** 00 H. Schäfer. C ga 4966 Verbessertes Gesangbuch zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste sowohl als zur Privat- Erbauung. Caffel, 1884. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauſes. 98 49660 sd molt 18 Univ.- Bibl. Giessen misa neck( 03 Bet indoored my 2013 Inhalt. Erste Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Vom Worte Gottes, Nr. 1-13. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten, Nr. 14-41. 3) Von der Schöpfung, Nr. 42-48. 4) Von der Vorsehung Gottes, Nr. 49-69. 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung, Nr. 70-77. 6) Bom Fall und von der Berdorbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens, Nr. 78-88. 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt, Nr. 89-98. 8) Von der Geburt Jesu Christi, Nr. 99- 119. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden, Nr. 120-123. 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu, Nr. 124-152. Von dem Begräbniß Jesu, Nr. 153-155. 1* 4 Inhalt. 400 480 11) Von der Auferstehung Jesu, Nr. 150-172. 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sißen zur Rechten Gottes, Nr. 173-189. 13) Von der Wiederkunst Jesu zum Gericht, Nr. 190-196. 14) Von dem heiligen Geist und dessen Gaben, Nr. 197-207. 15) Von der christlichen Kirche, Nr. 208-217. 16) Von der heiligen Taufe, Nr. 218-221. 17) Von dem heiligen Abendmahl, Nr. 222-234. 18) Von der Vergebung der Sünden, Nr. 235-241. 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen und ihrem Troft bei der Unvollkommenheit dieses Lebens, Nr. 242 bis 259. 20) Vom Tode der Gläubigen und der Auferstehung der Todten, Nr. 260-272. 21) Von dem ewigen Leben, Nr. 273-280. 3weite Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung, Nr. 281-302. 23) Vom Glauben, Nr. 303-322. 24) Von der Heiligung oder dem christlichen Wandel übers haupt, Nr. 323-352. Inhalt. 25) Von der Erkenntniß Gottes, Nr. 353-356. 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott, Nr. 357 bis 367. 27) Von der Furcht Gottes, Nr. 368-371. 28) Von dem Vertrauen auf Gott und der Ergebung in seinen Willen, Nr. 372-397. 29) Bom Gebet, Nr. 398-405. 30) Gebetlieber: 1. Allgemeine, Nr. 406-415. Besondere, in geistlichen Anfechtungen, Nr. 416 bis 418. In allgemeinen Nöthen und Landplagen, Nr. 419. Sm Kriege, Nr. 420-421. In Theuerung, Nr. 422. In Seuchen, Nr. 423. In Krankheiten, Nr. 424. Auf der Reise, Nr. 425. Bei Gewittern, Nr. 426-428. Fürbitten: für die Obrigkeit, Nr. 429; für bie Prediger, Nr. 430; bei Einsegnung der Eheleute, Nr. 431-432; der Aeltern für ihre Kinder und der Kinder für ihre Aeltern, Nr. 433-434; einer Waise, Nr. 435. 31) Bom Lobe Gottes, Nr. 436-437. Loblieder: 5 1. Allgemeine, Nr. 438-458. 2. Besondere, Nr. 459-463. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfange des Jahres, Nr. 464-469. 33) Morgenlieder, Nr. 470-479. 34) Abendlieder, Nr. 480-489. 35) Vom öffentlichen Gottesdienste, Nr. 490-494. 36) Von der Selbstliebe, Nr. 495. 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Nr. 496-498. 6 Inhalt. 38) Von der Sorge für die Seele, Nr. 499-507. 39) Bon der Sorge für den Leib, Nr. 508-511. 40) Bon dem rechtmäßigen Gebrauche der zeitlichen Güter, und wider den Geiz, Nr. 512-514. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf, Nr. 515-517. 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden, Nr. 518 bis 531. 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens und der Zubereitung zum Tode, Nr. 532-542. 44) Von der Liebe des Nächsten, Nr. 543-547. 45) Von der Gerechtigkeit, Nr. 548. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Nr. 549-552. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit, Nr. 553 bis 555. 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge, Nr. 556-558. da Erster Theil Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Vom Worte Gottes. Bitte um Segen zu Anhörungj des göttlichen Wortes. 1. omm heil ger Geist, H erfüll die Herzen deiner Gläubigen, und entzünde in ihnen das Feur deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt haft, in Einigfeit des Glaubens. Al- lelu- ja, M- lelu- ja, Al- lelu- ja. Unmerfung. Bei dem ersten und zweiten Alleluja fingt nur das weibliche Geschlecht und die Jugend, bei dem dritten die gange Gemeinde. Mel. D Gott, du unser Bater. 2. ott, der du unser Vater bist, durch Jefum Christ, gib, daß dein Geist jetzt mit uns sei, und uns zur Wahrheit leite. Geheiligt sei dir diese Stund! Deffne den Mund des Lehrers, daß er rein und frei bei uns dein Wort verbreite. Hilf du selbst unsrer Schwachheit fort, laß nichts die Andacht stören! Du lehrest uns in deinem Wort, wirk auch, daß wirs so hören, daß wir dich hier, und ewig dert, in Heiligkeit verehren! 8 3. Erster Theil. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu. Vom Worte Gottes. Himmels Erben, lehr une leben, lehr uns sterben. err Jeful send uns Code: deinen Geist, den Geist, der, wie Mel. Liebster Jefu, wir find hier- 4 dein Wort verheißt, mit feiner 5. Hö öchfter Gott! wir danken Gnade uns regiert, und auf den Nach dem öffentlichen Gottesbienste. Wort gegeben! Hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben. Gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke. 2. Unser Gott und Bater! du, der du lehrst uns, was wir sollen, schent uns deine Kraft dazu; gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen! so wird alles wohl gelingen. Weg der Wahrheit führt. 2. Deffu uns zu deinem Lob den Mund, und mach uns deinen Willen tund; rühr unser Herz, stärk den Verstand, so wird dein Nam uns recht bekannt. 3. Bis wir einst, deinen Engeln gleich, dich preisen, Herr, in deinem Reich, und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Dir, Gott, den Erd und Him- 6. mel preift, dir Vater, Sohn und heilgem Geift, dir heilige Dreieinigteit, sei Lob und Preis in Ewigkeit! 4. 2 Mel. Es ist das Bell und tommen*. W ir Menschen sind von iebster Jeful wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier zu des Himmels süßen Lehren, selbst, o Gott, zum Geiftlichen untüch- tig; dein göttlich Wesen, dein Gebot, find viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, wo uns, Herr, deines Wortes Licht den Weg daß die Herzen von der Erden zu dir nicht zei- get. 2. Drum sind vor Zeiten ausges sandt Propheten, deine Knechte; fo wurden damals schon bekannt den ganz zu dir gezogen werden. 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geiftes Kraft uns mit Licht Menschen beine Rechte. Zuletzt ist bon Gott erfüllet. Glaubend lehr aufs Wort uns merken; laß es uns zum Leben stärken! noch dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Chron selbst kommen uns zu lehren. 3. D du Glanz der Herrlichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren! Heiligster! von Ewigkeit hast du dir uns auserforen; lehre deines 3. Mit Lob und Preis, o höchster Hort, muß Herz und Mund dich ehren; da wir in deinem theuern Wort dich zu uns reden hören. Mach Erster Theil. Vom Worte Gottes. - uns durch deinen Geist bereit zu dem, was uns dies Wort gebeut; hier rebeft du, nicht Menschen. 4. Hilf, daß der frechen Spötter Schaar uns nicht vom Wort abwende; thr Spott bringt tödtende Gefahr, and nimmt ein schrecklich Ende. D Jaß dagegen immer mehr dein Wort zu deines Namens Ehr an uns sich träftig zeigen. 5. Herr, öffne du uns selbst das Herz, daß wir dein Wort recht faffen; gib, baß wir es bei Freud und Schmerz nie aus den Augen lassen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein, Bater, laß uns Thäter sein, und uns nicht selbst betrügen. 6. Der Same wird am Weg fofort vom Teufel weggenommen; in Fels und Steinen kann das Wort zu feiner Wurzel kommen. Der Same, der in Dornen fällt, wird von der Sorg und Lust der Welt verderbet und ersticket. 7. Mach uns durch deine Gnade gleich, Herr, einem guten Lande. Mach uns an guten Werken reich in unserm Amt und Stande: daß mit beharrlicher Geduld gerührt von deiner Lieb und Huld, wir reichlich Früchte bringen. 8. Laß uns auf unsrer Pilgrim schaft den Weg der Sünder meiden. Gib uns ein Herz, das an dir haft auch in den schwersten Leiden. Herr! unser Herz ist vor dir bloß; mach uns von eitlen Sorgen los, und allen böfen Lüften. 9. Laß uns dein Wort beständig fein ein Licht auf dunkeln Wegen. Erhalt es bei uns hell und rein, unt laß uns feinen Segen, Kraft, Rath und Trost in aller Noth, im Leben und noch mehr im Tod, mit frobem Serzen fpitren. 9 Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. D ein Wort, o Höchster, ist vollkommen. Es lehrt uns unfre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben fichern Unterricht. O selig! wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrthums Finsterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, was theur in deinen Augen ist. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben; lehrt, wie viel Gut's du denen gibst, die freudig Gebot ausüben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr; du liigest nicht. 4. Gott, deine Zeugnisse sind beffer, und mehr der Sehnsucht werth, ale Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles, was die Erde zollt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen ftets bereit. 5. Drum laß auch mich mit Luft betrachten, was mich dein Wort, e Höchster, lehrt, und mit Gehorsam auf das achten, was es von mir zu thun begehrt; so fließen Troft und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. 10. Laß dies dein Wort zu deiner Ehr, o Gott, sich weit verbreiten. D Gnadenlehr, Herr Mel. O Gott du frommer Gott. Jefu, jeden feiten! Dheilger Geist, 8. D u willst, Gott, daß setz durch dein Wort dein Werk bei uns beständig fort; stärk Hoffnung, Glaub und Liebe. mein Herz zur Heiligkeit gene- se; 10 Erster Theil. - Vom Worte Gottes. und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott fich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise spricht. Demuth ists, zu glauben, was Gott drum gib, daß ich dein Wort, oft und mit Andacht lese: das Wort, P das deinen Rath von unserm Heil enthält. Dank sei dir für dies Wort, den größten Schatz der Welt. 2. Erfülle mein Gemüth mit Ehrfurcht und Vertrauen, mit Luft und frommem Ernst dadurch mich zu erbanen. Du bifts, der in der Schrift zu meiner Seele spricht; o segne doch an mir, Herr, deinen Unterricht. 3. Mein Gott, vor welchem ich jeßt meine Hände falte, gib, daß ich allezeit dein Wort für Wahrheit halte; und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Gesetz, am Wort vom Kreuze sehn! 6. Um tugendhaft zu sein, dazu find wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den läss'st du inne werden, die Lehre sei von dir, die uns die Bibel gibt! man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. 7. Spricht sie geheimnisvoll, fo laß mich dies nicht schrecken. Kein endlicher Verstand kann dich, Gott, ganz entdecken. Du bleibst unendlich hoch. Was mir dein Wort erklärt, nicht was mein Witz verlangt, ist meines Glaubens werth. 100 m 9. Erinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel kränken, und lehre mich dabei zu meinem Heil bedenken, dort sei die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit. 4. Du, aller Wahrheit Gott, kannst mich nicht irren laffen. Untrüglich ist dein Wort; o laß mich daraus faffen, so viel mein Heil verlangt. Du bists, 9. der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Gib, daß dein fräftig Wort, Gott, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt. D stärke mich durch ihn mit Ernst und Munterfeit, das Gute zur vollziehn. 8. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, 10. Find ich in deinem Wort noch manche Dunkelheiten, so laß mich einen Freund, der mehr, als ich sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein ange fochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 11. Stets sei dein Wort mir werty! Es ist mein Glück auf Erden, und wird es einst noch mehr in jenem Leben werden. Nie irre mein Gemüth der Bibelfeinde Spott! die Lehre, die sie schmähn, bleibt doch dein Wort o Gott! Mel. Nun dantet alle Gott. elobt seist du, o Gott, für deines Wortes Lehre! Gib, Bater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre. D, mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen. OHöchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrft, auch recht von mir erkannt. 3. Wie thöricht ist es doch, bloß andern Menschen glauben! Das heißt, Erster Theil. Vom Worte Gottes. 11 0 fich selbst den Grund zur ewgen Ruhe| Es sei mein Theil; es sei mir Heil rauben. Wer treulich hier dein Wort und Kraft zum ewgen Leben. zu seiner Richtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der - 7. 4. Mein Gott, bewahre mich vor 11. Der gegeben, wie preis ich Mel. Wer nur den lieben Gott. du das mi aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre! Gib deinen Geist ins Herz, der Luft und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit lernt, prüft, glaubt, erfährt und fibt. dich, o Gott, dafür! Nie tann mein Dank dich gnug erheben! durch Chri ftum schenktest du es mir. Kein Licht, tein Trost erfreute mich, fennt ich nicht, Jesu Christe, dich.. 2. Auf ungewissen finstern Pfaden würd ich ein Raub des Irrthums sein; mit Sündenschuld und Flud beladen, müßt ich des Richters Rache scheun; ich fände keinen Troft b Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. Mel. Ach Gott und Herr. 10. G ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir, im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr, laß immer dar mich seine Kräfte schmecken. Laß teinen Spott, o Herr, mein Gott! mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ach dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rath, die Mifsethat der Sünder zu verfühnen, den fennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrft meinen Geist ein gläubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie! bein Wort gibt neue Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort! denn du hafts uns gegeben. -- 3. Wozu hat mich mein Gott er schaffen? was ist auf Erden meine Pflicht? wird auch mein Geift im Tod entschlafen? und, hält Gott fünftig ein Gericht, wie werd ich im Gericht bestehn? wie der verdienten Straf entgehn? 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihrer Einsicht schwaches Licht? Hebt sie die Zweifel, die mich plagen? und bleibt der Troft, den fie verspricht? Ach! ohne Christi Licht und Heil wär Finsterniß und Tod mein Theil. 5. Ja, du hast mich den Finster niffen des Irrthums, und der Sünde Macht durch deine Lehre, Herr, entriffen; ihr Licht zerstreut des Zweifele Nacht. Du zeigest mir des Höchster Rath, und führst mich auf der Wahrheit Pfad. 6. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht Mein Geist wird nicht im Tod ent schlafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, und dann verklärt dich selber sehn. 7. Sefu, laß mich deiner Lehre gehorchen mit stets größrer Luft, und feines Spötters Wahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil erfreu im Tode mich! Erster Theil. Vom Wesen Gottes - Mel. Liebster Jefu, wir sind hier.- 4. 12. Herr, mein licht! erleuchte dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf felbft meinem Forschen fort, richtig baraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen, laß mein Herz auch folgsam sein, den erkannten Weg zu gehen. Denn sonst würd ich bei dem Wissen doppelt Streiche feiden müsfen. 4. Gib, daß ich den Unterricht beines Wortes treu bewahre; daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Troft und Freuden. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren; laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen. Mel. des 100. Psalms. da buk 13. D T er Spötter Strom reißt viele fort. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort! So können wir uns, Vater, dein im Leben und im Tode freun. Gott, mit wildem ausgelaßnem 2. Ein Haufe Läftrer wagte, Spott, den Heiland, deinen Sohn, zu schmähn, durch den die Himmel einst vergehn. 3. Ach, ihrer Lehre Pest, o Herr, schleicht jetzo nicht im Finstern mehr; am Mittag, Herr, bricht sie hervor, und hebt ihr tödtend Haupt empor. 4. Sie herrscht durch Große diefer Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht hält, so reißt sie uns zum Tod auch fort. Gib Sieg und Les ben durch dein Wort! 5. Beschütze uns, Herr Jesu Chrift, der du zur Rechten Gottes bist. Sei unser Schild und starke Wehr! Staub ist vor dir der Spötter Heer. 6. Du haft von Ewigkeit gefehn, wie lange noch ihr Trotz bestehn, und wider dich hier schnauben soll. Viel leicht ist mun ihr Maaß bald voll. 7. Ach, wären sie dir, Herr, versöhnt! sie, deren Spott dich so verhöhnt! Ach gib, daß vor der Todesnacht zur ernsten Neu ihr Geift 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet. 7. O, verleihe mir die Kraft, deiaem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind au wandeln; so wird einft in jenem Peben mich ein hellres Licht umgeben. erwacht. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. Mel. O Gott bu frommer Gott. 8. laß mich stets vor dir boll Ehrerbie Lubetungswürdger Gott! tung sein. 14. mit Ehrfurcht stets zu 2. Du bist das höchste Gut; du mennen, du bist unendlich mehr, als weißt von keinem Leibe; ftets ruhig wir begreifen können. Oflöße mei- in dir selbst schmeckst du vollkommnt nem Geift die tiefste Demuth ein, und Freude. Dein ist die Herrlichkeit. bs und seinen Vollkommenheiten. Auch ohne Kreatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefst dem, das nicht war, 15. D er Herr ist Gott und feiner mehr. Frohlockt ihm alle From men! Wer ist ihm gleich? wer ist wie Er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß! sein Nam ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos in um Luft und Seligkeiten aufs Mannigfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst; Verstand und Rath ist dein; und du gebrauchst sie gern zu fegnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschicht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Wert, der Himmel und die Erde. Mit deinem fräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 13. 8. Was wir, Unendlicher! von deinem Wefen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir, und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deinen Namen kund. 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber der maleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Heiligste noch unserm Blid verschließt, dann sehen wir dich, Gott, fo herrlich, wie du bist. 10. Indes sei auch schon jetzt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Chor dich, großer Gott, erhöhe Mel. Allein Gott in der Höb fei Chr. $ 5. Du bist der Herren Herr. Der Erde Majeftäten sind, Höchfter, vor dir Staub. Auch Geifter fannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer fann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, des Hoheit muß bestehn. seinem ganzen Wesen. 2. Jhn trifft kein Wechsel flüchtger 6. Du bist es, der allein Unsterb- Zeit. Nie größer oder kleiner wird lichkeit besitzet, der Leben gibt und seines Wesens Herrlichkeit. Der Erft nimmt, der unsern Odem schützet. ist er, sonst keiner! Wir Menschen Den Geist, der in uns lebt, den haben sind von gestern her; eh noch die wir von dir. Willst du, so wird er Erde war, war Er; noch eher, als Nichts. Du bleibest für und für. die Himmel. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer 3. Um seinen Thron her strömt ein kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu den Lichtes- Licht, das ihn vor uns verhüllet. höhen, wo du voll Majestät auf deinem Ihn faffen alle Himmel nicht, wie wie er war, verborgen und nur offenweit er sie erfüllet! Er bleibet ewig, bar in seiner Werke Wundern. Stuhle thronft, und unterm frohen Lob der Himmelsheere wohnst. 4. Was wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er tennet uns, und was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei im ift Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd und Himmel. 5. Ist er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm licht! Gedanten selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten Bildung. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle! Du bist voll Freundlichteit 14 Erster Theil. Vom Wesen Gottes und Huld, barmherzig, gnädig, voll es bleibet ewig stehen. Erforsch ich Geduld, ein Bater, ein Berschoner. - 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiftst mit Wonne! du haft Unferblichkeit allein, bift felig, wirft es ewig sein, haft Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du mur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, ho vollkommen? Mel. bes 8. Pfalms. 16. rhabner Gott! was reicht an deine Größe? Deuf ich an dich, so fühl ich meine Blöße, ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß umschränkt mein forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, dazu kein Mensch kann kommen. Was ists, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach! nur ein Theil von jener Majestät, die über alles dich, o Gott, erhöht. 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen, das, was du wirkst, und was dein Rath erlefen, ift viel zu hoch für menschlichen Verstand; von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? O, mache mich von solchem Dünfel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Richtichnur sei. 5. Mein eigner Geift kann sich leicht Hintergehen. Dein Wort ist wahr; gleich dein göttlich Wesen nicht, fo gnüige mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir find alle Dinge. Gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif iché nicht, wie du die Welt regierst; so sei mirs gnug, daß du mich selig fithrst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren. Einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich in hellerm Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen. Herr, du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. 17. ott mache du mich selbst bereit, vor deinen Thron zu treten, und deine große Herr. lichkeit voll Ehrfurcht anzubeten. Laß, Herr, vor deinem Angesicht mein Herz sich deiner freuen, und einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich hier noch umgibet. 2. Du bist der Herr, und feiner mehr, nichts sind der Heiden Götter; nur dir gebühret Preis und Ehr; tein Helfer, noch Erretter ist außer und seinen Vollkommenheiten. dir: laß mich allein auf dich, o Herr, vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weihn, mein Glück bloß auf dich bauen, und dich niemals verläugnen. da 3. Du bist der höchst vollkommne Geift, der Vater aller Geister, dich preiset, was vernünftig heißt, als seinen Herrn und Meister! Laß meiner Seele hohen Werth mich reine Tugend lehren, und so, wie es dein Wort begehrt, dich ungeheuchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, und wirft allzeit bestehen; es bleibet deine Herrlichkeit, wenn Himmel selbst vergehen. Laß von der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren Vaterland, und nur nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. 5. O Gott, was sein wird, ist und war, und was wir thun und dichten, das ist dir alles offenbar; du wirft einst alles richten. Laß mich dein helles Auge scheun, aufrichtig vor dir wandeln, und, deines Beifalls mich zu freun, auch dann rechtschaffen handeln, wenn Finsterniß mich decket. 15 tigkeit, und deine Wege preife, fe wunderbar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, vergibst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Troft von deiner Gnad auf meine Seele kommen. Von mir sei meine Missethat so fern hinwegge nommen, als Morgen ist vom Abend. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott! tein Mensch kann sie ergrüinden. Umringt uns allenthalben Noth, du, Herr, weißt Rath zu finden. Gib, vaß ich dir stets traue zu, du werdest für mich sorgen, auch Ulebels weder dent noch thu, denn dir ist nichts verborgen; du prüfest Herz und Nieren. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, fannst teine Sünden dulden, wer fagen will, er sei dein Knecht, der meide Sündenschulden. Gib, daß ich mich der Heiligkeit mit rechtem Fruft befleiße, nachjage der Gerech10. Gott, dessen Wahrheit stets besteht! wohl denen, die dir gläuben! Wenn Erd und Himmel einst vergeht, wird dein Wort ewig bleiben. Gib, daß ich fürchte dein Gericht, und alles, was du dräueft; auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mirs gern verleihest; wer hofft, wird nicht zu Schanden. und ehr, dein Wort zum Grunde 11. Gott, wenn ich dich so kenn setze, erfreu ich mich darüber mehr, als über alle Schätze, bis ich dort, o mein Heil und Licht, dich ohne Lallen nenne, von Angesicht zu Angesicht dich schaue, dich erkenne und unaufhörlich lobe. 6. Unendlich ist, Herr, deine Macht, zu retten, die dich lieben, und wenn der Frevler dich verlacht, auch Rach 18. an ihm zu üben. Gib, daß mich deiner Allmacht Schutz stets als ein F Schild bedecke, mich auch nicht Menfchen Grimm und Trutz, nur deine Strafe schrede; du tödteft Leib und Seele. Mel. bes 27. Pfalme. ² WEE uf! auf! mein Geist, auf! auf! den Herrn zu loben, auf! auf! erwecke dich und säume nicht; was in dir ist, werd still und sanft erhoben zu Gott Jehova unserm Schild und Licht: mir er ist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Erheb ihn dann mit 16 Erster Theil. frohem Subelschall, und geh in die Lieb in alle Ewigkeit. octom Vom Wesen Gottes er Sünder strafen soll, und bleibt fein erhabnes Heiligthum. 2. Er ist das große Wesen aller Wesen, Gott von unendlicher Vollkommenheit: von ihm, zu ihm, durch thn ist, was gewesen, und ist, und sein wird bis in Ewigkeit. Ein Gott, Er, hat seines Gleichen nicht: ein Gott, vor deffen höchsten Majestät der Engel felbft gebückt und zitternd steht! Sein Thron ift Licht, ein unzugänglich Licht. wie 7. Wie selig ist doch, der ihn also fennet, und zu ihm: lieber Vater! den Seinen nennet! Gott sieht ihn fagen kann. Er, er ist es, den Gott als sein Kind recht zärtlich an! Nichts ist so hoch, nichts fann so herrlich sein! der höchsten Fürsten zu rechnen, lauter Tand; es ist zu hocherhabner Stand ist, gegen dies schlecht, es bleibt ein leerer Schein. 8. D Herrscher, wie soll ich dich 3. Man sieht ihn nicht, und ist doch den Deinen zugezählt, in Chrifto gnug erheben! Auch mich haft du wohl zu sehen, man gebe nur auf brachtest du mich schon zum Leben, seine Werke Acht; da sehn wir ihn gleich als vor Augen stehen in seiner ergen Kraft und Gottheit Pracht. Die Himmel rühmen ihres Schöpfers Ehr; Luft, Erde, Meer, was lebt und sich bewegt, ist das, was ihn zu zeigen stets sich regt, und spricht: Er ist der Herr und feiner mehr. in ihm hast du zur Kindschaft mich erwählt. Zwar seh ich dich jetzt mur bei schwachem Licht; jedoch es kommt, es kommt der frohe Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag, vertraut, von Angesicht zu Angesicht. 6. Was er verspricht, dem kann man freudig trauen, die That stimmt mit den Worten überein. Auf Men Ichen tain man niemals sicher banen; Doch Gottes Ja ist ja, sein Nein ist nein. Voll Billigkeit ist sein Gericht allzeit, groß von Geduld ist er and Mitleibs voll, nur langsam, wenn 4. Was gut und fein nur kann genennet werden, was uns mit Luft und Lieblichkeit anlacht, was in sich faßt der Himmel fammt der Erden, der große Ban, voll Schönheit und voll Bracht, und was dies Nund nur Köstlichs in sich schließt, das kommt aus diesem unerschöpften Meer und dir selbst das Heiligthum. deffen unerforschten Fülle her; der Quell, der immer überfließt. Er ist 9. Indes, mein Geift, auf! auf! sich und säume nicht! Was in dir ihn fiets zu loben. Auf! auf! erwecke ist, werd sanft und still erhoben za Gott, Jehovah, unserm Schild und Licht! Herr! du bist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Lob ihn im Vorhof schon mit frohem Schall, einst öffnet sich 5. Bon Ewigkeit, ohn Anfang und shn Ende ist Er, und wird auch stets 19. derselbe sein. Er ist zu spüren, wo man sich hinwende, das Heimlichste wird Har in seinem Schein. Sein Licht ift nicht vermischt mit Dunkelheit. Die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer schwach. Höchst selig, tennet er tein Ungemach; Er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. ott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß sein Nam und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts: so find und leben Welten. Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl die beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Beste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. und seinen Vollkommenheiten. 17 4. Unendlich reich, ein Meer von Von der Ewigkeit und UnderSeligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? änderlichkeit Gottes. 5. Was und war Gro und Meere, das fennet Gott, 20. Gott und ein herrlich Mel. Liebster Jefu, wir find hier.- 4. bist von EwigErd teit! und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich ficher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sigest oder geheft. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheft: so ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Flehn und allen Rath der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb anf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immer dar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern faffen? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm! 13. Du tränfft das Land, führt uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. sen. Beit; großes Wesen ändert sich zu feiner Laß dies meinen Geift beleben, du bleibst stets, was du geweehrfurchtsvoll dich zu erheben. 14. Rein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen. Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen; laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr, du bifl lein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Immer bleibst du gleich gefinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. hilf uns allen thn nach deinem Wohlgefallen. 6. Stets ift Wohlthun deine Luft; ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn auch ich mit Luft mich in deiwirds meiner Seelen nie an wahrem nem Willen übe! Dann, o Herr, Wohlfein fehlen. 7. Erd und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlaffen. Hand wird mich umfassen, wenn ich Nur du bleibst mir ewig stehn; deine nun von hinnen scheide. Ewig bift du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, 15. 3ft Gott mein Schutz, will Herr des Himmels und der Erden, Gott mein Retter werden, so frag diese deine Ewigkeit einen starten ich nichts nach Himmel und nach Antrieb werden, dich zu lieben, dir Erden, und biete selbst der Hölle zu trauen, und auf deinen Troft za Truß. bauen. 2 Feind derer, die das Unrecht fiben. 4. Immer bleibst du, Gott! ein derer, die das Gute lieben. Laß uns Immer bleibst du, Gott! ein Freund darum schon auf Erden, deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht! Du bist ewig der Getreue, der das hält, was er verspricht. O, daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geift mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleiben. Erster Theil. Aus dem 102. Psalm. Mel. von Nr. 16. 21. Herr err Gott, du bist die Zuflucht aller Zeiten, denn du bist Gott in alle Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. 18 Vom Wesen Gottes auf dein Geheiß, da stand, deiner Weisheit Preis. 4. Wie gegoßne Spiegel stehn deine Himmel; doch vergehn deine Himmel, und die Welt sinkt, wenn sie dein Arm nicht hält. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell enteilt das Leben doch von mir! Du Höchster, du nur bleibeft für und für. 3. Du haft vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten, wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand von dir verwandelt werden. Du bleibeft, wie du bist; denn keine Zeit umgrenget doch je die Unendlichkeit. 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte; du schüßest sie mit deiner starken Rechte, du läff'st ihr Herz sich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, tein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! Mel Gott jel Dant in aller Welt. 22. 11 nermeßlich, ewig ist Gott, der Höchste. Herr, du bist, wie du dich uns offenbarst, nun und ewig, der du warst. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weis allein und gnadenreich, ewig mächtig und voll Kraft, heilig und untadelhaft. 3. Alle Werke deiner Hand waren dir, e Gett, bekannt, eh die Welt 5. Du nur bleibeft, wie du bift, was dein weiser Rath beschließt, ift unwandelbar, wie du, gut und heilig stets, wie du. 6. Du bist nicht ein Menschenkind, daß du lügest! nicht gesinnt, wie der Mensch, der wandelbar nimmer bleibet, was er war. 7. Was du zufagft, ist gewiß. Zwischen Licht und Finsterniß tappt der Mensch hin, wählt, bereut plötzlich wieder, was ihn freut. 8. Sollt ich denn auf Fleisch vertraun? nicht, mein Heil, auf dich nur baun? ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? 9. Nein, Unwandelbarer, dein forr sich meine Seele freun. Sei mein Fels, Gott, sei mein Licht, ewig meine Zuversicht! 10. Und in allgemeine Nacht sinte dann mit seiner Pracht jeder Himmel, und die Welt stürze hin, wenn Gott mich hält! Von der Allwissenheit Gottes. Der 139. Pfalm. 8. 23. Mel. O Gott du frommer Gott. Du err, du erforscheft mich; dir tenust mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 1 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wisseft. Du schaffeft, was ich thu, du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Lief hinab, auch hier bist du mir nah. und seinen Vollkommenheiten. 19 und nichts bleibt dir verborgen. 4. Nahm ich auch, schnell zu fliehn,| du klar, du prüfeft Herz und Nieren, bie Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: fei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu versteden. Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit noch fitnftig wird geschehen, sichft du schon in Allwissenheit als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen Knechten fund, es weiter auszubrei ten, und läsf'st durch ihren schwachen Mund die größten Heimlichkeiten der ganzen Welt entdecken. 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch in dieser Welt ver schwiegen, so wird vor ihrem Auge doch einst alles offen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, wird alles offenbaren. Was noch fo heimlich jetzt geschieht, wird alle Welt erfahren, und laut alsdann erzählen. 8. Was für Erkenntnisse! für föstliche Gedanken! unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranten. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich fann, erhöhn. 6. Laß mich, o höchste Majestät, dein helles Auge scheuen. Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Heuche leien? Laß mich auch in der Einsam 9. Erforsche mich, mein Gott, und feit dich gegenwärtig denken! Laß prlife, wie ichs meine; ob ich recht- Wahrheit und Rechtschaffenheit bei schaffen bin, wie ichs von außen scheine. allem Thun mich lenken, und stets Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf fal- mein Herz behüten. schem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildeteft mein Herz, Gott, des ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 3. Was deiner Freunde Herz be gehrt, das weißt du, eh sie beten. Ihr Seufzen wird von dir gehört, eh sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Herz beschließt, ist auch dir unverborgen; dir, der du ihren Anschlag siehst, so heiter als den Mor gen, den Wolken nicht verdunkeln. 7. Du tanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunteln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Lage Lauf war dir schon offenbar. Von der Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott. Mel. von Nr. 17. Schöpfer aller 24. wiffender, vollkommner 25. D Dinge, der alles ganz Geist! des Auge alles fiehet, was Nacht und Abgrund in sich schleußt und unserm Blick entfliehet. Es kann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf verstecken. Auch Finsterniß verbirgt es nicht; du weißt sie aufzudecken und Tag daraus zu machen. genau versteht! nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht; du schreibeft der Geschöpfe Chor Zweck, Maaß, Gewicht und Regeln vor. 2. Selbst die Gedanten sind dir 2. Die wundervollen prächtgen Werke, die unserm Auge fern und nah, die stehn sowohl durch deine Stärke, als auch durch deine Weisheit da. tund, die unsre Seele heget, eh fie Unendlich, Herr, ist dein Verstand; noch der verschloßzne Mund durch der ganze Weltban machts bekannt. Worte dargeleget. Dir sind die Her- 3. Mit eben der allweisen Stärke, zen offenbar; du kannst ihr Dichten mit welcher du die Welt gemacht, spüren. Den Rath der Seele siehst regierst du alle deine Werke, die 2* - 20 Erster Theil. dein Verstand hervorgebracht. Du brauchft, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, das fommt unfehlbar auch zur That. Wenn taufend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Du kennst und wählst zu deinem Zwed beständig, Gott, den besten Weg. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schluß erfüllen, den sich dein Wille vorbehält, der aller Feinde ftolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. CON 6. D Weisheit! dede meiner Seele bie angeborne Thorheit auf, damit le dich zum Leitstern wähle in ihrem fonft verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht; o gönne mir dein sichres Licht. Vom Wesen Gottes stehet eilend da, was noch zubor fein Auge sah. 3. Du haft dein großes Schöpfungewerk allmächtig ausgeführet. Es blei bet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die Welt, weil dein allmächtig Wort fie hält. 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Gesetze steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf Hebst du nach weifer Willkür auf. 5. Wer deiner Gnade folgsam wird, sein Herz zum Guten neiget, und wenn er sich von dir verirrt, vor dir sich innig benget: o, dem vergibst du Sünd und Schuld, mit allmachtsvoller Gnad und Huld! 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem klugen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs befte mich regiert. Leit ferner mich durch Welt und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit. Von der Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir Gott nach. 26. H 6. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einft sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wenn du vor unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läff'ft. 7. Allmächt'ger, mein erstaunter Geift, wirft sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgibet meine Glieder. Mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. err, deine Allmacht 8. Dzünd in mir den Glauben an, der deine Macht ergreifet, der ftart und mächtig werden kann, wenn reicht so weit, als selbst dein Weer auf dich sich steifet. Gib, daß ich traue deiner Kraft, die alles fann und alles schafft. fen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten Von ter Allgegenwart Gottes. Mel. von Nr. 16. gleichet. Es ist tein Ding so 27. großer Gott! der alle Ding erfüllet, vor des sen Blick tein Dunkel uns umhüllet, wohin soll ich vor deiner Allmachi gehn? und wohin fliehn, vor dir, Herr, ungesehn? groß und schwer, das dir zu thun unmöglich wär. 2. Könnt ich auch schnell mich zu den 2. Du sprichst, und auf bein mäch- Wollen schwingen, und wieder schnell tigs Wort fällt alles dir zu Füßen. bis in die Tiefe dringen: so hielte mich Du führeft deinen Anschlag fort bei doch deine Hand auch da; denn we allen Hinderniffen. Du wintft, so ich bin, da bist du, Herr, mir nah.> und seinen Vollkommenheiten. 3. Dein Auge fieht, was Nacht und Abgrund decken, es kann sich nichts vor deinem Licht verstecken; du kennst genau das Innre der Natur, der ganzen Welt und jeder Kreatur. 4. Kein falscher Gott, aus falschem Wahn verehret, hat je sein Bolt das Fünftige gelehret; du aber weißt, was fünftig wird geschehn, und lässt auch uns in deinem Wort es sehn. 5. Du weißt und hörst, was deine Kinder beten, und stehst, wenn sie im Stillen vor dich treten; noch eh ihr Mund dir ihren Kummer sagt, vernimmst du schon, was dir ihr Seufzen tlagt. 6. Bor Menschen bleibt hier manche That berborgen, dir aber ist die Nacht ein heller Morgen, und was hier noch in Finsternis geschieht, entdeckt einst dein Gericht, dem nichts entflieht. 7. Wohl dem, der hier vor deinem Antlitz wandelt, und der vor dir und Menschen redlich handelt; der steht alsdann, als ein bewährter Freund, getroft vor dir, wenn nun dein Tag erscheint. 8. O prüfe selbst die innersten Ge- 29. SE danken, ob sie vielleicht von deiner Richtschnur wanken. Bin ich, o Gott, noch auf verkehrtem Steg, so führe du mich auf der Wahrheit Weg. Mel. Machs mit mir, Gott, nach 26. 28. Nie bist du, Höchster! von uns fern; du wirkft an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedente, weisfest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu, du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über beine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkft es, wenn des Hergene Rath verkehrte Wege wäblet; 21 und bleibt auch eine böse That bor aller Welt verhehlet: so weißt du fie, und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du höreft meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mit leid, Bater, zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägeft meinen Schmerz, und stärkst mit dei nem Troft mein Herz. tief in meine Seele! daß, wo ich bin, 6. D brid, Allgegenwärtiger! dies nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu, und dir zu dienen eifrig fei 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seift, das tröft und beßre meinen Geift. - Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- Pf. 42 ott, vor deffen Angefichte nur ein reiner Wandel gilt! Ewges Licht, aus deffen Lichte stets die reinfte Klarheit quilt! Deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß fie uns doch kräftig dringen, nach der F Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen; denn kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was deine Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirtfi du stets vollkommne Werke. 22 Erster Theil. Vom Wefen Gottes 3. Herr, du willst, daß deine| stimmeft jedem seinen Lohn, dem Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Frommen und dem Sünder. Nie Nie besteht vor dir der Sünder, siehst du die Personen an; allein auf denn du bist vollkommen rein. Du das, was wir gethan, siehst du als bist nur der Frommen Freund. Uebel- rechter Richter. thätern bist du feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit gibst du schon hier den Frommen; du schützest fie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was red und gut, und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, brecher, der dein Gesetz und Recht nicht scheut, dem frevelnden Vers entweiht, bist du ein strenger Rächer. Ihn strafend machst du offenbar, daß der dir nie gefällig war, der hier der Sünde dienet. - 4. D, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer fann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. D, so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gib uns, wie du felbft verheiff'ft, gib uns deinen guten Seift, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Guten führe. 6. Keiner fündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unfres Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligfeit. Mach uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst on, Herr, nur die erheben, die im Blauben heilig leben. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. G 6. Der Untergang der ersten Welt, die aus der Art geschlagen, das Feuer, das auf Sodom fällt, Aegyp tens lange Plagen, und andre Wuns der deiner Macht sind Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, wie du den Süindern lohneft. 7. Bleibt hier viel Böses unbes ftraft, viel Gutes unbelohnet, se fommt ein Tag der Rechenschaft, der feines Sünders schonet; da stellt du, Herr, ins hellfte Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann trium phirt der Fromme. erechter Gott, vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen. Du wirst in ihrem Angeficht auch mir mein Urtheil fällen. D, laß mich dein Gericht stets scheun, und hier mit Ernst befliffen sein, 9. Und weil vor dir, Herr Zebaoth, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bei ihrer Reue sehen: so laß mich die Gerechtigkeit, 2. Du siehst von deinem festen die mich von Straf und Schuld be Thron auf alle Menschenkinder, befreit, im Glauben eifrig suchen. vor dir einst zu bestehen. 8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gib selber mir die Kraft dazu! Wirt inniges Betrüben, wenn sich die Sünd in mir noch regt! Dein Herz, das lauter Gutes hegt, sei meines Her zens Muster. und seinen Vollkommenheiter. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 31. Noch nie haft du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verletzt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollfithrft, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd und Himmel auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist tein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheiBen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du das alles ftets zur That. Scheint die Erfülllung gleich noch weit, so kommt sie boch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar gibeft, was deine Lieb uns zugedacht, so wird, wenn du Bergeltung übeft, dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, fühlt deiner Strafe schwere Last. 4. O drücke dies tief in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut. Bib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. Mel. Gott des Himmels and der. 32. M 23 eicht ihr Berge, fallt ihr Hitgel! Berg und Felsen stürzet ein! Gottes Tren hat dieses Siegel: fie soll fest und ewig sein. Laßt den Weltkreis untergehn; Gottes Gnade muß bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort bersprochen, seinen Bund mit mir ge macht, der wird nimmermehr ges brochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er faget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt. Sie soll ihren Zweck erreichen, den fie ewig fich gestellt. Ist die Welt voll Heuchelei: Gott ist fromm, gut und getreu. 4. Will die Welt den Frieden bres hen, hat sie Krieg und Streit im Sinn: Gott hält immer sein Versprechen. Ihm vertraun ist stets Gewinn; denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trosft uns je mals rauben, den wir auf dein Ver5. Laßt fein Antlitz fich verstellen; sprechen baun? du bist ein Fels, ist sein Herz doch treu gefinnt, und dein Bund steht fest. Wohl dem, der bezeugt in allen Fällen, ich sei sein sich auf dich verläßt! geliebtes Kind, dem er beide Hände 6. Wie stark find unsers Glau- reicht, wenn auch alle Hoffnung bens Gründe! hier ist dein Wort, weicht. das niemals trügt. Und daß dies 6. Er will Friede mit mir halten, allen Beifall finde, hast du den Eid wenn sich schon die Welt empört. hinzugefügt. Wahrhaftger, was dein 3hre Liebe mag erfalten; ich bin Mund beschwört, ist völlig unsers seinem Herzen werth. Und wenn Glaubens werth. Höll und Abgrund brüllt, bleibt doch er mir Sonn und Schild. 7. Laß, Seele, laß dich dies beschämen! O traue Gott, der treu es 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmeint. Such ihn zum Muster anzu- mer; so hat er sich selbst genennt; nehmen, und sei auch aller Lügen welch ein Troft! mun werd ich ArFeind. Beweise dich als Gottes mer nimmermehr von ihm getrennt. Kind, bei dem man Treu und Wahr- Sein Erbarmen läßt nicht ihn fich beit findt. mir jemals ganz entziehn. 24 Erster Theil. 8. Nun, so soll mein ganz Ver trauen unbeweglich auf ihm ruhn! Felfen will ich auf ihn bauen; was er sagt, das wird er thun. Erd und Himmel tann vergehn, doch sein Bund bleibt ewig stehn. Von der Liebe und Güte Gottes. Mel. bes 66. Psalms. - 33. M Vom Wesen Gottes 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren? Und seine Güte nicht ver stehn? Er sollte rufen, ich nicht hö ren? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. ie groß ist des Almächtgen Güte! Sft der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit der härtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe E zu ermessen sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht be darf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewiffen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glüd genießen? Ifts nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schan, o mein Geift, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig fehn wirft, wie er ist. Du haft ein Recht zu diesen Freunden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sich, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 5. Dies ist mein Dank; dies ift sein Wille. Ich soll vollkommen sein, wie Er. So lang ich dies Gebot erfülle, ftell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon uns Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. D Gott, laß deine Gült und Liebe mir immerdar vor Augen sein! fie stärk in mir die guten Triebe, tröfte mich zur Zeit der Schmerzen; mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie fie leite mich zur Zeit des Glücks; und ste besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 34.2 画 Gott, du bist die Liebe! Allein zum Wohlthun haft du Lust. Der Quälsucht harte Triebe find deinem Herzen unbewußt. Ganz ohne alle Gränzen ist deine Gütigfeit. So weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du, Herr, haft Wohlgefallen an dem, was du gemacht, und haft uns Sündern allen noch Leben zugedacht. und seinen Vollkommenheiten. 2. Als du uns hießest werden, da du uns Nicht nur auf dieſer Erden iſt alles 35. deiner in dem Himmel droben hat deine Vaterhand uns Güter aufgehoben, die noch fein Aug erfannt. Dorthin uns zu erheben, ist, Gott! mit uns dein Sinn. Drum gab für uns sein Leben dein ewger Sohn dahin. Gott, des starte Hand die Welt erschaffen hat, und TE noch erhält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbarmen, 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns dein Wohlthun neu; du und voll Wohlthun nach mir Armen. tommest unsern Sorgen zuvor mit 2. Seh ich den weiten Himmel an, deiner Vatertren. Du, Ursprung aller so viel ich davon sehen kann, so seh Gaben! Du weißt, was uns gebricht, ich deine Güte. Der Himmelskörper und, was wir nöthig haben, versagst Lauf und Pracht, das Sternenheer, du, Gott, uns nicht. Vom Wohl das du gemacht, erreget mein Ge thun, das du übest, sind unfre Tage müthe, mächtig, freudig dir zu singen, voll; auch wenn du uns betrübest, dir zu bringen Ehr und Stärke. geschiehts zu unserm Wohl. Groß sind deiner Hände Werte! 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockeft uns zur Buße; und wenn, zur Reu bewegt, der Sünder sich zu Fuße vor dir in Demuth legt, so siehst du auf ihn Armen mit väterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. Mel. Wie schön leuchtet der. 25 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bift stets treu verblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu fegnen, ist ewig deine Lust. Mit Dant dir zu begegnen, sei, Herr, auch unsre Luft. Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruhn. Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Bater, thun? 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Glite. Wind, Waffer, Feuer, Schnee und Eis find deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich betr zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Die Erd ist deiner Güte boll! In allem, was mich nähren soll, schmeck ich, Gott, deine Güte. Ich 6. Wer hier auf deinen Wegen seh und hör und fühle fie in Feld fich willig deinem Dienste weiht, den und Wald, an Chier und Vieh. Dies setest du zum Segen schon hier, noch dringet mein Gemüthe, Herr, dich innig mehr in Ewigkeit. Du tröneft seine ohn Aufhören zu verehren. Hoch zu Leiden mit herrlichem Gewinn, und loben sind ja deiner Güte Proben! führeft ihn zu Freuden, zu ergen 5. Schau ich mich selber achtsam Freuden hin. Wie theur ist deine an, so viel ich mich beschauen kann, Güte! Gott, laß mich ihrer freun, so seh ich deine Sütte. Die zeiget und stets mein ganz Gemüthe voll mir ein jedes Glied, ein jeder Sinn, ihres Ruhmes sein. ein jeder Tritt, mein Geift und ganz 26 Erster Theil. Vom Wesen Gottes Gemüthe. Billig muß ich dir hin-| wer tann sie, Gott, so wie du, mit wieder meine Glieder ganz ergeben, voller Freud erquicken? Wer tann und nur dir zu Ehren leben. der Deinen reine Bruft mit Strömen nie gefühlter Luft, wer will fie so entzücken? 3. Fließt, fließt nicht alle Seligkeit, o Gott, aus deiner Gütigkeit? quillt nicht von dir das Leben? Auch kennten wir dich, Höchfter, nicht, hätt'st du uns des Verstandes Licht, dein Wort, Herr, nicht gegeben! Wer diesem Lichte folgt, der wird zum höhern Licht, zu dir, geführt! Den wirst du nicht verlaffen! Geuß deinen Segen über die, die dich verehren! fchütze fie, die alle Falschheit haffen! 6. Herr! dazu, bitt ich, hilf du mir! Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte! heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undant htte. Laß mich, was ich bitt, erlangen, dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. 36. mo Der 36. Pfalm. Mel. des Pfalms. ott, deine Huld und Von der Geduld und Langmuth Gottes. Gütigkeit erfüllet alles, reicht so weit, als deine Himmel reichen! Und alles sagt: daß deine Treu, wie du, unendlich, ewig sei! Eh werden Berge weichen, eh uns des Herren Huld verläßt! Nein, nein! sein Wort steht ewig fest auf nie bewegten Gründen! Du, Gott, von dem nur Gutes fließt, du läsfest uns, so lang du bist, viel Geduld beweisest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld, du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, und deinem Wink entgegen. Und gleichwohl, Vater, suchst du ihn langmüthig davon abzuziehn, zur BeßErbarmung vor dir finden. rung zu bewegen. 2. Dein find die Menschen, dein 2. Der Menschen Elend jammert das Bieh! du, Gott, erhältst, er dich. Wenn sie sich gleich verstoden, nähreft fie, wer kann dich gnug er- so suchst du sie doch väterlich durch Heben! Du Gott voll Gnaden, voll Huld zu dir zu locken. Wie lange Geduld, stets fühlen deine Baterhulb, sahst und riefest du nicht ehma's die hier auf Erden leben. Wer gibt beinem Volle zu, daß sich ihr Herz dem Menschen fichre Ruh? Wer, befehrtel wie trugst du nicht mit 37. G Univ.- Bibl. Giessen etreuer Gott! Wie und seinen Bollkommenheiten. Gültigkeit die erste Welt so lange Beit, eh fie die Fluth verheerte! 3. Noch immer gibst du Sündern Raum, der Strafe zu entgehen. Du läff'st den unfeuchbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schoneft sein von Zeit zu Zeit; verzieheft, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. Du wartest sein mit großer Treu, und hörst, damit er fruchtbar sei, nicht auf, an ihm zu bauen. 4. Langmüthigster! so große Huld bezeigst du frechen Sündern, und o, nicht weniger Geduld hast du mit deinen Kindern. Sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Netze stellt, oft ficher, matt und träge. Sie straucheln, fie vergehen fich, und fehlen oftmals wider dich auf falsch gewähltem Wege. 5. Du rufeft ihnen in Gefahr, so oft fie irre gehen; reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzu stehen. Du trägest sie mit Vaterhuld, bist willig, ihre Sündenschuld durch Christum zu vergeben; gibst ihnen und erbarmt neue Glaubenskraft und nach vollbrachter Pilgrimschaft ein ewig Freudenleben. 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Baterhuld zur Sicherheit uns führen! Trag uns erbarmend fernerhin; doch gib uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde haffen, und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum deiner Gültigkeit zur Buße leiten laffen. Mel. Wunderbarer König. 38. 11 und zugleich freudenreich, Böser und den Deinen, wie die Sonne scheinen. Ehre 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmuth wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. Dwie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden, so biel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben, die dich haffen: Herr, wer kann das faffen? 4. Du vergibeft Sünde, hörft der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet, sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie faum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unfer Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. so verschoneft, und uns nicht nach 6. Höchster, sei gepriesen, daß du Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth aus zu lieben. zuüben und die Welt Lob der heiligen Dreieinigkeit. Mel. Allein Gott in der Höh. 27 mumschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die zum Irdischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken, 15. ott, unserm Gott allein Dant 39. für seine Gnade! Üns drücket nun sein Zorn nicht mehr! geheilt ist unser Schade. Er, der uns seinen Frieden gab, schaut auf die Erde nun herab mit Lieb und Wohlgefallen. 28 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 2. Gott Bater, wir verehren dich,| Pilgerschaft im Glauben selig schlie mit Loben und mit Danken, denn sen. Wir wollen dir gern folgen. bu regiereft ewiglich, dein Thron 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden fann niemals wanken. Herr, alles, schon als unsers Gottes freuen. Herr, was du sprichst, geschieht, so wie dein segne uns von deinem Thron, daß Aug auf alles sieht. Wohl uns, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das du regiereft! Reich, die Herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin er heben, wo wir dich ewig schauen. 3. Christe, Gottes einger Sohn! für uns ins Fleisch geboren! Ramst du nicht von des Himmels Thron, so waren wir verloren. Sei uns mit deinem Heile nah! Ach, für uns alle starbst du ja! Erbarm dich unfer aller! Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. heiligste Dreieinigkeit! 41. nach Würden dich zu 4. O heilger Geift! du theures ehren, bemüht sich deine Christenheit; Pfand, du Tröster der Erlösten! Er- dein Lob läßt sich stets hören. Wie feucht mit Weisheit den Verstand, hoch bist du, wie wundersam! Anund komm, das Herz zu trösten. Sei, betungswürdig ist dein Nam, dein wo wir wandeln, unser Licht! Verlaß uns auch im Tode nicht! Wir traun auf deine Treue! Mel. von Nr. 17. err, unser Gott, wer ist 40. höchste Wesen. Und doch haft du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlefen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Bater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, fo nimmst du dich doch unser an, wie Bäter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz voll Güte und Sebulb verleih uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. Wesen unerforschlich. 2. Es zeigt die herrliche Natur, und zwar an jedem Orte, des Allerhöchsten Segensspur; doch Dank sei feinem Worte! es zeigt uns ihn erft recht, er heißt: Gott Vater, Sohn men Sünders. 3. Nun weicht die Nacht, nun wird es hell, laßt Lobgesänge fließen! Du Vater, aller Wesen Quell und Ursprung, sei gepriesen! Du Bater, haft von aller Zeit in grenzenlofer Ewigfeit den Sohn, dein Bild, gezeuget. 4. Du schufft den weiten Erdenkreis mit gnädgem Wohlgefallen. Du schufft den Menschen; Dank und Preis soll erst durch ihn erschallen. Du trägest durch dein mächtig Wort, was du erschaffen, immerfort, und herrsch's mit weiser Güte. 8. DJefu, ewger Gottessohn! Du 5. O bester Vater, steh uns bei, Heil, darauf wir hoffen! Durch dich uns, deinen armen Kindern! wir fehsteht zu des Vaters Thron der Weg len oft noch, ach verzeih, verzeih umns wieder offen. Uns zu befrein uns armen Sündern. O, unsre Noth von Sünd und Tod, kamst du zu ist mannigfalt; errett uns, Herr, und uns auf Erden. O laß uns, unser hilf uns bald, zeig dich an uns als Herr und Gott, froh deines Segens Vater! werden, und dir im Glauben dienen. 4. O heilger Geift, du Geist von Gott! Wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Guten Lust und Kraft. Laß uns es auch genießen! damit wir unsre geboren." 6. Herr Jesu Christ, des Ewgen Sohn, von Ewigkeit geboren! Du herrsch'st auf deines Baters Thron, zu unserm Heil erforen. Durch dich erschuf er diese Welt, du bists, durch den er sie erhält, o Gott, aus Gott und seinen Vollkommenheiten. 29 7. Du bist des Höchsten Ebenbild,| 10. O heilger Geift, du Geift des wer dich sieht, sieht den Vater; ein Herrn, durch den wir Abba schreien, Mensch, nachdem die Zeit erfüllt, ein nur du kannst uns, und thuft es gern, Helfer, ein Berather des Menschen. zu seinem Bild erneuen. Durch dich Du erwarbst ihm Huld, bezahlteft seine wird unsre Hoffnung feft, und wenn schwere Schuld durch dein unschuldig uns alle Welt verläßt, so bleibt dein Leiden. Troft noch fräftig. 8. Nun fizest du zur rechten Hand des Baters hoch erhoben, beherrsch'st allmächtig jedes Land, und dämpfst der Feinde Toben. Hilf, unser Bruder, nnser Gott! du bists, auf den in Noth und Tod wir uns allein verlaffen. 9. Von Ewigkeit warst du auch schon, o Geist, Quell aller Wahrheit, Gott mit dem Vater und dem Sohn, erfüllt mit höchster Klarheit. Vom Vater und vom Sohn gesandt, mach uns die Gottheit recht bekannt und ihr zu dienen willig. 42. Der 19. Pfalm. 3) Von der Schöpfung. ie Himmel rufen, jeder ehret die Größe Gottes, seine Pracht; die ausgespannte Beste lehret die Werke, die sein Arm gemacht; und aller Welten Harmonie verkündigt und besinget fie. 2. Es strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr gedankenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht; doch wer Hört ihre Stimme nicht? 11. Geift des Gebetes, fteh uns bei, daß wir in allen Nöthen voll Dantbarkeit, mit wahrer Reu zu Gott in Glauben beten. Wenn unsre Stunde kommen ist, so hilf, daß wir auf Jefum Christ getroft und selig sterben. 3. Die Ordnung funfterfüllter Freise berherrlicht Gott durch jedes Land 12. Gott Vater, Sohn und heil ger Geist, wie groß ist deine Gitte! sei ewiglich dafür gepreift, mit fren digem Gemüthe! Wenn dich der Engel Chor befingt, wo heilig, heilig, heilig flingt, so hör hier unser Lallen! und macht, damit der Mensch ihr preise, sein Lob der fernsten Welt bekannt; denn wer sieht ihre Wun derbahn, und betet nicht den Schöpfer an? 4. Wer schuf, daß uns der Tag erwache, der Sonne strahlend Zelt, als Er? Sie kommt; so geht vom: Brautgemache der heitre Bräutigam daher; sie eilet, wie ein Held zum Streit erwachet und des Kampfs fich freut. 5. Ihr hoher Aufgang ist im Mor gen, bis in den fernsten Weft ihr Lauf. Nichts bleibt vor ihrer Gluth verborgen; sie gehet allen fegnend auf. Ihr Glanz zerstreut das Graun der Nacht, beseelt die Welt und gibt ihr Pracht. 6. Das Recht, das uns der Herr gegeben, ist heilig und untadelhaft. Es stärkt die Seelen, daß fie leben, und gibt dem kranten Herzen Kraft. Sein Wort ist ohne Falsch und Trug erhellt und macht die Einfalt flug. 30 Erster Theil. Von der Schöpfung. 7. Aus seinen richtigen Gesetzen| 3. Daß Kraut und Pflanzen sich quillt Freude für die Traurigkeit. verjüngen, und alles neues Leben Sie heiligen, wenn sie ergötzen. Wie fühlt, daß alle Bäume Blüthen brinLauter ist, was Gott gebeut! Herr, gen, das Feld mit tausend Farben deines Wortes reines Licht erleuchtet spielt, das fließt allein aus deiner jedes Angesicht. Gnad, die unsre Welt gezieret hat. 4. Wie viel vermag dein mächtig: Werde! erhabenster Herr Bebaoth! Dein Lob verkündigt zwar die Erde, doch herrlicher noch, reicher Gott, verfündiget der Himmel Pracht die Größe deiner Schöpfermacht. 9. Die Zeugnisse des Herrn sind beffer und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles noch so feine Gold. Süß sind sie, wie der Honig ist, und mehr, als der vom Stocke fließt. 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes, fließt auch der Sonne feurig Meer. Ja, großer Schöpfer des Gesichtes, von dir fommt auch das Wunder her, daß mir die Schönheit dieser Welt so strahlend in die Augen fällt. 10. Wie warnen sie nicht deine 6. Was zeugt das Heer von tauKnechte! Der hat viel Segen, der send Sternen, das selbst die Nächte fie hält! Doch oft vergißt man deine reizend macht? Von ihnen soll ich hier Rechte. Wer merkt, o Gott, wie schon lernen, wie groß, o Schöpfer, oft er fällt? Bergib, das bitt ich, deine Pracht! Gott, du bist nichts, Gott, von dir, auch die verborgnen als Heiterkeit; nur Licht und StrahSünden mir! len sind dein Kleid. - 8. Die Furcht des Herrn erhebt und fchmücket ein folgsam Herz, und macht es rein, und ewig bleiben die beglüktet, die sich dem Dienste Gottes weihn. Denn alles, was der Herr gebeut, ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 11. Enthalte mich von frechen Sünden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich bengt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Uebertretung sei! 7. Ach Schöpfer! heilge mein Gesichte, wenn ich so voll Verwundrung steh, daß ich in deines Geistes Lichte allein auf dich, den Ursprung, feh. Ach! reinige selbst meine Brust von jeder schnöden Erdenlust. 12. Vernimm, voll Huld, aus meinem Munde die Reden, die sich deiner freun, und laß, zur angenehmen 15. Mel. Allein Gott in der Höh. enn ich, o Schöpfer, Stande, dir mein Gebet geseufzet 44. W deine Macht, die Weissein! Ich habe ja dein gnädig heit deiner Wege, die Liebe, die für Wort, Herr, mein Erlöser! Gott, alle wacht, anbetend überlege: fo mein Hort! weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Bater! 2. Mein Auge steht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preift dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? Mel. von Nr. 42. 43. Gott! den alle pimmel ehren, von dir kommt aller Himmel Pracht. Was wir nur Schönes sehn und hören, hat deine Hand allein gemacht. An deine Weisheit, an dein Licht, reicht feines Men schen Denken nicht. -- 2. Du bists, der die Geschöpfe weidet, der ihnen ihre Zierde schenkt. 3. Wer mißt dem Winde seinen Du bist es, der die Erde kleidet, und Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? sie mit grünem Schmuck behängt. Wer schließt den Schooß der Erde Du bist es, der durch seine Kraft auf, mit Borrath uns zu fegnen? dem Frühling neue Anmuth schafft. D Gott der Macht und Herrlichkeit, Erster Theil. Von der Schöpfung. 31 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrickt werden, der statt des Nutzens Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne sein! Mein Schatz und Ziel sei du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise; hier geht mein Weg zur andern Welt. O, mache du mich flug un weise, daß ich hier thu, was dir gefällt. Nimm endlich nach vollbrachtem Lauf deine Hand so wundervoll bereitet; mich, Gott, in deinen Himmel auf. der Mensch, ein Geist, den sein Ber 5. Der Mensch, ein Leib, den stand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis 46. De von deiner Güt und Größe. Cont Gott, deine Güte reicht so weit, als nur die Wolken gehen! di 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt meinem Schöpfer Ehre! 6. Erheb ihn ewig, o mein Geift! erhebe seinen Namen! Gott, unser Bater, sei gepreist, und alle Welt fag: Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff auf ihn, und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 45. Gott des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist, und nimmer kannst begriffen werden, vor dem kein Ding verborgen ist: Ach ziehe mich, mein Gott, zu dir, und offenbare dich in mir! 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke die wundervolle Kreatur, so ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du. 3. Es zeigen alle Elemente, wie weif, und gut der Schöpfer sei. O, wenn das Stumme reden könnte, so stimmt es der Ermuntrung bei: Ihr Menschen! ehrt des Schöpfers Pracht, auch euch zu gut sind wir gemacht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! die Erd ist deiner Güte voll. D, gib mir deines Geiftes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann, und hab, und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! Mel. bes 140. Psalms. ie Himmel rühmen Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vers nimm, 0 Mensch, ihr göttlich Wort. 2. Wer trägt die unzählbaren Sterne? wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimms und sich die Wunderwerke, die die Natur dir aufge stellt. Berkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschaun? Durch wen ist alles? gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bins, mich liebe dein Gemüthe, und nehm an meiner Gnade Theil! 32 Erster Theil. Von den Engeln. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Hide - Von der Schöpfung. 47. err, du haft in deinem Reich große Schaaren heilger Engel. Ihnen bin ich noch nicht gleich, denn ich bin noch voller Mängel. Ach! wann werd ich auch so rein, als die guten Geister sein? 2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; stärte mich bei der Beschwerde! Stärke mich mit Kraft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde als dein Erbe und dein Kind immer himmFisch sei gesinnt. Mel. O Welt ich muß dich laffen. 7. Laß mich dann vor deinem Stuhl bei den Auserwählten stehen, wenn die Bösen in den Pfuhl der Verdammniß zitternd gehen. Mache mich in deinem Reich völlig deinen Engeln gleich. 48. DELE u Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote ftehn! du herrlich großer Meister des ganzen Reichs der Geister! mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Herr, deine Himmelsheere, die Zeugen deiner Ehre, gibst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Angesichte im höchftvollkommnen Lichte, und haben dennoch auf mich Acht." 3. Ich preise deine Gülte mit dankbarem Gemüthe für diese WunderSchaar. Ich rühme deine Rechte für diefe deine Knechte, durch deren Schutz ich sicher war. 3. Gib mir Weisheit, gib mir Fleiß, dich, o Gott! recht zu erkennen. Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt bekennen; daß ich darin auf der Erd deinen Engeln ähnlich werd. 4. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, so auf Erden. Laß uns doch stets darauf sehn, daß wir dir gehorsam werden, so in deinem Willen ruhn, wie die reinen Geister thun. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer 5. Unsre Welt ist voll Gefahr; voll Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben, Gefahr ist unser Leben. Sende deiner und wahre Demuth üben, so mach Engel Schaar, daß sie schützend uns auch mich dazu bereit. umgeben. Wo wir gehen aus und ein, laß fie unsre Wächter 6. Sie thun ja deinen Willen 6. Mach es, wie mit Lazaro, wenn laß mich den auch erfüllen. Sie ich fünftig werde sterben. Laß mich deinen Worten, o Herr, an allen leben völlig rein; laß mich, nach dann auch eben so deines Himmels Freuden erben. Bringe durch der Orten auch so, wie sie, die Sünde Engel Hand mich hin in mein Ba- fcheun. terland. ferner diese Hüter zu meinem Schirm 4. Gib, Geber aller Güter, gib mit ihnen stets umgeben, so bleib mir bei. Es sei mein ganzes Leben ich manches Fehltritts frei. 7. Wenn ich denn endlich scheide, so führe mich zur Freude, auf ihren Händen ein. Bei dir, o Höchfter, droben will ich dich ewig loben, wenn ich den Engeln gleich werd sein. 4) Von der Vorsehung Gottes. Der 33. Pfalm. Mel. des Pfalms. 33 5. Er spricht, um etwas zu vollbringen: so ists im Augenblick ge schehn. Er rufet unerschaffnen Dingen: so find sie wirklich schon zu sehn. Allen Rath der Großen weiß er umzustoßen, wie es immer geh. Alle Lift der Erden muß zu Schanden werden, daß sein Rath besteh. 49. hr Frommen, auf! die ihr die Ehren des Gottes aller Ehren singt; dieweil sein Lob von Zions Chören noch eins so angesten nehm erklingt! Spielt ihm streng und schöne! Mischt der Orgeln Töne in den Jubelsang! Lobet ihn auf Saiten, laßt ihm sich bereiten eurer Flöten Klang. 2. Verherrlicht ihn mit neuen Weis sen! Erhebt ihn durch ein ewig Lied! Und seid, ihn würdiglich zu preisen, mit allgemeinem Fleiß bemüht! Was sein Wort uns lehret, was sein Mund uns schwöret, ist vollkommen wahr. Jedes seiner Werke leget, daß mans merke, seine Wahrheit dar. 8. Er hat das Herz in uns geleget; drum kennt er deffen Haß und Luft, und was sich da Geheimes reget, ift eher ihm als uns bewußt. Nicht die vielen Machten siegen in den Schlachten, sondern Gottes Arm. Dieser ist bewährter, als der Helden Schwerter und der Riesen Schwarm. 3. Gerecht und heilig ist sein Wille 9. Ein feurig Pferd, mit dem ein und jeder Ausspruch, den er fällt. Sieger oft glücklich durch die Feinde Der Ausfluß seiner Segensfülle er riß ift feinem Flüchtling, feinem geußt sich durch die ganze Welt. Krieger mit aller seiner Kraft gewiß. Die gewölbten Lüfte und der Him- Die sich Gott ergeben, deren Gut mel Klüfte hieß sein Machtwort und Leben nimmt sein Aug in Acht. seyn. Aller Sternen Kreise, Wechsel, Ihre Seele trauet, wenn dem Bösen Licht und Weise schuf sein Hauch grauet, seiner Huld und Macht. allein. 6. Er wechselt niemals in Gedanken. Kein Fall der Zeiten schwächt sein Reich. Er kann nicht, wie die ewig gleich. Menschen, wanken, und ist sich selbWohl denn dem Geschlechte, welches sich mit Rechte zu den Seinen zählt! Wohl euch, Zions Kindern, die er aus den Sündern, als sein Erb, erwählt! 7. Er sieht von seiner Sterne Bühnen das Thun der Erdenkinder ein. Er unterscheidet, die ihm dienen und die vor ihm nicht lauter sein. Gott, der Weltberather, nimmt, als Herr und Vater, aller Menschen wahr; seiner Fürsicht Proben werden uns von oben stündlich offenbar. 10. Der Flügel Gottes deckt die 4. Er hält die Meer und Wasser- Seinen vor allen Todsgefahren zu. schätze in ihrem sichern Abgrund auf. Wenn andre lang nach Brode weiEr schreibt der Ebb und Fluth Ge- nen, so speift er uns in milder Ruh. setze, und ordnet aller Flüsse Lauf. Darum, fromme Herzen, harrt in Adams ganz Geschlechte fürchte Got allen Schmerzen seiner Hütlf und tes Rechte, die dies wirken kann! Kraft, die euch fest umringet, alle Betet, freche Geifter, Gott, des Don Noth verdringet, und euch Heil verners Meister, mit Erstaunung an! schafft. 3 Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. 34 11. In dir, o Herr, in dir alleine erfreuen wir uns jederzeit. Der Trost für Ifraels Gemeine ist deine Treu und Heiligkeit. Uebe dein Erbarmen ferner an uns Armen, du, o höchstes Gut! Gib uns einst zum Lohne unsers Glaubens Krone, der auf dich beruht. Der 65. Pfalm. Mel. des Psalms. 50. M an betet, Herr, in Bions Stille zu deiner Macht und Huld. Da zahlt man dir der Opfer Fülle und der Gelübde Schuld: da merkest du auf unfre Lieder und Bitten für und für, und sammelst deiner Kirche Glieder 5. Dein Wint gebeut den wilden Meeren, und stillet Wind und Fluth. Wenn Welt und Hölle fich empören, so dämpsst du ihre Wuth. So weit der Erde Theile reichen, erschrickt die Heidenschaft vor deiner wahren Gott heit Zeichen und deiner höchsten Kraft. 6. Du macheft fröhlich, was da webet, fo bald der Tag erwacht; und Abends danket, was da lebet, dem Schutze deiner Macht. du erquicft mit Thau und Regen der Erde heißen Schooß, so wird durch deinen milden Segen der Felder Reichthum groß. Wenn 7. Dein Brunn, der nimmermehr verfeiget, erquickt sie früh und spät, bis Reim und Aehre treibt und stei get, und alle Frucht geräth. Wenn Furch und Fluren sich verneuen, o Herr, so tränkst du sie, und thaueft Wachsthum und Gedeihen auf unfre Saat und Müh. 8. Du frönest alle Jahreszeiten mit segensvoller Hand, und träufelft eitel. Fettigkeiten auf unser ganzes Land. Es triefen Wüsten, Haid und Weiden von ihrem fruchtbarn Guß. Die Hügel schmücken sich mit Freuden und Holdem Ueberfluß. 9. Es wimmeln von dem Schaaf gedränge die Anger rings umher. Es stehen von des Kornes Menge die Auen dick und schwer. Da schallt der Dank von tausend Chören: der frohe Landmann fingt des Allerhalters Macht und Ehren, daß Berg und Thal erklingt. aus aller Welt zu dir. 2. Daß uns der Sünden Laft nicht schade, wie schwer sie immer sei, so spricht uns Arme deine Gnade von Fluch und Schulden frei. Wohl denen, die sie aus den Sündern zu deinem Dienste wählt, und hier und dort zu deinen Kindern und Hausgenoffen zählt! 3. Du gießest nach den bangen Zei ten den Trost auf Jakobs Haus, vom Site deiner Seligkeiten, an allen Enden aus. Wir können deiner Liebe 51. Sei feurig, Seele, in tausend sehn, und dich als unsern Heiland toben, sobald wir zu dir flehn. 4. Die Hoffnung aller MenschenSchaaren ist nur auf dich gestellt: Denn du allein nur mußt bewahren, was See und Land enthält. Du bist es, beffen sichre Stärke die Berge gründen tann, und warest zu dem Schöpfungswerfe mit Allmacht angethan. Got loben, ihn, den Je hovah Zebaoth! Sehr herrlich bist du sehr erhoben, geschmückt mit Majestät mein Gott! Licht, das auch Sera phinen schrecket, Licht ist dein strah lenvoll Gewand! den grenzenloser Himmel strecket zum Vorhang aus Herr, deine Hand. 2. Du baust in unermene Höhen Allgegenwärtiger, dein Haus: un Der 104. Psalm Mel von Nr. 33. Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 35 wölbft mit dichten Wafferseen die gen die Bäume uns so manche Frucht; glanzesvolle Wohnung aus. Du fährst die Cedern Libanons, Herr, fleigen auf Wolken, deinem Wagen, nahst dich in Wettern fürchterlich; dein Wagen donnert; willig tragen die Fittige des Sturmes dich! 3. Die Engel fliegen, gleich den Winden, vor dir voran, Herr Zebaoth; wie Flammen, die sich schnell entzünden, sind deiner Allmacht Die ner, Gott. Du haft der Erde Grund bereitet, sie steht und wanket nimmermehr. Einst war sie mit der Tief umfleidet, und über Berge floß ein Meer. 4. Du schaltst die Wasser, und sie flohen vor deinem Schelten schnell borbei. Sie hörten deinen Donner drohen, enteilten, und das Land ward frei. Der Berge Gipfel, Herr, erschienen, erhoben durch dein mächtig Wort; die Thäler santen unter ihnen an den für sie bestimmten Ort. 10. Die Sonn eilt, ohne zu er matten, zum Abzug, ihn versäumt sie nie; dann herrscht die Nacht, und finstre Schatten umziehn die Erde, decken sie. Dann geht das Wild aus seinen Wäldern, was in den Wüsten wohnet, wacht, und suchet auf bethauten Feldern sich seine Nahrung in der Nacht. 11. Der jungen Löwen laut Se brülle begehret seinen Raub von dir; 5. Du haft dem Meer ein Ziel du nährst sie, Gott, aus deiner Fülle, geftectet, das es nicht überschreiten und sättigst jedes wilde Thier. Doch fann; die Erde wird nicht mehr melden kaum die hellren Lüfte des bedecket, es findet nie der Rückkehr neuen Tages Ankunft an, so fliehen Bahn. Von dir wird aus der Berge fie in ihre Klüfte, die uie der SonHöhlen mit Quellen jedes Thal er- ne Strahlen sahn. füllt; da trinkt, wenn Hiß und Durft fie quälen, der Felder Voll, des Waldes Wild. - Ufer steigen empor; zu 6. Und an der Bäche viel schattenvolle Bäum frieden wohnt auf ihren Zweigen und fingt voll Lust der Vögel Chor. Aus deinen Höhen wird mit Chaue und Regen jeder Berg erquickt. Dann grünen fröhlich Feld und Aue, mit deinen Früchten, Gott, geschmückt. 7. Du nährst mit Gras der Thiere Heerden, wie schön bekleidet es das Land! es wachsen Kräuter, und es werden die Saaten reif durch deine Hand. Brod gibst du für des Men schen Leben, und, unsre Herzen zu erfreun, schenkst du aus traubenvollen Reben mit milder Hand uns, Herr, den Wein. 8. Wie heiter glänzt von deinem Dele des Menschen frohes Angesicht! Du machst, daß uns das Brod nie fehle; men sättiget, wen stärkt es nicht? Von deinem Saft ernähret zenempor, gepflanzt durch deine Zucht. 9. Die Vögel baun in ihre Wipfel, die Störch in Tannen sich ihr Neft. Die Gemse liebt der Berge Gipfel, die sich auf steile Höhn verläßt. In Klüften, in der Felsen Höhlen verbergen die Kaninchen sich. Die Zeit zu ordnen, sie zu zählen, theilt fie der Mond, o Gott, durch dich! 12. Der Mensch erwacht; mit neuen Kräften geht er zur Arbeit, baut das Feld, wirkt bis zum Abend in Geschäften, zu denen ihn dein Ruf bestellt. Wie zahllos, Gott, find deine Werke! die Welt ist deiner Güte voll; du gibst sie, daß man deine Stärke und Huld und Weisheit preisen soll. 13. Wie wimmelts in den weiten Meeren von Thieren, die du, Herr, nur zählst, von größern und von kleinern Heeren, die du ernähreft und beseelst. Die Schiffe finden sichre Bah nen, du führeft sie bewahret hin, hin auf den wilden Oceanen, dein Leviathan spielt darin. 14. Herr, alles wartet auf ber Erde, im Meer und in der Luft auf dich, daß es von dir gesättigt werde! Du fegnest; sie erquiden sich. Da gibst; fie fammeln. Deine Hände eröffneft du; sie werden satt. Wit schrecket sie ihr nahes Ende, wen fich dein Blic verborgen hati 3* 36 Erster Theil. 15. Du nimmst, Herr, deinen Odem wieder; so muß, was lebet, schnell vergehn; Staub werden der Geschöpfe Glieder; du sendest ihn, und sie enttehn. Wie oft erneut dein Hauch ber Erde Gestalt, und was auf ihr fich regt; daß ewig Gott verherrlicht werde, der Luft zu seinen Werken trägt. 16. Er schaut die Erd an; sie er zittert. Er tastet an der Berge Höhn; and Berg und Fels, durch ihn zer splittert, sind Flammen, dampfen und bergehn. Gott, meinem Guit, will ich lobsingen! ihm, weil ich lebe, Lieder weihn! ihm soll voll Ruhms die Harf erklingen, sein Lob mein letztes Stammeln sein! 17. Und füß ertönen meine Lieder dir, der du meine Freude bist! Bald reinigst du den Erdkreis wieder, der jetzt voll von Verbrechern ist. Sei feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Er werd in aller Welt erhoben, und Hallelujah fing fie Gott! — Von der Vorsehung Gottes. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit; du herrscheft über alles. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Mel. Wer nur den lieben Gott.<-7 52. Dir, unfer Gott! ift nie. 53. olirwahr, du bist, o Gott, mand gleich im Dein Rath mel und auf Erden. Du bist der bleibt für uns wunderbar. Umsonst Höchste, und dein Reich kann nie be- sind alle unsre Sorgen; du sorgteft, griffen werden. Unendlich ist die Ma- eh die Welt noch war, für unser feftät, die über alle dich erhöht, die Wohl schon väterlich; dies sei genug Kron und Zepter tragen. zum Troft. für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen für unsre Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Du herrscheft weislich, recht und gut nach heiligen Geseßen. Du pflegst nach deiner treuen Hut das Kleine werth zu schätzen. Auf Alles geht dein Augenmert, und immer ists dein liebftes Werk zu segnen, zu beglücken. 5. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über alles führeft. Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regiereft! Ich, dein geringster Un terthan, Herr, bete dich in Demutb an; o sich auf mich in Gnaden! 6. Ich bin verderbt und schuldenvoll, und auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, als ich soll; bin oft zum Guten träge! doch du bist gnädig, und voll Huld vergibst du Reuenden die Schuld; drum boff ich auch Vergebung. 4. Wie recht ist, Höchster, dein Gericht, der du die Wahrheit liebest! Wie richtig ist nicht dein Gewicht, wenn du Bergeltung übest. Du handelft stets nach Billigkeit in dieser und der fünftgen Zeit, beim Strafen und Belohnen. 7. Ich hoff es, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht und Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er versöhnet. 8. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht. Du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche Ge danken! Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele, in der Demuth Schranken; die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt, und deiner Füh rung fich ergib Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 37 5. Drum will ich mich dir überlaffen du bleibst mein höchstes Gut. Was mit allem, was ich hab und bin. Ich frag ich nach der Feinde Wuth! Nichts werfe, was ich nicht kann faffen, auf kann ja ohne dich geschehen. deine Macht und Weisheit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Güte war. Der 145. Pfalm. 6. Gib, daß dies mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud 55. und Leid. Schick alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seelen Selig feit! So preis ich einst vollkommen dich, so freu ich dein auf ewig mich. Mel. des 62. Psalms. 54. D Wunder- Gott, der alles schafft, wie groß bist du von Rath und Kraft! Den hohen Himmel sammt der Erden, und was man überall erblickt, hat deine Hand, dein Rath beschickt, desgleichen was noch erst soll werden. 2. Man spürt dich kräftig überall und groß ist deiner Werke Zahl; du ordnest Sonnenschein und Regen; du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbarkeit beruht auf deinem Wort und Segen. 3. Die Erde starrt auf dein Geheiß vor Frost, und Herr, zu deinem Preis belebt der Frühling unsre Fluren. Wenn uns ein Glücke wird gewährt, wenn uns ein Unglück widerfährt, so sehn wir deiner Allmacht Spuren. ch will, mein Gott, du König, dir lobfingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen! Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß! Wer kann seinem feurigsten Bestreben, wie groß ihn gnug erheben? wer kann mit er ist begreifen und empfinden, wer Gott ergründen? 3. Von unsern Vätern würdest du Kinder erhoben; dich werden unsrer Kinder Loben und deine Macht befingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig! wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! das preif ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm um her erschalle, die Welt von deinen Thaten widerhalle, und deine Wahrheit, deine Hulb befinge, und Preis dir bringe. dem Gemüthe, barmherzig, gnädig, 6. Der Herr ist mild, von duldenund von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. 4. Laß denn, o Schöpfer, der die Welt so fest in ihrer Ordnung hält, dir jauchzend danken. Deine Frommen 7. Jehovah, alle deine Werke sollen auch mich dein göttlich Auge leiten! wollen aus allen ihren Kräften sich Gib, daß mein Herz geduldig trägt, bestreben, dich zu erheben! was du mir, Herr, haft auferlegt; hilf dankbar sein in Gegenszeiten. 8. Sie breiten aus den Ruhm von deinem Reiche, daß keine Macht, Se5. Auch stärke meine Zuversicht, so hovah, deiner gleiche, das rühmen quälet mich die Sorge nicht, wie mirs fie, damit sie auf der Erde bewun noch künftig möchte gehen. Du bist, dert werde. 38 9. Dein Reich, o Gott, ist herrlich; ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren, und ewig wird von aller Bölter Zungen dein Lob befungen. 10. Der Herr bewahret alle, welche fallen; Jehovah hilft den Unterdrückten allen, und eilt, mit Heil die, die um Heil ihn bitten, zu überschütten. Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. 3. Du fängst an uns zu lieben noch eh wir sind, und haft nie Lust uns zu betrüben; doch nützt uns eine Laft, fo 11. Nach dir, Gott, schauen aller bleibst du mitleidsvoll, bift sorgsam, Wesen Blicke, daß deine Hand fie deinen Kindern die Bürde sanft zu väterlich erquicke; du gibst auch einem lindern, die sie nun treffen soll. jeden seine Speise, daß er dich preise. 12. Herr, du erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt, thust deine und was bedürfen; teiner sucht vergebens dich, 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, da wachte schon dein Sorgen für mich; und wie vermag mein endlicher Verstand die Wohlthat zu erheben, die du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 16. Ja, ewig will ich seinen Namen loben! von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müffe, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. Mel. Von Gott will ich nicht laffen. 56. Quell des Lebens! 13. In allen Wegen Gottes strahlet Gnade; untadelhaft sind alle seine Pfade, und was er thut, gereicht zu seinem Preise, ist gut und weise. das sich auf dich verließ, so ficher 5. Noch immer ist mein Hoffen, eingetroffen, wie mirs dein Wort 14. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten, die ernstlich ihn um seine verhieß. Du haft mir wohlgethan; Hilfe bitten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. denn deine Gnad ist größer, und machts mit mir viel besser als ichs ersinnen kann. 15. Der Herr behütet alle, die ihn lieben; die aber, die Gewalt und Frebel üben, verfolgt er, daß er sie zum Fluche mache mit seiner Rache. 4. Läff'st du mich Noth empfinden, dein Wort, Herr, tröftet mich. Durch dich muß sie verschwinden! drum hoff Sinn. Drum werf ich, was zu tragen ich stets auf dich mit findlich treuem täglich auf dich hin. mir schwer deucht, ohne Zagen, noch 6. Dein Name set gepriesen, der sich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein Herz und Mund foll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, und deiner Güte fingen jetzt und auch immerdar. 7. Du haft mir wohlgerathen und lauter Guts gethan, daß deine Liebesthaten ich nicht gnug rühmen fann. daß ich ewig dort ber fit, der an allen ärt und ganz vollfommen, mit alles deinen Frommen dich preise, Herr ,. Enden viel große Wunder thut, mein Hort. in deffen treuen Händen mein ganAus dem 9. Pfalm. zes Leben ruht: Du zählst die Mel. Valet will ich bir geben Zahl mir zu von meinen Lebens- 57. G ott! meine ganze Seele tagen mit ihrem Glück und Plagen, macht deinen Ruhm bekannt. Dir mit Unruh und mit Ruh. dank ich und erzähle die Wunder Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. Der 121. Pfalm. Mel. von Nr. 13. 58. Mein Auge fieht, o Gott, zu dir! Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Well hervorgebracht. deiner Hand. Mein Geist ist froh. Ich finge: Herr meine Luft bist du. Dir, dem ich Lieder bringe, dir, Höchster, jauchz ich zu. 2. Du fizest auf dem Throne als Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, dann rächst du ihren Spott. Du schiltst: und sie vergehen vor deinem Born, o Gott. 3. Der Herr hat zum Gerichte sich seinen Thron erhöht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, der widersteht. Ihr fühnen Sünder zittert! bereut noch euren Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; der Herr bleibt ewig Gott. 4. Der Herr regiert und liebet, was ungerecht ist, nicht. Er wägt die Welt und Die Wage finkt und steiget, wie sein Gesetz gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 5. Gott ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie traun auf sein Erbarmen, wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die sie weinen, sind dir bekannt und werth; du, Gott, versäumeft keinen, der deinen Schutz begehrt. 6. 3hr Bürger Bions! preiset, verkündet in der Welt, wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er flaget, und stillt der Wetter Wuth. 39 7. Herr! sei mir gnädig! Schaue boll Huld auf meine Noth! Du bists, dem ich vertraue, du hilfft auch selbst vom Tod. Nach überwundnem Leiden geh ich ins Heiligthum, und, fiber dich voll Freuden, erheb ich deinen Ruhm. 2. Getrost mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht. In Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein Uebel sei dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schützet dich. Durch seine treue Baterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schutz gewährt dir Sicherheit, ſein Troft füllt dich mit Freu digkeit. Er leitet dich auf ebner Bahn. und nimmt dich einst mit Ehren an. Du bist mein Heil, ich hoff auf dich. 5. Herr, segne und behüte mich! Dein Segen folg aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe dir. 59. Ne och immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab. Dein Regen, Gott, ergießet fich noch auf die Erd herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohl zu thun, und läffft noch immer jedes Land in deinem Segen ruhn. 3. Von deinem Himmel, Höchfter, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf, und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 4. Von dir gefegnet, gibt der Baum den Schatten, den man sucht und unter seiner Zweige Raum Er frischung und auch Frucht. 5. Du nähreft jede Kreatur. D Herr, wer ist dir gleich? Dein Vorrathshaus, Gott, die Natur, ist unerschöpflich reich. 40 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 6. Wem strömt sie nicht, von dir| Leben schufft, wo uns vollkommne erfüllt, Luft und Bergnügen zu? Wer Freuden fehlen, nein, sie zum beffern ist so gut, so treu, so mild, so väter- Erbtheil rufft: dein Sohn gieng auf lich, wie du? der Leidensbahn uns zum Erempel selbst voran. 5. Du zählst und segneft unsre Tage, und dieses Lebens Ungemach ist uns zum Heil gewählte Plage. Ein ewig Wohlfein folgt ihr nach. Du führst die Deinen in der Zeit durch Leiden zu der Herrlichkeit. - 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdientens auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 9. O, betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägts und dankt ihm nun! Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Nicht bloß für diese turze Zeit, Herr, hießest du uns sein. Du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freun. 11. Läff'st du uns deine Freundlichkeit schon hier so herrlich sehn: was wird in der Vollkommenheit der tünftgen Welt geschehn? 12. Noch tiefer dringt alsdann mein Blick in deine Wunder ein. O Herr, laß dies erhabne Glitc mir stets vor 61. Augen sein! Mel. Wer nur den lieben Gott. 60. Lebens, du hegst ein wahHerr res Baterherz. Kein Mensch hofft je auf dich vergebens, du siehst und linderst gern den Schmerz, wenn wir als Kinder auf dich sehn, und dich um deine Hülfe flehn. - zufrieden mein Gemüthe, Gott ist gut! was er thut, ist voll Lieb und Güte. Schane seine große Thaten! was die Welt in sich hält, ist ihm wohlgerathen. 2. Dem Fluche, der die Welt noch drücket, die ganz im Argen sicher liegt, hast du zwar schon dein Volk entrüicket, das durch den Glauben an dich fiegt. Es wird vom Heiligthum bedeckt, wenn dein Gericht die Sün- seine Macht, Tag und Nacht müssen es der schreckt. beweisen. Sonn und Mond sind laute Beugen; was sich regt und bewegt, fann es nicht verschweigen. 2. Beides, Erd und Himmel, preisen -7. 6. Wenn dein Geschöpf, liebreicher Vater, zu dir um Hülf und Nahrung schreit, so bist du immer der Berather, der es zu rechter Zeit erfreut. Du, den der Engel froh erhebt, du forgst für alles, was da lebt. 3. Allein des Lebens bange Sorgen beschweren hier noch oft ihr Herz. Oft hältst du, Netter, dich verborgen, als kenntest du nicht ihren Schmerz. Der Stolze wühlt im Uleberfluß oft, wenn der Fromme darben muß. 7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, und fern von aller eignen Wahl nach deinem Rath die Welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern Thal. Ja, Herr, mein Glaube traut auf dich. Du leitest nich recht väterlich. 4. Doch, Herr, der du der Menschen Seelen nicht bloß für diefes Se 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Grlinden, in der Höh, in der See, oder Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 41 sonst zu finden, rühmt die Weisheit seinen Willen gehorsam zu erfüllen, seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. so nimmt er selbst sich meiner an. - 5. Wie muß ich sein Lob erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben? Seel und Leib ist sein Geschenke, bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedente? 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja kein Augenblid verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank verbindet. 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen; wenn die Laft kaum gefaßt, half Gott selber tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden; seine Kraft hat geschafft, daß ichs überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon Lange Gott gethan, denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlaffen; es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht haffen. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen; denn er ist in allen Sachen groß von Rath, stark von That; er, er wirds wohl machen! - 2. Was nützen uns vom Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedeihn uns fehlt? Er hat uns Glitc und Plage, und böf und gute Tage, eh wir noch waren, zugezählt. 5. Er laffe meine Sünden vor ihm Vergebung finden, durchstreiche meine Schuld, und wenn ich zu ihm schreie, so schent er mir aufs neue in Chrifto seine Baterhuld. 6. Leg ich zum Schlaf mich nieder, meines Lebens Pflicht, irr ich auf weckt mich der Morgen wieder zu entgegen, so sei sein Wort mein finstern Wegen, eil ich dem Kreuz Trost und Licht. 7. Schein ich von ihm verlassen, so will ich mich doch fassen, und seiner Hülfe traun! und wenn ich auf der Erde nicht groß und glücklich werde, voll Glauben in die Zukunft schaun. Der 93. Pfalm. Mel. D Welt ich muß dich laffen. 48. Mel. von Nr. 18. 62. In allen meinen Thaten 63. Jehovah herrscht mit Ma laß ich rathen, der alles kann und hat! Er muß in allen Dingen, solls anders wohl gelingen, der Helfer sein durch Rath und That. jestät er gürtete sich selbst mit Allmacht an, und hat sich in der Welt ein Reich bereitet, so fest, daß nichts es je erschüttern kann. Von dem an steht dein Thron von deinen Höhn, wie sich empörte in Ewigkeit, denn ewig bist du, schauft Ströme schwellend blähn, siehst ihre Buth, die weit Verderben dräut. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie und wann er gebeut; ich lebe oder sterbe, fo bleibt mein Theil und Erbe des Himmels ganze Seligkeit. 4. Ihm trau ich in Gefahren; Er wird mich wohl bewahren, er, der da will und kann. Such ich nur 9. So sei nun, Seele, stille, dein Ruhm sei dessen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehel dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. 2. Das Weltmeer tobt; der starten Wogen Stimme braust donnernd aus 3. Was Gott für mich ersehen, den Tiefen fürchterlich; du Stärkerer das soll und muß geschehen, ist mein fiehst ruhig ihrem Grimme vom Him beschieden Theil. Drum laß ich mir mel zu; du winkst: die Wuth legt in allem, was er mir gibt, gefallen, sich. Wahrhaftig ift, was, Herr, und halt es für mein wahres Heil. dein Wort uns lehrt, gewiß, was du verspricht. Zu jeder Zeit ist deines Hauses Zierde Heiligkeit, fie nur, die dir gefällt und ewig währt. Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. Der 96. Pfalm. Der 97. Pfalm. Mel. von Nr. 33. Mel. des Psalms. 64. Erhebet Gott durch neue Lieder, voll nie gehörter 65. De er König aller Welt Harmonie! Stimmt ein, ihr Welten, schallt sie wieder, bis an die Himmel fchallet fie! Besingt den Herrn und feine Werke, lobt seinen Namen! Tag auf Tag erzählet froh, was seine Stärke und Huld zu unserm Heil vermag! ist Gott, der sie erhält. Ihr Länder fammt den Meeren, frohlockt zu deffen Ehren, der in den Himmeln thront, und in dem Dunkeln wohnt, allwo sein Stuhl besteht, und sein Gericht 42 2. Groß ist dies Heil! O, sagt mit Freuden sein Lob der Erde Völkern an! Verkündigt unter allen Heiden die Wunder, die sein Arm gethan! Der Herr ist groß und hoch zu loben; erbebt vor seinem Angesicht! bewährt ihm eurer Treue Proben! nur vor den Göttern zittert nicht! 3. Die Götter, die die Völker ehren, find Götzen ohne Sein und Kraft. Gott aber, dem wir angehören, Gott ist es, der den Himmel schafft. Vor ihm ist Majestät und Ehre, voll Stärke glänzt sein Heiligthum. Bringt her, bringt, aller Völker Chöre, dem Herrn und seinem Namen Ruhm! 4. Bringt Opfer, welche Gott gefallen, im Schmuce, der ihm wohl gefällt! fallt hin in seines Tempels Sallen! ihn fürchte heilig alle Welt! Der Herr ist König! sagt der Erde: sein Reich wird ewig fest beftehn! Sagt: über alle Völker werde sein billiges Gericht ergehn! ergeht, das keinen Sünder schont. 2. Um seinen Wolkensitz erscheinet Blitz auf Blitz, die Bösen zu verzehren, wenn sie sich nicht bekehren. Es brüllet Berg und Kluft, es glühet Erd und Luft! und alles zagt und bebt, was immer lebt und webt, wenn er den Wettern ruft. 6. Vor unsers Gottes Angesichte geht Freude, Lob und Jubel her. Der Herr erscheinet, daß er richte, den ganzen Erdkreis richtet er. Er wägt dem menschlichen Geschlechte sein Urtheil, Fromme, freuet euch! nach feiner Wahrheit, seinem Rechte, Verdienste und Bergeltung gleich! 3. Wie Wachs beim Feuer rinnt, so schmelzen auch geschwind vor seiner Allmacht Flammen die Berge selbst zusammen. Verschweigt, ihr Himmel, nicht sein heiligstes Gericht; und zeugt der Heidenschaft von seiner Gottheit Kraft, die aus den Wolken bricht!" 5. Es jauchze dir, Herr, Herr, dein 4. O schämet euch forthin, und Himmel! die Erde dank und freue brauchet Aug und Sinn, die ihr mit fich! des großen Weltmeers froh Ge- Götzen prahlet, und ihnen Opfer zah tiimmel und sein Bewohner preise let! Verehrt den höchsten Geist, der dich! Laßt alle Felder, laßt die Heer- sich als Gott erweist, und welchen den aufhüpfen! laffet jeden Hain und immerdar die demuthsvolle Schaar jeden Baum voll Jauchzens werden, der Engel felbften preift. feln Lob ertönen, sein sich freun! 5. Bekehrt, befehret euch, damit sich Zions Reich auch über eurer Reue und eurem Heil erfreue! Wenn Gott, der uns regiert, auch eure Herzen rührt, so stimmet mit uns ein, daß ihm doch ganz allein der Gottheit Ruhm gebührt. 6. Ihr, die ihr ihn nur liebt, und ihn nicht gern betrübt, vermeidet alles Erster Theil. Böse, damit er euch erlöse. Er nimmt der Seinen wahr und schützt sie wunderbar. Verfolgt sie Satans Macht, so hält er treue Wacht und zeucht fie aus Gefahr. - Von der Vorsehung Gottes. 7. Erscheint sein Freudenlicht dem Frommen heute nicht, so scheinet es doch morgen, und endigt ihre Sorgen. So stärke seinen Muth in Gott, dem höchsten Gut, so dante jederzeit dent Gott der Heiligkeit, wer seinen Willen thut. Aus dem 127. Pfalm. Mel. bes 130. Pfalme. 66. vertrauen, nicht unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bauen, immt Gott, dem wir vergebens baun wir dann! Will er die Stadt nicht schützen, er, groß durch Rath und Macht, was wird der Wächter nützen? Umsonst ifts, daß er wacht. 2. Ihr wachet spät und frühe, und est voll Traurigkeit das Brod der Sorg und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nützt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt was er bedarf, im Schlummer. ad unerwartet gibt? Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. B efiehl du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der treuen Vaterpflege des, der den 43 Weltkreis lenkt! er zeichnet Stern und Winden die abgemeßne Bahn; follt er nicht Wege finden, wo dein Fuß wandeln kann? 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dirs soll wohlergehn, und dein Werk auf ihn bauen, soll es vor ihm beftehn. Gott läßt durch Sorg und Grämen und durch selbsteigne Pein fich keine Wohlthat nehmen, fie muß erbeten sein. 3. Dein Aug, o Gott der Gnade, sieht immer ungeschwächt, was gut sei oder schade dem sterblichen Ge schlecht. Und was du dann erlesen, dein Rath fürs beste hält, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. 4. An wunderbaren Wegen fehlt dirs, Allweiser! nicht. Dein Thun ist Gnad und Segen, dein Gang ift Recht und Licht; und wenn du deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann dein Werk nichts hindern: du willst, es ist vollbracht. 5. Hoff, o bedrängte Seele! hoff und sei unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, den Kummer, der dich nagt, er wird dich ihm entrücken, erwarte nur die Zeit, bis dich mit holden Blicken sein Angesicht erfreut. 6. Auf, wehre deinem Schmerze, der Sorgen bange Nacht verfinstre nicht dein Herze! Auf! brich der Schwer math Macht! Bist du doch nicht Re gente, der alles führen soll! Gott fizt im Regimente und führet alles wohl 7. Drum, Seele, laß ihn walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dich aufrecht halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach seiner Weisheit Rath das Werk hin ausgeführet, das dich geängstet hat. 8. Und blieb der Trost auch lange, den du von ihm begehrt, und würde bir oft bange, daß er dich nicht ge 44 Erster Theil. hört: Er wird dir Hülfe senden, wenn bus am mindsten gläubft, und all dein Unglück wenden, so du ihm treu verbleibft. 9. Wohl endlich deiner Treue! du trägst den Sieg davon. Auf! daß dein Herz fich freue, schau nur den reichen Lohn! Gott gibt dir selbst die Balmen in deine rechte Hand, und du fingst Freudenpfalmen dem, der dein Leid gewandt. - Von der Vorsehung Gottes. 10. O, ende, Herr, o ende, hier alle unsre Noth, und reich uns deine Hände im Leben und im Tod! Stets laß uns deiner Pflege und Treu empfohlen sein; so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. gesättigt werde. Thau, Regen, Sonnenschein und Wind, die deiner Allmacht Diener find, erzählen deine Güte. 6. Du rufft die Wolken übers Land und tränfest mild die Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch dräut, wenn Berg und Thal erzit7. Es strömen, wenn dein Donner tern, Gesundheit, Stärkung, Fruchtbarkeit selbst aus den Ungewittern! Dann bricht die Sonne neu hervor, und aller Kreaturen Chor jauchzt und erfreut sich wieder. 8. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Dein freun des Himmels Heere sich; auch wir, o Gott, wir loben dich, und sind, wie fie, unsterblich. 9. Doch schwach ist, Vater, unser Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. 1 68. Lobt obt Gott, der uns den Dank, den wir dir findlich bringen. Frühling schafft, Gott Wir wollen unsern Lobgesang einst der den Erdkreis schmücket! der mit würdiger dir singen. Dir weihn wir allmächtig reicher Kraft das, was er unsre Lebenszeit, und sehn das Heil der schafft, erquicket! Der Herr erschafft, Ewigkeit im Geiste schon von ferne. der Herr erhält! er liebt und segnet seine Welt: Lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht, und lebt nun wieder. Es strömet jeden neuen Tag sein Segen nen hernieder. Der Wurm, der in dem 69. DE Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt und Heiter glänzt der Himmel. Gebirg und Thal und Wald erklingt von frendigem Getlimmel, und gnädig schauet Gott herab, der allen Sein und Leben gab, auf seiner Hände Werke. 4. Doch fühllos nur und unbeseelt sind Auen und Gefilde; auch haft du nicht die Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner fich, fennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ewig Leben. 5. Lobfinget ihm! er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd und Meere. Ich lob, o Gott, ich preife dich! Wo ich nur bin, bist du um mich, und bist mir Lieb und Gnade. Der 73. Pfalm. Mel. des 89. Pfalms. urch so viel Schein gestärkt, kämpft Zweifel, wie ihr wollt; Gott ist doch Israel, doch reinen Herzen hold. hatte nicht mein Herz mit sich zu streiten! Mein Gang war ungewiß, mein Fuß fing an zu gleiten. Ich hörte eifersvoll das Jauchzen stolzer Thoren, sah Frevler mit Verdruß zum Glitd allein geboren Allein wie Erster Theil. Von dem Menschen, seiner Natur 2c. 45 2. Des Todes ernster Blick, sein| Herrn auf Erden und seiner Vorsicht Schmerz erschreckt sie nie; in immer Gang und ihren Grund zu wiffen. frischer Kraft des Wohlseins blühen Umsonst! Mein Aug sah nichts in fie, von aller Müthe frei, worunter ihren Finsternissen. Menschen zagen, von Andrer Sorgen frei, und frei von ihren Plagen. Stolz ist des Halses Schmud, den sie sich umgehangen, und Frevel ist das Kleid, darin sie festlich prangen. 3. Der Körper nimmt an Fett, der Geift an Kühnheit zu, schweift in Entwürfen aus, fennt weder Maaß noch Ruh; droht alles um sich her zu drücken, zu vernichten, und will auf Andrer Noth sich seine Höh errichten; und spricht von ihr herab, und will bewundert werden; dem Himmel trotzt ihr Mund, die Zunge herrscht auf Erden. 7. Bis ich ins Heiligthum des höchsten Lehrers ging, und da mein blödes Aug ein göttlich Licht empfing. Da ließest du mich, Gott, der Frevler Ende sehen! ich sah im Schlüpfrigen den Fuß am Abgrund stehen, sah schnell sie hingestürzt, sie schnell von bir gerichtet, und schreckenvoll ihr End, und all ihr Glück zernichtet. 8. Wie das Erwachen bald des fern Schätze schenkt, so wird ihr Glück Traums Betrug vertreibt, der Bettzerstäubt. Vom Pöbel kurz vorher verehrt, gleich einem Gotte, dient dann des Frevlers Bild, Herr, deisah ich jetzt, worauf ich schier geraner Stadt zum Spotte. Den Abweg. then, als Schmerz und Eifersucht mein Herz bestürmet hatten. 4. Der Pöbel sieht ihr Glück; sucht Theil an ihrer Ruh; drängt ihnen, gleich dem Strom, der überläuft, sich zu. Sie sprechen sollte Gott herab auf Erden sehen? in seiner Höhe wohl er wissen, was geschehen? Seht diese Frevler an! Ihr Spott sind die Ge setze; doch blüthn fie ruhig hier, und häufen Schätz auf Schätze. 5. So hab ich denn umsonst gesucht, im Herzen rein, im Wandel ohne Schuld der Tugend treu zu sein! So ist des Kampfes Lohn, daß ich hier meine Tage in Angst verseuszen muß, in mehr als einer Plage! Ge- 10. Verschmachteten auch, Herr, züchtigt werd ich stets, mir bringet jeder Morgen statt Lichtes Finsterniß, statt Trostes neue Sorgen! 6. Schweig, schweig, empörtes Herz! fall nicht den Frevlern zu! Denn schlösseft du, wie sie, wie treulos würdest du an aller Heilgen Schaar, an Gottes Kindern werden? Und gleichwohl sann ich nach, den Weg des mein Fleisch, mein Herz vor Leid; doch bleibst du hier mein Fels, mein Theil in Ewigkeit! Die treulos von dir fliehn, nach andern Göttern sehen, den falschen Buhlern gleich, wie werden sie vergehen! Zu dir halt ich mich, Gott, das soll mein bestes heißen, nur dir will ich vertraun, und deinen Namen preisen! 9. Doch hatte der Verdruß fast die Vernunft verdrängt; ich war ein Vieh vor dir, das nur am Anschein hängt! Nun bleib ich stets bei dir! du faffeft meine Hände, führst mich nach deinem Rath zu der Verklärten Ende! Was würde ohne dich mir selbst der Him mel werden? Nichts, nichts gelüftet mich, Gott, außer dir, auf Erden! 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Bater, riefft mich aus dem Nichts 70. Dein ein bin ich, Gott, dein zum frohen Anschaun deines Lichts. ist mein Leben! Wie 2. Wie viel hab ich dir zu verdantröstlich ist mein Ursprung mir! Du ken, Herr, der du mich bereitet haft! haft den Odem mir gegeben, mein Als mich die engen finstern Schranaanzes Weien kommt von dir. Du, ten des ersten Daseins noch umfaßt, 46 Erster Theil. Von dem Menschen, da war dein Auge über mir, da lebt| zer Leib, erbaut von dir, sammt einem ich, Höchster, nur in dir. jeden Sinn an mir, beweiset deine Größe. 8. Du gabst mir die vernünftge Seele, die nur so lang im Fleische lebt, bis fie, daß ihr kein Wohlfein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du haft mir Sinnen und Berstand, Begierd und Wollen zuge2. Haupt, Aug und Ohr, und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so tünstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe und alle Glieder sagen mir, ich sei, o Gott, ein Wert von dir, ein Wert von deiner Weisheit. wandt. 4. Wenn ich auf meinen Körper fehe, den du so tunstvoll ausgebildt, so wird, o Bater in der Höhe! mein 3. Wie biegsam, wie gelentvol Herz mit Ehrfurcht ganz erfüllt. Ein schließt, den Thoren zu verdammen, jedes Glied, ein jeder Sinn reißt mich zu deinem Lobe hin. ders läugnet, daß ein Schöpfer ist, sich Glied an Glied zusammen! Wie meine Seele spät und früh des Leibes willig, Herr, gehorchen sie, wenn 5. Durch deiner Vorsicht gnädigs Balten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich bis hierher noch erhal- Dienft verlanget. ten, so daß der Tod vorüber ging. 4. Ach, hättest du mein Auge nicht Ich stehe noch und preise dich. Herr, so meisterlich bereitet: was nützte deine Rechte schützet mich. mir der Sonnen Licht, ihr Glanz, 6. Ich bin nicht werth der großen vor mir verbreitet? Dann säh ich Güte, die du, mein Gott, an mir nicht, mit welcher Pracht du, Herr, gethan. Beschämt empfindet mein durch deine weise Macht, was du Gemüthe die Schuld, die ich nicht erschaffen, schmückest. läugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, vielfältig Leib und Seel befleckt. 7. Ja, Herr, ich habe meine Glieder zu Sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in Demuth nieder; vergib, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, Vater, nicht vor dir! Schaff selbst ein reines Herz in mir! 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tugend sei. 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder; vollend ich dieses Lebens Lauf: o Gott, so richte du mich wieder verherrlicht aus dem Staube auf. Dein ewges Leben sei mein Theil, so preif ich ewig dich, mein Heil! 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören, und empfinden, und reden Beten will ich an, Gott sehen und empfinden. Mein Mund sei voll von deinem Dank! Mein Herz vernimm den Lobgefang der ganzen weiten Schöpfung. 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt sie auf, damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag, Herz! Entflamme mich, o Blut! daß ich den Höchsten preise. dich, wenn ich die Sinne brauche, 7. D, pries ich, Höchster, immer geh, lieg und ausruh, oder mich bewege, athme, hauche! Gib, daß mein Leib ein Tempel sei, worin dein ich ewig dein mich freu! und daß Geist stets wohne Mel. Allein Gott in der Höh. 15. ott werde stets bon 71. Dir, Gott, fei Preis und Dant gebracht! Dich 72. rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Mein gan- dir erhoben, du, deines Schöpfers seiner Natur und Bestimmung. Bild, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Er schuf mich ja, sein Bild zu sein, ihn einst zu 47 erwägen, mit welcher Güte du mich liebst! Möcht ich mit allen Kräften dein, dein mit Verstand und Willen fein. 3. Anmuthig, prächtig zum Ent zücken, ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich Urquell der Vollkommenheit! von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Seligkeit. Bin ich vereinigt, Herr, mit dir, was brauch ich noch? was fehlet mir? schaun, mich sein zu freun. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch 73. Wa as ist vor deinem Anist der sonnenreiche Himmel gedanken- Gott, daß du sein gedenkst, und einen gesichte der Mensch, los und unbeseelt; und mir, dem Thone seiner Hand, gibt er Empfin- Strahl von deinem Lichte auf ihn, dung und Verstand. den Staub, hernieder senkst! Was bald zerfallner Erdentloß. ist er, wär er noch so groß? Ein 2. Du sahest an den Menschenkindern den schweren Fall schon vor der Zeit; und dennoch hast du diesen Sündern aus göttlicher Barmherzigfeit unzählig viel zu gut gethan, ja mehr, als jemand faffen kann. 4. Für Geister nur und nur für Seelen, die zu den Geistern Gott 3. Du hast den Leib, obschon aus erhob, sind sie so herrlich! Sie erzäh- Erde, doch wunderbar und schön ge len nur ihnen meines Schöpfers Lob. baut, daß er der Seele würdig werde, O Seele, jauchze, daß der Ruf der ihm Sprach und Sinnen anvertraut. Mmacht dich zum Geifte schuf. Du haft ihn selbst zum Herrn der Welt, dem alles dienen soll, bestellt. 5. Gott, ich kann denken! Ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Art; groß, mannigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr. 6. Ich kann sie sammeln und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich empfinden, weit unterschieden von der Welt! Zu tausend Thaten hab ich Kraft; wer gibt sie? Gott, der alles schafft! 4. Du haft ihm noch viel mehr geschenket, du gabest ihm zum bessern Theil die Seele, welche will und den fet, und ihr hast du ein ewges Heil, noch ehe sie nach dir gefragt, in dei nem Worte zugesagt. 5. Drum laß es mich stets wohl bedenken, was du, o Gott, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schenten kann, damit sie beide nach der Zeit dich preisen in der Ewigkeit. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch, das ist, Vater, meine Schuld, vergib fie mir nach deiner Huld. 8. Wie wundervoll ist das Bermö- 7. Doch wenn erhöhet von der gen, Gott, das du meinem Willen Erden, im Himmel, deiner ewgen gibt. O, möcht ich es doch stets Stadt, dich Leib und Seele schauer 6. Und nimm indeß sie alle beide, Allmächtiger, in deinen Schuß, fo bieten wir in allem Leide, mit dir auch Welt und Satan Truß. Wenn wir in deiner Gnade stehn, so muß es uns stets wohlergehn. 48 Erster Theil. werden, von deinem Licht stets froh Mel. Nun danket alle Gott. 9. und fatt: so sollen sie auch beide dich 75. Qllmächtig großer Gott! rühmen Wer kann dich gnug Der 8. Pfalm. erheben? Du gabst der ganzen Welt ihr Dasein, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd Mel. von Nr. 16. 74. unfer Gott, wie voll und Himmel hegt, hat deine Hand gebaut, die jetzt noch alles trägt. ist deiner Ehren, was lebt und webt in allen Land und Meeren. Es reichen selbst die Himmel nicht so weit und nicht so hoch, als deine Herrlichkeit. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre, und woll test, Gütigster, daß ich dein Bildniß wäre; drum haft du auch den Geift, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 2. Der Säugling muß schon deine Fürsicht preifen. Ein schwaches Kind fann deine Kraft erweisen. Sein zarter Mund bezähmt den frechsten Feind, der deiner Macht noch troßet und verneint. 3. Ich seh erstaunt die Größe deiner Werke, die ich zur Nacht am Himmelsbau bemerke, wo du des Monds und aller Sterne Licht sammt ihrem Lauf so weislich eingericht't. 3. O welch ein großer Zweckt, dazu. du, Gott, mich schufest! wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich sein, ist unser größtes Glück. O, wohl mir, wenn ichs bin! Hilf mir zu diesem Glück. 4. Was ist der Mensch, daß du noch sein gedenkest; daß du ihn suchst und als dein Kind beschenkest; daß er so theur in deinen Augen ist, und daß du selbst sein wahrer Vater bist! 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Be streben in allem meinem Thun, sei dies, o Gott, allein, daß ich auch so, wie du, gefinnet möge sein! 5. Wie heilig ist der Schmuck, der ihn bekrönet! Wie hoch die Macht, womit du ihn belehnet! vermißt er gleich für eine kurze Zeit auf dieser Welt der Engel Herrlichkeit. 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beifall gibt, was du uns Und selbst gelehrt. 6. Du schaffeft nichts, das ihm nicht dienstbar werde. Er ist dein Bild und König auf der Erde. was ihr Schooß nur immer zeugt und trägt, das hast du, Herr, ihm untern Fuß gelegt. 7. Das zahme Vieh in Triften und in Feldern, das freie Wild, das in Gesträuch und Wäldern durch Thäler irrt und auf Gebirgen klimmt, ist alles ihm zum Eigenthum bestimmt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüfte zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, ders üben will, auch gern behülflich sein. 7. Gib, daß ich so, wie du, ein 8. Der Vögel Schaar, der Sänger Freund der Menschen werde, dem Chor in Lüften, der Fische Heer in Wohlthun Freude macht, der KumFluß- und Wasserklüften und was mer und Beschwerde dem Nächsten sich nur im Meere nähren kann, ist gern erspart, dem Nächsten gern verinsgesammt den Menschen unterthan. füßt, und wo er helfen tann, zum: - 9. O unser Gott! Beherrscher aller Machten! wie herrlich ist dein Name doch zu achten! Wie heiliglich wird deine Majestät so weit verehrt, als Erd und Himmel geht. Von dem Menschen, — Helfen willig ist. 8. Wie weit bin ich noch fern, o Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch seiner Natur und Bestimmung. 49 im Guten ähnlich bin. O, bilde du Mel. Es ist das Heil uns kommen.-6 mich ganz nach dir und deinem Sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein, und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Güte freun! Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. 76. Ich sch bin, o Gott, dein Eigenthum. Du schufft mich, dein zu sein; mein ganzes Leben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den vernünftgen Geist, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit. ihrem Preise reizt mich hier selbst Zu jede Jahreszeit. 5. D, mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei ftets deiner Ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot. Ihm ist nicht Last, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam bir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut, Du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bift sein Troft und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, bir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 77. Wie wichtig ist doch der Herr gegeben; Gott, als uns deine Beruf, den uns der Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. hier. Laß mich dies nie vergessen! 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur 4. Und ich, ich sollte fühllos sein? zur Wallfahrt zugemessen? Nur we Wie viel an Zeit, Herr, hast du mir Ich rühmte dich, Herr, nicht? Einnig Zeit. Ist die vollbracht, so wird Herold deines Ruhms zu sein, bleibt der Erde Gut und Pracht auf ewig meine größte Pflicht. mir vergehen. lichkeit mich stets vor Augen haben. 5. Drum faß des Himmels Herre Laß mich in meiner Prüfungszeit um nicht entfliehn, am ersten und mit jene beßren Gaben, die mir im Tode Erust bemühn, damit ich nicht einft darbe. liebt, und deines Sohns fich freuet; 6. Ein Herz, das dich, o Bater! das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein deiner Güte freun, und einst dein folches Herz, das wird allein sich ewig Antlitz schauen. 7. Und solch ein Herz das wollft damit ich könne auch schon hier nach du mir, Gott, aus Erbarmen geben, den Gesetzen leben, die selbst im Him mel giltig find; bis ich als bein be währtes Kind zu deiner Freude gehel 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszelt nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligteit mein ganz Bestreben sein. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir, Gott, droben, da ift der Ort, wo deine Hand das Glüd Ende nimmt. Hier sind wir nur von uns aufgehoben, das nie ein traurig dir beſtimmt, uns dazu anzuschicken. 3. D, laß mir doch dies große Ziel durch nichts verrücket werden! was hilfts, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Luft gewinn', wenn ich reich zu erben? dabei nicht tüchtig bin, dein Himmel 4 50 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen Flüchtigkeit des Lebens. und der daher rührenden Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. D u, der kein Böses thut, du schufft den Menschen gut. Du, Höchster, gabft ihm Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschulb Ruhm? Ach, wir dein Eigenthum, wie tief find wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist tein Unterschied. Dein Auge, Höchster, steht auf alle Menschenkinder, und sie sind alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren follte, nur was dein Wille wollte, mit freubenvollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Fleisch sind wir von Natur. Uns rithren, leider! mur die Güter dieser Erden, bie nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. 6. Dir folgen, dünkt uns 3wang. Des böfen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? du uns doch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wiederum auf Erden dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. 79. Mel. des 38. Pfalms. Jitter esu, Arzt todtkranter Seelen! Wills uns fehlen an Erfenntniß eigner Noth, so daß wir die Laft der Sünden nicht empfinden, ruhig bei dem nahen Tod: 2. Ach, so gib Gefühl von innen, mach die Sinnen lebendig und auf geweckt; bis die gräuelvolle Höhle unfrer Seele sich bei deinem Licht entdeckt. 3. Unfrer Sünden Meng und Größe, unsre Blöße, zeiget dein Ge set uns an; so daß wir nach dir uns sehnen, und mit Thränen zu dir, Arzt der Seele, nahn. 4. Dein Gesetz spricht: heilge Triebe, eine Liebe, welcher nichts an Stärke gleich, widmet Gott dem Allerhöchsten, euren Nächsten sollt ihr lieben, so wie euch. 5. Aber, ach! wer tanns verhehlen? Hier wills fehlen, ach, das Herz ift Haffes voll, und wie die Erfahrung zeiget, abgeneiget von dem, was es lieben soll. 7. D Herr, was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nachzujagen. 6. Jesu, ach, ach trag Erbarmen mit uns Armen, Seelen- Arzt, der heilen kann. Zünde bei uns allzus 8. Wohl dem, der sie gewinnt. fammen reine Flammen deiner Lieb Gott, so verderbt wir sind, so willft im Herzen an. Erster Theil.- Vom Fall und von der Verborbenheit zc. 51 Mel. von Nr. 79. 80. Nch! 3. Hilf mir durch den Geist der ch! was bin ich, mein Gnaden von der angeerbten Noth! Erretter und Vertreter, Heile meiner Seele Schaden durch bei dem unsichtbaren Licht! Sieh, ich des Mittlers Kreuzestod! Tilge alle lieg in meinem Blute, ja das Gute, meine Sünden! Laß mich vor dir so ich will, das thu ich nicht. Gnade finden! 2. Ach! was bin ich, mein Erlöfer! täglich böser find ich meiner Seelen Stand! Drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu eile, komm und reiche mir die Hand. 3. Von Geburt bin ich ein Sinder und nicht minder sträflich durch gehäufte Schuld. Doch ich kenne dein 5. Schaffe denn ein reines Herze Erbarmen, hilf mir Armen, groß ist ich nicht mein Heil verscherze. in mir, daß beine Gnad und Huld. Laß widerstehen, und auf deine der fündlichen Begier mich mit Nach 4. Ach! wann wirst du mich erhebruck ben zu dem Leben, das erst recht ein Leben ist! Demuth kann dich bald Hülfe sehen. bewegen, daß dein Segen sich zu meinem Heil ergießt. 5. Zuflucht der betrübten Herzen! Angst und Schmerzen setzen meiner Seele zu. Sieh, wie mich die Sünden quälen, Arzt der Seelen, schaffe meinem Herzen Ruh. 6. Herr, errettemich vom Fluche, fieh, ich suche dich von nun an demuthsvoll. Sprich zu mir, daß ich im Sterben nicht verderben, sondern ewig leben soll. Mel. 3euch mich, zeuch mich. 81. err! du kennest mein Verderben. Ach! es regt in meiner T Brust, wie bei allen Adamserben sich noch immer böse Luft, die mein Herz, Herr, von dir neiget, und 4. Deinen Willen hier auf Erden ich dazu füchtig werden, mußt du zu vollbringen wird mir schwer. Sell selbst von oben her mir dazu die Herz erneuen. Kraft verleihen, und mein fündhaft viel böse Thaten zeuget. 2. Wie verderbt sind meine Wege! Wie verkehrt mein eigner Sinn! Ich empfind es, Gott, wie träge ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird bom Hang zum Bösen mich doch wieberum erlösen? 6. Unter Wachen, Beten, Ringen, hilf mir selbst mein Fleisch und Blut unter deinen Willen zwingen; denn dein Wille, Gott, ist gut. Was nicht kann dein Reich ererben, laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sünd in mir sich regt. Hilf mir selber muthig kämpfen, alle böse Lüfte dämpfen. 8. Sollt ich etwa unterliegen, s so hilf mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich siegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Hän den gut und selig möge enden. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 8 roßer Gott! Erhabnee Wesen, das, voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen, ach! was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ erwäge, und was ich bin, überlege: Dwie 4* 52 Erster Theil. Vom Fall und von der Berdorbenheit zc. du aus Gnaden der Seele tiefen Schaden. 2. Des bösen Herzens Grund wird oft durch Thaten tund, die mich vor dir verflagen, und mein Gewiffen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, wer wird mir Rettung schaffen? - dürftig und wie klein muß ich mir nicht selber sein? 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde drilden, leider! mein Gemüth; machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Bater flieht. Tausend Mängel, tausend Flecken schänden mich zu meinem Schrecken, und in der verderbten Brust regt sich täglich böse Luft. 3. Was ich Gutes an mir habe, ift von deiner Vaterhand. D, wie manche gute Gabe haft du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zuriid, was dein, ach, was würd mir übrig sein? 4. Doch die Menge deiner Gaben tlagt nur meinen Undant an; weil ich sie oft ganz vergraben, oft damit nur groß gethan; oft voll Leichtsinn fie verschwendet, und zu Sünden angewendet. D, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt; doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Batergüte, und mein tief beschämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach! erhalte selbst die Triebe treuer Dant7. Meine Kräfte, meine Glieder find zu deinem Dienft bereit! Herr! ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und Leiden, sei der Gipfel meiner Freuden! Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. 83. Mein Gott, dir ist be wußt die innre böfe Luft, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht ergründen. O heile 3. Ich habe wider dich, den Nächsten, und auch mich vielfältig, Herr, gehandelt; ich bin den Weg gewandelt, der Menschen von dir wendet, und sich mit Schrecken endet. 1 4. Ein jegliches Gebot zeugt wider mich und droht, weil ich, dies schlägt mich nieder, nur gar zu oft dawider gedacht, gethan, gesprochen, und dei nen Bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir. Hilf, Herr, erbarmend mir! Erneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du, o Herr, erlöfen? barkeit in mir. Bater! laß das 84. schwache Lallen meines Lobes dir gefallen. Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 6. Drückt mich der Sünde Joch gleich mächtig, so bleibt doch weit mächtger deine Gnade. Wie groß auch nur mein Schade, so kannst du ihn doch heilen, und Leben mir ertheilen. 7. Hat sonst des Fleisches Macht in mir ihr Werk vollbracht: so gib mir Lust und Stärke, daß ich nur gute Werke beschließe und vollbringe, und ewig dir lobfinge. Mel. des 51. Pfalms. 84. D DEN der Mensch ursprünglich ist, der ewgen Gottheit Kraft und heilger Wille, die Allgenugsamkeit unb Gottesfülle, die immerfort mit reinen Strömen fließt, die anders nichts, als was sehr gut, gemacht, Erster Theil. Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. 53 3. Da wall ich hin, da wartet hat auch den Menschen gar nicht mein das Anschaun Gottes, oder Pein. Ach Gott, mein Heil und Antlitz schaun. mein Vertraun, laß mich dein selig bös erschaffen; nein, ihn zu Gottes Bild hervorgebracht. Wie könnte sonst der Herr das Böse strafen? 2. Gerechtigkeit und wahre Heiligfeit, das war von Gottes Ebenbilde, der schöne Glanz, womit Gebein durchängstigt dein gewaltig 5. Ich zittre, Herr, und mein Dräun! Denn denkst du ins Gericht bir bestehn? er gut und milde die Seele schmücte, gehn, wer kann, wer kann vor die er sich geweiht. Es sollt der Mensch im Licht den Schöpfer fehn, das ganze Herz in Liebe zu ihm neigen, mit ihm vereint in ewger Wonne stehn, und so an sich den Ruhm der Gottheit zeigen. 4. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir, wie Gras, so blühn und welten wir: das machet unsre Miffethat, die deinen Zorn entzündet hat. 4. Wo find ich Heil? Hier ist kein Gutes mehr. Denn ich vermag mit allem meinem Dichten jetzt von Natur nur Böses auszurichten, bin unbequem zu meines Schöpfers Ehr. Ach hilf, mein Gott, und mach mich wieder neu, durch deinen Geist, durch Licht und Kraft von oben: daß ich mit deinem Bild gezieret sei, und dich, o Lebensquell, mög ewig loben. 6. Ach zürne nicht auf deinen Knecht, und Gnade, Gnad ergeh für Rechti Versöhner, Gottes Sohn, mein Heil, sei meine Zuflucht, sei mein Theil. 7. Auf daß ich klug sei, lehre mich der Tod, daß ich nichts fürcht, als dich. Dann leb und sterb ich dir allein, im Leben, Gott, im Tode dein. 3. Ach! aber ach! ein unglückselger Fall, durch Satans Lift und Bosheit angerichtet, hat gar zu bald dies große Gut zernichtet, und Sünd und Tod herrscht jebund überall. Es ist das Gift der Wurzel zugeflößt: Drum 86. kann der Stamm mit allen seinen Zweigen, nun ganz verderbt, von S innrer Kraft entblößt, auch weiter nichts als bittre Früchte zeigen. Wire ie fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit: wer denkt doch wohl an jene Stund von Herzensgrund? Kaum spricht davon der träge Mund. 2. Das Leben ist ein eitler Traum; so nichtig, als ein Wasserschaum, der, wenn er sich jetzt stolz erhöht, gar nicht besteht, und eh man es noch denkt vergeht. Aus dem 90. Pfalm. Mel. von Nr. 13 85. Mie ein Geschwätz des Tags verfließt die Beit, die mir geliehen ist. So rauscht vorbei ein schneller Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. Ewigkeit, die 2. Die ergreift mich nach durchlebter Zeit: Ewigkeit 4. Du kommst, Weltrichter, Gottes ich, wenn sie kömmt, sei was ich sei, Sohn! Bald kommst du und mit dir dein Lohn. Ach! gib, daß ich mich ein Sünder, oder Gott getreu. 3 Nur du, mein Gott, du bleibeft mir das, was du bist, ich traue dir; und fallen Berg und Hügel hin, so bleibt mein Sinn getrost, wenn ich bei Jefu bin. 54 Erster Theil.- Vom Fall und von der Berdorbenheit zc. jeden Tag bereiten mag auf jenen| mein! das soll allein mein Troft im letzten Glockenschlag. 5. Was hilft die Welt in jener Noth, Luft, Ehre, Reichthum in dem Tod? Mensch! das alles merkest bu, fieh dann wohl zu, sonst kommst du nicht zur wahren Ruh. 6. Weg, Eitelkeit! der Thoren Spiel! Das höchste Gut sei stets mein Biel! Was ewig bleibet, finden wir gewiß nicht hier, wir findens, Jefu, nur bei dir. 7. Damit ich dich verklärt einst seh, und froh vor deinem Throne fteh, fo lehre du, mein Heiland, mich und Mel. von Nr. 86. ott hab ich alles heim87. Sott gestellt. Er thue, was ihm wohlgefällt, zum Tod und Leben gleich bereit, wie er gebeut, vertrau ich seiner Gültigkeit. 2. Auch meine Zeit kommt, wenn Gott will, ich warte drauf und bleib Aia. Gut ist mir, was sein Rath erwählt, der nimmer fehlt. Er hat auch meine Haar gezählt. 3. Was ist die Welt? ein Jammerthal. Es wartet auf uns überall in unsrer kurzen Lebenszeit manch Herzeleid. Der Mensch lebt immer dar im Streit. Mel. Welt ich muß dich lassen.- 49. gib, baß ich nichts so begierig such, 88. Die Herrlichkeit der Erden als dich. Staub und Asche werden und nichts bleibt ewig stehn? das, was uns hier ergetzet, was man für ewig schätzet, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen, als Tand und Eitelkeit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 3. Was hilft uns unser Wissen? Wirds, wenn wir sterben müssen, ein großer Vorzug sein? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wäre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh gewinnen, was unser Fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besitzen, uns vor dem Tode schützen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? 5. Was sind die Lebensfreuden? Wie bald folgt Angst und Leiden und Reu auf den Genus? