gift ist auf uns geerbt, daß wir nicht konnten g'nesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, darein die Schlang Evam bezwang, Gotts Born auf sich zu laden. 214. Eigne Melodie. 2. Weil denn die Schlang Evam hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, das sie veracht, dadurch sie in uns allen 189 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. õi thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gott's erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünde viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Dr. Martin Luther 1483-1546. bracht hat den Tod, so war es not, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, den Gnadenthron, in dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewgen Tods gestorben, also hat Gott durch Christi Tod verneut, was war verdorben. 190 C. Heilsordnung. 4. So er uns denn sein'n Sohn geschenkt, da wir sein' Feind' noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenft, getöt't, gen Himmel g'fahren, dadurch wir sein von Tod und Pein erlöst, so wir vertrauen auf diesen Hort, des Vaters Wort: wem wollt vorm Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rat und ewges Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schuß, daß wir mit Truß an ihn fest sollen glauben; darum uns bald kein Macht noch G'walt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herren. Denn wer sich will ein ander Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft auf Gott und dem vertraut, der wird nimmer zu Schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich stößt zu handen viel Unfalls hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost, er hilft den Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilig wird mich nicht beschämnen mein Wort aus meinem Mund, so dein Huld setz ich all mein Sünd und Schuld, denn in darauf verläßt, der wird den Vertrauen; wer sich nur fest Tod nicht schauen. 9. Mein'n Füßen ist dein heilges Wort ein Licht, das leuchtet ferne, ein Leuchte, die den Weg weist fort; so dieser Morgensterne in uns aufgeht, sobald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist denen verheißt, die Hoffnung darein haben. Lazarus Spengler 1479-1534. I. Buße. 215. Mel.: Allein zu dir, Herr Jesu Christ. Du weinest vor Jeruſalem, Herr Jesu, heiße Zähren, bezeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß erschein und über meine Sünden wein, so wäschst du ab aus lauter Gnad die Missethat, so mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Thränen ich mich wend, da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt; wer damit seine Sünde netzt, den blickt Gott an mit Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Thränenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten manchen Strauß, sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, fängt sie mit mir zu hadern an; dies tröstet mich zu aller Frist: Herr Jesu Christ, in Not du auch gwesen bist. 191 4. Du zählst die Thränen alle mein, ich weiß, sie sind gezählet, und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet. So oft sie vor dir regen sich, so oft sie auch bewegen dich, daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt mein Kreuz, drum hilfst du mir mit Lust. 5. Wer jezund säet Thränen aus, hält in Geduld Gott stille, wird fröhlich sein in deinem Haus, da Freude ist die Fülle. Ja, solche Freude, die kein Mann mit seiner Zung aussprechen kann und die da bleibt in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid wird werden dort zu lauter Freud. 6. Für diese Thränen dank ich dir, daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir im Himmelsthrone. Wenn du mich holen wirst hinauf zu deiner Auserwählten Hauf, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Thränen für und für. Joh. Heermann( 585-1647. 192 C. Heilsordnung. 216. Eigne Melodie( 20). Herr, ich habe mißgehandelt, ihm wohl fehlen, daß er meiner ja, mich drückt der Sünden Last, ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Born verstecken. Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszusprechen. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? du wirst allenthalben sein; wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, gleichwohl würdest du mich finden. the 3. Drum, ich muß es nur bekennen: Herr, ich habe mißgethan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen, ach, nimm mich zu Gnaden an; laß die Menge meiner Sünden deinen Born nicht gar entzünden. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen, weiten Meer: dennoch würd es 5. Wein, ach wein jetzt um die Wette, meiner Augen Thränenbach; o daß ich gnug Zähren hätte, zu betrauern meineSchmach. O daß aus dem Thränenbronnen käm ein starker Strom geronnen! 6. Aber, Christe, deine Wunden und dein teuerwertes Blut machen meine Seel gesunden, löschen meiner Sünden Glut: drum will ich, mein Angst zu stillen, mich in deine Wunden hüllen. 7. Dir will ich die Last aufbinden, wirf sie in die tiefe See, wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß als Schnee; laß dein'n guten Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Joh. Frand 1618-1673. I. Buße. 217. Mel.: Aus tiefer Not schrei ich zu dir( 25). Herr Jesu Christ, du höchſtes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, sich doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh, noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte stracks verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht, als wenns beginnt zu springen; dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 193 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und gerne möcht im Blute dein von Sünden abgewaschen sein, wie David und Manasse, 6. So komm ich auch zu dir allhie in meiner Angst geschritten, und thu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. Herr, vergieb, vergieb mirs doch um deines Namens willen und thu in mir das schwere Joch der Uebertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und dir hinfort zu Ehren leb mit kindlichem Gehorsam. 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich mit deinen Wunden, tröst mich mit deinem Todesschweiß in meiner letzten Stunden und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im rechten Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten. B. Ringwaldt 1530-1598. 13 194 C. Heilsordnung. 218. Ich Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. ch armer Mensch, ich armer Sünder steh hier vor Gottes Angesicht: ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so angst und bange, wie fränkt mich meine große Sünd; hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien und neig zu mir dein Vaterherz; wollst alle Sünden mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz; erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben, sprich, daß der arme Sünder hör: Ich habe dir die Sünd vergeben, nur fündige hinfort nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Ich will von meiner Missethat zum Herren mich bekehren: du wollest selbst mir Hülf und Rat hiezu, o Gott, bescheren, 5. Nicht, wie ich hab verschuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd; o treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder als dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhört von deiner Gnad und Treu, weil sich der Trost im Herzen mehret; drum will ich enden mein Geschrei: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Tietze 1641-1703. 219. Mel.: Aus tiefer Not schrei ich zu dir( 25). und deines guten Geiſtes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. I. Buße. 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend selbst empfinden, er ist ohn deines Wortes Licht blind, taub und tot in Sünden: verkehrt ist Will, Verstand und Thun; des großen Jammers wollst du nun, o Vater, mich entbinden. 3. Klopf durch Erkenntnis bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichtum deiner Gnaden. Mein Leben dank ich deiner Hand, die hat mich überladen mit Ruh, Gesundheit, Ehr und Brot; du machst, daß mir noch keine Not bis hierher konnte schaden. 5. Du hast in Christo mich erwählt tief aus der Hölle Fluten, so daß es niemals mir gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus bloßer Treu gestäupt mit Baterruten. 195 6. Bisher hab ich in Sicherheit gar unbesorgt geschlafen, gesagt: Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Hirt mit seinen Schafen. 7. Dies alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen; ich sehe deines Donners Macht, dein Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 8. Wo bleib ich denn in solcher Not? Nichts helfen Thor und Riegel. Wo flieh ich hin? du Morgenrot, erteil mir deine Flügel; verbirg mich wo, du fernes Meer, stürzt hoch herab, fallt auf mich her, ihr Klippen, Türm und Hügel. 9. Ach nur umsonst! und könnt ich gleich bis in den Himmel steigen, könnt ich mich auch hinab ins Reich der tiefsten Hölle beugen, so würde mich doch deine Hand da finden und von meiner Schand und großen Sünde hic Mom In zeugen. 13* 196 C. Heilsordnung. 10. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh zu deinen Wunden! Laß mich da eingeschlossen sein und bleiben alle Stunden! Dir ist ja, o du Gotteslamm, all meine Schuld am Kreuzesstamm zu tragen aufgebunden. 220. Eigne Melodie, oder: Jesu, meines Lebens Leben. Jesu, der du meine Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstrer Höhle und der schweren Sündennot kräftiglich herausgerissen und mich solches lassen wissen durch dein angenehmes Wort: sei doch jeßt, o Gott, mein Hort. 2. Treulich hast du ja gesuchet die verlornen Schäfelein, die sonst würden ganz verfluchet laufen in die Höll hinein; ja du Satansüberwinder hast die hochbetrübten Sünder so gerufen zu der Buß, daß ich billig kommen muß. 11. Dies stell du deinem Vater für, daß er sein Herze lenke, daß er sich gnädig kehr zu mir, nicht meiner Sünden denke und wegen dieser Straf und Last, die du auf dich genommen hast, ins Meer sie alle sente. Louise Henriette v. Brandenburg(?) 1627-1667. 3. Ach, ich bin ein Kind der Sünden! ach, ich irre weit und breit! es ist nichts an mir zu finden als nur Ungerechtigkeit; all mein Dichten, all mein Trachten heißet unsern Gott verachten; böslich leb ich ganz und gar und sehr gottlos immerdar. 4. Herr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 5. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner Fehler sein; mein Gemüt ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Bein, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach vergieb mir, was verborgen; räche nicht die Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. I. Buße. 6. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Seligkeit zugut; und dieweil du, so zerschlagen, hast die Sünd am Kreuz getragen, ei so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 7. Wenn ich vors Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach, so wollest du mich retten und dich meiner nehmen 300 an. Du allein, Herr, kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören:„ Ihr zu meiner linken Hand seid von mir noch nie erkannt!" nd ANISHIGhar our b But Jhr hr armen Sünder, kommt zu 197 Hauf, kommt eilig, kommt und macht euch auf mühselig und beladen: hier öffnet sich das Jesusherz für alle, die in Reu und Schmerz erkennen ihren Schaden. jod mein Herz, mit Leid vermenget, das dein teures Blut besprenget, so am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. ( 3 why and 8. Du ergründest meine Schmerzen, du erkennest meine Pein; NOTODIFX es ist nichts in meinem Herzen als dein herber Tod allein. Dies ich trauen, bis ich fröhlich werde ( 092 19 Lint Scale schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. 15g of ad and Johann Rist 1607-1667. the ne Join ing Did toi moj sid nisls ai majunt 221.00 3781 319 of JA Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 9. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine Treu erfüllen, was du selber haſt geſagt, daß auf dieser weiten Erden feiner je verloren werden, sondern ewig leben soll, wenn er & -3906. nur ist glaubensvoll. rpg 919 91 dog 10. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht! Du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht. Deiner Güte will tomoni OHN 190 2. Es heißt: Er nimmt die Sünder an! drum komm, dein Jesus will und kann dich retten und umarmen! Komm weinend, komm in wahrer Buß und fall im Glauben ihm zu Fuß: er wird sich dein erbarmen. 198 C. Heilsordnung. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, dem's in der Irr an Hülf gebricht, er sucht es mit Verlangen: er lässet neun und neunzig stehn und sie gar in der Wüste gehn, das eine zu umfangen. 4. Es sucht der liebste Jesus Christ das Schäflein, das verloren ist, bis daß ers hat gefunden. So laß dich finden, liebe Seel, und flieh in Jesu Wundenhöhl; noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb ist groß! Ich komm mühselig, nackt und bloß: ach, laß mich Gnade finden! Ich bin ein Schaf, das sich verirrt; ach, nimm mich auf, weil ich verwirrt im Strick und Netz der Sünden. 6. Ach wehe mir, daß ich von dir gewichen bin zum Abgrund schier! ach, laß mich wiederkehren zu deiner Herde, nimm mich an und mach mich frei vom Fluch und Bann: dies ist mein Herzbegehren! Mag über uns dein Eifer flammen, weil wir vor dir nicht recht gethan, mag uns das eigne Herz verdammen, wir wagens dennoch, dir zu nahn; wir treten vor dein Angesicht: Verwirf, o Herr, verwirf uns nicht! 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein, sei du mein treuer Hirt allein im Leben und im Sterben; laß mich vom eitlen Weltgesind ausgehn und mich, als Gottes Kind, um dich, mein Heil, bewerben. 8. Ich will von nun an sagen ab der Sündenlust bis in mein Grab und in dem neuen Leben in Heiligkeit, Gerechtigkeit dir dienen noch die kurze Zeit, die mir zum Heil gegeben. Laurentius Laurenti 1660-1722. 222. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten( 15). 2. Du siehst, wie uns die Sünden brennen, wir wissen keinen andern Rat, als dir von Herzen zu bekennen all unsre Schmach und Missethat, und was vergessen unser Mund, das lies in unsrer Seelen Grund. I. Buße. 3. Wir können nicht vor dir bestehen, ach, geh mit uns nicht ins Gericht! Wir beugen unsre Knie und flehen: Verwirf uns nicht, verwirf uns nicht, nimm uns um Christi willen an, der auch für uns genug gethan. 4. Herr, wolle länger nicht verhüllen dein Antlik, hör auf unser Schrein; um Christi, deines Sohnes, willen laß leuchten frommer und getreuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich, das ist mir leid und reuet mich. 223. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein( 4). 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht hast Gefalln an meinem Tod, und ist dein herzliches Begehrn, daß ich mich soll zu dir bekehrn: 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm und bitt dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden rot deiner Gnade Schein! Es floß ja auch für uns zu gut vom Kreuz sein heilig Opferblut. 199 5. Vergieb, vergieb uns unsre Fehle, ob uns das eigne Herz verdammt, und gieß in unfre bange Seele den Frieden, der vom Himmel stammt, und send uns deinen heilgen Geist, der uns der Sünde Macht entreißt. 3. Sturm geb. 1816. 4. Deins lieben Sohnes Jesu Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: laß deine Gnad und Gütigkeit mehr gelten denn Gerechtigkeit. 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld; so werd ich arm, verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. Univ.- Bibl. Giessen Unbekannt 1643. 200 C. Heilsordnung. 224. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. König, dessen Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Diensten steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig; ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig. 2. Hier steh, ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne, ich suche deine Hülf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin und Sünde meinen ganzen Sinn zum Guten macht unthätig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht! Gott, sei mir Sünder gnädig. 3. Die Schulden, der'r ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig. 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind, der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig. 5. Regiere du mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe thätig; und will es nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig. I. Buße. 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es gleich bös oder gut, gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der 225. Mel.: Herr, wie du willst, so schids mit mir( 25). Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat, worinnen mirs sonst fehlet; gieb Willen, Mittel, Kräft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende, 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! O wahrer 201 Todesbahn, mein Jesu, selbst beirätig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig. Dal. Ernst Löscher 1673-1749. Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein, und mein verschon; sieh an mein kläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht müß verderben. Bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust ansicht, laß mich von dir nicht wanken. Verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 202 C. Heilsordnung. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Truß und List durch Christi 226. Mel.: Jesu Leiden, Bein und Tod( 31). Schlage, Jesu, an mein Herz, rühre mein Gewissen, damit aus der Sünden Schmerz heiße Thränen fließen. Blicke mich wie Petrum an, daß ich in mich schlage, daß ich stets gedenke dran, und doch nicht verzage. 2. Weck mich durch den Glockenschall aus dem Schlaf der Sünden, laß für meiner Schulden Fall mich Erbarmung finden Sieg mög dämpfen; auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. D. Denicke 1603-1680. So o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit fehre sich und lebe mit mir ewiglich. und nimm mich zu Gnaden auf, meinen Glauben stärke, daß mein ganzer Lebenslauf sei voll Tugendwerke. 3. Dein Blut sei mein Lebenssaft und mein Trost im Leiden, meiner Seele Stärk und Kraft, so sterb ich mit Freuden; in der Stunde letter Not wollst du mein gedenken, und ein selig End im Tod mir, o Jesu, schenken. Veit Ludwig Megander † 1709. 227. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat und zwar mit einem teuern Eid. O selig, dem sein Sünd ist leid. I. Buße. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: Zur Buß ist noch wohl Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist zwar ſtets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seelen selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben gam Straf mich nicht in deinem Zorn, großer Gott, verschone! Ach, laß mich nicht sein verlorn, nach Verdienst nicht lohne. Hat die Sünd dich entzündt, lösch ab in dem Lamme deines Grimmes Flamme. 203 sollt; daß du mußt sterben, ist dir fund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich, eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen frank, ja wohl gar tot. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel dort brennen muß. 228. Eigne Melodie( 30). 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm z11 dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. J. Heermann 1587-1647. 2. Zeig mir deine Vaterhuld, stärk mit Trost mich Kranken; ach Herr, hab mit mir Geduld, mein Gebeine wanken; heil die Seel mit dem Öl deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 204 C. Heilsordnung. 3. Herr, wer denkt im Tode dein? wer dankt in der Höllen? Rette mich aus jener Bein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. 4. Ach, ich bin so müd und matt von den schweren Plagen; mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hülfe fragen. Wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermutshöhle! 5. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir: Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. Teufel weich, Hölle fleuch! was mich vor gekränket, hat mir Gott geschenket. 2. Du, Gott, dem nichts ist verborgen, weißt, daß ich nichts von mir hab, nichts von allen meinen Sorgen; alles ist, Herr, 6. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicher Weis, der allzeit zu loben; heilger Geist, sei gepreist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Joh. Georg Albinus 1624-1679. 229. IN US Mel.: Freu dich sehr, Treuer Gott, ich muß dir klagen meines Herzens Jammerstand, ob dir wohl sind meine Plagen besser, als mir selbst bekannt: große Schwachheit ich bei mir in Anfechtung oftmals spür, wenn der Satan allen Glauben will aus meinem Herzen rauben. o meine Seele( 33). deine Gab. Was ich Gutes find BEDDIES an mir, das hab ich allein von dir; auch den Glauben mir und allen giebst du, wie dirs mag gefallen. Para sophis 3. mein Gott, vor den ich höre, wie ich sehnlich bete, laß trete jetzt in meiner großen Not, mich werden nicht zu Spott, mach zunicht des Teufels Werk, meinen schwachen Glauben stärk, daß ich nimmermehr verzage, Christum stets im Herzen trage. I. Buße. 4. Jesu, Brunnquell aller Gnaden, der du niemand von dir stößt, der mit Schwachheit ist beladen, sondern deine Jünger tröst, sollt ihr Glauben auch so flein wie ein kleines Senfforn sein, wolltst du sie doch würdig schätzen, große Berge zu versezen. 5. Laß mich Gnade vor dir finden, der ich bin voll Traurigteit. Hilf du mir selbst überwinden, so oft ich muß in den Streit; meinen Glauben täglich mehr, deines Geistes Schwert verehr, damit ich den Feind kann schlagen, alle Pfeile von mir jagen. 6. Heilger Geist ins Himmels Throne, gleicher Gott von Ewigkeit mit dem Vater und dem Sohne, der Betrübten Trost und Freud, der du in mir angezündt, so viel ich an Glauben find, über mir mit Gnaden walte, ferner deine Gab erhalte. 7. Deine Hülfe zu mir sende, o du edler Herzensgast, und das gute Werk vollende, das du angefangen hast. Blas das kleine 205 Fünklein auf, bis daß nach vollbrachtem Lauf ich den Auserwählten gleiche und des Glaubens Ziel erreiche. 8. Gott, groß über alle Götter, heilige Dreifaltigkeit, außer dir ist kein Erretter, tritt mir selbst zur rechten Seit, wenn der Feind die Pfeil abdrückt, meine Schwachheit mir aufrückt, will mir allen Trost verschlingen und mich in Verzweiflung bringen. 9. Zeuch du mich aus seinen Stricken, die er mir geleget hat; laß ihm fehlen seine Tücken, drauf er sinnet früh und spat. Gieb Kraft, daß ich allen Strauß ritterlich mög stehen aus und so oft ich noch muß kämpfen, hilf mir meine Feinde dämpfen. 10. Reiche deinem matten Kinde, das auf schwachen Füßen steht, deine Gnadenhand geschwinde, bis die Angst vorüber geht. Wie die Jugend gängle mich, daß der Feind nicht rühme sich, er hätt ein solch Herz gefället, daß auf dich sein Hoffnung stellet. 200 C. Heilsordnung. 11. Du bist meine Hülf, mein Leben, mein Fels, meine Zuversicht, dem ich Leib und Seel ergeben; Gott, mein Gott, verzich doch nicht. Eile, mir zu stehen bei, brich des Feindes Pfeil entzwei, laß ihn selbst zu rücke prallen und mit Schimpf zur Hölle fallen. 230. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. Dor G'richt, Herr Jesu, steh allein macht mich von allen ich hie: zu dir beug ich meins Herzens Knie, kann mir selbst gar nicht raten. Mein groß und viele Missethat mich hier und dort verdammet hat: Sünden rein, weil ich in wahrer Reu und Buß an dich glaub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ, das dank ich dir, das dank ich dir, ich will mich bessern: hilf du mir! 1998 RE doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut 12. Ich will alle meine Tage rühmen deine starke Hand, daß du meine Plag und Klage haſt so herzlich abgewandt. Nicht nur in der Sterblichkeit soll dein Ruhm sein ausgebreit, ich wills auch hernach erweisen und dort ewiglich dich preisen. Joh. Heermann 1585-1647. 231. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. Wir liegen hier zu deinen Füßen, ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie Unbekannt 1629. omlo sehr dein Zorn entbrennet ſei. Das Maß der Sünden ist er= füllt; ach weh uns, wenn du strafen willt. I. Buße. 2. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht; ach, geh nicht mit uns ins Gericht. 3. Wir liegen vor dir in dem Staube und unser Herz ist ganz zerknirscht, nur tröstet uns allein der Glaube, daß du dich noch erbarmen wirst. Ja, du hast noch ein Vaterherz, drum sich doch jetzt auf unsern Schmerz. 4. Das teure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. Wo soll ich fliehen hin, weil ich beschweret bin mit vielen, großen Sünden? wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt herkäme, mein Angst sie nicht wegnähme. 207 5. Ach, laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach, sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los. 6. Gieb Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit, laß Lieb und Treu sich stetig küssen und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut. 232. Mel.: Auf meinen lieben Gott. 7. So wollen wir dir Opfer bringen und deine sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöftes Israel stimmt in die Lieder Zions ein: der Herr soll mein Gott ewig sein. Benj. Schmold 1672-1737. 2. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte: laß du auf mein Gewissen ein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 208 C. Heilsordnung. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr'r in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, die schöne, rote Flut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde, der Schuld nicht mehr gedenke, ins Meer fie tief versenke. 5. Du bist der, der mich tröst't, weil du mich selbst erlöst; was ich gesündigt habe, hast du versenkt im Grabe: da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. 6. Ist meine Sünde groß, so werd ich ihr'r doch los, wenn ich dein Blut auffasse und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel, doch was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich sie schlagen; dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Truß bald schweigen. 9. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich, jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 10. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. Joh. Heermann 1585-1647. II. Glaube und Rechtfertigung. II. Glaube und Rechtfertigung. 233. Mel.: Nach einer Prüfung kurzer Tage( 15). Aus us Gnaden soll ich selig 4. Aus Gnaden kam sein Sohn werden! Herz, glaubst dus, oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd gebärden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein. auf Erden und übernahm die Sündenlast. Was nötigt ihn dein Freund zu werden? Sags, wenn du was zu rühmen hast. Wars nicht, daß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen sollt? 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 209 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden, so oft dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, denk nicht: Wohlan, ich greif auch zu! Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, wer noch auf Gnade sündgen kann. 14 210 C. Heilsordnung. I 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. Denn wenn der Sünder sich bekehret, so lernt er erst, was Gnade sei; beim Sündgen scheint die Gnad gering: dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 1000r 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl; ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll: mein Geist ist froh, mein Herze lacht, weil mich die Gnad schon selig macht. Christi Blut und Gerechtigkeit 200 das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. en thin 2. Und wenn ich durch des Herrn Verdienst noch so treu würd in seinem Dienst, gewänn den Sieg dem Bösen ab und sündigte nicht bis ins Grab: ODE 10. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel; ich schwinge meine Glaubensfahn und geh getrost, troß allem Zweifel, durchs rote Meer nach Kanaan; ich glaub, was Jesu Wort verspricht, ich fühl es oder fühl es nicht. Chr. Ludw. Scheidt 1709-1261. 234. Mel.: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht( 4). 3. So will ich, wenn ich zu ihm komm, nicht denken mehr an gut und fromm, sondern: da kommt ein Sünder her, der gern fürs Lös'geld selig wär! 02. 4. Gelobet seist du, Jesus Christ, ift Su daß du ein Mensch geworden bist und hast für mich und alle Welt bezahlt ein ewges Lösegeld. Nit. Ludw. Graf v. 3inzendorf 1700-1760. II. Glaube und Rechtfertigung. BOR 235. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit( 25.) Der Glaub ist eine Zuversicht mehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, die guten Werke, an dir sein; sonst ist dein Glaube eitel. zu Gottes Gnad und Güte; der bloße Beifall thut es nicht: es muß Herz und Gemüte durch aus zu Gott gerichtet sein und gründen sich auf ihn allein ohn Wanken und ohn Zweifel. 2. Wer sein Herz also stärkt und steift in völligem Vertrauen und Jesum Christum recht ergreift, auf sein Verdienst zu bauen: der hat des Glaubens rechte Art und kann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 3. Dies aber ist kein Menschenwerk, der Glaub kommt von dem Herren; drum bitt, daß er in dir ihn stärk und täglich woll verFins ist not! Ach Herr, dies Eine lehre mich erkennen doch; alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich zu rühmen und böse Werk doch nehmen an, die Christen nicht geziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, sein Glaube sei nur Heuchelei und werd zur Höll ihn bringen. tod 236. Eigne Melodie. 211 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst sein angelegen, daß er aufrichtig jeder Frist sich halt in Gottes Wegen, daß sein Glaub ohne Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei und vor dem Nächsten leuchte. Unbekannt 1714. und plaget und dennoch kein. wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, so werd ich mit Einem in allem ergeht. 14* 212 C. Heilsordnung. 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Kreatur; laß was irdisch ist dahinten, schwing dich über die Natur; wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste notwendigste Teil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederlicß: ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehren zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen: denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmliſch iſt, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen als nur dich, mein höchste? Gut. Jesu, es muß mir gelinger durch dein heilges, teures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben. die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; ent= reiße mich aller vergänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. II. Glaube und Rechtfertigung. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich umströmt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut. Da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun flingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jezzo meine Secl ergeßzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt, Jesus, mich gesetzt. Nichts Süßres kann also mein Herze Es ist das Heil uns kommen her aus Gnad und lauter Güte, die Werk die helfen nimmer mehr, sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, der hat gnug für uns all gethan, er ist der Mittler worden. 2. Was Gott uns im Gesetz gebot, da man es nicht konnt halten, erhob sich Zorn und große Not vor Gott so mannig213 erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 237. Eigne Melodie. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein. Sich, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; gieb, daß ich hier alles nur achte für Spott, und Jesum gewinne, dies Eine ist not! 3. H. Schroeder 1666-1699. falten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G'sez erfordert allermeist, es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein G'setz drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben: und ist doch nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sündge Art in unserm Fleisch verborgen. 214 pily C. Heilsordnung. II 4. Nicht möglich war, dieselbe Art aus eigner Kraft zu lassen, wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Maßen. Denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, und jedem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren. Tann 5. Doch mußt das G'setz erfüllet sein, sonst wärn wir all verloren; drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch geboren; das ganze G'sez hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und weil es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalten. Nicht mehr denn: lieber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht betrügen; nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, demselben ist der Himm'l erkauft, daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset, der Glaub giebt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht lasset. Mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. 9. Es wird die Sünd durchs G'setz erkannt und schlägt das G'wissen nieder; das Evangelium kommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder und spricht: Nur freuch zum Kreuz herzu, im G'setz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werke komm'n gewißlich her aus einem rechten Glauben, denn das nicht rechter Glaube wär, dem man die Werk wollt rauben; doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dran wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart't der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das geschehen soll zur Freud, setzt Gott nicht feste Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, und braucht an uns kein arge List, das solln wir ihm vertrauen. II. Glaube und Rechtfertigung. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken, denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken; sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Herz spräch lauter nein, so laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutthat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist. Der woll mit Geht hin, ihr gläubigen Gedanken, ins weite Feld der Ewigkeit, erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit: erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 238. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte( 15). 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, da hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; als ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 215 Gnad erfüllen, was er in uns begonnen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name; 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd g'scheh wie im Himmels throne, das täglich Brot noch heut uns werd, wollst unsrer Schuld verschonen, als wir auch unsern Schuldgern thun, laß uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Übel. Amen. Paul Speratus 1484-1554. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gnadenthron; in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt. O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schricb. 216 C. Heilsordnung. 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte hinauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hierher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit; der Glaube schwingt sich durch die Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und gelobtes Land. 11. O sollt ich dich nicht ewig lieben, der du mich unaufhörlich liebst? Sollt ich mit Undank dich betrüben, da du mir Fried und Freude giebst? Verließ ich dich, o Menschenfreund, so wär ich selbst mein ärgster Feind. 12. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an; es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 13. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Geist aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfr. Herrmann 1202-1791. II. Glaube und Rechtfertigung. 239. Mel.: Nach einer Prüfung furzer Tage( 15). Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders, als in Jesu Wunden? da lag er vor der Zeit der Welt; der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt; dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein: deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein, deswegen flopft er für und für so stark an unsres Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 217 5. Darcin will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden fränken, nur bald nach Gottes Herze schaun: da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre wegge= rissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von feinem Troste wissen und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja, häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß; werd ich dadurch oft sehr zerstreut, so hoff ich auf Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 218 ni C. Heilsordnung. I 9. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich di Erde trägt. Das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchst erfreut: o Abgrund der Barmherzigkeit. Joh. Undr. Rothe 1688-1758. 240. Mel: Valet will ich dir geben( 28). Ich weiß, an wen ich glaube, dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Heilgen dienen ich weiß und kenne ihn. ich weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 3. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel schaut, vor - 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr fann wanken, mein Heiland und mein Hort, die Leuchte der Ge2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf ewgen Grund gemauert steht diese Schußwehr fest: Es sind danken, die leuchtet hier und dort. des Heilands Worte, die Worte fest und flar; an diesem Felsenhorte halt ich unwandelbar. 5. Er, den man blutbedecket am Abend einst begrub; er, der vor. Gott erwecket, sich aus dem Grab erhub; der meine Schuld verföhnet, der seinen Geist mir schenkt, der mich mit Gnade frönet und ewig mein gedenkt. II. Glaube und Rechtfertigung. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht bleibet mir im Grauen des Todes ungeraubt; es schmückt und in dem Erdenstaube nicht auf Himmelsauen mit Kronen mit als Staub verweht. Es einst mein Haupt. E. M. Urndt 1769-1860.. 241. Mel.: Jesus, meine Zuversicht( 17). Jesus nimmt die Sünder an, saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten fann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus kann: Jesus nimmt die Sünder an. 219 4. Kommet alle, kommet her, fommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubets doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts; ob die Sünden blutrot wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen beißt mich nicht, Moses darf mich nicht verklagen. Der mich frei und ledig spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. C. Heilsordnung. 8. Jesus nimmt die Sünder ich selig zu ihm kommen und an, mich hat er auch angenommen und den Himmel aufgethan, daß auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erd. Neumeister 1671-1756. 220 242. Mel.: Valet will ich dir geben. Jst Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut, das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Auge stehen und vor dem strengen Sit; ich müßte stracks vergehen wie Wachs in Feuerhitz. 5. Mein Jesus hat gelöschet, was mit sich führt den Tod, der ists, der rein mich wäschet, macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz. Kein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. II. Glaube und Rechtfertigung. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schrecken findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersichet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchfüßet alles Leid. 221 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein harte, schwere Last zu leiden und zu tragen, gerät in Hohn und Spott; das Kreuz und alle Plagen, die sind sein täglich Brot. 12. Das ist mir nicht verborgen, doch ich bin unverzagt, dich will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab, an dir will ich fest fleben und. nimmer lassen ab. 13. Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 14. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst und Fährlichkeit, was man nur fann erdenken, es sei klein oder groß, der feines soll mich lenten aus deinem Arm und Schoß. 222 C. Heilsordnung. II 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die nij 243.9lls Eigne Melodie. Mein Heiland nimmt die Sünder an, die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, tein Engel trösten kann, die nirgend Ruh und Rettung finden; den'n selbst die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel sein; den'n Moses schon den Stab gebrochen und sie der Hölle zugesprochen, wird diese Freistatt aufgethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an! Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist.molla P. Gerhardt 1607-1676. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Weh und Schmerz an ihrerstatt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not und schmeckte den verdienten Tod; nun, da er denn sein eigen Leben zur teuren Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: Er nimmt die Sünder an! 3. Nun ist sein aufgethaner Schoß ein sichres Schloß gejagter Seelen; er spricht ste von dem Urteil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer ins unergründlich tiefe Meer von seinem reinen Blut versenket; der Geist, der ihnen wird geschenket, schwingt über sie die Gnadenfahn: Mein Heiland nimmt die Sünder an! 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen blutbefloßnen Armen: das neiget dann den Vatersinn zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindesstatt, ja alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Thür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an! II. Glaube und Rechtfertigung. 5. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachäus Haus! Wie sanft stillt er der Magdalenen den milden Fluß erpreßter Thränen und denkt nicht, was sie sonst ge= than! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen, nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an! 7. So komme denn, wer Sünder heißt und wen sein Sündengreul betrübet, zu dem, der keinen von sich weist, der sich gebeugt zu ihm begiebet! Wie? willst du dir im Lichte stehn und ohne Not 223 verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da, dich zu retten, er erschienen? O nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 8. Komm nur mühselig und gebückt; komm nur, so gut du weißt zu kommen! Wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch seufzend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armes Herz, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 9. Sprich nicht: ,, Ich habs zu grob gemacht, ich hab die Güter seiner Gnaden so lang und schändlich umgebracht, er hat mich oft umsonst geladen." Wenn du es nur jetzt redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, und du sollst jetzt noch Gnade finden; er hilft, wenn sonst nichts helfen kann! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 224 C. Heilsordnung. 10. Doch sprich auch nicht: ,, Es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnadenpforte schließen." Nein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Händen zu. Wer seiner Seele Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet; ihm wird hernach nicht aufgethan, heut komm, heut nimmt dich Jesus an! 244. Eigne Melodie. Mein Jesu, dem die Seraphinen im Glanz der höchsten Majestät selbst mit bedecktem Antlig dienen, wenn dein Befehl an sie ergeht: wie sollten blöde Fleischesaugen, die der verhaßten Sünde Nacht mit ihrem Schatten trüb gemacht, dein helles Licht zu schauen taugen? 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder! Erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufgeschloßnes Liebesherz; und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder sagen kann: Gott Lob, auch mich nimmt Jesus an! £. frz. fr. Kebr 1709-1744. 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken den Eingang in dein Heiligtum und laß mich deine Gnad erquicken zu meinem Heil und deinem Ruhm. Reich deinen Scepter meiner Seele, die sich in Demut vor dir neigt und dir als deine Braut sich zeigt; sprich: Ja, du bists, die ich erwähle. 3. Sei gnädig, Jesu, voller Güte dem Herzen, das nach Gnade lechzt, ach höre doch, wie mein Gemüte: Gott, sei mir Armen gnädig! ächzt. Ich weiß, du fannst mich nicht verstoßen; wie könntest du ungnädig sein dem, den dein Blut von Schuld und Bein erlöst, da es so reich geflossen? II. Glaube und Rechtfertigung. 4. Ich fall in deine Gnadenhände und bitte mit dem Glaubensgruß: Gerechter König, wende, wende die Gnade zu der Herzensbuß! Ich bin gerecht durch deine Wunden, es ist nichts Sträflichs mehr an mir; bin aber ich versöhnt mit dir, so bleib ich auch mit dir verbunden. 5. Ach, laß mich deine Weisheit leiten und nimm ihr Licht nicht von mir weg; stell deine Gnade mir zur Seiten, daß ich auf dir beliebtem Steg beständig bis ans Ende wandle, damit ich auch zu dieser Zeit in Lieb und Herzensfreudigkeit nach deinem Wort und Willen handle. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch deine Macht, daß ich im Glauben sieg und stehe, wenn Stärk und List der Feinde wacht; so wird dein Gnadenreich auf Erden, das uns zu deiner Ehre führt und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. 225 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen; erwähl es, Herr, zu deinem Thron. Hast du aus Lieb ehmals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron, so würdge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Himmel sein, bis du, wenn dieser Bau fällt ein, mich wirst in deinen Himmel heben. 8. Ich steig hinauf zu dir im Glauben, steig du in Lieb herab zu mir; laß mir nichts diese Freude rauben, erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang in mir das Herz sich regt, und wenn dasselb auch nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. W. Chr. Deßler 1660-1722. 245. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten( 15). Mir ist Erbarmung wider fahren, Erbarmung deren ich nicht wert, das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 15 226 C. Heilsordnung. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit sich selbst verfühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? Warum geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren, mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig recht erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Ph. Friedr. Hiller 1699-1769. 246. Eigne Melodie( 25). Nun freut euch, lieben Christen Ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hat mich besessen. g'mein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; gar teur hat ers erworben. 3. Mein gute Werk die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Höllen mußt ich sinken. II. Glaube und Rechtfertigung. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ's sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist hie zu'rbarmen, fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward; er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt' er sein Gewalt, er ging in meiner armen G'stalt, den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich au mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn 227 ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben, das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren; und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz; das laß ich dir zur Lezze. Dr. M. Luther 1483-1546. 15* 228 C. Heilsordnung. 247. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit( 25). Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, daß man recht könne gläuben, nicht jedermannes Ding es ist, noch standhaft zu verbleiben; drum hilf du mir von oben her, den wahren Glauben mir gewähr, und daß ich drin beharre. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Christe Jesu, dich den Sohn des Höchsten nenne; daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich gelobet und gepreist in dem dreieingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil die wahr Erkenntnis finden, wie der nur an dir habe teil, dem du vergiebst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mir gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem Wort, es wohl zu Herzen fasse; daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse; daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, dein Kreuztod zugerechnet. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deine Wunden ich bleib allzeit eingeschlossen und durch den Glauben auch die Welt und was dieselb am höchsten hält, für Raub und Schaden achte. 6. Wär auch mein Glaub wie Senfkorn klein und daß man ihn faum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine Gnad mich stärke, die das zerknickte Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht auslöschet in dem Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets forg-. fältig sei, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sei lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. II. Glaube urd Rechtfertigung. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich in mir stärken, daß er sei fruchtbar für und für und reich in guten Werken, daß er sei thätig durch die Lieb, mit Freuden und Geduld sich üb, dem Nächsten treu zu dienen. 9. Insonderheit gieb mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich üb die gute Ritterschaft, zu dir allein mich wende in meiner 2. Such wer da will Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 229 letzten Stund und Not, des Glaubens End durch deinen Tod, die Seligkeit, erlange. 248. Eigne Melodie, oder: Nun freut euch, lieben Christen g'mein. Such wer da will ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen: sein Wort ist wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 10. Herr Jesu, der du angezündt das Fünklein in mir Schwachen, was sich vom Glauben in mir findt, du wollst es stärker machen; was du gefangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folg das Schauen. David Denicke 1603-1680. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron und Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht, von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 230 C. Heilsordnung. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen. Weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir 249. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele( 33). Unverwandt auf Christum sehen, bleibt der Weg zur Seligkeit; allen, welche zu ihm flehen, ist gewisses Heil bereit. Siehet man im Herzen an, was er für die Welt gethan, und man glaubt daran mit Beugen, so bekommt man es zu eigen. 2. Wenn doch alle Seelen wüßten, wie es dem so wohl ergeht, welcher in der Zahl der Christen, wahrer Glieder Jesu steht! Da geht man in seinem Glück immer fort und nie zurück; man ist auf dem Lebenspfade und nimmt immer Gnad um Gnade. mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Georg Weißel 1590-1635. 3. Aber freilich kann nichts taugen als nur das was Christus thut, lassen wir ihn aus den Augen, finden wir was Fremdes gut, so erfahren wir gewiß, unser Licht sei Finsternis, unser Helfen sei Verderben, unser Leben lauter Sterben. 4. Wären wir doch völlig seine! der Heiland nicht alleine, was regte sich doch keine Kraft, da sie wirkte, selbst geschafft! Jesu, richte unsern Sinn ungeteilt auf dich nur hin, dann belebt uns deine Wahrheit, und das Auge wird voll Klarheit. Schranken, die dein Liebesrat 5. Bring uns völlig in die gesetzt; weder Worte noch Gedanken werden sonst für gut geschätzt. Herr, nur wer auf deiner Spur geht als neue Kreatur, kann dich lieben und erhöhen und in deine Freud eingehen. J. 2. Rothe 1688-1758. II. Glaube und Rechtfertigung. 250. Mel.: O Gott, du frommer Gott. Dersuchet euch doch selbst, ob ihr im Glauben stehet, ob Christus in euch ist, ob ihr ihm auch nachgehet in Demut und Geduld, in Sanftmut, Freundlichkeit, in Lieb dem Nächsten stets zu dienen seid bereit. 2. Der Glaube ist ein Licht, im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen, erweiset seine Kraft, macht Christo gleichgesinnt, verneuert Herz und Mut, macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben und will in Einfalt es dem Nächsten wieder geben; dieweil er überreich in Christo worden ist, preist er die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wort zujaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwermut wird verjaget. Sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wetter aus, besteht im Ungemach. 231 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Gottes Händen nimmt alle Dinge an, nicht zürnet, will nicht schänden; denn alles uns zu Nuß und Bestem ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind; er giebt zum Gnadenthrone sein eingebornes Kind, versöhnt uns n dem Sohne, setzt Liebe gegen Haß; wer gläubig dies erkennt, wird bald in Lieb entzündt, die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott gethan, thun wir dem Nächsten eben; droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben, flucht er, so segnen wir. In Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenkron. 8. Sett Gott uns auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen: der Glaube bringt Geduld, macht leicht uns alle Plagen; statt Murren und Verdruß wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Not von Gott ein Ziel geſteckt. 232 C. Heilsordnung. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen wie auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen, verzaget an sich selbst, erkennet sich für nichts, sucht blos in Christo Kraft, im Ursprung alles Lichts; 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn, flieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht in Glück und schwerer Zeit. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, brechet, alle Felsen, ein! Gottes Gnade hat das Siegel: sie will unverändert sein. Laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet, denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk: sieh, ob du auch so thust. 251. Mel.: Komm, o komm, du Geist des Lebens( 19). 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er saget, das geschicht. 12. O Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der guten Werk berauben. Wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus; du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus. Joach. Just. Breithaupt(?) 1658-1732. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich zufrieden stellt. Gott ist fromm und gut und treu, ob die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. III. Heiligung. 5. Laßt sein Antlik sich verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt gleich Lärmen macht; ihre Liebe mag erkalten, ich bin bei ihm wert geacht, und wenn Höll und Abgrund brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. Ach höchster Gott, verleihe mir, daß ich nur dich begehre, und daß dein Geist mich für und für durch dein Wort neu gebäre, daß ich, dein Kind, dich such und find in allem Kreuz und Leiden, damit nicht Tod noch Höllennot mich jemals von dir scheiden. 233 7. Er der Herr ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt; das ist Trost, so werd ich Armer nimmermehr von ihm getrennt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun, es bleibt mein ganz Vertrauen auf ihn ankerfest gericht, auf ihn will ich Felsen bauen, denn ich weiß, daß es geschicht. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feſte stehn. III. Heiligung. 252. Mel.: Was mein Gott will, das g'schch allzeit( 39). Benj. Schmold 1672-1737. 2. Gieb meinem Herzen wahre Reu und Thränen meinen Augen, daß ich hinfort das Räse scheu und meine Werke augen. Hilf, daß ich sei ohn Heuchelei, ein Schutz und Trost der Armen, auch jederzeit voll Freudigkeit mich ihrer mög erbarmen. 234 C. Heilsordnung. 3. Lösch aus in mir des Fleisches Wust, daß ich in deiner Liebe, nicht in der Welt, empfinde Luft, und stets mich also übe nach deinem Wort an allem Ort in tugendlichen Dingen: so wird mein Geist sich allermeist zu dir, Herr Jesu, schwingen. 4. Treib aus von mir den stolzen Sinn, laß mich in Demut leben. Rach, Neid und Zorn nimm von mir hin, so kann ich bald vergeben, wenn schon durch List mein Nebenchrist ins Elend mich getrieben; weiß ich doch wohl, daß man auch soll die ärgsten Feinde lieben. 5. Herr, gieb mir diese dreierlei: erst einen festen Glauben, bei welchem rechte Treue sei, die nimmer steh auf Schrauben, daß ich mich üb in wahrer Lieb und hoff auf deine Güte, die mich, o Gott, vor Schand und Spott auch bis ins Grab behüte. 6. Nach vielem Reichtum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Gieb, daß ich alle Pracht der Welt mög inniglich verachten, auch nimmermehr nach hoher Ehr und großem Namen strebe, besonders nur nach rechter Spur der wahren Christen lebe. 7. Vor Schmeicheln, List und Heuchelei bewahre mir die Sinnen und laß mich ja durch Gleißnerei den Nächsten nicht gewinnen. Laß Ja und Nein mein Antwort sein, darnach man sich zu richten, denn dieses fann bei jedermann die Sachen leichtlich schlichten. 8. Herr, säubre doch von Eitelkeit mein sündliches Gemüte, daß ich in dieser kurzen Zeit vor schnöder Lust mich hüte. Der Herzensgrund sei wie der Mund, dem Nächsten nicht zu schaden, so werd ich nicht, wie sonst geschicht, mit Schmähen überladen. 9. Gieb, daß ich ja den Müßiggang samt aller Trägheit hasse; dagegen, Herr, mein Leben lang mein Arbeit so verfasse, daß ich zur Not mein täglich Brot mit Ehren mög erwerben und, wenn ich soll, fein sanft und wohl in dir, Herr Jesu. sterben. III. Heiligung. Geist, daß ich die Laster fliehe 10. Ach gieb mir deinen guten so kann kein Leid in dieser Zeit aus deiner Hand mich treiben, und nur um das, was christlich und so werd ich dann ewiglich heißt, von Herzen mich bemühe: bei dir, Herr Jesu, bleiben. Joh. Rist 1607-1667. 253. Eigne Melodie. Auf, hinauf zu deiner Freude, meine Seele, Herz und Sinn, weg, hinweg mit deinem Leide, hin zu deinem Jesu hin. Er ist dein Schatz. Jesus ist dein einzig Leben; will die Welt nicht Raum dir geben, bei ihm ist Plaz. 2. Fort, nur fort, steig immer weiter in die Höh zu Jesu auf; an, hinan die Glaubensleiter flimme mit geschwindem Lauf. Gott ist dein Schußz; Jesus bleibet dein Beschirmer wider alle Seelbestürmer und bietet Truh. 235 3. Fest, fein fest dich angehalten an die starke Jesustreu; laß du, laß du Gott nur walten, seine Güt ist täglich neu; er meints recht gut. Wenn die Feinde dich anfallen, müssen sie zurücke prallen; hab guten Mut. 4. Ein, hinein in Gottes Kammer, die dir Jesus aufgethan; klag und sag ihm deinen Jammer, rufe ihn um Hülfe an. Er steht dir bei. Wenn dich alle Menschen hassen, kann und will er dich nicht lassen, das glaube frei. 5. Hoch, so hoch du kannst erheben deine Sinne von der Erd, schwinge dich, dem zu ergeben was du hast, der dein ist wert. Dein Jesus ists, der um dich so treulich wirbet, und für dich aus Liebe stirbet; drum sein du biſt. 6. Auf, hinauf, was droben suche, trachte doch allein dahin, wo dein Jesus: sonst verfluche allen schnöden Sündensinn. Zum Himmel zu! Himmel zu! Welt und Erde muß verschwinden, nur bei Jeſu ist zu finden die wahre Ruh. Joh. Kaspar Schade 1666-1698. 236 C. Heilsordnung. 254. Mel.: Meine Hoffnung stehet feste. Auf, ihr Christen, Christi Glieder, die ihr noch hangt an dem Haupt, auf, wacht auf, ermannt euch wieder, eh ihr werdet hingeraubt. Satan beut an den Streit Christo und der Christenheit. 2. Auf, folgt Christo, eurem Helden, trauet seinem starken Arm; liegt der Satan gleich zu Felde mit dem ganzen Höllenschwarm, sind doch der noch viel mehr, die da stets sind um uns her. 3. Nur auf Christi Blut gewaget mit Gebet und Wachsamkeit; dieses machet unverzaget und recht tapfre Kriegesleut. Christi Blut giebt uns Mut wider alle Teufelsbrut. 4. Christi Heeres Kreuzesfahne, so da weiß und rot gesprengt, ist schon auf dem Siegesplane uns zum Troste ausgehängt. Wer hier kriegt, nie erliegt, sondern unterm Kreuze siegt. 5. Diesen Sieg hat schon empfunden vieler Heilgen starker Mut, da sie haben überwunden fröhlich durch des Lammes Blut. Sollten wir denn allhier nicht auch streiten mit Begier? 6. Wer die Sklaverei nur liebet den Sünden sich ergiebet, der in der Zeit und Ewigkeit und hat wenig Lust zum Streit. Denn die Nacht, Satans Macht, hat ihn in den Schlaf gebracht. 7. Aber wen die Weisheit lehret, was die Freiheit für ein Teil, dessen Herz zu Gott sich kehret, seinem allerhöchsten Heil, sucht allein ohne Schein Christi freier Knecht zu sein. 8. Denn vergnügt auch wohl das Leben, das der Freiheit mangeln muß? Wer sich Gott nicht ganz ergeben, hat nur Müh, Angst und Verdruß. Der nur kriegt recht vergnügt, wer sein Leben selbst besiegt. 9. Drum auf, laßt uns überwinden in dem Blute Jesu Christ alle Feinde, Welt und Sünden; sein Wort uns ein Zeugnis ist, das uns deckt und erweckt, weil man Gottes Liebe schmeckt. III. Heiligung. 10. Unser Leben sei verborgen mit Christo in Gott allein, auf daß wir an jenem Morgen mit ihm offenbar auch sein, da das Leid dieser Zeit werden wird zu lauter Freud; 255. Mel.: O du Hüter Israel. Christen sind ein göttlich Volk aus dem Geist des Herrn gezeuget, ihm gebeuget, und von seiner Flammenmacht angefacht; vor des Bräutgams Augen schweben, das ist ihrer Seelen Leben und sein Blut ist ihre Pracht. 2. Königskronen sind zu bleich für der Gottverlobten Würde; eine Hürde wird zum himmlischen Palast, und die Last, drunter sich die Helden klagen, wird den Kindern leicht zu tragen, die die Kreuzeskraft gefaßt. 3. Ehe Jesus unser wird, eh. wir unser selbst vergessen und gesessen zu den Füßen unsers Herrn, sind wir fern von der . ewgen Bundesgnade, von dem schmalen Lebenspfade, von dem hellen Morgenstern. 237 11. Da Gott seinen treuen Knechten geben wird den Gnadenlohn, und die Hütten der Gerechten stimmen an den Siegeston; da fürwahr Gottes Schar ihn wird loben immerdar. Justus falkner † 1724. 4. Pilgrimschaft zur Ewigkeit bleibet immerdar beschwerlich, ja gefährlich, bis man ringt und dringt zu dir, einge Thür, einge Ursach der Vergebung, Glut der göttlichen Belebung, Jesu, unser Liebspanier. 5. Zeuch uns hin, erhöhter Freund, zeuch mich an dein Herz der Liebe, deine Triebe führen mich, du Siegesheld, durch die Welt, daß ich deine Seele bleibe, und so lange an dich gläube, bis ich leb im innern Zelt. 6. Da ist meine Hand und Herz! Du hast deine Seel gewaget unverzaget, und das alles blos allein, daß ich dein und du meine heißen könntest; wenn du nicht vor Liebe brenntest, hätte das nicht können sein. 238 C. Heilsordnung. 7. Nun, ihr Kronen, fahret hin, fahre hin, erlaubte Freude, meine Weide sei des Herren letztes Mahl vor der Qual; meine 256. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend( 4). Ein reines Herz, Herr, schaff Gemüt, o Brunnen unerschöpfter Güt! in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn' ich, Jesu, meine Thür, ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus. Ehre deine Schande, meine Freiheit deine Bande, meine Zier die Ros im Thal. Nik. Ludw. Graf v. Zinzendorf 1700-1760. is un 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich; gieb Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Neuß 1654-1716. 257. Mel.: O Jesu Christ, meins Lebens Licht( 4). Erneure mich, o ewges Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet sein. 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sündenwust; ach, rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. dolls III. Heiligung. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist und nichts sonst, als was du willst, will, ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 258. Eigne Melodie. Es glänzet der Christen inwendiges Leben, obgleich sie von außen die Sonne verbrannt; was ihnen der König des Himmels gegeben, ist keinem als ihnen nur selber bekannt. Was niemand verspüret, was niemand berühret, hat ihre erleuchtete Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie scheinen von außen oft arm und geringe, ein Schauspiel der Engel, verlacht von der Welt, doch innerlich sind sie voll herrlicher Dinge, der Zierrat, die Krone, die Jesus gefällt; das Wunder der Zeiten, die hier sich bereiten, den König, der unter den Lilien weidet, zu grüßen, in güldenen Stücken gekleidet. 239 4. Auf dich laß meine Sinne gehn, laß sie nach dem was drobent stehn, bis ich dich schau, o ewges Licht, von Angesicht zu Angesicht. 3. f. Ruopp † 1708. 3. Sonst sind sie des Adam natürliche Kinder und tragen das Bildnis des Irdischen auch; sie leiden am Fleische wie andere Sünder, sie effen und trinken nach nötigem Brauch. In leiblichen Sachen, im Schlafen und Wachen sieht man sie vor andern nichts Sonderlichs machen, nur daß sie die Thorheit der Weltlust verlachen. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort, ein Funke und Flämmlein aus göttlicher Flamme, entzündet von oben, genähret von dort. Die Engel sind Brüder, die ihre Loblieder mit ihnen garfreundlich und lieblich absingen; das muß denn ganz herrlich, ganz prächtig erklingen. 240 C. Heilsordnung. 5. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, sie bleiben ohnmächtig und schüßen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, sie kriegen, die Ärmsten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, sie bleiben in Freuden, sie scheinen ertötet den äußeren Sinnen und führen das Leben des Glaubens von innen. 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst, wie er ist, öffentlich stellt, so werden sie mit ihm als Herren der Erden auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren, mit ihm triumphieren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren; da wird man die Freude gar offen bar spüren. 7. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, dieweil du den göttlichen Samen geneußt; denn das ist Jehovah sein göttliches Siegel zum Zeugnis, daß er dir noch Segen verheißt. Du sollst noch mit ihnen aufs prächtigste grünen, wenn erst ihr verborgenes Leben erscheinet, wonach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. Es ist nicht schwer ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; zwar der Natur geht es gar sauer 8. O Sefu, verborgenes Leben der Seelen, du heimliche Zierde der inneren Welt, gieb, daß wir die heimlichen Wege erwählen, wenngleich uns die Larve des Kreuzes entstellt. Hier übel benennet und wenig erkennet, hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet. Chr. Friedr. Richter 1676-1711. 259. Mel.: Es kostet viel, ein Christ zu sein. ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. III. Heiligung. 2. Du darst ja nur ein Kindlein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein, das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben; drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr: es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle, der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz; die Unlust schafft in dir dein eigner Wille; drum übergieb ihn willig in den Tod, so hats nicht not. 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget, erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Bater, schau mein Elend gnädig an! so ists gethan. 5. Besitz dein Herze in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, 241 so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest: so ist dein Fehl und findliches Versehn als nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich wird Nacht und Finsternis bedecken; dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun, vor feinem Sturm und Wind darfst du er. schrecken. Ja, siehst du endlich ferner keine Spur: so glaube nur. 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn, drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sich doch, wie ein wahrer Christ so selig ist. 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, geneuß die süße Ruh; im Frieden sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg und Last wirf nur getrost und tühn allein auf ihn. Chr. fr. Richter 1676-1711. 16 242 C. Heilsordnung. 260. Eigne Melodie. s kostet viel ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben: und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht, das machts noch nicht! 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die leicht ihr Gift in unsre Fersen bringen; da kostets Müh auf seiner Hut zu stehn, daß nicht das Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, wenn man mit Ernst die Heiligkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich stets hier aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh, die Gnade aber macht, daß mans nicht acht. 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich sein, so lieblich im Gesichte, dieweil ihn da die wesentliche Pracht so schöne macht. 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durchgehn und es mit Gott zu einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? 6. Da giebt sich ihm die Weisheit ganz, die es hier stets als Mutter hat gespüret; sie krönet es mit ihrem Perlenkranz; nun wird die Braut dem Bräutgam zugeführet, die Heimlichkeit wird da ganz offenbar, die in ihr war. 7. Was Gott genießt, genießt es auch, was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben, der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch; wie lieblich wird es doch mit Jefu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein als Gott allein. III. Heiligung. 8. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsternis zu reißen; was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? 261. Eigne Melodie. Fahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht, mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle; Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne; sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone; Zion, fühlest du der Schlangen Stich, leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich fuchet groß zu machen, achte nicht ihr Gut und Geld; nimm nicht an das Bild des Drachen; Bion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 243 Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn, wie wohl wirds thun. Chr. fr. Richter 1676-1711. 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, beides, das was krumm und schlecht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben; sei nicht wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft für Heuchelschein dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! 16* 244 C. Heilsordnung. 7. Halte aus, halte aus, Zion halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei; auf, ver262. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. Heil'gster Jesu, Heil'gungsquelle, mehr als Krystall rein, klar und helle, du lautrer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Cherubinen, die Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir; ach, bilde mich nach dir, du mein Alles! Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich mag heilig sein wie du! lasse was dahinten; Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! 3. Eus. Schmidt 1669-1745. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war: also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelassen; ach stille meinen Willen gar. Mach mich dir gleich gesinnt wie ein gehorsam Kind, stille, stille! Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich fein stille sei wie du! 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer, in großer Arbeit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; mußteſt täglich viel ausstehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen und hast gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, daß ich zu dir allzeit wach und bete. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich stets wachsam sei wie du! 4. Güt'gster Jesu, ach wie gnädig, wie liebreich, freundlich und gutthätig bist du doch gegen Freund und Feind! Deine Sonne scheinet allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich undankbar seind. Mein Gott, ach lehre mich, damit hierinnen ich dir nacharte. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich auch gütig sei wie du! III. Heiligung. 5. Sanfter Jesu, warst unschuldig und littest alle Schmach geduldig, vergabst und ließt nicht Rache aus. Niemand kann dein Sanftmut messen, bei der kein Eifer dich gefressen als der um deines Vaters Haus. Mein Heiland, ach verleih mir Sanftmut und dabei guten Eifer. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich sanftmütig sei wie du! 6. Würdger Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und gering; wandeltest ganz arm auf Erden in Demut und in Knechtsgebärden, erhubst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr mich auch je mehr und mehr stetig üben. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, daß ich demütig sei wie du! 245 7. Keuscher Jesu, all dein Wesen war züchtig, keusch und auserlesen von tugendvoller Sittsamkeit. G'danken, Reden, Glieder, Sinnen, Gebärden, Kleidung und Beginnen war voller lautrer Züchtigkeit. O mein Immanuel, mach mir Geist, Leib und Seel keusch und züchtig. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, auch keusch und rein zu sein wie du! 8. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allem dir ergeben und deinem heilgen Vorbild gleich. Dein Geist und Kraft mich durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach, zeuch mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland. Jesu, Jesu, laß mich wie du und wo du bist einst finden Ruh! Unbekannt 1700. 263. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit( 25). Herr, deine Rechte und Gebot, zum Guten willig sei und ohne darnach wir sollen leben, wollst du mir, o du treuer Gott, ins Herze selber geben, daß ich Falsch und Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 246 C. Heilsordnung. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau, allein dich fürcht und liebe; auf Menschen Trost und Hülf nicht bau, noch mich darum betrübe, daß großer Leute Gnad und Gunst, Gewalt, Pracht, Reichtum, Witz und Kunst mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen Nam'n und Bund aus deinem Wort erkenne, auch niemals dich mit meinem Mund ohn Herzensandacht nenne; daß ich bedenke alle Tag, wie stark mich meine Taufzusag zum Dienste dir verbindet. 4. Am Tage deiner heilgen Ruh laß mich früh vor dich treten, die Zeit auch heilig bringen zu mit Danken und mit Beten, daß ich hab meine Lust an dir, dein Wort gern höre und dafür herzinniglich dich preise. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, so vorgeſetzt mir werden, laß mich ja ehren allezeit, daß mirs wohl geh auf Erden. Für ihre Treu und Sorg laß mich, auch wenn sie werden wunderlich, gehorsam sein und dankbar. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach und Zorn und Feindschaft übe; dem, der mir anthut Kreuz und Schmach, verzeihe und ihn liebe; sein Glück und Wohlfahrt jedem gönn, schau, ob ich jemand dienen könn, und thu es dann mit Freuden. 7. Unreine Werk der Finsternis laß mich mein Lebtag meiden, daß ich nicht für die Lüste müß der Hölle Qual dort leiden. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, daß ich schandbare Wort und Scherz nebst andern Sünden fliehe. nähr und böser Ränke schäme, 8. Verleih, daß ich mich redlich mein Herz von Geiz und Unrecht kehr, nichts durch Gewalt hinnehme und von der Arbeit meiner Händ, was übrig ist, auf Arme wend und nicht auf Pracht und Hoffahrt. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Glimpf zu retten mich befleiße und von ihm wende Schmach und Schimpf, doch Böses nicht gut heiße. Gieb, daß ich lieb Aufrichtigkeit und hab ein'n Abschen jederzeit am Lästern und am Lügen. III. Heiligung. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut nicht wünschen noch begehren; was aber mir von nöten thut, das wollst du mir gewähren; doch daß es niemand schädlich sei, ich auch ein ruhig Herz dabei und deine Gnad behalte. 11. Ach Herr, ich wollte deine Recht' und deinen heilgen Willen, wie mir gebühret, deinem Knecht, ohn Mangel gern erfüllen: so Herr Jesu, Gnadensonne, wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen: mein Gott, versag mirs nicht. 2. Vergieb mir meine Sünden und wirf sie hinter dich; laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich, laß deine Friedensgaben mein armes erze laben: ach Herr, erhöre mich. 247 fühle ich, was mir gebricht und wie ich das Geringste nicht vermag aus eignen Kräften. 264. Mel.: Herr Christ, der einig Gottssohn. 12. Drum gieb du mir vor deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke; verleih, o Jesu, Gottes Sohn, daß ich thu rechte Werke; o heilger Geist, hilf daß ich dich von ganzem Herzen und, als mich, den Nächsten treulich liebe David Denicke 1603-1680. 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis durch dein heiliges Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Truß der Höllenpfort. 248 C. Heilsordnung. 5. Mit deiner Kraft mich rüste, zu freuzgen mein Begier und alle bösen Lüste, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. Herzallerliebster Gott, der du mir dieses Leben, Leib, Seele und Vernunft aus Gnaden hast gegeben, regiere ferner mich durch deinen guten Geist, daß er in allem Thun mir Kraft und Beiſtand leiſt. 7. Nun Herr, verleih mir Stärke verleih mir Kraft und Mut; denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen all mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 265. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 2. Hilf, daß ich allezeit des Fleisches Lüste meide, hingegen emsiglich des Geistes Werke treibe und gute Ritterschaft ausübe, auch dabei in Hoffnung immer stark und fest gegründet ſei. 8. Darum du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu; gieb, daß ich deinen Willen gedenke zu erfüllen und steh mir kräftig bei. £. 21. Gotter 1661-1735. 3. Gieb, daß ich als ein Christ wie Christus mich bezeige und meine Ohren stets zu seiner Lehre neige. Im Glauben stärke mich, daß ich der argen Welt nicht folge, wenn sie mich von deinem Wort abhält. 4. Entzünde du mein Herz mit deiner wahren Liebe und gieb, daß ich zugleich am Nächsten Liebe übe. Verleihe mir Geduld, wenn Trübsal bricht herein, und hilf, daß ich im Glück demütig möge sein. III. Heiligung. 5. Verleihe, daß ich stets nach deinem Reiche ringe, auf daß dein Segen auch zu mir herunter dringe. Wer nach dem Ewigen vor allen Dingen tracht, der wird auch wohl mit dem, was zeitlich ist, bedacht. 6. Haß, Falschheit, Uebermut und Heuchelei daneben íaß ja an mir nicht sein in meinem ganzen Leben; List, Unrecht, Frevel, Geiz und Unbarmherzigfeit sei ferne weg von mir, o Gott, zu aller Zeit. Herzog unfrer Seligkeiten, zeuch uns in dein Heiligtum, da du uns die Stätt bereiten und hier im Triumph herum als deine Erkaufte siegprächtig willst führen; laß unsere Bitte dein Herze jetzt rühren; wir wollen dem Vater zum Opfer dastehn und in der Gemeinschaft der Leiden hingehn. 266. Mel.: Eins ist not, ach Herr, dies Eine. 2. Er hat uns zu dir gezogen und du wieder zu ihm hin. Liebe hat uns überwogen, daß an dir hängt Mut und Sinn; nun wollen wir gerne mit dir auch 249 7. Mit deiner rechten Hand, Herr, wollest du mich leiten und schüßen Tag und Nacht, daß meine Tritt nicht gleiten. Du wollest meine Burg und Schuh in Nöten sein, wenn ich in meinem Amt ausgehe oder ein. 8. Zuletzt erlöse mich von allem Kreuz und Leiden, und wenn ich soll einmal von dieser Welt abscheiden, so stehe du mir bei mit deiner Guadenhand und führe mich hinauf ins rechte Vaterland. David Denicke(?) 1603-1680. absterben dem ganzen natürlichen Seelenverderben. Ach, pflanze und setz uns zum Tode hinzu, sonst finden wir ewig kein Leben noch Ruh. 3. Aber hier erdenkt die Schlange so viel Ausflucht überall; bald macht sie dem Willen bange, bald bringt sie die Lust zu Fall. Es bleibet das Leben am fleinſten oft fleben und will sich nicht völlig zum Sterben hingeben; es schützet die besten Absichten noch vor und bauet so Höhen und Festung empor. 250 C. Heilsordnung. 4. Drum, o Schlangentreter, eile, führ des Todes Urteil aus; brich entzwei des Mörders Pfeile, wirf den Drachen ganz hinaus. Ach, laß sich dein neues erstandenes Leben in unser erblichenes Bildnis eingeben; erzeig dich verfläret und herrlich noch hier und bringe dein neues Geschöpfe herfür. 5. Kehre die zerstreuten Sinnen aus der Vielheit in das Ein, daß sie neuen Raum gewinnen, nur von dir erfüllt zu sein. Ach, lege die Mächte der Finsternis nieder und bringe des Geistes erneuten Mut wieder, der von der verfläreten Menschheit sich nähr und gegen der Gottheit Verächter sich wehr. 6. Stärke deinen zarten Samen, der dein volles Alter schafft, daß wir hier in Jesu Namen stehn vor Gott in Jünglingskraft, den Böse-, wicht völlig in dir zu besiegen, daß endlich die Feinde zu Füßen daliegen, so soll aus dem Tode das Leben entstehn und hier noch in völliger Mannheit aufgehn. Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armut sein gericht. 7. Lebe dann und lieb und labe in der neuen Kreatur, Lebensfürst, durch deine Gabe die erstattete Natur; erwecke dein Paradies wieder im Grunde der Seelen und bringe doch näher die Stunde, da du dich in allen den Gliedern verklärst, sie hier noch des ewigen Lebens gewährst. 8. Gönne uns doch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, deinem Bilde gleich zu werden, in den Tod zu nehmen ein des Lebens vollkommene Freiheit und Rechte, als eines vollendeten Heilands Geschlechte. Der Unglaub mag denken, wir bitten zu viel, so thust du doch über der Bitten ihr Ziel. Gottfr. Urnold 1666-1714. 267. Eigne Melodie( 5). 2. Schau her, ich fühle mein Berderben, laß mich in deinem Tode sterben; o könnte doch in deiner Pein die Eigenheit ers tötet sein! III. Heiligung. 3. Du wollest, Jesu, meinen Willen mit der Gelassenheit erfüllen; brich der Natur Gewalt entzwei und mache meinen Willen frei. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; nur ist von der Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hier gelten nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, du bist noch immer treu geblieben; ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 251 8. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und mich aus solchen Netzen ziehst. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen; Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen ich meinem Vater ganz befehlen. Ach, drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in deinen Abgrund senke, so werd ich von dir angeblickt, und mein Herz wird von dir erquickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich schon die süße Beute, und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Chr. fr. Richter 1676-1711. 252 C. Heilsordnung. 268. Mel.: Jesus, meine Zuversicht( 17). Himmelan geht unsre Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort in Kanaan durch die Wüste kommen werden; hier ist unser Pilgrimstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das was irdisch heißt nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre; wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! denk ich allzeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 5. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren; Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach, himmelan! das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benj. Schmold 1672-1737. III. Heiligung. 269. Eigne Melodie. Höchster Priester, der du dich selbst geopfert haft für mich, laß doch, bitt ich, noch auf Erden auch mein Herz dein Opfer werden. 2. Denn die Liebe nimmt nichts an, was du, Liebe, nicht gethan, was durch deine Hand nicht gehet, wird zu Gott auch nicht erhöhet. 3. Drum so töt und schlachte hin meinen Willen, meinen Sinn; 253 reiß mein Herz aus meinem Herzen, sollts auch sein mit tauſend Schmerzen. 4. Trage Holz auf den Altar und verbrenn mich ganz und gar; o du allerliebste Liebe, wenn doch nichts mehr von mir bliebe. 5. Also wird es wohl geschehn, daß der Herr es wird ansehn; also werd ich noch auf Erden Gott ein Liebesopfer werden. Joh. Scheffler( Angel.) 1624-1677. 270. Eigne Melodie. Ich ruf zu dir, Herr Jesu hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf all mein eigen Thun, sonst wirds mich ewig reucu. Christ, ich bitt, erhör mein Klagen; verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen; den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nüß zu sein, dein Wort zu halten eben. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben; dein Wort mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald möcht ab2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott; die Hoffnung gieb daneben, voraus wenn ich muß kehren. 254 C. Heilsordnung. 4. Laß mich kein Furcht noch Lust von dir in dieser Welt abwenden; beständig sein ans End gieb mir, du hasts allein in Händen; und wem dus giebst, der Hats umsonst, es mag niemand erwerben noch ererben durch Werke deine Gunst, die uns errett vom Sterben. 271. Mel.: Seelenbräutigam. Jesu, geh voran auf der Lebensbahn; und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn: laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße; du kannſt machen, daß mirs nicht bringt Gefahr. Ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johann Agricola 1492-1566. Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens, sich wie die Finster nis dringet herein, wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden: o so gieb Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nötge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Nik. Ludw. Graf v. Zinzendorf 1200-1760. 272. Eigne Melodie, oder: Einer ist König, Immanuel sieget. mächtig aufführet, mir schädlich zu sein; Satan der finnet auf allerhand Ränke, wie er mich sichte, verstöre und kränke. III. Heiligung. 2. Jesu, hilf siegen, der du mich erkaufet, rette, wenn Fleisch und Blut, Satan und Welt mich zu berücken ganz grimmig anlaufet oder auch schmeichelnd sich listig verstellt. Wüten die Feinde von außen und innen, laß mir, Herr, niemals die Hülfe zerrinnen. 3. Jesu, hilf siegen! Ach wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für. Ach, laß mich schmecken dein kräftig Versühnen und dies zu meiner Demütigung dienen. 4. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt. Wenn ich die Last der Begierden empfinde und sich mein tiefes Verderben darlegt, so hilf, daß ich vor mir selbst mag erröten und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch töten. 5. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gieb, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, auf255 wärts sich schwingend durch heiligen Trieb; laß mich eindringen ins göttliche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. Jesu, hilf siegen! Wer mag sonst bestehen wider den listigen, tückischen Feind? Wer mag doch dessen Versuchung entgehen, der wie ein Engel des Lichtes erscheint? Ach Herr, wo du weichst, so muß ich ja irren, wenn mich der Schlange List sucht zu verwirren. 7. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken; wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn! Steh mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 8. Jesu, hilf fiegen im Wachen und Beten! Hüter, du schlässt ja und schlummerst nicht ein; laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du versprochen mein Fürsprach zu sein; wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich. Jest ermuntern und wecken 256 C. Heilsordnung. 9. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet und ich mein Nichts und Verderben nur seh! Wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß sein ein verschüchtertes Reh, ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 10. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang! So will ich ewig dir Lob und Dank singen, Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut zur Ewigkeit zu wandern von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen. 273. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen( 27). 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 11. Jesu, hilf siegen! Wenns nun kommt zum Sterben, mach du mich würdig und stetig bereit, daß ich könn nennen mich recht deinen Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben! 3. H. Schröder 1666-1699. 3. Gehts der Natur entgegen, so gehts gerade doch. Die Fleisch und Sinne pflegen, sind schlechte Pilger noch. Verlaß die Kreatur und was euch sonst will binden; laß gar euch selbst dahinten, es geht durchs Sterben nur! 4. Man muß wie Pilger wandeln, frei, bloß und wahrlich leer; viel sammeln, halten, handeln macht unsern Gang nur schwer Wer will, der trag sich tot, wir reisen abgeschieden, mit wenigem zufrieden: wir brauchens nur zur Not. III. Heiligung. 5. Schmückt euer Herz aufs beste, sonst weder Leib noch Haus, wir sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; ein Pilger muß sich schicken, sich dulden und sich bücken den kurzen Pilgertag. 6. Ist gleich der Weg sehr enge, so einsam, krumm und schlecht, der Dornen in der Menge und manches Kreuze trägt: es ist doch nur ein Weg; laß sein, wir gehen weiter, wir folgen unserm Leiter und brechen durchs Geheg. 7. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken, ach ja, wir habens gut. 8. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; ein jeder 257 sci der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Liebesbahn. 9. Kommt, laßt uns munter wandern, der Weg fürzt immer ab; ein Tag der folgt dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier gewandt zum ewgen Gut. 10. Es wird nicht lang mehr währen, halt noch ein wenig aus; es wird nicht lang mehr währeit, dann kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen, wie wohl, wie wohl wirds thun! 11. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl wagenswert; und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten, es soll nur Jesus sein. 6. Tersteegen 1697-1769. 17 258 C. Heilsordnung. 274. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele( 33). Kommt, laßt euch den Herren lehren, kommt und Lernet allzumal, welche die sind, die gehören in der rechten Christen Zahl: die bekennen mit dem Mund, glauben auch von Herzensgrund und bemühen sich daneben Guts zu thun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demut haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß Gott werd allein gepreist, danken dem auch für und für; denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren setzen, die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauern findt, die beseufzen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd; die deshalben traurig gehn, oft vor Gott mit Thränen stehn: diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmut spüren kann, welche Hohn und Troß verschmerzen, weichen gerne jedermann; die nicht suchen eigne Nach und befehlen Gott die Sach; diese will der Herr so schüßen, daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben kein Gewalt noch Unrecht sei; die da lieben gleich und recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen: die wird Gott satt werden lassen. sich annehmen fremder Not, sind 6. Selig sind, die aus Erbarmen mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behülf lich sind mit Rat, auch womöglich mit der That, werden wieder Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. reines Herzens jederzeit, die in 7. Selig sind, die funden werden Werk, Wort und Gebärden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen Gott mit Frenden. III. Heiligung. 8. Selig sind die Frieden machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried und Ruh, raten allerseits dazu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es doch nicht verschulden und gerecht befunden sein; ob des Kreuzes ist gleich viel, setzet Gott doch Maß und Ziel und her nach wird ers belohnen ewig mit der Ehrenfronen. Caffet uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach, immer fort zum Himmel reisen, irdisch noch, schon himmlisch sein, glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; geh boran, ich folge dir. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten doch aus Gnaden fähig werd. Gieb, daß ich mich acht gering, meine Klag oft vor dich bring, Sanftmut auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe, 275. Mel.: Sollt ich meinem Gott nicht singen( 38). 259 11. Daß ich Armen helf und diene, immer hab ein reines Herz, die in Unfried stehn, verfühne, dir anhang in Frend und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. D. Denicke 1603-1680. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht dorten reich, Thränensaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es fann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir. 17* 260 C. Heilsordnung. 3. Lasset uns mit Jesu sterben! Sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe; und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben; Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir; ach, erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. 276. Mel.: Straf mich nicht in deinem Zorn. Mache dich, mein Geist, bereit, dir noch ferne däuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete, denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht Sigism. D. Sirfen 1626-1681. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag finden, weils ihm sonst ein leichtes ist, dich zu überwinden; und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach und sich, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. III. Heiligung. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. drus.c 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn DE Mein Gott, das Herz ich bringe dir zur Gabe und Geschenk; du forderst dieses ja von mir, des bin ich eingedenk. 2. Gieb mir, mein Sohn, das Herz, sprichst du, das ist mir lieb und wert, du findest anders auch nicht Ruh im Himmel und auf Erd. 261 unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. redregelase 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten. 277. Eigne Melodie( 3).tiar about and 10. Drum, so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burch. Freystein 1671-1718. 3. Nun du, mein Vater, nimm es an, mein Herz, veracht es nicht; ich gebs, so gut ichs geben kann, kehr zu mir dein Gesicht. 4. Zwar ist es voller Sündenwust und voller Eitelkeit, des Guten aber unbewußt und wahrer Frömmigkeit. 262 C. Heilsordnung. 5. Doch aber steht es nun in Neu, erkennt sein'n lebelstand und träget jetzund vor dem Scheu, dran es zuvor Lust fand. 6. Hier fällt es und liegt dir zu Fuß und schreit: Nur schlage zu! zerknirsch, o Vater, daß ich Buß rechtschaffen vor dir thu! 7. Zermalme meine Härtigkeit, mach mürbe meinen Sinn, daß ich in Seufzen, Reu und Leid und Thränen ganz zerrinn. 8. Sodann nimm mich, mein Jesu Christ, tauch mich tief in dein Blut. Ich glaub, daß du gekreuzigt bist der Welt und mir zu gut. 9. Stärk meine schwache Glaubenshand, zu fassen auf dein Blut als der Vergebung Unterpfand, das alles machet gut. 10. Schent mir nach deiner Jesushuld Gerechtigkeit und Heil und nimm auf dich mein Sündenschuld und meiner Strafe Teil. 11. In dich wollst du mich fleiden ein, dein Unschuld ziehen an, daß ich von allen Sünden zein vor Gott bestehen kann. 12. Gott heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein; ergeuß um Jesu willen dich tief in mein Herz hinein. 13. Dein göttlich Licht schütt in mich aus und Brunst der reinen Lieb; lösch Finsternis, Haß, Falschheit aus, schenf mir stets deinen Trieb. 14. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben meinem Gott, daß mich im Guten nicht mach scheu der Welt List, Macht und Spott. 15. Hilf, daß ich sei von Herzen fest im Hoffen und Geduld, daß, wenn du mich nur nicht verläßt, mich tröste deine Huld. 16. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben und erweis', daß mein Thun nicht sei Augenschein, durchs Werk zu deinem Preis. 17. Hilf, daß ich sei von Herzen klein, Demut und Sanftmut halt, daß ich von aller Weltlieb rein vom Fall ausstehe bald. 18. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm ohn alle Heuchelei, damit mein ganzes Christentum dir wohlgefällig ſei. III. Heiligung. 19. Nimm gar, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit, ja, laß es auch dein Wohnhaus sein in jener Ewigkeit. 278. Mel.: Ich bin ja, Herr, in deiner Macht. Mein Leben ist ein Pilgrimstand; ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt auf Bundesblut gegründet hat; da werd ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, ich reise nach dem Vaterland. 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, so schnell läuft meines Lebens Glas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder; ich eile zu der Ewigkeit. Herr Jesu, mach mich nur bereit, eröffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohne Ungemach; der Lebensweg hat auch sein Ach! Man wandelt nicht auf weichen Rosen; der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich 263 20. Dir geb ichs ganz zu eigen hin, brauchs, wozu dirs gefällt. Ich weiß, daß ich der deine bin, der deine, nicht der Welt. Johann Kaſpar Schade 1666-1698. ableiten von dem Ziel; ich muß mich oft an Dornen stoßen, ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die ihr Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist findt nirgends Ruh; doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich das güldne Himmlsthor mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, Icsu Christ, der du ein Bilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach eile du und fleng mit Gnad und Hülf herzu! 264 C. Heilsordnung. 6. Durch deinen Geist mich heilig leit, gieb in Geduld Beständigkeit, vor Straucheln meinen Fuß beschüßze. Ich falle stündlich, hilf mir auf, zeuch mich, damit ich dir nachlauf, sei mir ein Schirm in Trübsalshiße. Laß deinen süßen Gnadenschein in Finsternis nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und wenn ich schließ die Augen zu, Mir nach, spricht Chriſtus unſer Held, mir nach, ihr Cristen alle, verläugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ingemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. so bring mich zu der stolzen Ruh, da Streit und alle Müh verschwinden: laß mich da sein in Abrams Schoß dein Liebling und dein Hausgenoß. 279. Mel.: Machs mit mir Gott nach deiner Güt. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben; wer zu mir fommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 8. Bin ich in diesem Pilgerland der blinden Welt gleich unbekannt, dort sind die Freunde, die mich kennen, dort werd ich mit der Himmelsschar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, o bleib nicht lang, hier in der Wüste wird mir bang. Friedr. Ud. Lampe 1683-1729. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der fleußt zu jeder Zeit von süßem Sanftmutsöle; mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig cuch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger Liſt zu reingen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. i. Heiligung. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite: ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angeht. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. O Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist: übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis uns dein so treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 280. Eigne Melodie( 34). 2. Ists doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es von dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 265 Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen und wohlgemut, getroſt und gern bei ihm im Leiden stehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewren Lebens nicht davon. Joh. Scheffler( Angel.) 1624-1677. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht; ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen sind geacht; weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns veracht und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung von Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so harte drückt, ungeacht der Geist in Zeiten sich auf etwas Beffres schickt. 266 C. Heilsordnung. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, sich einmal zu reißen los und durch alle Weltgeschäfte durchgebrochen stehen bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen, weich, Vernunftbedenklichkeit, fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit. 6. Herr, zermalme, brich, zerstöre, diese Macht der Finsternis, denn der preist nicht deine Ehre, den sie fort zum Tode riß. Heb uns aus dem Staub der Sünden, wirf die Schlangenbrut hinaus, laß uns wahre Freiheit finden in des ewgen Vaters Haus. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit, wie dus nötig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 8. Herrscher, herrsche, Sieger, fiege, König, brauch dein Regiment; führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End; laß doch aus der Grub die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst gefangen in Lust und Gefälligkeit, ach, so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitelkeit; denn die Last treibt uns zu rufen, alle schreien wir dich an; zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn. 10. Ach, wie teur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein. Drum, so wahr du biſt gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen nach dem besten Bild gebildt; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich füllt. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß mit dir gefreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben, führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan, du wirst nicht säumen, wo wir nur nicht lässig sein; werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfr. Arnold 1666-1714. III. Heiligung. 281. Eigne Melodie. Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben: gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 267 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gieb einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Geduld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf, und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. 3. Heermann 15S5-1647. 268 C. Heilsordnung. 282. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten( 15). großer Gott, du reines Wesen, der du die reinen Herzen dir zur steten Wohnung außerlesen, ach, schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das von der argen Welt sich rein und unbefleckt erhält. 2. Vor allem mache mein Gemüte durch ungefärbte Buße rein, und laß es, Herr, durch deine Güte in Christi Blut gewaschen sein; dann mache mich zur Reinigfeit des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich nach deinem Geiste, der mein getreuer Beistand sei und mir erwünschte Hülfe leiste. Gott, stehe mir aus Gnaden bei und gieb mir einen solchen Geist, der neu, gewiß und willig heißt. süßer Stand, o selig Leben, das aus der wahren Einfalt quillt, wenn sich ein Herz Gott so ergeben, daß Christi Sinn es ganz erfüllt, wenn sich der Geist nach Christi Bilde in Licht und Recht hat aufgericht und unter solchem klaren Schilde durch alle falsche Höhen bricht! 4. Doch weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht und stoß mich wegen meiner Werke ja nicht von deinem Angesicht. Laß mich hier in der Gnade stehn und dort in deinen Himmel gehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für. Auch führe du mich durch die Zeit hin zu der reinen Ewigkeit. Joh. Olearius 1611-1684. 283. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz gelbet( 29). 2. Was andern schön und lieblich scheinet, ist solchem Herzen Kinderspiel; was mancher für unschuldig meinet, ist solchem Herzen schon zu viel. Warum? es gilt der Welt absagen, hier heißts: rührt kein Unreines an! das Kleinod läßt sich nicht erjagen, es sei denn alles abgethan. III. Heiligung. 3. Die Einfalt fennet feine Zierde als Christi Liebe, die sie schmückt; die reine, himmlische Begierde hat sie der Thorheit schon entrüdt; an einem reinen Gotteskinde glänzt Gottes Name schön und rein: wie könnt es denn vom eitlen Winde der Welt noch eingenommen sein? 4. Von Sorgen, Not und allen Plagen, damit die Welt sich selbst anficht, vom Neid, damit sich andre tragen, weiß Christi Sinn und Einfalt nicht; den Schaß. den sie im Herzen heget, behält fie wider allen Neid; ist jemand, der Lust dazu träget, das macht ihr lauter Herzensfreud. 5. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, das sich mit Christi 269 Einfalt schmückt! Geht hin, ihr thörichten Jungfrauen, harrt nur, bis euch die Nacht berückt! Ihr laßt das Del den Lampen fehlen, ein falscher Schein trügt euren Sinn; sucht doch was Bessres für die Seelen und gebt der Welt das Ihre hin! 6. Ach Jesu, drücke meinem Herzen den Sinn der lautern Einfalt ein; reiß aus, obschon mit tausend Schmerzen, der Welt ihr Wesen, Tand und Schein! Der alten Schlange Bild und Zeichen trag ich nicht mehr, drum laß mich nur der Einfalt Zier und Schmuck erreichen: das ist die neue Kreatur. Joh. Jof. Windler 1670-1722. 284. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. Vaterherz, o Licht, o Leben, so geh nun mit mir aus und ein o treuer Hirt, Immanuel, dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret Leib und Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren; und leite mich auf allen Tritten; ich geh, ach hör, o Herr, mein Bitten, für mich nicht einen Schritt allein. 270 C. Heilsordnung. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat; drum sei in groß und kleinen Dingen mir immer selber Rat und That. Du willst dich meiner gar nicht schämen, ich mag dich ja zu allem nehmen, du willst mir selber alles sein; so sollst du denn in allen Sachen den Anfang und das Ende machen, dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du leiteſt mich, ich kann nicht gleiten. Dein Wort muß ewig feſte stehn; du sprichſt, dein Auge soll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn, ja, deine Güt und dein Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. D daß ich nur recht kindlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu. 4. O daß ich auch im Kleinsten merke auf deine Weisheit, Güt und Treu, damit ich mich im Glauben stärke, dich lieb und lob und ruhig sei und deine Weisheit lasse walten, stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; denn lauf ich vor, da lauf ich an. Drum mach im Besten mich gelassen, nichts ohne dich mir anzumaßen; was du mir thust, ist wohlgethan. 5. Ach, mach einmal mich treu und stille, daß ich dir immer folgen kann. Nur dein, nur dein vollkommner Wille sei für mich Schranke, Lauf und Bahn. Laß mich nichts mehr für mich verlangen, ja laß mir nichts am Namens Ruhm; dersei allein mein Herzen hangen als deines großen Ziel auf Erden; ach, laß mirs nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. 6. Ich sehne mich, nur dir zu leben, der du mein Herr und Bräutgam bist. Was dir sich nicht will ganz ergeben und was nicht deines Willens ist, das strafe bald in dem Gewissen; laß Blut und Wasser auf mich fließen und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden und dann das Heil der armen Herden nach einer reinen Lieb im Geist. III. Heiligung. 7. So lob und lieb ich in der Stille und ruh als Kind in deinem Schoß. Das Schäflein trinkt aus deiner Fülle, die Braut ist aller Sorgen bloß; sie sorget nur allein in allen dir, ihrem Bräutgam, zu 285. Eigne Melodie( 8). Ringe recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge und der Lebensweg ist schmal: hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an, laß dich keine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. 271 gefallen, sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach, zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, o reiner Glanz der Ewigkeit. Karl Heinrich v. Bogatzky 1690-1744. 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse hast bezwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr: hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, halte männlich was du hast. Recht beharren ist das beste, Rückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Träg- und Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gieb der Lust den Zügel nicht; willst du die Begierden stillen, so verlischt das Gnadenlicht. 272 C. Heilsordnung. 11. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 12. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von feiner Wollustpflege, hält sich selber nicht zu gut. 13. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schaß doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 14. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und fürchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 15. Denkt bei jedem Augenblicke, obs vielleicht der letzte sei; bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Del herbei. 16. Liegt nicht alle Welt im Bösen? steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? eilen, eilen ist hier gut. 17. Eile, wo du dich erretten und nicht mitverderben willt: mach dich los von allen Ketten, flieh als ein gejagtes Wild. 18. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille 3oar ein; eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein. 19. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborgnen Bann, such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken fann. 20. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam kommt und winkt, und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 21. Eile, lauf ihm doch entgegen, sprich: Mein Licht, ich bin bereit nun mein Hüttlein abzulegen; mich dürft't nach der Ewigkeit. J. J. Windler 1670-1722. III. Heiligung. 286. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. Rüstet euch, ihr Christenleute, die Feinde suchen euch zur Beute, ja Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? hier ist Immanuel! Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten; besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel; da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit; so krönet euch die Ewigkeit. 273 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob, wir sind versöhnt. Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mache die zu Ueberwindern, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Gieß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen: so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. W. E. Urends † 1721. 287. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele( 33). Schaffet, schaffet, Menschenfinder, schaffet eure Seligkeit; bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 18 274 C. Heilsordnung. 2. Daß nun dieses mög geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und desselben Neigung gehen; sondern was Gott will und thut, das muß ewig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in allem übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja, daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig, wer im Kampf beſteht und die Sünden in sich dämpfet; selig, wer die Welt verschmäht; unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen hat bei Christen keine Statt; fleischlich reden, thun und lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen: er ist, der des Geistes Öl und, nach dem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt. O, so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen, 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzestod darnieder, bis ihm seine Macht gclegt. Hauet Händ und Füße ab, was euch ärgert, senkt ins Grab und denkt immer an die Worte: Dringet durch die enge Pforte. III. Heiligung. 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht! gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 288. Mel.: Ants tiefer Not schrei ich zu dir( 25). Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, mein Herz ist ganz verderbet, es fühlet von der Sünde Schmerz, die ihm ist angeerbet, und die es noch thut ohne Scheu; ach mache, daß es wieder sei, wie du es erst erschaffen. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, der wie du sei gesinnet, der stets dir anhang allermeist und was du willst, beginnet. Gieb, daß er hasse Fleisch und Blut und üb den Glauben in Demut, Zucht, Sanftmut, Hoffnung, Liebe. 3. Verwirf von deinem Angesicht, ob ich es gleich verdienet, mich, allerliebster Vater, nicht, 275 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen so den Glaubenskampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmmel dringe. E. Undr. Gotter 1661-1735. weil Jesus mich verfühnet; ach, laß doch nun und nimmermehr mich, dein Kind, fallen also sehr, daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, daß ich, als nie entführt von dir, stets deine sei und bleibe. Beherrschet mein Herz, Sinn und Mut der heilge Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, hilf und vergieb die Sünden, und sucht dann meine Seele dich, so laß dich von ihr finden, und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, darinnen Trost und Leben ist, trotz Sünde, Tod und Teufel. 18* 276 C. Heilsordnung. 6. Dein freudger Geist erhalt mich doch mit seinem Freudenöle, damit nicht das Verzweiflungsjoch verderbe meine Seele. Sei 289. Mel.: Jesus, meine Zuversicht( 17). Seele, was ermüdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott auf schwingen; richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum 2c. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil zum Lebensquell hinzu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum 2c. meine Freude du allein, ach, laß mich deine Freude sein und führe mich zur Freude. Eud. Elis. zu Schwarzburg- Rud. 1640-1672. 4. Fliehe die unselge Pein, so das finstre Reich gebieret, laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum 2c. 5. Ach, es ist ja schlecht genug, daß du sonst viel Zeit verdorben mit nichtswürdigem Gesuch, dabei du bist fast erstorben. Suche Jesum 2c. 6. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken, Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum 2c. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget als dem Höchsten wohlgefällt und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum 2c. 8. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöst durch Christi Tod und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum 2c. III. Heiligung. 9. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum 2c. 10. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet, und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum 2c. 2. Sei getreu in deinem Glauben! Baue deiner Seele Grund nicht auf zweifelhafte Schrauben. Sage den Gewissensbund, der geschlossen in der Tauf, deinem Gott nicht wieder auf. Der ist gottlos und verloren, wer ihm treulos hat geschworen. 277 11. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum 2c. 290. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele( 33). Sei getreu bis an das Ende, daure redlich aus den Kampf, leidest du gleich harte Stände, duldest du gleich manchen Dampf. Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, so dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. 12. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen; drum such Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jaf. Gabr. Wolf 1684-1754. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe, ob er dich gleich hat betrübt. Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat; so mußt du verzeihen eben, soll Gott anders dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach von der Liebe Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach. Hilft denn was die Ungeduld? Ach, sie häufet nur die Schuld! Der trägt leichter, der das träget mit Geduld, was Gott aufleget. 278 C. Heilsordnung. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willt: er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wünschen wird erfüllt. Denke, wie er manche Zeit dir zu helfen war bereit, obschon du dein Ohr verstopfet, wenn er bei dir angeklopfet. 291. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. So jemand spricht: Ich liebe Gott! und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glie der, drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich! 6. Drum getreu, getreu aushalten mußt du deinem lieben Gott, ihn mußt du nur lassen walten, wenn du nicht willst haben Spott. Rufe nur, er ist schon hier, sein Herz bricht ihm gegen dir; rufe nur, Gott ist vorhanden, Hoffnung machet nicht zu Schanden. Benj. Praetorius nach 1668. 3. Ein Heil ist unser aller Gut; ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? III. Heiligung. 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum 292. Mel.: Nach einer Prüfung furzer Tage( 15). Was Das giebst du denn, o meine Seele, Gott, der dir täglich alles giebt? Was ist in deiner Leibeshöhle, das ihn vergnügt und ihm beliebt? Es muß das Liebst und Beste sein, gieb ihm, gieb ihm das Herz allein. 2. Du mußt, was Gottes ist, Gott geben. Sag, Seele, wem gebührt das Herz? Dem Teufel nicht, er haßt das Leben, wo dieser wohnt, ist Höllenschmerz. Dir, dir, o Gott, dir soll allein mein Herz allzeit gewidmet sein. gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preiſt. Chr. fürchtg. Gellert 1716-1769. Wer das Kleinod will erlangen, der muß laufen, was er fann; wer die Krone will empfangen, der muß kämpfen 279 3. So nimm nun hin, was du verlangest, nimm hin das Herz ohn alle List, das Herz, darin du Schöpfer prangest, das dir so sauer worden ist. Dir geb ichs willig, du allein hast es bezahlt, es ist ja dein. 4. Wem sollt mein Herz ich lieber gönnen als dem, der mir das seine giebt? Ich kann den besten Freund dich nennen, du hast mich in den Tod geliebt. Mein Herz, dein Herz, ein Herz allein, soll dein und keines andern sein. 293. Mel.: Alle Menschen müssen sterben( 35). K. fr. Lochner 1634-1697. als ein Mann; dazu muß er sich in Zeiten auf das beste zubereiten, alles andern müßig gehn, was ihm kann im Wege stehn. 280 C. Heilsordnung. 2. Herzens- Jesu, deine Güte steckt mir auch ein Kieinod für, das entzückt mir mein Gemüte durch den Reichtum seiner Zier. Owie glänzt die schöne Krone von dem hohen Ehrenthrone, die du in der Herrlichkeit deinen Streitern hast bereit! 3. Mein verderbter Eigenwille hat bald dies, bald das zu thun, hält im Laufen vielmal stille und will in dem Streite ruhn; Satan macht mich auch fast mürbe, daß mir auch der Sieg verdürbe, wo mir deine treue Kraft nicht gewünschte Hülfe schafft. 4. Drum, mein Jesu, steh mir Armen in so großer Schwachheit bei, laß dich meiner Not erbarmen, mache mich von allem frei, was mir will mein Ziel verrücken; komm, mich selbst recht zuzuschicken; gieb mir Kraft und Freudigkeit, fördre meinen Lauf und Streit. 5. Es verlohnt sich wohl der Mühe, ob mirs gleich oft sauer wird, wenn ich mich der Welt entziehe und dir folge, treuer Hirt; deine treue Gnadenkrone ist mir übergnug zum Lohne: wirst nur du mein Beistand sein, so ist sie in kurzem mein. Joh. Mentzer 1658-1734. 294. Mel.: Werde munter, mein Gemüte( 33). Wohl dem Menschen, der nicht 2. Wohl dem, der mit Lust wandelt in gottloser Leute Rat; wohl dem, der nicht unrecht handelt, noch tritt auf der Sünder Pfad; der der Spötter Freundschaft fleucht und von ihren Sitzen weicht; der hingegen herzlich ehret, was uns Gott vom Himmel lehret. und Freude das Gesetz des Höchsten treibt und hier als auf süßer Weide Tag und Nacht beständig bleibt: dessen Segen wächst und blüht wie ein Palmbaum, den man sieht bei den Flüssen an der Seiten seine frischen Zweig ausbreiten. IV. Liebe zu Jesu. 3. Also, sag ich, wird auch grünen, wer in Gottes Wort sich übt; Luft und Erde wird ihm dienen, bis er reiche Früchte giebt; seine Blätter werden alt und doch niemals ungestalt; Gott giebt Glück zu seinen Thaten, was er macht, muß wohlgeraten. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, aber unsre Seele kanns schon gewahren, du kannst dich fühlbar gnug offen baren auch ungesehn. 281 4. Aber wen die Sünd erfreuet, mit dem gehts viel anders zu; er wird wie die Spreu zerstreuet von dem Wind im schnellen Nu. Wo der Herr sein Häuflein richt, da bleibt kein Gottloser nicht. Summa: Gott liebt alle Frommen, und wer bös ist, muß umfommen. IV. Liebe zu Jesu. 295. Mel.: Nun bitten wir den heiligen Geist. Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. Paul Gerhardt 1602-1676. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht, der hätt ohn Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, still'n und trösten, erfreun und segnen und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. C. Heilsordnung. Freud und Leid. 5. Ach gieb an deinem kostbaren solche zu allen Stunden bei Heil uns alle Tage vollkommnern Teil und laß unsre Seele sich immer schicken aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 282 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner blutigen Todsgestalt; ja, die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu sehen sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit und die Blutbesprengung aus deinen Wunden erhalt uns Ach, sagt mir nicht von Gold und Schäßen, von Pracht und Schönheit dieser Welt; es kann mich ja kein Ding ergeßzen, was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will: ich liebe Jesum, der mein Ziel. 8. So werden wir bis in Himmel hinein mit dir vergnügt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal neßen, wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen fann. 296. Mel.: daß ich tausend Zungen hätte( 15). 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schaß, mein 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor 1723-1801. schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe zc. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Fleisches Schönheit dauert nicht; die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht. Ein jeder liebe zc. IV. Liebe zu Jefu. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit; sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe 2c. 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen, sein allerschönstes Angesicht und was von Schmuck um ihn zu finden, verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe zc. Allgenugsam Wesen, das ich hab erlesen mir zum höchsten Gut: du vergnügst alleine völlig, innig, reine, Seele, Geist und Mut. Wer dich hat, ist still und satt; wer dir kann im Geist anhangen, darf nichts mehr verlangen. 297. Mel.: Jesu, meine Freude. 2. Wem du dich gegeben, kann im Frieden leben, er hat was er will. Wer im Herzensgrunde lebt mit dir im Bunde, liebet und ist still. Bist du da uns innig nah, muß das Schönste bald erbleichen, und das Beste weichen. 283 6. Er kann mich über alls erheben und seiner Klarheit machen gleich; er kann mir so viel Schätze geben, daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe zc. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, so lang ich wandre in der Zeit, so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was ich will, und liebe Jesum, der mein Ziel. Joh. Scheffler( Angel.) 1624-1677. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein: was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben; du vergnügst allein. Was ich mehr als dich begehr, kann mein Seligsein nur hindern und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag werden droben und auf Erden, alles reicht nicht zu. Einer nur kann geben Freude, Ruh und Leben. Eins ist not: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, so mag Leib und Seel verschmachten: ich wills gar nicht achten. 284 C. Heilsordnung. 5. Komm, du selig Wesen, das ich mir erlesen, werd mir offen bar! Meinen Hunger stille, meinen Grund erfülle mit dir selber gar! 298. Mel.: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. Christe, mein Leben, mein Hoffen, mein Glauben, mein Wallen, der du uns giebest, was Christen kann einzig gefallen: richte den Sinn, treuer Weltheiland, dahin, Ruhm dir zu bringen vor allen. 2. Einzig Geliebter, du Wonne, dich will ich erheben; ich will mich gänzlich dir schenken und völlig hingeben; nimmst du mich hin, ist es mein großer Gewinn, keinen wird fränken mein Leben. 3. Eines, das nötig, laß mächtig vor allem bestehen: Ruhe der Scelen; laß alles, was eitel, vergehen! Nur eine Lust ist mir nun ferner bewußt: Christus, mir ewig ersehen. Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirst in jenem Leben dich mir völlig geben. Gerhard Tersteegen 1697-1769. 4. Herzog des Lebens, du wollest mich selber regieren so, daß das Leben ich selig und heilig mag führen. Gieb du den Geist, reiche, was göttlich nur heißt, himmlisch die Seele zu zieren. 5. Friedensfürst, laß mich im Glauben dir treulich anhangen; eile zu stillen dies Wünschen, mein höchstes Verlangen; von dir nichts mehr, Heiland, ich jezo begehr, nimm mich dir selber gefangen. 6. Centnerschwer sind mir die Bürden, wo du nicht willst tragen; alles, was irdisch ist, trachtet die Christen zu plagen. Laß es denn sein: leb ich nur dir, Herr, allein, werde ich nimmer verzagen. 7. Nun denn, so will ich auch immer und ewiglich hassen Bürden, die Christum, das Kleinod, nicht in sich einfassen. Er soll mir sein Reichtum und alles allein: Gott, Gott, wer wollte dich lassen? Joh. Wilh. Kellner v. Zinnendorf 1665-1738. IV. Licbe zu Jesu. 299. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. Das ist ein teuer, wertes Wort, ein Wort sehr lieb zu hören, daß Jesus ist der Sünder Hort und will die Armen lehren. Das ist ein teuer, wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 2. Mein Jesus nimmt die Kranfen an, er heilet allen Schaden; er ist ein Gast bei jedermann, der ihn zu sich geladen. Das ist ein teuer 2c. 3. Mein Jesus ist ein treuer Hirt, er suchet, was verloren, er holt zurücke, was verführt; ist uns zum Heil geboren. ist ein teuer zc. 2. Die Welt ist gleich dem Rohr im Winde, mein Jesus stehet felsenfest; wenn ich mich ganz verlassen finde, mich seine 285 Das 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, du hast die Schuld getra gen, du Osterlamm, du Gnadenthron, du Freistatt, wenn wir zagen! Das ist ein teuer 2c. 300. Mel.: Nach einer Prüfung furzer Tage( 15). Der beste Freund ist in dem Himmel, auf Erden sind die Freunde rar, denn bei dem falschen Weltgetümmel ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 5. Ach, gieb mir, daß ich diese Gnad und meine Schuld erkenne, daß ich, dein Schäflein, früh und spat nach dir vor Liebe brenne, erfüll an mir das werte Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. Heinr. Georg Neuß 1654-1716, Freundschaft doch nicht läßt. In Freud und Schmerz ers redlich meint: Mein Jesus ist der beste Freund. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nützen kann; und scheinet dann das Glücke trübe, so steht die Freundschaft hinten an; doch hier ist es nicht so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 286 C. Heilsordnung. 4. Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein cigen Blut; er steht mir bei in allen Nöten, er sagt für meine Schulden gut; er hat mir niemals was verneint: Mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze giebet, mein Freund, der mein ist und ich sein, mein Freund, der mich beständig liebet, Einer nur ist ewig wert, daß ihm Ehre wiederfährt; einer nur, daß alle Welt betend vor ihm niederfällt: Jesus, der vom Himmel kam. 301. Mel.: Wollt ihr wissen, was mein Preis. 2. Einer hat der Menschheit Last in den treuen Arm gefaßt; einer nahm ins eigne Grab aller Sünden Schuld hinab: Jesus, der am Kreuze starb. mein Freund bis in das Grab hinein. Ach, hab ichs nun nicht recht gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund? 3. Einer hat aus Todesnacht Leben an das Licht gebracht, daß ein Strahl aus jener Welt 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde! sie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt ich hunderttausend Feinde, so krümmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nimmer Feind: Mein Jesus ist der beste Freund. Benj. Schmold 1672-1737. unsrer Tage Nacht erhellt: Jesus, der vom Tod erstand. 4. Einer hat den Zorn gestillt, dessen Opfer ewig gilt, der den Kindern jeder Frist ein barmherzger Priester ist: Jesus der gen Himmel fuhr. 5. Einer wohnt im Heiligtum und vollendet Gottes Ruhm, sammelt, heiligt und erbaut seinen Tempel, seine Braut: Jesus, der vom Himmel kommt. m. Sam. Preiswerk 1799-1871. IV. Liebe zu Jesu. 302. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. Heiland, deine Menschenliebe war die Quelle aller Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. Oder ungemeinen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Über seine Feinde weinen, jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder, das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Dwie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! Owie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich 287 liebreich zu sich locken, war mit Schwächung deiner Kräfte dein gewöhnliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschäßbar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben, da du in der Sünder Orden aller Schmerzen Ziel geworden und, den Segen zu erwerben, als ein Fluch haft wollen sterben. 6. Deine Lieb hat dich getrieben Sanftmut und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Schlagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. 7. Demut war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Geschlechte, diese war, gleich wie die Tauben, ohne Falsch, voll Treu und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret, durch Vorsichtigkeit bewahret. 288 C. Heilsordnung. 8. Komm, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken, du hast das Gesetz erfüllet und desselben Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. 3. J. Rambach 1693-1235. 303. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. Herr Jesu Christ, mein höchstes Gut, mein Seelenschatz, mein Herzensmut und aller Sinne Frende! Ich bleibe dennoch stets an dir, so ist auch nichts, das dich von mir und meiner Liebe scheide; du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Lebenslauf und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, du bist mein Licht, ich folge dir, so irr ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rat, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet: gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmſt du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach voll Begier, ach voll Begier wünscht ich mich heute noch bei dir. 3. Mein Alles ist auf dich gericht, hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden: denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auch nicht auf Erden sein; denn eine tausendfache Welt hat nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, was mir erfreulich ist. IV. Liebe zu Jesu. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten: dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar als wie die Hölle wär, mein Glaube doch nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil und meines Herzens Trost und Teil, so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, ich hoffe fest, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht und auf der Welt dir nicht beständig Glauben hält, muß freilich wohl verderben und kann, weil er die Lust und Pracht des Fleisches hier zum Himmel macht, den Himmel dort nicht erben. Wer Herzlich lieb hab ich dich, o Herr; ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hülf und Gnaden: die ganze Welt erfreut mich nicht, nach 289 dir nicht folgt und ärgerlich in Sünden lebet wider dich und denket auch der Buße nicht, den bringst du um durch dein Gericht; Herr Jesu Christ, du bist dabei, du bist dabei dem, der dir treu ist, ewig treu. 304. Eigne Melodie. 6. Drum halt ich mich getrost zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich seßze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud und auch im Leide: dein Thun soll alles und allein im Herzen mir und Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn; ach, möchte solches bald geschehn. Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, tomm, fomm, mein Heiland, nimm mich auf! Erdm. Neumeister( P) 1671-1756. Himm'l und Erde frag ich nicht, wenn ich dich nur fann haben: und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist doch du mein Zuversicht, mein Teil und meines 19 290 C. Heilsordnung. Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesu offenbart, ich geb mich hin dem freien Triebe, mit dem ich Wurm ge= liebet ward, ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot. 2. Wie bist du mir so zart gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und tief gezogen neigt sich 3. Ach Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in sein'm Schlaffämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis am jüngsten Tage; alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. 305. Mel.: Mein Jesu, der du vor dem Scheiden( 14). Martin Schalling 1532-1608. mein Alles auch zu dir, du traute Liebe, holdes Wesen, du hast mich und ich dich erlesen. 3. Ich fühls, du bists, dich muß ich haben, ich fühls, ich muß für dich nur sein, nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Leben ist in dir allein; hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen, drum folg ich deinen felgen Zügen. IV. Liebe zu Jesu. 4. Für dich sei ganz mein Herz und Leben, Erlöser, du mein einzig Gut, für dich hast du mirs nur gegeben, in dir es nur und selig ruht. Hersteller meines schweren Falles, für dich ist ewig Herz und alles. 5. Ich liebt' und lebte recht im Zwange, als ich mir lebte ohne dich; ich wollte dich nicht, ach so lange: doch liebtest du und suchtest mich. O wenn doch dies der Sünder wüßte, sein Herz wohl bald dich lieben müßte. Ich will dich lieben, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 306. Eigne Melodie. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, Gottes Lamm, als meinen Bräutigam. 6. Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein; möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein! In Wort und Werk, in allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen. 291 7. Ehr sei dem hohen Jesusnamen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Selgen Schar dort trinkt! Wie beugen sie sich ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände! G. Tersteegen 1697-1769. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh; es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich hab ersehn. 19* 292 C. Heilsordnung. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. 7. Gieb meinen Augen süße Thränen, gieb meinem Herzen keusche Brunst, laß meine Seele sich gewöhnen zu üben in der Liebe Kunst, laß meinen Sinn, Geist und Verstand stets sein zu dir gewandt. Jesu, frommer Menschenherden guter und getreuer Hirt, laß mich auch dein Schäflein werden, das dein Stab und Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb dein Leben für die Schafe hingegeben und du gabst es auch für mich, laß mich wieder lieben dich. 2. Herden ihre Hirten lieben, und ein Hirt liebt seine Herd: laß uns auch so Liebe üben, du im Himmel, ich auf Erd. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, ich will dich lieben ohne Lohne auch in der allergrößten Not, ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Joh. Scheffler( Angel.) 1624-1677. 307. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben( 35). Schallet deine Lieb hernieder, soll die meine schallen wieder, wenn du rufft: Ich liebe dich! ruft mein Herz: Dich liebe ich! 3. Schafe ihren Hirten kennen, dem sie auch sind wohlbekannt: laß mich auch für dich entbrennen wie du bist für mich entbrannt. Als des Höllenwolfes Rachen eine Beut aus mir wollt machen, riefest du: Ich kenne dich! ich auch rief: Dich kenne ich! IV. Liebe zu Jesu. deinen Trost hernieder schallen, wenn ich bete, höre mich, Jesu, sprich: Ich höre dich! 4. Herden ihre Hirten hören, laß mein Schreien dir gefallen, folgen ihrer Stimm allein; Hirten auch zur Herd sich kehren, wenn sie rufen groß und klein; wenn du rufest, laß mich eilen, wenn du dräuest, nicht verweilen, laß mich horchen stets auf dich, Jesu, höre du auch mich. 5. Höre, Jesu, und erhöre meine, deines Schäfleins, Stimm; mich auch zu dir schreien lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm; 308. Eigne Melodie. Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier; ach, wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst liebers werden. 293 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor dem Stürmen aller Feinde frei. Laß den Satan wittern, laß den Feind erbittern, mir steht Jesus bei. Ob es jetzt gleich kracht und blißt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 6. Höre, Jesu, und erhöre, wenn ich ruf, anklopf und schrei, Jeſu, dich von mir nicht kehre, steh mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst; in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun, ich glaub und fühle schon deinen Trost, o Gottessohn! Unbekannt 1675. 3. Troß dem alten Drachen, trotz des Todes Rachen, trot der Furcht dazu; tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar fichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht, Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen, du bist mein Ergeßen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 294 C. Heilsordnung. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir sei ganz, du Lasterleben, gute Nacht gegeben. 309. Eigne Melodie( 19.) Jesus, Jesus, nichts als Jeſus soll mein Wunsch sein und mein Ziel; jetzund mach ich ein Verbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz, mit ihm erfüllt, rufet nur: Herr, wie du willt! 2. Giner ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeiſter, Jeſus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Joh. Frand 1618-1677. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke und ist doch zuwider dir: ach, so nimm es bald zurücke, Jeſu, gieb, was nüßet mir. Gieb dich mir, Herr Jesu mild; nimm mich dir, Herr, wie du willt; 4. Und vollbringe deinen Willen in, durch und an mir, mein Gott. Deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not; sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt. 5. Sei auch, Jesu, stets geprieſen, daß du dich und viel dazu hast geschenkt und mir erwiesen, daß ich fröhlich singe nu: Es geschehe mir, mein Schild, wie du willt, Herr, wie du willt! Ludäm. Elisabeth Gräfin v. SchwarzburgRudolstadt 1640-1672. IV. Liebe zu Jesu. 310. Mel.: Komm, o komm, du Geist des Lebens( 19). Liebe, die du mich zum Bilde und Wort, Liebe, die sich hingegeben mir zum Heil und Seelenhort, Liebe, dir 2c. deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh als ich geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir 2c. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ewge Luft und Seligkeit, Liebe, dir 2c. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist 295 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herze hat dahin, Liebe, dir zc. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt't, Liebe, die das Lösgeld giebet und mich kräftiglich vertritt, Liebe, dir zc. 7. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub der Herrlichkeit, Liebe, dir 2c. Joh. Scheffler( Angel.) 1624-1622. 311. Mel.: Mache dich, mein Geist, bereit. iebster Heiland, nahe dich, meinen Geist berühre, und aus allem kräftiglich mich in dich einführe, daß ich dich inniglich mög in Liebe fassen, alles andre lassen. hitro 2. Sammle den zerstreuten Sinn, treuer Hirt der Seelen, denn wenn ich in dir nicht bin, muß mein Geist sich quälen. Kreatur ängstet nur, du allein kannst geben Ruhe, Freud und Leben. C. Heilsordnung. 3. Mache mich von allem frei, zu bleiben. gründlich abgeschieden, daß ich eingekehret sei stets in deinem Frieden, kindlich rein, sanft und klein, dich in Unschuld sehe, in dir leb und stehe. 296 4. Menschenfreund Immanuel, dich mit mir vermähle; o du sanfter Liebesquell, salbe Geist und Seele, daß mein Will sanft und still ohne Widerstreben dir sich mag ergeben. 5. Jedermann hat seine Lust und sein Zeitvertreiben; mir sei eines nur bewußt: Herr, in dir Alles soll folgen wohl, wenn ich mich nur übe in dem Weg der Liebe. Eigne Liebster Immanuel, Herzog der Frommen, du meiner Seele Trost, komm, komm nur bald! Du hast mir, liebster Freund, mein Herz genommen, das ganz vor Liebe brennt und nach dir wallt. Nichts kann auf Erden mir liebers werden, als wenn ich dich, mein Jesu, stets behalt. 6. Kreaturen, bleibet fern, und was sonst kann stören: Jesu, ich will schweigen gern und dich in mir hören. Schaffe du wahre Ruh; wirke nach Gefallen, ich halt still in allen. 7. Was noch flüchtig, sammle du, was noch stolz ist, beuge, was verwirret, bring zur Ruh, was noch hart, erweiche, daß in mir nichts hinfür lebe noch erscheine als mein Freund alleine. Gerhard Tersteegen 1697-1769. 312. Melodie( 24). 2. Dein Nam ist wundersüß, Honig im Munde, holdselig, lieblich, frisch wie fühler Thau, der Feld und Blumen neßt zur Morgenstunde: mein Jesus ist es nur, dem ich vertrau; dann weicht vom Herzen, was mir macht Schmerzen, wenn ich im Glauben ihn anbet und schau. IV. Liebe zu Jesu. 3. Und ob das Kreuz mich gleich hier zeitlich plaget, wie es bei Christen oft pflegt zu geschehn: wenn meine Seele nur nach Jesu fraget, so kann das Herze doch auf Rosen gehn; kein Ungewitter ist mir zu bitter, mit Jesu kann ichs fröhlich überstehn. 4. Wenn Satans Macht und List mich will verschlingen, wenn das Gewissen mir die Sünden sagt, wenn auch mit ihrem Heer mich will umringen die Hölle, wenn der Tod am Herzen nagt, steh ich doch feste: Jesus, der Beste, ists, der sie alle durch sein Blut verjagt. Meinen Jesum laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, klettenweis an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 313. Eigne Melodie. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht was 297 5. Ob mich auch will die Welt verfolgen, hassen, und bin dazu veracht bei jedermann, von meinen Freunden auch fast gar verlassen, nimmt Jesus meiner sich doch herzlich an und stärkt mich Müden, spricht: Sei zufrieden, ich bin dein bester Freund, der helfen kann. 6. Drum fahret immer hin, ihr Eitelkeiten; du, Jesu, du bist mein und ich bin dein! Ich will mich von der Welt zu dir bereiten, du sollst in meinem Mund und Herzen sein; mein ganzes Leben sei dir ergeben, bis man mich einst legt in das Grab hinein. Ahasverus fritsch 1621-1701. ich bin und hab ergeben; alles ist auf ihn gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen, wenn der Lebensfaden bricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 298 C. Heilsordnung. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget; mich erfreut sein Angesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. ad 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und stöhnet, Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Mein Freund ist mein und ich bin sein, ihm hab ich mich ergeben: in Freud und Leid bin ich bereit dir, Jeſu, stets zu leben. 314. Mel.: Ach Gott und Herr. 2. Ich glaub an dich, an dir kleb ich und will dich auch nicht lassen, bis du mich wirst, du Lebensfürst, mit deiner Gnad umfassen. 3. Dein ganz Verdienst ist mein Gewinst, dein Höllenangst und Sterben hat mich versöhnt, ja gar gekrönt zu einem Himmelserben. Gott versöhnet, der mich freiet vom Gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Die Kreuzeslast, die du hier hast für mich auf dich genommen, 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christ. Keimann 1607-1662. macht mich befreit von allem Leid, das sonst auf mich gekommen. 5. Für mich hast du dich aus der Ruh in diese Welt begeben, ja gar in Tod und Höllennot, damit ich möchte leben. 6. Nun werd ich gleich in deinem Reich den frohen Engeln werden und sicher sein von aller Pein, von allen Lastbeschwerden. 7. Troß sei dem Tod und aller Not! Von dir kann mich nichts wenden, weil ich forthin verwahret bin in deiner Seit und Händen. IV. Liebe zu Jeſu. 8. Troß sei nunmehr des Teufels Heer! denn du, du hast gebunden die alte Schlang, die auf mich drang, mich tödlich zu verwunden. 8. Trotz sei der Höll! weil mein Gesell sie gänzlich hat zerstöret. Der Höllen Macht und dunkle Nacht ist nun ganz umgekehret. 10. Trotz aller Welt! hier ist der Held, der für mich ist gestorben, dadurch er hat die güldne Mein Friedefürst, dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschwert. Wenn sich zu dir mein blödes Herze kehrt, so läßt sich bald dein Friedensgeist verspüren: dein Gnadenblick zerschmelzet meinen Sinn und nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen kann. Schau an die Welt, schau ihren Reich 299 Stadt des Himmels mir erworben. 315. 22. Eigne Melodie. 11. Herr Jesu Christ, allein du bist mein höchster Schatz auf Erden; ach, laß mich nicht, mein Lebenslicht, von dir geschieden werden. 12. Denn du bist mein und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben in Glück und Freud, in Kreuz und Leid, im Sterben und im Leben. Anna Sophie v. Heffen 1638-1683. tum an; er kann ja nicht die müden Seelen laben: mein Jesus fanns; er thuts im Ueberfluß, wenn alle Welt zurücke stehen muß. 3. D Seelenfreund, wie wohl ist dem Gemüte, das im Gesetz sich so ermüdet hat und nun zu dir, dem Seelenleben, naht und schmeckt in dir die wundersüße Güte, die alle Angst, die alle Not verschlingt und unsern Geist zu sanfter Ruhe bringt! 300 C. Heilsordnung. 4. Gewiß, mein Freund, wenn deine Liebeszeichen mein armes Herz so sänftiglich durchgehn, so fann in mir ein reines Licht entstehn, durch das ich kann das Vaterherz erreichen, in dem man nichts als nur Vergebung spürt, da eine Gnadenflut zur andern führt. 5. Je mehr das Herz sich zu dem Vater kehret, je mehr es Kraft und Seligkeit genießt, daß es dabei der Eitelkeit vergißt, die sonst den Geist gedämpfet und beschweret; je mehr das Herz des Vaters Liebe schmeckt: je mehr wird es zur Heiligkeit erweckt. 6. Der Gnadenquell, der in der Seele fließet, der wird in ihr ein Brunn des Lebens sein, der in das Meer des Lebens steigt hinein und Lebensströme wieder von sich gießet. Behält in dir dies Wasser seinen Lauf, so geht in dir die Frucht des Geistes auf. 7. Wenn sich in dir des Herren Klarheit spiegelt, die Freundlich keit aus seinem Angesicht, so wird dadurch das Leben angericht; die Heimlichkeit der Weisheit wird entsiegelt, ja selbst dein Herz in solches Bild verklärt und alle Kraft der Sünden abgekehrt. 8. Was dem Gesetz unmöglich dann die Gnade selbst herfür: war zu geben, das bringt alssie wirket Lust zur Heiligkeit in dir und ändert nach und nach dein ganzes Leben, indem sie dich aus Kraft in Kräfte führt und mit Geduld und Langmut dich regiert. 9. Es müsse doch mein Herz nur Christum schauen! Besuche mich, mein Aufgang aus der Höh, daß ich das Licht in deinem Lichte seh und könne ganz auf deine Gnade trauen! Kein Fehler sei so groß und schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ. ART 10. Wenn meine Schuld mich vor dir niederschläget und deinen Geist der Kindschaft in mir dämpft; wenn das Gesetz mit meinem Glauben kämpft und lauter Angst und Furcht in mir erreget: so laß mich doch dein Mutterherze sehn, und neue Kraft und Zuversicht entstehn. IV. Liebe zu Jesu. 11. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Armen. Du selbst sollst mir mein ewger Friede sein; ich hülle mich in deine Gnade ein, mein Element ist einzig dein 2. Gieb, daß sonst nichts in meiner Seel als deine Liebe wohne; gieb, daß ich deine Lieb erwähl als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, daß all mein Mut und Sinn in deiner Liebe brennen. 316. Mel.: Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. Jesu Christ, mein schönstes Licht, der du in deiner Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann noch zählen; gieb, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög umfangen und als dein Eigentum nur einzig an dir hangen. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön ist, Jesu, deine Liebe! Wo diese wohnt, kann nichts entstehn, was meinen Geist betrübe. Drum laß nichts anders 301 Erbarmen; und weil du mir mein Eins und Alles bist, so ists genug, wenn dich mein Geist genießt. Christ. friedr. Richter 1676-1711. denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren als deine Lieb und dich, der du sie kannst vermehren. 4. O, daß ich dieses hohe Gut mein ewig möchte nennen! O möchte diese edle Glut in mir ohn Ende brennen! Ach, hilf mir wachen Tag und Nacht und diesen Schatz bewahren vor den Scharen, die wider uns mit Macht aus Satans Reiche fahren. 5. Mein Heiland, du bist mir zu Lieb in Not und Tod gegangen, und hast am Kreuze wie ein Dieb und Mörder dagehangen; verhöhnt, verspottet und verwundt. Ach laß mich deine Wunden alle Stunden im tiefsten Herzensgrund zur Gegenlieb verwunden. 302 C. Heilsordnung. 6. Was ists, ach Schönster, das ich nicht an deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, mein Quell, da ich mich labe, mein süßer Wein, mein Himmelsbrot, mein Kleid vor Gottes Throne, meine Krone, mein Schuß in aller Not, mein Haus, darin ich wohne. stist 7. Ach liebste Lieb, wenn du entweichst, was hilft mir sein geboren? Wenn du mir deine Lieb entzeuchst, ist all mein Gut verloren. So gieb, daß ich dich, meinen Gast, wohl such und bestermaßen möge fassen, und wenn ich dich gefaßt, in Ewigfeit nicht lassen. 8. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir gezogen; eh ich was Gutes je geübt, warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, mich deine Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten. 9. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren, und wo ich etwa irre geh, alsbald zurechte führen. Laß sie mich allzeit guten Rat und weise Werke lehren, steuern, wehren der Sünd und nach der That bald wieder mich bekehren. 10. Laß sie sein meine Freud in Leid, in Schwachheit mein Vermögen, und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, daß ich getrost und frei mög in dein Reich eingehen! Paul Gerhardt 1607 317. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. Jesu, Jesu, Gottes Sohn, ist alles sonnenklar und klarer mein Bruder und mein Gnadenthron, mein Schatz, mein Freud und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. IV. Liebe zu Jesu. 2. Dies ist mein Schmerz, dies fränket mich, daß ich nicht gnug fann lieben dich, wie ich dich lieben wollte; ich werd von Tag zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht besinne, kann mich ohn dich gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe, die tröst't, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen; es geh ihm, wie es woll, auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen. Im Glück ewig nach dem Leide große Freude wird er finden, alles Trauern muß verschwinden. 303 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, kein Mensch gesehen noch gelehrt, es fanns niemand beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen noch vergleichen den Weltschätzen dies, was uns dort wird ergeben. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Süßigfeit, die jetzt berühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken, und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und geschmücket vor dein'm Throne mit der schönen Himmelskrone. Joh. Heermann 1585-1647. 304 C. Heilsordnung. 318. Eigne Melodie. Ursprung des Lebens, o ewiges Licht, da niemand vergebens sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, die lauter und helle sich aus seinem heiligen Tempel ergießt und in die begierigen Seelen einfließt! 2. Du sprichst: Wer begehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme! allhier sind himmlische Gaben, Gaben, kräftiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran, hier ist, was ihn ewig beseligen kann. die die 3. Hier komm ich, mein Hirte, mich dürftet nach dir; o Heiland, bewirte dein Schäflein allhier. Du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen, du siehest, wie elend und dürftig ich bin; auch giebst du die Gaben aus Gnaden nur hin. 4. Du, süße Flut, labest Geist, Seele und Mut, und wen du begabest, findt ewiges Gut. Wenn man dich genießet, wird alles versüßet; es jauchzet, es singet, es springet das Herz, es weichet zurücke der beugendste Schmerz. 5. Drum gieb mir zu trinken wies dein Wort verheißt; laß gänzlich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe. Laß heilige Triebe mich immerfort treiben zum Himmlischen hin: es werde mein Herze ganz trunken darin. 6. Wenn du auch vom Leiden was schenkest mir ein, so gieb, dir mit Freuden gehorsam zu sein. Denn alle die, welche mittrinken vom Kelche, den du hast getrunken im Leiden allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu, erquickt, da wo deine Herden kein Leiden mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille, wo Wonne, wo Jauchzen, wo Herrlicheit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Chr. Jaf. Koitsch 1671-1735. IV. Liebe zu Jesu. 319. Mel.: Balet will ich dir geben( 28). Schatz über alle Schäße, o mich keine Bein von deiner Liebe scheiden noch mir beschwerlich sein. Jesu, liebster Schaß, an dem ich mich ergebze, hier hab ich einen Platz in meinem treuen Herzen dir, Schönster, zugeteilt, weil du mit deinen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach Freude meiner Freuden, du wahres Himmelsbrot, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennot ganz kräftiglich kann stillen und mich in Leidenszeit erfreulich überfüllen mit Trost und Süßigkeit. 3. Laß, Liebster, mich erblicken dein freundlich Angesicht, mein Herze zu erquicken, komm, komm, mein Freudenlicht; denn ohne dich zu leben ist lauter Herzeleid, vor deinen Augen schweben ist wahre Seligkeit. 4. O reiche Lebensquelle, o Jesu, süße Ruh, du treuer Kreuzgeselle, schlag nach Belieben zu. Ich will geduldig leiden, und soll 305 5. Mein Herze bleibt ergeben dir immer für und für zu sterben und zu leben, und will vielmehr mit dir im tiefsten Feuer schwitzen, als, Schönster, ohne dich im Paradiese sißen veracht und jämmerlich. 6. O Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht; mein Geist will himmlisch werden und ist dahin gericht, wo Jesus wird geschauet; da sehn ich mich hinein, wo Jesus Hütten bauet, denn dort ist gut zu sein. 7. Nun, Jesu, mein Vergnügen, komm, hole mich zu dir, in deinem Schoß zu liegen; komm, meiner Seelen Zier, und sehe mich aus Gnaden in deine Freudenstadt: so kann mir niemand schaden, so bin ich reich und satt. Salomon£ iscow 1640-1689. 20 306 C. Heilsordnung. 320. Eigne Melodie Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm! Habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm, Jesu, Gottes Lamm! 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod! Du bist darum Mensch geboren, zu ersehen was verloren durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht; salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm! Deine Liebesflamm mich ernähre und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 7. Großer Friedefürst! Wie haft du gedürst nach der Menschen Heil und Leben und dich in den Tod gegeben, da du riefst: Mich dürst! großer Friedefürst! 8. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gieb. 9. Wer der Welt abstirbt, emsig sich bewirbt nur um den lebendgen Glauben, der wird bald empfindlich schauen, daß niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 10. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich! Ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. IV. Liebe zu Jesu. 12. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 321. Eigne Melodie. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron; schwache Thränen, findlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn! Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn, dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gieb dich mir und nimm mich hin! 3. Ich begehre nichts, o Herre, als nur deine freie Gnad, die du giebest, den du liebest und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden, der hat alles, wer dich hat! 13. Du mein Preis und Ruhm, werte Saronsblum! In mir soll nun nichts erschallen als was dir nur kann gefallen, werte Saronsblum, du mein Preis und Ruhm! 307 Adam Drese 1620-1701. 4. Himmelssonne, Seelenwonne, unbeflecktes Gotteslamm! In der Höhle meine Seele suchet dich. o Bräutigam. Laß dich finden, laß dich finden, starker Held aus Davids Stamm! 5. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt; wie demütig und wehmütig deines Kindes Stimme klingt: Laß dich finden, laß dich finden, denn mein Herze zu dir dringt! 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud, sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit! Joachim Neander 1650-1680. 20* 308 C. Heilsordnung. 322. Mel.:D Gott, du frommer Gott. Was frag ich nach der Welt und allen ihren Schätzen, wenn ich mich nur an dir, mein Jesu, kann ergeßen? Dich hab ich einzig mir zur Freude vorgestellt, du, du bist meine Ruh; was frag ich nach der Welt? 2. Die Welt ist wie ein Rauch, der in der Luft vergehet, und einem Schatten gleich, der kurze Zeit bestehet. Mein Jesus aber bleibt, wenn alles bricht und fällt, er ist mein starker Fels; was frag ich nach der Welt? 3. Die Welt sucht Ehr und Ruhm bei hocherhabnen Leuten und denkt nicht einmal dran, wie bald doch diese gleiten. Das aber, was allein mein Herz für rühmlich hält, ist Jesus nur allein; was frag ich nach der Welt? 4. Die Welt sucht Geld und Gut und ohne Ruh sich plaget, sie habe denn zuvor den Mammon sich erjaget. Ich weiß ein beffer Gut, wonach mein Herz gestellt: ist Jesus nur mein Schak, was frag ich nach der Welt? 5. Die Welt bekümmert sich im Fall sie wird verachtet, und wenn man ihr mit List nach ihren Ehren trachtet. Ich trage Christi Schmach, so lang es ihm gefällt; wenn mich mein Heiland ehrt, was frag ich nach der Welt? 6. Die Welt kann ihre Luft nicht hoch genug erheben, sie dürfte noch dafür wohl gar den Himmel geben. Ein andrer halts mit ihr, der von sich selbst nichts hält, ich liebe meinen Gott: was frag ich nach der Welt? 7. Was frag ich nach der Welt! Im Nu muß sie vergehen, ihr Ansehn kann durchaus dem Tod nicht widerstehen. Die Güter müssen fort und alle Lust verfällt; bleibt Jesus nur bei mir, was frag ich nach der Welt? 8. Was frag ich nach der Welt? Mein Jesus ist mein Leben, mein Schaß, mein Eigentum, dem ich mich ganz ergeben, mein ganzes Himmelreich und was mir sonst gefällt. Drum sag ich noch einmal: Was frag ich nach der Welt! Mich. Pfefferkorn 1646-1732. IV. Liebe zu Jesu. 323. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet( 29). Was wär ich ohne dich gewesen, was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Ängsten außerlesen ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte, die Zukunft wär ein dunkler Schlund, und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge fund? 2. Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen erschien mir nächtlich jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach. Ich fände Unruh im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir fund gegeben und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsternis. Für alle seine tausend Gaben bleib ich sein demutvolles Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wenn zwei auch nur versammelt sind. 309 4. O, geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein, streckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein. Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an; die eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 5. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes Richterschwerte verschlang der Hoffnung Überrest. 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschensohn, vol Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen als unser altes Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 310 C. Heilsordnung. 7. Seitdem verschwand bei uns die Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt, man gab zum schönsten Angebinde den Kindern diesen Glauben mit; durch ihn geheiligt zog das Leben vorüber wie ein selger Traum, und ewger Lieb und Lust ergeben bemerkte man den Abschied kaum. 324. Eigne Melodie. Wenn Denn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt: weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 8. Noch steht in wunderbarem Glanze der heilige Geliebte hier; gerührt von seinem Dornenkranze, von seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. f. v. Hardenberg( Novalis) 1772-1801. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treugesinnt nur meinem Herrn; lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erweichen und durchdringen. 4. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. f. v. Hardenberg( 2Topalis) 1772-1801. IV. Liebe zu Jesu. 325. Mel.: Seelenbräutigam. Wer ist wohl wie du, Jesu Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! füße Ruh? Unter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Scepter will ich füssen, ich will sizen dir zu Füßen, wie Maria thät, höchste Majeſtät! 311 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; ſei du mein Gewinn, gieb mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsege, und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlig treten: ungefärbte Lieb in die Seele gieb. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter, in der Nacht! 312 C. Heilsordnung. 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 326. Eigne Melodie. Wie schön leuchtet der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse! Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, hast mir mein Herz besessen; lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich an Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn! 2. O meine Perl und werte Kron, wahr'r Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! mein Herz heißt dich ein Himmelsblum; dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, Hosianna, himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. J. 2. freylinghausen 1670-1739. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, o du mein Herr und Gott allein, die Flamme deiner Liebe; daß ich, o Herr, ein Gliedmaß bleib an deinem auserwählten Leib in frischem Lebenstriebe. In dir laß mir ohn Aufhören sich vermehren Lieb und Freude, daß der Tod uns selbst nicht scheide. 4. Von Gott fommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit deinem Angesicht mich freundlich thust anblicken. Herr Jesu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in die Arme, daß ich warme werd von Gnaden! auf dein Wort komm ich geladen. IV. Liebe zu Jesu. fallen. Singet, springet, jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren, groß ist der König der Ehren. 5. Herr Gott Vater, mein gam mein, zu Ehren und Gestarker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Freund, ich seine Braut, kein Unglück mich betrübet. Heil mir, Heil mir, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Saitenklang und laßt den süßesten Gesang ganz freudenreich erschallen dem liebsten Jesu nur allein, dem wunderschönen Bräut313 327. Eigne Melodie. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh. Ich steige aus der Schwermut Höhlen und eile deinen Armen zu: da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Freund ist das A und O, der Anfang und das Ende. Du wirst mich auch zu deinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, komm du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange; deiner wart ich mit Verlangen. Ph. nicolai 1556-1608. 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sei also; ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anfer reicht. 314 C. Heilsordnung. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh in deiner Seite Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich, du nährest mich mit Himmelsspeise und labest aus den Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen. Genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verläsfest keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, wenn er aus mördervollen Hecken gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh, der Ewigkeit. Wollt ihr wissen, was mein Preis? wollt ihr lernen, was ich weiß? wollt ihr sehn 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich; mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unumschränften Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien, nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. Oreicher Trost, mein Freund ist mein! W. Chr. Deßler 1660-1722. 328. Eigne Melodie. mein Eigentum? wollt ihr hören, was mein Ruhm? Jesus, der Gekreuzigte! IV. Liebe zu Jesu. meinen Schmerz? Jesus, der Gekreuzigte! 2. Wer ist meines Glaubens mattes Herz? wer verbindet Grund? wer stärkt und erweckt den Mund? wer trägt meine Straf und Schuld? wer schafft mir des Vaters Huld? Jesus, der Gekreuzigte! 5. Wer ist meines Todes Tod? wer hilft in der letzten Not? wer versetzt mich in sein Reich? wer macht mich den Engeln gleich? Jesus, der Gekreuzigte! 3. Wer ist meines Lebens Teil? meines Geistes Kraft und Heil? wer macht mich rein und gerecht? wer macht mich zu Gottes Knecht? Jesus, der Gekreuzigte! 315 4. Wer ist meines Leidens Trost? wer schützt, wenn der Feind erbost? wer erquickt mein 6. Und so wißt ihr, was ich weiß, ihr wißt meinen Zweck und Preis. Glaubt, lebt, duldet, sterbet dem, der uns Gott macht angenehm: Jesu, dem Gefreuzigten! Joh. Christoph Schwedler 1672-1730. D. Gebetslieder. I. Bitte. 329. Mel.: O Gott, du frommer Gott. Ach Gott, verlaß mich nicht! bösen Stunde; wenn mich Versuchung plagt und meine Seel ansicht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! Gieb mir die Gnadenhände, ach führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit. Sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schuß; ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein Wallen; ach, laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen: gieb mir den guten Geist, gieb Glaubenszuversicht, sei meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzensgrunde: Ach Höchster, stärke mich in jeder 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ach, laß dich doch bewegen, ach Vater, fröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! ich bleibe dir ergeben; hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht; hilf mir in Not und Tod: ach Gott, verlaß mich nicht! Sal, frand(?) 1659-1725. I. Bitte. 330. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht( 17). Bete nur, betrübtes Herz, wenn dich Angst und Kummer kränken, flag und sag Gott deinen Schmerz, er wird endlich an dich denken; Gott wird dein Gebet und Flehn, ist es ernstlich, nicht verschmähn. 2. Gott wird dein Gebet und Flehn dir zur rechten Zeit gewähren; glaube nur, es wird geschehn, was die Frommen hier begehren, denn Gott kennet deinen Schmerz; bete nur, betrübtes Herz. 3. Bete nur, betrübtes Herz, bete stets in Jesu Namen; wirf die Sorgen hinterwärts, Gott spricht schon das süße Amen; deines Jesu Tod und Blut macht dein Beten recht und gut. 317 4. Deines Jesu Tod und Blut stillt die hell entbrannten Flammen; bete mit beherztem Mut ,. Gott kann dich nun nicht verdammen. Sei getreu bis in den Tod! Beten hilft aus aller Not. 5. Beten hilft aus aller Not; ei, so bete ohne Zweifel; bist du arm, Gott schenkt dir Brot; schreckt dich Hölle, Welt und Teufel, bete nur, so wirst du sehn, Gott wird dir zur Seite stehn. 6. Gott wird dir zur Seite stehn; vor wem sollte dir nun grauen? Mußt du hier auf Dornen gehn, endlich sollst du Rosen schauen, denn Gott fennet deinen Schmerz; bete nur, betrübtes Herz! Joh. Gottfr. Krause 1685-1746. 331. Mel.: Straf mich nicht in deinem Born( 30). Betgemeinde, heilge dich mit dem heilgen Öle, Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Seele, laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen! 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhangen. Heilger Rauch sei es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 318 D. Gebetslieder. 3. Das Gebet der frommen Schar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet; und da ist Jesus Christ Priester und Verfühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einziges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen: was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten? 5. Wenn die Heilgen dort und hier, große mit den kleinen, Engel, Menschen, mit Begier alle sich vereinen, und es geht ein Gebet aus von ihnen allen, wie muß das erschallen! 6. der unerkannten Macht von der Heilgen Beten, ohne das wird nichts vollbracht so in Freud als Nöten; Schritt für Schritt wirkt es mit wie zum Sieg der Freunde so zum End der Feinde. Dir, dir Jehovah, will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; ach, gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig iſt. 7. O, so betet alle drauf, betet immer wieder, heilge Hände hebet auf, heiligt eure Glieder, heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget; betet, daß es dringet. 8. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe; stimmet ein, insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen! Chr. Karl£. v. Pfeil 1212-1784. 332. Eigne Melodie. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. I. Bitte. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich in Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich: Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. Gott, deine Güte reicht so weit, soweit die Wolken gehen! Du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilft uns beizustehen! 319 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugniß habe, drum bin ich voller Trost und Freudigkeit, und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die giebst du und thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 333. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her( 25). 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt, in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit. Barth. Crasfelius 1677-1724. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beien. 320 D. Gebetslieder. 2. Ich bitte nicht um Überfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu ertennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht Herr, höre, Herr, erhöre, breit deines Namens Ehre an allen Orten aus; behüte alle Stände durch deiner Allmacht Hände, schüß Kirche, Obrigkeit und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nutz; bewahr vor allen Rotten, die deiner Wahrheit spotten, beut allen Widersachern Trutz. verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 334. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen( 11). 3. Gieb du getreue Lehrer und unverdroßne Hörer, die beide Thäter sein; auf Pflanzen und 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Ch. f. Gellert 1716-1269. Begießen laß dein Gedeihen fließen und ernte reiche Früchte ein. 4. Gieb unserm Kaiser Glücke, laß deine Gnadenblicke auf den Gesalbten gehn, schüß ihn auf seinem Throne und lasse seine Krone in segensvollem Glanze ſtehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen, und segne beide Herrn und Knecht. I. Bitte. 6. Wend ab in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, treib Sturm und Hagel ab; bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 7. Gieb Ruhe uns und Friede, mache alle Feinde müde, verleih gesunde Luft; laß Not und teure Zeiten nicht übers Land sich breiten, da man umsonst nach Brote ruft. 8. Die Hungrigen erquicke und bringe die zurücke, die sonst verirret gehn. Die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hülfe flehn. 9. Sei allen Kindern Vater, den Müttern sei Berater, den Kleinen gieb Gedeihn. Zieh unsre Herr, jerr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben; allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verzarte Jugend zur Frömmigkeit und Tugend, daß sich die Eltern ihrer freun. 321 10. Komm als ein Arzt der Kranken, und die im Glauben wanken laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der Verfolgten Stüße, die Reisenden beschütze, die Sterbenden begleit mit deinen Engelscharen, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 335. Eigne Melodie. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsres Jesus Namen, so ist gewiß der Wunsch gewährt. Benj. Schmold 1672-1737. derben. Erhalt mich nur in deiner Huld; sonst wie du willst; gieb mir Geduld, denn dein Will ist der beſte. 21 322 D. Gebetslieder. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gieb mir hier und dorte was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 336. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten( 15). Mein Gott, ich klopf an deine Pforte mit Seufzen, Flehn und Bitten an, ich halte mich an deine Worte: Klopft an, so wird euch aufgethan! Ach, öffne mir die Gnadenthür, in Jesu Namen steh ich hier. 2. Wer kann was von sich selber haben, das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, bei dir iſt immer Rat und That, du bist der Brunn, der immer quillt, du bist das Gut, das immer gilt. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein'n Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gieb mir durch Jesum Christum. Amen. Kaspar Bienemann( Melissander) 1540-1591. 3. Drum komm ich auch mit meinem Beten, das voller Herz und Glauben ist; der mich heißt freudig vor dich treten, ist mein Erlöser Jesus Christ, und der in mir das Abba schreit, ist, Herr, dein Geist der Freudigkeit. 4. Gieb, Vater, gieb nach deinem Willen, wes ich, dein Kind, bedürftig bin, du fannst mir meinen Hunger stillen, in dir muß aller Segen blühn; doch gieb, o Geber, allermeist, was meiner Seele selig heißt. 5. Verleih Beständigkeit i Glauben, laß meine Liebe brünstig sein; will Satan mir das Kleinod rauben, so halt mit der Versuchung ein, damit mein schwaches Fleisch und Blut dem Feinde nichts zu willen thut. I. Bitte. 6. Erweck in mir ein gut Gewissen, das weder Welt noch Teufel scheut; und wenn ja Strafen folgen müssen, so schick sie in der Gnadenzeit. Durchstreich die Schuld mit Jesu Blut und mach das Böse wieder gut. 7. Vom Kreuze darf ich wohl nicht bitten, daß es mich gar verschonen soll, hat doch mein Jesus selbst gelitten, und also leid ich billig wohl; doch wird Geduld mir nötig sein, die wollest du mir, Herr, verleihn. Mein lieber Gott, gedenke meiner im besten jetzt und allezeit, denn außer dir ist nirgends einer, der mich mit Rat und Trost erfreut! Dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir, du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache mir die Himmels lehre zu Saft und Kraft im Christentum, daß deine Aussaat wohl gelingt und tausendfache Früchte bringt. 323 8. Ich bitte nicht um langes Leben, nur, daß ich christlich leben mag; laß mir den Tod vor Augen schweben und meinen lezzten Sterbetag, damit mein Ausgang aus der Welt den Eingang in den Himmel hält. 337. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten( 15). 9. Gott, was will ich mehr begehren? du weißt schon, was ich haben muß, du wirst auch alles mir gewähren, denn Jesus macht den süßen Schluß: ich soll in seinem Namen schrein, so wird es Ja und Amen sein. Benj. Schmold 1672. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke du mit Gnaden drauf; weil ich in Christo vor dich trete, so schleuß dein Vaterherze auf. Doch gieb mir nichts als das allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne hin; weil ich wie andre Menschen alle im Fleische schwach und blöde bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand. 21* 324 D. Gebetslieder. 5. Gedenfe meiner, wenn ich leide; wen hab ich sonst als dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Und hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn Welt und Teufel böse thut. 6. Gedenke meiner auch in allem, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mich mit Wohlgefallen in meinem ganzen Leben an! Denn giebst du mir, was dir gefällt, so ists um mich recht gut bestellt. Vater aller Frommen, dein Nam geheiligt werd, dein Reich laß zu uns kommen, dein Will gescheh auf Erd, gieb Brot, 7. Gedenfe meiner, wenn ich sterbe; und wenn mich alle Welt vergißt, verseßze mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist; denn bleibst du nicht im Himmel mein, so wollt ich nie geboren sein. 338. Mel.: Herr Christ, der einig Gottssohn. 8. Ich will mich über nichts betrüben; in deine Hände hast du mich zum Heil und Segen angeschrieben: drum sieht die Hoffnung bloß auf dich und denkt im Glauben ungekränkt, daß Gott im besten meiner denkt. Erd. Neumeister 1671-1756. So So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Ich vergieb die Sünde, kein Args das Herz entzünde, lös uns aus aller Not. 339. Eigne Melodie. Unbekannt 1553. mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt; wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit. I. Bitte. 2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz; laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind, es wird die Augen schließen und glauben blind. 340. Mel.: Wunderbarer König. Unumschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel. 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen; Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden 325 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht; so nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Julie Hausmann. so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder. Tiefen Schmerz fühlt dein Herz, wenn durch ernste Strafen du mußt Bessrung schaffen. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Rechtempfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 326 D. Gebetslieder. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken Lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret 341. Eigne Melodie. Pater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst das Beten von uns hab'n: gieb, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß auch wir leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm verführte Volk bekehr. und mit Ruhm das Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben man= cherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. J. Rambach 1693-1735. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich. Gieb uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid: wehr und steur. allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich Brot, was man bedarf zur Leibesnot; behüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. i 6. All unsre Schuld vergieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. I. Bitte. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht. Wenn uns der böse Feind ansicht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohlgerüst und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Übel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös; erlöse uns vom ewgen Tod und 2. Keiner wird jemals zu schanden, der sich seinem Gott vertraut. Kommt die gleich viel Not zu handen, hast auf ihn du wohl gebaut; obs gleich scheint, als hört er nicht, weiß er doch, was dir gebricht; deine Not mußt du ihm klagen und in keiner Not verzagen. 327 tröst uns in der letzten Not; bescher uns auch ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. 342. Mel.: Werde munter, mein Gemüte( 33). Wenn dich Unglück hat betreten, wenn du steckst in Angst und Not, mußt du fleißig zu Gott beten; beten hilft in Not und Tod, daß du Gottes Angesicht, auch im Kreuz auf dich gericht, kannst aus seinem Wort erblicken und dein Herz mit Trost erquicken. 9. Amen, das ist: es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiermit gebeten hab'n auf dein Wort in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen fein. Dr. Martin Luther 1483-1546. 3. Rufen, Schreien, Klopfen, Beten ist der Christen beſte Kunst, allzeit gläubig vor ihn treten findet Hülfe, Gnad und Gunst; wer Gott fest vertrauen kann, ist der allerbeste Mann; der wird allzeit Rettung finden, kein Feind wird ihn überwinden. 4. Lerne Gottes Weise merken, die er bei den Seinen hält; er will ihren Glauben stärken, wenn sie Unglück überfällt; unser Gott, der lebt ja noch, schweigt er gleich, so hört er doch; schrei getrost, du mußt nicht zagen, dein Gott kann dirs nicht verfagen. 328 D. Gebetslieder. 5. Laß dich Gottes Wort regieren, merke, was die Wahrheit lehrt; Satan wird dich nicht verführen, der die ganze Welt verkehrt: Gottes Wahrheit ist dein Licht, dein Schuß, Trost und Zuversicht; trau nur Gott, der kann nicht lügen; bet, du wirst gewiß obsiegen. 343. Mel.: Gott, du frommer Gott. Wohl auf, mein Herz, zu Gott dein Andacht fröhlich bringe, daß dein Wunsch und Gebet durch alle Wolken dringe, weil dich Gott beten heißt, weil dich sein lieber Sohn so freudig treten heißt vor seinen Gnadenthron. 6. Lob sei Gott für seine Gnade! Seine große Güt und Treu macht, daß mir kein Feind nicht schade, sie ist alle Morgen neu; drum will ich mein Leben lang immer sagen Lob und Dank meinem Gott in allen Dingen, fröhlich Hallelujah singen. Joh. Olearius 1611-1684. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat zu beten. Dein Bruder ists, der dich vor ihn getrost heißt treten. Der werte Tröster ists, der dir die Wort' giebt ein, drum muß auch dein Gebet gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, das dir nichts kann versagen. Sein Mund, sein teures Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dich unmöglich deucht, kann seine Vaterhand noch geben, die von dir soviel Not abgewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen, sprich: Lieber Vater, hilf, ich bin dein Kind, sprich: Amen! Ich weiß, es wird geschehn, du wirst mich lassen nicht, du wirst, du kannſt, du willst thun, was dein Wort verspricht.do Joh. Olearius 1611-1684. II. Cob und Dank. II. Lob und Dank. 344. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her( 25.) Bis hieher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte, bis hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte, bis hieher hat er mich geleit, bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob, hab Ehr, hab Preis und Dank für die bisher'ge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue; in mein Du meine Seele, singe, wohl auf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herrn droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, so lang ich leben werd. 2. Wohl dem der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil. Wer dem sich anvertrauet, der hat das beſte Teil, das höchste 329 Gedächtnis schreib ich an: der Herr hat Groß's an mir gethan, bis hieher mir geholfen. 345. Mel.: Valet will ich dir geben( 28). 3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, er hilft, wie er geholfen. Ümilie Jul. Gräfin v. SchwarzburgRudolstadt 1637-1706. Gut erleſen, den schönsten Schatz geliebt: sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 3. Hier sind die starken Kräfte, die unerschöpfte Macht; das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht: der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer und die unzähl'ge Herde im großen, wilden Meer. 330 D. Gebetslieder. 4. Hier sind die treuen Sinnen, die niemand Unrecht thun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Gott hält sein Wort mit Freuden und was er spricht, geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schützt er im Gericht. 5. Er weiß viel tausend Weisen zu retten aus dem Tod. Er nährt und giebet Speisen zur Zeit der Hungersnot; macht schöne, rote Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. Beh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und die sich ausgeschmücket haben. 6. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht, und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht. er aufgericht. Er liebet alle Frommen, und die ihm günstig seind, die finden, wenn sie kommen, an ihm den besten Freund. 346. Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 2. Die Bäume ſtehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide. Nar7. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm. Der Herr ist ewger König, ich eine welke Blum; jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ists billig, daß ich ehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt 1607-1676. zissen und die Tulipan die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleugt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergeßt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. II. Lob und Dank. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jungen. Der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich und ihren Rand mit schattenreichen Myrten. Die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdroßne Bienenschar fleugt hin und her, sucht hier und dar ihr edle Honigspeise. Des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet jung und alt und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle 331 Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hier so schön, und läßt du's uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden, was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden! 10. Welch hohe Lust, welchy heller Schein wird wohl in Christi Garten sein? Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit unverdrossnem Mund und Stimm ihr Hallelujah singen? 11. O wär ich da, o stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen: so wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch gleichwohl will ich, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht ganz stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 332 D. Gebetslieder. 13. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe; gieb, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrücht erziehe. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, und laß mich wohl bekleiGroßer Gott, wir fallen nieder, zwar du bedarfst nicht unsrer Lieder; uns ziemt und nützt dein Lob so sehr. Dir zum Lob sind wir geboren, so teur erkauft, so hoch erforen, o Seligkeit, dir geben Ehr! Zu deinem Lobe nur ist alle Kreatur, selges Wesen. Zu dir wir nahn und beten an; in Geist und Wahrheit seis gethan. ben. Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben. 347. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 2. Tag und Nachtmit Ehrfurcht dienen dir Seraphim und Cherubinen, der Engel Scharen ohne Zahl. Alle Geister, die dich kennen, dich heilig, heilig, heilig nennen; 15. Erwähle mich zum Paradeis und laß mich bis zur letzten Reis' an Leib und Seele grünen: so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen! Paul Gerhardt 1607-1676. sie fallen nieder allzumal. Ihr Seligsein bist du; dir jauchzet alles zu. Amen! Amen! Auch wir sind dein und stimmen ein: Du, Sott, bist unser Gott allein! 3. Droben knien vor deinem Throne die Ältesten mit goldner Krone, der Erstgebornen selge Schar, samt den unzählbaren Frommen, die durch den Sohn zu dir gekommen, sie bringen ihre Pfalmen dar: Macht, Weisheit, Herrlichkeit, Preis, Dank in Ewigkeit! Amen! Amen! Auch wir sind dein und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! II. Lob und Dank. 4. Alle preisen deine Werke, die Weisheit, Liebe, Huld und Stärke, die über alles Denken geht. Treue, Langmut, Licht und Segen ist, Herr, in allen deinen Wegen, kein Lob ist, was dich gnug erhöht; doch ist es eingeprägt in alles, was sich regt, Amen! Amen! Auch wir sind dein und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! 348. Eigne Melodie. I. Chor: Herr Gott, dich loben wir, dich, Vater in Ewigkeit, all Engel und Himmelsheer auch Cherubim und Seraphim Heilig ist unser Gott! I. und II. Chor: Heilig ist I. Chor: 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit der heiligen zwölf Boten Zahl die teuren Märtrer allzumal 333 5. Komm, in uns dich zu verklären, daß wir dich würdiglich verehren; nimm unser Herz zum Heiligtum, daß es, ganz von dir erfüllet und durch dein Nahesein gestillet, zerfließ in deiner Gottheit Ruhm. Dich, unser höchstes Gut, erhebe Geist und Mut. Amen! Amen! Im Freudenschein, in Leid und Pein bleibst du, Gott, unser Gott allein! Nach Gerh. Tersteegen 1697-1769. II. Chor: Herr Gott, wir danken dir; ehrt die Welt weit und breit; und was dienet deiner Ehr, singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! unser Gott, der Herr Zebaoth. II. Chor: die ganze werte Christenheit dich, Gott Vater im höchsten Thron, den heilgen Geist und Tröster wert geht über Himm'l und Erden weit; und die lieben Propheten all, loben dich, Herr, mit großem Schall; rühmt dich auf Erden alle Zeit; deinen rechten und eingen Sohn, mit rechtem Dienstsielobt und ehrt. 334 D. Gebetslieder. I. Chor: 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht du hast dem Tod zerstört sein Macht du sitzst zur Rechten Gottes gleich ein Richter du zukünftig bist 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, laß uns im Himmel haben teil, Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, wart und pfleg ihr'r zu aller Zeit 5. Taglich, Herr Gott, wir loben dich Behüt uns heut, o treuer Gott, sei uns gnädig, o Herre Gott, zeig uns deine Barmherzigkeit, auf dich hoffen wir, lieber Herr, II. Chor: Gott Vaters Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. ewger Sohn du bist; zu' rlösen das menschlich Geschlecht; und all Christen zum Himmel bracht; mit aller Ehr ins Vaters Reich; alles, das tot und lebend ist. vor aller Sünd und Missethat; sei uns gnädig in aller Not; wie unsre Hoffnung zu dir steht; in Schanden laß uns nimmermehr. I. und II. Chor: Amen. die mit dein'm teurn Blut erlöset sein; mit den Heiligen in ewgem Heil. und segne, das dein Erbteil ist, und heb sie hoch in Ewigkeit. und ehrn dein'n Namen stetiglich. Der ambrosianische Lobgesang, verdeutscht durch Dr. Martin Luther. 349. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich( 3). 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Segen fließt. II. Lob und Dank. 3. Was sind wir doch? was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? wer schützt uns vor dem Wind? wer macht es, daß man Öl und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werten Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles thun; du hältst die Wach an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treulich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 335 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zur Ehr gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein und was sein Kummer sei; kein Zähr- und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut, dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schak, dein Erb undTeil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 336 D. Gebetslieder. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren; kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lobgesang hören. oners 74123 350. Eigne Melodie. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verſpüret? was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundHot 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nicht darein: so wirst du hier im Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. dat Paul Gerhardt 1607-1676. di lich geleitet; in wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen, alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen. Er ist dein Licht Seele, vergiß es ja nicht, lobende schließe mit Amen. Joachim Neander 1650-1680. II. Lob und Dank. 351. Eigne Melodie. obe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn lob'n bis in den Tod: weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lob singen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat! Halle lujah, Hallelujah. 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Hallelujah, Hallelujah. 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hülfe der Gott Jakobs ist; welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getroft auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und That. Hallelujah, Hallelujah. 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden und was darinnen ist gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns 337 einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah, Hallelujah. 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft; die hart Gebundnen macht er frei, und seine Gnade ist mancherlei. Hallelujah, Hallelujah. 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn, wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Truß, Witwen und Waisen hält er in Schußz. Hallelujah, Hallelujah. 7. Aber der Gottvergessenen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich! Hallelujah, Hallelujah. 22 338 D. Gebetslieder. 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob 352. Mel.: Nun lob, mein Scel, den Herren. Man an lobt dich in der Stille, du hocherhabner Zionsgott; des Rühmens ist die Fülle vor dir, o Herr Gott Zebaoth. Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, so lang er fallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und jauchzen schnell, die unaufhörlich schreien: Gelobt sei der Gott Israel! Sein n Name sei gepriesen, der große Wunder thut und der $ 9.00 mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist; Hallelujah, Hallelujah. Joh. Dan. Herrnschmidt 1675-1723. OH, TE papule 97 Sm Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterauch mir erwiesen das, was mir nüß und gut. Nun, dies ist meine Freude zu hängen fest an dir, daß nichts mich von dir scheide, so lang ich lebe hier. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget, nun, wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich, Herr mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. bad thisin bisig nor Joh. Riſt 1607-1667. mup to dild( bad adinted e 910 353. dubad agolas torte sid Eigne Melodie. in anu tudi dan toep leib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jezund gethan. 1790 din. II. Lob und Dank. 2. Der ewigreiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 354. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich( 3). Nun danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. Plus Finst 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall awal abo 1124 repor und große Dinge thut; 100000 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hochbetrübt, doch bleibet guten Muts, die Straf erläßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, 3. Lob, Ehr und Preis fei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmelsthrone, dem dreieinigen Gott, als der ursprünglich war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. www Martin Rinckhart 1586-1649. 339 Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. di 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf seines Volkes Land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. jn.dll 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, wann wir von der Erd abscheiden, unser Teil. & 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu, und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. en Bunl Boltjaun P. Gerhardt 1607-1676. 22* 340 D. Gebetslieder. 355. Eigne Melodie. Nun lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein. Sein Wohlthat thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein; hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit reichem Trost beschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leid'n in seinem Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen, es mangelt an Erbarmung nicht; den Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen ob ihren jungen Kindelein, so thut der Herr uns Armen, so wir ihn findlich fürchten rein. Gott kennt uns arme Knechte pripin rod Had adol und weiß, wir sind nur Staub, ein bald verwelkt Geschlechte, ein Blum und fallend Laub: der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine ſteht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner liebn Gemeine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilges Mein Seel soll auch Wort. vermehren sein Lob an allem Ort. 5. Sei Lob und Preis mit Ehren, Gott Vater, Sohn und heilgem Geist; der woll in uns vermehren, was er aus Gnaden uns verheißt, daß wir ihm fest vertrauen, uns ganz verlassn auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, daß uns'r Herz, Mut und Sinn ihm findlich mög anhangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen! Ich werds erlangen, glaub ich von Herzensgrund. Don Joh. Gramann v. 1-4. 1487-1541. II. Lob und Dank. 356. Eigne Melodie. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit! Lob ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, freue dich, Israel, seiner Gnaden. 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt; viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfe ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen 341 Weiden stellet euch willig ein, da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden. SELECIO dinis 4. Er giebet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis' und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden, freue dich, Israel, seiner Gnaden. magn m. Up. v. Löwenstern 1594-1648. 357. Eigne Melodie. is noë thm, is tudt daß ich tausend Zungen im Laufe geht! Ach, wäre jeder dhätte und einen tausend- Puls ein Dank und jeder Odem fachen Mund, so stimmt ich da- ein Gesang! mit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht; o daß mein Blut mit Jauchzen wellte, so lang es noch 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis; mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 342 D. Gebetslieder. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern bewegt und regt euch doch mit mir; ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, unendlich Lob für Seel und Leib; Lob sei dir, mildester Berater, für allen edlen Zeitvertreib, den du mir in der ganzen Welt zu meinem Nußen hast beſtellt. nsuise 890 7. Mein treuster Jesu, sei gepriesen, daß dein erbarmungsvolles Herz sich mir so hülfreich hat erwiesen und mich durch Blut und Todesschmerz von Satans List und Grausamkeit zu deinem Eigentum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heilger, werter Gottesgeist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht.), 9. Wer überströmet mich mit Segen? bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßzet mich auf meinen Wegen? du, du, o Herr Gott Zebaoth. Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Jahr gespürt, daß du mich unter vieler Plage auf dunkeln Wegen hast geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 11. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 12. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. bast II. Lob und Dank. 13. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei 358. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 343 deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Hallelujah vor. Joh. Mentzer 1658-1734. Schreien! da half mein Helfer mir vom Tod, ließ mir Trost angedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir, ach danket, danket Gott mit mir. Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! thund 6. Wenn Trost und Hülf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der überfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen spazu, die nirgends sonsten finden 4. Ich rief dem Herrn in meiner. Ruh. Gebt unserm Gott die Not: Ach Gott, vernimm mein Ehre! bill 344 D. Gebetslieder. 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren, man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! thio in 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre. Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die sdmt Ehre; die falschen Göten macht zu Spott, der Herr ist Gott, der Herr ist Gott. Gebt unserm Gott die Ehre! 2007 10120 9. So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Springen; bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohlbedacht und alles, alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre. 3.3. Schütz 1640-1690. 359. Eigne Melodie. Sollt ich meinem Gott nicht singen? sollt ich ihm nicht dankbar sein? denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein'. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt 3. Sein Sohn ist ihm nicht und trägt, die in seinem Dienst zu teuer, nein, er giebt ihn für sich üben. Alles Ding währt mich hin, daß er mich vom seine Zeit, Gottes Lieb in Ewig- ewgen Feuer durch sein teures teit. ln his edilim Blut gewinn. O du unergründsid londonb? rodinou thim 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Sungen streckt, also hat auch hin und wieder mich ter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding 2.man des Höchsten Arm bedeckt, alſobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding 2c. S II. Lob und Dank. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelapfort; daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding 2c. 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht: will dem Leibe Not zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding zc. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zu Dienst gestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält. Tier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in suya LE TOOT der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. merg Alles Ding 2. 321325 11290 ng tu 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. 345 Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding 2c. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan hergeführt, die mich doch mein Lebetage niemals hat bisher gerührt. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten ist gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding 2c. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus dem Wege weicht; also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding 2. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenfe. Alles Ding c. dd bur 346 D. Gebetslieder. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding 2c. 360. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her( 25). Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit dei ner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich von Bewundrung voll nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater!) opto di A 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe find, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind; bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt 1607-1676. i stiho suis dud 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke: der Himmel prächtig ausgeschmückt preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? wer kleidet sie mit Majestät? wer ruft den Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? wer heißt die Himmel regnen? wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere: Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt EXE meinem Schöpfer Ehre. Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer bun in Ehre! 890 56 job 50 II. Lob und Dank. 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 361. Eigne Melodie( 29). Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß mein Herz auch seiner nicht! habe 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? wer giebt dem Geiste neue Kraft? wer läßt mich so viel Guts genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 347 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, Geist, erhebe seinen Namen; Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Ch. f. Gellert 1716-1769. 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du mit Herrlichfeit umgeben Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrie ben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich; Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. strap 348 D. Gebetslieder. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein wie er. So lang ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 362. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Ch. f. Gellert 1716-1769. Mel.: Alle Menschen müssen sterben( 35). Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott. Denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend-, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend-, tausendmal 2c. 3. Denk ich, wie ich dich verlassen und gehäufet Schuld auf Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmut und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast getragen mit Erbarmen. Tausend, tausendmal 2c. biste 4. Ach ja, wenn ich überlege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu ergründen. Tausend-, tausendmal 2c. III. Lob und Dank. doch deiner Hülf ich innen. Tausend-, tausendmal 2c. 5. O wie hast du meine Seele auch alles zu zerrinnen, ward stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sündenhöhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgeföhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausend-, tausendmal 2c. 6. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend-, tausendmal 2c. 349 7. Wie ein Vater nimmt und giebet, nach dem's Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr mein Gott, zu jeder Frist, und dich meiner angenommen, wenns aufs höchste war gekommen. Tausend-, tau1 sendmal 2c. 9. Fielen tausend mir zur Seiten und zur Rechten zehnmal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöten, die mich drangen, ich jedennoch bin entgangen. Tausend-, tausendmal 2c. 10. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit, und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausend-, tausendmal zc. Find 11. Tausendmal sei dir gesungen, Herr mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen! Ach, laß meines Lebens Gang ferner noch durch g ferner Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. vinto duw us odonte 8. Mich hast du auf Adlersflügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich. Schien 1901 of tistemde 910 11durop now mnad 12. Sotter 1661-1235. #od bun modnit# loi8 ml( br ons die majtimdon nomisc -un medmimpi 29 nopus; los dum de Inmonstunt del 350 D. Gebetslieder. 363. Eigne Melodie. Wunderbarer König, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen. Deine Vatergüte hast du lassen triefen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk uns doch; laß die Zunge singen, laß die Stimm erklingen. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten, mehr als aller Menschen Staaten! Großes Licht der Sonnen, sende deine Strahlen, die das große Rund bemalen! Lobet gern, Mond und Stern, seid bereit zu ehren einen olchen Herren! 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, finge deine Glaubenslieder; was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth, er ist nur zu loben hier und ewig droben. Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott, in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum unsern Herrn, dein'n eingebornen Sohn: 4. Hallelujah bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Hallelujah singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. D wohl dir, glaube mir: ewig wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander 1650-1680. III. Morgenlieder. 364. Eigne Melodie. 2. Daß du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Not und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. uprot pridur III. Morgenlieder. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Leib, mein Seel, mein Leben, mein Ehr und Gut bewahr; dir will ich übergeben jeßund und immerdar als dein Geschenk und Gab mein' Eltern und Verwandte, Gefreundte und Bekannte und alles, was ich hab. 5. Dein' Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir den Satan zu vertreiben, auf daß der Feind allhier in diesem Jam351 Christe, wahres Seelenlicht, moond deiner Christen Sonne, o du klares Angesicht, der Betrübten Wonne: deiner Güte Liebmlichkeit ist neu alle Morgen, in dir bin ich recht erfreut, darf nicht übrig sorgen. merthal sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, der alle Ding vermag; er segne meine Thaten, mein Vornehmen und Sach! Ihm hab ichs heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben, er machs, wies ihm gefällt. mar 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, es wird in Gottes Namen sein alles wohlgethan; und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott beschieden in mein'm Beruf und Stand. Unbekannt. 1592. 365. 4502 ampio you thin Mel.: Schwing dich auf zu deinem Gott( 31), banted 2. Wecke mich vom Sündenschlaf, der du bist das Leben; neues Leben in mir schaff; denn hast du gegeben dieser Welt das Sonnenlicht, welches all' erfreuet, wirst du mich ja lassen nicht täglich unerneuet. 352 D. Gebetslieder. 3. Ohne Licht sieht man kein Licht, ohne Gottes Leuchten sieht der Mensch den Heiland nicht, der uns muß befeuchten mit dem hellen Himmelstau seiner süßen Lehre: drum, Herr Christe, auf mich schau und dich zu mir kehre. 4. Kehre zu mir deine Güt, freundlich mich anblicke, daß mein innerstes Gemüt in dir sich erquicke und die süße Himmelslust mit Begierde schmecke; sonsten sei mir nichts bewußt, das da Freud erwecke. Dank sei Gott in der Höhe zu dieser Morgenstund, durch den ich neu aufstehe vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte zwar gebunden mit Finsternis die Nacht: ich hab sie überwunden durch Gott, der mich bewacht. 5. Laß ja ferne von mir sein Hoffart, Augenweide; Fleischeslust und allen Schein, Jesu, mir verleide, damit sich die Welt ergeßt, ach, nur zum Verderben, denn was sie fürs beſte schätzt, machet ewig sterben. 366. Eigne Melodie( 28). 2. Wiedrum will ich dich bitten, o Schutzherr Israel, du wollest treu behüten den Tag mein Leib und Seel; all christlich Obrigkeiten, unsre Schul und Gemein in diesen bösen Zeiten laß dir befohlen sein. 6. Nun so bleibe stets mein Licht, Jesu, meine Freude, bis der frohe Tag anbricht, da nach allem Leide ich in weißer Kleider Pracht werde freudig springen und, daß Gott es wohlgemacht, ohn Aufhören singen. Christoph Prätorius 1631-1713. of 3. Erhalt uns durch dein Güte bei g'sunder, reiner Lehr, vor Keßerei behüte, streit für dein Wort und Ehr, daß wir hier all zusammen immer in einem Geist sprechen: Des Herren Namen sei groß und hoch gepreist. 4. Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried, ein g'sund und mäßig Leben, dazu ein froh Gemüt, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben und Fleiß drauf wenden als rechte Christenleut. III. Morgenlieder. 5. Gieb gnädig deinen Segen, daß wir auf dein Geheiß wandeln auf guten Wegen, thun unser Amt mit Fleiß, daß jeder seine Neße auswerf und auf dein Wort den Trost mit Petro sebze, so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein zu Nuß, das will der Satan wehren mit List und großem Truß; doch kann ers nicht vollbringen, weil du, co Thun 2. All mein Beginnen, und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht, drum auch mein Mund mit Freude spricht: Das walte Gott! 367. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. bi Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort, drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! trof 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, wo Gott nicht giebet, da gebrichts; Gott giebt und 353 Herr Jesu Christ, herrschest in allen Dingen und unser Beistand bist. 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, dran wachsen wir und leben und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben und wachsen immer mehr; dein guter Geist uns treibe zu Werken deiner Ehr. dis Johann Mühlmann 1523-1613. thut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: Das walte Sott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nüßlich ist, drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 354 D. Gebetslieder. 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mir zu jeder Stund, drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott: 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt! ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat, er giebt und nimmt, machts, wie er will, drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und giebt mir auch mein täglich Brot, nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts, drum sprech ich auch: Das walte Gott! don dahn 10. Ohn Gott nichts glückt und seine Gunst, nichts hilft Verstand, Wiß oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll. Das walte Gott! LOGO Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmelsthron. Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid, laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freude an: Das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß, drum sprech ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Joh. Betichius 1650-1722. 368. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend( 4). 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter Andacht meine Knie und ruf zu dir mit heller Stimm: Dein Ohren neig, mein Red vernimm! III. Morgenlieder. 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig hast behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Frieden zuThe C gebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mein Wächter und Gefährten sein. imsh 5. Dein Geist mir Leib und Seel regier, und mich mit ſchönen Gaben zier, er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gieb Gnad, daß ich mein Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag verricht zu deinem Lob und meinem Nutz und meinem Nächsten thue Guts. Des Morgens wenn ich früh aufsteh, und abends wenn ich schlafen geh, sehn meine Augen, Herr, auf dich, Herr Jesu, dir befehl ich mich. 7. Hilf, daß ich zu regieren wiss' mein Augen, Ohren, Händ und Füß, mein Lippen, Mund morato und ganzen Leib, all bös' Begierden von mir treib. 00 355 8. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich vom Übel abgewandt mein Seel mit Sünden nicht beschwer und mein Gewissen nicht versehr. 369. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend( 4). 9. Behüt mich heut und allezeit vor Schaden, Schand und Herzeleid, tritt zwischen mich und meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind. 11972 og Sing ras The Aus- une 10. Eingang heut bewahr, daß mir kein Übel INDIC widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hülf ist not. CHIE8720 Martin Behm 1557-1622. 2. In den heilgen fünf Wunden dein da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut: mein Schutz ist dein heiliges Blut. 1 23* 356 D. Gebetslieder. 3. Denn, o Herr Christ, am Quist om at Kreuzesstamm dein heilges Blut die Sünd hinnahm, drum ich wach oder schlafe ein, willst du, Herr, allzeit bei mir sein. men hay 4. Dein' Engel mir stets halten Wacht, drum weder Feind noch Tod ich acht; denn wo ich bin, bist du bei mir; mein Glück und Kreitz kommt alls von dir. W 370. Die güldne Sonne voll Freud und Wonne bringt unsern Gränzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 5. Ich leb, ich sterb, so bin ich dein; darum ich dir die Seele mein befehle jetzt und auch im Tod: nimm sie zu dir, o treuer Gott! RUDE Eigne Melodic. 2. Mein Auge schauet, was Gott erbauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erde vergänglichem Schoß. mille Unbekannt. 1593. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter, dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergeht. 102 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. III. Morgenlieder. Kenn 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen, laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Satanas Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Frenden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. m 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? in einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn; alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Bestchn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken, seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil 357 ande und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone! Laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein abgewandt. Sonsten regiere mich, lenke und führe, wie dirs gefället, ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schäßen der edelste Hort. und 11300 11. Willst du mich kränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, der du nie keinen zu sehr hast betrübt. 358 D. Gebetslieder. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonne gewünschtes 371 Mel.: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht( 4). Comm 3. Daß unser Herz gehorsam leb, deinem Willen nicht widerstreb, daß wir dich stets vor Augen habn in allem, was wir fangen an. Chill Die helle Sonn leucht jetzt herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir; Gott Lob, der uns heut diese Nacht behütet vor der Feinde Macht.ad TUER OF 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt; laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein; Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille hab ich zu' rwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt 1607-1676. Fang dein Werk mit Jeſu an: Jesus hats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an: Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf, geh mit Jesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen. 4. Laß unser Werk geraten wohl, das ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. dan nabi slob him ound murhit od 372. din ang cp brid Mcl.: Schwing dich auf zu Nif. Herman † 1561. MUIDU istiol, of and asd fun andrauda deinem Gott( 31). On Her 315 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu bestreiten. III. Morgenlieder. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten; er wird dich vor ihrer List schüßzen und behüten. Setz nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen: ei, so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Glück Hand woul Früh an am Morgen Jeſus gehet und vor allen Thüren stehet, flopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 373. Mel.: Kommt und laßt uns Christum ehren. oday! 2. Nun, so lasset ihn nicht dorten, thut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, kehre ein! deo notodugno mujal 359 und Heil hier in diesem Leben, endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, lity tibni od dat 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben, es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen; laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf: Amen. Unbekannt um 1700. 4. Weiden uns auf grüner Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. jub blo manba uns ins Buch des Lebens schreiteh guld ben und der gute Hirte sein; Onlin 5, Amen, ja es soll geschehen! Jesus wird heut mit uns gehen und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. www Gerhardt Stip 1809-1882. 360 D. Gebetslieder. 