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht zulett verschwinden muß? 4. Zuletzt ruft dann doch Gott dem Tod. Er tommt und endigt unsre Roth. Sint du, o milder Leib, hinab, ins ftille Grab, dort wischt mir Gott die Thränen ab. Tod und Leben sein. 8. Der schon in dieser Prüfungszeit so oft mein schmachtend Herz erfreut, gönnt meinem Leib auch einen Blick, und ruft zum Glüc, zum Leben meinen Leib zurück. 5. Wenn mich die Sünde schon auficht, o so verzag ich dennoch nicht; es gab ja mein getreuer Gott bei meiner Noth den Sohn selbst für mich in den Tod. 9. Ich werde dann von Angesicht Gott schaun in jenem sel'gen Licht. Welch unaussprechlich große Freud ist mir bereit't! Gott sei gedankt in Ewigkeit! 6. Was sind selbft alle Thronen? Gibt es wohl irdsche Kronen, die unverwelklich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur dich bedecken? die Krone dich dem Tod entziehn? 6. Heil mir! daß mein Herr Jesus Thrift für meine Schuld gestorben ist; nun lebt und herscht er mir zu gut; der Höllen Glut löscht sein vergoßnes theures Blut. 7. Dem sterb und leb ich allezeit, 7. Wie, wenn die Sonn aufgehet, von dem mich auch der Tod nicht die Rose bliihend stehet in ihrer scheid't. D, sein bin ich, und er ist schönsten Zier, und doch verwelkt fich Erster Theil. beuget, eh sich der Abend blithen und verwelfen wir. - Von der Erlösung der Menschen zc. 55 neiget; so| Haus gebracht. Man scheidet von den Seinen, die hülffos uns beweinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 10. Dies laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenken, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, da sie mit ihrer Luft vergeht. 8. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, noch eh wir Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre, inzwischen wird die Bahre vor unser 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt. 89. W Mel. Jefu, meine Freude. ort aus Gottes Munde! Wort vom FriedensBunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, ließ dich Gott erschallen! du bist unser Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! gute Botschaft, uns zum Leben von Gott selbst gegeben! 2. Was dein Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. vor der Zeit uns allen, Gott, bestimmet hat: 90. D urch Adams Fall ift was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Rath. Daß dein Eid dich nicht gereut, seigst du nun; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. erst verderbt der Menschen Thun und Wesen. Dies Gift ist auf uns fortgeerbt. Wir wären nie genesen; wär Jesu Heil nicht unser Theil. Denn wie so tiefe Wunden! Ach, 3. Alles ist vollendet, Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus, der sein Leben wollte für uns geben, stellt sich wirklich dar, ja er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht, und lebt in Ehre; ach erwünschte Lehre! Mund, lieblich ihre Füße, ihre Leh ren süße. Welch ein theurer Bund! Gottes Huld trägt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erhöret. 5. Auf! und wehrt den Schmerzen! fommt, ihr, deren Herzen das Gesetz zerschlug; kommt zu deffen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Tod versöhnt euch Gott! Gott, der euch als Bater liebet, und die Schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Chrifto mich vertrauen, und in ihm mich freun. Ihm nur will ich leben, ihm mich ganz ergeben, ewig treu ihm sein. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben. 4. Da uns Strafen drohten; was titr frohe Boten! troftreich ist ihr 56 Erster Theil. - Von der Erlösung der Menschen Neid empfunden. 8. Du wolleft, Herr, von meinem Mund dein heilges Wort nicht neh men; so weiß ich, läßt dein theurer Bund mich, Sinder, nicht beschämen. Der Sünden Schuld deckt deine Huld! nur ihr will ich vertrauen. Wer ihr vertraut, auf sie fest baut, der wird den Tod nicht schauen. 2. Seit Satan ihn dahin gebracht, daß er fredh abgefallen: so herrschet mit tyrannscher Macht die Sünde in uns allen. Uns dritckt der Tod. Wort den Himmel aus der Ferne, 9. Mir zeigt schon jetzt dein heilges In solcher Noth beschloß Gott, uns zu geben den eignen Sohn zum Gnadenthron, damit wir möchten leben. denn dies Licht führt zu Chrifto fort, dem hellen Morgensterne. Bricht der nun an, so faffet man alsbald die hohen Gaben, die Gottes Geift auch uns verheißt, so wir nur Glauben haben. THE jeder hat in Adams That des Satans 3. Warf uns denn eine fremde Schuld in Adam alle nieder: so bringt uns eine fremde Huld in Christo alle wieder. Und wie wir all in Adams Fall des ewgen Todes starben, so rettet Gott durch Christi Tod, die 91. sonder ihn verdarben. Mel. Freu dich sehr, o meine. 29. Ege Liebe, mein Gemüthe Blick 4. Gott hat uns seinen Sohn ge- in den Abgrund deiner Güte; send schenkt, da wir noch Feinde waren, ihm einen Blick zurüd, einen Blick der ist für uns ans Kreuz gehenkt, erstanden, aufgefahren. Tod und Gericht trifft uns nun nicht, so wir ihm nur vertrauen. Fest steht dies Wort! Wem mag hinfort noch vor dem Tode grauen! voll Heiterkeit, der die Finsterniß zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe! daß du dich erbarmet hast, und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rath gefaßt, der verdammnißwerthen Welt durch Sohnes Sterben Gnad und Freiheit ein theures Lösegeld, durch des eignen 5. Er ist das Licht, der Weg, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Kraft, sein ewges Wort, zum Heiland uns gegeben. Feind zum Truß umgibt sein Schutz uns alle, die wir glauben. Er ist der Hirt, die Seinen wird aus seiner Hand nichts rauben. voller Huld und Freundlichkeit! welcher 3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen, und Hülfe beut. Liebe, die des Sohns uns hülflosen Armen Gnade, Troft nicht schont, der in ihrem Schooße 6. Der Mensch ist gottlos und verwohnt, um die Sünder zu erretten flucht, und wird zuletzt zum Spotte, aus den schweren Sündenketten. der solchen Trost bei Menschen sucht, und nicht bei seinem Gotte. Denn wer sich will ein andres Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Feinds Gewalt und arge Lift erschrecken. Dem 34 erwerben. eine Ordnung auch bestimmt, daß sich 4. Doch du haft, o weife Liebe, jeder darin übe, der am Segen Antheil nimmt; wer nur an den Mittler gläubt, und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, fann nie zu Schanden 5. Da du keinen zum Verderben werden. Wohl, wer auf diesen Fel- ohne Grund verbannet hast, tragen fen baut, trifft ihn schon hier auf Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Erben viel Angst und Müh; hab Bosheit Laft. Wer nicht glaubt an deis ich doch nie den Menschen fehen fal- nen Sohn, der hat Fluch und Tod zum len, der sich nur fest auf Gott ver- Lohn, sein muthwillig Widerstreben läßt. Gott hilft den Seinen allen. schließt ihn aus vom Seil und Leben. und dem Erlöser überhaupt. 57 Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Ewig fei mit Dant befungen, zen schaun; da findet sich zu aller was bein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen heilgen Rath, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein. Richte felbft mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen möge: ich sei auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hiec schon mit Bertrauen meinem Heil entgegen sehn; alsdann werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn; feine Creatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hano entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. - 7. Mel. Wer nur den lieben Gott h 92. habe nun den Grund gefunden, Hoffnung ewig hält: Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt: Ein Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel 2. Es ist das eroige Erbarmen, das alles Denken übersteigt: Es find die offnen Liebesarmen, des, dec sich zu dem Sünder neigt; er geht nicht mit uns ins Gericht, und will den Tod des Sünders nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen seint deßwegen tam sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel siegreich ein. Nun ruft sein Wort und Geift uns zu: Kommi her zu mir, bei mir ist Ruh. 6. Wird alles andre mir entriffen, was Leib und Seel erquicken kann; muß ich des Lebens Freuden missen, und nimmt kein Freund sich meiner an; scheint die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Ich kann in meinen besten Werten, wenn ich noch so behutsam bin, gar manchen, manchen Fehler mera fen; o, toie fällt aller Ruhm dahint doch bleibt mir noch der Troft bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; Ec wird gewiß sein Wort erfüllen, er, der die Seinen nicht vergißt; fte währet ia in Ewigkeit, die göttliche Barmherzigkeit. 4. O Abgrund, welcher unsre Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, da findet kein Verdammen statt; weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang ich hier auf Erden bin; der Gnade Gottes will ich trauen; fällt alles andre gleich dahin, so fing nach der Barmherzigkeit. Dank und Ehre bringen, von Herzen seines Heils uns freun, mit Lieb und Luft ihm singen, Wer faßt die große Wunderthat, was Gott an uns gewen det hat, wie theur er uns erworben! 2. Vom Teufel hart verstrickt war ich todt, elend und verloren. Stets quälte meine Sünde mich; verderbt war ich geboren. Ich sant auch immer tiefer drein, that niemals Gutes, war allein von Sünde ganz beseffen. 3. Gott jammerte von Ewigkett mein Elend ohne Maaßen. Er dachte der Barmherzigkeit, mir wollt er helfen lassen! zu mir wandt er sein Vaterherz, zu heilen meiner Wunden Schmerz, ließ ers sein Bestes foften. 4. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit kommt, zu erbarmen! Éil, 5. Darein will ich mich gläubig sen- meines Herzens werthe Kron! sei bu fen, dem will ich mich getroft ver- das Heil der Armen! Hilf ihnen aus traun, und wenn mich meine Sünden der tiefen Noth! für sie entwaffne de tränken, nur bald nach Gottes Her- den Tod, und laß sie mit dir leben. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 93. Nun, Christen, laßt uns fröhlich Gott 58 Erster Theil. 5. Der Sohn, der ihm gehorsam war, erschien nunmehr auf Erden, als eine Jungfrau ihn gebar. Mein Bruder wollt er werden, hielt heimlich seines Arms Gewalt, und ging einher in Knechtsgestalt, des Satans Reich zu stürzen. - Von der Erlösung der Menschen 6. Er sprach zu mir: Halt dich an mich! Es soll dir jetzt gelingen. Mich selber geb ich ganz für dich, will mächtig für dich ringen. Denn ich bin dein und du bist mein. Auch du sollst, wo ich bleibe, sein. Uns foll der Tod nicht scheiden. 7. Bergießen wird man mir mein Blut, voll Grimms mein Leben rauben. Gern leid ich alles dir zu gut. Das halt mit feftem Glauben. Dein Leben, Sterblicher, ist mein, und mein Berdienft ift, Sünder, dein. So bist du selig worden. 8. Den Himmel nehm ich wieder ein, und scheid aus diesem Leben. Da will ich stets dein Meister sein, und meinen Geift dir geben, der dir in Trübsal Troft gewährt, dich, wenn er mich in dir verklärt, in alle Wahrheit leitet. 94.0 国 空 Mel. Herr Chrift, der ein'ge Gottes. Christe, Eingeborner, von Ewigkeit gezeugt! Des Baters Auserkorner, zu dem sein 2. Für uns ein Mensch geboren, der teuschen Jungfrau Sohn, wie Gottes Eid geschworen, erfittft du Qual und Hohn; starbst, daß wir leben möchten, erhubst uns zu Gerechten und Erben deines Reichs. 3. Gib stets in reicherm Maaße Erkenntniß deines Heils, daß feiner je verlaffe die Wahl des besten Theils. Laß uns im Glauben bleiben, durch ihn zur Lieb uns treiben, und zu der Luft an dir. 9. Was ich gethan, was ich gelehrt, das sollst du thun und lehren; daß Gottes Reich sich stets vermehrt zu seines Namens Ehren. Nur hüte dich vor Menschenwahn, der dir den 95. Schatz leicht rauben kann, dies sei mein Abschiedssegen. Herz sich neigt! Mit ihm von einem Wesen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. 4. Der du trägst alle Dinge, des Baters ewge Kraft! ohn den ich nichts vollbringe! der alles Gute schafft! Hilf, daß mich nichts verblendet, mein Herz nichts von dir wendet, nichts meine Liebe schwächt. 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch auferstehn; mit dir zur Höh erhaben, nicht auf das Eitle sehn; dich wissen und dich hören, nach dir allein begehren, dein todt und lebend sein. 6. Dant, Lob und Preis und Ehre sei Gott in Ewigkeit für solche füße Lehre, mit der er uns erfreut. Sie tröst uns, wenn wir leiden; sie stärk uns, wenn wir scheiden; sie schütz uns im Gericht. Mel. O Troftwort, das uns Leben gibt, edanke, der uns Leben gibt, welch Herz vermag dich auszudenken! Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit heilgen Finsterniffen, füllst du mein Herz mit Majestät, und stillest mein Gewiffen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. Rath des Opfers Jesu nicht ergrün4. So kann mein Geist den hohen den; allein das Göttliche der That, das tann mein Herz empfinden. und dem Erlöser überhaupt. 5. Nimm mir den Troft, daß Jesus Mel. Allein Gott in der Höb.- 15. Thrift am Kreuz nicht meine Schulb 96. Heil uns! Aus unfrer Stingetragen, nicht Erlöfer ift: so werd ich angstvoll zagen. 6. Ift Chrifti Wort nicht Gottes Sinn: so werd ich ewig irren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. dennoth ift uns erworben. Der Herr will nicht des Sünders Tod. Was Adams Fall verdorben, hat er aus Gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein Erbarmen? 7. Nein, diesen Troft der Christenheit soll mir tein frecher Spötter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des ewgen Lebens Erbe, dies bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. 9. Er gibt mir seinen Geist, das Pfand, daran wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue: so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde tränkt, und ich zu seinem Kreuze trete: so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schanen werde. 13. Kann unsre Lieb im Glauben hier für den, der uns geliebt, erkalten? Dies ist die Lieb, o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll mein Herz mit Dank barkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 15. Sollt ich dereinst noch würdig sein, um deinetwillen Schmach zu leiden: so laß mich keine Schmach noch Bein von deiner Liebe scheiden. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freudigkeit empfinden: so wirk er doch sein Berk in mir, und reinge mich von Sünden. 59 2. Selbft seinen eingebornen Sohn fandt er zu uns auf Erden, von dem berdienten Sündenlohn ein Retter uns zu werden. Er kam und mit ihm unser Heil; er kam, am ewgen Leber Theil uns wieder zu erwerben. 17. Hat Gott uns seinen Sohn ge schenkt, so laß mich noch im Tode benten: Wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken. 3. Wo ist, Tod, dein Stachel nun? Hier ist dein Uleberwinder. Für unsre Schuld genug zu thun, starb Wo ist er, das Heil der Sünder. nun, Sünde, deine Kraft? Hier ist der, der uns Kräfte schafft, dein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Sohn, der Retter unfrer Seelen! nun kann uns auch auf Erden schon das wahre Glück nicht fehlen, getroft und froh in Gott zu sein, wenn wir uns nur dem Heiland weihn, den Gott für uns verordnet. 5. Was er zum Leben uns bere schafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 6. O, laßt uns ihm uns anver traun, und niemals sein uns schämen! Auf seine Mittlershülfe baun, ist der Weg zum ewgen Wohl, der und sein Joch auf sich nehmen, das Weg, auf den man friedenvoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, laß uns diese Seligkeit doch über alles schätzen. Nie können Güter dieser Zeit den Mangel uns ersetzen, wenn uns das größte Gut gebricht: ein reines Herz voll Zuver ficht zu dir, Gott, unser Bater! 8. D lent auf dies erhabne Glück der Seele stärffte Triebe! Zeuch mächtig 60 Erster Theil.- Von der Erlösung der Menschen anfe. Herz zurüd von schnöder Sin-| fuchst liebreich von der Sünde Soch denliebel An dem uns theur erworb- und ihrem schnöden Lohne, die ihr nen Heil laß uns, im wahren Glauben, noch dienen, zu befrein. Beschwerter Theil stets suchen und gewinnen. Herzen Troft zu sein, ist deines Herzens Frende. Du gibst den milden Seelen Ruh; und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet und endest ihre Plage. Du bleibft, noch alle Tage. bis Zeit und Welt vergeht, bei uns Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und Marterthum, für alle deine Liebe! Dir geb ich mich zu eigen hin, gib deinem Lobe übe. daß ich mich, so lang ich bin, in Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97. ob, Ehre, Preis und Dank sei dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich gnug erheben? Noch war die Welt ein Nichts, und schon P warst du groß, herrlich, Gottes Sohn! gekrönt mit Schmuck und Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrschest weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein find fie, denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: Werde! Du bist es, dessen Allmachtsruf die ganze Welt aus nichts erschuf. Du bists, der alles träget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd und Himmel in sich schließt, und was im Meer Rich reget. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 98.Liebesglut, wie fann ich dich nach Würdigteit befingen! Wie wagts ein schwacher Geist jetzt, sich so hoch hinauf zu schwingen. Es glänzet Gottes Herrbleibt noch mein Herz erkaltet? lichkeit in lauter Lieb von Ewigkeit; 4. Du wardst es uns und bist es noch jett auf der Himmel Throne; 2. Gott, der in sich ganz felig war, das allerreinste Wesen, hat sich der schnödsten Sünder Schaar zu lieben auserlesen. Du staunft, Ber wollt unendlich lieben mehr, als du munft? gib Gott die Ehr! Gott begreifen solltest. 3. O Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schooß genommen! Er ist von seines Vaters Thron zu uns herabgekommen. Sein Mangel, Knechtsstand, Kreuz und Grab malt uns mit starken Farben ab, wie sehr Gott lieben könne. 3. Und dennoch bist du uns zu gut 4. Was ist die Welt, die arge in diese Welt gekommen! haft willig Welt? was sind doch Adams Kinder? unser Fleisch und Blut, o Herr, an daß fie dein Sohn so theuer hält. dich genommen. Aus der erschreck- Er rettet diese Sünder; da du, im lichsten Gefahr zu retten, was ver- Borne, Belial mit seinen Engeln allzuLoren war, warst du ein Fluch auf Er- mal zum finstern Abgrund stießeft. den. O Huld, die sonst nichts gleiches hat! bu starbst für unsre Mifsethat, ein Heiland uns zu werden. 5. O, welche Tiefen seh ich hier! nie werd ich sie ergründen; doch seh stärkste zu verbinden. Herr, dir fei ich gnug, um, Gott, mich dir aufs ganz mein Herz gewährt, ein Herz und dem Erlöser überhaupt. 61 bas dir allein gehört, als Schöpfer| gut ich immer fann, dich recht inbriine und Erbarmer. ftig fiebe. Die Welt nicht, Gott fet meine Luft; laß ewig nichts in mets ner Bruft, als deine Liebe bleiben. 6. liebster Vater, nimm es an, und reinge seine Triebe, daß ich, so 8) Von der Geburt Jesu Christi. belegt, für uns geschlachtet ward, und alle Sünden trägt. 8. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, mit festem Glauben faßt, und auch im Leben preiset. Wer, seinem Taufbund treu, sich Jesu ganz ergibt, der ist in ihm von Gott begnadigt und geliebt. 9. Das werd auch unser Theil; noch stets, Gott, deines Namens Ehre. Johannis Amt und Lehre verherrliche Elisabeth. Der Sohn der Unfrucht- Wer Buße thut und glaubt, hat Trof baren, den jenes Engels Mund ver2. Gott, wer fann thun wie du? Schon wohlbetagt an Jahren gebiert heißen, sollt allein der keuschen Jung- auf alle Zeit. Wer Buße thut und frau Sohn ein würdger Herold sein. glaubt, der bleibt in Ewigkeit. Sein Bater wird erſt ftum; der 100. Mtimber, das get the Herz 3. Du willst durch ihn die Welt von deinem Heil belehren; und ihn auch ehreft deinen Sohn zu ehren. Mel. Bon Gott will ich nicht lassen.- 56. Ernst, o Menschen Mel. Nun danket alle Gott. 9. 99. lag die ganze Welt mit Born und Fluch beladen; da öffnetest du, Gott! die Fülle deiner Gnaden. Dein Sohn erscheint; du schickst den, dessen Dienst die Bahn dem Herrn bereiten soll, als seinen Knecht voran. 1 Stumme schnell beredt und weifsagt, da auf ihn der Geist des Herrn geräth. 4. Das Kind wird start am Geift, der Gnade treuer Lehrer, ein brennend, scheinend Licht, ein mächtiger Befehrer, ein heilger Eiferer, der ohne Schonen straft. Auf seiner Seele ruht Eliä Geift und Kraft. 5. O welch ein Gnadenwort! welche füße Stimme, die in der Wüft erschallt! Gott ftraft nun nicht im Grimme die fündenvolle Welt. Sein Himmelreich ist nah! denn der die Welt mit Gott verföhnen soll, ist da. 6. Euch ist solch Heil bereit! Ihr Sünder, nehmts zu Ohren! Freut mit Johannes euch! wie er, noch ungeboren, des Heilands fich erfreut, fo freut er sich auch mun, durch Lauf und Predigten ihn allen kund zu thun. 7. Allein zu Jefu hin verweist er seine 3iinger; allein auf Jesum zeigt fein ausgeftredter Finger. Seht, das ist Gottes Lamm, das mit dem Fluch euch bestellt! damit das Heil der Sünder bei euch den Einzug hält. 2, hemmt nicht seinen Lauf! Gott hat den Sohn gegeben, und mit ihm Heil und Leben, nehmt ihn mit Freuden auf. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gaft; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haft; werdet eben, wenn Thale sich erhe ihre Berge sentet euch; senkt euch, und ben; ihr Krümmen, werdet gleich. 3. Ein Herz, das Demuth übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz das Hochmuth liebet, mit Angst m Grunde geht. Ein Herz, das richtig ift, und folget Gottes Leiten, das tann sich recht bereiten; zu dem kommt Jesus Chrift. 4. Ach, mache du mich Armen za dieser heilgen Zeit, aus Gütte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Beuch in mein Herz hinein; dies fei flatt jener Krippen! so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. 162 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. E Iso hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland gibt. Wie hat uns Gott so lieb I 2. Was fein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschloffen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an. 4. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? ist Gott mit mir wer ist dann wider mich? - 101. thr Frommen; er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Troft und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns rhebt den Herrn, 102. zu unserm Leben selbst feinen Sohn gegeben. Durch ihn find T wir erlöft. 2. Erlöft! O, welche Gnade hat uns der Herr erzeigt! der uns betroffne Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Rettung zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt. Voll Mühe und Beschwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er fich mit Freuden, bis er durch Tod und Leiden sein großes Wert bollbracht. 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürft, so wie das Heil der Welt. 6. Was mir zum Seligsein ge bricht, das, Herr, erwarbst du mir. Versöhnung, Leben, Troft und Licht, das hab ich nur an dir. 7. Dein Mangel ist mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. 4. Er hats vollbracht! D, bringet 8. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Gott euren Lobgefang! Erlöfte Men- Sohn! durch den er Gnad erweist! schen! finget dem Mittler ewig Dant. Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Wo niemand helfen kann, da hilft er Erheb ihn auch, mein Geist. gern aus Gnaden, heilt unsrer Seelen Schaden. D, nehmt ihn gläubig an! Mel. von Nr. 61. 5. Du Freund der Menſchenkinen 103. Last um ferm Gott aßt uns unserm Name, Heil der Sünder, ist unsre freut laßt uns heut ihm Verehrung lobsingen! Hoch erZuversicht. Drum kommen wir zu bringen! In des Himmels hohe Chöre dir. Hilf uns die Macht der Sünden stimmet ein! Gott allein, unserm doch glücklich überwinden! Denm dein, Gott sei Ehre! Herr, sind wir. 2. Jeder, der sich fühlt verloren, 6. Bei dir steht unser Leben. Zu frene sich inniglich! Chriftus ift ge unserm ewgen Heil haft du dich hin- boren! Er, der König aller Wesen, gegeben. Gib uns am Himmel Theil! steigt herab, bis ins Grab, Sünder Laß uns dir folgsam sein! Was wird zu erlösen. uns, Herr, dann fehlen? Dann werden 3. Wer kann Gottes Rathschluß anfre Seelen sich Gottes ewig freun. faffen? Aber dies ist gewiß: Gott Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 63 13. Du kommst einst zum Weltges richte! dann werd ich, Richter, dich schaun von Angesichte. Gott, wie wird dein Hasser beben! Dann werd ich deiner mich freun und ewig leben. 104. S - kann uns nicht haffen! Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her: wie sollt er nicht die Menschen Lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette. Deß soll sich der Erdfreis freuen! zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geift nach Bethlems Hütten, feht, was dort euer Hort schon für euch erlitten. Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! Er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Perut den Menschenfreund erkennen, gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann! betet an! opfert Freudenthränen! Liebt ihn, der von Fiebe brennet, traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden fränken, eilt herzu, suchet Ruh! Er will fie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Zittert nicht! denn er spricht: ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt mein Herz! Kein Erlöfter jage! Bringet ihm an seinem Fefte Zutraun her, wiffet, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Mith, was ist sie gegen ewge Freuden? elobet feist du, Jesus Christ, daß du Mensch geworden bift! Da eine Jungfrau dich gebar, frohlockte selbst der Engel Schar. Hallelujah! 2. Dich sahn die Väter schon von fern, Davids Sohn und Davids Herrn; ihr Heil und ihre Zuversicht, und aller Völker Troft und Licht. Hallelujah! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn; auf die, so Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit nun herab. Halle. lujah! 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, obwohl schwach, doch um fo viel treuer. Keine Kreatur, tein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. den ist, der einst richtet, Jesus Christ, 4. Durch den die Welt einst wor der Schöpfung Herr kommt in fein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Hallelujah! 5. Jauchzt Himmel, Erde freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich! Uns, Adams fündiges Geschlecht entfündigt Er, macht uns gerecht. Hallelujah! daß du Mensch geboren bist. Dir ift 6. Gelobet feißt du Jesus Chrift, Simmel an. Hallelujah! der Erdkreis unterthan! dich beten alle 11. Gottmensch! du nahmst meine auf dich, daß frei und selig würde. Wer kann deine 105. Lieb ergründen? Ewig soll freudenvoll fie mein Herz empfinden. Mel. Wie schön leuchtet der. 85. Birs Stamm! o metFriedensfürst aus Da- ner Seelen Bräutigam! mein Troft, mein Heil, mein Leben! Dank sei dir o Immanuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden, singt mit Freuden, Hofiammal seht er kommt jetzt: Sofianna! 64 Erster Theil. Von der Geburt Jefu Chrifti. O 2. Ich selbst bin nun von Freuden 5. Mein Blutsfreund, mein Im voll, und weiß nicht, was ich schenken manuel! was fonnte dich bewegen, foll dem auserwählten König! mein Goel, meine Lebensquell! den sheurer Jesu, nimm doch hin mich Zepter hinzulegen, zu kommen in felbft und was ich hab und bin, ach dies Jammerthal, um dich mir felbft freilich ist es wenig. Schließ mich zu schenken? Ich wende mich hin in dich. Nichts auf Erden, nicht überall, ob etwas auszudenken, die Beschwerden, feine Leiden sollen mich Gabe zu vergelten. te von dir scheiden. 3. Bleib, höchftes Gut, du Himmelszier! mein Leitstern stets, o bleib Bei mir! Du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell, erquicke mich, du süßes Manna schenke dich zum Trofte den Geplagten! Laß nicht dein Sicht hier auf Erden dunkel werden! Laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. 6. Wär nicht der ganze Himmel dein, und könnt ich ihn dir geben, so würd es doch zu wenig sein! Könnt ich mein Blut und Leben zu tausend mal hingeben dir, so blieb ich doch in Schulden; weil, was du haft ge than an mir, und für mich wollen dulden, unendlich mehr verdienet. 7. Doch sieh, mein Herz, o welche Lieb! der Herr will keine Gaben; komm nur, und dich ihm selbst ergib, das ists, was er will haben. Der sich Mel. von Nr. 17. 106. Gottessohn und Men- dir schenket, will allein mit Glaub schenkind! Mein Bru- und Liebesarmen in Dankbarkeit umder, Gott und König! Mein Stam- faffet sein. Aus ewigem Erbarmen mein, meine Lieder sind vor deinem bist du von ihm erkaufet. Glanz zu wenig. Wo Menschenweis- heit fich fehrt um, wo Engelzungen Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. fallen, da bliebe man wohl ewig 107. Gottes und Marien Sohn! ftumm, wenn dir es würd mißfallen, was Kinder stammelnd bringen. Sei willkommen! der da Armuth, Spott und Hohn mit der Menschheit ange nommen. Rette mich aus aller Noth, welche meiner Seele droht! 2. Was alles Denken übertrifft, was Witz unmöglich nennet, hat deine Wunderhand gestift't, die keine Schranten tennet; Gott wird ein Mensch, der Herr ein Knecht, und Menschenarme tragen den, der den ganzen Weitkreis trägt. Was kann ein Klügling sagen, dies Räthsel aufzulösen? 2. Wir empfinden alle noch, was uns Adam einst verloren: und auch ich bin in dem Joch seiner Missethat geboren. Doch ich hoffe jetzt auf dich. Andrer Adam, ändre mich! 3. Du bauteft aus Maria dir, o großer Erzgefandte, die Hütte, da bein Herz zu mir in Liebesflammen brannte. Du kamst ins Elend nackt und bloß, zu kleiden mich mit Segen; verließeft deines Vaters Schooß, um mich darein zu legen, und ewig zu erquiden. 3. Du bist worden, was ich bin: Laß mich auch, was du bist, werden; nimm mein Sündenelend hin. Mache mich dir gleich auf Erden; und verleih von deinem Heil mir, o Jesu, auch mein Theil! 4. Aus dem Himmel kamst du her, hilf mir Armen aus der Hölle: Nur ein Stall war dir noch leer; aber was Adam gib mir eine Stelle unter denen, die bei dir wohnen werden für und für. 5. Steckt mein Herz in böser Luft, laffe du es nicht so bleiben! Wohne felbft in meiner Brust, alles Böse zu vertreiben, bis ich, ganz mit dir erfüllt, habe Gottes Ebenbild. 4. Was aller heilgen Väter Schar verlangte zu erblicken; schon verheißen war; was Lamech fonnt erquicken; was Jacob fah; was er besang; was Hiobs Troft ge wesen; und was durch Davids Harf erflang: das alles ist zu lesen in meines Heilands Krippe. - Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 65 6. Wurdest du ein Menschensohn:| und wir können deinetwegen nun auch mache mich zu Gottes Kinde, daß ich ftets vor seinem Thron einen Vater an ihm finde! Er ist ja nicht nehr mein Feind, denn ich bin dein wahrer Freund. Kinder Gottes fein. Hat die Sünd uns gleich verdorben: o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und die Tüchtigkeit erworben, einst, von Sünden völlig rein, deinem Bilbe gleich zu sein. 7. Wenn der Teufel fich erbost auf uns schwache Menschenkinder, so 4. Du bist Mittler! Heil uns Sitnhab ich den großen Trost: daß du dern! huldreich gab der Vater ihn! da bist, Heil der Sünder! Dir ergeb Du haft armen Adamskindern mun ich Leib und Seel, hilf mir, mein sogar das Recht verlichn, in den Him Immanuel! mel einzugehen und des Herren Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Nu hat meine Zuversicht einen Anker, der er du uns das nicht bricht. 5. Esen? 108. D 1 Heil errungen, Mensch gewordner Gottes Sohn! ewig sei dir Lob gesungen, daß du von des Him mels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen. Der du voller Freundlichkeit, längstens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner angenommen, und mein Bruder worden bist: sei gelobt, Herr Jefu Chrift! 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O, wie hoch haft du geehret unser fterbliches Geschlecht! Herr, du haft es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zur Luft dir auserwählet. Ja, in dir, du Gottes Sohn, figt der Mensch auf Gottes Thron. 3. Du, du bist der Völker Segen, lamst, vom Fluch uns zu befrein, Sollte Gott mich nun wohl haf Hier ist ja Immanuel. Sollt er mich wohl hülflos laffen? Hier ift ja der Hülfe Quell. Was vermag mich anzufechten? Er, der meinen Jammer fennt und mich seinen Bruder nennt, fitzt als Herr zu Gottes Rechten. Durch ihn bin ich Gott vereint. Gott ist mein versöhnter Freund. 6. Herr, wie groß ist deine Gülte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein. Nimmer will ich dein vergessen, dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist unermessen. Gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar sei. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 109. ies ist der Tag, den Gott gemacht. Sein werd in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Böller haben dein geharrt. Doch, als die Zeit erfüllet ward, da sandte Gott von seinem Thron dich, Heil der Welt! dich, seinen Sohn! 5 - Von der Geburt Jesu Christi. 66 Erster Theil.. 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist voll Chrfurcht ftill; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion! kommt zu dir; er kommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun; er hilft dir gern. Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst! Immanuel und Friedefürst! auf den die Bäter hoffend sahn; dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 7. Du, unser Trost und höchstes Gut, vereineft dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedante voller Majestät! du bift es, der das Herz erhöht. Gedante voller Seligkeit! du bist es, ber das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zag ich nun, wenn der mich schüßt, der in des Vaters Schoose fitt! 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt! und Erde, die ihn heute sieht, fing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Herr, der du uns den Tag gemacht, der uns solch großes Heil gebracht, dich preise, was durch Jefum Chrift im Himmel und auf Erden ist. 110. SE ott! deine Guade fei gepreift! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich, mein träger Geist, ihr Wohlthun zu erheben. Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich eingestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! Erwünschte Nacht! von Engeln selbst besungen; Du haft den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der alles schuf und alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kameft, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest! Sohn Gottes! o wie haft du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um meinem Heil zu dienen. 4. O, lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht faffen! Was reizte dich auf dieser Erd, dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Berachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch famst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Noch stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du sahest unsre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du stimmteft, unser Heil zu sein, in deines Vaters Rathschluß ein, wardst Mensch, und tamft mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. Immanuel! dein freu ich mich. Du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte bich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft und Freu den, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Christi. 67 bifts, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! 112. mas ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Seel verehren. 8. 3war seh ich dich im Fleisch noch nicht; doch du wirst wiederkommen, und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd ich auch, Herr Jesu Chrift! dich schaun so herrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. Mel. Balet will ich dir geben.- 57. 111. Jhr hr, die ihr wart verloren, hört, was euch trösten kann! Der Heiland ist geboren und nimmt sich eurer an. freuet sich dort oben der Engel heilge Schar, und ihre Chöre loben Gott darum immerdar. Deß 2. Sie wissen nichts vom Neide, freun sich mit uns zugleich und singen: große Freude verkündigen wir euch! Euch ist die Kind gegeben! Euch solches Heil bereit, bei Gott dereinst zu leben in steter Seligkeit. err! laß mich doch recht feierlich des Heilands Feft mit Lob und Dank begehen! Lieb ist der Dank, der Lob. gefang, durch den wir dich, du Gott der Lieb, erhöhen! 2. Wie bin ich froh, daß du also, o Gott, die Welt in deinem Sohn geliebet! D, wer bin ich, daß du auch mich so herrlich hoch, noch eb ich war, geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um, Gott, dein Reich und deine Lieb im Fleisch zu offenbaren. Theil! Hilf, daß ich redlich glaub an 4. An seinem Heil gib mir auch seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern 3. Daß sich kein Mensch betrülbel dich, dich Gottessohn, bekleiden, spei. bies Kind zerbricht das Joch; bringt sen, tränken; der Frommen Herz in euch des Baters Liebe; was trauert ihrem Schmerz mit Troft erfreuv, ihr nun noch? Er schenkt ein himm- und dein dabei gedenken. lisch Erbe! Wohl dem, der an ihn gläubt! daß jeder fröhlich sterbe, da folch ein Schat ihm bleibt! 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! die Christenheit preift gebenget werden. dich erfreut, und aller Knie soll bir 4. Tod, Sünde, Teufel, Hölle, was wider Euch gekämpft, hat er an eurer Stelle bestritten und gedämpft. gern, und wer ihn sucht, den wird 7. Erhebt den Herrn! er hilft ums Dies Kind tritt fie darnieder. Nun sein Name trösten. Hallelujah! Halfeib ihr wohl gerächt, und Gott lelujah! Freut euch des Herrn und erhöht mun wieder das sterbliche Ge- jauchzt ihm, ihr Erlöften! fchlecht. 5. So rithmen fie; mit ihnen frohlocket jeder Chrift, daß Gott im Fleisch Mel. von Nr. 112. erſchienen, der Herr fein Bruder ift. 113. O Christenheit, fet hoch sind nun Herzen. Herr, das Heil der bir geloben wir: uns trennen weder Welt, der Mittler, ist geboren, der Schmerzen, noch Freud und Glüd- uns erlöft und ewig tröff't. Wer an | ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 5* Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. Mel. Ach Herr, mich armen S. 2. große That! nach Gottes 67, Rath hat sich sein ewger Sohn für 115. Wie soll ich dich empfangen, o uns gegeben. doch ohne Sünd, ward er für uns, und bracht uns Heil und Leben. 3. Seligkeit! er hebt das Leid, das durch den Sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. O jauchzt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! 68 - 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dant. wir selig würden. Du machst uns groß, und völlig los vom Fluch der Sünd und ihren schweren Bürden. 5. Gelobt sei Gott! Auf unsre Noth sah er als Vater mitleidsvoll Hernieder. Christenheit! preis ihn erfreut. Denn Gottes Sohn bringt das Verlorne wieder. 2. Dort streut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz gerührt? Es zeigt durch frohe Psalmen, was es Du wurdest Mensch, damit für Regung spürt. Dich, Herr, foll es erheben, denn dir gebühret Ruhm, dir soll es Ehre geben, dies Herz, dein Eigenthum. Mel. von Nr. 112. 114. Mirf, blöder Sinn, den ist für dich, was will dich ferner kränten? Hallelujah! Sein Sohn ist da, wie follt er uns mit ihm nicht alles schenken? 2. Schlägt dir das Herz vor Angst und Schmerz, empfindest du, wie sehr die Sünden fränken? dein Heil ist hier; wie? sollte dir nicht Gott mit ihm auch Gnad und Friede schenken? 3. 3ft deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an deine Schwäche denken? er, der dir gibt, das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit chlauen Ränken? Erschrid nur nicht! Gott ist dein Licht. Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 5. Gebricht es dir bald da, bald hier, sorgft du, wer dich noch speisen wird und tränken? O, faffe Muth! das höchfte Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 1 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigfeit versenten. Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie sollt uns Gott mit ihm nicht alles schenken. Zier! o aller Welt Verlangen, wie gerne will ich dir mein Herz zum Tempel weihen! Nur zeige du mir an, womit ich dich erfreuen, wie ich dir dienen kann. 3. Nichts hast du unterlassen zu unsrer Seligkeit, als wir im Staube saßen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Fried und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen, und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machſt mich los; ich stand in und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichthum thut. 5. Was hat dich, Herr, getrieben, dich, den kein Himmel hält, als nur dein theures Lieben, womit du diese Welt bei ihren lauten Klagen, bei ihrer Jammerlast, bei ihren tausend Plagen so fest umfangen hast. 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbetrübtes Heer! Bei denen Gram und Schmerzen sich häufen immer mehr, seid unverzagt, erblicket die Hülfe vor der Thür; der euer Herz erquicket und tröftet, ftehet hier. 7. Sollt euch nun noch erschrecken der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Troft und Heil, macht sie zu Gottes Kindern, und Gott zu ihrem Theil. 8. Laßt eure Feinde dränen, weicht darum nicht zurück, der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, der große König! der Rächer eilt geschwind! stürzt, Feinde! bie zu wenig zum Widerstande find. Erster Theil.- Von der Geburt Jefu Chrifti. 69 9. Du kommst zum Weltgerichte, 5. Wo ist etwas, das nicht nichtig, verklärter Menschensohn, in maje- dürftig und voll Mühe wär? Hab ftätschem Lichte! und mit dir kommt ich Hoheit, die ist flüchtig. Hab ich dein Lohn. Geh auf, o wahre Sonne! Reichthum, was ists mehr, als ein und leucht in vollem Glanz, erfüll wenig schnöder Erd? Hab ich Luft, mit ewger Wonne das Herz der was ist sie werth? Was ist, das mich Deinen ganz. heut erfreuet, und nicht morgen schon gereuet? Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 116. W ie lang soll ich traurig stehen, du Gesegneter des Herrn? Solltest du vorüber gehen? Tritt doch nicht von mir so fern! Helfer in der rechten Zeit, der mit ewgem Troft erfreut! Hilf, o Jesu, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Schau auf meinen großen Jammer; stille des Gesetzes Dräun! Denn dies Wort ist als ein Hammer, und zermalmt mir mein Gebein. Es verkündigt Fluch und Tod. Ach, wie schrecklich wird mir Gott! Komm, von des Allmächt'gen Pfeilen mein verwundet Herz zu heilen. 3. Sieh, wie Satan seine Lügen noch in diese Schrecken mischt; als müßt ich, gleich ihm, mun liegen in der Glut, die nie verlischt. Weh mir, zu noch größerm Schmerz wird mein schon zerrißnes Herz durch das folternde Gewissen immer heftiger zerriffen. 4. Flieh ich dann, die Angst zu lindern, da ich so beängstigt bin, zu der Welt und ihren Kindern, fall in ich vollends ganz dahin. Da ist Freude, bie betrübt; Troft, der nicht Erquittung gibt; Helfer, die mir Unlust machen; Freunde, die wohl meiner lachen. 6. Aller wahre Troft im Leide ruht in dir, o Jesu Chrift; und auch du allein gibst Freude, die ganz rein und lauter ist. Ach, wie sehn ich mich nach dir! Eile, Jesu! komm zu mir, daß ich deine Hülfe sehe, eh ich in der Angst vergehe. Jego zeucht er bei dir ein. Sein 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret. Gang ist ju dir gefehret. Auf! heiß ihn willkommen sein! Er verspricht dir Heil und Ruh. Auf! bereite dich wählet, und da klag ihm, was dich ihm zu, daß er dich zur Wohnung quälet. 8. Wohl dir, daß dich Jesus liebet! Wo ist, was dir schaden kann? Was Gott nun nicht mehr an. Auch wird, du Böses selbst verübet, das sieht was sich in der Welt Böses dir entgegen stellt, statt dich in den Staub zu legen, dir nur lauter Glüd und Segen. 9. Dir dient selber das zum Heile, was die Sünder schreckt und quält; denn du haft zum besten Theile deinen Jesum dir erwählt. Sei ihm, wie er dir ist, treu, und es bleibet feft dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdeft loben. Von der Erscheinung der Weisen. Mel. Gott des Himmels unb ber. 117. Gott der Juden, Gott der Heiden! Aller Völker Heil und Licht! Saba fieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht. Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, bu Jacobsstern. Univ.- Bibl. Giessen - - 32. 70 Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Christi. 2. Wir gesellen uns zu denen, die König thront, die fisch- und infels aus Morgenlande find; unser Fragen, reichen Meere, der Erdkreis, und unser Sehnen ist nach dir, du großes was drinnen wohnt. Kind! Unsre Knie beugen sich, unser Arm umfaffet dich. 4. Die an der Ströme Ufern pflüigen, befingen ihn, und freuen sich, und die, so auf den Bergen liegen, frohlocken vor ihm inniglich! Es kommt, es eilt mit hoher Stärke der Richter aller Welt herbei. Er stürzet Satans Reich und Werke, und schaffet alle Dinge neu. 3. D, mit welchen irdschen Schäzzen mag ein armer Sterblicher dich erquiden und ergötzen? Du bist über alles Herr. Ein Geschenk, das dich erfreut, ist ein Herz voll Dankbarkeit. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoffnung an. Was wir sind und was wir haben, fei dir gänzlich unterthan. Hier ift mehr, denn Salomon. Dein sind wir, o Gottes Sohn! 5. Nimm dies Opfer in Genaden von getrenen Herzen an. Sucht uns 119. mancher Feind zu schaden, der dich nicht vertragen kann, so nimm uns F bei seiner Wuth, ftarker Gott! in deine Hut. 6. Heilig führeft du die Deinen; ficher machst du ihre Bahn. Laß uns gleichen Troft erscheinen, nimm dich unser mächtig an. Führe du uns bei der Hand in das wahre Baterland. Der 98. Pfalm. Mel. von Nr. 33. 118. mit Freuden bem, ber stimmet nun manch Wunderwerk gethan, dem Sieger über Feind und Leiden, dem Herrn, ein nenes Loblied an! Denn euch, die ihr im Finstern waret, erscheinet Licht und Heil jezund! sein starker Arm ift offenbaret; sein Recht wird allen Böltern tund. Von dem Namen Jesu. Mel. Aus tiefer Noth schrei. Min 2. Er denkt daran, was er vor Beiten dem Haufe Israel verhieß. Die Huld, das Heil, die Seligkeiten, die feine Wahrheit hoffen ließ, die fallen lebem ins Gesichte, die zeigen sich jetzt offenbar. Es wird sein Heil in vollem Lichte auch den entferntsten Ländern tlar. ein Jesu, du haft unsre Schuld mit ihrer Strafe Plagen, o unerhörte Lieb und Huld, freiwillig wollen tragen. Du, der Gerechte, ließest dich zur Sünde machen, daß ich mich in dir gerecht kann nennen. 2. So heißest du nicht Jefus nur, du bist auch, was du heißeft; da du die menschliche Natur aus allem Jammer reißest. Die That stimmt mit dem Namen ein; du wollteft, was du heißest, sein, mein Heil, mein Seligmacher. 3. In feinem andern ist ja Heil; kein Nam ist uns gegeben, darin wir könnten nehmen Theil an Seligkeit und Leben; du bists allein, der jedermann ein ewges Leben geben kann. Gelobet sei dein Name! 4. O Name! werde doch in mir 3. Drum jauchzet, finget, lobet alle! durch Gottes Geist verkläret; da, was preift Gott mit Saiten und Gesang! verborgen ist in dir, fein fleischlich ber Harfen sanfter Ton erschalle, und Herz erfähret. Denn die Vernunft der Posaunen heller Klang! Es lobe begreift es nicht, ohn deines Geiftes alles deffen Ehre, der als der größte Gnadenlicht blieb es unaufgeschloffen. Erster Theil. Vom Wandel Jeju auf Erden. 71 rung fennen. So wird der Sündennoth gewehrt, in Hoffnung meine Furcht verkehrt, und Seligkeit mein Erbe. - 5. Laß mich empfinden deine Kraft, von heißer Liebe brennen, und deines Namens Eigenschaft stets aus Erfah120. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden. Mel. Bater unfer im Himmelreich. ein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch 7. Noch immer hilfft du deinem Wort als That der schwächen Men- Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, schen sichrer Rath. Es freut mein noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland! send ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ, vom Eigendünkel mich befrei, damit ich dir gehorsam fei; bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres Licht dereinst erfreut. Geift im Glauben sich, Herr Jesu, 3. Du sahest in der Gottheit Licht, mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund. gestärkt von dir, mit fester Tren dir nachzufolgen eifrig sei. Du bist es, Herr, von dem das das die Versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen fund. Begleite fiets mit Nutzen schafft! deiner Kraft ihr Amt, damit es dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gefandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden deiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 121. 4. Dies, und die Wunder deiner Hand, sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 6. Amt, 5. Du lehreteft durch Wort und That. Man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 121. S R eiland! deine Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. O, wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 72 Erster Theil. Vom Wandel Jefu auf Erden. Mel. Machs mit mir, Gott nach. wesentliches 2. Ueber seine Feinde weinen, jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen, mehr 122. als väterlich erbarmen, der Betrübten Liebe! Du warst, o Jesu, ganz erfüllt Mage hören, sich in andrer Dienst mit Gott geweihtem Triebe. Gott war verzehren, das sind Proben wahrer dein Zwed, dein höchstes Gut; ihm Güte: und so, Herr, war dein Gefolgtest du mit Heldenmuth. müthe. 3. O du Zuflucht der Elenden! ein Herz. Sein Wille war dein Wille. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, Wer hat nicht von deinen Händen Du ehrteft ihn auch unter Schmerz Segen, Troft und Heil genommen, stets mit zufriedner Stille. Auch auf der gebeugt zu dir gekommen? Wie der allerrauhsten Bahn sahst du ihn ist dir dein Herz gebrochen, wenn noch als Vater an. dich Kranke angesprochen! und wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! - 4. Die Betrübten zu erquicken, fie dem Kummer zu entrücken, die Unwiffenden zu lehren, die Verkehrten zu befehren; Sünder, die sich selbst verfoden, langmuthsvoll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, selbst mit Aufwand deiner Kräfte. 5. D, wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen litteft mit gefaßnem Herzen! dich von Sündern ließ'st verhöhnen und zum Schimpf mit Dornen frönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz za sterben! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, andrer Schmach und faſt zu tragen; allen Last freundlich zu begegnen, für die Läfterung zu segnen, deine Feinde zu vertreten und für Mörder selbst zu beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten! o wie wenig haft du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet. Willig littst du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sei dir dafür gefungen. 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wandel oft erwägen! und bei des Gewissens Schmerze tröfte mich dein huldreich Herze! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Men fchenliebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! - 26. Ebenvollkommen zu erfüllen, und unter3. Du suchtest nichts, als sein Gebot Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft warfst dich bis zum Tod ganz deines war das allein, ein Herold seines Ruhms zu sein. bant hin, Gehorsam zu bezeigen. Man 4. Du gingst verstummt zur Schlachtsah dich mit gelaßnem Sinn zur Schä delstätte steigen. Du warst zur tief sten Schmach gefaßt, und trugst die schwere Kreuzeslast. 5. Heiland, der du mich versöhnt, laß dein Verdienst mich decken, wenn mich, der ich Gott oft verhöhnt, verdiente Strafen schrecken! Hilf mir, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! Mel. von Nr. 72. 123. Wie gut Lehrent mie göttlich find doch Jesu überzeuget seine Macht! Wenn wir nur von den Thaten hören, die er noch ihm der Glaube bei, daß er der Welt in dem Fleisch vollbracht: so stimmet Erlöser sei. den, die man aus seinen Zeichen sah. 2. Die Herrlichkeit war voller GnaEr wirkte nie zu Jemands Schaden, wie von Propheten sonst geschah; und raffete die Sünder nicht durch Tod und Blagen vors Gericht. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Aussatz mußte vor ihm schwinden, der Stumme sang ihm Dank und Ehr. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. / Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 73 4. Er schalt des Satans Legionen, die Legionen scheuten ihn: so mußten fie die Menschen schonen, und plötzlich in den Abgrund fliehn! Berief er feiner Engel Schar, so stellten sie fich dienstbar dar. 6. Wir danken, Höchfter, deiner Stärke, die Jesuta vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als bein Gesandter fich bewährt! Wir nehmen solchen gläubig an, und find ihm willig unterthan. 5. Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es doch an Brod gebrach: und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Stucm gehorsam nach. So fahe man in allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn! 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu. Mel. 3euch mich, zeuch mich.- 81. ott! was muß dein Sohn ertragen! welche Mardu, und ein Rächer, und doch schonft du der Verbrecher. 7. D, Geheimniß wetser Gütte, das ter! welchen Tod! Allem Troft muß fein Engel ganz durchschaut: rühre er entsagen! Ronnt ich denn in mei- träftig mein Gemüthe! wie mein Herz ner Noth bei dem Schreien meiner auf dich vertraut, Gottmensch! so laß Sünden sonst nicht Trost und Net- auch mein Leben dir Lob, Preis und tung finden? Ehre geben! 124. Gott! 7. Erfüll, o Herr, nur unsre Her zen mit seiner Lehr und Göttlichkeit! damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht: und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod beständig fei! 2. Schöpfer! käme denn uns Armen ohne sein Versöhnungsblut nicht dein väterlich Erbarmen, deine Gnade nicht zu gut, wenn wir gleich die Schuld bereuen, und um Gnade zu dir schreien? 3. Und mußt du versöhnet werden? muß bei dir ein Mittler sein? war denn keiner hier auf Erden, war kein Engel selbst so rein, der uns, Gott, mit dir versöhnte, und mit Heil und Segen frönte? 4. Gnade willst du zwar erweisen, doch soll die Gerechtigkeit auch der Sünder zitternd preisen, wenn ihn seine Schuld bedräut. Keiner kann bei feinen Sünden ohne Mittler Gnade finden. 5. Niemand aus der Engel Orden, niemand aus der Menschen Schar ist dazu ersehen worden, weil doch teiner tüchtig war; Gott nur konnte Gott versöhnen, mich mit Heil und Segen frönen. 6. Darum tam sein Sohn hernieder, mun zugleich ein Mensch, wie wir, und bersöhnte seine Brilber, Herr, durch seinen Tod mit dir. Heilig bift Vom Seelenleiden. Mel. von Nr. 49. 125. Freuden! wirst du mit Traurigkeit erfüllt? Mußt du in deiner Unschuld leiden, daß Schrecken aus dem Herzen quillt? So viel theure Streiter sah man auf die Scheiter und zur Feuersglut steigen, ohn Entfärben in der Marter sterben, mit getroftem Muth. 2. Wie kommts, daß deine Glieder zittern? Unüberwindlich großer Held! daß Schmerzen deinen Leib erschüttern, daß dich ein Grauen üiberfällt? Kann der Tod ein Schrecken dir vielmehr erwecken, als er jenen thut, wenn sie ohn zu beugen von der Wahrheit zeugen, selbst mit ihrem Blut? 3. Ach ja, der Tod, der dich um gibet, ist gar von einer andern Art; der Grimm, den er an dir verülbet, ist mit des Himmels Zorn gepaart: denn du fühlst die Pfeile, und des Fluches Keile; jene fühlens nicht; weil du dich mußt quälen, hatten ihre Seelen deiner Freuden Licht. 14 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 4. Du bist das Lamm, das Schuld| du von solcher Angst, o Herr, be und Strafe auf feinen Schultern wil stürmet werden? lig trägt; der gute Hirt, der für die 4. Ach, Herr, der Sündenknecht Schaafe fein Heures Leben niederlegt. war ich. Ich sollte Blutschweiß Du bezahlteft Schulden, und willst schwitzen. Es sollten billig nur auf das erdulden, was wir all verdient; mich der Rache Wetter blitzen. Ich auf dir liegts alleine, daß wir wür- Armer, wie entrinn ich dal vor den reine, und mit Gott verfühnt. Gottes Zorne müßt ich ja ohn allen 5. Dies ist die Ursach deiner Kla- Trost versinken. Und da kömmst du, gen; das Herz fließt über durch den daß du ihn stillft. Sohn Gottes du, Mund, und macht sein schreckenvolles du selber willst den ganzen Zornfelch Bagen durch schredenvolle Worte fund: trinken. da du selbst bezeuget, daß dein Geift gebeuget fei bis in den Tod. Dieses ist die Quelle, da die müde Seele fich erfreut in Gott. 5. Heil mir, der Sohn des Höchsten hat für mich sich richten laffen. Gott, welch ein wundervoller Rath! wer kann dein Thun noch faffen? 6. Ich will für solche Liebespro- Ach, da uns Fluch und Strafe drohn, ben, dergleichen man noch nie gefehn, se trägt er sie für uns, der Sohn, dich, mein Erlöser, ewig loben, werd den Gott uns selbst gegeben. Nun ich vor deinem Throne stehn. Laß jauchze, Seele! du kommst richt in dein traurig Ringen mir indeffen brin- Gottes schreckliches Gericht; du dringst gen wahre Glaubensfrücht; daß ich hindurch ins Leben. mich verschreibe, und dir treu verbleibe, o mein Lebenslicht! 6. Doch dent, um welchen theuren Preis dein Heiland dich erkaufet! für dich rang er im Todesschweiß, für dich mit Blut getaufet! ach Seele, forge, daß dich nie die Sünd in ihre Netze zieh, nichts deine Treu erschüttre! Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht! schau hin ins furchtbare Gericht, Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. 126. Sº o gehst du, Jesu, wilfiglich, dein Leiden anzutreten, mit heißen Thränen auch für mich zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen hast, das Jesum traf, und zittre! gehst hin, um aller Sündenlaft auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezicket war, stellst du dich feinen Streichen dar, damit sie uns nicht schaden. 2. Du Held, der andern Stärke gibt, was kann dich so erschüttern? Heil wird festgesetzt! Ach, wie hart Ach, seine Seele wird betrübt, des wirst du gebunden, und dein heilger Helden Glieder zittern. Ach, hingefunten auf die Knie, arbeitet er in schwerer Müh, und kämpfet im Gebete. Er wünscht den bangen Kampf vertürzt. Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt? O schauervolle Stätte! Leib verletzt! Deiner Feinde strenge Hände wiffen ihrer Wuth kein Ende! und du gibst mit stillem Sinn dich in ihre Feffeln hin. 3. Gott, wie bist du so wunderbar in allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel, muß sogar den Herrn schlagen, deine Feinde zu verjagen: vom Himmel stärken. Er ringt. Von aber du verlangst es nicht, daß man feinem Angesicht träuft Schweiß, ach, deine Bande bricht. wer entsetzt sich nicht? Für Schweiß 3. Du bist selber reich an Stärke, träuft Blut zur Erden. Der du in die sich jetzt auch nicht verlor; aber reiner Unschuld prangst, wie konnteft hier in diesem Werke geht Geduld Von den Banden Jesu. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 127. 82. Gottes Lamm, durch 2. Mehr, als zwölf der Legionen, welche dort um jenen Thron deines großen Vaters wohnen, stehn bereit, o Menschensohn! deine Ketten zu zer Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 76. der Allmacht vor. Denn sonst müß- er anders nichts verlanget, als uns in ten Band und Schlingen wie des des Vaters Schooß dermaleins zu Simfons Stricke springen; und der führen ein, laffen wir von eitlein Feinde große Zahl fürzte deiner Gott- Schein lieber, als von seinen Schläheit Strahl. - 4. Starker Held, um meinetwillen streckft du deine Hände dar, um die Schriften zu erfüllen, schoneft du der frechen Schar, wehrst dem Schwerte deines Freundes, heilft die Wunden deines Feindes, und dein Arm nimmt Feffeln an, die er doch vermeiden kann. 5. Alles, was du ausgestanden, ift zu meinem Heil geschehn, und die Schmach von deinen Banden macht, daß ich kann lebig gehn. Weil man dich gefangen führet, bleib ich frei und unberühret; weil du deiner Ketten Last mir zu gut getragen haft. 6. Heiland, wie ist deine Güte für mich Sündenknecht so groß! mache denn auch mein Gemüthe immer mehr vom Eitten los. Laffe mich mit ihren Stricken Welt und Lüfte nicht berütten, daß ich von der Sünde frei, dir nun ganz ergeben feil 7. Laß in diesen Prüfungstagen den durch dich erlösten Geist keine andre Bande tragen, als die du mich tragen heiß'st: Bande deiner Furcht und Liebe. Lege meines Fleisches Triebe solche Strid und Feffeln an, die es nicht zerreißen kann. Von der Geißelung Jesu. Mel. Freu dich sehr, o meine.. 29. 128. Unser Heiland steht gebunden, voller Strie men, voller Blut, und fühlt so viel 8. Soll ich einst die Ehr erlangen, daß ich deines Geistes voll, auch in andern Feffeln prangen und für dich Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. was leiden soll: ach, so laß mich in 129. Seht, welch ein Mensch! ach seht! Schand den Banden, in Gefängniß, und Schanden, ja in aller Todespein dir, mein Heiland! ähnlich sein. ist er bedecket, der Glanz der Herrlichkeit! Schaut Menschen, und er schrecket! Des Höchften Sohn habt ihr jo tief herab gebracht! so schwere Müh hat ihm nur eure Schuld gemacht! 2. Seht, welch ein Mensch! ch ench, wenn hier noch vor den Sinden nicht eure Seele grant! Sein neue Wunden, als der Kriegsknecht Zorn wird sich entzünden! Dann Streiche thut. Seht, was seine Liebe fordert er die Schmach, die er für fann! und wir denten kaum daran, ench empfand, so ihr euch nicht be daß er wegen unsrer Schulden dieses tehrt, im Zorn von eurer Hand. alles muß erdulden. 3. Seht, welch ein Mensch! die ihr in Heiligkeit ihm dienet, schaut, wie er Sünden büßt! schaut, wis 1 gen unfern schnöden Sinn bewegen. 3. Lehre mich, o Heil der Armen! deiner Streiche hohen Werth, was dadurch für ein Erbarmen und füh Troft mir widerfährt; da dein Brut, das von dir fließt, ein bewährter Balsam ist von dem Gift der Sündenbeulen mich zu reingen und zu heilen. 4. Willst du, daß ich mitempfinde, wie dich deine Geisel schmerzt, wenn mein Herz durch Schuld und Sünde, Jefu, deine Gunft verscherzt: ach, Herr, so verbirg nur nicht dein genädig Angesicht, laß von deiner Strafe Ru then nicht so sehr die Wunden bluten. 2. Da die Welt in Seide pranget, steht ihr König nackt und bloß; da 5. Herr, dn fitteft nicht vergebens. Wenn ich dann nach Gottes Schluß, an dem Ende meines Lebens mit dem Tode ringen muß: ach, so zeige dich nur bald in der tröstlichen Gestaft, da vom Scheitel bis zu'n Füßen des Versöhnbluts Ströme fließen. 6. Was mußt du, mein Heiland, leiden, welche Schmach und welche Pein! doch du siehst auf jene Freuden und erduldest Schmach und Pein. Luß mich auch voll Zuversicht, wenne dereinst das Herz mir bricht, meiner Leiden Ansgang schauen; fest will ich auf dich vertrauen. - 76 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. er uns berfühnet! Wohl euch, daß seine Schmach euch schmerzet und betrübt. Erfreuet euch des Heils, das diese Schmach euch gibt. ganz entzündet für mein Heil! Nichts scheuest du, nicht Marter, Schmach und Hohn, um aus der Noth mich ganz herauszuziehen, mich Sohn des Staubs, o du, des Höchsten Sohn! wie kann ich gnug von Dankbegierde glühen! 4. Seht, welch ein Mensch! hier steht, Verbrechern gleich, gebunden, an dem sein Richter selbst gar keine Schuld gefunden! Dies Zeugniß ift mir werth! Denn wär er nicht ganz rein, wie könnt er dann für uns ein giltges Opfer sein? 5. Seht, welch ein Mensch! ach feht! wie ist sein Leib zerrissen! Seht, was für Ströme Bluts aus seinen Wunden fließen. Heilsame theure Fluth! aus diesen Wunden quillt, was unsre Schaden heilt und das Gewiffen stillt. 2. Am Delberg wartet auf dich Angst und Qual; die Stund ist da, nun willst du nicht verweilen; ich sehe dich aus Salems Pforten eilen. Du wallst dahin durch Kidrons schwarzes Thal, und Todesschrecken folgen dir dahin. Nichts kann indeß den großen Vorsatz hindern; des Menschen Rettung lag dir längst im Sinn. Ganz weihst du dich verlornen Adamskindern. 6. Seht, welch ein Mensch! ach feht! schmerzhafte Dornen krönen sein majestätisch Haupt! doch mag bie Welt dich höhnen! Mein Jesu, mir bleibst du ein König auch noch hier! Voul Ehrerbietigkeit beug ich die nie vor dir. 7. Seht, welch ein Mensch! Er muß, vom Rohrstab frech zerschlagen, noch in der eignen Hand des Frebels Werkzeug tragen! Ach wißt, daß diese Hand ein eisern Zepter trägt! Sorgt, Frevler, daß fie euch nicht einst im Born zerschlägt! 8. Seht, welch ein Mensch! schaut hin, o Sünder, und erschrecket! da so viel Speichel ihm sein Antlitz über bedet. Gott, wie viel schnöde Schmach trifft deinen Sohn um mich! Mein Dank ergießt vor dir in heißzen Thränen sich. 9. Seht, welch ein Mensch! mein Herz im Leibe will mir brechen! Ob diese Leiden schon mir ewgen Troft verspresen: Herr, ich kann ihrer nie mich ohne Wehmuth freun! Herr, loß mich ja für dich nie Spott und Schande scheun! 3. Nunmehr kommst du in jenem Garten an, wo dich, o du mein einziger Berather! so oft mit Ernst zu deinem großen Vater für unser Heil die Engel beten sahn. Jetzt wurdeft du in Traurigkeit versenkt, mit Todesangst und Schrecken ganz befangen, daß ich von allem, was mich nagt und kränkt, bei deiner Angst Befreiung möcht erlangen. 4. Dein blutger Schweiß zeigt, wie dich Gott jetzt schredt. Wie beben dir, o Held, vor Furcht die Glieder! Du finkst vom Zorn des höchsten Richters nieder, wirft als ein Wurm mit Blut und Staub bedeckt. Hör seine Stimm, o Sünder, höre fiel Dir ruft er zu, in diese Noth gerathen: mit deiner Schuld machst du mir diese Müth, und diese Qual mit deinen Missethaten. 5. Ganz sollst du nun ein Mann des Schmerzes sein. Dich, Heiliger! Verbrechern gleich zu fangen, bringt jetzt auf dich mit Fackeln, Schwert und Stangen, von Wuth beseelt, die Schar der Sünder ein. Du stellst dich dar; doch ihren harten Sinn kann weder deine Macht noch Unschuld rühren; gefesselt führen dich die Frebler Mel. von Nr. 84. 130. Mein Lebensfürft! mm hin, die bei dir nichts als Willigkeit verspüren. kann ich dich mein Theil und meinen Trost, und meinen Netter nennen. Wie loderst du, nie werd ichs gnug erkennen, von Eifer 6. Mit größter Wuth greift dich der Feind nun an, als wärest du der größte Miffethäter. Was thut der - - Von dem Leiden und Sterben Jefu. 77 Erster Theil. Freund? Ach, er wird ein Verräther!| zürn ich mit der Juden Wuth? Ach, Mit Abschen seh ich seine Bosheit hier kann ich des Menschen Thorheis lesen; Tand wählet er, der Thor, fürs höchste Gut: wie oft bin ich ein solcher Thor gewesen. an. Doch Judas schmerzt dich jetzo nicht allein; bei deiner Noth siehst du die Jünger fliehen; jetzt bleibeft du ganz hülflos und allein, du siehst fie all und selbst auch Petrum fliehen. 12. Das Mordgeschrei, das an den Himmel stieß, schallt nicht so laut, als meine Sünden riefen. Die Ströme, die aus so viel Wunden liefen, als, Jesu, dich Pilatus geiffeln ließ, ent deckten mir gar merklich meine Schuld verdient hatt ich des Satans Wuth und Morden. Of o! Dank sei dir! mich rettet deine Huld, heil bin ich mn durch deine Wunden worden. 7. Der Richter seines Volks steht vor Gericht, vor Caiphas läßt er sich laut verklagen, und schweigt, was auch die falschen Zeugen sagen; gescholten, schilt der heilge Gottmensch nicht. Er kommt noch einst und mit ihm kommt sein Lohn, und alle Bosheit wird gewiß gerochen. Gleichwohl wird ihm, des Allerhöchsten Sohn, als einem Lästerer der Stab gebrochen. 8. Mein Jesu! bricht dir nicht die Schmach das Herz? Verspeit wirft du, geschlagen und verhöhnet. Wie ist dir, da der Lästrung Stimm ertönet? Wie weit treibt man den pöbelhaften Scherz? Du, der Propheten Größter, wirft ein Spott. Wie darf dein eignes Volk dich so entehren! Ach, theuer sei du mir! Von dir spricht Gott: das ist mein lieber Sohn, den follt ihr hören. 13. Welch Schauspiel stellt sich mei nen Augen dar: mit Dornen frönet man dich, o mein König! dem Frevler ist die Schmach noch allzuwenig, ein Rohr reicht man dir als ein Zepter dar! der Purpur höhnet dich, mon beugt die Knie und spottet dich mit Worten und Geberden. Ach, meine Schuld! wie groß, wie groß ist fiel so tief mußt du für mich erniedrigs werden. 14. Ganz matt schleppst du dein Kreuz nach Golgatha, noch mehr vom 9. Hat Petrus dreimal dich aus Fluch, der auf dir lag, gebrüicket. Furchtsamkeit verläugnet, und damit Was ists, das nun mein schüchtern dein Herz durchstochen, ach! wie viel Aug erblicket? Wie schauervoll wirft öfters hab ich Treu gebrochen! Doch du mir, Golgatha! Da hänget er, ist es mir, o Herr, wie Betro, leid. ein Scheusal, nackt und bloßs; sollt Und darum haft du den treulofen er denn nicht mein Mitleid ganz erKnecht beständig noch zu lieben fort- wecken? Ach, ihn drückt unsre Schuld! gefahren. Ach, bring mich auch, wenn ein Berg! wie groß! und er verlangt ich verirrt, zurecht, laß deinen Geist nicht Mitleid, sondern Schrecken. dies schwache Rohr bewahren. 10. Folg ihm, mein Geift, bestürzt ins Richthaus nach: D, welch ein Schauplatz nie erhörter Leiden! wie duldet er von Juden und von Heiden, Er, beider Heil, ganz unverdiente Schmach! Den Aufruhrstifter sieht Pilatus nicht; o, wie empöret sich jest mein Gewiffen, da, Jesu, dir sein Mund das Urtheil spricht! bedroht, geschredt, wird Er dahin geriffen. 15. Du bist, o schreckenvolles Golgatha, die Trauerbühne, da mein Hel land litte; der Kampfplatz, wo des Weibes Saame stritte, der Ort, wo man das höchste Wunder fah. Hier hänget Er, der Opfer Gegenbild, der Gottes Born in vollem Maaße fühltel Hier trifft der Pfeil dich, meines Glaubens Schild, der längst auf mich, mich großen Sünder, zielte. 16. Mein Heiland hängt dort zwi 11. Dir durfte man den Mörder schen Mördern. Mich wollt er der Barrabas, o Theuerster! gar an die Schar der Seelgen zugefellen; hier Seite seßen, und, was entsetzlich ist! dich schlimmer schätzen. O, mehr, als Cains- Haß! Doch warum Raserei! will ich dann zu seinem Kreuz mich stellen, der Deinen Treu und Weh muth rühret dich. Der Kriegsknecht 78 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. nimmt zwar deine Kleider hin, doch| Baffer fleußt! Vergebung schafft mir mir verläffest du den besten Segen. fein vergoßnes Blut, sein Geift stärkt Dein bin ich ganz, und was ich hab mich zu jedem guten Werke; ein offner and bin, will ich auch gern zu deinen Born, wie fließt er mir zu gut! Ich bin Füßen legen. im Herrn Gerechtigkeit und Stärke. pe 17. Das Bundesblut erwies die erste Kraft am Schächer, der noch in der letzten Stunde durch wahre Buß und Glauben Gnade funde. Für alle Slinden war mun Rath geschafft. Doch ist aus tausend einem dies geschehn: so ist dem sichern Fleisch nichts eingeräumet; der andre Schächer mußt zu Grunde gehn, weil er die rechte Gnadenzeit versäumet. 22. Kommst du mit Blut und Wasser nun zu mir, so will ich, Herr! dir mich zum Opfer bringen! beim offnen Vorhang wird es mir gelingen; freimüthig nah ich mich nunmehr zu dir. Muth mache mir im letzten Kampf dein Blut; gestärkt durch deinen Geist laß mich dann scheiden. Dein Blut lösch aus für mich der Höllen Glut, dein Geist führ mich zu deines Him mels Freuden. 18. Der Mittag fommt. Der Sonne Schein hört auf; dir, ihrem Schöpfer, Pilgrim bin, soll in mein Herz bein 23. So lang ich aber noch ein will tein Licht mehr scheinen. Du, Helfer, mußt als ein Verlaßner wei sterbend Bild sich schließen; mein Mund nen. Dein Angstgeschrei stört jetzt der soll sich in Lob und Dank ergießen; Schöpfung Lauf. Wer zittert nicht? ganz geb ich mich zu deinem Opfer der Löw aus Juda brüllt; den Sohn hin. Die Sünde, die dich mit so der Liebe trifft des Vaters Ruthe.[ hwerer Laft für mich gedrückt, will Was Wunder, daß sich die Vernunft ich mit Ernst verfluchen; ich will, was verhüllt! D, du mein Troft! Was du für mich geleistet hast, mit Lieb und Treu dir zu vergelten suchen. schmeckst du mir zu gute. 19. Nun weiß ich, daß die Nacht der Finsterniß zerstöret ist. Sollt ich noch rathlos stehen, und schmachtend 131. 1 hin durch dunkle Thäler gehen, so bleibt mir, Jefa, doch dein Trost gewiß. D, sollt ich je von dir geschieden sein! O, solltest du je meiner nicht gedenken! Eh wird die Sonne sich, von Licht und Schein beraubet, in des Abgrunds Kluft versenken. Mel. Herzliebster Jesu, was baft. nschuldger Jefu, was hast du verbro- chen? Dein Todesurtheil haben sie gesprochen. Ein Fluch gemacht, sollst du am 20. Von heißem Durst wirst du zuletzt gequält; und welch ein Labsal wird für dich gefunden! Ach, wie betrübt sind deine letzten Stunden! damit ja nichts an deinem Leiden fehlt. Es ist vollbracht! rufst du Kreuze sterben, wie Sünder sterben. Schmach gefrönet, ins Angesicht ge 2. Gegeisfelt wirst du und zur und stirbst, und übergibst den Geist schlagen und verhöhnet! mit Finsterdes Vaters Händen. Welch Heil! das niß des Todes schon umschattet, gehst du so sterbend mir erwirbst! getroft tann ich mun meinen Lauf vollenden. du ermattet. auf blutgen Wegen voll Zuversicht, 3. Du trägst dein Kreuz, du eilft voll Muth dem Tod entgegen! Sch sehe dich gekreuzigt, dich entfärbend, voll Wunden sterbend. 21. Mert auf, o bu in mir er schrockner Geist! Schau Jesu Seite noch zuleht durchstochen, nachdem der Tod ihm schon das Herz gebrochen; 4. Was ist die Ursach dieser deiner schau, wie sein Blut vereint mit Plagen? Ach, unsre Sünden haben Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 79 bir bringen! bich geschlagen! Wir, großer Mittler,| Ueberwinder Krone, dein großes Lob haben das verschuldet, was du erduldet! viel würdiger befingen, stets Dant 5. Wie wunderbar ist, Richter, deine Strafe! der gute Hirte leidet für die Schaafel die Schuld bezahlt der Mittler, der Gerechte, für seine Knechte! 6. Der Fromme flirbt, der recht und richtig wandelt! der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt! die Unschuld stirbt! der das Gesetz gebrochen, wird losgesprochen! - 10. Doch du fagft selbst: Eins werde dir gefallen, wenn wir vor bir mit Buße niederfallen, und unser Herz von neuem nicht entzünden mit alten Slinden! 11. Es ift, Berföhner, nicht in unsern Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuhesten! O send uns deinen Geist, der uns regiere, zum Himmel führe! mich in das Meer der Liebe zu versenten, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Bereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, und bis zum 7. Ach, unsre Seele war entstellt von Sünden! an uns Verbrechern Tod am Kreuz gehorsam werden; war nichts Guts zu finden! das Hätten wir, von Gott verworfen, müffen auf ewig büßen! an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. 8. D Liebe! Liebe niemals auszusprechen! du willsts! an dir soll es der Rächer rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willst leiden! 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, fo zagen meine Kräfte. Mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 9. Wer kann, o Herr, die großen Seligkeiten, die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen. Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Ent zücken am Kreuz erblicken. 12. Dann wollen wir mit vollem Dant betrachten, was du gethan haft, diese Welt nicht achten. Wir wollen wachen, beten, deinen Willen mit Freud erfüllen. 13. Dann wollen wir für dich, Herr, alles wagen; kein Kreuz nicht fürchten, keine Schmach und Plagen; uns follen Spott, Verfolgung, Tod and Leiden nie von dir scheiden. 131. Mel. Herzliebster Jesu, was. err! stärke mich, bein 14. Dies alles ist zwar nur für schlecht zu achten, weil wir noch sterblich find, im Staube schmachten! doch nimmst du's an! du wirst uns dennoch geben ein ewig's Leben! 15. Dort werden wir, o Herr, vor deinem Throne, geschmücket mit der 132. Herr 1 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an deffen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebüdt im Staube, verliere mich mit bankendem Gemüthe in deiner Güte! 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen; uns kommt es zu, fie demuthsvoll zu preisen, zu fehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebteft mich, ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben; o gib zu diesem heiligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte. 80 Erster Theil... Von dem Seiden und Sterben Jesu. 133. Dwunden fille uns am Mel. Ach Herr, mich armen S.- 67. er du voll Blut und für Kreuze starbft, und unsern letzten Stunden den größten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil! wie dank ich dir? 10. Erhebe dann mein Hoffen, zure 2. Wie viel hast du erlitten, erhabner Menschensohn! als du den Tod beftritten, den Tod, der Sünde Lohn!| bessern Welt zu gehn, und laß im Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Samach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die bas Herze brach. Geist mich offen, Herr! deinen Himmel sehn. Dahin laß mit Entzücken alsdann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland, blicken. Wer so ftirbt, der stirbt wohl. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. deine Freunde; du warst der Leute Spott; dich höhnten 134. Mevich, Seju Liebe zu Mel. Liebster Jesu, wir find hier. 4. eine Seel, ermuntre Jesu deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 4. O schreckliches Empfinden! du fühlteft das Gewicht vom Fluche unsrer Sünden und Lindrung ward dir nicht. Stets wuchsen deine Plagen; fein Helfer am für dich. Man hörte dich felbft flagen: Gott! wie verläffft du mich! 5. Mein Heil! was du erduldet, das ist auch meine Laft. Ich habe mit verschuldet, was du getragen haft. Sieh gnädig auf mich Armen, der Zorn verdienet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zubersicht. Wohin soll ich sonst gehen? verwirf du mich nur nicht! We soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr! nicht liebst? mo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? zu dir und deiner Treu, und bis ich einft erkalte, ganz nur der Deine feil 9. Wenn ich denn einst soll schei den, ach! dann verlaß mich nicht! fei auch in Todesleiden mein Troft, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, dann reiß mich aus den Äengsten fraft deiner Angst und Pein. 7. Du haft mir durch dein Leiden sergebung, Beßrungskraft, in Trübal Troft und Freuden, die ewig find, verschafft. D, gib an dieser Gnade auch mir im Glauben Cheil; so wird mein Seelenschade durch dich, Erlöser! heil. bedenken! Auf sein Kreuz hin müffe fich jetzt dein Blick voll Andacht lenfen, daß dein Herz der großen Trene deines Jesu fich erfreue. 2. Sieh! der wahre Gottessohn ist für dich ans Holz gehefter! Hier hängt er vol Schmach and John, blutig, schmerzenvoll, entkräfret! Ach für mich mit Fluch beschweret! wo ift größre Lieb erhöret? 3. Du, du solltest große Pein ewig in der Hölle leiden, und von Gott verstoßen sein, ewig fern von allen Freuden. Da trägt Jefus deine Situden, daß du könntest Gnade finden. 4. Sein verdienstlich Leiden stillt deines Richters Zorn und Rache. Er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böfe Sache; Sünde, Teufel, Tod bezwungen, und das Leben dir errungen. 5. Nun, toas liegt dir vb, mein Herz? Dem dich dankbar zu beweisen, der sogar durch Blut und Schmerz seine Lieb an dir will preisen. Kannst du wohl in schwachen Liedern ihm so große Lieb erwiedern? 6. Ach, ich kann ja nimmermehr das Geringste nur vergelten! Er vers 8. Ich danke dir von Herzen, obind't uns ihm zu sehr. Meine Trägs bu, mein größter Freund, für deine heit muß ich schelten, daß ich ihn fo Todesschmerzen. Wie gut haft du's lau geliebet, ja durch Sünden off gemeint! Acht gib, daß ich mich halte betrübet. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 81 7. Was geschehen ist, das soll Mel. von Nr. 37. ferner nicht von mir geschehen. Fest 135. Förfülle, Herr! doch selbst andern mein mit reinem Andachtstriebe. Ich denk an deines Leidens Schmerz, die Wirkung deiner Liebe. Dein Kreuz sei mir gebenedeit; welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wann hab ich dies doch recht bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürft, und Held, in Fleisch und Blut geflei det, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet? Du ringft mit Angst und Todesnoth und gehst doch willig in den Tod: O Liebe sonder Ende! du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und gibst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 3. Du trägst der Misfethäter Lohn, und hattest nie gefündigt; du, der Gerechte, Gottes Sohn! so wars vorher verfündigt. Der Frechen Schar begehrt dein Blut; du duldest göttlich groß die Wuth, um Seelen zu erretDein Mörder, Jesu, war auch ich; denn Gott warf alle Sünd auf dich, damit wir Friede hätten. 12. Nun dann, nimm mich ganz dahin! Jesu will ich sein und bleiben, 4. Erniedrigt bis zur Knechtsge stalt, und doch der Größt im Hers dem ich lebe, des ich bin. Nichts soll zen, erträgst du Spott, Schmach, mich von Jesu treiben. Jesu, mich nicht laffen. Ewig will ich dich umfassen. Du wirst, und Gewalt, voll Krankheit und voll Schmerzen. Man sah dich, der Berheißung Ziel; doch an dir war nichts, das geftel, und nicht Gestalt und Schöne. Vor dir, Herr, unsre Zubersicht, verbarg man selbst das Angesicht, dich schmähten Bundessöhne. 5. Ein Opfer nach dem ewgen Rath, belegt mit unsern Plagen, um deines Volkes Missethat gemartert und zerschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlacht bant führet. Freiwillig, als der Helden Held, trägst du aus Liebe für die Welt den Tod, der uns gebühret. bracht. Du stirbft, die Erd' erschitt6. Du neigst dein Haupt. Es ist volltert. Die Arbeit hab ich dir gemacht; Herr, meine Seele zittert. Was ift der Mensch, den du befreit? D wär 6 Weg zu gehen, will ich nun nur Jesum suchen, und, was ihn betrübt, verfluchen. 8. Weg ihr Sünden, fern von mir! ench kann ich an mir nicht leiden! Welch ein schnöder Gräul seid ihr! Ach, von dem wollt ihr mich scheiden, ohne welchen ist kein Leben, teine Gnade, kein Vergeben. 9. Dir, mein Jesu, dir mein Heil, will ich ganz mich übergeben; als dein Eigenthum und Theil, dir zu sterben, dir zu leben, dir zu reden, dir zu leiden, dir zu schweigen, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, sollft es sein, auf den stets mein Auge blicket. Wie du mein bift, bleib ich dein, immer ganz und unverrücket; was du liebst, will ich auch lieben; was dich fränkt, soll mich betrüben. 11. Drohten mir sogar um dich Tod und Martern, Schmach und Bande, mich schreckt nichts; von dir hab ich deinen Geist zum theuren Pfande, daß ten. ich soll den Himmel erben; darauf kann ich fröhlich sterben. 13. 3ft schon jetzo, ist schon hier solche Freud und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein Jesu, recht verbinden, schenkst du schon so viel auf Erden: ei, was will im Himmel werden! 14. Was für Wollust nach dem Leid! nach dem Elend was für Ehre! was für Ruhe nach dem Streit! was für frohe Jubelchöre! Ewig werd ich Gott bort loben, wenn er mich zu fich erhoben. 15. Täglich, täglich freu ich mich auf dies freudenbolle Leben! Heiland, bir sei Dank! durch dich wird es mir bereinst gegebent Laß, im Glauben mich zu halten, deine Kraft in mir fiets walten. 82 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß| Huld erheben? Wie herrlich zeight du mich Gnade finden; und deine Liebe im Erlösungswerke der Gnaden Stärke. bringe mich, daß ich dich wieder lieb und dich nie freuzige mit Sünden. 63 7. Welch Warten einer ewgen Pein, für die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu sein, nicht nach dem Glauben trachten; für die, die dein Berdienft gestehn, und dich durch ihre Laster schmähn, als wirkliche Verhöhner. Wer dich nicht liebt, kommt ins Gericht, wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm bist du kein Versöhner. 8. Du hafts gesagt; du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ists, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden kränken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb und Demuth stets vor dir erfunden werden! dein Heil sei mir der Schirm in Noth, mein Stab im Glüd, mein Schild im Tod, mein letter Troft auf Erden. Mel. O Lamm Gottes, unschuldig. FE Gottes Lamm, 136. D 2. Dein ewger Sohn selbst stirbt für Menschenkinder. Der Heiligste tritt an die Statt der Sünder! der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. Mel. von Nr. 55. 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürfteft ftrafen. 4. Was ist der Mensch, daß d sein so gedenkest, und deinen Sohi ihm zum Versöhner schenkest? War findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze, verdient Verschwendung un schäßbarer Schäße, verdient ein selbst gemachter böser Schade des Richters Gnade? 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen unschuldig am Kreuz für uns gemein ganzes Leben willig ergeben. Vater nennen, und zum Gehorsam dir schlachtet, befunden stets geduldig, 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, aus deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ewgen Heile nun auch zu Theile! ott, der du für uns 137. gege. ben, wer tann doch gnugsam deine 6. O welche Tiefe deiner Menschen. liebe! wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thuft noch mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. wiewohl du wurdft verachtet; die Sünd haft du getragen, sonst müßten wir verza- gen. Erbarm dich unser, o Jesu, Jesu. 2. O Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden ftets gebuldig, wiewohl bu wurds 138. M du verachtet! Die Sünd haft du getragen; sonst müßt auch ich verzagen. Lob fei bir ewig, o Jesu, Jeful 9. Dein Friede wohne stets in mei nem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen. Dein Geift fes mit mir, deinen guten Willen tren zu erfüllen. Mel. Chriftus, der ms felig macht. ein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest! und auch auf der Himmel Thron jeßt noch für mich bitteft, Von dem welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden; D, wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Erster Theil. - Leiden und Sterben Jesu. 83 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden: of so scheiden! Herr, so dant ich ewig dir hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich für dein bittres Leiden. Mel. D Welt, ich muß dich lassen. 48. dein 139. eben am Stamm des D Freuden. Kreuzes schweben! dein Heil sinkt in 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, den Lod. Der große Fürst der Ehren Herr! gegeben; und du konnteft jeder- läßt willig sich beschweren mit Ban zeit voller Freuden leben. Aber, oden, Schlägen, Hohn und Spott. der großen Huld! daß ich selig würde, 2. Tritt her und schau mit Fleiße! übernahmst du in Geduld schwerer mit Blut und Todesschweiße ist ganz Leiden Bürde. Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, fein Leib bedeckt; und unnennbare da er den Kelch des Zornes schmeat. dieses Heer von Plagen, Herr, wider 3. Wer hat dich so geschlagen, und dich erregt? du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder: wie find dir Strafen auferlegt? 3. Nun kann meine Misfethat noch Vergebung finden; denn du starbft nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unfre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewiffen Ruh, mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu haft du nene Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, haft aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen! Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, du haft sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. der sich so viele finden, als Sandes 4. Ich, ich und meine Sünden, an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten diese Plagen auf dich, und dieses Marterheer. ewgen Finsterniffen, was min dein 5. Ich bins, ich sollte büßen in Tod verfühnt: die Geißel und die Banden, und was du ausgestanden, das alles, Herr, hab ich verdient. 6. Du nimmst auf deinen Rüden die Lasten, die mich drücken, wie ein Gebirge schwer! du wirft ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen und o wie gnadenreich ist er! läsfest dich selbst würgen für mich und 7. Du feteft dich zum Bürgen, ja krönen mit Dornen, die dich höhnen, meine Schuld; für mich läff'st du dich und leideft alles mit Geduld. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Slindenreiz hier zu widerstreben. Treib mich mächtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen; was ich Unrecht je gethan, innig zu bereuen. 8. Drückt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewiffen: o dann laß aus deinem Tod mich den Troft genießen, daß du auch für meine Schuld bitßend bist gestorben, und Vergebung, Gnad und Huld mir bei Gott erworben. dir gehorchen sei mein Ruhm! 6* du dem Tod entgegen mit großem 8. Für mich ihn zu erlegen, eilft Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht erhörte Liebesglut! fterbe, noch ewiglich verderbe; o unden ich Heil gefunden! ich bin dein 9. Wie bin ich dir verbunden, durch Eigenthum. Mich dankbar zu erweisen, soll Seel und Leib dich preisen, und 84 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 10. Es soll dein Tod und Leiden,| mir zum Segen. In ihm wird, flatt bis Leib und Seele scheiden, mich trö- Fluches, Heil, jedem, der da glaubt, zu ften und erfreun. Es soll von meinen Theil. Pflichten mich täglich unterrichten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. 4. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Hier will ich ihn fest umfaffen, ihn nicht laffen, ihn, der mich am Kreuz vertrat, bis er mich gesegnet hat. 5. Mein Erlöser hängt am Krenz.? Auch für mich hat er sein Leben hin gegeben. Brenne, Herz, in heißer Glut gegen ihn, dein höchftes Gut. 6. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte nun an Sünden Luft noch finden? Sie will ich voll Abscheus fliehn; meine Sünden freuzgen ihn. 7. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in rohen Freuden mich noch weiden? Das sei fern! Die Welt sei mir nun gekreuzigt, und ich ihr. 8. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte seinen Willen nicht ers füllen? Theuer hat er mich erkauft, und auf ihn bin ich getauft. 9. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Sollt ich nun im Hohn mich grämen? Sein mich schämen? Froh rühm ich mich seiner Schmach, trage gern sein Kreuz ihm nach. 10. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in trüben Tagen troft los zagen? Auch die schwerste Bürde deucht, gegen seine Last, mir leicht. 11. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Herr, ich bleib im Tod und Leben dir ergeben. Als du starbest, starbft du mir; wenn ich sterbe, sterb ich dir. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Here. 141. 11 11 m Gnade für die Sünderwelt rufst du mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei deinem herben Schmerz die Böse 11. Wie firenge Gott Verbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie schwer sie ihrer Sünden Vergeltung werden finden, will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, und thun, was er gebeut. Nicht meinen eignen Willen, nur seinen zu erfüllen, ist meine Pflicht und Seligkeit. 13. Nach dir will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, nach dir, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getroft und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 14. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, dräun; wie du gelaffen dulden; dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeihn. 15. 3ch will ans Kreuze schlagen mein Fleisch, und dem entsagen, was dir, Herr, nicht gefällt; was deine Augen haffen, das will ich fliehn und laffen, gefiel es auch der ganzen Welt. Mel. Meine Liebe hångt am Kreuz. 140. m ein Erlöser hängt am Kreuz und ist hier ein Ziel des Spottes; ach Sohn Gottes! Wo ist deines Arms Gewalt? Wo die göttliche Gestalt? 2. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Größ und Hoheit sind verschwunden. Nichts, als Wunden! Nichts, als Blut, und Qual auf Quall nichts, als Leiden ohne Zahl. 3. Mein Erlöser hängt am Kreuz, und hängt hier auch meinetwegen; Schon Erster Theil. - Von dem wichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schar Leiden und Sterben Jefu. 85 Kraft. Herr Jefu Chrift! der lette Kampf wird mir verfüßt, wenn du mein Troft im Tode bist. daß ich ein Freund der Feinde bin, 5. Den sanften liebesvollen Sim, flöß, Herr, in meine Seele! Gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Blut; und flammt des Bornes wilde Sach empfehle. Besänftige mein reges Glut mein Herz zur Nachbegierde an: in dir entehrt; rufft, daß es Erd und Himmel hört: vergibo, so erinnre mich daran, Herr Jesu Chrift! wie du am Kreuz durch dein Gebet felbft deinen Mördern Gnad erfleht. o Gott, und führe nicht fie ins Gericht; das, was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Thr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod! es bilde mich dein Geift, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! D, zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schutzpanier. 3euch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürsprach ewig freun. Herr Jesu Chrift! wie Er hat durch segnendes Gebet auch selig ist, wie selig ist der Mensch, uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt dem du ein Heiland bist! auch uns zu unsrer Ruh Erbarmen und Bergebung zu. Herr Jesu Chrift, Mel. Sesus, meine Zuversicht.- 47. gelobt ſeift du für deinen Tod! Gott 142. Schwing dich auf gen dich unser Gott. Golgatha! Herzen, daß dich ja seine Pein zur Heiland hier am Kreuze; nimm zu Buße reize. Härter bist du noch, als Stein, so du hier kannst fühllos sein. zwischen Erd und Himmel hangen! 2. Schaue doch das Jammerbild wie das Blut in Strömen quillt, daß ihm alle Kraft entgangen! schauel ach, erschrichst du nicht, da sein sterbend Herze bricht? alles das hätt ich verschuldet, und 3. D Lamm Gottes ohne Schuld da haft aus freier Huld Pein und Schmach für mich erduldet. Aus des ewgen Feuers Glut mich zu retten, fließt dein Blut. 4. Wird wo mein Herz vom Trofte leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o, dann versichre mich aufs neu, du steheft mir als Mittler bei, der meine Schuld groß, ja groß ist deine Liebel schau 4. Du für uns erwürgtes Lamm! bedecket. Mein Geift blickt glaubens- von deines Kreuzes Stamm, wie ich voll auf dich. Sei du mir nur nicht mich um dich betrübe! Ich bin schulfürchterlich! und schließt sich meine dig; aller Schmerz, der dich trifft, Pilgrimschaft, so stärte mich mit neuer durchbohrt mein Herz! 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäuster Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünber, nimmt Gott an! hast du durch deiner Fürsprach Kraft, mein treuer Heiland mir verschafft. D Jefu Chrift! mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis in den Tod. 86 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 5. Herr, was kann ich dir dafür, baß du mich so liebeft, geben? Nimm, was ich vermag, von mir! dir, nur bir gehört mein Leben! wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen dich nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! du littest uns 6. Nur bei dir allein such ich Hütlf zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem in meinen bängsten Stunden! schmach- theuren Blute. Du haft mir Heil, tend, lechzend sehn ich mich nach dem da du für mich gestorben, am Kreuz Troft aus deinen Wunden, wie ein erworben. Hirsch nach Waffer schreit, bis er meine Seel erfreut. - 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben? so wird mir nichts, nichts 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut! meine Krone rauben? so werd ich Lehre mich die Welt verschmähen! laß dort von Herrlichkeit umgeben, einst auf dich, du höchstes Gut, immer unverewig leben? wandt mich sehen, und im Kreuze führe 10. Ja, wenn ich stets der Tugend mich selig, wenn schon wunderlich. Pfad betrete, im Glauben tämpf, im Glauben wach und bete, so ift mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 8. Endlich laß mich alle Noth freudig fterbend überwinden. Nirgends müffe mich der Tod, als bei dir, mein HeiLand, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, spricht getroft: Es ist bollbracht! 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd ich matt im Laufe guter Werte, so sei mirs Stärke! den Mel. von Nr. 55. aß deinen 12. 143. Lete, mein Beiland, gen dieſer Erden ein Vergerniß und flets, Lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich chriftlich übe. eine Thorheit werden: so seis doch mir, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn nnd meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 13. Gott! eile nicht, sie rächend zu zerschmettern! erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bes kehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. 3. Da du dich selbst für uns dahingegeben, wie fönnt ich noch nach meinem Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. 3ch sollte nicht, wenn Leiden diefer Erden, wenn Krenz mich trifft, gelaßnen Herzens werden; da du so biel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbft gelaffen, wie könnt ich sie, fie meine Brider haffen; und nicht, wie du, wenn fie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Helligster! Du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 14. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken! dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einf leide, mir Fried und Freude. Mel. von Nr. 55. 144. ei hochgepriesen, Herr, für deine Liebe! fie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sün den Schmerzen. D, welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen? du ließeft unsre Schuld an dir bestrafen, und Heil zu schaffen. Erster Theil. 8. D laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! was hab ich sonst für fichern Troft auf Erden? was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Frende, wenn ich einst scheide? Von dem Leiden und Sterben Jefu. 87 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das haft du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 5. O ftärke selbft mein Herz in diefem Glauben. Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müffe mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Soll ich mich nun noch frebelerfühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen? so wär ich ja, o Herr, nicht sein Erlöfter, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird befungen. Die letzten Worte Jesu. 145. B egleite mich, o Christ! wir gehen zum schmerzenvollen Golgatha, auf deffen fürchterlichen Höhen, was nie ein Gott um Glauben an! Ste fönnen dir den Troft im Leben, und einst den Troft im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr tröften kann. 2. Schon zeigt der Blutberg fich von weiten! erschrid und zittre, frommes Herz! Sieh deinen Retter, sieh ihn streiten, und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz. Hier hieng, den Mördern übergeben, am Holze, Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht uns wieder Gottes Huld. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an; Er ruft mit fanftmuthvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan. Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach! O Mensch, den Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach! 4. Welch Beispiel findlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, die Mutter sterbend anbefahl. Ach, der Herr dem Jünger seiner Liebe wird mein Aug einst um die Meinen in seiner letzten Stunde weinen, so soll dies Wort mir Troft verleihn! der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. Engel faßt, geschah! Erwäg 5. Frohlodt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: an diesem heilgen Orte des ster- noch heute deines Glaubens wegen du wirst, so ruft er ihm entgegen, benden Erlösers Worte, und rufe mit mir im Paradiese sein. O Herr! laß an des Todes Pforte einst diese 88 Erster Theil. troftesvollen Worte auch meiner Seele| Troft verleihn! 6. Wer kann die hohen Leiden faffen 146. S als Christus an dem Kreuze rief: Mein Gott, mie haft du mich verLaffen? wie beuget ihn die Last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! vor Angft und Pein müßt er berschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! T Von dem Leiden und Sterben Jesu. Der Tod Jesu. eht den leidenden Gerechten, so entehrt von Lafterfnechten! Er, der Herr, gefrönt zum Hohne, träget seine Dornenkrone, und büßzet unsern Frevelmuth. 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von Allem, was erquickt, entblößt, wünscht, daß sein Durst gestilLet werde! O Mensch, der dich so theur erlöst, der Heiland rufet dir 2. Unser göttlicher Vertreter wird noch heute aus tausend Armen, dir geführt, wie Uebelthäter. Wer kann zur Seite, die Hunger, Durst und seine Leiden zählen? Eine Welt verMangel drückt: Oselig, wer den forner Seelen erkauft er sich um die Ruf erfüllet! denn wer den Durst sen Preis. des Armen stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 3. Seht den Schönsten unter Allen 8. Nun enden sich die schweren Lei- bleich, entstellet und verfallen! Seiner den; der Heiland spricht: es ist voll- Hoheit Glanz vergangen! Schmach bracht! Wort des Sieges! Wort entweihte seine Wangen, und seine der Freuden! du nimmst dem Tode Richterstimme schwieg. seine Macht. Heil uns! Wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen, da er für uns genug ge than? Gib, daß am Ende meiner Lage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: vollbracht ist nun des Leidens Bahn. 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Bersöhner Gottes, sei auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! du rufest: Bater, ich befehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb! Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. 10. Bewein ihn fromm mit stillen Zähren, o Christ, du haft ihn sterben wollest du mir Weisheit schenken. sehn. Bald wirst du ihn durch Freu- Mich vom Lafter abzuschrecken, mich den ehren, und jauchzend seinen Ruhm zur Tugend zu erwecken, laß mir es erhöhn! Den deine Seufzer jetzt be- stets vor Augen sein. 6. Seht ihn auf der Schädelftätte mit zerschlagnem Herzen hin auf ihn, für uns ringen im Gebete. Schauet Er hats vollbracht und stirbt. den Mann der Schmerzen, am Kreuz! 7. Herr, dein Leiden zu bedenken, tlagen, der wird als Held nach dreien Tagen vom Grabe siegreich auferstehn! den freche Rotten hier entehrten, den wirst du dort bei den Berklärten zur Rechten seines Vaters sehn. 4. Ja, mit sanftem Edelmuthe litt er alles, uns zu Gute! daß der Sünder leben möge, wandelt auf dem Todeswege der Gottversöhner willig fort. 5. Keine Lindrung stärkt den Mit den, auf ihm liegt zu unserm Frieden Fluch und Straft er trägts gelassen! seine Kraft hat ihn verlassen; er sintet wieder in den Staub. 8. Daß ich dir mich ganz ergebe, niemals deiner unwerth lebe, nicht vor dir zu schanden werde, wenn du kommst, den Kreis der Erde zu richten mit Gerechtigkeit. Erster Theil. Von dem Leiben und Sterben Jesu. 89 8. Ja, noch an demselben Tage geb Mel. Werde munter, mein.- 116. 147. Heute, sprach mein Hei- ich in den Himmel ein, los von aller land, an sein und bei dir blutges Kreuz erhöht, als ein Sitn- daheim zu sein. Hier genieß ich deines der, ihm zur Seite, sterbend noch Lichts, bis der Tag des Weltgerichts um Gnade fleht; heute, so betheu'r auch dem Grab die Macht entwendet, ich dir, heute noch sollst du mit mir ganz die Seligkeit vollendet. in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1. 2. Theures Wort aus Jefu Munde! 148. Es ist vollbracht! ſo ruft fest versiegelt durch sein Blut! In am sterbender finstern Todesstunde gibst du den Erlösers Mund. O, Wort voll Freudigkeit und Muth. Wenn der Troft und Leben, reize zur Freude Chrift nun scheiden soll, bleibt er meines Herzens Grund. fefter Hoffnung voll, sieht die Nacht Opfer ist geschehn, das in Licht verwandelt, weiß gewiß, mir zum Heil ersehn. wohin er wandelt. Das große Gott auch - 3. Ohne Zagen kann er sterben. Seine Seel erstirbt ja nie. Ihr droht nicht nur fein Verderben, auch fein Schlaf betäubet sie, wo sie erft aus langer Nacht nach Jahrhunder ten erwacht. Nein, sie soll zu neuem Leben scheidend noch empor sich heben. 4. Theures Wort des ewgen Le bens! tröste du mein brechend Herz; und dann ängstet nur vergebens mei nen Geist der Trennung Schmerz. Er finkt nicht in Finsterniß! denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort bes treuen Zeugen. Hier muß jeder 3weifel schweigen. 5. Herr! nun fühl ich abzuscheiben eine heilge Luft in mir. Dort find unbefleckte Freuden, aber Müh und Sünden hier. Kein auch noch so frühes Grab türzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. 6. Selig, furchtlos, rein von Mängeln, ja von nun an selig ist, brüderlich begrüßt von Engeln, der im Herrn entschlafne Chrift. Was sein Glaube je gethan, jedes gute Werk folgt dann feiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 7. Nun auch ich, o Herr, befehle, wenn ich kaum noch fallen kann, die durch dich erlöste Seele deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stärtest mich; rufest mir auch zu, daß ich noch am Tage, da ich sterbe, deine Herrlichkeit ererbe. 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret fich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Erde fracht; und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du haft den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan; Gott nimmt uns nun genädig an. 4. Dankvolle Thränen! neßt die Wangen. Mein Glaube sieht nun offenbar die Handschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist vollbracht! 5. Herr! laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt. O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ganz vollbracht. 6. Du littft so viel zu meinem Leben: drum laß mich stets voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben, und keine Schmach dabei zu scheun. Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz bein Eigenthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung auserfehn; so laß auch mich den Troft erfreun: es kommt das nbe meiner Pein. 90 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes auf der fündgen Welt; doch er fam Schreden, so stärke mich in folcher uns zu gute, und gab mit seinem Laft. Laß mich den Troft auch ster- Blute für uns ein ewges Lösegeld. bend schmecken, daß du ihn überwunden haft; so tret auch ich ins Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! 4. Kein Freund meint es mit Freunden so treu, als es mit Feinden Er, unser Mittler, meint. Preis ihm, dem Ueberwinder! Nun sind wir Gottes Kinder, mit Gott versöhnt durch unsern Freund. - Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. 149. Erhebe vom Geräusch der Welt, Seele, Flügel. Hin, wo die Wuth ihr Opfer 151. Ngemacht! mein Jeun ift es wohl hält, zu jenem Leidenshügel'! ihr Himmell welch ein Mensch ist das! wie drückt ihn seiner Feinde Haß mit höllisch wilden Freuden! Er, der die Todten auferwedt, er muß, mit Wunden Aberdeckt, den Tod der Mörder leiden. ſus ruft: Es ist vollbracht! der neigt der dir erwirbt das Erbe, welches sein Haupt, o Mensch, und stirbt, nie berdirbt. 2. Der, dem an Hoheit teiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Was Wunder, daß die Erde fracht, die Welt deckt Nacht! denn Gottes Sohn wird umgebracht. 2. Geduldig fiehet er sein Blut in vollen Strömen fließen! fleht für die Haffer, die voll Wuth es im Triumph vergießen. Schau, jetzt umhüllt ihn finstre Nacht; er ruft, er ruft: es ist vollbracht! Nun senkt fein Haupt sich nieder. D, meine Seele! freue dich! dir gab, der hier den Tod des Herrschers der Natur. am Kreuz verblich, das Recht zum so werd auch du, o Mensch, bewegt! 4. Weil denn die Kreatur fich regt; Himmel wieder. die Felsen bersten, Alles schredt. Die 3. Das Heiligthum fteht aufgedeckt, freudenlose Kreatur flagt jego mur Der Fels zerreißt, und du wirft nicht durch dies Gericht beweget, daß dein Herz dir bricht? 3. Er, er hat deine Misfethat, den Fluch für dich getragen. DSeele, deine Sünde hat den Frommen fo zerschlagen. Durch ihn nimmt dich der Vater an. Die Wunder seiner Glite kann kein sterblich Lied erheben. Kreuz gebracht. Shm, der für dich Doch hört er unsre Lieder gern. Drum sein Leben gab, folg in sein Grab, bringet Preis und Ruhm dem Herrn, und stirb dem Sündengräuel ab. der uns sein Heil gegeben. bedacht? Du haft den Herrn ans 5. Du selbst, haft du es gnug 6. Ach, Bater! ach, in Bein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist kein Zweifel; deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. 7. Ich will mit ihm zum Grabe gehn, und wo die Unschuld bleibet thun nicht sehn. Sein Tod soll meine Zuflucht sein; auf ihn allein schlaf ich einst fanft und selig ein. 2. Schau hin, wie der Gerechte 8. Und nun dient ich der Sünde für uns, der Sünden Knechte, den noch? Wie drücket mich ihr schweres bittern Zornfelch trinkt; wie er für Joch! auf, Seele, daß du dich erFrevler bittet! wie Wasser ausgeschüt- hebt, mrr Jefu lebst, nur Jesu zn tet hängt er, da er in Tod hinsinkt. gefallen strebft! 3. Bir Sünder sollten sterben; Fluch lag auf Adams Erben, Fluch 9. Tödt, Jefu, felbft in meiner Brust, was sich noch find't von böser Mel. D Welt ich muß dich lassen.- 48. 150. Frohlode, mein Gemilthe, und bete Gottes in deinem Heiland an. Was selbst der Engel Scharen zu fähig waren, das hat des Menschen Sohn gethan. Mel bon Nr. 86. Erster Theil. Luft! dein Tod, der mir das Leben schafft, gibt mir auch Kraft und uth auf meiner Pilgrimschaft. 10. Ja, Herr, mein Heiland, träftiglich stärkst du in meinem Vorsatz mich! ich setze freudig auf dein Wort den Kampf stets fort. Der reiche Lohn erfolget bort. 11. Wie dant ich gnug dir Jesu Chrift, daß du für mich gestorben bist! dich preis ich auch in Angst und Leid; schon in der Zeit, noch würdger in der Ewigkeit. - Von dem Leiden und Sterben Jesu. 91 Müh! durch dein Kreuz verschwindet fie; denn es führt durch kurze Leiden zum Genuß von ewgen Freuden. Kraft und Trost des Leidens Jesu. Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. dein Blut 152. 6. Ueber Alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt, wird mit starter Kraft mein Glaube durch dein Leiden hingerückt. Deines Trostes Freudigkeit reißt mich fort zur Ewigkeit, die du, Herr, als du gestorben, mir, auch mir am Kreuz erworben. 7. Hab ich dich in meinem Herzen, Ursprung aller Seligkeit, so besteg ich alle Schmerzen, auch sogar im letzten Streit. Rufft du, und ich habe nun gnug gelämpfet, um zu ruhu, Herr, so dank ichs deinen Wunden, daß ich fieghaft überwunden. Jefu, burch bin einen trauen; bu bist meine Zuversicht. Du 8. auf mein Verbefiegst des Todes Grauen, rettest mich aus dem Gericht. Durch deinr mir erworbnes Heil hab ich an dem Himmel Theil. Wahrlich, Herr, ein ewigs Leben wird dereinst dein Tod mir geben. martervollen Tod, hab ich Heil bei Gott gefunden, Kraft zur Tugend, Troft in Noth. Mich sollt ich durch Siind entweihn? Nein, ich denk an deine Pein. Ach, den ganzen Gräul der Sünden läßt mich die mit Graun empfinden. 2. Schmachtet nach der Wollust Freuden mein verderbtes Fleisch und Blut, o, so blick ich auf dein Leiden! schnell verlischt die wilde Glut. Tracht ich eitler Ehre nach, und ich blick auf deine Schmach; schnell schlägt die den Stolz darnieder, und gibt mich der Demuth wieder. o schlummerst du in stiller Ruh, der du für uns ge3. Scheint beim öden Weg zum Leben mir der Welt betretne Bahn luftig, breit, gemächlich, eben; Jesu, dich schau ich dann an. Da warnt mich des Bornes Laft, welche du getragen haft, nicht mit dem verblend'ten Haufen ins Verderben hinzulaufen. storben, und am Kreuz in schwerer Müh, ewigs Heil erworben. 2. ein Grab umgeben. 4. Hält mein schreckendes Gewissenhaft doch in dir selbst das Leben. Du bist erblaßt, o Herr, und mir der Sünde vor: meinen Kümmernissen schau ich nach Gleich als Sterbliche hat dich nun dem Kreuz empor. Bald verschwindet alles Weh! In den Wunden, die ich seh, find ich Sicherheit und Leben, und den Trost: Sie sind vergeben. Von dem Begräbniß Jesu. Mel. Der Tag ist hin, mein Geift. 153. 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 5. Hier such ich in Unruh Friede; in der Angst Beruhigung; neue Kraft, wenn ich ermüde, und in Qualen Linderung. Schwer sei dieses Lebens der Gruft erschrecken? 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürft, wie dich auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz dor 92 Erster Theil. 5. Hier werd ich einft, bis du er fcheinst, in sanftem Frieden liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab bestegen. 6. Thr, die die Welt gefeffelt hält, sagt nur vor der Verwesung! ich, ich hoff in Chrifto einst meines Leibs Erlösung. 7. Nein, was firbt, der Leib wird auferſtehen, 155. Al Marteriaft, der LodesMel. Der Tag ist hin.- 153. m Kreuz amb zum Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. qualen müde, findet mein Erlöfer erft in dem Grabe Friede. -- Von dem Leiden und Sterben Jesu 8. So fint ins Grab mein Leib hinab! ich will mich drum nicht kränfen; theurer Heiland, mir zum Troft en dein Grab gedenken. Mel. von Nr. 16. 154. meine Schuldenlast getragen, und als ein Fluch ist an das Freuz geschlagen! nun nimmt man noch vor Abends dich herab, und trägt dich hin in Josephs neues Grab. 2. D tröftlich Bild, o gnadenvolles Beichen, das aber nur der Glaube fann erreichen! Nun ist vom Fluch die Erde frei und rein; zum Zeugniß des mußt du begraben sein. 3. Nun weiß und glaub ich, daß du bist gestorben, daß du den Tod geschmeckt und mir erworben Gerechtigteit, daß ich bestehen kann vor Gott and daß die Schuld ist abgethan. 4. Des Höchften Wort kann nicht gebrochen werden; drum muß dein Leib auch ruhen in der Erden. Was Jonas Beispiel lehrreich vorgebild't, feh ich hierin, mein Heil, an dir erfüllt. 5. Du bist das Waizentorn, das man verscharret; doch wenn man nur des dritten Tages harret, wird man dich aus dem Grabe auferstehn, und tausendfache Früchte bringen sehn. 6. Indeß ist dein Begräbniß selbst ein Siegel der Unschuld, und der ganzen Belt ein Spiegel, in welchem mit Berwundrung jedermann ein Vorpiel der Erhöhung sehen kann. 7. Ich darf nun nicht vor meiner Gruft erschrecken, da bu, mein Heil, ein Grab dich läffest decken. Dein Grab macht meins zum stillen Schlafgemach; da ruh ich einst bis an den letzten Tag. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Bruft kann ich tiefgerithret schlagen. 3. Du schüßest mich, und über Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hafts gethan. Dich bet ich an, du König der Erlöften! dein will ich im Tode mich, glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit macht. Du zeigft, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren. Der Erfinder meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief Er, der ent schlief, den Todten; sie erstanden! Leicht entriß der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen! denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 9. 3ch preise dich! Erforsche mich, und siehe, wie ichs meine: ja, du siehest, wenn ich still meinen Dant dir weine. 10. Vergeß ich dein so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. A 11) Von der Auferstehung Jesu. 157.2 uf mein Herz! ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. O, wie hoch sind wir getröst't! Jefus hat die Welt erlöst. 2. Er ist Gottes ewger Sohn. that, Ewig sei er auch gepriesen! seiner Feinde Schar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unsre Schulden find zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt unsern Bürgen los, der ste bilßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gefrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; nun ift Chriftus unser Leben, der für unsre Schuld nicht Gold, nein, sich felber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, mo find nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft, hier ist Jesus, der fann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt sein. 6. Herr, dies glaub ich dir zum das unsre Schuld getragen. Am mar5. Hier ist das rechte Ofterlamm, Ruhm, und mein Troft ist nicht vergebens, denn ich bin dein Eigenthum, uns zerschlagen. Nun bezeichnet uns tervollen Kreuzesstamm ward es filt du die Quelle meines Lebens. Hoch sein Blut. Dies gibt dem Glauben erfrenet fing ich dir jetzt und ewig Stärt und Muth. Der Würger geht Dank dafür. borilber. Halleluja! Mel. Chrift lag in Todesbanden. 93 geben. Nun, da ihn Gott hat auferweckt, bringt er uns Sieg und Leben. Lasset drum uns fröhlich sein, vor Gott von Herzen uns erfreun, Halleluja ihm fin- gent. Halleluja! 2. Der Tod, da nichts ihm Einhals würgt alle Menschentinder. Hier wußte niemand Trost und Rath, denn alle waren Sünder. Drum fället uns der Tod so bald. Von seiner furchtbaren Gewalt find wie doch nun gerettet. Halleluja! Grab geftredt, für uns dahin 3. Der einige Sohn Gottes ist zu uns ins Fleisch gekommen, hat unfre Sündenschuld gebüßt, dem Tod die Macht genommen. Jesus macht uns frei und los. Vom Tode blieb ein Schatten bloß, sein Stachel liegt ger brochen. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest in großer Freud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt. Er er Herr lag in das selber ist die Sonne! Mächtig strahlt sein Glanz daher! Das finstre Herz Eerleuchtet er! Es flieht die Nacht der ge- Sünden. Halleluja! 4. Es war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen. Dem Leben blieb zuletzt der Sieg, es hat den Tod verschlungen. Längst verkindigt es die Schrift. Ein Tod war hier des andern Gift. Nun kann fein Tod uns schaden. Halleluja! 94 Erster Theil. 7. Wir heiligen uns ganz dem Herrn, der uns zum Heil geladen. Der alte Sauerteig sei fern vom theuern Wort der Gnaden! Christus felber will allein der Seele Speis und Nahrung sein! der Glaube lebt blos seiner. Halleluja! Von der Auferstehung Jesu. -- Mel. Herr Chrift, der einge Gottessobn.- 94. er Held hat überwun- der und 158. Den der Höllen ganzes 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, als Christus mit ihr kämpfte, und, wie ergrimmt sie auf ihn drang, doch ihren Grimm bald dämpfte? ob sie ihn in die Fersen sticht, so stegt fie darum dennoch nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig geht der Herr hervor, und nimmt den Feind gefangen; zerträgt weg den Raub mit Prangen. Heer; der Drache liegt gebunden; die Siinde kann nicht mehr mich durchs Gesetz verdammen, denn alle Bornesflammen hat Jesus ausgelöscht. Nichts hält in seinem Siegeslauf den starken Held aus Juda auf. Er überwindet alles. 4. Des Herrn streitbarer Arm be2. Auf denn, mein Herz, und bringe hält den Sieg, und ist erhöhet. Des dem Heiland Dank davor; vertreib Herrn erhabne Rechte fällt, was stolz die Furcht und schwinge im Glauben ihr widerstehet. Besiegt ist alles, was dich empor! wirf des Gewissens Na- uns droht: besiegt ist Teufel, Höll gen, bein Sorgen und dein Zagen und Tod, ihr Zorn ist kraftlos worden. in Chrifti leeres Grab. 5. Es ward getödtet Jesus Chrift, und sieh er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. Wir wissen, daß, wer Chrifto gläubt, nicht in der Nacht des Todes bleibt: er lebt, ob er gleich stirbet. 3. Ist Christus auferstanden mit Herrlichkeit geschmückt, so bist du ja den Banden des Todes mit entrückt. Sft er dem Tod entrissen, so läffet Gott dich wissen, daß er versöhnet ist. 4. Gib meinem Glauben Klarheit, zu sehn, Herr Jesu Christ! daß du Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir alles bift. Laß nicht mehr die Gedanten in bangen Zweifeln wanken, und mache mich gewiß. 5. Hast du den Tod bezwungen, bezwing ihn auch in mir; du bift hindurch gedrungen! zeuch mich, ich folge dir; laß Teufel, Höll und Sünden mich auch nun überwinden, wie du für mich gethan. 6. Welch Aussicht gibt dein Leben, dein neues Leben mir! Ich sollt am Eiteln fleben? o, neige mich zu dir! daß ich die Welt verachte, und nach dem Himmel trachte, wo du, mein Heiland, bift. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, dem keiner sonst entgehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 7. Dies ist die große Seligkeit, der wir theilhaftig werden, Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und hoffnungsvoll, daß unser Leib dort gleichen soll des Herrn verklärtem Leibe. 8. Tod! wo ist dein Stachel nun; dein Sieg, o Grab, verschwindet; was kann forthin uns Schaden thun, da Jefus überwindet? Gott sei gedankt, der schwere Krieg ift mun geendigt, und der Sieg durch Christum uns gegeben. Mel. Es ist gewißlich an der Bett.- 30. 159. Tob, wo ist dein D Stachel mun? dein Sieg, o Grab, verschwindet; was kann forthin uns Satan thun, da Jesus 160. B überwindet! Geendigt ist der schwere Krieg! Gott sei gebantt, daß er den Steg burch Chriftum uns gegeben. ringt Preis und Ruhm dem Heiland dar; frohlockt Erster Theil. - Von der Auferstehung Jesu. ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden! Halleluja! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, uns nun den Troftgrund rauben, daß du für uns genug gethan, uns Sündern eine neue Bahn zum ewgen Heil eröffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrüdt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret. Deines Opfers Hohen Werth hat er aufs Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Halleluja! 4. Erstandner! ich frohlode bir, daß du nun ewig lebeft. Du lebst und fiegst, daß du auch mir das ewge Leben gebeft, daß du mein Erretter feift, und neue Kräfte mir verleihft, mit Freuden Gott zu dienen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu! Befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit Gott finden! pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott erge ben, hier als dein Erlöster wandle. Halleluja! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einft, und der Gräber Nacht wird Tobte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einf auferstehen. Halleluja! 95 7. D, laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn recht wenn ich aufersteh, und dich, des schaffen sein und Handeln! daß ich, Todes Sieger seh, vor dir dann nicht erschrecke. Halleluja! 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirft ihn, wenn du nun erscheint, zu deiner Freud erheben. Laß dies auch mein Erbtheil sein, so werd ich ewig des mich freun, daß du vom Tod erstanden. Halleluja! 161. Mel. des 32. Pfalms. ch weiß gewiß, daß mein Erlöser lebet, Slind, Teufel, TS Tod und was ihm widerstrebet, hat er erlegt; er stehet auf dem Staub der allerletzte und vertheilt den Raub. Die Erde bebt, da er den Fuß aufsetzet, trot, daß ihn mehr ein Fersenstich verleget, es blitt um ihn, wenn er vom Grab auffährt: er ist der Herr, dem alle Macht gehört. 2. Er hatte zwar vom Bach am Weg getrunken, doch ist sein Muth ihm keineswegs gesunken, er hebt das Haupt nun sieghaft in die Höh, lein Feind ist mehr, der gegen ihn besteh. Dein Ehr und Ruhm, da es dir fo gelungen, sei ewiglich, o Siegesfür, befungen: die Schlüffel find bei dir Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 96 zu Höll und Tod, es trifft dein Volk nun ewig keine Noth. - 3. Herr! laß auch uns vom Tod ins Leben bringen; hilf, wenn es kommt zum Todeskampf, vollbringen, dem zweiten Tod laß an uns keinen Theil; Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. erwed uns hier, reiß ab die starken 163. Kaum steigt zu ihrem froh, Seil, die Seel an Erde heften. Erfüll uns jetzt mit neuen Lebenskräften, und ruf einmal die Leiber aus dem Grab, daß Leib und Seel in dir das Leben hab. sten in voller Pracht herauf; seht! so verläßt der Herr sein Grab, der erft für uns sein Leben gab. 2. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Er, der uns Ehr und Sieg erftritt, der bringt uns seinen Frieden mit. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 162. Dich bet ich an, erstandner Held! Erretter einer Sünderwelt, du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät; ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfft mich nicht. 3. Herr, meine Seele preiset dich. Erlöft auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabft und wieder nahmst. 4. Wer ists, der mich verdammen fann? ich glaub an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Rind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein fegenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, fei der Schauplatz meiner Huld und Tren! wir sehen deine Huld und Tren auf deiner Erde täglich neu. 10. Der du für unsre Seelen wachst, fie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Bollender, schaun! 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer, sterben wir! doch du regierst! und wir find dein! und ewig werden wir es sein! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! du Troft, der meinen Geift erhebt, ich jeh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 9. Welch neue Welt voll Seligleit erwartet mich nach dieser Zeit! da findet der verklärte Chrift das Bell, bas unaussprechlich ist. 1 3. 3war hier ist nicht ganz fund gemacht, was er uns aus dem Grab gebracht; der edle Schatz, die reiche Beut, der sich sein Volk vor ihm erfreut. 4. Uns lehrt es einst sein großer Tag, wie viel sein starker Arm vermag, und was er da für Thaten that, als er der Schlange Kopf zertrat. 5. edler Sieg, o starker Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt? wo eine Plage, so ergrimmt, der Chrifti Sieg die Macht nicht nimmt? 6. Und daß der Herr erstanden sei, das ist von allem Zweifel frei. Ja, es ist je gewißlich wahr, das leere Grab machts offenbar. 7. Die Erd erbebt; es wälzt vom Grab den Stein ein Engel Gottes ab, und fündiget den Siegsheld an, den bald auch seine Jünger sahn. 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn, und die Verzagten sind nun fühn. In vieler Schmach mit ihrem Blut versiegelt es ihr Heldenmuth. 9. Lebt Christus, was bin ich betribt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt! und stürb auch alle Welt mir ab, gnug, daß ich Chrifti Liebe hab. 10. Er nährt, er schützt, er tröftet mich. Sterb ich, s nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, fomm ich auch hin! weil ich sein Theil und Gliedmaß bin. 11. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt; durch ihn mit Gnad und Heil gekrönt. Mein banges Herz ermanne sich! Gott und die Engel lieben mich. Erster Theil. 12. Durch seiner Auferstehung Kraft vollend ich meine Pilgerschaft, freu seiner mich in seinem Reich, und bin bort seinen Engeln gleich. 13. Für solchen Troft, du starter Held, mein Jesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Antlik sehn, soll dich ein würdges Lied erhöhn. 164. esus Christus, unser Hei- land, der den Tod überwand, ift auferstanden, die Sünd führt er gefangen. Erbarm dich un- fer. 2. Der ohne Sünde war geborn, trug für uns Gottes Zorn, hat uns verföhnet, daß uns Gott seine Huld gönnet. Erbarm dich unser! 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, alles in Händen er hat: Er fann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm dich unser! - Von der Auferstehung Jesu. - 97 daß du auferstanden bist. Neige du 4. Laß schon jetzt an mir erscheinen, mich zu dem Einen, das des Lebens Ruh einzugehn, ich alles thu, daß Endzweck ist; daß zu jener selgen ich diese Welt verachte, und nach deinem Himmel trachte. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet. Heil mir, daß ich dieses weiß! nun denn, ihr Erlösten, gebet seinem Namen leeren Gruft, hört die Stimme, welche Dank und Preis; kommt zu seiner ruft: Jesus, euer Haupt, lebt wieder, durch ihn leben seine Glieder. Mel. von Nr. 34. Lobfinge, meine Seele, dem 166. ihn an! Lobfing ihm, und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen. Durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Höllen Heer. nun liegt ihr Trotz darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns frönet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner auf. zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der Gedanke, der im Leiden mit reichem Troft belebt! Des höhern Lebens Quelle! mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 29. 165. reiset Gott in allen Landen, jauchze, du erlöfte Schaar! denn der Herr ist auferstanden, der für uns gestorben war. Seht, wie Gott sein Leiden frönt: nun find wir mit ihm verföhnt; er heilt, aller Noth entriffen, unser schüchternes Gewissen. 3. Des Felsen Grund erbebet, die 2. Jesus ruht den Sabbat fiber, Der todt war, fieh, er lebet! er Wächter fliehn, das Grab ist leer. nach dem Sabbat fteht er auf. Einft lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. komm ich zu ihm hinüber, ruhe nach Die schwachen Sünger wanken, er vollbrachtem Lauf. Tod, du bist mir stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, teine Straf; einft erwach ich von freun fich, danken dem Auferstande dem Schlaf; dann werd ich mit seinen. nen Theuern jenen ewgen Sabbat und gehn, wie er gebot, mit Freu Sie sehn empor ihn steigen, feiern. 3. Muß ich dann von hinnen fahren, den Tod. den hin, und zeugen von ihm bis in so schreckt mich doch kaum der Tod. Mächtig wirst du mich bewahren, Heiland, in der letzten Noth. Meinen Geift, welch ein Gewinn! bringet er ja zu dir hin. Ruht indeß, entseelte Glieber! einst belebt euch Jesus wieder. dir und deinem Geift gelehrt. Die 4. Herr, deine Boten fiegen, bon Götzentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Chrift. 3hn bet ich an im Staube, ihn, 7 98 Erster Theil. Von der Auferstehung Jejn. der mein Retter ift. Ich werd ihn die Stimm erhebst, so wird dies mein ewig schauen, wenn er auch mich er- Fleisch erwachen, denn du wirst es hebt. Der Herr ist mein Vertrauen; lebend machen, und mich bringen, wo er starb für mich und lebt. du lebst. - Mel. Softanna, Davids Sohn. 6. Komm, mein Hirte! führe mich! Liebe! gib, daß ich dich schmecke; Sonne! laß mich sehen dich, daß der mich du 167. Jus, meine Liebe, mich zum Leben hin: şib, daß ich dir folgen möge, durch die dir beliebten Wege, bis ich ewig bei dir bin. lebt, dem es ist so wohl gelungen, daß der Feind nun vor ihm bebt, und der Tod im Sieg verschlungen: Er, mein Heil, ist wieder Licht, der im Grabe lag Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 168. Wach auf, mein Herz, auf, träger Sinn! die Sonn ist aufgegangen; wirf dich zu Jesu Füßen hin, den Heiland zu umfangen. Siegreich hebt er fein Haupt empor; er geht aus seinem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. 4. Sehet nicht auf die Gestalt! diefer Tod ist nur ein Schlafen; Nummehr hat kein Feind Gewalt an den wiederfundnen Schafen! denn der auferstandne Hirt, der sich selbst für sie gegeben, führt fie durch den Tod zum Leben, wo er ewig triumphirt. 5. Bringt man mich dem Grabe zu, das du, Lebenssonn! durchscheineft; fo komm ich zur süßen Ruh, da du mich mit dir vereineft. Wenn du einft 2. Steh von dem Tod der Sünden auf, beginn ein neues Leben! Vollführe deines Glaubens Lauf, mun mußt du dich erheben gen Himmel, wo dein Jesus ist, such nun, was droben, als ein Chrift, der geistlich auferstanden. erbleichet, aber jetzt der Sonnen gleichet, mit verklärtem Angesicht. 2. Einen hoffnungsvollen Blick und ein unvergänglich Wesen bringt mir diese Sonn zurüd, und gibt mir im Wort zu lesen: daß die Glieder ihrem Haupt gleich im Leben, gleich im Sterben, gleiches Leben sollen erben, deffen sie zuvor beraubt. 3. Liebe, stärker als der Tod! Du gibst lare Siegeszeichen, machst den 4. Bald reizt dich freilich noch die Feind zum Friedensbot, läff'st den Welt, bald sucht sie dich zu schrecken. Lod zum Heil gereichen; denn wie Doch wer sich fest an Jesum hält, follt zur Sterbenszeit mich die Bot- dem kann nichts Furcht erweden. schaft können schrecken, die mir sagt Wirf deine Sorgen auf den Herrn; bon Auferwecken, nichts von Todes er sorgt für dich, und thut es gern, Bitterfeit? drum ist er auferstanden. 5. Der Löw aus Juda hat nun mehr vollkommen überwunden. Auch gegen aller Feinde Heer wird bei ihm Schuß gefunden. Durch ihn gestärkt, durch ihn belebt, wirst du, was dir noch widerstrebt, auch fiegreich überwinden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist! mit unverwandten Blicken schau, weil du noch auf Erden bist, auf Jesum, soll dirs glücken. Verlaß die Welt und ihren Schein! bei Jesu fannst du nur allein Ruh und Erquickung finden. 6. Du warest todt, Herr Jefu Chrift! mun bist du auferstanden. Du kennst des Satans Macht und lift, o, mache fie zu Schanden! daß wir in diefer 99 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. Prüfungszeit, mit ihm und mit der bim, mit allen Frommen aller Zeit Welt im Streit, zuletzt das Feld soll ich mich freun in Ewigkeit. behalten. 11. 3u welchem Glück, zu welchem 7. Kommt dann der Tod, der letzte Ruhm erhebt uns nicht das Chriften. Feind, so stärt uns, Herr! im Glau- thum! mit dir gefreuzigt, Gottes ben. Erzeige dich als unsern Freund, Sohn, sind wir auch auferstanden und was wird er uns rauben? Dort schon. wischst du uns die Thränen ab; auf Hoffnung ruht der Leib im Grab, einst wird er herrlich glänzen. 109 Mel. Vom Himmel hoch, da. 169. Grim rinnre dich, mein Geift, erfreut, des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als als ob er heute dir erschien, spräch er: Friede sei mit dir! fo freue dich, mein Geift, in mir. 1 3. Schau über dich, und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar, dem, der da ist, und der da war! sein Name sei gebenedeit, von mun an bis in Ewigkeit. 5. D Glaube, der das Herz erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geift mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig felig fein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in den Himmeln thronft, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 9. Sch soll, wenn du, des Lebens Fürft, in Wolken göttlich kommen wirft, erwedt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cheru12. Nie fomm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. 13. Er ists, der alles in uns schafft, sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstand n ist. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. <-30. 