374.mnou fomatud ing& i ghile Eigne Melodie in finns d lisen daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. Gott ott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig wor den ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hülf und Rat ist für meine Missethat. C 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort; nirgends als bei dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum. Höchster Gott, durch deinen Segen konnt ich fröhlich und gesund diese Nacht zurücke legen; 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. TO Heinrich Albert 1604-1651. 375. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. dafür preist dich Herz und Mund; denn du willst für alle Treu nichts, als daß ich dankbar sei. III. Morgenlieder. 2. Segne heute mich von neuem, weil du segnen kannst und mußt, denn durch Wohlthun zu erfreuen, das ist deine Herzenslust. Du machst deine milde Hand täglich aller Welt bekannt. 3. Segne mich mit deinem Geiste, daß er mir mit seiner Kraft Beistand bei der Bessrung leiste, welche gute Werke schafft, und daß ich von Sünden rein, dir stets mög ergeben sein. 4. Segne mich mit Christi Blute und vergieb die Missethat, weil er es auch mir zu gute mildiglich vergossen hat. Gläubig halt ich mich daran, daß mich nichts verdammen kann. 5. Segne mich mit deinem Worte, schreib es in mein Herz hinein, daß es mag an jedem Orte meines Wandels RichtIommid med bon sport duft Hüter, wird die Nacht der Sünden nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darin ich verwickelt bin? schnur sein; leuchtet mir dies Lebenslicht, o dann fehl und fall ich nicht. 361 6. Segne mich in meinem Stande, leite mich zur Weisheit an, daß ich, frei von aller Schande, ihn mit Ehren führen kann. Laß ohn allen Heuchelschein mich in Wort und Thaten sein. 7. Segne mich in Kreuz und Leiden mit Vertrauen und Geduld; segne mich in Glück und Freuden mit dem Reichtum deiner Huld, daß ich dir im Unglück treu und im Glück voll Demut sei. 376. Eigne Melodie( 22). 8. So will ich für allen Segen Lob und Ehre, Preis und Dank dir zu deinen Füßen legen und es thun mein Leben lang, bis ich mit den Engeln dort vor dir jauchze fort und fort. E. Neumeister 1671-1756, odstirsun dilling op 530 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lichte werden, Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, falt und trübe, Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 362 D. Gebetslieder. 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. ichid ni limod 190 in Bocht 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen; aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Laß doch nicht den Geist der Seelen sich so quälen, zünd dein Feuer in mir an; laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken fann. 6. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben: Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein! roho 2. Jesu Hände, die da sorgen, daß auf eine gute Nacht folget jeßt ein guter Morgen, da man 7. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein klares Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. drie 8. Jesu, gieb gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an; denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christ. Friedr. Richter 1676-1711. The da nor do 377. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. Jesu Güte hat kein Ende, sie sicht, wie Gottes Macht mich, ist alle Morgen neu; das beweisen Jesu Hände, die da schaffen- oder Treu!-, daß ich leb, doch ich nicht hier, fondern Christus lebt in mir: d die Meinen, Hab und Gut hat beschüßt durch Jesu Blut. st hi unien bac and da 3. Jesu, dir sei Dank gegeben für die Treue deiner Händ, für die Gnade, für das Leben und was sie mir zugewendt. Ach, zich von mir bis ins Grab diese deine Händ nicht ab. III. Morgenlieder. 4. Sie sinds ja, darein ge= graben steht mein Nam mit deinem Blut, die mich selbst bereitet haben, mich gekrönt mit Himmelsgut; ja, sie sinds, die mich bis jetzt stets verforget und beschüßt. 5. Laß sie ferner mich umfassen, weil ich ihrer eigen bin, laß sie mich, mich sie nicht lassen. Die ses ist und bleibt mein Sinn: Sünde, dir entfage ich; Jesu, dir ergeb ich mich. 000 ILISEL 6. Nehmt mich auf, ihr Jesushände, schließt mich in des Vaters Herz und in Jesu Hut behende, in sein Leiden, Tod und Schmerz; in des höchsten Trösters Hand schließt mich und die mir verwandt. 7. Ach, mit Segen ob mir waltet, im Gebete stärket mich in dem Glauben mich erhaltet und daß Gott gefalle ich. Laßt mich, seines Geistes voll, leben, leiden, sterben wohl. chle 363 8. Macht mich los von meinen Sünden, laßt mich einen gnädgen Gott und ein gut Gewissen finden; jagt weg jagt weg Schrecken, Angst und Not. Steht mir bei, damit ja hier nichts Verdammlichs sei an mir. 9. Seid ihr alles mir in allen, meine Hülfe, was ich thu, mein Stab, wenn ich bin gefallen, mein Schuß, wenn ich geh zur Ruh, meine Freude, wenn ich wach, mein Arzt, wenn ich frant und schwach. ibi 10. Seid mein Leben, weil ich lebe und verbleibet ja bei mir, wenn ich meinen Geist aufgebe, den ich euch befehle hier; macht ihn alles Leides los und tragt ihn in Christi Schoß. 11. Ich indes bin voll Vergnügen, halt es für die höchste Freud, daß in euch verschlossen liegen ich, die Meinen, Land und Leut. Ich leb oder sterbe nu: weiß ich, daß ich in euch ruh. Ümilie Jul. Gräf. zu Schwarzb. Rudolft. 1637-1706. 364 D. Gebetslieder. 270 378. Mel.: Ich dank dir schon durch deinen Sohn. & DOD TORSION Mein erst Gefühl sei Preis und Dank, erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht lag ich und schlief in Frieden; wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet scist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lcbe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Christ. Fürchtegott Gellert 1716-1769. III. Morgenlieder. 379. 19. Eigne Melodie. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. do 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. spatcong dizain 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte und er2581 weck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht auf stehn. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr und mich der Satan 365 4. Laß uns ja das Sündenkleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Gerechtigkeit mög als wie ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher sein. mash380. Mel.: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht( 4). heilige Dreifaltigkeit, o hoch gelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn, heiliger Geist, heut diesen Pa Tag mir Beistand leist. i m 5. Ach, du Aufgang aus der Höh, gieb, daß auch am jüngſten Tage unser Leichnam aufersteh und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen fann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Ch. Knorr v. Rosenroth 1636-1689. nicht verletz noch mich in Schand und Schaden setz.de 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Weisheit mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 366 D. Gebetslieder. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei! mein Erlöser, hilf mir frei! O Tröster wert, weich nicht von mir, mein Herz mit werten Gaben zier! Jesu, süßes Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen, nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. YNG 381. Mel.: O Gott, du frommer Gott( 26). 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenken mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 5. Herr, segne und behüte mich; erleuchte mich, Herr, gnädiglich! Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, sie sei dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft; da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist. Martin Behm 1557-1622. 200 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus, ach allerliebstes Leben! Ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich; so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget. Laß meiner Seele sein dein Bildnis eingepräget in güldnem Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, die allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. III. Morgenlieder. 7. Bleib du mir diesen Tag stets vor den Augen schweben, laß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgeben, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. Dor deinen Thron tret ich hiemit, o Gott, und dich demütig bitt: wend doch dein gnädig Angesicht von mir, dem armen Sünder, nicht! 382. mibig Mel.: Herr Gott, dich loben alle wir( 4). he 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht nach deinem Ebenbild; in dir web, schweb und lebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderlich und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, des Lebens Notdurft giebst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich in Glück und Unglück meint. 367 8. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. Joachim Lange 1670-1744. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllenglut, das schwer Geset für mich erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt und mir das Herz im Leib verzagt, alsdann brauchst du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein Fürsprach allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud; ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, des Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich lauter dein. 368 D. Gebetslieder. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sakrament behalt und lieb bis an mein End; 10. Daß ich fest in Anfechtung steh und nicht in Trübsal untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freuden überwind. 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Morgenstund für alle deine Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat, Die 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib über mir heut Wach auf, mein Herz, und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. ausgespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freud, Leib und Seel in deinen Schuß ich dir befehl. 2. Heut, als die dunkeln Schatten mich ganz umgeben hatten, hast du, o Gott, gewehret, daß mich kein Leid versehret. 13. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, damit mein ganzes Christentum aufrichtig und rechtschaffen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sündenschuld und hab mit deinem Knecht Geduld; zünd in mir Glauben an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gieb. 383. Mel.: Nun laßt uns Gott, dem Herren. 15 15. Ein selig Ende mir bescher, am jüngsten Tag erweck mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich. Amen, Amen! erhöre mich. Bodo v. Hodenberg 1604-1650. hort 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, Trotz dem, der dich betrüge! schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch und mein Widder sind mein' Gebet und Lieder. III. Morgenlieder. 6. Die wirst du nicht verschmähen, du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Beffres habe. do mons) chim bouers this curs 9. Mit Segen mich beschütte, LAS RE mein Herz sei deine Hütte, dein 7. So wollst du nun vollen- Wort sei meine Speise, bis ich den dein Werk an mir und gen Himmel reiſe. Wie schön leuchtet der Morgenstern vom Firmament des Himmels fern, die Nacht ist nun vergangen. All Kreatur macht sich herfür, des edlen Lichtes Pracht und Zier mit Freuden zu empfangen. Was lebt, was schwebt hoch in Lüften, tief in Klüften, läßt zu Ehren seinem Gott ein Danflied hören. senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. montaz allo 384. Eigne Melodie. 2. Du, o mein Herz, dich auch aufricht, erheb die Stimm und säume nicht, dem Herren Lob zu bringen; denn, Herr, du bists, dem Lob gebührt und dem man 369 8. Sprich ja zu meinen Thaten; PASLA FOR hilf selbst das Beste raten; den TERDACHUK Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende. don Paul Gerhardt 1607-1676. djuste omr sutied billig musiziert, dem man läßt innig klingen mit Fleiß, Dank, Preis, Freudensaiten, daß von weiten man kann hören, dich, o meinen Heiland, ehren. 3. Du, o mein Jesu, meine Freud in aller Angst und Traurigkeit, du hast mich heut befreiet, du haft der Feinde Macht gewehrt, mir Schutz und sanfte Ruh beschert, des sei gebenedeiet. Mein Mut, mein Blut soll nun singen, soll nun springen, all mein Leben soll dir Dankeslieder geben. 24 370 D. Gebetslieder. 4. Ei mein Herr, süßer Lebenshort, laß ferner deiner Gnaden Pfort mir heut auch offen bleiben, sei meine Burg und festes Schloß und laß kein feindliches Geschoß daraus mich jemals treiben. Stell dich vor mich hin zu kämpfen und zu dämpfen Pfeil und Eisen, wenn der Feind will Macht beweisen. 5. Geuß deiner Gnaden reichen Strahl auf mich vom hohen Himmelssaal, mein Herz in mir erneue, dein guter Geist mich leit und führ, daß ich nach meines Amts Gebühr zu thun mich innig freue. Gieb Rat und That, laß mein Sinnen und Beginnen stets sich wenden, meinen Lauf in dir zu enden. 6. Wend Unfall ab, kanns anders sein, wo nicht, so geb ich mich darein, ich will nicht widerstreben. Doch komm, o süßer Morgentau, mein Herz erfrisch, daß ich dir trau und bleib im Kreuz ergeben. Bis ich endlich nach dem Leiden zu den Freuden werd erhoben, da ich dich kann ewig loben. Bescher uns, Herr, das täglich Brod; vor Teurung und vor Hungersnot behüt uns durch dein'n lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. 7. Indes, mein Herze, sing und spring, in allem Kreuz sei guter Ding, der Himmel steht dir offen. Laß Schwermut dich nicht nehmen ein, denk, daß die liebsten Kindelein allzeit das Unglück troffen. Drum so sei froh, glaube feste, daß das Beste, so bringt Frommen, wir in jener Welt bekommen. Burch, Wiesenmeyer † nach 1653. IV. Tischlieder. 385. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 2. Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt; ernähre uns, die Kinder dein, der du speis'st alle Vögelein. IV. Tischlieder. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm. Denn aller Ding du Schöpfer bist und allem Vieh sein Futter giebst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. Eigne Nun laßt uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren von wegen seiner Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben, dieselben zu bewahren, thut er nie etwas sparen. 386. Melodie. 3. Nahrung giebt er dem Leibe, die Seele muß auch bleiben, wiewohl tödliche Wunden sind kommen von den Sünden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben: Christus für uns gestorben, der hat das Heil erworben. 371 5. O Herr, gieb uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr; vor Teurung, Hunger, Seuch und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit. 6. Du unser lieber Vater bist, weil Christus unser Bruder ist; drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Nit. Herman f 1561. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall, der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben; im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, wollst uns hinfort behüten, die Großen mit den Kleinen, du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit zu preisen deinen Namen durch Jesum deinen Christum! Amen. Ludwig Helmbold 1532-1598. 23977 24* 372 D. Gebetslieder. 387. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. Speis uns, Vater, deine Kinder, sie uns zu diesem Leben Stärke, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Joh. Heermann 1585-1617. 388. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir( 4). Wir danken Gott für seine Gabn, die wir von ihm empfangen habn, und bitten unsern lieben Herrn, er woll hinfort uns mehr beschern, 2. Er woll uns speisen mit sein'm Wort, daß wir satt werden hier und dort; ach, lieber Gott, du wollst uns gebn nach dieser Zeit das ewge Lebn. 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns'r Gaft ge wesen bist; bleib du bei uns, so hats nicht not, du bist das rechte Lebensbrot. Unbekannt. Ders 1 n. 2 1589. V. Abendlieder. 389. Ach mein Jesu, sieh, ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt und die Finsternis sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete. Neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. Mel.: Unerschaffne Lebenssonne( 18). 2. Meine Tage gehn geschwinde wie ein Pfeil zur Ewigkeit, und die allerlängste Zeit saust vorbei als wie die Winde, fließt vorbei als wie ein Fluß mit dem schnellsten Wasserguß. V. Abendlieder. 3. Und, mein Jesu, sieh ich Armer nehme mich doch nicht in acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte; mein Erbarmer, mancher Tag geht so dahin, da ich nicht recht wacker bin. 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen, du erhältst, du schüßest mich Tag und Nacht so gnädiglich, und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun ich komme mit Verlangen, o mein Herzensfreund, zu dir: neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr ver2. Ach, lieber Herr, behüt uns heint in dieser Nacht vorm bösen Feind und laß uns in dir ruhen fein, daß wir vorm Satan sicher sein. 373 gangen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gönnen willt; mein Herz sei mit dir erfüllt, so wird mich nichts können quälen; denn wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. 390. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort( 4). Christ, der du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag; du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 7. Nun, mein teurer Heiland, wache, wache du in dieser Nacht; schüße mich mit deiner Macht; deine Liebe mich anlache. Laß mich selbst auch wachsam sein, ob ich gleich jetzt schlafe ein. Levin Joh. Schlicht 1681-1723. 3. Obschon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker sein; halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seele tracht, daß er an uns hab keine Macht. 374 D. Gebetslieder. 5. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein teures Blut, das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. 6. Befiehl dein'm Engel, daß er komm und uns bewach, dein Der lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet, die Welt hat sich zur Ruh gemacht, thu, Scel, was dir gebühret, tritt an die Himmelsthür und bring ein Lied herfür; laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin Eigentum, gieb uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 391. Eigne Melodie. 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl und gebet eure Strahlen, ihr macht die Nacht des Lichtes voll, doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schatz, mein Schuß, mein Eigentum. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreieinigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Ulberus c. 1500-1553. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Tieren, doch einer ist, der oben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlummert, Jesu, nicht dein Aug auf mich gericht, drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht Dies schlechte Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach, nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seele Freund. V. Abendlieder. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen, du wirst, mein Schußherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, auch selber nicht den Tod; denn wer mit Jefu schlafen geht, mit Freude wieder auferſteht. - 6. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dies sein mein Verlangen, daß ich mit lautem 375 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. Schall möcht rufen überall: Ach Jesu, Jesu, du bist mein und ich auch bin und bleibe dein. 7. Nun matter Leib, gieb dich zur Ruh und schlafe sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille. Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So wird der Schluß recht wohl gemacht. Nun Jesu, Jesu, gute Nacht! Christian Scriver 1629-1693. 392. Mel.: Welt, ich muß dich lassen( 11). Der Mond ist aufgegangen, 3. Wir stolze Menschenkinder die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar, der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. sind eitel arme Sünder und Wir wissen gar nicht viel. spinnen Luftgeſpinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 4. Gott, laß uns dein Heil schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein. 376 D. Gebetslieder. 5. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott! 393. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen( 11). Der Sabbath ist vergangen, ich habe mein Verlangen nach Herzenswunsch erfüllt; Gott hat mich unterweiset, mit Lebensbrot gespeiset und meiner Seele Durst gestillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh: denn allen Sündenschaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpurmantel zu. 3. O du dreieinigs Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin; ich habe 6. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns Gott mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch. Matth. Claudius 1740-1815. Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir bleibe, o Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe, geh Licht vom Lichte, dein leuchtend Angesichte treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zu schanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnüget; denn, wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel; es träumt mir nur vom Himmel; ach, wer doch nur bald droben wär! Benj. Schmold 1672-1737. 394. Mel.: Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet. auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. V. Abendlieder. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen! Dir sei die Ehr, daß alles wohlgelungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, was mich empfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzenskündiger, ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergieb es, Herr, was mir sagt mein Gewissen; Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen; Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 377 es ist mir leid, ich stell mich wieder ein, da ist die Hand: du mein und ich bin dein. 395. Mel.: Welt, ich muß dich lassen( 11). 5. Israels Schuß, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte; bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen. Lebenssonn, erquicke meinen Sinn. Dich laß ich nicht, mein Fels. Der Tag ist hin. Joach. Neander 1650-1680. 3. Gott, welche Ruh der Seelen nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 378 D. Gebetslieder. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben 396. Mel.: Werde munter, mein Gemüte( 33). Herr, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin. Lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mirs auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat, denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und vom Morgen bis jegund pfleget Herze, Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ich selber nicht kann zählen. und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. fürchtegott Gellert 1716-1769. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld. Ich bin freilich schwer beladen; doch vergieb mir alle Schuld. Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus und bewahre sonst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun; sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die That; wend auch alles andre Schrecken, das der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird, denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht: darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. V. Abendlieder. 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder 397. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend( 4). Hinunter ist der Sonne Schein, die finstre Nacht bricht stark herein: leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schad, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel haft behüt aus Gnad und väter licher Güt. Hirte deiner Schafe, der von hast du, lieber Gott, heut bestim met meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann 1648-1715. feinem Schlafe etwas wissen mag; deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren. 379 398. Mel.: Jesu, meine Freude. 3. Womit wir habn erzürnet dich, dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu: laß uns schlafen in Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns heut, o lieber Gott. Nik. Herman+ 1561.. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen; drum vergieb die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 380 D. Gebetslieder. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf im Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein. Decke zu mit Schuß und Ruh, so wird uns kein Graun erwecken, noch der Satan schrecken. Nun un ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 5. Wie? wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot bald tot! Doch haſt du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich, lieg ich nur in Jesu Wunden, sterb ich alle Stunden. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind: fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 6. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter du! Gute Nacht! Nimm mich in acht; und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. 399. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen( 11). Benj. Schmold 1672-1737. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelssaal: also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus: dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. V. Abendlieder. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei: Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt: es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm Nun sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsternis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 400. Eigne Melodie( 3). 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht, 381 sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein; will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: dies Kind soll unverletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben fein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schar. Paul Gerhardt 1607-1676. und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an, doch aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vors Gericht: ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 382 D. Gebetslieder. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf; ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. Nun sich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich. 401. Mel.: Welt, ich muß dich lassen( 11). 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schuß und Herze ein, die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du starker Zebaoth, im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Joh. Fr. Herzog 1647-1699. Treuer Jesu, wache du, weil ich jezund will einschlafen. Gieb mir und den Meinen Ruh, 3. Daß du mich stets umgiebest, daß du mich herzlich liebest und rufft zu dir hinein, daß du vergnügst alleine so wesentlich, so reine, laß früh und spat mir wichtig sein. 4. Ein Tag der sagt dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerh. Tersteegen 1697-1769. 402. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. bleib, o Hirte, bei den Schafen, schließ die Thüre selber zu, treuer Jesu, wache du. V. Abendlieder. 2. Treuer Jesu, weiche nicht, sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, das oft mit der Nacht einbricht, uns viel Ach und Weh erwecken. Bleib bei uns mit deinem Licht, treuer Jesu, weiche nicht. 3. Treuer Jesu, steh uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und kein Feind uns solchen raube; deine Hülfe mach uns frei. Treuer Jesu, steh uns bei. Unsre müden Augenlider schlieBen sich jetzt schläfrig zu und des Leibes matte Glieder grüßen schon die Abendruh; denn die trüb und finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht in der tiefen See verdecket und die Sterne aufgeſtecket. 403. Mel.: Werde munter, mein Gemüte( 33). 2. Ach bedenk, eh du gehst schlafen, du o meines Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet hast? Thu, ach thu bei Zeiten 383 4. Treuer Jesu, wenn es nu einmal mit mir kommt zum Sterben, so bring mich zu deiner Ruh, mache mich zum Himmelserben, schließ mir selbſt die Augen zu, treuster Jeſu, hilf mir du! 5. Treuer Jesu, nimm zu dir endlich mich und all die Meinen. Wenn der Tag nun bricht herfür, da du selber wirft erscheinen, führ uns durch die Himmelsthür liebster Jesu, ein zu dir. Unbekannt 1697. Buß, geh und falle ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverholen, daß ich diesen Tag vollholen, daß ich diesen Tag vollbracht anders, als du mir befohlen; ja, ich habe nicht betracht meines Lebens Ziel und Zweck, habe gleichfalls deinen Weg schändlich, o mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Sünde Straßen. 384 D. Gebetslieder. 4. Ach Herr, laß mich Gnad erlangen, gieb mir nicht verdienten Lohn; laß mich deine Huld umfangen, sich an deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan; Vater, nimm den Bürgen an; dieser hat für mich erduldet, was mein Unart hat verschuldet. 5. Sende deiner Engel Scharen als zur Wache mir herab, meine Seele zu bewahren, daß des Todes finstres Grab, daß das Übel, so bei Nacht unsern Leib zu fällen tracht, mich nicht mit dem Netz umdecke, noch ein böser Traum mich schrecke. 500 stolpst redientes de nosil 90 banned gro@ nism Hots is? 15 brysp( bid Werde munter, mein Gemüte, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat gethan an mir; da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag hat beschüßzet und erhalten und ließ seine Hände walten. 6. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich sanft und wohl; gieb mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenröt aufgehet und man von dem Bett aufstehet. GIN 7. Vater droben in der Höhe, dessen Nam uns teur und wert, dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brot werd uns beschert, und vergieb uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld, laß uns nicht Versuchung töten, hilf uns, Herr, aus allen Nöten. 404. Eigne Melodie. duits Joh. frand 1618-1677. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigfeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch die Feind hinweggetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. V. Abendlieder. 3. Keine Klugheit kann ergründen deine Güt und Wunderthat, ja kein Redner kann verkünden, was dein Hand erwiesen hat. Deiner Wohlthat ist zuviel, sie hat weder Maß noch Ziel; ja du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, die betrübte Nacht bricht an, es ist hin der Sonne Prangen, so uns all erfreuen kann; stehe mir, o Vater, bei, daß dein Glanz stets vor mir ſei und mein kaltes Herz erhige, ob ich gleich im Finstern size. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Missethat, die mein armes Herz beladen und so gar vergiftet hat, daß auch Satan durch sein Spiel mich zur Hölle stürzen will; da kannst du allein erretten, strafe nicht mein Übertreten. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein, hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die 385 Sünde, die ich stets in mir befinde. 7. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigfeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel schier; da ich mich so sehr betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 8. S 8. Schüße mich vors Teufels Netzen, vor der Macht der Finsternis, die mir oft des Nachts zusetzen und erzeigen Kümmernis. Laß mich dich, o wahres Licht, immerdar verlieren nicht, wenn ich dich nur hab im Herzen, fürcht ich nicht der Seele Schmerzen. 9. Wenn mein Augen schon sich schließen und ermüdet schlafen ein, soll mein Herz dennoch geflissen nur auf dich gerichtet ſein; meine Seele mit Begier träume stets, o Gott, von dir, daß ich fest an dir bekleibe und auch schlafend dein verbleibe. 10. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh; alles Übel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu. Leib 25 386 D. Gebetslieder. und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen sein in deinen Schuß geschlossen. ting on 11. Ach bewahre mich vor Schrecken, schütze mich vor Überfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Krieges Schall; wend ab Feur und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod, laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 125 C 12. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat, Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rat, und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ia es soll geschehen. Joh. Rist 1607-1667. VI. Anfang und Schluß Thank 2. Ich grüße diesen lieben Morgen und küsse Gottes Vaterhand, die diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach Herr, wer bin ich armer doch? du sorgst für mich, ich lebe noch. 405. ni om Mel.: Nach einer Prüfung Ein neuer Tag, ein neues Leben geht mit der neuen Woche an, Gott will mir heut aufs neue geben, was mir sonst niemand geben kann; denn hätt ich seine Gnade nicht, wer gäbe mir sonst Trost und Licht? der Woche. 1021 kurzer Tage( 15). DI 3. Nun, das erkennet meine Seele und giebt sich selbst zum Opfer hin, doch weil ich noch in dieser Höhle mit Not und Tod umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir, denn meine Hülfe steht bei dir. nd namiz 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn. Ach laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch und Blute ziehn; gieb deinen Geist, der mich regier und nur nach deinem Willen führ. VI. Anfang und Schluß der Woche. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer essen, so laß es doch gesegnet sein, und was du sonsten zugemessen, das richte mir zum besten ein. 1. Ich bitt um keinen Überfluß, nur was ich nötig haben muß. 19m) In n Gottes Namen fang ich an, was mir zu thun gebühret; mit Gott wird alles wird alles wohlgethan und glücklich ausgeführet; was man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und kann uns TOXI #FF! S auch gedeihen. idol niom the 406. o do dn Mel. Es ist das Heil uns kommen her( 25). TOIDU pour 93 62. Gott ists, der das Vermögen schafft, was Gutes zu vollbringen. Er giebt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entſteht und dergeſtalt zur Nahrung geht, daß wir Genüge haben. 0 0 0 6. So thue nun, mein Gott, das Deine und laß mich auch das Meine thun: behüte beides, groß und kleine, daß sie auf deiner Huld beruhn, und daß ein jedes diesen Tag mit dir vergnügt beschließen mag. inte 99988 Benj. Schmold 1672-1737. 2909 UITL 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, der wird ja leichtlich reich gemacht durch Gottes unidade 387 milden Segen; da wird der Fromme froh und satt, daß er von ſeiner Arbeit hat auch Armen Brot Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket fie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt, ihr Land und füllet sie mit Freuden. bi on i0333001248 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu, ererbe deinen Segen. 25* 388 D. Gebetslieder. 3. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. 1900 190 hun di mop & that and dorg shodon bonis mu tiigrute him ad god sutrs Jod 19407.9 190 mm ter ou nomme der der 7. Nux, Jesu, komm und bleib bei mir; die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gieb, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange.it Sal. Liscow 1640. EN900 ind somut gid, udad ti Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte( 15). dip2 and inff Mel.: O So ist die Woche nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht! Wie sich dein Segensquell ergossen, so bin ich noch weh Zuversicht, daß er sich weiterhin ergießt und unaufhörlich auf mich fließt. sie mag 2. Ich preise dich mit Hand und Munde; ich lobe dich, so hoch ich kann; ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrauch ist. in 30918 19 sdig lek gad thek 3. Hat mich bei meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gabst du auch die Kraft zu tragen; zudem ist es voll Heil und Frucht durch deine Lieb, o Herr, zu mir, und darum dank ich auch dafür. dank bant ich, ar 4. Nur eines bitt ich über alles ach, du versagst mir solches nicht, gedenke keines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht, mein Jesus, der die Missethat auf ewig schon gebüßet hat. ndë this is spa 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen, du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünd ist leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll als ein Gerechter leben soll. VII. Auf Reisen. di 6. Mein Glaube hält an diesem Segen und will also den Wochenschluß vergnügt und froh zurücke legen, da der Trost mich ergeßen muß, daß ich ja soll in Christo dein und schon in Hoffnung felig sein.erm; 7. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast beſtimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. thi VII. Auf Reisen. 408. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte( 15). Wer nur mit seinem Gott verreiset, der findet immer Bahn gemacht, weil er ihm lauter Wege weiset, auf welchen stets sein Auge wacht. Hier gilt die Losung früh und spat: Wohl dem, der Gott zum Führer hat! 2. Wenn Jakob durch die Wüsten gehet, trifft er ein liebes Bethel an. Wenn Israel am Jordan stehet, zeigt ihm der 389 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an. Ach ja, da teilt dein Wort und Haus den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir künftge Woche giebst; du wirst, es in der That erweisen, daß du mich je und immer liebst und leiteſt mich nach deinem Rat, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdm. Neumeister 1671-1756. Herr ein Kanaan. Geht David in das Thal hinab, so lehnt er sich auf Gottes Stab. in 3. Gott hat sich gar zu sehr verbunden, daß er will bei den Seinen sein. Kein Ort wird in der Welt gefunden, er zieht mit ihnen aus und ein, durch Feuer und durch Wassersnot, auch selber mitten durch den Tod. 390 D. Gebetslieder. 4. Er leitet uns mit seinen Augen, er gängelt uns mit seiner Hand; wenn Luft und Wetter nicht mehr taugen, so überdeckt uns sein Gewand. Ja, seine Liebe kann allein der beste Schirm im Sturme sein. 5. Er ist uns Wolk- und bei als auch bei Nacht. Durch ihn wird uns die längste Meile zu einem Schritte nur gemacht. Kein Stein wird in den Weg gelegt, den er nicht auf die Seite trägt. Maard 19091 llo dun SDC dem D 6. Er selbst ist Wahrheit, Weg 949 Mindene und Leben, und wer ihm folgt, der irret nicht. Er hat die Hand kuns bei uns drauf gegeben, daß uns bei ihm kein Leid geschicht, und wenn der Weg voll Drachen wär: so geht sein Schutz doch vor uns her.fol 80% ch olla nop sonno smise 8. So wallen wir hier auf der Erden, wo wir nur lauter Pilger sein, bis uns das Vaterland wird werden, da gehen wir zum Himmel ein; ein sanfter Tod zeigt uns die Bahn, wie man zur Heimat kommen kann. 7. Die Wagenburg ist stets geschlagen, die dort um Dothans Berg gesetzt. Er lässet uns auf Händen tragen, daß uns kein Stoß den Fuß verletzt. Die Engel müssen, wo wir gehn, zur Rechten und zur Linken stehn. 9. Indessen lassen wir uns führen, wie Gottes Hand den Wagen lenft, weil wir aus ſeiner Leitung spüren, daß er auf unser Bestes denkt; und ob es wunderlich gleich scheint, gnug, daß es selig ist gemeint. dom 10. Wir reisen, Herr, in deinem Namen, sei du Gefährte, Weg und Stab. Die Helden, die zu Jakob kamen, send auch zu unſerm Schutz herab. Mach Aus- und Eingang so beglückt, daß uns tein Fall das Ziel verrückt. al 11. Bleib bei uns, wenns will Abend werden, gieb Licht durch deine Gegenwart. Sei unser Leitstern hier auf Erden, und ist der Kreuzsteg schwer und hart, so tröst uns mit der Rosenbahn, die man dort oben laufen kann. 1-510 VIII. Hausstand. 12. Wirst du mit uns auf diesem Wege durch deinen Schutz und Leitung sein und auch indessen deine Pflege den Hinterlassenen verleihn, so soll das unser Opfer sein: Gelobet sei der Herr allein! and 13dt 1111119 DRIT VIII. Hausstand. 13. Wir wollen einen Altar bauen, der Eben- Ezer heißen soll; daran soll man die Worte schauen: Gott führet seine Kinder wohl; und also findt die Losung statt: Wohl dem, der Gott zum Führer hat. Benjamin Schmold 1672-1737. P 15 TH 15 and 409. 1900 Do do dr Jugd Castroes prost stbromop Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. ie ſchön leuchtet der og Ich und mein Haus wir sind de em bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gieb deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen; dir nur ' ulotun soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. und 391 3. Gieß deinen Frieden auf dies Haus und alle, die drin wohnen aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe allezeit zum PALEONTO TOUR Dulden, Tragen sein bereit voll Demut, sanft und linde. Liebe übe jede übe jede Seele; keinem fehle, dran man fennet den, der sich den Deinen nennet. 3075 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit kindlichem Gemüte, selig, fröhlich selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 392 D. Gebetslieder. 6. Und endlich flehnt wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist als nur dein Geist regieret. Der ists, der alles wohlbestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles lieblich zieret. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause 77 loben. 5. Giebst du uns irdisch Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schäßen einer Welt nicht zu ersehen. stock machi 410. Holand Eigne Melodie. Tahes, m 281494 selig Haus, wo man dich aufgenommen, du wahrer Seelenfreund, Herr Jesus Christ, wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und Liebste bist; wo aller Herzen dir entgegenschlagen, und aller Augen freudig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen und alle deines Winks gewärtig stehn. umbo 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; K. 3. Dh. Spitta 1801-1859. namerous, 190 CIL wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten wie am bösen Tag! 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Muttterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sam- f meln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! VIII. Hausstand. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 411. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Baterhaus. K. J. Ph. Spitta 1801-1859. Mel.: O Gott, du amatspogu du frommer Gott. Namen schreibt ins Buch des Herr Was Gott zusammenfügt, das soll der Mensch nichtscheiden, drum gehen wir dahin in Gottes 1. episod Fried und Freuden. Der unsere and 19de du opstapil ostis musdoj sun nepunhao& 13) modialdug 393 Lebens ein, er selon uneth wird Schild und Lohn uns sein. 192dour namntonopti Benj. Schmold(?) 1672-1732. and ná. 316 Jan2 majad mo sigt 412. dm stitisie od domo pid no our Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten jung und alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn und unverrückt beisammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. 394 D. Gebetslieder. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, an Ästen schön, an Zweigen reich; das Weib gleich einer Reben, die feine Träublein trägt und nährt und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Mannes Sonne, Hauses Wonne, Ehrenfrone! Gott denkt dein bei seinem Throne. 80 m... 4. Sei gutes Muts; wir sind THE TITEL motoruy es nicht, die diesen Orden auf gericht, es ist ein höhrer Vater; o fill do! www der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen lässet schießen; jedennoch, wer sich in Geduld ergiebt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Sige, schwize nur ein wenig, unser König wird behende machen, daß die Angſt sich wende. wom o unde 13779 6. Wohl her, mein König, nah Herzu! Gieb Rat im Kreuz, in Nöten Ruh, in Ängsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis, wir wollen singen bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen! Paul Gerhardt 1607-1676. pizdiheni ranshillabe tod umpte in obildnsonn Wohl einem Haus, da Jeſus Christ allein das All in allem ist. Sa, wenn er nicht darinnen wär, wie finster wärs, wie arm und leer! 413.b dindi Hou Hod n ndoi pinos Mel.: Wo Gott zum Haus nicht giebt sein Gunst( 4), aind 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. IX. Obrigkeit. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn das Rauchwerk 102 im Gebet beständig in die Höhe geht und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer Bened Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind und wenn sie Kind und Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück; dann bleibet ihrer keins zurückist moldunts 2. Gott woll uns hoch beglücken, mit allem Guten schmücken das ganze Königshaus, darüber 395 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht. Die Eltern werden hoch erfreut und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die en fann. 16 Seinen segnen kann. 90i9d 900 IX. Obrigkeit. CHODINY 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: Wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Hauß stehn bei dem Herrn! Ch. K.£. v. Pfeil 1712-1784. 414. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen( 11). Gott woll uns hoch beglücken, mit steten Gnadenblicken auf unsern König sehn; ihn schüßen auf dem Throne, auf seinem Haupt die Krone lang und zum Segen lassen stehn. mächtig walten, den teuren Stamm erhalten bis in die fernste Zeit hinaus. 3. Gott woll uns hoch beglücken, ein Gottessiegel drücken auf jede Königsthat, daß Freud aus ihr die Fülle und Heil und Segen quille zum Wohl, das keinen Wandel hat.per nomzo Klaus Harms 1778-1855. 396 D. Gebetslieder. 415. Mel.: Aus meines Herzens Grunde( 27). Jehovah, Herr und König der Könige und Herrn! Dir ist man unterthänig, du herrschest nah und fern. Du hocherhabner Fürst von Himmel, Erd und Zeiten, du sehest Obrigkeiten, die du erhalten wirst. 2. Es sagen deine Knechte, daß feine Obrigkeit als nur durch deine Rechte und dein Gebot gebeut; du hast sie hoch geschätzt, wer ihr zuwider lebet, derselbe viderstrebet dem selbst, was Gott gesetzt. 13 3. Ach lieber Vater, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich erkenn und ehre, was deine Ordnung heißt. Sie tragen ja dein Bild; gieb, daß ich Demut übe und sie in Ehrfurcht liebe, wie du es haben willt. 40 and 4. Verleihe deine Güte und sende Recht und Licht. Gieb ihnen ins Gemüte viel Weisheit zum Gericht, damit ihr Regiment den Unterthanen nüßet, die Unterthanen schüßet, den Guten Sieg vergönnt, 5. Damit durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehrbar Leben führen in wahrer Frömmigfeit. Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand. 6. Die uns allhie regieren, Herr, die regiere du durch deines Geistes Rühren und Weisheit tes en fie bie 201 immerzu. Laß sie die Pfleger sein der gläubigen Gemeinde und JUDIT VAUNUDO als getreue Freunde ihr heilge Sorgfalt weihn. CUPA ( 10 Mamia 7. Verschone ihre Mängel, laß's ihnen wohl ergehn, laß deine guten Engel als Wächter um sie stehn. Herr Gott, du segnest gern; wir bitten ohn Ermüden, schaff unsern Grenzen Frieden durch Jesum, unsern Herrn! 200 id diz Ph. fr. Hiller 1699-1769. 1DEA IX. Obrigkeit. 416. Mel.: Freu dich ſehr, s meine Seele( 33). Dater, kröne du mit Segen in unsern König und sein Haus, führ durch ihn auf deinen Wegen herrlich deinen Ratschluß aus. Deiner Kirche sei er Schutz, deinen Feinden biet er Truß; sei du dem Gesalbten gnädig, segne, segne unsern König! 2017 19058 SHE C 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, reich ihm deines Geistes Schwert, daß Gerechtigkeit und Milde ihm des Friedens Heil gewährt. Mach ihm leicht die schwere Last, die du auferlegt ihm hast; sei in Jesu du ihm gnädig, schüße, segne unsern König. 3. Sammle um den Thron die Treuen, die mit Rat und frommem Flehn fest in deiner Streiter Reihen für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron eine Burg, o Gottes Sohn; sei du ihm auf ewig gnädig, leite, segne unsern König! SCHOES CA Dus 4. Nähre du die heilge Flamme, die das Herz des Volks erneut, 1910 19 TO daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht hast du 397 über ihm gewacht; du erhielteſt ihn uns gnädig, segne, segne unsern König!. spinar 5. Fürchtet Gott, den König ehret! das, o Herr, ist dein Gebot, und du hast es selbst bewähret, warst gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir; drum so beten alle wir: Vor dem Bösen schüß uns gnädig, Gott, erhalte unsern König! at smid 6. Gieb uns Mut in den Gefahren, wenn der Feind uns ernst bedroht, daß wir Treue dann bewahren, gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier; Gott mit uns! so siegen wir. Deine Treuen frönst du gnädig, segne, segne unsern König! dic 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden auch in unserm Lande aus, daß wir deine Bürger werden, ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigkeit gieb uns Gott zu aller Zeit; sei du deinem Volke gnädig, segne, segne unsern König! H Wilh. Hülsemann 1781-1865. 398 D. Gebetslieder. You 1000 mm X. Gewitter.dź, and anx noasdont on p tinka 417. bon romant god and modo in Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein( 4). mindo na bili Es kommt ein Wetter, wie ich hör, es donnert stark und bliget sehr; ach Gott, mein Vater, wo bist du? deck uns mit deinen Flügeln zu. 4. Ach, Vater, durch die Vatergnad gieb, daß das Wetter ja nicht schad; uns, Land und Leute, Hab und Gut beschüße unsres Jesu Blut. 2. Wir haben es zwar sehr verschuldt: wir kennen aber deine Huld, die größer denn die große Welt und unsre Buß für gültig hält. 3. Wir stellen uns vor deinen Sohn, der unser Wort auch redet schon, durch dessen Kreuz und blutgen Tod hilf uns aus dieser Wettersnot. 967-1962 19in 10-1190 5. Es soll dir, großer Helfersmann, ein jeder danken, wie er kann, und sagen: wer will aus der Not, der trane einzig unserm Gott. 6. Denn außer dir ist ja fein Gott, der helfen könnt aus solcher Not; drum, wer will Hülfe haben gern, der suche mit uns dich, den Herrn. Die Ernt ist nun zu Ende, der Segen eingebracht, woraus Gott alle Stände satt, reich und fröhlich macht; der alte Gott Amilia Juliane Gräfin von SchwarzburgRudolstadt 1637-1706. voljodlim no tidy and mini XI. Ernte. and mock de Hodal 418. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. lebt noch, man kann es deutlich merken an so viel Liebeswerken, drum preisen wir ihn hoch. XI. Ernte. 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft ohn unsre Bitte gethan, was uns gefällt; die immer noch geschont, obgleich wir gottlos leben, die Fried und Ruh gegeben, daß jeder sicher wohnt.dp dnp 3. Zwar manchen schönen Segen hat böses Thun verderbt, den wir auf guten Wegen sonst hätten noch ererbt; doch hat Gott mehr gethan aus unverdienter Güte, als Mund, Herz und Gemüte nach Würden rühmen fann. 4. Er hat sein Herz geneiget uns Sünder zu erfreun, und gnugsam sich bezeiget durch Regn und Sonnenschein; wards aber nicht geacht, so hat er sich verborgen und durch verborgnes Sorgen zum Beten uns gebracht. 10 5. O allerliebster Vater, du hast viel Dank verdient; du mildester Berater machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir für abgewandten Schaden, für viel und große Gnaden, Herr Gott, wir danken dir. $ 399 6. Zum Danke kommt das Bitten: du wollest, frommer Gott, vor Feuer uns behüten und aller andern Not! Gieb friedevolle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben, regier die Obrigkeit.d 17. Besonders laß gedeihen dein reines, wahres Wort, daß wir uns dessen freuen, und auch an unserm Ort dies gute Samkörnlein verlangte Früchte bringe und wir in allem Dinge recht fromme Leute sein... 8. Gieb, daß zu dir uns lenket, was du zum Unterhalt des Lebens hast geschenket; daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben, o laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, da er der Ruh geneußt, da ihm kein Leid bewußt: so bewußt: so ernten wir mit Freuden nach ausgestandnen Leiden die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann um 1723. 400 D. Gebetslieder. 419. Mel.: Nun lob, mein Seel, den Herren. Nun lasset uns Gott preisen für seine Güt und Wunderthat; laßt uns ihm Dank erweisen, da er uns so gesegnet hat; die Frucht hat er gegeben gar reichlich auf dem Land, hat unser armes Leben versorgt mit milder Hand, daß alles wohlgeraten, was man gesäet aus und durch seine Gutthaten ist wohl gebracht nach Haus. 2. Wer sollt das nicht erkennen für Gottes Macht und weisen Rat! Wer sollt das nicht bekennen für unsres Gottes Wunderthat! Nichts ist der, welcher säet, nichts, der da schneidet ein, nichts, der damit umgehet, nichts, der es führet ein; Gott muß mit seinem Segen uns selbst zur Seite stehn; an dem ist es gelegen, er frönt mit Wohlergehn. 3. Und da er nun in Gnaden dies Jahr an unser Feld gedacht, daß wir ohn allen Schaden die Frucht in unsre Scheuern bracht, so soll man ihn ja preisen und rühmen die Wohlthat, ihm Ehr und Lob erweisen für solche große Gnad, von Herzensgrund ihm danken und loben mit dem Mund, in Werken auch nicht wanken von ihm zu keiner Stund. 4. Da solches nun geschehen, so leite mich, du treuer Gott, und laß von deiner Höhe gesegnet sein mein täglich Brot; laß mich es auch genießen christlich in meinem Haus, daß milde Gaben fließen zu Armen auch heraus, und ich nicht nur hier zeitlich an Früchten werde reich, sondern dereinst auch selig ererb das Himmelreich. Josua Wegelin 1604-1640. uts 420. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte( 15). Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber teilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; ach lieber Gott, wer ist dir gleich? XII. Krieg und Friede. 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Notdurft keinem fehlen, denn du weißt allen vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonnenstrahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zum Brot; es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder hier ist gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert als wir zusammen alle wert. 401 6. Wir wollens auch keinma. vergessen, was uns dein Segen träget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. 09 120 121 Kaspar Neumann 1648-1715. XII. Arieg und Friede. 421. Mel.: Nun lob, mein Seel, den Herren. Gott Lob, nun ist erschollen das edle Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenmdsprsidoak tium tröst 15 1909 fragol HA 26 spiel hervor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen, vollen Chor. Erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich! 402 D. Gebetslieder. 2. Wir haben nichts verdienet als schwere Straf und großen Zorn, weil stets noch bei uns grünet der freche, schnöde Sündendorn. Wir sind fürwahr geschlagen mit harter, scharfer Rut und dennoch muß man fragen: wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Das drückt uns niemand beffer in unsre Seel und Herz hinein als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein, ihr vormals schönen Felder mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Haid, ihr Gräber voller Leichen und blutgen Heldenschweiß, der Helden, deren gleichen auf Erden man nicht weiß. 4. Sei tausendmal willkommen, du teure, werte Friedensgab! Jehzt sehn wir, was für Frommen dein Beiunswohnen in sich hab. In dir hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 5. Ach, laß dich doch erwecken, wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als das letzte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muts; der Friede, den er giebet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben im ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt 1607-1676. 422. Mel.: Herr, wie du willst, so schicks mit mir( 25). Herr, err, der du vormals hast dein die Sünd und Missethat, die Land mit Gnaden angeblicket und des gefangnen Volkes Band gelöst und es erquicket; der du dein Volk vor begangen hat, hast väterlich verziehen; XII. Krieg und Friede. 2. Herr, der du deines Eifers Glut hast vorher abgewendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Huld gesendet: ach, frommes Herz, ach unser Heil, nimm weg und heb auf in der Eil, was uns anjetzo fränket.com 3. Lösch aus, Herr, deinen großen Grimm im Brunnen deiner Gnaden! Erfreu und tröst uns wiederum nach ausgestandnem Schaden! Willst du denn zürnen ewiglich, und sollen deine Fluten sich ohn alles End ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben, und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach, gieß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. OUTCONS 5. Ach, daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede sollt an allem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach, daß uns doch Gott sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende! 403 6. Ach, daß doch dieſe böſe Zeit sich stillt in guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hülfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Not nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall werd recht erkannt, ja stetig bei uns wohne. 8. Die Güt und Treue werden schön einander grüßen müssen; Gerechtigkeit wird einher gehn und Friede wird sie küssen. Die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes thun: das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben. Gerechtigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt 1607-1676. 26* 404 D. Gebetslieder. 423. Mel.: Nun danket alle Gott. Herr Gott, dich loben wir, regier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Glut in unsern Herzen glimmen. Komm, komm, o edle Flamm, ach komm zu uns allhier, so singen wir mit Bust: Herr Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir; wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit freudigem Gemüte. Es steiget unser Lied bis an die Himmelsthür und tönt mit lautem Schall: Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gott Lob, wir sind in Ruh, Herr Gott, wir danken dir! 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert zerbrochen und zerschlagen. Der Strick ist nun entzwei; darum so singen wir mit Herz und Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir! 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar hast weggeraffet, es hat die Vaterhand uns deine Gnadenthür jetzt wieder aufgethan: Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuſer, den frommen Fürstenstamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten hast; gieb ferner Guad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir! 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfülle nach Begier, o Vater, unsern Wunsch. Herr Gott, wir danken dir! Joh. Franc 1618-1677. E. Kreuz- und Großklieder. I. In allgemeiner Not. 424. Mel.: Vater unser im Himmelreich. Ach Gott, wie manches Herzeleid begegnet mir zu dieser Zeit; der schmale Weg ist Trübsal voll, den ich zum Himmel wandern soll; wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hülf und Rat allzeit gewiß gefunden hat; niemand jemals verlassen ist, der getraut hat auf Jesum Christ. 3. Du bist der große Wundermann, das zeigt dein Amt und dein Person. Welch Wunderding hat man erfahrn, daß du, mein Gott, bist Mensch geborn und führest uns durch deinen Tod ganz wunderlich aus aller Not. 4. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein. Es kann kein Trauern sein so schwer, dein süßer Nam erfreut vielmehr; kein Elend mag so bitter sein, dein süßer Nam der linderts fein. 5. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 6. Kein beffre Treu auf Erden ist denn nur bei dir, Herr Jesu Christ, ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest, du bist mein rechter, treuer Hirt, der mich ewig behüten wird. 406 E. Kreuz und Trostlieder. 7. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, meins Herzens Schatz und mein Reichtum, ich kanns doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam erfreuen kann; wer Glaub und Lieb im Herzen hat, der wirds erfahren mit der That. 8. Drum hab ichs oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, so wollt ich den Tod wünschen her, ja, daß ich nie geboren wär; denn wer dich nicht im Herzen hat, der ist fürwahr lebendig tot. 9. Jesu, du edler Bräutgam wert, mein höchste Zier auf dieser Erd, an dir allein ich mich ergeß weit über alle güldnen Schäßz; so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. 10. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir, wenn ich in Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geiſt bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sei. Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung seket, der behält ganz unverletet einen freien Heldenmut. 11. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröhlich tragen nach; mein Gott, mach mich dazu bereit, es dient zum besten allezeit, hilf mir mein Sach recht greifen an, daß ich mein'n Lauf vollenden kann. with SOR 12. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt, erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier, o mein Heiland, wär ich bei dir! 425. Eigne Melodie. Martin Moiler 1547-1606. 2. Der mich hat bisher ernähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. I. In allgemeiner 27ot. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was Vergnügung pflegt zu bringen und man in der Welt nicht findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken, was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad er geben und ihm alles heimgestellt. Auf Gott und nicht auf meinen Rat will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, von ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 426. Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch einSchmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 407 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen, es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben, wie Gott will, so muß es bleiben, wenn Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben, ich verlasse mich auf ihn; ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. di! Unbekannt 1676. 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe. unde 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 408 E. Kreuz- und Trostlieder. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 427. Eigne Melodie. Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not; der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten, mein Unglück kann er wenden, steht all's in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. EDUT J01 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern; seid fröhlich, ihr Gerechten, der Herr hilft seinen Knechten. Chr. F. Gellert 1716-1769. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Sterben ist mein Gewinn und Christus ist mein Leben; dem thu ich mich ergeben; ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. O mein Herr Jesu Christ, der du so g'duldig biſt für mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworben, auch uns allen zugleiche das ewge Himmelreiche: 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß selig ich abscheide zur ewgen Himmelsfreude. 6. Amen zu jeder Stund sprech ich aus Herzensgrund; du wollest du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. Sigismund Weingärtner um 1600. I. In allgemeiner Not. 428. Mel.: Herzlich thut mich verlangen( 28). Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl ergehn, auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hin409 dern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn: was er sich vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. E. Kreuz- und Trostlieder. 8. Ihn, ihn laß thun und dein Herze lösen von der so walten, er ist ein weiser Fürst schweren Last, die du zu keinem und wird sich so verhalten, daß Bösen bisher getragen hast du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 410 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und sollst du für und für in Angst und Nöten schweben, so frag er nichts nach dir; 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst; er wird 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron. Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem. der dein Leid gewandt. Dennoch bleib ich stets an dir, wenn mir alles gleich zuwider; keine Trübsal drückt in mir die gefaßte Hoffnung nieder, daß, wenn alles bricht und fällt, dennoch deine Hand mich hält. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Not; stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit HA DE deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt 1607-1626. 429. Mel.: Jesus, meine Zuversicht( 17). 2. Leite mich nach deinem Rat, der wohl wunderlich geschiehet, aber endlich in der That nur auf meine Wohlfahrt siehet; denn du führst es wohl hinaus, sieht es gleich verkehret aus. I. In allgemeiner Not. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich ausgekämpfet habe, führe mich die Lebensbahn zu dem Himmel aus dem Grabe: endlich zeige mir das Los in der Auserwählten Schoß. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe, der Reichtum seiner Fülle giebt mir die Füll und Hülle. 430. and mind dair Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren( 2). Der Herr, der aller Enden regiert 6. Und ob ich gleich vor andern mit seinen Händen, der Brunn, der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. im finstern Thal muß wandern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vor dem Unglücke. 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rat in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Not zu rücken. 411 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir ergehen; dennoch bleib ich stets an dir, dennoch bleib ich feste stehen; ich muß, Trotz sei aller Pein, dennoch, dennoch selig sein. Benj. Schmold 1672-1737. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schützt mich vor bösen Leuten, dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Öle und füllest meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Mutes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. 412 E. Kreuz- und Trostlieder. 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest und Frommsein wohl belohnest. 431. Mel.: Ermuntre dich, mein schwacher Geist. Du bist ein Mensch, das weißt du wohl, was strebst du denn nach Dingen, die Gott, der Höchst, alleine soll und kann zu Werke bringen? Du fährst mit deinem Wiß und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin und denkst: wie wills auf Erden doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst. Du wirst fürwahr mit allem deinem Dichten auch nicht ein einges, kleinstes Haar in aller Welt ausrichten, und dient dein Gram sonst nirgend zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmerzen stürzest und selbst das Leben kürzest. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch rühmen, singn und loben. Paul Gerhardt 1607-1676. 3. Willst du was thun, das Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf dein Sorgen auf den Held, den Erd und Himmel scheuct, und gieb dein Leben, Thun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand, so wird er deinen Sachen ein fröhlich Ende machen. 4. Wie oft bist du in große Not durch eignen Willen kommen, da dein verblendter Sinn den Tod fürs Leben angenommen; und hätte Gott dein Werk und That ergehen lassen nach dem Rat, in dem dus angefangen, du wärst zu Grund gegangen. 5. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir verwirren, erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüt und die so reine Vatergüt, in der uns arme Sünder er trägt als seine Kinder. I. In allgemeiner Not. 6. Ach, wie so oftmal schweigt er still und thut doch, was uns nüzet, da unterdessen unser Will und Herz in Ängsten fizet, sucht hier und da und findet nichts, will sehn und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden und kann den Weg nicht finden. 7. Gott aber geht gerade fort auf seinen weisen Wegen, er geht und bringt uns an den Port, da Sturm und Wind sich legen. Hernachmals, wenn das Werk geschehn, so kann alsdann der Mensch erst sehn, was der, so ihn regieret, in seinem Rat geführet. 8. Drum, liebes Herz, sei wohlgemut und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht dein Bestes vorzunehmen: er kanns nicht lassen, glaube mir; sein Innerstes ist gegen dir und uns hier allzusammen voll allzusüßer Flammen. 413 9. Er glüht und brennt vor Gnad und Treu, und also kannst du denken, wie seinem Mut zu Mute sei, wenn wir uns oftmals kränken mit so vergebner Sorgenbürd, als ob er uns nun gänzlich würd aus lauter Zorn und Hassen ganz hülf- und trostlos lassen. 10. Das schlag ginweg und laß dich nicht so ohne Grund bethören! Obgleich nicht allzeit das geschicht, was Freude kann vermehren, so wird doch wahrlich das geschehn, was Gott, dein Vater, ausersehn, was er dir zu will kehren, das wird kein Mensch verwehren.er tower mong 11. Thu als ein Kind und lege dich in deines Vaters Arme, bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme, so wird er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohlgehaltnem Ringen aus allen Sorgen bringen. P. Gerhardt 1607-1676. E. Kreuz- und Trostlieder. 432. Mel.: Was Gott thut, das ist wohl gethan. Fin Christ fann ohne Kreuz nicht sein; drum laß dichs nicht betrüben, wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, je ernster sind des frommen Vaters Schläge. Schau, das sind Gottes Wege! 414 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Gott wills nicht anders haben. Auch dieses Lebens Not und Bein sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein, so geh es ein: es kommt von Liebeshänden; Gott wird nichts Böses ſenden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das Kreuz lehrt fleißig beten, zieht ab vom eitlen Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin mit schnödem Sinn, wenns nun zu dir gekommen; es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das muß uns immer wecken; wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir Sünden ein. erschrecken, wenn unbereit die Ewigkeit und der Posaunen Schallen uns würde überfallen! 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Es lehrt die Sünde haffen und unsern lieben Gott allein mit rechter Lieb umfassen. Die Welt vergeht, und Gott besteht. Bedenks und laß dich üben das ewge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein. Was Gott schickt, will ich tragen. Schickts doch der liebste Vater mein, sinds doch nur kurze Plagen und wohlgemeint! Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuder. Ich will mit Christo leiden! Dav. Nerreter 1649-1726 I. In allgemeiner Not. 433. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. Endlich bricht der heiße Tiegel, und der Glaub empfängt sein Siegel, gleich dem Gold im Feur bewährt; zu des Himmels höchsten Freuden werden nur werden nur durch tiefe Leiden Gottes Lieblinge verklärt! 2. Unter Leiden prägt der Meister in die Herzen, in die Geister sein allgeltend Bildnis ein. Wie er dieses Leibes Töpfer, will er auch des fünftgen Schöpfer auf dem Weg der Leiden sein. 3. Leiden bringt empörte Glieder endlich zum Gehorsam wieder, macht sie Christo unterthan, daß er die gebrochnen Kräfte zu dem Heiligungsgeschäfte sanft und still erneuern kann. 4. Leiden sammelt unsre Sinne, daß die Seele nicht zerrinne in den Bildern dieser Welt, ist wie eine Engelwache, die im innersten Gemache des Gemütes Ordnung hält. 5. Leiden stimmt des Herzens Saiten für den Psalm der Ewigfeiten, lehrt mit Sehnsucht dort hin sehn, wo die selgen Palmen415 träger mit dem Chor der Harfenschläger preisend vor dem Throne stehn. 6. Leiden fördert unsre Schritte, Leiden weiht die Leibeshütte zu dem Schlaf in fühler Gruft; es gleicht einem frohen Boten jenes Frühlings, der die Toten zum Empfang des Lebens ruft. 7. Leiden macht im Glauben gründlich, macht gebeugt, barmherzig findlich; Leiden, wer ist deiner wert? Hier heißt man dich eine Bürde, droben bist du eine Würde, die nicht jedem widerfährt. 8. Brüder, jolche Leidensgnade wird in mannigfachem Grade Jesu Jüngern fund gemacht, wenn sie mancher Schmerz durchwühlet, wenn sie manchen Tod gefühlet, Nächte seufzend durchgewacht. 9. Im Gefühl der tiefsten Schmerzen dringt das Herz zu seinem Herzen immer liebender hinan, und um eins nur fleht es sehnlich: mache deinem Tod mich ähnlich, daß ich mit dir leben kann! 416 E. Kreuz und Trostlieder. 10. Endlich mit der Seufzer Fülle bricht der Geist durch jede Hülle, und der Vorhang reißt entzwei. Wer ermisset dann hienieden, welch ein Meer von Gottesfrieden droben ihm bereitet fei! 434. Mel.: Helft mir Gotts Güte preisen( 27). Geduld ist euch von nöten, wenn Sorge, Gram und Leid und was euch mehr will töten euch in das Herze schneidt. O auserwählte Zahl, soll euch kein Tod nicht töten, ist euch Geduld von nöten, das sag ich noch einmal. 2. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut, der schenket sie zur Habe, sobald er in uns ruht; der edle, werte Gast erlöst uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die große Bürd und Laſt. stus 11. Jesu, laß zu jenen Höhen heller stets hinauf uns sehen, bis die letzte Stunde schlägt, da auch uns nach treuem Ringen heim zu dir auf lichten Schwingen eine Schar der Engel trägt. Karl Friedrich Harttmann † 1815. 3. Geduld kommt aus dem Glauben und hängt an Gottes Wort, das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, läßt Gott den Gott den Vater sorgen und fürchtet keinen Fall. 4. Geduld thut Gottes Willen, erfüllet sein Gebot und weiß sich wohl zu stillen in aller Feinde Spott. Es lache, wems beliebt; wird sie doch nicht zu schanden! Es ist bei ihr vorhanden ein Herz, das nichts drauf giebt. 5. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt sich nimmermehr von seiner Liebe kehren; und schlüg er noch so sehr, so ist sie doch bedacht sein heilge Hand zu loben, spricht: Gott, der hoch erhoben, hat alles wohl gemacht. I. Jn allgemeiner Not. 6. Geduld erhält das Leben, vermehrt der Jahre Zahl, vertreibt und dämpft daneben manch Angst und Herzensqual, ist wie ein schönes Licht, davon, wer an ihr hanget, mit Gottes Hülf erlanget ein fröhlich Angesicht. 7. Geduld ist mein Verlangen und meines Herzens Lust, nach der ich oft gegangen; das ist dir wohl bewußt, Herr voller 435. t Bieb dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens; in ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden. Gnad und Huld, ach gieb mir und gewähre mein Bitten, ich begehre nichts anders als Geduld. Eigne Melodie. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Bein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden. ont m 8. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, so gieb durch deine Hände auch ein geduldig Ende, so hab ich alles gnug. P. Gerhardt 1607-1676. 417 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gieb dich zufrieden. 4. Wenn gar kein einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gieb dich zufrieden. 27 418 E. Kreuz- und Trostlieder. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar fühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten einhergingen, dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden. 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist modesto süßer. Gieb dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein' Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden. 2004 J 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel, wo ich such, ist nichts zum Besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden. 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich eingen füllen und deinen Leib zur Notdurft stillen. Gieb dich zufrieden. Tauno T OTELS 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten. Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gieb dich zufrieden. d forgift 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen his first könnt und wollte. Wo ist ein 3736 1:00. CO Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen; ich weiß durchaus von feinen Plagen? Gieb dich zufrieden. I. In allgemeiner 2tot. der Tod herdringen und aus der Qual uns sämtlich bringen. Gieb dich zufrieden.ont alders 13. Es kann und mag nicht allem Bösen. Es wird einmal anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird sichs enden. Gieb dich zufrieden. 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und fink Dodd ind 436.cars Mel.: Jesu, meine Freude. Gott der wirds wohl machen, JOHOR dem ich alle Sachen allzeit heimgestellt. Er hat mich erforen, eh ich noch geboren bin auf diese Welt; hat mir auch nach seinem Brauch was von nöten stets gegeben hier in diesem Leben. 1396 15. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden.d Paul Gerhardt 1607-1676. 2. Gott der wirds wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Lust geschenkt; der mich nie vergessen, der mit Kleid und Essen of bull täglich mich bedenkt; auch wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich drücket, hat er mich erquicket. ami 419 S 3. Gott der wirds wohl machen laß das Wetter krachen und die Stürme gehn; wenn mit großem Grausen alle Wellen brausen, will er bei mir stehn. Nur Geduld, trau seiner Huld. Schlägt dich Unglück auch darnieder, Gott erhebt dich wieder. wana 4. Gott der wirds wohl machen, er wird selber machen über deiner chor Not. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der 1 2010 fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt die Angst geschwinde wie der Rauch im Winde. 27* 420 E. Kreuz und Trostlieder. 5. Gott der wirds wohl machen, mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der sich Gott erwählet in dem Herzeleid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz; alles steht in seinen Händen, Gott kann alles wenden. 6. Gott der wirds wohl machen, wenn des Todes Rachen gleich ist aufgethan; wenn die Lebensjahre liegen auf der Bahre, führt Gott ist und bleibt getreu, sein Herz bricht ihm vom Lieben, pflegt er gleich öftermal die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt 1900 100 100 1000190 getreut. dolo er himmelan. Dieser Bund hat seinen Grund: seinen Grund: die gelebt und leben werden, kommen in die Erden. 437. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 70000 191 3. Gott ist und bleibt getreu; er weiß was wir vermögen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen. Er macht die Seinen gern von Last und Banden frei, wenn große Not entsteht; Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Bast der schweren Plagen; er braucht die Ruten oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 7. Gott der wirds wohl machen, der den alten Drachen dämpfet ritterlich; führt er gleich die Seinen über Stock und Steine vielmals wunderlich, sei bereit zu Freud und Leid; Gott befiehl nur deine Sachen, Gott der wirds wohl machen. Ernst Stockmann 1634-1712. SCHE 4. Gott ist und bleibt getreu, er tröstet nach dem Weinen; er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheinen. Es geht der Kreuzessturm im Augenblick vorbei; sei, Seele, nur getrost; Gott ist und bleibt getreu. I. In allgemeiner Not. 5. Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu. er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübfalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Schen, der Lebensbecher folgt; Gott ist und bleibt getreu. Laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Leid dir ewig nüßlich sei; so liebt der Höchste dich: Gott ist und bleibt getreu. 438. Eigne Melodie. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hülf auf Erden thut, der mit Macht und starken Armen machet alles wohl und gut. Gott fann besser als wir denken alle Not zum besten lenken. Seele so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 421 stihli 99, 1012 9 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den Frommen Weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! Unbekannt. 1695. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Derden Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! rodon 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf: Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft dem Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 422 E. Kreuz und Trostlieder. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! röp and 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein: Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! doc nad ng in from ensdunlanisd shooting Florin 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel samt der Erden immerhin in Trümmer gehn, laß die Höll entzündet werden, laß den Feind erbittert stehn, laß den Tod, den Abgrund blizen: wer Gott traut, den will Gott schüßen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! no A 8. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn: es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 310 god 119 3. Fr. Zihn 1650-1719. Jied as sior modo non tbili439d( bij nalisé si jo ji mot 11911917 1. O Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. Gott lebt, wie kann ich traurig sein, als wär fein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Bein, die ich hier muß empfinden. Er kennt mein Herz und meinen Schmerz, so darf ich nicht verzagen und ihm nur alles klagen. 2. Gott hört, wenn niemand hören will: was will der Feind denn sprechen, mein Seufzen werde nicht zum Ziel hin durch die Wolken brechen? Ruf ich empor, so hört sein Ohr, so steigt die Hülfe nieder und schallt das Amen wieder. I. In allgemeiner Not. 3. Gott sieht, wie klaget denn mein Herz, als seh er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz ganz offenbar erscheinen. Kein Thränlein fehlt, das er nicht zählt und sich vor Augen setzet, bis er uns drauf ergeßet. ( bad 4. Gott führt, so geh ich immer fort auf allen meinen Wegen; mag mir die Welt bald hier bald dort arglistig Stricke legen, so wird er mich zwar wunderlich, doch immer selig führen, daß mich kein Fall fann rühren. Torning Wa To ant dus 96513 ma hod: sindsd apribles bom tapmscirstanp Istanolbar til de440. Eigne Melodie( 8). 5. Gott giebt, und wär ich noch so arm, doch soll ich nicht verderben. Was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt ich Hungers sterben? Er hat ja Brot, und wenn die Not uns nach der Wüste weiset, doch werden wir gespeiſet. HOOF 2. Wer sich fränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, da der Unglaub leidet Straf. 10G 79 17öd of rooms 3. Du Verächter, Gott, dein Wächter, schläfet ja noch schlum423 6. Gott lebt, wohlan, ich merke das. Gott hört, ich wills ihm sagen. Gott sieht, er setzt den Thränen Maß. Gott führt, ich darf nicht zagen. Gott giebt und liebt. Nur unbetrübt! Gr wird mir endlich geben auch dort mit ihm zu leben. Gott wills machen, daß die Sachen gehen, wie es heil sam ist. Laß die Wellen sich verpflicht. stellen, wenn du nur bei Jesu bist! Trau Benj. Schmold 1672-1237. 5: 0 667 ( bot mert nicht; zu den Höhen aufzusehen wäre deine Glaubens4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz. Laß dein Weinen bitter scheinen, TOP FORGER postati dein Schmerz ist ihm auch ein 08019 Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei; wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei 424 E. Kreuz und Trostlieder. 6. Nimmer klage, niemals zage, wenn der Herr dir Leiden giebt; der sie sendet, auch sie wendet, der hat nie ohn Frucht betrübt. 100) 7. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Frend und Leid. HACA 8. Gottes Hände sind ohn Ende, sein Vermögen hat kein Ziel. Ists beschwerlich, scheints gefährlich, deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Zunder, da der Glaube Funken fängt. Alle Thaten sind geraten jedesmal, wie ers verhängt. Ho 14. Nun, so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld; Lwer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 10. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hülf mit Macht herein, und dein Grämen zu beschämen wird es unversehens sein. 12. Drum wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willensruh! Auf das Wollen fällt dem Sollen die Vollbringungskraft bald zu. 11. Eignen Willen zu erfüllen leidet sichs noch ziemlich wohl; da ist Plage, Not und Klage, wo man leiden muß und soll. 13. Mehr zu preisen sind die Weisen, die schon in der Übung stehn, die das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug ansehn. 15. Die da weichen und das Zeichen ihres Bräutigams verschmähn, müssen laufen zu den Haufen, die zur linken Seite stehn. 16. Aber denen, die mit Thränen tüssen ihres Jesu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. T rello ano chid maior i 17. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, was und wie und wann er will.just Joh. Daniel Herrnschmidt 1675-1723.00 Stredato impl I. In allgemeiner Not. 1996 Idour mus$ 441. 10510 Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein( 4). pt allez 200 T3 COT1901 97 dich, Herr Jesu Christ, du mein Gott und Erlöser bist. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not, erbarm dich mein, du treuer Gott, ich bin ja doch dein liebes Kind troß Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott mein Herr. Wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja 442. Mel.: Wenn wir in höchsten Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not! du kannst es thun, du starker Gott; denn du bist groß von Rat und That, wies mancher Christ erfahren hat. 2. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not! du willst es thun, du lieber Gott; denn du sprichst: Ich will reißen dich aus aller Not, glaubs sicherlich. fit for sind in Sou 3. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not! du mußt es thun, du treuer Gott; denn dir dein Baterherze bricht, daß du mich fannst verlassen nicht. 425 atung to 3. Des freu ich mich von HerT zen fein, bin gutes Muts und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein Nam'n; hilf, Helfer, hilf! Drauf sprech ich Am'n. Martin Moller 1596, nach Nik. Selneccer 1565. Nöten sein( 4). # 6( 3). 4. 52 Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not! du wirst es thun, wahrhaftger Gott; denn obs gleich währt bis in die Nacht, so hilfst du doch durch deine Macht. 5. So hilf nun allen in der welt, wie, wo und wann es dir gefällt; so hilf auch mir zur rechten Zeit zu meiner Seelen Seligkeit.msi bon 6. Du kannst, du willst, du mußt es thun, du wirst dein Wort erfüllen nun; so will ich dir stets dankbar sein: Hilf, Jesu, hilf, du kannsts allein! Joh. Jak. Lang 1646-1690. 426 E. Kreuz und Trostlieder. smind on 443.08 modisdon ja mus lädzmar Clima Co di dis Mel.: Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Himmels aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. $ 190 One Familie Farr 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich LES FIGUETISTES lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in cubier 290m seiner Güt gewöhnen fest zu indus stehen; halt ich denn stand, weiß opart prone tore alone seine Hand mich wieder zu erhöhen. J 3. Ich bin ja von mir selber nicht ans Licht der Welt geführet; mein Gott ist, der mich zugericht, an Leib und Seel gezieret; es ist sein Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was was er erfreut, daß lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle heute Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. Topp Harun rotuol T 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret; hast spat und früh viel Sorg und Müh an deinen Wunsch zu kommen, und The due chim denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. pour no 6. Fürwahr, der dich geschaffen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 7. Wenns Gott orgefällt, usso kanns nicht sein, es wird dich letzt erfreun; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird I. In allgemeiner Not. sich in ihr selbst erhöhe. dir zum Trost gedeihen. Wart und deine Ehr je mehr und mehr in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. D 8. Das Feld kann ohne Ungestüm gar keine Früchte tragen: so fällt auch Menschen- Wohlfahrt hin bei lauter guten Tagen. Wie bitter sei die Arzenei, sie macht doch rote Wangen. So muß ein Herz durch Angst und Schmerz zu seinem Heil gelangen. nicacions ut od starrichtet. 9. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände; nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, Smalto wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nuß entstehe, juni do do 1 most ni publ mocht and 196 end 4sword di 961 Ich ch hab in guten Stunden des m Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl: so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 427 10. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. ( 19 in Com ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende fehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. humornom detor down office Paul Gerhardt 1607-1676. sig alok od 1h28mm b 444. big this 10 i 110 HISH Mel.: Welt, ich muß dich lassen. 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt ich beschwert mit Schulden kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 428 E. Kreuz und Trostlieder. 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. n 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. Ich heb mein Augen sehnlich auf und seh die Berge hoch hinauf, bis mir mein Gott vom Himmelsthron mit seiner Hülf zu statten komm. id bun prio 445. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein( 4). 2. Mein Hülfe kommt mir von dem Herrn, er hilft uns ja von Herzen gern; Himmel und Erd hat er gemacht, er hält über uns Hut und Wacht. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. 90 3. Er führet dich auf rechter Bahn, so daß dein Fuß nicht gleiten fann; seß nur auf Gott dein Zuversicht, der uns behütet, schläfet nicht. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird alles lenken und was mir gut ist, wird geschehn. Ch. f. Gellert 1716-1269. 4. Der treue Hüter Israel bewahret dir dein Leib und Seel; er schläft nicht weder Tag noch Nacht, wird auch nicht müde von der Wacht. ds shop Stor 81901( 5rthim sodjat 189 5. Vor allem Unfall gnädiglich der fromme Gott behütet dich; unter dem Schatten seiner Gnad bist du gesichert früh und spat. 6. Der Sonne Hiß, des Mondes Schein sollen dir nicht beschwerlich sein. Gott wendet alle Trübsal schwer zu deinem Nuß und seiner Ehr. I. In allgemeiner Not. 7. Kein Übel muß begegnen dir, des Herren Schuß ist gut dafür. In Gnad bewahret deine Seel der treue Hüter Israel. ( band 100 446. 8. Der Herr dein'n Ausgang stets bewahr, zu Weg und Steg gesund dich spar, bring dich zu Haus in sein'm Geleit von nun an bis in Ewigkeit. 2. Ich laß dich nicht, du allerhöchste Liebe, wenn Zweifel sich setzt wider mich; ich weiß, wie dich der Liebe Flamme triebe. Du trugest Schuld und Pein: sollt ich verurteilt sein an jenem Weltgericht? Du allerhöchste Liebe, ich laß dich nicht! samasus asa dice no 3. Ich laß dich nicht, du süße Seelenstärkte, die mich erlabt, mit Kraft begabt, wenn ich in mir des Glaubens Schwachheit merke. 429 Corn. Becker 1561-1604. 199 ro 1901 odiml+ and Eigne Melodie. in Schmerzensnächten wach, so spricht die Seele doch: du süße Seelenstärke, ich laß dich nicht! Ich laß dich nicht! du mußt Hält mich der Krankheit Ach on mein Jesus bleiben. Will rauhe Not, Welt, Höll und Tod mich aus der festen Burg der Treue treiben: nur her, ich halte mich, mein starker Held, an dich. Hör, was mein Herze spricht: du mußt mein Jesus bleiben! Ich laß dich nicht! stalin The Str 4. Ich laß dich nicht, du Hülf in allen Nöten, leg Joch auf Joch, ich hoffe doch, auch wenn es scheint, als wolltest du mich töten. Machs, wie du willst mit mir, ich weiche nicht von dir. Verbirg auch dein Gesicht, du Hülf in allen Nöten: ich laß dich nicht! 5. Ich laß dich nicht! Sollt ich den Segen lassen? Nein, Jeju, nein! du bleibest mein, ich halt dich noch, wenn ich nichts mehr kann fassen. Nach kurzer Nächte Lauf geht mir der Segen auf von dir, dem Segenslicht; sollt ich den Segen lassen? Ich laß dich nicht! 430 E. Kreuz und Trostlieder. 6. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Leben, mich reißt das Grab von dir nicht ab, der in den Tod du me dich für mich gegeben. Du Ich steh in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben, nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben; und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihm und wen er hält, wird wohl D d erhalten bleiben. hun endr 2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, und Wunder sollen schauen, die sich auf sein wahrhaftig Wort verlassen und ihm trauen. Er hats gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt und läßt sich gar nicht dentrar grauen. starbst aus Liebe mir; ich sags in Liebe dir, auch wenn mein Herze bricht: mein Gott, mein Herr, mein Leben, ich laß dich nicht! 447. Mel.: Herr, wie du willst, so schicks mit mir( 25). ancer. 3. Und was er mit mir machen will, ist alles mir gelegen, ich halte ihm im Glauben still und during monisd Wolfg. Christ. Deßler 1660-1722. inox und hoff auf seinen Segen; denn was er thut, ist immer gut, und wer von ihm behütet ruht, ist sicher allerwegen. adep thing 4. Ja, wenns am schlimmſten mit mir steht, freu ich mich seiner Pflege; ich weiß, die Wege, die er geht, sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, ist gut gemeint, er ist doch nimmermehr mein Feind und giebt nur Liebesschläge. gunum STILE 5. Und meines Glaubens Unterpfand ist, was er selbst verheißen; daß nichts mich seiner starken Hand soll je und je entreißen. Was er verspricht, das bricht er nicht. Er bleibet meine Zuversicht; ich will ihn ewig preisen K. J. Ph. Spitta 1801-1859. I. In allgemeiner Not. 448. Eigne Melodie. 3119/1 Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun und Werk in deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen; was du regierst, das geht und steht auf rechten, guten Wegen. 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß sein Rat werd ins Werk gebracht und seines Gangs sich freue; des Höchsten Rat der machts allein, daß Menschenrat gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mut, dies oder jenes ſei ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. 4. So fängt auch mancher weise Mann ein gutes Werk zwar fröhlich an und bringts doch nicht zu Stande; erbaut ein Schloß und festes Haus, Ond 8 doch nur auf lauter Sande. hogy min lloy un 5. Wie mancher ist in seinem Sinn fast über Berg und Spißen hin, und eh er sichs versiehet, so liegt er da, und hat sein Fuß vergeblich sich bemühet. 431 6. Drum, lieber Vater, der dur Kron und Scepter trägst imt Himmelsthron und aus den Wolken blizest, vernimm mein Wort und höre mich vom Stuhle, da du sigeſt: 7. Verleihe mir das edle Licht. das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen gießet, und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erschließet. 210 QUA 8. Gieb mir Verstand aus Hamee deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen; sei du mein Freund woorportan und treuer Rat, was gut ist zu erfüllen. punto nellot rednu dn 9. Prüf alles wohl, und was, mir gut, das gieb mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre. Der höchste Zweck, das beste Teil sei deine Lieb und Ehre. 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seelen Sonn und Zier, gefallen und belieben; was dir zuwider, laß mich nicht in Werk und That verüben. 432 E. Kreuz- und Trostlieder. 11. Ists Werk von dir, so hilf zu Glück, ists Menschenthun, so treibs zurück und ändere mein Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in kurzem zu zerrinnen. 12. Sollt aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rächen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könnest brechen. 13. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast durch Weisheit deiner Hände. 14. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 15. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, davor sonst ihm graut, mit tapferm Mut bezwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stücke springen. 16. Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt, Herr, dahin durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind, was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnüge. So hilf nur, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt 1607-1676. 449. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. Je größer Kreuz, je näher Hölle, Fluch und Tod. O selig Himmel: wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; bei Sündenlust und Weltgetümmel vergißt man ist der Mensch geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt! I. In allgemeiner Not. 2. Je größer Kreuz, je bessre Christen, Gott prüft uns an dem Probestein. Wie mancher Garten muß gleich Wüsten ohn einen Thränenregen sein. Das Gold wird auf dem Feuerherd, ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube; die Palme wächset bei der Last, die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Mut wie Perlen in gesalzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: der Wind bläst nur die Flammen auf; und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleich wie das Öl im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; geriebne Kräuter riechen wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 433 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen, im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan; die Taube, findt sie hier nicht Ruh, so flieget sie der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Schatz uns beigelegt und die einmal vor seinem Throne der Überwinder Scheitel trägt. Ach dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benj. Schmold 1672-1737. 28 434 E. Kreuz- und Trostlieder. 450. Eigne Melodic( 11). In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, mir selber geben Nat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen als was er hat versehen und was mir selig ist: ich nehm es, wie ers giebet, was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. De 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt; leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nicder, crwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu handen: so tröstet mich allzeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; fein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe der weiß zu allen Sachen Rat. P. fleming 1609-1640. I. In allgemeiner Not. 451. Eigne Melodie( 9). In dich hab ich gehoffet, Herr; mein starker Gott, in aller Not: wer mag mir widerstreben? hilf, daß ich nicht zu schanden werd noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: Erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig, Herr, zu mir, erhör mein Bitt, thu dich herfür, eil bald, mich zu erretten; in Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in meinen Nöten. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei mir ein Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob mich gar sehr der Feinde Heer ansicht auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hülf, mein Heil, mein Leben, Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! Christe, erhöre uns! Herr Gott Vater im Himmel, erbarm dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarm dich über uns! 435 5. Mir hat die Welt trüglich gericht mit Lügen und durch falsch Gedicht viel Neß und heimlich Stricke; Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, behüt vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir; mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende. 452. Litanei. 7. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen. Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum. Amen. 21d. Reusner 1496 bis um 1575. ORTE Herr Gott, heiliger Geiſt, erbarm dich über uns! Sei uns gnädig, verschon uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnädig, hilf uns, lieber Herre Gott! is nolla mdograd 28* E. Kreuz und Trostlieder. 2. Vor allen Sünden, vor und Blöden helfen und sie tröſten, allem Irrsal, vor allem Übel, erhör uns, lieber Herre Gott! vor des Teufels Trug und List, vor bösem, schnellem Tod, vor Pestilenz und teurer Zeit, vor Krieg und Blutvergießen, vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuerund Wassersnot, vor dem ewigen Tod behüt uns, lieber Herre Gott! Durch deine heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod, durch dein heiliges Auferstehn und Auferstehn und Himmelfahrt, in unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht hilf uns, lieber Herre Gott! 436 3. Wir armen Sünder bitten, du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! und deine heilige, christliche Kirche regieren und führen, alle Bischöfe, Pfarrer und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben behalten, allen Rotten und Ärgernissen wehren, alle Irrige und Verführte wiederbringen, den Satan unter unsere Füße treten, treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, allen Betrübten 4. Allen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, unserm Kaiser und Könige steten Sieg wider seine Feinde gönnen, ihn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, unsere Kirche, Schule, Rat und Gemeine segnen und behüten, erhör uns, lieber Herre Gott! 5. Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hülf erscheinen, allen Müttern beistehen und Gedeihen geben, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, alle Witwen und Waisen verteidigen und versorgen, aller Menschen dich erbarmen, unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande geben und bewahren und uns gnädig erhören. Erhör uns, lieber Herre Gott! 6. O Jesu Christe, Gottes Sohn, erhör uns, lieber Herre Gott! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarm I. In allgemeiner Not. dich über uns! O du Gottes- trägt, verleih uns steten lamm, das der Welt Sünde trägt, erbarm dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde Fried! Christe, erhöre uns! Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! Amen. Dr. Martin Luther 1483-1546. 453. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. Meine Seele senket sich hin in Gottes Herz und Hände und erwartet williglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein ruhig, still und bloß in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spißen Dornen sticht und den Frieden nur kann kränken; Sorgen kommt dem Schöpfer zu, meine Seele sucht nur Ruh. 437 plig 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden; wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht auch alsdann, wenn er will töten; wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden: also hab ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Jos. Winkler 1670-1722. 438 E. Kreuz- und Trostlieder. 454. Mel.: Jesu, meine Freude. Meine Seele ist stille zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wies Gott füget, nimmt an, wie es geht. Geht es nur dem Himmel zu, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten und mag keinen leiden, der ihr redet ein; von der Welt, Ehr, Lust und Geld, wonach sind so viel beflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jesus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergiebt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß: lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket alles, was sie kränket, tief in Jesu Brust; sie wird stark durch Hoffen; was sie je betroffen, träget sie mit Lust, fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beſte. 6. Amen, es geschiehet; wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst gekost'te Leiden, und gehn an die Freuden. Joh. Kasp. Schade 1666-1698. I. In allgemeiner Not. 455. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele( 33). Meine Sorgen, Angst und beneßzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin ohne Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. Plagen laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr alleine kennt, wird, Gott Lob, nicht ewig sein. Nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten Geist erquicken. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübsal hergekommen; darum siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und und mit Palmen ausgezieret, weil sie glücklich triumphieret. C 6. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unverrückt; seine Freund und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt; Israel erhält den Sieg nach geführtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, wo man nicht hat überwunden. 7. Darum trage deine Ketten, Seele, und gedulde dich, Gott wird dich gewiß erretten; das Gewitter leget sich, nach dem Blitz und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag; auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. 2. Meine Saat, die ich gesäet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen abgemähet, so trägt man die Frucht nach Haus; wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei: nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, muß man leiden in der Still, daß uns auch die Dornen stechen; es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. dush 439 4. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist besegt; hier muß man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut Unbekannt 1704, 440 E. Kreuz und Trostlieder. 456. Mel.: Welt, ich muß dich lasſen. Mein Herz, gieb dich zufrieden und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram; die Not, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt dich wie ein Lamm. 2. Mit Sorgen und mit Zagen, mit unmutsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stillesein und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Ranns doch nicht ewig währen, oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, abgewischt; wenns bei uns heißt: Wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen, nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnenschein, nach rauhen Wintertagen muß uns der Lenz behagen; er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indes ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen und sollts auch nur ein Quentlein sein. 6. Denn es sind Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter, sondern Ruten sinds, damit Gott zum Guten die Seinigen hienieden schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm mißbehagt, den alten Menschen schwächen, den Eigenwillen brechen, die Luſt ertöten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld und, sollt er uns in Nöten auch lassen, ja gar töten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. I. In allgemeiner Not. 10. Ist Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 457. Mel.: Vater unser im Himmelreich. Nimm von uns, Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal; behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid. 2. Erbarm dich deiner Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein! Beweis an uns dein große Gnad und straf 441 11. Drum gieb dich ganz zufrieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Gram; vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hintragen zu dem Bräutigam. 21. freylinghausen 1670-1739. uns nicht auf frischer That. Wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei. 4. Die Sünd hat uns verderbet sehr, der Teufel plagt uns noch viel mehr, die Welt, auch unser Fleisch und Blut uns allezeit verführen thut, solch Elend kennst du, Herr, allein, ach, laß es dir befohlen ſein. 5. Gedenk an deines Sohnes Tod, sich an sein' heilgen Wunden rot, die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld. Des trösten wir uns alle= zeit und hoffen auf Barmherzigfeit. 442 E. Kreuz- und Trostlieder. 6. Leit uns mit deiner rechten Hand und segne gnädig Stadt und Land; gieb uns allzeit dein heilges Wort, behüt vors Teufels 458. Schwing dich auf zu Eigne Melodie( 31). deinem Gott, du betrübte Seele, warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch du alte Schlange! Was erneust du deinen Stich, machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. List und Mord; verleih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein. 3. Wirfst du mir mein Sündgen für? Wo hat Gott befohlen, daß mein Urteil ich bei dir über mich soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt, andre zu verdammen, der du selbst doch liegst versenkt in der Hölle Flammen? m. moller 1547-1606. 4. Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen; denn das ist das Lösegeld meiner Missethaten; dadurch ist der ganzen Welt und auch mir geraten. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 6. Stürme Teufel und der Tod, was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. I. In allgemeiner Not. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein: wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide: laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen; schnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will wenden. 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten; bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd auf was Guts will ziehen? 9. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen: wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen. Wem hier So führst du doch recht selig, Herr, die Deinen, ja selig, und doch meistens wunderlich. Wie könntest du es böse mit uns meinen, da deine Treu nicht kann verleugnen sich? Die Wege 443 Christus recht bewußt, hat in Gottes Garten droben die vollkommne Lust endlich zu gewarten. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen; aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 459. Eigne Melodie. 11. Ei, so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen; wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr; gieb dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr. Er wird helfen. Amen. Paul Gerhardt 1607-1676. sind oft krumm und doch gerad, darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; da pflegt es wunderseltsam auszusehn, doch triumphiert zuletzt dein hoher Rat. 444 E. Kreuz- und Trostlieder. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Gesetzen, so die Vernunft und gute Meinung stellt. Den Zweifelsknoten kann dein Schwert verlegen und lösen auf, nachdem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei; was sich entgegenseßt, muß sinken hin; ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Umwege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammen fügen, teilt dein Verstand in Ost und Westen aus; was mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt und du verknüpfst in Kraft; sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein; ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein; dein Geist bei Toten Kraft und Leben schafft. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, so hast dus schon aus deinem Buch gethan; wem aber niemand will dies Zeugnis weisen, den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sei? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb. Der Worte Pracht und Ruhm mag dir nicht taugen, du giebst die Kraft und Nachdruck durch den Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob; sie sind versteckt, der Blinde geht vorbei; wer Augen hat, sieht sie doch nicht so frei; die Sachen sind zu klar, der Sinn zu grob. 6. O Herrscher, sei von uns gebenedeiet, der du uns töteſt und lebendig machst. Wenn uns dein Geist der Weisheit Schatz verleihet, so sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt mit uns, wir spielen mit; bei uns zu wohnen ist ihr lauter Lust, die reget sich in deiner Vaterbrust und gängelt uns mit zartem Kinderschritt. 7. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen, bald fährest du mit uns ganz säuberlich. Geschiehts, daß unser Sinn sucht I. In allgemeiner Not. auszuschweifen, so weist die Zucht 10. Auge, das nicht Trug uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden Augen hin, du küsfest uns, wir sagen Bessrung zu; drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh und hält im Zaum den ausgeschweiften Sinn. 445 8. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, die Ohnmacht und der Sinne Unvert stand; man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, wie es um schwache Kinder sei bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu; wo niemand meint, daß etwas deine sei, da hegst du selbst das Schäflein je und je. 9. Also gehst du nicht die gemeinen Wege, dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne haft; wer meint, er habe deinen Rat erfaßt, der wird am End ein andres oft gewahr. und Heucheln leidet, gieb mir der Klugheit scharfen Unterscheid, dadurch Natur von Gnad sich unterscheidet, das eigne Licht von deiner Heiterkeit. Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht, brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt; erweck die Lust, die sich nur dir ergiebt und tadelt nie dein heimliches Gericht. 11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen und schüttelt ihren Kopf zu deinem Weg, so wollst du die Befestgung niederbrechen, daß ihre Höh sich nur bei Zeiten leg. Kein fremdes Feuer sich in mir anzünd, das ich vor dich in Thorheit bringen möcht und dir wohl gar so zu gefallen dächt. Ach selig, wer dein Licht ergreift und findt. 12. So zieh mich denn hinein in deinen Willen und trag und heg und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen, dein Geist die Furcht und Lüfte überwind. Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein, dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir, ich brenne nun 446 E. Kreuz- und Trostlieder. nach dir in Liebsbegier. Wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein. 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; die Geister, die vor dir vollendet 460. Eigne Melodie. Sollt es gleich bisweilen scheinen, als wenn Got verließ die Seinen: o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben, hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel: er giebt wem und wann er will. grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell, weich ewig aller Schmerz! Gottfr. Arnold 1666-1714. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Not am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß die Welt nur immer neiden; will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts darnach: Gott ist Richter meiner Sach. 6. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn ich nur den Himmel frieg, hab ich alles zur Genüg. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, frag ich nicht nach andrer Gabe; legt man mich gleich in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tietze 1641-1703 I. In allgemeiner Not. 461. Mel.: Ach was soll ich Sünder machen( 18). Sollt ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich, der so herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nicht verläßt? 2. Er weiß alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Not, er steht mir bei bis zum Tod; er weiß, was mein Herz erquicket; seine Lieb und Vatertreu bleibt mir ewig immer neu. 3. Der die Vögel all ernähret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet schön ohn Unterlaß, der uns alles Gut bescheret, sollte der verlassen mich? Nein, ich trau ihm sicherlich. Tre reuer Wächter Israel, des sich freuet meine Seel, der du weißt um alles Leid deiner armen Christenheit, o du Wächter, 447 4. Wenn ich seinem Reich nachtrachte, wenn durch sein Gerechtigkeit ich find meine Seligkeit, wenn ich Geld und Gut verachte, segnet mein Gott früh und spat Wort und Werke, Rat und That. 5. Ei, so sorg ich nicht für morgen; das was noch zukünftig ist, irrt mich nicht, ich bin ein Christ; ich laß meinen Gott versorgen alles, weil doch aller Zeit ihre Sorg ist schon bereit. 462. Mel.: Singen wir aus Herzensgrund. 6. Gott sei Lob, der mich erfreuet, daß ich glaube festiglich, Gott, mein Vater, sorgt für mich; Gott Lob, der den Trost erneuet, daß ich weiß: Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. Joh. Olearius 1611-1684. der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt dein hülfreiches Angesicht. 448 E. Kreuz- und Trostlieder. 2. Schau wie große Not und ihm unsertwegen an; sage, daß Qual trifft dein Volk jetzt über- du unsre Schuld haft bezahlet all; täglich wird der Trübsal in Geduld, uns erlanget Gnad mehr; hilf, ach hilf, schütz deine und Huld. Lehr. Wir verderben, wir vergehn; nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns versöhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Hölle Glut, wieder bracht das höchste Gut, 4. Sigest in des Vaters Reich, ihm an Macht und Ehre gleich, unser einger Gnadenthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnadenthür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigentum, dein Erbarmen hat kein End, deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Zeig ihm deine Wunden rot, deine Marter, deinen Tod, und was du mehr hast gethan, zeig 7. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hülfe leist! Hilf durch deine starke Hand, Menschenhülf hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, und mit Zittern sie anschau. 3. Liebster Herr, Immanuel, du Beschüßer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit: Troß dem, der uns thut ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 9. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm, jetzt laß sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht, aller Feinde Macht zertrenn, auf daß dich die Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 10. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft, deine Christen sehn auf dich, trauen dir sich festiglich. Laß sie werden nicht zu schand, bleib ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch ganz bekannt. I. In allgemeiner Not. 11. Du bist ja der Held und 12. Jesu, wahrer Friedensfürst, Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. ho 463. Eigne Melodie. Yon on Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand: den Abend wie den Morgen thut er mich wohl versorgen, sei, wo ich woll, im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; er hilft aus aller Not, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden und wenns auch wär der Tod. der der Schlange hat zerknirscht ihren Kopf durch seinen Tod, Frieden wiederbracht bei Gott, gieb uns Frieden gnädiglich, so wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. 3. Heermann 1585--1647. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimge449 4. Es thut ihm nichts gefallen, denn was mir nüßlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt storie uns den Herren Christ, sein'n allerliebsten Sohn. Durch ihn er uns bescheret was Leib und Seel ernähret; lobt ihn ins Himmels Thron. stellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er schaffs, wies ihm gefällt. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt. Sonst verdirbt alle Zeit, die wir zubringn auf Erden; wir sollen selig werden und bleibn in Ewigfeit. 29 450 E. Kreuz und Trostlieder. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrem Stolz und Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht; ja auch nach diesem Tod, tief in die Erd begraben, wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren, geführt in Abrams Schoß; der Leib wird neugeboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß uns Bgg tills nicht irren des Teufels listig Art. do nos War Darum betrübst du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde: kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freuden voll; dieselb ohn einigs Ende, dieweil ich Christum kenne, mir widerfahren soll. 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd ist sein, mein Vater und mein Herre Gott, der mir beisteht in aller Not. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben uns und Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! 464. Eigne Melodie 2. Helmbold 1532-1598. door him as 200 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz! Ich bin ein armer Erdenkloß, auf Erden weiß ich keinen Trost, drille 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, ich aber will dir traun, mein Gott; ob ich gleich werd veracht, so weiß ich und glaub feftiglich, wer dir vertraut, dem mangelts nicht. I. In allgemeiner Not. 5. Ach Gott, du bist noch heut so reich als du gewesen ewiglich! Mein Trauen steht zu dir; mach mich an meiner Seele reich, so hab ich genug ewiglich. 6. Der zeitlich Ehr will ich entbehrn, willst du das Ewge mir gewährn, das du erworben hast durch deinen herben, bittern Tod, das bitt ich dich, mein Herr und Gott! 7. Alles was ist auf dieser Welt, es sei Silber, Gold oder Geld, Warum sollt ich mich denn grämen? hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 451 Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 465. Eigne Melodie. nis 8. Ich dank dir, Christ, o Gottes Sohn, daß du mir solches kund gethan durch dein göttliches Wort; verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. manu g 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt für all dein erzeigte Wohl= that; ich bitt demütiglich: laß mich nicht von dein'm Angesicht verstoßen werden ewiglich. Unbekannt 1565. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein: Gott allein ist es, ders gegeben; will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 29* 452 E. Kreuz- und Trostlieder. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergeßt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten; schleußt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergeßen; hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. mas Gott thut, das ist wohl gethan, es bleibt gerecht sein Wille, wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Dort, Kummer der Gemüter. dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich ewig werd umfangen. Paul Gerhardt 1607-1676. 466. Eigne Melodie. stille: er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten! I. In allgemeiner Not. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken; er als mein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm and notfor dubio four 453 ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken; weil doch zuletzt ich werd ergeßt mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben: so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten: drum laß ich ihn nur walten. T9d 1100 Alliet mind Samuel Rodigast 1649-1708. nige om inded bid brud id noo ollo Tun and notto tio god om 1467. zim i tifol 8 b Was mein Gott will, geſcheh Eigne Melodie. allzeit, sein Will der ist der beste; zit helfen den'n er ist bereit, die an ihn glauben feste. Er hilft aus Not der fromme Gott und züchtiget mit Maßen; wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. ing said 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will, daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben; sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet; er hüt't und wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. 454 E. Kreuz- und Trostlieder. 3. Drum muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wenns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: wenn mich der böse Feind ansicht, laß mich, Herr, nicht verzagen; hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf sprech ich fröhlich Amen. Markgraf Ulbrecht von Brandenburg- Kulmbach 1522-1557. 468. Mel.: O du Liebe Wa Das von außen und von innen täglich meine Seele drückt und hält Herz, Gemüt und Sinnen unter seiner Last gebückt: in dem allen ist dein Wille, Gott, der aller Unruh wehrt; und mein Herz hält in der Stille, bis es deine Hülf erfährt. 2. Denn du bist mein Fels auf Erden, da ich still und sicher leb. Deine Hülfe muß mir werden, so ich mich dir übergeb. Dein Schuß ist mein Truß alleine gegen Sünde, Not und Tod; denn mein Leiden ist das deine, weil ich dein bin, o mein Gott. meiner Liebe( 34). 3. Auf dich harr ich, wenn das Leiden nicht sobald zum Ende eilt. Dich und mich kanns nimmer scheiden, wenns gleich noch so lang verweilt. Und auch dies mein gläubges Hoffen, hab ich nur allein von dir; durch dich steht mein Herz dir offen, daß du solches schaffst in mir. 4. Bei dir ist mein Heil und Ehre, meine starke Zuversicht. Willst du, daß die Not sich mehre, weiß ich doch, du läßt mich nicht. Meint der Feind mich zu erreichen und zu werfen unter sich, will ich auf den Felsen weichen; der wirft alles unter mich. I. Jn allgemeiner Not. 5. Lieben Leute, traut beständig das Beste und das End ist mein auf ihn als auf euern Hort. Er ist Gott und heißt lebendig, ist euch nah an jedem Ort. Wann und wo euch Hülfe nötig, da flopft an; er ist zu Haus, kommt und ist zur Hülf erbötig; schütt das Herz nur vor ihm aus. 6. Aber wie kanns dem gelingen, der auf Fleisch sein Hoffnung richt? Große Leut sind samt geringen in der Not gar ohn Gewicht. Traut doch lieber auf den einen, welcher Lieb und Allmacht hat, daß er helfen kann den Seinen und beweisets mit der That. 7. Auf dich, mein Gott, bau ich feste, geh in aller Stille hin; denn zuletzt kommt doch 455 Wenn wir in höchsten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein und finden weder Hülf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat: Gewinn. Deine Allmacht hilft mir tragen, deine Lieb versüßet mir alles Bittre, alle Plagen; darum bin ich still zu dir. 8. Laß, o Seele, es nur gehen, wie es geht, und sorge nicht. Endlich wirst du dennoch sehen, daß Gott übt ein recht Gericht. Jeho ist er deine Stärke, daß dir gar nichts schaden kann; dort vergilt er alle Werke, so ein jeder hat gethan. 469. Eigne Melodie( 4). 9. Breit, o Herr, doch deine Güte über mich, nimm mich in dich, so wird hinfort mein Gemüte stille bleiben ewiglich. Werde alles und in allen, gieb uns, daß wir dir allein allzeit trachten zu gefallen, so wird alles stille sein. stille sein. 4297 Uug. Herm. Frante 1663-1227. D 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein dich anrufen, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not, 456 E. Kreuz- und Trostlieder. 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich allen, die darum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprach ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn verTO O lassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuJON VEIDE wider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt darnieder. Und wenn ich dich nur PRES del 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, sprich uns davon aus Gnaden los; steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei; 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. 100 ( Paul Eber 1511-1569. Jorapo 470. Mel.: Was mein Gott will, gescheh allzeit. Mer Gott vertraut, hat wohl hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich will fest und sicher setzen, Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todesnot und Schmerzen. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mirs wohl geben, was mir ist not, du treuer Gott, für dies und jenes Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen. the had m Vers 1 von Joach. Magdeburg 1525 bis nach 1583. I. In allgemeiner Not. 471. Eigne Melodie. Wer nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn alle Zeit, den wird er wunderlich erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf feinen Sand gebaut.ordoph in 2. Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. luds 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsres Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt: Gott, der uns sich hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei: wenn er uns nur hat treu erfunden und merket 457 keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. oldhat 5. Denk nicht in deiner Drangsalshize, daß du von Gott verlassen seist und daß der Gott im Schoße size, der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen arm und klein zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 491 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark 1621-1681. 458 E. Kreuz- und Trostlieder. 472. Mel.: Herr, wie du willst, so schicks mit mir( 25). Wie Gott mich führt, so will ich gehn ohn alles Eigenwählen; geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt vor Schritt in kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, ob gleich im Fleisch der Eigenwill will öfters wider streiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will fehrn und wenden, sei ihm hiermit ganz heimgestellt; er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei; was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest: was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken. Von vornen läßt sich Gott nicht sehn, zuletzt wird ers aufdecken, wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat: dies sei mein Glaubensanker. Lamp. Gedicke 1683-1735. I. In allgemeiner Not. 473. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. Wunderanfang, herrlich Ende, in das Verborgne taugen, dem wo die wunderweisen Hände sie allzu blöde sind. Gottes führen ein und aus. Wunderweislich ist sein Raten, wunderherrlich seine Thaten, und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Denke doch, es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen ihm und dir zur Herrlichkeit; ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet, Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wassergüssen, und du spürst nicht seinen Fuß; so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 459 4. Kein Besinnen kann ersinnen, wo man könne Hülf gewinnen, die Vernunft ist hier zu blind, ihre halbgebrochnen Augen nicht 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, lassen so ein End erlangen, daß es wunderherrlich sei. 6. Drum so laß dir nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und gutes Muts. Er, fürwahr, er wird es führen, daß dus wirst am Ende spüren, wie er dir thut lauter Guts. 7. Du wirst an den Fingern zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrlich End. find H. 2. Stodfleth 1643-1708. 460 E. Kreuz- und Trostlieder. II. In und nach Krankheit. 474. Eigne Melodie. Gott, den ich als Liebe kenne, Papie der du Krankheit auf mich legst und des Leidens Glut erregst, daß ich davon hizz und brenne, brenne doch das Böse ab, das den Geist bisher gehindert, das der Liebe Regung mindert, die ich öfters von dir hab. 2. In der Schwachheit sei du kräftig, in den Schmerzen sei mir ſüß, schaffe, daß ich dich genieß, wenn die Krankheit streng und heftig; denn was jetzt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark verzehrt, was den Körper jetzt beschwert, hat die Liebe selbst mid bid éput erregt. Prodajat ni abig 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an; denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden. Auch die Labung, die man mir zu des Leibes Notdurft giebet, kommt von dir, der mich gelicbet, alles kommt, mein Gott, von dir. 10 to 3. Leiden ist jetzt mein Geschäfte; anders kann ich jetzt nicht thun als nur in dem Leiden ruhn. Leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Gewinst, das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille, Leiden ist mein Gottesdienst. 5. Laß nur nicht den Geist ermüden bei des Leibes Mattigkeit, daß er sich zu aller Zeit in dich senk in Lieb und Frieden. Laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seele Auffahrt hindern, und die Ruhe in mir mindern, unterstüße du das Herz. 5. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden, ganz in Ruh und Freundlichkeit, sanft und mit Gehorsamfeit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, wird errettet von den Sünden, so den Körper oft entzünden, und an seinem Geist erneut. II. In und nach Krankheiten. 7. Dir empfehl ich nun mein dem so weiß ich festiglich, ich Leben und dem Kreuze meinen mag leben oder sterben, daß ich Leib; gieb, daß ich mit Freuden nicht mehr kann verderben, denn bleib an dich völlig übergeben; die Liebe reinigt mich. Todo all? Ch. Fr. Richter 1676-1711. 475. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 3u u deinen Füßen liege ich, mein Jesu, blicke doch auf mich! Du bist der Arzt und Wundermann, der allezeit erretten kann; drum, bin ich gleich von Hülfe bloß, leg ich mich doch in deinen stopin Schoß. men mmg night 2. Die Seele mach am ersten gut fe heil, mein Jesu, meines Herzens Teil; besprenge mich mit deinem Blut und mach all meine Sünden gut und gieb mir nach vergebner Schuld bei meiner Schwachheit auch Geduld. QUIBUIND oti and 461 Ich preise dich und sinae, Herr, deine Wundergnad, die mir so große Dinge bisher erwiesen hat; denn das ist meine Pflicht, 3. Berühre mich mit deiner Hand, die so viel Böses abgewandt. Dein Leib mich speise, da ich krank, dein Blut sei meiner Seele Trank. Ich will wie Lazarus allein in Krankheit auch der deine sein. 476. Mel.: Aus meines Herzens Grunde( 27). Bjelogrutic 4. Wenns meiner Seele selig Con ist, so heile mich, Herr Jesu Christ! Soll sterben aber besser sein, wohl mir, auf Jesum schlaf ich ein! Machs Jesu, Jesu, durch dein Blut mit mir an Leib und Seele gut! Christoph Heinrich Zeibich 1677-1748. in meinem ganzen Leben dir Lob und Dank zu geben; mehr hab und kann ich nicht. 462 E. Kreuz und Trostlieder. II 2. Herr, mein Gott, da ich Kranker vom Bette zu dir schrei, da wird dein Heil mein Anker, da stehst du treulich bei. Da andre fahren hin zur finstren Todeshöhle, da hältst du meine Seele und mich noch, wo ich bin. 3. Ihr Leidensbrüder, singet und danket unserm Herrn, der, wenn die Not eindringet, bald hört und herzlich gern uns Gnad und Hülfe giebt; rühmt ihn, des Hand uns träget und, wenn er uns ja schläget, nicht allzusehr betrübt. 4. Gott hat ja Vaterhände und strafet mit Geduld, sein Zorn nimmt bald ein Ende, sein Herz ist voller Huld und gönnt uns lauter Guts. Den Abend währt das Weinen, des Morgens macht das Scheinen der Sonn uns gutes Muts. 5. Ich sprach zur guten Stunde, da mirs noch wohl erging: Ich steh auf festem Grunde, acht alles Kreuz gering; ich werde nimmermehr, das weiß ich, niederliegen; denn Gott der kann nicht trügen, der liebt mich gar zu sehr. 6. Als aber dein Gesichte, mein Gott, sich von mir wandt, da war mein Trost zu nichte, da lag mein Heldenstand; es war mir angst und bang, ich führte schwere Klagen mit Zittern und mit Zagen: Herr, mein Gott, wie so lang! 7. Nun wohl, ich bin erhöret, mein Seufzen ist erfüllt; mein Kreuz ist umgekehret, mein Herzleid ist gestillt; mein Grämen hat ein End, es sind von meinem Herzen der Herzen der bittern Sorgen Schmerzen durch dich, Herr, abgewendt. 8. Ach, daß zu deiner Ehre mein Ehre sich erhüb und nimmer stille wäre, bis daß ich deine Lieb und ungezählte Zahl der großen Wunderdinge mit ewgen Freuden singe im güldnen Himmelssaal! Paul Gerhardt 1607-1676. III. für Witwer, Witwen und Waisen. III. Für Witwer, Witwen und Waisen. 477. Mel.: Ach Gott vom Himmel, sieh darein( 25). Ach Gott, ich muß in Traurigkeit mein Leben nun beschließen, dieweil der Tod von meiner Seit so eilends hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein, des muß ich jetzt beraubet sein. Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freund lichkeit gedenk in meinem Herzen, die sie mir hat zu jeder Zeit in Freud und auch in Schmerzen erwiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar verschwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: Die best ist doch getraute Treu, der muß ich jetzt entraten. 463 4. Fürwahr mir geht ein scharfes Schwert jezund durch meine Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, Herre Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich in Leid verzagen. 5. O treugeliebtes, seligs Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst möcht wenden. Ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz gewandt in höchste Freud und Wonne. 102 190 22 6. Kein Angst, kein Trübsal, Weh und Not kann dich jezund verleßen. Im Himmel thut der fromme Gott mit Liebe dich ergetzen. Die Seele schaut mit Luſt und Freud die heilige Dreifaltigfeit mit allen Auserwählten. 7. Der Höchst hat dich auf seinem Schoß und wischt ab alle Thränen, erfüllet dich mit Freude groß, darnach wir uns noch sehnen. Du stehest bei der Engel Schar, lobsingest Gott, frei von Gefahr, mit süßem Ton und Schalle. 464 E. Kreuz und Trostlieder. 8. Der Leib der ruht gar sanft und fein ohn alle Qual und Sorgen, vor allem Unglück groß und klein liegt er allda verborgen; kein Beinlein, ja kein Stäubelein wird dir davon verloren sein, die Engel dich bewahren. 9. In furzer Zeit wird Jesus Christ dich wieder auferwecken; und weil du auch sein Schäflein bist, wird er die Hand ausstrecken, dich führen in sein Himmelreich, daß du mit Leib und Seel zu gleich bei ihm sollst ewig leben. 10. Du kommſt nicht wieder HIG her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir. Da werd ich mit dir schweben 2 Dain Auf Gott nur will ich sehen, er hört der Witwen Flehen und nimmt sich meiner an; in meinen tiefsten Schmerzen bleibt er doch meinem Herzen der Fels, auf den ich bauen kann. in höchster Freude, Wonn und Lust, die deine Seele täglich koſt, drauf ich mich herzlich freue. 2. Mich tröstet seine Gnade, er ist auf jedem Pfade bei mir bis an das Grab; er wird mich 11. O wie mit großer Freudigfeit wolln wir einander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen, Ach, welche Freude wird dann sein, wenn ich dich, die ich jetzt bewein, mit Freude werd umfangen. 478. Mel.: Welt, ich muß dich laffen( 11). 12. Dies will ich stets in meinem Leid mir zu Gemüte führen, erwarten in Geduld die Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes steh bei mir und mich durch seinen Geist regier zu seines Namens Ehre! Joh. Heermann 1585--1647 nicht verlassen! dies Trostwort will ich fassen, es sei mein Stecken und mein Stab. 3. Gott will ich gläubig lieben und gute Werke üben in stiller Einsamkeit; er sieht es, wie ichs meine, er sieht auch, wenn ich weine, und giebt mir, was mein Herz erfreut. III. für Witwer, Witwen und Waisen. 4. Auch wenn ich mehr noch litte, bis zu dem letzten Schritte will ich ihm folgsam sein; er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden mich einst mit frommen Duldern ein. 5. So eilen meine Tage auch unter Last und Plage wie Träume schnell dahin, und ohne Widerstreben verlaß ich einst das Leben mit stillem, ihm ergebnem Sinn. 6. Wenn ich dann einst dich schaue, auf den ich hier vertraue, mein Vater und mein Freund, wie will ich dann dich ehren, 465 wie danken für die Zähren, die ich als Witwe hier geweint. 7. Den Gatten, den ich liebte, des Abschied mich betrübte, find ich in Gottes Hand; wie wollen wir uns freuen und unsre Lieb erneuen im thränenfreien Vaterland! 8. Kommt her, ihr meine Waisen, den Herrn mit mir zu preisen, der uns erhalten kann! Dir, Gott, will ich sie bilden; schau, Herr, mit deiner milden Erbarmung deine Schäflein an! J. K. Lavater 1741-1801. 479. Mel.: O Gott, du frommer Gott. Ihr Waisen, weinet nicht! Wie, der nimmt sich euer an; seht, er ist euer Schuß und euer Helfersmann. könnt ihr euch nicht fassen? Verlasset euch auf Gott, der wird euch nicht verlassen! Sind gleich die Eltern tot, so lebet dennoch Gott; weil aber Gott noch lebt, so habt ihr keine Not. 2. Gott ist und bleibet stets ein Vater aller Waisen, der will sie insgesamt ernähren, fleiden, speisen. Demselben trauet nur, 3. Gott ist ein reicher Gott, er wird euch wohl versorgen; er weiß ja eure Not, sie ist ihm nicht verborgen; ob ihr schon wenig habt, ist auch der Vorrat klein, so will fürs künftige Gott der Versorger sein. 30 466 E. Kreuz- und Trostlieder. 4. Habt einen guten Mut! Gott hat es ja verheißen, er woll Verlassene aus jeder Trübsal reißen; dies Wort geht euch auch an! Ihr werdet es schon sehn, wie es auch an euch noch wird in Erfüllung gehn. 5. Ja, glaubet, bleibet fromm und geht auf Gottes Wegen, erwartet mit Geduld den euch verheißnen Segen und weichet nicht von Gott, vertraut ihm allezeit; so werd't ihr glücklich sein in Zeit und Ewigkeit. Joh. Friedrich Starf 1680-1756. 480. Mel.: Zion flagt mit Angst und Schmerzen( 33). Nichts Betrübters ist auf Erden, nichts kann so zu Herzen gehn, als wenn arme Witwen werden, wenn verlassne Waisen stehn ohne Vater, ohne Mut, ohne Freunde, ohne Gut; Witwen sind verlassne Frauen, wer mag auf die Waisen schauen? 2. Wo die Zäune sind zerlücket, jedermann hinübersteigt, auch ein Kind die Früchte pflücket, da die Äste sind gebeugt. Wo die Mauern sind gespalt't, da findt sich der Feind gar bald; wem der Schirm und Schatten weichet, den die Hiße bald erreichet. 3. Also müssen stets die armen leiden unter Ungemach; ihrer wen'ge sich erbarmen, Witwen schreien weh und ach über den, der sie so preßt und in Nöten stecken läßt; Waisen müssen sich oft schmiegen, andern untern Füßen liegen. 4. Witwen sind in Gottes Armen, Waisen sind in Gottes Schoß, ihrer will er sich erbarmen, wär die Not auch noch so groß; ein solch ungerechter Mann tastet Gottes Augen an, der die armen Waisen drücket und der Witwen Herz bestricket. 5. Wenn sie bleiben in den Schranken, darin Gott sie hat gestellt, und von seiner Treu nicht wanken, weil er sich zu ihnen hält, sollen sie im Himmelsschloß werden alles Kummers los, da soll nicht mehr wie auf Erden Witwennot gehöret werden. m. Hunold 1621-1672. F. Die letzten Dinge. I. Sterben und Begräbnis. 481. Eigne Melodie. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! HOHE 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen! 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten! 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Flut entstehen, dadurch, eh wirs uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen! 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Prangen! Der in Purpur hoch vermessen ist als wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen! 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen. Wer Gott fürcht, wird ewig stehen! Mich. frand 1609-1667. 30* 468 F. Die letzten Dinge. 482. Eigne Melodie. Alle Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu; dieser Leib der muß verwesen, wenn er anders soll genesen der so großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich nun Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben; drum sahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron; da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sizet der zwölf Boten Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Hallelujah hörn. 6. Jerusalem, du schöne, ach, wie helle glänzest du! ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! Oder großen Freud und Wonne! jegund gehet auf die Sonne, jezund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit; jezzo werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid; mit der goldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Joh. Georg Albinus 1624-1679. I. Sterben und Begräbnis. 483. Mel.: Herzlich thut mich verlangen( 28). Bedente, Mensch, das Ende, bedenke deinen Tod; der Tod kommt oft behende: wer heute frisch und rot, kann morgen und geschwinder hinweg gestorben sein; drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht; es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht; kein Mensch ist ausgenommen, hier muß ein jeder dran und wird den Lohn bekommen, nachdem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Hölle Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien: ach, Sünder, hüte dich! Christus der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben, mit Freud fahr ich dahin. 469 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, damit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt; dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten legte Zeit, daß sich nach dir zu lenken mein Herze sei bereit; laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl, laß mich auch nicht verachten der Hölle Feuerpfuhl. 484. Eigne Melodie. Claire 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Sal. Liscow 1640-1689. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, auf daß ich zu ihm komme und ewig bei ihm sei. 470 F. Die letzten Dinge. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen: Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken vergehn als wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: Die Christen gehn von Ort zu Ort durch mannigfaltgen Jammer und kommen in den Friedensport und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf in seine Arme auf; das Weizenkorn wird in sein Beet auf Hoffnung schöner Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist! gelobt sein eure Schritte, du friedevoll befreiter Geist, du jetzt verlassne Hütte! Du, Seele, - 6. Alsdann fein sanft und stille laß mich, Herr, schlafen ein nach deinem Rat und Willen, wenn fommt mein Stündelein. 485, Mel: Der lieben Sonne Licht und Pracht. 7. Und laß mich an dir kleben wie eine Klett am Kleid und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. 8. Wohl in des Himmels Throne sing ich Lob, Ehr und Preis Gott Vater und dem Sohne und auch dem heiligen Geist. Unbekannt 1608. bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern, euch Glieder deckt mit sanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Offenbarung, indessen bleibt das Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß in Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan! Nik. Ludw. Graf Zinzendorf 1700-1760. I. Sterben und Begräbnis. 486. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen( 11). Die Herrlichkeit der Erden muß Rauch und Asche werden, kein Fels, kein Erz kann stehn. Dies, was uns fann ergeßen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und dieser Mund erblichen, fragt keiner, was man hier gethan. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen, wir werden hingerissen ohn einen Unterscheid. Was nützt der Schlösser Menge? dem hie die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. mun 4. Dies alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nüßen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? was 471 ists, womit wir prangen? wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unvergänglich ſein? Es mag vom Totenreihen kein Scepter dich befreien, kein Purpur, Gold noch edler Stein. 