170. Freiwillig haft du darHerr, dein Leben. Du hattest, es zu gebracht für uns, o zu geben. Und darum liebte dich dein laffen, Macht; Macht, wieder dire Gott, weil du, gehorsam bis zum Tod, dich haft für uns erniedrigt. von deinem Gott verlaffen. Er frönte 2. Du warst nur eine kleine Zeit dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Dein Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestät, denn du giengst aus dem Grabe. warst du ein Ziel des Spottes, und 3. Gehaßt in deiner Niedrigkeit, die Hoheit Gottes. Dein Kreuz schien zeigteft doch zu gleicher Zeit an dir zwar der Welt ein Gräul; doch sterben für der Feinde Heil, dies ist die höchste Tugend. Welt, dein Ruhm nicht Menschenehre. 4. Dein Reich war nicht von dieser An Demuth groß, an Lieb ein Held, und göttlich in der Lehre, geduldig zum Kreuze sein: dies war, Herr, und von Sünden rein, gehorsam bis deine Größe. dir ja die Kraft des Herrn gegeben. 5. Du starbst am Kreuz, doch war gabst den Todten Leben. Du sprachft: Du schaffteft, daß der Blinde sah; du es schwiegen Wind und Meer! und selbst der Bösen Geister Heer gehorchte deiner Stimme. und Spott, noch deines Kreuzes Schan 6. Nun irren mich nicht Schmach 7* 100 Erster Theil. den. Du bist mein Herr, du bist mein Gott! denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch deffen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. - Von der Auferstehung Jesu. 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Chrift! durch dich einft auferstehen. Mel. Bachet auf! ruft uns die Stimme. 171. H alle lujah! Jesus lebet. Erlöfte Menschen, o erhebet des Gottversöhners Majestät! Hörts, betrübte Sünder! gebet der Freude Raum! denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele! dein Gefang erschalle ihm zum Dank! Hallelujah! dich, großer Held, erheb die Welt weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! Lobfinget ihm, und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er errung. Seht, der Tod ift überwunden! die ganze Hölle ist gebunden; für eure Schuld that er genung. Laßt eure Feinde dränn; ihr könnt getroft euch freun; Jefus lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit, derfelbe gestern und auch heut. 3. Nun verzagt auch nicht, Ver brecher! Gott ift euch nun kein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld vor ihm bereut. Durch des Todes Ueberwinder ist er versöhnt, und gegen Sünder ein Vater der Barmherzigkeit. Er ruft sein Bolt hinauf; schließt seinen Himmel auf, fie zu fegnen. Der Himmel tönt: Gott ist versöhnt! weil Jesus lebt, ist Gott verföhnt! 4. Tod, wo sind nun deine Schretten? nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einft wird er zum beffern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird das todte Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie verneut zur Frühlingszeit das Pflanzenreich die Erde kleid't. 5. Erstandner! welch ein Segen einhergehn, die dein Fuß betrat. erwartet uns, wenn wir auf Wegen Unnennbare Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald find Heil deines Lebens. Halleluja! der sie unser Theil. Bald krönet uns das Herr ist nah. Bald ist der Tag des Sieges dal Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 1 156. 172. Jefus lebt, mit ihm anch ich. Tod! wo find nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten Licht: dies ist meine Zuversicht. auferwecken. Er verklärt mich in sein 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dies ist meine Zuversicht. 3. Jefus lebt; wer nun berzagt, läftert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Chrifto nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sat auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein, und den Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. Erster Theil. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts oll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, teine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. --Von der Himmelfahrt Jesu zc. 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sigen zur Rechten Gottes. Mel. Auf diesen Tag gedenken wir. zusammen kommen. Allelujah, AlleAllelujah! 173. n diesem Tag froh- reich, wenn wir mit allen Frommen 5. O großer Tag! an Freuden locken wir! Herr! du bist aufgefah- ren! Des Himmels Chöre jauchzen dir; o laß auch uns erfah= ist, doch da du hingegangen bist, E die Hoffnung es versüßet. Alle M 101 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Mel. von Nr. 101. ren: daß wie voll Mülh das Leben 174. Der Herr fährt auf gen Himmel mit hellem mel und mit Posaunenhall. Lobfingt, Jubelschall, mit jauchzendem Getlimlobfinget Gott! lobfingt, lobfingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Bebaoth. 2. Der Herr wird aufgenommen alle Frommen, die er hat frei gemacht. in königlicher Pracht. Des freun fich Es Holen Jesum ein des Himmels laute Heere, die seiner Pracht und Ehre fich, gleich als wir, erfreun. von uns erhöht! wir wissen nun die 3. Mit freudigem Gebete wird er Heiland geht voran, läßt uns nicht Stätte, die uns bereitet fteht. Der von ihm trennen, macht, daß wir folgen können, uns freie sichre Bahn. hier das Elend baun; wir sollen himm4. Wir Pilgrime der Erden die lisch werden, und Jesum ewig schaun. Auf, Kinder Gottes, auf! wo Jesus hingegangen, dahin steh eur Verlangen! dahin kehrt euren Lauf! mit herzlicher Begier! mit Inbrunft 5. Gen Himmel laßt uns dringen Jesu, suchen Lujah, Alle Allelujah! 2. Gottlob! der Weg ist nun bereit't: uns steht der Himmel offen. Der Chrift kann seine Herrlichkeit aus starken Gründen hoffen, wenn er im Glauben freudenvoll sich emsig rüstet, wie er soll, dem Herren nachzufahren. Allelujah, Alle- Allelujah! 3. Ber nicht nach seinem Willen thut, verlangt nicht nach dem Herren. Er wird dem trägen Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Ist unser Glaube rechter Art, so läßt uns Christi Himmelfahrt nicht an der Erde kleben. Allelujah, Alle- Allelujah! nun unserm großen Heiland gleich zum selgen Schauen kommen. Wie wohl, wie wohl ist uns zu Muth in können wir nichts wünschen. AlleEwigkeit beim höchsten Gut! mehr lujah, Alle- Allelujah! 4. 3euch uns dir nach, Herr Jesu Chrift, daß wir, so lang wir leben, zu dir, der du mun droben bist, uns immerdar erheben. Wir sehn hinauf, du stehst herab, an Treu und laßt uns fingen: dich, Lieb geht uns nichts ab, bis wir wir! zu dir, o Gottes Sohn, soll sich 102 Erster Theil.- Von der Himmelfahrt Jesu der Geift erheben. Du bist uns Licht und Leben, und unser großer Lohn. 6. Hinweg mit deinen Schätzen, du gleisnerische Welt! sollt uns denn Nichts ergößen? dort ist, was uns gefällt! er, unser Fleisch und Blut, prangt auf der Gottheit Throne, gibt uns sich selbst zum Lohne, ist unser höchstes Gut. 7. Wann wird es doch geschehen; wann kommt die frohe 3eit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichteit? du Tag, wann wirst du sein, da wir ihn mit Entzücken zum erstenmal erblicken? D Tag, brich bald herein! Mel. Vom Himmel hoch, da. 175. Shau, großer Herr der Herrlichkeit, herab 1 - 109. vom Thron der Majestät, um den, auf deinen Wint bereit, die Schaar der starken Helden steht. 2. Denn als du ganz dein Werk vollbracht, beschloffest du den edlen Lar und fuhrst in königlicher Pracht zu deinem Vater wieder auf. 3. Ein ewigs Heil hast du geschafft, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Nun fikzest du in großer Kraft, als unser Haupt, auf Gottes Thron. 4. Dein Arm, du Gottmensch, herrscht und siegt, du bist uns allenthalben nah! und selber das Verborgne liegt vor deinen Augen offen da. 5. Schau, Herr, aus deiner heilgen Höh auf uns, die Deinen, die du kennst; daß alle Welt erkenn und seh, daß du uns deine Brüder nennst. 6. Du bist in deine Herrlichkeit schon eingegangen; aber wir, wir find noch immerdar im Streit, und fenfzen noch im Elend hier. 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns hält und schützt. Du, unsre Kraft und unser Licht, bist mitten unter uns auch ist. 8. Von deinen Brüdern fei gelobt, Held, der du uns den Sieg erftrittst! daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unsre Füße trittst. 9. So setzen wir denn unverzagt, and freudig unsre Wallfahrt fort, den Lohn, den du uns zugesagt, erwartet unser Geift erst dort. 10. Ja, aufgefahrner Jesu Chrift, auf dich nur schaun und hoffen wir. Wir suchen nur, was droben ist, und unser Herz ist schon bei dir. 11. Bollenden wir dann unsern Lauf; so eil, uns mächtig beizustehn! nimm unfre Seelen zu dir auf, laß deine Herrlichkeit uns sehn! Mel. Vom Himmel hoch, da.- 109. 1 176. Auf! Jefu Jünger, frenet euch, Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm! 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht. Zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott verföhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 4. Sein sind die Völter aller Welt. Er herrscht als fieggewohnter Held! er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schützet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ift ihr Haupt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an: was ist, das uns ge brechen kann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem gibst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbft. 9. Du haft die Stätte uns bereit't, bei dir zu sein in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf, nimmst du uns in den Himmel auf. 10. Ozeuch uns immer mehr zu dir. Hilf uns mit eifriger Begier nach und seinem Sizen zur Rechten Gottes. bem nur trachten, was da ist, wo du, verklärter Heiland, bist. 11. Dein Eingang in die Herrlichfeit, stärt uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. 12. Dann wird sich völlig unsre Seel in dir erfreun, Immanuel! dann fingen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 177. Großer Mittlert der zur Rechten seines großen Baters fitt, und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt; dem auch selbst die Seraphinen mit verhülltem Antlitz dienen; - 103 finden, und einst ewig bei dir sein, ewig deiner sich zu freun. 7. D, was sind wir Menschenfinder, daß du unser so gedenkst, und so hülfreich auf uns Sünder immer noch dein Auge lenkst? Hilf, daß wir dich gläubig ehren, und auf deine Stimme hören; nur bei dir steht unfer Heil. Gib uns ewig daran Theil. 8. Wenn wir zu dem Vater beten, und uns unsre Sünde schredt: laß uns dein Verdienst vertreten, welches unsre Schuld bedeckt. Laß zum Fleiß in guten Werken deines Geistes Kraft und stärken. Hilf uns durch die Brüfungszeit, Herr, zu deiner Herrlichkeit. Mel. von Nr. 101. dessen Reich und Majestät über all: 178. Mein Seſus triumphiret, Dinge geht. 2. Dein Geschäft auf dieser Erden ift aufs Herrlichste vollbracht. Der Berlornen Heil zu werden, giengst du in die Todesnacht. Aus dem Tod tratst du ins Leben. Welch ein Troft ist uns gegeben! ewig unser Haupt zu fein, giengst du in den Himmel cin. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte in des Himmels Heiligthum, die erworbnen Lebenskräfte durch dein Evangelium den Erlösten mitzutheilen, und von Sünden sie zu heilen. O wohl allen, die dir traun, und auf deine Hilfe baun. und mel ein. Er hat sein Wert vollführet, vom Fluch uns zu befrein. Die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden nach überstanduen Leiden. Lobfingt, lobsinget ihm! 2. Wohl uns! die wir noch hoffen. Nun Jesus triumphirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nur an ihn gläubet, ihm folgt und treu verbleibet, der wandelt himmelan. 4. Herr, du schaueft voll Erbarmen ftets auf diese Welt herab. Liebreich suchst du jeden Armen, der sein Herz der Welt ergab, von der Thorheit abzuschrecken und zur Buße zu er wecken. Selig, wer, o guter Hirt! deiner Stimme folgsam wird. 3. Nur dort, nicht auf der Erden, ist unser beftes Theil. Um himmlisch einst zu werden, erwarb der Herr uns Heil. Erlöste! macht euch auf! wo Jesus hingegangen, dahin schickt das Verlangen! dahin geh euer Lauf! 4. Herr! hilf uns darnach ringen mit eifrigster Begier. Laß unfern Fleiß gelingen; den Himmel suchen wir. Laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so handeln, wie es dir wohlgefällt. 5. Reiner, keiner wird zu Schanden, der, o Heiland! dein begehrt. Rettung aus der Sünde Banden wird dem stets von dir gewährt, der von dir die Rettung suchet und den Sündendienst verfluchet. Seiner Seele schenkest du Leben und Gewissensruh. 5. Was sind der Erde Freuden? wie bald sind fie dahin! o, hilf uns alles meiden, was hier noch unfern Sinn vereitelt und uns stört, das beste 6. Du vertritist, die an dich gläu- Theil zu achten, und nur nach dem ben; du bewahrst und stärkest sie, daß zu trachten, was ewig Heil gewährt. fe bir vereinigt bleiben; daß sie dies 6. Sei du selbst unser Leiter in fes Lebens Mülh standhaft durch dich unsrer Prüfungszeit, und bring uns überwinden, ihres Glaubens Ende immer weiter zu deiner Herrlichkeit! 104 Erster Theil. bis diese Zeit vorbei, bis wir dich, Heiland! sehen, und freudig vor dir fieken, bis Erd und Himmel neu. - Von der Himmelfahrt Jesu Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 179. Wir freuen uns, Herr Jefu Chrift, daß du zur Rechten Gottes bist. Du starter Herr, Immanuel! o stärk im Glauben unsre Seel. 2. Du fißest auf des Himmels Thron als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht! drum bleibt du unsre Zuversicht. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur! - 4. Umsonst, umsonst empöret sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron fteht fest, der seine liegt, durch beine Macht ist er besiegt. 5. Du, unser triumphirend Haupt! bie felig ist, wer an dich glaubt! du bift sein Licht, sein Trost, sein Theil, sein starker Schuß, sein ewges Heil. 6. Herr, unsre Herzen traum auf dich. Dein freuet unsre Seele sich. Du Held von unserm Fleisch und Blut, bist unser Trost und höchstes Gut. 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. Der Segen ist in deiner Hand. Von teiner Seele bist du fern; du siehst auf fie, und hilfft ihr gern. 8. Sieh auf uns gnädig allezeit vom Throne deiner Herrlichkeit! hilf unserm schwachen Glauben auf, und fegne unsern Lebenslauf. bin, wo alle Engel Gottes ihn als ihren König ehren. 2. Denn über jedes Fürstenthum hat er sich nun erhoben, und über aller Engel Ruhm ist er sehr hoch zu loben. Ihm jauchzt der Seraphinen Stimm, die Cherubinen fingen ihm das: Heilig! ohne Ende. 3. 3hm dient in seiner Herrlichkeit der Himmel sammt der Erden, und was sowohl in dieser Zeit, als dort genannt mag werden; was Kraft und Macht nur heißen kann, das ist ihm alles unterthan! er herrschet über alles. 4. Du mußteft Hoherpriester sein; dein Opferblut, dein Beten, dein Segen konnte ganz allein uns helfen und vertreten. Und dir gebührt auch nur der Ruhm, daß dies dein Hohespriefterthum in Ewigkeiten währet. 5. Nun hörst du unser Flehen gern; wir sind dir unterthänig; nun walteft du als Herr der Herrn und der Monarchen König. Herr über Ewigkeit und Zeit, du Herrscher in Gerechtigkeit, Herr über Tod und Leben! 6. Immanuel! du bist bei uns bis an der Zeiten Ende! und die Beforgung unsers Thuns gab Gott in deine Hände. Du stehst uns bei in aller Noth; du streitst, du fiegst, und hilfft im Tod durch Glauben überwinden. 7. Du sprichst: dem, welcher überwind't, will ich zu sitzen geben, auf meinem Stuhl, als Gottes Kind, und er soll ewig leben, wie ich gestegt, als Gottes Sohn, und bin auf meines Baters Thron voll Herrlichkeit geseffen! 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt wird dich Erdkreis Laß uns dann freudig vor dir flehn. 181. 10. Dann triumphirt der Glaub an dich. Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! der du zur Rechten Gottes bist. Mel. von Nr. 34. Mein Heiland, deine Größe weit. Wer ist, der sie ermesse? Du geht über alle Himmel warft bei Gott von Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; kamst zwar für uns Verlorne in mensch licher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit. Mel. Allein Gott in der Höh. 15 180. Mein Jesus sitzt zur Eh noch die Welt geworden, Hattft du schon Herrlichkeit. rechten Hand des Baters in der Höhe; er herrscht in 2. Der Himmel und die Erde find meinem Vaterland, das ich von ferne durch dein träftges Wort gemacht. lehe, und wo ich mit dem Herzen Auf dein allmächtig: Werdel entstand und seinem Sigen zur Rechten Gottes. die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf beine Hand, so wie das Heer der Geifter, das dich noch eh'r erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein ewger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du trägeft alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort; das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes! du regiereft den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben. Drum wird einst jede Gruft die Todten wiedergeben, wenn deine Stimme ruft. 4. Gott läßt dir Ehr erzeigen, die keinem andern widerfährt. Dir foll sich alles beugen! denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden. Wer aber dich verehrt, dem hilfft du vom Verderben, schafffit ihm Zufriedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon 105 erhört und der des Glaubens Wunsch gewährt, sobald wir zu dir kommen. 2. Uns muß durch deine Himmel fahrt der Himmel offen stehen. Du haft den Weg geoffenbart, wie wir zum Bater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, du habeft uns im Paradies die Stätte zubereitet. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht ausgeschloffen sein; du bringst fte alle wieder; sie werden da sein, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Chrift, dir ähnlich, ewig schauen. 4. Beuch uns dir nach, so laufen wir; laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jebund an erlesen; zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schatz und Ruh nur sei bei dir dort oben! 5. Was droben ist, laß fünftighin uns unablässig suchen; was eitel ist, das laß uns fliehn, was sündlich ist, verfluchen. Weg Welt! dein Luft- und Freudenschein ist viel zu elend, biel zu klein für himmlische Gemüther. 6. Kleinod, das im Himmel strahlt, ich will nach dir nur laufen! jetzt, o Herr, in aller Welt. Dicho Perle, die die Welt nicht zahlt, preift der Frommen Saame, der gläubig dir zu Füßen fällt. Dich preifen Seraphinen, erhabner Menschensohn! mit Freuden dir zu dienen, ftehn fie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? werth bist du Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes! ich verehre und bete dich in Demuth an. Beschäme und betehre die, die dir noch nicht zugethan; deinem Wort glauben, dir, der für uns litt, die schuldge Ehre rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 182. Herr Jesu, deiner Glieder Ruhm, du startes Haupt der Schwachen! du haft ein ewigs Priesterthum, kannst allzeit selig machen; du bist, der das Gebet dich will ich an mich kaufen! o Erbtheil voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seligkeit, sei mein, aus Jesu Gnaden! 7. Wann fahr ich auf aus dieser Noth? wann komm ich, Heilserstatter, zu deinem und zu meinem Gott, zu dein- und meinem Vater? wann komm ich zu dir, höchstes Licht? wann seh ich einst dein Angesicht? komm bald, o Jesu! Amen! Mel. Hofianna, Davids Sohn. 167183. oder in seines Baters Namen sich erhebet auf den Thron iiber Jacobs Haus und Samen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich milffen dienstbar werden, und das selbst kein Ende nimmt! 2. Sei gesegnet, theures Reich, das ein solcher Herr besiget, dem kein Herr auf Erden gleich, der das Recht mit Nachdruck schützet! Schwinge dich in - 106 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu fletem Flor, groß durch Frieden, reich| Thron; der Höllen Heere sehn den an Freuden, unter Juden, unter Hei- Sohn, und fliehn vor seinem Schelten. den mit vermehrtem Glanz empor! 5. Es werden selbst die Herrn der Welt zu seiner Fahne schwören, und sich, besiegt durch diesen Held, zu ihm als Gott bekehren. Es beugen fich mit Jacobs Stamm dir, Herscher, Gott von Abraham, die Mächtigen der Erde. - 3. Deines Königs Majestät müsse jedes Bolf verehren, und so weit die Sonne geht, müsse fich sein Ruhm vermehren! selbst der kleinen Kinder Mund mache, zum Verdruß der Feinde, und zur Freude deiner Freunde, deinen großen Namen fund! 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen! ich will gut kann, in mein Herz die Wege bahnen. Ich gefelle mich im 185. Geift froh zu jenen großen Reihen, die dein Hofianna schreien, we man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte! freuet euch; feid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich wird bei euch auch Raum gewinnen. Kommt, und schwört den Huldgungseid! kommt und füßt den Sohn der Liebe! Ach, daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ift Seligkeit. Aus dem 72. Pfalm. Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. Gott! gib Ge richt dem Könige der Erden, laß die Gerechtigkeit durch ihn verschaffet werden! durch ihn, den Königssohn, sei, Herr, dein Volk befreit, und wer die Sünde fühlt zu deinem Bild erneut. 2. Von nun an müssen sich auf Zions Berg und Hügeln Fried und Gerechtigkeit in vollem Glanze spiegeln; der Held aus Juda nimmt des armen Volks sich an, er, dessen strengen Zorn tein Frevler tragen kann. Aus dem 47. Pfalm. 3. Dir, Heil der ganzen Welt, wird man mit Ehrfurcht dienen, so lange Sonn und Mond an den geMel. Allein Gott in der Höh.- 15. Völker 184. Ihr öffer in der ganzen wölbten Bilhnen im alten Prachte und Händen! jauchzt unserm Gott! erhebt den Held, der sich an allen Enden stets als den größten König zeigt, an Hoheit alles übersteigt, und Feinden schrecklich bleibet! 2. Ihr, die ihr seinen Zepter ehrt, ihr werdet einst regieren; ihr werdet diese Welt zerstört zu euren Füßen spüren. Bu seinem Erbtheil wählt er euch; euch ist ein ewig Königreich, ein ewigs Heil beschieden. 3. Den Himmel nahm er jauchzend ein, ihm sangen Cherubinen. Wie? wollt ihr länger träge sein, Lobfingend ihm zu dienen? Nein, auf! lobfingt, lobfingt dem Herrn; denn er ist Gott und Jacobs Stern, ein König aller Menschen. erschallt, wie groß und schön, Herr, deine Werke find. 4. So sehr ein fanfrer Guß das dürre Land erquicket, so mild und ftärkend wird auch Zions Gott erblicket; er kommt, und seht, durch ihn wird der Gerechte blühn, mit ihm wird Fried und Ruh in alle Gränzen ziehn. 5. Als König herschet er von einem Meer zum andern, ihm unterwerfen sich, die in der Wüste wandern; er wirft mit mächtger Hand die Feinde in den Staub, und macht, des Siegs gewohnt, aus ihnen einen Raub. 6. Bis an das fernste Meer wird sich sein Zepter schwingen, ihm werden Könige Geschent und Gaben bringen, ihm dient, was in der Welt mur groß und mächtig heißt, von Heiden selbst wird auch sein hoher Ruhm 4. Mit klugem Lob erhöhet ihn, den Rönig aller Heiden! für ihn laßt euren Gifer glüthn, und dienet ihm mit Freuben! der Abgrund bebt vor seinem gepreift. und seinem Sigen zur Rechten Gottes. 107 5. 3a, Segen und Gerechtigkeit theilt Gott, die Quell der Seligkeit, dem, welcher vor sein Antlitz tritt, recht überschwenglich gnädig mit. 6. 7. Warum? sein starker Arm wird die Elenden retten, fein mild und hülfreich Herz bricht ihre schweren Ketten; von Trug und Frevel macht fie fein Erbarmen frei, und zeigt, wie werth vor ihn sein Blut geachtet sei. 8. Er lebt; und seine Macht weiß nicht von Ziel und Grenzen. Sein unermeßnes Reich wird jetzt und ewig glänzen. Ihm bringt man alle Zeit Gebet und Opfer dar, und dränget sich mit Luft an seinem Lobaltar. 9. Wie, wenn ein gutes Land die reichsten Saaten decken, so reichlich wird sich auch der Segen einft erftrecken, der auf die Sterblichen aus seiner Fülle fleußt; und ewig wird dafür fein Nam und Thron gepreist. Nachahmung des 21. Psalms. 10. So lange Sonn und Mond im alten Glanze blitzen, wird sich der Nachwelt Namen aütgen, durch ihn geſegnet, Iniet der 187. Herr, en Sohn mit Hülf Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. der du theus Heiden große Schar mit Ehrfurcht, Dank und Ruhm vor seinem Sühnaltar. 11. Gelobet fei der Herr, den Sfrael verehret, der einzig Wunder thut und Feind und Lift zerstöret! gelobet jei sein Nam! bis in das fernste Land werd seine Herrlichkeit je mehr und mehr bekannt. und Kraft vor deinem Thron zum Mittleramte schmücktest! Gott, der du auch, da Höll und Tod ihn schon mit Untergang bedroht, doch gnädig nach ihm blicktest! Siehe! Mithe, Schmerz und Wunden sind verschwun den. Nach dem Leiden lebt er nun in ewgen Freuden. 2. In jenen Wohnungen des Lichts, im Glanze deines Angesichts erhebt er deine Güte. Da rühmt die Wunder deiner Huld nach unsrer ausgeföhnten Schuld fein göttliches Gemüthe. Nun 186. preift starte Triebe, die ihn hielten, als die Wetter auf ihn zielten. Aus dem 24. Pfalm. Mel. Bom Himmel hoch, da. 109. ie Erd und was dar- Verlorne Sünder, machet doch die Thore weit, die Thüren hoch! und soll euch recht geholfen sein, so nehmt den Ehrenkönig ein. 7. Ihr fragt: wer dieser König sei? Nichts, nichts fommt seiner Größe bei. Er ist der Herr von ewger Kraft, der statt des Streits bald Frieden schafft. 8. Eröffnet fröhlich Thür und Thor! geht aus der Finsterniß hervor! er kommt, der Herrscher Zebaoth! vor ihm fleucht Sünde, Höll und Todi so weit es schäumend fließt, die Welt mit Sonne, Mond und Stern, dies Alles, Alles ist des Herrn. 2. Des Herrn, der seine heilge Stadt so felfenfest gegründet hat, daß fie, wenn alles untergeht, gleichwohl wie Berge Gottes steht. 3. Ja, Herr, was nur sein Herz begehrt, wonach sich nur sein Wunsch gefehrt, das hast du ihm geschenket: Denn nur auf unsre Seligkeit, auf deinen Ruhm und Herrlichkeit war 3. Wer darf sich dieser Stätte stets fein Sinn gelentet. Kronen, nahn? wen nimmt er zum Bewohner Thronen und ein Regen deiner Segen an? nur den, der durchs Versöh- muß ihm werden. Selger Wechsel nungsblut die schweren Sünden von der Beschwerden! sich thut. 4. Ums Leben bat er, Vater, dich, 4. Nur dem, der reines Herzens da Troft und Vater von ihm wich; bleibt und keine falsche Lehre treibt, du gabst ihm langes Leben. Wer des Meineids sich nicht schuldig macht, mur dem ift Segen zugedacht. mißt jetzt seiner Tage Lauf? das Lob, den Schmuck, den du ihm drauf in Univ.- Bibl. Giessen 108 beinem Schooß gegeben? Freunde, Feinde, alle müssen zu den Füßen Jefu fallen, durch sie muß dein Ruhm erschallen. Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu - 5. Du, den mein Glaube zärtlich fpürt, da haft es glücklich ausgeführt, was ich zum Leben brauchte. Des Baters Rechte hielt dich fest, als von des ärgsten Grimmes Best der Feinde Rachen rauchte. Schnöde, spröde, und mit Spotte sucht die Rotte dich zu tödten: Gott sieht drein, und sie erröthen. 6. Sein Zorn, gleich einem Feuer, frißt das Boll, das seinen Bund vergißt, die mörderische Bande. Noch trägt ihr Same diesen Fluch, und if( welch harter Richterspruch!) ein Scheusal aller Lande. Erde, werde, bei der Sache dieser Rache, die noch britllet, werde doch mit Furcht erfüllet. 7. Man dachte, Böses dir zu thun, Lamm Gottes! und dann erst zu ruhn, wann du vertilget wäreft. Weisheit! die du Macht und List, wie groß und fein fie immer ist, zu ihrem Schaden Lehrest. Freunde! Feinde! hört: es flogen von dem Bogen seines Köchers Pfeile des erzürnten Nächers. 8. Erhebe dich in deiner Kraft, und dämpfe, was uns Schaden schafft, und die dein Zion stören! so soll auch und Herr, deinen Gnadenbund in lauten Liedern ehren. Rühre, führe selbst die Heiden zu den Freuden, zu den Kränzen, die so schön in Zion glänzen. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- 29. 188. Herr! bu fährst mit Glanz du und Freuden zu deiner Herrlichkeit! doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Beit! Gib mir, Jesu! Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen Geift zurücke, aber zench mein Herz nach dir; wenn ich nach dem Himmel blicke, o, so öffn ihn gnädig mir! neige meinem Flehn dein Ohr, trag es deinem Vater vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß ich mich bekehr und lebe. 3. Lehre mich, die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist! und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bift. Wolluft, Ehrsucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe? du erwarbst sie theuer mir; jetzund 4. Diese müsse mir nichts rauben, seh ich sie im Glauben, dorten find ich sie bei dir. Dort belohnst du das Bertraun deiner Gläubigen durch Schaun, und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu. frithe oder späte mich zu meines GraRufft du bes Ruh: leucht auch mir in dieser Nacht, durch die Stärke deiner Macht, die des Todes Macht bezwungen und für uns den Sieg errungen. der an dem Ende dieser Zeit, o, so 6. Kommst du endlich glorreich wie sammle meine Glieder, die Verwesung jetzt zerstreut! heilge und verklär fie ganz, daß der Leib im Himmelsglanz dann nicht mehr von Staub und Erde ähnlich deinem Leibe werde. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 189. 121. kein König kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes gleichet, dessen Ruhm Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt offenbaren als das Recht zum Throne, als dem Mittler, Bild des Unsichtbaren, dir gehört das als dem Sohne! - 2. Himmel, Erde, Luft und Meere müssen stets zu deiner Ehre dir, Herr, zu Gebote stehen, und dein Wille muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und vor deinem mächtgen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Gränzen sieht man deine Wunder glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen: die nach deiner Vor' schrift leben, dir nur zu gefallen streben, alles gern für dich verlaffen, und, wie du, das Unrecht haffen. und seinem Sizen zur Rechten Gottes. 109 digung der Freunde, und an Siegen über Feinde. 4. In dem Reiche deiner Ehren hört| an des Regimentes Länge, an Begnas man stets dein Lob vermehren von dem Himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preifen, und dir Ehr und Dienst erweisen. 6. Nun herrsch auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Luft und Schmerzen. Laß mich deinen Schut genießen, auf mich deine Gnade fließen; dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, ftreiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten. 5. Herr, in allen diesen Reichen, dir ift niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an der Unterthanen Menge, 13) Von der Wiederkunst Jesu Chrifti zum Gericht. Mel. D Ewigkeit, du Donnerwort. wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neubeseelt, mun alle auf, und teiner fehlt. 190. rhöhter Jesu, Gottes Sohn! der du schon längst der Himmel Thron als Herscher eingenommen. Du wirst dereinst zu rechter Zeit, in großer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel 4. Du sammelft sie vor deinem Thron, um jedem den verdienten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer läugnet dann noch, Jefu Chrift! daß du der Erden Richter bift? 5. O gib, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh, und mit dir in den Himmel geh, ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein, und auch die kleinste Sünde scheun. wieder kommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland! jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jetzt schon dir fich beugen. Dann sieht die Welt die Majestät, dazu dich Gott, 191. bein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und Meer das unzählbare große Heer der Todten 6. Dein Name sei mir ewig werth! und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geift, dich, den schon jetzt der Himmel preift, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Seligkeit. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. For kommt, For kommt, er komme zum Weltgericht, der Heiland, den wir ehren. O weigert euch, Erlöfte, nicht, jetzt auf fein Wort zu hören. Wer hier nicht seine Stimme hört, und sie nicht mit Gehor sam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. - - 110. a10 Erster Theil. Von der Wiederkunst Jesu Christi 2. Herr, laß mich deiner Majestät 2. Warum verzeucht der Richter, mit wahrer Freude dienen! Wie herr- Gott? wo bleibt der Rächer? fragt lich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch der Spott. Hört, Sünder! hörts nicht erschienen; doch was uns hier mit Beben! euch, die ihr frevelnd verborgen war, das wird dereinst uns widerstrebt, und in der Bosheit ficher offenbar, wann du wirst wiederkommen. lebt, zur Beßrung Frist zu geben. Doch bald ist euer Maaß erfüllt, bald kommt der Richter, und vergilt. 3. Wenn vor dir die Natur dann bebt und unter deinen Füßen sich alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müssen, wenn alle Engel vor dir stehn: dann werden aller Augen sehn, wie dich Gott 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird, wenn droht, nicht Berg och den berhe Herr! auf dein und Meer, nicht Grab und ob ber Geheiß die Todten wieder leben, dein seinem Zorn euch decken. Denn nun Feind mit Furcht, dein Freund mit nicht mehr erbarmt er sich, und sein Preis sich aus dem Grab erheben, Gericht ist fürchterlich! wer wird dann noch, Herr Jesu Chrift! daß du die Auferstehung bist, mit Frechheit läugnen fönnen? 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall, und der Posaunen Wiederhall der Erde Grund erschüttern; und plößlich nun der Bau der Welt mit Krachen stürzt, in Trümmer fällt; wenn alle Menschen zittern, und vor den Richter hingerückt, der Spötter glaubet und erschrickt: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit! wo werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad und Rettung finden? die ihr der Sünde Maaß noch häuft, fühlt, eh euch dieser Tag ergreift, die Laften eurer Sünden! daß ihr euch einst nicht selbst verflucht, und ohne Hoffnung Lindrung fucht. 6. Mein Herz erschricht, es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir! ich bin ein Missethäter. Begnadige, wann dein Gericht auch mir mein ewigs Urtheil spricht, Herr, mich, den Hebertreter! du, der die Sünder nicht ver stößt, du haft auch, Jefu, mich erlöft. 7. Tag Gottes! Tag der Ewigkeit! du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Reizt, Christen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht bald ergrimme. Denn ewig 192. Der unfre Menschheit an wird der Sünder Pein, sowie der Mel. D Ewigkeit, du Donnerwort. 190. Frommen Wonne nahm, er, uns zu versöhnen, tam, kommt zum Gerichte wieder. Nicht fern ist seiner ZuMel. Ach Herr, mich armen Sünder.-67. kunft Zeit! in aller seiner Herrlichkeit 193. Bedenke, Mensch, das steigt bedente 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wenn du, die dich hier fliehen, für ihre Schuld zur Rechenschaft mit Majestät wirst ziehen? wenn num ihr Auge dich erblickt, und sie dein Strafgerichte drückt, dann werden sie verstummen. 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre ziereft, und, ihnen ewig wohlzuthun, sie zu dem Himmel führeft, dann, Herr, wird völlig offenbar, daß dein die Macht und Gnade war, die Deinen zu beglücken. 7. Dlaß mich dann, Herr Jesu Christ, mit Freuden vor dir stehen, und dir, jo herrlich du auch bist, getroft entgegen sehen. Wenn deiner Feinde Notte zagt, von Reu und Angst und Furcht geplagt, dann fauchze meine Seele. 8. Daß ich dies Glück erleben mag, so laß in diesem Leben, o Heiland, deinen großen Tag mir stets vor Augen fchweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, in deinem Dienste treu zu sein, amd nie dich zu verläugnen. - rer Erdtreis beßre dich! der Tag nex Tod. Der Tod kommt oft behende; des Schreckens nahet sich. der heute frisch und roth, kann mor zum Gericht. 111 gen, und geschwinder, hinweggestorben| Sündern und den Deinen gibst du sein. Drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. gerechten Lohn. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Rein Mensch ist ausgenommen; es wird dort jedermann den Lohn von ihm bekommen, nachdem er hier gethan. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht. Schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. nun triumphirt ihr Hoffen! erlöft von aller Düh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segneft fie. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein furzes Freuen, dort aber ewiglich ein fläglich Schmerzensschreien; ach, Sünder, hüte dich. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz ver wöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ewger Pein; und führeft die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu! dein Gerichte mir stets vor Augen sein, und drüce sein Ge wichte in mein Gewissen ein! laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 4. Bedente, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne ein müder Streiter prangt, der nach dem Kampf die Krone in Gottes Reich erlangt. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergehn, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld be freit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 5. Herr, lehre mich bedenken der Beiten letzte Beit, daß, sich nach dir zu lenten, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl; laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. bereiten und täglich ſterben mag. Sm 195. Schon in der Lag von Gott bestimmt, da, und mir, o Jesu! bei; daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 194. Ich an Thron, der Erden Kreis zu richten. richte, du Richter aller Welt; der Thor nennts ein Ge 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, dichte, das Schwachen nur gefällt! hier stehn die Millionen, die seit dem mich soll sein Wahn nicht stören, weil ersten Tag der Zeit auf dieser Erde mich dein göttlich Licht, und mein Gewohnen, nur dem Allwissenden bekannt, wissen lehren: du haltest einst Gericht. unzählbar, wie am Meer der Sand; 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, hier stehn sie vor dem Nichter. im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilge Menge erhabner Engel fteht. Welch herrliches Gepränge, welch hohe Majestät! - 67. wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er tommt, des Menschen Sohn, er fommt, 3. Umsonst sucht nun der Sünder bor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschentinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheiuen bor deinem Richterthron. Den 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird teine Sinde fiegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und Lift; hier gilt tein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, und alle Böller hören erwar tungsvoll und tief gebeugt. Kommt 112 Erster Theil.- Von dem heiligen Geiste erbt das Reich der Ehren! so spricht Mel. Wachet auf! ruft uns die. 171. er zu der Frommen Schar, doch die, 196. Machet auf vom Schlafe erwacht! denn euch, o Menschenkinder, erwar war, er mun von sich weichen. 5. D Herr! mit welcher Majestät ten Tod und Ewigkeit. Lohn und wirst du dies Urtheil fällen! die Sün- Strafe, Tod und Leben, hat Gott der, die dich hier verschmäht, gehn in eure Hand gegeben: erwacht! noch dann gewiß zur Höllen. Hier trifft ift zur Buße Zeit! gerecht, gerecht fie unerforschte Pein. Wer wird dann ist Gott, er hört der Frevler Spott! noch ihr Retter sein? ihr Warten ist Frevler zittert! wißt, was er spricht, berloren. gereut ihn nicht, er kommt gewiß, und hält Gericht. brennen; dann wird der Spötter ihn 2. Schrecklich wird sein Zorn enterkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet! jauchzt, ihr seine Frommen! kommt er und mit ihm sein Lohn! euch er wird zu eurem Heile kommen! bald richtet Christus nicht! Er selbst gieng ins Gericht für die Sünder: Gott ift versöhnt! mit uns versöhnt, wer über windet, wird gefrönt! 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen, denn plößlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen sein Reich, die Erde, ganz erlösen, von Sünd und Tode sie befrein. Heil, Wonne, Seligkeit ist ewig uns be reit! Amen! Amen! die Zeit ist nah! bald ist sie dal gelobt sei Gott! Hallelujah! 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann so wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst sie zu Ehren an. Dwelch ein froh Getümmel! nun fehn fie mit erstauntem Blick, daß Glaub und Lieb das höchste Glück, uns Gottes Gnad erworben. 7. Sie gehn nun in das selge Reich, das Gott für sie bereitet, und sehn, auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlfein ausgebreitet. Das Stückwert wird Vollkommenheit! fein Kummer, teine Traurigkeit stört ihre emge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! es stärke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden tränken. Es reize mich gewissenhaft, und, eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. 14) Von dem heiligen 197. -- schöpf vor dir muß sein. 2. Mach du als Tröfter dich bekannt. Gott ist für uns nun nichts zu theur; er hat uns feinen Sohn gesandt, und gönnt uns auch dein göttlich Feur. Geiste und dessen Gaben. 3. Verstand und Herz erfülle ganz mit deinem Licht, mit deiner Kraft. Es spiegle sich in uns der Glanz, o Geift, der alles Gute schafft. omm, o Gott, Schöpfer, heilger Geist, kehr in das Herz der Menschen ein, und bilde 5. O, mach es träftig, treibe fern fie so wie du weißt, daß dein Gedes Feindes Lift. Dein Friede sei mit uns, daß wir dir folgen gern, und steh uns in Versuchung bei. 6. Stärt uns im Glauben an den Sohn und Vater, bis das Schaum ihn krönt und dann durch uns vor jenem Thron dein und ihr hohes Lob ertönt. 4. In Wundergaben zeigst du dort den Finger Gottes, und wie schnell verbreitet sich darauf das Wort; du sprachft: auch bei uns ward es hell. Mel. von Nr. 33. 198. hr Christen rühmt, und und dessen Gaben. deinem Throne, schau in deinem Sohne auf mich Wurm herab. Ich bin ein unwürdger Beter, doch dein Sohn ist mein Vertreter. 2. Nicht die Luft zu Schätzen, Wür2. Gefalbet mit dem Del der Fren- den und Ergößen, treibt mich, Herr! den vollendet Jesus seinen Lauf. Nun zu dir; deines Geistes Gaben wünsch Herschet er nach seinem Leiden, und thut uns seine Schätze auf. Sein Geift, in den Aposteln kräftig, schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das mun, in seinem Dienst geschäftig, ihm dantet als sein Eigenthum. ich nur zu haben, so genüget mir; und die willst du gern verleihen, wenn wir brünstig zu dir schreien. 3. Mußt dein Sohn nicht sterben, um mir zu erwerben diesen guten Geift? Sollte meiner Seelen dieser Beistand fehlen, den dein Wort verheißt? Soll ich Lob und Preis dir geben, so muß mich dein Geist beleben. 3. Auf! auf ihr Herzen! auf ihr Bungen! verkündigt Gottes hohen Ruhm; sein Name werde stets besungen von seinem heilgen Eigenthum. D, daß ein Geift des Lebens wehe, und was nur Odem hat, erfüll; daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Chrifto schaffen will! 4. Arge Väter haben Kindern gute Gaben immer noch gewährt; thäteft du wohl minder? werden deine Kinder von dir nicht erhört, wenn um deinen Geist fie flehen? das wird ewig nicht geschehen. 5. 3war ich hab in Sünden sicher, ohn Empfinden, lange fortgelebt; deines Geistes Regung selbst mit Leberlegung gar oft widerstrebt, ja, ich bin ein Kind der Höllen, doch verzeihest du Rebellen. 6. Komm denn, mein Berather! Komm, du Geist vom Bater! Komm, du Geist des Herrn! du kannst Herzen zwingen, du kannst Ruhe bringen, und du thuft es gern. Fördre dur durch mächtge Triebe in mir Glauben, Hoffnung, Liebe! 7. Deffne mein Verständniß! Weisheit und Erkenntniß stammt von dir allein. Laß bei meiner Blöße mir der Gottheit Größe stets vor Augen fein, und dann zeige du mir Armen Jesu göttliches Erbarmen. 8. Quelle brünstger Triebe, Feuer feufcher Liebe, taffe deine Glut auch mein Herz durchdringen und in Flammen bringen, Gott, mein höchstes Gut! Lieb und Eifer dienen. Laffe mich gleich Seraphinen dir mit 8 erhebet froh mit Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er segnet reichlich und wir nehmen den Geift der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen: er schreibt sein Wort in unsern Sinn. 4. So laßt uns denn die Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischesfinn. Verbleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Feft uns kein Gewinn. Wir müssen neu geboren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt, und unser Geift schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Ach, Jesu! schent uns armen Sündern durch deinen Geist Genad und Kraft. Mach uns zu Gottes ächten Kindern, theilhaftig deiner Eigenschaft! ach zünde deine reine Liebe in unfrer aller Seelen an, und schaffe, daß mit heilgem Triebe, was lebt, dich ewig toben kann. Mel. Vater aller Gnade. 199. G 113 ott, groß von Erbarmen! weise nicht mich Armen, nicht mein Flehen ab. Schau von 114 Erster Theil.- Von dem heiligen Geist 9. 3ft bei schweren Plagen ganz rechne zum Gewinn, wenn ich je ein mein Geift zerschlagen, so hilf gnä- Friedensband knüpfen kann, wenn diglich. Macht die Prüfungshitze, daß meine Hand, zur Erleichtrung der ich schmachtend sitze, so erquice mich. Beschwerden, fann dem Nächsten nittLaß des Trostes Ströme fließen, und lich werden. fich in mein Herz ergießen. 10. Ich kann alles tragen, ich darf alles wagen; du bist mir ein Pfand, das im tiefsten Leide mir des Himmels Freude und mein Vaterland auf das tröstlichste gewähret, und mich seufzend danken lehret. 8. Wenn der Anblick meiner Sitnden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht Seelen nicht an Trost und Stärkung zu hören scheint: o dann laß es meiner fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und den Trieb hast du entzündet, daß mich), mein Herz bleibt dir entrissen, und Herr, verlangt nach dir. O, so fege dem Dienst der Welt geweiht, wenn durch dein Wort deine Gnadenwir er nicht durch seine Kraft die Gesinnung fung fort, bis sie durch ein selig Ende in mir schafft, daß ich dir mich ganz herrlich sich an mir vollende. ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen Jeful noch mit ächter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum fo laß ihn träftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Gitter, hochgelobter Gottes- Geist! der du menschliche Gemüther besserst, und mit Troft erfreust! nach dir, Herr, verlangt auch mich! ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preise, heilig, und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getroftem Muth seiner Baterhuld mich freu, und mit wahrer Kindestreu ftets vor seis nen Augen wandle und rechtschaffen bent und handle. Mel. Werde munter, mein. 116. er du uns als Bater 200. Det liebest! treuer Gott! und deinen Geist denen, die dich bitten, gibest, ja, um ihn uns bitten heiß'st: demuthsvoll fleh ich vor dir; Bater! send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. - 7. Gib mir wahre Selbsterkennt niß, daß ich meine Fehler seh, und durch demuthsvoll Bekenntniß Gott um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, ste zu beffern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 6. Geift des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe, und mirs 201. Mel. des 77. Psalms. H eilger Geift, bu Himmelslehrer! starter Tröster und Befehrer! fehre bei mir Sünder ein, laß mich deine Wohnung sein. Gib, daß stets durch heilges Den ten sich mein Herz zu Gott mag lenten; klopf an meinem Herzen an, wenn ich geh auf falscher Bahn. und dessen Gaben. 115 2. Treibe, leite und regiere, mich| betrülbten Stunden trößte mich durch gum Guten stetig führe, gib felbft Jesu Wunden. Lust und Kraft dazu, daß ich Gottes Willen thu. Gib mir stetiges Verlangen, Jesu fester anzuhangen, immer mehr von Sünden rein, heilig, unbefleckt zu sein. 3. Hilf, daß ich mich bald betrübe, wenn was Böses ich verübe; gib, daß bei mir wahre Reu über mein Vergehen sei. Laß mich allezeit erwägen, daß Gott sei bei mir zugegen, der auf jedes Wort und That sehr genaue Achtung hat. 4. Laß mich, weil ich leb auf Erden, wachsam stets erfunden werden, und nach göttlichem Geheiß thun mein Amt mit allem Fleiß. So werd ich durch dieses Führen auch in meinem Herzen spilren, daß du, werther Gottesgeist, in mir wohnst und kräftig feift. 5. Komm! erfülle, komm! bewohne, mit dem Vater und dem Sohne, Geist der Liebe, lieber Gast, was du so geheiligt haft; so will ich von ganzer Seelen deinen Gottesruhm erwählen, preifen dich, Dreieinigkeit, hier und bort in Ewigkeit. Mel. Liebster Jesu, wir find hier. 4. 202. Gott! bu haft in deinem Sohn mich von Ewigfeit erwählet; Sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile fehlet, und gib mir des Geistes Gaben, durch sie werd ich alles haben. 2. Bin ich noch in Sünden todt, und zum Guten ganz verloren: heilger Geist, mein Herr und Gott! mache du mich nen geboren; rette mich von dem Verderben; laß mich nicht in Sünden sterben! - 5. Pflanze du mich selbst in ihn, als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, und als eine gute Rebe Früchte bring und in ihm lebe. 6. Glaube, Lieb und Hoffnung sei ftets die Zierde meiner Seele; in Bersuchung steh mir bei, daß ich stets das Beste wähle. Gib mir Demuth in den Freuden, und Geduld und Muth im Leiden. 7. Hilf mir reden recht und wohl, und des Gottesdienstes Pflichten, wie du forderst, wie ich soll, ohne Henchelei verrichten, chriftlich leben, felig sterben, und dein himmlisch Reich einst erben. Mel. von Nr. 37. 203. Dir, Bater! dankt mein du den Sohn gegeben, den Sohn, der Herz und singt, daß Heil den Sündern bringt, und unvergänglichs Leben! ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wunder preift, zur Erde haft gefendet! der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Knechten Stärke gab, daß fie dein Werk vollendet. 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, gehn sie, die Welt zu lehren; der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren; der ganze Erdkreis hört erfreut die Botschaft unsrer Seligkeit, Vernunft und Wahrheit stegen; das Lafter und die Blindheit flieht! wo man den Finger Gottes sieht, muß Satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der Name und Segen. Die Jünger schredt nicht Jesu wird gelobt, sein Wort ist Kraft Bein noch Müh; der Geist der Stärte stärkte fie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König tren, be kannten seinen Namen frei, und lobten ihn im Tode. 3. Treibe weg die finstre Nacht falseher, zweifelnder Gedanken; wenn die Welt mich irre macht, halte die Bermunft in Schranken! wenn ich mich von dir entferne, wo ists, daß ich Weisheit lerne? 4. Schaffe mir ein reines Herz, daß ich stets an Gott gedenke, und Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer, 4. Noch jetzt bist du der Geist der mich oft mit Ren und Schmerz über der Jesu neue Jünger schafft, bes meine Sünden fränke; doch nach den Höllenreichs Zerstörer. In Sünderna 8* 116 Erster Theil. Von dem heiligen Geist wirkst du Buß und Leid, in frommen| heißt! schent uns Muth und Kraft im Seelen Troft und Freud, und Muth Krieg, und verleih uns dann den Sieg! im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, Seelenruh, daß fie dich froh empfinden. 5. Des Vaters und des Sohnes Geift, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach, heilge meine Triebel schaff du in mir ein neues Herz, gib wahre Buß und Sündenschmerz, hilf mir im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen! 8. Herr, bewahr auch unsern Glanben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben! du bist unser Schutz und Gott! sagt das Fleisch gleich immer: Nein! Laß dein Wort gewiffer sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns jemehr, als des Him melreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt. Mel. Nun bitten wir den h. 6. Mel. Gott des Himmels und der.- 32. Pomm, o fomm, du Geift 205. 204. des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens; fie erfüll uns jederzeit! so wird Geist, und Licht, und Schein in den dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht! dein Erfenntniß werde groß, und mach uns vom Irrthum los. 3. Beige, Herr, die Wohlfahrtsstege! das, was dich betrüben kann, räume ferner aus dem Wege! führ uns zu dem Guten an; wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets bein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind; stärt uns dann mit deinen Gaben, wenn fich Noth und Drangsal findt; zeige, daß des Vaters Bucht einzig unser Bestes sucht! 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten gläubig und mit Freudigkeit; mach uns tüchtig, recht zu beten, und vertritt uns allezeit! so wird unsre Bitt erhört, und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! o so mache den Beschluß; sprich der Mel. Freu dich sehr, o meine.- 20. Seele tröftlich zu, und gib Muth, 206. Edler Geift im Himmels und throne, Wesens, einer Kraft mit dem Vater und dem Sohne! Geist, der neues Leben schafft! Flöße du die wahre Reu in mein Herz es Vaters und des 7. Ddu Geist der Kraft und Stärke, en gewiffer neuer Geift, fördre in uns beine Werte, wenn uns Satan wanten Sohnes Geist, du, der uns den Weg zum Heile weist, gnadenvoller Tröster! Laß, wenn wir sterben, uns das ewige Leben ererben, gib uns Jesu Frieden. 2. Es leucht uns, Licht des Herrn, dein Schein, wenn schon Tod und Verwesung uns dräun; lehr uns Je sum Christum, den Sohn, erkennen, und in der Liebe des Sohnes brennen, lebend und im Tode. 3. O du, der Liebe Geift! erhöh unsre Seele, daß sie schmeckt und seh, wie der Herr uns liebte, laß in den Brüdern, als in seinen geheiligte Gliedern, Jeſsum stets uns lieben. 4. Du höchster Trost in aller Noth! hilf getreu uns sein bis in den Tod Heilig laß uns leben, und nicht ver zagen, wenn uns unsre Sünden verklagen vor der Welten Richter! und dessen Gaben. 117 mit ſeiner Gabe Luft in mir zu wohnen habe. 207. Gebom Sohnel der du 2. Du, der Tugend Wiederbringer, 207. Mel. Freu dich sehr, o mee.- 29. Vater und Geift machst es in dem Herzen licht; du gibst, mächtiger Bezwinger, daß der Sünde Macht zerbricht. Kehrest du nur bei mir ein: so wird meine Seele rein, und auch schon auf dieser Erden eine Wohnung Gottes werden. unser Tröster bist, und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst. Stehe du mir mäch tig bei, daß ich Gott ergeben sei; o, so wird mein Herz auf Erden shon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wenn ich bange 3weifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlfein hin. Lehrst du mich), was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe! daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müffe mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde, mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o, so strafe felbft mein Herz, daß ich, unter Reu und Schmerz, mich vor Gott darnieder beuge, und mein Herz zur Beßrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Chrift, als auf meinen Mittler, schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Ver langen von dem Bater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Trofte bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelaffen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden deines Troftes Kraft empfinden. 3. Geift der Wahrheit! komm und führe mich zur wahren Weisheit an; daß des Höchsten Wort mich rühre, und ich willig folgen kann. Deffne du mir jene Schrift, die mein ewig Heil betrifft; laß mich hier zum Theil verstehen, was ich dort soll völlig sehen. 4. Geist des Trostes! in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bei! wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu! gib mir ein gelaßnes Herz, daß ich in dem größten Schmerz Troft der Seele bei dir finde, und den Unmuth überwinde. 5. Geist des Raths! wenn mir verschwindet aller Rath in Angst und Noth, wenn sich nirgends Hülfe findet, wenn ich leibe, wenn der Tod mir fast un vermeidlich scheint, und mein trübes Auge weint: so gib, daß es meiner Seele nicht an Rath und Hülfe fehle. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe fucht an dir nur seine Lust. Schmeck ich deine große Güte, so verachtet meine Brust, was die Welt für Luft erdenkt, welche nur die Seele kränkt. Rechte Freude muß den Frommen eingig von Gott selber kommen. 7. Geift des Betens! lehr mich beten: Abba, Vater in der Höh! Treibe mich, vor Gott zu treten, und gib, wenn ich vor ihm steh, daß mein Bitten fräftig fei; ftehe meinem Seufzen bei; sprich in mir, in Gottes Namen, nach bem Flehn ein kräftigs Amen! 15) Von der christlichen Kirche. Aus dem 46. Pfalm. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. 208. G in starker Schuß ist unser Gott! auf ihn steht unser Hof- fen. Er hilft uns treu aus aller 118 Erster Theil. Von der christlichen Kirche. - Noth, so viel uns der betroffen. Satan, unser Feind, der mit Ernft es meint, rüftet sich mit Lift, trotzt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht 4. Steure, Erbarmer! deiner Feinde Grimme. Warne die Deinen vor des Irrthums Stimme. Lehre ste prüfen, daß fie falsche Freuden flüglich vermeiden. 4. Das Wort steht fest! die stolze Welt mag noch so heftig toben! der Herr mit uns! der starke Held! der gibt uns Sieg von oben. Tödten fie den Leib, nehmen Kind und Weib, rauben Gut und Ehr: sie nehmens! was ifts mehr? Uns muß der Himmel bleiben. 5. Sei du ihr Licht in ihren Finsterniffen, heile selbst ihr verwundetes Gewissen. Schlägt oft ein Rummer ihre Herzen nieder: stärke fie wieder. 6. Schüße uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirft erlösen, bis wir zum Umgang der verklärten Frommen froh lockend kommen. tein Feind auf Er- den. 2. Nicht unsre Macht ists, die ihn fällt. Wir wären bald verloren. Es tämpft für uns der rechte Held, den uns Gott selbst erforen. Fragst du, wer er ift? er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth. Er, unser Herr und Gott, er muß den Sieg behalten. Der 67. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. der uns immer 3. Die ganze Hölle schäume Wuth, 210. Gott! Stes gab, schan und droh uns zu verschlingen. Troß gnädig stets auf uns herab, entzieh ihr! uns rüstet Gott mit Muth. dein freundlich Angesicht, Herr, beis Es soll uns doch gelingen. Wenn der Fürft der Welt sich schon grimmig ftellt, schreckt er uns doch nicht. Er ist ja längst gericht't. Ein Wort kann ihn schon fällen. nen Auserwählten nicht! 2. O Gott, Jehovah, zeige dich der Welt! der Weltfreis freue sich, wird dein Erkenntniß ihm zu Theil, in dir, o Gott, und deinem Heil. 3. Es mache aller Völker Mund, Gott, deine Macht und Weisheit kund! kein Volk sei auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt! 4. Ja, jedes Volt, das dich erkennt, das wird von deinem Lob entbrennt, wer dich anbetet, Gott, der freut sich deiner großen Gütigkeit. 5. Lob, Erdenkönig, dir! du biß ein Führer, der allmächtig ist! wer nimmt sich unsrer treuer an, wer ist Mel. von Nr. 55. 209. La boh, o Jefu, laß der so beschützen kann? dein Reich Erden 6. Es mache aller Völker Mund, unter den Sündern ausgebreitet wer- Gott, deine Macht und Weisheit den! Schenke doch ihnen, deiner Leistund! kein Bolt sei auf der weites ben wegen, Leben und Segen. Welt, das deine Gülte nicht erzählt. 2. Gib ihnen Gnade, dich recht zu 7. Die Erde ist nicht mehr vers erkennen, daß sie dich gläubig ihren flucht, sie bringt uns segensvolle Herren nennen; gib ihnen Eifer, dei- Frucht, wir wissen nichts von Hun nen guten Willen treu zu erfüllen. gersnoth; stets segne uns Gott, 3. Mit heilger Achtung laß die unser Gott! Schrift sie ehren, denn sie verkünbigt deines Mundes Lehren. Außer ihr suchen Sterbliche vergebens Worte bes Lebens. 8. Ja, m) Jehovah, deine Treu an uns mit jedem Morgen neu! dir diene deine ganze Welt mit einem Dienft, der dir gefällt. Erster Theil. Von der christlichen Kirche. rhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Chriftum, deinen Sohn, vom Throne frech zu stürzen drohn. 2. Zeig deine Macht, Herr Jesu Christ! der du Herr aller Herren bift; beschirme deine Christenheit, daß fie dich lob in Ewigkeit. 119 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben. Ewig frohlockend müffe dich einst loben, o du Beherscher deiner schwachen Heerde! Himmel und Erde. Der 46. Pfalm. Mel. von Nr. 50. 213. Gott ist uns Stärt und in und unsre Zuversicht. Er weigert, wenn wir zu ihm beten, uns seine Hülfe nicht. Und sollte gleich der Erdher: uns würde keine Furcht erschütfreis zittern, und stürzt er auf uns tern, und sänken Berg ins Meer. 2. Sollt auch das Meer so heftig 3. Gib, heilger Geist, uns einen toben, und stürzten vor der Wuth Sinn, nimm alle Zwietracht von uns Gebirge, ihrem Grund enthoben, hin. Vor deines Wortes Licht und hinab in seine Fluth: fie bleibet doch Macht entflieh des Wahns und Irr- Herrn, in ihr wohnt Gott, der wird mit ihren Bächen die Stadt des thums Nacht. 4. Herr! laß uns dir befohlen die Wogen brechen, sie jauchzet: Gott sein. Schau unsre Noth; wir sind ist hier! ja dein. Erhalt im Glauben uns Mauern, der Herr beschüßzet fie, fie 3. Gott wohnet selbst in ihren getren, und mach uns von den Fein- wankt nicht, ewig wird sie dauern, den frei. tobten, und im Grimme empörten der Höchste hilft ihr früh. Die Völfer Reiche sich! er sprach, vor seines Donners Stimme zertheilten Welten sich. störe? er, der uns hilft, ist Gott! 4. Wer ist der Feind, der uns zerGott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schützet Jacobs Gott! fommt her, und merkt auf Gottes Werke und lernet seine Kraft. Er ist es, es ist seine Stärke, die solch 211. - 5. Sie dichten, Herr! ein Frebelstüd! es fall auf ihren Kopf zurück! fie graben Gruben mit viel Müh; in ihre Gruben stürze fie! 6. So werden sie erkennen doch, du, unser Herr- Gott, lebeft noch, bu stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. Mel. von Nr. 55. 212. Schütze die Deinen, die Zerstören schafft. nach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt kennen. Laß deinen Händen, wie du felbft verheißen, nichts sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verfündigt werden. Mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 5. Er macht sich auf, dem Krieg be 34 steuern, der so viel Blut vergoß, und er zerbricht, daß Länder feiern, Spieß hat seine Hand zerschlagen, Schwert, Bogen und Geschoß. Den daß er nicht tödten kann. Er zündet des Verheerers Wagen mit seinem Feuer an. 6. Laßt ab, und wißt, und lernt mit Freuden, ich sei Gott, Herr der Welt! groß will ich werden vor den Heiden, und herrlich vor der Welt! Gebt alle unserm Gott die Ehre! er, der uns hilft, ist Gott! Gott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schütet Jacobs Gott! 3. Du haft noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ewgen Frieden. Erster Theil. Von der christlichen Kirche. 120 214. Wenn Christus ſeine THE Kirche schützt: so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schützt zu seinem Ruhm mit Macht das Christenthum. Mag doch die Hölle - withen. 2. Gott steht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen fich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet Gctt. Sie mögen fich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrift mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ; wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 215. Niter erbar- men! wie wenig Herzen sind noch dein; entzieh dich nicht uns Ar- men! dein theures Wort hält man für Spott; empört sich wider dich, o Gott! will deinen Sohn nicht kennen. 2. Sie lehren eitel Träumerei, was Eigenwit erfindet. In keiner Wahrheit ist dabei ihr unftät Herz gegründet. Der wählet dies, der andre das, es trennen sich ohn Unterlaß, die mit Bermunft fich brüsten. ch Gott vom Himmel sieh darein, und laß es dich 3. Ach Herr, mein Gott, vertilge doch des Irrthums freche Lehren. Wie lange sprechen Frevler noch die Menschheit zu entehren: tief schaun wir in die Wahrheit ein; uns täuscht fein gleisnerischer Schein; nur blinde Herzen glauben! 4. Auf, Christen! die ihr ihm wertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken. len 5. In Feuer fiebenmal bewährt, glänzt edles Silber heller; und, durch tes Wort auch heller. Berspottungen bewährt, strahlt Got fiegende Gewalt durchbricht der Der Strah Der Gott, der von dem Himmel Zweifel Nebel bald, und blendet selbst schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr Zebaoth hält über fein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns dann erschrecken? die Feinde. 4. Gott siehts und spricht: bald kommt die Zeit, daß ich dem Frevel steure, damit sich in der Christenheit tein Heidenthum erneure. Indeffen greif den schnöden Wahn mein Wort mit starken Waffen an, und bleib unüberwindlich. 6. Sein Licht beschlitz uns, daß feine schlauen Netze zieh, nie unter uns nie das frevelnde Geschlechte in uns sich flechte; denn alle Bosheit wächst geschwind, wo frecher Spott erst Kraft gewinnt, sein Gift ertödtet Seelen. 7. O dämpfe selbst, du starter Gott, die dir die Ehre rauben. D Jesus Christ, bei ihrem Spott stärk 121 Erster Theil. Von der christlichen Kirche. träftig unsern Glauben. O heilger wir Mel. Freu dich sehr, o meine. 29. Hirte Heerde, vor Abfall und Berrath mit ganzem 217. Treuer, der einen Starter Ernst uns hüten. Schutz! siehe doch, wie Staub und Erde wider dich mit frechem Trug tobt, und in den Waffen ist, und sich freventlich vermißt, deine Kirche zu Mel. Aus tiefer Noth schrel ich. 119. 216. D Vater der Barmherzerstören und dein Erbe zu verheeren. zigkeit, bei allen Zeitverwandten doch nun seit der Apostelzeit recht groß in allen Landen; du haft durch deines Geistes Kraft die große Schar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. 2. Du, Herr! bist ja unser König; dein sind wir nach Leib und Seel. Menschenhülfe ist zu wenig, wo du nicht, Immanuel, zu der deinen Nettung wachst, und den Feind zu Schanden machst, wo du nicht sein Wüthen dämpfeft, und für deine Wahrheit tämpfeft. 2. Getrennt durch Mannigfaltig teit des Glaubens und der Zungen, auf dieser ganzen Welt zerstreut, hat fie dein Wort durchdrungen! hat sie dein starker Geist gerührt und nun zu einem Zweck geführt in Einigkeit des Glaubens. - 1 3. Ach, sei doch auch in dieser Zeit uns, Bater, wieder gnädig! und mach uns von Uneinigkeit des Glaubens loś und ledig! gib, daß vereint auf einen Grund wir dir zugleich mit Herz und Mund im Geist der Liebe dienen. 4. Ach, schaue, wie des Satans Lift vereinte Brüder trennet, wie man der Liebe ganz vergißt, von blindem Eifer brennet, und dann, von Wissen aufgebläht, um Dinge, die man nicht versteht, sich ohne Grund entzweiet. 5. Herr! hilf diesem Uebel ab und gib, daß deine Heerde bald unter ihres Hirten Stab genau verbunden werde: im Wesentlichen einerlei; in Nebendingen aber frei, in allem fiebreich denke. 6. Wenn Brüder, Herr, auf dein Geheiß vertraut beisammen wohnen, und ihrer Schwachheit wechselweis mit Zärtlichkeit verschonen: o, was tann angenehmer sein! du selbst, Herr! wirst dich ihrer freun, und sie mit Segen frönen. 3. Es betrifft ja deine Ehre, es betrifft dein Heiligthum; deine theure Gnadenlehre, deines Todes Kraft und Ruhm, und den Dienst, der dir allein von uns muß geheiligt sein; o, wie solltest du denn schweigen, und dich nicht als Retter zeigen! 4. Du bedrohest Wind und Wetter, und es schweigt ihr Ungestüm. Steure denn, Herr, unser Netter, auch der Feinde Wuth und Grimm. Saul be fehrst du, wenn er schnaubt, und dir Ruhm und Ehre raubt, ach, bekehre die durch Lügen sich selbst um ihr Glück betrügen. 5. Doch nicht nur der Feinde Dräuen, die Verführung müssen wir auch bei unsrer Schwachheit scheuen, unfre Hilfe steht bei dir. Käm es auf uns selbst nur an, ach, wie leicht wär es gethan. Satan würde bald den Glanben uns aus unserm Herzen rauben. 6. Laß uns denn vorsichtig wandeln, und mit Tauben- Einfalt zwar, doch auch flug, wie Schlangen, handeln. Zeig uns selbst bald die Gefahr. Schickt euch, es ist böse Zeit, spricht du; mach uns selbst bereit, daß wir wachen, beten, tämpfen, und so die Bersuchung dämpfen. 122 16) Von der heiligen Taufe. Einsetzung der Taufe. Mel. Chrift, unser Herr, jum Jordan. 218. M ie Chriftus felbft zum Jordan kam, und nach des Baters Willen die Taufe von Johannes nahm, um alles zu erfill- len, was Gott heischt: so muß 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. D, laß mich nie die Pflicht vergeffen, dazu ich selbst mich dir verband, als mir mit Heil entgegen famft. du in deinen Bund mich nahmst, und um uns bleibt dieser Bund stets feste stehn. 4. Du bist getreu. Auf deiner Seite Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn! du klopfft an mein Gewissen an, und lockft mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs nene mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt! o Sünde weich! Gott hört es! jetzt entfag ich euch. auch das Bad, das er, von Sünden zu waschen, angeordnet hat, vielmehr uns willig finden. Es bringt uns Heil und Leben. 2. Hört, wie es zu den Fingern heißt: geht, spricht er, lehrt die Bölfer, und auf den Bater, Sohn und 220. Geift tauft nunmehr alle Völker. 220. Mein Erlöser! der du Mel. Liebster Jesu, wir find hier.- 4. mich dir zum EiWer glaubet, und die Tauf empfängt, genthum erkaufet, ale bein finger wird selig, wer hingegen ungläubig bin auch ich vormals auf dein Wort feft am Irrthum hängt, der fliehet getaufet. O erwecke mich zum Fleiße, vor dem Segen, und muß verloren recht zu sein das, was ich heiße. gehen. mein Vater! und bewahre mich, daß 6. Befestige dies mein Versprechen, ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meis nes Heils! sei ewig mein, und laß mich stets den Deinen sein! 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Mel. von Nr. 72. 219. Ich bin getauft auf dei- Wohlſein achten, daß ich, Jefu! deinen Willen treulich suche zu erfüllen. nen Namen, Gott Bater, Sohn und heilger Geist! ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Bolt, das dir geheiligt heißt. D, welch ein Glück wird dadurch mein! Laß, Herr, mich des auf ewig freun. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ewgen Glitce. Davon ist auch nach dem Sterben ewig Segen zu ererben. 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater! und ein selig Theil haft du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil. Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geift Gottes, selbst mein Belstand sein. 4. Laß mich drum, wie dirs ges fällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben; daß ich einft auch, wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 123 3. Hirte! nimm dies Schäffein an! Mel. Liebster Jefu, wir find hier.- 4. 221. Herr! err! wir stehen hier Haupt! mach es zu deinem Gliedel zeig ihm deine Bahn! Friedefürft! sei du sein Friedel König! laß es deinen Willen künftig immer - auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden, und treu erfüllen! im Himmel möge werden. 2. Wasch es, o Herr Jesu! rein 4. Laß uns alle in der Welt als durch dein Blut von seinen Sünden; rechtschaffne Chriften leben! endlich laß es deinen Geift erneun und mit auch, wenn dirs gefällt, christlich dir genau verbinten! da wir ihm den unsern Geist aufgeben, und im Him Namen geben hreib es in dein mel zu den Frommen, zu den wahBuch zum Leben! ren Christen kommen. 17) Von dem heiligen Abendmahle. Einsegung des heiligen Abendmahls. Mel. des 91. Psalms. 222. Is Jesus jetzund sterben wollt für unsre Missetha- ten, in jener Nacht um schnöden Sold aufs schändlichste verra then: hielt er in dem bestimm# ten Saal, von Gottes Hand geleitet, mit seinen Jüngern noch das jetzt wird für euch gebrochen, daß eure Schuld und Adams Fall nicht werd an euch gerochen. 4. Den Dankkelch nahm er auch hierauf; er that mit Wohlgefallen den Mund zum Lobe Gottes auf, und sprach zu ihnen allen: nehmt hin und trinkt, das ist mein Blut, das ich für euch vergieße, euch droht umsonst der Höllen Glut, indem ich für euch büße. 5. Das Blut, das an dem Altar dort in Opfern ward vergoffen, tilgt nicht die Schuld, schafft sie nicht fort, drum sollt, wie Gott beschlossen, jetzt zur Vertilgung dieser Schuld mein Blut, mein Söhnblut fließen; nun denkt an Gottes Gnad und Huld mit freudigem Gewissen. 6. Halt't oft den Brauch mit Brot und Wein, auf daß ihr mein gedenket; laßt euch mein Leiden theuer sein; geſpeifet und getränfet, fagt laut: of wenn dein Tod nicht wär, wir müßten ewig sterben. Und lebt hinfort, zu meis ner Ehr, als würdge Himmelserben Mahl, das längst auf ihn gedeutet. 2. Hier sprach er: mich verlanget sehr, dies Paschah zu begehen; nun 7. Kein Tropfen labt den reichen feir ich keinen Festtag mehr, bis Mann in seinen schweren Leiden, schaut Gott mich wird erhöhen auf meinem mich dagegen gläubig an, sein SchickStuhl in meinem Reich, das mir der sal zu vermeiden. Wer mir vertraut, Bater gibet, und dem, der hier mit mir zugleich in seiner Lieb sich übet. 3. Drauf nahm er Brot, und brachs, und dankt, und sprach: nehmt hin 8. Die Welt, die nicht ihr Heil und effet, damit ihr nicht im Glauben wanft, und meiner nicht vergesset; das ist mein Leib, der durch viel Qual versteht, bleibt an dem Neußern hangen, und meint damit, wenns übel geht, Genade zu erlangen! doch dich und Buße thut, der ist durch mich verföhnet, doch weh den Falschen, der mein Blut mit frechen Lastern höhnet. 124 Erster Theil. Von der heiligen Abendmahle. entzeucht nicht Brot und Wein dem ernstlichen Gerichte; soll dies dein Troft, o Sünder, sein, so wird dein Troft zu nichte. 9. Der rechte Labtrank ist mein Blut, mein Fleisch die rechte Speise; o, iß und trinke dir zu gut, und auf die rechte Weise. Erkenn, daß Mel. Herzlich lieb hab ich dich. 141. ich mich in den Tod für dich dahin 224. Gelobt seift du, Herr so weichet Durft und Bebaoth! gelobt für gersnoth, so hast du Heil und Leben. unsers Mittlers Tod, der uns das 10. Ich bleib in dir und du in Heil erworben! wie haft du, Gott, mir, damit von meinem Geiste dein auch mich geliebt! er, der uns ewig Geift getrieben für und für Gott Leben gibt, ist auch für mich geftorDank und Ehr erweise. Du bist nun ben. Mein ganzes Herz frohlockt in ganz mein Eigenthum, ich kann dich mir. O Vater, ich lobfinge dir, Gib, nicht verlaffen. Ich will dich einst daß ich jeden Tag aufs neu mich dei zu meinem Ruhm mit ewger Treu ner Baterhuld erfreu. Gott meines umfaffen. Heils! sei ewig mein, sei ewig mein, und laß mich dir recht dankbar sein. 11. Dein Wort, o Jesu! fehlet nicht, das glauben wir von Herzen; nur gib, daß wir nach unsrer Pflicht an deine Todesschmerzen stets denken, und auf ebner Bahn nach deinem Willen wandeln, und also, wie du uns gethan, mit unsern Brüdern handeln. 5. Mein Heiland, den der Himmel preist, dich will ich ewig loben. D, stärke dazu meinen Geist mit neuer Kraft von oben. Dein Abendmahl vermehr in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit neuer Treue diene. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 223. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, o Seele! der auf Erden vom Himmelsthron gefommen ist, ein Heiland dir zu werden. Bergiß sein nicht, denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! - 2. Voll hoher Ehrfurcht beug ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich dahin gegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin. Dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ewge Kraft haft du, o Herr, auch mir verschafft, was mich vor dem Verderben schützt, was meinem Geiſte ewig Herr Jesu liebst du mich! wie liebst du mich! gib, daß ich ewig liebe dich! 3. Mit Inbrunft fleh ich, Herr, zu dir! befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüthe! mich dürftet, 2. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, gleich dem dürren Land, bei deiner der für dich hat gelitten. Da er am Liebe Unterpfand, nach deiner großen Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil Güte. Ich fühle, Herr, was mir ge erftritten. Errettung von der Sünden bricht. O stärke meine Zuversicht, daß noth erwarb er dir durch seinen Tod. du auch mein Versöhner seift, und Dant ihm für diese Liebe! mich vom ewgen Tod befreist. Herr, dieser Trost sei fest in mir, sei feft in mir, so dien ich voller Freuden dir. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden, und jetzt zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden auch dir Befreiung ausgemacht, und ewges Leben wieder bracht. Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann beftehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir ausersehen. Auch mir zum Herrlichsten Gewinn gabst du dein Leben willig hin, drum hör auch jetzt mein Flehen. Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja, durch den Glauben wohn in mir; so nimmt in mir die Seelenruh, und meines Herzens Beßrung zu. Mein Herr und Gott! vere Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 1 laß mich nicht, verlaß mich nicht, so lomm ich einft nicht ins Gericht. 5. Zu deinem Himmel hilf du mir. Der Freuden Fülle ist bei dir; laß fie mich einft genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen und zu schliefen, daß mir dein Wort stets heilig fei, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu, was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. O Herr, mein Heit, sei fiets mit mir, sei stets mit mir, so tomm ich einft gewiß zu dir. 125 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es tren erfüllen. Do gib mir selbst durch deinen Tod die Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an tüchtig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Beffe rung mir und der Welt beweisen. Mel. von Nr. 84. 226. Menschenfreund, Jeful Lebensquell, der Schwachen Kraft und mächtiger Vertreter! erbarme dich, du Hörer der Gebeter! gedenk an mich, o mein Immanuel! ich stehe hier mit Furcht Mel. An Wasserflüffen Babylons. 97. 225. Ich tomme, Herr, und und Angst belegt; ich flag es dir, di suche dich, ein und beladen. Herr! mein Heiland, Arzt, der franker Seelen pflegt, du segne mich mit den erworbnen Gna- bift der Hirt, der selbst sein Schaf den! ich liege hier vor deinem Thron, will führen. Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müth! ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlöften. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder. haft die Handschrift abgethan, 2. Ich bin betrübt; ich fühle, was mich plagt; mein Auge darf ich kaum zu dir erheben, von ferne fteh und feh ich nach dem Leben, wohin mein Geist nur seinen Wunsch noch wagt. Du Aus Demuth schlag ich an die bange und Brust, der Sünden Sik, die mich von wir sind Gottes Kinder. Ich denk dir geschieden. Ich schäme mich auch an deines Leidens Macht, und an dein Wort: es ist vollbracht! du haft mir Heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. der verborgnen Luft, in welcher oft die Herzen heimlich fieden. 3. Wo soll ich hin? Ich will zum Lebens- Gott. Es soll mich nichts von meinem Felsen treiben; dir, Jesu, will ich mich allein verschreiben. Tod! Höll! dein Sieg und Stachel ist ein Spott. Der Ueberwinder, Jesus, in mein Haupt, der Hölle, Tod und Teufel hat bezwungen; ich bin durch ihn der Sündenmacht entraubt, es ist dem Held aus Davids Stamm gelungen.. 3. O freue dich, mein Herz, in mir! er tilget deine Sünden, er nahet sich mit Troft zu dir, und läßt dich Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getroft, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft. Bergiß nicht, dem, der dich erfauft, zur Ehre stets zu leben. 4. Dein, spricht er, ist die Seligteit, bewahre fie im Glauben; und laß durch feine Sicherheit dir deine Frone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock; bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke bich, und durch die Liebe gegen mich wird dir ber Sieg gelingen. 4. So tret ich denn, mein Jefu. jetzt vor dich, ich komm zu deinem Mahl nach deinem Willen. Ach laß mich da den Durst und Hunger stillen; mein Heiland, dein Berdienst erquide mich! wird nun mir so des Glaubens Kraft vermehrt, dann soll er sich in Werken thätig weisen; dann werd ich dich, der du mein Flehn erhört, mit Herz und Mund hier und dort ewig preisen. 126 Erster Theil. 227. M ie groß ist deine - - Von dem heiligen Abendmahle. Menschenliebe, mein theurer Heiland, Jesu Christ, der du für mich gestorben bist! o, daß ich nur mit reinem Triebe dir treu verbliebe. 2. Dein Maht, bei welchem du mich speisest mit deinem heilgen Brot und Wein, muß mir ein göttlich Denkmal sein, daß du mich auf dein Opfer weiseft, mich glauben Heißeft. 4. Ach laß mich nur recht gläubig effen, und schenke mir in voller Kraft, was uns dein Opfertod verschafft! all meiner Sünden werd indessen vor Gott vergessen. 5. Ach Jeful laß mich doch erscheinen voll Sehnsucht nach Gerechtigfeit! ach, mach uns allesamt bereit, und laß in einem Geist die Deinen fich fest vereinen! 3. Auch ist mir das ein Pfand und Zeichen, wenn ich zu deiner TaMel. An Wasserflüssen Babylons. 97. fel geh, und Brot und Wein mir 229. D", Herri haft aus geben Seel imgleichen dich selber reichen. Barmherzigkeit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig ein geladen. Du rufft: Mühfelge, kommt zu mir. Du Weltversöhner! ja zu Verstoß von deinem Angesicht, ver dir komm ich auch heut, ein Sünder. ftoß mich, o mein Heiland! nicht, vom Erbtheil deiner Kinder. 6. Du bist das Haupt, wir sind die Glieder, die eines Brots theilhaftig find. Ach, daß uns deine Lieb entzünd't! so finden wir uns einst als Brüder im Himmel wieder. treu geliebet; bin gewichen von dem Pfad, den sein Wort gezeichnet hat. 3. Der ich fühn sein Recht entehrt, der ich seine Macht verkennet, ach ich bin es nicht mehr werth, daß er noch sein Kind mich nennet. Ich verdiene Fluch und Tod, die sein Wort den Sündern droht. 4. Dennoch nimmt der Güt'ge mich wieder auf zu seinem Kinde. Heut vergißt er väterlich seines Zorns und meiner Sünde; gibt durch seiner Boten Hand mir der Gnade süßes Pfand. 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab ich meinen Gott betrübet, ihn, der mich zum Glüd erschuf, und mich stets so 5. Tag der Wonne, heilges Mahl, ewig will ich dein gedenken. Meines Jesu Todesqual soll mir Trost im Leiden schenken, und mein Leben soll allein seinem Ruhm gewidmet sein. 2. 3war meine Missethat ist mehr, mehr als ich könnte zählen. Sie drückt mich, Herr, ich zittre sehr, vor Unruh meiner Seelen. Weltrichter, ach! im Borne nicht, im Zorne geh nicht ins Gericht mit mir, Gott, reich an Güte! du kennst, was ich nicht recht gethan. Erbarmer! fteh mein Herz auch an, mein reuiges Gemüthe. 3. Es seufzt um Troft und ängftigt sich, gebückt vor dir im Staube. Auf mein Verdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebengte willst du nicht verschmähn, Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. 228. Tag, den mir der Herr gemacht! den net, Tag der Freude! du erhellst des Rummers Nacht, und erquickest mich im Leide. Heil und Leben schenkst du mir. Gott, wie bank ich dir dafür! die nach Errettung schmachten. Stets bleibst du deinen Worten tren, und wirst ein gläubig Herz voll Reu, auch meines nicht verachten. 4. Mein Gott! regiere fünftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun auf dich, nach einem Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 127 Rathe wandle. Gib, daß aus Dank| geladen. Deinen Bund sollst du erfür deine Huld, in Lieb, im Glauben, neuen, und dich seines Todes freuen. in Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in deinem Reich, verflärt, unsterblich, Engeln gleich dich ewig rein erhebe. 2. Eil, wie wahre Christen pflegen, glaubensvoll dem Herrn entgegen, komm, der gnadenvollen Willen deines Heilands zu erfüllen! fomm mit brünstigem Verlangen, seine Güter zu em156. pfangen. Daß er dich der Sünd entlade, gibt er heute Gnad um Gnade. mich mit Beben. aß mich Gnad empfahn und Leben. durch des Glaubens Band vereinen; mit den Deinen durch des Glaubens Band vereinen; du willst sie mit Segen tränken, und dich ihnen selber schenken. D, wer darf sich unterwinden, deine Liebe zu ergründen! - Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. du 230. Dich, mein Jeſu, laß Seelen recht erquicken! du bist meine Zuversicht, du allein kannst mich beglücken! du, mein Jesus, sollst allein meines Herzens Frende sein. - 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und verfluchen! weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen! Jesus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. 3. Ach, was hab ich für ein Gut! was für Schäßze kann ich zeigen! meines Jefu Fleisch und Blut ist und bleibet mun mein eigen; Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehn? Läßt fie fich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn, oder näher sich verbinden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande gibt? 5. Brenne, Seel und Geist, in mir! lobre, Herz, in vollen Flammen; halt mit feuriger Begier mich und Jesum ftets zusammen; daß ich ewig gegen ihn mög in heißer Liebe glühn. 6. Erd und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten! fein Verluft und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt, und mich seine Liebe treibt. Je7. Jesus ist des Herzens Theil; fus ist mir Troft und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das pricht: Dich, mein Jesu! laß ich nicht. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.- 121. 231. finden, drücket dich die Laft der Sünden, fomm, Verge bung zu empfangen, denn dein Licht ift aufgegangen, und der Herr voll Beil und Gnaden hat zu sich dich einHeil und Leben zu empfahen. Ach! ich 4. Herr, ach laß mich würdig nahen, suche dich mit Thränen; sollt ich mich vergeblich sehnen, meiner groß und schweren Sünden Tilgung, Herr, bei dir zu finden? laß, Erlöser! laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. die, wie wir, auch Sünder waren, 5. Du, dem unsrer Väter Schaaren, daß sie hier dein Mahl empfingen! Dank und Preis und Jubel singen, Sohn des Baters! Licht vom Lichte! laß von deinem Angesichte uns, die deinem Ruhm sich weihen, Licht und mein göttlicher Bekehrer! du, der selbst 6. König! Hoherpriester! Lehrer! du dein eignes Leben für mich in den Tod gegeben, hier fall ich zu deinen Füßen; deiner Himmelsspeise, mir zum Heil ach, laß witrdig mich genießen dieser und dir zum Preise. 7. Zum Gedächtniß deiner Leiden, und zum Vorschmack jener Freuden, die du, Heiland, mir erstrittest, als du unaussprechlich littest, als dich Todesschweiße deckten, und die Schrecken Got tes schreckten, als du selbst für mich gestorben, mir des Baters Huld erworben. 8. Deines Heils will ich mich freuen, will weihen. Hier will ich mich fleißig üben, dich zu tennen, dich zu lieben! einst werd ich dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe brennen. Laß fie mich auch hier empfin den; hilf mir, hilf mir überwinden. Von dem heiligen Abendmahle. Mel. Allein Gott in der Höh. 15. Mel. von Nr. 72. 232. Ich preife dich, o Herr, 233. Hier bin ich, Jesu! zn was du in 128 Erster Theil. Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich. Ogib, daß meine Seele fich des ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Behrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze ftarbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! o tärke mein Gemüthe zum gläubigen Bertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz, die Last von meinen Sünden. Laß mera vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du, aus Gottes Baterhuld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße haft erworben. 5. Der Troft, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Luft der Welt standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ift gar nicht zu ermeffen. O, mache felbft mein Herz geneigt, fie nimmer zu vergeffen! daß ich aus ächter Gegentren dir bis zum Tod ergeben sei, und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen. Räum alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weift, und die einst den erlöften Geift zu deiner Freude führet. 8. 3um ewgen Leben haft du dich für mich dahin gegeben. Dein Abend mahl erwede mich, mit Ernst dar nach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrict, so sei dein Tod mein Leben. deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geiftes Kraft und Licht. 2. Es werde, Herr! für mein Ge wiffen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sei an dein versöhnend Büßen ein selig Antheil zuerkannt! so freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie start find deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! o gib von deinem Todesschmerz heut neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst! durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir ers warbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Troft, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott! an dich. Ich schwöre dir beständge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbft für mich, drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist; mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen füindlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanfte muth üben. Sie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Slin denlast du mir aus Huld erlaffen haft. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele emig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürft! den Bölfern sichtbar zeigen wirst. Nach der Communion. 9. Hier fiege ich zu deinen Füßes mit Dank und Lob, Gebet und Flehus Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 129 4. Laß ftets mich dankbar, Herr, ermessen, was du für mich gelitten haft, und deine Liebe nie vergeffen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein, und mir zum Guten Kraft verleihn. Laß neue Gnade auf mich fließen! mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sei. 234. N un, habe Dank für deine Liebe, du großer Mittler Jesu Christ! gib, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist. Laß deines Leidens Angst und Pein mir im merdar vor Augen sein. 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, der ich Fluch und Tod verdient, ich soll nicht sterben, sondern leben, weil du mich selbst mit Gott verfühnt. Ach! du, sein Sohn starbft für mich! Wie preis ich, Herr, wie preis ich dich? 5. Im Streite hilf mir überwinden und stärke mich zu meiner Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schenk mir im Todestampfe Muth. ists, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Dem dir verschuldeten Geschlecht schenkst du zum Leben neues Recht. 6. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, die Jesu Heil wie mich erfreut, euch lieb ich stets als seine Brilder, als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott; uns speist und träuft ein Wein, ein Brot. 3. Heil mir! mir ward das Brot gebrochen, ich trant, Herr, deines 9. So soll denn weder Spott noch Bundes Wein! voll Freude hab ich Leiden, noch Ehre, Freud und Luft dir versprochen, dir, treuster Jesu, der Welt mich, Herr, von deiner treu zu sein. Ich schwör es nun noch liebe scheiden, die selbst im Tode mich einmal dir; schent du nur eine erhält. Du bist und bleibest ewig mein, Gnade mir! o laß mich deiner würdig sein. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabft du für uns selbst deinen Sohn. Namen sein Volt vor ihm versammelt 7. Wie jetzt in unfres Heilands war, so kommen wir noch einst zu fammen vor ihm mit seiner Engel Schar, und preisen, als sein Eigenthum, dann ewig seines Namens Ruhni. 8. Hier will ich mich mit euch vers einen, die ihr ihn ewiglich erhöht, und, wenn er einst uns wird erscheinen im Glanze seiner Majestät, dann geh ich im Triumph mit euch, thr Auserwählten, in sein Reich. 18) Von der Vergebung der Sünden. Mel. von Nr. 72. Er litt, damit wir Friede hätten, 235. Gott, deine Gnad ift für uns den Tod, der Sünde Lohn. unser Leben! fie Gott, wie haft du uns geliebt! schafft uns Heil und Seelenruh. welch ein Erbarmen ausgeübt! Dein Trene, die niemand gnug erheben 3. Dant! ewig Dant sei deiner tann! nun nimmst du jede wahre Reue mit Baterhuld noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir belehrt, und gläubig seinen Mittler ehrt! 9 130 Erster Theil.- Von der Vergebung der Sünden. 4. Den, Herr, befreift du von den zu dir! Gott, du stehest mein Ver Sicher kann ich auf dich Plagen, die dem Gewissen furchtbar trauen. Deine Vatertreue ist ewig, find; der kann getroft und freudig bauen. fagen: Gott ist für mich, ich bin sein wie du selber bift. Kind; hier ist der, welcher für mich litt, und mich noch jetzt bei Gott bertritt. 3. Ach! gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor dei nem Angesicht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Bater! ja ver! zeihen. Oso höre denn auch mich. Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewiffen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz fich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld be trübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlaft licbreich abgenommen haft. 6. Herr! zu was für Seligkeiten du in jener beffern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen; deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Luft der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach! bewahr, ich bitte dich, meinen Geift, und stärke mich! 5. D Herr! wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut! Sie tlagt nicht, daß ein Glück ihr fehle, ihr Loos ist die Zufriedenheit. Gott, dein Fried ist weit mehr werth, als alles, was die Welt gewährt. Und, 6. Dein Friede stärkt zum frohen Muthe das Herz, auch in der größten Noth; gibt Hoffnung zu dem ewgen Gute, und macht getroft felbft auf den Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Luft, die des Himmels Anfang ift. 7. Laß, Vater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir haft du dies Glück beschieden; denn auch für mich genug zu thun, ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug. 8. D laß mich dies im Glauben faffen, und mich mit starker Zuberficht auf deine Bundestreu verlaffen. Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Mit Reu und Demuth such ich dich; gib mir den Troft: Gott ist für mich. 9. Lobfingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in findlichem Gehorsam weihn. Daß, Herr, bei dir Vergebung sei, das mach in deiner Furcht mich treu. Der 25. Pfalm. Der 130. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 61. 236. Ich erhebe mein Gemlithe 237. Ich fleh in tieffter Rent zu und Gott, zu dir, denn ich kenne deine Huld. Du, milder Gott, verzeihe Güte. Dwie theuer ift sie mir! mir Armen meine Schuld! eröffne Gott der Liebe und des Lebens! tei- meinem Sehnen, o Vater! Herz und ner harrt auf dich vergebens. Nur Ohr, und laffe meine Thränen und Berächter deiner Huld stürzet ihre meine Seufzer vor! eigne Schuld. 2. Ach! sollte, wenn wir fallen, 2. Lebre mich, Herr, deine Wege, fitr Gnade Recht ergehn, so würde zeige beinen Willen mir! daß ich nicht von uns allen der Frömmste nicht verirren möge, führe du mich selbst beftehn. Du aber heileft gerne zer - Erster Theil. thirschter Seelen Pein, daß man in Ehrfurcht lerne, dir treu und dankbar sein. - Von der Vergebung der Sünden. 131 die Fluth, die aus den Ufern bricht, mag noch so mächtig toben. 5. Mein Schirm bist du; zu dir flieh ich, wenn drohende Gefahren mich mit Schrecken überfallen. Du machst dich mir in der Gefahr ale meinen Retter offenbar, und läß'ft mich sicher wallen. 6. Sch zeige, sprichst du selbst zu mir, den rechten Weg zum Heile dir; dich soll mein Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht des ewgen Baters Unterricht. ligkeiten. Er führt zu Se 7. Wer nicht von Gott die Weis heit lernt, der ist verblendet und entfernt sich von den wahren Freu den. Wer aber sich auf Gott verläßt, hält seine Gnade ewig feft, auch in den schwersten Leiden. 8. Stimmt Gottes Lob, ihr From men, an! euch wird des Höchsten Güt umfahn. Bon allen seinen Knechten bleibt Gott der Troft, die Zuversicht. Er rächet ihre Sünden nicht. Frohlockt ihm, ihr Gerechten! 3. Ich trau von ganzer Seelen auf dich, du höchster Hort! wenn mich die Sünden quälen, so tröstet mich dein Wort. Nach dir nur schau ich immer, wenn mich ein Schmerze brüldt, wie nach des Morgens Schimmer der müde Wächter blickt. 4. Der Same Jacobs gründe fein Heil allein auf dich! denn, Herr, du bift gelinde, und schonst uns väterlich. Du trägst die schwachen Sünder in deiner Liebe Schooß, und macheft Zions Kinder von allem Bösen los. 238. W Der 32. Pfalm. Mel. Kommt her zu mir, spricht. ie felig, Gott! wie selig ist der Sünder, dem du gnädig bist, den Todesfurcht Mel. von Nr. 16. nicht schrecket! dem, weil ihn 239. №ch schone doch, o großer Menschenhüter! ad feine Schuld betrübt, dein Herz die Missethat vergibt, den dein Erbarmen decket! 2. Wer seine Sünden dir verhehlt, des Seele wird mit Angst gequält vom strafenden Gewissen. Die Angst verzehret seine Kraft. Der Troft, den beine Gnade schafft, wird ihm dadurch entriffen. 3. Darum, mein Gott, bekenn ich bir, was deine Huld entfernt von mir, die mir bewußten Sünden. Dann, bann, mein Gott, verzeihest du, und läß'ft die müde Seele Ruh in deinem Frieden finden. 4. Die Frommen werden deine Huld und deine schonende Geduld, o Bater! ewig loben. Du bleibest ihre Zuversicht; ftrafe nicht, barmherziger Gebieter! beftehn? Mich schreckt dein Zorn! doch ach rechne nicht! wer kann vor dir will ich zu dir gehn. 2. Ach zürne nicht! in Jesu will ich kommen. Hat er nicht, Herr, die Strafe weggenommen? Er ift am meinem Heil rief er: Es ist vollbracht! Kreuz ein Fluch für mich gemacht; zu muß ich schweigen. Ich will mich 3. Ach rechne nicht! auf tausend vor dem Gnadenzepter beugen, laß Gnad, o Herr, anstatt des Rechts nem Thron bestehn! ergehn, sonst kann ich nicht vor dei heit Rächer! wo blieb ich sonst, id) 4. Ach strafe nicht, du aller Bosschuldiger Verbrecher! fieh an den Sohn, der unsre Schulden trug, unb schlug. den dein Born, als unsern Bürgen, Asch und Erden, ein leichtes Blatt 5. Ach schone doch! ich bin zwar 9* 132 Erster Theil. das bald zu Staub wird werden: doch| sprichst zu mir: du sollst leben! deine will ich sein, o Herr, dein Eigen- Schuld ist dir vergeben; sei getroft, thum; ach nimm mich auf! gedent mein lieber Sohn! komm zu meinem an deinen Ruhm! Gnadenthron. - - Von der Vergebung der Sünden. 6. Nun, Herr! ich weiß, du wirst mich nicht verlaffen; du wirst mich doch mit Lieb und Huld umfassen. Drum tröst ich mich und fasse guten Muth: es ist bezahlt, die Schuld macht Jesus gut. 7. Seht, wie sich der Abgrund schließet! seht, wie sich der Himmel freut! da das Blut des Lammes fließet, da mich die Gerechtigkeit des voll kommen Mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, und ein Him. melskind verklagt? Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 8. 240. Siber, großer Richter Bater, der mich, zärtlich liebt! Mitt aller Welt! sieh, hier wird ein ar- ler, der, was ich verbrochen und ge mer Sünder, Herr, vor dein Gericht raubt, Gott wieder gibt! Geist, der gestellt, der in Sünden ist geboren, mir den Glauben schenket, der mich der dein Ebenbild verloren, der mit in den Mittler senket! Gott der GnaLastern sich befleckt, der in tiefen den! dir sei Ruhm, und mein Herz Schulden steckt. dein Eigenthum. 2. Mein erwachendes Gewiffen, 9. Laß mich nun die Sünde haffen, deine Strafgerechtigkeit, dein Gesetz, die das Herz mit Angst beschwert! das ich zerrissen, nebst dem Satan, laß mich alles unterlassen, was den fehn bereit, meine Seele zu verkla- neuen Frieden stört! reinge täglich gen. Ich weiß nichts darauf zu sagen; mein Gewiffen, laß mich eifrig sein denn der Zeuge gibt sich an, der ge beslissen, mit Verläugnung dieser Welt fehn, was ich gethan. das zu thun, was dir gefällt! 3. Wehe mir, ich muß verderben! tch seh nichts, als Höllenpein. FreMel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Her Sünder, du mußt fierben! wird 241. Wie theuer, Gott! if mein strenges Urtheil tert meine Seele vor des offnen Abgrunds Höhle; es erstarret Geist und Blut vor der ewgen Flammen Glut. 4. Doch, Gottlob! die Furcht verschwindet, weil ein Bürg ins Mittel tritt, weil sich ein Vertreter findet, der für den Verklagten bitt't. O, beglücte theure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden und sein blutges Lösegeld meinem Richter dargestellt. 5. Richter, siehe meinen Bürgen, fiehe die Bezahlung an! dieser ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan! der hat dein Gesetz erfüllet, der hat deinen Zorn gestillet. Herr! ich glaube! fteh mir bei; sprich von Straf und Schuld mich frei! 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Reu und Beßrung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erklih nen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld 6. Siehe mich im Staube liegen. erlaffen, der frevelnd Schuld auf Dwie drückt mich meine Schuld! Schulden häuft. Der kann kein Herz doch dein Wort kann ja nicht trügen, zu Jesu faffen, der zwar auf sein Sündern gönnst du deine H. Du Verdienst sich steift, doch in der Sünde Missethat vergibt, sobald ein reuen des Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, verdammt, und ernst lich haßt, und Zuversicht zum Mitt ler faßt! 2. D! laß mich ja nicht sicher wer den, weil du so reich an Gnade bist. Wie furz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegebne Frift! gib daß sie mir recht wichtig sei, daß ich fie meiner Beßrung weih! Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 133 noch beharrt, bafilr er selbst ein Opfer will ich durch Uebung guter Werte beweisen. Mache selbst mich tren Herr, in der Liebe gegen dich! fte dränge stets und leite mich! ward. 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibft! das haffen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß Bater, mein Gewiffen rein, und hel 5. Drum fall ich dir, mein Gott, gu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwund't Gewiffen mit Troft an deiner Baterhuld. Ich will mit Ernst die Sünden fcheun, und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir geschenket sei, lig meinen Wandel" sein! 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens. Der 1. Pfalm. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. 242. wohl dem Menschen, der dem Rath der Frebler fich entzieht; dem Menschen, der den trummen Pfad der Uebertreter flieht. 2. Der, wo der Gottheit Spötter lacht, die fromme Seel entfernt; fich Gottes Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt. 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, fich hebt, und einen weiten Raum mit feinem Gipfel füllt; 4. Er trägt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, stets unentlaubt und grün; er tröftet den, der Schatten sucht, der Wandrer segnet ihn. 5. Das ist der Fromme! was er macht, geräth ihm und gedeiht; Staub ist der Sünder, der sein lacht, Spreu, die der Wind zerstreut. 6. Der, der sich gegen Gott empört, besteht nicht im Gericht, in der Gemeinde, die Gott ehrt, bleibt der Verbrecher nicht. 7. Dir, Höchster, dir gefällt die Bahn, die der Gerechte geht; du schauft im Zorn den Sünder an, des Sünders Weg vergeht. Mel. bes 1. Pfalms. 243. D er Herr ist gut, in deffen Dienst wir stehn; wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehn, so dürfen wir ihn unsern Vater nennen, und er will uns E für Kinder auch erkennen. Bedür fen wir im Kampfe Troft und Muth, so gibt ihn uns dies Wort: der Herr ist gut. uns Geduld; ist reich an Gnad und 2. Der Herr ist gut und hat mit will der Sünder Schuld nicht, wie er könnt, nach höchster Strenge rächen; er übersicht der Irrenden Verbrechen; er ist versöhnt durch seines Sohnes Blut. Was will ich mehr zum Troft? der Herr ist gut! willig mit. Er geht uns nach und 3. Der Herr ist gut und theilt sich merkt auf jeden Schritt, und gibt uns gern, was wir vonnöthen haben; er schenket uns den Reichthum seiner Gaben. Wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Ja wohl ist dies gewiß: der Herr ist gut! 4. Der Herr ist gut! in seiner ist das Elend groß, so hat er Kraft Liebe Schooß trägt er uns stets, und 134 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. bekehrt, der wird nicht, wenn er fleht, erhört. 4. Die Frevler mögen nicht beste hen; du hafsest jeden falschen Geist, der sich aus deinem Joche reißt, und sich erfrecht, dich, Gott, zu schmähen; dein strenges heiliges Gericht verschont der frechen Lügner nicht. und Neigung, uns zu schützen; es kann der Geist in stillem Frieden figen, weil unter seinem Schuß man sicher ruht, und sich an ihm ergößt. Der Herr ist gut! 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmeckt, dem wird erst recht, was Freiheit sei, entdeckt; er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, vielmehr darin mit Luft und Freude stehen; nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer besser fieht: der Herr ist gut! 5. Ich aber, Gott, durch deine Güte erquickt, ich aber lobe dich! in deinen Tempel eile ich, o Gott, mit dankendem Gemüthe! anbetend fall ich vor dir hin, ich, der ich durch dich selig bin. 6. Der Herr ist gut! er siehet huldreich an den schwachen Dienst, den 6. Du kannst, du wirst mich ferner man ihm leisten kann, gibt Gnaden- leiten nach deiner großen Gütigkeit, lohn den Knechten, die ihn lieben; die gern erlöst, und gern erfreut. Du kein Waffertrunt ift unvergolten blie- wirst mir meinen Weg bereiten; und ben! er gibt dafür die ganze Se- wer, wenn du, Herr, bei mir bist, gensfluth; und so bleibt ewig wahr: wer ist, der meiner mächtig ist? der Herr ist gut! Der 5. Psalm. 7. Wenn meine Feinde vor mir heucheln, wenn sie nach meinem Unfall sehn, und immer meine Tugend schmähn, und mir mit Schlangenzun gen schmeicheln: so bin ich doch nicht ganz verzagt; noch hörst du's, wenn mein Herz dirs tlagt. 8. Erfreue, Gott! die dir bers trauen, und eile, wenn sie zu dir schrein, mit deiner Hülfe zu erfreun, die, die auf deinen Namen bauen; sei ihren Feinden, Herr, zum Truß, stets der verlaßnen Frommen Schut. 244. ernimm, o Gott! vernimm mein Flehen, verachte meine Bitte nicht! laß, laß mich, Herr, dein Angesicht, mein König, deine Hülfe sehen! Ich flehe Tag F und Nacht zu dir, mein Gott, hilf und sei gnädig mir! 2. Ich will auf dein Gebot aufmerten; ganz heilig will ich vor dir sein! ach mach, mein Gott, mich selber rein! du haft an allen guten Werken ein innig Wohlgefallen, Herr, drum heilige mich, Heiligster! 3. Gott, dir mißfällt der Gräul der Sünden! wer bös ift, bleibet nicht vor dir! wer dich beleidigt für und für, der kann vor dir nicht Gnade finden; wer sich zu dir, Herr, nicht Mel. des 90. Pfalms. 245. M ein Salomo! dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geift beschweret; wenn sich zu dir mein blödes Herze fehret, so kann ich bald von dir Erquicung spüren. Dein Gnadenblick ermuntert meinen Sinn, und Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Chriften zc. 135 Herzen durch den Glauben rein, dich nimmt die Furcht und Unruh von lieben und versichert sein von deines Geiftes Gaben! - mir hin. 2. Gewiß, mein Freund gibt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen konnte! was ists, womit fie ihre Diener lohnte? Es kann ja nicht die mülden Seelen laben. Mein Jesus kanns, er thuts im Ueberfluß, wenn alle Welt zurückestehen muß. 3. O befter Freund, du tröstest ein Gemüthe, das Gutes will und Böses in sich findet, und betend deine Kraft gar bald empfindet! es schmecket deine founderbare Güte, die alle Angst, die Mel. Wie schön leuchtet der. 35. alle Noth verschlingt und unsern Geist 247. Wie groß ist unfre SeGott! zur 4. Es müsse dann mein Herz nur Christum schauen. Schein unverhüllt, o Sonn, aus jener Höhe! daß ich das Licht in deinem Lichte sehe, und könne schlechterdings der Gnade trauen. Kein Fehler sei so groß, so schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ'. 5. Wenn meine Schwachheit mich darnieder schläget, und fast den Geist der Kindschaft in mir dämpfet, so daß mit Zweifel noch mein Glaube tämpfet, und dieser Streit mir neue Angst erreget, so laß mich bald dein huldreich Antlig sehn, und neue Kraft und Zuversicht entstehn. € 8 3. Dein Wort, das Wort der Selichkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es tren bewahren. spricht uns Troft im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh, und stärkt uns in Gefahren. 6. So ruh ich nun, mein Freund, in deinen Armen; du läsfest deine Huld mich tröstlich schmecken. Von dir geschützt, fann mich nichts mehr erchreden, mein Boar ist dein ewiges Erbarmen. Mein Geist ist still, da du ihm alles bist, und deine Gunst mein frohes Herz genießt. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Trost erfüllen! COM in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz fich dir ergibt, und treu in Jesu Dienst sich übt! wie groß wird sie einst wer den, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden! 2. D, wie erhaben ist das Recht, das du uns gibest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vaterland, und wer will deiner starken Hand, Allmächtger! uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilfft du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkfst unsern Seelen wahre Ruh und stärkeft uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum, und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unfre Seelen. Herr, was fann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns wiederfährt, verborgen hier auf Erden. Doch, wenn dereinst vor aller Welt, Er, unfer Haupt, Gerichtstag hält, dann wire er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren für sein treues Volt h hoff, Gott! mit Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. 246. o festem Muth auf deine Gnad und Christi Blut, ich hoff ein ewig Leben. Du bist ein Bater, der verzeiht, haft mir das Recht zur Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. 2. Herr! welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben! im erklären. 136 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 5. Wie glücklich, Gott, find Chriften dann! wie viel hast du an uns gethan! o laß uns unsre Würde vor Angen haben jederzeit! so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und das Leben ganz zu Jesu Dienst zu geben. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf dei nen Tod bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichneft mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfinde sie, e Seele! vom Land der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 248. Ich weiß, an wen mein Glaub fich hält. Kein Seele! der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Ruhm beFeind soll ihn mir rauben! Als Bür- steht durch alle Ewigkeiten. ger einer beffern Welt, leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit. Lang ist der Tag des Sieges. Ich fämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. D Herr! du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du haft dich mir gegeben. Bon fern lacht mic mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu. Du reichft mir meine Krone. 4. Herr! lente meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glüd, auf Ewigteit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt nur turze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was fene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd iche froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil; dort ist mein Antlitz heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. Der 112. Pfalm. Mel. von Mr. 55. 249. reis, Preis fei Gott! und Glück und Heil und Segen sei dem, der Gott ehrt und auf seinen Wegen einhergeht und sich freuet, seinen Willen stets zu erfüllen! 2. Er ist beglückt, und mächtig wird auf Erden der Same derer, die Gott fürchten, werden. Der Herr lässt ihr Geschlecht, sie zu belohnen, im Guten wohnen. 3. Mit Reichthum wird der Herr sie überschütten; sein Ueberfluß erfül let ihre Hütten; die fernste Nachwelt wird ihr frommes Leben mit Luft erheben. 4. In grauenvollen lichtberaubten Nächten umstrahlet Gottes Schimmer den Gerechten, den Milden! den, deß sich die Armen freuen, und den Ge treuen! 5. Beglitct ift, wer Bedrängte gern erfreuet; wer seinem Nächsten willig hilft und leihet; gerecht und eifrig, der verfolgten Ärmen sich zu erbarmen. 6. Heil ihm, daß er sie zu vers treten eilet, und seinen Ueberfluß mit ihnen theilet! sein Heil ist ewig; sein wird nie auf Erden vergessen werden. 7. Es mögen Boten des Verder bens kommen, und doch verzaget nicht das Herz des Frommen. Er hofft und traut mit freudigem Gemüthe auf Gottes Güte. Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 137 8. Er ist getroft, und seine Seele| Liebe, stärker als der Tod! Herr! und gittert vor keinen Plagen, ruhig, uner- ich, ich sollte mich deiner Huld nicht schüttert; mit Luft wird er an denen, dankbar freuen? dir mein Herz nicht die ihn schmähen, gerächt sich sehen. weihen? 9. Er ftreuet aus, erquicket voll Erbarmen die Hungrigen, und tröftet gern die Armen! die fernste Nachwelt wird sein edles Leben mit Luft erheben. 10. Der Frevler wird sein Horn erhöhet sehen, unmuthig zürnen, knirschen und vergehen; denn was der Frevler Wünsche sich erkoren, das ist verloren. - Mel. Jesu, meine Freude. 89. 250. Mie getroft und heiter, du Gebenedeiter, machst du meinen Geist! der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, und so gern erfreuft! niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquicung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrekfen, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Freblers Herz erschüttern: was brauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, mein Hort, durch dich. Sink ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, nie entziehst zu deinem Knechte der Erlöften Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Bater nenne, und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist beine Gnade. - 6. Der du Blut und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe: groß ist deine 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Luft und Pflicht! was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab ich dich: wie gern will ich, das, wonach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitel feit? Du erfreust des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmed ich schon hienieden. Und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Boll von deiner Güte frohlodt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! laß mich so beherzt und froh einft durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. Mel. von Nr. 42. Wenn ich ein gut Ge hab 251. ich große Seligkeit; es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit. In Freud und Leiden gibt es hier die wahre Ruh der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getroft wag ichs, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und dem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 138 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 4. In stiller Nacht wein ich oft, Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich, und meine Thränen stillen fich einst ganz in jenem Leben. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Lästrung, Schmach und Hohn; denn des Gewiffens innre Freuden sind süßer, als der Welt ihr Lohn; und was kann höhern Troft verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein? 5. Die Fröhlichkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; fie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getroft, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 6. Sch eile mit gesetztem Schritte des Lebens letzter Stunde zu; denn der verfallnen Leibeshütte zeigt sich im Grabe sanfte Ruh, indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung fich erhebt. 7. Und droht mir ja noch einge Sünde: mein Heiland gibt mir Troft und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch fein Blut! er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Misfethat. 8. Seele! darum sei befliffen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich denn of was 253. könnt ich ohne dich? Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. 252. Sin Pilger bin ich in der Welt, und kurz find meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Bater, deine Ewigkeit verfüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg erwedt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigkeit das furze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 6. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer finfet: so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die alles übersteiget. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! mer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dies tröftet meine Seele. 3. Vor meinen Augen wandeln die, die dich, o Jesu, schmähen; ihr freches Herz bethöret fie, daß sie dein Heil nicht fehen. Einst bebt der Spötter, Herr, bor dir, wenn du als Richter kommst, und wir frohlockend dich erheben. 7. Herr! diesen Troft, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen. Mich stärke deine Ewigkeit bei meiner Wallfahrt Schmerzen. Sie sei in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod erwache! Mel. des 4. Psalms. MIT W ie wohl ist, Jesu, meiner Seelen! In deiner Liebe find ich Ruh. Nichts läß'ßt du deinem Freunde fehlen. Will irgend eine Noth mich quälen, fo eil ich deinen Armen zu. Mein Herz muß mir bald leichter werden, erquickt an deiner treuen Bruft. Es weichen Sorgen und Beschwerden, den Himmel hab Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 139mich dich selbst erwählen, du selbst, mein Gott, vergnügest mich! zu deinem Wort gib dein Gedeihen, laß mirs des Himmels Borschmack sein! weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Troft! mein Freund ist mein! ich schon auf Erden; hier such und find ich Ruh und Lust. 2. Die Welt mag ihre Freundschaft preisen, und mir mit lächelndem Gesicht, so wie sie kann, viel Guts erweisen, sie mag felbst meine Feindin o das irrt Mel. des 46. Psalms. mich nicht. Ich will mich ganz zu 254. BE dir gesellen; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht und Feinde mich zu Boden fällen. Truß sei den stärksten Unglückswellen, wenn Jesus mir die Hände reicht! 3. Droht Moses mit erzürnten Bliden mir großem Sünder Angst und Weh; muß ich bei meines Herzens Tüden mich selbst anklagen, schüchtern blicken: so faß ich, wenn ich dich nur seh, doch Muth; du lösch'st des Zornes Flammen, du haft für mich genug gethan. Tritt alles wider mich zusammen: du bist mein Heil! wer will verdammen? du nimmst dich meiner träftig an! 4. Führst du mich selbst auf rauhen Wegen, ich folg und lehne mich auf dich; fie enden sich in lauter Segen, du kommst mit Troste mir entgegen, mit deiner Liebe labst du mich. Ja, follt ich dich nicht gleich verspüren, so wart ich deine Stunde ab; wen du, mit dir zu triumphiren, willst über Sonn und Sterne führen, den führst du erst recht tief hinab. 5. Der Tod mag andern schrecklich scheinen, er schwächet doch nicht meinen Muth. Am Abend bleibst du bei den Deinen; in jener Nacht verläff'st du teinen, des Zuversicht auf dir beruht. Mich bringt der Tod nach allen Leiden an jenen Ort der Sicherheit. Du rufft, wie sollt ich nicht mit Freuden aus einer Welt voll Jammer scheiden! du rufft zur frohen Ewigkeit! 6. Wie wohl ist, Jefu! meiner Seelen, weil du mich liebst; ich trau auf dich! mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, du heißest eglückter Stand getreuer Seelen, die Gott, den Höchften, sich erwählen zu ihrem Zweckt, zu ihrem Theil, und suchen nur in Jesu Heil! glückselig, wer aus reiner Liebe und ungefälsd)tem Glaubenstriebe nach seines treuen Heilands Rath die Welt und sich verläugnet hat. 2. Wer Gott hat, was wird der verlieren? Nichts, Seele, nichts! du wirst verspitren, daß er den Seinen alles ist. Wenn du nur deiner erst vergiff'st, dich ihm mit Leib und Seel ergibest, in seiner Liebe dich nur übest, so ist und wird dir Gott allein Gut, Ehre, Luft und Leben sein. 3. Betrogne Welt! bethörte Sünder, die ihr euch selbst, nach Art der Kinder, betrügt und eilt dem Schatten nach! wie stürzt ihr euch in Weh und Ach! Was hat die Welt, das recht vergnüget, das nicht durch leeren Schein betrüget? Jhr tappt im Fin stern ohne Licht, ihr sorgt, ihr sucht, und findet nicht. 4. O süße Luft, die der empfindet, der sich im Glauben dem verbindet, und nur zu dem das Herze lentt, der sich uns selbst zu eigen schenkt 140 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. ungeschieden. Wie leicht wird ihm sein kurzes Lei-| als hier, Herr, bleiben wir in Liebe den! er hat den Vorschmack jener Freuden; er schaut darauf, er denkt dahin, vergisset allen Weltgewinn. 5. Laß, Sefu, mich den Vorfaß faffen, die Welt und alles das zu haffen, was mich von dir nur trennen kann! Zeuch mich dir nach auf deiner Bahn! laß deinen Geist mich stets regieren, und hier durch Welt und Prüfung führen zum Himmel, wo man dein genießt, und du in allem alles bist. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß all. 255. J ch freue mich, 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. Einst werd ich dich noch näher fehn, du Ursprung wahrer Freuden! an dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr! weiden. 9. Noch hats kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einft gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil. Das wird mir niemand rauben! mein Gott, in dir. Du bist mein Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. Trost, und was kann mir in deiner 256. M ein treuer Gott! Liebe fehlen? du, Herr, bist mein, und ich bin dein: was mangelt dein gutes Werk, das in mir angefangen, muß ganz allein durch deine Stärk zu seinem Ziel gelangen. Soll ich, bis in den meiner Seelen? 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt. mag mich die Welt doch haffen. Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Chrifto mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil. Dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint. Wo find ich Deinesgleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. zu treiben. 5. Du bist mein Leben, Troft und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 2. Herr! wie genau ist dein Gebot, wie groß ist meine Schwäche! der ich, verführt von Luft und Noth, manch guten Vorsatz breche. Ich bin nicht guug auf meiner Hut, wenn mit geheimen Tücken mich berücken die Welt und Fleisch und Blut; wer hilft aus so viel Stricken? 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, Darauf mein wahres Wohl beruht, 3. Doch, Vater! deine Tren nud in dir leb ich zufrieden. So dort, Macht, doch, Mittler! dein Ver Tod getreu, in deinem Dienste bleiben, und fest bleiben: so stehe du mir bei, im Glauben Frucht Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 141 treten, doch, Geift der Gnaden, deine| Wacht, dein Trieb zum Kampf und Beten, wird alles, was mir Schaden bringt, ja selbst den weiten Rachen jenes Drachen, der sonst so viel verschlingt, bei mir zu Schanden machen. 3. Der Gott ist unveränderlich, der mich zum Heil ersehen. Er fennet mich, er liebet mich, wer will sich unterstehen, mich zu verderben? feine Hand wird mich und meinen Gnadenstand beständiglich bewahren. 4. Die in der Liebe redlich sind, läßt sich der Herr nicht nehmen. Mein Bater wird sein armes Kind im Hoffen nicht beschämen. Das allerkleinste Lamm läßt nicht mein treuer Hirt verschmachten; er wird achten, was mir annoch gebricht, und mir zu helfen trachten. 4. An meiner Statt hat Jesus fich zum Bürgen hingegeben; und nicht umsonst; er hat für mich erworben Heil und Leben. Die Sündenschuld ist abgethan, wer flaget mich nun. weiter an? wer kann mich nun ver dammen? 5. Mit dem mein Glaube sich vers band, mein treuer Seelenretter, mein Jesus ist zur rechten Hand des Vaters mein Vertreter. Ihn aber hört Gott allezeit; wie könnt er nach Gerechtigkeit mich denn verderben laffen? 6. Ich bins, auf den sein Augesieht: follt er mich nicht regieren? Er ist mein Haupt, ich bin sein Glied: sollt er mich denn verlieren? ich bin das Schaf, er ist der Hirt, der mich allmächtig schützen wird: wer will mich ihm denn rauben? 7. Mein Erbtheil ist die Seligkeit, die Jesus mir verheißen, die er vers dient, die er bereit't: wer will sie mir entreißen? Dazu hat er mir seinen Geist, der Lehrer und auch Beistand heißt, zum Unterpfand gegeben. ewiglich, 8. Und dieser Geift soll sagt Christus, bei mir bleiben. stärket und versiegelt mich, nichts fann ihn von mir treiben. Durch ihn genieß ich albereit den Vorschmack jener Seligkeit, die ich ererben werde. - 5. Den Glauben, den er mir ge schenkt, den wird er mächtig stärken. Die Kraft, die er in mich gesenkt, wird keinen Abgang merken. Er wird durch seines Geistes Trieb mich Schwachen vollbereiten, gründen, leiten. Er hat mich zärtlich lieb, drum wird mein Fuß nicht gleiten. 6. Führt er mich selbst in Kampf und Streit, so wird er mich auch schützen, und durch Gebet und Wachjamfeit mich mächtig unterstiltzen. Fall ich, so wird er mich, sein Kind, nicht hilflos liegen lassen, noch mich haffen. Ach nein, er kommt geschwind, mich bei der Hand zu fassen. 7. Er bleibet mir, ich ihm getreu! kein Tod, tein Schmerz, kein Leiden, nicht Furcht, nicht Lust, nicht Schmei chelei soll uns Verbundne scheiden! Was er zusammen hat gefügt, wird kein Geschöpfe können jemais trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! ich darf mich selig nennen. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. - 257. Getr etroft, mein Herz, und zage nicht! laß allen Kummer fahren! weil mir mein Bundesgott verspricht, daß er mich will bewahren in aller Trübfal, Angst und Noth, ja selbst auch endlich in dem Tod. Er kann und will mich schützen. zum Eigenthum erforen; er hat mich 258. Ich in mein Freund! in 2. Er hat mich schon von Ewigkeit Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. in der Gnadenzeit durch Wort und Geist geboren. Der Gnadenrath, der ftarke Grund, der ewig feste Friedensbund wird nimmermehr gebrochen. dieser hohen Würde steh ich und fürchte keinen Feind, und lache jeder Bürde... Der Rang erfüllt mit Muth und 9. Laß mich doch diesen Geist mir nicht durch Sünd, o Herr, betrüben! gib, daß ich mög bei seinem Licht mich stets im Glauben üben! ach, mache mich je mehr und mehr bequem zu deines Namens Ehr, bis ich dich dorten lobe! 142 Erster Theil. Kraft mein Herz in dieser Pilgrim schaft des Lebens und der Leiden. 2. Mein Glaube steht und wanfet nicht; er ist zu feft gegründet. ftiget fich voll Zuversicht auf Jesum Chrift, und findet bei ihm allzeit Troft, Heil und Ruh; er eignet sein Berdienst fich zu und trotzet Welt und Hölle. Vom Tode der Glaubigen, - mir mangelt nichts, und niemand darf mir schaden. Er weidet mich, wo fanfte Wasser fließen, und läffet mich der stillen Ruh genießen. 3. Sollt ich um Hoffart, Eitelkeit und Güter dieser Erden, aus Wolluft oder Sicherheit der Tugend untren werden? Nein, auf die Sünde folgt der Tod; allein die Tugend segnet Gott mit Leben und mit Friede. Wie wohl ist mir bei seiner treuen Pflege! er führet mich stets auf die besten Wege. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit mir gegen jene Kronen, womit Gott in der Herrlichkeit die Frommen will belohnen? was dieses Lebens kurze 2. Drum, sollt ich gleich in finstern Frist, Gott, gegen das, was ewig Tiefen wallen, so würde mich tein ift? sollt ich nicht muthig kämpfen? Grauen doch befallen; du, Höchfter, 5. Ich fürchte nicht des Todes Macht bist mit deinem Stab und Steden mit allen seinen Schrecken. Gott will mein sichrer Troft vor allen Todesmich aus des Grabes Nacht zum gro- schrecken. Noch mehr, du willst, daß fen Tag erwecken; ich fürchte nicht der ich an deinem Tische im Angesicht Höllen Glut, erkauft durch des Erlö- der Feinde mich erfrische. fers Blut zum Eigenthum und Erbe. Der 23. Pfalm. 259. DE er Herr, mein F Hirt, behütet mich in Gnaden! ben können. 3. Du falbst mein Haupt mit dei nem Freudenöle; dein voller Kelch erquicket meine Seele. Mir folgt dein Heil auf meinem Lebenspfade zu jeder Beit, mir folget deine Gnade. Ich werde stets, Gott wird es mir ver gönnen! in seinem Heiligthume bleis 20) Vom Tode der Glaubigen, und der Auferstehung der Todten. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 260. Sern ern will ich mich ergeben, dich zu verlassen, Welt! Ich geh zum beffern Leben, fobald es Gott gefällt. Was wärs, das mich betrübte? dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. - 67. in meiner letzten Stunde mir Geift und Leben sein. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 2. Er ruft zur Zeit der Schmer- 4. Der frohe Siegsgedante: mo zen uns voll Erbarmen zu: kommt ist dein Stachel, Tod? stärt mich, ber, beladne Herzen, zu mir, und daß ich nicht wante in meiner To findet Ruh. Dies Wort aus deinem desnoth. So ift, obgleich ich sterbe, Munbe laß, Herr, mich zu erfreun, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin und der Auferstehung der Todten. 143 82. des Himmels Erbe; dein Wort sagt,| Mel. Alle Menschen müssen sterben. daß ichs bin. 5. Du schriebßt ins Buch des Le- 262. Noch bin ich dein Gast, bens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich bergoffen sein. Dir trauet meine Seele, bich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele! der du die Liebe bift. o Erde! Gott mehrt meiner Tage Zahl! daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich, läßt mir die Wahl, Böses oder Guts zu wählen. Doch werd ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnoth? 2. Herr, du weißt's! Du haft die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre Freuden, ihre Plage fah dein Auge, noch als auf Erden mich ließ'st einen Pilgrim werden. Da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser Gott. 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, wird mein reger Leib zu Staub, wird des falten Todes Raub. So, und das Feur, das in mir lodert, wie Frühlingsblumen welken, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und Odem nehmen ab, und den Leich nam nimmt das Grab. Mel. von Nr. 86. 261. Dein find wir, Gott, in Hand steht unsre Zeit. Du haft der ganzen Menschenschar ihr Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 2. Wenn nun auch unser Ende kömmt, und deine Hand das Leben Hemmt, dann hilf uns in der Todes noth, Herr, unser Gott! ein sanfter Schlaf werd uns der Tod. 3. Nimm nach vollbrochtem Lebenslauf in deine ewge Ruh uns auf. Berwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, Herr, Herr, von deinem Angesicht! 4. Drückt uns dann noch der Krantheit Schmerz, so stärke das beklemmte Herz, daß es, auch in der Schmerzenswuth, mit starkem Muth in deiner weisen Fügung ruht. 5. Gib Hoffnung zu der ewgen Ruh! in unsern Herzen wirke du, Geift Gottes, daß wir glaubend traun, und ohne Graun hin in die Nacht des Todes schaun. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geift des Herrn! Zeig uns den Himmel dann von fern; laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach, Gnad ergehe dann für Recht, denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer tann je dein, Gott, ohne beine Gnade sein? 8. O sei uns dann nicht fürchterlich! erbarme, Bater, unser dich! Wenn unser Auge flerbend bricht, leit uns dein Licht! so fehlt uns Troft im Tode nicht. 1 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab; verwandle ihn in Erd. Den noch triumphirt mein Glaube, denn mein Leib wird einst verklärt. Des verwesten Körpers Trümmer bleiben wahrlich nicht auf immer der Vermodrung schnöder Raub. Neu be feelt wird einst mein Staub. 5. Durch dein schöpfrisch Wort: Es werde! rufft du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde wird alsdann mein Körper sein. Zu den himmlischen Geschäften schmückst du ihn mit neuen Kräften; und von Schwäch und Sterblichkeit wird er ewig dann befreit. den jenen Ruf: das Grab ist da! 6. Hör, o Seele, einst mit Fren denn das Ende deiner Leiden ist mit Tod bezwungen, hat das Leben dir ihm zugleich dir nah. Der, der deinen errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 7. Stärkemich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst, und an Gottes Gnadenbunde ewig Antheil mir er warbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen; laß vielmehr mich darauf freuen. Denn nach treu vollbrachtem Lauf nimmst du mich zum Himmel auf. Erster Theil. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. 263. Selig, Gott, find die, friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und sich deiner größten Gabe, eines ewgen Lebens, freun. Möchten wir es auch schon sein! 2. Doch du willsts, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einft dies Joch, die des Lebens Kron erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 144 M der Fluch der Sünde nieder. Doch du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; nun mein glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Chris ftus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, und dein Himmelreich zu erben. Vem Tode der Glaubigen, - 3. Jesus selber lebte hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Erd erlitten. Laßt uns gläubig auf ihn sehn, und durch ihn im Kampf bestehn. 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde, gegen jene Ewigteit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott noch verkürzen kann, unser ewges Schicksal an. 5. Gib uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu nützen, und beim Schluß der Pilgrimschaft wolleft du uns unterstützen, daß wir frendiy auf dich sehn, und getroft zum Tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirft auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! flößß uns Muth und Ruhe ein, selbst im Tode froh zu sein. LLAR 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einft: es ist vollbracht! Mel. Wie schön leuchtet der. 35, 264. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, wenn ich, mich deiner ganz zu freun, in dir entschlafen werde? Dann, Seele, wirst Sterblichteit, entfliehen dieser Erde. Freu dich innig! ftárte, tröfte dich, Erlöfte, mit dem Leben, das dir dann bein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun in jenem beffern Leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr dus durch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thränen, nach dem Sehnen, dich Erlösten völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! ich befehle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! 5. Vielleicht find meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, so sei mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu erges ben, daß ich droben dich unendlich fönne loben. 