7. Wie eine Rose blühet, wenn sie die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehns abfällt, daik 8. So wachsen wir auf Erden und hoffen groß zu werden von Schmerz und Sorgen frei; doch eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 19663 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre; indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 472 F. Die letzten Dinge. 10. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein. Was du zuvor genossen, ist als ein Strom verflossen; was fünftig, wessen wird es sein? - 11. Verlache Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre und geh den Herren an, der Einen guten Kampf hab ich auf der Welt gekämpfet; denn Gott hat so gnädiglich meine Not gedämpfet, daß ich meines Lebens Lauf seliglich vollendet und die Seele himmelauf Christo zugesendet. immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 487. Mel.: Christus, der uns selig macht( 31). 2. Forthin ist mir beigelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt in des Himmels Throne; forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet, nämlich Gottes Angesicht meine Seele schauet. 12 Wohl dem, der auf ihn trauet, er hat recht fest gebauet, und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. Undr. Gryphius 1616-1664. 3. Dieser schnöden, bösen Welt jämmerliches Leben mir nun länger nicht gefällt; drum ich mich ergeben meinem Jesu, da ich bin jetzt in lauter Freuden, denn sein Tod ist mein Gewinn, und mein Trost sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr meine Lieben, alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Hingang, den ich thu in die Erde nieder; schaut, die Sonne geht zur Ruh, kommt doch endlich wieder. Heinrich Ulbert 1604-1651. I. Sterben und Begräbnis. 488. Eigne Melodie. Es ist genug! So nimm, Herr, meinen Geist zu Zions Geistern hin, lös auf das Band, das allgemach zerreißt, befreie diesen Sinn, der sich nach seinem Gotte sehnet, der täglich klagt und nächtlich thränet. Es ist genug. 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt; die sündliche Begier mit ihrem Gift hat mich fast gar erstickt, nichts Gutes wohnt in mir. Was kläglich mich von Gotte trennet, was täglich im Gewissen brennet, des ist genug. 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund o Gott, gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich netze 473 manche Nacht die harte Lagerstatt mit Thränen, wie lang, wie lang muß ich mich sehnen? Es ist genug. 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesu will, er fennet ja mein Herz; ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust abnaget, zurücke legt und zu mir saget: Es ist genug. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus! Mein Jesus kommt; nun gute Nacht, o Welt, ich fahr ins Himmels Haus; ich fahre sicher hin im Frieden, mein großer Jammer bleibt darnieden. Es ist genug. franz Joach. Burmeister 1662. 489. Eigne Melodie. Freu reu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem währet. Jammerthal. Aus Trübsal und großem Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr jemals gehöret, die in Ewigkeit auch 474 F. Die letzten Dinge. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende ſeiner Bahn, so hab ich gewünschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornenspißen gar, also auch die Christen gehen in lauter Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voller Beschwerden. ad 4. Die Welt, Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz sind unsre Tag; wenn wir nur geboren werden, Jammer findt sich gnug auf Erden. 5. Wenn die Morgenröt herleuchtet und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher schleichet, Müh findt sich an allem End. Unsre Thränen sind das Brot, so wir essen früh und spät; wenn die Sonn nicht mehr thut scheinen, ist nichts denn Klagen und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei von mir jetzund nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöst; hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut; ach, sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 101 7. In dein' Seite will ich fliehen auf dem bittern Todesgang; durch dein' Wunden will ich ziehen ins himmlische Vaterland. In das schöne Paradies, das dein Wort dem Schächer wies, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. scip 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör auch gar verschwindt, meine Zung nicht mehr kann sprechen, mein Verstand sich nicht besinnt, bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort; du wirst mich in Gnad regieren, auf der rechten Bahn heimführen. I. Sterben und Begräbnis. 9. Laß dein' Engel mit mir fahren auf Elias Wagen rot, meine Seele wohl bewahren wie einst Lazarum im Tod. Laß sie ruhn in deinem Schoß und erfülle sie mit Trost, bis der Leib kommt aus der Erden, und sie beid vereinigt werden. 01.201 490. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. Geht nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde; von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht mun hin und grabt mein Grab, meinen Lauf hab ich vollendet; lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet, lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunkeln Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 475 10. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren, in Ewigkeit triumphieren. Unbekannt. Um 1615. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn ini und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht! denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr verschwindet ganz. 2018 6. Die ihr nun in Trauer geht, fahret wohl, thr lieben Freunde! Was von oben niedergeht, tröſtet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eiteln Schein, droben nur kann ewig sein. 476 F. Die letzten Dinge. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eiteln, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht, mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden und ich habe auch mein Herr Jesu Christ, wahr'r Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir des Vaters Huld erwarbst: ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. Teil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilig Blut floß der ganzen Welt zu gut. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht, wenn meine Bunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 9. Weint nicht! mein Erlöser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt; und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! 491. Mel.: Vater unser im Himmelreich. E. M. Urndt 1769-1860. 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, mir alle Menschenhülf zerrinnt: so komm, o Herr Christ, mir behend zu Hülf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammerthal; verkürz mir auch des Todes Qual. 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt, so nimm sie, Herr, in deine Händ; der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis kommt der jüngste Tag herzu. I. Sterben und Begräbnis. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, dann im Gericht mein Für sprach sei und meiner Sünd nicht mehr gedent, aus Gnaden mir das Leben schenk, wie du haft zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 11 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt; Herzlich thut mich verlangen nach einem selgen End, weil ich hier bin umfangen mit Trübfal und Elend; ich hab Lust abzuscheiden von dieser argen Welt fehn mich nach ewgen Freuden: o Jesu, komm nur bald. 492. Eigne Melodie. 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll; es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum 477 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich; da soll er dann mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich." Dazu hilf uns ja gnädiglich. 8. Ach Herr, vergieb all unsre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei; auch unser Glaub stets wacker sei, dem Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber 1511-1569. sollt mir denn grauen vorm Tod, dem Fluch der Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein selig Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; des freu ich mich gar eben; Sterben ist mein Gewinn. 478 F. Die letzten Dinge. 4. Der Leib zwar in der Erden zu Staub und Asche kehrt, doch auferweckt soll werden durch Christum schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in Himmels Freud und Wonne: was schadt mir denn der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, länger zu bleiben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte; es währt ein kleine Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, das mir und ihn'n bringt Leide, doch tröst't mir meinen Mut, daß wir in größern Freuden zusammen werden komm’n und bleiben ungescheiden im himmelischen Thron. 7. Ob ich auch hinterlasse betrübte Waiselein, der'n Not mich über Maße jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er wird sie wohl versorgen, retten aus aller Not. 8. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben! Wir werdn in kurzer Zeit einander wiederschauen dort in der Ewigkeit. 9. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein: gieb mir ein selig Ende, send mir dein' Engelein, führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast durch dein Leiden und Sterben und blutiges Verdienst. 10. Hilf, daß ich ja nicht wante von dir, Herr Jesu Christ, den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist. Hilf mir ritterlich ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gott Lob, es ist vollbracht! Christoph Knoll 1563-1621. I. Sterben uno Begräbnis. 493. Mel.: Herzlich thut mich verlangen( 28.) Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand, der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland; hier reis' ich bis zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu. TOIL 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; Blizz, Donner, Wind und Regen hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rat; wie mußten sie sich plagen, in was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und Zagen sank oft ihr armes Herz. 479 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben als solche große Leut? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohlgerungen, geht nicht zur Freud hinein. 94040 201 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in dieſem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 7. Mein Heimat ist dort oben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nach dems ihm wohlgefällt. 8. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Se länger ich hier walle, je wenger find ich Lust, die meinem Geist gefalle; das meist ist Sünd und Wust. 480 F. Die letzten Dinge. 9. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein fel'ges Ende an meiner Wanderschaft und was mich fränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 10. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so legt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne nebst andern leuchten soll. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben; du kennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammerthal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 12. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt 1607-1676. 494. Eigne Melodie. 2. Wen hab ich nun als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann und ich muß mit dem Tode ringen, wenn aller Sinne Kraft gebricht; thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? I. Sterben und Begräbnis. 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor mir in großer Hit, ohn Kraft und Zier, mit höchster Herzensangst befallen; Gehör und Rede nehmen ab, die Augen werden wie ein Grab; doch kränkt die Sünde mich vor allen: des Satans Anklag hat nicht Ruh, setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton, ich sehe den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urteil fällen. Hier weiset mein Gewissensbuch, da aber des Geseßes Fluch mich Sündenkind hinab zur Hölle, da, wo man ewig, ewig: Leid! Qual! Jammer! Angst und Wehe schreit. 5. Kein Geld und Gut errettet mich, umsonst erbeut ein Bruder sich den andern hier erst los zu machen; er muß es ewig lassen stehn; wir werden ewig nicht entgehu, hat einmal uns der Hölle Rachen. Wer hilft mir sonst in dieser Not, wo du nicht, Gott, du Todes Tod? 481 6. Der Teufel hat nicht macht an mir, ich habe blos gesündigt dir, dir, der du Missethat vergiebest. Was maßt sich Satan dessen an, der kein Gesetz mir geben kann, nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin; ich weiß, daß ich des Herren bin. 7. Herr, Jesu, ich dein teures Gut, bezeug es selbst mit deinem Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre. Was giebest du mich fremder Hand und hast so viel an mich gewandt? 8. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du läsfest mich, dein wahres Teil, zu tief in deinen Wunden sizen. Hier lach ich aller Macht und Not, es mag Gesetz, Höll oder Tod auf mich her donnern oder blißen. Dieweil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines Fremden sein. Simon Dach 1605-1659. 31 482 F. Die letzten Dinge. 495. Mel.: Valet will ich dir geben( 28). Ich habe Lust zu scheiden, mein Sinn geht aus der Welt; ich sehne mich mit Freuden nach Zions Friedenszelt. Weil aber feine Stunde zum Abschied ist benennt, so hört aus meinem Munde mein letztes Testament! 2. Gott Vater, meine Seele bescheid ich deiner Hand; führ sie aus dieser Höhle ins rechte Vaterland. Du hast sie mir gegeben, so nimm sie wieder hin, daß ich in Tod und Leben nur dein alleine bin. 3. Was werd ich, Jesu, finden, das dir gefallen kann? Ach, nimm doch meine Sünden als ein Vermächtnis an; wirf sie in deine Wunden, ins rote Meer hinein, so hab ich Heil gefunden und schlafe selig ein. 4. Dir, o du Geist der Gnade, laß ich den letzten Blick; zich ich des Todes Pfade, so sieh auf mich zurück; ach seufz in meinem Herzen, wenn ich kein Glied mehr rühr, und stell in meinen Schmerzen mir nichts als Jesum für. 5. Ihr Engel, nehmt die Thränen von meinen Wangen an; ich weiß, daß euer Sehnen sonſt nichts erfreuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, tragt mich in Abrams Schoß, so bin ich voller Freuden und aller Thränen los. 6. Euch aber, meine Lieben, Chur die ihr mich dann beweint, euch hab ich was verschrieben: Gott, euren besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen, es wird gewiß geschehn, daß wir auf Zions Wegen einander wiedersehn. 7. Zulegt sei dir, o Erde, mein blasser Leib vermacht, damit dir wieder werde, was du mir zugebracht. Mach ihn zu Asch und Staube, bis Gottes Stimme ruft; denn dieses sagt mein Glaube: er bleibt nicht in der Gruft. I. Sterben und Begräbnis. 8. Dies ist mein letzter Wille; Christi Tod vollende; so geh Gott drückt das Siegel drauf. ich freudig hin und weiß, daß Nun wart ich in der Stille, bis ich ohn Ende des Himmels daß ich meinen Lauf durch Erbe bin. 496. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. Ich hab mich Gott ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist kein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn, in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein, mich nicht zu sehr beladen, weil ich wegfertig bin. In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. Benj. Schmold 1672-1737. Ich sterbe täglich und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch mor483 3. Ach, selge Freud und Wonne hat mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 497. Mel.: Wer weiß, wie nahe mir mein Ende( 15) 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal! um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von feiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt ja fleißig in acht, in Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach. Joh. Siegfried 1564-1637. gen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her, ach wer nur immer fertig wär! 31* 484 F. Die letzten Dinge. 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab. Der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schließt keinen aus, mein Leib ist auch ein Totenhaus. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Land der Toten; wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt oft an einem Augenblick. 200 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 5. Es fann vor Abend anders werden als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Totenbahr. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, wenn Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geiſt! Verschließen meine Lippen sich, so bitte Jesu Blut für mich. Si mun 8. Kann ich die Meinen nicht gesegnen, so segne du sie mehr als ich; wenn lauter Thränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlassnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig dennoch selig sein. Benj. Schmold 1672-1737. I. Sterben und Begräbnis. 498. Mel.: Vater unser im Himmelreich. In Christi Wunden schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein, Christi Blut und Gerechtigkeit das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 499. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele( 33). Caffet ab, ihr meine Lieben, lasset ab von Traurigkeit! Was wollt ihr euch mehr betrüben, weil ihr des versichert seid, daß ich alle Qual und Not überwunden und bei Gott mit den Auserwählten schwebe voller Freud und ewig lebe. 2. Derer Tod soll man beklagen, die dort in der Höllenpein müssen leiden alle Plagen, so nur zu erdenken sein; die Gott aber nimmt zu sich in den Himmel gleich wie mich und mit lauter Wonne tränket: wer ist, der darob sich kränket? 485 2. Mit Fried und Freud ich fahr dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, o Tod, du führest mich, ins ewge Leben wandre ich mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein. Paul Eber(?) 1511-1569. 3. In des Herren Jesu Wunden hab ich mich geschlossen ein, da ich reichlich alles funden, wodurch ich kann selig sein. Er ist die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt jederzeit, wer dieselb ergreift im Glauben, dem kann nichts den Himmel rauben. 4. Niemand sag, ich sei umkommen, ob ich gleich gestorben bin; mein Gott hat mich hingenommen, Sterben ist jetzt mein Gewinn. Vor dem Unglück hat er mich hingerafft so väterlich, jetzt kann mich kein Trübsal pressen, aller Angst ist nun vergessen. 486 F. Die letzten Dinge. 5. Der Leib schläft in seiner Kammer ohne Sorgen sanft und wohl und verschläft den großen Jammer, dessen jetzt die Welt ist voll; meine Seele schauet an den, der nichts als lieben kann, der auf seinen Schoß mich setzet und mit höchster Freud ergezet. 6. In der Welt ist nichts zu finden, nichts als Teurung, Angst und Streit und was mehr die großen Sünden bringen für Beschwerlichkeit. Sonderlich kommt noch ein Schwert, das der Christen Herz durchfährt: o viel besser, selig sterben, als durch diesen Zwang verderben. 7. Solcher Not bin ich entgangen, nichts ist, das mich ängsten kann, Fried und Freud hat mich umfangen, kein Feind kann mich greifen an; ich bin sicher ewiglich in des Herren Hand, der mich sich zum Eigentum erworben, da er ist am Kreuz gestorben. 8. Euch wird, meine liebsten Freunde, die ihr weinet in der Welt, schützen wider alle Feinde Gottes Sohn, der starke Held. Seid und bleibt ihm nur getreu, seine Gnad ist täglich neu; wer Betrübte will betrüben, der muß wie die Spreu zerſtieben. 9. Nun, ich will euch dem befehlen, der sich euren Vater nennt, der die Thränen pflegt zu zählen, dem sein Herz vor Liebe brennt; der wird euch in eurem Leid trösten und zu seiner Zeit an den Ort, da ich bin, führen und mit höchster Klarheit zieren. 10. Da wird uns der Tod nicht scheiden, der uns jetzt geschieden hat, Gott selbst wird uns alsdann weiden und erfreun in seiner Stadt. Ewig, ewig werden wir in dem Paradies allhier mit einander jubilieren und ein selig Ende führen. Joh. Heermann 1585-1642. So I. Sterben und Begräbnis. 500. Eigne Melodie. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden; was ich dich bitt, versag mir nicht: wenn sich mein Seel foll scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ! ist alles gut, wenn gut das End. dlou how 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du wirst mich nicht verderben; denn du bist ja von mir nicht fern, ob ich gleich hier muß sterben, verlassen meine liebsten Freund, die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deiner Hand sie 487 stündlich eil ich zu dem Grabe; und was ists, das ich vielleicht hier annoch zu leben habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn Eins ist not! unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Not und Trübsal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; bei dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Warum sollt ich denn traurig sein, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Unschuld rein wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! bei Gott zu leben mir gefällt. 3. H. Schein 1586-1630. 501. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. Meine Lebenszeit verstreicht, 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben: nichts wird dich im Tod erfreun, diese Güter sind nicht dein. F. Die letzten Dinge. 3. Nur ein Herz, das Jesum Lern nicht nur, den Tod nicht liebt, nur ein ruhiges Gewissen, scheun, lern auch, seiner dich zu das vor Gott dir Zeugnis giebt, freun. wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 488 4. Wenn in deiner letzten Not Freunde hilflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, daß ewig in der Welt besteht: drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig werden kann. 6. Überwind ihn durch Vertraun; sprich: ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: ,, Es ist vollbracht!" nahm dem Tode seine Macht. 502. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe: kein Augen blick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe, die 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich recht bedenken; lehre du mich jeden Tag, daß ich weiſser werden mag. Chr. fürchteg. Gellert 1716-1769. sid Blume kann gar leicht verblühn: drum mache mich nur ſtets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält: dem einen wird das Scheiden herbe, wenn sonst ein andrer sanfte fällt; doch wie du willst, gieb, daß dabei mein End in dir nur selig sei 1. Sterben und Begräbnis 4. Mein Gott, ich weiß nicht, 5. Nun, liebster Gott, wenn wo ich sterbe und welcher Sand mein Grab bedeckt: doch, wenn ich dieses nur ererbe, daß deine Hand mich auferweckt, so nehm ich jede Stelle ein, die Erd ist allenthalben dein. ich ja sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe; und hab ich den am Grabe hier, so gilt mirs gleich und geht mirs wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. 503. Eigne Melodie. Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hülfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine! Uns reuet unsre Miffethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott! laß uns nicht verfinken in des bittern Todes Not. Kyrie eleison. 489 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine! Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Sünd Benj. Schmold 1672-1737. und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott! laß uns nicht verzagen vor der tiefen Hölle Glut. Kyrie eleison. 3. Mitten in der Hölle Angst unsre Sünd uns treiben; wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott! laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrie eleison. Dr. Martin Luther 1483-1546. 490 F. Die letzten Dinge. 504. Eigne Melodie. Nun laßt uns den Leib begraben, daran wir kein'n Zweifel haben, er wird am jüngsten Tag aufstehn und unverweslich hervorgehn. 2. Erd ist er und von der Erden, wird auch zur Erd wieder werden und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gotts Posaune wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhie aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zu ein'm selgen End. Er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet noch. 00 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, an welchem Gott ihn verklären und ewger Freud wird gewähren. 6. Hier ist er in Angst gewesen, dort aber wird er genesen, in ewiger Freud und Wonne leuchten wie die helle Sonne. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns hat durch sein Blut erlöst vons Teufels Gwalt und ewger Pein. Ihm sei Lob, Preis und Ehr allein! Mich. Weiße † 1540. Strophe 8 Zusatz von Martin Luther. Welt, ich muß dich lassen, ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein'n 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen und gehn all heim unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß, denn der Tod kommt uns gleicherweis. 505. Eigne Melodie. Geist will ich aufgeben, dazu mein'n Leib und Leben setzen in Gottes gnädge Hand. 1. Sterben und Begräbnis. mein'm Verdienst und Wahl. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, er mirs geben und nicht nach der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn; kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. + Staft 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlitz will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu frommen, so will ich zu ihm kommen allein durch wahren Glauben gut. 491 6. Wir sind unnüße Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit; hier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben, mein Seel sich von dem Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hinnen. Welt, thu dich besinnen, denn du mußt auch hernach; thu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad begehren; im Glauben sei du auch nicht schwach. 9. Die Zeit ist schon vorhanden, hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen; sonst all irdische Sachen sollst du gutwillig geben dran. 10. Das schenk ich dir am Ende: Ade, zu Gott dich wende! zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein'n Abschied zu Herzen. Mein's Bleibens ist jetzt hier nicht mehr. Joh. Heffe( P) 1490-1547. 492 F. Die letzten Dinge. 506. mism adan Eigne Melodie. Balet will ich dir geben, du arge, falsche Welt, dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier; da wird Gott ewig lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon. Verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut; laß mich selig abscheiden, seß mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Not, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut zu Tod. Welt ade! ich bin dein müde, ich will nach dem Himmel zu; da wird sein der rechte Friede und die ewge, stolze Ruh. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deiner offnen Seit; rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins Himmels Schloß, der ist ewig genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Namn aufs beste ins Buch des Lebens ein und bind mein Seel fein feste ins schöne Bündelein der'r, die im Himmel grünen und vor dir leben frei, so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sei. PET Dalerius Herberger 1562-1622. 507. Eigne Melodie. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts als lauter Eitelkeit, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. I. Sterben und Begräbnis. 2. Ich bin schon dahin gekommen, ich bin meiner Krankheit los, allen Schmerzen ganz entnommen, ruhe sanft in Gottes Schoß. In der Welt war Angst und Not, endlich gar der bittre Tod, aber hier ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 3. Was empfind ich da für Freude, was ist hier für Herrlichkeit! Übersüße Himmelsweide labet mich schon allbereit. Welt, bei dir ist Krieg und Not, Krankheit und zuletzt der Tod, hier im Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöne singet Gottes auserwählte Schar: Heilig, heilig, heilig! klinget in dem Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Angst und lauter Eitelkeit, aber hier ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. ion Wenn mein Stündlein vorhanden ist und soll hinfahrn mein Straße, so g'leit du mich, Herr Jesu Christ, mit 493 5. Laßt doch euer Trauern bleiben, liebste Freunde, weinet nicht! Es ist gar nicht zu beschreiben, wie mir hier so wohl geschicht; denn bei euch war Angst und Not, Schmerzen und der bittre Tod, hier im Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 6. Denket, daß es wird geschehen, daß ihr mich in kurzer Zeit fröhlich werdet wiedersehen in der großen Herrlichkeit. Denn bei euch war nichts denn Not, Müh und Angst und gar der Tod, aber hier ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. hany 508. Eigne Melodie. 7. Ich bin nur vorangegangen, will euch allen Anlaß gebn, daß euch soll darnach verlangen, wo wir ewig sollen lebn. Denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Thun ist Eitelkeit, aber hier ist allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. J. G. Albinus 1624-1679. Hülf mich nicht verlasse. Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren! 494 F. Die letzten Dinge. 2. Mein Sündn mich werden kränken sehr, mein G'wissen wird mich nagen; denn ihr'r sind viel wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen; gedenken will ich an dein'n Tod, Herr Jesu, und dein' Wunden rot; die werden mich erhalten. die 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, ein ewges Leben hast du mir mit deinem Tod erworben. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende, hin geht die Zeit, her kommt der Tod! Ach wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Todsfurcht kann sie vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden! 509. Eigne Melodie. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden als es am frühen 5. So fahr ich hin zu Jesu Christ, mein'n Arm thu ich ausstrecken; so schlaf ich ein und ruhe sein, kein Mensch kann mich aufwecken denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der wird die Himmelsthür aufthun, mich führn zum ewgen Leben. Nikolaus Herman † 1561. Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt 2c. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt 2c. I. Sterben und Begräbnis. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt 2c. 5. Mach mir stets süße deinen Himmel und bitter diese eitle Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt 2c. 6. Ach Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jesu zu, darin ich mich fest gläubig winde; das giebt mir recht erwünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt 2c. 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden hab ich mich recht und wohl gebett't; da find ich Trost in Todesstunden und alles was ich gerne hätt. Mein Gott, ich med bitt 2c. 495 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt 2c. 9. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf, du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt 2c. 10. Ich habe Jesu Fleisch gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier, nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt 2c. 11. So fomm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt, ich bin und bleib in deinen Sorgen mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott ich bitt 2c. 12. Ich leb indes in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmernis. Mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut. Üm. Jul. v. Schwarzburg- Rudolstadt 1637-1706. 496 F. Die letzten Dinge. 510. andro Mel.: Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. and m Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund, non s wie schweigt hiervon der träge Mund! Gun 203 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir iſt Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 1100. 10 4. So lang ich in der Hütte COUL wach, daß, eh wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn, gieb, daß ich zähle meine ar 11M Stamtam CT FRON ich sterb, ich sterben mag. cellent quer 5. Was hilft die Welt in letzter Not, Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu, bedenk es nu, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust, mir ist das höchste Gut bewußt, das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir! nue de 196 di 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich.d Swar Joach. Neander 1650-1680. 101( 5) 2to be ng) 1100 ramiurbined for bio ou doilbinmol Beim Tode von Kindern. Maniom wa 1511. prur dun dod Mel.: Ermuntre dich, mein schwacher Geist. Du bist zwar mein und bleibeſt an dir, der fordert und erhebt mein( wer will mir anders sagen?), doch bist du nicht nur mein allein, der Herr von ewgen Tagen der hat das meiste Recht von mir dich, o mein Sohn, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. I. Sterben und Begräbnis. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ken, kein Angst, kein Mangel, ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut williglich mir wünschen und erwählen. Ich wollte sagen: Bleib bei mir! du sollst sein meines Hauses Zier, an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. kein Versehn, bei Gott kann keinem Leid geschehn, wen Gott versorgt und liebet, wird nimmermehr betrübet. 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut, in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr, Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, da Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel solle leben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht verschwindt! Gott spricht: Willkommen, liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger als wir denken; bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Krän497 6. Wir Menschen sind ja auch bedacht die Unsrigen zu zieren; wir gehn und sorgen Tag und Nacht, wie wir sie wollen führen in einen feinen, selgen Stand, und ist doch selten so bewandt mit dem, wohin sie kommen, als wirs uns vorgenommen. 7. Wie manches junge, fromme Blut wird jämmerlich verführet durch bös Erempel, daß es thut, was Christen nicht gebühret. Da hats denn Gottes Zorn zum Lohn, auf Erden nichts als Spott und Hohn, der Vater muß mit Grämen sich seines Kindes schämen. 8. Ein solches darf ich ja nun nicht an meinem Sohn erwarten; der steht vor Gottes Angesicht und geht in Christi Garten, hat Freude, die ihn recht erfreut, und ruht von allem Herzeleid; er sieht und hört die Scharen, die uns allhier bewahren. 32 498 F. Die letzten Dinge. 11. Ich würde sprechen: Bleib allhier, nun will ich nicht mehr klagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! nein, sondern: Komm, du Wagen Eliä, hole mich geschwind und bring mich dahin, da mein Kind und so viel liebe Seelen so schöne Ding erzählen. nudi im dritt 1912. Nun sei es ja und bleib also, ich will dich nicht beweinen; du lebst und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnenscheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh; hier leb und bleib nun immerzu, ich will, wills Gott, mit andern mit andern auch bald hinüber And 19110 11130 Paul Gerhardt 1607-1676. 11911179( ott modne slin toldog Hoo Imordnaisd his rednu slied dnu tpöll 19 512. sin omst inst ndersdojat Eni 1991 19 ( wandern. DUSE 9. Er sieht und hört der Engel Mund, sein Mündlein hilft selbst singen; weiß alle Weisheit aus dem Grund und redt von solchen Dingen, die unser keiner noch nicht weiß, die auch durch unsern Fleiß und Schweiß wir, weil wir sind auf Erden, nicht ausstudieren werden. bus adi 196 10. Ach, sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den auch du geheiligt bist, ich ich würde müssen vor weiß, antuasi. Freude Thränen gießen. flori( in inred Doar ito mu riur nellour tra@ -2821 nomasse Mel.: O Welt, ich muß dich lasſen. Gott Lob, die Stund ist kommen, da ich werd aufgenommen ins schöne Paradeis. Ihr Eltern dürft nicht klagen, mit Freude sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis. 2. Kurz ist mein irdisch Leben, ein bessres wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not verderben, mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Gott eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal.rigul isht I. Sterben und Begräbnis. 4. Wie öfters wird verführet manch Kind, an dem man spüret rechtschaffne Frömmigkeit! Die Welt voll List und Tücke legt heimlich ihre Stricke bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 5. Ihr Netze mag sie stellen, mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir thun kein Leid; denn wer kann den verletzen, den Christus jeßt wird setzen ins Schloß vollkommner Sicherheit? 6. Zuvor bracht ich euch Freude, jetzt, nun ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz; doch wenn ihrs recht betrachtet und was Gott thut, hochachtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 499 jemals geschehen, das er nicht vorgesehen, und was er that, ist wohlgethan. 8. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herrn Lob und Ruhm erhöhn, 9. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß Lihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergiebt. pliilid pilied ad ( bifid staili bar, bus Tu 10. Ade, nun seid gesegnet! Was euch jetzund begegnet, iſt THER 20 190070 andern auch geschehn; viel müssens 7. Gott zählet alle Stunden, noch erfahren. Nun, Gott woll er schlägt und heilet Wunden, euch bewahren! Dort wollen wir Home er fennet jedermann; nichts ist uns wiedersehn. mal bid gum di dolJoh. Heermann 1585-1647. saft voniol ni odzail adom bing nommet dit doo mist 6riu meds2 nisie nodrodus513.undpton dro bi dob Mel.: Welt, ich muß dich lassen( 11). heg sndhi anf Wenn kleine Himmelserben in 12. Sie sind ja in der Taufe ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu sich entbeut? 32* 500 F. Die letzten Dinge. ADGAL 3. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Zeuch hin, du liebes Kind! Du Jeſu find, die ewig unsers Joh. Undr. Rothe 1688-1758. 514. Mel.: Es ist genug, so nimm nun meinen Geist. Sieh hin, mein Kind! denn Gott selbst fordert dich aus Ich leide dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; mich; LESCE doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zieh hin, mein Kind! 2. Zieh hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist weg, darum befiehlt er dir jetzt wieder fortzuziehn. Zieh hin, Gott hat es so versehen; was dieser will, das muß geschehen. Zieh hin, mein Kind! 3. Zieh hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott WAG ist wahrer Trost und Ruh, da udi drmal doof tim trag mis ini that the MARST hired of map mordi mello of bildil of 19 OF ON Hisch nopulsmind i stol wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Ängsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben. Zieh hin, mein Kind! 4. Zieh hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, so folgen alle nach, so bald es Gott gefällt. Du eilest fort, eh denn 700.00 das Ungemach mit Haufen sich JUARO einstellt. Wer lange lebt, steckt when not lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald kommt bald zur Freude. Zieh hin, mein Kind! YOTDAN FANS, 5. Zieh hin, mein Kind! die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbunden, du hast im Herren überwunden. Zieh hin, mein Kind. ard 210 Gottfr. Hoffmann 1658-1212. due tot tis& moltis 19 dont ons bou 1901 and aid enor og eist om Sonic Matal II. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. on otsib Tun ni jodog lodni mojsid bun Idour Tsinar inte bid inche nod ind sonian II. Auferstehung, Gericht und ewiges 885 Leben. 515. Eigne M Auferstehn, ja auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Hallelujah! dni nism id dig all med of 2. Wieder aufzublühn werd ich Tip Untero ca Milloran gesät. Der Herr der Ernte geht Fatunc ontspil! und sammelt Garben, uns ein, CALUIT uns ein, die starben. Hallelujah! 100 900 1901 1901 1 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe visnisd 9nisd un norbi stor lap) sirmuri lapuz) mot 501. Ein Tröpflein von den Reben 6303 Mu der süßen Ewigkeit kann mehr Erquickung geben als die ser eitlen Zeit gesamte Freudenflüsse, und wer nach jener strebt, tritt unter seine Füße, was hier die Welt erhebt. Melodie. genug geschlummert habe, erweckst du mich. 5019)( b SE 15030 NODID 91910 4. Wie den Träumenden wirds mm 190 190 dann uns sein. Mit Jesu gehn 01100130 wir ein zu seinen Freuden; der wir ein zu ſ müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. $ 516. Jigar sua? gid marbl my ldnist niam, nd doig Mel.: Herzlich thut mich verlangen( 28). 199 Idgur na chudnit, bai 2. Wer von dir möchte sehen nur einen Blick, o Gott, wie SCOT wohl würd ihm geschehen! Die Welt wär ihm ein Spott mit allem ihrem Wesen; so herrlich und so rein, so lieblich, so erlesen ist deiner Nugen Schein. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heligtume zu seines Namens Ruhme. Hallelujah! Friedr. Gottl. Klopstod 1724-1803. Sound of ou nou 96 108 10je dobloni jum Wiar 201310 9d 502 F. Die letzten Dinge. 3. Den wahren Gott zu ſchauen, das iſt die Seligkeit und aller Himmelsauen ihr schönstes Blumenkleid. Wie war nach seinem Blicken einst Abraham so froh, wie wünscht er zu erquicken sich an dir, A und. O. 4. Du reichlichste Belohnung der auserwählten Zahl, wie lieblich ist die Wohnung, da deiner Gottheit Strahl sich offenbarprope lich zeiget! herrlich edler Tag, O dem diese Sonne steiget und ihn erleuchten mag. 5. D Licht, das ewig brennet, dem keine Nacht bewußt, das keinen Nebel kennet, Gesellschaft, reichan Lust da Gott und Engel kommen mit Menschen überein, und ewiglich die Frommen gesegnet werden sein. do 6. Vollkommne Liebe bringet Freud; aus dort immer neue Freu ewger Lieb entspringet ein ewge Fröhlichkeit. Gott selbst iſt solche Wonne, ist solcher Liebe Preis, ist seiner Blumen Sonne im bunten Paradeis. Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es 7. Was wünschest du für Gaben? Du wirst fie finden dort und in dir selber haben den Reichtum fort und fort; denn Gott, vor welchem Kronen und Berlen Staub und Spott, wird selber in uns wohnen und wir in unserm Gott. Thibur 8. Wann werd ich einmal kommen zu solchem Freudenquell? Wär ich doch aufgenommen und schon bei dir zur Stell! Herr Christe, nimm mein Flehen so lang indessen an, bis ich dich selber sehen und ewig schauen kann. Erasmus fing 1627-1694. 101901 rod tantsid i sig e 110. 190 mlnturóns? Snstelbi nun nned stllout 200bour ji 1944 gat, 3501 S for a medier til sid 517. • 10011 118 31988 and animal 910 dnit rid tro Mel.: Valet will ich dir geben( 28). hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf, betet, kämpft und wachet, bald ist es Mitternacht! II. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 2. Macht eure Lampen fertig 6. Begegnet ihm auf Erden, und füllet sie mit Öl und seid ihr, die ihr Zion liebt, mit des Heils gewärtig, bereitet Leib freudigen Gebärden und seit und Seel; die Wächter Zions nicht mehr betrübt; es sind die schreien: Der Bräutigam ist Freudenstunden gekommen, und nah, begegnet ihm in Reihen der Braut wird, weil sie überund singt Hallelujah! wunden, die Krone nun vertraut. 3. Ihr flugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist ausgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsgenossen, der Bräutgam ist nicht weit! THE GO TO) 14. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlingsschein verheißt Erquickungszeiten; die Aberdröte zeigt den schönen Tag von weiten, davor das Dunkel weicht. 5. Wer wollte denn nun schlafen? wer flug ist, der ist wach; Gott kommt, die Welt zu strafen, zu üben Grimm und Rach an allen, die nicht wachen und die des Tieres Bildpanbeten samt dem Drachen; drum auf, der Löwe brüllt! 5.03 7. Die ihr Geduld getragen und mitgestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mitleben und regieren und Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegesdes vor fron. 8. Hier sind die Siegespalmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Weizenhalmenon in Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier schenkt man Freudenwein. 9. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden, hier ist die sichre Pfort, hier sind die güldnen Gassen, hier ist das Hochzeitsmahl, hier soll sich niederlassen die Braut im Freudenfaal. tthole 504 F. Die letzten Dinge.orine 10. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf: geh auf, verlangte Sonne, und fördre deinen Lauf. O Jesu, Es ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kommusic men in seiner großen HerrlichCom Fot Tags ch keit, zu richten Bös' und Fromme. Dann wird das Lachen werden Honorion How 400 teur, wenn alles wird vergehn Hop Onplise im Feur, wie Petrus davon les mi и schreibet. 518. TEO Eigne Melodie( 25). lloc mist 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende, darauf bald werden auferstehn all Toten gar behende; die aber noch das Leben habn, die wird Saunas ngoni mh 30m der Herr von Stunde an verwandeln und verneuen. SIT Uni00 9 o mach ein Ende und führ uns aus dem Streit, wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit! nogout nad pod nedre Laur. Laurenti 1660-1722. nedod 3. Darnach wird man ablesen bald ein Buch, darin geschrieben, was alle Menschen, jung und alt, auf Erden habn getrieben; da dann gewiß ein jedermann wird hören, was er hat gethan in seinem ganzen Leben. lollist upon on tad dril sistbon mi 4. weh demselben, welcher 2010 Uniy hat des Herren Wort verachtet und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut getrachtet! Er wird fürwahr gar schlecht bestehn und mit dem Satan a su müssen gehn von Christo in die Hölle. anon jamoasid 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd eingezeichnet funden; daran ich denn auch zweifle nicht, denn du hast ja den Feind gericht und meine Schuld bezahlet.han VIURE 6. Derhalben mein Fürsprecher sei, wenn du nun wirst erscheinen und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen; auf daß ich samt den Brüdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns hast erworben. II. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage! Den Menschen wird auf Erden bang von wegen vieler 519. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. STOG Es ist noch eine Ruh vorhanden, 1503190 adore 76190 auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen Banden und deine Sonne scheinet nicht: sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last und eil herzu. Bald ist der heiße Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet, so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserforen, die Ruhe, die kein Ende nimmt. Es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gottesſtimmt. Das Gotteslamm wollt darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locketweit und breit: Ihr müden Seelen und ihr frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichfeit. quno tind JUS 505 Plage; komm doch, komm doch, du Richter groß, und mach uns bald in Gnaden los von allem Übel. Amen! 2smed dr aucu Barth. Ringwaldt 1530-1598. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Furralas 291 Bürde drückt, eilt, eilt aus euren ITHICA . be WHEN TSUN TH 19019105 Kummerhöhlen, geht nicht mehr traurig und gebückt. Ihr habt warby and or des Tages Last getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: JOG VITISH Ich selbst will eure Ruhstatt sein. Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben, ob Sünde, Tod und Teufel toben, seid nur getroſt und gehet ein. 19019ur dlod jun de mid saudad Jong 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen müden Wandersmann? wo jener nur ein Bettlein haben und sanfte darauf ruhen kann, wenn dieser sich darf niederseßen, an einem frischen Trunk ergeben, wie sind sie beide fo vergnügt! Doch dies find kurze Ruhestunden; es ist noch eine Ruh erfunden, da man auf ewig stille liegt. To mennent Turen got 506 F. Die letzten Dinge. If 5. Da wird man Freudengarben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus! D welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehn; es wird beim Brünnlein uns erfrischen, die Thränen von den Augen wischen; wer weiß, was sonst noch soll geschehn? und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis; es werden die Gebeine grünen; der große Sabbath ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. rdni www. 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden, legt euch dem Lamm in seinen Schoß! Ach Flügel her, wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort this wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren, begürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr. Olar ad Food Groupant 1 H 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da; die Sonne wird uns nicht mehr stechen, das Lamm ist seinem Volke nah, es will selbst über ihnen wohnen ad on Sun TrO HOMO nid Jistpis( bill onoj un de and modoge tng kim ho 520i nd 1924 1990 2 di olin Joh. Sig. Kunth 1700-1779. hon on promothy fic munus on möchy Isid nd right nommat to oraigne Melodie( 21) dus mij dnu u2 Ich hab von ferne, Herr, dei- so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von d heute an ewig wohnen. sing unen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben sijasid bi doi 195 કો Sue 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn! Du bist allmächtig, drum ist dein Licht Mis 3. Nur, ich bin sündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. isdang 11. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 4. Doch bin ich fröhlich, daß 5. Ich bin zufrieden, daß ich mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben. die Stadt gesehn und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre hellen, goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen.pd trub do Kryle. Joh. Tim. Hermes 1738-1821. 9 521. patible Eigne Melodie. bus geh boil? ble to ma Jerusalem, du hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär 1700 190 INTO THEY HODIN in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist JOHE. 101 TH nicht mehr bei mir; weit über über 1990 Taraliau Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über Data alle und eilt aus dieser Welt. 507 land! und and thisnop than dr 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der non mod nod subed Element: fährt auf Eliä Wagen mit heilger Engelschar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz waban uG und gar. moja 910 1909chbarh 4. Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf die Gnadenpfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und Gott mir hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 007 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Got- d had dod tes treue Hände zum außer- 5. Was für ein Volk, was wählten Pfand, daß sie mit für ein edle Schar kommt dort Heil anlände in jenem Vatergezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Thränenland. 508 and F. Die letzten Dinge. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen ins gemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. Catone 1119) 7. Wenn dann zuletzt ich an200 gelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird mein Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das nord mo Di sio hack TOR CO bildnopul noplj Joh. Matth. Mayfart 1590-1642. DUTO Sommeloomu @musts( hint sho tudi union fun S12] Hi 52219 bin is divid C prop chi and maldit lain di sissed mi. Innoin, duse Eigne Melodie. daug dru Laßt mich gehn, laßt mich gehn, 90 daß ich Jesum möge sehn; meine Seel ist voll Verlangen ihn auf ewig zu umfangen und sein, wenn ich zieh in Salem vor seinem Thron zu stehn.dein, in die Stadt der goldnen 4. Wie wirds sein, wie wirds 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht! wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht? Hallelujah reine singt man in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit; 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, auf Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudensaal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch vielmehr, wie von chimont Anfang gesungen das große Himmelsheer. 3. Ach wie schön, ach wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög SAD ich über Thal und Hügel heute noch nach Zions Höhn! romb Gassen! Herr, mein Gott, ich fanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein! 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wirds uns sein, als wenn wir träumen: bring uns, Herr, ins Paradies! Gust. Friedr. Ludw. Knaf 1806-1878. II. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. brer dopion 523. 523.De Eigne Melodie( 15).tind Founda Nach einer Prüfung kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis.pnd da contro 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick, doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Nuh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt: bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt als fällt. Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 509 Foutcom 9052ud 5. Hier such ich nur, dort werd DOCT ichs finden, dort werd ich heilig und verklärt der Tugend ganzen Wert empfinden, den unausmemba sprechlich großen Wert. Den Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. Kalorantites broef moroch sat midsop 6. Da wird der Vorsicht heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang.6 sidongo 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig fingen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 510 F. Die letzten Dinge.fiNG CHILL 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück.jus 11. Da ruft- o möchte Gott es geben!- vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß dies Glück erfreun der Retter einer Seele seinord d olsk 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. m bom wo eipraro C pmnl u ji piars pius 39bS ດ sroots e 10 Mel.: Sollt ich meinem Gott nicht fingen. trad ole Öffne mir die Perlenthore, o mein Himmel ist schon hier, wirst du, meiner Seele Zier, nur mit mir vereinigt bleiben: denn wie sollt auch ohne dich Himmelslust vergnügen mich? dedne god du Schmuck der Himmelsstadt, Licht vom Licht, zum Licht erkoren, eh die Welt den Anfang hatt'! Eile, Jesu, heimzuführen meine Seele, deine Braut, die du dir hast anvertraut, laß mich diese Klarheit zieren, wo mich keine Sündennacht mehr betrübt und finster macht. 2. Es verlanget mich zu sehen ohne Decke dein Gesicht und von Sünden frei zu stehen, reines Lamm, in deinem Licht! Doch ich will dir nichts vorschreiben, und Christ. Fürchtegott Gellert 1716-1269. daigiore 524. und suche 3. Du bist meiner Seele Wonne, wenn mich Angst betrüben will, mein Herz nennt dich seine Sonne, und das Sorgenmeer wird still, wenn mir deine Blicke lachen, deren liebbeglänzter Strahl trennet alle Nacht und Qual. Du kannst mich vergnüget machen, in dir hab ich Himmelsfreud, außer dir Verdruß und Leid. II. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 4. Laß mich, Baum des Lebens, bleiben an dir einen treuen Zweig, der, wenn ihn hier Stürme treiben, stärker werd und höher steig, auch im Glauben Früchte bringe; und versetz mich nach der Zeit in das Feld der Ewigkeit, da ich mich in dir verjünge, wenn des Leibes welkes Laub wieder grünt aus seinem Staub.n tindnsiju, sid si tistpior tolpier ma sit mopon sthin Top siat 8thinod ni bi duit oQ 525. diste nad bildnepule nis bude dor Eigne Melodie. thout fr Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! Do Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen flebt. fid 8 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird auf gehoben; die Ewigkeit nur hat fein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja, wie mein Heiland selber spricht, aus ihr ist kein Erlösung nicht. 511 5. Gieß indessen in die Seele deinen süßen Lebenssaft, Leben, dem ich mich vermähle, und laß deiner Liebe Kraft mich ganz gnadenvoll erlaben; bleibe mein, ich bleibe dein, dein will ich auch ewig sein; dich, mein Jesu, will ich haben, Erd und Himmel acht ich nicht ohne dich, mein Trost und Licht! di duu avid medbo Wolfgang Christ. Deßler 1660-1722. I du Temper ON HOIDIL Sojot dr motibo michuć no dung two di p dut udr 3. Ewigkeit, du machst mir bang, o ewig, ewig ist zu lang; hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen; nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigfeit.tas smisd 9109 nism ( hi 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht im heißen Pfuhl der Schmerzen; auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt! Ach nimm dies wohl zu Herzen und merk auf dies, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. F. Die letzten Dinge. 5. Wach auf, o Mensch, vom 6. Ewigkeit, du Donnerwort, Sündenschlaf; ermuntre dich, verlornes Schaf, und beffre bald dein Leben. Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß, wie man noch sterben mag? 512 526. Eigne Melodie. Gemeinde: wie felig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen; ihr seid entgangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man doch hier wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben, was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer, kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. Joh. Rift 1607-1667. Chor: 1. Ja, höchst selig sind wir, liebe Brüder, unser Mund ist voller Freudenlieder; doch was wir schauen wird Gott euch gar bald auch anvertrauen. 2. Dihr Lieben, seid doch ja zufrieden, wünscht nicht Freud, so lang ihr seid hienieden, laßt euren Willen sich nur sanft von Gottes Gnade stillen. 3. Aber gleichwohl mußten wir auch kämpfen, da in uns war Sünd und Tod zu dämpfen. Was euch jetzt quälet, daran hat es uns auch nicht gefehlet. II. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Gemeinde: 19113 Proutes utal co 4. Christus wischet ab euch alle Thränen, habt das schon, wonach wir uns erst sehnen, euch wird gesungen, was durch keines Ohr allhier gedrungen. Digt YOU 8190 1900 5. Ach, wer sollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hier bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? RESONDH 6. Komm, o Christe, komm uns auszuspannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. on het boe bidalohe Gemeinde munite 7. Nun wir wollen beiderseits denn loben Gottes Lamm, das uns in Gott erhoben; ein ewges Leben ist uns beiderseits gewiß gegeben. Chuo u war diot odbi vdi 513 Chor: 4. Duldet euch nur fort bei euren Thränen, bleibt getreu, Gra euch himmelan zu sehnen; eur m jeßges Leiden ist der Same zu therea künftigen Freuden. Proppe 5. Freilich ist hier gut bei Christo leben, doch könnt ihr euch in Geduld ergeben; all euer Streiten lohnet Christus hier mit Herrlichkeiten. 6. Ach ihr treuen Seelen, eure Krone, eure Palmen, eure güldnen Throne sind schon bereitet; schafft nur, daß ihr recht zum HOME Siege streitet. disi pilot oft( D) und Chor: 8. Lobt, ihr Menschen, lobt ihr Himmelschöre, gebt dem höchsten Gott allein die Ehre! Die Ewigfeiten werden unsres Gottes Lob ausbreiten. bod nom du Simon Dach 1605-1659. duor thin binia tant nadsinsip d new fiunt run thi ole Chor und D. 7 und 8 Jaf. Baumgarten 1668-1722. of 1905ght abarth an hon 527. noms! roid nonus! roid Tiol 2007 Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. Selig sind des Himmels Erben, die Toten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der UnSe sterblichkeit! In Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh. Hosianna! Vor Gottes Thron zu seinem Sohn begleiten ihre Werke sie. 33. 514 F. Die letzten 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Versöhner, Jesu Christ! Ihr, der Über winder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sant, wie wir ins Grab; wischt unsre Thränen ab; alle Thränen. Er hats vollbracht; nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. Dinge. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern. Nun weinen wir nicht mehr, das Alt ist nun nicht mehr. Hallelujah! Er sank hinab wie wir ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm. friedr. Gottl. Klopstod 1724-1803. 528. Eigne Melodie( 22.) Unter Lilien jener Freuden Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket ſein. sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleuch behende, Jesu Hände öffnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebſt dem Chor der Seraphinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiff leins, laß mich ein in den sichern 4. Nichts soll mir am Herzen fleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen und nicht eilen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glauben mir nichts rauben, Glauben, der durch alles dringt. Nach dir sehnt sich meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. II. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 6. wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei! Du fannst durch des Todes Thüren träumend führen und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen; Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. 515 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz thut ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von WahrTod, dein Stachel liegt darnieder, meine Glieder werden fröhlich auferstehn. 8. Gotteslamm, ich will dich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben, hole mich, mein Gott, zu dir! Joh. Ludwig Konrad Allendorf 1693-1723. 529. Eigne Melodie. Machet auf, ruft uns die heit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitter nacht heißt diese Stunde, sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr flugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt, steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujah! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegengehn. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Drum jauchzen wir und singen dir das Hallelujah für und für! Ph. Nikolai 1556-1608. 33* 516 F. Die letzten Dinge. 530. Mel.: Komm, o komm du Geist des Lebens( 19). Wer sind die vor Gottes Throne? was ist das für eine Schar? Jeder träget eine Krone, glänzet gleich den Sternen klar; Hallelujah singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, welcher seinen Feind geschlagen, hingestrecket in den Sand? welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, daß zerreibet feine Zeit, das veraltet nimmermehr? wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, die wohlgekämpfet für des großen Gottes Ehr, haben Fleisch und Blut gedämpfet, nicht gefolgt des Satans Heer; die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel gelitten Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott; nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen Ehrenkleid. nun im 7. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nun stehn alle sie herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Wie ein Hirsch am Mittag lechzet nach dem Strom, der frisch und hell, so hat ihre Seel geächzet nach dem rechten Lebensquell; nun ihr Durst geſtillet ist, da sie sind bei Jesu Christ. 9. Auf dem Zionsberg sie weidet Gottes Lamm, die Lebenssonn, mitten in den Stuhl sie leitet zu dem rechten Lebensbronn: Hirt und Lamm, das ewge Gut, lieblich sie erquicken thut. II. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 10. Ach, Herr Jesu, meine Hände ich zu dir nun strecke aus; im Gebet mich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: treibe, Herr, die Feinde weit. 11. Hilf mir Fleisch und Blut besiegen, Teufel, Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht dar nieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt, führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 12. Gieb, daß ich sei neu geboren, an dir als ein grünes Reis wachse und sei auserkoren, 517 durch dein Blut gewaschen weiß, meine Kleider halte rein, meide allen falschen Schein; 13. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind und aus großer Trübsal kommen. Hilf, daß ich auch überwind alle Trübsal, Not und Tod, bis ich komm zu meinem Gott. 14. O wie groß wird sein die Wonne, wenn wir werden allermeist schauen auf dem hohen Throne Vater, Sohn und heilgen Geist! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinr. Theob. Schenk+ 1222. Anhang I. Für den Gemeinde- Gottesdienst. 1) Die Liturgie. 2) Wechselgesänge III. Gebete. dojis 1) Morgengebete 2) Tischgebete j3) Abendgebete ● II. Für den Haus- Gottesdienst. 1) Bibel- Lesetafel 2) Die Haustafel 3) Die Fragstücke IV. Verzeichnisse. • ● ● ● ● 7. ● • . ● 4) Beicht- und Abendmahlsgebete 5) Bitt- und Dankgebete. jubi6) Kreuz- und Trostgebete ● . ● ● ● > • 1) Verzeichnis der Parallel- Melodien. 2) Alphabet. Verzeichnis der Liederdichter 3) Alphabet. Verzeichnis der Lieder ● > > ● delf ● D ▶ ▶ ▶ Seite. 520 520 544 550 . 551 557 563 569 ● 524 539 541 . 580 . 582 . 592 520 I. für den Gemeinde- Gottesdienst. I. Für den Gemeinde- Gottesdienst. 1. Liturgie ( bleibt bis nach Revision der Agende fort). Jurides 2. Wechselgesänge. Zur Auswahl. 1) Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Hallelujah, Und seine Güte währet ewiglich. Hallelujah. 2) Herr, dein Wort bleibt ewiglich, Hallelujah, Und deine Wahrheit währet für und für. Hallelujah. 3) Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren, Hallelujah. Und bringen Frucht in Geduld. Hallelujah. 4) Lobe den Herrn, meine Seele, Hallelujah, Und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Hallelujah. 5) Befiehl dem Herrn deine Wege, Hallelujah, Und hoffe auf ihn; er wird es wohl machen. Hallelujah, 6) Rufe mich an in der Not, Hallelujah, dsp So will ich dich erretten und du sollst mich preisen. Hallelujah. 7) Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken, Hallelujah, Und Lobsingen deinem Namen, du Höchster. Hallelujah. 8) Herr, erhalt uns dein Wort, Hallelujah, Denn es ist unsers Herzens Freud und Trost. Hallelujah. Zum Advent. 9 Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch, Hallelujah, Daß der König der Ehren einziehe. Hallelujah. 10) Bereitet der Weg des Herrn, Hallelujah, Und machet seine Steige richtig. Hallelujah. 11) Hosiannah dem Sohne Davids. Hallelujah. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hallelujah. 2. Wechselgesänge. Zu Weihnachten. 12) Uns ist ein Kind geboren, Hallelujah, Ein Sohn ist uns gegeben. Hallelujah. 13) Euch ist heute der Heiland geboren, Hallelujah, quish Welcher ist Christus der Herr. Hallelujah. 14) Ehre sei Gott in der Höhe, Hallelujah, dish Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Hallelujah. 521 Beim Jahreswechsel. 15) Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für, Hallelujah, Und unser Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Hallelujah. 16) Jesus Christus gestern und heute, Hallelujah, Und derselbe in Ewigkeit. Hallelujah. 17) Die Güte des Herrn ist alle Morgen neu, Hallelujah, Und seine Treue ist groß. Hallelujah. Zur Epiphaniaszeit. 18) Lobet den Herrn, alle Heiden, Hallelujah, Preiset ihn, alle Völker. Hallelujah. 19) Die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, Hallelujah, Und die Könige im Glanz, der über dir aufgeht. Hallelujah. 20) Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt, Hallelujah, Und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Hallelujah. Zur Passionszeit und zum Karfreitag. 21) Siehe, das ist Gottes Lamm, Welches der Welt Sünde trägt. 22) Fürwahr, er trug unsere Krankheit, Und Lud auf sich unsere Schmerzen. 23) Christus ist um unserer Missethat willen verwundet Und um unsrer Sünden willen zerschlagen. 24) Christus ward gehorsam bis zum Tode, Ja, bis zum Tode am Kreuze. 25) Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Friede hätten, Und durch seine Wunden sind wir geheilet. Um Gründonnerstage. 26) Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, Der gnädige und barmherzige Herr. 522 I für den Gemeinde- Gottesdienst. Zu Ostern. 27) Der Herr ist auferstanden. Hallelujah. Er ist wahrhaftig auferstanden. Hallelujah. 28) Tod, wo ist dein Stachel, Hölle, wo ist dein Sieg? Hallelujah. Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat. Hallelujah. 29) Christus ist um unserer Sünde willen dahin gegeben, Hallelujah. Und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket. Hallelujah, Zu Himmelfahrt. 30) Gott fähret auf mit Jauchzen, Hallelujah, Der Herr mit heller Posaune. Hallelujah. 31) Siehe, ich bin bei euch alle Tage, Hallelujah, Bis an der Welt Ende. Hallelujah. Zu Pfingsten. 32) Komm, heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen, Hallelujah, Und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe. Hallelujah. 33) Schaff in uns, Gott, ein reines Herz, Hallelujah, Und gieb uns einen neuen, gewissen Geist. Hallelujah. 34) Herr, lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, Hallelujah, Dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Hallelujah. 35) Der Vater im Himmel wird seinen heiligen Geist geben, Hallelujah, Denen, die ihn darum bitten. Hallelujah. 3u Trinitatis. 36) Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist, Hallelujah, Von nun an bis in Ewigkeit. Hallelujah. 37) Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, Hallelujah, Und alle Lande sind seiner Ehre voll. Hallelujah. ( ES Zum Erntedankfest. 38) Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist, Hallelujah, Wohl allen, die auf ihn trauen. Hallelujah. 39) Aller Augen warten auf dich, Herr, Hallelujah, Und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Hallelujah. 2. Wechselgesänge. Zum Reformations- und Kirchweihfest. 40) Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, Hallelujah, Und den Ort, da deine Ehre wohnet. Hallelujah. 41) Dein Wort ist unsers Fußes Leuchte, Hallelujah, Und ein Licht auf unsern Wegen. Hallelujah. 42) Halte im Bau deine Gemeinde, die du gepflanzet hast, Hallelujah, Die du dir festiglich erwählet hast. Hallelujah. 523 Zum Totenfest und bei Begräbnissen. 43) Herr, mun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren, Hallelujah, Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Hallelujah. 44) Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Hallelujah, Und er wird mich hernach aus der Erde auferwecken. Hallelujah. 45) Der Herr hats gegeben, der Herr hats genommen, Hallelujah, Der Name des Herrn sei gelobt, Hallelujah. 46) Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Hallelujah, Auf daß wir flug werden. Hallelujah. 47) Leben wir, so leben wir dem Herrn, Hallelujah, Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Hallelujah. 48) Christus ist mein Leben, Hallelujah, Sterben ist mein Gewinn. Hallelujah. 49) Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Hallelujah. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit. Hallelujah. 50) Sei getreu bis in den Tod, Hallelujah, So will ich dir die Krone des Lebens geben. Hallelujah. 51) Christus hat dem Tode die Macht genommen, Hallelujah, Und das Leben und ein unvergänglich Wesen an das Licht gebracht. Hallelujah. Zum Buß- und Bettage. 52) Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Hallelujah, Und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Hallelujah. 53) Gott, sei uns gnädig nach deiner Güte, Hallelujah, Und tilge unsre Sünden nach deiner Barmherzigkeit. Hallelujah. 524 II. Für den Haus- Gottesdienst. 1. Bibel: Lesetafel der Preußischen Haupt- Bibelgesellschaft. Am 1. Sonntage des Advents. Morgens. Sonntag Ev. Matthäi 21, Montag 1. Moses.. 3, Dienstag, Mittwoch 49, Donnerstag Jesaias. 19 Freitag Sonnabend II. für den Haus- Gottesdienst. Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend Abends. 1-9. Ep. Römer. 13, 11-14. 8-15. 1. Moses.. 12, 1-3. 8-12. 4. Moses.. 24, 15-17. 5. Moses.. 18, 15-19. 2. Samuelis 7, 8-16. 7, 10-14. Sesaias 9, 2-7 12, 1-6. 11 Freitag Sonnabend " Am 2. Sonntage des Advents.d Sonntag Ev. Luca. 21, 25-36. Ep. Römer. 15, 4-13. Jesaias... 35, 1-10. Sesaias 30, 1-11. 42, 1-9. 51, 4--11. 54, 7-13. ... 57, 10-21 {" 11 11 11 ● 11 11 11, 1-10. 25, 6-9. Psalm ● Am 3. Sonntage des Sonntag Ev. Matthäi 11, 2-10. Montag Jeremias.. 23, 1-6. Dienstag 31, 31-34. Mittwoch Donnerstag Hesekiel. ● ● ● ● ● . ● ?? " .. 55, ... 61, 19 62, 6-12. Psalm... 96. M . 24. 11 .. ... 49, 52, ● 33, 14-26. 34, 11-16. 34, 23-31. Matthäus Advents. Ep. 1. Korinth. 4, 1-5. Lucas. 1.5-25 1, 26-38. 1, 39-56. 1, 57-80. 1, 18-25. ... ... 5-13. 7-12. 1-7. 1-3. 96.0 ● 36, 22-27. Psalm... 97. Sonntag Montag Dienstag Am 4. Sonntage des Advents. Morgens. Abends. Ev. Johannes 1, 19-28. Ep. Philipper 4, 4-77. 9, 22-27. 7, 13-18. Daniel 2, 14-23, Hosea 14, 2-10. 3, 1-5. Amos.. 9, 11-15. 4, 1-5. Micha. 5, 1-3. Freitag Zephanja.. 3, 14-20. Haggai Sonnabend Sacharja.. 9, 8-10. Psalm... 113. Mittwoch Joel Donnerstag Micha 27. 28. 29. 30. 11 1234 M 3. 1 4. 5. Am 1. Weihnachtsfeiertage. 25. Dezemb. Ev. Lucä. 2, 1-14.| Ep. Titus. 2, 11-14. M Ev. Luca.. Am 2. Weihnachtsfeiertage. 26.Dezemb. Ev. Lucä.. 2, 15-20. Ep. Titus 3, 4-7. Johannes 1, 1-18. 1. Johannes 3, 1-8. Epheser... 1, 3-6. Psalm 2. Daniel.. Hosea. " 1 " " 1. Bibel- Cesetafel. ● n 9-17. 