6. Wie wird mir dann, mein Hei land, sein, wenn ich mich deiner ganz erfreun, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sünd und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leiden jene Frenden offen stehen. Ewig will ich dich erhöhen! Mel. des 103. Psalms. 265. W ie komm ich doch mein Heil, zu dir hinüber? Du bist mir ja, mein höchftes Gut! und der Auferstehung der Todten. 145 Egib mir hier die Lebensfrucht zu viel lieber, als diese Welt, woher schmecken, damit ich kann in deiner Liebe ruhn. fommt denn die Qual, daß mich des Tods Erinnerung erschrecket? Wie kommts, daß dem, den deine Huld bedecket, doch grauet vor dem finstern Todesthal? 2. Mit Dant muß ich von deiner Güte sagen, wie du mich durch die Wüste durchgetragen, und meine Seel mit vielem Troft erquict; ich weiß, wie manche Noth mir kam zu Handen, doch weiß ich auch, wie du mir beigestanden, daß mich die Last der Trübsal nicht erdrüldt. 3. Nun aber will die Furcht den Glauben schwächen in mir, da ich durch diesen Jordan brechen, und durch den Tod in Canan gehen soll. Ach, führe mich hindurch, o mein Erretter! mit starker Hand reiß mich aus Sturm und Wetter, das auf mich fällt, und macht mich schreckensvoll. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 266. B egrabt den Leib in feine Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft! wir säen ihn; einft blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf. Herr; er war schon Staub, und wirds 2. Aus Staube schuf ihn einst der nur mehr; er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. Gott, der sie aus aller ihrer Noth, 3. Des Frommen Seele lebt bei aus aller ihrer Missethat durch seis nen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübfal oft gedrückt: nun wird er, Gott, von dir erquict; hier wandelt er im finstern und Qual. Thal: mun ist er frei von Schmerz 4. Dein Licht und Wahrheit, so mich durchgeführet durch diese Wüft, und nie den Glanz verlieret, das bleibe mir in Todesfinsterniß! geh o mit deiner heiten, laß deinen Trost die finstre Wolf vertheilen, und mache mich doch Ruh! wir gehn nach unsern Hütten 5. Gott blieb er tren bis an sein ab; was sind die Leiden dieser Zeit, Grab: nun wischt Gott seine Thränen Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöfter, schlaf in deiner Huld gewiß. 5. Du bist mein Fels; die Wunden zu, und machen zu der Ewigkeit mit sind die Höhlen, dahin ich flieh, was Freud und Zittern uns bereit. tann ich sonst erwählen, wenn mir der Tod das matte Herz zerbricht? Muß ich allhier im finstern Thale wandern, treibt Todesnoth von einem Ort zum andern, so komm ich doch aus deinen Wunden nicht. 7. Ach, Jesu Chrift, dein bittrer Tod stärk uns in unsrer letzten Noth! laß unsre ganze Seele dein, und freudig unser Ende sein. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Zod erhebet, du hilfeſt dem, der um 267. freue mich der 6. du aus dem nur JEE ch an dir fest tlebet; ich bins, ich hoff, du wirst es ferner thun. Zum Leben wirst du mich hiernach erwecken, frohen Zeit, da ich werd aufer 10 146 Erster Theil. Vom ftehen. Dann werd ich in der Herrlichkeit, dich, Gott, mein Heiland, sehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich, ins Reich verflärter Frommen als Mitglied aufgenommen. 2. Ja, Herr, du führst fie einst heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen kann, Troft, Freiheit und Genesung; da, Engeln gleich, im Himmelreich mich Ruhe, Luft und Leben in Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist, du bists, an den ich gläube! Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht verbleibe. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Triibfal, Angst und Schrecken, so, wie die Heuchter, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. D, hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigteiten mich würdig zu bereiten. Mel. Allein Gott in der Höh- 15. ein Heiland lebt! Er 268. Me hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; fein Sieg ift mein. Sein soll mein ganzes Leben sein, und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, felbft bei der Gräber Grauen. Ich bin getroft und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb, und ihr sollt leben. Tode der Gläubigen, 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben, wenn du, o großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben auf zuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd id dann vor dir, mein Heiland, stehen! dann nimmst du mich mit Ehren an; läff'st in dein Reich mich gehen. Fort hin von keiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. O, welch ein selges Theil ist mir auf jene Welt bereitet! der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmel reich unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Luft genießen. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müth, ner Herrlichkeit. D, was find Leiden von Seligkeit umgeben, genießen deis dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? mir stets vor Augen schweben, und 7. Laß die zukünftge Herrlichkeit mich in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterb lichkeit entrückt, frohlockend vor bir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröfte selbst beßres Leben. damit mein Herz: es kommt ein Mel. Herzlich lieb hab ich dich. 141. 269. Mein Heiland! wenn Geift erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ewgen Erbtheils blicket, das du für mich bereitet hast: wie leicht dünft mir dann alle Laft, die mich hienie den drücket! Dann wird der Eitel keiten Tand in meinen Augen schlecht, als Sand. Der Erde Pracht ist mir wie nichts, beim Anblid jenes ewgen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr - und der Auferstehung der Todten. 147 Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. and Gott, mein Herr und Gott! dies Heil verdank ich deinem Tod. 2. Wenn einst auf deinen Wint 270. Jefus, meine Zuversicht und mein Heiland, ift im Leben! dieses weiß ich, sollt ich nicht auch zu sterben, mich ergeben? was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht! mein Geist des Körpers Banden sich entreißt, dann stärk ihn aus der Höhe; daß ich, durch deinen mächtgen Stab beschützt, ins Todesthal hinab getroft und freudig gehe. Die Klarheit jener beffern Welt schaff, wenn mich Dunfelheit befällt, in meinem finstern Her zen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dann wird zum Schlummer mir der Tod. 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! ich werd auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Ge meinde Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt. 3. Ich bin durch der Hoffnung 3. Und wenn mein Geist aus Band zu genau mit ihm verbunden; Schüchternheit sich dennoch vor dem er hält mich bei meiner Hand in den Tode scheut, weil ihn die Sünden dunkeln Todesstunden, er führt mich tränken; dann laß mich, Herr, auf auf rechter Bahn und nimmt mich deinen Tod die Hoffnung baun, es zu Ehren an. werde Gott der Sünden nicht ges 4. Fleisch bin ich, und muß daher denken. Der Trost, den du auch mir auch einmal zu Staube werden. erwarbst, als du zum Heil der Sün- Dieses weiß ich; doch wird er mich der starbst, und fühlteft, wie dich erwecken aus der Erden, daß ich in Gott verließ, der mache mir das der Herrlichkeit bei ihm sei in EwigSterben süß. O Jesu Christ, mein feit. Herr und Gott, mein Herr und Gott! verlaß mich nicht in meinem Tod. 5. Dann umgibt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich fest glaube; Gott wird dann von mir geschaut, wenn ich aufsteh aus dem Staube. Ja, in diesem Fleisch werd ich sehen, mein Erlöser, dich. 6. Ob dies Aug im Tode bricht, wirds doch meinen Retter kennen. Sch ich selbst, tein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! mun derbar schafft er mich um! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig untergehen; irdisch werd ich ausgefät, himmlisch werd ich auferstehen. Zu verwesen, fint ich ein; dann werd ich unsterb lich sein. 4. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh mein thränenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Grabe ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet, und ich werd durch ihn der Grabesnacht gewiß entfliehn. Mein Geift und mein verklärt Gebein wird fich des Herrn, des Mittlers, freun. Herr Jefu Chrift, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! zum Leben schaffst du nun den Tod. 5. Du bleibest meine Zuversicht, mein Trost, wenn einst das Weltgericht die Engel ausposaunen. Bor deinem Thron werd ich dann stehn, 8. Freudig bin ich und getroft! dann dich, Richter aller Völker, sehn, dich steigt mein Bersöhner nieder. Wann fehn und froh erstaunen. Auch mir ich sterb, ist er mein Troft, und den schenkst du dann jenes Heil, der Aus- Todten ruft er wieder, wenn einft erwählten selges Theil. Ich soll, die Posaune klingt, die durch alle dein Mund schwur es mir zu, ich Gräber dringt. foll lebendig sein, wie du. Herr Jefu Chrift, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! stärk diesen Glauben einst im Tod. 9. Und mich schreckte noch der Tod? mich die Gräber und ihr Grauen? meinen Mittler, meinen Gott, Jefum Chriftum, werd ich schauen! Dana 10* 148 Erster Theil. Vom Tode der Glaubigen 2c. wird Leben, Sieg und Heil ewig, ewig sein mein Theil. 10. Nur daß du dich, Seel, erhebst von den Lüsten dieser Erden, und schon hier dem Gotte lebst, mit dem du vereint sollst werden! Willst du seines Heils dich freun; mußt du Seele, heilig sein! - Mel. Wachet auf! ruft uns die 171. Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- 26. 272. Machet auf! so ruft die Stimme einst nach 271. Herr! err! du bist meine 3u- der Zeit, der Engel Stimme, vers versicht. Du lebst, ich laßt das Grab, verlaßt die Gruft! werd auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht: dies stärket meine Zuversicht. Unsterblichkeit wachet auf, erlöste Sünder! ver ſammelt euch, ihr Gotteskinder! der Welten Herr ists, der euch rust. Des Todes stille Nacht ist nun vors bereit zur Ewigkeit! sein Tag, sein bei! erwacht! Halleluja! macht euch großer Tag ist da! 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Samen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide, und oerzage 2. Erd und Meer und Hölle beben, nicht, denn du bist meine zuversicht. die Frommen stehen auf zum Leben, 3. Hier trag ich deine sanste Last. zum neuen Leben stehn sie auf; iht Wie groß ist meine Würde! jedoch Versöhner kommt voll Klarheit, vor a die Welt, die sie nicht faßt, nennté ihm ist Gnade, Treu und Wahrheit; fälschlich schwere Bürde. Einst trifft der Tugend Lohn frönt ihren Lauf. den Spötter dein Gericht, und dann Licht ist um deinen Thron und Leben, fiegt meine Zuversicht. Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, 4. Sint immerhin, mein Leib, indir, dir folgen wir zu deines Vaters Staub! Gott wird dich neu beleben. Herrlichkeit. Hier werd ich nur des Todes Raub, dort werd ich ewig leben. Wie start ist dieses Trosts Gewicht; wie sicher meine Zuversicht. 5. Herr, diesen Segen dank ich dir! Mich aus der Gruft zu heben, giengst du aus deinem Grab herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. 6. In diesem Glauben stärke mich. Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht. Mel. bes 84. Psalms. 273. MH ein Leben ist ein 21) Vom ewigen Lebeu. T Pilgrimstand; der Himmel ist H mein Vaterland! ich finde feine - 3. Ewges Lob sei dir gefungen! wir sind zum Leben durchgedrungen, am Ziel sind wir, beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schaun ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge sahe ste, dem Ohr erscholl sie nie, diese Wonne; in Ewigkeit sei dir geweiht, Herr, unser Dant und Ehr und Preis. Ruh auf Erden; ich suche die zukünftge Stadt, die Gott selbst feft begründet hat, da werd ich Erster Theil. - erst recht glücklich werden! mein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so flieht mein Leben schnell dahin. Dies ist der Ort nicht, den ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit! Herr, mache mich dazu bereit! erleuchte du selbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irdisch ist, verachte als ein wahrer Chrift. 3. Man trifft auch auf der Lebensbahn sehr viele Hindernisse an; es ist nicht leicht, sie zu bestreiten. Der Weg ist schmal, der Feinde viel, und weit entfernt ist noch das Ziel, stets fucht die Welt mich zu verleiten; ich muß durch dürre Wüsten gehn, und tann oft feinen Ausweg sehn. Vom ewigen Leben. 5. Hilf du mir selbst, Herr Jefu Chrift, der du ein Pilgrim worden bift, ba bu mein Fleisch haft ange nommen, laß mich auf der Verläugnung Pfad, den mir dein Fuß ge zeichnet hat, dem Ziele täglich näher Gib, daß ich standhaft fireite hier und ewig herrsche dann fommen. mit dir. Mel. des 16. Pfalms. 149 274. uf, träger Geift! laß das, was sichtbar ist, nicht 777 länger dich als angefesselt halten. Gedenke, daß du selbst ein Wesen bist, das, wann der Himmel als ein Kleid veralten, und wann die Erde brennend wird bergehen, in Ewigfeit wird dauern und bestehen. 2. Ja, hast du nicht im Glauben schon gesehn, daß, was dein Herz wahrhaftig kann ergötzen, nur droben fei? ist nicht der Schluß geschehn, du wolltest Jesum über alles schätzen, du wolltest dich und Alles gern geben, möchtst du in ihm, möcht er in dir nur leben? m 4. Oft seh ich zwar die Sonne nicht, die Sonne, die mit Heil und Licht und Trost des Frommen Herz erfitllet; der Trübsal Sturm dringt auf mich zu, mein müder Geift find't 3. Israels Arzt! vertreibe durch die nirgends Ruh; doch weicht die Nacht, Macht, die so viel Blinden das Geficht die mich umhüllet, betracht ich nur gegeben, in mir der Seelen finftre der Treue Lohn und jener Ueberwin- Blindheitsnacht. Die Augen werd ich der Kron. dann zu dir erheben, um so mit aufge zu sehn in deinem Lichte. decktem Angesichte dein ewges Licht digkeit, die mich verhindert, flüglich 4. Schenk Augenfalbe für die Blö mit dem Dampf der Zeit; laß nie das zu vergleichen des Himmels Schätze Kleinod aus den Augen weichen, das du mit theuerm Blut haft wollen taufen, für alle, die in Lebensschranten laufen. 5. D felges Volk! das du aus freier Gnad zum Licht berufen, und Jehovah kennet; das Augen, um zu 6. Berleihe mir Beständigkeit, und laß mich stets mit Freudigkeit und Muth auf deinen Wegen gehen. Fall ich ich vollende meinen Lauf. Laß in der Noth mich feste stehen, getroft auf deine Hülfe traun: so werd ich einst das Leben schaun! noch oft, so hilf mir auf, daß sehn, empfangen hat, das in verborgner Herzens- Andacht brennet, um über Sonn und Sterne sich zu schwingen, und bis ins innerst Heiligthum zu dringen. 150 Erster Theil. Vom ewigen Leben. 6. Erwünschter Tag! der diese 7. Ich entbrenne vor Verlangen, Scheidewand, den Sündenleib, der dies verheißne Land zu sehn, jene meine Freiheit flöret, zerbrechen wird! Krone zu empfangen; bald erhöret o lang gehoffter Stand! wenn ich, Gott mein Flehn. Diese Hütte, fie mein Heiland, dich nun selbst ver- verstäube, ich, ich weiß, an wen ich tläret in Klarheit seh! o, dich will gläube. Mir ist Sterben ein Gewinn, ich dort oben mit reinem Geist und denn zum Vater geh ich hin. reinem Munde loben. - Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 275. Menschen ists gesetzt, zu sterben, ihre Herrlichkeit verblüht. Welcher von den Himmelserben lebet, der den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himmlisch Mel. Wer nur den lieben Gott.. 7. werde, wird er einst von Gott erneut, 276. Es ist noch eine Run an 8. Welche Tröstung, das zu wiffen! dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz find diese Leiden, sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. 2. Wollt ich länger hier verweilen, Gott ergebnen Geist, wenn er sich als es meinem Gott gefällt? seinem dieses Körpers Banden nach Gottes Reiche zuzueilen, laß ich gern die Willen einft entreißt und nun nicht Prüfungswelt. Jefus tilget meine mehr so eingeschränkt, als hier auf Sünden, stärkt mich, hilft mir über Erden, lebt und denkt. winden, auch in meiner letzten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein soll ich mich ewig freun. Ja, mir folls durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinem Heiland, ihn zu sehn! 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe tom men, wie selig sind doch alle diel in deinen Himmel aufgenommen, ruhn sie von dieses Lebens Müh. Nach aller Last, die sie gedrüldt, wird ewig nur ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so segnet mit Zufriedenheit auch deine Gnade die Erlösten, nach überstandner Prüfungszeit. Du selbst machß ihnen offenbar, wie gut stets deine Führung war. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt, mit frohem Lobgesang, selbft für die ausgestandnen Plagen dir ihre Seele Preis und Dant; nun jauchzen sie: es ist vollbracht! der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Wie Gott von seinen Werken ruhte, als er die Welt hervorgebracht so sehn auch mit zufriednem Muthe vom Herren selbst gerecht gemacht, die Frommen, bei dem ewgen Glüc, auf ihr vollend'tes Werk zurück. 6. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh, was fein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewähreft du. 6. Forthin erwartet sie kein Leiden, fein Schmerz und keine Schwachheit Freudenernten mehr. Gott führt sie zu vollkommen schenkt er denen, die erst hier gesät Freuden und krönet sie mit Preis und mit Thränen. Alle Thränen trocknet Ehr. O unaussprechlich süße Ruh, *, Siind und Elend find nicht mehr. wie herrlich, Höchster, segneft dul 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, felig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihm zu fingen. Preis zu nehmen würdig ist der Erbarmer, Jesus Chrift! 5. Alle, die ihm nachgewandelt, fehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und in Wonne jedes Leid; weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. Erster Theil.- Vom ewigen Leben. 151 7. Wer kann hier deine Gnade 5. Vor seinem Laatlitz wandeln fie faffen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh las fen, die dieses Leben noch umgibt. D mache mich doch in der Zeit geschickt zu dieser Seligkeit. auf ewig frei von aller Müh, und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust, und ihre tausendfache Luft kein feindliches Gemüthe. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinführo nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich frei von Mängeln, selbst mit Engeln, Freundschaft pflegen: D, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? wo glänzt fein Thron? In jenen Himmelshöhen. Da werd ich dich, Herr Jesu Chrift, so menschenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Last, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gib, daß ta Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Volk verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist! so ernt ich von der Laft der Zeit einst völlige Bufriedenheit. Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 277. Mein ganzer G, Gott, wird entzült, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Baterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden: doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort mur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ift tein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles nen, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt feines Namens hoher Ruhm bon lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird fie ganz befungen. Völlig gibt sich den Erlöften, fie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Bater nennen. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! fein Mensch kann sie erwerben. D Jefu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stätt auch mir bereit't, hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. Mel. von Nr. 234. 278. Nach einer Priifung turzer Tage führst du uns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage in himmlische Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und dort reichst du ihr selbst den Preis. 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch kein vollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen 152 Erster Theil. Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt. Bald finkt er durch des nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Lafter öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und den Bekümmerten hier der Mensch nie frei von Bein, zie 279. frei von eigner Schwachheit sein. entre 5. Hier such ichs mur, dort werd iche finden; dort werd ich, heilig und berklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth. Dich, Gott der Liebe, werd ich sehn, dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o Herr, dein heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt fein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle an deinem Throne mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schichung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig fingen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß und ihn zu Millionen Malen noch seguen, daß er mir ihn wies. Da find ich, Herr, in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchtest du es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! o Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, Vom ewigen Leben. die an uns offenbart soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. u gabft mir, Ewger! nicht den Augenblick der Zeit; nein, was du mir davon gegeben, gabst du mir für die Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort, Bestrafung und Belohnung dort. 2. Du schenkteft mir Verstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und eine Richtschnur meiner Pflicht; der Tugend inneres Gefühl, und Freiheit, wie ich wählen will. 3. Du schmücktest durch dein mächtig: Werde! mit Reiz und Pracht mein irdisch Haus, und gaffest über diese Erde die Wunder aller Schönheit aus, und schufst mir feine Sinnen an, daß ich sie auch empfinden kann. mich 4. Und dennoch läsfest du wissen, daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht; ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält; nach Wollust, Ehr und Gold nicht trachten, das meinem Wahn so wohl gefällt; was Fleisch und Blut oft wehe thut, das soll ich wählen als ein Gut. 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens, du wolltest sehn, ob ich dir treu, in der Gemeinschaft fenes Lebens mit dir zu wohnen würdig fei? Ob ich vom Land des Eiteln leer, einst höhrer Freuden fähig wär? 7. Denn du willst eine neue Erde und einen neuen Himmel baun, und daß ich hier geheiligt werde, soll ich aufs Unsichtbare schaun, dem Reiz der Lüfte widerstehn, und stets auf deinen Wegen gehn. 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu sein, und diese furzen Prüfungstage Gott und der Tugenh blos zu weihn, Erster Theil. Vom ewigen Leben. 153 wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, 4. Dann wirst du dich unsern Seeder mich zum beffern Leben führt. 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Luft des Fleisches und der Welt, und jede Lockung über winde, die noch mein Herz gefesselt hält, und, o welch glänzender Gewinn, hier Sieger, dort gefrönet bin! len offenbaren, wie du bist. Keine Luft wird da uns fehlen, wo das Land der Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glüd erwarb, als am Kreuz er für uns starb. - 10. Gott, gib deines Geistes Stärke, der du in Schwachen mäch tig bist, dem, der zu diesem großen Werke zu klein, zu schwach, zu sinnlich ist; lehr mich das Irdische ver schmähn, und stets nach meinem Biele schn. 11. Laß mich oft in gefunden Tagen mein Grab mir in Gedanken baun, und bei des Lebens Freud und Plagen auf dich und auf das Künftge schaun; damit ich, meiner Pflicht getreu, des höhern Lebens fähig sei. 280. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. wie unaussprechlich selig werden wir im Himmel sein! da, da ernten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott! zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet haft, noch in keines Herz gekommen. Wel cher Mensch auf Erden faßt deines Himmels Herrlichkeiten? Doch beim Anbruch jener Zeiten werden alle, die dir traun, noch mehr, als sie hofften, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei überschwenglich, und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort gibt. 5. Da wird deiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, er habner Gott! zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unferm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. D, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöft und da zu sein, wo nach viel vergoßnen Thränen ewge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psal men, unfre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ifte doch nie ganz von Beschwerden, Sor folgt hier auf Luft oft Weinen. Dort gen, Furcht und Kummer frei. Schnell nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo bas Glid beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hocherfreuet über das erhabne Glück, das dir einst bein Gott verleihet; richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin zu tommen. Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel gehn. D, fo mache immer reiner hier mein Herz, dich einft zu sehn! hilf du selber met ner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt. 154 Zweiter Theil. Lieder, welche zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung. Der 51. Pfalm. Sünden, so werd ich weiß wie Schnee und Wolle sein. Laß aber auch des Glaubens Freudigkeit mich, wie zuvor, Mel. von Nr. 84. 281. Sei gnädig, Herr, nach im innern Grunde hören; es müsse deiner großen Huld, nun kein Schrecken, Furcht und Leid der Seelen Ruh und Wonne nicht mehr stören. 5. Sieh meine Sünd, o Herr, nicht weiter an! Ach, streiche fie ganz aus in deinem Buche, und züchtige mich, der ich Gnade suche, nicht mehr, als es dein Knecht ertragen kann. Schaff aber auch ein reines Herz in mir!" gib mir den neuen Geift, der dich erwählet, und mach ihn feft, damit dein Knecht vor dir nie wiederum der rechten Bahn verfehlet. und tilge durch dein göttliches Erbarmen die Sünden eines tiefgebeugten Armen; wie schwer sind sie! ach tilge meine Schuld! Gott, wasche mich von meiner Missethat, und reinge mich vom Unflath meiner Sünden, du siehst, wie sehr er mich beflecket hat, ach, laß mich Reinigung und Gnade finden. 2. Ich fühle, Herr, mit Scham, mit Reu und Weh die Missethat und ihre ganze Größe; denn, ach, dein Geift hält meine Schand und Blöße mir immer vor, wo ich nur geh und steh; an dir allein, o Gott, bergriff ich mich, du sahest es, und folltest du es rächen, so müßte man, so müßt ich selber dich ganz frei und los von allem Unrecht sprechen. 3. Von Jugend auf bin ich durchaus verderbt; mir war bereits, da ich unwissend lebte und annoch kaum in Mutterleibe webte, der Sünden Gift und Krankheit angeerbt. Du aber liebst des Herzens Reinigkeit; ach, gib fie, laß in meinen Finsterniffen das Licht mich sehn, das sie allein zerstreut: laß mich die Weisheit im Berborgnen wissen! 4. Ich bin Ausfäßgen gleich, ein Gräul, unrein! Laß des Versöhnbluts Kraft mich, Herr, empfinden! verzeih und wasche mich von meinen 6. Verwirf mich doch von deinem Antlitz nicht! entreiß mir nicht das Siegel deiner Guade, den heilgen Geist! laß ihn auf deinem Pfade mich leiten, nie verlösche mir sein Licht! erweck in meinem Herzen Fröhlichkeit durch deine Hülfe, gib den Geist der Freuden, der unterstütz und mache mich bereit, was dir mißfällt, mit allem Ernst zu meiden. 7. Alsdann wird sich noch mancher Sündenknecht, wenn er mich sieht, zu dir, o Gott, befehren; mein Beispiel wird ihn deine Wege lehren, nur mache du mich Sünder erst gerecht. Ach fiehe, wie mich meine Sünde drückt! doch wirst du sie, mein Heiland, mir vergeben, so werd ich ganz durch deine Huld beglückt, dein Recht und Heil vor aller Welt erheben. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 155 Der 95. Pfalm. 8. Eröffne meine Lippen, daß ich derlich. Dein will ich ewig sein. D tann, Herr, deiner Gnade Ruhm mit Gott, erhöre mich. Dank erheben! dir wollt ich Opfer und Brandopfer geben, jedoch dein Auge hat nicht Luft daran. Ein Herz, zermalt durch Reue, und ein Geift, zerknirscht durch Kummer über seine 283. Sünden, und der mit Macht sich eitler Luft entreißt, find Opfer, die dein gnädig Ange finden. 9. Nach deiner Huld befördre Zions Wohl! sei ihm geneigt, und baue Salems Mauern! den Frieden deiner Stadt laß ewig dauern, und mache fie stets deines Segens voll. Erhalte deine Kirche selber rein; laß deinen Geift fie immerhin beleben. Laß, Heiligster, uns vor dir heilig sein, und alles dich mit frohem Muth erheben! - Aus dem 143. Pfalm. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 282. Herr! höre mein Gebet - willen! du bist an Gnade reich und wirft mein Seufzen stillen.( ch, gehe ins Gericht doch nicht mit deinem Knecht! vor dir, o Herr, ist ja tein Sterblicher gerecht. 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind ich sie; o tröste du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir, mir wahren Troft gewährt? 3. 3u dir, o treuer Gott, erheb ich Herz und Hände. Mein Heil steht nur bei dir! o, daß ich Hülfe fände! für Recht laß Gnad ergehn! ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig mir den rechten Weg; denn nach dir sehn ich mich. 4. 3ch will, o stärke mich! ich will die Sünde haffen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd auch von mir gethan. Führ mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn. 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers Willen. Laß seines Opfers Troft auch mein Gewissen stillen. Du bift die Liebe selbst, ganz unveränrhebt, erhebet Gottes Ruhm! frohlockt in seinem Heiligthum mit allgemeinem Inbeltone! befinge du, erwählte Schar, wie herrlich und wie offenbar sein Schutz und Segen bet uns wohne. 2. Nur unser Gott ist groß von und über alle Götter fizet. Er ifis, der alles sieht und trägt, was je dez Erden Abgrund hegt, und der den Bau der Berge stützet. 3. Das weite Meer und trockne Land sind Werke seiner Allmachtshand, die uns auch, was wir find, verliehen. So heiligt ihm denn, was ihr seid, und danket voller Brünstigfeit dem großen Schöpfer auf den Knieen! 4. Denn er ist unser Gott und Theil, und Schafe seiner Weid und Heil, wir sein erkauftes Bolt und Pflege. Drum, wenn ihr seine Stimme lehrt: so seid doch nicht verstockt und hört, wenn sie euch heute lockt und träge! 5. O merkt, was sein Erbarmen spricht: verhärtet eure Herzen nicht, wie eure Bäter in der Wüsten. Sie schauten, was mein Arm vollbracht, versuchten dennoch meine Macht, und reizten mich mit ihren Lüften. 6. Ihr rohes Herz blieb doch vers rucht, und war mit ihnen meine Zucht wohl vierzig Jahr umsonft be 156 3weiter Theil. mithet. So fahrt denn, sprach ich, nur dahin in euerm blind' und tollen Simm, weil ihr doch meine Wege fliehet! 7. War sonsten meine Langmuth groß, so brach mein Zorn doch endlich los, weil sie sich nicht befehren wollten. Da schwur ich einen theuern Eid: daß sie zu meiner Herrlichkeit und Ruhe nicht gelangen sollten. - - Von der Buße und Bekehrung. Mel. Liebster Jesu, Troft der Herzen. 284. 2 Y uf, o Sünder! TEE laß dich lehren, komm, den großen Gott zu hören, säume keinen Augenblickt komm bald, an dem frühen Morgen, fomm nur ohne Furcht und Sorgen, halte dich nicht 62 selbst zurück! Gott hat lauter Heil und Segen dir, dem Sünder, und vor deinem Heiland flieheft, desto mehr wächst dein Gericht. D, wie wohl ist dem gerathen, der selbst richtet seine Thaten! 5. Drum ergib dich seiner Güte mit demüthigstem Gemüthe. Chriftus nimmt die Sünder an; ehre ihn als deinen Meister, fliehe alle blinde Geifter und erwähl die rechte Bahn; so wirst du den Heiland finden, der dich frei macht von den Sünden. 6. Komm, bei ihm hinfort zu bleiben, laß dich nichts zurüde treiben, wenn dich lockt, die arge Welt! bleibe, wenn du bist gekommen, danke, wenn du aufgenommen, thue, was ihm wohlgefällt. Der hat seiner Gnaden Pfände, wer beharret bis ans Ende. 7. Willst du nur am Hören hangen? Nein, du mußt weit mehr erlangen, durch den Geist, der alles schafft. Ruf zu dem, der ihn will geben, daß du Glaubenskraft; noch scheint dir die könneft christlich leben, angethan mit Gnadensonne, und verspricht dir Heil und Wonne. 8. Ach! so öffne mir das Herze, daß ich nicht mein Heil verscherze! Seful gib mir deinen Sinn! pflanz in meinen Geist dein Leben; mache mich zur wahren Reben, Frucht zu bringen immerhin; daß ich dieser Frucht genieße, wenn ich meinen Lauf beschließe. vorzulegen. 2. O, das wäre großer Schade, fo du wartest, bis die Gnade, als die Mel. Freu dich sehr, o meine. 29. Sonne untergeht! komm am Tage 285. Schaffet, schaffet, men. die Warnung nicht bergebens, da dir noch zu rathen steht! fomm, weil du fie heut noch höreft, daß du die Gefahr nicht mehrest. 3. Scheu dich nicht, wenns andre merken; Gott ist's, der nach deinen Werken, nicht nach andrer Urtheil fragt. Lerne, will man dich verleiten, alle Menschenfurcht bestreiten; fei getroft und unverzagt! sich der bösen Welt entfernen, heißt, die wahre Weisheit lernen. 4. Schrecket dich die Macht der Sünden? Ei, du kannst noch Gnade finden; er, dein Gott, verstößt dich nicht. Doch je länger du verzieheft, wer des Fleisches Lüfte dämpfet und 3. Selig, mer im Glauben tämpfet, selig, wer im Kampf besteht, 1 eure Seligkeit! bauet nicht wie fichre Sünder auf die ungewisse Zeit; unver weilt bekehret euch! ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch, hier auf Erden heilig, selig dort zu werden. 2. Doch soll dieses recht geschehen, o, so müßt ihr Fleisch und Blut, Welt und Satan widerstehen. Nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 157 1 den Reiz der Welt verschmäht! unter Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß erst seinen Siinden sterben. 286. ott! hilf mir, daß ich Gefühl der Sünden führst. 4. Werdet ihr nicht standhaft rin- Herz sich leicht verstockt, wenn du gen, sondern träg und lässig sein, selbst das Gewissen rührst, und zum eure Neigung zu bezwingen: wie kann ench der Sieg erfreun? ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg! nur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelft des Himmels Krone. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einzgen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme 5. Sich voll Leichtsinn stets zer- hört, und redlich sich zu dir bekehrt. 3. Den rettest du von dem Verders streuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf des Glauben; nimmst seine Buße gnädig an; bens scheuen, ist der Welt, nicht Chrifti machst ihn zu deinem Kind und ErGeist. Wer ihn wünscht zu haben, fann auf der Tugend rauher Bahn nicht in ficherm Stolze leben, und den Lüften sich ergeben. wie groß ist Gottes Baterhuld, er ben, daß er frohlockend rühmen kann: tilget meine Sündenschuld. 4. Sollt ich die Güte denn vers achten, die mir noch Kraft zur Bes rung reicht? Bom Trofte leer, muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft gering fie schätzt. 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieses wollen und vollbringen, heißet nach dem Himmel ringen. noch deine Stimme loct. Bewahre mich vor falscher Ruhe, dabei das 8. Bittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jefum fehn, daß ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu beftehn. Ja, mein Heiland, ach geh nicht mit mir Armen ins Gericht gib mir deines Geiftes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 7. Drum entreißet euch den Lüften, die ihr noch gefesselt seid, und beweifet euch als Christen, muthig, stand- nem Zorngefäße macht. haft in dem Streit. Schont der lieb- 6. Sich bessern, ist der Weg zum ften Neigung nicht, wär es auch die schwerste Pflicht; und denkt oft an Chrifti Worte: dringet durch enge Pforte. die Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dens Sündenelend sich entreißt. 5. So gib, daß deiner Gnaden lockung, o Gott, mein Herz stets offen sei! damit mich ja nicht die Verstofkung, wenn ich mein Leben ohne Reu im Sündendienste zugebracht, zu deiund verleih Beständigkeit. Zeige mir bon deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. die uns vom Sündendienst befreit, 7. Verleihe mir dazu die Gnade, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit! wie felig bin ich dann schon hier! wie glücklich einft, mein Gott, bei dir! 9. Gib mir Wollen und Vollbrin Mel. Zeuch mich, zeuch mich.- 81. gen, Muth und Kräfte zu dem Streit, 287. Dir allein hab ich gefilm. digt, Herr, ich Gnade fuch! ein gerecht Gefets verkündigt jedem Uebertreter Fluch. Und was fann vor seinem Schreden, Richter aller Welt, mich decken? 158 Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 2. Kann ich deinem Arm entfliehen?| manchen schweren Sorgen machteft Du bist allenthalber nah. Flöh ich, du mein Herze frei! was mir niitte, bir mich zu entziehen, himmelan: so gabst du mir. Aber ach, wie dankt bist du da. Stürzt ich in die Tiefe ich dir? D, wie hab ich so vermeffen nieder, deine Rechte hält mich wieder. deines Wohlthuns Zwed vergessen! 3. Herr, ich flieh in deine Hände! außer dir ist keine Nuh. Dein Erbarmen hat kein Ende; wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott und fannst vergeben; ach), vergib und laß mich leben! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, fuchte mich selbst zu verstocken. Ja, 4. Groß sind meiner Sünde Schulden, ihre Laft ist mir zu schwer. 5. Ach! an dir hab ich gesündigt, wenn länger mich zu dulden, deine Gott, mein Bater! zürne nicht! dir Langmuth müde wär: müßt ich, würbest du nur winken, in des Todes Nacht versinken. hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindespflicht. Ach bergib, was ich gethant nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündepfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs nene! gib, daß mein beschwerter Geist dei ner Vaterhuld fich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünde starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 5. Mich für straflos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zerflöß mein Herz in Zähren, fänd ich darum doch nicht Ruh. Können eines Sünders Thränen, dich, o Heiliger, versöhnen? 6. Gottverföhner, dein Erbarmen, dein für mich vergoßnes Blut und dein Lod erlöst mich Armen, heilet mich und gibt mir Muth. Dein Verdienft ists, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Sünden; fchaff ein reines Herz in mir! laß bei dir mich Ruhe finden; zich mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben! Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 29. 288. Höchster! dent ich an die 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folg sam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig beil mache du mich selbst recht tren, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. Mel. Liebster Jesu, Troft der. 284. Gite, bie du mir bis 289. Liebster Jefu, Croft der her erzeigt: o, so wird mein ganz Herzen! Stiller banGemüthe zu der tiefsten Scham ge- ger Sündenschmerzen! einzig wahres beugt, daß ich dich gering geschätzt, dein Gebot hintangesetzt, und dich, der du mich geliebet, mit Bergehungen betribet. Heil der Welt! wenn ich bei mir überschlage, was für Sündenschuld ich trage, die des Höchsten Buch enthält: ach so kann ich nicht ersehen, wie ich fünftig soll bestehen. 2. Alle meine Seelenträfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig fein. O, wie hab ich sie entweiht! ach! zur Ungerechtigkeit und zum fchuöben Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen Aber mir, o Bater, neu. Von wie 1 2. Von Geburt bin ich ein Sün der, und nach meinem Thun nicht minder; meiner Seele wahre Zier, Gottes Bild, hab ich verloren, ich bin Fleisch von Fleisch geboren, und nichts Gutes wohnt in mir; was ich in dem Herzen finde, was ich thu, ist lauter Sünde. Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 159 muß ich auch hier viel bißen. 3. Herr, wohin soll ich mich wen-| so fahr hier fort, nur schone bort, den? Was tann meinen Jammer enden? In mir find ich nichts, als Noth; leinen Trost im Weltgetülmmel; oben schrecket mich der Himmel; Satan spricht von Fluch und Tod; und mich dünkt, daß selbst die Erde über mir zum Kläger werde. 4. Ach! dein ängstlich Sündenbüßen, und dein theures Blutvergießen, Jesu, tomme mir zu statt! sei mein Helfer und Berather; sprich für mich vor deinem Vater; tilge meine Missethat! wolltest du für Menschen dulden, ach, so tilg auch meine Schulden! 5. 3war ich muß vor Gott geste hen, daß ich gröblich mich versehen, und verdient der Sünder Lohn. Aber, Herr, ich komme wieder, fall in tief fter Demuth nieder, so wie der verlorne Sohn; bitte, seufze, fleh mit Thränen: Bater, ach, laß dich versöhnen! 6. 3ft im Himmel größre Freude, wenn ein Sünder kehrt mit Leide wie der zu der rechten Bahn, als um neun und neunzig Fromme: ach, so werde, wenn ich komme, mir auch gnädig aufgethan! ich will mich forthin beMel. Es ist das Heil uns fommen. 6. streben, beſſer, als bisher, zu leben. 291. Herr Jesu Christ, bu höch7. Weg, ihr vorgen Gut, du weg, o Welt, mit deiner Liebe! Jesus ift mun alles mir. Ohn ihn war ich ganz verloren, durch ihn bin ich neu geboren, in ihm leb ich für und für, in ihm will ich selig sterben, durch ihn auch den Himmel erben. Mel. Ach Gott und Herr. 290. № h Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? 1 quell aller Gnaden! ich komme mit gebeugtem Muth, mühselig und be den; da das Gesetz, das mich verflagt, und das Gewissen, das mich nagt, mich armen Sünder schrecken. 2. Mich drücket eine schwere Laft; nimm sie von meinem Herzen, du, der du mich versöhnet haft am Kreuz mit Angst und Schmerzen, damit ich nicht mit Leid und Weh in meinem Elend untergeh und ewiglich verzage. 3. Ja, Herr, wenn mein erwec ter Sinn an mein Betragen dentet, 2. Flöh ich gleich weit vor Ban- so sink ich fast vor Angst dahin; gigkeit hin an des Erdreichs Enden, die Sünde drückt und fränket und der Angst und Pein befreit zu sein: schrecket mich. In dieser Pein wird würd ich sie doch nicht wenden. ich gewiß verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 3. 3u dir fleh ich, verstoß nicht mich, der ichs so sehr verdienet. Ach 4. Weil aber dies dein Wort mir geh doch nicht, Gott, ins Gericht! sagt: auch, Sünder du sollst leben, bein Sohn hat mich verfühnet. wer weinend seine Schuld beklagt, 4. Solls ja jo sein, daß Straf dem will ich sie vergeben; ja, weil and Pein auf Sünde folgen müssen: du alle Huld verheiß'st dem, der sich 5. Vergiß die Schuld! Gib mir Geduld, und ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr mit mir, mies büntet dir: du stärkst mich, es zu leiden! nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. 7. Das thust du nicht, mit Zuvers sicht kann es mein Glaube hoffen! durch Christi Tod, steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 8. Herr Jesu Christ, mein Zuflucht ist das Kreuz, an dem du starbest, und mir zu gut mit deinem Blut die Seligkeit erwarbest. - 10. 9. Dies tröstet mich, und ob auch sich mein Leib und Seele scheiden, so werd ich dort, bei dir, mein Hort, ererben erge Freuden. 10. Gott Ehr und Ruhm! fein Eigenthum bleib ich in Jefu Namen. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, wird selig. Amen. - 160 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. mit zerknirschtem Geist im Glauben dich von Jugend auf gefränkt: so zu dir nahet: kann es sich nicht rathen. Ich fündigte voll Unverstand; dein Wille war mir unbekannt; das Böse wußt ich allzuwohl; wie blind und toll macht ich das Maaß der Sünden voll! - 5. So komm ich, Herr, denn auch zu dir meiner Noth mit Thränen, du kennst mein Leid, ach hilf du mir, verschmähe nicht mein Sehnen! vergib mir, Herr, genädiglich, was ich, ich Frevler, wider dich von Jugend auf begangen. 3. Trieb mich die Zucht zum Gu ten an, hab ichs doch wider Willen aus Furcht der Strafe nur gethan, 6. Ach Herr! erbarm dich meiner zum Schein es zu erfüllen. So gieng doch um deines Namens willen. ich hin, so wuchs ich auf; so nahm ich Mich ängstigt mein Gewissen noch, in dem Lebenslauf an Alter, nicht du fannst fein Zagen stillen. Laß an Gnade zu; die Seelenruh vermich, von allen Sünden rein, nun schwand; dies alles saheft du. gänzlich dir ergeben sein, in findlichem Gehorsam. 4. Mit Trug und Lügen deckte ich des Herzens böse Tücke. Kein ernst7. Dein freudger Geist stärk mich im Fleiß! heil mich durch deinelich Dräuen schreckte mich; es zog Wunden! mich tröste noch dein Todesschweiß in meinen letzten Stunden, und fithre mich, wenn dirs gefällt, mein Heiland, selig aus der Welt, zu jenen Auserwählten. mich nichts zurücke. Mein Tichten, Borte hörte ich dich, und achtete Herr, verführte mich; in deinem jedoch nicht drauf; mein Lebenslauf war ganz verderbt von Jugend auf. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 308. 5. Die Schuld ward mit den Jah ren groß, brach aus zu wildem We fen; gleichwie ein Roß, das zügellos, lief ich allem 292. Jame mich an Hoffart, Ueppigkeit, an Frechheit, schäme und und schändliche Begier zog mich von dir. Ach Jesu! ach, vergib es mir. vor deinem Thron, o Prüfer aller Her- zen! verschone doch, o Gottessohn! ich bin voll Sündenschmerzen. Erbarme dich und nimm mich an; du bists allein, der helsen kann. Geh ja nicht mit mir ins Gericht, verstoß mich nicht, indem mein Herz bor 6. Gedenke nicht der Jugend Schuld; vergib mein Uebertreten! trag ferner noch mit mir Geduld! erhör mein ängstlich Beten! lösch aus, Herr Jesu, durch dein Blut, und mach mein Schuldregister gut! viel mächti ger ist deine Gnad, als meine That, die dich so oft beleidigt hat. und durch ein heilig Leben den wah 7. Hilf mir, von Sünden abzustehn, ren Tugendweg zu gehn; dir will ich mich ergeben. Ich will durch deines Geistes Kraft, die Wollen und Voll bringen schafft, voll Ren und Leid mich dir allein zum Dienste weihn. Ach, laß es Ja und Amen sein! Mel. An Wafferflüssen Babylons.- 97. Angst zerbricht. 2. Ach, wenn mein Herz zurüidge 293. Dönig, deffen Ma. denkt, mit wie viel Missethaten ich hebet, dem Erd und Meer zu Dienfle Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 161 gnädig. steht, vor dem der Erdkreis bebet.| sprechen kann, so nimm den letzten Der Himmel ist dein helles Kleid, du Seufzer an: Gott sei mir Sünder bift voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne; ich suche deinen Trost und Rath, mein Gott! du hilfft ja gerne. Doch meiner Fehler große Zahl schredt und verfolgt mich überall, mein Glaube ist nicht thätig; drum schlag ich nie der mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht! Gott sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, beschweren mein Gewissen; drum schlag ich reuend an die Brust, die Schmerz und Leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gefehrt, ich bin des Lebens gar nicht werth; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem bangen Geist, der gleich wohl dich noch Vater heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater! schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder und Erben der Verheißung sind; der ists, bei dem ich Ruhe find, er ist ja stets gutthätig. Drum faß ich ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott sei mir Sünder gnädig. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, mach meinen Glauben immerdar durch wahre Liebe thätig. Läßt fich dann noch viel Schwachheit fehn, so soll mein Herz mit Wehmuth flehn: Gott sei mir Sünder gnädig! Mel. von Nr. 201. 294. W mißhandelt und den breiten Weg gewandelt, welcher zum We hat Verderben führt: so er sich bekehren wird, steht der Himmel wieder offen; Friede wird mit Gott getroffen, Buß und Glaub an Christi Blut machet alles neu und gut. 2. Bei stets fortgesetzten Sünden magst du keine Gnade finden, und fannst nicht vor Gott bestehn; tief muß dir zu Herzen gehn, was du Böses je begangen; um dem Guten anzuhangen, mußt du dich der Sünd entziehn, sie wie Gift und Schlangen fliehn. 3. Seine Sünden stets bereuen, sich in Gott durch Christum freuen, ohne Zwang und Heuchelei, was der Wille Gottes sei, täglich prüfen, fröhlich üben, Gott und seinen Nächsten lieben, und im Guten niemals ruhn, ist des neuen Menschen Thun. 4. Dich zu diesem Stand der Gnaden sehr nachdrücklich einzuladen, brauchet Gott der Stimmen viel, hast du davon kein Gefühl? Sieht du nicht, o Mensch, die Werke seiner Langmuth, Güt und Stärke? Zeigt nicht jede Kreatur ihres gütgen Schöpfers Spur? 5. Doch viel heller ist die Klarheit, die sich zeigt im Wort der Wahrheit; komm, o Sünder, und vernimm Jefu, des Versöhners, Stimm; komm zu dieser Quell der Gnaden, komm mithselig und beladen; er sagt deiner Seele Ruh, er sagt dir Erquicung zu. 6. Jefu, Troft der müden Seelen! 6. Mein Leben und mein Sterben du fannft uns nicht nur befehlen, ruht allein auf deiner Gnade. Mir du schaffft selbst durch deinen Geift geh es übel oder gut, gib, daß es in uns, was dein Wort uns heißt. mir nicht schade. Und kommt mein Sei zu meinem Heil geschäftig; mache Ende nun heran, so stärk mich auf selbst dein Wort so träftig, daß mein ber Todesbahn, mach mich von Süln- Herz, dadurch gerührt, endlich wahre den ledig; und wenn ich nicht mehr Buße würt. 11 162 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 295. 20 E - n dir allein hab ich gesündigt, und übel oft vor dir gethan. Du siehst, was mir der Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott! wie lange soll ich sorgen? wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dich finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigteit. Tröft mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich freudig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich thun nach deinem Wohl gefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du mir beizustehen, und Leite mich auf ebner Bahn. Gott hört mein Schrein, er hört mein Flehen and nimmt sich meiner Seele an. Mel. Meine Seele willst du ruhn. 296. finder, willst du ficher sein, und befreit von Furcht und Pein: schaffe, daß du dich bekehreft, da du Gottes Stimme höreft! Auf! Gott rufet dich zu fich; eile, und errette dich. 2. Eile! Sodom lehret dich, wie der Herr so fürchterlich auf verstodte Sünder blitzet; such ein Zoar, das dich schützet! Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Luft zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh, deine Sünden nehmen zu. Dein Gewiffen wird beschweret, und der Strafe Maaß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 5. Deines Herzens Härtigkeit steigt und wächst von Zeit zu Zeit. Sütnden, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Luft vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 6. Was du Böses an dir haft, wird sonst wie ein alter Aft; dessen Krüm men gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der Tod, und wie groß wird dann die Noth, wenn man aus der Welt soll gehen, und vor Gott nicht kann bestehen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 8. Brauch, ach brauch die Gnadenzeit! denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom gefloffen, der durch Damm und Deich geschoffen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen, und mit Eifer durchzu dringen! Auf! Gott ruft dich noch zu fich! eile, und errette dich! 10. Bater der Barmherzigkeit! von mir versäumet werde; führ mich Gib doch, daß die Gnadenzeit nicht selbst zu deiner Heerde! Vater! ach ich bitte dich: eile, und errette mich! Mel. von Nr. 79. 297. Hier! ütter! wird die Nacht verschwinden? Hüter! i die Nacht Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 163 bald hin? wird die Finsterniß der widerstehn, und seine Lüfte dämpfen? Sinnen bald zerrinnen, womit ich Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu umgeben bin? deiner Ruh ist dies der einz'ge Weg. Und dem entsagest du? 2. Seh ich nicht das Rund der Erden helle werden, bei der Sonne 3. Ist deine Pflicht von Golt, wie neuem Lauf? so geh doch zu meiner fannst du sie vergessen? Nach deinen Woune, wahre Sonne! auch in mei- Kräften selbst hat er sie abgemeffen. nem Herzen auf! Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? 3. Sind wir nicht im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist? Und ich soll noch länger harren und erstarren, weil du mir fo ferne bist? 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm findlich diene, und, seiner werth zu sein, im Glauben midj erkühne? Wenn du die Tugend übft, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 4. Du hast ja, da du bist kommen, weggenommen alle Finsterniß und Nacht; willst du denn nicht mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach deinem Lichte tracht't. 5. Was weigerst du dich noch, das Lafter zu verlaffen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen; sollt er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft, und du verläugneft sie? Er sendet dir sein Wort, und du gehorchft ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Lafter loszureißen; jetzt ist das Wert zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. des Höchsten Feind zu sein, um wie Scheuft du dich heute nicht, viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Wert von wenig Augenblicken? Kann dich fein ver Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat, die wahre Heiligung 10. Ifte gnug zur Seligkeit, bes Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getröften; ist das Bekenntniß gnug, daß une 11* 5. Beige mir in reiner Klarheit deine Wahrheit; laß die Wolken sich verziehu; so werd ich das Gute lieben, Demuth liben, und der Nacht Gefchäfte fliehn. 6. Herr! du winkst, und auf der Stelle wird es helle, sprich auch zu mir: werde Licht! und mein Licht soll vor den Leuten sich verbreiten. Dir ists Ruhm, versag mirs nicht! 7. Des Vernunftlichts schwacher Schimmer zeigt zwar immer unsers großen Schöpfers Spur; aber es fann Troft und Leben mir nicht geben, dein Licht, Jesu, thut es nur. 8. Nur die Decke vor den Augen fann nicht taugen, seine Klarheit fann nicht ein; wo sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß ein freies Auge sein. 9. Jesu! sollen meine Augen etwas taugen, o so rühre du sie an. Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 298. Millst du die Buße noch, W schieben: so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. 3ft deine Besserung nicht deiner Seele Gläd? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein, wie schwer ists nicht, fein eigen Herz bekämpfen, Begierden 164 3weiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. die Sünde reut: so ist tein leichter Bert, als beine Seligteit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen, ist keine Seele rein, der Glaub und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst: so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ift dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! 299. Las mich doch, o mein Mel. O Gott, du frommer Gott aß und du verschmähst des Geistes Got tes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt im verkehrten Sinn den Sinder, der beharrt, nicht Gott julegt dahin? Gott, die Buße nicht verschieben, die mir dein Wort gebent! wie fönnt ich sonst mich lieben? Ist wahre Befferung nicht meiner Seele Glid? Ö wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Du, Gott, gewinnest nichts, wenn ich dir findlich diene und, deiner werth zu sein, im Glauben mich er fühne. Wenn ich das Gute thu, das mir dein Wort gebeut, wem dien ich? nur mir selbst und meiner Seligkeit. 3. So süß ein Lafter ift, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend mur allein hast du dies Glück beschieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwählt das beste Theil; wer dich, o Gott, verläßt, verläßt sein eigen Heil. 4. Was weigre ich mich denn, das Lafter zu verlaffen? Weil es mein Unglüd ift, befiehlst du es zu haffen. Was weigre ich mich denn, der Tugend Freund zu sein? Weil sie mich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leiden, sie führet mich vielmehr, o Gott, zu deinen Freuden, macht meine Seele rein, füllt mich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Ver stand, und Muth zu meiner Pflicht. 13. Hat Chriftus uns erlöft, damit mir Sünder bleiben, und sicher durch fein Blut, das Lafter höher treiben? Gebeut uns Chrifti Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von Gott; Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und feine Stimme höreft, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du, zu deiner Bein, dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun. 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ift, bringt göttliches Bergnilgen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort: sei wacker, Gott ist nah, und stärkt dich durch fein Wort. 16. Ruf ihn in Demuth an, er tilget deine Sünden; und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirft eine Neu in dir, die niemals dich gerent. 19. Sprich selbst, ist dies fein Glüid, mit ruhigem Gewiffen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusse sein, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? 17. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 1 6. Wahr ist es, es ist schwer, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden wi derstehn, und seine Lüfte dämpfen. Doch bleibts ja meine Pflicht, und diese Schwierigkeit, die heute mich er schreckt, wird schwerer durch die Zeit. 7. Je öfter ich vollbring, was Fleisch 18. Die Buße führt dich nicht in und Blut befohlen, je stärker wird der eine Welt voll Leiden; Gott kennt Hang, die That zu wiederholen. Schen und liebt dein Glück, sie führt zu ich mich heute nicht, Herr, dein deinen Freuden, macht deine Seele Feind zu sein, um wie viel weniger rein, fillt dich mit Zuversicht, gibt werd ich mich morgen scheun. Weisheit und Verstand und Muth zu beiner Pflicht. 8. Du reichst ja Kräfte dar, une selber zu bestegen. Der Sieg, so schwer Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. - 165 er ift, bringt göttliches Vergnügen; 6. Heut lebst du, heut bekehre geht er im Anfang gleich nur noch sehr langsam fort, so bist du, Gott, mir nah, und stärkst mich durch dein Wort. dich; eh morgen kommt, tanne ändern sich. Wer heut ist start, ge sund und schön, kann morgen an dem Grabe stehn. Stirbst du nun ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn? 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! und Buß ist ja tein Werk von wenig Augenblicken. Ein Seufzer zu dir, Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst auf Misfethat, ist noch nicht Heiligung. 7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir, daß ich mich gläubig. nahe dir, und mich befehre unverweilt, eh mich mein Ende übereilt, damit ich hent 10. So gib denn, weil ich noch, und jederzeit zum letzten Abschieb Herr, deine Stimme höre, daß ich sei bereit. mich ungesäumt von allem Bösen tehre; so darf ich nicht dereinst zu meiner größten Pein mein hier verfäumtes Glück, wiewohl zu spät, 301. W bereun. Mel. Bater unfer im Himmelreich. 120. 300. So wahr ich lebe, spricht ( o dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich bekehr, fich begre in der Gnadenzeit, und mit mir leb in Ewigkeit. 1 2. Dies Wort bedenk, o Sünder, wohl! verzage nicht verzweiflungsvoll! du nimmst an der Erlösung Theil; hier findest du Troft, Gnad und Heil, und Gott besiegelts mit dem Eid; o selig, wem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht, zur Buß ists immer Zeit, ich will mich meines Lebens freun, und werd ich dessen müde fein, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es: Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barmherzigkeit; doch, wer auf Gnade Böses thut, und der Versöhnung theures Blut verachtet, feiner selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. 5. In seinem Sohne will dir Gott das Leben schenken für den Tod; allein, entdeckt sein Wort dir wohl, wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir tund; verborgen ist die Todesstund Mel. 3euch ein zu deinen Thoren. te treu, mein guter Hirte, gehst du dem Süinder nach, der sich von dir verirrte, der elend, krant und schwach, in fein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen, nicht selber ans Erbarmen, eh er versinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die im Grimme: weicht, die ihr euch veralle Sünder lockt! Ach, sprächeft du stockt! weicht, Sünder, weicht von mir, ich will euch nicht erkennen! wer wollt Wer sind wir? es unrecht nennen? Wer bist du? men; und merken mir nicht draute 3. Doch heißt dein Ruf uns kom ob wir ihn schon vernommen, so suchfi du selbst uns auf. Dein Herz, o Heiland, brennt, daß doch das Schaf zur Heerde zurückgeführet werde, davon es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an, so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, er fann noch Gnade hoffen, der Zugang stehe ihm offen, er eile mur herzu. 166 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 5. Liebhaber unsrer Seelen! mein Bußlied eines schwermüthigen Hirt! mein treuster Freund! was sollt ich es verhehlen, wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnödsten Lüfte; doch du haft in der Wüste mich huldreich aufgesucht. - 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachteft mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt! ich preise dich. 7. Ach! daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär, nicht oft zusüde bliebe, an Lieb und Eifer leer; nicht, wie viel du gethan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken kann. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verloren war. Ja, Nam und That erweist, daß bu, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder HeiLand seift. 8. Nun, Jesu! ich beklage den deiner Güte freuen? Gott des Le2. Wird dies Herz im Grabe sich blöden Unverstand, und daß ich meine bens! todt kann ich dir kein DankLage so übel angewandt. Verstoß lied weihen. Rette mich, daß ich den Sünder nicht! mich reut und schmerzt mein Schade, verwandle beine Gnade nicht in ein Zorngericht. dich, weil ich hier noch lebe, dankbar froh erhebe. 10. Das laß mich herzlich gläuben, boch gib mir selber Kraft, dem Heile tren zu bleiben, das mir dein Tod geschafft; und wie ich glaubensvoll aus deinem Ueberflusse, zum wirklichen Genuffe, fiets Gnade schöpfen foll. Christen. Aus dem 6. Pfalm. Mel. Straf mich nicht in deinem Born. 302. 11. Doch sollt ich mich aufs neue, ich schwach Geschöpf, vergehn, so laß mir deine Treue, mein Hirte! nie entstehn; erweck und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis ich sonder Ende, als meinen Hirten, bid. trafe nicht, o Heiligster, mich in deinem Grimme. Höre, Herzenskündiger, meines Flehens Stimme! sende du Troft mir zu reiß mich aus den Nöthen, L ehe sie mich tödten. 3. Nichts, als deine Baterhuld kann mich glücklich machen. Ach, gedent nicht meiner Schuld! stärke du mich Schwachen. Heile mich, zeige dich mir in deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade! 4. Wann wirst du mich doch ers freun? wann mir Trost gewähren? ich hab' in Zähren meine Nacht oft Täglich, Helfer, harr ich dein, und Eil, Erbarmer, eile durchwacht. deinem Knecht zum Heile! 5. Elend, tiefgebeugt bin ich und Meine Seele von Seufzen müde. sehnet sich nur umsonst nach Friede. Ach! wie lang soll ich bang, Heiland müder Seelen, trübe Stunden zählen? 6. Doch, o Seele, zage nicht! Gott verstößet feinen, der ihn fleht mit Zuversicht, er vernimmt mein Weinen. Nie vergißt Jesus Chrift seiner theur Erlöften, des will ich mich trösten! 23) Vom Das Apostolische Glaubensbekenntniß. Mel. von Nr. 46. 303. Ich glaub an Gott! hoch er, der der rechte Vater heißt; des Dasein die Natur mich lehret, und den die weite Schöpfung preift. 2. Der in fich Selge sprach: es werde! und seiner Weisheit, Güt und macht frohlockt der Himmel und die Erde, von ihm aus Nichts hervorgebracht. 3. An Jesum Chrift, den Eingebornen des ewgen Vaters, unsern Herrn, glaub ich. Gott sprach: hilf den Berlornen, er kam, und half, und that es gern. 4. Er tam, und durch die Kraft des Höchsten gebar ihn einer Jungfrau Schooß. Er kam zu uns, als seinen Nächsten, und stellt sich unserm Elend bloß. 8. Bald steht er auf! Sein Haupt erhebet er fiegreich über Tod und Grab. Nun weiß ich, daß mein Heiland lebet, und trotze siegreich Tod und Grab. 167 9. Er fährt gen Himmel, um zur Rechten des Vaters aller Herr zu sein. Hier wacht er über seinen Knechten, daß hier fie einst mit ihm sich freun. 10. Als Richter kommt er endlich wieder. Erschreckt, ihr Sünder! freuet euch, ihr Frommen! er führt euch als Brider nun mit sich in sein ewig Reich. Glauben. 11. Auch an dem Geift, der ehmale mächtig in Christi ersten Zeugen war, glaub ich; noch stets ist er geschäftig, und mehrt der frommen Chriften Schar. 12. Die Kirche glänzt durch ihn auf Erden, in Glaub und Liebe feft vereint, wie glänzend wird sie einst noch werden, wenn jene Klarheit ihr erscheint! 13. Glitcfelig, wer im Tod und Leben bußfertig Jesu fich ergibt! ihm sind die Sünden all vergeben, wie viel er ihrer auch verübt. 5. O, was läßt ihn Pilatus leiden! wo ist ein Schmerz wohl, wie sein Schmerz! am Kreuze selbst mußt er verscheiden, wie bricht ihm Pein und Schmach das Herz! 6. So ftirbt der Gottmensch und Mel. Es ist das Heil uns kommen.<- 6. bekämpfet im Tod das Reich der 304. Es ist das Heil uns komFinsterniß. Des Teufels Macht nun gedämpfet; dein Heil ist nun, o Mensch, gewiß. 7. Sein Leib wird zwar des Grabes Höhle, als ein erhaschter Raub, zu Theil; doch Jefu abgeschiedne Seele bedenkt noch stets der Menschen Heil. men Gottes freien Gnaden. Die Werke helfen nimmermehr, der Bürd uns zu ent laden. Der Glaube sieht auf Jefum Chrift, der unser Mittler worden ist; der hat uns Heil erworben. 2. Da man, was das Gesetz gebot, nicht völlig konnt erfüllen, erschreckt uns Zorn und große Noth, die Niemand mochte stillen. Der Sünde Macht nahm immer zu, nichts gab uns Sündern Trost und Ruh beim Fluche des Gesetzes. 3. Und doch mußt es erfüllet sein, sonst mußten wir verderben. Drum stellt vor Gott sein Sohn sich ein, als Mensch für uns zu sterben. Der hat es ganz für uns erfüllt, damit ben schweren Born gestillt, bes Last uns alle drückte. 14. Laßt seinen Leib in Staub verwesen, er wird doch wieder auferstehn, vom Sündenschaden nun genesen, wie glänzend, wie unsterblich schön! 15. Den Herrn erblickt er mit Vertrauen, und geht zu seinen Freuden ein, sein Antlig wird er ewig schauen. und ewig voll des Lobes sein. 16. O heilger Gott, dein Wort ift Wahrheit, es ist allein die rechte Lehr. Erleuchte mich durch deine Klarheit, und heilge mich je mehr und mehr! 168 Zweiter Theil. Vom Glauben. ängstigt dich des Zweifels Bein, fo laß dir noch nicht grauen. 4. Da es durch den erfitllet ift, burch welchen wir genesen, so lern und fasse wohl, o Chrift, des Glaubens rechtes Wesen. Der Glaube spricht: du, Herr, bist mein, dein Tod muß mir das Leben sein, du hast für mich gebüßet. 12. Von allen Zungen set gepreift, um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! du selber wollst erfüllen dein in uns angefangnes Werk zu Ehren deiner Größ und Stärk! dein Name werde heilig! 5. So glaub ich fest und zweifle nicht; dein Wort wirst du nicht 13. Dein Reich komm, daß dein brechen. Wenn alle Welt die Treue Wille mag, wie droben, hier gesche bricht, hältst du doch dein Versprechen. hen! Gib unser Brod uns jeden Tag! Wer glaubt an dich und wird ge- Verzeih, was wir versehen, als wir tauft, dem ist die Seligkeit erkauft, den Schuldigern verzeihn! Bersuchung der gehet nicht vertoren. laß fern von uns sein! Hilf uns vom Bösen! Amen. 6. Vor Gott gerecht sind die allein, die dies von Herzen gläuben. Die zu den wird er nie bleiben. Er 305. Hein Mensch vor dir Mel. O Gott du frommer Gott.- 8. err! Glauben kann Lehrt, in Gottes Willen ruhn, er lehrt, dem Nächsten Gutes thun, Geduld bestehen. Drum wend ich mich zu und Sanftmuth üben. dir mit demuthsvollem Flehen. D - 7. Wer bei Gott Gnad erlangetzünde selbst in mir den wahren Glauhat, muß ihn vor Augen haben, daß ben an, weil ich durch meine Kraft er bei ihm sucht Hülf und Rath, ihn mir nicht geben kann. ihm dankt für alle Gaben, in feiner Furcht freiwillig lebt, des Fleisches Lüften widerstrebt. Dies ist der Weg zum Leben. 2. Dein Dasein laß mich, Gott, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müffe mir das Wort aus meinem Herzen rauben, daß du dem, der dich sucht, stets ein Bergelter seist, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreuft. 8. Wer aber sicher gehet hin, thut, was ihm nur beliebet, lebt fort nach seines Herzens Sinn, den Lüften sich ergiebet, ruft Gott nicht an, daß er ihn führ, mit seinem Geist ihn stets regier, der läuft den Weg zur Hölle. 3. Wahrhaftig ist dein Wort; laß mich ihm völlig trauen. Nie wantet deine Treu; laß mich darauf stets bauen. Gib, daß ich dir in Glüd 9. Den meidet jeder, der recht und Unglück stets getreu, und dem, gläubt, bewahrt, was ihm gegeben; was du gebeutst, von Herzen folgsieht zu, daß er das Fleisch betäubt; sam sei. sehnt sich nach jenem Leben; dient seinem Nächsten, ehrt und preist in Chrifto Gott mit stillem Geist, es geh ihm, wie es wolle. 4. Laß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen, dich, meinen Herrn und Gott, in Geist und Wahrheit nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That, als meinen Heiland ehrt. 5. Dein göttliches Verdienst sei mir, o Herr, stets theuer. Es fülle mich mit Trost; es mache mich stets freier vom schnöden Lasterdienst. Es tärke mich mit Kraft, zu deines Namens Ruhm, in meiner Pilgerschaft. 11. Verbirgt er je sein Angesicht, das laß dich nicht erschrecken. Selbst wenn er schon dein Joch zerbricht, 6. Wie felig leb ich dann im Glauwill ers oft nicht entdecken. Sein ben schon auf Erden! wie herrlich Wort laß bir gewisser sein, und wird mein Theil dereinst im Himmel 10. Die Hoffnung wartet still der Zeit nach göttlicher Zusage, bestimmt zur Hülf in unserm Leid dem Höchften nicht die Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, er, der der Seinen nie vergißt, und will, daß wir ihm trauen. Zweiter Theil. Vom Glauben. 169 werden! dann schau ich, was ich laß mich allezeit des Glaubens Kraft hier geglaubt, in ewger Ruh. Obeweisen. stärt im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu! - Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 306. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, an mwen soll ich mich wenden? daß man recht glaubt und standhaft ist, steht nicht in unsern Händen. hilf du mir von oben her, daß ich gestärkt je mehr und mehr, recht und beharrlich glaube. 2. Komm dann und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich mit freudger Ehrfurcht dich den Sohn des Höchsten nenne; daß ich zugleich den heilgen Geist, den mir dein theures Wort verheißt, von ganzem Herzen ehre. 8. Wohn in mir durch den Glauben so, o du, der Deinen Stärke, daß ich, als dein Erlöster, froh auch auf dein Beispiel merke, und eifrig gleich wie du gethan, auf der mir abgemeßnen Bahn, Gott und dem Nächsten diene. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß ich an meinem Ende des Glaubens voll die Pilgrimschaft mit Freu digkeit vollende. Steh dann zu meinem Trost bereit, daß ich der Seelen Seligkeit, des Glaubens End erlange. 10. Dein ists, was Guts sich in mir find't; mit dir wirds mir gelingen; du wollst, was du haft ange zünd't, zu vollen Flammen bringen. Dies fordert deines Namens Ehr, stärt meinen Glauben immer mehr, und frön ihn durch das Schauen! 3. Laß mich dein großes Gnadenheil im rechten Licht erblicken, und mich dazu an meinem mit allem Eifer schiden. Nur in dir find ich Trost 307. I first! zu bir. ErbarMel. Herzlich lieb hab ich dich.- 141. komme, und Ruh und ewges Heil, der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. 4. O gib, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen faffe; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlaffe; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mittler, hoffe. mend rufft du ja auch mir, den Frie den zu empfangen. Der Sünden Laft ist mir zu schwer. O laß mein Herz von Trost nicht leer! laß es die Ruh erlangen, die du dem tiefgebeugten Geift, der zu dir fliehet, selbst verheiß'st. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Troft und Licht! mein Trost und Licht! verwirf, verwirf du mich doch nicht. 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir. Dein Antlitz neige du zu mir, und sei mir Sünder gnädig. Wenn mein Vergehn um Rache schreit, fe mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten haft, du trugest ja auch meine Last, als du zum Heil der Sünder starbst, und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! erlöse mich durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuversicht; durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich fann ich dem Fluch entgehn, und 5. Doch laß auch meinen Glauben fich des Bluts, das du vergoffen, nicht anders trösten, als daß ich, zu deinem Dienst entschlossen, durch seine Kraft die arge Welt, und was sich dir entgegen stellt, für Koth und Schaden achte. 6. Noch ist mein Glaube schwach und klein, oft kann ich ihn kaum merken. Wer hilfet mir? nur du allein! du kannst mich mächtig stärfen; der nicht ein schwaches Rohr zerbricht, der nicht ein nur noch glimmend Licht auslöscht, wird sich erbarmen. 7. Gib, daß ich Schwacher lediglich auf deinen Beistand sehe, und dann, mit Macht gestärkt durch dich, feft in dem Glauben stehe. Mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, 170 mich mit Gott vereinigt sehn, und ewges Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil. Gib mir an seinem Segen Theil. Er sei auch mir Beruhigung und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Chrift! ich hoff auf dich, ich hoff auf dich! in dieser Hoffnung stärke mich. Zweiter Theil.- Vom Glauben. 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöft, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts; nichts einft am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Baterland entzeuch mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! ein Leben fei mir einst der Tod. 1 4. Kommet alle, kommet her, fommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sülndern Gottes Kinder. Auf! und laßt uns zu ihm nahn! Sesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 292. 308. Auf dich allein, Herr Jefu mich trösten kann: Jeſus nimmt die an! traun fich gründen, auf dich, der du mein Heiland bist, sonst ist kein Heil zu finden. Es ist kein Retter außer dir, kein Mensch, fein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann; dich ruf ich an, du bists, der helfen will und fann. hier ist, was fie retten tann: Jefus nimmt die Sünder an. 2. Erlöser! meine Schuld ist groß, fie reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los! durch deines Todes Schmerzen, weil du für mich genug gethan, nimmt Gott auch mich zu Gnaden an. So bin ich los der Sündenlast! mein Glaub umfaßt dich, der du sie getragen haft. 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb erweise. Ja, mache du mich tugendhaft zu deines Namens Preise. Sei mir in meiner 2. Keiner Gnade sind wir werth. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des ewgen Lebens Pforte durch sein Blut selbst auf gethan. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, fuchet treulich das verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 6. Nun, so hab ich guten Muth. Sind schon meiner Sünden viele, macht doch dein Versöhnungsblut, daß ich ihre Laft nicht fühle, und vers fichert sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Nun verdammt mein Herz mich nicht. Will mich das Gesetz verklagen? Der mir einft das Urtheil spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann. Jefus nimmt die Sünder an! 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenommen, und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und auch sterbend rithmen kann: Jesus nimmt die Sünder an! Mel. Alle Menschen müssen sterben.— 82. herzigkeit, und naht die letzte Stunde 310. Jesu! daß du meine Seele felbft durch deinen bitfich, dann zeige dich in deiner Gnad tern Tod aus des Abgrunds tieffter und rette mich. Höhle, aus der allergrößten Noth, fiegreich haft herausgerissen, läß'st du mich Verzagten wissen; dieses predi Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. 309. Jefus nimmt die Sünder get dein Wort, uns zum Trost noch doch dieses Troftwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Wegen wallen! 2. Blindlings, als verirrte Schafe, eilten wir der Hölle zu; aber unsre Zweiter Theil. Schuld und Strafe, treuer Hirte, trugest du; und nun rufst du allen Sündern: fommt! laßt euch die Welt nicht hindern! Euch heilt niemand, als nur ich. Herr, hier bin ich, heile mich. 3. Jch betenne meine Sünden. Ach! ich irre weit und breit. Es ist nichts bei mir zu finden, als nur Ungerechtigkeit. Beßrung hab ich oft ver sprochen, und wie bald mein Wort gebrochen. Kaum erschreckt mich die Gefahr, die mir oft so nahe war. 4. Ach! ich müßte ganz verzagen, da die Sünden, welch ein Heer! mich vor Gott so laut verklagen, wenn dein theures Blut nicht wär! doch im Bund, den du beschworen, heißt's: wer glaubt, geht nicht verloren. Ewig lebt er; ins Gericht kommt nun der Versöhnte nicht. 5. Herr, ich glaube. Rette, rette! denn mich schrecket dein Gericht. Du starbst, daß ich Friede hätte. mein Schrein! verlaß mich nicht; Hör Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. ach, gib Troft, die Angst zu lindern. 311. Jeful fich mich an in mein Furchtbar donnert zu den Sündern dort dein Fluch vom Richterstuhl, bis hinab zum Feuerpfuhl. 6. Herr, durch deine Todesschmerzen heile meiner Seele Schmerz. Du, du Kündiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz. Dies mein Herz, von Angst bedränget, doch auch durch dein Blut besprenget, übergeb ich, Jesu, dir. Nimm es gnädig an Elend, meine Noth; laß dichs jammern, hilf dem Schaden! ach! er bringt mir sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen, und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam, ist auch dein Ruhm! das erfährt dein Eigenthum. von mir. 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in dir sich zu uns lenkt, hat dich ein gen Sohn den Armen und auch mir 7. Mach es selber rein. Ich fühle, zum Trost geschenkt. Ach, wie hoch daß nichts Gutes in mir wohnt. bedarf ich deiner! Jesu! so gedenk Gutes setz ich mir zum Ziele, Böses auch meiner; denk an mich, sprich bin ich stets gewohnt. Nun kann ich mein Fleisch nicht zwingen, und das Gute zu vollbringen, hindert mich der Sünde Joch. Was ich nicht will, thu ich doch. nur ein Wort, o so weicht mein Jammer fort. 8. Brich des Fleisches starren Willen, wenn es fühn den Aufruhr wagt. Auch an mir wirst du erfüllen, was du allen zugesagt. Du willst selber in uns leben, Kraft zu jeder Tugend geben, daß nun, von der Sünde frei, ganz das Herz dir eigen sei.. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Delberg band; dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich's Scheiden ist, so hat es Gott verfehn, zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wenn die Hände sich nur regten, war die Hülfe schon bereit, wenn die Lippen sich bewegten, schallte lan9. Oft wird auch der Hölle Schrek- ter Seligkeit; ach, sie hießen zu dir len neue Furcht und Bangigkeit in kommen nicht die Heilgen, Starten, - Vom Glauben. 171 Welch der Drangsal mir erwecken. ein hart und banger Streit! Herr, laß da mich nicht erliegen. Hilf mir siegen! hilf mir siegen! wenn mein Fleisch mich selbst verklagt, hilf mir, daß es nicht verzagt. 10. Hilf durch deine blutgen Wuns den, denn durch diese werd ich heil. Durch die Qual, die du empfunden, ist nun Seligkeit mein Theil. Deine Schmach und Dornenkrone stärke mich in Schmach und Hohne, und dein Blutschweiß, Schmerz und Tod tröste mich in jeder Neth. 11. Wie du mit dem Tod gerungen, steh im letzten Kampf mir bei. Du hast ja den Tod bezwungen, daß auch ich sein Sieger sei. Dir, Herr! will ich fest vertrauen. Ich soll dort dein Antlig schauen. Muthig kämpf ich. Auf den Streit folgt, das weiß ich, Seligkeit. 172 Zweiter Theil. Frommen; nur den Sündern riefen fie, die voll Arbeit, Angst und Müh. 5. Jesus, follt ichs denn nicht wagen? sollt ich denn zu dir nicht fliehn? Sollt ich darum ganz verzagen, weil ich so verdorben bin? Nie verstießest du den Armen; meiner wirft bu dich erbarmen, weil doch deine Gnad und Huld größer ist als meine Schuld. 6. Wo die Sünde mit Beschwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch fundbar werden, wozu du geschenket bist! Reiß mich los aus Satans Stricken, brich der Hölle Band in Stücken! nimm mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel und alles hin! - 7. Mach mich dir auf ewig eigen, führ mich, wie es dir beliebt! lehr mich meiden, leiden, schweigen, folgen, wie dein Rath mich übt! Ach! so still mein ängstlich Quälen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. Mel. D Gott du fremmer Gott.<<- 8. ag doch der Spötter 312. Meer des Namens Jefu spotten. Dich, Heiland, bet ich an; du kommst, sie auszurotten. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der verloren geht; uns, die der Glaube stärkt, ists Heil und Majestät. 2. Nur du, des Höchsten Sohn, fount'st uns mit Gott verföhnen, und uns mit neuem Recht zum ewgen Glück belehnen. O! beides ist gleich groß, der Welt ein Schöpfer fein, und eine Welt, die fiel, von ihrem Fall befrein! 3. Wer kann die Majestät der Lieb und Großmuth faffen? als Sohn des Ewigen der Himmel Thron verlassen, fich selbst erniedrigen, einher in Demuth gehn, der Wahrheit Herold fein, und sich verspottet fehn. Vom Glauben. 5. Dies müsse mein Vertraun zu dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, der Gottheit Rath vom Menschen zu entdecken, bet ich der Liebe Macht, die ich nicht fassen kann, mit froher Zuversicht, doch auch in Demuth an. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren, und deine große Lieb im Schauen mir erklären. Unendlich ist mein Heil! o Glaube, der erfreut! gelobet sei der Herr, gelobt in Ewigkeit. Mel. O Gott du frommer Gott.- 8. err, allerhöchster Gott, 313. ben, und was uns nützlich ist, allein zu suchen haben; o, fieh erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich, so wie ich will, dir nicht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die 3weifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Hütlfe doch von mir nicht ferne sein! 3. O, reiche du mir selbst aus Gnade deine Hände; hilf meiner Schwachheit auf, daß sich mein Kummer ende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir im steten Wachsthum sein. 4.. Gib, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Vater seist, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sei; damit mein Herz sich dein, als seines Gottes, freu.. 5. Mach diese Zuversicht in mir, o Gott! so fräftig, daß ich mein Lebenlang in deinem Dienst geschäftig, und stets befliffen sei, zu thun, was dir gefällt; so hab ich, Gott, in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einft für 4. Die Wunder Gottes thun, und, deine Jünger batest, und, wenn sie an das Kreuz geschlagen, mit himm- wanketen, beim Vater sie vertrateft; Tischer Geduld der Menschen Schulden o unterstüß auch jeßt mein sehnliches tragen, um der zu sein, der uns ein Gebet, und schenke ewges Heil erwirbt; deß Herz ist dem, der dich darum fleht. göttlich groß, der selbst für Feinde Birbt. Glaubenskraft 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstütze Zweiter Theil.- Vom Glauben. mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligteit erlange, und dich preif in alle Ewigkeit. Mel. Mache mit mir Gott nach. 26. 314. W er, Gott, dein Wort ich tenne Gott, der liget! in folchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben fieget. Wer aber dein Wort glaubt und hält, der ist von dir, nicht von der Welt. - 2. Der Glaube, den dein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher mein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. Mel. Dennoch bleib ich stets an bit.- 156. 315. Meinen Sefum laß ich nicht. Da er sich für mich gegeben, sollt ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm hangen, in ihm leben? Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir, Gott, deine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, der flieht den Rath der Sünder, folgt 316. Chrifti Beispiel, als ein Chrift, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Denn ich bin dir, Gott, angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, in dem ist wahrlich deine Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, der in der Liebe bleibet. Die Lieb ift's, die die Seraphim, dir, Herr, zu folgen treibet. Du bist die Lieb! an deinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. 2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 173 matte Herz nun bricht, laß ich meis nen Jesum nicht. 4. Dort auch laß ich Jefum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müth leuchtet dort, mich zu erquicken, ewig mir sein An 3. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich fein Labsal mehr erfrischt, alle Sinnen mir ersterben, und das was mein sehnlich Herz begehret. Du 5. Weder Welt noch Himmel ifts, allein, mein Jesu, bists! denn für du Zorn und Gericht. Dich, mein mich mit Fluch beschweret, wandteft Jefu, laß ich nicht. nichts von dir mich scheiden. Weh 6. Dich, mein Jefu, halt ich feft, laffe euch, die ihr sein vergeßt! ihr beraube euch ewger Freuden! felig aber, der da spricht: meinen Jesum laß ich nicht. Mel. Herr hör, ach höre mein. ucht man die Freundschaft in der Welt nur unter solchen, die sich gleichen: weiß ich doch, daß sich Gott gesellt zu denen, die ihn nicht erreichen. Ist Gott schon alles, und ich nichts; ich Schatten, er die Quell des Lichts; er noch so stark, ich noch so blöde; er noch so rein, ich noch so schnöde; er noch so groß, ich noch so flein: ist er doch mein, und ich bin sein. Vom Glauben. 7. Auch wenn man, was ich habe, nimmt, was ich bedarf, mir nicht gewähret; wenn alles, wider mich ergrimmt, mich drückt, verfolgt, beraubt, entehret, gleich jenen Märtyrern mich quält, zerfleischt, zerstümmelt und entseelt. Die Welt raub alles! meinen Glauben kann ihre Wuth mir doch nicht rauben. So bleibet ja das Beste mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Sogne, nicht nur sein Kreuz, nicht Geist, die er erschuf und auch erlöfte, nur sein Grab, auch seine Herrlichkeit hier beide schüßzet, pfleget, speift, bis und Krone. Was er geredet und gedacht, was er gebetet und gewacht, was er gehorchet und gelitten, was er empfangen und erstritten, auch selbst sein Fleisch und Blut ist mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 174 Zweiter Theil. 2. Mein gütiger Immanuel, mein Mittler wußte Rath zu finden, mit meiner ihm entrißnen Seel sich den noch wieder zu verbinden. Mein treufter Freund, mein Jonathan, sieht meinen großen Jammer an. Er kommt, daß er mein Bruder werde, herab vom Himmel auf die Erde, mit mir ein Leib, ein Fleisch, ein Bein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. - er dort beide ewig tröste. Gesundheit, Stärke, Munterkeit, Wiz, Scharfsinn, Muth, Entschlossenheit, selbst daß ich, was ich von ihm habe, erkenn und weiß, ist seine Gabe. Vom Undant hält er selbst mich rein. Mein Freune ist mein und ich bin sein. 4. Wie sich sein Aug an mir vergnügt, so bin auch ich in ihm zufrieden. Nuhm. Er tam, von Sünden mich 9. Sein ist mein Bürgerrecht und Welch Band, das uns zusammenfügt! von ihm auf ewig ungezu retten. Ich hatte für mein Eigen schieden, hat nun die Seele, wo sie thum sonst, leider! nichts, als Schand ruht. Auch darf sie um dies höchste Last in seinem Kreuz auf sich gefaßt. und Ketten. Doch er hat alle meine Gut nicht eisern, hadern, hassen, neiden; er nährt uns allesammt mit Freuden. Die Welt nur kann der Neid entzwein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. Er gab mir Freiheit für die Bande; und seiner Unschuld Ruhm ward mein. er selbst trug meines Frevels Schande, Mein Freund ist mein und ich bin sein. 10. Nun zürn und stürme jeder 5. Er, er ists, den ich mir erwählt! Feind! er soll mir doch nicht Angst mur er ist meiner Seele Leben. Da erwecken. Und ist der Richter selbst er mich zu den Seinen zählt, so soll mein Freund, wie kann das Weltauch ich nach ihm nur streben. Ist gericht mich schrecken? Ob Erd und ers nicht, der mich herzlich liebt? Himmel bricht und kracht; ob Leib Ift ers nicht, der sich ganz mir und Seele gleich verschmacht't; ob gibt? Was kann ich mehr von ihm meine Glieder gleich verwesen: durch begehren? Was kann er Bessers mir gewähren? Nun blendet ferner mich fein Schein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. ihn bin ich vom Tob genesen. Was sollt ich Tod und Grab noch scheun? Mein Freund ist mein und ich bin sein. 6. Ohn ihn ist mir das Leben last, ohn ihn der Himmel selbst tein HimMel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. mel. Durch ihn find ich in Arbeit 317. Eins ist Noth! ach Herr, Raft, und mitten mel. So viel Geräusch auch um mich sei, ohn ihn ists öde Wüstenei. Doch bin ich, wenn mich alle fliehen, wenn sich auch Brüder mir entziehen, zwar einsam, aber nicht allein. Mein Freund ift mein und ich bin sein. dies Eine lehre meine Seele doch! Auch beim schimmerreichsten Scheine ist sonst alles nur ein Joch, unter dem das Herz fich plaget und doch keine Ruh erjaget. Alles aber wird ersetzt, wenn dies Eine mich ergeht. Zweiter Theil. Vom Glauben. 175 2. Seele, willst du dieses finden:| dein Schaf, versetzt. Jeful foll ich fuchs bei teiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten; schwing dich über die Natur, wo der Gottheit Füll erscheinet, mit der Menschheit feft bereinet. Da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. - 3. So wollt einft Maria wissen, was dies Einzige verhieß, als sie sich zu Jesu Füßen lehrbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! fie vergißt die Welt und sich, sieht und hört nur, Jesu, dich. dich nur haben, was kann mich wohl Süßers laben? Wo ist, was mich mehr erquickt, als wenn dich mein Glaub erblickt? 10. Drum sollst du mir nur das Eine, du nur sollst mein Alles sein. Prüf und forsche, wie ichs meine, und tilg allen Heuchelschein. Wenn die Welt bald lockt, bald höhnet, fich das Fleisch nach Eitlem sehnet, auch die Hölle stürmt und droht, wähl ich dich: denn Eins ist Noth." 4. So steht, Jesu, mein Verlangen Mel. Wie schön leuchtet der. 85. ganz und einzig nur nach dir. Uch, 318. Wie herrlich strahlt der o ich dürft an zu neige du dein Herz zu mir! Wenn auch viele träg verweilen, brenn ich doch, dir nachzueilen. Jesu, Geist und Leben ist, was von deinen Lippen fließt. 5. Ja, mich reizt der Weisheit Fülle, die in die verborgen liegt. Hilf mir nur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt, daß die Demuth mich regieret, und zur rechten Weisheit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, fenn ich dich, mein Jesu, nur. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig köstlich Blut. Mir auch haft du, Herr, erworben, als du an dem Kreuz gestorben, meinen Schmud, das reine Kleid gültiger Gerechtigkeit. 7. Nun so gib, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild erwacht. Mir bist du, den ich erwähle, auch zur Heiligung gemacht. Was nur dient zum wahren Leben, das ist mir in bir gegeben. Ach! entreiß mich ganz der Welt, daß ich thu, was dir gefällt. 8. Herr, was soll ich mehr verlangen, da in dir mein Herz nur ruht? Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; hast mich meiner Band entbunden, ewige Erlöfung funden, daß ich mich Gott freudig nahn, findlich Abba rufen kann. 9. Bolle Gnüge, Fried und Freude ifts, was meine Seel ergetzt. auf wie so gute Weide haft du mich, 1 ein Glanz geht auf im Herrn! wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Stern Jacobs! sich nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmachten. Jeful Jesu! schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben! 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn! des Himmels großer König! aus vollem Herzen preis ich dich! hab ich nur dich, so rühret mich, was alle Welt reizt, wenig. Komm doch, komm doch! wahrlich teiner tröstet deiner, Brot des Lebens! wenn ihn hungert, sich vergebens. 3. In dir nur kann ich selig sein. Geuß tief, tief in mein Herz hinein, die Flamme deiner Liebe! daß in mir nichts als Inbrunst sei, tein Weltsinn deine Leiden scheu, kein Undant dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich faffe, und nicht laffe, ewig wähle, dürftet meine ganze Seele. 4. Bon Gott strahlt mir ein Freudenlicht, so oft dein lieblich Angesicht sich neigt, mich anzublicken. Mein Jesu, du mein höchstes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut, tann Seelen recht erquicken. Speis mich, tränt mich, Seligmacher! daß ich Schwacher, daß ich Erde Him melsfreuden inne werde. Hirt, 5. Und wie, Gott Vater, preis ich dich? Gott, ewig, ewig haft du 176 Zweiter Theil. Vom Glauben. mich in deinem Sohn geliebet. Dein tann felbft der Hölle Wüthen Ruh Sohn hat mich ihm fest vereint. Er in Eil gebieten. felbft, mein König, ist mein Freund. 5. Lockt nur, Gold und Schätze! Trotz dem nun, was betrübet! Seele! Ehre, sei der Götze der betrognen Welt! Seele! ihn, den Sieger stolzer Krie- Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von ger, wähl zum Freundel und dann dem mich wenden, der mich treu erfürchte feine Feinde. hält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Ihm, welcher Höll und Tod bezwang, ihm, ihm mütß unser Lobgesang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet! tönet! Jubellieber, schallet wieder, daß die Erde ganz voll seines Lobes werde. 6. Weich, des Eiteln Liebe! weicht des Fleisches Triebe! Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden. Fliehet weit von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid! ihr beschweret das Gewiffen. Euch will ich nicht wissen. 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Chrift, daß du der Erst' und Letzte bißt, der Anfang und das Ende. Du schließeft felig meinen Lauf, du wedst mich auch von Todten auf; des Nopf ich in die Hände. Amen! Amen! ja wir müssen, denn wir wissen, wem wir trauen, noch dereinst dein Antlik du meine Freude. schauen. 10 7. Weichet, Sorg und Zagen! schweiget, bange Klagen! Jesus ift ja mein! jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zuletzt erfreun. Hab' ich hie viel Angst und Müh', Sesu, auch im bängsten Leide bleibfi Mel. des 25. Pfalms. H öchst erwünschtes Seelenleben, ach wie unbekannt bift du, wo man sich nicht will bestreben, nach der ewgen Himmelsruh. Ach, wie eitel ist der Wahn, der des Fleisches Sinn verblendet, wenn er flebt der Erden an, sich zum Rauch und Schatten wendet. 2. Ach, wie oft bin ich gerathen in dieselbe Blindheitsnacht, wenn ich 4. Wer ists, der den Glauben mei- über Herz und Thaten nicht sorgfältig nem Herzen rauben, ihn erschüttern hab gemacht. Wie hat die Erfah kann? Bei der Hölle Toben stimm rung mich meine Thorheit oft gelehret, ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Jesu Macht hält mich in Acht, die wenn mit eiteln Sorgen sich mein be trognes Herz verzehret. Mel. Jefu, meine Freude.- 89. 319. eu, meine Freude, befter 320. Leide! Gut im Glück! du hast meine Liebe, du füllst meine Triebe, an dir hängt mein Blick. Hab ich dich, wie reich bin ich! doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden. 2. Unter deinem Schirme können feine Stürme mir erschrecklich sein. Laßt auch Felsen splittern! Laßt den Erdkreis zittern, und den Einsturz dräun! was ist's mehr? Rings um mich her mag es donnern, frachen, bligen! Jesus will mich schützen. 3. Donnert auch im Grimme des Gefeßzes Stimme, Jesus ftillet fie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Jefus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht. Freudig, daß ich Jesum sehe, blick ich auf zur Höhe. Zweiter Theil. 3. 3war der Schluß ward oft genommen, ich riß mich im Geiste los; doch wenn es zur That sollt kommen, fand ich mich von Kräften bloß; ich Gefangner, Ärmer, ich! wer zerschlägt mir diese Ketten! Jesu, Held, erbarme dich! Mächtiger! du kannst mich retten. 4. Jesu! Stärke der Verzagten, der du gibst den Matten Ruh; wahre Zuflucht der Geplagten, rühr' mein Herz und brings dazu, daß die ganze Kreatur nichts in meinen Augen scheine, und ich darauf denke nur, wie ich ewig sei der Deine. 5. Ach, vertilge das Verlangen, das noch etwas Irdsches will. Nimm den böfen Sinn gefangen, der nicht hält in allem still. Gib, daß ich in dieser Welt nichts der Sorge werth mag achten, weil du mich darein gestellt, um nach besserm Gut zu trachten. 6. Gib mir Augen, um zu sehen Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 1 119. 321. Wº o soll ich hin? wer hilfet mir? Wer führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir, will ich mich frei begeben. Du bists, der das Ver lorne sucht; du segneft das, so war verflucht. Hilf, Sefu, dem Elenden! - 2. Herr, meine Sünden ängsten mich, der Todesleib mich plaget. Lebens- Gott erbarme dich! vergib mir, was mich naget! du weißt es wohl, was mir gebricht! ich weiß es anch, doch völlig nicht. Hilf, Sesu, dem Betrübten! Vom Glauben. 177 drum ist mein Herz auf dich gericht't. Du kannst mir alles geben. Im Tode kannst du bei mir stehn; in Roth als Herzog vor mir gehn. Hilf, Jesu, dem Zerknirschten! trägt: auf dich will ich mich legen. 4. Bist du der Hirt, der Schwache Bist du der Arzt, der Kranke pflegt: erquicke mich mit Segen! ich bin ge fährlich krank und schwach, heil und verbind, hör' an die Klag. Hilf, Jesu, dem Zerschlagnen! Mel. Auf meinen lieben Gott.- 78. o Sünder mir Sträfte, um zu gehen bis ins 322. W hin, der ich fo ftraf Heiligthum hinein. Mache mich mit bar bin? Wo kann ich Rettung fin dir bekannt, laß in deinen Liebesflam- den? Mich schrecken schwere Sünmen Herz und Seele sein entbrannt, Iden; mit Angst bin ich umfangen, halte dich und mich zusammen. wo soll ich Troft erlangen? 7. Weicht, ihr eitelen Gedanken, stört nicht ferner meine Ruh. Ich will in den Lebensschranken eilen mei nem Jefu zu. Jefu will ich geben Ehr, in ihn will ich mich versenken, und forthin mich um nichts mehr, als um seine Liebe tränken. 5. Ich thue nicht, Herr, was ich foll; wie kann ich doch bestehen? Dies ängstigt mich, das weißt du obr. ich Elender endlich, frei vom Leib des Ach, wann wirds doch geschehen, daß Todes, bei dir feil ich danke Gott durch Chriftum. 2. O Jesu voller Gnad! auf dein Gebot und Rath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Gitte; laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Sch, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir flecken, und mich so heftig schrecken, in deine tiefe Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut mach meine Schulden gut; wasch mich da mit von Sünden, und laß mich Rettung finden; ins Meer fie tief versenke, und ihrer nicht gedenke. denn du haft mich erlöft; was ich 5. Du bist es, der mich trößt't, gefündigt habe, verscharrtest du im Grabe, da wird es bleiben müffen! du heileft mein Gewiffen. doch werd ich ihrer los, wenn ich 6. 3war meine Schuld ist groß dein Blut auffaffe, und nun die Sünde 3. Du spricht zu mir: berzage haffe. Wer so fich zu dir werdet, nicht! du rufft: ich bin das Lebenleht bas sein Leid geendet. 12 178 Zweiter Theil. 7. Sehr vieles fehlet mir, doch find ich es bei dir. Dein Blut vers föhnt mich Sünder; es stärket mich nicht minder, daß ich Tod, Teufel, Sünde, und alles überwinde. - 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht berzagen, mit dir kann ich es schlagen; dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trotz bald schweigen. Von der Heiligung, 9. Darum allein auf dich, Herr, Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben; dein Reich muß ich ererben; denn du haft mirs erworben, da du für mich gestorben. 10. Ach, bringe meinen Sinn durch deinen Geift dahin, daß ich mag alles meiden, was dich und mich kann scheiden; daß ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. 24) Von der Heiligung, oder dem chriftlichen Wandel überhaupt. 9. Vergreif dich nicht an jemande Gute; erwuchre nicht der Armen Schweiß, und lebe mit vergnügtem Muthe von deiner eignen Hände Fleiß. dein Zeugniß, wo es nöthig ist. Be schäm und fleuch die Ehrendiebe, und rede nicht mit arger List. 11. Verdamm, als Sünden, die Be gierden nach jemands Weibe, Hab und Haus, und wenn sie in die rege würden, so tilge sie bei Zeiten aus. 12. Zehn Borte find dir vorge schrieben, doch eins fast alles unter fich: Gott sollst du über alles lieben, und deinen Nächsten, so wie dich. 3. Du sollst den Dienft der Bilder fliehen; mach keins, es sei, wovon es woll, fußfällig vor ihm hinzuknien: denn ich, dein Gott, bin Eifers voll. 4. Den Namen Gottes zu entehren, 13. Mein Mittler! ich erschrede scheu, liebst du deine Seligkeit; magft heftig, da Gott mit mir im Donner du es, falsch und leicht zu schwören, spricht. Durch deinen Geift wirk auf so ist die Strafe schon bereit. mich kräftig; vertritt du selbst mich im Gericht. 5. Sechs Tage widme den Geschäf ten, der siebente gehört dem Herrn; dien ihm daran aus allen Kräften, bem großen Gott, und dien ihm gern. 6. Erweis den Eltern bis zur Bahre Gehorsam, Ehre, Lieb und Treu, daß Gott dir lange Lebensjahre, und hier und dorten Heil verleih. Die heiligen zehn Gebote. Mel. von Nr. 46. 323. Erheb dein Herz, thu auf du Bolt, das du verstocket bift, und Gott sich doch zum Volk erkoren! vernimm, was Gottes Wille ist: 2. Ich bin der Herr, dein Gott und Retter; aus jenem Diensthaus führt ich bich. Verehre teine fremden Götter; du haft ja feinen Gott, als mich. 7. Enthalte dich von eigner Rache, und schone beines Nächsten Blut. Befiehl dem Höchsten deine Sache, wenn dir schon jemand Unrecht thut. 8. Entweih die Eh' nicht und verbleibe von leppigkeit und Unzucht frei, daß deine Seele sammt dem Leibe ein reiner Tempel Gottes sei. Gebet über die zehn Gebote. Mel. bes 116. Psalms. 324. M ein Bundes- Gott! ach, unterweise mich, daß ich in Furcht, Vertrauen, Demuth, Liebe, bich ehr, und stets Geduld und oder dem christlichen Wandel überhaupt. Hoffnung übe, und lieber alles Mel. ven Nr. 79. fahren laß, als dich. 2. Gib, daß ich, o du höchsvollkommner Geist, auch dir im Geist und 325. Gott! wie rein ist deine Lehre. Wenn ich höre, in der Wahrheit diene, und keinen wie wir vor dir sollen sein: of so Dienst zu leisten mich erfühne, wordringen die Befehle in die Seele, wie auf mich nicht dein heilges Wort ein scharfes Schwert hinein. verweist. 3. Es nenne deinen Namen nie mein Mund vergeblich; falsches und unnützes Schwören sei von mir fern; voll Demuth dich zu ehren, so gut ich kann, erheischt von mir dein Bund. 2. Was ist an den äußern Werken mehr zu merken, als der wahren Tugend Schein? Doch, o Höchfter! deinen Willen zu erfüllen, muß das Herz geschäftig sein. 3. Ich soll selbst sein innres Dichbefiehlt. Deine hellen Augen finden ten also richten, wie es dein Gefes da schon Sünden, wo das Herz in Lüften spielt. 4. Böses soll ich nicht nur lassen, dein Geheiß, allem Guten nachzuleben sondern haffen, ich soll, Herr, auf mich bestreben, unverrückt, mit Luft und Fleiß. 4. Die ganze Zeit ist dein, voraus der Tag von dir bestimmt, in Ruhe dich zu loben. Laß mich so leben hier, daß ich dort oben in süßer Ruh dich emig loben mag. 5. Der Unterschied des Standes ist von dir, die Menschen soll er manche Tugend lehren! laß mich in meinem Stand die Obern ehren, und segne mich, o Höchster, dort und hier. 6. Liebreicher Gott, laß mich recht liebreich sein, ein Menschenfreund, ein Helfer und Erbarmer, des Feindes Freund; wie könnte sonst ich Armer, der dich erzülrnt, mich deiner Huld erfreun? 7. Laß mich, mein Gott! der Zucht ergeben sein; treu deinem Ruf, der Wollust falsche Freuden sammt ihrem Reiz mit aller Sorgfalt meiden, und meinen Leib zu deinem Tempel weihn. 8. Vor ungerechtem Gut behütte mich, daß ohne Geiz ich meinen Wandel ühre; auch jedem geb und laff, was ihm gebühre, mein Werk verricht vergnügt und emsiglich. 9. treuer Gott! regiere Herz und Mund, daß ich, wie du, Betrug und Lügen baffe, und jedermann in seinen Würden lasse, der Wahrheit stets getreu von Herzensgrund. 179 Von der Beschaffenheit der wahren Heiligung. 10. Berleih, daß ich auch die geringste Luft, die dir entgegen ist, von Herzen meide; was dir gefällt, das fel auch meine Freude, mit Lust zu bir erfülle meine Bruft. 5. Können wir denn deinen Willen doch mit ein, wenn wir noch so eifrig ganz erfüllen? Sünde schleicht fich wollen, wie wir sollen, dir, o Gott, gehorsam sein. zu entdecken, uns zum Spiegel vor 6. Dein Gesetz ist, unsre Flecken ohne Weile, zu dir, Jesn, Heil der gestellt. Ach, ich sehe sie und eife, Welt! nun nicht minder auch den Weg der 7. Doch soll der versöhnte Sünder Sünde fliehn, und im Wege des Gebotes ieines Gottes sich mit allem Ernst bemühn. 8. Dazu wolleft du mich Schwachen tüchtig machen; gib mir deinen guten Geist; alsdann will ich flüglich han deln, und so wandeln, wie dein Wort mich wandeln heißt. 326. M L enn zur Vollfüh rung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet: so rühme dich 12* Von der Heiligung, das ists, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz befizen, so wird ein Leben uns nichts nützen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Wert allein; sieh auf die Quell, aus der fie kamen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Lift und Tücke; beneidet nicht des Nächsten Glücke; fie bläht sich nicht; ist langmuthsvoll. 3. Bau Häufer auf und brich dein Brot, das Volt der Armen zu verpflegen; entreiß die Witwen ihrer Noth, und sei der Waisen Schutz und Segen; gib alle deine Habe hin! noch haft du nichts für Gott gegeben. Wenn Lieb und nicht be 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht bloß ihre Ruh; fie hofft, und glaubt und duldet alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 327. Kommt, 29. leben: so ist dir alles kein Gewinn. Perren lehren! tommt den 4. Thu Thaten, die der Heldenmuthund lernet allzumal, welche die find, noch niemals hat verrichten können; die gehören zu der rechten Christenvergieß fürs Baterland dein Blut, laß deinen Leib für andre brennení beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten: so schütz und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. zahl: die im Glauben fest bestehn, Heiland frei bekennen, dürfen sich die freudig Gottes Wege gehn, und den Seinen nennen. 180 Zweiter Theil.- der Tugend nicht, und wisse, daß dir alles fehlet. Wenn Bortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute rathen: so thue noch so gute Thaten, du haft vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden! Beglitchkest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 5. Läg ihm an unfern Werken nur: so könnt er uns, fie zu vollbringen, sehr leicht durch Feffel der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Bor ihm, der alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nicht macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 1 2. Selig, wer in Demuth lebet, allein, sich nie erhebet, wenn er groß seine Schwachheit nie vergißt, Gott und glücklich ist: Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein; Gott wird dort zu Ehren setzen, die sich hier geringe schätzen. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, Schuld verzeihn, Kraft zum Guten fern von des Stolzes eitlem Triebe, ihm verleihn, und er soll schon hier geheiligt durch die Furcht des Herrn, auf Erden, und auch dort getröstet eruent durch Glauben zu der Liebe: werden. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 181 4. Selig ist, wer Sanftmuth#bet,| in Freud und Schmerz. Bater! Hilf feinem Feinde niemals flucht, seine von deinem Thron, daß ich glaub an Fehler ihm vergibet; nie sich selbst zu deinen Sohn, und durch deines Geiftes rächen sucht; ruhig seine Pflicht voll- Stärke mich befleiße guter Werkel bringt, und sein eigen Herz bezwingt. Gott wird selber ihn beschützen, und er wird das Land besitzen. Mel. Nun bantet alle Gott.- 9. 5. Selig, die nichts mehr verlangen, 328. ch banke meinem Gott, als gerecht, wie Gott, zu sein; die feft an dem Guten hangen, und sich ganz der Tugend weihn; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes Ruhm vermehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, und den frommen Wunsch erfüllen. 6. Selig, wer der Noth des Armen niemals fühllos fich entzieht, ihm aus zärtlichem Erbarmen wohlzuthun fich froh bemüht, und wenn er um Hülfe weint, ihm mit Trost und Hülf erscheint; dieser wird auch Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, züchtig, keusch und rein zu sein; die der Wollust Stricke fliehen und der Heiligkeit sich weihn. Die der Lockung dieser Welt, und was Fleisch und Blut gefällt, allzeit standhaft widerstehen, werden Gottes Antlitz sehen. 8. Selig, wer im Frieden lebet; wer die Ruh und Einigkeit zu erhalten fich bestrebet, und wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glüd zerstört, fie die Pflicht der Eintracht lehrt. Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. gegeben, so gut ich immer kann, zu seinem Preis zu leben. Gott, wie viel Kraft dein Knecht Du weißt, noch nöthig hat! verleihe du sie mir; bei dir ist Rath und That. 2. In allem meinem Thun laß mich Pflicht, nie eigne Wege gehen. Laß auf dich nur sehen, und, untreu meiner diese Wahrheit mir allzeit vor Augen stehn: Gott siehts, Gott hörts, Gott straft, du fannst ihm nicht entgehn. 3. Gedanke, leite du mich stets in allen Sachen: ists denn auch recht, machen? und siehet jekund mich des wenn ichs der Welt gleich wollte Menschen Auge nicht: ists recht bor Gott? ists recht vor seinem Angesicht? kann ich sonst bestehen! und laß mich 4. Ach führe mich, mein Gott! wie ohne dich nie einen Schritt nur gehen. Wir überlassen, stürz ich mich nur in den Tod; wenn du mich aber führft, so hat es keine Noth. 5. Die Gnade winket mir! nie fel es, Herr, vergebens; dein Wort fei jederzeit die Richtschnur meines Le bens; daß ich, wie dirs gefällt, geh, Thun auf deine Ehre seh. fize, liege, steh, und nur in meinem 9. Selig, die um Christi willen leiden und sich deffen freun, standhaft ihre Pflicht erfüllen und den Marter- Von der Nothwendigkeit eines tod nicht scheun. Gott fteht mächtig bei, und will sie für ihre Treu einst mit unverwelften Kronen ihnen heiligen Lebens. auf das herrlichste belohnen. Der 15. Psalm. 10. mich Mel. von Nr. 46. feiten auf der wahren Tugend Bahn, 329. Wer gehen? Wer nimmt darf in deine Hütte daß ich dieser Seligkeiten hier und bort mich freuen kann. Gib, daß hier seinen Wohnplaß ein? Wer wird ich demüthig sei, meine Schuld vor auf jenen heilgen Höhen, o Herr, bir beren, die Gerechtigkeit stets liebe, beständig vor dir sein? auch an Feinden Sanftmuth übe. delt, nie ungehorsam seiner Pflicht, 2. Der, der vor dir unsträflich wan der heilig denkt und heilig handelt, und gern die Wahrheit sucht und spricht. 11. Daß ich Armen helf und diene; immer hab ein reines Herz; die in Feindschaft stehn, verfühne; dir anhang 182 Zweiter Theil.- Von der Heiligung, 3. Der nie mit seiner Zunge schmä-| sanftes Joch und seine Laft zu tra het, und groß durch seine Redlichkeit, gen, mach mich bereit und feinem nie seinen Nächsten hintergehet, und Vorbild gleich. Arges ihm zu thun sich scheut: 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit Berläumdungen verletzt; der Gottes frevelvolle Feinde nie seiner Achtung würdig schätzt: 7. Nimm weg von mir, was dir, mein Gott! mißfällt, und was mich kann aus deinem Himmel schließen, um auch durch dich der Güter zu genießen, die der genießt, der an 5. Der die Verehrer Gottes ehret; dein Wort sich hält. dem nur der Redliche gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er sich zum Schaden, hält: Mel. von Nr. 17. 6. Der nie, zum Trotze der Gesetze, 331. Bewahre mich, Herr, daß auf ungerechten Wucher leiht; und durch gerecht erworbne Schätze die, die Gott darben läßt, erfreut: der Wahn nie mein Gemüth bethöre, als wär es schon genug gethan, wenn dir nur äußre Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich verehren müffen, die dir gefallen wollen. 7. Der nie, Unschuldigen entgegen, Geschenke von Verbrechern nimmt; dem, dem ist seiner Tugend wegen ein unvergänglich Heil bestimmt! Mel. von Nr. 324. ich 330. h weiß es wohl, felbft verdient es cht, daß du, o Herr, mich vom Berderben risfest, ja, wenn du mir nach meinen Werken misfest, so ist der Tob mein Urtheil im Gericht. 2. Die Gnade mur in Chrifto macht mich frei; doch soll ich dich in guten Werken preifen, und durch den Fleiß der Heiligung beweisen, wie sehr ich bir, mein Gott, verbunden sei. 3. Dein Sohn hat mich mit seinem Blut erkauft, nicht, daß ich nur der Hölle möcht entgehen, dein Ebenbild follt nun in mir entstehen; drum bin ich auch mit deinem Geist getauft. 4. Mein Leib und Seel soll, als dein Eigenthum, von dir, o Gott! und deiner Gnade zeugen; nicht nur der Mund soll niemals hiervon schweigen, der Thaten Stimm erhöhe deinen Ruhm. 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, die, Herr! zu Jesu sagen, und nicht dabei mit Ernst zugleich der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du, als deine Kinder, o Gott, in ewgen Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom Glanben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie bloß äußerlich bekennen. Gib, daß mein Glaube thätig sei, und Tugendfrüchte bringe; daß ich, vom Sündendienste frei, mit Eifer darnach. ringe, im Guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o Gott, der Men schen Herz, und liebst, die redlich handeln. O laß in Frende und in Schmerz mich richtig vor dir wandeln. Dein Wille fei mein Augenmerk. Hilf mir selbft ihn vollbringen; durch dich muß jedes gute Werk dem glücklich noch gelingen, der deine Hülfe suchet. 5. Des Glaubens Kraft tann ich ja anders nicht zu meinem Trost, als 5. Doch wenn ich aus Unwiffen aus den Früchten merken! den Näch- heit und Uebereilung fehle: so thu fien reiz ich auch zu guten Werken an mir Barmherzigkeit, und richte nicht anders, als durch meiner Werke meine Seele durch deine Gnade auf Licht! vom Fall. Erhalt mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst mit den Deinen dir ohne 6. Ach, nimm mich auf in deines Sohnes Reich, o Gott, laß mich nicht aur Herr! Herr! ihm sagen; sein Fehltritt dienel oder dem christlichen Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 332. Dein bin ich, Herr, dir will ich mich zum Opfer ganz ergeben; rechtschaffen, fromm und rein will ich vor deinen Augen leben. Wie fönnt ich eines andern sein? Ich bin ja durch die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung. 7. So werd ich, der ich finster mar, ein Licht in deinem Lichte! besteh einft mit der kleinen Schar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und lobe dich, daß deine Gnad und Treue mich gerecht und selig machte. Wandel überhaupt. 183 Dank und Ruhm gebracht! fallt nieder, Menschen, betet anl 2. Dich preiset jede Kreatur, der höchste Engel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur; dein Wink erregt und stillt den Sturm. 2. Ich fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem Angesichte. Erbarmen war dein Angesicht, mich von der Finsterniß zum Licht, zu dir zurück zu rufen. 4. Du schufft das menschliche Ge schlecht; durch dich, Gott, sind wir, was wir sind; du bist mein Herr, ich bin dein Knecht; du bist mein Bater, ich dein Kind. 5. Wie darf, wer, Vater, dich nicht ehrt, des Glüds, dein Kind zu sein, sich freun? Nur die find dieser Ehre werth, die ganz sich deinem Dienste weihn. 3. Dein, Herr, dein ist Barmherjigkeit; du liebest selbst die Sünder. Seid, rufft du, geistlich mir geweiht, und meiner Gnade Kinder! ihr irrt und fündigt; faffet Muth; dort fließet der Versöhnung Blut, von Sünden euch zu waschen. 4. Dein Sohn erniedrigt sich, und ftirbt zur Tilgung unsrer Strafen, büßt für die Lafter und erwirbt Befreiung ihren Sclaven. Wie vielfach, Höchster, bin ich dein! o laß mich feines andern sein. Dein Sohn ist auch mein Heiland. 6. Wie billig, wie gerecht und gut ist alles, was uns Gott gebeut! wohl dem, der seinen Willen thut! ihn thun, ist Freud und Seligkeit. 7. Nur das, was bös und schädlich ist, und uns entehrt, verbeut uns Gott. Weh dem, der seine Pflicht vergißt! er stürzet sich in Schand und Noth. 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhm erkauft mit seinem Leiden, will ich mich, Gott, dein Eigenthum, von dir nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die Welt! getödtet, was dir nicht gefällt, damit ich dir nur lebe! 8. Gott ist, wenn er Gesetze gibt, tein menschenfeindlicher Tyrann; bloß weil er unsre Wohlfahrt liebt, treibt er uns zum Gehorsam an. 9. Leicht ist die Laft und sanft 6. Dies wirke, Gott, dein Geift sein Joch. Wers willig trägt, setzt in mir! ich habe kein Vermögen, die seinen Lauf stets freudig fort, und Sünd und alles, Gott, was dir fällt er noch, so hilft ihm Gott selbst verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein wieder auf. Herz, nimm ganz mich hin, und gib mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. 10. Bald heißt uns seine Lieb und Huld gehorsam sein aus Dankbarfeit; bald warnt er uns vor neuer Schuld, und übet uns durch Kreuz und Leid. Mel. Komm, o Gott, Schöpfer.- 197. 333. Dein ein, Gott, ist Maje ftät und macht, und alles ist dir unterthan. Dir werde Gott, mur blickt, ist Ordnung, Eintracht, Har3. Wohin mein Auge, monie; und ich, mit deinem Bild ge schmüct, empöre mich und störe fie. 11. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt, und hält uns Tod und Leben vor; uns rühret und erwedt sein Geist: und ich verschlöffe Herz und Ohr? 12. Nein! Gott dir sei mein Herz geweiht, Gehorsam sei mein größter Ruhm. Verleihe mir Beständigkeit, und heilge mich, dein Eigenthum. Zweiter Theil. Bitten um Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist ganz.- 90. ilf mir, mein Gott! 334. verfeihe mir, daß ich mir dich begehre; mein ganzes Glück nur such in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß weder Leid, noch Glück und Freud mich jemals von dir trenne. 184 - Von der Heiligung, Nein mir heilig sein; laß mich nicht lieblos richten, und Bank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb und Sanftmuth schlichten. 8. Herr! lehre mich Enthaltsamkeit, gib mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Luft mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem Nächsten handeln. 2. Erfülle mich mit wahrer Reu, wenn ich dich, Gott, betrübe, gib, daß ich alles Böse scheu, und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Vorsatz je verleben. Der Seele Heil, mein ewges Theil, laß mich recht theuer schätzen. 3. Mein Gott! ich bitte dich, verleih mir einen festen Glauben, der standhaft, tren und thätig sei, und laß mir den nichts rauben. Gib, daß ich mich allzeit auf dich und auf dein Wort verlaffe, und in der Noth, ja selbst im Tod dein Heil getroft umfaffe. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Heiland liebe, und bilde mich seinem 335. ich mich stets fibe, auf ihn zu sehn, ihm nachzugehn, mich seiner nicht zu schämen, und stets bereit mit Freudig telt sein Kreuz auf mich zu nehmen. 9. Gib, daß ich stets den Müßiggang fammt aller Trägheit fliehe! daß ich der Welt mein Lebelang zu dienen mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott! mir wohlgelingen, und segneft du das, was ich thu, dir dafür Ehre bringen. 10. Ach, gib mir deinen guten Geift, der selbst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe. So wird mein Herz in Freud und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einft bei dir, den Lohn der Treue geben. Mel. von Nr. 55. I ernstlich vorgenom habe, Gott! mir men, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit 2. Erforsche mich, sieh, ob ich's mein schwaches Herz regieren; nie Haß redlich meine! gib, daß ich nicht bloß, und Born und Bitterkeit zur Rache was ich sein soll, scheine, mit allen mich berführen. Dein Wort gebeut Kräften strebe, deinen Willen ganz Versöhnlichkeit, verdammt der Rachsucht Triebe; gib, daß den Feind so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe. 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und großem Namen streben; laß mich vielmehr nach deiner Lehr in wahrer Demuth leben. 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen! verschleuß mein Ohr der Sünde Schmeicheleien! ftets werde mir das Gleiffende der Lafter nur mehr verhaßter. 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu 7. Die Falschheit, Lift und Heuche- meinen Pflichten, so mag die Welt, lei hilf mir sorgfältig fliehen; nie wie ihrs gefällt, mich richten; ich, müß ich mich durch Gleisnerei um hab ich deinen Beifall, kann mit Menschengunst bemühen. Laß Ja und Freuden Berachtung leiden. zu erfüllen! 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wenn mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd ich deine Wege wandeln! wie richtig handeln! oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Du achteft nicht das Ansehn der Personen, wirft billig alles richten und belohnen, mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Bald, bald vollend ich meiner Prüfung Stunden. Werd ich im erfunden: wie Tode bewährt Mel. von Nr. 17. hon verwandeln sich dann meine 337. D Eugend schenlft, Gott, er Verstand und schön Leiden, und werden Freuden! Vater meines Lebens! wo du nicht Thun und Lassen lentft, so leb to hier vergebens. Denn, wen dein Geift nicht neu gebiert, der bleibt der Sünd ergeben; und, wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurchgedrungen. Mel. Herr Chrift, der einge Gottessohn.- 94. 336. Herr err Jesu, Gnadensonne! wenn dein erquickend Licht bei uns mit Kraft und Wonne, durch Frost und Schatten bricht; so wird das Herz erfreuet, so wird der Geist erneuet; versag dies Glück mir nicht! 2. Mit vielen großen Sünden reiz ich dich wider mich; doch laß den Born verschwinden, vergib genädiglich. Du pflegst dich ja der Armen mitleidigst zu erbarmen; ach, Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen des alten Menschen Sinn. Weg Sünden, die mich quälen! Herr! laffe mich forthin mit einem heilgen Leben mir felbft das Zeugniß geben, daß ich erlöset bin. 185 8. Ich lebe deiner Gnaden, mich stützet deine Treu; dir zeig ich meinen Schaden, die Gnade macht mich frei. Damit ich deinen Willen be ständig mög erfüllen, so steh mir träftig bei! 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, Herr! durch dein Wort. Wie blöd ist mein Verständniß, und welch ein finstrer Ort! doch sprich: und es wird helle, es weichen auf der Stelle die düstren Schatten fort. 2. Drum, Vater, neig dich väterlich zu deinem schwachen Kinde. Gib mir ein frommes Herz, daß ich mich scheu vor jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig Wort entfalle, vielmehr von meinen Lippen dir manch freudig Lob erschalle, den Nächsten zu erbauen. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spötter höre, damit in meinem Glauben mich kein frecher Thor bethöre. Hilf, daß kein Wiß der Lästersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tückisch sucht durch mich dann Zwie tracht stifte, nie mich zur Schmäh sucht reize. 4. Die Augen, Gott, bewahre mir, vor unverschämten Blicken, und vor 5. Ach, Herr, wie gar geschäftig unzüchtiger Begier, die Unschuld zu ist Fleisch und Blut in mir! erzeig verstricken. Laß sie den Schmuck der dich in mir kräftig, auf daß ich für Sittsamkeit weit über alles schätzen; und für der Sündenwelt absterbe, was reiner Engel Aug erfreut, das und nach dem Fleisch verderbe, hin- sei auch mein Ergeßen; was bu gegen leb in dir. liebst, ihr Bestreben. 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 5. Behüte mich vor Schwelgerei, die leicht das Herz beschweret; bor Trunkenheit, die ohne Scheu Schand thaten üben lehret. Die Luft, die bloß den Leib ergetzt, verderbt auch 7. Schwach bin ich, gib mir Stärke; fromme Herzen; und was die Welt der Feind schreckt, gib mir Muth. für Freude schätzt, bringt Nachren, Weg, Ruhm der eignen Werke! Herr! Elend, Schmerzen, und stürzt zuletzt was dein Geist nicht thut, was ich zur Hölle. aus eignem Triebe bald laffe, hald verübe, ist böse und nicht gut. 6. Hilf, daß mein Geift nichts fieber hört, nichts lieber spricht und 186 Zweiter Theil. Von der Heiligung, dentet, als was den Glauben stärkt| Rohr, vom Wind regiert, so trrt, und nährt, und Luft zum Guten von Leidenschaft verführt, auch oft schenket; was mich zu jenem Leben mals meine Seele. Herr, hilf mir, bringt, wo man bei dir stets lebet, daß ich als ein Chrift das flieh, was dein Lob mit allen Engeln fingt, den vor dir strafbar ist, und nur das Heiland fieht, erhebet, und ihm sich Gute wähle. ähnlich schauet. - - Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 338. Gott! ott! dir gefällt fein gottlos Wesen. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Bahn, wenn du mich nicht begleiteft, 3. Umsonst such ich der Tugend Sünden mit inniger Beschämung sehn; und nicht, befreit von Menschenwahn, durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Wahrheit gehn. jeden falschen Schein. Mit Ernst willst deiner Wahrheit leiteft. Du haffest Ich will forthin das Unrecht scheun du verehret sein. Herr, hilf um Jefu und deinem Dienst mein Leben weihn. willen! Erhebe den gebeugten Muth! Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! 3. D stärke mich in dem Gedanken! gib meinem Vorsatz Festigkeit, und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leifte, und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit findlich treuem Geifte dir bis zum Tod ergeben sei! so fieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht, und mache in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 2. Laß doch mein Herz nicht fer nerhin in seiner Neigung wanken. Erhebe den verirrten Sinn zu himm lischen Gedanken! wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit, so wird es mir gelingen. Ich halte deinem Willen still. Ich will mich ändern, Herr, ich will. Gib selber das Vollbringen. 6. Erquice mich mit deinen Freuden, schaff ein getroftes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden. So halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. 4. Mein Gott! mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht! wie rauh die Bahn der Tugend! Jedoch du trugft mit mir Geduld. Laß, Vater! laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil. O laß miche als mein bestes Theil auch immerfort betrachten. 5. Ich bin ein Mensch. Du kenneft mich. Wie schwach sind meine Kräfte! doch meine Seele hofft auf dich. Du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleihn, und mich mit deiner Hülf erfreun, vor dir gerecht zu leben. Ich, dein erkauftes Eigenthum, will dafür deines Namens Ruhm in Ewigkeit erheben. 1 8. Mel. D Gott, du frommer Gott. ein Vater und mein Mel. An Wasserflüffen Babylons.- 97. 340. 340. Mei Gott, der du in 339. meinem kennst mein Herz. Ge- dein heilges Wort gegeben: regiere neigt zu Eitelkeit läßt fichs durch doch mein Herz durch deinen guten Freude und durch Schmerz oft auf Geift, daß ich dem folgsam sei, was, den Irrweg leiten. So wanft ein Gott, dein Wort mich heißt. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 2. Berleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergänglich Gut zu übermäßig achte. Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens trea, und in der Hoffnung stark und fest gegründet sei. 4. Gib, daß ich als ein Christ, mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geift regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geh ich, Herr, bor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe. Laß ohne Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und ohne Ungeduld in trüben Tagen sein. 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleischesluft ergeben, und nie dem schnöden Geiz! mein dir geweihtes Leben fei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten: so unterstütze mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hüllfe baun, und auch, wenn sie verzeucht, dir noch getroft vertraun. 187 mir sterben, dir zu leben, und mad in mir, Herr, alles neu. Ach, wir in mir zu deinem Ruhm, mein Gott das wahre Christenthum! Mel. Wer nur den lieben Gott- 7. 341. Mmich erkennen den ein Gott! ach, lehre Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Chrifti Glieder sein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sei; laß mich 3. Reiß los mein Herze von der Erden; laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert werden, und gib mir meines Heilands. Sinn. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Chri stenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Chrifto folge nach, und stets den schmalen Weg erwähle, ja. Ehre such in Chrifto Schmach. Achar wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte! hilf, daß ich dir ver bleibe treu! daßß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gefreuzigt sei. Ach, wirt in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Chri stenthum! 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung Liebe lebendig, fest und thätig fein, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heuchelschein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden: o Mel. Nun danket alle Gott- 9. 11 Bater! so verlaß, wenn meine Hütte 342. Du fagft: ich bin ein Christ. Wohl dir, bricht, mich Sterbenden mit Troft wenn Werk und Leben dir deffen, und froher Hoffmung nicht. was du sagst, Beweis und Zengnif geben, und wenn dein ganzes Thun, durch Gottes Kraft und Geist, von ben weift. deinem Christenthum die ächten Pro2. Du sagst: ich bin ein Chrift. Der ists, der Jefum tennet, der seinen Gott und Herrn ihn vor den Menschen nennet, und thut dang auch dabei, was Christus ihm gebeut... Thuft du das nicht, so ist dein Ruhre nur Eitelkeit. 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfrent; wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 188 Zweiter Theil. Von der Heiligung, 3. Du sagst: ich bin ein Chrift. zeigt Born und Haß und Neib, so Wer sichs will nennen laffen, muß bist du ja gewiß vom Christenthum leben, wie er glaubt, und alles Böse noch weit. haffen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch fein Chrift, ob er sich gleich den Namen gibt. - 4. Du sagst: ich bin ein Chrift, denn ich bin ja getaufet auf Chrifti Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet. Ja wohl! doch prüfe dich, wie stehts um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund? 13. Sag nicht: ich bin ein Chrift, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was du sagst, Beweis und 5. Haft du ihn nicht vorlängst gar Zeugniß geben. Der Name machts oft und viel gebrochen? Hast du als nicht aus; ein Chrift muß, ohne Gottes Kind dich, wie du ihm ver- Schein, das, was er heißen will, sprochen, in allem Thun erzeigt? dem im Wesen selber sein. Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Chrift, weil ich die Gnadenlehre zu Haus und öffentlich beständig les' und höre. Ja, Rieber, thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, der ist dem Höchsten werth. 7. Du sagst: ich bin ein Chrift; ich laß mich öfters finden bei Jeſu Bundesmahl, mit Gott mich zu ver12. Du sagst: ich bin ein Chrift, und rühmst dich des mit Freuden. Doch thuft du auch wohl mehr, als manche fluge Heiden? Ach, ich bes fürchte sehr, fie flagen einst dich an, weil du vielleicht noch nicht so viel, als fie, gethan. 9. Du sagst: ich bin ein Chrift! Wer kann es dir gestehen, er könne solches denn aus deinem Wandel sehen? Rührt nicht dein ganzer Ruhm aus falschem Grunde her? Wer Christi Singer ist, der wandelt so, wie er. 10. Bist du ein wahrer Christ, so müssen Sinn und Triebe nach Christi Vorbild sein. Wenn unverfälschte Liebe dein ganzes Herz erfüllt; wenn du voll Sanftmuth bist, voll Demuth, wie der Herr; so sag: ich bin ein Chrift. 14. Gott, schenke mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu sein, und nicht nur so zu heißen! denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, ge langet nimmermehr zu dir ins Himmelreich. Kampf der Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist ganz.-90. binden. Doch zeiget fich bei dir in 343. Oft denkt mein Herz, deinen Werken auch rechtschaffne rung nach solchem heilgen Brauch? Beffewie es 8. Du fagft: ich bin ein Chrift! ich bete, les' und finge; ich geh ins Gotteshaus. O lauter gute Dinge, wenn du von Heuchelei dabei entsernet bist, und deiner Andacht Zweck die Ehre Gottes ist. Herr, deinen Weg zu wandeln, und täglich deinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh, sie ist der Sieg der Lüste! jedoch, mein Gott, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Lafter freun, trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken, doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich 11. Doch wenn man noch an dir das Gegentheil verspilret; wenn Stolz und Uebermuth dein eitles Herz regieset, wenn statt der Sanftmuth sich zum Entzücken. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 189 4. Gott, hättest du es uns ver- Bitten um Beständigkeit und gönnt nach unsers Fleisches Willen, Wachsthum in der Heiligung. wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier, aus Mel. von Nr. 72. wir doch dann von dir, du weiser Bosheit uns zu kränken: was müßten Bater, denken? mein 5. Du willst, wir sollen glücklich sein, drum gabst du uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schätze. Du spricht in uns durch den Verstand, du spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. und meiner ganzen Liebe werth. Mie 344. Schön ist die Eugenb Seel auch oft begehrt. Ach könnt aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine ichs, wie würd ich mich freun! wer heilig ist, muß selig sein. 2. Gott ist der Seligkeiten Fille Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordvon Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein feit her war er gut; er bleibts, und nung und Vollkommenheit! Bon Ewigrecht ist, was er thut. 6.' Dich fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, fie wählen; ein Thier folgt Trieben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Höchster, ähnlich werden. 3. Wie schnell umhüllen Finsterniffe mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann fliehn die heiligsten Ent dahin. Bald wähl ich, was dem schlüsse, den Morgennebeln gleich, Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! 7. stärke mich dazu mit Kraft, so wird es mir gelingen. Du bist es, Gott, der beides schafft, das Wollen 4. Ich Armer! darum fommt tein und Vollbringen. Wer Kräfte hat, wird Friede in mein verschmachtetes Gedurch Gebrauch von dir noch mehr be- bein! wie bin ich dieses Wechsels kommen; wer aber nicht hat, dem wird müdel wann werd ich fest im Guten auch das, was er hat, genommen. sein? Wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 8. Mich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister. Ihn zeigte mir, und ihn betrat ja 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, selbst mein Herr und Meister. Herr, aller guten Gaben Quell. Sie laß mich nie des Frechen Spott auf dig unbefleckt und hell, daß nie der leuchte mir in voller Klarheit bestän diesem Pfade hindern. Mein wahrer Günde Täuscherei gefährlich deinem Nuhm ist bei dir, Gott, und nicht bei Menschenkindern. Kinde sei. 9. Gib, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so furzer Jahre vergleich, in deiner Liebe mache mich, weil ich 6. O bilde, Vater, meine Seele! und ernstlich allezeit gedent an meine zu meinem Troft dich wähle, getroft Bahre. Das Kleinod, das der Glaube hält, laß neuen Muth mir geben, und zu den Freuden jener Welt mich oft im Geist erheben. und unveränderlich. Denn bin ich erst dein Eigenthum, so bin ich ewig auch dein Ruhm. 10. Erhalte mich stets unverzagt, Mel. von Nr. 234. wenn mirs nicht immer glicet; 345. Mie felig, Herrl int wenn mich, so viel mein Herz auch wagt, ftets neue Schwachheit drücket. bift sein Schild und großer Lohn. der Gerechte, du Du siehst nicht auf die That allein, D, daß ich ganz gerecht sein möchte! bu stehst auf meinen Willen; ein doch ach, wie wenig bin ichs schon. göttliches Verdienst ist mein! dies Du weißt es, Gott, ich bin noch weit laß mein Herze ftillen. entfernt von der Vollkommenheit. $ 190 Zweiter Theil. 2. Wie viel ist noch an mir zu Finden, das nicht mit deiner Vorschrift ftimmt! oft übereilen mich noch Sünden, wenns Herz gleich bessern Borsatz nimmt. Ja, oft verletz ich meine Pflicht, mein Gott, und weiß es selber nicht. - 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur du kannst mich im Guten stärken; drum fall ich, Bater, vor dir hin. O mach, um heilig ganz zu sein, mich von verborgnen Fehlern rein. 4. Bon aller eitlen Eigenliebe befreie mich durch deine Kraft. Erweck und mehr in mir die Triebe zu dem, Von der Heiligung, 4. Gib, daß mit brünstiger Be gier ich fest stets an dir flebe, zeuch mich dir nach, daß ich zu dir mich vor der Welt erhebe! ja laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort wonnevoll dein Antlitz ewig schauen! 5. Ich kämpf, ermatt und strauchle oft. Hilf, Herr, mein Hort, dem Schwachen, der nur auf dich in De muth hofft. Du kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennoth laß mich bei dir Erbarmung finden, Troft empfinden, und endlich, Herr, durch dich in allem überwinden. Mel. Alle Menschen müssen sterben. - 82. meinen Fleiß geſegnet sein, und meine 347. Du, der Herz und NieHeiligkeit gedeihn. ren tennet, Ewiger, erforsche mich! ach ich war von dir 5. Du wirst das bemuthsvolle getrennet, aber du erbarmteft dich, Flehen des Sünders, der dich scheut hörtest mein Gebet, mein Sehnen, und ehrt, o Gott der Gnade, nicht sahst die Jubrunst meiner Thränen, verschmähen. Du bist es, der Gebet schenkteft mir selbst deine Huld, und erhört. Mein Fels, mein Heil, ich bergabft mir alle Schuld. traue dir. Das, was ich bitte, gibft du mir. 2. Ach! erforsche selbst mein Herze! fieh, es irrt und fehlet noch, und mit unruhvollem Schmerze fühlt es oft der Sünde Joch; wankend, unMel. Ich ruf zu dir, Herr Jefu. 256. 346. Herr, mein Erlöſer! nur gewiß und träge geht mein Fuß der ich mir oft 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, tein Weltglück dir entreißen. Denn du hast deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Wie könnten wohl durch ihre Müh sie, solche zu verdienen, sich erfühnen? Aus Gnaben scheufst du sie, und du erwarbst fie ihnen. 1 mein Blick auf der Laster Bahn zurüd. Hülf erflehen; vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beizustehen. Des wahren Gaubens Kraft und Licht, das felige Bestreben, dir zu Leben, und Muth zu dieser Pflicht, das mollest du mir geben. 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Verblendung Nacht verschwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Untlig wieder fand: wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht 2. Du haft dein königlich Gebot| zu überwinden! ihre Schrecken sah mir tief ins Herz geschrieben: von ich nur, aber keiner Anmuth Spur. ganzer Seele soll ich Gott, wie mich 4. Wenn, von Andacht hingerissen, den nächsten lieben! wenn ich nach i ta oen Himmel offen fah, lag die deinem Worte thu: so hab ich schon| Welt zu meinen Füßen und, Gott, hienieden großen Frieden, uno welches deinem Throne nah, mischt ich in Heil hast du den Frommen dort beder Engel Chöre den Gefang von schieden. deiner Ehre, von ver Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergibt. 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelfeit, dein war ich mitde! Welt, ich fluchte deiner Luft! ich verschmähte deine Gaben, mir war, Gottes Huld zu haben, und ein Herz, das ihn verehrt, mehr als Erd und Himmel werth. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Ihr dem Beten heilge Stunben, voller Ruhe, voll Gewinn, ach wohin seid ihr verschwunden, Gluth der Andacht, ach wohin? Oft noch such ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu ehren; doch der Welt Geräusch zerstreut des Gebetes Brünstigkeit. 7. Wenn die Menge der Verächter meines frommen Wandels lacht, aus der Andacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht; wenn sie pöttisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen: dann vergeß ich meine Pflicht, ich bekenne Jefum nicht. 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Gottes Märtrer nie, seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Drohn, nicht Folter fie. Auf des härtsten Todes Wegen gingen sie dem Lohn entgegen, fahn den Himmel offen stehn, fonnten so den Tod verschmähn. 9. Der du ste mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht: hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. Bater, bis ans Ende sei dir mein ganzes Herz getreu. 10. Wer getreu bleibt bis ans Ende, und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereiten Gottes Hände eine ewge Siegeskron. Kampf und Muth war nicht vergebens, Gott gibt ihm vom Baum des Lebens, und er kommt nicht ins Gericht, ftirbt des Tods der Seele nicht. Mel. Es wolle Gott uns gnådig sein. ( Im Choral und im Melodienbuch für Kurbeffen ift zu diesem Liebe die achte Zeile wegzulaffen, die vorleşte Note e in der sechsten Belle aber zweimal zu fingen.) с 348. 3 charmer Sünder, wer bin ich, daß du, o Gott, stets meiner dich erbarmst, daß du noch meiner schonft, und mir nicht nach 191 Verdiensten lohnst. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, gibt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf, o Bater, nicht genung den Kampf der ernften Heiligung. 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! wie schnell! mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt! wie nahe gränzt die Missethat an unsers Herzens bösen Rath! wie bald wird Frevel felbft verübt, wenn man erst Schwachheits fehler liebt! 3. Vertreib, o Gott, des Irrthums Nacht! entreiße mich der Sünde Macht! wie glänzet deiner Streiter Schar, die einst, wie ich, auf Erden war, und die nun, weil sie überwand, den Lohn empfängt aus deiner Hand! sie sind gekrönt! ich noch im Streit: o gib auch mir Beständigkeit! 4. Schmal ist der Weg zu Gottes Höhn, und wenige sind, die ihn gehn! die Pfort ifi eng und der nur dringt durch sie zu Gott empor. der ringt. Ich lieg auf meinem Angesicht, und fleh und weine, laß dein licht mir leuchten, Vater, laß mich dein im Leben und im Tode jein. 5. Der mir in Christo alles gab, Gott! schaue doch auf mich herab! auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben und den Staub! erbarm dich mein, und steh mir bei, daß ich des Kleinods würdig sei, das Christus mir so theur erwarb, als er für mich am Kreuze starb. 6. Ja, du erbarmteft über mich, verföhnter Gott und Vater, dich. Vom Leibe dieses Tods befreit, führst du mich einft zur Herrlichkeit, wo meine Gott, ewig dafür dankt, daß fie dein Tugend nicht mehr wankt, und dir, Gnadenlohn beglückt, und deiner Sieger Krone schmückt. 192 Zweiter Theil. mel. Machs mit mir, Gott, nach.. 26. 349. Balb oder ſpät des Todes Raub, wall ich noch hier auf Erden, ich Sterblicher, doch dieser Staub soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. - Von der Heiligung, nicht Schmach, nicht Tod noch Leiden. Ich bin durch Jefu Blut erkauft; ich bin auf seinen Tod getauft. 10. Der uns in Chrifto alles gibt, Gott, wird mich nicht vernichten! der uns bis in den Tod geliebt, der wird mich einst nicht richten! wenn Erd und Himmel untergehn, werd ich zum Leben auferstehn. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Chrift nach seinem Heile ringen; ver- 11. Nicht Trübfal mehr, nicht leid achten, was auf Erden ist, hinauf noch Schmerz betrütbet dort die Seizu Gott sich schwingen; getroft den nen, nicht flagen mehr wird unser Pfad der Trübsal gehn, und stand- Herz, nur Freudenthränen weinen; haft in Versuchung stehn. er, der für uns sein Leben gab, er trocknet unsre Thränen ab. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, noch bin ich in den Schranken; noch nicht am Ziele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser turzen Pilgerschaft. 4. So lang ich noch ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle: so schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn, durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Troft, auf deinen Schutz zu traun, und meine Hoffnung, dich zu schaun. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit foll nie mir meinen Glauben, den füßen Troft der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was verfüßt mir einst den Tod? Von der Nachahmung des Erlösers. Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- 26. 7. Berzagt und schwach sind Fleisch und eitel 350. Welch hohes Beispiel Der Glaub allein gibt Kraft und Muth, und mur durch Christi Stärke find wir, in Angst und Traurigkeit, getroft, und überwinden weit. 8. Was ist die Triibsal dieser Zeit und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, die kund an uns soll werden? Wie schnell flieht dies mein Leben hin! hin, wo ich ewig selig bin! 9. Heil mir! ich bin sein Eigenthum! nichts soll mich von ihm scheiben! nicht Wolluft, Güter oder Ruhm; 12. Dort schauen wir, und beten an vor seinem Angesichte, und die wir hier im Dunkeln sahn, wir wer den dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege gang verstehn. 13. Shr, die ihr ihn erhabner preift, ihr Engel, meine Brüder, dann singet mein verklärter Geift in eure Jubellieder; und eurer hohen Harfen Klang ertönt in meinen Lobgefang. 14. Du, der uns dieses Heil erwarb, laß, Jesu, michs ererben! du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! gib, daß ich dir im Leben treu, getren bis in den Tod dir sei. mir, Heiland, durch dein Leben! sollt ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? und nicht den Weg, den du betratst, auch gehn, und das thun, was du thatst? 2. Dein Herz war voller Heilig feit, so rein, wie deine Lehre; dein Thun Lieb und Rechtschaffenheit, dein Endzweck Gottes Ehre; hier schaffft du mir Zufriedenheit, und dort einft ewge Seligkeit. 3. Darum entäußertest du dich, und ftiegst vom Himmel nieder, wardt ober dem christlichen Wandel überhaupt. Mensch, ein armer Mensch, wie ich; uns Schwache nennst du Brüder, der Bosheit Raub, der Leute Spott, in deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschienest du, um uns zu Herrn zu machen; den Kranten gabst du Trost und Ruh, und warst start in den Schwachen; du trugft die Leiden mit Geduld, und trugft fie sonder eigne Schuld. 5. Du starbft für unsre Missethat. Wer liebt so seine Freunde! erfüllst für uns des Vaters Rath, und bittest selbst für Feinde. Du ftarbft, gehorsam bis zum Lod, und ehrtest auch im Tode Gott. 6. Dies große Beispiel hast du mir zur Richtschnur hinterlassen, daß ich gesinnet sei gleich dir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichft du, nimm dein Kreuz auf dich, komm, folge mir, und thu, wie ich. 7. Ich komme, Herr, gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei, und nicht mich fälschlich nur so nenne: damit ich deinem Beispiel treu, auch andern selbst ein Beispiel sei. 2. Wie lange säumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch, und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sine, so sanit und so demüthig bin; mich müßt ihr billig hören! 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Laft. O1 wer sein wahres Glück nicht haßt, wird sich darunter beugen. Ruh und Erquicung findet sich bei Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. 351. Seele, schaue Jeſum mir, und trostreich werd ich mich gehier du an 1 193 4. Das Böse sucht er alsobald mit Gutem zu vergelten; man hörte, wenn die Welt ihn schalt, ihn niemals wieder schelten; man hört ihn nicht um Rache schrein; er übergab es Gott allein. So sei auch du gesinnet! 5. Wenn Stolz und Eigenliebe sich, o Seele, bei dir reget: so stärke Jefu Beispiel dich, dann wirst du nicht beweget. Ach, nimm doch dessen Wort in Acht, und denke, wie ers hat gemacht. So sei auch du gefinnet! recht erkennen, was wahre Demuth heißen kann, und was wir Sanftmuth nennen. Er stellt sich dir zum Mufter dar; wie Jesu Chrift gesinnet war. So fei auch du gefinnet. 2. Er war der große Gottessohn, ihn ehrten Cherubinen; doch ließ er feinen Himmelsthron, und tam, um uns zu dienen. Er selbst, der Herr der Herrlichkeit, war Menschen wohl zuthun bereit. So sei auch du gefinnet! 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf feines Vaters Willen, durch Thun und Leiden stets bereit, ihn treulich zu erfüllen. In allem, was er dacht und that, verehrt er seines Baters Rath. So sei auch du gefinnet! Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. 352. Kommt her, Mühfelge, kommt zu mir, spricht Güinden gleich beladen. Wo sucht ihr Gottes Sohn, o kommt, seid ihr mit Trost? Nur Troft und Heil, wird dem, der zu mir kommt, zu Theil, ich heile euern Schaden. 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach dir, zeuch mich dir nach, so laufen wir, dir will ich mich ergeben. Sch weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir tein Retter ift, bei dir ist Heil und Leben. aus wahrer Demuth jedermann zu 5. Laß mich mun, so wie du gethan, dienen fertig stehen. Laß mich, wie du, fanftmilthig sein, Beleidigungen gern verzeihn, und Fehler übersehen. Sinn, mich, der ich ohne dich nichts 6. Ach, bilde mich nach deinem bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich meiner Seele tröftlich zu, und bringe mich zur wahren Ruh am Ende meiner Tage. 13 194 25) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. von Nr. 55. 353. oll sich mein Geist, o Gott, zu dir erheben, und dich zu kennen glücklich sich bestreben, so mußt du selbst, um groß von dir zu denken, die Kraft mir schenken. the Mel. von Nr. 72. 2. Laß doch, o Herr, bein Licht 354. Wo find ich Gott, den Seele ber mich stets erfreuen, und meiner Seele Finsterniß zerstreuen; erleuchte mich, daß mich zu deiner Ehre, dein Glanz berfläre. 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, das so, wie du, verdien' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durft nach Glück so stille, als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelfte der Sorgen. Zwar bist du unerforschlich und verborgen; doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht haffen, dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werte uns deine Weisheit, deine Gitt und Stärke; auch hast du selbst, sei hoch dafür gepriesen! uns unterwiefen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, was du uns lehrft, bewahren, wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, uns beffern wollen. 7. Ach, möcht ich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruhn von Sorgen und Geschäften, und mein Gemüth, um mich zu dir zu chwingen, zur Stille bringen! 8. Doch mein Verstand ist unftät, träg, er scheuet der Ueberlegung Müh, amb, fchnell zerftreuet, finkt er, wenn ich zu bir gezogen werde, zurück zur Erbe. 11. Dann werd ich immer geller dich erkennen, und täglich mehr von deiner Lieb entbrennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, dir, Gott, nur leben! 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, verführt ihn, seine Grenzen zu vergeffen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von dir erkennen! allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Troft erwähle, schweig, Herr, zu meinem Wunsch nicht still! wann werd ich mit dir, größter Freund, noch völliger, als hier vereint? 2. Wie wollt ich dich, mein Gott, nicht preisen, wenn ich dich sehe, wie du bist! zwar deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich gut du bist. Wie schimmern sie, doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlich keit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im Spie gel, und bete dich in Schwachheit an. Ach, hätte meine Seele Flütgel, fich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn! wie würde sie sich deiner freun! wie felig, wie verherrlicht sein! 4. Dürft ich, am Fuße deines Thro nes, mit deinen Engeln dich erhöhn; könnt ich im Antlig deines Sohnes, wie deine Seligen dich sehn: ich, der ich hier kaum stammeln kann, lob sänge dir dann, wie ein Mann. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werte mehr, als ich rühmen tann, bekannt. Es zeigt mir deiner Allmacht Stärke, und deinen weisesten Verstand, und deine Huld, die selbst das Lob des Davide noch zu schwach erhob. 6. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o Gott, mit mir. Wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir dies Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn bein Geist nicht selbst von dir mich unter weift? 7. Doch, wenn in meinen Finster10. Ergreife mich und leite meine niffen er auch mein blödes Aug er Seele, daß fie den Weg zum Lichte hellt: was lern ich, Gott, bon dir? aicht verfehle, gewähre mir, damit fie Mein Wissen bleibt immer Stüldwert nicht ermlide, Ernst, Luft Friedel in der Welt. Ich suche dich, und Zweiter Theil. forfche nach, und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. Und hört ich nur auf deine Stimme in deinem Worte, hört ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme der dir lobfingenden Natur: ich hier schon, mich allein, Gott, beiner Herrlichkeit zu freun. 9. Wie brünftig würd ich dann dich lieben! mit welchem Eifer würd ich mich dir, Vater, zu gefallen üben, wie selig wär ich blos durch dich! nun aber täuschet meinen Geist, gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. - Von der Erkenntniß Gottes. so lernt o Höchster, dein Erkenntniß sein; 5. Vor allem laß bei mir lebendig, laß mich darnach dir auch beständig Gib, daß ich thu mit allem Fleiß, die größte Lieb und Ehrfurcht weihn. was ich von deinem Willen weiß. 10. Welch Elend! Bater, ich empfinde ein Elend! Zeuch mich selbst zu dir! Entkräfte selbst die Macht der Sünde! Dein Geist der Weisheit wohn in mir! damit ich vor der Täuscherei der Sinnlichkeit gesichert sei. 11. Gib, baß der Strahl von deiner Wahrheit mein Leben leite, bis ich dort dich näher seh, und mit mehr Klarheit, als hier, an diesem Prüfungsort. Ich, der ich hier kaum fiammeln kann, lobfinge dir dann, wie ein Mann. Mel. Ber nur ben lieben Gott.- 7. 355. Me ein Gott, du wohnest zwar im Lichte, dahin fein sterblich Auge dringt! doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem For then fort; laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz fiets offen sein. 3. Dein Wort sei mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren Weisheit führt. Laß mir doch keinen Irrthum rauben, was mir ein ewig Heil gebiert. Kein Spöttergeist ver fithre mich; kein Zweifel sei mir hinderlich. 195 und den, den du für uns gegeben, hier so erlenne, wie du mich in det nem Wort es felbft gelehrt, bis einf sich meine Einsicht mehrt. 4. Dich temmen ist das ewge Leben. Drum hilf mir, Bater, daß ich dich 6. Was hilft das richtigste Erkennt niß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nützt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum lente, Herr, dir zum Dienste hin. auch meinen Sinn durch Wahrheit 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden ein Brunnquell wahres Tro ftes sein. Laß mich, wenn Leib and Seele scheiden, dann noch im Glauben deiner freun. Dort seh ich dich im hellern Licht von Angesicht Angesicht. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe- S 356. Mie felig bin ich, wenn mein Geift hinauf z Gott sich schwingt, und, wenn er seinen Schöpfer preift, der Engel Werk vollbringt? 2. Wer gleicht Gott? wer ift fo geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? Ihr Seraphim! ihr seht entzückt fein göttlich Angesicht. 3. Ein voller Strom von Wolluft quillt aus seiner Wissenschaft. Denn er ift selig und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seligen ein Heer, bas felig ist, und ihm lobfingt, das nie mand zählt, als er. 5. Auch ich entstand, weil er mid schuf, um ewig froh zu sein. Heil, Seele, dir! denn dein Beruf ift, Gottes dich zu freun. 6. Schon siehst du durch ein dämmernd Licht den Unaussprechlichen I dort wirst du ihn von Angesicht in größrer Klarheit fehn. 13* 196 26) Von der Liebe und Mel. von Nr. 234. 357. Wie sollt ich dich, mein Gott, nicht lieben? Du hast mich ja zuerst geliebt, und, von Erbarmen angetrieben, den Sohn geschenkt, der Leben gibt. Herr, dies Geschenk zeigt rührend an, wie huldreich du mir zugethan. 2. Bon Ewigkeit hast du beschloffen, ich soll dein Kind und Erbe sein. Und wann ist eine Zeit verfloffen, da du, mein Gott, mich zu erfreun, mir nicht noch weit mehr Guts gethan, als ich jemals aussprechen kann? 3. Wie sehr, Herr, bist du mir gewogen! du liebtest mich von Anbe ginn, und haft mein Herz zu dir gezogen. Bewahre selbst in mir den Sinn, daß dir, voll brünstger Dankbarkeit, mein ganzes Leben sei geweiht. 4. welch ein seliges Geschäfte, Herr, deinem Dienst sein Leben weihn! gib du mir selber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß gesegnet sein. Ift beine Gnade nur mit mir, so bleib ich stets, mein Gott, an dir. Dankbarkeit gegen Gott. dräut, ist sie mein Sonnenschein. Mich können keine Leiden von deiner Liebe scheiden, so groß sie immer sein. - 3. Mit fröhlichem Gemüthe dent ich an deine Treu, denn Vater, deine Gitte ist alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf dich, wird mir die Ar beit süße, in der ich Schweiß vergieße; du unterstützest mich. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und groß muthsvoll mir Armen dein Kindschafts recht erwarb. In ihm, Gott, bist du mein. Drum kann ich Hoffnung faffen, du wirst mich nie verlassen, nein, fiets mein Helfer sein. 5. Wie gut ists, dein gedenken! die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken. Wie schlecht ist ihr Gewinn! zu dir halt ich mich, Gott! dies bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Freude; dies stärkt mich einst im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senten, so geh ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt; doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein eingedent mehr ist. 5. Führst du mich gleich auf ranhen Wegen, so thust du es zu meinem Heil. Auch unter harten Kreuzesschlägen hab ich an deiner Huld doch Theil, und nach vollend'ter Leidensbahn nimmst du mich einft mit Ehren an. 6. Dreiche mir, auch wenn ich 359. Mel. Herzlich lieb hab ich dich.- 141. er du mich als ein ferbe, Herr, deine Baterhände zu. Vater liebst, und Dann tröste mich mein fünftges Erbe! mich mit Wohlthun ganz umgibst dann führe mich in deine Ruh. Mit völliger Zufriedenheit lieb ich dich bann in Ewigkeit. Mel. Beuch ein zu deinen Thoren. 301. 358. ich, mein Gott, and Troft für mich. Wenn Sorg und Gram mich fränken, so sieht mein Aug auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz; dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. Gott, meiner Seelen Freude! ich bleibe dennoch stets an dir. Was ist, mein Gott, das je mich hier von deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regiereſt meinen gedenken, ist Pflicht Lebenslauf, und hilfest meiner Schwach heit auf. Herr, mein Gott! d bist mein Licht, du bist mein Licht! ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich 2. Dent ich an deine Liebe, wie zu Zeiten wunderlich, so weiß ich werd ich dann erfreut! wenn alles dennoch, daß durch dich der Ausgang am mich trübe, und mir ein Wetter wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf Zweiter Theil. 197 auher Bahn nimmst du mich dort| warte drauf, ich warte brauf; nimm mit Ehren an, wo mich vor deinem mich in deinen Himmel auf. - - Von der Liebe und Dankbarkeit zc. Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein Herr! mein Gott! ach boll Begier, ach voll Begier wünsch ich zu sein, mein Heil, bei dir. 3. Mein Sinn ist ganz auf dich gericht't. Hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich auch selbst im Himmel werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, so möcht ich nicht auf Erden sein. Denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so sehr, wie du, gefällt. Mein Herr und Got! wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. Mel. D Gott, Bater, ich glaub an dich. 360. 6. Drum halt ich mich getroft zu dir, bu aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, and zage nicht, auch selbst im tiefsten Leide. Dein Wort, o Höchster, soll allein mein Troft und meine Richtschnur sein, bis fich einst in der Ewigkeit mein Herz vollkommen bei ner frent. Gott meines Heils! ich ohlan, mein Herze sei stets bereit, und zeige deine Dankbarkeit dem Gott, dem bu ganz eigen bist; des liebstes Werk das Wohlthun ist; des Heil une überall begegnet; der den ver fluchten Sünder segnet. 2. Er denkt bei jedem Augenblic, bei jedem Pulsschlag an mein Glüd. Er ists, in dem ich leb und bin; durch den ich der Gefahr entrinn. Ach, dan tend muß ich, Herr, verstummen; wie viel sind deiner Gnade Summen! 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib berschmachten: dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nicht achten, Du bist und bleibeft doch mein Heil, und meines Herzens Troft und Theil. Denn wahrlich nur durch dich allein kann Leib und Seele selig sein. Herr, meine Burg! ich hoffe feft, ich hoffe feft, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 3. Dort zeigt sich mir erst eine See, vor der ich ganz erstaunend fehl ich Erdenklos, ich schnöder Staub! ich Sünder! ich, der Höllen Raub, erfahr in seinen Liebesarmen sein groß, sein göttliches Erbarmen. 5. Wer von dir weicht, und auf der Welt dir nicht beharrlich Glauben hält, muß freilich wohl verderben. Er tann, weil er die Luft und Pracht der Erden sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, bu Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht, sein 5. Auch seine Züchtigungen find Herz bir weiht, nur den führst du zur Herrlichkeit. 4. O Sinden, die ich je verübt, und er mir väterlich vergibt: wer zählt euch? seines Geistes Macht hat mich so oft zurecht gebracht, so oft mit mildem Trost erfreuet; sein Wohl thun wird noch stets erneuet. für mich oft pflichtvergeßnes Stink Wohlthaten, alles Dantes werth. So wird des Fleisches Kraft verzehrt, der Schlaf verjagt, der Geift ent zündet, und Glaub und Hoffnung feft gegründet. 6. Ich zähle leichter Stern und Sand, als alle Güter deiner Hand. Der felgen Engel hohe Sprach in felbft für deinen Ruhm zu schwach. Wie kann es dann mir Wurm gelin gen, dein Hallelujah recht zu fingen? 198 Zweiter Theil. 7. Doch will ich bringen, was ich fann. Nimm mich dir ganz zum Opfer an. Herz, Muth, Mund, Leib sei dir geweiht zu deiner Ehr in Ewigkeit. Ich will mich ewig dir verschreiben; du sollst mein, ich will bein verbleiben. 3. Da rief ich Gottes heilgen Namen an: ach, Herr, mein Gott, errette and behüte mich doch! gerecht ist Gott, er ist voll Güte, barmherzig, und ein Gott, der helfen kann. Von der Liebe 9. Wie köftlich ist vor Gott der Frommen Tod! o Herr, ich bin dein Knecht, von dir erforen, von deiner Magd zum Knechte dir geboren! aus Banden riffest du mich, Herr, mein Gott! Der 116. Pfalm. Mel von Nr. 324. 361. We Gott zu meinem Wi ie lieb ist mirs, daß Flehn. Schrein sein Ohr herab neigt, daß er meine Klagen im Himmel hört; in allen meinen Tagen soll mein Gebet nur ihm geweihet sein! 4. Er schützt die Frommen, und er hilft auch mir, wenn ich voll Angst and fast verzehrt, mich quäle; zu Deiner Ruhe fehre wieder, Seele, denn wie viel Gutes thut der Herr an dir! B 5. Du machtest mich vom nahen Tode frei, mein Aug von Thränen, meinen Fuß vom Fallen! ich will vor bir im Land des Lebens wallen, ein Herold deiner Huld und deiner Kreu! 6. Mein Mund bekennet, weil mein Maube fiegt! zwar litt ich sehr, viel waren meiner Plagen; doch sprach ich auch in meinem größten Zagen: Gott 10. Dir opfr' ich Dant, dich will ich stets erhöhn, und preisen, was für Gutes mir geschehen, bezahlen will ich dir, dein Volk folls sehen, was dir mein Herz gelobte bei dem 2. Schon überall um mich war Ruhm! nichts als Tod, schon hatte mich des Grabes Angst umgeben, faum schien ein Hoffnungsstrahl noch meinem Le Mel. von Nr. 42. ben, tief sant ich hin in Traurigkeit 362. Du Bater deiner Men and Noth: schenkinder, der dit die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gültig und voll Mitleid ist! laß mich von ganzen Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Bater liebst, und so gesinnt zu sein mich be, wie du mir dazu Vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefall auch mir. Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Bertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich, um deines Namens willen, gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie wahrhaftig, jeder Mensch betrügt. ich soll, erfüllen, fo fieh auf meine 7. Wie kann ich Gott vergelten, Willigkeit, und rechne mir, nach dei was er that? Unzählig ist die Wohlner Huld, die Schwachheit, Bater! that seiner Gütel was bringt ihm nicht zur Schuld. mun mein danterfüllt Gemüthe, ihm der so gnädig mich errettet hat? 8. Ich will den Heilstelch nehmen, ihn erhöhn, die Wunder rühmen, die an mir geschehen, bezahlen will ich thm, sein Bolt folls sehen, was ihm mein Herz gelobte bei dem Flehn! behutsam sein. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Bater, mich 11. In Salem, Herr, in deinem Heiligthum, will ich dich loben! durd) des Tempels Hallen soll mein Gefang, soll, Gott, mein Dank erschallen, da sing ich: Hallelujah! dir fei und Dankbarkeit gegen Gott. 199 6. Aus Liebe laß mich alles leiden,| Stärt und mehre selbst die Triebe was mir dein weiser Rath bestimmt. wahrer Dankbarkeit in mir. Laß Auch Trübsal führt zu ewgen Freu mich ganz dein eigen sein, so mid den. Wer ihre Laft gern übernimmt, deines Wohlthuns freun, daß auch geduldig trägt, und weislich nützt, mir auf dieser Erde Wohlthun wahre wird mächtig von dir unterstützt. Freude werde. 7. In deiner Liebe laß mich sterben. Dann wird der Tod selbst mein Ge winn, dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Bater der Barmherzigkeit. Mel. Werde munter, mein. 116. - 7. Ja, laß jede deiner Gaben recht zu brauchen mich bemühn; stets den Zwed vor Augen haben, dazu du fie mir verliehn. Deine Güte reize mich, daß ich immer brünstger dich lieb, und deinen heilgen Willen freudig fuche zu erfüllen. Mel. von Nr. 42. 363. Gott, mein Bater, deine weit der Himmel ift. Deines Wohithuns 364. Mein era, erre ermuntre ftarke Triebe find so ewig, als du bist. des Gottes, der dein Vater isti beDeiner Huld Unendlichkeit, Gott, er- dente, auf wie viele Weise du ihm schöpfet feine Zeit; und wer kann die zum Dank verpflichtet bift. Bring vielen Proben deiner Gülte würdig ihm, der stets dein Helfer war, mit loben? Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Als ich noch der Welt verborgen, 2. Herr, deine Hand ist immer offen, in dem Schooß der Mutter lag, wach- zu geben, was mir nützlich ist. Und teft du, für mich zu sorgen, über mich doch bin ich oft schwach im Hoffen schon jeden Tag. Durch den Beistand auf dich, der du die Liebe bist. Mein deiner Macht bin ich an das Licht Gott! wie wenig bin ichs werth, gebracht, und was hat mein ganzes daß mir noch Hülfe wiederfährt! Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. 3. Nie gedenket mein Gemüthe, ohne brünftge Dankbegier, jener unverdienten Güte, da du durch die Taufe mir das erhabne Recht gewährt, daß ich für dein Kind erklärt, mich des Segens der Erlöften voller Zuversicht darf trösten. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Berdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Troft und Hülfe bei. 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lebens Stab, mein Beschirmer in Gefahren. An dir hab ich bis ins Grab einen Bater, der mich liebt, einen Vater, der mir gibt, was zum wahren Wohl mir niiget, einen Vater, der mich schützet. 5. Gott, du machst's mit uns stets beffer, als wir wünschen und verstehn. Deine Güte ist viel größer, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein Dant, wie der Seraphim Gesang: dennoch würde durch mein Loben deine Huld nicht gmug erhoben. 4. Du bist es, der in meinen Gorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn ste, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ichs mich versehn, mich aus dem Kummer zu erhöhn. 5. Du wählft und wirkest stets das Beste, und wenn auch meine Noth fich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn Fluth von Elend auf mich träuft, so stehst du mit Erbarmen drauf, und hemmst allmächtig ihren Lauf. 6. Du bist mein Heil. Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein 6. D, jo zeuch durch deine Liebe, Retter, voll. O, könnt ich deine Serr, mein ganzes Herz zu dir. große Güte doch so erheben, wie ich 200 Zweiter Theil. Von der Liebe foll! boch meine Kraft reicht nicht| Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 30. dahin. erstaunt, Allschwach ich bin. Du weißt es, Gott, wie 366. Me mächtiger, wenn er die Gnaden denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 7. Und hätt ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Breis nie würdig gnug von mir befungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 8. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit, und höreft selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörft es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im böhern Heiligthum. - - 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmteft du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh er geboren ist. Und so ward ich, o welch ein Glück! schon als ein Kind ein Chrift. und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe benut dir an, was bein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Weinen sich verkehret! Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte fennet. Luft an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Luft beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdroffen zu erfüllen; und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Laft, trag geduldig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Freude werden, und du triffft im Himmel an, was bein Herz nur wünschen kann. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigteft zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat 156. mich höchst liebreich, Herr, dein Rath Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 365. Habe beine Luft am Herrn, darauf zurückgeführt. dem Herrn 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Lafter, das noch mehr, als sie zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt; und deine Gnad erquickte mich, wenn Sünden mich gefränkt. 9. Bon Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freundschaft Glid des Lebens Troft mir gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dies Herz, das fühlen kann; dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als, Höchster, dir zum Preis. Ich will dein hohes Lob erhöhn, so gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn krachend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich den preisen, der mich hält, dich, der mich leben heißt. und Dankbarkeit gegen Gott. 201 14. Dich, der mich bei der Welten| bereitet war; eh ich zu sein begonnte, Sturz mit starkem Arm erhob! selbst und zu dir rufen konnte, da wogft Ewigkeiten sind zu turz. o Höchster, du schon mein Theil mir dar. für dein Lob! Mel. D Welt, ich muß bidh saffen.- 48. 367. ir dank ich für mein mirs gegeben, ich banke dir dafür! Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier! 2. Du, Herr, haft mich bereitet, daß ich durch ihn dich denke, ist dein; mich väterlich geleitet bis diesen Au- dein ists, daß er dich preist. genblick. Du gabst mir frohe Tage, 7. Daß du mein Leben fristest, und und selbst der Leiden Plage verwan- mich mit Kraft ausrüsteft, dies, Vater, deltest du in mein Glück. dank ich dir; daß du mich liebreich führeft, mit deinem Geift regiereft, dies alles, Bater, dank ich dir. 3. 3ch bin, Herr aller Dinge, der Tren viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, haft du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen and zähltest meine Thränen, eh ich Mel. D großer Gott von Macht. 368. D 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. O Höchster! welch Er Bater, barmen! du sorgteft für mich Armen, du erhabuer Gott, an Macht unendlich reich! wer ist dir auf der Erd und wer im Himmel gleich? Bor dir erbebt die Geisterwelt; und was der Himmel in sich hält, muß sich mit tiefem Schweigen vor deinem Throne bengen. 2. Du haft durch deine Kraft den Himmel ausgeftredt; die Erbe feft gegründ't, dem Meer sein Ziel gestedt. deß ich mich freue, lobsinget dir mein 6. Für alle deine Treue, für das, Geift. Er ist dein größt Geschenke; 27) Von der Furcht Gottes. 8. Was mir in diesem Leben noch niitzt, wirst du mir geben; du gibsts, ich hoff auf dich. Dir, Bater, dir befehle ich meinen Leib und Seele Herr, segne und behlite mich! Dein Wort bewegt der Berge Grund, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Du sprichst: so fliehn selbst Weiten, o Herr, vor deinem Schelten. 3. In deiner Hand sind wir, wie Thon in Töpfers Hand. Was an uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. durch die Vernunft und Schrift dein Du lehrst das menschliche Geschlecht Recht, willst, daß wir Thun und Denken nach deiner Vorschrift lenken. 4. Erleuchte meinen Geift, o Gott, mir ftets so Seligkeit, als Pflicht. mit beinem Licht. Dich fürchten, sei Hilf, daß ich, als dein Unterthan, der niemals dein entbehren kann, bemüht sei, deinen Willen gehorsam zu erfüllen. 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen sein, und auch im Dunteln mich dein helles Antlig scheut Erinnre mich an dein Gericht, wenn zur Verlegung meiner Pflicht die Luf ber Welt zu Beiten mich Schwache will verleiten. Zweiter Theil. Von der Furcht Gottes. 202 6. Doch zünde auch in mir das Licht des Glaubens an, daß ich in Chrifto dich als Bater lieben kann. Gib, daß ich, frei vom tnechtschen Geift, mit Freuden dir Gehorsam leist, und mich aus reiner Liebe in deinen Wegen übe. 7. Laß, Vater, deine Furcht des Lebens Leitstern sein, so nimmt tein Irrthum mich zu meinem Schaden ein. Sie mache mich von Heuchelei, von Menschenfurcht und Trägheit frei; so werd ich im Gewissen die süße Ruh genießen. Mel. des 26. Pfalms. 369. D - Gott, wer ift dir gleich, wie mächtig ist dein Reich! dein Dräun bewegt der Erde Grund. Willst du zur Strafe ziehen, wer fann vor dir entfliehen? Dein Arm wird allenthalben kund. 2. Wo ist der Ort der Welt, der mich verborgen hält? Bor dir liegt alles aufgedect. Wie sollt ich dann noch wagen, Gehorsam zu versagen, da beine Gegenwart mich schreckt? 3. Dem, was ich laff und thu, fiehst du aufmerksam zu, und bringst es einft vor dein Gericht. Wie sollt ich dann nicht beben? auch bei dem beften Leben bestehen Adams Kinder 6. Wer als ein Knecht ihn schent, und thut, was er gebeut, jedoch von seiner Liebe bloß, der kann ihm nicht gefallen! die Liebe macht bei allen, und auch bei Gott, den Menschen groß. Knechtesfurcht mich frei, daß ich dich fürchte als dein Kind, und in der reinen Liebe mich durch den Glauben abe, wozu mich deine Huld verbind't. 5. Ach lenkte bloßer Zwang den ungewissen Gang, wie könnt ich mich in dir erfreun? Nein, laß mich dir, Bater, mein Helfer und Berather, mit Willigkeit ergeben sein. 7. Was noch so schwer uns deucht, macht uns die Liebe leicht; sie machet uns dir, Höchster, gleich; fie stillet unsre Herzen, versüßet unsre Schmerzen, und bringt uns in dein ewig Reich. 8. Entzünd den Trieb in mir, mit Luft zu thun, was dir gefällt, o Gott, mein ewig Heil! dir will ich mich ergeben, dir sterben und dir leben; dir, meines Herzens Troft und Theil. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 370. Por bir, o Gott, fich findlich scheuen, in unfre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirt in mir durch deinen Geist, die Furcht vor dir, die findlich heißt. 2. In allem, was ich thu und denke, laß Herr, das meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Luft zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und bas zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist; der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich von verdienten Fluch befreit, nicht. Doch mach von Heuchelei und und stets noch liebreich trug. 4. 5. Ja, Bater, laß mit Furcht und Bittern mich schaffen meine Seligkeit Soll nichts mein ewig Glüd erschüt tern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, und nur um deine Gunft bemühn. 6. Gib, daß ich stets ein gut Ge wissen vor dir zu haben sorgsam fei; und mache von den Hinderniffen ber Zweiter Theil. Bon dem Bertrauen auf Gott zc. 203 wahren Tugend selbst mich frei. Nie| Gott als Zeugen vor sich hat, der störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. freut sich jeder guten That. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich bin, nach deiner Vorschrift redlich handeln. Du haffeft heuchlerischen Sinn. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, mur der ist dir, o Bater, werth. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth ver leihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Dent nur, vor seinem Ange ficht ist Finsterniß, wie Mittagslicht. - 5. Den Herren öffentlich verehren 8. In deiner Furcht laß mich einst sowohl, als in der Einsamkeit; auf terben, so schreckt mich weder Tod des Gewissens Stimme hören, und noch Grab; so werd ich jenes Leben- willig thun, was er gebeut: auch das erben, dazu dein Sohn fich für mich lehrt dich die Furcht des Herrn, auch gab. Gott! deine Furcht bringt Se gen ein. Ihr Lohn wird groß im Himmel sein. Mel, bon Nr. 72 371. Willß du der Weisheit Quelle tennen? Es ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weif und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott fie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit! so wirst du nie dich unterwinden mit thörichter Berwegenheit zu tadeln, 8. Laß deine Furcht, Gott, mich was sein Rath beschließt, der wun- regieren, mich stets auf dich, den derbar, doch heilig ist. Höchsten, sehn! laß sie mich zu der 3. Wirst du den Höchsten Kindlich Weisheit führen, so werd ich niemals scheuen, so wird dir keine Pflicht zur irre gehn. Wohl dem, der sich stets Laft; nur das wirst du vor ihm bereuen, findlich scheut; dich fürchten, Gott, daß du fie oft versäumet haft. Wer ist Seligkeit. das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Herrez wird dich stärken, daß du die Welt verachten lernft. Wer Gott, dem Höchften, wohlgefällt, ist glücklich), selbst beim Spott der Welt. Der 11. Pfalm. Mel. von Nr. 46. 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung in seinen Willen. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen, gibt Heldenmuth und Tapferfeit, wenn uns der Menschen stolzes Dräuen, was Gott mißfällt, zu thun gebent. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 372. ju dir beten, o Gott, vor deinem Angesicht! dann kann fein Feind mich untertreten, dann beb ich, Gott, vor Menschen nicht! 2. Und wenn sie mir, um mich zu fällen, und meines Falles fich zu freun, noch so verborgne Nebe stellen, so will ich doch nicht zaghaft sein. 3. Wenn meiner Wohlfahrt Feinde fagen: nun, nun ift er zu Fall ge bracht! so werd ich dennoch nicht ver oll Glauben will ich zagen, denn Gott lebt noch mit seiner 4. Gott ist im Himmel, doch auf Erde schaust du herab vom Himmel, Gott! und siehst, wenn ich gedränget werde, stehst meinen Jammer, melne Noth. 5. Du lenuft und liebeft den Gerech ten, befreift ihn gern von jeder Laft; 204 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, Mel. von Nr. 72. Hifft, wenn fie flehen, deinen Knechten, und haffeft jeden, der sie haßt. 6. Web dem, der den Gerechten 374. Mein Hort ist Gott, ihn fpottet! Gott schaut im Zorn den Frevler an! er wird mit Wettern ausgerottet von dem, der ewig tödten Tann! - 7. Denn der gerechte Richter liebet der Heiligen Gerechtigkeit, und hilft demt, der, was recht ist, tibet, wenn auch die ganze Welt ihm dräut! hoff auf ihn! er kennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Herr, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, Mel. Was Gott thut, das ist. 267. 373. Auf bich, Herr, nicht auf stärke mich, denn nichts vermag ich ohne dich. meinen Rath, will ich meine Glücke bauen, und dir, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Du, der die Welt allmächtig hält, wirft mich in meinen Tagen als Gott und Bater tragen. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er zichtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; wir flehn, ihm bricht sein Vaterherz. 2. Du sahest schon von Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, bestimmteſt meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 4. Die lieb ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Chrift? Was könnte mir ein Gott verjagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Troft, der nimmer trägt, und jeden Zweifel überwiegt! 8. Du Herr, weißt, was mein Herz begehrt, und hätteft, was ich bitte, mir gnädig, eh ich bat, gewährt, wenns deine Weisheit litte. Du forgft für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille, Herr, geschehe. 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir augefaget hat! - Mel. Was Gott thut, das ist. 4. 3ft nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geſchic, bei beffen Last 375. Der Herr ist meine Zu wir flagen? größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läß'st du es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht find nicht das Glück der Seelen. Wer deinen Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie balb ist sie verschwunden! Was ist das leiden dieser Zeit? Wie bald ifte fiberwunden! Hoff auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen nechten. - - 267, Troft im Leben. Dem fehlt es nie an Troft und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Seele stille. Ihm gnüigt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, fehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That! mit guadenvollen Händen wirst du bein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müsfen; di läß'st thu, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Troft genießen. Des From und der Ergebung in seinen Willen. 205 men Herz wird frei von Schmerz. hab ich nicht auf dich gehofft, als Der Sünder eitles Dichten, pflegst du, Herr, zu zernichten. ich wohl hoffen follen. Mein Gott, wie groß ist meine Schuld! an dir hab ich durch Ungeduld vielfältig mich verfündigt. 4. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott. Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Berflucht sind, die zu Menschen fliehn, verflucht, wer von Gott weichet! dein Heiland starb; er, er erwarb, auf seinem Todeshügel, dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer faffen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Ange blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Erbarmender! vergib es mir, nach deiner großen Gittel und stärke zum Vertraun zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gib, daß ich freudig hoft auf dich, du werdest nie, als Bater, mich verlassen, noch versäumen. 5. Seh ich auch gleich nicht immerfort zur Hülfe Wege offen; so laß mich dennoch, Herr, mein Hort, auf deine Rettung hoffen. Du bleibft doch immer groß an Rath, und immer mächtig auch an That, mein Bestes zu besorgen. 6. Dies sei mein Troft, dies sei mein Licht, wenn mich die Sorgen kränken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich gläubig denken, daß mirs nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir aufs Reichlichste ersetzen, wenn ewge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergötzen. Da ist mein Erb und höchstes Gut. O stärke mir dadurch den: Muth bis an mein selig Ende. Der 62. Psalm. Mel, von Nr. 54. 377. Mein Gott allein, als Geift nun in Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 376. Dhaft, mein Vater und ſeinem Schutze, ruhig sein. Ich stehe mein Gott, mich durch dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth in Freude einst verkehret, und daß ich alles, was mich tränkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen. ia bei ihm in Gnaden. Genug: ift dieser Gott mein Held, so tob und stürme nur die Welt; ihr Anfall foll mir doch nichts schaden. 2. Wie lange beutft du, roher Hauf, Verläumdung, Lift und Bos2. So will ich denn auch auf dein heit auf, um einen Mann zu über Wort der Sorgen mich entschütten. mögen? hr Frevler eilt mit aller Erhöre du, mein Fels, mein Hort, Macht, wie eine Wand, die hängt mein lindlich Flehn und Bitten. Gib und fracht, uur eurem Fall und Tod meiner Seele wahre Ruh. Was mich entgegen. betimmert, lenke du zu meinem ewgen Beften. 3. Umsonst sucht dem, den Gottes Hand zu einem hohen Ehrenstand bestimmt, der Neider nachzustellen.. Da spart ihr feine Ticke nicht. Ihr 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich übermeistern wollen. So 206 3weiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott, fegnet mich ins Angesicht, und flucht mir gleichwohl in der Seelen. 4. Da ruht mein Herz in Gott allein; der wird schon mein Erlöser fein, und meine Sehnsucht bald vergnügen. Er ist der eine, der mich fast, und wider alle Feinde schützt. Wie sollt ich stets darnieder liegen? 5. Mein Schuß und Sieg in aller Noth, mein Truß und Ruhm bis in den Tod, der Herr erquicket mein Gemüthe. Drum schütte vor ihm Jacobs Haus das Herz nur immer gläubig aus, und gründe sich auf seine Güte. 6. Wer auf der Menschen Hülfe baut, and auf der Großen Schutz vertraut, ber wird in seinem Wahn betrogen. Shr ganzes Wesen weit und breit ist eitler noch, als Eitelkeit, und wird von nichts auch überwogen. 7. Verlaffet euch auf Frebel nicht, 6. Muß ich gleich noch hier auf und seib auf keinen Raub erpicht! Erden, Gott, vor dir ein Pilgrim vergeht euch nicht nach Eitelkeiten! sein: wirst du doch von den Beschwerund kommet ihr zu Geld und Gut, den dieser Zeit mich einst befrein. so laßt euch nicht zu Uebermuth, noch D, erwünschte felge Stunden! ewig schnödem Geize je verleiten. aller Noth entbunden, werd ich dich, mein Heiland, sehn, und zu deiner Freude gehn. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht! bis das alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, 8. Mich lehrte Gott einmal ein Wort, das hör ich, deucht mich immerfort: er sei der Herr im höchften Throne, der Richter, dessen Macht und Eren der Unschuld Hülf und Rath verleih, und jedem nach Verdienste lohne. den dich um mich zur Mauer machst. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, das noch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. 4. Laß mich fest im Glauben werben, daß dein Wort wahrhaftig sei: o, so werd ich hier auf Erden von so mancher Unruh frei. Dann werd ich, mein Gott, mit Flehen, stets auf deine Hülfe sehen; dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Bater, meine Hoffnung gründet sich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele fucht und findet darin großen Troft in Noth. Sa, sein fiegreich Auferstehen läßt mich zu dem Leben gehen, das kein traurig Ende nimmt, wo mir ewges Heil bestimmt. Rel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 378. Gott der Wahrheit! beffen bei dir. Hoffnung und hält, erkenn es voller Rene, daß mich Kleinmuth oft befällt. 379. Ach, mein Herz hängt noch an Dingen, die doch keinen Trost mir bringen. Dwie oft vergeh ich mich, ängstlich zweifelnb, wider dich. 2. Gott, bergib mir diese Sünde! nimm die Strafe von mir hin. Schenke, Bater, deinem Kinde einen dir ergebnen Sinn, der von dir nur Hülfe heischet, ben nicht falsche Hoffnung täuschet, die bas Herz aufs Eitle zieht, und wie leichter Rauch entflieht. 3. Laß mich Gram und Sorgen metben, weil du für mich sorgft und ewachst, und bei allem Druck der Lei Mel. von Nr. 33. Dhöchste Bater von er ewge und allem, was da Kinder heißt, die Lebensquell, der Weltberather, den unser Glaub als Schöpfer preist, der diese Welt aus seinen Schäßen blos durch sein Wort hat aufgestellt, und der nach seinen weisen Sätzen Zeit, Maas, Gewicht und Ordnung hält: 2. Der hat sein Herz zu mir ge neiget in seinem vielgeliebten Sohn, ben er von Ewigkeit gezeuget, und ber nun herrscht auf Gottes Chron, um deffen Willen will er heißen mein Bater und mein Bundesgott, auch und ber Ergebung in seinen Willen. 207 väterlich sich mir erweisen in aller| ift; die Zukunft ändert oft sehr viel, Leibs- und Seelennoth. 3. Sollt ich nun nicht dem Vater trauen? sollt ich nicht, wann mich Unglüc trifft, voll Zuversicht aufs Ende schauen, da seine Zucht viel Gutes stift't? ich will es thun von ganzer Seelen, mein Herz sei ganz auf ihn gericht't, so kann mein Hoffen mir nicht fehlen, denn ihm fehlt Macht und Wille nicht. 4. O wie so wohl geschieht der Seelen in dieses ewgen Vaters Schooß! ach laß mich dich allein erwählen, setzt, den verläßt er nicht. reiß mich von allen andern los; laß und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Was sind vor Gott der Menschen Sachen? sein starker Arm vermag sogleich den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; wie leicht ist es bei dem gethan, der bald erhöhn bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verrichte deine Pflicht getren, trau ihm und seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu; denn wer nur seine Zuversicht auf Gott mich mit starken Liebesfeilen zu dir fiets angezogen sein: so stellt bein 381. M Kind sich ohn Verweilen, bei dir, mein Gott und Vater, ein. Mel. Ber nur den lieben Gott. 7. 380. Mer nur den lieben Gott läßt walten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth and Traurigkeit; wer Gott dem Allerhöchften traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Bas helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halt in frommer Ehrfurcht fille, und warte, bei sich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad und heilger Wille und sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was ans fehlt. 4. Er kennt die wahren Freudenfunden, weiß, wenn ein Glück uns mützlich sei; und wenn er uns bewährt erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei: so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und läffet uns viel Guts geschehn. - ohl dem Menschen, der von Herzen, alles, was ihn überfällt, in des Höchsten Hände stellt, der nicht mit vergebnen Schmerzen seines Unglücks trübe Nacht trüber macht. 2. Denn es ist doch nur bergebens, daß ein Mensch, der sterblich ist, immer sich mit Sorgen frißt; weil der Stifter unsers Lebens, alles, wie es muß geschehn, vorgesehn. 3. Wenn der Himmel dich will segnen, so empört die Erde sich nur vergeblich wider dich; soll was Wibrigs bir begegnen, wirst du ihm, durch Widerstehn, nicht entgehn. 4. Geht dein zeitlich Heil zurülide, werde nicht so sehr bewegt; der für alles Sorge trägt, dieser sorgt auch für dein Glücke; deine Stunde kommt ja wohl, wenn sie soll. 5. Ist dir mancher überlegen, ber es nicht verdienet hat: glaube, Gottes dunkler Pfad ist gar weit von unsern Wegen, und es ist doch alles gut, was er thut. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshize, daß dich dein treuer Gott 6. Haft bu Angst vor böfen Leuten: vergißt, und daß der ihm im Schooße ihre Bosheit, die dich träntt, ist mit fige, der reich und groß und mächtig Gottes Macht umschränkt; will bich 208 Zweiter Theil.-Von dem Vertrauen auf Gott, Noth und Tod bestreiten; waffnet| lentet, ist auch von dir nicht fern. Erd und Hölle fich wider dich: Erwach aus deinem Schlummer, 3 Gott erhebe dich! er fiehet deiner Kummer, und liebt noch väterlich. 7. Wisse, wen die Allmacht schüßet, den erschlägt kein Donnerknall, ob der dicken Wollen Fall gleich mit Flamm und Keilen blizet; ja ob gleich die ganze Welt bricht und fällt. 8. Führ dein Leben nur mit Freuden, warte von des Höchsten Hand, was er dir hat zuerkannt, schicke dich, auch das zu leiden; schweige gern zu allem still, was Gott will. 9. Gott weiß alles wohl zu machen! darum wer sich steif und fest auf des Höchsten Huld verläßt, und sich gern in allen Sachen unter seinen Willen Blegt, lebt vergnügt. Der 138. Pfalm. Mel. bon Nr. 42. sch danke dir von ganzem 382. J Herr, vor aller Welt. Dein Name lindert meine Schmerzen; wenn mich dein Tempel in sich hält, so preis ich deine Güt und Treu, und wie dein Name herrlich sei! 2. Ruf ich dich an, so wollst du hören, und neue Kräfte mir verleihn! dich müssen alle Fürsten ehren, und deinem Wort gehorsam sein! und allenthalben mach ihr Mund die Größe deiner Ehre fund. 3. Der Herr ist hoch; allein er fiehet aufs Niedrige, und hälts in put. Nichts ist, das seinem Blid entfliehet! auch nicht des Stolzen Hebermuth. Wenn mich die Angst mit Haufen drückt, so werd ich doch durch ihn erquickt. 2. Sinds Sünden, die dich schmerzen? ja, fühle deine Schuld, doch trau mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet die Reu, die Gott gefällt. Allein den Tod gebieret die Traurigkeit der Welt. 4. Es mag der Zorn der Feinde wüthen: doch reicht der Herr mir seine Hand; sein rechter Arm wird mich behüten, und enden meinen Sammerstand. Herr, deine Huld bleibt für und für! vollende mur dein Wert tn mir! fen, die Wahl des Besten zu. Sprid), 3. Trau Gott, nicht deinen Schlüss wer wirds beffer wissen, dein Schö pfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem Augenblick. Was er, dein Bater, wählet, das dient zu deinem Glück! 4. Der Gott, auf deffen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen hochheilig, weif und ihrem Heil ersah, kann kein Erschaffner hindern. Wenn er gebeut, stehts da. 5. Es mag die Hölle wilthen! um fonfi empört sie sich, wenn er will behüten; und er behüttet dicht wer gleicht ihm? seinen Winken gehorchen Erd und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken, dein Schirm und Schild ist er. 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinem Wunsch gewähren. Sei stille bor dem Herrn! er ist ein Hort der Frommen, hoff unverzagt auf ihn, denn seine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blühn. 7. Ergib dich ihm mit Freuden, sei start in seiner Kraft. Sei anch zur Zeit der Leiden ein Chrift und tugendhaft. Und dann ergreif im Glauben den Troft der Ewigkeit! wer kann dir dieser rauben, der allen Gram zerstreut? 8. Sei froh; dein Gott regieret! sein Rath ist wunderbar. Einst wirst Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. du überführet, daß er der beste war. 383. Chrift, alles was dich Du denkst wohl unterdessen: der Herr träntet, befiehl ge erbarmt sich nicht; der Herr hat mein troft dem Herrn. Er, der die Himmel vergessen! doch höre, was er spricht: und der Ergebung in seinen Willen. 18. 209 9. Ift auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? denk an dies Wort und weine die Freudenthrän, o Christ! und könnt sie ihn vergeffen, will ich doch deiner nicht, ich deiner nie vergeffen; der Herr ifts, der es spricht. 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiß, daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich destomehr erfreun. Zu deinem größern Heile verzieht er; harre sein. 11. Wohl dir alsdann, du Treuer! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein Befreier reicht dir die Siegestron; auf turze Prüfungstage folgt ewger Preis und Dant. Dann fchweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. Mel. Jefu, meine Freude. 89. 385. Seele, sei zufrieden! was dir Gott beschie den, das ist alles gut; treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, faffe frischen Muth. Ist die Noth dein täglich Brot, mußt du weinen mehr Mel. von Nr. 72. 384. Herr, mache meine Seele als lachen: Gott wirds doch wohl stille! bei was mich kränkt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bists, der alles ändern kann! und was du thuft, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen führst du uns zur Glückseligkeit. Selbst Trübsal bringt dem ewgen Segen, der dir sein ganzes Herze weiht. Ihr Ausgang wird doch herrlich sein, fiehts gleich der blödée Geift nicht ein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfungen beftimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Filgung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns niitt, verborgen. Wer hats je ganz genau erkannt? Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen voll Thorheit und voll Understand! wer fann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz libersehn? noch mit der Gelaffenheit. Was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glüc erfreut, denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufrieden heit. Und dann wird jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird von allen meinen Plagen der ewge Nutzen mich erfreun; dann wird mein Herz ftatt aller Klagen, voll von dem Dank und Lobe sein: der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles wohl mit mir gemacht! 5. Nur du, du kennst und wählft das Beste. Vater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste, so ehr ich auch im größten Schmerz dich - 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben, sei drum unbetrübt! stellt man dir viel Elend für, drohen der Verfolger Rachen: Gott wirds doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe, fällt der Menschen Liebe immer mehr da hin; droht ein hart Geschicke alle Augenblicke dem erschrocknen Sinn; nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Ungeduld und Grämen kann von uns nichts nehmen, macht mur größern Schmerz; wer sich widersetzet wird nur mehr verletzet; drum Se duld, mein Herz! aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Laft dich Schwachen: Gott wirds doch wohl machen. 5. Wer ein Chrift will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszustehn. Mag bei Ungewittern Erd und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn: der steht feft, den Gott nicht läßt. Drum laß alle Wetter trachen: Gott wirds dod wohl machen. 14 210 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 6. Kronen soll der tragen, der des 7. Liebt den Herrn, ihr seine KinKreuzes Plagen in Geduld besiegt. der! die ihm traun, bewahret Gott, Fröhlich ausgehalten, und Gott lassen schrecklich rächt er stolzer Sünder walten, das macht recht vergnügt. frechen Uebermuth und Spott. KeiDrum nimm dir, o Seele! für, alles nem, der ihn liebt, wirds fehlen, Unglück zu verlachen: Gott wirds darum stärket eure Seelen, und die doch wohl machen. ihr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! - Der 31. Pfalm. Mel. Wie Menschen müssen sterben. 82. err! dir trau ich; auf 386. Her nen Freund, als dich. Damit ich nie schamroth werde, rette, du Gerechter, mich! neige mir dein Ohr und eile schnell daher zu meinem Heile, sei mir, wenn das Unglück dräut, Fels und Burg und Sicherheit. 2. Ja, du bist mein Fels, Erretter! meine feste sichre Stadt, welche mich in jedem Wetter liebreich auf genommen hat. Eile, deines Namens wegen, mich zu führen, mir entgegen; reiß der Feinde Netz entzwei! steh mir, meine Stärke, bei! 3. Meine Stärke, dir befehle, dir in deine Baterhand übergeb ich meine Seele, zu bewahren, wie ein Pfand. Du beschirmst mich, Gott der Treue, und ich haffe, Herr, und scheue jeden, der die Lügen liebt, Eitelkeit und Frebel übt. 4. Dir vertrauet mein Gemülthe, fröhlich fing ich und entzückt jauchz' ich über deine Güte, daß auf mich dein Auge blickt; daß, wenn alle mich verlaffen, wenn mich tausend Feinde haffen, du auf meine Schmerzen siehst, du mich nicht verkennst, noch fliehft; 5. Daß du, standhaft deinem Freunde, wenn du, Prüfer, mich betrübst, nicht gefeffelt in der Feinde bosheitsvolle Sand mich gibst; daß für meine müden Füße, damit ich nicht straucheln müsse, deine wundervolle Kraft einen weiten Raum verschafft. 6. Preis sei deiner Huld und Liebe, die in einer festen Stadt, damit ich befchirmet bliebe, treu fich mir erwies Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. ſen hat! angstvoll nanut ich mich 388. Es hilft uns unſer Gert, verstoßen, und dein Auge mir verschloffen; doch, ale meine Stimme er höret wir dürfen stets getroft zu seinem Throne schrie und dir rief, vernahmst du sie. gehen. Wenn wir in Demuth ihm nur - Aus dem 27. Psalm. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.— 119. er Herr ist meines Le387. Det ere af meto nie vor Unglück grauen? Er ists, der Rath und Hülfe schafft, ihm soll mein Herz vertrauen. Er schützt mich! Meiner Feinde Heer, ihr stolzer Trotz, nichts schreckt mich mehr, hab ich ihn nur zum Freunde. 2. Empöre dich, ohnmächtge Welt, mein Geist wird nicht erschrecken. Gott wird in seinem heilgen Zelt, zur bösen Zeit mich decken. Sein Rath für mich ist Wohlergehn. Er wird mit Segen mich erhöhn zum Heile der Erlöften. 3. Ja, Vater! neige mir dein Ohr, wenn Höll und Welt mir fluchen. Mein Herz hält dein Gebot mir vor: ihr follt mein Antlitz suchen. Ich eile, Herr, getrost zu dir. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen. Nimm du mich auf, und sei mein Theil, und beßre, die mich haffen. Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich, auf richtger Bahn in deiner Furcht zu wandeln. 5. Den Feinden übergib mich nicht, die mich voll Frevel schmähen; fo werd ich einst dein Angesicht im Land des Lebens sehen. Sei froh! harr unverzagt des Herrn, mein Herz! denn er, der Herr, hilft gern. Er ist der Arm des Schwachen. und der Ergebung in seinen Willen. 211 nung blickt? ein Herz, das ihm vertrauet, und gläubig auf ihn bauet, wird doch zuletzt erquickt. 5. Ach, wenn wir nur bedächten, wie treulich er es meint! er forgt für die Gerechten, und bleibet ftete ihr Freund. Siehts gleich gefährlich aus, fann er sie doch nicht haffen, noch in der Unruh laffen; er reißt sie endlich draus. lagen unsre Noth: so werden wir erhört, so hilft uns unser Gott. 2. Es hilft uns unser Gott, der alles weiß und siehet; dem auch das Innerste des Herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was uns fehlt, und unser sehnliche Flehn, das hat der Höchste schon von Ewigkeit gefehn. 3. Es hilft uns unser Gott, der alles wohl vollführet, und auf das weisefte zu aller Zeit regieret; sein herrlicher Verstand jieht es am besten ein, was uns wahrhaftig kann gut oder schädlich sein. 4. Es hilft uns unser Gott, der alle Macht besitzet, dem nichts unmöglich ist. Wohl uns, daß er uns schützet! ist unser Leiden gleich sehr groß und mancherlei: getroft und unverzagt! die Allmacht steht uns bei. Mel, von Str. 16. 5. Es hilft uns unser Gott, ben 390. Herr, mein Gott, durch den ich bin unser Jammer kränket; der sein erbarmend Herz auf unsre Bitte lentet; der aller Güte voll, die Liebe selber ist, und von dem alles Heil auf uns durch Christum fließt. 4. Er wird mich wohl versorgen, und besser, als man denkt. Wer weiß, wie nah der Morgen, der mir den Segen schenkt, auf den die Hoff6. So fall ich denn mit Freuden in Gottes Arme hin. Nichts kann mich von ihm scheiden, weil ich sein eigen bin. Er bleibt auf ewig mein, und wird mir alles geben, was meinem Stand und Leben wird gut und selig sein. und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen heilgen Willen mein, und was du thust, mir eine Freude sein! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb und Stärke! Du, Herr, erbarmft Mel. Beuch ein zu deinen Thoren. 301. dich aller deiner Werke! was zag ich 389. Mas hilfts, daß ich mich denn noch einen Augenblic? Du bift mein Gott! dein Wille ist mein Glüd. quäle? Was fränket mich ein Leid? Entreiß dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl; er wirds auch ferner fügen, wie dir es zum Vergnügen und Besten dienen soll. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogft mein Wohl, du wogft mir auch mein Leid, und was du schicft, ist meine Seligkeit. 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Nacht und Tag mit Furcht und Sorgen sinnen, wie dirs noch gehen mag. Bei Gott bestehts allein; laß seine Hand dich führen; die wird dich so regieren, wie dire wird nützlich sein. 4. Gefällt es dir, so miffe teine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehret es mein ewig Heil: so bleibe du mur felbft mein Trost, mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns dieser 3. Was dich will niederschlagen, Erde Freuden; aus gleicher Huld was dich zur Erde biegt, was dir verhängst du unsre Leiden. mit Angst und Klagen in den Gedan- mein Beh nicht meine eigne Schuld, Ift mur ten liegt, das wirf in seinen Schooß; so zag ich nicht. vertrau auf seine Güte, und mach Geduld. bich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. Du gibst dabei 6. Soll ich ein Glüd, das du miz gabft, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege fithren: so wirst du, denn du hörst mein findlich Flehn mir dennoch bald und mächtig Hüff ersehn. 14* 212 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 7. Bielleicht muß ich nach wenig| Muthe singen: o Herr, durch den ich Tagen sterben. Herr, wie du willst! immerfort vollkommen überwinde, du foll ich den Himmel erben, und dieser bist mein Heiland und mein Hort, ist im wahren Glauben mein, wie kann auf welchen ich mich gründe. der Tod mir alsdann schrecklich sein? 2. Du macheft meinen Gang gewiß bor des Verfolgers Stricke, und treibst die Macht der Finsterniß beschämt von mir zurücke. Ich biete Trots mit deinem Wort den stärksten Feindesscharen; denn mich bedeckt an jedem Ort dein Flügel vor Gefahren. 3. Durch dich kann ich mit Zuversicht das Graun der Nacht besiegen. Mir drohn die Pfeil und schaden nicht, die an dem Tage fliegen. Die Seuche, die am Mittag würgt, kann ich unschädlich nennen; die sich zur Mitternacht verbirgt, wird mich nicht tödten können. 4. Wenn mir zur Linken tausend, so wird ihr gifterfüllter Hauch mich auch noch mehr zur Rechten sterben, dennoch nicht verderben. Ich seh mur, wie die Sünder mir zur Lehre dienen müffen, wenn sie für ihre Bosheit hier schon so erschrecklich büßen. 5. Ich fliehe dir alleine zu; wenn alle Teufel toben, so bin ich in ge troster Ruh, o Höchster, aufgehoben, So darf kein Uebel und kein Neid mich jemals berziehen, und alle Plagen müssen weit von meiner Hütte fliehen. 6. Du ordnest deiner Engel Wacht zu meinen beiden Seiten, daß sie mich sorgsam Tag und Nacht behüten und begleiten. Sie tragen mich, sie stehn mir bei, und bieten mir die Hände, daß ja mir nichts im Wege sei, wohin ich mich nur wende. - Mel. von Nr. 54. 391. Mas grämst du dich, mein blödes Herz? Verbanne Sorgen, Furcht und Schmerz! beftehl dich Gott! der wirds wohl fügen. Er wird dir zeigen in der That, wie er dich führt nach seinem Rath, durch dunkle Wege zum Vergnügen. 2. Gedenke, daß er alles weiß! was mur geschieht, ist sein Geheiß; wer tann doch seinen Willen hindern? Rein Engel, Fürstenthum, noch Tod, tein Hohes, Tiefes, teine Noth kann in dem Rath nur etwas mindern. 3. Die Gnade Gottes wird beftehn! feln Bund wird nimmermehr vergehn; auf Jesu Tod ist er errichtet. Wenn schon ein Menschenkind betrügt; so bente doch, daß Gott nicht lügt, der sich durch einen Eid verpflichtet. 4. Wohl dem, der in den Gnadenbund, als Bundsgenoß, mit Herz und Mund den großen Herrn aufrichtig ehret; und wohlthut nur aus Dank barkeit, als Glied an Jesu fich erfreut, wenn auch der Nächste sich befehret! 5. Wohl dir, o Chrift, du hast es gut! wer, Gott ergeben, willig thut, was Glaub und Liebesregel wollen, dem schadet weder Feind noch Leid; weil ihm zum Heil der Ewigkeit auch Leid und Feinde dienen sollen. 7. Auch Löwen tret ich unter mich auf meinen sichern Pfaden; zertretne Nattern frütmmen sich und können mir nicht schaden. Der junge Löwe brüllt nach Raub; sollt er mich furchtsam machen? Onein, ich tret ihn in den Staub, tret auf den Kopf des Drachen. 8. Du läsfest mich, sobald ich fleh, dein kräftges Sa verspüren. Du bist mit mir in Noth und Weh, und hilfft er unter Gottes Schat mir triumphiren, und wirft mir, bin ten ruht, den mag ich einstens satt des Lebens und der tein Feind bezwingen. Er kann, bei Ehren, wie mir dein Wort verheißen seiner Allmacht Hut, mit frohem hat, die Seligkeit bescheeren. Der 91. Pfalm. Mel. von Nr. 222. 392. 6. Nun denn! ift dir der Weg bewußt, so hab am Herren deine Luft; bu magst dich ihm wohl frei ergeben. Sei gutes Muths! er lebt in dir. Ein solch Gewissen ist schon hier, im Borschmad, jenes Freudenleben. IND und der Ergebung Aus dem 146. Pfalm. Mel. Gott des Himmels und der. 32. 393. ut, mein Geist, dem Herrn zu singen, der - uns alles Gutes will ein Danklied bringen; er hilft jedem, der ihn liebt, und wer sich auf ihn verläßt, dessen Hoffnung stehet fest. 2. Menschen! ruft die Menschen finder nicht um Hülf und Beistand an! trotzt nicht auf die Macht der Sünder, die sich selbst nicht helfen kann. Fürften sind nur Asch und Staub, und, wie wir, des Todes Raub. 3. D so lehnt euch nicht auf Stüßen, die der Tod so bald zerbricht. Gott allein kann euch beschüßen, er hält stets, was er verspricht. Wohl dem, der auf ihn nur schaut, und sich ihm ganz anvertraut. 4. Unsers Gottes Macht und Güte währet bis in Ewigkeit, und sein väterlich Gemüthe ist zur Hülfe ftets bereit. Suchet nur sein Angesicht; es verläßt die Seinen nicht. in seinen Willen. 213 Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir findlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will fie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du verläßt die Deinen nicht. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so tlag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele. Du hörft, du hilfft, du fegneft gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt: du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 4. Der du die Blumen fleideft, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube mur! 8. Du führeft, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen, nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath bol Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. Mel. D Welt ich muß dich lassen. 48. nach 394. Mas foll ich ängstlich Leiden, den Dank, der gebührt. flagen, und in der Noth verzagen? der Höchste sorgt für mich. Er forgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlfein fehle. zum Trost, mein Herz, für dich! 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die mich verborgen in meinem Geifte nagt, werf ich auf dich, den 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mir mir gethan: kann ich doch des mich trösten, du nimmst mich, mich Erlö ften, gewiß dereinst zu Ehren an. Mel. Von Gott will ich nicht laffen.- 56. Ron Gott will ich nicht V laffen, mein Gott 2. Was nützt es, heidnisch sorgen, mir zuvor, da auf unsichern Straßen und jeden neuen Morgen mit neuem ich irrend mich verlor. Wie hilfreich Kummer sehn? du, Vater meiner fand ich ihn! am Abend, wie am Tage, weißt, eh ich dirs noch sage, Morgen mich huldreich zu versorgen, mein Leid und auch mein Wohlergehn. ist nun sein ganz Bemühn. 2. Der Menschen Gunft verkehret fich wohl in Haß und Neid; des Höchften Freundschaft währet in alle Ewigteit und in Banden wird nicht sein Freund Er hilft aus aller Noth; in Ketten Tod. zu Schanden; er hilft selbst aus dem 10. Dort, bei der Frommen Scha ren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da fing ich dir mit Freuden, überstandnen deiner Hulb Genug 395. in dem schwersten Leid! stets will ich 3. Auf ihn will ich vertrauen auch auf ihn schauen; er hilft zur rechten ich in meinem Leben mich ganz zum Zeit. Dem Herrscher aller Welt will Schuß ergeben; er thu, was ihm gefällt. 214 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 4. Und ihm kann nichts gefallen, als nie fehlet mir mein täglich Brot. was mir nützlich ist. Gut meint ers Ifts gleich nicht viel, doch danke ich; mit uns allen. Und du, Herr Jesu er jegnet es, und sorgt für mich. Chrift! wie laut spricht nicht dein Blut, daß er mein Heil bedentet! der uns den Sohn geschenket, versaget uns tein Gut. 5. Lobt den mit Herz und Munde, ber alles mit ihm schenkt. O selig ist die Stunde, darin man sein ge benkt! ihr habt, dazu gewöhnt, den Himmel schon auf Erden! wie froh müßt ihr einst werden, wenn dort sein Lob ertönt. 6. Die Welt wird zwar vergehen mit ihrer Herrlichkeit; doch uns wird Gott erhöhen, uns, die sein Lob erfreut. Wird gleich den Leib der Tod im Grabe tief verscharren: er steht nach kurzem Harren bald auf, und jauchzet Gott. 7. So schweig ich denn und dulde bas mir bestimmte Leid, das ich so oft verschulde. O jene Seligkeit macht mich schon freudenvoll! o Heil, das fonder Ende, weil ich zu Gott mich wende, mir wiederfahren soll! 5. Gott sorgt für mich und für die Meinen, wie sehr wir auch verlaffen sind. Er läßt uns seinen Troft erscheinen, wenn mancher Anschlag uns zerrinnt. Geht es den Meinen fümmerlich und mir auch selbst: Gott sorgt für mich. 6. Gott sorgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auf erlegt, verwechselt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich, zu unserm Wohl, und sorgt für mich. - 7. Gott sorgt für mich in meinem Alter; da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Erhalter, der mir in Schwachheit Stärke gibt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich. 8. Gott sorgt für mich auch in dem Sterben; der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Christo setzt er mich zum Erben, da mich sonst Fluch und Rache traf. Drum nimmt er meinen Geift zu sich in seine Ruh: Gott Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 396. Gott forgt für mich, was forgt für mich. will ich sorgen? Er ift mein Vater, ich sein Kind. Er forgt für heut, er sorgt für morgen, fo, daß ich täglich Spuren find, wie Gott die Seinen väterlich versorgt und schützt. Gott sorgt für mich. 9. Gott forget für mich selbst im Grabe, dem Leibe gönnt er da die Ruh, und wenn ich ausgeschlafen habe, fo führt er mich dem Himmel zu, und Leib und Seel vereingen fich, und fingen froh: Gott sorgt für mich. 2. Gott sorgt für mich, ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir gebricht, werd ich in meinen Händen schauen, so bald er nur sein Aus dem 77. Pfalm. Mel. von Nr. 201. Machtwort spricht. Drum bin ich 397. M Höhe, wo mein det eine zur jetzt und ewiglich gar wohl versorgt. Gott sorgt für mich. 3. Gott sorgt für mich, nach Seel und Leibe. Sein Wort ists, das die Seele nährt, und wenn ich mein Berufswert treibe, wird für den Leib mir Brot gewährt. Wohl dem, der ihm mur feftiglich vertraut, und glaubt: Gott sorgt für mich. ter wohnt; ich flehe in der Angstzeit, Gott, zu dir! und du' neigst dein Ohr zu mir. Sehnlich streckt sich meine Rechte unermüdet durch die Nächte, Herr, zu dir im Flehn empor, hält mein Leid dir ringend vor! 2. Mein Geift, fühllos Troft zu faffen, wollte sich nicht trösten laffen. 4. Gott forgt für mich bei theuern Ein Gedante, Gott, an dich, font Beiten; auch in der größten Hungers- mein Leben, schreckte mich! meiner moth fann er mir einen Tisch bereiten, Seele Selbftgespräche stürzten fie is und der Ergebung in seinen Willen. größre Schwäche. Und die Augen hieltest du, daß fie wachten ohne Ruh! 3. Ich war ohne Maaß zerschlagen! mir gebrach auch Kraft, zu klagen. Endlich lenkt ich meinen Sinn auf entflohne Zeiten hin; mein Geist senkte feine Blicke in Jahrhunderte zurücke. Meinen Liedern fann ich nach nächtlich, forschte, dacht und sprach: 4. Kann Gott ewig mich verstoßen? bleibt mir seine Gunst verschlossen? hört denn der wohlthätge Lauf seiner Güte gänzlich auf? ist, was er versprach, vollendet? hat sein Herz sich so gewendet, daß sein Mitleid Gott vergißt, daß sein Zorn es ganz verschließt? 5. Doch ich sprach: ich muß das leiden, Gottes Rechte wirds entscheiden! schau, mein Herz, die Wunder an, die vor Alters Gott gethan! ja, ich denk an deine Werke, die Beweise deiner Stärke, ich betrachte deine Macht, alles, was sie schon vollbracht. 215 Zebaoth? Er nur zeigt durch Wunderwerke allen Völkern seine Stärke. Mächtig machte seine Tren Jacobs, Josephs Kinder frei. 7. Als du wider ihre Haffer anzogst, sahn dich, Gott, die Waffer; ängstlich sahn die Wasser dich, und die Tief entsetzte sich. Dide, volle Wolken goffen Fluthen, und die Donner schoffen deine Flammenpfeil umher, und dein Himmel zürnte sehr! 8. Um und um aus deinem Site brüllten Donner, ftrahlten Blizze furchtbar und verschlangen ganz die bestürzte Welt im Glanz. In der Wetter Ungestüme wurde deiner Donner Stimme tief der Erde Innerm kund, und es bebte selbst ihr Grund. 9. Dein Weg war in Oceanen, in den Meeren schufft du Bahnen; doch dein Tritt ward nicht erkannt, und du führtest durch die Hand Mofis, Arons, deiner Knechte, dein Bolt, Ifraels Geschlechte, einer Heerde Schafe gleich, hin in dein verheißnes 6. Heilig sind, Gott, deine Wege; wer ist, der sie tabeln möge? wer ist groß, wie unser Gott, wie Jehovah Reich. 29) Vom Gebet. Mel. von Nr. 72. 398. Dein ein Heil, mein Geist, nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet. Ein findlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein in Demuth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem Herrn. 4. Sein Heil von dir, o Gott, begehren, ist wahrlich keine schwere Pflicht. Des Herzens Wünsche dir erflären, wie stärkt das unsre Seele nicht zu dem Vertraun, daß du uns liebst und uns gern, was uns niitet, gibst! 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns träftiger den Muth erhöhn, was mehr in Leidensstunden stärken, als wenn wir flehend auf dich sehn? o Vater, unfre Seelenruh nimmt durch Gebet beständig zu. 6. Sein Wort ist immer Ja unt Amen. Wer gläubig bittet, der empfäht. Drum laß auch mich in Jesu Namen oft vor dich kommen mit Gebet. Nie sei mir diese Pflicht zur Laft, die du zum Heil geboten haft. 2. Welch Glitc, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu ftehul du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich keines Menschen Flehn. Du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh noch unser Herz dirs tlagt. 3. Doch spricht du: bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten der fich, Gott, dein Freund zu ſein, und ſtößt das ange 399. K Bergnügen, mein Geift, Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. betend und mit botne Glitck muthwillig selbst von sich jurid. vor Gottes Angesicht! nie müffe Träg. - 216 Zweiter Theil.- Vout Gjebct. teit bich besiegen im Abtrag dieser| dein Feind. Solch Bitten, das aus felgen Pflicht. Dübe sie zu Gottes Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Preis, und deinem Heil mit treuem Liebe ift." Fleiß. 10. Bet ft, so wirst du Glauben 2. Bet oft, doch mit aufrichtger halten, dich prisen und das Böse Seelen. Gott sieht aufs Herz; Gott scheun, an Lieb und Eiser nicht er ist ein Geist. Wie können dir die kalten, und reich an guten Werken Worte fehlen, wofern das Herz dich sein. Denn Muth und Kraft und beten heißt? Der Glaub an Gott und Seelenruh sagst du, Gott, dem, der seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer bittet, zu. Worte Con. 3. Wer das, was uns zum Frieden dienet, von Herzen sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell die Treu, die er Gott schwur, vergißt, der spottet ſeiner mur. 11. Dies reize mich, vor dich zu treten mit Lob und Dant, mit Wunsch und Flehn. Doch meine Fehler bei dem Beten wollfi du, mein Vater, übersehn; weil mich, der dir zur Rechten sitzt, durch seine Fürsprach unterstützt. 400. 4. Bet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Bater, ist. Bet oft zu Gott, und, fühl im Leiden, wie göttlich er dein Gott, kannst mich allein mit allem, Leid versüßt. Gott hörts, Gott ists, was ich nöthig habe, zu meinem wahder Hülfe schafft. Er gibt den Mü- ren Wohl, erfreun. Mein Leben und den Trost und Kraft. mein Glück beruht allein auf dich, du höchstes Gut. Mel. von Nr. 234. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt. Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat. Er trägt dich lieblich mit Geduld; erkenn und preise seine Huld. 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe die herzliche Barmherzigkeit des, der mit seinem theuern Blute die Sünderwelt vom Fluch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zu. 7. Bet oft, Gott wohnt an jeder Stätte, in feiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit Vielen bete, so find ich ehr bei Gott Gehör. Ift nur dein Wunsch gerecht und gut, so fei gewiß, daß Gott ihn thut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn. Wie eifrig war mein Heiland nicht in Uebung dieser sel'gen Pflicht. 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch Gott, hört. on dir kommt jede gute mur 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, Herr, nicht frönt. Was ich auch noch so ängstlich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, dein mächtger Schutz mich nicht bedeckt. 3. Wie sollt ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftigt unsrer Seele Schmerz, und öffnet deinem Troft mein Herz. 4. Sollt ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glid erfreut? dir, Allerhöchster, bir lobfingen, ist gut, ist für uns Selig. feit, und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu sein. 5. Du hörft es, Gott, mit Wohl gefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn, verschmäheft nicht ihr schwaches Lallen, wenn sie lobfingend dich erhöhn. Du ehrst den wieder, der dich ehrt, und höreft den, der dich, Zweiter Theil. Vom Gebet. 217 6. Mit Segen uns zu überschütten, 6. Herr, wenn mich nach Leib und bist du, o Bater, stets bereit. Was Seele mancherlei Bedürfniß drückt, und wir nach deinem Willen bitten, gibst du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem strömest du beständig neuen Segen zu. ichs betend dir befehle, so laß mich, der Noth entrict, Hülfe, Rettung, Troft und Rath bald erfahren und nie wanken, und wenn Gott erhöret hat, ihm mit frohem Herzen danken. 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich findlich nahn. Nimm, Vater, nimm in deinem Sohne - Mel. Nun banket alle Gott.. 9. der Andacht Opfer gnädig an. Dein 402. Wohl auf, mein Herz! regiere meinen Geift, daß er dich, betend, würdig preift. Mel. von Nr. 320. 401. Jeu, meiner Seelen Retter! jei bei dein und meinem Gott mein versöhnender Vertreter! wie kann ich sonst meine Noth vor sein heilig Angesicht mit Gebet und Flehen bringen? wenn mich nicht dein Blut beschützt, wird mir kein Gebet gelingen. 2. Gottes Gnade, Gottes Gaben find wohl unsers Dankes werth. Was wir schon empfangen haben, was noch unser Herz begehrt, alles heißet uns zu Gott mit gebeugtem Herzen treten; beider, Seel und Leibesnoth, lehrt uns seufzen, flehn und beten. 3. Doch nicht gnug ists, daß wir beten, Gott schenkt denen seine Gunst, die nach rechter Weise beten. Jesu! lehr uns diese Kunst, daß wir vor dem Gnadenthron zu dem wahren Gott nur flehen, und auf dich, o Gottessohn, wenn wir beten, gläubig sehen. 4. Herr, wenn wir jetzt beten wolfen, wiffen wir gar oftmals nicht, was und wie wir beten sollen. Doch, du weißt, was uns gebricht! Wenn der Mund nicht sprechen kann, wenn wir nicht mehr fönnen beten, so laß deinen Geist alsdann uns mit Seufzern noch vertreten. 5. Wirk selbst in uns das Vertrauen, daß des Vaters Ohr uns hört, und, ohn auf Verdienst zu schauen, unser Bitten uns gewährt. Du haft unsre Schuld verfühnt, und Gott will, um deinetwillen, so, wie du es uns verdient, frommer Beter Wunsch erfüllen. - Gott zu bringen! laß Seufzer und Gebet zu ihm gen Himmel dringen, weil Gott dich beten heißt, und du burch seinen Sohn ganz freudig treten fannst vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ifts, der dir befoh len hat, zu beten; dein Heiland ists, der dir versprach, dich zu vertreten; der werthe Tröjter flößt den Trieb zum Beten ein; drum muß dein Seufzen auch gewiß erhöret fein. 3. Da siehst du Gottes Herz; das kann dir nichts versagen. Sein Wort, sein treues Wort vertreibt ja alles Bagen. Was dir unmöglich dünkt, fann seine Baterhand noch geben, die von dir schon so viel Noth gewandt. 4. Romm mur, tomm freudig her in Jesu Chrifti Namen! sprich: lieber Bater, hilf! ich bin dein Kind; sprich Amen! ich weiß, es wird geschehn; dein Herz verläßt mich nicht; du weißt, du willst, du kannst! thu, was dein Wort verspricht. Mel. von Nr. 17. 403. Bater, allerhöchster Gott! daß mir, wie einem Kinde, verstattet wird, in aller Noth, wie groß auch meine Sünde, mein Herz vor deinem Gnadenthron in Einfalt auszuschütten; das machet dein geliebter Sohn, der heißt mich freudig bitten, und findlich zu dir nahen. 2. O Liebe, weil an meiner Statt dein Sohn für meine Sünden gebüßet und bezahlet hat, so kann ich Gnade finden. Dein Sohn bezeugt, es ftehe mir dein Herz und Himmel offen; ich könne rufend, Herr, zu dir getroft Erhörung hoffen, du seift mein treuer Bater! 218 Zweiter Theil. Vom Gebet. 3. D angenehmer Vaternam! jetzt| fallen hat, weil sich auch unser Herz Tomm ich armer Sünder, der sonst dir naht, und nicht blos unsre Lippen. voll Zweifel zu dir tam, getroft, wie liebe Kinder. Ich weiß, mein Flehen rühret dich, weil du mich zärtlich liebest. Du wirst, weil du den Sohn file mich, und mir zum Heiland gibeft, mit ihm mir alles schenken. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns gläubig richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Thun und Dichten. Gib uns des Glaubens Zuversicht, so zweis feln wir in Chrifto nicht, die Bitte zu erhalten. 4. O fester Grund der Freudigkeit! in meinen Missethaten kommt mir der 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Unschuld reines Kleid, das Jesus Maaß im Beten dir vorschreiben, an schenkt, zu ftatten. Er spricht: ich halten ohne Unterlaß, bei dem allein bete selbst mit dir; mein Geift soll auch bleiben, was uns dein Wille dich vertreten; mein redend Blut soll bitten lehrt, was deinen großen Nafür und für dem Klopfen, Suchen, men ehrt, und unser Wohl befördert. Beten, Gewicht und Nachdruck geben. 5. So faffe dich, mein blöder Geist! ich hab in Jefu Wunden zu Gott, der mun mein Vater heißt, den offnen Weg gefunden. Es dringet, durch den Geist, mein Ach! hin durch des Himmels Pforte; ihm fall ich: Abba, Bater! nach, er lehret mich die Worte, er heiligt die Gedanken. 6. Laß uns im Herzen und Gemüth auf unser Wert nicht bauen; auf deine nie erschöpfte Gült laß einzig uns vertrauen. Und sind wir auch nicht deffen merth, so sei doch unser Flehn erhört von dir, aus lauter Gnade. 6. reicher Troft! Gott kann und will mein Antlitz nicht beschämen. Ich darf aus Jefu Gnadenfüll im Glauben alles nehmen. Mein frohes Beten füzet sich auf drei sehr feste Gründe: der Vater droben liebet mich; sein Sohn tilgt meine Sünde; sein Geift wohnt mir im Herzen. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 404. Gott, es fehlt uns Kraft und Licht, dich würdig zu verehren. Wir wissen so zu beten nicht, daß du uns kannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, felbst über uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes. - 7. Du, Vater! weißt, was uns gebricht, so lange wir hier leben. Verborgen ist dir gleichfalls nicht, wenn wir in Nöthen schweben. Wir, deine Kinder, flehn dich an; wir find gewiß, daß uns nicht kann dein Baterherz verlaffen. 8. Wir haben ja die Freudigkeit in Jesu Chrift empfangen: der Gnadenftuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlangen. Laß heilge Händ uns immer hier aufheben, Vater, und zu dir in wahrer Inbrunft schreien. 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt werd; dein Reich laß uns erfreuen; dein Will gescheh auch hier auf Erd; gib Frieden, Brot, Gedeihen; all unfre Sünden uns verzeih; steh uns in der Bersuchung bei; erlös uns von dem Bösen. 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wolleft es erfüllen, erhör und hilf uns immerdar um Jefu Chrifti willen: denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. 2. Der nehm sich unsrer Schwachheit an, uns kräftig zu vertreten, fo oft wir deinem Chron uns nahn, in danken und zu beten; und unser Flehn zu dir, o Herr, sei nie ein frostiges Geplärr; es sei ein Flehn des Herzens. Mel. Ach Gott, vom Himmel. - 215. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf 405. Mit Seufzen ag flag ich Beten im dir, mein Gott! - uns auch die Lippen auf, ein Opfer gern wollt ich eifrig beten, und, drückt dir zu bringen, daran dein Herz Ge- mich meiner Sitnden Noth, voll Glau Zweiter Theil. ben zu dir treten; gern brächt ich, lieber Bater! dir im Geist und Wahrheit mit Begier die Opfer meiner Lippen. 2. Allein mein Herz, ach Gott und Herr fann sich nicht recht erheben. Zum Guten oft zu falt und schwer, bleibt es ara Eiteln tleben. Träg ift oft, leider, Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Andacht mühsam zwingen. 3. Umsonst faß ich oft den Entschluß. Die Welt sammt ihren Kindern sucht, meinem Herzen zum Verdruß, am Beten mich zu hindern. Und fleht mein seufzend Herz zu dir, bringt sie, zu meiner Kränkung, mir viel Eitles ins Gemüthe. - Allgemeine Gebetlieber. 219 Herzen, das dich so oft beleidigt hat; weil Luft und Andacht keine Statt in meiner Seele findet. 4. Dies, Herr mein Gott, dies fränkt mich sehr, und ich denk oft mit Schmerzen, als wär dein guter Geist nicht mehr in meinem trägen empor zu schwingen. 30) Gebetlieder. a. Allgemeine Gebetlieder. Fleisch und Blut, das wider deiners Willen thut. 120. 5. Ach, leider! Bater, hab ich dich nicht allezeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone, handle nicht mit mir, wehmüthig fleh ich, Gott, zu dir, wie ich verdienet habe. 6. Ich will hinfort Nachlässigkeit: und alle Trägheit meiden. O mache du mein Herz bereit, vom Eiteln mich zu scheiden. Laß es dich hören und allein aufs Himmlische gerichtet sein. Gib du mir Kraft und Stärke. 7. Gott, laß den Eifer des Gebete ja nie in mir erfalten! der Andacht Feuer wollst du stets durch deine Kraft erhalten. Den Hindernissen wehre du und setze meine Seel in Ruh, sich frei Das Gebet des Herrn. Mel. Vater unser im Himmelreich. 406. Bater! groß im Himmelreich; wir stehen jetzt vor dir zugleich, vereint durch deinen lieben Sohn, auf sein Geheiß vor deinem Thron; laut finget vor dir unser Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Dein Name müß uns heilig sein; erhalte dein Wort bei uns rein, bamit, wie du selbst heilig bist, auch unser Wandel heilig ist. Bewahr, was deinen Namen nennt; bekehre, was ihn noch nicht kennt. 3. Dein Reich erschein in dieser Zeit, und vollends in der Ewigkeit. Steh uns mit deinem Geiste bei, mach uns von fremder Knechtschaft frei; zerbrich des Satans Macht und Wuth; nimm deine Kirch in deine Hut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot: uns! entferne Krieg und Streit, Best, du kennst am besten unsre Noth. Huf Seuchen, Dürr und theure Zeit. Laß bei uns Heil und Frieden blühn und laß uns Geiz und Sorgen fliehn. 6. Bergib uns gnädig unfre Schuld, und trage, Herr, mit uns Geduld; durch dich erweckt, verzeihn wir gern auch allen unsern Schuldigern, und sollten wir nicht gern verzeihn, um deiner Huld uns zu erfreun? 7. Führ uns nicht in Versuchung. Sei, Herr, unser Schild, und steh uns bei, und hilf mit deiner starken Hand; durch dich nur thun wir Widerstand; laß uns zulegt als Sieger stehn, und beiner Gnade Ruhm erhöhn. 8. Mach uns von allem Ulebel los. 4. Dein Will gescheh auf Erden Ach, unsre Schwachheit ist sehr groß! schon, wie er geschieht vor deinem o tröste du uns in der Noth; verThron. Mach uns, o Gott, in leih uns einen selgen Tod. Herr, Freud und Leid zu dem, was dir ende glücklich unsern Lauf; nimms gefällt, bereit, und wehre allem uns in deinen Himmel auf. 220 Zweiter Theil. 9. Das Reich, die Kraft, bie Herrfichtelt ist dein, o Bater, allezeit, bleibt ewiglich dein Eigenthum; erhör uns, Herr, es ist dein Ruhm; im Namen Jesu flehn wir nun; du kannst, du willst, du wirst es thun! 1 Allgemeine Gebetlieber. 6. Stolze haben mich umgeben und Thrannen; meinem Leben brohen sie, und scheuen nicht dein allsehend Angesicht; aber du bist ganz Erbarmen, ein Verschoner, mild den Armen, treu den Frommen, voll Geduld, groß durch Wahrheit und durch Huld. 10. So sei es: Amen! Herr, erhör! Stärf unsern Glauben immer mehr; und unser Flehn ist Zuversicht! wir bitten dich und zweifeln nicht. So fing das Amen unser Mund, und es erschall aus Herzensgrund. 7. Wende dich zu deinem Knechte, deiner Magd Sohn; deine Rechte stärk ihn, sei ihm gnädig, Gott, hilf ihm mächtig aus der Noth! wirke, mir zum Heil, ein Zeichen, daß die Feinde schamroth weichen, wenn sie sehn, daß du mich liebst, und mit deinem Schutz umgibst! Der 86. Psalm. Mel. von Rr. 201. 407. Herr, erhöre meine Klameine Plagen, elend bin ich, arm 408. her auf bin ich, und vertraue nur auf dich. Rette Wolken gehen. deines Knechtes Leben, der sich heilig bir ergeben; ach! mir leucht't ein Strahl des Lichts deines Baterange fichts. Mel Aus tiefer Noth schrei tch. 119. beine Gülte reicht Gott so weit, so weit die Du krönst uns mit Barmherzigkeit, und eilft, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, mert auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. - 2. Zu dir ruf ich alle Tage: Herr, sei gnädig meiner Klage! schenke neue Freude mir, denn mein Herz verlangt nach bir du bist gütig, zeigst an allen, die dir flehn, dein Wohl gefallen; ach vernimm auch mein Gebet, höre, wie mein Herz dir fleht. 3. In des Leidens bangen Tagen, wenn mich Feind und Elend plagen, ruf ich nur zu dir, mein Gott! fleuch, spricht du, zu meiner Noth! eitel ist die Macht der Götter, du allein bift mein Erretter; Herr, wie wirkst du wunderreich! wo sind Werke, deinen gleich? 4. Herr, es werden alle Heiden, bie du schufest, einst mit Freuden zu dir nahn, und sich allein deinem Dienst und Ruhme weihn. Dir ist Niemand zu vergleichen; du bist groß und du thuft Zeichen; du bist Gott und feiner mehr; dir gebühret Preis und Ehr. Mel. von Nr. 13. 5. Lehre, Herr, mich deine Wege, 409. Ich komme vor dein Anmöge, zu deiner Furcht allein alles in mir einig fein! ewig dankt dir mein Gemithe; herzlich rühm ich deine Güte, die mich hold aus Finsterniß, aus bem tiefsten Grabe riß. gesicht; o Gott, mein Flehen nicht: vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld! 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wolleft du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. 2. Schaff du in mir ein reines Herz, ein Herz, das dir in Freud und Zweiter Theil. Schmerz voll Dank und Demuth sich er gibt, dich fürchtet und inbrünstig liebt. 3. Sei mein Beschützer in Gefahr. Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein lebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand. Erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. - 221 Allgemeine Gebetlieder. mer groß an Rath und That. Da willst, daß mit Gebet und Flehn wir stets auf deine Hülfe sehn. Mel. von Nr. 234. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn ftets burch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrft. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht, und tren in allen meinen Pflichten sei. 3. So gib mir denn nach deinem Willen, was deinem Kinde heilsam ist. Du nur fannst meinen Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Ruh. 4. Gib mir Beständigkeit im Glan ben; laß meine Liebe brünftig fein. 7. Bekämpf ich gleich aus eigner Will etwas mir dies Kleinod rauben, Kraft zu schwach, Herr, meine Leiden- so schränke die Versuchung ein, und schaft, so ziehest du mit Kraft mich stärke mich mit heilgem Muth; so an, daß ich den Sieg erlangen kann.fieg ich über Fleisch und Blut. 8. Gib von den Gütern dieser Welt 5. Bewahr in mir ein gut Gewissen, mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gib ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein deinem Knecht ein mäßig Theil, zu Herz, aufs Gute stets besliffen, das feinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueber- ich, fluß, so laß mich mäßig im Genuß, und, dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber fein. sich vor deinem Auge scheut. Und fehl Gott, so ftrafe mich zu meiner Beßrung väterlich. 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nütz und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 6. Ein Herz, das in beglüdten Tagen, o Vater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Noth und Plagen vor dir still und demüthig ist; ein Herz voll Zuversicht zu dir und voll Geduld, verleihe mir. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Troft und Beispiel gibt. 7. Das andre wird sich alle fitgen. Du weißt am besten, was mir müßt. An deiner Huld laß ich mir gnügen, die Schwache mächtig unterstützt. Bu frieden, Vater, folg ich dir, befestge diesen Sinn in mir. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel: so bleib, Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 8. Soll ich auf Erden länger leben, so gib, daß ich dir leben mag. Laß 13. Und wird sich einst mein Ende mir den Tod vor Augen schweben; nahn, so nimm dich meiner herzlich und kommt dereinst mein Sterbetag, an, und sei durch Christum, deinen so sei mein Hingang aus der Zeit Sohn, mein Schirm, mein Schild ein Eingang in die Herrlichkeit. und großer Lohn. 410. Wer 2. Drum komm ich auch mit mei nem Beten, o Gott, vor deinen heilgen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! denn mich vertritt bei dir dein Sohn. In ihm hab ich die Zuversicht, mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 411. 411. Gott, du frommer - er fann, Gott, je was Gutes haben, das quell aller Gaben, ohn den nichts ist, nicht von dir den Ursprung hat; du was ist, von dem wir alles haben! bift der Geber aller Gaben, und im- gefunden Leib gib mir, und daß k 222 Zweiter Theil. folchem Leib ein unverleßte Seel und rein Gewiffen bleib. - Allgemeine Gebetlieder. Lebenslauf, alle deine Wohlthat zählen, würden Zeit und Worte fehlen. 3. Alles, was ich bin und habe, Leib und Seele, Gut und Stand, kommt, als dein Geschenk und Gabe, blos von deiner Vaterhand. Habe Dank für deine Treu! sie ist alle Morgen neu. Habe Dank für deinen Segen! alles ist daran gelegen. 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Bort aus meinem Munde gehen, und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen. Gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gib, daß ich meinen Feind mit Sauftmuth überwind, und zur Versöhnlichtett bereit sei, als dein Kind. 5. Segne alle meine Thaten durch den werthen Segensgeist! laß sie täglich so gerathen, daß mein Herz dich täglich preist; es ist dein, und nicht mein Werk, drum verleih mir Muth und Stärk, stets gerade durchzugehen, nicht auf Menschengunft zu sehen. 6. Treuer Gott! du wirst mich lehren, wie ich tlüglich handeln soll, daß mein Thun zu deinen Ehren und des Vaterlandes Wohl immer eingerichtet sei; höre mich und steh mir bei, daß der Feind durch List und Tücke mir nicht dieses Ziel verrücke. 7. Hilf mir meine Noth und Plagen, meines Amtes Bürd und Laft und sonst alles freudig tragen, was du auferleget haft. Findet sich Gefährlichkeit, Hinderniß, Verdruß und Neid: laß mein Herz sich ja nicht quälen, sondern alles dir befehlen. 8. Dir befehl ich meine Sachen! dir sei alles heimgestellt. Herri du wirst es also machen, wie es deinem Rath gefällt. Bricht auch Kreuz und Noth herein, scheinet es gar aus zu fein: laß mich ruhn in deinem Willen, und damit den Kummer stillen. 9. Muß ich auch Verspottung hören, werd ich hier und da verlacht: laß dies meine Ruh nicht stören. 2. Herr! h muß vor allen Dingen, Bin ich, Welt! von dir veracht't! ob ich schon nicht völlig fann, dir wohl! mach immer was du willt, ein schwaches Danklied bringen, daß Gott ist mir doch Sonn und Schild, du mir viel Guts gethan. Wollte wider den will ich nicht sprechen, ich von Jugend auf, durch den ganzen noch mich an den Feinden rächen. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es chriftlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück, so gib auch dies dabei, daß ich nicht umgerecht, nicht stolz, noch sicher sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, und unter manher Laft hindurch ins Alter dringen: so gib Geduld; laß mich auf deinen Wegen gehn, und auch im Alter noch, Herr, deinen Ruhm erhöhn. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; der Leib, Herr, ruhe sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort verklärt ins Leben ruft. 4. Stärke mich mit deiner Gütte, Heiland, ferner Tag und Nacht. Führ mich selber, und behüte mich durch deiner Engel Wacht; laß dieselben bei mir stehn, wenn ich ein und aus muß gehn, wenn ich reise, schlafe, wache und in jeder guten Sache. Mel. Freu dich sehr, o meine S. 29. 412. Liebster Jefu! Guadenfomne, meines Her zens Zuversicht, meine Freude, meine Bonne! ich tomm vor dein Ange ficht. Ob ich schon ein Sünder bin, werf ich doch den Muth nicht hin, weil ich, auch als Asch und Erde, nicht von dir verstoßen werde. Zweiter Theil. 10. Soll ich hier noch länger leben, nehm ichs gern und willig an. Ich will Gott nicht widerstreben, wenn ich ihm nur dienen kann. Drum, Herr, mach mich dir getreu, gib gefunden Leib dabei, und laß mich an deinem Fügen und an deiner Huld begnüigen. 11. Soll ich bald von hinnen scheiden, bin ich auch dazu bereit. Bringe mich nach kurzem Leiden an den Ort der Seligkeit. Nimm, nach hier vollbrachtem Lauf, meinen Geist zu dir hinauf. Ruht im Grabe, müden Glieder, Jesus kommt und weckt euch wieder. - Allgemeine Gebetlieber. 223 6. Drum, lieber Vater! der du dich so hoch gesetzt, und fürchterlich aus schwarzen Wolken blitzest; schrei ich im Staub, hör von dem Thron, wo du, Weltherscher, sitzest. 7. Verleihe mir, o Gott, das Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen senket. Wo kommt mir wahre Weisheit her, wenn sie mir Gott nicht schenket? Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr 2c. 413. mein ganzes Thun, mein Glück mag nicht auf mir beruhn, von dir kommt Heil und Se- gen; ich kann mich, Höchster, ohne dich, nicht 8. Erleuchte mich von deiner Höh; gib Weisheit, daß ich nie besteh auf meinem eignen Willen. Hilf mir, mein Gott, mit Rath und That, das, was du willst, erfüllen. 3 3d weiß es, Gotti ſei auch mein Theil auf Erden. regen noch bewegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß er thut, was er ausgedacht, und seines Gange sich freuet. Der Allmacht Rath wirkt es allein, wenn unser Rath gedeihet. 3. Oft denkt der Mensch mit stolzem Muth: dies macht mein Glück, dies ist mir gut! und ist doch weit gefehlet; oft fieht er auch für schädlich an, was Gott zu gut ihm wählet. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann sein Werk mit vieler Klugheit an, und bringts doch nicht zu Stande. Er meint, er bau ein festes Haus, und bauet auf dem Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn schon über alle Berge hin, und wenn er um sich siehet, so hält ihn noch das niedre Thal; umsonst war er Semülhet. 9. Laß mich stets pritfen, und was gut, behalten; laß durch Fleisch und Blut mich nie verleitet werden. Dein 10. Was, weises, bestes Wefen! dir gefället, das gefall auch mir; ift etwas dir entgegen, so laß davor auch deinem Knecht den größten Abscheu hegen. 11. Ein Werk von dir begleite Glütd; ifts nicht von dir, so treibs zurück, und ändre Herz und Sinnen. Was deinem Rathschluß widerspricht, das muß von selbst zerrinnen. 12. Umsonst bemühet sich die Welt, ein Werk, das, Höchster, dir gefällt, mit Stolz zu hintertreiben; was Gott thut und beschlossen hat, das muß wohl stehen bleiben. 13. Beut mir die Hand, und es wird leicht, was mir sogar unmög lich deucht. Die Werke deiner Hände gefangen allzeit, weiser Gott! zu einem guten Ende. 14. 3war wird mir oft der Anfang schwer; hier brauft die Luft, dort tobt das Meer; zurücke möcht ich treten; doch alle Schwierigkeit und Noth heißt mich nur brünstger beten. 15. Wer betet, wirkt, und Gott vertraut, wird, wenn ihm schon zuweilen graut, zu seinem Zwede tommen. Er spricht: wer wälzt den Stein uns weg? und er ist weggenommen. 16. Der Tugend Bfad scheint rauh und wild, er hat, mit Dornen ange füllt, nichts, was die Sinnen rühret. Zweiter Theil. Besondere Gebetlieber. 224 Er ist indeß der sichre Pfad, der dich zur Freude führet. 17. Du weißt, mein Gott, was mir gebricht; an Macht zu helfen fehlt dirs nicht, du stärkst die müde Seele. Gib, daß ich, deinem Wint getreu, des Weges nicht verfehle. 18. Dir, Herr, gebühret Ruhm und Ehr; ich will dein Thun je mehr und mehr von Grunde meiner Seelen, vor deinem Volf, vor aller Welt mein Lebelang erzählen. - - 7. Gib, daß ich meine Lebenszeit, nur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe, bis ich 414. Non ganzer Seele preiseinft bir dort für und für Lob, Preie Mel. Ich weiß, mein Gott, daß. und Ehre finge. - 255. du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laß für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. 2. Wer schenkt uns Leben, Glück and Ruh? Wer gibt uns Kraft zur Pflicht? nur du schafft Wollen und Bollbringen. Wird dein Gedeihn nicht uns erfreun, so kann uns nichts gelingen. 3. Du schufft und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dirs gefällt. Du lenkst der Menschen Herzen. Sei auch mein Licht und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft; bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weislich zu regieren. Drum bitt ich dich, laß, Höchfter, mich selbst deine Weisheit führen. b. Besondere In geistlichen Anfechtungen. Mel, von Nr. 33. 416. Du bist ja, Jeful meine denn mein Geift betrübt? tann denn die Freud auch bei dem Leide sein in dem Herzen, das dich liebt? ach ja, mein Jesu! deine Liebe füllt meinen Geist mit Freuden an, daß, wenn ich mich darinnen übe, sie keine Bung aussprechen kann. 6. Herr, deffen Huld uns ewig liebt, auf dich, den Geber, schauen. Selbst laß mich beim Segen, den sie gibt, wenn du schlägst, und Kreuz auflegst, so laß mich dir vertrauen. erleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens 2. Gib Gnade unsrer Obrigkeit, Pflicht; doch fühl ich auch, was mir Licht, Heil und vielen Segen, daß gebricht, die Blindheit meiner Seele. wir gottselig allezeit, gerecht und züchAch, Gott der Huld, vergieb die Schuld, tig mögen ein ruhigs Leben führn. wenn ich aus Schwachheit fehle. Amen. 2. Weil aber noch nicht ganz ge dämpfet in mir mein böses Fleisch 415. Gebetlieder. und Blut, und noch der Geist dar wider kämpfet, wird oft dadurch ge kränkt der Muth: drum leg ich mich vor dir mit Flehen, ach flärte mich Freude! warum ist in diesem Streit! laß Hülfe mir, mein Heil, geschehen, daß ich mög überwinden weit. 3. Du hast, o Held! ja überwun den, gib mir auch Ueberwindungs fraft, und laß mich in den Kam pfesstunden erfahren, was dein Leiden schafft, dadurch ich kann den Feind besiegen, da Sünde, Teufel, Höll und Tod mun unter deinen Zweiter Theil. Besondere Gebetlieber. Füßen liegen, so mach sie auch an mir zu Spott. 4. Ich trau allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verspricht. Es sagt, daß nichts den Deinen schade, weils nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ja angenommen, wie es mein Herze wohl verspürt; da ich bin flehend zu dir kommen, hat mich dein Gnadenblick gerührt. 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwürdig, bin, so gib, daß ich stets an dir bleibe, und in mir habe deinen Sinn. Laß mich nicht andre Helfer suchen. Besitze du mein Herz allein. Laß falsche Lüfte mich verfluchen; dein Leben laß mein Leben sein. 6. Gib, daß ich mich in dir er frene, weil mich bein Herz beständig liebt, doch auch dabei kein Leiden scheue, weil solches meinen Glauben ilbt. Gib, daß ich immer stärker ringe, und in Besiegung aller Pein ich immer näher zu dir dringe; da wird die Freude ewig sein. Mel. Ach, mein Jefu, fieh, ich trete. 417. 2 ual und Angst muß ich empfinden, ob ich Gottes Kind auch sei; denn der Kindschaft Pflicht und Tren brach ich oft durch schwere Sünden, die ich wider Gott verübt, und wodurch ich ihn betrübt. 2. Ach! der Bund ist übertreten, welchen Gott mit mir gemacht. Ach! ich hab ihn nicht bedacht. Will ich nun zum Höchsten beten, fällt mir oft der Zweifel bei: ob ich Gottes Kind auch sei? 3. Gott erhört nur seine Kinder, welche seinen Willen thun. Rann 225 mein Herz nun also ruhn? bin ich nicht ein schnöder Sünder? ach, die Sorge nimmt mich ein: wie fann Gott dein Vater sein? 4. Stirmen auf mich Trübfale. winde, wird mein Glaube vollends klein; und ich schließe mir zur Pein: Gott verfährt mit seinem Kinde nicht so scharf; wärst du sein Kind, wär er nicht so hart gefinnt. men, Vater der Barmherzigkeit! tilge 5. Darum fleh ich: hilf mir Ardieses herbe Leid durch dein väterlich Erbarmen; und verwirf mich Armen nicht ganz von deinem Angesicht. 6. Bater! laß mich Gnade finden; sprich mich, den verlornen Sohn, will mich auf Chriftum gründen. wieder frei vor deinem Chron. Ich Darum schenke mir die Schuld, und ertrag mich mit Geduld. bin ich freilich nicht mehr werth. 7. Dein Kind fernerhin zu heißen Doch, da mich dein Geift belehrt, kann dein Bund auch nicht zerreißen. Schau, ich kehr zu meiner Pflicht; Herr, darum verstoß mich nicht! 8. Herr! ich sage dir aufs nene wieder Pflicht und Liebe zu, die du forderst; blicke du nun, nach deiner Batertrene, den mit Gnadenaugen an, für den Jesus gnug gethan. 9. Du sollst doch mein Vater blei ben, wenn gleich deine Bucht mich schreckt, und mir Schmerz und Angst erweckt. Dir will ich mich ganz vers schreiben. Herr, dir leift ich Trea und Pflicht, bis mein Herz im Ster ben bricht! Mel. Entbinde mich, mein Gott*. 418. B efreie meinen Geift, o Gott, von schnöden Banden. Du fiehst, wie willig er, wie schwach mein Fleisch noch ift. Mach des 15 Zweiter Theil. Berfuchers List durch deine Kraft zu Schanden, der du der Sünder Trost, der Schwachen Beistand bist. Noch streit ich, schau herab von deinem Guadenthron! gib mir zum Kampfe P Kraft, und hilf durch deinen Sohn. 2. Ein Sclav, den jeder Reiz der Sitube leicht entzündet, war ich; Dank sei dir, Gott! du haft mich frei gemacht. Doch laß mich, da sich noch so mancher Fallstric findet, der meiner Freiheit droht, mein Gott, nie aus der Acht! mir überlaffen, bin ich ohne Hülf und Rath! doch durch dich bin ich start; bei dir ift Rath und That. 226 Besondere Gebetlieder. außer dir, ift Eitelkeit und Bein. D möcht ich ungestört mit dir vereinigt fein. 3. Ach! ich sollt himmelwärts, gleich fühnen Adlern fliegen; der Hang zum Irbischen läßt mich noch nicht hinauf! du läß'ft, die auf dich fehn, ftets neue Stärke triegen; du gibt den Mülden Kraft und förderst ihren Lauf! laß mich, der Welt entwöhnt, starr nach dem Himmel sehn, und zu dir immer mehr mich aus dem Staub erhöhn. meinem Blick den Himmel. Des Bei6. Der Umgang mit der Welt raubt spiels Reiz ist start, mein Widerstand oft schwach. Ich meide dann die Welt und ihr verwirrt Getümmel, doch in der Wüste eilt mir meine Schwäche nach! hier, wie in dem Gedräng, mert ich, was Fleisch und Blut, wenn du nicht bei mir bift, beim besten Vorsatz thut. 7. Ich trau auf Gott: was tann dann meine Ruhe stören? doch bringt die Phantasie mir manchen Schreden bei. Der Sorgen kann ich mich nicht immerhin erwehren; die Schwermuth, die mich drückt, läßt meinen Geist nicht frei. Sch seh den stärksten Troft, und merke seine Kraft, und seufze, daß kein Trost in meinem Herzen haft't. 8. Oft schleicht das Ich, der Feind der hohen Menschenliebe, ins unbe und störet meine Ruh durch seine wachte Herz von neuem wieder ein, niedern Triebe; mich bringet Jefu lieb, und ich bin noch so flein! so wechselt stets bei mir das Licht mit Gott, und machst mein Herz gewiß? Finsterniß. Wann kömmst du, starter 9. Befreie mich, mein Gott, von allen diesen Banden! du fichft, was meinen Geist im Fleisch gefangen hält. 4. O, dieser Leib des Tods be würd ich denn zu Schanden im Streit Ich hoff auf dich, mein Heil! wie schwert die arme Seele; der Sinnen mit Fleisch und Blut, mit Satan Bauberfraft entrüict dem Geist sein und der Welt? die Feffel, die mein Ziel, daß ich, vom Sinnlichen gelenkt, Herz mit Freuden trägt und füßt, des Wegs verfehle, der Vorurtheile reicht deine Liebe mir, die unausRaub, der Leidenschaften Spiel, oft sprechlich ist. thu, was ich nicht will, und, was ich will, nicht thu. Ach, siehe meinem Kampf uicht ohne Mitleid zu. 10. Wen diese Liebe bind't, ist nicht ein Knecht der Sünden; in diesen Ban den bleibt er ein recht freier Mann. 5. Ich weiß, ich liebe dich, doch, Wie willig laß ich mich mit Liebes es sei bir geflaget! noch lange nicht feilen binden! ich folge bir mit Luft so sehr, als selbst mein Herz begehrt, auf der bestimmten Bahn. Befreie das oft noch in die Welt verstohlne du mich nur von mir und von der Blicke waget, und damit seine Ruh Welt, damit mein edler Geist sein aub deine Liebe stört. Doch alles, Freiheitsrecht behält! Zweiter Theil. In allgemeinen Nöthen und Landplagen. Der 85. Pfalm. Mel. D Gott, du frommer Gott.- 8. vor Alters 419. ie gnädig warst du, beinem Lande! wie halfft du ihm! wie oft zerbrachst du Jakobs Bandel und schonteft deines Volls mit väterficher Huld, vergabft die Miffethat, bebedteft seine Schuld. Besondere Gebetlieber. 227 verbreitet Glück und Heil auf Gottes Eigenthum, und Ifrael frohlockt, und bringt ihm Preis und Ruhm. Im Kriege. el. Wer nur ben lieben Gott.- 7. 420. s zieht, o Gott! ein Kriegeswetter jegt über unser Haupt einher. Bist du, Herr, hier nicht unser Retter, fo ifts für unser Land zu schwer. Siehl wie die Fürften sich entzwein, und sich zu unterbrüden dräun. 2. Dein strenger Zorn erlosch mit allen seinen Flammen, sobald es fich entschloß, die Sünde zu verdammen. Die Menschen fündigen; du bleibft dir immer gleich, gerecht und heilig fiets, und stets an Gnade reich. 3. Hilf, hilf uns, unser Gott! laß wegen unsrer Sünden uns deine Rache nicht, Herr, unser Heil, empfinden! wie schrecklich ist dein Grimm! ach, foll er ewig glühn? und willst du beine Huld auf ewig uns entziehn? 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, die Stolz und Neid zu uns geführt. Seid böse, Böller, rüstet euch! sei du für uns, so fehle der Streich. 4. Wann kehrt zu uns zurüd dein Trost, o Gott, dein Segen, daß wir, bein Erbtheil, uns in dir erfreuen mögen? o laß uns leben, Gott! laß uns dein Antlitz sehn; sei gnädig, hilf uns aus! hilf, ehe wir vergehn! vereitelt leicht dein weiser Rath. Nie 4. Die allerfeinsten Kriegesliften wird der Feind das Land verwüsten, das dich, Gott, zum Beschützer hat. Durch dich hat oft die kleinste Macht ein großes Heer zur Flucht gebracht. 5. Jedoch, ich hör uns schon den Gott des Troftes trösten! Heil gibt er seinem Volk und Ruhe den Erlöften, die er erwählet hat, wenn wir nur heilig sind, und unsre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt! 5. Je weniger sich öfters jeiget, woher die Hülfe kommen soll, je mehr Gefahr und Plage steiget, und alles an Verwirrung voll: je größer mache mein Vertraun, o Goit, auf dich allein zu schaun. 6. Geflügelt naht sein Heil sich seinen frommen Knechten; und Gottes Ehre wohnt im Lande der Gerechten. Barmherzigkeit und Tren umfahn fich schwesterlich, Gerechtigkeit und Fried amfahn und fülffen sich! 7. Der Glaube fommt zurück und blüht auf Erden wieder; die Gnade fieht mit Luft von ihrem Himmel nieder, und segnet Gottes Bolt, das feinem Dienft geweiht, thut, was ihm wohlgefällt, und seines Heils sich freut! 6. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Kraft? Der Roff und Wagen start Gedränge ifts nicht, was Feinden Sieg verschafft. Der Mensch vertrant darauf zwar gern; jedoch der Sieg kömmt nur vom Herrn. 7. Drum werf ich mich in deine Arme, du Bater der Barmherzigkeit! und flehe voll Vertraun: erbarme 8. Der Herr begnadigt uns; das dich über uns zur schweren Zeit. Land bringt seine Früchte, und seine Laß Gnade nur für Recht ergehu: Hulb geht her vor seinem Angesichte, so bleiben wir doch aufrecht stehn. 15* 2. D laß mich hier allein, o Bater, auf dich und deine Vorsicht schaun; auf dich, den mächtigsten Berather, und nicht auf Menschenhülfe baun, die nur durch dich uns träftig schützt. die ohne dich uns gar nichts nützt, 228 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 8. Doch findet, Herr, dein weiser 5. Um seinetwillen schone du; erhöre Wille noch ferner Züchtigungen gut: unsre Klagen. Verleih uns wieder wohlan, so schweig ich und bin stille Fried und Ruh, und wehre allen bei dem, was deine Vorsicht thut. Plagen. Erbarm, o Herr, erbarme Ich, dein Geschöpf und auch dein dich, und rett uns alle gnädiglich Kind, weiß, daß es Baterschläge sind. von Krieg und Kriegsbeschwerden! 9. Die kleine Einsicht meiner Seelen, Herr, schreibe niemals dir was bor. So grob laß du mich niemals fehlen; so hart und grob fehlt nur ein Thor. 3ft gleich, was beine Weisheit thut, mir oft ein Räthsel, ifts doch gut. 6. Gott! du kannst der Fürsten Herz wie Wafferbäche lenken. Ach! laß sie einft der Völker Schmerz recht väterlich bedenken! sprich du selbst ihnen mächtig zu, daß fie auf ihrer Länder Ruh und Wohlfahrt ernstlich denken. - 10. Nie grimmig, sondern nur mit Maaßen sind deine Strafen eingericht't. Du wirft uns nicht zerstören laffen. Nein, Vater, nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch Angst und Bein geläutert und gereinigt sein. 11. Buletzt wird jeder sagen müffen, das hat Gott, unser Gott, gethan! so brach er, nach verborgnen Schlüssen, zum bessern Endzweck leicht die Bahn! zuletzt errettet deine Hand, barmherzger Gott! das Vaterland. Mel. Ach Gott, vom Himmel.- 215. 421. vor dich mit traurigem Gemüthe: wir bitten dich demüthig lich, rett uns durch deine Güte. Schau, wie die große Kriegsgefahr fich zu uns naht, und wie sie gar uns zu verderben dränet. 7. O Herr! wir fallen dir zu Fuß, du wolleft uns erhören! gib, daß wir uns mit wahrer Buß in Ernst zu dir bekehren, damit wir nicht an unferm Theil selbst unser eignes Glück und Heil, den theuren Frieden, stören. 8. Breit wieder aus um unser Land die Flügel deiner Gnaden. Beschütz und segne jeden Stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche Gütigkeit und Vatertreu zu jeder Zeit mit Dankbarkeit erheben. 9. Dies alles, Bater, werde wahr; du wollest es erfüllen. Erhör und uns um willen! denn dein, o Herr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre! In Theuerung. daß wire verbienet haben. Gedente 422. D" Armen, du Schöpfer 2. Gedenke, Vater, jetzt nicht mehr, Mel. Von Gott will ich nicht laffen.-56. reicher der nicht, daß wir so sehr die uns verliehnen Gaben geschändet, und so aller Welt, du Vater voll Erbarmen, lange Zeit zur Wollust, Pracht und der ewig Glauben hält! weil du Gebet Ueppigkeit undankbarlich mißbrauchet. erhörft, so kommt in seinen Nöthen auch alles Fleisch mit Beten zu dir, der du uns nährst. 3. Wie öfters ist der Nebenchrift gedrücet und betrogen, durch Schein hes Rechts, Gewalt und Lift das Seine ihm entzogen! darum ist nun dein Zorn entbrannt, die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffentlich bergolten. 2. Herr, unsre großen Sünden vers dienen diese Noth; daß wir mit Recht empfinden, was uns dein Wort ges droht: Ein fruchtbar Erdreich soll um seiner Bürger willen nichts tragen, sie nicht füllen. Ach, unser Maaß ist voll. 4. Berzeih uns solche Miffethat um Jesu Chrifti willen! o, der für une gelitten hat, kann deinen Zorn nur ftillen. Das Lamm, das unsre Sünde trägt, aufgelegt, hat sie ja, Gott, berföhnet. art. Die Sünde trägt zwar Frucht; 3. Ach, unser boshaft Leben drückt uns mit Recht zwar hart; doch wollst die du ihm selbst haft du uns vergeben nach trener Bater Zweiter Theil. Besondere Gebetlieber. boch diese Frucht bringt Schaden. Ach, Herr, vergib aus Gnaden dem, der dein Antlig sucht. 4. Ertrag uns mit Erbarmen; wir tragen herzlich Neu. Erhöre doch uns Armen, nach deiner Wundertreu. Du bist die Zuversicht, zu der wir alle flehen, nach der wir alle sehen, darum verlaß uns nicht. 5. Gott, unser Heil, ach wende der Zeiten schweren Lauf! thu deine milden Hände, den Schatz der Allmacht auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen; drum auf! und schaff uns allen bei unserm Mangel Rath, 6. Du rufft dem Nichts, o Bater, damit es etwas sei. Sei jetzt auch, Gott! Berather, und hör das Angstgeschrei, da uns der Mangel quält. Ja, hilf uns und erhöre auch nun zu deiner Ehre; ersege, was uns fehlt. 7. Laß alle Frucht gerathen, bereichre du das Land; erquicke seine Saaten mit deiner Gnadenhand; ja segne, was man pflügt, und tränts mit Than und Regen, daß sein Gewächs und Segen uns wiederum vergnügt. 229 4. 3war könntest du, o treuer Hort, auch unser Land und diesen Ort durch Seuch und Pest verheeren, und ganz und gar uns fündge Schaar in dei nem Zorn verzehren; 5. Wir haben dir oft widerstrebt, nach deiner Vorschrift nicht gelebt, was dir mißfällt, verülbet; wir haben dich oft freventlich mit Uebelthun betrübet. 6. Doch handle nicht, liebreicher Gott, ach handle nicht, Herr Be baoth! mit uns nach unsern Sünden! nein, Vater, nein, laß uns allein für Recht jetzt Gnade finden. 8. Dein Gutes überschütte und fröne Jahr und Zeit; es triefen deine Tritte von lauter Fettigkeit; laß alles, was nur webt, am Morgen wohl gedeihen, am Abend sich erfreuen, mach fröhlich, was da lebt! 7. Ach, schenk uns doch aus Gütigfeit die Schuld, die uns von Herzen reut, und laß uns nicht verderben. Ach, laß uns nicht durch dein Gericht in Sünden plötzlich sterben. 8. Beschütz uns, Herr, mit deiner Hand; schüß unsre Stadt und unser Land, sammt allem, was wir haben. Verlaß uns nie; erfüll uns frith mit deinen Gnadengaben. 9. So wollen wir voll Dankbarkeit dich, höchster Vater, jeder Zeit von Herzen ehren, preisen; und dann auch dort, o werther Hort, dir ewig Lob erweisen. ' n besonders schmerzhaften langwierigen Krankheiten und Verfolgungen. In Seuchen. Mel. In dich hab ich gehoffet.- 413. 423. Gott, du unser Le- 424. h benslicht, Herr, unsre Burg und Zuversicht, du Troft und Heil der Armen! wir bitten dich demüthiglich, erzeig uns doch Erbarmen. Der 38. Pfalm. Mel. von Nr. 79. traf, o Herr! mich nicht ftimme über mich fein Rachgericht! rüge meiner Sünden Menge nicht mit Strenge, und verstoß mich Armen nicht! 2. Wir spüren, daß der Seuche Gift schon hin und wieder Manchen trifft; es fänget an zu wüthen; drum flehen wir und schrein zu dir, du wolleft uns behüten. 2. Alles Fleisch ist mir verschwun den von den Wunden, die dein Born geschlagen hat. Mein Gebein erguidt kein Friede, fiech und müde macht es meine Misfethat. 8. Wir beben, Herr, bei deiner 3. Meine Schuld, wie hoch fie fleiStimm. Ach, straf uns nicht in dei- get, drückt und beuget mich bis in nem Grimm mit dieser bösen Seuche. ben Abgrund faft. Stinkend eitern Hilf uns, o Gott, wend ab die mir die Wunden. Bange Stunden Roth, daß fie uns nicht erreiche. machen mich mir selbst zur Laft. 230 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieber. Herz zerbricht.) 4. D, wie tribet meine Tage manche| Höhe auf das Wehe, wovon fast mein Plage! trumm gebückt geh ich ein her; schon verdorrt mein Eingeweide; Troft und Freude kennt mein banges Herz nicht mehr. — 15. Komme denn, erzeig mir Armen dein Erbarmen! eile, mir in meiner Noth bald mit Beistand zu erscheinen, mir, dem Deinen, eile, hilf mir, Herr, mein Gott! 5. Mir vertrocknen alle Säfte. Meine Kräfte find dahin! ich seh tein Licht. Es umziehen schon mich Matten schwarze Schatten; mein umwöllet Auge bricht. 6.( Meine sonst geliebten Freunde fliehn als Feinde meine Qual und fcheuen mich. Alle meine Anverwandten und Bekannten fliehen und entfernen fich. 7. Die mein Tod ergetzet, stellen, mich zu fällen, Netze; falsch ist Wort und That. Die mir Uebels wollen, benten, mich zu fränken, auf Betrug und auf Berrath. 2. Ich weiß, ich bin in dieser Zeit 8. Ich soll taub sein und nicht stets mit Gefahr umfangen; auch werd hören, noch sie stören, wenn die ich in der Sterblichkeit nie völlig Rub Samach das Herz mir bricht. Taub erlangen. Ich bin ein Pilger, der soll ich ihr Lästern tragen, und nichts den Fuß und Stab stets weiter setzen fagen, wenn die giftge Zunge sticht. muß, und hier kein Bleiben findet. 9. Doch ich harre dein, du hörest und gewähreft meine Bitte, Herr, mein Gott! übergib mich ihrer Rotte nicht zum Spotte; rette mich aus meiner Noth!) 3. Doch hilf du, daß ich auch wie du, in allem überwinde, bis daß ich dort die wahre Ruh, die rechte Hei math finde. Da sind dann Müth und Sorgen aus, da bin ich eigentlich zu Haus, die Unruh hat ein Ende. 10. 3war verdien ich, daß die Freude ben mir scheide; ich verscherzte deine Huld. Ach, ich möchte wohl verzagen! meine Plagen find ja meiner Sünden Schuld. 4. An diese Ruhstatt denk ich nun anjeßt bei meinem Wallen. Herr! hilf und lehre mich hier thun nach deinem Wohlgefallen. Leit mich allzeit auf rechter Bahn; und fang ich etwas Gutes an, so führ es wohl zum Ende. 11. Doch schau, groß von Gnad und Trene, meine Rene! ich verdamme mich vor dir. Ach, wie martert das Empfinden meiner Sünden! und wie schäm ich mich vor mir! 12.( Aber sollen die sich blähen, bie mich schmähen, und mir täglich Unrecht thun? weil das Glütd ste hat erhoben, will ihr Toben wider deinen Knecht nicht ruhn. 13. Wie lang follen sie mich schelten? fie vergelten meine Redlichkeit mit Hohn. Weil ich mich für dich bemfihe, Böses fliehe, trag ich Haß und Schmach davon. Auf der Reise. Mel. Ach Gott, vom Himmel.- 215. 425. deinem I Herr Chrift! will ich nun weiter( zur Reise) gehen; du, der du mein Begleiter bist, wirft mir zur Seite stehen. Herr, Leib und Seel befehl ich dir, nebst Ehr und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheeret. 5. Dir, Herr, ist mein Beruf be fannt, er fordert diese Reise. O führe du mich bei der Hand, damit, zu beis nem Preife, ich redlich thue, was ich soll. Mein Herz soll dich, des Dantes voll für deine Führung loben. 6. Nur bitt ich, o mein Gott, ver leih, daß ich behutsam wandle, und immerbar vorsichtig sei, nie frech und strafbar handle. Durch deines Geistes Gültigkeit gib Rath, Berstand und rechte Zeit zu meinem Thun und Laffen. 14. Doch will alle Welt zusammen 7. Nimm dich, o Herr, der Meinen mich verdammen, so verwirf mur du an, die ich zurüc gelaffen. Du wolleft nich nicht. Blide, Herr, von deiner sie, mehr als ich kann, mit trener Zweiter Theil. Besondere Gebetlieber. 231 Huld umfaffen. D, laß sie dir em- fie hin! durch Gottes Stimme wird pfohlen sein, und uns bald mit einan- erschüttert die wundervolle Wüfte Sin. der freun, wenn wir uns wieder sehen. 8. Auf seinem Weg sieht Jacob dort von Engeln ganze Schaaren. Nun reift er froh und muthig fort. Auch mich wird Gott bewahren. O nimm mich, Herr, in deinen Schutz; und weffen Lift, Gewalt und Truß kann mir alsdann wohl schaden? 9. Erschreckt von dieser mächtgen Stimme, gebären Hindinnen zu früh. Und schnell entblößet fie im Grimme die Wälder und entwurzelt fie. 10. Gott spricht, daß er verherr licht werde; sagt ihm im Tempel Lob und Dank! er sprach und richtete der Erde die Sündfluth zu zum Untergang. 11. Und sie vertilgte die Verbrecher, die seines Namens Ehr entweiht. Da 9. Nun, Vater! dir ergeb ich mich. Ich bin in deinen Händen. Du wirft, ich hoff es, gnädiglich hier meine Wall- war er König, Richter, Nächer, und fahrt enden. Dann laß mich, wenn es bir gefällt, nach aller Unruh dieser Welt bort ewig bei dir wohnen. das ist Gott von Ewigkeit. Bei Gewittern. 12. Gott wird in aller Feinde Stiirmen den Kindern Jacobs Kraft verleihn. Er wird sie segnen, sie beschir. men, um sie wird großer Friede fein. Der 29. Pfalm. Mel. Nun banket alle Gott. 9. Mel. von Rr. 46. Kraft 426. Bringt her, ihr mäch- 427. O luft, Meer und Erde tigen der Erde, bringt her dem Herrscher Lob und Macht! der Ehre seines Namens werde von ench der Dank und Ruhm gebracht! träget, der Erde, Luft und Meer durch einen Wink beweget: ich lobe deine Güt, ich preise deine Macht, auch da bei deinem Blitz der Donner schreckend fracht. 2. 