1, Kolosser.. Hebräer.. 1, 1-4. 1. Januar| Ev. Lucä. 2, 21. 2. ♦ P " Matthäus. Johannes Am Neujahrstage. Am Jahresschluß. 31. Dezemb.| Hebräer.. 6, 11-20.| Pfalm... 103. ● 11 Am Sonntage nach Weihnachten. ● . " 1 ... 2, 13-25. 4, 1-14. ● ●• " ● 11 .. 2, 33-40. Ep. Galater 4, 1-7. Ep. Galater 3, 1-12. Matthäus 1, 29-34. Johannes .. 90. 525 2, 1-10. ● ● 45, 1-8. ● 3, 23-29. 3, 13-17. 1, 35-51. 3, 22-36. 4, 15-26. Am Epiphaniasfeste. 6. Januar| Ev. Matthäi 2, 1-12. Jesaias... 60, 1-6. Johannes. 4, 27-42. Psalm 7. ... 126. II. für den Haus- Gottesdienst. Am Sonntage nach Neujahr. Morgens. Abends. Sonntag Ev. Matthäi 2, 13-23. Ep. 1. Petri 4, 12-19. Montag Psalm 8. Pfalm .. 19. Dienstag ... 80. Mittwoch no10. 40. Donnerstag 190 32.hu 326 Freitag Sonnabend Freitag Sonnabend Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend " " 1 Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag " Freitag Sonnabend "" " Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Matthäus Donnerstag " 11 11 ff ... Am 1. Sonntage nach Epiphanias.*) ● Ev. Luca 2, 41-52. Ep. Römer. 12, 1-6. Lucas... 4, 14-30. Matthäus.. 4, 12-25. 4, 31-44. 5, 1-19. 5, 27-48. 7, 1-14. 8, 28-34. 9, 27-38. Psalm 27. 46. . 112. ... 85. .. 111. 11 11 ● 11 " ● ● PP ● 11 Am 2. Sonntage nach Epiphanias. Ev. Johannes 2, 1-11.| Ep. Römer Matthäus 8, 28-34. Lucas. 9, 27-38. ● " 1 ● " 1 12, 7-16. 7, 36-50. 9, 57-62. 13, 44-52. 10, 38-42. 8, 28-34. 11, 37-54. " Johannes 5, 1-16. Johannes.. 5, 17-30. 5, 31-47. Pfalm... 38. PP "" ?? 11 f7 P 5 ... 3. ◆ ● Am 3. Sonntage nach Epiphanias. Sonntag Ev. Matthäi 8, 1-13. Ep. Römer. 12, 17-21. 1, 1-18. Pfalm Jesaias. .. 73. 2, 1-19. 84. 5, 1-7. . 86. 1-13. 87. 6, 26, 1-12. 89, 1-19. .. 26, 13-21. 18, 1-20. *) Welche Epiphanien- Sonntage ausfallen, ist aus dem Kalender zu ersehen. ?? 40. s PF 3. S ● 6, 1-18. 7, 15-29. 9, 9-17. 29. 1. Bibel Lesetafel. Am 4. Sonntage nach Epiphanias. Morgens. Abends. Sonntag Ev. Matthäi 8, 23-27. Ep. Römer.. 13, 8-10. Montag Jesaias... 41, 1-14. Psalm . 68, 1-12. Dienstag 1-13. 100. Mittwoch 43, 44, 1-8. 45, 1-11. 123. 124. Donnerstag Freitag Sonnabend 45, 12-25. 125. ... 49, 8-18. 12. Dienstag Mittwoch 11 Freitag Sonnabend F1 " 1 Sonntag Montag 11 11 Donnerstag Hesefiel. Jona. "! 11 Am 5. Sonntage nach Epiphanias. Sonntag Ev. Matthäi 13, 24-30. Ep. Kolosser 3, 12-17. Montag Jesaias... 58, 7-14. Sesaias... 63, 7-16. .. 64, 1-12. 11 Sonntag Ev. Matthäi 17, 1-9. Sprüche Montag Dienstag Prediger 8, 1-21. 2, 1-11. Mittwoch Psalm 119, 25-48. Donnerstag .. 119, 73-96. . 119, 121-144. Freitag Sonnabend 119, 161-176. 11 ● ● !! " 1 Dienstag Matthäus. 14, 22-33 Mittwoch Johannes 6, 35-51. Donnerstag 6, 61-71. " Freitag Matthäus 16, 1-12. Sonnabend "" ● 11 ● #f 66, 13-24. 36, 22-28. Jona 2. 4. FP " Am 6. Sonntag nach Epiphanias. "" Sesekiel • 3. Psalm... 116. " 1 . · " 1 PP Am Sonntage Septuagesimae. Ev. Matthäi 20, 1-16. Ep.1.Korinth. 9, 24-10, 5, Markus 6, 7-13. Matthäus. 14, Johannes. .. 65, 17-25. 33, 1-19. 1. Ep. 2. Petri 1, 16-21. Sprüchwörter 9, 1-18. Psalm... 119, 1-24. .. 119, 49-72. 119, 97-120. . 119, 145-160. 14. 527 ● 1-12. 6, 22-34. " 6, 52-60. Matthäus.. 15, 1-20. 16, 13-28. 17, 14-27. Psalm.. 138. 528 II. für den Haus- Gottesdienst. Am Sonntage Sexagesimae. Morgens. Ev. Lucä.. 8, 8, 4-15. Ep.2.Corinth.11, 19-12,9. Matthäus. 18, 18, 1-11. Matthäus 18, 12-22. 7, 1-10. Lucas. 9, 51-56. 7, 11-24. 7, 37-53. Sonntag Montag Dienstag Johannes Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend 11 19 19 77 " 1 H 20 ● • 11 ● ● ● 8, 12-20. " 8, 31-45. Pfalm Am Sonntage Estomihi. Sonntag Ev. Lucä.. 18, 31-43. Ep 1. Corinth. 13, 1-13. Montag Johannes 9, 1-9. Johannes. 9, 10-23. Dienstag 9, 24-41. 10, 1-11. " "" Mittwoch Matthäus. 10, 24-42. Lucas 10, 21-24. .. ● Donnerstag Lucas... 11, 1-13. Matthäus.. 11, 16-24. Freitag 11, 37-54. Lucas.. 12, 1-12. . 90 Sonnabend 12, 13-31. Psalm.... 91. P9 Johannes.. 19 . 13, 22-35. 15, 11-24. 17, 1-10. 18, 1-8. ● # 1 Abends. Am Sonntage Invocavit. Sonntag Ev. Matthäi 4, 1-11. Ep. 2. Corinth. 6, 1-10. Montag Lucas... 12, 32-40. Lucas.. 12, 41-48. Dienstag 12, 49-59. 13, 10-17. Mittwoch Donnerstag 14, 25-35. 15, 25-32. 17, 20-37. Freitag Sonnabend 13. ● PP Psalm. ●• ♦ 7, 25-36. 8, 1-11. 8, 21-30. 141. Am Sonntage Reminiscere. 10, 1-16. Sonntag Ev. Matthäi 15, 21-28.| Ep.1.Theffalon. 4, 1-7. Montag Johannes 10, 22-42. Marcus Dienstag d. 11, 1-16. Matthäus. 19, 16-30. Mittwoch Matthäus 20, 17-28. 20, 29-34. ● Donnerstag Lucas.. 19, 1-10. Lucas.... 19, 11-58. Freitag Johannes 11, 17-31. Johannes.. 11, 32-46. .. 121. Sonnabend 11, 47-57. Psalm Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Am Sonntage Oculi. Morgens. Ev. Lucä. 11, 14-28. Ep. Epheser Sonntag ● Montag Dienstag Marcus.. 11, 11-19. Mittwoch Johannes. 12, 34-50. Donnerstag Matthäus. 21, 33-46. Freitag 23, 1-12. Sonnabend 11 11 1. Bibel Lesetafel. Matthäus. 24, 29-36. 26, 1-5. Donnerstag Lucas.. 22, 22, 7-13. Freitag .. 22, 24-38. Sonnabend Johannes 13, 31-38. 5, 1-9. 19, 29-40. Matthäus.. 21, 12-17. . 23, 29-39. Pfalm.... 145. • Sonntag Montag Dienstag 15, 16-25. Mittwoch Matthäus. 26, 30-46. Donnerstag 26, 57-75. Abends. " Am Sonntage Lätare. Ev. Johannes 6, 1-15. Ep. Galater. 4, 21-31. Marcus.. 12, 41-44. Matthäus 24, 1-14. 25, 14-30. Johannes.. 12, 20-33. Matthäus.. 21, 23-33. .. 22, 23-33. .. 23, 13-28. ● " Lucas. ● Am Sonntage Judica. Ev. Johannes 8, 46-59. Ep. Hebräer 9, 11-15. . Johannes 14, 1-21. Johannes.. 15, 1-15. .. 17, 1-26. Matthäus 26, 47-56. 27, 1-10. 529 22, 1-6. Matthäus. 26, 20-29.. Johannes.. 13, 12-30. ... 26. Psalm ● " f " P Freitag Lucas 23, 1-7. 23, Lucas. Sonnabend Matthäus. 27, 11-23. Psalm.... 69, Sonntag Montag Dienstag Lucas... 23, 33-38. Mittwoch Johannes 19, 19-29. Pfalm.... 22. Am Sonntage Palmarum. Ev. Matthäi 21, 1-9. Ep. Philipper 2, 5-11. Matthäus. 27, 24-31. Lucas 23, 26-32. 8-12. 1-21. 23, 39-43. Am grünen Donnerstage. Donnerstag Ev. Johannes 13, 1-15. Ep.1.Korinth. 11, 23-32. 34 530 Morgens. Abends. Freitag Ev. Matthäi 27, 45-54. Ep. Jesaias 52, 13-53, 12. Sonnabend Matthäus. 27, 55-66. Pfalm.. 16. Am 1. Ostertage. Sonntag| Ev. Marcus 16, 1-8.| Ep. 1.Korinth. 5, 6-8. Am 2. Oftertage. Montag Ev. Luca. 24, 13-35. Ep. Apostelgsch. 10,34-41. Dienstag Lucas 24, 36-47. Apostelgesch. 13, 26-33. Mittwoch Johannes. 20, 1-10. Johannes.. 20, 11-18. Donnerstag 21, 1-14. Freitag 21, 20-25 21, 15-19. Matthäus.. 28, 16-20. Pfalm.... 133. " 1 Sonnabend Lucas... 24, 48-53. Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag II. für den Haus Gottesdienst Am Karfreitage. Freitag Sonnabend Am Sonntage Quasimodogeniti. Sonntag Ev.Johannes 20, 19-31.| Ep.1.Johannes 5, 4-10. Apostelgesch. 1, 12-26. Hiob.. 19, 23-27. Dienstag Mittwoch Donnerstag 11 Freitag Sonnabend 99 " M 19 19 11 " " 19 " 1 99 2, 14-28. Pfalm. 48. 2, 29-47. 72. 3, 1-11. 3, 12-26. 4, 1-18. 11 M 5, 12-24. 5, 25-42. 6, 1-15. 7, 44-59. 79 Am Sonntage Mifericordias Domini. Sonntag Ev.Johannes 10, 12-16. Ep. 1. Petri 2, 21-25. Montag Apostelgesch. 4, 19-31. Pfalm.... 98. 4, 32-5, 11. .... 99. 110. 118, 14-29. 122. . 66. 11 ?? 11 11 ?? " 1 ● • ● ff ● ● ● . . 93. 95. . 23. Am Sonntage Jubilate Sonntag Ep.Johannes 16, 16-23. Ep. 1. Petri 2, 11-20 Apoſtelgesch. 8, 1-25. Psalm... 132. Montag Dienstag 8, 26-40. ... 139. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend Morgens. Abends. Mittwoch Ev. Lucä.. 13, 1-9. Ep. Psalm 102. Donnerstag Apostelgesch. 9, 1-22. Apostelgesch. 9, 23-31. Freitag 9, 32-43. 10, 1-16. Sonnabend 10, 17-33. Pfalm... 147. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend "" 19 Am Sonntage Cantate. Ev.Johannes 16, 5-15.| Ep. Jakobi. 1, 16-21. Apostelgesch. 11, 1-18. Apostelgesch. 11, 19-30. 1-25. 12, 13, 1-12. 13, 44-52. 14, 1-18. 14, 19-28. 15, 1-20. 16, 9-24. 16, 25-40. " 1 17, 1-15. Psalm.... 77. 19 " 1 M M # 1 " 1 Am Sonntage Rogate. Ev.Johannes 16, 23-30, Ep. Jakobi. 1, 22-27. Apostelgesch. 17, 16-34. Apostelgesch. 18, 1-28. 19, 21-40. 47. 1. Bibel- Cesetafel. Am Bußtage. " 1 11 ft Am Tage der Himmelfahrt Christi. Donnerstag Ev. Marcus 16, 14-20.| Ep.Apostelgsch. 1, 1-11. Freitag Apostelgesch. 20, 17-38. Apostelgesch. 21, 1-16. Sonnabend 21, 17-39. Pfalm.... 61. 11 " " p " Am Sonntage Erandi. Ev.Johannes15,26-16,4, Ep. 1. Petri 4, 8-11. Apostelgsch. 21,40-22,22. Offenbarung. 1, 1-7. 22,23-23,11. 1, 8-20. 23, 12-35. 24. 19, 1-20. 20, 1-16. Psalm M " 1 531 Pf P • • 2, 1-7. 2, 8-11. 25, 1-12. 25, 13-27. Am 1. Pfingsttage. Sonntag| Ev.Johannes 14, 23-31.| Ep.Apostelgsch. 2, 1-13. 34* 2, 12-17. Psalm.... 51 532 Am 2. Pfingsttage. Morgens. Montag Ev.Johannes 3, 16-21. Ep.Apostlgsch.10, 42-48. Dienstag Apostelgesch. 26. Offenbarung 2, 18-29. Mittwoch 27, 1-20. 3, 1-6. Donnerstag 3, 7-13. Freitag Sonnabend Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend II. für den Haus Gottesdienst. Freitag Sonnabend Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag 11 Freitag Sonnabend 19 P ?? #f Am Sonntage Trinitatis. Sonntag Ev. Johannes 3, 1-15. Ep. Römer. 11, 33-36. 1. Moses.. 1, 1-31. Römer 1, 1-12. 1, 13-23. 2, 1-16. 2, 17-29. 3, 1-20. M M 19 " " 1 Sonntag Ev. Lucä.. 16, 19-31. Montag Dienstag 1. Moses.. 8. Mittwoch Donnerstag P M 11 11 • Psalm Am 1. Sonntage nach Trinitatis. "! • 11 ?? .. 27, 21-44. 28, 1-15. 28, 16-31. Pfalm.... 67. 2, 16-25. 3. 4, 1-16. 6, 5-22. 7. 9, 8-29. 1--9. 11, .. 13, " 1 1-18. 8-24. 14, .. 15, 1-18. # 1 M 19 ?? ?? Abends. Ep. 1. Johannes 4, 16-21. Römer 3, 21-31. 11 Am 2. Sonntage nach Trinitatis. Sonntag Ev. Lucä.. 14, 16-24. Ep. 1. Johannes 3, 13-18. 1. Moses.. 17, 1-16. Römer 6, 12-18. 18, 1-16. 7, 1-13. 18, 17-33. .. 19, 12-29. .. 21, 1-21. .. 22, 1-19. Psalm .. 3, 14-22. • ə 49. Psalm... 104. 4, 1-8. 4, 9-25. 5, 1-11. 5, 12-21. 7, 14-25. 8, 1 11. 8, 24-30. 6. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend 1. Bibel- Cesetafel. Am 3. Sonntage nach Trinitatis. Morgens. Abends. Ev. Lucä. 15, 1-10. Ep. 1. Petri 1. Moses.. 23. Römer Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend 11 " 1 11 19 19 19 11 1. Moses.. 27, 18-29. .. 27, 30-45. 28, 10-22. 29, 1-20. 31, 1-18. 32, 1-21. Psalm " 1 11 " " 24, 1-14. 24, 15-28. 24, 29-49. 24, 50-67. ● .. 27, 1-17. Pfalm. Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Ev. Lucä.. 6, 36-42. Ep. Römer. 8, 18-23. Römer... 10, 12-21. 11, 1-12. 11, 13-24. 11, 25-32. 13, 1-7. 44. 19 ● 19 ● " 1 ● .. ● Am 5. Sonntage nach Trinitatis. Sonntag Ev. Lucä.. 5, 1-11.| Ep. 1. Petri Montag 1. Moses.. 32, 22-32. Römer 33, 1-17. 35, 1-15. 1. Korinther 37, 1-17. .. 37, 18-36. .. 39. " 1 . 11 41, 44-57. 42, 1-17. .. 42, 18-38. ● .. " 1 19 " 1 M " 1 Am 6. Sonntage nach Trinitatis. Ev. Matthäi 5, 20-26.| Ep. Römer. 1. Moses.. 40, 1-23. 1. Korinther 1-24. 41, 41, 25-43. Psalm ● " 1 11 • ● " 1 ● ● ● ● 11 alm.... alm 5, 6-11. 8, 31-39. 9, 1--13. 9, 14-21. 9, 22-33. 533 10, 1-11. 63. 3, 8-15. 14, 1-9. 14, 10-23. 1, 10-19. 1, 20-31. 2, 1-5. 43. 6, 3-11. 2, 11-16. 3, 1-10. 3, 11-23. 6, 1-12. 9, 13-23. 33. 534 Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag II. für den Haus- Gottesdienst. Am 7. Somutage nach Trinitatis. Morgens. Ev. Marcus 8, 1-9. 1. Moses.. 43, Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend 11 11 11 Freitag Sonnabend " 1 " " 1 " Am 8. Sonntage nach Trinitatis. Ev. Matthäi 7, 15-23. Ep. Römer. 1.Moses 46,1-7.26-34. 2. Korinther 47,1-12,27-31. 48, 1-20. 49, 29-50, 13. " " 1 11 " 1 M Abends. 1-9. Ep. Römer. 6, 19-23. 1-15. 1. Korinther 10, 14-33. 43, 16-34. 12, 12-31. 15, 12-28. .. 44, 1-13. 44, 14-34. 15, 29-49. 45, 1-15. 45, 16-28. Pfalm.... 55. " 1 ● " 1 ● 50, 14-26. Freitag Sonnabend 2. Moses.. 1, 6-22. Psalm... 17. ?? ● }} 11 Am 9. Sonntage nach Trinitatis. Ev. Lucä.. 16, 1-9. Ep.1.Korinther 10, 6-13. 2. Moses.. 2, 1-10. 2. Korinther 6, 11-18. 2, 11-25. 7. P ● 11 ● 19 19 19 FF 3, 1-15. 1-17. 4, 5. .. 6, 1-13. Psalm 19 P 11 Am 10. Sonntage nach Trinitatis. Sonntag Ev. Lucä.. 19, 41-48.| Ep. 1. Korinth. 12, Montag 2. Moses.. 7. Galater. Dienstag . 11. Mittwoch Donnerstag " 15, 50-58. 12, 1-19. 12, 29-42. 13, 17-22. 14, 1-14. Pfalm . ● 8, 12-17. 1, 1-11. 1, 12-22. 4. 5, 1-10. 5, 11-21. 10. ... 79. ● 8, 1-15. 9. ● 1-11. 1, 1-10. 1, 11-24. 2, 16-21. 3, 1-14. 4, 11-20. 25. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend 1. Bibel Lesetafel. Am 11. Sonntag nach Trinitatis. Morgens. Abends. Ev. Lucä.. 18, 9-14. Ep.1.Korinth. 15, 1-10. 2. Moses.. 14, 15-31. Galater 5, 1-15. 6, 11-18. 1, 1-14. Freitag Sonnabend 11 Pf Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend M " 11 M " 1 ● P Sonntag Montag Dienstag Mittwoch 4. Moses.. 12. Donnerstag 11 Am 12. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Marcus 7, 31-37. Ep. 2. Korinth. 3, 4-11. 2. Moses.. 20, 1-19. Epheser 2, 11-22. 24. 1-12 4, 7-14. 4, 15-21. 5, 10-14. 11 15, 20-26. " 16, 1-14. Epheser 16, 15-35. .. 19. 11 17, 1-16. ● .. 32, ● Am 13. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Lucä.. 10, 23-37. Ep. Galater 2. Moses.. 34, 27-35. Ephefer... 3. Moses.. 10, 1-11. 1-14. 15-35. 32, 33, 12-23. " P 34, 1-10. Psalm 11 13, 17-34. Psalm. ff ✔ .. 17, 19 14, 1-25. P .. 14, 26-45. Pfalm. " P ● Philipper. ● Am 14. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Lucä.. 17, 11-19. Ep. Galater 4. Moses.. 16, 1-19. Philipper. 16, 20-40. 16, 41-50. 1-11. ff Rolosser. 20, 1-13. ● ● 19 .. 20, 14-29. Psalm ● . ● ● .. ● ● . 535 1, 15-23. 2, 1-10. 94. 33 3, 15-22. 6, 1-9. 6, 18-24. 1, 12-21. 1, 22-30. 2, 12-18. 30. domoc 5, 16-24. 3, 1-16. 8-23. 4, 1, 1-8. 1, 15-29. 2, 1-15. 39. 536 Am 15. Sonntag nach Trinitatis. Morgens. Abends. Ev. Matthäi 6, 24-34. Ep. Galater 5, 25-6, 10. 4. Moses 21, 1-9. Kolosser. 2, 16-23. 23, 16-24. 3, 1-11. 5. Moses.. 31, 14-23. 3, 18-4, 1. 34, 1-12. 4, 2-18. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch 5. Moses. Donnerstag Freitag Sonnabend 11 Josua. " Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag II. für den Haus- Gottesdienst. Sonntag Ev. Luca Montag Josua. Dienstag Mittwoch Donnerstag 79 ?? 19 M .. ● ● Am 16. Sonntag nach Trinitatis. Freitag ● 11 Sonnabend Richter... 2, "! ●• 11 ● " 1 1. 3. 11 PP ● 4. " 1 Freitag 1. Samuelis 1, 1-20. Sonnabend 1, 21-28. Am 17. Sonntag nach Trinitatis. Sonntag Ev. Luca. 14, 1-11. Ep. Epheser 4, Ruth 1. Am 18. Sonntag nach Sonntag Ev. Matthäi 22, 34-46. Montag 1. Samuelis 3. Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend 19 234 19 7, 11-17. Ep. Epheser 3, 13-21. 6, 1-21. 1.Thessalonich. 2, 1--8. 7. 2, 9-20. 23. 3. 24, 1-18. 24, 19-33. 2, 8-23. Pfalm. 3. 1. Thessalonicher 1. Psalm.... 28. "! 19 • ● 11 4, 8-12. 5, 12-28. 1-6. 2.Thessalonich. 2, 1-12. 2, 13-17. ..75. 3. 1. Timotheus 1, 1-11. 10 " Psalm.... 36. 1, 12-20. Trinitatis. Ep.1.Korinther 1, 4-9. 1. Timotheus 2. 3.limi 4. 5, 17-25. 6, 1-11. 4, 1-18. 5. 7, 3-13. 8. 9, 1-17. Psalm.. 1.43. Am 19. Sonntag nach Trinitatis. Morgens. Sonntag Ev. Matthäi 9, Montag 1. Samuelis 10, Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend insi 1. Bibel- Cesetafel. Freitag Sonnabend }? Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend 19 19 19 M Am 20. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matthäi 22, 1-14. Ep. Epheser 1. Samuelis 16, 14-23. 2. Timotheus 17, 1-19. 11 P 31. 11 Donnerstag 2. Samuelis 1, 17-27. 5, 17-25. 6. 70 ** Abends. 1-8.| Ep. Epheser 4, 22-28. 1-16. 1. Timotheus 6, 12-21. 10, 17-27. 2. Timotheus 1, 1-7. 12. 1, 8-18. 2, 1-10. 2, 11-21. 99 13, 1-14. 15, 7-29. ** 16, 1-13. Psalm."... 39 17, 20-31. 17, 32-51. Titus Am 21. Sonntag nach Trinitatis. Sonntag Ev. Johannes 4, 47-54.| Ep. Epheser 6, 10-17. Montag 1. Samuelis 24. 1. Dienstag 26. 1, 1-12. Mittwoch 1, 13--25. 2, 1-10. 3, 15-22. 57 11 18, 1-14. 1-9, 1-18. Pfalm. 11 11 18, 1-17. 24. " Philemon.. 1. Petri.. Pfalm. Am 22. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matthäi 18, 23-35. Ep. Philipper 1, 3-11. 2. Samuelis 12, 1-14. 1. Petri.. 4, 1-7. 5, 1-5. 11 12, 15-23. 15, 1-14. 2. Petri.. 16, 5-15. → 11 Pfalm. ● ♦ 34. · 537 5, 15-21. 2, 22-26. 3. 4, 1-8. 1. 2, 1-10. 20. 130. . 1, 1-14. 1, 15-21. 2. 71. II. für den Haus- Gottesdienst. Am 23. Sonntag nach Trinitatis. Morgens. Abends. Sonntag Ev. Matthäi 22, 15-22. Ep. Philipper 3, 17-21. Montag 1. Chronika 29, 1-10. 1. Johannes 1. Dienstag 1. Könige 3-15. 2, 1-14. Mittwoch 3, 8, 1-21. 2, 15-29. Donnerstag 8, 22-30. 3, 1-12. 8, 54-66. 4, 1-16. PP 9, 1-9. Psalm... 42. 538 Freitag Sonnabend Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend " 1 19 PP PP " P " 11 P Am 24. Sonntag nach Trinitatis.*) Ev. Matthäi 9, 18-26. Ep. Kolosser 1, 9-14. 1. Könige 10, 1-13, 1. Johannes 5, 12-21. 11, 6-13. Hebräer 2, 1-13. 17, 1-16. 2, 14-18. 18, 1-16. 3. 18, 17-29. 4. 18, 30-46. Psalm. . 76. " 1 ● " 1 ● 11 ♦ ● ● ● ● 1-19. 1-14. 4, 1-7. 5, 1-14. . 6, 8-23. Pfalm. " 1 21, 2, ● Am 25. Sonntag nach Trinitatis.*) Sonntag Ev. Matthäi 24, 15-28.| Ep. 1. Thessal. 4, 13-18. Montag 1. Könige. 19. Hebräer. 5. Dienstag 6. 11 Mittwoch 2. Könige Donnerstag Freitag Sonnabend P " P " 9 " 9 " F PP ● ● ● ● 10, 1-18. 10, 19-39. ... 12, 1-11. 138. *) Von dem Sonntage ab, an dem das Totenfest gefeiert wird, werden die Lektionen gelesen, die für die 27ste Woche nach Trinitatis angegeben sind. Der 24ste Psalm leitet die Adventszeit ein. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend 2. Die Haustafel. Am 26. Sonntag nach Trinitatis.*) Morgens. Abends. Ev. Matthäi 25, 31-46. Ep. 2. Thessal. 1, 3-10. 2. Könige. 17, 1-23. Hebräer... 12, 12-29. 18, 1-8. 13, 1-14. ● . 20. 13, 15-25. . 22. 1, 1-15. 2, 1-13. 149. 11 19 " " 1 11 ● !! ● Ev. Matthäi 25, 1-13. Offenbarung 5. 7, 19 25, 1-22. 5. Am 27. Sonntag nach Trinitatis. 11. 9-17. 19, 1-9. 20, 11-25. 21. 22. " Jakobi. Psalm ● . ● Ep. 1. Theffal. Jakobi 539 1. Judä Psalm... 150. ● 5, 1-11. 2, 14-26. 3. 4. 5. 2. Die Haustafel. Den Bischöfen, Pfarrherrn und Predigern. Ein Bischof soll unsträflich sein, Eines Weibes Mann, nüchtern, mäßig, sittig, gastfrei, lehrhaftig, nicht ein Weinsäufer, nicht pochen, nicht unehrliche Hantierung treiben, sondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Wort halte, das gewiß ist und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher. In der 1. Epistel zu Timoth. am 3. Kapitel. ( Titus 1,9). *) Von dem Sonntage ab, an dem das Totenfest gefeiert wird, werden die Lektionen gelesen, die für die 27ste Woche nach Trinitatis angegeben sind. II. für den Haus- Gottesdienst. Von weltlicher Obrigkeit. Jedermann sei unterthan der Obrigkeit; denn die Obrigkeit, so allenthalben ist, ist von Gott geordnet. Wer aber der Obrigfeit widerstrebet, der widerstrebet Gottes Ordnung; wer aber widerstrebet, wird sein Urteil empfahen. Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über die, so Böses thun. Zu den Römern am 13. Kapitel. 540 Den Ehemännern. Ihr Männer, wohnet bei euern Weibern mit Vernunft, und gebet dem weiblichen als dem schwächsten Werkzeug seine Ehre als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. In der 1. Petri am 3. Kapitel. Und seid nicht bitter gegen sie. Zu den Koloss. am 3. Kapitel. Den Eheweibern. Die Weiber seien unterthan ihren Männern als dem Herrn, wie Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr. Welcher Töchter ihr worden seid, so ihr wohlthut und nicht so schüchtern seid. In der 1. Petri am 3. Kapitel. Den Eltern. Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, daß sie nicht scheu werden, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zu dem Herrn. Zu den Ephesern am 6. Kapitel. Den Kindern. Ihr Kinder, seid gehorsam euern Eltern in dem Herrn, denn dies ist billig. Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat, nämlich daß dirs wohlgehe und lange lebest auf Erden. Zu den Ephesern am 6. Kapitel. Den Knechten, Mägden, Tagelöhnern und Arbeitern 2c. Ihr Knechte, seid gehorsam euern leiblichen Herrn, mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit euers Herzens als Christo selbst, nicht mit Dienst allein vor Augen als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes 3. Die fragstücke. thut von Herzen mit gutem Willen. Laßt euch dünken, daß ihr dem Herrn und nicht den Menschen dienet und wisset, was ein jeglicher Gutes thut, das wird er empfahen, er sei Knecht oder Freier. 541 Den Hausherren und Hausfrauen. Ihr Herren, thut auch dasselbige gegen sie und laßt euer Dräuen und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt, und ist bei ihm kein Ansehn der Person. Ephes. 6. Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen, seid den Alten unterthan und beweiset darin die Demut, denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen giebt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1. Petri am 5. Kap. Den Witwen. Welche eine rechte Witwe und einsam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott und bleibet am Gebet Tag und Nacht. Welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig tot. 1. Timoth. am 5. Kap. Der Gemeine. Liebe deinen Nächsten als dich selbst, in dem Wort sind alle Gebot verfasset. Zu den Römern am 13. Kapitel. Und haltet an mit Beten für alle Menschen. In der 1. Timoth. am 2. Kapitel. Ein jeder lern sein Lektion, So wird es wohl im Hause stehn. 3. Etliche Fragstücke mit ihren Antworten für die, so zum Sakrament gehen wollen. 1) Glaubst du, daß du ein Sünder seist?- Ja, ich glaube es, ich bin ein Sünder. 2) Woher weißt du das?- Aus den heiligen zehn Geboten, die habe ich nicht gehalten. 3) Sind dir deine Sünden auch leid? Ja, es ist mir leid, daß ich wider Gott gesündigt habe. - II. für den Haus. Gottesdienst. 4) Was hast du denn mit deinen Sünden bei Gott verdient? Seinen Zorn und Ungnade, zeitlichen Tod und ewige Verdammnis. Ja, ich hoffe es. 6) Wes tröstest du dich denn? Meines lieben Herrn Jesu Christi. 5) Hoffest du auch selig zu werden? 7) Wer ist Christus?- Gottes Sohn, wahrer Gott und Mensch. 8) Sind denn viel Götter? Nein, nur ein Gott, aber drei Personen: Vater, Sohn und heiliger Geist. 9) Was hat denn Christus für dich gethan, daß du dich seiner tröſteſt? Er ist für mich gestorben, und hat sein Blut am Kreuz für mich vergossen zur Vergebung der Sünden. 10) Wie weißt du das?- Aus dem heiligen Evangelio und aus den Worten im Sakrament, und bei seinem Leib und Blut, im Sakrament mir zum Pfande gegeben. 542 - - - - - 11) Wie lauten die Worte?- ,, Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brachs und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichent nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis." 12) So glaubest du, daß im Sakrament der wahre Leib und Blut Christi sei? Ja, ich glaube es. 13) Was bewegt dich, das zu glauben? Das Wort Christi: ,, Nehmet hin und esset, das ist mein Leib; trinket alle daraus, das ist mein Blut." 14) Was sollen wir thun, wenn wir seinen Leib essen und sein Blut trinken, und das Pfand also annehmen? Seinen Tod und Blutvergießen verkündigen und gedenken, wie Er uns gelehrt hat: Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis. - - - — 15) Warum sollen wir seines Todes gedenken und denselben verkündigen? Daß wir lernen glauben, daß keine Kreatur hat können genug thun für unsere Sünden denn Christus 3. Die fragstücke. wahrer Gott und Mensch, und daß wir lernen erschrecken vor unseren Sünden und dieselben lernen groß achten und uns sein allein freuen und trösten, und also durch denselben Glauben selig werden. 543 16) Was hat ihn denn beweget für deine Sünden zu sterben und genug zu thun?- Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und zu andern Sündern, wie geschrieben stehet Joh. 14, 31. Röm. 5, 8. Gal. 2. Ephes. 5, 2. 17) Endlich aber: Warum willst du zum Sakrament gehen? Auf daß ich lerne glauben, daß Christus um meiner Sünde willen aus großer Liebe gestorben sei, wie gesagt, und darnach von ihm auch lerne Gott und meinen Nächsten lieben. 18) Was soll einen Christen vermahnen und reizen, das Sakrament des Altars oft zu empfahen?- Von Gottes wegen sollen ihn beide, des Herrn Christi Gebot und Verheißung, danach auch seine eigene Not, so ihm auf dem Halse lieget, treiben; um welcher willen solch Gebieten, Locken und Verheißung geschieht. 19) Wie soll ihm aber ein Mensch thun, wenn er solche Not nicht fühlen kann, oder keinen Hunger noch Durst des Sakraments empfindet? Dem kann nicht besser geraten werden, denn daß er erstlich in seinen Busen greife und fühle, ob er auch noch Fleisch und Blut habe, und glaube doch der Schrift, was sie davon saget: Gal. 5, 17. und Röm. 7, 18. 3um anderen, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sei, und denke, daß es an Sünden und Not nicht fehlen werde, wie die Schrift sagt: Joh. 15, 18. 19. und 16, 33. 1. Joh. 2, 16. und 5, 19.- Zum dritten, so wird er auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äußerlich lassen wird, wie ihn die Schrift nennet: Joh. 8, 44. und 14, 30. 1. Petr. 5, 8. Ephes. 6, 12. 2. Tim. 2, 25. 26. 544 III. Gebete. III. Gebete. 1. Morgengebete. Luthers Morgensegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Morgengebet am Sonntage. Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und erhöre mich! Mein Herz hält dir vor dein Wort: ihr sollt mein Angesicht suchen. Darum suche ich auch, Herr, dein Antlig. ₁. 27, 7. 8. Vater des Lichts und Geber aller guten und vollkommenen Gaben, gönne uns heute dein gütiges Wort und laß es unseres Herzens höchste Freude und Wonne sein. Zeuge uns durch dasselbe als durch ein Wort der Wahrheit nach deinem Willen, daß wir Erstlinge werden deiner Kreaturen. Gieb uns zu diesem Ende reichlich die Gnade deines heiligen Geistes, daß wir schnell und aufmerksam seien, zu hören dein köstliches Wort; zum Reden aber laß uns langsam sein; bewahre uns, daß kein faul Geschwäß aus unserm Munde gehe, sondern was nüßlich ist zur Besserung und holdselig zu hören; hilf, daß wir aller Orten den heiligen Geist nicht betrüben. Ach, allmächtiger Vater, schenke uns sehende Augen, hörende Ohren, verständige Herzen zu merken, wo es uns fehlt, und zu nehmen was deine Hand heut für uns ausstreut. Pflanze dein Wort selbst in uns, daß es unsere Seelen auch heut selig mache. Gieb allen denen, die hier und an anderen Orten der ganzen Christenheit deinen Namen predigen, die Gabe des heiligen Geistes, daß sie deine und nicht ihre Worte predigen. 1. Morgengebete. 545 Ja, komm selbst mit deinem lieben Sohne und heiligen Geiste zu uns und halte deinen Sabbath, Ruhe- und Feiertag in unsern Seelen. Laß unser Herz deinen Tempel sein, in welchem der heilige Geist Jesum mit allen seinen Verdiensten im wahren Glauben uns zueigne, uns in wahrer Liebe gegen dich entzünde und zu dankbarem Gehorsam anführe, und wir also den dir gefälligen Gottesdienst unablässig verrichten. Führe uns aus Glauben in Glauben, aus Liebe in Liebe, aus Kraft in Kraft, aus Leben in Leben, aus Licht in Licht, bis an das Ende unsrer Wallfahrt, bis wir würdig werden, jene Welt zu erlangen und den ewigen Sabbath mit dem Volke Gottes, allen heiligen Engeln und Auserwählten in der stolzen Ruhe, in den sicheren Wohnungen des Friedens zu feiern; so wollen wir dich für all deine Liebe und Wohlthaten herzlich lieben, loben und preisen ewiglich durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Joh. Christ. Storr. † 1773. Morgengebet am Montag. Laß mich frühe hören deine Gnade, denn ich hoffe auf dich. Thue mir kund den Weg, darauf ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir. P₁. 143, 8. Herr unser Gott, der du den Menschen den Frieden gegeben und auf deine Schüler und Apostel die Gabe des heiligen Geistes herabgesendet und nach deiner Allmacht( durch feurige Zungen) ihre Lippen geöffnet hast: öffne auch uns Sündern die Lippen und lehre uns, wie es sich gebührt und um die rechten Gaben bitten. Lenke zu dir hin das Steuer unsers Lebens, du stiller Hafen für alle, die im Sturm umhergetrieben werden, und weise uns den Weg, auf dem wir wandeln sollen. Erneure in unsern Gemütern den willigen Geist und bändige mit deines Geistes Zügel unsere flüchtigen Sinne, damit wir alle Tage zu dem, was uns frommt, geleitet werden und gewürdigt werden mögen, deine Gebote zu thun und allezeit deine herrliche und freudenreiche Nähe bei allen unseren Werken zu rühmen. Gieb nicht zu, daß wir uns betrügen lassen durch die vergängliche Lust dieser Welt; sondern stärke uns, daß wir uns ausstrecken können nach dem Genusse der zukünftigen Güter. Lehre uns allezeit an deine Gerichte denken und von ihnen reden und dich ohn Unterlaß als unsern B 35 546 SAXONS III. Gebete. Herrn und Wohlthäter bekennen. Richte nach deinem Willen die Werke unsrer Hände und leite uns auf rechtem Wege, daß wir thun mögen, was dir wohlgefällig und angenehm ist, damit auch durch uns Unwürdige dein heiliger Name verherrlicht werde, der Name des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes, dem allein gebühret Ruhm, Ehre und Anbetung in Ewigkeit. Amen. Basilius+379. " an Busaß aus einem 2. Gebet des B. cf. Bunsen ( Von, Lehre Gesang- und Gebetbuch). Morgengebet am Dienstag. Wer unter dem Schirm des Höchsten sizzet und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibet, der spricht zu dem Herrn: meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Ps. 91, 1. 2. Umgieb mich, o Gelobet seist du, o Gott, mein Schöpfer; gelobet seist du, o Gott, mein Heiland; gelobet seist du, o Gott, mein höchster Tröster, der du mein Schild und Horn meines Heils und mein Schuß biſt und mich die vergangene Nacht wiederum vor allen geistlichen und leiblichen Feinden so väterlich bewahret hast. Ich bitte dich demütiglich, du wollest auch diesen Tag deine Güte über mich ausstrecken und mich mit deiner Barmherzigkeit erfüllen, auch vor Sünden und allem Übel gnädiglich behüten. Herr, rings mit deinem Schilde, daß der böse Feind und seine Werkzeuge mir keinen Schaden zufügen können. Erhalte mich in deiner Furcht, daß ich nicht sündige, sondern dich herzlich liebe und dein Knecht( deine Magd) sei ewiglich. Verleihe mir auch deine Gnade, daß ich die Werke meines Berufes treulich und fleißig ausrichte. Gieb dein Gedeihen zu meinem Amt und Stand; segne mein Brot und Wasser, und richte all mein Vorhaben, Thun und Arbeit zu deinem Lob, auch zu meiner zeitlichen und ewigen Wohlfahrt. Wende von mir alle bösen Krankheiten und was mir an Seel und Leib schädlich sein mag. Insonderheit aber behüte mich vor einem bösen, schnellen Tode und vor allerlei Herzeleid. Dein heiliger Geist weiche nur nicht von mir. Dein guter Engel sei allezeit zwischen mir und allen meinen Feinden, daß sie keine Hand an mich legen können. Deine Gnade und Segen sei ewiglich über mir. Amen. 1. Morgengebete. Morgengebet am Mittwoch. Herr, höre mein Wort, merke auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott; denn ich will vor dir beten. Pf. 5,2.3. Barmherziger, gnädiger Gott, du Vater des ewigen Lichtes und Trostes, des Güte und Treue alle Morgen neu ist, dir sei Lob Ehre und Dank gesagt für das liebliche Tageslicht und daß du mich in dieser finstern Nacht gnädiglich bewahret und mir einen sanften Schlaf und Ruhe verliehen hast. Laß mich nun auch in deiner Gnade und Liebe, in deinem Schuß und Schirm wieder fröhlich aufstehen und das liebe Tageslicht nützlich und froh gebrauchen. Vor allen Dingen aber erleuchte mich mit dem ewigen Lichte, welches ist mein Herr Jesus Christ, daß er in mir leuchten möge mit seiner Gnade und mit seiner Erkenntnis. Bewahre in meinem Herzen das Licht meines Glaubens; mehre dasselbe und stärke es. Erwecke deine Liebe in mir; befestige die Hoffnung. Gieb mir wahre Demut und Sanftmut, daß ich wandle in den Fußstapfen meines Herrn Jesu Christi, und laß deine göttliche Furcht in allem meinem Thun vor meinen Augen sein. Treib von mir aus alle geistliche Finsternis und Blindheit meines Herzens. Behüte mich diesen Tag und allezeit vor Aberglauben und Abgötterei, vor Hoffart und Lästerung deines Namens, vor Verachtung deines Wortes, vor Ungehorsam, vor Haß und Zorn, daß die Sonne diesen Tag nicht möge über meinem Zorn untergehn. Behüte mich vor Feindschaft und Neid, vor Unzucht, vor Ungerechtigkeit, vor Falschheit und Lügen, vor dem schändlichen Geiz, vor aller böser Lust und Vollbringung derselben. Erwecke in mir einen Hunger und Durst nach dir und deiner Gerechtigkeit. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen: dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Amen. Joh. Arndt † 1621. 547 Morgengebet am Donnerstag. Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und Lobsingen deinem Namen, du Höchster; des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Ps. 92, 2. 3. Herr Jesu Christe, der du bist das ewige, wahre Licht, welches da vertreibet die Finsternis des Nachts und Schatten des Todes! Deinen Namen will ich rühmen, dir will ich lobsingen und danken, daß du mich in dieser Nacht so gnädiglich behütet und aus der 35* 548 III. Gebete. Finsterniß an das Licht gebracht hast. Du hast mich bewahret vor dem Grauen des Nachts, vor der Pestilenz, die im Finstern schleichet, vor der Seuche, die im Mittag verderbet. Auch hast du meine Seele mit deinem Schild gedeckt und mich bewachet, wie ein Hirt seine Herde bewachet. Dazu alles, was ich habe, ist durch deine große Barmherzigkeit unversehrt behütet worden. Für solchen gnädigen Schuß und alle deine Wohlthaten sei dir Lob und Preis gesagt; von deiner Macht will ich reden und des Morgens deine Güte rühmen, denn du bist meine höchste Zuversicht, meine feste Burg, meine starke Hülfe, mein treuer Gott, auf den ich traue; du erfreuest mein Herz und machest fröhlich mein Angesicht. Ich bitte dich, du wollest an diesem Tage deine Barmherzigkeit über mich lassen aufgehen und hervorbrechen, wie die schöne Morgenröte, und zu mir kommen, wie der Frühregen. Érleuchte mein verdunkelt Herz mit dem Glanz deines göttlichen Lichtes, auf daß du in meinem Herzen aufgehest, der du bist der rechte Morgenstern und das wahrhaftige Licht, welches erleuchtet die Menschen zum ewigen Leben. Behüte mich auch heut vor allem Übel, sei mir gnädig, Herr; denn auf dich harre ich, meine Secle wartet auf dich von einer Morgenwache bis zur andern. Sei du mein Arm früh, dazu mein Heil zur Zeit der Trübsal. Beschirme mich an Leib und Seele, daß mir kein Übels begegne, und keine Plage zu mir nahe. O Herr, unser Gott, fördere das Werk unserer Hände bei uns, ja das Werk unserer Hände wollest du fördern und unsere Arme stärken, auch unsere Herzen lehren halten deine Gebote, daß wir heut nicht wider dich fündigen. Solches verleihe uns um deiner Barmherzigkeit willen, welche für und für währet Habermann. in Ewigkeit. Amen. Morgengebet am Freitag. Mir hast du Arbeit gemacht in deinen Sünden und hast mir Mühe gemacht in deinen Missethaten. Ich, ich tilge deine Uebertretung um meinetwillen und gedenke deiner Sünde nicht. Jes. 43, 24. 25. Herr Jesu Christe, der du uns Sündern durch dein unschuldiges Leiden Gnade bei deinem himmlischen Vater erworben und das ewige Leben wiedergebracht hast; wir gedenken heute des Tages deiner Kreuzigung und danken dir aus Herzensgrund für deine Liebe, deine Angst und Not und deinen seligmachenden Tod 549 1. Morgengebete. und bitten dich, erhalte uns ewig in der Liebe und dem Lobe deines Leidens und gieb uns Gnade, die ewige Wohlthat der teuren Erlösung mit dankbarem Herzen zu erkennen und zu preisen. Laß uns dadurch im Glauben stärker, in der Hoffnung fröhlicher, in der Liebe brünstiger, in der Geduld getroster, im Gehorsam williger und beständiger werden und unsern Sünden absterben. Wir wissen von keinem Helfer im Himmel und auf Erden als von dir allein. Darum bitten wir dich um deines bittern Todes willen, welchen du, lieber Herr Jesus Christus, für uns am Kreuz erlitten hast, du wollest uns gnädig und barmherzig sein und uns heut diesen Tag und alle Zeit unsers Lebens segnen, behüten und bewahren vor allem Übel. Hilf auch, daß wir an unserm Ende deines blutigen Todes uns zur ewigen Seligkeit freuen und trösten, o Herr Jesu Christe, um deines allerheiligsten Namens willen. Amen. Morgengebet am Sonnabend. Herr, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir und mein Leben ist wie gar nichts vor dir. Ich hoffe auf dich. Psalm, 39, 5. 8. Herr err Gott, himmlischer Vater, in dieser Morgenstunde befehle ich dir meinen Leib und meine Seele in deine liebreiche Regierung, in deinen mächtigen Schuß, in deine väterliche Aufsicht und Treue. Laß mir heute nichts Übles begegnen und keine Plage meinem Hause sich nahen. Laß deine heiligen Engel mich und die lieben Meinigen auf allen unsern Wegen begleiten. Laß uns deinen heiligen Geist kräftig regieren und unser Herz zum findlichen Gehorsam lenken, daß wir von den Wegen der wahren Gottseligkeit nicht abweichen. Laß den Satan und die böse Welt keine Macht an uns finden, uns an Leib und Seele, an Gut und Ehre zu schaden. Segne mich heute an Leib und Seele, segne meinen Ausgang und Eingang, segne meine Haushaltung und Nahrung. Laß mir in allen meinen Geschäften und Vornehmen dein himmlisches Licht leuchten, deine Kraft mich stärken, deine Liebe mich dringen, daß ich in Gerechtigkeit wandle, meinen Taufbund stets vor Augen habe und meinem Nächsten mit aufrichtiger Liebe begegne. Gieb. 550 III. Gebete. daß ich die Zeit, die ich noch zu leben habe, wohl und christlich anwende, zu deines herrlichen Namens Ehre, meines Nächsten Dienst und meiner selbst Besserung. Gieb mir auch die Gnade, daß ich mich meiner Sterblichkeit stets erinnere und meine Gedanken allezeit aus dem Zeitlichen in das Himmlische und Ewige richte. Und wenn ich dann meinen Lauf vollendet und das Ziel, so du mir in Gnaden gesetzt, erreicht habe; so verleihe mir nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi willen ein sanftes, fröhliches und seliges Ende. Amen. 2. Tischgebete. Vor dem Essen. Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne, was du bescheret hast. Speise, Vater, deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir jezo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Amen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Nach dem Essen. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohlthat. Amen. rod 3. Abendgebete. Wir danken Gott für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben, und bitten unsern lieben Herrn, er woll uns hinfort mehr beschern und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns geben nach dieser Zeit das ewge Leben. Amen. 551 3. Abendgebete. Luthers Abendsegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast; und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und meine Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Abendgebet am Sonntag. Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Luc. 24, 29. Wir loben und preisen dich, Herr Gott Vater Himmels und der Erde, daß du uns an dem heutigen Tage aus lauter Güte und Barmherzigkeit reichlich versorget hast, nicht allein dem Leibe nach mit dem täglichen Brote, sondern auch an unsern Seelen mit der himmlischen Speise deines Wortes. Verleihe, o treuer Gott, daß dieses himmlische Saatkorn aufkeime und wurzele in unsern Herzen und großen Nußen schaffe zu deiner Ehre und unsrer Seligkeit. Wir bitten auch deine väterliche Gnade, du wollest uns ja dein lauteres Wort und reinen Kirchendienst nicht entziehen. Laß uns uch, barmherziger Vater, unsere Schuld und Sünden, mit welchen wir diesen heutigen Tag möchten entheiligt haben, nicht entgelten, sondern vergieb sie uns und wende sie uns zu Gnaden durch das 552 III. Gebete. bittere Leiden und Sterben deines lieben Sohnes Jesu Christi. Du wollest uns auch auf die ganze übrige Zeit unsres kurzen Lebens in diesem Jammerthal dir in deinen göttlichen Schutz und väterlichen Segen befohlen sein lassen. Laß deine heiligen Engel sich um uns her lagern, damit der böse Feind keine Macht an uns finde. Weil aber der Abend dieser Welt mehr und mehr herbei nahet und sich der Tag geneiget hat, so verleihe uns die Gnade deines Geistes, damit wir stets wachen und in lebendigem Glauben, in brünstiger Liebe, fester Hoffnung und heiligem Wandel warten der seligen Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilandes Jesu Christi, wenn er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten, auf daß wir ihn alsdann würdig und mit Freuden empfahen, ins ewige Leben mit ihm eingehen und den ewigen Feier- und Freudentag mit allen Auserwählten erlangen und ohne Ende halten mögen. Erbarme dich, o Herr, der ganzen Christenheit und bewahre deine Gemeinde vor aller Bedrängnis. Tröste alle geängstete, betrübte Gewissen durch den wahren Tröster, den heiligen Geist, und sende uns allen deinen Frieden durch Jesum Christum, unsern Fürsprecher und einigen Mittler. Amen. Aus Cubach. Abendgebet am Montag. Der Engel des Herrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus. Ps. 34, 8. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du Tag und Nacht geschaffen hast, den Tag zur Arbeit und die Nacht zur Ruhe, auf daß sich deine Kreatur darin erquicken möchte. Ich lobe und preise dich in allen deinen Wohlthaten und Werken, daß du mich durch deine göttliche Gnade und Schuß den vergangenen Tag hast vollenden und seine Last und Plage hast überwinden und zurücklegen lassen. Es ist ja genug, lieber Vater, daß ein jeder Tag seine eigene Plage habe. Du hilfft ja immer eine Last nach der andern ablegen, bis wir endlich zur Ruhe und zu dem ewigen Tage kommen, da alle Plage und Not aufhören wird. Ich danke dir von Herzen für alles das Gute, das ich diesen Tag von deiner Hand empfangen habe. Ach Herr, ich bin zu geringe aller deiner Barmherzigkeit, die du täglich an mir thust. Ich danke dir auch für die Abwendung des Bösen, 3. Abendgebete. 553 so mir diesen Tag hätte begegnen können, und dafür, daß ich unter deinem Schirm und Schatten vor allem Unglück und vor schweren Sünden behütet geblieben bin; ich bitte dich herzlich und kindlich: vergieb mir alle meine Sünde, die ich diesen Tag begangen habe mit Gedanken, Worten und Werken. Viel Böses habe ich gethan, viel Gutes habe ich versäumt. Ach, sei mir gnädig, mein Gott, sei mir gnädig! Laß heute alle meine Sünde mit mir absterben und gieb, daß ich immer gottesfürchtiger, heiliger, frommer und gerechter wieder aufstehe. Segne meinen Schlaf und laß deinen Namen und Gedächtnis in meinem Herzen bleiben, ich wache oder schlafe. Behüte mich vor Schrecken und Gefahren. Sei du mein Schatten über meiner rechten Hand, daß mich des Tags die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts. Laß deine heiligen Wächter mich behüten, und deine Engel sich um mich lagern und mir aushelfen. Wecke mich morgen zur rechten Zeit wieder auf zu deinem Lobe und Preise, daß ich mit neuen Kräften dir dienen möge. Wenn aber diese Nacht nach deinem unerforschlichen Ratschluß die letzte sein soll und mein Stündlein vorhanden ist, so verleihe mir einen seligen Schlaf und eine selige Ruhe in Jesu Christo, meinem Herrn. Amen. Joh. Arndt 1621 Abendgebet am Dienstag. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen; lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Der dir alle deine Sünden vergiebt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Pf. 103, 1-4. Herr, unser Gott, deine Güte und Treue ist alle Tage neu über uns, des sind wir fröhlich, und rühmen deinen allerheiligsten Namen. Ich danke dir, o Gott, für allen Segen, den du im Leiblichen und Geistlichen mir geschenket hast, und preise deine wunderbare Güte und Gnade, die du mir täglich widerfahren läßt. Deine Gnade hat über mir gewaltet, deine Liebe hat mich bisher getragen, unter dem Schatten deiner Flügel hast du mich sicher wohnen lassen, und in allerlei Not und Gefahr mich gnädiglich beschirmet und behütet. Mein Herz ist fröhlich über deine Güte, und mein Mund rühmet deine Barmherzigkeit! Du läsfest dein Wort mich trösten und meine Gebete nimmst du gnädig an. Du lehrest mich deine Rechte und leitest mich auf deinen Wegen. 554 III. Gebete. Du siehest nicht an meine Sünden und vergiltst mir nicht nach meiner Missethat. Du frönest mich mit deinem Segen und lässest mich täglich schmecken deine Güte. Du hast mein nimmer vergessen, und wenn ich zu dir rufe, hörest du mich. Von dir allein kommt Friede und Liebe, und aus deiner Barmherzigkeit strömt Freude und Trost. Ach Herr, wie ist deine Gnade so groß und deine Treue so wunderbar! Ich aber habe dein oft vergessen und dir nicht gedankt für deine Barmherzigkeit. Herr, entziehe mir darum deine Güte nicht, sondern lasse dein Antlig leuchten über mir. Nimm an mein schwaches Lob und verschmähe nicht das Opfer meines Dankes, das ich dir jetzt bringe, eh ich mich zur Ruhe lege. Gieb mir deinen heiligen Geist, daß mein ganzes Leben ein heilig Danfopfer sei und mein Herz und Mund alle Tage rühme deine Güte. Dein Segen sei über mir und meinem Hause, deine Gnade walte über uns für und für. Gelobet seist du, Herr, unser Gott, und gelobt sei dein heiliger Name immer und ewiglich. Amen. Aus Dieffenbachs Agende. Abendgebet am Mittwoch. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Pf. 121, 4. Wir danken dir, o treuer Herr und Heiland, daß du uns heut diesen Tag über an Leib und Seel vor allem Schaden und Übel gnädiglich behütet hast. Wir bitten dich, du wollest alles was wir heute mit Herz und Mund und sonderlich wider dich und deine heiligen Gebote gesündigt haben, zudecken und um deines allerteuersten Blutes willen gnädiglich vergeben. Zu dir fliehen wir, wenn uns angst ist, bei dir allein finden wir Frieden und Ruhe. Laß uns auch diese Nacht unter deinen allmächtigen Gnadenflügeln sicher ruhen und schlafen, daß der böse Feind uns nicht nahen kann, noch sonst irgend ein Schaden und Leid uns treffen. Stelle deinen heiligen Engel an die Schwelle unsres Hauses und an die Thür unserer Kammern, daß wir ohne Gefährde, ruhen, und komme du selbst mit deinem seligen Frieden in unsre Herzen, daß es darin ganz stille sei. Laß uns also stille ruhen mitten im Sturme der argen Welt, gleichwie wie du einst im Schifflein auf dem See Genezareth mitten im Sturme ruhig geschlummert hast. Erquicke unsre matten Glieder und müden Seelen durch die Ruhe der Nacht und erwecke uns mit dem neuen 555 3. Abendgebete. Tage zum neuen Leben in dir, unserm einigen Heiland, samt dem Vater und dem heiligen Geiste, hochgelobet in Ewigkeit! Amen. Abendgebet am Donnerstag. Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn du allein, Herr, hilfst mir, daß ich sicher wohne. Ps. 4, 9. Herr err Gott Vater, voll Gnad und Güte, der du Barmherzigkeit erweisest bis in das tausendste Glied, wie soll ich deinem Namen genugsam Ehre und Ruhm geben, daß du mich so herzlich geliebet und diesen Tag ohne allen Schaden und Gefahr hast hinbringen lassen. Ach Vater, nimm an meiner Statt das vollkommene Opfer deines lieben Sohnes Jesu Christi an und sei mir um seinetwillen auch ferner gnädig und barmherzig; denn ohne dich, mein Gott, bin ich in der Finsternis dieser Nacht verloren. Du aber bist mein Licht und starker Hort, nimm mich in deine Gnadenarme, o Gott, der du verheißen, meiner nimmermehr zu vergessen. Vergieb mir meine Sünden und schaffe in mir einen neuen, freudigen Geist, daß ich allezeit in findlichem Vertrauen zu dir rufe: Abba, lieber Vater! Deiner väterlichen Fürsorge übergebe ich auch diese Nacht meinen Leib, Seele und all das Meine. Wache über mich, daß ich vor allem Leid behütet, in deiner Gnade wieder erwache und dich preise. Trösſte auch in dieser Nacht alle Bekümmerte und Betrübte und laß allen, die den Namen deines Sohnes Jesu in wahrem Glauben anrufen, Hülfe widerfahren. Und weil der Schlaf ein Vorbote des Todes ist, so verleihe mir, o gütiger Vater, deine Gnade und den Beistand deines Geistes, daß ich mich also bereite, daß ich am Ende meiner Tage zur ewigen Ruhe des Himmels aufgenommen werde. Erhöre mich und erbarme dich mein, o Gott, um der kräftigen Fürbitte deines Sohnes Jesu willen. Amen. Abendgebet am Freitag. Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen; wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen, und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Jes. 53, 4. 5. Herr err Jesu Christe, ich sage dir Lob und Dank, daß du um unsertwillen in die Welt gekommen und wahrhaftiger Mensch 556 III. Gebete. geworden bist und in mancherlei Jammer und Elend uns zu gut und Trost gelebt hast. Ich danke dir von ganzem Herzen für dein heiliges, schmerzliches Leiden, für alle deine Wunden, für alle deine Märter und bittern Tod, den du für uns arme, sündige Menschen am Kreuze gelitten und uns damit vom ewigen Tode und Gottes Zorn erlöset hast. Ich bitte dich, liebster Jesu, du wollest dein heiliges, bitteres Leiden und Sterben an mir armen Sünder nicht verloren sein, sondern in allem Kreuz und Leid, in aller Angst und Not der Welt, in allem Streite der Erde und endlich an meinem letzten Ende kräftiglich zu Trost und Hülfe dienen lassen. Nun aber, da ich mich will zur Ruhe niederlegen, befehle ich mich samt allen deinen Heiligen und Geliebten in deine treue Obhut. Nimm mich und alle, die dich lieben, in deine Hände und an deine Brust und laß uns in dir fröhlich ruhen. Gieb in dieser Nacht allen Weinenden Fried und Trost, allen Mühseligen und Beladenen süße Erquicklung, allen Friedlosen verleihe deinen Frieden, allen Kranken sanfte Ruhe, allen Sterbenden die selige Hoffnung der Auferstehung. Herr Jesu, bei dir allein ist ewiger Friede, zu dir fliehe ich heute Abend, zu dir will ich dereinst auch meine Zuflucht nehmen, wenn der Abend meines Lebens naht, daß ich in dir sanft und selig einschlafe zum ewigen Leben. Amen. Aus Dieffenbachs Agende. Abendgebet am Sonnabend. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. Offb. Joh. 21, 6. 7. Gelobet sei der Herr, durch dessen Beistand ich den heutigen Tag und mit demselben abermal eine Woche zurückgelegt habe! Finsternis bedecket jetzt das Erdreich, sie kann aber deine Augen, o allsehender Gott, nicht verdunkeln, wenn du meine unerkannte Sünde ins Licht stellen willst vor deinem Angesichte. Darum falle ich nieder vor deinem Thron und bitte um Gnade, um die Erlassung meiner Schuld und um die Versieglung des Trostes, daß ich dein Kind und mit dir versöhnet sei. Denn wer dich zum Freund hat, dem kann kein Feind schaden. Darum werfe ich mich in deinen Schoß und überlasse mich deinem Schuß. Wende in dieser Nacht von mir und den Meinigen Sorge, Furcht, Schrecken 4. Beicht und Abendmahlsgebete. und alles Unheil; erbarme dich aller Menschen, befehre die Sünder, hilf den Notleidenden, tröste die Betrübten, sei ein Arzt der Kranken und das Leben der Sterbenden. Siehe, es eilet ein Tag nach dem andern und eine Woche nach der andern dahin, als wenn sie nie gewesen wäre; eine jede Stunde bringet uns näher zum Tode. So lang es dir nun gefällt, mein Leben zu fristen, so erleichtere mir die Last desselben; gieb mir an Gesundheit, Friede, Ehre und zeitlichen Gütern, so viel du für gut findest; allermeiſt aber sorge für meine Seele. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Mache mich täglich bereit zu meiner Hinfahrt, und wenn die Zeit, meine Pilgrimschaft zu beschließen, vorhanden sein wird, so verleihe mir ein sanftes und seliges Ende und einen getrosten Mut, daß ich so freudig und willig sei, mich in das Grab als jetzt in das Bette zu legen. Herr Jesu, laß die Frucht deines Leidens und Sterbens an meiner Seele nicht verloren sein; erlöse mich von allem Übel und hilf mir aus zu deinem himmlischen Reich. Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen. 557 15p 4. Gebete zur Beichte und zum heiligen Abendmahl. Die allgemeine Kirchenbeichte. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender, fündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Miſsethat, die ich begangen mit Gedanken, Worten und Werken, damit ich dich jemals erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewiglich verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner grundlosen Barmherzigkeit und um des unschuldigen und bittern Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest mir armen, sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein, mir alle meine Sünden vergeben und mir zu meiner Besserung deines Geistes Kraft verleihen. Amen. 558 III. Gebete. bi Bußgebet. Gerecht bist du, o Herr, und recht ist dein Gericht. Alle deine Gerichte sind gerecht und wahr. Darum flehe ich zu dir in Demut, daß du mir nicht thuest nach meinen Sünden, die deine Strafe verdienen, sondern nach deiner großen Barmherzigkeit, die allen Reuigen verzeihen will. Erbarme dich meiner und hilf mir nach der Liebe, womit du mich in Jesu deinem Sohne geliebet hast, und würdige mich deiner Gnade in dem Verdienste meines Heilandes. Ich bekenne dir meine Ungerechtigkeit und verschweige nicht, wie die Sünde auf mir lastet. Meine Fehltritte kann ich nicht zählen und meiner Vergehungen sind viel. Wo soll ich hingehen, mein Gott, wenn du dich nicht zu mir wendest? Wo soll ich mich verbergen, wenn du mir nicht gnädig bist und dich meiner annimmſt? Züchtige mich, aber vergieb mir; strafe mich, aber laß mich nicht verloren gehen. Kann auch eine Mutter vergessen des Sohnes ihres Leibes, so willst du, o Vater, doch mein nicht vergessen. Darum rufe ich zu dir und komme vor dein Angesicht und meine Klage hofft Erhörung. Ich habe gesündigt und mein Gewissen verdammet mich, und meine Neue kann nicht genug thun deiner Gerechtigkeit. Ich kann nicht bestehen an jenem Tage, da du alle Werke der Menschen vor Gericht bringest und einem jeglichen geben wirst nach seinen Werken. Dann werde ich verstummen müssen und meine Sünde wird wider mich zeugen und meine Ungerechtigkeit wider mich aufstehen. Dann ist all mein Rühmen eitel, und wollte ich mich selbst rechtfertigen, so würde das Zeugnis deiner Allwissenheit mich verdammen. Doch du, o Herr, willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Du hast gesandt Jeſum Christum, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. In seinem Tode sollen sie aufleben und Versöhnung empfangen und der Vergebung gewiß sein. Darum komme ich zu dir und setze meine Zuversicht auf dich und hoffe auf deine helfende Gnade. Dich soll ich suchen, o Herr, und du willst dich von mir finden lassen. Wenn ich dich rufe, hast du Erhörung zugesagt. Siehe ich klopfe an, daß du mich aufnehmest und mir dein Anges 559 4. Beicht- und Abendmahlsgebete. sicht leuchten lassest. Sei mir gnädig, wenn ich mich deiner Hand übergebe. Wenn ich mich dir nahe mit allen meinen Sündent, so verwirf mich nicht. Nimm mich auf und ziehe mich zu dir, daß ich dein sei und bleibe, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Dir, o Vater, befehle ich mich und dem gnädigen Walten deines heiligen Geistes. Wache über meine Sinne und Gedanken, vertilge alle Hoffart in mir, und gieb mir Demut und Beugung des Herzens. Lehre mich thun nach deinem Willen und laß mich erkennen die Tiefe deiner Güte. Stehet deine Kraft mir bei, so lebe ich, denn ohne dich kann ich nichts thun. Heilest du mich, so wird meine Seele gesund, und sendest du mir Licht, so wird mich die Finsternis nicht überwinden. Schaue herab auf mich, o Herr, von der Wohnung deiner Herrlichkeit und laß alles Dunkel meiner Seele vor dem Strahl deines Glanzes verschwinden. Erfülle mich mit heiliger Liebe und thue mir auf die Schäße deiner Erkenntnis. Alle meine Begierde ist dir bekannt; darum vollende, was du begonnen hast, und was du mich durch die Erweckung deines Geistes bitten ließest. Ich suche dein Angesicht: wende dein Angesicht zu mir und enthülle mir deine Herrlichkeit. Dann wird meine Sehnsucht geſtillt, dann wird meine Freude vollkommen sein. Amen. Augustinus+ 430. Nach der Beichte. Ewiger, allmächtiger und getreuer Gott, gütiger Vater. Für deine reiche und große Gnade, die du mir insonderheit gnädiglich hast widerfahren und aufs neue jetzt durch deinen Diener verkündigen lassen, sage ich dir von Herzen Lob, Ehr und Dank in alle Ewigkeit. Ich bitte dich weiter, o frommer und getreuer Gott, da du mich nun so väterlich wieder zu Gnaden angenommen und mir in Christo alle meine Sünden verziehen und vergeben hast, du wollest über das mir auch noch diese deine Gnade durch den heiligen Geist reichlich verleihen, daß ich den Sünden täglich absterben, ihnen ernstlich mit Gebet und Wort Gottes Widerstand thun, und mein sündliches Fleisch und die Lüste desselben freuzigen und töten und ihnen nicht mehr nachhängen, sondern mein Leben bessern, in einem neuen Gehorsam wandeln und dir nach allen 560 III. Gebete. deinen Geboten je mehr und mehr mit willigem Gehorsam dienen möge, bis ich einst aus dieser bösen, argen Welt von meinem sündlichen Fleisch und von diesem Leibe der Sünden durch den zeitlichen Tod befreit, dir in einem ewigen Leben mit allen heiligen Engeln und gläubigen Christen in vollkommener Gerechtigkeit und Heiligkeit dienen, und dich wahren Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist loben, ehren und preisen werde in alle Ewigkeit. Amen. Vor dem heiligen Abendmahl. Herr Jesu Christe, mein getreuer Hirt und Bischof meiner Seele, der du gesagt hast: Ich bin das Brot des Lebens; wer von mir isset, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubet, den wird nimmermehr dürsten: ich komme zu dir und bitte dich demütiglich, du wollest mich durch wahren Glauben bereiten und zum würdigen Gast machen dieser himmlischen Mahlzeit. Du wollest mich, dein armes Schäflein, heute weiden auf deiner grünen Aue und zum frischen Wasser des Lebens führen. Du wolleſt meine Seele erquicken und mich auf rechter Straße führen, um deines Namens willen. Du wollest mich würdig machen zu deinem Tisch und mir voll einschenken den Becher deiner Liebe und Gnade. Ich armes Schäflein komme zu deiner Weide, zum Brot des Lebens, zum lebendigen Brunnen. Ach du wahres, süßes Himmelsbrot, erwecke in mir einen geistlichen Hunger und heiligen Durst, daß ich nach dir schreie, wie ein Hirsch schreiet nach frischem Wasser. Vor allen Dingen aber gieb mir wahre herzliche Reue und Leid über meine Sünde und lege mir an das rechte hochzeitliche Kleid des Glaubens, durch welchen ich dein heiliges Verdienst ergreife, und dasselbe festhalte und bewahre, damit ich nicht ein unwürdiger Gast ſei. Gieb mir ein demütiges, versöhnliches Herz, daß ich meinen Feinden von Herzensgrund vergebe. Tilge aus meinem Herzen die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit. Pflanze dagegen in meine Seele Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Nächsten, ja alle Menschen in dir lieb habe. Das Himmelsbrot mußte in einem goldenen Gefäße aufgehoben werden zum Gedächtnis in der Lade des Bundes. Ach 4. Beicht- und Abendmahlsgebete. wollte Gott, ich möchte dich in einem ganz reinen Herzen bewahren! Ach mein Herr, du hast ja selbst gesagt: die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ach, ich bin frank, ich bedarf deiner als meines himmlischen Seelenarztes. Du hast ja gesagt: kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Ach Herr, ich komme, mit vielen Sünden beladen, nimm sie von mir, erledige mich dieser großen Bürde. Ich komme als ein Unreiner, reinige mich; als ein Blinder, erleuchte mich; als ein Armer, mache mich an meiner Seele reich; als ein Verlorner, suche mich; als ein Verdammter, mache mich selig. Ach Jesu, treuster Freund meiner Seele, führe mich von mir selber ab und nimm mich auf zu dir, ja in dich. Denn in dir lebe ich; in mir selber bin ich tot. In dir bin ich gerecht; in mir bin ich eitel Sünde. In dir bin ich selig; in mir bin ich lauter Verdammnis. In dir habe ich volle Genüge, du bist mir alles. Bleibe ewig in mir, und laß mich ewig in dir bleiben, wie du gesagt hast: wer mein Fleisch isset und mein Blut trinket, der bleibet in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Amen. Johann Arndt † 1621. 561 M Kurze Gebete, nnmittelbar ehe man zum Tische des Herrn tritt. 1. O du heiliges Brot des Lebens, das du vom Himmel herabgekommen bist und der Welt das Leben gebracht hast, komm zu mir auch in mein Herz und reinige mich von aller Unreinigkeit des Fleisches und Geistes; komm zu mir in meine Seele, heile und heilige sie; sei mein Schutz und Heil an Leib und Seele und treibe von mir alle, die nach meiner Seele stehn. Laß alle deine Feinde, weil du bei mir bist, weit von mir weichen, daß ich an Leib und Seele durch deinen Schuß und Schirm behütet möge ohne alle Hindernisse in dein Reich eingehen, da ich von Angesicht zu Angesicht dich schauen werde. Amen. Ambrosius 397. 2. Du Sohn des lebendigen Gottes, der du als das wahre Brot des Lebens alle betrübte Seelen, geängstete Gewissen, hungrige und durstige Herzen mit deinem Leib und Blut sättigest, speisest und tränkest, auch zu dieser himmlischen Mahlzeit jedermann aufforderst und ladest: nimm mich auch in Gnaden an, erquicke und speise mit deinem wahren Leib und Blut meine arme Seele zum ewigen Leben. Amen. B Augustinus+ 430. 36 562 shop III. Gebete. 3. Dein heilger Leib, o Herr Jesu Christe, mein Herr und Gott, gedeihe mir zum ewigen Leben, und dein teures Blut zur Vergebung aller meiner Sünden. Laß mir dein heiliges Sakrament nicht zum Gerichte, sondern zur Seligkeit und wahren Freude gereichen und mache mich armen Sünder würdig, daß ich in deiner letzten Zukunft, am Tage des letzten Gerichts, zur Rechten der ewigen Herrlichkeit fröhlich stehen möge. Amen. Beim Empfangen des heiligen Leibes Christi. Herr err Jesu Christe, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Herr Beim Empfangen des heiligen Blutes Christi. err Jesu Christe, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Nach dem heiligen Abendmahl. Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn und ich freue mich seines Heils; ich freue mich in dem Herrn und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott, denn er hat mich angezogen mit den Kleidern des Heils und mit dem Rocke der Gerechtigkeit bekleidet. Ich habe ja gegessen seinen Leib, den er für uns gegeben, und getrunken sein Blut, das er für uns vergossen zur Vergebung der Sünden. Ich freue mich in dem lebendigen Gott, denn meine Seele ist geworden, als die den Frieden findet. Herr Jesu', mein Herr und mein Gott, dein Fleisch ist die rechte Speise und dein Blut ist der rechte Trank. Wer dein Fleisch isset und dein Blut trinket, der bleibt in dir und du in ihm; darum lobe ich deinen Namen, du Allerhöchster, daß du für uns gestorben bist, da wir noch Sünder waren, und wir durch dein Blut gerecht worden sind. O du Fürst des Lebens, nun hast du die Macht genommen dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist dem Teufel. Deine Seele ist betrübt gewesen bis in den Tod, auf daß wir Freudigkeit hätten am Tage des Gerichts. Du hast den Tod für uns geschmeckt, daß wir das Leben und volle Genüge hätten. An dir haben wir die Erlösung durch dein 5. Bitt und Dankgebete. 563 Blut, nämlich Vergebung der Sünden; denn du bist um unserer Sünde willen dahingegeben und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket. Dieser deiner Wunder hast du ein Gedächtnis gestiftet, du gnädiger und barmherziger Herr, und füllest in dem heiligen Abendmahl die Hungrigen mit Gütern und sättigest die durstigen Seelen; hier erquickst du alle, die mühselig und beladen sind, und reinigest die Gewissen von den toten Werken. Darum danke ich deiner Treue und Güte, denn du giebst meiner Seele große Kraft. Laß deinen guten Geist, o Gott, nun ferner mich führen auf ebener Bahn, daß mein Herz täglich sei in deiner Furcht, daß ich mit Furcht und Zittern schaffe, daß ich selig werde, bis die Hochzeit des Lamms herbeikomme, da wir essen und trinken werden vor dir in deinem Reich und fröhlich jauchzen und bei dem Herrn sein werden allezeit. Gelobet sei der Herr ewiglich! Amen. Johann Lassenius. † 1692. 5. Bitt- und Dankgebete. Danksagung für Gottes Wohlthaten. Ewiger, allmächtiger Gott, du bist mein Leben, meine Wohlfahrt, meine Seligkeit, ich aber bin ein Staub der Erden und unterwinde mich, vor deinem Angesicht allhier zu stehen und dich zu loben. Verwirf mein armes Lobgebet nicht, o Herr, und nimm mein Dankopfer in Christo Jesu gnädig an. Du hast mich von Anfang meines Lebens bis auf diese Stunde an Leib und Seele gespeist und ernährt. Du hast mich vor unzählbaren Gefährlichkeiten Leibes und der Seele bewahrt oder daraus errettet. Du hast mich mit Langmut getragen, zum Wege meiner Seligkeit ohne Unterlaß und auf mancherlei Weise gerufen und zu meinem seligen Christenstande bekehrt. Das alles hast du mir gethan um Jesu Christi willen, der sich allen meinen Schmerzen, Strafen und Schanden, und zuletzt meinem Tode unterworfen hat, auf daß ich endlich bei dir in ewiger Seligkeit fröhlich sein könnte. Wie soll ich dir, o mein Gott und Vater, für alle deine Treue und Barmherzigkeit danken? Wie soll ich dir danken, Herr Jesu, der du mit deinem Verdienste, mit Leben und voller Genüge, ja 36* 564 III. Gebete. mit dir selber den armen Sünder speisest und tränkest? Ich vermag allewege nichts Gutes, wie sollte ich danken können? Darum gieb mir, o Herr, in meine Hände alles, was ich bin und habe, und verleihe mir alsdann, daß ich zum schwachen Danfe hinwiederum dir aufopfere und ergebe, was ich bin und habe, und mein Opfer von deinem Altare nicht wieder raube, so lange ich lebe. Dein heiliger Wille allein werde in mir, an mir, durch mich in allen Dingen vollbracht und mein Leben zu deinem Preis vollführt, so lange es noch währt. Das hilf mir nach deiner großen Liebe! Amen. Gebet der Eltern für ihre Kinder. Getreuer, lieber Gott und Vater, Schöpfer und Erhalter aller Kreaturen! Wir danken dir von Herzen für die Kinder, die du uns durch deinen Segen gegeben hast, und bitten dich herzlich, weil du gesagt hast, du wollest deinen heiligen Geist geben allen, die dich darum bitten, begnade auch unsere armen Kinder mit deinem heiligen Geiste, der in ihnen die wahre Furcht Gottes anzünde, welche der Weisheit Anfang ist. Beselige sie mit deiner wahren Erkenntnis, laß sie in dem wahren, seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit aufwachsen und darin bis ans Ende verharren. Gieb ihnen ein gläubiges, gehorsames, demütiges Herz, auch Weisheit und Verstand, daß sie wachsen und zunehmen an Alter und Gnade bei dir und den Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe deines göttlichen Wortes, daß sie seien andächtig im Gebet und Gottesdienst, ehrerbietig gegen die Diener des Wortes und gegen jedermann, schamhaftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, glücklich in Verrichtung ihres Berufes, verständig in Sachen, richtig in allen Dingen, sanftmütig und freundlich gegen alle Menschen. Behüte sie vor allen Ärgernisſen dieser Welt; sei ihr Schuß in allerlei Gefahr, daß sie nicht plößlich umkommen. Laß uns ja nicht Unehre und Schande, sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich vermehret und die Zahl der Gläubigen groß werde, daß sie auch im Himmel um deinen Tisch her sizzen mögen als die himmlischen Ölzweige und dich mit allen Auserwählten ehren, loben und preisen mögen durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Darauf bete den 127. und 128. Pfalm. 5. Bitt, und Dankgebete. 565 Bei der heiligen Tanfe. gütiger Gott, himmlischer Vater, da du dieses Kindlein aus lauter Gnade zu dem Bade deiner heiligen Taufe hast kommen lassen und als dein Gnadenkind um Christi willen auf- und angenommen: so bitte ich dich von ganzem Herzen, du wollest demselben fortan deinen heiligen Geist verleihen, daß es durch desselben Kraft und Stärke unter der Kreuzesfahne Jesu Christi wider den Teufel und die Sünde ritterlich streite, daß es Christum Jeſum mit dem Herzen glaube und mit dem Munde bekenne, auch sein Kreuz willig auf sich nehme und ihm auf dem Wege der Gerechtigkeit geduldig und beständig nachfolge, damit es einmal mit mir und allen rechtschaffnen Christen fröhlich vor deinem Richterstuhle erscheine, die ewige Seligkeit erlange und dich, o Gott, ewiglich preise. Amen. Am Konfirmationstage. du gnädiger und barmherziger Gott und Vater, deinem heiligen Namen sei Lob, Preis und Ehre, daß du bisher geholfen und diesen teuren Segenstag mich hast erleben lassen. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Große Dinge hast du an mir gethan, du treuer Gott. Was du mir in der heiligen Taufe zugesagt hast, das hast du mir alles treulich gehalten und wirst mir es heute aufs neue zusichern und mich erhalten in deinem Gnadenbund als dein Kind und Erben aller deiner himmlischen Güter. Herr, mache mir diesen Tag zu einem Segenstag für Zeit und Ewigkeit; siehe nicht an meine große Unwürdigkeit, gedenke nicht meiner Sünden und Thorheiten, sondern wende deine Augen allein auf das teure Verdienst Jesu Christi und sei mir um seinetwillen gnädig. Herr Jesu, erneure mich im Geist meines Gemütes, mache mich los von aller Sünde, befreie mich von der Macht des Teufels und aller Feinde meiner Seligkeit, hilf mir die Welt zu überwinden, mich selbst zu verleugnen, mein Fleisch zu freuzigen; wirf alles Vergangne, das wider mich zeugt, in die Tiefe des Meeres, heilige mich durch und durch, daß ich mit allen Kräften Leibes und der Seele dir diene und dich preise mit meinem Wandel. Schenke mir Kraft meine Gelübde zu halten, die ich heut vor deinem Altar ablege; und wenn 566 III. Gebete. ich auf mein heiliges Gelübde die Hand gebe, so schlage du mit ein und bestätige mir deinen teuern Gnadenbund; und wenn mir die segnende Hand aufgelegt wird, jo lege auch du deine unsichtbare Gnadenhand mir auf. Segne mich für Zeit und Ewigkeit, fülle mich mit deinem Geiste, daß ich dir zu Ehren lebe, leide und sterbe und in meiner letzten Todesstunde freudig und getrost sprechen möge: Herr Jesu, dir leb ich, dir sterb ich, dein bin ich tot und lebendig, mach mich, o Jesu, ewig selig! Amen. Am Trauungstage. Herr Gott, Vater und Herr meines Lebens, der du dem Menschen einen Gehülfen in diesem mühseligen Leben zum Trost nach deinem Rat zuordnest, prüfe du mich bei meinem jezigen Vorhaben heute in den Stand der heiligen Ehe zu treten, und erfahre in meinem Herzen, wie ichs meine: ob ich durch deinen heiligen Willen und Rat dazu gekommen, und dich vor allem mit Gebet und Glauben gesucht habe, oder ob ich etwa aus fleischlichem Trieb, in solchen Stand eile, oder auch aus andern bösen Absichten. Und weil ich ja mein verderbtes Fleisch und Blut an mir trage, welches diese deine Ordnung verderben möchte, du aber an feiner Unreinigkeit Gefallen hast, so schaffe in mir vor allen Dingen ein reines Herz und einen gewissen Geist, und dämpfe in mir die fleischlichen Begierden, so wider die Seele streiten. Heilige uns in dem Blut und Tod deines Sohnes zuvor, damit dieser Stand auch uns wahrhaft heilig werde und bleibe, und du Lust haben mögest, in und unter uns mit deinem Geist und Segen zu wohnen und zu wandeln. Ja, mache uns dir zu Tempeln deines heiligen Geistes und zu Gefäßen deiner Barmherzigkeit; lehre uns alles anfangen in Buße und Zukehrung unserer Herzen zu dir, mit Glauben und Vertrauen auf dein Wort und Verheißung. Besonders aber, o du ewiges Gut, entzünde durch den Glauben eine solche brünstige Liebe in uns zu dir, daß dir auch unsere Liebe unter einander allein geheiligt werde, und ein jedes nur dich in dem andern liebe. Verbinde uns hiezu in einem Sinn und Geist nach Jesu Christo durchs Gebet; lehre uns mit Tobia vor dir niederfallen und erst deinen Segen suchen. 5. Bitt- und Dankgebete. Wirke durch deinen Geist in uns wahre Treue gegen dich und gegen einander; gieb uns ein Herz und eine Seele zu dir, daß wir beständig vor deinem Angesichte wandeln, einander zu allem Guten aufmuntern, im Kreuz aufrichten, im Glück an dir bleiben und so unser Leben im Frieden und Segen zubringen. Ja, erfülle an uns die liebreichen Absichten, wozu deine Vorsehung uns mag zusammengeführt haben, daß du nur an uns gepriesen werdest in Zeit und Ewigkeit. 567 Weil du aber, o himmlischer Vater, aus tiefer Weisheit und wichtigen Ursachen nach dem Fall viel leibliche Trübsale auf diesen Stand gelegt hast, so bereite uns ja aus lauter Gnaden zuvor in recht gründlicher Herzensbekehrung auf alle bevorstehende böse Stündlein, dadurch du uns etwa prüfen und diesen heiligen Stand dem Fleische schwer machen möchtest. Lehre uns darin in Heiligkeit vor dir leben als deine wahren Kinder, dazu du uns machen wollest, damit wir auch deines Segens und Beistandes allezeit versichert sein können. Insonderheit heilige und erleuchte uns dazu, daß wir würdig werden, mit dir und in dir Eins zu werden, vornehmlich nach dem Geist, damit wir das große Geheimnis Christi und der Gemeine erfahren, welches du in der wahren Ehe vorgebildet hast. Um deswillen wollest du uns darin mit einander unsere Seligkeit mit Furcht und Zittern wirken lehren, die Hände lassen aufheben ohne Zorn und Zweifel, und einen solchen heiligen Bund vor dir machen, daß wir dir zusammen ewig treu bleiben und anhangen wollen. Lege du selbst, Herr Jesu, in uns den wahren Grund im Glauben und Liebe, daß wir dich durch böſe Lust und unordentliches und fleischliches Wesen nicht betrüben noch verstoßen und zum Zorn reizen, da du uns doch so gerne selbst einsegnen und verbinden willst. Im Fortgang unserer Ehe gieb uns auch mit und unter einander herzliche Liebe, Geduld im Leiden, Sanftmut und christliches Tragen der Schwachheiten und Fehler des andern; und also laß uns alle Not in dir überwinden, einander ermahnen, stärken und trösten, wie es not thut, damit wir ewig in dir vereiniget sein und bleiben. Amen. Gottfried Arnold † 1714. 