3m heilgen Schmuck fallt vor ihm nieder, mit reiner Unschuld angethan, mit hingeworfnen Leibern nieder, und betet den Weltherrscher an! 3. Die Stimme Gottes wälzt im Meere gethütemte Wogen vor sich her. Er donnert laut, der Gott der Ehre, auf großen Waffern donnert er. 2. Dräut gleich der Grund der Welt zu wanken, zu vergehen; läßt die ge borstne Luft gleich nichts als Flammen fehen; heult gleich mit Ungestiim empörter Winde Wuth; droht dem er schrocknen Land gleich eine Wafferfluth: 4. Gott spricht. Voll Kraft ist feine Stimme; er spricht: so steht da, was er schafft. Gott spricht, und herrlich ist die Stimme, in ihr ift Majestät und Kraft. 5. Die Stimme Gottes schilt die Cedern; schnell, wie der Strahl zersplittern fie. Die Stimme Gottes ruft den Cedern, dem Libanon entstürzen sie. 6. Sie macht sie hüpfend, wie die Kälber, fie stürmet, daß der Libanus, daß der erhabne Hermon selber wie ein jung Eichhorn hüpfen muß. - 3. So zittert, blikt und rauscht doch alles Gott zu Ehren. Er läffet seine Stimm im Donner prächtig hören; er zeiget seine Kraft und seine Lieb, es bricht selbst durch der Wolken Nacht des Schöpfers Weisheitslicht. 4. Gott führet väterlich, zum Nußen und zum Segen, der Wolken feuchte Frucht, den oft erbetnen Regen, durch Wind und Wetter her; macht durch der Blitze Brand nicht nur die Lüfte rein, tränkt auch das dürre Land. 7. Gebirge ftirzet fie zusammen, der Erdkreis bebt, da er sie hört. Des Höchsten Stimme haut wie Flammen, sie hauet um sich und zerstört. 8. Die Stimme spricht; die Wüste 6. Denn ob darüber gleich Luft, zittert, welch Schreden brauset durch Meer und Erd erschüttern, so dari 5. D Weisheit sonder Ziel! o Allmacht sonder gleichen! o wahrer Baterlieb untrüglich helles Zeichen! ach möchten wir es doch in froher Ehrfurcht fehn, und auch im Wetter felbft der Gottheit Huld verstehn! 232 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. ein frommes Herz doch darum nicht Mel. von Nr. 42. 7. Gewiß, du ehrft ihn nicht, wenn du zu fuechtisch bebeft, und unter Blitz und Knall in lauter engsten schwebest. Sieh deinen starken Gott doch nicht so machtlos an, daß er im Wetter dich nicht auch beschirmen kann. erzittern! schreckt dich des Schöpfers 428. Des Donners schredendes Macht, denke dabei, daß wird ſchwüdeinem Schuß nicht minder mächtig sei. cher, und die Blige fliehn; bald schmückt, bei angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Herz! heischet dies nicht deinen Dank? heischt dies nicht einen Lobgesang? 2. Die frohe Heerde blöckt schon wieder; ein Chor der Vögel schwirrt 8. Es wirket seine Macht ein ehr- und fingt nur von dem Herrn verfurchtvolles Grauen, doch auch nicht standne Lieder. Ihr munterer Gefang weniger ein findliches Vertrauen. An durchdringt der ungemeßnen Lüfte uns liebt unser Gott zwar Ehrerbie- Kreis, dem Segensgott zum Ruhm tigkeit, doch mehr noch Zuversicht, und Preis. noch mehr Gelaffenheit. 9. Und sollte, was er thut, dir etwa Schaden bringen, so suche christlich start den Unmuth zu bezwingen. Ohn ihn kann nichts geschehn, und was durch ihn geschicht, ist alles nüß und gut, begreift man es gleich nicht. 10. Weil aber dieses nicht in unsern Händen stehet, und man sich bloß, o Herr, durch dich zu dir erhöhet, so fleh ich inniglich: gib mir die Eigenschaft, die dir gefällig ist, und des Vertrauens Kraft. - 11. So oft wir blizen sehn, so oft wir donnern hören, laß uns, Herr Bebaoth, dich lieben, fürchten, ehren! hat deine Güte schon den Bliz herborgebracht, so ist sein Strahl doch auch ein Zeichen deiner Macht. 12. Von unserm Nichts kann nichts so llar uns überführen, als wenn wir bie Gewalt der Elemente spüren. Die ungeheure Macht erweiset, wie so klein, so elend, so gering und schwach wir Menschen sein. 13. Drum, Herr, erbarme dich! erbarme dich aus Gnaden! laß dies Gewitter doch den Unsrigen nicht schaden. Gib, daß der grause Sturm, gib, daß der Schloffen Heer uns weder Leib noch Gut entreiße, noch verfehr. 14. Ach, laß in der Gefahr, bei Donner, Blitz und Stürmen, uns deine Lieb und Macht, o Vater, doch beschirmen! vor allem aber gib, wenn die Gefahr vorbei, daß so für Schutz als Nut dir jeder dankbar sei! 3. D Seele, preise den Erretter, der seine große Kraft bewies; den starken Gott, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der selbst des Blitzes Strahlen lenft, und auch im Zorn der Gnade denkt. 4. Nimm auch des Höchsten theure Güte in Bliß und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe ftellt sich ein großer Schauplaß dar von ungezählter Segensspur, zum Labfal aller Kreatur. 5. Wenn bei erhitter Dünfte Glü hen sowohl die Menschen als das Vieh den Odem matt und keuchend ziehen: wie froh, wie munter werden sie, wenn in die ängstlich schwüle Luft der Donner kühle Winde ruft. 6. Wie lieblich hebt sich das Getraide, getränket durch den Regenguß, und wie vergnüigt betritt die Weide der neubelebten Thiere Fuß! der muntern Vögel frohes Heer vertündigt des Erhalters Chr. 7. O Gott! wie viele Segensproben verbreitest du auch durch den Blizz; dich muß man auch im Wetter loben. Du meinst es gut und wie's uns nütz. Dir sei mein Herz ein Dankaltar; dir bring ich Lob zum Opfer dar. 8. Verfleucht der Knall von Donnerwettern: des Wortes sanfter Donner währt. Droht nun kein Blit uns zu zerschmettern: des Wortes Leuchten bleibt und nährt. Sei treu, o Herz! bei diesem Licht; Gott rührte dich; vergiß es nicht! Zweiter Theil. 429. Fürbitten. - Für die Obrigkeit. Mel Aus meines Herzens Grunde. Besondere Gebetfieber. 233 Bei der Einführung eines Predigers. 430. rlöser! sieh auf uns hernieder, auf Hirten und der Heerde Glieder, die wir vereinigt zu bir schrein, und unsre Bitten, unsre Lie der, laß, Herr, dir wohlgefällig seint. und deinen Boten zugezählet, wenn 2. O felig, welchen du erwählet, er dein Wort aufrichtig lehrt, und wo er fehlt, aus Schwachheit fehlet, und selbst thut, was man von ihm hört! ehovah, Herr und König der Könige und Herrn, dir ist man unterthä- nig; du herscheft nah und fern, du Gott, Herr Bebaoth! an Ehren groß und prächtig, im Schüßen stark und mäch- tig, E ein Helfer in der Noth. 2. Nach deines Knechtes Lehre ist für den wir jetzt die Hände falten, 3. So selig sei auch der zu halten, feine Obrigkeit, die, Herr, von dirbda er sich deinem Dienft geweiht, nicht wäre; ihr Schwert, das Frevlern und solchen würdig zu verwalten fich draut, das hat sie ja von dir! wer binden will mit Wort und Eid. ihr zuwider lebet, der wagts und widerstrebet dir selbst noch mehr als ihr. 3. Ach, lieber Vater, lehre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt! fie tragen ja bein Bild; laß mich Gehorfam fiben, und sie mit Ehrfurcht lieben, wie du es haben willt. 4. Du selbst mußt ihm Vermögen geben, mit Licht und Kraft den Geist beleben, und leiten ihn als bei der Hand; dann macht sein wichtiges Bestreben erst dich und deinen Ruhm bekannt. 5. O laß ihn, Herr! durch dich belehret, durch feines Irrthums Wahn bethöret, die Wahrheit selbst gerühret Laß deines sehn, und wie sich auch das Fleisch empöret, doch ihre Stege richtig gehn. 6. Gib Gnade, daß zu rechter Stunde dein streng Geses aus seinem Munde, den Sünder wecke, doch dabei des Lebens Wort vom Gnadenbunde für schüchterne Gewissen seil 4. Die wir zu Herschern haben, laß beinen Willen thun. Geiftes Gaben auf ihnen reichlich ruhn. Du herscheft selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand, 5. D Gott von großer Güte, gib ihrem Geiste Licht. Gib Treue dem Gemlithe zum Urtheil im Gericht. Laß stets durch ihr Bemühn den Frommen sicher stehen, der Bösen Rath vergehen, und alle Stände blithn. 7. Ach! laß ihn seiner Arbeit Früchte mit unbeschämtem Angesichte nach wei sem Fleiße reifen sehn, und bei dem brückenden Gewichte des Amts, bie Kraft von dir erflehn. 6. Gib, daß durch ihr Regieren wir mit zufriedenheit ein ehrbar Leben 8 Erhalt ihn in den rechten Schranfiihren in wahrer Frömmigkeit. Herr fen, in Wort, in Wandel und GedanGott du segneft gern; wir bitten ohn| ten! gib ihm, nur deinen Geist zu Ermütben: gib Segen, Heil und scheun, von seinem Borsag nicht zu Frieden durch Jesum, unsern Herrn. wonten, und bis ans Ende treu zu fein. 234 Zweiter Theil. Bei der Einsegnung der Eheleute. 109. - - Mel. Dom Himmel hoch, da. Gott! 431. voller Rath den Eh voller Rath den Ehfand eingesetzet hat, der du ihn segneft, schüßeft, liebst, und ihm Glitd, Heil und Gnade gibst: 2. Gib diesen, daß fie flets mit Flehn in Lieb und Eintracht zu dir gehn; und wenn ihr Herz voll Andacht schreit, gib, daß ihr Werk auch wohl gedeiht. Besondere Gebetlieber. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer dridt, so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gib, daß sie zulett bein gnadenreicher Troft ergetzt. 4. Laß Eltern Schand und Sünde fliehn, und fromme stinder auferziehn, daß Einigkeit, Zucht, Scham und Tren zu aller Zeit im Wachsthum sei. 5. Laß, die im Ehestande stehn, fich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Gib, daß fie deinen Willen thun, und unter deinem Schußze ruhn. 6. O treuer Gott! wir bitten dich, regiere fie stets gnädiglich, erhalte fie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 7. So für folche Gnade herzlich Dant; bis dich, Gott Bater, Sohn und Geist! ihr froher Mund dort ewig preift." - 3. Gott schmücket ihr geliebtes Hane mit wohlgerathnen Zweigen aus, woran fie Freude jehen; und bricht gleich oft ein Kreuz herein, will er selbst Troft stehen. Endlich soll sich nach dem und Helfer sein, und stets zur Seite Leibe ewge Freude für fie finden; Gott will ihnen Kränze winden. Nach der Trauung. 4. Nun, Gott! du haft es wohl bedacht, die heilge Ordnung selbst gemacht, und willst sie noch bedecken. Dein Geist regiere Mann und Weib, daß fie, ein Herz, ein Fleisch und Leib, dein Bündniß nie beflecken. Rühre, führe ihre Seelen, dich zu wählen, dich zu ehren; laß fie feine Noth beschweren. 5. Führ ihre ganze Lebenszeit zur Gottesfurcht und Heiligkeit durch deines Geistes Stärke. Regier und lenke doch ihr Herz von Fleischesluft, vom eitlen Scherz, allein auf gute Werte. laß die, so die Ehen schließen, Heil genießen, Segen sehen, und zur Lammeshochzeit gehen. Der Eltern für ihre Kinder. Mel. Werde munter, mein.- 116. 433. Sorge doch für meine du ihr Vater bist. Sie sind freilich Kinder, Gott, der vor dir Sünder, doch versöhnt durch Jefum Chrift, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, bei der Taufe übergeben, dein zu Mel. Wie schon leuchtet der. 35 432. Gott ist es, dessen weifer gestiftet hat; er ifts, ber Eva machte, 2. Du haft sie bisher genähret; du und diese tugendvolle Braut, die er haft manchem Unglücksfall mehr als aus Adams Ripp erbaut, zum ersten väterlich gewehret. Da dein Engel Menschen brachte. Ehen sehen dero- überall, ob er gleich dein Antlit sieht, wegen Gottes Segen; Gott beglücket sich doch für fie froh bemüht: o fo was er stiftet, fügt und schicket. muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 2. So lebt ein frommer Mann be glüdt, wenn Gott ihm eine Gattin 3. Sollt ich denn für solche Güte schickt, durch die er wird gesegnet; dir nicht herzlich dankbar sein, und wenn eins das andere zärtlich liebt, mit dankendem Gemüthe mich bei und ihnen Gott den Frieden gibt. DI wie viel Wohlfein regnet täglich reichlich auf die Seelen, die Gott wählen, die sich lieben und zugleich die Tugend üben. folchem Glitcke freun? Zeigt ich nicht voll Rühmens an, was du, Herr, an mir gethan, ach, so würde dies mein Schweigen von dem schnödsten Raltfinn jeugen. Zweiter Theil. 4. Herr! du bifts, was mich ergebet, meiner Seele Trost und Heil, Sas mein Herz am höchsten schäßzet; Herr, du bist mein Gut und Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott; laß sie doch in keiner Noth, auch im Glücke nicht verderben, rühmlich leben, felig sterben. - Besondere Gebetlieber. 235 2. Oft hab ich sie schon betrübt. Ach, vergib mir diese Sündel nie hab ich sie so geliebt, wie es einem jeden Kinde Wort und selbst Natur gebeut. Gott! es ist mir herzlich leid. 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm ich willig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durch Eigenfinn ihre Hulb und Gunst verscherzen. Gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam fie erfreut. 5. Laß fie nicht ihr Herz verstocken, heb es stets zu dir empor. Wenn fie böse Buben locken, o dann höre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugendliches Herz, das nur dir gehört, entweihen; deiner müß es sich erfreuen. 6. Laß du fie schon hier auf Erden dir zum Ruhm geschäftig sein, und den Menschen nützlich werden. Deine Furcht pflanz ihnen ein, daß in einer argen Welt sie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem heilgen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gib, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brot, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du fie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß fie ihre Prüfungszeit tugendfam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit endlich einmal übergehen, so laß fie vor dir bestehen. Laß sie sanft und ruhig sterben, und dort deinen Himmel erben. 4. Wie viel Sorgen, Angst und Müh haben oft ihr Herz gebeuget? Wie viel Liebe haben sie täglich, stündlich mir erzeiget? Haben fie nicht manche Nacht, wenn ich schllef, für mich gewacht? 5. Laß denn, ohne Benchelei, mich vor ihnen dankvoll beugen, und Ge horsam, Lieb und Tren, stets in Wort und Werken zeigen; so fehlt mir der Segen nicht, den mir dein Gefet verspricht. Der Kinder für ihre Eltern. Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. 434. Gott, mein Bater! Dank sei dir! du haft Gntes, Leib und Leben, durch die Hand der Eltern, mir ohne mein Berdienft gegeben; für mich frönst du ihre Müh, mir zu gut erhältst du fie. 6. Stelle mir zum Beispiel für jenes Muster aller Kinder, Jefum, der zwar Eins mit dir, und die Eltern doch nicht minder mit Gehorsam selbst verehrt; dies sei mir nachahmungswerth. 7. Lege viele Jahre zu meiner tern Zeit auf Erden! Laß fie, Herrk in Fried und Ruh mir zum Besten älter werden. Beten sie für sich und mich, so erhör es gnädiglich. 8. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Bater! selber tragen, nad wenn sie ihr Ziel erreicht, nach den 9. Gönne mir die große Freude, sauern Lebenstagen: so gib du vor daß ich an dem jüngsten Tag, nach deinem Chron ihnen frommer Eltern hier überstandnem Leide, einft mit Lohn. Jauchzen sagen mag: liebster Bater, ich bin hier, nebst den Kindern, die du mir einst in deiner Gunft gegeben; ewig will ich dich erheben. Eines Waisen. Mel. Warum betrübst du dich, mein Herz. 435.2[ 転 welch ein Leiden, das mich drückt! das du mir, Bater! zugeschickt! weil leider! mir der Tod die Eltern fritt 236 Vom Lobe Gottes. Bedeck mich durch der Engel Wacht entriffen hat; demüthig ehr ich als Gott und Helfer Tag und Nacht. FE Zweiter Theil. - deinen Rath. Sinn hin. 2. Drum flieht mein kummervoller zu bir, dem höchsten Helfer, Herr! stehe du mir bei! zu dir eht meine Zuversicht; verlaß mich, befter Vater! nicht. 3. Ach! flöß mir wahre Tugend ein, so werd ich immer glücklich sein. Herrl leit und führe mich. Laß mich bei dir in Gnaden stehn, so wird mirs immer wohl ergehn. 4. Bon dir kommt alles wahre Gut; brum gib mir Weisheit, Kraft und Muth durch deinen guten Geist; damit mein schwaches Herz nicht fehl, and fiets das beste Theil erwähl. 5. Beschüß mich auch, o treuer Gott! in Kreuz, Verfolgung, Angst and Noth, in Seel- und Leibsgefahr. 436. mit mir den Herrn! wer preift, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklärt! 31) Loblieder. a. Vom Kobe Gottes. Mel. des 134. Pfalms. uf, Christen! preift wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt thn! sein ganzer Nam ist Ruhm; Unendlichkeit sein Eigenthum. Dies gränzenlose Meer von Licht durch fehauet selbst der Engel nicht. 3. Sa, eure Luft sei, ihn erhöhn! solch Lob ist heilsam, lieblich, schön, chärft den Verstand, erhebt das Herz, and stillt im Leiden allen Schmerz. 6. O Brunnquell aller Gültigkeit! bescheere mir von Zeit zu Zeit die Mittel meines Glücks; du weißt ja leicht für jeden Rath, den deine Hand erschaffen hat. 4. Wie wird der Geist dadurch ent adt, hinauf gen Himmel hingerückt, anit seinem hocherhabnen Freund, mit Gott, ftets inniger vereint! schrein: laß auch dein Kind erhöret 7. Du höreft, wenn die Raben sein, und nimm mein Seufzen gib Kleider anzuziehn, und Brod zu effen, o du reicher Gott! auf; 8. Ich werfe meine Sorg auf dich, mein Gott und Herr! versorge mich, und mach es immer wohl; so lob ich dich, so dank ich dir für solche Gnade für und für. 9. Bricht dann mein Lebensziel herein: laß mich des Himmels Erbe sein. Erlang ich dieses nur, so acht ich weder Noth noch Qual in diesem jammervollen Chal. 5. Welch ein fo herrlicher Beruf zu dem Gott selbst die Engel schuf! welch eine theure süße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht. gedenkt, ihr, denen er Verstand ge6. Ja, Pflicht ists, daß ihr sein schenkt; die Ehre des Berstandes ist, daß ihr den Ewgen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn befingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das fich zu Gott mit Inbrunft nahn, und seine Größe fühlen kann. 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein, und wolltet nicht voll Rühmens sein? 9. Wer ist gutthätiger, als Er? denn welche Gabe sollt uns der nicht schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns gibt? 10. Was gebet ihr nun ihm daffir? ist nicht ein Herz voll Dantbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, bas Einzge, was ihr geben könnt? Zweiter Theil. Allgemeine Loblieber. 237 11. Auf, Chriften, preist mit mir| Tag und Nacht zu seinem Lob und den Herrn; wer preift nicht milde Dienste wacht! Geber gern? gedenkt, wie viel er uns gewährt! wer ift, wie er, des Dankes werth? - 2. Erhebet zu ihm Herz und Hand, und bittet ihn für jeden Stand; und lehrt und fingt im Heiligthum, ale wie die Engel seinen Ruhm! Der 134. Pfalm. Mel. von Nr. 436. 437. Erhebet Gottes Heiligkeit ihr, die er sich vor 3. Euch segne Gott von seinem Thron, und sei dort ewig ener Lohn; euch segne Gott, der alle Welt mdern weiht, und die ihr vor ihm schaffen hat, und noch erhält. Soblieber. Der 34. Pfalm. traun, beschirmen; ja, der Herr i unser Gott, unser Fels in jeder Noth! 6. O wer wollte dich nicht ehren? Mel. Alle Menschen müssen sterben. ir, mein - 82. wer 438. Do not, wiwer verdient Bertraun, als bu? von meinem Munde soll stets dein Lob zum Himmel dringen; denn mein Herz ist Dankes voll. Deiner freut sich mein Gemüthe, rühmt sich, mein Gott, deiner Güte; alle Frommen freuen sich deiner, Herr, und loben dich! kann in der Noth erhören? wer kann helfen, Gott, wie du? du willst die, die deinen Willen freudig thun, mit Freud erfüllen, ihnen fehlts an Šegen nie; du ernährst und segneft fie. 2. Sa, preift ihn ihr frommen Seelen, stimmt Danklieder mit mir an! laffet fröhlich uns erzählen, was der Herr uns Guts gethan! laffet, laffet uns zusammen Lieder fingen seinem Namen! ein vereintes Lob gefällt unserm Gott, der uns erhält. 3. Herr, du haft mein Leid vernommen, bu sahst meine ganze Noth! mein Geschrei ist vor dich kommen: da halfft du mir, o mein Gott! und du eilteft auf mein Beten, mich aus meiner Noth zu retten; streckteft, ach, wie dant ich dir, deine Vaterhand zu mir! b. Allgemeine 7. Was die Frommen fich erwer ben, das verdirbt nicht dein Gericht, Sünder läßt du oft verderben, aber deine Kinder nicht. Wer den Herren sucht und liebet, wird mit Mangel nie betrübet, er verheißt es, daß für den seine Schätze offen stehn. 8. Kommt dann, fromme Seelen, höret, wie der Herr euch segnen tann! nehmet, Kinder, was er lehret, mit bereitem Herzen an! ihr müßt, wollt ihr selig leben, eure Herzen Gott ergeben; euer Herz und Mund muß rein, ganz das Leben heilig sein! 9. Fliehet eurer Zunge Sfinden, laßt zu keiner Heuchelei, feiner Sünd euch überwinden, bleibt Gott und der Tugend treu, sucht und jaget nach bem. Frieden, laßt den Feind euch nicht er müden, thut ihm Gutes, thut es gern, Neid und Zorn sei von euch fern! 10. Gott schaut alle seine Knechte der, wenn der Gerechte zu ihm schreit, stets mit Wohlgefallen an! er ifts, ihm helfen kann; in sein Buch find alle Klagen seiner Frommen eingetra gen; ihre Thränen und ihr Schmerz 4. Bittert nicht in den Gefahren! unsers Gottes Angesicht schaut auf uns, uns zu bewahren; Fromme! Gott verläßt euch nicht. Wer will uns unglücklich machen? Gottes starke Engel wachen immer um uns! Gottes Tren steht beim nahen Tod uns bei. 6. Schmecket, Freunde Gottes, fchmecket, fühlet feine Freundlichkeit feine Gnab und Huld bedecket feden, ber sich seiner freut. Gott kann uns in allen Stfirmen, wenn wir ihm ver- rühren sein erbarmend Herz. 238 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieber. Der 103. Pfalm. 11. Aber Gottes Born verzehret meg von seinem Angesicht jeden, der tha frech entehret! spottet, Sünder, Mel. von Nr. 265, Gottes nicht! fleht ihn an, daß seine 440. obfinge Gott mit wahwider rem Gott ist gut, doch immer schont der nicht, der im Himmel wohnt. 12. Weh dem, der den Frommen drücket, Gott siehts! und der Fromme fchreit, und Gott hörts, und Gott erquidet ihn, zur Hülfe stets bereit. Er ist nahe allen denen, die sich nach der Hülfe sehnen; so gewiß sie zu ihm flehn, werden sie die Rettung sehn. 13. Züchtigt Gott gleich unsre See ten: er meints immer mit uns gut, läßt, wenn uns die Leiden quälen, doch nicht finken unsern Muth. Gott beschüßt, erhält die Seinen, die es reblich mit ihm meinen; er bleibt in der größten treuer Gott! 14. Ohne seinen Rath und Willen wird uns nie ein Haar gebeugt; er fann jedes Wetter stillen, das schnell auf uns niedersteigt! er, er wird mit seinen Wettern seiner Feinde Schwarm zerschmettern! dient denn, Fromme, Gott! ihr seid sein in alle Ewigkeit. Der 100. Pfalm. Mel. Bom Himmel hoch, da 109. Völker, jauchzt mit 439. Threr, achat sem Gott der Götter überall! erscheint in seinem Heiligthum mit eifersvollem Dank und Ruhm! 2. Der Herr ist Gott. Nur er allein, nicht wir, verlich uns unser Sein. Wir sind sein Werk und eigen Gut, and Schafe seiner Weid und Hut. o meine Seel, und preise seine Liebe! was in mir ist, erhebe seine Treul ich soll, ich will mit bankerfüllter Seelen, so lang ich kann, erwägen und erzählen, wie groß an mir sein Gnadenreichthum feil 3. Erhebt, empfangt ihn allzu gleich, und eilet in sein Gnadenreich! er öffnet seine Thore weit. Da dringt hladurch mit Freudigkeit. 4. Unendlich groß ist seine Treu. Sie scheint uns alle Morgen neu; und seine Huld und Gütigkeit besteht burch aller Zeiten Beit. 2. Bewein ich nur mit Schmerzen meine Sünden; so läßt er mich bald seinen Troft empfinden. Er heilt mein Weh und tilget meine Schuld. Der Herr, mein Gott, erlöst mich vom Berderben, und frönet mich, als einen Himmelserben, mit heilgem Schuud und ewig reicher Huld. 3. Er sättigt mich mit aller Güter Fulle, gewähret mir des innern Frie dens Stille, und schaffet mich, wie Adler, jung und neu. Er gibt nicht zu, daß jemals Welt und Hölle mit Macht und Lift des Armen Unschuld fälle, und im Gericht steht er ihr fiegreich bei. 4. Wie herrlich zeigten sich dort seine Wege, wie wundervoll sein Schuß und seine Pflege durch Mose Dienft an Jacobs großem Heer! der Herr ist sanft und milde von Gemilthe; er übt an uns nur Treu, Geduld und Güte, langsam zum Zorn und voll Mitleid ist er. 5. wir, er gar verlaffe, und droht er uns mit ſeinem schweren Hasse: so währet doch sein Zorn nicht lange Zeit. Er lohnt uns nicht nach unsern Missethaten; und wenn wir auch in seine Zucht gerathen, so dient sie nur zu unsrer Šeligkeit. 6. Er läßt an uns, wenn wir ihm findlich trauen, viel höher noch der Gnade Wunder schauen, als über uns der Himmel Kreise gehn. Die Sünde muß viel weiter von uns schwinden, als Ost und Weft sich von einander finden, wenn wir zu ihm mit Reu und Thränen flehn. 7. So zärtlich schont tein Bater seiner Kinder, als unser Gott der tiefgebergten Sünder; er schlägt und Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 239 Zeiten! heilt und findert thre Pein, als bleibt gerecht von Ewigkeiten auf alle welcher stets auf unsre Schwachheit schauet. Er denkt daran, daß wir aus Staub gebauet, und wieder Staub in turzem werden sein. 4. Er baut den Wundern, die sein vm verrichtet, ein Denkmal, welches feine Zeit zernichtet! der Herr bon frommen, duldendem Gemüthe; der Herr voll Güte. 5. Der Herr gibt Speise denen, die ihm dienen; was er verheißet, das erfüllt er ihnen; er denkt des Bundes, ewig soll er währen, weil sie ihn ehren. 9. Nur Gottes Treu tann nimmermehr vergehen; wenn wir nur fest in seiner Furcht bestehen, will sie auf uns und unsern Enkeln ruhn. Sein ewig Heil wird über denen walten, 7. Es dauert fest und ewig unbedie seinen Bund und sein Gesetze weget! er hats auf Stein und uns halten, und was er will, von gan- ins Herz gepräget, daß wir getreu zem Herzen thun. 6. Die Thaten seiner Hand find Recht und Treue. Gott spricht tein gnädig Wort, das ihn gereue. Der Fromme weiß, daß er aus Lieb und Güte sein Recht gebiete. und willig seinen Rechten gehorchen möchten. 10. Des Herren Thron ist himmelhoch erbauet, von welchem er auf alle Menschen schauet. Sein Wint regiert die Bölfer aller Welt. Lobfingt dem Herrn, ihr Engel und ihr Helben, die sein Gebot vollstreden und uns melden, und die sein Wort in ewger Uebung hält. 8. Er sendet Heil und Rettung seinem Erbe, damit es nicht der Feinde Grimm verderbe. Sein Bund, die Frommen herrlich zu erhöhen, bleibt ewig stehen. 9. Die Furcht vor Gott, die Luft, ihn zu erheben, führt uns zur Weisheit, führet uns zum Leben! fie gibt Verstand und Licht, damit die Seele, was gut ist, wähle. - 8. Wie eitel find doch unsre kurzen Tage! wir leben kaum, so find't sich Müh und Plage; wir blühen, doch wie eine Blume blüht, die jeder Wind, der kaum darüber fähret, versengt und dörrt, und wie in nichts verkehret, daß niemand mehr auf ihre Spur mur fieht. 11. Lobsingt dem Herrn, ihr seine lichten Heere, die ihr um ihn, uns Sterblichen zur Lehre, mit Freuden bient, und seinen Willen thut! Lobfingt dem Herrn, ihr alle seine Werke; so weit er herrscht, verehret seine Stärke; lobfing auch du, mein Geist, dem höchsten Gut. Der 111. Psalm. Mel. von Nr. 55. Der 113. Pfalm. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 441. will ich fröhlich fine 442. hr Knechte Gottes, lebt den Herrn, lobt seinen gen, ihm Dant und Ruhm mit den heilgen Namen! gelobet jei er nah Gerechten bringen, und der Versammlung aller frommen Seelen sein Lob erzählen. und jern, und jetzt und ewig! Amen! Bom Ausgang bis zum Niedergang fei er der Heiligen Gesang, ihr Ruhm und ihre Freude! 10. Von ihr geleitet, lernt man Wege wallen, die nie verführen, weiche Gott gefallen. Der Ruhm, womit sie sich geschmückt wird sehen, wird nie vergehen. 2. Groß, majestätisch sind des Höchften Werke, und würdig, daß man sie erforsch und merkel aus ihnen strömen heilige Vergnügen, die nie versiegen. 3. Was er mur ordnet, ist voll Schmud und Ere, baß er, wie groß er sei, bie Welten lehre. Der Höchste 2. Unendlich ist der Herr erhöht, hoch über alle Heiden. So weit der große Himmel geht, muß Ehr und Schmuck ihn fleiden. Ja, ja, wer ift, wie unser Gott, der hohe Herrscher Zebaoth, der auf bas Niedre stehet? 240 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 3. Er richtet die Geringen auf, die will dich ewig lieben, ich will, als nach Errettung dürften; und fördert dein Eigenthum, stets erheben deinen des Verlaßnen Lauf, und setzt ihn zu Ruhm! den Fürsten. Der Unfruchtbaren ödes Haus schmückt er mit holden Kindern ane. Laßt: Hallelujah! schallen. 2. Wie ein Adler sein Gefieder fiber seine Jungen streckt, so hat( dankts ihm, meine Lieder) mich auch Gottes Arm bedeckt! Gott! der über mir schon wachte, als ich kaum zu sein begann, sah mit Baterhuld mich an, eh ich lebte, eh ich dachte! Leib und Seele gabst du mir; Gott, o wie Der 117. Pfalm. Mel. von Nr. 46. obt, lobt den Herrn, ihr Nationen! dir! 443, lockt ihm, bringt ihm Ruhm und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd Ehr und Lob dem Herrn gebracht! 2. Denn seine Gnade, feine Treue ist groß und unveränderlich; sie herfchet ewig. Erdkreis freue der Gnad und Treue Gottes dich! 3. Lobt, lobt den Herrn, ihr Nationen! frohlodt ihm; bringt ihm Preis und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd Ehr und Lob dem Herrn gebracht! 444. obet den Herren, alle Hei den, preiset ihn alle Böl- ter, denn seine Gnade und Wahrheit waltet liber uns in Ewigkeit. Al- lelu- ja! Alleluja! 2. Ehr sei dem Vater und dem. Sohne, und auch dem heilgen Geifte, als es im Anfang war und nun bleibet bis in Ewigkeit! Amen! Alleluja! Alleluja! 3. Für mich Armen, mich Verlornen, mich, der ich gefallen bin, gab er seinen Eingebornen, Jesum Chriftum, selber hin. Wer kann, was er that, ergründen? auf der ganzen Erde, wer? wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergrinden? seine Lieb ist immer neu, ewig seine Gnad und Treu! 4. Seinen wunderbaren Führer, seinen Tröster, seinen Geist, gibt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem Licht; dann, dann fürcht ich kein stille; deines Heils darf ich mich freunt Gericht, und mein bebend Herz wird Herr! dein bin ich! du bist mein! 5. Meinem beffern Theil, der Seele, gibt er Troft und Kraft und Ruh; wenn ich, was er wählte, wähle, strömet mir sein Frieden zu. Was, so lange wir hier wallen, wir bedilirfen in der Welt, was die Hütten stüßt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dies gibt uns, deffen Ruf uns für diese Welt erschuf. 6. Himmel, Erd und ihre Heere find zu meinem Dienste dal wohin ich mein Auge tehre, ist mir Gottes Segen nah! Thier und Kräuter und Ge treide in den Gründen, auf der Höh, in den Büschen, in der See, find mir Nahrung, find mir Freude; vom Gedeihn und Ueberfluß trieft des Allerhöchsten Fuß! Mel. von Rr. 108. 445. Sollt ich meinem Gott nicht fingen? follt ich ihm nicht dankbar sein? Sollte 7. Wenn Betrübniß meine Seele, nicht in allen Dingen seine Liebe mich Elend meinen Leib umgibt; dann, erfreun? Lieben ist es, nichts als dann bet ich und verhehle nichts dem Lieben, herzliche Barmherzigkeit, die Gott, der doch mich liebt! wär er jo oft und viel verzeiht! Herr! ich nicht mein Gott gewesen, bätte mich Allgemeine Loblieder. 241 Gnade, Treu und Gite froh erhebe Tag und Nacht; denn was ich nur bin und habe, kommt von dir, ist deine Gabe. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 3. 8. Wie ein Vater seinem Kinde nie mals ganz sein Herz entzeucht, ob es Herr! ich muß mit Scham gefte gleich, verführt zur Sünde, von der hen, daß ich häufe Schuld auf Schuld; rechten Bahne weicht: also sieht auch und mein fündliches Vergehen raubt mein Verbrechen mein versöhnter Bater mir billig deine Huld! gleichwohl trägt an, züchtigt mich, daß ichs gethan, du, Gott, mich Armen noch beständig wills nicht mit dem Schwerte rächen, aus Erbarmen. Tausend, tausendmal weil, als ichs verirrt begieng, doch sei dir, großer König! Dank dafür. mein Herz noch an ihm hieng. 4. Sa, Herr! wenn ich überlege, 9. Wohlthat ist das Kreuz der mit wie großer Gütigkeit du durch Chriften, ists gleich, wenn es da ist, so viel Wunderwege mich geführt die Bein, führt er uns in dürre Wüsten, Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu scheints gleich oft Gericht zu sein! finden, noch die Tiefen zu ergründen. umb, was haben wir gelitten? dul- Tausend, tausendmal sei dir, großer deten die Märtyrer nicht viel mehr, König! Dank dafür. als wir, viel mehr, eh sie ihre Kron erftritten? rühmt im Leiden, rühmt und preift Gott, der euch der Welt entreißt! 5. Du, Herr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Glut; denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießest du mich dies verach ten, und nur nach dem Himmel trach ten. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 6. O wie haft du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn; daß ich nur das Gute wähle, und das Böse möge fliehn, hast du mir durch Chriftum Leben, Licht und Kraft und Geist ge geben. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 7. Ja, Herr, Majestät und Klar heit strahlt von deinem Angesicht; all dein Thun ist Gnad und Wahrheit, recht und heilig dein Gericht; wer muß nicht aus deinen Werten deine Macht und Weisheit merken? Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 8. Bald kamst du mit Vaterschlägen, bald mit Wohlthun, Gott, zu mir, um mein Herz nur zu bewegen, sich ganz ergeben dir, und stets deinen guten Willen ohne Murren zu erfüllen. Tansend, tausendmal sei dir, großer Kö nig! Dant dafür. 9. Wie ein Vater nimmt und gibet nach dem's Kindern nützlich ist: so haft du mich auch geliebet, Gott, der du barmherzig bist, unb dich meiner angenommen, wenns aufs Höchfte 16 Zweiter Theil. fein Angesicht nicht erquidt, so wär ich nicht von so vieler Qual genesen! vom Allsehenden bewacht, gieng ich durch die dunkle Nacht! - 10. 3ft, so lang ich leb am Grabe, Freuz und Tribfal oft mein Theil: Gott, dem ich geglaubet habe, Gott gibt einst mir ewigs Heil! die, so hier mit Thränen säen, erndten dort mit Freuden ein; nach des kurzen Lebens Pein werd ich mein Geschick verstehen, fauchzen, daß mich Gottes Rath diesen Weg geleitet hat! 11. Weil denn ohne Ziel, ohn Ende deine Gnaden, Bater, sind, o so heb ich meine Hände zu dir auf, erhör dein Kind: Bater! du wollft Gnade geben, bir mich ganz und gar zu weihn, dein Verehrer stets zu sein, hier und in dem höhern Leben! Heilig, heilig, heilig ist er, der sein wird, war und ist! Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 446. Momit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr zu Bebaoth? sende mir dazu von oben beines Geistes Kraft, mein Gott! denn ich kann mit nichts erreichen beine Huld und Liebeszeichen. Tanfend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 2. Herr! entzünde mein Gemülthe, daß ich deine Wundermacht, deine Zweiter Theil. Allgemeine Loblieber. 242 gleich gekommen. Tausend, tausendmal fei bir, großer König! Dant dafüir. 10. Trägst du nicht in deinen Armen mich oft treu und väterlich? riß mich nicht oft dein Erbarmen aus Gefahr und schützte mich? mußt ich einsam, hülflos weinen, so ließ'st du mir Troft erscheinen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafülr. 11. Bater! du haft mir erzeiget lanter Gnad und Gütigkeit; und du haft zu mir geneiget, Jesu! deine Freundlichkeit; und dein Wort, o Geift der Gnaden, heilet meinen Seelenschaden. Laufend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 12. Tausendmal sei dir gefungen Preis und Lob und Dank, mein Gott! daß es mir bisher gelungen. Ach! laß mich bis in den Tod fest in deiner Gnade stehen, und dereinst dein Antlit sehen, so werd ich, dein Eigen thum, ewig preifen deinen Ruhm. 7. Er half und wird mich fort erlösen. Er hilft, der Herr ist fromm und gut. Er hilft aus Reizungen zum Bösen, und gibt mir zu der Tugend Muth. 8. Dir dank ich, Herr, auch für die Leiden, die du zur Prüfung mir geschickt. Dir dank ich für die mehrern Freuden, womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank ich für das Gut der Erden, für die Geschenke deiner Treu. Dir dant ich, denn du hieß'st sie werden, und deine Güt ist täglich neu. 10. Dir dank ich für die höchste Güte; selbst deinen Sohn gabft du für mich. Von ganzem Herzen und Gemütthe, von allen Kräften preis ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, Gottes Werké! die Erd ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Weisheit, Ruhm und Stärke, er hilft und er errettet gern. 12. Er hilft, des Abends währt die Klage, des Morgens die Zufrie denheit. Nach einer Prüfung turzer Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Vergiß nicht deines Gottes, Seelel vergiß nicht, was er dir ge than. Ehr seiner Heiligkeit Befehle, und bet ihn durch Gehorsam an. Mel. von Nr. 46. 447. Du bifts, dem Ruhm und Dank gebühret, und Ruhm und Dank, Herr! bring ich dir. Du hast mein Schicksal stets regieret, und deine Hand war über mir. Mel. von Nr. 34. 2. Benn Noth zu meiner Hütte 448. Nuf, meine Seele, fingel nahte, hörte Gott, mein Flehn, und ließ nach seinem gnädgen Rathe mich nicht in meiner Noth vergehn. 3. Ich sank in Schmerz und Krantheit nieder, und rief: o Herr, errette mich! da half mir Gott, der Starte, wieder, und mein Gebein erfreute sich. 4. Wenn mich des Feindes Haß betrübte, flagt ich Gott findlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache übte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich verirrt vom rechten Pfabe, mit Siinde mich umfangen fah: rief ich zu ihm, dem Gott der Gnade, and seine Gnade war mir nah. 6. Um Troft war meiner Seele bange, benn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: ach Herr, wie lange? und Gott verließ den Schwachen nicht, an du es bift, thut Gott so große Dinge. Weh dir, wenn ihn dein Herz vergißt! Gott rettet dich ins Leben, will alle Missethat in Christo dir berge ben. Ognadenvoller Rath! schon hier wirst du mit Heile getröstet und erfreut, und dort wird dir zu Theile die Ruh der Ewigkeit. 2. Er hat uns wissen lassen, der Herr, sein Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maaßen dem From men, der den Bund nicht bricht! schnell eilt sein Zorn vorüber, straft nicht nach unsrer Schuld, der Herr, begnadigt lieber, nimmt lieber auf zur Huld! wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er angenehm. Mit Adlersflügeln schwebet Erbarmung über dem. 3. Wie Väter mit Erbarmen auf ihre schwachen Kinder schaun: so thut Zweiter Theil. Allgemeine Loblieber. 243 Gott an uns Armen, wenn wir in nen! da half mein Helfer mir vom Einfalt ihm vertraun. Gott weiß es, wir find Sünder; Gott weiß es, wir find Staub und der Verwesung Kinder, ein niederfallend Laub! kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da! mir Sterbliche vergehen! stets ist der Tod uns nah. - Tod, und ließ mir Troft erscheinen. Ich danke, Gott, ich danke dir, ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht von seinem Volk geschieden; er, er ist ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er sein Volk durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Hülfe nicht mehr helfen tann, die nur die Welt erzeiget, fo hilft, der ewig helfen kann, der dorthin schwingt. Dort nimmt mit Schöpfer selbst, und neiget sein feinen Engeln auch unsrer Brüder Schar, nun rein von allen Mängeln, stets seines Lobes wahr. 4. Des Ergen Gnad alleine bleibt, gleich als er, in Ewigkeit bei dir, des Herrn Gemeine, die ganz fich seinem Dienste weiht, und daß sie selig werde, mit Furcht und Zittern ringt. Aufi daß ihr von der Erde schon jetzt euch huldreich Angesicht uns zu; denn außer ihm ist keine Ruh. Gebt un ferm Gott die Ehre! 5. Anbetung, Preis und Ehre sei dir, Gott Bater, Sohn und Geist! wir fingens in die Chöre der Schar, die dich vollkommner preift. Anbetung, Preis und Ehre, dir, der du warft und bist! wir stammelns mur; boch höre, hör uns, der ewig ist! Einst tragen wir auch Palmen, du Gott, auf den wir traun; einst fingen wir dir Psalmen, wenn wir verflärt dich schaun! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren! man soll, Herr, meinen Lobgefang an allen Or ten hören! mein Geift, o Gott, erhebe dich! mein ganzes Herz erfreue fichi Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nemt, gebt unserm Gott die Ehre! ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! die falschen Götzen macht zu Spott; der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! gebt unserm Gott die Ehre! Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 449. Lob, Ehr und Preis dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte! dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Troft erfüllt! dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, Beherrscher aller Thronen, und die Mel. Nun danfet alle Gott.-9. auf Erden, Luft und Meer in deinem 450. Nun banket alle ott wohnen, Schöpfersmacht, die uns und sie herborgebracht! Gebt unserm Gott die Shre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten! darüber wird des Weisen Rath, des Vaters Gnade walten! in seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Kommt, laßt uns vor sein Angeficht mit Freud und Zittern dringen; bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: der Herr hat alles mohl bedacht, und alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden; der mächtig uns erhält, und von der Kindheit an uns so viel Gutes thut, mehr als man zählen kann. 2. Er, unser Vater, woll ein fröhlich Herz uns geben; der Herr laß uns, sein Bolt, in ftetem Frieden leben, und unsre Nachwelt auch, daß seine 4. Sch rief zum Herrn in meiner Gnad und Treu das ganze Land Noth: ach Gott, vernimm mein Wei- umfah, sein Segen mit uns sei. 16* 244 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 3. Der große starke Gott woll uns| Schuß, du bist der Mülden Ruh; ein von allem Böser, und was uns scha- Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, ben kann, gewaltiglich erlösen; er Gott, bist du. schüß uns in Gefahr, er helf uns allezeit, so lang er uns dahier das Peben noch verleiht. 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, dem Gott der Götter? wen ehren, als nur dich mein Schutz und mein Erretter? wie sanft ist dein erehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg! ich bin dein Schild und Lohn! - 4. Dir, Gott, dir, und nicht uns sei Chr und Preis gegeben, was in uns ist soll stets, Herr, deine Huld erheben. Und stehn wir einst verklärt in deinem Heiligthum, so sei dein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. Mel. Nun banket alle Gott. 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dem Weg ist Fried und Leben. Wie könnt ich einem Gott der Liebe widerstreben? umsonst lockt mich das Glück, in dem das Lafter blüht. Ich haffe seinen - 9. weil mich dein Ange urch dich, o großer 451. ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanben; denn wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Gitte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; bich preisen Erd und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörft der Menschen Flehn, und du erretteft gern. 9. Auch wenn kein Mensch mich fieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Wert vor dein Gericht einft ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böfes noch gelüft't, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ift. 10. Sollt ich der Menschen Ruhu stolz zu erringen trachten? nein, Herr, wenn du mich ehrft, mag mich vie Welt verachten. Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih. Gib daß mein Wandel stets voll 3. Und wenn ich deiner Huld, odeines Ruhmes sei! Gott! gewürdigt werde, was frag ich außer dir, nach Himmel und nach Erde? Im Himmel Lonnerst du, und Mel. Wachet auf! ruft uns die. 171 Schrecken füllt das Land; noch fürcht 452. Jauchze, auserwählt Ge ich nichts, denn mich beschützt der Allmacht Hand. euch des Herrn Herrn, ihr Gerechte, ihr Frommen preift den Höchften hoch! 4. Wenn ich die Himmel seh, die laffet eure Harfen tlingen; ihr müßt du, Herr, ausgebreitet, der Sonne ein neues Lied ihm singen; so kommt Majestät, den Wcond, den du bereitet, und rühmt, und danket doch! macht so sprech ich: was ist doch der Mensch, es mit frohem Muth auf Saiten baß du sein denfft? und daß du täglich spielen gut! Halleluja! sein Wort uns unzählig Gutes schentft? ist füß; was er verhieß, ist Wahrheit, und er hälts gewiß. 5. Als Schafe läß'st du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Speis und Trant, und füllt das Herz Gerechtigkeit ist sein Gerichte; die mit Freuden; du sahst mich, eh der Welt ist seiner Güte voll. Droben Grund der Welt geleget war, zogst schuf er, ihm zur Ehre, der Licht mich aus Mutterleib, als mich ihr Schoof gebar. 6. Du wogst mein Glüd mir ab, und Leiden, die mich üben, und meiner Tage Bahl war auf dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen nichts. erfüllten Sterne Heere, die Somme, die uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den Herrn, der sie erhält! Halleluja! er will, er sprichts, sogleich geschichts; gebeut er, wird etwas ans Zweiter Theil Allgemeine Loblieder. 245 3. Unser Gott herrscht ohne Schran- errettet unfre Seelen, ist ihr Lohn, fen! er wendet Völkern die Gedanken; er macht zunicht der Heiden Rath. Ewig fann sein Rath nicht wanten, er ändert sich nicht in Gedanken, er ist gleich groß an Rath und That. Wohl dem Volt, dessen Gott heißt Herr, Herr, Zebaoth! Halleluja! ja felig ist, wen Gott erfieft, und sich zum Erbtheil auserlieft. ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Lust, mit dem Feind in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten: stärkt er uns zum Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. 4. D Herr, deine Gülte gleichet dem Himmel, deine Wahrheit reichet so weit, als aller Wolken Heer! ja, als wie der Berge Höhen bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht wie Liefen in dem Meer. Eh Meer und Berge sein, bist du, o Gott! allein. Halleluja! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geift aus deinem Mund. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Wollust fliehn, dann gibt er uns seine Freuden, unfer Herz empfindet ihn! kann ich größres Glück begehren? Ewiger, hat dich mein Herz, o so wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren, Erb und Himmel wird mir klein, gegen dich verächtlich sein. 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnft mir meine Schmerzen mit der Seelen Heiterkeit, und versüßest alles Leid, Gott, durch deine Ruh im Herzen, die mich ganz mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. 5. Bon Gefahr und Noth umgeben, fiber diesen rauhen Pfad geh ich, Bater, in dein Leben, das nicht leid, Gefahr nicht hat. Sollten mich der Erbe Freuden, sollte mich der Sitnder Spott und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? raubt ich meine Krone mir? nein! ich leb und -- 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit, daß fie mich leiten, wo ich bin! und mich bringen zu den Hütgeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geh ich da hinein, um Gottes mich zu freun. Halleluja! da, wo Gott wohnt, da, wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Ach! da will ich dann mit Beten vor den Altar des Höchsten treten, zu dem Gott, der die Schuld vergißt; zu dem Gott, der Schild und Sonne, sterbe dir! der meine Freud und meine Wonne durch Christi großes Opfer ist. Ich Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Loblied an mit ſpiel ein Danflied vir da auf der 454. Stimmt unserm Gott ein Halleluja! mein Gott, Herr Zebaoth, du bist mein Helfer in der Noth! Mel. von Nr. 108. 453. Gott, durch welchen alle Dinge sind, und wirken und vergehn, stärk mich, daß ich dich befinge, lehre mich dein Lob erhöhn! laß mich dich im Stillen loben, mich, den bu voll lieb und Huld, aus den Tiefen seiner Schuld zu des Christen Höh erhoben; dich erheb ich immerbar, ber mich schuf und neu gebar. 2. könnt ihr die Gestirne zählen: Gottes Gnaden zählt ihr nicht. Er digem Gemüthe; es rühm und preife wer da tann, den Geber aller Güte. Er macht uns frei von aller Noth, drum lobet ihn, drum lobet Gott, und danket feinem Namen. 2. Lobt Gott und rühmet alle Zeit die großen Wunderwerke, die Maje stät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweift in aller Welt, indem er alle Ding er hält. Drum danket seinem Namen. 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns Allen hat gegeben; der uns durch seinen 246 Zweiter Theil. Engel schützt, der täglich schentet, was uns nüßt. Drum dantet seinem Namen. w 4. Lobt Gott! er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, ber uns die ewge Lebensfron durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht. Drum danket seinem 7. Lobt Gott! ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! lobt Gott, und preift ihn früh und spat, ja alles, was nur Odem hat, das danke feinem Namen. Allgemeine Loblieber. 4. Der Herr ist groß und mächtig, voll Heiligkeit und Ruhm. Es fiehet alles prächtig in seinem Heiligthumm. Er ist gerecht und gut; von seinen Vatersorgen zeugt jeder neue Morgen, und alles, was er thut. Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geift den Glauben angezündet, und seinen Beistand uns verheißt, wenn den Himmel gibt. er uns treu erfindet; der uns stets Surch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt. Drum danket seinem Namen. 6. Lobt Gott! er hat dies gute Wert felbft in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärt, bas Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hält. Drum danket feinem Namen. Mel. von Nr. 101. 455. Lobt Gott, den Gott der Stärke, der, was er seine Werte, Ihr seid sein Eigenthum, so weit der Himmel reichet, was Luft und Meer durch freichet, verbreite seinen Ruhm.. will, erschafft, ihr alle aus aller eurer Kraft. lobt stets den Herrn der Welt, helft 5. Drum lobt, erlöfte Seelen! dessen Ruhm erzählen, der euch schuf euch durch sein Blut erkaufte, auf und erhält; der euch in Chrifto liebt, seinen Tod euch taufte, euch einst 6. Lobt Gott, der euch regieret, der, als der treuste Freund, selbst dann euch weislich führet, wenn ihr das Kreuz beweint, das er euch auferlegt; laßt uns in solchen Proben ihn dennoch kindlich loben, weil er aus Liebe schlägt. 7. Er ist getren den Seinen, ent reißt sie aller Noth. Wenn seine Kin der weinen, so bleibt er doch ihr Gott. Wenn der Verfolger Macht, wenn ihre Wuth sie schrecken, so wird fie Gott bedecken, er, der stets für fie macht. 8. Lob, Ehre, Preis und Stärke sei dir, o Gott, bereit't, denn deine Weg und Werke sind voll von Herrlichkeit. Dein Zion lobet dich, mert auf sein schwaches Lallen, und laß dirs wohlgefallen; erhör une gnä diglich! 9. Möcht es uns bald gelingen, von aller Schwachheit frei, ein Opfer dir zu bringen, das deiner würdig sei! ach, laß vor deinem Thron une ewig mit dir leben, und ewig dich erheben, dich Vater und den Sohn! 2. Erhabne Himmelsgeister, erwetlet euren Fleiß; gebt euerm Herrn und Meister Dant, Ehre, Lob und Preis! stimmt dreimal Heilig! an. Lobt ihn, ihr Seraphinen, lobt ihn, ihr Cherubinen! lobt ihn, was loben tann. 3. Was Obem hat und lebet, was 456. fich bewegt und regt, was in den Tüften schwebet, und was der Himmel trägt, sei überall bemüht, den Höchften Gott zu loben, der aus den Bolten oben auf sein Geichöpfe fieht. Der Ambrosische Lobgefang oder bas Te Deum. Hier err unser Gott! dich loben wir, Herr unser Gott! wir dauten dir. Jehovah ist von Allgemeine Loblieder. 247 9. Sei hier schon unser Troft und Ewigkeit, er schuf die Welt, das Licht, verlaß uns auch im Tode nicht, er schuf die Welt, das vollende dadurch unser Heil, Herr, Ewigkeit, Herr Gott, unser Troft und Theil! so preisen wir dich in der Zeit, noch beffer in der Ewigkeit. Zweiter Theil. - Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preift Gott Vater dich, dich Sohn, dich Geift. 2. Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle fingen ihm: höchstheilig ist er, unser Gott, groß ift dein Ruhm, Herr Zebaoth! weit über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit. 3. Sie, die den Erdkreis wunderbar belehrten, deiner Boten Schar, des Mittlertodes Märtyrer, fie preisen ewig dich, o Herr! am Grabe noch, noch in der Zeit, preift dich auch deine Christenheit. 4. Dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Chrift, des Vaters Sohn! und dich, o Geist, des Wunderfraft in Sindern neues Leben schafft, dich preifet alles weit und breit, dich preifet deine Christenheit. 5. Du Hoherpriester, du Prophet, du König, des Reich nie vergeht, du haft dich, Gott! uns Gott zu weihn, erniedriget, ein Mensch zu sein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. 6. Zur Rechten Gottes fitest du, mit deinem Vater herscheft du, du, der fitr uns gelitten hat, erwirgt für unsre Mifsethat. Im Grabe läsjest du uns nicht, du kömmst, du kömmft und hältst Gericht. 7. Hilf deinem Bolte, Jefu Chrift, und fegne, was dein Erbtheil ift. Leit es durch diese Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd ist auch dein Heiligthum, auch fie erfittle stets dein Ruhm. 8. In dieser unsrer Bilgerschaft sei, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Sei gnädig uns, o trenér Gott! sei gnädig uns in aller Noth. Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, laß dein Erbarmen uns erfreun. mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59 457. Herr finge meiner Seele Zebaoth! ich sing aus danferfüllter Brust von deiner Güte, Gott! 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? der unser Aug entzückt? Wer hat mit 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? mit Schönheit, pflanzt den Hain? 4. Wer fleidet Hitgel, Thal und Au tränkt sie mit Regen und mit Thau, und gibt der Saat Gedeihn? 5. Wer führt die Sonn in ihrer Pracht mit jedem Tag uns zu? wer pricht zum Mond in dunkler Nacht: den Menschen leuchte du. 6. Wer frönt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz fich freut? wa liebet uns umwandelbar, auch wenn dein Donner dräut? 7. Durchdenke deinen Lebenstauf, o Mensch, wer half bisher? wer war, von deiner Jugend auf, dein Helfer? Sage: Wer? 8. Herr, unser Herscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Bolt, dein Eigenthum find wir, unb unser Gott bist du! 9. Wie groß ist deine Huld und Treu! du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. 10. Uns Sünder trägst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geift, und reut uns unsre Sündenschulb, du siehst es und verzeihst. 11. Ja, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolfen ziehn. Der junge Rab, Erbarmer! schreit zu dir, du nähreft ihn. 12. Und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? 248 Zweiter Theil. die fille Pähre. Die er weint, bemerkt dein Baterherz. 13. Web dem, der an dem Herrn berzagt! und feine Zuversicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ift, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh du flehst. Bertraue du dem Herrn. 15. Er schaut herab von seiner Höh auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing ihm, bet ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! vergiß es, Seele, nicht. - Mel. von Nr. 201. 458. wie Großer Gott, Herr aller Mel. Alles ist an Gottes Segen. 459. H Besondere Loblieber. und Gitte, Wahrheit und Barmher zigkeit zu des Sünders Heil bereit. 3. Bon Begierde, dich zu lennen, kann mein Herz moji gnugsam bren nen. Doch gib mir des Glaubens Kraft, den dein Geist im Herzen schafft, so kann ich gelehrtes Wiffen ohne großen Schaden missen, so bin ich gelehrt genug, und zum Reich der Himmel flug. Bater und Erretter! alles rufet weit und breit, rühmt den Herrn der Herrlichkeit! Engel preisen deine Werke. Wenn ich sie erstaunend merke, so schwingt sich mein Herz empor, und fingt in der Engel Chor. 2. Hier im niedern Weltgebäude blidt mein Geift mit großer Freude deiner Allmacht Proben an; wo ich Hin gedenten kann, fiehet mein erstaunt Gemüthe, deine Weisheit, Macht seines Namens Ehr! 4. Gib, daß ich dich so erkenne, daß ich auch vor Eifer brenne, bich von meines Herzens Grund, und nicht blos mit meinem Mund, auf das In nigste zu preifen; du selbst mußt mid unterweisen, dann dringt erst mein Lob empor, dann hört mich dein Vaterohr. 5. Ganz entzückt von deinem Namen, wünsch ich dir, Herr, nachzuahmen, Wandel heilig ist. Andre möcht ich gern erwecken, deine Freundlichkeit zu schmecken, deiner sich mit mir zu freun. Gott, dein Ruhm sei allgemein. 6. Wie die heilgen Seraphinen dir mit allem Eifer dienen, so fei, Herr, auch jederzeit dir durch mich ein Lob bereit't, bis von mir und ihnen allen droben wird ein Lob erschallen: Heilig, heilig ist der Herr, herrlich err! mein Licht, mein Heil und Leben, wie kann ich dich gnug erheben; was für Lieder stimm ich an? was soll ich zum Dank dir bringen? und wie foll ich würdig fingen, was bu, Herr, an mir gethan? c. Besondere Roblieber. 2. Du haft meine Seel gebenget, aber auch mir bald gezeiget, daß du stets den Deinen nah. In der Nacht warst du verborgen, doch balb tam dein Antlik sah. der frohe Morgen, da ich, Herr! 3. Heilig, Herr! find deine Wege, wunderbar find alle Stege, wo du deine Kinder führst; wer muß nicht es bemerken, wie gerecht du, Herr, aus deinen Werken, dir zum Preife regterst? 4. Nun will ich dir feft vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn fill sein, hoffen, schweigen, ftets vor des Kreuzes Laft mich drückt; ich will bir, o Herr, mich beugen, bis bein Antlik mich erquidt. Zweiter Theil. 5. Willst du deine Hülf aufschieben? willst du meine Demuth üben? Herr ich bin ein fündger Knecht. Willst du ftrafen, willst du schlagen, schickst du Trübfal, Noth und Blagen? Herr, du bleibeft ftets gerecht. - Besondere Loblieber. 249 6. Mein Mund, mein Geift und mein Gemüthe find deines Ruhms, mein Helfer, voll. Die Wunder aber deiner Gülte mit Dank zu preifen, wie ich soll, reicht mein Bermögen nimmer zu, es ist voll Schwachheit, was ich thu. 6. Doch weiß ich, daß deine Treue ewig ist und täglich neue selbst zur 7. Doch läß'st du auch mein schwaches schwersten Prüfungszeit; deine Stra- Lallen, der du des Herzens Redlichkeit fen, deine Schläge, sind ja, wenn zu prüfen weißt, dir wohlgefallen; ichs recht erwäge, Mittel meiner siehst auf die Unvollkommenheit, als Seligkeit. wie ein holder Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 7. Ach! so stärke mir den Glauben, laß mir nichts denselben rauben, keine Wollust, teine Pein; laß mich deine Liebe schmecken, laß in Noth und Angst und Schrecken deine Gnade mich erfreun. 8. Nichts hat mein armes Unver mögen, wie dir, mein Gott, schon offenbar, dir zur Vergeltung darzu legen; böt ich mich selbst zum Opfer dar, so ist ja alles schon vorhin dein eigen, was ich hab und bin. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 9. Doch will ich dir mein Opfer 460. Mein Herz, ermuntre bringen, das Opfer meiner Dantbardich nun wieder, feit, und dir zum Lobe Lieder fingen, und finge mit erquictem Muth jetzt so viel dein Geist mir Kraft verleiht. neue Dank- und Freudenlieder dem Im Namen Jesu sing ich dir, in Herrn, der große Dinge thut; denn diesem nimm es an von mir! er beschämt zur rechten Zeit nun wieder deine Furchtsamkeit. Danklieder bei der Erndte. Mel. Nun danket alle Gott. 9. 2. Herr! deine Hand ist immer offen, zu geben, was mein Herz be gehrt; hingegen ist mein zaghaft Hoffen oft, leider! keiner Hülfe werth; und doch erträgst du mit Geduld des wankenden Vertrauens Schuld. 461. Frohlocket, Jung und Alt, Reichen mit den Armen! da Gott den Unterhalt vou neuem aus Erbarmen für euch nun auf ein Jahr so mildiglich bescheert. Was euer Wünschen war, ist väter 3. Wenn oft in Klimmerniß und Sorgen der Troft, wonach mein Auge weint, vor meinem Denten tief ver- lich erhört. borgen und noch sehr weit entfernet 2. Aufl danfet unserm Gott, daß scheint: hast du schon meine Noth be- Fried und Ruh hier wohnet. Mit bacht, und dich zu helfen aufgemacht. Krieg und Hungersnoth hat uns der 4. Dein unermeßliches Erbarmen ist immer wohlzuthun gewohnt; drum wird mir fündlich schwachen Armen nicht, wie ichs würdig bin, gelohnt. Dich jammert der Gebrechlichkeit; du hilfft zur recht erwünschten Zeit. Fluth, fein schwerer Hagelschlag, noch Herr verschonet. Kein Feuer, teine böser Seuchen Wuth, trifft uns bis diesen Tag. treu und wohl bewahret. Wer hätt, 3. Die Erndte hat der Herr uns wenn Gott nicht wär, uns sonst die Frucht gesparet? Wer gäb uns Sonnenschein? Wer Regen oder Thau? was wird's ohn ihn wohl sein mit unserm Ackerbau? 4. Umsonst wär unsre Müh, um sonst wär Säen, Pflügen. Wir wür den sonsten nie ein Körnlein wieder 5. Herr! deine Zeit ist stets die beste; auch dann selbst, wenn die Noth sich häuft, bist du schon meine Stärt und Beste. Wenn Fluth und Jammer auf mich läuft, so siehst du mit Erbarmen drauf und hemmeft schlennig thren Lauf. 1 250 Zweiter Theil. Mel. Beuch mich, zeuch mich.- 81, triegen. Wir möchten früh aufstehn und bis zur Mitternacht nicht wieder schlafen gehn: es wär umsonst gewacht. 462. Gott im Himmel und auf 5. So aber forgt und wacht der Herscher in der Höhe; sein Vatersegen macht, daß unser Werk bestehe. Der hat auch diesesmal des Sämanns Wunsch gestillt, und reichlich überall der Schnitter Hand gefüllt. Erden! Herscher in der ganzen Welt! laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Fuße fällt, für den nahen Erndtesegen Dank und Opfer darzulegen. 6. Gott ist's, der euch ergeßzt, da ihr nun jauchzt und singet, und jenen Segen jetzt in eure Scheuern bringet; dem stellt euch dankend dar, des Lob so weit ertönt, der wiederum das Jahr mit seinem Gute frönt. 2. Herr, dir jauchzen Feld und Auen, itberall wirst du verspürt, überall läß'st du dich schauen: und wir blieben ungerührt? gleich als ob zu deiner Ehre Feld und Au so schön nicht wäre! 3. Vater! du haft aus Erbarmen uns Unwürdige genährt. Du haft Reichen, du hast Armen manches, manches Glück gewährt. Gett, der uns viel Guts bewiesen, sei gelobet und gepriesen! 4. Du haft Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, daß man nunmehr allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg und Thäler, Tief und Höhen sehen wir im Segen stehen. 5. Ach! wer ift, der solche Gülte dir genug verdanken kann? nimm ein dankbares Gemüthe für die große Wohlthat an, und mein Mund foll stets erschallen: Gott macht fatt mit Wohlgefallen. 6. Gib nun Kraft, den milden Segen, den uns deine Hand bescheert, auch so löblich anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. com 7. D schmecket doch und seht des Schöpfers milde Güte. Lobt seine Majestät mit freudigem Gemüthe. Dem gebet Preis und Ehr, der uns viel Guts verleiht, doch selbst uns noch weit mehr, als Korn und Del, erfreut. 8. Gut ist, o Herr, das Land, darin du uns geseget, groß deine starke Hand, die uns so oft ergetzet; unendlich deine Macht, und ohne Ziel dein Ruhm, drum lobt dich Tag und Nacht dein Boll und Eigenthum. 9. Berleih, o frommer Gott, uns ferner deine Gnade, daß ja die FeuersRoth nicht unsern Hütten schade; bewahr vor Angst und Leid, vor Seuchen, Baffersfluth, vor Krieg und theurer Zeit; halt uns in deiner Hut. 10. Gesegne, treuer Gott, das, was wir täglich effen! Gib auch, daß wir der Noth der Armen nicht vergeffen. Herr! deine milde Hand er freue jedermann, daß bei uns Stadt und Land den Segen spilren kann. 11. Laß unser Korn zur Saat und bis zur Erndte reichen. Gib selber Rath und That, und thu an uns ein Zeichen; laß sehen jedermann, du seift, Herr Bebaoth! der Wunder wirken tann, der rechte treue Gott. Besondere Loblieder. 7. Schent uns auch vergnügte Herzen; Stolz und Geiz laß ferne sein; laß den Undant nichts verscherzen. Schenke ferner dein Ge deihn, und laß uns mit deinen Gaben willig auch den Dürftgen laben. 8. Laß es deinem Wort gelingen, daß auch wir zu deiner Ehr hier schon reichlich Früchte bringen, stärke du uns immer mehr, schent uns auch nach allem Leide droben mehr als Erndtefreude. 12. Lob, Ehre, Preis und Ruhm bringt dir zu allen Zeiten dein wahres Eigenthum, o Gott der Ewigfeiten! dir Bater, dir Gott Sohn, und dir heilger den man vor ſeinem Thron, und hier auf 463. B Erben preift. Danklied auf den Frieden. BE efingt Gott Se Zweiter Theil. Gebet- und Loblieber zc. - baoth; befinget unsern Gott! dem müsse von uns allen ein feurig lied erschallen, der unser Wohl bedenket, und uns den Frieden schenket. 2. Wie schreckte Gottes Hand das werthe Vaterland! der Krieg hat es verheeret und bis aufs Mart verzehret, doch Gott hat es gewendet, Gott, der den Frieden sendet. 3. Dankt jetzt und immerdar, ihr, welche die Gefahr des Krieges hart geplaget, zerstreuet und verjaget; um Frieden euch zu schaffen, zerbrach Gott selbst die Waffen. 4. Befingt Gott Zebaoth, befinget unsern Gott! das Rachschwert legt auch der Ewigkeiten! laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank ich, Gott, daß ich noch bin? nur deiner Gnad und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen; dich, den fein Wechsel treffen kann. Wir werden, find gewesen, wir blühen und vergehn durch dich! nur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleibeft. 3. Herr! ewig währet deine Trenu, mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird fie neu, mit Wohlthun uns au fegnen. Ich kenne feinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glid mir zugefloffen wäre. 251 er nieder, fithrt uns den Frieden wie der, und nebst ihm Heil und Segen mit neuer Hulb entgegen. 4. Du haft auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hilf und 5. Nun, Gott! wir loben dich, und danken ewiglich, daß du auf unser Flehen uns huldreich angefe hen, und uns den edlen Frieden zu unserm Theil beschieden. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfang des Jahres. Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. 464. D, Gott, du bist der Troft bereitet. Bon ganzer Sedie preis ich dich. Aufs Neue fibergeb ich deiner Führung. 5. Vergib mir die gehänfte Schuld von den verfloffnen Tagen, und las mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geift belebe Herz und Muth dich, o du aller höchftes Gut, und nicht die Welt u fieben. 6. O mache du ihn feft, Gott, der uns nicht verläßt, und trag uns mit. Verschonen, daß wir hier sicher wohnen, und, als des Himmels Erben, auch einst im Frieden sterben. 7. Dein Geift mach uns bereit, daß wir zu feiner Zeit in deinem Dienft erfalten, dein Wort beständig halten, und nicht mit neuen Sünden des Krieges Wuth entzünden. 8. D Herr Gott Zebaoth! o Herr du unser Gott! laß deines Friedens Gaben uns überflütffig haben, bis daß wir did dort oben in vollem Frieden loben. 7. Die Welt vergeht. Dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Biel bessre Freuden rufen mich zum wichtigern Bemühen! der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himmel ist mein Baterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 8. Olehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszufaufen. Laß mid 252 Zweiter Theil. bie Bahn ber Ewigkeit mit heilger Borsicht laufen. Der Tage Last er leichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir tein Wechsel weiter störet. Gebet- und Loblieder 10. Ihr eiteln Tage flieht denn immerfort; ich halt euch nicht, ver deppelt euer Eilen; mich Lüftet nicht, in Mesech zu verweilen; mur bald von hier, und dann geschwinde dort; Mel. von Nr. 324. 11. Dort, wo der Hafen der Glitd465. o ist von meiner fur- seligkeit; dort, wo das Kleinod meizen Pilgrimschaft ein ner Laufbahn glänzet; dort, wo ein müder Streiter wird bekränzet, und seines Siegs fich ewiglich erfreut. 12. Wenn ich indeß hier länger dienen soll, so gib, mein Gott, daß ich stets wachend bleibe. Gib du mir Muth und Kraft zum Kampf; vertreibe die Sicherheit und mach mich Eifers voll. 13. Laß mich, als dein erkauftes Eigenthum, Geift, Seel und Leib von Flecken rein bewahren; und, wirft neue Schuld von mir erfahren, mich nicht finken, stärt mich W ganzes Jahr( ganzer Tag) schon wieder hingefloffen! Herr, wie viel Guts hab ich darin genoffen! ich bin für mehr als tausend Pfund verhaft't. 2. Bundesgott! wie hat nicht beine Treu mir unverdienten Segen aufgetragen! zwar keinen Tag fehlt es an eignen Plagen, doch Trübsal is der Seelen Arzenei. 3. So hast du nie den theuren Bundeseib gefränkt, nur ich hab ihn so oft gebrochen; fast nichts gethan, und soch so viel versprochen! vergib esa, mir! es ist mir herzlich leid. 4. Ach! wie viel näher müßt ich schon zu dir in so viel Tag und Jahren sein gekommen! des Fleisches Trieb hat wenig abgenommen, noch glänzt nicht, wie es soll, dein Bild in mir. wiederum. 14. Je länger ich auf deinen Wegen geh, je klarer gib dein Licht mir zu erkennen, je heller laß mein Licht im Wandel brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne steh. 15. Es ist doch um ein kleines mur zu thun, so heiß ich dich, mein Bräutigam, willkommen; dann werd ich, aller Müh und Qual entnommen, vergnügt und froh in deinem Schooße ruhn. 5. Wie eilt die Zeit! fie fliegt! oft fällt mir ein: könnt ich so viele Stunden, die verlaufen und schnell verflogen sind, doch wieder kaufen! ich wollte sie zu deiner Ehre weihn. 6. Nur wenn ich mein betrüglich Herz betracht, so wär es doch ohn Mel. Allein Gott in der Höh.. 15. deine Gnad vergebens; ach! würde 466. Gott ruft der Sonnt und mrr Lebens zu deinem Preise besser zugebracht! 7. Die Rebe mag am Weinstock nur beftehn; die Säfte, die in Jefu reichlich fließen, laß auch in mich sich milbiglich ergießen, und du sollst Frucht an dürren Reben fehn. schafft Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis, und Dank ertheilen! 8. Hab ich in Trägheit so viel Zeit verspielt, laß mich, was übrig ist, wie Gold abwägen! a möcht fein Obem mehr in mir sich regen, der nicht, o Gott, auf deine Ehre zielt! 9. Dein Glütd, o Welt, macht nicht die Seele fatt. Was kann doch wohl auf dieser ganzen Erden beim längsten Leben angetroffen werden, das nicht vom Fluch betrübte Spuren hat? 2. Herr, der da ist und der da war! von Dank erfüllten Zungen fei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Berleih uns Kraft, denn sie ist dein, in dei beim Anfang des Jahres. 253 ner Furcht zu leben. Du schüßest| Mel. Freu dich sehr, o meine C. 29, uns, und du vermehrst der Menschen 468. bermal ein Jahr( ein deinem wenn Reiche streben. her zu der Ewigkeit! wie ein Pfeil, der abgeschoffen, so verflieget meine Zeit. Treuester Herr Zebaoth! unveränderlicher Gott! ach was soll, was soll ich bringen, deiner Lang muth Dank zu fingen? 2. Ich erschrecke, mächtigs Wesen, Angst und Furcht bedecket mich; denn mein Beten, Singen, Lesen, ach! das ist so schläferig. Heilig, heilig, Hei liger, großer Seraphinen Herri wehe mir, ich muß vergehen! denn wer tann vor dir bestehen? 3. Schrecklich ist es ja, zu fallen in die Hand des Höchsten. Gott rufet warnend zu uns allen: niemand treibe mit mir Spott! irret nicht, wo das geschicht, so leid ichs, Jehovah, nicht; id, bin ein verzehrend Feuer, und mein Zorn brennt ungeheuer. 4. Aber du bist auch sanftmüthig, treu ist, Herr, dein Vaterherz! in dem Bürgen bist du gütig, dich versöhnt Mel D Welt, ich muß dich laffen.- 48. 467. Herr der du mir das sein Todesschmerz. Bin ich nicht in bis 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glütd der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. 6. Laß Weisheit und Gerechtigkeit auf feinem Stuhle thronen! laß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohnen! laß Tren und Liebe bei uns feln! dies, Bater! wollst du uns verteihn in Chrifio, deinem Sohne. gegeben, dich bet ich findlich an; ichres Pfand, das du vor der Feinde bin viel zu geringe der Eren, die Wüthen ewig, ewig willst behüten? ich befinge, die du bisher an mir gethan. 5. Auf, mein Herz1 stell dich nur wieder dem versöhnten Vater dar. Opfre dem Gebet und Lieder, welcher frönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an, das dich endlich führen kann, mit Verlangen nach dem Scheiden zu des Himmels ewgen Freuden. 2. Mit dankendem Gemüthe fren ich mich deiner Güte! ich freue mich in dir. O gib mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaff ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geift den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und sahe mich im Staube, zu dir, o Gott mein Heil! bin ich der Schuld entladen, und nur bei Gnaden, so ist im Himmel auch mein Theil. 5. O leite mich im Segen dem großen Biel entgegen, dahin dein Wort mich weift. Mein Leben und mein Ende ift bein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geift! 6. Soll ich denn allhier auf Erden länger noch ein Pilger sein, so wirkt du bei den Beschwerden, Herr, mir bleibe mir, liebster Heiland, ich will die Geduld verleihn. Deine Trene dir mich hinwiederum verschreiben, dir auch ewig treu zu bleiben. Mel. D Gott, du frommer Gott. - 8. 469. 469. in Jahr der Sterblichteit, der kurzen Le benstage, ist abermal dahin mit seiner Lust und Plage, und wiederum ein Theil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurildgelegt durch Gottes Schuß unb Kraft. 254 Zweiter Theil. 2. Herr! deine Güte machts, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank denn iego gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. - 3. Wir schließen uns aufs neu in 6. Gib, daß wir mehr und mehr bein so treues Sorgen, in deine den alten Menschen tödten. Verleih Obhut ein; da sind wir wohl gebor- an Seel und Leib, was jedem ist gen. Da ist das feste Schloß vor vonnöthen; und laß uns, Herr, mit aller Feinde Truß, da läuft dein dem, was deine Weisheit thut, stets Häuflein hin, und findet sichern wohl zufrieden sein; du machst boch Schuß. alles gut. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärt im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben; erneure Herz und Sinn, amd das gegönnte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht! 33) 470. M ein erst Gefühl fei Preis und Dant; erhebe Gott, o Seelel der Herr hört deinen LobMorgenlieder. gefang: lobsing ihm meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen, ohne Macht lag ich, und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer führt mein Blut in stetem Kreis, und schützt mich vor Gefahren? Morgenlieder. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmuth in uns allen. Und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen: so stärke die Geduld und mache deine Treu, o Bater, über uns m jedem Tage neu. 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Lag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben! bu bist es, der es uns erhält, und mirs dett neu gegeben. 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden, sein Ziel haft festgesetzt, den laß auf dich, mit Freu den, im Glauben selig hier beschlie ßen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. 6. Gelobet feift du, Gott der Macht! gelobt sei deine Trene, daß ich nach überstandner Nacht mich diefes Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und Lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele; ſei mir ein Netter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zuvers ficht, erfüllt mit Lieb und Ruhe! ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottfelig, züchtig und gerecht durch deine Guade lebe; 11. Daß ich bem Nächsten beizumich gern an andrer Wohlergehn stehn, nie Fleiß und Arbeit schene, und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutft, beschließe! Morgenlieber. 255 Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 471. 67. Lippen sein; er hat als das reinste Noch läßt der Herr mich Wesen, auserlesen Herzen ohne falNº leben! mit fröhlichem schen Schein. Gemlith eil ich, ihn zu erheben; er 3. Deine Pflicht kannst du erlernen hört mein frühes Lied. Zu ihm ent- von den Sternen, deren Glanz der zückt mich wieder der Morgensonne Sonne weicht; so muß sich vor Gott Pracht, ich falle vor ihm nieder, der mit Schweigen alles beugen, was uns fie und mich gemacht. groß und herrlich deucht. und nur trachten, das zu thun, was 4. 3hn mußt du am höchsten achten, ihm gefällt. Wer ihm irdisches geten gleich will schätzen, ehret nicht den Herrn der Welt. ErZweiter Theil. - 2. Du Herscher aller Welten nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? Willst du nach Opfern schauen? fie gelten nichts vor dir, du forderst nur Bertrauen, nur Liebe, Gott! von mir. 3. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jefu Chrift, laß mich den Troft empfinden, daß du mir gnädig bist. 4. Dir hab ich mich ergeben; ich freue mich in dir, erfreuender als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deinen Tugendpfad. Du Ewigweiser, leite mich felbft nach deinem Rath. 5. Nur eins laß mich erflehen, das chriftlich weise Herz, auf dich stets auf zusehen in Freuden, wie in Schmerz; daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt; 6. Daß ich, dir innig tranend, das Gute standhaft thu, und froh gen Himmel schauend, denk: Herr, mich siehest du! Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und fauter im Gewissen: so finde mich der Tod. Mel. von Nr. 79. 472. eele! du mußt munter werden, denn der Erden blidt hervor ein neuer Tag. Komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb vermag. 2. Doch, daß man auf würdge Weise Gott recht preise, wollen nicht nur 5. Schau, wie das, was Athem ziehet, sich bemühet um der Sonnen holdes Licht; wie sich, was der Erdfreis träget, freudig reget, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 6. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weihrauch. Gottes Macht hat, um dich vor Unglücksstür men zu beschirmen, selber mächtig dich bewacht. 7. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielft; aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 8. Denk, daß er auf deinen Wegen stets zugegen, daß ihm alles ist be wußt; daß er selbst verborgne Sünden kann ergründen, und genau weiß, was du thuft. 9. Wir sind an den Lauf der Stumden feft gebunden, der entführt, was eitel heißt und der deinen Leib, o Grabes reißt. Seele, nach der Höhle eines finstern Scheiden nicht ein Leiden, sondern 10. Drum so seufze, daß mein mit Luft und Wonne seh die Sonne, fanftes Schlafen sei, und daß ich wenn des Todes Nacht vorbei. 11. Trau auf allen deinen Wegen Gottes Segen! wen des Höchsten Huld erquickt, der genießet wahre Freuden selbst im Leiden, und ist hier und dort beglückt. 12. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sorgen, ihn, der gnädig auf dich schaut; er weiß beffer, was dir nützet, und beschüßzet den, der sich ihm anvertraut. Morgenlieder. Mel. von Nr. 16. Mel. Warum betrübst du dich.- 435. 473. Meiner Wunsch, 474. Ihm, der das Licht ent. erster innigstes Be und mich ftreben ist, Herr mein Gott! dich gesund erwachen ließ, sei Preis und würdig zu erheben. Unendlich groß ist froher Dant! des neuen Morgens deine Batertren, mit jedem Tag ift Heiterleit sei meinem Gott zuerst gedeine Güte neu. weiht. 256 Zweiter Theil. 2. Die Sonn enthüllt den Schanplat deiner Werke, und alles zeugt von deiner Huld und Stärke; sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt raftlos hin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd ist dein, und du regierst dies Ganzel vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh ich, wie groß sich beine Vorsicht zeigt, fie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich! du, Höchfter, denkest an mich, den Staub, der du die Himmel lenfest, du forgft für mich! Gott, wie vergelt ich dir? ein dantvoll Herz, das bring ich dir baffir. 5. Nimms gnädig an! gedenk nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Flehn verwarf, verleiht, daß ich dich Vater neunen darf. - 6. So will ich denn mit findlichem Vertrauen auf dich allein, so lang ich lebe, trauen, du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. 8. Mein Heiland, gib mir Kraft zum neuen Leben, gib mir den Muth, dem Beispiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlassen haft; dein Joch ist sanft und leicht ist deine Laft. 2. Sieh, Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier! daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Und jedes Gut, tes ich mich freu, empfang ich jego wieder nen aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. 4. Dich, dem ich nicht vergelten an! ich opfre dir mein Herz! Ein kann, dich, Bater, bet ich findlich Herz voll Dank und Zuversicht verwirst du, Hocherhabner, nicht. erwecke mich durch deinen Geift z 5. O du, den meine Seele preift, meiner Christenpflicht. Er helfe meis ner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 6. Ein gut Gewissen sei mein Theil! das wirk in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ift, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume fleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg auf dich, du, mein Ere barmer, sorgft für mich. 7. Du weißt, wie lang ich hier noch wallen werde. Fällt ohne dich tein Sperling auf die Erde: so nimmst yn, Herr, auch meines Lebens wahr. 475. Dich wieder Mit Namen kennst du mich und zählst mein Haar. Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. freue mich der edlen Pflicht, dem Morgenlicht, und brannt von Dankbegier, o mildester Höchsten lobzufingen. Ich will, ent Erbarmer! dir mit heilgem Muth lobsingen! Schöpfer! Bater! deine Treue rührt aufs Neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. 9. Dein Auge fieht die Schwäche 2. Du warst auch diese Nacht um meiner Seele; verwirf mich nicht, mich. Was wär ich? hättest du nicht vertritt mich, wenn ich fehlel zu dir dich so hülfreich mir erwiesen! zu empor fleht meine Seele stets, und meinem Leben fetest du jetzt einen du bernimmfts, Erhörer des Gebets! neuen Tag hinzu; sei doch dafür Zweiter Theil. gepriesen! durch dich bin ich! und ich merte neue Stärke. Dich erhebe meine Bunge, weil ich lebe. 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in chrift ficher Zufriedenheit zu mützen mich bemühe. Prife, fiehe, wie ichs meine. Dir ist feine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Chrift, o Gott, verleih, daß ich des Namens würdig feil Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaf. Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft ftill zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall ich hier, einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich, Herr! ich werde mich der Erde gern entschwingen, bir dort ewig Lob zu singen. - 116. 476. Mel. Werde munter, mein.- err! es ist von meinem Leben wieder eine Nacht vorbei. Laß mich deine Treu erheben, die auch diesen Morgen neu. Deine Wacht hat diese Nacht mir - Morgenlieder. 257 deinem Angesichte ich ein Kind des Lichtes bin, und den angebrochnen Tag also hinterlegen mag, daß ich in dem Lichte wandle, und in allem weislich handle. 5. Segne mich in allen Werken, die mir mein Beruf gebent; laß nur deinen Geift mich stärken, mindre die Beschwerlichkeit. Was ich denke, red und thu, alles, Herr, regiere da, gib, daß Wollen und Vollbringen dir zu Ehren wohlgelingen. 6. Sollt ich heut in Sünde fallen, richte mich bald wieder auf. Laß in deiner Furcht mich wallen, bei der Welt verkehrtem Lauf. Halte Fleisch und Blut im Baum, gib dem Satan keinen Raum, wenn er mir sein Nege ftellet, daß er meinen Fuß nicht fället. 7. Werd ich auch an diesem Tage nicht ohn alle Plage sein; mache mur, daß ichs ertrage, so find ich mich willig drein. Wenn du mur aus Liebe schlägst, und mein Kreuz zur Hälfte trägst, darf ich keine Trütbfal scheuen; du wirst auch Geduld verleihen. 8. Nun ich leb an diesem Morgen, da ich Abends sterben kann! laß mich für mein Ende forgen, nimm dich meiner Seele an. Reiß mich nicht in Sünden hin, wenn ich reif zum Tode bin. Laß auf Jesu Blutvergießen mich die Wallfahrt selig schließen. nun kommt mir schon dein Segen mit 477. der Morgenröth entgegen. 2. Dwie theur ist deine Gütte, die mich überschattet hat, daß zu meinem Bett und Hütte teine Plage sich ge naht. Nunmehr steh ich fröhlich auf, und mein Herze denkt darauf, dir für dieses neue Leben den verbundnen Dank zu geben. 3. Wenn ich dir mich selber schente, wird es doch zu wenig sein, und so ich es recht bedenke, bin ich ja vorhin schon dein. Seel und Leib gehöret dir. Doch nimm gnädig an von mir, was ich selbst, als eine Gabe, von dir, Herr, empfangen habe. 4. 3ft mein Auge nunmehr lichte, fo erleuchte meinen Sinn, daß vor Mel. von Nr. 463. hr trüben Sorgen hab ich erreicht, die Sonne schau ich wieder! erwachet frohe Lieder! ein Opfer Gott zu bringen, müß ench anjetzt gelingen. 2. Was nur mein Auge fieht, ift um die Wett bemüht, dich, Höchster! laut zu preisen; dir Ehre zu erweis sen, sei dann auch mein Bestreben in meinem ganzen Leben. 3. Du, Herr, haft mich bewacht, und an dies Licht gebracht. Zum Preise deiner Gnaden, bin ich so manchem Schaden, so mancher Noth entfommen, von dir in Schutz genommen. 4. Du lenkst von Jugend auf so gültig meinen Lauf; läffft mich fo manche Gaben aus deiner Fülle haben; 17 Zweiter Theil. Morgenlieder. 258 gönnst mir so manchen Segen, und wacht auf meinen Wegen. 5. Ich selbst bin gänzlich dein, und werd es ewig sein. Was mich erquict und nähret, das hast du mir gewähret; du haft mir Leib und Leben und biefe Seel gegeben. 6. So nimm denn wieder hin, Herr, was ich hab und bin. Zu deinem Wohlgefallen laß mich stets vor dir wallen, bemühet, deinen Willen aufrichtig zu erfüllen. 7. Dies ist mein Wunsch. Jedoch wenn ich zuweilen noch nicht thue, was ich sollte, nicht lebe, wie ich wollte: fo trage mit mir Armen ein gnädiges Erbarmen. 8. Laß deines Geistes Licht, was mir annoch gebricht, durch seine Kraft vollführen, und meinen Gang regieren. Was du haft angefangen, das laß zum Ziel gelangen. 9. Da ich selbst nichts vermag, so wollst du diesen Tag nach deinem Rath mich leiten; ich schau zu allen Zeiten, vom Anfang bis zum Ende, auf deine Baterhände. 1 Throne! dem Vater und dem Sohne, dem Geift des Herrn sei Ehre! Dreieinigs Wesen, höre! 5. Hör meinen Dank, mein Flehen! da kannst ins Herze sehen; ach möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 478. ach auf, mein Herz, und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, Lallen! 6. Dein Wert wollst du vollenden, dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen. 7. Du selber wollft mir rathen in allen meinen Thaten, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich be reiten! 8. Begleite mich mit Segen auf allen meinen Wegen. Dein Wort ſei meine Speise auf meiner Pilgerreise. Mel. Gott des Himmels und der. 32. 479. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geift! der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 2. Gott! ich danke dir von Herzen, 10. Wie schnell verfliegt die Zeit! daß dn mich in dieser Nacht vor Ge Herr, mache mich bereit, zu deines fahr, Angst, Noth und Schmerzen Himmels Freuden, aus dieser Welt tren behütet und bewacht, und bei zu scheiden; verklärt werd ich dort aller meiner Schuld mich noch trägst oben dich erst recht würdig loben. mit Baterhuld. des Menschen treuem Hüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Armen! schlaf, sprachst du, ohne Grauen, die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dant, zum - 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; laß mich Gnade vor dir finden, glaubensvoll auf Jesum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen; daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint, und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; unter deinem Schuß allein kann ich froh und sicher sein. 6. Dir, o großer Gott, befehle ich, was ich nur hab und bin, meinen leib und meine Seele, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil mein Schild und Ruhm! segne mich, dein Eigenthum. Zweiter Theil. 7. Du wollst deinen Engel senden, wenn Gewalt und List mir droht; alles mir zum Besten wenden, und mich stärken in den Tod. Sterb ich, o fo bringe du mich zu deines Himmels Ruh. 34) Abendlieder. Mel. Nun fich der Tag geendet hat. 255. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß. alle Güte sei gepreift, 480. So fiche fre 481. Gott Bater, Sohn und fliehen unsre heilger Geist! ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgefang, den ich dir kindlich finge. Tage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Milden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr! du nur bleibest, wie du bist, du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht. Und wobor follte mir denn graun? mich schützet beine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnade nur noch Theil, Herr Zebaoth: so fürcht ich keine Kreatur, und scheue nicht den Tod. Abendlieder. 259 8. Höre, Gott, was ich begehre, und was mir dein Wort verheißt. Dir sei Lob und Preis und Ehre, Vater, Sohn und heilger Geist! ich, der hier nur stammeln kann, bete dich einst würdger an. 6. Ich eil im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Du wacheft über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sei mein Gedank! o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! 8. Vielleicht ist dies die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja dein bin ich auch todt! du, mein Erretter, bist bei mir, und hilfft aus aller Noth. - 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; haft väterlich mein Haus und mich beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist bein Geschent; der Geift, mit dem ich dein gedent, ein ruhiges Gemüthe, was ich vermag, bis diesen Tag, ist alles deine Güte. Mel. von Nr. 49. 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, 482. Gepriesen, Gott! fel mit mein Versöhner, deine Huld, wie trostvoll ist mir die. Erbarmen, du Gott der Langmuth und Geduld! du trägst uns stets auf Vaterarmen, mit unaussprechlich großer Huld. Kraft, Gedeihn und Leben hast du uns gege ben. Herr, wir sinds nicht werth! aber dein Gemüthe ist so reich an Güte, die ohn Ende währt. 2. Verzeih uns, Richter unsrer Seelen, die heut verletzte Chriftenpflicht; wir merken nicht, wie oft wir fehlen, verzeih und geh nicht ins Gericht. Heil der Menschenkinder! wir sind Staub und Sünder, ach, gedenke dran! wer wird uns erretten, wenn wir dich nicht hätten? nimm dich unser an. 3. Du sendest mit der Nacht uns Müden den stärkend süßzen Schlummer 17* 4. Sei auch, nach deiner Lieb und Macht, mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Bebaoth, so laß mich Gnade finden! 260 Zweiter Theil. zu. Wir fegen dann und ruhn im Frieben, denn unser Schutz, o Herr, bist du. Hilf Erbarmer! denen, die nach Ruh sich sehnen, die mit Angst und Müth ihre Nacht verbringen, und mit Schmerzen ringen. Stärke, tröfte fiel 4. Wer kann uns deiner Hand entreißen? wir sind, auch wenn wir fterben, dein. Du selber haft es uns verheißen, du wolleft allzeit bei uns sein. Hilf uns hier auf Erden, daß wir würdig werden, einst vor dir zu ftehn; daß wir als die Deinen, wenn du wirft erscheinen, dir entgegen gehn. Mel. von Nr. 16. 483. Der Tag ist hin, du aber, Jefu, bleibe, daß mir dein Licht der Sünden Nacht vertreibe! erleuchte mich, Glanz der Gerechtigkeit; so ist mir wohl auch in der Dunkelheit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr, daß alles gut gelungen! du machst es wohl, ob ichs gleich nicht versteh; du bift gerecht, es geh auch, wie es geh! 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet, Beständigkeit im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, o Herzenskündiger! ich strauchle noch, 4. Vergib mirs, Herr! sagt mir gleich mein Gewiffen, daß Teufel, Sünd und Welt mich hingeriffen: so ist mirs leid, ich stell mich wieder ein. Verwirf mich nicht; sei mein, so bin ich dein! Abendlieder. 2. Des Lebens Müh und Elend zu versüßen, gibt uns der Herr viel Freuden zu genießen; und welche Güter schenkt er unsern Seelen! wer fann sie zählen? - Mel. Werde munter, mein. 116. 485. Merde munter, mein We Gemüthe! fithle fromme Dankbegier, und erhebe Gottes Güte, die er hent gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor se mancher Noth und Plag treu behütet, und in Gnaden abgewendet allen Schaden. 5. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach, laß die Seel 2. Lob und Dank sei dir gefungen, Vater der Barmherzigkeit! daß mein im Schlaf auch Gutes schaffen! Werk durch dich gelungen, daß du Lebensfonn, erquicke meinen Sinn! mich vor allem Leid und vor Sünden ich laß dich nicht, mein Fels! der gröbrer Art so gar väterlich bewahrt, Tag ist hin. die Versuchung abgetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. Mel. von Nr. 55. 484. f Fontflohen sind auch die an dem wir noch des Lebens Glück empfunden; mit frshem Dant laßt uns den Herrn erheben, dush den wir leben. 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden; er handelt nicht mit uns nach unsern Sütnden. Wir häufen Schuld auf Schuld, er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! pritf unser Herz! es flehet dir voll Rene. Ach, laß es uns von dir im Glauben stillen, un Chrifti willen. 5. Uns wohlthun ist dein göttliches Vergnügen! Dein Aufsehn schützt uns, wenn wir hilflos liegen, und wir entfeelt, umhüllt von Finsterniffen, von uns nichts wissen. 6. War dies für uns der letzte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden: dann wedst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ewgen Leben. 7. So legen wir getroft zur Ruh uns nieder. Sehn wir erfreut die Morgens sonne wieder, dann preisen wir mit heiterem Gemüthe des Höchsten Gütte. - 3. Wer vermag es aufzuzählen, was du, Herr, an mir gethan? Rechnung Tages Stunden, Kräfte fang nur zu zählen an; deiner Wohlthat ist zu viel, ihr ist weder Maaß noch Ziel. Wär ich nur bei deinem Lie ben dir in allem treu geblieben! Zweiter Theil. 4. Ach! verzeihe mir aus Gnaden meine Siind und Missethat, die ich heut auf mich geladen! nimm mir, Herr, nicht deine Gnad, treibe ferner Satans Tüd, Gott, durch deine Kraft zurtid; laß es ihm ja nicht gelingen, mich in Sünd und Leid zu bringen. 5. Sich, ich fall in Demuth nieder; schau, o Gott, von deinem Thron! schan, voll Reue komm ich wieder, ich vorhin verlorner Sohn! ich verläugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünden, welche sich an mir noch finden. 6. D du licht der frommen Seelen! o du Glanz der Ewigkeit! dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleib bei mir, Herr Jefu Chrift, da es Abend worden ist! tröfte mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh; alles Uebel laß verschwinden; fende mir nur Gutes zu. Leib und Seele, Sinn und Muth, meine Wohnung, Hab und Gut, meine Freund und Hausgenossen sein in beinen Schutz geschlossen. 8. Ach! bewahr uns doch vor Schreden! schütz uns doch vor Ueberfall! laß uns feine Krankheit wecken! treibe weg des Krieges Schall! wend ab Feu'r und Wassersnoth, Best und böfen schnellen Tod! keinen laß in Sinben sterben, noch an Leib und Seel verderben! 9. D, du großer Gott erhöre, was bein Kind gebeten hat! Jefu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz unb Rath. O du werther heilger Geift, stärk mich, der du Beistand heiffft. Herr! erhöre dies mein FleHen. Amen! Ja! es soll geschehen. Mel. Werde munter, mein.- 116. 486. Auf, o Seele, werde munter! Lob ift immer deine Pflicht; denn die Sonne geht zwar unter, aber Gottes Güte nicht. Heut auch hat sie mich genähret, heut auch Freud und Troft gewähret, vor Gefahren mich geschützet, meine Schwachheit unterstütget. Abendlieder. 261 2. Stets gefürchtet, hochgepriesen sei, mein treuer Gott, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, dankt mein ganzes Leben dir. Du hast, war ichs schon nicht werth, dennoch mein Gebet erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir in Jesu gläubig brachte. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh. Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wenn ich schlafe, wacheft du. Seel und Leib befehl ich dir. Walt allmächtig fiber mir. Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen. fen, Räuber nicht, nicht Feuersgluth 4. Ach, laß uns kein banges Schrelplötzlich aus dem Schlafe wecken. Halt uns fest in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht! oder willst du, daß wir sterben, Gott, so seis nicht zum Verderben. 5. Höre, Bater, ach erhöre, was jetzt mein Gebet begehrt. D, Sohn Gottes, dir zur Ehre werd es mir in dir gewährt. Heilger Geift, laß mit Vertraun auf des Mittlers But mich baun. Hör, Dreieiniger! mein Flehen. Amen! Ja! es wird geschehen. Mel. O Welt ich muß dich laffen. 487. und in Wäldern ein Theil der mülden Feldern, in Städten Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, ihr sollt noch beginnen, was euerm Schöpfer wohlgefällt. vermissen unsre Gränzen, uns deat bie 2. Der Sonne Licht und Glänzen dunkle Nacht. Fahr hin, du irdsche Sonne, wenn Jesus, meine Wonne, mein Herz nur hell und heiter macht. Somet 3. Was jetzt der Leib noch träget, das Kleid, wird abgeleget. Auch melue Sterblichkeit zieh ich einst aus; dagegen wird Chriftus um mich legen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 4. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich! du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 262 Zweiter Theil. Abendlieder. 5. Nun geht, ihr matten Glieder,| und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, geht hin und legt euch nieder, da ihr als ein Geschöpf von Gott, der Tugend die Ruh begehrt. Einst wird nach allen mich zu weihn, und züchtig und gerecht, Sorgen euch, bis auf jenen Morgen, und Gottes Freund zu sein? im Grab die stille Ruh gewährt. 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen? mir und der Welt genützt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 6. Die Augen stehn verdroffen! wer wacht, wenn sie geschlossen? wer sorgt für Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden; sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Ifrael. 7. Dein Flügel mich bedecke, daß Teine Noth mich wecke, kein Unfall, teine Pein. Mein Jesu, meine Freude! laß du vor allem Leide mein stilles Lager ficher sein! 8. Auch euch, ihr meine Lieben, erschüttre fein Betrüben, fein Unfall, noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen. Gott wolle für euch sorgen! euch schütze seiner Engel Schaar! 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? verehrt ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? Mel. Ach Herr, mich armen S.. 67. ie lang noch 488. W ſäumen! Gott, stärte Umgangs fage tanben? fubit ich 6. wie genoß mein Herz des meinen Geift, daß er sich auch im Träumen aus Satans Netze reißt; hilf für mein Bestes sorgen, verändre meinen Sinn, daß ich mit jedem Morgen im Guten fefter bin. 2. Das Licht seh ich verschwinden, die trübe Nacht bricht ein. Ach, Herr, laß meine Sünden auch mit verschwunben fein; streich sie aus deinem Buche! hilf mir aus aller Noth! errette mich vom Fluche, den dein Geseß mir droht. 3. Wenn heut, Herr meiner Jahre, mein letzter Abend ist: gib, daß ich dahin fahre, wo du, mein Vater, bist. Doch soll ich länger leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst sterben muß. - Prüfung am Abend. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. er und diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Berstrich er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachge Prebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und, wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott! der du alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner 489. Bergib durch Blut mir die verletzte Pflicht; vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht. 10. Ja, du verzeiheft dem, den feine Sünden fränken; du liebst Barmherzigfeit, und wirft auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter 2. Wars in der Furcht des Herrn, über mir! leb ich, so leb ich dir, baß ich ihn angefangen? Mit Dant sterb ich, so sterb ich birt - der Freundschaft Glück? sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab ich nichts gered't, das ich bereuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, fie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war dies mir angenehm? 35) Von dem öffentlichen Gottesdienste. Nach dem 84. Pfalm. Mel. von Nr. 42. 490. Mie Die lieblich ist doch, Herr, die Stätte, da deines Namens Ehre wohnt! gib, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes fich erfreun, und dir des Herzens Andacht weihn. 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu verehren, Ernst beweist! du hörst sein Lob und seine Bitte, und stärkst mit neuer Kraft den Geift, daß er auf deiner Wahrheit Bahn rechtschaffen vor dir wandeln kann. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn mans nur recht zu Herzen nimmt; es gibt uns Troft auf Tribfalswegen, die du zu unserm Heil bestimmt; es gibt im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. Gott, laß auch mir dein Antlitz fcheinen! dein Sabbath bring auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heilger Stätte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer sein. 5. Ja, du bist Sonn und Schild den Frommen; du, Herr, gibst ihnen Gnad und Ehr; und wer nur erft zu dir gekommen, dem fehlt das wahre Mel. von Nr. 55. ies ist der Tag, zum 491. Die Segen eingeweihet. Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich frenet. D, laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 2. Dich rühmt der Lobgefang der Himmelsheere! auch unser Tempelschall von deiner Ehre! auch unser Dank und unsers Geiftes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie freu ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Durstenden des Lebens Bäche fließen, und wo dein Heil von der Erlöften Zungen froh wird be fungen! 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden; mein Geift soll sich auf Gottes Auen weiden. Sein heilges Wort, das seine Boten lehren, das will ich hören. 5. Mit Andacht will ich, Höchfter, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die findlich zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, wirst du zerstreuen. 6. O, laß auch heute deinen Geift mich lehren, vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele zum Troft dich wähle. Glück nicht mehr. Was du verheißest, 492. hältst du dem, auf dich verläßt. 263 7. Dein Tag fei mir ein Denkmal deiner Güte; er bring mir Heil und lenke mein Gemüthe auf jenen Troft, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich bet ich an, du Todesüberwinder! der du an diesem Tag, zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlaffen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbath müff er mir stets heilig werden! Lob fet, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen! Mel. von Nr. 436. Gott! du bist mein Preis und Ruhm. Mein Herz sei ganz dein Eigenthum! laß mir den Sabbath heilig sein, und gern ihn deinem Dienste weihn. 2. Gib, daß ich mein Gemüith bewahr, wenn ich mit deiner ChristenSchaar zu deines Hauses Stätte geh, daß ich mit Ehrfurcht vor dir steh. 3. Erinnre selber meinen Geift, daß du mir gegenwärtig seift, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nutzen hör. 4. Drück alles tief ins Herz hinein, und laß mich nicht blos Hörer fein. Steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter sei. 264 Zweiter Theil. Von dem öffentlichen Gottesdienste. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu| daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, meinem Segen feiern mag. Bewahr Lieb und Hoffnung reichlich mehr. mich vor dem Geist der Welt, die deinen Tag verächtlich hält. 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sabbath zu erhöhn. Herr, meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht! 12. Erleuchte uns, du wahres Licht! entzeuch uns deine Gnade nicht; fei unser Erost in aller Noth; stärt uns im Leben und im Tod. Der 50. Pfalm. Mel. von Nr. 234. Mel. Vom Himmel hoch, da.. 109. - 493. Dies, Christen, ist der 494. Der Herr des Himmels Tag des Herrn, Ge schäft und Mith sei von uns fern! tommt vor des Höchsten Angesicht, und freuet euch in seinem Licht. und der Erde will, daß die Welt gerichtet werde; mit strahlenvollem Angesicht kommt unser Gott und schweiget nicht. Er ruft, daß Erd und Himmel hören: mich soll der Mensch nicht stets entehren; er ruft, daß alles tief erbebt, wenn seixe Rache sich erhebt. 2. Gott wird nach diesen Prüfungstagen, wie wir gehandelt, ernstlich fragen. Erzittre, fündliches Geschlecht, denn Gott, dein Richter, ist gerecht. Die Allmacht fann das Recht nicht beugen, des, des find alle Himmel Zeugen; ihr Zorn ist recht, gerecht ihr Lohn. Gott ist gerecht auf seinem Thron. 3. Ich bin dein Gott, so wird er sprechen, und meinen Bund laß ich nicht brechen, und mein Gesetz nicht frech entweihn! ich, ich will felber Richter sein; ich fordre, Mensch, nicht nur Besuche geweihter Tempel; ich verfluche des Frevlers Opfer und Gebet. Ein Herz will ich, das mich erhöht. 2. Kommt, betet euern Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan! ihn preisen ist der Christen Amt, drum preift und lobt ihn allesammt. 3. Rühmt seine Weisheit, Kraft und Rath, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und alles, was sie in sich hält. 4. Und als er ihren Bau vollbracht, hat er den Menschen auch gemacht, den er nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. 5. Erkennt, um euch voll Dank zu freun, wie er durch seine Güt allein uns täglich schützet und ernährt, und manches Unglück von uns fehrt. 6. Dankt auch, daß heute Jesus Christ von Todten auferstanden ist, und durch die Größe seiner Macht das Leben an das Licht gebracht. 7. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, und auch in Trübsal und Gefahr uns treu bewahrt, so manches Jahr: 4. Jch, ohne den kein Himmel wäre, ich, ich bedarf nicht Menschenehre zum Pfeiler meiner Herrlichkeit. Doch will ich, was mein Mund gebeut, weil Heil und Segen davon fließen, von meiner Welt gehalten wissen; ich bin der Vater meiner Welt. O thut, was euerm Gott gefällt! 8. Hilf, daß wir voller Dankbegier erkennen, was du für und für durch deine Weisheit, Gült und Macht, gethan, geordnet und vollbracht. 9. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat würdig sein, und mach uns von den Sünden rein. 5. Bringt, eures Heils nicht zu verfehlen, bringt mir zum Opfer eure Seelen und reine Herzen, voll von Dank, vor mich in euerm Lobgesang. Bu mir nur fleht in euern Nöthen, und nicht vergeblich sollt ihr beten; vergeßt nur euern Retter nicht; mich preisen, das ist eure Pflicht. 10. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Trost erfreun, einst ewig, Herr, bei dir zu sein. 6. Vernehmt mit Ehrfurcht, Men11. heilger Geist! laß uns dein schenkinder, was Gott Jehovah zu Wort so hören heut und immerfort, dem Sünder, der fühn den Bund der Zweiter Theil. Von der Selbstliebe. 265 Gnade bricht, mit Majestät und Eifer| erzeige, so meinst du, ich sei gleich fpricht: wie wagst du's, andern einzu- wie du, und sähe dir mit Beifall zu. schärfen, was deine Liste doch verwerfen? Allein, ich will mich an dir rächen, was rühmst du mich und meinen Bund? im Wetter will ich mit dir sprechen. was predigt ihn dein falscher Mund? Ich donnre dir ins Angesicht, und fürchterlich ist mein Gericht. 7. Du fspieleft nur mit Treu und Glauben, und schämeft dich nicht, das zu rauben, was ich, Gott, deinem Bruder gab. Von meinem Thron schau ich herab auf dich, den Schänder feuscher Ehen; du meinst, ich werde dich nicht sehen; doch mein nie müdes Auge wacht: Licht ist vor mir die Mitternacht. 10. Hört, immer freche Sünder, höret, was euch der Mund der Wahr heit lehret: denkt, Sünder, denkt an mein Gericht, und spottet meiner Warnung nicht. Sonst komm ich, euch hinwegzureißen, euch, Born gefäße, zu zerschmeißen, so daß euch niemand retten fann. Dnehmet meine Warnung an! 11. So sinkt denn hin zu meinen Füßen, in frohem Danke zu zerfließen; füß, tiefgebeugter Sünder, ist der Dank mir, der vom Herzen fließt. Komm, komm zu meinen offnen Armen, und dann ermüde mein Erbarmen mit neuen Missethaten nicht: dann schau mein freundlich Angesicht. - 8. Du magst es, die zu untertreten, die einen Gott mit dir anbeten; von deinen falschen Lippen fließt, was deinem Nächsten bitter ist. Berläum dung, Spott und freche Lügen gießt deine Zunge mit Vergnüigen auf deinen frömmern Bruder aus, den Sohn in deines Vaters Haus. 9. Das thust du, Sünder, und ich schweige; und weil ich Langmuth dir 36) Von der Selbstliebe. 5. Nie blende mein Gemüth der ein Will ifts, großer Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit Mel. O Gott, du frommer Gott 8. 495. felber lieben. Olaß mich diese Pflicht immer. Was hilft uns kurze Luft? nach deiner Vorschrift üben, und Was hilft uns eitle Pracht? Nicht schränke selbst den Trieb, froh und ein vergänglich Gut ist's, was uns beglückt zu sein, den du mir einge- glücklich macht. pflanzt, in heilge Grenzen ein. 2. Gib, daß mein ganzes Herz fich deiner Liebe weihe, und daß in allem ich dein Auge findlich scheue. Wer als ein Chrift fich liebt, der flieht auch als ein Chrift, was wider deine Furcht und Menschenliebe ist. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverlegt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Laft versüßen; das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 3. Kein schnöder Eigenmutsz behersche meine Seele! und wenn zu meinem Glad ich Weg und Mittel wähle: so laß mic) stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf andrer Elend baun. 7. O felig! wer danach mit heilgem Eifer trachtet, und für sein größtes Glitd, Gott, deine Gnade achtet. Der liebt allein fich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Rub und einst vollkommne Seligkeit. 8. Das sei mein Zweck, mein Fleiß. 4. Dein Fluch trifft jedes Glüld, O fegne mein Bemühen! so wird das dabei die Tugend leibet, babei der, der wahre Wohl nicht meinem Wunsch es fucht, Gott, deine Wege meidet. entfliehen. Bewahre mich dabei, Wer Unrecht liebt und thut, erbt bei- Herr, vor dem Lauf der Welt. Gib, nen Himmel nicht. Nie treffe mich, daß ich mich so lieb, als dir es o Gott, dies schreckliche Gericht. wohlgefällt. 266 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Mel. von Nr. 265. er bin 496. Which? welche 497. Herr! lehre mich, wenn wichtge Frage! Gott, lehre fie mich recht verstehn. Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer fch nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. ich der Tugend diene, daß nicht mein Herz des Stolzes fich erfühne, nicht auf sie sicher und vermeffen sei. Herr, lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der Mensch bei seinen besten Werken? Wann find sie gänzlich von Gebrechen frei? 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, du schufft mich, Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich foll, zu deinem Ruhm? 2. Wie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille! wie selten, wenn ich dein Gebot erfülle, erfüll ichs ganz und treulich, wie ich soll. Sind Lieb und Furcht stets die Bewegungsgründe der guten That, der unterlaßnen Sünde? und ist mein Herz des Danks und Eifers voll? 8. Ich bin ein Christ nach dem Befenntniß. Doch bin ichs, Herr, auch in der That? o öffne du mir mein Verständniß, recht einzusehn, ob ich den 3. Gedenke nicht der Sünden meiner Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh, Jugend; gedenke nicht der unvollund ob ich auch im Glauben fteh. kommnen Tugend der reifern Jahre 4. Du kenneft unsers Herzen Tiefen, meiner Lebenszeit. Wenn ich noch die uns selbst unergründlich sind. Drum oft aus Stolz nach Tugend strebe, laß mich oft und ernstlich prüfen, wie aus Menschenfurcht mich Lastern nicht ich, mein Gott, vor dir gesinnt. Be- ergebe: was ist vor dir, Herr, meine freie mich vom falschen Wahn, der Frömmigkeit? auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wer alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt: wie will der für sein Bestes forgen? was ist, das den zur Befrung treibt? sich selbst recht kennen ist Berstand; drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab ich der Wahrheit Weg erwählet, so gib, daß ich ihn nicht verlier. Ach leite mich mit deinem Licht, so täuschen mich Berführer nicht. 4. Wenn ich den Geiz, aus Furcht der Schande, fliehe; aus Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, und mäßig bin, nur um gesund zu sein; wenn ich die Rach aus Eigennutze haffe; der Ehrsucht Pfad aus Trägheit mur verlaffe; was ist an aller dieser Tugend mein? 5. Und, Gott, wie oft sind unfre besten Triebe nicht Frömmigkeit, nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte meistens der Natur und Zeit! wann füthlen wir der Tugend ganze Wiirde? Wann ist dein Joch uns eine leichte Bürde, und dein Gebot Wunsch und Zufriedenheit? 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der ins Verderben sich verliert. Gib mir zur Beßrung Luft und Kraft. Du bists, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. Dlaß michs nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Berr! mache mich schon hier recht flug, 7. Wer gab mir Muth, Herr, und frei vom schnöden Selbstbetrug. dein Gebot zu lieben? wer gab mis 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn auch zu deiner Ehre mein Herze rein, rein meine Tugend wäre: wer hätte Recht zu diesem Eigenthum? wer ließ mich früh zur Tugend unterrichten? mein Glück mich sehn in meines Lebens Pflichten; wer lehrte mich: Gehorsam sei mein Ruhm? Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 267 Rraft, es freudig auszuüben? wer gab| und mein Leben ward mir von dir mir in Versuchung Schild und Sieg? gegeben, und ohne dich vermag ich Weß ist die Quell, die mich mit Weis- nichts. heit tränkte? und weß der Freund, der mich zum Guten lenkte, und mir die Fehler liebreich nicht verschwieg? 8. Du triebst mich an, daß ich das Gute wählte, und riefft mich oft, wenn ich des Wegs verfehlte, durch deines Geiftes fräftgen Ruf zurück; zogst mich durch Kreuz, durch Wohlthat auch von Sünden; ließ'st, wenn ich rief, mich wieder Gnade finden; gabft mir zur Beßrung deinen Se gensblick. 9. Was ist der Mensch, daß du, Gott, fein gedenkest, Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenteft, und so zum ewgen Leben selbst ein Recht? Und wenn ich nun durch deines Geistes Gabe des Glaubens Kraft und alle Werke habe: Wer bin ich vor dir? ein unnützer Knecht. Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. 498. W as ich nur Gutes habe, ist deine milde Gabe, Mel. Kommt her zu mir, spricht. 238. 499. Her! err! meiner Seele groBen Werth, den mir dein theures Wort erklärt, laß mich mit Ernst bedenken, und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet als ich soll, den größten Eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! welch Glüd hast du ihr zugedacht! wie viel an sie gewendet! du schufft fie, Gott, dein Bild zu sein, und haft, vom Fluch sie zu befrein, selbst beinen Sohn gesendet. 3. 3u groß für diese furze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt fie im Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit, zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zum nützlichen Geschäfte, hab ich aus deiner Huld. Dein ists, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohlgerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. - 3. Das Glüc, deß ich mich freue, wer schafft mirs? deine Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage nur so, wie dir es wohlgefällt. du Bater alles Lichts. Mein Dasein gib Demuth und Verstand. 4. Mit großer Treue willst du fie felbft durch des Lebens turze Müh zu 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wte derfährt? Was hat dich, Herr, bes wogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals deffen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd es ewig sein. D, laß michs nie vergeffen; fo werd ich nicht vermessen der Eigenliebe Weihrauch streun. 38) Von der Sorge für die Seele. 6. Das nittlich anzuwenden, was du mit Vaterhänden mir gültig zuge wandt, dein treuer Knecht zu werden: das sei mein Fleiß auf Erden; dazu diesem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das delite Baterhuld ihr zugedacht, verlieren. 5. Mit dir, o Gott, vereint zur sein, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Trost zu wählen, das sei mein Fleiß und höchster Zweck! laß mich dazu den rechten Weg aus Leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden haffet; das seine Schuld vor dir berent, und das zu deiner Gütigkeit durch Chriftum Hoffnung faffet. 7. Gib, daß ich dir mich ganz ergeb; und was ich hier im Fleisch noch leb laß mich im Glauben leben an dich, Sohn Gottes, der du mich so hoch geliebet haft, und dich für mich dahin. gegeben. 268 3weiter Theil. 8. In meiner ganzen Pilgrimschaft ( aß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Leiden dieser Welt wie nichts dagegen achten. - Von der Sorge für die Seele. 9. Wie felig werd ich dann nicht feia! schon hier wird dann mein Herz freun, in dir, Gott, ruhig leben; Mel. Freu dich sehr, o meine S. 29. du wirst nach vollbrachter Zeit 501. Lehre mich, Herr! recht was wahrhafte Weisheit sei. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnaden bei. Denn die Klugheit, so die Welt ohne Grund für Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. auch in deinem Reich erheben. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 500. Nach meiner Seelen Se ligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt ich die kurze Gnabenzeit in Sicherheit verbringen? note wird ich einst vor dir bestehn! wer in bein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr fiindgen kann, Gott um Erbarmung flehen: das ist Der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Bort bezeichnet. 8. Du rufft uns hier zur Heiligung; drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb; nichts sei so groß, nichts nir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewönn ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darliber meiden: was hülfe mirs? kann auch die Welt mit allem, was sie in fich hält, mir deine Gnad ersetzen? 5. Was führt mich zur Zufrieden heit schon hier in diesem Leben? was tann mir Troft und Freudigkeit in Roth und Tode geben? nicht Menfchengunft, nicht irdisch Glüd; nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden! 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßest, und mich zur Treu in dieser Pflicht, mit Kräften unterstützest? D stärke mich, mein Gott, dazu, so find ich hier schon wahre Ruh, und dort das ewge Leben. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und mas mir daran hinderlich mit edlem Tath verachten. Daß ich auf deinen Begen geh, und im Gericht dereinst besteh, sel meine größte Sorge! - 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun; denn, die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit fich bekannt zu sein; fich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendüinkel scheun; gern auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und sich deß doch nie erheben. 4. Weisheit ist es, Chriftum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer fich) bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Reu das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuben, bie der Siindendienst gewährt; nicht die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld für das wahre Wohlfein achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Zweck ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn; gerne Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn, und wenn Leiben uns befchweren, hoffend mit Geduld sie ehren. Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 269 7. Weisheit ist es, fiets bedenken, 8. Einst läß'st du im Gewissen mic daß wir hier nur Pilgrimm' find; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe findt; seine Augen unverwandt nach dem ewgen Vaterland richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zn leben. 182 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchfter, unfer bestes Theil! Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott, verleihe fie auch mir! laß sie mich Weg des Friedens leiten. diesen Troft genießen, wenn alles von mir weicht; wenn ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet: se wird mir selbst das Sterben leicht. 9. D, laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts Verdammlichs an mir fel. 30. zu allen Zeiten auf den 503. bares Gut ist, Hert, Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. ein ein rein Gewissen; wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert B Vom Gewissen. Mel. D Welt, ich muß dich laffen. 48. nicht, ihn schreckt kein Tod und kein 502. in ruhiges Gewissen laß, Gericht; denn mit dir hat er Friede. Herr, mich stets genieBen. Denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wenn andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Sich deines Beifalls, Gok, bewußt, im Blick auf deine Gnade, dann wohnet Fried in seiner Bruß, und wer ist, der ihm schade? auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Borsicht. 2. Wenn meine Sünde schweiget, und mir dein Geift bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket: wie unschätzbar ist mein Gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben, und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen: wie groß würd meine Thorheit sein! 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geißel böser Zungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hültet sich vor Uebelthat, und denkt: der Lügen wird wohl Rath; Gott wird die Unschuld retten. 4. Sein eigen Herz bekämpfen, und feine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch, wenn wir uns bestegen, welch feliges Vergnügen gewährt uns die Vollbringung nicht! 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der fünftgen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht felbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhigs Herz. Das schaffet inure Freuden felbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverletzt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sá befliffen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu sein, dein heilig Recht nicht zu ent weihn, das fei mein größter Eifer. 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Bater, deine Huld, voll Reu und Glauben 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, dies größte Gut. 7. Bu bir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlösten, sich deiner Huld zu trösten: welch Gind, mein Gott, kann größer sein? suchen. 270 Zweiter Theil. 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stärke meine Seele, daß fie vor Sünden hüte sich und nie aus Borsatz fehle. Denn, wer nur reines Herzens ist, hat immer auch durch Jesum Christ, zum Trost dich, Allerhöchster! - Von der Sorge für die Seele. Von der Wachsamkeit. Mel. von Nr. 72. 504. Nicht, daß ichs schon ergriffen hätte; die befte Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 6. Du denfft, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der ille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so reget sich die Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferft Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit, und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfft sie; doch du wechselft mur! dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was andern strenge Tugend scheint. Mel. Wer nur den lieben Gott,- 7. Der Trieb bes Neids, der Schmäh- 505. amit ich meine Seele Da fucht Triebe, erwecken dir so manchen Feind. Dn wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, mur den Schein. rette, so gib, Herr, daß ich bet und wach! wenn ich dich nicht zum Beistand hätte, wär ich zum Guten viel zu schwach. Und Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht bir befreit; jetzt sollst du eine Schmach 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit. Doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; fliehts Unmuth auch und Mißiggang? 11. Du bist gerecht: denn auch bes scheiden? liebst Mäßigkeit: denn auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden: vergibst du Feinden auch die Schuld? von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen! wach und streite; denk nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach überall. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das stranchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch fteht. Auch die bekämpfte böse Luft ftirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Wenn mich gleich nicht die Dinge rühren, durch die der andern Tugend Zweiter Theil. fällt: wird darum nichts mein Herz verführen? Ach, jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. S Von der Sorge für die Seele. 271 6. Du mußt mit der Wachsamkeit das Gebet verbinden. Was uns Stärk und Kraft verleiht, ist bei Gott zu finden. Geist und Wort hilft dir fort, daß du wacker bleibest, und sein Werk recht treibeft. 7. Du wirst nie vergeblich schrei'n: Gott wird Heil und Leben, Gott wird Segen und Gedeihn, wenn du bitteft, geben; wenn du schreist, wird sein Geist auf dein Flehn bald merken, und in Noth dich stärken. 4. Oft schläft der Trieb in meinem Herzen. Von Rachsucht schein ich mir befreit; jetzt soll ich eine Schmach verschmerzen; und ach! mein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 6. Drum gib, Herr, daß ich wach und streite; nie denke, daß ich gnug gethan. Mein Herz hat seine schwache Seite; die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht mir den Mel. Straf mich nicht in deinem. 302. 506. Mache dich, mein Geist, bereit; Wachen, Flehn und Beten stärket uns zu jeder Zeit, hilft in allen Nöthen. Satans Lift kann der Christ durch Gebet und Wachen leicht zu Schanden machen. 2. Auf denn! und beharre nicht in dem Sündenschlafe. Christus ist nun felbft dein Licht. Eile! schwere Strafe, große Noth, selbst der Tod möchten dich in Sünden unbereitet finden. 3. Wache, sonst bringt Satans Lift dich zu schweren Sünden. Er tann, wenn du schläfrig bist, dich leicht über winden. Die Gott liebt, tibergibt er ihm, wenn sie schlafen, zu gerechten Strafen. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge; oder, wenn sie sich verstellt, liftig an sich bringe. Wach und sieh, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Netze stellen. 5. Wach und gib auf dich selbst acht; trau nicht deinem Herzen. Leicht fann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. D, es ist voller List, fann sich selber heucheln, und voll Hochmuth schmeicheln. 8. Auf denn! du mußt immerdar wachen, flehn und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brünftger beten. In der Noth, in dem Tod wirst du kräftig flehen, und vor ihm bestehen. Mel. Bater unfer im Himmelreich.— 120. 507. Hier ist noch unfre Brit. wir immerdar im Streit; hier, wo uns Satan leicht berückt, das schwache Fleisch sich selbst verstridt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Lafter überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Chrift, sei im Glauben stets bereit, und flieh den Schlaf der Sicherheit. 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, und ein Netz bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! ach, wie entrinn ich Schwacher hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Lafter künstlich ein, preift den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Shr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Auch Satan reizt das Herz, und sagt: o, eine Sünd ist leicht gewagt! die Ewigkeit ist ja noch fern! Und ach, mein Fleisch gehorchet gern. Denn wie so leicht ist es bethört, da es berführt zu sein begehrt. 272 3weiter Theil.- Von der Sorge für den Lelb. 6. Dn Jesu! mußt das Beste thun. Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Uch, durch dein Blut bin ich ja dein, dein Bruder, Herr, dein Fleisch und Bein! Mein Gott, mein Gott, laß nicht von mir, damit auch ich nicht faß von dir. 7. Der Slindendienst nimmt anfangs ein, und endet sich in Höllenpein. Drum fteh dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde fel. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh. 8. Zwar ist mein Glaube klein; doch du, du starter Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz fich fest bis in den Tod. 9. Wenn schon die Trübfal auf mich dringt und überall mich Angst um ringt, bleib ich doch stets in deiner Hand. Ich halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein. Nun muß mir alles heilsam fein. 10. Mit dir, o Herr, kann ich bestehu, sollt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrift, und wer ein Sclav der Laster ist. Ich will nicht zagen. Ins Gericht kommt ja, wer an dich glaubet, nicht. 11. Du bist es auch, dem ich vertrau, so lang ich noch das Elend bau; bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, die Sieger Preis und Ehre frönt. Herr! steh in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei. 39) Von der Sorge für den Leib. Mel. von Nr. 72 508. Wie mannigfaltig find 5. Die Schwelgerei raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut; macht träge zum Berufsgeschäfte, untüchtig zur Gottseligkeit; erweckt Unordnung, Streit und Zant, mns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geift als Leib zu laben, uns täglich deine Hand gewährt! auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist! 2. Du gibst uns Brod für unser Leben, und unsre Herzen zu erfreun, gibst du den traubenvollen Neben mit fegensreicher Hand den Wein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß. 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergutigen, die du in Speis und Trank gelegt, mich nie, o fo beMel. von Nr. 234. Regen, daß sie zum Schwelgen mich 509. De widerstreben, laß, er zu bewegt. Laß, deiner Gaben mich freun, mich mäßig im Genusse sein. 4. Mit Speis und Trant sein Herz beschweren, steht niemals wahren Christen an. Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist er quiden tann, ein Gift, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. Höchster, meine Weisheit sein! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir. 2. Die Wollust firzet unfre Tage; fie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte ihrer Leidenschaft. Der haßt sich selber, der fie itbt, und fich in ihre Feffeln gibt. 6. Wer sich den Bauch zum Gott erforen, unmäßig deine Gaben braucht, der geht des Himmelreichs verloren, zu dem kein Knecht der Lüfte taugt. Gott! laß mich ja dies Lafter scheun, und mäßig stets und nichtern fein. 7. So oft ich Speis und Trant genieße, so laß es mit Vernunft geschehn, und daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Nahrung und Erquicung gibft. Zweiter Theil. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; sie raubt den Eifer edler Werke, und Ernst und Luft zu jeder Pflicht; fie führt Ren und Gewiffensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüften strebt. & pounam Von der Sorge für den Leib. 273 4. Gefunde Glieder, muntre Kräfte o Gott, wie viel sind die nicht werthf wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? 3ft nicht der Erde größtes Gut Ge sundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohl sein stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geift den innern Vorwurf hört: du selbst bis Störer deiner Ruh, du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam sein! drückt mich die Laft der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein. Gewähr auch dann mir guten Muth, und segne, was der Arzt dann thut. 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt, nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbefiehlt. Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzwed meiner Sorge sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei stets auf meinen Geift ge richt't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eh dieses Leibes Hülle bricht; dazu, Herr, fegne meinen Fleiß, fo leb ich hier zu deinem Preis. 5. So schimpflich sind der Wollust Bandel schon vor der Welt find sie ein Spott. Sind sie vor dem Gewissen Schande, so noch weit mehr vor dir, o Gott! wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Du wirst den wiederum verderben, der deinen Tempel hier verdirbt. Dein Himmelreich wird niemand erben, in dem die böse Luft nicht stirbt. Drum laß mich ihre Reizung fliehn, und keusch zu sein mich stets bemüthn. 7. Gib, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh, und stets, darwider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärtger, seh. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flicht auch verborgne Miffethat. Mel. O Welt ich muß dich laffen. 48. ihn nähren, das ist, 511. Mas ist mein zeitlich 511. Leben, das du mir, o Schöpfer, meine Pflicht, muth- Gott, gegeben? Ein unschätzbares willig feinen Bau versehren, verbietet Gut. Du gabft mirs, hier auf Ermir bein Unterricht. O stehe mir mit den zum Himmel reif zu werden, Weisheit bei, daß diese Pflicht mir worauf mein wahres Glid beruht. heilig sei. 2. Hier wird die Saat gestreuet, dort erntet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier wandle, vor dir rechtschaffen handle, je größer 2. Sollt ich mit Vorsatz das verleben, was zur Erhaltung mir vertraut? follt ich gering ein Kunfiftüld schätzen, was du, o Schöpfer, felbft wird mein Glüd dort sein. erbaut? Wes ist mein Leib? er ist ja 3. Sollt ich dies Glüd mir raudein. Sollt ich denn sein Zerstörer ben? O Herr! laß mir, im Glauben sein? Mel. von Nr. 234. 510. Des Leibes warten und 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, gibst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nützen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie? follte fie denn mir es sein? der fünftgen Erntezeit, mein Leben auf der Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht; ist Undant deiner Güte. Ein 18 274 3weiter Theil. Von dem rechtmäßigen Gebrauch zc. redliches Gemüthe verläßt ja seinen| Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir Poften nicht. hier zum Dienst ergeben. Hilf nur dem guten Willen auf. 5. Gib, daß ich flüglich fliehe, was oft mit leichter Mühe mir gar mein 7. Was nügt ein langes Leben Leben nimmt. Doch laß mich auch dem, der nicht, Gott ergeben, nach nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wahrer Tugend strebt? wer Gott wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. und Menschen liebet, und sich im 6. In deine Baterhände befehl ich, Glauben übet, nur der hat lang und Herr, mein Ende, und meiner Tage| wohl gelebt. - 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. Mel Machs mit mir, Gott, nach.. 26. Mel. D Gott, du aß frommer Gott.- 8. mich doch o 512. 2 of both nicht, 513. Wohl dem, der besire dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? liebt, als Schätze dieser Erden! wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Kann ein vergänglich Gut auch unfre Wünsche stillen? Es steht ja sein Befitz nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt, und schnell verfierts oft der, dem der Besitz gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahr haftig foll beglücken, muß nicht vergänglich sein, und für den Geist sich fahiden. Der Thor hat Geld und Gut; er hats, und wünscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. Gott, fo wehre doch den ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh gewinnt, bald praf fend sie verzehrt, bald geizig sie bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sei mein Schatz auf Erden. Sonst alles, nur nicht dies kann mir entriffen werden. Dies bleibt im Tod auch mein, dies folgt mir aus der Zeit zum seligften Gewinn bis in die Ewigteit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die Herrlichsten Bergnügen? Nur fitße Träume sinds, die unsern Geift betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ewgen Gütern hin. PAWANG 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu müßen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Flei ßes Antrieb sein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten: ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Ber munft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geift, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Witwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken, Zweiter Theil.- Von der Arbeitsamkeit zc. und in bes Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaubst, du habst sie wohl bedacht, wenn du fie reich, wie dich, gemacht. 9. Du haft ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammnt, aus Habsucht recht zu sprechen, und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirft um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnitgen laffe; Geiz ewig, als Abgötteret, von mir entfern und haffe. Ein weises Herz und guter Muth fei meines Lebens größtes Gut! Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. 514. Herr! laß mich doch gewiffenhaft mein zeitlich Gut verwalten. Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so Hauszuhalten, wie es mir nützt und bir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe. 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir und deinem milden Segen. Nicht nur zum Fallstrick gabst du mir mein zeitliches Vermögen. Du gabst es mir zum wahren Wohl. Drum gib, - 275 Herr, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? vergänglich, und von Erde. Hilf, daß ich nie aus Uebermuth dadurch vereitelt werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergeffe. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? verführt mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintan zu setzen was meiner Seelen Heil begehrt, und mir ein ewig Glitd gewährt, wie strafbar würd ich handeln! 5. Mein größtes Trachten sei allhier nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur die kann haben! Hab ich mur, Höchster! deine Huld, bin ich voll Glauben und Geduld: was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schützt er keinen Sünder. 7. Laß mich in weiser Sparsamkeit die Güter nie verschwenden, die du mir gabft, in dieser Zeit sie nützlich anzuwenden. Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten so, wie mir, des Lebens Mith erleichtre. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur heilgen Sorgfalt lenten, also die Güter dieser Zeit zu nüßen, daß ich einft erfreut noch Segen davon ernte. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. nur unternimmt, wird, wenne mit 515. Gott ott ist's, der das Ver- seinem Willen stimmt, nicht ohne mögen schafft, das Fortgang bleiben. Gute zu vollbringen. Er gibt zur 2. Wer das zu seinem Hauptzwedk Arbeit Muth und Kraft, und läßt macht, vor ihm gerecht zu werden, fie uns gelingen. Was man v hm und erst nach seinem Reiche tracht't 18* 276 Zweiter Theil.- Von der Arbeitsamkeit zc. dem gibt er auch auf Erden vom irdschen Gut mit milder Hand so viel beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nittet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, und, frönt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit er sie, und segMel Aus Hefer Noth schrei ich. 119. ur net bei des Lebens Mulh' ihr Herz 517. 3 Maßiggang, find wir, doch mein Lebenlang kein Knecht der o Herr, auf Erden. Drum laß mich Trägheit werden. Gib mir Verstand und Luft und Kraft, geschickt, treu und gewissenhaft mein Amt hier zu verwalten. mit Troft und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit fegne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten. 4. Ach! fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände. Hilf mir, bei meinem Thun, am Anfang und am Ende. Laß mich, bei meiner Laft, auf jenen Sabbath sehn, da wir, nach treuem Fleiß, in deine Ruhe gehn. 2. Hast du ein Amt, so warte sein; 5. Laß Müßiggang und Trägheit das ist, o Gott, dein Wille. O flöße mich, als dir mißfällig, meiden, und selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn hilf, daß ich gestärkt durch dich, voll treu erfülle. Hilf mir, daß ich von Muth mit Lust und Freuden in mei- Zeit zu Zeit an Einsicht und an nem Stand geschäftig sei; dein Tüchtigkeit zu meinem Amte wachse. Segen fröne meine Tren, daß fie auch andern nüße. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich fie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen, die Bürden des Berufs getroft auf mich zu nehmen. Wird gleich mein Angesicht mit saurem Schweiß benetzt: genug, daß du mich felbft in den Beruf gesetzt. - 3. Bewahre nur mein Herz vor eitten Nahrungsforgen. Gib mir mein täglich Brod, und sorge selbst für morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Buversicht deiner Fügung ruhn. Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. 516. D" pricht zur Arbeit aufu haft uns, Herr, die 4. Mit wahrer Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen, die ein Berguilgen sein, mich den Ge weit entfernt von meiner Pflicht, ververbringen. Das erleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Der träge Mit- schäften ganz zu weihn, die du mir Biggang ist dir, o Gott, verhaßt, für auferleget. uns der Laster Net, und unserm Nächsten Laft. 3. D Herr! vor träger Weichlichteit wollst du mein Herz bewahren, ſo werd ich aus Gemächlichkeit nie ich mich nur dann, wenn ich, von meine Kräfte sparen. Erholen werd Kraft erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stärken. 5. Ein heilger Trieb belebe mich, o Höchster! meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freu den zu verrichten. Ein Herz, das fich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Munterkeit, versüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, under rückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie bestrict. Gewissenhaft zu handeln, mein Leben deinem Dienft zu weihn, so müglich, als ich kann, zu sein, das sei mir Ehr und Reichthum. Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit sc. 277 7. Dir zu gefallen, sei mein Zwed 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, bei allem, was ich thue; so wandle ich dazu mich, Herr, auf Erden dein den rechten Weg zu der Gewissens- weises Allmachtswort erschuf, doch ruhe. Denn, wer dir, Heiligster, eine Leiter werden, worauf ich einft mißfällt, was nützet dem die ganze in jener Welt, die höheren Beruf Welt mit allen ihren Schätzen? enthält, zu höhern Würden steige. - 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden. Mel. von Nr. 55. du 9. Hier hab ich gnug. Laß mich nur 518. Gott! bu bleibst ewig mit den Frommen zu dem Genuß der unsrer Wohlfahrt Himmelsgüter kommen; so wird mein Meifter. Wie thöricht handeln un- Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, zufriedne Geister! fie völlig erfüllet. quälen fich, und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. DE Mel, von Nr. 46. 2. Was helfen uns die ängstlich 519. Entehre nicht, mein Herz! den ungewiffen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Grämen nicht nachmals schämen? mit Gott, der dich zum Glück erschuf. Die Mith des Lebens zu ertragen, und froh zu sein, ist dein Beruf. 3. Es ist umsonst: wir werden nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschäften den Leib entkräften. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Bertran ich dir, und geh auf deinen Wegen: so wirft du mir, auch ohne Sorg und Kränfen, was niglich, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem verliehnen Pfunde, und harr ich nur der rechten Segensstunde: so kommt sie, und dann werden meine Thaten zum Glüd gerathen. 6. Drum fördre selbst die Werke meiner Hände. Gesegnet sei der Anfang und das Endel gib guten Rath, damit, was ich vollbringe, mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit Trene meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden. 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben: versorge nur den Gelft mit jenen Gaben, die mehr, als alles Irbische, erquicken, und stets beglücken. 2. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nützlich werden, und betet Gottes Willen an. 3. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden. Nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband. 4. Sie gibt dir Munterkeit und Kräfte, und nährt und stärkt fie väterlich; sie brauchen, dies ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ift Ruhu für dich. 5. 3war jenen hat des Himmels Segen mehr Güter anvertraut, als dir; doch soll dies deinen Neid erregen? dent: wer ist Gott und wer sind wir? 6. Weiß er nicht besser, was dir nitzet, und was dem Nächsten müßt, als du? wenn er dich führt, regiert und schützet, was fehlet wohl zu deiner Ruh? 7. Du prangest nicht mit hohen Würden? beneide nicht der Großen Glück, sie seufzen unter schweren Bilr den, und oft stürzt sie ein Augenblick. 8. Dir ward fein Ueberfluß gewähret? ihn wünschen, das ist Selbftbetrug. Wer gern, was er nicht Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 278 braucht, entbehret, der ist beglücdt, und reich genug. 9. Herr, der du mir zum frohen Leben so viel ich brauch und mehr verliehn, tas täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu fliehn. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. 10. In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; 521. Sei, Seele, stark und lieben, dich fürchten, dir vertraun, dich müiß ewig meine Wollust sein! unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt. Be fiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau allein auf ihn! er wirds wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von ohngefähr, die Hand des Höchsten schickt es her, sein Rath hats so ersehen! drum sei nur still! was dein Gott will, laß immer gern geschehen. 1 Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. 520. Mill mich, o Gott, hie - Loft ermilden, so stärke meinen Geist! wenn mich die Leiden kränken, so laß mich wohl bedenken: auch das sei gut, was Trübfal heißt. 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: wie lange ist unsrer Seelen bange? so wird mit Troft das Herz erfrischt. 3. Die Laften, die uns preffen, haft du, Herr, abgemeffen, so groß fie immer fein. Du hilfft fie selbst uns tragen, und richtest unsre Plagen nach unsern Kräften weislich ein. 4. Ja, wenn ichs recht erwäge, fo finds nur Liebesschläge, womit du uns belegst; nicht Schwerter sinds, nur Ruthen, womit du, bloß zum Guten, als Vater deine Kinder schlägst. 5. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lütste schwächen, den eignen Willen brechen, vergällen uns die Lust der Welt. 9. DI brilde meinem Herzen, auch unter Sorg und Schmerzen, dies doch aufs Tiefste ein: der, den du, Vater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig sein. 8. 3u jenem beffern Leben willst bu auch mich erheben. Der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist ge nefen; er eift zu Seligkeiten hin. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so solls dir doch nicht schädlich sein. Gott kann sein Kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur furze Zeit. Nach überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Ruh, und einst mit ewger Freude. 5. Drum hab, o Seele, guten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach aller Trübfal werden. Durchs Kreuz zieht er dich immermehr zum Himmel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott. Er ist ge treu, und stehet dir als Bater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn dem Christen werden. 6. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld, daß wir in unsern Nöthen, auch wenn du uns wollt'st tödten, boch traun auf deine Baterhuld. 7. Was will uns, Herr, auch schei 8. bet, und sich auf deinen den von dir und jenen Freuden, die Gott, in aller deiner Angst und Noth! du für uns ersehn? man lebe oder laß, wie er will, es gehen. Sein sterbe, so wird des Himmels Erbe Will ist gut, behalte Muth! Gott doch deinen Kindern nicht entgehn. wird dich einst erhöhen. 7. Es haben ja zu aller Zeit bie Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh, und nichts von Trübsal wissen? 9. Der du ein Gott des Trofes bist, laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden! Hilf, den du liebst, und prüfend ülbst, den Unmuth überwinden! 279 Mel. von Nr. 55. zu empfahen, und mit dem Troft der 522. Ein Herz, o Gott! in Hülfe, die wir merken, andre zu stärken. Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht Uebertreter? zu 12. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! 48. wenn ich die schweren Tage standhaft 523. Ich hn des Lebens Glück hab guten Stunempfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden faffen; welch Leben hat nicht seine Qual? und Geduld im Leiden. ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen. 4. Doch selbst, o Herr, in Strafen unfrer Sünden läß'st du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu haffen, züchtigen laffen. 5. Jag ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Füllle. 6. Ich bin ein Gaft und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, die fer Beit Leiden? 7. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid und dulde: so kann ich mich der Hülfe der Erlöften ficher getrösten. 8. Ich bin ein Mensch, und Leiden mütffen fränken; doch in der Noth an feinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, das stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 9. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Mert auf! wer spricht: bis hierher! zu dem Meere? ist er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? 10. Willst du so viel, als der Allweise, wiffen? jegt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirft, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes Mel. O Welt ich muß dich laffen. - 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott! will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und be reun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, bein Wort mir Troft und Leben sein. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade. Du, Herr, bift bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glanben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Du, Herr, wirft alles fenten, und was mir gut ist, wird geschehn. Neue Mel. oder Sel zufrieden. 524. W arum sollt ich mich denn grämen? hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? wer will mir den Himmel 280 Zweiter Theil. - Von der Zufriedenheit niemand kann uns scheiden! ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, für mich hingegeben. rauben, den mir schon, Gottes Sohn, beigelegt im Glauben? 2. Ich kam unter Angst und Nöthen, hülfelos, arm und blos einst ans Licht getreten; nichts nehm ich auch von der Erde dann mit mir, wenn ich hier einst verscheiden werde. Mel. Was Gott thut, das ist. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und 525. Mas Gott thut, das ist Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Fordert er es ein fens wieder, nehm ers hin, ich preis ihn doch durch meine Lieder. es bleibt Wie er fängt gerecht sein Wille. stille; er ist mein Gott, der in der meine Sachen an, will ich ihm halten Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er läsfet mich nicht fallen, er führet die auf rechter Bahn, die seine Wege wallen. Troft und Geduld gibt seine Huld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weiß nur, was uns nilzet; wie ungewiß irrt jedermann, der fich auf ihn nicht stützet! ja seine Treu ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angft und Pein, follt ich drum verzagen? der es schickt, der hats in Händen; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? fromm ist Gott und schärft mit Maaßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten fönnen mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eu fie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Chrift, wo er ist, stets sich laffen schauen; wollt ihn auch der Tod betriegen, Chrifti Blut, und sein Muth Hilft auch den bestegen. 8. Denn kein Lod fann mich ertödten; nein, er reißt meinen Geist aus stel tausend Nöthen, endigt dieses Lebens Leiden, und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. Dann werd ich mit bessern Schäzzen Geift und Herz auf den Schmerz ewig bort ergeben. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in fich Bält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, und dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen laffe. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. - 267. - 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schreden, weil er zuletzt mich doch ergetzt mit fißem Troft im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben! Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Mel. von Nr. 72. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller 526, Verborgner Gott, dem nichts verborgen, was Freuden! du bist mein, ich bin dein; auf der ganzen Welt geschicht, was F und Geduld im Leiden. 281 follt ich wie ein Heide sorgen, als daß ich gelassen sie ertrage, und macht wüßtest du mein Elend nicht? ver- zuletzt doch alles gut. Auf Kummer stellet gleich dein Antlitz sich, dein folgt zufriedner Dank, auf Klagen Herz meint es doch väterlich. froher Lobgefang. 4. 3u ungestörten Sicherheiten schickt sich gewiß kein Prüfungsstand. Wie würde, drückt' uns nicht zu Zelten ein Leiden, unsre Treu erkannt? Bollkommne Ruh und Sicherheit ift nur ein Glück der Ewigkeit. 2. Mich und mein Loos hast du gefehen, als ich noch nicht geboren war, und was mir künftig soll geschehen, stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein Auge fiehet aus der Höh und kennt mich, wo ich geh und steh. 3. Du weißt auch, was ich nöthig habe, und gibst mir mein bescheiden Theil; ja, alles, Herr, ist deine Gabe, du forgest täglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, haft du schon alles gut gemacht. 4. Ach! solltest du denn nicht erkennen, wenn Kummer, Angst und Noth mich quält? Wer muß dich nicht barmherzig nennen? Du bist es, der die Thränen zählt. Du hasts gesagt, dein Herze bricht, wenn deinen Kindern was geschicht. 5. So laß mich doch recht feste glauben, daß deine Augen auf mich sehn; laß mir den süßen Trost nichts rau ben, du werdest mir zur Seite stehn, und bald zerstreun durch deine Macht der Sorgen und des Leidens Nacht. 6. Du wirst dein Wort gewiß erfilllen, du haft mir Hülfe zugesagt. Ja, du wirst meinen Kummer stillen; ich bin getroft und unverzagt; es wird geschehn, ich zweifle nicht; du bist mein Gott, mein Heil und Licht! 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so kummervoll? Vertraue Gott; nur ihn erwähle zu deinem Troft. Er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 2. Wes soll ich mich, o Herr, denn rrösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Troft und Theil, und stehst nach deiner Vatertreu mir stets mit Rath und Hüllfe bei. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet, den Muth, 6. Er wird es sein. Ruf in Gefahren ihn als den einzgen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stärke meine Zuversicht. 7. Befiehl ihm alle deine Wege, und hoffe auf ihn allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege fich fröhlich hin zur Ewigkeit. Da sammelft du von aller Pein den Segen mit Vergnügen ein. 8. D fieh dahin zu allen Zeiten, in eigner und gemeiner Noth, im Glücke und wenn dich von weitem ein Unglückswetter hart bedroht. Nichte gibt uns Trost zu solcher Zeit, als Gott, und jene Herrlichkeit. 9. So laß mich, Gott, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen. Du bist bei mir. Das stärke mich! wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. Mel. von Nr. 234. 527. as ist mein Leben auf Ma der Erde? ein Wechsel ists von Lust und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde die sanftefte Zufriedenheit. Hier wohn ich noch Mel. D Welt, ich muß dich lassen. 48. in einer Welt, die kein vollkommnes 528. Was ists, daß ich mich quäle? Gott, o Seele, harr und sei unverzagt! du weißt nicht, was bir nülgét; Gott weiß es, und Gott schützet allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Bater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. - 282 Zweiter Theil. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist bir, Gott, nicht verborgen, der alles fieht und hält; und was du mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Laft der Welt. 4. 3ch lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei Leiden zu meiner Beßrung fruchtbar 6. Laß, Gott, nur dieses Lebens mir von dir gewähret! Gott, du ge- fein, so geh ich zu des Himmels währst es gern. Was dieses Glüc verleget, wenns alle Welt auch schäz- Dort wird mein Leben ohne Pein, und Freuden durch dieser Erde Trütbsal ein. zet, fei, Herr mein Gott, mir ewig ohne Leid und Thränen sein. fern! - Von der Zufriedenheit sehr veracht't! und doch trug er dies alles gern. Gib, daß ich folge meinem Herrn. 6. Sind auch der Krankheit Plagen und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr ich, und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Mülden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. wenn du mich willst bewahren? und bu, mein Gott, bewahrest mich. - Was kann mir wiederfahren, Trost in geistlicher Schwermuth. 530. Die 5. Er ward beleidigt ohn Bergelten, gegeißelt ohne Widerstand; gescholten ohne Wiederschelten; ohn Widerspruch zum Kreuz verbannt. Wie? sollt ich denn nicht mit Geduld das tragen, was ich selbst verschuld't? 3. Wenn uns die Welt nicht Noth erweckte, vergnilgte uns dein Himmel nicht. Wer suchte, wenn ihn nichts erfahredte, die Hülfe, die dein Wort verspricht? wer fühlt, wenn keine Laft ihn brickt, wie fauft, o Gott, dein Troft erquict? 7. Drum laß mich mit dem Trofte siegen: Gott gibt nach kurzer Pritfungszeit das allerfeligste Vergnügen in jenem Reich der Herrlichkeit. Ber schmachte Leib! stirb und vergeh! ich weiß, daß ich einft aufersteh. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 529. 8 as ist das Leben hier auf Erden? Wo ist hier wohl Vollkommenheit? Wer lebt hier frei von den Beschwerden der Triibfal und Mühseligkeit? Du legste in unserm Lebenslauf, o Gott! uns manches Leiden auf. 2. Doch das find treu gemeinte Schläge der Vaterhuld, die für uns wacht. Wie hast du doch durch Leidenswege so manchen schon zu dir gebracht! denn ungestörtes irdisch Glück hält uns von dir, o Gott, zurüd. 4. Zum Dulden führt dein Ruf der Gnaden, der uns zu Chrifti Gliedern macht. Wie schwer war der nicht Ster belaben! wie hart verfolgt! wie u flagst, o Chrift! in schweren Leiden, und seufzest, daß der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du flagst und rufft: Herr, wie so lange? und Gott, verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. 2. Sind meine Sünden mir verges ben? hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verliehn? wo sind denn seines Geistes Triebe? warum empfind ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getroft auf ihn? 3. Mühselig, sprichst du, und be laden, hör ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ich empfind ihn nicht; bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich 9 easdek dog bios und Geduld im Leiden. bet, und kann nicht gläubig beten; ich denke, Gott, doch ohne Licht. 4. Sonst war mirs Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen; sein Wort war mir gewiß. Jetzt fann ichs nicht zu Herzen faffen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geist deckt Finsterniß. 5. Oft fühl ich Zweifel, die mich quälen, heul oft vor Unruh meiner Seelen, und meine Hülf ist fern. Ich suche Ruh, die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unruh, keine Furcht des Herrn. 6. 3ag nicht, o Christ, denn deine Schmerzen sind sichre Zeugen beßrer Herzen, als dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär nicht dein Herz mit ihm vereint. 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jefum einen Herrn zu nennen, als durch den heilgen Geist. Hast du nicht diesen Geist empfangen? er ists, der dich nach Gott verlangen, und sein Erbarmen fuchen heißt. 283 12. Zwar ist um Troft dir jetzo bange, denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. nachmals wird fie friedfam Frucht und Gerechtigkeit und Leben dem, der durch fie gelibet ward. Doch geben 13. Fahr fort zu beten und zu wachen, Gott ist noch mächtig in dem Schwachen, ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade gnilgen, sein Wort ist wahr und fann nicht trügen: ich stärke dich, ich helfe dir! 14. Auf, faffe dich in deinen Nöthen! sprich: wollte mich der Herr auch tödten, so harr ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlösten; und will mich Gott nicht eher trösten, so wird er mich im Tod erfreun. Trofi in Dürftigteit. 531. u flagst, und fühleft die Beschwerden des Stands, BESE in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebft. 2. Ja, flage! Gott erlaubt bie Zähren; doch denk in Klagen anch zuritd. Ist denn das Glüd, dos wir begehren, für uns auch stets ei 8. Bertrau auf Gott; er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe fehnen; er kennt und will dein Glück. Er höret deines Weinens Stimme, verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends fommen, und stand ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen fernen, sollst das Vertraun auf dich entfernen, und sehn, was Gottes wahres Glitc? Gnade sei. 3. Nie schenkt der Stand, nie schen10. Vor Sicherheit dich zu bewah- len Güter dem Menschen die Zufrie ren, läßt er dich seine Streng erfah- denheit. Die wahre Ruhe der Gemaltren, und schickt dir diese Laft. Erther ist Tugend und Genügsamkeit. reinigt dich wie Gold im Fener, 4. Genieße, was dir Gott beschte macht dir das Heil der Seele theuer, den, entbehre gern, was du nicht haft. damit du halteft, was du haft. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. 11. So wie ein Vater über Kinder, erbarmet Gott fich über Sünder, die seinen Namen scheun. Dein Seufzen ift ihm nicht verborgen; so fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde sein. 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiter Hand; nicht so wie wirs zu winschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. 284 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 6. Willst du zu denken dich erfühnen,| deines Stands Geschäfte, und niige daß seine Liebe dich vergißt? er gibt deine Lebenszeit. uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein wenig Glück in Hoffnung 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte sehn, dies ist der Weg zu Ruh und Leben. in träger Unzufriedenheit; besorge Herr, lehre diesen Weg mich gehn! 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. Mel. Wer nur den lieben Gott 532. Es eilt der letzte von den Tagen, die du hier lebeft, Mensch, herbei. Erfau die Zeit! und statt zu tlagen, sie sei zu furz, gebrauch ste treul nimm mit er Tenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr; fie flieht! 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfft so sicher Jahre weg! bift 533. bu, zu fühner Sterblicher, des nächften Augenblickes Herr? FOR 7. Pilgertage durchgelebt, und einst im Glauben fagen kann: du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! as sorgst du ängstlich für dein Leben? Es Gott gelaffen ilbergeben, ist wahre Ruh A und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, es dankbar, als ein Glück besitzen, verlieren, als verlörst du's nicht. 5. Mit jedem neu geschenkten Mor gen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott, ist nichts ver- 2. Der Tod soll dich nicht traurig borgen; ich bin vor deinem Angesicht, schrecken, doch, dich zur Weisheit zu and will, mich deiner Huld zu freun, erwecken, soll er dir stets vor Augen mein Leben gern der Tugend weihn! sein. Er soll den Wunsch zu leben 6. Erleucht und stärke meine Seele, well ohne dich sie nichts vermag. Du gönnt, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnade mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, bielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: sollt 7. Wohl mir! wenn ich aus allen ich Gutes wohl verschieben? Nein, Kräften nach Gottes Reiche hier gemeine Zeit, es auszuilben, ift turz Prebt, in Gott gefälligen Geschäften die und sie verfliegt geschwind. 3. Einst Ewigkeiten zu besitzen, follst du die kurze Lebenszeit als deine Saatzeit weislich nützen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: sieh, Eins ist Noth! was säumest du? 8. Mein sprachlos Flehn bei meinem Ende vernimmst du, Herzensfündiger. In deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. Masi M 4. Drum eil, errette deine Seele, und bente nicht: ein andermal! sei wader, bet und überzähle der Menfchentage tleine Zahl. Gefeßt, dein Ende wär auch fern: sei fromm und manble vor dem Herrn! und der Zubereitung zum Tode. 4 Dent an den Tod, wenn böfe Triebe, wenn Luft der Welt, wenn ihre Liebe dich reizen, und ersticke fte. Sprich: fann ich nicht noch heute fterben? Und könnt ich auch die Welt ererben, begieng ich doch solch Uebel nie. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Dent an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entriffen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsboll. Sprich, dein Vergnügen zu vermehren: welch Gltick wird Gott mir dort bescheeren, wo ich unendlich leben soll. 7. Denk an den Tod; wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben, sprich: bin ich hier, um reich zu sein? wohl mir, wenn ich in Chrifto sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 08 285 2. Daß du, o Höchfter, meinem Le ben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu sein. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu ent fernen, und um den Himmel zu be mühn. O mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrüdt. 4. Nicht auf der Erde, nein, mur droben bei dir, Gott, meiner Seelen Theil! ist mir das Beste aufgehoben. Dort ist für mich vollkommnes Hell. Da, wo mein Schatz ist, sei mein Herz; Herr, lenke selbst es himmelwärts. 5. Herr, allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einfi dein himmlisch Reich zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen sein, und deine Hülfe mich erfreun. 6. Willst du mich länger leben faffen, so laß es mir zum Heil geschehn. Doch soll ich heute noch erblaffen, so höre, Bater, auf mein Flehn: fet, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich erge ben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. SIch lebe dir, ich sterbe dir. Sei nur mein Troft, so gnüget mir. 8. Dent an den Tob, wenn Leiden tommen; sprich: alle Trübfal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ifts, der mir die Krone reicht. 9. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecen; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig haffen? ich seh ihn doch nach dem Erblaffen; dann zeigt er mir sein Angesicht. Mel. Jejus, meine Zuversicht- 47. 10. So fuche dir in allen Fällen 535. Herr! ich hab aus deiden oft vorzustellen; wirst du ihn nicht zitternd scheun; so wird er dir ein Troft im Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 534. Du, Herr und Meister die uns zugezählten Stunden. Eh meiner auf weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Reim in Gliedern trage, die trdisch und zerbrechlich sind. Drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit. 1 Heil, noch Zeit in Händen. Gib. doch, daß ich sorgsam sei, fie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn ewig uns verschwunden. Niemals tehrt ein Augenblick, uns zum Heil, davon zurüd. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit mich, mein Gott, doch nie vergessen, wie 286 Zweiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, unschäßbar sei die Zeit, die du uns deine Zeit ist Gottes Sache. Lern hier zugemessen; wie, was hier von nicht nur den Tod nicht scheun, lern uns geschieht, ewge Folgen nach sich auch seiner dich erfreun. sieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, noch die Stunden auszukaufen, die, zu meiner Seligkeit, beine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich, Gott! nicht vergebens. Ach! vergib mir meine Schulb, daß so manchen Theil des Lebens ich zu mei ner Seelen Wohl, nicht gebraucht so, wie ich Mel. von Nr. 13. 6. Laß mich meine Besſerung für 537. Wie Staub! sein Le sicher lebt der mein Hauptgeschäft erachten, und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer ben ist ein fallend Laub, und dennoch trachten, als erwartete noch heut schmeichelt er sich gern, der Tag des mich Gericht und Ewigkeit. Todes sei noch fern. 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Früchten sei, und dem Nächsten nützlich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sei mit Troft mir nah! 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. 3. Sprich nicht: ich denk in Glüld und Noth, im Herzen oft an meinen 536. Meine Lebenszeit ver- Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, an ihn ich zu dem Grabe. Und was ists, das ich vielleicht hier annoch zu leben habe? bent, o Seele, an den Tob! säume nicht, denn Eins ist noth. 6. Ueberwind ihn durch Vertraum. Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr! daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen bors Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod. vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihm folgt und sich vom Bösen fehrt; ein gläubig Herz, von Lieb 5. Daß du dieses Herz erwirbst, erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. fürchte Gott, und bet, und wache. 9. Die Heiligung erfordert Müh; Sorge nicht, wie früh du stirbst; du wirfft sie nicht, Gott wirket fie. 2. Lebe wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Wür den, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt zum Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich stehen, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erhöhen; dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. und der Zubereitung zum Tode. Du aber, ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Wert von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. 3hr alle seine Tage weihn, heißt eingedent des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie leicht vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht! an meinen Tod erinnre mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb und Treu, die Frucht des Geistes in mir sei. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, Gets meinen Lüften widersteh, und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: es ist vollbracht! Mel Entbinde mich, mein Gott. 418. 538. Mein Lebensfürst, zeig mir, in deines Geistes - 287 naht, ie stärker steh mir bei! auf daß, getreuer Gott, bei allen seinen Schrecken, mir meine letzte Zeit die allerbeste sei. Die Zeichen deiner Huld vermehre mir alsdann, damit ich meinen Lauf mit Muth vollenden kann. 3. Laß mich, o Herr! mir selbst und allen eiteln Dingen, noch eh ich fterben muß recht abgestorben sein. Die Selbstverläugnung laß mir immer mehr gelingen, daß ich was beffers wähl, als Welt und falschen Schein, und so von ihr entwöhnt ich meinen letten Tag, in Hoffnung selig schon, getroft erwarten mag. 5. Gewähr, eh noch der Tod des Leibes Bau zerstöret, mir einen hellen Strahl der frohen Ewigkeit, der allen Rest der Luft zum Irdischen verzeh ret, und zu dem letzten Kampf mir Muth und Stärke beut. Wohl mir, wenn schon mein Herz davon den Vorschmack hat! froh schau ich dich dann einst, von deinem Bilde fatt. Mel. von Nr. 110. Lichte, wie alles Irdische ſo gar ver- 539. Mie ungewiß ist, Herr, gänglich ist. alles, das der Wall4. Gott, deffen Flügel mich in aller 9loth bedecken, je mehr der Tod sich 6. Verschwinde denn, o Welt! bleibt mir nur Gottes Gnade, fie wird mir mehr als Welt, und mehr als Leben sein. O führe du mich selbst auf jenem dunkeln Pfade, Herr, der du mich erlöft, in deinen Himmel ein. Dir übergeb ich mich im Leben und im Tod; im Tod und Leben dein, und du auch stets mein Gott. zuletzt die Zeit zu nichte; und du, e Mensch, der du doch so gebrechlich bift, lebst sicher! lehre mich, unwandelbarer Gott! und so gedenk ich erst mit Klugheit meinen Tod. 2. Weg, eitle Hoffnung, weg! als würd ich lange leben, du Mutter 2. Bin ich erbaut aus befferm Zeug sträflicher, verwegner Sicherheit! oals andre, die an Jahren und Munmeine Sorge sei, dir, Gott! mich terfeit mir völlig gleich, des Todes zu ergeben; dein Wille sei mein Will in dieser Prüfungszeit. Gib, daß im Glauben stet, und in der Liebe treu, ich deiner Zukunft stets wachjam gewärtig sei. Beute waren? wie manchem starrte schnell das Herz, eh weder Krankheit oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, sein nahes Ende drohten. 3. Wenn ich die Gottesäcker feh und alles könnte lesen, was der, anf dessen Grab ich geh, in seinem Sim gewesen, und was bei ihm die Todesnacht für Hoffnungen zu nichts ge macht: so würd ich oft mit Schrelfen mein eigen Herz entdecken. fahrt auf der Erde? ob ich noch wenig oder viel an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht; du weißts allein. Ich kann vielleicht der nächste fein, vom abgekürzten Leben ein Beiſpiel abzugeben. 4. Mein Gott, befreie mich vom Dunft der irdischen Beschwerden, und lehre mich die große Kunst, bei Gräbern flug zu werden. Nur der ift rife, der bedenkt, wie viel von fei 288 3weiter Theil.-Von dem rechten Gebrauch des Lebens, nem Tod abhängt, und der dazu in Docht verlodert, und mich Gott zur Zeiten sein Herz fucht zu bereiten. 5. Erinnre mich ans große Ziel, dazu du mich geschaffen, damit ich mich nie in das Spiel der Weltluft mag vergaffen. Und sieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr, in Beiten, auf solchen Weg mich leiten. 6. Daß ich mich vor der falten Hand des Todes nicht entfärbe, so mache mich mit ihm bekannt vorher noch, eh ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Angen sein, damit ich lerne Sünden fcheun, die das Gewissen schrecken und Todesfurcht erwecken. 7. Gib, daß ich dich mit frohem Muth als meinen Gott betrachte, hingegen Freunde, Glück und Gut nicht als mein eigen achte: so wird, wenn mich die Zeit wegnimmt, die du zum Abschied mir bestimmt, nichts, was mir hier verliehen, mein Herz zurücke ziehen. 8. Dir sei es gänzlich heimgestellt, wie, wo und wann ich scheide. Wer unter deinen Flügeln fällt, wird frei von allem Leide. Doch wünsch ich, daß ich wohl geschickt von hinnen werde weggerückt, und allzuschweres Kämpfen nicht die Vernunft mag dämpfen. 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit mit froher Hoffnung blicken, und mitten in der Dunkelheit mich sein Verdienst erblicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf den Geist aus die fer Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neugebaut erscheinen. Mel Freu dich sehr, o meine. 29. - Rechnung fodert? 3. Kaum, daß ich das Leben habe, so theilt sich der Tod mir mit. Von der Wiege bis zum Grabe ist ein furz gemeßner Schritt. Meine Kraft ents wickelt sich, und zugleich verzehrt sie sich. O ich merk, indem ich steige, wie ich mich zum Sinken neige. 4. Menschen! was ist euer Leben, wenn ihr gleich so sicher seid! Stun den hat euch Gott gegeben, und ihr schätzt den Tod so weit! nur wer bald sein Haus bestellt, geht mit Freuden aus der Welt; auf des fichern Sünders Wegen eilet man der Höll entgegen. 5. Predigen doch meine Glieder mir genug von Sterblichkeit. Kraftlos legen sie sich nieder, wenn es jetzt der Schlaf gebeut, der durch seine Stärkungskraft ihnen neues Leben schafft; doch bei aller seiner Milde zeigt er uns den Tod im Bilde. 6. Laß mich, Gott, mein Heil bes denken und mich niemals sicher sein. Will die Welt mich anders lenten, präge deine Furcht mir ein; rufe du mir mächtig zu: Mensch! die Welt ver läsfest du, willst du dich mit eitlen Dingen um dein Glück im Himmel bringen? der Tod nicht fränken, der schon vor des Lebens Schluß dieses Lebens Werth erkennt, und von regem Eifer brennt, fich in diesen Augenblicken zu der Ewigkeit zu schicken. 7. Laß mich nicht die Buße sparen, bis die Krankheit mich ergreift, sondern schon bei muntern Jahren, ehe sich die Sünde häuft, täglich, täglich Buße thun. Tod, mein Freund, o komme nun, du kannst mir, im Stand der Gnaden, mir Versöhnten, nicht mehr schaden. Mel. von Nr. 42. 540. einmal ſterben muß. Wen wird ein 541. J erheben, felbft nah air Serr! lehre mich bedenken, daß ich ch will dich noch To Grabe preis ich bich; zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmst da es mir, du segneft mich. Mein Leber sucht ich dir zu weihn, mein Tod sol auch dir heilig sein. 2. Endlich muß ein Licht verbren 2. Gott! welche feierliche Stunden, nen, dessen Schein mich noch erfreut. wenn du mich nun der Erd entziehst, Will ich mich denn nicht erkennen? auf mich, den du getreu befunden, was ist meine Lebenszeit? kommt mir voll schonender Erbarmung fiehst! deum nicht in den Sinn, da ich so Allmächtiger! in dein Gericht gehß vergänglich bin, wie geschwind mein du mit mir Erlöften nicht. und der Zubereitung zum Lode. 3. Der Leib wird schwach; die irdsche Hütte, in der mein Geift hier wohnt, zerfällt; schon gehen meine müden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getroft und zage nicht, denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt ich vor dem Code beben, da du für mich, Erlöser, starbft? er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, wie du, so werd ich auferstehn. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir den letzten Schret ten dräun: du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen, den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele fint ich nicht. 6. Du wacheft über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, felbft nah am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich vor dir leben. Wie segnet dann dein Untliß mich! o Tod, o Sterben, mein Gewinn! wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel. Chriftus, der ist mein Leben. 542. M ein Jesus ist mein Leben, reißt schon der Tod mich hin. Was sollt ich ängstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. 289 2. Wer an ihn glaubt, wird selig, dies Wort steht ewig fest. Die Frenden sind unzählig, die es mich hoffen läßt. 3. Drum fahr ich hin in Frieden zu dir, o Jesu Chrift, von dir stets ungeschieden, der du mein Bruder bift. 4. Du fenneft meinen Glauben, und keine Furcht noch Pein wird mir auch nun ihn rauben. Ich bin und bleibe dein. 5. Bald hab ich überwunden! schon weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine Wunden ist mir der Sieg gewiß. 6. Durch sie bin ich gereinigt; durch sie mit Gott versöhnt; durch sie mit dir vereinigt und bald mit Preis gefrönt. 7. Wer kann dich gnug erheben? Du haft, Sohn Gottes, dich für uns dahin gegeben. Heil mir! du auch für mich. 8. Du wolltest Strafe dulden, die ich doch auf mich lud. Du tilgteft meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade. Sm Himmel ist mein Theil. O theure, hohe Gnadel o unaussprechlichs Heil! 10. Erlöser! fieh, ich sammle noch meine letzte Kraft, und preise dich, und stammle, welch Heil du mir ge schafft. 11. 3u dir, Herr! will ich flehen, so lang ich fallen kann. Du kannst mein Innres sehen und nimmst auch Seufzer an. 12. Du selber hilft mir ringen; allmächtig hilft du mir, ins Leben durchzubringen. Bald, balb bin ich bei dir. bald den schweren Lauf. Du nimmst 13. O wohl mir! ich vollende mun in deine Hände den Geißt, mein Hei land! auf. 44) Von der Liebe des Nächsten. Mel. von Nr. 37. 543. Der du die Liebe selber Menschen segneft; ja selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Wohlthus doch begegneft:& bilde meinen Sinn o nach und mein Heiland, hier, wie du gewandelt, 19 290 Zweiter Theil. Von der Liebe des Nächsten. wandeln. Die können keine Christen nicht bloß für mich; mein Nächster fein, die sich nicht andrer Wohlfahrt ist sein Kind, wie ich. freun, und menschenfeindlich handeln. Dir 3. Sein Heil ist unser aller Gut. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit Ich sollte Brüder haffen, die Gott war für die Menschen Segen. durch seines Sohnes Blut so hoch folgten Lieb und Freundlichkeit auf erlaufen lassen? daß Gott mich schuf, allen deinen Wegen. Wohin du giengft, und mich verfühnt, hab ich dies mehr gieng Wohlthun mit, dein Wort, dein als sie verdient? Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befrein, und starbft zum Heil uns Ärmen. 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr, von meinen Tagen! ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst? und den nicht lieben, den du liebst? than, den Kleinsten auch von diesen, 5. Was ich den Frommen hier ge das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein, und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmher 4. O laß in meiner Pilgrimschaft zig ist, und nicht die rettet, die ihn mich auf dein Vorbild sehen. Erfülle flehen. Drum gib mir, Gott, durch mich mit Lust und Kraft, dem Näch- deinen Geist, ein Herz, das dich durch ften beizustehen, betrübter Herzen Troft Liebe preift. zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu tlagen. Laß mich dem, der sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Redlichkeit und Treue nicht versagen. 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottessohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Nuh, und die Berirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Seufzenden Gebet und brauchest deine Majestät, nur Segen auszubreiten. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 545. Gib mir, o Gott! ein Herz, das jeden Menschen liebet; bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennutz und Neid, und Härte flieht, und sich um andrer Glitd, als um sein Glück bemüht. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gültig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hülfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen, nicht groß vor der Welt zu sein, und mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. Mel. Mache mit mir, Gott, nach. 26. 544. o jemand spricht, ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb, und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 3. Dies sei mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen, müß andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dant zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, gethan. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder; drum diene beinem Nächsten gern, denn wir sind segnet; ein Rath, mit dem mein alle Brüder. Gott schuf die Welt Mund im Kummer andre stärkt, 4. Ein Trunf, mit dem mein Dienst dem Durftigen begegnet, ein Blick voll Troft, mit dem mein Herz Bedrängte 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden erwecken; durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächsten Fehler deden. Mein Antlitz fei nie fürchterlich, und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen; so wird mich in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hält, der Liebe Lohn erhöhen. S - Zweiter Theil. nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwift zu schlichten. Aus Schmähsucht fränke nie mein Mund des Nächsten Ruh, er rithme fein Berdienst, deck seine Fehler zu. 6. Die Rach ist bein, o Gott! du spricht: ich will bergelten! drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf Mel. von Nr. 13. mich schelten. Gib, daß ich dem ver- 547. Nur Liebe ohne Heuche lei zeigt, ob man geboren sei; fie zeigt vom wahren Christenthum; fie ift des Menschen höchster Ruhm. 2. Gott ist die Liebe; du sein Kind, wenn dich der Nächste liebreich find't. Wer ohne Lieb ist, fennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden todt. 3. Kannst du des Nächsten Elend 8. Den, der im Glauben wankt, fehn, und ungerührt vorüber gehn: im Glauben zu bestärken; den, der so stehts um deinen Glauben schlecht, noch sicher ist bei seinen Fleisches- so ist dein Christenthum nicht ächt. - Von der Liebe des Nächsten. 291 4. Laß mich aufrichtig schätzen deine Gaben, die andre, Herr, von deiner Güte haben. Es müsse nie mein Herz des Nächsten Freuden boshaft beneiden. 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden an Lieb und Gültigfeit dir ähnlich werden. Gib dazu Kräfte, Herr, so will ich droben did ewig loben. liebe, der mich haßt, den fegne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränk tem Blick bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Gifid erfreun, und ihm zum Seelenheil mein Herz behilflich sein. werken, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu ziehn: dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe, durch deine Lieb und Furcht, zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein. 4. O sprich nur nicht: er ist mein Feind, wie kann man sein des Fein des Freund; der Feind bleibt ja bein Fleisch und Blut; thu, was der Sa mariter thut. 5. Hat dich denn Gott nicht flete geliebt? Gott, welchen du so oft be trübt? Gleichwohl vergißt er Zorn und Rach; o folge diesem Beispiel nach. 6. Den liebt ein Heide, der ihn liebt; dem gibt er wieder, der ihm Mel. von Nr. 55. 546. Hilf, Jeful daß ich meinen gibt. So schränket fich der Chriſt nicht auch er Nächsten durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Ränke sein Herze fränke. 7. Dein Herz sei voll von Lieb und Huld, von Demuth, Sanftmuth und Geduld, so wirst du vieler Feinde los, und dein zukünftger Lohn ist groß. 2. Gib, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, so viel ich immer 8. Nun, Gott, der du die Liebe bist, fann, der Welt verhehle, und, wenn gib, daß ich als ein wahrer Chrift er fällt, auf mich, der ich noch stehe, nach deinem Beispiel liebreich sei, mit Borsicht fehe. aufrichtig, ohne Heuchelei. 3. Hilf, daß ich tlüglich ihn zu beffern trachte, und seiner Seelen Wohl recht theuer achte. Denn du haft selbst für sie in Todesbanden viel ausgestanden. 9. Dann nimm mich nach vollbrachtem Lauf, an jenen Ort des Friedens auf, wo dich und jeden Menschenfreund die Lieb aufs innigste vereint. 19* 292 45) Von der Gerechtigkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. u liebst, o Gott! Ge548. Drechtigkeit, und hafſeft den, der sie entweiht, am nächsten Unrecht übet. Du bists, der jedem seinen Lohn, ohn alles Ansehn der Perfon, nach seinen Werken gibet. 2. Gerechter Gott! laß deinen Geift zu dem, was recht und billig heißt, ftets meine Seele lenken. Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht und Gewinn des Nächften Recht zu tränken. den sucht, und andre kränkt, wie tann das Brüder lieben? mich! mein ganzes Herz bestrebe fich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit jedermann in Einigkeit zu leben. mit jeglichem so umzugehn, wie ichs 5. Laß mich beständig dahin sehn, von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 6. Herr! mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder meffen. Dies reize mich zur Billigkeit, so werd ich auch zu teiner Zeit der Liebe Pflicht 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Luft der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Scha- vergessen. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. von Nr. 108. 549. Gott zorns Raserei nie des Herzens Meiott, der du die Men- fter sei. schen liebeft, der du 4. Wer mir flucht, den will ich nicht ein strenges Recht, sondern lau- segnen, so wie mein Erlöser that, ter Gnade übest an dem fündlichen und dem nachsichtsvoll begegnen, der Geschlecht: laß mich deinen Geist be- zum Zanken Neigung hat. Für die leben, daß ich, Vater, als dein Kind, Feinde will ich beten, und vor dich, liebreich sei, wie du gefinnt. Herr, du Friedensfürst, wenn du Menschen du wollft den Sinn mir geben, der richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit treten. Gott des Friedens! segne bu Sanftmuth spricht und schweigt. mich in deiner Kraft dazu. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Laft! und fo lang ich hier soll wohnen, bleibe Zantsucht mir verhaßt! denn das ist, o Gott, dein Wille, und die Eintracht liebest du; o, so hilf auch mir dazu! gib ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, das ftatt Rache, Sanftmuth übt. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht ftrebt. Höchfter! gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Ueber macht gewinnen; bis einst in der Herrlichkeit ewger Friede uns erfreut. 3. D, wie wird das Herz beschwe ret, Banffucht und der Haß verzehret nach 550. Herer du für mich litMel. Herzliebster Jefu, was.- 131. mein und nach des Körpers Kraft, hemmt den Lauf von unsern Jahren, macht teft, und noch zur Rechten Gottes jum Himmel ungeschickt. Herr, der für mich bittest: erweck in mir, du auf mich Schwachen blickt, ach, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth wollest mich bewahren, daß des Jäh- Triebe. Zweiter Theil. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 293 2. Wann hast du jemals Haß mit Mel. Herzliebster Jefu, was.- 131. wie ber, als man bich geſcholten. Du 551. Heist nicht zu ermeffen! Herr! fegneteft mit Wohlthun nicht blos wie viel hast du vergeben und vers Freunde; nein, selbst auch Feinde. geffen? ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthei - 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen andre brennen? ich sollte femals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Bater! zu dem Höchften sagen, und Groll im Herzen gegen Brilder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? für seine Slinden auch nicht bei dir, 5. Wer nicht vergibt, der wird Vergebung Sünger ist nur, der wie du, vergibet, und Feinde liebet. dir, Herr, flagen, mein stolzes Herz 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor schwerlich weiß ich, wenn mich andre wenig tragen, und haffen, mein Herz zu fassen. 5. Bergib mir, Herr, und wende mein Verderben; bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich, ihr Unrecht übersehen. Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich fränken, an dich meine Seele drücken, so werd ich gedenken. Glut ersticken; laß sich dein Bild in 6. So hilf mir denn, die wilde mich versöhnlich finden laffen, den 8. Erwecke denn, o Herr, in mei- Feind nicht haffen. nem Herzen aufs neue das Gedächt- 7. Flucht mir die Welt, so laß mich, niß fener Schmerzen, die du in dei- Herr, fie segnen, und ihrem Grimm nen schweren Leidensstunden für mich mit Freundlichkeit begegnen, daß mich empfunden. das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. Sanftmuth willen, so erb ich auch 8. Verleih mir das um deiner im Lande deiner Stillen die Selig teit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. 6. So heilige denn meiner Seelen Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Luft zu deinem Namen der Rachgier Samen. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, voll Großmuth, wie du, segnen. Herr, mache gegen alle, die mich haffen, mein Herz gelaffen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glüid verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf bich dann sehen. 2. Du fegneteft, die deinem Namen fluchten; und heiltest die, die dich zu fangen suchten; und zeigteft unter deiner Feinde Toben der Langmuth Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! ich bekenne, daß ich noch oft bon schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache! 11. Du schützeft den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Borbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Ezden bir ähnlich werden. Mel. von Nr. 50. 552. Nie will ich dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, wenn er aus Haß mir flucht. Mit Güte will ich ihm begegnen, nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn segnen; dies ist des Herrn Gebot. 294 Zweiter Theil. 2. Er, der von feiner Sünde wußte, bergalt die Schmach mit Huld, und litt, fo viel er leiden mußte, mit Sanft muth und Geduld. Will ich, sein Jünger wieder schelten, da er nicht wie der schalt? mit Liebe nicht den Haß bergelten, wie er den Haß vergalt? 3. Wahr ists, Verläumbung dulden müffen, ist eine schwere Pflicht. Doch felig, wenn ein gut Gewiffen zu unsrer Ehre spricht. Dies will ich desto mehr bewahren, so beffert mich mein Feind, und lehrt mich weiser nur verfahren, indem ers böse meint. - Von der Dienstfertigkeit zc. 1 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. Mel. D Gott du frommer Gott. 8. wirkt seine Gültigkeit. Er fieht auf 553. Wie felig lebt ein Menſch, seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. der fennet, und ihre Pflicht zu thun aus Menschenliebe brennet! der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienftbefliffenheit sucht er dies zu erreichen; er hält für eignes wohl fich nicht allein gemacht; er hält sich für die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte, ihr nitzen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger einer Welt, in der des einen Hand die Hand des andern hält. 4. So denkt der Menschenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, als er fich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich, er fühlet frembe Noth, als träf ihn selbst der Streich. 5. Er eilt dem, ders bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Ansehn und fein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen find Mittel, die er braucht, behülflich gern zu sein, und einen Leidenden mit Trofte zu erfreun. 4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir erfann, und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen; wie könnt er länger schmähn? 6. Was andrer Nothdurft heischt, das reizet feine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn zu wahrer Men fcheliebe. Rein Stolz noch Eigennut 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeihn, und als ein Chrift bereit zum Frieden, bereit zu Diensten sein. Und wird er, mich zu untertreten, durch Güte mehr erhitzt, will ich im Stillen für ihn beten und Gott vertraun: Gott schützt. Gott! durch Christum werden! voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nützlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu sein; dann geh ich einst, o Gott, ins Reich der Liebe ein. Mel. O Welt, ich muß dich lassen.- 48. 11, 554. Du, aller Menschen Bater! du gültigster Berather in allem, was uns brüdt! was wir hier Guts genießen, das läßt du uns zufließen; du bists, ber unser Herz erquict. 2. Du läßt dich bei uns Slindern durch Undant nicht verhindern, uns segnend zu erfreun. Bu ewgen Se ligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen sein. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Bater! bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Roth der Armen mich willig mög erbarmen! nimm alle Härte von mir hin. 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Hei land that, der göttliche Erbarmer, ben fein bedrängter Armier bergebens je um Hilfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan, so laß, um beinet willen, mich andrer Nothdurft ftillen, so oft ich fie mur stillen kann. Gebrauch der Zunge. 295 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn, ein Dürftger erft erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, obs ihm gebricht: der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht ftraft und stürmt, fobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? und 26. Rel Mache mit mir, Gott, nach. dieser Erden Güter 555. Wer hat und sieht den Zucht mit Rath und That nicht wachet, 6. der Armen dem Uebel nicht zu wehren fucht, das oft fie dirftig machet, nur forglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du, mein Geift, vermagt es nicht, stets durch die That zu leben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu, und forgst dafüir: so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so fuch ihn zu beleben. Denk oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster! was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig sein? Zweiter Theil. 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig gibet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. Laß mich hier reichlich säen, denn, Herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und gibet, und sich im Wohlthun übet, der erndtet dort die Herrlichkeit. - Vom rechten Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht llei den: der ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten lehret, nicht dem Verläumder widerspricht: der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Troft und Schuß den Nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigenmutz, aus Weichlichkeit ihm nißet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge. Mel. Gott, vom Himmel. 215. 556. Die Bunge, die vernehm. lich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschent! mißbrauch es nicht, fie bringet Tod und Leben, fie stürzt in Unglück, hilft in Noth, fie fluchet und sie segnet Gott, so gut ift fte, so böse! 2. Gott! laß in meines Herzens Grund stets Recht und Wahrheit fiegen. Dann mag das Herz in meinem Mund der Welt vor Augen liegen; dann werd ich von Verstellung frei, der Wahrheit und dem Recht getren, nicht mit den Lippen sündgen. -m 3. Zu deiner Ehr, zu andrer Wohl soll ich mein Thun stets lenten; laß bann auch, wenn ich reden soll, mich diesen Zweck bedenken. Dein Lob, des Nächsten Glimpf und Nutz, der Unschuld und der Schwachen Schutz be schäftge meine Zunge. 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheilge Spöttereien, verrathen ein verderbtes Herz; davon mich zu befreien, so wirk auf mich durch deinen Geift, daß Herz und Mund dich, Höchster, preist, wie Christen es geziemet. 5. Was züchtig, feusch und ehrbar ift, was wohl und lieblich flinget, das redet billig nur der Chrift. Er spricht, wenns Nutzen bringet; er schweigt, wenn Schweigen besser ist; er bildet sich stets, als ein Chrift, nach seines Heilands Muster. 6. O wehe dem verwegnen Mund, der einen Fluch nicht scheuet! wie wird des Herzens Leichtsinn fund und 296 Zweiter Theil. Vom rechten Gebrauch der Zunge. oft zu spät berenet! ach, fluchen brinMel. Ach Herr, mich armen S.-67. get Fluch und Noth, und, wenn nicht 558. W wandelt, der, als Buße folgt, den Tod; Gott wolle mich bewahren! richtig ein Wahrheitsfreund, in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbe fleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen haffet, und der, so oft er spricht, so seine Reden faffet, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verleßet, und der an allem Ort sich dies vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort. 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet deine Güte, er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falschen stehen, geschreckt durch dein Gericht. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren 4. Herr! drücke diese Sache mir Schwätzern gleich zu sein, heuchelnd tief ins Herze ein, daß ichs zur Brider zu betrügen, Herr! bas falle Pflicht mir mache, der Lügen Feind mir nie ein! Wahrheit leit an allen zu sein. Erinnre mein Gewissen, du Orten mich in Werten und in Wor- haffeft Heuchelei, damit ich stets be ten. Redlich sei des Herzens Grund, redlich spreche auch mein Mund. fliffen der Treu und Wahrheit sei. 3. Die der Falschheit sich ergeben, Find vor dir, o Gott! ein Gräul, und ein unglückseligs Leben bleibt gewiß ihr fünftige Theil. Hier schon frifft verbiente Schande fte bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränten Feind. 5. Nie laß mich was versprechen, das brechen, die ich einmal gethan; nie ich nicht halten kann, und nie Zusagen mich den Stolz verleiten, und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was ich doch selbst erdacht. deiner Weisheit Licht, Herr, meine 6. Doch laß zu allen Zeiten auch Seele leiten, damit ich meine Pflicht für andrer Wohl und für mich reden mit Klugheit üb, und wisse, wann ich müsse, und wann ich schweigen soll. des Feindes Anschlag gilt, der sich bei 7. Wenn je, um mich zu drücken, bösen Tücken in guten Schein verhüllt: so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt. - 7. Gib, Gott! daß ich, der Lügen Feind, des Teufels Arglist haffe, und mich stets als ein Menschenfreund aufrichtig finden laffe. Der Lügner Theil ist jener Pfuhl! die jauchzen einft vor Gottes Stuhl, die Treu und Wahrheit lieben. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 557. Laß aß mich, Höchster! dar nach streben, stets der Wahrheit Freund zu sein; jenes freubenvolle Leben nimmt nicht freche Litgner ein; denn vor deinem Angesichte werden sie beschämt zunichte, so wie Satans Trug und Lift, der der Lügner Bater ift. 4. Schmäht mich, ohne mein Verschulden, der Verläumder Lästermund: Herr, so laß mich still erdulden. Einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth fei. 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einzges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist; das sei stets mir im Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hütte, denn du liebst den Wahrheitsfrennd, und bift falschen Herzen feind. 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir fich hält, das soll mir niemand rauben; so kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde, alsf bein Rind, dich mit den Frommen ehen, die reines Herzens find. I. Register über sämmtliche Lieder nach der Nummer des Liedes. A. bermals ein Jahr verfloffen Ach Gott, du unser Lebenslicht Ach Gott und Herr, wie groß und X Gott, vom Himmel sieh X Gott wir treten hier vor dich Ach! Herr, lehre mich bedenken Ich schone doch, o großer Ach was bin ich, mein Erretter Numächtig großer Gott! wer kann wissender, vollkommner Geift! Als Jesus jegund sterben wollt so hat Gott die Welt geliebt Um Kreuz erblaßt, der Marterlaft Anbetungswürdger Gott! mit Ehrf. Un dich, mein Gott! gedenken In diesem Tag frohlocken wir Un dir allein hab ich gesündigt Xuf! auf! mein Geist, auf! auf! Xuf, Chriften, preift mit mir den Auf dich allein, Herr Jesu Chrift! Kuf bidh, perr! nicht auf meine Xuf! Sesua Jünger, freuet euch! Auf, meine Seele, finge! an dir Kuf, mein Geist, dem Herrn Auf, mein Herz, ein froher Zag Kuf, o Seele, werde munter Kuf, o Sünder, laß dich lehren Kuf, träger Geist! laß das, was B. C. Chrift! alles, was dich fränket Num. 468 423 290 215 421 540 239 80 75 24 222 102 155 14 358 173 295 18 436 Bald oder spät des Todes Raub 349 Bedenke, Mensch, das Ende 193 Befiehl bu deine Wege, und was 67 Befreie meinen Geift, o Gott 418 Begleite mich, o Chrift! wir gehen 145 Beglückter Stand, getreuer Seelen 254 Begrabt den Leib in seine Gruft 266 Befingt Gott Zebaoth; besinget 463 Bewahre mich, Herr, daß der M. 331 Bringt her, thr mächtigen der Erde 426 Bringt Preis und Ruhm dem Heil. 160 Damit ich meine Seele rette Dein bin ich, Gott; dein ist mein Dein bin ich, herr! bir will ich Dein, Gott, ist Majestät und. Dein Hell, mein Geift, nicht zu Dein sind wir, Gott! in Ewigkeit 308 373 176 448 393 156 486 284 274 383 505 70 332 333 398 261 Dein Will ists, großer Gott! Dein Wort, o Höchster! ist volut. Der du das Daseyn mir gegeben Der du die Liebe selber bist, und Der du mich als ein Vater liebst Der du uns als Vater liebest Der du uns das Heil errungen 297 Der ewge Gott und höchste Bater Der Held hat überwunden der Num. 495 7 11 543 359 200 108 Der du Verstand und Tugend schenkst 337 Der du voll Blut und Wunden 133 379 168 Der Herr des Himmels und der E. Der Herr fährt auf gen Himmel Der Herr ist Gott und keiner mehr Der Herr ist gut, in deffen Dienst Der Herr ist meines Lebens Kraft Der Herr ist meine Zuversicht Der Herr lag in das Grab geftredt Der Herr, mein Hirt, behütet mich Der König aller Welt ist Gott Der Spötter Strom reißt viele fort Der Tag ist hin, du aber, Sefu Der Tag ist wieder hin, und diesen Der unsre Menschheit an sich nahm Der Wollust Reiz zu widerstreben Des Donners schreckendes Gebrülle Des Leibes warten und ihn nähren Des Vaters und des Sohnes Geift Dich bet ich an, erstandner Held Dich, mein Jesu, laß ich nicht Dich seh ich wieder, Morgenlicht Die Erd und was darinnen ift Die Herrlichkeit der Erben muß Die Himmel rühmen Gottes Ehre Die Himmel rufen, jeder ehret Die Quell, woraus der Mensch 494 174 15 243 387 375 157 259 65 13 483 489 192 509 428 510 205 162 230 475 186 88 46 42 84 491 Dies, Chriften! ist der Tag des$. 493 Dies ist der Tag, den Gott gemacht 109 Dies ist der Tag, zum Segen Die Bunge, die vernehmlich spricht Dir allein hab ich gefündigt Dir bank ich für mein Leben Dir, Gott, sei Preis und Dank Dir, mein Gott! will ich lobfingen Dir, unser Gott! ift niemand Dir, Vater! dankt mein Herz und Du, aller Menschen Bater! bu Du bist ja, Jesu, meine Freude Du bists, bem Ruhm und Dank Du, der Herz und Nieren kennet Du, der kein Böses thut! bu 556 287 367 71 438 52 203 554 416 447 347 78 Du gabft mir, Ewger! dieses Leben 279 Du Gott, du bist der Herr der ett 464 298 Register. 376 516 48 Du hast, mein Vater und mein Du hast uns, herr, die Pflicht Du perr der Seraphinen, dem Du, Herr, haft aus Barmherzigkeit 229 Du, Herr und Meister meiner Tage 534 Du flagft, o Chrift, in schweren Du flagft und fühleft die Beschw. Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit Durch Adams Fall ist erst verderbt Durch dich, e großer Gott! durch Durch so viel Schein gestärkt Du reicher Gott der Armen, du Du sagst: ich bin ein Chrift Du Bater deiner Menschenkinder Du weiser Schöpfer aller Dinge Du wesentliches Ebenbild der allerh. 122 Du willst, Gott! daß mein Herz 8 530 531 548 90 451 69 422 342 362 25 206 522 469 252 502 317 208 519 484 339 Gdler Geift im Himmelsthrone Gin pers: o Gott! in Leid und Ein Jahr der Sterblichkeit, der Gin Pilger bin ich in der Welt Gin ruhiges Gewissen laß, Herr eins ift Noth! ach Herr, dieß Gin starter Schuß ist unser Gott Entehre nicht, mein Herz! mit Entflohen sind auch dieses Tages Grbarm bich, Herr, du kennst Erfülle, perr! doch selbst mein 135 Grhabner Gott, was reicht an 16 Grhalt uns, Herr, bei deinem W. 211 Erheb dein Herz, thu auf die Dhren 323 Grhebet Gott durch neue Lieder 64 Erhebet Gottes Heiligkeit, ihr 437 Erhebe vom Geräusch der Welt 149 Grhebt den Herrn, ihr Frommen 101 Erhebt, erhebet Gottes Ruhm 283 Erhöhter Jesu! Gottes Sohn 190 Grinnre dich, mein Geift, erfreut 169 er fommt, er tommt zum Weltger. 191 Gridser, sich auf uns hernieber Gellt der legte von den Tagen as hilft uns unser Gott, er höret es ist das Heil uns kommen her es ist noch eine Ruh vorhanden Gs is vollbracht! so ruft am Kreuz 148 Es lag die ganze Welt mit Born 430 532 388 304 276 99 8 zicht, Gott, ein Kriegeswetter 420 Gwge Liebe, mein Gemüthe waget 91 Freiwillig haft du dargebracht Frohlode, mein Gemüthe, und Froblodet, jung und alt, ihr Für alle Güte set gepreift, Gott Fürwahr, du bift, o Gott, verb. 6. Gedanke, der uns Leben gibt Grift vom Bater und vom Sohne Gelobet feißt du, Jesu Chrift Gelobt sei Gott, ihm will ich 170 150 461 483 53 95 207 104 441 224 9 30 260 37 257 545 110 235 408 Gelobt seift bu, Herr Bebaoth Gelobt seift du, o Gott, für Gepriesen, Gott, sei dein Erbarmen 482 Gerechter Gott, vor dein Gericht Gern will ich mich ergeben, dich Getreuer Gott! wie viel Geduld Getroft, mein Herz, und zage nicht Gib mir, o Gott, ein Herz, das Gott! deine Gnade sei gepreift Gott, deine Gnad ist unser Leben Gott, deine Güte reicht so weit Gott, deine puld und Gütigkeit Gott! der an allen Enden viel Gott! der du die Menschen liebeft Gott, der du für uns deinen Sohn Gott, der du unser Vater bist Gott der Juden, Gett der Heiden Gott! der uns immer Gutes gab Gott der Wahrheit, dessen Treue Gott des Himmels und der Erden Gott, dir gefällt kein gottlos Wesen Gott, du bist von Ewigkeit! und 36 56 549 137 2 Gott, durch welchen alle Dinge Gottes Lamm, durch dessen Wunden Gottes und Marien Sohn! Liebster Gott, groß von Erbarmen! weise Gott hab ich alles heimgestellt Gott! hilf mir, daß ich Buße thue Gott im Himmel und auf Erden Gott ist es, dessen weiser Rath Gott ist mein Hort, und auf sein Gott ist mein Lied! er ist der Gott Gott ists, der das Vermögen schafft Gott ist uns Stärt und Schus Gott mache du mich selbst bereit Gott, meine ganze Seele macht Gott, mein Vater, dank sei dir Gott, mein Vater, deine Liebe Gott ruft der Sonn' und schafft Gott sorgt für mich, was will ich Gott, unserm Gott allein fei Chr Gott, vor deffen Angesichte nur ein Gott, was muß dein Sohn ertragen Gott werde stets von dir erhoben Gott, wie rein ist deine Lehre Großer Gott! erhabnes Wefen Großer Gott, Herr aller Götter Großer Mittler, der zur Rechten 117 210 Gett, du bleibst ewig unsrer Wohlf. 518 Gott, du haft in deinem Sohn 202 453 127 107 199 Habe deine Luft am Herrn, bei Hallelujah! Sesus lebet. Grlößte Halt im Gedächtniß Jesum Chrift Heiland! deine Menschenliebe Hellger Geift, du Himmelslehrer Heil uns, aus unsrer Sündennoth Herr, allerhöchster Gott! bei dem Herr, deine Aumacht reicht so weit Herr, deine Sanftmuth ist nicht Herr, der du deinen theuren Sohn Herr, der du mir das Leben 378 479 338 20 87 286 462 432 10 19 515 213 17 57 434 363 466 396 39 29 124 72 325 82 458 177 365 171 223 121 201 96 313 26 551 187 467 herr, biz tran ich; auf der Erde Herr, du bist meine Zuversicht Herr, du erforscheft mich; dir din Herr, du fährt mit Glanz und Herr, du hast deinem Reich Herr, du tenneft mein Verderben Herr, erhöre meine Klagen Herr, es ist von meinem Leben Herr, Gett, du bist die Zuflucht Herr, höre mein Gebet um deiner Herr, ich hab aus deiner Treu' Herr Jefu Chrift, du höchftes Out Herr Jefu, beiner Glieder Ruhm Herr Jesu! Gnabensonne! wenn Herr Jesu! send uns deinen Geift perr, la boch mich recht feierlich Herr, laß mich doch gewissenhaft Herr, lehre mich, wenn ich der Herr, mache meine Seele fiille Herr, mein Erlöser! nur von dir Herr, meiner Geelen großen Berth Herr, mein Licht! erleuchte mich here! mein Licht, mein hell und Berr, mein Verföhner! der du per, ohne Glauben fann fein M. Herr! stärte mich, dein Leiden zu perr, unfer Gott! dich loben wir perr, unser Gott, wer ist bir gleich Herr wir stehen hier ver dir Heute, sprach mein Heiland, heute Hier bin ich, Jefu! zu erfüllen ter ist noch unfre Prüfungszeit Register. 386 271 23 188 47 81 407 476 21 282 535 291 182 336 8 112 514 497 384 346 499 12 459 550 305 132 456 40 221 147 233 507 hier liege ich zu deinen 8.-B. 9 233 546 334 288 Hilf, Jesu! daß ich meinen N. hilf mir, mein Gott! verleihe Höchster! dent ich an die Güts bfter Gott! wir danken dir Sit erwünschtes Seelenleben pesianne, Davids Sohn! der in Säter! wird die Nacht der Sünden 320 183 297 452 348 258 219 76 382 328 194 236 237 267 255 Jauchze, auserwählt Geschlechte 3 mer Günder, wer bin ich Sh bin ein Chrift: Gott ist mein S btn getauft auf deinen Namen 3 bm, Gett, bein Eigenthum 3 banke dir von ganzem Herzen Ich danke meinem Gott, der mir I dent an dein Gerichte, du 3 erhebe mein Gemüthe sehns. Ich seh in tieffter Reue zu deiner Ich freue mich der frohen Beit Ich freue mich, mein Gott, in 3 glaub an Gott; hoch sel 303 I habe, Gott! mir ernfilich Ich habe nun den Grund gefunden Ich hab in guten Stunden des 3 hoff, Gett, mit feftem R. 3 tomme, Friedensfürst! zu dir Ich komme, Herr! und suche big Ich tomme vor bein Angesicht 335 92 523 246 307 225 409 So preise dich, Herz, mein Hell 232 299 292 16457 248 Ich schäme mich ver beinem Theen Ich fings meine Serien Luft Ich wei, on wen mein Glaub Ich weij, Gott! mein ganzes Ich weis wohl, ich selbs Ich weiß gewis, das mein Griöfer I will dich noch im Tod erheben I will, mein Gott, du König Jehovah herrscht mit Majestät Jehovah, Herr und Stönig ber Jefu, Arzt tobttranfer Seelen Jesu, daß du meine Seele selbst Jesu, durch dein Blut und Bunden Jesu, meine Freude! bester Troß Jesu, meiner Seelen Retter Jesus Chriftus, unser Heiland Jesu, sich mich an in Gnaden Jesus lebt, mit ihm auch ich Jefus meine Liebe lebt, dem es i Jesus meine Zuversicht und mein Jesus nimmt die Sünder an Ihm, der das Licht entstehen hieß Ihr Chriften rühmt, erhebt und Ihr, die ihr wart verloren! hört Ihr Frommen, auf! die ihr die Ihr Knechte Gottes, lobt den perrn Ihr trüben Sorgen weicht, den Ihr Völker, jauchzt mit frohem Ihr Völker in der ganzen Welt Ihr Böller, stimmet nun mit Fr. In allen meinen Thaten laß ich In deinem Ramen, Herr Chrift Raum steigt gu Ihrem frohften Lauf Rein Lehrer ist bir, Sesu, gleich Rönig, bem fein König gleichet Kommt betend eft, und mit Vergn. Komm heiliger Geift, erfüll die Komm, Gott Schöpfer heilger Romm, fomm, du self des 2. Kommt her, Mühselge, femmt Kommt, laßt euch den Herren L. 330 161 541 63 429 79 310 162. 319 401 164 HE 172 167 276 308 198 II 442 477 439 184 118 62 425 163 120 189 399 1 197 204 352 327 143 201 516 299 567 103 2aß deinen Geifi mich stets, mein Laß doch, o Jefu la dein Reich 2aß mich doch nicht, Gett! den Laß mich doch, o mein Gett! bie Laß mich, Höchster! darnach streben Laßt uns unsern Gott lobfingen Schre mich, Herr! recht bedenken Liebster Jesu! Gnadenfenne, meineé Liebster Jesu, Xreft der Herzen Liebster Jesu! wir sind hier, diğ 2od, Ehre, Preis und Dant fet' 2ob, Chr und Preis dem höchsten gobet den Herren, alle Heiden 2oblinge, meine Seele, dem B. Lobinge Gott mit wahrem Ind. Sobt Gott, ben Gott der Stärfe gobt Gott, der und den Frühling 68 2obt, lebt den Herrn, the Nationen 442 601 412 289 4 97 449 444 166 440 300 M. Mache dich, mein Geist, bereit Mag doch der Spötter Herr des Man betet, Herr, in 3ions Stille Mein Auge sieht, o Gott zu dir Mein Bundesgott! ach, unterweise Meine Lebenszeit verstreicht, stündl. Meinen Jesum laß ich nicht, da Mein Erlöser! der du mich dir Mein Erlöser! Gottes Sohn, ber Mein Erlöser hängt am Kreuz Mein erster Wunsch, mein innigft. Mein erft Gefühl sei Preis und Meine Seel ermuntre dich, Jesu Meine Stimme ruft zur Höhe Mein ganzer Geist, Gott! wird Mein Geift erstaunt, mächtiger Mein Geift soll nun in Gott allein Mein Gott! ach, Lehre mich erk. Mein Gott, dir ist bewußt die Mein Gott, du wohneft zwar im Mein Heiland! deine Größe geht Mein Heiland lebt. Er hat die Mein Heiland! wenn mein Geift Mein Herz, ermuntre dich nun Mein Herz, ermuntre dich zum Mein Hort ist Gott! ihn laß ich Mein Jesu, du hast unsre Schuld Mein Jesus ist mein Leben. Reißt Mein Jesus sigt zur rechten Hand Mein Jesus triumphiret, unb Mein Leben ist ein Pilgrimstand Mein Lebensfirst! nun kann ich Mein Lebensfürft! zeig mir in Mein Salomo! det freundliches Mein treuer Gott, dein gutes Mein Vater, und mein Gott, der Menschen iste gesept, zu sterben Mit Ernst, o Menschenkinder, das Mit Seußen flag ich dir, mein N. Nach einer Prüfung turzer Tage Nach meiner Seelen Seligkeit nicht, daß ichs schon ergriffen nie bist du, höchster, von uns Nie will ich dem zu schaden suchen Rimm Gott, dem wir vertrauen Roch bin ich dein Gaft, o Erbe Noch immer wechseln orbentlich Roch läßt der Herr mich Leben Roch nie haft bu bein Wort gebr. Run, Chriften! Laßt uns fröhlich Nun danter alle Gott, mit Herzen Nun habe Dank für deine Liebe Mum t es alles wohlgemacht Stur Liebe ohne Heuchelei zeigt D Chrifte, eingeborner, von D Christenheit! sei hoch erfreut Derhabner Gott, an Macht und Register. 506 312 50 58 324 536 315 220 138 140 473 470 134 397 277 366 377 341 83 355 181 268 269 460 364 374 319 542 180 178 273 130 538 245 256 340 275 100 4115 278 500 504 28 552 66 262 59 471 31 93 450 234 151 547 94 113 368 D Fremd, ber meine Schuldenlaft D Friedensfürft aus Davids Dft denkt mein Herz, wie schwer D Gott, den alle Himmel ehren D Gott des Himmels und der E. D Gott! des gnadenvoller Rath D Gott, des starte hand die M. D Gott, du bist die Liebe! Dein D Gott! du bist mein Preis und D Gott, du frommer Gott, du D Gott, es fehlt uns Kraft und D Gottes Lamm, unschuldig am D Gottes Sohn, Herr Jesu Chrift D Gottes Sohn und Menschenkind D Gott! gib dein Gericht dem K. D Gott, wer ist dir gleich! wie D großer Gott! der alle Ding Dheiligste Dreieinigkeit, nach W. D Herr, mein Gott, durch den D Herr und Schöpfer unsers Lebens DHöchster! deffen Kraft Luft DJesu, Brunnquell aller Freuden DKönig! deffen Majestät fich D Liebesglut, wie kann ich dich D Menschenfreund, o Jesu D Seele, schaue Jesum an! hier D Tod, wo ist dein Stachel nun Dunser Gott, wie voll ist deiner D Bater, allerhöchster Gott! daß D Vater der Barmherzigkeit bei D Bater! groß im Himmelreich Dwelch ein Leiden, das mich Dwelch ein unschäßbares Gut Welt! sich hier dein Leben am Dwie unaussprechlich selig werden D, wohl dem Menschen, der dem D Wandergott! der alles schafft P. Preiset Gott in allen anden Preis, Preis sei Gott! und GHAT 154 105 343 43 45 431 35 34 402 411 404 136 306 106 185 369 27 41 390 60 427 125 293 98 226 351 159 74 403 246 406 435 503 139 280 242 54 165 249 Dual und Angst muß h empfinden 417 Schafft, Schaffet Menschenkinder 285 Schau, großer Herr der Herrlichkeit 175 Schön Sie ugend, mein Verl. 344 Schöpfer aller Menschenkinder 240 Schon ist der Tag von Gott bestimmt Schon ruhet auf den Feldern, in Schüge ble Deinen, die nach dir Schwing bich auf gen Golgatha Seele! du mußt munter werden Seele, sei zufrieden! was dir Gott Seele, willst du Ruhe finden Selig, Gott! sind die, die nun Seht den leidenben Gerechten Seht, welch ein Mensch! ach seht Sei feurig, Seele, Gott zu loben Sei gnädig, herr nach deiner Sei hochgepriesen, heer! für 195 487 212 142 472 385 234 263 146 129 51 281 144 Set, Seele! ftark und unverzagt Sei zufrieden, mein Gemüthe So fliehen unsre Tage hin! auch So gehst du, Jesu! williglich So jemand spricht: ich liebe Gott So ist von meiner kurzen Pilgr. Soll sich mein Geift, o Gott! zu Sollt ich meinem Gott nicht singen Sorge doch für meine Kinder So schlummerst du in stiller Ruh So wahr ich lebe! spricht dein G. Stimmt unserm Gott ein Loblied Strafe nicht, o Heiligster! mich Straf, o Herr! mich nicht im Sucht man die Freundschaft in der Sünder! willst du sicher sein Tag, den mir der Herr gemacht Freuer Hirte deiner Heerde, du 11. Um Gnade für die Sünderwelt Unermeßlich ewig ist Gott der Unschuldger Jesu! was hast du Unser Heiland steht gebunden Unumschränkte Liebe, gönne V. Berborgner Gott! dem nichts verb. Verleih uns Frieden gnädiglich Vernimm, o Gott! vernimm mein Boll Glauben will ich zu dir beten Bon dir kommt jede gute Gabe Von ganzer Seele preis ich dich Bon Gott will ich nicht lassen Bor dir, o Gott, sich findlich W. Wach auf, mein Herz! auf, träger Wach auf, mein Herz! und singe Wachet auf! so ruft die Stimme Wachet auf vom Schlaf, ihr S. Warum sollt ich mich denn grämen Was Gott thut, das ist wohlgethan Was grämst du dich, mein blödes Was hilfts, daß ich mich quäle Was ich nur Gutes habe, ist deine Was ist das Leben hier auf Erden Was ist mein Leben auf der Erde Was ist mein zeitlich Leben, das Was ists daß ich mich quäle Was ist vor deinem Angesichte Was soll ich ängstlich klagen, und Was sorgft du ängstlich für dein 2. Beicht, ihr Berge! fault thr H. Welch hohes Beispiel gabst du mir Wenn Chriftus seine Kirche schüßt Wenn der Sünder hat mißhandelt Register. 521 61 480 126 544 465 353 445 433 153 300 454 302 424 316 296 228 217 141 22 131 128 38 526 415 244 372 400 414 395 370 301 Wenn ich ein gut Gewiffen habe 496 485 329 555 314. 410 380, 251 Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht 44 Wenn zur Vollführung deiner Pflicht 326 Wer bin ich? welche wichtge Frage Werde munter, mein Gemüthe Wer darf in deine Hütte gehen Wer dieser Erden Güter hat, und Wer, Gott! dein Wort nicht hält Wer kann, Gott, je was Gutes Wer nur den lieben Gott läßt w. Wer unter Gottes Schatten ruht Wie Christus selbst zum Jordan Wie ein Geschwäg des Tags Wie fleucht dahin der Menschen Wie getroft und heiter, du Gebened. Wie gnädig warst du, Gott, vor Wie göttlich sind doch Jesu Lehren Wie groß ist deine Menschenliebe Wie groß ist des Aumächtgen Güte Wie groß ist unsre Seeligkeit 392 218 85 86 250 419 123 227 33 247 318 265 488 116 361 Wie herrlich strahlt der Morgenstern Wie komm ich doch, mein Heil Wie lang darf ich noch säumen Wie lang soll ich traurig stehen Wie lieb ift mirs, daß Gott zu Wie lieblich ist doch, Herr, die Wie mannigfaltig sind die Gaben Wie selig bin ich, wenn mein Geist Wie felig, Gott! wie selig ift Wie selig, Herr! ist der Gerechte Wie selig lebt ein Mensch, der 490 508 356 238. Wie sicher lebt der Mensch, der Wie soll ich dich empfangen, o Jesu Wie sollt ich dich, mein Gott Wie theuer, Gott! ist deine Güte Wie treu, mein guter Hirte 168 478 272 196 524 525 391 389 Wie ungewiß ist, Herr, das Ziel Wie wichtig ist doch der Beruf Wie wird mir dann, mein Heiland Wie wohl ist, Jesu, meiner Seelen Will mich, o Gott, hienieden des Wiuft du der Weisheit Quelle Willst du die Buße noch, die Gott Wirf, blöder Sinn! den Kummer Wir freuen uns, Herr Jesu Chrift Wir Menschen sind von selbst Wo find ich Gott, den meine Seele 498 Wo flieh ich Sünder hin, der ich 529 Wohlan, mein Herz, sei stets bereit 527 Wohl auf, mein Herz! wohl auf 511 Wohl dem, der beßre Schäße liebt 528 Wohl dem, der richtig wandelt 73 394 533 32 350 214 294 Wohl dem Menschen! der von Herzen Womit soll ich dich wohl loben Wort aus Gottes Munde! Wort Wo soll ich hin? wer hilfet mir? 345 553 537 115 357 241 30 T 539 77 264. 253 520 371 298 114 179 6 3541 322 360 402 513 558 381 446 89 321 3. 3ur Arbeit, nicht zum Müssiggang 517 302 II. Verzeichniß der in diesem Gesangbuche vorkommenden Melodieen, nach der Reihenfolge der Lieber. Anmerkung. Unter der Bezeichnung, Neue Melodie werden diejenigen Melebicen verstanden, welche im Jahre 1770 von Becker, im Jahre 1845 von Wiegand neu angefertigt worden sind. Legtere sind mit bezeichnet). 1. Reue Melodie( seit 1835). 1. Kemm heiliger Geist, erfüll. 2. O Gott, du unser Vater bist. 12. Gott, der du unser Vater bist. 3. Herr Jesu Christ, dich zu uns w. 3. Herr Jesu, send uns deinen Geist. Kann auch nach Nr. 13, 109, 197, 211 und 436 gesungen werden. 4. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. Liebster Jesu, wir sind hier. 5. Höchster Gott, wir danken dir. 12. Herr, mein Licht, erleuchte mich. 20. Gott, bu bist von Ewigkeit. 134. Meine Seel ermuntre dich. 202. Gott, bu haft in deinem Sohn. 220. Mein Erlöser, der bu mich. 221. Herr, wir stehen hier vor bir. 6. Es ist das Heil uns kommen her. 6. Wir Menschen sind von selbst, o G. 77. Wie wichtig ist doch der Beruf. 252. Gin Pilger bin ich in der Welt. 291. Herr Jesu Christ, du höchstes G. 304. Gs ift bas Heil uns kommen her. 351. D Seele, schaue Jesum an. 464. Du Gett, du bist der Herr der. 514. Herr, laß mich doch gewissenhaft. Rönnen auch nach Nr. 15, 30, 119 u. 215 gesungen werden. 7. Wer nur den lieben Gott läßt w. 7. Dein Wort, o Höchster, ift volt. 11. Der du das Dasein mir gegeben. 25. Du weiser Schöpfer aller Dinge. 31. Noch nie haft bu bein Wort gebr. 45. D Gott des Himmels und der E. 53. Fürwahr, bu bist, o Gott, verborg. 60. D Herr und Schöpfer unsers. 70. Dein bin ich, Gott, dein ist mein. 73. Bas ist vor deinem Angesicht. 92. Ich habe nun den Grund gefund. 148. G6 ift vollbracht! so ruft am R. 241. ie theuer, Gott, ist deine G. 276. Es ist noch eine Ruh vorhanden. 279. Du gabft mir, Ewger, biefes. 286. Gott, hilf mir, daß ich Buße thu. 338. Gott, dir gefällt fein gottlos. 341. Mein Gott, ach lehre mich ert. 355. Mein Gott, du wohneft zwar. 370. Vor dir, o Gott, sich findlich. 380. Wer nur den lieben Gott läßt. 396. Gott sorgt für mich, mas soll. 399. Komm betend oft und mit Vergn. 420. Gs zieht, o Gott, ein Kriegesm. 460. Mein Herz ermuntre dich nun. 496. Wer bin ich, welche wichtge. 529. Was ist das Leben hier auf E. 532. Gs eilt der legte von den Tagen. 534. Du herr und Meißter meiner. Können auch nach Nr. 42, 72 und 234 gesungen werden. 8. Gott, du frommer Gott. 8. Du willst, Gott, daß mein Herz. 129. Seht, welch ein Mensch, ach seht. 185. D Gott, gib dein Gericht. 282. Herr, höre mein Gebet. 298. Biust du die Buße noch. 299. Laß mich doch, o mein Gott. 305. Herr, ohne Glauben tann. 312. Mag doch der Spötter Heer. 313. Herr, allerhöchster Gott. 340. Mein Vater und mein Gott. 388. Gs hilft uns unser Gott. 411. D Gott, du frommer Gott. 419. Wie gnädig warst du, Gott. 469. Ein Jahr der Sterblichkeit. 489. Der Tag ist wieder hin. 495. Dein Wia ists, großer Gott. 516. Du hast uns, Herr, die Pflicht. 553. Wie felig lebt ein Mensch. Können auch nach Nr. 9 gesungen werden. 9. Nun dantet alle Gott. 9. Gelobt seift du, o Gott. 14. Xnbetungswürdger Gott. 23. Herr, du erforscheft mich. 75. Xllmächtig großer Gott. 99. Es lag bie ganze Welt. 328. Jch banke meinem Gott. 342. Du sagst, ich bin ein Chrift. 402. Wehl auf, mein Herz, wohl auf. 427. D pöchster, beffen Kraft. 450. Mun banket alle Gott. Melodieen- Verzeichniß. 451. Durch dich, großer Gott. 461. Prohloder, jung und alt. 512. 2aß mich doch nicht, o Gott. 545. Gib mir, o Gott, ein Herz. Können auch nach Nr. 8 gesungen werden. 10. Ach Gott und Herr. 10. Gott ist mein Hort. 290. X Gott und Herr. 13. Pfalm 100 der Lob. Mel. 13. Der Spötter Strom reift. 58. Mein Nuge sieht, o Gott, ju. 85. Wie ein Geschwäß des Tags. 409. Sch tomme vor dein Angesicht. 537. Wie sicher lebt der Mensch. 547. Nur Liebe ohne Heuchelei. Können auch nach Nr. 3, 109, 197, 211 und 436 gesungen werden. 15. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 15. Der Herr ist Gott und feiner. 39. Gott unserm Gott allein sei. 44. Wenn ich, o Schöpfer, deine M. 52. Dir, unserm Gott, ist niemand. 96. Heil uns, aus unsrer Sünd. 98. D Liebesglut, wie kann ich. 168. Bach auf, mein Herz! auf. 180. Mein Jesus sigt zur rechten. 184. Thr Völter in der ganzen Welt. 223. halt im Gedächtniß Jesum Chr. 232. Ich preise dich, o Herr, mein H. 268. Mein Heiland lebt; er hat die. 332. Dein bin ich, Herr, dir will ich. 442. Ihr Knechte Gottes, lobt den. 449. Lob, Ghr und Preis dem Höchst. 454. Stimmt unserm Gott ein Lobl. 466. Gott ruft der Sonn und schafft. Können auch nach Nr. 6, 30, 119 u. 215 gesungen werden. 16. Pfalm 8 der Lobw. Mel. 16. Erhabner Gott, was reicht. 21. Herr Gott, du bist die Zuflucht. 27. D großer Gott, der alle Ding. 74. D unser Gott wie voll ist dein. 154. D Freund, der meine Schuld. 239. X, shone doch, o großer. 390. D Herr, mein Gott, durch den. 473. Mein erster Wunsch, mein. 483. Der Tag ist hin, du aber, Jesu. 17. Neue Melodie. 17. Gott, mache du mich selbst. 24. XUwissender, vollkommner. 40. Herr, unser Gott, wer ift dir. 106, D Gottessohn und Menschenkind. 331. Bewahre mich, Herr, daß der. 337. Der du Verstand und Zugend. 403. D Bater, allerhöchster Gott. Können auch nach Nr. 218 ges fungen werden. 18. Psalm 27 der Lobw. Mel. 18. Xuf, auf mein Geift, auf! 63. Jehovah herrscht mit Majestät. 19. Neue Melodie. 303 19. Gott ist mein Lied. 22. Gott sei Dank in aller Welt. 22. Unermeßlich ewig ist. 26. Machs mit mir Gott nach deiner. 26. Herr, beine Almacht reicht so. 28. Nie bist du, höchster, von uns. 122. Du wesentliches Ebenbild. 271. Herr, du bist meine Zuversicht. 314. Ber, Gott, dein Wort nicht. 349. Bald oder spät des Todes. 350. Welch hohes Beispiel gabst. 513. Wohl dem, der beßre Schäße. 544. So jemand spricht, ich liebe. 555. Wer dieser Erden Güter hat. 29. Freu dich sehr, o meine Seele ( Psalm 42 der Lob. Mey). 29. Gott, vor deffen Ungesichte. 91. Ewge Liebe, mein Gemüthe. 128. Unser Heiland steht gebunden. 152. Jefu, durch dein Blut und. 165. Preiset Gott in allen Landen. 188. Herr, du fährst mit Glanz und. 206. Ebler Geist im Himmelsthrone. 207. Geist vom Vater und vom. 217. Treuer Hirte deiner Heerde. 285. Schaffet, schaffet, Menschent. 288. Höchster! bent ich an die Güt. 327. Kommt, laßt euch den Herren. 412. Liebster Jesu, Gnadensonne. 468. Xbermal ein Jahr verfloffen. 501. Lehre mich, Herr, recht bedenken. 540. Uch, Herr, Lehre mich bedenken. Können auch nach Nr. 116 ge= fungen werden. 30. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. Gerechter Gott, vor dein Gericht. 41. D heiligste Dreieinigkeit. 68. Lobt Gott, der uns den Frühl. 71. Dir, Gott, sei Preis und Dank. 93. Nun, Christen, laßt uns fröhl. 159. D Tod, wo ist dein Stachel. 170. Freiwillig hast du dargebracht. 195. Schon ist der Tag von Gott. 216. D Bater der Barmherzigkeit. 257. Getrost, mein Herz, verjage. 258. Ich bin ein Chrift, Gott ist. 503. D welch ein unschäßbares Gut. 515. Gott ists, der das Vermögen. Rönnen auch nach Nr. 6, 15, 119 u. 215 gefungen werden. 32. Gott des Himmels und der E. 32. Beicht, ihr Berge, fallt ihr H. 117. Gott der Juden, Gott der Heiden. 304 204, Romm, o tomm, du Geift des. 393. Auf, mein Geift, dem Herrn. 479. Gott des Himmels und der G. Melodieen- Verzeichniß. 33. Psalm 66 der Lobw. Mel. 33. Wie groß ist des Aumächtgen. 51. Sei feurig, Seele, Gott zu. 64. Erhebet Gott durch neue Lieber. 118. Ihr Völker, stimmet nun mit Fr. 198. Ihr Chriften, rühmt, erhebt. 379. Der ewge Gott und höchfte. 416, Du bist ja, Jesu, meine Freude. 34. Neue Melodie.( Ursprünglich: Nun lob, mein Seel, den H.) 34. D Gott, du bist die Liebe. 166. Lobsinge, meine Seele. 181. Mein Heiland, deine Größe. 448. Xuf, meine Seele, singe. 35. Wie schön leuchtet der Morgenst. 35. D Gott, des starke Hand die W. 105. D Friedensfürst aus Davids St. 187. Herr, der du deinen theuren. 247. Wie groß ist unsre Seligkeit. 264. Wie wird mir dann mein Heil. 277. Mein ganzer Geist, Gott. 318. Wie herrlich strahlt der Morgenst. 432. Gott ist es, deffen weisſer Rath. 475. Dich seh ich wieder, Morgenlicht. 36. Psalm 36 der Lobw. Mel. 36. Gott, deine Huld und Gütigkeit. 37. Neue Melodie. 37. Getreuer Gott, wie viel Geduld. 135. Erfülle, Herr, doch selbft mein. 203. Dir, Bater, dankt mein Herz. 543. Der du die Liebe selber bist. Rönnen auch nach Nr. 97 ges fungen werden. 38. Wunderbarer König. 38. Unumschränkte Liebe. 42. Neue Melodie. 42. Die Himmel rufen, jeder ehret. 43. D Gott, den alle Himmel ehren. 251. Wenn ich ein gut Gewiffen. 362. Du Bater deiner Menschenkinder. 364. Mein Herz, ermuntre dich zum. 382. Ich danke dir von ganzem Herzen. 428. Des Donners schreckendes. 490. Wie lieblich ist doch, Herr, die. 541. Ich will dich noch im Tod erheben. Können auch nach Nr. 7, 72 und 234 gesungen werden. 46. Psalm 140 der Lob. mel. 46. Die Himmel rühmen Gottes. 303. Ich glaub an Gott, hoch fet. 323. Grheb dein Herz, thu auf die. 329. Wer darf in deine Hütte gehen. 372. Boll Glauben will ich zu bir. 426. Bringt her, ihr mächtigen. 443. 2obt, lobt den Herrn, ihr. 447. Du bifts, dem Ruhm und Dank. 519. Entehre nicht mein Herz mit. Können auch nach Nr. 295 und 531 gesungen werden. 47. Jesus meine Zuversicht. 47. Herr du haft in deinem Reich. 107, Gottes und Marien Sohn. 142. Schwing dich auf gen Golgatha. 228. Tag, den mir der Herr gemacht. 263. Selig, Gott, sind die, die nun. 270. Jesus meine Zuversicht. 309. Jesus nimmt die Sünder an. 434. Gott, mein Vater, Dank sei dir. 535. Herr, ich hab aus deiner Freu. 536. Meine Lebenszeit verstreicht. Können auch nach Nr. 156 ge= fungen werden. 48. O Welt, ich muß dich lassen. 48. Du Herr der Seraphinen. 62. In allen meinen Thaten. 88. Die Herrlichkeit der Erden. 139. D Welt, sich hier dein Leben. 150. Frohlocke, mein Gemüthe. 367. Dir bank ich für mein Leben. 394. Was soll ich ängstlich tlagen. 467. Herr, der du mir das Leben. 487. Schon ruhet auf den Feldern. 498. Was ich nur Gutes habe. 502. Ein ruhiges Gewissen. 511. Was ist mein zeitlich Leben. 520. Wiu mich, o Gott, hienieben. 523. Ich hab in guten Stunden. 528. Was ists, daß ich mich quäle. 554. Du aller Menschen Bater. 49. Psalm 33 der Lobw. Mel. 49. Ihr Frommen, auf! die ihr die. 125. O Jesu, Brunnquell aller Fr. 482, Gepriesen, Gott, sei dein Erb. 50. Psalm 65 der Lobw. Mel. 50. Man betet, herr, in 3ions. 213. Gott ist uns Stärt und Schus 552. Nie will ich dem zu schaden. 54. Psalm 62 der Lobw. Mel. 54. D Wundergott, der alles schafft.. 377. Mein Geift soll nun in Gott. 391, Was grämst du dich, mein. Können auch nach Nr. 283 ge= fungen werben. 55. Neue Melodie. 55. Ich wil, mein Gott, bu König. 137. Gott, der du für uns beinen. 143. 2aß beinen Geift mich stets. 144. Sei hochgepriesen, Herr, für. 209. 2aß doch, o Jefu, laß bein.. Melodieen- Verzeichniß. 212. Schüße die Deinen, die nach. 249. Preis, Preis sei Gott und. 335. Ich habe, Gott, mir ernstlich. 353. Soll sich mein Geist, o Gott, zu. 441. Gelobt sei Gott, ihm will ich. 484. Entflohen sind auch dieses. 491. Dieß ist der Tag zum Segen. 518. Gott, du bleibst ewig unfrer. 522. Gin Herz, o Gott, in Leid und. 546, Hilf, Jesu, daß ich meinen. Können auch nach Nr. 131 ges fungen werden. 56. Von Gott will ich nicht lassen. 56. Gott, der an allen Enden. 100. Mit Ernst, o Menschenkinder. 395. Von Gott will ich nicht laffen. 422. Du reicher Gott der Armen. Können auch nach Nr. 101, 301 und 429 gesungen werden. 57. Balet will ich dir geben. 57. Gott, meine ganze Seele. 111. Shr, die ihr wart verloren. Können auch nach Nr. 66 und 67 gesungen werden. 59. Mein Gott, das Herz ich bringe. 59. Noch immer wechseln ordentlich. 76. Ich bin, o Cott, dein Eigenth. 242. wohl dem Menschen, der dem. 356. Wie selig bin ich, wenn mein. 366. Mein Geift erstaunt, Almächt. 457. Ich finge meiner Seelen Lust. Können auch nach Nr. 102 und 480 gesungen werden. 61. Neute Melodie. 61. Sei zufrieden, mein Gemüthe. 103. 2aßt uns unserm Gott lobsingen. Können auch nach Nr. 524 ge= fungen werden. 65. Psalm 97 der Lobw. Mel. 65. Der König aller Welt. 66. Psalm 130 der Lobw. Mel. 66. Nimmt Gott, dem wir vertr. Kann auch nach Nr. 57 u. 67 gesungen werden. 67. Ach Herr, mich armen Sünder. ( Herzlich thut mich verlang.) 67. Befiehl du deine Wege. 115. Wie sou ich dich empfangen. 133. Der du voll Blut und Wunden. 193. Bebenke, Mensch, das Ende, 194. Ich dent an bein Gerichte. 237. Ich fleh in tieffler Reue. 260. Gern will ich mich ergeben. 383. Christ, alles was dich fränket. 471. Noch läßt der Herr mich leben. 488. Wie lang darf ich noch säumen. 305 558. Wohl dem, der richtig wandelt. Können auch nach Nr. 57 und 66 gefungen werden. 69. Psalm 89 der Lobw. Mel. 69. Durch so viel Schein gestärkt. 72. Neue Melodie. 72. Gott werde stets von dir erh. 123. Wie göttlich sind doch Jesu 2. 219. Ich bin getauft auf deinen. 233. Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen. 235. Gott, deine Gnad ist unser 2. 344. Schön ist die Tugend, mein. 354. Wo find ich Gott, den meine, 371, Willst du der Weisheit Quelle. 374. Mein Hort ist Gott! ihn lap. 384. Herr, mache meine Seele ftille. 398. Dein Heil, mein Geißt, nicht. 504. Nicht, daß ichs schen ergriffen. 505. Damit ich meine Seele rette. 508. Wie mannigfaltig sind die Gaben. 526. Verborgner Gott, dem nichts. Können auch nach Nr. 7, 42 und 234 gesungen werden. 78. Auf meinen lieben Gott. 78. Du, der kein Böses thut. 83. Mein Gott, dir ift bewußt. 322, Wo flich ich Sünder hin. Können auch nach Nr. 463 gt= fungen werden. 79. Pfalm 38 der Lobw. Mel.( Meine Armuth macht mich schreien.) 79. Jesu, Arzt todtkranker Seelen. 80. Ach, was bin ich, mein Erretter. 297, Hüter! wird die Nacht der S. 325. Gott, wie rein ist deine Lehre. 424. Straf, o Herr, mich nicht im. 472. Geele, du mußt munter werden. 81. Beuch mich, zeuch mich mit den ( Unser Herscher, unser Kön.) 81. Herr, du kennest mein Verderb. 124. Gott, was muß dein Sohn. 287, Dir allein hab ich gesündigt. 462. Gott im Himmel und auf E. 82. Alle Menschen müssen sterben. 82. Großer Gott, erhabnes Wefen. 127. Gottes Lamm, durch deffen. 177, Großer Mittler, der zur Rechten. 236. Sch erhebe mein Gemüthe. 240, Schöpfer aller Menschenkinder. 262, Noch bin ich dein Gast, o Erde. 275. Menschen ists gefeßt, zu sterben. 280. wie unaussprechlich selig. 310. Jefu, daß du meiner Seele. 311. Jefu, fich mich an in Gnaden. 317. Gins ist noth, ach Herr, dies. 347. Du, der Herz und Nieren. 20 Vielodieen- Verzeichniß. 306 378. Gott der Wahrheit, deffen. 386, herr! dir trau ich auf der Erde. 438. Dir, mein Gott, wia ich lobsing. 446. Womit soll ich dich wohl loben. 557. Laß mich, Höchster! darnach str. 84. Psalm 51 der Lobw. Mel. 84, Die Quell, woraus der Mensch. 130. Mein Lebensfürst! nun tann ich. 226. D Menschenfreund, o Jesu. 281. Sei gnädig, Herr, nach deiner. 86. Neue Melodie.( Ursprünglich: Ich hab mein Sach Gott). 86. Wie fleucht dahin der Menschen. 87. Gott hab ich alles heimgestellt. 89. Jesu meine Freude. 89, Wort aus Gottes Munde. 250. Wie getroft und heiter. 319. Sesu meine Freude, 385. Secle, set zufrieden. 90. Durch Adams Fall ist ganz. 90. Durch Abams Fall ist erst verd. 334, hilf mir, mein Gott. 343. Dft denkt mein Herz, wie. Können auch nach Nr. 222 ges fungen werden. 94. Herr 94. Christ, der einge Gottes. Christe, Eingeborner. 158. Der Held hat überwunden, 336. Herr Jesu, Gnadensonne. * 95. Neue Melodie.( O Trostwort, das uns Leben gibt.) 95, Gedanke, der uns Leben gibt. 97. An Wasserflüssen Babylon.( Ein Lämmlein geht und tr.) 97. 2ob, Ehre, Preis und Dank. 126. So gehst du, Jesu, williglich. 149. Erhebe vom Geräusch der Welt. 225. Sch tomme, Herr, und suche dich. 229. Du, Herr, haft aus Barmherz. 293. D König, dessen Majestät. 339. Erbarm dich, Herr, du kennst. Können auch nach Nr. 37 ges fungen werden. 101. Neute Melodie. 101. Erhebt den Herrn, thr Frommen. 174. Der Herr fährt auf gen Himmel. 178. Mein Jesus triumphiret. 455. Lobt Gott, den Gott der Stärke. Können auch nach Nr. 56, 301 und 429 geſungen werden. 102. Neue Melodie. 102. Also hat Gott die Welt geliebt. Kann auch nach Nr. 59 und 480 gesungen werden. 104. Gelobet feist du, Jesus Christ. 104. Gelobet feist du, Jesus Chrift. 108. Neue Melodie.( Ursprünglich: Sollt ich meinem Gott nicht). 108. Der du uns das heil errungen. 445. Sollt ich meinem Gott nicht. 109. Vom Himmel hoch da komm. 109. Dies ist der Tag, den Gott. 162. Dich bet ich an, erstandner H. 163. Kaum steigt zu ihrem frohsten. 169. Erinnre dich, mein Geist, erfr. 176, Auf, Jesu Jünger, freuet euch. 179. Wir freuen uns, Herr Jesu Chrift. 186, Die Erd und was darinnen ift. 210, Gott, der uns immer Gutes. 431, D Gott, des gnadenvoller Rath. 439. Ihr Völker, jauchzt mit frohem. 493, Dies, Christen, ist der Tag des. Können auch nach Nr. 3, 13, 197, 211 und 436 gesungen werden. 110. Neue Melodie.( Ursprünglich: Ermuntre dich mein schwacher Geist). 110. Gott, deine Gnade sei gepreift. 539. Wie ungewiß ist, Herr, das 3. 112. Neue Melodie. 112. Herr, laß doch mich recht. 113. Christenheit, sei hoch erfreut. 114. Wirf, blöder Sinn, den Kummer. 116. Werde munter, mein Gemüthe. 116. Wie lang soll ia traurig stehen. 147. Heute, sprach mein Heiland. 200. Der du uns als Bater liebest. 363. Gott, mein Vater, deine Liebe. 433. Gorge doch für meine Kinder. 476. Herr! es ist von meinem Leben. 485, erde munter mein Gemüthe. 486. Xuf, o Seele, werde munter. Können auch nach Nr. 29 ges fungen werden. 119. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 119. Mein Jesu, du hast unsre Sch. 182. Herr Jesu, deiner Glieder Ruhm. 191. Er kommt, er tommt zum Weltger, 248. Ich weiß an wen mein Glaub. 306. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ. 321. Wo soll ich hin? wer hilfet mir. 376. Du hast, mein Vater und mein, 387. Der Herr ist meines Lebens. 404, D Gott, es fehlt uns Kraft und. 408. Gott, deine Güte reicht so weit. 500. Nach meiner Seelen Seligkeit. 517. 3ur Arbeit, nicht zum Müßigg. Können auch nach Nr. 6, 15, 30 und 215 gesungen werden. 120. Vater unser im Himmelreich. 120. Rein Lehrer ist dir, Sesu, gleich. 300. So wahr ich lebe, spricht bein. 406. D Bater, groß im Himmelreich. 507. Hier ist noch unsre Prüfungszeit. Melodieen- Verzeichniß. 121. Schmüde dich, o liebe Seele. 121. Heiland, deine Menschenliebe. 189. Rönig, bem fein König gleichet. 231. Seele, willst du Ruhe finden. 131. Herzliebster Jesu, was hast dit. 131. Unschuldger Jesu, was hast bu. 132. Herr, stärke mich, dein Leiden. 550. Herr, mein Versöhner! der du. 551. Herr, deine Sanftmuth ist nicht. Können auch nach Nr. 55 ge= fungen werden. 136. O Lamm Gottes, unschuldig. 136. D Gottes Lamm, unschuldig. 138. Christus, der uns felig macht. ( Schwing dich auf zu deinem). 138. Mein Erlöser, Gottes Sohn. 140. Meine Liebe hängt am Kreuz. 140. Mein Erlöser hängt am Kreuz 141. Herzlich lieb hab ich dich. 141. Um Gnade für die Sünderwelt. 224. Gelobt seist du, Herr Zebaoth. 269. Mein Heiland! wenn mein. 307. Ich komme, Friedensfürft, zu. 359. Der bu mich als Bater liebst. 145. Neue Melodie. 145. Begleite mich, o Christ. 146. Neue Melodie.( Kommt heraus, all ihr Jungfrauen). 146. Geht den leidenden Gerechten. 153. Der Ta ist hin, mein Geist. 153. So schlummerst du in stiller Ruh. 155. Am Kreuz erblaßt. 156. Dennoch bi b ich stets an dir. ( Meinen Jesum laß ich nicht). 156. Xuf, mein Herz! ein froher Tag. 172. Jefus lebt, mit ihm auch ich. 230. Dich, mein Sesu, Laß ich nicht. 315. Meinen Jesum laß ich nicht. 365. Habe deine Lust am Herrn. Können auch nach Nr. 47 ge= fungen werden. 157. Christ lag in Todesbanden. 157. Der Herr lag in das Grab gestr. Kann auch nach Nr. 160 ge= fungen werden. 160. Neute Melodie. 160. Bringt Preis und Ruhm. Kann auch nach Mr. 157 ges fungen werden. 161. Psalm 32 der Lobw. Mel. 161. Sh weiß gewiß, baß mein. 164. Jesus Christus, unser Heiland. 164. Jesus Christus, unser Heiland. 167. Hosianna, Davids Sohn. 167. Jesus, meine Liebe, lebt. 183. Hosianna, Davids Sohn. 307 171. Wachet auf! ruft uns die St 171. Hallelujah, Jesus lebet. 196. Bachet auf vom Schlaf, thr. 272. achet auf! so ruft die St. 452. Jauchze, auserwählt Geschlechte. 173. Auf diesen Tag gedenten wir. 173. An diesem Tag frohlocken wir. 190. Ewigkeit, Du Donnerwort. 190. Erhöhter Jefu, Gottes Sohn. 192. Der unsre Menschheit an sich. 197. Komm, o Gott, Schöpfer. 197. Komm, o Gott, Schöpfer, heilg. 175. Schau, großer Herr der Herrl 333. Dein Gott ist Majestät und. Können auch nach Nr. 3, 13, 109, 211 und 436 gesungen werden 199. Vater aller Gnade. 199. Gott, groß von Erbarmen. 201. Psalm 77 der Lobw. Mel. 201. Seilger Geift, du Himmelslehr. 294. Wenn der Sünder hat mißh. 397. Meine Stimme ruft zur H. 407. Herr, erhöre meine Klagen. 458. Großer Gott, Herr aller. 205. Nun bitten wir den heilgen G. 205. Des Baters und des Sohnes. 208. Eine feste Burg ist unser Gott. 208. Ein starker Schug ist unser. 211. Erhalt uns, Herr, bei deinem. 211. Erhalt uns, Herr, bei deinem. Kann auch nach Nr. 3, 13, 109, 197 und 436 gesungen werden. 214. Nene Melodie. 214. Wenn Christus seine Kirche. 215. Ach Gott vom Himmel sieh. 215. X Gott vom Himmel sich. 405. Mit Seufzen flag ich dir m. 421. X Gott, wir treten hier v. 425. In deinem Namen, o herr. 556. Die Bunge, die vernehmlich. Können auch nach Nr. 6, 15, 30 und 119 gesungen werden. 218. Christ, unser Herr, zum Jord. 218. Bie Christus selbst zum Jord. Kann auch nach Nr. 17 ges fungen werden. 20* 308 222. Pfalm 91 der Lobw. Mel. 1s Jefus jegund sterben w. er unter Gottes Schatten. Können auch nach Nr. 90 fungen werden. Mel obieen- Verzeichniß. 222. 392, ge= 227. Psalm 5 der Lobw. Mel. 227. Wie groß ist deine Menschenliebe. 234. Neue Melodie. 234. Nun habe Dank für deine. 278. Nach einer Prüfung furzer T. 346. Wie felig, Herr, ist der Ger. 357. Wie fout ich dich, mein Gott. 400, Bon dir tommt jede gute Gabe. 410. Wer tann, Gott, je was Gut. 609. Der Wollust Reiz zu widerstreb. $ 10. Des Leibes warten und ihn. 627. Was ist mein Leben auf der. Können auch nach Nr. 7, und 72 gesungen werden. 42 288, Kommt her zu mir, spricht. 238. Wie felig, Gott, wie felig ist. 246. Ich hoff, o Gott, mit frohem m. $ 52. Kommt her, Mühselge, kommt. 499. Herr, meiner Seele großen W. 548. Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit. 248. Psalm 1 der Lobw. Mel. 243. Der Herr ist gut, in dessen Dienst. 244, Neue Melodie. 244. Vernimm, o Gott! vernimm. 245, Pfalm 90 der Lobw. Mel. 245. Mein Salomon, dein freundlich. 253, Psalm 4 der Lobw. Mel. 233. Wie wohl ist, Jesu, meiner Seelen. 254, Palm 46 der Lobw. Mel. 254. Beglückter Stand, getreuer S. 494. Der Herr des Himmels und der. 255. Jch weiß, mein Gott, daß all. 255, Ich freue mich, mein Gott, in. 414. Bon ganzer Seele preis ich dich. 481. Für alle Güte sei gepreift. 61. Set, Seele, start und unverzagt. Können auch nach Nr. 415 ges fungen werden. 256. Jch ruf zu dir, Herr Jesu Chr. 288. Mein treuer Gott, dein gutes. 348, Herr, mein Erlöser! nur von. 269, Neue Melodie. 269. Der Herr, mein Hirt, behütet. 265. Pfalm 103 der Lobw. Mel. 265. ie tomm ich boch, mein Hell. 440. obsinget Gott mit wahrem. 497. Serr, lehre mich, wenn ich der. 266. Nun laßt uns den Leib Begr. 266. Begrabt den Leib in seine Gruft. 267. Was Gott thut, das ist wohlg. 267. Ich freue mich der frohen Belt. 373. Auf dich, Herr, nicht auf meinen. 376. Der Herr ist meine Zuversicht. 525. Was Gott thut, das ist wohlgeth. 273. Psalm 84 der Lobw. Mel. 273. Mein Leben ist ein Pilgrimstand. 274. Pfalm 16 der Lobw. Mel. 274. Kuf, träger Geist! Taß das. * 283. Neue Melodie. 283. Erhebt, erhebet Gottes Ruhm. Kann auch nach Nr. 54 gefungen werden. 284. Liebster Jesu, Trost der Herzen. 284. Auf, o Sünder! laß dich lehren. 289. Liebster Jesu, Troft der Herzen. 292. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 292. Jch schäme mich vor deinem. 308. Auf dich allein, Herr Jesu Christ. 295. Neue Melodie. 295. 2n dir allein hab ich gefündigt. Kann auch nach Nr. 46 und 531 gesungen werden. 296. Meine Seele, willst du ruhn. 296. Sünder, willst du sicher sein. 301. Zeuch ein zu deinen Thoren. 301. Wie treu, mein guter Hirte. 358. An dich, mein Gott gedenken. 389. Was hilfts, daß ich mich quale. Können auch nach Nr. 56, 10) und 429 gesungen werden. 302. Straf mich nicht in deinem 3. 302. Strafe nicht, o heiligster. 506. Mache dich, mein Geist, bereit. 316. Herr hör, ach höre mein Gebet. 316, Sucht man die Freundschaft in. 320. Psalm 25 der Lobw. Mel. 320. Höchft erwünschtes Seelenleben. 401. Sesu, meiner Seelen Retter. 324. Psalm 116 der Lobw. Mel. 324. Mein Bundesgott, ach unterweise. 330. Ich weiß es wohl, ich selbst verd. 361. Wie lieb ist mirs, daß Gott. 465. So ist von meiner kurzen Pilgr. 326. Neue Melodie. 326. Wenn zur Vollführung deiner. Melodieen- Verzeichniß. 348. Es woll uns Gott genädig sein. ( Früher: Erbarm dich mein, o Herre Gott. 348. Ich armer Sünder, wer bin ich. 360. O Gott Vater, ich glaub an dich. 860. Wohlan, mein Herz! sei stets. 368. O großer Gott von Macht. 368. D du erhabner Gott. 369. Psalm 26 der Lobw. Mel. 369, D Gott, wer ist dir gleich. 381. Wohl dem Menschen, der von. 381. Wohl dem Menschen, der von H. 418. In dich hab ich gehoffet. 418. Ich weiß es, Gott, mein ganzes. 423. X Gott, du unser Lebenslicht. Können auch nach Nr. 255 ges fungen werden. 415. Verleih uns Frieden gnädiglich. 415. Berleih uns Frieden gnädiglich. 417. Ach, mein Jesu! fich, ich trete. 417. Qual und Angst muß ich empfind. 418. Entbinde mich, mein Gott. 418. Befreie meinen Geist. 588. Mein Lebensfürft! zeig mir. 429. Aus meines Herzens Grunde. 429. Jehovah, Herr und König. Kann auch nach Nr. 56, 101 und 301 gesungen werden. * 430. Neue Melodie. 430. Erlöser, sieh auf uns hernieder. 435. Warum betrübst du dich, mein. 435. O welch ein Leiden, das mich. 474. Shm, der das Licht entstehen. 436. Psalm 134 der Lobw. Met. 436. Kuf, Christen! preist mit mir den. 437. Erhebet Gottes Heiligkeit. 309 492. Gott du bist mein Preis und. Können auch nach Nr. 3, 13, 109, 197 u. 211 gefungen werden. 444. Lobet den Herren, alle Helden. 444. Robet den Herren, alle Helden. 456. Neute Melodie. 456. Herr, unser Gott, dich loben wir. 459. Alles ist an Gottes Segen. ( Jesu, deiner Kirchen GL) 459. Herr, mein Licht, mein pell. 463. Neue Melodie. 463. Besingt Gott Bebaoth. 477. Ihr trüben Sorgen weicht. Können auch nach St. 78 ges fungen werden. 470. Neue Melodie. 470. Mein erst Gefühl sei Preis. 478. Nun laßt uns Gott dem Herren. 478. ach auf, mein Herz und finge. 480. Nun fich der Tag geendet hat. 480. So fliehen unsre Tage bin Kann auch nach Nr. 69 und 102 gefungen werden. 524. Neue Melodie. 524. Warum sollt ich mich denn gråm. Kann auch nach Nr. 01 ge= fungen werden. 530. Neue Melodie. 530. Du tlagft, o Chrift, in schweren. 531. Neue Melodie. 531. Du lagft und fühlest die Beschw. Kann auch nach Nr. 46 und 295 gefungen werden. 583. Neue Melodie. 533. Was forgft bu ängstlich für. 542. Christus, der ist mein Leben. 542. Mein Jesus ist mein Leben. 310 III. Alphabetisches Register der in diesem verbesserten" Gesangbuche vorhandenen ( oder angeführten) Stamm- Melodieen: Ach Gott und Herr 10 Uch Gott, vom Himmel sieh darein 215 Xch Herr, mich armen Sünder 67 Ach mein Sesu, sieh ich trete 417 XUein Gott in der Höh sei Chr 15 Allein zu dir, Herr Jesu Chrift 292 Xue Menschen müssen sterben Xues ist an Gottes Segen An Wasserflüffen Babylon Auf diesen Tag gedenken wir Xuf meinen lieben Gott 82 Aus meines Herzens Grunde Tus tiefer Noth schrei ich zu dir 119 Christ lag in Todesbanden 157 Christ, unser Herr, zum Jordan kam 218 542 138 156 153 Christus, der ist mein Leben Christus, der uns selig macht Dennoch bleib ich stets an dir Der Tag ist hin, mein Geift Durch Adams Fall ist ganz verderbt Gine feste Burg ist unser Gott ( Gin Lämmlein geht und trägt die Entbinde mich, mein Gott Erhalt uns, Herr, bei deinem ( Erbarm dich mein, o Herre Gott ( Ermuntre dich, mein schwacher Gs ist das Heil uns kommen her es ist gewißlich an der Zeit Ge woll uns Gott genädig sein Freu dich sehr, o meine Seele Gelobet feift du, Jesus Chrift Gott des Himmels und der Grden Gott sei Dank in aller Welt Herr Christ, der einge Gottes Sohn Herr, hör, ach höre mein Gebet 459 97 173 78 429 Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend Herzlich lieb hab dich ( perzlich thut mich verlangen Herzliebster Jefu, was hast du Hoflanna, Davids Sohn 90 208 97) 418 211 348) 110) 6 30 348 29 104 32 22 94 316 3 141 67) 131 167 ( Sch hab mein Sach Gott heimg. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Chrift 86) 256 3d weiß, mein Gott, daß all mein 255 459) ( Sefu, deiner Kirchen Glieder Jesu, meine Freude 89 164 Jefus Chriftus, unser Heiland Sesus, meine Zuversicht. 47 In dich hab ich gehoffet, Herr ( Komm heiliger Geist, erfüll Komm, o Gott, Schöpfer heilger Kommt her zu mir, spricht Gottes Liebster Jesu, Troft der Herzen Liebster Jesu, wir sind hier Lobet den Herren, alle Heiden Machs mit mir, Gott, nach deiner ( Meine Urmuth macht mich schreien Meine Liebe hängt am Kreuz Meine Seele, wiuft du ruhn ( Meinen Jesum laß ich nicht Mein Gott, das Herz ich bringe Nun bitten wir hen heilgen Geift Nun danket alle Gott Nun laßt uns den Leib begraben Nun laßt uns Gott dem Herren ( Nun lob, mein Seel, den Herren Nun sich der Tag geendet hat DEwigkeit, Du Donnerwort D Gott, du frommer Gott D Gott, du unser Bater bift D Gott Vater, ich glaub an dich D großer Gott von Macht Lamm Gottes, unschuldig D Welt, ich muß dich laffen Schmücke dich, o liebe Seele ( Schwing dich auf zu deinem Gott ( Sollt ich meinem Gott nicht singen Straf mich nicht in deinem 3Born ( Unser Herscher, unser König Valet will ich dir geben Bater aller Gnade 413 1) 197 238 284 4 444 26 79) 140 296 156) 59 205 9 Wer nur den lieben Gott läßt to. Wie schön leuchtet der Morgenstern Wohl dem Menschen, der von Wunderbarer König Beuch ein zu deinen Thoren Beuch mich, zeuch mich mit den 266 478 34) 480 190 8 2 360 368 136 48 121 136) 108) 302 81) 57 199 120 415 109 56 Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden gnädiglich Vom Himmel hoch, da komm ich Von Gott will ich nicht lassen Wachet auf! ruft uns die Stimme Warum betrübst du dich, mein Herz 435 Was Gott thut, das ist wohlgethan 267 Werde munter, mein Gemüthe 370 116 7 35 381 38 301 84 e bete. 311 Morgengebete. Bott ott, Schöpfer und Herr Himmels habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es und der Erden, barmherziger Wohl- verdient habe. Sei mir gnädig in thäter und Vater der Menschen, dich bete Christo, deinem Sohne, und verzeihe ich als den Urheber und Erhalter meines mir um seinetwillen alle meine Sünden. Lebens, als den Gott meines Heils, als Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. die einige und unerschöpfliche Quelle Ich verabschene das Böse, das ich bisher meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir gethan habe, und wünsche nichts mehr, danke ich mit Freuden für mein Leben, als immer besser, immer tugendhafter für meine Gesundheit, für meine Kräfte, und heiliger zu werden. Ich erneuere für alle geistliche und leibliche Vortheile, hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, die ich besitze. Dir danke ich insbesondere den aufrichtigen Vorsatz, alle unordentdafür, daß du mich diese Nacht mit dei- lichen Begierden, die in mir aufsteigen, nem mächtigen Schuße bedeckt, daß du zu unterdrücken, alle bösen Gewohnalle Gefahren, die mir droheten, von heiten, die ich noch an mir habe, zu mir abgewandt, daß du meinen Leib durch bestreiten, und mich in meinem ganzen einen sanften Schlaf erquicket, und mir Verhalten nicht nach den Willen meines nene Kraft und neues Leben eingeflößet Fleisches, noch nach dem Beispiel der haft. Gott, deine Güte ist alle Morgen Lasterhaften, sondern allein nach deinen neu, und deine Treue ist sehr groß. Sie guten und heiligen Geboten zu richten. übertrifft alle unsere Verdienste unend- Dir, meinen Schöpfer und Herrn, zu lich: sie ist weit größer, als daß wir dir gehorchen, deiner Gnade und deines iemals würdig genug dafür danken könn- Beifalls mich zu versichern, nach deinem ten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, Bilde erneuert, und dadurch deiner seligdaß du auch mein gedenkest und dich mei- sten Gemeinschaft fähig zu werden: dies ner so annimmst? ich bin ein Sünder, soll meine Ehre, mein Ruhm, meine der deine heiligen Gesetze übertreten, der deine Wohlthaten öfter gemißbraucht, der sich des schändlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Ja, Herr, wie könnte ich vor dir beftehen, wenn du mit mir ins Gericht gehen wolltest? aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Kindes schonet. Noch fährst du fort, mich zu segnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Noch schenkest du mir Zeit und Kräfte, an meiner Besserung zu arbeiten, und meine Heiligung in deiner Furcht zu vollenden. Wie beschämet mich beine Huld und Güte, o Gott, wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget und dir den schuldigen Gehorsam verweigert ernstliche Bemühung und meine Seligfeit sein. Ja, ich schwöre es, und will es halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will. Gott, stehe mir selbst mit deiner Gnade bei, diesen guten Vorsatz mit Treue zu erfüllen, denn ohne dich vermag ich nichts. Schenke mir deinen Geist, der mich erleuchte, reinige, und auf den Weg der Wahrheit und der Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gib, daß ich sorgfältig über mich selbst wache, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheiten zum Bösen fliehe, und jeden sündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, unverzüglich unterdrücke. Laß die Bor 312 Morgengebete. ftellung von beiner Alwissenheit und Al. aufgestanden bin. Du hast nächtliche gegenwart mich überall begleiten, und Schrecken und Gefahren in Gnaden von mein Herz mit ber tiefsten Ehrfurcht mir abgewandt, und mich vor vielem gegen dich und deine Gefeße erfüllen. Unglück behütet, daß mir ohne beinen Laß mich oft an den Tod, an das Gericht Schuß hätte begegnen können. Ich erund die Ewigkeit gedenken, und dadurch tenne beine Gülte, die diesen Morgen weise werden zur ewigen Seligteit. an mir neu ist, und bete zu bir, bem Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe Allgenugsamen: bereite mich selbst an gegen alle Menschen, und laß mich mei- einem bir wohlgefälligem Lobe, daß ich nen Brüdern so niiglich werden, als es dich nicht nur mit dem Munde, sondern die Fähigkeiten, die du mir verliehen, auch mit einer gerührten Dankbarkeit und die Umstände, in welche du mich des Herzens preise, und mein Leben zu gefehet hast, erlauben. Berleihe mir beiner Ehre und nach deinem Wohlge Gesundheit und Kräfte zu meinen Be- fallen führen möge. Deinem mächtigen rufsgeschäften, und begleite fie mit deinem Schuße befehle ich mich darum an diesem Segen. Gib, baß ich bei meiner Arbeit Tage und fernerhin. Erhalte mir bie mein Herz oftmals zu bir erhebe, beine Gesundheit und die Kräfte des Leibes Borsehung in allem, was mir begegnet, und der Seele und bewahre mich vor bemüthig verehre, und weder dem Geize, solchen Vorfällen, die mir schädlich sein noch ber Ungerechtigkeit, noch irgend tönnen. Regiere alle meine Entschlies einem andern Lafter den Zugang zu sungen, und leite alles mein Thun und meiner Seele verstatte. Dir und deiner Bornehmen, daß es beinem heiligen Suabe, o Gott, empfehle ich alle Men- Willen gemäß sein möge. Gieb mir ein hen. Laß das Licht deiner Offenbarung zufriedenes und freudiges Gemüth, daß fch über alle Völker ausbreiten. Wehre ich willig und mit Munterfeit die Gebem Unglauben und dem Aberglauben, fäfte verrichte, bie mein Stand, in und erweitere die Grenzen des Reichs weihen du mich gesetzet hast, mir aufder Wahrheit und der Tugend. Segne leget. Gib, baß ich treu und fleißig unsern Landesherrn und die Obrigkeiten, mich in meinem Berufe beweise, und in bie bu über uns geseget hast. Segne allem, was ich thue, rechtschaffen und bie Lehrer, und laß sie reizende Muster gewissenhaft handle. Sei auch nach beider wahren Weisheit, der Liebe und ner großen Barmherzigkeit mir armen aller christlichen Tugenden sein. Segne Sünder um Jesu Chrifti willen gnädig, biesen Ort, bieses Land und alle Ein- und verleihe mir den Leistand beines wohner deffelben. Segne insbesondere heiligen Geistes zu einer beständigen biejenigen, bie bu durch die Bande bes Besserung meines Lebens. Berhüte in Bluts und der Freundschaft mit mir Gnaden, daß ich an diesem Tage mein verbunden haft. Gib, daß wir alle die Gewissen nicht mit vorsätzlichen Sünden Pflichten unsers Berufs treulich erfüll- beschwere, sondern laß beine Furcht und len, baß wir das allgemeine Beste unserm die Betrachtung beiner Gegenwart mich befondern Nußen vorziehen, und beine von allen Bösen zurüdhalten, und geChre und das Heil unserer unsterblichen gen alle Bersuchungen stärken. Wenn ich Seele zum letzten Endzweck aller unserer aus Uebereilung fehle, so wirke burd Bemhungen machen. Erhöre mich, beine Gnabe, baß ich meine Fehler auf Bater der Barmherzigkeit, und sei mir richtig bereue, bei dir Vergebung suche, gnädig um Jefu Chrifti willen, Amen. unb ins Künftige mit mehr Sorgfalt Unser Vater zc. mich vor Sünden hüte. O bu weiser unb gültiger Gott, regiere alle Umstände Lebens ewigen Wohlfahrt. Dir befehle ich meine Wege, und ich hoffe auf dich, du wirsts wohl machen, Amen. Gott, beiner gnädigen Borsebung habe ich es zu banten, baß ich biesen Morgen wiederum erwacht, und gefund 313 Abendgebete. G & freue mich deiner Güte, o Gott, nützlich zu werben, begierig ergriffen, und tomme mit Danken vor bein allen Reizungen zum Stolze, zur Eitel Angesicht. Jeder Tag, jede Stunde, keit, zum Zorn, zur Unzufriedenheit, jeder Augenblick meines Lebens gibt mir zur Wollust widerstanden, und mich recht neue Beweise von deiner väterlichen Huld sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Gnade, und legt mir neue Ver- und Begierden, noch mit Worten und pflichtungen zur Dankbarkeit und zum Werken zu fündigen? Habe ich meine Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl Wohlthäter auf. Auch heute hast du angewandt, als ich es hätte thun follen dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt und thun können? Habe ich meine Pflichgelaffen. Auch heute hast du mir in ten gegen dich, gegen meinen Nächsten allen Absichten viel Gutes gethan. Wie und gegen mich selbst mit der Willigkeit, viele bekannte und unbekannte Gefahren mit dem Eifer, mit der Treue erfüllt, und Uebel hast du durch deine gnädige wie es deine Wohlthaten und meine Borsehung von mir abgewandt! Bor Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich wie vielen Slinden, die unter allen Ulebeln in einer solchen Verfassung, daß ich die größesten sind, hast du mich Schwa- freudig sterben und mich einer seligen chen bewahret! Wie viele geistliche und Ewigkeit getrösten könnte, wenn es bir leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner gefallen sollte, meinem irdischen Leben freigebigen Hand empfangen! Womit in dieser Nacht ein Ende zu machen? joll ich bir, dem Herrn, alles das Gute o Gott, wie beschämet, wie erniedrigt bergelten, bas bu an mir gethan haft? mich diese Prüfung: Herr, wer fann Nimm meinen Leib und meine Seele merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir zum Opfer hin. Sie sind bein und auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht beinem Dienste, deiner Verherrlichung ins Gericht mit mir, benn vor bir is follen sie auf ewig geheiligt sein. Möchte kein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir nur mein Eifer, bir zu gefallen, be- meine Sünden und Uebertretungen. S ständiger, möchte der Gehorsam, den ich bereue sie von ganzem Herzen; ich ent dir leifte, reiner und vollkommener sein! schließe mich, in deiner Furcht mich immer Aber, o mein Gott, wie weit bin ich mehr von allen Beflectungen des Fleinoch von dem Ziele der christlichen Voll- sches und des Geistes zu reinigen und fommenheit entfernt! Wie vieler Nach- meine Heiligung zu vollenden. Stärke lässigkeit und Trägheit im Guten, wie mich selbst, o Gott, in diesem guten Vors vieler Bergehungen und Fehler muß ich sage. Stebe mir in der Ausführung des mich täglich vor beinem Angesichte be- selben mächtig bei. Gib, daß ich alles schuldigen! Habe ich wohl den vergange- was bir zuwider ist, haffe, und als bas nen Tag in aller Absicht so zugebracht, größte Uebel meide und fliehe. Gib, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, baß ich alles, was bein heiliger Wille einem Christen, einem Erben der zu- von mir forbert, aufrichtig und mit fitnftigen Herrlichkeit anständig ist? Freuden thue. Laß mir den morgenden Habe ich in deiner Furcht gewandelt, Tag heiliger sein, als ben heutigen. und bie Empfindung beiner Gegenwart Laß mich täglich an Weisheit und Eusorgfältig in meiner Seele unterhalten? gend wachsen, und immer mehr nach deiHabe ich mir das Beispiel meines Herrn nem Ebenbilde erneuert werden. Hege und Heilandes zum Muster der Nach- ich Haß und Neid gegen irgend einen ahmung vorgesetzt, und durch mein Ber- Menschen in meinem Herzen, so laß den halten bewiesen, daß ich ein Jünger und Schlaf ferne von mir sein, bis ich ihm Nachfolger bes bemlithigen, des fanft- verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit müthigen, bes wohlthätigen und himm- Gutes wünsche, und ihm solches wirklich tisch gesinnten Jefu sei? Habe ich jeden zu erzeugen geneigt bin. Laß mich fo Anlaß, mich selbst zu bessern und Andern einschlafen, wie ich zu sterben und bereins 314 Das Gebet des Herrn, umschrieben. vor beinem Richterstuhle zu erscheinen Barmherziger, gnädiger Gott, unter deinem gnädigen Schuhe habe ich abermals einen Tag zurückgelegt. Ja danke dir dafür, und preise deinen hei ligen Namen für alle andere unzählige Wohlthaten, die mir deine große Güte und Barmherzigkeit von meiner Jugend an bis auf diese Stunde bei aller meiner Undankbarkeit so mildiglich hat zufließen lassen. Stelle, o Gott, meine heutigen mir bewußten Uebertretungen nicht im Zorn vor dich, noch meine unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Angesichte, sondern wirf sie hinter dich zurück, und sei mir um Christi willen gnädig. Laß deine Güte auch in dieser Nacht über mir walten; und wenn meine Augen geschlossen sind, so wache du über mir, du Wächter Israels. Nimm mich, die Meinigen und alles, was wir haben, in deinen allmächtigen Schuß. Wende alles Unglück von uns ab, und schenke uns eine süße, erquickende Ruhe, die uns auf den morgenden Tag zu deinem Dienste und zu unseren Berufsgeschäften wiederum geschickt mache, bis wir dereinst witrdig erfunden werden, an dem Ende unserer Prüfungstage in die selige Ruhe einzugehen, die du deinen Kindern berei tet hast. Erhöre mich um Jesu Chrifti, deines geliebten Sohnes willen, Amen. mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe. Schente mir einen sanften und erquidenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibesund Seelenträften wieder aufwachen, und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröste, barmherziger Gott, tröste meine elenden Mitbrilder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elendes der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Anbruch des Tages warten. Stärke die Sterbenden und laß fie Gnade vor bir finden. Hindere die Werke der Finsterniß; erbarme dich der Sünder und befehre fie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Geist und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Fithre mich selbst an deiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte bich um dieses alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachers, Amen. Das Gebet des Herrn, umschrieben. Himmel, Herr der ganzen Welt, so daß vom Aufgang der Sonne bis zu beffen Thron der Himmel ist, welche ihrem Niedergang Jedermaun dich recht Ehre und Gnade ist es für uns, daß erkenne, über alles ehre, fürchte, liebe, wir, die wir von Natur Kinder des und mit Gedanken, Worten und Werken Zornes find, dich mit Zuversicht und preise. Und damit dein Name je länger, Bertrauen unsern Vater nennen, und ie herrlicher werde, so tomme dein insgesammt unsere Herzen und Hände Reich, so laß dein Reich, das du burch zu bir aufheben dürfen! Großer Gott deinen Sohn auf Erden aufgerichtet und versöhnter Vater in Chrifto, was haft, sich immer mehr ausbreiten, daß Wnnen deine so hoch begnadigten Kinder alle Welt sich dir unterwerfe und dir mehr wünschen und bitten, als daß diene! Regiere und herrsche du in une bein Name geheiliget werde? durch dein Wort und durch deinen Geißt. Nur du bist allein groß, herrlich, heilig, Zerstöre das Reich des Satans und und würdig von allen erkannt, geehret erweitere die Grenzen deines Reiches und gepriesen zu werden. O laß beinen durch Erleuchtung derjenigen, die noch Ramen, beine Tugenden und Bollkom- in Finsterniß leben und durch Bekehrung menheiten immer bekannter und berr- so vieler, die noch auf den Irrivegen Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. 315 des Lasters und des Unglaubens wandeln.