568 Anhang. Für die Früchte des Feldes.( Am Tage der Hagelfeier.) Herr, allmächtiger Gott, ein König Himmels und der Erden, der du durch deine überschwängliche Güte den ganzen Erdboden mit allerlei Früchten zierest und erfüllest, von welchen Menschen und Vich ihre Nahrung haben; wir bitten dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest unser Land segnen, daß es seine Früchte und Vermögen gebe; sintemal wir von uns selber nicht ein Körnlein aus der Erde hervorbringen oder demselben helfen können, wo du nicht das Gedeihen giebest. Darum verleihe den lieben Früchten eine gnädige Witterung, daß sie wachsen und wohl geraten. Behüte sie vor Hagel und Ungewitter, vor Verheerung, vor allem Ungeziefer und Schaden. Laß das Land nicht feiern in deinem Zorne, laß es nicht wüste liegen und unfruchtbar bleiben. Schließ den Himmel in deinem Grimme um unserer Sünde willen nicht zu, daß er nicht wie Eisen und die Erde so hart wie Erz werde; sondern gieb uns Früh- und Spatregen, dazu fruchtbare Zeiten, suche das Land heim und wässere es und mache es sehr reich. Deine Brünnlein haben Wassers die Fülle, so laß denn unser Getreide wohl geraten und baue selbst das Land, tränke seine Furchen und segne sein Gewächs und kröne das Jahr mit deinem Gut. Laß dir, lieber Gott, den Samen und alle Früchte des ganzen Erdreichs in deinen gnädigen Schutz befohlen sein. Behüte uns vor Mißwachs, Teurung, Hunger und Kummer. Siehe, wir bekennen unsere Sünde mit reuigem Herzen und schreien zu dir, unserm Gott, du wollest hören im Himmel, in dem Size, da du wohnest und gnädig sein der Sünde deines Volkes und uns nicht mit leiblicher Nahrung verlassen, sondern unser Leben erhalten und uns mit aller Notdurft versorgen, auf daß wir in allen Dingen deine göttliche Kraft und milde Hand mit Danksagung erkennen und dich preisen, der du uns an Leib und Seele hier zeitlich und dort ewiglich reichlich ernährest. Amen. Beim Anfang der Ernte. Allmächtiger Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, der du fröhlich machst, was da webet, beide des Morgens und des Abends, bauest selbst das Land und segnest sein Gewächs: wir danken dir, daß du auch dieses Jahr unser Land heimgesucht hast Kreuz- und Troftgebete. 569 und das Getreide wohl geraten lassen. Wir wollen nun deinen Segen einsammeln und bitten dich herzlich, du wollest uns dazu gute und gedeihliche Witterung verleihen, das Angesicht der Erde fröhlich machen und deine liebe Sonne scheinen lassen, damit unsere Früchte vor allem Schaden behütet und zu ihrer Vollkommenheit gebracht, von uns in gutem Frieden fein trocken eingesammelt, mit Danksagung aus deiner milden Hand angenommen und zur Notdurft unseres Leibes in guter Gesundheit genossen werden. Du weißt, lieber Vater, daß wir des täglichen Brotes und deines Segens hoch bedürfen, weil du es so geordnet, daß der Mensch vom Brote lebe und sein Herz damit stärke. Darum so gönne uns auch für dieses Jahr deinen gezeigten Segen, und wie du angefangen hast uns zu segnen, so segne uns noch ferner; gieb uns unsere Speise zu deiner Zeit, thue deine milde Hand auf und sättige uns mit deinem Gut. Herr, du erhörest Gebet, darum tommt alles Fleisch zu dir. Höre auch jetzt unser Gebet und vernimm unser Schreien, auf daß wir dein väterliches Herz erkennen und dich für deine Wohlthat loben und preisen, so lange wir leben. Dazu hilf uns, du frommer Gott, und gieb uns, was wir für uns selber nicht vermögen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. 6. Kreuz- und Trostgebete. Um Geduld in Leidenszeit. Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen, aber deine Tröstungen ergeßten meine Seele. Allmächtiger, gütiger Gott, der du bist eine Stärke der Schwachen, ein Heil der Kranken, eine Kraft der Mühseligen, ein Trost der Betrübten, eine Freude der Traurigen, eine Zuflucht der Verlassenen, eine Hülfe der Angefochtenen, ein Leben der Sterbenden, ein Gott der Geduld und alles Trostes, du siehest, wie schwach, blöde und verzagt wir sind, und daß wir im Kreuze ohne deine göttliche Hülfe und Beistand nicht bestehen können. Deswegen rufe ich zu dir: wenn du mir Krankheit oder sonst Widerwärtigkeit nach deinem göttlichen Willen und Wohlgefallen zuschickest, 570 III. Gebete. du wollest mich darunter fest im Glauben und beständig in der Geduld erhalten. Verleihe mir Gnade, daß ich deine väterliche Hand und Züchtigung mit sanftem Geiste und stillem Herzen ertragen möge. Gieb mir Geduld in Leidenszeit, welche mir hoch vonnöten ist, und lehre mich, daß ich dir, meinem Gott, stille halte, wenn es mir übel gehet, damit ich die Trübsal nicht achte für ein Zeichen deiner Ungnade und in meinem Herzen nicht etwa wider dich murre oder sonst ungeduldig werde. Laß mich erkennen, daß, welchen du, Herr, lieb hast, denselben du auch züchtigest zu seiner Besserung; denn die Trübsal bringet Geduld, Geduld aber bringet Erfahrung!, Erfahrung bringet Hoffnung, Hoffnung aber lässet nicht zu schanden werden, und selig ist der Mann, den du, Gott, züchtigest. Darum soll sich niemand weigern der Züchtigung des Allmächtigen, denn du verletzest und verbindest, du zerschlägest und deine Hand heilet. Aus sechs Trühsalen wirst du mich erretten und in der siebenten wird mich kein Übel rühren. So hilf nun, ewiger, barmherziger Gott, daß ich meine Seele mit Geduld fasse und in gewisser Hoffnung unabgewendet stets an dir bleibe, auf daß ich mit kindlicher Zuversicht dein väterliches Herz, unter dem Kreuze verborgen, erkennen möge, mit allerlei Kraft mächtig gestärket werde nach der großen Macht deiner Herrlichkeit, und mit aller Geduld und Langmut in aller Anfechtung und Widerwärtigkeit gewappnet stehe und fröhlich mit dankbarem Gemüte in aller Not samt allen deinen Gläubigen dich preisen möge; auf daß ich, wie ich mit Christo Jesu, deinem lieben Sohne, allhier leide, also auch mit ihm zur ewigen Herrlichkeit erhoben werde. Amen. Gebet in schwerer leiblicher Trübsal. mein Gott, zu wem soll ich mich kehren im Kreuz als zu dir, liebreichster Vater? Du bist mitleidig und gnädig, ein Vater der Barmherzigkeit und ein Gott alles Trostes; ein Gott, der verwundet und verbindet, der zerschlägt und dessen Hand wieder heilet. Aus der Tiefe meines Herzens rufe ich, o Herr, zu dir; die Angst meines Herzens ist groß. Siehe an meinen Jammer, führe mich aus meinen Nöten; tröste und stärke meine betrübte Seele. Du hast gesprochen: Rufe mich an am Tage der Not, so will ich dich erhören. Darum erhebe ich meine Seele zu dir. 6. Kreuz- und Trostgebete. Ach, neige deine Ohren und höre; thue auf deine Augen und siehe mich an. Die Tage des Herzeleids haben mich ergriffen. Du speisest mich mit Thränenbrot. Nun, o Herr, gieb Gnade, daß ich wohl bedenke, wie du es selber bist, der dies alles über mich gebracht, damit ich die Hand auf den Mund lege und nicht wider dich murre. Eröffne meine Augen, daß ich sehen möge, wie vielfältig ich solche Leiden verschuldet habe und wie ich aller deiner Gnade unwürdig sei. Ach Herr, deine Liebe ist es, welche mir dies alles zuführt; aber indem du mich so züchtigst, erzeigest du dich gegen mich als einen liebreichen Vater; du erkennest meine Verderbnis, die Härtigkeit meines Herzens, die Widerspenstigkeit meines Willens; ja, du weißt, welch großes Uebel mich überfallen würde, wenn ich mir selbst überlassen würde. Deine Weisheit, o Herr, ist es, nach welcher du mich also aufweckest. Ich weiß, daß du nur mein Bestes suchest und mich darum züchtigest, damit ich nicht mit den Gottlosen zu Grunde gehe. Lehre mich, o Herr, mich selber richten, meine Wege ausforschen, meine Sünden erkennen und mich vor dir demütigen. Stärke mich, daß ich einen Sieg nach dem andern über mich selbst erlange, damit ich sagen möge: Gelobt sei der Herr, der mich in die Schule des Kreuzes geführt; es ist mir gut gewesen, daß du mich gezüchtiget hast. Lehre mich, o Herr, Geduld, daß ich mit seliger Gelassenheit deinem Willen folge. Und wenn endlich dieser Sturm vorüber sein wird, so bewahre mich vor aller Sicherheit und Sorglosigkeit. Mache mich bereit zu neuen Proben, daß ich immerdar gerüstet sei zu allem, was du mir nach deinem Willen zuschickst, erwartend jenes bessre Leben, wo alle Trübsal ein Ende nehmen, wo alle Thränen von meinen Augen abgewischt, all mein Seufzen und Klagen in Frohlocken, ja all mein kurzes Leiden in ewige Freude wird verwandelt werden. Ach Herr, erhöre mich in meiner Bitte um dessen willen, in welchem all dein Wohlgefallen ruht, um Jesu, des Gerechten willen. Amen. 571 Gebet in geistlicher Anfechtung. unendlich tiefe Erbarmung, die du dich in Christo allen Menschen eröffnet und dargeboten hast, erbarme dich doch meiner in allen meinen Anliegen. 572 od III. Gebete. Du weißt es ja am besten, was mich drückt und jetzt in große Versuchungen bringen will. Wem soll ichs auch klagen als dir, der du in der Zeit der Not willst angerufen sein und mich zu deinem Preise gern erhörest? Niemand empfindet auch mein Elend so genau und so mitleidig als du, barmherziger Hoherpriester, der du auch allenthalben versucht gewesen bist. Ach, so sieh mich doch mit den Augen deiner Gnaden an, so wie du am Ölberg in der Angst des Geistes von deinem Vater angeschaut und gestärket wurdest. Ich bitte dich um deiner Zusage willen, du wollest mich nach deinem Wohlgefallen aus diesem Elend erretten. Ach Herr, laß dir dein Herz erweichen, daß du dich mein erbarmest. Ach, neige deine Ohren zu meinem Geschrei und verstoße mich nicht um deines Namens willen. Herr, hilf mir, ich verderbe sonst. Ja, ich lasse dich auch nicht und halte dich bei deinem Wort, daß wir dein Antlik suchen sollen: darum segne mich auch. Gedenke doch an deinen Bund und welchen Eid du geschworen hast, daß du des Sünders Tod nicht wollest. Warum solltest du mich denn also in meiner Unreinigkeit dahin raffen, ehe ich von dir zur Ewigkeit recht bereitet wäre? Laß ab von mir, daß ich mich noch einst erhole und dich noch hier dafür preise, weil man im Tode dein nicht gedenkt. Ich bin zwar deiner Rettung nicht wert, das weiß ich wohl: aber hochbedürftig bin ich ihrer doch und müßte ohne deine Hülfe vergehn. Das weißt du nun, lieber Vater, darum kannst du nicht zusehn deines Geschöpfes Untergang, sondern du mußt dich sein erbarmen. Siehe, ich schütte alle meine Not in deinen erbarmenden Schoß, und allen meinen Kummer werfe ich zu deinen Füßen. Ich schreie mit dem kananäischen Weibe: Herr, hilf mir! Ach, Herr, höre! Ach, Herr, sei gnädig! Ach, Herr, schone um beiner Ehre willen, daß der Feind sich nicht rühme, er sei mein mächtig geworden. Herr Jesu, durch alle deine Todesangst, durch den bittern Leidenskelch, durch dein Zittern, Trauern und Zagen bitte ich dich, errette mich. Hilf mir aus dieser Stunde durch dein Angstgeschrei und deine Thränen, dadurch du zum Vater riefest; hilf mir auch aus diesem Tod, wie dir ausgeholfen ward. Ach, opfere du dem Vater alle deine Leiden für mich zur Versöhnung und Stillung des Zorns, bis er vorübergehe. Ach, wirke in mir solche 6. Kreuz- und Trostgebete. Gelassenheit, solche Aufopferung und Übergabe meines Willens, daß ich von ganzem Herzensgrund mit dir sagen lerne: Jsts möglich, Vater, so überhebe mich dieses Kelches; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. 573 Nun, Vater, es ist dir alles möglich, das glaube ich festiglich und bin gewiß, daß mich weder dies gegenwärtige Elend noch zukünftiges scheiden soll von deiner Liebe, die in Christo ist. Also geschehe dein vollkommener Wille an mir in Ewigkeit. Du wirst wohl machen! Amen. Gottfried Arnold.+ 1714. In innerer Anfechtung. Herr Chriſte, du treuer Hoherprieſter, der du verſuchet biſt allenthalben gleich wie wir, auf daß du helfen könntest denen, die versucht werden: ich hebe mein Herz, Augen und Hände auf zu dir, o du Anfänger und Vollender des Glaubens, der du dazu erschienen bist, daß du die Werke des Teufels zerstörest: auf dich traue ich, zu dir flehe ich, laß mich doch nimmermehr zu schanden werden, daß sich meine Feinde nicht über mich freuen. Denn ich habe nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen so ziehe mir an den Harnisch Gottes und den Krebs der Gerechtigkeit und umgürte meine Lenden mit Wahrheit, daß ich Widerstand thun und bestehen könne gegen die listigen Anläufe des Teufels, und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möge. Vor allen Dingen aber rüste mich mit dem Schild des Glaubens, mit welchem ich auslöschen kann alle feurige Pfeile des Bösewichts, und setze mir auf den Helm des Heils und gieb mir das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes, damit ich alle Streiche der gefährlichen Gedanken, so mir der Satan eingiebt, abwehren könne. Denn unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwindet. Laß mich keine Versuchung, kein Kreuz, Angst, Traurigkeit oder Anfechtung von deinem Wort und seligmachenden Glauben abtreiben; sondern verleihe mir Beständigkeit, daß ich sowohl am bösen als am guten Tage dir beharrlich diene, dich fürchte und liebe, dir vertraue, deinen Namen inbrünstiglich anrufe und dein Wort vor aller Welt freudig bekenne. Am guten Tage aber, wenn es 574 III. Gebete. mir wohlgehet, erhalte mich durch deinen heiligen Geist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, daß ich fest bleibe und mit Furcht und Zittern nach meiner Seligkeit strebe, damit ich nicht sicher werde und also von neuem in Unglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster gestürzet werde. Zerstöre alle Werke des Teufels, damit er mir das Ziel der Seligkeit gern verrücken möchte und vollführe das gute Werk, das du in mir angefangen hast, daß ich lauter und unanstößig bleibe bis auf den Tag deiner Erscheinung, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch dich in mir geschehen zur Ehre und Lobe Gottes, wie geschrieben stehet: Getreu ist Gott, der euch berufen hat zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, der wird euch vollbereiten, stärken, fräftigen und gründen; demselben sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Bernhard Albrecht, g. 1569. st. 1626. Für Kranke und Sterbende. In Krankheit. Herr Jesu Christe, du hast deinen Boten zu mir geschickt, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen lassen. Sieh, mein Herr, ich erkenne deinen gnädigen Willen, bin gehorsam und kehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten, nämlich mein armes Gebet und Seufzen. O Herr, nimm mein Flehen an und laß mein Seufzen vor dich kommen. Gefällt es dir, mein Erlöser, ists mir gut und selig, daß ich leben soll; nun so richte mich auf, und hilf, daß es ein neues, gesundes, christliches Leben sei bis an mein Ende. Gefällt dirs nicht, daß ich lebe, sondern daß dies mein Ende sein soll; nun, so sei es ein seliges. So komm, o Herr Jefu, und nimm meine Seele in deine Hände. Amen. Martin Moller. † 1606. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, weil du uns geboten haſt und gesprochen:, Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen," deswegen schreie ich zu dir in dieser meiner großen Not durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, und bitte dich, du wollest mich armen, fündigen Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krankheit nicht zum Tode ist, so 6. Kreuz- und Trostgebete. hilf mir auf, daß ich genese um deiner Barmherzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft an mir verkündige und preise. Wo es mir aber nüzlicher ist zeitlich zu sterben, denn allhier in diesem Jammerthal und elenden Leben zu bleiben, so geschehe, Herr, dein göttlicher Wille wie im Himmel also auch auf Erden. Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allezeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich fest im christlichen Glauben und wahrer Erkenntnis bis an mein Ende. Laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden, sondern nimm meine Seele zu dir in dein Reich durch deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Johann Habermann. † 1590.. 575 Sprüche aus Gottes Wort für Kranke. Bange Seufzer: Deine herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich.( Sef. 63, 15.) Ach, du Herr, wie so lange? ( Psalm 6, 4.) Sch elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?( Röm. 7, 24.) Demütigung vor Gott: Ach, Herr, unsere Missethaten habens ja verdient.( Ser. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen?( Pfalm 130, 3.) Wir liegen vor dir mit unserem Gebet, nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.( Dan. 9, 18.) Trost des Glaubens: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.( 1. Joh. 1, 7.) Alle 3üchtigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.( Hebr. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfahen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.( Jak. 1. 12.) Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselbigen vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen. Siehe, in die Hände hab ich dich gezeichnet. ( Sef. 49, 15. 16.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen. ( Hebr. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.( Jer. 31, 3.) 576 III. Gebete.) Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.( Joh. 7, 37. 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. ( 2. Kor. 12, 9.) Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.( Offenb. 2, 10). Auch können folgende längere Abschnitte göttlichen Wortes von dem Kranken gelesen oder ihm vorgelesen werden: 1. Petr. 5, 6-11. Psalm 130. Psalm 25. Psalm 42. Psalm 63, 2-9. Psalm 91. Klagelieder 3, 22-42. Röm. 8, 18-27. Röm. 8, 28-39. 1. Petr. 1, 3-9. Psalm 126. Offenb. 7, 9-17. Gebete eines Kranken. Ø Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und läsfest niemand über sein Vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir sie ertragen mögen: ich bitte dich in meinen großen Nöten und Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden. Stärke mich, daß ich es mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünde gestorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: erbarme dich über mich fündigen Menschen, vergieb mir alle meine Übertretungen, die ich in meinem ganzen Leben begangen habe. Erhalte mich im wahren Glauben bis an mein Ende. O Gott heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Geduld und herzlichen Anrufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Not. Leite mich aus diesem Jammerthale in das rechte Vaterland. Amen. Gebet eines Kranken, der sich zum Sterben schickt. Vater aller Gnade, erbarme dich über meine arme Seele. Vergieb mir alle meine Sünde, die ich leider wider dich gethan habe. Verachte nicht dein armes Geschöpf, verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin. Laß den nicht umkommen, welchen du gemacht und geschaffen hast; denn auf dich hoffe ich, 577 6. Kreuz- und Trostgebete. du bist meine Hülfe und mein Gott. O Christe, wahrer Heiland; der du bist das Lamm Gottes, welches da trägt die Sünde der Welt, der du mich mit deinem Blute gewaschen und gereinigt hast, ich bitte dich durch dein bitteres Leiden, sonderlich aber durch die Schmerzen, die du zu der Stunde empfunden hast, da deine alleredelste Seele von deinem heiligen Leibe ausging: erbarme dich über meine arme Seele bei ihrem Ausgange, und führe sie zum ewigen Leben. O Gott heiliger Geist, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des bösen Feindes; stärke meinen Glauben, daß ich festiglich glaube eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben. So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist in deine Hände. Du treuer Gott, du hast mich erlöset, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Sprüche, dem Sterbenden zuzusprechen. Ob ich schon wanderte im finstern Thale, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir; dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23, 4. Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1,21. Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jeſ. 43, 1. Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aushelfen zu seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 2. Tim. 4, 18. Herr, ich warte auf dein Heil. 1. Mos. 49, 18. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Joh. 16, 33. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott, sei nicht ferne von mir. Eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe. Psalm 38, 22. 23. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3, 16. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. In deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Psalm 31, 6. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf. Ap.- Gesch. 7, 58. 94 37 578 III. Gebete. Kurze Gebete, dem Sterbenden vorzuſprechen. 1. Ach barmherziger, gütiger Gott, hilf mir in meinen Leiden und in meiner Todesstunde; o mein Gott, du bist ja allezeit mein gnädiger Gott und mein Beistand gewesen, ach bleibe es auch jeßt. Jesu! bleibe bei mir, es will Abend werden, und der Tag meines Lebens hat sich geneiget. werter heiliger Geist, stärke mich, erhalte mich in festem Glauben bis an mein Ende, erleuchte mich zum ewigen Leben. Ich will auf Jesu Blut und Wunden sterben: dem lebe ich, dem sterbe ich, auf sein Verdienst verlasse ich mich. Amen. Johann Friedr. Stard. † 1756. 2. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürftet nach Gott, nach dem lebendigen Gott; wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Jesu, du Licht meiner Seelen, wenn meine Augen wollen dunkel werden, so laß in meiner Seele aufgehen die himmlische Klarheit; weich nicht von mir, wenn meine Augen brechen; zeige mir alsdann deine Gestalt und laß mich sehen dein Bild, wie du dich am Kreuz zu Tode geblutet hast. Ob ich schon wandre im finstern Thal, fürchte ich doch kein Unglück, denn mein Jesus ist bei mir. Ja, mein Jesu, bleibe bei mir, stärke mich im Glauben und laß mich dein Eigentum sein hier zeitlich und dort ewig. Amen. Johann Friedr. Stard. † 1756. 3. Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich zu Ehren an. Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß hilf mir, lieber Herre Gott; ich weiche nicht von dir, ach bleibe du auch bei mir. Jesu, wenn mein Kampf angeht, so hilf mir ringen, so hilf mir siegen und überwinden; wenn die Angst meines Herzens groß wird, so führe mich aus meinen Nöten. Ich bin ja dein Eigentum, darum führe mich durch alle Angst hindurch zur Freude, zur Wonne, zur Herrlichkeit. Bist du mit mir, so fürchte ich mich nicht, so bin ich selig, so werde ich zur Freude eingehen. Amen. Johann Friedr. Starck. † 1756 4. Herr Jesu, dir leb ich, Herr Jesu, dir sterb ich, Herr Jesu, dein bin ich, tot und lebendig. Amen. 6. Kreuz- und Troftgebete. Gebet, wenn der Kranke verschieden ist. Herr, allmächtiger Gott und Vater, verleihe diesem unserm entschlafnen Mitchristen um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen die ewige Freude und Ruhe, laß ihm leuchten dein ewiges Licht, erwecke ihn am jüngsten Tage und gieb ihm das ewige Leben. getreuer Herr und Heiland Jesu Christe, geleite und führe diese Seele, die du selber durch dein heiliges Blut erkaufet hast, aus diesem Jammerthal in die Herrlichkeit Gottes und zur Schar aller heiligen lieben Erzväter, Propheten, Apostel, Märtyrer und aller gläubigen Christen um deines Namens Ehre willen. Amen. Amen. An Begräbnistagen. Barmherziger, gnädiger Gott, der du nach deinem unerforschlichen, aber gewißlich gnädigen Ratschluß uns heimgesucht hast mit schwerem Leiden: wir sagen dir Lob und Dank, daß du uns auch deine heiligen Tröstungen darreichest im Worte des Lebens. So sind wir nun nicht wie die andern, die keine Hoffnung haben, sondern wir wissen es, daß du unsre sterblichen Leiber zur Herrlichkeit und zum ewigen Leben auferwecken willst am jüngsten Tage. Dessca getrösten wir uns auch heute, da wir ein edles Samenkorn in deinen heiligen Acker legen auf den Tag der Auferstehung. Ach, Herr, deine Wege sind wunderbar, wer kann sie verstehen? deine Gerichte sind heilig und hoch- wer darf darüber murren? du hast alles wohlgemacht und dein Wille ist gut und gnädig, auch wenn du uns heimsuchest mit Trauer und Herzeleid. Darum wollen wir stille sein und dir unsere Sache befehlen. Tröste uns, Gott, unser Heiland, und verlaß uns nicht in unserm Leide. Du bist uns nahe und dein Erbarmen hat noch kein Ende. Bleibe bei uns und sei unsers Herzens Trost und unser Teil. Gieb, daß uns nichts von dir und deiner Liebe scheide. In deine Hände befehlen wir uns ganz und gar. Erbarme dich unser und sei uns gnädig jetzt und im letzten Stündlein und am Tage des Gerichtes durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Darnach lies 1. Theff. 4, 13-18. Offenb. 7, 9-17. - - 579 - 37* 580 IV. Derzeichnisse. IV. Verzeichnisse. 1. Verzeichnis der Parallel- Melodicen. Auf die entsprechende, hier folgende Nummer verweist die hinter der Melodie vieler Lieder angegebene Zahl. I. Vierzeilige. 1. Christus, der ist mein Leben. [ Ach bleib mit deiner Gnade.] 2. Nun laßt uns Gott dem Herren. [ Wach auf, mein Herz, und singe.] 3. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich. Nun sich der Tag geendet hat. Mein Gott, das Herz ich bringe dir. 4. Vom Himmel hoch, da komm ich her. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. Herr Gott, dich loben alle wir. Wo Gott zum Haus nicht giebt sein Gunst. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Christ, der du bist der helle Tag. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Nun laßt uns den Leib begraben. 5. Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder. [ Beuch meinen Geist, triff meine Sinnen.] 6 Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. In dieser Morgenstund will ich dich loben 7. Nun komm, der Heiden Heiland. Jesu, komm doch selbst zu mir. 8. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. Gott wills machen, daß die Sachen. II. Fünfzeilige. 9. In dich hab ich gehoffet, Herr. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun. 10. O Traurigkeit, o Herzeleid. [ So ruhest du, o meine Ruh.] 11. 12. 13. III. Sechszeilige. O Welt, ich muß dich lassen. [ Nun ruhen alle Wälder.] [ In allen meinen Thaten.] Machs mit mir, Gott, nach deis ner Güt. [ Mir nach, spricht Christus, unser Held.] Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. [ Geh aus, mein Herz, und suche Freud.] 14. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden. Erquicke mich, du Heil der Sünder. 15. Wer nur den lieben Gott läßt walten. [ Wer weiß, wie nahe mir mein Ende.] 1. Verzeichnis der Parallel- Melodieen. O daß ich tausend Zungen hätte. Nach einer Prüfung furzer Tage. 16. Ach Jesu, meiner Seelen Freude. [ Er ist mein Himmel, meine Wonne.] 17. Jesus, meine Zuversicht. 18. Meinen Jesum laß ich nicht. Ach, was soll ich Sünder machen. Unerfchaffne Lebensjonne. [ Ach mein Jesu, sieh ich trete.] 19. Gott des Himmels und der Erden. Jesus, Jesus, nichts als Jesus. Komm, o komm, du Geist des Lebens. 20. Werde licht, du Stadt der Heiden. Herr, ich habe mißgehandelt. Unser Herrscher, unser König. 21. Nun preiset Alle Gottes Barmherzigkeit. [ Ich habe von ferne, Herr, deinen Thron erblickt.] 22. Hüter, wird die Nacht der Sünden. Unter Lilien jener Freuden. 23. Wie herrlich ists, ein Schäfle in Christi werden. [ Mein Freund zerschmilzt aus Lieb in seinem Blute.] 24. Einer ist König, Immanuel sieget. Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens. Liebster Immanuel, Herzog der Frommen. IV. Siebenzeilige. 25. Allein Gott in der Höh sei Ehr. Es ist das Heil uns kommen her. [ Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut.] Es ist gewißlich an der Zeit. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Wo Gott der Herr nicht bei uns hält. 27. V. Achtzeilige. 26. Nun danket alle Gott. Herr, wie du willst, so schicks mit mir. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Wenn mein Stündlein vorhanden ist. Ach Gott vom Himmel, sieh darein. 33. 581 28. Herzlich thut mich verlangen. Balet will ich dir geben. Dank sei Gott in der Höhe. Befiehl du deine Wege. 29. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. [ Wie groß ist des Allmächtgen Güte? 30. Straf mich nicht in deinem Zorn. [ Mache dich, mein Geist, bereit.] 31. Christus, der uns selig macht. Schwing dich auf zu deinem Gott. Christe, wahres Seelenlicht. Jesu Leiden, Pein und Tod. 32. Warum sollt ich mich denn grämen. [ Fröhlich soll mein Herze 34. O Gott, du frommer Gott. Von Gott will ich nicht lassen. Helft mir Gotts Güte preisen. Aus meines Herzens Grunde. Zeuch ein zu deinen Thoren. 35. springen.] Freu dich sehr, o meine Seele. Werde munter, mein Gemüte. Zion flagt mit Angst und Schmerzen. du Liebe meiner Liebe. O Durchbrecher aller Bande. Alle Menschen müssen sterben. Jesu, meines Lebens Leben. Jesu, der du meine Seele. Du, o schönes Weltgebäude. 582 IV. Derzeichnisse. in deiner 35 a. Ich bin ja, Herr, Macht. Mein Leben ist ein Pilgrims stand. VI. Neunzeilige. 36. Christ, unser Herr, zum Jordan fam. Es wolle Gott uns gnädig sein. VII. 3ehnzeilige. 37. An Wasserflüssen Babylon. [ Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld.] 38. 39. Sollt ich meinem Gott nicht singen? [ Lasset uns mit Jesu ziehen.] Was mein Gott will, gescheh allzeit. Durch Adams Fall ist ganz ver= derbt. 2. Verzeichnis der Liederdichter, von welchen sich Lieder im Gesangbuch befinden, nebst Angabe der Nr. der betreffenden Lieder. Ämilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt; Gemahlin des Grafen Albrecht Anton, geb. Gräfin v. Barby, geb. 1637, 1706. Nr. 194. 344. 377. 417. 509. Agricola, Johann; geb. in Eisleben 1492, † 1566 als Hofprediger in Berlin. Nr. 270. Albert, Heinrich; geb. 1604 zu Lobenstein im Vogtlande, † 1651 als Organist zu Königsberg i. Preußen. Nr. 374. 487. Alberus, Erasmus( Alber); geb. um 1500 zu Sprendlingen in der Wetterau, † 1553 als Generalsuperintendent in Neubrandenburg in Mecklenburg. Nr. 390. Albinus, Johann Georg; geb. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels,+ 1679 als Pfarrer in Naumburg. Nr. 228. 482. 507. Albrecht der jüngere, Markgraf von Brandenburg- Kulmbach; geb. 1522 zu Ansbach, † 1557 zu Pforzheim. Nr. 467. Allendorf, Johann Ludwig Konrad; geb. 1693 zu Josbach bei Marburg, + 1773 als Pastor zu Halle. Nr. 90. 528. Altenburg, Michael; geb. 1584( 1583) zu Alach bei Erfurt(? Tröchtelborn bei Gotha), † 1640 als Pfarrer in Erfurt. Nr. 155. Anna Sophie, Landgräfin von Hessen- Darmstadt; geb. 1638, † 1683 als Abtissin des Stifts Quedlinburg. Nr. 314. Arends, Wilhelm Erasmus; † 1721 als Pfarrer in Halberstadt. Nr. 286. Arndt, Ernst Morit; geb. 1769 zu Schoriß auf Rügen, † 1860 als Professor der Geschichte zu Bonn. Nr. 15. 204. 240. 490. 583 2. Verzeichnis der Liederdichter. Arnold, Gottfried; geb. 1666( 1665) zu Annaberg, † 1714 als Pfarrer in Perleberg. Nr. 266. 280. 459. Baumgarten, Jakob; geb. 1668 zu Wolmirstedt, Inspektor des Pädagogiums zu Halle, † 1722 als Prediger in Berlin. Nr. 526. Becker, Cornelius; geb. 1561 zu Leipzig, † 1604 daselbst als Professor der Theologie und Pastor. Nr. 184. 445. Behm( Böhm), Martin; geb. 1557 zu Lauban, † 1622 dort als Pfarrer. Nr. 41. 368. 380. Betichins, Johann; geb. 1650 zu Stöckby in Anhalt, † 1722 als Pfarrer in Zerbst. Nr. 367. Bickel, Johann Daniel Karl; geb. 1737 zu Altweilnau in Nassau, † 1809 als Konsistorialrat in Usingen. Nr. 172. Bienemann, Kaspar( Melissander); geb. 1540 in Nürnberg, † 1591 als Generalsuperintendent zu Altenburg. Nr. 335. Birken, Sigismund von( Betulius); geb. 1626 zu Wildenstein bei Eger, † 1681 als Privatgelehrter in Nürnberg. Nr. 53. 275. Bogatky, Karl Heinrich von; geb. 1690 zu Jankowe in Niederschlesien, † 1774 als Privatmann im Waisenhause zu Halle. Nr. 167. 284. Böhmer, Instus Henning; geb. 1674 in Hannover, † 1749 in Halle als Professor der Rechte und Kanzler des Herzogtums Magdeburg. Nr. 78. Breithaupt, Joachim Justus; geb. 1658 zu Nordheim in Hannover, † 1732 in Halle als Generalsuperintendent des Herzogtums Magdeburg und Abt von Kloster Bergen bei Magdeburg. Nr. 250(?). Burmeister, Franz Joachim; um 1670 Pfarrer in seiner Vaterstadt Lüneburg. Nr. 488. Claudius, Matthias( ,, Wandsbecker Bote"); geb. 1740 zu Reinfeld bei Lübeck, † 1815 in Hamburg als Privatgelehrter und Revisor der Holsteinschen Bant zu Altona. Nr. 392. Clansnitzer, Tobias; geb. 1618 zu Thum bei Annaberg, † 1684 als furpfälzischer Kirchenrat zu Weiden. Nr. 120. 139. Craffelius, Bartholomäus; geb. 1677 zu Wernsdorf bei Glaucha, † 1724 als Pfarrer zu Düsseldorf. Nr. 117(?). 332. Dach, Simon; geb. 1605 zu Memel, † 1659 als Professor der Dichtkunst in Königsberg i. Pr. Nr. 494. 526. Decius, Nikolaus; geb. zu Hof im Vogtlande( eigentlich Nik. Tech, daher latinisiert Decius),+ 1541 als Pfarrer in Stettin. Nr. 60. 114. Denicke, David; geb. 1603 in Zittau, † 1680 als Konsistorialrat in Hannover. Nr. 180. 225. 247. 263. 265.(?). 274. Derschow,( Terschau), Bernhard von; geb. 1591 in Könisberg, † 1639 daselbst als Professor der Theologie, Konsistorialrat und Oberpfarrer. Nr. 201. Deßler, Wolfgang Christoph; geb. 1660 in Nürnberg, † 1722 daselbst als Konrektor. Nr. 244. 327. 446. 524. IV. Derzeichnisse. Drese, Adam; geb. 1620 in Thüringen, † 1701 als Kapellmeister zu Arnſtadt. Nr. 320. 584 Eber, Paul; geb. 1511 zu Rigingen in Franken, † 1569 als Generalsuperintendent in Wittenberg. Nr. 35. 469. 491. 498(?). Eleonore, Fürstin Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg. Gemahlin des Prinzen Heinrich LXXIV zu Jänkendorf, geb. zu Wernigerode 1835. Nr. 31. Fabricius, Friedrich; geb. 1342 zu Stettin, † 1703 daselbst als Pfarrer. Nr. 99. Falkner, Justus; geb. in Zwickau,+ 1724 als luther. Brediger in Newyorf. Nr. 254. Fiux, Erasmus( Francisci); geb. 1627 zu Lübec, † 1694 als Privatgelehrter in Nürnberg. Nr. 516. Fischer( Vischer), Christoph; geb. zu Joachimsthal in Böhmen, † 1600 als Generalsuperintendent und Hofprediger in Celle. Nr. 66. Fleming, Paul; geb. 1609 zu Hartenstein bei Zwickau, † 1640 als praktischer Arzt in Hamburg. Nr. 450. Flitner, Johann; geb. 1618 zu Suhl, Diafonus zu Grimmen bei Greifswald, † 1678 in Stralsund. Nr. 211. Förtsch, Basilius; geb. zu Roßla( Grafsch. Stolberg), † 1619 als Pfarrer. zu Gumperda bei Orlamünde. Nr. 74. Franck, Johann; geb. 1618 zu Guben, † 1677 daselbst als Bürgermeister. Nr. 122. 209. 216. 308. 403. 423. Frand, Michael; geb. 1609 zu Schleusingen, † 1667 als Lehrer in Roburg. Nr. 189. 481. Frand, Salomo; geb. 1659 in Weimar, † 1725 daselbst als OberkonsistorialSekretär. Nr. 48. 64. 329(?). France, August Hermann; geb. 1663 in Lübeck, † 1727 als Professor der Theologie und Pfarrer in Halle. Nr. 34. 468. Freylinghausen, Johann Anastasius; geb. 1670 zu Gandersheim im Braunschweigischen, † 1739 als Pfarrer und Direktor der Francke'schen Stiftungen zu Halle. Nr. 325. 456. Freystein, Johann Burkhard; geb. 1671 in Weißenfels, † 1718 als Hofund Justizrat in Dresden. Nr. 276. Frider, Johann Ludwig; geb. in Würtemberg, starb 1766 als Pfarrer zu Dettingen a. d. Erms( bei Urach). Nr. 166. Fritsch, Ahasverus; geb. 1629 zu Mücheln bei Merseburg, † als Konsistorialpräsident in Rudolstadt 1702. Nr. 312. Funt, Gottfr. Benedikt; geb. 1734 zu Hartenstein bei Zwickau, † 1814 als Konsistoralrat und Direktor des Domgymnasiums zu Magdeburg. Nr. 73. Garve, Karl Bernhard; geb. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, Prediger der Brüdergemeinde, † 1841 zu Herrnhut. Nr. 95. 173. Gedice, Lampertus; geb. 1683 in Gardelegen, † 1735 als Feldpropst in Berlin. Nr. 472. 2. Derzeichnis der Liederdichter. Gellert, Christian Fürchtegott; geb. 1716( 1715) zu Haynichen b. Freibg. i. Sachs., + 1769 als außerord. Professor der Philosophie in Leipzig. Nr. 16. 51. 76. 176. 202. 291. 333. 360. 361. 378. 395. 426. 444. 501. 523. Gerhardt, Paul; geb. 1607( 1608) zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 1676 als Archidiakonus in Lübben. Nr. 13. 14. 20. 23. 29. 38. 47. 58. 62. 63. 67. 80. 101. 108. 113. 242. 294. 316. 345. 346. 349. 354. 359. 370. 383. 399. 412. 421. 422. 428. 430. 431. 434. 435. 443. 448. 458. 465. 476. 493. 511. Gesenius, Justus; geb. 1601 zu Esbeck in Hannover, † 1671 als Generalsuperintendent in Hannover. Nr. 65. 79. 118. 126. 585 Gotter, Ludwig Andreas; geb. 1661 in Gotha, † 1735 daselbst als Hof- und Assistenzrat. Nr. 264. 287. 362. Gramann( Poliander), Johann; geb. 1487 zu Neustadt in der Oberpfalz, t1541 als Pfarrer in Königsberg i. Pr. Nr. 355. Gregor, Christian; geb. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, † 1801 als Bischof der Brüdergemeinde zu Berthelsdorf. Nr. 295. Groß( Major), Johann; geb. 1564 zu Reinstädt bei Orlamünde, † 1654 als Professor der Theologie in Jena.( Nr. 210). Gryphius( Griph), Andreas; geb. 1616 zu Glogau, † 1664 daselbst als Lands schaftssyndikus. Nr. 486. Günther, Cyriafus; geb. 1650 zu Goldbach bei Gotha,+ 1704 als Gymnafials lehrer in Gotha. Nr. 195. Hardenberg, Georg, Friedrich, Philipp, Freiherr von; geb. 1772 zu Wieders edt bei Hettstädt, † 1801 als Bergamtsassessor zu Weißenfels. Nr. 323. 324. Harms, Klaus; geb. 1778 zu Fahrstedt in Süderditmarschen, † 1855 als Propst in Kiel. Nr. 414. Hartmann, Thomas; war um 1604 Pfarrer zu Eisleben. Nr. 84. Harttmann, Karl Friedrich; geb. 1743 zu Adelberg in Württemberg; zuletzt Pfarrer in Lauffen am Neckar, † 1815 in Tübingen. Nr. 433. Hausmann, Julie, geb. 1825 zu Mitau in Kurland( Tochter eines Oberlehrers), jetzt in St. Petersburg. Nr. 339. Hecker, Heinrich Kornelius; geb. 1699 in Hamburg, † 1743 ale Pfarrer zu Meuselwig bei Altenburg. Nr. 4. Heermann, Johann; geb. 1585 zu Raudten in Schlesien, Pastor zu Köben bei Glogau, † 1647 zu Lissa bei Fraustadt. Nr. 52. 54. 72. 151. 153. 159. 207. 215. 227. 229. 232. 281. 317. 387. 462. 477. 499. 512. Held, Heinrich; um 1650 Rechtsanwalt zu Guhrau in Schlesien. Nr. 5. 105. Helmbold, Ludwig; geb. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, † 1598 daselbst als Superintendent. Nr. 386. 463. Herberger, Valerius; geb. 1562 zu Fraustadt in Pojen, t 1627 als Pfarrer daselbst. Nr. 506. Herman, Nikolaus; Kantor zu Joachimsthal in Böhmen, 1561 daselbst. Nr. 24. 71. 371. 385. 397. 508. 586 IV. Derzeichnisse. Hermes, Johann Timotheus; geb. 1738 zu Petnic bei Stargard,+ 1821 als Oberkonsistorialrat zu Breslau. Nr. 520. Herrmann, Johann Gottfried; geb. 1707 zu Altjeßnitz bei Bitterfeld, † 1791 als Oberkonsistorialrat in Dresden. Nr. 238. Herrnschmidt, Johann Daniel; geb. 1675 zu Bopfingen in Württemberg, + 1723 als Professor der Theologie und Mitdirektor der Franckeschen Stiftungen. Nr. 351. 440. Herzog, Johann Friedrich; geb. 1647 in Dresden, † 1699 daselbst als Rechtsanwalt. Nr. 400. Hesse, Johann; geb. 1490 in Nürnberg, † 1547 als Pfarrer in Breslau. Nr. 505(?). Hiller, Philipp Friedrich; geb. 1699 in Mühlhaufen in Württemberg, Pfarrer in Steinheim bei Nördlingen, † 1769. Nr. 12. 147. 245. 415. Hodenberg, Bodo von; geb. 1604. † 1650 als Landdrost zu Osterode am Harz. Nr. 382. Hoffmann, Gottfried; geb. 1658 zu Löwenberg in Schlesien, † 1712 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau. Nr. 514. Homburg, Ernst Christoph; geb. 1605 zu Mühla bei Eisenach, † 1681 als Rechtsanwalt in Naumburg. Nr. 56. 87. Horn, Johann; † 1547 in Jung- Bunzlau als Vorsteher der böhmischen Brüs der- Unität. Nr. 3. Hülsemann, Wilhelm; geb. 1781 zu Soest in Westphalen, † 1865 als Pfarrer in Elsey bei Fserlohn. Nr. 416. Hunold, Michael; geb. 1621 zu Leißnig, † 1672 als Pfarrer in Rochlig. Nr. 480. Jonas, Justus;( eigentlich: Jodocus( Just) Koch, Sohn des Jonas Koch); geb. 1493 zu Nordhaufen, Professor in Wittenberg, Superintendent in Halle, † 1555 als Superintendent in Eisfeld bei Koburg. Nr. 157. Kellner von Zinnendorf, Johann Wilhelm; geb. 1665 in Ackendorf bei Neuhaldensleben, Pfarrer zu Rieslingswalde in der Bausig; seit 1709 preuBischer Hofrat in Halle, † 1738. Nr. 298. Keimann, Christian; geb. 1607 zu Pankraz in Böhmen, † 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau. Nr. 313. Kiel, Tobias; geb. 1584 zu Ballstädt bei Gotha, † 1627 daselbst als Pfarrer. Nr. 121. Klopstod, Friedrich Gottlieb; geb. 1724 zu Quedlinburg, † 1803 als Legations- und Hofrat in Hamburg. Nr. 142. 199. 515. 527. Kuat, Gustav Friedrich Ludwig; geb. 1806 in Berlin, Pfarrer daselbst, † 1878 auf einer Reise zu Dünow bei Stolpmünde. Nr. 168. 522. Knapp, Albert; geb. 1798 zu Tübingen, † 1864 als Pfarrer in Stuttgart. Nr. 46. 93. 161. 163. 169. 191. Knoll, Christoph; geb. 1563 zu Bunzlau, † 1621 als Pfarrer in Sprottau Nr. 492. 2. Derzeichnis der Liederdichter. 587 Knorr von Rosenroth, Christian; geb. 1636 zu Altrauden in Schlesien, † 1689 als Kanzler in Sulzbach. Nr. 379. Koitsch, Christian Jakob; geb. 1671 zu Meißen, Inspector am Pädagogium zu Halle, † 1735 als Rektor in Elbing. Nr. 318. Kramer, Morit; geb. 1646 zu Ammerswort in Holstein, † 1702 als Pfarrer in Marne in Süderdithmarschen. Nr. 100. Krause, Johann Gottfried; geb. 1685 in Greußen( Schwarzburg), † 1746 als Pfarrer in Dahma. Nr. 330. Krause, Jonathan; geb. 1701 zu Hirschberg, 1762 als Superintendent in Liegniß. Nr. 133. Krummacher, Friedrich Adolf; geb. 1767 zu Tecklenburg in Westphalen, Pfarrer in Bremen,+ daselbst 1845. Nr. 162. Kunth, Johann Sigeßmund; geb. 1700 in Liegniß † 1779 als Superintens dent in Baruth. Nr. 519. Lampe, Friedrich Adolf; geb. 1683 zu Bremen, † 1729 daselbst als Pfarrer. Nr. 278. Lang, Johann Jakob; geb. 1646 zu Nürtingen, † 1690 als Pfarrer in Stuttgart. Nr. 442. Lange, Joachim; geb. 1670 in Gardelegen, † 1744 als Professor der Theologie in Halle. Nr. 381. Laurentius Laurenti( Lorenz Lorenzen); geb. 1660 zu Husum, † 1722 als Kantor am Dom zu Bremen. Nr. 18. 43. 81. 106. 221. 517. Lavater, Johann Kaspar; geb. 1741 zu Zürich, daselbst 1801 als Prediger. Nr. 197. 478. Lehr, Leopold Franz Friedrich; geb. 1709 zu Kronenberg bei Frankfurt a. M. Pfarrer in Köthen, † 1744 in Magdeburg. Nr. 243. Liebich, Ehrenfried; geb. 1713 zu Probsthagen bei Liegniz, † 1780 als Pastor zu Lomniß bei Hirschberg. Nr. 102. Liscow, Salomo; geb. 1640 zu Niemißsch in der Niederlausit, † 1689 als Pfarrer in Würzen. Nr. 319. 406. 483. Lochner, Karl Friedrich; geb. 1634 in Nürnberg, † 1697 als Pfarrer in Fürth. Nr. 292. Löscher, Valentin Ernst; geb. 1673 in Sondershausen, † 1749 als Oberkonsistorialrat in Dresden. Nr. 224. Löwenstern, Matthäus Apelles von; geb. 1594 zu Neustadt bei Oppeln in Schlesien, † 1648 als Rat des Herzogs von Münsterberg- Öls. Nr. 146. 356. Ludämilie Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt; geb. 1640 in Rudolstadt, † 1672. Nr. 288. 309. Luise Henriette, Kurfürstin zu Brandenburg; geb. 1627 im Saag, † 1667 in Berlin. Nr. 77, 219,(?) 588 IV. Derzeichnisse. Luther, Martin; D. geb. 1483 zu Eisleben, Doktor der heiligen Schrift zu Wittenberg, † 1546 in Eisleben. Nr. 21. 27. 28. 69. 104. 107. 116. 119. 123. 145. 148. 149. 150. 154. 156. 174. 181. 193. 213. 246. 341. 348. 452. 503. Magdeburg, Joachim; geb. 1525 zu Gardelegen, nach 1583 als Pfarrer in Österreich. Nr. 470. Marot, Samuel; geb. 1770 zu Magdeburg, † 1865 als Konsistorialrat in Berlin. Nr. 190. Megauder, Veit Ludwig; geb. zu Schweiniß in Kursachsen, daselbst 1709 als Amtsinspektor. Nr. 226. Mentzer, Johann; geb. 1658 zu Jahma in der Oberlausiß, † 1734 als Pfarrer in Kemniß bei Bernstadt. Nr. 293. 357. Meyer, Johann Friedrich von; geb. 1772 zu Frankfurt a. M., † daselbst 1849 als Bürgermeister. Nr. 51. 160. Meyfart, Johann Matthäus; geb. 1590 zu Wahlwinkel bei Gotha(?), t 1642 als Pastor in Erfurt. Nr. 521. Moller, Martin; geb. 1547 zu Kropstädt bei Wittenberg, † 1606 als Pfarrer in Görlig. Nr. 424. 441. 457. Mühlmann, Johann; geb. 1573 zu Begau, † 1613 als Professor der Theologie in Leipzig. Nr. 366. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich; geb. 1624 zu Halle, † 1685 als Pfarrer in Koburg. Nr. 17. Neander, Joachim; geb. um 1650 in Bremen, † 1680 daselbst als Pfarrer. Nr. 321. 350. 363. 394. 510. Nerreter, David; geb. 1649 in Nürnberg, † 1726 als Generalsuperintendent von Hinterpommern. Nr. 432. Nennherz, Johann; geb. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien, † 1737 als Pfarrer in Hirschberg. Nr. 86. Neumann, Kaspar; geb. 1648 in Breslau, † 1715 daselbst als Pfarrer. Nr. 94. 132. 198. 396. 420. Neumark, Georg; geb. 1621 zu Langensalza in Thüringen, † 1681 als Bibliothekar in Weimar. Nr. 471. Neumeister, Erdmann; geb. 1671 zu lichteriß bei Weißenfels, † 1756 als Pfarrer in Hamburg. Nr. 40. 185. 241. 303(?) 337. 375. 407. Neuß, Heinrich Georg; geb. 1654 zu Elbingerode, † 1716 als Konsistorialrat in Wernigerode. Nr. 256. 299. Nicolai, Philipp; geb. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck,+ 1608 als Pfarrer in Hamburg. Nr. 326. 529. Niedling, Johann; war um 1638-1655 Gymnasiallehrer zu Altenburg Nr. 111(?). 2. Verzeichnis der Liederdichter. Olearins, Johann; geb. 1611 zu Halle, Generalsuperintendent des Herzogtums Magdeburg, † 1684 als Hofprediger in Weißenfels. Nr. 11. 49. 115. 124. 131. 135. 282. 342. 343. 461. 589 Olearins, Johann Gottfried; geb. 1635 in Halle, † 1711 als Superint. und Konsistorialrat in Arnstadt. Nr. 7. Pauli, Joachim; geb. um 1636 zu Wilsnack, noch 1674 Hauslehrer in Berlin. Nr. 158. Pfefferkorn, Georg Michael; geb. 1646 in Jfta( Sachsen- Weimar- Eisenach), † 1732 als Superintendent zu Gräfentonna bei Gotha. Nr. 322. Pfeil, Christoph Karl Ludwig von; geb. 1712 zu Grünstadt in Bayern, † 1784 im Ansbachschen auf seinem Gute Deufstetten. Nr. 39. 196. 331. 413. Prätorius, Benjamin; geb. 1571(?) zu Weißenfels, Pfarrer in Groß- Lissa bei Delitzsch, † nach 1668. Nr. 290. Prätorius( Schulze), Christoph; geb. 1631 in Stendal, † dort 1713 als Ratskämmerer. Nr. 365. Preiswert, Samuel; geb. 1799 zu Rümlingen( Baselland), Pfarrer in Basel, 1871. Nr. 301. Rambach, Johann Jakob; geb. 1693 zu Halle, Professor der Theologie in Halle, † 1735 als Professor der Theologie und Superintendent in Gießen. Nr. 92. 96. 175. 183. 206. 302. 340. Reusner( Reißner), Adam; geb. 1496 zu Mündelheim bei Düsseldorf, Geheimschreiber Georgs von Frundsberg, † daselbst um 1575. Nr. 451. Richter, Christian Friedrich; geb. 1676 zu Sorau, † 1711 als Arzt am Waisenhause zu Halle. Nr. 26. 258. 259. 260. 267. 315. 376. 474. Rinckhart, Martin; geb. 1586 zu Eilenburg, † 1649 als Archidiat. daselbst. Nr. 171. 353. Ringwaldt, Bartholomäus; geb. 1530 zu Frankfurt a. D., † 1598 als Pfarrer zu Langenfeld bei Küstrin. Nr. 217. 518. Rist, Johann; geb. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, † 1667 als Pfarrer zu Wedel bei Altona. Nr. 1. 19. 36. 42. 61. 192. 208. 220. 252. 352. 404. 525. Rodigast, Samuel; geb. 1649 zu Gröben bei Kahla, † 1708 als Rektor des Grauen Klosters in Berlin. Nr. 466. Rothe, Johann Andreas; geb. 1688 zu Ober- Lissa bei Görlig, † 1758 als Pfarrer zu Thommendorf bei Bunzlau. Nr. 239. 249. 513. Rückert, Friedrich; geb. 1788 zu Schweinfurt, Professor der orientalischen Sprachen in Erlangen und Berlin, † 1866 auf seinem Landgute Neuseß bei Koburg. Nr. 2. Ruopp, Johann Friedrich; geb. in Straßburg, † 1708 als Adjunkt der theol. Fakultät und Waisenhaus- Inspektor zu Halle. Nr. 257. Rutilius, Martin; geb. 1550 zu Düben bei Bitterfeld, † 1618 als Diakonus zu Weimar. Nr. 210. Sacer, Gottfried Wilhelm; geb. 1635 zu Naumburg, † 1699 als Kammeradvokat zu Wolfenbüttel. Nr. 33. 91. 590 IV. Verzeichnisse. Schade, Johann Kaspar; geb. 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, † 1698 als Diafonus zu Berlin. Nr. 253. 277. 454. Schalling, Martin; geb. 1532 zu Straßburg, † 1608 als Pfarrer in Nürnberg. Nr. 304. Scheffler, Johann( Angelus Silesius); geb. 1624 zu Breslau, † 1677 als geistlicher Rat des Fürstbischofs zu Breslau. Nr. 45. 269. 279. 296. 306. 310. Scheidt, Christian Ludwig; geb. 1709 zu Waldenburg in Württemberg+ 1761 als Bibliothekar in Honnover. Nr. 233. Schein, Johann Hermann; geb. 1586 zu Grünhayn bei Zwickau, † 1630 als Mujikdirektor in Leipzig. Nr. 500. Schenk, Hartmann; geb. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, † 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. Nr. 141. Schent, Heinrich Theobald; geboren in Hessen, † 1727 als Pfarrer in Gießen. Nr. 530. Schirmer, Michael; geb. 1606 zu Leipzig, † 1673 als Ronrektor in Berlin. Nr. 10. 70. 110. Schlicht, Levin Johann; geb. 1681 zu Ralbe in der Altmark, † 1723 als Pfarrer in Berlin. Nr. 389. Schmidt, Johann Eusebius; geb. 1669 in Hohenfeld bei Erfurt, † 1745 als Pfarrer zu Siebleben bei Gotha. Nr. 261. Schmold, Benjamin( Schmolcke); geb. 1672 zu Brauchitschdorf in Schlesien, + 1737 als Pfarrer in Schweidniß. Nr. 6. 37. 75. 83. 112. 125. 138. 140. 179. 186. 231. 251. 268. 300. 334. 336. 393. 398. 405. 408. 411. 429. 439. 449. 495. 497. 502. Schneegaß, Chriatus; geb. 1546 zu Bufleben bei Gotha, † 1597 als Pfarrer in Friedrichsroda. Nr. 32. Schneesing, Johann( Chiomusus); Pfarrer zu Friemar bei Gotha. geb. zu Frankfurt a. M., † 1567 als Nr. 212. Schröder, Johann Heinrich; geb. 1666 zu Hallerspringe(?) in Hannover, † 1699 als Pfarrer zu Meseberg bei Wolmirstedt. Nr. 236. 272. Schüß, Johann Jakob; geb. 1640 zu Frankfurt a. M., † 1690 dafelbst als Rechtsanwalt. Nr. 358. Schwedler, Johann Christoph; geb. 1672 zu Krobsdorf in Schlesien, † als Pfarrer zu Niederwiese in der Oberlausig 1730. Nr. 328. Scriver, Christian; geb. 1629 zu Rendsburg, Pastor in Magdeburg, † 1693 als Hofprediger in Quedlinburg. Nr. 188. 391. Selneccer, Nikolaus; geb. 1532(?) zu Hersbruck bei Nürnberg, † 1592 als Professor der Theologie in Leipzig. Nr. 137. Seniß, Elisabeth von; geb. 1629 zu Rantau in Schlesien, Hoffräulein am Hofe zu Brieg und zu Öls, † 1679. Nr. 57. Sieber, Justus; geb. 1628 zu Eimbeck in Hannover, † 1695 als Pfarrer zu Schandau. Nr. 203. Siegfried, Johann; geb. 1564, † 1637 als Superintendent zu Schleiz. Nr. 496, 2. Derzeichnis der Liederdichter. Spengler, Lazarus: geb. 1479 zu Nürnberg, † 1534 als Ratsherr daselbst. Nr. 214. 591 Speratus, Paul( von Spretten); gcb. 1484 zu Rottweil, † 1551 in Marienwerder als Bischof von Pomesanien. Nr. 237. Spitta, Karl Johann Philipp; geb. 1801 zu Hannover, † 1859 als Superintendent zu Burgdorf. Nr. 82. 187. 409. 410. 447. Stard, Johann Friedrich; geb. 1680 zu Hildesheim, † 1756 als Konsistorialrat zu Frankfurt a. M. Nr. 479. Stegmann, Josua; geb. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, † 1632 als Professor der Theologie in Rinteln. Nr. 144. Steuerlein, Johaun; geb. 1546 zu Schmalkalden, † 1613 als Stadtschultheiß zu Meiningen. Nr. 30(?). Stier, Ewald Rudolf; geb. 1800 in Fraustadt; † 1862 als Pfarrer in Eisleben. Nr. 165. Stockfleth, Heinrich Arnold; geb. 1643 zu Alefeld bei Hildesheim(?), Generalsuperintendent zu Mönchberg in Bayern, Gymnasialdirektor in Baireuth, +1708. Nr. 473. Stockmann, Ernst; geb. 1634 in Lüßen, † 1712 als Oberkonsistorialrat zu Eisenach. Nr. 436. Sturm, Julins; geb. 1816, Pfarrer zu Köstriß in Reuß- Schleiz. Nr. 222. Tersteegen, Gerhard; geb. 1697 zu Mörs, Bandwirker, † 1769 als Privatmann in Mühlheim an der Ruhr. Nr. 22. 97. 109. 127. 130. 273. 297. 305. 311. 347. 401. Thilo, Valentin jun.'; geb 1607 zu Königsberg, † 1662 dafelbst als Professor der Beredsamkeit. Nr. 9. Tieße, Christoph( Titius); geb. 1641 zu Wilkau bei Breslau, † 1703 als Pfarrer zu Hersbruck bei Nürnberg. Nr. 218. 460. Tollmann, Gottfried; geb. zu Lauban, war um 1723 Pfarrer zu Leuba bet Görlig(?). Nr. 418. Wegelin, Josua; geb. 1604 zu Augsburg, † 1640 als Pfarrer in Preßburg in Ungarn. Nr. 88. 419. Weingärtner, Sigismund; angeblich um 1600 Prediger in oder bei Heilbronn. Nr. 427. Weiße, Michael; geb. zu Neiße in Schlesien,+ 1540 zu Neutomischl als Vorsteher der Brüdergemeinde. Nr. 59. 504. Weissel, Georg; geb. 1690 zu Domnau in Preußen, † 1635 als Pfarrer in Königsberg. Nr. 8. 248. Wiesenmeyer, Burchard; um 1640 Lehrer am Gymnasium zum grauen Kloster in Berlin, † nach 1653 als Pfarrer in Petershagen. Nr. 384. Wilhelm II., Herzog zn Sachsen- Weimar; geb. 1598 auf Schloß Altenburg, † 1662 zu Weimar. Nr. 134(?). Windler, Johann Joseph; geb. 1670 zu Lucka in Sachsen- Altenburg, † 1722 als Konsistorialrat in Magdeburg. Nr. 283. 285. 453. IV. Verzeichnisse. Wolf, Jakob Gabriel; geb. 1684 zu Greifswald, † 1754 als Professor der Rechte in Halle. Nr. 289. 592 Woltersdorf, Ernst Gottlieb; geb. 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin † 1761 als Pfarrer in Bunzlau. Nr. 128. 178. 205. Zeibich, Christoph Heinrich; geb. 1677 zu Mölbis bei Leipzig(?),+ 1748als Professor der Theologie und Propst zu Wittenberg. Nr. 475. Zihn, Johann Friedrich; geb. 1650 zu Suhl, 1719 daselbst als Pfarrer. Nr. 438. Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von; geb. 1700 zu Dresden, Stifter der Brüdergemeinde, † 1760 zu Herrnhut. Nr. 152. 177. 234. 255. 271. 485. Zinzendorf, Christian Renatus, Graf von; geb. 1727 zu Herrnhut, des vorigen Sohn,+ † 1752. Nr. 129. 1. Lieder aus der alten Kirche: Nr. 25. 44. 68. 89. 103. 170. 2. Lieder unbekannter Dichter: a. de3 XVI. Jahrhunderts: Nr. 338. 364. 369. 388. 464. b. des XVII Jahrhunderts: Nr. 50. 55. 85. 98. 136. 143. 223. 230. 307. 402. 425. 437. 484. 489. c.des XVIII. Jahrhunderts: Nr. 182. 200. 235. 262. 372. 455. d. des XIX. Jahrhunderts: Nr. 164. 373. 3. Verzeichnis der Lieder. Nr. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ 143 Ach bleib mit deiner Gnade.. 144 Ach Gott, ich muß in Traurigkeit 477 Ach Gott und Herr, wie groß und 210 Ach Gott, verlaß mich nicht!.. 329 Ach Gott, vom Himmel sich darein 145 Ach Gott, wie manches Herzeleid 424 Ach höchster Gott, verleihe mir 252 Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein 295 ach mein Jesu, sich, ich trete. 389 Ach, sagt mir nichts von Gold 296 Ach, was soll ich Sünder machen 211 Ach wie flüchtig, ach wie nichtig 481 Ach wundergroßer Siegesheld 87 Allein Gott in der Höh sei Ehr 114 Allein zu dir, Herr Jesu Christ 212 Alle Menschen müssen sterben 482 Alles ist an Gottes Segen Allgenugsam Wesen, das ich hab 297 Auf, auf, ihr Reichsgenossen.. 1 425 ● Nr. 67 Auf, auf, mein Herz mit Freuden Auf Christi Himmelfahrt allein. 88 Auferstehn, ja auferstehn 515 Auf Gott nur will ich sehen.. 478 Auf Gott und nicht auf meinen 426 Auf, hinauf zu deiner Freude. 253 Auf, ihr Christen, Christi Glieder 254 Auf meinen lieben Gott... 427 Aus Gnaden soll ich selig werden 233 Aus meines Herzens Grunde. 364 Aus tiefer Not schrei ich zu dir 213 Bedenke, Mensch, das Ende.. 483 Befiehl du deine Wege und was 428 Bei dir, Jesu, will ich bleiben. 187 Bescher uns, Herr, das täglich Brot 385 Bete nur, betrübtes Herz 330 Betgemeinde, heilge dich mit dem 331 Bis hieher hat mich Gott gebracht 344 Brunn alles Heils, dich ehren wir 127 3. Verzeichnis der Lieder. Nr. Christ, der du bist der helle Tag 390 Christe, du Beistand deiner Kreuzg. 146 Christe, du Lamm Gottes, der du 44 Christe, mein Leben, mein Hoffen 298 Christen sind ein göttlich Volk. 255 Christe, wahres Seelenlicht, deiner 365 Christ fuhr gen Himmel, was. 89 Christi Blut und Gerechtigkeit. 234 Christ ist erstanden von der Marter 68 Christ lag in Todes Banden für 69 Christ unser Herr zum Jordan kam 181 Christus der ist mein Leben.. 484 Dank sei Gott in der Höhe zu dieser 366 Das alte Jahr vergangen ist. Wir 30 Das ist eine selge Stunde, Jesu, da 128 Das ist ein teuer, wertes Wort. 299 Das Jahr geht still zu Ende 31 Das liebe neue Jahr geht an, das 32 Das walte Gott, der helfen kann 367 Das walt Gott Vater und Gott 368 Dein König kommt in niedern. 2 Dein Wort, o Herr, ist milder Taut 173 Dennoch bleib ich stets an dir. 429 Der beste Freund ist in dem Himmel 300 Der du das Volk regierest, das dein 160 Der du zum Heil erschienen der 161 Der Glaub ist eine Zuversicht Der heilge Christ ist kommen. Der Herr, der allen Enden Der Hölle Pforten sind zerstört. 70 Der lieben Sonne Licht und Pracht 391 Der Mond ist aufgegangen, die 392 Der Sabbath ist vergangen, ich. 393 Der Tag ist hin, mein Jesu, bei 394 Des Morgens wenn ich früh aufstech 369 Die Christen gehn von Ort zu Ort 485 Die Ernt ist nun zu Ende.. 418 Die Gnade sei mit allen, die Gnade 147 Die güldne Sonne voll Freud und 370 Die helle Sonn leucht jetzt herfür 371 Die Herrlichkeit der Erden 235 15 430 486 Die Seele Ehristi heilge mich, sein 45 Dies ist der Tag, den Gott gemacht 16 Dies ist die Nacht, da mir erschienen 17 Dies sind die heilgen zehn Gebot 174 Die wir uns allhier beisammen 129 B 593 Nr. Dir, dir Jehovah, will ich singen 332 Du bist ein Mensch, das weißt. 431 Du bist zwar mein und bleibest 511 Du Herr der Seraphinen, dem. 125 Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ 192 Du meine Seele, singe, wohlauf und 345 Durch Adams Fall ist ganz verderbt 214 Durch Trauern und durch Plagen 33 Du weinest vor Jerusalem, Herr 215 Du wesentliches Wort, von Anfang 18 Ein Christ kann ohne Kreuz nicht 432 Eine Herde und ein Hirt! wie wird 162 Einen guten Kampf hab ich.. 487 Einer ist König, Immanuel sieget 90 Einer ists, an dem wir hangen. 163 Einer nur ist ewig wert, daß ihm 301 Eines wünsch ich mir vor allem 46 Ein feste Burg ist unser Gott, ein 148. Ein Lämmlein geht und trägt die 47 Ein neuer Tag, ein neues Leben 405 Ein reines Herz, Herr, schaff in mir 256 Eins tst not! Ach Herr, dies Eine 236 Ein Tröpflein von den Reben 516 Endlich bricht der heiße Tiegel. 433 Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort 149 Ermuntert euch, ihr Frommen. 517 Ermuntre dich, mein schwacher Geist 19 Erneure mich, o ewges Licht, und 257 Erschienen ist der herrlich Tag. 71 Es glänzet der Christen inwendiges 258 Es ist das Heil uns kommen her 237 Es ist genug! So nimm, Herr. 488 Es ist gewißlich an der Zeit.. 518 Es ist nicht schwer ein Christ zu sein 259 Es ist noch eine Ruh vorhanden 519 Es ist vollbracht! Er ist verschieden 48 Es kommt ein Wetter, wie ich hör 417 Es kostet viel ein Christ zu sein 260 Es wolle Gott uns gnädig sein. 150 Fahre fort, fahre fort, Zion, fahre 261 Fang dein Werk mit Jesu an. 372 Freu dich sehr, o meine Seele. 489 Fröhlich soll mein Herze springen 20 Früh am Morgen Jesus gehet. 373 Frühmorgens, da die Sonn.. 72 38 594 IV. Derzeichnisse. Nr. ● 3 Geduld ist euch von nöten.. 434 Geh aus, mein Herz, und suche 346 Geht hin, ihr gläubigen Gedanken 238 Geht nun hin und grabt mein Grab 490 Gelobet sei der Herr, mein Gott 115 Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du 21 Geseß und Evangelium sind beide 175 Gieb dich zufrieden und sei stille 435 Gott, deine Güte reicht so weit. 333 Gott, den ich als Liebe kenne 474 Gott der Vater wohn uns bei 116 Gott der wirds wohl machen. 436 Gott des Himmels und der Erden 374 Gottes Sohn ist kommen uns allen Gott fähret auf gen Himmel mit 91 Gott, gieb einen milden Regen. 100 Gott ist gegenwärtig! Lasset uns 130 Gott ist mein Hort, und auf sein 176 Gott ist und bleibt getreu.. 437 Gott lebet noch, Seele was verzagst 438 Gott lebt, wie kann ich traurig 439 Gott Lob, der Sonntag kommt 131 Gott Lob, die Stund ist kommen 512 Gott Lob! ein neues Kirchenjahr 4 Gott Lob! ein Schritt zur Ewigkeit 34 Gott Lob, nun ist erschollen 421 Gott sei Dank durch alle Welt. 5 Gott sei gelobet und gebenedeiet 193 Gott sei Lob, der Tag ist kommen 194 Gott und Vater, nimm jezund. 182 Gott Vater, aller Dinge Grand 169 Gott Vater, sende deinen Geist. 101 Gott wills machen, daß die. 440 Gott woll uns hochbeglücken. 414 Großer Gott von alten Zeiten. 132 Großer Gott, wir fallen nieder. 347 Großer Mittler, der zur Rechten 92 Hallelujah! jauchzt ihr Chöre. 73 Hallelujah, Lob, Preis und Ehr 117 Hallelujah! schöner Morgen,.. 133 Hallelujah! wie lieblich stehn hoch 93 Halt im Gedächtnis Jesum Christ 195 Heiland, deine Menschenliebe Heil'gster Jesu, Heilgungsquelle 262 Helft mir Gotts Güte preisen, ihr 35 Herr, auf Erden muß ich leiden 94 302 Nr. Herr, deine Rechte und Gebot. 263 Herr, dein herzliches Verlangen 196 Herr, dein Wort, die edle Gabe 177 Herr, der du dein teures Leben. 197 Herr, der du mir das Leben. 395 Herr, der du vormals hast dein 422 Herr, du hast für alle Sünder. 198 Herr, du wollst uns vollbereiten 199 Herr, es ist von meinem Leben 396 Herr Gott, dich loben wir, Herr 348 Herr Gott, dich loben wir! regier 423 Herr Gott, nun schleuß den Himmel 121 Herr, höre, Herr, erhöre, breit. 334 Herr, ich habe mißgehandelt, ja 216. Herr Jesu Christ, dein teures Blut 49 Herr Jesu Christ, dich zu uns. 134 Herr Jesu Christ, du höchstes sich doch. .. 217 Jesu Christ, du höchstes Herr wir kommen 200 Herr Jesu Christ, mein höchstes 303 Herr Jesu Christ, wahr'r Mensch 491 Herr Jesu, deine Angst und Pein 50 Herr Jesu, dir sei Preis und Dank 201 Herr Jesu, Gnadensonne, wahrhaf. 264 Herr Jesu, Licht der Heiden, der 122 Herr, öffne mir die Herzensthür 135 Herr, stärke mich, dein Leiden zu 51 Herr, unser Gott, laß nicht zu. 151 Herr, wie du willst, so schicks 335 Herzallerliebster Gott, der du mir 265 Herzlich lieb hab ich dich, o Herr 304 Herzlich thut mich verlangen.. 492 Herzliebster Jesu, was hast du. 52 Herzog unsrer Seligkeiten, zeuch 266 Herz und Herz vereint zusammen 152 Heut ist des Herren Ruhetag, 136 Heut triumphieret Gottes Sohn 74 Hier legt mein Sinn sich vor dir 267 Hilf, Helfer, hilf.... du kannst 442 Hilf, Helfer, hilf..... erbarm 441 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. 36 Hilf uns, Herr, in allen Dingen 171 Himmelan geht unsre Bahn.. 268 Hinunter ist der Sonne Schein. 397 Hirte deiner Schafe, der von. 398 Höchster Gott, durch deinen Segen 375 3. Verzeichnis der Lieder. Nr. Höchster Priester, der du dich 269 Höchster Tröster, komm hernieder 102 Hosianna, Davids Sohn kommt 6 Hüter, wird die Nacht der Sünden 376 Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket 22 Ich armer Mensch, ich armer. 218 Ich bete an die Macht der Liebe 305 Ich bin ein Gast auf Erden. 493 Ich bin getauft auf deinen 183 ● 75 495 444 . 496 Ich bin ja, Herr, in deiner Macht 494 Ich geh zu deinem Grabe, du Ich habe Lust zu scheiden Ich habe nun den Grund gefunden 239 Ich hab in Gottes Herz und Sinn 443 Ich hab in guten Stunden Ich hab mich Gott ergeben Ich hab von ferne, Herr, deinen 520 Ich heb mein Augen sehnlich auf 445 Ich komme, Herr, und suche dich 202 Ich komm jetzt als ein armer 203 Ich laß dich nicht, du mußt mein 446 Ich preise dich und singe... 476 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ 270 Ich finge dir mit Herz und Mund 349 Ich steh an deiner Krippe hier. 23 Ich steh in meines Herren Hand 447 Ich sterbe täglich und mein Leben 497 Ich und mein Haus, wir sind. 409 Ich weiß an wen ich glaube, ich 240 Ich weiß, mein Gott, daß all 448 Ich will dich lieben, meine Stärke 306 Ich will von meiner Missethat zum 219 Je größer Kreuz, je näher Himmel 449 Jehovah, Herr und König der. 415 Jerusalem, du hochgebaute Stadt 521 Jesu, deine Passion will ich jetzt 53 Jesu, deine tiefen Wunden, deine 54 Jesu, der du meine Seele 220 Jesu, der du wollen büßen, für die 55 Jesu, frommer Menschenherden. 307 Jefu, geh voran auf der Lebensb. 271 Jesu, großer Wunderstern, der aus 40 Jesu Güte hat kein Ende, sie ist 377 Jesu, hilf siegen, du Fürste des 272 Jesu, meine Freude, meines. 308 • 595 Nr. Jesu, meiner Seele Leben, meines 188 Jesu, meines Lebens Leben, Jesu 56 Jesus, Jesus, nichts als Jesus soll 309 Jesus lebt, mit ihm auch ich. 76 Jesus, meine Zuversicht und mein 77 Jesus nimmt die Sünder an. 241 Jesus soll die Lesung sein, da ein 37 Ihr armen Sünder kommt zu. 221 Ihr aufgehobnen Segenshände. 95 Ihr Waisen, weinet nicht. 479 In allen meinen Thaten... 450 In Christi Wunden schlaf ich ein 498 In dich hab ich gehoffet, Herr. 451 In Gottes Namen fang ich an 406 Ist Gott für mich, so trete gleich 242 Komm, du wertes Lösegeld, dessen 7 Komm, heiliger Geist, erfüll die 103 Komm, heiliger Geist, Herre Gott 104 Komm, mein Herz, in Jesu Leiden 205 Komm, o komm, du Geist des. 105 Kommt her, ihr seid geladen. 204 Kommt, Kinder laßt uns gehen 273 Kommt, laßt euch den Herren. 274 Komm Tröster, komm hernieder. 106 König, dem kein König gleichet. 96 König Jesu, streite, siege, daß alles 164 Kyrie eleison( Litanei). . 452 Laffet ab, ihr meine Lieben.. 499 Lasset die Kindlein kommen zu. 184 Lasset mich voll Freuden sprechen 185 Lasset uns mit Jesu ziehen.. 275 Laß mich dein sein und bleiben 137 Laßt mich gehen, laßt mich gehen 522 Licht, das in die Welt gekommen 165 Licht vom Licht, erleuchte mich. 138 Liebe, die du mich zum Bilde. 310 Liebster Heiland, nahe dich, meinen 311 Liebster Jesu, hier sind wir, deinem 186 Liebster Jesu, wir sind hier, dich 139 Liebster Immanuel, Herzog der 312 Litanei. 452 . Lobe den Herren, den mächtigen 350 Lobe den Herren, o meine Seele 351 Lobt Gott, ihr Christen allzugleich 24 38* 596 IV. Derzeichnisse. Nr. 8 Mache dich, mein Geist, bereit. 276 Machs mit mir, Gott, nach deiner 500 Macht hoch die Thür, die Thor. Mag über uns dein Eifer flammen 222 Man lobt dich in der Stille, du 352 Meine Lebenszeit verstreicht.. 501 Meinen Jesum laß ich nicht,. 313 Mein erst Gefühl sei Preis und 378 Meine Seele senket sich hin in. 453 Meine Seel ist stille zu Gott, dessen 454 Meine Sorgen, Angst und Plagen 455 Mein Freund ist mein und ich. 314 Mein Friedefürst dein freundliches 315 Mein Gott, das Herz ich bringe 277 Mein Gott, ich klopf an deine. 336 Mein Goti ich weiß wohl, daß. 502 Mein Heiland nimmt die Sünder 243 Mein Herz, gieb dich zufrieden. 456 Mein Jesu, dem die Seraphinen 244 Mein Jesu, der du vor dem 206 Mein Leben ist ein Bilgrimstand 278 Mein lieber Gott, gedenke meiner 337 Mir ist Erbarmung widerfahren 245 Mir nach, spricht Christus, unser 279 Mit Ernst, o Menschenkinder, das Mit Fried und Freud ich fahr dahin 123 Mitten wir im Leben sind 503 Morgenglanz der Ewigkeit, Licht 379 9 Nach einer Prüfung kurzer Tage 523 Nichts Betrübters ist auf Erden 480 Nimm von uns, Herr, du treuer 457 Nun bitten wir den heilgen Geist 107 Nun danket alle Gott mit Herzen 353 Nun danket all und bringet Ehr 354 Nun freut euch, lieben Christen 246 Nun jauchzet all ihr Frommen. 10 Nun kommt das neue Kirchenjahr 11 Nun lasset uns Gott preisen. 419 Nun laßt uns den Leib begraben 504 Nun laßt uns gehn und treten. 38 Nun laßt uns Gott dem Herren 386 Nun lob, mein Seel, den Herren 355 Nun preiset alle Gottes Barmherz. 356 Nun ruhen alle Wälder, Vich,. 399 Nun sich der Tag geendet hat und 400 Nr. Nun sich der Tag geendet, mein 401 Nun singet und seid froh, jauchzt 25 O auferstandner Siegesfürst, du 78 O daß doch bald dein Feuer. 166 O daß ich tausend Zungen hätte 357 du. 108 O du allersüßste Freude, O du Liebe meiner Liebe, du. 57 Durchbrecher aller Bande, der du 280 524 Öffne mir die Perlenthore . 525 O Ewigkeit, du Donnerwort O frommer und getreuer Gott. 223 O Gott, der du aus Herzensgrund 126 Gott, du frommer Gott, du. 281 O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ 247 O Gott, o Geist, o Licht des. 109 O Gott, von dem wir alles haben 420 O großer Gott, du reines Wesen 282 Haupt voll Blut und Wunden 58 heilger Geist, kehr bei uns ein 110. heilige Dreifaltigkeit, o hochg. 380 heilige Dreifaltigkeit voll.. 118 Oheiliger Geist, o heiliger Gott 111 O Herr, vor dem sich Erd und. 170 O hilf, Christe, Gottes Sohn. 59 O Jesu Christe, wahres Licht. 153 Jesu Christ, mein schönstes. 316 Jesu, du mein Bräutigam. 207 Jesu, Herr der Herrlichkeit. 172 Jesu, Jesu, Gottes Sohn, mein 317 Jesu, meine Wonne, du meiner 208 O Jesu, süßes Licht, nun ist dic 381 OKönig aller Ehren, Herr Jesu 41 OKönig, dessen Majestät weit über 224 Lamm Gottes, unschuldig am 60 O Liebe, die den Himmel hat. 26 O selig Haus, wo man dich aufg. 410 O süßer Stand, o selig Leben. 283 O Tod, wo ist dein Stachel nun 79 O Traurigkeit, o Herzeleid! ist. 61 O Ursprung des Lebens, o ewiges 318 Vater aller Frommen, geheiligt 338 Vater der Barmherzigkeit, ich 225 O Vaterherz, o Licht, o Leben. 284 O Welt, ich muß dich lassen.. 505 62 Welt, sich hier dein Leben am O wie selig seid ihr doch, ihr. 526 3. Verzeichnis der Lieder. Nr. Prediger der süßen Lehre, die. 178 Ninge recht, wenn Gottes Gnade 285 Rüstet euch, ihr Christenleute, die 286 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 287 Schaff in mir, Gott, ein reines 288 Schaß über alle Schäße, mein. 319 Schlage, Jesu, an mein Herz . 226 Schmücke dich, o liebe Seele.. 209 Schmückt das Fest mit Maien. 112 Schwing dich auf zu deinem Gott 458 Seelenbräutigam, Jesu Gottes. 320 Seele, was ermüdst du dich in den 289 Segnet uns zu guter Icgt. 39 Sei fröhlich alles weit und breit 80 Sei getreu bis an das Ende. 290 Sei Gott getreu, halt seinen Bund 189 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut 358 Sei mir tausendmal gegrüßet. 63 Selig sind des Himmels Erben 527 Siegesfürste, Ehrenkönig... 97 Sich, dein König kommt zu dir 12 Sich, hier bin ich, Ehrenkönig 321 So führst du doch recht selig 459 So jemand spricht: ich liebe. 291 So ist die Woche nun geschlossen 407 Sollt es gleich bisweilen scheinen 460 Sollt ich meinem Gott nicht singen 359 Sollt ich meinem Gott nicht trauen 461 So nimm denn meine Hände. 339 So ruhest du, o meine Ruh, in 64 So wahr ich lebe, spricht dein. 227 Speis uns, Bater, deine Kinder 387 Straf mich nicht in deinem Zorn 228 Such wer da will ein ander Ziel 248 . Teures Wort aus Gottes Munde 179 Thut mir auf die schöne Pforte 140 Treuer Gott, ich muß dir klagen 229 Treuer Jesu, wache du, weil ich 402 Treuer Wächter Israel, des sich 462 Tröstet, tröstet meine Lieben 124 Insern Ausgang fegne Gott. 141 Unsre müden Augenlider schließen 403 597 Nr. 528 Unter Lilien jener Freuden Unumschränkte Liebe, gönne Unverwandt auf Christum sehen 249 340 Valet will ich dir geben... 506 Vater, kröne du mit Segen unsern 416 Vater unser im Himmelreich, der 341 Verleih uns Frieden gnädiglich. 154 Versuchet euch doch selbst, ob ihr 250 Verzage nicht, du Häuflein klein 155 Vom Himmel hoch da komm ich 27 Vom Himmelkam der Engel Schar 28 Von des Himmels Thron sende 190 Von Gott will ich nicht lassen 463 Vor deinen Thron tret ich hiermit 382 Vor dir, Todesüberwinder, stehn 191 Vor G'richt, Herr Jesu, steh ich 230 Wach auf, du Geist der ersten. 167 Wach auf, mein Herz, die Nacht 81 Wach auf, mein Herz, und singe 383 Wachet auf, ruft uns die Stimme 529 Wär Gott nicht mit uns dieſe 156 Wandle leuchtender und schöner 82 Warum betrübst du dich, mein. 464 Warum sollt ich mich denn grämen 465 Warum willst du draußen stehn 13 Was frag ich nach der Welt. 322 Was giebst du denn, o meine. 292 Was Gott thut, das ist wohlgethan 466 Was Gott zusammenfügt, das soll 411 Was mein Gott will, gescheh. 467 Was von außen und von innen 468 Was wär ich ohne dich gewesen 323 Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel 251 Welt ade, ich bin dein müde 507 Wenn dich Unglück hat betreten 342 Wenn ich ihn nur habe, wenn er 324 Wenn ich, o Schöpfer, deine.. 360 Wenn kleine Himmelserben in. 513 Wenn meine Sünd mich kränken 65 Wenn mein Stündlein vorhanden 508 Wenn wir in höchsten Nöten sein 469 Wer das Kleinod will erlangen 293 Werde licht, du Stadt der Heiden 42 Werde munter mein Gemüte 404 598 IV. Derzeichnisse. Nr. Wer Gott vertraut, hat wohl 470 Wer im Herzen will erfahren und 43 Wer ist wohl wie du, Jesu, süße 325 Wer nur den lieben Gott läßt. 471 Wer nur mit seinem Gott verreiſet 408 Wer sind die vor Gottes Throne 530 Wer weiß, pie nahe mir mein. 509 Wie fleucht dahin der Menschen 510 Wie Gott mich führt, so will ich 472 Wie groß ist des Allmächtgen Güte 361 Wie schön ists doch, Herr Jesu 412 Wie schön leuchtet der Morgenstern 326 Wie schön leuchtet der Morgenstern 66 vom Firmament des Himmels 384 Wie soll ich dich empfangen.. 14 Wie wohl ist mir, o Freund der 327 Willkommen, Held im Streite, aus 83 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du gen Himmel fahren Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden 84 Wir danken Gott für seine Gaben 388 Wir glauben all an einen Gott( groß) 119 98 Nr. Wir glauben all an einenGott( klein) 120 Wir liegen hier zu deinen Füßen 231 Wir Menschen sind zu dem, o Gott 180 Wir singen dir, Immanuel, du. 29 Wo Gott der Herr nicht bei uns 157 Wohl auf, mein Herz, zu Gott dein 343 Wohl dem Menschen, der nicht 294 Wohl einem Haus, da Jesus Christ 413 Wollt ihr wissen, was mein Preis 328 Womit soll ich dich wohl loben. 362 Wo soll ich flichen hin, da ich 232 Wo willst du hin, weils Abend ist 85 Wunderbarer König, Herrscher von 363 Wunderanfang, herrlich Ende Zeige dich uns ohne Hülle, ström 142 Zeuch ein zu deinen Thoren, sei 113 Zeuch uns nach dir, so laufen wir 99 Zich hin, mein Kind, Gott selber 514 Zieht in Frieden eure Pfade! Mit 168 Zion, gieb dich nur zufrieden. 158 Zion klagt mit Angst und Schmerz. 159 475 Zu deinen Füßen liege ich Zween der Jünger gehn mitSehnen 86 518615629 04-0 barch Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 14 7 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow 19 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black