| so uns beleidiget haben, damit wir ihnen Nur dein Wille geschehe auf so gerne, willig und herzlich vergeben, Erden, wie im Himmel, nicht unser verkehrter Wille, sondern dein guter und vollkommener Wille geschehe, so daß wir sowohl in guten als in bösen Tagen deine Befehle ohne Ausnahme, beständig willig und freudig ausüben, gleich wie sie von den Engeln und vollendeten Gerechten im Himmel vollzogen werden. als du uns vergibst. Denn wenn wir nicht vergeben, so wirst du uns auch nicht vergeben. Und da wir wohl wiffen. wie leicht wir in Sünde fallen, und wie stark und listig unsere Feinde, der Satan, die Welt und unser Fleisch sind, um uns zu stürzen, so führe uns nicht in Versuchung, so laß uns nicht in gefährliche Versuchung zur Sünde gerathen, oder wenn es dir gefallen sollte, uns auf die Probe zu stellen, daß wir von unsern Feinden versucht werden, so stehe uns bei, so stärke und erlöse uns von allem Bösen, damit wir nicht zu Schanden werden. Gib uns auch heute unser täglich Brot, so viel wir zu unserer Nahrung und Kleidung bedürfen. Wir verlangen nicht Ueberfluß, sondern was wir zu unserer Erhaltung nöthig haben. Wir bitten dich nur um ein gottseliges, demüthiges, dankbares und vergnügtes Denn dein ist das Reich, du bist Herz, daß wir täglich unsere Abhängig- König und Herr über die ganze Welt, feit von dir erkennen, täglich unser alles steht unter deiner Regierung, Vertrauen auf dich setzen, und uns und muß dir unterthan sein. Dein arbeitsam und treu in unserem Berufe ist die Kraft, du bist allein mächtig, beweisen. Vor allen Dingen aber bitten und kannst unendlich mehr thun, als wir dich, ach Gott! vergib uns wir bitten und verstehen. Dein ist unsre Schuld, als auch wir die Herrlichkeit in Ewigkeit. vergeben unsern Schuldigern. Ewig gebühret dir Ehre, Ruhm und Erlaß uns alle unsere Schulden, die Preis, und wir wollen dich ewig preisen wir so sehr gehäuft haben, und versichere und verherrlichen. Amen. Ja, das ist uns der Vergebung unserer Sünden in unser sehnlicher Wunsch und Begierde. dem Blute Christi. Wirke du selbst in Erhöre unser Gebet, das uns dein lieber uns eine göttliche Traurigkeit, Rene Sohn selbst gelehret hat. Wir bitten. und Leid über unsere Sünden, daß wir dich in seinem Namen, und haben das fie haffen und verabscheuen. Gib uns Vertrauen, daß du unser Gebet gewiß auch ein versöhnliches Herz gegen die, erhören werdest, Amen. heiligen Abendmahls. Vor dem Genusse des err, Herr, Gott, barmherzig, gnädig, gesandt, auf daß alle, die an ihn glauben, geduldig, von großer Güte und nicht verloren werden, sondern das Treue, der du Gnade beweisest, und ewige Leben haben. Du haft ihn für vergibst Missethat, Uebertretung und uns in den Tod dahin gegeben, und Sünde, dich bete ich als den einigen willst uns mit ihm und um seinetwillen wahren und lebendigen Gott, als den alles schenken, was wir zu unserer wahGott und Vater unsers Herrn Jesu ren und ewigen Glückseligkeit nöthig Chrifti, und in ihm als den Vater der haben. Auch mich, barmherziger Gott, Barmherzigkeit und den Gott alles auch mich Unwürdigen hast du zur ErTroftes, demüthigst an. Dir danke ich kenntniß dieses großen Heils gebracht. mit gerührtem Herzen für die außer- Auch mir bietest du auf die billigsten ordentlichen Beweise, die du uns durch Bedingungen Vergebung der Sünde Christum von deiner mehr als väterlichen Liebe gegeben haft. Du haft ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst bu von diesem allen in dem heiligen Abendmahle de feierlichsten 316 Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. Beichen und Versicherungen mittheilen, eiland ber Welt, Herr Jesu Chris, wenn mit mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Borsaße, ein heiliges Leben zu führen, zu bir nahe. O Gott, wie wollte ich entfliehen, und dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, und durch diese Beweise beiner Gute mich nicht zur Buße und Dankbarkeit leiten ließe? Nein ferne sei es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich embu haft ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden setzteft bu das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diesen feierlichen Gebrauch gemeinschaftlich mit deinen Nachfolgern zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott nbe ben Werth deiner Gnade. Ich und den Menschen, daß ich beine Lehre bewundere die Größe deiner Barmherzig- und dein Heil fenne, daß ich dich meinen felt und Menschenliebe. Ich wünsche Herrn und Gott nennen, mich beiner fehnlich, an den Früchten der Erlösung, seligen Gemeinschaft rühmen, und mich bie burch Christum geschehen ist, Theil zu deinen Erlöseten und Freunden zählen zu haben, und durch ihn gerecht und darf! O wie viel habe ich vir, meinem felig zu werden. Ich bin willig und Heilande, zu danken! Wie unwissend, bereit, alle Bedingungen, auf welche wie verderbt, wie troftlos, wie elenb bu mir diese unschäßbaren Vortheile würde ich ohne dich und deine Gnade anbietest, zu erfüllen. O Gott, ver- sein? Wie unerträglich würde mir bie selbe mir, baß ich bisher meinen Ber- Last meiner Sünden, wie fürchterlich pfhtungen so oft zuwider gehandelt, die Erwartung der damit verbienten baß ich mich nicht dankbarer und ge- Strafen, wie erschrecklich der Anblick horsamer gegen dich, meinen unendlichen des Todes und bes Grabes sein, wenn Wohlthäter, bewiesen habe. Meine du uns nicht selbst den gnädigen Willen Sünden haben mich von bir entfernet. Gottes bekannt gemacht, wenn du bich Aber fiebe, ich komme wieder zu dir, nicht zum Opfer für unsere Sünden Herr, mein Gott. Mein Herz sagt dahin gegeben, und uns durch deinen mir von beinetwegen: ihr sollt mein Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit Antlik suchen. Ich suche es, o Herr! erworben hättest. Ja, alles Licht, das verbirg baffelbe nicht vor mir. Deinem mich erleuchtet, aller Troft, ber mich Dienfte, o Gott, und dem Gehorsam erquidet, alle Hoffnung, die mich belebet, beiner Gebote sei mein ganzes übriges sind Geschenke beiner unverbienten Liebe. Leben gewidmet. Ich entsage in deiner Wie theuer soll mir denn nicht dein Gegenwart allen Sünden, und bein Gedächtniß sein! Würde ich nicht ber beiliger Wille soll von nun an die undankbarste und niederträchtigfte unter einzige Richtschnur meines Verhaltens allen Sterblichen sein, wenn ich dein fein. Ach, fente mir selber Kraft und vergäße, wenn ich mit Raltfinnigkeit Stärke, mein Gelübbe zu erfüllen. und Gleichgültigkeit an bich gebächte, Laß die Betrachtung beiner unendlichen wenn ich mich weigerte, bir bie Ehre Liebe, laß den Genuß der Zeichen und und den Dank zu geben, die bir gebüh Pfänder berselben, die ich an dem Tische ren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge meines Herrn empfangen werde, laß deiner liebreichen Einladung mit Be bie Hoffnung ber zukünftigen Herrlich gierbe und Freude. 3 fomme, mich feit, ble bu mir vorhältst, so gesegnete öffentlich für deinen Jünger und VerEindrücke auf mich machen, daß ich ehrer zu bekennen, und es Jedermann alle Bersuchungen zum Bösen mit neuem zu sagen, daß ich es für mein Glüc Muthe bestreite, alle Pflichten meines und für meinen Ruhm halte, ber Deinige himmlifßen Berufe mit neuer Sorg- zu sein. Ich komme als ein mithseliger falt erfülle, und bir bis in den Tod und beladener Sünder, Ruhe für meine getren verbleibe. Seele ju uchen, und ergreife mit 317 Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Bußfertigkeit und Glauben die Gnade,| gesegnet sein Erlaube nicht, daß ich bie du mir anbieteft, und das große mich blos mit den Lippen dir nahe, Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, aber mit dem Herzen ferne von dir sei.. dir für dein Leiden und Sterben feierlich Sende mir dein und deinen Geist, zu danken, mich dir zum Eigenthum und laß den Gedanken, daß du Herzen aufzuopfern, und den heiligen Vorsatz und Nieren prüfest, alle Falschheit und zu erneuern, nicht mehr mir selber, Verstellung aus meiner Seele vertreiben, fondern nur dir zu leben, der du für Laß mich die Wunder deiner Barm mich gestorben und auferstanden bist. herzigkeit so bedenken, daß Glaube, Ich komme, meine Gemeinschaft mit Liebe und Hoffnung dadurch in mir allen Gläubigen zu unterhalten, und gestärket, und ich auf das Kräftigste mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie zu verpflichten. Herr, laß mein Vorhaben bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thun werde, mit unverbrüch licher Treue zu halten. Amen. Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Lobe was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergibt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöfset, und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilt uns nicht nach unfern Miffethaten. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Wohl dem, dem die Uebertretungen obe den Herrn, meine Seele, und| nennen. An ihm haben wir einen voll kommenen Seligmacher, der immerdar lebet und für uns bittet. Durch seine Auferstehung von den Todten haben wir die gewisse Hoffnung eines unverwelflichen Erbes, das behalten wird im Himmel. O Gott, womit soll ich dir alle das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Ich will dich erhöhen, meix Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deine Gnade rühmen immer und ewiglich. Dir will ich Dank opfern, und mein Gelübde bezahlen vor allem Bolfe. ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missethat nicht zurechnet, in dessen Geist tein Falsch ist! Ich sprach: ich will bem Herrn meine lebertretungen bekennen; da vergabst du mir die Missethat meiner Seele. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist; du haft deines Sohnes nicht verschonet um unsertwillen, du haft ihn füür uns in den Tod dahin gegeben: wie? solltest du uns mit ihm nicht alles schenken? Ja, gelobet fei Gott, und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit dem toftbarsten geistlichen und himmlischen Gütern durch Christum! In ihm, dem Geliebten, sind wir dem Höchsten an genehm geworden. In ihm dürfen wir Gott unsern Vater, und uns seine Kinder ro roßer Erlöfer, meine Seele erhebet dich, den Herrn, und mein Geift freuet sich in dir, meinem Heilande. Du bist würdig zu nehmen Kraft und Reichthum, Weisheit und Stärke, und Ehre, und Preis und Lob. Denn du bist auch für mich erwürget worden, und hast mich mit deinem Blut erkauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott, und einen freien Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Siinde und des Todes erlöset, und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Sch will dich ewig lieben, denn du hast mich bis in den Tod geliebet: Du haft deinen Leib für mich gegeben. Du haft dein Blut für mich vergoffen zur Bergebung der Gebet eines Kranten. 318 Sünden. Du bist für mich gestorben. Du haft dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der Deinige sein. Dir will ich leben. Dir will ich sterben. Dir sei mein Leib und meine Seele, dir sei mein ganzes Leben heilig: Dich zu kennen, dich zu lieben, dir zu gehorchen, deinem Beispiele zu folgen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, und mich zu deiner näheren Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dies soll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständiges Geschäfte, meine ganze Seligkeit sein! Amen. habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen Baters und unendlichen Wohlthäters, gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Jünger und Nachfolger meines hochgelobten Erlösers zu leben, und ihn mit meinem Geiste und mit meinem Leibe zu preisen, die beide sein Eigenthum sind. Wie heilig sind diese Verpflichtungen! Wie undankbar, wie unglücklich würde ich nicht sein, wenn ich diese Zusagen vergäße, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwortung, welch ein Gericht, wenn ich nun noch der Sünde diente, wenn ich nicht alle Fehler, alle böse Gewohnheiten, die ich an mir habe, ernstlich bestritte, wenn ich eben so träge und nachlässig im Guten wäre, als ich es ehemals gewesen bin! So würde ich mich ja aller Vorrechte und Seligkeiten. die ich als ein Christ besitze, verlustig und meine Verdammniß umso viel schwe rer machen. Ach Gott! erlaube nicht, daß ich so undankbar gegen dich, und so feindselig gegen mich selbst handele. Sei du in meiner Schwachheit mächtig. Befestige meine guten Entschließungen, und verleihe mir Gnade, an der Ausführung derselben unverzüglich und unverrückt zu arbeiten. Erhalte du selbst mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schenke mir ein neues Maaß deines Geistes und führe mich durch denselben auf ebene Bahn. Gib, daß ich mich von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes reinige, und meine Heiligung in deiner Furcht vollende. Bewahre mich vor Versuchungen, stärke mich, wenn ich darein gerathe, und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen hast, niemals aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich vollenden. So werde ich dereinst die Krone der Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Lob und Ehre bringen, in Ewigkeit, Amen. Gebet eines Kranken. mein Gott, du Quelle des Trostes ich mich. Erhöre mich, mein Gott, und schweige nicht zu meinen Thränen. und der Gnade, ich demüthige mich vor dir, um deinen Beistand in Herr, ich bekenne es, daß ich nichts meinen großen und heftigen Schmerzen anders leide, als was ich verdiene. sehnlich zu suchen. Höchster Richter, Wolltest du mich so strafen, als ich beine Pfeile stecken in mir, und deine wegen meiner Sünden es werth bin, Hand drücket mich. Mein Leib ist so würden alle Wellen deines Zornes schwach, meine Seele voll Leiden. Schon über mir zusammenschlagen, und ich haben mich des Todes und Grabes Bande müßte gleich jenen abtrünnigen Geistern umpfangen. Zu wem kann ich mich wen zur Verdammniß verstoßen werden, weil den, der ich so elend und voll Jammer ich ihnen auf dem Wege des Verderbens auf diesem Krantenbette barnieder liege? so unglücklicher Weise nachgefolget bin. Es ist nichts mit allen Geschöpfen. Diese können nicht rathen und nicht belfen. Nur du allein, mein Gott, tannst die Krankheit heilen, welche mir Seufzer auspresset. Zu dir allein wende Herr, ich empfinde es, daß ich strafbar bin, du aber unendlich gerecht bist. Ich babe gesündigt wider dich und vor dir. Meiner Sünden sind mehr, denn Haare auf meinem Haupte. Ach, ich Unglüd Gebet eines Kranken. 319 feliger! , daß ich dich zum Zorn führen und zeigen möge, daß ich in der wiber mich gereizet habe! Du bist die Schule deiner Züchtigungen gelernet Liebe selbst. Du hast mit so vieler Gnade habe, wachsamer über alles mein Thun mich überhäuft, und nicht aufgehöret, und Laffen zu sein, und mich von aller mir Gutes zu thun. Wie konnte ich Unreinigkeit der Welt zu entfernen. doch so undankbar sein, daß ich mich Hast du aber beschlossen, den Lauf meines wider dich, meinen großmüthigsten Lebens durch diese Krankheit zu endigen, Wohlthäter, erhob! Wie konnte ich so und mich vor deinen Richterstuhl zu fors frech, so treulos sein, daß ich mich gegen dern, so setze mein Herz in eine solche meinen Vater und König empörte! Verfassung, darinnen wir, wie allezeit, Gott, ich erschrecke, wenn ich bedenke, also vornehmlich zu der Zeit, uns billig daß es meine Sünden sind, die dich befinden müssen, wenn du uns von hier gegen mich reizen, daß ich mein Leben abrufest. Reiße mein Herz ganz los von damit beflecket habe, und durch sie mich der Erde, und laß meine Sehnsucht nur nun an den Rand des Abgrunds gefiihret nach den Güttern der Ewigkeit gerichtet sebe, wenn anders deine Barmherzigkeit sein.( Denn was hat die Welt, das mich nicht noch ins Mittel tritt, und den an fie feffeln sollte? Es ist war, die, Arm deiner Gerechtigkeit aufhält. Dan welche mich so starke Bande knüpfen, erbarmungsvoller Gott, höre die Stimme des Blutes, welches mein theuerster Erlöser für bußfertige Sünder vergossen hat. Laß es mich lebhaft bereuen, daß ich dich beleidiget habe. Gib mir Kraft, daß ich allen dir mißfälligen Neigungen widerstehe, und mich gänzlich deinem Heiligen Willen unterwerfe. Ja, mein Gott, ich küsse die Ruthe, welche mich schlägt. Ich lege meine Hand auf den Mund, und will gar nicht murren. Ich preise deine Barmherzigkeit mitten in deinen Züchtigungen. Gib mir Geduld in meiner schweren Krankheit. Laß mich einen sanften Sinn und Freundlichkeit gegen alle die, so um mich herum find, beweisen, und alle Sorgfalt, so man an mir beweiset, mit Dank erkennen. Laß die Mittel der Genesung, so ich anwende, gesegnet sein, denn ohne deinen Segen arbeitet doch der Arzt vergeblich, und alle Mittel sind umsonst. Von dir, o Gott, erwarte ich alles. Mache es mit mir, wie es deinem heiligen Willen gemäß ist. Nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Verlaß mich nur nicht. Unterstüße mich durch deine Gnade, an der ich genug habe. Deine Kraft sei mächtig in mir Schwachen! Gefällt es dir, mein Gebet zu erhören, und meine Gesundheit wieder herzustellen; willst du, daß ich noch im Lande der Lebendigen bleiben soll, so gib mir, Herr, daß ich ein neues Leben geben mir nahe. Doch auch deinem Sohne lagen die Seinigen bei seinem herannahenden Abschiede am Herzen. Er liebte sie allezeit, er liebte sie bis ans Ende. Da er jetzt seinen Geist in deine Hände befehlen wollte, so sorgte er noch liebreich für seine Mutter. Soll ich die Meinigen verlassen, so verlaffe du sie nicht. Ich werde mich dann nicht, wie bisher, ihrer ferner annehmen. Aber du lebest immer und ewiglich. Sei du ferner ihr Vater, ihr Berather, ihr Beschützer und Helfer. Laß sie bei meinem Hingange nicht weinen als solche, die feine Hoffnung haben, sondern dadurch besonders erweckt werden, so lange fie hier noch streiten müssen, sich täglich zu ihrer Veränderung zu bereiten. Bringe du mich indessen selbst immer mehr in die heilige Faffung, daß du mir ungleich lieber bist, als alles, was ich auf Erden lieb habe.) Versiegele mich auf den Tag der Erlösung. Gib neue Stärke meinem Glauben, meiner Liebe und Hoffnung, daß ich diese Welt ohne Kummer verlassen, und mit Freuden aus derselben gehen möge. Nun, mein Gott, ich erwarte in tiefster Demuth deine Befehle. Rede, Herr, denn dein Knecht höret, und ist bereit, deiner Stimme zu folgen. Erhöre mich, ich rufe zu dir aus der Tiefe, und um Christi Jesu, meines Heilandes willen, Amen. som fond 320 Danksagung und Bitte nach der Genesung von einer Krankheit. Großer Gott, höchfter Gebieter und nöthige Licht, gib mir Standhaftigkeit Herr über unser Leben, der du und allein in das Grab, und auch wieder heraus führeft, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder und danke dir von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrufest. Ach ia, Herr! schon schien es, daß ich ein Opfer des Todes sein sollte. Ich rief zu dir: ewiger Gott, erlöse mich um deiner großen Barmherzigkeit willen, denn im Tode gedenket man dein nicht, und wer will dir im Grabe danken? Du hast meine Klagen erhöret, und meine Thränen angesehen. Du bist von Mitleiden gegen mich gerühret worden, und haft mir die Gesundheit und das Leben wiedergegeben. O, daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würde genug erheben könnte! Ich erkenne es vor Jedermann, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit, beste Sorgfalt und Bemühung der Menschen ist ohne dich vergeblich. Was habe ich dir nicht, o mein Gott, mitten in meiner Krankheit und in meinen Nengsten versprochen! Und was mußte ich dir nicht versprechen? Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Sch sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann; ich that das Gelübde, daß ich die bösen Begierden meines Herzens ausrotten wollte, welche dich gegen mich erzürnten; ich versprach bir, bis in den Tod treu zu bleiben. Gib dann doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger Zusagen jemals vergesse, sondern sie vielmehr tief in mein Herz grabe, alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwende, um sie nach aller ihrer Größe zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß meine Seele leben, daß sie dich lobe. Ziehe bu nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in diese Welt weten läsfest, denn diese ist ein ungeftimes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Schiffbruch leiden. Du allein fannst mich erretten. Gib mir das angelegentlicher sei. Muth, damit ich allen Versuchungen widerstehen, und alle Lockungen und Drohungen einer verführerischen Welt großmüthig verachten möge. Sei du mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erhalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist reinige mich! Der Glaube sei mir anstatt des Schildes, und dein Wort anstatt eines zweischneidigen Schwertes, um allen Anläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. Gott, fo mancher ist nach erlangter Gesundheit in das Verderben der Welt zurücgefallen, und hat seine vorige Lebensart wieder angefangen; und ich habe dir auch bei anderen Gelegenheiten so große Verheißungen gethan, aber sie nicht erfüllet. Es überfällt mich deswegen ein Zittern. Ich bin ganz beschämt. Sch bitte dich, laß mich nicht von neuem untreu werden. Es erschalle doch ohne Aufhören die Ermahnung in meine Ohren: Siehe zu, du bist gesund geworden, fündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas Nergeres widerfahre! Jch weiß es, daß, obgleich du mir jetzt mein Leben und die Gesundheit wieder schenkest, ich doch einstens aus dieser Welt weggehen muß; ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet; ich weiß es, daß diese neuen Tage mich recht lehren sollen, wie bald diese Welt, die ein Schauplatz ist, ihre Gestalt verändere; ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Baterland ist, und unsere Herzen und Begierden dahin gerichtet sein müssen, weil da unser Erbtheil aufbewahret lieget. Ach! so laß mich dann dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundheit der Seele mir noch weit wichtiger unis Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. 321 Grbarme bich auch, o mein Gott,| fte die Sonne mit Freuden erblicken. aller armen Kranken. Höre ihre Gib einem jeden unter uns, daß wir Bitten, stehe ihnen bei und gewähre weder deine Wohlthaten, noch auc ihnen alles dasjenige, was beine anbe- unsere Versprechungen jemals verges tungswirdige Weisheit für sie am sen. Erhöre mich, Vater im Himmel, ersprießlichsten findet. Unterstütze und ich rufe dich mit innigster Inbrunst um stärke alle, die du mit mir von ihren Jesu Christi, meines liebsten Heilands Krankenlagern aufstehen läsfest, daß willen an, Amen. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. dein in Streite empfunden und ausgestande: hat. Lindere, verkürze und vermindere die Furcht und die Schmerzen des Todes und gib ihr alles, was sie zu ihrer Glückseligkeit vonnöthen hat, und wir für sie bitten und begehren können. Heilige ihren kalten Todes: schweiß durch den blutigen Schweiß, welcher von dem Leibe Jesu, deines Sohnes, in seiner großen Anfechtung und Angst, in seinem Zittern und Zagen auf die Erde geflossen ist, und erquicke sie mit der Hoffnung der ewigen Seligkeit und der fröhlichen Auferstehung ihres Leibes. Herr, es ist nunmehr Abend bei ihr worden, und der Tag ihres Lebens hat sich geneigt, bleibe bei ihr, und streite gegen alle ihre Feinde. Ihr Fleisch ist schwach. Ach, stärke in Gnaden ihren Geist. Mache sie willig und freudig zu streiten, und laß deine Kraft in ihrer Schwachheit mächtig sein. 1 herziger Gott und Bater, du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung, daß wir dich preisen; darum erscheinen wir auch jetzt vor deinem heiligen Angesichte, und bitten dich für diese trante Person, die nicht mehr mit uns, wohl aber mit dir, dem einigen Herzenstündiger, durch das Seufzen und Flehen deines und ihres Geistes reden kann. Ach, gib ihr Gnade, daß sie in dieser Schwachheit ihr Herz zu dir erhebe und seufze: Ach, Herr Jesu, erbarme dich mein, komm doch bald und hilf mir; und erhöre alsdann das Flehen ihres Herzens und errette fie. Dir, o allerliebster Bater, wollen auch wir ihre Noth vortragen, und bitten dich herzlich und kindlich, siehe sie doch in Gnaden an, stärke fie im Kampf und Streit wider den Tod, ihren letzten Feind, jei nicht ferne von ihr, denn die Angst ist groß. Es ist hier kein Helfer, denn du allein: Reinige fie, o Gott, durch das Blut deines Sohnes von allen ihren Sünden, versiegele durch deinen heiligen Geist in ihrem Herzen die Gewißheit der Seligkeit. Sprich zu ihrer Seele: Mein Sohn( meine Tochter) sei getroft, bir sind deine Sünden vergeben. Stärke und er halte fie in heiliger Bollbringung beines Willens, damit sie dir getreu bleibe bis in den Tod. Tröste sie in der großen Angst mit der Angst, Traurigkeit und den Schmerzen, die Oliebster Heiland Jesu! du haft verheißen, wenn du werdeft erhöhet sein, so wollest du uns alle zu dir ziehen; nun bist du nicht nur am Kreuz erhöhet worden, und hast daselbst alle unsere Missethat ver: föhnet, sondern du bist auch nach deiner Auferstehung über alle Himmel erhaben worden, damit du vor bei Angesichte deines himmlischen Vaters fir uns erscheineft. So ziehe dann diese Schwache durch die kräftige Wirkung deines Geistes zu dir, daß sie dir nachlaufe; ziehe ihre Seele 21 322 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. aus dem bald einfallenden Kerker Oheiligster Seligmacher, wirke ihres Leibes, darinnen sie gefangen in ihr bei ihrem Abschiede gute und ist, daß sie bald mit Freuden von heilige Gedanken, und laß deine der Erde in den Himmel, von der heiligen Engel sich um sie her lagern, Sünde zur Gerechtigkeit, aus der und ihre Seele in das himmlische Unruhe zu der Ruhe, aus der Finster- Paradies, und in den Schooß ihres niß in das Licht, aus allem Jammer Erlösers führen. in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben fahre. Wenn ihre Augen finster worden sind, so er halte in ihrem Herzen das Licht des feligmachenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in dir sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hören, so erquicke und tröste sie durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr die Rede entfällt, so sei, Herr Jesu, ihre Fürsprache bei deinem und ihrem Vater, und laß auch deinen Geist für sie mit unaussprechlichem Seufzen bitten. Uns aber, o Herr, gib die Gnade, daß wir uns oft unserer Sterblichfeit erinnern, aller Sünde bei Zeiten absterben, und durch rechtschaffene Bekehrung und wahren lebendigen Glauben uns zu einem seligen Übschied vorbereiten. Nimm dich unser in Gnaden an, wenn die Stunde unseres Todes vorhanden ist, und nimm uns zu dir in die ewige Freude und Herrlichkeit. Erhöre uns, o lieber Vater, um Jesu Christi willen, in dessen Namen wir dich also anrufen: Unser Vater 2c. - din Gu Evangelien und Episteln. Evangelium am 1. Sonntage| gangen, der Tag aber berbei kommen: bes Advents, so laffet uns ablegen bie Werte ber Finsterniß und anlegen die Waffen bes Lichts. Laffet uns ehrbarlich wandeln, als am Lage, nicht in Freffen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet bes Leibes, boch also, daß er nicht geil werde. Matth. 21, b. 1-9. Da sie nun nahe bei Jerusalem lamen, gen Bethphage an den Delberg, fandte Jesus seiner Jünger ween, und sprach zu ihnen: Gehet bin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden, angebunden, und ein Filllen bei ihr; Evangelium am 2. Sonntage des Advents, fet fie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer, fo balb wird er ste euch lassen. Das Luc. 21, v. 25-33. 1nd es werden Zeichen geschehen an der und sekhab aber alles, auf daß erfüllet mürbe, pheten, ber ba spricht: Saget der Lochter Zion: siehe, dein König kommt zu bir sanftmüthig, und reitet auf einem Efel, und auf einem Füllen ber lastbaren Efelin. Die Jünger giengen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte: nab brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn drauf. Aber viel Volls breitete die Kleider auf den Weg; die auberen hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Voll aber, das vorgieng und nachfolgete, scrie und sprach: Hofianna, dem Sohne David! gelobet sei, der ba tömmt in dem Namen des Herrn! Softanna in der Höhel Epistel, Röm. 13, v. 11-14. Nieben Brilber: weil wir solches wiffen, nämlich die Beit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe, fintemal unser Heil jept näher ist, denn ba wire glaubten: die Nacht is verden Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen, und das Wieer, und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfähet zu geschehen, so sebet auf, und hebet eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlösung nabet. Unb er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen, und mertet, daß ießt der Sommer nahe ift. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wiffet, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, bies Geschlecht wird nicht vergeben, bis baß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. 1 2 Am 3. und 4. Sonntage des Advents. Epistel, Röm. 15, s. 4-13. as aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Troft der Schrift Hoffnung haben: Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Chrift, auf baß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unseres Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie end Chriftus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit Willen Gottes, zu bestätigen die Berheißung den Vätern geschehen, daß bie Heiben aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben fehet: Darum will ich dich loben VS unter den Heiden, und deinem Namen euch, ihr Heiden, mit seinem Bolt. Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermal spricht Esaias: Es wird fein die Wurzel Seffe, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiben hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt bardh bie Kraft des heiligen Geistes. geprediget, und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingiengen, fleng Jesus an zu reden zu dem Bolt von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüsten zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, ber auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben ftehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor bir her, der deinen Weg vor bir bereiten soll. Epistel, 1. Cor. 4, v. 1-5. Dafür halte uns jedermann, näm Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ists ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewust, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium am 3. Sonntage des Abvents, Matth. 11, s. 2-10. aber Johannes im Gefängniß Die Werte abrigi pöretenue Evangelium am 4. Sonntage des Advents, er seiner Jünger zween, und ließ ihm fagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jeſus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret: Die Blinden fehen und die Lahmen gehen, die Aussäßigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, and den Armen wird das Evangelium Joh. 1, v. 19-28. 1nd dies ist das Zeugniß Johannis, da die Juden sandten von Jern salem Priester und Leviten, daß fie ihn fragten: wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und fie fragten ihn: was denn? Bist du Am heiligen Chrifttage. 3 Elias? Er sprach: Sch bins nicht.| Nazareth, in das jüdische Land, zur Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gefandt haben; was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Brebigers in der Wüsten: richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Efaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Waffer, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, daß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara jenseits bes Jordans, ba Johannes taufete. Stadt David, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schäßen ließe, mit Maria feinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie dafelbft waren, tam bie Beit, baß fie gebären sollte, unb fie gebar ihren ersten Sohn, und widelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Und es Raum in der Herberge. waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die büiteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten fich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige end große Freude, die allem Volt widers fahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Chriftus der Herr, in der Stadt Dasib. Und bas habt zum Zeichen: ihr werbet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel bie Menge der himmlischen Heerschaaren, die Lobeten Gott und sprachen: Ehre fei Gott in der Höhe und Friebe auf Erden, und den Menschen ein Wohl gefallen. Epistel, Phil. 4, v. 4-7. Treuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: freuet euch! Eure Lindigkeit laffet tund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts: sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Epistel, Tit. 2, b. 11-14 Der Evangelium am heil. Christtage, Luc. 2, v. 1-14. enn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir follen verleugnen das ungöttliche Wefen, und die weltlichen Lüfte, und züchtig, e begab sich aber zu der Zeit, daß gerecht und gottfelig leben in dieser vom und warten auf die ausgieng, daß alle Welt geschäget Hoffnung und Erscheinung der Herrwürde. Und diese Schabung war die lichkeit des großen Gottes, und unsers allererste, und geschah zu der Zeit, da Heilandes Jefu Chrifti. Der fid Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann gieng, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtige teit, und reinigte ihm selbst ein Bolt Stadt. Da machte sich auch auf zum Eigenthum, das fleißig wäre zu Sofeph aus Galiläa, aus der Stadt guten Werken. 4 Am 2. heiligen Christtage. Am Neuen Jahrestage. Evangel. am 2. heil. Christtage, einem Zeichen, bem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele bringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werwar Luc. 2, v. 15-20. nd da die Engel von ihnen gen Hirten unter einander: Lasset uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns ber Herr fund gethan hat. Und sie tamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend. Da sie es aber gefehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor bie es fam, wunderten sich ber Rebe, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte, und erwägete sie in ihrem Herzen. Und die Birten lehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, was fie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlecht Aser, die war wohl betaget, und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren, die tam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbe trat auch hinzu zu derselbigen Stunde, und preisete den Heren, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten, nach dem Gefeße des Herrn, tehrten fie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Tit. 3, v. 3-8. Epistel, Gal. 4, v. 1.7. De enn wir waren auch weiland ein stind ist, so ist unter ihm und sage aber: So der Erbe unweise, ungehorsam, irrige, bienend den Lüsten und mancherlei Wollüsten, und wandelten in Bosheit und Neid, und haffeten uns unter einander. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes unsers Heilandes, nicht um der Werke willen ber Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, fondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad ber Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen bat liber uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch deffelbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. Evang. am Sonnt. nach Christtag, einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Bater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlöfete, daß wir die Kindschaft empfiengen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater Also ist Kinder. Sinds aber Kinder, so finds nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel auch Erben Gottes durch Christum. Evang. am Neuen Jahrestage, Luc. 2, v. 33-40. nd sein Vater und Mutter wunderten fich des, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie, und ſprach zu Maria, ſeiner Mutter: Siehe, 11 as Kind beschnitten wirbe, ba Luc. 2, v. 21. da acht Tage um fub daß einem Fall und bieser wird gesetzt zu Wuferstehen vieler in Israel, und zu ward sein Name genennet Jesus. Um Sonntage nach dem Neuen Jahre. 5 welcher genennet war von dem Engel,| ba zweijährig und darunter waren, ehe benn er im Mutterleibe empfangen war. nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Pro pheten Jeremia, der da spricht: Auf Epistel, Gal. 3, s. 23-29. Che kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschloffen auf den Glauben, der da follte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Buchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube tommen ift, sind wir nicht mehr unter bem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viel sind euer auf Christum getauft sind, die haben Chriftum angezogen. Hie ist tein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist tein Mann noch Weib, denn ihr seid allzumal einer in Chrifto Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Same, und nach der Verheißung Erben. Evangelium am Sonntage nach dem neuen Jahre, Matth. 2, v. 13-23. gehöret, viel Klagens, Weinens unb Heulens: Rahel beweinete ihre Kinder und wollte sich nicht trösten laffen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, fiebe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, in Egyptenland. Und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und zeuch hin in das Land Israel; fie gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf, und nahin das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodis, fürchtete er sich dahin zu kommen. Und im Traum empfieng er Befehl von Gott, und zog in die Derter des Galiläischen Landes, und kam und wohnete in ber Stadt, die da heißet Nazareth. Auf baß erfüllet würde, das ba gefagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus Da fie aber hinweg gezogen waren, heißen. Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch in Egyptenland, und bleib allba bis ich dir sage. Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein fuche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodis. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, ber da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten, und an ihren ganzen Grenzen, die Epistel, 1. Betri 4, b. 12-19. hr Lieben, laffet euch die Hike, so euch begegnet, nicht befremden ( die euch widerfähret, daß ihr versuchet werdet), als widerführe euch etwas Seltsames: Sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmähet werdet über den Namen Chrifti, denn der Geist, der ein Geift der Herrlichkeit und Gottes ift, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, bei euch ist er gepreiset. Niemand aber unter euch leibe als ein Mörder oder Dieb, oder Ulebelthäter, oder der in ein fremd Amt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er fich nicht, er ehre aber Gott in solchem 6 Am Sonnt.der Erschein. Christi. Am 1. Sonnt. n. Epiph. Fall. Denn es ist Zeit, daß anfahe das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns; was wills für ein Ende werden mit denen, die bem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, we will der Gottlose und Sünder erf einen? Darum, welche da leiden nad Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Söpfer, in guten Werken. und giengen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an. Und thaten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenten, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Evangel. am Sonnt. der Erscheinung Christi( Epiphaniä), Epistel, Jes. 60, b. 1-6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Matth. 2, v. 1-12. De Jesus geboren war zu Beth- Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber lehem, im jüdischen Lande, zur über dir gehet auf der Herr, und Beit des Königs Herodis, siehe, da seine Herrlichkeit erscheint über dir. famen die Weifen vom Morgenlande Und die Heiden werden in deinem Licht gen Jerusalem und sprachen: Wo ist wandeln, und die Könige im Glanz, der neugeborne König der Juden? der über dir aufgehet. Hebe deine Wir haben seinen Stern gesehen im Augen auf und siehe umher, diese alle Morgenlande, und sind kommen, ihn versammelt kommen zu dir. Deine anzubeten. Da das der König Hero- Söhne werden von ferne kommen, bes hörete, erschrat er, und mit ihm und deine Töchter zur Seiten erzogen bas ganze Jerusalem. Und ließ ver werden. Dann wirst du deine Luft fammlen alle Hohepriester und Schrift- sehen und ausbrechen, und dein Herz gelehrten unter dem Volt, und er wird sich wundern und ausbreiten, forschte von ihnen, wo Chriftus sollte wenn sich die Menge am Meer zu geboren werden. Und sie sagten ihm: dir belehret, und die Macht der Heiden Bu Bethlehem im jüdischen Lande; zu dir kommt. Denn die Menge der benn also ftehet geschrieben durch den Kameele wird dich bedecken, die Läufer Propheten: Und du Bethlehem im aus Median und Epha. Sie werden fubischen Lande bist mit nichten die aus Saba alle kommen, Gold und Heinfie unter den Fürsten Juda; denn Weihrauch bringen, und des Herrn aus bir soll mir kommen der Herzog, Lob verkündigen. ber über mein Volt Ifrael Herr sey. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und Evangel. am 1. Sonntage nach Epiphaniä, Luc. 2, v. 42-52. weifete fie gen Bethlehem, und ſprach: Da Jefus zwölf Jahre alt war, giengen gen fleißig bem Kindlein, und wenn ihrs findet, lem, nach Gewohnheit des Festes. so fagt mirs wieder, daß ich auch komme, Und da die Tage vollendet waren, und es anbete. Als sie nun den König und sie wieder zu Hause giengen, gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, ber Stern, den sie im Morgenlande und seine Eltern wußtens nicht. Sie gesehen hatten, gieng vor ihnen hin, meineten aber, er wäre unter den bis baß er kam, und stand oben über, Gefährten, und tamen eine Tageba das Kindlein war. Da fie den reise und suchten ihn unter den GeStern saben, wurden fie hoch erfreuet, freundten und Bekannten. Und da Am 2. Sonntage nach Epiphaniä. 7 fie ihn nicht fanden, giengen sie wie- mancherlei Gaben, nach der Gnade, ber gen Jerusalem, und suchten ihn. bie uns gegeben ist. Unb es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel figen, mit Evangel. am 2. Sonntage nach Epiphaniä, ten unten den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragete; und alle, die Joh. 2, v. 1.11. n nd am dritten Tage warb eine seines Verstandes und seiner Antwort. Hochzeit zu Cana, in Galiläa, Und da fie ihn sahen, entsetzten sie und die Mutter Jefu war da; Jesus fich. Und seine Mutter sprach zu ihm: aber und seine Jünger wurden auch Mein Sohn, warum hast du uns das auf die Hochzeit geladen. Und da es gethan? Siehe, dein Vater und ich an Wein gebrach, spricht die Mutter haben dich mit Schmerzen gesucht. Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Und er sprach zu ihnen: Was ists, Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe daß ihr mich gesucht habt? Wiffet ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ihr nicht, daß ich sein muß in dem, ist noch nicht kommen. Seine Mutter bas meines Baters ist? Und sie verspricht zu den Dienern: Was er euch ftanden das Wort nicht, das er mit faget, das thut. Es waren aber allba sechs steinerne Wafferkrige gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und giengen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Waffer. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und fie brachtens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er tam( die Diener aber wußtens, die das Wasser geschöpfet hatten), rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann gibt Gottesdienst. Und stellet zum ersten guten Wein, und wenn ihnen redete. Und er gieng mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter, und Gnabe bei Gott und den Menschen. Epistel, Röm. 12, b. 1-6. 3% hermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, bas ba lebendig, heilig und Gott wohl gefällig sei, welches sei euer verniinftiger euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlge fällige, und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten: sonsie trunken worden sind, alsdann den geringeren: du haft den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarete seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. bern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nach dem Gott ausge= theilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher weise, als wir in einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also find wir viele ein Leib in Chrifto, aber unter einander ist einer bes ande Glied. Und haben Epistel, Nöm. 12, b. 6.16. jemand so seb at fie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er bes Amts. Lehret iemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, fo warte er des Ermahnens. Gibt je. mand, so gebe er einfältiglich. Regieret iemand, so sei er sorgfältig. Üebt jemand Barmherzigkeit, so thue 8 Am 3. und 4. Sonntage nach Epiphaniä. ers mit Luft. Die Liebe sey nicht| Knechte: Thue das, so thut ers. Da falsch. Haffet bas Arge, hanget dem das Jefus hörete, verwunderte er sich, Guten an. Die brüderliche Liebe unter- und sprach zu denen, die ihm nacheinander sei herzlich. Einer komme folgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Glauben habe ich in Israel nicht funden. Seib nicht träge, was ihr thun sollt. Aber ich sage euch: Biel werden kommen Seib brünstig im Geist. Schicket euch vom Morgen und vom Abend, und in bie Beit. Seid fröhlich in Hoffnung, mit Abraham, Isaac und Jakob im gebulbig in Trübfal, haltet an am Himmelreich figen. Aber die Kinder Gebet. Nehmet euch der Heiligen des Reichs werden ausgestoßen in die Nothburft an. Herberget gerne. Segnet, Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen die euch verfolgen, segnet und fluchet und Zähnklappen. Und Jesus sprach nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir und weinet mit den Weinenden. Habt geschehe, wie du geglaubet haft. Und einerlei Sinn untereinander: Trachtet sein Knecht ward gesund zu derselbigen nicht nach hohen Dingen, sondern Stunde. baltet euch herunter zu ben Niebrigen. Evangel. am 3. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 8, v. 1.13. Epistel, Röm. 12, b. 16-21. altet euch nicht selbst für flug. mit Bösem. Befleißet euch der Ehrbarkeit viel an euch ist, so habet mit allen Naum dem Zorn, denn es stehet Menschen Friede. Nächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Da herab gieng, folgete ihm viel Bolts und betete ihn an, und sprach: Herr, nach. Und siehe, ein Aussäßiger kam so bu willt, fannst du mich wohl reinigen. Und Jesus stredte seine Hand geschrieben: Die Rache ist mein, ich aus, rührte ihn an und sprach: Ich will vergelten, spricht der Herr. So wills thun; sei gereiniget. Und als- nun deinen Feind hungert, so speise bald ward er von seinem Aussaße rein. ihn, dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu: Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß du das thust, so wirst du feurige fag es niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde bas Böse mit die Gabe, die Moses befohlen hat zu Gutem. einem Zeugniß über sie. Da aber Jefus eingieng zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn Evangel. am 4. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 8, v. 23.27. und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gefund Der antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund; denn ich bin ein Mensch, bazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsfnechte, und wenn ich sage zu einem: Gehe tin, so gehet er, und zum andern: komme her, so kommt er. Und zu meinem nd Jefus trat in das Schiff, und feine siehe, da erhub sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: Herr, hilf uns, wir ver berben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und be Am 5. Sonnt. nach Epiphaniä. bräuete den Wind und das Meer, da warb es ganz ftille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Epistel, Röm. 13, v. 8-10. eid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet; denn wer den andern liebet, ber hat das Gesek erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollt nicht ehebrechen; Du sollt nicht tödten; Du sollt nicht stehlen; Du sollt nicht falsch Zeugniß geben; Dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfaffet: Du follt deinen Nächsten lieben als dich felbft. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangel. am 5. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 13, v. 24-30. legte ihnen ein ander Gleichmelreich ist gleich einem Menschen, ber guten Samen auf ſeinen Acer Da kam sein Feind, und säete Unkraut zwischen den Waizen, und gieng davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, ba fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gefäet? Woher hat er denn das Unfraut? Er sprach zu ihnen? Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willt du denn, daß wir hin gehen, und es ausjäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit ausraufet, so ihr das Untraut ausjätet. Laffet beides mit ein anber wachsen, bis zu der Erndte, und un bie Erndtezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammel zuvor das Untrant, und bindet es in Bündlein, caß man es verbrenne, aber den Waizen ammelt mir in meine Scheuern. Am Sonnt. Septuagesimä. 9 Epistel, Col. 3, s. 12-17. ziehet nun an als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Gebulb, und vertraget einer ben andern, und vergebet euch untereinander, so iemand Klage hat wider den landern, also auch ihr; über alles aber ziehet gleichwie Christus euch vergeben hat, der Vollkommenheit. Und der Friebe an die Liebe, die da ist das Band welchem ihr auch berufen seid in einem Gottes regiere in euren Herzen, zu Leibe, und seid bankbar. Laffet das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und Lobgesängen und geistlichen lieblichen vermahnet euch selbst mit Psalmen und Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles was ihr thut, mit Worten, oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium am Sonntage Septuagesimä, Matth. 20, v. 1-16. Das Himmelreich ist gleich einem ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, fandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sah andere an dem Markte müssig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist; und sie giengen hin. Abermal ging er aus um bie fechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müffig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müssig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gebinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, foll uch werden. Da es nun Abend 10 Am Sonntage Sexagesimä. liche Speise geffen, und haben alle einerlei geistlichen Trant getrunken. Sie trunken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgete, welcher Fels war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn fie find niedergeschlagen in der Wüsten. Evangelium am Sonntage Seragesimä, Luc. 8, v. 4-15. warb, sprach der Herr des Weinbergs Meer; und haben alle einerlei geiftzu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern, und gib ihnen den Lohn, und bebe an, an den Lezten bis zu den Ersten. Fa tamen die um die eilfte Stunde gebinget waren, und empfieng ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten tamen, meineten fie, fie würden mehr empfangen, und ste empfiengen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfiengen, murrten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast Da fie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen letzten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? fiehest du darum scheel, daß ich so gültig bin? Also werden die Legten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. a nun viel Bolts bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus zu säen seinen Samen, und indem er fäete, fiel etliches an den Weg und ward vertre ten, und die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufgieng, verborrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dor nen, und die Dornen giengen mit auf, und ersticktens. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es gieng auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das fagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen, was diefes Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ists gegeben zu wissen das Geheimniß des Epistel, 1. Cor. 9, v. 24 bis Cap. 10, v. 5. Miffet ihr nicht, daß die, so in den laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der ba tämpfet, enthält sich alles Dinges: jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse: Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brütber, nicht verhalten, daß unsere Bäter find alle unter der Welten gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und find alle unter Mofen getauft, mit der Wolfe und mit dem in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber dies Gleichniß: Der Same ift das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kömmt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben fie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen fie ab. Das aber unter die Dornen fiel, find die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens; und ersticken, Am Sonntage Quinquagesimä. 11 und bringen keine Frucht. Das aber sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich auf dem guten Lande, find, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Der nicht liige. Zu Damasco, der Land pfleger des Königs Areta verwahrete die Stadt der Damascäer, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelaffen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja enn ihr vertraget gerne die Nar- das Rühmen nichts nüße, doch will ren, dieweil ihr flug seid. Ihr ich kommen auf die Gesichte und vertraget, so euch jemand zu Knechten Offenbarungen des Herrn. Ich tenne machet, so euch jemand schindet, so euch einen Menschen in Christo, vor vierjemand nimmt, so euch jemand tropet, zehn Jahren( ift er in dem Leibe geso euch jemand in das Angesicht streichet. wesen, so weiß ichs nicht, oder ist er Das sage ich nach der Unehre, als wären außer dem Leibe gewesen, so weiß ich wir schwach worden. Worauf nun je es auch nicht, Gott weiß es), derselbe mand tilhn ift,( ich rede in Thorheit) ward entzückt bis in den dritten Himdarauf bin ich auch fühn. Sie sind mel. Und ich kenne denselbigen MenEbräer, ich auch. Sie sind Israe- schen( ob er in dem Leibe oder außer liten, ich auch. Sie sind Abrahams bem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Samen, ich auch. Sie sind Diener Gott weiß es). Er ward entzücker Chrifti;( ich rede thörlich) ich bin wohl in das Paradies, und hörete unausmehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich sprechliche Worte, welche kein Mensc habe mehr Schläge erlitten, ich bin sagen kann. Davon will ich mic öfter gefangen, oft in Todesnöthen rühmen, von mir selbst aber will id gewesen. Von den Juden habe ich mich nichts rühmen, ohne meiner fünfmal empfangen vierzig Streiche, Schwachheit. Und so ich mich rühmen weniger eins. Ich bin dreimal ge- wollte, thäte ich darum nicht thörlich, stäupet, einmal gesteiniget, drein al denn ich wollte die Wahrheit fagen. habe ich Schiffbruch erlitten, Tag Ich enthalte mich aber des, auf daß und Nacht habe ich zugebracht in der nicht jemand mich höher achte, denn Tiefe( des Meeres). Ich habe oft er an mir fiehet, oder von mir gereiset, ich bin in Fährlichkeit gehöret. Und auf daß ich mich nicht der wesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter hohen Offenbarung überhebe, ist mir den Mördern, in Fährlichkeit unter gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämden Juden, in Fährlichkeit unter den lich des Satans Engel, der mich mit Heiden, in Fährlichkeit in den Städ- Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht Jen, in Fährlichkeit in der Wüsten, überhebe; dafür ich dreimal dem Herrn in Fährlichkeit auf dem Meer, in geflehet habe, daß er von mir wiche. Fährlichkeit unter den falschen Brü- Und er hat zu mir gesagt: Laß dir dern, in Müh und Arbeit, in viel an meiner Gnade genitgen, denn meine Wachen, in Hunger und Durst, in Kraft ist in den Schwachen mächtig. viel Fasten, in Frost und Blöße. Darum will ich mich am allerliebsten Ohne was sich sonst zuträget, näm- rühmen meiner Schwachheit, auf daß lich, daß ich täglich werde angelaufen, die Kraft Chrifti bei mir wohne. und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen Epistel, 2. Cor. 11, b. 19 bis Cap. 12, v. 9. Evangelium am Sonntage Quinquagefimä, Luc. 18, v. 31-43. Zwölfe, und foll, so will ich mich meiner Schwachesus nahm zu fich die ihnen: Schet, unsers Herrn Jesu Chrifti, welcher hinauf gen Jerusalem, und es wirk 12 Am 1. Sonntage in der Fasten. alles vollendet werden, das geschrie- I berdig, fie suchet nicht bas ihre, fte ben ist durch die Propheten von des läffet sich nicht erbittern, sie trachtet Menschen Sohn. Denn er wird über nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht antwortet werben ben Heiden, und der Ungerechtigkeit, fie freuet sich aber er wird verspottet, und geschmähet der Wahrheit. Sie verträget alles, unb verspeiet werden. Und sie wer- sie glaubet alles, fie hoffet alles, sie ben ihn geisseln und töbten, und am buldet alles. Die Liebe hört nimmer britten Lage wirb er wieder aufer- auf, so doch die Weissagungen aufstehen. Sie aber vernahmen der keines, hören werden, und die Sprachen auf und die Rede war ihnen verborgen, hören werden, und das Erkenntniß und wusten nicht, was da gesagt war. aufhören wird. Denn unser Wissen Es geschah aber, da er nahe zu Se- ist Stückwert, und unser Weissagen ist richo tam, saß ein Blinder am Wege, Stückwerk. Wenn aber kommen wird und bettelte. Da er aber hörete das das Vollkommene, so wird das StückBoll, das durchhin gieng, forschete werk aufhören. Da ich ein Kind war, er, was das wäre? Da verkündigten da redete ich wie ein Kind und war fie ihm, Jesus von Nazareth gienge flug wie ein Kind, und hatte kindische Und er rief und sprach: Anschläge; da ich aber ein Mann Jesu, du Sohn David, erbarme dich ward, that ich ab was kindisch war. mein! Die aber vorne an giengen, be- Wir sehen jetzt durch einen Spiegel bräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn David, erbarme dich mein. Jesus aber stand stille, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willt du, daß ich dir thun soll? Er sprach, Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, bein Glaube hat bir geholfen. Und alsbald ward er sehend, folgete ihm nach, und preisete Gott; und alles Bolk, das solches sahe, lobete Gott. vorüber. in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt er. tenne ich's stückweise, dann aber werde. ich es erkennen, gleich wie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größete unter ihnen. Evangel. am 1. Sonntage in der Fasten( Invocavit), Matth. 4, v. 1-11. Da ward Jesus vom Geift in die geführet, auf daß er Epistel, 1. Cor. 13, v. 1-13. von dem Teufel versucht würde. Und W Menn ich mit Menschen und mit da er vierzig Tage und vierzig Nächte Engelzungen redete, und hätte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der ber Liebe nicht, so wär ich ein tönend Versucher trat zu ihm und sprach: Erz, oder eine klingende Schelle. Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß Und wenn ich weissagen könnte, und diese Steine Brod werden. Und er wüste alle Geheimnisse und alle Er- antwortete und sprach: Es stehet gefenntniß, und hätte allen Glauben, schrieben, der Mensch lebt nicht vom also, baß ich Berge versette, und Brod allein, sondern von einem jeghätte der Liebe nicht, so wäre ich lichen Wort, das durch den Mund nichts. Und wenn ich alle meine Gottes gehet. Da führete ihn der Habe den Armen gäbe, und ließe Teufel mit sich in die heilige Stadt, meinen Leib brennen, und hätte der und stellte ihn auf die Zinne des Liebe nicht, so wäre mir nichts nütze. Tempels. Und sprach zu ihm: Bift Die Liebe ist langmüthig und freund- du Gottes Sohn, so laß dich binab; tid, bie Liebe eifert nicht, bie Liebe benn es ftehet geschrieben: Er wirb treibet nicht Muthwillen, fie blähet seinen Engeln über dir Befehl thun, f nicht, sie stellet sich nicht unge- und sie werden dich auf den Händen Am 2. Sonntage in der Fasten. 13 tragen, auf baß du deinen Fuß nicht| Evangel. am 2. Sonntage in an einen Stein ftößeft. Da sprach Jesus der Fasten( Reminiscere), zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollt Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn mit auf Matth. 15, v. 21-28. Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt, und ihre Herrlichkeit. Und sprach zu ihm: bies alles will ich dir geben, fo bu niederfällst und mich anbeteft. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollt anbeten Gott, beinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm, und bieneten ihm. nd Jefus gieng aus von dannen, und entwich und Sydon. Und siehe ein Cananäisch Weib gieng aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn David, erbarme dich mein; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr fein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: ich bin nicht gefandt, denn nur zu den verlornen Schaafen von dem Hause Ifrael. Sie fam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht nicht vergeblich man ihr Epistel, 2. Cor. 6, v. 1-10. Wir ermahnen aber euch, als Mitdie Gnade Gottes empfahet, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Lage des Heils geholfen. Sehet, jetzt if bie angenehme Zeit, jetzt ist der Tag bes Heils. Laffet uns aber niemand irgend ein Mergerniß geben, auf baß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Gedulb, in Triibfalen, in Nöthen, in lengsten, in Schlägen, in Gefängniffen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe; in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Berführer, und boch wahrhaftig, als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, und siehe wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet. Als die Traurigen, aber allezeit fröhlich, als bie Armen, aber die doch viel reich machen, als die nichts inne haben, und doch alles haben. nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Sa Herr, aber doch effen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: D Weib, dein Glaube ist groß, bir geschehe, wie du willt. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, 1. Theff. 4, v. 1-7. Meiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns einpfangen habt, wie ihr sollet wandeln, und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werbet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter ench wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftfeuche, wie die Heiben, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruber im Handel; denn der Herr ift Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, fondern zur Heiligung. Am 3. und 4. Sonntage in der Faster, Evangelium am 3. Senntage die bu gefogen haft. Er aber sprach. in der Fasten( Oculi), Ja selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Luc. 11, v. 14- 28. 14 Unb er trieb einen Teufel aus, der war stumm; und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet bie Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ift denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? bieweil ihr faget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel burch Beelzebub austreibe, burch wen treiben fie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kömmt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden; wenn aber ein stärkerer über ihn kömmt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm feinen Harnisch, darauf er fich verließ umb theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerftreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandert er dürre Stätte, suchet Ruhe, Epistel, Ephef. 5, v. 1-9. o seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns geliebet hat, und sich selbst bargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, laffet nicht von euch gefaget werden, wie den Heiligen zustehet: auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer noch Unreiner, oder Geiziger( welcher i ein Gözendiener), Erbe hat au dem Reiche Christi und Gottes. Laffet euch niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser Willen kömmt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenoffen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ift allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. will wieder umkehren in mein Haus, baraus ich gegangen bin. Und wann er tömmt, so findet ers mit Besemen gelehret und geschmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu fich, die ärger find, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen fie da, und wird hernach mit demfelbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volke die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, ber bich getragen hat, und die Brüste, Evangel. am 4. Sonntage in der Fasten( Lätare), Job. 6, v. 1-15. arnach fuhr Jesus weg über bas Galiläa, und es zog ihm viel Volks nach,( darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber gieng hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Bolts zu ihm tömmt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese effen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, benn er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: Zwei Am 5. Sonntage in der Fasten. bunbert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter ste, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer feiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: es ist ein Knabe hie, ber hat fünf Gersten- Brode, und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten fich bei fünftausend Mann. Jefus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Süngern, die Jünger aber denen, bie sich gelagert hatten. Desfelbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da fie aber satt waren, fprach er zu seinen Jüngern: Sammlet bie übrigen Brocken, daß nichts umtomme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den 15 nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die ben Mann hat. Wir aber lieben Brüder, sind Isaaks, nach der Verheißung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete ben, ber nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was sagt die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. benen, die gespeiset wurden. Da nun die Menschen das Zeichen saben, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kom men soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, baß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er felbft alleine. Evangel. am 5. Sonntage in ber Fasten( Judica), Joh. 8, v. 46-59. esus sprach zu den Juben: Welcher Epistel, Gal. 4, b. 22-31. zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß bu ein Samariter bist, und haft den Teufel? Jesus anwortete: Ich habe teinen Teufel, sondern ich ehre meinen Bater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, enn es stehet geschrieben, daß Abra- der sie suchet und richtet. Wahrlich, ham zween Söhne hatte, einen wahrlich, ich sage euch: so Jemand von der Magd, den andern von der mein Wort wird halten, der wird den Freien. Aber der von der Magd war, Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen ist nach dem Fleisch geboren, der aber die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, von der Freien, ist durch die Verheißung daß du den Teufel haft. Abraham ift geboren. Die Worte bedeuten etwas, gestorben, und die Propheten, und da denn das sind die zwei Testamente, sprichst: So Jemand mein Wort hält, eins von dem Berge Sinai, das zur der wird den Tod nicht schmecken ewigKnechtschaft gebieret, welches ist die lich. Bist du mehr, denn unser Bater Agar. Denn Agar heißt in Arabia Abraham, welcher gestorben ist, und ber Berg Sinai, und langet bis gen die Propheten find gestorben? Was Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und machst du aus dir selbst? Jesus antist dienstbar mit seinen Kindern. Aber wortete: So ich mich selber ehre, fo bas Jerusalem, bas droben ist, das ist ist meine Ehre nichts. Es ist aber die Freie, die ist unser aller Mutter. mein Vater, der mich ehret, welchen Denn es stehet geschrieben: sei fröhlich ihr sprecht, er sey euer Gott und bu Unfruchtbare, die du nicht gebierst, tennet ihn nicht; ich aber tenne ihn. und brich hervor und rufe, die bu| Und wo ich würde sagen, ich tenne 16 Palmsonntage. Am grünen Donnerstage. fein nicht, so würde ich ein Lügner, so euch Jemand etwas wirb sagen, so gleich wie ihr seid. Aber ich kenne sprechet: Der Herr bedarf ihrer, sobald thn, und halte sein Wort. Abraham, wird er fie euch laffen. Das geschah ener Bater, ward froh, baß er meinen aber alles, auf daß erfüllet würbe, Tag seben sollte, und er sah ihn, und das gesagt ist durch den Propheten, ber freuete fich. Da sprachen die Juden zu da ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahr alt, und haft Abraham gesehen? Sesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, i fage euch: Ehe denn Abraham warb, bin ich. Da hoben sie Steine auf, baß fie auf ihn würfen. Aber Jefus verbarg sich, und gieng zum Tempel hinaus. pricht: Saget der Tochter Zion, siehe, dein König kommt zu dir sanft müthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen ber lastbaren Eselin. Die Sünger giengen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Lind brachten die Efelin und das Füllen und legten ihre Kleider brauf, und setzten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die anderen hieben Zweige von den BäuEpistel, Hebr. 9, b. 11-15. aber ein Hoherpriester der zukünftigen Gülter, durch eine größere und voll tommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böde oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in bas Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so ber Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget bie Unreinen zu der leiblichen Reinigteit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel, durch den heiligen Geift Gott geopfert hat, unser Gewiffen reinigen von den tobten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, bie unter dem ersten Testament waren, vie, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium am Palmsonntage, Matth. 21, v. 1-9. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, fandte Jesus ſeiner Jünger zween, unb Fleden, der vor euch liegt, und bald merbet ihr eine Eselin finden ange bunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und men und Das Boll aber, das vorgieng und nachfolgte, schrie und sprach: Hostanna bem Sohn David! gelobet sei, ber da kommt in dem Namen des Herrn! Hoftanna in der Höhe! Epistel, Phil. 2, v. 5-11. in jeglicher sei gefinnet, wie Jeſus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt ers nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen Jesu fich beugen follen alle Knie derer, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erde sind; und alle Zungen bekennen sollen, daß Gottes des Vaters. Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Evang. am grünen Donnerstage, Joh. 13, v. 1-15. Vor dem Feft aber der Oſtern, da Jesus seine Beit gekommen war, daß er aus dieser Welt gienge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebete er sie bis ans Ende Um heiligen Ostertage. 17 Und nach dem Abendessen, da schon| für euch gebrochen wird; solches thut ber Teufel hatte dem Juda Simonis zu meinem Gedächtniß. Deffelbigen Iscarioth in das Herz gegeben, daß er gleichen auch den Kelch, nach dem Abendihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm mahl, und sprach: Dieser Kelch if ber Vater hatte alles in seine Hände das neue Testament in meinem Blute; gegeben, und daß er von Gott gekom solches thut, so oft ihr es trinket, zu men war, und zu Gott gieng; stand er meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr vom Abendmahl auf, legte seine Kleider von diesem Brod effet und von diesem ab, nahm einen Schurz und umgürtete Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Lod fich. Darnach goß er Wasser in ein verkündigen, bis daß er kommt. WelBeden, hub an den Jüngern die Füße cher nun unwürdig von diesem Brod zu waschen, und trodnete sie mit dem iffet, oder von dem Kelch bes Herrn Schurz, damit er umgürtet war. Da trinket, der ist schuldig an dem Leib tam er zu Simon Petro, und derselbige und Blut des Herrn. Der Mensch sprach zu ihm: Herr, solltest du mir prüfe aber sich selbst, und also effe er meine Füße waschen? Jesus antwortete, von diesem Brod und trinke von diesem und sprach zu ihm: Was ich thue, das Kelch. Denn welcher unwürdig iffet weißt du jetzt nicht, du wirst es aber und trinket, der iffet und trinket ihm hernach erfahren. Da sprach Petrus selber das Gericht, damit, daß er nicht zu ihm: Nimmermehr sollst du mir unterscheidet den Leib des Herrn. die Füße waschen. Sesus antwortete Darum sind auch so viele Schwache ihm: Werde ich dich nicht waschen, so und Kranke unter euch, und ein gut haft du kein Theil an mir. Spricht zu Theil schlafen. Denn so wir uns selber ihm Simon Petrus: Herr, nicht die richteten, so würden wir nicht gerichtet. Füße allein, sondern auch die Hände Wenn wir aber gerichtet werden, so und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: werden wir von dem Herrn gezüchtiget, Wer gewaschen ist, der darf nicht denn auf daß wir nicht samt der Welt die Füße waschen, sondern er ist ganz verdammt werden. rein: und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Berräther wohl; darum sprach er: ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er ſeine Kleider und ſetzte sichtauften Maria Magdalena, und der war wieder nieder: und sprach abermal zu ihnen: Wiffet ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißt mich Meister und Herr, und saget recht daran: denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollet ihr auch euch unter ein ander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Maria Jacobi, und Salome Specerei, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie tamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne aufgieng. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von bes Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie giengen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand figen, der hatte ein lang weiß Epistel, 1. Cor. 11, b. 23-32. gen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, ba er verrathen warb, nahm er bas Brob, bankete und brach es, und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, ber Evangel. am heiligen Oftertage, Marc, 16, v. 1-8. aber sprach zu ihnen: Entsetet euch nicht: ihr suchet Jesum von Nazareth, ben Gefreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hie; siehe da die Stätte, ba fie ihn hinlegten. Gehet aber hin, 2 18 Um heiligen Oster- Montage. unb faget es feinen Jüngern und Petro,| Auch haben uns erschreckt etliche Weiber daß er vor euch hingehen wird in Ga- der unsern, die sind frühe bei dem Hilda; da werdet ihr ihn sehen, wie Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht er euch gefaget hat. Und sie giengen funden, kommen und sagen, sie haben schnell heraus, und flohen von dem ein Gesicht der Engel gesehen, welche Grabe, denn es war sie Zittern und sagen, er lebe. Und etliche unter uns Entsetzen ankommen, und sagten nie- giengen hin zum Grabe, und fanden mand nichts, denn sie fürchteten sich. es also wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O fhr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, was die Propheten geredet haben. Mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fieng an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt waren. Und fie tamen nahe zum Flecken, da sie bingiengen, und er stellete fich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es der Tag hat fich geneiget. Und er gieng hinein, Und es da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brachs, und gabe ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und erkenneten ihn. Und er berschwand vor ihnen. Und ste sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahr. haftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre, an dem, da er das Brod brach. Epistel, 1. Cor. 5, b. 7-8. Fere ben alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleich wie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum laffet uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, son bern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangel. am heil. Oster- Montage, Luc. 24, b. 13-35. ub bemselben Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feldweges weit, des Name heißet Emmaus, und fie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da ste so rebeten und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht fannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und feid so traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, ber nicht wisse, was in diesen Tagen brinnen geschehen ift? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jefu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten vor Gott und allem Volt. Wie ihn unsere Hohenpriester und der Wahrheit, daß Gott die Person Obersten überantwortet haben zur Ver- nicht ansiehet; sondern in allerlei bammniß des Todes, und gekreuziget. Bolt, wer ihn fürchtet und recht thut, Wir aber hoffeten, er sollte Sfrael er der ist ihm angenehm. Ihr wisset lösen. Und über das alles ist heute der wohl von der Predigt, die Gott zu britte Tag, daß solches geschehen ist. ben Kindern Israel gesandt hat, und Epistel, Apoft. Gefc. 10, v. 34-41. etrus aber that seinen Mund auf P und sprach! Non erfahre ich mit Am 1. und 2. Sonntage nach Ostern. 19 verfündigen laffen den Frieden durch| Dieser ists, ber da kommt mit Waffer Jefum Chriftum, welcher ist ein Herr über alles. Die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes prebigte. Wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohl gethan, und gefund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles bes, bas er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben fie getödtet und an ein Holz gehangen. Denselbigen hat Gott auferwecket am britten Tage, und ihn laffen offenbar werden, nicht allem Bolk, sondern uns, ben borerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Waffer und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei find, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geift, unb diese brei sind eins. Und drei find, die da zeugen auf Erden: Der Geift und das Wasser und das Blut, und die brei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer, denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeuget von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangel. am 1. Sonntage nach Ostern( Quasimodogeniti), Joh. 20, b. 19-23. Im Abend aber deffelbigen Sabbats, da die Jünger versammlet und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagete, zeigete er seine Hände und seine Seite. Da wurden die Sünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagete, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünde erlaffet, denen sind fie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, benen sind sie behalten. Epistel, 1. Joh. 5, v. 4-10. De enn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne ber da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ift? Evang. am 2. Sonnt nach Ostern ( Misericordias Domini), Joh. 10, b. 12-16. I bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läffet fein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, stehet den Wolf kommen, und verläffet bie Schafe und fleucht, und der Wolf er. baschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fleucht, denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne bie Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Bater, und ich laffe mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören. Und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel, 1. Petri 2, v. 21-25. enn dazu seid ihr berufen, fintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten warb, nicht brohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der ba rechi 2* Am 3. und 4. Sonntage nach Ostern. 20 richtet; welcher unsere Sünde selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. Evangelium am 3. Sonntage nach Ostern( Jubilate), Joh. 16, b. 16-23. eber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er saget zu uns: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen fie: Was ist das, daß er faget, über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er rebet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich fehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Shr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat fie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist tommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz foll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen; und an bemfelbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel, 1. Petri 2, v. 11-17. Lieben Brilber, ich ermahne ench, als die Fremblinge und Pilgrime: Enthaltet euch von fleischlichen Lüften, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreben, als von Uebelthätern, eure guten Werte sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, leuten, als den Gesandten von ihm, als dem Obersten, oder den Hauptzur Nache über die Uebelthäter, zu Lobe den Frommen. Denn das in der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. und Evangelium am 4. Sonntage nach Ostern( Cantate), Joh. 16, v. 5-15. un aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens worden. Aber ich sage ench die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so tommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch [ senden. Und wann derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit und um das Gerichte. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich fort nicht sehet. Um das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnets jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, tommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reben, sondern, was er hören wird, das wird er reben, und was zukünftig ist, wird er end verkündigen. Derselbige wird mich ver klären, denn von dem Meinen wird ers Um 5. Sonntage nach Ostern und Christi Himmelfahrt. 21 nehmen, und euch verkündigen. Alles,| nicht, daß dich jemand frage, datum was der Vater hat, das ist mein; darum glauben wir, daß du von Gott aus. habe ich gesagt: Er wirds von dem gegangen bist. Meinen nehmen und euch verkündigen. Epistel, Sac. 1, v. 17-21. Que gute Gabe, und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von bem Vater des Lichts, bei welchem ist feine Veränderung noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezenget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangel. am 5. Sonntage nach Ostern( Rogate), Joh. 16, v. 23- 30. Mahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Bater etwas bitten werbet in meinem Namen, so wird ers end geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen: und ich sage euch nicht, daß ich den Bater für euch bitten will; denn er felbft, der Bater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kommen in die Welt: wiederum verlaffe ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagest fein Sprichwort. Nun wissen wir, daß bu alle Dinge weißest, und bedarfft Epistel, Sac. 1, v. 21-27. eid aber Thäter des Worts, unb nicht Hörer allein, damit ihr euc selbst betrüget. Denn so jemand ift ein Hörer des Wortes und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er davon, und vergiffet von Stund an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, berselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch läffet dünken, er viene Gott, und hält seine Zunge nicht im Baum, son bern verführet sein Herz, des Gottes dienft ist eitel. Ein reiner und unbe flecter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Witwen in ihrem Trütbsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangel. am Tage der Himmel fahrt Christi, Marci 16, v. 14-20. ulegt, defenbarete er sich, und schalt thren Unglauben und ihres Herzens Härtig. keit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten, auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden fie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so ste etwas Tödtliches trinken, wirds ihnen nicht schaden. Auf die Kranten werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, 22 Am 6. Sonntage nach Ostern und am heil. Pfingsttage. warb er aufgehoben gen Himmel, und het zur rechten Hand Gottes. Sie aber giengen aus und predigten an und der Herr wirtete Evangel. am 6. Sonntage nach Ostern( Eraudi), mit ihnen, und bekräftigte das Wort W welchen ich euch ſenden werde, vom Joh. 15, v. 26, bis Cap. 16, v. 4. aber kommen wird, burch mitfolgende Zeichen. Bater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir ge pistel, Ap. Gesc. 1, b. 1-11. ie erste Nebe habe ich zwar gethan, Jefus anfieng, beides zu thun und zu daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden lehren, bis an den Tag, da er aufge- euch in den Bann thun. Es kommt nommen ward, nachdem er den Aposteln aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, ( welche er hatte erwählet), durch den wird meinen, er thue Gott einen Dienst heiligen Geift Befehl gethan hatte. Wel- daran. Und solches werden sie euch die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, 1. Pet. 4, v. 8-11. o seid nun mäßig und nüchtern zum en er sich auch nach seinem Leiben leben- barum thun, daß sie weder meinen big erzeiget hatte, burch mancherlei Er- Vater noch mich erkennen. Aber solches weisung und ließ sich sehen unter ihnen habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß fie nicht von Jerusalem wichen, sonbern warteten auf die Verheißung des Baters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Gebet. Vor allen Dingen aber Waffer getauft, ihr aber sollt mit dem habt unter einander eine brünstige Liebe; heiligen Geift getauft werden, nicht lange denn die Liebe decket auch der Sünde nach diesen Lagen. Die aber, so zusammenge. Seid gastfrei unter einander, men kommen waren, fragten ihn und fprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Ifrael? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wiffen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft bes heiligen Geiftes empfahen, welcher auf end tommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gaben Gottes. So jemand redet, daß ers rede, als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, bas Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreifet werde, durch Jesum Chrift, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. folches gesagt, warb er aufgehoben zusehens und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachfahen gen Himmel fahren, siehe, ba Banden bei ihnen zween Männer in weißen Kleibern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galitäa, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Diefer Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangel. am heil. Pfingsttage, Joh. 14, v. 23-31. er mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, Am Pfingst- Montage. 23 weil ich bei euch gewesen bin. Aber geboren find? Parther und Meder, der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wirds euch alles lehren, unb euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und tomme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Bater; denn ber Bater ist größer, denn ich. Und nun habe ichs euch geſaget, ehe denn es ges fchieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judäa und Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphilia, Egypten und an den Enden der Lybien, bei Cyrenen, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenoffen, Creter und Araber, wir hören sie mit unsern Zungen bie großen Thaten Gottes reden. Sie ents setzten sich alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. benn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber, daß die Welt erkenne, daß ich den Bater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf und laffet uns von hinnen gehen. Evangel. am Pfingst- Montage, Joh. 3, v. 16-21. daß er seinen eingebornen Sohn enn also hat Gott die Welt geliebet, gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, Epistel, Ap. Gesc. 2, v. 1-13. als der nicht füllet war, waren fie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Mindes, und erfüllete das ganze Haus, da ste saßen. Und man sah an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fiengen an zu predigen mit andern Bungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden, zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Bolt, das unter dem Himmel ist. Da nun dieſe Stimme geſchah, kam die Menge und verstürzt: denn es hörte ein jeglicher, daß fie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, find nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir dann ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gerichte, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsterniß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Arges that, der haffet das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werte nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Epistel, Ap. Gesch. 10, s. 42.48. Ind der Herr hat uns geboten zu daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf 24 Evangelium am 1. Sonnt. nach Trinitatis. alle, die dem Worte zuhöreten. Und die| haben, und ihr nehmet unser Zeugniß Gläubigen aus der Beschneidung, die nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich mit Petro kommen waren, entsetten sich, euch von irdischen Dingen sage, wie daß auch auf die Heiben die Gabe des würdet ihr glauben, wenn ich euch heiligen Geiftes ausgegoffen ward, denn von himmlischen Dingen sagen würde? fe höreten, daß fie mit Zungen redeten, Und Niemand fährt gen Himmel, denn und Gott hoch preifeten. Da antwortete der vom Himmel hernieder gekommen Petrus: Mag auch Jemand das Wasser ist, nämlich des Menschen Sohn, der wehren, daß diese nicht getauft werden, im Himmel ist. Und wie Moses in der die ben heiligen Geift empfangen haben, Wüste eine Schlange erhöhet hat, gleichwie auch wir? Und befahl ste zu also muß des Menschen Sohn erhöhet taufen im Namen des Herrn. werden: auf daß Alle, die an ihn bas ewige Leben haben. glauben, nicht verloren werden, sondern Evangel. am Sonnt. Trinitatis, Joh. 3, v. 1-15. Ce war aber ein Mensch unter den Epistel, Röm. 11, b. 33-36. welch eine Tiefe des Reichthums, beide und niß Gottes? Wie gar unbegreiflich find seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Raths geber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn, und in ihm find alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. mus, ein Oberster unter den Juden, der tam zu Sefu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thuft, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Semand von neuem geboren werbe, fann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie Evangel. am Sonnt. n. Trinitat. tann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in me fich mit Purpur und köstlicher Luc. 16, v. 19-31. war der kleifeiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Waffer und Geift, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geift. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du höreft sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er fommt und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist ge boren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zu gehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wiffen, und zeugen, das wir gesehen Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Ars mer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch tamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sah Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das äußerste seines Fingers ins Waffer tauche und fühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Am 2. und 3. Sonntage nach Trinitatis. Gutes empfangen haft in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses em pfangen; nun aber wird er getröstet, unb bu wirst gepeinigt. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die ba wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual.. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselben hören. Er aber sprach: Nein, Bater Abraham; sondern wenn einer von den Tobten zu ihnen gienge, so würden sie Buße thun. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstünde. Epistel, 1. Joh. 4, v. 16.11. Gott ott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, eine Frenund Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir digkeit haben am Tage des Gerichts, benn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus, denn die Furcht hat Bein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Laffet uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet. So jemand spricht: ich liebe Gott, und haffet seinen Bruder, der ist ein Liigner, benn wer seinen Bruder nicht liebet, ben er fiehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht fiehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evang. am 2. Sonnt. n. Trinit., Luc. 14, b. 16-24. Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viele bazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls zu sagen den Gelabenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und fie fiengen an alle nach ein25 ander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinausgehen, und ihn besehen: ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe ießt hin, sie zu besehen, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gaffen der Stadt, und führe die Armen, und Krüppel, und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen haft, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen, und an die Zäune, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel, 1. Joh. 3, v. 13-18. meine BrütVever, ob euch die Welt hafſet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer feinen Bruder baffet, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelaffen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zungen, fondern mit der That, und mit der Wahrheit. Evang. am 3. Sonnt. n. Trinit., Luc. 15, v. 1.10. aber zu allerlei ner und Stinder, daß sie ihn höreten. 26 Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Und die Pharifäer und Schriftgelehrten Evang. am 4. Sonnt. n. Trinit., murreten und sprachen: Dieser nimmt Luc. 6, v. 36-42. bie Sünder an, und iffet mit ihnen. Er fagte aber zu ihnen bies Gleichniß Darum seid barmherzig, wie auch and sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er ber eines verlieret, der nicht laffe bie neun und neunzig in der Wüsten, und hingehe nach dem verlorenen, bis baß ers finde? Und wenn ers funden hat, fo leget ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, benn ich habe mein Schaf funden, bas verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neun and neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verliert, die nicht ein Licht anzünde, und lehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde. Und wenn sie ihn funden hat, rufet fie ihren Freunbinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird ench gegeben. Ein voll gebrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schooß geben; denn eben mit dem Maaß, da ihr mit meffet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beibe in die Grube fallen? Der Jünger ift nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie fannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balten aus deinem Auge, und bestehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistel, Nöm. 8, v. 18-23. es Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die OffenSinte barung der Kinder Gottes. Epistel, 1. Pet. 5, 6-11. demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgen werfet auf ihn, denn er forget für eud Seid nüchtern und wachet: denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge; dem widerstehet fest im Glauben, und wiffet, daß eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlich feit, in Christo Jesu, berselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, ftärken, träftigen, gründen. Demselben sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. mal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und äng stet sich noch immerdar. Nicht allein aber fie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geiftes Erfilinge, fehnen uns auch bei uns selbst nach Am 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. 27 ber Rindschaft, und warten auf unseres| ihr den Segen ererbet. Denn wer Leibes Erlösung. leben will, und gute Tage sehen, der fchweige seine Zunge, daß sie nichte Böses rebe, und seine Lippen, daß fie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes, er suche Frieden, und des Evang. am 5. Sonnt. n. Trinit., Luc. 5, v. 1.11. Ce begab fich aber, da fich das Volk hören Wort Herrn sehen auf die Gerechten und seine Phren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn stehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden fönnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerech Lande führete. Und er setzte sichtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. Evang. am 6. Sonnt. n. Trinit., Matth. 5, v. 20-26. Gottes, und er stand am See Genezareth, und sahe zwei Schiffe am See fiehen, die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Netze; trat er in der Schiffe eins, welches Simonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom und lehrete das Volf aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe und werfet eure Netze aus, auf daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da fie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und fie wintten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und fülleten beide Schiffe voll, also daß fie funken. Da das Simon Petrus sab, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ankommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie miteinander gethan hatten, deffelbigen gleichen auch Jacobum und Johannem, die Söhne Zebibäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, benn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. Epistel, 1. Pet. 3, v. 8-15. sei denn eure Gerechtigkeit beffer, denn der Schriftgelehrten und Pharifäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Su ſollst nicht tödten; wer aber tödtet, der foll des Gerichts schuldig sein. Ich aber fage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Raths schuldig. Wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirft allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinft überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerter wirst nicht von dannen heraus fommen, bis du auch den letzten Heller bezahleft. finnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Bergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Schelt Epistel, Nöm. 6, v. 3-11. wort; sondern bagegen segnet, und Misset ihr nicht, daß alle, die wie wiffet, daß ihr dazu berufen seib, daß in Jesum Chriftum getauft find 38 Am 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. ch bie find in seinen Tod getauft? So find wir nun mit ihm begraben durch bie Taufe in den Tod, auf daß, gleich wie Christus ist auferweckt von den Tobten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt Epistel, Nöm. 6, v. 19-23. ihm gepflanzet werden zu gleichem muß menschlich davon reden, Love, so werden wir auch der Aufs willen erstehung gleich sein. Dieweil wir Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder wiffen, baß unser alter Mensch sammt begeben habt zum Dienste der Un ihm gefreuziget ist, auf daß der sünd- reinigkeit, und von einer Ungerechtigs liche Leib aufhöre, daß wir hinfort der feit zu der andern: also begebet auch Sünde nicht dienen. Denn wer ge- nun eure Glieder zum Dienst der Ge forben ist, der ist gerechtfertiget von rechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn ber Sünde. Sind wir aber mit Chrifto da ihr der Sünde Knechte waret, ba gestorben, so glauben wir, daß wir waret ihr frei von der Gerechtigkeit. auch mit ihm leben werden, und wissen, Was hattet ihr nun zu der Zeit für daß Christus, von den Todten erwecket, Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; hinfort nicht stirbet, der Tod wird hin- denn das Ende derselben ist der Tob. fort über ihn nicht herrschen. Denn, Nun ihr aber seid von der Sünde frei, bas er gestorben ist, das ist er der Sünde und Gottes Knechte geworden, habi gestorben, zu einem mal, das er aber ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, das Ende aber das ewige Leben. Denn baltet euch dafür, daß ihr der Sünde der Tod ist der Sünden Sold, aber gestorben seid, und lebet Gott in Chrifto die Gabe Gottes ist das ewige Leben, Jefu, unserm Herrn. in Christo Jesu, unserm Herrn. Evang. am 8. Sonnt n. Trinit. Evang. am 7. Sonnt. n. Trinit., Marc. 8, v. 1.9. 3 und hatten nichts zu effen, rief Jesus seine Jünger zu fich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Stinger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir fie jättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm bie fieben Brode, und dankte und brach fie, und gab sie seinen Jüngern, daß fie biefelbigen vorlegten; und fie legten dem Belt vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankete und hieß bieselben auch vortragen. Sie aßen aber, und wurden fatt, und huben bie übrigen Broden auf, fieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegeffen hatten; und er ließ fie von sich. Matth. 7, v. 15-23. ehet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafstleidern zu euch kommen; inwendig aber find sie reiffende Wölfe. An ihren Früchten follt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Difteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum tann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in bas Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viel zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in 29 Am 9. und 10. Sonntage nach Trinitatis. beinem Namen geweiffaget? Haben wir| Nimm beinen Brief, febe dich und nicht in beinem Namen Teufel aus schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach getrieben, haben wir nicht in deinem er zu dem Andern: Du aber, wie viel Namen viel Thaten gethan? Dann bist du schulbig? Er sprach: Hundert werde ich ihnen bekennen: Ich habe Malter Weißen. Und er sprach zu ihm: euch noch nie erkannt; weichet alle von Nimm deinen Brief, und schreib achtzig. mir, ihr Uebelthäter. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hatte, denn die Kinder dieser Welt find the Epistel, Röm. 8, 6. 12.17. denn die des in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. wir Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geift Gottes treibet, die sind Gottes Epistel, 1. Cor. 10, b. 6-13, Kinder. Denn ihr habt nicht einen schehen, daß wir uns nicht gelüften as ist aber uns zum Vorbild ge= tnechtischen Geift empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern laffen des Bösen, gleichwie jene gelüftet ihr habt einen findlichen Geift empfan- hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gen, burch welchen wir rufen: Abba, gleichwie jener Etliche wurden, als ges lieber Vater! Derselbige Geist gibt schrieben stehet: Das Volk setzte fich Zeugniß unserm Geiste, daß wir Gottes nieder zu effen und zu trinken, und Kinder sind. Sind wir denn Kinder, stand auf zu spielen. Auch laßt une so find wir auch Erben, nämlich Gottes nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter Erben und Miterben Christi, so wir jenen Hurerei trieben, und fielen auf anders mit leiden, auf daß wir auch einen Tag brei und zwanzig tausend. mit zur Herrlichkeit erhoben werden.| Laßt uns auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie iener Etliche murreten und wurden um gebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Wars nung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt tünten, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch feine, denn menschliche Versuchung be treten; aber Gott ist getreu, ber euch nicht läßt versuchen über euer Ver. mögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Evang. am 9. Sonnt. n. Trinit., Luc. 16, v. 1-9. sprach aber auch zu seinen Jüngern. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der war vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umbracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten: denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß fie mich in ihre Evang. am 10. Sonnt. n. Trinit., Luc. 19, v. 41-48. Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem Ersten: Wie viel bist du meinem nd Herrn schuldig? Er sprach: Hundert die Stadt an, und weinete über Tonnen Dels. Und er sprach zu ihm: sie, und sprach: Wenn du es wüßteft. er kam, er 30 Am 11. Sonntage nach Trinitatis. so würdest du auch bedenken zu dieser| mancherlei Sprachen; einem Andern beiner Zeit, was zu deinem Frieden die Sprachen auszulegen. Dies aber dienet. Aber nun ist es vor deinen Alles wirkt derselbige einige Geift, unb Angen verborgen. Denn es wird die theilet einem Jeglichen seines zu, nachZeit über dich kommen, daß deine Feinde dem er will. werden um dich und beine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, baß du nicht erkennet haft die Zeit, barinnen du beimgesucht bist. Und er gieng in den Tempel, und fieng an auszutreiben, die barinnen verkauften und tausten: und sprach zu ihnen: Es fehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie fie ihm thun sollten; denn alles Voll hieng ihm an und hörete ihn. Evang. am 11. Sonnt. n. Trinit., Luc. 18, v. 9-14. r fagte aber zu etlichen, die sich ſelbst wären, und verachteten die Andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zölle ner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sons dern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich fage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird ers niedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1. Cor. 12, v. 1-11. Von on ben geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stummen Gößen, wie ihr geführt wurdet. Dann thue ich euch kund, daß Niemand Sefum verfluchet, der durch den Geist Sottes rebet; und Niemand kann Zehnen der, des Evangelit, das ich euch Epistel, 1. Cor. 15, v. 1.10. erinnere lieben Brileinen heißen, durch heiligen Geist. Es find mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist ein Herr. Und es find mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in Allen. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Rußen. Einem wird gegeben durch den Geift zu reden von der Weisheit; bem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demfelbigen Geist; einem Andern die Gabe gefund zu machen, in demselbigen Geift; einem Andern Wunder zu thun; einem Andern Weissagung; einem Andern Geifter zu unterscheiden, einem Andern verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch vertündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus geftorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, berer noch viele Am 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, barnach von allen Aposteln. Am letzten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worben. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnabe an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich babe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evang. am 12. Sonnt. n. Trinit., Marcus 7, v. 31-37. nd da er wieder ausgieng von den an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der ftumm war, und sie baten ihn, daß er bie Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volfe besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spüzete und rührete seine Zunge, und sah auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los und redete recht. Und er verbot ihnen, fie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maaße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Epistel, 2. Cor. 3, b. 4-9. in solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist machet lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben 31 tödtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mose, um der Klarheit willen feines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Evang. am 13. Sonnt. n. Trinit., Luc. 10, v. 23-37. Und er wandte fich zu seinen Jüngern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und und habens nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und ssprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Ge müthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: du haft recht geantwortet. Thue das, fo wirst du leben. Er aber wollte ftoh selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesn: Wer ist denn mein Nächster? Da ant. wortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der gieng von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörs der, die zogen ihn aus, und schlugen ihn und giengen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohugefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, gieng er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sahe ihn, gieng er vorliber. Ein Samariter aber reisete und kam bahin, und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, gieng zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Del und Wein, 32 Am 14. Sonntage nach Trinitatis. und hob ihn auf sein Thier und führete| Evang. am 14. Sonnt. n. Trinit., ihn in die Herberge und pflegete sein. Luc. 17, v. 11-19. Des anderen Tages reifete er, und zognd es begab fich, da er reifete sem , er gab fie bem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirft darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieberkomme. Welcher dünkt dich, ber unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin unb thue besgleichen. Samariam und Galiläam. Und als er in einen Markt gieng, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die stan den von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er fie fah, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es ge schah, da ste hingiengen wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gefund worden war, kehrete er um und preisete Gott mit lauter Epistel, Gal. 3, v. 15-22. Nieben Brüder, ich will nach mensch- Stimme. Und fiel auf sein Angesicht licher Weise reden: verachtet man zu seinen Füßen und dankete ihm, und boch eines Menschen Testament nicht, das war ein Samariter. Jesus aber wenn es bestätigt ist und thut auch antwortete und sprach: Sind ihrer nichts dazu. Nun ist ja die Verheißung nicht zehn rein worden? Wo find aber Abrahä und seinem Samen zugesagt. die neune? Hat sich sonst keiner funEr spricht nicht, durch die Samen als den, der wieder umkehrete, und gäbe durch viele, sondern als durch einen, Gott die Ehre, denn dieser Frembling? burch deinen Samen, welcher ist Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe Christus. Ich sage aber davon: das hin, dein Glaube hat dir geholfen. Testament, das von Gott zuvor bes Rätiget ist auf Chriftum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gesetz aufhören, welches gegeben ift über vierhundert und dreißig Jahr hernach. Denn so das Erbe durch bas Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott hat es aber Abraham durch Verheißung frei geschenket. Was soll denn das Geset? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißung? Das sei ferne. Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, bas ba tönnte lebendig machen, so tame die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschloffen unter die Sünde, auf baß die Berheißung täme durch ben Glauben an Jefum Chriftum, gegeben benen, die da glauben. Epistel, Gal. 5, v. 16-24. 34 h fage aber, wandelt im Geifte, so werdet ihr die Liste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch geliiftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselben find wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesebe. Offenbar sind aber die Werke des Flei sches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Bauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zant, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ift Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gültigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keusch heit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Chriftum angehören, bie freuzigen ihr Fleisch, fammt den Lüften und Begierden. Um 15. und 16. Sonntage nach Erinitatis. 33 Evang. am 15. Sonnt. n. Trinit.,| einander une zu entrüsten und zu Matth. 6, v. 24-34. haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet wiirde, so helset ihm wieder zurecht Niemand kann zween Herrn dienen entweder er mit und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr effen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Sst nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an, fie säen nicht, fie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen und ener himmlischer Bater ernähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer if unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum forget? Und warum sorget ihr für bie Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage ench, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht belleidet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also tleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir effen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns fleiben? Nach solchem nd es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain allen trachten die Heiden; denn ener himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Lag seine eigene Plage habe. gieng, und seiner Jünger giengen viel mit ihm, und vieles Boll. Als er aber nahe an das Stadtthor fam, fiehe, da trug man einen Tobten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und vieles Volk aus der Stadt gieng mit ihr. Und da ste ber Herr sab, fammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Süngling, id fage bir, stehe auf! Und der Tobte richtete fich auf, und fieng an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es tam fie alle Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Cap. 6, v. 10. S ( o wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geiste wandeln. Laßt uns nicht eitler hre geizig sein, unter geistlich feid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werbeft. Einer trage des andern Laft, so wers det ihr das Gesetz Chrifti erfüllen. So aber sich jemand läßt dünfen, er fei etwas, so er doch nichts ist, ber betriiget sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst erl, und als dann wirb er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine eigene Laft tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unter. richtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was ber Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch fäet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht milde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so laffet uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an den Glaubensgenoffen. Evang. am 16. Sonnt. n. Trinit., Lue. 7, v. 11-17. Em 17. und 18. Sonntage nach Trinitatis. eine Furcht an, und priesen Gott und Sabbattage? Und sie konnten ihm darsprachen: Es ist ein großer Prophet auf nicht wieder Antwort geben. Er unter uns aufgestanden, und Gott hat fagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, sein Boll heimgesucht. Und diese Rede da er merkte, wie sie erwählten, oben von ihm erscholl in das ganze jüdische an zu fitzen, und sprach zu ihnen: Land und in alle umliegende Länder. Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben Epistel, Ephef. 3, b. 13-21. an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, werdet um meiner Tribsal willen, so dann kommt, der dich und ihn die ich für euch leide, welche euch eine geladen hat, spreche zu dir: Weiche Ehre sind. Derhalben beuge ich meine diesem! und du müsseft dann mit Kniee gegen den Vater unsers Herrn Schaam unten an sitzen. Sondern, Jefu Chrifti, der der rechte Bater ist wenn du geladen wirst, so gehe hin, über Alles, was ba Kinder heißt im und sebe dich unten an, auf daß, Himmel und auf Erden, daß er euch wenn da kommt, der dich geladen hat, Kraft gebe nach dem Reichthum seiner spreche zu dir: Freund, rücke hinauf; Herrlichkeit, start zu werden durch seinen dann wirst du Ehre haben vor benen, Geißt an dem inwendigen Menschen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn und Chriftum zu wohnen durch den wer sich selbst erhöhet, der soll erGlauben in euren Herzen, und durch niedriget werden; und wer sich selbst die Liebe eingewurzelt und gegrünbet erniedriget, der soll erhöhet werden. zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Chriftum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen; auf daß ihr erfüllet werbet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun tann über Alles, was wir bitten oder verflehen nach der Kraft, die da in uns wirtet: Dem sei Ehre in der Gemembe, die in Chrifto Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigteit! Amen. Evang. am 17. Sonnt. n. Trinit. Luc. 14, v. 1.11. 11nd es begab sich, daß er fam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat, das Brod zu effen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war der war waffersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete, und sprach zu ihnen: Welder ist unter euch, dem sein Ochse ober Efel in den Brunnen fällt, und er nicht alebalb ihn heranezieht am Epistel, Ephef. 4, v. 1.6. o ermahne nun euch, ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt wie sichs gebührt eurem Beruf, darin ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geißt, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Bater( unser) Aller, der da ist über euch Alle, und durch euch Alle, und in euch Allen. Evang. am 18. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 34-46. Ja aber die Pharifäer hörten, daß er gestopft hatte, versammelten sie sich. und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemlith. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du Am 19. mmb 20. Gonntage nach Trinitatis. 35 follft beinen nächsten lieben, als bich Arges in euren Herzen? Welches felbst. In diesen zwei Geboten hanget ift leichter zu sagen: Dir sind beine das ganze Geset und die Propheten. Sünden vergeben, oder zu sagen: Da nun die Pharisäer bei einander Stehe auf, und wandele? Auf daß waren, fragte fie Jesus, und sprach: ihr aber wiffet, daß des Menschen Wie blinkt euch um Christo? Wes Sohn Macht habe auf Erden bie Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn Gichtbrüchigen: Stehe auf, bebe dein denn David im Geißt einen Herrn, Bett auf, und gehe heim. Und er da er sagt: Der Herr hat gesagt zu stand auf und gieng heim. Da das meinem Herrn: Setze dich zu meiner Voll das sah, verwunderte es sich, und Rechten, bis daß ich lege deine Feinde preifete Gott, der solche Macht den zum Schemel deiner Füße? So nun Menschen gegeben hat. David ihn einen Herrn nennet, wie ift er denn sein Sohn? Und Niemand fonnte ihm ein Wort antworten, und burfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel, Ephef. 4, v. 22-28. o leget nun von euch ab, nach Menschen, der durch Lüste in Irrthum dem vorigen Wandel den alten sich verderbet. Erneuert euch aber im Geifte eures Gemüths, und ziehet den Menschen Gott Epiftel, 1. Cor. 1, v. 4-9. Feurenthalben für die Gnabe Gottes, geschaffen ist in rechtschaffener Ge. bie euch gegeben ist in Chrifto Jesu, daß ihr seid durch ihn in allen Stüden reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntniß, wie benn die Predigt von Chrifto in euch träftig worden ist, also, daß ihr feinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jefu Chrifti. Welcher auch euch wird feft behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jefu Chrifti. Denn Gott ist treu, burch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft feines Sohnes Jesu Chrifti, unsers Herrn. rechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab und redet die Wahrheit, ein Seglicher mit seinem Nächsten, fintemal wir untereinander Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evang. am 19. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, v. 1.8. a trat er in bas und Schiff und fuhr Stabt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, ber lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getroft mein Sohn, beine Sünden sind dir vergeben. Und flehe, etliche unter den Schriftgelehrten fprachen bei fich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gebanten fab, sprach er: Warum dentet ihr so Evang. am 20. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 1.14. nb nd Jesus antwortete, und rebete abermal durch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohn Hochaus, daß sie den Gästen zur Hochzeit ruften, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, stehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieb ist geschlachtet, und alles bereit, tommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und giengen hin, einer auf seinen Ader, ber andere zu seiner Handthierung 36 Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Etfiche aber griffen seine Knechte,| Galiläa, unb gieng hin zu ihm, unb höhneten und töbteten fie. Da bas bat ihn, daß er hinab täme, und Hüllfe ber König hörete, warb er zornig, seinem Sohne; denn er war tobt trant. und schickte seine Heere aus, und Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr brachte diese Mörder um, und zündete nicht Zeichen und Wunder sehet, fo ihre Stadt an. Da sprach er zu sei- glaubet ihr nicht. Der Königische sprach nen Knechten: Die Hochzeit ist zwar zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn bereitet, aber die Gäste waren es mein Kind stirbt. Jesus spricht zu nicht werth. Darum gehet hin auf ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der die Straßen, und ladet zur Hochzeit, Mensch glaubte dem Wort, das Jefus wen ihr findet. Und die Knechte gien zu ihm sagte, und gieng hin. Und indem gen aus auf die Straßen, und brach- er hinab gieng, begegneten ihm seine ten zusammen, wen sie fanden, böse Knechte, verkündigten ihm und sprachen: und gute, und die Tische wurden Dein Kind lebet. Da forschte er von alle voll. Da gieng der König hinein, ihnen die Stunde, in welcher es beffer die Gäste zu besehen, und sah allda mit ihm geworden war. Und sie spras einen Menschen, der hatte kein hoch- chen zu ihm: Gestern um die siebente zeitlich Kleid an, und er sprach zu Stunde verließ ihn das Fieber. Da ihm: Freund, wie bist du herein merkte der Bater, daß es um die Stunde gekommen und haft doch kein hoch- wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt zeitlich Kleid an? Er aber verstum- hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mete. Da sprach der König zu seinen mit seinem ganzen Hause. Das ist nun Dienern: Bindet ihm Hände und Füße das andere Zeichen, das Jesus that, und werfet ihn in die äußerste Finster da er aus Judäa in Galiläa fam. niß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige find auserwählet. Epistel, Ephef. 6, v. 10-17. ulett, meine Brüder, seid start in dem Herrn, und in der Macht seiner Epistel, Ephef. 5, v. 15-21. Stärke. Ziehet an den Harnisch Goto sebet nun zu, wie ihr vorsich- tes, daß ihr bestehen könnet gegen die tiglich wandelt, nicht als die Un- liftigen Anläufe des Teufels. Denn weisen, sondern als die Weisen. Und wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu schicket euch in die Zeit, denn es ist kämpfen, sondern mit Fürsten und Geböse Zeit. Darum werdet nicht unverwaltigen, nämlich mit den Herren der ständig, sondern verständig, was ba Welt, die in der Finsterniß dieser Welt sei des Herrn Wille. Und saufet euch herrschen, mit den bösen Geistern unter nicht voll Weins, daraus ein unordent- dem Himmel. Um deswillen, so ergreilich Wesen folget, sondern werdet voll fet den Harnisch Gottes, auf daß ihr, Geistes. Und rebet untereinander von wann das böse Stündlein kommt, WiPsalmen und Lobgesängen, und geist- derstand thun, und alles wohl ausriche lichen Liedern, finget und spielet bem ten, und das Feld behalten möget. So Herrn in eurem Herzen. Und saget stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Dant allezeit für alles, Gott und dem Wahrheit, und angezogen mit dem Kreks Vater in dem Namen unsers Herrn der Gerechtigkeit; und an Beinen gee Jefu Chrifti. Und seid untereinander stiefelt, als fertig, zu treiben das Evanes unterthan in der Furcht Gottes. gelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet ben Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geiftes, welches ist das Wort Gottes. Evang. am 21. Sonnt. n. Trinit. Johannes 4, v. 47-54. Unb nb es war ein Königischer, des Sohn lag frant zu Capernaum. Dieser Görete, baß Jefus tam aus Jubla in Am 22. unb 23. Sonntage nach Erinitatis. Evang. am 22. Sonnt. n. Trinit., Matth. 18, v. 23-35. arum ift bas Himmelreich gleich 37 angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, mit mir ber Gnade theilhaftig seib. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch Allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Chrifto. Und daselbst um bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lanter und unanstößig, bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen in euch, zur Ehre und Lobe Gottes. Evang. am 23. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 15-22. Knechten rechnen wollte. Und als er darum, daß ich euch in meinen Herzen anfieng zu rechnen, kam ihm einer vor, habe, in diesem meinen Gefängniß, der war ihm zehn tausend Pfund schul- darinnen ich das Evangelium verantbig. Da er es nun nicht hatte zu bezah- worte und bekräftige, als die ihr Alle len, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da stel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will bir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn beffelbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da gieng derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mittnechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schulbig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will bir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern gieng hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden fie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schaltstnecht, alle diese Schuld habe ich dir erlaffen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über beinen Mittnecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Da giengen die Pharisäer hin, und hielten einen Rath, wie sie ihn fiengen in seiner Rede. Und sandten zu ihm Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du frageft nach Niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jeſus merkte ihre Schaltheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie bas höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn, und giengen davon. Epistel, 3, Epistel, Phil. 1, v. 3-11. meinem Gott, so ich euer Jhbarte meelds ith fouezeit the Golget mir, lieben Brüber, und fehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn Viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinbe bes krenjes Chrifti, in allem meinem Gebet für euch Alle, und thue das Gebet mit Freuden) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin deffelben in guter Zuversicht, daß, der in euch 38 Am 24. und 25. Sonntage nach Trinitatis. welcher Enbe ist die Berbammniß, Macht in aller Geduld und Langmilthigwelchen der Bauch ihr Gott ist, und leit mit Freuden. Und danksaget dem ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die Bater, ber uns tüchtig gemacht hat zu pisch gesinnt sind. Unser Wandel aber dem Erbtheil der Heiligen im Licht. ist im Himmel, von dannen wir auch Welcher uns errettet hat von der Obrig warten des Heilands Jesu Chrifti, des feit der Finsterniß, und hat uns versetzet Herrn, welcher unfern nichtigen Leib in das Reich seines lieben Sohnes, an verklären wird, daß er ähnlich werde welchem wir haben die Erlösung durch seinem verklärten Leibe nach der Wir- sein Blut, nämlich die Vergebung der fung, damit er tann auch alle Dinge Sünden. ihm unterthänig machen. Evang. am 24. Sonnt. n. Trinit., a er solches mit ihnen rebete, fieche, Daba fam ber Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber tomm, und lege deine Hand auf sie, so wirb fie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn fie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sah sie, und sprach: Sei getroft meine Tochter, dein Glaube hat bir geholfen. Und das Weib ward gefund zu berselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus tam, und sah die Pfeiffer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägd lein ist nicht tobt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Boll ausgetrieben war, gieng er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägblein auf. Und dies Gerücht erscholl in baffelbige ganze Land. Epiftel, Col. 1, v. 9-14. Derhalben an, da wire gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, baß ihr erfüllet werdet mit Er fenntniß seines Willens, in allerlei geiftlicher Weisheit und Verstand. Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erfenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Evang. am 25. Sonnt. n. Trinit., Matth. 24, v. 15-28. ihr W Grenet der Verwüstung, davon geſagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte, ( wer das liefet, der merke darauf). Alsdann fliehe auf die Berge, wer im Jüdischen Lande ift. Und wer auf dem Dache ist, der freige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. und wer auf dem Felde ift, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbat. Denn es wird alsdann eine große Trübfal sein, als nie ge wesen ist, von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. und wo diese Tage nicht würden vertürzet, so würde kein Mensch selig: Aber um der Auserwählten willen werben die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Chriftus, ober ba, so sollt ihre nicht glauben. Denn es werden falsche Chrifti und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum die wählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, so geht nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Bliz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft bes Menschen Sohns. Wo aber ein Nas ist, ba sammeln sich die Abler. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. $ 9 Epistel, 1. Theff. 4, v. 13-18. und ihr habt mich besuchet. Ich bin Wir ir wollen euch aber, lieben Brüder, gefangen gewesen, und ihr seid zu nicht verhalten von denen, die mir kommen. Dann werden ihm die ba schlafen, auf daß ihr nicht traurig Gerechten antworten, und sagen: Herr, seib, wie die andern, die keine Hoff wann haben wir dich hungrig ge nung haben. Denn so wir glauben, sehen, und haben dich gespeiset? Oder baß Jesus gestorben und auferstanden durstig, und haben dich getränket? ist, so wird Gott auch die, so ent- Wann haben wir dich einen Gast schlafen sind durch Jesum, mit ihm gesehen und beherberget? Ober nackt führen. Denn das sagen wir euch, und haben dich bekleidet? Wann haben als ein Wort des Herrn, daß wir, wir dich frant oder gefangen gesehen, die wir leben und überbleiben in der und sind zu dir kommen? Und der Zukunft des Herrn, werden denen König wird antworten, und sagen zu nicht vorkommen, die da schlafen. ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was Denn er selbst, der Herr, wird mit ihr gethan habt einem unter diesen einem Felbgeschrei und Stimme des meinen geringften Brüdern, das habt Erzengels, und mit der Posaunen ihr mir gethan. Dann wird er auch Gottes hernieder kommen, vom Him- sagen zu denen zur Linken: Gehet mel, und die Todten in Chrifto werden hin von mir, ihr Verfluchten, in das auferstehen zuerst. Darnach wir, die ewige Feuer, das bereitet ist dem wir leben und überbleiben, werden Teufel und seinen Engeln. Sch bin zugleich mit denselbigen hingerüdet hungrig gewesen, und ihr habt mich werden in den Wolken, dem Herrn nicht gespeiset. Ich bin durstig geentgegen in der Luft, und werden wesen, und ihr habt mich nicht gealso bei dem Herrn sein allezeit. So träntet. Ich bin ein Gaft gewesen tröstet euch nun mit diesen Worten und ihr habt mich nicht beherberget. untereinander. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frant und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gaft, ober nacket, oder trant, ober gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten, und sagen: Wahrlich, ich sage ench: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber bie Gerechten in das ewige Leben. Evang. am 26. Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, v. 31-46. Mer enn aber des Menschen Sohn tommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Böller versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von ben Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böde zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, bas Epistel, 2. Theff. 1, b. 3-10. Wir euch, lieben Brüiber, wie es sollen danken allezeit um euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin billig ist, denn euer Glaube wächset burstig gewesen, und ihr habt mich sehr, und die Liebe eines Jeglichen geträntet. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nact gewesen, und ihr habt mich bekleidet. 3 bin frant gewesen, unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns ener rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Gebulb und Glauben in 40 Am 27. Sonntage nach Trinitatis. allen euren Verfolgungen und Trübe den Krämern und kaufet flir euch selbst. falen, die ihr duldet; welches anzeigt, Und da sie hingiengen zu kaufen, tam daß Gott recht richten wird, und ihr der Bräutigam, und welche bereit würdig werbet zum Reiche Gottes, waren, giengen mit ihm hinein zur über welchem ihr auch leidet. Nach Hochzeit, und die Thüre ward berdem es recht ist bei Gott, zu verschlossen. Zulett kamen auch die angelten Trübfal denen, die euch Trübfal dern Jungfrauen und sprachen: Herr, anlegen, euch aber, die ihr Tribsal Herr, thue uns auf. Er antwortete leidet, Ruhe mit uns, wann nun der aber und sprach: Wahrlich, ich sage Herr Jesus wird offenbaret werden euch, ich kenne euer nicht. Darum vom Himmel, samt den Engeln seiner wachet, denn ihr wisset weder Tag Kraft, mit Feuerflammen, Rache zu noch Stunde, in welcher des Menschen geben über die, so Gott nicht erkennen, Sohn kommen wird." und über die, so nicht gehorsam find dem Evangelio unsers Herrn Jefu Christi. Welche werden Bein leiden, das ewige Verderben von dem Angesicht des Herrn, und von seiner herrlichen Macht; wann er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an end von demselbigen Tage habt ihr geglaubt. Epistel, 1. Theff. 5, v. 1.11. Mon den Zeiten aber und Stunden lieben Brüder, ist nicht noth euch zu schreiben, denn ihr selbst wisset ge wiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden sagen: es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. 3hr aber, lieben Brüder, seid nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag Da ann wird das Himmelreich gleich wie ein Dieb ergreife. Shr seid allfein zehn Jungfrauen, die zumal Kinder des Lichts, und Kinder ihre Lampen nahmen, und giengen des Tages; wir sind nicht von der aus, dem Bräutigam entgegen. Aber Nacht, noch von der Finsterniß. So fünf unter ihnen waren flug, und laßt uns nun nicht schlafen, wie die filnf waren thöricht. Die Thörichten andern, sondern lasset uns wachen und nahmen ihre Lampen, aber sie nah- nüchtern fein. Denn die da schlafen, men nicht Del mit sich. Die Klugen die schlafen des Nachts, und die da aber nahmen Del in ihren Gefäßen, trunken sind, die sind des Nachts trunsamt ihren Lampen. Da nun der ten. Wir aber, die wir des Tages Bräutigam verzog, wurden sie alle find, sollen nüchtern sein, angethan schläfrig, und entschliefen. Zur Mit- mit dem Krebs des Glaubens und der ternacht aber ward ein Geschrei: siehe Liebe, und mit dem Helm der Hoffder Bräutigam tommt, gehet aus, nung zur Seligkeit. Denn Gott hat ihm entgegen. Da standen diese Jung- uns nicht gesetzt zum Born, sondern frauen alle auf, und schmückten ihre die Seligkeit zu besitzen, durch unsern Lampen. Die thörichten aber sprachen Herrn Jesum Chriftum, der für uns zu den flugen: Gebet uns von eurem gestorben ist, auf daß, wir wachen oder Dete, denn unsere Lampen verlöschen. schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Da antworteten die klugen, und spra- Darum ermahnet euch untereinander, chen: Nicht also, auf daß nicht uns und bauet einer den andern, wie ihr unb euch gebreche; geht aber hin zu denn thut. Evang. am 27.Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, v. 1-13. G Inches Centimetres Blue 2 3 3 4 Cyan 2 5 6 X^ Farbkarte# 13 Green 3 H. Schäfer. 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 114 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8